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ADM Hamburg AG

Annual / Quarterly Financial Statement May 25, 2011

4562_rns_2011-05-25_ce36b438-c824-480d-8d79-1fbfab80a0b5.html

Annual / Quarterly Financial Statement

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ADM Hamburg Aktiengesellschaft

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2010

Bilanz

AKTIVA

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31.12.2010 31.12.2009
Anhang EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
ANLAGEVERMÖGEN (5)
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 189.497,97 34.718,78
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 36.229.110,03 35.972.428,44
Technische Anlagen und Maschinen 55.568.824,72 17.163.911,42
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.527.485,70 856.368,60
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.373.093,94 616.923,40
102.698.514,39 54.609.631,86
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 5.843.095,74 56.853.248,72
Beteiligungen 457.831,97 457.823,93
6.300.927,71 57.311.072,65
109.188.940,07 111.955.423,29
UMLAUFVERMÖGEN
Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 83.891.974,42 44.897.783,14
Fertige Erzeugnisse 17.049.709,63 11.507.903,02
100.941.684,05 56.405.686,16
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 32.870.520,44 32.959.201,36
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (6) 139.122.275,02 283.918.317,20
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 45.564,12 0,00
Sonstige Vermögensgegenstände (7) 26.556.555,69 11.029.957,35
198.594.915,27 327.907.475,91
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 395.933,39 2.222.319,52
299.932.532,71 386.535.481,59
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Disagio 97.100,85 134.055,36
Andere Abgrenzungsposten 353.651,73 145.804,85
450.752,58 279.860,21
409.572.225,36 498.770.765,09
PASSIVA
31.12.2010 31.12.2009
Anhang EUR EUR EUR
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital (8) 19.142.768,03 19.142.768,03
Kapitalrücklage 21.012.853,54 21.012.853,54
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 175.249,73 175.249,73
Andere Gewinnrücklagen 880.917,05 880.917,05
1.056.166,78 1.056.166,78
41.211.788,35 41.211.788,35
RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen für Pensionen (9) 10.909.443,38 11.522.206,00
Steuerrückstellungen 0,69 516.238,16
Sonstige Rückstellungen (10) 34.138.744,83 32.074.871,69
45.048.188,90 44.113.315,85
VERBINDLICHKEITEN (11)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.611.059,99 6.891.025,57
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 2.386.059,99 (Vorjahr: EUR 1.184.775,57) -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 29.228.256,35 18.081.455,39
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 278.714.011,09 384.145.156,98
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 0,00 1.959,93
Sonstige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 8.476.912,16 4.298.798,13
- davon aus Steuern: EUR 1.256.971.28 (Vorjahr: EUR 244.039,20) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 128.736,96 (Vorjahr: EUR 29.972,19) -
323.030.239,59 413.418.396,00
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 282.008,52 27.264,89
409.572.225,36 498.770.765,09

Gewinn- und Verlustrechnung

scroll

An- 2010 2009
hang EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse (13) 815.160.335,42 780.801.137,36
Verminderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen 5.541.806,61 -1.531.996,76
Andere aktivierte Eigenleistungen 7.380,00 0,00
Sonstige betriebliche Erträge 4.015.042,33 2.333.615,93
Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -716.284.579,85 -709.301.975,81
Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.681.504,76 -722.966.084,61 -9.455.020,42 -718.756.996,23
Rohergebnis 101.758.479,75 62.845.760,30
Personalaufwand
Löhne und Gehälter -20.569.250,74 -11.362.402,07
Soziale Abgaben -3.881.975,12 -1.990.058,06
Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -677.354,89 -25.128.580,75 -1.699.032,73 -15.051.492,86
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -7.854.995,05 -5.132.698,30
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -41.175.686,81 -47.222.872,99
Erträge aus Beteiligungen 1.585.399,01 4.461.035,67
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.584.359,01 (Vorjahr: EUR 4.461.035,67) -
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (15) 608.957,85 787.661,61
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (15) -5.102.171,70 -6.227.532,85
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 24.691.402,30 -5.540.139,42
Außerordentliches Ergebnis (16) -3.087.354,42 0,00
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) -5.946.314,28 -2.265.078,37
Sonstige Steuern -460.105,17 -239.384,88
Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn / übernommener Verlust (18) -15.197.628,43 8.044.602,67
Jahresüberschuss/ Bilanzgewinn 0,00 0,00

Anhang

(1) Rechtliche Grundlage

Der Jahresabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg ("ADM Hamburg"), zum 31. Dezember 2010 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) geänderten Fassung und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die sich aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG ergebenden Änderungen in der Be-wertungs- und Darstellungsstetigkeit werden in diesem Anhang nicht gesondert erläutert und die Vergleichszahlen für das Vorjahr wurden nicht angepasst. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

(2) Anteilsbesitz der ADM Hamburg

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Unternehmen (Name, Sitz) Anteil am Kapital

in %
Eigenkapital

TEUR
Ergebnis 2010

TEUR
2009

TEUR
ADM Unterstützungskasse GmbH, Hamburg 100,0 8.377 -566 -507
ADM Rothensee Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,0 51 3 4
ADM Rothensee GmbH & Co. KG, Hamburg 100,0 520 -2.547 1.181
Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG, Hamburg 51,0 3.072 72 1.104
Silo - Betriebsgesellschaft mbH, Hamburg 51,0 55 3 4
ADM Research GmbH, Hamburg 100,0 785 63 67
Export Elevation Properties, Inc., New York 1 20,0 3.250 4 9
Förderband-Gesellschaft Getreidehafen, Rostock GmbH 1 33,3 26 0 0

Die Geschäftsjahre der aufgeführten Unternehmen enden jeweils zum 31. Dezember.

Im Geschäftsjahr 2010 sind die Vermögensgegenstände und Schulden der Silo Rothensee GmbH & Co. KG, Hamburg, nach dem Austritt der übrigen Gesellschafter der ADM Hamburg angewachsen. Die Anwachsung war erfolgsneutral, da der Buchwert der untergegangenen Anteile dem angewachsenen Netto-Vermögen entsprach.

1 Assoziiertes Unternehmen.

(3) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2010 mit dem Vorjahr ist durch Einflüsse des BilMoG und durch die Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG eingeschränkt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze werden im Vergleich zum Vorjahr unverändert angewendet, soweit nicht durch das BilMoG Abweichungen zwingend vorgegeben sind.

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen. Soweit erforderlich, werden bei Anlagegegenständen außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich außerplanmäßiger Abschreibung angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu niedrigeren Börsenoder Marktpreisen angesetzt. Die Ermittlung der Herstellungskosten erfolgt im Wesentlichen nach der Rückrechnungsmethode. Allgemeine Verwaltungskosten bleiben außer Ansatz.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt.

Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfallrisiko für Forderungen wird durch die Bildung einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Die Erfüllungsbeträge für Pensionsverpflichtungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Anwendung eines Rechnungszinses von 5,15% p.a. ermittelt. Dabei wurde ein Gehaltstrend von 3% p.a., ein Rententrend von 2% p.a. sowie eine Fluktuationsrate von 0,5% p.a. für Beschäftigte im Alter zwischen 20 und 50 Jahren zugrundegelegt. Als Rechnungsgrundlagen dienten die "Richttafeln 2005G" von K. Heubeck.

Die übrigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Soweit für Verpflichtungen aus der Altersversorgung und vergleichbaren Verpflichtungen Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB bestehen, sind diese zum Zeitwert angesetzt und mit den entsprechenden Rückstellungen verrechnet worden.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

(4) Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Stichtag bewertet.

Angaben zur Bilanz

(5) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem Anlagengitter dargestellt, das als Anlage diesem Anhang beigefügt ist.

(6) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen resultieren sowohl aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr als auch aus laufenden Verrechnungen aus dem Cash-Clearing-System der ADM Hamburg sowie aus Ergebnisübernahmen.

(7) Sonstige Vermögensgegenstände

Der Posten enthält zum 31. Dezember 2010 Ansprüche aus der Erstattung von Verbrauchsteuern in Höhe von TEUR 21.710 (Vorjahr: TEUR 6.007). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

(8) Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der ADM Hamburg beträgt zum 31. Dezember 2010 weiterhin EUR 19.142.768,03. Es ist eingeteilt in 748.800 auf den Inhaber lautende Stückaktien.

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, hält an der ADM Hamburg eine Mehrheitsbeteiligung. Im Juli 1996 hat ADM Hamburg mit der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als herrschendem Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen.

(9) Rückstellungen für Pensionen

Es handelt sich hierbei um Verpflichtungen aus Direktzusagen. Von den Erfüllungsbeträgen sindZeitwerte des Deckungsvermögens in Höhe von TEUR 3.895 abgesetzt. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betrugen TEUR 3.499.

Die ADM Hamburg ist eines der Trägerunternehmen der ADM Unterstützungskasse GmbH, Hamburg. Für die mittelbaren Verpflichtungen hieraus ergibt sich im Vergleich der unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2005G" von K. Heubeck ermittelten Erfüllungsbeträge für die zukünftigen Leistungen der Unterstützungskasse zu ihrem Kassenvermögen für die ADM Hamburg ein Fehlbetrag von TEUR 9.748 (Vorjahr: TEUR 2.763).

(10) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen gebildet für Zollnachforderungen, Rückzahlungsrisiken aus Energiesteuer-Erstattungen, Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie ausstehende Rechnungen. Mit den voraussichtlichen Erfüllungsbeträgen wurden Zeitwerte von Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 135 verrechnet, dessen Anschaffungskosten TEUR 120 betrugen.

(11) Verbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind am 31. Dezember 2010 TEUR 5.706 (Vorjahr: TEUR 6.863) durch Grundpfandrechte gesichert.

Verbindlichkeiten der ADM Hamburg gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 2.386 (Vorjahr: TEUR 1.185) haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.600 (Vorjahr: TEUR 2.275) haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Die übrigen Verbindlichkeiten haben, wie im Vorjahr, sämtlich eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren sowohl aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr als auch aus laufenden Verrechnungen aus dem Cash-Clearing-System der ADM Hamburg sowie aus Ertragsteuerumlagen und Ergebnisübernahmen.

(12) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

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31.12.2010

TEUR
31.12.2009

TEUR
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 1.873 1.715
Bestellobligo für Anlagevermögen 12.105 299

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

(13) Umsatzerlöse

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2010

TEUR
2009

TEUR
Inland 240.437 357.980
Ausland 574.723 422.821
815.160 780.801
Warenverkäufe 750.806 760.004
Dienstleistungen 60.270 13.797
Pachterträge 4.084 7.000
815.160 780.801

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursdifferenzen aus der Folgebewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen in Höhe von EUR 698.625,75 (Vorjahr: EUR 0,00) enthalten

(15) Zinsen

Die Zinserträge von verbundenen Unternehmen betrugen im Geschäftsjahr EUR 591.746,87 (Vorjahr: EUR 729.767,05). Die Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen betrugen bei der ADM Hamburg EUR 4.009.932,07 (Vorjahr: EUR 5.540.890,27).

(16) Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis betrifft ausschließlich Aufwendungen aus der erstmaligen Anwendung der Bewertungsvorschriften des BilMoG auf die zum 31. Dezember 2009 bilanzierten Rückstellungen für Pensionen. Die Höhe der berechneten und ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist durch diese Aufwendungen nicht beeinflusst.

(17) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, als Organträger hat der ADM Hamburg gemäß einer Vereinbarung vom 1. Dezember 1997 für das Geschäftsjahr 2010 Körperschaft-, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von EUR 5.855.000,00 belastet (Vorjahr: EUR 1.984.000,00), die in dieser Position enthalten sind.

(18) Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführter Gewinn

Das Jahresergebnis der ADM Hamburg wurde aufgrund eines im Juli 1996 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags von der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, übernommen.

(19) Angaben zu den derivativen Finanzinstrumenten

Die ADM Hamburg als international tätiges Unternehmen ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten Währungs- und Commodity-Risiken ausgesetzt. Die Unternehmenspolitik des ADM-Konzerns sieht die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risiko-Management vor. Als Instrumente dienen vor allem Devisentermingeschäfte und Commodity-Termingeschäfte.

Die ADM-Konzernunternehmen unterliegen einem strikten Risiko-Management. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft.

Die ADM Hamburg hat unterjährig Biodiesel-Swaps und Devisentermingeschäfte mit Geschäftsbanken sowie Commodity-Termingeschäfte abgeschlossen.

Am Bilanzstichtag wurden die Derivategeschäfte wie folgt bewertet:

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31.12.2010
Nominalwert

TEUR
Zeitwert

TEUR
--- --- ---
Devisentermingeschäfte 115.369 2.703
Commodity-Termingeschäfte 16.344 -1.063

Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente wurden zum Bilanzstichtag nicht bilanziert, fanden jedoch Berücksichtigung im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Wertes der entsprechenden Vorräte sowie der Höhe möglicher drohender Verluste aus schwebenden Ein- und Verkaufsgeschäften.

Sonstige Angaben

(20) Aufgliederung der Arbeitnehmerzahl nach Gruppen

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Gesamt
2010 2009
--- --- ---
Gewerbliche Arbeitnehmer 221 127
Angestellte 169 71
390 198

(21) Organe der Gesellschaft

Vorstand:

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld, Vorstand, Lüneburg, Vorsitzende seit 28. Februar 2011

Detlef Ernst Evers, Vorstand, Hamburg

Dr. Martin Kropp, Gland, Schweiz (seit 23. September 2010)

Dr. Kai-Uwe Ostheim, Vorstand (bis 28. Februar 2011), Mies, Schweiz, Sprecher des Vorstands

Aufsichtsrat:

Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp, Hamburg, Corporate Counsel Europe, - Vorsitzender -, ADM European Management Holding GmbH, Hamburg

Member of the Supervisory Board:

Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg, Germany
Intrade Holding GmbH, Hamburg, Germany
Alfred C. Toepfer International BV, Rotterdam, the Netherlands
Intrade-Toepfer US Holdings Inc, USA

Brent A. Fenton, Begnins, Schweiz, Managing Director European Oilseeds, Archer Daniels Midland Company, Decatur, USA (ab dem 19. Februar 2010)

Member of the Supervisory Board:

Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg, Germany
Intrade Holding GmbH, Hamburg, Germany
Alfred C. Toepfer International BV, Rotterdam, the Netherlands
ADM Szamotuly Sp. z o.o., Szamotuly, Poland
Intrade-Toepfer US Holdings Inc, USA

Thomas Schlomm, Chemikant, Börnsen 1

1 Arbeitnehmervertreter.

(22) Angaben zu Organen der Gesellschaft

Die Hauptversammlung fasste mit Datum vom 21 November 2006 folgenden Beschluss;

"Die Angabe der Bezüge jedes einzelnen Vorstandsmitglieds unter Namensnennung gemäß § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 sowie § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 Handelsgesetzbuch unterbleibt für die Geschäftsjahre 2006/2007 bis einschließlich 2010/2011."

Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder und Hinterbliebener:

Die kurzfristig fälligen Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2010 betragen TEUR 568 (31. Dezember 2009 TEUR 519).

Die Pensionszahlungen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sowie die Hinterbliebenen früherer Vorstandsmitglieder beliefen sich auf TEUR 486 (Vorjahr: TEUR 584). Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern bzw. ihren Hinterbliebenen beträgt zum 31. Dezember 2010 bei der ADM Hamburg TEUR 3.516 (Vorjahr: TEUR 5.470).

Die Aufwendungen für Vergütungen an den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2010 TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 8).

(23) Mutterunternehmen gemäß § 285 Nr. 14 HGB

Die ADM Hamburg erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, welcher am Sitz der Gesellschaft erhältlich ist und darüber hinaus im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Die ADM Hamburg wird in den Konzernabschluss der Archer Daniels Midland Company, Decatur, Illinois/USA, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss mit Geschäftsbericht ist am Sitz dieser Gesellschaft erhältlich. Darüber hinaus wird er im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

(24) Angaben zu Geschäften mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Der Umfang der Geschäftsbeziehungen der ADM Hamburg zu nahe stehenden Unternehmen und Personen beschränkt sich grundsätzlich auf Warenlieferungen und Dienstleistungsverträge. Verkäufe an und Käufe von nahe stehenden Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

(25) Corporate Governance

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz im Juli 2010 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http:www.oelag.deindex.php3?hid=006) dauerhaft, öffentlich zugänglich gemacht.

