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AMADEUS FIRE AG Interim / Quarterly Report 2020

Aug 23, 2020

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Interim / Quarterly Report

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Publication

Amadeus FiRe AG

Frankfurt

Ungeprüfter Halbjahres- Finanzbericht 2020

Ungeprüfter Halbjahres-Finanzbericht 2020

01.01. - 30.06.2020

Ihr Partner für spezialisierte Personaldienstleistungen & Weiterbildung

AMADEUS FIRE. DIE BESETZER.

Ungeprüfte Kennzahlen des Amadeus FiRe Konzerns

Angaben in TEUR 01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019 Veränderung in Prozent
Umsatzerlöse 137.433 110.906 23,9%
Bruttoergebnis vom Umsatz 65.282 51.711 26,2%
in Prozent 47,5% 46,6%
EBITDA 25.802 20.860 23,7%
in Prozent 18,8% 18,8%
EBITA-pre* 17.387 17.585 -1,1%
in Prozent 12,7% 15,9%
EBIT 12.435 17.585 -29,3%
in Prozent 9,0% 15,9%
Ergebnis vor Ertragsteuern 10.686 17.466 -38,8%
in Prozent 7,8% 15,7%
Ergebnis nach Ertragsteuern 7.116 12.053 -41,0%
in Prozent 5,2% 10,9%
Ergebnisanteil von im Fremdkapital
ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteilen -151 -357 -57,7%
Periodenergebnis 6.965 11.696 -40,4%
in Prozent 5,1% 10,5%
- davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile 65 99 -34,3%
- davon entfallen auf: Anteilseigner des
Mutterunternehmens 6.900 11.597 -40,5%
Nettozahlungsstrom aus betrieblicher Tätigkeit 24.792 11.899 108,4%
Nettozahlungsstrom aus betrieblicher Tätigkeit
je Aktie 4,43 2,27 95,7%
Ergebnis je Aktie 1,33 2,23 -40,4%
Basis Anzahl Aktien 5.198.237 5.198.237
30.06.2020 31.12.2019
Bilanzsumme 334.992 321.935 4,1%
Eigenkapital 57.924 50.959 13,7%
Eigenkapitalquote 17,3% 15,8%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 33.342 20.465 62,9%
30.06.2020 30.06.2019
Anzahl Mitarbeiter (operativ tätig) 3.139 3.059 2,6%
davon Mitarbeiter Zeitarbeit 2.151 2.467 -12,8%
Pro-Kopf Umsatz 43,8 36,3 20,8%
Pro-Kopf Ergebnis 2,2 3,8 -42,0%

*) Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Firmenwertabschreibung und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (EBITA-pre)

Die aktuellen Finanzberichte sowie der testierte Jahresabschluss 2019 sind unter

www.amadeus-fire.de/investor-relations/berichte abrufbar.

Ungeprüfter Halbjahresfinanzbericht 2020

(01.01. - 30.06.2020)

Wirtschaftliches Umfeld

Die deutsche Wirtschaft befindet sich durch die Ausbreitung des Coronavirus in einer tiefen Rezession und das allgemeine Geschäftsklima ist von hoher Unsicherheit geprägt. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete bereits im ersten Quartal deutliche Umsatz- und Auftragsrückgänge, obwohl die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 2,7 Prozent. Damit liegt Deutschland 0,8 Prozentpunkte über dem Wert der Europäischen Union.

Die nationale Entwicklung des ersten Quartals 2020 ist vor allem auf inländische Impulse zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die privaten Konsumausgaben preisbereinigt um 2,2 Prozent gesunken und mit einem Rückgang von 9,2 Prozent wurde deutlich weniger in Ausrüstungen investiert. Die staatlichen Konsumausgaben hingegen stiegen um 2,2 Prozent und die Bauinvestitionen legten deutlich um 4,8 Prozent zu. Aus dem Ausland gab es keine positiven Impulse und somit gingen die Exporte um 3,2 Prozent zurück. Auch die Importe sind preisbereinigt mit 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgegangen. Durch den stärkeren Rückgang der Exporte gegenüber den Importen belastete der Außenbeitrag das Bruttoinlandsprodukt mit 0,9 Prozentpunkten.

Der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Erwartungshaltung der Unternehmen in der deutschen Wirtschaft widerspiegelt, lag in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 bei rund 96 Punkten. Mit der Ausbreitung des Coronavirus zum Ende des ersten Quartals sank der Geschäftsklimaindex zuerst auf 86,0 Punkte im März und schließlich auf den niedrigsten jemals gemessenen Wert von 74,3 Punkten im April. Im Mai stieg der Index dann auf 79,7 Punkte an und kletterte schließlich im Juni auf 86,2 Punkte. Die ifo-Konjunkturuhr, welche in einem Vier-Quadranten-Schema (Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession) den zyklischen Zusammenhang von Geschäftslage und Geschäftserwartungen darstellt, befindet sich seit April im "Rezessionsquadranten". Dies war zuletzt in der Finanzkrise 2009 der Fall. Durch eine signifikante Verbesserung der Geschäftserwartungen im Mai und Juni nähert sich die Konjunkturuhr zumindest wieder dem "Aufschwungsquadranten" an.

Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt verschärft sich durch die anhaltende Pandemie. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) lag die Anzahl der erwerbstätigen Personen im Mai 2020 bei 44,71 Millionen und damit 1,2 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Im April 2020 ist die Anzahl der erwerbstätigen Personen erstmals wieder seit März 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Gemäß der letzten Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit ist dagegen die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse im April 2020 noch um 0,1 Prozent auf 33,41 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt ab April 2020 stark gestiegen und die Arbeitslosenquote lag im Juni 2020 bei 6,4 Prozent. Der Corona-Effekt für die Arbeitslosenquote wird auf 1,4 Prozent geschätzt. Durch die kurzfristig nutzbare Möglichkeit von Kurzarbeitergeld und die damit zusammenhängenden staatlichen Subventionen konnte ein weitaus größerer Effekt am Arbeitsmarkt vermieden werden.

Branchenentwicklung

Der Zeitarbeitsmarkt ist massiv von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Die Zeitarbeit ist für Unternehmen ein Instrument, um flexibel auf eine sich ändernde Nachfragesituation reagieren zu können. In der Folge kommt es durch das gesunkene durchschnittliche Arbeitsaufkommen in Deutschland zu Abmeldungen laufender Zeitarbeitsaufträge und zu einem Nachfragerückgang. Aus diesem Grund sind konjunkturelle Veränderungen frühzyklisch an der Entwicklung des Zeitarbeitsmarktes erkennbar. Gemäß der Trendrechnung der Bundesagentur für Arbeit lag die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Wirtschaftszweig Arbeitnehmerüberlassung in den Monaten Januar bis März 2020 rund 10 Prozent unter Vorjahr. Damit setzt sich der Marktrückgang seit März 2018 fort. Pandemiebedingt sollte sich der Rückgang ab April 2020 nochmals deutlich verstärken.

