Annual Report (ESEF) • Jul 29, 2022
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Stk. 750 750 Kurs-Gewinn-Verhältnis 17,1 6,7 Kennzahlen zur Stammaktien ISIN AT0000A0Z9G3 Höchstkurs in EUR 16,0 15,0 Tiefstkurs in EUR 10,2 9,1 Kurs per 31.3. in EUR 15,0 10,2 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stk. 1.354.364 1.354.364 Kurs-Gewinn-Verhältnis 22,9 6,8 1 Vorschlag an die Hauptversammlung AKTIENGESELLSCHAFT VORWORT DES VORSTANDS 2 UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 INVESTOR RELATIONS 8 FINANZKALENDER 10 CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 11 BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 LAGEBERICHT 17 KONZERNABSCHLUSS 2021/2022 24 EINZELABSCHLUSS 2021/2022 64 ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 82 GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG 83 Inhalt Die neuerliche Auszeichnung mit Goldmedaillen unterstreicht die hohe Produktqualität von Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher 2 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 VORWORT DES VORSTANDS Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre! Wir berichten über das neunte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert und die ich in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens sowie erneut seit Jänner 2021 als Vorstand leite. Die wesentlichen Veränderungen der Kennzahlen beruhen auf dem Verkauf der Marke Leibwächter Ende 2020 sowie der zu beobachtenden Erholung von der COVID-19-Pandemie und dem Erfolg des Geschäfts der Beteiligung in Ungarn. Der Umsatz der Gesellschaft, der sich im Wesentlichen aus den Pachterträgen für die Marken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher zusammensetzt, lag durch den Wegfall der Marke Leibwächter im vergangenen Wirtschaftsjahr mit TEUR 433 um 48,5 % unter dem Wert des Vorjahres von TEUR 841. Nach einem Betriebsergebnis im Vorjahr in Höhe von TEUR 3.031 durch den außerordentlichen Ertrag aus dem Verkauf der Marke Leibwächter erzielte die Gesellschaft in diesem Wirtschaftsjahr ein negatives Betriebsergebnis von TEUR –204. Durch strukturelle Veränderungen, die sich aktuell in Umsetzung befinden, sind wir bestrebt, zukünftig zumindest ein ausgegliche- nes operatives Ergebnis zu realisieren. Aufgrund der COVID-Krise verzeichnete die Underberg GmbH & Co KG geringere Beteiligungserträge, was wiederum zu einem negativen Ergebnisanteil dieser Gesellschaft führte. Die Ergebnisübernahme der Gurktaler AG führt zu einem Verlust von TEUR –214 nach einem Gewinn von TEUR 89 im Vorjahr. Ungarn war besonders stark von der COVID-19-Pandemie betroffen, weshalb die Erholung von der Krise sich überproportio- nal hoch auf die Beteiligung an Zwack Unicum Nyrt. auswirkte. Das Geschäft in Ungarn profitierte zudem von Produktinno- vationen, die in Summe die Profitabilität der Gesellschaft wieder auf das Niveau vor der Krise bringt. Das At-Equity-Ergebnis der Zwack Gruppe wurde nach TEUR 965 im Vorjahr im Wirtschaftsjahr 2021/22 mit TEUR 2.138 mehr als verdoppelt. Das Finanzergebnis, das sich aus dem Gewinnanteil der Underberg GmbH & Co KG sowie dem Zinsaufwand für Bank- guthaben zusammensetzt, sank nach TEUR 101 im Vorjahr auf TEUR –220 im Berichtszeitraum 2021/22. Das Konzern- jahresergebnis der Gurktaler AG beläuft sich auf EUR 1,4 Mio. (EUR 3,3 Mio. im Vorjahr). Der Kurs der Gurktaler Stammaktie stieg im Zeitraum 1. April 2021 bis 31. März 2022 und lag zum Stichtag 31. März 2022 um 47,1 % über dem Vorjahreswert, die Vorzugsaktie konnte gegenüber dem Vorjahr um 16,0 % zulegen. Die Marktkapitali- sierung erhöhte sich um EUR 7,7 Mio. bzw. 36,1 %. Der Jahresüberschuss der Gurktaler AG als Einzelgesellschaft lag bei EUR 1,1 Mio. nach EUR 4,9 Mio. im Vorjahr. Der Vor- stand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von TEUR 12.415,7 vor, was einer Ausschüttung von EUR 5,90 je Stamm- und Vorzugsaktie entspricht. Diese stammt einerseits aus den Erlösen des Verkaufs der Marke Leibwächter sowie anderseits aus einem Teil thesaurierter Gewinne aus der Vergangenheit. Neue Investitionsprojekte werden unabhängig von der Ausschüttung weiterhin geprüft. Die COVID-19-Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Warenverfügbarkeit, Einschränkungen und Preissteigerungen werden die Pachterträge und das den Beteiligungen zugrunde liegende Geschäft weiterhin beeinflussen. Wir stellen uns aktiv der hohen Volatilität der Märkte im bereits laufenden Wirtschaftsjahr. Unser Fokus liegt augenblicklich in der Weiterentwicklung der Marken und der Absicherung des Beteiligungsgeschäfts. Mit freundlichen Grüßen Wien, am 28. Juni 2022 Mag. Wolfgang Spiller, Vorstand 3 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 VORWORT DES VORSTANDS UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 KRÄUTERSPIRITUOSEN IM FOKUS DES UNTERNEHMENS Seit 8. Februar 2013 notiert die Gurktaler AG an der Wiener Börse. Nach einer verhältniswahrenden Abspaltung von der Schlumberger AG im Geschäftsjahr 2012/2013 wurde das gesamte Kräuterspirituosengeschäft in dieser neu gegründeten Aktiengesellschaft gebündelt. Aufgrund der Expansionsstrategie und der damit verbundenen zuneh- menden Komplexität der Unternehmensstrukturen war eine Entflechtung aus Sicht der Unternehmensführung ein sinnvoller und notwendiger Schritt, um den Fokus auf die jeweiligen Kernkompetenzen stärker herauszustellen. Der Name Gurktaler steht für Reinheit und Natürlichkeit. Mit seinen Marken positioniert sich das Unternehmen als der Spezialist für Kräuterspirituosen. In enger Zusammen- arbeit mit ausgewählten Partnern versteht sich Gurktaler als langfristiger Markengestalter und als Kompetenzzen trum der traditionsreichsten Spirituosenkategorie Kräuter. Neben Beteiligungen an der deutschen Underberg GmbH & Co KG, dem Hersteller des berühmten „Rheinberger Kräuter“, sowie dem ungarischen Kräuterbitterhersteller Zwack Unicum Nyrt. befinden sich zusätzlich die Kräuterspirituosenmarken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher im Eigentum der Gurktaler AG. Die Geschäftstätigkeit der Gurktaler Gruppe stützt sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen erfolgt die Verpachtung des operativen Geschäfts der nachstehenden Kräuterspirituosenunternehmen, in denen die jeweiligen Markenrechte gehalten werden, an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH sowie deren Vertriebstochter, die Top Spirit Handels- und Verkaufs GmbH: • Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk • „Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien Die Pachtverträge definieren einen umsatzabhängigen Pachtzins, dessen Höhe von der Ertragsspanne sowie den damit verbundenen Funktionen und Risiken durch die Verpachtung abhängt. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen. Zum anderen hält die Gurktaler AG Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus eine Aktie an Zwack Uni- cum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und an der Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnisanteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Details zur Entwicklung der Umsatzerlöse und des Finanzergebnisses finden sich im Lagebericht ab Seite 17. Unternehmens porträt Alle Informationen zum Unternehmen nden Sie unter: http://gruppe. gurktaler.at UNTERNEHMENSPORTRÄT 5 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 GURKTALER ALPENKRÄUTER GMBH, GURK (ÖSTERREICH) Die Gurktaler Alpenkräuter GmbH mit Firmensitz in Gurk, Kärnten, ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Gurktaler AG. Bereits im März 2008 wurde die Sonnthurn Holding GmbH nach dem Kauf in Gurktaler Alpenkräuter GmbH umbenannt. Der Unternehmensge - genstand wurde um „Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Kräutern“ erweitert. „Gurktaler® – der milde Alpenkräuter“ ist die größte österreichische Spirituosenmarke mit über 60-jähriger Tradition. Der Kräuterlikör im Zeichen des Gurker Doms verdankt sei- nen milden Geschmack nicht zuletzt der fein ausgewogenen Zusammensetzung frischer, natürlicher Kräuter aus dem heimischen Gurktal, gelegen in Kärnten im Herzen der Alpen. Sowohl der Kräuteranbau als auch die Produktion der Extrakte aus den frischen Kräutern finden in Kärnten statt. Die Kräuter werden direkt im Mazerationsraum des Gurker Doms verarbeitet. Dies belegt die regionale Verbundenheit und die österreichische Herkunft dieses heimischen Markenprodukts. Seine Milde und Einzigartigkeit spiegelt sich auch in dem für Spirituosen verhältnismäßig niedrigen Alkoholgehalt wider. Die Spirituose wurde beim WSA 2021 (World-Spirits Award) mit der Verleihung einer Goldmedaille in der Kate- gorie „Bitter“ prämiert. Ferner verlieh die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) der Spirituose die Goldmedaille. Auf positive Resonanz bei Kunden und Konsumenten ist der neue Auftritt der Marke gestoßen. Das hochwertige Flaschendesign ebenso wie das Herausstellen der Herkunft und Kräuter unterstreichen die Markenwerte besonders. „Gurktaler – Alpen-Aperitif“ ist die österreichische Aperitif-Innovation und die heimische Antwort auf die italienische Aperitivo-Kultur. Der fruchtige Sanddornlikör mit frischen Kräutern aus dem Gurktal besticht schon optisch mit einem satten Orange-Ton sowie Noten von Mandarine, Orange und Marille. Sanddorn wächst unter anderem im Alpen- und Voralpenraum und wird wegen seines frischen Geschmacks auch als „Zitrone des Nordens“ bezeichnet. Mit der Einführung des neuen Aperitifs verbindet Gurktaler das Lebensgefühl des Südens mit frischen Kräutern aus den Alpen. Ob pur auf Eis oder als „Sanddorn Alpen-Spritz“ gemixt mit trockenem Sekt, Prosecco, Tonic oder Soda – der Gurktaler Alpen-Aperitif ist vielseitig und avanciert in jeder Form zum trendigen, regi- onalen Sommer-Drink. Das überarbeitete Flaschendesign stellt die frischen Kräuter aus den Alpen als essenzielle Qualitätsgrundlage aller Gurktaler-Produkte in den Mittelpunkt. Highlight der Neugestaltung: ein strahlendes Etikett mit modernisiertem Gurktaler- Schriftzug sowie eine auffallende Flaschenform, deren Säulenoptik an den Dom zu Gurk, eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmäler Europas und zugleich Herkunftsort des Gurktaler, erinnert. Die neue Ausstattung beinhaltet ebenfalls die Aufnahme des Premium-Qualitätssiegels „Made in Austria“. Auch im Ausland ist die Marke erfolgreich. Als typisch österreichisches Produkt ist Gurktaler ein beliebter Tourismusartikel, mit einem Exportanteil von rund 46 % vor allem nach Deutschland. DER MILDE DER FRUCHTIGE UNTERNEHMENSPORTRÄT 6 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 „ROSSBACHER“ VERTRIEBS GMBH, WIEN (ÖSTERREICH) Die „Rossbacher“ Vertriebs GmbH mit Firmensitz in Wien befindet sich zu 100 % im Eigentum der Gurktaler AG. Rossbacher ist von der Produktion bis hin zum Vertrieb ein österreichisches Traditionsprodukt. Seit dem Jahr 1897 wird der Halbbitter vermarktet, der für seine Qualität vielfach prämiert ist. Die sorgfältige Auswahl hochwertiger Kräuter, Wurzeln und Beeren ist sein unverkennbares Merkmal. AUSGEZEICHNETE QUALITÄT Die neuerliche Auszeichnung mit der Goldmedaille beim „World-Spirits Award 2022“ sowie eine Prämierung mit der Goldmedaille der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesell- schaft) unterstreichen die hohe Produktqualität von Rossbacher. Die Marke feiert im Jahr 2022 ihr 125-jähriges Bestehen, das in Form einer Sonderedition im Lauf des Jahres auf den Markt kommt. Die aufwendige Gewinnung der Wirkstoffe aus den einzelnen Kräutern erfolgt nach unter- schiedlichen Methoden (Mazeration, Perkolation oder Destillation). Mit Sorgfalt und langjähriger Erfahrung wurde erarbeitet, welches Verfahren bei welchen Rohstoffen zur Anwendung kommt. Dies ist seit jeher ein streng gehütetes Geheimnis. Seit Jänner 2017 erfolgt die Abfüllung und Veredelung der Produkte der Kräuterspirituo- senmarken Gurktaler und Rossbacher am modernisierten und auf Spirituosenherstellung spezialisierten Produktionsstandort der Mozart Distillerie in Salzburg, einem Tochterun- ternehmen der Schlumberger Gruppe. Dadurch konnte die Produktqualität dieser Marken weiter gesteigert werden. UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG (DEUTSCHLAND) An dem traditionsreichen deutschen Unternehmen Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Niederrhein, hält die Gurktaler AG eine Finanzbeteiligung in Höhe von 14,423 %. Gegenstand des Unternehmens sind Herstellung und Vertrieb von „Under- berg – der Rheinberger Kräuter“ nach dem Fabrikationsgeheimnis der Familie Underberg. Dazu zählen auch das Halten und Verwalten der Warenzeichen unter anderem im Zusam- menhang mit der Marke Underberg sowie das Halten von Beteiligungen in Deutschland und anderen Ländern. Seit 1846 wird das Geheimnis gehütet und gepflegt. Das Wissen der Familie Underberg um die schonende Gewinnung der wertvollen Wirkstoffe aus den erlesenen und aroma- tischen Kräutern aus 43 Ländern erfolgt mithilfe des besonders schonenden „Semper idem®“-Geheimverfahrens. Es folgt ein monatelanger Reifeprozess in Fässern aus slowe- nischer Eiche. Das unverwechselbare Markenzeichen von Underberg ist die Portionsfla- sche mit 20 ml. Underberg wird weltweit in rund 100 Ländern vertrieben. DER STARKE UNTERNEHMENSPORTRÄT 7 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST (UNGARN) Zwack Unicum ist der traditionsreichste Bitterlikör mit starker Verwurzelung im ungarischen Getränkemarkt, der für das Unternehmen Zwack Unicum Nyrt. namensgebend ist. Das Unter - nehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn, ist auf die Herstellung hochwertiger eigener Produkte sowie auf die Distribution von weiteren Spirituosen und Wein spezialisiert. Die bei der Gurktaler AG at-Equity-konsolidierte Zwack Gruppe ist der größte Spirituosenproduzent und -distributeur in Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, ist im Teilkonzernabschluss der Peter Zwack & Consorten Handels Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, enthalten, die ein 49,998 %iges Tochterunternehmen der Gurktaler AG ist. Durchgerechnet beträgt die Beteiligung der Gurktaler AG an der Zwack Unicum Nyrt. daher 25 %. Das Rezept von Zwack Unicum ist seit über 230 Jahren ein Geheimnis der Familie Zwack. Der Bitterlikör wird aus mehr als 40 Kräutern und Gewürzen aus der ganzen Welt zubereitet, die im Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden. Dazu