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Altech Advanced Materials AG — Interim / Quarterly Report 2022
Aug 5, 2022
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Interim / Quarterly Report
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Publication
Altech Advanced Materials AG
Frankfurt am Main
Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022
Liebe Aktionäre,
angesichts der steigenden Preise für fossile Energieträger nimmt die Bedeutung der Elektromobilität weiter zu und nimmt in der allgemeinen Mobilitätsentwicklung eine herausragende Stellung ein. Unser Ziel ist es durch die Optimierung der Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien einen signifikanten Beitrag zur Energiewende und Elektromobilität zu leisten. Altech hat ein Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien entwickelt, dass bei aktuell gebräuchlichen Graphit-Anoden die Leistungsfähigkeit um 8 bis 10 Prozent steigert und die Energiedichte der Zelle um bis zu 30 Prozent erhöht und zudem auch für neue Silizium Anodenmaterialien erfolgreich angewendet wurde.
Nun befinden sich Altech in Schwarze Pumpe, Sachsen in der industriellen Umsetzung. Wir beschichten hierfür das herkömmliche Graphit, aus dem die Anode besteht, mit einer hauchdünnen Schicht im Nanometerbereich aus Aluminiumoxid (HPA) (Abbildung 1). Ein großer Vorteil liegt darin, dass das bisher benutzte Anodenmaterial einfach gegen unser leistungsfähigeres Anodenmaterial (HPA beschichtet) ausgetauscht werden kann, ohne die Batterie in ihrem Aufbau oder deren Produktionsmethode zu verändern.
In 2021 konnten wir unsere guten und erfolgreichen Laborergebnisse, die wir bei Graphit erzielten, auch auf Silizium übertragen. Durch die erfolgreiche Anwendung unsere Technologie für Nano-Beschichtung von Graphit/Silizium Verbund-Anodenmaterial konnten wir richtungsweisende Leistungssteigerungen von 30 Prozent und mehr bei Lithium-Ionen-Batterien bei stabilem Batteriebetrieb von über 500 Lade-/Entladezyklen erzielen. (Abbildung 3).
Industrieweit sind noch viel größere Leistungssteigerung bei einem höheren Anteil von Silizium und einer Anpassung der Kathode zu erwarten. Unser Technologiepartner, Altech Australia Pty Ltd in Australien (Altech), hat in Laborversuchen erfolgreich HPA beschichtetes Silizium in die Batterieanode eingebracht ohne das, wie sonst üblich, ein größerer Anteil der Lithium-Ionen inaktiv wird oder durch das Anschwellen des Siliziums im Ladevorgang die Batterie zerstört wird. Diese erfolgreiche Anwendung führte neben der deutlich erhöhten Leistung (≥30% Energiekapazität & Energiedichte) auch zu einer verbesserten Stabilität, Ladefähigkeit und Lebensdauer der Batterie. Die Siliziumpartikel (Abbildung 2) wurden genauso wie die Graphitteilchen mit HPA im Nanometerbereich beschichtet. Der gesteigerte Anteil von Silizium in der Batterieanode führt zu einer nochmals deutlich erhöhten Energiedichte der Batterie, was die Speicherkosten proportional senkt, also die Batteriekosten pro Ladekapazität reduziert. Dies sind herausragend positive Ergebnisse.
Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass Silizium die Eigenschaft hat, zehnmal mehr Energie speichern zu können als das üblicherweise verwendete Graphit und somit eines der vielversprechendsten Anodenmateriale für die zukünftige Entwicklung und Anwendung in der Elektromobilität und der Batteriespeichertechnologie darstellt. Doch bisher führten spezifische physikalische Eigenschaften von Silizium (z.B. Volumenausdehnung um bis zu 300% beim Laden) zu schwerwiegenden ungelösten Herausforderungen, die eine signifikante industrielle Anwendung bis jetzt verhindern. Erst durch die Technologie von Altech wird der Einsatz von Silizium in der Anode mit den erwünschten positiven Effekten nutzbar und wirtschaftlich.

Die potenzielle Auswirkung auf die Batterieleistung und -lebensdauer durch eine Erhöhung der Menge an metallurgischem Silizium durch Altechs Beschichtungstechnologie in der Lithium-Ionen-Batterieanode, ist in Abbildung 4 dargestellt. Aus der Sicht des Verbrauchers führt ein höherer Anteil von Silizium in der Batterie von Elektrofahrzeugen zu einer erhöhten km Fahrleistung je Ladevorgang (Abbildung 4). Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Kostensenkung für Batterie- und Autohersteller und somit auf die Akzeptanz der Verbraucher.

ATC und AIG haben Kooperationsvereinbarungen mit führenden europäischen Graphit- und Siliziumlieferanten abgeschlossen.
Unter anderen mit SGL Carbon SE, Deutschland für Anodengraphit und mit Ferroglobe, Spanien für anodenfähiges Silizium. Ferroglobe ist ein führender Siliziumhersteller in Europa und arbeitet eng mit Altech bei der Entwicklung eines hochkapazitiven, langlebigen Siliziumanoden-Aktivmaterials zusammen. Darüber hinaus führt Altech mit einigen der führenden Batterie- sowie Autoherstellern Europas entsprechende Gespräche über eine Qualifizierung unseres Produktes und mögliche Kooperationen.
