Annual Report • Mar 30, 2021
Annual Report
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| Konzernkennzahlen im Überblick | 3 |
|---|---|
| Vorwort des persönlich haftenden Gesellschafters |
5 |
| Bericht des Aufsichtsrats | 7 |
| Konzernlagebericht | |
| Grundlagen und Strategie des Ströer Konzerns |
12 |
| Wirtschaftsbericht | 27 |
| Wirtschaftliches Umfeld | 27 |
| Ertragslage Gruppe | 28 |
| Finanz- und Vermögenslage | 31 |
| Ertragslage Segmente | 36 |
| Angaben zur Ströer SE & Co. KGaA | 39 |
| Informationen zur Aktie | 44 |
| MitarbeiterInnen | 47 |
| Vergütungsbericht | 49 |
| Chancen- und Risikobericht | 53 |
| Prognosebericht | 60 |
| Nachtragsbericht | 64 |
| Angaben gemäß § 315a HGB | 65 |
| Konzernabschluss | |
| Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung | 68 |
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 69 |
| Konzernbilanz | 70 |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | 72 |
| Konzern-Eigenkapitalveränder ungsrechnung |
74 |
| Konzernanhang | 76 |
| Versicherung der gesetzlichen Vertreter | 150 |
| Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers |
151 |
| Sonstige Informationen | |
| Impressum/Finanzkalender |
Ströer SE & Co. KGaA (im Folgenden "Ströer KGaA")
| In Mio. EUR | 12M 2020 | 12M 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.442,2 | 1.591,1 |
| EBITDA (adjusted) | 452,8 | 538,3 |
| Bereinigungseffekte | –22,5 | –34,4 |
| EBITDA | 430,2 | 504,0 |
| Abschreibungen | –334,7 | –345,5 |
| davon aus Kaufpreisallokationen und Wertberichtigungen | –58,7 | –68,7 |
| EBIT | 95,5 | 158,4 |
| Finanzergebnis | –34,0 | –32,6 |
| EBT | 61,5 | 125,8 |
| Steuern | –12,8 | –19,9 |
| Konzernergebnis | 48,6 | 105,9 |
| Bereinigtes Konzernergebnis | 126,0 | 194,5 |
| Free Cash-Flow (vor M&A) | 284,6 | 370,2 |
| Nettoverschuldung (31. Dez.) | 600,2 | 547,6 |
1 Für weitere Details zu den einzelnen Kennzahlen verweisen wir auf das Kapitel "Wertorientierte Steuerung".
Dr. Christian Baier wurde 1979 in Berlin geboren. Er studierte Betriebswirtschaft an der European Business School in Oestrich-Winkel, wo er auch promovierte.
Er war acht Jahre mit dem Fokus "Corporate Finance" für McKinsey tätig. Die folgenden sieben Jahre zeichnete er als Managing Director, CFO und COO für zLabels, eine Tochter der Zalando SE, verantwortlich.
Zum 1. August 2019 hat Dr. Christian Baier den Posten des Chief Financial Officer (CFO) bei Ströer übernommen und vervollständigt damit neben Co-CEO Udo Müller und Co-CEO Christian Schmalzl den Vorstand der Ströer Management SE.
Udo Müller Co-CEO
Udo Müller, 1962 in Rüdesheim geboren, stieg 1987 über die Vermarktung seines Handballvereins Reinickendorfer Füchse in Berlin in die Außenwerbung ein.
Ab 1990 baute er zusammen mit Heiner W. Ströer die Ströer City Marketing GmbH auf, die 2002 in eine Aktiengesellschaft umfirmiert wurde. Durch die Übernahme der Deutsche Städte Medien (2004) und der Deutsche Eisenbahn Reklame (2005) trieb Müller das Wachstum des Unternehmens voran, das er 2010 an die Börse brachte.
2011 wurde Udo Müller vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft als Anerkennung für herausragende unternehmerische Leistungen zum Senator h. c. ernannt.
Udo Müller erweiterte mit dem Online-Einstieg in 2012 den Geschäftsbereich des Außenwerbers um die Online-Vermarktung. 2018 folgte die erfolgreiche Erweiterung des Ströer Produktportfolios durch den Bereich Dialogmedien.
Christian Schmalzl, 1973 in Passau geboren, studierte Politikwissenschaft, Philosophie, Literaturwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Passau, München und Cardiff. Nach seinem Studium trat er 1999 bei der Münchner MediaCom ein und wurde im Jahr 2002 jüngster Geschäftsführer der Agenturgruppe.
2007 übernahm er die Verantwortung für das gesamte Deutschlandgeschäft, bevor er 2009 zum Worldwide Chief Operations & Investment Director (COO) der international agierenden Mediagruppe ernannt wurde. Zum Jahresende 2012 übernahm Christian Schmalzl die Aufgabe des COO im Vorstand von Ströer. Im März 2017 wurde Christian Schmalzl zum Co-CEO der Ströer SE & Co. KGaA berufen. Udo Müller und Christian Schmalzl bilden damit eine Doppelspitze der Ströer Gruppe.
das Jahr 2020 wird als Coronajahr in die Geschichte eingehen. Die Pandemie hat eine globale Krise von historischem Ausmaß ausgelöst, welche auch in unserem Heimatmarkt, Deutschland, deutliche Auswirkungen auf Wirtschaft und öffentliches Leben hat. Vor diesem Hintergrund konnten wir erneut die Stärken unserer OOH+ Strategie – der Kombination des OOH-Kerngeschäfts mit den flankierenden Geschäftsfeldern Digital OOH & Content und Direct Media – sowie den Vorteil unserer Fokussierung auf Deutschland unter Beweis stellen und die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie sehr gut meistern.
Auf der Umsatzseite war neben unserem starken lokalen OOH-Geschäft, bei dem die permanente, ganzjährig gebuchte Werbung einen hohen Anteil von rund 40 % an den gesamten lokalen Werbeumsätzen ausmacht, auch bereits gebuchtes Kampagnengeschäft, welches zusätzlich durch längere Storno-Fristen abgesichert ist, von großer Bedeutung – insbesondere zur Stabilisierung unserer Umsätze zum Peak der Pandemie und während der Shutdowns. Unsere Online-Geschäftsfelder konnten sogar teilweise von der Krise profitieren und mit steigenden Reichweiten pandemiebedingte Umsatzrückgänge zum Teil ausgleichen. So hat unser Ströer-Flaggschiffportal t-online.de seine Reichweite in der Krise zwischenzeitlich um ca. 30 % steigern können und unser Digitalvermarktungsgeschäft seine Stärken bewiesen. Gleichzeitig verzeichnete vor allem das E-Commerce-Geschäft von ASAM beschleunigtes Wachstum und auch Statista zeigte sich von der Covid-19-Krise quasi unbeeindruckt.
Auch auf der operativen Seite haben wir kurzfristig umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmens umgesetzt. Entscheidend für die schnelle, effiziente Implementierung waren sowohl unsere Marktkenntnis und unser striktes Kostenmanagement als auch unsere engagierten MitarbeiterInnen. Neben Gesundheitsfragen hatten Maßnahmen zur konzernweiten Kostenoptimierung höchste Priorität. Mit der konsequenten und vor allem langfristigen Fortführung dieser Maßnahmen gehen wir sogar gestärkt in die Zukunft.
Gleichzeitig haben wir unseren Capex mit 95 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahresniveau leicht erhöht. Neben Investitionen in den Ausbau unserer lokalen Marktposition lag der Schwerpunkt in der Weiterentwicklung unserer digitalen und dialogorientierten Geschäftsfelder, insbesondere im Ausbau unseres digitalen Werbeträger-Footprints und der automatisierten, programmatischen Vermarktung des Digitalinventars. Damit konnten wir unsere Ausgangsbasis in einem überaus herausfordernden Umfeld weiter ausbauen und stärken.
Daneben haben wir aufgrund unserer soliden Finanzposition und eines sich im Jahresverlauf aufhellenden wirtschaftlichen Umfelds eine Dividende auf Vorjahresniveau in Höhe von 2,00 EUR je Aktie für unser erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 ausgeschüttet, was Ausdruck unseres Vertrauens in die Stärke und Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens ist.
Unsere Aktie, die im März, im Höhepunkt der pandemiebedingten Marktunsicherheiten, ihren Jahrestiefstkurs mit 37,00 EUR markiert hat, konnte im Jahresverlauf deutlich zulegen und mit 82,50 EUR einen historischen Höchstkurs erreichen.
Selbstverständlich ist auch unser Geschäft nicht immun gegen eine Krise von historischem Ausmaß. Allerdings halfen uns unsere Strategie, der Fokus auf Deutschland, einem der global stabilsten und robustesten Märkte, und die konsequent umgesetzten Maßnahmen zur Kostenreduktion die negativen Auswirkungen der Pandemie auf unser Kerngeschäft zu begrenzen.
So sank unser Umsatz von 1.591 Mio. EUR um –9,4 % auf 1.442 Mio. EUR. Das organische Wachstum von rund –8,3 % war aufgrund unserer nur sehr geringen M&A-Aktivitäten auf einem vergleichbaren Niveau. Das adjusted EBITDA lag mit 453 Mio. EUR um rund 15,9 % unter dem Wert des Vorjahres (538 Mio. EUR). Mit 31,4 % entwickelte sich die adjusted EBITDA-Marge entsprechend rückläufig. Das bereinigte Jahresergebnis lag bei 126 Mio. EUR (Vorjahr: 194 Mio. EUR). Unser Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16 Tilgungsauszahlungen) entwickelte sich trotz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie vergleichsweise robust und lag bei 130 Mio. EUR (Vorjahr: 195 Mio. EUR).
Vor dem Hintergrund der Optimierungen in den vergangenen Jahren hat sich unser Unternehmensportfolio auch in der Pandemie als krisenresistent gezeigt. Daher hatten die Bereinigung des Portfolios um Randaktivitäten ebenso wie unsere M&A-Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr nurmehr eine untergeordnete Bedeutung.
Trotz all der operativen Herausforderungen spielt das Thema Nachhaltigkeit weiterhin eine wichtige Rolle in unserem unternehmerischen Handeln. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und diese in unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Bereits zuvor konnten wir wichtige Meilensteine erreichen, wie beispielsweise die Umrüstung unserer Werbeträger auf stromsparende LEDs, die Installation von erstem, umweltfreundlichem Außenwerbeinventar, wie bewachsenen Wartehäusern, und weitgehende Umstellung unseres Strombezugs auf regenerative bzw. CO2-neutrale Quellen.
Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Herausforderungen durch Covid-19 sehen wir uns insgesamt gut für das Geschäftsjahr 2021 und die Zukunft aufgestellt.
Wir danken unseren Geschäftspartnern und Investoren und insbesondere unseren engagierten MitarbeiterInnen für das unserem Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen und wünschen allen ein erfolgreiches Geschäfts- und Börsenjahr 2021.
Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Christian Baier Co-CEO Co-CEO CFO
Christoph Vilanek Vorsitzender des Aufsichtsrats
nicht nur das operative Geschäft der Gesellschaft unterlag im Geschäftsjahr 2020 den besonderen Herausforderungen der Pandemie, sondern auch die Arbeit des Aufsichtsrats und die Interaktion zwischen mir als Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und dem Aufsichtsratskollegium.
Voraussetzung für unsere erfolgreiche Arbeit in 2020 war unter anderem die langjährige, intensive Zusammenarbeit der handelnden Personen. Wenn man sich persönlich gut kennt, viele Gespräche und Diskussionen in persönlichen Begegnungen geführt hat, dann ist der Wechsel auf ein rein digitales Miteinander möglich, und die Qualität der Arbeit leidet nicht darunter. Hier hat sich die Konstanz im Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA mehr als bewährt. Die Besonderheit einer familienverankerten Gesellschaft hat diesen Effekt sicherlich noch verstärkt.
Trotz der Hemmnisse und Rückschläge im Geschäftsverlauf des ersten Halbjahres 2020 hat die Gesellschaft aus meiner persönlichen Sicht in der Umsetzung der OOH+ Strategie keinerlei Abstriche gemacht. Die Geschäfte wurden weiterentwickelt und optimiert, Verkäufe und Zukäufe in kleinem Umfang schnell und konsequent umgesetzt und die Digitalisierung des Unternehmens wurde beschleunigt.
Genau deshalb möchte ich an dieser Stelle – bevor ich zum eigentlichen Bericht über die Arbeit des Aufsichtsrats komme – die Gelegenheit nutzen, dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und den MitarbeiterInnen der Ströer Gruppe meinen Dank und meine Gratulation auszusprechen. Dieses Unternehmen so sicher und mit Augenmaß durch eine Pandemiekrise zu führen, ist eine besondere Leistung und spricht für eine außerordentliche Kompetenz, die jedem Aktionär für die Zukunft zurecht ein Gefühl des Vertrauens und des sich verlassen könnens liefern sollte.
Während des Geschäftsjahres 2020 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen zusammen, die alle aufgrund der Covid-19-Pandemie auf Entscheidung des Aufsichtsratsvorsitzenden und im Einvernehmen aller Aufsichtsräte virtuell abgehalten werden mussten.
Der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum den persönlich haftenden Gesellschafter, die Ströer Management SE (der "persönlich haftende Gesellschafter"), sorgfältig und regelmäßig beraten und überwacht. Dabei prüfte der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA vor allem die Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsgemäßheit der Geschäftsführung des persönlich haftenden Gesellschafters, vertreten durch dessen Vorstand. Der persönlich haftende Gesellschafter berichtete dem Aufsichtsrat sowohl in den Aufsichtsratssitzungen als auch außerhalb von Sitzungen laufend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Geschäftspolitik und alle relevanten Aspekte der Unternehmensplanung und kam damit seinen Informationspflichten vollumfänglich nach. Dabei wurden neben der Finanz-, Investitions- und Personalplanung der Gang der Geschäfte, regelmäßig die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Ströer Konzerns (einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements), die Finanzlage und die Rentabilität des Konzerns besprochen.
In zusätzlichen Gesprächen berieten sich der Aufsichtsratsvorsitzende, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats mit dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters über wesentliche Vorfälle des Geschäftsgangs. Über diese Beratungen wurde dem Aufsichtsratsplenum regelmäßig mündlich Bericht erstattet.
Mit den nachfolgend genannten Ausnahmen nahmen alle Aufsichtsratsmitglieder an allen Sitzungen des Aufsichtsrats während ihrer jeweiligen Amtszeit teil. Herr Dr. Thomas Müller war an der Teilnahme der Sitzung am 26. März 2020 verhindert, die Herren Dirk Ströer und Martin Diederichs fehlten bei der Sitzung am 30. Juni 2020 und Frau Rachel Marquardt konnte an der Sitzung am 17. Dezember 2020 nicht teilnehmen. Soweit Mitglieder des Aufsichtsrats nicht an Sitzungen des Aufsichtsrats teilnehmen konnten, waren diese entschuldigt.
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 26. März 2020 beriet sich der Aufsichtsrat in Anwesenheit des Abschlussprüfers der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, eingehend und billigte den uneingeschränkt testierten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA und den uneingeschränkt testierten Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2019. Außerdem billigte er die nicht finanzielle Erklärung des Ströer Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 ("NFE Bericht"). Der persönlich haftende Gesellschafter berichtete über die Liquidität des Eigenkapitals der Gesellschaft und erläuterte den Revisions-Bericht und den Compliance-Bericht für das Geschäftsjahr 2019. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war der Bericht des persönlich haftenden Gesellschafters über die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäfte des Ströer Konzerns, die verschiedenen Forecast-Szenarien und die Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandskraft der Ströer Gruppe.
Schwerpunkt der Sitzung des Aufsichtsrats am 30. Juni 2020 war die Besetzung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat kam zu der Entscheidung, dass dem Plenum entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019, bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 20. März 2020, eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört; wobei eine angemessene Anzahl vorhanden sei, wenn höchstens zwei Anteilseignervertreter abhängig sind. Nicht unabhängig waren nach der Feststellung des Aufsichtsrats Herr Dirk Ströer und Frau Angela Barzen. Nach Überzeugung des Aufsichtsrats sind damit sechs von acht Anteilseignervertretern sowie 14 von 16 Aufsichtsratsmitgliedern unabhängig. Der Nominierungsausschuss berichtete über seine konstituierende Sitzung und seine Prüfungen des bestehenden Kompetenzprofils. Er erläuterte seine Empfehlungen für Wahlen von Anteilseignervertretern in den Aufsichtsrat und das Aufsichtsratsplenum verabschiedete auf dieser Grundlage die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung mit den beiden unabhängigen Kandidaten Frau Barbara Liese-Bloch und Dr. Karl-Georg Altenburg. Außerdem beriet der Aufsichtsrat über die Empfehlung an die Hauptversammlung zur Vergütung des Aufsichtsrats bei virtuellen Aufsichtsratssitzungen. Schließlich verabschiedete der Aufsichtsrat den Evaluationsbogen für die Effizienzprüfung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020.
Die Sitzung des Aufsichtsrats am 17. September 2020 war geprägt durch die Vorbereitungen für die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020. Der Aufsichtsrat folgte der Empfehlung des persönlich haftenden Gesellschafters, die Hauptversammlung wegen der Beschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie im Geschäftsjahr virtuell durchzuführen und fasste entsprechende Ausführungsbeschlüsse. Nach ausführlicher Erörterung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie und den Auswirkungen einer Dividendenausschüttung auf die wirtschaftlichen Parameter der Ströer Gruppe beschloss der Aufsichtsrat, der ordentlichen Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 EUR je dividendenberechtigter Stückaktie vorzuschlagen. Der Aufsichtsrat verabschiedete außerdem insbesondere die Empfehlungen an die ordentliche Hauptversammlung zu der Entlastung des persönlich haftenden Gesellschafters und der Mitglieder des Aufsichtsrats und der Bestellung der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020. Unter Ausschluss des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters befasste sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung für das Geschäftsjahr 2020 und den Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Aufsichtsratsarbeit. Schwerpunkte der Erörterung waren Umfang und Zufriedenheit mit der Einbindung und Einbringung des Aufsichtsrats, Umfang und Tiefe der Informationen durch den persönlich haftenden Gesellschafter insbesondere im Hinblick auf mögliche Haftungsrisiken, die ausreichende Nutzung der Erfahrungen und Qualifikationen der Mitglieder des Aufsichtsrats, Umfang und Grenzen der D&O Versicherung und die Angemessenheit der Vergütung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass die Bewertung dieser Themen sich im Vergleich zur vorangegangenen Selbstprüfung deutlich verbessert habe. Zur weiteren Verbesserung sollen im Einklang mit der entsprechenden Empfehlung des Corporate Governance Kodex insbesondere Abschnitte der Aufsichtsratssitzungen ohne Anwesenheit des Vorstands abgehalten werden. Außerdem betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, er werde die entsprechenden Gespräche mit dem persönlich haftenden Gesellschafter zur Frage der Vergütung des Aufsichtsrats fortführen.
In der Sitzung am 17. Dezember 2020 verabschiedete der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 16. Dezember 2019. Außerdem beschloss der Aufsichtsrat die Änderung der Satzung der Gesellschaft zur Erhöhung des Grundkapitals und entsprechenden Anpassung des bedingten Kapitals nach der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2015 im Geschäftsjahr 2020 durch Bezugsberechtigte.
Der Prüfungsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2020 fünf Sitzungen ab, die überwiegend virtuell abgehalten wurden. Nach Beginn der Covid-19-Pandemie in Deutschland war zentrales Thema aller Sitzungen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, verschiedene Forecast-Szenarien und Maßnahmen zur Kostenreduktion. Außerdem fasste er einen Beschluss im schriftlichen Verfahren. Im Wege des schriftlichen Verfahrens stimmte der Prüfungsausschuss mit Beschluss vom 18. Februar 2020 der Beauftragung des Abschlussprüfers der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, mit Nicht-Prüfungsleistungen im Geschäftsjahr 2020 zu. In der Sitzung vom 27. Februar 2020 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit den vorläufigen Geschäftsergebnissen des Geschäftsjahres 2019 und den Arbeiten am Jahresabschluss, den aktuellen Geschäftszahlen des Ströer Konzerns und verschiedenen steuerlichen Themen.
Am 20. März 2020 prüfte der Prüfungsausschuss die Entwürfe des Jahres- und des Konzernabschlusses der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2019 und den nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2019. An dieser Sitzung nahm der Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, teil. In weiteren Sitzungen am 7. Mai 2020, 6. August 2020 und 5. November 2020 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit den jeweiligen Zwischenabschlüssen der Gesellschaft, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020, der internen Revision, dem Risikomanagement-Bericht und Compliance Fragen.
An den Sitzungen des Prüfungsausschusses nahmen mit nachfolgenden Ausnahmen alle Ausschussmitglieder teil: 20. März 2020 Herr Ulrich Voigt, 6. August 2020 Herr Christoph Vilanek. Außerdem wohnte allen Sitzungen der Finanzvorstand des persönlich haftenden Gesellschafters, Herr Dr. Christian Baier, bei. Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats sind unverändert Herr Ulrich Voigt als Vorsitzender, Herr Christoph Vilanek als stellvertretender Vorsitzender und Herr Dirk Ströer.
Der Nominierungsausschuss fand sich am 27. Mai 2020 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Alle Ausschussmitglieder nahmen an dieser Sitzung teil, die virtuell durchgeführt wurde. Der Ausschuss wählte aus seinen Reihen Herrn Martin Diederichs zum Ausschussvorsitzenden, Frau Petra Sontheimer zur stellvertretenden Ausschussvorsitzenden und Herrn Ulrich Voigt als einfaches Ausschussmitglied. An dieser Besetzung hat sich im gesamtem Berichtszeitraum nichts geändert. Anschließend verabschiedete er die Geschäftsordnung des Nominierungsausschusses. Außerdem prüfte der Nominierungsausschuss das bestehende Kompetenzprofil aus dem Jahr 2018 und kam zu dem Schluss, dass dieses nicht aktualisiert werden müsse. Schließlich diskutierte der Nominierungsausschuss Wahlvorschläge für die Wahl von Anteilseignervertretern in der ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2020 und einigte sich nach eingehender Prüfung und Gesprächen mit den Kandidaten darauf, dem Aufsichtsratsplenum Frau Barbara Liese-Boch und Herrn Dr. Karl-Georg Altenburg als Wahlvorschlag zu empfehlen.
Über die Arbeit in den Ausschüssen unterrichteten die Ausschussvorsitzenden das Aufsichtsratsplenum regelmäßig und umfassend.
Der von dem persönlich haftenden Gesellschafter aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019 und der Konzernabschluss der Ströer Gruppe für das Geschäftsjahr 2019 wurden unter Einbeziehung der Buchführung und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns von dem Abschlussprüfer der Gesellschaft, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, geprüft. Diese erteilte jeweils den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der persönlich haftende Gesellschafter stellte die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss sowie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 26. März 2020. An den Erörterungen im Plenum nahm der verantwortliche Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen zur Verfügung.
Sämtliche vom persönlich haftenden Gesellschafter und dem Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen prüfte der Aufsichtsrat eingehend. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen und schloss sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, an. Der von dem persönlich haftenden Gesellschafter aufgestellte Jahresabschluss und Konzernabschluss der Gesellschaft wurden vom Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA gebilligt.
Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA besteht aus 16 Mitgliedern und zwar acht Anteilseignervertretern und acht Arbeitnehmervertretern. Zu Beginn des Berichtszeitraums gehörten dem Aufsichtsrat die acht Anteilseignervertreter Herr Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herr Dirk Ströer als stellvertretender Vorsitzender, Frau Angela Barzen, Frau Simone Thiäner, Frau Petra Sontheimer, Herr Ulrich Voigt, Herr Martin Diederichs, Herr Vicente Vento Bosch und die acht Arbeitnehmervertreter Frau Sabine Hüttinger, Frau Rachel Marquardt, Frau Nadine Reichel, Herr Andreas Huster, Herr Tobias Meuser, Herr Dr. Thomas Müller, Frau Petra Loubeck und Herr Christian Sardiña Gellesch an. Frau Simone Thiäner legte ihr Amt zum 30. Juni 2020 nieder. Mit Beschluss vom 19. August 2020 bestellte das Amtsgericht Köln auf Antrag des persönlich haftenden Gesellschafters Herrn Dr. Karl-Georg Altenburg anstelle von Frau Simone Thiäner als Anteilseignervertreter zum Mitglied des Aufsichtsrats. Mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 4. November 2020 endeten die Aufsichtsratsämter der Anteilseignervertreter Dr. Karl-Georg Altenburg und Vicente Vento Bosch. Herr Vicente Vento Bosch kandidierte nicht für eine weitere Amtszeit und schied damit aus dem Aufsichtsrat aus. Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 bestätigte das Aufsichtsratsmitglied Dr. Karl-Georg Altenburg und wählte anstelle von Herrn Vicente Vento Bosch Frau Barbara Liese-Bloch in den Aufsichtsrat.
Alle neuen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten eine Einführung in die wesentlichen wirtschaftlichen, rechtlichen, personellen und sonstigen Kriterien der Gesellschaft und des Ströer Konzerns sowie eine Zusammenfassung der Rechte und Pflichten eines Aufsichtsratsmitglieds. Fortbildungsmaßnahmen für alle Aufsichtsratsmitglieder wurden im Berichtszeitraum nicht durchgeführt.
Im Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters ergab sich im Berichtszeitraum keine personelle Veränderung.
Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA spricht dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters, den Unternehmensleitungen der Konzerngesellschaften, dem Betriebsrat sowie allen MitarbeiterInnen für ihren großen persönlichen Einsatz, ihre herausragenden Leistungen und ihr fortwährendes Engagement seinen großen Dank und seine Anerkennung aus.
Für den Aufsichtsrat Christoph Vilanek Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA
Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.
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Ströer hat im Geschäftsjahr 2020 erfolgreich weiter auf den in Vorjahren durch entsprechende Akquisitionen gelegten Grundlagen aufgebaut.
Die Strategie "OOH+" basiert vorrangig auf
Im Geschäftsjahr 2020 erreichte Ströer in Deutschland auf Basis des Werbeumsatzes im Bereich Außenwerbung erneut eine starke Marktposition.
Die Grundlagen des Geschäftsmodells sind auf viele Jahre hinaus gesichert. Die – trotz Pandemie – im Geschäftsjahr 2020 getätigten Investitionen, sowie die im Jahr 2021 und den Folgejahren geplanten Investitionen in den weiteren Aufbau digitaler Infrastruktur in Deutschland, sind ein wichtiger Garant für die positiven Erfolgsaussichten dieser strategischen Ausrichtung und ihre nachhaltigen Monetarisierbarkeit.
Der Werbemarkt in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr so stark gewachsen wie zuvor und im Jahr 2020 sogar geschrumpft. Die Gattung Outof-Home weist jedoch seit 2014 tendenziell ein stetes Wachstum auf, welches, bis auf 2020, deutlich höher ist als das des gesamten Marktes. Es ist davon auszugehen, dass mit Ende der Pandemie-bedingten Einschränkungen sich diese Entwicklung wieder fortschreibt.
Mit einem Gattungsmarktanteil von zuletzt mehr als 7 % weist OOH in Deutschland, im Vergleich zu den Werbemarktanteilen der Außenwerbung in anderen internationalen Märkten dennoch weiteres Wachstumspotenzial auf.
Weitere Metafaktoren beeinflussen dieses Potenzial positiv:
Quelle: Nielsen Germany, Bruttowerbeausgaben. Alle Zahlen bereinigt | Nielsen-Erfassungs-Methodik bis 2019 (ohne Werbesendungen | ohne Sky-Sender | inkl. Fachzeitschriften)
Ströer profitiert von diesem Momentum für die Gattung OOH aufgrund seines Marktanteils überproportional und infolge der "OOH+" Strategie, welche deutlich mehr Flexibilität für Werbekunden bietet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der "OOH+" Strategie ist die zunehmende Automatisierung von Außenwerbung. Sie eröffnet neue Vertriebskanäle ("Programmatic"), erlaubt eine bessere Nutzung der Inventare (kurzfristig verfügbar, granular, paketierbar) und gleichzeitig gesteigerte technologische Möglichkeiten dynamischer Werbeformate (z. B. durch die Integration sehr aktueller Informationen, wie Sportergebnisse, Wetter etc.).
In der automatisierten Vermarktung hat sich in den letzten Jahren programmatische Werbung weltweit zunehmend durchgesetzt. Programmatische Inventare werden automatisiert gehandelt. Der zusätzliche Einsatz von Zielgruppen-(Bewegungs-)Daten führt zudem zur Erschließung neuer Kundenpotenziale. Die Mechanik ist in der Online Vermarktung entstanden, in der auf automatisierten Marktplätzen Angebotsinventare (SSP, Supply Side Platform) auf Nachfragemodelle (DSP, Demand Side Platforms) treffen und per Algorithmik in Einklang gebracht werden.
Quelle: Statista, Image und Akzeptanz der Werbekanäle
Die Ströer Digital Gruppe ist einer der wesentlichen Online Vermarkter in Deutschland. Das daraus resultierende Wissen um automatisierte programmatische Vermarktung hat Ströer genutzt, um auch in der Außenwerbung flexiblere programmatische Angebote auf Basis fortschreitend digitalisierter Infrastruktur zu entwickeln und zu vermarkten. Ströer hat dabei in den vergangenen sechs Jahren bereits wichtige Erfahrungen gesammelt. Die seit mehr als zehn Jahren aufgebaute digitale Indoor-Infrastruktur mit rund 5.000 Public Video Screens in Bahnhöfen, Einkaufszentren, Premium Indoor Standorten und Nahverkehrssystemen wird nicht nur als klassische digitale Außenwerbung, sondern auch als programmatisches Inventar vermarktet und genutzt. Das stark wachsende Inventar digitaler Außenwerbeflächen im Straßenbereich wird sukzessive auch in programmatischen Strukturen vermarktet.
Ohne das Know-how in programmatischer Werbevermarktung wäre der Aufbau einer funktionierenden OOH Programmatic-Infrastruktur und deren erfolgreiche Vermarktung nicht so schnell gelungen. Das daraus entstehende Produkt verbindet das beste beider Welten: Bildlichkeit und Reichweite der Außenwerbung mit Flexibilität und Granularität der programmatischen Online Werbung.
Die Digitalisierung von Außenwerbung basiert auf von Ströer in der Vergangenheit strategisch besetzten Möglichkeiten:
Ströer ist in der Lage, diese bestmöglich zu monetarisieren.
Das insgesamt durch die OOH+ Strategie entstandene Angebotsportfolio von Ströer führt zudem zu einer breiteren und tieferen Verzahnung mit den Kunden.
Einhergehend mit dem Ausbau von Portfolio und Technologie hat Ströer in den vergangenen Jahren auch massiv in den Ausbau der Vertriebskapazitäten auf allen Ebenen investiert und diesen Ansatz auch in 2020, trotz Pandemie, konsequent weiterverfolgt.
Der Vertrieb erfolgt sowohl über eine nationale Vertriebsorganisation, welche Kunden und ihre Agenturen zentral betreut, als auch über eine regionale und lokale Vertriebsorganisation, welche in der Lage ist, kleinste Kunden direkt vor Ort persönlich zu betreuen.
Ströer ist ein Anbieter von Außen- und Online-Werbeflächen sowie aller Facetten des Dialog Marketings mit dem Schwerpunkt auf den deutschen Werbemarkt.
Die Reporting-Segmente der Ströer Gruppe bestehen im Jahr 2020 aus den Segmenten Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media.
Die Segmente sind, in enger Abstimmung mit der Konzern-Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA, operativ eigenständig am Markt tätig.
Die Abstimmung bezieht sich insbesondere auf die strategische Ausrichtung im Rahmen der Gesamtsteuerung des Ströer Konzerns sowie die vertriebliche Bearbeitung des nationalen, regionalen und lokalen Werbemarktes. Hierdurch ist ein gezielter Know-how-Transfer zwischen den einzelnen Segmenten möglich. Häufig entstehen gerade daraus neue, einzigartige Angebote für unsere Kunden sowie eine Festigung und Ausweitung vorhandener Kundenbeziehungen.
Darüber hinaus werden auch die Finanzierung und die Liquidität im Ströer Konzern zentral gesteuert. Die hieraus resultierende Refinanzierung der Segmente und deren Versorgung mit ausreichender Liquidität verschaffen den operativen Einheiten die notwendige Flexibilität, um Chancen im Markt kurzfristig nutzen zu können.
Ströer stellt den Infrastrukturpartnern vor Ort – Kommunen, Gesellschaften und privaten Verpächtern von Flächen für Werbeanlagen – direkte Ansprechpartner zur Verfügung und kann schnell auf die jeweiligen Erfordernisse reagieren. Dies ist etwa im Kontext der schnellen Verbreitung von Informationen in der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19- Pandemie von besonderer Bedeutung.
Basis des Außenwerbegeschäfts ist ein attraktives Portfolio an Verträgen mit privaten und öffentlichen Grundstücks- und Gebäudeeigentümern, von denen Ströer Werberechtskonzessionen für reichweitenstarke Standorte erlangt. Von besonderer Bedeutung sind dabei Verträge mit Kommunen, für die Ströer als Systemanbieter intelligente und passgenaue Infrastrukturlösungen entwickelt, welche das Stadtbild aufwerten oder zusätzliche Dienste ermöglichen.
Daneben sind die Verträge mit der Deutschen Bahn und der ECE-Gruppe sowie mit zahlreichen Anbietern im öffentlichen Personennahverkehr von hervorgehobener Bedeutung. Dabei erstreckt sich das Produktportfolio auf alle Werbeformen, die außer Haus zum Einsatz kommen – von klassischen Plakatmedien (verschiedene Größen) über die Werbung an Wartehallen und Transportmitteln bis hin zu digitalen Werbeanlagen.
Das digitale Außenwerbegeschäft, welches heute im Kern auf dem Produkt Public Video beruht, ist aufgrund der Geschäftsnähe und der Technologie im Digital OOH & Content Segment subsummiert.
Die Verträge mit Rechtepartnern sehen im Allgemeinen die Zahlung einer festen Pacht vor, während die kommunalen Konzessionsverträge überwiegend umsatzabhängige Pachtzahlungen enthalten, teilweise gesockelt (Mindestpacht) oder gedeckelt (Maximalabgabe). Unvorhergesehene und unverschuldete Ereignisse, wie eine Pandemie, erlauben die flexible Handhabung vieler Abgaben.
2020 konnten die kommunalen und privaten Werberechtskonzessionen, wie auch in den vorangegangenen Jahren, weiter ausgebaut werden.
Die Digitalisierung bestehender und neuer Werbestandorte stand bei den alten und neuen Werbekonzessionen erneut im Mittelpunkt. Um die Digitalisierung der Städte weiter voran zu treiben, engagiert sich Ströer u. a. in der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland sowie in einer Reihe weiterer Vereinigungen. Die Zielsetzung ist, Infrastruktur und Möglichkeiten von Ströer dazu zu nutzen, die Kommunikation im öffentlichen Raum zu vereinfachen und Bürgern die Bewältigung ihres fortschreitend digitalisierten Alltags durch smarte kommunale Dienste zu erleichtern. Hierbei spielt es eine besondere Rolle für die Kommunen, ihre Bürger sehr schnell und breit mit Informationen versorgen, oder sie warnen zu können. Digitale Stadtinformationsanlagen bieten genau dies.
Ströer steht mit vielen deutschen Kommunen in einem intensiven Austausch über die Zukunft und Entwicklung deutscher Städte. Im Jahr 2020 wurde die Stadt Bonn dabei als Modellstadt "Smart City" ausgewählt und es wurden eine Reihe von gemeinsamen Initiativen konzipiert, welche Umweltschutz, Bürgerdialog und Kultur in Bonn durch intelligente Nutzung modernster Anlagen nachhaltig fördern.
Ströer verfügt über eine eigene Forschungs- & Entwicklungsabteilung mit Niederlassungen in Köln und Shanghai. Hier werden Produktlinien gewartet und weiterentwickelt sowie Innovationen konzipiert.
Dem Außenwerbegeschäft sind zudem eine Reihe von Beteiligungen zugeordnet, die das kundenzentrierte Angebot optimal abrunden. Hier seien beispielsweise die Edgar Media, vormals United Ambient Media Group GmbH (UAM), oder BlowUp Media genannt. Erstere bedient alle Ambient Medien, letztere konzentriert sich auf die Formate größer als 20qm.
Durch die digitale und damit flexible Bespielung der digitalen Außenwerbeflächen ist es möglich, diese über alle Vertriebskanäle hinweg zu vermarkten und zudem aufgrund der vollständig digitalisierten Logistik sehr flexibel und granular anzubieten – von Paketen und Netzen bis hin zu einzelnen Flächen, von Kampagnen über längere Zeiträume hinweg bis hin zu spezifischen zeitpunktabhängigen Aktionen. Gleichzeitig lassen sich noch verfügbare Inventare ("Yields") sehr kurzfristig vermarkten. Die hierfür nötigen, umfassenden technischen Grundlagen auf allen Vertriebsebenen werden permanent weiter ausgebaut – dies betrifft beispielsweise flexible Kreationen oder die Ausspielung von Werbung in Abhängigkeit von bestimmten für das Produkt relevanten Gegebenheiten (wie z.B. Niederschlag, Temperatur, Infektionsgeschehen, etc.).
Die wesentlichen Highlights in 2020 im Segment waren:
Mittlerweile vermarktet Ströer in 40 Städten Roadside Screens. Mit Bremen, Gelsenkirchen, Halle, Heidelberg, Jena, Magdeburg, Fürth und Dresden gingen acht neue Städte in die Vermarktung.
Auch in diesem Jahr wurde weiterhin in den regionalen Netzausbau zu Gunsten höherer Reichweiten innerhalb der Metropolen investiert. So konnten die U- und S-Bahnsysteme in Berlin, Hamburg, Köln und München weiter ausgebaut werden.
Hierbei stand der weitere Netzausbau in den Städten Frankfurt, Hannover und München im Fokus.
Das Netzwerk konnte um Malls wie beispielsweise die Berlin Schultheis Quartier, Dresden Karree, Krohnstiegcenter Hamburg, Forum Gummersbach, City Center Langenhagen, Cano Singen, Helio Augsburg und Plärrer in Nürnberg ausgebaut werden.
In 2020 konnten vier neue LED Standorte in München sowie zwei Standorte in Düsseldorf in Betrieb genommen werden.
Nach dem Start des Produkts im Jahr 2019 konnte Ströer in diesem Jahr in Städten wie Bonn, Braunschweig, Essen, Magdeburg und Wolfsburg weitere 113 Cityscreens aufbauen und in die Vermarktung überführen.
Wichtigste Neuaufbauten betrafen in 2020 Budnikowski, Fitness First, Edeka Nord und Cinemaxx.
Ströer bietet darüber hinaus skalierbare Produkte von Branding & Storytelling bis hin zu Performance, Native Advertising und Social Media im Internet an.
Mit einer Reichweite von über 50,93 Mio. Unique Usern pro Monat (AGOF daily digital facts, Dezember 2020, 16+) ist die Ströer Digital Media GmbH der größte Digitalvermarkter in Deutschland laut Vermarkter-Ranking der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) und zählt damit zu den bedeutendsten Display- und Mobile-Vermarktern im deutschen Werbemarkt.
Im Bereich Display- und Mobile-Vermarktung verfügt Ströer Digital Media über eine Vielzahl an Direktmandaten, eigenen Websites und über eine automatisierte Technologieplattform (sowohl für die Demand- als auch für die Supply-Side).
Zu den eigenen Websites gehören neben t-online.de Special Interest Portale wie Giga.de oder Kino.de. Im Bereich der Direktmandate hat Ströer die Vermarktungskapazität gebündelt und verfügt nun über exklusive Vermarktungsrechte für mehr als 1.000 Websites.
Bereits umgesetzt wurden der neue IAB Standard Flexible Ads und die Möglichkeiten zum Targeting unter Berücksichtigung der geltenden strengen Datenschutz-Standards. Damit kann wesentlich mehr Inventar programmatisch zur Verfügung gestellt und somit sehr kurzfristig zum optimalen Preis vermarktet werden.
Die wesentlichen Highlights im Bereich der Online Vermarktung im Einzelnen:
Bei der Ströer Media Brands (SMB), und der Ströer Social Publishing GmbH (SSO) werden Portale aus sozialen Netzwerken (v.a. Facebook, neuerdings auch Pinterest) zu einer Vielzahl von Themen betrieben.
Die Statista Gruppe konnte ihren in den Vorjahren eingeschlagenen Wachstumskurs weiterhin fortsetzen.
Das organische Wachstum erstreckte sich über alle Geschäftsbereiche der Statista hinweg, wobei insbesondere das asiatische Geschäft mit dem bestehenden Büro in Singapur und der Eröffnung eines neuen Vertriebsbüros in Tokio eine sehr dynamische Entwicklung verzeichnen konnte. Insgesamt wurden rund zwei Drittel der Erlöse außerhalb Deutschlands generiert. Auch das Direktgeschäft mit Kunden, die eigenständig auf der Website einen Zugang kaufen, entwickelte sich sehr gut. Treiber war hier die starke Online-Traffic-Entwicklung, welche unter anderem aus einer großen Nachfrage nach verlässlichen Covid-19-Daten resultierte. Hier hat Statista sich bereits im März 2020 aktiv positioniert und den Datenbestand erweitert. Auch in anderen Geschäftsbereichen stand der Gesundheitssektor 2020 im Fokus.
Darüber hinaus wurde die Entwicklung eigener Inhalte unter der Kernmarke Statista weiter forciert: In 2020 lag dabei der Fokus auf der Erweiterung der Experten-Lösungen für Unternehmenskunden. Die Erweiterung der Firmendatenbank, Statista CompanyDB, auf mehr als 1,5 Mio. enthaltene Unternehmen und die Einführung eines neuen Marktüberblicks für die Werbe- und Medienindustrie, Statista Advertising & Media Outlook, sind erwähnenswert. Ebenso wurde das Premiumprodukt Statista Global Consumer Survey, eine proprietäre Datenbank zum Konsumverhalten und zur Mediennutzung von Verbrauchern, erweitert. Hier werden Daten aus über 1 Mio. Interviews mit Konsumenten in 56 Ländern zur Verfügung gestellt.
2020 war für die BHI Gruppe (asambeauty GmbH/ Beauty and Health Investment Group GmbH) erneut ein sehr erfolgreiches Jahr, und ein weiterer Rekordumsatz von über 106 Mio. EUR konnte erwirtschaftet werden. Dieses Wachstum basiert im Wesentlichen auf drei Hauptvertriebswegen:
Bereits 2017 wurden die Avedo Gruppe und die Ranger Gruppe von Ströer übernommen. Die Avedo Gruppe fokussiert sich auf Telesales und Dialogmarketing und bietet ihre Leistungen vorrangig auf CPO-Basis (Cost per Order) an. Die Avedo Gruppe verfügt über 30 Mio. Kundenkontakte jährlich und Expertise in zwölf Branchen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Energie, IT, Tourismus, Multimedia und E-Commerce. Mit der Akquisition der Ranger Gruppe im Bereich des performanceorientierten Direktvertriebs wurde das Performance-Marketing-Geschäft der Avedo Gruppe um einen zusätzlichen Kanal ergänzt.
Die Ranger Gruppe ist ein Außendienst-Spezialist und übernimmt für seine Auftraggeber den hocheffizienten, performancegesteuerten Direktvertrieb. Das Unternehmen verkauft Produkte für Auftraggeber unter anderem in den Branchen Telekommunikation, Energie, Handel, Finanzen und Medien an Privat- und Geschäftskunden.
Aus den Akquisitionen in diesem Bereich ist in den vergangenen Jahren die Ströer Dialog Group entstanden, die im Konzern das Dialog Marketing repräsentiert. Sie ist zu einem der großen Anbieter von Callcenter-Kapazitäten in Deutschland aufgestiegen und ist einer der größten Anbieter von performanceorientiertem Direktvertrieb in Europa.