Im Rahmen des bis Ende des Jahres 2022 gültigen Tarifvertrags in der Zeitarbeitsbranche stiegen die Tarifentgelte für Zeitarbeitnehmer zum 1. April 2020 im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,0 Prozent.

Das ifo-Beschäftigungsbarometer, ein Indikator für die zukünftige Beschäftigtenplanung der Unternehmen, zeigt sehr deutlich, dass Unternehmen den Personalaufbau deutlich eingeschränkt haben. Der Indikator sank innerhalb des ersten Halbjahres 2020 im April auf den niedrigsten jemals gemessenen Wert von 86,3 Punkten und lag damit 1,0 Prozent unter dem Tiefstwert in der Finanzkrise 2008/2009. In den zwei darauffolgenden Monaten erholte sich der Index wieder und verzeichnete im Juni einen Wert von 92,3 Punkten. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit, ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften, brach im zweiten Quartal als Folge der Corona-Krise um 20,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Im Juni lag der Index bei 91 Punkten, einem Wert, der zuletzt im Oktober 2014 gemessen wurde.

Bericht zum Geschäftsverlauf und zur Ertragslage

In der ersten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2020 erzielte die Amadeus FiRe Gruppe einen konsolidierten Umsatz von TEUR 137.433, was einer Umsatzsteigerung in Höhe von 23,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum (TEUR 110.906) entspricht. Die Steigerung ist maßgeblich auf den Erwerb der Comcave Holding GmbH zum 19. Dezember 2019 zurückzuführen. Organisch zeigt sich das Bild eines Umsatzrückganges in Höhe von 4,0 Prozent. Insgesamt konnten nur die Dienstleistung Interim- & Projektmanagement sowie das neue Geschäft von Comcave Umsatzsteigerungen verzeichnen.

Auf die einzelnen Dienstleistungen entfielen folgende Umsätze:

Angaben in TEUR Januar - Juni 2020 Januar - Juni 2019 Abweichung in Prozent
Zeitarbeit 69.929 73.241 -4,5%
Personalvermittlung 17.681 20.113 -12,1%
Interim-/Projektmanagement 9.377 6.131 52,9%
Segment Personaldienstleistungen 96.987 99.485 -2,5%
Weiterbildung - organisch 9.486 11.421 -16,9%
Weiterbildung - Comcave 30.960 - -
Segment Weiterbildung 40.446 11.421 254,1%
Gesamt 137.433 110.906 23,9%

Alle Dienstleistungen konnten zunächst gut in das neue Geschäftsjahr starten. In der Folge hat die Corona-Krise ab März deutliche Auswirkungen auf das operative Geschäft gezeigt. Vor dem Hintergrund des massiven Nachfrageeinbruchs in allen Dienstleistungen zu Beginn der Corona-Krise konnte die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im 2. Quartal auf einem für den Vorstand zufriedenstellenden Niveau gehalten werden. Die Erwartungen eines sehr schwachen 2. Quartals konnten aus Sicht des Vorstands zumindest in Teilen abgewendet werden.

Die Anzahl fakturierbarer Tage war im Berichtszeitraum um einen Tag höher als im Vorjahreszeitraum. Daraus folgt ein positiver Effekt auf Umsatz, Rohertrag und Vorsteuerergebnis in Höhe von jeweils EUR 0,5 Millionen. Im weiteren Jahresverlauf wird sich dieser Effekt durch zwei zusätzliche fakturierbare Tage im 4. Quartal verstärken.

Der Rohertrag der Amadeus FiRe Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2020 um 26,2 Prozent auf TEUR 65.282 (Vorjahr: TEUR 51.711). Bereinigt um Comcave sank der Rohertrag um 6,9 Prozent. Die Rohertragsmarge verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf 47,5 Prozent (Vorjahr: 46,6 Prozent).

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten erhöhten sich um 54,3 Prozent auf TEUR 52.870 (Vorjahr: TEUR 34.256). Bereinigt um Comcave beträgt die Steigerung EUR 0,9 Millionen oder 2,6 Prozent. Im ersten Halbjahr enthalten sind einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Comcave-Transaktion in Höhe von EUR 0,7 Millionen. Zusätzliche Aufwendungen durch eine strukturelle Verbesserung der IT-Infrastruktur und Anwendungen haben einen Effekt von EUR 0,8 Millionen. Trotz der erfolgreichen Expansionsphase mit entsprechend steigenden Mitarbeiterzahlen im letzten Jahr bis in den Beginn des laufenden Jahres hinein konnten insgesamt die Personalaufwendungen der Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeiter im Berichtszeitraum maßgeblich durch Kurzarbeitsmaßnahmen im Vorjahresvergleich reduziert werden.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) sank um 29,3 Prozent auf TEUR 12.435 (Vorjahr: TEUR 17.585). Maßgeblich verantwortlich für diesen Rückgang sind die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation in Höhe von TEUR 4.952 (Vorjahr: TEUR 0). Bereinigt um diese Abschreibungen betrug das vergleichbare EBITA-pre TEUR 17.387 und lag damit 1,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die bereinigte EBITA-pre-Marge verschlechterte sich im Berichtszeitraum um 3,2 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent).

Die Finanzaufwendungen stiegen im Zuge der Akquisition der Comcave Holding GmbH und der damit einhergehenden Brückenfinanzierung auf EUR 1,8 Millionen (Vorjahr: EUR 0,1 Millionen).

Das Periodenergebnis nach Steuern belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf TEUR 7.116 und unterschritt das Vorjahresergebnis im gleichen Zeitraum um 41,0 Prozent (Vorjahr: TEUR 12.053). Von diesem Ergebnis entfiel auf im Fremdkapital ausgewiesene nicht beherrschende Anteile ein Betrag in Höhe von TEUR 151 (Vorjahr: TEUR 357).

Das Ergebnis je Aktie, bezogen auf das den Stammaktionären des Mutterkonzerns zurechenbare Periodenergebnis, ist um 90 Cent auf EUR 1,33 gesunken (Vorjahr: EUR 2,23).

Entwicklung in den Segmenten

Segment Zeitarbeit, Personalvermittlung, Interim- und Projektmanagement

Im Segment Personaldienstleistungen ist eine deutlich gesunkene Nachfrage nach allen Dienstleistungen seit Mitte März festzustellen. Durch das stark verschlechterte Geschäftsumfeld nutzte der Konzern für einen Großteil der Vertriebsorganisation im Segment Personaldienstleistungen ab 14. April 2020 partiell Kurzarbeit. In Folge einer sich im Quartalsverlauf leicht verbessernden Nachfragesituation wurde ab dem 1. Juli 2020 die Arbeitszeit wieder erhöht, die Kurzarbeitsmaßnahme aber noch nicht vollständig aufgehoben.