Das Verbund-Anodenmaterial von Altech soll unter der geschützten Marke „Silumina Anodes™“ vermarktet werden. Unser Joint-Venture, die Altech Industries Germany GmbH (AIG), an der wir 25% und die Altech Chemicals Limited (ATC) 75% halten, hält die exklusiven Rechte in der Europäischen Union für Silumina Anodes. Bereits im Januar hat AIG, ein ca. 14 Hektar großes Grundstück in Schwarze Pumpe für Erstellung der zukünftigen Fabrik erworben. Hier soll ein Werk zur Herstellung von Silumina Anodes mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr errichtet werden. Vorab wird in angemieteten Räumlichkeiten des Gründerzentrums Dock 3, direkt neben dem erworbenen Grundstück, zügig die Pilotanlage zur Herstellung erster industrieller Testchargen für die Qualifizierung von Silumina Anodes bei potenziellen Endkunden erbaut. Mit dem Bau der Pilotanlage zur Herstellung des Verbund-Anodenmaterial Silumina Anodes mit einer Produktionsleistung von 120kg pro Tag wurde bereits begonnen. Dabei kommt das selbst entwickelte nass-chemische Verfahren zur Anwendung, das erstmals die Beschichtung von Anodenmaterial mit hochreinem Aluminiumoxyd im industriellen Maßstab wirtschaftlich sinnvoll und mit der entsprechenden Qualität ermöglicht. Diese ersten Chargen von Silumina Anodes werden dann den europäischen Batterie- und Autoherstellern für Verifikationstests zur Verfügung gestellt.
Die im April 2022 veröffentlichte vorbereitende Wirtschaftlichkeitsstudie (PFS) für den Bau einer Anlage zur Herstellung von Silumina Anodes mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr in Sachsen zeigte eindrucksvoll das gesamte Potential der Technologie und der Anlage. Bei einer geplanten Gesamtinvestition von ca. 79 Mio. EUR wird ein Nettobarwert von ca. 420 Mio. EUR (NPV8%) und jährlich freie Nettobarmitteln von ca. 52 Mio. EUR erwirtschaftet. Der interne Zinsfuß des Projekts liegt bei ca. 40% und das eingesetzte Kapital amortisiert sich in etwa 3,1 Jahren. Der jährliche Umsatz der Silumina Anodes Anlage bei voller Produktion von 10.000 Tonnen beläuft sich auf 153 Mio. EUR pro Jahr. Die Studie enthält aktuelle Projektannahmen mit lokalen Preisen in Bezug auf Personal, Materialen, Betriebsmedien, Logistik u.v.m. Die Einschätzung der Investitionskosten beruht auf Angeboten von deutschen und europäischen Anbietern mit einer Genauigkeit von plus/minus 30%. Darüber hinaus beinhaltet die PFS alle Kosten für Inbetriebnahme der Anlage sowie die Firmenkosten der AIG. Die PFS finden sie unter: https://www.altechadvancedmaterials.com/de/batteriematerialbeschichtungsprojekt.
Wir freuen uns Sie als Aktionär zu haben und hoffen, dass Sie uns auf unserem weiteren Weg auch weiterhin begleiten und unterstützen wollen. Sollten Sie Fragen haben, wenden sie sich bitte an [email protected].
Heidelberg, den 5. August 2022
Altech Advanced Materials AG
*gez. Iggy Tan
(Vorstand)*
*gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)*
*gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)*
ALTECH ADVANCED MATERIALS AG, FRANKFURT AM MAIN
ZWISCHENLAGEBERICHT FÜR DEN ABSCHLUSS ZUM 30. JUNI 2022
A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine, anhaltender Lieferkettenprobleme und einer schwächeren weltwirtschaftlichen Entwicklung ist die deutsche Wirtschaft mit einem leichten Wachstum in das Jahr 2022 gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2022 um 0,2% zum Vorquartal gestiegen und gegenüber dem vierten Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, war die Wirtschaftsleistung 0,9% niedriger, wie das Statistische Bundesamt am 25. Mai 2022 mitteilte.
Im Vergleich zum Vorquartal ist das saisonbereinigte BIP im ersten Quartal 2022 im Euroraum um 0,3% und in der EU um 0,4% gestiegen. Dies geht aus einer vorläufigen Schnellschätzung hervor, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wird. Im vierten Quartal 2021 war das BIP im Euroraum um 0,3% und in der EU um 0,5% gestiegen.
Im Verlauf des ersten Quartals 2022 sank das BIP in den Vereinigten Staaten gegenüber dem Vorquartal um 0,4% (nach +1,7% im vierten Quartal 2021). Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg das BIP um 3,6% (nach +5,5% im Vorquartal).
