Annual Report (ESEF) • Jul 28, 2023
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Stk. 750 750 Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,38 17,1 Kennzahlen zur Stammaktien ISIN AT0000A0Z9G3 Höchstkurs in EUR 31,0 16,0 Tiefstkurs in EUR 6,0 10,2 Kurs per 31.3. in EUR 13,20 15,0 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stk. 1.354.364 1.354.364 Kurs-Gewinn-Verhältnis 14,17 22,9 1 Vorschlag an die Hauptversammlung AKTIENGESELLSCHAFT VORWORT DES VORSTANDS 2 UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 INVESTOR RELATIONS 8 FINANZKALENDER 10 CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 11 BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 LAGEBERICHT 17 KONZERNABSCHLUSS 2022/2023 24 EINZELABSCHLUSS 2022/2023 64 ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 82 GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG 83 Inhalt Die neuerliche Auszeichnung mit Goldmedaillen unterstreicht die hohe Produktqualität von Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher 2 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 VORWORT DES VORSTANDS Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre! Wir berichten über das zehnte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert. Im vergangenen Wirtschaftsjahr wurden einige Weichenstellungen für die Zukunft der Marken und der Gesellschaft vorgenommen. Die Kennzahlen der Gurktaler AG im Wirtschaftsjahr 2022/2023 sind trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, bedingt durch die Krise in der Ukraine, dieses Jahr besonders durch den Erfolg des Geschäfts der Beteiligungen in Ungarn und Deutschland geprägt. Der Umsatz der Gesellschaft, der sich im Wesentlichen aus den Pachterträgen für die Marken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher zusammensetzt, lag mit TEUR 442 um 3 % über dem Wert des Vorjahres von TEUR 428. Nach einem Betriebsergebnis im Vorjahr in Höhe von TEUR –204 ergab das Geschäftsjahr 2022/2023 ebenfalls ein negatives Betriebsergebnis in Höhe von TEUR –486, welches vor allem auf Marketinginvestitionen für die Entwicklung der Marken sowie auf höhere Personalkosten aufgrund der Aufnahme eines Sales Development Managers zurückzuführen ist. Strukturelle Veränderungen sind eingeleitet, um zukünftig ein positives operatives Ergebnis zu erzielen. Die Underberg GmbH & Co KG verzeichnete im Berichtsjahr ein positives Ergebnis mit einer Ergebnisübernahme der Gurktaler AG von TEUR 149 nach einem Verlust von TEUR –214 im Vorjahr. Die Zwack Unicum Nyrt., Ungarn, konnte im Wirtschaftsjahr 2022/2023 ein sehr gutes Ergebnis erzielen, obwohl die Gesell- schaft aufgrund der sehr hohen Inflation in Ungarn mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert war. Das Geschäft in Ungarn profitiert unter anderem von Produktneuerungen bei der Marke Kalumba mit den neuen Geschmacksorten Mango und Blutorange. Das At-Equity-Ergebnis der Zwack Gruppe wurde nach TEUR 2.138 im Vorjahr im Wirtschaftsjahr 2022/2023 mit TEUR 2.172 um 1,6 % gesteigert. Das Finanzergebnis, das sich aus dem Gewinnanteil der Underberg GmbH & Co KG sowie den Zinserträgen und -kosten zusammensetzt, stieg vor allem durch die Ergebnisübernahme von der Underberg GmbH & Co KG auf TEUR 177 im Wirtschaftsjahr 2022/2023 nach TEUR –220 im Vorjahr. Das Konzernjahresergebnis der Gurktaler AG beläuft sich auf EUR 2,0 Mio. (EUR 1,4 Mio. im Vorjahr). Die Kursentwicklung der Gurktaler Stammaktie war im Zeitraum 1.4.2022 bis 31.3.2023 volatil. Nach Bekanntgabe der über- durchschnittlich hohen Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2021/2022 stiegen die Aktienkurse stark an und sanken dann nach der Ausschüttung der Dividende im September 2022 wieder. Die Stammaktie lag zum Stichtag 31.3.2023 um 12 % unter dem Vorjahreswert, die Vorzugsaktie verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 8,6 %. Die Marktkapitalisierung ist um EUR 3,2 Mio. bzw. 11,0 % gesunken. Der Jahresfehlbetrag der Gurktaler AG als Einzelgesellschaft lag bei EUR –1,8 Mio. nach einem Überschuss von EUR 1,1 Mio. im Vorjahr. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von EUR 231.480,04 vor, was einer Ausschüttung von EUR 0,11 je Stamm- und Vorzugsaktie entspricht. Nachdem im Vorjahr der Verkaufserlös des Markenverkaufs der Marke Leibwächter sowie thesaurierte Gewinne aus der Vergangenheit an die Aktionäre weitergegeben wurden, sind in diesem Wirtschaftsjahr durch die Verschmelzungen der Gurktaler Alpenkräuter GmbH und der „Rossbacher“ Vertriebs GmbH in die Gurktaler Aktiengesellschaft sämtliche freien Rücklagen aufgelöst worden. Nach Abzug der aktiven latenten Steuern, für die keine Ausschüttungsmöglichkeit besteht, wird der verbleibende Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf Warenverfügbarkeit, Einschränkungen und Preissteigerungen werden uns im laufenden Wirtschaftsjahr weiterhin begleiten. Mit dem Umstieg per 1.4.2023 vom Pacht- modell auf ein Lohnfertigungs- und Distributionsmodell hat die Gesellschaft jedoch mehr Einflussnahme auf eine positive Weiterentwicklung der Marken im In- und Ausland, das operative Geschäft sowie die Absicherung des Beteiligungsgeschäfts. Mit freundlichen Grüßen Wien, am 27. Juni 2023 Mag. Wolfgang Spiller, Vorstand 3 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 VORWORT DES VORSTANDS UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KRÄUTERSPIRITUOSEN IM FOKUS DES UNTERNEHMENS Seit 8. Februar 2013 notiert die Gurktaler AG an der Wie- ner Börse. Nach einer verhältniswahrenden Abspaltung von der Schlumberger AG im Geschäftsjahr 2012/2013 wurde das gesamte Kräuterspirituosengeschäft in dieser neu gegründeten Aktiengesellschaft gebündelt. Aufgrund der Expansionsstrategie der seinerzeitigen Schlumberger AG der vorangangenen Jahre und der damit verbundenen zunehmenden Komplexität der Unternehmensstrukturen war eine Entflechtung aus Sicht der Unternehmensführung ein sinnvoller und notwendiger Schritt, um den Fokus auf die jeweiligen Kernkompetenzen stärker herauszustellen. Der Name Gurktaler steht für Reinheit und Natürlichkeit. Mit seinen Marken positioniert sich das Unternehmen als der Spezialist für Kräuterspirituosen. In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern versteht sich Gurktaler als lang- fristiger Markengestalter und als Kompetenzzentrum der traditionsreichsten Spirituosenkategorie Kräuter. Neben Beteiligungen an der deutschen Under- berg GmbH & Co KG, dem Herstel- ler des berühmten „Rheinberger Kräuters“, sowie dem unga- rischen Kräuterbitterher- steller Zwack Unicum Nyrt. befinden sich zusätzlich die Kräuterspirituosenmarken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher im Eigentum der Gurktaler AG. Die Geschäftstätigkeit der Gurktaler Gruppe stützt sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen erfolgte bis 31.3.2023 die Verpachtung des ope- rativen Geschäfts der nachstehenden Kräuterspirituosenun- ternehmen, in denen die jeweiligen Markenrechte gehalten werden, an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH sowie deren Vertriebstochter, die Top Spirit Handels- und Verkaufs GmbH: • Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk • „Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien Die Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk sowie die „Ross- bacher“ Vertriebs GmbH, Wien wurden rückwirkend per 30.9.2022 in die Gurktaler AG verschmolzen. Wirkung erlangten die Verschmelzungen mit Eintragung ins Han- delsregister am 6.5.2023. Die Verträge und Markenrechte der jeweiligen Gesellschaft wurden auf die Gurktaler AG übertragen. Die Pachtverträge definierten einen umsatzabhängigen Pachtzins, dessen Höhe von der Ertragsspanne der jeweili- gen Produkte sowie den damit verbundenen Funktionen und Risiken durch die Verpachtung abhing. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Pachtverträge wurden mit 31.3.2023 gekündigt. Seit dem 1.4. 2023 wurde auf einen Lohnfertigungsvertrag mit der Mozart Distillerie GmbH, Salzburg, sowie auf Distribu- tionsverträge mit der Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH, Wien für das Inlandsgeschäft sowie der Semper idem Underberg AG, Rheinberg, hinsichtlich des Vertriebs in Deutschland und für das intrnationales Geschäft umge- stiegen. Diese Maßnahme soll eine kompetenzbasierte, zukunftsträchtige Trennung von Markenführung, Produk- tion und Vertrieb im In- und Ausland ermöglichen und die Ertragskraft der Gesellschaft steigern. Zum anderen hält die Gurktaler AG Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus eine Aktie an Zwack Uni- cum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und an der Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnisanteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Details zur Entwicklung der Umsatzerlöse und des Finanzergebnisses finden sich im Lagebericht ab Seite 17. Unternehmens- porträt Alle Informationen zum Unternehmen finden Sie unter: http://gruppe. gurktaler.at UNTERNEHMENSPORTRÄT 5 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 „Gurktaler – Alpen-Aperitif“ wurde 2022 erfolgreich mit zahlreichen Listungen im Lebensmitteleinzelhandel eingeführt und ist die heimische Antwort auf die italienische Aperitivo-Kultur. Der fruchtige Sanddornlikör mit frischen Kräutern aus dem Gurktal besticht mit einem satten Orangen-Ton und einem köstlichen Aroma nach Sanddorn, Mandarine, Orange und Marille. Sanddorn wächst auch im Alpen- und Voralpenraum und wird wegen seines frischen Geschmacks auch als „Zitrone des Nordens“ bezeichnet. Mit der Einführung des neuen Aperitifs verbindet Gurktaler das Lebensgefühl des Südens mit frischen Kräutern aus den Alpen. Ob pur auf Eis oder als „Sanddorn Alpen-Spritz“ gemixt mit trockenem Sekt, Prosecco, Tonic oder Soda – der Gurktaler Alpen-Aperitif ist vielseitig und avanciert in jeder Form zum trendigen, regionalen Sommer-Drink. Das überarbeitete Flaschendesign stellt die frischen Kräuter aus den Alpen als essenzielle Qualitätsgrundlage aller Gurktaler-Produkte in den Mittelpunkt. Highlight der Neugestaltung: ein strahlendes Etikett mit modernisiertem Gurktaler-Schriftzug sowie die auffallende Flaschenform, deren Säulenoptik an den Dom zu Gurk, eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmäler Europas und zugleich Her- kunftsort des Gurktaler, erinnert. Die neue Ausstattung beinhaltet ebenfalls die Aufnahme des Premium-Qualitätssiegels „Made in Austria“ auf dem Verschluß. DER MILDE DER FRUCHTIGE GURKTALER ALPENKRÄUTER GMBH, GURK (ÖSTERREICH) Die Gurktaler Alpenkräuter GmbH mit Firmensitz in Gurk, Kärnten, ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Gurktaler AG. Bereits im März 2008 wurde die Sonnthurn Holding GmbH nach dem Kauf in Gurktaler Alpenkräuter GmbH umbenannt. Der Unternehmens- gegenstand wurde um „Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Kräutern“ erwei- tert. Wie bereits angeführt wurde die Gesellschaft mit Stichtag 30.9.2022 rückwirkend in die Gurktaler AG verschmolzen. „Gurktaler® – der milde Alpenkräuter“ ist die größte österreichischen Spirituosenmarke mit über 60-jähriger Tradition. Er wird nach einer geheimen Rezeptur aus getrockneten und frischen Kräutern aus dem Gurktal hergestellt und ist mit rund 26 % Marktanteil die größte österreichische Spirituosenmarke. Klare Werte, repräsentieren die Marke: natürlicher frischer Kräutergenuss aus dem Gurktal, gelegen in Kärnten im Herzen der Alpen. Der Kräuterlikör im Zeichen des Gurker Domes besticht durch seinen ausgesprochen milden Geschmack und ist der Inbegriff des Alpenkräuters aus Österreich. Mit einer Exportquote nach Deutschland von 53 Prozent ist er gewissermaßen auch ein Genussbotschafter im nahen Ausland. Er repräsentiert auch dort seine Heimat Österreich, besonders das Gurktal, mit all seinen Schätzen. Seine Milde und Einzigartigkeit spiegelt sich auch in dem für Spiri- tuosen verhältnismäßig niedrigen Alkoholgehalt von 27 % Vol. wider. Die Spirituose wurde beim ISW 2023 mit der Verleihung einer Goldmedaille sowie als Kräuterlikör des Jahres prämiert. Ferner verlieh die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) der Spirituose die Goldmedaille. UNTERNEHMENSPORTRÄT 6 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 „ROSSBACHER“ VERTRIEBS GMBH, WIEN (ÖSTERREICH) Die „Rossbacher“ Vertriebs GmbH mit Firmensitz in Wien befindet sich zu 100 % im Eigentum der Gurktaler AG. Rossbacher ist von der Produktion bis hin zum Vertrieb ein österreichisches Traditionsprodukt. Seit dem Jahr 1897 wird der Halbbitter vermarktet, der für seine Qualität vielfach prämiert ist. Die sorgfältige Auswahl hochwertiger Kräuter, Wurzeln und Beeren ist sein unverkennbares Merkmal. Die Gesellschaft wurde mit Stichtag 30.9.2022 in die Gurktaler AG verschmolzen. AUSGEZEICHNETE QUALITÄT Die Auszeichnung mit der Goldmedaille beim „World-Spirits Award (WSA) 2022“ sowie eine Prämierung mit der Goldmedaille der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) unterstreichen die hohe Produktqualität von Rossbacher. Die Marke feierte im Jahr 2022 ihr 125-jähriges Bestehen, das in Form der abgebildeten Sonderedition gewürdigt wurde. Die aufwendige Gewinnung der Wirkstoffe aus den einzelnen Kräutern erfolgt nach unter- schiedlichen Methoden (Mazeration, Perkolation oder Destillation). Mit Sorgfalt und langjähriger Erfahrung wurde erarbeitet, welches Verfahren bei welchen Rohstoffen zur Anwendung kommt. Dies ist seit jeher ein streng gehütetes Geheimnis. Seit Jänner 2017 erfolgt die Abfüllung und Veredelung der Produkte der Kräuterspirituo- senmarken Gurktaler und Rossbacher am modernisierten und auf Spirituosenherstellung spezialisierten Produktionsstandort der Mozart Distillerie in Salzburg, einem Tochterun- ternehmen der Schlumberger Gruppe. Dadurch konnte die Produktqualität dieser Marken weiter gesteigert werden. UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG (DEUTSCHLAND) An dem traditionsreichen deutschen Unternehmen Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Niederrhein, hält die Gurktaler AG eine Finanzbeteiligung in Höhe von 14,423 %. Gegenstand des Unternehmens sind Herstellung und Vertrieb von „Underberg – der Rheinberger Kräuter“ nach dem Fabrikationsgeheimnis der Familie Underberg. Dazu zählen auch das Halten und Verwalten der Warenzeichen unter anderem im Zusammen- hang mit der Marke Underberg sowie das Halten von Beteiligungen in Deutschland und anderen Ländern. Seit 1846 wird das Geheimnis gehütet und gepflegt. Das Wissen der Familie Underberg um die schonende Gewinnung der wertvollen Wirkstoffe aus den erlesenen und aromatischen Kräutern aus 43 Ländern erfolgt mit Hilfe des besonders schonenden „Semper idem®“- Geheimverfahrens. Es folgt ein