Der Umsatz im Segment Personaldienstleistungen ging im ersten Halbjahr 2020 um 2,5 Prozent auf TEUR 96.987 (Vorjahr: TEUR 99.485) zurück. Nachdem im ersten Quartal der Umsatz noch gesteigert werden konnte, betrug der Rückgang im 2. Quartal 15,8 Prozent.

In der Dienstleistung Zeitarbeit ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 4,5 Prozent (Vorjahr: +13,6 Prozent) gesunken. Der im Berichtszeitraum zusätzliche zur Verfügung stehende fakturierbare Tag hatte einen positiven Umsatz-, Rohertrags- und Vorsteuerergebniseffekt von rund EUR 0,5 Millionen.

Die Anzahl der Zeitarbeitsaufträge, welche bis Mitte März noch über dem Vergleichswert des Vorjahres gelegen hatte, ist seitdem kontinuierlich rückläufig. COVID-19 bedingt wurden Auftragslaufzeiten verkürzt oder Aufträge abgemeldet und aufgrund der mangelnden Nachfrage konnten nicht für alle Zeitarbeitskräfte neue Einsatzunternehmen gefunden werden. Im Laufe des 2. Quartals hat sich die Situation allerdings zunehmend stabilisiert. Nachdem bereits zum Quartalsübergang im April kurz nach Ausbruch der Pandemie die laufenden Zeitarbeitsaufträge auf rund 15 Prozent unter Vorjahresniveau gefallen waren, lag nach dem Quartalsübergang Juni auf Juli die Anzahl der laufenden Zeitarbeitsaufträge gut 25 Prozent unter Vorjahr.

Seit dem 1. April nutzt Amadeus FiRe für die Zeitarbeitsmitarbeiter Kurzarbeit. Für alle externen Mitarbeiter, die nicht aktiv im Kundeneinsatz sind, wird die Arbeitszeit um 100% reduziert. Positiv ist anzumerken, dass sehr viele Zeitarbeitskräfte die Tätigkeit für ihre jeweiligen Kundenunternehmen aus dem Homeoffice heraus weiter durchführen und diese Aufträge unverändert fortlaufen konnten.

Die durchschnittlichen Stundenverrechnungssätze stiegen im ersten Halbjahr 2020 um +5,7 Prozent (Vorjahr: +3,8 Prozent). Der Anstieg reflektiert das gestiegene Gehaltsniveau der Zeitarbeitsmitarbeiter von Amadeus FiRe.

Auch die Dienstleistung Personalvermittlung ist im März von dem unmittelbaren und abrupten Nachfragerückgang betroffen gewesen. Mit einem Umsatz von TEUR 17.681 im ersten Halbjahr des Berichtsjahres wurde der Vorjahresumsatz um 12,1 Prozent unterschritten (Vorjahr: TEUR 20.113). Durch die gesunkene Anzahl neuer Anfragen und zusätzlichen Schwierigkeiten bei der Vereinbarung entscheidungsnotwendiger Interviews als Folge des "Lockdowns" ist das Geschäftsvolumen zurückgegangen. Mit einem Rückgang um rund 22 Prozent im 2. Quartal fiel dieser jedoch geringer aus, als es vom Management vor dem Hintergrund der Corona-Krise erwartet wurde.

Die Dienstleistung Interim- und Projektmanagement wies trotz der erschwerten Geschäftsbedingungen und nachlassenden Dynamik im 2. Quartal insgesamt im ersten Halbjahr 2020 eine deutliche Umsatzsteigerung auf. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52,9 Prozent auf TEUR 9.377 (Vorjahr: TEUR 6.131). Der positive Effekt aus den umgesetzten Maßnahmen der Vorjahre, welche den regionalen Fokus erhöhten, führte im ersten Halbjahr zu dieser positiven Entwicklung des Geschäfts.

Das Ergebnis des Segments Personaldienstleistungen verschlechterte sich im ersten Halbjahr 2020 schlussendlich um 23,2 Prozent auf TEUR 12.424 (Vorjahr: TEUR 16.186).

Segment Fort- und Weiterbildung

Der Umsatz im Segment Fort- und Weiterbildung lag im ersten Halbjahr 2020 bei TEUR 40.446 und somit 254,1 Prozent über dem Vorjahreswert (TEUR: 11.421). Bereinigt um Comcave sank der Umsatz organisch um 17,0 Prozent. Dies spiegelt den Umsatzrückgang für die Weiterbildungen, welche von den Gesellschaften der Steuer-Fachschule Dr. Endriss angeboten werden, wider. Im Segment Weiterbildung musste ebenfalls im März auf die Auswirkungen der Corona-Krise reagiert werden.

Ein großer Teil der Veranstaltungen für die Weiterbildungen, welche von den Gesellschaften der Steuer-Fachschule Dr. Endriss angeboten werden, findet in Form von Präsenzveranstaltungen statt. Dieser Teil des Bildungsbetriebes musste vorübergehend mit Beginn der Corona-Krise Mitte März bis zu den ersten Lockerungen Mitte Mai komplett eingestellt werden. Für viele Produkte wurden in diesem Zeitraum schnell alternative, digitale Formate gefunden, aber insbesondere kurze Seminarveranstaltungen entfielen ersatzlos. Der Ergebniseinfluss der Krise im ersten Halbjahr lag bei rund EUR 0,9 Millionen, wobei ein kleinerer Teil lediglich auf eine zeitliche Verschiebung von Startzeitpunkten langlaufender Lehrgangsformate wie Steuerberater oder Bilanzbuchhalter entfällt. Diese konnten bereits teilweise ab Mitte Mai wieder aufgenommen werden.

Die Gesellschaften der zum Jahresende 2019 neu hinzugekommenen Comcave Holding GmbH konnten im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von TEUR 30.960 erzielen. Das Comcave College ist insbesondere im Umfeld der öffentlich geförderten Weiterbildung für nicht erwerbstätige Personen tätig. Außerdem ist Comcave seit Jahren auf Tele-Lernen spezialisiert, also dozentengeleitetem Live-Unterricht, an welchem ortsunabhängig teilgenommen werden kann. Comcave war es daher möglich, unmittelbar mit Ausbruch der Krise 100 Prozent der Kunden die Teilnahme an den jeweiligen Schulungsmaßnahmen von zu Hause aus zu ermöglichen, so dass es keine Unterbrechung des Geschäftsbetriebes gab.

Die sich zuspitzende Situation am Arbeitsmarkt mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit stellt für das Geschäftsmodell der Comcave Holding GmbH eine sich verbessernde Nachfragesituation dar, in der die von der Krise betroffenen Personen bei Comcave die Chance einer geförderten Weiterbildung nutzen können.

