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AMADEUS FIRE AG — Annual Report 2024
May 7, 2025
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Zusammengefasster Lagebericht
Grundlagen des Konzerns
Die Amadeus Fire Group ist ein ausschließlich in Deutschland tätiges Dienstleistungsunternehmen und konzentriert sich auf die Geschäftssegmente Personaldienstleistungen und Weiterbildung. Sie umfasst die Amadeus Fire Aktiengesellschaft (Amadeus Fire AG), eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts als Muttergesellschaft, und ihre Tochterunternehmen. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Deutschland mit Zentrale in Frankfurt am Main. An aktuell 22 Standorten ist die Amadeus Fire AG seit mehr als 35 Jahren als Spezialist im Segment Personaldienstleistungen für Fach- und Führungskräfte aus dem kaufmännischen und IT-Bereich tätig. Dieses umfasst die Dienstleistungen spezialisierte Zeitarbeit, Personalvermittlung sowie Interim- und Projektmanagement.
Die Kernkompetenz liegt in der temporären oder dauerhaften Besetzung von Vakanzen in Kundenunternehmen. Vermittelt werden Fach- und Führungskräfte in kaufmännischen Berufen und in IT-Funktionen. Alle Personalbedarfe einer Unternehmensverwaltung können im Wesentlichen bedient werden.
Bei einer Personalvermittlung stellt Amadeus Fire den Kontakt zwischen Kandidaten und Unternehmen her, um eine dauerhafte Anstellung zu vermitteln. Im Rahmen der Dienstleistung Zeitarbeit werden eigene Mitarbeiter in Kundenunternehmen eingesetzt, um temporär für Projekte oder Auftragsspitzen ihre Fachkompetenz produktivitätssteigernd einzusetzen. In der Dienstleistung Interim- und Projektmanagement werden im Gegensatz zur Zeitarbeit keine eigenen Mitarbeiter bei Kunden eingesetzt, sondern ausschließlich selbstständige Spezialisten in temporäre Einsätze vermittelt. Den Kundenunternehmen steht damit externes Know-how für kaufmännische und IT-Projekte bei Bedarf zur Verfügung.
Bewerber und Mitarbeiter profitieren von der aktiven Unterstützung bei der Erreichung ihrer individuellen Karriereziele während der gesamten Berufslaufbahn sowie von dem Marktzugang der Amadeus Fire Group. Die aktive Unterstützung erfolgt durch die Besetzungen von Positionen, die den persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten entsprechen, sowie mit Hilfe von geeigneten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen des Segments Weiterbildung.
Die angebotenen Dienstleistungen ermöglichen unseren Kunden eine sehr hohe Flexibilität bei der Ressourcenplanung. Hierdurch können beispielsweise temporäre Auftragsspitzen aufgefangen werden, vakante Positionen besetzt und bei Projektvorhaben Kapazitäten geschaffen werden.
Kunden sind nationale und internationale Unternehmen aus verschiedensten Branchen, wobei seit vielen Jahren keine Branche mehr als 10 Prozent des Umsatzes ausmacht und die 10 größten Kunden zusammen einen Umsatzsatzanteil von regelmäßig deutlich unter 10 Prozent verzeichnen.
Die Amadeus Fire Group offeriert im Segment Weiterbildung an vielen Standorten in ganz Deutschland Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten im kaufmännischen und IT-Bereich. Je nach Schwerpunkt werden mit den Kernmarken Comcave College, GFN sowie der Steuer-Fachschule Dr. Endriss, Akademie für Internationale Rechnungslegung und TaxMaster öffentlich geförderte Weiterbildung (B2G), Weiterbildung für Unternehmenskunden (B2B) und für Privatpersonen (B2C) angeboten.
Seinen Ursprung hat das Segment Weiterbildung mit der Akquisition der Steuer-Fachschule Dr. Endriss im Jahr 2001. Die erste Erweiterung fand im Jahr 2005 mit dem Erwerb der Akademie für Internationale Rechnungslegung statt. Seit dem Jahr 2010 wird zusätzlich der TaxMaster-Studiengang angeboten. Im Dezember des Jahres 2019 folgte mit dem Erwerb der seit vielen Jahren im geförderten Bildungsmarkt führend tätigen Comcave Holding GmbH die bislang größte Akquisition. Das Geschäft der geförderten Weiterbildung wurde im Jahr 2020 durch den Erwerb der GFN GmbH, eines Spezialisten in der geförderten Weiterbildung für IT-Berufe, weiter ausgebaut.
Die Steuer-Fachschule Dr. Endriss blickt auf eine 75-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Das Dienstleistungsangebot der bundesweit tätigen Spezialschule umfasst die berufliche Fort- und Weiterbildung im Steuerwesen, Rechnungswesen und Controlling. Ihr Dienstleistungsangebot umfasst alle vorbereitenden Qualifizierungsmaßnahmen der staatlich regulierten Aus-, Fort- und Weiterbildungsabschlüsse. Weiterhin werden anerkannte privatwirtschaftliche, speziell auf die berufliche Praxis vorbereitende Zertifikatslehrgänge im Bereich des Finanz- und Rechnungswesens angeboten.
Die Akademie für Internationale Rechnungslegung stärkt das strategische Dienstleistungsportfolio mit dem Bereich der spezialisierten Qualifizierung in der internationalen Rechnungslegung (IAS/IFRS, US-GAAP). Das in der Praxis anerkannte und etablierte „Certificate in International Accounting“ (CINA®) ist das Markenprodukt der Akademie.
Das Angebot der TaxMaster GmbH ergänzt das Produktspektrum mit einem akademischen Abschluss. Im Rahmen eines Masterstudiums wird der Abschluss Master of Arts in Taxation (M.A.) erworben und zugleich beinhaltet der Studiengang die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung. Bei Bestehen der Prüfung vor der Steuerberaterkammer können beide Abschlüsse erworben werden.
Comcave vermittelt bundesweit vorwiegend IT-, Multimedia- und kaufmännische Lerninhalte. Die seit vielen Jahren erprobte virtuelle Unterrichtsform erfolgt stets live und dozentengeleitet. Teilnehmer können daher flexibel von verschiedenen Orten aus teilnehmen, ob von einem der Comcave-Standorte oder remote von jedem anderen Ort aus. Dabei sind sie über die virtuelle Lernumgebung ortsunabhängig im gleichen virtuellen Klassenraum eingebunden.
Die GFN ist einer der großen IT-Weiterbildungsanbieter im geförderten Bereich in Deutschland sowie Dienstleister für umfassende Bildungs- und Qualifizierungsangebote. Dabei werden individuelle Bildungsprogramme entwickelt und Menschen bei Fortbildung, Weiterbildung oder bei beruflicher Neuorientierung begleitet.
Comcave bietet für Menschen, die ihre beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegschancen ausbauen wollen, zahlreiche modularisierte Qualifizierungen im Rahmen der Weiterbildung an. Diese können über einen Bildungsgutschein durch die Bundesagentur für Arbeit oder andere öffentliche Kostenträger gefördert werden. Alternativ werden zweijährige Umschulungen mit einem anerkannten IHK-Abschluss durchgeführt. Comcave ist unter anderem lizenzierter Premium-Bildungspartner für SAP® und Microsoft®.
Die Amadeus Fire Group stellt ihren Kunden durch die Angebotskombinationen aus den beiden Segmenten Personaldienstleistungen und Weiterbildung komplementäre Dienstleistungen zur Verfügung. Die Kooperation beider Segmente ermöglicht Synergien. Die im Bereich Weiterbildung vermittelten und vertieften Fachkompetenzen erhöhen die Attraktivität der Teilnehmer auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere im Bereich der geförderten Maßnahmen ist das primäre Ziel die Reintegration in den Arbeitsmarkt.
Eine Philosophie der Amadeus Fire Group ist es, eine berufslebenslange Partnerschaft zu schaffen; gefördert durch das kombinierte Dienstleistungsangebot aus Personaldienstleistungen und Weiterbildung. Kandidaten, Teilnehmer und Ansprechpartner in den Unternehmen können während der gesamten beruflichen Laufbahn bedarfsgerecht unterstützt und betreut werden. Und dies rund um die zentralen Kompetenzfelder: kaufmännisch und IT.
Zum 31. Dezember 2024 berichtet Amadeus Fire über die Segmente Personaldienstleistungen und Weiterbildung, die obenstehend detailliert beschrieben wurden. Die vorherigen Schaubilder verdeutlichen die Struktur und das Angebot der Amadeus Fire Group im Geschäftsjahr 2024.
Ziele und Strategien
Fachkräfte sind in Deutschland zu einem kritischen Erfolgsfaktor geworden. Zusätzlich erzeugen das Ausscheiden der sogenannten „Babyboomer“-Jahrgänge (1955 bis 1965) aus dem Arbeitsmarkt sowie sich stetig verändernde Anforderungsprofile einen stetigen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Daraus resultiert eine hohe Investitions-bereitschaft der Unternehmen in die Rekrutierung qualifizierten Personals, deren Weiterbildung sowie die Mitarbeiter-bindung. Im Rahmen des stetigen Wandels werden ebenfalls geförderte Weiterbildungsangebote an Bedeutung gewinnen.
Marktbedingungen also, für die die Amadeus Fire Group mit ihrem einzigartig fokussierten Portfolio die spezialisierten Personal- und Weiterbildungsbedürfnisse für kaufmännisches Wissen und IT-Qualifikationen betreffend umfassende Lösungen anbietet.
Die Amadeus Fire Group operiert mit ihrem Standortnetz ausschließlich auf dem deutschen Markt und pflegt hier den persönlichen Kontakt zu Kunden, Teilnehmern und Mitarbeitern. Ziel ist, sowohl die bundesweite als auch die lokale Marktführerschaft zu erreichen. Basierend auf einer hohen Fachkompetenz sowie eines hohen Qualitätsanspruchs in Verbindung mit dynamischen Reaktionszeiten soll eine bestmögliche Reputation in Richtung aller Marktteilnehmer erzielt werden. Die permanente Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter und Dozenten ermöglicht den hohen Qualitätsstandard. Moderne Technologien und Systeme sowie exzellente Prozesse sichern Performance und Geschwindigkeit.
Konzernübergreifendes Ziel ist es, mit Kunden, Kandidaten, Mitarbeitern, Interim Managern sowie Kurs- und Schulungs-teilnehmern eine berufslebenslange Partnerschaft aufzubauen und zu pflegen. In dieser entwickeln sich die Rollen über die Jahre in allen Variationen weiter – vom Kandidaten zum Mitarbeiter zum Schulungsteilnehmer zum Kunden. Das miteinander korrespondierende Dienstleistungsportfolio rund um die gleichen Kompetenzfelder schafft die entsprechen-den Optionen.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Das Segment Weiterbildung strebt eine profitable Wachstumsstrategie mit einem Buy & Build-Ansatz an. Dies soll einerseits durch organisches Wachstum der bestehenden Weiterbildungsgesellschaften auf Basis thematischer Portfolio- und Zielgruppenerweiterungen sowie weiterer Marktdurchdringung erreicht werden. Ein thematischer Schwerpunkt der Portfolioerweiterung wird die Qualifizierung mit KI-Kompetenzen sein, aber auch ein abonierbares Schulungsprogramm für Geschäftskunden befindet sich im Aufbau. Andererseits werden interessante Akquisitionskandidaten mit dem Fokus auf digitale Geschäftsmodelle und B2B-Ausrichtung identifiziert. Der angestrebte Aufbau eines digitalen Bildungs-ökosystems wird ebenfalls den Aufbau strategischer Partnerschaften beinhalten. Insgesamt steht bei dem Buy & Build-Ansatz die digitale Transformation des Weiterbildungssegments im Zentrum der Strategie. Dabei werden die wesentlichen Technologie- und Business-Modelltrends im Bildungssektor berücksichtigt:
- Individualisierte und gamifizierte Bildungsformate
- Bildung mit flexiblen Monetarisierungsmodellen
- Aufbau von Bildungsmarktplätzen und erweiterten Services
- Micro-Learning und Skill-basierte Zertifizierungen
- Immersive Methoden für flexibles und interaktives Lernen
Die Zielsetzung der Amadeus Fire Group ist es, einen hohen Beitrag zur Qualifizierung und zur Verfügbarkeit von Qualifikationen am Standort Deutschland zu leisten – ein sehr wesentlicher Beitrag zur Beschäftigungssicherung. Ziel dieser klaren Fokussierung über beide Geschäftssegmente hinweg ist es, die höchsten operativen Margen der Branche zu erreichen und dadurch den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Zielgerichtete Rekrutierung, stetige und umfassende interne Weiterbildung, leistungsgerechte Vergütung sowie die Schaffung weiterer interner Benefits steigert den Erfolg und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ebenso wie gezielte Investitionen in Software, Infrastruktur und Technologie. Die Zielerreichung wird über die nachfolgend beschriebenen finanziellen Kennzahlen gesteuert.
Steuerungssystem Überblick
Die Leistungsindikatoren für Profitabilität und Wachstum, die die Amadeus Fire Group verwendet, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen. Die Leistungsindikatoren werden verwendet, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die wichtigsten finanziellen Kennzahlen zur Steuerung der Amadeus Fire Group und der beiden Segmente sind die Umsatzerlöse, das operative EBITA und die operative EBITA-Marge. Der operative Rohertrag, die operative Rohertragsmarge sowie der Verschuldungsgrad werden ebenfalls als Leistungsindikatoren betrachtet, jedoch nicht zur primären Steuerung verwendet.
Erläuterung der zur Konzernsteuerung verwendeten Leistungsindikatoren
Umsatzerlöse
Nachhaltiges Umsatzwachstum ist ein wesentliches Element der Strategie der Amadeus Fire Group zur Steigerung des Unternehmenswerts. Als Messgröße dafür wird die periodenbezogene Veränderung der Umsatzerlöse herangezogen.
Operatives EBITA und operative EBITA-Marge
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) enthält alle Bestandteile der Gesamtergebnisrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Zur besseren Vergleichbarkeit im Zeitablauf sowie zur besseren Ersichtlichkeit der Ertragskraft betrachtet die Amadeus Fire Group dabei das um Sondereffekte bereinigte EBITA. Bei den Sondereffekten handelt es sich um aus der Kaufpreisallokation resultierende Abschreibungen (PPA-Effekte) und um Effekte aus der Vergütung im Rahmen der Minderheitsbeteiligung an der Amadeus Fire Weiterbildung Verwaltungs GmbH. Bei der Analyse steht daneben die Ergebnisrendite im Fokus der Betrachtung. Als Kennzahl der Ergebnisrendite wird die operative EBITA-Marge herangezogen. Diese ergibt sich aus dem operativen EBITA im Verhältnis zum Umsatzerlös.
Erläuterung weiterer Leistungsindikatoren
Operativer Rohertrag und operative Rohertragsmarge
Der operative Rohertrag ergibt sich aus der Differenz zwischen den Umsatzerlösen und den Einstandskosten der erbrachten Leistungen. Die Einstandskosten enthalten ausschließlich die zur Erzielung der Umsatzerlöse notwendigen Einsatzfaktoren. Für die Dienstleistung der Zeitarbeit sind dies im Wesentlichen die Kosten der beschäftigten Mitarbeiter im Kundeneinsatz. Beim Interim- und Projektmanagement sind dies die Kosten für die eingesetzten selbstständigen Spezialisten kumuliert. Im Bereich der Weiterbildung enthalten die Einstandskosten der erbrachten Leistungen im Wesentlichen die Kosten der für die Schulungen eingesetzten Dozenten sowie entsprechende Raum-, Material- und IT-Kosten, die in direktem Zusammenhang mit der Schulung stehen. Der absolute Rohertrag ist dabei die zentrale Messgröße, um das Potenzial zur Deckung der Vertriebs- und Verwaltungskosten zu zeigen. Die operative Rohertragsmarge gibt das Verhältnis des operativen Rohertrags zu den Umsatzerlösen an. Die Marge misst dabei die direkte Profitabilität des operativen Geschäfts. Um eine Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu gewährleisten sowie zur besseren Ersichtlichkeit der Margenqualität, werden der Rohertrag und die Rohertragsmarge um die beschriebenen Sondereffekte aus den Kaufpreisallokationen der Comcave und der GFN bereinigt.
Verschuldungsgrad
Eine solide Kapitalstruktur unterstützt eine nachhaltige Entwicklung der Umsatzerlöse und des Ergebnisses. Daher ist ein breiter Zugang zum Kapitalmarkt über verschiedene Fremdfinanzierungsmittel für die Amadeus Fire Group von wesentlicher Bedeutung. Als zentrale Größe verwendet die Amadeus Fire Group den Verschuldungsgrad. Dieser gibt das Verhältnis zwischen den Nettofinanzschulden und dem EBITDA wieder.
Erklärung zur Unternehmensführung und nichtfinanzieller Bericht
Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung für die Amadeus Fire AG und den Konzern befindet sich jederzeit zugänglich auf der Amadeus Fire Group Homepage unter: group.amadeus-fire.de/nachhaltigkeit/governance/corporate-governance/
Den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Amadeus Fire AG und den Konzern mit den Angaben gemäß den §§ 289c bis 289e und §§315b und 315c HGB in Verbindung mit den §§ 289c bis 289e sowie den Angaben gemäß Artikel 8 der EU Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/82 finden Sie im Kapitel 6 sowie separat auf der Amadeus Fire Group Homepage unter: group.amadeus-fire.de/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsberichte/
Wesentliche Grundsätze und Praktiken der Unternehmensführung
Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Compliance Management System
Ein essenzieller Bestandteil einer guten Corporate Governance ist ein verantwortungsvoller Umgang des Unternehmens mit seinen geschäftlichen Risiken und Chancen. Die Amadeus Fire Group hat diesbezüglich unternehmensspezifische sowie konzernübergreifende Berichts- und Kontrollsysteme implementiert, die die Möglichkeit einer Erfassung, Bewertung und Steuerung der Risiken und Chancen bietet. Die Unternehmensleitung ist der Überzeugung, dass solch eine Corporate Governance ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg der Amadeus Fire Group ist. Dieses systematische Risikomanagement basiert auf dem „Three-Lines of Defense“-Modell, das die Wirksamkeit von Strukturen und Prozessen innerhalb einer Organisation beschreibt bzw. die unterschiedlichen Ebenen der Risikostrukturen samt ihren Verantwortlichkeiten aufzeigt.
Die erste Ebene (Verteidigungslinie)
Die erste Ebene (Verteidigungslinie) ist dadurch geprägt, dass die operativen Einheiten für die Identifikation, Quantifizierung und Überwachung von Risiken und Chancen verantwortlich sind. Darüber hinaus gehört zu dem Verantwortungsbereich der ersten Ebene auch die Initiierung von Risikobewältigungsmaßnahmen und die Übernahme interner Kontrollfunktionen. Dies sollte weitestgehend durch automatisierte und IT-gestützte Kontrollen innerhalb der Geschäftsprozesse sichergestellt werden. Die Mitarbeiter dieser Ebene sind angehalten, im Sinne des Unternehmens eigenverantwortlich und pflichtbewusst mit Risiken innerhalb ihrer Kompetenzen und unter Wahrung von Gesetzen und Compliance-Regelungen zu handeln und die Risiken zu würdigen.
Die zweite Verteidigungslinie
Die zweite Verteidigungslinie umfasst interne Kontrollfunktionen wie Controlling, Accounting, Legal, Konzernrisikomanagement und Compliance. Diese stellen Methoden und Prozesse zum Umgang mit Chancen und Risiken zur Verfügung, setzen den Rahmen für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems (z.B. durch Regelwerke) und unterstützen die erste Abwehrlinie bei der Umsetzung der Risikoabwehr und Chancennutzung. Zusätzlich unterstützt die zweite Ebene bei Managemententscheidungen und -maßnahmen durch Überwachung, Beratung, Vorschläge für Richtlinien, Analysen und Bereitstellung geeigneter Informationen. Die stetige Weiterentwicklung des Risikomanagements des Unternehmens obliegt ebenfalls dieser Ebene. Ein regelmäßiger Austausch der Geschäftsleitung, Leitern von Geschäftsbereichen und Gruppenfunktionen stellt sicher, dass eine stets aktuelle Kommunikation über geplante, tatsächliche und zu erwartende Ergebnisse im Zusammenhang mit den Zielen, Chancen und Risiken des Unternehmens erfolgt.
Die dritte Ebene
Auf der dritten Ebene stellt die Interne Revision als unabhängige Stelle sicher, dass die Umsetzung der Vorgaben für die erste und zweite Verteidigungslinie überprüft werden. Dabei wird die Angemessenheit, Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Prozesse und Systeme der beiden anderen Abwehrlinien beurteilt und jährlich berichtet. Empfänger dieser Berichterstattung sind hierbei der Vorstand und der Prüfungsausschuss der Amadeus Fire Group. Vervollständigt wird das Modell der „Three-Lines-of-Defense“ hinsichtlich der Rechnungslegung durch die Tätigkeit eines externen Abschlussprüfers.# Anhand der beschriebenen Maßnahmen des „Three-Lines-of-Defense“-Modells hat die Geschäftsleitung einen Steuerungsrahmen für die Amadeus Fire Group implementiert, der die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagements gewährleisten soll. Weitere Einblicke in das Risikomanagement der Amadeus Fire Group werden im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel Risiko- und Chancenbericht gegeben. Ergänzend zu den vorgenannten Eckpfeilern einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung hat die Geschäftsleitung die Sorgfalts- und Organisationspflichten für die Amadeus Fire Group in dem House of Governance (HoG) zusammengefasst. Dieses umfasst neben einem Compliance Management System (CMS) auch ein internes Kontroll- bzw. Überwachungssystem, eine Interne Revision sowie ein Risikomanagementsystem und ist auf der folgenden Seite abgebildet.
7 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die wesentlichen Säulen des House of Governance stellen dabei das Compliance-Management-System, das Interne Kontrollsystem sowie das Controlling dar. Zur Sicherstellung der Abstimmung des Risikomanagements mit den einzelnen Säulen sind insbesondere folgende Maßnahmen und Prozesse im Risikomanagementsystem etabliert:
- Strategieplanung: Im Rahmen des Planungsprozesses (strategische Planung als auch jährliche Budgetplanung) ist das Risikomanagementsystem entsprechend integriert; sowohl Risikoerhebung als auch Planungsannahmen.
- Organisationstruktur: Die Organisationsstruktur soll sicherstellen, dass sämtliche Säulen des HoG mit entsprechenden Vertretern im Risikomanagementausschuss vertreten sind. Hierdurch soll eine Verzahnung sämtlicher Bereiche mit dem Risikomanagementsystem gewährleistet werden.
