AI assistant
artnet AG — Annual Report 2017
May 11, 2018
37_rns_2018-05-11_c205cf8d-658f-42da-b373-8026781cd088.html
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer

artnet AG
Berlin
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis 31.12.2017
Lagebericht FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017
1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit
Geschäftsmodell des artnet-Konzerns und Konzernorganisation
Die artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundert- prozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die artnet AG ("die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "artnet" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "artnet" tätig.
Die Artnet Corp. hat zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften, die artnet UK Ltd., die in Großbritannien die Dienstleistungen von artnet in den Bereichen Vertrieb und Kundenbetreuung vermarktet, und die Jay Art GmbH. Die Artnet Corp. hat den Online-Marktplatz Jay Art GmbH und seine Plattform Artusiast am 6. Juni 2017 übernommen. Die Jay Art GmbH befindet sich seit 30. Januar 2018 in Liquidation.
Die Unternehmenswebseiten artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen weltweit einmaligen Marktüberblick und zogen im Jahr 2017 durchschnittlich 2,6 Mio. Besucher im Monat an. Dank der immer aktuell bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist artnet für Sammler und Kunstexperten eine elementare Quelle, um sich umfassend über den Kunstmarkt zu informieren.
Der artnet-Konzern betreibt sein Geschäft in vier Segmenten: Price Database, Galerie-Netzwerk, Auctions und News.
Die artnet Price Database ist eine Online-Datenbank mit mehr als 11 Millionen illustrierten Auktionsergebnissen von mehr als 1.700 weltweit führenden Auktionshäusern. Dieses Angebot, das die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, sorgt für Preistransparenz im komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art haben Zugriff auf Informationen über bis in das Jahr 1985 zurückreichende Auktionsergebnisse, aktuelle Verkaufspreise sowie bevorstehende Auktionen. Damit erhalten Abonnenten objektive Daten zu Kunstwerken, die sie kaufen, verkaufen oder bewerten möchten. Die Price Database wird von Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Investoren sowie privaten und staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) verwendet. Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder im Sekundärmarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die sogenannten Comps - vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database.
Eine Ergänzung der artnet Price Database ist das Produkt artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler bei einer Auktion, im artnet Galerie-Netzwerk oder auf artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.
Das Produkt artnet Analytics bietet und veranschaulicht Informationen zum Kunstmarkt. Es ermöglicht den Kunden, die Marktentwicklung von Künstlern, Kunstrichtungen, Kunstgattungen oder einer individuellen Auswahl von Kunstwerken nachzuverfolgen.
Das Galerie-Netzwerk umfasste zum 31. Dezember 2017 ca. 1.200 der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 43 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten gegliedert und präsentieren ca. 190.000 Werke von insgesamt 21.000 Künstlern. Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der modernen und zeitgenössischen bildenden Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus Epochen vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute angeboten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshäuser die Flexibilität, Auktionen ganz oder teilweise auf der artnet-Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf artnet mit dem gleichen Los im Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose sind mit der artnet Events-Seite verlinkt, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, und erzielen ein hohes Ranking bei den Suchergebnissen von artnet oder Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sind das ideale Instrument für Auktionshäuser, um die internationale Präsenz ihrer Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Webseite zu leiten.
Mit artnet Auctions hat sich artnet zu einer Transaktionsplattform mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Über artnet Auctions werden Kunstwerke erstklassiger moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig für fünf- bis sechsstellige Dollar- Summen verkauft. Die wesentlichen Vorteile für Käufer und Verkäufer bei artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Die Transaktionen werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis zu einem Jahr.
artnet News ist weltweit der erste 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst. Die Online-Plattform news.artnet.com informiert aktuell über Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts. Angesichts des exklusiven Charakters von Kunst ist artnet News ein attraktives Umfeld für Werbekampagnen von Luxusgüterherstellern.
Ziele und Strategien
artnet wird auch zukünftig seiner Gründungsmission, die Transparenz im Kunstmarkt zu erhöhen, treu bleiben. Ziel ist es, die führende Position im Online-Kunstmarkt, in dem artnet seit mehr als 29 Jahren tätig ist, in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld zu behaupten. Das Management-Team von artnet ist überzeugt, dass stetige Produktverbesserungen und Innovationen die Marke weiter stärken.
Steuerungssystem
Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente wurde ein standardisiertes Steuerungs- und Reportingsystem eingerichtet.
Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die Deckungsbeiträge im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Für die Ertragslage des Konzerns ist das operative Ergebnis (EBIT) von hoher Bedeutung. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt.
Darüber hinaus werden Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und ausgewertet. Dies sind in den Bereichen Galerie-Netzwerk und Price Database insbesondere die Anzahl der Vertragskündigungen, der Vertragsverlängerungen und der Neuverträge. Für artnet Auctions sind insbesondere die Anzahl der online gestellten und der verkauften Lose sowie deren Durchschnittspreise relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Kontrolle und Analyse des Web-Traffic auf allen Seiten. artnet verfolgt die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und hat so jederzeit Kenntnis über die Entwicklung der einzelnen Segmente. Zusätzlich gewinnt die Auswertung des Web-Traffic für die Abrechnung performanceabhängiger Werbeverträge an Bedeutung.
Forschung und Entwicklung
Die artnet-Website bildet die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Unsere Entwickler nutzen auf Microsoft-Technologie beruhende Software, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen. Im Geschäftsjahr 2017 schloss das Produktentwicklungsteam unter anderem die Entwicklung des Content-Management-Systems für das Galerie- Netzwerk (Galerie-Portal) ab. Zudem optimierte das Team die Navigation der Auctions-Seite und begann, sowohl die technologische Infrastruktur als auch die internen Anwendungen des für Inhalte verantwortlichen Content-Teams zu verbessern. Dieser Prozess soll künftig zu sinkenden Betriebskosten und steigender Produktivität führen.
Im Jahr 2017 beliefen sich die nicht aktivierten Kosten für Produktentwicklung auf 3.038 TUSD (2016: 3.002 TUSD). Von den gesamten Entwicklungskosten in Höhe von 1.144 TUSD (953 TEUR) für die oben genannten wesentlichen Entwicklungsprojekte, welche die Aktivierungsvoraussetzungen erfüllen, wurden 874 TUSD (729 TEUR) aktiviert.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Konjunkturelle Lage
Die Weltwirtschaft befindet sich auf einem dynamischen Wachstumskurs. Nach vorläufigen Schätzungen der Weltbank ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2017 um 3 % gewachsen - nach nur 2,4 % im Vorjahr. Gestützt wurde der breitanlegte und stärker als erwartete Aufschwung von Investitionen und Handel.
In den beiden größten Kunstmärkten der Welt hat sich das wirtschaftliche Klima weiter aufgehellt. Das BIP der Vereinigten Staaten expandierte mit einer Rate von 2,3 %, nachdem die Wirtschaft 2016 nur um 1,5 % gewachsen war. In China beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum zum ersten Mal seit 2010. Das chinesische BIP nahm um 6,8 % zu, wobei die Weltbank für die kommenden Jahre mit wieder leicht nachlassendem Wachstum rechnet. In Großbritannien, dem weltweit drittgrößten Kunstmarkt, fiel die Wachstumsrate nach Angaben des Office of National Statistics von 1,9 % im Jahr 2016 auf 1,7 % im Jahr 2017. Das war der schwächste Trend seit 2012. Angesichts des sich abzeichnenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) konstatierten Ökonomen der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) dem Land eine gewisse konjunkturelle Widerstandsfähigkeit.