wird ein Teil der Kräuter mazeriert, ein Teil destilliert. So entfalten sich das volle Aroma und der ausgewogene Geschmack der Kräuter. Die Kombination dieser zwei Produktionsverfahren und eine mehrmonatige Reifung in Eichenfässern verleihen Zwack Unicum seine komplexe Struktur und einzigartige Qualität. Nach der Einführung der überaus erfolgreichen Innovation Zwack Unicum Zwetschke im Jahr 2014 wurden 2016 mit Zwack Unicum Reserve sowie 2021 mit Unicum Barista weitere und mittlerweile erfolgreich etablierte Neuheiten auf den Markt gebracht. Neben dem bekannten Bitterlikör stellt Zwack auch verschiedene Brände, Schnäpse und andere Liköre sowie seit 2019 den Kräuter-Gin Kalumba her. UNTERNEHMENSSTRATEGIE Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit und fokussiert sich in ihrer strategischen Ausrichtung auf die bewährte Kompetenz im Geschäftsfeld der Kräuterspirituosen. STRATEGISCHE ZIELE IM ÜBERBLICK Die Ziele der Gesellschaft orientieren sich an der langfristigen Unternehmensstrategie und konzentrieren sich in erster Linie auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Dies soll insbesondere durch die folgenden Ziele erreicht werden: • Schaffen von Markenwerten und Weiterentwicklung von star- ken Kräuterspirituosen-Warenzeichen mit höchster Qualität • Aufspüren von Marktchancen sowie Ausbau bestehender und Erschließung neuer Absatzkanäle im In- und Ausland • Ständige Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Produk- tionsverfahren und Produkte mit starkem regionalem Bezug • Einbindung beteiligter Unternehmen und die Schaffung von Synergien hinsichtlich Entwicklung, Produktion und Vermarktung. Die schon vor der Abspaltung des Kräuterspirituosenge- schäfts im Jahr 2013 existierenden Pachtverträge der Kräuter- spirituosen-Marken mit der Schlumberger Wein- und Sektkel- lerei GmbH wurden mit Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 gekündigt, um ab April 2023 auf einen Lohnfertigungsvertrag und Distributionsverträge im Inland und für Exportmärkte umgestellt zu werden. Basierend auf dieser klaren Aufga - benteilung mit einer Markenführung durch den Eigentümer einerseits, sowie der Produktion und dem Vertrieb im In- und Ausland durch kompetente Partner andererseits – soll die Ertragskraft der Gesellschaft nachhaltig gesteigert werden. Die Gurktaler AG beschäftigt vier MitarbeiterInnen. Dienst- leistungen, die in der Vergangenheit von den jeweiligen dafür spezialisierten Gesellschaften aus der Schlumberger Gruppe wahrgenommen wurden, werden seit April 2021 von der Gurktaler AG selbst bzw. durch außenstehende Dienstleister erbracht und wie auch andere Funktionen zu marktüblichen Preisen an die leistungsempfangenden Gesellschaften der Gurktaler AG verrechnet. Die Gurktaler AG strebt, aufbauend auf den ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Wurzeln des Unterneh- mens, eine authentische und nachhaltige Wertorientierung an. Die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes anhand „enkelfähiger Ziele“ stellt unter dem Motto: „Alles können wir besser machen“ – die Ausrichtung des Unter- nehmens für die kommenden Jahre dar. INVESTOR RELATIONS 8 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 ABGESCHWÄCHTE KONJUNKTURDATEN Das Jahr 2021 war, wie das Jahr zuvor, von der Corona- Pandemie geprägt. Zu Beginn des vierten Quartals 2021 stand die Weltwirtschaft durch erneut steigende COVID-19-Fallzahlen, durch enorm gestiegene Energie - preise sowie durch signifikante Ungleichgewichte zwi- schen Angebot und Nachfrage unter Druck. Insbesondere in Europa war im Herbst 2021 eine stark steigende Virusak - tivität zu beobachten, welche in Zusammenspiel mit teils niedrigen Impfquoten neuerlich zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens führte. Damit einhergehend führten die neuerlichen Lockdowns zu einer abgeschwächten Kon - junkturentwicklung. Im Jahr 2021 verzeichneten die Aktienumsätze an der Wie- ner Börse ein 10-Jahreshoch, und der ATX stieg um 38,77 %. Das Jahr 2022 startete mit einem Handelsvolumen auf anhaltend hohem Niveau und war im ersten Quartal mit Beginn des Krieges in der Ukraine von starken Preisschwan- kungen bei anhaltend hohen Umsätzen geprägt. Die Wertentwicklung des ungarischen Forints wirkt sich wesentlich auf die Beteiligungserträge der Gurktaler AG aus der At-Equity-Beteiligung am Teilkonzern Zwack aus. Der Wechselkurs verzeichnete im Berichtszeitraum Schwankun- gen und bewegte sich 2021 gegenüber dem Euro in einem Korridor von EUR/HUF 345,03 bis EUR/HUF 370,03. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 ver- zeichnete der ungarische Forint einen starken Abfall und notierte Anfang März bei EUR/HUF 393,36 und lag zu Ende des Geschäftsjahres bei EUR/HUF 367,03. DIE GURKTALER-AKTIE Das Grundkapital der am 10. Jänner 2013 im Firmenbuch eingetragenen und seit dem 8. Februar 2013 an der Börse gehandelten Gurktaler AG in Höhe von EUR 4,2 Mio. unter- teilt sich nunmehr in 1.354.364 Stammaktien sowie 750.000 Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Die Stammaktie notierte zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2021/22 bei EUR 10,20 je Aktie und bewegte sich bis Ende Juli 2021 äußerst volatil in einem Spektrum zwischen EUR 10,20 und EUR 12,00. Ab Juli stieg der Aktienkurs wieder an, bis er im September einen Wert von EUR 14,50 erreichte. Bis Jah - resende bewegte sich der Aktienkurs dann in einem Bereich zwischen EUR 14,00 und EUR 16,00, was dem Höchstwert im Berichtszeitraum entspricht. Der Kurs der Gurktaler Stammaktie zum Stichtag 31. März 2022 lag bei EUR 15,00 und somit um 47,1 % über dem Wert des Vorjahres. Die Gurktaler-Vorzugsaktie lag zu Beginn des Geschäftsjah- res 2021/22 bei EUR 10,20 und bewegte sich im weiteren Jahresverlauf bis Juli seitwärts. Danach stieg der Aktienkurs stetig an, bis er im September einen Wert von EUR 15,60 und somit zugleich den Höchstwert im Berichtszeitraum erreichte. Ende Jänner fiel der Kurs wieder kontinuierlich bis auf einen Wert von EUR 11,60, welchen die Aktie zum Stich- tag 31. März 2022 verzeichnete. Gegenüber dem Bilanz- stichtag des Vorjahres erzielte die Aktie einen Zuwachs von 16,0 %. Per 31. März 2022 errechnete sich somit für die Gurktaler AG eine Marktkapitalisierung in Höhe von EUR 29,0 Mio. (im Vorjahr EUR 21,3 Mio.). Dies entspricht einem Zuwachs um 36,1 % verglichen mit dem Jahr zuvor. Investor Relations INVESTOR RELATIONS 9 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 DIVIDENDENPOLITIK Die Gurktaler AG legt Wert auf eine stabile und kontinu- ierliche Dividendenpolitik für ihre Anleger. Der Vorstand wird der Hauptversammlung für das Wirtschaftsjahr 2021/22 am 20. September 2022 vorschlagen, eine Divi - dende in Höhe von EUR 5,90 je Stamm- und Vorzugsaktie nach je EUR 0,16 im Vorjahr auszuschütten. Bei diesem Vorschlag handelt es sich um die einmalige Ausschüt - tung thesaurierter Gewinne. Diese Dividende entspricht 295 % des Grundkapitals. Gemessen am Schlusskurs vom 31. März 2022 errechnet sich eine Dividendenrendite von 50,86 % bei den Vorzugsaktien und 39,33 % bei den Stammaktien. AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31. März. 2022 ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG mit mehr als 89 % der Stammaktien Hauptaktionär der Gurktaler AG. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stamm - aktien. Die restlichen Stammaktien mit einem Stimmrechts- anteil befinden sich im Streubesitz, wobei der Gesellschaft keine weiteren Aktionäre bekannt sind, deren Beteiligung zumindest 10 % im Sinne des § 243 Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt. VORSTAND Der Aufsichtsrat hat mit 1. Jänner 2021 Herrn Mag. Wolfgang Spiller zum Alleinvorstand für drei Jahre bis zum 31. Dezem- ber 2023 bestellt. AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM B ei der 9. ordentlichen Hauptversammlung wurde der Vor- stand der Gurktaler AG ermächtigt, eigene Aktien sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Ferner wurde beschlossen, dass der Vorstand für die Veräußerung bzw. die Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Ver- äußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen 180 % 160 140 120 100 80 60 AKTIENKURSENTWICKLUNG Die Gurktaler-Stammaktie verzeichnete im Berichts jahr einen Kursgewinn von 47,1 %, die Vorzugsaktie einen Kursgewinn von 16,0 %. GurktalerAG ST GurktalerAG VZ APR MAI JUNI JULI AUG SEPT OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ INVESTOR RELATIONS 10 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre beschlie- ßen kann und dass der Vorstand das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Haupt - versammlungsbeschluss herabsetzen kann. Der Vorstand beschloss im März 2021 von der erteilten Ermächtigung Gebrauch zu machen. Das Aktienrückkaufprogramm läuft vom 20. Oktober 2021 bis zum 22. März 2024. Bis zum Stichtag 31. März 2022 wurden keine eigenen Aktien erworben. Weitere Details zum Aktienrückkaufpro - gramm sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter http://gruppe.gurktaler.at veröffentlicht. Frau Brigitte Dudli verantwortet seit 2016 den Bereich Inves- tor Relations bei der Gurktaler AG. Die oberste Zielsetzung aller Investor-Relations-Tätigkeiten bildet eine zeitnahe und transparente Informationspolitik gegenüber allen Aktionä- ren der Gurktaler AG. Auf der Unternehmenswebsite http://gruppe.gurktaler.at/ investor-relations werden Halbjahresfinanzberichte und Geschäftsberichte sowie weiterführende Informationen ver- öffentlicht. Dort findet sich auch eine detaillierte Übersicht der Pflichtveröffentlichungen und Ad-hoc-Meldungen sowie Informationen zu Compliance und Corporate Governance. KENNZAHLEN 2021/2022 2020/2021 2019/2020 Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 29,0 21,3 22,9 Ergebnis je Aktie in EUR 0,65 1,58 0,68 Cashflow je Aktie in EUR –0,6 0,2 0,09 Eigenkapital je Aktie in EUR 15,53 15,03 13,31 Dividende je Aktie in EUR 5,90 1 0,16 0,08 Ausschüttungsquote in % 901,0 10,8 11,7 Kennzahlen zur Vorzugsaktie Höchstkurs in EUR 15,60 15,80 10,40 Tiefstkurs in EUR 10,00 8,10 7,00 Kurs 31.3. in EUR 11,60 10,00 8,90 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Tsd. Stück 750 750 750 Kurs-Gewinn-Verhältnis 17,7 6,7 13,1 Kennzahlen zur Stammaktie Höchstkurs in EUR 16,00 15,00 10,80 Tiefstkurs in EUR 10,20 9,10 8,10 Kurs per 31.3. in EUR 15,00 10,20 10,80 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stück 1.354.364 1.354.364 1.500.000 Kurs-Gewinn-Verhältnis 22,9 6,8 15,8 1 Vorschlag an die Hauptversammlung FINANZKALENDER 29. Juni 2022 Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021/22 29. Juli 2022 Geschäftsbericht über das Wirtschaftsjahr 2021/22 10. September 2022 Nachweisstichtag Hauptversammlung 20. September 2022 10. ordentliche Hauptversammlung 23. September 2022 Ex-Dividenden-Tag 26. September 2022 Nachweisstichtag Dividende 27. September 2022 Dividenden Zahltag 1. Dezember 2022 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht Geschäftsjahr 2022/23 CORPORATE GOVERNANCE 11 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 TRANSPARENTE INFORMATIONSPOLITIK Die Gurktaler AG notiert seit Februar 2013 an der Wiener Börse und verfolgt eine transparente Informationspolitik gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen. Vorstand und Auf - sichtsrat bekennen sich zu Transparenz und partnerschaftli- chen Umgang gegenüber allen Interessengruppen. Unsere Strategie am Markt ist es, den Marken durch Fokus auf die Kundenbedürfnisse zu weiterem Wachstum zu verhelfen und auch in Zukunft eine starke, zunehmend internationale Posi - tion bei Kräuterspirituosen einzunehmen. Die Organe der Gurktaler AG bekennen sich ausdrücklich zu den in Österreich für börsennotierte Gesellschaften geltenden Corporate-Governance-Bestimmungen. Der Öster reichische Corporate Governance Kodex, der im Oktober 2002 in Kraft gesetzt wurde, hat für das Berichtsjahr 2021/22 in der Fassung vom Jänner 2021 Gültigkeit. STABILE AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31. März 2022 befanden sich mehr als 89 % der 1.354.364 Stammaktien im Eigentum der H. Underberg Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Deutschland. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammak - tien. Die restlichen Stammaktien entfallen auf den Streubesitz. Es sind der Gesellschaft keine Aktionäre bekannt, deren direkte oder indirekte Beteiligung zumindest 10 % im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt. CORPORATE GOVERNANCE KODEX (§ 243B ABS. 1 Z. 1 UGB) Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Jänner 2021 geforderten Informationen sind in diesem Bericht und entsprechend der thematischen Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht oder auf der Website des Unternehmens enthalten. Der Kodex unterteilt sich in drei Kategorien, wobei die erste Kategorie, die L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingen- den Rechtsvorschriften beruht und somit verpflichtend anzuwenden ist. Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply or Explain), sollte eingehalten oder bei Abweichung begrün- det werden. Abweichungen von C-Regeln werden in diesem Bericht erörtert. Von R-Regeln, die reinen Empfehlungs- charakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung abweichen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Homepage des Österreichischen Arbeitskreises für Corpo - rate Governance (www.corporate-governance.at) veröffent- licht und gilt an der Wiener Börse als allgemein anerkannt. ABWEICHUNGEN VOM CORPORATE GOVERNANCE KODEX Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Gurktaler Unternehmenskultur. Die Abweichungen und die Erläuterungen zu den C-Regeln sind nachstehend darge- stellt. Corporate- Governance-Bericht 2021/22 Gemäß § 243b UGB CORPORATE GOVERNANCE 12 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Regel 18: Die Größe des Unternehmens mit nur vier Mitarbeitern erfordert es, dass die Aufgabe der internen Revision durch den Vorstand selbst gemeinsam mit der Investor-Relations- Verantwortlichen wahrgenommen und darüber dem Prü- fungsausschuss berichtet wird. Regel 41 und 43: Der Aufsichtsrat nimmt als Gesamtgremium die Nominie- rung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie die Regelung der Vorstandsvergütung wahr. Aus diesem Grund sind weder ein Nominierungs- noch ein Vergütungs- ausschuss eingerichtet. Regel 53 und 54: Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist nicht im Sinne des Kodex als unabhängig anzusehen. Als Kriterium für die Unab- hängigkeit gilt das materielle Ausmaß der geschäftlichen Beziehung, das keinen wesentlichen Anteil am jeweiligen Einkommen haben soll. Die unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats gemäß Regel 53 und 54 sind Herr KR Krane- bitter, Herr Dr. Bürgers und Herr Mempel. Regel 62: Aufgrund der geringen Komplexität des zugrundeliegenden Geschäftsmodells und aus Kostengründen wurde von der Eva - luierung der Einhaltung der C-Regeln und einem Bericht über das Ergebnis einer solchen Überprüfung Abstand genommen. Regel 68: Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte in deutscher Sprache, da aus Aktionärssicht bisher kein Erfordernis bestand, diese in englischer Sprache zu verfassen. Regel 83: Aufgrund des Pachtmodells, welches dem an die Schlumber- ger Gruppe ausgelagerten operativen Geschäfts zugrunde liegt, und der damit verbundenen eingeschränkten Risiken wurde kein eigener Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements erstellt. ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS MAG. WOLFGANG SPILLER, ALLEINVORSTAND SEIT 1.1.2021 Zuständig für Finanzen, Unternehmensbeteiligungen, Unternehmensstrategie, Öffentlichkeitsarbeit Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 10.1.2013 bis 31.12.2014 Wiederbestellt am 1.1.2021 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 31.12.2023 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG) ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS DR. HUBERTINE UNDERBERG-RUDER, VORSITZENDE Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts- jahr 2020/2021 im September 2022 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG) KR EDUARD KRANEBITTER, STELLVERTRETER DER VORSITZENDEN Geburtsjahr 1957 Erstmals bestellt am 11.9.2014 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts- jahr 2020/2021 im September 2022 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine CORPORATE GOVERNANCE 13 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 DR. TOBIAS BÜRGERS, MITGLIED Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts- jahr 2020/21 im September 2022 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine THOMAS MEMPEL, MITGLIED Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 23.9.2020 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts- jahr 2023/2024 im September 2025 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konso- lidierung bei der Gurktaler AG) ARBEITSWEISE UND KONTROLLE Zur Sicherstellung einer hohen Transparenz sowie einer umfassenden und zeitgleichen Informationsaussendung an alle relevanten Interessengruppen überwacht der Vorstand als Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung des Compliance Codes der Gurktaler AG, der auf der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsicht basiert. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft pfle- gen zusätzlich zu den ordentlichen Aufsichtsratssitzun- gen einen regen Gedankenaustausch zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens, zur Geschäftsentwick - lung, zum Risikomanagement und zu wesentlichen Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen bzw. Ereignissen ergeht unverzüglich Nachricht an die Vorsitzende des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat übt seine Kontrolltätigkeit im Prüfungsausschuss bzw. als Gesamtgremium aus. Er entscheidet in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und bestimmt über die strategische Ausrichtung des Unter - nehmens. Der Aufsichtsrat traf sich im Geschäftsjahr 2021/22 zu fünf ordentlichen Sitzungen. Es nahmen im Berichtsjahr bei allen fünf Sitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats per- sönlich oder über Webkonferenz teil. Die Teilnahmequote lag somit bei 100 %. Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontrollsys- tems und des Jahresabschlusses sowie der Überprüfung und Auswahl des Abschlussprüfers. Alle diesbezüglichen Vorschriften des Kodex werden dabei beachtet. Dem Prüfungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an: Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende, Finanzexpertin) Dr. Tobias Bürgers Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2021/22 fünf Mal, wobei jeweils beide Mitglieder persönlich oder via Telefonkonferenzschaltung anwesend waren. Bei zwei der fünf Sitzungen war der Abschlussprüfer anwesend. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS Die Gesamthöhe der Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung beschlossen, die Aufteilung der Summe wird dem Aufsichtsrat überlassen. Die 9. ordentliche Hauptversammlung beschloss im Sep- tember 2021 über die Gesamthöhe der Aufsichtsratsvergü- tungen. Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurden an die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021/22 Ver- gütungen in folgender Höhe ausbezahlt: Dr. Hubertine Underberg-Ruder EUR 12.000 KR Eduard Kranebitter EUR 8.000 Dr. Tobias Bürgers EUR 8.000 Thomas Mempel (anteilig) EUR 4.000 EUR 32.000 CORPORATE GOVERNANCE 14 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Für Reisekosten fiel für Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021/22 eine Vergütung in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr TEUR 2) an. Jegliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden wie mit unabhängigen Dritten durchgeführt und entsprechen den Prinzipien der Fremdüblichkeit. Details hierzu finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter „Nahestehende Personen und Unternehmen“. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine zustimmungs- pflichtigen Verträge im Sinne der L-Regel 48 vereinbart. Sofern davor zustimmungspflichtige Verträge abgeschlos- sen wurden, waren diese vom Aufsichtsrat genehmigt und wurden, sofern sie über den Zeitraum eines Geschäftsjah- res hinausreichten, vom Aufsichtsrat bestätigt. VERGÜTUNG DES VORSTANDS Die Aufwendungen für die Bezüge der Mitglieder des Vor- stands beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 gemäß Kon- zernabschluss der Gurktaler AG auf TEUR 152 (im Vorjahr TEUR 123). GLEICHBEHANDLUNG Die Gurktaler AG beschäftigt vier MitarbeiterInnen. Die Besetzung von Positionen wird unter nachvollziehbaren Kriterien und unter größter Objektivität getroffen. Die Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Kriterien nimmt dabei oberste Priorität ein. Bei der Gurktaler AG haben zwei der vier MitarbeiterInnen eine Führungsposition. Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus vier Mitgliedern, der Aufsichtsratsvorsitzenden und drei Mitgliedern des Auf- sichtsrats. Die Frauenquote liegt somit bei 25 %. Im Vorstand ist derzeit ausschließlich Herr Mag. Wolfgang Spiller tätig. ABSCHLUSSPRÜFER In der 9. ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Sep- tember 2021 wurde die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/22 bestellt. Die Honorare für die Aufwendungen der Abschlussprüfer belaufen sich auf rund TEUR 45 und beinhalten die Prüfung des Konzernabschlusses, andere Bestätigungsleistungen und sonstige Leistungen. Wien, am 29. Juni 2022 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://gruppe.gurktaler.at sowie unter der Telefonnummer +43/1/368 22 58-0 Rückfragen an: Investor Relations: Brigitte Dudli, Gurktaler AG Tel: +43/1/368 60 38-300, E-Mail: [email protected] BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre! Wir berichten über das neunte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert. Das vergangene Wirtschaftsjahr war, wie im Vorjahr, von der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen Sanktionen der jeweiligen Regierungen geprägt. Ferner belastete die Krise in der Ukraine seit Ende Februar 2022 die Wirtschaft. Erhebliche Preissteigerungen und Lieferengpässe sowie eine hohe Volatilität der Märkte und Währungen sind die Folge dieser Ereignisse. Der Aufsichtsrat der Gurktaler AG verantwortet die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens im Interesse der Aktionäre, begleitet das Unternehmen und nimmt umfassend die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 traf sich der Aufsichtsrat zu fünf ordentlichen Sitzungen. Im Zuge dieser Sitzungen wurde er vom Vorstand über wesentliche Angelegenheiten der Geschäftsführung, die Geschäftsentwicklung sowie die Lage des Unternehmens und seiner Beteiligungen unterrichtet. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Wirtschaftsjahr auf folgende Projekte und Themen gelegt: Entwicklung der Beteiligungen in der Pandemie sowie der Krise in der Ukraine, die Kündigung der Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher sowie deren Aktivieren, der Vergütungsbericht sowie die Vergütungspolitik der Gesellschaft, die bei der 9. ordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt und von dieser angenommen wurde, sowie die Überlegungen zur Verwendung der durch den Verkauf der Marke Leibwächter lukrierten Mittel. Es nahmen bei den fünf ordentlichen Aufsichtsratssitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich oder über Video- konferenz teil. Im Wirtschaftsjahr 2021/22 gab es in den Gremien der Gesellschaft keine personellen Veränderungen. Eine detaillierte Auf- stellung der Zusammensetzung sowie Arbeitsweise des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses im Wirtschaftsjahr 2021/22 finden Sie im Corporate-Governance-Bericht ab Seite 11. Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, wurde in der 9. ordentlichen Hauptversammlung im September 2021 für das Geschäftsjahr 2021/22 zum Abschlussprüfer gewählt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurden von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ferner wurde vom Abschlussprüfer festgestellt, dass der vom Vorstand aufgestellte Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht. Der vom Abschlussprüfer ver- fasste Prüfbericht wurde gemäß § 273 Abs. 4 UGB den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/22 geprüft und in seiner Sitzung vom 28. Juni 2022 den Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Gurktaler AG gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt. Ferner hat der Aufsichtsrat in der gleichen Sitzung den Konzernabschluss genehmigt. Ebenfalls in der Sitzung vom 28. Juni 2022 hat der Aufsichtsrat – in Entsprechung des § 270 Abs. 1 UGB beschlossen, der diesjährigen 10. ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, sowohl hinsichtlich des Jah- resabschlusses der Gurktaler AG als auch hinsichtlich des Konzernabschlusses zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/23 zu wählen. Bericht des Aufsichtsrats BERICHT DES AUFSICHTSRATS 16 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Nach Prüfung stimmt der Aufsichtsrat ebenfalls dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen für ihr Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit unter herausfordernden Rahmenbedingungen sowie den Aktionärinnen und Akti- onären für ihr Vertrauen. Wien, am 28. Juni 2022 Dr. Hubertine Underberg-Ruder Vorsitzende des Aufsichtsrats Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität, Nachhaltigkeit und Kompetenz bei Kräuterspirituosen. LAGEBERICHT 17 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Die nachstehenden Angaben umfassen den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Gurktaler AG. Diese beiden Berichte werden gemäß § 267 Abs. 4 UGB in Verbindung mit § 251 Abs. 3 UGB integriert dargestellt. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Nach dem pandemiebedingten Wirtschaftseinbruch im Vorjahr war in der ers ten Hälfte des Geschäftsjahres eine wirtschaftliche Erholung zu beobachten. Der starke Aufschwung um die Jahresmitte, der unter anderem auf die fortschreitende Durchimpfung der Bevölkerung zurück- zuführen war, wurde zum Jahreswechsel 2021/22 wieder leicht abgeschwächt. Steigende COVID-19-Fallzahlen sowie deutlich ansteigende Inflationsraten zählen zu den Gründen dafür. Zu Beginn des Jahres 2022 führt der Russland-Ukraine-Konflikt, der starke Auswirkungen auf die europäische und österreichische Wirtschaft hat, zu weiteren Unsicherheiten. Der Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wuchs die weltweite Wirtschaftsleistung 2021 auf 5,9 % (Vorjahr: -3,5 %). In der Europäischen Union geht die Kommission im Jahr 2021 von einem prozentualen Anstieg des BIPs um 5,3 % aus. Bevor das BIP gegen Jahres- ende wieder abfiel, erreichte die EU gesamt im dritten Quar- tal 2021 Vorpandemie-Niveau. Auch in Österreich erholte sich die Wirtschaft deutlich, was 2021 laut Annahmen von Statistik Austria in einem Anstieg des realen BIPs um 4,5 % ersichtlich wird. In Deutschland rechnet man damit, dass sich das BIP 2021 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 2,9 % erhöht. Vergleichsweise stark dürfte 2021 – mit einem Anstieg um 7,1 % – die ungarische Wirtschaftsleistung gestiegen sein. Obwohl sichtbar wurde, dass das Pandemiegeschehen sich mittlerweile weniger stark auf die Wirtschaftstätigkeit aus- wirkt, führen anhaltende Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie sowie die Personalknappheit weiterhin zu Unsicherheiten. Das insbesondere auch in Hinblick auf die geopolitischen Spannungen in Osteuropa, welche Kon- sequenzen auf das Wachstum sowie die Inflation haben. Unter Berücksichtigung dessen geht die Kommission für die EU-Wirtschaft in ihrer Winterprognose 2022 dennoch von einem weiteren Wachstum um rund 4 % im Jahr 2022 aus, wobei durch den anhaltenden Konflikt in der Ukraine mit einem gebremsten Wachstum zu rechnen ist. Nachdem sich die Wachstumskurve gegen Jahreswechsel 2021/22 zwar pandemiebedingt abgeschwächt haben sollte und damit gerechnet wird, dass deren Auswirkungen in der ers- ten Jahreshälfte 2022 weiter spürbar sein werden, wird im Jahresverkauf eine rasche Erholung und weitere Expansion prognostiziert. Auch das Österreichische Institut für Wirt- schaftsforschung Wien (WIFO) rechnet in Österreich nach einem Rückgang durch den vierten Lockdown mit einem starken Wachstum im ersten Quartal 2022. Die Ungewiss- heit im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg könnten jedoch zu globalen Produktions- und Lieferschwierigkeiten sowie unter anderem zu hohen Energiepreisen führen, was sich insbesondere im Industriesektor auswirkt. Daher pro- gnostiziert das WIFO für 2022 