- Tägliche Management-Praxis: Die Begrenzung der Risikoträger auf die wesentlichen Managementebenen soll sicherstellen, dass identifizierte Risiken effizient gemanagt werden. Der Einbezug sämtlicher Vertreter/Verantwortlicher der „Säulen“ als Risikoträger gewährleistet eine bestmögliche Koppelung der Systeme.
8 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die Säulen nehmen insbesondere folgende Rollen wahr:
Compliance-Management-Systeme
Die bestehenden Compliance-Management-Systeme sind wesentliche Risikoträger im Risikomanagementsystem. Diese sind beispielsweise der Datenschutz und die Informationssicherheit. Eine zusätzliche Integration ist im Wesentlichen durch die Besetzung von Vertretern der wesentlichsten Compliance-Felder sowie durch die (künftige) Verbindung der Systeme in einer integrierten GRC-Lösung gegeben.
Internes Kontrollsystem
In der systemischen Zielabbildung des IKS fokussiert sich die Amadeus Fire Group auf die Abbildung der Prozesse, Risiken und Kontrollen in einer Prozessmanagementsoftware, die die Risiken und Kontrollen im Risikomanagement und in einer IKS-Lösung transparent abbildet und steuert sowie bei Prozessänderungen es adäquat ermöglicht, Auswirkungen auf das Risiko und die Kontrollen entsprechend schnell einzuschätzen und gegebenenfalls anzupassen.
Controlling/Beteiligungscontrolling
Das Controlling/Beteiligungscontrolling ist einerseits in das Risikomanagementsystem im Rahmen der Risikoerhebung eingebunden, andererseits dient das Controlling/Beteiligungscontrolling im Zuge der Risikoüberwachung mit ihrer stetigen Analyse der Planabweichungen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und zu validieren.
Transparenz und Kommunikation
Die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit werden von der Amadeus Fire Group unverzüglich, regelmäßig und zeitgleich über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen informiert. Der Geschäftsbericht, der Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden fristgerecht veröffentlicht. Aktuelle Ereignisse werden durch Pressemitteilungen und - soweit dies gesetzlich erforderlich ist - durch Ad-hoc-Mitteilungen bekannt gegeben. Über wichtige Termine informiert die Gesellschaft ihre Aktionäre regelmäßig mit einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht sowie auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht ist. Alle Informationen stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und sind auf der Internetseite der Amadeus Fire Group unter https://group.amadeus-fire.de/investor-relations/ueberblick/ abrufbar. Allen Anlegern wird so die Möglichkeit geboten, sich zeitnah über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
Aktiengeschäfte der Organmitglieder
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Amadeus Fire Group oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von 20 Tsd. € erreicht oder übersteigt (Director’s Dealings). Im Geschäftsjahr 2024 wurden ein Aktienkauf/-verkauf von Mitgliedern des Vorstands, des Aufsichtsrats oder von Gesellschaften in enger Beziehung zum Vorstand getätigt. Eine detaillierte Aufstellung der vom Vorstand und Aufsichtsrat gehaltenen Aktien ist dem Abschnitt Aktie zu entnehmen.
9 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die deutsche Wirtschaft tritt bereits seit fünf Jahren auf der Stelle und durchläuft damit die längste Stagnationsphase seit der Nachkriegszeit. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Deglobalisierung stellen die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen. Sie erfordern einen Umbau der Produktionsstrukturen, bei dem etablierte Geschäftsmodelle verschwinden und neue Produktionskapazitäten entstehen. Die Krisen der vergangenen Jahre haben diesen Strukturwandel der deutschen Wirtschaft spürbar beschleunigt. Zusätzlich haben externe Krisen, wie die Corona Pandemie und der Krieg in der Ukraine, das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland belastet. Im internationalen Vergleich ist Deutschland von den Veränderungen besonders betroffen. Das Verarbeitende Gewerbe hat in Deutschland einen deutlich höheren Anteil an der Wirtschaftsleistung und erfordert einen Umbau der bestehenden Produktionsstrukturen hin zu neuen Geschäftsmodellen und Produktionskapazitäten. In einer stagnierenden Wirtschaftsphase ist es schwer vorherzusagen, ob die beschriebenen Entwicklungen der wirtschaftlichen Kennzahlen nur vorübergehend sind oder ob es sich um eine strukturelle Thematik handelt. Trotz einer vom ifo Institut festgestellten hohen Diagnoseunsicherheit ist aktuell davon auszugehen, dass die Entwicklung sowohl konjunkturell, beispielsweise durch die Inflation und den damit verbundenen Kaufkraftverlust, als auch strukturell, unter anderem durch eine geringere weltwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, bedingt ist – abzulesen unter anderem am reduzierten deutschen Warenexport.1 Neben diesen beschriebenen Effekten wirkt sich auch der weiterhin hohe Krankenstand in Deutschland negativ auf die Wirtschaftsleistung aus. Nach Berichten der Techniker Krankenkasse war dort jede versicherte Erwerbsperson im Jahr 2024 im Schnitt 19,1 Tage krankgeschrieben. Ähnliches berichtet auch die AOK, hier waren die Versicherten im Jahr 2024 im Schnitt 19,7 Tage krankgeschrieben. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen behauptet sich die Inflation weiterhin auf einem höheren Niveau als geplant. Im Dezember 2024 lag diese bei einem Wert von 2,6 Prozent. Dies entspricht einer neuerlichen Steigerung von 0,4 Prozent verglichen zum Vormonat November.2 Deutschland befindet sich seit nunmehr drei Jahren in einer Rezession. 2024 sank das reale BIP um 0,2 Prozent, während die preisbereinigte Bruttowertschöpfung über alle Wirtschaftsbereiche hinweg um 0,4 Prozent zurückging. Während die Dienstleistungsbranche leicht wuchs, verzeichneten andere Sektoren Rückgänge. Das Geschäftsklima erreichte den tiefsten Stand seit 2009 (ausgenommen die Corona-Krise), was zu Investitionszurückhaltung und verzögerten Entscheidungen führte. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar 2025 auf 6,4 Prozent (über 3 Millionen Arbeitslose) und reflektiert den Nachfragerückgang.
10 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich im Jahresverlauf weiter verschlechtert und erreicht zum Jahresende 2024 einen neuen Tiefpunkt. Der ifo Geschäftsklimaindex stürzte im Dezember auf 84,7 Punkte ab – der tiefste Stand seit der Finanzkrise vor 15 Jahren und ein alarmierendes Signal für die deutsche Wirtschaft. Besonders das vierte Quartal 2024 fiel deutlich schwächer aus als das Vorjahr. Insgesamt liegt der Index 4,2 Punkte unter dem Wert von Dezember 2023. Besonders pessimistisch ist die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe, wo die Unternehmen von einer anhaltenden Auftragsflaute und Produktionskürzungen berichten. Auch der Dienstleistungssektor verzeichnete eine Eintrübung – insbesondere im Bereich Transport und Logistik herrscht große Unsicherheit. Der Handel konnte seine zwischenzeitliche Erholung nicht halten und fiel erneut ins Negative, vor allem aufgrund des Großhandels. Einziger Lichtblick ist das Bauhauptgewerbe, das seine aktuelle Lage besser bewertet als zuvor. Die Erwartungen bleiben jedoch auch dort verhalten.3
Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresende 2024 weiter eingetrübt. Das ifo Beschäftigungsbarometer fiel im Dezember auf 92,4 Punkte – ein Rückgang von 5,7 Punkten gegenüber dem Vorjahreswert von 98,1. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Unsicherheit in der Wirtschaft wider. Immer weniger Unternehmen stellen neues Personal ein, während die Zahl der Firmen, die Arbeitsplätze abbauen wollen, weiter steigt. Besonders betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe, wo vor allem die Metallbranche sowie die Automobilindustrie und ihre Zulieferer mit Stellenstreichungen reagieren. Auch im Handel überwiegt der Pessimismus – Neueinstellungen bleiben aus, stattdessen wird Personal abgebaut.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die negative Dynamik setzt sich im Dienstleistungssektor fort, insbesondere im Gastgewerbe und bei Personaldienstleistern. Während im Tourismus noch vereinzelt neue Stellen entstehen, hält sich das Bauhauptgewerbe stabil und vermeidet größere Entlassungen.
Der Stellenindex (BA-X) der Bundesagentur für Arbeit gilt als saisonbereinigter Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland. Zum Dezember 2024 lag dieser bei einem Wert von 106 Punkten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer signifikanten Reduzierung von 9 Punkten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in nahezu allen Bereichen zurückgegangen (ausgenommen Energie- und Wasserwirtschaft). Absolut betrachtet ist die Nachfrage nach Arbeitskräften signifikant zurückgegangen, insbesondere im Bereich der Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen und im Verarbeitenden Gewerbe.
Die Zahl der Erwerbstätigen liegt per November 2024 saisonbereinigt auf dem Niveau des Vorjahres.
Im Jahr 2024 war die Inanspruchnahme von Kurzarbeit im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dennoch zeigte sich ein positiver Trend, da die Zahl der Kurzarbeitsanmeldungen im Dezember 2024 im Vergleich zu den Vormonaten einen leichten Rückgang verzeichnete.
Per Dezember 2024 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen bei 6,0 Prozent. Saisonbereinigt liegt diese weiterhin bei 6,1 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies auf Basis der nicht saisonbereinigten Quote einer Steigerung von 0,3 Prozentpunkten. Insgesamt sind die Auswirkungen der schwachen Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt deutlich spürbar.
Branchenentwicklung
Segment Personaldienstleistungen
Die Nachfrage nach Personal ist durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung spürbar negativ beeinflusst. Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe und die Stellenzugänge sowie die Wechselbereitschaft der Kandidaten sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Dem entgegen wirkt nach wie vor der Fachkräftemangel, der durch die im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegenen Rekord-Krankenstände weiter verstärkt wird. Gestiegen ist hingegen das Beschäftigungsniveau, wobei dies laut Aussagen der Arbeitsagenturen zum Großteil auf die positive Entwicklung des Vorjahres und dem daraus entstandenen Überhangeffekts resultiert.
Zeitarbeit
Die rückläufige Entwicklung der Zeitarbeit setzte sich im Geschäftsjahr 2024 weiter fort und dämpfte die Nachfrage. Diese Entwicklung ist unter anderem auf ein abgekühltes Geschäftsklima in nahezu allen Wirtschaftszweigen sowie auf den vorherrschenden Personal- und Fachkräftemangel und die damit verbundene Tendenz zur Festanstellung zurückzuführen. Der nicht saisonbereinigte Stellenbestand des Wirtschaftszweigs Arbeitnehmerüberlassung reduzierte sich im Dezember 2024 um elf Prozent oder rund 20.000 Stellen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die saison- und kalenderbereinigten Stellenzugänge stagnierten im Vergleich zum Vormonat, nachdem sie im November um rund 2.000 Stellen zurückgegangen waren. Daten über die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Zeitarbeit liegen seitens der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich November 2024 vor. Per November ist die Beschäftigung nach hochgerechneten Werten saisonbereinigt um rund 10.000 Beschäftigte gesunken. Nicht saisonbereinigt liegt die Beschäftigung 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Ein Großteil der Stellen in der Zeitarbeit ist nach wie vor in Produktionsunternehmen zu finden, dicht gefolgt von sonstigen Dienstleistungsberufen. Amadeus Fire wendet den Tarifvertrag des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP) der Tarifgemeinschaft iGZ/DGB an. Die Tarifentgelte sind zuletzt im Oktober 2024 in den für Amadeus Fire relevantesten Entgeltgruppen um 3,7 Prozent gestiegen. Die Tariferhöhungen der letzten Jahre waren signifikant, wodurch der Einstieg in der Arbeitnehmerüberlassung nun deutlich über dem Mindestlohn liegt. Gleichzeitig führen die Preissteigerungen dazu, dass Zeitarbeit für Kundenunternehmen zunehmend weniger attraktiv wird. „Equal Pay“ für interne Mitarbeiter und Zeitarbeitnehmer im Kundenunternehmen nach einem Einsatz von neun Monaten sowie eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten ist bereits seit 2017 Standard. Die gesetzlichen und tarifvertraglichen Regelungen tragen grundsätzlich dazu bei, dass die Zeitarbeit für viele Arbeitnehmer eine attraktive Alternative des Wiedereinstiegs in den Arbeitsmarkt bietet, beispielsweise nach einer beruflichen Weiterbildung.
Personalvermittlung
Die Nachfrage nach Personal wird immer stärker durch den demografischen Wandel in Deutschland geprägt und ist längst nicht mehr nur konjunkturabhängig. Die demografische Entwicklung in Deutschland entzieht dem Arbeitsmarkt nach und nach immer mehr Fachkräfte. In vielen Berufsgruppen besteht weiterhin ein Fachkräftemangel, der die Nachfrage stützt, trotz des deutlich negativen Einflusses der konjunkturellen Entwicklung. Insbesondere die von der Amadeus Fire Group wichtigen Kernkompetenzen im kaufmännischen und IT-Bereich sind weiter gefragt, wenngleich die Unternehmen im Jahresverlauf 2024 zunehmend zurückhaltend bei der Besetzung von neuen Stellen agierten. Ebenso ist die zurückhaltendere Wechselbereitschaft potenzieller Kandidaten, in diesen von Unsicherheit geprägten Zeiten, deutlich zu spüren. Dies hat mit Ausnahme der Pandemie seit einer langen guten Marktphase in 2024 erstmalig zu einem negativen Marktumfeld geführt.
Interim- und Projektmanagement
Die Entwicklung des Interim- und Projektmanagements ist in der Regel weniger von gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen geprägt. In rezessiven Phasen werden beispielsweise Projekte im Rahmen von Restrukturierung oder Optimierung stärker nachgefragt. Verbunden mit den stark veränderten Unternehmensorganisationen der vergangenen Jahre werden für Sonderprojekte immer häufiger externe Fachkräfte angefragt, da diese nicht mit den bestehenden Ressourcen abgebildet werden können. Gleiches gilt für Themen rund um die Digitalisierung, bei denen ebenfalls oft auf spezialisierte externe Fachkräfte zurückgegriffen wird. Der Interim Management Markt reagiert positiv auf ein Veränderungsumfeld und ist daher auch in einem konjunktuerell herausfordernden Umfeld als eher robust anzusehen.
Segment Weiterbildung
Der Weiterbildungsmarkt ist im Bereich der Erwachsenenbildung differenziert in drei Teilmärkte zu betrachten. Dies sind die Märkte der öffentlich geförderten Weiterbildung (B2G), Angebote für Unternehmenskunden (B2B) sowie der Markt mit Angeboten an Privatpersonen (B2C), insbesondere Lehr- und Studiengänge. Diese drei Teilmärkte reagieren unterschiedlich auf konjunkturelle Zyklen. Der öffentlich geförderte B2G-Markt, der im Wesentlichen von der Erwerbslosigkeit abhängt, reagiert antizyklisch. Im Gegensatz dazu zeigt der B2B-Weiterbildungsmarkt ein klassisch frühzyklisches Verhalten. Der B2C-Markt wiederum verläuft weitgehend unabhängig von aktuellen konjunkturellen Veränderungen.
Öffentlich geförderte Weiterbildung (B2G)
Der Markt der Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt in den Bereichen öffentlich geförderter Umschulungen und Weiterbildungen ist insgesamt hoch fragmentiert und setzt sich aus nur wenigen bundesweit aktiven Anbietern sowie einer Vielzahl regional und lokal tätiger Bildungsträger zusammen. Berufliche Weiterbildung erweist sich nach wie vor als effektive arbeitsmarktpolitische Maßnahme, um einerseits Erwerbslose nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und andererseits, um dauerhafte Beschäftigung zu sichern, indem Beschäftigungschancen erweitert sowie Beschäftigungsfähigkeiten hergestellt und erhalten werden. Die Förderung der beruflichen Weiterbildung war auch 2024 das wichtigste Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung, um dem weiterhin bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Gesamtzahl der Teilnehmenden an Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung stieg im Jahresdurchschnitt 2024 um 12,0 Prozent, was ein klares Signal für das positive Marktumfeld der geförderten Weiterbildung darstellt. Die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für öffentlich geförderte Weiterbildung (SGB II & III) lagen 2024 um 21,9 Prozent über dem Vorjahresniveau und begründen sich zum Teil im Gesetz zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung (Ausbildungsgarantie, Qualifizierungsgeld), das am 01.04.24 in Kraft trat. Dies hat zur Folge, dass nur ein Teil der erhöhten Ausgaben der Qualifizierung im Rahmen einer Weiterbildung zugute kam. Ausgaben im Bereich Qualifizierungsgeld wirken sich, z.B. als Lohnersatzleistungen für Beschäftigte, nicht 1:1 auf die Ausgaben, die für Qualifizierungen aufgewendet werden, aus. Die deutsche Wirtschaft steckt in einer stagnativen Phase. Zur Erläuterung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Arbeitslosenquote verweisen wir auf das Kapitel der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die von der Bundesagentur berichtete Zahl der Unterbeschäftigung, in der neben der Arbeitslosigkeit auch Maßnahmen der Arbeitspolitik sowie kurzfristige Arbeitsunfähigkeit inkludiert sind, hat sich gegenüber dem Vorjahr 2023 um 130.000 Personen oder 3,8 Prozent auf 3.578.000 Personen erhöht.
Unternehmenskunden (B2B)
Das Firmenkundengeschäft ist stärker von kurzfristigen konjunkturellen und regulatorischen Änderungen geprägt als das Privatkundengeschäft (s.u.). Die negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie ungewisse politische Randbedingungen im Jahr 2024 hemmten die Bereitschaft von Unternehmen, in die Weiterbildung der Mitarbeitenden zu investieren, auch wenn langfristige, strukturelle Herausforderungen der Digitalisierung sowie demografisch bedingte Arbeits- und Fachkräfteengpässe einen hohen Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen bei Unternehmenskunden weiterhin erwarten lassen.# Privatkunden (B2C)
Das stark spezialisierte Privatkundengeschäft in der Fort- und Weiterbildung im Steuer-, Finanz- und Rechnungswesen, zu dem beispielsweise länger laufende Lehr- und Studiengänge zählen, verhält sich in konjunkturellen Schwächephasen weniger volatil als das B2B-Geschäft. Die positive Teilnahmeentscheidung wird im Wesentlichen von der langfristigen persönlichen Lebens- und Karriereplanung der Teilnehmenden und weniger von kurzfristigen Konjunkturschwankungen beeinflusst.
Geschäftsverlauf
Gesamtaussage zur Entwicklung der Amadeus Fire Group im Geschäftsjahr 2024
Kennzahlen in den Segmenten
| Tsd. € | 2024 | 2023 | Abweichung in Prozent |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse Segment Personaldienstleistungen | 268.750 | 289.244 | -7,1% |
| Segment Weiterbildung | 168.533 | 153.695 | 9,7% |
| Konzern | 436.906 | 442.357 | -1,2% |
| Operatives EBITA Segment Personaldienstleistungen | 34.895 | 49.514 | -29,5% |
| Segment Weiterbildung | 20.644 | 20.881 | -1,1% |
| Konzern | 55.539 | 70.395 | -21,1% |
| Operative EBITA-Marge Segment Personaldienstleistungen (in %) | 13,0 | 17,1 | -4,1 PP |
| Segment Weiterbildung (in %) | 12,2 | 13,6 | -1,4 PP |
| Konzern (in %) | 12,7 | 15,9 | -3,2 PP |
Tabelle 1: Kennzahlen in den Segmenten
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die Amadeus Fire Group Umsatzerlöse in Höhe von 436,9 Mio. €. sowie ein operatives EBITA in Höhe von 55,5 Mio. €. Im Segment Weiterbildung konnten die Umsätze im Vergleich zum erfolgreichen Vorjahr erneut um 9,7 Prozent auf einen Wert von 168,5 Mio. € gesteigert werden. Das operative EBITA des Weiterbildungssegments gab im Vergleich zum Vorjahr leicht nach (-1,1 Prozent). Das Segment Personaldienstleistungen entwickelte sich im Jahresverlauf insgesamt rückläufig. Die guten Vorjahresergebnisse konnten nicht wieder erreicht werden. Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Umsatz von insgesamt 268,7 Mio. € erwirtschaftet. Die rückläufigen Ergebnisse entsprechen der allgemeinen noch deutlicheren negativen Entwicklung der Personaldienstleistungsbranche in Deutschland. Zwar bleibt der Fachkräftemangel weiterhin einer der wesentlichen Erfolgstreiber, allerdings ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen spürbar geringer und der Ausblick momentan eher pessimistisch. Die aktuell negative Grundstimmung zur wirtschaftlichen Entwicklung zeigt sich auch in einer deutlich gehemmteren Wechselbereitschaft der Kandidaten. Umfangreiche Investitionen in die digitale Transformation und die Zukunftsfähigkeit der Amadeus Fire Group im Geschäftsjahr 2024 haben einen spürbaren Einfluss auf das operative EBITA. Dieses erhöhte Aufwandsniveau für Informationstechnologie wird sich in den kommenden Quartalen des Geschäftsjahres 2025 zunächst fortsetzen.
15 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Segmententwicklung
Segment Personaldienstleistungen
Der Gesamtumsatz des Segments Personaldienstleistungen des Geschäftsjahres 2024 in Höhe von 268,7 Mio. € liegt rund 7,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Die wirtschaftlichen Entwicklungen des vergangenen Jahres, verbunden mit der anhaltend hohen Unsicherheit in den Unternehmen und dem damit verbundenen Rückgang der Nachfrage, haben die Geschäftsergebnisse erheblich negativ beeinflusst. Im vierten Quartal 2024 setzte sich der rückläufige Trend bei der Nachfrage fort, sodass die Marktentwicklung deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb.