Die wesentlichen Kunden-Highlights/-akquisen in 2020 im Segment waren:
Zukünftig fokussiert sich Ströer schwerpunktmäßig auf Sales & Service to Sales Themen, die für unsere Kundenbeziehungen relevanter sind und ein höheres Margen- und Wachstums-Potenzial aufweisen. Standorte, welche rein serviceorientierte Dienstleistungen anbieten und bei denen Kunden eher Kapazitäten kaufen, sind in ein Beteiligungsunternehmen (assoziiertes Unternehmen) überführt worden, an dem Ströer 50 % hält. Die operative Steuerung und finale Verantwortung für diese Standorte liegen bei unserem Partner und seinem Management.
Rangers Ambition ist es, für seine Partner flächendeckenden Direktvertrieb in den jeweiligen Ländern anzubieten. Dazu baut Ranger konsequent über organisches und anorganisches Wachstum B2C- und B2B-taugliche Vertriebsstrukturen auf. Mit ausgesuchten Premiumpartnern verbindet Ranger eine langjährige Zusammenarbeit und eine tiefe Prozessintegration. Ranger arbeitet durchgängig digital. Von Vertriebssteuerung, Gebietsplanung, Kundendatenerfassung und -bearbeitung, Auftragsprozessierung bis zur Abrechnung. Alle Prozesse sind tief in die Auftraggeberstrukturen integriert. Dies sorgt für Qualitäts-, Geschwindigkeits- und Steuerbarkeitsvorteile, aber auch für Kostenersparnisse. Ranger treibt seine Innovations- und Internationalisierungsstrategie massiv voran. Vision ist es, der dominante Marktplayer in den wichtigsten Europäischen Märkten für die performanceorientierte Direktvermarktung im B2C und B2B Segment zu sein.
Die Highlights:
Ströer konzentriert sich auf Business-Segmente, die aktiv und aus eigener Kraft vorrangig in Deutschland entwickelt werden können und klare Wachstumschancen bieten. Sie zeichnen sich zum einen dadurch aus, dass das Inventar ein sehr diversifiziertes Rechte-Portfolio aufweist und die Anforderungen an lokale operative Exzellenz besonders hoch sind. Zum anderen erfordern die Segmente für Management und Produktentwicklung ein hohes lokales Markt-Know-how und sind zudem nicht global skalierbar, da es länderübergreifend große Unterschiede bezüglich Marktstruktur und sprachlicher, kultureller als auch regulativer Rahmenbedingungen gibt.
Daher sind solche Business-Segmente durch einen starken und integrierten lokalen Anbieter wie Ströer optimal zu gestalten.
Vor allem das traditionelle Kernsegment von Ströer Out-of-Home Media erfährt durch die Entwicklung des Digitalgeschäftes rund um deutschen Content (DOOH & Content Media) und zusätzliche Dienste des Segmentes Direct Media nachhaltige Wachstumsimpulse in der Strategie OOH+.
Historisch war der Bereich Out-of-Home stets auch aufgrund der föderal diversifizierten Struktur der deutschen Städtelandschaft durch eine begrenzte Standardisierung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass jeder Rechtevertrag individuell zu entwickeln und zu betreuen ist und gleichzeitig internationale Skaleneffekte etwa in der Produktentwicklung und -beschaffung keine große Rolle einnehmen.
Gründe für den Erfolg in den Kernsegmenten von Ströer sind im Wesentlichen:
Im Sinne der Optimierung der Investitionen von Ströer in das eigene Portfolio können die Auslastung sowie die Wertschöpfung des Portfolios fortlaufend optimiert werden. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung von Infrastruktur wird die historische Dividende in Form von proprietären Rechten und Produkten optimal monetarisiert. Noch nicht monetarisierte Werbeflächen oder bereits bestehende Marketing-Infrastrukturen steigern den Wert der in den Vorjahren gezielt ergänzten und profitablen Beteiligungen und Zusatzgeschäfte.
Organisatorisch bedeutet dies eine erhebliche Elastizität und Spannbreite, welche durch neu eingeführte CRMund ERP-Systeme zentral unterstützt werden
Damit ist Ströer sehr gut aufgestellt, um im deutschen Werbemarkt weiterhin nachhaltig erfolgreich zu sein. Die Effekte von Krisen, wie der Covid-19-Pandemie, werden schneller kompensiert als in anderen Wirtschaftsbereichen. Ströer ist in der Lage, sehr schnell auf Marktgegebenheiten in Deutschland individuell zu reagieren.
Der Werbemarkt ist Brutto insgesamt in 2020 zurückgegangen infolge der wirtschaftlichen Effekte der Covid-19-Pandemie. Zusätzlich muss hierbei jedoch zwischen National und Regional/Lokal unterschieden werden:
National (Nielsen): TV in der Bruttobetrachtung mit erstaunlich großen Verlusten trotz erheblich mehr Medien-Konsum während der Lockdowns und in der Nettobetrachtung sogar erneut mit erheblichen Einbußen bedingt durch generelle Zurückhaltung der Werbekunden, vor allem im ersten Shutdown (Frühjahr), Print sowohl in der Brutto- als auch Netto-Darstellung weiterhin mit einem negativen Trend. Dagegen sind Online Display/ Content Media in der Netto- und Brutto-Darstellung positiv, besonders Portale und Nachrichtenseiten. Die Kategorie Radio ist von niedrigem Niveau aus leicht wachsend, Kino vollkommen eingebrochen bedingt durch verordnete Schließungen.
Perspektivisch kann davon ausgegangen werden, dass das Aufkommen von Video on Demand Diensten (Amazon Prime, Netflix, Magenta TV, Sky, DAZN, Disney+ etc.) zunehmend Druck auf die Nutzungsdauer von klassischem linearen TV ausüben wird und Kino und klassische gedruckte Werbemedien weiter an Bedeutung verlieren werden, dieses vor dem Hintergrund sich zunehmend entwickelnder Online Content-Plattformen.
Regional weist der Markt ein erhebliches Volumen auf, von dem ein großer Teil der Werbeinvestitionen von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) noch in eher klassischen Medien wie Print, Verzeichnisdiensten, Website-Gestaltung oder Messeauftritten liegt. Letzteres ist in 2020 nahezu vollkommen eingebrochen. Andere, regional verfügbare Werbung, wie etwa OOH konnten davon profitieren. Daher ist davon auszugehen, dass sich digitale und einfacher skalierbare Angebote besser entwickeln werden als analoge.
Die Digital-Strategie basiert auf einer fortlaufend weiterentwickelten Technologieposition, die lokale und regionale Performance ebenso wie Direktmarketing ermöglicht. In zunehmendem Maße sind dabei Technologien erfolgsentscheidend, die eine zielgenaue Aussteuerung von Kampagnen und das professionelle Management anonymisierter Datenmengen ermöglichen. Hierdurch ist die reibungslose Verzahnung von Branding- und Performance-Marketing im Rahmen von Multi-Screen-Strategien möglich. Neben der Entwicklung spezieller Anwendungen und Software-Lösungen im Bereich der digitalen Werbung fokussiert sich der Ströer Konzern gleichzeitig im OOH-Bereich auf die Entwicklung der nächsten Generation von Werbeträgern (bspw. begrünte Werbeträger, Multi-funktionale Wartehallen, neuere emissionsarme Displaytechnologien) für unsere Kunden.
Der Ströer Konzern wird nach intern definierten finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertentwicklung gesteuert. Hierbei folgen die finanziellen Steuerungsgrößen der internen Berichtsstruktur. Dabei handelt es sich um Kennzahlen, die sowohl das Geschäftsmodell als auch die Steuerung abbilden, jedoch nicht Bestandteil der internationalen Rechnungslegungsstandards sind. Dazu gehören das organische Umsatzwachstum und das adjusted EBITDA als Hauptsteuerungsgrößen. Zu den weiteren Kennzahlen gehören das bereinigte Konzernergebnis, Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen), der ROCE (Return on Capital Employed) und der dynamische Verschuldungsgrad. Einer der wesentlichen Indikatoren, an denen sich das Wachstum des gesamten Konzerns ablesen lässt, ist die Umsatzentwicklung. Diese ist auch eine der wesentlichen Größen zur Steuerung der Segmente im Ströer Konzern. So werden den einzelnen Geschäftsbereichen im Rahmen der Budgetierung und Mittelfristplanung auf die jeweilige Ebene heruntergebrochene Zielumsätze vorgegeben, deren Einhaltung unterjährig laufend überwacht wird. Dabei wird sowohl das organische Umsatzwachstum als auch das nominale Umsatzwachstum betrachtet. Bei der Berechnung des organischen Umsatzwachstums geht die Geschäftsentwicklung von akquirierten Unternehmen – positiv wie negativ – direkt ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung in die Berechnung mit ein.
Das adjusted EBITDA (Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, vor Wertminderungen sowie korrigiert um Bereinigungseffekte) stellt die nachhaltige Ertragsentwicklung des Konzerns dar. Daneben ist das adjusted EBITDA eine wesentliche Input-Größe zur Bestimmung des Verschuldungsfaktors, der den kreditgebenden Banken quartalsweise mitzuteilen ist. Darüber hinaus wird das nachhaltige adjusted EBITDA am Kapitalmarkt im Rahmen des Multiplikatorverfahrens vereinfachend zur Bestimmung des Unternehmenswerts herangezogen.
Das bereinigte Konzernergebnis ist eine Kennzahl zur Bestimmung unserer Dividendenauszahlung. Grundsätzlich plant Ströer, innerhalb einer bestimmten Bandbreite einen prozentualen Anteil des bereinigten Konzernergebnisses als Dividende auszuzahlen, soweit dies nach handelsrechtlichen Vorschriften zulässig ist.
Ein weiteres Steuerelement des Vorstands ist der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen). Dieser wird aus dem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Netto-Investitionen, also der Summe aus Einzahlungen und Auszahlungen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen berechnet. Der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) stellt somit die cashwirksame Ertragskraft unseres Unternehmens dar und ist eine bedeutende Determinante für unsere Investitions-, Finanzierungs- und Dividendenpolitik.
Eines der wesentlichen Ziele des Ströer Konzerns ist es, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) nachhaltig zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt Ströer die Steuerungs- und Controllingsysteme stetig weiter. Der ROCE errechnet sich aus dem Quotienten des bereinigten EBIT und dem Capital Employed. Das bereinigte EBIT wird wie folgt definiert: Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, vor Wertminderungen und angepasst um Bereinigungseffekte. Das Capital Employed setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und kurzfristigen Vermögenswerte abzüglich der nicht zinstragenden Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht zinstragende Verbindlichkeiten) zusammen. Es errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel dieser Werte zum jeweiligen Jahresanfang und Jahresende. Anhand des ROCE verfügen wir über ein Instrumentarium, das eine wertorientierte Steuerung des Konzerns und der Unternehmensbereiche erlaubt. Ein positiver Wertbeitrag und damit eine Steigerung des Unternehmenswerts wird erreicht, wenn der ROCE den jeweiligen Kapitalkostensatz der Cash Generating Units (CGUs) überschreitet.
Nettoverschuldung bzw. der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) sind weitere Steuerungsgrößen des Konzerns. An die Nettoverschuldung sind unter anderem unsere Fremdfinanzierungskosten im Rahmen des Facility Agreements und der Schuldscheindarlehen geknüpft. Außerdem ist der dynamische Verschuldungsgrad ein wichtiger Faktor für den Kapitalmarkt, um die Qualität unserer Finanzlage einzuschätzen. Der dynamische Verschuldungsgrad wird gemessen am Verhältnis der Nettoverschuldung zum adjusted EBITDA (Leverage Ratio). Die Nettoverschuldung wird errechnet aus der Summe der Verbindlichkeiten aus dem Facility Agreement, aus den Schuldscheindarlehen sowie aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel.
Als nichtfinanzielle Indikatoren berücksichtigen wir Kennzahlen zur Beschäftigungssituation wie z. B. die Mitarbeiteranzahl auf Konzernebene zu einem bestimmten Stichtag.
Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitung zum organischen Umsatzwachstum. Für das Jahr 2020 ergibt sich daraus bei einem Rückgang des Umsatzes (ohne
Weitere Details zur Berechnung des organischen Umsatzwachstums auf Seite 20
Weitere Details zur Nettoverschuldung auf Seite 33
Weitere Details zur Berechnung des EBITDA (adjusted) und des bereinigten Konzernergebnisses auf Seite 21
Das Kapitel MitarbeiterInnen befindet sich auf Seite 47
Fremdwährungseffekte) von –131,2 Mio. EUR und einem angepassten Vorjahres-Umsatz von 1.578,8 Mio. EUR ein organisches Wachstum in Höhe von –8,3 %.
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse Vorjahr (berichtet) |
1.591.145 | 1.507.783 |
| Abgegangene bzw. stillgelegte Einheiten |
–20.429 | –49.123 |
| Akquisitionen | 8.107 | 28.143 |
| Umsatzerlöse Vorjahr (angepasst) |
1.578.823 | 1.486.803 |
| Fremdwährungseffekte | –5.431 | –588 |
| Organisches Umsatzwachstum | –131.233 | 104.930 |
| Umsatzerlöse aktuelles Jahr (berichtet) |
1.442.159 | 1.591.145 |
Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) wird um bestimmte Bereinigungseffekte korrigiert. Als Bereinigungseffekte hat der Konzern Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios (unter anderem Transaktionskosten für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung, Kaufpreisallokationen), Reorganisationsund Restrukturierungsmaßnahmen (unter anderem Kosten für Integration von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, Bereinigung um Sondereffekte aus materiellen Neuausrichtungen und Performance Improvement Programmen), Kapitalstrukturmaßnahmen (unter anderem materielle Gebühren für Amendments bzw. Anpassungen von Kreditverträgen inklusive externer Beratungskosten) und sonstige Bereinigungseffekte (unter anderem Kosten für mögliche Rechtsstreitigkeiten, Währungseinflüsse) definiert.
Die Aufteilung der Bereinigungseffekte nach einzelnen Klassen stellt sich wie folgt dar:
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios |
1.930 | 5.729 |
| Aufwendungen und Erträge aus Kapitalstrukturmaßnahmen |
0 | 0 |
| Reorganisations- und Restrukturierungs aufwendungen |
6.357 | 17.857 |
| Sonstige Bereinigungseffekte | 14.263 | 10.785 |
| Summe | 22.550 | 34.372 |
In den Aufwendungen und Erträgen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios sind im Geschäftsjahr 2020 insbesondere Aufwendungen aus M&A-Aktivitäten (i.W. Dea Gruppe (TEUR 562)) von insgesamt TEUR 1.380 enthalten. Der Rückgang der Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den reduzierten Gehalts- und Abfindungszahlungen des Freiwilligenprogramms der Ströer Digital Publishing GmbH in Höhe von TEUR 1.590 (Vj.: TEUR 5.480) sowie der geringeren Abfindungszahlungen für das "SDI Integration Project" in Höhe von TEUR 429 (Vj.: TEUR 3.085). Die sonstigen Bereinigungseffekte liegen insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau.
In der Überleitungsrechnung von den Segmentwerten auf die Konzernwerte werden Informationen ausgewiesen, die Konzerneinheiten zugeordnet sind, die nicht die Definition eines Segments erfüllen (zentrale Posten). Im Wesentlichen handelt es sich um sämtliche Kosten zentraler Funktionen wie Vorstand, Unternehmenskommunikation, Rechnungswesen und Controlling abzüglich entsprechender Einnahmen aus Serviceleistungen.
Die Überleitung der Segmentergebnisgröße auf die im Konzernabschluss enthaltenen Werte stellt sich wie folgt dar:
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Summe Segmentergebnisse (EBITDA (adjusted)) |
475.304 | 559.452 |
| Zentrale Posten | –22.532 | –21.113 |
| EBITDA (adjusted) Konzern | 452.772 | 538.339 |
| Bereinigung (Adjustments) | –22.550 | –34.372 |
| EBITDA | 430.222 | 503.967 |
| Planmäßige Abschreibungen (Nutzungsrechte aus Leasing verhältnissen (IFRS 16)) |
–176.299 | –177.893 |
| Planmäßige Abschreibungen (Sonstige Vermögenswerte des Anlagevermögens) |
–145.500 | –154.605 |
| Wertminderungen (einschließlich Abschreibungen auf Goodwill) |
–12.923 | –13.023 |
| Finanzergebnis | –34.009 | –32.639 |
| Ergebnis vor Steuern | 61.491 | 125.808 |
Grundlagen und Strategie des Ströer Konzerns
| In Mio. EUR | Gewinn- und Verlustrechnung lt. IFRS 2020 |
Umgliederung von Abschrei bungen und Wertminderungs aufwendungen |
Umgliederung von Bereinigungen |
Gewinn und Verlust rechnung nach Management Accounting |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.442,2 | 1.442,2 | |||
| Umsatzkosten | –937,6 | 287,4 | 1,5 | –648,6 | |
| Vertriebskosten | –242,7 | ||||
| Verwaltungskosten | –176,7 | ||||
| Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten | –419,5 | 47,3 | 12,7 | –359,5 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 39,6 | ||||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –31,4 | ||||
| Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen |
8,2 | 0,0 | 8,3 | 16,6 | |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen | 2,2 | 2,2 | |||
| EBITDA (adjusted) | 452,8 | ||||
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | –334,7 | –334,7 | |||
| Bereinigtes EBIT | 118,0 | ||||
| Bereinigungen1 | –22,5 | –22,5 | |||
| Finanzergebnis | –34,0 | –34,0 | |||
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –12,8 | –12,8 | |||
| Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 48,6 | 0,0 | 0,0 | 48,6 |
1 Für weitere Details zu Bereinigungen verweisen wir auf den Abschnitt "Überleitung: EBITDA (adjusted)" auf Seite 21.
| Bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung 2019 |
Bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung 2020 |
Eliminierung aus Bereinigungen und Wertminderungen |
Steuernormalisierung | Währungseffekte aus innerkonzernlichen Finanzierungen |
Aus Kauf preisallokationen resultierende Abschreibungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.591,1 | 1.442,2 | ||||
| –721,8 | –648,6 | ||||
| –360,7 | –359,5 | ||||
| 22,9 | 16,6 | ||||
| 6,9 | 2,2 | ||||
| 538,3 | 452,8 | ||||
| –276,9 | –276,0 | 12,9 | 45,8 | ||
| 261,5 | 176,8 | 12,9 | 45,8 | ||
| 0,0 | 0,0 | 22,5 | |||
| –30,4 | –27,1 | 7,1 | –0,1 | ||
| –36,6 | –23,7 | –10,8 | |||
| 194,5 | 126,0 | 42,6 | –10,8 | –0,1 | 45,8 |
Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters, der Ströer Management SE, Düsseldorf, besteht zum 31. Dezember 2020 aus drei Mitgliedern. Ihm gehören Herr Udo Müller (Co-CEO), Herr Christian Schmalzl (Co-CEO) und Herr Dr. Christian Baier (CFO) an. Die folgende Übersicht stellt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder im Konzern dar:
| Name | Bestellung bis | Verantwortlichkeiten |
|---|---|---|
| Udo Müller | Juli 2025 | Co-Vorstandsvorsitzender Unternehmensstrategie Public Affairs & Government Relations Interne/externe Unternehmenskommunikation M&A OOH Infrastruktur Entwicklung & Bestandsmanagement OOH R&D |
| Christian Schmalzl | Juli 2025 | Co-Vorstandsvorsitzender OOH Vermarktung national OOH Vermarktung lokal Online Vermarktung & Digitale Services Content Media Transactional Business Direct Media |
| Dr. Christian Baier | Juli 2022 | Finanzvorstand Accounting, Finanzen & Steuern Controlling, Risiko-Management & Revision Human Resources Investor Relations Corporate IT & Einkauf Recht, Compliance, Datenschutz |
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.
Zur Professionalisierung der Führung und Verankerung der Schwerpunktthemen innerhalb des Ströer Konzerns besteht neben dem Vorstand ein Executive Committee als erweitertes Führungsgremium. Bei regelmäßigen Präsenzterminen werden grundlegende Themen erörtert und eine einheitliche Ausrichtung der gesamten Gruppe wird sichergestellt.
Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA besteht zum Ende des Geschäftsjahres 2020 gemäß §§ 278 Abs. 3, 97 ff. AktG i.V.m. § 10 Abs. 1 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA aus 16 Aufsichtsratsmitgliedern. Dieser setzt sich zusammen aus den acht Anteilseignervertretern mit Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzenden, Dr. Karl-Georg Altenburg, Frau Angela Barzen, Herrn Martin Diederichs, Frau Barbara Liese-Bloch, Frau Petra Sontheimer und Herrn Ulrich Voigt, sowie den acht Arbeitnehmervertretern Herrn Andreas Huster, Frau Sabine Hüttinger, Frau Petra Loubek, Frau Rachel Marquardt, Herrn Tobias Meuser, Herrn Dr. Thomas Müller, Frau Nadine Reichel und Herrn Christian Sardiña Gellesch. Bei den Anteilsvertretern ersetzte Frau Barbara Liese-Bloch ab dem 4. November 2020 den am 4. November 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Vicente Vento Bosch. Frau Simone Thiäner legte ihr Amt zum 30. Juni 2020 nieder. Mit Beschluss vom 19. August 2020 bestellte das Amtsgericht Köln auf Antrag des persönlich haftenden Gesellschafters Herrn Dr. Karl-Georg Altenburg anstelle von Frau Simone Thiäner als Anteilseignervertreter zum Mitglied des Aufsichtsrats.
Nähere Ausführungen zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat und zu weiteren Standards von Unternehmensführung und -kontrolle finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält. Alle Dokumente werden auf der Homepage von Ströer (www.stroeer.com/investor-relations) veröffentlicht.
Für das Geschäftsjahr 2020 erstellt die Ströer SE & Co. KGaA wieder einen nichtfinanziellen Konzernbericht gemäß § 315b HGB, der ab dem 28. April 2021 auf unserer Homepage abrufbar ist unter http://ir.stroeer.com/ download/companies/stroeer/Annual%20Reports/ stroeer_NFGreport_2021_de.pdf.
Mit ihrem Geschäftsmodell agiert die Ströer Gruppe auf den Märkten für Außenwerbung sowie für Online- und Mobile-Vermarktung und im Segment des Direkt Marketings. Die wirtschaftliche Lage wird naturgemäß durch die bearbeiteten Werbemärkte beeinflusst, die ihrerseits stark auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie auf das Verhalten von Konsumenten und Werbungtreibenden reagieren. Hierbei ist zu differenzieren zwischen dem Verhalten nationaler, oft auch internationaler Werbungtreibender und dem Verhalten regionaler oder lokaler Werbungstreibender. Die international agierenden Werbenden reagieren mit ihren Werbeinvestitionen oft im Rahmen der Weltkonjunkturschwankungen. Durch kurzfristige Kürzung der Werbeausgaben werden gelegentlich Ergebnisse optimiert. Nationale, regionale und lokale Werbetreibende orientieren sich primär an der Binnenkonjunktur, sodass die Werbebudgets dieser Kunden wesentlich weniger volatil sind. Die Produkt- und Vertriebsstrategie von Ströer ist es, den Anteil nationaler, regionaler und lokaler Kunden zu erhöhen.
Im Jahre 2020 führte die Agentur ATG im Auftrag von Ströer eine intensive ökonometrische Modellierung der Werbemarktfaktoren durch. Hierbei zeigte sich ein hoher Zusammenhang der Werbemarktausgaben (Brutto) mit Veränderungen des BIP sowie des Ifo Geschäftsklimaindex.
Im Kontext der Ereignisse des Jahres 2020 (Covid-19) wurde das Modell im Dezember 2020 aktualisiert, auch um zu prognostizieren, welche Einflüsse die Pandemie auf den Werbemarkt haben kann. Konjunkturelle Veränderungen wirken grundsätzlich etwa ein Quartal zeitversetzt auf den Werbemarkt. Bei Shutdowns im Rahmen der Covid-19-Pandemie geschieht dies wesentlich schneller, es kommt sozusagen unmittelbar zu Veränderungen im Werbemarkt. Dies gilt auch bei Beendigung eines Shutdowns, die eine sofortige Belebung nach sich zieht. In 2020 gab es hierbei erhebliche Verschiebungen der Branchen. Bestimmte Bereiche haben antizyklisch mehr geworben (Hygiene, Handel, Öffentliche Hand), andere deutlich weniger (Tourismus, Kraftfahrzeuge etc.). Der Shutdown light im vierten Quartal 2020 hat dem Markt deutlich weniger Budget entzogen als der erste Shutdown im März/ April. Insgesamt hat sich der OOH Werbemarkt in 2020 real besser entwickelt, als auf Basis der Entwicklung der Einflussfaktoren (BIP, Ifo-Index) zu erwarten war.
Spezielle Einflussfaktoren für die Außenwerbung sind die Rahmenbedingungen hinsichtlich der durch Kommunen eingeräumten Werberechtskonzessionen, sowie allgemeine Werbeverbote für bestimmte Produkte (Tabakwerbung, in Diskussion: Alkohol etc.). Entscheidende Faktoren für die Onlinewerbung und das Direktmarketing sind regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).
In der Außenwerbebranche buchen Kunden ihre Aufträge weiterhin in zunehmendem Maße mit kürzeren Vorausbuchungsfristen. Durch die zunehmende Digitalisierung des Außenwerbeinventars ist Ströer immer besser in der Lage, Inventare granularer und sehr viel kurzfristiger anzubieten. Analog zu den saisonalen Schwankungen des übrigen Medienmarktes entwickelt sich der Auftragsbestand. Schwerpunkte der Außenwerbeaktivitäten liegen generell im zweiten und vierten Quartal, rund um Ostern und Weihnachten. Sportereignisse, wie die Fußball-Weltmeisterschaft, haben jedoch selten einen stimulierenden Einfluss auf die Außenwerbung. Auf der Kostenseite ist die Entwicklung der Miet- und Pachtzahlungen sowie der Personal- und sonstigen Gemeinkosten (u. a. auch Strom-, Bau-, Wartungskosten) ein wesentlicher Einflussfaktor.
Im Online-Bereich sind die Vorausbuchungsfristen der Kunden bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad im Vergleich zur Außenwerbung noch einmal deutlich kürzer, oft sogar im Bereich weniger Minuten vor einer Ausstrahlung. Die höchste Umsatzaktivität wird in der Online-Branche mit Abstand im vierten Quartal beobachtet. Ein wichtiger Einflussfaktor für die Online-Vermarktung ist die weitere Durchdringung des Marktes mit automatisierten programmatischen Plattformen, auf denen Ströer das digitale Inventar auch der Außenwerbung in Online-Mechaniken zur Verfügung stellt. Wesentliche Kostentreiber sind neben den an die Website-Betreiber abzuführenden Kommissionen insbesondere die Aufwendungen für das Personal und den IT-Betrieb (u. a. Rechenzentren, Sicherheitssysteme etc.).
Im Bereich des Direktmarketings ist die Saisonalität weniger stark ausgeprägt, jedoch mit einem etwas stärkeren Verlauf im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres. Aufgrund der langfristigen Beziehung und hohen Kundentreue sowie der relativ langfristigen Vorlaufzeiten ist das Dienstleistungsgeschäft im Dialog Marketing durch eine vergleichsweise geringe Volatilität geprägt. Die Einflussfaktoren für die Umsatzentwicklung liegen hier in der Produktivität der MitarbeiterInnen und dem Personalaufbau (Rekrutierung, Training, Entwicklung). Die Produktivität ist im Dienstleistungsgeschäft immer abhängig von den effektiv vorhandenen Arbeitstagen pro Monat. Saisonale Schwankungen sind daher auf den Dezember durch eine generell niedrigere Produktivarbeitszeit aufgrund der Feiertage/Urlaubszeit begrenzt. Im Bereich Field Sales ermöglicht der Zugewinn neuer Einsatzgebiete antizyklische Umsatzeffekte.
Darüber hinaus wirkt sich das regulatorische Umfeld auf die wirtschaftliche Lage der Ströer Gruppe aus. Sollte es zu einer regulatorischen Anpassung im Bereich Tabak- und Alkohol im Bereich Außenwerbung kommen, wird Ströer aufgrund der üblichen Vorlaufzeiten bei Gesetzesänderungen mit entsprechenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten die Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen aber abschwächen können. Aktuell ist davon auszugehen, dass OOH-Tabakwerbung ab 2023 ganz verboten sein wird.
Das regulatorische Umfeld in der Online-Vermarktung wird im Wesentlichen von datenschutzrechtlichen Aspekten auf nationaler und europäischer Ebene bestimmt, die dem nationalen Gesetzgeber Gestaltungsspielraum bei der Ausgestaltung von Richtlinien einräumen.
Insgesamt ist die Ströer Gruppe mit ihrem integrierten Portfolio sehr gut positioniert, um von den mittel- bis langfristigen Markttrends der zunehmenden Mobilität, Digitalisierung und Urbanisierung zu profitieren. Erwartungsgemäß wird sich der Markt immer unmittelbarer am Mediennutzer und an dessen Nutzungsverhalten orientieren. Dieses ist stärker auf den Medienkonsum über mobile Endgeräte im privaten, beruflichen und öffentlichen Umfeld ausgerichtet.
Nach wie vor besteht ein erhebliches Potenzial für regionale Online-Werbekampagnen und die zunehmende Digitalisierung des Außenwerbeinventars.
Gemessen am Umsatzbeitrag von über 90 % ist Deutschland der zentrale Markt für Ströer, und das internationale Geschäft hat nur eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung. Im Coronajahr 2020 waren die wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Pandemie für die internationalen Märkte, aber auch in Deutschland, das dominierende Thema. Vor diesem Hintergrund konnte die deutsche Wirtschaft ihre Erfolgsgeschichte, mit zehn Jahren Wachstum in Folge1, nicht fortschreiben und die Konjunktur verlor deutlich an Fahrt. Vor dem Szenario weitgehend eingedämmter Neuinfektionen und der ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoffen und damit ausreichendem Impfschutz geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für die kommenden Jahre von einer deutlichen Erholung, für 2021 von 5,3 %2 und 2022 von 2,6 % aus.3
Das DIW erwartet angesichts der starken Wirtschaftsentwicklung im Sommer 2020, dass die Wirtschaftsleistung aus Gesamtjahressicht trotz der Pandemie nur um rund –5,1 %4 sinken sollte. Um ein weiteres Abrutschen der Wirtschaftsleistung zu verhindern, hat die Bundesregierung im Sommer 2020 ein umfangreiches Konjunkturprogramm beschlossen, welches das Bruttoinlandsprodukt in diesem und im kommenden Jahr mit 1,35 beziehungsweise 1,5 % stützen dürfte.6 Hinzu kommen die umfangreichen "November- und Dezemberhilfen", die einen großen Teil der Verluste in den durch den erneuten Shutdown betroffenen Wirtschaftsbereichen ausgleichen dürften.7 Zudem wurden Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen, die diese Wirtschaftssektoren stabilisieren, verlängert. Dies schlägt auf die Schuldenstandquote Deutschlands durch, die Ende des Jahres 2020 bei 69%8 liegen dürfte. Die privaten Konsumausgaben sanken preisbereinigt um –6,0%9 im Vergleich zum Vorjahr. Gegenläufig entwickelten sich dagegen die Konsumausgaben des Staates, die um 3,4 %10 gegenüber dem Jahr 2019 stiegen. Damit fielen die staatlichen Konsumausgaben deutlich höher als in den drei voran gegangenen Jahren aus. Mit –3,5 % lagen die Bruttoanlageinvestitionen unter den Werten der Jahre 2017 bis 2019, in denen die preisbereinigten Bruttoinvestitionen zwischen 2,5 und 3,5 % zulegten.11
Die Zahl der Erwerbstätigen sank im Jahr 2020 leicht um –1,1 % von 45,3 in 2019 auf 44,8 Millionen12 im Jahr 2020. Damit endet aufgrund der Covid-19-Krise der über 14 Jahre anhaltende Anstieg13 der Erwerbstätigkeit, der sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 überdauert hat. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg leicht um 0,8 %.14 Im Jahr 2020 stieg die Sparquote der privaten Haushalte und lag mit 16,4 % deutlich über dem Vorjahreswert von 10,9 %.15 Die Verbraucherpreise erhöhten sich in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2020 um 0,5 % gegenüber 2019 und damit deutlich geringer als im Vorjahr (2019: 1,4 %).16
Der westeuropäische Werbemarkt befand sich bis 2020 in einer seit 2013 andauernden Erholungsphase.17 Für 2020 schätzt Zenith dagegen einen preisbereinigten Rückgang der Nettowerbeausgaben von –12,3%.18 Vergleichsweise robust zeigt sich der Bereich Online mit einem Rückgang von –7,2%19, wohingegen Print um –18,5%20 und TV um –13,1%21 rückläufig waren. Die Nettowerbeausgaben im Bereich Außenwerbung sanken um –23,5%.22
Laut der von Nielsen erhobenen Daten zu den Bruttowerbeausgaben, sank der Werbemarkt in Deutschland im Jahr 2020 um –4,4%23 im Vergleich zum Vorjahr. Die von Nielsen verwendeten Bruttowerbedaten stellen für uns nur Trendaussagen dar und erlauben aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Marktabgrenzungen nur begrenzt Rückschlüsse auf die relevanten Nettogrößen. Die derzeitige Schätzung von Zenith für 2020 zeigt einen im Vergleich zu Nielsen geringeren Rückgang der Nettowerbeausgaben in Höhe von –3,1 %.24
Die Werbeausgaben im Internet bilden dabei laut Zenith mit einem Anstieg der Nettowerbeausgaben von 5,0 %25 erneut den Wachstumstreiber. Das Segment Print verzeichnete im zurückliegenden Jahr einen Verlust von –7,8 %26, während sich der Outdoor Werbemarkt um –10,0 %27 rückläufig entwickelte. Verlässliche Aussagen hinsichtlich etwaiger Marktanteilsverschiebungen können erst nach Erscheinen der finalen Nettomarktzahlen getroffen werden.
14 Statistisches Bundesamt Pressemeldung Nr. 020, Januar 2021
15 DIW Berlin Wochenbericht 50/2020, Dezember 2020
1 Statistisches Bundesamt – Pressemeldung Nr. 020, Januar 2021
Für unsere Geschäfte waren im Jahr 2020 primär die Wechselkursentwicklungen des Euro zum US-Dollar und zum britischen Pfund relevant. Der US-Dollar notierte zu Beginn des Jahres 2020 bei einem Wechselkurs von 1,12 US-Dollar zu 1,00 Euro. Im Jahresverlauf zeigte sich der US-Dollar tendenziell schwach gegenüber dem Euro und beendete das Jahr bei einem Niveau von 1,23 US-Dollar zu 1,00 Euro. Damit schwächte sich der US-Dollar im Jahresverlauf um rund 8,9 % gegenüber dem Euro ab.
Nachdem die britische Währung zum Jahresanfang mit 0,85 Pfund zu 1,00 Euro lag, notiert diese zum Jahresende bei 0,90 britische Pfund zu 1,00 Euro. Damit fiel das britische Pfund im Jahresverlauf rund 6,0 % gegenüber dem Euro. Dabei war der Brexit das dominierende Thema.
Das Geschäftsjahr 2020 gestaltete sich für die Ströer Gruppe – nach einem zunächst sehr gelungenen Auftakt im ersten Quartal – mit zunehmender Ausbreitung der Covid-19-Pandemie insbesondere im zweiten Quartal als überaus herausfordernd. Vor allem im Außenwerbegeschäft musste Ströer vor dem Hintergrund der zwischenzeitlichen Shutdown-Maßnahmen im vergangenen Frühjahr massive Verluste hinnehmen, die letztendlich auch in der Gesamtjahresbetrachtung deutliche Spuren im Ergebnis hinterlassen haben. Mit der Lockerung der Shutdown-Maßnahmen zog das Außenwerbegeschäft bereits im dritten Quartal wieder deutlich an und konnte im vierten Quartal schon fast wieder an die Vorjahreszahlen heranreichen. Mit Blick auf die übrigen Geschäftsbereiche der Gruppe waren deren Geschäftsmodelle während der Pandemie nur bedingt nachteilig betroffen bzw. haben teilweise sogar davon profitieren können.
Die solide und ausgewogene Vermögens- und Finanzlage der Ströer Gruppe hat sich gerade in der Krise einmal mehr unter Beweis gestellt. Getragen von einer langfristig angelegten Außenfinanzierung konnte die Gruppe jederzeit auf eine äußerst komfortable Liquiditätsausstattung zurückgreifen. Gleichzeitig hat sich auch die Innenfinanzierung mit durchgehend positiven operativen Cash-Flows als sehr widerstandsfähig erwiesen. Im Zuge der Covid-19-Pandemie war zudem der Anstieg der Nettoverschuldung um gerade einmal 52,6 Mio. EUR – bei gleichzeitiger Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA – als sehr überschaubar einzustufen. Abgerundet wurde dieses Gesamtbild durch eine weiterhin robuste Eigenkapitalquote.
Alles in allem sehen wir die Ströer Gruppe sowohl operativ wie auch finanziell weiterhin sehr gut aufgestellt, um auch zukünftige Herausforderungen bewältigen und die Chancen im strukturellen Wandel des Medienmarktes flexibel nutzen zu können.
Wir haben die für das Geschäftsjahr 2020 formulierten Prognosen seinerzeit aus einer vorsichtig optimistischen Einschätzung zur Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgeleitet. Allerdings unterliegen Jahresprognosen naturgemäß größeren Unwägbarkeiten. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie ist die im Rahmen unserer Prognose unterstellte Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wie erwartet eingetreten. Die für das Geschäftsjahr 2020 ursprünglich gesetzten Ziele konnten daher nicht aufrecht erhalten werden. Im Rahmen der Berichterstattung zum 30. September 2020 haben wir unsere Prognose entsprechend angepasst. Demnach wurden die Umsatzerlöse für das vierte Quartal 2020 in einer Bandbreite von Index 92 bis 97 im Vergleich zum vierten Quartal 2019 sowie das EBITDA (adjusted) für das Gesamtjahr 2020 in einem Bereich von 440 Mio. € bis 455 Mio. € erwartet. Diese angepassten Schätzungen wurden beide erfüllt.
| Organisches Wachstum | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | –8,3 % |
|---|---|---|
| EBITDA (adjusted) | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | –15,9 % (452,8 Mio. EUR) |
| EBITDA-Marge (adjusted) | Nahezu unverändert (2019: 33,8 %) | 31,4 % |
| ROCE | Nahezu unverändert (2019: 19,3 %) | 13,4 % |
| Bereinigtes Konzernergebnis | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | –35,2% (126,0 Mio. EUR) |
| Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16- Tilgungsauszahlungen) |
Wachstum analog zum EBITDA (adjusted) | 130,3 Mio. EUR |
| Leverage Ratio | Weiterhin auf niedrigem Niveau (unter Vorbe halt von M&A-Transaktionen) (2019: 1,6) |
2,3 |
Prognostizierte Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020 Tatsächlich erzielte Ergebnisse im Geschäftsjahr 2020
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.442,2 | 1.591,1 |
| EBITDA | 430,2 | 504,0 |
| EBITDA (adjusted) | 452,8 | 538,3 |
| EBIT | 95,5 | 158,4 |
| Finanzergebnis | –34,0 | –32,6 |
| Ergebnis vor Steuern | 61,5 | 125,8 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
–12,8 | –19,9 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten |
48,6 | 105,9 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht-fortgeführten |
||
| Aktivitäten1 | 0,0 | –41,5 |
| Konzernergebnis | 48,6 | 64,4 |
1 Die Ströer Gruppe hat im vierten Quartal 2019 beschlossen insgesamt 50,0 Prozent ihrer Anteile an der D+S 360° Gruppe zu veräußern. Da die D+S 360° Gruppe einen aufgegebenen Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 darstellte, wurden sämtliche Positionen der Konzern-GuV um die Werte der D+S 360° Gruppe bereinigt. Diese Werte wurden in das Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Abschnitt 6.2 des Konzern-Anhangs.
Infolge der eingangs beschriebenen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind die Umsatzerlöse der Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr um 149,0 Mio. EUR auf 1.442,2 Mio. EUR zurückgegangen (Vj.: 1.591,1 Mio. EUR). Während vor allem das Außenwerbegeschäft aufgrund der zeitweiligen Shutdown-Maßnahmen erhebliche Umsatzeinbußen gerade im zweiten Quartal hinnehmen musste, konnten die übrigen Geschäftsbereiche ihre Verluste in Grenzen halten bzw. teilweise sogar ihre Umsätze steigern. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres verzeichnete die Gruppe dann insbesondere im Außenwerbegeschäft eine spürbare Erholung ihrer Geschäftstätigkeit, sodass sich die Umsätze im vierten Quartal mit 454,8 Mio. EUR insgesamt schon fast wieder auf Höhe des Vorjahres bewegten (Vj.: 468,1 Mio. EUR). Alles in allem bezifferte sich das berichtete Umsatzwachstum auf –9,4 %, während das organische Wachstum bei –8,3 % lag.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Außenumsätze nach Segmenten dar:
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Out-of-Home Media | 532,7 | 679,5 |
| Digital OOH & Content | 540,0 | 571,1 |
| Direct Media | 369,4 | 340,6 |
| Summe | 1.442,2 | 1.591,1 |
Die Zusammensetzung des Konzernumsatzes nach Inlandsund Auslandsumsätzen hat sich im Jahr 2020 strukturell nicht wesentlich verändert. Die im Inland erzielten Umsätze sind von 1.437,7 Mio. EUR auf 1.306,8 Mio. EUR zurückgegangen. Die im Ausland erwirtschafteten Umsätze bewegten sich mit 135,3 Mio. EUR um 18,1 Mio. EUR ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres (Vj.: 153,5 Mio. EUR). Damit entfielen insgesamt 9,4 % der Umsätze auf das Ausland (Vj.: 9,6 %).
Die Umsätze der Ströer Gruppe unterliegen – ähnlich wie die Umsätze der gesamten übrigen Medienbranche – erheblichen saisonalen Schwankungen. Dies beeinflusst sowohl die unterjährige Umsatz- als auch die Ergebnisentwicklung der Gruppe. Während das vierte Quartal grundsätzlich durch signifikant höhere Umsatzund Ergebnisbeiträge geprägt ist, fällt insbesondere das erste Quartal regelmäßig etwas schwächer aus. Im Geschäftsjahr 2020 wurden diese sonst typischen saisonalen Schwankungen jedoch gerade im Außenwerbegeschäft insbesondere im zweiten Quartal massiv durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie überlagert.
Den im Rahmen der Pandemie stark rückläufigen Umsatzerlösen ist die Ströer Gruppe mit konsequenten Kosteneinsparungen entgegengetreten. So konnten die Umsatzkosten über das Gesamtjahr hinweg von 1.025,7 Mio. EUR um 88,1 Mio. EUR auf 937,6 Mio. EUR reduziert werden. Im Kern machten sich dabei vornehmlich die niedrigeren umsatzabhängigen Pachten und Bewirtschaftungskosten im Außenwerbebereich sowie gesunkene Publishervergütungen im Digitalgeschäft positiv bemerkbar. Im Saldo erzielte die Gruppe für das Gesamtjahr ein Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 504,6 Mio. EUR (Vj.: 565,4 Mio. EUR).
Angesichts der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 hatte die Ströer Gruppe auch ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten zurückgefahren. Während im ersten Quartal noch gezielte Wachstumsinvestitionen in die Vertriebsstrukturen der Segmente Digital OOH & Content und OOH Media zu einem Anstieg der Kosten um 9,5 Mio. EUR geführt hatten, wurden diese durch breit angelegte Kostensenkungsmaßnahmen in den nachfolgenden Monaten unverkennbar überkompensiert. Bezogen auf das Gesamtjahr verzeichnete die Gruppe einen Rückgang ihrer Vertriebs- und Verwaltungskosten um 16,2 Mio. EUR auf 419,5 Mio. EUR (Vj.: 435,7 Mio. EUR). Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich damit eine Vertriebs- und Verwaltungskostenquote in Höhe von 29,1 % (Vj.: 27,4 %). Etwa auf Vorjahresniveau präsentierten sich demgegenüber die sonstigen betrieblichen Erträge mit 39,6 Mio. EUR (Vj.: 39,6 Mio. EUR). Auch innerhalb dieser Position gab es keine nennenswerten Verschiebungen, wohingegen sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 31,4 Mio. EUR deutlich um 13,6 Mio. EUR über dem Vorjahr bewegten (Vj.: 17,7 Mio. EUR). Hier machten sich vor allem Aufwendungen für erwartete bzw. bereits eingetretene Forderungsverluste mit zusätzlichen 6,4 Mio. EUR bemerkbar. Darüber hinaus legten die Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen um knapp 3,5 Mio. EUR zu. Rückläufig zeigte sich unterdessen das Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Unternehmen, das mit 2,2 Mio. EUR um etwa 4,7 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres schloss (Vj.: 6,9 Mio. EUR).
