Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

artnet AG Annual Report 2014

Jun 11, 2015

37_rns_2015-06-11_3ff7dbc1-1323-43d3-8f35-c168a67b7914.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

artnet AG

Berlin

Artnet AG Jahresfinanzbericht 2014

Geschäftsbericht 2014

Finanzkennzahlen artnet Konzern

scroll

31.12.2014 31.12.2013 Abweichung
Umsatzerlöse (TEUR) 13.907 12.968 939
Betriebsergebnis (TEUR) -588 13 -601
Ergebnis vor Ertragsteuern (TEUR) -2.197 45 -2.242
Ergebnis je Aktie (EUR) -0,55 0,01 -0,56
Gewichtete Aktienanzahl (TEUR) 5.553 5.553 -
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (TEUR) -40 827 -867
Mitarbeiter (Jahresende) 118 106 12
Liquide Mittel (TEUR) 1.181 1.529 -348
Eigenkapital (TEUR) -223 2.214 -2.437
Bilanzsumme (TEUR) 4.627 6.039 -1.412

Entwicklung der artnet AG Aktie XETRA-Schlusskurse 2014

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

2014 beging artnet sein 25-jähriges Jubiläum. Vom ersten Tag an war das Unternehmen der Pionier, der dem Kunstmarkt zu Preistransparenz, Liquidität und Wachstum verhalf und ihn damit revolutionierte. Seither hat artnet sich durch seine wegweisenden Produkte, welche die Entwicklungen im Kunstmarkt antizipierten, die Marktführerschaft im Online-Kunstmarkt erobert.

Nach einer Phase der Restrukturierung und Konsolidierung in den Jahren 2012 und 2013 schlug artnet 2014 mit gezielten Investitionen einen Expansionskurs ein, um sich in dem inzwischen hart umkämpften Online-Kunstmarkt stärker von der Konkurrenz abzusetzen und sich als Marktführer zu behaupten. Im ersten Quartal 2014 wurde die für den Kunstmarkt völlig neue und innovative Nachrichtenplattform artnet News gegründet, mit der artnet inzwischen monatlich bis zu 1,8 Mio. Besucher anzieht. Der Besucherstrom konnte mehr als verdoppelt und das Google-Ranking entscheidend verbessert werden. Als unmittelbare Folge wurden nicht nur deutlich höhere Werbeeinnahmen möglich. Mittelbar wurden auch alle anderen Geschäftszweige belebt und gefördert.

Zusätzlich konzentrierten wir uns im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf das umfassende Redesign der Website mit ansprechendem Layout und intuitiver Seitennavigation, das im Jahresverlauf in mehreren Phasen auf die verschiedenen artnet Produkte ausgeweitet wurde. Die Modernisierung von Technologie und Erscheinungsbild hat unseren Markenauftritt nachhaltig gestärkt.

artnet erzielte im Geschäftsjahr 2014 mit Umsatzerlösen von EUR 13,9 Mio. (USD 18,5 Mio.) eine Umsatzsteigerung von 7,2 % in Euro und US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die Segmente Price Database und Auctions erreichten jeweils die bislang höchsten Umsätze in der Firmengeschichte. Das Segment Advertising steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 38,9 % in Euro. Einen leichten Umsatzrückgang verzeichnete das Segment Galerie-Netzwerk. Insgesamt haben wir unsere ambitionierte Umsatzprognose des Vorjahres von EUR 14 bis 15 Mio. nicht ganz erreichen können.

Die positiven Entwicklungen in 2014 wurden rückwirkend belastet, nachdem das Berufungsgericht Paris aus unserer Sicht völlig unerwartet die artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation im März 2015 in zweiter Instanz zu einer Zahlung von rund 0,8 Mio. EUR verurteilte, da das Gericht eine Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen als erwiesen ansah, nachdem das Gericht in erster Instanz noch eine gegenteilige Meinung vertreten hatte. Festzuhalten ist, dass es sich bei dem Fotografen nicht um einen Künstler handelt, sondern um einen im Auftrag von Auktionshäusern handelnden Fotografen, der für deren Kataloge dekorative Kunst ablichtete. Wenngleich nie ausgeschlossen werden kann, dass insbesondere in Frankreich andere Fotografen ähnliche Verfahren anstreben könnten, wurde artnet bisher in keinem weiteren Fall belangt. Für die Anzahl der in der Preisdatenbank hinterlegten Auktionsergebnisse hatte der Fall daher bislang kaum einen Einfluss. Vielmehr teilen Auktionshäuser, deren Fotografen und der Kunstmarkt mehrheitlich die Meinung, dass die artnet Price Database wesentlicher Bestandteil des Marktes ist und bleiben muss, da ohne diese Auktionshäuser, Galerien, Gutachter bis hin zu Versicherungen ihre Arbeit nicht in bisheriger Weise leisten könnten.

Die Nachricht der Verurteilung belastete den Aktienkurs deutlich. Ich möchte Ihnen versichern, dass auch mich dieses Urteil schwer traf und alles daran gesetzt wird, dagegen vorzugehen, nachdem wir in erster Instanz bereits gewonnen hatten. Das Berufungsgericht hat in zweiter Instanz wesentliche Argumente von artnet unbeachtet gelassen und den Fall augenscheinlich nicht individuell betrachtet. Von einer Überprüfung des Urteils durch den französischen Kassationsgerichtshof erhoffen wir uns nun eine Absetzung des Urteils aufgrund von Verfahrensfehlern und einen Verweis des Verfahrens zur erneuten Verhandlung an ein anderes Gericht. Wann und ob das Verfahren zu einem Liquiditätsabfluss führen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Für dieses Urteil sowie ein in gleicher Sache in Deutschland anhängiges Verfahren musste unter Berücksichtigung der Verfahrenskosten eine Rückstellung von rund 1,0 Mio. Euro gebildet werden. Das Konzernergebnis fiel mit EUR -3,0 Mio. (USD -3,9 Mio.) deutlich hinter unserer Prognose von EUR 0,6 Mio. zurück, was neben der beschriebenen Rückstellung, überwiegend auf erhöhte Kosten der genannten Produktverbesserungen sowie auf Sondereffekte zurückzuführen ist. Ein Sondereffekt ergab sich aus einem unrealisierten Währungskursverlust aus konzerninternen Forderungen in Höhe von EUR 0,3 Mio. (USD 0,4 Mio.) infolge der deutlichen Kursschwäche des Euro zum US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte 2014. Eine weitere Ergebnisbelastung beruhte auf unserem Beschluss zur Vornahme einer Wertberichtigung auf aktive latente Steuern von insgesamt EUR 0,8 Mio. (USD 1,0 Mio.). Zudem wurde der Restbuchwert von artnet Analytics in Höhe von EUR 0,5 Mio. (USD 0,7 Mio.) vollständig abgeschrieben. Die individuell erstellbaren Analytics Reporte, von deren Mehrwert wir nach wie vor überzeugt sind, stellen ein Novum im Kunstmarkt dar und werden von vielen Kunstliebhabern und Sammlern noch als zu komplex und technisch wahrgenommen. Das bei der Entwicklung und Markteinführung antizipierte Absatzpotenzial konnte daher nicht in der erforderlichen Zeit erreicht werden. Das Produkt wird weiterhin angeboten und zur Erstellung von Berichten für spezielle Kundenanfragen sowie in Verbindung mit Artikeln zu aktuellen Marktthemen in artnet News verwendet und über die Seite artnet Market Watch vertrieben. Auch die Einführung der artnet Price Database, ohne die heute kein Kunsthändler und kein Auktionshaus seinen geschäftlichen Tätigkeiten nachgehen kann, hat deutlich länger gedauert als nach ihrem Nutzen erwartet worden war.

Mit artnet News schufen wir Anfang 2014 eine weltweit einzigartige Nachrichtenseite für den Kunstmarkt, auf der rund um die Uhr Artikel publiziert werden. artnet News steigert den Bekanntheitsgrad unserer Marke und die Umsätze insbesondere des Segments Advertising. Bereits vier Monate nach Gründung konnte artnet vermelden, den meistgelesenen Online-Nachrichtendienst für Kunst geschaffen zu haben. Beim Absatz der Anzeigeflächen im Segment Advertising erzielten wir in 2014 bereits gute Erfolge. Im Jahresvergleich stieg der Umsatz um EUR 0,4 Mio. auf EUR 1,4 Mio. (USD 1,9 Mio.).

Die Umsätze von Kunstauktionen sind 2014 weltweit um rund 12,1 % gewachsen. Auch in diesem Jahr wurden wieder Rekordergebnisse auf Auktionen mit der entsprechenden Beachtung in den Medien vermeldet. Doch die zunehmende Dominanz großer Auktionshäuser und einiger weniger Galerien führt zu einer Verdrängung kleinerer Unternehmen. Viele Galerien waren daher zu Einsparungen oder zur Geschäftsaufgabe gezwungen, wodurch wir Mitglieder im Galerie-Netzwerk verloren haben. Um unser Angebot attraktiver zu gestalten und mehr Seitenbesuche auf unsere Galerie-Seiten zu leiten, wurden gezielte Maßnahmen ergriffen, darunter das Redesign des Galerie-Netzwerks, der Künstler-Seiten und der neuen Event-Seite, die Ausstellungen und Auktionen in aller Welt vorstellt. Der Umsatz des Galerie-Netzwerks konnte jedoch als einziges Segment noch nicht verbessert werden und fiel im Vorjahresvergleich um 5,7 % auf EUR 4,5 Mio. (USD 5,9 Mio.).

Das Segment Price Database erreichte im abgeschlossenen Geschäftsjahr mit EUR 5,6 Mio. (USD 7,5 Mio.) den bislang höchsten Umsatz in der Firmengeschichte, was auf erfolgreich durchgesetzte Preiserhöhungen in den vergangenen Jahren zurückzuführen ist, insbesondere für institutionelle Kunden. Über das Jahr wurden mehr als 1,0 Mio. Einträge von mehr als 750 Auktionshäusern aus rund 70 Ländern ergänzt. Per Ende 2014 verfügte die Preisdatenbank über 9,3 Mio. Auktionsergebnisse aus aller Welt, womit sie in Umfang und Qualität unangefochtener Marktstandard bleibt.

artnet Auctions erreichte einen Umsatz von EUR 2,4 Mio. (USD 3,1 Mio.) und wuchs damit um 13 %. Wir fokussierten uns bei der Auswahl der Werke auf hochpreisige Lose und erreichten eine Steigerung der Verkaufspreise um 36,6 % auf durchschnittlich 9.578 USD. Per Ende 2014 verzeichneten wir zudem 17,8 % mehr Registrierungen als im Vorjahr, was wir als Zeichen dafür sehen, dass das Interesse an und die Akzeptanz von Onlinehandel für Kunst steigen. Mit der Überarbeitung der Auctions Website Anfang November 2014 wurde die visuelle Präsentation der Kunstwerke verbessert, die Seitennavigation vereinfacht und damit ein technisch und ästhetisch optimiertes Kauferlebnis geschaffen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Überblick zu den wesentlichen Ereignissen aus jedem Quartal des Geschäftsjahres 2014. Die Beispiele zeigen, wie das Leistungsspektrum und der Markenauftritt von artnet erfolgreich weiterentwickelt und das Unternehmen für künftiges Wachstum positioniert wurden.

Mit freundlichen Grüßen

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG

Highlights 2014

Q1 2014

artnet Auctions

Im Januar erzielte das Werk Piss Christ von Andres Serrano mit USD 144.000 ein bemerkenswertes Ergebnis, das über dem Schätzpreis lag. Gefolgt von weiteren erfolgreichen Verkäufen, erreichte das jüngste Segment von artnet mit rund 1,0 Mio. USD die bislang höchsten Umsatzerlöse in einem Quartal und verzeichnete eine Steigerung von 41 % gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2013.

Start von artnet News

Innerhalb von nur sechs Wochen wurde das Team um Chefredakteur Benjamin Genocchio zusammengestellt und die Nachrichtenseite artnet News für den Kunstmarkt ging im Februar 2014 online. Der neue Service informiert Kunstliebhaber, Sammler und Experten mit Nachrichten aus der internationalen Kunstwelt und veröffentlicht fundierte Berichte zu Markttrends auf Basis der artnet Price Database, dem Galerie-Netzwerk und artnet Auctions.

artnet und die Vereinigung Chinesischer Auktionatoren richten Podiumsdiskussion aus

Als Partner der Vereinigung Chinesischer Auktionatoren (China Association of Auctioneers) richtete artnet eine Podiumsdiskussion zum Thema "Chinesische Kunst: Gegenwart und Zukunft" aus, die während der Asien-Woche in New York stattfand. Die hochrangige Veranstaltung, die von Auktionsspezialisten, Sammlern und Journalisten besucht wurde, befasste sich mit dem raschen Wachstum des chinesischen Kunstmarktes.

Q2 2014

Redesign der Website

Anfang des zweiten Quartals wurde die Website im neuen Design präsentiert -eine der wichtigsten Entwicklungen in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Es zeichnet sich durch ein modernes Layout und eine intuitive und benutzerfreundliche Bedienung aus. Alle Produkte und Angebote von artnet werden auf das neue Design umgestellt und das Redesign wird im Jahr 2015 abgeschlossen.

Redesign des Galerie-Netzwerks

Aufgrund der großen Bedeutung des Segments Galerie-Netzwerk für artnet, begann die Umstellung auf das neue Design mit den Galerie-Seiten. Durch Zoomfunktionen, Vergleichen zu Einrichtungsgegenständen und größere Bilder wird das Inventar der Galerien noch attraktiver dargestellt. Neu ist zudem die Möglichkeit, Anfragen zu Kunstwerken direkt mit einem Klick an die Galerien zu stellen.

artnet News ist das meistgelesene Online-Kunstmagazin

Nur vier Monate nach der Gründung des Nachrichtenmagazins für Kunst erreichte artnet News mehr als 1 Mio. Besucher monatlich. Damit ist die Seite der weltweit meistgelesene Nachrichtenservice im Kunstmarkt. In Kombination mit dem Redesign der artnet Website führte dies zu mehr Seitenbesuchen für die Produktseiten und zahlreichen Abschlüssen für Werbekampagnen von Luxusartikel-Herstellern.

Umsatzsteigerung im Segment Price Database

Das Segment Price Database erzielte mit USD 1,9 Mio. ein starkes Umsatzergebnis im zweiten Quartal, zum Jahresende wurde ein Umsatzrekord von USD 7,5 Mio. festgestellt. Mit rund 9 Mio. Auktionsergebnissen und der bekannten und geschätzten Detailtiefe bleibt die Preisdatenbank der Goldstandard im Kunstmarkt.

Q3 2014

Künstlerseiten erzielen hohe Seitenbesuche

Die Künstler- und Produktseiten wurden im dritten Quartal auf das Redesign umgestellt. Da bei Google-Suchanfragen zu Künstlern sehr häufig die artnet Künstlerseite auflistet wird, ist diese für viele neue Besucher das "Tor zu artnet" und erzielt höchste Seitenbesuche. Auf den Künstlerseiten sind Kunstwerke, Auktionsergebnisse und Händler für mehr als 300.000 Künstler abrufbar.

Bericht zum Auktionsmarkt für chinesische Kunst 2013

Der aus der Zusammenarbeit von artnet und der Vereinigung Chinesischer Auktionatoren (China Association of Auctioneers, CAA) hervorgegangene, 160-seitige Bericht, wurde 2014, nach dem großen Erfolg im Vorjahr, bereits zum zweiten Mal erstellt. Die aufgeführten Auktionserlöse aus Festlandchina wurden von der unabhängigen CAA geprüft, gemeinsam mit den Experten von artnet wird dadurch die Transparenz des chinesischen Kunstmarkts gefördert und baut gleichzeitig den Bekanntheitsgrad von artnet in China aus. Der Bericht, der zahlreiche Interviews und Marktanalysen beinhaltet, wurde unter anderem bei Bloomberg sowie in chinesischen Medien erwähnt und zahlreich in Englisch und Mandarin von der artnet Seite heruntergeladen.

IT-Erneuerungen

2014 erfolgten weitreichende technische Erneuerungen der IT. Durch die Anbindung an ein weltweites Server-Netzwerk (Content Delivery Network, CDN), wurden durch die Verwendung lokaler Verteiler Daten weltweit schneller abrufbar. Gleichzeitig wurde eine Web Application Firewall (WAF) eingerichtet, die unsere Datenbank und Kundeninformationen besser schützen. Zusammen mit einer neuen Suchtechnologie ist die artnet Website dadurch schneller, flexibler und sicherer geworden.

artnet und TEFAF vereinbaren Partnerschaft

Für die TEFAF in Maastricht, die weltweit als eine der bedeutendsten Kunstmessen gilt, wurde im dritten Quartal eine Partnerschaft für 2015 vereinbart, die in diesem Umfang und Bedeutung weder von artnet noch TEFAF je zuvor eingegangen wurde. Die Vereinbarung sieht eine Aufnahme der Galerien, die auf der Maastrichter Messe ausstellen, in das artnet Galerie-Netzwerk vor, die artnet langfristig an sich binden möchte. Vor und während der Messe werden auf der eigens gestalteten Seite mehr als 200 Galerien präsentiert, auf der Interessenten die Möglichkeit haben, sich direkt mit den Galerien in Verbindung zu setzen.

Q4 2014

Neugestaltung der artnet Auctions Website

Die Neugestaltung der Auctions Website erlaubt eine detaillierte Betrachtung der Kunstwerke und vereinfacht die Seitennavigation, um das Kauferlebnis für unsere Kunden bequemer zu gestalten. Durch eine Fokussierung auf hochwertige Werke wurde zudem eine Steigerung der durchschnittlichen Verkaufspreise um 37 % erreicht.

Höchste Umsätze für artnet Auctions in 2014

Mit einem Provisionsumsatz von USD 3,2 Mio. stieg dieser im Vorjahresvergleich um rund 13 %, während der Warenumsatz um 17 % stieg. Beides sind die jeweils höchsten Ergebnisse, die artnet Auctions bislang erzielen konnte und belegen, dass das Segment Auctions für artnet weiter an Bedeutung gewinnt. Die positive Tendenz zeigt zudem, dass die Akzeptanz von Online-Auktionen weiter zunimmt, was auch durch eine Steigerung der angemeldeten Käufer und Verkäufer von 21 % verdeutlicht wird.

Events-Seite zieht mehr Nutzer an

Die Events-Seite wird von Kunstinteressierten genutzt, um sich über aktuelle Events in aller Welt zu informieren. Das Redesign der Seite ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Galerien, Auktionshäuser, Museen und Messen in den Fokus der Seitenbesucher von artnet zu rücken. Die Neugestaltung führte bereits nach wenigen Tagen zu mehr Suchanfragen.

Vielversprechendes Quartalsergebnis für Advertising

Mit dem Redesign der Website und der gestiegenen Zahl der Seitenbesuche durch artnet News ist es gelungen, Anzeigeflächen gezielt an Luxusartikelhersteller wie Louis Vuitton, Tiffany und Gucci zu verkaufen, die ihre Zielgruppe auf der artnet Website und mit artnet Newslettern ideal erreichen. Der Umsatz des Segments Advertising fiel daher im vierten Quartal doppelt so hoch aus, wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

artnet im Bereich Social Media

Im Bereich Social Media erfolgte eine weitere Expansion nach China. Per Ende 2014 folgten 33.000 Kunstliebhaber artnet auf WeChat, einer beliebten chinesischen Nachrichten-App. Auf Twitter folgten rund 700.000 Follower artnet und informieren sich so über Neuigkeiten aus der Kunstwelt und zu unseren Produkten.

Core Statement

artnet ist die führende Online-Informationsquelle für den internationalen Kunstmarkt. Seit 1989 liefert artnet Kunstsammlern zuverlässige Informationen und Markttransparenz. Durch die umfassende Produktpalette, mit der artnet Price Database, mit objektiven Preisinformationen und mit dem artnet Galerie-Netzwerk, bietet artnet allen Nutzern einen globalen Marktüberblick.

Für Kunstsammler ist artnet Auctions mit internationalen Ausschreibungen rund um die Uhr ein wichtiger Anbieter. Die Online-Auktionsplattform bietet, durch die enge Zusammenarbeit zwischen Einlieferern, Auktionsspezialisten und Sammlern, ein besonderes Erlebnis für jeden Beteiligten.

Unternehmensentwicklung

Die artnet AG wurde 1998 als Informationsdienstleister für den Kunstmarkt gegründet. Sie übernahm die 1989 in New York gegründete Artnet Worldwide Corporation, welche Mitte der 1990er Jahre die artnet Price Database und die artnet Galerien ins Internet überführt hatte.

artnet hat das Geschäft mit der Kunst wie kein anderes Unternehmen modernisiert. Die artnet Produkte liefern verlässliche Informationen und transparente Handelsbedingungen für Sammler, Galeristen, Museen und Investoren und sind damit zu einem unverzichtbaren Werkzeug für unabhängige Marktakteure geworden. Durch die artnet Auctions hat sich artnet von einem reinen Informationsdienstleister zu einer Transaktionsplattform entwickelt und seine Vorrangstellung auf dem Kunstmarkt weiter ausgebaut.

artnet hat seine Informationsdienstleistungen und die Transaktionsplattform Schritt für Schritt um das erste Produkt, die artnet Price Database Fine Art and Design, herum entwickelt. Diese Datenbank war Ende der 1980er Jahre eine Antwort auf die Dezentralität des Kunstmarktes. Zu der Zeit stellte die mangelnde Transparenz des Kunstmarktes insbesondere für Käufer ein Hindernis dar. Das Kunstgeschäft war zwar schon immer international ausgerichtet, wurde aber von zehntausenden geografisch verteilten Kunsthändlern, Galerien, Auktionshäusern, Buchverlagen, Museen und Sammlern auf einem relativ ineffizienten Markt lokal geführt.

Die artnet Price Database schafft für diese lokalen Märkte einen globalen Vergleichsmaßstab. In der artnet Price Database Fine Art and Design sind die Auktionsergebnisse von mehr als 300.000 Künstlern und Designern gelistet. Seit 2009 wird diese Datenbank durch die artnet Price Database Decorative Art ergänzt, welche die Resultate internationaler Antiquitäten-Auktionen beinhaltet. Insgesamt verzeichnet die artnet Price Database mehr als 9 Millionen Auktionsergebnisse, die in 1.600 internationalen Auktionshäusern erzielt wurden und bis in das Jahr 1985 zurückreichen.

Eine weitere Säule des artnet Geschäfts ist das 1995 eingeführte Galerie-Netzwerk. Mit 1.400 Galerien, rund 170.000 präsentierten Kunstwerken und 35.000 Künstlern weltweit bietet dieses Produkt das umfangreichste Galerie-Netzwerk. artnet Galerien dient Händlern und Kunstkäufern gleichermaßen: Es gibt ihnen einen Überblick über den globalen Markt, die Preise und Preistrends und bietet die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit der Galerie zu treten.

Mit den artnet Auctions hat artnet 2008 eine moderne und effiziente Plattform für den Kunsthandel geschaffen, die das Auktionsgeschäft durch eine schnellere Abwicklung und geringere Kosten modernisiert hat. Diese Plattform ist rund um die Uhr auf artnet.com/auctions verfügbar. Alle Aspekte des Verkaufs, einschließlich Einlieferung und Auktion, folgen zeitnah aufeinander, im Vergleich zu herkömmlichen Auktionshäusern.

Im Februar 2014 führte artnet den internationalen 24-Stunden-Kunst-Nachrichtenservice artnet News ein. artnet News ist eine Plattform für Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des internationalen Kunstmarktes, der aktuelle Analysen, Kommentare und Artikel auf hohem kulturellen Niveau zur Verfügung stellt.

Seit November 2007 besteht mit der britischen Tochtergesellschaft der Artnet Worldwide Corporation, der artnet UK Ltd., ein Büro in London. Insgesamt beschäftigen die artnet AG und ihre Tochterfirmen 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nachdem das Büro in Paris in 2012 geschlossen wurde, ist die französische Tochtergesellschaft seitdem inaktiv.