Segment Personaldienstleistungen
| Tsd. € | 2024 | 2023 | Abweichung in Prozent |
|---|---|---|---|
| Umsatz gesamt | 268.750 | 289.244 | -7,1% |
| Zeitarbeit | 159.846 | 175.966 | -9,2% |
| Personalvermittlung | 73.313 | 82.509 | -11,1% |
| Interim- und Projektmanagement | 34.822 | 29.619 | 17,6% |
| Rohertrag - operativ | 132.684 | 147.673 | -10,2% |
| Rohertragsmarge - operativ (in %) | 49,4 | 51,1 | -1,7 PP |
| EBITA - operativ | 34.895 | 49.514 | -29,5% |
| EBITA-Marge - operativ (in %) | 13,0 | 17,1 | -4,1 PP |
Tabelle 2: Segment Personaldienstleistungen
Die positive Umsatzentwicklung der Dienstleistung Interim Management hingegen spiegelt dessen weitgehende Resistenz gegenüber konjunkturellen Schwankungen wider. Im Vergleich zum Vorjahresumsatz legte dieser im Jahr 2024 um weitere 17,6 Prozent zu. Trotz der weiterhin bestehenden Nachfrage nach Fach- und Führungskräften überwiegen die Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen Volatilität. Besonders die Dienstleistungen Zeitarbeit und Personalvermittlung litten im Jahr 2024 unter den schwachen konjunkturellen Bedingungen und resultierten in Umsätzen des Geschäftsjahres 2024, die hinter den guten Ergebnissen des Vorjahres zurückblieben. Die Belastung der internen Organisation als auch der Kundenunternehmen durch eine strukturell hohe Krankenquote – analog zum Vorjahr – störte die Prozessabläufe erneut. Einen Effekt auf das operative EBITA (-29,5 Prozent) des Segments haben die Vertriebs-und Verwaltungskosten des Segments. Die Vertriebskosten liegen auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Kosten unter anderem für Miete und Leasing angestiegen sind, haben sich der Gehaltsaufwand und die personalinduzierten Kosten reduziert. Während im Jahr 2023 die Vertriebsorganisation im Personaldienstleistungssegment gezielt aufgebaut wurde, lag der Fokus im Jahr 2024 auf der Steigerung der Produktivität innerhalb der bestehenden Strukturen. Die wirtschaftlichen Herausforderungen belasteten die Vertriebsorganisation, sodass offene Stellen aufgrund von Fluktuation teilweise nicht nachbesetzt wurden. Gleichzeitig wurde die Performance der einzelnen Teams genau analysiert, um eine bestmögliche Anpassung an die aktuellen Marktbedingungen zu gewährleisten. Die Verwaltungsaufwendungen lagen im Jahr 2024 deutlich über dem Vorjahresniveau, was sich im Wesentlichen in umfangreichen Investitionen in Technik und Systeme begründet. In 2024 haben umfangreiche Digitalisierungs- und Softwareprojekte stattgefunden. Diese Ausgaben werden sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Segmentinterne Sachverhalte wurden in den dargestellten Zahlen eliminiert beziehungsweise konsolidiert. Die nachfolgenden Finanzkennzahlen der einzelnen Dienstleistungen sind hiervon unberührt und lassen sich in Summe nicht auf das Segment überleiten, da Nebengeschäfte, wie z.B. veranstaltete Arbeitsrechtsfachtage, nicht in den Dienstleistungen gezeigt werden.
16 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Zeitarbeit
Der rückläufige Umsatz der Dienstleistung Zeitarbeit im Geschäftsjahr 2024 ist Ausdruck der gehemmten Anfragesituation aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation, die den grundsätzlich weiterhin vorhandenen Fachkräftemangel dominiert. Die Entwicklung spiegelt sich auch in der Entwicklung des Gesamtmarkts wider, der im Vorjahresvergleich ebenfalls deutlich rückläufig ist. Die Gewinnung von Fachkräften stellt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und angesichts des anhaltenden Fachkräfte-mangels eine große Herausforderung dar. Kandidaten und Mitarbeiter bevorzugen in diesen Zeiten feste Anstellungen in bestehenden und gesicherten Arbeitsverhältnissen. Zudem beeinträchtigt die hohe Krankheitsquote sowohl bei internen Mitarbeitern als auch bei Kandidaten die Effizienz der Rekrutierung und Besetzung offener Stellen. Die Auslastung unserer Mitarbeiter wirkt sich direkt auf Umsatz, Rohertrag und die Rohertragsmarge aus. Die bei Amadeus Fire angestellten Mitarbeiter im Kundeneinsatz haben eine feste Anstellung und erhalten ein monatliches Fixgehalt – unabhängig davon, ob sie aktuell im Einsatz, krank oder im Urlaub sind. Eine geringere Auslastung der Mitarbeiter aufgrund der zurückhaltenden Nachfrage der Kundenunternehmen hat die Umsätze und den Rohertrag für die Dienstleistung Zeitarbeit spürbar negativ beeinflusst. Die zurückhaltende Nachfrage seitens der Kundenunternehmen resultiert in einer sinkenden Auslastung unserer Mitarbeiter in der Arbeitnehmerüberlassung. Insgesamt war die Anzahl fakturierbarer Tage im Geschäftsjahr 2024 mit 251 Tagen identisch zum Vorjahr. Die durchschnittlichen Stundenverrechnungssätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent (Vorjahresanstieg: 7,4 Prozent). Tarifanpassungen oder arbeitsmarktbedingt steigende Gehälter unserer Mitarbeiter können grundsätzlich an die Kundenunternehmen weitergegeben werden und wirken sich unwesentlich auf die Rohertragsmarge aus. Allerdings stiegen auch im Jahr 2024 die Tarifgehälter für die für die Amadeus Fire Group relevanten Entgeltgruppen. Diese können teilweise nur zeitversetzt beziehungsweise nicht vollumfänglich weitergereicht werden. Die Rohertragsmarge wurde zum Jahresende 2024 erheblich durch die genannten Faktoren sowie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt und lag spürbar unter dem Niveau des Vorjahres.
Personalvermittlung
Die Dienstleistung Personalvermittlung erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 73,3 Mio. €. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 11,1 Prozent. Der Personalvemittlungsumsatz blieb im Jahr 2024 aufgrund der anhaltenden negativen wirtschaftlichen Entwicklungen, des damit einhergehenden Nachfragerückgangs sowie der anhaltenden Unsicherheit sowohl bei Unternehmen als auch bei Kandidaten hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Während sich der Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren als zentraler Treiber des Personaldienstleistungsmarktes in Deutschland etabliert hat, wirken die anhaltende konjunkturelle Schwäche und die außergewöhnlich negative Geschäftserwartung der Unternehmen derzeit stark entgegen und belasten den Markt erheblich. Für die Erbringung der Dienstleistung Personalvermittlung werden Einstandskosten nicht direkt allokiert. Damit entspricht der Rohertrag im Wesentlichen den Umsatzerlösen. Entsprechend höher ist der Anteil der Dienstleistung Personalvermittlung am Gesamtrohertrag im Vergleich zum Anteil am Gesamtumsatz.
Interim- und Projektmanagement
Die Umsätze im Bereich Interim-und Projektmanagement werden in der Regel stärker von unternehmensspezifischen Projekten als von allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflusst. Trotz der wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen konnten in diesem Segment erneut Rekordergebnisse erzielt werden. Der Umsatz des Interim- und Projektmanagements erreichte im Geschäftsjahr 2024 einen Wert von 34,8 Mio. €.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Segment Weiterbildung
Der Umsatz im Segment Weiterbildung stieg nach einem deutlichen Wachstum im Vorjahr um weitere 9,7 Prozent auf 168,5 Mio. €. Maßgeblich hierfür waren, neben dem kontinuierlichen Ausbau der Qualität, ein positives Marktumfeld im Bereich der geförderten Weiterbildung (B2G), insbesondere im ersten Halbjahr 2024.
| Tsd. € | 2024 | 2023 | Abweichung in Prozent |
|---|---|---|---|
| Umsatz gesamt | 168.533 | 153.695 | 9,7% |
| Comcave | 79.004 | 76.210 | 3,7% |
| GFN | 54.246 | 43.160 | 25,7% |
| Steuer-Fachschule Dr. Endriss | 35.286 | 34.342 | 2,7% |
| Rohertrag* - operativ | 104.286 | 96.253 | 8,3% |
| Rohertragsmarge* - operativ (in %) | 61,9 | 62,6 | -0,7 PP |
| EBITA* - operativ | 20.644 | 20.881 | -1,1% |
| EBITA*-Marge - operativ (in %) | 12,2 | 13,6 | -1,4 PP |
Tabelle 3: Segment Weiterbildung
Im Geschäftsjahr 2024 stieg der operative Rohertrag um 8,3 Prozent auf 104,3 Mio. €. Die operative Rohertragsmarge reduzierte sich im Berichtsjahr leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 61,9 Prozent. Das operative EBITA im Segment Weiterbildung war insbesondere durch höhere Aufwendungen beim Personal und im Bereich IT leicht rückläufig und erreichte 20,6 Mio. €. Die operative EBITA-Marge reduzierte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 12,3 Prozent. Wie im Segment Personaldienstleistungen unternimmt die Amadeus Fire Group ebenfalls für die Weiterbildung signifikante Aktivitäten, um informationstechnologischen Fortschritt voranzutreiben und in der immer digitaler werdenden Bildungslandschaft Zukunftschancen zu sichern. In den dargestellten Zahlen wurden segmentinterne und segmentübergreifende Sachverhalte eliminiert beziehungsweise konsolidiert. Die nachfolgenden Finanzkennzahlen der einzelnen Gesellschaften sind hiervon unberührt und lassen sich in Summe daher nicht auf das Segment überleiten.
Comcave
Comcave steigerte die Umsätze im Geschäftsjahr 2024 um 3,7 Prozent auf 79,0 Mio. €. Dies entspricht dem höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte, wobei der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr deutlich stärker ausfiel als dies im zweiten der Fall war. In einem grundsätzlich positiven Marktumfeld mussten Einschränkungen in der Sichtbarkeit auf der Informationsplattform der Bundesagentur für Arbeit ab Mai 2024 entgegengewirkt werden. Eine Änderung der Nutzungsbedingungen führte in diesem wesentlichen Vertriebskanal für die größten Bildungsanbieter wie Comcave mit einem breiten und bundesweiten Auftritt zu einer deutlichen Limitierung des veröffentlichbaren Angebots. Unter Führung eines neuen Managements seit April 2024 ist eine Weiterentwicklung der Schulungsaufbau- und Ablauforganisation eingeleitet. Der operative Rohertrag stieg leicht um 1,3 Prozent. Die operative Rohertragsmarge sank um 1,6 Prozentpunkte auf 67,7 Prozent. Im Jahr 2024 konnte Comcave ein operatives EBITA in Höhe von 10,2 Mio. € mit einer EBITA-Marge von 12,8 Prozent erzielen. Der Ergebnisrückgang resultiert zum einen aus einem geringeren Teilnehmerbestand im zweiten Halbjahr und zum anderen aus Kostensteigerungen für Honorarkräfte, beim Personal sowie erhöhten Aufwendungen im Bereich IT zur Weiterentwicklung der Schulungsumgebung.
GFN
GFN steigerte im Geschäftsjahr 2024 die Umsätze um 25,7 Prozent auf 54,3 Mio. € und den operativen Rohertrag um 30,8 Prozent auf 28,2 Mio. €. Die operative Rohertragsmarge stieg dabei um 2,1 Prozentpunkte auf 52,1 Prozent. Wesentlicher Treiber für die äußerst gute Entwicklung des Umsatzes und des operativen Rohertrags sind die erzielten Umsätze in der geförderten Weiterbildung (B2G), die sich nach der konsequenten Umstellung auf Online-Veranstaltungen und den Ausbau des Veranstaltungsangebots positiv gegenüber dem Vorjahr entwickelten. Im Jahr 2024 wurde weiter intensiv eine hochmoderne Bildungskonzeption implementiert, die hochwertige Entwicklung von Multi-Channel-Lerninhalten vorangetrieben und das Geschäftsmodel der GFN damit auf weiteres Wachstum und deutliche Ergebnispotentiale ausgerichtet. Entsprechend intensiv waren hier ebenfalls IT-Aufwendungen und Ressourcen für die erfolgreich umgesetzten Projekte. Ein operatives EBITA in Höhe von 4,7 Mio. € mit einer operativen EBITA-Marge von 8,6 Prozent übertrafen erneut das Rekordergebnis des Vorjahres.
Steuer-Fachschule Dr. Endriss
Die Gesellschaften der Steuer-Fachschule Dr. Endriss steigerten im Geschäftsjahr 2024 die Umsätze um 2,7 Prozent auf einen neuerlichen Rekordwert von 35,3 Mio. €. Die Buchungen von Lehrgängen durch private Endkunden (B2C) entwickelten sich im Jahresverlauf weiter positiv. Insbesondere das flexible Angebotsspektrum von klassischen Vor-Ort-Präsenzveranstaltungen und Live-Online-Lehrgängen hat zu dieser Entwicklung erneut maßgeblich beigetragen. Im Marktsegment für Unternehmenskunden (B2B) konnte sowohl das klassische Seminargeschäft als auch das Inhouse-Seminargeschäft trotz eingetrübter konjunktureller Lage nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Der operative Rohertrag stieg um 3,7 Prozent auf 22,4 Mio. € bei einer leicht gestiegenen Rohertragsmarge von 63,4 Prozent. Die hohe Rohertragsmarge resultiert aus gut ausgelasteten Kursen und Seminaren bei weiterhin hohem Online-Schulungsanteil. Insgesamt erzielten die Gesellschaften der Steuer-Fachschule Dr. Endriss im Geschäftsjahr 2024 ein operatives EBITA von 9,0 Mio. € mit einer operativen EBITA-Marge von 25,6 Prozent.
Ertragslage
| Tsd. € | 2024 (Sonder- effekte) | 2024 (operativ) | 2023 (Sonder- effekte) | 2023 (operativ) | Veränderung operativ in % |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 0 | 436.906 | 0 | 442.357 | -1,2% |
| Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen | 233 | -200.254 | 40 | -198.936 | 0,7% |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 233 | 236.652 | 40 | 243.421 | -2,8% |
| Rohertragsmarge (in %) | 54,1 | 55,0 | -0,8 PP | ||
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | 601 | -181.787 | 5.653 | -173.399 | 4,8% |
| Sonstige Erträge und Aufwendungen | 0 | 674 | 0 | 373 | 80,7% |
| EBITA | 834 | 55.539 | 5.693 | 70.395 | -21,1% |
| EBITA-Marge (in %) | 12,5 | 14,6 | -3,2 PP | ||
| Finanzergebnis | 0 | -4.618 | 0 | -3.433 | 34,5% |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 834 | 50.921 | 5.693 | 66.962 | -24,0% |
| Ertragsteuern | -540 | -14.123 | -514 | -18.029 | -21,7% |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 294 | 36.798 | 5.179 | 48.933 | -24,8% |
Tabelle 4: Ertragslage
Die Amadeus Fire Group berichtet bereits seit dem Geschäftsjahr 2020 das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis. Hierzu zählen einerseits die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit 3,0 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €) aus den erfolgten Kaufpreisallokationen (PPA-Abschreibungen) und andererseits die Beträge, die Thomas Surwald in Folge der Bewertung der Put-/Call-Option seiner Minderheitsbeteiligung an der Amadeus Fire Weiterbildung Verwaltungs GmbH erhält. Die PPA-Effekte betreffen die Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen und die Vertriebs- und Verwaltungskosten. Die gemäß IFRS 2 darzustellende Vergütung aus der Minderheitsbeteiligung betrifft den Personalaufwand in den Verwaltungskosten mit einem Ertrag von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. € Aufwand). Der Rückgang resultiert aus den geänderten Bewertungsannahmen der Optionsausübung sowie der Geschäftsentwicklung der GFN im Geschäftsjahr 2024. Zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Ertragskraft der Amadeus Fire Group werden Kennzahlen verwendet, die um diese Effekte bereinigt sind.
Die Amadeus Fire Group erzielte im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 436,9 Mio. €, die damit um 5,5 Mio. € oder 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 442,4 Mio. € lagen. Hinsichtlich der Erläuterung des Umsatzrückgangs verweisen wir auf die Darstellung zum Geschäftsverlauf. Die operativen Einstandskosten aller erbrachten Dienstleistungen sind um 0,7 Prozent auf 200,3 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 198,9 Mio. €). Der im Vergleich zum Umsatz gegenläufige Anstieg ist dabei zum einen auf die geänderten Verhältnisse der Segmentbeiträge zum Gesamtkonzern zurückzuführen (höherer Anteil des Segments Weiterbildung im Vergleich zum Vorjahr) und zum anderen auf die leicht gesunkenen Rohertragsmargen in beiden Segmenten. Bei den PPA-Effekten der Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,04 Mio. €) handelt es sich um Abschreibungen auf Auftragsbestände. Dabei wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf Auftragsbestände aus dem B2B-Bereich der GFN vorgenommen, da diese 2024 den Geschäftsbereich geschlossen hat. Das operative Bruttoergebnis vom Umsatz bzw. der operative Rohertrag ist absolut um 6,8 Mio. € gesunken, zudem hat sich die operative Rohertragsmarge im Konzern von 55,0 Prozent um 0,8 Prozentpunkte auf 54,2 Prozent reduziert. Ursächlich für den Rückgang war insbesondere das Segment Personaldienstleistungen mit einem um 15,0 Mio. € geringeren operativen Rohertrag. Ausschlaggebend waren hierbei insbesondere die rückläufigen Dienstleistungen Personalvermittlung und Zeitarbeit, die eine um 1,7 Prozentpunkte geringere operative Rohertragsmarge im Segment auslösten. Gegenläufig stieg der operative Rohertrag des Segments Weiterbildung um 8,0 Mio. € bei leicht gesunkener operativer Rohertragsmarge, dies konnte den Rückgang im Segment Personaldienstleistungen aber nur zum Teil kompensieren. Die operativen Vertriebs- und Verwaltungskosten betrugen 181,8 Mio. € nach 173,4 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg ist insbesondere auf um 3,8 Mio.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die Amadeus Fire Group erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 ein operatives Ergebnis nach Ertragsteuern von 36,8 Mio. € (Vorjahr: 48,9 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang um 24,8 Prozent. Die operative Steuerquote betrug im Berichtsjahr 27,7 Prozent nach 26,9 Prozent im Vorjahr bei einem operativen Steueraufwand in Höhe von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 18,0 Mio. €). Der Rückgang des absoluten Steueraufwands ergab sich durch das niedrigere Ergebnis vor Ertragsteuern. Da das Segment Weiterbildung im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr einen deutlich höheren Anteil zum Ergebnis vor Ertragsteuern beitrug, hätte man grundsätzlich eine sinkende Steuerquote erwarten können. Aus der vorgenommenen Verschmelzung der Amadeus Fire AG mit der Amadeus Fire Personalvermittlung und Interim Management GmbH resultiert jedoch ein steuerpflichtiger Übernahmegewinn, wodurch periodenfremde Steueraufwendungen von 0,5 Mio. € entstanden, die somit die Steuerquote erhöhten. Der auf die Aktionäre der Amadeus Fire AG entfallende Konzernjahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 beträgt 32,6 Mio. € (Vorjahr: 40,4 Mio. €) und ergibt ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 6,01 € nach 7,12 € im Vorjahr.
Finanzlage
Kapitalstruktur
Tabelle 5: Kapitalstruktur
| 31.12.2024 | % | 31.12.2023 | % | Veränderung abs. | Veränderung % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 5.432 | 1,6 | 5.432 | 1,6 | 0 | 0,0 |
| Kapitalrücklage | 62.226 | 18,8 | 62.226 | 18,1 | 0 | 0,0 |
| Gewinnrücklagen | 86.627 | 26,2 | 81.171 | 23,7 | 5.456 | 6,7 |
| Summe Eigenkapital der Aktionäre der Amadeus Fire AG | 154.285 | 46,7 | 148.829 | 43,4 | 5.456 | 3,7 |
| Nicht beherrschende Anteile | 692 | 0,2 | 2.676 | 0,8 | -1.984 | -74,1 |
| Summe Eigenkapital | 154.977 | 46,9 | 151.505 | 44,2 | 3.472 | 2,3 |
| Leasingverbindlichkeiten | 52.074 | 15,8 | 53.069 | 15,5 | -995 | -1,9 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern | 14.299 | 4,3 | 12.314 | 3,6 | 1.985 | 16,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.866 | 1,8 | 6.485 | 1,9 | -619 | -9,5 |
| Latente Steuerschulden | 4.109 | 1,2 | 3.958 | 1,2 | 151 | 3,8 |
| Summe langfristige Schulden | 76.348 | 23,1 | 75.826 | 22,1 | 522 | 0,7 |
| Leasingverbindlichkeiten | 19.092 | 5,8 | 18.238 | 5,3 | 854 | 4,7 |
| Sonstige Finanzschulden | 17.499 | 5,3 | 20.165 | 5,9 | -2.666 | -13,2 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern | 5.931 | 1,8 | 2.854 | 0,8 | 3.077 | 107,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12.158 | 3,7 | 10.480 | 3,1 | 1.678 | 16,0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 5.720 | 1,7 | 5.443 | 1,6 | 277 | 5,1 |
| Ertragsteuerschulden | 8.317 | 2,5 | 20.344 | 5,9 | -12.027 | -59,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30.074 | 9,1 | 38.049 | 11,1 | -7.975 | -21,0 |
| Summe kurzfristige Schulden | 98.791 | 29,9 | 115.573 | 33,7 | -16.782 | -14,5 |
| Summe PASSIVA | 330.116 | 100,0 | 342.904 | 100,0 | -12.788 | -3,7 |
Das Eigenkapital liegt zum 31. Dezember 2024 mit 155,0 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres (151,5 Mio. €). Dabei standen dem erwirtschafteten Periodenergebnis von 32,8 Mio. € die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 27,2 Mio. €. Zudem wurde eine Ausweisanpassung vorgenommen, wodurch sich Teile der im Eigenkapital ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile verringert haben und nunmehr unter den Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern ausgewiesen werden. Für das Geschäftsjahr 2023 wurde die in den Vorjahren eingeschlagene Dividendenpolitik, die eine Ausschüttung des Konzernjahresüberschusses von rund 2/3 vorsah, wie im Geschäftsjahr 2022 bereits adjustiert, beibehalten. Somit kam es zu dem Beschluss, eine Dividende von 5,00 € pro Aktie (im Vorjahr: 4,50 € pro Aktie) zu zahlen. Die Dividendenpolitik der letzten Jahre, in Form der anteiligen Thesaurierungen, trug zur schnellen Rückführung der aufgenommenen Darlehen bzw. stabilen Inanspruchnahme der Kreditlinien bei gleichzeitiger Stärkung des Eigenkapitals bei.