Kurzfristig ergaben sich allerdings auch für das Geschäft von Comcave Nachteile. Zunächst hat für einige Wochen die Nachfrage nach Weiterbildungsprodukten grundsätzlich nachgelassen. Hinzu kam ein erschwerter Zugang zu den Behörden für an geförderter Weiterbildung interessierte Personen. Der Grund war Seitens der Behörden ein besonders hohes Arbeitsaufkommen mit steigender Arbeitslosigkeit und Abwicklung von Kurzarbeit sowie die zeitweilige Schließung in Folge der Pandemie. Dies hatte schlussendlich in diesem Markt einen Einfluss auf die Anzahl der Bildungsgutscheine, die ausgestellt werden konnten. In der Folge war die Anzahl der neuen Buchungen seit Mitte März vermindert. Die Stabilisierung dieser akuten Nachfrage- und Abwicklungssituation hat zu einem guten Maß bereits stattgefunden und sollte sich in den kommenden Monaten wieder vollständig normalisieren.

Das Segmentergebnis fiel um 99,2 Prozent auf TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 1.399). Der hohe Rückgang ist direkt auf den Erwerb der Comcave Holding GmbH zurückzuführen und den damit verbundenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation in Höhe von TEUR 4.952.

Bereinigt um diese Abschreibungen konnte das Segmentergebnis im Berichtszeitraum um TEUR 3.564 oder 254,8 Prozent auf TEUR 4.963 gesteigert werden. Die organische Geschäftsentwicklung bereinigt um Comcave zeigt einen Rückgang um 57,5 Prozent auf TEUR 594.

Bericht zur Finanz- und Vermögenslage

Im ersten Halbjahr 2020 erhöhte sich der Cash Flow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit um TEUR 12.893 auf TEUR 24.792 (Vorjahr: TEUR 11.899). Zunächst stieg das Betriebsergebnis vor Änderung des Nettoumlaufvermögens im Wesentlichen aufgrund der um TEUR 10.091 gestiegenen Abschreibungen und Wertminderungen auf das Anlagevermögen durch den Erwerb der Comcave Holding GmbH. Weiterhin konnten aus dem Working Capital positive Effekte erzielt werden.

Die eingesetzten Zahlungsmittel für die Investitionstätigkeit stiegen um TEUR 1.528 auf TEUR 3.147 (Vorjahr: TEUR 1.619). Investitionen in IT-Systeme und Betriebsmittelausstattung von Niederlassungen waren die wesentlichen Investitionsfelder.

Zur weiteren Verbesserung des finanziellen Handlungsspielraumes der Gesellschaft in dieser außergewöhnlichen Situation wurde im Berichtszeitraum an die Aktionäre der Amadeus FiRe AG im Rahmen der Finanzierungstätigkeit keine Dividende ausgezahlt (Vorjahr: TEUR 24.224). Die Ausschüttung im Vorjahr entsprach EUR 3,96 pro Aktie. Des Weiteren wurden im Rahmen der Finanzierungstätigkeit im ersten Halbjahr 2020 TEUR 434 an Nettozahlungsmitteln für die Ausschüttung an die Minderheitsgesellschafter der Steuer-Fachschule Dr. Endriss eingesetzt (Vorjahr: TEUR 1.165).

Zum 30. Juni 2020 beliefen sich die Nettozahlungsmittel auf TEUR 33.342, nach TEUR 26.930 zum Vorjahresstichtag.

Im Vorjahresvergleich sank die Eigenkapitalquote zum 30. Juni 2020 auf 17,3 Prozent (Vorjahr: 42,2 Prozent). Begründet ist diese wesentliche Veränderung durch den Erwerb der Comcave Holding GmbH und der damit zusammenhängenden Brückenfinanzierung.

Mitarbeiter

Die Anzahl externer Mitarbeiter, die beim Kunden eingesetzt sind, lag am Ende des ersten Halbjahres 2020 bei 2.151 (Vorjahr: 2.467). Der Rückgang begründet sich offensichtlich aus der Corona-Krise und den gegenüber einem Normalzustand reduzierten Einstellungsaktivitäten.

Die internen Rekrutierungsaktivitäten im ersten Halbjahr 2020 wurden ebenfalls mit der Ausbreitung des Coronavirus sehr stark reduziert. Der maßgebliche Faktor für die Erhöhung der Anzahl der internen Mitarbeiterzahlen liegt am Erwerb der Comcave Holding GmbH und der expansiven Phase vor Beginn der Pandemie.

Insgesamt waren folgend dargestellte Mitarbeiter operativ tätig:

Mitarbeiteranzahl per 30.06.2020 30.06.2019
Mitarbeiter im Kundeneinsatz (externe Mitarbeiter) 2.151 2.467
Vertriebsmitarbeiter (interne Mitarbeiter) 878 542
Verwaltungsmitarbeiter 110 50
Gesamt 3.139 3.059
Auszubildende 67 11

Chancen- und Risikobericht

Die Rahmenbedingungen, die im aktuellen Geschäftsbericht beschrieben wurden, haben sich aufgrund der wirtschaftlichen Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus signifikant verschlechtert. Laut der Europäischen Kommission wird für das Gesamtjahr 2020 von einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandproduktes von 6,5 Prozent ausgegangen. Der Rückgang des Bruttoinlandproduktes in der Eurozone wird mit 7,7 Prozent auf ein deutlich höheres Niveau prognostiziert. Die Corona-Krise steht derzeit als zentrale Ursache für die Unsicherheiten in den Märkten im Mittelpunkt. Um dieser Krise entgegenzuwirken, wurde am 3. Juni 2020 ein fiskalisches Stabilisierungs- und Stimuluspaket beschlossen. Die gesamtwirtschaftlichen Effekte der Fiskalmaßnahmen sind im derzeitigen konjunkturellen Umfeld sehr unsicher.

Der ifo-Geschäftsklimaindex lag im ersten Halbjahr 2020 bei einem durchschnittlichen Wert von 86,3 Punkten und damit 12,9 Prozent unter dem Vorjahresvergleichswert. Gründe dafür sind aktuell der Einbruch der globalen Nachfrage, Verhaltensveränderungen der privaten Haushalte und Absatzrückgänge im Außenhandel.

Nachdem sich der Zeitarbeitsmarkt auch im letzten Jahr negativ entwickelt hatte, war im ersten Halbjahr 2020 die Tendenz weiterhin rückläufig. Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Rückgang des Arbeitskräftebedarfs im Juni 2020 war gegenüber dem Vorjahresmonat in nahezu allen Branchen spürbar. Im verarbeitenden Gewerbe, welches den Gesamtmarkt für Zeitarbeit dominiert, nahm die Nachfrage um ein Drittel ab. Der für Amadeus FiRe relevante qualifizierte Teilmarkt verzeichnete, maßgeblich bedingt durch die Corona-Krise, einen Rückgang von 25 Prozent der gemeldeten Stellen. Das Angebot an qualifizierten Fachkräften ist in den ersten fünf Monaten des Jahres konstant geblieben, während sich die Nachfrage stark rückläufig entwickelt hat. Die Gewinnung der Mitarbeiter wird auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben, daher dürfte der aktuelle Angebotsüberschuss als Chance angesehen werden, um dem Engpass zwischen qualifizierten Fachkräften und der Nachfrage von Zeitarbeitskräften seitens der Kundenunternehmen entgegenwirken zu können.