monatelanger Reifeprozess in Fässern aus slowenischer Eiche. Das unverwechselbare Markenzeichen von Underberg ist die mit Strohpapier umwi- ckelte Portionsflasche mit 20 ml. Underberg wird weltweit in rund 100 Ländern vertrieben. DER STARKE UNTERNEHMENSPORTRÄT 7 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST (UNGARN) Zwack Unicum ist der traditionsreichste Bitterlikör mit starker Verwurzelung im ungarischen Getränkemarkt, der für das Unternehmen Zwack Unicum Nyrt. namensgebend ist. Das Unter- nehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn, ist auf die Herstellung hochwertiger eigener Produkte sowie auf die Distribution von weiteren Spirituosen und Wein spezialisiert. Die bei der Gurktaler AG at-Equity-konsolidierte Zwack Gruppe ist der größte Spirituosenproduzent und -distributeur in Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, ist im Teilkonzernabschluss der Peter Zwack & Consorten Handels Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, enthalten, die ein 49,998 %iges Tochterunternehmen der Gurktaler AG ist. Durchgerechnet beträgt die Beteiligung der Gurktaler AG an der Zwack Unicum Nyrt. daher 25 %. Das Rezept von Zwack Unicum ist seit über 230 Jahren ein Geheimnis der Familie Zwack. Der Bitterlikör wird aus mehr als 40 Kräutern und Gewürzen aus der ganzen Welt zubereitet, die im Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden. Dazu wird ein Teil der Kräuter mazeriert, ein Teil destilliert. So entfalten sich das volle Aroma, der ausgewogene Geschmack und die optimale Wirkung der Kräuter. Die Kombination dieser zwei Produktionsverfahren und eine mehrmonatige Reifung in Eichenfässern verleihen Zwack Unicum seine komplexe Struktur und einzigartige Qualität. Nach der Einführung der überaus erfolgreichen Innovation Zwack Unicum Zwetschke im Jahr 2014 wurden 2016 mit Zwack Unicum Reserve sowie 2021 Unicum Barista weitere und mittlerweile erfolgreich etablierte Neuheiten auf den Markt gebracht. Neben dem bekannten Bitterlikör stellt Zwack auch verschiedene Brände, Schnäpse und andere Liköre sowie seit 2019 den Kräuter-Gin Kalumba her. UNTERNEHMENSSTRATEGIE Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit und fokussiert sich in ihrer strategischen Ausrichtung auf die bewährte Kompetenz im Geschäftsfeld der Kräuterspirituosen. STRATEGISCHE ZIELE IM ÜBERBLICK Die Ziele der Gesellschaft orientieren sich an der langfristigen Unternehmensstrategie und konzentrieren sich in erster Linie auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Dies soll insbesondere durch die folgenden Ziele erreicht werden: • Schaffen von Markenwerten und Weiterentwicklung von star- ken Kräuterspirituosen-Warenzeichen mit höchster Qualität • Aufspüren von Marktchancen sowie Ausbau bestehender und Erschließung neuer Absatzkanäle im In- und Ausland • Ständige Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Produk- tionsverfahren und Produkte mit starkem regionalem Bezug • Einbindung beteiligter Unternehmen und die Schaffung von Synergien hinsichtlich Entwicklung, Produktion und Vermarktung. Die Gurktaler AG beschäftigt fünf MitarbeiterInnen. Dienst- leistungen, die von der Gurktaler AG selbst bzw. durch außen- stehende Dienstleister erbracht werden, wurden zu marktüb- lichen Preisen an die leistungsempfangenden Gesellschaften der Gurktaler AG verrechnet. Die Gurktaler AG strebt, aufbauend auf den ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Wurzeln des Unterneh- mens, eine authentische und nachhaltige Wertorientierung an. Die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes anhand „enkelfähiger Ziele“ stellt unter dem Motto: „Alles können wir besser machen“ – die Ausrichtung des Unternehmens für die kommenden Jahre dar. INVESTOR RELATIONS 8 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 ABGESCHWÄCHTE KONJUNKTURDATEN Während das erste Halbjahr noch von Aufholeffekten nach der COVID-19-Pandemie gekennzeichnet war, dämpften die Folgen der Ukrainekrise die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2022 deutlich. Dies wird erst 2023 in vollem Umfang sichtbar werden. Im ersten Quartal 2023 konnte der Markt an der Wiener Börse eine Erholung verzeichnen. Die Aktienumsätze normalisierten sich auf dem Niveau vor der Pandemie. Im Jahresverlauf gewann der ATX um 3,02 % (inkl. Dividenden) und hielt am 31. März 2023 bei 6.796,27 Punkten (Quelle: Wr. Börse). Die Entwicklung des ungarischen Forint beeinflusst wesent- lich die Beteiligungserträge der Gurktaler AG aus der At- Equity-Beteiligung am Teilkonzern Zwack. Der Wechselkurs verzeichnete im Berichtszeitraum einen volatilen Verlauf und bewegte sich 2022 gegenüber dem Euro in einem Korridor von EUR/HUF 367,27 bis EUR/HUF 379,39. Am schwächs- ten war die ungarische Währung gegenüber dem Euro im Oktober mit einem Wert zwischen EUR/HUF 421,42 und EUR/HUF 431,96. Gegen Ende des Geschäftsjahres notierte der ungarische Forint bei EUR/HUF 379,39. DIE GURKTALER-AKTIE Das Grundkapital der am 10. Jänner 2013 im Firmenbuch eingetragenen und seit dem 8. Februar 2013 an der Börse gehandelten Gurktaler AG in Höhe von EUR 4,2 Mio. unter- teilt sich in 1.354.364 Stammaktien sowie 750.000 Vorzugs- aktien ohne Stimmrecht. Die Stammaktie notierte zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2022/2023 bei EUR 15,00 je Aktie und bewegte sich bis Ende September 2022 stetig aufwärts. Am 21. September 2022 erreichte die Aktie mit EUR 31,00 ihren Höchstwert im Berichtszeitraum. Der starke Kursanstieg ist auf die außerordentliche hohe Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2021/2022 zurückzuführen, die am 15. Juni 2022 veröffentlicht wurde. Anfang November 2022 gab es einen plötzlichen Kursabfall auf EUR 6,00. Danach stieg die Gurktaler-Stammaktie wieder an und erreichte per 31. März 2023 einen Wert von EUR 13,20. Dieser Wert lag um 12 % unter dem Wert des Vorjahres. Die Gurktaler-Vorzugsaktie notierte zu Beginn des Wirt- schaftsjahres 2022/2023 bei EUR 12,00 und bewegte sich bis Mitte Juni seitwärts. Danach stieg die Aktie Mitte Juni auf einen Kurs von EUR 15,90 an und bewegte sich bis Mitte September stetig aufwärts, bis sie einen Wert von EUR 19,60 erreichte, was auch zugleich dem Höchstwert im Berichtszeitraum entspricht. Ende September fiel der Kurs auf EUR 11,50. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres bewegte sich die Aktie dann in einem Korridor von EUR 10,20 bis EUR 12,20. Gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres verzeichnete die Aktie mit einem Wert von EUR 10,60 einen Kursrückgang von 8,6 %. Per 31. März 2023 errechnete sich somit für die Gurktaler AG eine Marktkapitalisierung in Höhe von EUR 25,8 Mio. (im Vorjahr EUR 29,0 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 11,0 %. Investor Relations INVESTOR RELATIONS 9 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 DIVIDENDENPOLITIK Die Gurktaler AG strebt eine stabile und kontinuierliche Dividendenpolitik für ihre Anleger an. Der Vorstand wird der Hauptversammlung für das Wirtschaftsjahr 2022/2023 am 21. September 2023 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 0,11 je Stamm- und Vorzugsaktie nach je EUR 5,90 im Vorjahr auszuschütten. Diese Dividende entspricht 5,5 % des Grundkapitals. Gemessen am Schlusskurs vom 31. März 2023 errechnet sich eine Dividendenrendite von 1,04 % bei den Vorzugs- aktien und 0,83 % bei den Stammaktien. AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31.3.2023 ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG mit mehr als 89 % der Stammaktien Hauptaktionär der Gurktaler AG. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien mit einem Stimmrechtanteil befinden sich im Streubesitz, wobei der Gesellschaft keine weiteren Aktionäre bekannt sind, deren Beteiligung zumin- dest 10 % im Sinne des § 243 Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt. VORSTAND Der Aufsichtsrat hat mit 1.1.2021 Herrn Mag. Wolfgang Spiller zum Alleinvorstand für drei Jahre bis zum 31.12.2023 bestellt. AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM Bei der 9. ordentlichen Hauptversammlung wurde der Vor- stand der Gurktaler AG ermächtigt, eigene Aktien sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Ferner wurde beschlossen, dass der Vorstand für die Veräußerung bzw. die Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräuße- rung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre beschließen kann und dass der Vorstand das Grundkapital durch Einziehung 240 % 200 160 120 80 40 0 AKTIENKURSENTWICKLUNG Die Gurktaler-Stammaktie verzeichnete im Berichts jahr einen Kursrückgang von 12 %, die Vorzugsaktie einen Kursrückgang von 8,6 %. Gurktaler AG ST Gurktaler AG VZ APR MAI JUNI JULI AUG SEPT OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ INVESTOR RELATIONS 10 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 d ieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungs- beschluss herabsetzen kann. Der Vorstand hat beschlossen, von der erteilten Ermächtigung Gebrauch zu machen. Das Aktienrückkaufprogramm läuft vom 20. Oktober 2021 bis zum 22. März 2024. Bis zum Stichtag 31.3.2023 wurden keine eigenen Aktien erworben. Weitere Details zum Aktienrück- kaufprogramm sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter http://gruppe.gurktaler.at veröffentlicht. Frau Brigitte Dudli verantwortet seit 2016 den Bereich Inves- tor Relations bei der Gurktaler AG. Die oberste Zielsetzung aller Investor-Relations-Tätigkeiten bildet eine zeitnahe und transparente Informationspolitik gegenüber allen Aktionären der Gurktaler AG. Auf der Unternehmenswebsite http://gruppe.gurktaler.at/ investor-relations werden Halbjahresfinanzberichte und Geschäftsberichte sowie weiterführende Informationen veröffentlicht. Dort finden sich auch eine detaillierte Über- sicht der Pflichtveröffentlichungen und Ad-hoc-Meldungen sowie Informationen zu Compliance und Corporate Gover- nance. KENNZAHLEN 2022/2023 2021/2022 2020/2021 Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 25,8 29,0 21,3 Ergebnis je Aktie in EUR 0,93 0,65 1,58 Cashflow je Aktie in EUR –0,24 –0,6 0,2 Eigenkapital je Aktie in EUR 10,57 15,53 15,03 Dividende je Aktie in EUR 0,11 1 5,90 0,16 Ausschüttungsquote in % 11,8 901,0 10,8 Kennzahlen zur Vorzugsaktie Höchstkurs in EUR 19,60 (1.9.22) 15,60 15,80 Tiefstkurs in EUR 10,00 (12.12.2022) 10,00 8,10 Kurs 31.3. in EUR 10,60 11,60 10,00 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Tsd. Stück 750 750 750 Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,8 17,70 6,70 Kennzahlen zur Stammaktie Höchstkurs in EUR 31,00 (15.9.22) 16,00 15,00 Tiefstkurs in EUR 6,00 (4.11.22) 10,20 9,10 Kurs per 31.3. in EUR 13,20 15,00 10,20 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stück 1.354.364 1.354.364 1.354.364 Kurs-Gewinn-Verhältnis 14,17 22,9 6,8 1 Vorschlag an die Hauptversammlung FINANZKALENDER 28. Juni 2023 Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2022/2023 31. Juli 2023 Geschäftsbericht über das Wirtschaftsjahr 2022/2023 11. September 2023 Nachweisstichtag „Hauptversammlung“ 21. September 2023 11. ordentliche Hauptversammlung 26. September 2023 Ex-Dividenden-Tag 27. September 2023 Nachweisstichtag Dividende 28. September 2023 Dividenden Zahltag 30. November 2023 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht Geschäftsjahr 2023/2024 CORPORATE GOVERNANCE 11 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 TRANSPARENTE INFORMATIONSPOLITIK Die Gurktaler AG notiert seit Februar 2013 an der Wiener Börse und verfolgt eine transparente Informationspolitik gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen. Vorstand und Aufsichtsrat bekennen sich zu Transparenz und partnerschaft- lichem Umgang gegenüber allen Interessengruppen. Unsere Strategie am Markt ist es, den Marken durch Fokus auf die Kundenbedürfnisse zu weiterem Wachstum zu verhelfen und auch in Zukunft eine starke, zunehmend internationale Posi- tion bei Kräuterspirituosen einzunehmen. Die Organe der Gurktaler AG bekennen sich ausdrücklich zu den in Österreich für börsennotierte Gesellschaften geltenden Corporate-Governance-Bestimmungen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex, der im Oktober 2002 in Kraft gesetzt wurde, hat für das Berichtsjahr 2022/2023 in der Fas- sung vom Jänner 2023 Gültigkeit. STABILE AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31. März 2023 befanden sich mehr als 89 % der 1.354.364 Stammaktien im Eigentum der H. Underberg Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Deutschland. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammak- tien. Die restlichen Stammaktien entfallen auf den Streubesitz. Es sind der Gesellschaft keine weiteren Aktionäre bekannt, deren direkte oder indirekte Beteiligung zumindest 10 % im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt. CORPORATE GOVERNANCE KODEX (§ 243B ABS. 1 Z. 1 UGB) Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Jänner 2023 geforderten Informationen sind in diesem Bericht und entsprechend der thematischen Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht oder auf der Website des Unternehmens enthalten. Der Kodex unterteilt sich in drei Kategorien, wobei die erste Kategorie, die L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingen- den Rechtsvorschriften beruht und somit verpflichtend anzuwenden ist. Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply or Explain), sollte eingehalten oder bei Abweichung begrün- det werden. Abweichungen von C-Regeln werden in diesem Bericht erörtert. Von R-Regeln, die reinen Empfehlungs- charakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung abweichen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Homepage des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance (www.corporate-governance.at) veröffentlicht und gilt an der Wiener Börse als allgemein anerkannt. ABWEICHUNGEN VOM CORPORATE GOVERNANCE KODEX Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Gurktaler Unternehmenskultur. Die Abweichungen und die Erläuterungen zu den C-Regeln sind nachstehend dar- gestellt. Corporate- Governance-Bericht 2022/2023 Gemäß § 243b UGB CORPORATE GOVERNANCE 12 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Regel 18: Die Größe des Unternehmens mit nur fünf Mitarbeitern erfordert es, dass die Aufgabe der internen Revision durch den Vorstand selbst gemeinsam mit der Investor Relations Verantwortlichen wahrgenommen und darüber dem Prü- fungsausschuss berichtet wird. Regel 41 und 43: Der Aufsichtsrat nimmt als Gesamtgremium die Nominie- rung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie die Regelung der Vorstandsvergütung wahr. Aus diesem Grund sind weder ein Nominierungs- noch ein Vergütungs- ausschuss eingerichtet. Regel 53 und 54: Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist nicht im Sinne des Kodex als unabhängig anzusehen. Als Kriterium für die Unab- hängigkeit gilt das materielle Ausmaß der geschäftlichen Beziehung, das keinen wesentlichen Anteil am jeweiligen Einkommen haben soll. Die unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats gemäß Regel 53 und 54 sind Herr Mempel, Herr Prof. Dr. Bürgers und Herr KR Kranebitter. Regel 62: Aufgrund der geringen Komplexität des zugrundeliegenden Geschäftsmodells und aus Kostengründen wurde von der Eva- luierung der Einhaltung der C-Regeln und einem Bericht über das Ergebnis einer solchen Überprüfung Abstand genommen. Regel 68: Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte in deutscher Sprache, da aus Aktionärssicht bisher kein Erfordernis bestand, diese in englischer Sprache zu verfassen. Regel 83: Aufgrund des Pachtmodells, welches dem an die Schlumber- ger Gruppe ausgelagerten operativen Geschäfts zugrunde liegt, und den damit verbundenen eingeschränkten Risiken wurde kein eigener Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements erstellt. ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS MAG. WOLFGANG SPILLER, ALLEINVORSTAND SEIT 1.1.2021 Zuständig für Finanzen, Unternehmensbeteiligungen, Unternehmensstrategie, Öffentlichkeitsarbeit Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 10.1.2013 bis 31.12.2014 Wiederbestellt am 1.1.2021 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 31.12.2023 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG) ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS DR. HUBERTINE UNDERBERG-RUDER, VORSITZENDE Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäftsjahr 2025/2026 im September 2027 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG) THOMAS MEMPEL, STELLVERTRETER DER VORSITZENDEN Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 23.9.2020 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäftsjahr 2023/2024 im September 2025 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konso- lidierung bei der Gurktaler AG) CORPORATE GOVERNANCE 13 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KR EDUARD KRANEBITTER, MITGLIED Geburtsjahr 1957 Erstmals bestellt am 11.9.2014 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäftsjahr 2025/2026 im September 2027 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine PROF. DR. TOBIAS BÜRGERS, MITGLIED Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäftsjahr 2025/2026 im September 2027 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine ARBEITSWEISE UND KONTROLLE Zur Sicherstellung einer hohen Transparenz sowie einer umfassenden und zeitgleichen Informationsaussendung an alle relevanten Interessengruppen überwacht der Vorstand als Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung des Compliance Codes der Gurktaler AG, der auf der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsicht basiert. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft pfle- gen zusätzlich zu den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen einen regen Gedankenaustausch zur strategischen Ausrich- tung des Unternehmens, zur Geschäftsentwicklung, zum Risikomanagement und zu wesentlichen Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen bzw. Ereignissen ergeht unverzüg- lich Nachricht an die Vorsitzende des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat übt seine Kontrolltätigkeit im Prüfungsaus- schuss bzw. als Gesamtgremium aus. Er entscheidet in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und bestimmt über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat traf sich im Geschäftsjahr 2022/2023 zu fünf ordentlichen Sitzungen. Es nahmen im Berichtsjahr bei allen fünf Sitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats per- sönlich oder über Webkonferenz teil. Die Teilnahmequote lag somit bei 100 %. Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontrollsys- tems und des Jahresabschlusses sowie der Überprüfung und Auswahl des Abschlussprüfers. Alle diesbezüglichen Vorschriften des Kodex werden dabei beachtet. Dem Prüfungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an: Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende, Finanzexpertin) Prof. Dr. Tobias Bürgers Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2022/2023 fünfmal, wobei jeweils beide Mitglieder persönlich oder via Telefonkonferenzschaltung anwesend waren. Bei zwei der fünf Sitzungen war der Abschlussprüfer anwesend. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS Die Gesamthöhe der Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung beschlossen, die Aufteilung der Summe wird dem Aufsichtsrat überlassen. Die 10. ordentliche Hauptversammlung beschloss im September 2022 über die Gesamthöhe der Aufsichtsrats- vergütungen. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurden an die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022/2023 Vergütungen in folgender Höhe ausbezahlt: Dr. Hubertine Underberg-Ruder EUR 12.000 KR Eduard Kranebitter EUR 8.000 Prof. Dr. Tobias Bürgers EUR 8.000 Thomas Mempel EUR 8.000 EUR 36.000 CORPORATE GOVERNANCE 14 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Für Reisekosten fiel für Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022/2023 eine Vergütung in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr TEUR 4) an. Jegliche Geschäfte mit nahe- stehenden Unternehmen und Personen werden wie mit unabhängigen Dritten durchgeführt und entsprechen den Prinzipien der Fremdüblichkeit. Details hierzu finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter „Nahestehende Personen und Unternehmen“. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden keine zustimmungs- pflichtigen Verträge im Sinne der L-Regel 48 vereinbart. Sofern davor zustimmungspflichtige Verträge abgeschlos- sen wurden, waren diese vom Aufsichtsrat genehmigt und wurden, sofern sie über den Zeitraum eines Geschäftsjahres hinausreichten, vom Aufsichtsrat bestätigt. VERGÜTUNG DES VORSTANDS Die Aufwendungen für die Bezüge der Mitglieder des Vor- stands beliefen sich im Geschäftsjahr 2022/2023 gemäß Konzernabschluss der Gurktaler AG auf TEUR 160 (im Vorjahr TEUR 152). GLEICHBEHANDLUNG Die Gurktaler AG beschäftigt fünf MitarbeiterInnen. Die Besetzung von Positionen wird unter nachvollziehbaren Kri- terien und unter größter Objektivität getroffen. Die Gleichbe- handlung unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Kriterien nimmt dabei oberste Priorität ein. Bei der Gurktaler AG haben zwei der fünf MitarbeiterInnen eine Führungsposi- tion. Drei der fünf MitarbeiterInnen sind Frauen. Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus vier Mitgliedern, der Aufsichtsratsvorsitzenden und drei Mitgliedern des Auf- sichtsrats. Die Frauenquote liegt somit bei 25 %. Im Vorstand ist derzeit ausschließlich Herr Mag. Wolfgang Spiller tätig. ABSCHLUSSPRÜFER In der 10. ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Sep- tember 2022 wurde die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/2023 bestellt. Die Honorare für die Aufwendungen der Abschlussprüfer belaufen sich auf rund TEUR 51 und beinhalten die Prüfung des Konzernabschlusses, andere Bestätigungsleistungen und sonstige Leistungen. Wien, am 28. Juni 2023 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://gruppe.gurktaler.at sowie unter der Telefonnummer +43/1/368 22 58-0 Rückfragen an: Investor Relations: Brigitte Dudli, Gurktaler AG Tel: +43/1/368 60 38-300, E-Mail: [email protected] BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre! Wir berichten über das zehnte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert. Das vergangene Wirtschaftsjahr war in den für die Gurktaler AG relevanten Volkswirtschaften, vor allem von der Krise in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen der jeweiligen Regierungen sowie deren wirtschaftlichen Auswirkungen geprägt. Erhebliche Preissteigerungen und Lieferengpässe sowie eine hohe Volatilität der Märkte und Währungen waren und sind auch im Jahr 2023 die Folge dieser Ereignisse. Der Aufsichtsrat der Gurktaler AG verantwortet die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens im Interesse der Aktionäre, begleitet das Unternehmen und nimmt umfassend die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Im Geschäftsjahr 2022/2023 traf sich der Aufsichtsrat zu fünf ordentlichen Sitzungen. Im Zuge dieser Sitzungen wurde er vom Vorstand über wesentliche Angelegenheiten der Geschäftsführung, die Geschäftsentwicklung sowie die Lage des Unter- nehmens und seiner Beteiligungen unterrichtet. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Wirtschaftsjahr auf folgende Projekte und Themen gelegt: Entwicklung der Beteiligungen in der Krise in der Ukraine, die Beendigung der Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher sowie die Begleitung der Umstellung vom Pachtmodell auf ein Lohnproduktions- und Distributionsmodell ab dem 1. April 2023 und die damit verbundenen, neuen Verträge mit der Schlumberger Gruppe einerseits und der Semper idem Underberg AG andererseits sowie der Vergütungsbericht der Gesellschaft, der bei der 10. ordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt und von dieser angenommen wurde. Des Weiteren wurde ein Auswahlprozess gemäß Artikel 16 der AP-VO (EU-Recht) für einen neuen Wirtschaftsprüfer durchgeführt, nach dem gemäß bestimmter Aus- wahlkriterien mehrere Angebote eingeholt wurden. Die Gurktaler AG fällt größenbedingt unter eine Erleichterungsbestimmung, weshalb ein vereinfachtes Verfahren zur Anwendung kam. Die Empfehlung kommt in der diesjährigen Hauptversammlung zur Abstimmung. Es nahmen bei den fünf ordentlichen Aufsichtsratssitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich oder über Video- konferenz teil. Die Teilnahmequote lag somit bei 100 %. Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 gab es in den Gremien der Gesellschaft keine personellen Veränderungen. Bei der 10. ordent- lichen Hauptversammlung wurden drei Mitglieder des Aufsichtsrats wiedergewählt. Eine detaillierte Aufstellung der Zusam- mensetzung sowie Arbeitsweise des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses im Wirtschaftsjahr 2022/2023 finden Sie im Corporate-Governance Bericht ab Seite 11. Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, wurde in der 10. ordentlichen Hauptversammlung im September 2022 für das Geschäftsjahr 2022/2023 zum Abschlussprüfer gewählt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2023 wurden von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ferner wurde vom Abschlussprüfer festgestellt, dass der vom Vorstand aufgestellte Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht. Der vom Abschlussprüfer verfasste Prüfbericht wurde gemäß § 273 Abs. 4 UGB den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023 geprüft und in seiner Sitzung vom 27. Juni 2023 den Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Gurktaler AG gemäß Bericht des Aufsichtsrats BERICHT DES AUFSICHTSRATS 16 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 § 96 Abs. 4 AktG festgestellt. Ferner hat der Aufsichtsrat in der gleichen Sitzung den Konzernabschluss genehmigt. Ebenfalls in der Sitzung vom 27. Juni 2023 hat der Aufsichtsrat – in Entsprechung des § 270 Abs. 1 UGB beschlossen, der diesjährigen 11. ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, die Centurion Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH, Wien, sowohl hinsichtlich des Jahresabschlusses der Gurktaler AG als auch hinsichtlich des Konzernabschlusses zum Abschluss- prüfer für das Geschäftsjahr 2023/2024 zu wählen. Nach Prüfung stimmt der Aufsichtsrat ebenfalls dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeitenden für ihr Enga- gement und ihre erfolgreiche Arbeit unter herausfordernden Rahmenbedingungen sowie den Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen. Wien, am 27. Juni 2023 Dr. Hubertine Underberg-Ruder Vorsitzende des Aufsichtsrats Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität, Nachhaltigkeit und Kompetenz bei Kräuterspirituosen. LAGEBERICHT 17 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Die nachstehenden Angaben umfassen den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Gurktaler AG. Diese beiden Berichte werden gemäß § 267 Abs. 4 UGB in Verbindung mit § 251 Abs.3 UGB integriert dargestellt. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Im Jahr 2022 konnte der Weltwirtschaftsmarkt keine vollständige Erholung nach der COVID-19-Pandemie der vergangenen zwei Jahre verzeichnen. Sowohl der Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 als auch die schnelle Ausbreitung von COVID-19 in China bremsten das wirtschaftliche Wachstum des globalen Bruttoinlands- produkts (BIP) auf 3,4 %. Zugleich wurde im Jahr 2022 ein Höhepunkt der globalen Inflation mit 8,8 % verzeichnet. Die Öffnung Chinas, wirksame geldpolitische Maßnah- men und die derzeitige Entspannung der Energiemärkte lassen auf eine Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023 hoffen. Die Eurozone hat auf das schwierige wirtschaft- liche Umfeld dynamischer reagiert als erwartet, wie es sich im positiven Konsum- und Investitionsverhalten im dritten Quartal 2022 zeigte. Dies war insbesondere auf fiskalpolitische Maßnahmen zurückzuführen. Allerdings wurde die Stimmung durch die hohe Inflation gedämpft, was das Vertrauen der Verbraucher minderte. Laut IWF lag das BIP im abgelaufenen Jahr in der Eurozone bei 3,5 %. Für die Jahre 2023 und 2024 wird ein Wachstum von 0,7 % bzw. 1,6 % prognostiziert. (IWF, Januar 2023) Lag die Entwicklung des BIP in Österreich im Jahr 2022 noch bei 5,0 %, so geht der IWF hier im Jahr 2023 von einem deut- lich geringeren Wachstum von 0,4 % aus, 2024 von 1,1 %. Die allgemeinen Preissteigerungen erreichten 2022 histo- rische Dimensionen. Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg zeigten vor allem die Energiepreise ab März eine regelrechte Preisrallye, die alle Wirtschaftssektoren beeinflusste und die höchste Inflation seit Mitte der 1970er Jahre auslöste. Mit einer Steigerungsrate von 8,6 % im Jahr 2022 liegt die allgemeine Preisentwicklung knapp unter dem Höchstwert der letzten rund 50 Jahre mit 9,5 % zur 1. Ölpreiskrise im Jahr 1974. Besonders hohe Preissteigerungen sind für den Ausgabenbereich Verkehr zu beobachten (16,2 %). Auch die Bereiche Wohnung, Wasser, Energie (12,6 %) sowie Nah- rungsmittel (10,7 %) haben die 10 %-Marke überschritten. Laut dem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) im April 2023 wird die Inflation in Österreich auch im Jahr 2023 voraussichtlich erneut sehr hoch bei 8,2 % liegen und erst 2024 auf 4,4% sinken. Die genannten Umstände präg- ten im Jahr 2022 auch andere relevante Märkte. In Deutsch- land berechnet der IWF das Wirtschaftswachstum für 2022 auf 1,9 % nach 2,6 % im Jahr 2021. Für 2023 wird zunächst mit einer stabilen Entwicklung von 0,1 % und 2024 mit einer Steigerung von 1,4 % gerechnet. Das BIP in Ungarn wuchs im Jahr 2022 laut Eurostat-Daten des Statistischen Bundes- amts Deutschland um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Inflationsrate lag in Ungarn im Jahr 2022 bei 14,5 %. Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Im Jahr 2022 waren laut Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung von Statistik Austria nach EU-Definition insgesamt 4.442.600 Personen ab 15 Jahren erwerbstätig, 221.100 arbeitslos. Mit 206.500 offenen Stellen wurde ein weiterer Höchststand des Stellenangebots verzeichnet. Die nicht saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag 2022 mit insgesamt 4,8 % um 1,4 Pro- zentpunkte unter dem Vorjahreswert (6,2 %). TOURISMUS IN ÖSTERREICH Der österreichische Tourismus (Quelle: www.austriatourism.com) hat sich im Kalenderjahr 2022 von den Auswirkungen der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023 LAGEBERICHT 18 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 COVID -19-Pandemie erholt und liegt nur noch 10,3 % unter dem Vorpandemieniveau. Das Kalenderjahr 2022 verzeich- nete 136,9 Mio. Nächtigungen und 39,8 Mio. Ankünfte. Im Vergleich zur Periode 2019 wurden 10,3 % weniger Nächti- gungen und 13,8 % weniger Ankünfte registriert. Der Rück- gang von Gästen aus dem Ausland ist stärker ausgeprägt (–13,1 % Nächtigungen und –17,8 % Ankünfte) als von inlän- dischen Gästen (–2,7 % Nächtigungen und –5,1 % Ankünfte). Im Vergleich zur Vorjahresperiode konnten die Nächtigun- gen sowohl aus dem Ausland (+96,3 % Nächtigungen und +106,1 % Ankünfte im Vgl. zu 2021) als auch aus dem Inland gesteigert werden (+31,4 % Nächtigungen und +44,2 % Ankünfte im Vgl. zu 2021). Das resultiert in einer Steigerung von gesamt +72,2% Nächtigungen und +79,8 % Ankünften für Österreich im Vergleich zum Kalenderjahr 2021. Unter den Top-15-Herkunftsländern aus dem Ausland konnten Israel mit einem Nächtigungszuwachs von +15,6 % und die Slowakei mit einem Nächtigungszuwachs von +3,1 % im Ver- gleich zum Jahr 2019 punkten. Trotz der Herausforderungen durch die COVID -19-Pandemie zeigt der österreichische Tourismus wieder eine positive Entwicklung. ÖSTERREICHISCHE EINZELHANDELSWIRTSCHAFT Im Jahr 2022 erzielt der Handel gemäß WKO ein nominelles Umsatzwachstum von 11,8 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Handelsumsätze steigen somit um rd. EUR 32,3 Mrd. auf in Summe rd. EUR 304,6 Mrd. (netto). Wegen der vergleichsweisen geringen Steigerungen der Einzelhandelspreise in den Jahren 2019 bis 2021 verlaufen die nominelle und die reale (preisbereinigte) Einzelhandels- entwicklung weitgehend parallel und (grafisch betrachtet) in engen Abständen zueinander, wobei im Jahr 2021 bereits ein etwas stärkerer Preisauftrieb feststellbar war. Im Jahr 2022 scheint sich jedoch das nominelle Umsatzwachstum durch die hohen Preissteigerungen von der realen Konjunkturent- wicklung zu entkoppeln. Aufgrund der von Monat zu Monat stärker ansteigenden Einzelhandelspreise unterscheidet sich 2022 deutlich von den Jahren davor. Die Unterschiede in der Entwicklung zwischen Umsätzen (nominell) und Absatzvo- lumina (real) werden dadurch von Monat zu Monat größer. Im Gesamtjahr 2022 steigen die Einzelhandelsumsätze nominell um 8,1 % gegenüber dem Vorjahr, das Absatzvolu- men (reale Entwicklung) sinkt hingegen um 0,8 %. BRANCHENTRENDS UND WETTBEWERBSSITUATION AM ÖSTERREICHISCHEN GETRÄNKEMARKT Der Spirituosenmarkt in Österreich inklusive Hofer und Lidl ist im Jahr 2022 im Absatz um –0,5 % gesunken. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um +2,2 %, aufgrund eines gestiegenen Durchschnittspreises von +2,9 %, wachsen. Der Kräuterbittermarkt inklusive Hofer und Lidl entwickelt sich im Absatz im Jahr 2022 negativ mit –2,4 %. Der Kate- gorieumsatz entwickelt sich hingegen positiv mit +6,0 % bei einem höheren Durchschnittspreis von +8,6 %. Gurktaler verliert –12,7 % im Volumen, im Umsatz –5,1 %. Aufgrund der im Handel umgesetzten Preiserhöhung erhöht sich der Durchschnittspreis im Regal bei Gurktaler um +8,6%. Rossbacher verliert im Absatz –6,8 % und im Umsatz –3,9 %. Auch bei Rossbacher erhöht sich der Durchschnittspreis im Regal aufgrund der Preiserhöhung um +3,1 % (Quelle: Nielsen YTD KW52/22). GURKTALER UND IHRE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN Die Gurktaler AG fungiert als geschäftsführende Holding der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunternehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung. Sie hält keine Zweigniederlassungen. Die Geschäftstätigkeit der Gurktaler Gruppe stützt sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen erfolgt bis 31.3.2023 die Verpachtung des opera- tiven Geschäfts der nachstehenden Kräuterspirituosenunter- nehmen an die Schlumberger Gruppe: • Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk • „Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien Beide Gesellschaften wurden rückwirkend per 30.9.2022 mit der Gurktaler AG verschmolzen. Alle Verträge sowie die Markenrechte gehen auf die Gurktaler AG als 100% Mutter- gesellschaft im Rahmen der Rechtsnachfolge über. Zum anderen hält die Gurktaler AG die Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus einer Aktie an Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnis- anteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. LAGEBERICHT 19 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Die Pachterträge für Gurktaler Alpenkräuter und Ross- bacher ergehen an die Gurktaler Gruppe. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen. Das Management der Gurktaler AG hat beschlossen, die Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher zu kündigen und wurde durch den Aufsichtsrat in diesem Vorhaben unterstützt. Ab dem 1.4.2023 wurden branchenüb- liche Vertriebsverträge mit Distributoren sowie ein Produk- tions- und Materialwirtschaftsvertrag abgeschlossen, die das aktuelle Pachtmodell ablösen. Verhandlungen wurden unter anderem mit der bisherigen Pächterin, der Schlumberger Wein- und Sektkellerei, sowie anderen Marktteilnehmern im In- und Ausland geführt. Diese Maßnahme soll neben einer zukunftsgerichteten dynamischen Markenführung selbst eine effiziente Produktion und einen marktorientierten fokussierten Vertrieb im In- und Ausland ermöglichen und die Ertragskraft der Gesellschaft steigern. GESCHÄFTSFELD DEUTSCHLAND: UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG Die Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, und die mit ihr verbundenen Gesellschaften sind im Wesentlichen auf die Herstellung und den Vertrieb von Underberg spezialisiert. Zudem hält sie die Warenzeichen der Marke Underberg und weiterer Marken sowie verschiedene Beteiligungen in Deutschland. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine GmbH & Co KG nach deutschem Recht führen dazu, dass das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022/2023 der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, noch nicht berücksichtigt wird und somit im Abschluss des Geschäftsjahres 2022/2023 der Gurktaler Gruppe nicht enthalten ist. GESCHÄFTSFELD UNGARN: ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST In Ungarn konnte sich das Geschäft gegenüber dem Vorjahr erneut beträchtlich steigern. Dies ist vor allem neben der mittlerweile gewohnt guten Entwicklung der Kräuterlikör- marken Zwack Unicum und St. Hubertus auch auf Fütyülo´´s Liköre und den jüngst eingeführten Kalumba Gin, den es seit 2022 auch in den Sorten Mango und Blutorange gibt, zurückzuführen. Die Ukraine-Krise hat direkte und indirekte Auswirkungen auf das Geschäft in Ungarn, insbesondere durch gestiegene Kosten und einen schwachen Forint-Kurs. Das Management der Zwack Unicum Nyrt. hat entspre- chende Maßnahmen getätigt, um diese Auswirkungen abzu- federn und die Krise möglichst unbeschadet zu überstehen. Das abgelaufene Geschäftsjahr war eines der erfolgreichsten der Firmengeschichte. ERGEBNIS- UND BILANZKENNZAHLEN – KONZERN GURKTALER AG IFRS 2022/2023 2021/2022 Umsatz in EUR Mio. 0,4 0,4 Betriebsergebnis in EUR Mio. –0,5 –0,2 At-Equity-Ergebnis in EUR Mio. 2,2 2,1 Finanzergebnis in EUR Mio. 0,2 –0,2 Ergebnis vor Ertragsteuern in EUR Mio. 1,9 1,7 Angesammelte Ergebnisse in EUR Mio. 2,1 12,5 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –0,5 –1,2 Ergebnis je Aktie in EUR 0,93 0,65 Eigenkapitalquote in % 96,8 97,3 Umsatzrentabilität in % 417,5 395,8 Eigenkapitalrentabilität in % 6,8 5,3 KONZERNABSCHLUSS NACH IFRS Gurktaler berichtet nach International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Die Gurktaler Gruppe war im Geschäftsjahr 2022/2023 operativ ausschließlich in Österreich tätig. UMSATZ Der Umsatz ergibt sich im Wesentlichen aus den Pachterträgen für Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher. Im Geschäfts- jahr 2022/2023 erzielte die Unternehmensgruppe Gurktaler gegenüber dem Vorjahr einen stabilen Pachtertrag und somit Umsatz. LAGEBERICHT 20 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Bei der Marke Gurktaler war der dem Pachtertrag zugrun- deliegende Umsatz im Inland um 1 %, im Export um 8 % wachsend. Die Marke Rossbacher hatte einen Rückgang im Umsatz und damit Pachtertrag von in Summe 1 %, wobei im Inland eine leichte Steigerung, jedoch im Export ein Rückgang zu verzeichnen war. ERGEBNIS Für das Geschäftsjahr 2022/2023 wird ein Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR –486 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR –205). Das Ergebnis ist im Wesentlichen in den Aufwendungen für die Markenentwicklung speziell beim Gurktaler Alpenkräu- terlikör in Form eines neuen Markenauftritts, der Entwick- lung einer neuen Sorte – des Gurktaler Alpen-Aperitifs mit Sanddorn – und Markenaktivierungsmaßnahmen für diese Produkte begründet. Seit Oktober 2022 ist zusätzlich ein Mitarbeiter als Brand Ambassador u. a. zur Unterstützung der vertrieblichen Gastronomie- und Fachhandelsaktivitäten im Unternehmen angestellt. Die Kosten sind zudem durch inflationäre Effekte, die nur zum Teil durch Effizienzsteige- rungen kompensiert werden konnten, sowie durch projekt- bezogene Kosten der Verschmelzung (siehe S. 21) gestiegen. Das At-Equity-Ergebnis umfasst die Erträge der At- Equity-Beteiligung in Ungarn mit EUR 2,2 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.). Das Finanzergebnis umfasst im Wesentli- chen das Beteiligungsergebnis der Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Deutschland, im Ausmaß von EUR 0,15 Mio. (Vorjahr: EUR –0,2 Mio.) und Zinserträge in Höhe von TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 23 Zinsaufwendungen/ Verwahrentgelt). An Ertragsteuern wurden im Geschäftsjahr 2022/2023 EUR +0,1 Mio. (Vorjahr: EUR –0,4 Mio.) verbucht. Das Kon- zernjahresergebnis beträgt in Summe EUR 2,0 Mio. nach EUR 1,4 Mio. im Vorjahr. Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR 0,93 (Vorjahr: EUR 0,65). Der Vor- stand wird der Hauptversammlung am 21. September 2023 eine Dividende in Höhe von EUR 0,11 je bezugsberechtigter Aktie (Stamm- und Vorzugsaktie) nach je EUR 5,90 im Vor- jahr vorschlagen. Nachdem im Vorjahr der Verkaufserlös der Marke Leib- wächter sowie ein Teil der thesaurierten Gewinne aus der Vergangenheit an die Aktionäre weitergegeben wurden, sind in diesem Wirtschaftsjahr durch die Verschmelzungen sämtliche freien Rücklagen aufgelöst worden. Nach Abzug der aktiven latenten Steuern, für die keine Ausschüttungs- möglichkeit besteht, wird der verbleibende Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet. INVESTITIONEN Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde ein KFZ angeschafft. Darüber hinaus wurde in Flaschenformen für die Herstellung der neuen Gurktaler Flasche sowie in eine Verkaufsvitrine und ein Tablet (IT-Infrastruktur) investiert. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2023 belaufen sich auf EUR 22,2 Mio. (Vorjahr: EUR 32,6 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanzsumme von EUR 23,0 Mio. (Vor- jahr: EUR 33,5 Mio.) eine Eigenmittelquote von 96,8 % (Vor- jahr: 97,3 %). Die Gesellschaft verfügt damit über eine solide Eigenmittelausstattung. CASHFLOW-KENNZAHLEN Der Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2022/2023 EUR –0,5 Mio. (Vorjahr: EUR –1,2 Mio.) und ist im Wesentlichen durch den Saldo aus den Pachterträgen und den Personal- und Sachkosten bedingt. Im Vorjahr war des Weiteren eine Steuer aus dem Verkauf der Marke Leibwächter zu zahlen. Die Korrekturen für unbare Aufwendungen und Erträge sind im Wesentlichen stabil. Der Cashflow aus De-Investitionen setzte sich im Vorjahr aus dem Eingang der restlichen Kaufpreisraten aus dem Verkauf der Marke Leibwächter in Höhe von EUR 6,5 Mio. und den Dividenden von Zwack in Höhe von EUR 1,3 Mio. zusammen. Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 wurden EUR 12,4 Mio. an Dividenden ausgeschüttet (in der Finanzierungstätigkeit abgebildet) und EUR 1,9 Mio. an Dividenden von Zwack eingenommen (Investitionstätigkeit). 2022/2023 2021/2022 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –0,5 –1,2 Cashflow aus (De-)Investitionen in EUR Mio. 1,8 7,8 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in EUR Mio. –12,4 –0,4 Anfangsbestand der liquiden Mittel in TEUR 11.330 5.069 Endbestand der liquiden Mittel in TEUR 198 11.330 LAGEBERICHT 21 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Han- deln sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Die Gurktaler Gruppe orientiert ihre Strategie und Vision an öko- logischer, ökonomischer und soziokultureller Nachhaltigkeit. Auch die Beteiligungsgesellschaften legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Nachhaltigkeitsleitbild der Underberg- Gruppe sieht in Nachhaltigkeit ein ganzheitliches Hand- lungsprinzip. Dieses ist durch konkrete Maßnahmen in allen Handlungsfelder (ökonomisch, ökologisch und soziokulturell) geprägt. Dazu zählen beispielsweise Biodiversität und opti- mierter Ressourceneinsatz, der New-Work Ansatz als Kombina- tion von beruflicher Entwicklung mit persönlicher Entfaltung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und weiteren Initiativen. Zwack Unicum Nyrt., die ungarische Beteiligung in Ungarn, nützt seit Herbst 2019 ausschließlich Ökostrom. Während des Geschäftsjahres 2022/2023 wurde sowohl ein Solarpro- jekt verwirklicht, als auch vermehrt Erdwärme als Energie- lieferant eingesetzt. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren in den Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises im Durchschnitt fünf Mit- arbeiterInnen beschäftigt. Die MitarbeiterInnen arbeiten zum Teil im Home-Office. Ein Mitarbeiter ist vorwiegend im Außendienst tätig. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Im Geschäftsjahr 2022/2023 fielen keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an – die Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Marken werden in den Marketingkos- ten erfasst. RISIKOMANAGEMENT Das operative Risikomanagement für die Gurktaler Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2022/2023 durch die Schlumberger Gruppe ausgeübt. Der Vorstand wurde in regelmäßigen Sitzungen über die geschäftliche Entwicklung informiert. Besonderes Augenmerk lag bei den Beteiligungen auf der Entwicklung des HUF-Kurses und den Auswirkungen der europaweit hohen Inflation auf die Kosten. Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft sieht ein Vier- augenprinzip bei allen finanziellen Transaktionen vor. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig und gemäß der Satzung der Gurktaler AG. EINZELABSCHLUSS/JAHRESABSCHLUSS GURKTALER AG NACH UGB Kennzahlen der Gurktaler AG Einzelabschluss 2022/2023 2021/2022 2020/2021 Eigenkapitalquote in % 99,1 99,1 95,0 Umsatz in TEUR 383 345 585 Betriebsergebnis in TEUR –3.940 –522 3.559 EGT (Ergebnis vor Steuern) in TEUR –1.809 1.427 5.231 UMSATZ UND ERGEBNIS Die Umsatzerlöse aus der geschäftsleitenden Verwaltung, weiterverrechneten Kosten und überrechneten Avalprovisionen betrugen TEUR 383 (Vorjahr TEUR 345). Die Veränderung ist in einem gesteigerten Leistungsumfang durch Verrechnungen des Brand-Ambassadors, der auch die Underberg-Marken in der österreichischen Gastronomie betreut, begründet. Das Betriebsergebnis ist im Wesentlichen durch administrative Aufwendungen, gestiegene Kosten der Markenführung sowie einen Konsolidierungseffekt aus der Verschmelzung belastet, wo das negative Eigenkapital der „Rossbacher“ Vertriebs GmbH durch einen Forderungsverzicht der Gurktaler AG gegenüber der verschmolzenen Gesellschaft in Form eines entsprechenden Gesellschafterzuschusses geleistet wurde. In Summe beträgt das Betriebsergebnis TEUR –3.940 nach TEUR –522 im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern ist von TEUR 1.427 im Wirtschaftsjahr 2021/2022 auf TEUR –1.809 gesunken. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR Die Eigenmittel der Gurktaler AG zum Bilanzstichtag 31. März 2023 belaufen sich auf EUR 36,1 Mio. (Vorjahr EUR 36,1 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanz- summe von EUR 36,5 Mio. eine Eigenmittelquote von 99,1 % (Vorjahr 99,1 %). Die Gurktaler AG verfügt damit auch nach dem bisherigen Höhepunkt der COVID-19-Krise über eine solide Eigenmittelausstattung. LAGEBERICHT 22 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONFLIKT IN DER UKRAINE Die Ukraine-Krise, die am 24. Februar 2022 mit der russi- schen Invasion in die Ukraine begann, hat insbesondere auf die Preisentwicklung Auswirkungen. Die Rohstoff- und Energiekosten sowie mit zeitlicher Verzögerung die Lohnkos- ten haben auf alle Produkt-Bestandteile erhebliche Auswir- kungen: Die Preise für Reinalkohol, Zucker, Glas, Etiketten und Kartonagen zeigen Kostensteigerungen, wie sie seit der Ölkrise in den 70er Jahren nicht mehr zu sehen waren. Die Verarbeitungskosten sind mittlerweile durch die Lohnkosten- steigerungen im Ausmaß von rund 9 % auch mittelfristig ein weiterer Kostentreiber. Der Vorstand und Aufsichtsrat sehen als gesetzliche Ver- treter der Gesellschaft keine existenzielle Gefahr aus den Auswirkungen der Krise in der Ukraine auf die Gurktaler AG, da die Gesellschaft über eine solide Eigenkapitalquote ver- fügt. Das neue vertragliche Konstrukt gibt der Gesellschaft darüber hinaus mehr Gestaltungsspielraum als das bisherige Pachtmodell. Das Risikomanagement bei den Finanzbeteiligungen der Gurktaler AG wird durch ein aktives Beteiligungsmanage- ment umgesetzt und beinhaltet den Informationsaustausch mit den Entscheidungsträgern sowie ein regelmäßiges Berichtswesen. ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB Das Grundkapital der Gurktaler AG setzt sich aus 750.000 Vorzugsaktien und 1.354.364 Stammaktien zusammen, wobei jede Aktie am Grundkapital in gleichem Umfang betei- ligt ist. Die Vorzugsaktien sind stimmrechtslose Aktien mit einer Vorzugsdividende von 4 % auf den auf die Stückaktien entfallenden Anteil am Grundkapital, wobei für den nachzu- zahlenden Dividendenvorzug § 12a AktG gilt. Großaktionär der Gurktaler AG ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG Rheinberg, Deutschland, die mehr als 89 % der Stammaktien hält. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stamm- aktien. Die restlichen Stammaktien befinden sich im Streube- sitz. Die Gurktaler Stammaktie (ISIN AT 0000A0Z9G3) und Vorzugsaktie (ISIN AT 0000A0Z9H1) notieren im Segment „standard market auction“ der Wiener Börse. Dem Vorstand sind keine besonderen Kontrollrechte von Aktieninhabern bekannt. Es sind keine wesentlichen Beteiligungen von Mit- arbeitern der Gurktaler Gruppe bekannt. Wie jedem Aktionär steht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Aktienbesitz frei, ihre Stimmrechte in Hauptversammlungen auszuüben. Es bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz abge- leiteten Bestimmungen über die Ernennung und Abberu- fung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft. Darü- ber hinaus existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Auf- sichtsratsmitgliedern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbei- tern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots. AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/2024 Seit 1. April 2023 wird das operative Geschäft über Lohn- fertigungsverträge mit der Mozart Distillerie GmbH, Salz- burg, sowie Distributionsverträge für Österreich mit der Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH abgewickelt. Das Exportgeschäft wird ebenso wie die Bearbeitung des deutschen Marktes zur Gänze von der Semper idem Under- berg AG, ebenfalls basierend auf Distributionsverträgen, ausgeführt. Die Entwicklung für das Geschäftsjahr 2023/2024 kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht prognostiziert werden, da z. B. noch nicht abzusehen ist, wie lange die Krise in der Ukraine andauern wird. Das neue Geschäftsmodell betref- fend werden sich die Umsatzzahlen dahingehend ändern, dass sie statt bisher dem Pachtzins nunmehr der Summe der Abgabepreise entsprechen werden. Bei den Kosten sind ab dem Wirtschaftsjahr 2023/2024 die Bezugskosten der Produkte abgebildet. Die Entwicklung der Finanzbeteiligungen ist für das Jahr 2023/2024 durch Preiserhöhungen und damit verbundene Absatzrückgänge geprägt. Die Preisanpassungen sind als Folge der stark gestiegenen Rohstoffkosten mit Anfang April 2023 in Kraft getreten. Der neue Markenauftritt des Gurktaler Alpenkräuterlikörs und der neuen Sorte Gurktaler-Alpen-Aperitif auf Basis von Sanddorn ist mitt- lerweile in den Regalen des Lebensmittelhandels sichtbar. Nach der Sonderedition bei Rossbacher anlässlich dessen 125-Jahr-Jubiläums wird ab Herbst der Relaunch des Rossba- cher Markenauftritts umgesetzt. Das Unternehmen verfügt über ausreichende Reserven, um den etablierten Marken eine noch größere Attraktivität zu verleihen. LAGEBERICHT 23 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 BEDEUTENDE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Über die Veränderungen durch die Umstellung von einem Pachtmodell auf Produktions- und Distributionsverträge wurde ausführlich berichtet. Mit Wirkung ab 6.5.2023 wurden die Gurktaler Alpenkräuter GmbH und die „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, rückwirkend per 30.09.2022, auf die Gurktaler Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Wien verschmolzen. Es sind darüber hinaus keine weiteren Ereignisse eingetreten, die eine gesonderte Erläuterung erfordern. Wien, am 27. Juni 2023 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Die traditionelle österreichische Kräuterspirituose wird nach überlieferten Rezepten in geheimen Verfahren hergestellt. KONZERNABSCHLUSS 24 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 24 KONZERNBILANZ 26 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 26 KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG 27 KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG 28 KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG 29 ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 60 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS KONZERNBILANZ ZUM 31. MÄRZ 2023 AKTIVA 31.3.2023 31.3.2022 AZ TEUR TEUR Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen 13 141 94 Immaterielle Vermögenswerte 14 4.032 4.032 Anteile an assoziierten Unternehmen 15 14.268 14.096 Andere finanzielle Vermögenswerte 17 2.914 2.914 Sonstige Forderungen 19 3 3 21.358 21.139 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 10 0 Lieferforderungen 19 102 131 Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 19 1.266 949 Sonstige Forderungen 19 53 39 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20 198 11.330 1.629 12.449 22.987 33.588 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. Konzernabschluss Gurktaler AG KONZERNABSCHLUSS 25 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Konzernabschluss GurktalerAG PASSIVA 31.3.2023 31.3.2022 AZ TEUR TEUR Konzerneigenkapital Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital Grundkapital 4.209 4.209 Kapitalrücklagen 15.974 15.974 Rücklage Neubewertungseffekte Abfertigungen -22 -34 Angesammelte Ergebnisse 2.085 12.540 21 22.246 32.689 Langfristige Schulden Leasingverbindlichkeiten 23 0 17 Passive latente Steuern 24 387 498 Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer 25 95 104 482 619 Kurzfristige Schulden Leasingverbindlichkeiten 23 17 17 Lieferverbindlichkeiten 22 19 18 Sonstige Verbindlichkeiten 22 219 229 Rückstellungen 22 2 0 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 2 16 259 280 22.987 33.588 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 26 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023 2022/2023 2021/2022 AZ TEUR TEUR Umsatzerlöse 5 446 433 Sonstige betriebliche Erträge 6 317 276 Personalaufwand 7 -554 -497 Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 8 -47 -37 Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 -649 -379 Betriebsergebnis -487 -204 Gewinn- und Verlustanteile von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 2.172 2.138 Finanzerträge 10 196 17 Finanzaufwendungen 10 -19 -237 Gewinn vor Ertragsteuern 1.862 1.714 Ertragsteuern 11 98 -336 Konzernjahresergebnis 1.960 1.378 davon entfallen auf: Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.960 1.378 Konzernjahresergebnis 1.960 1.378 Ergebnis je Aktie, das den Anteilsinhabern des Mutterunternehmens im Geschäftsjahr zusteht (in EUR je Aktie) – verwässert und unverwässert 12 0,93 0,65 KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023 2022/2023 2021/2022 AZ TEUR TEUR Konzernjahresergebnis 1.960 1.378 Posten, bei denen keine Umgliederung ins Periodenergebnis möglich ist: Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 16 14 Steuern betreffend Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 -4 -4 Sonstiges Ergebnis 12 10 Konzerngesamtergebnis 1.972 1.388 davon entfallen auf: Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.972 1.388 Konzerngesamtergebnis 1.972 1.388 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 27 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023 2022/2023 2021/2022 AZ TEUR TEUR Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 27.1 Gewinn vor Ertragsteuern 1.862 1.714 Bereinigung um nicht zahlungswirksame Posten Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 46 37 Gewinn- und Verlustanteile aus assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -2.071 -2.138 Veränderung von langfristigen Rückstellungen 9 7 Eliminierung Zinsensaldo 15 6 -139 -374 Veränderungen im Nettoumlaufvermögen Veränderung von Vorräten -10 0 Veränderung von Forderungen -301 132 Veränderung von Verbindlichkeiten -21 2 Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte Zahlungsmittel -471 -240 Gezahlte Zinsen -17 -22 Gezahlte/erhaltene Steuern -17 -930 -34 -952 Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit -505 -1.192 Cashflow aus der Investitionstätigkeit 27.2 Investitionen in Sachanlagen -93 -40 Erlöse aus zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten 0 6.500 Erhaltene Dividenden 1.900 1.335 Erhaltene Zinsen 0 15 Nettozahlungsmittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 1.807 7.810 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 27.3 Gewinnausschüttung -12.416 -337 Tilgungsanteil von Leasingzahlungen -17 -20 Nettozahlungsmittelabfluss/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit -12.433 -357 Veränderung der liquiden Mittel -11.131 6.261 Entwicklung der liquiden Mittel Anfangsbestand der liquiden Mittel 11.330 5.069 Zu-/Abnahme -11.131 6.261 Endbestand der liquiden Mittel 198 11.330 Zusammensetzung der liquiden Mittel Guthaben bei Kreditinstituten 20 198 11.330 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. KONZERNABSCHLUSS 28 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023 Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital in TEUR AZ Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage Neubewertungs- effekte Abfertigung Angesammelte Ergebnisse Gesamt Stand 1. April 2021 4.209 15.974 -44 11.499 31.638 Neubewertungseffekte gemäß IAS 19, nach Steuern 0 0 10 0 10 Sonstiges Ergebnis 0 0 10 0 10 Konzernjahresergebnis 0 0 0 1.378 1.378 Konzerngesamtergebnis 0 0 10 1.378 1.388 Dividendenzahlungen 26 0 0 0 -337 -337 Stand 31. März 2022 21 4.209 15.974 -34 12.540 32.689 in TEUR AZ Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage Neubewertungs- effekte Abfertigung Angesammelte Ergebnisse Gesamt Stand 1. April 2022 4.209 15.974 -34 12.540 32.689 Neubewertungseffekte gemäß IAS 19, nach Steuern 0 0 12 0 12 Sonstiges Ergebnis 0 0 12 0 12 Konzernjahresergebnis 0 0 0 1.960 1.960 Konzerngesamtergebnis 0 0 12 1.960 1.972 Dividendenzahlungen 26 0 0 0 -12.416 -12.416 Stand 31. März 2023 21 4.209 15.974 -22 2.085 22.246 AZ = Anhangzahl Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses. 29 1 GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN 1.1 EINFÜHRUNG Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (im Folgenden kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren Tochterunternehmen kurz „der Konzern“ genannt), ist wie die Hauptaktionärin der Gurktaler Aktiengesellschaft, die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Ver- waltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, ein Tochter- unternehmen der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, 1190 Wien, Heiligenstädter Straße 43. Die Gurktaler Aktiengesellschaft notiert seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse. Unternehmensgegenstand ist der Handel mit und die fabriksmä- ßige Erzeugung (in Form eines Industriebetriebs) von Waren aller Art, insbesondere alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken, wie Spirituosen, Weinen, alkoholfreien Getränken und dergleichen, einschließlich der Durchführung der damit in Zusammenhang ste- henden Geschäfte. Hinsichtlich der im Geschäftsjahr bestehenden Verpachtung der Geschäftsbetriebe siehe AZ 5. Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (TEUR) aufgestellt. Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt und zur Veröffentlichung freige- geben. Dieser Konzernabschluss sowie der Einzelabschluss des Mutterunternehmens, der nach Überleitung auf die anzuwenden- den Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, werden am 27. Juni 2023 dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und, im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung, die Gesellschafter können dabei den Einzelabschluss des Mutterunternehmens in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst. 1.1.1 ENTWICKLUNG DER KONZERNSTRUKTUR Die Underberg AG, Underberg GmbH & Co. KG und H. Underberg- Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG haben mit Wirkung am 19. April 2017 einen Vertrag abgeschlossen, wonach zunächst die Underberg AG 1.126.093 Stück Stammaktien der Gurktaler Aktiengesellschaft (die „Übertragungsaktien“) an die Underberg GmbH & Co. KG und danach die Underberg GmbH & Co. KG die Übertragungsaktien an die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG überträgt. Seitdem wird der Konzern von der H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, beherrscht, die mehr als 89 % der Stammaktien (mehr als 50 % der Gesamtaktien) des Konzerns hält. 1.1.2 KONSOLIDIERUNGSKREIS Zum Bilanzstichtag 31. März 2023 sind neben der Gurktaler Aktien- gesellschaft, Wien, als Mutterunternehmen folgende Gesellschaf- ten in den Konzernabschluss einbezogen: Gesellschaft Anteil Erfasst „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien, Österreich 100 % VK Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk, Österreich 100 % VK Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich 49,9 % Eq VK = voll konsolidiert, Eq = at equity Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, hält keine direkte Beteili- gung an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn, ist im Konzernabschluss der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, nach der Equity-Methode enthalten und wird indirekt über die Mutter- gesellschaft nach der Equity-Methode einbezogen. Es ergaben sich im Berichtsjahr keine Änderungen im Konsolidie- rungskreis. Anhang zum Konzernabschluss zum 31. März 2023 KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 2 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses ange- wendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. 2.1 GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG Der Konzernabschluss zum 31. März 2023 wurde in Übereinstim- mung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach dem historischen Anschaffungskos- tenprinzip aufgestellt, mit der Ausnahme von anderen finanziellen Vermögenswerten, welche in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind, zugrunde gelegten Schätzungen und Annahmen wirken sich auf die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualforderungen und -verbind- lichkeiten zu den jeweiligen Bilanzstichtagen sowie die Höhe von Erträgen und Aufwendungen der Berichtsperiode aus. Annahmen sind insbesondere in die Bewertung von immateriellen Vermö- genswerten und Beteiligungen eingeflossen, siehe dazu auch Erläuterungen unter AZ 4.1 Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen der Unternehmensleitung auf Basis der laufenden Ergebnisse und Maßnahmen erfolgen, können die tatsächlichen Ergebnisse letzt- endlich von diesen Einschätzungen abweichen. 2.1.1 ÄNDERUNG DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN UND ANGABEN 2.1.1.1 NEUE UND GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETA- TIONEN, DIE VON DER EU ÜBERNOMMEN WURDEN UND IM GESCHÄFTSJAHR ERSTMALS ANGEWENDET WURDEN Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS bzw Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet: Standard Inhalt Anzuwenden ab IFRS 16 Erlöse bevor beabsichtigter Nutzung Jänner 2022 IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS Jänner 2022 IAS 37 Belastende Verträge: Kosten der Vertragserfüllung Jänner 2022 IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16, IAS 41 Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018–2021) Jänner 2022 Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestim- mungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die Änderungen haben zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt. IAS 16 Sachanlagen – Erlöse bevor beabsichtigter Nutzung Die Änderung an IAS 16 untersagt es einem Unternehmen, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage Erlöse abzuziehen, die es aus dem Verkauf von Gegenständen erzielt, die während der Zeit, in welcher der Vermögenswert zu seinem Stand- ort und in den betriebsbereiten Zustand gebracht wurde, hergestellt wurden (wie z.B. Erlöse aus dem Verkauf von auf einer Testanlage gefertigten Mustern). Die Änderung stellt auch klar, was unter „Kosten für Testläufe“ zu verstehen ist. Hierunter fallen Kosten zur Feststellung, ob der Vermögenswert technisch und physisch in der Lage ist, seinen bestimmungsgemäßen Gebrauch durchzuführen. Das Erreichen einer bestimmten finanziellen Leistungsfähigkeit (z. B. eine vom Management angestrebte operative Gewinnmarge) ist hingegen für die Beurteilung irrelevant. Die Änderung verlangt, dass Unternehmen Erlöse und Kosten im Zusammenhang mit produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens stammen, getrennt ausweisen und den Posten der Gesamtergebnisrechnung angeben, in dem diese Erlöse erfasst werden. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse – Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS Geringfügige Änderungen wurden an IFRS 3 vorgenommen, um die Verweise auf das überarbeitete Rahmenkonzept der IFRS zu aktuali- sieren und IFRS 3 um die Vorschrift zu ergänzen, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, die Rege- lungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rahmenkonzepts anzu- wenden hat. Ohne diese Regelungen hätte ein Unternehmen bei einem Unternehmenszusammenschluss einige Verbindlichkeiten angesetzt, die gemäß IAS 37 bzw IFRIC 21 nicht bilanziert werden 30 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 31 dürften und daher unmittelbar nach dem Erwerb erfolgswirksam auszubuchen wären. Des Weiteren wird IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot für erworbene Eventualforderungen ergänzt. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventual- forderungen – Belastende Verträge: Kosten der Vertragserfüllung Die Änderung an IAS 37 stellt klar, dass zu den Erfüllungskosten eines Vertrags alle direkt dem Vertrag zurechenbaren Kosten gehö- ren. Diese umfassen die zusätzlich für die Erfüllung des Vertrags entstehenden Kosten (sog. „incremental costs“, wie z. B. direkte Lohn- und Materialkosten), und eine Zurechnung anderer Kosten, die direkt der Vertragserfüllung zuzurechnen sind. Zudem erfolgt eine Klarstellung, wonach sich eine etwaige vorran- gige Wertminderung auf die zur Vertragserfüllung eingesetzten (bisher: mit dem Vertrag verbundenen) Vermögenswerte erstreckt. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018–2021) – Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 Die folgenden Verbesserungen an Standards wurden im Mai 2021 veröffentlicht: • IFRS 9 – Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test für die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten einzubeziehen sind. • IFRS 16 – Änderung des erläuternden Beispiels Nr. 13 zu IFRS 16, welches Aussagen zu Zahlungen des Leasinggebers an Lea- singnehmer zur Erstattung von Ausgaben für Mietereinbauten enthielten, die oftmals zu Missverständnissen führten. • IFRS 1 – Die Vorschriften, wonach Tochterunternehmen, die später als ihr Mutterunternehmen ein erstmaliger Anwender der IFRS werden, das Wahlrecht haben, Vermögenswerte und Schulden mit den bisher im Konzernabschluss des Mutterun- ternehmens hierfür angesetzten Buchwerten (ohne Konsolidie- rungsanpassungen und Anpassungen wegen der Auswirkungen des Unternehmenszusammenschlusses) zu bewerten (Aus- nahme: Investmentgesellschaften), wird um die kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen des Tochterunternehmens erweitert. Die Änderung gilt auch für assoziierte Unterneh- men und Gemeinschaftsunternehmen, die die entsprechende IFRS-1-Regelung in Anspruch nehmen. • IAS 41 – Streichung der Nichtberücksichtigung von Zahlungsströ- men für Steuern i.Z.m. der Bewertung biologischer Vermögens- werte zu beizulegenden Zeitwerten nach IAS 41. Damit werden die Anforderungen des IAS 41 an die Regelung des IFRS 13 angeglichen und mit einer Änderung des IAS 41 aus 2008 in Einklang gebracht, wonach im Rahmen der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht zwingend ein Vorsteuerzinssatz für die Diskontierung zu verwenden ist. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. 2.1.1.2 STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE IM GESCHÄFTSJAHR NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE VOM KONZERN NICHT VORZEITIG ANGEWANDT WURDEN Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Standards und Interpretationen eingeführt oder geändert, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2022/2023 noch nicht ver- pflichtend anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant. Standard Inhalt Übernommen und anzuwenden ab IFRS 17 Versicherungsverträge, einschließlich i. Änderungen an IFRS 17 (veröffentlicht am 25. Juni 2020) und ii. Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen (veröffentlicht am 9. Dezember 2021) Jänner 2023 IAS 1, IFRS Practice Statement 2 Angaben von Rechnungslegungsmethoden Jänner 2023 IAS 8 Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen Jänner 2023 IAS 12 Latente Steuern aus Transaktionen bei denen bei erstmaliger Erfassung betrags- gleiche steuerpflichtige und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen Jänner 2023 STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE VON DER EU BEREITS ÜBERNOMMEN, ABER NICHT VORZEITIG ANGE- WENDET WURDEN IFRS 17 Versicherungsverträge IFRS 17 wurde im Mai 2017 als Ersatz für IFRS 4 Versicherungsver- träge veröffentlicht. Das Bewertungsmodell des IFRS 17 basiert auf der Ermittlung der aktuellen Erfüllungswerte der Versicherungsver- träge, so dass deren Wertansätze in jeder Berichtsperiode aufgrund von Schätzungsänderungen anzupassen sind. Versicherungsver- träge werden grds. nach einem „Building Block Approach“ bewer- tet. Hiernach fließen in die Bewertung folgende Bausteine ein: • Diskontierte wahrscheinlichkeitsgewichtete erwartete Zahlungs- ströme • eine explizite Risikoanpassung und • eine vertragliche Servicemarge, die den noch nicht verdienten Gewinn aus dem Vertrag darstellen und die über den Zeitraum, über die das Unternehmen Versicherungsschutz gewährt, als Ertrag erfasst wird. KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 32 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Der Standard räumt ein Wahlrecht ein, wonach die Auswirkungen von Änderungen der Diskontierungssätze entweder im Gewinn und Verlust oder direkt im sonstigen Ergebnis erfasst werden dürfen. Die Ausübung dieses Wahlrechts wird voraussichtlich die Art und Weise widerspiegeln, wie die Versicherer ihre finanziellen Vermö- genswerte nach IFRS 9 bilanzieren. Für bestimmte Versicherungsverträge mit einer kurzen Laufzeit darf wahlweise ein vereinfachtes Verfahren (sog. „Premium Allo- cation Approach“) für die Ermittlung der Rückstellung für den zukünftigen Versicherungsschutz angewendet werden. Diese kurzfristigen Verträge werden häufig von Schaden- und Unfallver- sicherern abgeschlossen. Für bestimmte Verträge von Lebensversicherern, bei denen die Versicherungsnehmer an den Renditen der zugrundeliegenden Ver- mögenswerte beteiligt sind, kommt das allgemeine Bewertungs- modell des Standards in Form des „Variable Fee Approach“ zur Anwendung. Bei der Anwendung dieses Verfahrens wird der Anteil des Unternehmens an den Fair-Value-Änderungen der zugrun- deliegenden Vermögenswerte in die vertragliche Servicemarge einbezogen. Die Ergebnisse der Versicherer, die dieses Modell verwenden, dürften daher weniger volatil sein als bei Anwendung des allgemeinen Modells. Die neuen Regeln werden sich auf die Abschlüsse und Kennzahlen aller Unternehmen auswirken, die Versicherungsverträge oder Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschlussbetei- ligung ausgeben. Kleinere im Juli 2021 veröffentlichte Änderungen zielen auf eine Erleichterung der Implementierung des IFRS 17 durch Reduzierung von Implementierungskosten sowie Erleichterungen bei der Erläu- terung der Auswirkungen des Übergangs für Investoren und Dritte ab. Gleichzeitig wurde hierdurch der verpflichtende Anwendungs- zeitpunkt des IFRS 17 auf Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen, verschoben. Durch weitere Änderungen im Dezember 2021 wurde eine Über- gangsoption hinzugefügt, die es einem Unternehmen erlaubt, in der/den bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 17 dargestellten Vergleichsperiode(n) eine optionale Klassifizierungsüberlagerung anzuwenden. Die Überlagerung ermöglicht es, alle finanziellen Vermögenswerte, einschließlich derjenigen, die in Bezug auf Tätig- keiten gehalten werden, die nicht mit Verträgen im Anwendungsbe- reich des IFRS 17 verbunden sind, in der/den Vergleichsperiode(n) auf Basis der einzelnen Instrumente so zu klassifizieren, dass die Klassifizierung mit der Art und Weise übereinstimmt, wie das Unternehmen erwartet, dass diese Vermögenswerte bei der erst- maligen Anwendung von IFRS 9 klassifiziert werden. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IAS 1 Darstellung des Abschlusses – Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angaben von Rechnungslegungs- methoden In IAS 1 wurde klargestellt, dass Unternehmen alle wesentlichen (material) Rechnungslegungsmethoden anzugeben haben. Zuvor sprach der Standard von maßgeblichen (significant) Rechnungsle- gungsmethoden. Die Änderungen definieren, was unter „wesentli- chen Rechnungslegungsmethoden“ zu verstehen ist und wie man sie identifiziert. Sie stellen auch klar, dass unwesentliche Informa- tionen zu Rechnungslegungsmethoden nicht angegeben werden müssen. Wenn sie jedoch angegeben werden, dürfen hierdurch wesentliche Informationen zu Rechnungslegungsmethoden nicht verschleiert werden. Ergänzend zur Änderung des IAS 1 wurde das IFRS Practice State- ment 2 ebenfalls geändert, um den Unternehmen Leitlinien für die praktische Anwendung des Konzepts der Wesentlichkeit auf die Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden bereitzustellen. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungs- legungsbezogenen Schätzungen und Fehlern – Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen Durch die Änderung an IAS 8 wird klargestellt, wie zwischen Ände- rungen von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungs- bezogenen Schätzungen zu unterscheiden ist. Die Unterscheidung ist wichtig, da Änderungen von Schätzungen prospektiv auf künftige Geschäftsvorfälle und Ereignisse, solche von Rechnungslegungs- methoden hingegen retrospektiv auf vergangene Geschäftsvorfälle und Ereignisse sowie die laufende Periode anzuwenden sind. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. IAS 12 Ertragsteuern – Änderungen an IAS 12: Latente Steuern aus Transaktionen bei denen bei erstmaliger Erfassung betrags- gleiche steuerpflichtige und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen IAS 12 wurde dahingehend geändert, dass Unternehmen verpflich- tet sind, latente Steuern für Transaktionen anzusetzen, aus denen beim erstmaligen Ansatz betragsgleiche zu versteuernde und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen. Die Änderungen werden typischerweise Auswirkungen i.Z.m. Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer und Rückbauverpflichtungen haben und zur Erfassung zusätzlicher aktiver und passiver latenter Steuern führen. Die Änderungen sind auf Transaktionen anzuwenden, die am oder nach dem Beginn der frühesten im Abschluss dargestellten Ver- gleichsperiode stattfinden. Zusätzlich sind zu Beginn der frühesten dargestellten Periode aktive latente Steuern (soweit werthaltig) und passive latente Steuern für alle abzugsfähigen und zu versteuern- den temporären Differenzen in Verbindung mit • Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten und • Stilllegungs-, Wiederherstellungs- und ähnlichen Verpflichtungen und den entsprechenden Beträgen, die als Teil der Anschaffungs- 33 oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts erfasst wurden, zu erfassen. Die kumulierte Auswirkung der erstmaligen Anwendung der Rege- lung ist in den Gewinnrücklagen (oder einem anderen Bestandteil des Eigenkapitals, wenn angemessen) zu erfassen. IAS 12 enthielt zuvor keine expliziten Regelungen zur Erfassung der Steuereffekte i.Z.m. Leasingverhältnissen (beim Leasingnehmer) und in der Praxis wurden unterschiedliche Vorgehensweisen als zulässig erachtet. Daher kann es sein, dass einige Unternehmen schon bislang eine Bilanzierungsweise gewählt hatten, die den neuen Regelungen entspricht und sich für sie keine Auswirkung ergibt. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE VOM IASB VERABSCHIEDET, ABER VON DER EU NOCH NICHT ÜBER- NOMMEN WURDEN Standard Inhalt Nicht übernommen und anzuwenden ab IAS 12 Internationale Steuerreform – Änderungen an IAS 12 aufgrund Pillar II Jänner 2023 IAS 1 i. Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig ii. Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig – Verschiebung Anwendungszeitpunk iii. Langfristige Schulden mit Covenants Jänner 2024 IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer Sale and Leaseback Transaktion Jänner 2024 IAS 7, IFRS 7 Zusätzliche Angaben zu Reverse-Factoring-Vereinbarungen (Supplier Finance Arrangements) Jänner 2024 Aus den oben angeführten übrigen Neufassungen bzw. Änderun- gen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. Es gibt keine weiteren Standards oder Interpretationen, die nicht verpflichtend anzuwenden sind und die eine wesentliche Auswir- kung auf den Konzern hätten. 2.2 KONSOLIDIERUNG 2.2.1 TOCHTERUNTERNEHMEN Tochterunternehmen sind alle Unternehmen (einschließlich struk- turierte Unternehmen), die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt, eine Risikobe- lastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der variablen Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunterneh- mens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen wurden alle auf den einheitlichen Konzernab- schlussstichtag 31. März 2023 sowie nach den Prinzipien der IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Ver- mögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktions- zeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Ver- mögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschbaren Anteile am erworbenen Unternehmen zum bei- zulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss wird der zuvor erworbene Eigenkapitalanteil des Unternehmens mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bestimmt. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ist in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgliche Änderun- gen des beizulegenden Zeitwerts einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden im Rahmen von IFRS 9 bewertet, und ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust entweder im Gewinn oder Verlust erfasst. Eine KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 34 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Als Goodwill wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherr- schenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizu- legenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Konzerninterne Transaktionen, Salden sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. 2.2.2 TRANSAKTIONEN MIT NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN OHNE VERLUST DER BEHERRSCHUNG Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden als Transaktionen mit den Eigentümern des Konzerns, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln, bilanziert. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten Leistung und dem erworbenen Anteil am Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräu- ßerung an nicht beherrschende Anteilseigner entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. 2.2.3 VERÄUSSERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMEN Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemein- schaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird. 2.2.4 ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Kon- trolle besitzt, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 %. Beteiligungen an assoziierten Unterneh- men werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Goodwill (nach Berücksichtigung kumulier- ter Wertminderungen). Wenn sich die Beteiligungsquote an einem assoziierten Unter- nehmen verringert hat, dies jedoch ein assoziiertes Unternehmen bleibt, so wird nur der anteilige Betrag der zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne bzw. Verluste in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von asso- ziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Veränderungen der Rücklagen sind anteilig in den Konzernrücklagen zu erfassen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Betei- ligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderun- gen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unterneh- men Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet. Der Konzern überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass hinsichtlich der Investition im assoziierten Unter- nehmen Wertminderungsaufwand berücksichtigt werden muss. In diesem Fall wird der Unterschied zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung erfasst und als „Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten Unternehmen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernun- ternehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen wurden – sofern notwendig – geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. Veräußerungsgewinne und -verluste, die aus Anteilen an assozi- ierten Unternehmen resultieren, werden ergebniswirksam erfasst. 2.3 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Über das Geschäftssegment wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentschei- dungsträger übereinstimmt. Der Hauptentscheidungsträger ist für Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen zu dem Geschäftssegment und für die Überprüfung von dessen Ertragskraft zuständig. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand für strategische Entscheidungen ausgemacht. 35 2.4 WÄHRUNGSUMRECHNUNG 2.4.1 FUNKTIONALE WÄHRUNG UND BERICHTSWÄHRUNG Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der Gurktaler Akti- engesellschaft, Wien, darstellt. Die Konzernunternehmen führen ihre Bücher und sonstige Auf- zeichnungen in der Währung des jeweiligen Landes, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, in dem sie gegründet und einge- tragen sind. Die funktionale Währung ausländischer Tochterunter- nehmen ist die jeweilige Landeswährung. 2.4.2 TRANSAKTIONEN UND SALDEN Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neubewer- tungen in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges und qualifizierte Net Investment Hedges zu erfassen. Fremdwährungsgewinne und -verluste, die aus der Umrechnung von Zahlungsmitteln und Zah- lungsmitteläquivalenten sowie Finanzschulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Finanzierungserträge oder -aufwendungen“ ausgewiesen. Alle anderen Fremdwährungs- gewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen“ ausge- wiesen. Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam ver- rechnet werden (z.B. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente), sind als Teil des Gewinns bzw. Verlusts aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Demgegenüber sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Ände- rungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital berücksich- tigt werden (z.B. Eigenkapitalinstrumente, für die das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegendem Zeitwert in Anspruch genommen wird), innerhalb der Neubewertungsrücklage als Teil der sonstigen Rücklagen zu erfassen. 2.4.3 KONZERNUNTERNEHMEN Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen (aus- genommen solche aus Hochinflationsländern), die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden wie folgt in Euro umgerechnet: • Vermögenswerte und Schulden werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. • Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und Ver- lustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet (es sei denn, die Verwendung des Durchschnittskurses führt nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Kursen ergeben hätten; in diesem Fall sind Erträge und Aufwendungen zu ihren Transaktionskursen umzurechnen). • Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als eige- ner Posten innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden in den Konzernabschluss keine vollkonsolidierten Jahresabschlüsse in fremder Währung einbezogen. Goodwill und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die beim Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im Eigen- kapital erfasst. 2.5 SACHANLAGEN Sachanlagen werden zu ihren um Abschreibungen verminderten historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts oder – sofern einschlägig – als separater Vermö- genswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern daraus zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen, die keine wesent- liche Ersatzinvestition darstellen (day-to-day servicing), werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlust- rechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonsti- gen operativen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Anschaffung bzw. Herstellung von Vermögenswerten gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermö- genswerte entsprechend gekürzt. Bei allen Vermögenswerten erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nut- zungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden: KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 36 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 Abschreibung Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–5 Jahre Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Übersteigt der Buchwert einer Sachanlage deren geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf Letzteren abgeschrieben. Gewinne und Verluste aus Abgängen von Sachanlagen werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten der Sachanlagen ermittelt und unter dem Posten „sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.6 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene immaterielle Vermögenswerte werden am Erwerbstag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. 2.6.1 MARKENRECHTE Erworbenen Markenrechte werden zu ihren historischen Anschaf- fungs- und Herstellkosten erfasst. Markenrechte werden zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units, CGU) aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGU bzw. Gruppen von CGU gemäß den identifizierten Geschäftssegmenten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem das Markenrecht entstand, Nutzen ziehen. Die Überprüfung, ob eine Wertminderung beim Markenrecht vorliegt, wird jährlich vorgenommen. Wenn Anhaltspunkte vorlie- gen, die eine mögliche Wertminderung zur Folge haben könnten, wird häufiger überprüft. Der Buchwert des Markenrechts wird mit dem erzielbaren Betrag, dh mit dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert, verglichen. Eine Wertminderung wird sofort auf- wandswirksam erfasst und gegebenenfalls in den nachfolgenden Perioden aufgeholt. 