Firmenhintergrund

Die artnet.com AG wurde 1998 nach deutschem Recht gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang am Neuen Markt der Frankfurter Börse. Im Jahr 2002 änderte die artnet.com AG ihre Firmierung in artnet AG. Am 4. Oktober 2002 verließ die artnet AG den Neuen Markt und war seitdem im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, einem Segment des Geregelten Marktes, notiert. Seit dem 1. Februar 2007 ist die artnet AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, dem Segment mit dem höchsten Transparenzstandard. Der wichtigste Vermögenswert der artnet AG ist ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die ihren Geschäftssitz in New York hat und 1989 gegründet wurde. Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2014 fünf Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen haben. Drei Sitzungen fanden telefonisch am 13. Februar, 25. April und 29. Mai statt, nachdem zuvor die relevanten Informationen zum operativen Geschäft sowie zu technischen und finanziellen Fragen ausgetauscht wurden. Zwei ganztägige Sitzungen fanden am 17. Juli in der Hauptzentrale in Berlin und am 28. Oktober im Büro des Unternehmens in New York statt. Einige "einstimmige Entscheidungen" zu bestimmten Beschlüssen wurden erzielt, nachdem hierzu vorab Diskussionen per E-Mail oder Telefon geführt worden waren. Des Weiteren wurden zahlreiche informelle Telefonkonferenzen und E-Mail-Korrespondenzen zu bestimmten Geschäftsthemen geführt. Wir haben die Geschäftsabläufe, Entscheidungen und Leistungen von CEO und Alleinvorstand Jacob Pabst, der diese Aufgaben im Sommer 2012 übernommen hat, eng überwacht. Wir arbeiten außerdem eng mit Herrn Michael Probst zusammen, unserem Senior Financial Officer, der seit Ende 2012 für das Unternehmen tätig ist. Bei den ganztägigen Sitzungen haben wir uns mit der Strategie des Unternehmens und mit dem Budget auseinandergesetzt und sprachen mit Mitarbeitern in Schlüsselpositionen über ihre Geschäftsaussichten und Projekte.

Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand während des ganzen Jahres regelmäßig ausführliche schriftliche oder mündliche Berichte zur Geschäftslage, zum Geschäftsverlauf, zur Strategie und zu wichtigen Entscheidungen. Quartals- und Halbjahresberichte sowie die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Segmente wurden mit dem Vorstand erörtert. Der Vorstand diskutierte fortlaufend Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Unternehmenspolitik mit dem Aufsichtsrat. Dazu zählten die Finanzplanung (Cash-Management und Kostenmanagement), die technische Entwicklung (Website), die Entwicklung des Segments Auctions, die Stabilisierung des Galerie-Netzwerks, das anhaltende Wachstum der Price Database, das Analysetool artnet Analytics sowie die Entscheidung, mit dem ersten 24-Stunden-Nachrichtendienst für den Kunstmarkt wieder in den Bereich E-Publishing einzusteigen. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.

artnets Auktionsgeschäft verzeichnete den höchsten Umsatz seit der Gründung von artnet Auctions. Der Bruttoumsatz von artnet erreichte den höchsten der Unternehmensgeschichte.

Dennoch war 2014 ein außergewöhnliches Jahr für artnet und die Rekordumsätze konnten nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität beitragen. Trotz Schlagzeilen zu Rekordauktionspreisen bei traditionellen Auktionshäusern und der beginnenden wirtschaftlichen Erholung in den USA waren einige unserer Kunden im Kunsthandel (insbesondere kommerzielle Galerien) schwierigen Bedingungen ausgesetzt, kürzten ihre Ausgaben oder gaben ihre Geschäftstätigkeit auf, die Erholung Europas verlief schleppend, und unsere Kunden sahen sich weiterhin mit den Herausforderungen im neuen Kunsthandel konfrontiert, der durch die technologischen Entwicklungen rapide Veränderungen des Konsumverhaltens bewirkt. Seit vielen Jahren werden die Umsätze der Artnet Worldwide Corporation der Muttergesellschaft in Berlin und weiteren europäischen Unternehmen verteilt. Diese Darlehen wurden in Euro gewährt, was nach einer deutlichen Aufwertung des US-Dollars gegen den Euro zur Folge hatte, dass artnet einen großen Verlust aufgrund der Finanztransaktionen für Bilanzierungszwecke aufführen musste, auch wenn dies keinen tatsächlich realisierten Verlust darstellt und keinen Einfluss auf den Cashflow hatte. Zwei weitere einmalige Sondereffekte hatten zusätzlich Einfluss auf das Ergebnis: die Entscheidung, Wertberichtigungen auf aktivierte Entwicklungskosten für das Produkt Analytics vorzunehmen, nachdem das zur Kostendeckung antizipierte Wachstum des Produkts nicht erreicht wurde, sowie auf latente Steuern, um den zukünftig niedrigeren Vermögenswertem zu entsprechen, die durch angepasste Umsatzprognosen geringer antizipiert werden. Keine dieser Wertberichtigungen hatte Einfluss auf den Cashflow oder das operative Ergebnis.

Der Aufsichtsrat befasste sich bei seinen Sitzungen schwerpunktmäßig mit der Umsatz- und Gewinnentwicklung, der Liquiditätslage der Gesellschaft und der Ausgaben- und Personalpolitik, den internationalen Aktivitäten sowie der künftigen Position der einzelnen Segmente. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem monatlichen Reporting des Wachstums von artnet News und den damit verbundenen Einnahmen des Segments Advertising. Wir freuen uns, dass artnet News schon jetzt als die wichtigste Online-Nachrichtenplattform der Kunstwelt gilt und wir sind zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend der Werbeeinnahmen fortsetzen wird. artnet News hat, wie erwartet, einen wesentlichen Zuwachs des Website-Traffics bewirkt.

Der Vorstand war gewissenhaft beim Kosten- und Cash-Management. Der Aufsichtsrat überprüft die monatlichen Zahlen, die hinsichtlich ihres Ursprungs und ihrer Verwendung detailliert heruntergerochen sind. Der Kassenbestand verringerte sich im Laufe des Jahres leicht, jedoch sanken die Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz. Aufgrund der Sondereffekte (die eingehend beschrieben wurden) und der Einführung von artnet News (mit einer Verzögerung der Werbeeinnahmen) musste artnet 2014 finanzielle Einbußen hinnehmen. Das Segment Galerie-Netzwerk hat die Umsatzerwartungen verfehlt. Das Segment Price Database wuchs 2014 und das Segment Auctions konnte den höchsten Umsatz aller Zeiten verzeichnen.

2014 hat artnet die neu gestaltete Website im attraktiven Design schrittweise eingeführt, die sich durch eine benutzerfreundliche Bedienung auszeichnet.

Der im Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach IFRS der artnet AG wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt, und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an der Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahresabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der artnet AG in der von Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg geprüften Fassung durch Beschluss vom 18. März 2015 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 22. April 2015 ebenfalls gebilligt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.

Naples, Florida, USA, 22. April 2015

John Hushon, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance Bericht

Corporate Governance hat bei artnet einen hohen Stellenwert. Die artnet AG entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (»Kodex«) in der aktuellen Fassung vom 24. Juni 2014 mit Ausnahme der Empfehlungen aus den Ziffern 3.8 Absatz 3, 4.2.1 Satz 1, 5.1.2 Absatz 2 Satz 3, 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3 und 5.4.1 Absatz 2 (Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder) und 7.1.2 Satz 4. Vorstand und Aufsichtsrat der artnet AG haben die am Ende dieses Berichts aufgeführte Entsprechenserklärung zum Kodex verabschiedet. Sie ist auf der Internetseite unter artnet.de/investor-relations/ veröffentlicht.

1. Aufsichtsrat

Gemäß dem deutschen Aktienrecht hat die artnet AG eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen Alleinvorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst. Im dualen Führungssystem sind Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle streng getrennt. Eine gleichzeitige Tätigkeit in Aufsichtsrat und Vorstand ist rechtlich nicht zulässig. Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser beiden Organe sind gesetzlich jeweils klar festgelegt.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung und Geschäftsplanung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Außerdem verabschiedet der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und bestellt die Mitglieder des Vorstands. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Hierzu gehören Entscheidungen oder Maßnahmen, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihren Entscheidungen unabhängig und nicht an Vorgaben oder Weisungen Dritter gebunden. Außerdem müssen Beratungs-, Dienstleistungs- und bestimmte andere Verträge zwischen artnet und seinen Aufsichtratsmitgliedern durch den Aufsichtsrat gebilligt werden. Nach Ziffer 5.4.1 des Kodex soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 20. Februar 2015 mit Blick auf Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex nachfolgende Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen:

Berücksichtigung der internationalen Tätigkeit des Unternehmens: Der Aufsichtsrat wird darauf achten, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung oder mit langjähriger Erfahrung in den USA als dem Land, in dem der artnet Konzern seine Geschäftstätigkeit hauptsächlich ausübt, angehört.
Berücksichtigung potenzieller Interessenkonflikte: Potenzielle Interessenkonflikte werden bereits bei Wahlvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung berücksichtigt. Im Aufsichtsrat soll höchstens ein ehemaliger Vorstand oder ein ehemaliger Geschäftsführer vertreten sein. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass durch einen Ausschluss von ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern wertvolle Expertise verloren gehen kann. Darüber hinaus wird bei Kandidatenvorschlägen an die Hauptversammlung darauf geachtet, dass der jeweilige Kandidat nicht in Managementfunktionen oder in Kontrollgremien von Wettbewerbsunternehmen, Lieferanten, Kreditgebern oder Kunden tätig ist, um Interessenskonflikte von vornherein zu verhindern. Sollten während der Amtszeit eines Aufsichtsratsmitglieds etwaige Interessenkonflikte entstehen, hat das betreffende Aufsichtsratsmitglied diese dem Aufsichtsrat gegenüber zu Händen des Vorsitzenden offenzulegen und bei wesentlichen, nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten sein Amt niederzulegen.
Berücksichtigung der Anzahl von unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern im Sinn von Ziffer 5.4.2: Als Ziel der Zusammensetzung wird eine Anzahl von mindestens zwei unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern benannt.
Festlegung einer Altersgrenze: Der Aufsichtsrat hält eine derartige Regelung für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen die Aktionäre in ihrer Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden.
Berücksichtigung der Vielfalt: Die Vielfalt im Aufsichtsrat spiegelt sich durch den unterschiedlichen beruflichen Werdegang und Tätigkeitsbereich der Aufsichtsratsmitglieder wider. Dabei sind bei gleicher Qualifikation und Geeignetheit Frauen angemessen zu berücksichtigen. Der Aufsichtsrat strebt an, dass bei der nächsten Aufsichtsratswahl im Jahr 2016 wieder mindestens eine Frau zur Wahl vorgeschlagen wird.

Der Stand der Umsetzung der vorstehend aufgestellten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats stellt sich wie folgt dar:

Das Ziel bzgl. "Berücksichtigung der internationalen Tätigkeit des Unternehmens", "Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte" und "Festlegung einer Anzahl von unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern im Sinn von Nummer 5.4.2" sind realisiert. Das Ziel "Festlegung einer Altersgrenze" verfolgt der Aufsichtsrat nicht; er hat deshalb zusammen mit dem Vorstand eine Abweichung von dieser Empfehlung erklärt. Das Ziel "Berücksichtigung der Vielfalt" sieht der Aufsichtsrat durch die Mitgliedschaft von Frau Piroschka Dossi im Aufsichtsrat in weiten Teilen umgesetzt und wird sich weiter um Beibehaltung der Vielfalt bemühen.

2. Vorstand

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Er ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zuständig. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen.

Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.

3. Aktiengeschäfte und Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gesellschaft oder sonstigen Personen mit Führungsaufgaben, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen der Gesellschaft haben und zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen ermächtigt sind, sowie durch bestimmte mit ihnen in einer engen Beziehung stehende Personen keine Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von mindestens EUR 5.000 im Kalenderjahr getätigt.

Vorstand und Aufsichtsrat sind am 22. April 2015 im Besitz von 1.576.605 und somit 28 % der Aktien der Gesellschaft oder der sich darauf beziehenden Finanzinstrumente.

scroll

Aufsichtsrat
Galerie Neuendorf AG 1.523.551 Aktien
John Hushon 53.054 Aktien

4. Aktienoptionsprogramm

Das Aktienoptionsprogramm der Gesellschaft von 2009 besteht aus 560.000 Stammaktien mit einem rechnerischen Nennwert von jeweils EUR 1,00. An die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft können Bezugsrechte auf bis zu 30.000 Aktien, an die Mitglieder der Geschäftsführung der verbundenen Unternehmen Bezugsrechte auf bis zu 240.000 Aktien, an die Arbeitnehmer der Gesellschaft Bezugsrechte auf bis zu 10.000 Aktien und an die Arbeitnehmer der verbundenen Unternehmen Bezugsrechte auf bis zu 280.000 Aktien ausgegeben werden.

Der bei der Ausübung der Bezugsrechte zu entrichtende Preis für eine artnet Aktie entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel des regulierten Marktes (Prime Standard) der Deutsche Börse AG, oder, falls ein solcher Kurs nicht festgestellt wird, im Präsenzhandel während der zehn Börsenhandelstage vor dem jeweiligen Zuteilungstag der Bezugsrechte. Der Ausübungspreis entspricht mindestens dem anteiligen Betrag der bezogenen Aktie am Grundkapital. Die Optionen können für einen Zeitraum von zwei Jahren nicht ausgeübt werden. Voraussetzung für die Ausübung der Bezugsrechte ist es, dass der Schlusskurs der Aktie der artnet AG im XETRA-Handel des regulierten Marktes (Prime Standard) der Deutsche Börse AG in der Zeit zwischen Ausgabe des Bezugsrechts und Ausübung des Bezugsrechts den Ausübungspreis an mindestens einen Börsenhandelstag während der Laufzeit des Bezugsrechts um mindestens 10 % übersteigt. Die Ausübung kann nur in einer Einheit von mindestens 1.000 Stück erfolgen.

Die Ermächtigung vom 15. Juli 2009, im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 Bezugsrechte auf bis zu 560.000 Aktien auszugeben war bis zum 14. Juli 2014 befristet. Es wurde kein neues Aktienoptionsprogramm aufgelegt.

5. Beziehungen zu den Aktionären

Die artnet AG berichtet ihren Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Konzerngesellschaften. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet innerhalb der ersten acht Monate eines jeden Geschäftsjahres statt. Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden ausschließlich von der Hauptversammlung beschlossen.

6. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die artnet AG entspricht grundsätzlich dem vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlichten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 und wird ihnen auch zukünftig entsprechen.

Nicht angewandt werden folgende Empfehlungen:

1. Ziffer 3.8 Abs. 3 "In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart werden."

Die artnet AG ist nicht der Ansicht, dass die Sorgfalt und das Verantwortungsbewusstsein, das die Mitglieder des Aufsichtsrates bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben ausüben, durch die Vereinbarung eines Selbstbehaltes noch verstärkt werden könnten. Die artnet AG beabsichtigt daher keine Änderung der bestehenden D&O-Versicherungsverträge, die einen solchen Selbstbehalt nicht vorsehen.

2. Ziffer 4.2.1 Satz 1 "Der Vorstand soll aus mehreren Personen bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben."

Der Vorstand der artnet AG besteht seit der Gründung aus einer Person. Das Management der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corp. in New York, die innerhalb des Konzerns weitgehend für das operative Geschäft verantwortlich ist, besteht hingegen aus mehreren Personen. Aus Kostengründen hat die Gesellschaft bisher von einer Erweiterung des Vorstands abgesehen.

3. Ziffer 5.1.2 Abs. 2 Satz 3 "Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden."

Die artnet AG hält eine derartige Regelung für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen den Aufsichtsrat in seiner Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Vorstandsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden.

4. Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3: Der Kodex empfiehlt dem Aufsichtsrat in diesen Ziffern die Bildung von Ausschüssen, eines Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungsausschusses.

Da der Aufsichtsrat der artnet AG lediglich aus drei Mitgliedern besteht, ist eine Bildung von Ausschüssen nicht sinnvoll. Die für den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss vorgesehenen Aufgaben werden vom gesamten Aufsichtsrat gemeinschaftlich wahrgenommen.

5. Ziffer 5.4.1 Abs. 2 "Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation ... eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder. berücksichtigen."

Die artnet AG hält eine derartige Regelung für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen sowie Vorgaben zur Vielfalt die Aktionäre in ihrer Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden.

6. Ziffer 7.1.2 Satz 4 "Der Konzernabschluss soll binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die Zwischenberichte sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, öffentlich zugänglich sein."

Der Konzernabschluss wird im Jahr 2015 nicht innerhalb der im Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen 90-Tages-Frist, jedoch innerhalb der gesetzlichen Frist veröffentlicht. Die Gesellschaft wertet derzeit das Urteil des Berufungsgerichts Paris (siehe Ad-hoc-Meldung vom 13. März 2015) aus, um die zutreffende Bilanzierung dieses Sachverhalts zu bestimmen. Dazu ist es erforderlich, die Veröffentlichung des Konzernabschlusses zu verschieben. Für die Zukunft beabsichtigt die artnet AG, ihren Konzernabschluss innerhalb der empfohlenen Fristen zu veröffentlichen.

Angaben zu angewandten Unternehmensführungspraktiken

Die Gesellschaft wendet alle gesetzlich vorgeschrieben Unternehmensführungspraktiken an. Weitere unternehmensweit gültige Standards wie ethische Standards, Arbeits- und Sozialstandards existieren nicht.

Berlin, den 27. März 2015

Jacob Pabst, Vorstand artnet AG

John Hushon, Vorsitzender des Aufsichtsrats artnet AG

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Berichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des artnet Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des artnet Konzerns beschrieben sind.

Berlin, den 22. April 2015

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG

Konzernlagebericht 2014

1. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des artnet Konzerns und Konzernorganisation

Die artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die artnet AG ("artnet" oder "die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "der artnet Konzern" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "artnet" tätig.

Die Artnet Worldwide Corporation hat zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften: artnet UK Ltd. und artnet France sarl. artnet UK Ltd. erbringt Dienstleistungen im Bereich Vertrieb und Kundenbetreuung in Großbritannien. Das Büro der artnet France ist seit 2012 geschlossen.

Die Unternehmenswebsites artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen weltweit einmaligen Marktüberblick und zogen damit im Jahr 2014 durchschnittlich rund 1,5 Mio. Besucher (Unique Visitors) im Monat an. Dank der zeitnah bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist artnet für Sammler und Kunstexperten eine elementare Informationsquelle, um sich im Kunstmarkt zurechtzufinden.

Zum 31. Dezember 2014 umfasste der Bereich artnet Galerie-Netzwerk ca. 1.400 der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 60 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten zusammengefasst und präsentieren die 170.000 Werke der im Inventar befindlichen insgesamt 35.000 Künstlern. Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der zeitgenössischen, modernen und klassischen Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus allen Epochen, vom 1. Jahrhundert vor Christus bis heute, angeboten. artnet Auktionshaus-Partnerschaften sind die ideale Lösung für ein Auktionshaus, um seine internationale Präsenz für seine Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Website zu leiten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshäuser die Flexibilität, Verkäufe ganz oder teilweise auf der artnet Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf artnet mit dem gleichen Los in dem Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose sind mit der Seite artnet Events, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, verlinkt und haben ein gutes Ranking bei den Suchergebnissen auf artnet und Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sorgen für die Berichterstattung und direkte Weiterleitung von artnet zur Website des Auktionshauses.

Die artnet Price Database, welche die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, ist eine Online-Datenbank mit mehr als 9 Millionen illustrierten Auktionsergebnissen von über 1.600 der führenden internationalen Auktionshäuser. Dieses Produkt sorgt für Preistransparenz in dem komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Die Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art erhalten Zugang zu Informationen zu Auktionsergebnissen seit 1985, über bevorstehende Auktionen sowie zu aktuellen Ergebnissen und damit aktuelle und objektive Daten für Kunstwerke, die sie kaufen oder verkaufen möchten. Die Price Database ist bei Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Finanziers und privaten wie staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) geschätzt. Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder auf dem Händlermarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die Comps (vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database).

Eine Ergänzung der artnet Price Database ist das Produkt artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer bevorzugten Künstler bei einer Auktion oder im artnet Galerie-Netzwerk bzw. über artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.

Das Produkt artnet Analytics stellt Kunstmarktinformationen visuell dar und bietet Nutzern die Möglichkeit, die Marktentwicklung von Künstlern und Kunstrichtungen oder eine individuelle Auswahl an Kunstwerken zu beobachten und verschiedene Künstlerindizes miteinander oder mit Finanzindizes, wie dem Dow Jones, dem S&P 500 oder mit alternativen Anlagen zu vergleichen.

Mit artnet Auctions hat sich artnet zu einer kundenbezogenen Transaktionsplattform (Business-to-Customer - B2C und Customer-to-Customer C2C) mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Die wichtigsten Vorteile für Käufer und Verkäufer bei artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Geschäfte werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis einem Jahr. Über artnet Auctions werden Kunstwerke erstklassiger moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig im fünf- bis sechsstelligen Bereich verkauft.

artnet Monografien ist eine Kunstbibliothek im Internet, die in enger Zusammenarbeit mit Künstlern, Nachlässen, Stiftungen und Galerien entwickelt wurde. Diese ständig wachsende Quelle für Monografien von Künstlern der Moderne und Gegenwart zeichnet sich durch eine große Auswahl zeitgenössischer Werke und 148 Biografien aus. Die Monografien sind auf der artnet Website kostenlos einsehbar.

Mit artnet News schuf artnet im Februar 2014 einen eigenen 24-Stunden-Nachrichtenservice für Kunst. Auf der Online-Plattform news.artnet.com wird über Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts berichtet.

Ziele und Strategien

artnet wird auch zukünftig seiner Gründungsmission, die Transparenz im Kunstmarkt zu erhöhen, treu bleiben. Ziel ist es, unsere Marktführerschaft im Online-Kunstmarkt, auf dem artnet seit mehr als 25 Jahren tätig ist, in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld zu behaupten. Das Management Team von artnet ist überzeugt, dass stetige Produktverbesserungen und Innovationen, wie beispielsweise die im Februar 2014 gegründete Plattform artnet News, zur Stärkung der Marke führen.

Steuerungssystem

Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente ist ein standardisiertes Steuerungs- und Reportingsystem eingerichtet. Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die operativen Ergebnisse (EBIT) im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt.

Darüber hinaus werden Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und ausgewertet. Dies sind in den Bereichen artnet Galerie-Netzwerk und artnet Price Database insbesondere die Anzahl der Vertragskündigungen und der Vertragsverlängerungen sowie die Anzahl der Neuverträge. Für artnet Auctions sind insbesondere die Anzahl der online gestellten und der verkauften Lose und deren Durchschnittspreise relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert. artnet überwacht die Website-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und erhält so frühzeitig Kenntnis über die Entwicklungen der einzelnen Segmente. Die Analyse erlaubt es uns, gezielt auf Veränderungen zu reagieren.

Forschung und Entwicklung

Die artnet Website bildet die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der neuesten Technologie Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Unsere Entwickler setzen hierzu auf Microsoft-Technologie beruhende Software ein, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen. Die Entwicklungsaktivitäten betrafen in 2014 vor allem das grundlegende Redesign der Website sowie Erneuerungen des sogenannten Back-Ends, die eine höhere Datensicherheit und einen schnelleren Datentransfer bedeuten. Als immaterielle Vermögenswerte aktiviert wurden im Berichtsjahr lediglich die externen Entwicklungskosten für das Redesign in Höhe von EUR 134.000.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Lage

Die weltwirtschaftliche Expansion hat sich im Verlauf des Jahres 2014 verstärkt. Nachdem das globale Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr nur sehr verhalten zugenommen hatte, legte es in der zweiten Jahreshälfte spürbar zu. Auch der Welthandel, der in der ersten Jahreshälfte nur sehr schwach gestiegen war, zog spürbar an. Treibende Kraft hinter der Entwicklung des Welthandels blieben Großbritannien und insbesondere die USA, wo sich die Wirtschaft stärker erholte als erwartet. Währenddessen blieb das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum aufgrund von Strukturunterschieden und dem militärischen Konflikt im Osten der Ukraine und den daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland hinter den Erwartungen zurück.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im Jahresdurchschnitt 2014 insgesamt als stabil erwiesen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war höher als im Vorjahr und lag über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die deutsche Wirtschaft konnte sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld behaupten und dabei vor allem von einer starken Binnennachfrage profitieren.

Die weltwirtschaftliche Dynamik wird sich im kommenden Jahr allmählich verstärken, wovon insbesondere die Industrieländer profitieren werden. Die insgesamt weiterhin sehr expansive Geldpolitik und der niedrige Ölpreis begünstigen ein Wirtschaftswachstum zusätzlich. Die Schwellenländer werden ebenfalls von der stärkeren Nachfrage in den Industrieländern profitieren. Die Weltwirtschaft bleibt aber nach wie vor anfällig für Störungen, durch geopolitische Entwicklungen oder durch Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Die Entwicklung des Kunstmarktes

2014 war das dritte Jahr in Folge, in dem sich das weltweite Auktionsvolumen erhöhte. Zum Jahresende war der Markt gegenüber dem Vorjahr um 12,1 % gewachsen -seit dem Markteinbruch 2009 betrug das Wachstum 156,4 %. Im Jahresverlauf erzielten Kunstauktionen rund 16,1 Milliarden US-Dollar, womit das Ergebnis nur knapp unter dem nach der Rezession erzielten Spitzenwert von 16,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011 lag. Die Kunstmärkte in den Vereinigten Staaten und Großbritannien leisteten 2014 mit einem Zuwachs von 20,1 % bzw. 35,3 % gegenüber 2013 einen erheblichen Beitrag zum globalen Wachstum. Bemerkenswert ist insbesondere die Erholung in Großbritannien, wo 2013 noch ein Rückgang um 4,0 % eingetreten war. Unterdessen verhielt sich der Markt in China (einschließlich Hongkong) im Jahr 2014 gegenläufig, hier war 2014 eine Verringerung des Marktwertes um 4,8 % festzustellen.