(26) Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG in Verbindung mit § 24 WpHG

Der Inhalt der entsprechenden Mitteilungen ist im Lagebericht wiedergegeben.

Hamburg, den 31. März 2011

Der Vorstand

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Dr. Martin Kropp

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010

Entwicklung des Anlagevermögens

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Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen
entgeltlich erworbene Software

EUR
Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

EUR
Technische Anlagen und Maschinen

EUR
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

EUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

EUR
Gesamt

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 1. Januar 2010 783.174,61 129.774.959,92 136.968.810,39 7.283.688,69 616.923,40 274.644.382,40
Zugänge durch Anwachsung 501.174,46 7.550.335,54 225.944.184,30 5.267.344,65 6.590.321,19 245.352.185,68
Zugänge 214.415,50 523.357,87 398.966,29 154.084,19 8.098.723,45 9.175.131,80
Abgänge durch Anwachsung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Abgänge 7.707,52 895.344,03 1.125.609,70 453.897,63 0,00 2.474.851,36
Umbuchungen 0,00 84.278,86 5.654.680,53 193.914,71 -5.932.874,10 0,00
Stand am 31. Dezember 2010 1.491.057,05 137.037.588,16 367.841.031,81 12.445.134,61 9.373.093,94 526.696.848,52
Abschreibungen
Stand am 1. Januar 2010 748.455,83 93.802.531,48 119.804.898,97 6.427.320,09 0,00 220.034.750,54
Zugänge durch Anwachsung 466.923,29 5.805.234,19 188.202.389,57 4.520.316,58 0,00 198.527.940,34
Abschreibungen des Geschäfts- jahres 93.373,51 2.084.430,89 5.317.834,81 359.355,84 0,00 7.761.621,54
Abgänge durch Anwachsung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Abgänge 7.193,55 883.718,43 1.052.916,26 389.343,60 0,00 2.325.978,29
Stand am 31. Dezember 2010 1.301.559,08 100.808.478,13 312.272.207,09 10.917.648,91 0,00 423.998.334,13
Buchwerte
31. Dezember 2010 189.497,97 36.229.110,03 55.568.824,72 1.527.485,70 9.373.093,94 102.698.514,39
31. Dezember 2009 34.718,78 35.972.428,44 17.163.911,42 856.368,60 616.923,40 54.609.631,86

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Finanzanlagen Gesamt
Anteile an verbundenen Unternehmen

EUR
Beteiligungen

EUR
Gesamt

EUR
EUR
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Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 1. Januar 2010 62.240.153,45 989.649,09 63.229.802,54 338.657.359,55
Zugänge durch Anwachsung 0,00 0,00 0,00 245.853.360,14
Zugänge 0,00 8,04 8,04 9.389.555,34
Abgänge durch Anwachsung 54.589.196,15 0,00 54.589.196,15 54.589.196,15
Abgänge 0,00 0,00 0,00 2.482.558,88
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2010 7.650.957,30 989.657,13 8.640.614,43 536.828.520,00
Abschreibungen
Stand am 1. Januar 2010 5.386.904,73 531.825,16 5.918.729,89 226.701.936,26
Zugänge durch Anwachsung 0,00 0,00 0,00 198.994.863,63
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 0,00 0,00 7.854.995,05
Abgänge durch Anwachsung 3.579.043,17 0,00 3.579.043,17 3.579.043,17
Abgänge 0,00 0,00 0,00 2.333.171,84
Stand am 31. Dezember 2010 1.807.861,56 531.825,16 2.339.686,72 427.639.579,93
Buchwerte
31. Dezember 2010 5.843.095,74 457.831,97 6.300.927,71 109.188.940,07
31. Dezember 2009 56.853.248,72 457.823,93 57.311.072,65 111.955.423,29

KONZERNLAGEBERICHT UND LAGEBERICHT

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 01.01. - 31.12.2010

DER ADM HAMBURG AKTIENGESELLSCHAFT, HAMBURG

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft ist in den weltweit operierenden Konzern der Archer Daniels Midland Company eingebunden. Diese Vernetzung ist ein wesentlicher Garant für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns der ADM Hamburg Aktiengesellschaft. Ganz entscheidende Vorteile liegen für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft dabei in der universellen Erfahrung der Archer Daniels Midland Company, dem internationalen und technischen Know-how sowie in den Investitionen, die von der Archer Daniels Midland Company veranlasst und finanziert werden.

Archer Daniels Midland Company ist ein globaler Marktführer in der Verarbeitung von Mais, Ölsaaten und anderer landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie zum Beispiel Weizen und Kakao. Mit über 240 Produktionsanlagen und Handelsaktivitäten in mehr als sechzig Ländern auf der Erde ist das Unternehmen ständig bestrebt, in den bestehenden Geschäftsfeldern zu wachsen. Wachstum wird dabei zum einen organisch, zum anderen durch strategische Zukäufe generiert. ADM verfügt über das weltweit führende Netzwerk zur Erfassung und zum Transport landwirtschaftlicher Rohstoffe. Auch in der Herstellung von nachwachsenden und umweltschonenden Kraftstoffen wie Biodiesel und Ethanol ist Archer Daniels Midland Company weltweit einer der Marktführer.

DER ADM HAMBURG KONZERN

Der ADM Hamburg Konzern mit Sitz in Hamburg ist ein führender Verarbeiter von Ölsaaten in Europa. Der Konzern zeigt eine klare Struktur. Kernkompetenz ist die Verarbeitung von Ölsaaten. Zusätzliche Kompetenzen im Bereich des Lagerns und Umschlagens von landwirtschaftlichen Rohstoffen sowie der Weiterverarbeitung von pflanzlichen Ölen und Fetten runden die Gesamtleistung des Konzerns ab. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die Silo Rothensee GmbH & Co. KG mit ihren Betriebsstätten in Hamburg und Magdeburg durch Ausscheiden der persönlich haftenden Gesellschafterin ADM Rothensee Beteiligungsgesellschaft mbH aufgelöst. Mit der Auflösung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG wuchs das gesamte Vermögen der Silo Rothensee GmbH & Co. KG auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft an. Die Silo Rothensee GmbH & Co. KG, Betriebsstätte Hamburg heißt fortan ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Hamburg. Die Betriebsstätte in Magdeburg heißt fortan ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Silo Rothensee. Mit der Auflösung und Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft werden wesentliche Teile der Ölsaatenverarbeitung zurückgeführt und die Unternehmensstruktur der ADM Hamburg Aktiengesellschaft vereinfacht.

Die Aktivitäten des Konzerns sind in zwei Geschäftsfelder unterteilt: "Ölmühle" und "Weiterverarbeitung".

Das Geschäftsfeld "Ölmühle" bildet das Fundament des Konzerns. In diesem Geschäftsfeld werden die traditionellen Aktivitäten der Ölsaatenverarbeitung zusammengefasst. Aktivitäten, die mit der Beschaffung, dem Transport und der Lagerung landwirtschaftlicher Rohstoffe und damit der Logistik beginnen. Konzerneigene Silo- und Umschlagsbetriebe in Hamburg, Rostock und Magdeburg bilden wichtige Knotenpunkte für die Versorgung der Produktionsanlagen, die Vermarktung und Dienstleistungen. Das Werk Hamburg ist der größte Ölsaatenverarbeiter in der deutschen Gruppe und einer der größten zur Verarbeitung unterschiedlicher Ölsaaten weltweit. Sowohl Sojabohnen als auch Rapssaat werden in Hamburg verarbeitet. Die Ölsaatenverarbeitung erfolgt in modernen Großanlagen zu pflanzlichem Rohöl und Proteinschroten.

Die pflanzlichen Rohöle werden anschließend im Produktionsschritt Raffination zu hochwertigen Raffinaten veredelt. Wichtigster Kunde für diese Produkte ist die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie. Proteinhaltige Schrote werden an die Futtermittelindustrie geliefert.

Das Geschäftsfeld "Weiterverarbeitung" beschäftigt sich mit der Herstellung von Spezialfetten und -ölen sowie der Herstellung von Biodiesel und Pharmaglyzerin. Spezialfette und -öle finden ebenfalls ihren Absatz in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie. Biodiesel dagegen wird heute nahezu ausschließlich als Beimischungskomponente zum herkömmlichen Diesel an die europäische Mineralölindustrie geliefert.

Die Veredelung von pflanzlichen Ölen zu Biodiesel und Pharmaglyzerin erfolgt sowohl im Werk Hamburg als auch im Werk Leer.

Das Werk Noblee & Thörl in Hamburg-Harburg ist spezialisiert auf die Herstellung von maßgeschneiderten Spezialfetten und -ölen. Rohstoff für die Produktion sind bereits raffinierte Vorprodukte.

Das Werk Hamburg verarbeitet darüber hinaus im Auftrag des Werkes Noblee & Thörl rohes Palmöl zu hochwertigem Raffinat.

1. Die Ölmühle und ihr Markt

1.1. Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Konsum

Das Jahr 2010 war ein besonderes Jahr für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft. Am 22. Juli 2010 konnte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen feiern.

Das Jahr 2010 war aber auch aufgrund anderer Ereignisse ein Jahr, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Wirtschaftskrise Griechenlands beherrschte die Nachrichten seit dem ersten Tag des Jahres. Nachdem die neue griechische Regierung bereits im Oktober 2009 die Staatsverschuldung auf 12,7 Prozent nach oben revidierte, wurde die wahre Dimension der griechischen Wirtschaftskrise in der ersten Jahreshälfte 2010 bekannt. Der Euro verlor in der Folge deutlich an Wert.

Bereits am 11. Februar 2010 reagierte die Europäische Union (EU). Sie garantierte der griechischen Regierung ihre politische Unterstützung. Am 11. April 2010 einigten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe auf die Einzelheiten eines dreijährigen Hilfspaketes. Im ersten Jahr sollte dieses Hilfspaket ein Volumen von 45 Milliarden EUR umfassen.

Nachdem die Haushaltsdefizite weiterer Euro-Länder ein bedrohliches Ausmaß annahmen, spannte die EU am 10. Mai 2010 einen Rettungsschirm über 750 Milliarden EUR für notleidende Euro-Länder. Dabei stammten 500 Milliarden EUR aus Mitteln der EU, 250 Milliarden EUR wurden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) beigesteuert. Irland nutzte den Rettungsschirm im November 2010 mit Hilfszusagen von 85 Milliarden EUR.

Die deutsche Wirtschaft erholte sich im Laufe des Jahres 2010 schneller als von vielen Experten erwartet. Im Oktober sanken die Arbeitslosenzahlen in Deutschland auf 2,945 Millionen Personen. Das war der niedrigste Oktoberwert seit 1992.

Stand Deutschland im Jahr 2009 noch unter dem Schock einer historischen Rezession, so klarte sich der deutsche Konjunkturhimmel im Jahr 2010 wieder auf. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2010 stieg um 3,6 Prozent. Diese wirtschaftliche Erholung war einzigartig in ganz Europa.

Deutschland fand seinen Weg aus der Krise dank seiner Exportstärke und der steigenden Nachfrage in Ländern außerhalb Europas. Im Februar setzte die deutsche Exportentwicklung ein erstes Ausrufungszeichen. Um 5,1 Prozent stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat - der stärkste Anstieg seit acht Monaten.

Noch beeindruckender waren die Zahlen für den Mai 2010. In diesem Monat konnte der höchste Anstieg der Exporte innerhalb der letzten zehn Jahre verzeichnet werden. Die deutschen Exporte stiegen gegenüber dem Mai 2009 um 28,8 Prozent.

Wurde die wirtschaftliche Erholung in den ersten Monaten im Wesentlichen von Exporten getragen, so zog in den folgenden Monaten auch die Binnennachfrage an. Der Aufschwung ruhte nun auf zwei Säulen.

Anderen Ländern des Euro-Raumes wie Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien ist die wirtschaftliche Erholung noch nicht gelungen. Diese Euro-Länder arbeiten mit aller Kraft daran, ihre Staatsschulden und Haushaltsdefizite zu reduzieren und gleichzeitig Arbeitslosigkeit und Inflation nicht zu stark ansteigen zu lassen. Sparprogramme haben starke Einschnitte für die öffentlichen Haushalte und die Bevölkerung in diesen Ländern zur Folge.

Die Volkswirtschaften der größten Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien haben sich im Jahr 2010 weiter rasant entwickelt.

Chinas Wirtschaft hat mit einem Wachstum von 10,3 Prozent alle ExpertenErwartungen übertroffen. Gleichzeitig löste China Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ab. Zu Chinas Wachstum trug insbesondere die starke Binnennachfrage bei. Die Einzelhandelsumsätze in China stiegen in 2010 um 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einkommen der Stadtbewohner stiegen um 7,8 Prozent an, während die Einkommen der Landbewohner sogar um 10,9 Prozent anstiegen. Grund zur Sorge gibt jedoch Chinas Inflationsentwicklung. Für das gesamte Jahr 2010 wurde ein Anstieg der Verbraucherpreise um 3,3 Prozent ermittelt. Im Vergleich dazu stiegen die Preise in Deutschland im Jahr 2010 lediglich um 1,1 Prozent.

Das weltweit zweithöchste Wirtschaftwachstum konnte Indien mit 8,5 Prozent verzeichnen. Brasilien folgt an weltweit dritter Stelle mit 7,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2010.

Viele Schwellenländer, insbesondere die sogenannten BRIC-Staaten, haben sich nach der Weltwirtschaftkrise schneller erholt als die traditionellen Industrieländer in Europa und Nordamerika. Mit ihrem Wirtschaftswachstum, ihrer wachsenden Bevölkerung, einer zunehmenden Urbanisierung und steigenden Durchschnittseinkommen sind sie weltweiter Nachfragemotor. Und sie werden dies in Zukunft auch bleiben. Sie werden wachsende Mengen an Rohstoffen und Lebensmitteln nachfragen. Und sie benötigen eine leistungsfähige Infrastruktur und damit mehr Energie.

Diese Nachfrage bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Preisbildung auf den weltweit interagierenden Rohstoff-Märkten. Das zeigte sich auch im letzten Jahr. Nachdem im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Rohstoff-Preise in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 drastisch fielen, haben sich die Preise vieler Rohstoffe seit Anfang 2009 sukzessive erholt. Mitte 2010 nahm dieser Preisanstieg deutlich zu. In der Folge erreichten verschiedene Rohstoffe zum Ende des Jahres 2010 nahezu wieder ihr hohes Preisniveau aus der Zeit vor der Weltwirtschaftskrise..

Dafür gab es verschiedene Gründe. Experten erwarten, dass die Nachfrage nach Getreide und Ölsaaten, den sogenannten Soft-Commodities, in der Kampagne 2010/2011 ein neues Rekordniveau erreichen wird. Gleichzeitig erwarten sie, dass die weltweiten Lagerbestände an Getreide und Ölsaaten zum Ende der laufenden Kampagne zurückgehen werden.

Insbesondere die Weizen- und Roggenernten in Ländern Osteuropas blieben im Jahr 2010 hinter den Erwartungen zurück. Große Teile Osteuropas litten unter einer anhaltenden Trockenperiode. Allein Russlands Weizenernte ging auf 41,5 Millionen Tonnen zurück. Im Vorjahr wurden dort noch 61,7 Millionen Tonnen geerntet. In der Folge verhängte Exportstopps wirkten sich erheblich auf die weltweiten Handelsströme aus. Nachfrage, die traditionell aus Osteuropa bedient wurde, musste mit Weizen und Roggen aus der EU, den USA und Australien versorgt werden.

Auch im Jahr 2010 war Chinas Nachfrage auf allen Rohstoff-Märkten ein ganz entscheidender Faktor. Sowohl im Bereich der landwirtschaftlichen Rohstoffe als auch im Bereich von Metallen, Düngemitteln oder Kohle hat Chinas Import viele Erwartungen übertroffen.

Für das Wirtschaftsjahr 2010/2011 erwartet das nationale Getreide- und Ölinformationszentrum Chinas (CNGOIC), dass China insgesamt 54 Millionen Tonnen Sojabohnen importieren wird. Andere Schätzungen, wie die des U.S. Department of Agriculture (USDA), gehen sogar von einer Menge von 57 Millionen Tonnen aus. Im Wirtschaftjahr 2009/2010 hatte China noch 50,4 Millionen Tonnen importiert.