Der DAX erreichte noch im Januar 2022 einen neuen Höchststand mit 16.271,75 Punkten. In Folge des Ukraine Krieges waren die Börsen ab Februar von deutlicher Unsicherheit und verbundenen starken Kursrückgängen geprägt. Den Börsenmonat Juni 2022 beendete der deutsche Leitindex bei einem Stand von 12.783,77 Punkten, somit beträgt das Minus knapp 21% im Vergleich zum Höchststand. Zum Ende des Vormonats waren es noch mehr als 14.300 Indexpunkte. Im Vorjahr schloss der DAX Ende des Monats Juni bei einem Stand von mehr als 15.531.
Seit Beginn des Jahres 2022 zeigt die Inflationsrate eine starke Dynamik. Die Inflationsrate in Deutschland, gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat, lag im Mai 2022 bei +7,9%. Im Juni 2022 betrug dieser Wert +7,6%. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigte darüber hinaus das bisher vorläufige Ergebnis von +0,1% gegenüber dem Vormonat am 13. Juli 2022. Die Abschwächung der Inflationsdynamik ist auch der Einführung des 9-Euro-Tickets sowie dem Tankrabatt geschuldet. Inwieweit die temporären Maßnahmen konkreten Einfluss auf die Inflationsentwicklung hat, lässt sich nicht genau spezifizieren.
In Deutschland waren maßgebliche Treiber der Inflation im Juni 2022 die Energiepreise mit knapp 38% Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie Nahrungsmittel mit einem Plus von 12,7% gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Juni 2022 bei 8,6%, gegenüber 8,1% im Mai. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,9% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Mai 2022 bei 9,6%, gegenüber 8,8% im Mai. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,2% betragen. Diese Daten werden von Eurostat veröffentlicht.
Die niedrigsten jährlichen Inflationsraten wurden in den Ländern Malta (6,1%), Frankreich (6,5%) und Finnland (8,1%) verzeichnet. Die höchsten jährlichen Inflationsraten wurden in Estland (22,0%), Litauen (20,5%) und Lettland (19,2%) gemessen. Gegenüber Mai ging die jährliche Inflationsrate in zwei Mitgliedstaaten zurück und stieg in fünfundzwanzig an. Wesentlicher Treiber für die Inflationsentwicklung waren. „Energie“ (+4,19 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von „Lebensmitteln, Alkohol und Tabak“ (+1,88 Pp.), „Dienstleistungen“ (+1,42 Pp.) sowie „Industriegütern ohne Energie“ (+1,15 Pp.).
Der Europäische Zentralbank (EZB) hat zu Beginn des Jahres angekündigt die Zinsen Angesicht der steigenden Inflationsraten anzupassen. Eine erste Zinserhöhung um 0,50% wurde im Juli 2022 durchgeführt und weitere graduelle Zinserhöhungen sollen im Verlauf des Jahres 2022 folgen. Im Vergleich hierzu hat die Federal Reserve (FED) die Zinsen bereits von 0,25% auf zwischenzeitlich 2,25 – 2,50% erhöht. Weitere Zinserhöhungen sind für das laufende Jahr geplant.
Das divergierende Verhalten der Zentralbanken macht sich bereits im EUR/ USD Wechselkurs bemerkbar. Im Juni des Jahres 2022 erhielt man für einen Euro durchschnittlich rund 1,06 US-Dollar*. Dies entspricht einem Rückgang um rund 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, zum damaligen Zeitpunkt war ein Euro noch etwa 1,20 US-Dollar wert.
2. Entwicklung der Geschäftstätigkeit
Die Altech Advanced Materials AG, mit Sitz in Frankfurt und Geschäftsanschrift in Heidelberg, (zukünftig "AAM" oder "Gesellschaft") ist eine Beteiligungsgesellschaft, die Investitionen in Kapital- und Personengesellschaften tätigt, welche ein gutes Chance-/Risiko-Profil darstellen, insbesondere in den Geschäftsfeldern Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Chemie, Herstellung aller Arten von Verpackungs- und Papierprodukten, sowie deren Vertrieb.
Die Altech Advanced Materials AG hat sich zum Ziel gesetzt am Markt für Lithium-Ionen-Batterien und damit am stark wachsenden Sektor der Elektromobilität sowie an der erwarteten Marktentwicklung für die weiteren Anwendungsgebiete von HPA durch die im Dezember 2020 erfolgte 25% Beteiligung an der Altech Industries Germany GmbH, Dresden, (AIG) sowie der Option auf bis zu 49% an dem Altech Australia Pty Ltd, Australien, („Altech“) HPA-Projekt zu partizipieren.
Die AIG wird zusammen mit dem Partner Altech Chemicals Limited, Australien ("ATC") geführt, welcher 75% an der AIG hält, und auch anteilsmäßig finanziert. Die AIG hält die exklusiven Rechte für die Europäische Union zur Nutzung der Patente von Altech, die sich auf die Herstellung und Vermarktung von hochreinem Aluminiumoxid (HPA) und die Aluminiumoxid-Beschichtungstechnologie für Lithium-Ionen-Batterie-Anodenmaterialien, wie Graphit und Silizium beziehen. Das Verbund-Anodenmaterial wird unter dem geschützten Produktnamen Silumina Anodes vermarktet werden.