Entwicklung des Kunstmarktes
Der generell stark schwankungsanfällige Markt für Kunstauktionen erholte sich im Jahr 2017 deutlich. Angesichts eines knapper werdenden Angebots und steigender Preise kletterten die weltweiten Verkaufserlöse um 21,4 % auf 14,1 Mrd. USD und damit auf das höchste Niveau seit 2013. Das geht aus Daten der artnet Price Database hervor. Die Vereinigten Staaten, der Kernmarkt von artnet, waren im Jahr 2017 der mit Abstand robusteste Auktionsmarkt für bildende Kunst. Die Verkaufserlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 39 % auf 5,1 Mrd. USD. In China stiegen die Erlöse um 7 % auf 3,7 Mrd. USD, in Großbritannien um 15 % auf 2,5 Mrd. Dollar. Die Erholung in Großbritannien folgt auf zwei Jahre in Folge mit deutlichen Rückschlägen - auf 3,5 Mrd. USD im Jahr 2015 und auf 2,1 Mrd. Dollar im Jahr 2016. Die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien haben insgesamt einen Anteil von 80 % an den weltweiten Verkaufserlösen. In der restlichen Welt stiegen die Umsätze um 22 % auf 2,8 Mrd. USD.
Die Anzahl der angebotenen Lose im globalen Auktionsmarkt verringerte sich um 8 %, während die Verkaufsrate mit 64 % konstant blieb. Das beschränkte Angebot trieb, in Kombination mit der hohen Qualität der angebotenen Werke, die Preise nach oben. Der durchschnittliche Preis pro Los kletterte um 30 % auf 56 TUSD. Dieser Trend wurde auch von neuen Auktionsrekorden verstärkt. Im November erzielte Leonardo da Vincis Salvator Mundi (um 1500) mit einem Preis von 450,3 Mio. USD einen Weltrekord für ein versteigertes Gemälde. Im Mai gab es mit dem Verkauf von Jean-Michel Basquiats Untitled (1982) für 110,5 Mio. USD einen neuen Rekord für das Werk eines amerikanischen Künstlers. Der Verkauf von Fernand Légers Contraste de formes (1913) für 70 Mio. USD im November markierte einen neuen Spitzenwert für den französischen Maler.
2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der artnet AG
Ertragslage der artnet AG
Der Tätigkeitsbereich der artnet AG beschränkte sich auch im Geschäftsjahr 2017 weitgehend auf die Holdingfunktion, wobei die artnet AG auch Leistungen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbringt. Nach wie vor bestehen aber sämtliche Vertragsbeziehungen zu Kunden über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., so dass die artnet AG keine konzernexternen Umsatzerlöse erzielt. Die Ertragslage wird daher bestimmt durch die Beziehungen zu der Tochtergesellschaft Artnet Corp. und die mit der Verwaltung und Börsennotierung der artnet AG verbundenen Aufwendungen.
artnet hat im Konzern den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 8 % auf 20.769 TUSD gesteigert und damit wie schon im Vorjahr einen neuen Rekord aufgestellt. Die Umsatzentwicklung entsprach damit der im Vorjahr vom Management gestellten Prognose von 20.500 TUSD bis 21.500 TUSD. Das operative Ergebnis ging 2017 gegenüber dem Vorjahr um 43 % auf 407 TUSD zurück (2016: 713 TUSD). Der Jahresüberschuss belief sich auf 784 TUSD und übertraf die erwarteten 300 TUSD bis 500 TUSD. Dazu trug die Erfassung aktiver latenter Steuern in Höhe von 367 TUSD bei, die in der Erwartung höherer steuerlicher Gewinne in den USA angesetzt wurden. Während die Geschäftssparten Price Database und Galerien einen deutlich positiven Beitrag zum Betriebsergebnis leisteten, waren die Segmente artnet News und artnet Auctions noch nicht profitabel.
Der Entwicklung im Konzern folgend erzielte auch die artnet AG im Berichtsjahr einen erneuten Jahresüberschuss von 213 TEUR, der das Vorjahresergebnis von 143 TEUR übertraf. Der Ergebnisanstieg begründet sich zum einen durch eine entgegen der Vorjahresprognose um 92 TEUR höhere Dividende von der Tochtergesellschaft Artnet Corp. in Höhe von 1.000 TEUR (2016: 908 TEUR). Zum anderen konnte der Jahresüberschuss infolge deutlich geringerer sonstiger betrieblicher Aufwendungen trotz um 86 TEUR gestiegener Personalkosten unterm Strich gesteigert werden.
Die Umsatzerlöse aus der Weiterbelastung der Kosten für die erbrachten kundenbezogenen Dienstleistungen an die Tochtergesellschaft Artnet Corp. gingen entsprechend der Kostenreduzierung von 624 TEUR im Vorjahr auf 615 TEUR in 2017 leicht zurück.
Die sonstigen betrieblichen Erträge der artnet AG beliefen sich in 2017 auf 4 TEUR (Vorjahr: 157 TEUR). Im Vorjahr wurde eine Rückstellung in Höhe von 150 TEUR für eine in Deutschland abgewiesene Klage aus einem Urheberrechtsstreit mit einem Fotografen aufgelöst.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Personalaufwand um 86 TEUR auf 626 TEUR an. Neben turnusgemäßen Gehaltsanpassungen wurde das Vertriebsteam um eine Vollzeitstelle aufgestockt. Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 im Durchschnitt neun Mitarbeiter (2016: acht).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 214 TEUR deutlich und lagen bei 737 TEUR (2016: 951 TEUR) Ursächlich für die Reduzierung waren niedrigere Rechts- und Beratungskosten und gesunkenen Kosten für die Durchführung der jährlichen Hauptversammlung. Die in der Vergangenheit der artnet AG von der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland in Rechnung gestellte Nutzungsgebühr wurde zudem abweichend vom Vorjahr von der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erfüllt.
Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG
Die Vermögenslage der artnet AG wird geprägt durch den Anteilswert an der Tochtergesellschaft Artnet Corp., der unverändert in Höhe der Anschaffungskosten von 9.184 TEUR angesetzt wird. Die Artnet Corp. hat in 2017 einen erneuten Jahresüberschuss von 2.020 TUSD nach 1.481 TUSD im Vorjahr erzielt.
Basierend auf den Ergebnissen der Vorjahre und den Planerwartungen für die Tochtergesellschaft wurde eine überschlägige Ertragswertberechnung zur Überprüfung des Beteiligungswertes durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Plausibilisierung anhand des Börsenkurses. Beide Verfahren bestätigten die Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes.
Die sonstigen Vermögengegenstände sind von 40 TEUR am Vorjahresstichtag auf 44 TEUR infolge höherer Vorsteuerforderungen gestiegen.