Der Nachfragerückgang bei der geförderten Weiterbildung von Comcave sollte sich in naher Zukunft stabilisieren. Durch die wahrscheinlich weiter steigende Arbeitslosenquote werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein positives Marktumfeld und gute Wachstumschancen für dieses antizyklische Geschäftsfeld ergeben.

Im Firmenkundengeschäft in der Fort- und Weiterbildungsbranche spielt die konjunkturelle Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Finanz- und Ertragslage des jeweiligen Kundenunternehmens bestimmen die Investitionen in die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter. Bei einer sich verschlechternden Wirtschaftslage in ganz Deutschland könnte dies negative Effekte auf die Auftragslage der Steuer-Fachschule Dr. Endriss haben.

Für die nachhaltige Entwicklung der Lehrgangsveranstaltungen bildet das aktuelle Hemmnis, Präsenzveranstaltungen durchführen zu können, einen Nachteil. Kurzfristig kann über digitale Unterrichtsformate Abhilfe geleistet werden. Erste Schritte zu einer Wiederaufnahme der Präsenzveranstaltungen unter hohen Hygieneauflagen sind erfolgt. Weitere Schritte müssen zur Absicherung des Lehrgangsbetriebes erfolgen.

Existenzgefährdende Risiken für die Amadeus FiRe Gruppe sind derzeit nicht erkennbar. Für weitere Ausführungen verweisen wir auf das Kapitel Risikobericht des Geschäftsberichts 2019.

Prognosebericht

Die Ausbreitung des Coronavirus und die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung stürzten die deutsche Wirtschaft innerhalb des ersten Halbjahres 2020 in eine tiefe Rezession. Für die zweite Jahreshälfte 2020 erwartet die Deutsche Bundesbank, dass sich die Exportsituation weiter verschlechtert. Der private Konsum und Investitionen dürften im Jahresverlauf weiter sinken.

Die Rezession wirkt sich auch auf den Beschäftigungsaufbau aus. Dieser endete mit Beginn der Krise abrupt und die Arbeitslosigkeit stieg im zweiten Quartal bereits deutlich an. Durch eine Senkung der durchschnittlichen Arbeitszeit dürften die größten Anpassungen auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden. Dies geschieht derzeit durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit. Ende Mai waren rund 7,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Kurzarbeit.

Durch die ergriffenen Stabilisierungsmaßnahmen, welche die deutschen Staatshaushalte mit einem Defizit von 4 Prozent des Bruttoinlandproduktes belasten, sieht die deutsche Bundesbank aktuell außergewöhnlich hohe Unsicherheiten durch die Wirkung der Finanzpolitik. Aufgrund eines fehlenden Vergleichsmaßstabes ist der aktuelle Ausblick auf die deutsche Wirtschaft durch beispiellose Unsicherheit gekennzeichnet.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer, ein Frühindikator der Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitsentwicklung, befand sich seit Jahresbeginn in einem Abwärtstrend und stand im April 2020 mit 94,3 Punkten auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen. In den Monaten Mai und Juni stieg das Barometer wieder an und stand im Juni bei einem Wert von 94,6 Punkten. Die Arbeitslosigkeitskomponente prognostiziert trotz Einsatz von Kurzarbeit für die kommenden Monate saisonbereinigt stark steigende Arbeitslosenzahlen. Ein Grund dafür liegt in der unsicheren Wirtschaftsentwicklung, welche die Jobchancen schmälert. Auch die Beschäftigungskomponente brach im April 2020 stark ein und es werden sinkende Beschäftigtenzahlen erwartet.

Im Vergleich zum gerade abgeschlossenen Vorquartal (59 Tage) stehen mit 66 Tagen im 3. Quartal sieben fakturierbare Tage mehr zur Verfügung. Dies sollte zu einem vergleichsweise erhöhten Umsatz-, Rohertrags- und Vorsteuerergebnis im nächsten Quartal führen.

Im 3. Quartal des laufenden Jahres steht die gleiche Anzahl an fakturierbaren Tagen wie im Vorjahresquartal zur Verfügung. Dagegen stehen im 4. Quartal 2020 mit 64 Tagen zwei fakturierbare Tage mehr als im Vorjahresquartal zur Verfügung. Daraus ergibt sich für das zweite Halbjahr ein zu erwartender positiver Umsatz-, Rohertrags- und Vorsteuerergebniseffekt von rund EUR 1,0 Millionen. Die Anzahl der fakturierbaren Tage im Gesamtjahresvergleich zwischen 2020 und 2019 ist in diesem Jahr um drei fakturierbare Tage höher. Daher ist mit einem positiven Umsatz-, Rohertrags- und Vorsteuerergebniseffekt von rund EUR 1,5 Millionen für das Geschäftsjahr 2020 zu rechnen.

Trotz der starken Belastung des Arbeitsmarktes in der Folge von Personalabbau und Einstellungsstopps bei vielen Unternehmen wird der Fachkräftemangel in Zukunft bestehen bleiben. Der aktuelle Angebotsüberhang wird sich bei einer Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage wieder zu einem Nachfrageüberhang entwickeln. Auch in Zukunft wird die Rekrutierung für viele Unternehmen eine große Herausforderung bleiben. Der demografische Wandel in Deutschland wird auf lange Sicht die Knappheit von qualifizierten Fachkräften weiter verschärfen und die Anzahl an erwerbstätigen Personen begrenzen.

Dies führt mittelfristig zu einem weiterhin auch für die Amadeus FiRe Gruppe positiven Marktumfeld. Bezogen auf das zweite Halbjahr 2020 bleibt der Ausblick intransparent. Weiterhin besteht die Gefahr, dass insbesondere die Dienstleistung Personalvermittlung von einer sich verschlechternden Stimmungslage und zu treffenden Kostensenkungsmaßnahmen der Kundenunternehmen getroffen wird.

Der Bestand laufender Zeitarbeitsaufträge ist auf ein 10-Jahrestief gesunken. Trotz allem zeigten sich zuletzt leichte Erholungstendenzen. Der aktuelle Ist-Zustand lässt auf Basis der stattfindenden Stabilisierung eine positive Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2020 erwarten.

Nachdem die geplante Expansion der Vertriebsorganisation in den ersten beiden Monaten des Jahres noch erfolgreich fortgeführt wurde, sind im Zuge der Corona-Pandemie die weiteren Expansionsziele bis auf Weiteres zurückgestellt worden. Der Fokus für die zweite Jahreshälfte liegt jetzt darin, die vorhandenen Kapazitäten wieder voll auszulasten und schnellstmöglich das Vorkrisenniveau wieder zu erarbeiten. So wird schrittweise die Kurzarbeit der internen Mitarbeiter wieder aufgehoben. Darüber hinaus bleibt der Fokus auf eine hohe Kostendisziplin bestehen.

