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artnet AG — Annual Report 2017
May 9, 2018
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Annual Report
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Publication

artnet AG
Berlin
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
artnet AG: Geschäftsbericht 2017
Finanzkennzahlen artnet-Konzern
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | Abweichung | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (TUSD) | 20.769 | 19.237 | 1.532 |
| Betriebsergebnis (TUSD) | 407 | 713 | -305 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (TUSD) | 472 | 746 | -274 |
| Ergebnis je Aktie (USD) | 0,14 | 0,13 | 0,01 |
| Gewichtete Aktienanzahl (Tsd. Stück) | 5.553 | 5.553 | - |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (TUSD) | 1.212 | 989 | 223 |
| Mitarbeiter (Jahresende) | 122 | 115 | 7 |
| Liquide Mittel (TUSD) | 1.328 | 1.110 | 217 |
| Eigenkapital (TUSD) | 2.035 | 1.546 | 488 |
| Bilanzsumme (TUSD) | 6.902 | 5.812 | 1.090 |
Brief an die Aktionäre
Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,
die Weltwirtschaft wächst, Verbraucher sind zuversichtlich, Aktienkurse gestiegen, und der Kunstmarkt hat sich nach einer zweijährigen Schwächephase im Jahr 2017 wieder erholt.
In diesem positiven konjunkturellen Umfeld erweitern wir unsere Stellung im Kunstmarkt als einziger Anbieter von echten Online-Auktionen sowie als führender Anbieter von Information und Datenanalyse. Wir investieren in unsere Mitarbeiter, unser wichtigstes Kapital, sowie in innovative Produkte und Spitzentechnologie, um noch flexibler zu agieren und unsere Marktanteile zu vergrößern. Die Börse beginnt, diese langfristige Strategie zu honorieren. Der Aktienkurs von artnet ist 2017 um mehr als 80 % gestiegen und hat sich damit deutlich besser entwickelt als der Deutsche Aktienindex (DAX) und das amerikanische Aktienmarktbarometer S&P 500.
artnet hat 2017 erneut einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Vor allem aufgrund zweistelliger Zuwachsraten in den Segmenten Auctions und News stieg der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf 20,8 Millionen USD. Der Nettogewinn stieg um 12 % auf 784 TUSD.
Unser Online-Auktionsgeschäft wird zunehmend populärer. Der Provisionsumsatz von artnet Auctions wuchs um 26 % auf 4,0 Millionen USD - das beste Resultat seit dem Start der Plattform im Jahr 2008. Auctions steuert mittlerweile rund ein Fünftel zu unseren gesamten Einnahmen bei. Marktteilnehmer beginnen, Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf bildender Kunst anzunehmen. Der durchschnittliche Lospreis stieg 2017 um 46 % auf mehr als 12.000 USD, wobei Spitzenlose auch über mehr als 100 TUSD versteigert wurden. Wir entwickeln die Auktionsplattform stetig weiter und haben im vergangenen Jahr unter anderem die Navigation der Webseite verbessert, damit unsere Kunden Kunstwerke noch einfacher kaufen oder verkaufen können.
artnet News baut seine Position als führender englischsprachiger Online-Nachrichtendienst für den Kunstmarkt weiter aus. Mit Qualitätsjournalismus, exklusiven Nachrichten und fundierten Kritiken setzen wir wichtige Themen in der Branche. Die Besucherzahlen der Webseite steigen entsprechend, was artnet für die Werbekampagnen von Luxusmarken attraktiv macht. Die Werbeeinnahmen von News stiegen 2017 um 41 % auf 2,7 Millionen USD. Das erst 2014 an den Start gegangene Nachrichtenportal trägt damit schon zwei Drittel zu den gesamten Werbeeinnahmen von artnet bei, die 2017 um 17 % auf 4,1 Millionen USD gestiegen sind.
Im Segment Galerien zeichnet sich die Wende ab. Zwar ging der Umsatz aufgrund weiterhin leicht rückläufiger Mitgliederzahlen und nachlassender Werbeeinnahmen erneut um 2 % auf 5,2 Millionen USD zurück. Viele kleinere und mittelgroße Galerien, die zu unseren wichtigsten Kunden zählen, kämpfen weiterhin mit hohen Betriebskosten, engen und strapaziösen Zeitplänen von Kunstmessen und einer härter werdenden Konkurrenz von Auktionshäusern und größeren Galerien. Unser Galerie-Netzwerk bietet Mitgliedsgalerien die Möglichkeit, ihre Künstler und Kunstwerke im Internet einem globalen Publikum zu präsentieren. Wir unterstützen sie dabei mit innovativen und verbesserten Produkten. Das im September eingeführte Galerie-Portal, ein hochentwickeltes und begeistert aufgenommenes Content-Management-System, ermöglicht es Galerien, ihr eigenes Angebot auf der artnet-Seite selbstständig zu verwalten. Diese Entlastung schafft zeitliche Freiräume, um Kunstwerke zu kuratieren, den Kontakt zu Kunden zu pflegen und so für Anfragen zu sorgen. Für 2018 rechnen wir daher mit steigenden Umsätzen im Galerie-Netzwerk.
Die Price Database setzt nach wie vor die höchsten Standards für Qualität und Umfang von Auktionsergebnissen bildender Kunst. Abonnenten der Datenbank haben Zugriff auf mehr als 11 Millionen illustrierte Resultate von 1.700 Auktionshäusern, die bis ins Jahr 1985 zurückreichen. Von der Markttransparenz, für die die Price Database sorgt, profitieren gleichermaßen Galerien wie Sammler, führende Auktionshäuser, große Finanzdienstleister und Museen von Weltrang. Der Umsatz des Segments stieg um 3 % auf 7,4 Millionen USD, was vor allem auf wachsende Werbeeinnahmen und steigende Nachfrage nach den Angeboten des Bereichs Analytics zurückging. Die firmeneigenen Algorithmen von Analytics ermöglichen Abonnenten die Analyse komplexer Markttrends auf Basis der Datenbank-Informationen.
Das langfristige Wachstum unseres Geschäfts und der Ausbau unserer Marktanteile in einem zunehmend wettbewerbsintensiven, von aggressiven und gut finanzierten Start-ups entdeckten Markt, erfordert stetige Investitionen - sowohl in Mitarbeiter als auch in Technologie. Wir setzen unternehmensweit künstliche Intelligenz ein, um interne Abläufe weiter zu straffen, zu automatisieren und um Kosten zu senken. Außerdem erneuern wir unsere technologische Infrastruktur mit einem Projekt namens "Falcon" - Falke. Wie der schnelle und wendige Greifvogel soll artnet bis zum Jahr 2019 noch agiler und effizienter werden.
artnet ist im Markt insgesamt sehr stark positioniert. Wir bieten unseren Kunden eine viel breitgefächerte Produktpalette als unsere Wettbewerber. Die wachsende Popularität von Online-Auktionen und der beständig steigende Bedarf an qualitativ hochwertiger Information und Analyse werden unser Geschäft weiter vorantreiben. Ich sehe außerdem enormes Potenzial für den weiteren Einsatz künstlicher Intelligenz bei artnet.
artnet wird Kunden auch in Zukunft überlegene Produkte und Lösungen anbieten - von Exklusivgeschichten der Nachrichtenredaktion über tiefgehende Analysen von Markttrends bis hin zu Online-Auktionen seltener Kunstwerke.
So werden wir auf Jahre hinaus das bleiben, was wir heute schon sind: der führende Online-Anbieter von Information, Analyse und Auktionen im globalen Kunstmarkt.
Berlin, den 20. März 2018
artnet AG
Jacob Pabst, Vorstand
Core Statement
artnet ist die führende Online-Informationsquelle für den internationalen Kunstmarkt. Seit 1989 liefert artnet Kunstsammlern zuverlässige Informationen und Markttransparenz. Durch die umfassende Produktpalette, mit der artnet Price Database, mit objektiven Preisinformationen und mit dem artnet Galerie-Netzwerk, bietet artnet allen Nutzern einen globalen Marktüberblick.
Für Kunstsammler ist artnet Auctions mit internationalen Ausschreibungen rund um die Uhr ein wichtiger Anbieter. Die Online-Auktionsplattform bietet, durch die enge Zusammenarbeit zwischen Verkäufern, Auktionsspezialisten und Sammlern, ein besonderes Erlebnis für jeden Beteiligten. artnet News ist eine Online-Nachrichtenplattform, die täglich über Trends, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des internationalen Kunstmarktes berichtet.
Unternehmensentwicklung
Die artnet AG wurde 1998 als Informationsdienstleister für den Kunstmarkt gegründet. Sie übernahm die 1989 in New York gegründete Artnet Worldwide Corporation, welche Mitte der 1990er Jahre die artnet Price Database und das artnet Galerie-Netzwerk in das Internet überführt hatte.
artnet hat das Geschäft mit der Kunst wie kein anderes Unternehmen modernisiert. Die artnet-Produkte liefern verlässliche Informationen und transparente Handelsbedingungen für Sammler, Galeristen, Museen und Investoren und sind damit zu einem unverzichtbaren Werkzeug für unabhängige Marktakteure geworden. Mit artnet Auctions hat sich artnet von einem reinen Informationsdienstleister zu einer Transaktionsplattform entwickelt und seine Vorrangstellung auf dem Kunstmarkt weiter ausgebaut.
artnet hat seine Informationsdienstleistungen und die Transaktionsplattform Schritt für Schritt um das erste Produkt, die artnet Price Database Fine Art and Design, herum entwickelt. Diese Datenbank war Ende der 1980er Jahre eine Antwort auf die Dezentralität des Kunstmarktes. Zu der Zeit stellte die mangelnde Transparenz des Kunstmarktes insbesondere für Käufer ein Hindernis dar. Das Kunstgeschäft war zwar schon immer international ausgerichtet, wurde aber von zehntausenden geografisch verteilten Kunsthändlern, Galerien, Auktionshäusern, Buchverlagen, Museen und Sammlern auf einem relativ ineffizienten Markt lokal geführt.
Die artnet Price Database schafft für diese lokalen Märkte einen globalen Vergleichsmaßstab. In der artnet Price Database Fine Art and Design sind die Auktionsergebnisse von mehr als 340.000 Künstlern und Designern gelistet. Seit 2009 wird diese Datenbank durch die artnet Price Database Decorative Art ergänzt, welche die Resultate internationaler Antiquitäten-Auktionen beinhaltet. Insgesamt verzeichnet die artnet Price Database mehr als 11 Millionen Auktionsergebnisse, die in 1.700 internationalen Auktionshäusern erzielt wurden und bis in das Jahr 1985 zurückreichen.
Eine weitere Säule des artnet-Geschäfts ist das 1995 eingeführte Galerie-Netzwerk mit rund 1.200 Galerien, rund 190.000 präsentierten Kunstwerken und fast 21.000 Künstlern. artnet Galerien dient Händlern und Kunstkäufern gleichermaßen: Es gibt ihnen einen Überblick über den globalen Markt, die Preise und Preistrends und bietet die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit der Galerie zu treten.
Mit artnet Auctions hat artnet 2008 eine moderne und effiziente Plattform für den Kunsthandel geschaffen, die das Auktionsgeschäft durch eine schnellere Abwicklung und geringere Kosten modernisiert hat. Diese Plattform ist rund um die Uhr auf artnet.com/auctions verfügbar. Alle Aspekte des Verkaufs, einschließlich Anmeldung eines Werkes und der Auktion, folgen zeitnah aufeinander, im Gegensatz zu herkömmlichen Auktionshäusern.
Im Februar 2014 führte artnet den internationalen 24-Stunden-Kunst-Nachrichtendienst artnet News ein. artnet News ist eine Plattform für Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des internationalen Kunstmarktes, die aktuelle Analysen, Kommentare und Artikel auf hohem kulturjournalistischem Niveau zur Verfügung stellt.
Firmenhintergrund
Die artnet.com AG wurde 1998 nach deutschem Recht gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang am Neuen Markt der Frankfurter Börse. Im Jahr 2002 änderte die artnet.com AG ihre Firmierung in artnet AG. Am 4. Oktober 2002 verließ die artnet AG den Neuen Markt und war danach im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, einem Segment des Geregelten Marktes, notiert. Seit dem 1. Februar 2007 ist die artnet AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, dem Segment mit dem höchsten Transparenzstandard. Der wichtigste Vermögenswert der artnet AG ist ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die ihren Geschäftssitz in New York hat und 1989 gegründet wurde. Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die nach Gesetz und Satzung bestehenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung überwacht. Seit seiner Wahl auf der Hauptversammlung 2017 hat der Aufsichtsrat sechs Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder vollzählig teilgenommen haben. Die Sitzungen fanden am 10. Mai 2017 (Konstituierende Sitzung), 21. Juni 2017, 27. September 2017, 6. Dezember 2017 und am 5. März 2018 (Präsenzsitzung in München) statt. Am 20. März 2018 erfolgte die bilanzfeststellende Sitzung mit Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg. Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand während des ganzen Jahres regelmäßig ausführliche Informationen in mündlichen und schriftlichen Berichten über Lage, Geschäftsverlauf sowie über Strategie und wichtige Maßnahmen.
Quartals- und Halbjahresberichte sowie detaillierte Ergebnisse der einzelnen Segmente wurden mit dem Vorstand erörtert. Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Geschäftspolitik hat der Vorstand laufend mit dem Aufsichtsrat beraten. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.
Der Aufsichtsrat befasste sich schwerpunktmäßig mit der Liquiditätslage, die wegen eines erheblichen Schadenersatzanspruches eines französischen Fotografen immer im Blick bleiben musste, sowie mit der Entwicklung der noch im Aufbau befindlichen artnet News. Auch die Leistung der anderen Segmente des artnet-Geschäfts sowie die Ausgaben und die Personalpolitik wurden regelmäßig diskutiert. Ferner wurden Fragen der Corporate Governance und der Compliance besprochen.
Der vom Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach den IFRS der artnet AG wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH. & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt, und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an einer Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahresabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern.
Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der artnet AG in der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüften Fassung durch Beschluss vom 20. März 2018 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 20. März 2018 ebenfalls gebilligt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.
Berlin, den 20. März 2018
Für den Aufsichtsrat
Hans Neuendorf, Vorsitzender
Corporate-Governance-Bericht
Corporate Governance hat bei artnet einen hohen Stellenwert. Die artnet AG entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (»Kodex«) in der Fassung vom 5. Mai 2015, bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 12. Juni 2015, sowie, seit deren Bekanntmachung im Bundesanzeiger am 24. April 2017, den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der Empfehlungen aus den Ziffern 3.8 Absatz 3, 4.1.3 Satz 2 (erstmalig in der Fassung vom 7. Februar 2017), 4.2.1 Satz 1, 5.1.2 Absatz 2 Satz 3, 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3 und 5.4.1 Absatz 2 Satz 2. Vorstand und Aufsichtsrat der artnet AG haben die am Ende dieses Berichts aufgeführte Entsprechenserklärung zum Kodex verabschiedet. Sie ist auf der Internetseite unter artnet.de/investor-relations/ veröffentlicht.
1. Aufsichtsrat
Gemäß dem deutschen Aktienrecht hat die artnet AG eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen Alleinvorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst. Im dualen Führungssystem sind Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle streng getrennt. Eine gleichzeitige Tätigkeit in Aufsichtsrat und Vorstand ist rechtlich nicht zulässig. Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser beiden Organe sind gesetzlich jeweils klar festgelegt.
Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung und Geschäftsplanung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Außerdem verabschiedet der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und bestellt die Mitglieder des Vorstands. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Hierzu gehören Entscheidungen oder Maßnahmen, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihren Entscheidungen unabhängig und nicht an Vorgaben oder Weisungen Dritter gebunden. Außerdem müssen Beratungs-, Dienstleistungs- und bestimmte andere Verträge zwischen artnet und seinen Aufsichtsratsmitgliedern durch den Aufsichtsrat gebilligt werden. Nach Ziffer 5.4.1 des Kodex soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht werden.
2. Vorstand
Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Er ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zuständig. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen.
Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.
3. Aktiengeschäfte und Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gesellschaft oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen der Gesellschaft haben und zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen ermächtigt sind, sowie durch bestimmte mit ihnen in einer engen Beziehung stehende Personen folgende Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte in Höhe von mindestens 5.000 EUR im Kalenderjahr getätigt:
| Datum des Geschäfts | 1. April 2017 |
|---|---|
| Name | Dr. Bernhard Heiss |
| Position | Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| Art | Aktie |
| ISIN / WKN | DE000A1K0375 / A1K037 |
| Art des Geschäfts | Kauf |
| Preis | EUR 3,19 |
| Volumen | EUR 1.430.000 |
Vorstand und Aufsichtsrat sind am 20. März 2018 im Besitz von 690.889 und somit 12,3 % der Aktien der Gesellschaft oder der sich darauf beziehenden Finanzinstrumente.
| Aufsichtsrat | |
|---|---|
| Dr. Bernhard Heiss | 689.889 Aktien |
| Dr. Kilian Jay von Seldeneck | 1.000 Aktien |
4. Beziehungen zu den Aktionären
Die artnet AG berichtet ihren Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Konzerngesellschaften. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet innerhalb der ersten acht Monate eines jeden Geschäftsjahres statt. Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden ausschließlich von der Hauptversammlung beschlossen.
5. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der artnet AG erklären hiermit gemäß § 161 Aktiengesetz, dass die artnet AG seit der letzten Entsprechenserklärung vom 20. März 2017 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 5. Mai 2015, bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 12. Juni 2015, sowie, seit deren Bekanntmachung im Bundesanzeiger am 24. April 2017, den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 bis zum heutigen Tage mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat:
1. Ziffer 3.8 Abs. 3: "In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart werden."
Die artnet AG ist nicht der Ansicht, dass die Sorgfalt und das Verantwortungsbewusstsein, das die Mitglieder des Aufsichtsrates bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben ausüben, durch die Vereinbarung eines Selbstbehaltes noch verstärkt werden könnten. Die artnet AG beabsichtigt daher keine Änderung der bestehenden D&O-Versicherungsverträge, die einen solchen Selbstbehalt nicht vorsehen.
2. Ziffer 4.1.3 Satz 2 (erstmalig in der Fassung vom 7. Februar 2017): Der Kodex empfiehlt, ein Compliance-Management-System einzurichten und offenzulegen.
Der Vorstand hat bereits im Geschäftsjahr 2016 ein Compliance-Management-System für Mitarbeiter der Gesellschaft eingerichtet. Die Grundzüge dieses Compliance-Management-System wurden bislang nicht offengelegt, da Vorstand und Aufsichtsrat der Auffassung sind, dass eine solche Offenlegung sinnvollerweise im Lagebericht offengelegt wird; ein solcher wurde seit der Neufassung des Kodex und Einführung der Empfehlung zur Offenlegung jedoch erstmalig für das Geschäftsjahr 2017 erstellt. Die Offenlegung wird somit erstmals im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 erfolgen.
3. Ziffer 4.2.1 Satz 1: "Der Vorstand soll aus mehreren Personen bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben."
Der Vorstand der artnet AG besteht seit der Gründung aus einer Person. Das Management der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation in New York, die innerhalb des Konzerns weitgehend für das operative Geschäft verantwortlich ist, besteht hingegen aus mehreren Personen. Aus Kostengründen hat die Gesellschaft bisher von einer Erweiterung des Vorstands abgesehen.
4. Ziffer 5.1.2 Abs. 2 Satz 3: "Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden."
Die artnet AG hält eine derartige Regelung für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen den Aufsichtsrat in seiner Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Vorstandsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden.
5. Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3: Der Kodex empfiehlt dem Aufsichtsrat in diesen Ziffern die Bildung von Ausschüssen, insbesondere eines Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungsausschusses.
Da der Aufsichtsrat der artnet AG lediglich aus drei Mitgliedern besteht, ist eine Bildung von Ausschüssen nicht sinnvoll. Die für den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss vorgesehenen Aufgaben werden vom gesamten Aufsichtsrat gemeinschaftlich wahrgenommen.
6. Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: Der Kodex empfiehlt, eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festzulegen.
Die artnet AG hält eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen die Aktionäre in ihrer Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält die artnet AG ebenfalls für nicht sachgemäß, damit der Aufsichtsrat von der Erfahrung einzelner Mitglieder profitieren kann.
Berlin, den 20. März 2018
artnet AG
Jacob Pabst, Vorstand
Hans Neuendorf, Für den Aufsichtsrat
Versicherung des gesetzlichen Vertreters
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Berichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des artnet-Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des artnet-Konzerns beschrieben sind.
Berlin, den 20. März 2018
artnet AG
Jacob Pabst, Vorstand
Konzernlagebericht 2017
1. Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des artnet-Konzerns und Konzernorganisation
Die artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die artnet AG ("die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "artnet" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "artnet" tätig.
Die Artnet Corp. hat zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften, die artnet UK Ltd., die in Großbritannien die Dienstleistungen von artnet in den Bereichen Vertrieb und Kundenbetreuung vermarktet, und die Jay Art GmbH. Die Artnet Corp. hat den Online-Marktplatz Jay Art GmbH und seine Plattform Artusiast am 6. Juni 2017 übernommen. Die Jay Art GmbH befindet sich seit 30. Januar 2018 in Liquidation.
Die Unternehmenswebseiten artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen weltweit einmaligen Marktüberblick und zogen im Jahr 2017 durchschnittlich 2,6 Mio. Besucher im Monat an. Dank der immer aktuell bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist artnet für Sammler und Kunstexperten eine elementare Quelle, um sich umfassend über den Kunstmarkt zu informieren.
Der artnet-Konzern betreibt sein Geschäft in vier Segmenten: Price Database, Galerie-Netzwerk, Auctions und News.
