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ADM Hamburg AG

Quarterly Report Sep 30, 2013

4562_10-q_2013-09-30_2e93169f-7989-4c7e-b5f1-a4c826c4cfc6.pdf

Quarterly Report

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ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg

Konzernabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2013 Konzernbilanz

30.06.2013
EUR
31.12.2012
EUR
AKTIVA
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte 2.471.883,80 2.491.186,37
Sachanlagen 191.925.086.71 191.259.966,04
At Equity bilanzierte Beteiligungen/Sonstige Beteiligungen 1.039.073,94 1.039.073,94
Latente Steuern 9.223.640,41 9.223.640,40
204.659.684.86 204.013.866,75
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Vorrate 10.852.521,05 64.771.232,40
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.327.890.87 8.663.053,85
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 31.701.004.33 31.343.981,30
Sonstige Vermögenswerte 33.034.235,14 33.929.139,40
Derivative Finanzinstrumente 12.496.592.77 6.129.358,91
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87.074,43 198.789,72
92.499.318,59 145.035.555,58
297.159.003,45 349.049.422,33
PASSIVA
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 19.142.768,03 19.142.768,03
Rücklagen 46.126.886.57 43.103.257,34
Eigenkapital der Aktionäre der ADM Hamburg Aktiengesellschaft 65.269.654,60 62.246.025,37
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 31.434,50 30.559,72
65.301.089.10 62.276.585,09
LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Finanzverbindlichkeiten 0,00 0,00
Rückstellungen 32.828.398,20 32.677.863,16
Latente Steuern 11.698.312,17
44.526.710,37
11.759.377,08
44.437.240,24
KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Finanzverbindlichkeiten 141.801.692,69 201.702.121,12
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.859.310,85 14.954.860,56
Steuerverbindlichkeiten 1.392.960,29 111.359,37
Derivative Finanzinstrumente 11.870.471,26 4.653.801,63
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 20.406.768,89
187.331.203,98
20.913.454,32
242.335.597,00
297.159.003,45 349.049.422,33

ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg

$\cdot$

Konzernabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2013 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1.1 - 30.06.2013
EUR
1.1 - 30.06.2012
EUR
Umsatzerlöse 209.742.007,91 244.976.882,36
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen
-197.641.571.63 -238.580.896,60
Bruttoergebnis vom Umsatz 12.100.436,28 6.395.985,76
Vertriebskosten $-2.866.019,31$ -6.144.997,30
Allgemeine Verwaltungskosten -6.372.889,97 -4.600.510,36
Sonstige betriebliche Erträge 13.886.342,65 14.693.402,41
Sonstige betriebliche Aufwendungen $-11.932.444.61$ $-6.269.967,71$
Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit 4.815.425,04 4 073.912,80
Beteiligungsergebnis 0,00 0,00
Zinserträge 817,37 52.039,84
Zinsaufwendungen -368.442.43 $-1.033.500,75$
Finanzergebnis -367.625,06 -981.460,91
Ergebnis vor Steuern 4,447.799,98 3.092.451,89
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.423.295,97 $-1.010.013,04$
Jahresergebnis 3.024.504,01 2.082.438,85
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 0,00 0,00
Sonstiges Ergebnis 0,00 0,00
Gesamtergebnis 3.024.504,01 2.082.438,85
davon: Anteile ohne beherrschenden Einfluss 874.78 911,18
davon: Anteile der Aktionäre der ADM Hamburg
Aktiengesellschaft
3.023.629,23 2.081.527,67
Ergebnis je Aktie (in EUR) 4,04 EUR 2,78 EUR

ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg

Konzernabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2013

$\sim 10$

Entwicklung des Elgenkapitals des Konzerns

1. Januar bis zum 30. Juni 2012

Gezeichnetes
Kapital
TEUR
Kapital-
rücklage
TEUR
Семил-
rücklagen
TEUR
Summe
Rücklagen
TEUR
Anteile anderer
Gesellschafter
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand 1. Januar 2012 19.143 21.205 22.438 43.643 29 62.815
Jahresüberschuss 2.082 2.082 2.083
Stand 30, Juni 2012 19.143 21.205 24.520 45.725 30 64.898