Im Segment Weiterbildung haben sich die Bedingungen für das laufende Geschäftsjahr seit Mitte März ebenfalls stark verändert.

Für die Weiterbildungen, welche von den Gesellschaften der Steuer-Fachschule Dr. Endriss angeboten werden, mussten durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie Veranstaltungen in Form von Präsenzveranstaltungen vorübergehend komplett eingestellt werden. Durch die in der Mitte des 2. Quartals getroffenen Lockerungsmaßnahmen der Landesregierungen in Bezug auf das Coronavirus konnten langlaufende Lehrgangsformate wie Steuerberater oder Bilanzbuchhalter unter Einhaltung der Hygienevorschriften eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Auch wurde präventiv für die Lehrgangsformate ein hybrides System zwischen Präsenzveranstaltungen und Online-Unterricht geschaffen, um flexibler auf lokale oder überregionale Änderungen dieser Lockerungen reagieren zu können. Durch die umgesetzten Maßnahmen wird es möglich sein, das Geschäft in diesem Bereich wieder auf dem Vorkrisenniveau fortzuführen. Das kleinere Seminargeschäft wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten das Normalniveau nicht erreichen können.

Die Gesellschaften der zum Jahresende 2019 neu hinzugekommenen Comcave Holding GmbH können von der steigenden Arbeitslosenquote profitieren, da Comcave insbesondere im öffentlich geförderten Weiterbildungsbereich für nicht erwerbstätige Personen tätig ist. Für den weiteren Jahresverlauf sollte krisenbedingt die Nachfrage durch die von der Krise betroffenen Personen, welche die Chance einer geförderten Weiterbildung oder Umschulung bei Comcave nutzen, steigen. Die Dynamik aus dem entstehenden Wachstumsumfeld sollte sich insbesondere gegen Jahresende und im kommenden Geschäftsjahr auswirken. Die laufenden Investitionen in den Geschäftsbetrieb und die Eröffnung neuer Standorte bei Comcave erfolgen weiterhin planmäßig.

Insgesamt geht der Vorstand weiterhin nicht davon aus, dass die Amadeus FiRe Gruppe im Verlaufe des zweiten Halbjahres 2020 wieder vollständig an das Vorkrisenniveau anschließen kann. Allerdings zeigen Indikatoren wie das ifo-Beschäftigungsbarometer und die Konjunkturuhr leichte Erholungstendenzen in den Monaten Mai und Juni. Von allgemeinen Erholungstendenzen und einer sich bessernden Nachfragesituation auf dem gesamten deutschen Markt sollte ebenfalls die Amadeus FiRe Gruppe profitieren können.

Nach einem unter den gegebenen Umständen zufriedenstellenden zweiten Quartal und unter der Annahme einer sich weiter stetig stabilisierenden Marktsituation sieht der Vorstand die Amadeus FiRe Gruppe gut gerüstet, in der zweiten Jahreshälfte die eigene Marktposition weiter zu stärken und nachhaltig positive Ergebnisse in beiden Geschäftssegmenten zu erzielen.

Die konjunkturelle Abschwächung durch die Corona-Krise führt zu starken Unsicherheiten bei den deutschen Unternehmen und zu dynamischen und intransparenten Veränderungen. Die finanziellen Auswirkungen auf das gesamte Geschäftsjahr 2020 sind aufgrund der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden ökonomischen Folgen nicht quantifizierbar. Daher setzt der Vorstand weiterhin eine konkretisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2020 aus.

Bericht zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es lagen im Berichtszeitraum keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vor.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbliebenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Frankfurt am Main, den 23. Juli 2020

Robert von Wülfing Dennis Gerlitzki
Sprecher des Vorstands Vorstand

Ungeprüfte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Erstes Halbjahr 2020

Angaben in TEUR 01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
Umsatzerlöse 137.433 110.906
Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen -72.151 -59.195
Bruttoergebnis vom Umsatz 65.282 51.711
Vertriebskosten -42.686 -29.362
- davon Wertminderung aus finanziellen Vermögenswerten -388 -246
Allgemeine Verwaltungskosten -10.184 -4.894
Sonstige betriebliche Erträge 84 132
Sonstige betriebliche Aufwendungen -61 -2
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Firmenwertabschreibung (EBITA) 12.435 17.585
Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 12.435 17.585
Finanzaufwendungen -1.750 -123
Finanzerträge 1 4
Ergebnis vor Ertragsteuern 10.686 17.466
Ertragsteuern -3.570 -5.413
Ergebnis nach Ertragsteuern 7.116 12.053
Ergebnisanteil von im Fremdkapital ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteilseignern -151 -357
Periodenergebnis 6.965 11.696
- davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile 65 99
- davon entfallen auf: Anteilseigner des Mutterunternehmens 6.900 11.597
Ergebnis je Aktie, bezogen auf das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Periodenergebnis
Unverwässert (Euro/Aktie) 1,33 2,23
Verwässert (Euro/Aktie) 1,33 2,23
EBITDA 25.802 20.860
Abschreibungen bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation -8.415 -3.275
EBITA-pre 17.387 17.585
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation -4.952 0
EBITA 12.435 17.585

Ungeprüfte Gesamtergebnisrechnung des Konzerns

Erstes Halbjahr 2020

Angaben in TEUR 01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
Periodenergebnis 6.965 11.696
Ergebnisneutrale Bestandteile (sonstiges Ergebnis) 0 0
Gesamtperiodenergebnis 6.965 11.696
- davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile 65 99
- davon entfallen auf: Anteilseigner des Mutterunternehmens 6.900 11.597

Ungeprüfte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Zweites Quartal 2020

Angaben in TEUR 01.04.-30.06.2020 01.04.-30.06.2019
Umsatzerlöse 61.011 55.596
Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen -32.521 -30.059
Bruttoergebnis vom Umsatz 28.490 25.537
Vertriebskosten -19.281 -14.481
- davon Wertminderung aus finanziellen Vermögenswerten -83 -22
Allgemeine Verwaltungskosten -4.890 -2.488
Sonstige betriebliche Erträge 27 70
Sonstige betriebliche Aufwendungen -34 -1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Firmenwertabschreibung (EBITA) 4.312 8.637
Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 4.312 8.637
Finanzaufwendungen -951 -61
Finanzerträge 1 2
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.362 8.578
Ertragsteuern -1.250 -2.644
Ergebnis nach Ertragsteuern 2.112 5.934
Ergebnisanteil von im Fremdkapital ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteilseignern -143 -190
Periodenergebnis 1.969 5.744
- davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile 65 79
- davon entfallen auf: Anteilseigner des Mutterunternehmens 1.904 5.665
Ergebnis je Aktie, bezogen auf das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Periodenergebnis
Unverwässert (Euro/Aktie) 0,37 1,09
Verwässert (Euro/Aktie) 0,37 1,09
EBITDA 11.050 10.342
Abschreibungen bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation -4.261 -1.705
EBITA-pre 6.789 8.637
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation -2.477 0
EBITA 4.312 8.637