21 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Die Eigenkapitalquote stieg auf 46,9 Prozent nach 44,2 Prozent im Vorjahr. Dies resultiert einerseits aus dem leichten absoluten Anstieg des Eigenkapitals durch die genannten Maßnahmen und andererseits aus dem starken Rückgang der Schulden und der damit einhergehenden Verringerung der Bilanzsumme. Die langfristigen Schulden stiegen leicht auf 76,3 Mio. € (Vorjahr: 75,8 Mio. €). Allein die Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern stiegen um 2,0 Mio. € aufgrund der höheren Optionsbewertung und andererseits der weiteren Thesaurierung von Gewinnen. Rückläufig hingegen entwickelten sich die langfristigen Leasingverbindlichkeiten. Hierbei wirkten sich insbesondere geringere Verbindlichkeiten aus Mietverträgen; da trotz Verlängerung und Neuabschlüssen von Mietverträgen die Restlaufzeiten der bestehenden Verträge höher wirkten. Zudem nahmen die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten aufgrund der darin enthaltenen LTI-Vergütung ab, da aufgrund der Geschäftsentwicklung des Geschäftsjahres 2024 und der Prognose 2025 die Bewertung der LTI-Programme des Vorstands deutlich geringer ausfällt. Die latenten Steuerschulden bewegten sich nahezu auf Vorjahresniveau. Die kurzfristigen Schulden summierten sich zum Bilanzstichtag auf 98,8 Mio. € nach 115,6 Mio. € im Vorjahr. Zum deutlichen Rückgang trugen insbesondere die gesunkenen Ertragsteuerschulden und sonstigen kurzfristigen Verbindlich-keiten bei. Dabei verringerten sich die Ertragsteuerschulden um 12,0 Mio. € auf 8,3 Mio. €. Der starke Rückgang ist insbesondere durch die Zahlung von Ertragsteuerschulden für Vorjahre in Höhe von 14,3 Mio. € zurückzuführen sowie auf den deutlichen Ergebnisrückgang im Segment Personaldienstleistungen. Weiterhin nahmen die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch geringere Personalverpflichtungen ab. Hierbei kam es einerseits zu einem Rückgang der Verbindlichkeit aus der Vergütung der Minderheitsbeteiligung an der Amadeus Fire Weiterbildungs Verwaltungs GmbH von 2,2 Mio. € aufgrund von geänderten Bewertungsannahmen, andererseits zur Auszahlung des LTI von Thomas Surwald in Höhe von 1,9 Mio. €. Weiterhin wirkten sich die deutlich geringeren STI-Vergütungen mit 2,0 Mio. € sowie geringere Urlaubs- und Gleitzeitrückstellungen positiv aus. Die kurzfristigen Finanzschulden lagen um 2,7 Mio. € unter Vorjahr aufgrund der geringeren Inanspruchnahme der Kreditlinie zum Bilanzstichtag. Gegenläufig lagen die Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern um 3,0 Mio. € über Vorjahr. Ursächlich hierfür waren die Ergebniszuteilung der Endriss KG sowie der geänderte Ausweis der Minderheitenanteile im Fremdkapital. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen stichtagsbedingt über Vorjahr. Ebenso erhöhten sich die Leasingsverbindlichkeiten leicht; ausschlaggebend hierfür waren höhere Mieten insbesondere aufgrund von höheren Mietpreisen sowie höheren Leasingraten für die Dienstwagen.
Finanzierung
Die seit Dezember 2022 geschlossene Konsortialfinanzierung mit der Deutschen Bank, der UniCredit Bank GmbH, der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und der NRW.Bank über ein Gesamtvolumen von 100 Mio. € besteht weiterhin. Darin enthalten sind bilaterale Kreditlinien mit der Deutschen Bank, der UniCredit Bank GmbH und der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen in Höhe von 15,5 Mio. €, sodass die restliche Kreditlinie des revolvierenden Darlehens 84,5 Mio. € beträgt. Die Finanzierung hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit Verlängerungsoptionen auf insgesamt sieben Jahre. Die ursprüngliche Verschuldung aufgrund der Finanzierung des Erwerbs des COMCAVE.COLLEGE konnte bereits 2023 vollständig zurückgeführt werden. Die Inanspruchnahme der Kreditlinie zum Bilanzstichtag von 15 Mio. € war durch das 2023 durchgeführte Aktienrückkaufprogramm bedingt. Zum Bilanzstichtag bestanden freie verfügbare Linien von 81,6 Mio. € (Vorjahr: 76,2 Mio. €). Die bestehende Finanzierung verschafft der Amadeus Fire Group langfristige Finanzierungssicherheit gepaart mit einer hohen Flexibilität. Der Konsortialvertrag sieht allgemein übliche Kreditklauseln vor (u.a. Change-of-Control-Klausel, Neuabschluss weiterer Fremdfinanzierungen). Daneben ist die Amadeus Fire Group zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen („Covenants“) verpflichtet. Dabei handelt es sich um den Nettoverschuldungsgrad, der quartalsweise zu testen ist. Sämtliche Covenants des Konsortialvertrags wurden im Geschäftsjahr 2024 eingehalten.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Das bereits 2021 eingeführte gruppenweite Cashpooling besteht weiterhin, wodurch verfügbare Liquidität in Konzern-gesellschaften gebündelt wurde und die externe Finanzierungsinanspruchnahme bestmöglich reduziert werden konnte.
Liquidität
Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt durch einen im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächeren operativen Cashflow, eine leicht geringere Investitionstätigkeit sowie eines Finanzierungscashflow, der sich durch divergierende Effekte auszeichnete.
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit reduzierte sich deutlich von 83,1 Mio. € auf 53,0 Mio. € um 30,1 Mio. € bzw. 36,3 Prozent. Ursächlich ist zunächst der Rückgang des EBITDA aufgrund der Geschäftsentwicklung 2024 um 11,0 Mio. €. Weiterhin belasten die um 12,7 Mio. € deutlich höheren gezahlten Ertragsteuern den operativen Cashflow, die jedoch nur entsprechend geringere Steuerzahlungen der Jahre 2022 bis 2023 kompensieren. Das höhere Nettoumlaufvermögen belastete den operativen Cashflow per Saldo um 5,0 Mio. €. Hierzu trugen insbesondere die Auszahlungen im Bereich der Personalverbindlichkeiten bei, während sich die gesunkenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenläufig auswirkten.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit sank von -8,7 Mio. € auf -7,7 Mio. €. Maßgebend hierfür waren insbesondere geringere Investitionen im Bereich Sachanlagevermögen, im Speziellen Investitionen in IT-Equipment (u.a. Hardware). Die gestiegenen Investitionen im Bereich der immateriellen Vermögenswerte, für weitere Innovations- und Digitalisierungs-projekte, wirkten nur bedingt entgegen, da diese nur bedingt aktivierungsfähig sind.
Der per Saldo negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war 2024 durch drei wesentliche Effekte geprägt und verbesserte sich um 17,5 Mio. € auf -52,8 Mio. € (Vorjahr: -70,3 Mio. €). Der wesentlichste Beitrag zur Verbesserung des Finanzierungscashflows wurde durch den im Jahr 2023 durchgeführten Aktienrückkauf in Höhe von -32,2 Mio. € geleistet. In 2024 waren hier nur noch geringfügige Auszahlungen für Nachlaufkosten im Finanzierungscashflow enthalten. Gegenläufig wirkt die Rückführung von Finanzschulden. In 2024 wurden Auszahlungen für Rückführung von -2,6 Mio. € (im Vorjahr: Einzahlung zur Aufnahme von 10 Mio. €) getätigt. Zuletzt erhöhte sich die Dividendenausschüttung um -1,4 Mio. €.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen zum 31. Dezember 2024 2,4 Mio. € (31. Dezember 2023: 9,9 Mio. €).
| Cashflow | Tsd. € | 2024 | 2023 | Veränderung abs. | Veränderung % |
|---|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 52.977 | 83.136 | -30.159 | -36,3 | |
| davon: Veränderung des Nettoumlaufvermögens | -3.495 | 1.547 | -5.042 | -325,9 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -7.682 | -8.671 | 989 | -11,4 | |
| davon: Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -7.733 | -8.715 | 982 | -11,3 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -52.812 | -70.279 | 17.467 | -24,9 | |
| davon: Ein- und Auszahlungen aus Finanzschulden | -2.583 | 10.000 | -12.583 | -125,8 | |
| davon: Auszahlungen aufgrund von Leasing | -21.074 | -20.303 | -771 | 3,8 | |
| davon: Auszahlungen aus Aktienrückkäufen | -16 | -32.223 | 32.207 | -100,0 | |
| davon: Dividende | -27.161 | -25.731 | -1.430 | 5,6 | |
| Nettoveränderung der Zahlungsmittel | -7.517 | 4.186 | -11.703 | -279,6 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Berichtszeitraums | 9.886 | 5.700 | 4.186 | 73,4 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Berichtszeitraums (Konzernbilanz) | 2.369 | 9.886 | -7.517 | -76,0 |
Tabelle 6: Cashflow
Free Cashflow
Der Free Cashflow reduzierte sich von 74,4 Mio. € auf 45,2 Mio. €. Dabei zeigte sich, dass im Wesentlichen der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit mit -30,1 Mio. € maßgeblich für den Rückgang war. Der Rückgang der Auszahlungen im Investionsbereich in Höhe von 1,0 Mio. € ist vergleichsweise unwesentlich.
| Free Cashflow | Tsd. € | 2024 | 2023 | Veränderung abs. | Veränderung % |
|---|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 52.977 | 83.136 | -30.159 | -36,3 | |
| Auszahlungen aus dem Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -7.733 | -8.715 | 982 | -11,3 | |
| Free Cashflow | 45.244 | 74.421 | -29.177 | -39,2 |
Tabelle 7: Free Cashflow
Vermögenslage
| Vermögenslage | Tsd. € | 31.12.2024 | % | 31.12.2023 | % | Veränd- erung abs. | Veränd- erung % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 172.093 | 52,1 | 172.093 | 50,2 | 0 | 0,0 | |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 19.527 | 5,9 | 21.614 | 6,3 | -2.087 | -9,7 | |
| Sachanlagen | 10.285 | 3,1 | 11.082 | 3,2 | -797 | -7,2 | |
| Nutzungsrechte | 68.778 | 20,8 | 69.436 | 20,2 | -658 | -0,9 | |
| Latente Steueransprüche | 698 | 0,2 | 976 | 0,3 | -278 | -28,5 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 271.381 | 82,2 | 275.201 | 80,3 | -3.820 | -1,4 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 51.517 | 15,6 | 54.828 | 16,0 | -3.311 | -6,0 | |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 3.138 | 1,0 | 2.762 | 0,8 | 376 | 13,6 | |
| Ertragsteueransprüche | 1.711 | 0,5 | 227 | 0,1 | 1.484 | 653,7 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.369 | 0,7 | 9.886 | 2,9 | -7.517 | -76,0 | |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 58.735 | 17,8 | 67.703 | 19,7 | -8.968 | -13,2 | |
| Summe AKTIVA | 330.116 | 100,0 | 342.904 | 100,0 | -12.788 | -3,7 |
Tabelle 8: Vermögenslage
Das Gesamtvermögen der Amadeus Fire Group sank im Stichtagsvergleich am 31. Dezember 2024 um 12,8 Mio. € bzw. 3,7 Prozent auf 330,1 Mio. €. Die langfristigen Vermögenswerte gingen im Vergleich zum Vorjahr mit 271,4 Mio. € (Vorjahr: 275,2 Mio. €) leicht zurück. Ursächlich hierfür war insbesondere der Rückgang der sonstigen immateriellen Vermögenswerte um 2,1 Mio. €. Den getätigten Investitionen von 3,3 Mio. € standen dabei Abschreibungen von 5,4 Mio. € entgegen. Die Abschreibungen resultierten hierbei mit 3,0 Mio. € aus bereits erläuterten PPA-Effekten. Beim Sachanlagevermögen überstiegen die Abschreibungen mit 5,2 Mio. € die Investitionen mit 4,5 Mio. €. Größere Investitionen im Bereich der Büroausstattung, wie im Vorjahr, fielen hier nicht mehr an. Die Investitionen im Bereich des IT-Equipments waren ebenfalls leicht rückläufig, aber mit 3,6 Mio. € weiterhin auf hohem Niveau. Der Rückgang der Nutzungsrechte basiert auf geringeren Neuabschlüssen und Verlängerungen von Mietverträgen. Gegenläufig innerhalb des Postens wirkten sich höhere Nutzungsrechte für PKW aus. Der Rückgang der latenten Steueransprüche basiert hauptsächlich auf dem Wegfall von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge, da diese aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in der GFN verbraucht wurden.
Der Deckungsgrad der langfristigen Vermögenswerte durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital stieg auf 85,2 Prozent (Vorjahr: 82,6 Prozent).
Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 9,0 Mio. € auf 58,7 Mio. € (Vorjahr: 67,7 Mio. €). Zu diesem Rückgang trugen die um 3,3 Mio. € geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei; stichtagsbedingt und der Umsatzentwicklung folgend. Zudem lagen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit 2,4 Mio. € um 7,5 Mio. € unter Vorjahr ebenso wie die geringere Kreditinanspruchnahme (siehe hierzu entsprechende Erläuterungen zur Liquidität). Die Ertragsteueransprüche lagen mit 1,5 Mio. € über Vorjahr, da die Vorauszahlungen für das laufende Geschäftsjahr höher waren als die ermittelten Ertragsteuerverpflichtungen. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte bewegten sich nahezu auf Vorjahresniveau.
Mitarbeiter
Zum Jahresabschluss am 31.12.2024 beschäftigte die Amadeus Fire Group exakt 3.900 Mitarbeiter. Praktikanten und Aushilfen werden als vollwertige Arbeitskräfte erfasst. Verglichen mit dem Schlussstand des starken Expansionsjahres 2023 mit 4.315 Beschäftigten hat sich die Anzahl der Beschäftigten signifikant reduziert. Die geringere Anzahl resultiert im Wesentlichen aus deutlich weniger Mitarbeitern in der Arbeitnehmerüberlassung, die zum Jahresultimo 2024 2.064 Mitarbeiter gegenüber 2.558 ein Jahr zuvor beschäftigte. Die Mitarbeiter dieser Dienstleistung sind bei unseren Kunden unter anderem im Finanzbereich, als kaufmännische Sachbearbeiter, zum Beispiel im Marketing oder Personal, sowie als Spezialisten im IT-Bereich tätig. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter in der Arbeitnehmerüberlassung liegt analog zu den Vorjahren konstant bei rund 40 Jahren. Von den im Jahr 2024 beschäftigten Mitarbeitern in der Arbeitnehmerüberlassung waren 56 Prozent Frauen und 44 Prozent Männer.
Die Vertriebsniederlassungen des Segments Personaldienstleistungen wurden, um den Marktanforderungen gerecht zu werden, im Jahr 2023 stark ausgebaut. Im Jahr 2024 lag der Fokus hier nicht auf dem weiteren Aufbau, sondern auf der Steigerung der Produktivität der bestehenden Organisation. Die Vertriebsorganisation ist durch die zuvor beschriebenen negativen wirtschaftlichen Effekte belastet. Durch Fluktuation frei gewordene Stellen wurden teilweise nicht nachbesetzt beziehungsweise die Perfomance der einzelnen Teams genau überprüft, um bestmöglich im aktuellen Markt agieren zu können. Somit hat sich die Anzahl der Mitarbeiter Im Jahresverlauf und im zweiten Halbjahr zunehmend verringert.
Im Segment Weiterbildung ist der Umsatz im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Um dieses Umsatzwachstum erzielen zu können und die Marktposition langfristig stärken und ausbauen zu können, wurde die Schulungsorganisation weiter ausgebaut, Vertrieb, Verwaltung und Marketing gestärkt sowie die Anzahl der beschäftigten Dozenten erhöht. Im Geschäftsjahr wurden, wie bereits in der Entwicklung des Gesamtkonzerns beschrieben, umfangreiche Investitionen in die digitale Transformation und die Zukunftsfähigkeit der Amadeus Fire Group getätigt. So wurde ebenfalls qualifiziertes Personal in diesen Bereichen gewonnen. Ein wichtiger Pfeiler des Konzerns ist die Ausbildung junger Menschen in den verschiedensten Berufsbildern. Trotz der immer schwieriger werdenden Besetzung von Ausbildungsstellen beschäftigt die Amadeus Fire Group weiterhin 33 Auszubildende.
Mitarbeiteranzahl *)
| 31.03. | 30.06. | 30.09. | 31.12. | |
|---|---|---|---|---|
Mitarbeiteranzahl
Ø Mitarbeiter in der Arbeitnehmerüberlassung
| Jahr | Wert |
| :---- | :---- |
| 2024 | 2.430 |
| 2023 | 2.643 |
Mitarbeiter in Marketing, Vertrieb, Dozenten und Schulungsorganisation
| Jahr | Wert |
| :---- | :---- |
| 2024 | 1.568 |
| 2023 | 1.441 |
Verwaltungsmitarbeiter
| Jahr | Wert |
| :---- | :---- |
| 2024 | 208 |
| 2023 | 174 |
Auszubildende
| Jahr | Wert |
| :---- | :---- |
| 2024 | 29 |
| 2023 | 37 |
Gesamt
| Jahr | Wert |
| :---- | :---- |
| 2024 | 4.235 |
| 2023 | 4.295 |
*) Die Aufstellung berücksichtigt lediglich die Personen im Geschäftsjahr, die in einem aktiven Arbeitsverhältnis standen
Tabelle 9: Mitarbeiteranzahl
Prognosebericht
Prognose-Ist-Vergleich 2024
25 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
| Prognose Bandbreite aus 2023 (in Tsd. €) | Prognose Bandbreite aus Q3 2024 (in Tsd. €) | Ist für 2024 (in Tsd. €) | Abweichung zur Prognose aus Q3 2024 in Tsd. € | |
|---|---|---|---|---|
| Group - Umsatz | 470.000 - 500.000 | 437.000 - 449.000 | 436.906 | -94 |
| - operatives EBITA | 74.000 - 80.000 | 57.000 - 60.000 | 55.539 | -1.461 |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 15% - 17% | 13% - 14% | 13% | 0% |
| Segment Personaldienstleistungen | ||||
| - Umsatz | 305.000 - 325.000 | 270.000 - 278.000 | 268.750 | -1.250 |
| - operatives EBITA | 53.000 - 57.000 | 36.000 - 38.000 | 34.895 | -1.105 |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 16% - 19% | 13% - 14% | 13% | 0% |
| Segment Weiterbildung | ||||
| - Umsatz | 165.000 - 175.000 | 167.000 - 171.000 | 168.533 | 0 |
| - operatives EBITA | 21.000 - 23.000 | 21.000 - 22.000 | 20.644 | -356 |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 12% - 14% | 12% - 13% | 12% | 0% |
Tabelle 10: Prognose-Ist-Vergleich 2024
In unserem Geschäftsbericht des Jahres 2023 haben wir die in unserem Steuerungssystem verankerten und zur Konzernsteuerung verwendeten finanziellen Kennzahlen als Erwartung für das Geschäftsjahr 2024 formuliert. Die obenstehende Tabelle liefert einen zusammenfassenden Überblick über die für das Berichtsjahr erwarteten Ergebnisse und die tatsächlich erzielten Ergebnisse 2024. Die im Geschäftsbericht 2023 darüber hinaus von uns prognostizierten Leistungsindikatoren und deren Entwicklung werden im Rahmen der jeweiligen Kapitel dargestellt.
Die Diskrepanz zwischen den für 2024 prognostizierten und den tatsächlich erreichten Werten für Umsatz, operatives EBITA und operativer EBITA-Marge ist im Wesentlichen auf die im Wirtschaftsbericht dargestellte Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der einzelnen Segmente zurückzuführen. Insgesamt liegen die erzielten Werte der Amadeus Fire Group unterhalb der avisierten Bandbreiten.
Das Segment Personaldienstleistungen konnte die Prognose 2024 nicht erfüllen. Während sich das Interim- und Projektmanagement über den eigenen Erwartungen entwickelte, blieben die Ergebnisse der Personalvermittlung und Zeitarbeit hinter den Prognosen zurück. Die im Lagebericht beschriebenen Umstände haben die Ergebnisse deutlicher beeinflusst als es vorauszusehen war.
Das Weiterbildungssegment schloss das Jahr 2024 am unteren Ende der avisierten Bandbreite ab. Die Abweichungen resultieren insbesondere aus dem B2G-Teilmarkt. Das operative EBITA war durch die im Lagebericht beschriebenen höheren Aufwendung für IT und Personal leicht rückläufig, sodass die Prognoserwartungen zum Jahresende nicht vollumfänglich erfüllt werden konnten. Die Ergebnisentwicklung blieb hinter den ursprünglichen Prognosen zurück, wie im Lagebericht näher erläutert. Die grundsätzlich guten Ergebnisse des Segments Weiterbildung und die guten Ergebnisse der Dienstleistung Interim– und Projektmanagement konnten die beschriebenen negativen Entwicklungen nur zum Teil kompensieren.
26 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Prognose Geschäftsjahr 2025
Gesamtwirtschaftlicher Ausblick
Die deutsche Wirtschaft verbleibt auch im Jahr 2025 in einer von Schwäche geprägten Situation. Laut des aktuellen „World Economic Outlook Update“ des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird für Deutschland lediglich ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent erwartet. Damit bleibt Deutschland hinter vielen anderen Euro-Ländern zurück und zeigt weiterhin eine fragile Konjunkturentwicklung. Diese Entwicklung ist auf eine Kombination aus strukturellen Herausforderungen, globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten und anhaltenden Schwächen im Industriesektor zurückzuführen.
Schwäche der Industrie und Exporte als Kernproblem
Einer der Hauptfaktoren für die wirtschaftliche Stagnation ist die anhaltende Schwäche der deutschen Industrie. Besonders die exportorientierte Produktion leidet unter einer verhaltenen Nachfrage aus dem Ausland insbesondere aus China, das als einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands gilt. Die schleppende wirtschaftliche Erholung Chinas, die durch Unsicherheiten im Immobiliensektor und einer schwachen Binnennachfrage gebremst wird, hat direkte Auswirkungen auf deutsche Unternehmen, die auf den chinesischen Markt angewiesen sind. Neben China ist auch die allgemeine internationale Handelslage angespannt. Der zunehmende Protektionismus, insbesondere in den USA, könnte deutsche Exporte zusätzlich belasten. Handelshemmnisse, wie neue Zölle oder strengere Importvorschriften, erschweren den Absatz deutscher Waren auf internationalen Märkten. Gleichzeitig wirkt sich die anhaltende geopolitische Unsicherheit, insbesondere durch die Konflikte im Nahen Osten und die Spannungen zwischen den großen Wirtschaftsmächten, negativ auf das weltweite Investitions- und Handelsklima aus.
Herausforderungen gibt es aber auch innerhalb Europas. Während sich andere Euro-Länder langsam erholen, bleibt die deutsche Wirtschaft hinter den Erwartungen zurück. Die Industrieproduktion zeigt weiterhin keine nachhaltige Erholung, insbesondere in der Automobil- und Maschinenbaubranche, die traditionell eine Schlüsselrolle für die deutsche Wirtschaft spielen. Trotz leicht ansteigender Konsumausgaben der privaten Haushalte reicht diese Entwicklung nicht aus, um die strukturellen Probleme auszugleichen.