Mit einem Umsatz von 277 Mio. US-Dollar bei Kunstauktionen war Deutschland nach Versteigerungswerten in 2014 weltweit an fünfter Position. Gegenüber 2013 verzeichnete die deutsche Kunstbranche wertmäßig einen Zuwachs um 4,1 %, wenngleich 2,0 % weniger Werke verkauft wurden.

2.2 Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres 2014

Anfang des Jahres 2014 hat das artnet Management mit artnet News einen einzigartigen Online-Nachrichtendienst für Kunst geschaffen, um die Präsenz von artnet im Kunstmarkt weiter zu stärken, die Seitenbesuche zu erhöhen und die Nachfrage nach den Produkten zu steigern. Innerhalb weniger Monate wurde artnet News zur weltweit meistgelesenen Nachrichtenseite für Kunst. Wie im Geschäftsbericht 2013 angekündigt, sind die betrieblichen Aufwendungen durch den Aufbau von artnet News und durch höhere Vertriebs- und Marketingkosten deutlich angestiegen. Durch die erhöhte Aufmerksamkeit für die Website und den generierten Web-Traffic sollen sich zukünftig die Erlöse des Segments Advertising erhöhen.

Mit der im April abgeschlossenen ersten Phase des Redesigns sind wir nun in der Lage, unseren Kunden eine attraktive, moderne und intuitiv navigierbare Website zur Verfügung zu stellen. Über das gesamte Jahr hinweg wurde das Redesign auf weitere Websites ausgedehnt, wodurch der Nutzen unserer Angebote und deren Vielfalt sichtbarer gemacht wurden. In weiteren Phasen des Redesigns wurden die Produktseiten überarbeitet und mit dem neuen Event-Kalender die Produktpalette vervollständigt.

Da seit Markteinführung die Planerwartungen für das Produkt artnet Analytics verfehlt wurden, mussten die aktivierten Entwicklungskosten einem Impairment-Test unterzogen werden, der zu einer vollständigen Wertberichtigung des immateriellen Vermögenswertes von EUR 537.000 führte. Der Vorstand ist weiterhin davon überzeugt, dass sich dieses einzigartige Analyse-Tool mittel- bis langfristig im Markt etablieren wird. Das Produkt wird weiterhin über die Seite artnet Market Watch vertrieben.

Die nicht plangemäße Ergebnisentwicklung der letzten drei Geschäftsjahre machte eine Neubewertung der aktiven latenten Steuern notwendig. Der daraus resultierende nicht zahlungswirksame Steueraufwand von EUR 842.000 belastete das Ergebnis in 2014 zusätzlich.

Im März 2015 wurde das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014 von einer Entscheidung des Berufungsgerichts in Paris nachträglich beeinträchtigt. Das Gericht verurteilte die artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation in zweiter Instanz zu einer Zahlung von EUR 764.000, da es eine Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen als erwiesen ansah. Für dieses Urteil sowie ein in gleicher Sache in Deutschland anhängiges Verfahren wurde, unter Berücksichtigung der Verfahrenskosten, eine Rückstellung in Höhe von EUR 950.000 gebildet. Dieses Urteil kam für artnet völlig unerwartet, nachdem das Gericht in erster Instanz noch eine gegenteilige Meinung vertreten hatte. artnet wird dieses Urteil vom französischen Kassationsgerichtshof überprüfen lassen und erhofft sich eine Aufhebung des Urteils aufgrund von Verfahrensfehlern und einen Verweis des Verfahrens zur erneuten Verhandlung an ein anderes Gericht. Wann und ob das Verfahren zu einem Liquiditätsabfluss führen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar.

2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Die operative Ertragslage des Konzerns wurde im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen durch das Umsatzwachstum sowie einen Anstieg der Vertriebs- und Marketingkosten geprägt. Den gestiegenen Umsatzerlösen der Segmente artnet Price Database, artnet Advertising und artnet Auctions standen bei leicht gesunkenen Umsatzkosten wie erwartet die zusätzlichen Aufwendungen aus der Einführung des Nachrichtenportals artnet News gegenüber. Durch gezielte Marketingaktionen und Kooperationen haben sich die weiteren Vertriebs- und Marketingaufwendungen ebenfalls erhöht. Die allgemeinen Verwaltungskosten konnten im Vergleich zum Vorjahr aufgrund kontinuierlicher Kostensenkungen verringert werden, während sich die Aufwendungen für Produktentwicklung planmäßig im Vergleich zum Vorjahr erhöht haben. Im Wesentlichen ist dieser Anstieg auf die Einführung des Nachrichtenportals artnet News sowie die ständige Optimierung der Produktseiten und die andauernde Weiterentwicklung der Produkte zurückzuführen. Im Vorjahr und in 2014 sind externe Entwicklungskosten im Zusammenhang mit dem Redesign der Website aktiviert worden. Das Management hält die auf hohem Level fortbestehenden Entwicklungskosten für notwendig, um sich langfristig im wachsenden Online-Kunstmarkt behaupten zu können. Negativ wurde das Ergebnis durch die notwendige Anpassung der aktivierten latenten Steuern beeinflusst, die aufgrund der Neubewertung der voraussichtlich nutzbaren steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Worldwide Corporation angepasst wurden. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch eine außerplanmäßige Abschreibung auf die aktivierten Entwicklungskosten für das Produkt artnet Analytics belastet. Da die realisierten Umsatzerlöse des Produkts seit Vertriebsstart hinter den Planerwartungen zurückblieben, entschied sich der Vorstand zu einer vollständigen Abschreibung des noch aktivierten Restbuchwerts der Entwicklungskosten. Die Markteinführung dieses einzigartigen Analysetools für den Kunstmarkt gestaltet sich zeitaufwendiger und schwieriger als prognostiziert. Wir sehen aber weiterhin ein Nachfragepotenzial für das Produkt, sodass die Vertriebsaktivitäten nicht eingestellt werden. Außerdem fielen in 2014 aufgrund der seit dem zweiten Halbjahr eingetretenen Abschwächung des Euro-Kurses im Verhältnis zum US-Dollar Währungskursverluste aus der Bewertung von konzerninternen Forderungen und von in der Artnet Worldwide Corporation bilanzierten Euro-Bankbeständen an. Durch die Entscheidung des Berufungsgerichts in Paris, welches die Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen in zweiter Instanz als erwiesen ansah, während das Gericht in erster Instanz noch eine gegenteilige Meinung vertreten und zugunsten artnets entschieden hatte, wurde die Bildung einer Rückstellung von EUR 950.000 für diesen Fall sowie für ein in Deutschland in gleicher Sache anhängiges Verfahren notwendig, was sich negativ auf das Ergebnis auswirkte.

Umsatzentwicklung

In 2014 konnten die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 7 % auf EUR 13.907.000 (USD 18.456.000) gesteigert werden, womit die Prognose eines deutlichen Umsatzwachstums auf EUR 14,0 Mio. bis EUR 15,0 Mio. (USD 19,5 Mio. bis USD 20,5 Mio.) verfehlt wurde. Eingeleitete Maßnahmen im Vertrieb und Marketing sowie Produktverbesserungen zeigten im Jahresverlauf Wirkung und werden sich auch zukünftig positiv auf die Entwicklung der Umsatzerlöse auswirken.

Das Segment artnet Auctions erwirtschaftete einen Umsatz in Höhe von EUR 2.374.000 (USD 3.151.000), während es im Vorjahr EUR 2.099.000 (USD 2.787.000) waren. Damit wurde ein Wachstum von 13 % erreicht. Die Prognose eines Umsatzwachstums im zweistelligen Prozentbereich wurde somit eingehalten, obwohl das nominale Umsatzziel leicht verfehlt wurde. Aufgrund des im Vorjahr eingeführten Provisionsmodells verringerte sich wie erwartet die Anzahl der durchgeführten Transaktionen um 15 %. Wie angestrebt konnte der Durchschnittspreis der verkauften Lose von USD 6.954 in 2013 auf USD 9.578 im Berichtsjahr erhöht werden. Die durchschnittlichen Käufer- und Verkäuferprämien betrugen, nahezu konstant zum Vorjahr, 22 % (2013: 23 %). Während des Geschäftsjahres 2014 wurde das Design der Auctions-Seiten in einer ersten Phase überarbeitet, um die Benutzerfreundlichkeit für Käufer und Verkäufer zu verbessern. Kontinuierlich wird an der Weiterentwicklung der Website gearbeitet, um beispielsweise den Check-out-Prozess nach Beendigung einer Auktion zu vereinfachen.

Die Umsätze des Segments Galerie-Netzwerk sanken im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 6 % von EUR 4.748.000 (USD 6.303.000) auf EUR 4.477.000 (USD 5.942.000). Diese Entwicklung begründet sich in einer rückläufigen Mitgliederzahl. Während es uns gelang, durch einen verbesserten Kundenservice und die neu gestaltete Website die Anzahl der Vertragskündigungen weiter zu senken, wurde das Ziel der Gewinnung von Neukunden verfehlt. Die Prognose eines leichten Umsatzwachstums konnte daher in 2014 nicht einhalten werden. Verstärkte Verkaufsinitiativen sowie Kooperationen mit bedeutenden Kunstmessen wie der TEFAF und der Frieze New York sollen im kommenden Geschäftsjahr neue Vertriebswege öffnen und potenziellen Kunden den Nutzen einer Galerie-Mitgliedschaft nahebringen. Die speziell auf die Belange der Auktionshäuser abgestimmte Produktvariante der Auktionshaus-Partnerschaften hat sich weiter am Markt etabliert und konnte mit einem leichten Umsatzwachstum aufwarten. Die Gesellschaft nimmt ein zunehmendes Interesse der Auktionshäuser an diesem Produkt war.

Die Umsätze der Price Database im Berichtsjahr konnten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 534.000 (USD 706.000) auf EUR 5.628.000 (USD 7.469.000) gesteigert werden. Mit einem Anstieg von 10 % wurde die Prognose eines leichten Umsatzwachstums übertroffen. Neben der Akquisition von institutionellen Neukunden konnten bedeutende Bestandskunden durch die hohe Qualität, den Umfang und die Aktualität der Datenbank weiterhin an das Unternehmen gebunden werden. Insgesamt konnte außerdem eine Erhöhung des durchschnittlichen Preises pro Suchanfrage realisiert werden.

Die Umsätze des Segments Advertising stiegen um 39 % bzw. EUR 400.000 (USD 530.000) auf EUR 1.427.000 (USD 1.894.000). Neben der aus dem Redesign der Website resultierenden erhöhten Anzahl von attraktiven Werbeplätzen, wirkte sich der durch die neuen Seiten der Nachrichten-Plattform artnet News generierte Anstieg der Seitenbesucher insbesondere im zweiten Halbjahr positiv auf die Attraktivität der Werbeplätze und somit auf die generierten Umsatzerlöse aus. Das für das Berichtsjahr prognostizierte starke Umsatzwachstum in diesem Segment konnte realisiert werden. Die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung zufrieden, hatte jedoch mit einem noch größeren Wachstum gerechnet. Der Vertrieb optimierter Werbepakete auf den nun das gesamte Geschäftsjahr zur Verfügung stehenden neu gestalteten Websites sowie der etablierte trafficgenerierende Nachrichten-Service artnet News werden sich in 2015 positiv auf die Segment-Umsatzerlöse auswirken.

Kosten- und Ergebnisentwicklung

Das Bruttoergebnis vom Umsatz konnte mit EUR 8.335.000 (USD 11.062.000) um EUR 1.109.000 (USD 1.469.000) bzw. 15 % gesteigert werden. Bei leicht gesunkenen Umsatzkosten (-3 %) wurde das Bruttoergebnis im Wesentlichen durch den Anstieg der Umsatzerlöse beeinflusst. Die Verringerung der Umsatzkosten ergibt sich aus Einsparungen im Personalbereich. Dem gegenüber stehen aufgrund der Investitionen in materielle und immaterielle Vermögenswerte leicht höhere Abschreibungen. Die Einführung des Nachrichten-Service artnet News führte verglichen zum Vorjahr zu einem Anstieg der Aufwendungen für Vertrieb und Marketing um EUR 812.000 (USD 1.077.000). Gestiegene Personalaufwendungen in Höhe von EUR 307.000 (USD 408.000) durch die Verstärkung des Vertriebs-Teams ebenso wie zusätzliche Marketingaktionen und Kooperationen (EUR 235.000 bzw. USD 311.000) erhöhten die Vertriebs- und Marketing-Aufwendungen insgesamt von EUR 1.834.000 (USD 2.435.000) im Vorjahr um EUR 1.354.000 (USD 1.796.000) auf EUR 3.188.000 (USD 4.231.000).

Die Aufwendungen im Bereich Produktentwicklung erhöhten sich im Berichtsjahr um EUR 417.000 (USD 552.000) auf EUR 2.474.000 (USD 3.284.000). Im Wesentlichen ist dieser Anstieg auf die Einführung des Nachrichtenportals artnet News sowie die fortlaufende Weiterentwicklung der Produktseiten auf unserer Website zurückzuführen, die während des Berichtsjahres umgesetzt wurden bzw. in Kürze fertiggestellt werden. Die allgemeinen Verwaltungskosten verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund geringerer Personalkosten und geringerer Aufwendungen für die Wertberichtigung von Forderungen um 3 % auf EUR 3.206.000 (USD 4.255.000). Das Konzernergebnis ist insbesondere aufgrund der Einmalbelastung aus der außerplanmäßigen Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten für das Produkt artnet Analytics um EUR 537.000 (USD 653.000) und aufgrund der Neubewertung der latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der Artnet Worldwide Corporation um EUR 842.000 (USD 1.023.000) zurückgegangen. Zusätzlich wurde das Konzernergebnis durch die Bildung einer Rückstellung in Höhe von EUR 950.000 (USD 1.261.000) für Schadensersatzansprüche eines Fotografen belastet, die diesem vom Berufungsgericht in Paris in zweiter Instanz zugesprochen worden waren. Die Rückstellung berücksichtigt auch Kosten für ein in Deutschland in gleicher Sache anhängiges Verfahren. Währungskursverluste aus der Bewertung von konzerninternen Forderungen sowie der Bewertung eines in der Artnet Worldwide Corporation bilanzierten Euro-Bankbestand in Höhe von EUR 300.000 (USD 408.000) wirkten sich ebenfalls negativ auf das Konzernergebnis aus. Positive Sondereffekte, die ebenfalls nicht zahlungswirksam waren, haben sich im Berichtsjahr mit EUR 217.000 (USD 288.000) ausgewirkt. Insgesamt ist in 2014 nach einem positiven Ergebnis von EUR 40.000 (USD 54.000) im Vorjahr ein deutlicher Verlust von EUR 3.047.000 (USD 3.891.000) entstanden, wovon EUR 2.412.000 (USD 3.057.000) auf die nicht zahlungswirksamen Sondereffekte zurückzuführen sind.

Segmententwicklung

Das Betriebsergebnis der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2014 mit EUR -588.000 (USD -780.000) negativ. Während die Segmente artnet Galerie-Netzwerk und artnet Price Database das Jahr mit einem positiven operativen Ergebnis abschlossen, erzielten die Segmente artnet Advertising und artnet Auctions ein negatives Ergebnis. Das operative Ergebnis des Segments artnet Galerie-Netzwerk betrug im Geschäftsjahr 2014 EUR 269.000 (USD 357.000) und ging aufgrund gesunkener Umsatzerlöse bei steigenden betrieblichen Aufwendungen um EUR 693.000 (USD 921.000) zurück. Der Geschäftsbereich artnet Price Database weist im Berichtsjahr mit EUR 1.065.000 (USD 1.412.000) im Wesentlichen aufgrund des Umsatzwachstums höheres Betriebsergebnis aus. Nach einem positiven Betriebsergebnis im Vorjahr fiel das operative Ergebnis für das Segment artnet Advertising trotz gestiegener Umsatzerlöse aufgrund höherer Vertriebs- und Marketingaufwendungen mit EUR -10.000 (USD -13.000) negativ aus. Auch das Betriebsergebnis des Segments artnet Auctions verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr trotz eines Umsatzanstiegs infolge höherer Aufwendungen für Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung um EUR 268.000 (USD 355.000) auf EUR -1.912.000 (USD -2.537.000).

Konzernergebnis

Nach einem nahezu ausgeglichenen Konzernergebnis von EUR 41.000 (USD 54.000) im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 einen erheblichen Verlust von EUR 3.047.000 (USD 3.891.000). Die prognostizierte Ergebnissteigerung auf EUR 600.000 (USD 800.000) wurde damit deutlich verfehlt. Einerseits wurde das Konzernergebnis wesentlich durch die nicht liquiditätswirksamen Sondereffekte in Höhe von EUR 2.412.000 (USD 3.057.000) beeinflusst, andererseits fielen die Umsatzerlöse geringer aus als ursprünglich erwartet. Die Entwicklung des Konzernergebnisses wird vom Vorstand als unbefriedigend beurteilt.

Währungsumrechnung

Für die Währungsumrechnung der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird der Jahresdurchschnittskurs für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 verwendet. Für das Geschäftsjahr 2014 lag der Durchschnittskurs nahezu konstant zum Vorjahr bei 0,754 US-Dollar/Euro gegenüber 0,753 US-Dollar/Euro für das Geschäftsjahr 2013. Der für die Bilanzumrechnung verwendete Fremdwährungskurs ist der Kurs am Periodenende. Der Stichtagskurs zum 31. Dezember 2014 betrug 0,823 US-Dollar/Euro gegenüber 0,726 US-Dollar/ Euro am 31. Dezember 2013. Dies entspricht einer Abwertung des Euro-Wechselkurses von 13 %. Für die am Bilanzstichtag vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung auf den immateriellen Vermögenswert Analytics und die Bewertungsanpassung bei den aktiven latenten Steuern wurde der Stichtagskurs verwendet.

artnet unterliegt Wechselkursschwankungen, da Rechnungen in Euro, US-Dollar und Pfund Sterling fakturiert werden, die Geschäftstätigkeit aber größtenteils in den USA ausgeübt wird. Der Konzern steuert dieses Wechselkursrisiko, indem er die Zahlungen seiner europäischen Kunden in Euro und Pfund Sterling entgegennimmt und mit diesen Zahlungseingängen seine in Europa ansässigen Lieferanten in derselben Währung bezahlt.

Finanzlage

Entsprechend der Ergebnisentwicklung war auch die Entwicklung des Cashflows im Berichtsjahr negativ. Nach einem deutlich positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Vorjahr (EUR 827.000/USD 1.101.000) wurde in 2014 mit EUR -52.000 (USD -69.000) ein leicht negativer Cashflow erwirtschaftet. Durch die wesentlichen im Konzernjahresergebnis enthaltenen nicht zahlungswirksamen Abschreibungen (EUR 945.000), latenten Steueraufwendungen (EUR 842.000) und Zuführungen zur Rückstellung für Prozessrisiken (EUR 950.000) fiel die Reduzierung des operativen Cashflows weniger stark aus als der Ergebnisrückgang. Während sich die gestiegenen Umsatzerlöse positiv auf den operativen Cashflow im Berichtsjahr auswirkten, wurde der operative Cashflow durch die zusätzlichen Aufwendungen für das Nachrichtenportal artnet News ebenso wie durch erhöhte Aufwendungen für Vertrieb und Marketing und höhere Aufwendungen im Bereich Produktentwicklung belastet.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns betrug im Berichtsjahr EUR -161.000 (USD -213.000) gegenüber EUR -304.000 (USD -403.000) in 2013. Die Investitionen im Bereich des immateriellen Anlagevermögens in Höhe von EUR 134.000 (USD 178.000) betreffen externe Entwicklungskosten im Zusammenhang mit der im ersten Quartal des Berichtsjahres abgeschlossenen ersten Phase des Redesigns der Website. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen EUR 27.000 bzw. USD 36.000 und waren wie im Vorjahr (EUR 12.000 bzw. USD 16.000) nur in geringem Umfang erforderlich. Die Investitionen betrafen den planmäßigen Austausch von Computer-Hardware.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich in 2014 auf EUR -228.000 (USD -303.000) gegenüber EUR 251.000 (USD 355.000) im Vorjahr und umfasste im Wesentlichen Zahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingsverträgen für Büroeinrichtung sowie Hard- und Software. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Vorjahr war durch das im März 2013 gewährte Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 500.000 geprägt, welches aus Vorsichtsgründen zur Gewährleistung der finanziellen Stabilität aufgenommen worden war.

Entgegen der Prognose, die von einem leichten Anstieg des Zahlungsmittelbestandes ausging, verringerten sich die liquiden Mittel im Stichtagsvergleich insgesamt von EUR 1.529.000 (USD 2.105.000) am 31. Dezember 2013 auf EUR 1.181.000 (USD 1.436.000) zum aktuellen Bilanzstichtag. Die zum Aufbau des Nachrichtenportals artnet News notwendigen Aufwendungen haben den Cashflow des Berichtsjahres wesentlich beeinflusst. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass die zukünftig auf den Websites des Nachrichtenportals generierten Advertising-Umsätze diese Aufwendungen rechtfertigen. Ein Anstieg der Advertising-Umsätze ist seit Beginn des dritten Quartals sichtbar. Dieser Trend setzt sich im neuen Geschäftsjahr fort.

Die Anlagepolitik des Konzerns ist konservativ und orientiert sich an der kurzfristigen Finanzmittelanlage. Auf diese Weise bleiben sämtliche Barmittel liquide und jederzeit verfügbar. Zum 31. Dezember 2014 belief sich die Liquidität je Aktie auf Grundlage der durchschnittlich 5.552.986 in Umlauf befindlichen Aktien auf EUR 0,21 (USD 0,26) gegenüber EUR 0,28 (USD 0,38) zum 31. Dezember 2013.

Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme betrug am 31. Dezember 2014 EUR 4.627.000 (USD 5.625.000) im Vergleich zu EUR 6.039.000 (USD 8.315.000) am 31. Dezember 2013, was einem Rückgang um 23 % (32 % in USD) entspricht. Diese Entwicklung ist weitgehend auf den Rückgang der liquiden Mittel im Konzern sowie auf die außerplanmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten für artnet Analytics und die Verringerung der aktiven latenten Steuern zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen bei erhöhten Umsatzerlösen stichtagsbezogen um EUR 192.000 (USD 132.000) auf EUR 823.000 (USD 1.000.000). Insgesamt konnte die Altersstruktur der Forderungen durch ein optimiertes Forderungsmanagement und Mahnwesen weiter verjüngt werden.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte betragen zum 31. Dezember 2014 nahezu konstant zum Vorjahr EUR 291.000 (USD 354.000).

Das aus den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen bestehende Anlagevermögen verringerte sich um EUR 633.000 (USD 1.078.000) auf EUR 1.285.000 (USD 1.562.000). Das Konzernanlagevermögen wird vornehmlich bei der Artnet Corporation auf US-Dollar-Basis bilanziert. Ursächlich für den Rückgang war im Wesentlichen die außerplanmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten für artnet Analytics in Höhe von EUR 537.000 (USD 653.000). Den laufenden planmäßigen Abschreibungen stehen die Investitionen des Berichtsjahres in Form der Aktivierung externer Entwicklungskosten für das Redesign der Website in Höhe von EUR 134.000 (USD 178.000) sowie notwendige Hard- und Software-Erneuerungen von EUR 27.000 (USD 36.000) gegenüber.