Die artnet Price Database ist eine Online-Datenbank mit mehr als 11 Millionen illustrierten Auktionsergebnissen von mehr als 1.700 weltweit führenden Auktionshäusern. Dieses Angebot, das die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, sorgt für Preistransparenz im komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art haben Zugriff auf Informationen über bis in das Jahr 1985 zurückreichende Auktionsergebnisse, aktuelle Verkaufspreise sowie bevorstehende Auktionen. Damit erhalten Abonnenten objektive Daten zu Kunstwerken, die sie kaufen, verkaufen oder bewerten möchten. Die Price Database wird von Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Investoren sowie privaten und staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) verwendet. Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder im Sekundärmarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die sogenannten Comps - vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database.
Eine Ergänzung der artnet Price Database ist das Produkt artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler bei einer Auktion, im artnet Galerie-Netzwerk oder auf artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.
Das Produkt artnet Analytics bietet und veranschaulicht Informationen zum Kunstmarkt. Es ermöglicht den Kunden, die Marktentwicklung von Künstlern, Kunstrichtungen, Kunstgattungen oder einer individuellen Auswahl von Kunstwerken nachzuverfolgen.
Das Galerie-Netzwerk umfasste zum 31. Dezember 2017 ca. 1.200 der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 43 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten gegliedert und präsentieren ca. 190.000 Werke von insgesamt 21.000 Künstlern. Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der modernen und zeitgenössischen bildenden Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus Epochen vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute angeboten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshäuser die Flexibilität, Auktionen ganz oder teilweise auf der artnet-Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf artnet mit dem gleichen Los im Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose sind mit der artnet Events-Seite verlinkt, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, und erzielen ein hohes Ranking bei den Suchergebnissen von artnet oder Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sind das ideale Instrument für Auktionshäuser, um die internationale Präsenz ihrer Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Webseite zu leiten.
Mit artnet Auctions hat sich artnet zu einer Transaktionsplattform mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Über artnet Auctions werden Kunstwerke erstklassiger moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig für fünf- bis sechsstellige Dollar-Summen verkauft. Die wesentlichen Vorteile für Käufer und Verkäufer bei artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Die Transaktionen werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis zu einem Jahr.
artnet News ist weltweit der erste 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst. Die Online-Plattform news.artnet.com informiert aktuell über Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts. Angesichts des exklusiven Charakters von Kunst ist artnet News ein attraktives Umfeld für Werbekampagnen von Luxusgüterherstellern.
Ziele und Strategien
artnet wird auch zukünftig seiner Gründungsmission, die Transparenz im Kunstmarkt zu erhöhen, treu bleiben. Ziel ist es, die führende Position im Online-Kunstmarkt, in dem artnet seit mehr als 29 Jahren tätig ist, in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld zu behaupten. Das Management-Team von artnet ist überzeugt, dass stetige Produktverbesserungen und Innovationen die Marke weiter stärken.
Steuerungssystem
Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente wurde ein standardisiertes Steuerungs- und Reportingsystem eingerichtet. Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die Deckungsbeiträge im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Für die Ertragslage des Konzerns ist das operative Ergebnis (EBIT) von hoher Bedeutung. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt.
Darüber hinaus werden Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und ausgewertet. Dies sind in den Bereichen Galerie-Netzwerk und Price Database insbesondere die Anzahl der Vertragskündigungen, der Vertragsverlängerungen und der Neuverträge. Für artnet Auctions sind insbesondere die Anzahl der online gestellten und der verkauften Lose sowie deren Durchschnittspreise relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Kontrolle und Analyse des Web-Traffic auf allen Seiten. artnet verfolgt die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und hat so jederzeit Kenntnis über die Entwicklung der einzelnen Segmente. Zusätzlich gewinnt die Auswertung des Web-Traffic für die Abrechnung performanceabhängiger Werbeverträge an Bedeutung.
Forschung und Entwicklung
Die artnet-Website bildet die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Unsere Entwickler nutzen auf Microsoft-Technologie beruhende Software, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen. Im Geschäftsjahr 2017 schloss das Produktentwicklungsteam unter anderem die Entwicklung des Content-Management-Systems für das Galerie-Netzwerk (Galerie-Portal) ab. Zudem optimierte das Team die Navigation der Auctions-Seite und begann, sowohl die technologische Infrastruktur als auch die internen Anwendungen des für Inhalte verantwortlichen Content-Teams zu verbessern. Dieser Prozess soll künftig zu sinkenden Betriebskosten und steigender Produktivität führen.
Im Jahr 2017 beliefen sich die nicht aktivierten Kosten für Produktentwicklung auf 3.038 TUSD (2016: 3.002 TUSD). Von den gesamten Entwicklungskosten in Höhe von 1.144 TUSD (953 TEUR) für die oben genannten wesentlichen Entwicklungsprojekte, welche die Aktivierungsvoraussetzungen erfüllen, wurden 874 TUSD (729 TEUR) aktiviert.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Konjunkturelle Lage
Die Weltwirtschaft befindet sich auf einem dynamischen Wachstumskurs. Nach vorläufigen Schätzungen der Weltbank ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2017 um 3 % gewachsen - nach nur 2,4 % im Vorjahr. Gestützt wurde der breitanlegte und stärker als erwartete Aufschwung von Investitionen und Handel.
In den beiden größten Kunstmärkten der Welt hat sich das wirtschaftliche Klima weiter aufgehellt. Das BIP der Vereinigten Staaten expandierte mit einer Rate von 2,3 %, nachdem die Wirtschaft 2016 nur um 1,5 % gewachsen war. In China beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum zum ersten Mal seit 2010. Das chinesische BIP nahm um 6,8 % zu, wobei die Weltbank für die kommenden Jahre mit wieder leicht nachlassendem Wachstum rechnet. In Großbritannien, dem weltweit drittgrößten Kunstmarkt, fiel die Wachstumsrate nach Angaben des Office of National Statistics von 1,9 % im Jahr 2016 auf 1,7 % im Jahr 2017. Das war der schwächste Trend seit 2012. Angesichts des sich abzeichnenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) konstatierten Ökonomen der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) dem Land eine gewisse konjunkturelle Widerstandsfähigkeit.
Entwicklung des Kunstmarktes
Der generell stark schwankungsanfällige Markt für Kunstauktionen erholte sich im Jahr 2017 deutlich. Angesichts eines knapper werdenden Angebots und steigender Preise kletterten die weltweiten Verkaufserlöse um 21,4 % auf 14,1 Mrd. Dollar und damit auf das höchste Niveau seit 2013. Das geht aus Daten der artnet Price Database hervor. Die Vereinigten Staaten, der Kernmarkt von artnet, waren im Jahr 2017 der mit Abstand robusteste Auktionsmarkt für bildende Kunst. Die Verkaufserlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 39 % auf 5,1 Mrd. USD. In China stiegen die Erlöse um 7 % auf 3,7 Mrd. USD, in Großbritannien um 15 % auf 2,5 Mrd. Dollar. Die Erholung in Großbritannien folgt auf zwei Jahre in Folge mit deutlichen Rückschlägen - auf 3,5 Mrd. USD im Jahr 2015 und auf 2,1 Mrd. Dollar im Jahr 2016. Die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien haben insgesamt einen Anteil von 80 % an den weltweiten Verkaufserlösen. In der restlichen Welt stiegen die Umsätze um 22 % auf 2,8 Mrd. USD.
Die Anzahl der angebotenen Lose im globalen Auktionsmarkt verringerte sich um 8 %, während die Verkaufsrate mit 64 % konstant blieb. Das beschränkte Angebot trieb, in Kombination mit der hohen Qualität der angebotenen Werke, die Preise nach oben. Der durchschnittliche Preis pro Los kletterte um 30 % auf 56 TUSD. Dieser Trend wurde auch von neuen Auktionsrekorden verstärkt. Im November erzielte Leonardo da Vincis Salvator Mundi (um 1500) mit einem Preis von 450,3 Mio. USD einen Weltrekord für ein versteigertes Gemälde. Im Mai gab es mit dem Verkauf von Jean-Michel Basquiats Untitled (1982) für 110,5 Mio. USD einen neuen Rekord für das Werk eines amerikanischen Künstlers. Der Verkauf von Fernand Légers Contraste de formes (1913) für 70 Mio. USD im November markierte einen neuen Spitzenwert für den französischen Maler.
2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
artnet erzielt seine Umsatzerlöse überwiegend im US-Dollar-Währungsraum über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., die in New York als weltweitem Zentrum des Kunstmarktes ihren Sitz hat und deren Aufwendungen auch überwiegend in US-Dollar anfallen. Daher weist artnet die Geschäftszahlen auf US-Dollar-Basis aus.
Die Entwicklung in der Berichtswährung Euro und die Wechselkurseffekte werden in einem separaten Abschnitt beschrieben.
Ertragslage
artnet hat den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 8 % auf 20.769 TUSD gesteigert und damit wie schon im Vorjahr einen neuen Rekord aufgestellt. Das Ergebnis entsprach der zuvor vom Management gestellten Prognose von 20.500 TUSD bis 21.500 TUSD. Das operative Ergebnis ging 2017 gegenüber dem Vorjahr um 43 % auf 407 TUSD zurück (2016: 713 TUSD). Der Jahresüberschuss belief sich auf 784 TUSD und übertraf die erwarteten 300 TUSD bis 500 TUSD. Dazu trug die Erfassung aktiver latenter Steuern in Höhe von 367 TUSD bei, die auf Basis der Erwartung künftig höherer steuerlicher Gewinne in den USA ermittelt wurden. Während die Geschäftssparten Price Database und Galerien einen deutlich positiven Beitrag zum Betriebsergebnis leisteten, waren die Segmente artnet News und artnet Auctions noch nicht profitabel.
Umsatzentwicklung
artnet steigerte den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2017 trotz eines wettbewerbsintensiven Marktumfelds und einer schwierigen Lage vieler Kunden im Galeriesegment im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 8 % oder 1.532 TUSD auf 20.769 TUSD (2016: 19.237 TUSD).
Im Segment artnet Auctions stieg der Umsatz um 26 % auf 4.040 TUSD (2016: 3.195 TUSD). Das ist das stärkste Umsatzwachstum seit der Markteinführung von Auctions im Jahr 2008. Somit konnte die im Vorjahr prognostizierte wesentliche Umsatzsteigerung realisiert werden. Der Durchschnittspreis der verkauften Lose stieg um 46 % auf 12.029 USD (2016: 8.264 USD). Gleichzeitig ging die Anzahl der verkauften Lose im Jahr 2017 leicht um 4 % auf 1.373 zurück (2016: 1.430).
Die Umsätze des Galerie-Netzwerks sanken 2017 wegen eines leichten Rückgangs der Galerie-Mitgliedschaften um 2 % oder 95 TUSD auf 5.162 TUSD (2016: 5.257 TUSD). Das ist vor allem die Folge eines härteren Wettbewerbs mit großen Galerien und Auktionshäusern, dem Galerien im mittleren Marktsegment ausgesetzt sind. Der Umsatz im Geschäftsbereich Auktionshaus-Partnerschaften stieg um 10 % oder 47 TUSD auf 497 TUSD und glich den Rückgang der Galerie-Mitgliedschaften zum Teil aus. Dennoch wurde das im Vorjahr antizipierte leichte Umsatzwachstum im Segment insgesamt nicht erreicht.
Der Umsatz im Segment Price Database stieg 2017 um 3 % auf 7.445 TUSD (2016: 7.254 TUSD), so dass die im Vorjahr geäußerte Erwartung eines moderaten Umsatzwachstums weitgehend erfüllt werden konnte. Die Zahl der Abonnenten stabilisierte sich zum ersten Mal seit August 2015 und die neue E-Commerce-Produktseite für institutionelle Kunden führte zu steigenden Abschlüssen von Abonnements. Der Umsatz von Analytics stieg um 28 % auf 145 TUSD.
Die Werbeeinnahmen stiegen 2017 um 17 % oder 591 TUSD auf 4.122 TUSD (2016: 3.531 TUSD). Das Ergebnis übertraf die Wachstumserwartungen und resultierte vor allem aus dem Anstieg der Werbeerlöse um 41 % im Segment artnet News. Wesentlicher Treiber der Zunahme der Werbeerlöse war die Zunahme der Erlöse aus Werbung für Luxusgüter um 75 %. News trug 67 % zu den gesamten Werbeeinahmen bei. Auf Galerien entfielen 24 % und auf die Price Database 9 % der Werbeeinnahmen.
Kosten- und Ergebnisentwicklung
Das Bruttoergebnis stieg 2017 trotz des Umsatzwachstums von Auctions und der zunehmenden Werbeeinnahmen nur leicht um 3 % oder 349 TUSD auf 12.758 TUSD (2016: 12.409 TUSD), da sich die Umsatzkosten überproportional erhöhten. Ursächlich für den Anstieg der Umsatzkosten um 17 % waren vor allem höhere Personal- und Beratungskosten im Auctions-Segment.
Die Aufwendungen für Vertrieb und Marketing stiegen um 16 % oder 687 TUSD auf 4.927 TUSD (2016: 4.240 TUSD) - vor allem aufgrund der Investitionen in Personal.
Die Aufwendungen für Produktentwicklung blieben 2017 mit 3.038 TUSD weitgehend stabil (2016: 3.002 TUSD). In 2017 wurden in höherem Maße Entwicklungskosten aktiviert als im Vorjahr, da sich mit dem Galerie-Portal, der neuen Navigation für Auctions, sowie der grundlegenden Verbesserung der Technologie-Infrastruktur wesentliche Projekte in der Entwicklung befanden, welche die Aktivierungsvoraussetzungen erfüllen.
Die allgemeinen Verwaltungskosten blieben 2017 im Vergleich zum Vorjahr mit 4.386 TUSD ebenfalls stabil (2016: 4.396 TUSD). Die Kosten enthalten vor allem die Gehälter der Mitarbeiter im Verwaltungsbereich und die Managementvergütung (1.844 TUSD), die Mieten und Mietnebenkosten (1.212 TUSD), Rechts- und Beratungskosten sowie Reisekosten.
Segmententwicklung
Der Konzern berichtet über seine Geschäftsbereiche in derselben Form, in der intern Vorstand und Aufsichtsrat darüber informiert werden.
Die Segmentberichterstattung erfolgt in Form einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Die Steuerung der einzelnen Segmente durch die Geschäftsführung erfolgt auf Basis des Deckungsbeitrages II (DB II = Umsatzerlöse abzüglich direkter und indirekter variabler Kosten), der daher im Folgenden als Segmentergebnis dargestellt wird. Nicht direkt zurechenbare Aufwendungen werden den berichtspflichtigen Segmenten im Wesentlichen auf der Grundlage von Mitarbeiterzahl sowie Umsatzerlösen je berichtspflichtiges Segment zugerechnet. Die Darstellung der Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend der internen Kommunikation ausschließlich auf US-Dollar-Basis. Um die Segmentberichterstattung weiter zu verbessern, wurde
im Januar 2017 die Zuordnung der Aufwendungen für indirektes Marketing sowie die Wertberichtigungen notleidender Forderungen geändert. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Segmentberichterstattung entsprechend angepasst.
Die Segmente artnet Galerie-Netzwerk und artnet Price Database schlossen das Geschäftsjahr mit einem deutlich positiven Deckungsbeitrag II ab, wenngleich das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Im Segment Galerie-Netzwerk fiel der DB II um 16 % auf 2.996 TUSD. Das resultierte vor allem aus in diesem Bereich sinkenden Werbe- und Abonnementeinnahmen sowie gestiegenen Vertriebsaufwendungen. Im Segment Price Database ging der DB II wegen höherer Aufwendungen für Personal und Vertrieb um 8 % auf 4.313 TUSD zurück.
Im Segment News verbesserte sich der DB II aufgrund der gestiegenen Werbeerlöse um beachtliche 99 %, blieb mit -8 TUSD aber noch knapp negativ. Im vergangenen Jahr hatte News einen negativen DB II von -601 TUSD ausgewiesen. Das Segment Auctions wies einen im Vergleich zum Vorjahr von -140 TUSD auf -199 TUSD ausgeweiteten negativen DB II aus, obgleich Auctions den höchsten Umsatzzuwachs seit 2008 erwirtschaftete. Insbesondere die stark gestiegenen Personalaufwendungen aufgrund der Einstellung von weiteren hoch qualifzierten Spezialisten führten zu diesem Rückgang.
Konzernergebnis
Das Betriebsergebnis ging 2017 gegenüber dem Vorjahr um 43 % auf 407 TUSD zurück (2016: 713 TUSD). Im Jahr 2017 wurde durch die Einstellung von mehreren Führungskräften und weiterem hoch qualifizierten Personal vor allem im Vertriebsbereich die Basis für künftiges Wachstum gelegt. Die Umsatzkosten erhöhten sich daher um 17 % auf 8.010 TUSD (2016: 6.828 TUSD), vor allem aufgrund der Aufstockung des Personals für Analytics und Auctions. Die übrigen betrieblichen Aufwendungen stiegen insgesamt um 6 % auf 12.351 TUSD (2016: 11.696 TUSD), vor allem aufgrund zusätzlichen Personals in den Bereichen Vertrieb und Marketing.
Das Konzernergebnis nach Steuern erhöhte sich im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 784 TUSD (2016: 701 TUSD). Der Zuwachs beruht auf der zusätzlichen Erfassung aktiver latenter Steuern in Höhe von 367 TUSD, die in der Erwartung höherer steuerlicher Gewinne in den USA angesetzt wurden. Zudem wurde das Konzernergebnis positiv durch Fremdwährungsgewinne von 146 TUSD (2016: -122 TUSD) beeinflusst.
Währungsumrechnung und Entwicklung der Ertragslage in Euro
Für die Währungsumrechnung der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird der Jahresdurchschnittskurs für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 verwendet. Für das Geschäftsjahr 2017 lag der Durchschnittskurs bei 0,887 US-Dollar/Euro gegenüber 0,904 US-Dollar/Euro für das Geschäftsjahr 2016. Der für die Bilanzumrechnung verwendete Fremdwährungskurs ist der Kurs am Ende des Geschäftsjahres. Der Stichtagskurs zum 31. Dezember 2017 betrug 0,833 US-Dollar/Euro gegenüber 0,950 US-Dollar/Euro am 31. Dezember 2016.
artnet unterliegt diesen Wechselkursschwankungen, da Dienstleistungen in Euro, US-Dollar und Pfund Sterling fakturiert werden, die Geschäftstätigkeit aber größenteils in den Vereinigten Staaten ausgeübt wird. Der Konzern erzielte in 2017 ca. 16 % (2016: 20 %) seiner Umsatzerlöse in Euro und ca. 8 % (2016: 8 %) in Pfund Sterling.
Im Jahr 2017 wurde die Ertragslage des Konzerns in der Berichtswährung Euro aufgrund der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich von Wechselkurseffekten beeinflusst. Auf Euro-Basis stieg der Konzernumsatz nur um 6,0 % auf 18.426 TEUR (2016: 17.386 TEUR).
Das Bruttoergebnis erhöhte sich auf Euro-Basis um 1,0 % oder 104 TEUR auf 11.319 TEUR, während sich der Anstieg in US-Dollar auf 3 % bzw. 349 TUSD belief. Der Konzern erwirtschaftete 2017 ein positives Betriebsergebnis von 361 TEUR nach 644 TEUR im Vorjahr, eine Folge gestiegener Vertriebsaufwendungen. Der Konzernjahresüberschuss betrug im Jahr 2017 auf Euro-Basis 695 TEUR nach 633 TEUR im Vorjahr.
Finanzlage
Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit legte von 989 TUSD im Vorjahr um 23 % auf 1.212 TUSD im Geschäftsjahr 2017 zu. Dies resultierte vor allem aus der Zunahme abgegrenzter Schulden um 575 TUSD, was durch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto, ohne Berücksichtigung der Wertberichtigungen) in Höhe von 105 TUSD und der sonstigen Vermögenswerte über 121 TUSD teilweise kompensiert wurde.
Der zahlungswirksame Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 betrug 1.022 TUSD und lag erneut deutlich oberhalb des Vorjahresniveaus (2016: 508 TUSD). Ursächlich sind die deutlich forcierten Investitionen im Bereich der immateriellen Vermögenswerte, die die Entwicklung des Content-Management-Systems (Galerie-Portal) für das Galerie-Netzwerk, neue Navigationsinstrumente für Auctions, die Verbesserungen der technologischen Infrastruktur sowie firmeninterne Anwendungen betrafen.
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich im Geschäftsjahr 2017 auf 54 TUSD nach 393 TUSD im Vorjahr, weil ein Gesellschafterdarlehen in 2016 vollständig getilgt wurde. Die Zahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen gingen von 124 TUSD auf 54 TUSD zurück, da mehrere Leasingverträge ausgelaufen sind.
Der Zahlungsmittelbestand erhöhte sich auf US-Dollar-Basis mit 1.327 TUSD zum 31. Dezember 2017 gegenüber dem Vorjahresstichtag um 217 TUSD bzw. 20% (31. Dezember 2016: 1.110 TUSD).
Auf Euro-Basis unterscheiden sich die Veränderungen der Cashflows (Barmittelzuflüsse oder -abflüsse) aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit von den Zahlen auf US-Dollar-Basis. Aufgrund der Aufwertung sowohl des Euro als auch des Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar im Stichtagsvergleich, haben sich die in diesen Währungen gehaltenen Zahlungsmittelbestände auf US-Dollar-Basis um 81 TUSD erhöht. Auf Euro-Basis beträgt der negative Währungskurseffekt -57 TEUR aufgrund der Abwertung der USD-Bestände. Der Liquiditätsbestand des Konzerns auf Euro-Basis erhöhte sich insgesamt nur um 5 % von 1.055 TEUR im Vorjahr auf 1.106 TEUR am 31. Dezember 2017.
Die Anlagepolitik des Konzerns ist konservativ und dient ausschließlich der kurzfristigen Mittelanlage, so dass alle Barmittel liquide sind und jederzeit verfügbar bleiben. Zum 31. Dezember 2017 belief sich die Liquidität je Aktie auf Grundlage von durchschnittlich 5.552.986 im Umlauf befindlichen Aktien auf 0,24 USD (0,20 EUR). Zum 31. Dezember 2016 hatte die Liquidität je Aktie 0,20 USD (EUR 0,19) betragen.