Inflation und Geldpolitik: Ein Balanceakt
Auf geldpolitischer Ebene bleibt die Lage ebenfalls herausfordernd. Während die Inflation in Europa insgesamt allmählich zurückgeht, zeigt sich in Deutschland eine anhaltend hohe Preissteigerung. Dies setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck, ihre Geldpolitik nur sehr vorsichtig zu lockern. Eine zu schnelle Zinssenkung könnte die Gefahr bergen, dass die Inflation wieder ansteigt, während eine zu restriktive Geldpolitik das Wachstum weiter ausbremst. Dies bedeutet für Unternehmen, dass die Finanzierungsbedingungen länger restriktiv bleiben könnten. Höhere Zinsen erschweren Investitionen und bremsen damit potenzielle Wachstumsimpulse. Besonders mittelständische Unternehmen, die einen wichtigen Teil der deutschen Wirtschaftsstruktur ausmachen, sind von den restriktiven Finanzierungsbedingungen betroffen. Dies könnte zu einer weiteren Investitionszurückhaltung führen, die die wirtschaftliche Erholung zusätzlich dämpfen würde.
Politische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen
Neben den wirtschaftlichen Faktoren spielen auch politische Unsicherheiten in Europa und weltweit eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, darunter der Krieg in der Ukraine, der Nahost-Konflikt und die wirtschaftlichen Unsicherheiten in China, könnten die globale Konjunktur weiter beeinträchtigen. Innerhalb Europas gibt es zusätzliche Herausforderungen, insbesondere durch politische Instabilitäten in mehreren Ländern. Diese Unsicherheiten haben direkte Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen und das Vertrauen von Unternehmen. Die wirtschaftspolitische Richtung in Europa bleibt unklar, was dazu führt, dass Unternehmen ihre Investitionspläne zurückhalten.
Darüber hinaus steht Deutschland vor strukturellen Herausforderungen, die das Wachstum langfristig beeinträchtigen könnten. Dazu gehören unter anderem:
- Fachkräftemangel: Der Arbeitsmarkt leidet unter einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, was insbesondere für die exportorientierten Industrien ein Problem darstellt.
- Digitalisierungsrückstand: Viele deutsche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse zu digitalisieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Energiewende und hohe Energiepreise: Die Umstellung auf erneuerbare Energien bringt Herausforderungen mit sich, insbesondere durch hohe Energiekosten, die die Produktionskosten für Unternehmen erhöhen.
27 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Fazit: Ein schwieriges Jahr für die deutsche Wirtschaft
Insgesamt steht Deutschland auch 2025 vor einem wirtschaftlich schwierigen Jahr. Das Wachstum erreicht mit lediglich erwarteten 0,3 Prozent keine Dynamik und bleibt weit hinter einer notwendigen Erholung zurück. Industrie- und Exportprobleme stellen weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. Gleichzeitig erschweren eine unsichere geopolitische Lage, hohe Inflation und restriktive Finanzierungsbedingungen eine schnelle wirtschaftliche Erholung. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören Reformen zur Stärkung der Industrie, Maßnahmen zur Fachkräftesicherung sowie Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur. Die deutsche Wirtschaft benötigt eine klare wirtschaftspolitische Strategie, um sich aus der aktuellen Stagnation zu befreien und wieder auf einen nachhaltigeren Wachstumspfad zu gelangen.
Markt- und Ergebnisprognose für die Teilmärkte der Amadeus Fire Group
Ausrichtung im kommenden Geschäftsjahr
Im Segment Personaldienstleistungen werden weiterhin die Dienstleistungen Zeitarbeit, Personalvermittlung sowie Interim- und Projektmanagement in Deutschland angeboten. Der Fokus bleibt auf organischem Wachstum innerhalb der kaufmännischen und IT-Berufsgruppen. Das Segment Weiterbildung wird seine strategische Ausrichtung beibehalten, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der Reintegration von Teilnehmern staatlich geförderter Weiterbildungen und Umschulungen in den Arbeitsmarkt liegt.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Dies fördert die enge Verzahnung beider Segmente, die auch im Geschäftsjahr 2025 eine zentrale Rolle spielen wird. Neben dem organischen Wachstum wird im Weiterbildungssegment zudem ein akquisitionsbasiertes Wachstum auch ausserhalb der bestehenden Themen und Zielgruppen angestrebt.
Märkte und Entwicklung der Segmente
Segment Personaldienstleistungen
Marktentwicklung für Personaldienstleistungen
Der Gesamtmarkt für Zeitarbeit wird in hohem Maße von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft beeinflusst. Im dominanten Markt für gewerbliche Zeitarbeit sind erfahrungsgemäß unmittelbare und stärkere Reaktionen auf konjunkturelle Veränderungen zu erwarten, wohingegen der „white collar“-Bereich des Zeitarbeitsmarktes eher spätzyklisch reagiert und zunehmend vom Fachkräftemangel determiniert wird.
Die Nachfrage nach spezialisierter Zeitarbeit sollte bei anhaltend schwacher Konjunktur gedämpft bleiben. In Zeiten der Unsicherheit bietet die Arbeitnehmerüberlassung allerdings eine flexible und risikoarme Möglichkeit für Unternehmen, sich personelle Ressourcen zu sichern.
Amadeus Fire wendet den zwischen dem Gesamtverband der Personaldienstleister e.V. (GVP) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) abgeschlossenen Tarifvertrag an. Der aktuell gültige iGZ-Tarifvertrag wurde am 1. März 2024 geschlossen und gilt mindestens bis zum 30. September 2025. Tarifanpassungen sind von den Kundenunternehmen grundsätzlich akzeptiert und können an diese weitergegeben werden. Steigende Preise können sich jedoch insgesamt negativ auf die Nachfrage auswirken.
Die Gewinnung von qualifizierten Kandidaten wird auch 2025, aufgrund des weiterhin limitierten Zugangs zu Fachkräften, eine Herausforderung bleiben. Die demografische Entwicklung in Deutschland wird die Knappheit an qualifiziertem Personal langfristig noch verschärfen. Diese Faktoren machen es auch in Zukunft zu einer Herausforderung, trotz steigender Löhne und Gehälter, Kandidaten sowohl für die Zeitarbeit als auch für Personalvermittlungen zu finden.
28 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Bei einem grundsätzlich knappen Arbeitsmarkt für qualifiziertes Personal sollte einerseits die Bereitschaft der Unternehmen erfahrungsgemäß hoch sein, in die Beschaffung von geeignetem Personal zu investieren. Andererseits ist der Abschwung und Nachfragerückgang jedoch auch in den für die Amadeus Fire Group relevanten kaufmännischen und IT-Berufsgruppen angekommen. Das schlechte Geschäftsklima bereits zu Jahresbeginn belastet die Personaldienstleistungen im laufenden Geschäftsjahr 2025 deutlich stärker als im Vorjahr.
Grundsätzlich hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine geringere Auswirkung auf das Interim- und Projektmanagement. In Phasen des Wandels entsteht in der Regel ein relevantes Projektvolumen. Dies gilt sowohl in Auf- als auch Abschwungphasen. Bei mangelnden eigenen Ressourcen wird häufig auf die Unterstützung durch Interim- und Projektmanager zurückgegriffen. Die relativ stabile Nachfrage des vergangenen Jahres nach Interim- und Projektmanagement in dem sehr kompetitiven Markt in Deutschland sollte auch im laufenden Geschäftsjahr in etwa gleich bleiben.
Entwicklung des Segments Personaldienstleistungen
Die Marktchancen des Segments Personaldienstleistungen sind mittelfristig weiterhin grundsätzlich positiv einzuschätzen. Ein enger Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte unterstützt das Geschäftsmodell von Amadeus Fire. Bei der jetzigen jedoch dauerhaften konjunkturellen Schwächephase besteht das Risiko, dass die Nachfrage nach Fachkräften bei einigen Kundenunternehmen weiter gedämpft wird. Die Unternehmen agieren spürbar zurückhaltend bei der Besetzung von neuen oder offenen Positionen und auch die Wechselbereitschaft der Kandidaten ist weiterhin als gehemmt zu betrachten. Zudem hat sich die Konvertierung von Anfragen in erfolgreiche Platzierungen in der Zeitarbeit und in der Personalvermittlung im Verlauf des Jahres 2024 verschlechtert. Die absolute Dringlichkeit eine frei gewordene Stelle wieder zu besetzen ist in Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit naturgemäß deutlich schwächer ausgeprägt.
Zum Jahreswechsel 2025 hat die Anzahl der Zeitarbeitsaufträge, wie auch bereits in den Vorjahren, saisonal bedingt abgenommen. Wie in der Vergangenheit wird eine Steigerung der durchschnittlichen Gehälter der Zeitarbeitsmitarbeiter und damit ebenfalls der durchschnittlichen Stundensätze erwartet. Wie im Vorjahr wird eine wieder normalisierte Krankheitsquote erwartet. Die insbesondere zum Ende 2024 nochmals rückläufige Nachfrage von Kundenunternehmen nach Personalvermittlung lässt für 2025 einen voraussichtlich niedrigerem Umsatz erwarten.
Die Marktposition des Interim- und Projektmanagements soll im Jahr 2025 weiter ausgebaut werden, wodurch die Umsätze sich positiv entwickeln dürften. Das grundsätzliche Ziel, in jedem Jahr die Vertriebs- und Rekrutierungsorganisation innerhalb der 22 bestehenden Niederlassungen nachhaltig zu verstärken, die regionale Marktdurchdringung weiter voranzutreiben und die eigene Marktposition weiter zu verbessern, ist angesichts des vorherrschenden Geschäftsklimas für das Jahr 2025 bezogen auf den Ausbau nicht vorgesehen. Es wird mit einem geringeren Personalbestand als im Vorjahresvergleich gerechnet. Im Jahr 2025 wird der Fokus der Aktivitäten verstärkt auf die Steigerung der Effizienz und Produktivität der bestehenden Organisation ausgerichtet sein. Die Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Marketing sollten sich im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich weitgehend gleichlaufend mit dem Geschäftsverlauf entwickeln. Allerdings bleiben wie im Vorjahr die IT Investitionen im Jahr 2025 hoch, um die Verbesserung von Systemen und Prozessen weiter voranzutreiben.
Das Segment Personaldienstleistungen erwartet einen Umsatz von 219 bis 239 Mio. € bei einem operativen EBITA von 20 bis 26 Mio. €. Dies entspricht einem Umsatzrückgang im Bereich von 11 bis 19 Prozent und einem Ergebnisrückgang in einer Bandbreite von 25 bis 43 Prozent. Die erwartete operative EBITA-Marge soll bei 8 bis 12 Prozent liegen.
29 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Segment Weiterbildung
Marktentwicklung Weiterbildung
Das Segment Weiterbildung gliedert sich für Amadeus Fire in die relevanten Teilmärkte für geförderte Weiterbildung (B2G), Weiterbildung im Unternehmenskunden-Bereich (B2B) und den Bereich der individuellen Weiterbildungs-programme für Privatpersonen (B2C). Größtes Marktsegment ist die staatliche Förderung der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung (B2G). Dieses beinhaltet Kurz- und Langfristmaßnahmen für Erwachsene, die von der Agentur für Arbeit nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) und seit dem 01.01.2025 auch nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) gefördert werden.
Das BMAS erwartet auch für die kommenden Jahre eine Verstetigung der Passungsproblematik: In Berufen, für die in den kommenden fünf Jahren Fachkräfte schwer zu finden sind, entspannt sich die Arbeitsmarktsituation auf absehbare Zeit nicht. Um dem sich verschärfenden Fachkräftemangel begegnen zu können, bilden gezielte Qualifizierungen mit arbeitsmarktrelevanten Fachkenntnissen oder Umschulungen wichtige strategische Maßnahmen. Über die Notwendigkeit, hierfür ausreichend Fördermittel bereitzustellen, herrscht Konsens unter allen politischen Parteien, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und den relevanten staatlichen Institutionen. Hier ist daher, unabhängig von zukünftigen politischen Koalitionen, auch 2025 nicht mit einer Abkehr von der bisherigen Arbeitsmarktpolitik zu rechnen.
Weiterbildung wird weiterhin über Anreize im Rahmen des Bürgergelds gefördert. Die Weiterbildung und der Erwerb eines Berufsabschlusses stehen beim Bürgergeld nach wie vor im Vordergrund. Jeder bekommt eine Weiterbildungsprämie, der eine Weiterbildung mit Abschluss in Angriff nimmt und für erfolgreich absolvierte Zwischen- und Abschlussprüfungen. Zusätzlich gibt es ein monatliches Weiterbildungsgeld in Höhe von 150 €.
Der Bundesrat hat am 7. Juli 2023 dem „Gesetz zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung“ zugestimmt. Dieses Gesetz entwickelt für Beschäftigte unter anderem die Förderinstrumente der Arbeitsmarktpolitik weiter. Als neue Leistung der Beschäftigtenqualifizierung steht das Qualifizierungsgeld zur Verfügung. Die Änderungen traten zum 1. April 2024 in Kraft. Ziel ist es, der beschleunigten Transformation der Arbeitswelt zu begegnen, strukturwandel-bedingte Arbeitslosigkeit zu vermeiden, Weiterbildung zu stärken und die Fachkräftebasis zu sichern.
Aktuell gibt es noch keinen in Kraft getretenen Bundeshaushalt 2025. Der Haushaltsentwurf sieht deutliche Kürzungen der Eingliederungstitel SGB II im Bundeshaushalt vor, davon 75 Prozent durch eine Verschiebung zum SGB III. Unabhängig von den politischen Konstellationen besteht Einigkeit darüber, dass Bildung ein Schlüssel zur nachhaltigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sowie des Fachkräftemangels bleiben wird und somit der Bildungsbereich von den erforderlichen Kürzungen im Gesamtetat weitestgehend ausgeklammert wird.
Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im November 2024 den Haushalt für das Jahr 2025 beschlossen. Der Haushalt sieht Gesamteinnahmen von rund 46,5 Milliarden Euro und Gesamtausgaben von rund 47,8 Milliarden Euro vor. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen setzt die BA für das Haushaltsjahr 2025 klare Schwerpunkte, dazu gehört neben den Ausgaben für das Arbeitslosengeld die Fachkräftesicherung und Förderung der beruflichen Weiterbildung. Der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen soll immer erfolgen können, sobald es für eine Kundin oder einen Kunden sinnvoll ist. Im Haushaltsjahr 2024 hat die BA für die aktive Arbeitsförderung rund 10,4 Milliarden Euro eingesetzt. Im Jahr 2025 wird ein Budget von 12,0 Milliarden Euro eingeplant. Das sind rund 1,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.# Der Weiterbildungsförderung stehen knapp 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung.
Neben den Fördermöglichkeiten sind die zu fördernden Menschen elementar. Nach dem Anstieg der Arbeitslosenzahl 2024 in Deutschland um +6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wird für das Jahr 2025 nicht mit einer Reduzierung der Arbeitslosenquote gerechnet. Damit ist von einem insgesamt konstant bis leicht steigendem Marktvolumen auszugehen. Die allgemeine Nachfrage von Unternehmenskunden nach Weiterbildungsangeboten (B2B) wird weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konstant auf einem niedrigeren Niveau erwartet. Die Nachfrage von Privatpersonen 30 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024 nach Lehr- und Studiengängen (B2C) wird 2025 voraussichtlich stabil bleiben. Bezogen auf den fachlichen Schwerpunkt im Steuer-, Finanz- und Rechnungswesen, den hauptsächlich die Steuer-Fachschule Dr. Endriss und die Akademie für Internationale Rechnungslegung bedienen, wird für 2025 zunächst mit keiner thematischen Sonderkonjunktur infolge wesentlicher regulatorischer Neuerungen gerechnet, die das Seminargeschäft forcieren könnte.
Entwicklung des Segments Weiterbildung
Die geförderte Weiterbildung (B2G) erwartet nach der positiven Umsatzentwicklung 2024 ein leichtes weiteres Wachstum, das trotz der teilweisen Einschränkungen in der Sichtbarkeit auf der Informationsplattform der Bundesagentur für Arbeit durch die weitere Entwicklung der Schulungsorganisation und -umgebung sowie die Erneuerung der Lern-Infrastruktur vorangetrieben wird. Der Ausbau der Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie die konsequente Ausweitung des Lehrgangs- und Seminar-angebots an wirtschaftsstarken Standorten mit eigenen Schulungsräumlichkeiten und multimedialen und digitalen Schulungskonzepten soll weitere Marktanteile hinzugewinnen. Die Bereiche der Firmenkunden (B2B) und der selbstzahlenden Privatpersonen (B2C) erwarten tendenziell konstante bis leicht steigende Umsätze. Signifikante Investitionsfelder im Segment Weiterbildung sind der Ausbau der IT-Infrastruktur, die Weiterentwicklung der Schulungsraum- und Teilnehmertechnik und der digitalen Lernumgebung. Bezüglich des Standortnetzes sind regionale Optimierungen vorgesehen. Ziel der Investitionsaktivitäten ist zum einen, eine weitere Qualitätssteigerung des Bildungsangebots für sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen und zum anderen die Weiterbildungsprozesse systematisch noch weiter zu verbessern und zu digitalisieren. Weiterhin sind Ressourcen vorgesehen, neue Weiterbildungsprodukte selber zu initialisieren sowie strukturiert Chancen für anorganisches Wachstum zu identifizieren und voranzutreiben.
Zusammenfassend wird für das Segment Weiterbildung ein leichter Umsatzanstieg auf 168 bis 178 Mio. € erwartet. Dies entspräche einer Umsatzsteigerung im Bereich von 0 bis 6 Prozent. Das prognostizierte operative EBITA liegt bei 16 bis 18 Mio. €. Die Ergebnisentwicklungsprognose liegt damit in der Bandbreite von -13 bis -23 Prozent. Die erwartete operative EBITA-Marge soll bei 9 bis 11 Prozent liegen. Das prognostizierte Wachstum des Segments Weiterbildung basiert auf rein organischem Zuwachs, potenzielle Akquisitionen sind nicht enthalten.
31 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Voraussichtliche Entwicklung der Amadeus Fire Group
Die Amadeus Fire Group rechnet im Jahr 2025 mit keiner wesentlichen Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine schnelle Belebung des Marktumfelds wird nicht erwartet. Das Umsatzziel der Amadeus Fire Group für das Geschäftsjahr wurde entsprechend der Gegebenheiten auf eine Bandbreite zwischen 387 bis 417 Mio. € festgelegt. Das Wachstumsziel reduziert sich dementprechend auf eine Bandbreite zwischen -11 bis -5 Prozent. Das operative EBITA des Geschäftsjahres 2025 wird in der Bandbreite von 36 bis 44 Mio. € erwartet; das entspricht einem Rückgang zwischen -35 bis -21 Prozent. Auf Basis der genannten Erwartungen läge die operative EBITA-Marge bei 9 bis 11 Prozent. Zusammengefasst dargestellt wird die Prognose in der nachfolgenden Tabelle.
| Ist 2024 (in Tsd. €) | Prognose Bandbreite für 2025 (in Tsd. €) | Prognose Bandbreite für 2025 in % | |
|---|---|---|---|
| Group | |||
| - Umsatz | 436.906 | 387.000 - 417.000 | -11% - -5% |
| - operatives EBITA | 55.539 | 36.000 - 44.000 | -35% - -21% |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 12,7 | 9% - 11% | |
| Segment Personaldienstleistungen | |||
| - Umsatz | 268.750 | 219.000 - 239.000 | -19% - -11% |
| - operatives EBITA | 34.895 | 20.000 - 26.000 | -43% - -25% |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 13,0 | 8% - 12% | |
| Segment Weiterbildung | |||
| - Umsatz | 168.533 | 168.000 - 178.000 | 0% - 6% |
| - operatives EBITA | 20.644 | 16.000 - 18.000 | -23% - -13% |
| - operative EBITA-Marge (in %) | 12,2 | 9% - 11% |
Tabelle 11: Zukunftsprognose
32 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Risiko- und Chancenbericht
Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Compliance Management System
Beschreibung des internen Kontrollsystems*
Das Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Gewährleistung von Gesetzen und Richtlinien im Rahmen der Geschäftsaktivitäten und der Finanzberichterstattung. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem wird in einem separaten Absatz ausführlich beschrieben. Die Sicherheit und Effizienz sämtlicher Geschäftsprozesse muss zu jeder Zeit gewährleistet werden. Um dies zu erfüllen, werden entsprechende interne Kontrollsysteme benötigt. Das interne Kontrollsystem der Amadeus Fire Group überwacht und steuert alle wesentlichen Geschäftsprozesse des Unternehmens. Eine entsprechende Effizienz und Effektivität ist hierbei selbstverständlich, daher werden die Systemanforderungen regelmäßig analysiert und bei Bedarf entsprechend angepasst. Anwendungsbeispiele für das interne Kontrollsystem sind die Anwendung eines Vier-Augen-Prinzips, regelmäßige Sicherungskonzepte unserer relevanten IT-Systeme zur Vermeidung von Datenverlusten oder Systemausfällen sowie ein umfangreiches Berechtigungskonzept. Aktuell sind keine Hinweise vorhanden, dass das nicht rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem nicht angemessen ausgestaltet oder nicht wirksam ist. Das eingerichtete Risikomanagementsystem ist aus Sicht des Vorstands geeignet, alle wesentlichen Risiken zu erkennen, um das Unternehmen zu steuern. Es wird daran gearbeitet, das System in Hinblick auf Formalisierung und Dokumentation weiterzuentwickeln.
Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
Übergeordnetes Ziel des in der Amadeus Fire Group implementierten rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts mit allen einschlägigen Vorschriften. Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung. Die Zielsetzung des internen Kontrollsystems des Rechnungslegungsprozesses ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz der identifizierten Risiken ein regelungskonformer Jahres- und Konzernabschluss erstellt werden kann.
Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sind bei der Amadeus Fire Group folgende Strukturen und Prozesse implementiert: Zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit des internen Kontrollsystems bezüglich der (Konzern-)Rechnungslegung sowie der Finanzberichterstattung wendet Amadeus Fire ein konzernweit einheitliches Verfahren an. Ein standardisiertes Berichts- und Meldewesen stellt die Konzerneinheitlichkeit der Bilanzierungssachverhalte sicher. Seit dem Geschäftsjahr 2023 setzt die Amadeus Fire Group die Reporting- und Konsolidierungssoftware LucaNet ein. Hierbei erfolgen regelmäßig manuelle Prozesskontrollen (wie z. B. das „Vier-Augen-Prinzip“) durch das Konzernrechnungswesen, das Controlling sowie 33 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024 durch externe Steuerberater. Daneben wird, falls erforderlich, auf die Expertise externer Berater und Gutachter zurückgegriffen. Schließlich garantiert die konzerneinheitlich gesteuerte Durchführung der Abschlusserstellung einen strukturierten und effizient gestalteten Prozess der Rechnungslegung.