$\sim$

$\sim$

$\frac{1}{2}$ $\ddot{\mathrm{i}}$ $\frac{1}{4}$

1. Januar bis zum 30. Juni 2013

Gezeichnetes
Kapital
TEUR
Kapital-
rücklage
TEUR
Gewinn-
rücklagen
TEUR
Summe
Rücklagen
TEUR
Anteile anderer
Gesellschafter
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand 1. Januar 2013 19.143 21.205 21.898 43.103 30 62.276
Jahresüberschuss o 3.024 3.024 3.025
Stand 30, Juni 2013 19.143 21.205 24,922 46.127 31 65,301

ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2013 Konzern-Kapitalflussrechnung

$1.1.-30.6.2013$ 1.1.-30.6.2012
TEUR TEUR
Laufende Geschäftstätigkeit
lJahresüberschuss 3.025 2.082
Sonstiger Cashflow 7.707 25.658
Cashflow 10.732 27.740
Sonstige Ab-/Zuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit $-4.432$ 11.033
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 6.300 38.773
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit $-6.762$ $-12.996$
Mittelzu-/Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit 350 $-25.742$
Erhöhung/Verminderung der flüssigen Mittel $-112$ 35
Flüssige Mittel am Anfang des Geschäftsjahres 199 140
Flüssige Mittel am Ende des Berichtszeitraumes 87 175

ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2013 Ausgewählte Anhangangaben

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft und die übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind im Bereich der Nahrungs- und Futtermittelindustrie tätig. Sie befassen sich mit der Beschaffung, dem Transport, der Lagerung, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Ölsaaten, Fettstoffen und Futtermitteln. Darüber hinaus wird Rapsöl zu Biodiesel weiterverarbeitet.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2013 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 und in Anwendung von § 315a HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt worden.

Die im Anhang des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2012 gegebenen Erläuterungen insbesondere im Hinblick auf die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden gelten entsprechend.

Dieser Bericht wurde weder einer prüferischen Durchsicht noch einer Prüfung nach § 317 HGB durch den Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Im Berichtszeitraum ist es zu keinen Veränderungen des Konsolidierungskreises aufgrund Akquisitionen oder von Desinvestitionen, Änderungen der Beteiligungsverhältnisse oder ähnlicher gesellschaftsrechtlicher Vorgänge gekommen.

Angaben zur Konzernbilanz

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beträgt zum 30. Juni 2013 und zum 31. Dezember 2012 jeweils EUR 19.142.768,03. Es ist eingeteilt in 748.800 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Es handelt sich hierbei seit der Hauptversammlung am 6. Juli 1999 um nennbetragslose Stückaktien.

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, hält an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung. Im Juli 1996 hat die ADM Hamburg Aktiengesellschaft mit der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als herrschendem Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Minderheitsaktionäre haben das Recht auf eine festgelegte jährliche Ausgleichszahlung seitens der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH.

Derivative Finanzinstrumente

Der ADM Hamburg Konzern ist als international tätiger Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten Währungs- und Commodity-Risiken ausgesetzt. Der Konzernvorstand bedient sich bei der Überwachung dieser Risiken neben seinem eigenen Berichtswesen unter anderem des Instrumentariums, welches von der Muttergesellschaft (ADM Company) bereitgestellt wird. Die Unternehmenspolitik der ADM Company ist die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risiko-Management. Als Instrumente dienen vor allem Devisentermingeschäfte und Commodity-Termingeschäfte.

Zu den eingesetzten Instrumenten zählen börsengehandelte Commodity-Termingeschäfte, Devisentermingeschäfte sowie zu Handelszwecken eingegangene Ein-und Verkaufskontrakte. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Es werden unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag die gezahlten oder Steuern auf Einkommen geschuldeten und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Darüber hinaus belastet die ADM-Beteiligungsgesellschaft mbH als Organträger die ADM Hamburg gemäß einer Vereinbarung vom 1. Dezember 1997 mit Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer. die in dieser Position enthalten sind.

Sonstige Angaben

Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen nach IAS 24

Bezüglich der Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012. Es haben sich bis zum 30. Juni 2013 keine wesentlichen Änderungen ergeben.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind uns nicht bekannt geworden.