HPA ist ein hochwertiges Produkt, welches zur Beschichtung von Separatoren der Lithium-Ionen-Batterie verwendet wird und nun auch zur Anwendung in der Kathode und Anode der Lithium-Ionen-Batterie kommt. Der Fokus und die Kompetenz von Altech ist die Erforschung von Nano-Beschichtung von Lithium-Ionen-Batterie-Anodenmaterialien wie Graphit und Silizium, mit dem Ziel, die Kapazität, Lebensdauer und Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien deutlich zu verbessern. Dank der spezifischen Eigenschaften von Altechs Siluma Anodes wird erwartet, dass bei der Anwendung in der Batterietechnik zudem mehr Schnellladezyklen möglich sein werden, ohne die Batterie zu schädigen und gleichzeitig auch die Sicherheit zu erhöhen.
Im Januar hat AIG, ein ca. 14 Hektar großes Grundstück in Schwarze Pumpe für die Erstellung des zukünftigen Werks zur Herstellung von Silumina Anodes erworben. Hier soll ein Werk zur Herstellung von Silumina Anodes mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr errichtet werden. Im bereits begonnen ersten Schritt wird in den angemieteten Räumlichkeiten des Gründerzentrums Dock 3, direkt neben dem erworbenen Grundstück, zügig die Pilotanlage zur Produktion erster industrieller Testchargen des Graphit/Silizium-Anodenverbundmaterials mit einer Kapazität von 120 kg pro Tag errichtet. Es ist geplant Testchargen von Silumina Anodes zu produzieren und diese den europäischen Batterie- und Autoherstellern für Verifikationstests zur Verfügung zu stellen.
Die im April 2022 veröffentlichte vorbereitende Wirtschaftlichkeitsstudie (PFS) für den Bau einer Beschichtungsanlage für Batteriematerialien in Sachsen zeigte eindrucksvoll das gesamte Potential der Technologie und der Anlage. Bei einer geplanten Gesamtinvestition von ca. 79 Mio. EUR wird ein Nettobarwert von ca. 420 Mio. EUR (NPV8%) und jährlich freie Nettobarmitteln von ca. 52 Mio. EUR erwirtschaftet. Der interne Zinsfuß des Projekts liegt bei ca. 40% und das eingesetzte Kapital amortisiert sich in etwa 3,1 Jahren. Der jährliche Umsatz der Silumina Anodes Anlage bei voller Produktion von 10.000 Tonnen beläuft sich auf 153 Mio. EUR pro Jahr. Grundlage ist die firmeneigene hochreine Aluminiumoxid-Beschichtungstechnologie. Die Studie enthält aktuelle Projektannahmen mit lokalen Preisen in Bezug auf Personal, Materialen, Betriebsmedien, Logistik u.v.m. Die Einschätzung der Investitionskosten beruht auf Angeboten von deutschen und europäischen Anbietern mit einer Genauigkeit von plus/minus 30%.
Darüber hinaus beinhaltet die PFS alle Kosten für Inbetriebnahme der Anlage sowie die Firmenkosten der AIG (siehe hierzu auch die Unternehmensmitteilung vom 20. April 2022).
Darüber hinaus hält die AAM weiterhin eine Optionsvereinbarung, auf Basis derer sich die Gesellschaft mit bis zu 49% an der Altech, und deren HPA-Projekt in Johor, Malaysia, für bis zu 100 Millionen US-Dollar beteiligen kann. Die ursprünglich im Juli 2019 abgeschlossene Optionsvereinbarung wurde zuletzt am 4. Februar 2022 bis zum 1. Juli 2023 verlängert und sieht im Wesentlichen vor, dass:
| • | AAM das Recht hat sich mit mindestens 10% (für einen anteiligen Betrag von 20,4 Mio. USD) bis zu einem direkten HPA-Projektanteil von höchstens 49% für 100 Mio. USD durch Übernahme von Anteilen an Altech zu beteiligen; |
| • | AAM verpflichtet ist, die erworbenen Anteile 6 Jahre nach Projektstart (definiert als „Project Financial Close“, wenn also die Gesamtfinanzierung für das Projekt steht) an ATC auf Basis einer festgelegten Rendite von 15% p.a. zu verkaufen; |
| • | ATC das Recht erhält, den Rückkauf der erworbenen Anteile an Altech auf gleicher Basis innerhalb von 6 Jahren vorzeitig von AAM zu verlangen, |
| • | AAM ihre Rückverkaufsverpflichtung gegen Zahlung einer Gebühr von 10.000,- USD jederzeit kündigen kann und damit ihre HPA-Projektbeteiligung behält. |
Die AAM ist kontinuierlich dabei ihre Kapitalbeschaffungsstrategie umzusetzen, um diese Investitionen finanzieren zu können. Letztlich sieht der aktuelle Investitionsplan vor: (i) Finanzierung des AIG-Anteils sowie der Mitfinanzierungsverpflichtung gegenüber der AIG für das Batteriebeschichtungsmaterial-Projekt, (ii) Finanzierung der Beteiligung an Altech und (iii) Finanzierung des Working Capital Bedarfs der AAM. Es ist geplant nach Erreichen gewisser Milestones im Projektverlauf weitere Kapitalbeschaffungsmaßnahmen umzusetzen.