Der Vorstand der Amadeus Fire AG trägt die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener Kontrollen über die Finanzberichterstattung. Die Führungs- und Berichtsorganisation ist fest definiert und alle im Konzernabschluss inkludierten Gesellschaften sind dort entsprechend eingebunden. Deren Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden. Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts maßgeblich beeinflussen können.# Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
- Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Konzernrechnungslegungsprozess
- Monitoringkontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses auf Ebene des Vorstands sowie auf Ebene der einbezogenen Gesellschaften
- Präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts generieren
- Maßnahmen, die die ordnungsmäßige EDV-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen
- Maßnahmen zur Überwachung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems insbesondere durch die Interne Revision
Als Mutterunternehmen der Amadeus Fire Group ist die Amadeus Fire AG in das oben dargestellte konzernweite rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem eingebunden. Für den HGB-Jahresabschluss der Amadeus Fire AG gelten daher grundsätzlich auch die oben gemachten Angaben.
Aktionäre und Hauptversammlung
Die Aktionäre der Amadeus Fire AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft aus. Die Hauptversammlung findet innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres am Sitz der Gesellschaft oder an einem deutschen Börsenplatz statt; die Hauptversammlung kann ferner an einem inländischen Ort mit mehr als 250.000 Einwohnern abgehalten werden. Die Hauptversammlung beschließt über alle durch das Gesetz zugewiesenen Angelegenheiten (u.a. Verwendung des Bilanzgewinns, Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, Wahl der Aufsichtsratsmitglieder, Wahl der Abschlussprüfer, Änderung der Satzung, Kapitalmaßnahmen).
Bei der Abstimmung gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich an der Hauptversammlung teilnehmen möchten, können ihr Stimmrecht unter entsprechender Vollmachtserteilung durch Bevollmächtigte, wie z. B. durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung oder andere Dritte, ausüben lassen. Außerdem bietet die Gesellschaft ihren Aktionären an, von der Gesellschaft benannte weisungsgebundene Stimmrechtsvertreter bereits vor der Hauptversammlung zu bevollmächtigen. Aktionäre dürfen ihre Stimmen auch schriftlich per Briefwahl abgeben.
Bereits im Vorfeld der Hauptversammlung werden die Aktionäre durch den Geschäftsbericht, die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend informiert. Diese vom Gesetz für die Hauptversammlung verlangten Berichte, Unterlagen und Informationen werden auch auf der Internetseite der Amadeus Fire AG zur Verfügung gestellt. Bei Wahlen der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat wird für jeden Kandidaten ein Lebenslauf veröffentlicht.
Im Jahr 2024 wurde die ordentliche Hauptversammlung am 15. Mai 2024 als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt nach Maßgabe von Gesetz und Satzung, namentlich des Aktiengesetzes. Die nächste ordentliche Hauptversammlung ist für den 22. Mai 2025 in Frankfurt am Main terminiert. Auf der entsprechenden Internetseite der Amadeus Fire Group wird der Finanzkalender für das laufende Jahr publiziert, der die für die Finanzkommunikation wesentlichen Veröffentlichungstermine und auch den Termin der Hauptversammlung enthält.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Amadeus Fire AG stellt den Konzernabschluss und die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Amadeus Fire AG (Einzelabschluss) erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Die Abschlüsse werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie dem Aufsichtsrat geprüft. Die Zwischenberichte werden vor Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss geprüft. Der Abschlussprüfer wird gemäß den regulatorischen Anforderungen von der Hauptversammlung für das jeweilige Geschäftsjahr gewählt. Die entsprechende Wahl des Abschlussprüfers erfolgte auf der Hauptversammlung im Mai 2024.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Amadeus Fire AG wurden ebenso wie der zusammengefasste Lagebericht von der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk nach deutschen Prüfungsgrundsätzen versehen. Die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat sich gegenüber der Gesellschaft verpflichtet, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich zu unterrichten, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren bzw. im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der vom Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind. Hierzu gaben die Prüfungen des Geschäftsjahres 2024 keinen Anlass.
Risikomanagementsystem
Überarbeitung des Risikomanagementsystems im Geschäftsjahr 2024
Nachdem im Geschäftsjahr 2023 eine umfassende Überarbeitung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems der Amadeus Fire Group stattgefunden hat, wurden im Geschäftsjahr 2024 keine wesentliche Änderungen vorgenommen. Die Vorgehensweise zur Bewertung und Darstellung von Chancen und Risiken wurde unverändert beibehalten, so dass eine Vergleichbarkeit der Risikolage zum Vorjahr besteht. Neuer Aspekt ist unter anderem, dass erstmals Risiken, die im Rahmen der ESG Wesentlichkeitsanalyse erfasst wurden, in das Risikomanagementsystem überführt wurden, sofern diese nicht bereits enthalten waren.
Aufbau der Risikoorganisation
In den Betrachtungsbereich des Risikomanagementsystems werden sämtliche Gesellschaften der Amadeus Fire Group sowie Unternehmensbereiche miteinbezogen. Der Organisationsaufbau und die Beteiligten werden in folgender Abbildung dargestellt:
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Existenz und Wirksamkeit des Risikomanagements der Amadeus Fire Group. Der Risikomanagement-Ausschuss stellt sicher, dass Prozesse, Strukturen und Regelwerke etabliert sind, um Geschäftsrisiken laufend über alle Funktionen und Prozesse hinweg frühzeitig zu erkennen, zu steuern und zu bewerten. Im Rahmen seiner Sitzungen überprüft dieser die vorgenommene Risikobeurteilung und stellt zudem sicher, dass die Effektivität und Effizienz des Risikomanagements stetig verbessert wird.
Das Konzernrisikomanagement ist im Bereich Finanz- und Rechnungswesen verortet und ist direkt dem Finanzvorstand unterstellt. Es ist für die Etablierung und Implementierung einheitlich geltender Standards und Methoden verantwortlich und übernimmt die Koordination und fortlaufende Weiterentwicklung des Risikomanagement-Prozesses. Das Konzernrisikomanagement betreibt das implementierte IT-Tool für das Risikomanagementsystem und ist für das gesamte Risikomanagement-Berichtswesen verantwortlich.
Als sogenannte Risikoträger (Risk Owner) sind namentlich Führungskräfte mit Budget- und disziplinarischer Verantwortung benannt. Diese sind für die Umsetzung des bereichsbezogenen Risikomanagements zuständig. Es gehört zu den elementaren Aufgaben der Managementfunktion, Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern.
Die Interne Revision führt unternehmensinterne, unabhängige Systemprüfungen mit Fokus auf Angemessenheit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des praktizierten Risikomanagements der Amadeus Fire Group durch. Im Januar 2024 untersuchte die Interne Revision insbesondere die neu geschaffene Aufbau- und Ablauforganisation. Die dort festgestellten Empfehlungen wurden vollständig umgesetzt. Eine Wirksamkeitsprüfung soll nunmehr im Verlauf des Jahres 2025 erfolgen.
Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wird das Risikofrüherkennungssystem der Amadeus Fire AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen vom Abschlussprüfer untersucht. Die Prüfung im Geschäftsjahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass die gesetzlichen Anforderungen des § 91 Abs. 2 AktG erfüllt werden und das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Risikomanagementprozess
Ablauf des Risikofrüherkennungsprozesses
Der kontinuierliche und inzwischen IT-gestützte Risikofrüherkennungsprozess beinhaltet die Kernelemente Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und -überwachung sowie die daraus folgende Risikoberichterstattung. Als Risiken definiert Amadeus Fire die negative Abweichung von einem Ziel / Planwert und somit einen möglichen Schaden bzw. Verlust. Risiken werden durch die Risikoverantwortlichen identifiziert und bewertet. Dabei setzen sich diese kontinuierlich mit der Identifikation von Risiken auseinander, mindestens quartalsweise sind diese auf Vollständigkeit und Aktualität zu überprüfen. Risikoträger beziehen dabei auch ein, in welchem Maße risikobezogene Sachverhalte bereits in der Budgetplanung berücksichtigt sind. Im Rahmen der Risikosteuerung werden geeignete risikomindernde Gegenmaßnahmen eingeleitet und deren Umsetzung verfolgt. Dazu zählen insbesondere Methoden, um Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese zu versichern.# Risikomanagement- und Chancenmanagementsystem
Hierauf aufbauend wird der Vorstand regelmäßig über die aktuelle Risikolage informiert. Der Vorstand berichtet quartärlich an den Prüfungsausschuss über die Entwicklung des Risikomanagement-Systems, die aktuelle Risikosituation der Amadeus Fire Group sowie über wesentliche Einzelrisiken. Zusätzlich zu diesen Standardberichten besteht im Fall von wesentlichen Verändungen bereits identifizierter oder neu erkannter Top-Risiken ein geregelter Ad-hoc-Meldeprozess.
Bewertungssystematik im Risikofrüherkennungsprozess
Im Rahmen der Risikobewertung werden die identifizierten Risiken nach einheitlichen Bewertungsprinzipien beurteilt und sowohl hinsichtlich der finanziellen Ergebnisauswirkung (Schadensausmaß) als auch hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert. Hierbei werden sämtliche Risiken erfasst, die auf die potenzielle Schadenshöhe einen definierten Schwellenwert überschreiten. Die Erfassung erfolgt zunächst auf Bruttobasis, d.h. ohne Berücksichtigung von Risikosteuerungsmaßnahmen. Unter Berücksichtigung von wirksamen Steuerungs- und Überwachungsinstrumenten, welche sich auf Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder Schadensausmaß auswirken, ermittelt sich anschließend das Nettorisiko.
Die Amadeus Fire Group differenziert zwischen quantitativen und qualitativen Risiken. Bei quantitativen Risiken handelt es sich um Risiken, deren potenzielle Ergebniswirkung abgeschätzt werden kann. Dabei wird zwischen unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeiten differenziert. Als Schadensausmaß wird der potenzielle monetäre Effekt auf das geplante EBITA angegeben. Dabei wird bezüglich des Schadensausmaßes die Bewertung grundsätzlich unter Berücksichtigung möglicher Szenarien (sog. 3-Punkte-Bewertung) vorgenommen. Bei qualitativen Risiken handelt es sich zumeist um sog. Tail-End-Risiken und um Risiken im Rahmen der Ersteinschätzung, bei denen aufgrund der unvorhersehbaren bzw. unkonkreten Informationslage derzeit eine quantitative Risikoeinschätzung nicht möglich ist. Zudem werden hier Risiken erfasst, die auf das Unternehmen wirken, aber keine direkte Auswirkung auf das Ergebnis der Amadeus Fire Group aufweisen.
Durch die vorgenommene Bewertung erfolgt eine Zuordnung der Risiken in der Risikomatrix mit entsprechender Darstellung nach Risikoklassen (A,B,C,D-Risiken), wodurch entsprechende Berichtspflichten erfolgen.
Siehe zum Aufbau folgendes Schaubild:
37 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Darstellung der Risikotragfähigkeit
Das Risikomanagement der Amadeus Fire Group sieht ein Konzept der Risikotragfähigkeit vor. In diesem wird eine Risikotragfähigkeitskennzahl auf Basis des Eigenkapitals den aggregierten quantitativ bewerteten Risiken gegenübergestellt, um sicherzustellen, dass ausreichende freie Risikotragfähigkeit zur Risikodeckung zur Verfügung steht. Die Gesamtrisikoposition wird dabei statistisch mittels einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt.
Chancenmanagementsystem
Unter Chancen versteht die Amadeus Fire Group eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Diese werden in Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen identifiziert, dokumentiert und analysiert. In regelmäßigen Managementbesprechungen werden darüber hinaus Maßnahmen zur Realisierung von strategischen und operativen Chancen durch lokale und regionale Projekte beschlossen und umgesetzt. Wesentliche Chancen werden im Geschäftsbericht der Amadeus Fire Group dargestellt.
Risiko- und Chancenprofil der Amadeus Fire Group
Nachfolgend werden die wesentlichen Risiko- und Chancenbereiche der Amadeus Fire Group dargestellt. Diese spiegeln die Einschätzung des Managements zum 31. Dezember 2024 wider. Die finanziellen Auswirkungen sowie Eintrittswahrscheinlichkeiten werden dabei als Netto-Effekte dargestellt, d.h. unter Berücksichtigung bereits eingeleiteter Maßnahmen. Einzelrisiken werden soweit thematisch passend aggregiert und entsprechend dargestellt.
Risiken
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Relevante Risiken aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind massive Wirtschaftskrisen, Energiekrisen, ein Kollaps der Infrastruktur oder des globalen Handelssystems. Diese Risiken haben potenziell ein großes Schadensausmaß bei geringer Eintrittswahrscheinlichkeit und sind nicht steuerbar durch die Amadeus Fire Group. Rezessionen im Allgemeinen bergen grundsätzlich ein Risiko, das jedoch über interne Maßnahmen minimiert wird. Dieses Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr bei nun mittlerer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß von D auf C erhöht.
Krisen in Politik, Natur und Gesundheit
Unter den Risiken aus Krisen in Politik, Natur und Gesundheit sind beispielsweise Kriege, Klimakatastrophen und Migration durch diese, Kernkraftwerksunfälle oder Pandemien mit hoher Sterblichkeit subsumiert. Alle diese Risiken haben potenziell ein großes Schadensausmaß bei geringer Eintrittswahrscheinlichkeit und sind nicht steuerbar durch die Amadeus Fire Group.
Rechtliche und regulatorische Änderungen
Die Amadeus Fire Group bewegt sich in teilweise stark regulierten Märkten, entsprechend bestehen sich regelmäßig verändernde rechtliche Risiken. Im Segment Personaldienstleistungen ist vor allem die Dienstleistung Zeitarbeit rechtlich stark reguliert. Zuletzt sind zum 01. April 2017 umfangreiche Gesetzesänderungen in Kraft getreten, welche weitreichende Verpflichtungen für Amadeus Fire mit sich gebracht haben, unter anderem wurde eine Höchstüberlassungsdauer aufgenommen. Auch wurden Änderungen im Tarifvertrag vorgenommen. Änderungen können sich kritisch auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Zur Risikoprävention werden aktuelle Gesetzesänderungen und politische Strömungen genau beobachtet und an den Vorstand kommuniziert. Etwaige gesetzliche Änderungen werden durch die Rechtsabteilung und externe Berater geprüft und entsprechend im Segment umgesetzt. Aktuell sind keine Änderungen absehbar, was sich jedoch bei einer Änderung der politischen Rahmenbedingungen kurzfristig ändern kann. Das Risiko gesetzlicher Änderungen hat eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein mittleres Schadensausmaß.
38 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Unternehmensrisiken
Mitarbeiter
Als Dienstleistungsunternehmen hängt der langfristige Erfolg der Amadeus Fire Group ausschließlich von der Rekrutierung und der Bindung qualifizierter Mitarbeiter für das operative Geschäft und die Verwaltung ab. Fachliche Unzulänglichkeiten haben direkte Auswirkungen auf Kundenbeziehungen und einen reibungslosen Betriebsablauf. Durch die Verknappung von qualifizierten Mitarbeitern auf dem Gesamtmarkt, unter anderem durch den demografischen Wandel, gestaltet sich deren Rekrutierung langfristig herausfordernd und erfordert einen hohen Personal- und Sachaufwand. Auch bei einer leichten Rezession wie aktuell steigt die Arbeitslosigkeit kaum. Hierdurch besteht ein kritisches Risiko der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitnehmern. Um das Risiko zu minimieren, wurden diverse Maßnahmen evaluiert und getroffen. Unter anderem wurde das Personalmarketing intensiviert, es werden kompetitive Gehälter gezahlt und umfangreiche nichtfinanzielle Anreize geschaffen. Dieses Risiko hat für die Amadeus Fire Group trotz Minimierung eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit bei einem potenziell großen Schadensausmaß. Die adäquate und zeitnahe Besetzung oder auch Wiederbesetzung von beispielsweise durch Fluktuation entstandene Vakanzen ist wesentlich für die Geschäftsentwicklung. Ist dies nicht möglich, ist die Wahrscheinlichkeit für eine negative Entwicklung hoch. Gleiches gilt für ein mögliches Abwerben von Führungskräften durch andere Unternehmen. Durch Nachwuchsförderung, umfangreiche Schulungen von Mitarbeitern, nachrückende Auszubildende, kompetitive Gehälter, diverse nichtfinanzielle Anreizfaktoren und weitere Maßnahmen wird präventiv versucht, das Risiko zu minimieren. Dieses Risiko hat für die Amadeus Fire Group trotz Minimierung eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit bei einem potenziell niedrigen Schadensausmaß.
Absatzmarkt Personaldienstleistungen
Das größte Absatz-Risiko ist eine deutliche Investition des Wettbewerbs in das Geschäftsfeld. Klassisch geschieht das über massive Investitionen in Mitarbeiter, die Kundenunternehmen von Amadeus Fire akquirieren könnten. Damit einhergehend besteht die Möglichkeit, dass Mitarbeiter von Wettbewerbern abgeworben werden mit den bereits beschriebenen Auswirkungen. Beides hätte negativen Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg. Um negative Entwicklungen in einer dezentralen Organisation rechtzeitig erkennen und gegensteuern zu können, gibt es im Segment ein umfangreiches und etabliertes Berichtssystem. Dazu stellt eine granulare und detaillierte Planung sicher, dass alle Entscheidungsträger und Mitarbeiter stets mit allen nötigen und wichtigen Informationen versorgt sind, um negativen Entwicklungen rechtzeitig begegnen zu können. Weiterhin wird durch ein klar kommunizierbares Dienstleistungsportfolio, unterstützt von einem charakteristischen Markenauftritt, durch hervorragende soziale Rahmenbedingungen sowie einem eindeutigen und anreizbietenden Vergütungssystem diesem Risiko grundsätzlich begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist hoch, bei einem im Einzelfall niedrigen Schadensausmaß.
Weiterbildung
Die Fort- und Weiterbildung ist ein stark fragmentierter Nischenmarkt verbunden mit teilweise niedrigeren Markteintrittsbarrieren. Eine steigende Wettbewerbsintensität kann bei einer konstanten Marktgröße zu Ergebnisverlusten führen. Neue Online-Anbieter sowie die Nutzung von Social Media haben einen großen Einfluss auf den Markt. Um diesem Risiko zu begegnen, wird stetig an einer starken Weiterbildungsmarke gearbeitet, unter anderem durch bestmögliche Betreuung, wenn nötig eine hohe Reintegration in den Arbeitsmarkt sowie auf die jeweiligen Zielgruppen ausgerichtete Marketingmaßnahmen.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Zudem muss und wird die Entwicklung der Unternehmen am Markt und der technologischen Entwicklungen permanent beobachtet. Ebenso werden Preispolitik und etwaige Zusammenschlüsse von Wettbewerbern genau beobachtet. Dieses Risiko wird bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit niedrigem Schadensausmaß gesehen.
Eine Verkleinerung des Marktes im Segment Weiterbildung durch die Verschiebung von beruflicher Aus- und Weiterbildung zugunsten von Studienabschlüssen könnte zur Verringerung des Umsatzes führen. Hintergrund sind die Veränderungen im europäischen Hochschulraum und eine bildungspolitisch beabsichtigte Erhöhung der Akademiker-Quote in Deutschland. Begegnet wird dem Risiko durch Ausweitung des Produktangebots. Neben Aus- und Weiterbildungen wurde auf den sich verändernden Markt reagiert und beispielsweise mit dem TaxMaster ein Studiengang in das Angebot aufgenommen. Dieses Risiko wird bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit niedrigem Schadensausmaß gesehen.
Der Markt der geförderten Weiterbildung wird stark beeinflusst durch die Suchplattform der Bundesagentur für Arbeit als einem wichtigen Vertriebskanal. Änderungen der Systematik oder ein Ausfall können erhebliche Auswirkungen auf die
39 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Geschäftsentwicklung haben. Bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit hat das Risiko durch die Stärkung anderer Vertriebskanäle ein niedriges Schadensausmaß.
Bisher sind Schul- und Hochschulunterricht, Ausbildung und Fortbildung sowie berufliche Umschulung und damit eng verbundene Lieferungen und sonstige Leistungen von der Umsatzsteuer befreit. Eine Umsatzsteuerpflicht für die angebotenen Aus- und Fortbildungen gegenüber nicht vorsteuerabzugsberechtigten Privatkunden (B2C-Geschäft) würde zu einer Verteuerung der erbrachten Leistungen führen. Die Einführung einer Umsatzsteuerpflicht im Rahmen des geförderten B2G-Geschäfts würde bei gleichbleibenden Haushalts-Budgets in einer Reduzierung des Marktvolumens führen. Bei einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit hätte dieses Risiko ein mittleres Schadensausmaß.
Weiterhin besteht die Gefahr, dass Lehrgänge umsatzsteuerpflichtig werden, wenn mit dem Lehrgang Videos zur Verfügung gestellt werden. Damit würden Kurse, bei denen Teilnehmern beispielsweise Aufzeichnungen von live Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden, umsatzsteuerpflichtig. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist hoch bei einem kleinen Schadensausmaß.
Beschaffungsmarkt Personaldienstleistungen
Die Mitarbeiter im Kundeneinsatz erbringen die Dienstleistung Zeitarbeit. Die Qualität der Dienstleistung ist letztlich das hauptsächliche Kriterium bezüglich der Kundenzufriedenheit und damit eines der maßgebenden Kriterien des Erfolgs von Amadeus Fire. Fehlende Qualifikation wird von Kunden immer weniger akzeptiert, gefährdet die Kundenbeziehung und damit direkt den Unternehmenserfolg. In Zeiten geringer Arbeitslosigkeit ist die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter grundsätzlich aufwendig, sie erfordert hohen Personal- und Sachaufwand. Verzögerte oder fehlende Nachbesetzungen in einem engen Bewerbermarkt bei zunehmend härteren Marktbedingungen können zu Umsatzverlusten führen. Der fehlenden Verfügbarkeit geeigneter Mitarbeiter infolge des demografisch bedingten Fachkräftemangels wird mit verstärkten Rekrutierungsaktivitäten, begleitet von einem engagierten Employer Branding, begegnet. Bei einem potenziell großen Schadensausmaß hat dieses Risiko eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit.