Hamburg, 27. September 2013

ADM Hamburg Aktiengesellschaft

Der Vorstand

(Jaana Kleinschmit von Lengefeld)

(Detlef Ernst Evers)

(Dr. Martin Kropp)

ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2013 Halbiahresbericht

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2012 um $\epsilon$ 51.9 Mio auf € 297,2 Mio. Der Rückgang ist im Wesentlichen saisonal bedingt, wie verringerte Vorräte per 30. Juni 2013 vor Beginn der diesjährigen Erntesaison zeigen.

Die Geschäftsaktivitäten wurden im vollen Umfang fortgeführt.

Zur Finanzlage stellen wir fest, dass die Liquidität zu jeder Zeit gewährleistet war. Im Konzern wurde auch in der Berichtsperiode ein positiver Cashflow erzielt.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2013 wurde ein Konzernumsatz von € 209,7 Mio (1. Halbjahr 2012: € 245,0) erzielt. Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag bei € 12,1 Mio (1. Halbjahr 2012: € 6,4 Mio). Vor Steuern wurde im ersten Halbjahr ein Gewinn in Höhe von € 4,4 Mio (1. Halbjahr 2012 € 3,1 Mio) erzielt.

Überblick

Die weltweiten Ölsaatenmärkte schauten im ersten Halbjahr 2013 vor allem auf die südamerikanische Sojabohnenernte. Die Ernten Brasiliens und Argentiniens sollten helfen, das weltweite Proteindefizit auf den Futtermittelmärkten zu kompensieren. Gleichzeitig erwarteten Experten neue Sojabohnen-Rekordernten in beiden Ländern.

Brasilien und Argentinien erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen. In Brasilien wurden 82 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet. Damit wurde die brasilianische Erntemenge gegenüber dem Vorjahr, als 66,5 Millionen Tonnen geerntet wurden, deutlich gesteigert. In Argentinien lag die Ernte bei 51 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Steigerung von etwa 11 Millionen Tonnen gegenüber 2012.

Nachdem die Ernten in Südamerika eingebracht wurden, sollten Sojabohnen und Sojaschrot schnellstmöglich zu den Verarbeitern und Verbrauchern auf den Weltmärkten verschifft werden. Dabei kam es in den südamerikanischen Exporthäfen zu erheblichen logistischen Problemen. Schiffe mussten teilweise bis zu 70 Tage auf ihre Beladung warten.

Damit blieben die weltweiten Proteinmärkte trotz einer Rekordernte in Brasilien und Argentinien auch im zweiten Quartal 2013 über weite Zeiträume nicht ausreichend versorgt. Gleichzeitig blieben die Preise für Sojaschrot und Rapsschrot fest.

Für den norddeutschen Raum kam hinzu, dass eine große Ölmühle in Sachsen-Anhalt wegen technischer Probleme über mehrere Wochen keine Rapssaat verarbeiten konnte. Bestehende Rapsschrotverpflichtungen konnten nicht erfüllt werden, und Verbraucher suchten nach alternativen Bezugsguellen. In diesem insgesamt festen Marktumfeld waren Verbraucher nicht bereit, langfristige Verträge für Futterschrot abzuschließen. Sie hofften auf wieder fallende Preise und schlossen Verträge hauptsächlich zur sofortigen Lieferung ab.

An der festen Preistendenz konnte auch die Aussicht auf die bevorstehende EU28-Rapsernte wenig ändern. Experten schätzten die Ernte auf etwa 20,4 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Steigerung von rund einer Million Tonnen gegenüber der Ernte in 2012.

Diese Schätzungen gingen davon aus, dass die Ernten in Deutschland und Polen ganz wesentlich zu der steigenden EU-Erntemenge beitragen würden. Insbesondere die Rapsernte in Deutschland sollte mit 5,8 Millionen Tonnen etwa 1 Million Tonnen höher ausfallen als die Ernte im Jahr zuvor. Für Frankreich und England dagegen rechneten die Experten mit geringeren Raps-Erntemengen als im Vorjahr.