Im Kontext der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und der damit verbundenen Umsatzeinbußen wurde auch das EBIT der Gruppe in Mitleidenschaft gezogen. Während zum 31. Dezember des Vorjahres noch 158,4 Mio. EUR vermeldet werden konnten, summierte sich der Wert zum Ende des Berichtsjahres auf 95,5 Mio. EUR, was einem Rückgang um 62,9 Mio. EUR entsprach. Sehr ähnlich machten sich die Auswirkungen der Pandemie zudem im EBITDA (adjusted) bemerkbar, das mit 452,8 Mio. EUR ebenfalls spürbar unter dem Vorjahr endete (Vj.: 538,3 Mio. EUR). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) war mit 13,4 % auch im Berichtsjahr sehr solide, konnte aber pandemiebedingt nicht mehr an das sehr hohe Niveau der Vorjahre anknüpfen (Vj.: 19,3 %).
Demgegenüber verzeichnete die Gruppe im Finanzergebnis mit –34,0 Mio. EUR nur einen geringfügigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (Vj.: –32,6 Mio. EUR). Neben allgemeinen Refinanzierungskosten für bestehende Bankverbindlichkeiten sind darin seit der Einführung des IFRS 16 primär auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten enthalten. Des Weiteren machten sich im Berichtsjahr einige Wertberichtigungen auf Darlehensforderungen gegenüber ehemaligen Konzernunternehmen nachteilig bemerkbar.
Mit den zwischenzeitlichen Einbußen in der operativen Geschäftstätigkeit ging gleichzeitig auch ein Rückgang der steuerlichen Bemessungsgrundlage einher, infolgedessen das Steuerergebnis der Gruppe mit –12,8 Mio. EUR erkennbar unter dem Wert des Vorjahres blieb (Vj.: –19,9 Mio. EUR).
Das Konzernergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten30 reflektierte im Vorjahr mit –41,5 Mio. EUR im Wesentlichen die Ergebniseffekte in Bezug auf die D+S 360O Gruppe.
Mit Blick auf das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten blieb die Gruppe vor dem Hintergrund der Krise im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 48,6 Mio. EUR spürbar hinter dem Wert des Vorjahres zurück (Vj.: 105,9 Mio. EUR). In Summe verlor damit auch das gesamte Konzernergebnis aus fortgeführten und nichtfortgeführten Aktivitäten pandemiebedingt an Dynamik und belief sich zum Stichtag ebenfalls auf 48,6 Mio. EUR (Vj.: 64,4 Mio. EUR). In gleicher Weise manifestierten sich die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen im bereinigten Konzernergebnis, sodass die Gruppe auch in dieser Hinsicht mit 126,0 Mio. EUR merklich unter dem Wert des Vorjahres lag (Vj.: 194,5 Mio. EUR).
30 Wir verweisen auf unsere Ausführungen zu den nicht-fortgeführten Aktivitäten im Abschnitt 6.2 des Konzernanhangs.
Gesamtaussage zur Finanz- und Vermögenslage Das Geschäftsjahr 2020 war aufgrund der Covid-19- Pandemie durch enorme gesamtwirtschaftliche Herausforderungen gekennzeichnet. In diesem insgesamt sehr schwierigen Fahrwasser konnte die Ströer Gruppe jedoch dank ihrer soliden und ausgewogenen Finanz- und Vermögenslage jederzeit sicher manövrieren und somit zum Ende der ersten Infektionswelle schnell wieder zur Profitabilität zurückkehren. Wesentlicher Grundpfeiler dieser soliden Finanzstruktur ist eine tragfähige Außenfinanzierung mit langfristig zugesagten freien Kreditlinien, die sich zum Jahresende auf insgesamt 418,2 Mio. EUR beliefen (Vj.: 485,4 Mio. EUR). Zusammen mit den vorhandenen Zahlungsmitteln ergaben sich daraus zum Stichtag freie Finanzierungsspielräume in Höhe von insgesamt 503,7 Mio. EUR (Vj.: 589,0 Mio. EUR). Mit dieser langfristig gesicherten Außenfinanzierung ging gleichzeitig eine robuste Innenfinanzierungkraft einher, sodass selbst in dem stark durch die Covid-19-Pandemie beeinträchtigten zweiten Quartal noch positive operative Cash-Flows generiert werden konnten. Insgesamt erzielte die Gruppe trotz der widrigen Rahmenbedingungen einen beachtlichen Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) in Höhe von 284,6 Mio. EUR (Vj.: 370,2 Mio. EUR). Auch der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) zeigte sich zum Ende der Berichtsperiode mit 2,28 zwar moderat erhöht, aber dennoch auf einem weiterhin sehr komfortablen Niveau (Vj.: 1,58). Abgerundet wurde dieses Gesamtbild durch eine nach wie vor sehr gefestigte Eigenkapitalquote.
Ströer verfolgt konsequent eine konservative und langfristig ausgerichtete Finanzierungsstrategie. Die Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Gruppe. Dies gewährleisten wir durch eine Auswahl von Finanzierungsinstrumenten, bei denen Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditauflagen und das Fälligkeitsprofil angemessen berücksichtigt werden.
Zu den wesentlichen Zielen des Finanzmanagements der Ströer Gruppe gehören:
Die Finanzierung der Ströer Gruppe ist strukturell so ausgestaltet, dass sie uns ein ausreichendes Maß an unternehmerischer Flexibilität ermöglicht, um dadurch angemessen auf Markt- bzw. Wettbewerbsveränderungen reagieren zu können. Daneben sehen wir in der kontinuierlichen Optimierung unserer Finanzierungskosten und Kreditauflagen sowie in der Diversifikation der Kapitalgeber weitere wichtige Finanzierungsziele.
Im Rahmen unserer Finanzierung achten wir auf ein angemessenes Fälligkeitsprofil unserer Finanzverbindlichkeiten sowie auf ein ausgewogenes, stabiles Portfolio von Kreditinstituten und Finanzintermediären, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir operieren dabei auf Basis verbindlicher Standards, die Fremdkapitalgebern Transparenz und Fairness gewährleisten. In der Zusammenarbeit mit unseren kreditgebenden Banken ist uns der Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Beziehung besonders wichtig.
Unsere externen Finanzierungsspielräume und unsere finanzielle Flexibilität beruhen im Wesentlichen auf zwei Bausteinen: Der erste Baustein setzt sich aus mehreren Schuldscheindarlehen zusammen, welche die Ströer SE & Co. KGaA im Juni 2016 und im Oktober 2017 am Kapitalmarkt platziert hat und die zum 31. Dezember 2020 mit einem Volumen von 145,0 Mio. EUR bzw. 332,0 Mio. EUR valutierten. Diese Darlehen bestehen aus mehreren Tranchen, die eine Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren haben und in einem Umfang von 194,5 Mio. EUR einer fixen Verzinsung unterliegen. Durch die große Anzahl der an diesen Schuldscheindarlehen beteiligten Banken ist unsere Investorenbasis in nennenswertem Umfang diversifiziert.
Der zweite Baustein besteht aus einer seit Dezember 2016 mit einem Bankensyndikat vereinbarten Kreditfazilität in Höhe von 600,0 Mio. EUR, deren Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Mio. EUR ausgeweitet werden kann. Die Konditionen der Fazilität entsprechen den aktuellen Marktverhältnissen. Die Laufzeit dieser Finanzierung ist bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Das gesamte Volumen in Höhe von 600,0 Mio. EUR ist als flexible Revolving Facility einschließlich bilateraler Kreditlinien ausgestaltet, wodurch die Ströer Gruppe über eine entsprechende finanzielle Flexibilität verfügt.
Für beide Finanzierungsbausteine gilt, dass die Vergabe der Darlehensmittel unbesichert erfolgte. Die Kreditauflagen (Financial Covenants) entsprechen in allen Fällen den marktüblichen Usancen und betreffen die Kennzahl "Leverage Ratio", die zum Jahresende mit deutlichem Abstand eingehalten wurde. Die für die Umsetzung dieser beiden Bausteine angefallenen Kosten werden über die jeweilige Laufzeit der Verträge amortisiert. Der Ströer Konzern kann damit insgesamt auf eine sehr flexible, langfristig stabile Finanzierung mit niedrigen Fremdkapitalkosten zurückgreifen. Zum 31. Dezember 2020 standen aus den nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien unter der Kreditfazilität einschließlich des bestehenden Kassensaldos (85,5 Mio. EUR) insgesamt frei verfügbare Finanzierungsspielräume in Höhe von 503,7 Mio. EUR (Vj.: 589,0 Mio. EUR) zur Verfügung.
Am Bilanzstichtag vereinte keine Bank mehr als 20 % aller in Anspruch genommenen Kreditbeträge in der Ströer Gruppe auf sich, wodurch sich eine ausgewogene Diversifizierung der Kreditbereitstellung ergibt. Als Bestandteil der Finanzierungsstrategie setzt sich der Vorstand zudem regelmäßig mit der möglichen Absicherung der verbliebenen Zinsänderungsrisiken durch den zusätzlichen Einsatz von Festzinsderivaten auseinander.
Im Cash-Management konzentrieren wir uns auf die Steuerung unserer Liquidität sowie die Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns. Dabei wird der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften – soweit nicht über deren Innenfinanzierung abbildbar – prinzipiell über interne Darlehensbeziehungen im Rahmen von automatisiertem Cash-Pooling abgedeckt. Im Ausnahmefall werden auch Kreditlinien mit lokal ansässigen Banken vereinbart, um rechtlichen, steuerlichen oder betrieblichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Diesem Leitgedanken entsprechend erfolgte die Finanzierung der Tochtergesellschaften auch im Jahr 2020 hauptsächlich über die Konzernholding. Auf Konzernebene werden die in den einzelnen Einheiten bestehenden Liquiditätsüberschüsse – soweit rechtlich möglich – zusammengeführt. Über die Konzernholding stellen wir jederzeit sicher, dass der Finanzierungsbedarf der einzelnen Konzerngesellschaften adäquat gedeckt wird.
Der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) der Ströer Gruppe ist trotz der volkswirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen im Zuge der Covid-19-Pandemie nur vergleichsweise moderat auf 2,28 angestiegen (Vj.: 1,58). Im Jahr 2020 haben die Ströer SE & Co. KGaA sowie ihre Konzerngesellschaften alle Kreditauflagen und Verpflichtungen aus Finanzierungsverträgen erfüllt.
Zunehmend steigende Eigenkapitalanforderungen an die Banken wirken sich insbesondere auch auf das Kreditgeschäft aus. Daher überprüfen wir regelmäßig, ob und wie wir unsere derzeit stark auf Banken ausgerichtete Finanzierungsstruktur zugunsten einer stärker kapitalmarktorientierten Verschuldung diversifizieren können. In diesem Zusammenhang untersuchen wir wiederkehrend verschiedene alternative Finanzierungsoptionen (wie z. B. Begebung von Unternehmensanleihen), um damit gegebenenfalls auch eine weitere Optimierung des Fristigkeitsprofils unserer Finanzschulden zu erreichen.
Liquiditäts- und Investitionsanalyse
Die nachfolgende Überleitung bezieht sich ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten der Ströer Gruppe.
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 380,0 | 451,5 |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 1,6 | 2,6 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –97,0 | –83,9 |
| Auszahlungen für Investitionen in at-Equity-bilanzierte Unternehmen und in das | ||
| Finanzanlagevermögen | –3,3 | –1,0 |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus dem Verkauf bzw. Kauf von konsolidierten Unternehmen | –8,7 | –13,8 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | –107,4 | –96,2 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | –290,7 | –350,3 |
| Mittelveränderung | –18,1 | 5,1 |
| Mittelbestand am Ende der Periode | 85,5 | 103,6 |
| Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16-Tilgungsauszahlungen) | 130,3 | 195,5 |
| Free Cash-Flow vor M&A | 284,6 | 370,2 |
31 Die D+S 360° Gruppe ist seit dem vierten Quartal 2019 als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund wurden die Zahlen in diesem Abschnitt entsprechend der Vorgaben des IFRS 5 um diese nicht-fortgeführten Aktivitäten bereinigt. Zu näheren Angaben verweisen wir auf Abschnitt 6.2 unseres Konzernanhangs.
Die zunehmende Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Shutdown-Maßnahmen im Frühjahr 2020 haben auch den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit signifikant belastet. Konnte die Gruppe im Jahr zuvor noch Cash-Flows in Höhe von 451,5 Mio. EUR generieren, so fielen diese im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 380,0 Mio. EUR um knapp 71,6 Mio. EUR niedriger aus. Neben einem spürbar um 73,7 Mio. EUR gesunkenen EBITDA haben vor allem auch nachteilige Verschiebungen im Working Capital zu diesem Rückgang geführt. Gegenläufig machten sich insbesondere rückläufige Steuerzahlungen sowie gestiegene Rückstellungen bemerkbar.
Moderat erhöht zeigte sich hingegen der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, der mit –107,4 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres lag (Vj.: –96,2 Mio. EUR). Ursächlich dafür waren vorwiegend die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, während insbesondere die M&A-Auszahlungen etwas niedriger ausgefallen sind als noch im Vorjahr. Der Free Cash-Flow vor M&A bezifferte sich insgesamt auf 284,6 Mio. EUR (Vj.: 370,2 Mio. EUR). Bereinigt um die IFRS 16- Tilgungsauszahlungen lag er bei 130,3 Mio. EUR (Vj.: 195,5 Mio. EUR).
Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit bewegte sich mit –290,7 Mio. EUR maßgeblich um 59,6 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj.: –350,3 Mio. EUR). Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang vor allem die erheblich gesunkenen Auszahlungen für Unternehmensanteile ohne Änderung der Kontrolle, die im Vorjahr im Rahmen der Anteilserhöhungen an der Statista GmbH und der Permodo GmbH noch um 46,9 Mio. EUR höher ausgefallen waren. Darüber hinaus zeigten sich auch die IFRS 16-Tilgungsauszahlungen unter anderem aufgrund von pandemiebedingt angepassten Zahlungen rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber haben die im März 2020 im Rahmen der Pandemie vorsorglich gezogenen Kreditlinien zwar unterjährig zu erheblichen Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und dementsprechend zu beträchtlich gestiegenen Bankguthaben geführt, jedoch wurden diese Kreditlinien im September in voller Höhe wieder zurückgezahlt.
Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte die Ströer Gruppe über Zahlungsmittel in Höhe von 85,5 Mio. EUR.
Die Finanzverbindlichkeiten der Ströer Gruppe bezifferten sich zum Ende des Berichtszeitraums auf 1.615,8 Mio EUR, was einem Rückgang um 50,0 Mio. EUR entsprach (Vj.: 1.665,8 Mio. EUR). Ausgangspunkt dieses Rückgangs waren mit 93,9 Mio. EUR vorwiegend die rückläufigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen (IFRS 16), während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 49,0 Mio. EUR zulegten.
Bei der Ermittlung der Nettoverschuldung orientiert sich die Ströer Gruppe an ihren bestehenden Darlehensverträgen mit kreditgebenden Banken. Sowohl im Facility Agreement als auch in der Vertragsdokumentation zu den Schuldscheindarlehen waren die seit der Einführung des IFRS 16 zusätzlich zu bilanzierenden Leasingverbindlichkeiten explizit von der Berechnung der Nettoverschuldung ausgenommen worden, da sich nach Auffassung der Vertragsparteien die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Ströer Gruppe durch die Einführung des neuen Standards nicht geändert hat. Vor diesem Hintergrund bleiben aus Gründen der Konsistenz bei der Ermittlung des dynamischen Verschuldungsgrads die Auswirkungen des IFRS 16 im EBITDA (adjusted) ebenfalls unbeachtet.
| In Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|---|
| (1) | Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) | 900,3 | 994,2 |
| (2) | Verbindlichkeiten aus Facility Agreement | 165,5 | 98,7 |
| (3) | Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen | 476,6 | 494,4 |
| (4) | Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener EK-Instrumente | 29,8 | 20,4 |
| (5) | Verbindlichkeiten aus Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter |
8,0 | 6,8 |
| (6) | Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 35,6 | 51,3 |
| (1)+(2)+(3) +(4)+(5)+(6) |
Summe Finanzverbindlichkeiten | 1.615,8 | 1.665,8 |
| (2)+(3)+(5)+(6) | Summe Finanzverbindlichkeiten ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) und ohne Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener EK-Instrumente |
685,7 | 651,2 |
| (7) | Zahlungsmittel | 85,5 | 103,6 |
| (2)+(3)+(5)+(6)-(7) | Nettoverschuldung | 600,2 | 547,6 |
| Dynamischer Verschuldungsgrad | 2,3 | 1,6 |
Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben sich in der Nettoverschuldung nur in begrenztem Umfang bemerkbar gemacht. Waren im Vorjahr noch 547,6 Mio. EUR zu Buche geschlagen, so notierte die Gruppe zum Ende des Jahres 2020 – bei gleichzeitiger Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 113,2 Mio. EUR – einen nur vergleichsweise moderaten Anstieg um 52,6 Mio. EUR auf nunmehr 600,2 Mio. EUR. Etwas deutlicher sind die Spuren der Pandemie im dynamischen Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) zutage getreten, der sich zum Ende des Geschäftsjahres mit 2,3 jedoch weiterhin auf einem sehr komfortablen Niveau bewegte (Vj.: 1,6). Maßgeblich für diesen Anstieg war im Wesentlichen die Entwicklung im EBITDA (adjusted), das insbesondere im zweiten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres erhebliche Einbußen hinnehmen musste. Bei einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten EBITDA (adjusted) hätte der dynamische Verschuldungsgrad hingegen nur bei 1,7 gelegen.
Während die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Berichtsjahr vor dem Hintergrund der pandemiebedingt rückläufigen Geschäftstätigkeit um 55,4 Mio. EUR auf 243,1 Mio. EUR nachgegeben haben, legten die kurz- und langfristigen sonstigen Rückstellungen um 10,5 Mio. EUR auf 92,8 Mio. EUR zu.
Rückläufig zeigten sich demgegenüber mit 11,6 Mio. EUR die latenten Steuerverbindlichkeiten (Vj.: 29,7 Mio. EUR), wobei der Rückgang vorwiegend auf die laufende Auflösung von passiven Steuerlatenzen zurückzuführen ist, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen gebildet worden waren.
In der Ströer Gruppe waren im Berichtsjahr keinerlei Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten auszuweisen, wohingegen die Position im Vorjahr mit 26,7 Mio. EUR noch die Rückstellungen und Verbindlichkeiten der D+S 360° Gruppe enthielt, deren Anteile inzwischen im Zuge einer Umstrukturierung in ein Beteiligungsunternehmen (assoziiertes Unternehmen) übergegangen sind.
Unterdessen hat das Eigenkapital der Ströer Gruppe im Geschäftsjahr 2020 um 97,5 Mio. EUR auf 477,7 Mio. EUR nachgegeben. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war im Wesentlichen die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 113,2 Mio. EUR. Darüber hinaus machte sich auch der Erwerb der übrigen Anteile an der Avedo Gruppe mit einem entsprechenden Rückgang bemerkbar. Teilweise kompensiert wurden diese Effekte durch das Konzernergebnis in Höhe von 48,6 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote bewegte sich mit 18,2 % leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj.: 20,2 %). Bereinigt um die Bilanzierung der IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten lag die Eigenkapitalquote zum Stichtag bei 27,8 % (Vj.: 30,9 %).
Die Kapitalkosten im Ströer Konzern stellen risikoadjustierte Renditeforderungen dar und werden für Bewertungszwecke im Konzernabschluss nach dem Capital Asset Pricing Model und dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) bestimmt. Die Eigenkapitalkosten werden als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkosten legen wir Renditen von langfristigen Unternehmensanleihen zugrunde. Um den unterschiedlichen Rendite-/Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Geschäftsbereiche individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern.
| Konzernbilanz | ||
|---|---|---|
| In Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| Aktiva | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 2.301,6 | 2.474,5 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 320,1 | 355,7 |
| Zur Veräußerung gehalten1 | 0,0 | 24,3 |
| Bilanzsumme | 2.621,6 | 2.854,5 |
| Passiva | ||
| Eigenkapital | 477,7 | 575,2 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 1.383,9 | 1.550,3 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 760,0 | 702,3 |
| Zur Veräußerung gehalten1 | 0,0 | 26,7 |
| Bilanzsumme | 2.621,6 | 2.854,5 |
1 Die Position "Zur Veräußerung gehalten" enthält zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte bzw. damit zusammenhängende Verbindlichkeiten.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte der Gruppe auf 2.301,6 Mio. EUR, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 172,9 Mio. EUR entsprach (Vj.: 2.474,5 Mio. EUR). Diese rückläufige Entwicklung entfiel mit 97,2 Mio. EUR primär auf die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) sowie mit 63,4 Mio. EUR auf die immateriellen Vermögenswerte. In beiden Fällen wurden die laufenden Abschreibungen nur zum Teil durch entsprechende Zugänge kompensiert.
Auch die kurzfristigen Vermögenswerte schlossen mit 320,1 Mio. EUR zum Ende des Berichtsjahres unter dem entsprechenden Vorjahreswert (Vj.: 355,7 Mio. EUR). Nennenswert waren in diesem Zusammenhang lediglich die gegenüber dem Vorjahr um 18,1 Mio. EUR auf nunmehr 85,5 Mio. EUR gesunkenen Zahlungsmittel, deren Rückgang vornehmlich auf entsprechenden Optimierungen in der konzernweiten Liquidität beruhte.
Die Ströer Gruppe hat zum 31. Dezember 2020 keine zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte ausgewiesen. Im Jahr zuvor bezogen sich die in dieser Position ausgewiesenen Vermögenswerte auf die D+S 360° Gruppe, deren Anteile inzwischen im Zuge einer Umstrukturierung in ein Beteiligungsunternehmen (assoziiertes Unternehmen) übergegangen sind.
Zum nicht bilanzierten Vermögen des Ströer Konzerns zählt aufgrund der starken Marktposition vor allem ein breit aufgestelltes Portfolio an tragfähigen Kundenbeziehungen. Von diesen Kundenbeziehungen ist nur jener kleine Teil als Vermögenswert bilanziert, der im Rahmen von Unternehmenserwerben hinzugekommen ist.
Die nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund wurden die in diesem Abschnitt dargestellten Zahlen entsprechend der Vorgaben des IFRS 5 um die nicht-fortgeführten Aktivitäten der D+S 360° Gruppe bereinigt.
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 Veränderung |
||
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsatz, davon | 547,8 | 709,1 | –161,3 | –22,7 % |
| Großformate | 269,8 | 342,1 | –72,3 | –21,1 % |
| Street Furniture | 110,9 | 153,3 | –42,4 | –27,7 % |
| Transport | 50,3 | 61,6 | –11,3 | –18,3 % |
| Sonstige | 116,8 | 152,1 | –35,3 | –23,2 % |
| EBITDA (adjusted) | 242,3 | 323,6 | –81,3 | –25,1 % |
| EBITDA-Marge (adjusted) | 44,2 % | 45,6 % | –1,4 Prozentpunkte |
Im Segment OOH Media sanken die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020 um 161,3 Mio. EUR auf 547,8 Mio. EUR. Nach einem starken Jahresauftakt im ersten Quartal 2020 belasteten die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Geschäftsentwicklung im Außenwerbemarkt ab dem zweiten Quartal 2020 massiv. Der zwischenzeitliche Shutdown des öffentlichen Lebens im zweiten Quartal insbesondere in Deutschland und Polen traf dieses Segment besonders hart und führte bei der Neueinbuchung von Außenwerbekampagnen zeitweise zu einem nahezu kompletten Erliegen. Ab Mitte des zweiten Quartals waren wieder Neueinbuchungen zu verzeichnen, die im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich zunahmen. Dennoch lagen das dritte und vierte Quartal bei den Umsatzerlösen in Summe immer noch deutlich unter dem Vorjahr. Die spürbaren Erholungstendenzen im zweiten Halbjahr wurden später durch erneute Shutdowns wieder gebremst. Insgesamt war der Rückgang seit April so groß, dass über den gesamten Berichtszeitraum hinweg alle Produktgruppen unter dem Niveau des Vorjahres lagen.
Die Produktgruppe Großformate, in der klassische Außenwerbeprodukte insbesondere für nationale wie regionale Kunden angeboten werden, sank um 72,3 Mio. EUR auf 269,8 Mio. EUR. Die Produktgruppe Street Furniture, die insbesondere nationale sowie internationale Kundengruppen für den deutschen Außenwerbemarkt adressiert, hat einen besonders hohen Anteil an klassischem Werbegeschäft mit großen überregionalen Kampagnen. Entsprechend verzeichnete diese Produktgruppe im Berichtszeitraum den relativ größten Umsatzeinbruch und musste im Geschäftsjahr 2020 einen Rückgang um 42,4 Mio. EUR auf 110,9 Mio. EUR hinnehmen. Der Bereich Transport, mit dem wir nahezu ausschließlich im deutschen Außenwerbemarkt tätig sind und der fast kein klassisches Kampagnengeschäft beinhaltet, vermeldete im Berichtszeitraum mit 50,3 Mio. EUR zwar auch deutlich rückläufige Umsätze gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 61,6 Mio. EUR), er war aber relativ betrachtet weniger stark betroffen. Die Umsätze der Produktgruppe Sonstige sanken um 35,3 Mio. EUR auf 116,8 Mio. EUR. In dieser Produktgruppe werden unter anderem kleinere Ergänzungsakquisitionen sowie Full-Service Leistungen für zumeist kleinere Kunden (inklusive der Produktion von Werbematerialien) ausgewiesen. Auch dieser Bereich war stark von den Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen.
Ergebnisseitig machten sich die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ebenfalls negativ bemerkbar. Zwar konnte ein Teil der Umsatzeinbrüche durch deutlich geringere Kosten kompensiert werden. Insgesamt musste sich das Segment im Geschäftsjahr 2020 aber mit niedrigeren Erträgen zufrieden geben und erwirtschaftete im Berichtszeitraum immerhin noch ein EBITDA (adjusted) in Höhe von 242,3 Mio. EUR (Vj.: 323,6 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge (adjusted) erreichte im Berichtszeitraum trotz der massiven Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie einen beachtlichen Wert von 44,2 %, der nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 45,6 %) lag.
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsatz, davon | 548,0 | 588,3 | –40,3 | –6,9 % |
| Display | 277,5 | 282,6 | –5,0 | –1,8 % |
| Video | 126,6 | 161,4 | –34,8 | –21,6 % |
| Digital Marketing Services | 143,9 | 144,3 | –0,5 | –0,3 % |
| EBITDA (adjusted) | 166,8 | 183,5 | –16,7 | –9,1 % |
| EBITDA-Marge (adjusted) | 30,4 % | 31,2 % | –0,8 Prozentpunkte |
Im Geschäftsjahr 2020 sanken die Umsatzerlöse des Segments Digital OOH & Content von 588,3 Mio. EUR auf 548,0 Mio. EUR. Nach einer positiven Gesamtentwicklung im ersten Quartal 2020 belasteten die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2020 sehr massiv. Im dritten Quartal konnte man in Summe schon wieder an das starke Vorjahr anknüpfen. Die Entwicklung im vierten Quartal war hingegen erneut von den negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des erneuten Shutdowns in Deutschland betroffen. Während die Online-Vermarktung im zweiten Halbjahr sogar Umsatzerlöse über dem Vorjahr berichtete, belasteten die mit der Covid-19-Pandemie einhergehenden Folgen unsere digitalen Out-of-Home Produkte.
Die Produktgruppe Video, in der insbesondere unsere digitalen Out-of-Home Produkte (Public Video) ausgewiesen werden, verzeichnete entsprechend im Geschäftsjahr 2020 einen Rückgang um 34,8 Mio. EUR auf 126,6 Mio. EUR. Die Produktgruppe Display, in der verschiedenste Vermarktungsformen für mobile Endgeräte und Desktops angeboten werden, sank im Berichtszeitraum zwar pandemiebedingt um 5,0 Mio. EUR auf 277,5 Mio. EUR. Im dritten und vierten Quartal 2020 konnte die Produktgruppe aber in einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld Umsatzerlöse über dem Niveau des Vorjahres erzielen. Die Produktgruppe Digital Marketing Services konnte im Geschäftsjahr 2020 mit 143,9 Mio. EUR Umsatzerlöse auf dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 144,3 Mio. EUR) erzielen. Dabei gelang es insbesondere der Statista in einem durch die Covid-19-Pandemie schwierigen Marktumfeld und trotz starker Vorjahresvergleichswerte die Umsatzerlöse weiter deutlich auszubauen.
Die nachteiligen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Umsatzerlöse, vor allem im Bereich der hochmargigen digitalen Außenwerbeprodukte, machten sich trotz kostenseitiger Gegeneffekte auch im Ergebnis negativ bemerkbar. Insgesamt konnte das Segment daher nicht an die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres heranreichen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 ein um 16,7 Mio. EUR auf 166,8 Mio. EUR gesunkenes EBITDA (adjusted) (Vj.: 183,5 Mio. EUR). In der EBITDA-Marge (adjusted) haben die kostenseitigen Gegeneffekte die Umsatzeinbußen nahezu vollständig kompensiert, sodass die Marge mit 30,4 % nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 31,2 %) lag.
| In Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsatz, davon | 369,4 | 340,6 | 28,8 | 8,5 % |
| Dialog Marketing | 250,0 | 230,8 | 19,1 | 8,3 % |
| Transactional | 119,4 | 109,7 | 9,7 | 8,8 % |
| EBITDA (adjusted) | 66,2 | 52,4 | 13,9 | 26,5 % |
| EBITDA-Marge (adjusted) | 17,9 % | 15,4 % | 2,5 Prozentpunkte |
Das Segment Direct Media beinhaltet die Produktgruppen Dialog Marketing und Transactional. Vor dem Hintergrund der Portfoliobereinigungen im Bereich Transactional sind die Segmentzahlen insgesamt nur bedingt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar.32
In der Produktgruppe Dialog Marketing, in der unsere Call Center- und Direktvertriebsaktivitäten (door-to-door) gebündelt sind, stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 um 19,1 Mio. EUR auf 250,0 Mio. EUR. Die zunächst negative Entwicklung der door-to-door Vertriebsaktivitäten, die von Mitte März bis in den Mai pandemiebedingt vorübergehend eingestellt werden mussten, konnte in der zweiten Jahreshälfte deutlich überkompensiert werden. Das Call Center Geschäft hingegen war von der Covid-19-Pandemie kaum betroffen und konnte im Berichtszeitraum ebenfalls Umsatzerlöse über dem Niveau des Vorjahres erzielen. Die Produktgruppe Transactional hat ihre Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020 trotz einiger Portfoliobereinigungen und trotz des durch Covid-19-bedingt schwierigen Marktumfelds sogar um 9,7 Mio. EUR auf 119,4 Mio. EUR ausbauen können. Dabei konnte vor allem das E-Commerce-Geschäft von AsamBeauty über alle vier Quartale hinweg deutliche Zuwächse verbuchen.
Insgesamt erwirtschaftete das Segment im Berichtszeitraum ein um 26,5 % gestiegenes EBITDA (adjusted) in Höhe von 66,2 Mio. EUR (Vj.: 52,4 Mio. EUR) und verbesserte damit seine EBITDA-Marge (adjusted) auf 17,9 % (Vj.: 15,4 %).
32 Die veräußerten Geschäftsaktivitäten stellten – anders als die D+S 360° Gruppe – keine abgegrenzten Einheiten im Sinne des IFRS 5 dar. Vor diesem Hintergrund erfolgte in diesen Fällen keine Bereinigung der Vorjahreszahlen.
Der Lagebericht der Ströer SE & Co. KGaA und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.
Die Ströer SE & Co. KGaA ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben im Bereich der Steuerung des Konzernverbunds wahrnimmt sowie konzernweite Verwaltungs- und Serviceleistungen erbringt. Hierzu gehören insbesondere die Bereiche Finanz- und Konzernrechnungswesen, Unternehmens- und Kapitalmarktkommunikation, IT-Services, Konzerncontrolling und Risikomanagement, Forschung und Produktentwicklung, Recht und Compliance sowie Unternehmensentwicklung.
Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA.
Die vorübergehende gesamtwirtschaftliche Eintrübung im Kontext der Covid-19-Pandemie ist insbesondere auch im Außenwerbegeschäft der Ströer Gruppe nachteilig ins Gewicht gefallen. Als Folge dieser temporären Eintrübung ist der Jahresüberschuss der Ströer SE & Co. KGaA über die konzerninternen Ergebnisabführungen im Berichtsjahr entsprechend in Mitleidenschaft gezogen worden. Unter Berücksichtigung gegenläufiger Effekte im sonstigen betrieblichen Ergebnis sowie im Steuerergebnis bezifferte sich der Jahresüberschuss letztendlich auf 65,6 Mio. EUR (Vj.: 72,2 Mio. EUR).
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 27.572 | 27.776 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 22.583 | 6.859 |
| Materialaufwand | –8.308 | –8.823 |
| Personalaufwand | –25.879 | –27.327 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
–8.178 | –7.629 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –34.514 | –32.115 |
| Erträge aus Beteiligungen | 345 | 0 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme | 128.409 | 163.146 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 2.236 | 2.385 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | –7.790 | –12.852 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –10.338 | –8.967 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –20.391 | –30.259 |
| Ergebnis nach Steuern | 65.748 | 72.193 |
| Sonstige Steuern | –113 | –41 |
| Jahresüberschuss | 65.635 | 72.152 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 170.000 | 213.677 |
| Bilanzgewinn | 235.635 | 285.828 |
Die Umsatzerlöse der Ströer SE & Co. KGaA, die sich im Wesentlichen aus konzerninternen Dienstleistungen und Mieterträgen zusammensetzen, haben sich mit 27,6 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres nur marginal verändert (Vj.: 27,8 Mio. EUR). Deutlich angestiegen sind demgegenüber die sonstigen betrieblichen Erträge, die sich zum Jahresende auf insgesamt 22,6 Mio. EUR summierten (Vj.: 6,9 Mio. EUR). Von zentraler Bedeutung war in diesem Zusammenhang der konzerninterne Verkauf von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögensgegenständen, aus dem ein Veräußerungsgewinn von 10,1 Mio. EUR herrührte. Leicht unter Vorjahresniveau schloss im Gegensatz dazu der Materialaufwand mit 8,3 Mio. EUR (Vj.: 8,8 Mio. EUR), der sich im Wesentlichen aus konzerninternen Mieten zusammensetzte. Auch im Personalaufwand konnte die Gesellschaft mit 25,9 Mio. EUR (Vj.: 27,3 Mio. EUR) einen geringfügigen Rückgang vermelden, der unter anderem auch auf die Kurzarbeit während der Shutdown-Phasen im Berichtsjahr zurückzuführen ist. Demgegenüber notierte die Gesellschaft in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen einen geringfügigen Anstieg um 2,4 Mio. EUR auf 34,5 Mio. EUR (Vj.: 32,1 Mio. EUR). Unterdessen bewegten sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen mit 8,2 Mio. EUR (Vj.: 7,6 Mio. EUR) nur unwesentlich über dem Vorjahr.
Mit Blick auf die konzerninternen Ergebnisabführungen (Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme) musste die Gesellschaft bedingt durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Berichtsjahr einen Rückgang um 34,7 Mio. EUR auf 128,4 Mio. EUR (Vj.: 163,1 Mio. EUR) hinnehmen, der in erster Linie auf die Ergebnisabführungen im Außenwerbegeschäft zurückzuführen war. Etwa auf Vorjahresniveau präsentierten sich demgegenüber die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens. Auch das Zinsergebnis (sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen) zeigte sich mit 10,3 Mio. EUR (Vj.: 9,0 Mio. EUR) kaum verändert. Unterdessen konnte die Gesellschaft in den Abschreibungen auf Finanzanlagen einen Rückgang um 5,1 Mio. EUR auf nunmehr 7,8 Mio. EUR (Vj.: 12,9 Mio. EUR) verbuchen. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war vor allem, dass das Volumen der erstmals als uneinbringlich eingestuften Darlehensforderungen im Berichtsjahr merklich niedriger ausfiel als noch im Jahr zuvor.
Bedingt durch die Eintrübung der operativen Geschäftstätigkeit im Rahmen der Covid-19-Pandemie ist auch die steuerliche Bemessungsgrundlage in der Organschaft zurückgegangen. In der Folge haben sich dementsprechend auch die Steuern vom Einkommen und Ertrag mit 20,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr rückläufig entwickelt (Vj.: 30,3 Mio. EUR). Zu detaillierten Ausführungen im Hinblick auf die latenten Steuern verweisen wir auf Abschnitt C.6 im Anhang der Gesellschaft.
Das abgelaufene Geschäftsjahr hat sich mit seinen massiven Verwerfungen im Zuge der Covid-19-Pandemie nur in vergleichsweise geringem Umfang nachteilig auf die Vermögens- und Finanzlage der Ströer SE & Co. KGaA ausgewirkt. Während sich auf der Aktivseite der Bilanz vor allem die Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen (–21,7 Mio. EUR), die Finanzanlagen (–17,4 Mio. EUR) sowie die Guthaben bei Kreditinstituten (–8,9 Mio. EUR) leicht rückläufig entwickelten, legten die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+71,4 Mio. EUR) kräftig zu. Auf der Passivseite waren es insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (+49,3 Mio. EUR), die sonstigen Rückstellungen (6,0 Mio. EUR) sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (+12,7 Mio. EUR), die in moderatem Umfang anzogen, sodass das Eigenkapital letztendlich um 44,0 Mio. EUR auf nunmehr 1.325,0 Mio. EUR nachgab. Unter Berücksichtigung einer weiterhin äußerst robusten Eigenkapitalquote von 59,8 % (Vj.: 62,4 %) ergab sich damit zum Bilanzstichtag wie schon in den Jahren zuvor ein sehr solides und ausgewogenes Bilanzbild.
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aktiva | ||
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögens gegenstände und Sachanlagen |
18.348 | 40.064 |
| Finanzanlagen | 762.089 | 779.460 |
| 780.437 | 819.524 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
1.433.118 | 1.361.748 |
| Kassenbestand, Guthaben bei | ||
| Kreditinstituten | 632 | 9.551 |
| 1.433.750 | 1.371.298 | |
| Rechnungsabgrenzungs posten |
3.366 | 4.489 |
| Bilanzsumme | 2.217.553 | 2.195.311 |
| Passiva | ||
| Eigenkapital | 1.325.037 | 1.369.028 |
| Rückstellungen | ||
| Steuerrückstellungen | 18.175 | 20.455 |
| Sonstige Rückstellungen | 19.977 | 13.966 |
| 38.152 | 34.421 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
643.878 | 594.566 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferun gen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
9.963 | 9.492 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
200.523 | 187.805 |
| 854.364 | 791.863 | |
| Bilanzsumme | 2.217.553 | 2.195.311 |
Zu den nennenswerten Veränderungen im Vermögen der Ströer SE & Co. KGaA zählte im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem der Rückgang in den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen, die mit 18,3 Mio. EUR um 21,7 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres schlossen (Vj.: 40,1 Mio. EUR). Ursächlich dafür war vorwiegend die konzerninterne Übertragung von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagevermögen auf eine andere Konzerngesellschaft.
Ebenfalls rückläufig präsentierten sich die Finanzanlagen der Gesellschaft. Waren im Vorjahr noch 779,5 Mio. EUR zu Buche geschlagen, so lag der Wert zum Ende des Berichtsjahres mit 762,1 Mio. EUR um 17,4 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Neben konzerninternen Netto-Darlehenstilgungen durch einzelne Tochtergesellschaften in einem Volumen von 10,0 Mio. EUR machten sich dabei auch Wertberichtigungen auf ausgereichte Darlehen in einem Umfang von knapp 7,0 Mio. EUR bemerkbar.
Gleichzeitig sind die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 1.361,7 Mio. EUR um 71,4 Mio. EUR auf 1.433,1 Mio. EUR angewachsen. Dabei sind einerseits die Forderungen aus konzerninternen Ergebnisabführungen für das Geschäftsjahr 2020 positiv zum Tragen gekommen, während sich andererseits die unterjährig von den jeweiligen Tochtergesellschaften erwirtschafteten und an die Konzern-Holding abgeführten Liquiditätsüberschüsse gegenläufig ausgewirkt haben. Des Weiteren haben die durch einzelne Konzerngesellschaften vollzogenen M&A-Anteilserwerbe ebenso wie die eingangs beschriebene konzerninterne Übertragung von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögensgegenständen durch den damit jeweils verbundenen Liquiditätsbedarf der Konzerngesellschaften zu diesem Anstieg beigetragen.
Die Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich zum Ende des Berichtsjahres auf gut 0,6 Mio. EUR, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Mio. EUR entspricht (Vj.: 9,6 Mio. EUR). Auch der Rechnungsabgrenzungsposten bewegte sich mit 3,4 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj.: 4,5 Mio. EUR). In dieser Position sind insbesondere jene Kreditbeschaffungskosten aktiviert, die in den vergangenen Jahren im Rahmen mehrerer Anpassungen der Kreditfazilität aufgelaufen waren. Diese Kosten werden seither über die Laufzeit der Finanzierung abgegrenzt und zeitanteilig aufgelöst.
Die Ströer SE & Co. KGaA schloss das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Eigenkapital in Höhe von 1.325,0 Mio. EUR ab (Vj.: 1.369,0 Mio. EUR). Während sich der laufende Jahresüberschuss der Gesellschaft mit 65,6 Mio. EUR (Vj.: 72,2 Mio. EUR) ebenso wie die Ausübung bestehender Aktienoptionen im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms mit 3,5 Mio. EUR (Vj.: 7,2 Mio. EUR) jeweils positiv ausgewirkt haben, hatte die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 113,2 Mio. EUR (Vj.: 113,1 Mio. EUR) einen entsprechend gegenläufigen Effekt. Insgesamt bewegte sich die Eigenkapitalquote mit 59,8 % auf einem weiterhin sehr komfortablen Niveau (Vj.: 62,4 %).
Die Rückstellungen der Ströer SE & Co. KGaA sind im Berichtszeitraum von 34,4 Mio. EUR auf 38,2 Mio. EUR angestiegen, wohingegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit 643,9 Mio. EUR um 49,3 Mio. EUR zugelegt haben (Vj.: 594,6 Mio. EUR). Neben der Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA und kleineren M&A-Anteilserwerben, die jeweils zu entsprechendem Liquiditätsbedarf bei der erwerbenden Konzerngesellschaft geführt haben, machten sich vornehmlich auch die nachteiligen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bemerkbar. Demgegenüber präsentierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten mit 10,0 Mio. EUR nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 9,5 Mio. EUR). Auch mit Blick auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verzeichnete die Gesellschaft bei einem verhaltenen Anstieg um 12,7 Mio. EUR auf 200,5 Mio. EUR kaum nennenswerte Effekte.
Die Ströer SE & Co. KGaA verfügt im Rahmen ihrer Kreditfazilität über langfristige Kreditlinien in einem Umfang von 600,0 Mio. EUR, die bei Bedarf um weitere 100,0 Mio. EUR erhöht werden können. Die Kreditlinien sind in voller Höhe als flexible Revolving Facility ausgestaltet und bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Zum 31. Dezember 2020 waren von diesen Kreditlinien insgesamt 181,8 Mio. EUR (Vj.: 114,6 Mio. EUR) in Anspruch genommen und damit 418,2 Mio. EUR (Vj.: 485,4 Mio. EUR) frei verfügbar. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der zum Stichtag vorhandenen Zahlungsmittel in Höhe von 0,6 Mio. EUR (Vj.: 9,6 Mio. EUR) ergaben sich damit freie Finanzierungsspielräume von insgesamt 418,8 Mio. EUR (Vj.: 495,0 Mio. EUR).