Auch die Entwicklung des Mineralölpreises spiegelte in 2010 die steigende Nachfrage und die begrenzte Verfügbarkeit dieses Energieträgers wider. Verlief der Preis in der ersten Jahreshälfte in Folge der Wirtschaftskrise noch seitwärts zwischen 70 und 85 USD pro Barrel, so war in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Aufwärtstrend zu beobachten. Dieser Trend führte den Mineralölpreis zum Ende des Jahres über die Marke von 90 USD pro Barrel. Auch wenn der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix stetig zunimmt: der weltweite Durst nach Mineralöl ist unverändert groß - und er wird weiter steigen.

Steigende Nachfrage und sinkende Verfügbarkeit führen dazu, dass Mineralöl aus immer schwerer zugänglichen Quellen gefördert werden muss - wie zum Beispiel der Tiefsee oder aus Teersand. Eine Förderung in solchen Regionen ist mit großen Risiken verbunden - und sie ist teuer.

Die Katastrophe nach dem Untergang der Explorationsplattform "Deepwater Horizon" hat der Weltöffentlichkeit verdeutlicht, welche Risiken mit der Tiefsee-Ölförderung verbunden sind. Bei einer Bohrung in 1.500 Meter tiefem Wasser kam es am 20. April 2010 zu einem Blowout. Das dabei ausströmende Erdgas entzündete sich und führte zum Brand und Untergang der Plattform. Im Anschluss flossen schätzungsweise 800 Millionen Liter Erdöl aus dem Bohrloch in den Golf von Mexiko und führten zur wohl schwersten Ölkatastrophe in den USA bisher.

Während die weltweite Nachfrage nach Mineralöl steigt, ringen Regierungschefs aller Länder um eine Senkung der globalen CO2 -Emissionen und eine Begrenzung der Erderwärmung. Der Klimagipfel in Cancun brachte erst in letzter Minute die Kompromisse, die die Grundlage für ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyotovertrages bilden sollen. Ebenso verständigten sich die unterzeichnenden Länder auf tiefe Einschnitte bei den weltweiten CO2 -Emmissionen. Ziel ist es, die Erderwärmung auf 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Damit wird erneut offensichtlich: Die wichtigste Herausforderung für unsere und die nachfolgenden Generationen liegt darin, die Versorgung einer wachsenden Erdbevölkerung bei zunehmendem Wohlstand, steigender Mobilität aber begrenzten Ressourcen zu sichern - und gleichzeitig unsere Umwelt zu schonen. Interessen- und Zielkonflikte sind dabei unvermeidlich.

Die anhaltende "Tank-Teller"-Diskussion, die mit den steigenden Lebensmittelpreisen neu entfacht wurde, ist ein Beispiel dafür. Die Diskussion um die Einführung von E10, also der Zumischung von 10 Prozent Ethanol zu herkömmlichem Ottokraftstoff, in Deutschland ist ein weiteres Beispiel.

An diesen Beispielen wird deutlich: Eine weitere Herausforderung für die Zukunft liegt auch in der Kommunikation mit dem Verbraucher. Der Verbraucher muss bei wichtigen politischen Entscheidungen umfassend und rechtzeitig informiert werden. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass die öffentliche Diskussion um wichtige Zukunftsprojekte eher emotional und weniger fundiert geführt wird. Und für politische Entscheidungsträger gilt: Sie müssen vorausschauend agieren, ihre Entscheidungsprozesse transparent machen und bei wichtigen Zukunftsprojekten Standfestigkeit beweisen.

Das gilt auch für die "Tank-Teller"-Diskussion. Denn bei dieser Diskussion geht es nicht um ein "entweder oder" sondern um ein "sowohl als auch". Diese Herausforderung gilt es zu lösen - auch gemeinsam mit der Landwirtschaft.

Das Jahr 2010 hat auch den deutschen Landwirten einen spürbaren Aufschwung gebracht. Zwar mussten sie Ertragsrückgänge aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Juni und der starken Niederschläge zur Erntezeit in Kauf nehmen, doch insgesamt konnte trotz gestiegener Betriebsmittelpreise ein Aufwärtstrend über das gesamte Jahr verzeichnet werden. Laut Mitteilung des Bauernverbandes stieg der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft im Jahr 2010 auf schätzungsweise 47,6 Milliarden EUR. Dies ist eine Steigerung um 5 Milliarden EUR oder 12 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.

Diese Entwicklung sollte sich auch im Jahr 2011 fortsetzen. Erste Prognosen gehen -basierend auf durchschnittlichen Erntemengen und der Preisentwicklung an den Terminmärkten im Spätherbst des Jahres 2010 - von einer weiteren Steigerung des Produktionswertes auf etwa 50,5 Milliarden EUR in 2011 aus.

Die Landwirtschaft nimmt eine immer wichtigere Rolle bei der Versorgung der Weltmärkte mit Lebensmitteln und Energie ein. Und sie ist in der Lage, diesen wichtigen Beitrag auch in der Zukunft zu leisten, wenn die globale Nachfrage weiter steigen wird.

Weltweite Produktionssteigerungen sind dafür notwendig und möglich. Das hat die Vergangenheit eindrucksvoll belegt. Steigende Preise für Agrarrohstoffe führen zu einer steigenden Produktion. Insbesondere in Entwicklungsländern führen steigende Preise für Agrarrohstoffe dazu, dass die Produktion dort wieder wirtschaftlicher wird. Aber es geht nicht nur um die Ausweitung der landwirtschaftlichen Flächen, sondern vielmehr um andere Maßnahmen, die die verfügbare Menge an Agrarrohstoffen weltweit steigern werden: die Erhöhung der Flächenerträge, die Verringerung von Nachernteverlusten und eine allgemeine Optimierung von Lagerhaltung und Transport, also die Verbesserung der weltweiten Logistikkette insbesondere in Entwicklungsländern. Mit zielführenden Projekten in diesem Bereich kann sichergestellt werden, dass die Erntemengen dort hingelangen, wo sie hingehören: vom Landwirt zum Verbraucher.

1.2. Die Rohwarenversorgung der Saatenverarbeitung

Die Rohwarenversorgung des Lohnverarbeitungsbetriebes konnte über das gesamte Berichtsjahr sichergestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Extraktionsanlagen nahezu die gleiche Menge an Sojabohnen und Rapssaat verarbeitet.

Die Welternte der wichtigsten Ölsaaten war im Erntejahr 2009/2010 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden nach Expertenschätzungen etwa 441,6 Millionen Tonnen Ölsaaten geerntet.

Nach dem Einbruch der Sojabohnenernte in Südamerika im Jahr 2009 konnten Brasilien und Argentinien ihre Erntemengen in 2010 wieder deutlich steigern. Die südamerikanische Ernte war 2009 wegen schlechter Witterungsbedingungen in der Wachstumsperiode deutlich zurückgegangen. In der Folge wurden im Erntejahr 2008/2009 weltweit lediglich 396,3 Millionen Tonnen Ölsaaten geerntet.

Einen rückläufigen Trend zeigte dagegen die europäische Rapsernte im Jahr 2010. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Juni und starker Regenfälle in der Erntezeit ging die Rapsernte in den Ländern der EU um etwa 1 Million Tonnen auf 20,4 Millionen Tonnen zurück. Auch die kanadische, indische und ukrainische Ernte blieben hinter den Erntemengen des Vorjahres zurück.

Für die laufende Kampagne 2010/2011 wird die Weltölsaatenernte auf 444,2 Millionen Tonnen geschätzt. Dabei wird die argentinische Sojabohnenernte wegen schlechter Witterungsverhältnisse in der Wachstumsperiode erneut Einbußen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen müssen. Experten erwarten, dass sie gegenüber 2010 mit 49,5 Millionen Tonnen etwa 10 Prozent geringer ausfallen wird.

Die kaum steigende weltweite Ölsaatenernte wird bei einer tendenziell stärker steigenden Nachfrage zu einer Reduzierung der weltweiten Lagerbestände führen. Der internationale Wettbewerb um die verfügbare Menge an Ölsaaten wird zunehmen. Und die Beschaffung einer ausreichenden Menge an Rohstoffen wird für alle Marktteilnehmer schwieriger.

In diesem Marktumfeld wird jedoch die Einbindung der ADM Hamburg Aktiengesellschaft in das weltweite Erfassungs- und Logistiknetz der Archer Daniels Midland Company-Gruppe sicherstellen, dass auch in Zukunft alle Produktionsanlagen mit einer ausreichenden Menge an Sojabohnen und Rapssaat versorgt sein werden.

Sojabohnen

Die Sojabohnenernte 2010 in Südamerika wurde in den Monaten März und April ohne Probleme eingebracht. Insgesamt wurden 69 Millionen Tonnen Sojabohnen in Brasilien und 54,5 Millionen Tonnen in Argentinien geerntet. Damit konnten die Sojabohnenproduzenten sowohl in Brasilien und Argentinien als auch in Paraguay und Uruguay neue Ernterekorde erzielen.

Auf der Nachfrageseite war China im Jahr 2010 einmal mehr der wichtigste Faktor. Bereits zu Beginn des Jahres kündigte China an, dass es seine strategischen Reserven um 40 Prozent aufstocken wolle, nachdem diese im Jahr 2009 als Folge der Trockenheit und der geringen Erntemengen in Südamerika deutlich dezimiert wurden.

Doch die Nachfrage Chinas zeigte vorerst wenig Einfluss auf den Sojabohnenmarkt. Die Preise für Sojabohnen verliefen an der Chicago Board of Trade (CBOT) im ersten Quartal innerhalb eines relativ engen Preiskorridors.

Zu Beginn des zweiten Quartals wurde die Nachfrage Chinas jedoch zu einem bedeutsameren Faktor. Wie andere wichtige Sojabohnenimporteure nutzte China das große Angebot aus der südamerikanischen Ernte, um Rekordmengen zu importieren. Experten schätzen, dass China im Mai und Juni monatlich jeweils 5 bis 6 Millionen Tonnen Sojabohnen importiert hat.

Nachdem die südamerikanische Ernte eingebracht war, entspannte sich die Versorgungssituation des europäischen Marktes mit Sojabohnen. Denn die Sojabohnen aus der nordamerikanischen Ernte 2009 waren langsam zur Neige gegangen

Darüber hinaus bereitete die Qualität der noch verfügbaren nordamerikanischen Sojabohnen vielen Ölmühlen große Probleme. Ihre Extraktionsanlagen konnten nicht mit maximaler Kapazität betrieben werden. Mit der Umstellung auf die südamerikanischen Sojabohnen aus der neuen Ernte konnte die Leistung der europäischen Ölmühlen wieder gesteigert und die Qualität des Schrotes verbessert werden.

Die Preise für Sojabohnen an der CBOT stiegen im dritten Quartal kontinuierlich an. Dieser Preisanstieg war auch eine Reaktion auf die anhaltend starke Nachfrage aus China. Nachdem China im Wirtschaftjahr 2008/2009 etwa 41 Millionen Tonnen Sojabohnen importiert hatte, war der Import im Wirtschaftsjahr 2009/2010 auf über 50 Millionen Tonnen angestiegen.

Am Ende des Monats September und im Oktober 2010 stellten viele europäische Ölmühlen ihre Produktion wieder auf die günstigeren nordamerikanischen Sojabohnen aus der neuen Ernte um. Die brasilianischen Sojabohnenbestände waren aufgrund der großen Exportmenge und des hohen Inlandsverbrauchs nahezu aufgebraucht. Die verbliebene Menge war wegen des gestiegenen Preises für den Export nicht mehr konkurrenzfähig.

Die nordamerikanische Sojabohnenernte des Jahres 2010 wurde zügig eingebracht und stand somit früh für den Export nach Europa zur Verfügung. Die Farmer konnten aufgrund günstiger Wetterbedingungen früher als im Vorjahr auf die Felder. In den USA lagen die Sojabohnen-Erträge bei durchschnittlich 42,5 Bushel pro Acre. Mit 90,6 Millionen Tonnen konnte insgesamt eine gute Ernte in den USA eingebracht werden.

Zum Ende des Berichtsjahres stiegen die Preise für den gesamten Sojakomplex an der CBOT weiter an. Lag der Preis im Januar noch bei 10,60 USD pro Bushel so erreichte er mit 14,00 USD pro Bushel seinen Höchsttand zum Ende des Jahres.

Entwicklung des Sojabohnenpreises an der CBOT in USD pro Bushel seit 2007

Letzte Schätzungen des USDA besagen, dass die US-Sojabohnenanbaufläche im Jahr 2011 um etwa 1 Prozent auf 31 Millionen Hektar zurückgehen wird.

Die europäischen Ölmühlen beginnen traditionell mit der Verarbeitung der neuen nordamerikanischen Ernte zwischen Oktober und Anfang November eines jeden Jahres. Auch im Jahr 2011 werden nordamerikanische Sojabohnen dringend für die Versorgung des europäischen Marktes im Winterhalbjahr benötigt. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass spätestens bis dahin das Risiko für Importeure, welches aus der sogenannten Nulltoleranz-Regelung für nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen resultiert, von der Europäischen Kommission beseitigt wird.

Verbesserungsbedarf wird auch beim Genehmigungsprozess für neue gentechnisch veränderte Sorten in der Europäischen Union gesehen. Häufig waren neue gentechnisch veränderte Sorten in Ländern außerhalb der EU längst für den Anbau und die Vermarktung freigegeben, während die Freigabe der Europäischen Kommission noch ausstand. Der dringende Wunsch aller Marktteilnehmer ist es, dass Freigaben von neuen gentechnisch veränderten Sorten international synchronisiert werden. Damit lässt sich das Risiko aus der Nulltoleranz-Regelung deutlich reduzieren.

Eines haben die letzten Jahre gezeigt: die Länder der Europäischen Union importieren etwa 13 Millionen Tonnen Sojabohnen aus Nord- und Südamerika pro Jahr. Die Europäische Union produziert nur etwa 1 Million Tonnen Sojabohnen pro Jahr. Der Anbau der Bohnen erfolgt nahezu ausschließlich in Südeuropa. Nur durch Sojabohnenimporte und die Verarbeitung der Sojabohnen in europäischen Ölmühlen kann die Versorgung des europäischen Marktes mit ausreichend Eiweißfuttermitteln sichergestellt werden.

Für den Transport der Sojabohnen zum Ort ihrer Verarbeitung werden Massengutfrachter der sogenannten Panamax- und Cape-Size-Klasse eingesetzt. Diese Schiffe können pro Reise etwa 60-90.000 Tonnen Sojabohnen nach Europa transportieren.

Das letzte Jahr war durch die Indienststellung einer großen Anzahl dieser Schiffseinheiten gekennzeichnet. Es handelte sich dabei um Neubauten, die noch vor der Weltwirtschaftskrise in Auftrag gegeben wurden und nun vom Stapel liefen.

Dieses kontinuierlich steigende Frachtraumangebot hatte zur Folge, dass trotz des weltweit gestiegenen Bedarfs an Frachtraum die Frachtraten für Panamax-Schiffe im ersten Halbjahr nahezu unverändert blieben. Die Frachtrate bewegte sich im gesamten Zeitraum um etwa 30.000 USD pro Tag.

Auch im weiteren Verlauf des Jahres konnte das kontinuierlich steigende Angebot die Nachfrage nach Frachtraum für den Transport von Steinkohle, Eisenerz, Düngemitteln und Agrarrohstoffen nach China, Indien und Europa problemlos bedienen. Wahrscheinlich wären die Frachtraten schon in der ersten Jahreshälfte unter Druck geraten, hätten nicht die langen Wartezeiten in den südamerikanischen Soja- und australischen Kohlehäfen und damit verbundene verlängerte Umlaufzeiten für eine Unterstützung der Frachtraten gesorgt. Die Frachtraten blieben vorerst stabil.

Erst in der zweiten Jahreshälfte gaben die Frachtraten nach. Die Nachfrage Chinas nach Frachtraum blieb weiter stabil, jedoch führte nun das weiter gestiegene Angebot an Frachtraum dazu, dass die Frachtpreise bis zum Ende des Jahres deutlich unter die Marke von 20.000 USD pro Tag fielen.