Das Eigenkapital hat sich entsprechend des erzielten Jahresüberschusses von 5.896 TEUR um 213 TEUR auf 6.109 TEUR erhöht. Die Eigenkapitalquote ist bei weitgehend konstanter Bilanzsumme leicht von 63,8 % zum Vorjahresstichtag auf 66,0 % gestiegen.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich von 1.009 TEUR im Vorjahr auf 1.073 TEUR erhöht. Eine Rückstellung in Höhe von 895 TEUR (2016: 850 TEUR) wurde für mögliche Schadenersatzzahlungen inklusive Verzinsung aus der Verletzung von Urheberrechten in Frankreich gebildet, die das Pariser Berufungsgericht im März 2015 in zweiter Instanz einem französischen Fotografen zugesprochen hatte. Bezüglich dieser Rückstellung verweisen wir auf die Darstellung zum Liquiditätsrisiko im Risikobericht. Darüber hinaus beinhaltet der Posten analog zum Vorjahr Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten, ausstehende Rechnungen und Urlaubsansprüche.
Die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft Artnet Corp. fielen von 2.243 TEUR im Vorjahr auf 1.978 TEUR zum 31. Dezember 2017. Die Geschäftstätigkeit der artnet AG wurde im Geschäftsjahr 2017 wie in den Vorjahren aus dem laufenden Cashflow der Tochtergesellschaft Artnet Corp. finanziert.
Die kurzfristig von der artnet AG benötigte Liquidität wurde wie im Vorjahr über monatliche Mittelabrufe von der Tochtergesellschaft bereitgestellt. Infolge der für das Geschäftsjahr 2017 beschlossenen höheren Dividende und geringeren Aufwendungen haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft reduziert. Von den Verbindlichkeiten wurde ein Teilbetrag von 1.500 TEUR der artnet AG als langfristiges verzinsliches Darlehen zur Verfügung gestellt.
3. Übernahmerechtliche Angaben
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2017 unverändert 5.631.067 EUR und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt. Zum 31. Dezember 2017 hält die artnet AG unverändert 78.081 eigene Aktien. Es wird dazu auf unsere Angaben im Anhang verwiesen.
Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen
Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.
Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der artnet AG überschreiten, wurden zum 31. Dezember 2017 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %, und von Dr. Bernhard Heiss, München, mit 12,25 % gehalten.
Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.
Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen
Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.
Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen
Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien
Genehmigtes Kapital
Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014). Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grund- kapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. ausgegeben, die bisher nicht ausgeübt wurden bzw. werden konnten.
4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB
Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f / § 315d HGB) ist auf der Webseite der Gesellschaft unter www.artnet.de/investor-relations/ einsehbar und beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist nicht Prüfungsobjekt im Rahmen der Prüfung des Lageberichtes durch den Abschlussprüfer.
5. Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG Anwendung finden, und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handels- rechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.
5.1 Vergütung des Vorstands
scroll
| Gewährte Zuwendungen Vorstand | Jacob Pabst | |||
|---|---|---|---|---|
| 2016 | 2017 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | gewährt | gewährt | (min.) | (max.) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 316.333 | 321.609 | 321.609 | 321.609 |
| Nebenleistungen | 12.040 | 12.330 | 12.330 | 12.330 |
| Summe | 328.373 | 333.939 | 333.939 | 333.939 |
| Einjährige variable Vergütung | - | 33.270 | - | 321.609 |
| Versorgungsaufwand | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung | 328.373 | 367.209 | 333.939 | 655.548 |
scroll
| Gewährte Zuwendungen Vorstand | Jacob Pabst | |
|---|---|---|
| EUR | 2016 | 2017 |
| --- | --- | --- |
| Festvergütung | 316.333 | 321.609 |
| Nebenleistungen | 12.040 | 12.330 |
| Summe | 328.373 | 333.939 |
| Einjährige variable Vergütung | - | - |
| Versorgungsaufwand | - | - |
| Gesamtvergütung | 328.373 | 333.939 |
Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.
Herr Jacob Pabst erhält von der artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Corp. bezieht, abgegolten. Sowohl der Vorstandsvertrag mit der artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Corp. wurden am 24. Juni 2017 angepasst und für zwei Jahre vom 1. Juli 2017 bis 1. Juli 2019 mit Ausnahme der Festvergütung zu unveränderten Konditionen verlängert.
Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente [Short-Term Incentive (STI)] zusammen, die im Folgenden beschrieben wird:
Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung von Vorstand Jacob Pabst betrug im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 322 TEUR (363 TUSD). Im Vorjahr bis zum 30. Juni 2017 betrug die fixe Grundvergütung 316 TEUR (350 TUSD). Ab dem 1. Juli 2017 beläuft sich die Festvergütung auf 375 TUSD.
Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den die STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten. Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:
| ― | 1/3 von der Erreichung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows |
| ― | 1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der artnet AG |
| ― | 1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen. |
Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.
Für das Geschäftsjahr 2017 wurde durch den Aufsichtsrat eine variable Vergütung von 33 TEUR (37,5 TUSD) festgelegt.
Die Artnet Corp. übernimmt als Nebenleistungen weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich 450 EUR die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppenkrankenversicherung (company group medical plan).
5.2 Vergütung des Aufsichtsrates
Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.
Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten unverändert zum Vorjahr der Vorsitzende des Aufsichtsrates 50 TEUR, der stellvertretende Vorsitzende 37,5 TEUR und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates 25 TEUR.
6. Risiko- und Chancenbericht
artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen, beobachtet artnet fortlaufend interne und externe Risiken, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.
6.1 Risikobericht
Risikomanagement
Der artnet-Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, das die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden vier Komponenten:
| ― | dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt; |
| ― | der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht; |
| ― | dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und |
| ― | der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert. |
Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.
Frühwarnsystem zur Identifizierung potenzieller Risiken
Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt artnet ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungs- ebenen innerhalb des Konzerns zugeordnet. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäfts- verlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Unterstützt wird dieser Prozess durch regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.
Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken
Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden.
Compliance-Management-System (Hinweisgebersystem)
artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeiter des artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgebersystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.
Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. IT-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Au- gen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.
Die Erwartungen des Vorstands werden durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzdirektorin der Artnet Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.
Risiken Risikobewertung
artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden unterteilt werden in externe, betriebliche, rechtliche, finanzielle und sonstige Risiken. Das interne Risikoüberwachungssystem ist so aufgebaut, dass sowohl segmentbezogene als auch unternehmensübergreifende Risiken definiert und bewertet werden. Bei der Bewertung der Risiken werden zwei Faktoren betrachtet: Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potentielle, maximale Schadenshöhe. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird eingeteilt in hoch, mittel oder gering. Die potentielle Schadenshöhe kann dabei durch potentielle Umsatzeinbußen oder auch Kosten definiert werden, beispielsweise bei rechtlichen Risiken. Soweit möglich, wird für jedes Risiko ein Schadenswert berechnet, der zum Zeitpunkt der Risikobewertung als maximaler Schaden ermittelt wurde. Für operationelle Risiken wurde der maximale Schadenswert mit der potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit, sowie deren Eintrittshäufigkeit gewichtet.