Das Nettofinanzvermögen der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 684,3 Mio. EUR (Vj.: 694,7 Mio. EUR). Die nachfolgende Übersicht stellt die Zusammensetzung des Nettofinanzvermögens der Ströer SE & Co. KGaA zum Stichtag dar:
| In Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| (1) Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
1.425,0 | 1.353,6 |
| (2) Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
103,1 | 113,9 |
| (3) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten |
0,6 | 9,6 |
| (1)+(2)+(3) Summe Finanzvermögen |
1.528,7 | 1.477,0 |
| (4) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
643,9 | 594,6 |
| (5) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
200,5 | 187,8 |
| (4)+(5) Summe Finanzverbindlichkeiten |
844,4 | 782,4 |
| (1)+(2)+(3)–(4)–(5) Nettofinanzvermögen |
684,3 | 694,7 |
| Eigenkapitalquote (in %) | 59,8 % | 62,4 % |
Die Ströer SE & Co. KGaA ist als Holdinggesellschaft eng mit der Entwicklung der gesamten Ströer Gruppe verbunden. Aufgrund des positiven Nettofinanzvermögens, der komfortablen Eigenkapitalquote sowie der Erwartung, dass sich die Ergebnisse der Tochtergesellschaften nach Überwindung der Covid-19-Pandemie in Summe wieder deutlich besser darstellen, ist die Gesellschaft nach unserer Überzeugung ebenso wie die gesamte Gruppe für zukünftige Herausforderungen bestens aufgestellt.
Die voraussichtliche Entwicklung der Ströer SE & Co. KGaA hängt aufgrund ihrer Eigenschaft als Konzernmuttergesellschaft von der Entwicklung des Gesamtkonzerns ab. Wir gehen aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns dargestellten Entwicklung der Ertragslage für das Jahr 2021 davon aus, dass die Tochtergesellschaften trotz der aktuell noch andauernden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie zukünftig insgesamt höhere Ergebnisbeiträge erwirtschaften werden als im Jahr 2020 und die Ströer SE & Co. KGaA damit zukünftig wieder deutlich bessere Jahresergebnisse erzielen wird.
Trotz der zwischenzeitlichen großen Verunsicherung der Aktienmärkte aufgrund der Covid-19-Pandemie und der Shutdowns im März/April und November/Dezember in Deutschland war 2020 ein erfolgreiches Börsenjahr für Ströer. Nach einem allgemeinen Tief im deutschen und in internationalen Aktienmärkten zu Beginn der Pandemie erholten sich die Märkte auf breiter Front und der DAX legte über das Gesamtjahr 2020 um über 3,5 % (Vj.: 25,5 %) zu. Der MDAX, in welchem die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA seit Juni 2020 wieder notiert ist, entwickelte sich im Vergleich zum DAX noch besser und stieg um knapp 8,8 % (Vj.: 31,2 %).
Der DAXsector All Media Index entwickelte sich vergleichbar zu den vorgenannten Indizes und stieg im Jahresverlauf um rund 5,9 % (Vj.: 28,6 %).
Vor dem Hintergrund des positiven Aktienmarktumfelds, insbesondere aber durch die erfolgreiche Positionierung der OOH+ Strategie und die vergleichsweise positive Ergebnisentwicklung, zeigte sich die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA erneut stark und konnte die führenden Börsenindizes outperformen und neue historische Höchststände erreichen. Nachdem das Papier im Dezember mit einem Kurs von 72,05 EUR das vorangegangene Geschäftsjahr schloss, konnte die Ströer Aktie im Laufe des Geschäftsjahres 2020 deutlich zulegen und mit 82,50 EUR ein neues Allzeithoch markieren. Über den gesamten Jahresverlauf legte die Aktie um rund 12,4 % auf 81,00 EUR zu.
Die Ströer Aktie im Jahr 2020 im Vergleich (in Prozent)
Quelle: Factset
Eine aktive und kontinuierliche Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist von zentraler Bedeutung und steht im Mittelpunkt der Investor Relations Arbeit bei der Ströer SE & Co. KGaA. Ziel der Investor Relations Arbeit ist es, sowohl durch direkten, persönlichen Kontakt als auch über unsere Webseite und unseren Emailverteiler, privaten und institutionellen Investoren, Analysten sowie weiteren interessierten Kapitalmarktteilnehmern das Unternehmen zu präsentieren und die Strategie und die Potenziale zu erläutern. Coronabedingt sind die klassischen Roadshowaktivtäten nach dem ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Diese hat Investor Relations erfolgreich durch eine Vielzahl an virtuellen Roadshows und virtuellen Investmentkonferenzen ersetzt und konnte in diesen neuen Formaten weiterhin zeitnah über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens informieren.
Neben Investor Relations hat der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters an einer Vielzahl von virtuellen Investorengesprächen teilgenommen, um sich den Fragen der Kapitalmarktteilnehmer zu stellen. Zur optimalen Steuerung unserer Investor Relations Aktivitäten werten wir kontinuierlich unsere Aktionärsstruktur aus und planen entsprechend unsere Aktivitäten. Daneben ist unsere Website ein zentrales Kommunikationsmittel. Auf www.stroeer.com berichten wir zeitnah über kapitalmarktrelevante Informationen und stellen alle Investor Relations Dokumente dort zum Download zur Verfügung.
Aufgrund der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen fand die Aktionärsversammlung erstmalig als virtuelle Hauptversammlung am 4. November 2020 statt. Es nahmen rund 60 Anteilseignern im Internet teil. Insgesamt waren rund 50,4 Millionen Stückaktien vertreten. Bis auf den Tagesordnungspunkt 9 (Änderungen der Bedingungen des Aktienoptionsprogramms 2015) wurden alle Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats und des persönlich haftenden Gesellschafters angenommen. Hierzu zählte auch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,00 EUR pro dividendenberechtigter Stückaktie.
Die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und wird seit dem 22. Juni 2020 wieder im MDAX gelistet. Auf Basis des Schlusskurses vom 30. Dezember 2020 beträgt die Marktkapitalisierung rund 4,6 Mrd. EUR (Vj.: 4,1 Mrd. EUR). Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Ströer Aktie auf Xetra lag 2020 bei rund 112.000 Stück (Vj.: 67.000 Stück).
Derzeit wird die Ströer SE & Co. KGaA von 16 nationalen und internationalen Banken analysiert. Von den Einschätzungen zum Ende der zwölfmonatigen Berichtsperiode lauten zehn "Kaufen" und sechs "Halten".
Die aktuellen Broker-Einschätzungen können unter www.stroeer.com/investor-relations eingesehen und der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| Investment Bank | Empfehlung |
|---|---|
| J.P. Morgan | Kaufen |
| Exane BNP Paribas | Kaufen |
| Nord/LB | Kaufen |
| Hauck & Aufhäuser | Kaufen |
| HSBC | Kaufen |
| KeplerCheuvreux | Kaufen |
| LBBW | Kaufen |
| Deutsche Bank | Kaufen |
| Mainfirst | Kaufen |
| Goldman Sachs | Halten |
| UBS | Kaufen |
| Barclays | Halten |
| Citi | Halten |
| Morgan Stanley | Halten |
| Oddo BHF | Halten |
| Warburg Research | Halten |
Alle Informationen finden Sie auf der Homepage unter: www. stroeer.com/ investor-relations
Kenndaten der Ströer SE & Co. KGaA Aktie
Udo Müller, Gründer und Co-Vorsitzender des Vorstands, hält direkt 6,19 % und mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 16 %, insgesamt 22,19 %. Dirk Ströer, Mitglied des Aufsichtsrats, hält mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 19,51 % und Christian Schmalzl, Co-Vorsitzender des Vorstands, hält rund 0,05 % der Aktien an der Ströer SE & Co. KGaA. Der Streubesitz beträgt rund 49 %. Laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Stichtag 31. Dezember 2020 sind uns die folgenden Stimmrechtsanteile an der Ströer SE & Co. KGaA von über 3 % bekannt: Deutsche Telekom Trust e.V., 9,69 %, Allianz Global Investors Europe 9,98 %, Credit Suisse 3,44 % und DWS Investment 4,92 %.
Christian Schmalzl x,xx % ¹ Gemäß Stimmrechtsmitteilungen nach § 41 Abs. 4f WpHG ² Gemäß Stimmrechtsmitteilungen nach § 25 Abs. 1 WpHG Im abgelaufenen Berichtsjahr hat die Ströer SE & Co. KGaA eine 2,00-EUR-Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie ausgeschüttet. Die Ströer SE & Co. KGaA beabsichtigt die Aktionäre weiterhin an einer erfolgreichen Gewinnentwicklung zu beteiligen.
| Grundkapital | 56.646.571 EUR |
|---|---|
| Anzahl der Aktien | 56.646.571 |
| Gattung | Nennwertlose Inhaberstammaktien (anteiliger Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital) |
| Erstnotierung | 15. Juli 2010 |
| ISIN (International Securities Identification Number) | DE0007493991 |
| WKN (Wertpapierkennnummer) | 749399 |
| Börsenkürzel | SAX |
| Tickersymbol Reuters | SAXG.DE |
| Tickersymbol Bloomberg | SAX/DE |
| Marktsegment | Prime Standard |
| Index | MDAX |
| Designated Sponsors | Oddo Seydler Bank AG |
| Jahresanfangskurs 20201 | 71,45 EUR |
| Jahresendkurs 20201 | 81,00 EUR |
| Höchstkurs 20201 | 82,50 EUR |
| Tiefstkurs 20201 | 37,00 EUR |
1XETRA-Kurs in EUR
Die Digitalisierung in der Medienbranche stellt weiterhin höchste Anforderungen an unsere MitarbeiterInnen und unsere Zusammenarbeit untereinander und mit Kunden im Hinblick auf technisches Know-How, Kreativität und neue Arbeitsformen. Ströer möchte dem Anspruch gerecht werden, diese Veränderungen aktiv zu gestalten und dabei als Pionier voranzugehen. Durch bereits geübte kollaborative und agile Arbeitsformen sowie unsere FlexWork Lösungen konnte Ströer sehr schnell die Arbeitsabläufe vollständig virtuell abbilden. Unterstützt haben wir die Führungskräfte und MitarbeiterInnen durch digitale Online-Schulungen zu "Meeting over Distance" und "Lead over Distance". Sowohl zu Beginn des Shutdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie, als auch während der gesamten Zeit geben wir unseren MitarbeiterInnen Raum für Ideen und Austausch und befähigen sie so zu Höchstleistungen. Während der Pandemie haben Teile der MitarbeiterInnen in Kurzarbeit gearbeitet. Ströer hat die staatlichen Zuschüsse für die MitarbeiterInnen aufgestockt, um die individuellen finanziellen Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Ein Teil der Belegschaft konnte relativ schnell wieder im Normalmodus aktiv sein. Dabei haben wir durch strenge Hygiene- und Abstandsregelungen für die Sicherheit unserer MitarbeiterInnen gesorgt und hybride Arbeitsformen unterstützt.
Das Framework für agile Methoden bilden bei Ströer Scrum und Design Thinking. Das Know-How wird hierbei durch Workinare von internen MitarbeiterInnen, die zu TrainerInnen ausgebildet wurden, geschult und weitergegeben. Innerhalb des Konzerns haben wir in vielen Bereichen die Methodik OKR – Objective & Key Results – eingeführt. Zur besseren Unterstützung wurde ein spezielles internes Konzept mit Zertifizierung entwickelt und eingeführt. Mittlerweile sind über 40 MitarbeiterInnen zertifiziert.
Ströer ist im Jahr 2020 von Leading Employers als TOP 1 % DER ARBEITGEBER in Deutschland ausgezeichnet worden.
In 2020 haben wir über 65.000 Bewerbungen erhalten. Unser digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm, in dem auch Empfehlungen über Online Kanäle weitergeleitet werden können, hat sich erfolgreich bewährt.
Mit dem Ausbau der Landingpages hat Ströer für eine bessere Auffindbarkeit im Netz und Klarheit der einzelnen Aufgabenschwerpunkte gesorgt. Wir unterstützen die Vielfalt in jeglicher Hinsicht und fördern eine Kultur von Wertschätzung und Fairness. Durch ansprechende moderne Bürowelten, flexible Arbeitszeitmodelle, freien Kaffee, sowie weitere Leistungen, wie z.B. unseren Betriebskindergarten in Köln, bieten wir ein Umfeld, in dem sich die MitarbeiterInnen mit Ströer identifizieren.
Der Ströer Konzern beschäftigte zum Jahresende 10.003 (Vj: 12.210) MitarbeiterInnen in Voll- und Teilzeitbeschäftigung. Der Rückgang von 2.207 MitarbeiterInnen resultiert im Kern aus dem Verkauf eines Teils des Dialog-Segments sowie den üblichen Schwankungen.
Zum Bilanzstichtag waren die MitarbeiterInnen im Schnitt 4,6 Jahre (Vj: 4,8 Jahre) im Ströer Konzern beschäftigt.
Ströer verfügt über eine ausgewogene Altersstruktur. Das Bestreben ist es, junge MitarbeiterInnen durch gezielte Ausbildungsprogramme für unser Unternehmen zu begeistern und sie dadurch auch langfristig an Ströer zu binden. KollegInnen, die auf eine umfassende berufliche Erfahrung zurückblicken begleiten sie auf ihrem Weg. Dadurch verbinden wir auch zum Teil Generationen.
Weitere Informationen zur Genderquote und zu den Zielgrößen bei Vorstand und den obersten beiden Führungsebenen finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung unter: www. stroeer.com/ investor-relations
Ströer hatte bereits ein sehr ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei der Anzahl der MitarbeiterInnen im Konzern. Der Anteil weiblicher Beschäftigter im Konzern ist im Jahresverlauf marginal gestiegen. Zum Jahresende waren zu 49 % Männer und zu 51 % Frauen in der Ströer Gruppe beschäftigt (Vj: 51 % Männer und 49 % Frauen). Die ausgewogene Geschlechterverteilung ist nicht zuletzt das Resultat unserer attraktiven Arbeitszeitmodelle, die bspw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und die uns als modernes Unternehmen auszeichnen.
Ströer bildet bundesweit insgesamt 151 Nachwuchskräfte aus. 2020 wurde Ströer in der Umfrage "Deutschlands beste Ausbilder" des Wirtschaftmagazins CAPITAL mit fünf Sternen bewertet und zählt damit zu den besten Ausbildern Deutschlands. Neben der klassischen Berufsausbildung wurde auch das Ströer-Programm für duale Studienplätze ausgebaut. Neben dem BA-Studium bieten wir seit 2018 auch ein Master-Programm an.
Natürlich bietet Ströer erfolgreichen BA-Studenten und Auszubildenden gute Chancen auf eine Übernahme an und hat auch im vergangenen Jahr viele junge Talente in verschiedensten Unternehmensbereichen übernommen.
Ströer bietet seinen MitarbeiterInnen Perspektiven, ihre beruflichen Ziele innerhalb des Ströer-Konzerns zu erreichen. In den vergangenen Jahren wurden unsere Trainee-Programme ausgeweitet, um Berufseinsteigern eine vielfältige Einarbeitung und Orientierung zu bieten. Ein Einstieg als Trainee ist jetzt in vier Bereichen möglich: General Management, HR, Finance und Sales.
Die TeilnehmerInnen des Talentprogramms entwickeln sich hervorragend weiter und viele sind innerhalb der Ströer-Gruppe ihre nächsten Karriereschritte gegangen. In der 3. Runde des im Jahr 2019 gestarteten "Jump 'n Grow"- Programms haben wir aufgrund der Pandemie einige Bausteine digital durchgeführt und die anderen Bausteine pausiert. Eine regelmäßige Diskussion im Rahmen von Buchbesprechungen findet weiterhin statt. Es ist geplant, die noch fehlenden Bausteine in 2021 nachzuholen, die 4. Runde des Programms danach zu starten und MitarbeiterInnen wieder zur Bewerbung für das Programm einzuladen. Die Bausteine umfassen Workshops, Trainings, Kamingespräche mit den Vorständen des persönlich haftenden Gesellschafters und MitarbeiterInnen in gemeinsamen Projekten und für die Dauer des Programms – eine gezielte Verknüpfung mit Mentoren aus der oberen Führungsebene, die als Sparringspartner und Wegbegleiter ebenfalls an Teilen des Programms teilnehmen, was die Vernetzung gezielt unterstützt.
Im Folgenden berichtet der persönlich haftende Gesellschafter, die Ströer Management SE, über die Struktur und die Höhe der eigenen Vergütung sowie der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der börsennotierten Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus werden – insoweit auf freiwilliger Basis – Angaben zur Struktur der Vergütung der Vorstandsmitglieder und zur Struktur und Höhe der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der nichtbörsennotierten Ströer Management SE gemacht.
Der einzige persönlich haftende Gesellschafter der Ströer SE & Co. KGaA ist die (ihrerseits nicht börsennotierte) Ströer Management SE. Sie hat keine Sondereinlage erbracht und ist weder am Gewinn und Verlust noch am Vermögen der Ströer SE & Co. KGaA beteiligt. Die Ströer Management SE ist die gesetzliche Vertreterin und führt auch im Übrigen die Geschäfte der Ströer SE & Co. KGaA. § 9 Abs. 3 Satz 1 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA bestimmt, dass der persönlich haftende Gesellschafter für die Übernahme der Geschäftsführung und der Haftung von der Gesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von 5.000,00 EUR erhält. Darüber hinaus bestimmt § 9 Abs. 3 Satz 2 der Satzung, dass ihm zudem sämtliche Auslagen im Zusammenhang mit der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ersetzt werden; das betrifft namentlich die nachstehend im Einzelnen beschriebenen Vergütungen der Vorstandsmitglieder sowie der Aufsichtsratsmitglieder der Ströer Management SE.
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der nicht-börsennotierten Ströer Management SE wird vom Aufsichtsrat der nicht-börsennotierten Ströer Management SE festgelegt und regelmäßig überprüft. Gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes, der SE-Verordnung und des SE-Ausführungsgesetzes hat sich der Aufsichtsrat der Ströer Management SE im Berichtsjahr hinsichtlich der notwendigen Entscheidungen zur Vorstandsvergütung beraten und entsprechende Beschlüsse gefasst.
Bis zum 31. Dezember 2018 waren die Anstellungsverträge der Vorstände der nicht-börsennotierten Ströer Management SE mit der Ströer SE & Co. KGaA abgeschlossen; seit dem 1. Januar 2019 bestehen die Anstellungsverträge mit Ströer Management SE. Die Vergütungen werden seit dem Geschäftsjahr 2019 unmittelbar von der Ströer Management SE an ihre Vorstandsmitglieder ausbezahlt, sodann jedoch gemäß § 9 Abs. 3 Satz 2 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA dieser weiterbelastet. Davon abweichend werden variable Vergütungen (LTI), soweit diese die Geschäftsjahre bis einschließlich 2018 betreffen und noch nicht ausgezahlt sind, zu den jeweiligen Fälligkeitszeitpunkten weiterhin durch die Ströer SE & Co. KGaA gewährt.
Die Vergütung des Vorstands setzte sich (wie in den Vorjahren) auch im Geschäftsjahr 2020 aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen:
Die Vorstandsmitglieder erhalten eine fixe Grundvergütung, die aus einem monetären Fixum besteht und als monatlich gleichbleibendes Gehalt ausgezahlt wird. Für die Monate April und Mai 2020 hat der Vorstand "Corona-bedingt" auf Fixvergütungen in Höhe von TEUR 383 verzichtet.
Die Vorstandsmitglieder erhalten eine variable Vergütung, die sich aus einem jährlich auszuzahlenden kurzfristigen Vergütungselement (Short Term Incentive: "STI") und einem langfristig ausgerichteten Vergütungselement (Long Term Incentive: "LTI") zusammensetzt. Die variable Vergütung ist an die Leistung des Vorstands, die Entwicklung des Unternehmens und dessen Wertsteigerung gekoppelt und abhängig vom Grad des Erreichens unternehmensbezogener Kennzahlen bzw. Zielvorgaben.
Damit ist sichergestellt, dass das Handeln des Vorstands, zumindest soweit dies durch monetäre Anreize möglich und sinnvoll ist, unmittelbar und substanziell auf die kurzaber vor allem langfristige Performance des Unternehmens ausgerichtet ist.
Die hervorragenden Ergebnisse der Ströer Gruppe in den vergangenen Jahren geben zudem keinen Anlass, an dem bewährten Modell etwas zu ändern.
Die variablen Vergütungen für das Geschäftsjahr 2020 orientierten sich an folgenden Kennzahlen bzw. Zielvorgaben:
Der Fokus auf den operativen Cash-Flow der Ströer Gruppe beim STI stellt sicher, dass bei den eher kurzfristig zu beeinflussenden Geschäftsparametern das profitable Wachstum entsprechend der jährlichen Planungs-Budgets im Vordergrund steht. Dabei wird gezielt nicht auf "weichere" Parameter wie adjusted EBITDA oder profit-unabhängiges, organisches Wachstum abgestellt, sondern ultimativ auf die Cash-Generierung im laufenden Jahr incentiviert.
Kapitalrendite auf Basis adjusted EBIT/Capital Employed Gerade bei einem Infrastruktur-ähnlichem Geschäft mit langfristigen Investitionszyklen, ist die Kapitalrendite die zentrale, langfristige Steuerungsgröße und macht mit 50 % der LTI-Vergütung auch den Schwerpunkt aus. Diese Vergütung hängt von der Kapitalverzinsung eines Zeitraums von drei Jahren ab. Benchmark hierfür ist die Erzielung einer Verzinsung in Höhe der Kapitalkosten des Ströer Konzerns. Bei Zielerreichung von 100% beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 825. Die Vergütung kann maximal den dreifachen Betrag erreichen, wofür eine deutlich über den Kapitalkosten liegende Verzinsung in der Drei-Jahres-Periode zu erreichen wäre. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0,00 EUR, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.
Durch den immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb im Medien- und Vermarktungsgeschäft ist das nachhaltige, organische Wachstum, komplementär zur Kapitalrendite und gewichtet mit 35 % des LTI, der zweite zentrale Werttreiber des Ströer Konzerns. In einem Drei-Jahres-Zeitraum wird das durchschnittliche organische Umsatzwachstum des Ströer Konzerns verglichen mit dem durchschnittlichen Wachstum des Werbemarkts, gemessen an der Entwicklung des jeweiligen Bruttoinlandprodukts in den von dem Ströer Konzern bearbeiteten Märkten. Bei Zielerreichung von 100 % beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 577. Liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum des Ströer Konzerns in dem jeweiligen Drei-Jahres-Zeitraum über diesem Vergleichswert, kann die Vergütung maximal den dreifachen Wert annehmen. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0,00 EUR, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.
Auch wenn Kapitalrendite und organisches Umsatzwachstum in Kombination mit der jährlichen Cash-Flow-Optimierung wesentlich den inneren Wert des Ströer Konzerns treiben, soll über die Berücksichtigung der nachhaltigen Aktienkurs-Entwicklung beim LTI aber auch die externe Sicht auf die Management-Leistung berücksichtigt werden. Hierüber sind auch Shareholder-Interessen und Vorstands-Fokus noch klarer verzahnt, und die relative Performance des Ströer Konzerns zu den relevanten Peers sowie die Kommunikation in Richtung Kapitalmarkt finden Eingang in die Vorstands-Incentivierung. Dieser LTI-Bestandteil ist abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses der Ströer SE & Co. KGaA über einen Vier-Jahres-Zeitraum gegenüber einem festgelegten Referenzkurs zu Beginn dieses Zeitraums. Bei Zielerreichung von 100 % beläuft sich der für das Jahr 2020 zugesagte Betrag auf TEUR 247, was zum Stichtag einer Anzahl von 3.424 virtuellen Aktienoptionen mit jeweiligem Zeitwert von EUR 74,18 entspricht. Eine Kurssteigerung innerhalb des Vier-Jahres-Zeitraums erhöht die Vergütung dieses Gehaltsbestandteils auf maximal den dreifachen Betrag. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0,00 EUR, wenn der Referenzkurs entsprechend verfehlt wird. Nach Wahl des jeweiligen Vorstandsmitglieds kann die Vergütung auch in Aktien der Ströer SE & Co. KGaA ausgezahlt werden.
Die Vorstandsmitglieder erhalten außerdem Nebenleistungen (Sachbezüge), die von den einzelnen Vorstandsmitgliedern versteuert werden, sowie Aufwandsersatz für entstandene Kosten.
Sollte sich die Lage der Gesellschaft in einem Maße verschlechtern, dass die Weitergewährung der Vorstandsvergütung unbillig wäre, ist die Gesellschaft im Übrigen berechtigt, die Vorstands-Vergütungen auf ein angemessenes Maß herabzusetzen.
Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA hat den Mitgliedern des Vorstands in den Geschäftsjahren 2015–2020 Aktienoptionen im Rahmen des Aktienoptionsprogramms aus dem Geschäftsjahr 2015 gewährt; der Aufsichtsrat der Ströer Management SE hat in Ermächtigung des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2019 und 2020 Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm des Geschäftsjahrs 2019 gewährt. Die Aktienoptionen stellen weitere langfristige Vergütungskomponenten dar. Hierdurch sollen Leistungsanreize geschaffen werden, die auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Unternehmenserfolgs ausgerichtet sind. Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren, beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts, ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben bzw. acht Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren.
Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an das operative EBITDA des Konzerns geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.
Es bestehen keine Versorgungszusagen bzw. anderweitige Altersversorgungen für den Fall der regulären Tätigkeitsbeendigung.
Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots zahlt die Gesellschaft pro volles Jahr des Verbots die Hälfte der zuletzt bezogenen vertragsmäßigen Vergütungen.
Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA werden gemäß § 15 der Satzung der Gesellschaft von der Hauptversammlung mit Zustimmung des persönlich haftenden Gesellschafters bewilligt. Gemäß dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Ströer SE & Co. KGaA vom 19. Juni 2019 beziehen die Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA ein Sitzungsgeld von 1.000,00 EUR für jede physische Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung und für jede telefonische Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung von 500,00 EUR.
Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats des persönlich haftenden Gesellschafters, der Ströer Management SE, werden gemäß § 14 der Satzung von der Hauptversammlung der Ströer Management SE bewilligt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats des persönlich haftenden Gesellschafters erhalten eine feste, erfolgsunabhängige Vergütung sowie Sitzungsgelder und Auslagenerstattungen. Die Vergütung des Aufsichtsrats der Ströer Management SE wurde gemäß § 9 Abs. 3 Satz 2 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA an die Ströer SE & Co. KGaA weiterbelastet.
Die Gesamtvergütungen (ohne etwaige Umsatzsteuer) für das Jahr 2020 des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA inklusive der von der Ströer Management SE an die Ströer SE & Co. KGaA vorgenommenen Weiterbelastungen betragen in EUR:
| in EUR | Feste Vergütung | Sitzungsgeld | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Dr. Karl Georg-Altenburg | 17.500,00 | 3.500,00 | 21.000,00 |
| Angela Barzen | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Martin Diederichs | 30.000,00 | 4.000,00 | 34.000,00 |
| Sabine Hüttinger | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Andreas Huster | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Dr. Raphael Kübler | 30.000,00 | 2.000,00 | 32.000,00 |
| Barbara Liese-Bloch | 0,00 | 1.000,00 | 1.000,00 |
| Petra Loubek | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Rachel Marquardt | 0,00 | 1.500,00 | 1.500,00 |
| Tobias Meuser | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Dr. Thomas Müller | 0,00 | 2.000,00 | 2.000,00 |
| Nadine Reichel | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Christian Sardiña Gellesch | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Petra Sontheimer | 0,00 | 2.500,00 | 2.500,00 |
| Dirk Ströer | 48.000,00 | 4.500,00 | 52.500,00 |
| Simone Thiäner | 0,00 | 1.000,00 | 1.000,00 |
| Vincente Vento Bosch | 15.000,00 | 1.500,00 | 16.500,00 |
| Christoph Vilanek | 72.200,00 | 5.000,00 | 77.200,00 |
| Ulrich Voigt | 48.000,00 | 5.000,00 | 53.000,00 |
| Summe | 260.700,00 | 51.000,00 | 311.700,00 |
Das Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe bildet die Grundlage für die umfassende Risikoeinschätzung des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters. Im Vordergrund unserer Risikostrategie steht nicht die strikte Vermeidung von Risiken. Vielmehr geht es uns darum sicherzustellen, dass unsere unternehmerischen Entscheidungen auf wohl informierten Abwägungen von Chancen und Risiken beruhen. Gleichzeitig gilt es, solche Risiken rechtzeitig zu identifizieren, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, um hier umgehend Maßnahmen zur Vermeidung oder Begrenzung von Risiken einleiten zu können. Grundsätzlich erwarten wir von jedem Mitarbeiter einen verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken.
Nach unserer Einschätzung sind die derzeit identifizierten und im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Dies gilt auch für die Risiken, die sich als Folge der durch das Corona-Virus (SARS-CoV-2) ausgelösten Covid-19-Pandemie ergeben. Das Jahr 2020 hat zwar gezeigt, dass die Folgen einer Pandemie die Ergebnisse unserer Gruppe materiell belasten können, gleichzeitig haben wir uns aber in unserer in den letzten Jahren vorangetriebenen strategischen und strukturellen Aufstellung bestätigt gesehen. Die Ströer Gruppe konnte die besonderen Herausforderungen zu jeder Zeit gut beherrschen. Trotz gegebener Unsicherheiten der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere durch die Folgen der globalen Covid-19-Pandemie, werden sich nach Erwartungen des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters die Marktbedingungen im Geschäftsjahr 2021 im Laufe des Jahres und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, nach der Impfung breiter Teile der Bevölkerung deutlich erholen. Bei Eintreten eines schlechteren Szenarios kann die Ströer Gruppe zeitnah reagieren und, wie schon in der Vergangenheit gezeigt, von internen Maßnahmen zur notwendigen Anpassung der Investitions- und Kostenbudgets Gebrauch machen. Zugleich sind wir überzeugt, dass Ströer strategisch und finanziell sehr gut aufgestellt ist, um auch 2021 sich bietende Chancen im Wettbewerb nutzen zu können.
Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. In Abhängigkeit von den Zielen und Strategien der einzelnen Segmente ist für das Chancenund Risikomanagement das operative Management in den jeweiligen Geschäftsbereichen in enger Abstimmung mit den Zentralbereichen und dem Vorstand verantwortlich. Das kontinuierliche Managen von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Planungs- und Kontrollprozesses.
Als wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems betreibt Ströer ein konzernweites Risikofrüherkennungssystem, das im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht. Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem Konzernkonsolidierungskreis.
Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung unserer Geschäftsentwicklung darstellen und eine materielle Auswirkung auf unsere Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswerts einzelnen Risikoklassen zuordnen (wesentlich, groß, mittel, gering, unwesentlich). Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich nach den Dimensionen "Erwartete Schadenshöhe auf Ertrag (EBITDA) und/oder Cash-Flow" sowie "Eintrittswahrscheinlichkeit" bewertet. Die Abbildung auf Seite 53 zeigt die Skalen dieser beiden Dimensionen (erwartete Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus abgeleitete Risikomatrix.
Entsprechend der Kombination aus erwarteter Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit wird der Schadenserwartungswert (SEW) des Risikos als wesentlich, groß, mittel, gering oder unwesentlich klassifiziert.
Für jeden Geschäftsbereich gibt es jeweils einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereichs dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Innerhalb der Geschäftsbereiche gibt es Verantwortliche (Risk Owner) für die verschiedenen Risikobereiche, die an den jeweiligen Risikoverantwortlichen des Geschäftsbereichs berichten.
Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Group Risk Management im Zentralbereich Controlling angesiedelt. Es besitzt die Methoden- und Systemkompetenz. Es stellt die Funktionsfähigkeit und Effizienz des Risikofrüherkennungssystems sicher und informiert turnus mäßig den Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und den Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA über die aktuellen Risiken des Konzerns. Der regelmäßig erstellte interne Risikobericht geht auf die verschiedenen Ursachen der Kernrisiken, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen (Nettobewertung) ein. Zudem informiert er über die Veränderungen des Risikoprofils der Ströer Gruppe im Zeitablauf. Bei unerwarteten Risiken, die außerhalb der Termine des Regelprozesses identifiziert werden und die spezifische Wesentlichkeitsgrenzen überschreiten, ist jeder Risikoverantwortliche zur Ad-hoc-Berichterstattung verpflichtet.
Das Risikomanagementsystem wird in unregelmäßigen Abständen auf Effektivität überprüft und gegebenenfalls angepasst. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer regelmäßig im Rahmen der Jahresabschlussprüfung, ob insbesondere das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, die den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erkennen. Über die Ergebnisse berichtet der Abschlussprüfer an den Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und den Aufsichtsrat.
Einen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe dar. Wir verstehen unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die Ströer Gruppe maßgeblichen rechtlichen Vorschriften gerichtet sind.
Des Weiteren soll das interne Kontrollsystem die Berichterstattung unterstützen, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ströer Gruppe zu vermitteln.
Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess haben wir folgende Strukturen und Prozesse implementiert:
Wir erachten solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns maßgeblich beeinflussen können. Hierzu zählen folgende Elemente:
Die Interne Revision ist ein Instrument des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters und des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA und unterstützt diese Gremien als Teil der Corporate Governance in ihrer Führungs- und Aufsichtsfunktion. Dazu führt sie in ausgewählten Beteiligungsgesellschaften und Unternehmensbereichen Prüfungen durch. Hierzu können folgende Themenschwerpunkte zählen:
Auf Basis eines risikoorientierten Prüfplans wurde im Rahmen mehrerer interner Revisionsprojekte im Berichtsjahr die Wirksamkeit des Kontrollumfeldes und der Verbesserung von Geschäftsprozessen unterstützt. Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden unterjährig dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA berichtet. Ein umfassender Jahresbericht der Arbeit der Internen Revision sowie der Inhalte der Prüfungen und ihrer Ergebnisse wird turnusmäßig dem Aufsichtsrat vorgelegt. Die möglichen, sich aus Revisionsprüfungen ergebenden Verbesserungsmaßnahmen wurden bzw. werden systematisch nachverfolgt.
Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das erwartete EBITDA und/oder den Cash-Flow sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenserwartungswerts des Risikos angegeben (z. B. "SEW: mittel").
Aufgrund der global anhaltenden Covid-19-Infektionslage sehen wir erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den für uns relevanten Märkten. Insbesondere weitere Lockdowns können die von uns im Rahmen unserer Prognose unterstellte wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen und zu einer erneuten tiefen Rezession führen. Lockdowns stellen dabei insbesondere für unser Außenwerbegeschäft ein erhebliches Risiko dar, da reduzierter Verkehr in den Städten und Gemeinden die Reichweiten dieses Mediums schmälert und das Kundeninteresse vorübergehend auf andere Werbeformen lenken kann. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stellt aufgrund der Konjunkturabhängigkeit des Werbemarktes auch für andere Bereiche der Ströer Gruppe ein Risiko dar, dessen Materialisierung dazu führen könnte, dass die Ströer Gruppe ihre Umsatz- und Ergebnisziele deutlich verfehlt.
Durch die Diversifizierung unserer Geschäftsmodelle im Rahmen unserer OOH+ Strategie werden die Risiken gut in der Gruppe gestreut. Das zeigte sich auch im Berichtsjahr 2020, in dem die Covid-19-bedingt materiellen Umsatzund Ergebnisrückgänge in der Außenwerbung zumindest teilweise durch andere Geschäftsbereiche kompensiert werden konnten. Daneben werden wir auch 2021 wieder ein sehr striktes Kostenmanagement – einschließlich Kurzarbeit – verfolgen, um die Marktrisiken abzufedern.
Neben den Unsicherheiten aufgrund der Covid-19-Pandemie könnte das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Prognosezeitraum auch von anderen exogenen Schocks belastet werden, wie z. B. aufgrund von anhaltenden Welthandelsstreitigkeiten, Finanzmarktrisiken im Euro-Raum oder aufgrund von geopolitischen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten.
Im Beschaffungsbereich können sich generell materielle Planabweichungen vor allem durch den Verlust von Werberechtskonzessionen in der Außenwerbung oder durch den Verlust großer Publisher-Verträge im Digitalbereich ergeben. Von Nachteil wäre auch eine Verzögerung der Genehmigungsprozesse, ein Kostenanstieg zur Erlangung notwendiger Baugenehmigungen oder eine Ablehnung attraktiver Standorte durch die Genehmigungsbehörden. Im Bereich der Online-Medien besteht grundsätzlich das Risiko, dass die im Portfolio befindlichen Websites – u. a. aufgrund von Konkurrenzangeboten – weniger Nutzerinteresse auf sich ziehen als erwartet. Eine geringer als erwartet ausfallende Zahl von Unique Visitors bzw. Unique Users oder Ad Impressions kann die Erlöse aus der Reichweitenvermarktung beeinträchtigen. Diese Gefahren sehen wir aber als ganz normale Geschäftsrisiken an, die durch unser im Außenwerbe- wie auch im Digitalgeschäft sehr breit aufgestelltes Portfolio begrenzt sind.
Besondere Beschaffungsrisiken, insbesondere in der Außenwerbung, können sich zudem aufgrund möglicher Preiserhöhungen bei Vorprodukten und Energie oder aufgrund von Preisvolatilitäten ergeben. Denkbar wären auch Ausfälle von Lieferanten mit Schlüsselfunktion, zum Beispiel in der Plakatlogistik oder Qualitätsprobleme bei Zulieferprodukten oder -dienstleistungen. Um solche Risiken zu begrenzen, setzen wir auf eine enge Kooperation mit unseren Zulieferern, auf produkt- und regionenübergreifende Standardisierung der Komponenten und Dienstleistungen sowie auf eine Mehrquellenbeschaffungsstrategie.
Hinsichtlich der Vermarktung könnten sich Planabweichungen in den einzelnen Segmenten ergeben: Durch mögliche Erlöseinbußen bei der Auftragserteilung gewichtiger Werbetreibender oder Agenturen, durch Kundenverluste im intra- und intermedialen Wettbewerb oder durch reduzierte Margen infolge steigender Rabatte in der Medienbranche. In diesem Zusammenhang werten wir regelmäßig unsere Vertriebsaktivitäten aus und treffen entsprechende Maßnahmen, um dem bestehenden Rabattdruck entgegenzuwirken.
Im Bereich Dialog Marketing werden die Umsätze zumeist mit nationalen Großkunden erzielt. Ein sich änderndes Nachfrageverhalten einzelner Großkunden kann hier grundsätzlich auch zu kurzfristigen Erlösrisiken führen.
Neben unserem Kerngeschäft, der Werbevermarktung in der Außenwerbung und online tragen auch andere Geschäftsmodelle signifikant zur Erlös- und Ertragssituation der Gruppe bei. Neben (a) Content-basierten Geschäftsmodellen – mit Deutschlands reichweitenstärkstem Online-Portal "t-online.de" als Herzstück –, (b) transaktionalen und Abonnement-basierten Geschäftsmodellen sowie (c) dem Dialog Marketing hat die Ströer Gruppe erfolgreich ihre Erlösströme diversifiziert. Dabei ist es gelungen, die insgesamt werbedominierten Erlösströme hin zu anderen transaktionalen sowie direktvertriebsorientierten Erlösarten zu erweitern. Hierdurch werden generelle Marktrisiken in der Werbevermarktung abgemildert.
Ein seit Jahren anhaltender Trend im Internet-Surfverhalten der Nutzer, weg von stationären Computern hin zu mobilen Endgeräten, stellt insbesondere den Bereich der Online Display-Werbevermarktung sowie den Bereich der Content-basierten Erlösmodelle vor Herausforderungen. Dem Risiko einer eventuellen Beschleunigung dieses Trends begegnen wir u. a. mit der verbesserten Monetarisierung der bestehenden Kapazitäten sowie der Optimierung unserer mobilen Vermarktungsaktivitäten.
Generell stellt die vermehrte Nutzung von Ad Blockern ein anhaltendes Risiko für die Online-Werbevermarktung dar. Für unsere Online-Vermarktungsaktivitäten wirken wir dem Risiko mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. Dabei setzen wir zum einen auf Technologien, Ad-Blocker zu umgehen. Zum anderen ist unser Website-Portfolio u. a. aufgrund der Nutzerstrukturen unterdurchschnittlich stark von Ad-Blocking-Technologien betroffen. Außerdem bieten wir vermehrt Produkte im Bereich Native Ads an, die nicht von Ad-Blockern betroffen sind.
Die anhaltende Diskussion zu datenschutzrechtlichen Themen in Politik und Gesellschaft, sich ändernde Regelungen sowie unterschiedliche Auslegungen in der praktischen Umsetzung stellen ein Risiko für diejenigen unserer Geschäftsaktivitäten dar, in denen die Verarbeitung von personenbezogenen Daten ein zentrales Element ist. Die Unsicherheiten bezüglich der möglichen Folgen der seit Mai 2018 geltenden EU-Datenschutzgrundverordnung haben sich inzwischen reduziert. Allerdings beobachten wir auch weiterhin sehr genau die weiteren Konkretisierungen der in der Grundverordnung enthaltenen rechtlichen Vorgaben in der Praxis. Auch die geplante und im Berichtsjahr erneut verschobene "ePrivacy" Verordnung der EU, die sich unter anderem mit dem Datenschutz im Bereich des Online-Marketing beschäftigt, bringt anhaltende Unsicherheiten.
Im Mai 2020 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass es ab sofort einer aktiven Zustimmung für eine Cookie-Setzung bei Analytics, Werbung oder Marktforschung bedarf. Wir arbeiten fortlaufend an den technischen Voraussetzungen zur Einhaltung der Vorgaben und gleichzeitig an Möglichkeiten zur Verringerung negativer Auswirkungen auf die Vermarktbarkeit unseres vorhandenen Inventars. Ob und inwieweit solche Regelungen das Nutzungsverhalten und die Vermarktbarkeit über die von uns bereits in der Prognose unterstellten Auswirkungen negativ beeinflussen, ist zur Zeit noch mit Unsicherheiten behaftet.
Auch wenn von derartigen gesetzlichen Neuregelungen nur einzelne Geschäftsmodelle in unserem Portfolio betroffen sind und große Datenmengen hauptsächlich anonymisiert genutzt werden, beschäftigen wir uns fortlaufend intensiv mit den diversen Themen rund um den Datenschutz. Unter anderem arbeiten wir derzeit verstärkt daran, unser Konzern-Datenschutzkonzept den sich stetig ändernden Anforderungen anzupassen.
Darüber hinaus besteht ein Risiko einer in den letzten Jahren wiederholt in der politischen Diskussion geforderten Ausweitung von Werbeverboten. Hier war über viele Jahre insbesondere der Bereich der Tabakwerbung im Fokus. Inzwischen ist in Deutschland eine gestaffeltes Werbeverbot für Tabakwaren in der Außenwerbung ab 2023 beschlossen worden. Wir gehen damit nicht von einem Inkrafttreten eines solchen Verbots oder anderer Werbeverbote im Prognosezeitraum aus. Durch eine deutlich gesunkene Abhängigkeit von einzelnen Werbekunden und -branchen hat die relative Bedeutung dieses Sachverhalts ohnehin stark abgenommen.
Unsere Unternehmensabläufe sowie unsere Kommunikation basieren in hohem Maße auf Informationstechnologien. Folglich ist die IT-Sicherheit ein kritischer Faktor, der in Bezug auf Datenintegrität, Informationsvertraulichkeit, Authentizität und Verfügbarkeit berücksichtigt werden muss. Eine Störung oder gar ein Ausfall einzelner oder gar mehrerer Systeme könnte zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der IT-gestützten Geschäftsprozesse führen. Da viele der zentralen IT-Systeme bei Ströer inhaltlich, technisch und physisch getrennt voneinander betrieben werden, beziehen sich diese Risiken immer nur auf Teilbereiche der Gruppe. Dennoch unterliegen IT-Prozesse kontinuierlichen Nachbesserungsmaßnahmen, welche die oben genannten Risiken reduzieren sollen. In diesem Zusammenhang beobachten wir auch ein insgesamt im Markt gestiegenes Risiko von Cyber-Crime-Attacken auf Unternehmen. In einem gesonderten Programm werden wir deshalb hierzu im Jahr 2021 aktiv Sicherheitslücken in den verschiedenen Geschäftsbereichen analysieren und falls nötig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.