Fasst man die Entwicklung auf dem Frachtenmarkt zusammen, so konnten die Frachtraten über das gesamte Jahr hinweg nicht der Entwicklung der Rohstoff-Preise folgen. Zum Ende des Jahres zeigten sie sogar eine gegenläufige Tendenz.

Rapssaat

20,4 Millionen Tonnen Rapssaat wurden in den Mitgliedsstaaten der EU in 2010 geerntet. Damit haben die Länder der EU im Jahr 2010 rund 1 Millionen Tonnen Rapssaat weniger geerntet als im Vorjahr, als noch 21,5 Millionen Tonnen geerntet wurden.

Insbesondere die deutsche und französische Rapsernte blieben deutlich hinter der Ernte des Vorjahres zurück. Wurden in Deutschland in 2009 noch 6,3 Millionen Tonnen Rapssaat geerntet, so waren es 2010 nur 5,7 Millionen Tonnen.

In Frankreich war der Ernterückgang noch gravierender. Dort ging die Erntemenge gegenüber 2009 um rund 800.000 Tonnen auf 4,8 Millionen Tonnen zurück. Lediglich England konnte mehr Rapssaat als im Vorjahr erzeugen. In England wurden mit 2,2 Millionen Tonnen etwa 250.000 Tonnen mehr Rapssaat geerntet als im Vorjahr..

Trotz der geringeren Erntemenge in den Ländern der EU stand dem Werk Hamburg während des gesamten Berichtszeitraumes eine ausreichende Menge Rapssaat zur Verfügung. Die Versorgung der Ölmühle für einen kontinuierlichen Betrieb bei maximaler Produktionsleistung konnte erneut sichergestellt werden.

Jedoch war die Versorgung des Werkes Hamburg mit Rapssaat im ersten Quartal des Berichtszeitraumes schwierig. Deutschland litt unter einem besonders strengen und anhaltenden Winter. Schnee und Eis führten dazu, dass die Anlieferung von Rapssaat zeitweise nur auf der Straße möglich war. Dieses Logistikproblem führte dazu, dass der nationale Handel kaum bereit war, Rapssaat zur sofortigen Lieferung zu verkaufen. Zu groß war das Risiko, die kontraktliche Verpflichtung nicht einhalten zu können. Diese Lücke konnten auch nicht Importe aus Drittländern wie der Ukraine oder Australien schließen. Aus diesen Ländern wurde zu Beginn des Jahres kaum Rapssaat angeboten. Die Folge waren äußerst volatile Prämien im lokalen Markt.

Auch die Entwicklung des Sojamarktes wirkte sich auf die Preisentwicklung für Rapssaat aus. Insbesondere im Verlauf der Monate Januar und Februar folgten die Rapssaatpreise erst den sinkenden und später steigenden Sojabohnenpreisen. Vielmehr führte aber die schwierige Logistik aufgrund des schneereichen und anhaltend frostigen Winters zu steigenden Preisen. Über die gesamten ersten drei Monate bewegte sich der Preis für Rapssaat an der Marché à Terme International de France (MATIF) zwischen 280 und 300 Euro pro Tonne.

Im zweiten Quartal stiegen die Rapssaatpreise kontinuierlich an. Die unverändert hohe Nachfrage nach Rapsschrot und eine gleichermaßen hohe Nachfrage nach Rapsöl waren treibende Faktoren für diesen Preisanstieg. Diese Entwicklung erhielt zusätzlichen Auftrieb, als zum Ende des Monats April bekannt wurde, dass eine große Ölmühle in Mannheim die Verarbeitung von Rapssaat nach einem Brand für viele Monate einstellen würde. Aber auch die widrigen Anbaubedingungen in Kanada und damit die Aussichten auf eine geringere Canola-Ernte sorgten für eine zusätzliche Unterstützung der Preise für europäische Rapssaat. All diese Faktoren führten zu einer besseren Auslastung der Rapsverarbeitungskapazitäten in Deutschland.

Auch die zunehmende Sorge um die verfügbare Menge aus der bevorstehenden Rapsernte in der EU unterstützte die Preiseentwicklung. Schätzungen vieler Experten gingen bereits frühzeitig von einer geringeren Erntemenge in der EU aus als im Vorjahr. Darüber hinaus nahm die Gewissheit zu, dass auch die Rapsernte in Osteuropa aufgrund des strengen Winters geringer ausfallen würde als erwartet.

In dieser schon angespannten Situation wurde dann noch allen Marktteilnehmern bewusst, dass der Überhang aus der Rapsernte 2009 geringer ausfallen würde, als ursprünglich erwartet.

In der EU wurde die Rapsernte 2010 später begonnen als üblich. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Prämien im Juli. Auch in den folgenden Monaten blieb diese feste Grundtendenz im Rapsmarkt erhalten. Sie führte dazu, dass Landwirte in den Monaten August und September auf weiter steigende Preise setzten und nur eine geringe Bereitschaft zeigten, Rapssaat zu verkaufen. Dem Markt fehlte Liquidität. Und die Preise kamen zu keiner Zeit unter Druck. Der übliche Erntedruck blieb aus.

Der Preis für Rapssaat stieg im zweiten Halbjahr kontinuierlich an. Zum Ende des Jahres erreichte der Preis für Rapssaat an der MATIF einen Wert von 480 EUR pro Tonne und damit nahezu das hohe Niveau aus dem Jahr 2008.

Verschiedene Faktoren führten zu dieser Entwicklung im zweiten Halbjahr: Zum einen die Gewissheit über die geringere EU-Erntemenge und die daraus resultierende geringe Abgabebereitschaft der Landwirte und Handelsstufe, zum anderen die große Nachfrage der Ölmühlen und Biodieselproduzenten.

Traditionell schreiben viele Mineralölgesellschaften im vierten Quartal ihren Biodieselbedarf für das Folgejahr aus. Das sorgt für eine entsprechende Nachfrage nach Öl und damit nach Rapssaat. Und diese Rapssaat muss, sofern daraus Biodiesel zum Verbrauch ab 2011 im deutschen Markt produziert werden sollte, nachhaltig sein. Denn Biodiesel, den Mineralölgesellschaften zur Erfüllung der deutschen Biokraftstoffquote einsetzen, muss seit dem 01. Januar 2011 den Kriterien der deutschen Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) entsprechen.

Im letzten Quartal des Jahres 2010 wurde jedoch nicht ausreichend nachhaltige Rapssaat angeboten. Die Unternehmen der Erfassungsstufe, also die Unternehmen, die Rapssaat von den Landwirten aufkaufen, waren noch nicht in ausreichender Anzahl nach den Kriterien der Biokraft-NachV zertifiziert. Es entstand ein Versorgungsengpass, der zu einer zusätzlichen Befestigung des Rapssaatpreises führte.

Entwicklung des Preises für Rapssaat an der MATIF in EUR pro Tonne seit 2008

1.3. Die Absatzmärkte der Saatenverarbeitung

Futtermittel

Im vergangenen Jahr ging der Rinderbestand in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Im November 2010 wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) 12,7 Millionen Rinder in Deutschland gehalten. Damit war der Bestand gegenüber dem Vorjahr, als es noch 12,9 Millionen Tiere waren, um etwa 1,5 Prozent gesunken. Der Trend der Vorjahre setzte sich fort. 2008 betrug der deutsche Bestand noch 13,0 Millionen Rinder. Darüber hinaus zeigt sich, dass eine immer größere Anzahl von Rindern von einer immer geringeren Anzahl von Landwirten gehalten wird.

Der Anteil an Milchkühen am Rinderbestand ist um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hier wurden 4,2 Millionen Tiere im November 2010 nach Angaben des BMELV gezählt.

Der Schweinebestand lag im November des Jahres 2010 bei 26,9 Millionen Tieren. Dies bedeutet einen leichten Anstieg von 0,1 % gegenüber dem November 2009.

Ein neues Rekordniveau könnte die deutsche Geflügelproduktion in 2010 erreicht haben. Auf der Basis vorläufiger Daten stieg die Bruttoinlandserzeugung auf 1,57 Millionen Tonnen. Bestätigen sich diese Zahlen, so wäre dies eine Steigerung um 10,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.

Die Herstellung von Mischfutter betrug im Jahr 2010 etwa 21,8 Millionen Tonnen. Das ist eine Steigerung von mehr als 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei entfielen 9,3 Millionen Tonnen auf das Schweinemischfutter als größtes Segment.

Die Nachfrage nach Rapsschrot war im Verlauf des gesamten Berichtsjahres konstant gut. Obwohl im ersten Quartal auch kleine Ölmühlen ihren Betrieb wieder aufgenommen hatten, konnte die große Nachfrage nach Rapsschrot zeitweise kaum bedient werden. Streiks in Argentinien, die Sojaschrot-Lieferungen nach Europa verzögerten, befeuerten die deutsche Inlandsnachfrage in diesem Zeitraum zusätzlich.

Von April bis Juni war der Preis für Rapsschrot deutlich invertiert. Versorgungsengpässe nach dem Ausfall einer großen deutschen Ölmühle im April und Streiks in zwei französischen Ölmühlen im Mai verknappten vorderes Rapsschrot und führten zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Ware aus der alten Ernte. Trotzdem wurde Rapsschrot weiterhin stark nachgefragt. Obwohl im Preis deutlich angestiegen, war Rapsschrot nach wie vor die günstigste Eiweißquelle für die Mischfutterindustrie in Europa. Selbst große Importmengen von Sojaschrot und Sojapellets aus Südamerika führten nicht zu sinkenden Preisen. Die Schwäche des Euros gegenüber dem US-Dollar ließ dollarbasierte Importe zwischenzeitlich unattraktiv werden.

In den folgenden Monaten waren die Umsätze am Rapsschrotmarkt geringer. Vordere Positionen wurden gesucht und gehandelt. Im Gleichklang mit dem Rapssaatmarkt stieg der Preis für Rapsschrot von Juli bis September an. Gleichzeitig machte der Rapsschrotpreis wertmäßig Boden gegenüber dem Preis für Sojaschrot gut: die Relation der Preise zueinander stieg im Laufe des Quartals von 63 Prozent auf 68 Prozent.

Bis zum Ende des Jahres stiegen die Rapsschrotpreise kontinuierlich weiter an. Ebenso die Relation des Rapsschrotpreises gegenüber dem für Sojaschrot. Diese erreichte 70 Prozent. Da auch die Getreidepreise stiegen, wurde Weizen als Futtermittelkomponente unattraktiver. So blieb die Nachfrage nach Rapsschrot unverändert groß. Lediglich das Kaufverhalten der Verbraucher änderte sich zum Ende des Jahres: Sie kauften nahezu ausschließlich für den sofortigen Verbrauch und kaum noch auf Termin.

Sojaschrot wurde von den Verbrauchern im gesamten Berichtszeitraum überwiegend zum sofortigen Verbrauch gekauft. Dieses Kaufverhalten machte es auch im Jahr 2010 besonders schwierig, die Produktion der Anlagen und den Rohstoffzufluss zu planen.

Die Preise für Sojaschrot an der Chicago Board of Trade (CBOT) gaben im Verlaufe des Monats Januar nach, bevor sie dann im Februar und März in einem relativ engen Preiskorridor zwischen 275 USD und 308 USD pro Tonne seitwärts verliefen. Im April konnte sich der Preis für Sojaschrot wieder erholen, nachdem Streiks in Argentinien die Versorgung der Weltmärkte mit ausreichend Sojaschrot zeitweise erschwerten. In den folgenden Monaten korrigierte der Preis für Sojaschrot allerdings abermals und erreichte zur Mitte des Jahres ein Niveau von 280 USD pro Tonne an der CBOT.

Zur Mitte des Jahres hatte sich die wirtschaftliche Situation der Veredelungswirtschaft verbessert - insbesondere die Situation der Geflügelmäster. Ebenso hatte sich die wirtschaftliche Situation im Bereich der Schweinemast stabilisiert. Diese positive Entwicklung in beiden Absatzsegmenten hätte eigentlich den Abschluss von mehr Terminkontrakten bewirken müssen. Jedoch änderten die Verbraucher ihr Einkaufsverhalten nicht. Sie deckten weiterhin nur ihren unmittelbaren Bedarf. Sie beurteilten die Versorgung des Marktes mit Sojaschrot als gesichert und sahen auf dem Preisniveau keine Notwendigkeit, Terminkontrakte abzuschließen. Denn Sojaschrot blieb trotz des deutlichen Preisanstieges an der CBOT aufgrund der Wechselkursrelation EUR/USD im europäischen Markt gegenüber anderen Futtermittelkomponenten weiterhin konkurrenzfähig.

Das Kaufverhalten der Markteilnehmer änderte sich auch nicht zum Ende des Jahres. Der Preis für Sojaschrot an der CBOT stieg auf über 400 USD pro Tonne. Es wurde weiterhin ausschließlich Spot-Ware gehandelt. Verbraucher waren unverändert der Meinung, dass der europäische Markt auch in Zukunft ausreichend mit Sojaschrot und aufgrund der Wechselkursrelation EUR/USD zu marktgerechten Preisen versorgt werden könnte. Es gab also immer noch keinen Grund für sie, sich Sojaschrot über Terminkontrakte zu sichern.

Entwicklung des Sojaschrotpreises an der CBOT in USD pro Tonne seit 2007

Pflanzliche Öle

Nachdem die weltweiten Bestände an Ölen und Fetten zum Ende der Wirtschaftjahre 2008/2009 und 2009/2010 auf nahezu gleichem Niveau bei etwa 19 Millionen Tonnen lagen, erwarten Experten einen Rückgang der Bestände auf 18,4 Millionen Tonnen zum Ende des Wirtschaftjahres 2010/2011. Der Grund dafür ist, dass der weltweite Verbrauch an Ölen und Fetten mit 3,8 Prozent voraussichtlich deutlich stärker zunehmen wird als die Erzeugung, die voraussichtlich nur um 3,2 Prozent ansteigen wird.

Der deutliche Verbrauchsanstieg wird auch mit der zunehmenden Verwendung von Biodiesel begründet. In den vergangenen Jahren hatten insbesondere die Länder der EU sukzessive ihre nationalen Biokraftstoff-Verwendungsverpflichtungen angehoben.

Der prozentual geringere Anstieg der Pflanzenölproduktion wiederum ist hauptsächlich auf die geringere Ernteerwartung für Sojabohnen in Argentinien im Jahr 2011 zurückzuführen. Dort wird die Ernte voraussichtlich etwa 10 Prozent hinter der des Jahres 2010 zurückbleiben.

Im ersten Quartal waren Rapsöl und Sojaöl ständig nahezu Preisgleich. Deshalb gestaltete sich der Absatz von Sojaöl in diesem Zeitraum als schwierig. Verbraucher gaben Rapsöl den Vorzug vor Sojaöl.

Zur Mitte des Jahres wurde der Weltmarkt für Sojaöl von einem Handelsdisput zwischen Argentinien und China beeinflusst, in dessen Folge es zu einem ImportStopp von argentinischem Sojaöl nach China kam. Argentinien musste neue Absatzmärkte finden, und China musste neue Bezugsquellen suchen. Während Argentinien Europa und Afrika als Absatzmarkt stärker ins Visier nahm, konzentrierte sich China fortan auf den Import von brasilianischem Sojaöl und trieb die Prämien für brasilianisches Sojaöl auf Höchststände.

In Europa stieg der Bedarf an Sojaöl zum Sommer kontinuierlich an. Insbesondere der Biodieselsektor begann, größere Mengen nachzufragen. Sojaöl war wieder preislich attraktiver, und steigende Temperaturen ließen einen höheren Sojaölanteil für die Biodieselproduktion zu.

Zusätzlich sorgte das kurzzeitige Aufleben des deutschen B100-Marktes für weitere Nachfrage nach Sojaöl. In einem nur kleinen Zeitfenster konnten geringe Mengen von Biodiesel in FAME-Qualität zum Verbrauch als Reinkraftstoff verkauft werden. Diese zusätzliche Nachfrage nach Sojaöl erübrigte die Suche nach alternativen Absatzmärkten für Sojaöl, so dass Exporte von Sojaöl in nicht traditionelle Absatzmärkte weitestgehend vermieden werden konnten.