Wettbewerbsrisiken werden hingegen auf einer Skala von eins bis fünf bewertet, wobei eins von geringer Bedeutung ist und fünf ein konkretes Risiko bedeutet, das umgehendes Handeln erfordert.
Risiken
Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:
Externe Risiken
Konjunkturtrends im Kunstmarkt
artnet unterliegt den Schwankungen des Kunstmarktes. Der Kunstmarkt wird von den weltweiten Wirtschaftsbedingungen beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist unklar. 2016 war der Kunstmarkt gegenüber dem Vorjahr deutlich eingebrochen. 2017 meldete ein Firmenkunde von artnet, der auch Konkurrent im Online-Auktionsgeschäft war, Insolvenz an. Dies unterstreicht die deutlich steigende Intensität des Wettbewerbs. Der für 2018 erwartete, graduelle Anstieg des Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten trägt ebenfalls zur Unsicherheit bei, da die Auswirkungen höherer Zinsen auf die Preise und Nachfrage im Kunstmarkt nicht klar sind. Konkurrenten haben zudem jüngst weiteres Kapital aufgenommen, was die Intensität des Wettbewerbs weiter erhöhen und die Marktanteile von artnet stärker unter Druck setzen könnte.
Zu den potentiellen Risiken für einen konjunkturellen Abschwung zählen Finanzmarktturbulenzen, Protektionismus und geopolitische Spannungen. Die Kursschwankungen an den Finanzmärkten waren im Jahr 2017 ungewöhnlich niedrig. Die Vermögenspreise sind stark gestiegen, was eine scharfe Trend- wende und einen volatileren Markttrend nahelegen könnte. Die Auswirkungen der Ende 2017 vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Steuerreform sind unklar. Steuersenkungen für Unternehmen und Verbraucher sollen zwar Investitionen und Beschäftigung beflügeln. Sollten die Steuersenkungen allerdings zu zunehmender Ungleichheit der Einkommensverteilung führen, könnte es das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung der OECD langfristig schwächen. Potentielle Kunstsammler haben aufgrund der Steuersenkung möglicherweise mehr frei verfügbares Einkommen. Kunst ist allerdings nur eine von vielen Anlagemöglichkeiten, die Investoren anzieht.
Betriebliche Risiken
Infrastruktur des IT-Systems
Funktionsstörungen der Website könnten die laufenden Umsätze und Gewinne von artnet mindern und möglicherweise auch die künftigen Umsätze und Ergebnisse beeinträchtigen. Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Service könnten bestehenden oder interessierten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf des Konzerns haben. Derartige Unterbrechungen erhöhen die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung, was wiederum die Einführung neuer Funktionen und Dienstleistungen verzögert. Wenngleich die Systeme des Konzerns so konzipiert wurden, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind, kann die Möglichkeit der Beschädigungen oder der Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, Strom- und Telekommunikationsausfälle, Terroranschläge, Computerviren und andere Unglücksfälle nie vollumfänglich ausgeschlossen werden. Die Webserver von artnet befinden sich in einer sicheren externen Einrichtung.
Produktentwicklung
Der künftige Erfolg von artnet hängt davon ab, wie schnell sich der Konzern an die technologischen Veränderungen und entstehenden Branchenstandards anpassen kann. Der Vorstand plant, die Leistung, Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die für bestehende und potenzielle Kunden von Nutzen sind. Der Konzern beobachtet die Markttrends und konzentriert sich auf die Produktentwicklung. Aus diesem Grund hat artnet in den vergangenen Jahren sein Entwicklungsteam verstärkt.
Es besteht das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen vom Markt und den Kunden nicht so schnell angenommen werden wie geplant und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet.
Die Risiken im Bereich Produktentwicklung wurden in den letzten Jahren durch den zunehmenden Wettbewerb und durch den Markteintritt von mehreren Start-up-Internetdienstleistern erhöht, die in einem oder mehreren Produktsegmenten mit artnet konkurrieren.
Website-Besuche
Website- Besuche (Traffic) sind für artnet von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen könnten die Umsätze aller Produktlinien verringern. artnet überwacht die Website-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche benötigt der Konzern außerdem ein größeres finanzielles Engagement für Werbung und Marketing. Soweit dies möglich ist, überwacht artnet die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsätze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Werbe- und Marketingmaßnahmen zu beurteilen.
Rechtliche Risiken
Markenrechte
artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "artnet" in den Schlüsselmärkten des Konzerns, insbesondere in den USA, Deutschland, Frankreich und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen könnten. Darüber hinaus muss sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche verteidigen, die ebenfalls negative Folgen für den Konzern haben könnten.
Urheberrechte
artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst und ist als international tätiger Konzern, der seine Dienste online anbietet, unterschiedlichen Regularien in Bezug auf den Schutz von Urheberrechten ausgesetzt. Dem Rechnung tragend hat artnet mit der Verwertungsgesellschaft Bild -Kunst in Deutschland und der Artist Rights Society in den USA Lizenzverträge abgeschlossen, die jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verwendeten Abbildungen abdecken. Als Reaktion auf die Klagen eines französischen Fotografen vor französischen und deutschen Gerichten, der sich in seinen Rechten als Urheber für in der Datenbank verwendete Fotografien dekorativer Kunst für Auktionskataloge verletzt sah, wird artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte unternehmen, um zukünftige Klagen zu vermeiden, ohne dass ausgeschlossen werden kann, dass andere Fotografen ähnliche Klagen anstreben könnten. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Schutz der Kundendaten
artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Würde es Dritten jedoch gelingen, die von artnet getroffenen Sicherheitsmaß- nahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden. Sollte artnet gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, könnte dies Ermittlungen, datenschutz- rechtliche Verfügungen und Schadenersatzforderungen von Kunden auslösen und straf- oder ordnungswidrigkeitenrechtliche Verfahren gegen artnet zur Folge haben. Neben direkten finanziellen Belastungen durch mögliche Klagen und Schadenersatzforderungen, könnte auch die Reputation des Unternehmens leiden. Dadurch könnte artnet Bestandskunden und registrierte Nutzer verlieren und gleichzeitig die Akquise von Kunden und neuen Nutzern erschwert werden.
Um sich rechtlich bestmöglich zu schützen, arbeitet artnet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, mit denen artnet fortlaufend auf Veränderungen beim Datenschutz reagiert. artnet verfügt über eine EU-US Privacy Shield Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der europäischen Union in die USA regelt. Des Weiteren bereitet sich artnet auf die Umsetzung der EU-Datenschutz Grundverordnung (EU-DSGVO) vor, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt.
Finanzielle Risiken
Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko
artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen. Da Wechselkurse Schwankungen unterworfen sind, können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen erheblich von den Erwartungen abweichen. artnet sichert sich derzeit nicht gegen solche Währungsrisiken ab. Stattdessen akzeptieren die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden auch in Euro und Pfund Sterling und bezahlen ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei.
Fremdwährungsrisiken für den artnet-Konzern ergeben sich zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren, sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Bankbeständen in Euro und Pfund Sterling.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Bewertung von konzerninternen langfristigen Darlehensforderungen, die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert werden, werden erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten ausgewiesen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sieht der Vorstand des Konzerns weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwährungsrisikos ab.