Vermögenslage
Die Konzernbilanzsumme betrug am 31. Dezember 2017 6.902 TUSD gegenüber 5.812 TUSD am 31. Dezember 2016. Das entspricht einem Anstieg um 19 %. Der Anstieg ist weitgehend auf die Erhöhung der immateriellen Vermögenswerte, des Zahlungsmittelbestands sowie der aktiven latenten Steuern zurückzuführen.
Das Konzernanlagevermögen wird vornehmlich bei der Artnet Corp. auf US-Dollar-Basis bilanziert. Das aus den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen bestehende Anlagevermögen stieg um 575 TUSD auf 1.951 TUSD. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen die aktivierten Entwicklungskosten von 874 TUSD für die Entwicklung des Content-Management-Systems des Galerie-Netzwerks (Galerie-Portal), neue Navigationsinstrumente für Auctions sowie die grundlegende Verbesserung der technologischen Infrastruktur und firmeninterner Anwendungen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fielen stichtagsbezogen um 191 TUSD auf 1.458 TUSD, was vor allem auf erfolgreich umgesetzte Maßnahmen zurückgeht, Kundengelder auf die effektivste und wirtschaftlichste Art einzutreiben.
Die vor allem für erwartete künftige Steuervorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen der Artnet Corp. bilanzierten aktiven latenten Steuern wurden um 36 % oder 317 TUSD höher mit 1.201 TUSD angesetzt. Im Jahr 2016 erfolgte weiter eine teilweise Nutzung der Verlustvorträge durch die Erzielung eines steuerlichen Gewinns der Tochtergesellschaft, so dass die Werthaltigkeit dieses Bilanzpostens erneut bestätigt wurde. Für die Folgejahre werden im Vergleich zu den vorherigen Planungen höhere steuerliche Gewinne der Artnet Corp. unterstellt, so dass sich trotz des gesunkenen Steuersatzes in den USA aufgrund der noch vor dem Jahresende in Kraft getretenen Steuerreform eine höhere Bewertung der aktivierten latenten Steuern ergab.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind insgesamt um 645 TUSD auf 4.614 TUSD gestiegen (2016: 3.969 TUSD). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den deutlich erhöhten abgegrenzten Schulden für erfolgsabhängige Vergütungen von Mitarbeitern sowie aus währungskursbedingten Erhöhungen von Schuldposten, die in Euro bestehen. Dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgend verringerte sich der Posten für die Umsatzabgrenzung von 1.938 TUSD am 31. Dezember 2016 auf 1.826 TUSD am 31. Dezember 2017.
Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich unterdessen um 15 % auf 253 TUSD zum 31. Dezember 2017, was vor allem auf der planmäßigen Auflösung des Mietincentive-Abgrenzungspostens beruht.
Das Eigenkapital des artnet-Konzerns hat sich zum 31. Dezember 2017 infolge des Konzernjahresüberschusses auf 2.035 TUSD erhöht (2016: 1.546 TUSD). Der im Vergleich zum Konzernjahresüberschuss geringere Eigenkapitalzuwachs ist auf negative, nicht ergebniswirksam zu erfassende Fremdwährungseffekte von 295 TUSD zurückzuführen.
Die artnet Price Database ist ein immaterieller Vermögenswert, der in mehr als 29 Jahren durch die Erfassung von Auktionsdaten entwickelt wurde. Wenngleich er aufgrund der Bilanzierungsregeln nicht als Vermögenswert in der Bilanz angesetzt wurde, stellt er für den Konzern doch eine wesentliche Geschäftsgrundlage und stille Reserve dar. Wenn eine Bilanzierung zum Zeitwert erfolgen könnte, würden sich die Aktiva und damit auch das Eigenkapital deutlich erhöhen.
Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der Vorstand ist mit den im Berichtsjahr 2017 erzielten Ergebnissen sehr zufrieden. artnet gelang es trotz eines teilweise schwierigen Marktumfelds und hohen Wettbewerbsdrucks, den Umsatz deutlich zu steigern und das Geschäftsjahr profitabel abzuschließen. Beachtlich war insbesondere der Erfolg der jüngsten Segmente News und Auctions, die beide zweistellige Wachstumsraten aufwiesen. Dieses Ergebnis unterstreicht, dass das Management die richtige Strategie für das Unternehmen verfolgt und der Kunstmarkt diese Produkte braucht. Das Umsatzwachstum des Segments Price Database um 3 % sowie die Steigerung der Suchanfragen machen die stetige Bedeutung qualitativ hochwertiger und verlässlicher Daten für den Kunstmarkt deutlich. Gleichzeitig wurden wichtige Produktentwicklungen abgeschlossen. Das im September 2017 gestartete Galerie-Portal hat das Galerie-Netzwerk modernisiert und für die Mitglieder deutlich benutzerfreundlicher gemacht. Bei Auctions wurde die Navigation der Webseite verbessert, um die Kundenzufriedenheit in diesem Wachstumssegment zu stärken. Die für die zukünftige Entwicklung und Positionierung von artnet entscheidenden Investitionen in grundlegende Verbesserungen der Technologie-Infrastruktur wurden ebenfalls auf den Weg gebracht. Dies wird artnet flexibler machen. Trotz der hohen Investitionen nahm der Liquiditätsbestand zu. Die Eigenkapitalbasis wurde durch den Jahresüberschuss weiter gestärkt. artnet hat die eigenen Prognosen für das Geschäftsjahr überwiegend eingehalten und im Geschäftsjahr 2017 insgesamt einen großen Entwicklungsschritt vollzogen.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2017 beschäftigte artnet 117 Vollzeitmitarbeiter (31. Dezember 2016: 113). Darüber hinaus waren 2017 fünf Mitarbeiter in Teilzeit (2016: zwei) für den artnetKonzern tätig. Im Vertrieb und in anderen Bereichen beschäftigte der Konzern sechs freie Mitarbeiter, im Vergleich zu neun im Vorjahr.
Die Personalkosten (ohne Sozialversicherungsbeiträge) beliefen sich auf 13.504 TUSD nach 12.523 TUSD im Vorjahr. Während die Personalkosten in den Bereichen Umsatzkosten sowie Vertrieb und Marketing stiegen, gingen sie im allgemeinen Verwaltungsbereich und in der Produktentwicklung zurück.
Sonstige nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Die Qualität unserer Dienstleistungen und die damit verbundene Zufriedenheit der Kunden des Galerie-Netzwerks und der Price Database haben allergrößte Bedeutung für unser Unternehmen. Zur Qualitätssicherung werden zusätzlich zum regelmäßigen Kundenkontakt Befragungen durchgeführt, die Aufschluss über Nutzungsgewohnheiten geben oder im Falle einer Vertragskündigung Kritikpunkte aufnehmen. Diese ermöglichen uns, gezielt auf Kundenwünsche und Anregungen zu reagieren.
Für die Kontrolle und Steuerung des Galerie-Netzwerks wird die Anzahl der Vertragskündigungen sowie der neu abgeschlossenen Verträge herangezogen. Im Jahr 2017 nahmen die Kündigungen um etwa 2 % oder 6 Galerien ab. Die Zahl der Neuverträge ging um 24 % auf 195 zurück (2016: 255). Die Zahl der Galerie-Mitglieder verringerte sich um 62 auf insgesamt 1.215. Dieser Nettoverlust überstieg zwar die Einbußen des Jahres 2016, als 13 Galerien das Netzwerk verlassen hatten. Im Vergleich zu den Jahren davor verlangsamte sich der Mitgliederschwund jedoch. Im Jahr 2014 war die Zahl der Galeriemitglieder um 112 und im Jahr 2015 um 90 gesunken. artnet dokumentiert auch die Zahl der von der artnet-Webseite an Galerien und Auktionshäuser geleiteten direkten Anfragen.
Im Segment Price Database wird die Anzahl der Abonnenten und der Suchvorgänge genau überwacht. Im Jahr 2017 blieb die Zahl der Abonnenten gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Zahl der Suchanfragen stieg um 4 %. Außerdem wird die Anzahl der neu in die Datenbank eingepflegten Auktionsergebnisse kontrolliert, obgleich diese Messgröße vor allem von der Zahl der weltweit stattfindenden Auktionen und angebotenen Lose abhängig ist. Im Jahr 2017 umfasste die Price Database deutlich mehr als 11 Millionen Auktionsergebnisse.
In der Sparte artnet Auctions stieg der Durchschnittspreis der verkauften Lose im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 46 %. Die Zahl der Transaktionen im Wert von mehr als 75 TUSD verdreifachte sich. Sammler sind zunehmend bereit, auch online höhere Preise bei Auktionen zu zahlen. Dazu verbesserte sich die Verkaufsrate sowohl in Bezug auf das Volumen als auch auf den Wert um 10 %. Das ist ein Indiz sowohl für die steigende Nachfrage als auch die zunehmende operative Effizienz der Sparte. Die Zahl der verkauften Lose ging im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 4 % auf 1.373 zurück (2016: 1.430).
Für die Erfolgsmessung von Anzeigenkampagnen auf artnet werden Kennzahlen wie Tausend-Kontakt-Preis (TKP), Seitenaufrufe und die Sichtbarkeit von Anzeigen analysiert.
Die laufende Überwachung des Web-Traffic ist für artnet als reinem Online-Dienstleister von höchster Bedeutung. Verschiedene Kennzahlen für bestehende Bereiche werden täglich erfasst und ausgewertet. Die Anzahl der Besucher auf den Web-Seiten stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 18,2 % auf durchschnittlich 2,6 Mio. Besucher pro Monat.
3. Übernahmerechtliche Angaben
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2017 unverändert 5.631.067 EUR und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt.
Zum 31. Dezember 2017 hält die artnet AG unverändert 78.081 eigene Aktien. Es wird dazu auf unsere Angaben im Anhang verwiesen.
Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen
Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.
Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der artnet AG überschreiten, wurden zum 31. Dezember 2017 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %, und von Dr. Bernhard Heiss, München, mit 12,25 % gehalten.
Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.
Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen
Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.
Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen
Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien
Genehmigtes Kapital
Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014). Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. ausgegeben, die bisher nicht ausgeübt wurden bzw. werden konnten.
4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB
Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f / § 315d HGB) ist auf der Webseite der Gesellschaft unter www.artnet.de/ investor-relations/ einsehbar und beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist nicht Prüfungsobjekt im Rahmen der Prüfung des Lageberichtes durch den Abschlussprüfer.
5. Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG Anwendung finden, und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsrechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.
5.1 Vergütung des Vorstands
| Gewährte Zuwendungen Vorstand | Jacob Pabst | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | gewährt | gewährt | (min.) | (max.) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 316.333 | 321.609 | 321.609 | 321.609 | 316.333 | 321.609 |
| Nebenleistungen | 12.040 | 12.330 | 12.330 | 12.330 | 12.040 | 12.330 |
| Summe | 328.373 | 333.939 | 333.939 | 333.939 | 328.373 | 333.939 |
| Einjährige variable Vergütung | - | 33.270 | - | 321.609 | - | - |
| Versorgungsaufwand | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung | 328.373 | 367.209 | 333.939 | 655.548 | 328.373 | 333.939 |
Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.
Herr Jacob Pabst erhält von der artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Corp. bezieht, abgegolten. Sowohl der Vorstandsvertrag mit der artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Corp. wurden am 24. Juni 2017 angepasst und für zwei Jahre vom 1. Juli 2017 bis 1. Juli 2019 mit Ausnahme der Festvergütung zu unveränderten Konditionen verlängert.
Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente [Short-Term Incentive (STI)] zusammen, die im Folgenden beschrieben wird:
Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung von Vorstand Jacob Pabst betrug im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 322 TEUR (363 TUSD). Im Vorjahr bis zum 30. Juni 2017 betrug die fixe Grundvergütung 316 TEUR (350 TUSD). Ab dem 1. Juli 2017 beläuft sich die Festvergütung auf 375 TUSD.
Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den die STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten. Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:
| ― | 1/3 von der Erreichung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows |
| ― | 1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der artnet AG |
| ― | 1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen. |
Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.
Für das Geschäftsjahr 2017 wurde durch den Aufsichtsrat eine variable Vergütung von 33 TEUR (37,5 TUSD) festgelegt.
Die Artnet Corp. übernimmt als Nebenleistungen weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich 450 EUR die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppenkrankenversicherung (company group medical plan).
5.2 Vergütung des Aufsichtsrates
Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.
Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten unverändert zum Vorjahr der Vorsitzende des Aufsichtsrates 50 TEUR, der stellvertretende Vorsitzende 37,5 TEUR und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates 25 TEUR.
6. Risiko- und Chancenbericht
artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen, beobachtet artnet fortlaufend interne und externe Risiken, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.
6.1 Risikobericht
Risikomanagement
Der artnet-Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, das die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden vier Komponenten:
| ― | dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt; |
| ― | der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht; |
| ― | dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und |
| ― | der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert. |
Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.
Frühwarnsystem zur Identifizierung potenzieller Risiken
Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt artnet ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungsebenen innerhalb des Konzerns zugeordnet. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Unterstützt wird dieser Prozess durch regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.
Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken
Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden.
Compliance-Management-System (Hinweisgebersystem)
artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftsspartnern. Die Mitarbeiter des artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgebersystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.
Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. IT-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.
Die Erwartungen des Vorstands werden durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzdirektorin der Artnet Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.
Risiken
Risikobewertung
artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden unterteilt werden in externe, betriebliche, rechtliche, finanzielle und sonstige Risiken. Das interne Risikoüberwachungssystem ist so aufgebaut, dass sowohl segmentbezogene als auch unternehmensübergreifende Risiken definiert und bewertet werden. Bei der Bewertung der Risiken werden zwei Faktoren betrachtet: Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potentielle, maximale Schadenshöhe. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird eingeteilt in hoch, mittel oder gering. Die potentielle Schadenshöhe kann dabei durch potentielle Umsatzeinbußen oder auch Kosten definiert werden, beispielsweise bei rechtlichen Risiken. Soweit möglich, wird für jedes Risiko ein Schadenswert berechnet, der zum Zeitpunkt der Risikobewertung als maximaler Schaden ermittelt wurde. Für operationelle Risiken wurde der maximale Schadenswert mit der potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit, sowie deren Eintrittshäufigkeit gewichtet. Wettbewerbsrisiken werden hingegen auf einer Skala von eins bis fünf bewertet, wobei eins von geringer Bedeutung ist und fünf ein konkretes Risiko bedeutet, das umgehendes Handeln erfordert.
Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:
Externe Risiken
Konjunkturtrends im Kunstmarkt
artnet unterliegt den Schwankungen des Kunstmarktes. Der Kunstmarkt wird von den weltweiten Wirtschaftsbedingungen beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist unklar. 2016 war der Kunstmarkt gegenüber dem Vorjahr deutlich eingebrochen. 2017 meldete ein Firmenkunde von artnet, der auch Konkurrent im Online-Auktionsgeschäft war, Insolvenz an. Dies unterstreicht die deutlich steigende Intensität des Wettbewerbs. Der für 2018 erwartete, graduelle Anstieg des Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten trägt ebenfalls zur Unsicherheit bei, da die Auswirkungen höherer Zinsen auf die Preise und Nachfrage im Kunstmarkt nicht klar sind. Konkurrenten haben zudem jüngst weiteres Kapital aufgenommen, was die Intensität des Wettbewerbs weiter erhöhen und die Marktanteile von artnet stärker unter Druck setzen könnte.
Zu den potentiellen Risiken für einen konjunkturellen Abschwung zählen Finanzmarktturbulenzen, Protektionismus und geopolitische Spannungen. Die Kursschwankungen an den Finanzmärkten waren im Jahr 2017 ungewöhnlich niedrig. Die Vermögenspreise sind stark gestiegen, was eine scharfe Trendwende und einen volatileren Markttrend nahelegen könnte. Die Auswirkungen der Ende 2017 vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Steuerreform sind unklar. Steuersenkungen für Unternehmen und Verbraucher sollen zwar Investitionen und Beschäftigung beflügeln. Sollten die Steuersenkungen allerdings zu zunehmender Ungleichheit der Einkommensverteilung führen, könnte es das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung der OECD langfristig schwächen. Potentielle Kunstsammler haben aufgrund der Steuersenkung möglicherweise mehr frei verfügbares Einkommen. Kunst ist allerdings nur eine von vielen Anlagemöglichkeiten, die Investoren anzieht.
Betriebliche Risiken
Infrastruktur des IT-Systems
Funktionsstörungen der Website könnten die laufenden Umsätze und Gewinne von artnet mindern und möglicherweise auch die künftigen Umsätze und Ergebnisse beeinträchtigen. Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Service könnten bestehenden oder interessierten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf des Konzerns haben. Derartige Unterbrechungen erhöhen die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung, was wiederum die Einführung neuer Funktionen und Dienstleistungen verzögert. Wenngleich die Systeme des Konzerns so konzipiert wurden, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind, kann die Möglichkeit der Beschädigungen oder der Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, Strom- und Telekommunikationsausfälle, Terroranschläge, Computerviren und andere Unglücksfälle nie vollumfänglich ausgeschlossen werden. Die Webserver von artnet befinden sich in einer sicheren externen Einrichtung.
Produktentwicklung
Der künftige Erfolg von artnet hängt davon ab, wie schnell sich der Konzern an die technologischen Veränderungen und entstehenden Branchenstandards anpassen kann. Der Vorstand plant, die Leistung, Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die für bestehende und potenzielle Kunden von Nutzen sind. Der Konzern beobachtet die Markttrends und konzentriert sich auf die Produktentwicklung. Aus diesem Grund hat artnet in den vergangenen Jahren sein Entwicklungsteam verstärkt.
Es besteht das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen vom Markt und den Kunden nicht so schnell angenommen werden wie geplant und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet.
Die Risiken im Bereich Produktentwicklung wurden in den letzten Jahren durch den zunehmenden Wettbewerb und durch den Markteintritt von mehreren Start-up-Internetdienstleistern erhöht, die in einem oder mehreren Produktsegmenten mit artnet konkurrieren.
Website-Besuche
Website-Besuche (Traffic) sind für artnet von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen könnten die Umsätze aller Produktlinien verringern. artnet überwacht die Website-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche benötigt der Konzern außerdem ein größeres finanzielles Engagement für Werbung und Marketing. Soweit dies möglich ist, überwacht artnet die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsätze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Werbe- und Marketingmaßnahmen zu beurteilen.
Rechtliche Risiken
Markenrechte
artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "artnet" in den Schlüsselmärkten des Konzerns, insbesondere in den USA, Deutschland, Frankreich und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen könnten. Darüber hinaus muss sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche verteidigen, die ebenfalls negative Folgen für den Konzern haben könnten.
Urheberrechte
artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst und ist als international tätiger Konzern, der seine Dienste online anbietet, unterschiedlichen Regularien in Bezug auf den Schutz von Urheberrechten ausgesetzt. Dem Rechnung tragend hat artnet mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland und der Artist Rights Society in den USA Lizenzverträge abgeschlossen, die jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verwendeten Abbildungen abdecken. Als Reaktion auf die Klagen eines französischen Fotografen vor französischen und deutschen Gerichten, der sich in seinen Rechten als Urheber für in der Datenbank verwendete Fotografien dekorativer Kunst für Auktionskataloge verletzt sah, wird artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte unternehmen, um zukünftige Klagen zu vermeiden, ohne dass ausgeschlossen werden kann, dass andere Fotografen ähnliche Klagen anstreben könnten. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Schutz der Kundendaten
artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Würde es Dritten jedoch gelingen, die von artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden. Sollte artnet gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, könnte dies Ermittlungen, datenschutzrechtliche Verfügungen und Schadenersatzforderungen von Kunden auslösen und straf- oder ordnungswidrigkeitenrechtliche Verfahren gegen artnet zur Folge haben. Neben direkten finanziellen Belastungen durch mögliche Klagen und Schadenersatzforderungen, könnte auch die Reputation des Unternehmens leiden. Dadurch könnte artnet Bestandskunden und registrierte Nutzer verlieren und gleichzeitig die Akquise von Kunden und neuen Nutzern erschwert werden.
Um sich rechtlich bestmöglich zu schützen, arbeitet artnet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, mit denen artnet fortlaufend auf Veränderungen beim Datenschutz reagiert. artnet verfügt über eine EU-US Privacy Shield Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der europäischen Union in die USA regelt. Des Weiteren bereitet sich artnet auf die Umsetzung der EU-Datenschutz Grundverordnung (EU-DSGVO) vor, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt.
Finanzielle Risiken
Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko
artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen. Da Wechselkurse Schwankungen unterworfen sind, können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen erheblich von den Erwartungen abweichen. artnet sichert sich derzeit nicht gegen solche Währungsrisiken ab. Stattdessen akzeptieren die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden auch in Euro und Pfund Sterling und bezahlen ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei.
Fremdwährungsrisiken für den artnet-Konzern ergeben sich zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren, sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Bankbeständen in Euro und Pfund Sterling.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Bewertung von konzerninternen langfristigen Darlehensforderungen, die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert werden, werden erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten ausgewiesen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sieht der Vorstand des Konzerns weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwährungsrisikos ab.
Im Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, im Markt für bildende Kunst verteilt. Dennoch könnte sich ein weltweiter Konjunkturrückgang negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder im schlimmsten Fall zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditätsbestand ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 im Vorjahresvergleich auf USD-Basis um 20 % und auf Euro-Basis um 5 % angestiegen.