Die vor allem für erwartete künftige Steuervorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen der Artnet Worldwide Corporation bilanzierten aktiven latenten Steuern wurden aufgrund der Neubewertung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge um EUR 658.000 (USD 1.023.000) auf EUR 728.000 (USD 884.000) angepasst. Die nicht plangemäße Ergebnisentwicklung der vergangenen drei Geschäftsjahre und bestehende Planungsunsicherheiten machten diese Neubewertung der aktiven latenten Steuern notwendig.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind insgesamt von EUR 2.850.000 (USD 3.923.000) um EUR 1.445.000 auf EUR 4.295.000 (bzw. um USD 1.298.000 auf USD 5.221.000) gestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die notwendige Erfassung des Aufwandes für mögliche Schadenersatzzahlungen aus der Verletzung von Urheberrechten, die das Pariser Berufungsgericht in zweiter Instanz einem französischen Fotografen zugesprochen hatte, sowie einem in Deutschland in gleicher Sache anhängigen Verfahren zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2014 war zudem ein veränderter Ausweis des vom Hauptaktionär am 31. März 2013 gewährten Darlehens erforderlich. Entgegen der ursprünglichen Vereinbarung, die eine Fälligkeit des Darlehens zum 1. Mai 2015 vorsah, vereinbarten beide Parteien unter der Bedingung eines Barmittel- und Bankbestandes von mindestens 1,5 Millionen US-Dollar zum jeweiligen Monatsende eine Rückzahlung des Darlehensbetrages in zwanzig gleichen Monatsraten von 25.000 Euro. Dieser Vereinbarung Rechnung tragend, wird nunmehr nur ein Teil des Darlehens in Höhe von EUR 303.000 (USD 369.000) unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Summe aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den abgegrenzten Verbindlichkeiten erhöhte sich wechselkursbedingt in Euro leicht, während sie in US-Dollar, der Währung, in der die Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns abgewickelt wird, leicht zurückging. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen gingen aufgrund planmäßiger Tilgung weiter zurück.

Die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich im Berichtsjahr um EUR 420.000 (USD 668.000) auf EUR 555.000 (USD 675.000) am 31. Dezember 2014. Dieser Rückgang ist zum einen auf die erwähnten neuen Rückzahlungsbedingungen des Gesellschafterdarlehens zurückzuführen. Zusätzlich verringerten sich die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingsverträgen durch planmäßige Tilgung erheblich. Die Abgrenzung der mietfreien Zeiten aus dem in 2012 geschlossenen Mietvertrag hat sich planmäßig leicht erhöht.

Das Eigenkapital des artnet Konzerns hat sich durch den Jahresfehlbetrag 2014 gegenüber EUR 2.214.000 (USD 3.048.000) zum 31. Dezember 2013 deutlich reduziert. Zum 31. Dezember 2014 wird ein negatives Konzern-Eigenkapital in Höhe von EUR 223.000 (USD 272.000) ausgewiesen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem Posten Umsatzabgrenzung einen wesentlichen Betrag von EUR 1.547.000 (USD 1.881.000) enthalten, der ausschließlich der periodengerechten Erlösabgrenzung dient und zu keinem Zahlungsabfluss aus dem Konzern führen wird. Das Gesellschafterdarlehen ist auch nur bei Ausweis eines bestimmten Mindestbestands an Liquidität zurückzuzahlen. Außerdem werden wir weiter rechtlich gegen die im März 2015 festgesetzte Schadenersatzzahlung durch ein französisches Gericht von EUR 764.000 vorgehen und gehen nicht von einem Zahlungsabfluss im Geschäftsjahr 2015 in diesem Zusammenhang aus. Wir erwarten daher, die Liquidität im folgenden Geschäftsjahr 2015 trotz des negativen Eigenkapitals gewährleisten zu können.

Die artnet Price Database ist ein immaterieller Vermögenswert, der in den letzten 25 Jahren durch die Erfassung von Auktionsdaten entwickelt wurde. Wenngleich er aufgrund der Bilanzierungsregeln als Vermögenswert in der Bilanz nicht voll angesetzt wurde, stellt er für den Konzern doch eine wesentliche Geschäftsgrundlage dar. Wenn eine Bilanzierung gesetzlich zulässig wäre, würden sich die Aktiva und damit auch das Eigenkapital deutlich erhöhen.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2014 beschäftigte der Konzern 118 Vollzeitmitarbeiter gegenüber 106 Mitarbeitern im Vorjahr. Darüber hinaus waren 2014 drei teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter für den artnet Konzern tätig im Vergleich zu sieben Teilzeitbeschäftigten im Vorjahr. Im Vertrieb und in sonstigen Bereichen beschäftigte der Konzern zwölf freie Mitarbeiter, während es 2013 sechs freie Mitarbeiter waren. Hauptgrund für den Anstieg der Mitarbeiterzahl war die Etablierung des Nachrichtenportals artnet News mit 15 Mitarbeitern.

Die Personalkosten beliefen sich auf EUR 9.081.000 (USD 12.052.000) gegenüber EUR 8.127.000 (USD 10.790.000) im Vorjahr. Während die Personalkosten im Bereich der Umsatzkosten gesenkt werden konnten, stiegen sie im Bereich Vertrieb und Marketing und im allgemeinen Verwaltungsbereich aufgrund von Neueinstellungen an. Auch im Bereich Produktentwicklung ergab sich ein Anstieg, der auf höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Redesign der Website, der Entwicklung des Nachrichtenportals artnet News sowie fortlaufende Weiterentwicklungen zurückzuführen ist.

Übrige nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die Qualität unserer Leistungen und die damit einhergehende Zufriedenheit unserer Kunden des Galerie-Netzwerkes und der Price Database sind von großer Bedeutung für unsere Geschäftstätigkeit. Zur Qualitätssicherung werden zusätzlich zum regelmäßigen Kundenkontakt Befragungen durchgeführt, die Aufschluss zu Nutzungsgewohnheiten geben oder im Falle einer Vertragsbeendigung Kritikpunkte aufnehmen. Dies ermöglicht es uns, gezielt auf die Kundenwünsche und Anregungen zu reagieren.

Weitere Indikatoren, die zur Überwachung und Steuerung des Unternehmens herangezogen werden, sind für das Galerie-Netzwerk die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge und der Vertragsbeendigungen. In 2014 konnten die Vertragsbeendigungen im Vergleich zu 2013 um rund 9 % gesenkt werden, während die Anzahl der Neuabschlüsse um 29 % zurückging.

Für die Price Database wird die Anzahl der durch unterschiedliche Abonnements verkauften Suchen betrachtet. Im Vergleich zu 2013 stieg diese Anzahl in 2014 um 2 %, was eine Stabilisierung signalisiert und infolge der Preiserhöhungen der Vorjahre im Ergebnis zu einer Umsatzsteigerung des Segments von insgesamt 10 % führte. Zusätzlich wird die Kennziffer Umsatz pro Nutzer beobachtet. Für die Price Database Fine Art and Design stieg der Umsatz pro Nutzer im Vorjahresvergleich um 16 % und für die Price Database Decorative Art um 2 %.

Für die Überwachung und Steuerung der artnet Auctions sind die Anzahl der verkauften Lose sowie deren Durchschnittspreise wichtige Indikatoren. Verglichen zu 2013 war die Zahl der verkauften Lose bedingt durch eine Fokussierung auf hochpreisigere Werke erwartungsgemäß um 15 % niedriger, während der Durchschnittspreis je Los um 38 % stieg. Im Ergebnis stieg der Umsatz um 13 %. Eine wichtige Kenngröße ist zudem die Anzahl der Neuanmeldungen von Käufern und Verkäufern, die gegenüber 2013 um 21 % stieg.

Die laufende Überwachung des Web-Traffics ist für artnet als Online-Dienstleister von übergeordneter Bedeutung. Täglich werden verschiedene Kennzahlen für die bestehenden Domains erfasst und ausgewertet. Dank der Einführung der Nachrichtenplattform artnet News stieg die Anzahl der Besucher um 127 %, während der umsatzgenerierende Web-Traffic konstant blieb.

3. Übernahmerechtliche Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2014 unverändert EUR 5.631.067 und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je EUR 1,00 aufgeteilt. Am 26. September 2011 wurden die 5.631.067 Stammaktien der Gesellschaft erstmals als Namensaktien an den Börsen gehandelt.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen

Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.

Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der artnet AG überschreiten, werden zum 31. Dezember 2014 gehalten von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 2.800.000 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014).

Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.

Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung des Bezugsrechts entstehen, am Gewinn teil. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Bezugsrechte ausgeübt werden.

Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 14. Juli 2010 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum Ablauf des 13. Juli 2015 eigene Aktien bis zu einem Anteil von max. 10 % am derzeitigen Grundkapital zu erwerben. Die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit den von der Gesellschaft gehaltenen oder der Gesellschaft gemäß §§ 71 a ff. AktG zustehenden anderen eigenen Aktien in keinem Fall mehr als 10 % des Grundkapitals ausmachen. Die Frist gilt nur für den Erwerb -nicht für den Besitz -der Aktien.

4. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Die aktuelle Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ist auf der Website der Gesellschaft unter artnet.de/investor-relations/ einsehbar.

5. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG Anwendung finden und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsrechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.

5.1 Vergütung des Vorstands

scroll

Gewährte Zuwendungen Jacob Pabst
Vorstand 2013 2014
--- --- --- --- ---
EUR gewährt gewährt (min.) (max.)
--- --- --- --- ---
Festvergütung 225.960 235.469 235.469 235.469
Nebenleistungen 5.400 8.859 8.859 8.859
Summe 231.360 244.327 244.327 244.327
Einjährige variable Vergütung - - - 235.469
Versorgungsaufwand - - - -
Gesamtvergütung 231.360 244.327 244.327 479.796

scroll

Zufluss Jacob Pabst
Vorstand
--- --- ---
EUR 2013 2014
--- --- ---
Festvergütung 225.960 235.469
Nebenleistungen 5.400 8.859
Summe 231.360 244.327
Einjährige variable Vergütung - -
Versorgungsaufwand - -
Gesamtvergütung 231.360 244.327

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.

Herr Jacob Pabst erhält von der artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Worldwide Corporation bezieht, abgegolten. Sowohl der Vorstandsvertrag mit der artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Worldwide Corporation wurden am 1. Juli 2014 für jeweils zwei Jahre bis zum 1. Juli 2016 verlängert.

Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente (short term performance-related incentive (STI)) zusammen, die im Folgenden beschrieben wird.

Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung wird monatlich als laufendes Gehalt gezahlt. Im ersten Vertragsjahr wird eine Grundvergütung von monatlich USD 27.083 bzw. USD 325.000 p.a. gezahlt. Im zweiten Jahr des Vertrages erhöht sich die Grundvergütung auf monatlich USD 29.167 bzw. USD 350.000 p.a. Die Artnet Worldwide Corporation übernimmt weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich EUR 450 die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppen-Krankenversicherung (Company's group medical plan). Die Gesellschaft hat ebenfalls eine Unfallversicherung mit einer Deckungssumme für Invalidität (EUR 300.000) und Tod (EUR 150.000) abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2014 betrug die von der Artnet Worldwide Corporation gezahlte fixe Barvergütung für den Vorstand Jacob Pabst insgesamt EUR 244.327 (USD 324.257).

Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den das STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten. Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:

1/3 von der Verbesserung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows
1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der artnet AG
1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen.

Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.

Für 2014 hat sich kein variabler Vergütungsanspruch für den Vorstand ergeben.

5.2 Vergütung des Aufsichtsrates

Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.

Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Performance der Gesellschaft.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten der Vorsitzende des Aufsichtsrates EUR 50.000, der stellvertretende Vorsitzende EUR 37.500 und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates EUR 25.000.

6. Risiko- und Chancenbericht

6.1 Risikobericht

Risikomanagement

Der artnet Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, das die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden vier Komponenten:

dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt;
der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht;
dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und
der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert.

Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.

Frühwarnsystem stellt die Identifizierung potenzieller Risiken

Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt der artnet Konzern ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungsebenen innerhalb des artnet Konzerns zugeordnet worden. Bestehende Risikopotenziale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden adäquate Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Unterstützt wird dieser Prozess durch regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.

Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken

Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann der artnet Konzern zeitnah und umfassend auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber unangemessene Risiken zu vermeiden.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Funktionstrennung, das gewährleisten soll, dass vollziehende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. IT-Administration) Tätigkeiten nicht in einer Hand vereint sind. Durch das Vieraugenprinzip wird gewährleistet, dass kein wesentlicher Vorgang ohne Kontrolle bleibt.

Die Erwartungshaltung des Vorstands wird durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert. Das Risikomanagement-System sorgt dafür, dass kritische Informationen und Daten direkt an die Unternehmensleitung gegeben werden.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch den Finanzdirektor der Artnet Worldwide Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.

Risiken

Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:

Externe Risiken

Konjunkturtrends im Kunstmarkt

artnet unterliegt den Schwankungen im Kunstmarkt. Der Kunstmarkt wird von den Wirtschaftsbedingungen im In- und Ausland beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist noch unklar.

Betriebliche Risiken

Infrastruktur des IT-Systems

Funktionsstörungen der Website könnten die laufenden Umsätze und Gewinne von artnet mindern und möglicherweise auch die künftigen Umsätze und Ergebnisse beeinträchtigen.

Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Services könnten bestehenden oder interessierten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf des Konzerns haben. Derartige Unterbrechungen erhöhen die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung, was wiederum die Einführung neuer Funktionen und Services verzögert. Wenngleich die Systeme des Konzerns so konzipiert wurden, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind, kann die Möglichkeit der Beschädigungen oder der Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, Strom- und Telekommunikationsausfälle, Terroranschläge, Computerviren und andere Unglücksfälle nie vollumfänglich ausgeschlossen werden. Die Webserver von artnet befinden sich in einer sicheren externen Einrichtung.

Produktentwicklung

Der künftige Erfolg von artnet hängt davon ab, wie schnell sich der Konzern an die technologischen Veränderungen und entstehenden Branchenstandards anpassen kann. Der Vorstand plant, die Leistung, Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die für bestehende und potenzielle Kunden von Nutzen sind. Der Konzern beobachtet die Markttrends und konzentriert sich auf die Produktentwicklung.

Aus diesem Grund hat artnet in den vergangenen Jahren sein Entwicklungsteam verstärkt. Der Personalaufbau ermöglicht es artnet, den wachsenden Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und das Wachstumspotenzial durch die Einführung neuer Produkte zu erhöhen.

Es besteht das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen, wie z.B. artnet Analytics vom Markt und den Kunden nicht so schnell angenommen werden wie geplant und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet werden.

Die Risiken im Bereich der Produktentwicklung wurden in den letzten Jahren durch den zunehmenden Wettbewerb und durch den Markteintritt von mehreren Start-up-Internetdienstleistern erhöht, die in einem oder mehreren Produktsegmenten zu artnet in Konkurrenz getreten sind.

Website-Besuche

Website-Besuche (Traffic) sind für artnet von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen könnten die Umsätze aller Produktlinien verringern. artnet überwacht die Website-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche benötigt der Konzern außerdem ein größeres finanzielles Engagement für Werbung und Marketing. Soweit dies möglich ist, überwacht artnet die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsätze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Werbe- und Marketingmaßnahmen zu beurteilen.

Rechtliche Risiken

Markenrechte

artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "artnet" in den Schlüsselmärkten des Konzerns, insbesondere in den USA, Deutschland, Frankreich und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen könnten. Darüber hinaus muss sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche verteidigen, die ebenfalls negative Folgen für den Konzern haben könnten.

Urheberrechte

artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst und ist als international tätiger Konzern, der seine Dienste online anbietet, unterschiedlichen Regularien in Bezug auf den Schutz von Urheberrechten ausgesetzt. Dem Rechnung tragend hat artnet mit der Artist Rights Society in den USA und der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland Lizenzverträge abgeschlossen, die jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verwendeten Abbildungen abdecken. Als Reaktion auf die Klagen eines französischen Fotografen vor französischen und deutschen Gerichten, der sich in seinen Rechten als Urheber für in der Datenbank verwendete Fotografien dekorativer Kunst für Auktionskataloge verletzt sieht, wird artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte unternehmen, um zukünftige Klagen zu vermeiden, ohne dass ausgeschlossen werden kann, dass insbesondere in Frankreich andere Fotografen ähnliche Klagen anstreben könnten. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Schutz der Kundendaten

artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Würde es Dritten jedoch gelingen, die von artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.

Finanzielle Risiken

Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko

artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen. Da die Wechselkurse veränderlich sind, können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen erheblich von den Erwartungen abweichen. artnet sichert sich derzeit nicht gegen solche Währungsrisiken ab. Stattdessen nehmen die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden auch in Euro und Pfund Sterling an und bezahlen ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei.

Fremdwährungsrisiken bestehen für den artnet Konzern zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Worlwide Corporation resultieren, sowie aus den in der Artnet Worldwide Corporation gehaltenen Euro-Bankbeständen. Im Geschäftsjahr 2014 sind dem artnet Konzern durch die Abwertung des Euro im Verhältnis zum US-Dollar unrealisierte Wechselkursverluste in Höhe von EUR 300.000 entstanden, die sich negativ auf das in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesene Konzernjahresergebnis ausgewirkt haben. Auf der anderen Seite hat sich der im Eigenkapital ausgewiesene Fremdwährungsausgleichsposten zum Bilanzstichtag eigenkapitalerhöhend verändert. Bei saldierter Betrachtung der Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung wurde das Konzerneigenkapital im Geschäftsjahr 2014 nicht belastet. Bei einer sich fortsetzenden Abschwächung des Euro im Verhältnis zum US-Dollar wird die Konzerngewinn- und -verlustrechnung durch weitere Wechselkursverluste negativ beeinflusst werden. Ein Effekt auf das Konzerneigenkapital ergibt sich jedoch erst im Realisationszeitpunkt zu den dann vorliegenden Wechselkursverhältnissen. Aus diesem Grund und da die zukünftige Wechselkursentwicklung des US-Dollars zum Euro von hoher Unsicherheit geprägt ist, sieht der Vorstand des artnet Konzerns aus Gründen der Wirtschaftlichkeit weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwährungsrisikos ab.

Im artnet Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, im Markt für bildende Kunst verteilt. Dennoch könnte sich ein weltweiter Konjunkturrückgang negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung des durchschnittlichen Zahlungsziels oder im schlimmsten Fall zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. artnet versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem es mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditätsbestand ist durch die im Geschäftsjahr 2014 erfolgten Ausgaben für weiteres Wachstum durch die Neugestaltung der Website und den Aufbau von artnet News von EUR 1,5 Mio. auf EUR 1,2 Mio. zurückgegangen. Die für artnet völlig überraschende Verurteilung zu hohen Schadenersatzzahlungen von EUR 0,8 Mio. durch ein Berufungsgericht in Frankreich im Zusammenhang mit einer geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines französischen Fotografen könnte zu möglicherweise bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken für artnet führen, wenn dieser Betrag kurzfristig zu leisten wäre. artnet wird weiter rechtlich gegen dieses Urteil vorgehen. Es ist daher ungewiss ist, ob dieser Betrag überhaupt gezahlt werden muss und wenn eine Zahlung erfolgen muss, in welcher Höhe und wann diese zu leisten sein wird.

Da der artnet Konzern verzinsliche Schulden lediglich in Form von Finanzierungsleasingverhältnissen und Gesellschafterdarlehen aufweist, sind die Zinsänderungsrisiken als unbedeutend anzusehen.

Sonstige Risiken

Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager ist sehr wettbewerbsintensiv. Aufgrund der relativ geringen Größe von artnet könnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen negativ auswirken.

Möglicherweise enthält die vorstehende Auflistung nicht alle Risiken, denen artnet ausgesetzt ist. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, könnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.

6.2 Chancenbericht

Der Online-Kunsthandel bildet ein dynamisches Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen für artnet eröffnen. Die Größe des Unternehmens und kurze Entscheidungswege erlauben es uns, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus dem internen oder externen Umfeld ergeben.

Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben daher ebenfalls Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit. Sollte sich die Weltwirtschaft und insbesondere die Wirtschaft in den Krisenländern der Europäischen Union nachhaltiger erholen als erwartet, könnte sich dies positiv auf unser Ergebnis auswirken.

Das Vertrauen von Käufern und Verkäufern in das Internet als Transaktionsplattform auch für hochpreisige Kunstwerke wächst stetig. Für die kommenden Jahre gehen wir von einem Wachstum des Online-Kunstmarktes im zweistelligen Prozentbereich aus, sodass dieser bereits im Jahr 2020 10 Mrd. Euro erreichen könnte. Sollte dieser Bereich schneller als derzeit erwartet wachsen, könnten insbesondere für das Segment artnet Auctions unsere mittelfristigen Prognosen übertroffen werden.

Der Erfolg unseres Unternehmens hängt in großem Maße von unserer Fähigkeit ab, unseren Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeiten wir auch weiterhin daran, die Effektivität unserer Produkt- und Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollten wir in diesem Bereich schneller Fortschritte machen können, könnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies könnte sich positiv auf Umsätze und die Ertragslage auswirken.

Ziel des im Februar 2014 gelaunchten Nachrichtenportals artnet News ist es, das Produktpaket von artnet um einen weiteren Bestandteil zu ergänzen und dadurch die Markenbekanntheit und die Anzahl der Besucher (Unique Visitors) unserer Website zu erhöhen. Sollte die Anzahl der Besucher stärker ansteigen als erwartet, würde sich die Attraktivität der auf den Seiten verkaufbaren Werbebanner erhöhen. Dies könnte sich positiv auf die Umsätze und Ertragslage insbesondere des Segments Advertising auswirken.

7. Nachtragsbericht

Im März 2015 hat das Berufungsgericht Paris die artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation zur Zahlung von EUR 764.412 Schadensersatz an einen französischen Fotografen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation die Urheberrechte des Fotografen in Frankreich durch die Veröffentlichung von Fotos in der artnet Price Database verletzt haben. artnet beabsichtigt, gegen das Urteil Rechtsmittel beim französischen Kassationsgerichtshof einzulegen.

Weitere berichtspflichtige Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des artnet Konzerns haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ereignet.

8. Prognosebericht

artnet hat im Geschäftsjahr 2014 zahlreiche wesentliche Erneuerungen eingeführt. Insbesondere die positiven Auswirkungen des Redesigns und der Einführung von artnet News werden in 2015 ihren vollen Nutzen für artnet entfalten.

2014 wurde mit der Einführung des Redesigns das optische Erscheinungsbild von artnet modernisiert. Die neu gestaltete Website wertet die Marke deutlich auf. Das so gestärkte Markenprofil erhöht die Attraktivität für Luxusartikelhersteller, ihre Anzeigenkampagnen auf artnet zu platzieren. Gleichzeitig ist es für Galerien und Messen noch erstrebenswerter geworden, Kooperationen und Sponsoringverträge mit artnet abzuschließen, was wiederum den Bekanntheitsgrad und die Anzahl der Seitenbesuche von artnet erhöht. Somit dienen die Investitionen in das Erscheinungsbild auch der Markenbildung, fördern die Umsätze und vereinfachen die Vermarktung aller Produkte. Im Geschäftsjahr 2015 wird das Redesign auf die noch nicht aktualisierten Seiten ausgeweitet und weitere Produktverbesserungen vorgenommen, um technologischen Entwicklungen und sich verändernden Kundenbedürfnissen stets gerecht zu werden.

Um im Kunstmarkt, in dem stetig mehr Online-Dienstleister um Marktanteile ringen, weiterhin im Fokus von Kunstliebhabern, Sammlern und institutionellen Marktteilnehmern zu bleiben, geht artnet vermehrt Partnerschaften und Sponsoren-Verträge ein. So begleitet artnet die International New York Times Art for Tomorrow Konferenz mit Fokus auf Kunst und Architektur, die im März 2015 in Doha stattfindet. Die Veranstaltung, bei der artnet an Podiumsdiskussionen teilnimmt, wird von hochkarätigen Vertretern aus der Kunst-, Finanz- und Medienwelt besucht und mitgestaltet und erlaubt es artnet, sich einem internationalen Fachpublikum und potenziellen Kunden zu präsentieren. Für 2015 wurden außerdem Partnerschaften mit den Kunstmessen TEFAF Maastricht und Frieze New York vereinbart, die zu den bedeutendsten im Kunstmarkt gehören. Für artnet ist die Begleitung solcher Veranstaltungen im konzentrierten Kunstmarkt für die Kundengewinnung und -bindung unverzichtbar, weshalb weitere Kooperationen vereinbart werden sollen.

artnet News wird 2015, neben den tagesaktuellen Nachrichten aus der Kunstwelt, mehr Artikel zu Marktentwicklungen und -trends veröffentlichen. Im ersten Halbjahr 2015 werden ausgewählte Artikel erstmals auch in Mandarin erscheinen. Dadurch erweitert artnet seinen Bekanntheitsgrad in China, dem nach den Vereinigten Staaten weltweit zweitgrößten Kunstmarkt. Zusätzlich wird es Luxusartikelherstellern ermöglicht, ihre Produkte gezielt im chinesischen Markt zu bewerben, was sich positiv auf die Umsätze des Segments Advertising auswirken wird. Es wird angestrebt, im Jahresverlauf artnet News durch die generierten Werbeeinnahmen zu finanzieren.

Die Generierung von Seitenbesuchen ist entscheidend für die Vermarktung unserer Produkte und von Anzeigenflächen auf der artnet Website. 2014 führte der Nachrichtenservice artnet News bereits zu einer Verdopplung der Seitenbesucher. Sowohl durch die Erweiterung der artnet News Seite auf den chinesischen Markt, als auch durch Partnerschaften, wie sie mit den Kunstmessen TEFAF und Frieze New York vereinbart wurden, soll eine leichte Steigerung der Seitenbesuche erreicht werden.