Im Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, im Markt für bildende Kunst verteilt. Dennoch könnte sich ein weltweiter Konjunkturrückgang negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder im schlimmsten Fall zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen.
Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditätsbestand ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 im Vorjahresvergleich auf USD-Basis um 20 % und auf Euro-Basis um 5 % angestiegen.
Die im März 2015 erfolgte Verurteilung zu hohen Schadenersatzzahlungen von 800 TEUR durch ein Berufungsgericht in Frankreich im Zusammenhang mit einer geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines französischen Fotografen könnte zu einer angespannten Liquiditätssituation für artnet führen, wenn dieser in den Rückstellungen erfasste Betrag kurzfristig zu leisten wäre. Das Urteil wird Ende März 2018 unanfechtbar, sofern artnet nicht eine Zahlung in Höhe des festgesetzten Schadensersatzes auf ein vom Gericht bestimmtes Konto leistet, um eine erneute Überprüfung des Urteils veranlassen zu können. Die gebildete Rückstellung deckt das dem Verfahren innewohnende maximale Risiko inklusive der Verzinsung ab. artnet prüft weiter sämtliche Handlungsoptionen, um die etwaige Vollstreckung des französischen Urteils in Deutschland und den USA zu unterbinden. Neben der Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Rechtsmittel versucht artnet eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen. Unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen geht artnet nicht von einer vollständigen Schadensersatzzahlung im Geschäftsjahr 2018 aus.
Zinsänderungsrisiken sind als unbedeutend anzusehen, da der Konzern verzinsliche Schulden lediglich in Form von festverzinslichen Finanzierungsleasingverhältnissen aufweist.
Sonstige Risiken
Mitarbeiter in Schlüsselpositionen
Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager ist sehr wettbewerbsintensiv. Aufgrund der relativ geringen Größe von artnet könnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen negativ auswirken.
Möglicherweise enthält die vorstehende Auflistung nicht alle Risiken, denen artnet ausgesetzt ist. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, könnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.
6.2 Chancenbericht
Der Online-Kunsthandel ist ein dynamischer Markt, in dem sich ständig neue Chancen für artnet eröffnen. Die relativ geringe Größe des Unternehmens und kurze Entscheidungswege erlauben es artnet, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus dem internen oder externen Umfeld ergeben.
Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Ein höheres Wirtschaftswachstum in den Industrieländern als bisher prognostiziert könnte sich positiv auf das Ergebnis auswirken.
Der Internethandel ist ein Wachstumsmarkt. Dazu gehört auch der Kunstmarkt, in dem Marktteilnehmer Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf auch hochpreisiger bildender Kunst angenommen haben. artnet Auctions erzielt beständig hohe Preise, was anhaltende Geschäftschancen in diesem dynamischen Segment nahelegt.
artnet News hat sich zur führenden Plattform für Kunstnach- richten und -kritik im Internet etabliert. Weiterhin steigende Nutzerzahlen könnten in wachsenden Werbeeinnahmen resultieren.
Der Erfolg unseres Unternehmens hängt in großem Maße von unserer Fähigkeit ab, unseren Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeiten wir auch weiterhin daran, die Effektivität unserer Produkt- und Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollten wir in diesem Bereich schnellere Fortschritte machen, könnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies könnte sich positiv auf Umsätze und die Ertragslage auswirken.
Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns
Insgesamt haben sich hinsichtlich der Risiko- und Chancensituation des Konzerns im Berichtsjahr 2017 keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu 2016 ergeben. artnet hat sich in einem teilweise schwierigen Marktumfeld und intensiven Wettbewerb behauptet. Durch unser erneut deutlich gestiegenes Eigenkapital und den weiteren Abbau der Verschuldung haben wir uns krisenfester aufgestellt. Die über eine Rückstellung vollständig abgedeckte Schadenersatzverpflichtung aus dem Urheberrechtsstreit in Frankreich könnte zu einer angespannten Liquiditätssituation führen, wenn der Schadensersatz kurzfristig und vollständig zu leisten wäre. Der Vorstand geht aber weiter davon aus, dass ein kurzfristiger oder vollständiger Mittelabfluss aus diesem Urteil vermieden werden kann.
7. Nachtragsbericht
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 bis zum 28. März 2018 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und der artnet AG.
8. Prognosebericht
Der folgende Bericht gibt die Prognosen des Managements hinsichtlich der künftigen Entwicklung der einzelnen artnet-Segmente sowie des Geschäftsverlaufes insgesamt wieder. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann aufgrund der im Risiko- und Chancenbericht beschriebenen möglichen Entwicklungen negativ oder positiv von diesen Prognosen abweichen.
Für die Weltwirtschaft kalkuliert die Weltbank für 2018 angesichts der anhaltenden Dynamik mit einem leicht zunehmendem Wachstum von 3,1 %. Im Zeitraum 2019 bis 2020 dürfte sich das Wachstum aber wieder leicht auf durchschnittlich 3 % abschwächen. Das Wachstum in den Industrieländern, darunter die Vereinigten Staaten, könnte sich zum Teil wegen graduell steigender Zinsen verlang- samen. Für die amerikanische Wirtschaft prognostiziert die Weltbank eine Wachstumsrate von 2,5 % im Jahr 2018 und eine Abschwächung auf durchschnittlich 2,1 % für 2019 bis 2020. Wegen der Unwägbarkeiten des Ausstiegsprozesses prognostiziert die OECD für das Jahr 2018 eine deutliche Abschwächung der britischen Konjunktur. Steigende Zinsen können sich negativ auf Vermögenspreise auswirken, einschließlich der Preise für Kunst.
artnet ist im Begriff, auch 2018 seine führende Position in einem wettbewerbsintensiven Markt weiter erfolgreich auszubauen und dabei die wachsende Popularität von Auctions und News zu nutzen. Die Verbesserung der IT-Infrastruktur mittels des Projekts "Falcon" bezeichnet eine Reihe von Entwicklungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Kosten für die Wartung bestehender Produkte und Projekte zu senken und die Leistungsfähigkeit unseres Entwicklungsteams zu verbessern. artnet wird damit noch schneller, flexibler und effizienter und rechnet daher mit Wachstum in allen Geschäftsbereichen.
Auctions wächst stark und ist weiterhin einer der wichtigsten Umsatztreiber von artnet. Der Kunstmarkt hat - nach anfänglichem Zögern - reine Online-Auktionen als einen schnellen und kostengünstigen Weg zum Kauf und Verkauf bildender Kunst angenommen. Auctions wird eine noch bedeutendere Rolle in der Kunstwelt spielen, wenn sich die Versteigerung höherpreisiger Kunstwerke über das Internet stärker als bisher durchsetzt. Vor diesem Hintergrund hat Auctions die Navigation der Internetseite verbessert, um den Kauf und Verkauf von Kunst noch intuitiver zu machen. Das Management prognostiziert für Auctions ein deutliches Umsatzwachstum für das Jahr 2018 und darüber hinaus.
artnet News hat sich als führender Online-Nachrichten- dienst für den Kunstmarkt etabliert. Eine neue redaktionelle Strategie, die Qualität und selbst recherchierte Nachrichten in den Vordergrund stellt, führte zu steigenden Besucher- zahlen und Werbeeinnahmen. Das Management rechnet mit einem Anhalten dieses Trends und antizipiert ein erneut starkes Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr 2018.