Grundsätzlich sind auch Störungen im Hinblick auf die ordnungsgemäße Arbeitsweise bei der Angebotserstellung, Auftragsabwicklung sowie das Reklamations- und Forderungsmanagements in verschiedenen Geschäftsbereichen nicht auszuschließen. Im Betriebsprozess liegt unser Augenmerk insbesondere auf möglichen Qualitätsrisiken, die mit der Sicherstellung einer hochwertigen Beschaffenheit und Bewirtschaftung unserer Werbeträger in der Außenwerbung sowie störungsfreier Ausspielungen von Werbung im Digitalbereich zusammenhängen. Bei einigen wenigen Geschäftsmodellen im Ströer Konzern, deren Erlösströme auch von Suchmaschinen im Internet beeinflusst werden, bestehen generelle Risiken, die sich aus Änderungen der Algorithmen der Suchmaschinenbetreiber ergeben.
Ein Risiko für Ströer liegt in der ungewollten Fluktuation von MitarbeiterInnen in Schlüsselpositionen, sollten diese nicht oder nicht rechtzeitig durch eigene oder neue MitarbeiterInnen adäquat ersetzt werden. Wir wirken den Personalrisiken mit einer Reihe etablierter Maßnahmen, wie z. B. einem leistungsbezogenen Vergütungssystem, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten oder Stellvertretungsregelungen, entgegen. Mit unserem Profil als innovativem und attraktivem digitalen Medienunternehmen und unserer Präsenz in den attraktiven deutschen Großstädten konnten wir unsere Employer Brand in den letzten Jahren immer weiter verbessern.
In dem sehr personalintensiven Bereich des Dialog-Marketing bestehen generell Risiken MitarbeiterInnen nicht in ausreichendem Umfang oder mit ausreichender Qualifizierung zur Verfügung zu haben. Gerade in diesem Geschäftsfeld kommt der Mitarbeitergewinnung und -bindung eine besondere Rolle zu. Entsprechende Risiken sehen wir aber aufgrund der aktuellen Situation rund um die Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt als geringer im Vergleich zu den Vorjahren an.
Aus der aktuellen Verschuldung resultiert für Ströer ein generelles Finanzierungsrisiko, dessen Tragweite von der Einhaltung der in den Kreditverträgen mit dem Bankenkonsortium vereinbarten Covenants sowie Informationsund Genehmigungspflichten abhängt. Dieses Risiko ist aber aufgrund der zu Ende des Berichtsjahres soliden Finanzmittelausstattung und durch eine auch im Krisenjahr 2020 starke operative Cash-Generierung gering. Nach unserer aktuellen Einschätzung würde auch eine aus der zu Beginn des Jahres 2021 erneut verschärften Covid-19-Pandemie resultierende Eintrübung unseres Geschäfts ausreichend finanzielle Spielräume in Bezug auf die Covenants lassen.
Ströer entstehen überdies währungsbedingte Risiken. So besteht ein Translationsrisiko, das sich aus der Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften ergibt. Die relative Bedeutung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse am Konzernabschluss ist im Berichtszeitraum aber zu vernachlässigen. Transaktionsbedingte Währungsrisiken sind für die Ströer Gruppe ohnehin unbedeutend.
Generellen Zinsänderungsrisiken ist die Ströer Gruppe im Wesentlichen im Bereich der langfristigen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt. Für den Prognosezeitraum gehen wir hier aber von keinen materiellen Änderungen aus.
Ein Beteiligungsrisiko resultiert grundsätzlich in Zukunft aus Verlusten von Tochtergesellschaften und sonstigen Beteiligungsunternehmen, die sich auf die Ertragslage und Liquidität der Ströer Gruppe auswirken könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch zukünftig zu Berichtigungen von Firmenwerten kommt, sollte die Geschäftsentwicklung einzelner Gesellschaften bzw. Cash Generating Units (CGUs) hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Nicht zuletzt wegen der Komplexität des Steuerrechts besteht die Möglichkeit, dass die Finanzbehörden und -gerichte steuerrelevante Sachverhalte anders beurteilen als heute oder sie bisherige Verfahren angreifen. Wir vermindern dieses Risiko durch einen ständigen Austausch mit internen und externen Steuerspezialisten.
Zudem ist die Ströer Gruppe grundsätzlich Kommunikationsrisiken ausgesetzt, die letztlich auch in Reputationsrisiken münden können. Mit der Konzernkommunikation und den Investor Relations verfügen wir jedoch über zwei wichtige Funktionen, um relevante Informationen rechtzeitig den entsprechenden Adressaten zur Verfügung zu stellen und sachgerecht agieren zu können.
Unsere geschäftlichen Aktivitäten müssen mit geltendem Recht in Einklang stehen, insbesondere kartell- und kapitalmarktrechtliche Regelungen, Regelungen eines integren Geschäftsverkehrs sowie Datenschutzregelungen. Darüber hinaus vermindern wir unsere Rechtsrisiken durch gezielte Einbindung von externen Wirtschaftsexperten und Rechtsanwälten. Grundsätzlich können aus laufenden oder zukünftigen Rechtsstreitigkeiten Prozessrisiken entstehen, die letztlich von vorgenommenen Risikoeinschätzungen und damit verbundenen Rückstellungen abweichen.
Gesamtwirtschaftliche Chancen ergeben sich unter anderem aus einer Erhöhung des Nettowerbevolumens, insbesondere in unserem Kernmarkt Deutschland, die stärker ausfällt als in unserer Basisplanung. Dies könnte der Fall sein, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld schneller von den Folgen der Covid-19-Pandemie erholt als erwartet oder sofern sich Werbebudgets stärker als angenommen auf die Außen- und/oder Online-Werbung bzw. auf das Dialog Marketing verlagern. Ebenso kann sich eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Entwicklung positiv auf die Umsätze unserer transaktionalen Geschäftsaktivitäten auswirken.
Der längerfristige Strukturwandel in der Werbeindustrie, der sich insbesondere in einem veränderten Medienkonsum und in der fortschreitenden Digitalisierung der Medienangebote niederschlägt, kann sich im Geschäftsjahr 2021 nach überwundener Covid-19-Pandemie noch über das erwartete Maß hinaus materialisieren. So beobachten wir seit Jahren eine Abwanderung des Anzeigengeschäfts in Printmedien sowie auch einen Rückgang der Werbeerlöse in der klassischen linearen Fernsehwerbevermarktung hin zu digitalen Medien sowie zu klassischen und digitalen Außenwerbeprodukten. Nach unserer Einschätzung war dieser generelle Trend von außergewöhnlichen Auswirkungen der Folgen der Covid-19-Pandemie nur überlagert, wird sich aber nach einer Normalisierung erneut zeigen. In diesem Zusammenhang kann auch die Nachfrage nach Multi-Screen-Lösungen (Public Video, Road Side Screens, Desktop, Tablet, Mobile), wie sie in dieser Kombination auch nur von der Ströer Gruppe angeboten werden, über unsere Planungen hinaus steigen. Chancen ergeben sich auch weiterhin aus der programmatischen Anbindung und dem Ausbau unserer digitalen Außenwerbeträger, also durch den vollautomatisierten Echtzeit-Ein- und Verkauf von Werbeflächen im Bereich Public Video. Hieraus ergeben sich Chancen von stärkeren Marktanteilszuwächsen im intermedialen Wettbewerb, als bislang in unseren Planungen erwartet. Die anhaltende und in unseren Planungen für 2021 noch verstärkte Digitalisierung unserer Außenwerbeträger verbessert diese Möglichkeiten zusätzlich.
Wichtiger Erfolgsfaktor für die Nutzung der sich bietenden Chancen im Bereich der Werbevermarktung ist die Qualität des Portfolios an analogen und digitalen Werbeträgern. Aus der engen Partnerschaft mit Städten und mit Betreibern von Bahnhöfen im Bereich der Außenwerbung sowie mit Publishern im Online-Segment können unter Umständen national wie international zusätzliche Potenziale ausgeschöpft werden. Darüber hinaus können sich aus den neuen Angeboten bei unseren eigenen Publishing Aktivitäten, z. B. den aktuellen Aufbau eines Finanzportals bei t-online.de oder den Ausbau regionaler Nachrichtenseiten, bislang unerreichte Kundengruppen erschließen lassen.
Auch wenn derzeit keine materiellen Akquisitionen im Prognosezeitraum geplant sind, so prüfen wir immer sich bietende Optionen, sofern sie in unsere Strategie passen. Hier könnten sich unerwartete Chancen auf attraktive Akquisitionen aufgrund der für viele Unternehmen herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtsituation ergeben, mit denen wir unsere Positionen in unseren Kernmärkten und -geschäftsbereichen ausbauen bzw. gezielt unser Produktangebot auf die Nachfragen unserer Kunden ausrichten könnten.
Durch die fortlaufende Optimierung des Online-Inventars sowie durch eine weitere Verbesserung der Technologieposition können sich positive Größen- und Synergieeffekte ergeben, die in der Basisplanung noch nicht berücksichtigt sind. Mit unserem voll integrierten Geschäftsmodell sind wir zuversichtlich, uns im Wettbewerb mit den großen verlagsgebundenen Vermarktern und TV-Angeboten noch besser positionieren und Marktanteile gewinnen zu können.
Mit dem Ausbau des Vertriebs von Statista, sowie der stetigen Produkterweiterungen können wir möglicherweise neue, bislang noch weniger stark angesprochene Kundensegmente erreichen. Das könnte neben beschleunigten Erfolgen aus der anhaltenden Internationalisierung dieses Geschäftes zu einem noch schnelleren Wachstum führen, als bislang in unseren Plänen hinterlegt.
Daneben gibt es Chancen auf ein stärkeres Wachstum unseres Geschäftsbereiches der BHI Gruppe (Asambeauty) als bislang in der Prognose angenommen. So könnte der Bereich E-Commerce noch stärker von dem veränderten Einkaufsverhalten der Konsumenten profitieren. Dabei kann auch die stetig steigende Markenbekanntheit unserer Produkte in diesem Bereich beschleunigend wirken.
Chancen bestehen darüber hinaus im Prognosejahr für den Dialogbereich, der bei der Gewinnung von Mitarbeitern von einem sich Covid-19-bedingt schlechteren Arbeitsmarkt profitieren könnte. Außerdem verbessert die gestiegene Verbreitung von Home-Office Lösungen in breiten Teilen der deutschen Wirtschaft die Erreichbarkeit unserer Zielgruppen zuhause. Auch dies könnte zu steigenden Umsätzen im Dialogbereich führen.
Unsere verstärkten Anstrengungen bei der Digitalisierung und Automatisierung interner Prozesse können zusätzliche, bislang noch nicht berücksichtigte Kostenoptimierungen ergeben.
Über die bisherigen Erwartungen hinausgehende Wachstumsmöglichkeiten können sich darüber hinaus aus unserem immer weiter ausgebauten regionalen Vertriebsauftritt ergeben. Hier könnten sich in einem stärker als bislang erwarteten Ausmaß Synergien zwischen digitalen und analogen sowie zwischen Außenwerbe- und Onlineangeboten ergeben.
Der Medienmarkt wird auch im Jahr 2021 und darüber hinaus von strukturellen Veränderungen geprägt sein. Entscheidend hierfür sind der Ausbau und die Beschleunigung der Datennetze, die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte und damit das Medienkonsumverhalten der Konsumenten. Aufgrund immer und überall verfügbarer digitaler Medieninhalte auf allen Geräten, verliert die lineare Mediennutzung beschleunigt an Bedeutung. Außenwerbung dagegen ist immer da, kann nicht weggeklickt werden und kennt keinen schlechten Content. Die von Ströer vermarkteten Websites basieren in der Regel auf redaktionell aufbereiteten Inhalten und sind für die Zielgruppen zeitgemäß und relevant gestaltet. Die Dialogangebote der Ströer Gruppe basieren auf direkter Ansprache. Somit sind die Angebote des Ströer Konzerns gut für die zunehmenden Veränderungen im Mediakonsum aufgestellt.
Mit eigenen Ad-Servern ist Ströer in der Lage, zentral Bild-Inhalte auf Online-Desktops, Mobile- und Public Video Screens auszuspielen und anzusteuern. Die Angebote sind in so gut wie allen relevanten Nachfrageplattformen (DSP, Demand Side Platform) verfügbar. Als größter non-TV-Vermarkter hat Ströer damit eine sehr starke Positionierung und Relevanz bei seinen Werbekunden. Neben der verstärkten regionalen Vermarktung des Outof-Home- und Digital-Inventars, sieht Ströer vor allem in der Integration und einem gezielten, performanceorientierten Ausbau der Dialog-Marketingaktivitäten Wachstumschancen.
Auch im Jahr 2021 wird der Ausbau des lokalen und regionalen Vertriebs in Deutschland fortgesetzt. Daneben arbeitet Ströer intensiv daran, das vermarktbare Inventar in allen Wachstumsfeldern zu sichern und selektiv zu verstärken. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die fortgesetzte Optimierung und der Ausbau der performanceorientierten Aktivitäten im Bereich Dialog Media. Darüber hinaus sind die weitere Internationalisierung und der Ausbau der global führenden Position des Data-as-a--Service Statistik-Portals Statista ein zentraler Eckpunkt des Wachstums.
Für die Steuerung des Ströer Konzerns sind das organische Umsatzwachstum und das adjusted EBITDA die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren. Aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie, des vorerst bis Mitte April verlängerten Shutdowns und eines möglichen weiteren Shutdowns aufgrund eines evtl. wieder aufflammenden Infektionsgeschehens (dritte Welle) bestehen erhebliche Unsicherheiten sowohl für die Prognostizierbarkeit des organischen Umsatzwachstums, als auch für das adjusted EBITDA. Für das Geschäftsjahr 2021 geht der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters von einer mit dem (vor-Covid-19) Geschäftsjahr 2019 vergleichbaren Entwicklung abzüglich negativer Effekte aufgrund von Pandemie bedingten Shutdowns aus. Der Vorstand erwartet, dass die negativen Effekte aus dem Shutdown im ersten Quartal 2021 durch erwartete Nachholeffekte aus positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in den Quartalen drei und vier teilweise kompensiert werden können. Unter der Annahme eines Shutdowns bis Mitte April 2021 erwartet der Vorstand sowohl organisches Umsatzwachstum als auch adjusted EBITDA über den Werten des Geschäftsjahres 2020.
Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung zu adjusted EBITDA) sollte auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr liegen. Für die Entwicklung des Free Cash-Flow (unter Berücksichtigung der IFRS 16-relevanten Tilgungszahlungen) erwartet der Vorstand eine Entwicklung analog zum adjusted EBITDA. Die Kapitalrendite (ROCE) sollte mindestens auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2020 (13,4 %) liegen.
Die Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung berücksichtigen nur die zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten wesentlichen Umstände, die unsere Aktivitäten und die Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 beeinflussen können. Dabei kann die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Ströer Gruppe von der konjunkturellen Entwicklung in unseren Märkten sowie von der jeweiligen Entwicklung der Werbemärkte, aber auch weiterhin durch die Covid-19-Pandemie beeinflusst werden. Daneben hat auch der Marktanteil der Digital- bzw. Out-of-Home-Medien am Gesamtwerbemarkt Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Die direkte Ableitung einer Umsatzprognose aus diesen gesamtwirtschaftlichen oder branchenspezifischen Parametern ist indes nicht möglich, da die Korrelation der genannten Parameter mit dem Umsatz in einzelnen Jahren sehr unterschiedlich sein kann. Daneben kann aufgrund von unterjährigen Änderungen der Rahmenbedingungen die tatsächliche Entwicklung der Umsatz- und Ertragslage von der prognostizierten Entwicklung wesentlich abweichen.
Die Buchungsvergabe der Werbekunden über unsere verschiedenen Medien hinweg wird zunehmend durch kurzfristigere Auftragsvorläufe geprägt. Im Besonderen trifft dies auf die Digitalvermarktung zu, da hier Kampagnen aus technischen Gründen noch kurzfristiger eingebucht werden können als in klassischen Out-of-Home Kanälen. Da in steigendem Umfang Transaktionen in Echtzeit über Real-Time-Bidding-Plattformen abgewickelt werden, sind die Gesamtbuchungen durch eine höhere Volatilität als in der Vergangenheit charakterisiert. Aufgrund des geringen Buchungsvorlaufs bei den meisten unserer Medienprodukte, sind wir in der konkreten Voraussage unserer Umsatzund damit auch Ertragsentwicklung eingeschränkt.
Bedingt durch die Schwankung externer Marktparameter, wie der Entwicklung der Zinskurven, ist das exakte Konzernergebnis nur eingeschränkt prognostizierbar. Unsicherheiten bei diesen Parametern können sich ebenso auf zahlungsunwirksame Sachverhalte im Finanzergebnis auswirken. Im Rahmen dieser Prognose gehen wir von gegenüber dem Berichtsjahresende im Durchschnitt weitestgehend konstanten Parametern im Finanzergebnis aus.
Für 2021 prognostiziert die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 4,4 %2 und schätzt damit die wirtschaftliche Entwicklung konservativer ein als die Experten des DIW (5,3 %).3 Nach den Erwartungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW)4 sollte durch die zweite Covid-19-Welle im ersten Quartal 2021 kein Einbruch wie im Frühjahr 2020 drohen und sich die nachhaltige Erholung der Wirtschaft lediglich verzögern. Maßgeblich für die grundsätzlich positive Erwartung ist, dass insbesondere der Außenhandel und die industrielle Aktivität weitaus weniger beeinträchtigt werden dürften, als noch während der ersten Welle. So zeigt sich der Welthandel robust und es deuten sich im Rahmen der zweiten Covid-19-Welle keine Werksschließungen infolge unterbrochener Lieferketten in größerem Ausmaß an. Zudem dürfte sich die Zulassung von Impfstoffen und ein Ende der pandemisch bedingten Ausnahmesituation in überschaubarer Zeit stimulierend auswirken, was den Unternehmen, nicht zuletzt mit Blick
2 Herbstprojektion 2020, BMWi, Oktober 2020
3 DIW Berlin – Wochenbericht 50/2020, Dezember 2020
4 IfW Kiel – Kieler Konjunkturberichte Nr. 74 (2020/Q4)
auf ihre Investitionstätigkeit, die Disposition erleichtert. Der Erholungsprozess dürfte sich damit um ein knappes halbes Jahr verzögern, dann aber, mit abflauender Pandemie, kraftvoll zurückkommen. Das IfW hält daher an der Einschätzung fest, dass das Vorkrisenniveau des Bruttoinlandsproduktes im Schlussquartal des aktuellen Jahres überschritten wird.
Auf dem Arbeitsmarkt und in den öffentlichen Kassen hinterlässt die Covid-19-Krise deutliche Spuren. So bremste die zweite Infektionswelle zwischenzeitlich die Erholung am Arbeitsmarkt aus. Das IfW sieht einen Verlust von rund 450.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2020 und einen weiteren Rückgang von 125.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2021. Das Vorkrisenniveau dürfte erst Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden.
Die deutsche Industrie sollte die zweite Welle der Covid-19- Pandemie angesichts der vergleichsweise robusten Weltkonjunktur weitestgehend gut überstehen. Die Auftragseingänge liegen nach dem kräftigen Anstieg im Oktober mittlerweile wieder auf dem Vorkrisenniveau und sprechen für weiteres Aufholpotenzial. Sofern die Pandemie ab dem Frühjahr nachhaltig zurückgedrängt werden kann, sollte sich in den Folgequartalen eine spürbare Erholung einstellen.
Für das Jahr 2021 erwartet die Agentur Zenith ein Wachstum der Nettowerbeumsätze von rund 4,5 %.5 Nach einer Umfrage der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) schätzen die befragten Mitgliederunternehmen das wirtschaftliche Umfeld deutlich vorsichtiger als die Entwicklung des eigenen Unternehmens ein. So gehen nur 62 % der befragten Medienunternehmen von einer stabilen oder verbesserten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für 2021 aus. Dagegen erwarten 90 % der Mitgliedsunternehmen eine stabile oder bessere Umsatzentwicklung. Bei der Ertragsentwicklung liegt der Wert bei 75 %. Beim Werbevolumen gehen 46 % der Mitgliedsunternehmen von einem gleichbleibenden, 54 % von einem steigenden Volumen aus.6
Allgemein wird für die Werbeumsätze der Out-of-Home-Branche in den bekannten Studien ein stärkeres Wachstum im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt erwartet. Nach Einschätzung von PricewaterhouseCoopers GmbH (im Folgenden: PwC) sollen die Werbeumsätze im Jahr 2021 in der Branche OOH, einschließlich digitaler Außenwerbung,
5 Zenith Advertising Expenditure Forecasts Dezember 2020
6 Organisation Werbungtreibende im Werbeverband (OWM), Dezember 2020
mit einer Rate von 25,3 % wachsen.7 Im Vergleich zu anderen Werbekanälen wie TV, Print und Radio wachsen die Ausgaben für OOH-Werbung damit nach Einschätzung von PwC überdurchschnittlich. Wesentlicher Treiber des Wachstums sind die steigende Mobilität, neue, auf digitalen Lösungen basierende Werbeformen und urbane Infrastrukturprojekte. Gegenüber anderen Werbeformaten, wie beispielsweise linearem Fernsehen und Printmedien gewinnt Außenwerbung nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Fragmentierung des Medienkonsums. So bietet Außenwerbung neben hoher Reichweite weitere Vorteile, denn Werbetreibende können ihre Botschaften zukünftig auf Basis innovativer technologischer Lösungen effektiver platzieren. Dementsprechend erwartet PWC, dass der Anteil digitaler Außenwerbung bis 2024 auf rund 33 % steigt. Im Zeitraum von 2019 bis 2024 rechnet PWC mit einem durchschnittlichen Erlöswachstum von 2,9 % pro Jahr, sodass der Außenwerbemarkt in Deutschland bis 2023 ein Gesamtvolumen von 1,4 Mrd. EUR erreichen kann. Das Wachstum im Betrachtungszeitraum kann durch die Covid-19-bedingten, niedrigeren Erlöse im Jahr 2020 und eine erwartete Steigerung in den Folgejahren erklärt werden.
Nach den deutlichen Rückgängen im Coronajahr 2020 sollte sich der Markt für Online-Werbung in 2021 im Vergleich deutlich positiv entwickeln. Nach wie vor bieten höhere Werbeeffizienz durch präzises Targeting, performanceorientierte Angebote und individuell budgetierte Kampagnen nachhaltige Wachstumsfelder. Zenith und PwC prognostizieren für das Jahr 2021 ein Wachstum der Werbeumsätze in der Online-Werbung von 4,5 %8 bzw. 7,4 %.9 Für den Markt der stationären Online-Werbung erwartet PwC einen Rückgang in 2020 von rund 8 % und in den Folgejahren bis 2024 von durchschnittlich 0,6 %.10
Nach einem Rückgang der Umsätze im Jahr 2020 im Bereich mobile Onlinewerbung geht PwC von einer deutlichen Erholung im Nachgang zur Covid-19-Pandemie aus. Die Experten erwarten im Zeitraum 2019 bis 2024 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 10,8 %.11 Treiber dieses Wachstums sind weiterhin die steigende Penetration internetfähiger Mobilfunkgeräte (Smartphones und Tablets), die damit verbundene Verlagerung der Mediennutzung und ein deutlich gestiegenes Datenvolumen auf mittlerweile 77 Mrd. GB in 2020 (2019: 60 Mrd. GB).12 Ströer schließt sich dieser Markteinschätzung grundsätzlich an.
Nach den Erwartungen von PwC sollte sich der deutsche Contact-Center- und CRM-Service-Markt trotz und auch aufgrund der Covid-19-Krise nachhaltig positiv entwickeln. Nach ihrer Einschätzung sollte das durchschnittliche Jahreswachstum (Compound Annual Growth Rate, CAGR) der Marktgröße im Zeitraum 2018 bis 2022 für Inhouse- bei 5,0 % und bei ausgelagerten Lösungen bei 4,2 % liegen.13
Wachstumstreiber ist dabei der grundlegende Strukturwandel der deutschen Wirtschaft, der u. a. dazu führt, dass sich Unternehmen in zunehmendem Maße auf Dienstleistungen und Handel fokussieren, statt auf die Herstellung physischer Güter. Dies sollte zu deutlichen Umsatz- und Wachstumschancen führen.14
Wie bereits beschrieben geht Ströer für das Geschäftsjahr 2021 von einer mit dem (vor-Covid-19) Geschäftsjahr 2019 vergleichbaren Entwicklung abzüglich negativer Effekte aufgrund von pandemiebedingten Shutdowns aus. Diese sollten durch erwartete Nachholeffekte aus positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in den Quartalen drei und vier teilweise kompensiert werden können. Zu dieser Entwicklung tragen alle drei Segmente Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media bei.
Im abgelaufenen Berichtsjahr hat Ströer sein Portfolio durch den Verkauf von Randaktivitäten wie Ströer Products und TubeOne weiter gestärkt.
Mit diesen Maßnahmen hat sich Ströer noch stärker auf sein Kerngeschäft fokussiert, um hier weitere Potenziale im Rahmen der OOH+ Strategie nutzen zu können.
Aufgrund der Fokussierung auf Deutschland sind Erlöse aus ausländischen Geschäftsaktivitäten in Fremdwährungen von geringer Bedeutung. Sofern diese in Planungsprozessen Einfluss finden, gehen wir von nahezu konstanten Parametern aus.
Die direkten Kosten werden nach Einschätzung von Ströer im Jahr 2021 volumenbedingt im einstelligen Prozentbereich ansteigen. Bei den Overhead-Kosten, wie z. B. IT-Kosten, erwartet Ströer bezogen auf den
9 PWC – German Entertainment and Media Outlook 2020–2024
10 PWC – German Entertainment and Media Outlook 2020–2024
11 PWC – German Entertainment and Media Outlook 2020–2024
12 PWC – German Entertainment and Media Outlook 2020–2024
13 PWC – Die Zukunft des deutschen Contact-Center- und CRM-Marktes, Januar 2020
14 PWC – Die Zukunft des deutschen Contact-Center- und CRM-Marktes, Januar 2020
Gesamtkonzern eine moderate Steigerung, die wie in den vergangenen Jahren unterhalb der organischen Umsatzwachstumsrate liegen dürfte. Insgesamt sollten Vertriebs- und Verwaltungskosten aufgrund von moderaten, inflationsbedingten Gehalts- und sonstigen Kostenanpassungen, des fortgesetzten Ausbaus der Strukturen im Bereich des lokalen und regionalen Vertriebs, der weiteren Internationalisierung von Statista sowie des in der Gruppe deutlich gestiegenen Geschäftsvolumens leicht steigen.
Für die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und der Weltwirtschaft sieht der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters, trotz einiger potentieller Unsicherheiten, wie den Auswirkungen der Covid-19- Pandemie, keine Anzeichen für materiellen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung. Allerdings kann die Verfügbarkeit und Aufteilung der tatsächlichen Werbebudgets sowie die Rabattentwicklung zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden. Maßgeblich hierfür sind u. a. die starken Umbrüche in der Medienlandschaft und die steigende Vielfalt von Werbeangeboten, insbesondere in digitalen Medienkanälen. Daneben ist die steigende Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Werbeindustrie ursächlich für die veränderte Allokation der Werbebudgets. In diesem Marktumfeld erwartet Ströer, dass wir uns mit unserem deutschlandweit einzigartigen Portfolio an attraktiven Out-of-Home- und digitalen Medien weiterhin erfolgreich und nachhaltig behaupten können.
Die Investitionstätigkeit im Prognosezeitraum konzentriert sich unverändert auf weitere Digitalisierung des Außenwerbebereichs sowie den Neuaufbau und Austausch von Out-of-Home-Werbeträgern, vornehmlich aufgrund der Verlängerung oder Neuakquisition von Werbenutzungsrechten im öffentlichen Raum. Im Segment Digital OOH & Content konzentrieren sich die Investitionen auf die Erneuerung und Ausweitung des Public Video Inventars und der IT-Infrastruktur sowie die Erstellung eigener immaterieller Vermögenswerte, wie insbesondere Softwareund Datenmanagement-Plattformen. Im Segment Direct Media bilden die weitere Integration und die Fokussierung der Einheit auf performanceorientiertes Geschäft zur Unterstützung der OOH+ Strategie den Schwerpunkt der Investitionen.
Für die Ströer Gruppe erwartet der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters auch für das Geschäftsjahr 2021 – ohne Berücksichtigung von M&A-Aktivitäten – Investitionsauszahlungen die leicht über dem Niveau des Vorjahres (2020: 95 Mio. EUR) liegen sollten. Ein erheblicher Teil der Investitionen ist nicht mit verbindlichen Investitionszusagen hinterlegt, sodass die Investitionssumme insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Markt- und Unternehmenslage bei Bedarf deutlich nach unten angepasst werden kann.
Vor dem Hintergrund unserer OOH+ Strategie plant das Unternehmen keine wesentlichen Unternehmenserwerbe (M&A).
Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Ströer, dass die wieder positivere Ertragslage im Vergleich zum Covid-19-Jahr 2020 auch die Finanzlage weiter verbessert.
Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) sollte im Geschäftsjahr 2021 aufgrund der Fokussierung auf den deutschen Heimatmarkt und das profitable Kerngeschäft mindestens auf vergleichbar hohem Niveau wie im Geschäftsjahr 2020 (13,4 %) liegen.
Die aktuelle Kreditfinanzierung der Ströer Gruppe im Rahmen der Kreditfazilität ist bis Ende 2023 gesichert. Im Rahmen der letzten Refinanzierungen ist es gelungen, die Kreditkonditionen auf ein bis heute für uns attraktives Niveau zu bringen. Die Kreditbedingungen sind so ausgestaltet, dass auch unter Berücksichtigung von konjunkturellen und saisonalen Schwankungen ein ausreichender finanzieller Spielraum (Headroom) verbleibt. Mit dem zum Ende des Berichtsjahres erreichten dynamischen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) von 2,28 liegt das Unternehmen weiterhin in einer sehr komfortablen Zone. Ströer erwartet, den dynamischen Verschuldungsgrad im Jahr 2021, vorbehaltlich steigender Dividendenausschüttungen oder M&A-Aktivitäten, stabil zu halten.
Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters ist unverändert der Auffassung, dass die bestehende Kreditfinanzierung ausreichenden Spielraum gibt, geplante Investitionen sowie zusätzlich sich bietende Geschäftschancen im Prognosezeitraum umzusetzen. Die Konditionen der Finanzierung werden laufend an den aktuellen Entwicklungen der Fremdkapitalmärkte gemessen. Wirtschaftlich sinnvolle Chancen einer Konditionenanpassung werden bei Bedarf verfolgt.
Wir verweisen auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Im Folgenden sind die nach § 315a Satz 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.
Das bei der Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zum 1. März 2016 vorhandene gezeichnete Kapital in Höhe von 55.282.499,00 EUR wurde durch Formwechsel des Rechtsträgers bisheriger Rechtsform, der Ströer SE mit Sitz in Köln (HRB 82548), erbracht.
In den nachfolgenden Geschäftsjahren verzeichnete die Gesellschaft im gezeichneten Kapital weitere Zugänge im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen. Im Jahr 2020 hat sich die Zahl der Aktien um weitere 70.000 Aktien auf 56.646.571 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2020 in 56.646.571 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 EUR eingeteilt.
Beschränkungen zwischen Aktionären, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
Die Ströer Management SE, Düsseldorf, ist die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA. Sie hat keine Sondereinlage erbracht und ist weder am Gewinn und Verlust noch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt.
Udo Müller besitzt (direkt und indirekt) insgesamt 22,19 % und Dirk Ströer besitzt (direkt und indirekt) insgesamt 19,51 % der Gesamtzahl an Aktien. Die Deutsche Telekom Trust e. V., Bonn, hielt zum Stichtag insgesamt 9,69 % der Anteile an der Ströer SE & Co. KGaA und zählte damit nicht mehr zu den Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Darüber hinaus sind dem Vorstand nach dem WpHG keine Beteiligungen am Kapital gemeldet, die 10 % der Stimmrechte überschreiten.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über Beginn und Ende der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis der persönlich haftenden Gesellschafterin sowie über Satzungsänderungen
Die Satzung der Ströer SE & Co. KGaA regelt in § 8 die näheren Bestimmungen hinsichtlich eines etwaigen Ausscheidens der persönlich haftenden Gesellschafterin und der weiteren Fortführung der Ströer SE & Co. KGaA. Über Satzungsänderungen beschließt gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 5 AktG die Hauptversammlung. Die näheren Verfahrensregelungen sind in § 181 AktG in Verbindung mit § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA enthalten.
Das Genehmigte Kapital 2014 in Höhe von 12.525.780,00 EUR ist im Geschäftsjahr 2019 ausgelaufen. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 5.652.657,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019).
Für das Bedingte Kapital 2013 sind die letzten noch ausstehenden Aktienoptionsrechte im Jahr 2019 ausgeübt worden.
Das Grundkapital ist um bis zu 1.993.445,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.993.445 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.056.400,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.
Das Grundkapital ist um bis zu 2.200.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen
Zwischen der Ströer SE & Co. KGaA und einem Konsortium aus verschiedenen Banken und Finanzinstituten besteht ein Kreditvertrag (Facility Agreement), auf dessen Grundlage das Konsortium an die Gesellschaft eine Kreditlinie von 600 Mio. EUR eingeräumt hat. Durch dieses im Jahr 2016 neu abgeschlossene Facility Agreement wurde ein bis dahin bestehendes Agreement aus dem Jahr 2014 abgelöst. Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Jahr 2016 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 145 Mio. EUR sowie im Jahr 2017 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 350 Mio. EUR am Kapitalmarkt platziert. Während das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2016 zum Stichtag noch in voller Höhe bestand, valutierte das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2017 zum Stichtag noch mit 332 Mio. EUR.
Die Bedingungen im Hinblick auf einen Kontrollwechsel entsprechen sowohl im Facility Agreement als auch in den Schuldscheindarlehen den marktüblichen Vereinbarungen. Sie führen nicht zur automatischen Beendigung, sondern räumen unseren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels lediglich die Möglichkeit ein, unter diesen Bedingungen zu kündigen.
| Konzernabschluss | |
|---|---|
| Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung | 68 |
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 69 |
| Konzernbilanz | 70 |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | 72 |
| Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | 74 |
| Konzernanhang | 76 |
| Erläuterungen zum Konzernabschluss | 76 |
| Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 108 |
| Erläuterungen zur Bilanz | 115 |
| Sonstige Erläuterungen | 128 |
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
| In TEUR | Anhang | 2020 | 20191 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (9) | 1.442.159 | 1.591.145 |
| Umsatzkosten | (10) | –937.590 | –1.025.736 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 504.569 | 565.409 | |
| Vertriebskosten | (11) | –242.740 | –249.451 |
| Verwaltungskosten | (12) | –176.729 | –186.248 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (13) | 39.635 | 39.617 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (14) | –31.388 | –17.746 |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen | (5) | 2.153 | 6.865 |
| Finanzerträge | (15) | 2.021 | 2.147 |
| Finanzaufwendungen | (15) | –36.030 | –34.785 |
| Ergebnis vor Steuern | 61.491 | 125.808 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (16) | –12.849 | –19.888 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | (6) | 48.642 | 105.920 |
| Nicht-fortgeführte Aktivitäten | |||
| Ergebnis nach Steuern aus nicht-fortgeführten Aktivitäten | 0 | –41.537 | |
| Konzernergebnis | 48.642 | 64.383 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 35.421 | 55.726 | |
| Nicht beherrschende Gesellschafter | 13.221 | 8.657 | |
| 48.642 | 64.383 | ||
| Ergebnis je Aktie – fortgeführte Aktivitäten2 | |||
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,63 | 1,63 | |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,62 | 1,62 |
1 Die Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2019 wurden im Rahmen einer Anpassung nach IAS 8.41 rückwirkend angepasst. Wir verweisen auf unsere Angaben in Abschnitt 4 des Anhangs. 2 Wir verweisen hinsichtlich der nicht-fortgeführten Aktivitäten auf unsere Angaben in Abschnitt 6.2 des Anhangs zum "Ergebnis je Aktie – nicht fortgeführte Aktivitäten".
| In TEUR | Anhang | 2020 | 20191 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 48.642 | 64.383 | |
| Sonstiges Ergebnis | |||
| Beträge, die nicht in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden |
|||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | (27, 28) | –1.139 | –3.942 |
| Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden |
299 | 11 | |
| Ertragsteuern | (16) | 281 | 1.277 |
| –559 | –2.653 | ||
| Beträge, die gegebenenfalls in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden |
|||
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | (8) | –2.989 | 2.373 |
| Ertragsteuern | (16) | 0 | 0 |
| –2.989 | 2.373 | ||
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | –3.548 | –280 | |
| Gesamtergebnis nach Ertragsteuern | 45.094 | 64.103 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 31.958 | 55.319 | |
| Nicht beherrschende Gesellschafter | 13.136 | 8.784 | |
| 45.094 | 64.103 |
Konzernbilanz
| Aktiva (in TEUR) | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.20191 | 01.01.20191 |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||||
| Immaterielle Vermögenswerte | (19) | 1.102.423 | 1.158.681 | 1.211.901 |
| Sachanlagen | (20) | 1.147.302 | 1.246.316 | 1.299.214 |
| Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen | (5) | 22.981 | 25.089 | 24.219 |
| Finanzanlagen | 3.565 | 2.971 | 2.822 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (21) | 0 | 1.360 | 504 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | (22) | 1.785 | 8.534 | 15.023 |
| Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte | (22) | 12.297 | 20.486 | 22.646 |
| Latente Steueransprüche | (16) | 11.205 | 11.057 | 12.364 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 2.301.558 | 2.474.493 | 2.588.693 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
| Vorräte | (23) | 15.542 | 17.296 | 18.259 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte |
(21) (22) |
170.018 11.282 |
181.828 8.806 |
166.863 8.398 |
| Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte | (22) | 31.073 | 35.538 | 30.218 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 6.684 | 8.627 | 13.459 | |
| Zahlungsmittel | (24) | 85.469 | 103.603 | 103.696 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 320.068 | 355.697 | 340.892 | |
| Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte | (25) | 0 | 24.277 | 14.957 |
| Summe Aktiva | 2.621.626 | 2.854.467 | 2.944.542 |
| Passiva (in TEUR) | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.20191 | 01.01.20191 |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | (26) | |||
| Gezeichnetes Kapital | 56.647 | 56.577 | 56.172 | |
| Kapitalrücklage | 754.877 | 747.491 | 735.541 | |
| Gewinnrücklagen | –333.081 | –232.740 | –158.915 | |
| Kumuliertes übriges Konzernergebnis | –7.722 | –4.796 | –6.997 | |
| 470.721 | 566.531 | 625.801 | ||
| Nicht beherrschende Gesellschafter | 6.979 | 8.706 | 4.745 | |
| Summe Eigenkapital | 477.700 | 575.238 | 630.546 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||||
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | (27) | 44.949 | 44.145 | 40.476 |
| Sonstige Rückstellungen | (28) | 27.497 | 25.434 | 26.965 |
| Finanzverbindlichkeiten | (29) | 1.298.756 | 1.446.939 | 1.504.720 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (30) | 1.144 | 4.035 | 5.024 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | (16) | 11.563 | 29.721 | 54.555 |
| Summe langfristige Verbindlichkeiten | 1.383.909 | 1.550.273 | 1.631.740 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||
| Sonstige Rückstellungen | (28) | 65.348 | 56.884 | 50.434 |
| Finanzverbindlichkeiten | (29) | 317.048 | 218.887 | 247.347 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (30) | 241.936 | 294.480 | 256.762 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | (31) | 109.153 | 103.719 | 87.232 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 26.533 | 28.331 | 31.147 | |
| Summe kurzfristige Verbindlichkeiten | 760.017 | 702.300 | 672.923 | |
| Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten |
(25) | 0 | 26.656 | 9.333 |
| Summe Passiva | 2.621.626 | 2.854.467 | 2.944.542 |
Konzern-Kapitalflussrechnun
| In TEUR | 2020 | 20191 |
|---|---|---|
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | ||
| Periodenergebnis | 48.642 | 105.920 |
| Aufwendungen (+)/Erträge (–) aus Finanz- und Steuerergebnis | 46.858 | 52.526 |
| Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögens | 156.103 | 167.106 |
| Abschreibungen (+) auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) | 178.619 | 178.415 |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen | –2.152 | –6.865 |
| Einzahlungen aus Gewinnausschüttungen at-Equity-bilanzierter Unternehmen | 5.689 | 4.271 |
| Gezahlte (–) Zinsen im Rahmen von Leasingverhältnissen (IFRS 16) | –15.600 | –21.410 |
| Gezahlte (–) Zinsen im Rahmen von sonstigen Finanzverbindlichkeiten | –9.543 | –7.680 |
| Erhaltene (+) Zinsen | 50 | 60 |
| Gezahlte (–)/erhaltene (+) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –28.285 | –39.180 |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der Rückstellungen | 10.039 | 3.784 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (–) | 3.039 | 4.164 |
| Gewinn (–)/Verlust (+) aus Anlageabgängen | 3.708 | –762 |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva |
22.870 | –25.060 |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva |
–40.082 | 36.255 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) | 379.954 | 451.545 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | 329 | –5.256 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 380.283 | 446.289 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | ||
| Einzahlungen (+) aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 1.615 | 2.551 |
| Auszahlungen (–) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –97.004 | –83.917 |
| Auszahlungen (–) für Investitionen in at-Equity-bilanzierte Unternehmen | –3.320 | –960 |
| Einzahlungen (+)/Auszahlungen (–) aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen | 287 | 340 |
| Einzahlungen (+)/Auszahlungen (–) aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen | –8.979 | –14.188 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) | –107.400 | –96.173 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | –12.676 | –340 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | –120.075 | –96.513 |
| In TEUR | 2020 | 20191 |
|---|---|---|
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | ||
| Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen | 3.527 | 7.157 |
| Auszahlungen (–) von Dividenden | –124.197 | –128.590 |
| Auszahlungen (–) für den Kauf von Unternehmensanteilen ohne Änderung der Kontrolle |
–23.864 | –70.730 |
| Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 482.346 | 146.519 |
| Auszahlungen (–) aus der Tilgung von Finanzkrediten | –474.208 | –129.957 |
| Auszahlungen (–) aus der Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) |
–154.292 | –174.697 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) | –290.688 | –350.298 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | 9.016 | 3.759 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | –281.672 | –346.539 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | ||
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (fortgeführte Aktivitäten) | –18.134 | 5.074 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | –3.330 | –1.837 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (fortgeführte Aktivitäten) | 103.603 | 98.529 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | 3.330 | 5.167 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode (fortgeführte Aktivitäten) | 85.469 | 103.603 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | 0 | 3.330 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelfonds | ||
| Zahlungsmittel (fortgeführte Aktivitäten) | 85.469 | 103.603 |
| Zahlungsmittel (nicht-fortgeführte Aktivitäten) | 0 | 3.330 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 85.469 | 106.933 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Gezeichnetes Kapital | |
|---|---|
| 56.172 | |
| 0 | |
| 56.172 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 405 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 56.577 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 70 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 0 | |
| 56.647 |
| Kumuliertes übriges Konzernergebnis Fremdwährungs - umrechnung von Abschlüssen ausländischer |
Nicht beherrschende |
Summe | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Teileinheiten | Summe | Gesellschafter | Eigenkapital |
| 735.541 | –122.511 | –6.997 | 662.205 | 6.311 | 668.516 |
| 0 | –36.404 | 0 | –36.404 | –1.566 | –37.970 |
| 735.541 | –158.915 | –6.997 | 625.801 | 4.745 | 630.546 |
| 0 | 55.726 | 0 | 55.726 | 8.657 | 64.383 |
| 0 | –2.609 | 2.201 | –408 | 127 | –280 |
| 0 | 53.117 | 2.201 | 55.318 | 8.784 | 64.103 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 887 | 887 |
| 11.950 | 0 | 0 | 12.355 | 0 | 12.355 |
| 0 | –62.323 | 0 | –62.323 | –217 | –62.540 |
| 0 | 48.434 | 0 | 48.434 | 6.618 | 55.052 |
| 0 | –113.053 | 0 | –113.053 | –12.111 | –125.164 |
| 747.491 | –232.740 | –4.796 | 566.531 | 8.706 | 575.238 |
| 0 | 35.421 | 0 | 35.421 | 13.221 | 48.642 |
| 0 | –536 | –2.926 | –3.462 | –85 | –3.548 |
| 0 | 34.885 | –2.926 | 31.959 | 13.136 | 45.094 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 2.823 | 2.823 |
| 7.386 | 0 | 0 | 7.456 | 0 | 7.456 |
| 0 | –19.787 | 0 | –19.787 | 2.063 | –17.724 |
| 0 | –2.285 | 0 | –2.285 | –7.146 | –9.431 |
| 0 | –113.153 | 0 | –113.153 | –12.603 | –125.756 |
| 754.877 | –333.081 | –7.722 | 470.721 | 6.979 | 477.700 |
Die Ströer SE & Co. KGaA, Köln, ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft. Sitz der Gesellschaft ist die Ströer-Allee 1 in 50999 Köln. Die Gesellschaft ist im Handelsregister der Stadt Köln in der Abteilung B unter der Nr. 86922 eingetragen.