In der folgenden Prognose nach Segmenten ist nur eine Darstellung der geplanten Umsatzerlöse möglich, da eine Ergebnisplanung auf Segmentebene nicht erfolgt.

Im Geschäftsjahr 2015 wird die Stabilisierung des Galerie-Netzwerks ein Hauptziel von artnet sein. Durch die Partnerschaften mit TEFAF und Frieze New York wird Ausstellern dieser Messen ermöglicht, ihr Inventar auf eigens gestaltenden Messeseiten auf der artnet Website zu präsentieren. Auf diese Weise werden dem Galerie-Netzwerk mehr Mitglieder zugeführt, die langfristig an artnet gebunden werden sollen. Gleichzeitig wird artnet so in den Fokus der Messebesucher gerückt und führt mehr Seitenbesucher auf die Seiten des Galerie-Netzwerks. Sowohl für TEFAF als auch für Frieze sind Kooperationen mit einem Online-Unternehmen ein Novum, welches ein sehr positives Signal für die Marke artnet und ganz besonders für das Segment Galerie-Netzwerk ist. Die Galerie- und Auktionshaus-Verzeichnisse, durch die Besucher gezielt nach bestimmten Galerien und Auktionshäusern suchen können, werden im Frühjahr 2015 überarbeitet und das Erscheinungsbild des Segments Galerie-Netzwerk abrunden. Für die Anzahl der Mitglieder wird durch diese Überarbeitungen trotz eines weiterhin kompetitiven Marktumfeldes eine Stabilisierung antizipiert und im Vorjahresvergleich mit gleichbleibenden Umsätzen gerechnet.

Den bereits im Geschäftsjahr 2014 festgestellten positiven Trend des Segments Advertising erwarten wir, im Geschäftsjahr 2015 fortführen zu können. Durch das moderne Erscheinungsbild der artnet Website, neue Anzeigenformate und bedingt durch artnet News gestiegene Seitenbesuche, bleibt die Website für Werbekampagnen von Luxusartikelherstellern äußerst attraktiv. Die verzögerte Einführung des Redesigns der Website im zweiten Quartal 2014 und die durch artnet News erst im zweiten Halbjahr stark gestiegenen Seitenbesuche bedingten, dass das Absatzpotenzial für Anzeigenflächen 2014 noch nicht voll ausgeschöpft werden konnte, da Luxusartikelhersteller ihre Werbekampagnen viele Monate im Voraus planen. Im Geschäftsjahr 2015 soll der Kundenstamm an Luxusartikelherstellern als Werbekunden erweitert werden. Neben der Website sind auch die täglich versandten artnet Newsletter ein ideales Medium für Anzeigenkunden, da diese im Industrievergleich überdurchschnittlich hohe Öffnungsraten aufweisen und unseren Kunden ermöglichen, ihre Werbekampagnen mit sehr geringen Streuverlusten zu platzieren. Für das Segment Advertising erwarten wir daher ein starkes Umsatzwachstum.

2015 wird das Layout des Segments Price Database überarbeitet, nachdem das umsatzstärkste Segment von artnet im Rahmen des Redesigns in 2014 nur geringfügige Optimierung erfahren konnte. Die Suchmaske wird neu gestaltet, um die Suchanfragen insbesondere an die Bedürfnisse institutioneller Kunden anzupassen. Eine elementare Neueinführung wird in einer erweiterten Personalisierung durch eine neue Speicherfunktion von Suchanfragen bestehen, mit der ebenfalls einem Anliegen institutioneller Kunden entsprochen wird. Auf der artnet Website werden zudem Veränderungen vorgenommen, die mehr Seitenbesucher zur Preisdatenbank führen sollen, um so den Kundenstamm zu vergrößern. Die Optimierung der Suchmaske soll zu einem leichten Anstieg der gekauften und ausgeführten Suchen bei privaten, insbesondere aber bei institutionellen Kunden, führen. Durch eine Überarbeitung der Einpflege neuer Lose in die Preisdatenbank soll sich die Anzahl ergänzter Lose im Vorjahresvergleich leicht erhöhen, wenngleich dies auch von der Anzahl der weltweit durchgeführten Auktionen und angebotenen Lose abhängig ist, auf die artnet keinen Einfluss hat. Nachdem sich die Preiserhöhungen der vergangenen Jahre bereits positiv auf die erzielten Umsätze ausgewirkt haben, wird für das Geschäftsjahr 2015 eine leichte Umsatzsteigerung antizipiert.

artnet Auctions wird 2015 hauptsächlich hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten und Auslieferung der Werke in mehreren Schritten optimiert, um den Prozess für Käufer wie Verkäufer so bequem wie möglich zu gestalten. Aufgrund der hohen Erwerbspreise und des aufwendigen Transports von Kunstwerken sind die Prozesse nicht mit anderen Gütern vergleichbar, die über das Internet gehandelt werden. Durch eine steigende Akzeptanz, Kunst online zu handeln, geht artnet von weiter steigenden Registrierungen von Käufern und Verkäufern aus. Eine Fokussierung auf hochwertige Kunst und die dadurch bedingte Erhöhung der durchschnittlichen Los-Preise bleiben auch für 2015 ein Hauptziel von artnet Auctions. Für das Geschäftsjahr 2015 wird für das Segment von einer Umsatzsteigerung von rund 10 % ausgegangen.

Aufgrund der für die einzelnen Segmente dargestellten Erwartungen wird für das Geschäftsjahr 2015 insgesamt eine Umsatzsteigerung auf EUR 15,5 bis 16,3 Mio. (USD 19,0 bis 20,0 Mio.) und ein Ergebnis nach Steuern von EUR 0,1 bis 0,4 Mio. (USD 0,1 bis 0,5 Mio.) prognostiziert. Für den Cash-Bestand wird aufgrund der prognostizierten Umsatzerlöse und der geplanten Investitionen gegenüber dem Jahresende 2014 ein leichter Anstieg erwartet. Dabei gehen wir davon aus, dass aus den in Deutschland und Frankreich anhängigen Rechtstreitigkeiten bezüglich der Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen in 2015 kein Liquiditätsabfluss eintreten wird.

Berlin, den 22. April 2015

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014

artnet AG

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

scroll

Anhang Nr. 31.12.2014

USD
31.12.2013

USD
31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 3 1.435.839 2.104.778 1.181.121 1.528.763
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4 999.922 867.645 822.536 630.197
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5 353.743 408.200 290.989 296.488
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 2.789.504 3.380.623 2.294.646 2.455.448
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 6 773.136 1.021.334 635.982 741.826
Immaterielle Vermögenswerte 7 788.968 1.618.905 649.005 1.175.859
Kautionsforderungen 388.845 386.167 319.864 280.485
Aktive latente Steuern 8 884.432 1.907.577 727.534 1.385.530
Langfristige Vermögenswerte gesamt 2.835.381 4.933.983 2.332.385 3.583.700
Vermögenswerte gesamt 5.624.885 8.314.606 4.627.031 6.039.148
Passiva
Anhang Nr. 31.12.2014

USD
31.12.2013

USD
31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9 720.760 641.167 592.897 465.699
Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten 10 705.878 851.754 580.655 618.654
Rückstellungen 11 1.319.644 164.770 1.085.540 119.677
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 225.401 302.797 185.415 219.931
Umsatzabgrenzung 14 1.880.882 1.962.823 1.547.214 1.425.657
Verbindlichkeiten aus Darlehen 27 368.750 - 303.334 -
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 5.221.315 3.923.311 4.295.055 2.849.618
Langfristige Verbindlichkeiten
Abgrenzung Mietincentive 13 375.930 352.645 309.240 256.137
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 56.014 281.414 46.077 204.399
Verbindlichkeiten aus Darlehen 27 243.132 709.044 200.000 515.000
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 675.076 1.343.103 555.317 975.536
Verbindlichkeiten gesamt 5.896.391 5.266.414 4.850.372 3.825.154
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 15 5.941.512 5.941.512 5.631.067 5.631.067
Eigene Aktien 15 -269.241 -269.241 -264.425 -264.425
Kapitalrücklage 52.325.939 52.252.827 50.927.279 50.872.189
Verlustvortrag -54.872.246 -54.925.977 -53.868.969 -53.909.439
Konzernjahresergebnis -3.890.587 53.731 -3.047.392 40.470
Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung 493.117 -4.660 399.099 -155.868
Eigenkapital gesamt -271.506 3.048.192 -223.341 2.213.994
Verbindlichkeiten und Eigenkapital gesamt 5.624.885 8.314.606 4.627.031 6.039.148

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014

artnet AG

scroll

Anhang Nr. 2014

USD
2013

USD
2014

EUR
2013

EUR
Umsatzerlöse
artnet Galerie-Netzwerk 5.941.627 6.303.210 4.477.016 4.747.578
artnet Price Database 7.469.366 6.763.373 5.628.167 5.094.173
artnet Advertising 1.894.422 1.364.505 1.427.447 1.027.745
artnet Auctions 3.150.649 2.786.725 2.374.014 2.098.961
Umsatzerlöse gesamt 24 18.456.064 17.217.813 13.906.644 12.968.457
Umsatzkosten 7.393.886 7.624.174 5.571.293 5.742.528
Bruttoergebnis 11.062.178 9.593.639 8.335.351 7.225.929
Betriebliche Aufwendungen
Vertrieb und Marketing 4.231.219 2.435.450 3.188.224 1.834.381
Allgemeine Verwaltungskosten 4.254.590 4.397.610 3.205.834 3.312.280
Produktentwicklung 3.283.789 2.731.460 2.474.335 2.057.335
Vergütungen aus Aktienoptionen 18 73.112 12.368 55.090 9.316
Betriebliche Aufwendungen gesamt 11.842.710 9.576.887 8.923.482 7.213.312
Betriebsergebnis -780.532 16.752 -588.131 12.617
Zinsaufwand 22 68.274 66.074 51.444 49.767
Zinsertrag 22 58 1.250 44 942
Außerplanmäßige Abschreibungen 7 653.192 - 537.316 -
Sonstige Erträge/Aufwendungen 22 -93.545 108.314 -70.486 81.582
Aufwendungen für Prozessrisiken 22 1.260.783 - 950.000 -
Ergebnis vor Steuern -2.856.268 60.242 -2.197.333 45.374
Laufende Ertragsteuern 8 -11.174 -6.511 -8.420 -4.904
Aufwand aus Auflösung aktiver latenter Steuern 8 -1.023.145 - -841.639 -
Ertragsteuern -1.034.319 -6.511 -850.059 -4.904
Konzernergebnis -3.890.587 53.731 -3.047.392 40.470
Sonstiges Ergebnis
Reklassifizierbare Gewinne/Verluste:
Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung 497.777 -148.727 554.967 -204.258
Gesamtergebnis der Periode -3.392.810 -94.996 -2.492.425 -163.788
Ergebnis je Aktie
Unverwässert und verwässert 21 -0,70 0,01 -0,55 0,01

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (USD) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014

artnet AG

scroll

Gezeichnetes Kapital
Ausgegebene Aktien Betrag Eigene Aktien Kapitalrücklage Verlustvortrag Fremdwährungs-

umrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 31.12.2012 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.240.459 -54.925.977 144.067
Gesamtergebnis der Periode - - - - 53.731 -148.727
Vergütung aus Aktienoptionen - - - 12.368 - -
Stand 31.12.2013 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.252.827 -54.872.246 -4.660
Gesamtergebnis der Periode - - - - -3.890.587 497.777
Vergütung aus Aktienoptionen - - - 73.112 - -
Stand 31.12.2014 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.325.939 -58.762.833 493.117

scroll

Summe
Stand 31.12.2012 3.130.820
Gesamtergebnis der Periode -94.996
Vergütung aus Aktienoptionen 12.368
Stand 31.12.2013 3.048.192
Gesamtergebnis der Periode -3.392.810
Vergütung aus Aktienoptionen 73.112
Stand 31.12.2014 -271.506

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (EUR) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014

artnet AG

scroll

Gezeichnetes Kapital
Ausgegebene Aktien Betrag Eigene Aktien Kapitalrücklage Verlustvortrag Fremdwährungs-

umrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 31.12.2012 5.631.067 5.631.067 -264.425 50.862.873 -53.909.439 48.390
Gesamtergebnis der Periode - - - - 40.470 -204.258
Vergütung aus Aktienoptionen - - - 9.316 - -
Stand 31.12.2013 5.631.067 5.631.067 -264.425 50.872.189 -53.868.969 -155.868
Gesamtergebnis der Periode - - - - -3.047.392 554.967
Vergütung aus Aktienoptionen - - - 55.090 - -
Stand 31.12.2014 5.631.067 5.631.067 -264.425 50.927.279 -56.916.361 399.099

scroll

Summe
Stand 31.12.2012 2.368.466
Gesamtergebnis der Periode -163.788
Vergütung aus Aktienoptionen 9.316
Stand 31.12.2013 2.213.994
Gesamtergebnis der Periode -2.492.425
Vergütung aus Aktienoptionen 55.090
Stand 31.12.2014 -223.341

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014

artnet AG

scroll

Anhang Nr. 2014 USD 2013 USD 2014

EUR
2013

EUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis -3.890.587 53.731 -3.047.392 40.470
Überleitung des Konzernergebnisses zum Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
Abschreibungen 6,7,22 1.283.299 583.806 944.934 439.723
Wertberichtigung auf/Ausbuchungen von Forderungen 4 -161.234 279.296 -121.490 210.366
Latente Steueraufwendungen/-erträge 8 1.023.145 - 841.639 -
Nicht zahlungswirksame Vergütungen aus Aktienoptionen 18 73.112 12.368 55.090 9.316
Sonstige nicht zahlungswirksame Transaktionen 492.924 -169.005 438.587 -129.604
Veränderungen bei betrieblichen Aktiva und Passiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4 28.957 74.117 21.819 55.825
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5 54.457 329.768 41.033 248.381
Kautionsforderungen -2.678 -6.246 -2.018 -4.704
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9 79.593 -203.610 59.973 -153.359
Rückstellungen 11 1.154.874 -5.271 870.198 -3.970
Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten 10 -122.591 -50.248 -92.372 -37.847
Umsatzabgrenzung 14 -81.941 201.882 -61.743 152.058
Anpassungen gesamt 3.821.917 1.046.857 2.995.650 786.184
Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -68.669 1.100.588 -51.742 826.654
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen 6,12 -35.536 -16.248 -26.776 -12.238
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 7,12 -177.961 -387.061 -134.094 -291.534
Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit -213.497 -403.309 -160.870 -303.772
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 -302.796 -330.354 -228.157 -248.822
Tilgung/Erhalt von Darlehenszahlungen 27 - 685.213 - 500.000
Mittelzufluss/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit -302.796 354.859 -228.157 251.178
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel -83.976 57.866 93.127 2.158
Veränderung der liquiden Mittel -668.939 1.110.005 -347.642 776.217
Liquide Mittel -zu Beginn der Periode 3 2.104.778 994.773 1.528.763 752.546
Liquide Mittel -am Ende der Periode 3 1.435.839 2.104.778 1.181.121 1.528.763
Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhaltene Zahlungen
Ertragsteuereinzahlungen/-auszahlungen 8 -9.531 -6.511 -7.182 -4.904
Zinsauszahlungen 22 -63.849 -46.159 -48.110 -34.767
Zinseinzahlungen 22 58 1.250 44 942

Anhang zum Konzernabschluss 2014

1. Unternehmensinformationen und Grundlagen der Berichterstattung

Die artnet AG ("artnet AG" oder "die Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, Deutschland. Der eingetragene Sitz der artnet AG, die 1998 nach deutschem Recht gegründet wurde, ist Oranienstraße 164, 10969 Berlin, Deutschland.

Die artnet AG hält 100 % der Geschäftsanteile an der Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp."), die ihren Geschäftssitz in New York, NY, USA, hat und ihrerseits 100 % der Geschäftsanteile an der artnet UK Ltd. und der artnet France sarl hält. Die artnet AG, die Artnet Corp. sowie alle hundertprozentigen Tochtergesellschaften der Artnet Corp. werden gemeinsam als "Konzern" oder "artnet Konzern" bezeichnet.

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit stellt der Konzern Kunstsammlern, Galerien, Verlagen, Auktionshäusern und Kunstliebhabern eine Website zur Verfügung, auf der Nutzer Künstler und Kunstpreise recherchieren und Kunstwerke finden können, die von Galerien auf der ganzen Welt aktuell angeboten werden und Kunstwerke über artnet Auctions, einer speziellen Plattform für Transaktionen, kaufen und verkaufen können.

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 für die Mutter- und Tochtergesellschaften wurde unter Anwendung von § 315a HGB in Einklang mit den Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, die in der EU verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernabschluss der artnet AG wurde am 22. April 2015 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze

Grundlagen der Rechnungslegung und Berichtswährung

Die im Konzernabschluss und im Anhang zum Konzernabschluss enthaltenen Beträge werden, falls nicht anderweitig ausgewiesen, gemäß deutschem Recht in Euro (EUR) angegeben. Die Berichtswährung ist Euro.

Aufgrund mathematischer Rundung können bei der Addition Differenzen auftreten.

Die Hauptgeschäftstätigkeit von artnet erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Zur besseren Vergleichbarkeit, insbesondere für unsere US-amerikanischen Anleger, werden die Konzernbilanz, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung auch in US-Dollar (USD) dargestellt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten. Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2014. Die wesentlichen angewandten Bilanzierungsgrundsätze sind nachfolgend aufgeführt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde trotz des infolge des Jahresfehlbetrags negativen Konzerneigenkapitals weiter unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da artnet davon ausgeht, die im Folgejahr 2015 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Dabei erwarten wir, dass aus den in Deutschland und Frankreich anhängigen Rechtstreitigkeiten bezüglich der Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen in 2015 aufgrund der geplanten Einlegung von Rechtsmitteln kein Liquiditätsabfluss eintreten wird.

Konsolidierungskreis und konsolidierte Unternehmen

In den Konzernabschluss sind die rechtliche Muttergesellschaft artnet AG und ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Corp. sowie deren Tochtergesellschaften einbezogen. Eine zur Einbeziehung in den Konzernabschluss führende Beherrschung über ein Unternehmen liegt vor, wenn artnet variablen Rückflüssen aus dem Engagement mit diesem Unternehmen ausgesetzt ist oder Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse mittels ihrer Entscheidungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die artnet AG besitzt Entscheidungsgewalt über ein Unternehmen, wenn sie über Rechte verfügt, die ihr direkt oder über Dritte die gegenwärtige Möglichkeit zur Steuerung der relevanten Aktivitäten des Unternehmens verleihen. Bei den relevanten Aktivitäten handelt es sich um diejenigen, welche je nach Art und Zweck des Unternehmens dessen Rückflüsse wesentlich beeinflussen. Als variable Rückflüsse gelten sämtliche Rückflüsse, die in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens variieren können. Demzufolge können Rückflüsse aus dem Engagement mit einem anderen Unternehmen sowohl positiv als auch negativ sein. Variable Rückflüsse beinhalten Dividenden, feste und variable Zinsen, Vergütungen und Gebühren, Wertschwankungen des Investments sowie sonstige wirtschaftliche Vorteile.

Die am 23. Februar 1999 erfolgte Einbringung der Anteile an der Artnet Corp. behandelte die artnet AG im Konzernabschluss in Übereinstimmung mit IFRS 3, B1 ff. als umgekehrten Unternehmenserwerb durch die Artnet Corp. (reverse acquisition). Die Erstkonsolidierung wurde daher so durchgeführt, dass die artnet AG als rechtlicher Erwerber auf die Tochtergesellschaft Artnet Corp. konsolidiert wurde, da diese als wirtschaftlicher Erwerber anzusehen war.

Am 1. November 2007 gründete die Artnet Corp. die hundertprozentige Tochtergesellschaft artnet UK Ltd., die den Vertrieb und die Kundenbetreuung für die Artnet Corp. in Großbritannien sicherstellt.

Am 3. Juli 2008 gründete die Artnet Corp. die artnet France sarl, bei der es sich um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft handelt. Die artnet France sarl betreute bis zum Juni 2012 die französische artnet Website artnet.fr und stellte den Vertrieb und Kundenservice für die Artnet Corp. in Frankreich sicher. Der aktive Geschäftsbetrieb der artnet France sarl wurde nach Schließung des Online-Magazins und der Übertragung der weiteren Aufgaben eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt wurden diese Aufgaben von der Artnet Worldwide Corporation und der artnet AG übernommen.

Im Rahmen der Konsolidierung wurden alle wesentlichen konzerninternen Geschäftsvorfälle, Bestände, Erträge und Aufwendungen vollständig eliminiert.

Berichtsperiode

Der vorliegende Konzernabschluss wurde für die Berichtsperiode vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 erstellt. Das Geschäftsjahr aller Konzerngesellschaften entspricht dem Kalenderjahr.

Umsatzrealisierung

Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde, die Höhe des Umsatzes zuverlässig bewertet werden kann und mit dem Geldeingang der entsprechenden Forderung gerechnet werden kann. Umsätze aus Verträgen, bei denen die Dienstleistungen noch nicht erbracht wurden, werden passivisch als Umsatzabgrenzung abgegrenzt. Die Erträge werden realisiert, sobald die Leistung erfüllt wurde.

Die Umsatzerlöse werden zum Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung abzüglich etwaiger Preisnachlässe, Umsatzsteuer und anderer verkaufsbezogener Steuern bewertet. Bei den Umsatzerlösen handelt es sich um Entgelte für Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen des üblichen Geschäftsbetriebs erbracht werden.

Finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern ordnet seine finanziellen Vermögenswerte folgenden Kategorien zu: erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen, Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die Klassifizierung hängt davon ab, für welchen Zweck die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Die Geschäftsführung nimmt diese Klassifizierung beim erstmaligen Ansatz vor. Bei den finanziellen Vermögenswerten des artnet Konzerns handelt es sich um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquival ente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie hinterlegte Mietsicherheiten. Diese finanziellen Vermögenswerte werden der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Gesellschaft sieht alle hochliquiden Anlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten ab dem Erwerbsdatum als Zahlungsmitteläquivalente an. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter der Position "kurzfristige Vermögenswerte" ausgewiesen, es sei denn, sie haben Laufzeiten von mehr als zwölf Monaten nach Ende der Berichtsperiode. In diesem Fall werden sie den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu dem jeweils in Rechnung gestellten Betrag erfasst und sind unverzinslich. Sie umfassen Kreditkartengeschäfte, die bereits abgewickelt sind, für die aber noch keine Zahlung eingegangen ist. Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird abzüglich Wertberichtigungen auf überfällige Forderungen ausgewiesen. Diese Wertberichtigungen sind in erheblichem Umfang mit einer Ermessensausübung der Geschäftsführung und Überprüfung der einzelnen Forderungen auf der Grundlage der entsprechenden Bonität der Kunden, der aktuellen Konjunkturtrends sowie der Analyse historischer Daten zu uneinbringlichen Forderungen auf Portfolio-Basis verbunden. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Sachanlagevermögen

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen des artnet Konzerns werden nach der linearen Methode vorgenommen. Computeranlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Büromöbel werden über eine erwartete Nutzungsdauer von drei bis sieben Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen von Einbauten in gemieteten Räumen erfolgen entweder über die Laufzeit des Mietvertrages oder, falls diese kürzer ist, die erwartete Nutzungsdauer von höchstens zehn Jahren. Erhaltungsaufwendungen, die weder den Wert eines Vermögenswertes erhöhen noch die Nutzungsdauer verlängern, werden sofort aufwandswirksam erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte einschließlich Website-Entwicklungskosten

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen erworbene Software und Website-Entwicklungskosten. Sie werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und über ihre erwartete Nutzungsdauer von drei Jahren bzw. zehn Jahren linear abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer. Ausgaben, die in der Analyse-, Planungs- und Nachbearbeitungsphase der Website-Entwicklung sowie für deren laufende Pflege anfallen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Ausgaben, die in der Entwicklungsphase anfallen, werden aktiviert, wenn:

das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist,
das Ergebnis der Website-Entwicklung vermarktet werden kann,
die zurechenbaren Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und
der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojekts verfügt.

Das Kriterium der Vermarktbarkeit für die Website-Entwicklungskosten wird konkretisiert, indem nur Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte sowie für wesentliche Erweiterungen und Verbesserungen der Website aktiviert werden, von denen erwartet wird, dass sie direkt zu künftigen Umsatzerlösen führen werden.