Im zweiten Quartal zeichnete sich zudem ab, dass es keinen nahtlosen Anschluss der Raps-Ernte 2013 an die geringe Ernte 2012 geben würde und die europäischen Ölmühlen zeitweise über nicht ausreichend Rohstoff zur Verarbeitung verfügen würden.

Damit musste auch vermutet werden, dass die Silobetriebe im Berichtszeitraum rückläufige Umschlagszahlen zeigen würden und dass sie insgesamt ein nicht befriedigendes erstes Halbjahr bilanzieren müssten. Hinzu kam das Juni-Hochwasser der Elbe. Es beeinflusste den Betrieb des "Silo Riesa" und des "Silo Rothensee" erheblich. Zeitweise musste der Umschlagsbetrieb eingestellt werden. Mitarbeiter beider Betriebe und viele freiwillige Helfer aus der Region konnten während des Hochwassers sicherstellen, dass es zu keinen nennenswerten Schäden an den Anlagen kam. Der Betrieb beider Silos konnte nach Ende des Hochwassers zügig wieder aufgenommen werden.

Entgegen den Erwartungen konnten die Silobetreibe in Hamburg, Rostock, Madgeburg-Rothensee und Summe ihre Umschlagsmengen Riesa $\mathsf{in}$ im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr steigern. Auch das wirtschaftliche Gesamtergebnis aller Silobetriebe wurde gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert.

Das Ergebnis der ADM Rothensee GmbH & Co. KG zeigte im ersten Halbiahr 2013 eine erfreuliche Entwicklung. Diese Tochtergesellschaft der ADM Hamburg Aktiengesellschaft, die die Erfassung von Ölsaaten und Getreide zur Aufgabe hat, konnte ein positives Betriebsergebnis erzielen, nachdem das erste Halbiahr 2012 mit einem Verlust abgeschlossen wurde.

1. Die Ölmühle

Die Versorgung der Ölmühle mit Sojabohnen und Rapssaat gestaltete sich im ersten Halbiahr 2013 als schwierig. Sojabohnenankünfte aus Südamerika konnten wegen langer und schwer kalkulierbarer Liegezeiten in den südamerikanischen Ladehäfen kaum zuverlässig geplant werden.

Die Bestände aus der europäischen Rapsernte 2012 waren zum Ende der Ernteperiode nahezu aufgebraucht, so dass im Berichtszeitraum erneut Rapssaat Australien importiert werden aus musste, um die Versorgung der Verarbeitungsanlage zu gewährleisten.

Die Auslastung der Verarbeitungsanlagen für Sojabohnen und Rapssaat der ADM Hamburg Aktiengesellschaft war im ersten Halbjahr insgesamt zufriedenstellend. Die Verarbeitung von Sojabohnen lag um 4 Prozent höher als im Vorjahr. Dagegen ging die Verarbeitung von Rapssaat um zwei Prozent zurück. Der Rückgang der Rapsverarbeitung lag allerdings auch an einem längeren Reparaturstillstand im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni.

2. Weiterverarbeitung

Die Auslastung der Raffinationsanlagen zeigte ebenfalls kein einheitliches Bild. Während die Produktion von Rüböl- und Sojaöl-Vollraffinat deutlich zurückging, stieg die Produktion von Palmöl-Vollraffinat gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr an.

Die Produktion von Halbraffinaten zeigte ein anderes Bild. Dort ging die Produktion von Rüböl-Halbraffinat ebenfalls deutlich zurück. Beim Sojaöl-Halbraffinat dagegen lag die Produktion während des gesamten Berichtszeitraums kontinuierlich über der des Vorjahres.

Die oben genannten Produktionszahlen der Raffinerie spiegeln wider, dass die Nachfrage des europäischen Biodieselsektors nach Rüböl im ersten Halbjahr 2013 geringer war als im Vorjahr. Das führte zu einem Überschuss an Rüböl in Europa, für den es keine alternative Verwendungsmöglichkeit im Lebensmittelsektor gab. Folglich mussten größere Mengen Rüböl von Europa nach Asien exportiert werden.