In den Monaten Juli bis September nahm die Nachfrage nach Sojaöl weiter zu. Die preisliche Attraktivität gegenüber Rapsöl war weiter gestiegen, und größere Mengen Sojaöl wurden für die Biodieselproduktion eingesetzt.. Darüber hinaus wurde Sojaöl verstärkt für andere technische Verwendungen in größeren Mengen eingesetzt. Und auch aus dem Lebensmittelbereich konnte eine steigende Nachfrage nach Sojaöl verzeichnet werden.

Zum Ende des Jahres ging die Nachfrage nach Sojaöl wieder merklich zurück. Insbesondere die Biodieselproduktion reduzierte ihren Sojaölanteil in den Wintermonaten deutlich. Dort wurde wieder nahezu ausschließlich Rapsöl wegen der besseren Kaltfließeigenschaften eingesetzt.

Rapsöl profitierte während der ersten Monate des Jahres von seiner Preisgleichheit mit Sojaöl. Es erhielt überall dort, wo der Einsatz möglich war, den Vorzug vor Sojaöl. Darüber hinaus konnte der Markt für Rapsöl insbesondere im Januar und März eine unerwartete Nachfrage aus dem Segment der Biodieselproduktion verzeichnen. Lediglich im Februar ging die Nachfrage der Biodieselproduzenten zeitweise zurück. Die vereisten Straßen schränkten den Straßenverkehr und damit den Verbrauch an Kraftstoffen ein.

Im zweiten Quartal stieg der Preis für Rapsöl kontinuierlich an; zum einen durch den Ausfall einer großen deutschen Ölmühle in Mannheim und Streiks in Frankreich, zum anderen durch eine zunehmende Nachfrage aus dem Lebensmittel- und Biodieselmarkt. Rapsöl konnte in der Folge sogar wieder eine Prämie gegenüber Sojaöl erzielen.

Die Rapsölbestände in Europa haben im Verlauf des dritten Quartals kontinuierlich abgenommen. Hierzu führten einerseits die anhaltend gute Nachfrage sowie andererseits die alljährlichen Produktionsstillstände einiger Ölmühlen zu Wartungszwecken vor der neuen Rapsernte und der andauernde Stillstand der Ölmühle in Mannheim.

Diese Versorgungssituation verbesserte sich auch im letzten Quartal des Jahres nicht. Die Rapsölbestände nahmen weiter ab, weil die Nachfrage aus dem Lebensmittel- und Biodieselmarkt unvermindert anhielt. Der Preis für vorderes Rapsöl bildete eine deutliche Prämie gegenüber den nachfolgenden Monaten aus. Damit stieg auch die Prämie gegenüber Sojaöl. Doch dies wirkte nicht dämpfend auf die Nachfrage, da die Biodieselproduzenten in den Wintermonaten nur sehr geringe Möglichkeiten haben, Sojaöl einzusetzen.

Der Palmölmarkt startete in das neue Jahr mit komfortablen Lagerbeständen von 4,4 Millionen Tonnen in Indonesien und Malaysia. Damit lagen die Bestände um 7,5 Prozent höher als zu Beginn des Vorjahres. Das hatte einen Rückgang der Palmölpreise im Januar zur Folge. Ein Rückgang, der für viele Marktteilnehmer überraschend kam. Denn traditionell ist das erste Quartal meist durch steigende Preise gekennzeichnet. Eine Folge der geringeren Palmölproduktion in diesem Zeitraum. Im Laufe des ersten Quartals wurden die Bestände jedoch durch zunehmende Exporte kontinuierlich reduziert, und der Preis für Palmöl erholte sich wieder. Hauptimporteure waren China und Indien.

Rohes Palmöl wurde im zweiten Quartal zwischen 2.400 und 2.600 Malaysische Ringgit (MYR) pro Tonne FOB Malaysia und Indonesien gehandelt. Dieser relativ enge Preiskorridor war den historisch niedrigen Lagerbeständen in den beiden Erzeugerländern geschuldet. In den vergangenen Jahren war die Palmölproduktion in Malaysia stets auf deutlichem Wachstumskurs. Doch bereits im Vorjahr wurde diese Entwicklung gestoppt. Die Produktion in Malaysia sank. Auch im zweiten Quartal konnte keine Trendwende beobachtet werden. Die Palmölproduktion in Malaysia stieg lediglich um 1 Prozent an. Die Palmölpreise näherten sich in der Folge zunehmend den Preisen anderer pflanzlicher Öle an. Der weltweite Palmölverbrauch wurde gedrosselt. Angebot und Nachfrage waren im zweiten Quartal weitestgehend ausgeglichen.

Im dritten Quartal betrug die Palmölproduktion in Malaysia 4,7 Millionen Tonnen. Dies bedeutete einen Anstieg von etwa 3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. In der Periode Januar bis September 2010 war die Produktion in Malaysia im Jahresvergleich damit jedoch lediglich um 1,6 Prozent angestiegen.

Malaysias Exporte lagen im dritten Quartal bei etwa 4,15 Millionen Tonnen Palmöl. Im Vorjahr waren es 4,09 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum. Die wichtigsten Importeure für Palmöl waren Indien, China und Europa. Jedoch waren Chinas Importe um etwa 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Hauptgrund hierfür waren zunehmende Sojaimporte und der Abbau der Palmöl-Lagerbestände in den chinesischen Importhäfen. Indiens Importe stiegen dagegen um 14 Prozent, während Europas Importe unverändert blieben.

Malaysias Palmöl-Produktion blieb auch im letzten Quartal der Berichtsperiode hinter den Erwartungen zurück. Wurden in der Zeit von Oktober bis Dezember 2009 noch 5,1 Millionen Tonnen produziert, so ging die Menge im Jahr 2010 im gleichen Zeitraum um 15,5 Prozent auf 4,3 Millionen Tonnen zurück. Starke Regenfälle verursacht durch La Nina schränkten die Ernteaktivitäten erheblich ein. Die Marktpreise stiegen von 2.750 MYR pro Tonne im Oktober auf einen Höchststand von 3.900 MYR pro Tonne FOB Malaysia im Dezember. Im gleichen Zeitraum wurde aus dem Abschlag, mit dem Palmöl gegenüber Sojaöl gehandelt wurde, eine Prämie. Doch die Nachfrage nach Palmöl wurde auch dadurch nicht gedrosselt. Die Palmölexporte aus Malaysia und Indonesien stiegen um 3 Prozent und erreichten im vierten Quartal 9 Millionen Tonnen. Indiens Importe in diesem Zeitraum stiegen sogar um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Indien importierte insgesamt 2,7 Millionen Palmöl im Zeitraum Oktober bis Dezember 2010. Nur die europäischen Importe sanken im letzten Quartal. Sie gingen um etwa 3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zurück.

Die Entwicklung der Preise für Sojaöl, Rapsöl, Palmöl und Sonnenblumenöl in EUR pro Tonne seit 2007

1.4. Die Rohwarenversorgung der Weiterverarbeitung

Die Pflanzenölversorgung der Werke in Hamburg und Leer zur Produktion von Biodiesel war im Geschäftsjahr 2010 gesichert. Die über Jahre bewährte Logistik funktionierte reibungslos. Eine ausreichende Verfügbarkeit von Ölsaaten zur Produktion der Pflanzenöle für die Biodieselherstellung war stets gegeben.

Gleiches galt für die Versorgung des Werkes Noblee & Thörl, welches Spezialfette und -öle hergestellt, und die Versorgung des Werkes Hamburg, welches als Lohnverarbeiter rohes Palmöl für das Werk Noblee & Thörl raffiniert.

Zu Beginn des Jahres konnte das Werk Noblee & Thörl die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise weiterhin spüren. Die Nachfrage nach Spezialfetten und -ölen verlief nur zögerlich. Bestellungen wurden vorzugsweise kurzfristig platziert. Hinzu kamen in den Monaten Januar und Februar widrige Straßenverhältnisse aufgrund des schneereichen Winters. Diese beeinträchtigten die Logistik der Kunden und damit die Produktionsplanung erheblich. Trotzdem war die Auslastung der Produktion im ersten Quartal des Berichtszeitraumes zufriedenstellend.

Im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres nahm die Nachfrage und die Auslastung des Werkes Noblee & Thörl zu. Jedoch blieben sowohl Nachfrage als auch Auslastung hinter dem Vorjahr zurück. Kunden fragten nun auch verstärkt nach nachhaltig produzierten Pflanzenölen, insbesondere Palmöl. Anforderungen, die erstmals für die Produktion von Biokraftstoffen gelten sollten, wurden nun auch zusehends für Lebensmittel diskutiert.

Zur Mitte des Jahres wurde deutlich, dass mit der Inbetriebnahme von neuen Wettbewerbsanlagen der Preisdruck im Absatzmarkt für Palmöl zur Energieerzeugung und technischen Verwendung zunehmen würde. Neue Marktanteile wurden regelgerecht erkauft. Gleichzeitig stieg der Preis für Palmöl, und die wirtschaftliche Attraktivität des Betriebes von Blockheizkraftwerken mit Palmöl nahm kontinuierlich ab. Betreiber solcher Blockheizkraftwerke standen vor der Entscheidung, nach Rohstoffalternativen zu suchen oder alternativ ihre Anlagen vorübergehend oder dauerhaft abzuschalten.

Die Tendenz der Verbraucher zu eher kurzfristigen Kontrakten blieb im Markt für Spezialfette und -öle nahezu über das gesamte Jahr erhalten, da die tropischen Öle eine unvergleichliche Preisrally hinlegten. Die Produktion hatte ihre internen Abläufe entsprechend eingestellt und konnte so flexibel auf dieses Kaufverhalten zeitnah reagieren. Insgesamt verliefen die Geschäftsaktivitäten des Werkes Noblee & Thörl über das gesamte Berichtsjahr zufriedenstellend. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Produktentwicklung hat sich weiter positiv gestaltet.

1.5. Die Absatzmärkte der Weiterverarbeitung Biodiesel

Die Auslastung derer Anlagen in Hamburg und Leer hat sich im Berichtszeitraum deutlich verbessert. Das Werk Leer konnte seine Produktion gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent, das Werk Hamburg sogar um mehr als 20 Prozent steigern.

Damit lag die Auslastung der Produktionsanlagen auch im letzten Jahr deutlich höher als der deutsche Branchendurchschnitt. Es muss jedoch erneut darauf hingewiesen werden, dass die deutsche Biodieselindustrie auf ein weiteres insgesamt schwieriges Jahr zurückblickt. Der Konsolidierungsprozess in diesem Markt ist längst nicht abgeschlossen.

Der deutsche Inlandsverbrauch an Biodiesel hat sich im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Gemäß Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden in 2010 insgesamt 2.581.800 Tonnen Biodiesel verbraucht. Das sind lediglich 2,6Prozent mehr als im Vorjahr. Da der Absatz von Biodiesel für die nationale Beimischung durch die Norm DIN EN 590 bei 7 Prozent gedeckelt ist, ist eine Absatzsteigerung nur über Verkäufe in den sogenannten B100-Markt, also die Verwendung von Biodiesel als Reinkraftstoff in den Motoren von Dieselfahrzeugen, oder Exporte möglich.

Doch der Einsatz von reinem Biodiesel war für Speditionen und Privatverbraucher in 2010 meist unattraktiv. Sie setzen Biodiesel nur dann ein, wenn Biodiesel einen Preisvorteil gegenüber herkömmlichem Dieselkraftstoff bietet. Aufgrund des hohen Energiesteuersatzes für Biodiesel ist dies äußerst selten der Fall. In 2010 war es nur wenige Wochen möglich, Biodiesel in den Reinkraftstoffmarkt zu verkaufen. Entsprechend gering war der Absatz in dieses Segment im Jahr 2010. Insgesamt wurden dort nur 293.100 Tonnen verbraucht. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 wurden noch 1.082.500 Tonnen Biodiesel als Reinkraftstoff verbraucht. Im Jahr 2007 waren es sogar noch 1.821.300 Tonnen.

Somit konnten viele deutsche Biodieselanlagen - wenn überhaupt - eine Absatz- und Produktionssteigerung nur durch einen höheren Export erreichen. Das galt auch für die Werke in Hamburg und Leer. Hilfreich dabei waren die logistisch vorteilhaften Standorte dieser Anlagen.

Zu Beginn des Jahres 2010 war die Nachfrage nach Biodiesel deutlich besser als erwartet. Traditionell geht der Biodieselabsatz in den Monaten Januar und Februar aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse und des daraus resultierenden geringeren Straßenverkehrs deutlich zurück. Doch in 2010 zeichnete sich der Januar durch eine ungewöhnlich starke Nachfrage nach Biodiesel aus. Der Markt suchte insbesondere Biodiesel zur sofortigen Lieferung, weil einige Mineralölgesellschaften noch offene Spot-Positionen abdecken mussten.

Nach dem vorübergehenden Rückgang des Mineralölpreises im Januar erholte sich dieser in den Folgemonaten auf das Jahresanfangsniveau. Die Relation der Mineralölpreise zu den Pflanzenölpreisen eröffnete in den Monaten März bis Mai die Möglichkeit, Biodiesel als Reinkraftstoff in den B100-Markt zu verkaufen. Jedoch blieben diese Mengen gering und konnten die Auslastung der deutschen Biodieselanlagen nicht merklich verbessern. Mineralölgesellschaften deckten in diesem Zeitraum weiter vornehmlich ihren Spotbedarf ab. Einige Mineralölgesellschaften schrieben sogar aufgrund der vorteilhaften Preisrelation einen Teil ihres Bedarfes für das Jahr 2011 aus - früher als üblich.

In den Sommermonaten fand Sojaöl aufgrund der wiedergewonnenen preislichen Attraktivität und der Umstellung der Biodieselproduktion auf Sommerqualität vermehrt Eingang in die Biodieselproduktion. Und damit kam auch wieder mehr Sojamethylester aus Argentinien nach Europa.

In Argentinien führen unverändert Exportsteuern, die für Biodiesel geringer sind als für seinen Rohstoff Sojaöl, zu einem unfairen Wettbewerb mit europäischen Biodieselproduzenten. Die Rede ist von der sogenannten DET (Differential Export Tax).

Mit großer Erleichterung nahmen die deutschen Biodieselproduzenten im April die Nachricht der agrarpolitischen Sprecher von Union und FDP zu Kenntnis, dass die Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse zur Biokraftstoffproduktion aus der Biokraft-NachV erst zum 01. Januar 2011 "scharfgestellt" werden sollten. Damit wurde das Inkrafttreten dieser Verordnung um ein halbes Jahr verschoben. Die Regierungskoalition folgte dem dringenden Wunsch einer Terminverschiebung.

Diese Terminverschiebung wurde von der gesamten Zulieferkette vom Landwirt bis zum Biodieselproduzenten gefordert.

Damit hatten alle Marktteilnehmer mehr Zeit für die vorgeschriebenen Zertifizierungen aller Schnittstellen in der Lieferkette. Solche Schnittstellen sind zum Beispiel Landhandelsunternehmen, die Rapssaat einkaufen und einlagern, oder Ölmühlen und Biodieselproduzenten. Insbesondere der Landhandel stand vor der großen Herausforderung, etwa 1.500 Unternehmen seiner Branche rechtzeitig auf die Umsetzung der strengen Biokraft-NachV per Zertifizierung vorzubereiten.

Auch die ADM Hamburg Aktiengesellschaft trieb in dieser Zeit die Zertifizierung ihrer betroffenen Schnittstellen mit Hochdruck voran. Das erste Zertifikat wurde im Juni für den Bereich der Palmölraffination in Hamburg ausgestellt. Weitere Zertifikate folgten in kurzer Abfolge in den darauffolgenden Wochen.

In den Sommermonaten deckten Mineralölgesellschaften weiter ausschließlich SpotPositionen ein. Der Einkauf von Biodiesel auf Termin blieb die Ausnahme. Zu groß war die Unsicherheit darüber, wie und ob die Nachhaltigkeitsverordnung rechtzeitig in die Praxis umgesetzt werden könnte.

War die Auslastung der Biodieselproduktionsanlagen in Hamburg und Leer schon in den ersten neun Monaten deutlich besser als im Vorjahr, so verbesserte sie sich weiter im letzten Quartal. Die Hamburger Anlage erzielte sogar eine neue Rekordauslastung in diesem Zeitraum.