Die im März 2015 erfolgte Verurteilung zu hohen Schadenersatzzahlungen von 800 TEUR durch ein Berufungsgericht in Frankreich im Zusammenhang mit einer geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines französischen Fotografen könnte zu einer angespannten Liquiditätssituation für artnet führen, wenn dieser in den Rückstellungen erfasste Betrag kurzfristig zu leisten wäre. Das Urteil wird Ende März 2018 unanfechtbar, sofern artnet nicht eine Zahlung in Höhe des festgesetzten Schadensersatzes auf ein vom Gericht bestimmtes Konto leistet, um eine erneute Überprüfung des Urteils veranlassen zu können. Die gebildete Rückstellung deckt das dem Verfahren innewohnende maximale Risiko inklusive der Verzinsung ab. artnet prüft weiter sämtliche Handlungsoptionen, um die etwaige Vollstreckung des französischen Urteils in Deutschland und den USA zu unterbinden. Neben der Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Rechtsmittel versucht artnet eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen. Unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen geht artnet nicht von einer vollständigen Schadensersatzzahlung im Geschäftsjahr 2018 aus.
Zinsänderungsrisiken sind als unbedeutend anzusehen, da der Konzern verzinsliche Schulden lediglich in Form von festverzinslichen Finanzierungsleasingverhältnissen aufweist.
Sonstige Risiken
Mitarbeiter in Schlüsselpositionen
Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager ist sehr wettbewerbsintensiv. Aufgrund der relativ geringen Größe von artnet könnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen negativ auswirken.
Möglicherweise enthält die vorstehende Auflistung nicht alle Risiken, denen artnet ausgesetzt ist. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, könnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.
6.2 Chancenbericht
Der Online-Kunsthandel ist ein dynamischer Markt, in dem sich ständig neue Chancen für artnet eröffnen. Die relativ geringe Größe des Unternehmens und kurze Entscheidungswege erlauben es artnet, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus dem internen oder externen Umfeld ergeben.
Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Ein höheres Wirtschaftswachstum in den Industrieländern als bisher prognostiziert könnte sich positiv auf das Ergebnis auswirken.
Der Internethandel ist ein Wachstumsmarkt. Dazu gehört auch der Kunstmarkt, in dem Marktteilnehmer Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf auch hochpreisiger bildender Kunst angenommen haben. artnet Auctions erzielt beständig hohe Preise, was anhaltende Geschäftschancen in diesem dynamischen Segment nahelegt.
artnet News hat sich zur führenden Plattform für Kunstnachrichten und -kritik im Internet etabliert. Weiterhin steigende Nutzerzahlen könnten in wachsenden Werbeeinnahmen resultieren.
Der Erfolg unseres Unternehmens hängt in großem Maße von unserer Fähigkeit ab, unseren Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeiten wir auch weiterhin daran, die Effektivität unserer Produkt- und Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollten wir in diesem Bereich schnellere Fortschritte machen, könnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies könnte sich positiv auf Umsätze und die Ertragslage auswirken.
Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns
Insgesamt haben sich hinsichtlich der Risiko- und Chancensituation des Konzerns im Berichtsjahr 2017 keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu 2016 ergeben. artnet hat sich in einem teilweise schwierigen Marktumfeld und intensiven Wettbewerb behauptet. Durch unser erneut deutlich gestiegenes Eigenkapital und den weiteren Abbau der Verschuldung haben wir uns krisenfester aufgestellt. Die über eine Rückstellung vollständig abgedeckte Schadenersatzverpflichtung aus dem Urheberrechtsstreit in Frankreich könnte zu einer angespannten Liquiditätssituation führen, wenn der Schadensersatz kurzfristig und vollständig zu leisten wäre. Der Vorstand geht aber weiter davon aus, dass ein kurzfristiger oder vollständiger Mittelabfluss aus diesem Urteil vermieden werden kann.
7. Nachtragsbericht
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 bis zum 20. März 2018 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
8. Prognosebericht
Der folgende Bericht gibt die Prognosen des Managements hinsichtlich der künftigen Entwicklung der einzelnen artnet-Segmente sowie des Geschäftsverlaufes insgesamt wieder. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann aufgrund der im Risiko- und Chancenbericht beschriebenen möglichen Entwicklungen negativ oder positiv von diesen Prognosen abweichen.
Für die Weltwirtschaft kalkuliert die Weltbank für 2018 angesichts der anhaltenden Dynamik mit einem leicht zunehmendem Wachstum von 3,1 %. Im Zeitraum 2019 bis 2020 dürfte sich das Wachstum aber wieder leicht auf durchschnittlich 3 % abschwächen. Das Wachstum in den Industrieländern, darunter die Vereinigten Staaten, könnte sich zum Teil wegen graduell steigender Zinsen verlangsamen. Für die amerikanische Wirtschaft prognostiziert die Weltbank eine Wachstumsrate von 2,5 % im Jahr 2018 und eine Abschwächung auf durchschnittlich 2,1 % für 2019 bis 2020. Wegen der Unwägbarkeiten des Ausstiegsprozesses prognostiziert die OECD für das Jahr 2018 eine deutliche Abschwächung der britischen Konjunktur. Steigende Zinsen können sich negativ auf Vermögenspreise auswirken, einschließlich der Preise für Kunst.
artnet ist im Begriff, auch 2018 seine führende Position in einem wettbewerbsintensiven Markt weiter erfolgreich auszubauen und dabei die wachsende Popularität von Auctions und News zu nutzen. Die Verbesserung der IT-Infrastruktur mittels des Projekts "Falcon" bezeichnet eine Reihe von Entwicklungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Kosten für die Wartung bestehender Produkte und Projekte zu senken und die Leistungsfähigkeit unseres Entwicklungsteams zu verbessern. artnet wird damit noch schneller, flexibler und effizienter und rechnet daher mit Wachstum in allen Geschäftsbereichen.
Auctions wächst stark und ist weiterhin einer der wichtigsten Umsatztreiber von artnet. Der Kunstmarkt hat - nach anfänglichem Zögern - reine Online-Auktionen als einen schnellen und kostengünstigen Weg zum Kauf und Verkauf bildender Kunst angenommen. Auctions wird eine noch bedeutendere Rolle in der Kunstwelt spielen, wenn sich die Versteigerung höherpreisiger Kunstwerke über das Internet stärker als bisher durchsetzt. Vor diesem Hintergrund hat Auctions die Navigation der Internetseite verbessert, um den Kauf und Verkauf von Kunst noch intuitiver zu machen. Das Management prognostiziert für Auctions ein deutliches Umsatzwachstum für das Jahr 2018 und darüber hinaus.
artnet News hat sich als führender Online-Nachrichtendienst für den Kunstmarkt etabliert. Eine neue redaktionelle Strategie, die Qualität und selbst recherchierte Nachrichten in den Vordergrund stellt, führte zu steigenden Besucherzahlen und Werbeeinnahmen. Das Management rechnet mit einem Anhalten dieses Trends und antizipiert ein erneut starkes Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr 2018.
Die Price Database steigerte den Umsatz im Jahr 2017 aufgrund höherer Werbeeinnahmen und zunehmender Nachfrage nach Analytics. Die Gesamtzahl der Suchanfragen erreichte 2017 einen Höhepunkt, was im laufenden Jahr zu weiter steigendem Umsatz führen sollte. Angesichts der sich stabilisierenden Abonnentenzahl und höheren Umwandlungsraten nach Einführung einer neuen Produktseite für institutionelle Kunden, rechnet das Management für 2018 mit einem moderaten Umsatzwachstum für die Price Database.
Das Galerie-Netzwerk steht nach der Einführung des Galerie-Portals im Jahr 2017 vor einer geschäftlichen Wende. Das positiv aufgenommene Content-Management-System ermöglicht es Mitgliedern des Galerie-Netzwerks, ihr eigenes Angebot auf der Seite selbstständig zu verwalten, die Zahl der Anfragen zu steigern und bessere Ergebnisse bei Suchmaschinen zu erzielen. Für 2018 sind weitere bedeutende Produktinnovationen geplant. Das Management rechnet mit einer Stabilisierung der Mitgliederzahlen und prognostiziert einen leichten Umsatzzuwachs im Jahr 2018.
Aufgrund der Erwartungen für die einzelnen Segmente prognostiziert das Management für das Geschäftsjahr 2018 ein Umsatzwachstum in einer Bandbreite von 22,0 Mio. USD bis 23,0 Mio. USD (17,7 Mio. EUR bis 18,5 Mio. EUR bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,24 EUR/USD). Für das operative Ergebnis rechnet das Management mit einem Anstieg auf 1,0 Mio. USD bis 1,5 Mio. USD (0,8 Mio. EUR bis 1,2 Mio. EUR). Das Management nimmt an, dass die erheblichen Investitionen im Geschäftsjahr 2018 noch nicht in vollem Umfang zu Ertragssteigerungen führen werden, jedoch mittelfristig ein stärkeres Wachstum ermöglichen. Für das Jahresergebnis nach Steuern wird eine geringere Steigerung erwartet, da sich der in 2017 eingetretene positive Bewertungseffekt aus latenten Steuern nicht wiederholen dürfte. Der Zahlungsmittelbestand dürfte sich gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2017 infolge der erneut hohen geplanten Investitionen in Produktentwicklung leicht verringern.
Berlin, den 20. März 2018
artnet AG
Jacob Pabst, Vorstand
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017
Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2017
artnet AG
Aktiva
| Anhang Nr. | 31.12.2017 USD | 31.12.2016 USD | 31.12.2017 EUR |
31.12.2016 EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||||
| Liquide Mittel | 3 | 1.327.514 | 1.110.281 | 1.106.350 | 1.055.100 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4 | 1.458.193 | 1.649.657 | 1.215.258 | 1.567.669 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 5 | 525.410 | 404.742 | 437.877 | 384.626 |
| Kurzfristige Vermögenswerte gesamt | 3.311.117 | 3.164.680 | 2.759.485 | 3.007.395 | |
| Langfristige Vermögenswerte | |||||
| Sachanlagen | 6 | 383.530 | 531.244 | 319.634 | 504.841 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 7 | 1.567.803 | 844.925 | 1.306.607 | 802.932 |
| Kautionsforderungen | 5 | 438.328 | 386.511 | 365.303 | 367.301 |
| Aktive latente Steuern | 8 | 1.201.422 | 884.432 | 1.001.265 | 840.476 |
| Langfristige Vermögenswerte gesamt | 3.591.083 | 2.647.112 | 2.992.809 | 2.515.550 | |
| Vermögenswerte gesamt | 6.902.200 | 5.811.792 | 5.752.294 | 5.522.945 | |
| Passiva | |||||
| Anhang Nr. | 31.12.2017 USD | 31.12.2016 USD | 31.12.2017 EUR |
31.12.2016 EUR |
|
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 9 | 426.347 | 367.131 | 355.318 | 348.885 |
| Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten | 10 | 1.268.181 | 635.993 | 1.056.902 | 604.384 |
| Rückstellungen | 11 | 1.073.914 | 894.454 | 895.000 | 850.000 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 12 | 19.731 | 76.735 | 16.444 | 72.921 |
| Umsatzabgrenzung | 14 | 1.826.101 | 1.938.181 | 1.521.873 | 1.841.853 |
| Verbindlichkeiten aus aktienbasierter Vergütung | 18 | - | 56.720 | - | 53.901 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt | 4.614.274 | 3.969.214 | 3.845.537 | 3.771.944 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||||
| Abgrenzung Mietincentive | 13 | 238.562 | 284.351 | 198.818 | 270.219 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 12 | 14.761 | 12.112 | 12.302 | 11.510 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gesamt | 253.323 | 296.463 | 211.120 | 281.729 | |
| Verbindlichkeiten gesamt | 4.867.597 | 4.265.677 | 4.056.657 | 4.053.673 | |
| Eigenkapital | |||||
| Gezeichnetes Kapital | 15 | 5.941.512 | 5.941.512 | 5.631.067 | 5.631.067 |
| Eigene Aktien | 15 | -269.241 | -269.241 | -264.425 | -264.425 |
| Kapitalrücklage | 52.423.972 | 52.423.972 | 51.015.723 | 51.015.723 | |
| Verlustvortrag | -57.353.077 | -58.053.678 | -55.644.205 | -56.277.412 | |
| Konzernjahresergebnis | 783.756 | 700.601 | 695.345 | 633.207 | |
| Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung | 15 | 507.681 | 802.949 | 262.132 | 731.112 |
| Eigenkapital gesamt | 2.034.603 | 1.546.115 | 1.695.637 | 1.469.272 | |
| Verbindlichkeiten und Eigenkapital gesamt | 6.902.200 | 5.811.792 | 5.752.294 | 5.522.945 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
artnet AG
| Anhang Nr. | 2017 USD | 2016 USD | 2017 EUR |
2016 EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | |||||
| Galerie-Netzwerk | 5.162.075 | 5.256.557 | 4.579.775 | 4.750.915 | |
| Price Database | 7.444.774 | 7.254.203 | 6.604.978 | 6.556.403 | |
| Advertising | 4.121.895 | 3.530.506 | 3.656.931 | 3.190.898 | |
| Auctions | 4.040.074 | 3.195.297 | 3.584.340 | 2.887.933 | |
| Umsatzerlöse gesamt | 24 | 20.768.818 | 19.236.563 | 18.426.024 | 17.386.149 |
| Umsatzkosten | 8.010.425 | 6.827.662 | 7.106.822 | 6.170.892 | |
| Bruttoergebnis | 12.758.393 | 12.408.901 | 11.319.202 | 11.215.257 | |
| Betriebliche Aufwendungen | |||||
| Vertrieb und Marketing | 4.926.971 | 4.239.966 | 4.371.192 | 3.832.113 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 4.385.740 | 4.395.507 | 3.891.014 | 3.972.692 | |
| Produktentwicklung | 3.038.350 | 3.002.293 | 2.695.614 | 2.713.495 | |
| Vergütungen aus Aktienoptionen | 18 | - | 58.532 | - | 52.902 |
| Betriebliche Aufwendungen gesamt | 12.351.061 | 11.696.298 | 10.957.820 | 10.571.202 | |
| Betriebsergebnis | 407.332 | 712.603 | 361.382 | 644.055 | |
| Zinsaufwand | 22 | 36.363 | 11.403 | 32.261 | 10.306 |
| Zinsertrag | 22 | -700 | 1.462 | -621 | 1.321 |
| Sonstige Erträge/Aufwendungen | 22 | 102.182 | -122.411 | 90.656 | -110.636 |
| Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen | 22 | - | 165.965 | - | 150.000 |
| Ergebnis vor Steuern | 472.451 | 746.216 | 419.156 | 674.434 | |
| Laufende Ertragsteuern | 8 | -55.911 | -45.615 | -49.604 | -41.227 |
| Latente Steuern | 8 | 367.216 | - | 325.793 | - |
| Ertragsteuern | 311.305 | -45.615 | 276.189 | -41.227 | |
| Konzernergebnis | 783.756 | 700.601 | 695.345 | 633.207 | |
| Übriges Ergebnis | |||||
| Reklassifizierbare Gewinne/Verluste: Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung | -295.268 | 98.574 | -468.980 | 151.324 | |
| Gesamtergebnis der Periode | 488.488 | 799.175 | 226.365 | 784.531 | |
| Ergebnis je Aktie | |||||
| Unverwässert | 21 | 0,14 | 0,13 | 0,13 | 0,12 |
| Verwässert | 21 | 0,14 | 0,13 | 0,12 | 0,12 |
Konzern-Eigenkapitalentwicklung (USD) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
artnet AG
| Gezeichnetes Kapital | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausgegebene Aktien | Betrag | Eigene Aktien | Kapitalrücklage | Verlustvortrag | Fremdwährungsumrechnung | Summe | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 31.12.2015 | 5.631.067 | 5.941.512 | -269.241 | 52.404.326 | -58.053.678 | 704.375 | 727.294 |
| Gesamtergebnis der Periode | - | - | - | - | 700.601 | 98.574 | 799.175 |
| Vergütung aus Aktienoptionen | - | - | - | 19.646 | - | - | 19.646 |
| Stand 31.12.2016 | 5.631.067 | 5.941.512 | -269.241 | 52.423.972 | -57.353.077 | 802.949 | 1.546.115 |
| Gesamtergebnis der Periode | - | - | - | - | 783.756 | -295.268 | 488.488 |
| Stand 31.12.2017 | 5.631.067 | 5.941.512 | -269.241 | 52.423.972 | -56.569.321 | 507.681 | 2.034.603 |
Konzern-Eigenkapitalentwicklung (EUR) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
artnet AG
| Gezeichnetes Kapital | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausgegebene Aktien | Betrag | Eigene Aktien | Kapitalrücklage | Verlustvortrag | Fremdwährungsumrechnung | Summe | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 31.12.2015 | 5.631.067 | 5.631.067 | -264.425 | 50.997.910 | -56.277.412 | 579.788 | 666.928 |
| Gesamtergebnis der Periode | - | - | - | - | 633.207 | 151.324 | 784.531 |
| Vergütung aus Aktienoptionen | - | - | - | 17.813 | - | - | 17.813 |
| Stand 31.12.2016 | 5.631.067 | 5.631.067 | -264.425 | 51.015.723 | -55.644.205 | 731.112 | 1.469.272 |
| Gesamtergebnis der Periode | - | - | - | - | 695.345 | -468.980 | 226.365 |
| Stand 31.12.2017 | 5.631.067 | 5.631.067 | -264.425 | 51.015.723 | -54.948.860 | 262.132 | 1.695.637 |
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
artnet AG
| Anhang Nr. | 2017 USD | 2016 USD | 2017 EUR |
2016 EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | |||||
| Konzernergebnis | 783.756 | 700.601 | 695.345 | 633.207 | |
| Überleitung des Konzernergebnisses zum Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit: | |||||
| Abschreibungen | 6,7,22 | 461.849 | 396.869 | 409.751 | 358.693 |
| Wertberichtigung auf/Ausbuchungen von Forderungen | 4 | 296.870 | 240.639 | 263.382 | 217.491 |
| Latente Steueraufwendungen/-erträge | 8 | -316.990 | - | -281.232 | - |
| Nicht zahlungswirksame Vergütungen aus Aktienoptionen | 18 | - | 19.646 | - | 17.756 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Transaktionen | -212.006 | 6.308 | -256.020 | 41.744 | |
| Veränderungen bei betrieblichen Aktiva und Passiva | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4 | -105.406 | -503.271 | -93.516 | -454.860 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 5 | -120.668 | 21.762 | -107.056 | 19.669 |
| Kautionsforderungen | -51.817 | 1.850 | -45.972 | 1.672 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 9 | 59.216 | 67.706 | 52.536 | 61.193 |
| Rückstellungen | 11 | - | - | - | - |
| Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten | 10 | 529.679 | -159.145 | 469.930 | -143.836 |
| Umsatzabgrenzung | 14 | -112.080 | 196.021 | -99.437 | 177.165 |
| Anpassungen gesamt | 428.647 | 288.385 | 312.366 | 296.687 | |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.212.403 | 988.986 | 1.007.711 | 929.894 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | |||||
| Investitionen in Sachanlagen | 6,12 | -81.917 | -34.299 | -68.270 | -32.595 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | 7,12 | -954.844 | -473.687 | -795.767 | -450.145 |
| 14.998 | - | 12.499 | - | ||
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -1.021.763 | -507.986 | -851.538 | -482.740 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | |||||
| Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 12 | -54.355 | -123.827 | -48.224 | -111.915 |
| Tilgung von Gesellschafterdarlehen | 27 | - | -269.475 | - | -243.554 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | -54.355 | -393.302 | -48.224 | -355.469 | |
| Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel | 80.949 | -60.943 | -56.699 | -30.178 | |
| Veränderung der liquiden Mittel | 217.233 | 26.755 | 51.250 | 61.507 | |
| Liquide Mittel - zu Beginn der Periode | 3 | 1.110.281 | 1.083.526 | 1.055.100 | 993.593 |
| Liquide Mittel - am Ende der Periode | 3 | 1.327.514 | 1.110.281 | 1.106.350 | 1.055.100 |
| Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhaltene Zahlungen | |||||
| Ertragsteuereinzahlungen/-auszahlungen | 8 | -57.696 | -20.873 | -51.188 | -18.865 |
| Zinsauszahlungen | 22 | -36.363 | 8.229 | -32.261 | 7.438 |
| Zinseinzahlungen | 22 | -700 | 1.462 | -621 | 1.321 |
Anhang zum Konzernabschluss 2017
1. Unternehmensinformationen und Grundlagen der Berichterstattung
Die artnet AG ("artnet AG" oder "die Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, Deutschland. Der eingetragene Sitz der artnet AG ist Oranienstraße 164, 10969 Berlin, Deutschland.
Die artnet AG hält 100 % der Geschäftsanteile an der Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp."), die ihren Geschäftssitz in New York, NY, USA, hat und ihrerseits 100 % der Geschäftsanteile an der artnet UK Ltd. und der Jay Art GmbH hält. Die Jay Art GmbH befindet sich seit dem 30. Januar 2018 in Liquidation. Die artnet AG, die Artnet Corp. und die hundertprozentigen Tochtergesellschaften der Artnet Corp. werden gemeinsam als "Konzern", "artnet-Konzern" oder "artnet" bezeichnet.
Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit stellt der Konzern Kunstsammlern, Galerien, Verlagen, Auktionshäusern und Kunstliebhabern eine Website zur Verfügung, auf der Nutzer Künstler und Kunstpreise recherchieren und Kunstwerke finden können, die von Galerien auf der ganzen Welt aktuell angeboten werden, sowie Kunstwerke über artnet Auctions, einer Online-Transaktionsplattform, kaufen und verkaufen können. Mit artnet News unterhält der Konzern einen eigenen 24-Stunden-Nachrichten-dienst für Kunst, der über Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts berichtet.
Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 für die Mutter- und Tochtergesellschaften wurde unter Anwendung von § 315e HGB in Einklang mit den Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, die in der EU verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernabschluss der artnet AG wurde am 20. März 2018 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.
2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze
Grundlagen der Rechnungslegung und Berichtswährung
Die im Konzernabschluss und im Anhang zum Konzernabschluss enthaltenen Beträge werden, falls nicht anderweitig ausgewiesen, gemäß deutschem Recht in Euro (EUR) angegeben. Die Berichtswährung ist Euro. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen werden, soweit nichts anderes angegeben, auf den nächsten Tausender (TEUR) gerundet. Durch die Angabe in TEUR können sich Rundungsdifferenzen ergeben.