Für die Hauptversammlung der Gesellschaft am 24. August 2022 sind im Rahmen der Kapitalbeschaffungsstrategie wieder Beschlussfassungen zur Finanzierung des AIG-Anteils und der Pilotanlage für das Batteriebeschichtungsmaterial geplant.
3. Unternehmenssteuerung
Die Unternehmenssteuerung findet auf Basis einer monatlichen integrierten Planungsrechnung bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow-Rechnung statt. Als wesentliche Kennzahlen und bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren sind die Liquiditätsentwicklung sowie das Ergebnis zu nennen. Die Kostenstruktur wird fortlaufend eng vom Vorstand gesteuert und überwacht. Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft wird auf monatlicher Basis das integrierte Reporting zur Verfügung gestellt.
B. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Ertragslage
| TEUR | 01.01. - 30.06.2022 |
01.01. - 30.06.2021 |
+ / - |
|---|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | 3 | 0 | 3 |
| Personalaufwand | -94 | -96 | 2 |
| Sonstiger Betriebsaufwand | -226 | -308 | 82 |
| Betrieblicher Aufwand | -320 | -404 | 84 |
| Betriebsergebnis | -317 | -404 | 87 |
| Zinsergebnis | -73 | -73 | 0 |
| Finanzergebnis | -73 | -73 | 0 |
| Ergebnis vor Steuern | -390 | -477 | 87 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 0 | 0 | 0 |
| Jahresergebnis | -390 | -477 | 87 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten für Kapitalmarktnotiz und
-kommunikation in Höhe von TEUR 90 (Vergleichszeitraum 01.01.- 30.06.2021, zukünftig „VZ“: TEUR 41), Kosten im Zusammenhang mit einem der Vorstandsmitglieder in Höhe von TEUR 60 (VZ: TEUR 60), Aufsichtsratvergütungen in Höhe von TEUR 43 (VZ: TEUR 44), sowie Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 16 (VZ: TEUR 20).
Vermögenslage
| TEUR | 30.06.2022 | 31.12.2021 | + / - |
|---|---|---|---|
| Vermögen | |||
| Anlagevermögen | 5.477 | 5.466 | 11 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 500 | 500 | 0 |
| Flüssige Mittel | 1.773 | 2.114 | -341 |
| Übrige Aktiva | 13 | 24 | -11 |
| 7.763 | 8.104 | -341 | |
| Kapital | |||
| Eigenkapital | 2.773 | 3.163 | -390 |
| Rückstellungen | 56 | 76 | -20 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 32 | 0 | 32 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 114 | 112 | 2 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 4.786 | 4.750 | 36 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2 | 3 | -1 |
| 7.763 | 8.104 | -341 |
Die Vermögenslage weist im Wesentlichen Finanzanlagen in Höhe von TEUR 5.477 (Vorjahr 31.12.2021, zukünftig „VJ“: TEUR 5.466) aus. Diese setzen sich, wie auch im Vorjahr, aus der Beteiligung an der AIG in Höhe von TEUR 5.000 und Ausleihungen an die AIG zusammen, die gegenüber dem Vorjahr von TEUR 466 um TEUR 11 auf TEUR 477 gestiegen sind. Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 500 (VJ: TEUR 500) bestehen in voller Höhe aus der HPA-Projektoption.
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 56 (VJ: TEUR 76) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung des Vorjahres (TEUR 24; VJ: TEUR 24), Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten (TEUR 17; VJ: TEUR 32) sowie Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung (TEUR 10; VJ: 0) zusammen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 114; VJ: TEUR 112) beinhalteten einen Massekredit nebst Zinsen, der von der Deutsche Balaton AG gewährt wurde. Das Darlehen ist wie im Vorjahr spätestens bis zum 30. Juni 2027 zur Rückzahlung fällig.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 4.786; VJ: TEUR 4.750) beinhalten die offene Kaufpreisforderung aus dem 25%-Anteilserwerb an der AIG von der ATC, welche gemäß der geschlossenen Stundungsvereinbarung in Höhe von 3.166 TEUR spätestens am 20. April 2023 und in Höhe von TEUR 1.584 am 1. Dezember 2023 zur Zahlung fällig wird. Die Verbindlichkeit wird mit 3% p.a. verzinst. Zinsstichtage sind jeweils der 31. März, 30. Juni, 30. September und 30. Dezember eines Jahres. Als Sicherung für die Verbindlichkeit aus den Ratenzahlungen wurde der erworbene 25%-Anteil an den Verkäufer verpfändet.
Die sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 2; VJ: TEUR 3) beinhalten Steuerverbindlichkeiten und haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr, Sicherheiten wurden nicht gewährt.
Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 8.104 zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 7.763 zum 30. Juni 2022 reduziert. Die Bilanz zum 30. Juni 2022 weist ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 2.773 (VJ: TEUR 3.163) aus. Auf der geplanten Hauptversammlung am 24. August 2022 wird unter Tagesordnungspunkt 2 der Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß § 92 Abs. 1 AktG angezeigt (siehe hierzu auch die Kapitalmarktmitteilung vom 8. Juli 2022 über die Mitteilung des hälftigen Verlusts des Eigenkapitals). Es besteht ein Bilanzverlust in Höhe von TEUR 2.977 (VJ: TEUR 2.587). Auf der geplanten Hauptversammlung am 24. August 2022 wird unter Tagesordnungspunkt 7 eine Beschlussfassung über die Herabsetzung des Grundkapitals im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung zum Zweck des Ausgleichs von Verlusten vorgeschlagen. Eine Aufstellung der gesamten der Hauptversammlung vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen findet sich im Anhang unter „5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“.
Finanzlage
| TEUR | 01.01. - 30.06.2021 |
01.01. - 30.06.2020 |
+ / - |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -295 | -187 | -108 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -11 | -45 | 34 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -71 | -73 | 2 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -377 | -305 | -72 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 2.114 | 391 | 1.723 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 1.737 | 86 | 1.651 |
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR -295 (VZ: TEUR -187).
Dieser resultiert aus dem Halbjahresergebnis von TEUR -390, zzgl. der Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände und sonstigen Aktiva von TEUR 11, zzgl. der Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Passiva von TEUR 33 sowie zzgl. der Zinsaufwendungen aus der AIG Anteilsfinanzierung von TEUR 71, abzgl. der Abnahme der Rückstellungen von TEUR 20.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten beträgt TEUR -11 (VZ: TEUR -45) und beruht auf Ausleihungen an die AIG.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten beträgt TEUR -71 (VZ: TEUR -71) und beruht auf Zinsen aus der AIG Anteilsfinanzierung.
C. Chancen- und Risikobericht
Es haben sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 keine wesentlichen Veränderungen mit Blick auf die Chancen- und Risikolage gegenüber dem 31. Dezember 2021 ergeben. Es wird daher auf den Geschäftsbericht 2021 und die dort enthaltenen Ausführungen verwiesen.
D. Informationen zu den Organen und Vergütungssystemen
Bezüge des Vorstands und Aufsichtsrats
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen für den Berichtszeitraum TEUR 71 (VZ: TEUR 72).
Für den Vorstand Herrn Uwe Ahrens wurden im Rahmen seiner Entsendung von der ATC zur AAM Managementvergütungen von TEUR 60 als Aufwand gebucht.
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen für den Berichtszeitraum TEUR 43 (VZ: TEUR 44). Im Berichtszeitraum ausgezahlt wurden TEUR 33.
Für eine detaillierte Übersicht der Vergütungssysteme sowie die Zusammensetzung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen und der Entwicklung siehe „Vergütungsbericht zum 31. Dezember 2021“. Änderungen in den Vergütungssystemen haben sich seit dem 31. Dezember 2021 nicht ergeben. Der erstmals aufgestellte Vergütungsbericht wurde auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht: https://www.altechadvancedmaterials.com/de/verguetungsbericht.
E. Prognosebericht
Der Vorstand ging im Prognosebericht des letzten Jahresabschlusses für das Jahr 2022 von einem Jahresfehlbetrag zwischen 900 TEUR und TEUR 1.100 aus. Auf Basis des Halbjahresergebnisses hält der Vorstand unverändert an der Prognose für das Geschäftsjahr 2022 fest.
Heidelberg, den 5. August 2022
*gez. Iggy Tan
(Vorstand)*
*gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)*
*gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)*
Bilanz zum 30. Juni 2022
AKTIVA
| 30.06.2022 | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Finanzanlagen | |||
| 1. Beteiligungen | 5.000.00,00 | 5.000.00,00 | |
| 2. Ausleihungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 476.973,80 | 5.476.973,80 | 466.352,00 |
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 0,00 | 1,00 | |
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 500.001,00 | 500.001,00 | 500.000,00 |
| II. Wertpapiere | |||
| 1. Sonstige Wertpapiere | 1.185,00 | 1.480,00 | |
| III. Guthaben bei Kreditinstituten | 1.772.743,55 | 2.113.905,42 | |
| 2.273.929,55 | 2.615.386,42 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 11.788,08 | 22.920,85 | |
| 7.762.691,43 | 8.104.659,27 |
PASSIVA
| 30.06.2022 | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | 5.650.000,00 | 5.650.000,00 | |
| II. Kapitalrücklage | 100.350,00 | 100.350,00 | |
| III. Bilanzverlust | -2.977.378.83 | -2.587.023,24 | |
| 2.772.971,17 | 3.163.326,76 | ||
| B. Rückstellungen | |||
| 1. Sonstige Rückstellungen | 56.365,18 | 76.113,00 | |
| C. Verbindlichkeiten | |||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 31.608,20 | 348,38 | |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 114.007,67 | 111.627,40 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit | 4.785.527,4 | ||