Im Oktober begann die traditionelle Ausschreibungssaison der Mineralölgesellschaften. Biodieselproduzenten müssen in diesem kurzen Zeitfenster in der Lage sein, einerseits große Mengen Biodiesel anzubieten, andererseits aber auch große Mengen Rohstoff, also Rapsöl bzw. Rapssaat auf dem Markt zur Deckung ihrer Verkäufe zu beschaffen.

Und in der Beschaffung des Rohstoffes lag die Herausforderung im letzten Jahr. Denn der für die Biodieselproduktion benötigte Rohstoff musste ab dem 01. Januar 2011 der Biokraft-NachV entsprechen. Und in Deutschland gab es kein ausreichendes Angebot an nachhaltig zertifizierter Rapssaat. Auch der Import von Rapssaat aus europäischen Nachbarländern war nicht möglich, weil diese Länder die strengen Nachhaltigkeitskriterien aus der RED (Renewable Energy Directive) noch nicht umgesetzt hatten.

Die Folgen des deutschen Vorpreschens bei der Einführung strenger Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse zur Biokraftstoffproduktion wurden nun spürbar. Während in anderen Ländern die Umsetzung noch auf sich warten ließ, wollte die Bundesregierung diese Kriterien bereits zum 01. Januar 2011 einführen. Doch so wichtig die Einführung von Nachhaltigkeitskriterien für die Produktion von Biokraftstoffen einerseits ist, so wichtig ist es andererseits, dass dies marktgerecht geschieht. Eine Umsetzung darf nicht innereuropäische und internationale Handelsströme stören. Sie darf nicht die Rohstoffverfügbarkeit künstlich verknappen und damit die Preise unnötig in die Höhe treiben.

Doch das war letztlich die Folge des deutschen Alleinganges. Nachhaltige deutsche Rapssaat war nicht ausreichend verfügbar. Und dringend benötigte nachhaltige Rapssaat aus Nachbarländern wie Polen oder Frankreich stand nicht zur Verfügung. Landwirte in diesen Ländern hatten kein Interesse, sich mit der deutschen Nachhaltigkeitsverordnung zu beschäftigen. Sie warteten lieber auf ihre nationalen Regelungen.

Bei der Produktion von Biodiesel fällt Rohglyzerin als sogenanntes Kuppelprodukt an. Europäische Biodieselproduzenten sind in den letzten Jahren zum größten Glyzerinlieferanten in Europa geworden. Etwa 85 Prozent der europäischen Glyzerinproduktion entstammten im Jahr 2010 der Biodieselherstellung. Damit ist die Biodieselproduktion in Europa der entscheidende Faktor für das Angebot und die Preisentwicklung auf dem europäischen Glyzerinmarkt.

Darüber hinaus wird ein Teil des Rohglyzerins von den europäischen Biodieselproduzenten zu Pharmaglyzerin veredelt. Auch das Werk Hamburg und das Werk Leer produzieren Pharmaglyzerin. Beide Raffinerien zur Herstellung von Pharmaglyzerin konnten im Jahr 2010 besser ausgelastet werden als im Vorjahr. Die Auslastung der Anlage in Leer stieg um 8 Prozent. Die Anlage in Hamburg konnte sogar um 25 Prozent besser ausgelastet werden.

Der Preis für Rohglyzerin stieg zu Beginn des Jahres insbesondere durch die deutlich gestiegene Nachfrage nach Pharmaglyzerin. Bei einem sich verringernden Angebot aufgrund der in den Wintermonaten europaweit geringeren Biodieselproduktion konnten die Rohglyzerinpreise bis März um etwa 25 Prozent ansteigen. Rohglyzerin konnte fortan nicht mehr wirtschaftlich als Energiequelle für Biogasanlagen eingesetzt werden. Auch der Einsatz als Mischfutterkomponente war bei dem Preisniveau, das deutlich über dem der Substitute wie Melasse und Getreide lag, nicht mehr wirtschaftlich.

In den nachfolgenden Monaten konnte der Markt für Rohglyzerin das hohe Preisniveau nicht halten. Das gestiegene Angebot aus der Biodieselproduktion drückte die Preise. Der Futtermittelmarkt war trotz der niedrigeren Preise im zweiten Quartal Abnehmer nur geringer Mengen von Rohglyzerin. Weiterhin wurde der Großteil des Rohglyzerins zu Pharmaglyzerin verarbeitet.

Die Nachfrage nach Rohglyzerin blieb auch in der zweiten Jahreshälfte konstant. Trotz einer weiterhin hohen Produktion von Rohglyzerin war das dritte und vierte Quartal durch stabile und zum Ende des Jahres sogar steigende Preise gekennzeichnet. Die Absatzmärkte in Nordwesteuropa konnten die europäische Rohglyzerin-Produktion komplett aufnehmen. Auch in den Futtermittelmarkt floss in der zweiten Jahreshälfte Rohglyzerin. Aus dem Segment der Biogasproduktion gab es zwar Nachfrage, aber aufgrund des stabilen Preises konnte Rohglyzerin dort weiterhin nicht wirtschaftlich eingesetzt werden. Wie auch der Preis anderer Rohstoffe erreichte der Rohglyzerin-Preis zum Ende des Jahres seinen Höchststand.

Der Markt für Pharmaglyzerin entwickelte sich im gesamten Geschäftsjahr ausgesprochen positiv. Nach Tiefstpreisen im zweiten Halbjahr 2009 stieg die Nachfrage bereits innerhalb der ersten Monate spürbar an. Industrien, wie die chemische und kosmetische aber auch Lebensmittelproduzenten hatten ihre Fertigung auf Grund der weltweit gestiegenen Nachfrage wieder hochgefahren. Entsprechend entwickelten sich die Preise für Pharmaglyzerin. Sie stiegen im Laufe des Jahres von ihren Niedrigständen zu Beginn des Jahres auf ihre Höchststände zum Ende des Jahres und damit um über 60 Prozent an.

1.6. Der Markt im Lager- und Umschlagsgeschäft

Zu Beginn des Berichtsjahres konnten Getreideexporte aus Europa nicht von der Euro-Schwäche profitieren. Dies spürten auch die Silobetriebe in Hamburg, Rostock und Magdeburg. Die Umschlagsleistungen blieben hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kamen witterungsbedingte Lieferengpässe in der Logistik, da die deutschen Wasserstraßen aufgrund der Witterungsverhältnisse über Wochen nicht befahrbar waren. Die Umschlagsergebnisse lagen folglich unter den Vorjahreswerten.

In den Folgemonaten verbesserte sich die Auslastung der Silobetriebe stetig. Aufgrund der anhaltenden Schwäche des Euros und des zunehmenden Getreideexportes aus der EU konnten sie positive Ergebnisse erwirtschaften. Trotzdem waren die Getreideexporte im Vergleich zum Vorjahr über die Silobetriebe insgesamt geringer. Dies hatte eine verminderte Umschlagsleistung der Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG (Silo P. Kruse) zur Folge. Bei den anderen Silobetrieben lagen die Umschlagszahlen im zweiten Quartal wieder auf Vorjahresniveau.

In der zweiten Jahreshälfte konnten im Hamburger Exportsilo Silo P. Kruse zwar trotz geringer Exportmengen aus der neuen Ernte ausreichende Umsätze erzielt werden; jedoch blieben die Umschlagsmengen weiter hinter denen des Vorjahres zurück.

In den Silos in Rothensee und Rostock stellte sich die Situation besser dar. An beiden Standorten wurden nennenswerte Mengen aus der Ernte aufgenommen. Weitergehende Dienstleistungen konnten ebenfalls in Auftrag genommen werden, wie zum Beispiel die Reinigung und Trocknung der angelieferten Agrarrohstoffe. Die deutsche Getreideernte hatte sich zum Ende der Ernte aufgrund des schlechten Wetters deutlich verzögert. Dadurch konnte Getreide häufig nicht mit der gewünschten Lagerfeuchte aufgenommen werden und musste am jeweiligen Ort der Lagerung auf die gewünschten Werte konditioniert werden.

Die Silobetriebe haben das Jahr ohne größere Unwägbarkeiten abgeschlossen. In den letzen Monaten begann die Kälteperiode, die allerdings keinen größeren Einfluss auf die Umschlagsleistungen oder die Andienung von Ware mit sich brachte.

Insgesamt haben die Silos ihre Bedeutung für den Konzern der ADM Hamburg Aktiengesellschaft im gesamten Jahr unter Beweis gestellt. Im Verbund konnten kurzfristig auftretende Engpässe problemlos entzerrt werden.

1.7. Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen

Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass der Einfluss politscher Rahmenbedingungen auf die Agrarmärkte unverändert groß ist. Ebenso wurde im letzten Jahr deutlich, wie wichtig europaweit einheitliche politische Rahmenbedingungen für die innereuropäischen Handelsströme sind.

Für den Import und die Verarbeitung von Sojabohnen in Europa sind die europäischen Rahmenbedingungen zum Umgang mit gentechnisch veränderten Sorten, die noch nicht in der EU zugelassen sind, von großer Bedeutung. Auch im Jahr 2010 ist es der EU nicht gelungen, eine Nachfolgeregelung für die aktuell geltende Nulltoleranz-Regelung zu verabschieden. Die Nulltoleranz-Regelung besagt, dass Importe von zum Beispiel Sojabohnen keine Spuren von gentechnisch veränderten Sorten, die noch nicht in der EU zugelassen sind, enthalten dürfen. Diese Regelung führt dazu, dass Sojabohnen, die Stäube einer gentechnisch veränderten Maissorte, die nicht in der EU zugelassen ist, enthalten, nicht nach Europa eingeführt werden dürfen. Eine solche Regelung lässt den Import von Sojabohnen zu einem unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko werden. Und eine Änderung dieser Regelung ist dringend notwendig.

Diese Diskussion ist nicht neu. Und die Hoffnung der betroffenen Wirtschaft war groß, dass die EU in 2010 eine marktgerechte Neuregelung verabschiedet. Jedoch ist dies bis heute nicht gelungen. Zu unterschiedlich sind die Meinungen einzelner Mitgliedsländer.

Erst zum Ende des Jahres zeichnete sich ein denkbarer Kompromiss ab: Die sogenannte technische Lösung. Sie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch mit einem tolerierbaren Gehalt an nicht zugelassenen Sorten von maximal 0,1 Prozent reicht sie bei weitem nicht aus, ausreichend Sicherheit für Importeure zu schaffen Darüber hinaus soll diese Regelung nur für Futtermittel gelten und nicht für Lebensmittel. Aus produktionstechnischer Sicht ist eine Trennung unmöglich. Die Produktion von Futtermitteln und Lebensmitteln erfolgt auf denselben Anlagen, sie erfolgt aus denselben Rohstoffen. Lebensmittel und Futtermittel können nicht voneinander getrennt werden. Die Aufgabe der Ölmühlenbetreiber liegt nun darin, dies den politischen Entscheidungsträgern deutlich zu machen. Eine Lösung nur für Futtermittel ist undenkbar.

Zum 01. Januar 2011 hat Deutschland als erstes Land in der Europäischen Union strenge Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Biomasse zur Produktion von Biokraftstoffen eingeführt. Diese Einführung der (Biokraft-NachV) ist im Rahmen der nationalen Umsetzung der europäischen RED zu sehen, die alle Mitgliedsstaaten der EU dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse zur Biokraftstoffproduktion einzuführen. Die dafür von der EU gesetzte Frist war der 05. Dezember 2010. Und obwohl Deutschland diese Kriterien "erst" zum 01. Januar 2011 eingeführt hat, hat es die Anforderungen aus der RED vor allen anderen Ländern in der EU umgesetzt.

Dieses Vorpreschen Deutschlands und die damit asynchrone Umsetzung innerhalb der EU führen zu ernsthaften Versorgungsproblemen der deutschen Biodieselproduktion mit ausreichend nachhaltiger Biomasse. Denn zum einen steht nicht ausreichend nachhaltige deutsche Rapssaat zur Verfügung und zum anderen ist der Import von nachhaltiger Rapssaat aus Nachbarländern Deutschlands nicht möglich, weil dort die RED noch nicht umgesetzt wurde. Etablierte Handelsströme werden unterbrochen, der Markt künstlich verknappt und Preise unnötig in die Höhe getrieben.

Versuche, in der Anfangszeit der Einführung eine Flexibilisierung der Nachhaltigkeitsverordnung bei der Bundesregierung zu erreichen, stießen größtenteils auf taube Ohren. Nun bleibt die Hoffnung der deutschen Biodieselproduzenten, dass deutsche Nachbarländer umgehend nachziehen und die Anforderungen aus der RED umsetzen werden.

Auch die Europäische Kommission ist gefordert. Sie muss die Länder, die die RED bisher nicht umgesetzt haben, in die Pflicht nehmen und die nationale Umsetzung vorantreiben. Gleichzeitig muss die Europäische Kommission aber auch ihre eigenen Hausaufgaben machen. Wichtige Fragen zur Umsetzung der RED sind noch immer unbeantwortet, und weitere Nachhaltigkeitssysteme, sogenannte Voluntary Schemes, müssen schnellstens anerkannt werden.

Auch die nationale Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen in Deutschland wirft noch viele Fragen auf. In Deutschland ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit der Umsetzung beauftragt. Sie kann die Vielzahl der Fragen häufig nicht schnell genug beantworten. Das ist kein Wunder, denn mit der Einführung der Nachhaltigkeitsverordnungen hat Deutschland weltweit als erstes Land ein solch umfassendes Regelwerk eingeführt. Und erst bei der Umsetzung wird die gesamte Komplexität der Märkte für die politischen Entscheidungsträger deutlich.

Im Dezember 2010 erschütterte ein Dioxinskandal die Öffentlichkeit. Aus bisher ungeklärter Quelle gelangte dioxinbelastete technische Fettsäure in Futterfettsäure und damit in den Futtermittelkreislauf. In den darauffolgenden Wochen und Monaten beherrschtes dieses Thema die Schlagzeilen aller Medien, und Politiker in Deutschland und Europa wurden aufgefordert, den Verbraucherschutz umgehend zu verbessern.

Es liegt nun in den Händen dieser Politiker, Maßnahmen vorzuschlagen, die den Verbraucherschutz erhöhen. Mit einer Überregulierung jedoch ist am Ende niemandem geholfen, auch wenn solche meist übereilten Maßnahmen häufig öffentlichkeitswirksam sind. Es wäre nicht zielführend, wenn Teile der gesamten Versorgungskette, wie zum Beispiel Ölmühlen oder Biodieselproduzenten zusätzliche Kontrollen durchführen müssten, obwohl diese überhaupt keine Schuld an diesem Skandal trifft.

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass unsere Branche ständig mit neuen gesetzlichen Anforderungen konfrontiert wird, die häufig im europäischen, vielmehr aber noch im internationalen Wettbewerb zu einem Standortnachteil führen. Darüber hinaus wird den Marktteilnehmern häufig nicht ausreichend Zeit eingeräumt, diese neuen Anforderungen vollständig einzuführen. Aus Unkenntnis wird die Komplexität unserer Märkte übersehen oder falsch eingeschätzt. Daraus entstehen ein zusätzlicher administrativer Aufwand und ein zusätzliches wirtschaftliches Risiko für alle Branchenbeteiligten.

1.8. Gesamtaussage

Der Vorstand der ADM Hamburg Aktiengesellschaft betrachtet den Geschäftsverlauf des Jahres 2010 als zufriedenstellend.

Unser Geschäft hat die Versorgung der Märkte mit Grundnahrungsmitteln zum Inhalt. Entsprechend gering waren die negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftkrise auf unsere Märkte im Jahr 2009. Und entsprechend gering waren die positiven Auswirkungen des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland und anderen Ländern im Jahr 2010. Lediglich im Pharmaglyzerinmarkt konnte eine konjunkturbedingte Belebung der Nachfrage beobachtet werden.

Auch die Nachfrage nach Biodiesel stieg europaweit an. Dies war jedoch weniger der konjunkturellen Entwicklung geschuldet als vielmehr den gestiegenen gesetzlichen Verwendungsverpflichtungen von Biokraftstoffen in unseren Nachbarländern zu verdanken. Die Nachfrage nach Speiseölen und Futterschroten zeigte aber nur geringe Veränderungen zum Vorjahr.