Die Hauptgeschäftstätigkeit von artnet erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Zur besseren Vergleichbarkeit, insbesondere für unsere US-amerikanischen Investoren, werden die Konzernbilanz, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Eigenkapital-veränderungsrechnung auch in US-Dollar (USD) dargestellt.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten. Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2017. Die wesentlichen angewandten Bilanzierungsgrundsätze sind nachfolgend aufgeführt.
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da artnet davon ausgeht, die im Folgejahr 2018 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Dabei erwartet der Konzern, dass aus dem in Frankreich erlassenen rechtskräftigen Urteil aufgrund der geplanten Maßnahmen gegen die Vollstreckung kein vollständiger Zahlungsabfluss erfolgt. Hinsichtlich der möglicherweise angespannten Liquiditätssituation aufgrund des Urheberrechtsprozessurteils in Frankreich wird auf die detaillierte Berichterstattung im Risikobericht des Konzernlageberichts hingewiesen.
Konsolidierungskreis und konsolidierte Unternehmen
In den Konzernabschluss sind die rechtliche Muttergesellschaft artnet AG und ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Corp. sowie deren Tochtergesellschaften einbezogen. Eine zur Einbeziehung in den Konzernabschluss führende Beherrschung über ein Unternehmen liegt vor, wenn artnet variablen Rückflüssen aus dem Engagement mit diesem Unternehmen ausgesetzt ist oder Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse mittels der Entscheidungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die artnet AG besitzt Entscheidungsgewalt über ein Unternehmen, wenn sie über Rechte verfügt, die ihr direkt oder über Dritte die gegenwärtige Möglichkeit zur Steuerung der relevanten Aktivitäten des Unternehmens verleihen. Bei den relevanten Aktivitäten handelt es sich um diejenigen, welche je nach Art und Zweck des Unternehmens dessen Rückflüsse wesentlich beeinflussen. Als variable Rückflüsse gelten sämtliche Rückflüsse, die in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens variieren können.
Demzufolge können Rückflüsse aus dem Engagement mit einem anderen Unternehmen sowohl positiv als auch negativ sein. Variable Rückflüsse beinhalten Dividenden, feste und variable Zinsen, Vergütungen und Gebühren, Wertschwankungen des Investments sowie sonstige wirtschaftliche Vorteile.
Die am 23. Februar 1999 erfolgte Einbringung der Anteile an der Artnet Corp. behandelte die artnet AG im Konzernabschluss in Übereinstimmung mit IFRS 3.B1 ff. als umgekehrten Unternehmenserwerb durch die Artnet Corp. (Reverse Acquisition). Die Erstkonsolidierung wurde daher so durchgeführt, dass die artnet AG als rechtlicher Erwerber auf die Tochtergesellschaft Artnet Corp. konsolidiert wurde, da diese als wirtschaftlicher Erwerber anzusehen war.
Am 1. November 2007 gründete die Artnet Corp. die hundertprozentige Tochtergesellschaft artnet UK Ltd., die den Vertrieb und die Kundenbetreuung für die Artnet Corp. in Großbritannien sicherstellt.
Am 6. Juni 2017 hat die Artnet Corp. den Online-Kunstmarktplatz Jay Art GmbH ("Jay Art") und seine Plattform Artusiast übernommen. Jay Art wies zum Übernahmezeitpunkt keinen aktiven Geschäftsbetrieb auf, so dass kein Unternehmenserwerb im Sinne des IFRS 3 vorlag. Neben einem symbolischen Kaufpreis wurden bei dem Erwerb Verbindlichkeiten von 27 TEUR übernommen und Leistungsverpflichtungen von 40 TEUR eingegangen, so dass sich die gesamte Gegenleistung für den Erwerb auf 67 TEUR belief. Bei dem Erwerb sind im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte von 57 TEUR und flüssige Mittel von 12 TEUR sowie kurzfristige Verbindlichkeiten von 6 TEUR auf die Artnet Corp. übergegangen. Die Jay Art GmbH befindet sich seit 30. Januar 2018 in Liquidation.
Im Rahmen der Konsolidierung wurden alle wesentlichen konzerninternen Geschäftsvorfälle, Bestände, Erträge und Aufwendungen vollständig eliminiert.
Berichtsperiode
Der vorliegende Konzernabschluss wurde für die Berichtsperiode vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 erstellt. Das Geschäftsjahr aller Konzerngesellschaften entspricht dem Kalenderjahr.
Bilanzierungsgrundsätze mit allgemeiner Bedeutung für artnet
Die für die Bilanzierungsgrundsätze relevanten Erläuterungen werden in den entsprechenden Anhangangaben zu den jeweiligen Abschlussposten angegeben. Im folgenden Berichtsabschnitt werden nur die Bilanzierungsgrundsätze dargestellt, die allgemeine Bedeutung für mehrere Bilanzposten haben.
Wertminderung
Der Konzern prüft die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte auf Wertminderung, sobald bestimmte Ereignisse oder ein verändertes Umfeld darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes möglicherweise nicht erzielbar ist. Darüber hinaus unterliegen immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie solche, die noch nicht in einem betriebsbereiten Zustand sind, einem jährlichen Werthaltigkeitstest. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten wird durch Vergleich des Buchwertes des Vermögenswertes mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere Betrag aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten. Werden mit einem Vermögenswert keine Zahlungsmittel generiert, die von anderen Vermögenswerten unabhängig sind, wird der Werthaltigkeitstest nicht auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes durchgeführt, sondern auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert angehört. Unterschreitet der geschätzte erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Nutzungswert eines Vermögenswertes wird entweder unabhängig oder auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsströme des Vermögenswertes erfasst. Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Gründe für den Wertminderungsaufwand nicht mehr vorliegen, wird der Konzern prüfen, ob die Wertminderung ganz oder teilweise aufzulösen ist, wobei eine Zuschreibung bis maximal zum ursprünglichen Buchwert zulässig ist. In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 sind keine Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen erfasst worden.
Fremdwährungsumrechnung und Geschäftsvorfälle in Fremdwährung
Die Hauptgeschäftstätigkeit des artnet-Konzerns erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Der US-Dollar ist die funktionale Währung der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corp. Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als US-Dollar erfolgen, werden mit dem am Tag der Transaktion gültigen Wechselkurs umgerechnet. An jedem Bilanzstichtag werden die monetären Posten in Fremdwährungen mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden erfolgswirksam als sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen ausgewiesen.
Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt mit dem Jahresdurchschnittskurs. Die sich daraus ergebenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen werden innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten erfasst.
Bei Vorliegen der Voraussetzungen des IAS 21.15 werden konzerninterne Darlehensforderungen als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert. Entsprechend wird die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz aus dem auf Euro lautenden Darlehensbetrag zum jeweiligen Abschlussstichtag (inklusive der Zwischenabschlüsse) erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten im Eigenkapital ausgewiesen. Der im Fremdwährungsausgleichsposten erfasste Betrag wird erst dann erfolgswirksam in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert, wenn und soweit die Beteiligungsquote vollständig oder teilweise verringert wird.
Für die Währungsumrechnung des artnet-Konzerns sind die Wechselkursrelationen des US-Dollars (USD) zum Euro (EUR) und zum Pfund Sterling (GBP) wesentlich. Der Umrechnung lagen in den angegebenen Jahren jeweils die folgenden Wechselkurse zugrunde:
| USD in EUR |
USD in GBP | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stichtagskurs | 0,8334 | 0,950 | 0,7406 | 0,811 |
| Jahresdurchschnittskurs | 0,8872 | 0,904 | 0,7768 | 0,741 |
Für das Geschäftsjahr relevante neue und geänderte Standards und Interpretationen
Die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2017 erstmals verpflichtend anzuwenden waren, hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft:
Neuerungen und Änderungen in der Rechnungslegung
| Änderungen von Standards | Inkrafttreten | Datum des EU-Endorsements |
|---|---|---|
| Änderung IAS 12: Ansatz aktiver latenter Steuern auf unrealisierte Verluste | 01.01.2017 | 06.11.2017 |
| Änderung IAS 7: Kapitalflussrechnung | 01.01.2017 | 06.11.2017 |
Da im artnet-Konzern keine Finanzverbindlichkeiten bestehen, entfällt die mit dem geänderten IAS 7 verpflichtende vorzunehmende Überleitung dieser Finanzierungsposten zum Vorjahr:
Noch nicht angewendete neue oder geänderte Standards und Interpretationen
Zukünftige Neuerungen und Änderungen der Rechnungslegung
| Neue Standards bzw. Interpretationen | Inkrafttreten | Datum des EU-Endorsements |
|---|---|---|
| IFRS 9 Finanzinstrumente | 01.01.2018 | 22.11.2016 |
| IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden | 01.01.2018 | 22.09.2016 |
| IFRS 16 Leasingverhältnisse | 01.01.2019 | 31.10.2017 |
| IFRS 17 Versicherungsverträge | 01.01.2021 | offen |
| IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen | 01.01.2018 | Q1 2018 |
| IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung | 01.01.2019 | Q3 2018 |
| Änderungen von Standards | ||
| Klarstellungen IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden | 01.01.2018 | 31.10.2017 |
| Änderung IFRS 2: Klarstellung der Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung | 01.01.2018 | 27.02.2018 |
| Jährlicher Verbesserungsprozess (Zyklus 2014-2016) | 01.01.2018 | 07.02.2018 |
| Änderung IAS 40: Klassifizierung noch nicht fertig gestellter Immobilien | 01.01.2018 | Q1 2018 |
| Änderung IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung | 01.01.2019 | Q1 2018 |
| Jährlicher Verbesserungsprozess (Zyklus 2015-2017) | 01.01.2019 | 2018 |
| Änderung IAS 28: Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures | 01.01.2019 | 2018 |
| Änderung IAS 19 Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen | 01.01.2019 | 2018 |
Erläuterungen zu Standards mit möglicher Relevanz für die Bilanzierung und Berichterstattung von artnet
IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"
Der Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden abbilden mit dem Betrag, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält.
IFRS 15 regelt ebenfalls den Ausweis von bestehenden Leistungsverpflichtungen und erhaltenen Gegenleistungen. Konzeptionell erfolgt die Umsatzrealisierung anhand eines Fünf-Schritte-Modells. Zunächst muss ein Vertrag mit dem Kunden identifiziert werden, der als Voraussetzung für die Anwendung des neuen IFRS 15 notwendig ist. Anhand der Kundenverträge müssen die Leistungsverpflichtungen identifiziert werden. In einem nächsten Schritt wird der Transaktionspreis bestimmt, der dann anhand der identifizierten Leistungsverpflichtungen aufgeteilt wird. Abschließend erfolgt dann die endgültige Umsatzrealisierung. IFRS 15 wird keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben. Die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung bei Galeriemitgliedschaften, Auktionshaus-Partnerschaften und Abonnements für die Preisdatenbank wird auch nach IFRS 15 fortgeführt. Ferner beeinflusst der IFRS 15 nicht die Methodik zur Umsatzrealisierung bei Werbeverträgen und im Online-Auktionsgeschäft. Insgesamt ergeben sich lediglich erweiterte Anhangangaben.
IFRS 16 "Leasing"
Der Standard IFRS 16 "Leases (Leasingverhältnisse)" ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Der Standard ist ggf. unter Nutzung von Übergangserleichterungen grundsätzlich rückwirkend anzuwenden.
Gemäß IFRS 16 liegt ein Leasingverhältnis vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswertes für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält.
Der Leasingnehmer hat zukünftig grundsätzlich bei jedem Leasingverhältnis ein Nutzungsrecht an dem Leasinggegenstand zu aktivieren und die aus dem Leasingvertrag resultierende Zahlungsverpflichtung zu passivieren. Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwertes der zukünftigen Leasingzahlungen angesetzt.
Aufgrund dessen sind neben den bereits gegenwärtig als Finanzierungsleasing behandelten Leasingverhältnissen auch die Mietverhältnisse über die Büroräume in New York und Berlin bilanziell zu erfassen. Da die Leasingverbindlichkeit mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung abzuzinsen ist und dieser gegenwärtig noch nicht abschätzbar ist, erfolgt in diesem Konzernabschluss lediglich eine überschlägige Schätzung der möglichen Auswirkungen auf Basis undiskontierter Werte. Die tatsächlichen Umstellungseffekte werden daher geringer ausfallen.
Ohne die Berücksichtigung von Zinseffekten würde die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2017 um 4.646 TEUR ansteigen, wenn der IFRS 16 zum Abschlussstichtag bereits anwendbar wäre. Dies würde auf Basis der Bilanz zum 31. Dezember 2017 zu einer deutlichen Reduzierung der Eigenkapitalquote von 29,5 % auf 16,3 % führen. Zudem sind Abschreibungs- und Zinsaufwendungen anstelle von sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu erfassen, wodurch das Betriebsergebnis entlastet wird. Innerhalb der Kapitalflussrechnung kommt es ebenfalls zu einer Verschiebung der Abbildung der Miet- und Leasingverhältnisse aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.
Andere neue Standards und Änderungen von Standards
Für die übrigen zukünftig anzuwendenden neuen und geänderten Standards einschließlich des IFRS 9 wird von keiner oder nur geringer Relevanz für die Bilanzierung und Berichterstattung im artnet-Konzern ausgegangen. Insbesondere geht artnet davon aus, dass die bisherige Ermittlung der Wertberichtigung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch nach IFRS 9 fortgeführt werden kann.
3. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus den Barmitteln und Bankguthaben zusammen. Der Buchwert der Barmittel und Bankguthaben entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Die Gesellschaft sieht alle hochliquiden Anlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten ab dem Erwerbsdatum als Zahlungsmitteläquivalente an.
Die Kapitalflussrechnung des artnet-Konzerns zeigt anhand zahlungswirksamer Vorgänge die Veränderung der flüssigen Mittel im Laufe der Berichtsperiode. Gemäß IAS 7 werden die Zahlungsströme getrennt nach Herkunft und Verwendung aus dem operativen Bereich sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Die Mittelzuflüsse und -abflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden, ausgehend vom Jahresüberschuss des Konzerns, indirekt abgeleitet. Die Zahlungsströme aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden demgegenüber direkt aus Ein- und Auszahlungen ermittelt.
Der Erwerb von Sachanlagen sowie immateriellen Vermögenswerten mittels Finanzierungsleasingverträgen wird aus der Kapitalflussrechnung eliminiert, da diese Investitionen nicht zahlungswirksam sind. Nachfolgende Tilgungszahlungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Aus der Entwicklung der einzelnen Cashflows ergibt sich nach Berücksichtigung der wechselkursbedingten Effekte die Veränderung des Finanzmittelfonds im Konzern. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und kurzer Laufzeit, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu dem jeweils in Rechnung gestellten Betrag erfasst und sind unverzinslich. Sie umfassen Kreditkartengeschäfte, die bereits abgewickelt sind, für die aber noch keine Zahlung eingegangen ist. Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird abzüglich Wertberichtigungen auf überfällige Forderungen ausgewiesen. Diese Wertberichtigungen sind in erheblichem Umfang mit einer Ermessensausübung der Geschäftsführung und Überprüfung der einzelnen Forderungen auf der Grundlage der entsprechenden Bonität der Kunden, der aktuellen Konjunkturtrends sowie der Analyse historischer Daten zu uneinbringlichen Forderungen auf Portfolio-Basis verbunden. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Bruttoforderungen | 1.552 | 1.892 |
| abzüglich Wertberichtigungen auf Forderungen | -337 | -325 |
| Forderungen nach Wertberichtigungen | 1.215 | 1.567 |
Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.
Es liegt hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Konzentration des Ausfallrisikos vor, da der Konzern über einen breit diversifizierten Kundenstamm verfügt. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
Forderungen untergliedert nach Fälligkeit:
| 31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Fällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen | ||
| Fällig zwischen 0 und 60 Tagen | 949 | 1.128 |
| Restbuchwert wertberichtigter Forderungen | ||
| Fällig zwischen 61 und 90 Tagen | 151 | 240 |
| Fällig über 90 Tage | 115 | 200 |
| Summe fällige und wertberichtigte Forderungen | 266 | 439 |
| Forderungen nach Wertberichtigungen | 1.215 | 1.568 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen basieren auf bestmöglichen Schätzungen potenzieller Forderungsausfälle des Konzerns. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weniger als 60 Tage überfällig sind, werden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als 60 Tage überfällig sind, werden auf Basis ihres Alters in Gruppen zusammengefasst und mit 10 % bis 90 % vom Nennbetrag wertberichtigt. Der Konzern hält keine Sicherheiten für ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen entwickelten sich wie folgt:
| 31.12.2017 EUR |
31.12.2016 EUR |
|
|---|---|---|
| Stand zu Beginn des Geschäftsjahres | 325 | 246 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen im Geschäftsjahr | 348 | 263 |
| Ausbuchung uneinbringlicher Forderungen | -275 | -206 |
| Währungsunterschiede | -61 | 22 |
| Stand am Ende des Geschäftsjahres | 337 | 325 |
5. Sonstige Vermögenswerte
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten in erster Linie die verfügungsbeschränkten Bankguthaben für die beitragsorientierten Altersvorsorgepläne und Krankenversicherungspläne in Höhe von 174 TEUR (2016: 169 TEUR). Für Softwarewartungsverträge und Versicherungen sind Anzahlungen in Höhe von 194 TEUR (2016: 183 TEUR) geleistet worden. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte beinhalten von Jay Art übernommene Vermögenswerte und andere Forderungen in Höhe von 38 TEUR (2016: 5 TEUR). Darüber hinaus bestehen Vorsteuererstattungsansprüche in Deutschland und Großbritannien in Höhe von 31 TEUR (2016: 28 TEUR).
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten Rückerstattungsansprüche aufgrund der Mindestbesteuerung ("AMT") in Höhe von 42 TEUR (2016: 0 TEUR) und Kautionsforderungen im Zusammenhang mit Kreditkartenabrechnungen und Mietverträgen von 323 TEUR (2016: 367 TEUR).
6. Sachanlagen
Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen des artnet-Konzerns werden nach der linearen Methode vorgenommen. Computeranlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Büromöbel werden über eine erwartete Nutzungsdauer von drei bis sieben Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen von Einbauten in gemieteten Räumen erfolgen entweder über die Laufzeit des Mietvertrages oder, falls diese kürzer ist, über die erwartete Nutzungsdauer von höchstens zehn Jahren. Erhaltungsaufwendungen, die weder den Wert eines Anlagegutes erhöhen, noch die Nutzungsdauer verlängern, werden sofort aufwandswirksam erfasst.
Das Sachanlagevermögen entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wie folgt:
| Computer und Hardware TEUR |
Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR |
Mietereinbauten TEUR |
Summe TEUR |
|
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand 31. Dezember 2015 | 495 | 604 | 468 | 1.568 |
| Währungsunterschiede | 17 | 21 | 14 | 53 |
| Abgänge | -256 | -94 | -74 | -423 |
| Zugänge | 32 | 1 | - | 33 |
| Stand 31. Dezember 2016 | 289 | 531 | 409 | 1.230 |
| Währungsunterschiede | -34 | -64 | -50 | -149 |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Zugänge | 55 | 3 | - | 58 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 310 | 470 | 359 | 1.139 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand 31. Dezember 2015 | 331 | 366 | 219 | 915 |
| Währungsunterschiede | 14 | 16 | 7 | 37 |
| Abgänge | -253 | -94 | -74 | -421 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 85 | 70 | 39 | 194 |
| Stand 31. Dezember 2016 | 176 | 358 | 191 | 725 |
| Währungsunterschiede | -23 | -47 | -26 | -96 |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 86 | 67 | 38 | 191 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 238 | 378 | 204 | 820 |
| Buchwerte | ||||
| Stand 31. Dezember 2016 | 114 | 174 | 218 | 505 |
| Davon aus Finanzierungsleasing | 72 | 130 | - | 202 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 72 | 92 | 155 | 320 |
| Davon aus Finanzierungsleasing | 27 | 67 | - | 94 |
Der Abschreibungsaufwand der Sachanlagen ist in den Umsatzkosten berücksichtigt.
7. Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte umfassen erworbene und selbstgeschaffene Software sowie Website-Entwicklungskosten. Sie werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und über ihre erwartete Nutzungsdauer von drei Jahren bis. zehn Jahren linear abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer.
Ausgaben, die in der Analyse-, Planungs- und Nachbearbeitungsphase der Website-Entwicklung sowie für deren laufende Pflege anfallen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Ausgaben, die in der Entwicklungsphase anfallen, werden aktiviert, wenn:
| ― | das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, |
| ― | das Ergebnis der Website-Entwicklung vermarktet werden kann, |
| ― | die zurechenbaren Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und |
| ― | der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojekts verfügt. |
Das Kriterium der Vermarktbarkeit für die Website-Entwicklungskosten wird konkretisiert, indem nur Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte sowie für wesentliche Erweiterungen und Verbesserungen der Website aktiviert werden, von denen erwartet wird, dass sie direkt zu künftigen Umsatzerlösen führen werden. Aktivierte Software-Entwicklungskosten generieren zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen auch in Form von Kosteneinsparungen.