| 3. denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 4.750.000,00 | |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten - davon aus Steuern EUR 2.211,81 (Vorjahr: EUR 3.243,73) - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 2.211,81 (Vorjahr EUR 3.243,73) - davon für soziale Sicherheit EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00) |
2.211,81 | 3.243,73 | |
| 4.933.355,08 | 4.865.219,51 | ||
| 7.762.691,43 | 8.104.659,27 |
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2022
| 01.01.2022 bis 30.06.2022 |
01.01.2021 bis 30.06.2021 |
||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Sonstige betriebliche Erträge | 2.772,23 | 88,50 | |
| 2. Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | -88.250,00 | -91.147,83 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, davon für Altersversorgung EUR 0,00 (im Vorjahr: EUR 0,00) |
-5.994,99 | -94.244,99 | -5.090,63 |
| 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Währungsumrechnung EUR 0,00 (im Vorjahr: EUR 0,00) |
-225.543,17 | -307.250,29 | |
| 4. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | -295,00 | -330,00 | |
| 5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen EUR 2.380,27 (Vorjahr: EUR 2.380,27) |
-73.044,66 | -73.044,67 | |
| 6. Ergebnis nach Steuern | -390.355,59 | -476.774,92 | |
| 7. Jahresfehlbetrag | -390.355,59 | -476.774,92 | |
| 8. Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -2.587.023,24 | -1.091.872,89 | |
| 9. Bilanzverlust | -2.977.378,83 | -1.568.647,81 |
ALTECH ADVANCED MATERIALS AG, Frankfurt
VERKÜRZTER ANHANG ZUM ZWISCHENBERICHT ZUM 30. JUNI 2022
A. Allgemeine Angaben
Die Altech Advanced Materials („AAM“) ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Frankfurt und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 118874 eingetragen.
Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2022 betrug das eingetragene Stammkapital der Gesellschaft 5.650.000. Die Gesellschaft ist zum Abschlussstichtag im Regulierten Markt im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Kennnummer ISIN DE000A2LQUJ6 mit 5.650.000 nennwertlosen, auf den Namen lautende Stückaktien gelistet. Entsprechend gilt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag als eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264d HGB.
Der vorliegende Halbjahresabschluss basiert auf dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021. In Einklang mit DRS 16 ist ein gegenüber dem Jahresabschluss verkürzter Berichtsumfang gewählt worden. Er enthält nicht alle Informationen, die für einen vollständigen Jahresabschluss zum Ende eines Geschäftsjahres erforderlich sind. Im vorliegenden verkürzten Anhang werden vor allem Angaben zu den Posten gemacht, bei denen sich wesentliche Änderungen im Vergleich zu dem Jahresabschluss der Altech Advanced Materials AG für das Geschäftsjahr 2021 ergeben haben.
Der Halbjahresfinanzbericht der AAM für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022 wurde auf der Grundlage der handelsrechtlichen Ansatz-, Bewertungs- und Gliederungsvorschriften erstellt. Ergänzend dazu sind die Bestimmungen des Aktiengesetzes ("AktG") maßgebend.
Die Gliederung und der Ausweis der Posten der Bilanz entsprechenden Vorschriften für große Kapitalgesellschaften (§ 266 HGB).
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die im Halbjahresfinanzbericht der AAM für die zum 30. Juni 2022 endende Berichtsperiode angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 („VJ“) unverändert.
C. Ausgewählte Erläuterungen zur Bilanz
Beteiligungen bestehen unverändert zum Jahresabschluss 2021 aus dem am 22. Dezember 2020 erworbenen 25%-Anteil an der AIG, Dresden.
Ausleihungen an verbundenen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von TEUR 477 (VJ: TEUR 466) aus einer Gesellschafterdarlehensforderung gegen AIG. Die Konditionen sind unverändert zum Jahresabschluss 2021.
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.650.000,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 5.650.000 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien. Zum 30. Juni 2022 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von EUR 2.773 aus. Mit Kapitalmarktmitteilung vom 8. Juli 2022 hat der Vorstand den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß § 92 Abs. 1 AktG angezeigt. Kapitalmaßnahmen hierzu sollen in der Hauptversammlung am 23. August 2022 beschlossen werden. Weite Informationen zu den geplanten Kapitalmaßnahmen siehe „5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“.
Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 56 (VJ: TEUR 76) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung des Vorjahres (TEUR 24), Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten (TEUR 17) sowie Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung (TEUR 10) zusammen.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Deutsche Balaton AG in Höhe von TEUR 114 (VJ: TEUR 112). Für diese wurde mit 2. Nachtrag zur Massekreditvereinbarung vom 29. Februar 2016 eine Stundungsvereinbarung bis zum 30. Juni 2027 mit Nachbesserung vereinbart.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 4.786; VJ: 4.750) beinhalten die offene Kaufpreisforderung aus dem 25%-Anteilserwerb an der AIG von der ATC, welche gemäß der geschlossenen Stundungsvereinbarung in Höhe von 3.166 TEUR spätestens am 20. April 2023 und in Höhe von TEUR 1.584 am 1. Dezember 2023 zur Zahlung fällig wird. Die Verbindlichkeit wird mit 3% p.a. verzinst. Zinsstichtage sind jeweils der 31. März, 30. Juni, 30. September und 30. Dezember eines Jahres. Als Sicherung für die Verbindlichkeit aus den Ratenzahlungen wurde der erworbene 25%-Anteil an den Verkäufer verpfändet.