Wertminderung

Der Konzern prüft die Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte auf Wertminderung, sobald bestimmte Ereignisse oder ein verändertes Umfeld darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes möglicherweise nicht erzielbar ist. Darüber hinaus unterliegen materielle und immaterielle Vermögenswerte sowie solche, die noch nicht in einem betriebsbereiten Zustand sind, einem jährlichen Werthaltigkeitstest. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten wird durch Vergleich des Buchwertes des Vermögenswertes mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere Betrag aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten. Werden mit einem Vermögenswert keine Zahlungsmittel generiert, die von anderen Vermögenswerten unabhängig sind, wird der Werthaltigkeitstest nicht auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes durchgeführt, sondern auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert angehört. Unterschreitet der geschätzte erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Nutzungswert eines Vermögenswertes wird entweder unabhängig oder auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsströme des Vermögenswertes erfasst. Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Gründe für den Wertminderungsaufwand nicht mehr vorliegen, wird der Konzern prüfen, ob die Wertminderung ganz oder teilweise aufzulösen ist, wobei eine Zuschreibung bis maximal zum ursprünglichen Buchwert zulässig ist.

Ertragsteuern und latente Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des jeweils zu versteuernden Einkommens der einzelnen Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen wird dabei um die Posten bereinigt, die nicht steuerbar oder steuerlich nicht abzugsfähig sind. Der laufende Steueraufwand wird auf Grundlage der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze berechnet.

Latente Steuern werden auf die temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode (Asset and Liability Method) gebildet. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert. Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass zukünftig steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträge bzw. Steuergutschriften genutzt werden können.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden auf Basis der erwarteten Steuersätze bewertet, die im Zeitpunkt des Ausgleichs der temporären Differenzen voraussichtlich Geltung haben werden.

Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, für welches die abzugsfähigen temporären Differenzen, ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge und ungenutzten Steuergutschriften genutzt werden können. Die Aktivierung latenter Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge basiert auf einem Planungszeitraum von drei Jahren. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Verrechnung tatsächlicher Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde entweder für das gleiche steuerpflichtige Unternehmen oder für ein anderes steuerpflichtiges Unternehmen erhoben werden, und zwar dann, wenn die Absicht besteht, die Salden auf Nettobasis auszugleichen.

Fremdwährungsumrechnung und Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

Die Hauptgeschäftstätigkeit des artnet Konzerns erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Der US-Dollar ist die funktionale Währung der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corporation. Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als dem US-Dollar erfolgen, werden mit dem am Tag der Transaktion gültigen Wechselkurs umgerechnet. An jedem Bilanzstichtag werden die monetären Posten in Fremdwährungen mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden erfolgswirksam als sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen ausgewiesen.

Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt mit dem Jahresdurchschnittskurs. Die sich daraus ergebenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen werden innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten erfasst.

Für die Währungsumrechnung des artnet Konzerns sind die Wechselkursrelationen des US-Dollars (USD) zum Euro (EUR) und zum Pfund Sterling (GBP) wesentlich. Der Umrechnung lagen in den angegebenen Jahren jeweils die folgenden Wechselkurse zugrunde:

scroll

USD in EUR USD in GBP
31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013
--- --- --- --- ---
Stichtagskurs 0,823 0,726 0,644 0,606
Jahresdurchschnittskurs 0,754 0,753 0,607 0,640

Finanzielle Verbindlichkeiten

Der artnet Konzern bewertet finanzielle Verbindlichkeiten mithilfe der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei der Effektivzinsmethode werden die fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit berechnet und der Zinsaufwand über die entsprechende Periode verteilt. Der effektive Zinssatz ist der Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse beim erstmaligen Ansatz während der erwarteten Laufzeit der finanziellen Verbindlichkeit oder gegebenenfalls über einen kürzeren Zeitraum auf den Nettobuchwert abgezinst werden.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung dieser Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages möglich ist. Sind die Auswirkungen erheblich, werden die Rückstellungen zum Barwert erfasst, indem die erwarteten künftigen Zahlungsströme mit einem Vorsteuerzinssatz abgezinst werden. Dieser Vorsteuerzinssatz berücksichtigt die momentane Markteinschätzung über den Zeitwert des Geldes.

Der Konzern als Leasingnehmer

Zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden die im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses gehaltenen Vermögenswerte in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Leasinggegenstandes oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt, sofern dieser Wert niedriger ist. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Dabei wird die Abschreibungsmethode herangezogen, die auf für vergleichbare erworbene bzw. hergestellte Vermögenswerte Anwendung findet. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird in der Konzernbilanz als Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing erfasst.

Die Mindestleasingzahlungen werden aufgeteilt in Finanzierungskosten und Tilgungsanteil der Restschuld, sodass ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Schuld entsteht. Bedingte Leasingzahlungen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie entstehen.

Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden in der Gesamtergebnisrechnung als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Gleiches gilt für erhaltene Anreizzahlungen, um ein Operating-Leasingverhältnis abzuschließen.

Aufwendungen für die Altersvorsorge

Die Artnet Corp. bietet einen beitragsorientierten Altersvorsorgeplan an, der die Voraussetzungen von Section 401 (k) des Internal Revenue Code erfüllt. Zahlungen der Artnet Corporation für diesen Plan werden als Aufwand erfasst.

Anteilsbasierte Vergütungen

Die artnet AG hat an Führungskräfte und bestimmte Mitarbeiter der Artnet Corp. Aktienoptionen auf die Aktien der artnet AG ausgegeben. Diese Aktienoptionen werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung bewertet. Der zum Gewährungszeitpunkt ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich des Zeitwerts der zum Gewährungszeitpunkt erhaltenen Gegenleistungen wird über die Sperrfrist (vesting period) als Aufwand verteilt. Zugrunde gelegt wird die geschätzte Anzahl der Aktienoptionen, die unverfallbar werden. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird anhand des Binomial-Modells ermittelt.

Eigene Aktien

Das Konzerneigenkapital wird offen um die Anschaffungskosten der von artnet gehaltenen eigenen Aktien gekürzt.

Für das Geschäftsjahr relevante neue und geänderte Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2014 erstmals verpflichtend anzuwenden waren, hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft:

scroll

Neuerungen und Änderungen in der Rechnungslegung
Neue Standards bzw. Interpretationen Inkrafttreten Datum des EU-Endorsements
--- --- --- ---
IFRS 10 Konzernabschlüsse 1.1.2014 11.12.2012
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 1.1.2014 11.12.2012
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 1.1.2014 11.12.2012
IAS 27 Einzelabschlüsse (revised 2011) 1.1.2014 11.12.2012
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (revised 2011) 1.1.2014 11.12.2012
Änderungen von Standards
Änderungen an IFRS 10, 11 und 12: Konzernabschlüsse, gemeinschaftliche Vereinbarungen und Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen: Übergangsrichtlinien 1.1.2014 4.4.2013
Änderungen an IFRS 10: Konzernabschlüsse - Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften 1.1.2014 20.11.2013
Änderungen IAS 32: Finanzinstrumente - Darstellung - Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden 1.1.2014 13.12.2012
Änderungen IAS 36: Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht finanziellen Vermögenswerten 1.1.2014 19.12.2013
Änderungen IAS 39 / IFRS 9: Novation von Derivaten und Beibehaltung des Sicherungszusammenhangs 1.1.2014 19.12.2013

Noch nicht angewendete neue oder geänderte Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen, die am 31. Dezember 2014 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. noch nicht von der EU verabschiedet waren, fanden keine Anwendung. Der Konzern geht davon aus, dass die Anwendung dieser neuen Rechnungslegungsvorschriften mit Ausnahme des neuen Standards zur Umsatzrealisierung IFRS 15 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung und die Darstellung des Konzernabschlusses haben wird. Die Auswirkungen der ab dem Geschäftsjahr 2017 verpflichtend anzuwendenden Regelungen des IFRS 15 auf den artnet Konzernabschluss werden wir ab dem folgenden Geschäftsjahr 2015 beurteilen.

scroll

Zukünftige Neuerungen und Änderungen der Rechnungslegung
Neue Standards bzw. Interpretationen Inkrafttreten Datum des EU-Endorsements
--- --- --- ---
IFRS 9 Finanzinstrumente 1.1.2018 H2 2015
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten bei Preisregulierung 1.1.2016 Q2 2015
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1.1.2017 Q2 2015
IFRIC 21 Abgaben 1.1.2014/17.6.2014 13.6.2014
Änderungen von Standards
Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12, IAS 28: Konkretisierung der Konsolidierungsausnahme 1.1.2016 Q4 2015
Änderungen IAS 1: Angabeninitiative 1.1.2016 Q4 2015
Änderungen zu IFRS 10, IAS 28: Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture 1.1.2016 Q4 2015
Änderungen IAS 27: Anwendung der Equity-Methode in separaten Abschlüssen 1.1.2016 Q3 2015
Änderungen IAS 16, IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 1.1.2016 Q3 2015
Änderungen IAS 19: Arbeitnehmerbeiträge 1.7.2014 17.12.2014
Änderungen IFRS 11: Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit 1.1.2016 Q1 2015
Annual Improvement Project des IASB 2010-2012 1.7.2014 17.12.2014
Annual Improvement Project des IASB 2011-2013 1.7.2014 18.12.2014
Annual Improvement Project des IASB 2013-2014 1.1.2016 Q3 2015

Schätzungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses gemäß IFRS müssen Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die Höhe der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen und darüber hinaus die Angaben im Anhang zum Jahresabschluss beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen.

Die von der Geschäftsführung vorgenommenen Schätzungen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben, betreffen den Ansatz und die Bewertung der aktiven latenten Steuern und der Website-Entwicklungskosten, die Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten, die Bewertung der Rückstellungen, die Nutzungsdauern der Gegenstände des Anlagevermögens sowie die Beurteilung der Wertberichtigungen für überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

3. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus den Barmitteln und Bankguthaben zusammen. Der Buchwert der Barmittel und Bankguthaben entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Bruttoforderungen 1.022.026 922.128
abzüglich Wertberichtigungen auf Forderungen -199.490 -291.962
Forderungen nach Wertberichtigungen 822.536 630.197

Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Es liegt hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Konzentration des Ausfallrisikos vor, da der Konzern über einen breit diversifizierten Kundenstamm verfügt. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Forderungen untergliedert nach Fälligkeit:

scroll

31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Fällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen
Fällig zwischen 0 und 60 Tagen 682.591 523.293
Restbuchwert wertberichtigter Forderungen
Fällig zwischen 61 und 90 Tagen 75.953 28.496
Fällig über 90 Tage 63.992 78.408
Summe fällige und wertberichtigte Forderungen 139.944 106.904
Forderungen nach Wertberichtigungen 822.536 630.197

Die Wertberichtigungen auf Forderungen basieren auf bestmöglichen Schätzungen potenzieller Forderungsausfälle des Konzerns. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weniger als 60 Tage überfällig sind, werden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als 60 Tage überfällig sind, werden auf Basis ihres Alters in Gruppen zusammengefasst und mit 10 % bis 90 % vom Nennbetrag wertberichtigt. Der Konzern hält keine Sicherheiten für ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen entwickelten sich wie folgt:

scroll

31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 291.962 375.068
Wertberichtigungen auf Forderungen im Geschäftsjahr 262.707 210.366
Ausbuchung uneinbringlicher Forderungen -382.857 -291.962
Währungsunterschiede 27.679 -1.510
Stand am Ende des Geschäftsjahres 199.490 291.962

5. Geleistete Anzahlungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten in erster Linie die verfügungsbeschränkten Bankguthaben für die beitragsorientierten Altersvorsorgepläne und Krankenversicherungspläne in Höhe von EUR 127.846 (2013: EUR 118.296). Für Softwareverträge und Versicherungen sind Anzahlungen in Höhe von EUR 124.192 (2013: EUR 134.710) geleistet worden. Darüber hinaus bestehen Vorsteuererstattungsansprüche in Deutschland und Großbritannien in Höhe von EUR 34.525 (2013: EUR 41.606).

6. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 wie folgt:

scroll

Computer und Hardware

EUR
BGA

EUR
Mietereinbauten

EUR
Summe

EUR
Anschaffungskosten
Stand 31. Dezember 2012 974.415 690.195 325.600 1.990.210
Währungsunterschiede 11.935 -42.569 60.781 30.148
Abgänge -425.006 - - -425.006
Zugänge 9.668 2.134 - 11.802
Stand 31. Dezember 2013 571.013 649.760 386.381 1.607.154
Währungsunterschiede 62.152 78.545 41.435 182.132
Abgänge -259.954 -23.987 - -283.941
Zugänge 29.232 1.780 - 31.012
Stand 31. Dezember 2014 402.442 706.098 427.816 1.536.357
Abschreibungen
Stand 31. Dezember 2012 730.621 198.292 21.386 950.299
Währungsunterschiede 6.996 32.917 29.669 69.583
Abgänge -425.006 - - -425.006
Abschreibungen des Geschäftsjahres 142.039 89.592 38.821 270.452
Stand 31. Dezember 2013 454.651 320.802 89.876 865.328
Währungsunterschiede 63.691 51.499 14.031 129.221
Abgänge -260.072 -23.987 - -284.059
Abschreibungen des Geschäftsjahres 83.698 70.349 35.838 189.885
Stand 31. Dezember 2014 341.967 418.662 139.745 900.374
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2013 116.362 328.959 296.505 741.826
Davon aus Finanzierungsleasing 76.148 222.994 - 299.142
Stand 31. Dezember 2014 60.475 287.437 288.071 635.982
Davon aus Finanzierungsleasing 24.308 205.925 - 230.324

Der Abschreibungsaufwand der Sachanlagen ist in den Umsatzkosten berücksichtigt.

7. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 wie folgt:

scroll

Entwicklungskosten

EUR
Software

EUR
Summe

EUR
Anschaffungskosten
Stand 31. Dezember 2012 1.522.776 289.098 1.811.874
Währungsunterschiede -60.729 -11.529 -72.259
Abgänge - -45.737 -45.737
Zugänge 267.798 112.856 380.654
Stand 31. Dezember 2013 1.729.845 344.688 2.074.532
Währungsunterschiede 168.515 45.725 214.240
Abgänge - -15.682 -15.682
Zugänge 202.330 1.657 203.987
Stand 31. Dezember 2014 2.100.690 376.388 2.477.077
Abschreibungen
Stand 31. Dezember 2012 695.305 112.030 807.335
Währungsunterschiede -27.728 -4.468 -32.196
Abgänge - -45.737 -45.737
Abschreibungen des Geschäftsjahres 64.695 104.576 169.271
Stand 31. Dezember 2013 732.272 166.401 898.673
Währungsunterschiede 158.209 31.449 189.658
Abgänge - -15.308 -15.308
Abschreibungen des Geschäftsjahres 648.550 106.499 755.049
Stand 31. Dezember 2014 1.539.031 289.041 1.828.072
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2013 997.573 178.286 1.175.859
Davon aus Finanzierungsleasing - 150.591 150.591
Stand 31. Dezember 2014 561.659 87.346 649.005
Davon aus Finanzierungsleasing - 72.535 72.535

In den Vorjahren wurden die Herstellungskosten des Produktes artnet Analytics, das dem Segment artnet Price Database zugeordnet ist, als selbst erstellter immaterieller Vermögenswert aktiviert. Bis zur Markteinführung im Mai 2012 betrugen die aktivierten Entwicklungskosten insgesamt TEUR 1.339. Bei der zum 31. Dezember 2012 aufgrund verfehlter Umsatzerwartungen durchgeführten Werthaltigkeitsprüfung wurde ein Nutzungswert von TEUR 630 ermittelt und der aktivierte Vermögenswert durch außerplanmäßige Abschreibung entsprechend angepasst.

Das Produkt artnet Analytics stellt eine Zahlungsmittel generierende Einheit dar, da mit dem Vermögenswert diesem direkt zurechenbare Einnahmen erzielt werden, die weitgehend unabhängig von den Einnahmen sind, die mit den anderen Produkten von artnet erzielt werden.

Da die Planerwartung für das Produkt artnet Analytics für 2014 erneut verfehlt wurde und somit zum 31. Dezember 2014 ein sogenanntes Triggering Event vorlag, wurde für die fortgeführten Entwicklungskosten zu diesem Stichtag ein erneuter Impairment-Test durchgeführt. Bei dem Impairment-Test wurde der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel generierenden Einheit durch den Nutzungswert bestimmt. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich mit der Zahlungsmittel generierenden Einheit über den Zeitraum der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer erzielt werden können. Der Nutzungswert wird aus unternehmensinterner Sicht durch zugrunde liegende Cashflow-Planungen bestimmt. Diese basieren auf der im Zeitpunkt des Impairment-Tests gültigen Mittelfristplanung und beziehen sich auf den Zeitraum der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer des Vermögenswertes. Diese beträgt zum Bilanzstichtag noch sieben Jahre und fünf Monate. In die Cashflow-Planungen sind die bisherigen Erfahrungswerte ebenso eingeflossen wie die Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung. Der für die Diskontierung der Cashflows verwendete Diskontierungszinssatz lag bei 22,36 % (2013: 19,45 %) vor Steuern und 12,75 % (2013: 12,08 %) nach Steuern.

Aufgrund nochmals deutlich reduzierter Planannahmen ergab sich für die geschätzte Restnutzungsdauer kein positiver Nutzungswert der aktivierten Entwicklungskosten, sodass eine vollständige außerplanmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten für das Produkt artnet Analytics in Höhe von TEUR 537 (TUSD 653) erfolgt ist. Die Markteinführung dieses einzigartigen Analysetools für den Kunstmarkt gestaltet sich wesentlich zeitaufwendiger und deutlich schwieriger als ursprünglich geplant. Wir sehen aber weiterhin ein Nachfragepotenzial für das Produkt, sodass die produktbezogenen Vertriebsaktivitäten nicht eingestellt werden. Das Produkt wird weiterhin zur Erstellung von Berichten für spezialisierte Kundenanfragen verwendet sowie in Verbindung mit Artikeln zu aktuellen Marktthemen in artnet News über die Seite artnet Market Watch vertrieben.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden weitere Kosten für das Redesign der Website in Höhe von TEUR 134 aktiviert, sodass die aktivierten Entwicklungskosten insgesamt TEUR 661 betragen. Das Redesign der Website beinhaltet eine umfassende Neugestaltung der Architektur der deutschen, englischen und französischen Websites, welche Aufbau und Organisation der Seiten selbst sowie die Navigation auf den Seiten grundlegend verändert. Zusätzlich wird durch die Einführung einer neuartigen semantischen Suchfunktion zusätzlicher Nutzen für die Besucher des Webportals geschaffen. Das Management erwartet, dass durch die Vornahme dieser tief greifenden Änderungen und das Einfügen von Funktionserweiterungen eine signifikante Anzahl neuer Kunden, insbesondere im Segment Galerie-Netzwerk, gewonnen werden kann und die Entwicklungskosten somit direkt zur Generierung zukünftiger positiver Cashflows beitragen werden. Es wurden ausschließlich direkt zurechenbare Kosten von externen Entwicklern aktiviert. Eine Aktivierung interner Entwicklungskosten erfolgte aufgrund einer nicht hinreichenden Verlässlichkeit der internen Kostenzuordnung nicht. Da die erste und grundlegende Phase des Redesigns im April 2014 abgeschlossen worden ist, wird der immaterielle Vermögenswert seit diesem Zeitpunkt über einen Zeitraum von fünf Jahren planmäßig abgeschrieben.

Der Abschreibungsaufwand für immaterielle Vermögenswerte ist in den Umsatzkosten enthalten. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Entwicklungskosten des Produkts artnet Analytics werden als gesonderter Posten in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2014 hatte der Konzern keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen für die Anschaffung von immateriellen Vermögenswerten.

8. Ertragsteuern und latente Steuern

Der Ertragsteueraufwand/-ertrag setzt sich wie folgt zusammen:

scroll

2014

TEUR
2013

TEUR
Laufende Ertragsteuern
Ertragsteuerzahlungen in Frankreich und Großbritannien 1 8
US-Körperschaftsteuer (Bund, Bundesstaat) und Ertragsteuern übriger einbezogener Unternehmen 7 19
Steuererstattungen aus Vorjahren - -22
Summe laufende Ertragsteuern 8 5
Latente Steuern
Verringerung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge 608 -
aus temporären Differenzen 50 -75
Wechselkursunterschiede 184 75
Summe latente Steuern 842 -
Gesamtsumme Ertragsteuern 850 5

Im Berichtsjahr wurde der Ansatz der aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge deutlich reduziert, da die nicht plangemäße Ergebnisentwicklung der letzten drei Geschäftsjahre eine Neubewertung notwendig machte.

Aufgrund ihrer steuerlichen Verlustvorträge muss die Artnet Corporation grundsätzlich nur die Mindestkörperschaftsteuer zahlen.

Latente Steueransprüche

Zum Bilanzstichtag 2014 bestehen bei der Artnet Corporation steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt EUR 23,0 Mio. (USD 28,0 Mio.), die zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen zur Verfügung stehen. Zum 31.12.2013 betrugen diese steuerlichen Verlustvorträge EUR 20,2 Mio. (USD 27,8 Mio.). Für die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corporation wurden im vorliegenden Konzernabschluss aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 728 (31.12.2013: TEUR 1.336) erfasst. Die Bewertung erfolgte mit einem Steuersatz von 43 % (2013: 43 %), dem durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz der Artnet Corporation. Die Berechnung der latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge beruht auf einem dreijährigen Planungszeitraum. Die steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corporation können über einen Zeitraum von 20 Jahren genutzt werden und verfallen ab dem Jahr 2018 mit einem Betrag in Höhe von EUR 2,3 Mio. (USD 2,8 Mio.). Die verbleibenden ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corporation verfallen sukzessive in den nachfolgenden Jahren. Nachdem die Artnet Corporation im Geschäftsjahr 2014 einen steuerlichen Verlust in Höhe von EUR 0,2 Mio. ausgewiesen hat, rechnet der Vorstand für die Zukunft wieder mit deutlich positiven steuerlichen Ergebnissen. Da noch keine steuerliche Verlusthistorie vorliegt, sind die Voraussetzungen für den Bilanzansatz aktiver latenter Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corporation weiterhin gegeben. Aufgrund der Planverfehlungen in den Vorjahren wurden aber die Planerwartungen für die Bewertung der aktiven latenten Steuern reduziert, sodass sich ein Abwertungsbedarf von TEUR 842 im Vergleich zum bisherigen Buchwert ergab, der aufwandswirksam erfasst wurde.

Die artnet AG verfügt zur Verrechnung mit der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer über zusätzliche steuerliche Verlustvorträge in einer Gesamthöhe von EUR 31,4 Mio. (31.12.2013: EUR 29,7 Mio.). Aufgrund der derzeitigen Organisationsstruktur des artnet Konzerns können diese steuerlichen Verlustvorträge nach deutschem Steuerrecht nicht genutzt werden.

Insgesamt betreffen die aktiven latenten Steuern folgende Bilanzpositionen:

scroll

Latente Steuern 31.12.2014

TEUR
Latente Steuern 31.12.2013

TEUR
Steuerliche Verlustvorträge 728 1.336
Anlagevermögen -134 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 134 8
Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten - 42
Summe 728 1.386

Steuersatzüberleitungsrechnung

In der nachfolgenden Darstellung wird der erwartete Ertragsteueraufwand/-ertrag auf den im Konzernabschluss ausgewiesenen Ertragsteueraufwand/-ertrag übergeleitet.

Bei dem verwendeten Steuersatz von 43 % (2013: 43 %) handelt es sich um den durchschnittlichen Ertragsteuersatz der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corporation, da diese das steuerpflichtige Einkommen der Konzerngesellschaften erwirtschaftet.

scroll

2014

TEUR
2013

TEUR
Konzernergebnis vor Steuern -2.197 45
Erwarteter Ertragsteueraufwand/-ertrag -Steuersatz 43 % -945 20
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und sonstige Effekte 86 7
Steuererstattungen aus Vorjahren - -22
Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Deutschland und den USA 867 -
Wertberichtigung in Vorjahren angesetzter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 842 -
Ertragsteueraufwand/-ertrag laut Konzern-Gesamtergebnisrechnung 850 5

9. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen in der Regel offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten. Das durchschnittliche Zahlungsziel für Verbindlichkeiten beträgt 30 Tage. Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

10. Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten

Die abgegrenzten Schulden und sonstigen Verbindlichkeiten entwickelten sich in den angegebenen Geschäftsjahren wie folgt:

scroll

31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
Ausstehende Rechnungen 168.348 168.888
Bonuszahlungen 160.407 69.001
401(k)-Zahlungen 102.082 102.498
Steuern und Sozialabgaben 76.236 115.396
Resturlaub 9.612 142.307
Sonstiges 63.970 20.563
Summe 580.655 618.654

Der Rückgang der Resturlaubsverpflichtungen ist bedingt durch eine Änderung der Urlaubsregelung in der Artnet Worldwide Corporation, sodass eine ertragswirksame Auflösung der abgegrenzten Schulden bei dieser Konzerngesellschaft erfolgt ist.