Spürbarere Auswirkungen hatte weiterhin das veränderte Kaufverhalten unserer Kunden auf unsere Produktionsplanung. Dies lag im Berichtsjahr weniger an einer pessimistischen Grunderwartung, sondern vielmehr an der Preisentwicklung an den Märkten selbst. Die Produktionsplanung gestaltete sich während des gesamten Berichtszeitraumes im Bereich der Sojabohnenverarbeitung als schwierig. Sie musste meist von Woche zu Woche erfolgen und konnte nicht, wie üblich in unserem Geschäft, längere Zeit im Voraus erfolgen.

Auch das letzte Jahr hat verdeutlicht, wie sehr unsere Märkte international vernetzt und globalisiert sind. Die Nachfrage Chinas war erneut ein entscheidender Faktor für die Preisbildung an den Terminbörsen der Welt. Und während Europa noch um die Stabilität der eigenen Währung ringt und die USA ebenfalls noch unter den Folgen der Weltwirtschaftkrise leidet, droht das Wirtschaftswachstum in China schon wieder zu überhitzen. Ebenso beeindruckend ist, wie schnell sich aber auch Indien und Brasilien nicht nur erholten, sondern mittlerweile schon wieder stärker wachsen als vor der Krise. Diese weiter steigende Nachfrage außerhalb Europas beeinflusst auch die Preisbildung an den europäischen Märkten und deren Volatilität. Sie unterstützt aber auch die Auslastung unserer Verarbeitungsanlagen.

Das Thema Nachhaltigkeit war eines der wichtigsten Themen, dessen Umsetzung uns im letzten Jahr beschäftigt hat und weiter beschäftigen wird. Wir können für unseren Teil sagen, dass wir als Schnittstelle, die Biomasse verarbeitet und Biokraftstoff produziert, unsere Anlagen rechtzeitig und umfassend auf die Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen durch Zertifizierung vorbereitet haben. Jedoch gibt es weiterhin noch viele offene Fragen.

Die Entwicklung der Mineralölpreise im zweiten Halbjahr hat gezeigt, wie ein Markt auf steigende Nachfrage und abnehmende Verfügbarkeit reagiert. Mineralölpreise um 35,00 USD pro Barrel gehören der Vergangenheit an. In den folgenden Jahren werden sich Verbraucher an Mineralölpreise deutlich oberhalb der 100 USD-Marke pro Barrel gewöhnen müssen. Dies wird die Suche nach alternativen, umweltschonenden und regenerativen Energiequellen beschleunigen. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass im Verkehrsbereich mit Biodiesel und Bioethanol bereits zwei Alternativen zur Verfügung stehen und weitere Alternativen bisher noch keine Marktreife erreicht haben.

Entwicklung des Mineralölpreises in USD pro Barrel seit 2007

Die Kursentwicklung des Euros war im letzten Jahr ein entscheidender Faktor für die Preisbildung auf den europäischen Terminmärkten. Die Schwäche des Euros hat dazu geführt, dass der Preisanstieg an den Rohwaren-Börsen für den europäischen Verbraucher zeitweise weniger spürbar war. Folglich blieb der Preis für zum Beispiel europäische Sojaschrot-Konsumenten zeitweise konstant, obwohl der Preis für Sojaschrot an der CBOT auf Dollar-Basis kontinuierlich anstieg.

Entwicklung des Wechselkurses in EUR/USD seit 2007

2. Bericht zur Ertragslage

2.1. Ertragslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft nach HGB

Im Geschäftsjahr 2010 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 23,2 Mio höheres Ergebnis nach Steuern von EUR 15,2 Mio erzielt. Die Vergleichbarkeit der einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit den Vorjahreswerten ist aufgrund der im Geschäftsjahr erfolgten Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft nur eingeschränkt gegeben.

In der Ertragslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft nach HGB werden im Geschäftsjahr 2010 einerseits unverändert alle Erträge und Aufwendungen aus dem Geschäftsbetrieb Leer, des Werkes Noblee & Thörl, des Silo Hamburgs und der von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft gehaltenen Grundstücke einschließlich wesentlicher Bestandteile sowie der von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft unverändert gehaltenen Beteiligungen ausgewiesen. Andererseits werden nach der Anwachsung auch alle Erträge und Aufwendungen aus dem Geschäftsbetrieb der ehemaligen Silo Rothensee GmbH & Co. KG als Lohnverarbeiter im Auftrag der ADM International Sàrl am Standort Hamburg sowie des Silo am Standort Rothensee einbezogen.

Zu ausgewählten Einflussfaktoren nehmen wir wie folgt Stellung:

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr von EUR 815,2 Mio (Vorjahr EUR 780,8 Mio) betreffen überwiegend das Werk Noblee & Thörl mit EUR 520,5 Mio (Vorjahr EUR 592,5 Mio), sowie mit EUR 230,3 Mio den Bereich Biodiesel (Vorjahr EUR 167,5 Mio). Auch im Geschäftsjahr ergaben sich im Bereich Biodiesel Margenbelastungen, insbesondere aufgrund der in Deutschland existierenden Überkapazitäten.

Bei den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und Sachanlagen von EUR 7,9 Mio (Vorjahr EUR 5,1 Mio) handelt es sich um planmäßige Abschreibungen.

Das Finanzergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig um EUR 1,9 Mio auf EUR -2,9 Mio. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Geschäftsjahr 2010 das Ergebnis der Silo Rothensee GmbH & Co. KG nur zeitanteilig bis zur Anwachsung im Beteiligungsergebnis mit EUR 1,0 Mio (Vorjahr EUR 2,8 Mio) ausgewiesen wird. Das Zinsergebnis von EUR -4,5 Mio (Vorjahr EUR -5,5 Mio) hat sich hingegen um EUR 1,0 Mio verbessert. Ursächlich sind hierfür ein weiterhin verbessertes Working Capital Management sowie rückläufige Zinssätze.

Insgesamt wird ein um EUR 30,2 Mio verbessertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von EUR 24,7 Mio (Vorjahr EUR -5,5 Mio) ausgewiesen. Die Aufwendungen aus Ertragsteuern von EUR 5,9 Mio (Vorjahr EUR 2,3 Mio) enthalten die von der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH belasteten Steuerumlagen. Sie wurden wie im Vorjahr auf Basis einer fiktiven originären Steuerpflicht ermittelt.

2.2. Ertragslage des Segments Ölmühle nach IFRS

Im Geschäftsjahr 2010 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 4,9 Mio höheres Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsergebnis von EUR 12,7 Mio erzielt.

Im Geschäftsjahr werden in der Ertragslage des Segments Ölmühle wie im Vorjahr ausschließlich die Verarbeitungsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft -Werk Hamburg sowie die Geschäftsaktivitäten der Silobetriebe und der ADM Rothensee GmbH & Co. KG ausgewiesen.

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Hamburg hat im Geschäftsjahr Lohnverarbeitungserlöse aus der Saatenverarbeitung in Höhe von EUR 114,6 Mio erzielt (Vorjahr: EUR 105,8 Mio).

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Silobetriebe hat sich im Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich entwickelt. Das Umschlags- und Lagergeschäft der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Silo Hamburg erreichte das Vorjahresniveau. Die Umschlagleistung der auf den Export fokussierten Silobetriebe in dem ADM Hamburg Konzern war im Vergleich zum Vorjahr insgesamt rückläufig. Die Silobetriebe konnten im Geschäftsjahr insgesamt Umsatzerlöse vor Eliminierungen in Höhe von EUR 19,9 Mio (Vorjahr EUR 20,8 Mio) erzielen.

Die ADM Rothensee GmbH & Co. KG als Erfasser von Getreide und Ölsaaten konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die kontrahierten Mengen deutlich erhöhen und erzielte Umsatzerlöse in Höhe von EUR 255,7 Mio (Vorjahr EUR 207,9 Mio).

Im Konzernabschluss werden derivative Finanzinstrumente zu Marktwerten bewertet. Aus der Bewertung von offenen derivativen Finanzinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Erträge von EUR 49,9 Mio (Vorjahr EUR 10,6 Mio) sowie Aufwendungen von EUR 76,9 Mio (Vorjahr EUR 14,5 Mio) ausgewiesen. Auf das Segment "Ölmühle" entfallen Erträge von EUR 19,9 Mio (Vorjahr EUR 6,8 Mio) und Aufwendungen von EUR 32,6 Mio (Vorjahr EUR 9,6 Mio).

2.3. Ertragslage des Segments Weiterverarbeitung nach IFRS

Im Geschäftsjahr 2010 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 8,0 Mio höheres Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsergebnis von EUR 19,1 Mio erzielt. Im Geschäftsjahr werden in der Ertragslage des Segments Weiterverarbeitung wie im Vorjahr ausschließlich die Biodieselverarbeitungsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Hamburg als Lohnverarbeiter für die ADM International Sàrl und die Biodieselaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Leer sowie die Geschäftsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl ausgewiesen.

Im Segment Weiterverarbeitung ergaben sich im Bereich Biodiesel Umsatzerlöse vor Eliminierungen im Geschäftsjahr von EUR 254,8 Mio (Vorjahr EUR 184,9 Mio). Im Biodieselbereich waren im Geschäftsjahr 2010 die Margensituation und die Auslastung der Anlagen unter anderem aufgrund der in Deutschland existierenden Überkapazitäten vergleichbar mit dem Vorjahr.

Für das Werk Noblee & Thörl sind im Geschäftsjahr Umsatzerlöse vor Eliminierungen bei einer zufriedenstellenden Auslastung der Produktionsanlagen von EUR 520,5 Mio (Vorjahr EUR 592,5 Mio) erzielt worden. Das Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen betrug EUR 11,2 Mio (Vorjahr EUR 18,0 Mio).

Im Konzernabschluss werden derivative Finanzinstrumente zu Marktwerten bewertet. Aus der Bewertung von offenen derivativen Finanzinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Erträge von EUR 49,4 Mio (Vorjahr EUR 10,6 Mio) sowie Aufwendungen von EUR 76,9 Mio (Vorjahr EUR 14,5 Mio) ausgewiesen. Auf das Segment "Weiterverarbeitung" entfallen Erträge von EUR 29,5 Mio (Vorjahr EUR 3,8 Mio) und Aufwendungen von EUR 44,3 Mio (Vorjahr EUR 4,9 Mio).

3. Bericht zur Finanzlage

Die Ziele des Finanzmanagement liegen in der Sicherstellung der Liquidität sowie in der Begrenzung der Wechselkursrisiken. Dazu wird die Finanzierung der Geschäftsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft sowie aller Tochtergesellschaften unverändert fast ausschließlich durch verbundene Unternehmen der weltweiten ADM Gruppe sichergestellt. Im geringeren Umfang bestehen langfristige Bankverbindlichkeiten.

Die im Geschäftsjahr durchgeführten Investitionen des Konzerns in Immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen in Höhe von EUR 16,0 Mio konnten zum Teil aus den Mittelzuflüssen aus betrieblicher Tätigkeit gedeckt werden. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ADM Hamburg-Konzern im Geschäftsjahr EUR 5,3 Mio (Vorjahr EUR 12,4 Mio).

Liquiditätsrisiken sind aufgrund der Finanzierungsstruktur derzeit weder für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft noch für den Konzern ersichtlich.

Währungspositionen bestehen für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft und den ADM Hamburg-Konzern im Wesentlichen in US-Dollar. Die Risiken werden teilweise über Termingeschäfte mit Unternehmen der ADM-Gruppe abgesichert.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzten sich am Bilanzstichtag und wie im Vorjahr aus den Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie dem Bestellobligo für Anlagevermögen zusammen und bestehen in einer der Geschäftstätigkeit des Konzerns und der ADM Hamburg Aktiengesellschaft angemessenen Höhe.

Wir erwarten auch in der Zukunft Liquiditätsüberschüsse aus der Geschäftstätigkeit der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg-Konzerns.

4. Bericht zur Vermögenslage

Die Vermögenslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr weiterhin geordnet.

Im handelsrechtlichen Jahresabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft hat sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um EUR 89,2 Mio auf EUR 409,6 Mio vermindert.

Die Verringerung ergibt sich hauptsächlich aus den um EUR 144,8 Mio geringeren Forderungen gegen verbundene Unternehmen von EUR 139,1 Mio (Vorjahr EUR 283,9 Mio). Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen die im Verrechnungsverkehr mit verbundenen Unternehmen vorgenommene Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Gegenläufig wirkte sich im Stichtagsvergleich der um EUR 44,5 Mio erhöhte Vorratsbestand insbesondere bei der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl sowie die um EUR 15,6 Mio höheren Sonstigen Vermögensgegenstände aus der Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG aus.

Der Buchwert des Anlagevermögens hat sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um EUR 2,8 Mio auf EUR 109,2 Mio verringert. Aus der Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft steht dem Zugang von Immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen im Wesentlichen ein Rückgang der Finanzanlagen an der Gesellschaft gegenüber. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozentpunkte erhöht und beträgt zum Bilanzstichtag 26,7 % (Vorjahr 22,5 %).

Auf der Passivseite haben sich im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um EUR 105,4 Mio auf EUR 278,7 Mio verringert. Die Veränderungen der übrigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ergeben sich im Wesentlichen aus der Anwachsung der Silo Rothensee GmbH & Co. KG auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft.

Aufgrund der Ergebnisübernahme wird ein unverändertes Eigenkapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft in Höhe von EUR 41,2 Mio ausgewiesen. Unter Berücksichtigung einer niedrigeren Bilanzsumme beträgt der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme nunmehr 10,1 % (Vorjahr 8,3 %).

Im Konzernabschluss erhöhte sich die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um EUR 90,4 Mio auf EUR 585,9 Mio.

Auf der Aktivseite wirkten sich hierbei insbesondere mit EUR 89,5 Mio die höheren Vorräte und die um EUR 38,8 Mio höheren derivativen Finanzinstrumente aus. Gegenläufig wirkte sich im Stichtagsvergleich die Verringerung der Sonstigen finanziellen Vermögenswerte von insgesamt EUR 58,6 Mio aus, die sich insbesondere aufgrund der im Verrechnungsverkehr mit verbundenen Unternehmen vorgenommenen Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten ergab.

Der Buchwert der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen hat sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt EUR 4,0 Mio verringert. Den gesamten Investitionen im Berichtszeitraum in Höhe von EUR 16,0 Mio stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 17,5 Mio gegenüber. Bei den Investitionen im Geschäftsjahr handelt es sich im Wesentlichen um Maßnahmen zur Erweiterung der Extraktion. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme verringerte sich leicht gegenüber dem Vorjahr auf 31,4 % (Vorjahr 32,9 %).

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital nach Berücksichtigung der Ergebnisabführung der ADM Hamburg Aktiengesellschaft in Höhe von EUR 15,2 Mio und des im Geschäftsjahr 2010 erzielten Konzernjahresüberschusses von EUR 18,9 Mio insgesamt um EUR 3,7 Mio auf EUR 76,9 Mio an. Die KonzernEigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der höheren Bilanzsumme auf 13,1 % (Vorjahr 14,8 %).

5. Gesamtaussage zur Lage

Die Vermögens- und Finanzlage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg Konzerns sind weiterhin geordnet. Im Geschäftsjahr 2010 hat die ADM Hamburg Aktiengesellschaft ein Ergebnis vor Gewinnabführung von EUR 15,2 Mio erzielt. Im ADM Hamburg Konzern ergab sich im Geschäftsjahr 2010 ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von EUR 18,9 Mio.

Wir erwarten weiterhin positive Ergebnisse in der Zukunft.

6. Nachtragsbericht

Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind uns nicht bekannt geworden.

7. Prognosebericht

Der Vorstand der ADM Hamburg Aktiengesellschaft blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung ist nicht vorhersehbar. Und die Gefahr von erneuten Rückschlägen und Risiken bleibt. Doch in der Regel ist der Einfluss von globalen Wirtschaftskrisen auf die Agrarmärkte nur gering.

Während wir die denkbaren Risiken auf den Märkten aufmerksam im Blick behalten werden, sehen wir aber auch die Chancen für unser Geschäft. Wir sehen diese Chancen im Bereich der Ölsaatenverarbeitung ebenso wie bei der Biodieselproduktion.

Im Folgenden wollen wir die voraussichtliche Entwicklung der Märkte für Pflanzenöl und Futterschrote sowie für Biodiesel skizzieren und gleichzeitig aufzeigen, wie wir diese Chancen und Risiken in unserer Planung fortlaufend berücksichtigen werden.