Weiterbildung
Um eine qualitativ hochwertige Schulungsdurchführung zu ermöglichen, werden die entsprechend verfügbaren Mitarbeiter beziehungsweise externen Honorarkräfte benötigt. Eine mangelhafte Verfügbarkeit sowie verschiedene rechtliche und marktpolitische Gegebenheiten haben einen möglichen negativen Einfluss auf die Qualitätsstandards. Um die eigene Attraktivität weiter wie gewünscht aufrecht erhalten zu können, wird unter anderem der Ausbau des Employer Brandings und die laufende Ausweitung des Talentnetzwerks fokussiert. Dieses Risiko wird durch die präventiven Maßnahmen der Kategorie D zugeordnet.
Informationstechnologie
Die IT-Sicherheit und das IT-Risikomanagement haben seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Schon früh wurden die IT-Systeme auf Basis von nationalen und internationalen Sicherheitsstandards regelmäßig überprüft und Schwachstellen minimiert. Amadeus Fire ist nach ISO 27001 zertifiziert. Sämtliche Geschäftsprozesse müssen durch die Systemlandschaft angemessen unterstützt werden. Bei einem Ausfall kann die Reputation bei Kunden und Kandidaten durch mangelhafte Ansprechbarkeit leiden, was sich negativ auf die Entwicklung des Geschäfts niederschlagen könnte. Präventiv werden die Systeme regelmäßig überprüft und aktualisiert. Das Risiko für einen Ausfall von Kommunikationsdiensten, Clouddiensten oder der Versorgungsinfrastruktur wird mit einem niedrigen Schadensausmaß bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit gesehen. Das Risiko für einen Cyberangriff auf die Gesellschaften der Amadeus Fire Group wird mit einem niedrigen Schadenausmaß bei einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit gesehen.
Weiterhin besteht ein Risiko aus der Abhängigkeit von kritischen IT-Lieferanten. Für das Segment Weiterbildung mit seinen drei Einheiten und mehreren unterschiedlichen Systemen ist das Risiko mit D bewertet. Anders im Segment Personaldienstleistungen, hier könnte ein Ausfall einzelner Lieferanten das gesamte Segment betreffen. Bei einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit wäre das Schadensausmaß gehoben.
Finanzwirtschaftliches Umfeld
Es existiert das Risiko, dass der verfügbare Liquiditätsrahmen nicht ausreichend ist, um strategisches Wachstum (u.a. Akquisitionen), Aktienrückkäufe, den Ausbau des Geschäfts oder die Dividendenpolitik ausreichend zu unterstützen.
40 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Es gilt daher, eine ausreichende Liquiditätsreserve aufzubauen, um künftig für diese Maßnahmen eine mindestens grundlegende Finanzierung zu gewährleisten. Zudem ist ein möglichst positives Rating zu erzielen, um eine künftige Refinanzierung der bestehenden Finanzierung bzw. einen weiteren Ausbau zu erreichen. Durch umfangreiche präventive Maßnahmen, insbesondere eine Refinanzierung der Fremdverbindlichkeiten im Dezember 2022 sowie eine detaillierte Cash- und Forecast-Planung ,wird dieses Risiko minimiert. Das Risiko eines nicht ausreichenden Liquiditätsrahmens hätte bei Eintritt ein hohes Schadensausmaß, die Eintrittswahrscheinlichkeit ist jedoch gering.
Negativen Einfluss auf die Liquidität hätte auch ein Ausfall von Forderungen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Kundenunternehmen. Durch die breite Kundenbasis und ein strukturiertes Forderungsmanagement ist im Einzelfall das Schadensausmaß klein bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit.
Weitere Finanzierungsrisiken bergen kein potenziell signifikantes Risiko und sind nicht Teil der regelmäßigen Risikobetrachtung.
Environmental, Social and Governance (ESG)
Verschlechterte Nachhaltigkeitskennzahlen könnten dazu führen, dass die Aktie der Amadeus Fire Group für institutionelle Anleger teilweise nicht mehr investierbar ist. Ebenso könnten private Investoren dadurch von einem Kauf der Aktie abgehalten werden. Beides würde den Aktienkurs tangieren. Zudem enthält die bestehende Kreditvereinbarung ESG Ziele und Pönalen (Erhöhung Zinssatz), sollten diese nicht erreicht werden, was eine künftige Refinanzierbarkeit erschwert. Die Amadeus Fire Group überwacht die Ratings regelmäßig und erweitert ihre Dokumentation zu relevanten Themen, um diesem Risiko zu begegnen. Bei einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit hätten verschlechterte Nachhaltigkeitskennzahlen ein mittleres Schadensausmaß.
Undurchsichtige Gesetzgebungsverfahren, welche zu unübersichtlich formulierten Gesetzen und Regelungen führen, können sich auf die Geschäftskontinuität auswirken. Unternehmen könnten sich unwissentlich nicht mehr an alle Gesetze halten und müssten somit mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Bei einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit hätte dieses Risiko ein großes Schadensausmaß.
Eine verringerte Verfügbarkeit von Fachkräften durch den demografischen Wandel könnte zu geringerem Geschäftsvolumen führen. Es könnten weniger Kandidaten an Kunden vermittelt werden und es stünden potenziell weniger Teilnehmer zur Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. In den nächsten zehn Jahern werden rund 400-500 Tausend Fachkräfte mehr aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, wie in diesen eintreteten, ohne Berücksichtigung von Zuwanderung. Bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit hätte das Risiko ein niedriges Schadensausmaß.
Compliance und Datenschutz
Die Arbeitnehmerüberlassung bedarf einer Erlaubnis. Auch eine unbefristete Genehmigung kann widerrufen werden, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass Amadeus Fire die erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Vorschriften des Sozialversicherungsrechts über die Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer, über die Arbeitsvermittlung, über die Anwerbung im Ausland oder über die Ausländerbeschäftigung, die Vorschriften des Arbeitsschutzrechts oder die arbeitsrechtlichen Pflichten nicht eingehalten und die Leiharbeitnehmer nicht nach dem Tarifvertrag beschäftigt werden. Begegnet wird dem Risiko mit der Schulung aller Beteiligten, einem aussagekräftigen Reporting sowie einer stetigen Revision kritischer Themen. Durch die Maßnahmen ist die Eintrittswahrscheinlichkeit gering bei einem großen Schadensausmaß bei Eintritt.
Der Schutz von personenbezogenen Daten durch die entsprechende Umsetzung von Datenschutzmaßnahmen muss jederzeit sichergestellt werden. Ein unberechtigter Zugriff auf Datenbestände, Systeme und Räumlichkeiten sowie eine Verletzung der Vorschriften des BDSG, der DSGVO und des Telekommunikationsgesetzes müssen ausgeschlossen werden.# Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Chancen
Die für die Amadeus Fire Group maßgeblichen Chancen stellen sich wie folgt dar:
Gesamtwirtschaftliche Chancen
Eine sich über das Jahr 2025 unerwartet aufhellende Stimmung innerhalb der deutschen Wirtschaft und ein damit einhergehender konjunktureller Aufschwung kann zu einer positiven Entwicklung des Geschäftsvolumens beitragen. Die dynamische Entwicklung der wirtschaftlichen Lage bietet Chancen für die Amadeus Fire Group, da sich aufgrund der Unternehmensstrategie schnell auf veränderte Herausforderungen eingestellt und entsprechend reagiert werden kann.
Branchen- und Marktchancen
Die Einstellungspolitik unterliegt grundsätzlich immer weniger der konjunkturellen Entwicklung. Der fortgeschrittene demografische Wandel und der dadurch entstehende Fachkräftemangel stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen. Die Amadeus Fire Group hat sich auf die Vermittlung von Fach- und Führungskräften spezialisiert. Für einige der Berufsbilder besteht ein deutlicher Nachfrageüberhang, der auch durch die Rezession nicht vollständig abgebaut wurde. Durch die gelebte Berufslebenspartnerschaft und den engen Kandidatenkontakt ist der grundsätzliche Fachkräftemangel eine Chance für das Segment Personaldienstleistungen. Die Rekrutierung ist für Unternehmen ohne die entsprechenden Kandidatenkontakte häufig nicht mehr in Eigenregie zu bewältigen, daher wird immer öfter auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Personaldienstleistern, welche über eine umfangreiche Expertise und einen entsprechenden Kandidatenpool verfügen, zurückgegriffen.
Die Investition in gut ausgebildete Mitarbeiter ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit. Eine mögliche steigende Arbeitslosenquote bietet ebenfalls Chancen in Bezug auf das Recruiting von potenziellen Kandidaten. Steigt die Arbeitslosenquote, bedeutet dies, dass mehr Menschen auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind. Der bestehende Kandidatenpool kann somit vergrößert werden.
Rezessive Entwicklungen verbunden mit steigender Arbeitslosigkeit bieten sowohl Chancen im Rahmen der Zeitarbeit als auch Chancen für die Dienstleistung Interim- und Projektmanagement. Unternehmen, die gezwungen sind, dauerhaft ihre Kosten zu reduzieren, greifen bei Bedarf auf temporäre Unterstützung im Rahmen der Zeitarbeit zurück. Auch entstehen in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen verschiedene Projekte in Unternehmen, insbesondere im Rahmen der Restrukturierung. Hierfür bedarf es der Unterstützung von spezialisierten Interim- und Projektmanagern.
Chancen für die Dienstleistungen Zeitarbeit und Interim- und Projektmanagement bieten sich grundsätzlich im Rahmen eines sich dynamisch entwickelnden Arbeitsmarktes. Beide Dienstleistungen sind flexibel und können etwaige Personalmangelproblematiken überbrücken oder auch Spezialprojekte in Unternehmen abwickeln, welche sich zum Beispiel insbesondere im Bereich der Digitalisierung ergeben können. Durch flexible Organisationsstrukturen kann unmittelbar auf eine Nachfrageverschiebung von der Personalvermittlung hin zu den temporären Dienstleistungen Zeitarbeit und Interim Management reagiert werden.
Für das Segment Weiterbildung ergeben sich eine Vielzahl von Chancen in einem dynamischen Arbeitsmarkt. Bei dem grundsätzlich herrschenden Fachkräftemangel können Teilnehmern durch geförderte Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt benötigte Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Eine steigende Förderquote für Weiterbildungen könnte den Effekt verstärken. Die Chancen der Schulungsteilnehmer auf dem Arbeitsmarkt werden dadurch merklich erhöht. Synergieeffekte und das Zusammenspiel zwischen Weiterbildung und Personaldienstleistungen können Teilnehmer nach Abschluss ihrer Weiterbildung im Rahmen der Personalvermittlung oder der Zeitarbeit schnell und effektiv wieder in den Arbeitsmarkt integrieren.
Auch im Rahmen der nicht geförderten Weiterbildung bieten sich umfangreiche Chancen. Die Personalpolitik und die damit verbundene Mitarbeiterbindung haben für Unternehmen einen hohen Stellenwert. Mitarbeiter möchten gefordert, aber auch entsprechend gefördert werden, beides steigert die Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber. Durch gezielte Weiterbildung kann Wissen innerhalb des Unternehmens aufgebaut und erweitert werden. Ebenfalls unterstützt die Weiterbildung Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklungsplanung und ist damit wenig konjunkturabhängig.
Chancen aus Innovation und Optimierung
Im Rahmen von Innovation und Optimierung bieten sich über alle Ebenen der Amadeus Fire Group vielfältige Chancen und Möglichkeiten. Innovative und agile Prozesse führen zu Effizienzsteigerungen und optimieren die Geschäftsabläufe. Verbunden mit einer stetigen Weiterentwicklung der Systemlandschaften wirken sich diese positiv auf die Außendarstellung sowie auf die Kunden- und Kandidatengewinnung aus. Sowohl Unternehmen als auch Kandidaten möchten einen modernen und agilen Partner an ihrer Seite haben. Gleiches gilt selbstverständlich auch für alle Mitarbeiter der Amadeus Fire Group. Die konsequente Bereitstellung neuester Technik sowie die Schaffung der technischen Voraussetzungen von mobilem Arbeiten bieten Chancen im Rahmen der Flexibilität und der Mitarbeiterzufriedenheit. Eine weit vorangeschrittene Digitalisierung bietet viele Vorteile und Chancen. Insbesondere im Segment Weiterbildung reduziert die Möglichkeit, nahezu alle Seminare und Kurse ortsunabhängig absolvieren zu können, die Eintrittsbarrieren und bietet eine größtmögliche Flexibilität der Teilnehmer. Auch der Transfer von Know-how der verschiedenen Tochtergesellschaften im Segment Weiterbildung bietet fortlaufende Optimierungschancen.
Chancen aus Nachhaltigkeit
Das Thema Nachhaltigkeit nimmt einen immer höheren Stellenwert in der Gestaltung der Geschäftspolitik ein. Durch eine umfangreiche Kommunikation der im Unternehmen gelebten Nachhaltigkeitsstrategie bieten sich Chancen im Rahmen einer Reputationssteigerung und der Wahrung durch den Bewerbermarkt. Insbesondere für junge Menschen ist es wichtig, dass Unternehmen bzw. zukünftige Arbeitgeber nachhaltig und fair agieren.
Akquisitionen
Im Hinblick auf Chancen durch anorganisches Wachstum erfolgt eine kontinuierliche Beobachtung und Analyse der Märkte des Segments Weiterbildung, um dieses durch mögliche gezielte Zukäufe ergänzen zu können.
Gesamtbeurteilung der Chancen
Die Gesamtbeurteilung der Chancen ist die konsolidierte Betrachtung der wesentlichen Chancen. Die Amadeus Fire Group ist gut in ihren Märkten aufgestellt. Sowohl ein konjunktureller Aufschwung als auch eine sich rezessiv entwickelnde Wirtschaft bieten ihre Chancen für den Konzern. Wesentlich ist hier nach wie vor die Wertschaffung durch Nutzung der Marktchancen der Mitarbeiter sowie die Chancen, welche sich aus dem Fach- und Führungskräftemangel und der Synergieeffekte innerhalb des Konzerns ergeben. Dies wird gestützt durch stetige Optimierung und Innovationen innerhalb von Technik und Prozessen, aber auch im Rahmen der täglichen Geschäftsprozesse. Der Konzern ist chancenreich und zukunftsorientiert aufgebaut.
Amadeus Fire AG (HGB)
Amadeus Fire AG als Mutterunternehmen
Ergänzend zur Berichterstattung über den Konzern wird im Folgenden die Entwicklung der Amadeus Fire AG erläutert. Die Amadeus Fire AG als Muttergesellschaft der Amadeus Fire Group stellt ihren Jahresabschluss nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) auf. Der handelsrechtliche Abschluss ist relevant für die Bemessung der Dividende.
Mit Verschmelzungsvertrag vom 1. Juli 2024 ist die Amadeus FiRe Personalvermittlung & Interim Management GmbH, Frankfurt am Main, als übertragender Rechtsträger mit der Amadeus Fire AG, Frankfurt am Main, als übernehmender Rechtsträger zum Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2024 rückwirkend verschmolzen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 5. September 2024. Die Amadeus FiRe Personalvermittlung & Interim Management GmbH überträgt ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Auflösung ohne Abwicklung im Wege der Verschmelzung durch Aufnahme nach § 2 Nr. 1, 46ff., 60ff. UmwG an die Amadeus Fire AG. Die Übertragung der Vermögensgegenstände und Schulden erfolgte zu Buchwerten.
Durch die Verschmelzung ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen beeinträchtigt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde eine 3-Spalten Bilanz und eine 3-Spalten GuV erstellt. Zur Herstellung der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte insoweit angepasst, als hätte die Verschmelzung bereits mit Ablauf des Geschäftsjahres 2023 stattgefunden. Dabei stellt die gesonderte Bilanz auf den 1. Januar 2024 ab und zeigt die Bilanz im Moment der Verschmelzung. Der hierbei entstandene Verschmelzungsgewinn (dieser ist in der GuV zu verarbeiten) wird dabei als gesonderter Posten in der Bilanz ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde um Pro-Forma-Vorjahreszahlen erweitert, welche die konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnungen der beiden Gesellschaften darstellt.# Gegenstand des Unternehmens
Gegenstand des Unternehmens ist die Überlassung von Arbeitnehmern an Unternehmen im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG), die Personalvermittlung für kaufmännische Berufe sowie die Personal- und Unternehmensberatung. Zusätzlich durch die Verschmelzung befindet sich nunmehr auch die Vermittlung von Interim- und Projektmanagern in temporäre Einsätze in der Amadeus Fire AG.
Die Gesellschaft ist im Segment Personaldienstleistungen angesiedelt. Für das Mutterunternehmen als legale Einheit gibt es keine eigenen steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren. Daher gelten die dargelegten Ausführungen für die Amadeus Fire Group auch für die Amadeus Fire AG. Durch die vorgenommene Verschmelzung ist das Segment Personaldienstleistungen nahezu identisch mit der Amadeus Fire AG.
45 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Gewinn- und Verlustrechnung Amadeus Fire AG (HGB)
| Tsd. € | 01.01.-31.12.2024 | 01.01.-31.12.2023 pro Forma* | Veränderung abs. | Veränderung % | 01.01.-31.12.2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 278.507 | 291.868 | -13.361 | -4,6% | 234.389 |
| Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen | -135.510 | -141.231 | 5.721 | -4,1% | -118.955 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 142.997 | 150.637 | -7.640 | -5,1% | 115.434 |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | -110.948 | -105.979 | -4.969 | 4,7% | -86.275 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 496 | 538 | -42 | -7,8% | 466 |
| Operatives Ergebnis vor Verschmelzung | 32.545 | 45.196 | -12.651 | -28,0% | 29.625 |
| Verschmelzungsgewinn | 34.470 | 23.045 | 11.425 | 49,6% | 0 |
| Operatives Ergebnis nach Verschmelzung | 67.015 | 68.241 | -1.226 | -1,8% | 29.625 |
| Erträge aus Beteiligungen | 4.888 | 3.998 | 890 | 22,3% | 3.998 |
| Erträge aus Ergebnisabführungs- verträgen | 455 | 362 | 93 | 25,7% | 362 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.985 | 1.867 | 118 | 6,3% | 1.867 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -2.678 | -2.014 | -664 | 33,0% | -3.232 |
| Finanzergebnis | 4.650 | 4.213 | 437 | 10,4% | 2.995 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -11.851 | -15.312 | 3.461 | -22,6% | -9.948 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 59.814 | 57.142 | 2.672 | 4,7% | 22.672 |
| Gewinnvortrag | 17.243 | 53.896 | -36.653 | -68,0% | 53.896 |
| Verrechnung mit erworbenen eigenen Anteilen | 0 | -31.878 | 31.878 | -100,0% | -31.878 |
| Ertrag aus der Kapitalherabsetzung | 0 | 286 | -286 | -100,0% | 286 |
| Einstellung in die Kapitalrücklage | 0 | -286 | 286 | -100,0% | -286 |
| Aufwand aus der Einziehung eigener Aktien | 0 | -286 | 286 | -100,0% | -286 |
| Bilanzgewinn | 77.057 | 78.874 | -1.817 | -2,3% | 44.404 |
*Angepasste Vergleichszahlen aufgrund der Verschmelzung 01.01.2024
Tabelle 12: Gewinn- und Verlustrechnung Amadeus Fire AG (HGB)
Ertragslage
Die Entwicklung der Ertragslage der Amadeus Fire AG entspricht weitestgehend der dargestellten Entwicklung des Segments Personaldienstleistungen. Im Folgenden werden insbesondere die differierenden Entwicklungen erläutert, ansonsten sei auf die Ausführungen zum Geschäftsverlauf des Segments Personaldienstleistungen verwiesen.
Die Umsatzerlöse der Amadeus Fire AG verringerten sich um 13,4 Mio. € bzw. 4,6 Prozent auf 278,5 Mio. € (fiktives Vorjahr: 291,9 Mio. €). Hauptursächlich für den Rückgang waren die niedrigeren Umsatzerlöse im Bereich der Zeitarbeit, die von 176,3 Mio. € auf 159,9 Mio. € gesunken sind, sowie die um 10,0 Mio. € gesunkenen Umsatzerlöse des Bereichs Personalvermittlung, die nunmehr bei 73,1 Mio. € (fiktives Vorjahr: 83,1 Mio. €) stehen. Gegenläufig konnten im Bereich des Interim- und Projektmanagements die Umsatzerlöse von 29,8 Mio. € (fiktives Vorjahr) auf 34,9 Mio. € gesteigert werden. Nach der Verschmelzung befinden sich nunmehr sämtliche Geschäftstätigkeiten dieser drei Dienstleistungen in der Amadeus Fire AG, wodurch die Entwicklung identisch mit den Erläuterungen zum Geschäftsverlauf –
46 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Segmententwicklung Pesonaldienstleistungen - ist. Der deutliche Anstieg der sonstigen Umsatzerlöse um 7,3 Mio. € auf 10,8 Mio. € (fiktives Vorjahr: 3,5 Mio. €) ist im Wesentlichen durch das im Geschäftsjahr 2024 eingeführte Abrechnungsverfahren der Group IT zurückzuführen, welches erstmalig voll wirksam wurde. Die Mitarbeiter der in 2023 geschaffenen Group IT sind weiterhin in diversen Gesellschaften innerhalb der Amadeus Fire Group ansässig. Dessen Leistungen werden zunächst an die Amadeus Fire Group abgerechnet und dann entsprechend verursachungsgerecht an sämtliche Gesellschaften innerhalb der Group weiterbelastet. Hierdurch sind die sonstigen Umsatzerlöse deutlich angewachsen, korrespondierend sind die erhaltenen Aufwendungen bei der Amadeus Fire AG deutlich angestiegen. Daneben ist die Steigerung auf höhere Leistungserbringung im Rahmen zentraler Konzernfunktionen für die weiteren Amadeus Fire Group Gesellschaften zurückzuführen.
Die Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen beliefen sich auf 135,5 Mio. € (fiktives Vorjahr: 141,2 Mio. €) und sanken somit um 5,7 Mio. €. Während die Umsatzerlöse um 4,6 Prozent sanken, nahmen die Einstandskosten der erbrachten Dienstleistungen um 4,1 Prozent ab. Dabei sanken die Einstandskosten im Bereich der Zeitarbeit, die sich im Wesentlichen aus Personalkosten der Zeitarbeitnehmer zusammensetzen, von 119,0 Mio. € auf 109,3 Mio. € und somit um 8,1 Prozent. Ursächlich hierfür war die gesunkene Beschäftigtenanzahl in diesem Bereich. Gegenläufig stiegen die Einstandskosten aus dem Interim- und Projektmanagement um 17,8 Prozent auf 26,2 Mio. € (fiktives Vorjahr: 22,3 Mio. €).
Während der absolute Rohertrag (Bruttoergebnis vom Umsatz) im Vergleich mit 143,0 Mio. € (Vorjahr: 150,6 Mio. €) gesunken ist, zeigte sich die Rohertragsmarge mit 51,3 Prozent (Vorjahr 51,6 Prozent) nahezu unverändert. Dies wurde insbesondere durch den unterschiedlichen Beitrag der Segmente beeinflusst.