11. Rückstellungen

Die Rückstellungen in Höhe von EUR 1.085.540 (2013: EUR 119.677) wurden im Wesentlichen in Höhe von EUR 950.000 gebildet für mögliche Schadenersatzzahlungen aus der Verletzung von Urheberrechten, die das Pariser Berufungsgericht in zweiter Instanz einem französischen Fotografen zugesprochen hatte, sowie einem in Deutschland in gleicher Sache anhängigen Verfahren. Aufgrund des rechtsgültigen und vollstreckbaren Berufungsurteils erfolgt der Ausweis der Rückstellungen im kurzfristigen Bereich. artnet geht aber aufgrund der geplanten Einlegung von Rechtsmitteln nicht von einem Zahlungsabfluss für diese Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015 aus.

Darüber hinaus ist in dem Posten wie im Vorjahr eine Rückstellung für einen Rechtstreit mit einem ehemaligen Berater enthalten. Der Ausgang dieses Rechtsstreits ist noch nicht absehbar.

12. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

Bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing handelt es sich um in den Vorjahren abgeschlossene Leasing-Vereinbarungen für Server, sonstige Computerausrüstung, Software sowie neue Büro- und Geschäftsausstattung. Am Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit besteht eine Kaufoption für die Artnet Corporation. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen unter Verwendung des dem Leasingvertrag zugrunde liegenden Zinssatzes erfasst. Die Überleitung von den Mindestleasingzahlungen zum Barwert ergibt sich wie folgt:

scroll

31.12.2014 Summe

EUR
< 1 Jahr

EUR
> 1-3 Jahre

EUR
Barwert der Mindestleasingzahlungen 231.492 185.415 46.077
Zinsanteil 11.797 10.870 927
Mindestleasingzahlungen 243.289 196.285 47.004

scroll

31.12.2013 Summe

EUR
< 1 Jahr

EUR
> 1-3 Jahre

EUR
Barwert der Mindestleasingzahlungen 424.330 219.931 204.399
Zinsanteil 40.099 24.571 15.528
Mindestleasingzahlungen 464.429 244.502 219.927

Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

13. Abgrenzung Mietincentive

Die langfristigen Verbindlichkeiten aus Abgrenzung Mietincentive betreffen die über die Laufzeit des Mietvertrags für die in New York angemieteten Geschäftsräume abzugrenzenden Vorteile aus mietfreien Zeiten zum 31. Dezember 2014 in Höhe von EUR 309.240 (2013: EUR 256.137). Für die Erhöhung des Abgrenzungspostens auf Euro-Basis gegenüber dem Vorjahr sind zum Teil Währungskurseffekte ursächlich.

14. Umsatzabgrenzung

Kunden leisten bei bestimmten Verträgen für die von artnet zu erbringenden Leistungen Vorauszahlungen. Die vorausgezahlten Beträge werden periodengerecht erst dann als Umsatzerlöse realisiert, wenn artnet die vereinbarte Leistung erbringt, und zuvor in dem Passivposten Umsatzabgrenzung erfasst. Die Umsatzabgrenzung betrug zum 31. Dezember 2014 EUR 1.547.214 gegenüber EUR 1.425.657 zum Vorjahresstichtag.

15. Eigenkapital

scroll

31.12.2014 31.12.2013
Genehmigte nennwertlose Stammaktien (rechnerischer Wert EUR 1,00 pro Aktie) 5.631.067 5.631.067
Ausgegebene und voll eingezahlte nennwertlose Stammaktien (rechnerischer Wert EUR 1,00 pro Aktie) 5.552.986 5.552.986
Eigene nennwertlose Stammaktien 78.081 78.081

Sämtliche Aktien der artnet AG sind Namensaktien, die keinen Anspruch auf eine fixe Vergütung begründen.

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 2.800.000 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014).

Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.

Das genehmigte Kapital 2009/I ist im Berichtsjahr ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Bedingtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen nennwertlosen Stückaktien an die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen sowie Mitarbeiter der artnet AG oder ihrer verbundenen Unternehmen um bis zu EUR 560.000 bedingt erhöht (bedingtes Kapital 2009/I).

Das bedingte Kapital 2009/I ist im Berichtsjahr ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Eigene Aktien

Am 31. Dezember 2014 hielt die artnet AG unverändert zum Vorjahr 78.081 eigene Aktien, was 1,4 % des Grundkapitals entsprach.

Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 14. Juli 2010 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 13. Juli 2015 eigene Aktien bis max. 10 % des aktuellen Grundkapitals zu erwerben. Die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit den von der Gesellschaft gehaltenen oder der Gesellschaft gemäß §§ 71 ff. AktG zustehenden anderen eigenen Aktien auf keinen Fall 10 % des Grundkapitals übersteigen. Die Frist gilt nur für den Erwerb -nicht für den Besitz -der Aktien.

16. Kapitalmanagement

Die Kapitalstruktur des artnet Konzerns setzt sich im Wesentlichen aus den kurzfristigen Schulden aus dem laufenden Geschäftsverkehr, langfristigen Verpflichtungen aus FinanzierungsIeasing, einem Gesellschafterdarlehen und dem Eigenkapital zusammen. Das Eigenkapital ist den Aktionären der Muttergesellschaft zuzuordnen und besteht vornehmlich aus ausgegebenen Aktien, der Kapitalrücklage und dem erwirtschafteten kumulierten Konzernergebnis. Darüber hinaus hat die Artnet Corporation in den Vorjahren verschiedene FinanzierungsIeasing-Verträge abgeschlossen, die über die nächsten zwei Jahre bzw. drei Jahre zu erfüllen sind. Für ihre neuen Büroräume hat die Artnet Corporation in 2012 außerdem eine Operating-Leasingvereinbarung geschlossen, die über die nächsten acht Jahre zu bedienen ist. Die gesamte übrige Geschäftstätigkeit wird derzeit aus den bestehenden Bankguthaben und dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

17. Finanzinstrumente und Risiken aus Finanzinstrumenten

Kategorien von Finanzinstrumenten

Bei den finanziellen Vermögenswerten des artnet Konzerns handelt es sich um liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie um hinterlegte Mietsicherheiten. Diese finanziellen Vermögenswerte werden der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Darlehen und Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Verbindlichkeiten und die Verbindlichkeiten aus Darlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden gemäß IAS 17 zum Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst.

Sowohl die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte als auch die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten stellen eine vernünftige Approximation des Fair Values dar. Es wurden keine finanziellen Vermögenswerte oder finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert.

In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 hat der artnet Konzern keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Nettoergebnisse aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

In der nachfolgenden Tabelle sind die Netto-Ergebnisse der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt:

scroll

Netto-Ergebnis 2014

EUR
Netto-Ergebnis 2013

EUR
Kredite und Forderungen -473.420 -99.395
Finanzielle Verbindlichkeiten 17.651 -13.795
Summe -455.769 -113.190

Die Netto-Ergebnisse enthalten Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung sowie die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen und Forderungsausbuchungen. Das deutlich negative Nettoergebnis auf die Kategorie Kredite und Forderungen in 2014 ist auf unrealisierte Währungskursverluste von TEUR 286 zurückzuführen, während im Vorjahr noch Währungskursgewinne von TEUR 96 entstanden und in dieser Kategorie ausgewiesen wurden.

Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko, dass eine Gegenpartei ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann und dem Konzern daraus ein finanzieller Verlust entsteht. Die finanziellen Vermögenswerte repräsentieren das maximale Ausfallrisiko des artnet Konzerns.

Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert in erster Linie aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag enthält Wertberichtigungen auf überfällige Forderungen, die die Geschäftsführung vor allem auf Basis des Alters der Forderungen und des Zahlungsverhaltens der Kunden abschätzt.

Im artnet Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, im Markt für bildende Kunst verteilt. Dennoch könnte sich ein weltweiter Konjunkturrückgang negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung des durchschnittlichen Zahlungsziels oder im schlimmsten Fall zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. artnet versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem es mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.

Liquiditäts- und Zinsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der artnet Konzern seine finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Ziel ist es daher ausreichend Liquidität zu schaffen, um fällige Verbindlichkeiten fristgerecht begleichen zu können. Dazu ist der artnet Konzern auf die Generierung eines positiven Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit angewiesen. Das Liquiditätsrisiko wird laufend (täglich) durch Anwendung einer Abweichungsanalyse vom Ist- zum monatlichen Cash-Bestand laut Liquiditätsplanung neu bewertet. Dadurch kann frühzeitig auf Änderungen des Risikopotenzials reagiert werden. Für das Geschäftsjahr 2015 rechnet das Management mit einem positiven operativen Cashflow. Dieser basiert im Wesentlichen auf geplanten Umsatzsteigerungen. Bei einem Ausbleiben der erwarteten Umsatzsteigerungen können geplante Investitionen verschoben oder ihre Umsetzung zeitlich gestreckt werden.

Im artnet Konzern sind keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken vorhanden. Der Konzern verfügt über zinspflichtige Finanzierungsleasingverträge in Höhe von EUR 231.492 (2013: EUR 424.330) sowie über ein zu verzinsendes Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 500.000 (2013: EUR 500.000). Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten und abgegrenzten Schulden sind unverzinslich.

Die folgende Tabelle zeigt die Brutto-Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten inklusive der zu erwartenden Zinszahlungen:

scroll

31.12.2014 Buchwert

EUR
Brutto-Cashflow

EUR Summe
Brutto-Cashflow

EUR < 1 Jahr
Brutto-Cashflow

EUR> 1 Jahr
Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.264.579 1.282.579 1.078.579 204.000
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 231.492 243.289 196.285 47.004

scroll

31.12.2013 Buchwert

EUR
Brutto-Cashflow

EUR Summe
Brutto-Cashflow

EUR < 1 Jahr
Brutto-Cashflow

EUR> 1 Jahr
Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.239.149 1.265.816 724.149 541.667
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 424.330 464.429 244.502 219.927

Die Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten enthalten per 31.12.2014 das Gesellschafterdarlehen inklusive aufgelaufener Zinsen im Buchwert von EUR 503.334 (2013: EUR 515.000).

Die Rückstellungen stellen keine Finanzinstrumente dar und werden daher in der obigen Ermittlung des Liquiditätsrisikos nach IFRS 7 nicht betrachtet. Für die kurzfristigen Rückstellungen wird grundsätzlich von einem Abfluss im folgenden Geschäftsjahr 2015 ausgegangen. Ausnahme sind die in den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten in Frankreich und Deutschland in Höhe von TEUR 950 im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen. Entgegen des Ausweises im kurzfristigen Bereich geht artnet aufgrund der geplanten Einlegung von Rechtsmitteln nicht von einem Zahlungsabfluss für diese Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015 aus.

Marktrisiken - Fremdwährungsrisiko

Marktrisiken bestehen für die Konzerngesellschaften hauptsächlich in Form von Wechselkursrisiken, da die Umsätze zum großen Teil in US-Dollar erwirtschaftet werden, aber ein Teil der Kosten in Euro anfällt. Der artnet Konzern steuert die Wechselkursrisiken, indem er die Rechnungen an seine europäischen Kunden -soweit möglich -in Euro fakturiert und diese Einzahlungen zur Erfüllung seiner auf Euro lautenden Verbindlichkeiten verwendet. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei. Neben dem US-Dollar/Euro-Wechselkursrisiko unterliegt der artnet Konzern in geringerem Umfang auch dem US-Dollar/ Pfund-Sterling-Wechselkursrisiko. Fremdwährungsrisiken bestehen für den artnet Konzern zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Worlwide Corporation resultieren sowie aus den in der Artnet Worldwide Corporation gehaltenen Euro-Bankbeständen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns, die in anderen Währungen als US-Dollar denominiert waren, lauteten am Bilanzstichtag wie folgt:

scroll

Fremdwährung Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten
31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
--- --- --- --- ---
EUR 648 978 21 168
GBP 149 330 5 -

Zusätzlich bestehen konzerninterne Forderungen auf EUR-Basis bei der Artnet Worldwide Corporation gegen die artnet AG in Höhe von TEUR 2.178 zum 31.12.2014 (2013: TEUR 1.526), aus denen die US-Tochtergesellschaft einem Währungskursrisiko ausgesetzt ist. Auf diese Forderungen sind in 2014 unrealisierte Währungskursverluste von TEUR 244 aufgrund der Abschwächung des Euro-Kurses zum US-Dollar entstanden. Dieser konzerninternen Währungskursverluste sind gemäß IAS 21.45 in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand zu erfassen.

Die folgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität einer 10%igen Auf- oder Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und dem Pfund Sterling. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Bilanzstichtag entsprechend einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. In die Darstellung einbezogen ist auch das oben dargestellte Währungskursrisiko aus der konzerninternen Forderung. Eine positive Zahl weist auf einen Anstieg des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals hin, wenn der US-Dollar gegenüber der jeweils anderen Währung um 10 % ansteigt oder fällt.

scroll

USD gegenüber EUR 31.12.2014

TEUR
EUR 31.12.2013

TEUR
GBP 31.12.2014

TEUR
GBP 31.12.2013

TEUR
+10 %
Ergebnis -243 -202 -8 -24
Eigenkapital -246 20 -3 -2
-10 %
Ergebnis 298 246 10 29
Eigenkapital 225 241 3 3

Im Vergleich zum Vorjahresstichtag 31.12.2013 (USD/EUR 0,726) hat der US-Dollar zum Bilanzstichtag 31.12.2014 (USD/ EUR 0,823) gegenüber dem Euro um 13,4 % aufgewertet.

Zinsänderungrisiko

Die Finanzierungsleasingverträge des Konzerns sind festverzinslich. Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten bestehen zum 31.12.2014 nur in Form des mit einer Zinsuntergrenze ausgestalteten Gesellschafterdarlehens. Der artnet Konzern ist somit derzeit nur unbedeutenden Zinsänderungsrisiken ausgesetzt.

18. Anteilsbasierte Vergütungen

Aktienoptionsprogramm

Das am 14. Juli 2014 ausgelaufene bedingte Kapital 2009/I diente als Grundlage für das ebenfalls von der Hauptversammlung am 15. Juli 2009 beschlossene Aktienoptionsprogramm (Aktienoptionsprogramm 2009) und umfasste 560.000 Stammaktien mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00.

In den Jahren 2009 und 2010 sowie 2014 wurden an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation Optionen aus den Aktienoptionsprogrammen 2009 gewährt.

scroll

Optionen
2014 2010 2009
--- --- --- ---
Anzahl gewährter Optionen 75.000 130.000 193.907
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (EUR) 2,70 5,03 5,02
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) 2,64 5,13 4,66
Gewichtetes durchschnittliches Erfolgsziel (EUR) 2,90 5,64 5,13
Durchschnittliche Laufzeit (Jahre) 10 10 10
Risikofreier Zinssatz (%) 0,59 1,27 3,40
Erwartete durchschnittliche Volatilität (%) 65 70 55
Erwartete Dividendenrendite - - -
Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt (EUR) 1,90 3,18 3,89
Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt insgesamt (EUR) 142.500 413.400 754.298

Im Berichtsjahr gewährte die Gesellschaft einem Mitarbeiter der Artnet Worldwide Corporation 75.000 Aktienoptionen. Der Ausübungspreis für die im Geschäftsjahr ausgegebenen Optionen liegt bei EUR 2,64. Die Anzahl der ausstehenden Optionen erhöhte sich somit von 323.907 im Vorjahr auf 398.907 zum 31. Dezember 2014. Wie im Vorjahr sind die ausstehenden Optionen aus den Jahren 2009 und 2010 nicht ausübbar, da der Börsenkurs der artnet Aktien deutlich unterhalb der jeweiligen Ausübungspreise liegt. Die im Berichtsjahr 2014 ausgegebenen Aktienoptionen sind erstmals nach Ablauf von zwei Jahren, also ab dem 31. März 2016 ausübbar. Für die in 2009 und 2010 ausgegebenen Aktienoptionen liegt der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis unverändert zum Vorjahr mit EUR 4,85 über dem aktuellen durchschnittlichen Börsenkurs der artnet Aktien. Die am 31. Dezember 2014 ausstehenden Optionen hatten eine gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit von 5,91 Jahren (31. Dezember 2013: 6,14 Jahre).

Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wurde in den Jahren 2009, 2010 und 2014 für den Tag der Optionsgewährung auf Basis des Binomial-Modells unter Zugrundelegung der in der obigen Tabelle angegebenen Annahmen berechnet.

Die Optionen können erstmals nach Ablauf von zwei Jahren, beginnend mit dem Ablauf des Zuteilungstages und dann bis zum Ende ihrer Laufzeit, ausgeübt werden; sie verfallen zehn Jahre nach ihrer Gewährung. Bezugsrechte dürfen nicht ausgeübt werden in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Quartalsende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und nicht in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Geschäftsjahresende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Der Plan sieht des Weiteren vor, dass ein Bezugsrecht nur ausgeübt werden kann, wenn der Börsenschlusskurs, der vor dem Tag der beabsichtigten Ausübung der Option festgestellt wurde, den Ausübungspreis um mindestens zehn Prozent übersteigt. Ist das Erfolgsziel einmal erreicht, können die Optionen unabhängig von der weiteren Kursentwicklung der artnet Aktie während ihrer Laufzeit in den Ausübungszeiträumen ausgeübt werden.

Der für aktienbasierte Vergütungen erfasste Aufwand im Geschäftsjahr 2014 beträgt EUR 55.090 gegenüber EUR 9.316 im Jahr 2013.

19. Personalaufwendungen

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind die Personalaufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche für die angegebenen Geschäftsjahre in den folgenden Aufwandskategorien erfasst:

scroll

Personalaufwendungen nach Aufwandskategorie 2014

TEUR
2013

TEUR
Umsatzkosten 3.454 3.867
Vertrieb und Marketing 2.197 1.228
Allgemeine Verwaltungskosten 1.496 1.370
Produktentwicklung 1.934 1.665
Summe Personalaufwendungen 9.081 8.127

Die Personalkosten umfassen in den Geschäftsjahren 2014 bzw. 2013 Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von TEUR 1.000 bzw. TEUR 880 sowie 401(k)-Aufwendungen (Altersvorsorge) in Höhe von TEUR 104 bzw. TEUR 116.

Durchschnittlich beschäftigte der Konzern im Geschäftsjahr 2014 116 Vollzeitmitarbeiter, verglichen mit 106 Mitarbeitern im Vorjahr. Darüber hinaus waren in 2014 durchschnittlich vier teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter für den artnet Konzern tätig gegenüber sechs Teilzeitbeschäftigten im Vorjahr. Im Vertrieb und in sonstigen Bereichen hatte der Konzern elf freie Mitarbeiter, während es 2013 sechs freie Mitarbeiter waren.

Unter Berücksichtigung der Teilzeitkräfte und der freien Mitarbeiter beschäftigte artnet 2014 und 2013 im Monatsdurchschnitt 131 bzw. 125 Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind folgenden Aufwandskategorien zuzuordnen:

scroll

2014 2013
Umsatzkosten 68 76
Vertrieb und Marketing 33 18
Allgemeine Verwaltungskosten 12 13
Produktentwicklung 18 18
Summe 131 125

20. Beitragsorientierte Altersvorsorgepläne

Die Tochtergesellschaft Artnet Corporation bietet allen berechtigten Mitarbeitern einen Altersvorsorgeplan an, der die Voraussetzungen der Section 401(k) des Internal Revenue Code der USA erfüllt. Das Vermögen des Plans wird getrennt vom Vermögen der Artnet Corporation in einem Fonds unter Treuhänderkontrolle gehalten. Teilnehmende Mitarbeiter können innerhalb des gesetzlichen Rahmens bis zu 100 % ihres Jahreseinkommens einbringen. Die Artnet Corporation leistet jedes Jahr einen entsprechenden Zuschuss. Im Geschäftsjahr 2014 betrug der Zuschuss der Gesellschaft TEUR 104 und im Vorjahr TEUR 116.

21. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr in Umlauf befindlichen Stammaktien.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich in derselben Weise wie das unverwässerte Ergebnis je Aktie, mit dem Unterschied, dass sich die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Stammaktien um die Anzahl der Aktien aus potenziellen Optionsausübungen erhöht.

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie beruht auf den folgenden Daten:

scroll

2014

EUR
2013

EUR
Zähler (Ergebnis):
Konzernergebnis des Geschäftsjahres -3.047.392 40.470
Nenner (Anzahl der Aktien):
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie (ausgegeben und voll eingezahlt) 5.552.986 5.552.986
Auswirkungen der potenziell verwässernden Aktien aus Aktienoptionen - -
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie 5.552.986 5.552.986

Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der gewährten Aktienoptionen (EUR 4,43) übersteigt den durchschnittlichen Aktienkurs im Jahr 2014 (EUR 2,89). Folglich gibt es keine verwässernden Aktien.

22. Sonstige Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Betriebsergebnis

Das ausgewiesene Betriebsergebnis ergibt sich nach Abzug der folgenden betrieblichen Aufwendungen:

scroll

2014

TEUR
2013

TEUR
Planmäßige Abschreibungen 407 440
Personalkosten 9.081 8.127

Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als Teil der Umsatzkosten erfasst. Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist in den Abschnitten 6 und 7 des Konzernanhangs dargestellt.

Aufwendungen für Prozessrisiken

In diesem gesonderten Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung werden in Höhe von TEUR 950 Aufwendungen für die mögliche Schadenersatzzahlung an einen französischen Fotografen, zu der artnet in zweiter Instanz vom Pariser Berufungsgericht verurteilt wurde, sowie für ein in gleicher Sache in Deutschland anhängiges Verfahren.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Im Berichtsjahr enthalten die sonstigen Erträge und Aufwendungen vor allem realisierte und unrealisierte Verluste aus Wechselkursschwankungen in Höhe von TEUR 286. Diesen Verlusten stehen Erträge aus der Auflösung von Urlaubsrückstellungen (TEUR 165) gegenüber, die sich aus der Einführung einer neuen Urlaubsregelung für die Mitarbeiter der artnet Worldwide Corporation in New York ergaben. Gemäß der neuen Regelung hat sich der Urlaubsanspruch der Mitarbeiter erhöht, allerdings kann der Resturlaub nicht mehr in das Folgejahr übertragen werden. Außerdem sind im Berichtsjahr periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 52 angefallen. Im Jahr 2013 beinhalteten die sonstigen Erträge im Wesentlichen mit TEUR 96 realisierte und unrealisierte Erträge aus Wechselkursschwankungen und eine Versicherungserstattung in Höhe von TEUR 12, denen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 32 gegenüberstanden.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis enthält in 2014 im Wesentlichen Zinsaufwand für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von TEUR 31 (2013: TEUR 35) und für das im Geschäftsjahr 2013 gewährte Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 20 (2013: TEUR 15).

23. Segmentberichterstattung

Der Konzern berichtet über die Geschäftssegmente in gleicher Form, wie er diese Informationen entsprechend dem internen Berichtswesen an die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat weiterleitet.

Die Berichterstattung des Konzerns bezieht sich auf die folgenden vier Segmente:

Das Segment artnet Galerie-Netzwerk präsentiert die zum Verkauf stehenden Kunstwerke der Mitgliedsgalerien im Internet.
Das Segment artnet Price Database umfasst alle datenbankbezogenen Produkte. Hierzu gehören die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art sowie die darauf aufbauenden Produkte artnet Market Alerts, artnet Market Reports und artnet Monografien. Darüber hinaus beinhaltet das Segment seit dem Geschäftsjahr 2012 das Produkt artnet Analytics.
Das Segment artnet Advertising erstellt Banner und nationale sowie internationale Werbung zur Wiedergabe auf der Website.
Das Segment artnet Auctions stellt eine Internet-Plattform zum Kauf und Verkauf von Kunstwerken zur Verfügung.

Die Steuerung der einzelnen Segmente durch das Management erfolgt auf Basis des Betriebsergebnisses. Nicht direkt zurechenbare Aufwendungen werden den berichtspflichtigen Segmenten im Wesentlichen auf der Grundlage von Mitarbeiterzahl und Umsatzerlösen je berichtspflichtiges Segment zugerechnet.

Eine Zuordnung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten je berichtspflichtiges Segment wird dem Management nicht zur Verfügung gestellt. Daher werden keine segmentbezogenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt.