Auch weiterhin erwarten wir volatile Märkte für Agrarrohstoffe mit starken Preisbewegungen in beide Richtungen. Diese werden traditionell durch fundamentale Einflussfaktoren hervorgerufen. Bei sinkenden weltweiten Lagerbeständen werden diese fundamentalen Faktoren wie Erntewartungen, Wetterbedingungen und Erntemengen noch stärkere Preisausschläge hervorrufen als in der Vergangenheit.

Darüber hinaus wird die unterschiedliche wirtschaftliche Erholung in den verschiedenen Regionen der Welt für zusätzliche Volatilität an den Währungsmärkten sorgen. Die Zinspolitik der jeweiligen Zentralbanken wird dabei ebenfalls eine bedeutsame Rolle spielen. Aber auch internationale Krisen wie in der arabischen Welt oder Naturkatastrophen werden den Preispegel an den Märkten stärker ausschlagen lassen.

Die Risiken steigender Marktvolatilität wurden bereits im Jahr 2008 von uns durch die Übertragung weiter Teile unseres Handelsgeschäftes auf die ADM International Sarl auf ein überschaubares und tragbares Maß reduziert.

Die Nachfrage nach unseren Produkten Speiseöl, Futterschrot und Biodiesel wird weiter steigen. Weltweites Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Ressourcenabbau und Klimawandel sind bestehende Trends. Gleichzeitig steigt in vielen Ländern das Pro-Kopf-Einkommen. Damit ändert sich das Konsumverhalten der Menschen. Mehr Fleisch wird konsumiert. Und mehr PKW werden die Straßen befahren. Die weltweite Mobilität wird steigen und damit auch der Energieverbrauch.

Wir werden in der Lage sein, einen Teil des steigenden Bedarfes mit unseren hochwertigen Pflanzenölen, proteinhaltigen Futterschroten und umweltschonendem Biodiesel zu bedienen. Dafür werden wir unsere Produktionskapazitäten zielgerichtet erweitern und unsere Logistik weiter optimieren.

Insbesondere in Europa wird die Nachfrage nach Biokraftstoffen kontinuierlich steigen. Mit dem Inkrafttreten der RED hat sich die Europäische Union auch das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 10 Prozent des fossilen Energieverbrauchs im Verkehrssektor durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, führt kein Weg am Biodiesel vorbei. Die steigende Nachfrage nach Biodiesel wird die Auslastung unserer Ölsaatenverarbeitung und Biodieselproduktion unterstützen. Auch wenn der Biodieselmarkt in Deutschland und Europa bereits Überkapazitäten aufgebaut hat, werden uns die Standorte unserer Anlagen und die damit verbundenen Logistikvorteile entscheidende Vorteile im Wettbewerb verschaffen.

Wir erwarten deshalb, dass unsere Anlagen in den nächsten Jahren ähnlich gut ausgelastet sein werden wie im Berichtsjahr.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Verbraucher immer kritischer und anspruchsvoller in Bezug auf ihren Lebensmittelkonsum werden. Lebensmittel müssen einerseits preisgünstig sein, sie müssen aber auch gesund und zunehmend nachhaltig erzeugt sein. Die Entwicklung gesünderer und innovativer Produkte steht ganz besonders im Fokus unseres Forschungs- und Entwicklungszentrums in Hamburg. Erste Erfolge bei der Entwicklung neuer Produkte wurden erzielt. Und auch unsere Muttergesellschaft Archer Daniels Midland Company treibt die Entwicklung neuer und gesünderer Produkte voran. Die Einbettung in unseren Mutterkonzern wird es uns ermöglichen, auch von diesen Entwicklungen zu profitieren.

Entscheidende Einflussfaktoren auf unsere Umsatzerlöse sind neben der Auslastung unserer Anlagen auch die Entwicklung der Marktpreise und Wechselkurse. In Erwartung weiterhin volatiler Märkte, zunehmender Interdependenzen auf den Weltmärkten und einer nicht vollständig überwundenen Weltwirtschaftskrise ist es heute nicht möglich, zu all diesen Einflussfaktoren belastbare Prognosen abzugeben. Würden jedoch diese Einflussgrößen in den folgenden Jahren nahezu unverändert bleiben, so sollte dies auch auf unseren Umsatz und Jahresüberschuss zutreffen.

Unser Unternehmen besteht seit mehr als einhundert Jahren. Darauf sind wir sehr stolz. Unsere Geschichte hat gezeigt, dass die Ölmühlenindustrie für die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln unverzichtbar ist. Diese Erkenntnis zusammen mit unserer Erfahrung, unserem Know-How, unserer modernen Technik, unseren motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern und dem Bestreben, uns ständig weiter zu verbessern, bestärkt unsere Zuversicht, dass unsere Geschichte noch lange nicht zu Ende ist.

Durch die Einbindung in den weltweit operierenden Konzern der Archer Daniels Midland Company wurde vielmehr ein weiteres Kapitel unserer Geschichte aufgeschlagen. Wir erhalten damit die Unterstützung, die wir brauchen, um uns auch in den nächsten Jahren genauso erfolgreich zu entwickeln, wie in den vergangenen einhundert Jahren.

8. Risiken und Risikomanagement

Der ADM Hamburg Konzern ist als international tätiger Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten Währungs- und Commodity-Risiken ausgesetzt. Der Konzernvorstand bedient sich bei der Überwachung dieser Risiken neben seinem eigenen Berichtswesen unter anderem des Instrumentariums, welches von der Muttergesellschaft (Archer Daniels Midland Company) bereitgestellt wird. Die Unternehmenspolitik der Archer Daniels Midland Company ist die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risiko-Management. Als Instrumente dienen vor allem Devisentermingeschäfte und Commodity-Termingeschäfte.

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft als auch die Tochtergesellschaften begegnen diesen Risiken durch das umfassende Risikomanagement des Archer Daniels Midland Konzerns, das in unsere Aufbau- und Ablauforganisation integriert ist. Die Konzernunternehmen der Archer Daniels Midland Gruppe unterliegen einem strikten Risiko-Management. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft.

Absicherungen im Commodity-Bereich dienen primär der Mengen-, als auch der Margen-Sicherung. Devisentermingeschäfte dienen der Minimierung von Wechselkursschwankungen bezogen auf die Funktionalwährung.

Bezüglich der Sicherungsgeschäfte bestehen Vertragsverhältnisse mit verschiedenen Unternehmen aus dem Archer Daniels Midland Konzern, die sich auf die Durchführung von Sicherungs-Geschäften spezialisiert haben. Somit wird die ADM Hamburg Aktiengesellschaft in die konzernweiten Sicherungsaktivitäten einbezogen. Die Durchführung der Sicherungsgeschäfte erfolgt für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft im Biodieselgeschäft unter anderem durch den Abschluss von PLATTS-Derivaten. Für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl und die ADM Rothensee GmbH & Co. KG erfolgen die Sicherungsgeschäfte im SojaBereich primär über die Chicago Board of Trade (CBOT) und im Raps-Bereich über die MATIF.

Als weiteres Risiko ergibt sich im Finanzbereich das Kreditausfallrisiko. Für das Kreditrisiko bestehen Kreditversicherungen. Allen operativen Risiken wird durch Qualitätssicherungssysteme, Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter, regelmäßige Wartung der Anlagen und den Abschluss geeigneter Versicherungen begegnet. Risiken aus dem rechtlichen Umfeld stehen unter ständiger Beobachtung. Die Wirksamkeit wird regelmäßig durch die Revisionsabteilung des Archer Daniels Midland Konzerns überprüft. Ein enger Kontakt zu den Verbänden der einzelnen Betätigungsfelder soll helfen, frühzeitig Risiken zu erkennen und im konstruktiven Dialog die Rahmenbedingungen mitzugestalten.

9. Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung sind im Vergleich zu den gesamten Aufwendungen unwesentlich. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit dient im Wesentlichen der produktbezogenen Auftragsabwicklung und führt nicht zur Bildung Immaterieller Vermögenswerte.

10. Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB bzw. § 315 Abs. 4 HGB

Das Grundkapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009 jeweils EUR 19.142.768,03. Es ist eingeteilt in 748.800 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Es handelt sich hierbei seit der Hauptversammlung am 6. Juli 1999 um nennbetragslose Stückaktien.

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, hält an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung von 95,1%. Im Juli 1996 hat die ADM Hamburg Aktiengesellschaft mit der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als herrschendem Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Minderheitsaktionäre haben das Recht auf eine festgelegte jährliche Ausgleichszahlung seitens der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH.

Am 31. Dezember 2008 haben uns die ADM Ireland Holdings Ltd/Niederlande, die ADM Ringaskiddy Unlimited Liability Co./Republik Irland und die ADM German Holdings B.V./Niederlande mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft am 22. Dezember 2008 durch Aktien die Schwelle von 75%, 50%, 30%, 25%, 20%, 15%, 10%, 5% und 3% der Stimmrechte unterschritten hat und nunmehr 0% (das entspricht 0 Stimmrechten) beträgt.

Gleichzeitig hat uns die ADM International Sàrl, Rolle, Schweiz, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft am 22. Dezember 2008 durch Aktien die Schwelle von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30%, 50% und 75% der Stimmrechte überschritten hat und nunmehr 95,18% (das entspricht 712.696 Stimmrechten) beträgt. 95,18% der Stimmrechte (das entspricht 712.696 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Indirekt über die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH sind die folgenden Gesellschaften mit 95,18% am Kapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beteiligt:

Archer Daniels Midland Company, 4666 Faries Parkway, Decatur, II 62526, USA,
ADM Holding LLC, Wilmington, Delaware, USA, Anschrift: 4666 Faries Parkway, Decatur, II 62526, USA,
ADM Worldwide Holdings LP, Georgetown, Cayman Islands, Anschrift: c/o Campbell Corporate Services, Scotiabank Building, P.O. Box 268, Georgetown, Grand Cayman, Cayman Islands,
Archer Daniels Midland Europe B.V., Anschrift: Stationsstraat 76, NL 1541 LJ Koog aan de Zaan, Niederlande,
ADM International Sàrl, Anschrift: Zone artisanale Vers La Pièce, route de l'Etraz, A-One Business Center, Rolle, Schweiz,
ADM European Management Holding GmbH, Anschrift: Glockengießerwall 22, D 20095 Hamburg,

Die Rechte und Pflichten des Vorstandes und des Aufsichtsrates richten sich wie auch die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und die Änderung der Satzung nach den allgemeinen gesetzlichen Grundlagen.

11. Personal

Im Berichtsjahr beschäftigte die ADM Hamburg Aktiengesellschaft durchschnittlich 604 (Vorjahr 198) Mitarbeiter, davon 35 (Vorjahr 0) Auszubildende. Im Konzern wurden durchschnittlich 637 (Vorjahr 613) Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon sind 35 (Vorjahr 30) Auszubildende.

12. Vergütungssystem Vorstand / Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstandes durch die ADM Hamburg Aktiengesellschaft oder ihre Tochtergesellschaften enthält ausschließlich feste Gehaltsbestandteile. Variable Gehaltsbestandteile, Aktienoptionen u.ä. werden von diesen Gesellschaften nicht gewährt. Teilweise erhalten die Vorstände weitere Bezüge von anderen Gesellschaften der ADM-Gruppe, die nicht zum Kreis des ADM Hamburg Konzerns gehören. Hierzu zählen u.a. Aktienoptionen auf Aktien der obersten Muttergesellschaft der ADM Gruppe.

Die Vergütung des Aufsichtsrats enthält ausschließlich feste Bestandteile. Der Vorsitzende hat Anspruch auf den doppelten, sein Stellvertreter auf den eineinhalbfachen Vergütungsbetrag. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 16 der Satzung geregelt.

13. Corporate Governance

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz im Juli 2010 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.oelag.de/index.php3?hid=00617) dauerhaft, öffentlich zugänglich gemacht.

Unser Dank und unsere Anerkennung gilt allen unseren Mitarbeitern. Das gute wirtschaftliche Ergebnis, mit dem der Konzern ADM Hamburg Aktiengesellschaft das Geschäftsjahr 2010 abschließen konnte, ist in erheblichem Maße durch ihre Flexibilität und ihren tatkräftigen Einsatz ermöglicht worden.

Hamburg, den 29. April 2011

Der Vorstand

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Dr. Martin Kropp

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, der ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, 9. Mai 2011

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Nissen-Schmidt, Wirtschaftsprüferin

Rißler, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Hamburg, 29. April 2011

Der Vorstand

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Dr. Martin Kropp

ADM Hamburg Aktiengesellschaft Bericht des Aufsichtsrates

Überwachung der Geschäftsführung

Das Geschäftsjahr 2010 war geprägt von anstehenden Veränderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie von Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und ihrer Beteiligungen. Die vorgenannten Prozesse hat der Aufsichtsrat erneut aktiv durch Beratungen und Diskussionen mit dem Vorstand begleitet. Dabei hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung auf der Grundlage von Vorstandsberichten und gemeinsamen Sitzungen laufend überwacht. Die seiner Zustimmung bedürfenden Geschäfte hat er überprüft und jeweils mit dem Vorstand besprochen.

Aufsichtsratszusammensetzung

Dem aus insgesamt zwei Vertretern der Aktionäre und einem Vertreter der Arbeitnehmer bestehenden Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2010 an:

a) Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp (Aufsichtsratsvorsitzender),

b) Brent Fenton (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, ab dem 19. Februar 2010),

c) Thomas Schlomm (Arbeitnehmervertreter).

Der Aufsichtsrat hat angesichts seiner auf drei Mitglieder beschränkten Größe keine Ausschüsse gebildet.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2010 in insgesamt vier Sitzungen - am 19. April, 31. Mai, 27. August und 24. November 2010 über die laufende Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung, über die Budgetplanung, die strategischen Ziele, das Risikomanagement sowie alle organisatorischen und personellen Veränderungen einschließlich aller weiteren Vorgänge von wesentlicher Bedeutung umfassend unterrichten lassen. Darüber hinaus hat der Vorstand laufend durch detaillierte Berichte über prägende Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns informiert. Im Übrigen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in ständigem, engem Kontakt zum Vorstand, der ihn über aktuelle Geschäftsvorgänge umfassend unterrichtete und mit dem regelmäßig Gespräche über wesentliche strategische und geschäftspolitische Fragen der Gesellschaft und des Konzerns geführt wurden. Soweit der Aufgabenkreis des Vorstands bzw. das Zusammenwirken der Organe betroffen war, hat der Vorstand an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen.

Corporate Governance

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in dem Anhang des Konzernabschlusses, abgedruckt in diesem Geschäftsbericht, ausgewiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Juli 2010 die jährliche Entsprechenserklärung zum deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese dauerhaft zur Verfügung gestellt.

Rechnungslegung

Als Abschlussprüfer wurde von der Hauptversammlung der Gesellschaft die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Hamburg, gewählt. Der Aufsichtsrat hat daraufhin den Prüfungsauftrag erteilt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen.

Am 12.05.2011 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Die entsprechenden Vorlagen und Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Vorfeld dieser Sitzung ausgehändigt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, berichtete über den Verlauf der Prüfung und die Prüfungsergebnisse und stand für die Beantwortung von Fragen sowie zur Diskussion der Unterlagen zur Verfügung.

Das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat hat nach eigenen Prüfungen von Jahresabschluss, Konzernabschluss sowie zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht der Gesellschaft keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist. Der Aufsichtsrat hat auch den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss gebilligt.

Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss vom 23.09.2010 Herrn Dr. Martin Kropp mit Wirkung zum 23.09.2010 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der ADM Hamburg Aktiengesellschaft bestellt. Mit Beschluss vom 19. Februar 2011 hat der Aufsichtsrat mit Wirkung ab dem 28. Februar 2011 Herrn Dr. Ostheim als Mitglied des Vorstands abberufen. Gleichzeitig wurde mit Wirkung ab dem 28. Februar 2011 das Vorstandsmitglied Frau Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.

Danksagung

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft und den Betriebsräten für das große Engagement, für ihren tatkräftigen Einsatz im Interesse des Unternehmens sowie für die im Geschäftsjahr 2010 erzielten Erfolge.

Hamburg, 13. Mai 2011

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp, Vorsitzender

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