Über den gesamten Berichtszeitraum war der Preis für Rüböl rückläufig. Die gleiche Entwicklung zeigte der Preis für Sojaöl. Lediglich der Preis für Palmöl blieb stabil, so dass Palmöl zum Ende der Berichtsperiode gegenüber Rüb- und Sojaöl weniger preislich attraktiv wurde.

Biodiesel ist heute die einzige flüssige Alternative zum herkömmlichen Dieselkraftstoff. Und Europa sieht sich einem steigenden Bedarf an Dieselkraftstoff gegenüber. Trotzdem konnten die Anlagen zur Biodieselproduktion in Hamburg und Leer, wie die anderer deutscher und europäischer Biodieselproduzenten auch, nicht zufriedenstellend ausgelastet werden.

Die Produktion von Biodiesel im Werk Hamburg und Werk Leer lag im ersten Halbiahr 2013 deutlich unter der des Vorjahres. Dies lag ganz wesentlich an zwei Faktoren: Die Anlage in Leer musste für etwa sechs Wochen ihre Produktion vollständig einstellen. Wegen dringender Renovierungsarbeiten an einem Tor der Schleuse zum Seehafen Leer wurde die Schleuse für sechs Wochen komplett gesperrt. Eine wirtschaftliche Versorgung der Anlage mit Rohstoffen und ein wirtschaftlicher Abtransport des Biodiesels per Binnenschiff waren in diesem Zeitraum nicht möglich.

Die Hamburger Anlage litt vornehmlich unter Biodiesel-Importmengen aus Argentinien und Indonesien. Im Ursprungsland subventionierter Biodiesel konnte auch im ersten Halbjahr 2013 zu günstigeren Preisen nach Europa importiert werden, als ihn europäische Hersteller produzieren konnten. Diese Importe gingen erst spürbar zurück, nachdem die Europäische Kommission im Mai bekanntgab. fortan Importzölle auf Palmmethylester aus Indonesien und Sojamethylester aus Argentinien zu erheben. Diese Importzölle glichen jedoch nur einen Teil des Preisvorteils gegenüber dem in Europa produzierten Biodiesel aus, so dass die Europäische Kommission gefordert ist, in einem zweiten Schritt die Importzölle zu erhöhen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Auch in den Medien stand Biodiesel im Berichtszeitraum häufiger im Fokus. Die sogenannte "Tank-Teller"-Diskussion wurde erneut geführt. Sachliche Argumente blieben in zahlreichen Berichten meist unerwähnt.

Ausgangspunkt der Diskussion war der im Oktober des vergangenen Jahres von der Europäischen Kommission vorgelegte Richtlinienänderungsvorschlag. Er sieht eine Änderung der RED, der Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, und der FQD, der Richtlinie über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen, vor.

Der Vorschlag besagt, dass die Produktion von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse begrenzt und dass bei der Berechnung der CO2-Minderung durch Biokraftstoffe ein sogenannter iLUC-Faktor berücksichtigt werden soll. iLUC steht für "indirekte Landnutzungsänderung" und basiert auf der These, dass Rohstoffe für Biokraftstoffe auf Flächen produziert werden, die bisher zum Beispiel zur Herstellung von Lebensmitteln genutzt wurden.

Sollte der Vorschlag in seiner Substanz umgesetzt werden, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf den Absatz von rapsölbasiertem Biodiesel und damit auf die europäischen Agrarmärkte und die Auslastung der Ölmühle, Raffinerie und Biodieselanlagen der ADM Hamburg Aktiengesellschaft.

Rohglyzerin entsteht als Kuppelprodukt der Biodieselproduktion und wird in den Werken in Hamburg und Leer zu hochwertigem Pharmaglyzerin veredelt. Die Auslastung der Anlagen zur Produktion von Pharmaglyzerin war im ersten Halbjahr 2013 ebenfalls geringer als im Vorjahr.

Zum einen lag dies an der insgesamt geringeren Produktion von Biodiesel. Zum anderen lag es an der geringeren Nachfrage nach Pharmaglyzerin aus den Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikmärkten im ersten Quartal 2013. Trotzdem blieben die Preise für Roh- und Pharmaglyzerin, mit Ausnahme der Monate März und April, über den gesamten Berichtszeitraum relativ stabil.