Die Price Database steigerte den Umsatz im Jahr 2017 aufgrund höherer Werbeeinnahmen und zunehmender Nachfrage nach Analytics. Die Gesamtzahl der Suchanfragen erreichte 2017 einen Höhepunkt, was im laufenden Jahr zu weiter steigendem Umsatz führen sollte. Angesichts der sich stabilisierenden Abonnentenzahl und höheren Umwandlungsraten nach Einführung einer neuen Produktseite für institutionelle Kunden, rechnet das Management für 2018 mit einem moderaten Umsatzwachstum für die Price Database.
Das Galerie-Netzwerk steht nach der Einführung des Galerie- Portals im Jahr 2017 vor einer geschäftlichen Wende. Das positiv aufgenommene Content-Management-System ermöglicht es Mitgliedern des Galerie-Netzwerks, ihr eigenes Angebot auf der Seite selbstständig zu verwalten, die Zahl der Anfragen zu steigern und bessere Ergebnisse bei Suchmaschinen zu erzielen. Für 2018 sind weitere bedeutende Produktinnovationen geplant. Das Management rechnet mit einer Stabilisierung der Mitgliederzahlen und prognostiziert einen leichten Umsatzzuwachs im Jahr 2018.
Aufgrund der Erwartungen für die einzelnen Segmente prognostiziert das Management für das Geschäftsjahr 2018 ein Umsatzwachstum in einer Bandbreite von 22,0 Mio. USD bis 23,0 Mio. USD (17,7 Mio. EUR bis 18,5 Mio. EUR bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,24 EUR/USD). Für das operative Ergebnis rechnet das Management mit einem Anstieg auf 1,0 Mio. USD bis 1,5 Mio. USD (0,8 Mio. EUR bis 1,2 Mio. EUR). Das Management nimmt an, dass die erheblichen Investitionen im Geschäftsjahr 2018 noch nicht in vollem Umfang zu Ertragssteigerungen führen werden, jedoch mittelfristig ein stärkeres Wachstum ermöglichen. Für das Jahresergebnis nach Steuern wird eine geringere Steigerung erwartet, da sich der in 2017 eingetretene positive Bewertungseffekt aus latenten Steuern nicht wiederholen dürfte. Der Zahlungsmittelbestand dürfte sich gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2017 infolge der erneut hohen geplanten Investitionen in Produktentwicklung leicht verringern.
Für die artnet AG wird für das Geschäftsjahr 2018 entsprechend der erwarteten Zunahme des Konzernergebnisses mit einer leicht steigenden Dividendenausschüttung der Tochtergesellschaft Artnet Corp. gerechnet und daraus folgend mit einem leicht erhöhten Jahresergebnis der Gesellschaft.
Berlin, 28. März 2018
Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG
Bilanz zum 31. Dezember 2017
der artnet AG, Berlin
Aktiva
scroll
| 31/12/2017 EUR |
31/12/2016 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5,00 | 5,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 1,00 |
| 6,00 | 6,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 9.092,54 | 6.535,55 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 9.184.433,10 |
| 9.193.531,64 | 9.190.974,65 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Sonstige Vermögensgegenstände | 43.811,27 | 39.890,00 |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 13.089,85 | 754,04 |
| 56.901,12 | 40.644,04 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 11.823,74 | 3.526,79 |
| 9.262.256,50 | 9.235.145,48 | |
| Passiva | ||
| 31/12/2017 EUR |
31/12/2016 EUR |
|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Ausgegebenes Kapital | ||
| 1. Gezeichnetes Kapital | 5.631.067,00 | 5.631.067,00 |
| - bedingtes Kapital EUR 398.907,00 (Vj. EUR 398.907,00) | ||
| 2. Nennbetrag eigener Anteile | -78.081,00 | -78.081,00 |
| 5.552.986,00 | 5.552.986,00 | |
| II. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 130.197,02 | 130.197,02 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 2.818.861,48 | 2.818.861,48 |
| 2.949.058,50 | 2.949.058,50 | |
| III. Bilanzverlust | -2.392.987,66 | -2.606.028,36 |
| 6.109.056,84 | 5.896.016,14 | |
| B. Rückstellungen | ||
| Sonstige Rückstellungen | 1.072.582,46 | 1.008.701,32 |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 90.179,91 | 74.018,64 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.977.730,96 | 2.243.224,66 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 12.706,33 | 13.184,72 |
| 2.080.617,20 | 2.330.428,02 | |
| 9.262.256,50 | 9.235.145,48 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
der artnet AG, Berlin
scroll
| 2017 EUR |
2016 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 615.267,00 | 623.810,00 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 3.800,00 | 157.282,46 |
| 3. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 516.177,13 | 451.737,33 |
| b) Soziale Abgaben | 109.336,22 | 87.741,46 |
| 625.513,35 | 539.478,79 | |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 3.248,97 | 8.154,95 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 737.213,98 | 950.963,99 |
| -746.909,30 | -717.505,27 | |
| 6. Erträge aus Beteiligungen | 1.000.000,00 | 907.537,00 |
| 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 40.050,00 | 46.808,81 |
| 8. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 213040,70 | 143.222,92 |
| 9. Verlustvortrag | -2.606.028,36 | -2.749.251,28 |
| 10. Bilanzverlust | -2.392.987,66 | -2.606.028,36 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2017
1. Allgemeine Angaben
Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin unter der Registernummer HRB 98006B eingetragen.
Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes zugrunde.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Die Aktien der artnet AG sind zum Handel im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Daher gelten für die Aufstellung des Jahresabschlusses ungeachtet der Größenklassen des § 267 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die artnet AG davon ausgeht, die im Folgejahr 2018 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Dabei erwartet die artnet AG, dass aus dem in Frankreich erlassenen rechtskräftigen Urteil aufgrund der geplanten Maßnahmen gegen die Durchsetzung der Vollstreckung kein vollständiger Zahlungsabfluss erfolgt. Hinsichtlich der möglicherweise angespannten Liquiditätssituation aufgrund des Urheberrechtsprozessurteils in Frankreich wird auf die detaillierte Berichterstattung im Risikobericht des Lageberichts hingewiesen.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.
Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und basieren auf der geschätzten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 410,00 werden im Jahr des Zugangs unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gemäß § 6 Abs. 2 EStG a. F. voll abgeschrieben.
Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.
3. Erläuterungen zu den einzelnen Posten des Jahresabschlusses
3.1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der auf diese entfallenden Abschreibungen ergibt sich aus dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen betreffen die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, an der die artnet AG seit dem Geschäftsjahr 2002 sämtliche Anteile hält. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation verwendet die artnet AG zum einen ein vereinfachtes Ertragswertverfahren. Zum anderen wird die Werthaltigkeit anhand des Vergleichs mit der Entwicklung des Börsenkurses und der Marktkapitalisierung zum Stichtag plausibilisiert.
Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Worldwide Corporation basiert auf der internen Unternehmensplanung, die auch aus der Entwicklung der letzten Geschäftsjahre abgeleitet worden ist. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Planung in die ewige Rente überführt. Dabei wird ein nachhaltiges Wachstum von 1,5 % unterstellt. Ferner werden Eigenkapitalkosten von 10,35 % zugrunde gelegt. Die Prämissen und die Planungsrechnung werden durch das Rechnungswesen erstellt und vom Vorstand sowie von den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.
3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.
3.3. Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 5.631.067,00 und ist eingeteilt in 5.631.067 Stück nennwertlose Namensaktien.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um EUR 560.000,00 bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation ausgegeben. Es konnten bisher keine der gewährten Aktienoptionen ausgeübt werden. In Höhe der 398.907 ausgegebenen Aktienoptionen kann noch eine bedingte Kapitalerhöhung aus dem bedingten Kapital 2009/I bei deren Ausübung erfolgen.
Genehmigtes Kapital
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats berechtigt, das Grundkapital bis zum 15. Juli 2019 um bis zu EUR 2.800.000,00 durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014).
Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Eigene Anteile
Die artnet AG hält unverändert zum Vorjahr eigene Anteile mit einem Nennbetrag bzw. rechnerischen Wert von EUR 78.081 (1,4 % des Grundkapitals). Hierbei handelt es sich um 78.081 Stück eigene Aktien. Der Erwerb der eigenen Aktien im Geschäftsjahr 1999 diente insbesondere der Zuteilung von Aktien zur Umsetzung des Aktienoptionsplans der Artnet Corp., New York, USA. Im Geschäftsjahr 2017 sind keine Zukäufe und Verkäufe von eigenen Aktien erfolgt.
3.4. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von TEUR 895. Darüber hinaus sind vor allem Rückstellungen im Zusammenhang mit der Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses (TEUR 96) sowie Aufwendungen für noch ausstehende Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 22) enthalten.
3.5. Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 9 (Vj. TEUR 7) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 2 (Vj. TEUR 1).
3.6. Verbindlichkeiten
Mit Ausnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben alle Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Darlehensverbindlichkeiten über TEUR 1.500 (Vj. TEUR 1.500) ausgewiesen, die eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.
3.7. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse von TEUR 615 betreffen die Weiterbelastung von Personal- und Sachaufwendungen für Dienstleistungen, die zugunsten der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbracht wurden.
3.8. Periodenfremde Erträge
Periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 4 (Vj. TEUR 153) enthalten.
3.9. Erträge aus verbundenen Unternehmen
Die Erträge aus Beteiligungen betreffen ausschließlich das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.
3.10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Raumkosten, Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten, die Kosten der Hauptversammlung sowie Reisekosten enthalten.
3.11. Zinsaufwendungen
Die Zinsaufwendungen betreffen mit TEUR 40 das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.
4. Organe der Gesellschaft
4.1. Vorstand
Im Berichtsjahr war als Vorstand Herr Jacob Pabst, New York, tätig. Der Vorstand ist alleinvertretungsberechtigt und von dem Verbot der Mehrvertretung (§ 181 BGB) befreit.
Herr Jacob Pabst hat in 2017 von der artnet AG keine Vorstandsvergütung erhalten. Seine Vergütung wird von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation getragen und im Konzernabschluss der artnet AG und im Lagebericht angegeben.
4.2. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:
scroll
| Herr Andreas Langenscheidt, Verleger, München | |
| Vorsitzender | bis 10. Mai 2017 |
| Herr Hans Neuendorf, Kaufmann, Berlin | |
| stellvertretender Vorsitzender | bis 10. Mai 2017 |
| Vorsitzender | ab 10. Mai 2017 |
| Herr Dr. Bernhard Heiss, Rechtsanwalt, München | bis 10. Mai 2017 |
| Stellvertretener Vorsitzender | ab 10. Mai 2017 |
| Herr Killian Jay von Seldeneck, Auktionator, Berlin | ab 10. Mai 2017 |
Die Vergütung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2017 betrug EUR 112.500,00, davon EUR 50.000,00 für die Vorsitzenden, EUR 37.500,00 für den Stellvertreter und EUR 25.000,00 für das dritte Mitglieder des Aufsichtsrates.
5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen vor allem aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 36.
6. Anteilsbesitz
Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, die zum 31. Dezember 2017 ein Eigenkapital von TUSD 5.665 und einen Jahresüberschuss von TUSD 2.020 für das Geschäftsjahr 2017 ausweist.
Die Artnet Corp. hält 100 % der Anteile an der artnet UK, die zum 31. Dezember 2017 ein Eigenkapital von TGBP 39 und einen Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2017 von TGBP 10 ausweist, sowie 100 % der Anteile an der Jay Art GmbH. Die Jay Art GmbH weist zum 31. Dezember 2017 ein Eigenkapital von TEUR 68 und ein Jahresergebnis von TEUR 0 aus. Seit dem 30. Januar 2018 befindet sich die Jay Art GmbH in Liquidation.
7. Sonstige Angaben
Konzernabschluss
Die artnet AG erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, der in Anwendung von § 315 e HGB eine befreiende Wirkung für die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht hat.
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 9 (Vj. 8) Angestellte beschäftigt.
Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des artnet-Konzerns im Geschäftsjahr 2017 auf TEUR 71 und im Vorjahr auf TEUR 63. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 für sonstige Leistungen TEUR 18 bzw. TEUR 19 in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2017 bzw. 2016 als Aufwand erfasst.
Nachtragsbericht
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 bis zum 28. März 2018 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und der artnet AG.
Mitteilungen nach § 21 WpHG
Nach § 21 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Die artnet AG hat folgende Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten:
scroll
| Mitteilung vom: | Mitteilungspflichtiger (Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen): | + = Überschreitung - = Unterschreitung | Meldeschwelle(n) % |
Datum der Schwellenberührung | Stimmrechte % |
Stimmrechte direkt (§21 WpHG) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 06.04.2017 | Dr. Bernhard Heiss | + | 5 | 01.04.2017 | 9,49 | 534.137 |
| 06.04.2017 | Dr. Bernhard Heiss | + | 10 | 06.04.2017 | 12,25 | 689.889 |
| 06.04.2017 | Hans-Herbert Döbert | - | 3, 5 | 01.04.2017 | 0 | 0 |
| 10.04.2017 | Hans-Herbert Döbert | - | 3, 5 | 01.04.2017 | 2,77 | 155.752 |
| 03.05.2017 | Rüdiger K. Weng | + | 3 | 02.05.2017 | 3,02 | 0 |
| 02.06.2017 | Hans Reinhard Neuendorf | - | 3, 5, 10, 15, 20 | 10.10.2016 | 0 | 0 |
scroll
| Mitteilung vom: | Stimmrechte zugerechnet (§22 WpHG) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 06.04.2017 | 0 | Außerbörslicher Kauf von insgesamt 447.2879 Aktien, von denen 155.752 Aktien den Abwicklungsprozess verzögerten (Transfer von Aktien aus einem anderen europäischen Land) |
| 06.04.2017 | 0 | |
| 06.04.2017 | 0 | |
| 10.04.2017 | 0 | Korrektur einer am 06.04.2017 veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung |
| 03.05.2017 | 170.100 | |
| 02.06.2017 | 0 | Keine Zuordnung aufgrund dominanten Einflusses |
Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen auf ihrer Investor-Relations-Website veröffentlicht.