ein reales BIP-Wachstum in der Höhe von 3,9 %, welches zur Gänze auf den Bereich der Dienstleistungen zurückzuführen ist. Für das Jahr 2023 wird ein Anstieg von 2 % erwartet. Auch in Deutschland geht man davon aus, dass sich der Ukraine-Krieg auswir- ken wird. So rechnet das ifo-institut 2022 je nach weiterem Kriegsverlauf mit einem Plus von 3,1 % (Basisszenario) bzw. 2,2 % (Alternativszenario) sowie von 3,3% (Basisszenario) Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/22 LAGEBERICHT 18 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 bzw. 3,9 % (Alternativszenario) für das Jahr 2023. Das unga- rische BIP könnte laut Einschätzungen der EU-Kommission 2022 um 5 % und 2023 um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Der Aufwärtstrend lässt sich auch am Arbeitsmarkt an der sinkenden Arbeitslosenquote sowie steigenden Beschäf- tigung beobachten: So sank die Arbeitslosenquote 2021 nach nationaler Definition des Arbeitsmarktservice auf 8 % (Vorjahr: 9,9 %) und schlägt sich im Vergleich zu 2020 mit einem Minus von 1,9 Prozentpunkten nieder. In der inter- nationalen Definition nach dem ILO-Konzept wurde 2021 eine Arbeitslosenquote von 6,2 % verzeichnet, wobei es hier gegenüber 2020 zu einer Änderung der Definition kam. Ein Grund für die Entspannung sind die Kurzarbeit und damit einhergehende stabile Beschäftigungsverhältnisse und eine Einkommenssituation. Dennoch führt auch hier die ange- spannte Situation in der Ukraine sowie unter anderem der Arbeitskräftemangel zu Unsicherheiten. Schätzungen des WIFO folgend soll die Arbeitslosenquote 2022 im weiteren Verlauf unter Vorkrisenniveau auf rund 7,3 % nach nationaler Definition sinken. TOURISMUS IN ÖSTERREICH Bedingt durch die COVID-19-Pandemie und deren Maß- nahmen zur Eindämmung verzeichnet der österreichische Tourismus, der in Österreich einen bedeutsamen Wirt- schaftsfaktor darstellt, im Jahr 2020 einen signifikanten Rückgang. Dieser Trend setzte sich im Jahr 2021 fort, sodass es zu einem weiteren Rückgang der Nächtigungen kam. Der Tourismusstatistik der Österreich Werbung zufolge sank die Anzahl der Nächtigungen in Österreich von rund 97,9 Mio. im Jahr 2020 auf rund 79,6 Mio. im Jahre 2021. Das bedeu- tet einen Rückgang von –18,7 % im Vergleich zum Vorjahr und –47,9% verglichen mit 2019. Neben Rückgängen der Nächtigungen nationaler Gäste sank insbesondere wieder- holt die Anzahl der ausländischen Gäste. Auch die Anzahl der Ankünfte verringerte sich im Jahr 2021 von rund 25 Mio. Ankünften im Jahr 2020 auf rund 22,1 Mio. Ankünfte und somit prozentual um insgesamt –11,5 %. Verglichen zu 2019 ergibt dies ein Minus von – 52,1%. Eine Entwicklung, die sich Anfang des Jahres 2022 fortsetzt: So sind die Nächtigungszahlen im Februar, dem an sich stärksten Monat der Wintersaison auf rund 13,6 Mio. und die verzeichneten Ankünfte auf rund 3,2 Mio. gesunken. Da sich Österreich im Februar 2020 im Lockdown, in dem nur Dienstreisen sowie Kuraufenthalte erlaubt waren, befunden hatte, ist dieser Wert höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Obwohl die weitere Entwicklung der österreichi- schen Tourismuswirtschaft weiter ungewiss ist und eine vollständige Erholung der Krise aktuell nicht absehbar ist, stimmen Indikatoren wie die Buchungslage zum Jahresbe- ginn positiv. ÖSTERREICHISCHE EINZELHANDELSWIRTSCHAFT 2021 – EINE UMSATZSTEIGERUNG VON +5,0 % Obwohl ein großer Teil der österreichischen Einzelhandels- unternehmen auch dieses Jahr wieder von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen war, konnte 2021 eine nominelle Umsatzsteigerung von 5,0 % verzeichnet werden – im Vergleich zum Vorjahr ist das unter Berücksichtigung der Preisentwicklung ein Zuwachs im Absatzvolumen von 2,9 %. Der Lebensmittelhandel (inkl. Getränke und Tabakwaren) verzeichnete nominelle Zuwächse um +1,7 % (–0,3 % real) sowie einen Absatzan- stieg um +0,4 % (preisbereinigt). Auch der Handel im Non- Food-Sektor erlebte wieder einen Aufschwung. So wurden im Jahr 2021 Umsatzzuwüchse von +6,1 % (+4,5 % real) erzielt. Auch in diesem Jahr lässt sich pandemiebedingt keine verlässliche Prognose für die weitere Entwicklung geben. Dennoch sieht man der Entwicklung aufgrund von prognostizierten Steigerungen der Konsumausgaben priva- ter Haushalte zuversichtlich entgegen. BRANCHENTRENDS UND WETTBEWERBSSITUATION AM ÖSTERREICHISCHEN GETRÄNKEMARKT Der Spirituosenmarkt in Österreich ist im Jahr 2021 im Absatz um +6,8 % gewachsen. Der Umsatz konnte im Ver- gleich zum Vorjahr ein noch größeres Wachstum in Höhe von +8,7% verzeichnen. Der Kräutermarkt entwickelt sich im Absatz im Jahr 2021 positiv mit +2,5%. Das Umsatzwachstum liegt mit +4,2% über der Absatzentwicklung. Die Pachtmarke Gurktaler ver- liert –7 % im Volumen, im Umsatz –3,9%. Aufgrund der im Handel umgesetzten Preiserhöhung erhöht sich der Durch- schnittspreis bei Gurktaler um +3,3%. Rossbacher verliert im Absatz –4,2%, wächst im Umsatz allerdings um +0,7 %. Auch bei Rossbacher erhöht sich der Durchschnittspreis aufgrund der Preiserhöhung um +5,2% (Quelle: Nielsen). LAGEBERICHT 19 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 GURKTALER UND IHRE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN Die Gurktaler AG fungiert als geschäftsführende Holding der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunter- nehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung. Sie hält keine Zweigniederlassungen. Die Geschäftstätigkeit der Gurktaler Gruppe stützt sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen erfolgt die Verpachtung des operati- ven Geschäfts der nachstehenden Kräuterspirituosenunter- nehmen an die Schlumberger Gruppe: • Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk • „Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien Zum anderen hält die Gurktaler AG die Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus einer Aktie an Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnis- anteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Die Pachterträge für Gurktaler Alpenkräuter und Ross- bacher ergehen seit Jänner 2013 an die Gurktaler Gruppe. Wie auch in der Vergangenheit erfolgt die Verpachtung des operativen Geschäfts der obengenannten Gesellschaften an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH. Die Pachtverträge definieren einen umsatzabhängigen Pachtzins, dessen Höhe von der Ertragsspanne sowie den damit verbundenen Funktionen und Risiken durch die Verpachtung abhängt. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen. Das Management der Gurktaler AG hat beschlossen, die Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher zu kündigen. Der Aufsichtsrat hat durch einen gleichlautenden Beschluss den Vorschlag des Vorstandes unterstützt. Ab April 2023 soll von einem Pachtmodell auf einen Lohnfer- tigungsvertrag und Distributionsverträge im Inland und für Exportmärkte umgestellt werden. Verhandlungen finden unter anderem mit der derzeitigen Pächterin, der Schlum- berger Wein- und Sektkellerei, statt. Basierend auf dieser klaren Aufgabenteilung mit einer Markenführung durch den Eigentümer einerseits, sowie der Produktion und dem Ver- trieb im In- und Ausland durch kompetente Partner ande- rerseits – soll die Ertragskraft der Gesellschaft nachhaltig gesteigert werden. GESCHÄFTSFELD DEUTSCHLAND: UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG Die Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, und die mit ihr verbundenen Gesellschaften sind im Wesentlichen auf die Herstellung und den Vertrieb von Underberg spezialisiert. Zudem hält sie die Warenzeichen der Marke Underberg und der Riemerschmied-Gruppe sowie Beteiligungen in Deutschland. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine GmbH & Co KG nach deutschem Recht führen dazu, dass das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021/22 der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, noch nicht berücksichtigt wird und somit im Abschluss des Geschäftsjahres 2021/22 der Gurktaler Gruppe nicht enthalten ist. GESCHÄFTSFELD UNGARN: ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST In Ungarn konnte sich das Geschäft gegenüber dem Vorjahr beträchtlich steigern. Dies ist vor allem auf die gute Ent- wicklung der Marken Unicum Barista, die jüngste Marke der Produktlinie, sowie der Marken Zwack Unicum Likör, Zwack Unicum Pflaume und Unicum Riserva zurückzuführen. Die Ukraine-Krise hat direkte und indirekte Auswirkungen auf das Geschäft in Ungarn, insbesondere bei gestiegenen Kos- ten und einem schwachen Forint-Kurs. Das Management der Zwack Unicum Nyrt. hat die entsprechenden Maßnah- men getätigt, um diese Auswirkungen abzufedern und die Krise möglichst ohne Schaden zu überstehen. Es ist daher im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem sehr positiven Ergebnis zu rechnen. LAGEBERICHT 20 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 ERGEBNIS- UND BILANZKENNZAHLEN – KONZERN GURKTALER AG IFRS 2021/2022 2020/2021 Umsatz in EUR Mio. 0,4 0,8 Betriebsergebnis in EUR Mio. –0,2 3,0 At-Equity-Ergebnis in EUR Mio. 2,1 1,0 Finanzergebnis in EUR Mio. –0,2 0,1 Ergebnis vor Ertragsteuern in EUR Mio. 1,7 4,1 Angesammelte Ergebnisse in EUR Mio. 12,5 11,5 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –1,2 0,4 Ergebnis je Aktie in EUR 0,65 1,49 Eigenkapitalquote in % 97,3 95,4 Umsatzrentabilität in % 395,8 487,2 Eigenkapitalrentabilität in % 5,3 13,3 KONZERNABSCHLUSS NACH IFRS Gurktaler berichtet nach International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Die Gurk taler Gruppe ist operativ ausschließlich in Österreich tätig. UMSATZ Der Umsatz ergibt sich im Wesentlichen aus den Pacht erträgen für Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher. Im Geschäftsjahr 2021/22 erzielte die Unternehmensgruppe Gurktaler – gegen - über dem Vorjahr bedingt durch die COVID-19-Krise sowie durch den Wegfall des Pachtertrags von Leibwächter einen um 48,6 % geringeren Umsatz als im Vorjahr. Bei der Marke Gurktaler war der dem Geschäft zugrunde- liegende Umsatz sowohl im Inland als auch Export wach- send. Die Pachterträge daraus sind durch eine Anhebung des Pachsatzes stark gestiegen. Die Marke Rossbacher konnte ebenfalls sowohl im Inland als auch Export im Umsatz wachsen, wodurch ein leichtes Wachstum bei den Pachterträgen erzielt werden konnte. ERGEBNIS Für das Geschäftsjahr 2021/22 wird ein Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR –205 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR 3.031). Das Betriebsergebnis war im vorangegangenen Wirt- schaftsjahr im Wesentlichen durch Erträge aus dem Abgang im Anlagevermögen, nämlich dem Markenrecht von Leibwächter, bestimmt. Die Kosten konnten trotz sub- stanzieller Veränderungen in der administrativen Betreu- ung der Gesellschaften, die in der Vergangenheit durch die Schlumberger Gruppe erfolgte und nunmehr durch erhöhte Eigenleistungen sowie Fremdfirmen erledigt wird, nahezu konstant gehalten werden. Das At-Equity-Ergebnis umfasst die Erträge der At-Equity-Beteiligung in Ungarn mit EUR 2,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). Das Finanzer- gebnis umfasst im Wesentlichen das Beteiligungsergebnis der Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Deutschland, im Ausmaß von EUR –0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.) und Zinsaufwendungen (Verwahrentgelt) in Höhe von TEUR 23 (Vorjahr: TEUR 2). An Ertragsteuern wurden im Geschäftsjahr 2021/22 EUR –0,4 Mio. (Vorjahr: EUR –0,8 Mio.) verbucht. Der Rückgang ist überwiegend aus einem höheren Steuerauf- kommen aus dem Markenrechtsverkauf begründet, wo der Verkaufswert über dem Buchwert lag. Das Konzernjahreser- gebnis beträgt in Summe EUR 1,4 Mio. nach EUR 3,3 Mio. im Vorjahr. Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR 0,65 (Vorjahr: EUR 1,49). Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 20. September 2022 eine Divi- dende in Höhe von EUR 5,90 je bezugsberechtigter Aktie (Stamm- und Vorzugsaktie) nach je EUR 0,16 im Vorjahr vorschlagen. Mit dieser Ausschüttung werden die mittlerweile vollstän- dig erhaltenen Raten aus den Erlösen des Verkaufs der Marke Leibwächter sowie ein Teil thesaurierter Gewinne aus der Vergangenheit an die Aktionäre weitergegeben unter gleichzeitiger Beibehaltung einer Liquiditätsreserve für die Gesellschaft. Umfassende interne Beratungen des Vorstands mit dem Aufsichtsrat zur Mittelverwendung sowie alternative Finan- zierungskonzepte für weitere Projekte haben zum vorliegen- den Vorschlag über die Ausschüttung geführt. LAGEBERICHT 21 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 INVESTITIONEN Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde ein KFZ angeschafft. Darüber hinaus wurden wie im Vorjahr keine wesentlichen Investitionen getätigt. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2022 belaufen sich auf EUR 32,6 Mio. (Vorjahr: EUR 31,6 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanzsumme von EUR 33,5 Mio. (Vorjahr: EUR 33,2 Mio.) eine Eigenmittelquote von 97,3 % (Vorjahr: 95,4 %). Die Gesellschaft verfügt damit über eine solide Eigenmittelausstattung. CASHFLOW-KENNZAHLEN Der Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 EUR -1,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) und ist im Wesentlichen durch eine Steu- erzahlung den Verkauf der Marke Leibwächter betreffend sowie Korrekturen für unbare Aufwendungen und Erträge bestimmt. Der Cashflow aus De-Investitionen setzt sich aus dem Eingang der restlichen Kaufpreisraten aus dem Verkauf der Marke Leibwächter in Höhe von EUR 6,5 Mio. und den Divi- denden von Zwack in Höhe von EUR 1,3 Mio. zusammen. Im Vorjahr zurückerhaltene Darlehen, die für Dritte gewährt wurden, finden im Wirtschaftsjahr 2021/22 keine entspre- chende Gegenposition. 2021/2022 2020/2021 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –1,2 0,4 Cashflow aus (De-)Investitionen in EUR Mio. 7,8 4,9 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in EUR Mio. –0,4 –0,2 Anfangsbestand der liquiden Mittel in TEUR 5.069 1 Endbestand der liquiden Mittel in TEUR 11.330 5.069 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Auch die Gurktaler Gruppe orientiert ihre Strategie und Vision an ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Nachhal- tigkeit. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Im Geschäftsjahr 2021/22 waren in den Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises im Durchschnitt vier Mitarbeite- rInnen beschäftigt. Während der Corona-Krise und der von der Bundesre- gierung verhängten Lockdown-Beschränkungen hat die Unternehmensleitung größten Wert auf die Umsetzung der Corona-Maßnahmen gelegt. Die MitarbeiterInnen arbeite- ten überwiegend im Home-Office und für jene Mitarbeiter, die im Unternehmen vor Ort tätig waren, wurden Sicher- heitskonzepte im Einklang mit den COVID-19-Vorgaben der Bundesregierung entwickelt. Soweit dies möglich war, wurden Besprechungen virtuell abgehalten, um persönliche Kontakte einzuschränken. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Im Geschäftsjahr 2021/22 fielen keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an. RISIKOMANAGEMENT Das operative Risikomanagement für die Gurktaler Gruppe wird durch die Schlumberger Gruppe ausgeübt. EINZELABSCHLUSS/JAHRESABSCHLUSS GURKTALER AG NACH UGB Kennzahlen der Gurktaler AG Einzelabschluss 2021/2022 2020/2021 2019/2020 Eigenkapitalquote in % 99,1 95,0 96,2 Umsatz in TEUR 345 585 423 Betriebsergebnis in TEUR –522 3.559 –379 EGT (Ergebnis vor Steuern) in TEUR 1.427 5.231 586 LAGEBERICHT 22 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 UMSATZ UND ERGEBNIS Die Umsatzerlöse aus der geschäftsleitenden Verwaltung, weiterverrechneten Kosten und überrechneten Avalprovisi- onen betrugen TEUR 345 (Vorjahr: TEUR 585). Die Verände- rung ist in einem reduzierten Leistungsumfang durch den Verkauf des Leibwächter Markenrechts und den Wegfall der Verrechnungen an die Leibwächter Kräuter GmbH, die in die Gurktaler AG verschmolzen wurde, begründet. Das Betriebsergebnis ist im Wesentlichen durch administrative Aufwendungen, gestiegene Kosten der Markenführung, geringere Verrechnungen innerhalb der Gruppe sowie all- gemein gestiegene Kosten belastet. In Summe beträgt das Betriebsergebnis TEUR –522 nach TEUR 3.559 im Vorjahr, wobei hier ein außerordentlicher Ertrag durch den Verkauf des Leibwächter Markenrechts ein atypisches Ergebnis lieferte. Das Ergebnis vor Steuern ist von TEUR 5.231 im Wirtschaftsjahr 2020/21 auf TEUR 1.427 gesunken. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR Die Eigenmittel der Gurktaler AG zum Bilanzstichtag 31. März 2022 belaufen sich auf EUR 36,1 Mio. (Vorjahr: EUR 35,4 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanz- summe von EUR 36,5 Mio. eine Eigenmittelquote von 99,1 % (Vorjahr 95,0 %). Die Gurktaler AG verfügt damit auch nach dem bisherigen Höhepunkt der COVID-19-Krise über eine solide Eigenmittelausstattung. COVID-19 KONFLIKT IN DER UKRAINE Die Bundesregierungen in Österreich, Deutschland und Ungarn aber auch die Europäische Zentralbank (EZB) haben auch im vergangen Geschäftsjahr 2021/22 ein umfangreiches COVID-19-Krisenpaket geschnürt, um die Wirtschaft in dieser Krisenphase aufzufangen. Mit zuneh- mendem Impffortschritt konnte sich das Geschäft in den für die Gurktaler AG relevanten Volkswirtschaften wieder erholen. Die Ukraine-Krise, die am 24. Februar 2022 mit der russischen Invasion in die Ukraine begann, hat ebenfalls auf die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere auf die Preisentwicklung Auswirkungen. Ein abschließender Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kann aktuell nicht vorhergesehen werden. Der Vorstand und Aufsichtsrat sehen als gesetzliche Vertreter der Gesellschaft keine existenzielle Gefahr aus den Auswir - kungen der Pandemie sowie der Krise in der Ukraine auf die Gurktaler AG, da die Gesellschaft über eine solide Eigenka - pitalquote und ausreichende Reserven verfügt. Es mussten auch keine Hilfsfonds angefragt bzw. wegen der Art der Tätig - keiten sowie der getroffenen Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Home-Office keine Kurzarbeit angeordnet werden. Das Risikomanagement bei den Finanzbeteiligungen der Gurktaler AG wird durch ein aktives Beteiligungsmanage - ment umgesetzt und beinhaltet den Informationsaustausch mit den Entscheidungsträgern sowie ein regelmäßiges Berichtswesen. ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB Das Grundkapital der Gurktaler AG setzt sich aus 750.000 Vorzugsaktien und 1.354.364 Stammaktien zusammen, wobei jede Aktie am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist. Die Vorzugsaktien sind stimmrechtslose Aktien mit einer Vorzugsdividende von 4 % auf den auf die Stück- aktien entfallenden Anteil am Grundkapital, wobei für den nachzuzahlenden Dividendenvorzug § 12a AktG gilt. Großaktionär der Gurktaler AG ist die H. Underberg-Alb- recht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rhein- berg, Deutschland, die mehr als 89 % der Stammaktien hält. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien befinden sich im Streubesitz. Die Gurktaler Stammaktie (ISIN AT 0000A0Z9G3) und Vorzugsaktie (ISIN AT 0000A0Z9H1) notieren im Segment „standard market auction“ der Wiener Börse. Dem Vorstand sind keine besonderen Kontrollrechte von Aktieninhabern bekannt. Es sind keine wesentlichen Beteiligungen von MitarbeiterInnen der Gurktaler Gruppe bekannt. Wie jedem Aktionär steht es auch den Mitarbeite- rinnen und Mitarbeitern mit Aktienbesitz frei, ihre Stimm- rechte in Hauptversammlungen auszuüben. Es bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz abge- leiteten Bestimmungen über die Ernennung und Abberu- fung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft. Darüber hinaus existieren keine Entschädigungsvereinba - rungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahme - angebots. AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23 Die Entwicklung für das Geschäftsjahr 2022/23 kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht prognostiziert werden, da noch nicht abzusehen ist, wie lange die Krise in der Ukraine andauern wird. Auch der Verlauf der Pandemie im kom- menden Herbst ist noch unsicher. Man geht aber davon aus, dass aufgrund der bisher betroffenen Maßnahmen der jeweiligen Unternehmen die Entwicklung der Finanzbetei- ligungen im Ausland positiv sein wird und sich auch das österreichische Geschäft gut entwickeln wird. Insbesondere vom neuen Markenauftritt des Gurktaler Alpenkräuterlikörs LAGEBERICHT 23 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 und der neuen Sorte Gurktaler-Alpen-Aperitif auf Basis von Sanddorn sowie einer Sonderedition bei Rossbacher anlässlich dessen 125-Jahr-Jubiläums werden zusätzliche Absätze erwartet. Das Unternehmen verfügt außerdem auch nach der Dividendenausschüttung über genügend Cash-Reserven für unterschiedliche Zwecke. BEDEUTENDE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Die Krise in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft aufgrund steigender Energiepreise und einem Anstieg der Inflation wirken sich auch auf die operativen Geschäftsfelder sowie Beteiligungen der Gurk- taler AG aus, gefährden sie jedoch nicht in ihrem Bestand. Wien, am 28. Juni 2022 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Die traditionelle österreichische Kräuterspirituose wird nach überlieferten Rezepten in geheimen Verfahren hergestellt. KONZERNABSCHLUSS 24 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 24 KONZERNBILANZ 26 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 26 KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG 27 KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG 28 KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG 29 ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 60 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS KONZERNBILANZ ZUM 31. MÄRZ 2022 AKTIVA 31.3.2022 31.3.2021 AZ TEUR TEUR Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen 13 94 91 Immaterielle Vermögenswerte 14 4.032 4.032 Anteile an assoziierten Unternehmen 15 14.096 13.293 Andere finanzielle Vermögenswerte 17 2.914 2.914 Sonstige Forderungen 19 3 3.253 21.139 23.583 Kurzfristige Vermögenswerte Lieferforderungen 19 131 42 Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 19 949 1.174 Sonstige Forderungen 19 39 3.285 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20 11.330 5.069 12.449 9.570 33.588 33.153 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. Konzernabschluss GurktalerAG KONZERNABSCHLUSS 25 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Konzernabschluss GurktalerAG PASSIVA 31.3.2022 31.3.2021 AZ TEUR TEUR Konzerneigenkapital Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital Grundkapital 4.209 4.209 Kapitalrücklagen 15.974 15.974 Rücklage Neubewertungseffekte Abfertigungen –34 –44 Angesammelte Ergebnisse 12.540 11.499 21 32.689 31.638 Langfristige Schulden Leasingverbindlichkeiten 23 17 36 Passive latente Steuern 24 498 588 Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer 25 104 111 619 735 Kurzfristige Schulden Leasingverbindlichkeiten 23 17 19 Lieferverbindlichkeiten 22 18 27 Sonstige Verbindlichkeiten 22 229 218 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 16 516 280 780 33.588 33.153 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 26 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022 2021/2022 2020/2021 AZ TEUR TEUR Umsatzerlöse 5 433 841 Sonstige betriebliche Erträge 6 276 3.098 Personalaufwand 7 -–497 –410 Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 8 –37 –32 Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 –379 –466 Betriebsergebnis –204 3.031 Gewinn- und Verlustanteile von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 2.138 965 Finanzerträge 10 17 103 Finanzaufwendungen 10 –237 –2 Gewinn vor Ertragsteuern 1.714 4.097 Ertragsteuern 11 –336 –777 Konzernjahresergebnis 1.378 3.320 davon entfallen auf: Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.378 3.320 Konzernjahresergebnis 1.378 3.320 Ergebnis je Aktie, das den Anteilsinhabern des Mutterunternehmens im Geschäftsjahr zusteht (in EUR je Aktie) – verwässert und unverwässert 12 0,65 1,49 KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022 2021/2022 2020/2021 AZ TEUR TEUR Konzernjahresergebnis 1.378 3.320 Posten, bei denen keine Umgliederung ins Periodenergebnis möglich ist: Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 14 11 Steuern betreffend Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 -4 -3 Sonstiges Ergebnis 10 8 Konzerngesamtergebnis 1.388 3.328 davon entfallen auf: Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.388 3.328 Konzerngesamtergebnis 1.388 3.328 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 27 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022 2021/2022 2020/2021 AZ TEUR TEUR Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 27.1 Gewinn vor Ertragsteuern 1.714 4.097 Bereinigung um nicht zahlungswirksame Posten Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 37 32 Gewinn- und Verlustanteile aus assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden –2.138 –965 Veränderung von langfristigen Rückstellungen 7 7 Veränderung derivative Finanzinstrumente 0 –116 Gewinne (Verluste) aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegendem Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten 0 –2.698 Eliminierung Zinsensaldo 6 –12 –374 345 Veränderungen im Nettoumlaufvermögen Veränderung von Forderungen 132 112 Veränderung von Verbindlichkeiten 2 –1 Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte Zahlungsmittel –240 456 Gezahlte Zinsen –22 0 Gezahlte/erhaltene Steuern –930 –90 –952 –90 Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit –1.192 366 Cashflow aus der Investitionstätigkeit 27.2 Investitionen in Sachanlagen –40 –45 Erlöse aus zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten 6.500 2.358 Rückführung gewährter Darlehen 0 2.587 Erhaltene Dividenden 1.335 0 Erhaltene Zinsen 15 14 Nettozahlungsmittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 7.810 4.914 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 27.3 Gewinnausschüttung –337 –180 Tilgungsanteil von Leasingzahlungen –20 –32 Nettozahlungsmittelabfluss/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit –357 –212 Veränderung der liquiden Mittel 6.261 5.068 Entwicklung der liquiden Mittel Anfangsbestand der liquiden Mittel 5.069 1 Zu-/Abnahme 6.261 5.068 Endbestand der liquiden Mittel 11.330 5.069 Zusammensetzung der liquiden Mittel Guthaben bei Kreditinstituten 20 11.330 5.069 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 28 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022 Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital in TEUR AZ Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage Neubewertungs- effekte Abfertigung Angesammelte Ergebnisse Gesamt Stand 1. April 2020 4.500 17.139 –52 8.359 29.946 Neubewertungseffekte gemäß IAS 19, nach Steuern 0 0 8 0 8 Sonstiges Ergebnis 0 0 8 0 8 Konzernjahresergebnis 0 0 0 3.320 3.320 Konzerngesamtergebnis 0 0 8 3.320 3.328 Dividendenzahlungen 26 0 0 0 –180 –180 Erwerb eigener Anteile 0 –1.340 0 0 –1.340 Eingebettetes Derivat 0 –116 0 0 –116 Kapitalherabsetzung –291 291 0 0 0 Stand 31. März 2021 21 4.209 15.974 –44 11.499 31.638 in TEUR AZ Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage Neubewertungs- effekte Abfertigung Angesammelte Ergebnisse Gesamt Stand 1. April 2021 4.209 15.974 –44 11.499 31.638 Neubewertungseffekte gemäß IAS 19, nach Steuern 0 0 10 0 10 Sonstiges Ergebnis 0 0 10 0 10 Konzernjahresergebnis 0 0 0 1.378 1.378 Konzerngesamtergebnis 0 0 10 1.378 1.388 Dividendenzahlungen 26 0 0 0 -337 -337 Stand 31. März 2022 21 4.209 15.974 –34 12.540 32.689 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 29 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 1 GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN 1.1 EINFÜHRUNG Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (im Folgenden kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren Tochterunternehmen kurz „der Konzern“ genannt), ist wie die Hauptaktionärin der Gurk- taler Aktiengesellschaft, die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, ein Tochterunternehmen der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, 1190 Wien, Heiligenstädter Straße 43. Die Gurktaler Aktiengesellschaft notiert an der Wiener Börse. Unternehmensgegenstand ist der Handel mit und die fabriks- mäßige Erzeugung (in Form eines Industriebetriebs) von Waren aller Art, insbesondere alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken, wie Spirituosen, Weinen, alkoholfreien Getränken und dergleichen, einschließlich der Durchführung der damit in Zusammenhang stehenden Geschäfte. Hinsichtlich der derzeit bestehenden Verpachtung der Geschäftsbetriebe siehe AZ 5. Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (TEUR) aufgestellt. Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt und zur Veröffentlichung freige- geben. Dieser Konzernabschluss sowie der Einzelabschluss des Mutterunternehmens, der nach Überleitung auf die anzuwenden- den Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, werden am 28. Juni 2022 dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und, im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung, die Gesellschafter können dabei den Einzelabschluss des Mutterunternehmens in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst. 1.1.1 ENTWICKLUNG DER KONZERNSTRUKTUR Die Underberg AG, Underberg GmbH & Co. KG und H. Under- berg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG haben mit Wirkung am 19. April 2017 einen Vertrag abgeschlossen, wonach zunächst die Underberg AG 1.126.093 Stück Stammaktien der Gurktaler Aktiengesellschaft (die „Übertragungsaktien“) an die Underberg GmbH & Co. KG und danach die Underberg GmbH & Co. KG die Übertragungsaktien an die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG überträgt. Seitdem wird der Konzern von der H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, beherrscht, die mehr als 89 % der Stammaktien (mehr als 50 % der Gesamtaktien) des Konzerns hält. 1.1.2 KONSOLIDIERUNGSKREIS Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 sind neben der Gurktaler Aktien gesellschaft, Wien, als Mutterunternehmen folgende Gesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen: Gesellschaft Anteil Erfasst „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien, Österreich 100 % VK Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk, Österreich 100 % VK Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich 49,9 % Eq VK = voll konsolidiert, Eq = at equity Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, hält keine direkte Beteili- gung an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn, ist im Konzernabschluss der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, nach der Equity-Methode enthalten und wird indirekt über die Mutter- gesellschaft nach der Equity-Methode einbezogen. Es ergaben sich im Berichtsjahr keine Änderungen im Konsolidie- rungskreis. Anhang zum Konzernabschluss zum 31. März 2022 KONZERNABSCHLUSS 30 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 2 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses ange- wendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. 2.1 GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde in Überein- stimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach dem historischen Anschaf- fungskostenprinzip aufgestellt, mit der Ausnahme von anderen finanziellen Vermögenswerten, welche in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind, zugrunde gelegten Schätzungen und Annahmen wirken sich auf die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualforderungen und -verbind- lichkeiten zu den jeweiligen Bilanzstichtagen sowie die Höhe von Erträgen und Aufwendungen der Berichtsperiode aus. Annahmen sind insbesondere in die Bewertung von immateriellen Vermö- genswerten und Beteiligungen eingeflossen, siehe dazu auch Erläuterungen unter AZ 4.1. Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen der Unternehmensleitung auf Basis der laufenden Ereignisse und Maßnahmen erfolgen, können die tatsächlichen Ergebnisse letzt- endlich von diesen Einschätzungen abweichen. 2.1.1 ÄNDERUNG DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN UND ANGABEN 2.1.1.1 NEUE UND GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETA- TIONEN, DIE VON DER EU ÜBERNOMMEN WURDEN UND IM GESCHÄFTSJAHR ERSTMALS ANGEWENDET WURDEN Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet: Standard Inhalt Anzuwenden ab IFRS 16 COVID-19-bezogene Mietkonzessionen April 2021 IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Reform der Referenzzinssätze (IBOR-Reform) – Phase 2: Änderungen zu IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und zu IFRS 16 Jänner 2021 IFRS 4 Vorübergehende Befreiung von IFRS 9 Jänner 2021 Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestim- mungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die Änderungen haben zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt. IFRS 16 „COVID-19-bezogene Mietkonzessionen“ Infolge der Corona-Pandemie wurden Leasingnehmern Mietzuge- ständnisse in unterschiedlicher Form (z. B. Zahlungsbefreiungen und Stundung von Leasingzahlungen) gewährt. Im Mai 2020 ver- öffentlichte der IASB eine Änderung des IFRS 16, die eine optionale E rleichterung für Leasingnehmer enthält, die es diesen erlaubt, auf die Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit COVID-19 nach IFRS 16 eine Modifikation des Leasingverhältnisses darstellt, zu verzichten. Stattdessen können Leasingnehmer solche Mietzugeständnisse so behandeln, als handele es sich nicht um eine Modifikation des Leasingverhältnisses. In vielen Fällen dürfte dies dazu führen, dass das Mietzugeständnis in den Perioden, in denen das Ereignis oder die Bedingung, das/die die niedrigere Zah - lung auslöst, eintritt, als variable Leasingzahlung bilanziert wird. Das Unternehmen hat von dieser Erleichterungsregel nicht Gebrauch gemacht. Reform der Referenzzinssätze (IBOR-Reform) – Phase 2: Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und zu IFRS 16 Im August 2020 veröffentlichte der IASB Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16, die sich mit Fragen befassen, die sich aus der Reform der Referenzzinssätze, einschließlich des Aus- tausches eines Referenzzinssatzes durch einen anderen ergeben. Die Änderungen aus Phase 2 gewähren folgende Erleichterungen: • Bei der Änderung der Grundlage für die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (einschließlich Leasingverbindlichkei- ten) bewirken die Erleichterungen, dass die Änderungen, die als direkte Folge der IBOR-Reform notwendig sind und als wirtschaftlich gleichwertig angesehen werden, nicht zu einem unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen- dem Gewinn und Verlust führen. • Die Erleichterungen bei der Bilanzierung von Sicherungsbezie- hungen werden es ermöglichen, dass die meisten IAS-39- oder IFRS-9-Sicherungsbeziehungen, die direkt von der IBOR-Reform betroffen sind, fortgeführt werden können. Allerdings müssen möglicherweise zusätzliche Ineffektivitäten erfasst werden. KONZERNABSCHLUSS 31 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Betroffene Unternehmen müssen Informationen über die Art und das Ausmaß der Risiken offenlegen, die sich aus der IBOR-Reform ergeben und denen das Unternehmen ausgesetzt ist, sowie darüber, wie das Unternehmen diese Risiken steuert und welche Fortschritte es beim Übergang zu alternativen Referenzzinssätzen macht und wie es diesen Übergang steuert. Angesichts der weiten Verbreitung von IBOR-basierten Verträgen könnten die Erleichterungen Unternehmen in allen Branchen betreffen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. IFRS 4 „Vorübergehende Befreiung von IFRS 9“ Mit den Änderungen an IFRS 4 sollen die durch den unterschied- lichen Geltungsbeginn des IFRS 9 Finanzinstrumente und des künftigen IFRS 17 Versicherungsverträge bedingten, vorüberge- hend auftretenden Bilanzierungsfragen geregelt werden. Um den Geltungsbeginn des IFRS 9 mit dem Geltungsbeginn des neuen IFRS 17 in Einklang zu bringen, wird insbesondere die vorüberge- hende Befreiung von IFRS 9 bis 2023 verlängert. Somit dürfen Versicherer auf Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, anstatt IFRS 9 IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung anwenden. Ein Versicherer, der die vorüberge- hende Befreiung von IFRS 9 in Anspruch nimmt, hat: • diejenigen Vorschriften des IFRS 9 anzuwenden, die für die Bereitstellung der in den Paragraphen 39B–39J des IFRS 4 ver- langten Angaben erforderlich sind, und • mit Ausnahme der in den Paragraphen 20A–20Q, 39B–39J und 46–47 des IFRS 4 beschriebenen Fälle alle anderweitig einschlä- gigen IFRS auf seine Finanzinstrumente anzuwenden. Nach Erlöschen der Voraussetzungen für eine vorübergehende Befreiung von IFRS 9 infolge einer Neubeurteilung darf das Unter- nehmen diese Befreiung nur bis zum Ende des Geschäftsjahres, das unmittelbar nach dieser Neubeurteilung begonnen hat, weiter in Anspruch nehmen. Auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, muss das Unternehmen IFRS 9 jedoch anwenden. Durch die Änderung des Paragraph 20O des IFRS 4 darf das Unternehmen für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, die einschlägigen Rechnungslegungsmethoden des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens nach den Paragraphen 35–36 des IAS 28 beibehalten. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. 2.1.1.2 STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE IM GESCHÄFTSJAHR NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE VOM KONZERN NICHT VORZEITIG ANGEWANDT WURDEN Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Standards und Interpretationen eingeführt oder geändert, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant. Standard Inhalt Übernommen und anzuwenden ab IFRS 17 Versicherungsverträge Jänner 2023 IAS 1, IFRS Practice Statement 2 Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angaben von Rechnungs legungsmethoden Jänner 2023 IAS 8 Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen Jänner 2023 Jährliche Verbesserungen der IFRS Zyklus 2018–2020 Jänner 2022 IAS 16 Änderungen an IAS 16: Sachanlagen – Erlöse bevor beabsichtigter Nutzung Jänner 2022 IFRS 3 Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS Jänner 2022 IAS 37 Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung Jänner 2022 IFRS 17 Versicherungsverträge IFRS 17 wurde in Mai 2017 als Ersatz für IFRS 4 Versicherungs- verträge veröffentlicht. Das Bewertungsmodell des IFRS 17 basiert auf der Ermittlung der aktuellen Erfüllungswerte der Versiche- rungsverträge, so dass deren Wertansätze in jeder Berichtspe- riode aufgrund von Schätzungsänderungen anzupassen sind. Versicherungsverträge werden grds. nach einem „Building Block Approach“ bewertet. Hiernach fließen in die Bewertung folgende Bausteine ein: • Diskontierte wahrscheinlichkeitsgewichtete erwartete Zahlungs- ströme • eine explizite Risikoanpassung und • eine vertragliche Servicemarge, die den noch nicht verdienten Gewinn aus dem Vertrag darstellt und die über den Zeitraum, über die das Unternehmen Versicherungsschutz gewährt, als Ertrag erfasst wird. Der Standard räumt ein Wahlrecht ein, wonach die Auswirkungen von Änderungen der Diskontierungssätze entweder im Gewinn und Verlust oder direkt im sonstigen Ergebnis erfasst werden dürfen. Die Ausübung dieses Wahlrechts wird voraussichtlich die Art und Weise widerspiegeln, wie die Versicherer ihre finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 bilanzieren. Für bestimmte Versicherungsverträge mit einer kurzen Laufzeit darf wahlweise ein vereinfachtes Verfahren (sog. Premium Allo- cation Approach) für die Ermittlung der Rückstellung für den zukünftigen Versicherungsschutz angewendet werden. Diese KONZERNABSCHLUSS 32 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 kurzfristigen Verträge werden häufig von Schaden- und Unfallver- sicherern abgeschlossen. Für bestimmte Verträge von Lebensversicherern, bei denen die Versicherungsnehmer an den Renditen der zugrundeliegenden Vermögenswerte beteiligt sind, kommt das allgemeine Bewer- tungsmodell des Standards in Form des „Variable Fee Approach“ zu Anwendung. Bei der Anwendung dieses Verfahrens wird der Anteil des Unternehmens an den Fair-Value-Änderungen der zugrundeliegenden Vermögenswerte in die vertragliche Service- marge einbezogen. Die Ergebnisse der Versicherer, die dieses Modell verwenden, dürften daher weniger volatil sein als bei Anwendung des allgemeinen Modells. Die neuen Regeln werden sich auf die Abschlüsse und Kennzahlen aller Unternehmen auswirken, die Versicherungsverträge oder Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbetei- ligung ausgeben. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018–2020) Die folgenden Verbesserungen an Standards wurden im Mai 2020 veröffentlicht: • IFRS 9 – Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test für die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten einzubeziehen sind. • IFRS 16 – Änderungen des erläuternden Beispiels Nr. 13 zu IFRS 16, welches Aussagen zu Zahlungen des Leasinggebers an Leasingnehmer zur Erstattung von Ausgaben für Mietereinbau- ten enthielt, die oftmals zu Missverständnissen führten. • IFRS 1 – die Vorschrift, wonach Tochterunternehmen, die später als ihr Mutterunternehmen ein erstmaliger Anwender der IFRS werden, das Wahlrecht haben, Vermögenswerte und Schulden mit den bisher im Konzernabschluss des Mutterunternehmens hierfür angesetzten Buchwerten (ohne Konsolidierungsan- passungen und Anpassungen wegen der Auswirkungen des Unternehmenszusammenschlusses) zu bewerten (Ausnahme: Investmentgesellschaften), wird um die kumulierten Wäh- rungsumrechnungsdifferenzen des Tochterunternehmens erweitert. Die Änderung gilt auch für assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die die entsprechende IFRS-1-Regelung in Anspruch nehmen. • IAS 41 – Streichung der Nichtberücksichtigung von Zahlungs- strömen für Steuern i.Z.m. der Bewertung biologischer Ver- mögenswerte zum beizulegenden Zeitwert nach IAS 41. Damit werden die Anforderungen des IAS 41 an die Regelungen des IFRS 13 angeglichen und mit einer Änderung des IAS 41 aus 2008 in Einklang gebracht, wonach im Rahmen der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes nicht zwingend ein Vorsteuerzinssatz für die Diskontierung zu verwenden ist. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IAS 16 Sachanlagen – Änderungen an IAS 16: Erlöse bevor beab- sichtigter Nutzung Die Änderungen an IAS 16 untersagen es einem Unternehmen, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage Erlöse abzuziehen, die es aus dem Verkauf von Gegenständen erzielt, die während der Zeit, in welcher der Vermögenswert zu sei - nem Standort und in den betriebsbereiten Zustand gebracht wurde, h ergestellt wurden (wie z. B. Erlöse aus dem Verkauf von auf einer Testanlage gefertigten Mustern). Die Änderung stellt auch klar, was unter „Kosten für Testläufe“ zu verstehen ist. Hierunter fallen Kosten zur Feststellung, ob der Vermögenswert technisch und physisch in der Lage ist, seinen bestimmungsgemäßen Gebrauch durchzuführen. Das Erreichen einer bestimmten finanziellen Leis - tungsfähigkeit (z. B. eine vom Management angestrebte operative Gewinnmarge) ist hingegen für die Beurteilung irrelevant. Die Änderung verlangt, dass Unternehmen Erlöse und Kosten im Zusammenhang mit produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens stam- men, getrennt ausweisen und den Posten der Gesamtergebnis- rechnung angeben, in dem diese Erlöse erfasst werden. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse – Änderungen an IFRS3: Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS Geringfügige Änderungen wurden an IFRS 3 vorgenommen, um die Verweise auf das überarbeitete Rahmenkonzept der IFRS zu aktualisieren und IFRS 3, um die Vorschrift zu ergänzen, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflich- tungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, die Regelungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rah- menkonzepts anzuwenden hat. Ohne diese neue Regelung hätte ein Unternehmen bei einem Unternehmenszusammenschluss einige Verbindlichkeiten angesetzt, die gemäß IAS 37 bzw. IFRIC 21 nicht bilanziert werden dürften und daher unmittelbar nach dem Erwerb erfolgswirksam auszubuchen gewesen wären. Des Wei- teren wird IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot für erworbene Eventualforderungen ergänzt. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventu- alforderungen – Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung Die Änderung an IAS 37 stellt klar, dass zu den Erfüllungskosten eines Vertrags alle direkt dem Vertrag zurechenbaren Kosten gehören. Diese umfassen die zusätzlich für die Erfüllung des Vertrags entstehenden Kosten (sog. „incremental cost“, wie z. B. direkte Lohn- und Materialkosten) und eine Zurechnung anderer Kosten, die direkt der Vertragserfüllung zuzurechnen sind. Zudem erfolgt eine Klarstellung, wonach sich eine etwaige vor- rangige Wertminderung auf die zur Vertragserfüllung eingesetz- KONZERNABSCHLUSS 33 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 ten (bisher: mit dem Vertrag verbundenen) Vermögenswerte erstreckt. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. Aus anderen übernommenen Änderungen (Änderungen IAS 1, Änderungen IAS 8) sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. Standard Inhalt Nicht übernommen und anzuwenden ab IAS 1 Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig Jänner 2023 IAS 12 Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen Jänner 2023 IFRS 17 Änderungen an IFRS 17: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9: Vergleichsinformationen Jänner 2023 Aus den oben angeführten übrigen Neufassungen bzw. Ände- rungen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. Es gibt keine weiteren Standards oder Interpretationen, die nicht verpflichtend anzuwenden sind und die eine wesentliche Auswir- kung auf den Konzern hätten. 2.2 KONSOLIDIERUNG 2.2.1 TOCHTERUNTERNEHMEN Tochterunternehmen sind alle Unternehmen (einschließlich struk- turierte Unternehmen), die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt, eine Risikobe- lastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen, und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der variablen Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunterneh- mens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen wurden alle auf den einheitlichen Konzern- abschlussstichtag 31. März 2022 sowie nach den Prinzipien der IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs ent- sprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermö- genswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktions- zeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Im Rah- men eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschbaren Anteile am erworbenen Unternehmen zum bei- zulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss wird der zuvor erworbene Eigenkapitalanteil des Unternehmens mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bestimmt. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ist in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgliche Änderun- gen des beizulegenden Zeitwerts einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden im Rahmen von IFRS 9 bewertet, und ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spä- tere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Als Goodwill wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Über- schuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenka- pitalanteile zum Erwerbsdatum über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterun- ternehmens, wird der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Konzerninterne Transaktionen, Salden sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. KONZERNABSCHLUSS 34 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 2.2.2 TRANSAKTIONEN MIT NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN OHNE VERLUST DER BEHERRSCHUNG Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden als Transaktionen mit den Eigentümern des Konzerns, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln, bilanziert. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten Leistung und dem erworbenen Anteil am Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräu- ßerung an nicht beherrschende Anteilseigner entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. 2.2.3 VERÄUSSERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMEN Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemein- schaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapi- tal ins Ergebnis umgegliedert wird. 2.2.4 ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Kontrolle besitzt, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechts- anteil zwischen 20 und 50 %. Beteiligungen an assoziierten Unter- nehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Goodwill (nach Berücksichtigung kumulierter Wertminderungen). Wenn sich die Beteiligungsquote an einem assoziierten Unter- nehmen verringert hat, dies jedoch ein assoziiertes Unternehmen bleibt, so wird nur der anteilige Betrag der zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne bzw. Verluste in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von asso- ziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Veränderungen der Rücklagen sind anteilig in den Konzernrücklagen zu erfassen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Betei- ligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderun- gen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unterneh- men Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet. Der Konzern überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass hinsichtlich der Investition im assoziierten Unter- nehmen Wertminderungsaufwand berücksichtigt werden muss. In diesem Fall wird der Unterschied zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung erfasst und als „Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten Unternehmen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunter- nehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen wurden – sofern notwendig – geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. Veräußerungsgewinne und -verluste, die aus Anteilen an assozi- ierten Unternehmen resultieren, werden ergebniswirksam erfasst. 2.3 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Über das Geschäftssegment wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentschei - dungsträger übereinstimmt. Der Hauptentscheidungsträger ist für Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen zu dem Geschäftssegment und für die Überprüfung von dessen Ertrags - kraft zuständig. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand für strategische Entscheidungen ausgemacht. 2.4 WÄHRUNGSUMRECHNUNG 2.4.1 FUNKTIONALE WÄHRUNG UND BERICHTSWÄHRUNG Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der Gurktaler Aktien gesellschaft, Wien, darstellt. Die Konzernunternehmen führen ihre Bücher und sonstige Auf- zeichnungen in der Währung des jeweiligen Landes, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, in dem sie gegründet und einge- tragen sind. Die funktionale Währung ausländischer Tochterunter- nehmen ist die jeweilige Landeswährung. 2.4.2 TRANSAKTIONEN UND SALDEN Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neu- bewertungen in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie KONZERNABSCHLUSS 35 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultie- ren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges und qualifizierte Net Investment Hedges zu erfassen. Fremd- währungsgewinne und -verluste, die aus der Umrechnung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanz- schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Finanzierungserträge oder -aufwendungen“ ausgewiesen. Alle anderen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen“ ausgewiesen. Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam ver- rechnet werden (z. B. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente), sind als Teil des Gewinns bzw. Verlusts aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Demgegenüber sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital berücksichtigt werden (z. B. Eigenkapitalinstrumente, für die das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegendem Zeitwert in Anspruch genommen wird), innerhalb der Neubewer- tungsrücklage als Teil der sonstigen Rücklagen zu erfassen. 2.4.3 KONZERNUNTERNEHMEN Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen (ausgenommen solche aus Hochinflationsländern), die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden wie folgt in Euro umgerechnet: • Vermögenswerte und Schulden werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. • Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet (es sei denn, die Verwendung des Durchschnittskurses führt nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Kursen ergeben hätten; in diesem Fall sind Erträge und Aufwendungen zu ihren Transaktionskursen umzurechnen). • Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als eige- ner Posten innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden in den Konzernabschluss keine vollkonsolidierten Jahresabschlüsse in fremder Währung einbezogen. Goodwill und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die beim Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländi- schen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umge- rechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im Eigenkapital erfasst. 2.5 SACHANLAGEN Sachanlagen werden zu ihren um Abschreibungen verminderten historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts oder – sofern einschlägig – als separater Vermö- genswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern daraus zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen, die keine wesent- liche Ersatzinvestition darstellen (day-to-day servicing), werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlust- rechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonsti- gen operativen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Anschaffung bzw. Herstellung von Vermögenswerten gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermö- genswerte entsprechend gekürzt. Bei allen Vermögenswerten erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuch- wert abgeschrieben werden: Abschreibung Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–5 Jahre Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Übersteigt der Buchwert einer Sachanlage deren geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf Letzteren abgeschrieben. Gewinne und Verluste aus Abgängen von Sachanlagen werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten der Sachanlagen ermittelt und unter dem Pos- ten „sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. KONZERNABSCHLUSS 36 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 2.6 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene immaterielle Vermögenswerte werden am Erwerbstag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. 2.6.1 MARKENRECHTE Erworbenen Markenrechte werden zu ihren historischen Anschaf- fungs- und Herstellkosten erfasst. Markenrechte werden zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units, CGU) aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGU bzw. Gruppen von CGU gemäß den identifizierten Geschäftssegmen- ten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem das Markenrecht entstand, Nutzen ziehen. Die Überprüfung, ob eine Wertminderung beim Markenrecht vor- liegt, wird jährlich vorgenommen. Wenn Anhaltspunkte vorliegen, die eine mögliche Wertminderung zur Folge haben könnten, wird häufiger überprüft. Der Buchwert des Markenrechts wird mit dem erzielbaren Betrag, d. h. mit dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert, verglichen. Eine Wertminderung wird sofort auf- wandswirksam erfasst und gegebenenfalls in den nachfolgenden Perioden aufgeholt. 2.7 WERTMINDERUNG NICHT MONETÄRER VERMÖGENSWERTE Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise Goodwill oder bestimmte Markenrechte, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertmin - derungen hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigs - ten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifi- ziert werden können. Mit Ausnahme des Goodwills wird für nicht monetäre Vermögenswerte zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat. 2.8 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE IFRS 9 „Finanzinstrumente“ befasst sich mit der Klassifizierung, dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswer- ten und finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell mit Vereinfa- chungen bei und schafft drei Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte: • fortgeführte Anschaffungskosten, • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert und • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente in der Folge zum beizulegenden Zeitwert. Das Management des Konzerns hat entschieden, Effekte aus der Änderung des beizu- legenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten im sonstigen Ergebnis darzustellen. Eine spätere Umgliederung dieser Gewinne und Verluste in den Gewinn oder Verlust erfolgt nach Ausbuchung des Instruments nicht. Dividenden aus solchen Instrumenten werden weiterhin im Gewinn oder Verlust unter den sonstigen Erträgen erfasst, wenn der Anspruch des Konzerns auf den Erhalt von Zahlungen begründet wird. Das „Expected-Credit-Loss Modell“ gemäß IFRS 9 erfordert erhebliche Ermessensentscheidungen bezüglich der Frage, inwie- weit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Diese Einschätzung wird auf Grundlage gewichteter Wahrscheinlichkeiten bestimmt. Das Wertminderungsmodell findet auf zu fortgeführten Anschaf- fungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Schuld- instrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte (gemäß Definition im IFRS 15) und nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Kreditzusagen und Finanzgarantien – mit Ausnahme von als Finanzanlagen gehaltenen Dividendenpapieren – Anwendung. Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen auf einer der nachste- henden Grundlagen bewertet: • 12-Monats-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, deren Kredit- risiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird. • Gesamtlaufzeit-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, bei denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz sig- nifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zu erfassen. Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle ist jedoch immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen und für vertragliche Vermögenswerte ohne eine wesentliche Finanzierungskomponente anzuwenden; ein Unternehmen kann diese Methode auch für Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen und vertragliche Vermögenswerte mit einer wesentlichen Finanzierungskomponente anwenden. Der Konzern hat historisch keine Forderungsausfälle und Wert- minderungen. Gleiches ist für die bestehenden Forderungen auch für die Zukunft zu erwarten. Leasingforderungen werden derzeit KONZERNABSCHLUSS 37 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 vom Konzern nicht gehalten. Aus der Bilanzierung nach IFRS 9 ergeben sich keine wesentlichen Effekte. Der Konzern ermittelt die erwarteten Kreditverluste anhand von Ausfalleinschätzung mit Zeitbändern von 30, 60, 90 und 120 Tagen. Die finanziellen Schulden werden im Konzern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Konzern hat keine finanziellen Schulden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet bestimmt und beabsichtigt dies derzeit auch nicht zu tun. 2.8.1 AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt. Die Ausleihungen und Forderungen des Konzerns werden in der Bilanz unter „Lie- ferforderungen“, „Forderungen gegenüber nahestehenden Unter- nehmen“ und „sonstige Forderungen“ ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden keine langfristigen Forderungen ausge- wiesen. Sowohl Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch Ausleihungen werden von der Gesellschaft gehalten, um die laufenden Zahlungsströme und etwaige Zinszahlungen zu generieren, und nicht um aus dem Verkauf der Vermögenswerte Gewinn zu erzielen. Das Geschäftsmodell lautet „hold to collect“ nach IFRS 9. Die Forderungen und Ausleihungen setzen sich aus- schließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammen. Diese Vermögenswerte werden daher zu fortgeführten Anschaffungs- kosten angesetzt. Für diese Vermögenswerte ist eine Wertminderungsvorsorge in Form von erwarteten Verlusten zu buchen. Der Betrag der Wertberichtigungen wird erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. 2.8.2 ANDERE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Andere finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzi- elle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern, und der Vermö- genswert in diesem Zeitraum nicht fällig wird. Der Posten „andere finanzielle Vermögenswerte“ beinhaltet aus- schließlich sonstige Beteiligungen. Andere finanzielle Vermögenswerte werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergeb- nis erfasst werden. Sämtliche Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten werden im Jahresergebnis erfasst. Dividenden sowie laufende Zinserträge auf andere finanzielle Vermögenswerte sind mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis zu erfassen. 2.9 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL- ÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar- geld, Sichteinlagen, andere kurzfristige, hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkre- dite unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gezeigt. 2.10 EIGENKAPITAL Stamm- und Vorzugsaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien oder Optionen zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital netto nach Steuern als Abzug von den Emissionserlösen bilanziert. Wenn ein Unternehmen des Konzerns Eigenkapitalanteile der Gur- ktaler Aktiengesellschaft, Wien, kauft (treasury shares), wird der Wert der bezahlten Gegenleistung, einschließlich direkt zurechen- barer zusätzlicher Kosten (netto nach Ertragsteuern), solange vom Eigenkapital der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, abgezogen, bis die Aktien eingezogen oder wieder ausgegeben werden. Wer- den solche eigenen Anteile nachträglich wieder ausgegeben, wird die erhaltene Gegenleistung (netto nach Abzug direkt zurechen- barer zusätzlicher Transaktionskosten und zusammenhängender Ertragsteuern) im Eigenkapital der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, erfasst. 2.11 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungs- verpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflich- tung innerhalb von einem Jahr oder weniger als einem Jahr (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden bilan- ziert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. KONZERNABSCHLUSS 38 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. 2.12 FINANZVERBINDLICHKEITEN Finanzverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug von Transaktions- kosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Ausleihung unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Fremdkapitalkosten werden in der Peri- ode ihres Anfalls als Aufwand erfasst. 2.13 LAUFENDE UND LATENTE STEUERN Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Pos- ten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der am Bilanz- stichtag geltenden österreichischen Steuervorschriften berechnet. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind. Latente Steuerforderungen, die durch temporäre Differenzen in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und asso- ziierten Unternehmen (bzw. Gemeinschaftsunternehmen) entste- hen, werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden und steuerliche Ergebnisse künftig zur Verfügung stehen. Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten (tax base) und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt (soge- nannte Verbindlichkeitenmethode). Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstich- tag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbind- lichkeit erwartet wird. Die wichtigsten temporären Differenzen ergeben sich aus den Markenrechten und zusätzlich aus steuerlichen Verlustvorträgen. Latente Steuerforderungen werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahr- scheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden sal- diert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder das- selbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. 2.14 LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER Der Konzern gewährt verschiedene Leistungen an Arbeitneh- merinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhält- nisses und andere langfristige Leistungen entweder aufgrund ein- zelvertraglicher Vereinbarungen oder gemäß den Bestimmungen des entsprechenden lokalen Arbeitsrechtes. Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden auf Basis von versicherungsmathematischen Metho- den (Anwartschaftsbarwertverfahren) berechnet. Der Barwert der Anwartschaften (Defined Benefit Obligation = DBO) wird aufgrund der zurückgelegten Dienstzeit und der erwarteten Gehaltsentwicklung berechnet. Der zu erfassende Periodenauf- wand beinhaltet Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand und wird erfolgswirksam im Jahresergebnis erfasst. In Übereinstimmung mit IAS 19 (2011) werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Rückstellungen für Abfertigungen im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital und aus Rückstellungen für Jubiläums- gelder im Personalaufwand erfasst. Weitere Angaben sind unter AZ 25.1. enthalten. Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis erfasst. Im Rahmen der Berechnung der Verpflichtungen werden versiche- rungsmathematische Annahmen getroffen, vor allem hinsichtlich des anzuwendenden Zinssatzes für die Abzinsung, der Steige- rungsrate für Gehälter, des Pensionseintrittsalters und der Wahr- scheinlichkeiten betreffend Fluktuation und Inanspruchnahme. Für die Ermittlung des Barwertes der Anwartschaften kommt ein Zinssatz zur Anwendung, der in Anlehnung an die durchschnitt- KONZERNABSCHLUSS 39 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 liche Verzinsung von Industrieanleihen höchster Bonität mit entsprechender Laufzeit gewählt wird. Die zur Anwendung kommende Steigerungsrate der Gehälter wird aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre ermittelt, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen wird. Die verwendeten Abschläge für Fluktuation und Inanspruchnah- mewahrscheinlichkeit basieren auf Erfahrungswerten vergleichba- rer Vorperioden. Für Abfertigungsverpflichtungen wird auf das derzeitige rechtmä- ßige Pensionseintrittsalter abgestellt. Die Abfertigungen betreffen Verpflichtungen nach österreichi- schem Recht. Die Abfertigungen nach österreichischem Recht sind einmalige Abfindungen, die aufgrund von arbeitsrechtlichen Vorschriften bei Kündigung der Arbeitnehmer durch den Dienst- geber sowie regelmäßig bei Pensionseintritt bezahlt werden müs- sen. Ihre Höhe richtet sich nach der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe der Bezüge. Anzahl Dienstjahre 3 5 10 15 20 25 Anzahl Monatsbezüge 2 3 4 6 9 12 Die Regelung gilt für jene Dienstnehmer, die bis zum Jahr 2002 in das Unternehmen eingetreten sind bzw. innerhalb des Konzerns von ande - ren österreichischen Gesellschaften unter Anerkennung der vorheri- gen Dienstzeiten innerhalb des Konzerns übernommen worden sind. Aufgrund von gesetzlichen Änderungen kommt für jene Dienstneh- mer, die ab dem Jahr 2003 in das Unternehmen eingetreten sind, ein beitragsorientiertes Modell zur Anwendung. Der Dienstgeber hat ab dem zweiten Monat des Arbeitsverhältnisses einen laufenden Beitrag in Höhe von 1,53 % des monatlichen Entgelts sowie allfälliger Sonderzahlungen an eine Mitarbeitervorsorgekasse zu leisten. Den Mitarbeitern der österreichischen Gesellschaften gebühren bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind. 2.15 RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignis- sen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen erforderlich ist, und eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn der Konzern die Erstattung eines zurückgestellten Betrags erwartet, z. B. aufgrund einer Versicherung, wird die Erstattung als separater Vermögenswert nur bei ausreichender Eintrittswahrscheinlichkeit angesetzt. Der Konzern setzt eine Rückstellung für verlustträchtige Geschäfte an, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch geringer ist als die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der ver- traglichen Verpflichtungen. 2.16 ERTRAGSREALISIERUNG Die Umsatzerlöse bestehen derzeit aus Pachterlösen. Diese wer- den auf Quartalsbasis nach Maßgabe der vertraglichen Vereinba- rung realisiert. Für die Umsatzrealisierung ist ein fünfstufiges Verfahren anzu- wenden: 1. Identifizierung der Verträge mit dem Kunden 2. Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen 3. Bestimmung des Transaktionspreises 4. Aufteilung des Transaktionspreises auf separate Leistungsver- pflichtungen 5. Erfassung von Umsatzerlösen bei Erfüllung einzelner Leis- tungsverpflichtungen Ein Vertrag liegt vor, wenn beide Parteien des Vertrags die schrift- liche Vereinbarung unterzeichnet haben. Im Regelfall beträgt das Zahlungsziel 14 Tage. Die Leistungsverpflichtungen betreffen üblicherweise die Ver- pachtung der Marken. Der Transaktionspreis ist zur Gänze variabel und berechnet sich als Prozentsatz des Nettoumsatzes des Pächters. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt zeitpunktbezogen. Die Umsatzerlöse der Gurktaler Gruppe setzen sich nahezu aus- schließlich aus den Pachterlösen zusammen. 2.17 ZINSERTRÄGE Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Wenn bei einer Forderung eine Wertminderung vorliegt, schreibt der Konzern den Buchwert auf den erzielbaren Betrag, d.h. auf die Summe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, abge - zinst mit dem anfänglichen Effektivzinssatz, ab. Die Aufzinsung der wertgeminderten Forderung erfolgt weiterhin mit dem anfänglichen Effektivzinssatz und wird als Zinsertrag vereinnahmt. Der Zinsertrag aus wertgeminderten Darlehensforderungen wird infolgedessen gleichfalls unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes erfasst. KONZERNABSCHLUSS 40 GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022 2.18 DIVIDENDENERTRÄGE Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht. 2.19 LEASINGVERHÄLTNISSE Der Konzern mietet verschiedene Immobilien und Fahrzeuge. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Typischerweise besteht die Option, die Leasingvereinbarungen nach diesem Zeitraum zu verlängern. Die Leasingvereinbarungen werden ca. alle fünf Jahre neu verhandelt, um die Marktmieten zu reflektieren. Der Konzern hat keine Leasingverhältnisse, in denen er als Lea- singgeber auftritt. Es wird sowohl das Wahlrecht für Vereinfachungen im Zusam- menhang mit Leasingverhältnissen mit kurzer Laufzeit (12 Monate oder weniger) als auch für geringwertige Vermögenswerte ange- wendet. Der Konzern hat Leasingverhältnisse (als Leasingnehmer) über diverse elektronische Geräte (Kopierer, Computer, Mobilte- lefone) abgeschlossen, die als geringwertige Wirtschaftsgüter (Einzelpreis jeweils
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