Die Auslastung des "Werk Noblee & Thörl", welches maßgeschneiderte Spezialöle und -fette für die Lebensmittelproduktion herstellt, war im Berichtszeitraum etwas geringer als im ersten Halbiahr 2012. Im Marktsegment der Spezialöle und -fette zeigten Lebensmittelkunden auch im Berichtszeitraum ein steigendes Interesse an nachhaltig-produziertem Palmöl und palmölfreien Produkten.

3. Zusammenfassung

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft blickt auf ein Halbjahr zurück, das große Anforderungen an die Märkte und damit an alle Mitarbeiter der ADM Hamburg Aktiengesellschaft gestellt hat. Volatile Märkte, eine schwer planbare Logistik und ein ständig hohes Maß an Flexibilität in der Produktion standen im Mittelpunkt dieser Periode. Es galt, in diesem schwierigen Marktumfeld die Produktion optimal auszulasten. Für Teile der Produktion gelang dies. In anderen Teilen der Produktion ging die Auslastung spürbar zurück.

Trotzdem konnte der Konzern sein Ergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 verbessern. Die Herausforderung ist nun, diese positive Entwicklung im zweiten Halbjahr, das neue und zusätzliche Herausforderungen an alle Marktteilnehmer stellen wird, zu bestätigen.

Die Wirtschaft vieler Länder Europas befindet sich unverändert in einer Wirtschaftskrise. Es wird bereits wieder öffentlich über zusätzliche Hilfsprogramme diskutiert. Arbeitslosigkeit, insbesondere Jugendarbeitslosigkeit und Armut nehmen in diesen Ländern zu. Auch die deutsche Wirtschaft hat an Schwung verloren. Deutschland steht vor den Wahlen zum Bundestag, und die zukünftige Bundesregierung vor der Pflicht, der deutschen Wirtschaft neue Impulse zu verleihen. Nicht auszuschließen ist es, dass die Binnennachfrage auch in Deutschland zurückgehen könnte.

Darüber hinaus muss davon ausgegangen werden, dass die Europäische Kommission, der Rat und das Europäische Parlament den Richtlinienänderungsvorschlag zu Biokraftstoffen umsetzen werden. Möglicherweise in der vorliegenden Form, möglicherweise modifiziert. Insbesondere das Europäische Parlament strebt eine schnelle Umsetzung an.

Würde der Verwendung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse eine Obergrenze gesetzt und würden iLUC-Faktoren zukünftig mit in die Berechnung der CO2-Minderung einbezogen werden oder müssten diese alternativ nur berichtet werden, hätte dies erhebliche negative Auswirkungen auf den Rapsanbau in Europa und damit auf die europäischen Biodieselproduzenten, die Ölmühlen und die Landwirtschaft.

Politische Entscheidungsträger übersehen in dieser Diskussion, wie stark Biokraftstoff- und Agrarmärkte miteinander interagieren. Ein deutlicher Rückgang der Biodieselproduktion aus Rapssaat hätte zum Beispiel zur Folge, dass der Selbstversorgungsgrad der Europäischen Union mit Eiweißfuttermitteln deutlich zurückgehen würde. Steigende Futtermittelimporte aus Drittländern wären das Ergebnis.

Langfristig dagegen bleibt der Ausblick optimistisch. Die Weltbevölkerung wächst weiter ungebremst. Gleiches gilt für die Durchschnittseinkommen, Mobilität und Fleischkonsum in den Schwellenländern. Dieser steigende Bedarf muss mit Lebensmitteln und Futtermitteln bedient werden. Er muss versorgt werden mit Grundnahrungsmitteln produziert auch von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft.

Ein ausführlicher Bericht zu den Chancen und Risiken ist im Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 enthalten. Wesentliche Veränderungen haben sich nicht ergeben. Wir verweisen daher auch auf unsere dort gemachten Ausführungen.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, welche auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen der Warenmärkte gehören. Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Kontakt: ADM Hamburg Aktiengesellschaft Marcel Hopfe Nippoldstr. 117 21107 Hamburg

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