2.7 WERTMINDERUNG NICHT MONETÄRER VERMÖGENSWERTE Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise Goodwill oder bestimmte Markenrechte, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertmin- derungen hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert wer- den können. Mit Ausnahme des Goodwills wird für nicht monetäre Vermögenswerte zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenen- falls eine Wertaufholung zu erfolgen hat. 2.8 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE IFRS 9 „Finanzinstrumente“ befasst sich mit der Klassifizierung, dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell mit Vereinfa- chungen bei und schafft drei Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte: • fortgeführte Anschaffungskosten, • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert und • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente in der Folge zum beizulegenden Zeitwert. Das Management des Konzerns hat entschieden, Effekte aus der Änderung des beizulegenden Zeit- werts von Eigenkapitalinstrumenten im sonstigen Ergebnis darzustel- len. Eine spätere Umgliederung dieser Gewinne und Verluste in den Gewinn oder Verlust erfolgt nach Ausbuchung des Instruments nicht. Dividenden aus solchen Instrumenten werden weiterhin im Gewinn oder Verlust unter den sonstigen Erträgen erfasst, wenn der Anspruch des Konzerns auf den Erhalt von Zahlungen begründet wird. Das „Expected-Credit-Loss-Modell“ gemäß IFRS 9 erfordert erheb- liche Ermessensentscheidungen bezüglich der Frage, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaft- lichen Faktoren beeinflusst werden. Diese Einschätzung wird auf Grundlage gewichteter Wahrscheinlichkeiten bestimmt. Das Wertminderungsmodell findet auf zu fortgeführten Anschaf- fungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Schuld- instrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte (gemäß Definition im IFRS 15) und nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Kreditzusagen und Finanzgarantien – mit Ausnahme von als Finanzanlagen gehaltenen Dividendenpapieren – Anwendung. Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen auf einer der nachstehen- den Grundlagen bewertet: • 12-Monats-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, deren Kredit- risiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der Kredit- 37 ausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird. • Gesamtlaufzeit-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, bei denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zu erfassen. Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle ist jedoch immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für vertragliche Vermögenswerte ohne eine wesentliche Finan- zierungskomponente anzuwenden; ein Unternehmen kann diese Methode auch für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte mit einer wesentlichen Finanzie- rungskomponente anwenden. Der Konzern hat historisch keine Forderungsausfälle und Wertmin- derungen. Gleiches ist für die bestehenden Forderungen auch für die Zukunft zu erwarten. Leasingforderungen werden derzeit vom Konzern nicht gehalten. Aus der Bilanzierung nach IFRS 9 ergeben sich keine wesentlichen Effekte. Der Konzern ermittelt die erwarteten Kreditverluste anhand von Ausfalleinschätzung mit Zeitbändern von 30, 60, 90 und 120 Tagen. Die finanziellen Schulden werden im Konzern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Konzern hat keine finanziellen Schulden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet bestimmt und beabsichtigt dies derzeit auch nicht zu tun. 2.8.1 AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt. Die Ausleihungen und Forderungen des Konzerns werden in der Bilanz unter „Lieferforde- rungen“, „Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen“ und „sonstige Forderungen“ ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden keine langfristigen Forderungen ausge- wiesen. Sowohl Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch Ausleihungen werden von der Gesellschaft gehalten, um die lau- fenden Zahlungsströme und etwaige Zinszahlungen zu generieren, und nicht um aus dem Verkauf der Vermögenswerte Gewinn zu erzielen. Das Geschäftsmodell lautet „hold to collect“ nach IFRS 9. Die Forderungen und Ausleihungen setzen sich ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammen. Diese Vermögenswerte werden daher zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Für diese Vermögenswerte ist eine Wertminderungsvorsorge in Form von erwarteten Verlusten zu buchen. Der Betrag der Wertberichtigungen wird erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Aufwendung erfasst. 2.8.2 ANDERE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Andere finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Manage- ment nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern, und der Vermögenswert in diesem Zeitraum nicht fällig wird. Der Posten „andere finanzielle Vermögenswerte“ beinhaltet aus- schließlich sonstige Beteiligungen. Andere finanzielle Vermögenswerte werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Sämtliche Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten werden im Jahresergebnis erfasst. Dividenden sowie laufende Zinserträge auf andere finanzielle Vermögenswerte sind mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis zu erfassen. 2.9 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL- ÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen, andere kurzfristige, hochliquide finanzielle Vermö- genswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkredite unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gezeigt. 2.10 EIGENKAPITAL Stamm- und Vorzugsaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien oder Optionen zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital netto nach Steuern als Abzug von den Emissionserlösen bilanziert. Wenn ein Unternehmen des Konzerns Eigenkapitalanteile der Gurk- taler Aktiengesellschaft, Wien, kauft (treasury shares), wird der Wert der bezahlten Gegenleistung, einschließlich direkt zurechenbarer zusätzlicher Kosten (netto nach Ertragsteuern), solange vom Eigen- kapital der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, abgezogen, bis die Aktien eingezogen oder wieder ausgegeben werden. Werden solche eigenen Anteile nachträglich wieder ausgegeben, wird die erhaltene Gegenleistung (netto nach Abzug direkt zurechenbarer zusätzlicher Transaktionskosten und zusammenhängender Ertragsteuern) im Eigenkapital der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, erfasst. KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 38 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 2.11 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungs- verpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflich- tung innerhalb von einem Jahr oder weniger als einem Jahr (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden bilanziert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. 2.12 FINANZVERBINDLICHKEITEN Finanzverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Aus- zahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Ausleihung unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlust- rechnung erfasst. Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst. 2.13 LAUFENDE UND LATENTE STEUERN Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapi- tal oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der am Bilanz- stichtag geltenden österreichischen Steuervorschriften berechnet. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind. Latente Steuerforderungen, die durch temporäre Differenzen in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und asso- ziierten Unternehmen (bzw. Gemeinschaftsunternehmen) entste- hen, werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden und steuerliche Ergebnisse künftig zur Verfügung stehen. Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten (tax base) und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt (soge- nannte Verbindlichkeitenmethode). Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Die wichtigsten temporären Differenzen ergeben sich aus den Markenrechten und zusätzlich aus steuerlichen Verlustvorträgen. Latente Steuerforderungen werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differen- zen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Auf- rechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsich- tigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. 2.14 LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER Der Konzern gewährt verschiedene Leistungen an Arbeitnehmerin- nen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses und andere langfristige Leistungen entweder aufgrund einzelver- traglicher Vereinbarungen oder gemäß den Bestimmungen des entsprechenden lokalen Arbeitsrechtes. Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden auf Basis von versicherungsmathematischen Methoden (Anwart- schaftsbarwertverfahren) berechnet. Der Barwert der Anwart- schaften (Defined Benefit Obligation = DBO) wird aufgrund der zurückgelegten Dienstzeit und der erwarteten Gehaltsentwicklung berechnet. Der zu erfassende Periodenaufwand beinhaltet Dienst- zeitaufwand und Zinsaufwand und wird erfolgswirksam im Jahres- ergebnis erfasst. In Übereinstimmung mit IAS 19 (2011) werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Rückstel- lungen für Abfertigungen im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital und aus Rückstellungen für Jubiläumsgelder im Personalaufwand erfasst. Weitere Angaben sind unter AZ 25.1. enthalten. 39 Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis erfasst. Im Rahmen der Berechnung der Verpflichtungen werden versiche- rungsmathematische Annahmen getroffen, vor allem hinsichtlich des anzuwendenden Zinssatzes für die Abzinsung, der Steige- rungsrate für Gehälter, des Pensionseintrittsalters und der Wahr- scheinlichkeiten betreffend Fluktuation und Inanspruchnahme. Für die Ermittlung des Barwertes der Anwartschaften kommt ein Zinssatz zur Anwendung, der in Anlehnung an die durchschnitt- liche Verzinsung von Industrieanleihen höchster Bonität mit entsprechender Laufzeit gewählt wird. Die zur Anwendung kommende Steigerungsrate der Gehälter wird aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre ermittelt, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen wird. Die verwendeten Abschläge für Fluktuation und Inanspruchnahme- wahrscheinlichkeit basieren auf Erfahrungswerten vergleichbarer Vorperioden. Für Abfertigungsverpflichtungen wird auf das derzeitige rechtmä- ßige Pensionseintrittsalter abgestellt. Die Abfertigungen betreffen Verpflichtungen nach österreichi- schem Recht. Die Abfertigungen nach österreichischem Recht sind einmalige Abfindungen, die aufgrund von arbeitsrechtlichen Vorschriften bei Kündigung der Arbeitnehmer durch den Dienstge- ber sowie regelmäßig bei Pensionseintritt bezahlt werden müssen. Ihre Höhe richtet sich nach der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe der Bezüge. Anzahl Dienstjahre 3 5 10 15 20 25 Anzahl Monatsbezüge 2 3 4 6 9 12 Die Regelung gilt für jene Dienstnehmer, die bis zum Jahr 2002 in das Unternehmen eingetreten sind bzw. innerhalb des Konzerns von anderen österreichischen Gesellschaften unter Anerkennung der vor- herigen Dienstzeiten innerhalb des Konzerns übernommen worden. Aufgrund von gesetzlichen Änderungen kommt für jene Dienstneh- mer, die ab dem Jahr 2003 in das Unternehmen eingetreten sind, ein beitragsorientiertes Modell zur Anwendung. Der Dienstgeber hat ab dem zweiten Monat des Arbeitsverhältnisses einen laufenden Beitrag in Höhe von 1,53 % des monatlichen Entgelts sowie allfälliger Sonderzahlungen an eine Mitarbeitervorsorgekasse zu leisten. Den Mitarbeitern der österreichischen Gesellschaften gebühren bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind. 2.15 RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignissen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Ver- pflichtung entstanden ist, es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen erforderlich ist, und eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn der Konzern die Erstattung eines zurückgestellten Betrages erwartet, z.B. aufgrund einer Versicherung, wird die Erstattung als separater Vermögenswert nur bei ausreichender Eintrittswahrscheinlichkeit angesetzt. Der Konzern setzt eine Rückstellung für verlustträchtige Geschäfte an, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch geringer ist als die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen. 2.16 ERTRAGSREALISIERUNG Die Umsatzerlöse bestehen im Geschäftsjahr aus Pachterlösen. Diese werden auf Quartalsbasis nach Maßgabe der vertraglichen Vereinbarung realisiert. Für die Umsatzrealisierung ist ein fünfstufiges Verfahren anzuwen- den: 1. Identifizierung der Verträge mit dem Kunden 2. Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen 3. Bestimmung des Transaktionspreises 4. Aufteilung des Transaktionspreises auf separate Leistungsver- pflichtungen 5. Erfassung von Umsatzerlösen bei Erfüllung einzelner Leistungs- verpflichtungen Ein Vertrag liegt vor, wenn beide Parteien des Vertrages die schrift- liche Vereinbarung unterzeichnet haben. Im Regelfall beträgt das Zahlungsziel 14 Tage. Die Leistungsverpflichtungen betreffen üblicherweise die Verpach- tung der Marken. Der Transaktionspreis ist zur Gänze variabel und berechnet sich als Prozentsatz des Nettoumsatzes des Pächters. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt zeitpunktbezogen. Die Umsatzerlöse der Gurktaler Gruppe setzen sich nahezu aus- schließlich aus den Pachterlösen zusammen. KONZERNABSCHLUSS GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 KONZERNABSCHLUSS 40 GESCHÄFTSBERICHT 2022/2023 2.17 ZINSERTRÄGE Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Wenn bei einer Forderung eine Wertminderung vorliegt, schreibt der Konzern den Buchwert auf den erzielbaren Betrag, d.h. auf die Summe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, abge- zinst mit dem anfänglichen Effektivzinssatz, ab. Die Aufzinsung der wertgeminderten Forderung erfolgt weiterhin mit dem anfänglichen Effektivzinssatz und wird als Zinsertrag vereinnahmt. Der Zinsertrag aus wertgeminderten Darlehensforderungen wird infolgedessen gleichfalls unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes erfasst. 2.18 DIVIDENDENERTRÄGE Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht. 2.19 LEASINGVERHÄLTNISSE Der Konzern mietet verschiedene Immobilien und Fahrzeuge. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Typischerweise besteht die Option, die Leasingvereinbarungen nach diesem Zeitraum zu verlängern. Die Leasingvereinbarungen werden ca. alle 5 Jahre neu verhandelt, um die Marktmieten zu reflektieren. Der Konzern hat keine Leasingverhältnisse, in denen er als Lea- singgeber auftritt. Es wird sowohl das Wahlrecht für Vereinfachungen im Zusammen- hang mit Leasingverhältnissen mit kurzer Laufzeit (12 Monate oder weniger) als auch für geringwertige Vermögenswerte angewendet. Der Konzern hat Leasingverhältnisse (als Leasingnehmer) über diverse elektronische Geräte (Kopierer, Computer, Mobiltelefone) abgeschlossen, die als geringwertige Wirtschaftsgüter (Einzelpreis jeweils
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