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 20. März 2018 letztmals aktualisiert und auf unserer Homepage den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.
Berlin, den 28. März 2018
artnet AG
Der Vorstand
Jacob Pabst
Entwicklung des Anlagevermögens der artnet AG, Berlin, im Geschäftsjahr 2017
scroll
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| 1/1/2017 EUR |
Zugänge EUR |
31/12/2017 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5.613,10 | 0,00 | 5.613,10 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 77.890,64 | 0,00 | 77.890,64 |
| 83.503,74 | 0,00 | 83.503,74 | |
| II. Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 51.718,09 | 5.805,96 | 57.524,05 |
| III. Finanzanlagen | |||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 0,00 | 9.184.433,10 |
| 9.319.654,93 | 5.805,96 | 9.325.460,89 |
scroll
| Kumulierte Abschreibungen | |||
|---|---|---|---|
| 1/1/2017 EUR |
Zugänge EUR |
31/12/2017 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5.608,10 | 0,00 | 5.608,10 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 77.889,64 | 0,00 | 77.889,64 |
| 83.497,74 | 0,00 | 83.497,74 | |
| II. Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 45.182,54 | 3.248,97 | 48.431,51 |
| III. Finanzanlagen | |||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 128.680,28 | 3.248,97 | 131.929,25 |
scroll
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31/12/2017 EUR |
31/12/2016 EUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5,00 | 5,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 1,00 |
| 6,00 | 6,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 9.092,54 | 6.535,55 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 9.184.433,10 |
| 9.193.531,64 | 9.190.974,65 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die artnet AG, Berlin
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der artnet AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der artnet AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, auf die im Lagebericht verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, auf die im Lagebericht verwiesen wird. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Beteiligungsbewertung
a) Das Risiko für den Abschluss
Zum 31. Dezember 2017 bilanziert die artnet AG unverändert zum Vorjahr in den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 9.184 (entspricht 99,3 % der Bilanzsumme), die ausschließlich die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation (Artnet Corp.) betreffen. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.
Die Angaben der Gesellschaft zur Beteiligungsbewertung sind in der Textziffer 3.1 im Anhang sowie im Kapitel "Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG" im Wirtschaftsbericht des Lageberichts enthalten.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Corp. nutzt die artnet AG ein vereinfachtes Ertragswertverfahren. Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet und berücksichtigen die Entwicklung der letzten Geschäftsjahre. Die erwartete Entwicklung der Artnet Corp. basiert auf der internen Unternehmensplanung, die im Anschluss an den Detailplanungszeitraum in die ewige Rente überführt wird. Die Planungsrechnung wird durch das Rechnungswesen erstellt und vom Vorstand sowie von den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche einer Plausibilitätskontrolle unterzogen. Zur Plausibilisierung des Bewertungsmodells erfolgt außerdem ein Vergleich mit der Entwicklung des Börsenkurses.
Das Risiko für den Abschluss besteht in einer nicht sachgerechten Bewertung der Anteile an der Artnet Corp., insbesondere in einer Überbewertung. Es besteht das Risiko wesentlicher Fehler, da die Beteiligung an der Artnet Corp. betragsmäßig wesentlich ist und in die Bewertung zahlreiche relevante Parameter einfließen, die mit erheblichen Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung verbunden sind.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns von der Werthaltigkeit des Beteiligungsbuchwertes an der Artnet Corp. überzeugt. Wir haben beurteilt, ob das für die Ermittlung des Ertragswerts herangezogene Bewertungsmodell die konzeptionellen Anforderungen der relevanten Bewertungsstandards zutreffend abbildet und die Berechnungen in dem Modell korrekt erfolgen. Der Schwerpunkt unserer Prüfung lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten zentralen Annahmen. Von der Angemessenheit der bei der Beteiligungsbewertung verwendeten künftigen Zahlungsströme haben wir uns durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie durch Abgleich mit der von dem Vorstand erstellten Unternehmensplanung überzeugt. Die Plausibilisierung des Beteiligungswertes anhand der Entwicklung des Börsenkurses haben wir nachvollzogen. Die von dem Vorstand angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht zur Bewertung der Anteile an der Artnet Corp. geeignet. Abschließend haben wir betrachtet, ob Anzeichen dafür vorlagen, dass das Management sein Ermessen einseitig ausgeübt hat.
Wir haben keine Hinweise oder Erkenntnisse erlangt, dass die Bewertung nicht sachgerecht erfolgt ist und dass das Ermessen der Gesellschaft nicht ausgewogen und angemessen ausgeübt wurde.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Lageberichts verwiesen wird, und |
| ― | die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB i.V.m. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Lagebericht. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Abschlussprüfer der artnet AG, Berlin, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Till Kohlschmitt.
Hamburg, 28. März 2018
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Dirk Schützenmeister, Wirtschaftsprüfer
Till Kohlschmitt, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die nach Gesetz und Satzung bestehenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung überwacht. Seit seiner Wahl auf der Hauptversammlung 2017 hat der Aufsichtsrat sechs Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder vollzählig teilgenommen haben. Die Sitzungen fanden am 10. Mai 2017 (Konstituierende Sitzung), 21. Juni 2017, 27. September 2017, 6. Dezember 2017 und am 5. März 2018 (Präsenzsitzung in München) statt. Am 20. März 2018 erfolgte die bilanzfeststellende Sitzung mit Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg. Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand während des ganzen Jahres regelmäßig ausführliche Informationen in mündlichen und schriftlichen Berichten über Lage, Geschäftsverlauf sowie über Strategie und wichtige Maßnahmen.
Quartals- und Halbjahresberichte sowie detaillierte Ergebnisse der einzelnen Segmente wurden mit dem Vorstand erörtert. Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Geschäftspolitik hat der Vorstand laufend mit dem Aufsichtsrat beraten. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.
Der Aufsichtsrat befasste sich schwerpunktmäßig mit der Liquiditätslage, die wegen eines erheblichen Schadenersatzanspruches eines französischen Fotografen immer im Blick bleiben musste, sowie mit der Entwicklung der noch im Aufbau befindlichen artnet News. Auch die Leistung der anderen Segmente des artnet-Geschäfts sowie die Ausgaben und die Personalpolitik wurden regelmäßig diskutiert. Ferner wurden Fragen der Corporate Governance und der Compliance besprochen.
Der vom Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach den IFRS der artnet AG wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH. & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt, und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an einer Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahresabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern
Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der artnet AG in der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüften Fassung durch Beschluss vom 20. März 2018 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 20. März 2018 ebenfalls gebilligt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.
Berlin, den 20. März 2018
Für den Aufsichtsrat
Hans Neuendorf, Vorsitzender