Unternehmensgegenstand der Ströer SE & Co. KGaA und der im Konzernabschluss zusammengefassten Unternehmen (im Folgenden: "Ströer Konzern" oder "Konzern") ist die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Medien, Werbung, Vermarktung und Kommunikation, insbesondere, aber nicht ausschließlich, die Vermarktung von Out-of-Home-Medien sowie die Vermittlung und Vermarktung von Online-Werbeflächen. Zum Einsatz bei der Vermarktung von Out-of-Home-Medien kommen vom klassischen Großformat über Transportmedien bis hin zu elektronischen Medien alle Out-of-Home-Werbeformen.
Der Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA wurde für das Geschäftsjahr 2020 in Übereinstimmung mit den zum Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, wobei die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt wurden.
Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020. Der Vorstand der Ströer Management SE, Düsseldorf, die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, hat den Konzernabschluss am 30. März 2021 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können sich in Tabellen Rundungsdifferenzen zu den mathematisch exakten Werten ergeben.
Die in diesem Konzernanhang vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS macht es erforderlich, Annahmen und Schätzungen zu treffen, welche die Beträge, die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesen werden, beeinflussen. Die Schätzungen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und anderen Kenntnissen über die zu bilanzierenden Geschäftsvorfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse können von solchen Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft.
Die Annahmen, Ermessensausübungen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf folgende Sachverhalte (zur Angabe der Buchwerte sowie weiterer Erläuterungen verweisen wir auf die entsprechenden Einzelangaben in diesem Anhang):
Bei der Beurteilung, ob Kundenverträge im Bereich der analogen Werbeträger Leasingverträge im Sinne von IFRS 16 darstellen, bestehen Ermessensspielräume. Da die relevanten Entscheidungen betreffend die Verwendung des Werbeträgers vorbestimmt sind und der Kunde kein Recht hat, den Vermögenswert (z.B. die Plakatwand) zu betreiben, sind aus Sicht der Unternehmensleitung die Anforderungen an einen Leasingvertrag gemäß IFRS 16 nicht erfüllt.
Die Zusammenfassung von zugesagten Leistungsversprechen eines Kundenvertrags zu einer einheitlichen Leistungsverpflichtung ist ermessensbehaftet. Im Bereich der Out-of-Home Medien fasst der Konzern die Leistungsversprechen Medialeistungen, Produktionsdienstleistungen und Plakatierdienstleistungen aufgrund der signifikanten Integrationsleistung zu einer einheitlichen Leistungsverpflichtung "Außenwerbung" zusammen. Darüber hinaus werden im Rahmen der digitalen Vermarktung von Online Werbeflächen die Leistungsversprechen Generierung von Ad Impressions, Ausspielung und Messung der Ad Impressions sowie Research Dienstleistungen in einer einheitlichen Leistungsverpflichtung "Onlinewerbekampagne" gebündelt.
Bei der Beurteilung, ob der Ströer Konzern als Prinzipal oder Agent agiert, übt der Konzern Ermessen aus, ob der Ströer Konzern über die Verfügungsgewalt über das Werbeinventar des Dritten vor Erbringung der Werbeleistung verfügt, das Recht inne hat, einen Dritten anzuweisen, die Werbeleistung im eigenen Namen zu erbringen oder eine signifikante Integrationsleistung erbringt. Darüber hinaus ist die Einschätzung der subsidiären Indikatoren in Bezug auf die Hauptverantwortung für die Leistungserbringung sowie die Fähigkeit, die Preise für die Dienstleistungen festsetzen zu können, ermessensbehaftet.
Zur Schätzung variabler Gegenleistungen in Kundenverträgen verwendet der Konzern die Erwartungswertmethode oder die Methode des wahrscheinlichsten Betrags. Hinsichtlich der Umsatzerlöse aus dem E-Commerce-Geschäft sowie aus dem Dialog Marketing werden aufgrund von gesetzlichen bzw. vertraglichen Rückgabe- und Widerrufsrechten die Umsatzerlöse und Umsatzkosten um die erwarteten Retouren bzw. Storno-Quoten gekürzt. Korrespondierend zu den Umsatzerlösen wirken sich diese Annahmen und Schätzungen auch auf die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus. Zu weiteren Details hinsichtlich der Umsatzerlöse verweisen wir auf die Abschnitte 3 und 9.
Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie der zugehörigen Nutzungsrechte erfordert neben der Festlegung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes auch Annahmen hinsichtlich weiterer Parameter in Bezug auf deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und -zeitpunkte. Dazu gehören insbesondere auch Annahmen in Bezug auf etwaige Kauf- und Verlängerungsoptionen sowie Kündigungsoptionen. Auch die Beurteilung, ob ein Vertrag überhaupt die Voraussetzungen des IFRS 16 erfüllt und damit als Leasingverhältnis zu bilanzieren ist, kann gewissen Ermessensspielräumen unterliegen.
Hinsichtlich der Ermittlung der laufzeitadäquaten Kapitalisierungszinssätze sowie der sonstigen Details zu Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und zugehörigen Nutzungsrechten verweisen wir auf die Abschnitte 3 und 35.
Der jährliche Test auf Wertminderung des Goodwill bedarf der Abschätzung zukünftiger Cash-Flows und der Wahl eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes. Die entsprechenden Prämissen sowie die zugrundeliegende Methodik bei der Durchführung des Wertminderungstests können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und damit auf die Höhe der Wertminderung des Goodwill haben. Insbesondere die Ermittlung diskontierter Cash-Flows ist in erheblichem Maße abhängig von den getroffenen Planungsannahmen, die sensitiv auf Änderungen reagieren und damit die Werthaltigkeit signifikant beeinflussen können. Die Cash-Flows leiten sich grundsätzlich aus der Unternehmensplanung für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) ab. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitte 3 und 19.
Im Rahmen der Kaufpreisallokationen von Unternehmenserwerben sind Annahmen hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erforderlich.In Bezug auf die Bewertung betrifft dies insbesondere deren beizulegende Zeitwerte sowie die jeweiligen Nutzungsdauern im Zeitpunkt des Erwerbs. Zur Bewertung dieser Vermögenswerte und Schulden werden die beizulegenden Zeitwerte unter Zuhilfenahme der geschätzten zukünftigen Cash-Flows und eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes ermittelt. Die tatsächlichen Cash-Flows können von den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Cash-Flow maßgeblich abweichen.
Bei sukzessiven Unternehmenserwerben werden die beizulegenden Zeitwerte von bereits gehaltenen Anteilen auf Basis des Kaufpreises der neuen Anteile bzw. im Rahmen eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens bestimmt. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitt 3 und 6.
Die Bilanzierung von Pensions- und Abbauverpflichtungen erfordert neben der Schätzung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes auch das Treffen von Annahmen hinsichtlich weiterer versicherungsmathematischer Parameter bzw. der Wahrscheinlichkeiten und Zeitpunkte der Inanspruchnahmen. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitte 27 und 28. Die voraussichtlichen Abbaukosten werden auf Basis von sog. Leistungsverzeichnissen und Abbauwahrscheinlichkeiten über die jeweilige geschätzte Vertragslaufzeit der Werberechtskonzessionen ermittelt. Die Abbauwahrscheinlichkeiten variieren je nach Art der zugrunde liegenden Werberechtskonzessionen (private vs. kommunale Konzessionen). Hinsichtlich der geschätzten Vertragslaufzeiten verweisen wir auf Abschnitt 3. Aufgrund der Tatsache, dass die Rückstellungen für eine Vielzahl von unterschiedlichen Werberechtskonzessionen ermittelt werden, ist eine Angabe von Sensitivitäten wesentlicher Einflussfaktoren an dieser Stelle nicht aussagekräftig.
Der Konzern setzt auf Verlustvorträge aktive latente Steuern an. Der Ansatz basiert auf Planungen über die zukünftige Ertragsteuerbelastung und der Möglichkeit, die Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre in Anspruch zu nehmen. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 16.
Die Covid-19-Pandemie hat insbesondere im zweiten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres erhebliche Umsatzeinbrüche vor allem im OOH-Geschäft der Ströer Gruppe verursacht. Ausschlaggebend dafür waren vorwiegend die zum Schutz von Gesundheit und Leben verhängten Shutdown-Maßnahmen, durch welche das öffentliche Leben in Deutschland ebenso wie in fast allen anderen Staaten Europas weitgehend zurückgefahren wurde. Im Zuge dieser Maßnahmen hatten insbesondere die Werbekampagnen im OOH-Geschäft einen signifikanten Rückgang ihrer Reichweite verzeichnen müssen, der zu entsprechend deutlich rückläufigen Auftragseingängen geführt hat. Um die Auswirkungen der Covid-19- Pandemie im Konzernabschluss der Gruppe richtig abzubilden, waren insbesondere die nachfolgenden Punkte ermessensbehaftet:
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Ströer Konzerns werden bei Vorliegen von konkreten Anhaltspunkten (Triggering Events) auf eine etwaige Wertminderung hin überprüft. Da die Covid-19-Pandemie für das OOH-Geschäft der Ströer Gruppe ein derartiges Triggering Event darstellte, haben wir insbesondere die Werthaltigkeit der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) sowie die Werthaltigkeit der aktivierten Nutzungsrechte aus Leasingverträgen (IFRS 16) bereits zum 30. Juni 2020 genauer untersucht. Unsere Analyse bezog sich dabei auf die drei im OOH-Geschäft tätigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) "Ströer Deutschland", "Ströer Polen" und "BlowUP-Gruppe".
In Bezug auf die Werthaltigkeit des Goodwills haben unsere Analysen keinen Wertminderungsbedarf ergeben, da die zugrunde liegenden Fair Values bereits in der Vergangenheit sehr deutlich über den jeweiligen Buchwerten lagen. Hinzu kommt, dass von einer relativ schnellen Erholung im OOH-Geschäft ausgegangen werden konnte und im Rahmen von Goodwill Impairment Tests gerade die langfristig erwarteten Cash-Flows (Terminal Value) einen wesentlichen Wertbeitrag liefern.
Demgegenüber sind bei den nach IFRS 16 bilanzierten Nutzungsrechten aus Leasingverträgen nur die erwarteten Cash-Flows der jeweils verbleibenden Vertragslaufzeiten in die Bewertung einzubeziehen. Während sich für das OOH-Geschäft in Deutschland aufgrund der überwiegend langfristigen Vertragslaufzeiten keine Abwertungen ergaben, haben unsere Analysen im polnischen OOH-Geschäft ebenso wie im Riesenposter-Geschäft der BlowUP-Gruppe wegen der kürzeren Restlaufzeiten der Leasingverträge zum 30. Juni 2020 zu außerplanmäßigen Abschreibungen (Impairments) in einem Umfang von 2,3 Mio. EUR geführt. Zum 31. Dezember 2020 haben sich demgegenüber keine Wertminderungen mehr ergeben, da die erwarteten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die zukünftigen Cash-Flows des OOH-Geschäfts im Vergleich zum 30. Juni 2020 als moderater eingestuft wurden.
Im Rahmen der Covid-19-Pandemie hat Ströer mit zahlreichen Vertragspartnern im OOH-Geschäft für die bestehenden Werberechtsverträge eine Reduzierung der Mindestleasingzahlungen vereinbart. Dabei hat der Konzern den praktischen Behelf für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen, der am 9. Oktober 2020 durch die EU-Kommission freigegeben wurde, angewandt. Die durch die Neuverhandlung der Werberechtsverträge erzielte Minderung der Leasingverbindlichkeiten belief sich zum Stichtag auf insgesamt 2,5 Mio. EUR. Vor dem Hintergrund der Änderungen des IFRS 16 (Covid-19-bezogene Mietkonzessionen) hat Ströer die Minderung der Leasingverbindlichkeiten erfolgswirksam vereinnahmt.
Im Rahmen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen rückläufigen Geschäftstätigkeit haben auch MitarbeiterInnen der Ströer Gruppe staatliches Kurzarbeitergeld erhalten. Aus bilanzieller Sicht wurde das Kurzarbeitergeld in der Gewinn- und Verlustrechnung der Gruppe als Kürzung der Personalaufwendungen erfasst. Insgesamt bezifferte sich das Kurzarbeitergeld im Geschäftsjahr 2020 auf 10,2 Mio. EUR.
Die Umsatzerlöse entstehen im Wesentlichen aus der Vermarktung von Werbeflächen im Out-of-Home-Geschäft, aus der Vermarktung von Online-Werbeflächen, aus dem Abonnement- und E-Commerce-Geschäft sowie aus dem Dialog Marketing.
Im Bereich der Out-of-Home Medien generiert der Ströer Konzern seine Umsatzerlöse im Wesentlichen aus der Vermarktung von Werbeflächen in den Bereichen Großformate, Street Furniture, Transport und Sonstige. Die Kundenverträge stellen für den Bereich der analogen Werbeträger keine Leasingverträge im Sinne von IFRS 16 dar, da die relevanten Entscheidungen betreffend die Verwendung des Werbeträgers vorbestimmt sind und der Kunde nicht das Recht hat, den Vermögenswert (z. B. die Plakatwand) zu betreiben. Die wesentlichen Leistungsversprechen Medialeistungen, Produktionsdienstleistungen und Plakatierdienstleistungen werden aufgrund der signifikanten Integrationsleistung des Ströer Konzerns in einer einheitlichen Leistungsverpflichtung "Außenwerbung" gebündelt.
Die Umsatzrealisierung beruht auf vereinbarten Festpreisen für einheitliche Leistungen und Produkte. Ausgewiesen werden die Umsätze jeweils nach Abzug der Erlösschmälerungen, die sich aus Agenturprovisionen, Spezialmittlervergütungen, Rabatten und Skonti zusammensetzen. Die Realisation der Umsätze erfolgt zeitraumbezogen mit Beginn des Aushangs entsprechend des Fertigstellungsgrads. Dieser ergibt sich aus dem bereits erbrachten Zeitraum der Außenwerbung im Verhältnis zum insgesamt zu erbringenden Zeitraum der Außenwerbung. Damit basiert die Realisierung der Umsätze auf der outputbasierten Methode, da diese die Leistungserbringung am zuverlässigsten abbildet.
Neben eigenen Werbeträgern werden auch Werbeträger im Eigentum von Dritten vermarktet. Die Umsatzerlöse, die mit eigenen Werbeträgern erzielt werden, werden auf Basis der Gesamtgegenleistung, die im Austausch für die Dienstleistung erzielt wird, ausgewiesen (Prinzipal). Sofern der Ströer Konzern über die Verfügungsgewalt über das Werbeinventar des Dritten vor Erbringung der Werbeleistung verfügt (z. B. durch exklusive Vermarktungsverträge), das Recht inne hat, einen Dritten anzuweisen, die Werbeleistung im eigenen Namen zu erbringen (z.B. durch das Recht des Ströer Konzerns zu bestimmen, auf welchen Werbeflächen des Dritten die Werbung ausgespielt wird) oder eine signifikante Integrationsleistung (z. B. durch Integration von Medialeistung und Plakatierdienstleistung) erbringt, ist der Ströer Konzern als Prinzipal einzustufen. Liegen die Kriterien für eine Prinzipalstellung nicht vor, handelt der Ströer Konzern als Agent, sodass per Saldo nur die vereinbarte Vertriebsprovision in den Umsatzerlösen ausgewiesen wird (Agent). Auf Basis der Beurteilung der Unternehmensleitung ist der Ströer Konzern in der Regel als Prinzipal anzusehen.
Des Weiteren generiert der Ströer Konzern Umsatzerlöse aus der Vermarktung von Online-Werbeflächen. Die Leistungsversprechen Generierung von Ad Impressions, Ausspielung und Messung der Ad Impressions sowie Research Dienstleistungen werden in einer einheitlichen Leistungsverpflichtung "Onlinewerbekampagne" gebündelt.
Die Umsatzrealisierung beruht auf vereinbarten Festpreisen für einheitliche Leistungen und Produkte. Ausgewiesen werden die Umsätze jeweils nach Abzug der Erlösschmälerungen, die sich aus Agenturprovisionen, Spezialmittlervergütungen, Rabatten und Skonti zusammensetzen. Die Realisation der Umsätze erfolgt zeitraumbezogen entsprechend des Fertigstellungsgrads. Dieser ergibt sich aus den bereits erbrachten Ad Impressions im Verhältnis zu den insgesamt zu erbringenden Ad Impressions. Damit basiert die Realisation der Umsätze auf der outputbasierten Methode, da diese die Leistungserbringung am zuverlässigsten abbildet.
Neben eigenen Online-Werbeflächen (Websites) werden auch Online-Werbeflächen im Eigentum von Dritten vermarktet. Die Umsatzerlöse, die mit eigenen Online-Werbeflächen erzielt werden, werden auf Basis der Gesamtgegenleistung, die im Austausch für die Dienstleistung gelistet wird, ausgewiesen (Prinzipal).
Sofern der Ströer Konzern über das Recht verfügt, einen Dritten anzuweisen, die Online Werbeleistung im eigenen Namen zu erbringen (z. B. durch das Recht des Ströer Konzerns zu bestimmen, auf welchen Online Werbeflächen die Werbung ausgespielt wird) oder eine signifikante Integrationsleistung (z. B. durch Integration der Generierung von Ad Impressions und der Ausspielung und Messung der Ad Impressions mittels AdServer Technologie unter Berücksichtigung der Kampagnenziele des Kunden wie beispielsweise Zielgruppen- oder Targetingkriterien) erbringt, ist der Ströer Konzern als Prinzipal einzustufen. Liegen die Kriterien für eine Prinzipalstellung nicht vor, handelt der Ströer Konzern als Agent, sodass per Saldo nur die vereinbarte Vertriebsprovision in den Umsatzerlösen ausgewiesen wird (Agent). Auf Basis der Beurteilung der Unternehmensleitung ist der Ströer Konzern in der Regel als Prinzipal anzusehen.
Ein weiterer Geschäftszweig der Ströer Gruppe beruht auf der Erzielung von Umsatzerlösen im Abonnement-Geschäft (Statista, StayFriends). Die Leistungsverpflichtungen umfassen sowohl Bereitschaftsverpflichtungen (sog. stand-ready obligations) (StayFriends) sowie die Gewährung eines Rechts auf Zugang zu geistigem Eigentum (Statista).
Die Umsatzrealisation basiert regelmäßig auf den in der Abonnement-Vereinbarung vereinbarten Festpreisen für einheitliche Leistungen und Produkte. Die Realisation der Umsätze erfolgt zeitraumbezogen mit Beginn des Abonnements entsprechend des Fertigstellungsgrads. Dieser ergibt sich aus dem bereits abgelaufenen Zeitraum im Verhältnis zum insgesamt zu leistenden Zeitraum. Damit basiert die Realisierung der Umsätze auf der outputbasierten Methode, da diese die Leistungserbringung am zuverlässigsten abbildet.
Weitere Umsätze generiert der Ströer Konzern im Bereich seines E-Commerce-Geschäfts. Die Leistungsverpflichtung besteht in dem Verkauf von Waren. Der Verkauf erfolgt sowohl über den Online-Vertrieb direkt an den Endkunden als auch über den Vertrieb an Einzelhändler und Teleshopping-Unternehmen. Die Umsatzrealisation basiert regelmäßig auf den vertraglich vereinbarten Preisen für die Produkte. Infolge der bei E-Commerce-Geschäften für Verbraucher bestehenden Rückgaberechte werden die Umsatzerlöse um die erwarteten Retouren gekürzt. Die Retourenquoten basieren auf historischen Erfahrungswerten.
Die Realisation der Umsatzerlöse aus E-Commerce-Geschäften erfolgt zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt der Produkte, das heißt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Ware dem Kunden (Verbraucher, Einzelhändler und Teleshopping-Unternehmen) geliefert wird bzw. dieser die Ware erhält. Der Ströer Konzern ist im E-Commerce-Geschäft ausschließlich als Prinzipal anzusehen.
Schließlich erwirtschaftet die Ströer Gruppe auch Umsatzerlöse im Dialog Marketing. Die Leistungsverpflichtung besteht in diesem Zusammenhang je nach Auftragsart entweder in der erfolgreichen Vermittlung eines Vertragsabschlusses zwischen unserem Auftraggeber und dessen potenziellem Kunden über unsere Call Center- und Direktvertriebsaktivitäten (door-to-door) bzw. in der Erbringung von Serviceleistungen gegenüber Bestandskunden unserer Auftraggeber in unseren Call Centern.
Die Umsatzrealisation basiert regelmäßig auf den vertraglich vereinbarten Preisen für die Vermittlungsleistungen (Provisionen) und sonstige Serviceleistungen. Sie werden im Hinblick auf die Vermittlung von Vertragsabschlüssen um erwartete Stornoquoten reduziert. Die Stornoquoten basieren auf historischen Erfahrungswerten. Die Realisation der Umsatzerlöse erfolgt im Bereich des Dialog Marketing je nach Auftragsart im Zeitpunkt der Übermittlung der Kundendaten aus der Vermittlung eines Vertragsabschlusses an den Auftraggeber bzw. über den Zeitraum der Erbringung der Serviceleistung. Der Ströer Konzern ist Prinzipal für die erbrachte Vermittlungsleistung, nicht aber für die vermittelte Leistung.
Die Realisation der Umsatzerlöse erfolgt im Bereich des Dialog Marketing je nach Auftragsart des Werbekunden im Zeitpunkt der erfolgreichen Vermittlung eines Vertragsabschlusses oder bereits bei erfolgter Kontaktaufnahme mit einem potenziellen Kunden.
Umsatzerlöse aus Gegengeschäften werden grundsätzlich zum Marktwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst. Ist der Marktwert der Gegenleistung nicht zuverlässig bestimmbar, werden Gegengeschäfte zum Marktwert der erbrachten Werbeleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst. Zur Schätzung variabler Gegenleistungen in Kundenverträgen verwendet der Konzern die Erwartungswertmethode oder die Methode des wahrscheinlichsten Betrags.
Während die Zahlungsbedingungen in den meisten Geschäftsbereichen in der Regel eine Zahlung nach Leistungserbringung (ggf. mit Abschlagszahlungen) vorsehen, erfolgt insbesondere im Abonnement-Geschäft grundsätzlich eine Vorauszahlung. Sämtliche Zahlungsbedingungen enthalten in der Regel keine wesentlichen Finanzierungskomponenten.
Bei Umsätzen aus Multi-Komponentengeschäften werden die auf die einzelnen Komponenten entfallenden Umsätze nach Maßgabe der relativen Fair Values aufgeteilt und gemäß den oben dargestellten Grundsätzen realisiert.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis erfasst.
Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruches vereinnahmt.
Gemäß IFRS 3 stellt Goodwill den positiven Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und den anteilig beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zum Erwerbszeitpunkt dar. Es erfolgt keine planmäßige Abschreibung.
Alle entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte, im Wesentlichen Werberechtskonzessionen und Software, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer und werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert. Die planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögens werten erfolgt linear über die jeweilige Nutzungsdauer. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres werden den entsprechenden Funktionsbereichen Umsatz-, Verwaltungsund Vertriebskosten zugeordnet. Dabei werden Abschreibungen auf Werberechte den Umsatzkosten zugeordnet.
Den planmäßigen Abschreibungen (einschließlich der Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven im Rahmen von Kaufpreisallokationen (PPA)) liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Nutzungsdauer | In Jahren |
|---|---|
| Kommunale Werberechtskonzessionen | 1–17 |
| Andere Werberechtskonzessionen | 1–30 |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | 1–10 |
| Goodwill | unbestimmt |
Sowohl die Angemessenheit der Nutzungsdauern als auch die der Abschreibungsmethode wird jährlich überprüft.
Kosten für die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Prozesse werden aktiviert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss der Ströer Konzern die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
Entwicklungskosten im Konzern können im Bereich der Entwicklung von Werbeträgern und im Bereich der Softwareentwicklung anfallen.
Die aktivierten Kosten umfassen im Wesentlichen Personalkosten sowie direkt zurechenbare Gemeinkosten. Sämtliche aktivierte Entwicklungskosten weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf und werden zu Herstellungskosten bilanziert. Die Abschreibung erfolgt analog zu den Nutzungsdauern vergleichbarer erworbener immaterieller Vermögenswerte. Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien nicht erfüllen, werden periodengerecht im Aufwand erfasst.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um nutzungsbedingte planmäßige sowie gegebenenfalls erforderliche außerplanmäßige Abschreibungen. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.
Die Anschaffungskosten umfassen den Anschaffungspreis, Anschaffungsnebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Da keine qualifizierten Vermögenswerte im Sinne des IAS 23 identifiziert worden sind, sind in den Anschaffungskosten keine Fremdkapitalkosten enthalten.
Einzeln abgrenzbare technische Komponenten einer Sachanlage werden separat aktiviert und abgeschrieben.
Die planmäßige Abschreibung erfolgt dem Nutzungsverlauf entsprechend linear. Die Abschreibungsaufwendungen werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfällt. Die Restbuchwerte, die Annahmen in Bezug auf die Restnutzungsdauern und die Angemessenheit der Abschreibungsmethode werden jährlich überprüft.
Den planmäßigen Abschreibungen (einschließlich der Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven im Rahmen von Kaufpreisallokationen (PPA)) liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Nutzungsdauer | In Jahren |
|---|---|
| Gebäude | 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5–13 |
| Werbeträger | 4–35 |
| Übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung |
3–15 |
Die geschätzten Kosten für den wahrscheinlichen Abbau von Werbeträgern nach Beendigung einer Werberechtskonzession werden als Anschaffungskosten mit dem jeweiligen Werbeträger aktiviert. Der Betrag bemisst sich an der gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" gebildeten Rückstellung für die bestehende Abbauverpflichtung. Änderungen der Rückstellungen sind gemäß IFRIC 1 zu den Anschaffungskosten des jeweiligen Vermögenswerts in der laufenden Periode hinzuzufügen bzw. von diesen abzuziehen.
Die im Rahmen der Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 zu aktivierenden Nutzungsrechte sind im Sachanlagevermögen auszuweisen. Der jeweils im Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung zu aktivierende Betrag bemisst sich dabei nach dem für diesen Zeitpunkt ermittelten Barwert der Mindestleasingzahlungen.
Sofern für die Anschaffung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens Zuwendungen der öffentlichen Hand nach dem Investitionszulagengesetz gezahlt werden, werden diese Zuwendungen vom Buchwert des entsprechenden Vermögenswertes abgesetzt.
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Ströer Konzerns werden bei Vorliegen von konkreten Anhaltspunkten auf Wertminderungen überprüft. Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Falls Ereignisse oder veränderte Umstände auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, wird diese Prüfung auch häufiger durchgeführt. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer sind im Ströer Konzern nicht vorhanden.
Falls der erzielbare Betrag der Vermögenswerte niedriger als der Buchwert ist, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Ermittlung erfolgt grundsätzlich für jeden Vermögenswert einzeln; sofern ein Vermögenswert jedoch keine weitgehend unabhängigen Mittelzuflüsse erzeugt, wird der erzielbare Betrag pro zahlungsmittelgenerierender Einheit (ZGE) berechnet.
Entfallen die Gründe einer in Vorjahren erfassten Wertminderung, erfolgt mit Ausnahme des Goodwill eine entsprechende Zuschreibung, die maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen wird.
Im Ströer Konzern werden alle Verträge, die einen Leasingvertrag darstellen oder ein Leasingverhältnis enthalten, bei der erstmaligen Bilanzierung als Finanzverbindlichkeit mit dem Barwert der Leasingzahlungen über den zugrunde gelegten Zeitraum bewertet. In gleicher Höhe wird zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung auch ein entsprechendes Nutzungsrecht an dem zugrunde liegenden Vermögenswert in der jeweiligen Kategorie der Sachanlagen erfasst. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder einen Zinssatz im Sinne des IFRS 16.27 b) gekoppelt sind, bleiben bei der Bewertung unberücksichtigt.
Zu den Leasingverhältnissen zählen – neben typischen Mietoder Pachtverträgen in Bezug auf Bürogebäude oder Firmenfahrzeuge – auch die zahlreichen Werberechtsverträge im OOH-Geschäft der Ströer Gruppe. Dazu gehören sowohl Verträge mit Städten und Gemeinden als auch solche mit privaten Grundstückseigentümern. In diesen Verträgen wird Ströer jeweils das Recht eingeräumt auf öffentlich-rechtlichem bzw. auf privatem Grund und Boden seine Werbeträger zu errichten.
Die Erstanwendung des Standards führte zum 1. Januar 2018 aufgrund der zu passivierenden Leasing-Verpflichtungen zu einer Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten um 1.097,9 Mio. EUR. Gleichzeitig erhöhte sich auch das Sachanlagevermögen um 1.097,9 Mio. EUR, denn in dieser Höhe waren die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen für Mobilien, Immobilien und Werbestandorte zu aktivieren. Dabei waren es vor allem die Verträge zu den Werbestandorten (Werberechtsverträge) im OOH-Geschäft der Ströer Gruppe, aus denen im Rahmen der Einführung des neuen IFRS 16 der deutliche Anstieg der Bilanzsumme resultierte.
In der Gewinn- und Verlustrechnung gehen die Leasingaufwendungen nicht mehr direkt in voller Höhe als operativer Aufwand ein, sondern es erfolgt eine Aufteilung der einzelnen Leasingraten in einen Zins- und einen Tilgungsanteil. Während der Zinsanteil direkt im Finanzergebnis erfasst wird, geht anstelle des Tilgungsanteils die lineare Abschreibung auf das Nutzungsrecht in die Gewinn- und Verlustrechnung ein, wobei die Summe der Tilgungsanteile über die gesamte Laufzeit des einzelnen Leasingvertrags der Summe der Abschreibungen entspricht.
In der Kapitalflussrechnung gehen die Leasingzahlungen in Höhe des Zinsanteils in den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und in Höhe des Tilgungsanteils in den Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit ein.
Etwaige Verlängerungsoptionen seitens Ströer werden bei der Bemessung der Leasingdauer mit einbezogen, sofern es hinreichend sicher ist, dass Ströer diese ausüben wird. Automatische Vertragsverlängerungen bleiben demgegenüber unberücksichtigt, falls ungewiss ist, ob der Leasinggeber den Vertrag vor Inkrafttreten der Verlängerung durch fristgemäße Kündigung beenden wird. Die im IFRS 16 vorhandenen Wahlrechte bezüglich der Behandlung von Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten und Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte mit geringem Wert werden im Ströer Konzern nicht ausgeübt.
Die Diskontierung der Leasingzahlungen erfolgt über laufzeitadäquate Grenzzinssätze. Ausgangspunkt bei der Ermittlung dieser Zinssätze sind die Grenz-Refinanzierungskosten, die bei Ströer angefallen wären, wenn Ströer den Erwerb des jeweils zugrunde liegenden Vermögenswerts für eine vergleichbare Laufzeit über einen Kredit finanziert hätte. Die praktischen Behelfe werden dergestalt ausgeübt, dass für Klassen von Leasingverhältnissen ein einheitlicher Grenzzinssatz verwendet wird. Für das in Polen bestehende OOH-Geschäft wurden aufgrund der dort wesentlichen IFRS 16-Effekte separate Grenzzinssätze ermittelt. Die im Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung eines Leasingvertrags zugrunde gelegte Zinskurve wird während der Laufzeit des Vertrags nicht an etwaige Veränderungen des Kapitalmarktes angepasst.
Im Hinblick auf das OOH-Geschäft ist das Kriterium des "identified asset" im Sinne des IFRS 16.9 sowohl für private als auch für kommunale Werberechtsverträge regelmäßig erfüllt. Während der Werbeträger-Standort bei Werberechtsverträgen auf privatem Grund und Boden regelmäßig genau im Vertrag definiert ist, sind die finalen Werbeträger-Standorte bei kommunalen Verträgen zwar in der Regel nicht explizit in den Werberechtsverträgen festgelegt, jedoch sind grundsätzlich für die Errichtung eines OOH-Werbeträgers eine Baugenehmigung sowie ggf. bauliche Maßnahmen erforderlich, wodurch der Werbeträger-Standort spätestens im Zeitpunkt der Errichtung des Werbeträgers für die verbleibende Vertragslaufzeit eindeutig definiert ist. Demgegenüber sind die Anforderungen des "substantive substitution right" im Sinne des IFRS 16.B14 bei Werberechtsverträgen im OOH-Geschäft regelmäßig nicht erfüllt. Dies gilt z.B. auch für den Werberechtsvertrag mit der Deutschen Bahn, da allein für die Versetzung eines Werbeträgers innerhalb eines Bahnhofs umfangreiche baurechtliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und die notwendige Infrastruktur (Strom- u. Datenleitungen) angepasst werden muss.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, wenn das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird.
Ein finanzieller Vermögenswert (außer einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente) oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zu FVTPL bewertet wird, werden die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb bzw. ihrer Ausgabe zurechenbar sind, hinzugerechnet bzw. abgezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet.
Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:
Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.
Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde:
Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinvestments, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Diese Wahl wird einzelfallbezogen für jedes Investment getroffen.
Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögenswerte. Bei der erstmaligen Erfassung kann der Konzern unwiderruflich entscheiden, finanzielle Vermögenswerte, die ansonsten die Bedingungen für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI erfüllen, zu FVTPL zu designieren, wenn dies dazu führt, ansonsten auftretende Rechnungslegungsanomalien ("accounting mismatch") zu beseitigen oder signifikant zu verringern.
Einschätzung des Geschäftsmodells – Der Konzern trifft eine Einschätzung der Ziele des Geschäftsmodells, in dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird, auf einer Portfolio-Ebene, da dies am besten die Art, wie das Geschäft gesteuert und Informationen an das Management gegeben werden, widerspiegelt.
Finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten oder verwaltet werden und deren Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwertes beurteilt wird, werden zu FVTPL bewertet.
Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen sind – Für Zwecke dieser Einschätzung ist der "Kapitalbetrag" definiert als beizulegender Zeitwert des finanziellen Vermögenswertes beim erstmaligen Ansatz. "Zins" ist definiert als Entgelt für den Zeitwert des Geldes und für das Ausfallrisiko, das mit dem über einen bestimmten Zeitraum ausstehenden Kapitalbetrag verbunden ist, sowie für andere grundlegende Kreditrisiken, Kosten (zum Beispiel Liquiditätsrisiko und Verwaltungskosten) und eine Gewinnmarge.
Bei der Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den Kapitalbetrag sind, berücksichtigt der Konzern die vertraglichen Vereinbarungen des Instruments. Dies umfasst eine Einschätzung, ob der finanzielle Vermögenswert eine vertragliche Vereinbarung enthält, die den Zeitpunkt oder den Betrag der vertraglichen Zahlungsströme ändern könnte, sodass diese nicht mehr diese Bedingungen erfüllen. Bei der Beurteilung berücksichtigt der Konzern:
Eine vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit steht im Einklang mit dem Kriterium der ausschließlichen Zins- und Tilgungszahlungen, wenn der Betrag der vorzeitigen Rückzahlung im Wesentlichen nicht geleistete Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag umfasst, wobei angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages enthalten sein kann. Zusätzlich wird eine Bedingung für einen finanziellen Vermögenswert, der gegen einen Auf- oder Abschlag gegenüber dem vertraglichen Nennbetrag erworben worden ist, die es erlaubt oder erfordert, eine vorzeitige Rückzahlung zu einem Betrag, der im Wesentlichen den vertraglichen Nennbetrag plus aufgelaufener (jedoch nicht gezahlter) Vertragszinsen (die ein angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages beinhalten können) darstellt, zu leisten, als im Einklang mit dem Kriterium behandelt, sofern der beizulegende Zeitwert der vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit zu Beginn nicht signifikant ist.
Folgebewertung sowie Gewinne und Verluste – Finanzielle Vermögenswerte zu FVTPL – Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Nettogewinne und -verluste, einschließlich jeglicher Zins- oder Dividendenerträge, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten – Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode folgebewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch Wertminderungsaufwendungen gemindert. Zinserträge, Währungskursgewinne und -verluste sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung wird im Gewinn oder Verlust erfasst. Eigenkapitalinvestments zu FVOCI – Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Dividenden werden als Ertrag im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn, die Dividende stellt offensichtlich eine Deckung eines Teils der Kosten des Investments dar. Andere Nettogewinne oder -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.
Verluste – Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als ein solches designiert wird.
Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.
Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen und Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden ebenfalls im Gewinn oder Verlust erfasst.
Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn
Der Konzern führt Transaktionen durch, in denen er bilanzierte Vermögenswerte überträgt, aber entweder alle oder alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem übertragenen Vermögenswert behält. In diesen Fällen werden die übertragenen Vermögenswerte nicht ausgebucht.
Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Konzern bucht des Weiteren eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn dessen Vertragsbedingungen geändert werden und die Zahlungsströme der angepassten Verbindlichkeit signifikant anders sind. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit basierend auf den angepassten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert erfasst.
Bei der Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit und dem gezahlten Entgelt (einschließlich übertragener unbarer Vermögenswerte oder übernommener Verbindlichkeiten) im Gewinn oder Verlust erfasst. Verbindlichkeiten mit verlängerten Zahlungszielen (Reverse Factoring) werden als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, bis die Begleichung durch den Konzern erfolgt. Dabei berücksichtigt der Konzern die Vorgaben des IFRIC Agenda Paper vom Dezember 2020. Vor diesem Hintergrund bleiben die originären Lieferverpflichtungen gegenüber den Lieferanten zunächst unverändert bestehen, da sie als Teil der Working Capital Definition und dessen Steuerung im Konzern eingestuft werden und auch die weiteren Kriterien für einen entsprechenden Ausweis erfüllen. Die Zahlungen des Konzerns zur Begleichung der Verbindlichkeiten werden stets in vollem Umfang im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und in der Bilanz als Nettobetrag ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Finanzielle Vermögenswerte – Der Konzern bilanziert Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste (ECL) für:
Der Konzern bilanziert Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste (ECL) auch für:
und
Der Konzern bemisst die Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverluste, außer für die folgenden Wertberichtigungen, die in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen werden:
Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inklusive Leasingforderungen) sowie für Vertragsvermögenswerte werden immer in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts bewertet.
Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf vergangenen Erfahrungen des Konzerns und fundierten Einschätzungen, inklusive zukunftsgerichteter Informationen, beruhen.
Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn:
• es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls vorhanden) zurückgreifen muss.
Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren.
12-Monats-Kreditverluste sind der Anteil der erwarteten Kreditverluste, die aus Ausfallereignissen resultieren, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag (oder einem kürzeren Zeitraum, falls die erwartete Laufzeit des Instruments weniger als zwölf Monate beträgt) möglich sind. Der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist.
Bemessung erwarteter Kreditverluste – Erwartete Kreditverluste sind die wahrscheinlichkeitsgewichteten Schätzungen der Kreditverluste. Kreditverluste werden als Barwert der Zahlungsausfälle (das heißt die Differenz zwischen den Zahlungen, die einem Unternehmen vertragsgemäß geschuldet werden, und den Zahlungen, die das Unternehmen voraussichtlich einnimmt) bemessen. Erwartete Kreditverluste werden mit dem Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes abgezinst.
Bonität – Der Konzern schätzt zu jeden Abschlussstichtag ein, ob finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes auftreten. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, umfassen die folgenden beobachtbaren Daten:
Darstellung der Wertminderung für erwartete Kreditverluste in der Bilanz – Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen.
Abschreibung – Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn der Konzern nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist.
Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten werden nach der Methode des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Ist am Bilanzstichtag der realisierbare Veräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten (Nettoveräußerungspreis) niedriger, so wird auf diesen Wert abgewertet.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Sie werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Bilanz und den steuerlichen Wertansätzen sowie auf temporäre Differenzen aus Konsolidierungsvorgängen und auf wahrscheinlich realisierbare Verlustvorträge gebildet. Latente Steuern auf Sachverhalte, die gemäß den relevanten Standards direkt im Eigenkapital zu erfassen sind, werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die daraus zum Stichtag resultierenden kumulierten Beträge der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern sind der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zu entnehmen.
Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden in der Höhe aktiviert, in der es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Ergebnis zukünftig verfügbar sein wird, und es damit hinreichend sicher erscheint, dass die abzugsfähigen temporären Differenzen und Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können.
Der Buchwert der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des Anspruchs ermöglicht.
Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen oder bereits verabschiedeten Steuersätzen. Die Effekte aus Steuersatzänderungen werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn sie entfallen auf Sachverhalte, die direkt im Eigenkapital zu erfassen sind. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuerforderungen gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten besteht und es sich um die gleiche Steuerart und Steuerbehörde handelt.
Langfristige Vermögenswerte (oder eine Veräußerungsgruppe) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird und nicht durch die fortgesetzte betriebliche Nutzung.
Rückstellungen werden für Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.
Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Voraussetzungen des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen (Defined Benefit) oder als Beitragszusagen (Defined Contribution) klassifiziert.
Die versicherungsmathematische Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method). Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollständig erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Gewinne oder Verluste aus der Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Planes werden zum Zeitpunkt der Kürzung oder Abgeltung erfasst. Sie umfassen jede aus der Plankürzung oder -abgeltung resultierende erfolgswirksam zu erfassende Änderung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung sowie alle etwaigen, damit verbundenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und etwaigen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand.
Bei beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (z. B. Direktversicherungen) werden die einzahlungspflichtigen Beiträge unmittelbar als Aufwand verrechnet. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden im Zusammenhang mit beitragsorientierten Verpflichtungen nicht gebildet, da der Ströer Konzern in diesen Fällen neben der Verpflichtung zur Prämienzahlung keinen weiteren Verpflichtungen unterliegt.
Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung des erwarteten Mittelabflusses, oder bei längerfristigen Rückstellungen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist, mit dem Barwert des erwarteten Mittelabflusses.
Bestehen gesetzliche oder vertragliche Verpflichtungen, am Ende der Laufzeit der Werberechtskonzession Werbeträger abzubauen und den Standort wiederherzustellen, so wird für diese Verpflichtung eine Rückstellung gebildet soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verpflichtung tatsächlich zu erfüllen ist. Die Höhe der Rückstellung bemisst sich nach den zukünftig erwarteten Abbaukosten am Ende der Laufzeit, abgezinst auf den Zeitpunkt der erstmaligen Bildung der Rückstellung. In dieser Höhe wird die Rückstellung erfolgsneutral gebildet, da gleichzeitig eine betragsgleiche Aktivierung dieses Betrages unter den Sachanlagen erfolgt. Änderungen im Wert der Rückstellungen wirken sich unmittelbar auf den Wert der korrespondierenden Sachanlagen aus.
Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (Drohverlustrückstellungen) werden gebildet, wenn die zur Erfüllung eines Vertrages unvermeidbaren Kosten, denen sich Ströer aufgrund vertraglicher Verpflichtungen nicht entziehen kann, höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind.
Die Rückstellung für Archivierungskosten wird für die gesetzliche Verpflichtung zur Aufbewahrung der Geschäftsunterlagen gebildet.
Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nichtfinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.
Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereiches des Ströer Konzerns liegen. Ferner können gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualschulden darstellen, wenn die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung ist und/oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualschulden werden grundsätzlich nicht in der Bilanz erfasst, sondern im Anhang erläutert.