Im Berichtsjahr 2017 wurden Entwicklungskosten in Höhe von insgesamt 729 TEUR (2016: 449 TEUR) aktiviert. Zu den Hauptentwicklungsprojekten zählten das Galerie-Portal, neue Instrumente für die Navigation der Auctions-Webseite und die anhaltende Verbesserung der technologischen Infrastruktur. Das Galerie-Portal, ein Content-Management-System für das Galerie-Netzwerk, ermöglicht es Mitgliedern, ihr eigenes Angebot auf der Seite zu verwalten, mit dem Ziel, mehr Bilder und Informationen zu Ausstellungen eigenständig hochzuladen und so mehr Anfragen und bessere Suchergebnisse bei Suchmaschinen zu erzielen. Das Entwicklungsprojekt wurde im dritten Quartal 2017 abgeschlossen. Die neuen Navigationsinstrumente bei Auctions gehen besser auf Nutzerinteressen ein, indem sie das Auffinden von Kunstwerken erleichtern und als Einstiegspunkt für "Kaufen" und "Verkaufen" dienen. Das Projekt wurde Ende 2017 fertiggestellt. Die Verbesserung der technologischen Infrastruktur - das Projekt "Falcon" - wird die Qualität, die Sicherheit und die Effizienz des gesamten Unternehmens erhöhen. Falcon wird planmäßig bis 2019 zumindest teilweise abgeschlossen sein.
Der planmäßige Abschreibungsaufwand für immaterielle Vermögenswerte ist in den Umsatzkosten enthalten. Forschungskosten inklusive Kosten für die laufende Wartung in Höhe von 2.696 TEUR (2016: 2.713 TEUR) wurden in der Periode, in der sie entstanden sind, aufwandswirksam als Aufwendungen für die Produktentwicklung erfasst.
Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wie folgt:
| Entwicklungskosten TEUR |
Software TEUR |
Summe TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 31. Dezember 2015 | 2.342 | 395 | 2.736 |
| Währungsunterschiede | 85 | 14 | 99 |
| Abgänge | - | -235 | -235 |
| Zugänge | 449 | 1 | 450 |
| Stand 31. Dezember 2016 | 2.876 | 175 | 3.051 |
| Währungsunterschiede | -354 | -22 | -375 |
| Abgänge | - | - | - |
| Zugänge | 729 | 79 | 808 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 3.251 | 232 | 3.484 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 31. Dezember 2015 | 1.863 | 366 | 2.229 |
| Währungsunterschiede | 75 | 14 | 90 |
| Abgänge | - | -235 | -235 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 145 | 20 | 165 |
| Stand 31. Dezember 2016 | 2.083 | 165 | 2.248 |
| Währungsunterschiede | -269 | -21 | -290 |
| Abgänge | - | - | - |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 209 | 10 | 219 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 2.023 | 154 | 2.177 |
| Buchwerte | |||
| Stand 31. Dezember 2016 | 793 | 10 | 803 |
| Davon aus Finanzierungsleasing | - | 6 | 6 |
| Stand 31. Dezember 2017 | 1.228 | 78 | 1.307 |
| Davon aus Finanzierungsleasing | - | 2 | 2 |
Zum 31. Dezember 2017 hat der Konzern keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen für die Anschaffung von immateriellen Vermögenswerten.
8. Ertragsteuern und latente Steuern
Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des jeweils zu versteuernden Einkommens der einzelnen Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen wird dabei um die Posten bereinigt, die steuerfrei oder steuerlich abzugsfähig sind. Der laufende Steueraufwand wird auf Grundlage der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze berechnet.
Der Ertragsteueraufwand/-ertrag setzt sich wie folgt zusammen:
| Laufende Ertragsteuern | 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|---|---|---|
| Ertragsteuerzahlungen in Frankreich und Großbritannien | 2 | 0 |
| US-Körperschaftsteuer (Bund, Bundesstaat) und Ertragsteuern übriger einbezogener Unternehmen | 48 | 41 |
| Summe laufende Ertragsteuern | 50 | 41 |
| Latente Steuern | ||
| Anpassung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge | -241 | -227 |
| Aus temporären Differenzen | -65 | 198 |
| Wechselkursunterschiede | -20 | 29 |
| Summe latente Steuern | -326 | 0 |
| Gesamtsumme Ertragsteuern | -277 | 41 |
Aufgrund ihrer steuerlichen Verlustvorträge muss die Artnet Corp. nur die Mindestkörperschaftsteuer in den USA zahlen.
Latente Steueransprüche
Latente Steuern werden auf die temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode (Asset and Liability Method) gebildet. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden auf Basis der erwarteten Steuersätze bewertet, die im Zeitpunkt des Ausgleichs der temporären Differenzen voraussichtlich Geltung haben werden. Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, für welches die abzugsfähigen temporären Differenzen, ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge und ungenutzten Steuergutschriften genutzt werden können.
Latente Ertragsteueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Verrechnung tatsächlicher Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde entweder für das gleiche steuerpflichtige Unternehmen oder für ein anderes steuerpflichtiges Unternehmen erhoben werden, und zwar dann, wenn die Absicht besteht, die Salden auf Nettobasis auszugleichen.
Zum Bilanzstichtag 2017 bestehen bei der Artnet Corp. steuerliche Verlustvorträge für Federal Tax in Höhe von insgesamt 19,4 Mio. EUR (23,3 Mio. USD) und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 23,7 Mio. EUR (28,5 Mio. USD) für State Tax des Bundesstaates New York, die zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen zur Verfügung stehen. Zum 31. Dezember 2016 betrugen diese steuerlichen Verlustvorträge 23,5 Mio. EUR (24,7 Mio. USD) bzw. 28,4 Mio. EUR (29,9 Mio. USD). Im Geschäftsjahr 2017 wurden die Verlustvorträge der Artnet Corp. durch die Erzielung eines steuerlichen Gewinns in Höhe von 1,5 Mio. USD bzw. 1,1 Mio. USD genutzt. Für die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corp. wurden in der Konzernbilanz nach Abzug passiver latenter Steuern latente Steueransprüche in Höhe von 1.001 TEUR (2016: 840 TEUR) erfasst. Der Anstieg der latenten Steueransprüche um 161 TEUR ist insbesondere auf die Stabilisierung der steuerlichen Ergebnisse in den vergangenen Jahren sowie einen verbesserten Ausblick auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse zurückzuführen. Aufgrund der am 22. Dezember 2017 in Kraft getretenen Steuerreform in den USA wurde der zur Bewertung der latenten Steuern verwendete Steuersatz von 43 % auf 32 % gesenkt, dem ab 2018 gültigen durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz der Artnet Corp. Die Berechnung der latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge beruht auf einem dreijährigen Planungszeitraum. Die die Federal Tax betreffenden steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corp. können über einen Zeitraum von 20 Jahren genutzt werden und verfallen im Jahr 2019 in Höhe von 4,1 Mio. EUR (4,9 Mio. USD), im Jahr 2020 in Höhe von EUR 12,3 Mio. EUR (14,7 Mio. USD) und im Jahr 2021 in Höhe von 2,1 Mio. EUR (2,6 Mio. USD). Die die State Tax des Bundesstaates New York betreffenden steuerlichen Verlustvorträge verfallen erst ab dem Jahr 2035.
Die artnet AG verfügt zur Verrechnung mit der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer über zusätzliche steuerliche Verlustvorträge in einer Gesamthöhe von 36,2 Mio. EUR (2016: 35,6 Mio. EUR). In der derzeitigen Organisationsstruktur des artnet-Konzerns können diese steuerlichen Verlustvorträge nach deutschem Steuerrecht nicht genutzt werden.
Insgesamt betreffen die aktiven und passiven latenten Steuern temporäre Differenzen aus folgenden Bilanzposten bzw. die steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corp.:
| Latente Steuern 31.12.2017 TEUR |
Latente Steuern 31.12.2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Steuerliche Verlustvorträge | 1.102 | 1.030 |
| Anlagevermögen | -135 | -198 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 34 | 8 |
| Summe | 1.001 | 840 |
Steuerüberleitungsrechnung
In der nachfolgenden Darstellung wird der erwartete Ertragsteueraufwand/-ertrag auf den im Konzernabschluss ausgewiesenen Ertragsteueraufwand/-ertrag übergeleitet.
Bei dem verwendeten Steuersatz von 43 % (2016: 43 %) handelt es sich um den in 2017 noch gültigen durchschnittlichen Ertragsteuersatz der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corp., da diese das steuerpflichtige Einkommen der Konzerngesellschaften erwirtschaftet.
| 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Steuern | 419 | 674 |
| Erwarteter Ertragsteueraufwand/-ertrag - Steuersatz 43 % | 180 | 290 |
| Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und sonstige Effekte | 132 | 152 |
| Ansatz aktiver latenter Steuern auf in Vorjahren entstandene Verlustvorträge | -450 | 0 |
| Effekt aus der Steuersatzanpassung in den USA | 116 | 0 |
| Verringerung des laufenden Steueraufwands aufgrund der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge in den USA | -571 | -776 |
| Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Deutschland und den USA | 316 | 375 |
| Ertragsteueraufwand/-ertrag laut Konzern-Gesamtergebnisrechnung | -277 | 41 |
9. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen in der Regel offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten. Das durchschnittliche Zahlungsziel für Verbindlichkeiten beträgt 30 Tage. Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
10. Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten
Die abgegrenzten Schulden und sonstigen Verbindlichkeiten entwickelten sich in den angegebenen Geschäftsjahren wie folgt:
| 31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Bonuszahlungen | 462 | 111 |
| Ausstehende Rechnungen | 359 | 291 |
| 401(k)-Zahlungen (Altersvorsorge in den USA) | 114 | 116 |
| Resturlaub | 28 | 15 |
| Steuern und Sozialabgaben | 21 | 3 |
| Sonstiges | 73 | 68 |
| Summe | 1.057 | 604 |
11. Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat, es also wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung dieser Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages möglich ist.
Die Rückstellungen in Höhe von 895 TEUR (2016: 850 TEUR) wurden für mögliche Schadenersatzzahlungen aus der Verletzung von Urheberrechten gebildet, die das Pariser Berufungsgericht im März 2015 in zweiter Instanz einem französischen Fotografen zugesprochen hatte. Die Höhe der Rückstellungen spiegelte das Risiko wieder, dem artnet unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen ausgesetzt ist, und berücksichtigt den gesamten vermeintlichen Schadenersatzanspruch des Fotografen zuzüglich dessen Verzinsung.
artnet nutzt sämtliche Handlungsoptionen, um die etwaige Vollstreckung des französischen Urteils in Deutschland und den USA zu unterbinden und versucht parallel eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen.
Die Rückstellung deckt bereits das dem Verfahren innewohnende maximale Risiko ab. Unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen geht artnet nicht von einem vollständigen Zahlungsabfluss für diese Rückstellungen im Geschäftsjahr 2018 aus.
12. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
Zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden die im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses gehaltenen Vermögenswerte in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Leasinggegenstandes oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt, sofern dieser Wert niedriger ist. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Dabei wird die Abschreibungsmethode herangezogen, die für vergleichbare erworbene bzw. hergestellte Vermögenswerte Anwendung findet. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird in der Konzernbilanz als Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing erfasst. Mindestleasing-zahlungen werden in Finanzierungskosten und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, so dass ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Schuld entsteht. Bedingte Leasingzahlungen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie entstehen.
Bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing handelt es sich um abgeschlossene Leasing-Vereinbarungen für Server, sonstige Computerausrüstung, Software sowie neue Büro- und Geschäftsausstattung. Am Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit besteht eine Kaufoption für die Artnet Corp. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen unter Verwendung des dem Leasingvertrag zugrunde liegenden Zinssatzes erfasst. Die Überleitung von den Mindestleasingzahlungen zum Barwert ergibt sich wie folgt:
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe TEUR |
< 1 Jahr TEUR |
>1-3 Jahre TEUR |
Summe TEUR |
< 1 Jahr TEUR |
>1-3 Jahre TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Barwert der Mindestleasingzahlungen | 29 | 16 | 12 | 84 | 73 | 12 |
| Zinsanteil | 1 | 1 | 1 | 0,2 | 0,2 | 0 |
| Mindestleasingzahlungen | 30 | 17 | 13 | 85 | 73 | 12 |
Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
13. Abgrenzung Mietincentive
Die langfristigen Verbindlichkeiten aus der Abgrenzung Mietincentive betreffen die über die Laufzeit des Mietvertrags für die in New York angemieteten Geschäftsräume bis April 2023 abzugrenzenden Vorteile aus mietfreien Zeiten zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 199 TEUR (2016: 270 TEUR). In US-Dollar verringerte sich der Abgrenzungsposten planmäßig um 46 TUSD und auf Euro-Basis, bedingt durch Währungskurseffekte, um 71 TEUR.
14. Umsatzabgrenzung und Umsatzrealisierung
Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde, die Höhe des Umsatzes zuverlässig bewertet und mit dem Geldeingang der entsprechenden Forderung gerechnet werden kann. Für Galeriemitgliedschaften und Auktionshaus-Partnerschaften gelten die Umsätze für den Zeitraum als realisiert, in dem artnet seiner vertraglichen Leistungsverpflichtung nachgekommen ist und die entsprechenden Mitglieder- bzw. Partnerseiten erstellt und über die artnet-Website zugänglich gemacht hat. Die Umsatzerfassung erfolgt zu Beginn der jeweiligen Leistungs- bzw. Abrechnungsperiode. Es erfolgt eine monatliche Umsatzabgrenzung. Die Umsätze aus Abonnements für die Preisdatenbank werden nach demselben Schema erfasst. Die Umsätze gelten für den Zeitraum als realisiert, in dem Kunden ein Zugang eingerichtet wurde. Die Umsatzerfassung für Werbeverträge richtet sich nach dem vertraglich vereinbarten Abrechnungsmodus. Es wird zwischen einem pauschalen und einem leistungsabhängigen Abrechnungsmodell unterschieden. Umsätze aus Werbeverträgen mit einem pauschalen Abrechnungsmodell werden analog der Umsätze aus Galeriemitgliedschaften und Abonnements für die Preisdatenbank für den Zeitraum erfasst, in dem die verkauften Werbebanner auf der Website oder in E-Mail-Newslettern geschaltet werden. Die Umsatzerfassung für leistungsabhängige Werbeverträge erfolgt für die Leistungsperiode, nachdem die vereinbarten Leistungsindikatoren ausgewertet und mit den jeweiligen Vertragspartnern abgestimmt wurden. Im Online-Auktionsgeschäft gelten die Käufer- und Verkäuferprovisionen zu dem Zeitpunkt als realisiert, in dem artnet das entsprechende Geschäft erfolgreich vermittelt hat.
Die Umsatzerlöse werden zum Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung abzüglich etwaiger Preisnachlässe, Umsatzsteuer und anderer verkaufsbezogener Steuern bewertet.
Kunden leisten bei bestimmten Verträgen für die von artnet zu erbringenden Leistungen Vorauszahlungen. Die vorausgezahlten Beträge werden periodengerecht erst dann als Umsatzerlöse realisiert, wenn artnet die vereinbarte Leistung erbringt. Zuvor werden sie in dem Passivposten Umsatzabgrenzung erfasst. Die Umsatzabgrenzung belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 1.522 TEUR gegenüber 1.842 TEUR zum Vorjahresstichtag.
15. Eigenkapital
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Genehmigte nennwertlose Stammaktien (rechnerischer Wert EUR 1,00 pro Aktie) | 5.631.067 | 5.631.067 |
| Ausgegebene und voll eingezahlte nennwertlose Stammaktien (rechnerischer Wert EUR 1,00 pro Aktie) | 5.552.986 | 5.552.986 |
| Eigene nennwertlose Stammaktien | 78.081 | 78.081 |
Sämtliche Aktien der artnet AG sind Namensaktien.
Genehmigtes Kapital
Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014).
Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Die Frist für die Ausnutzung des bedingten Kapitals 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation ausgegeben. Bis auf die in 2014 ausgegebenen 75.000 Aktienoptionen sind die Ausübungspreise der gewährten Aktienoptionen bisher noch nicht erreicht worden, so dass bisher noch keine der gewährten Aktienoptionen ausgeübt wurden. In Höhe der 398.907 ausgegebenen Aktienoptionen kann noch eine bedingte Kapitalerhöhung aus dem bedingten Kapital 2009/I bei deren Ausübung erfolgen.
Eigene Aktien
Am 31. Dezember 2017 hielt die artnet AG unverändert zum Vorjahr 78.081 eigene Aktien, was 1,4 % des Grundkapitals entsprach. Das Konzerneigenkapital wird offen um die Anschaffungskosten der von artnet gehaltenen eigenen Aktien gekürzt.
Fremdwährungsausgleichsposten
Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs. Die Währungsunterschiede, die sich seit der Erstkonsolidierung aus der Umrechnung der Vermögens- und Schuldposten zum Stichtagskurs sowie aus der Umrechnung der Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs mit sich verändernden Devisenmittelkursen ergaben, werden erfolgsneutral innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten "Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung" erfasst.
Der Fremdwährungsausgleichsposten enthält auch die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz auf konzerninterne Darlehensforderungen, die als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert werden. Bezüglich der Erläuterung dieser Währungskursunterschiede verweisen wir auf Abschnitt 17 des Konzernanhangs unter Fremdwährungsrisiko.
16. Kapitalmanagement
Die Kapitalstruktur des artnet-Konzerns setzt sich im Wesentlichen aus den kurzfristigen Schulden aus dem laufenden Geschäftsverkehr und dem Eigenkapital zusammen. Das Eigenkapital ist den Aktionären der Muttergesellschaft zuzuordnen und besteht vornehmlich aus ausgegebenen Aktien, der Kapitalrücklage und dem erwirtschafteten kumulierten Konzernergebnis. Für ihre Büroräume hat die Artnet Corp. in 2012 außerdem eine Operating-Leasingvereinbarung mit einer Laufzeit bis 2023 geschlossen. Nahezu die gesamte Geschäftstätigkeit wird derzeit aus den bestehenden Bankguthaben und dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.
17. Finanzinstrumente und Risiken aus Finanzinstrumenten
Kategorien von Finanzinstrumenten
Bei den finanziellen Vermögenswerten des artnet-Konzerns handelt es sich um liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie um hinterlegte Mietsicherheiten. Diese finanziellen Vermögenswerte werden der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet.
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden gemäß IAS 17 zum Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst.
Sowohl die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte als auch die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten stellen eine angemessene Annäherung an den beizulegenden Zeitwert dar. Keine finanziellen Vermögenswerte oder finanziellen Verbindlichkeiten wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 hat der artnetKonzern keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Nettoergebnisse aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
In der nachfolgenden Tabelle sind die Netto-Ergebnisse der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt:
| Netto-Ergebnis 2017 TEUR |
Netto-Ergebnis 2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | -183 | -393 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | -13 | -4 |
| Summe | -196 | -389 |
Die Netto-Ergebnisse enthalten Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung sowie die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen und Forderungsausbuchungen. Im Netto-Ergebnis der finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsaufwendungen von 1 TEUR (2016: 8 TEUR) enthalten. Die übrigen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Zinsaufwendungen betreffen Zinsen auf eine Steuernachzahlung (Commercial Rent Tax) an die Stadt New York.
Ausfallrisiko
Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko, dass eine Gegenpartei ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann und dem Konzern daraus ein finanzieller Verlust entsteht. Die finanziellen Vermögenswerte repräsentieren das maximale Ausfallrisiko des artnet-Konzerns.
Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert in erster Linie aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag enthält Wertberichtigungen auf überfällige Forderungen, die das Management vor allem auf Basis des Alters der Forderungen und des Zahlungsverhaltens der Kunden abschätzt.
Im artnet-Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von am Kunstmarkt teilnehmenden Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, verteilt. Dennoch könnte sich ein weltweiter Konjunkturrückgang negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung des durchschnittlichen Zahlungsziels oder zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. artnet versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem es mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.
Liquiditäts- und Zinsrisiko
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der artnet-Konzern seine finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Ziel ist es daher ausreichend Liquidität zu schaffen, um fällige Verbindlichkeiten fristgerecht begleichen zu können. Dazu ist der artnet-Konzern auf die Generierung eines positiven Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit angewiesen. Das Liquiditätsrisiko wird täglich durch Anwendung einer Abweichungsanalyse vom Ist- zum monatlichen Cash-Bestand laut Liquiditätsplanung neu bewertet. Dadurch kann frühzeitig auf Änderungen des Risikopotenzials reagiert werden. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet das Management mit einem positiven operativen Cashflow vor möglichen Zahlungsverpflichtungen aus dem Urheberrechtsurteil in Frankreich. Der erwartete positive operative Cashflow basiert im Wesentlichen auf geplanten Umsatzsteigerungen. Bei einem Ausbleiben der erwarteten Umsatzsteigerungen könnten geplante Investitionen und Projektentwicklungen verschoben oder ihre Umsetzung zeitlich gestreckt werden.
Im artnet-Konzern sind keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken vorhanden. Der Konzern verfügt über festverzinsliche Finanzierungsleasingverträge in Höhe von 29 TEUR (2016: 84 TEUR). Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten und abgegrenzten Schulden sind unverzinslich.
Die folgende Tabelle zeigt die Brutto-Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten inklusive der zu erwartenden Zinszahlungen:
| 31.12.2017 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Buchwert TEUR |
Brutto-Cashflow TEUR Summe | Brutto-Cashflow TEUR < 1 Jahr | Brutto-Cashflow TEUR >1 Jahr | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | 715 | 715 | 715 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 29 | 30 | 17 | 13 |
| 31.12.2016 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Buchwert TEUR |
Brutto-Cashflow TEUR Summe | Brutto-Cashflow TEUR < 1 Jahr | Brutto-Cashflow TEUR >1 Jahr | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | 639 | 639 | 639 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 84 | 85 | 73 | 12 |
Rückstellungen und abgegrenzte Schulden sind keine Finanzinstrumente und werden daher in der obigen Berechnung des Liquiditätsrisikos nach IFRS 7 nicht betrachtet. Für die kurzfristigen Rückstellungen und abgegrenzten Schulden wird grundsätzlich von einem Abfluss im Geschäftsjahr 2018 ausgegangen. Eine Ausnahme stellt die als kurzfristige Rückstellung ausgewiesene Schadenersatzverpflichtung aus dem Urheberrechtsprozess in Frankreich in Höhe von 895 TEUR (31.12.2016: 850 TEUR) im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen dar. Neben der Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Rechtsmittel zur Vermeidung der Vollstreckung des französischen Urteils versucht artnet eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen. Daher geht artnet entgegen des Ausweises im kurzfristigen Bereich unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen nicht von einem vollständigen Zahlungsabfluss im Geschäftsjahr 2018 für diese Rückstellungen aus.