Ungeprüfte Gesamtergebnisrechnung des Konzerns

Zweites Quartal 2020

Angaben in TEUR 01.04.-30.06.2020 01.04.-30.06.2019
Periodenergebnis 1.969 5.744
Ergebnisneutrale Bestandteile (sonstiges Ergebnis) 0 0
Gesamtperiodenergebnis 1.969 5.744
- davon entfallen auf: Nicht beherrschende Anteile 65 79
- davon entfallen auf: Anteilseigner des Mutterunternehmens 1.904 5.665

Ungeprüfte Konzernbilanz

Erstes Halbjahr 2020

Aktiva

Angaben in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 36.634 41.420
Geschäfts- oder Firmenwerte 171.706 171.706
Sachanlagen 6.374 5.328
Nutzungsrechte aus Leasinggegenständen 51.586 47.669
Finanzielle Vermögenswerte 2 2
Latente Steueransprüche 0 0
266.302 266.125
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 27.622 30.676
Sonstige Vermögenswerte 4.853 3.384
Rechnungsabgrenzungsposten 2.873 1.285
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 33.342 20.465
68.690 55.810
Summe Aktiva 334.992 321.935

Passiva

Angaben in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 5.198 5.198
Kapitalrücklage 11.247 11.247
Gewinnrücklagen 40.451 33.551
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 56.896 49.996
Nicht beherrschende Anteile 1.028 963
57.924 50.959
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilseignern 6.424 5.990
Sonstige Verbindlichkeiten und abgegrenzte Schulden 41.649 39.212
Latente Steuerschulden 4.089 5.153
52.162 50.355
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.654 9.459
Vertragsverbindlichkeiten 4.959 3.954
Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilseignern 1.002 1.719
Ertragsteuerschulden 1.290 1.391
Kurzfristige Finanzschulden 170.060 170.096
Sonstige Verbindlichkeiten und abgegrenzte Schulden 43.941 34.002
224.906 220.621
Summe Passiva 334.992 321.935

Ungeprüfte Konzern-Kapitalflussrechnung

Erstes Halbjahr 2020

Angaben in TEUR 01.01. - 30.06.2020 01.01. - 30.06.2019
Cash Flow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis vor Ergebnisanteil von im Fremdkapital ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteilseignern 7.116 12.052
Steueraufwand 3.570 5.413
Abschreibungen und Wertminderungen auf das Anlagevermögen 13.366 3.275
Finanzerträge -1 -4
Finanzaufwendungen 1.750 123
Nicht zahlungswirksame Transaktionen -989 -27
Betriebsergebnis vor Änderungen des Nettoumlaufvermögens 24.812 20.832
Erhöhung/Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerte 1.585 -2.221
Erhöhung/Verminderung des Rechnungsabgrenzungspostens -1.588 -1.092
Erhöhung/Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Verbindlichkeiten und abgegrenzten Schulden 4.719 129
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge 0 0
Aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Zahlungsmittel 29.528 17.648
Gezahlte Ertragsteuern -4.736 -5.749
Nettozahlungsstrom aus betrieblicher Tätigkeit 24.792 11.899
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -3.148 -1.623
Erhaltene Zinsen 1 4
Für Investitionstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel -3.147 -1.619
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlungen aus Rückführung von Finanzschulden -36 0
Gezahlte Zinsen -1.745 0
Auszahlungen aus der Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -6.306 -2.397
Zinszahlungen von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -247 -123
Auszahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner -434 -1.165
Gewinnausschüttungen 0 -24.224
Für Finanzierungstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel -8.768 -27.909
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12.877 -17.629
Zahlungsmittel zu Beginn des Geschäftsjahres 20.465 44.559
Zahlungsmittel am Ende der Berichtsperiode 33.342 26.930
Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30. Juni
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (ohne Verfügbarkeitsbeschränkungen) 33.342 26.930

Ungeprüfte Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Erstes Halbjahr 2020

Angaben in TEUR Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens

entfallendes Eigenkapital
Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Summe
--- --- --- --- --- --- ---
01.01.2019 5.198 11.247 33.762 50.207 760 50.967
Gesamtperiodenergebnis 0 0 11.597 11.597 99 11.696
Gewinnausschüttung 0 0 -24.224 -24.224 0 -24.224
30.06.2019 5.198 11.247 21.135 37.580 859 38.439
01.07.2019 5.198 11.247 21.135 37.580 859 38.439
Gesamtperiodenergebnis 0 0 12.416 12.416 205 12.621
Gewinnausschüttung 0 0 0 0 -101 -101
31.12.2019 5.198 11.247 33.551 49.996 963 50.959
01.01.2020 5.198 11.247 33.551 49.996 963 50.959
Gesamtperiodenergebnis 0 0 6.900 6.900 65 6.965
Gewinnausschüttung 0 0 0 0 0 0
30.06.2020 5.198 11.247 40.451 56.896 1.028 57.924

Ungeprüfte Informationen über die Geschäftssegmente

Erstes Halbjahr 2020

Angaben in TEUR Zeitarbeit/Personalvermittlung/ Interim- und Projektmanagement Fort- und Weiterbildung Konzern
01.01.-30.06.2020
Umsätze*
Segmentumsatz 96.987 40.446 137.433
Ergebnis
Segmentergebnis vor Firmenwertabschreibung und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (EBITA-pre) 12.424 4.963 17.387
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation 0 4.952 4.952
Segmentergebnis vor Wertminderungen auf Geschäftsoder Firmenwerte (EBITA) 12.424 11 12.435
Vermögenswerte des Segments 104.240 230.752 334.992
Investitionen inkl. Leasingbilanzierung 8.311 5.309 13.620
Finanzaufwendungen 1.616 134 1.750
Finanzerträge 0 1 1
Ertragsteuern 3.773 -203 3.570
01.01.-30.06.2019
Umsätze*
Segmentumsatz 99.485 11.421 110.906
Ergebnis
Segmentergebnis vor Firmenwertabschreibung und Amortisation auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (EBITA-pre) 16.186 1.399 17.585
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation 0 0 0
Segmentergebnis vor Wertminderungen auf Geschäftsoder Firmenwerte (EBITA) 16.186 1.399 17.585
Vermögenswerte des Segments 71.589 19.541 91.130
Investitionen inkl. Leasingbilanzierung 1.944 299 2.243
Finanzaufwendungen 94 29 123
Finanzerträge 1 3 4
Ertragsteuern 5.220 193 5.413

*) Umsätze zwischen Segmenten in Höhe von TEUR 18 (Vorjahr: TEUR 0) bzw. TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 10) wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Anhangangaben

Informationen zum Unternehmen

Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss für sechs Monate des Geschäftsjahres 2020 wurde am 22. Juli 2020 durch Beschluss des Vorstands zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Amadeus FiRe AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland. Sie ist seit dem 4. März 1999 im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und seit dem 31. Januar 2003 zum Prime Standard zugelassen.