Darstellung der Segmentergebnisrechnungen

scroll

EUR 2014 artnet Galerie-Netzwerk artnet Price Database artnet Auctions artnet Advertising Summe
Umsatzerlöse 4.477.017 5.628.167 2.374.014 1.427.447 13.906.644
Umsatzkosten 1.399.305 1.484.062 2.213.349 474.577 5.571.293
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.077.712 4.144.105 160.665 952.869 8.335.351
Betriebliche Aufwendungen
Vertrieb und Marketing 1.036.722 1.226.644 571.203 353.654 3.188.224
Allgemeine Verwaltungskosten 990.329 1.035.870 839.011 340.623 3.205.834
Produktentwicklung 764.359 799.507 647.568 262.901 2.474.335
Vergütungen aus Aktienoptionen 17.018 17.801 14.418 5.853 55.090
Betriebliche Aufwendungen gesamt 2.808.429 3.079.822 2.072.200 963.031 8.923.482
Betriebsergebnis 269.283 1.064.283 -1.911.535 -10.162 -588.131

scroll

EUR 2013 artnet Galerie-Netzwerk artnet Price Database artnet Auctions artnet Advertising Summe
Umsatzerlöse 4.747.578 5.094.173 2.098.961 1.027.745 12.968.457
Umsatzkosten 1.520.509 1.840.028 2.064.893 317.097 5.742.528
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.227.068 3.254.144 34.068 710.648 7.225.929
Betriebliche Aufwendungen
Vertrieb und Marketing 601.121 773.202 334.729 125.329 1.834.381
Allgemeine Verwaltungskosten 1.024.447 1.244.755 826.745 216.292 3.312.280
Produktentwicklung 636.334 773.147 513.511 134.344 2.057.335
Vergütungen aus Aktienoptionen 2.881 3.501 2.325 608 9.316
Betriebliche Aufwendungen gesamt 2.264.825 2.794.604 1.677.310 476.573 7.213.312
Betriebsergebnis 962.244 459.541 -1.643.242 234.075 12.617

In den einzelnen Segmenten sind im Wesentlichen die nachfolgenden nicht zahlungswirksamen Aufwendungen enthalten:

scroll

EUR 2014 artnet Galerie-Netzwerk artnet Price Database artnet Auctions artnet Advertising Summe
Planmäßige Abschreibung 125.919 131.710 106.679 43.310 407.618
Wertberichtigungen auf Forderungen 84.574 106.320 44.847 26.966 262.707

scroll

EUR 2013 artnet Galerie-Netzwerk artnet Price Database artnet Auctions artnet Advertising Summe
Planmäßige Abschreibung 136.006 165.248 109.755 28.714 439.723
Wertberichtigungen auf Forderungen 77.012 82.634 34.048 16.671 210.366

24. Aufteilung nach geografischen Regionen

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns wird hauptsächlich in den USA ausgeübt und dort von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation repräsentiert.

Die folgende Tabelle gliedert die Umsatzerlöse der fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns nach geografischen Märkten:

scroll

Umsatzerlöse 2014

TEUR
2013

TEUR
USA 7.554 6.483
Europa 5.124 3.994
Sonstiges 1.229 2.491
Summe 13.907 12.968

Vermögenswerte nach geografischen Regionen

Die folgende Tabelle gliedert die Buchwerte der Vermögenswerte des Konzerns sowie die Zugänge zum Sachanlagevermögen und zu den immateriellen Vermögenswerten nach den geografischen Regionen, in denen sich die Vermögenswerte befinden.

scroll

Buchwerte des Vermögens Zugänge Anlagevermögen
31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
--- --- --- --- ---
USA 4.444 5.815 161 304
Deutschland 119 174 - -
Großbritannien 35 27 - -
Frankreich 29 23 - -
Summe 4.627 6.039 161 304

Die Segmentergebnisse und -verbindlichkeiten des Konzerns lassen sich den geografischen Regionen nicht aussagekräftig zuordnen.

Die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen der Konzerngesellschaften entfallen mit TEUR 930 (2013: TEUR 416) im Wesentlichen auf das Anlagevermögen des Konzerns in den USA.

25. Operating-Leasingvereinbarungen

Die Artnet Corporation hat ihre neuen Büroräume in New York im Rahmen unkündbarer Mietverträge (Operating-Leasing) mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2022 angemietet.

Für die Büroräume in Berlin hat der Konzern die Option zur Verlängerung der Mietverträge um bis zu sechs Jahre. artnet UK Ltd. mietet sein Büro in London im Rahmen eines jederzeit kurzfristig kündbaren Mietvertrages an.

Aus den bestehenden Mietvereinbarungen ergeben sich zum 31. Dezember 2014 und 2013 die nachstehenden erwarteten Mindestmietzahlungen:

scroll

Mietzahlungen 31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
bis 1 Jahr 809 665
2 bis 5 Jahre 3.164 2.772
> 5 Jahre 2.912 3.303
Summe 6.885 6.740

Der Mietaufwand des Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 737 und im Vorjahr auf TEUR 731.

26. Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des artnet Konzerns im Geschäftsjahr 2014 auf EUR 63.186 und im Vorjahr auf EUR 60.000. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 für sonstige Leistungen EUR 18.529 bzw. EUR 22.426 in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2014 bzw. 2013 als Aufwand erfasst.

27. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Geschäftsvorfälle zwischen der artnet AG und ihren Tochtergesellschaften, bei denen es sich um nahestehende Unternehmen handelt, wurden bei der Konsolidierung eliminiert und werden in diesem Anhang nicht näher erläutert.

Vorstand

Herr Jacob Pabst ist Alleinvorstand der artnet AG und alleiniger Director der Artnet Corp.

In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 erhielt Herr Jacob Pabst von der Artnet Corp. eine Vorstandsvergütung in folgender Höhe:

scroll

2014

EUR
2013

EUR
Fixum 235.469 225.960
Wert zusätzlicher Leistungen (Krankenversicherung) 8.859 5.400
Fixe Vergütungskomponenten 244.327 231.360
Bonus (variable Vergütung) - -
Summe 244.327 231.360

Aufsichtsrat

John D. Hushon, Naples, Florida/USA, Vorsitzender
Hans Neuendorf, Berlin/Deutschland, Stellvertretender Vorsitzender
Piroschka Dossi, München/Deutschland

Herr Neuendorf bzw. Unternehmen, die sich unter seiner Kontrolle befinden, sind Eigentümer von 1.523.551 Aktien der artnet AG.

Herr Hushon hält 53.054 Aktien der artnet AG.

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 Vergütungen in folgender Höhe gezahlt:

scroll

2014

EUR
2013

EUR
John D. Hushon 50.000 50.000
Hans Neuendorf 37.500 18.750
Piroschka Dossi 25.000 10.417
Prof. Dr. Walter Rust - 21.875
Dr. Jochen Gutbrod - 8.333
Summe 112.500 109.375

Der Vergütungsbericht im Konzernlagebericht fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrates der artnet AG Anwendung finden. Darüber hinaus erläutert der Vergütungsbericht die Höhe sowie Struktur der an die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gezahlten Vergütung.

Sonstige Transaktionen mit nahe stehenden Personen

Die zum Vorjahresstichtag bilanzierten Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 160.500 aus dem am 12. Juni 2013 beendeten Beratervertrag mit der Galerie Neuendorf AG wurden im Berichtsjahr planmäßig getilgt.

Im Laufe des Geschäftsjahres veräußerte Herr Neuendorf sieben Kunstwerke über die Auktionsplattform artnet Auctions. Für diese Verkäufe ist gemäß der aktuellen Geschäftsbedingungen keine Verkäufer-Provision angefallen, da der Wert der Gemälde über 10.000 US-Dollar lag.

Am 28. März 2013 gewährte der Mehrheitsaktionär Hans Neuendorf der Gesellschaft ein Darlehen zu günstigeren als den marktüblichen Konditionen in Höhe von EUR 500.000 mit einer Laufzeit bis zum 1. Mai 2015. Das Darlehen unterliegt einer variablen Verzinsung (30 Day LIBOR plus 200 Basispunkte) mit einer Mindestverzinsung von 4 % pro Jahr und ist nicht besichert. Der Zinsaufwand für dieses Darlehen betrug im Geschäftsjahr 2014 EUR 20.000. Im Berichtsjahr wurden die bis zum 31. Oktober 2014 aufgelaufenen Zinsen (einschließlich der Zinsen aus dem Jahr 2013 von EUR 15.000) in Höhe von EUR 31.666 ausgezahlt. Am 6. November 2014 vereinbarten die beiden Vertragsparteien eine Rückzahlung des Darlehens in zwanzig gleichen Monatsraten von EUR 25.000 beginnend am 31. Januar 2015 bis zum 31. August 2016 unter der Bedingung eines Barmittel- und Bankbestandes von 1,5 Millionen US-Dollar zum jeweiligen Monatsende. Für jeden Monat, in dem der Mindestbestand an liquiden Mitteln nicht erfüllt ist, und keine Rückzahlung erfolgt, verlängert sich das Darlehen um jeweils einen Monat.

Frau Sophie Neuendorf, eine Herrn Hans Neuendorf nahestehende Person, ist als Assistentin im Bereich Social Media für die artnet AG/Artnet Worldwide Corporation tätig. Ihr im Personalaufwand erfasstes Gehalt betrug im Geschäftsjahr 2014 EUR 52.564 und in 2013 EUR 44.146.

Herr Henri Neuendorf, eine Herrn Neuendorf nahestehende Person, war im Berichtsjahr als freiberuflicher Journalist für die Nachrichten-Plattform artnet News der Artnet Worldwide Corporation tätig. Das für ihn erfasste Honorar betrug im Berichtsjahr EUR 8.931.

Frau Caroline Neuendorf, einer Herrn Neuendorf ebenfalls nahestehenden Person, wurden 2014 Provisionen für den Verkauf von artnet Monografien in Höhe von EUR 800 (Vorjahr 2013: EUR 800) gezahlt, die im Aufwand für Vertrieb und Marketing erfasst sind.

28. Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss das Management Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen erfolgen nach bestem Wissen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Insbesondere die folgenden Bilanzierungsmethoden sind von Schätzungen und Ermessensausübungen der Geschäftsführung wesentlich betroffen:

Aktive latente Steuern

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für die Erfassung latenter Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen latenten Steueransprüche könnten sich verringern, falls die Einschätzung der voraussichtlichen steuerlichen Gewinne gesenkt werden müsste.

Aktivierung der Website-Entwicklungskosten

Die Aktivierung der Website-Entwicklungskosten betrifft neue Produkte und wesentliche Erweiterungen oder Verbesserungen der Website, von denen der Konzern annimmt, dass sie künftig zur Erzielung zusätzlicher Umsatzerlöse führen werden. Die Umsatzprognosen für diese neuen Produkte beruhen auf den besten Schätzungen zum Bewertungszeitpunkt. Die tatsächlichen Beträge können jedoch von den Prognosen abweichen.

Werthaltigkeitstest artnet Analytics

Dem Werthaltigkeitstest liegen Annahmen über den zukünftigen Zufluss von Zahlungsmitteln zugrunde. Die Cashflow-Erwartungen beruhen auf den besten Schätzungen der Geschäftsführung. Die tatsächlichen Beträge können jedoch von den Prognosen abweichen.

Rückstellungen

Basierend auf vernünftigen Schätzungen werden Rückstellungen für mögliche Auswirkungen rechtlicher Sachverhalte gebildet. Bei der Beurteilung wird auch auf die Einschätzung lokaler externer Sachverständiger wie Anwälte oder Steuerberater zurückgegriffen. Etwaige Unterschiede zwischen der ursprünglichen Einschätzung und dem tatsächlichen Ausgang können in der jeweiligen Periode Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Für die kurzfristigen Rückstellungen wird grundsätzlich von einem Abfluss im folgenden Geschäftsjahr 2015 ausgegangen. Ausnahme sind die in den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten in Frankreich und Deutschland in Höhe von TEUR 950 im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines Fotografen. Entgegen des Ausweises im kurzfristigen Bereich geht artnet aufgrund der geplanten Einlegung von Rechtsmitteln nicht von einem Zahlungsabfluss für diese Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015 aus. Es bestehen wesentliche Schätzunsicherheiten bezüglich der Frage, ob und wenn ja, wann und in welcher Höhe ein Zahlungsabfluss in diesem Zusammenhang erfolgen könnte.

29. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im März 2015 hat das Berufungsgericht Paris die artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation zur Zahlung von EUR 764.412 Schadensersatz an einen französischen Fotografen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass artnet AG, artnet France Sarl und Artnet Worldwide Corporation die Urheberrechte des Fotografen in Frankreich durch die Veröffentlichung von Fotos in der artnet Price Database verletzt haben. artnet beabsichtigt, gegen das Urteil Rechtsmittel zum französischen Kassationsgerichtshof einzulegen.

Weitere berichtspflichtige Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des artnet Konzerns haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ereignet.

30. Mitteilungen nach WpHG

Nach § 21 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Die artnet AG hat folgende Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten:

2. Januar 2014

1. Redline Capital Management S. A., mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg, hat uns am 27. Dezember 2013 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 24. Dezember 2013 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und nun 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Instacom International S.A. SPF mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg, hat uns am 27. Dezember 2013 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 24. Dezember 2013 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und nun 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

3. Herr Vladimir Evtushenkov, Russland, hat uns am 27. Dezember 2013 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 24. Dezember 2013 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und nun 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Januar 2014

1. Skate Capital Corp. mit Sitz in Road Town, Tortola, Britische Jungferninseln, hat uns am 27. Dezember 2013 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 27. Dezember 2013 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,68 %, entsprechend 320.035 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Herr Sergey Skaterschikov, Russland, hat uns am 27. Dezember 2013 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 27. Dezember 2013 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,68 %, entsprechend 320.035 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt. Die gesamten Stimmrechte werden Herrn Sergey Skaterschikov nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Skate Capital Corp. zugerechnet.

8. Januar 2014

1. Die Weng Fine Art AG mit Sitz in Krefeld, Deutschland, hat uns am 4. Januar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 28. Dezember 2013 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 3,55 %, entsprechend 200.000 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Herr Rüdiger K. Weng, Deutschland, hat uns am 4. Januar 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 28. Dezember 2013 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 3,55 %, entsprechend 200.000 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt. Die gesamten Stimmrechte werden Herrn Rüdiger K. Weng nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG über die Weng Fine Art AG zugerechnet.

24. Februar 2014

1. Skate Capital Corp. mit Sitz in Road Town, Tortola, Britische Jungferninseln, hat uns am 19. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Herr Sergey Skaterschikov, Russland, hat uns am 19. Februar 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

24. Februar 2014

1. Abbey House Group S.A. mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 19. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey House Group S.A. 2,60 %, entsprechend 146.574 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet.

2. Abbey Asset Management Sp. zo.o. SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 19. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey Asset Management Sp. zo.o. SKA 7,62 %, entsprechend 429.330 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

3. Abbey Asset Management Sp. zo.o. 2 SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 19.Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey Asset Management Sp. Z o.o. 2 SKA 7,79 %, entsprechend 438.804 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

4. Abbey Asset Management Sp. zo.o. 3 SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 19. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey Asset Management Sp. zo.o. 3 SKA 6,84 %, entsprechend 385.119 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

5. Abbey Asset Management Sp. zo.o. mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 21. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey Asset Management Sp. zo.o. 2,60 %, entsprechend 146.574 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Ferner werden Abbey Asset Management Sp. z o.o. 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

6. Kenedix Investments Limited mit Sitz in Nikosia, Zypern, hat uns am 21. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Kenedix Investments Limited 2,60 %, entsprechend 146.574 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Ferner werden Kenedix Investments Limited 5,68 %, entsprechend 320.035 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

7. Herr Ioannis Zavros, Zypern, hat uns am 21. Februar 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Herrn Zavros 2,60 %, entsprechend 146.574 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Ferner werden Herrn Zavros 5,68 %, entsprechend 320.035 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

8. Abbey Art Fund FIZAN mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 21. Februar 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 14. Februar 2014 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, betragen hat. Von diesen Stimmrechten werden Abbey Art Fund FIZAN 2,60 %, entsprechend 146.574 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Ferner werden Abbey Art Fund FIZAN 8,29 %, entsprechend 466.609 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Abbey House Group S.A.

4. April 2014

1. Abbey Asset Management Sp. z o.o. SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Abbey Asset Management Sp. zo.o. 2 SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

3. Abbey Asset Management Sp. zo.o. 3 SKA mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

4. Abbey Asset Management Sp. zo.o. mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

5. Kenedix Investments Limited mit Sitz in Nikosia, Zypern, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

6. Herr Ioannis Zavros, Zypern, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

7. Abbey Art Fund FIZAN mit Sitz in Warschau, Polen, hat uns am 2. April 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 2. April 2014 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00 %, entsprechend 0 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

4. Juni 2014

1. Die Weng Fine Art AG mit Sitz in Krefeld, Deutschland, hat uns am 2. Juni 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 30. Mai 2014 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,01 %, entsprechend 282.000 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt.

2. Herr Rüdiger K. Weng, Deutschland, hat uns am 2. Juni 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der artnet AG am 28.Mai 2014 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,02 %, entsprechend 282.400 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG, beträgt. Von diesen Stimmrechten werden Herrn Rüdiger K. Weng 5,02 %, entsprechend 282.400 von insgesamt 5.631.067 Stimmrechten an der artnet AG nach §22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG zugerechnet, einschließlich der Stimmrechte des folgenden Aktionärs, dessen Stimmrechtsanteil 3 % oder mehr beträgt: Weng Fine Art AG.

Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen im Wortlaut auf ihrer Investor-Relations-Website veröffentlicht.

Berlin, den 22. April 2015

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der artnet AG, Berlin, aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des gesetzlichen Vertreters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands zum Liquiditätsrisiko im Risikobericht des Konzernlageberichts hin. Dort wird ausgeführt, dass es zu bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken kommen könnte, wenn die durch ein Berufungsgericht in Frankreich festgesetzte Schadenersatzzahlung in Höhe von EUR 0,8 Mio. kurzfristig zu leisten wäre. Der Vorstand wird weiter rechtlich gegen das Urteil vorgehen und rechnet nicht mit einer Zahlung im Geschäftsjahr 2015.

Hamburg, 22. April 2015

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft**

Thomas Götze, Wirtschaftsprüfer

Dirk Schützenmeister, Wirtschaftsprüfer

Management

Jacob Pabst

Vorstand, artnet AG, Artnet Worldwide Corporation

Jacob Pabst war in verschiedenen Führungspositionen bei artnet tätig, bevor er zum Vorstand ernannt wurde. Er kam im Jahr 2000 mit einem volkswirtschaftlichen Hintergrund zu artnet und war zunächst für den Verkauf in Europa zuständig. Schon bald war er federführend im Bereich Produktentwicklung und neue Technologien tätig. 2009 wurde Pabst Leiter Informationstechnologie (CIO) und zeichnete für die Bereiche Produktentwicklung, Technik, Content Management, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Qualitätssicherung verantwortlich. Aus dieser Position heraus wurde Pabst im Januar 2012 Präsident der Artnet Worldwide Corporation und leitete das operative Geschäft in New York. Unter seiner Leitung führte artnet verschiedene neue Produkte ein, unter anderem artnet Auctions, artnet News und artnet Analytics.

Thierry Dumoulin

Vizepräsident Marketing, Artnet Worldwide Corporation

Thierry Dumoulin, Vizepräsident Marketing, kam von Saatchi & Saatchi X, wo er als Geschäftsführer des New Yorker Büros tätig war, zu artnet. Zuvor hat er bei globalen Kommunikationsnetzwerken wie Bates, JWT und Imagination sowie bei Sotheby's gearbeitet. Er ist dafür zuständig, den Bekanntheitsgrad der artnet Marke und Produkte bei unseren wichtigsten Zielgruppen weltweit zu steigern.

Benjamin Genocchio

Chefredakteur von artnet News, Artnet Worldwide Corporation

Der Chefredakteur von artnet News, Benjamin Genocchio, ist ein anerkannter Schriftsteller und Redakteur, mit 20-jähriger Erfahrung im Bereich Kunstnachrichten, Print als auch online. Er begann seine Karriere als Reporter, Kritiker und später Kritiker für die Zeitung The Australian in seiner Heimat Australien. 2002 zog er nach New York und schrieb für The New York Times. 2010 wurde er zum leitenden Redakteur bei Louise Blouin Media in New York ernannt, außerdem war er für die Fachpublikation Art + Auction sowie die Website Blouin Artinfo tätig. Seit Januar 2014 ist er bei artnet für die Markteinführung und den Aufbau von artnet News, dem ersten 24-Stunden-Nachrichtenservice für den Kunstmarkt, zuständig. Er ist promovierter Kunsthistoriker und Autor zahlreicher Bücher zur zeitgenössischen Kunst.

C. Cornell DeWitt

Vizepräsident Business Development, Artnet Worldwide Corporation

Seit 20 Jahren ist C. Cornell DeWitt im Bereich Kunst tätig. 1995 war er Mitbegründer der ersten Online-Galerie und seine eigene Galerie in New York, er war Direktor einer großen internationalen Galerie, kuratierte Ausstellungen, beriet private Sammler und war im Primär- und Sekundärmarkt tätig. Von 2010 bis 2013 war er Leiter der Kunstmesse für zeitgenössische Kunst PULSE in Miami und New York. Er machte seinen Masterabschluss an der New York University, an der er auch unterrichtete. Als Vice President Business Development nutzt DeWitt die profunden Marktkenntnisse und das unvergleichbare Netzwerk von artnet, um allen Kunden und Partnern optimale Produktlösungen anbieten zu können.

Saumin Patel

Vizepräsident Technologie, Artnet Worldwide Corporation

Saumin Patel ist Vizepräsident Technologie und verfügt über 17 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Technologien und Branchen, einschließlich Entertainment und Gesundheitswesen. Er ist seit sieben Jahren für artnet tätig. Zuvor arbeitete er als Software-Architekt bei A.D.A.M. Inc. Patel zeichnet für die Leitung der Technologieabteilung verantwortlich, die ein Software-Entwicklungsteam, ein operatives IT-Team und ein Produktmanagement-Team umfasst. Er leitet die Entwicklung, Ausführung und Bereitstellung der Produkt- und Technologiestrategie.

Michael Probst

Vizepräsident Finanzen, Artnet Worldwide Corporation

Michael Probst, Vizepräsident Finanzen, besitzt einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und Recht der Universität Lüneburg (Deutschland) mit Schwerpunkt Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung. Er verfügt über weitreichende Erfahrungen in der Finanzplanung und -analyse. Seine Aufgabe besteht darin, die Rentabilität des Unternehmens durch aufschlussreichere und strengere Finanzprozesse, wie ein optimiertes Finanzmanagement, zu verbessern.

Roxanna Zarnegar

Senior-Vizepräsidentin artnet Auctions, Artnet Worldwide Corporation

Die Senior-Vizepräsidentin artnet Auctions, Roxanna Zarnegar, weist langjährige Erfahrung und Erfolge sowohl in der Kunstwelt als auch im Umgang mit Fortune-500-Kunden auf. Vor ihrer Unterstützung der bekannten Werbeagentur Baron & Baron bei der Optimierung der Geschäftsabläufe war Zarnegar als Chief Operating Officer bei Christie's Americas beschäftigt, wo sie den Kundenservice, für den Auktions- und Galeriebereich und die Abteilungen Logistik und Produktion leitete. Seit Januar 2014 ist sie für artnet Auctions & Private Sales für das operative Geschäft, die Strategie und Produktentwicklung verantwortlich.

Gremien

artnet AG

Aufsichtsrat

John Hushon, Vorsitzender

Hans Neuendorf, Stellvertretender Vorsitzender

Piroschka Dossi

Vorstand

Jacob Pabst, Vorstand

Artnet Worldwide Corporation

Jacob Pabst, CEO

artnet France sarl

Jacob Pabst, CEO

artnet UK Ltd.

Jacob Pabst, CEO

Geschäftsstellen

artnet AG

Oranienstraße 164

10969 Berlin

[email protected]

T: +49 (0)30 209 178-0

F: +49 (0)30 209 178-29

Artnet Worldwide Corporation

233 Broadway, 26th Floor

New York, NY 10279

USA

[email protected]

T: +1-212-497-9700

F: +1-212-497-9707

artnet UK Ltd.

Morrell House

98 Curtain Road

London EC2A 3AF

Großbritannien

[email protected]

T: +44 (0)20 7729 0824

F: +44 (0)20 7033 9077

Investor Relations

Informationen für Investoren und den Jahresabschluss finden Sie unter artnet.de/investor-relations.

Weitere Anfragen können per E-Mail an [email protected] oder per Post an eine unserer Geschäftsstellen gerichtet werden.

Informationen zur Aktie

Die Stammaktien der artnet AG werden am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Börsenkürzel «ART» gehandelt. Meldungen zu relevanten Unternehmensentwicklungen finden Sie unter artnet.de/investor-relations.

Wertpapier-Kenn-Nummer

scroll

[WKN] A1K037
ISIN DE000A1K0375

Konzept und Realisation:

Artnet Worldwide Corporation

©2015 artnet AG, Berlin