Marktrisiken - Fremdwährungsrisiko
Marktrisiken bestehen für die Konzerngesellschaften hauptsächlich in Form von Wechselkursrisiken, da die Umsätze zum großen Teil in US-Dollar erwirtschaftet werden, aber ein Teil der Kosten in Euro anfällt.
Der artnet-Konzern steuert die Wechselkursrisiken, indem er die Dienstleistungen für seine europäischen Kunden - soweit möglich - in Euro fakturiert und diese Zahlungseingänge zur Erfüllung seiner auf Euro lautenden Verbindlichkeiten verwendet. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei. Neben dem US-Dollar/Euro-Wechselkursrisiko unterliegt der artnet-Konzern in geringerem Umfang auch dem US-Dollar/ Pfund-Sterling-Wechselkursrisiko. Fremdwährungsrisiken bestehen für den artnet-Konzern zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Euro-Bankbeständen.
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns, die in anderen Währungen als US-Dollar denominiert waren, lauteten am Bilanzstichtag wie folgt:
| Fremdwährung | Finanzielle Vermögenswerte | Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | 521 | 898 | 37 | 42 |
| GBP | 230 | 433 | 2 | 1 |
Zusätzlich bestehen konzerninterne Forderungen auf Euro-Basis bei der Artnet Corp. gegen die artnet AG in Höhe von 1.978 TEUR zum 31. Dezember 2017 (31.12.2016: 2.243 TEUR), aus denen die US-Tochtergesellschaft einem theoretischen Währungskursrisiko ausgesetzt ist, das aber nicht realisiert wird. Um dieses Währungskursrisiko zu minimieren, wandelte die Artnet Corp. im Geschäftsjahr 2015 bestehende konzerninterne Forderungen gegen die artnet AG in Höhe von 1.500 TEUR in ein langfristiges konzerninternes Darlehen um. Eine Tilgung dieser Darlehensforderung ist in absehbarer Zukunft weder geplant noch wahrscheinlich. Die konzerninterne Darlehensforderung wird daher entsprechend IAS 21.15 als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert. Entsprechend wird die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz aus dem auf Euro lautenden Darlehensbetrag zum jeweiligen Abschlussstichtag (inklusive der Zwischenabschlüsse) erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten im Eigenkapital ausgewiesen. Der im Fremdwährungsausgleichsposten erfasste Betrag wird erst dann in die Gewinn-und Verlust-Rechnung umgegliedert, wenn und soweit die Beteiligungsquote vollständig oder teilweise verringert wird.
Im Berichtsjahr 2017 wurde ein Betrag von 196 TEUR aus dem Nettoinvestment eigenkapitalerhöhend (2016: 52 TEUR eigenkapitalmindernd) in den Fremdwährungsausgleichsposten eingestellt. Insgesamt belaufen sich die erfolgsneutral erfassten Beträge zum 31. Dezember 2017 auf 72 TEUR (31.12.2016: 292 TEUR).
Die folgende Tabelle beschreibt die Sensitivität des Konzerns im Fall einer Auf- oder Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und dem Pfund Sterling um jeweils 10 %. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Bilanzstichtag entsprechend einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. In die Darstellung einbezogen ist auch das oben dargestellte Währungskursrisiko aus der konzerninternen Forderung. Eine positive Zahl zeigt einen Anstieg des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals an.
| EUR | EUR | GBP | GBP | |
|---|---|---|---|---|
| USD | 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| gegenüber | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| +10 % | ||||
| Ergebnis | -94 | -137 | -14 | -34 |
| Eigenkapital | 73 | 91 | -2 | -1 |
| -10 % | ||||
| Ergebnis | 115 | 167 | 17 | 41 |
| Eigenkapital | -89 | -111 | 3 | 1 |
Im Vergleich zum Vorjahresstichtag 31. Dezember 2016 (0,95 USD/EUR) hat der US-Dollar zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 (0,833 USD/EUR) gegenüber dem Euro um 12,3 % abgewertet.
Zinsänderungrisiko
Die Finanzierungsleasingverträge des Konzerns sind festverzinslich. Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2017 nicht. Der artnet-Konzern ist somit derzeit keinen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt.
18. Anteilsbasierte Vergütungen
Aktienoptionsprogramm
Die artnet AG hat in den Jahren 2009, 2010 und 2014 an Führungskräfte und bestimmte Mitarbeiter der Artnet Corp. Aktienoptionen auf die Aktien der artnet AG ausgegeben. Diese Aktienoptionen wurden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung bewertet. Der zum Gewährungszeitpunkt ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich des Zeitwerts der zum Gewährungszeitpunkt erhaltenen Gegenleistungen wurde über die Sperrfrist (Vesting Period) als Aufwand verteilt. Zugrunde gelegt wurde die geschätzte Anzahl der Aktienoptionen, die ausübbar wurden. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wurde anhand des Binomial-Modells ermittelt.
Das am 14. Juli 2014 ausgelaufene bedingte Kapital 2009/I diente als Grundlage für das ebenfalls von der Hauptversammlung am 15. Juli 2009 beschlossene Aktienoptionsprogramm (Aktienoptionsprogramm 2009) und umfasste 560.000 Stammaktien mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00.
In den Jahren 2009 und 2010 sowie 2014 wurden an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. folgende Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2009 gewährt:
| Optionen | |||
|---|---|---|---|
| 2014 | 2010 | 2009 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Anzahl gewährter Optionen | 75.000 | 130.000 | 193.907 |
| Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (EUR) | 2,70 | 5,03 | 5,02 |
| Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) | 2,64 | 5,13 | 4,66 |
| Gewichtetes durchschnittliches Erfolgsziel (EUR) | 2,90 | 5,64 | 5,13 |
| Durchschnittliche Laufzeit (Jahre) | 10 | 10 | 10 |
| Risikofreier Zinssatz (%) | 0,59 | 1,27 | 3,40 |
| Erwartete durchschnittliche Volatilität (%) | 65 | 70 | 55 |
| Erwartete Dividendenrendite | - | - | - |
| Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt (EUR) | 1,90 | 3,18 | 3,89 |
| Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt insgesamt (EUR) | 142.500 | 413.400 | 754.298 |
Die Anzahl der ausstehenden Optionen blieb im Geschäftsjahr 2017 mit 398.907 konstant zum Vorjahr. Wie im Vorjahr sind die ausstehenden Optionen aus den Jahren 2009 und 2010 nicht ausübbar, da der Börsenkurs der artnet-Aktien deutlich unterhalb der jeweiligen Ausübungspreise liegt. Die im Berichtsjahr 2014 ausgegebenen Aktienoptionen sind seit dem 31. März 2016 ausübbar. Im Berichtsjahr 2017 wurde keine dieser Optionen ausgeübt. Die am 31. Dezember 2017 ausstehenden Optionen hatten eine gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit von 2,91 Jahren (31.12.2016: 3,91 Jahre).
Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wurde in den Jahren 2009, 2010 und 2014 für den Tag der Optionsgewährung auf Basis des Binomial-Modells unter Zugrundelegung der in der obigen Tabelle angegebenen Annahmen berechnet. Der Aufwand für die gewährten Aktienoptionen wurde in den Geschäftsjahren bis 2016 vollständig erfasst.
Die Optionen können erstmals nach Ablauf von zwei Jahren, beginnend mit dem Ablauf des Zuteilungstages und dann bis zum Ende ihrer Laufzeit, ausgeübt werden; sie verfallen zehn Jahre nach ihrer Gewährung. Bezugsrechte dürfen nicht ausgeübt werden in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Quartalsende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und nicht in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Geschäftsjahresende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres.
Der Plan sieht des Weiteren vor, dass ein Bezugsrecht nur ausgeübt werden kann, wenn der Börsenschlusskurs, der vor dem Tag der beabsichtigten Ausübung der Option festgestellt wurde, den Ausübungspreis um mindestens zehn Prozent übersteigt. Ist das Erfolgsziel einmal erreicht, können die Optionen unabhängig von der weiteren Kursentwicklung der artnet-Aktie während ihrer Laufzeit in den Ausübungszeiträumen ausgeübt werden.
Stock Appreciation Rights (SAR)
Im Geschäftsjahr 2015 hat die Artnet Corp. für bestimmte Führungskräfte ein Programm für Aktien-Wertsteigerungsrechte ("Stock Appreciation Rights Program") aufgelegt. Im Rahmen dieses Programms erhielten partizipierende Mitarbeiter eine bestimmte Anzahl an Rechten, über die sie von Kurssteigerungen der Aktien der artnet AG profitieren konnten. Die Partizipationsrechte gewähren ausschließlich einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der artnet AG.
Am 18. Mai 2017 teilte der am Programm teilnehmende Mitarbeiter dem Konzern mit, alle am 31. März 2015 gewährten 35.000 Aktien-Wertsteigerungsrechte ausüben zu wollen. Der Zeitwert wurde auf 3,50 EUR je SAR angesetzt. Die Kursdifferenz zwischen dem Ausübungspreis von 2,09 EUR und dem Zeitwert von 3,50 EUR entspricht 1,41 EUR. Die gesamte Barzahlung belief sich auf 49 TEUR für 35.000 Aktien-Wertsteigerungsrechte, so dass die in den Vorjahren erfasste Verbindlichkeit von 54 TEUR nicht vollständig in Anspruch genommen wurde. Es existieren keine weiteren ausstehenden Aktien-Wertsteigerungsrechte aus dem im Jahr 2015 gestarteten "Stock Appreciation Rights Program" und es wurde seitdem kein weiteres Aktien-Wertsteigerungsprogramm aufgesetzt.
19. Personalaufwendungen
In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind die Personalaufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche für die angegebenen Geschäftsjahre in den folgenden Aufwandskategorien erfasst:
| Personalaufwendungen nach Aufwandskategorie | 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 4.623 | 3.954 |
| Vertrieb und Marketing | 3.746 | 3.051 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 1.636 | 1.741 |
| Produktentwicklung | 1.975 | 2.573 |
| Summe Personalaufwendungen | 11.981 | 11.319 |
Die Personalaufwendungen stiegen in der operativen Währung des Konzerns, dem US-Dollar, um 8 % auf 13.504 TUSD (2016: 12.524 TUSD). In der Berichtswährung Euro stiegen sie wechselkursbedingt um 6 %.
Die Personalkosten umfassen in den Geschäftsjahren 2017 bzw. 2016 Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 1.264 TEUR bzw. 1.207 TEUR sowie 401(k)-Aufwendungen (Altersvorsorge) in Höhe von 103 TEUR bzw. 119 TEUR.
Durchschnittlich beschäftigte der Konzern im Geschäftsjahr 2017 117 Vollzeitmitarbeiter, verglichen mit 113 Mitarbeitern im Vorjahr. Darüber hinaus waren 2017 fünf Mitarbeiter in Teilzeit für den artnet-Konzern tätig, nach zwei Mitarbeitern im Jahr 2016. Im Vertrieb und in sonstigen Bereichen beschäftigte der Konzern sechs freie Mitarbeiter gegenüber neun Mitarbeitern im Vorjahr.
Unter Berücksichtigung der Teilzeitkräfte und der freien Mitarbeiter beschäftigte artnet 2017 und 2016 im Monatsdurchschnitt 128 bzw. 124 Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind folgenden Aufwandskategorien zuzuordnen:
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 65 | 58 |
| Vertrieb und Marketing | 37 | 34 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 13 | 14 |
| Produktentwicklung | 13 | 18 |
| Summe | 128 | 124 |
20. Beitragsorientierte Altersvorsorgepläne
Die Tochtergesellschaft Artnet Corp. bietet allen berechtigten Mitarbeitern einen beitragsorientierten Altersvorsorgeplan an, der die Voraussetzungen der Section 401(k) des Internal Revenue Code der USA erfüllt. Zuschüsse der Artnet Corp. für diesen Plan werden als Aufwand erfasst. Das Vermögen des Plans wird getrennt vom Vermögen der Artnet Corp. in einem Fonds unter Treuhänderkontrolle gehalten. Teilnehmende Mitarbeiter können innerhalb des gesetzlichen Rahmens bis zu 100 % ihres Jahreseinkommens einbringen. Die Artnet Corp. leistet jedes Jahr einen entsprechenden Zuschuss. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 betrug der Zuschuss der Gesellschaft 103 TEUR bzw. 119 TEUR.
21. Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr in Umlauf befindlichen Stammaktien.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich in derselben Weise wie das unverwässerte Ergebnis je Aktie, mit dem Unterschied, dass sich die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Stammaktien um die Anzahl der Aktien aus potenziellen Optionsausübungen erhöht.
Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie beruht auf den folgenden Daten:
| 2017 EUR |
2016 EUR |
|
|---|---|---|
| Zähler (Ergebnis): Konzernergebnis des Geschäftsjahres | 695.345 | 633.207 |
| Nenner (Anzahl der Aktien): Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie (ausgegeben und voll eingezahlt) | 5.552.986 | 5.552.986 |
| Auswirkungen der potenziell verwässernden Aktien aus Aktienoptionen | 18.266 | - |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie | 5.571.252 | 5.552.986 |
Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der gewährten Aktienoptionen (4,43 EUR) übersteigt den durchschnittlichen Aktienkurs im Jahr 2017 (3,49 EUR) mit Ausnahme der im Jahr 2014 gewährten Aktienoptionen mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 2,64 EUR. Für die in 2014 ausgegebenen Aktienoptionen wurde daher ein Verwässerungseffekt von 18.266 Aktien nach der "treasury-stock"-Methode berechnet. Das Ergebnis je Aktie auf unverwässerter bzw. verwässerter Basis beträgt 0,13 EUR bzw. 0,12 EUR.
22. Sonstige Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Betriebsergebnis
Das ausgewiesene Betriebsergebnis ergibt sich nach Abzug der folgenden betrieblichen Aufwendungen:
| 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen | 410 | 358 |
| Personalkosten | 11.981 | 11.319 |
Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als Teil der Umsatzkosten erfasst. Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist in den Abschnitten 6 und 7 des Konzernanhangs dargestellt.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis enthält den Zinsaufwand für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 1 TEUR (2016: 1 TEUR) und in 2017 im Wesentlichen den Zinsaufwand von 35 TEUR aufgrund der Nachzahlung von Commercial Rent Tax an New York City. Im Geschäftsjahr 2016 beinhaltete das Finanzergebnis den Zinsaufwand für das im Vorjahr getilgte Gesellschafterdarlehen in Höhe von 7 TEUR.
Sonstige Erträge und Aufwendungen
Im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich die in diesem Posten der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen realisierten und unrealisierten Währungskursgewinne auf 130 TEUR (2016 Währungskursverluste: 111 TEUR).
Aufgrund der wesentlichen Höhe gesondert in der Gesamtergebnisrechnung für 2016 ausgewiesen wurde der Ertrag in Höhe von 150 TEUR aus der Auflösung der Rückstellung, die für die in 2016 abgewiesene Klage eines Fotografen in Deutschland gebildet worden war.
23. Segmentberichterstattung
Der Konzern berichtet über die Geschäftssegmente in gleicher Form, wie er diese Informationen entsprechend dem internen Berichtswesen an die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat weiterleitet.
Die Berichterstattung des Konzerns bezieht sich jetzt auf die folgenden vier Segmente:
| ― | Das Segment artnet Galerien präsentiert die zum Verkauf stehenden Kunstwerke der Mitgliedsgalerien und der Auktionshaus-Partner im Internet. |
| ― | Das Segment artnet Price Database umfasst alle datenbankbezogenen Produkte. Hierzu gehören die artnet Price Database Fine Art and Design und die artnet Price Database Decorative Art sowie die darauf aufbauenden Produkte artnet Market Alerts und artnet Analytics. |
| ― | Das Segment artnet Auctions stellt eine Internetplattform zum Kauf und Verkauf von Kunstwerken zur Verfügung. |
| ― | Das Segment artnet News umfasst den 24-Stunden-Nachrichtenservice für Kunst. Auf der Onlineplattform news. artnet.com wird über Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts berichtet. |
Die Segmentberichterstattung erfolgt in Form einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. In der ersten Stufe wird die Differenz aus den erzielten Erlösen und den einem Segment direkt zuzurechnenden variablen Kosten ermittelt (DB I). In einem zweiten Schritt werden variable indirekte Kosten, die nicht direkt einem Segment zuzuordnen sind, mittels eines Allokationsschlüssels den einzelnen Segmenten zugeordnet und vom DB I abgezogen. Bei dem auf dieser Ebene ermittelten Deckungsbeitrag (DB II) handelt es sich um den Betrag, der pro Segment zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht.
Die Steuerung der einzelnen Segmente durch das Management erfolgt auf Basis des Deckungsbeitrages II (Umsatzerlöse abzüglich direkter und indirekter variabler Kosten), der daher im Folgenden als Segmentergebnis dargestellt wird. Nicht direkt zurechenbare Aufwendungen werden den berichtspflichtigen Segmenten im Wesentlichen auf der Grundlage von Mitarbeiterzahl und Umsatzerlösen je berichtspflichtiges Segment zugerechnet. Die Darstellung der Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend der internen Kommunikation ausschließlich auf US-Dollar-Basis.
Um die Segmentberichterstattung weiter zu verbessern, wurden ab Januar 2017 die Aufwendungen für indirektes Marketing gleichmäßig auf alle Segment verteilt. Außerdem werden die Wertberichtigungsaufwendungen für Forderungen dem jeweiligen Segment zugeordnet und nicht mehr entsprechend der Umsatzerlöse allokiert. Das Management erwartet von dieser Veränderung ein aussagekräftigeres Bild der Profitabilität der einzelnen Segmente.
Eine Bewertung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten je berichtspflichtiges Segment wird dem Management nicht zur Verfügung gestellt und daher nicht berichtet.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Umsatzerlöse und Deckungsbeiträge II der Segmente im Vorjahresvergleich:
| 2017 Umsatzerlöse TUSD |
2016 Umsatzerlöse TUSD |
|
|---|---|---|
| artnet Galerien | 6.147 | 6.492 |
| artnet Price Database | 7.829 | 7.600 |
| artnet Auctions | 4.051 | 3.205 |
| artnet News | 2.742 | 1.940 |
| Summe | 20.769 | 19.237 |
| 2017 Deckungsbeitrag II TUSD |
2016 Deckungsbeitrag II TUSD |
|
|---|---|---|
| artnet Galerien | 2.996 | 3.551 |
| artnet Price Database | 4.313 | 4.682 |
| artnet Auctions | -199 | -140 |
| artnet News | -8 | -601 |
| Summe | 7.102 | 7.491 |
Wie oben beschrieben, wurde ab Januar 2017 die Allokation der indirekten Marketingaufwendungen und der Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen angepasst. Um die Vergleichbarkeit zum Vorjahr zu gewährleisten, wurden die Angaben für den Deckungsbeitrag II für das Geschäftsjahr 2016 hinsichtlich dieser Neuerung rückwirkend angepasst. Durch diese rückwirkende Änderung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 erhöhten sich die Deckungsbeiträge II des Segments artnet Galerie von 3.466 TUSD auf 3.551 TUSD und des Segments Price Database von 4.480 TUSD auf 4.682 TUSD. Die Deckungsbeiträge II des Segments artnet Auctions gingen von -64 TUSD auf -140 TUSD und des Segments artnet News von -391 TUSD auf -601 TUSD zurück.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung des Deckungsbeitrags II zum Betriebsergebnis in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung dar:
| Überleitung vom Deckungsbeitrag II der Segmente zum operativen Ergebnis | 2017 TUSD |
2016 TUSD |
|---|---|---|
| Deckungsbeitrag II der Segmente | 7.102 | 7.491 |
| Fixkosten aus Umsatzkosten | ||
| Davon aus Abschreibungen 463 TEUR (Vorjahr: 403 TEUR) | 2.328 | 2.246 |
| Fixkosten aus den allgemeinen Verwaltungskosten | 3.821 | 3.966 |
| Fixkosten aus Produktentwicklung | 546 | 566 |
| Betriebsergebnis | 407 | 713 |
Die Werbeeinnahmen werden in der Segmentergebnisrechnung den Segmenten zugeordnet, auf deren Seiten die Werbebanner geschaltet wurden. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung der Umsatzerlöse lt. Gesamtergebnisrechnung zu den in der ausgewiesenen Segmentergebnisrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen dar:
| 2017 | 2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse lt. Gesamtergebnis- rechnung TUSD |
Verteilung Werbeeinnahmen auf die Segmente TUSD |
Umsatzerlöse Segmente TUSD |
Umsatzerlöse lt. Gesamtergebnis- rechnung TUSD |
Verteilung Werbeeinnahmen auf die Segmente TUSD |
Umsatzerlöse Segmente TUSD |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmente | ||||||
| artnet Galerien | 5.162 | 985 | 6.147 | 5.257 | 1.235 | 6.492 |
| artnet Price Database | 7.445 | 384 | 7.829 | 7.254 | 346 | 7.600 |
| artnet Auctions | 4.040 | 11 | 4.051 | 3.195 | 10 | 3.205 |
| artnet News | - | 2.742 | 2.742 | - | 1.940 | 1.940 |
| Verteilte Werbeeinahmen | 4.122 | -4.122 | - | 3.531 | -3.531 | - |
| Summe | 20.769 | - | 20.769 | 19.237 | - | 19.237 |
Während die nachfolgend dargestellten Wertberichtigungen auf Forderungen als nicht zahlungswirksame Aufwendungen die einzelnen Segmentergebnisse beeinflussen, wird die Zuordnung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Segmente lediglich regelmäßig an den Vorstand berichtet:
| 2017 | 2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| TUSD | Planmäßige Abschreibungen | Wertberichtigungen auf Forderungen | Planmäßige Abschreibungen | Wertberichtigungen auf Forderungen |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| artnet Galerien | 126 | 94 | 121 | 81 |
| artnet Price Database | 148 | 94 | 126 | 81 |
| artnet Auctions | 122 | 204 | 96 | 128 |
| artnet News | 67 | - | 61 | - |
| Summe | 463 | 392 | 403 | 290 |
24. Aufteilung nach geografischen Regionen
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns wird hauptsächlich in den USA ausgeübt und dort von der Tochtergesellschaft Artnet Corp. repräsentiert.