Die Geschäftstätigkeit der Konzerngesellschaften umfasst die Bereitstellung von Zeitpersonal im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG), die Personalvermittlung und Interim- und Projektmanagement sowie die Fort- und Weiterbildung in den Bereichen Steuern, Finanz- und Rechnungswesen und Controlling sowie der spezialisierten Erwachsenenbildung.

Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Die Amadeus FiRe AG ist gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 (§ 315a Absatz 1 HGB) verpflichtet, die internationalen Rechnungslegungsstandards anzuwenden. Der vorliegende Zwischen-Finanzbericht steht in Übereinstimmung mit IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Bei der Anwendung von IFRS 16 macht die Amadeus FiRe Gruppe von den Erleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (Vertragslaufzeit < 12 Monate) sowie geringwertige Leasingverhältnisse Gebrauch.

Die zum 30.06.2020 bilanzierten Leasingverpflichtungen verteilen sich auf folgende Fälligkeitsstufen:

Angaben in TEUR < 1 Jahr >1 < 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
Fristenspiegel
Bauten auf fremden Grundstücken 11.848 29.957 9.534 51.339
Kraftfahrzeuge 1.130 932 0 2.062
Betriebs- und Geschäftsausstattung 42 9 0 51
Summe Leasingverpflichtungen 13.020 30.898 9.534 53.452

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der aktivierten Nutzungsrechte sowie der Leasingverbindlichkeiten als auch deren Veränderungen während der Berichtsperiode dargestellt.

Nutzungsrecht (Sachanlagevermögen) Angaben in TEUR Bewertung 01.01.2020 Zugänge Abgänge Vertragsänderungen Abschreibungen Bewertung 30.06.2020
Bauten auf fremden Grundstücken 45.629 9.686 -25 -5.812 49.478
Kraftfahrzeuge 2.014 739 -39 -657 2.057
Betriebs- und Geschäftsausstattung 26 46 0 -21 51
Summe Aktiva 47.669 10.471 -64 -6.490 51.586
Leasingverbindlichkeiten Angaben in TEUR Bewertung 01.01.2020 Zugänge Abgänge Vertragsänderungen Zinsaufwand Zahlungsmittelabflüsse Bewertung 30.06.2020
Bauten auf fremden Grundstücken 47.310 9.686 -27 243 -5.873 51.339
Kraftfahrzeuge 2.015 739 -37 4 -659 2.062
Betriebs- und Geschäftsausstattung 26 46 0 0 -21 51
Summe Passiva 49.351 10.471 -64 247 -6.553 53.452

Beim Ansatz der Nutzungsrechte wurden Leasinganreize in Form von mietfreien Zeiten von der Leasingverbindlichkeit abgesetzt:

Angaben in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Buchwert 1.152 1.214

In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:

Angaben in TEUR
Abschreibungsaufwand für die Nutzungsrechte 6.490
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 247
Aufwand für kurzfristige Leasingverpflichtungen 850
Aufwand für geringwertige Leasingverpflichtungen 42
Erfolgswirksam gesamt 7.629

Unter Einbezug der kurzfristigen und geringwertigen Leasingverpflichtungen beliefen sich die gesamten Zahlungsmittelabflüsse in der Berichtsperiode auf TEUR 7.445.

Darstellungsmethode

Die Erstellung des Zwischenabschlusses steht in Übereinstimmung mit IAS 34 (Zwischenberichterstattung) und DRS 16.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Alle Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden wie im letzten Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2019 angewendet. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Geschäftsberichtes zum Geschäftsjahr 2019 der Amadeus FiRe AG veröffentlicht.

Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtperiodenerfolgs

In der Berichtsperiode betragen die ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtperiodenerfolgs TEUR 0.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde beschlossen keine Dividende auszuschütten.

Ermittlung Ertragsteuern

Die Ertragsteuern wurden basierend auf den im Berichtszeitraum erzielten Ergebnissen der einzelnen Gesellschaften ermittelt. Die Zusammensetzung der Position Ertragsteuern zeigt die folgende Tabelle:

Angaben in TEUR 30.06.2020 30.06.2019
Tatsächliche Ertragsteuern
Tatsächlicher Steueraufwand 4.634 5.456
Latente Ertragsteuern
Entstehung und Umkehrung
temporärer Differenzen -1.064 -43
Ertragsteuer 3.570 5.413

Konsolidierungskreis

Seit dem Ende des Geschäftsjahres 2019 haben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis ergeben.

Auf die per 19. Dezember 2019 erstmalig konsolidierte Comcave Gruppe entfielen für die Periode vom 01.01. - 30.06.2020 folgende Ergebnisse:

Angaben in TEUR
Umsatzerlöse 30.960
EBITA bereinigt um Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation 4.358
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation -4.952
Ergebnis nach Steuern -1.016

Segmentberichterstattung

Für Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert und verfügt über die folgenden zwei berichtspflichtigen Segmente:

Das Geschäftssegment "Zeitarbeit, Personalvermittlung, Interim-/Projektmanagement" beinhaltet alle Personaldienstleistungen im qualifizierten Bereich, wobei die Arbeitnehmerüberlassung den Schwerpunkt bildet.
Das Geschäftssegment "Fort- und Weiterbildung" bietet Lehrgänge und Seminare hauptsächlich im Bereich spezialisierter Erwachsenenbildung sowie im Finanz- und Rechnungswesen an, die bundesweit durchgeführt werden.

Für die Angaben zur Aufgliederung von Umsatzerlösen der Geschäftseinheiten nach IFRS 15.114 verweisen wir auf Seite 4 des Halbjahresfinanzberichtes 2020.

Das Betriebsergebnis der Geschäftseinheiten wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen.

Sonstiges

Dieser Zwischen-Finanzbericht wurde gemäß den Vorgaben des § 37w WpHG erstellt, jedoch nicht gemäß § 317 HGB geprüft. Ferner ist keine prüferische Durchsicht durch den Abschlussprüfer erfolgt.

Wesentliche Ereignisse nach Periodenende

Es liegen keine wesentlichen Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode vor.

Verantwortlich:

Amadeus FiRe AG ▪ Investor Relations

Hanauer Landstraße 160 ▪ 60314 Frankfurt am Main

Tel.: 069 96876-180 ▪ E-Mail: [email protected]

Finanzkalender
22.10.2020 Neunmonatsbericht für das Geschäftsjahr 2020
Oktober 2020 Internationale Roadshow
März 2021 Bilanzpressekonferenz und Analystenkonferenz für das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2020
März 2021 Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts 2020
April 2021 Mitteilung für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2021
April 2021 Internationale Roadshow
Mai 2021 Ordentliche Hauptversammlung