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2 (VJ: TEUR 3) beinhalten Steuerverbindlichkeiten und haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr, Sicherheiten wurden nicht gewährt.
D. Ausgewählte Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 226 (Vergleichszeitraum 01.01.- 30.06.2021, zukünftig „VZ“: TEUR 307) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten für Kapitalmarktnotiz und
-kommunikation in Höhe von TEUR 90, Kosten im Zusammenhang mit einem der Vorstandmitglieder in Höhe von TEUR 60, Aufsichtsratvergütungen in Höhe von TEUR 43, sowie Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 16.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 73 (VZ: TEUR 73) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus den Zinsen für die Finanzierung des AIG Anteils gegenüber der ATC (TEUR 71).
E. Sonstige Angaben
1. Mitarbeiter
Zum 30. Juni 2022 beschäftigte die Gesellschaft drei Mitarbeiter in Teilzeit.
2. Haftungsverhältnisse oder sonstige finanzielle Verpflichtungen
Haftungsverhältnisse oder sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz angegeben sind, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.
3. Mitteilungen nach dem Aktiengesetz bzw. Wertpapierhandelsgesetz
Im Berichtszeitraum gingen keine Stimmrechtsmitteilungen ein. Bezüglich der historischen Stimmrechtsmitteilungen wird auf den vollständigen veröffentlichten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 verwiesen.
4. Angaben nach § 115 Absatz (5) WpHG
Der vorliegende Halbjahresabschluss mit Lagebericht der Gesellschaft wurde keiner prüferischen Durchsicht oder Abschlussprüfung unterzogen.
5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 13. Juli 2022 hat die Gesellschaft Ihre Aktionäre zur Hauptversammlung am 23. August 2022 eingeladen u.a. aufgrund des Verlustes von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß § 92 Abs. 1 AktG. Insbesondere vor diesem Hintergrund und des Kapitalbedarfs der AAM, nicht zuletzt für die Bezahlung des Anteilserwerbs an der AIG, schlägt die Verwaltung vor, folgende Kapitalmaßnahmen zu beschließen.
| • | Beschlussfassung über die Herabsetzung des Grundkapitals im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung zum Zweck des Ausgleichs von Verlusten. Dass Grundkapital der Gesellschaft soll von 5.650.000,00 EUR um 2.825.000,00 EUR auf 2.825.000,00 EUR im vereinfachten Verfahren nach §§ 229ff. AktG zum Ausgleich von Verlusten herabgesetzt werden. |
| • | Barkapitalerhöhung um bis zu EUR 4.237.500,00 durch Ausgabe von bis zu 4.237.500 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien erhöht. Die neuen Aktien sollen zum Ausgabebetrag von EUR 1,00 je Aktie ausgegeben werden, wobei auf den Ausgabebetrag gem. §§ 188 Abs. 2 S.1 AktG i.V.m. § 36 Abs. 2 AktG sowie § 36a Abs. 1 AktG zunächst nur EUR 0,30 je neue Aktie eingefordert werden. |
| • | Um der Gesellschaft zukünftig eine flexible und kurzfristige Finanzierung zu ermöglichen, soll die Hauptversammlung den Vorstand zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente; auch z. B. Wandelanleihen mit beigefügten Optionsscheinen), auch unter Ausschluss des Bezugsrechts, ermächtigen und ein neues bedingtes Kapital schaffen. Es ist geplant den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (nachstehend zusammen die „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 7.006.250,00 zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Options- und/oder Wandlungsrechte auf bis zu 7.006.250 auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 7.006.250,00 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. |
| • | Des Weiteren soll die Hauptversammlung ein an das erhöhte Grundkapital angepasstes neues genehmigtes Kapital beschließen, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, einen etwaigen Finanzierungsbedarf flexibel decken zu können. Der Vorstand soll ermächtigt werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital der Gesellschaft, um bis zu EUR 3.531.250,00 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen zu erhöhen. |
Die Gesellschaft beabsichtigt auf Basis dieser Vorratsbeschlüsse neben der Barkapitalerhöhung die Ausgabe einer Wandelanleihe von nominal rund 3,5 Mio. EUR mit beigefügten Optionsscheinen im Nachgang zur Hauptversammlung zu beschließen. Wandlungspreis und Optionspreis sollen 1 EUR je Aktie betragen. Die Aktionäre sollen ein Bezugsrecht auf diese Wandelanleihe erhalten. Einzelheiten zu dieser angedachten Emission befinden sich noch in Prüfung.
Weitere wesentliche Ereignisse haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ergeben.
F. Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Erklärung der gesetzlichen Vertreter der Altech Advanced Materials AG, Frankfurt, gemäß § 115 WpHG für das 1. Halbjahr 2022:
„Wir versichern nach bestem Wissen, dass der gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Zwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.“
Heidelberg, den 5. August 2022
*gez. Iggy Tan
(Vorstand)*
*gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)*
*gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)*