Die folgende Tabelle gliedert die Umsatzerlöse des Konzerns nach geografischen Märkten:
| Umsatzerlöse | 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|---|---|---|
| USA | 10.427 | 9.939 |
| Europa | 6.014 | 5.651 |
| Sonstige | 1.985 | 1.796 |
| Summe | 18.426 | 17.386 |
Nahezu alle Vermögenswerte des Konzerns einschließlich der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte befinden sich in den USA.
Die planmäßigen Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 410 TEUR entfallen wie im Vorjahr ebenfalls nahezu ausschließlich auf Vermögenswerte in den USA (2016: 358 TEUR).
25. Operating-Leasingvereinbarungen
Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden in der Gesamtergebnisrechnung als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Gleiches gilt für erhaltene Anreizzahlungen, um ein Operating-Leasingverhältnis abzuschließen.
Die Artnet Corp. hat ihre Büroräume in New York im Rahmen unkündbarer Mietverträge (Operating-Leasing) mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2023 angemietet.
Für die Büroräume in Berlin hat der Konzern 2015 eine Mietlaufzeit von zwei Jahren vereinbart. Der Mietvertrag enthält die Option zur Verlängerung des Mietvertrages um ein weiteres Jahr. artnet UK Ltd. mietet sein Büro in London im Rahmen eines jederzeit kurzfristig kündbaren Mietvertrages an.
Aus den bestehenden Mietvereinbarungen ergeben sich zum 31. Dezember 2017 und 2016 die nachstehenden erwarteten Mindestmietzahlungen:
| Mietzahlungen | 31.12.2017 TEUR |
31.12.2016 TEUR |
|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 855 | 937 |
| 2 bis 5 Jahre | 3.486 | 3.878 |
| > 5 Jahre | 305 | 1.377 |
| Summe | 4.646 | 6.193 |
Der Mietaufwand des Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf 887 TEUR und im Vorjahr auf 874 TEUR.
26. Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des artnet-Konzerns im Geschäftsjahr 2017 auf 71 TEUR und im Vorjahr auf 63 TEUR. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 für sonstige Leistungen 18 TEUR bzw. 19 TEUR in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2017 bzw. 2016 als Aufwand erfasst.
27. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Geschäftsvorfälle zwischen der artnet AG und ihren Tochtergesellschaften, bei denen es sich um nahestehende Unternehmen handelt, wurden bei der Konsolidierung eliminiert und werden in diesem Anhang nicht näher erläutert.
Vorstand
Herr Jacob Pabst ist Alleinvorstand der artnet AG und der Artnet Corp.
In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 erhielt Herr Jacob Pabst von der Artnet Corp. eine Vorstandsvergütung in folgender Höhe:
| 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Fixum | 322 | 316 |
| Wert zusätzlicher Leistungen (Krankenversicherung) | 12 | 12 |
| Fixe Vergütungskomponenten | 334 | 328 |
| Bonus (variable Vergütung) | 33 | - |
| Summe | 367 | 328 |
Aufsichtsrat
Aufsichtsratsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2017 die folgenden Personen:
| ― | Hans Neuendorf, Berlin, Deutschland, Vorsitzender seit 10. Mai 2017, vorher stellvertretender Vorsitzender |
| ― | Andreas Langenscheidt, München, Deutschland, Vorsitzender bis 10. Mai 2017 |
| ― | Dr. Bernhard Heiss, München, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender seit 10. Mai 2017, vorher Mitglied |
| ― | Dr. Kilian Jay von Seldeneck, Berlin, Deutschland, Mitglied seit 10. Mai 2017 |
Aktienbesitz von Aufsichtsratsmitgliedern
Herr Dr. Bernhard Heiss hält 689.889 Aktien der artnet AG.
Herr Dr. Kilian Jay von Seldeneck hält 1.000 Aktien der artnet AG.
An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 Vergütungen in folgender Höhe gezahlt:
| 2017 TEUR |
2016 TEUR |
|
|---|---|---|
| Hans Neuendorf | 45,5 | 38 |
| Andreas Langenscheidt | 18,0 | 23 |
| Dr. Bernhard Heiss | 33,0 | 12 |
| Dr. Kilian Jay von Seldeneck | 16,0 | - |
| John D. Hushon | - | 38 |
| Piroschka Dossi | - | 19 |
| Summe | 112,5 | 129 |
Der Vergütungsbericht im Konzernlagebericht fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrates der artnet AG Anwendung finden. Darüber hinaus erläutert der Vergütungsbericht die Höhe sowie Struktur der an die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gezahlten Vergütungen.
Sonstige Transaktionen mit nahe stehenden Personen
Im Geschäftsjahr 2017 veräußerte Herr Hans Neuendorf keine Kunstwerke über die Auktionsplattform artnet Auctions. Im Laufe des Geschäftsjahres 2016 veräußerte Herr Hans Neuendorf ein Kunstwerk über die Auktionsplattform artnet Auctions. Für diesen Verkauf ist gemäß der zum Verkaufszeitpunkt gültigen Geschäftsbedingungen keine Verkäuferprovision angefallen, da der Wert des Gemäldes mehr als 10 TUSD betrug.
Der Restbetrag des 2013 von Herrn Hans Neuendorf an die Gesellschaft gewährten Darlehens in Höhe von 294 TEUR wurde bis zum Oktober 2016 vollständig zurückgezahlt. Das Darlehen war zu günstigeren als den marktüblichen Konditionen und variabler Verzinsung (30-Day-LIBOR plus 200 Basispunkte) mit einer Mindestverzinsung von 4 % pro Jahr gewährt worden. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2016 Zinsen in Höhe von 7 TEUR im Aufwand erfasst.
Für in Beziehung zu Herrn Hans Neuendorf (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Herrn Jacob Pabst (Vorstand) nahestehende Personen wurden in 2017 251 TEUR und in 2016 173 TEUR im Rahmen von Dienstverhältnissen erbrachte Arbeits- und Beratungsleistungen zu marktüblichen Konditionen als Aufwand erfasst.
Am 16. Januar 2017 schloss die Artnet Corp. ein Beratervertrag mit der Galerie Neuendorf AG für zunächst sechs Monate, welcher bis zum 31. Juli 2018 verlängert worden ist. Hans Neuendorf ist Vorstand der Galerie Neuendorf AG und erbringt auf Grundlage dieses Vertrages laufende strategische Beratungsleistungen für die weitere Entwicklung und das Wachstum des Konzerns. Im Berichtsjahr betrug die Vergütung 334 TEUR.
28. Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung
Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss das Management Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen erfolgen nach bestem Wissen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen.
Insbesondere die folgenden Bilanzierungsmethoden sind von Schätzungen und Ermessensausübungen der Geschäftsführung wesentlich betroffen:
Aktive latente Steuern
Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für die Erfassung latenter Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen latenten Steueransprüche könnten sich verringern, falls die Einschätzung der voraussichtlichen steuerlichen Gewinne gesenkt werden müsste oder die steuerlichen Verlustvorträge vor der geplanten Nutzung verfallen würden.
Aktivierung der Website-Entwicklungskosten
Die Aktivierung der Website-Entwicklungskosten betrifft neue Produkte und wesentliche Erweiterungen oder Verbesserungen der Website, von denen der Konzern annimmt, dass sie künftig zu zusätzlichen Umsatzerlösen oder Kosteneinsparungen führen werden. Die Prognosen für die Umsatz- und Kostenauswirkungen der neuen Produkte und Entwicklungsprojekte beruhen auf den besten Schätzungen zum Bewertungszeitpunkt. Die tatsächlichen Beträge können jedoch von den Prognosen abweichen.
Rückstellungen
Basierend auf vernünftigen Schätzungen werden Rückstellungen für mögliche Auswirkungen rechtlicher Sachverhalte gebildet. Bei der Beurteilung wird auch auf die Einschätzung lokaler externer Sachverständiger wie Anwälte oder Steuerberater zurückgegriffen. Etwaige Unterschiede zwischen der ursprünglichen Einschätzung und dem tatsächlichen Ausgang können in der jeweiligen Periode Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Für die kurzfristigen Rückstellungen wird grundsätzlich von einem Abfluss im Geschäftsjahr 2018 ausgegangen. Eine Ausnahme ist die in den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesene Rückstellung für die Verurteilung zu einer Schadenersatzzahlung in Frankreich inklusive Verzinsung in Höhe von 895 TEUR (2017: 850 TEUR) im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen. Neben der Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Rechtsmittel zur Vermeidung der Vollstreckung des französischen Urteils versucht artnet eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen. Daher geht artnet entgegen des Ausweises im kurzfristigen Bereich unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen nicht von einem vollständigen Zahlungsabfluss im Geschäftsjahr 2018 für diese Rückstellungen aus. Es bestehen wesentliche Schätzunsicherheiten bezüglich der Frage, wann und in welcher Höhe ein Zahlungsabfluss in diesem Zusammenhang erfolgen könnte.
29. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 bis zum 20. März 2018 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
30. Mitteilungen nach WpHG
Nach § 21 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen auf ihrer Investor-Relations-Website unter http://www.artnet.de/investor-relations/stimmrechtsmitteilungen veröffentlicht.
| Mitteilung vom: | Mitteilungs- pflichtiger (Vollständige Kette der Tochter- unternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen): |
+ = Über- schreitung - = Unter- schreitung |
Melde- schwelle(n) % |
Datum der Schwellen- berührung |
Stimm- rechte % |
Stimmrechte direkt (§21 WpHG) | Stimmrechte zugerechnet (§22 WpHG) | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 06.04.2017 | Dr. Bernhard Heiss | + | 5 | 01.04.2017 | 9,49 | 534.137 | 0 | Außerbörslicher Kauf von insgesamt 448.289 Aktien, von denen 155.752 Aktien den Abwicklungsprozess verzögerten (Transfer von Aktien aus einem anderen europäischen Land). |
| 06.04.2017 | Dr. Bernhard Heiss | + | 10 | 06.04.2017 | 12,25 | 689.889 | 0 | |
| 06.04.2017 | Hans-Herbert Döbert | + | 10 | 06.04.2017 | 0 | 0 | 0 | |
| 10.04.2017 | Hans-Herbert Döbert | - | 3, 5 | 01.04.2017 | 2,77 | 155.752 | 0 | Korrektur einer am 06.04.2017 veröffentlichten Stimmrechts- mitteilung |
| 03.05.2017 | Rüdiger K. Weng | + | 3 | 02.05.2017 | 3,02 | 170.100 | 0 | |
| 02.06.2017 | Hans Reinhard Neuendorf | - | 3, 5, 10, 15, 20 | 10.10.2016 | 0 | 0 | 0 | Keine Zuordnung aufgrund dominanten Einflusses |
Berlin, den 20. März 2018
artnet AG
Jacob Pabst, Vorstand
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die artnet AG, Berlin
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der artnet AG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern oder artnet) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der artnet AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die auf der Internetseite des Konzern veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB, auf die im Konzernlagebericht verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der auf der Internetseite des Konzerns veröffentlichten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB, auf die im Konzernlagebericht verwiesen wird. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar.
1) Umsatzerlösrealisation und Periodenabgrenzung
2) Latente Steuern auf Verlustvorträge
3) Aktivierung von Entwicklungskosten
Zu 1) Umsatzerlösrealisation und Periodenabgrenzung
a) Das Risiko für den Abschluss
Für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 weist der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 20.769 TUSD (18.426 TEUR) aus. Zudem werden zum 31. Dezember 2017 erhaltene Zahlungen in Höhe von 1.826 TUSD (1.522 TEUR) als Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung passiviert. artnet bietet insbesondere Verträge für kunstmarktbezogene IT-Dienstleistungen mit unterschiedlichen Laufzeiten an, für die Kunden regelmäßig Vorauszahlungen leisten. Zudem erzielt der Konzern Umsatzerlöse aus der Vermittlung von Verträgen über den Kauf von Kunstwerken sowie durch das Veröffentlichen von Werbung auf den Internetseiten des Konzerns.
Die Angaben der Gesellschaft zur Umsatzrealisation und Periodenabgrenzung sind in der Textziffer "14. Umsatzabgrenzung und Umsatzrealisierung" im Konzernanhang sowie in den Abschnitten "Ertragslage" und "Umsatzentwicklung" im Wirtschaftsbericht des Konzernlageberichts enthalten.
Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfasst. Bei den Dienstleistungsverträgen realisiert der Konzern die Umsatzerlöse linear über die Laufzeit der jeweiligen Verträge, indem die abgegrenzten Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung korrespondierend aufgelöst werden. Für die Berechnung der Auflösungsbeträge werden sowohl marktübliche ERP-Systeme als auch eigenentwickelte Applikationen verwendet.
Das Risiko für den Abschluss besteht in einer nicht sachgerechten Darstellung der Umsatzrealisierung und damit einhergehend insbesondere in einem zu geringen Ausweis der Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung. Aus unserer Sicht war die Umsatzrealisierung aufgrund der erforderlichen Abgrenzung, der hohen Anzahl von Transaktionen sowie der zentralen Bedeutung im Rahmen der Kapitalmarktkommunikation von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Ausgehend von einer Systemaufnahme haben wir die Angemessenheit des Rechnungslegungsprozesses zur Umsatzrealisierung und die hierbei implementierten Kontrollen beurteilt. Darauf aufbauend haben wir im Rahmen unserer Prüfung die aus unserer Sicht wesentlichen Kontrollen stichprobenhaft hinsichtlich ihrer Wirksamkeit geprüft. Dabei haben wir gewürdigt, ob der Rechnungslegungsprozess den Nachweis zu Höhe und Zeitpunkt der Umsatzrealisierung sicherstellt. Dazu haben wir für jedes einzelne Stichprobenelement geprüft, ob der Rechnungslegungsprozess eine sachgerechte Umsatzerfassung entsprechend der zugrundeliegenden Verträge gewährleistet. Zudem haben wir anhand von Datenanalysen die vollständige und richtige Übertragung der rechnungslegungsrelevanten Daten zwischen den verschiedenen IT-Systemen und der Abbildung in der Rechnungslegung geprüft.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die zur Umsatzrealisation und Periodenabgrenzung eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind, um den sachgerechten Ausweis der Umsatzerlöse zu gewährleisten. Im Rahmen unserer Prüfung der Wirksamkeit der Kontrollen ergaben sich keine Einwendungen bezüglich der Durchführung der Kontrollen.
Zu 2) Latente Steuern auf Verlustvorträge
a) Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der artnet AG werden in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017 aktive latente Steuern von 1.201 TUSD (1.001 TEUR) ausgewiesen, die nahezu vollständig auf steuerliche Verlustvorträge der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation (AWC) in den USA zurückzuführen sind.
Die Angaben der Gesellschaft zu latenten Steuern auf Verlustvorträge sind in der Textziffern "8. Ertragsteuern und latente Steuern" im Konzernanhang sowie in den Abschnitten "Konzernergebnis" und "Vermögenslage" im Wirtschaftsbericht des Konzernlageberichts enthalten.
Die Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge wird anhand von Prognosen über die zukünftige steuerliche Ertragssituation bemessen. Aus unserer Sicht waren die aktiven latenten Steuern von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßigen bedeutsamen Postens in einem hohen Maße auf Einschätzungen und Annahmen des gesetzlichen Vertreters beruht. Die Komplexität der Bewertung der aktiven latenten Steuern wurde zudem zum 31. Dezember 2017 erhöht durch den in den Folgejahren eintretenden sukzessiven Verfall der steuerlichen Verlustvorträge und die zu berücksichtigenden Auswirkungen der vor dem Bilanzstichtag beschlossenen Steuerreform in den USA.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Die Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge basiert auf der aktuellen Planung der steuerlichen Ergebnisse, die aus der von dem Vorstand aufgestellten Unternehmensplanung für die folgenden drei Jahre abgeleitet worden ist. Wir haben uns von der Angemessenheit der Annahmen unter Berücksichtigung der Planungstreue in den vorangegangenen Geschäftsjahren durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen überzeugt. Darüber hinaus haben wir die Anpassungen der Annahmen, die durch das amerikanische Steuerrecht bedingt sind, nachvollzogen. Zudem haben wir gewürdigt, ob der sukzessive Untergang der Verlustvorträge für Federal Tax durch Zeitablauf in Übereinstimmung mit dem US-amerikanischen Steuerrecht und die Auswirkungen der beschlossenen Steuerreform in den USA zutreffend berücksichtigt worden sind.
Die getroffenen Annahmen und Ermessenentscheidungen des gesetzlichen Vertreters zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern konnten wir nachvollziehen. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist auf sachgerechter Basis erfolgt.
Zu 3) Aktivierung von Entwicklungskosten
a) Das Risiko für den Abschluss
In dem Konzernabschluss der artnet AG zum 31. Dezember 2017 werden selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.568 TUSD (1.307 TEUR) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 874 TUSD (729 TEUR) erstmalig aktiviert. Diese entfallen insbesondere auf die Weiter- bzw. Fortentwicklung der Produkte und der Internetseiten des Konzerns.
Die Angaben der Gesellschaft zu den aktivierten Entwicklungskosten sind in den Textziffern "2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze" und "7. Immaterielle Vermögenswerte" im Konzernanhang sowie in den Abschnitten "Kosten- und Ergebnisentwicklung" und "Vermögenslage" im Wirtschaftsbericht und im Abschnitt "Forschung und Entwicklung" des Konzernlageberichts enthalten.
Zunächst identifiziert die artnet AG Entwicklungsprojekte, die die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach IAS 38 in Verbindung mit SIC 32 grundsätzlich erfüllen. Diese Projekte werden anhand bestimmter Meilensteine in die Forschungsphase und die Entwicklungsphase (die Entwicklungsstadien einer Internetseite) aufgeteilt. Im Anschluss werden insbesondere die Personalaufwendungen für eigene Programmierer und die Aufwendungen für externe Berater, die in der Entwicklungsphase angefallen sind, auf die identifizierten Projekte allokiert, um den zu aktivierenden Betrag zu ermitteln.
Aus unserer Sicht waren die aktivierten Entwicklungskosten von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem hohen Maße auf Einschätzungen und Annahmen der Gesellschaft beruhen.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Für alle vom Vorstand als aktivierbar betrachteten Entwicklungsprojekte haben wir diese Entscheidung durch Einzelfallprüfungshandlungen bezüglich der Erfüllung der Ansatzkriterien nachvollzogen. Unsere Einzelprüfungshandlungen stützten sich dabei insbesondere auf Gespräche mit dem Leiter und Mitarbeitern der Abteilung für Produktentwicklung. Zudem haben wir die Aktivierbarkeit mit Hilfe von internen Präsentationen über die jeweiligen Projekte, aus denen Ziel und Zweck der Entwicklungsprojekte sowie der Nutzen für den Konzern hervorgehen, gewürdigt.
Den Rechnungslegungsprozess zur Ermittlung der aktivierten Kosten haben wir anhand einer Systemaufnahme und der Würdigung der implementierten Kontrollen beurteilt. Die aktivierten Personalaufwendungen haben wir einzelfallbezogen zur Personalbuchhaltung und die externen Kosten zu den Eingangsrechnungen abgestimmt.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die getroffenen Annahmen und Einschätzungen des gesetzlichen Vertreters zur Erfüllung der Ansatzkriterien für die aktivierten Entwicklungsprojekte hinreichend dokumentiert und begründet sind. Die Bewertung der aktivierten Entwicklungsprojekte ist auf nachvollziehbarer Basis erfolgt.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die auf der Internetseite des Konzerns veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die in Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Konzernlageberichts verwiesen wird, |
| ― | den Corporate-Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, |
| ― | die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht und |
| ― | die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. |
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt.
Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Konzernabschlussprüfer der artnet AG tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Till Kohlschmitt.
Hamburg, 20. März 2018
Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Dirk Schützenmeister, Wirtschaftsprüfer
Till Kohlschmitt, Wirtschaftsprüfer
Gremien
artnet AG
Aufsichtsrat
Hans Neuendorf, Vorsitzender
Dr. Bernhard Heiss, Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Kilian Jay von Seldeneck
Vorstand
Jacob Pabst, Vorstand
Artnet Worldwide Corporation
Jacob Pabst, CEO
artnet UK Ltd.
Jacob Pabst, CEO
Geschäftsstellen
artnet AG
Oranienstraße 164
10969 Berlin
T: +49 (0)30 209 178-0
F: +49 (0)30 209 178-29
Artnet Worldwide Corporation
233 Broadway, 26th Floor
New York, NY 10279
USA
T: +1-212-497-9700
F: +1-212-497-9707
artnet UK Ltd.
Morrell House
98 Curtain Road
London EC2A 3AF
Großbritannien
T: +44 (0)20 7729 0824
F: +44 (0)20 7033 9077
Investor Relations
Informationen für Investoren und den Jahresabschluss finden Sie unter artnet.de/investor-relations.
Weitere Anfragen können per E-Mail an [email protected] oder per Post an eine unserer Geschäftsstellen gerichtet werden.
Informationen zur Aktie
Die Stammaktien der artnet AG werden am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Börsenkürzel «ART» gehandelt. Meldungen zu relevanten Unternehmensentwicklungen finden Sie unter artnet.de/investor-relations.
Wertpapierkennnummer
| WKN | A1K037 |
| ISIN | DE000A1K0375 |
| LEI | 391200SHGPED TRIC0X31 |
Konzept und Realisation: Artnet Worldwide Corporation
©2018 artnet AG, Berlin