Mit 111,0 Mio. € lagen die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 5,0 Mio. € über dem Vorjahreswert von 106,0 Mio. €. Ursächlich hierfür waren insbesondere um 5,3 Mio. € gestiegene IT-Aufwendungen. Davon entfielen 3,3 Mio. € auf die zuvor erläuterte im Geschäftsjahr 2024 geänderte Verrechnungssystematik. Der weitere Anstieg von 2,0 Mio. € ergab sich aus höheren Kosten für Lizenzen und EDV-Berater bei den initiierten Projekten im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung. Weiterhin trugen, wie bereits im Vorjahr, die Mietaufwendungen mit 1,4 Mio. € zur Kostensteigerung bei. Hierbei wirkten einerseits steigende Mietpreise (u.a. Indexanpassungen) sowie gestiegene Mietpreise. Andererseits enthielten die Mietaufwendungen auch sogenannte Flex-Standorte, die von der Amadeus Fire AG angemietet wurden und an die Tochtergesellschaften des Segments Weiterbildung untervermietet wurden. Wesentlich zum Anstieg trugen auch die im Geschäftsjahr 2024 geleisteten Karenzzahlungen an den ehemaligen Vorstand sowie Beratungskosten im Rahmen der Suche des künftigen Vorstands des Segments Weiterbildung bei. Gegenläufig waren insbesondere niedrigere Personalaufwendungen. Für den Rückgang waren die deutlich gesunkenen variablen Vergütungen verantwortlich bei leicht gestiegener Anzahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich und gestiegener Gehaltskosten.
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen bewegte sich mit 0,5 Mio. € auf Vorjahresniveau. Durch die Verschmelzung entstand ein einmaliger Verschmelzungsgewinn von 34,5 Mio. €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen dargestellt ist, hier aber zur Klarheit gesondert ausgewiesen wurde. Bei dem Verschmelzungsgewinn von 23,0 Mio. € in der fiktiven Vorjahresdarstellung handelt es sich um den Verschmelzungsgewinn, wie er entstanden wäre, wenn die Verschmelzung bereits mit Ablauf des Geschäftsjahres 2023 stattgefunden hätte.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 4,9 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €) erzielt. Diese stammen wie im Vorjahr aus der Gewinnausschüttung der Steuer-Fachschule Dr. Endriss GmbH & Co. KG. Weitere Erträge aus einem Ergebnisabführungsvertrag mit der Amadeus Fire Services GmbH beliefen sich auf 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €).
Die Zinserträge bewegten sich mit 2,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 nahezu auf Vorjahresniveau. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Darlehen gegenüber der Comcave Holding GmbH. Diese konnte im Geschäftsjahr 2024 weitere 6,3 Mio. € tilgen, dem gegenüber standen aber gestiegene Zinssätze aufgrund der Marktzinsentwicklung. Die Zinsaufwendungen sind von 2,0 Mio. € auf 2,7 Mio. € gestiegen. Ursächlich hierfür waren mit 0,5 Mio. € gestiegene Zinsbelastungen aus dem Cashpooling, sowohl durch höhere Einlagen der Teilnehmer als auch durch leicht erhöhte Zinssätze aufgrund der Marktzinsentwicklung. Zudem nahmen die Zinsaufwendungen aus der Darlehensaufnahme aufgrund der höheren Auslastung der Linien im Geschäftsjahr 2024 und leicht erhöhten Marktzinsen mit 0,3 Mio. € zu.
47 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt im Geschäftsjahr 2024 11,9 Mio. € nach 15,3 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang ergab sich im Wesentlichen aus dem niedrigeren operativen Ergebnis. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Verschmelzungsgewinn nur zu 5 Prozent steuerpflichtig ist.
Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2024 beträgt 77,1 Mio. € (Vorjahr: 44,4 Mio. €, fiktives Vorjahr: 78,9 Mio. €) und resultiert aus dem Jahresüberschuss von 59,8 Mio. € (Vorjahr: 22,7 Mio. €; fiktives Vorjahr: 57,1 Mio. €) und dem nach Dividendenausschüttung vorgetragenen Bilanzgewinn des Jahres 2023 von 17,2 Mio €. Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Jahresüberschuss enthält einen Verschmelzungsgewinn von 34,5 Mio. €. Die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2023 betrug 27,2 Mio. €, was einer Dividende von 5,00 € pro Aktie entspricht.
Vermögens- und Finanzlage
48 Amadeus Fire Group | Geschäftsbericht 2024
Bilanz Amadeus Fire AG (HGB) zum 31.12.2024
| Tsd. € | 31.12.2024 | Anteil % | 31.12.2023 pro Forma* | Anteil % | Veränderung abs. |
| :---------- | :--------- | :------- | :------------------ | :------- | :--------------- |# Veränd- erung % 31.12.2023 Anteil % AKTIVA
Anlagevermögen
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 4.741 | 2,1 | 4.614 | 1,9 | 127 | 2,8% |
| Sachanlagen | 4.614 | 1,9 | 3.998 | 1,7 | 3.894 | 1,7 |
| Finanzanlagen | 141.492 | 61,6 | 140.264 | 57,3 | 1.228 | 0,9% |
| 59,6 | 150.127 | 65,4 | 149.251 | 61,0 | 876 | |
| 151.000 | 63,2 |
Umlaufvermögen
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 76.396 | 33,3 | 84.014 | 34,3 | -7.618 | -9,1% |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 76.428 | 32,0 | 836 | 0,4 | 9.312 | 3,8 |
| -8.476 | -91,0% | 9.301 | 3,9 | 77.232 | 33,6 | |
| 93.326 | 38,1 | -16.094 | -17,2% | 85.729 | 35,9 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2.247 | 1,0 | 1.839 | 0,8 | 408 | 22,2% |
| Aktive latente Steuern | 1.837 | 0,8 | 0 | 0,0 | 323 | 0,1 |
| -323 | -100,0% | 304 | 0,1 |
Summe AKTIVA
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe AKTIVA | 229.606 | 100,0 | 244.739 | 100,0 | -15.133 | -6,2% |
| 238.870 | 100,0 |
PASSIVA
Eigenkapital
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 5.432 | 2,4 | 5.432 | 2,2 | 0 | 0,0% |
| Kapitalrücklage | 5.432 | 2,3 | 63.887 | 27,8 | 63.887 | 26,1 |
| Bilanzgewinn | 0 | 0,0% | 63.887 | 26,7 | 77.057 | 33,6 |
| 78.874 | 32,2 | -1.817 | -2,3% | 44.404 | 18,6 | |
| 146.376 | 63,8 | 148.193 | 60,6 | -1.817 | -1,2% | |
| 113.723 | 47,6 |
Rückstellungen
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 5.418 | 2,4 | 18.292 | 7,5 | -12.874 | -70,4% |
| Sonstige Rückstellungen | 12.259 | 5,1 | 17.317 | 7,5 | 22.375 | 9,1 |
| -5.058 | -22,6% | 19.760 | 8,3 | 22.735 | 9,9 | |
| 40.667 | 16,6 | -17.932 | -44,1% | 32.019 | 13,4 |
Verbindlichkeiten
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 17.528 | 7,6 | 20.285 | 8,3 | -2.757 | -13,6% |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 20.285 | 8,5 | 4.010 | 1,7 | 3.341 | 1,4 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 669 | 20,0% | 1.544 | 0,6 | 33.663 | 14,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 25.964 | 10,6 | 7.699 | 29,7% | 65.278 | 27,3 |
| 5.155 | 2,2 | 6.289 | 2,6 | -1.134 | -18,0% | |
| 6.021 | 2,5 | 60.356 | 26,3 | 55.879 | 22,8 | |
| 4.477 | 8,0% | 93.128 | 39,0 |
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Passiva latente Steuern | 139 | 0,1 | 0 | 0,0 | 139 | N/A |
| 0 | 0,0 |
Summe PASSIVA
| Veränd- erung % | 31.12.2023 | Anteil % | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe PASSIVA | 229.606 | 100,0 | 244.739 | 100,0 | -15.133 | -6,2% |
| 238.870 | 100,0 |
*Angepasste Vergleichszahlen aufgrund der Verschmelzung 01.01.2024
Tabelle 13: Bilanz Amadeus Fire AG (HGB) zum 31.12.2024
Die Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2024 hat sich im Vorjahresvergleich um 15,1 Mio. € bzw. 6,2 Prozent auf 229,6 Mio. € (fiktives Vorjahr: 244,7 Mio €) verringert. Das Anlagevermögen mit 150,1 Mio. € (fiktives Vorjahr: 149,3 Mio. €) macht 65,4 Prozent (fiktives Vorjahr: 61,0 Prozent) des Gesamtvermögens aus. Der Anstieg des Anlagevermögens ist insbesondere auf das um 1,2 Mio. € höhere Finanzanlagevermögen zurückzuführen. Dieser Anstieg ergab sich fast ausschließlich aufgrund der gestiegenen Kommanditeinlage an der Endriss KG. Das Umlaufvermögen hat sich gegenläufig um 16,1 Mio. € auf 77,2 Mio.€ (fiktives Vorjahr: 93,3 Mio. €) reduziert. Der Rückgang der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände war zum einen auf die rückläufigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die der Geschäftsentwicklung folgend mit rund 5,6 Mio € unter fiktivem Vorjahr lagen, und zum anderen auf um 3,6 Mio. € geringere Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Dabei nahmen die Forderungen aus Darlehensgewährungen durch entsprechende Tilgungen um 6,8 Mio. € ab. Gegenläufig stiegen die Forderungen aus Ergebnisverteilung aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung der Endriss KG sowie die Forderungen im Bereich der Lieferungen und Leistungen aufgrund erhöhtem Leistungsaustausches an. Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten hat sich um 8,5 Mio. € reduziert. Hierbei ist neben der Liquiditätsentwicklung im Dezember auch die niedrigere Inanspruchnahme der Kreditlinien zu berücksichtigten. Der Anstieg des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens von 1,8 Mio. € auf 2,2 Mio. € ergibt sich im Wesentlichen durch höhere Abgrenzungen für Lizenzkosten. Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr mit 146,4 Mio. € um 1,8 Mio. € niedriger. Während der erzielte Jahresüberschuss von 59,8 Mio. € (fiktives Vorjahr: 57,1 Mio. €) den Bilanzgewinn erhöhte, wirkte die auf der Hauptversammlung beschlossene Dividendenausschüttung mit 27,2 Mio. € gegenläufig. Zudem ist bei der Überleitung des Eigenkapitals der Verschmelzungsgewinn von 34,5 Mio. € zu eliminieren, da er in den pro-Forma Werten bereits zum 31. Dezember 2023 verarbeitet war. Die Eigenkapitalquote stieg auf 63,8 Prozent von 60,6 Prozent im fiktiven Vorjahr. Die Rückstellungen nahmen deutlich um 17,9 Mio. € auf 22,7 Mio. € (fiktives Vorjahr: 40,7 Mio. €) ab. Zu diesem Rückgang trugen insbesondere die um 12,9 Mio. € geringeren Steuerrückstellungen bei. Dieser Rückgang war insbesondere auf Ertragsteuerzahlungen von 14,0 Mio. € betreffend die Jahre 2021 bis 2023 zurückzuführen, nachdem die Veranlagung nunmehr stattgefunden hat. Weiterhin nahmen auch die sonstigen Rückstellungen von 22,4 Mio. € auf 17,3 Mio. € (fiktives Vorjahr) ab. Ursächlich waren hier im Wesentlichen, die um im Vergleich zum Vorjahr 5,0 Mio. € niedrigeren Prämienrückstellungen, entsprechend dem Geschäftsverlauf folgend. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegen mit 17,5 Mio. € um 2,8 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (20,3 Mio. €). Während die zum Vorjahr bestehende Schuldaufnahme, die im Wesentlichen mit dem Aktienrückkauf in Zusammenhang stand, im Laufe des Geschäftsjahres teilweise zurückgeführt werden konnte, wurde die Revolverlinie, insbesondere aufgrund der Dividendenausschüttung im Mai 2024, in Anspruch genommen. Auch diese konnte unterjährig zurückgeführt werden. Die zum Bilanzstichtag bestehende Mittelaufnahme steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit gezahlten Ertragsteuern für Vorjahre, die aufgrund der nunmehr erfolgten Veranlagung von September bis Dezember zur Auszahlung gelangten. Des Weiteren siehe Ausführungen unter Finanzlage, Finanzierung. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergaben sich stichtagsbedingte Änderungen, so dass diese deutlich über Vorjahresniveau lagen. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergab sich mit 7,7 Mio. € auf 33,7 Mio. € (Vorjahr: 26,0 Mio. €) eine deutliche Erhöhung. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in einigen Unternehmen kam es in diesem Rahmen zu einem Übertrag von liquiden Mitteln in die Amadeus Fire AG.
Chancen und Risiken
Da die Amadeus Fire AG unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Beteiligungsunternehmen weitgehend mit den Unternehmen der Amadeus Fire Group verbunden ist, entspricht die Chancen- und Risikosituation der Amadeus Fire AG im Wesentlichen der Chancen- und Risikosituation des Konzerns. Dabei spiegelt der Unternehmensbereich Personaldienstleistungen im Wesentlichen das Kerngeschäft der Amadeus Fire AG wider.
Prognose
Die Amadeus Fire AG ist vollständig in das Segment Personaldienstleistungen des Konzerns eingebunden. Zu den Marktentwicklungen sei entsprechend auf die Darstellungen im Prognosebericht verwiesen. Bei den Umsatzerlösen sind Dienstleistungen an Konzernunternehmen nicht mit inkludiert, die nach HGB aber unter den Umsatzerlösen ausgewiesen werden.
Prognose-Ist-Vergleich 2024
Die im Geschäftsbericht 2023 veröffentliche Prognose rechnete für die Amadeus Fire AG im Geschäftsjahr 2024 mit Umsatzerlösen zwischen 235 bis 250 Mio. € bei einem operativen EBITA von 32 bis 35 Mio. €. Dabei wäre die untere operative EBITA-Marge bei rund 13 Prozent und die maximale bei rund 15 Prozent gelegen. Aufgrund der Verschmelzung ist ein sinnvoller Vergleich dieser Prognose mit den Ist-Zahlen nicht möglich. Antizipiert man die Verschmelzung, wäre die ursprüngliche Prognose der Umsatzerlöse zwischen 308 bis 323 Mio. € bei einem operativen EBITA vor Verschmelzungsergebnis von 52 bis 55 Mio. € gelegen. Hieraus hätte sich eine untere operative EBITA-Marge bei rund 16 Prozent und die maximale bei rund 18 Prozent ergeben. Unterjährig kam es bereits zu Anpassungen der prognostizierten Finanzkennzahlen des Konzerns, die eine deutliche Reduktion aufgrund der Marktentwicklung und daraus resultierend auf die Geschäftsentwicklung vorhersagten. Die Amadeus Fire AG erzielte in 2024 Umsatzerlöse (ohne Dienstleistungen an Konzernunternehmen) von 268 Mio. € und lag damit 40 Mio. € unter dem unteren Rand der fiktiven Prognose. Der Rückgang ist im Wesentlichen mit 20 Mio. € auf geringere Umsatzerlöse in der Zeitarbeit und mit 18 Mio. € auf niedrigere Umsatzerlöse in der Personalvermittlung zurückzuführen. Im Bereich des Interim- und Projektmanagements wurde die Prognose um 2 Mio. € verfehlt. Zu den Gründen siehe Beschreibung innerhalb der Geschäftsentwicklung. Das EBITA (operatives Ergebnis vor Verschmelzung) lag im Geschäftsjahr 2024 bei 33 Mio. € und damit um 19 Mio. € unter dem unteren Rand der fiktiven Prognose. Die EBITA-Entwicklung folgte dabei der Entwicklung der Umsatzerlöse. Gegenläufig ergaben sich Kostenreduktionen insbesondere im Bereich Gehaltskosten. Die EBITA-Marge lag bei 12 Prozent und damit 4 Prozent unter dem prognostizierten Korridor.
Prognose 2025
Für die Amadeus Fire AG wird im Geschäftsjahr 2025 mit Umsatzerlösen zwischen 218 bis 238 Mio. € bei einem operativen EBITA von 16,5 bis 22,5 Mio. € gerechnet. Das würde für die Amadeus Fire AG einen Umsatz- und Ergebnisrückgang von im Mittel rund 18,0 Prozent bwz. 70,9 Prozent bedeuten. Beim Ergebnisrückgang ist zu beachten, dass es ohne Berücksichtigung eines Verschmelzungsgewinns im Geschäftsjahr 2024 zu einem geplanten Ergebnisrückgang von rund 40,1 Prozent kommen würde. Dabei liegt die untere operative EBITA-Marge bei rund 7 Prozent und die maximale bei rund 10 Prozent. Zu den weiteren Annahmen siehe Kapitel „Prognose“. Durch Ergebnisabführungsverträge sowie Beteiligungserträge partizipiert die Gesellschaft auch an der Entwicklung der weiteren Gesellschaften des Segments Personaldienstleistungen sowie des Segments Weiterbildung.
Übernahmerelevante Angaben
Im Folgenden sind die nach §§ 289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.# Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital in Höhe von 5.432.157,00 € der Muttergesellschaft. Es ist eingeteilt in 5.432.157 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Diese Aktien sind in Sammelurkunden verbrieft. Ein Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seiner Aktien ist durch die Satzung ausgeschlossen. Nach § 18 der Satzung der Amadeus Fire AG gewährt jede Stückaktie eine Stimme.
10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen
Es bestanden nach Kenntnis der Gesellschaft gemäß den Stimmrechtsmitteilungen vom 13.02.2025 folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am stimmberechtigten Kapital, die zum Bilanzstichtag 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten:
Herr Florian Schuhbauer (Deutschland) und Herr Klaus Röhrig (Österreich) halten indirekt 15,03 Prozent der Stimmrechte an der Amadeus Fire AG. Diese 15,03 Prozent der Stimmrechte werden von der Active Ownership Fund SICAV SIF SCS (Luxemburg) direkt gehalten.
Die Florian Schuhbauer zugerechneten Stimmrechte werden dabei über die folgenden Tochterunternehmen gehalten: Active Ownership Advisors GmbH (Frankfurt, Deutschland), Active Ownership Group Ltd., Active Ownership Capital S.à r.l., Active Ownership Corporation S.à r.l. und Active Ownership Fund SICAV SIF SCS (Luxemburg).
Die Klaus Röhrig zugerechneten Stimmrechte werden dabei über die folgenden Tochterunternehmen gehalten: Active Ownership Management Ltd., Active Ownership LP, Active Ownership Investments Ltd., Active Ownership Group Ltd., Active Ownership Capital S.à r.l., Active Ownership Corporation S.à r.l. und Active Ownership Fund SICAV SIF SCS (Luxemburg).
Weitere direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, oder Änderungen der genannten Beteiligungen sind der Gesellschaft zum Bilanzstichtag nicht bekannt.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Amadeus Fire AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung, mit Ausnahme des Unternehmensgegenstands, kann von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen werden. Nach § 14 Absatz 4 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 27. Mai 2021 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ist teilweise ausgenutzt worden. Daher wurde in der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 15. Mai 2024 unter Aufhebung der bisherigen Ermächtigung eine neue Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien beschlossen.
Aufgrund des Hauptversammlungsbeschlusses vom 15. Mai 2024 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 14. Mai 2029 eigene Aktien bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls der nachfolgende Wert geringer ist – zum Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung zu erwerben. Die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit etwaigen aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen.
Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals, durch die Gesellschaft ausgeübt werden, aber auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte durchgeführt werden. Zudem kann der Aufsichtsrat die erworbenen eigenen Aktien den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft in Erfüllung der jeweils geltenden Vergütungsvereinbarung übertragen.
Der Erwerb darf nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der gezahlte Erwerbspreis (ohne Erwerbsnebenkosten) den durch die Eröffnungsauktion am Handelstag ermittelten Kurs der Amadeus Fire-Aktie im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten.
Erfolgt der Erwerb durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre oder einer an die Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, dürfen der gebotene Kauf- bzw. Verkaufspreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kauf- bzw. Verkaufspreisspanne je Aktie (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Börsenpreise (Schlussauktionspreis der Amadeus Fire-Aktie im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse) an den letzten fünf Handelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 Prozent überschreiten und um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten. Ergeben sich nach Veröffentlichung des Angebots der Gesellschaft bzw. nach einer formellen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kauf- bzw. Verkaufspreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kauf- bzw. Verkaufspreisspanne, so kann das Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten angepasst werden.
Die Ermächtigung sieht weiter vor, dass die eigenen Aktien der Gesellschaft auch zur Verfügung stehen, um diese im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen sowie sonstiger Vermögensgegenstände unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre als Gegenleistung anbieten zu können. Hierdurch soll die Gesellschaft die Möglichkeit erhalten, auf nationalen und internationalen Märkten rasch, erfolgreich und unter Schonung der Liquidität auf vorteilhafte Angebote oder sich sonst bietende Gelegenheiten zu Unternehmenszusammenschlüssen, zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Unternehmensteilen oder sonstiger Vermögensgegenstände reagieren zu können. Nicht selten ergibt sich aus den Verhandlungen die Notwendigkeit, als Gegenleistung nicht Geld, sondern Aktien bereitzustellen.
Entschädigungsvereinbarungen im Fall eines Übernahmeangebots
Es wurden keine Change of Control-Vereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands getroffen.
Weitere Angaben zu § 289a und § 315a HGB, insbesondere zu Nr. 2, 4, 5 und 8, sind für die Amadeus Fire AG nicht zutreffend.
Frankfurt am Main, den 26. März 2025
Robert von Wülfing
Vorstandsvorsitzender (CEO)
Monika Wiederhold
Chief Operating Officer (COO)Chief Operating Officer (COO) und Finanzvorstand (CFO)
Dennis Gerlitzki
Vorstandsvorsitzender (CEO)
Weiterbildung
Personaldienstleistungen
52
1 ifo Konjunkturprognose Winter 2024
2 Inflationsrate Statistisches Bundesamt
3 Ifo Geschäftsklimaindex
4 Ifo Beschäftigungsbarometer
5 BA-X Bundesagentur für Arbeit
6 Arbeitsmarkt im Dezember 2024 Bundesagentur für Arbeit
7 Die Lage am Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland im Jahr 2024 (Bundesagentur für Arbeit)
8 Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt Dezember 2024 (Bundesagentur für Arbeit)
9 GVP Tarifvertrag
10 Bundesagentur für Arbeit: Haushaltsentwicklung.