Die bei einer aktienbasierten Vergütungstransaktion erhaltenen oder erworbenen Güter oder Dienstleistungen werden zu dem Zeitpunkt angesetzt bzw. als Aufwand erfasst, zu dem die Güter erworben oder die Dienstleistungen erhalten wurden. Basis für die Aufwandsermittlung ist der beizulegende Zeitwert bei Gewährung der entsprechenden Zusage. Es wird eine entsprechende Zunahme im Eigenkapital erfasst, wenn die Güter oder Dienstleistungen bei einer aktienbasierten Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erhalten wurden. Im Falle einer aktienbasierten Vergütungstransaktion, die in bar abgegolten wird, werden die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld angesetzt. Bis zur Begleichung der Schuld wird der beizulegende Zeitwert der Schuld zu jedem Bilanzstichtag neu bestimmt. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.
Bei anteilsbasierten Vergütungen, die der Ströer SE&Co. KGaA das vertragliche Wahlrecht einräumen den Ausgleich in bar oder durch Ausgabe von Aktien vorzunehmen (siehe aktuelles Aktienoptionsprogramm), geht die Gesellschaft von einem Ausgleich durch Ausgabe in Aktien aus, solange sie keine andere Festlegung oder Erfüllungspraxis geschaffen hat. Insofern erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt der Gewährung. Bis zur vollständigen Erdienung der aktienbasierten Ansprüche, die durch Ausgabe von Aktien erfüllt werden, erfolgt eine erfolgswirksame Verteilung des beizulegenden Zeitwerts über den Erdienungszeitraum.
Nicht beherrschenden Gesellschaftern gewährte Put-Optionen über die noch in deren Eigentum stehenden Gesellschaftsanteile werden in den Fällen, in denen Ströer nicht als wirtschaftlicher Eigentümer ("present owner") gilt, als fiktiver Erwerb am Stichtag dargestellt. Der im Eigenkapital gebildete Ausgleichsposten für diese Anteile wird ausgebucht, stattdessen wird eine Verbindlichkeit in Höhe einer fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit eingebucht. Der kumulierte Differenzbetrag zwischen dem ausgebuchten Ausgleichsposten und der fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit wird direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der Wert der fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit sowie Einzelheiten zu ihrer Ermittlung werden in Abschnitt 34 dargestellt. Im Zusammenhang mit den an nicht beherrschende Gesellschafter von Tochterunternehmen gewährten Put-Optionen wurde der Eigenkapitalanteil der nicht beherrschenden Gesellschafter im Geschäftsjahr um TEUR 7.146 verringert und im Vorjahr um TEUR 6.618 erhöht.
| Bilanzposten | Bewertungsmethode | ||
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Goodwill | Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten und erzielbarem Betrag |
||
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| Sachanlagen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| davon Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| Finanzanlagen | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| Vorräte | Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert |
||
| Zahlungsmittel | Nennwert | ||
| Passiva | |||
| Rückstellungen | |||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
Anwartschaftsbarwertmethode | ||
| Sonstige Rückstellungen | Erfüllungsbetrag | ||
| Finanzverbindlichkeiten | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| davon Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| davon bedingte Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen | Fair Value | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | Erfüllungsbetrag |
Erläuterungen zum Konzernabschluss
Für die Erstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche durch das IASB und das IFRIC veröffentlichten neuen und geänderten Standards und Interpretationen angewendet, soweit diese für Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2020 verpflichtend in der Europäischen Union anzuwenden sind.
Im Geschäftsjahr 2020 hat es keine Änderungen in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden oder Schätzungen gegeben.
Die nachfolgend aufgeführten Standards oder Verlautbarungen des IASB sind erstmals im Geschäftsjahr 2020 anzuwenden gewesen bzw. angewandt worden. Hieraus ergaben sich aber aufgrund des spezifischen Charakters der Anpassungen keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung des Konzerns:
• Änderungen an IFRS 16 – Leasingverhältnisse (Covid-19-bezogene Mietkonzessionen) (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist am 9. Oktober 2020 erfolgt))
Der Ströer Konzern hat die Änderungen des IFRS 16 – Covid-19-bezogene Mietkonzessionen – rückwirkend für das gesamte Geschäftsjahr 2020 angewandt. Die Änderung umfasst einen freiwilligen praktischen Behelf für Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist. Das bedeutet, dass der Konzern für Leasingverhältnisse, für die der praktische Behelf anwendbar ist, nicht beurteilen muss, ob qualifizierende Mietkonzessionen, die eine unmittelbare Folge der Covid-19-Pandemie sind, eine Änderung des Leasingverhältnisses darstellen. Im Rahmen der Pandemie hat Ströer mit zahlreichen Vertragspartnern im OOH-Geschäft für die bestehenden Werberechtsverträge eine Reduzierung der Mindestleasingzahlungen vereinbart. Die dadurch erzielte Minderung der Leasingverbindlichkeiten belief sich zum Stichtag auf insgesamt 2,5 Mio. EUR. Diese Minderung wurde ertragswirksam erfasst.
Die nachfolgend erläuterten Standards, die vom IASB bzw. vom IFRIC verabschiedet oder geändert worden sind, waren im Berichtsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind bisher von uns auch noch nicht angewandt worden. Aus der erstmaligen Anwendung dieser Standards werden sich jedoch voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben:
Änderungen an IFRS 4 Versicherungsverträge Verschiebung der Erstanwendung von IFRS 9 für Versicherer (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist am 15. Dezember 2020))
Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Einstufung von Schulden als kurz- oder langfristig) (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist noch nicht erfolgt))
Der Konzern hat in 2020 festgestellt, dass die detaillierten Dokumentationsanforderungen des IAS 38.57 für eine Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten nicht für alle Projekte ausreichend erfüllt wurden. Dies bezieht sich insbesondere auf die Nicht-Erfüllung der Kriterien des IAS 38.57(d) zum ex-ante Nachweis des wirtschaftlichen Nutzens als auch auf nicht ausreichend detaillierte Informationen zu den für die einzelnen Projekte angefallenen Kosten in Form von Arbeitsstunden der involvierten Mitarbeiter. Die Anpassung der aktivierten Entwicklungskosten erfolgte durch eine Korrektur der betroffenen Posten der Vergleichsperiode.
Die nachfolgenden Tabellen fassen die Auswirkungen auf den Konzernabschluss zusammen:
| 01.01.2019 | 31.12.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | wie zuvor berichtet |
Anpassungen | angepasst | wie zuvor berichtet |
Anpassungen | angepasst |
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.261.676 | –49.775 | 1.211.901 | 1.227.407 | –68.726 | 1.158.681 |
| Latente Steueransprüche | 16.436 | –4.072 | 12.364 | 16.291 | –5.234 | 11.057 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 70.432 | –15.877 | 54.555 | 51.981 | –22.260 | 29.721 |
| Gewinnrücklagen | –122.511 | –36.404 | –158.915 | –182.013 | –50.727 | –232.740 |
| Nicht beherrschende Gesellschafter |
6.311 | –1.566 | 4.745 | 9.684 | –978 | 8.706 |
| Summe Eigenkapital | 668.516 | –37.970 | 630.546 | 626.939 | –51.701 | 575.238 |
| 2019 | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | wie zuvor berichtet | Anpassungen | angepasst |
| Umsatzkosten | –1.012.162 | –13.574 | –1.025.736 |
| Vertriebskosten | –245.015 | –4.436 | –249.451 |
| Verwaltungskosten | –185.303 | –945 | –186.248 |
| Ergebnis vor Steuern | 144.763 | –18.955 | 125.808 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –25.108 | 5.220 | –19.888 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | 119.655 | –13.735 | 105.920 |
| Ergebnis nach Steuern aus den nicht-fortgeführten Aktivitäten |
–41.537 | – | –41.537 |
| Konzernergebnis | 78.118 | –13.735 | 64.383 |
| Davon entfallen auf: | |||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 68.855 | –13.129 | 55.726 |
| Nicht beherrschende Anteilseigner | 9.263 | –606 | 8.657 |
Die Anpassung hatte keine wesentliche Auswirkungen auf das sonstige Ergebnis der Periode. Die Anpassung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit für 2019 um TEUR –32.145 erfolgte in den Posten Periodenergebnis (TEUR –13.735), Aufwendungen aus Finanz- und Steuerergebnis (TEUR –5.220) und Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens (TEUR –13.190). Der Cash Flow aus der Investititionstätigkeit (Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) wurde um TEUR +32.145 erhöht.
Der Korrekturbetrag für das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten beläuft sich auf –0,23 EUR je Aktie.
Der Konzernabschluss beinhaltet die Abschlüsse aller wesentlichen Gesellschaften, bei denen die Ströer SE & Co. KGaA mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. Zum 31. Dezember 2020 wurden neben der Ströer SE & Co. KGaA weitere 89 deutsche und 42 ausländische Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung und sechs deutsche Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie drei assoziierte Unternehmen im Wege der at-Equity-Bilanzierung in den Konzernabschluss einbezogen. Der Ströer Konzern hält an sämtlichen vollkonsolidierten Gesellschaften mehr als 50 % der Anteile und übt damit die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 auf Basis der jeweiligen Mehrheit der Stimmrechte in den entsprechenden Gremien der Gesellschaften aus.
Die Angabe der Kapitalanteile erfolgt in Übereinstimmung mit §16 Absatz 4 Aktiengesetz. Es wird also jeweils der Anteil des direkten Mutterunternehmens angegeben und nicht der durchgerechnete Anteil.
1 An diesen Gesellschaften ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
.
Erläuterungen zum Konzernabschluss
| Kapitalanteil v. H. | ||||
|---|---|---|---|---|
| Firma | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| D+S 360° Webservice GmbH2 | Hamburg | Deutschland | – | 100,0 |
| Delta Concept S.A.S. | Metz | Frankreich | 55,0 | 55,0 |
| DERG Vertriebs GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Diciotto Plus S.r.l. | Bergamo | Italien | 100,0 | – |
| Dieci S.c.a.r.l. | Bergamo | Italien | 100,0 | – |
| Diler Power Italia S.r.l. | Alzano Lombardo | Italien | 100,0 | – |
| DSA Schuldisplay GmbH | Hamburg | Deutschland | 51,0 | 51,0 |
| DSM Deutsche Städte Medien GmbH | Frankfurt am Main |
Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| DSM Krefeld Außenwerbung GmbH | Krefeld | Deutschland | 51,0 | 51,0 |
| DSM Rechtegesellschaft mbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| DSM Werbeträger GmbH & Co. KG | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| DSM Zeit und Werbung GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| ECE flatmedia GmbH | Hamburg | Deutschland | 75,1 | 75,1 |
| Edgar Ambient Media Group GmbH | Hamburg | Deutschland | 82,4 | 82,4 |
| Erdbeerlounge GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| FA Business Solutions GmbH | Hamburg | Deutschland | 50,0 | 50,0 |
| Fahrgastfernsehen Hamburg GmbH | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| grapevine marketing GmbH | München | Deutschland | 62,2 | 62,2 |
| Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH | Hamburg | Deutschland | 75,1 | 75,1 |
| HanXX Media GmbH | Köln | Deutschland | 51,0 | 51,0 |
| iBillBoard Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S. | Istanbul | Türkei | 96,0 | 96,0 |
| iBillBoard Poland Sp. z.o.o. | Warschau | Polen | 100,0 | 100,0 |
| Immoclassic S.A. | Luxemburg Stadt | Luxemburg | 100,0 | 100,0 |
| INFOSCREEN GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| InnoBeauty GmbH | Unterföhring | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Interactive Media CCSP GmbH | Köln | Deutschland | 94,2 | 94,2 |
| Internet BillBoard a.s.1 | Ostrau | Tschechien | 100,0 | 100,0 |
| INTREN Informatikai Tanácsadó és Szolgáltató Kft.1 | Budapest | Ungarn | 50,9 | 50,9 |
| ITwo S.r.l. | Bergamo | Italien | 100,0 | – |
| kajomi GmbH | Planegg | Deutschland | – | 90,0 |
| Klassenfreunde.ch GmbH | Alpnach | Schweiz | 100,0 | 100,0 |
| Klassträffen Sweden AB | Stockholm | Schweden | 100,0 | 100,0 |
| Liberdatum Internet Reklam Hizmetleri ve Danismanlik A.S. | Istanbul | Türkei | 100,0 | – |
| LSP Digital GmbH & Co. KG | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| LSP Digital Management GmbH | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| M. Asam GmbH | Unterföhring | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| MBR Targeting GmbH | Berlin | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| MediaSelect Media-Agentur GmbH | Baden-Baden | Deutschland | 100,0 | 75,1 |
| Media-Direktservice GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Mercury Beteiligungs GmbH | Leipzig | Deutschland | 100,0 | 85,3 |
| Nachsendeauftrag DE Online GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Neo Advertising GmbH | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 79,9 |
| Omnea GmbH | Berlin | Deutschland | 100,0 | 89,4 |
1 An diesen Gesellschaften ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
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| Kapitalanteil v. H. | ||||
|---|---|---|---|---|
| Firma | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| OPS Online Post Service GmbH | Berlin | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| optimise-it GmbH | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Outsite Media GmbH | Mönchengladbach | Deutschland | 51,0 | 51,0 |
| Permodo GmbH | München | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| PosterSelect Media-Agentur für Außenwerbung GmbH | Baden-Baden | Deutschland | 100,0 | 75,1 |
| PrintSafari.com GmbH | Berlin | Deutschland | 75,1 | – |
| PrintSafari Inc. | Ashburnham | USA | 100,0 | – |
| Ranger France S.A.S.U. | Paris | Frankreich | 100,0 | 100,0 |
| Ranger Marketing & Vertriebs GmbH | Düsseldorf | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| RegioHelden GmbH | Stuttgart | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Retail Media GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Sales Holding GmbH | Düsseldorf | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Seeding Alliance GmbH | Köln | Deutschland | 70,0 | 70,0 |
| SEM Internet Reklam Hizmetleri ve Danismanlik A.S.1 | Istanbul | Türkei | 100,0 | 100,0 |
| Service Planet GmbH | Düsseldorf | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Services PrintSafari Canada Inc. | Montreal | Kanada | 100,0 | – |
| SIGN YOU mediascreen GmbH | Oberhausen | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Smartplace GmbH | Düsseldorf | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| SMD Rechtegesellschaft mbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| SMD Werbeträger GmbH & Co. KG | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| SRG Rechtegesellschaft mbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| SRG Werbeträger GmbH & Co. KG | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Statista GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Statista Inc. | New York | USA | 100,0 | 100,0 |
| Statista Japan Ltd. | Tokio | Japan | 100,0 | - |
| Statista Ltd. | London | Großbritannien | 100,0 | 100,0 |
| Statista Pte. Ltd. | Singapur | Singapur | 100,0 | 100,0 |
| Statista S.a.r.l. | Paris | Frankreich | 100,0 | 100,0 |
| StayFriends GmbH | Berlin | Deutschland | – | 100,0 |
| Ströer Content Group Sales GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | – |
| Ströer Content Group GmbH1 | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Core GmbH & Co. KG | Leverkusen | Deutschland | 100,0 | – |
| Ströer Core Verwaltungs GmbH | Leverkusen | Deutschland | 100,0 | – |
| Ströer DERG Media GmbH | Kassel | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Deutsche Städte Medien GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Dialog Group GmbH | Leipzig | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Digital Commerce GmbH1 | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Digital Group GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Digital International GmbH | Köln | Deutschland | – | 100,0 |
| Ströer Digital Media GmbH | Hamburg | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Digital Operations Sp. z.o.o. | Warschau | Polen | – | 100,0 |
| Ströer Digital Publishing GmbH1 | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 |
| Ströer Digital Services Sp. z.o.o. | Warschau | Polen | – | 100,0 |
| Ströer media brands apps d.o.o. | Zagreb | Kroatien | 100,0 | 100,0 |
1 An diesen Gesellschaften ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
.
Erläuterungen zum Konzernabschluss
| Kapitalanteil v. H. | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Firma | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
| Ströer media brands GmbH | Berlin | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Media Deutschland GmbH1 | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Media Sp. z.o.K. | Warschau | Polen | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Netherlands B.V. | Amsterdam | Niederlande | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Netherlands C.V. | Amsterdam | Niederlande | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer News Publishing GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Next Publishing GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Performance Group GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Polska Sp. z.o.o.1 | Warschau | Polen | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Products GmbH | Berlin | Deutschland | – | 75,0 | |
| Ströer Sales & Services GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| STRÖER SALES France S.A.S.U. | Paris | Frankreich | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Sales Group GmbH1 | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Social Publishing GmbH | Berlin | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer SSP GmbH | München | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| Ströer Venture GmbH | Köln | Deutschland | – | 100,0 | |
| Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH | Köln | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| stylefruits GmbH | München | Deutschland | 100,0 | 100,0 | |
| SuperM&N UG (haftungsbeschränkt) | Köln | Deutschland | 51,0 | 51,0 | |
| Tom S.r.l. | Bergamo | Italien | 100,0 | – | |
| tricontes360 Augsburg GmbH (vormals: Avedo Augsburg GmbH)2 | Augsburg | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Bremerhaven GmbH (vormals: Avedo Bremerhaven GmbH)2 |
Bremerhaven | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Frankfurt/Oder GmbH (vormals: Avedo Frankfurt/Oder GmbH)2 |
Frankfurt/Oder | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Gera GmbH (vormals: Avedo Gera GmbH)2 | Gera | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Hamburg GmbH (vormals: Avedo Hamburg GmbH)2 | Hamburg | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Hof GmbH (vormals: Avedo Hof GmbH)2 | Hof | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Itzehoe GmbH (vormals: Avedo Itzehoe GmbH)2 | Itzehoe | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Münster GmbH (vormals: Avedo Münster GmbH)2 | Münster | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Neubrandenburg GmbH (vormals: Avedo Neubrandenburg GmbH)2 |
Neubrandenburg | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Rügen GmbH (vormals: Avedo Rügen GmbH)2 | Lietzow | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 solutions GmbH (vormals: STRÖER Dialog Solutions GmbH)2 |
Hamburg | Deutschland | – | 100,0 | |
| tricontes360 Verwaltung Hamburg GmbH (vormals: STRÖER Dialog Verwaltung Hamburg GmbH, Hamburg)2 |
Hamburg | Deutschland | – | 100,0 | |
| Trombi Acquisition SARL | Paris | Frankreich | 100,0 | 100,0 | |
| TUBE ONE Networks GmbH | Köln | Deutschland | – | 75,0 | |
| Tubevertise GmbH | Köln | Deutschland | – | 100,0 | |
| Vendi S.A.S. | Paris | Frankreich | 100,0 | 100,0 | |
| Yieldlove GmbH | Hamburg | Deutschland | 51,0 | 51,0 |
1 An diesen Gesellschaften ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
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Im Berichtsjahr wurden die Asam GmbH, Beilngries, die Ströer Digital Operations Sp. z.o.o., Warschau und die Ströer Digital Services Sp. z.o.o., Warschau, liquidiert und die kajomi GmbH, Planegg, die Ströer Products GmbH, Berlin, sowie die TUBE ONE Networks GmbH, Köln, wurden veräußert. Des Weiteren wurde die D+S 360° Gruppe (in der Liste der vollkonsolidierten Unternehmen mit Fußnote 2 gekennzeichnet) in ein Beteiligungsunternehmen (assoziiertes Unternehmen) überführt. Durch konzerninterne Verschmelzungen sind im Geschäftsjahr 2020 folgende Unternehmen von einer anderen Konzerngesellschaft aufgenommen worden:
Die nachfolgenden Finanzinformationen beziehen sich auf Tochterunternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss bzw. bei Obergesellschaften eines Teilkonzerns auf die entsprechende Gruppe von Unternehmen. Für die im Vorjahr in diesem Abschnitt noch ausgewiesene Avedo-Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2020 die übrigen Anteile erworben.
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss (in %) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Firma/Obergesellschaft des Teilkonzerns | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
| BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH (AsamBeauty) |
Unter föhring |
Deutschland | 49 | 49 | |
| InteractiveMedia CCSP GmbH | Darmstadt | Deutschland | 6 | 6 | |
| Mercury Beteiligungs GmbH (Avedo) | Leipzig | Deutschland | – | 15 | |
| Edgar Ambient Media Group GmbH | Hamburg | Deutschland | 18 | 18 |
Die Finanzinformationen zu Tochterunternehmen beziehungsweise zur jeweiligen Gruppe von Unternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss ergeben sich aus Konzernsicht (nach Konsolidierung, jedoch vor Berücksichtigung von Put-Optionen) wie folgt:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Kumulierter Saldo der wesentlichen Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
||
| BHI Gruppe (AsamBeauty) | 10.703 | 11.243 |
| InteractiveMedia Gruppe | 11.975 | 12.635 |
| Avedo Gruppe | – | –2.019 |
| EAM Gruppe | 2.727 | 2.388 |
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Den wesentlichen Antei len ohne beherrschenden Einfluss zurechenbare (+) Gewinne / (–) Verluste |
||
| BHI Gruppe (AsamBeauty) | 6.481 | 3.546 |
| InteractiveMedia Gruppe | 2.897 | 2.908 |
| Avedo Gruppe | – | 2.382 |
| EAM Gruppe | 1.086 | 1.012 |
Nachfolgend finden sich Finanzinformationen dieser Tochterunternehmen beziehungsweise der Gruppe von Unternehmen in zusammengefasster Form. Die Darstellung basiert auf Angaben vor Schulden-, Aufwands- und Zwischenergebniseliminierung sowie vor Berücksichtigung von Put-Optionen auf Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern.
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 150.764 | 349.280 | 44.453 | – |
| Umsatzkosten | –75.604 | –305.749 | –26.273 | – |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | –63.522 | –49.946 | –16.155 | – |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 5.475 | 13.849 | 244 | – |
| Finanzergebnis | 292 | –3.761 | 793 | – |
| Ergebnis vor Steuern | 17.405 | 3.674 | 3.062 | – |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –1.033 | –684 | –614 | – |
| Ergebnis nach Steuern | 16.372 | 2.990 | 2.448 | – |
| – | ||||
| Gesamtergebnis | 16.372 | 2.990 | 2.448 | – |
| Davon entfallen auf Anteile ohne beherrschen den Einfluss |
8.022 | 173 | 431 | – |
| An die Inhaber der Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
||||
| gezahlte Dividenden | 5.242 | 3.078 | 747 | – |
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 117.687 | 335.487 | 53.029 | 239.442 |
| Umsatzkosten | –65.503 | –297.046 | –31.459 | –195.172 |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | –46.188 | –55.290 | –19.546 | –32.482 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 4.233 | 16.947 | –193 | –691 |
| Finanzergebnis | 188 | 662 | 255 | 586 |
| Ergebnis vor Steuern | 10.416 | 767 | 2.085 | 11.683 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –516 | 473 | –703 | 169 |
| Ergebnis nach Steuern | 9.900 | 1.240 | 1.382 | 11.852 |
| Gesamtergebnis | 9.900 | 1.240 | 1.382 | 11.852 |
| Davon entfallen auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
4.851 | 72 | 243 | 1.742 |
| An die Inhaber der Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
838 | |||
| gezahlte Dividenden | 5.310 | 440 | 431 |
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 59.832 | 278.168 | 16.786 | – |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 74.457 | 269.956 | 16.439 | – |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 4.164 | 11.766 | 5.508 | – |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 76.447 | 265.688 | 18.821 | – |
| Eigenkapital | 53.678 | 270.670 | 8.896 | – |
| Davon entfallen auf: | ||||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 27.376 | 254.971 | 7.330 | – |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 26.302 | 15.699 | 1.566 | – |
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 59.383 | 286.224 | 17.413 | 379.276 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 69.069 | 225.322 | 18.587 | 298.575 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 4.075 | 14.535 | 8.781 | 259.151 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 69.605 | 217.714 | 19.064 | 229.666 |
| Eigenkapital | 55.772 | 279.296 | 8.156 | 189.035 |
| Davon entfallen auf: | ||||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 27.934 | 263.097 | 6.720 | 161.247 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 26.838 | 16.199 | 1.436 | 27.788 |
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Laufende Geschäftstätigkeit | 18.993 | 50.196 | 2.937 | – |
| Investitionstätigkeit | –5.897 | –21.738 | –2.472 | – |
| Finanzierungstätigkeit | –12.787 | –12.649 | –1.272 | – |
| Nettozahlungsströme gesamt | 310 | 15.808 | –807 | – |
| In TEUR | BHI Gruppe (AsamBeauty) |
InteractiveMedia Gruppe |
EAM Gruppe | Avedo Gruppe |
|---|---|---|---|---|
| Laufende Geschäftstätigkeit | 9.060 | 31.733 | 7.504 | 19.143 |
| Investitionstätigkeit | –8.840 | –24.564 | –2.603 | –3.377 |
| Finanzierungstätigkeit | –317 | 7 | –300 | 246 |
| Nettozahlungsströme gesamt | –96 | 7.176 | 4.600 | 16.012 |
Die positive Entwicklung des Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit bei der InteractiveMedia Gruppe ist auf einen deutlichen Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber anderen Konzerngesellschaften zurückzuführen.
Die nachfolgend aufgeführten Gemeinschaftsunternehmen sind überwiegend im Bereich der Vermarktung von Outof-Home Medien tätig. Die Anteile an den gemeinschaftlich geführten Unternehmen werden nach der at-Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert.
| Kapitalanteil v. H. | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Firma | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
| DSMDecaux GmbH | München | Deutschland | 50 | 50 | |
| mediateam Werbeagentur GmbH/ Ströer Media Deutschland GbR |
Berlin | Deutschland | 50 | 50 | |
| Trierer Gesellschaft für Stadtmöblierung mbH (i.L.) | Trier | Deutschland | 50 | 50 | |
| X-City Marketing Hannover GmbH | Hannover | Deutschland | 50 | 50 | |
| OS Data Solutions GmbH & Co. KG | Hamburg | Deutschland | 50 | 50 | |
| OS Data Solutions Verwaltung GmbH | Hamburg | Deutschland | 50 | 50 |
Die folgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen der DSMDecaux GmbH, X-City Marketing Hannover GmbH, sowie der weiteren Gemeinschaftsunternehmen auf Basis des in Übereinstimmung mit IFRS aufgestellten Abschlusses sowie die Überleitung dieser Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils an diesen Gemeinschaftsunternehmen:
| In TEUR | DSMDecaux GmbH |
X-City Marketing Hannover GmbH |
weitere Gemeinschafts unternehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 26.778 | 30.993 | 33 | 57.804 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 16.460 | 9.567 | 3.258 | 29.285 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 19.463 | 21.388 | 702 | 41.553 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 10.293 | 6.824 | 1.532 | 18.649 |
| Eigenkapital | 13.482 | 12.348 | 1.057 | 26.887 |
| Anteil des Konzerns | 50 % | 50 % | 50 % | 50% |
| Anteil des Konzerns am Eigenkapital | 6.741 | 6.174 | 529 | 13.444 |
| Restbuchwert der zugeordneten stillen Reserven abzügl. latente Steuern/ Wertberichtigungen |
2.402 | 0 | 0 | 2.402 |
| Goodwill | 4.294 | 1.561 | 29 | 5.884 |
| Buchwert der Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen |
13.437 | 7.735 | 558 | 21.730 |
| In TEUR | DSMDecaux GmbH |
X-City Marketing Hannover GmbH |
weitere Gemeinschafts unternehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 28.956 | 33.664 | 32 | 62.652 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 15.039 | 7.923 | 3.468 | 26.430 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 22.482 | 24.052 | 702 | 47.236 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 5.962 | 6.125 | 882 | 12.969 |
| Eigenkapital | 15.552 | 11.410 | 1.915 | 28.877 |
| Anteil des Konzerns | 50 % | 50 % | 50 % | 50 % |
| Anteil des Konzerns am Eigenkapital | 7.776 | 5.705 | 958 | 14.439 |
| Restbuchwert der zugeordneten stillen Reserven abzügl. latente Steuern/ |
||||
| Wertberichtigungen | 3.103 | 0 | 0 | 3.103 |
| Goodwill | 4.458 | 1.479 | 288 | 6.225 |
| Buchwert der Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen |
15.337 | 7.184 | 1.246 | 23.767 |
| In TEUR | DSMDecaux GmbH |
X-City Marketing Hannover GmbH |
weitere Gemeinschafts unternehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 23.181 | 11.520 | 6.241 | 40.942 |
| Umsatzkosten | –6.040 | –6.737 | –2.293 | –15.070 |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | –1.504 | –3.317 | –2.805 | –7.626 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 121 | 199 | 127 | 447 |
| Finanzergebnis | –211 | –502 | –15 | –728 |
| Ergebnis vor Steuern | 15.547 | 1.163 | 1.255 | 17.965 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –4.947 | –226 | –200 | –5.373 |
| Ergebnis nach Steuern | 10.600 | 937 | 1.055 | 12.592 |
| Anteil des Konzerns am Ergebnis | 5.300 | 469 | 525 | 6.294 |
| Planmäßige Abschreibung auf stille Reserven | –1.185 | –23 | –307 | –1.515 |
| Erfolgswirksame latente Steuern | 385 | 0 | 0 | 385 |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen |
4.500 | 446 | 218 | 5.164 |
| In TEUR | DSMDecaux GmbH |
X-City Marketing Hannover GmbH |
weitere Gemeinschafts unternehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 26.917 | 14.995 | 2.806 | 44.718 |
| Umsatzkosten | –6.157 | –7.243 | –1.148 | –14.548 |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | –1.849 | –3.842 | –1.500 | –7.191 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 227 | 754 | 113 | 1.094 |
| Finanzergebnis | –480 | –551 | –6 | –1.037 |
| Ergebnis vor Steuern | 18.658 | 4.113 | 265 | 23.036 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –6.368 | –1.590 | –37 | –7.995 |
| Ergebnis nach Steuern | 12.290 | 2.523 | 228 | 15.041 |
| Anteil des Konzerns am Ergebnis | 6.145 | 1.262 | 114 | 7.521 |
| Planmäßige Abschreibung auf stille Reserven | –1.185 | 0 | 0 | –1.185 |
| Erfolgswirksame latente Steuern | 385 | 0 | 0 | 385 |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen |
5.345 | 1.262 | 114 | 6.721 |
Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen "Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen" enthalten neben diesen Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen zudem auch die Anteile an assoziierten Unternehmen. Des Weiteren enthalten die in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen "Anteile am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen" neben diesen Ergebnis-Anteilen von Gemeinschaftsunternehmen auch die Ergebnis-Anteile an assoziierten Unternehmen. Wir verweisen diesbezüglich auf den nachfolgenden Abschnitt "Assoziierte Unternehmen".
Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 6.335 (Vj.: TEUR 5.444) an Brutto-Dividende von der DSMDecaux GmbH erhalten. In den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.147 (Vj.: TEUR 3.329) enthalten. Im Berichtsjahr und in 2019 bestanden keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.
Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) an Brutto-Dividende von der X-City Marketing Hannover GmbH erhalten. In den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.904 (Vj.: TEUR 4.015) enthalten. Im Berichtsjahr und in 2019 bestanden keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.
Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 46 (Vj.: TEUR 47) an Brutto-Dividende von den weiteren Gemeinschaftsunternehmen erhalten. Es bestanden im Berichtsjahr und in 2019 keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.
Die nachfolgend aufgeführten assoziierten Unternehmen werden nach der at-Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert und sind mit Ausnahme der tricontes360 GmbH für den Ströer Konzern von untergeordneter Bedeutung:
| Kapitalanteil v. H. | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Firma | Sitz | Land | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
| Beauty Mates GmbH | Alling | Deutschland | – | 40 | |
| eValue 2nd Fund GmbH (i.L.)1 | Berlin | Deutschland | 33 | 33 | |
| Instytut Badán Outdooru IBO Sp. z.o.o. | Warschau | Polen | 50 | 50 | |
| tricontes360 GmbH | Köln | Deutschland | 50 | – |
1 An dieser Gesellschaft ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
Der Buchwert der assoziierten Unternehmen, die nach der at-Equity-Methode bilanziert werden, beträgt TEUR 1.251 (Vj.: TEUR 1.322). Der Anteil am Ergebnis der assoziierten Unternehmen, die nach der at-Equity-Methode bilanziert werden, beträgt TEUR –3.012 (Vj.: TEUR 144).
| In TEUR | tricontes360 Gruppe |
|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 12.750 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 19.849 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.550 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 12.222 |
| Eigenkapital | 5.827 |
| Anteil des Konzerns | 50% |
| Anteil des Konzerns am Eigenkapital | 4.0261 |
| Restbuchwert der zugeordneten stillen Reserven abzügl. latente Steuern/ |
|
| Wertberichtigungen | –4.026 |
| Goodwill | 0 |
| Buchwert der Anteile an | |
| at-Equity-bilanzierten Unternehmen | 0 |
1 Der Anteil des Konzerns am Eigenkapital in Höhe von TEUR 4.026 ergibt sich aus einer nur der Ströer Gruppe zustehenden Einlage (TEUR 3.000), dem anteiligen Ergebnis (TEUR 1.014) sowie dem anteiligen Stammkapital (TEUR 12). Der Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 4.026 wurde in voller Höhe wertberichtigt.
| In TEUR | tricontes360 Gruppe |
|---|---|
| Umsatzerlöse | 85.681 |
| Umsatzkosten | –74.224 |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten | –8.056 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 1.282 |
| Finanzergebnis | –344 |
| Ergebnis vor Steuern | 4.337 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –2.038 |
| Ergebnis nach Steuern | 2.299 |
| Anteil des Konzerns am Ergebnis | 1.014 |
| Planmäßige Abschreibung auf stille Reserven/Wertberichtigung von Ergebnisanteilen |
–1.0141 |
| Erfolgswirksame latente Steuern | 0 |
| Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen (inkl. Wertberichtigung von Kapitalanteilen) |
–3.012 |
1 Von dem Ergebnis nach Steuern in Höhe von TEUR 2.299 entfallen TEUR 272 auf nicht beherrschende Gesellschafter, sodass von den verbleibenden TEUR 2.027 ein anteiliges Ergebnis von TEUR 1.014 auf Ströer entfällt. Sowohl dieses anteilige Ergebnis (TEUR 1.014) als auch das übrige anteilige Eigenkapital (TEUR 3.012) wurde in voller Höhe wertberichtigt.
Der Ströer Konzern hat mit Erwerbszeitpunkt zum 1. Oktober 2020 über seine Konzerngesellschaft Ströer Sales Group GmbH, Köln, insgesamt 51,0 % der Anteile an der Dea Holding S.R.L., Bergamo Italien, und deren Tochtergesellschaften erworben. Die Dea Gruppe ist ein Außendienst-Spezialist, der in Italien im Rahmen des Direktvertriebs und des Telesales Produkte an Privatund Geschäftskunden verkauft. Der Kaufpreis für die erworbenen Anteile beziffert sich auf 10,6 Mio. EUR und wurde durch Barzahlung des Kaufpreises beglichen.
Hinsichtlich der übrigen 49,0 % der Anteile bestehen Callund Put-Optionen, die abhängig vom Eintritt definierter Bedingungen in den nächsten Jahren ausgeübt werden können.
Die nachfolgende Aufstellung enthält die konsolidierten vorläufigen Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden der Dea Gruppe im Zeitpunkt des Erwerbs:
| Immaterielle Vermögenswerte | 18 |
|---|---|
| Sachanlagen | 136 |
| Finanzanlagen | 10 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
3.874 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 13 |
| Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte | 100 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 689 |
| Zahlungsmittel | 2.000 |
| Finanzverbindlichkeiten | 95 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
442 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.077 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 876 |
| Erworbenes Reinvermögen | 4.350 |
Die Buchwerte der übernommenen Forderungen und der sonstigen finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerte entsprechen jeweils ihren beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen stellt gleichzeitig die beste Schätzung für die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus diesen Forderungen dar.
Aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Geschäftsprozesse ist die Kaufpreisallokation hinsichtlich der Identifikation und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert noch vorläufig. Somit können sich die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sowie der Goodwill noch ändern.
Der Goodwill beruht auf den positiven Aussichten, den bereits bestehenden Kundenstamm in Italien zu erweitern und durch eine stärkere Marktdurchdringung zusätzliche Cash-Flows generieren zu können.
Der Goodwill ist dem Segment Direct Media zugeordnet. Die Ermittlung erfolgt nach der Purchased-Goodwill-Methode und leitet sich wie folgt ab:
| In TEUR | |
|---|---|
| Kaufpreis | 10.577 |
| Anteiliger Wert der nicht beherrschenden | |
| Anteile | 2.131 |
| Erworbenes Reinvermögen | 4.350 |
| Goodwill | 8.358 |
Über den oben dargestellten Unternehmenserwerb hinaus hat der Ströer Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr Anteile an dem Unternehmen PrintSafari.com GmbH (75,1 %) und den Tochterunternehmen PrintSafari Inc. und Services PrintSafari Canada Inc. (beide 100,0 %) für TEUR 550 erworben. Der Kaufpreis kann sich aufgrund von vertraglichen Anpassungsklauseln (Earn-Out-Vereinbarung) in den nächsten drei Jahren noch ändern. Für die übrigen Anteile bestehen Vereinbarungen zum Erwerb ab 2022.
Die Kaufpreisallokationen sind hinsichtlich der Identifikation und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert noch vorläufig. Somit können sich die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sowie der Goodwill hinsichtlich der vorläufigen Kaufpreisallokation noch ändern. Der vorläufige Goodwill beläuft sich auf TEUR 633 und ist dem Segment OOH Media zugeordnet. Er beruht auf den positiven Aussichten durch Hebung weiterer Synergien im Ströer Konzern zusätzliche Cash-Flows generieren zu können.
Die vertraglich vereinbarten Kaufpreise für Unternehmenserwerbe mit Kontrollwechsel betragen einschließlich der Zahlungen in späteren Perioden (ohne Berücksichtigung der Anpassung von Earn-Out-Zahlungen) und der Ablösung von Finanzverbindlichkeiten insgesamt TEUR 11.505 (Vj.: TEUR 18.925). Für die Erwerbe sind im Geschäftsjahr Transaktionskosten von insgesamt TEUR 576 angefallen, die in den Verwaltungskosten erfasst sind.
Die Auswirkungen auf den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit stellen sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Gesamtsumme der Kaufpreise einschließlich Ablösung von Gesellschafterdarlehen |
–11.127 | –15.426 |
| Gesamtsumme der erworbenen Zahlungsmittel |
2.148 | 1.238 |
| Saldierter Zahlungs mittelabfluss aus Unternehmenserwerben |
–8.979 | –14.188 |
Die Gesamtsumme der zugehenden Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung, wobei die Kaufpreisallokationen für das Jahr 2020 teilweise noch vorläufig sind:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Übrige immaterielle Vermögenswerte |
173 | 5.533 |
| Sachanlagen | 142 | 2.446 |
| Finanzanlagen | 10 | 0 |
| Latente Steueransprüche | 0 | 1.003 |
| Vorräte | 0 | 387 |
| Forderungen aus Lieferun gen und Leistungen |
4.094 | 5.018 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte |
17 | 100 |
| Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte |
125 | 339 |
| Laufende Ertragssteueransprüche |
708 | 32 |
| Zahlungsmittel | 2.148 | 1.238 |
| Sonstige Rückstellungen | 24 | 535 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten |
0 | 1.702 |
| Finanzverbindlichkeiten | 95 | 4.592 |
| Verbindlichkeiten aus Liefe rungen und Leistungen |
680 | 368 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.091 | 765 |
| Laufende Ertragssteuerver bindlichkeiten |
882 | 43 |
| Erworbenes Reinvermögen | 4.645 | 8.092 |
Die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sämtlicher neu erworbener Unternehmen sowie deren Goodwill wurden entsprechend ihrer jeweiligen Einbindung in den Ströer Konzern den Zahlungsmittel generierenden Einheiten "Out-of-Home Media" (PrintSafari GmbH) und "Direct Media" (Dea Gruppe) zugeordnet.
Seit der jeweiligen Kontrollerlangung, haben die im Geschäftsjahr 2020 erworbenen Gesellschaften folgende Beiträge zum Umsatz und Ergebnis nach Steuern erwirtschaftet, die in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns enthalten sind:
| In TEUR | Umsatzerlöse | Ergebnis nach Steuern |
|---|---|---|
| Dea Gruppe | 3.236 | 594 |
| PrintSafari.com GmbH | 1.183 | –18 |
| Summe | 4.419 | 576 |
Wenn alle im Jahr 2020 erworbenen Gesellschaften bereits ab dem 1. Januar 2020 im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen worden wären, hätten sich Umsatzerlöse und Ergebnis nach Steuern des Konzerns wie folgt dargestellt. In den Beträgen sind bereits Effekte aus den vorläufigen Kaufpreisallokationen für die Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres 2020 enthalten.
| Umsatzerlöse | aus fortgeführten Geschäftsbereichen |
|---|---|
| 1.453.384 | 43.388 |
Die zum Ende des Geschäftsjahres 2019 als vorläufig bezeichneten Kaufpreisallokationen wurden im Geschäftsjahr 2020 abgeschlossen. Daraus ergaben sich keine rückwirkenden Anpassungen.
Der Ströer Konzern hat im Rahmen der Ausübung einer Put-Option durch nicht beherrschende Gesellschafter zum 22. Oktober 2020 die übrigen 14,7 % der Anteile an der Mercury Beteiligungs GmbH erworben. Der Kaufpreis bezifferte sich auf 14,5 Mio. EUR und wurde per Banküberweisung beglichen.
Zudem wurden weitere Transaktionen ohne Kontrollwechsel vorgenommen, die einzeln betrachtet jedoch von untergeordneter Bedeutung waren.
Die Erwerbe wurden gemäß IFRS 10 jeweils als Transaktion zwischen Gesellschaftern dargestellt. Die entsprechenden bilanziellen Effekte können der nachfolgenden Aufstellung entnommen werden.
| In TEUR | |
|---|---|
| Summe der Kaufpreise | 17.724 |
| Anteilige Werte der nicht beherrschenden Anteile |
–2.063 |
| Veränderung des Konzern-Eigenkapitals der Anteilseigner der Ströer SE & Co. KGaA |
–19.787 |
Die Transaktionen haben sich im Wesentlichen in den Konzern-Gewinnrücklagen der Anteilseigner der Ströer SE & Co. KGaA niedergeschlagen.
Unternehmenserwerbe nach dem Bilanzstichtag
Es hat nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen Unternehmenserwerbe gegeben.
Hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2020 veräußerten Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben im Abschnitt 5.
Der Ströer Konzern hat mit Wirkung zum 24. Januar 2020 insgesamt 50,0 % der Anteile an der D+S 360° Gruppe für 0,0 Mio. EUR verkauft. Zu der Entwicklung der nun nach der at-Equity-Methode bilanzierten Beteiligung verweisen wir auf Abschnitt 5.
Der Verlust aus dem nicht-fortgeführten Geschäftsbereich stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Verlust aus dem nicht-fortgeführten Geschäftsbereich, nach Steuern |
||
| Anteilseigner der Ströer SE & Co. KGaA |
0 | –36.007 |
| Anteiliger Wert der nicht beherrschenden Anteile |
0 | –5.530 |
| Summe | 0 | –41.537 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) |
0,00 | –0,64 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) |
0,00 | –0,64 |
Nach dem Bilanzstichtag haben keine wesentlichen Unternehmensveräußerungen stattgefunden.
Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bestimmt. Der Bilanzstichtag ist einheitlich der 31. Dezember.
Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, ab dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Beherrschung im Sinne des IFRS 10 "Konzernabschlüsse" ist gegeben, wenn Ströer schwankenden Renditen aus dem Tochterunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf die Renditen besitzt und die Fähigkeit hat, diese mittels seiner Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen zu beeinflussen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Die Anschaffungskosten von erworbenen ausländischen Gesellschaften werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem jeweiligen Kurs in Euro umgerechnet.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Im Rahmen der Kaufpreisallokation werden die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sowie bestimmte Eventualschulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag der Anschaffungskosten der Beteiligung über die anteiligen Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Goodwill aktiviert. Der auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Goodwill wird gemäß IFRS 3 von Fall zu Fall aktiviert. Verbleibende negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam aufgelöst. Wenn die Anschaffungskosten der Beteiligung oder die den übernommenen Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte ermittelt.
Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend der korrespondierenden Vermögenswerte und Schulden fortgeführt. Bilanzierte Goodwills werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen (siehe hierzu Abschnitt 19).
Im Geschäftsjahr gegebenenfalls in den Einzelabschlüssen vorgenommene Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften werden im Konzernabschluss wieder storniert. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.
Bei den Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.
Die auf die jeweiligen nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden Anteile am Kapital und am Ergebnis werden in einem gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Werden weitere Anteile von bereits vollkonsolidierten Gesellschaften erworben oder veräußert, wird der Differenzbetrag mit dem Eigenkapital erfolgsneutral verrechnet.
Ein Gemeinschaftsunternehmen wird als gemeinsame Vereinbarung definiert, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Die Beurteilung, ob rechtlich oder wirtschaftlich Rechte am Nettovermögen bestehen, werden gemäß IFRS 11 anhand der vertraglichen Beziehungen (z.B. Gesellschaftsvertrag, sog. shareholder agreements, Liefer- und Leistungsbeziehungen) zwischen dem jeweiligen Vehikel und den Gesellschaftern beurteilt. Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen sowie von assoziierten Unternehmen erfolgt unter Anwendung der at-Equity-Methode. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Anteil des Konzerns am Periodenergebnis der assoziierten Unternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen im Ergebnis vor Finanzund Steuerergebnis ausgewiesen. Änderungen des sonstigen Ergebnisses dieser Beteiligungsunternehmen werden im sonstigen Ergebnis des Konzerns erfasst.
Wesentliche Beteiligungen, an denen die Ströer Gruppe zwischen 20% und 50% der Anteile hält, und dementsprechend einen maßgeblichen Einfluss auf das assoziierte Unternehmen ausüben kann, werden nach der at-Equity-Methode bilanziert. Danach werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust eines assoziierten Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Hierbei handelt es sich um den den Anteilseignern des assoziierten Unternehmens zurechenbaren Gewinn nach Steuern.
Sonstige Beteiligungen werden entsprechend IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert.
Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept des IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet. Die funktionale Währung der ausländischen Konzerngesellschaften entspricht der jeweiligen Landeswährung.
Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aufwendungen und Erträge werden zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode in Euro umgerechnet. Erfolgsneutral im OCI erfasste Umrechnungsdifferenzen werden erst dann ergebniswirksam erfasst, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit verkauft oder entkonsolidiert wird.
Transaktionen der konsolidierten Gesellschaften in Fremdwährungen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst.
Währungskurseffekte aus konzerninternen Darlehen werden erfolgsneutral erfasst, sofern die Darlehen die Voraussetzungen eines Net Investments im Sinne des IAS 21 erfüllen.
Für die wichtigsten Fremdwährungen des Ströer Konzerns wurden folgende Währungskurse verwendet:
| Stichtagskurs | Gewogener Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Währung | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 | |
| Kanada | CAD | 1,5633 | 1,4598 | 1,6754 | 1,4854 |
| Schweiz | CHF | 1,0802 | 1,0854 | 1,0702 | 1,1124 |
| Tschechien | CZK | 26,2420 | 25,4080 | 26,4364 | 25,6685 |
| Großbritannien | GBP | 0,8990 | 0,8508 | 0,8887 | 0,8769 |
| Ungarn | HUF | 363,8900 | 330,5300 | 350,8772 | 325,0271 |
| Japan | JPY | 126,4900 | 124,9400 | 121,7039 | 122,0008 |
| Polen | PLN | 4,5597 | 4,2568 | 4,4413 | 4,2973 |
| Schweden | SEK | 10,0343 | 10,4468 | 10,4837 | 10,5846 |
| Singapur | SGD | 1,6218 | 1,5111 | 1,5726 | 1,5271 |
| Türkei | TRY | 9,1131 | 6,6843 | 7,9133 | 6,3513 |
| USA | USD | 1,2271 | 1,1234 | 1,1396 | 1,1195 |
Die Umsatzerlöse lassen sich wie folgt unterteilen:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen im weiteren |
||
| Sinne | 1.303.445 | 1.461.514 |
| Erlöse aus dem Verkauf von | ||
| Produkten | 138.714 | 129.631 |
| Gesamt | 1.442.159 | 1.591.145 |
Für die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten wird auf die Angaben zur Segmentberichterstattung verwiesen. Die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten werden im Wesentlichen im Segment Direct Media in der Produktgruppe Transactional erzielt und sind zeitpunktbezogen, während die Erlöse aus Dienstleistungen zeitraumbezogen realisiert werden.
Die Kundenbeziehungen des Konzerns sind von kurzfristigen Auftragsvorläufen und Buchungsvergaben geprägt. Daher besteht zum Stichtag im Wesentlichen ein kurzfristiger Auftragsbestand.
In den Umsatzerlösen sind Umsätze aus Gegengeschäften in Höhe von TEUR 13.525 (Vj.: TEUR 16.595) enthalten. Die offenen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Gegengeschäften betragen zum Stichtag TEUR 8.079 (Vj.: TEUR 9.178) beziehungsweise TEUR 4.862 (Vj.: TEUR 4.945).
Die Umsatzkosten umfassen sämtliche Kosten, die für den Verkauf von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen angefallen sind und untergliedern sich wie folgt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Abschreibungen | 287.443 | 299.874 |
| Personalaufwand | 175.953 | 172.177 |
| Pacht-, Miet- und Nutzungsentgelte |
65.938 | 81.100 |
| Übrige Umsatzkosten | 408.256 | 472.585 |
| Gesamt | 937.590 | 1.025.736 |
Die Vertriebskosten umfassen alle verursachten Vertriebseinzel- und Vertriebsgemeinkosten. Die Vertriebskosten unterteilen sich in:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Personalaufwand | 155.329 | 157.091 |
| Abschreibungen | 12.913 | 11.301 |
| Übrige Vetriebskosten | 74.497 | 81.058 |
| Gesamt | 242.740 | 249.451 |
Die Verwaltungskosten umfassen die Personal-, Sach- und Abschreibungsaufwendungen sämtlicher Verwaltungsbereiche, die nicht mit Technik, Vertrieb oder Produktentwicklung in Verbindung stehen. Die Verwaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Personalaufwand | 92.925 | 101.197 |
| Abschreibungen | 34.366 | 34.345 |
| Übrige Verwaltungskosten | 49.438 | 50.706 |
| Gesamt | 176.729 | 186.248 |
Die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge zeigt die nachfolgende Tabelle:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie der Aus buchung von Verbindlichkeiten |
7.329 | 7.827 |
| Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen |
1.905 | 2.437 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten |
471 | 1.511 |
| Erträge aus Serviceleistungen | 1.406 | 1.434 |
| Erträge aus Wechselkursdifferenzen | 1.986 | 1.130 |
| Erträge aus der Veränderung des Konsolidierungskreises |
2.866 | 2.233 |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge | 23.673 | 23.045 |
| Gesamt | 39.635 | 39.617 |
Die Erträge aus der Veränderung von Beteiligungen des Berichtsjahres resultieren im Wesentlichen aus der Veräußerung der TUBE ONE Networks GmbH, Köln. Im Vorjahr ergaben sich die Erträge aus der Neubewertung der Altanteile an der Media-Direktservice GmbH, Köln.
Die Erträge aus der Veränderung des Konsolidierungskreises wurden bei der Ermittlung des EBITDA (adjusted) bereinigt.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus Mietminderungen in Höhe von TEUR 2.503, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie mit Vertragspartnern ausgehandelt wurden.
Nachfolgend werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen untergliedert:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus der Bildung von Wertberichtigungen bzw. aus der Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten |
11.595 | 5.899 |
| Erwarteter Wertminderungs aufwand aus nicht einzeln bewerteten Forderungen |
1.234 | 530 |
| Periodenfremde Aufwendungen | 5.772 | 3.653 |
| Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen |
2.843 | 1.263 |
| Aufwand aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten |
4.178 | 749 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen |
5.766 | 5.653 |
| Gesamt | 31.388 | 17.746 |
Der Anstieg in den Aufwendungen aus der Bildung von Wertberichtigungen bzw. aus der Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten beruht unter anderem auf höheren Wertberichtigungen, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie vorgenommen wurden.
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufwertung von Earn-Out Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 359 (Vj.: TEUR 582) enthalten. Bei der Ermittlung des EBITDA (adjusted) wurden diese Aufwendungen bereinigt.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung des Finanzergebnisses:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Finanzerträge | 2.021 | 2.147 |
| Zinserträge aus Krediten und Forderungen |
503 | 1.136 |
| Erträge aus Wechselkursdiffe renzen bei Finanzinstrumenten |
1.361 | 637 |
| Sonstige Finanzerträge | 158 | 374 |
| Finanzaufwendungen | −36.030 | −34.785 |
| Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing |
−15.376 | −20.711 |
| Zinsaufwand aus Ausleihungen und Verbindlichkeiten |
−10.706 | −10.360 |
| Aufwand aus Wechselkursdiffe renzen bei Finanzinstrumenten |
−1.231 | −818 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | −8.717 | −2.897 |
| Finanzergebnis | −34.009 | −32.639 |
Die Erträge bzw. Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen bei Finanzinstrumenten enthalten nicht zahlungswirksame Währungsgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung von Darlehensbeziehungen mit Konzerngesellschaften außerhalb des Euro-Raums, die nicht die Kriterien eines Net Investment im Sinne des IAS 21 erfüllen.
Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwand aus laufenden Steuern | 31.078 | 43.062 |
| davon für Vorjahre | 668 | 1.658 |
| Aufwand (+)/Ertrag (–) aus latenten Steuern |
–18.229 | –23.174 |
| davon für Vorjahre | 484 | 238 |
| davon aus temporären Differenzen |
–23.556 | –24.300 |
| Aufwand (+)/Ertrag (–) | 12.849 | 19.888 |
Die Veränderungen der direkt im Eigenkapital erfassten Transaktionen und der darauf entfallenden latenten Steuern sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:
| In TEUR | Vor Steuern | Steuern | Nach Steuern |
|---|---|---|---|
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten |
–3.025 | 0 | –3.025 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | –1.139 | 281 | –858 |
| Erfolgsneutrale Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten |
299 | 0 | 299 |
| –3.865 | 281 | –3.584 |
| 2019 | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Vor Steuern | Steuern | Nach Steuern |
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten |
2.369 | 0 | 2.369 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | –3.942 | 1.277 | –2.665 |
| Erfolgsneutrale Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten |
11 | 0 | 11 |
| –1.562 | 1.277 | –284 |
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf Basis der in den jeweiligen Ländern gültigen Steuersätze. Sie liegen in einer Bandbreite von 19% bis 32,975% (Vj.: von 9% bis 32,625%).
auf die Körperschaftsteuer von 5,5% und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 15,792%. Sofern sich Konsolidierungsvorgänge auf eine ausländische Tochtergesellschaft beziehen, finden die jeweiligen länderspezifischen Steuersätze Anwendung.
Latente Steuern auf Konsolidierungsvorgänge werden grundsätzlich mit dem Steuersatz von 31,62 % (Vj.: 31,69%) berechnet. Er setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15%, dem Solidaritätszuschlag
Die Steuerabgrenzungen sind folgenden Bilanzposten zuzuordnen:
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Aktiv | Passiv | Aktiv | Passiv |
| Immaterielle Vermögenswerte | 18.531 | 45.133 | 18.024 | 61.902 |
| Sachanlagen | 1.062 | 290.315 | 1.380 | 326.758 |
| Finanzanlagen | 60 | 755 | 51 | 1.590 |
| Forderungen, sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte |
4.412 | 8.621 | 2.000 | 5.488 |
| Pensionsrückstellungen | 6.842 | 157 | 6.558 | 138 |
| Sonstige Rückstellungen | 6.180 | 5.421 | 4.667 | 2.671 |
| Verbindlichkeiten | 296.685 | 6.561 | 327.303 | 6.366 |
| Latente Steuern auf temporäre Differenzen |
333.772 | 356.963 | 359.984 | 404.913 |
| Verlust- und Zinsvorträge | 22.833 | 0 | 26.265 | 0 |
| Latente Steuern gesamt | 356.605 | 356.963 | 386.248 | 404.913 |
| Saldierungen | –345.400 | –345.400 | –375.192 | –375.192 |
| Latente Steuern Bilanzansatz | 11.205 | 11.563 | 11.057 | 29.721 |
Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 136.757 (Vj.: TEUR 114.553) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Hiervon entfallen TEUR 136.449 auf inländische Konzerngesellschaften und TEUR 308 auf ausländische Konzerngesellschaften. Die auf ausländische Konzerngesellschaften entfallenden nicht aktivierten Verlustvorträge verfallen im Wesentlichen in den nachfolgend aufgeführten Jahren:
| Jahr | Betrag in TEUR |
|---|---|
| 2021 | 186 |
| 2022 | 0 |
| 2023 | 0 |
| 2024 | 0 |
| 2025 | 0 |
| 2026 | 0 |
Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 13.607 wurden aktive latente Steuern gebildet, obwohl die Gesellschaften, denen diese Verlustvorträge zuzuordnen sind, im aktuellen Geschäftsjahr oder im Vorjahr Verluste erzielt haben und keine ausreichenden zu versteuernden temporären Differenzen vorliegen. Auf der Basis von positiven steuerlichen Planungsrechnungen der betroffenen Gesellschaften, die sich teilweise aus Umstrukturierungen ergeben, gehen wir allerdings davon aus, dass wir diese Verlustvorträge aufgrund entsprechend hoher zu versteuernder Einkommen in Zukunft nutzen können.
Gemäß IAS 12 sind latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden, wenn mit der Realisierung zu rechnen ist (Outside Basis Differences). Im Konzernabschluss wurden in diesem Zusammenhang latente Steuern für die Beteiligungen gebildet, aus denen in naher Zukunft mit Ausschüttungen zu rechnen ist. Insgesamt wurden latente Steuerverbindlichkeiten auf Outside Basis Differenzen in Höhe von TEUR 326 (Vj.: TEUR 368) passiviert.
Für Outside Basis Differenzen in Höhe von TEUR 68.543 Vj.: TEUR 60.691) wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Ströer KGaA für diese Beteiligungen den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und sich diese temporären Differenzen wahrscheinlich künftig nicht umkehren werden.
Aus der in 2020 für das Geschäftsjahr 2019 geleisteten Dividendenzahlung resultierten keine ertragsteuerlichen Konsequenzen. Für etwaige in 2021 vorgesehene Dividendenzahlungen für das Jahr 2020 sind ebenfalls keine ertragsteuerlichen Konsequenzen zu erwarten.
Der berücksichtigte IFRIC 23 "die Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern" stellt die Anwendung von Ansatz und Bewertungsvorschriften des IAS 12, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, zum Beispiel ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen.
Die Überleitung zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem tatsächlichen Steueraufwand zeigt die nachfolgende Übersicht:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Jahresergebnis vor Ertragsteuern nach IFRS |
61.491 | 125.808 |
| Konzernertragsteuersatz | 31,62% | 31,69% |
| Erwarteter Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr |
19.441 | 39.869 |
| Auswirkungen von Steuersatzänderungen |
–270 | –260 |
| Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen |
–18.856 | –25.782 |
| Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren |
1.152 | 1.896 |
| Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze |
1.483 | –1.674 |
| Auswirkungen steuerfreier Erträge | –1.144 | –3.255 |
| Effekte aus der At-Equity-Bilanzierung |
–534 | –2.160 |
| Auswirkungen von nicht abzieh baren Betriebsausgaben |
5.402 | 10.349 |
| Ansatz und Korrektur steuerlicher Zins- und Verlustvorträge |
4.998 | 1.386 |
| Sonstige Abweichungen | 1.176 | –481 |
| Gesamter Steueraufwand (+)/ Steuerertrag (–) |
12.849 | 19.888 |
Die Steuerquote des Ströer Konzerns wird seit dem Jahr 2015 durch die zwei nachfolgenden Faktoren maßgeblich beeinflusst:
Im Rahmen seiner Strategie 2010–2018 verfolgte der Ströer Konzern zwei Handlungsstränge für weiteres Wachstum. Zum einen der Aufbau von unterschiedlichen Verticals, insbesondere durch Zukäufe im Digitalbereich. Dies waren häufig Unternehmen in der Start-up Phase. In der Regel hat der Ströer Konzern daher, nach erfolgter Akquisition, in weiteres, profitables Wachstum investiert. Entsprechend erhöhte sich der Abschreibungsaufwand. Dieser wurde und wird im Rahmen der steuerlichen Regeln steuermindernd angesetzt.
Zum anderen sollte eine Straffung der Vermarktungsstruktur im OOH-Segment erfolgen, indem durch eine gezielte Bündelung der Werberechte in einer Gesellschaft eine Erhöhung der Transparenz und damit eine verbesserte Koordination und Compliance erreicht werden sollte. Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie wurde für dieses Vorhaben ein Standort außerhalb Deutschlands gesucht und schließlich im Jahr 2015 eine niederländische Einheit gegründet, in der die angestrebte Bündelung der Werberechte und verschiedener Tätigkeiten im Zusammenhang mit deren Verwertung erfolgte. Bei dieser Gesellschaft handelte es sich aus deutscher Sicht um eine Personengesellschaft. Steuerlich führte die Bündelung der Werberechte dazu, dass die deutschen Gesellschafter dieser Personengesellschaft die ihnen zuzurechnenden Einnahmen aus der Rechteüberlassung an die Personengesellschaft gewerbesteuerlich kürzen mussten. In den Niederlanden minderten die Entgelte für die Rechteüberlassung das Einkommen für Zwecke der Körperschaftsteuer (eine Gewerbesteuer wird dort nicht erhoben). In der Steuerüberleitungsrechnung macht dies den größten Teil der dargestellten Zeile "Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen" aus.
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Unverwässerter Ergebnisanteil der Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA |
||
| (fortgeführte Aktivitäten) | 35.421 | 91.733 |
| In Tausend | 2020 | 2019 |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien zum 31.12. |
56.580 | 56.444 |
| Effekte aus begebenen Bezugsrechten |
297 | 139 |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien zum 31.12. (verwässert) |
56.877 | 56.583 |
Im Jahr 2020 erhöhte sich die Anzahl der Aktien aufgrund der Aktienoptionsprogramme um 70.000 Stück (Vj.: 404.700 Stück) auf 56.646.571 Stück (Vj.: 56.576.571 Stück). Damit lag dem Ergebnis je Aktie in 2020 eine zeitlich gewichtete Anzahl der Aktien in Höhe von 56.579.631 Stück (Vj.: 56.443.520 Stück) zugrunde.
Das Ergebnis je Aktie unterliegt einer potentiellen Verwässerung aufgrund der in den Geschäftsjahren 2015 und 2019 aufgelegten Aktienoptionsprogramme sowie aufgrund des LTI-Bestandteils "Aktienkurs". Wir verweisen auf Kapitel 26 "Eigenkapital".
Von dem Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von TEUR 48.642 (Vj.: TEUR 105.920) entfallen auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens TEUR 35.421 (Vj.: 91.733) und auf die nicht beherrschenden Gesellschafter TEUR 13.221 (Vj.: TEUR 14.187).
In den Umsatz-, Verwaltungs- und Vertriebskosten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 424.208 (Vj.: TEUR 430.465) enthalten.
Die Anzahl der MitarbeiterInnen im Durchschnitt des Geschäftsjahres war wie folgt:
| Anzahl | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Angestellte | 9.503 | 11.600 |
| Arbeiter | 164 | 148 |
| Gesamt | 9.667 | 11.748 |
Die Anzahl der MitarbeiterInnen errechnet sich aus dem Durchschnitt der zum Ende der vier Quartale beschäftigten MitarbeiterInnen. Dabei wird auf die arbeitsrechtlichen Verhältnisse abgestellt; Teilzeitbeschäftigte werden voll erfasst. Nicht einbezogen werden Mitglieder der Geschäftsführung, Auszubildende, Praktikanten, Rentner und MitarbeiterInnen in Elternzeit.
Die Gesamtzahl der MitarbeiterInnen nach Personen (Voll- und Teilzeitbeschäftigte) liegt im Konzern zum Stichtag 31. Dezember 2020 bei 10.003 (Vj.: 12.210). Die Differenz (336 MitarbeiterInnen) zur oben dargestellten durchschnittlichen Anzahl der MitarbeiterInnen beruht im Wesentlichen auf der Stichtagsbetrachtung zum 31. Dezember, da bei dieser Betrachtung die Anzahl der MitarbeiterInnen der neu erworbenen Unternehmen keiner zeitlichen Gewichtung unterliegt. Zudem beruht die Differenz auch auf der Einbeziehung von Angestellten in Elternzeit, Auszubildenden und Aushilfskräften, da diese MitarbeiterInnen in die oben dargestellte Angabe nach § 314 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. § 285 Nr. 7 HGB nicht einzubeziehen sind.
Der Personalaufwand setzt sich im Wesentlichen aus Löhnen und Gehältern i.H.v. TEUR 351.861 (Vj.: TEUR 354.369), Sozialabgaben i.H. v. TEUR 61.709 (Vj.: TEUR 63.466) und Aufwendungen für Altersversorgung i.H. v TEUR 2.403 (Vj.: TEUR 2.486) zusammen.
Die in den Umsatz-, Verwaltungs- und Vertriebskosten enthaltenen Abschreibungen sind in den Abschnitten 10 bis 12 ersichtlich. Die Abschreibungen haben sich im Geschäftsjahr um TEUR 10.799 auf TEUR 334.722 (Vj.: TEUR 345.521) verringert.
Im Berichtsjahr wurden im Saldo Aufwendungen aus Umrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 728 (Vj.: TEUR 313) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, davon im Saldo ein Ertrag in Höhe von TEUR 129 (Vj.: Aufwand TEUR 180) im Finanzergebnis.
Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Berichtsjahr und im Vorjahr ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
| In TEUR | Rechte und Lizenzen |
Goodwill | Geleistete Anzahlungen und in Entwick lung befindliche Projekte |
Eigene Entwicklungs kosten |
Erworbene Technologien |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 732.306 | 905.745 | 10.275 | 10.786 | 81.354 | 1.740.466 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –5.209 | 9.125 | 0 | –4.198 | –1.839 | –2.120 |
| Zugänge | 55.202 | 0 | 8.509 | 1.136 | 0 | 64.847 |
| Umbuchungen | 6.356 | 0 | –7.840 | 1.513 | 0 | 29 |
| Abgänge | –12.123 | –1.938 | –3.826 | –1.675 | 0 | –19.562 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 146 | 125 | 0 | –43 | 46 | 274 |
| Endstand 31.12.2019/ Anfangsstand 01.01.2020 |
776.678 | 913.058 | 7.118 | 7.519 | 79.561 | 1.783.934 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –7.204 | 6.785 | –1.118 | –2.535 | 0 | –4.072 |
| Zugänge | 33.539 | 0 | 18.975 | 223 | 0 | 52.738 |
| Umbuchungen | 6.723 | 0 | –18.346 | 11.429 | 0 | –194 |
| Abgänge | –19.288 | 0 | –226 | –1.792 | 0 | –21.306 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –2.090 | –610 | –1 | –290 | 0 | –2.991 |
| Endstand 31.12.2020 | 788.357 | 919.233 | 6.402 | 14.556 | 79.561 | 1.808.109 |
| Abschreibungen/Auflösungen | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 470.333 | 5.823 | 0 | 4.676 | 47.733 | 528.565 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –991 | 0 | 0 | –4.198 | –2.020 | –7.209 |
| Abschreibungen | 100.512 | 0 | 3.632 | 8.173 | 10.712 | 123.030 |
| Abgänge | –12.086 | –1.938 | –3.632 | –1.600 | 0 | –19.256 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 184 | 7 | 0 | –95 | 27 | 123 |
| Endstand 31.12.2019/ Anfangsstand 01.01.2020 |
557.952 | 3.893 | 0 | 6.957 | 56.452 | 625.254 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –7.346 | –924 | –516 | 0 | 0 | –8.785 |
| Abschreibungen | 97.740 | 0 | 516 | 5.576 | 5.960 | 109.792 |
| Abgänge | –19.269 | 0 | 0 | 0 | 0 | –19.269 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –1.193 | –44 | 0 | –70 | 0 | –1.307 |
| Endstand 31.12.2020 | 627.884 | 2.925 | 0 | 12.463 | 62.412 | 705.685 |
| Bilanzwert 31.12.2019 | 218.727 | 909.165 | 7.119 | 561 | 23.109 | 1.158.681 |
| Bilanzwert 31.12.2020 | 160.472 | 916.308 | 6.402 | 2.093 | 17.149 | 1.102.423 |
Aus den immateriellen Vermögenswerten wurden gemäß IFRS 5 TEUR 0 (Vj.: TEUR 256) in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte umgegliedert, wobei die Vorjahres-Umgliederung im Wesentlichen aus dem Bereich Eigene Entwicklungskosten resultiert. Die nicht aktivierungsfähigen Bestandteile der Entwicklungskosten bezifferten sich im Berichtsjahr auf TEUR 26.220 (Vj.: TEUR 31.966). Diese Kosten sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.
Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz (InvZulG) als Minderung der Anschaffungskosten erfasst.
Im Bereich der immateriellen Vermögenswerte (im Wesentlichen Rechte und Lizenzen) wurden TEUR 6.130 (Vj.: TEUR 10.234) außerplanmäßig wertberichtigt, davon entfielen TEUR 2.794 auf immaterielle Vermögenswerte der inzwischen veräußerten Ströer Products GmbH. Der Wertminderungsaufwand ist im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.
Alle im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Goodwills wurden im Geschäftsjahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht über die Zuordnung der Goodwills zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in den Werthaltigkeitstest eingeflossenen Annahmen:
| In TEUR | Ströer Deutschland |
Digital OOH & Content |
Ströer Polen |
Transactions | Dialog Marketing |
BlowUP Gruppe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert 31.12.2019 | 120.149 | 556.454 | 5.910 | 100.920 | 113.970 | 11.762 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 633 | –615 | 0 | –668 | 8.358 | 0 |
| Wechselkurseffekte | 0 | –173 | –393 | 0 | 0 | 0 |
| Buchwert 31.12.2020 | 120.782 | 555.667 | 5.517 | 100.252 | 122.328 | 11.762 |
| Detailplanungszeitraum (in Jahren) | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 |
| Umsatzwachstum nach Ende des Planungszeitraums |
1 % (Vj.: 1 %) |
1,1 % (Vj.: 1 %) |
2,4 % (Vj.: 1,7 %) |
1 % (Vj.: 1 %) |
1 % (Vj.:1%) |
1 % (Vj.: 1 %) |
| Zinssatz (nach Steuern) | 5,3 % (Vj.: 4,9 %) |
6,2 % (Vj.: 6,4 %) |
7,7 % (Vj.: 6,7 %) |
6,3 % (Vj.: 6,3 %) |
5,6 % (Vj.: 6,4 %) |
5,1 % (Vj.: 6,2 %) |
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis von Cash-Flow-Prognosen mit Stichtag zum 30. September jeden Jahres ermittelt, die auf von der Unternehmensleitung genehmigten Finanzplänen basieren.
Für Ströer Deutschland und Ströer Polen wird sich nach Überwindung der Folgen der Covid-19-Pandemie wieder der mittelfristige Wachstumstrend einstellen. Diese beiden zahlungsmittelgenerierenden Bereiche profitieren dabei von strukturellen Verschiebungen in den jeweiligen Werbemärkten, die zu steigender Nachfrage nach Außenwerbeprodukten im Vergleich zu anderen Mediengattungen führen. Darüber hinaus wird eine gezielt verstärkte vertriebliche Ansprache neuer regionaler Kundengruppen zusätzlich die Entwicklung des EBITDA stärken. Die Umstellung des Produktmixes hin zu höherwertigen Werbeträgern und der gezielte Ausbau des Produktangebotes bei gleichzeitig anhaltender Kostendisziplin wird weiterhin zu einer positiven Entwicklung beitragen. In den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Digital OOH & Content und Transactions ist die Ausnutzung eines robusten Marktwachstums über weite Teile des Geschäfts – unterstützt durch Ausnutzung neuer Produktformate und Technologien – Kerntreiber einer soliden EBITDA-Entwicklung. Im Bereich Dialog Marketing wird das EBITDA-Wachstum durch ein moderates Marktwachstum, verbesserte Nutzung von Synergien innerhalb des Bereiches und eine verbesserte Margensteuerung getrieben.
Dabei wird auf Grundlage detaillierter Planungen hinsichtlich der zukünftig erwarteten Marktannahmen, Erlöse und Aufwendungen zunächst die Plangröße EBITDA bestimmt. Das projizierte Wachstum des im Detailplanungszeitraum erwarteten EBITDA steht in engem Zusammenhang mit den Erwartungen hinsichtlich der voraussichtlichen Werbeinvestitionen der werbungtreibenden Wirtschaft, der weiteren Entwicklung der Konkurrenzsituation, den Aussichten für innovative Werbeformate, den lokalen Inflationsraten, den jeweiligen Aussichten für die Außenwerbebranche sowie den von Ströer geplanten Erweiterungsinvestitionen im jeweiligen Segment. Diese Erwartungen leiten sich im Wesentlichen aus öffentlich zugänglichen Marktdaten ab. Aus diesen Erwartungen ergeben sich für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils durchschnittliche EBITDA-Wachstumsraten, die je nach Marktumfeld im mittleren einstelligen (Ströer Deutschland, Dialog Marketing) oder im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen (Digital OOH & Content, Ströer Polen, Transactions, BlowUP-Gruppe). Die EBITDA-Plangröße wird in einem zweiten Schritt unter Hinzuziehung der geplanten Investitionen und Working-Capital-Veränderungen in einen Plan-Cash-Flow transformiert. Anschließend werden die Detailplanungen zu Finanzplänen aggregiert und von der Unternehmensleitung verabschiedet. Sie spiegeln die Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung im Planungszeitraum wider.
Für Zwecke der Überprüfung der Goodwills auf ihre Werthaltigkeit wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten als erzielbarer Betrag bestimmt (Fair Value Hierarchie 3). Der für die Cash-Flow-Prognose verwendete Abzinsungssatz wurde unter Heranziehung von Marktdaten und Kennziffern der PeerGroup ermittelt und ist abhängig von dem wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Cash-Flows generiert werden. So wurden für zahlungsmittelgenerierende ausländische Einheiten gesonderte Zinssätze auf Basis der lokalen Besonderheiten berechnet.
Die Bestimmung der Wachstumsrate der ewigen Rente erfolgt auf Basis der langfristigen konjunkturellen Erwartungen sowie der Erwartungen hinsichtlich der Inflationsentwicklung in den jeweiligen Märkten. Zur Ermittlung dieser Wachstumsraten werden Informationen von Zentralbanken, Wirtschaftsforschungsinstituten und offiziellen Stellungnahmen der jeweiligen Regierungen herangezogen und ausgewertet.
Im Rahmen einer Szenarioanalyse untersuchen wir grundsätzlich für jede nicht wertgeminderte zahlungsmittelgenerierende Einheit den Einfluss wesentlicher Parameter auf den Impairmentbedarf. Hierbei wird jeweils auf den Unterschiedsbetrag zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert abgestellt.
Da für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Unterschiedsbetrag zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert ausreichend hoch ist, konnten die Szenarioanalysen im Berichtsjahr unterbleiben.
Die Entwicklung der Sachanlagen ist dem folgenden Anlagespiegel zu entnehmen.
| In TEUR | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus stattung |
Sachanlagen (Leasing) |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 7.321 | 2.224 | 520.210 | 1.210.330 | 44.634 | 1.784.718 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –60 | –28 | –3.050 | –21.637 | 0 | –24.775 |
| Zugänge | 2.246 | 1.101 | 40.183 | 142.335 | 18.576 | 204.441 |
| Umbuchungen | 0 | 344 | 17.695 | 0 | –18.068 | –29 |
| Abgänge | 0 | –41 | –19.154 | –15.295 | –95 | –34.584 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 4 | 0 | 343 | 909 | 63 | 1.319 |
| Endstand 31.12.2019/ Anfangsstand 01.01.2020 |
9.511 | 3.600 | 556.227 | 1.316.642 | 45.111 | 1.931.091 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –8 | –19 | 2.539 | –962 | 0 | 1.550 |
| Zugänge | 340 | 498 | 37.256 | 96.869 | 10.314 | 145.276 |
| Umbuchungen | 18 | 149 | 8.876 | 0 | –8.849 | 194 |
| Abgänge | 0 | –10 | –17.538 | –15.212 | –1.928 | –34.688 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –21 | –1 | –1.885 | –3.567 | –442 | –5.915 |
| Endstand 31.12.2020 | 9.840 | 4.218 | 585.474 | 1.393.770 | 44.206 | 2.037.509 |
| Abschreibungen/Auflösungen | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 873 | 608 | 311.408 | 169.312 | 3.304 | 485.504 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 25 | –14 | –1.758 | −3.949 | 0 | –5.696 |
| Abschreibungen | 405 | 608 | 42.961 | 178.415 | 104 | 222.492 |
| Umbuchungen | 0 | –1 | 24 | 0 | –23 | 0 |
| Zuschreibungen | 0 | 0 | 0 | –715 | 0 | –715 |
| Abgänge | 0 | –34 | –16.167 | –1.368 | –40 | –17.609 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 4 | 0 | 238 | 527 | 30 | 798 |
| Endstand 31.12.2019/ Anfangsstand 01.01.2020 |
1.306 | 1.166 | 336.706 | 342.221 | 3.375 | 684.775 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –8 | –9 | 2.396 | –786 | 0 | 1.594 |
| Abschreibungen | 456 | 766 | 44.997 | 178.619 | 92 | 224.929 |
| Umbuchungen | 4 | 0 | 19 | 0 | –23 | 0 |
| Zuschreibungen | 0 | 0 | 0 | –157 | 0 | –157 |
| Abgänge | 0 | –10 | –16.169 | –868 | –110 | –17.157 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –5 | 0 | –1.110 | –2.471 | –191 | –3.777 |
| Endstand 31.12.2020 | 1.753 | 1.912 | 366.840 | 516.559 | 3.143 | 890.207 |
| Bilanzwert 31.12.2019 | 8.205 | 2.434 | 219.520 | 974.421 | 41.736 | 1.246.316 |
| Bilanzwert 31.12.2020 | 8.088 | 2.306 | 218.634 | 877.211 | 41.063 | 1.147.302 |
Aus den Sachanlagen wurden gemäß IFRS 5 TEUR 0 (Vj.: TEUR 15.806) in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte umgegliedert (davon wertberichtigt TEUR 0 (Vj.: TEUR 15.757)), wobei die Vorjahres-Umgliederung im Wesentlichen aus dem Bereich Sachanlagen (Leasing) resultiert. Für weitere Details zu Sachanlagen (Leasing nach IFRS 16) verweisen wir auf den Abschnitt 35 des Anhangs.
Die anderen Anlagen beinhalten vor allem Werbeträger (Restbuchwert Berichtsjahr: TEUR 191.658; Vj.: TEUR 187.333).
Im Geschäftsjahr wurden Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz (InvZulG) in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 97) als Minderung der Anschaffungskosten erfasst.
Als Erträge aus Schadenersatz für die Beschädigung oder Zerstörung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens wurden TEUR 230 (Vj.: TEUR 540) erfasst.
Zudem wurden im Bereich der Sachanlagen (im Wesentlichen andere Anlagen) TEUR 6.793 (Vj.: TEUR 2.789) außerplanmäßig wertberichtigt, davon entfielen TEUR 2.959 auf Wertberichtigungen von abgebauten Werbeträgern (Sachanlagen). Der Wertminderungsaufwand ist im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.
Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres |
5.794 | 4.341 |
| Zuführungen (erfolgswirksam) | 7.678 | 3.400 |
| Auflösungen (erfolgswirksam) | –1.628 | –1.545 |
| Inanspruchnahmen | –1.235 | –583 |
| Währungsumrechnungseffekte | –153 | 127 |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 54 |
| Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres |
10.456 | 5.794 |
Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen wurden zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Bruttorechnungsbetrag in Höhe von TEUR 12.012 (Vj.: TEUR 6.879) wertberichtigt. Nach Abzug der Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 10.456 (Vj.: TEUR 5.794) beträgt der Buchwert dieser Forderungen zum Stichtag TEUR 1.556 (Vj.: TEUR 1.085).
Darüber hinaus verwendet der Konzern eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber jener sehr großen Anzahl von Kunden zu messen, auf die nur kleine Salden entfallen und die daher keiner Einzelwertberichtigung unterlagen.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber jener sehr großen Anzahl von Kunden mit kleinen Salden haben sich wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres |
1.557 | 1.305 |
| Zuführungen (erfolgswirksam) | 1.234 | 530 |
| Auflösungen (erfolgswirksam) | –618 | –108 |
| Inanspruchnahmen | 48 | –14 |
| Währungsumrechnungseffekte | –4 | –93 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 0 | –2 |
| Sonstige Veränderungen | 89 | –61 |
| Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres |
2.305 | 1.557 |
Die nachfolgende Tabelle enthält die zugehörigen Buchwerte der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie das geschätzte Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste zum 31. Dezember 2020. Die Verlustraten wurden auf Grundlage der tatsächlichen Kreditverluste der letzten zwei vorangegangenen Jahre berechnet. Diese Raten wurden mit einem Skalierungsfaktor von 1,35 multipliziert, um die Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten und den derzeitigen, durch die Covid-19- Pandemie beeinflussten wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen widerzuspiegeln.
| Überfällig seit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 1 – 30 Tagen | 31 – 60 Tagen | 61 – 90 Tagen | 91–180 Tagen | mehr als 180 Tagen |
| 31.12.2020 | |||||
| Bruttobuchwerte | 20.068 | 5.745 | 2.326 | 1.990 | 1.526 |
| Geschätztes Ausfallrisiko (in %) | 1,5% | 1,8% | 9,0% | 36,3% | 18,4% |
| Erwarteter Kreditverlust | 294 | 102 | 209 | 723 | 281 |
| 31.12.2019 | |||||
| Bruttobuchwerte | 22.272 | 9.382 | 3.206 | 3.604 | 1.953 |
| Geschätztes Ausfallrisiko (in %) | 0,6% | 1,3% | 2,3% | 18,7% | 1,5% |
| Erwarteter Kreditverlust | 128 | 124 | 75 | 675 | 29 |
Einschließlich der erwarteten Kreditverluste aus noch nicht überfälligen Forderungen, bei denen ein Ausfallrisiko von 0,5% (Vj.: 0,4%) und ein Kreditverlust in Höhe von TEUR 696 (Vj.: TEUR 526) erwartet wird, ergeben sich dadurch Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.305 (Vj.: TEUR 1.557).
Eine Aufteilung der langfristigen sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerte zeigt die nachfolgende Übersicht:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| Sonstige Ausleihungen | 17 | 7.680 |
| Restkaufpreisforderungen aus dem Verkauf von Konzernunternehmen |
1.000 | 0 |
| Andere langfristige finanzielle Vermögenswerte |
768 | 854 |
| Gesamt | 1.785 | 8.534 |
| Nichtfinanzielle Vermögenswerte |
||
| Abgegrenzte Auszahlungen | 7.887 | 15.141 |
| Andere langfristige sonstige Vermögenswerte |
4.410 | 5.345 |
| Gesamt | 12.297 | 20.486 |
Die anderen langfristigen sonstigen (nicht finanziellen) Vermögenswerte enthalten neben weiteren Effekten auch die aktivisch abgegrenzten Transaktionskosten, die über die Laufzeit der Kreditfazilität amortisiert werden.
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| Forderungen gegen bestehende und ehemalige Gesellschafter der Konzerngesellschaften |
24 | 30 |
| Debitorische Kreditoren | 2.383 | 1.677 |
| Kautionen | 1.415 | 1.545 |
| Restkaufpreisforderungen aus dem Verkauf von Konzernunternehmen |
850 | 0 |
| Sonstige Ausleihungen | 2.422 | 451 |
| Andere finanzielle Vermögenswerte | 4.187 | 5.102 |
| Gesamt | 11.282 | 8.806 |
| Nichtfinanzielle Vermögenswerte |
||
| Abgegrenzte Auszahlungen | 14.603 | 15.474 |
| Forderungen aus Steuern | 11.236 | 16.184 |
| Sonstige geleistete Anzahlungen | 1.204 | 1.217 |
| Forderungen aus Investitionszulagen | 153 | 153 |
| Andere sonstige Vermögenswerte | 3.878 | 2.511 |
| Gesamt | 31.073 | 35.538 |
Die Einzelwertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, haben sich wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres |
1.817 | 2.154 |
| Zuführungen (erfolgswirksam) | 1.447 | 125 |
| Auflösungen (erfolgswirksam) | –144 | –294 |
| Inanspruchnahmen | –7 | –33 |
| Sonstige Veränderungen | 0 | –135 |
| Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres |
3.112 | 1.817 |
Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen wurden zum Stichtag finanzielle Vermögenswerte mit einem Nominalbetrag in Höhe von TEUR 3.688 (Vj.: TEUR 2.029) wertberichtigt. Nach Abzug der Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 3.112 (Vj.: TEUR 1.817) beträgt der Buchwert dieser Forderungen zum Stichtag TEUR 577 (Vj.: TEUR 212).
Die folgende Tabelle zeigt den Buchwert der überfälligen finanziellen Vermögenswerte, die noch nicht wertgemindert wurden:
| Überfällig seit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 1 – 30 Tagen |
31 – 60 Tagen |
61 – 90 Tagen |
91 – 180 Tagen |
mehr als 180 Tagen |
| 31.12.2020 | 1.399 | 44 | 18 | 155 | 319 |
| 31.12.2019 | 684 | 100 | 65 | 121 | 116 |
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Abschlussstichtag keine Verluste erwartet.
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 5.829 | 8.330 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 9.698 | 8.417 |
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte |
16 | 549 |
| Gesamt | 15.542 | 17.296 |
Die als Aufwand in der Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Vorräte betragen TEUR 31.017 (Vj.: TEUR 33.741). Die Vorjahreswerte wurden rückwirkend um den Aufwand der BHI Gruppe korrigiert. Die Summe der aufwandswirksam erfassten Anschaffungsoder Herstellungskosten der Vorräte umfasst Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 179).
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Bankguthaben | 85.231 | 103.510 |
| Kassenbestände | 238 | 93 |
| Gesamt | 85.469 | 103.603 |
In den Bankguthaben sind Tages- und Termingelder in Höhe von TEUR 448 (Vj.: TEUR 439) enthalten. Die erzielten Zinssätze bewegen sich wie im Vorjahr um 0,00 %.
In den Bankguthaben sind Beträge in Höhe von TEUR 943 (Vj.: TEUR 1.398) enthalten, die zum Bilanzstichtag einer kurzfristigen Verfügungsbeschränkung unterliegen.
Zum Bilanzstichtag weist der Ströer Konzern keine zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Schulden aus.
Im Vorjahr enthielten die Bilanzposition "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" (TEUR 24.277) und die Bilanzposition "Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten" (TEUR 26.656) im Wesentlichen die Bilanzpositionen der D+S 360° Gruppe, die zum 24. Januar 2020 im Rahmen der Veräußerung von 50,0 % ihrer Anteile entkonsolidiert wurde. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 24. Januar 2020 hat es keine nennenswerten Effekte mehr in der D+S 360° Gruppe gegeben.
Die Entwicklung der einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2020 im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um 70.000 Aktien auf 56.646.571 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2020 in 56.646.571 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1 eingeteilt
Die nachfolgenden Angaben sind im Wesentlichen der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA entnommen.
Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 5.652.657,00 durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019).
Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise gewährt werden, dass die neuen Aktien von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 S. 1 oder nach § 53b Abs.1 S. 1, Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären mittelbar im Sinne von § 186 Abs. 5 AktG zum Bezug anzubieten. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals auszuschließen,
Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 10% des Grundkapitals weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch – falls dieser Wert geringer ist – zum Zeitpunkt ihrer Ausübung überschreiten. Auf diesen Höchstbetrag von 10% ist der anteilige Betrag des Grundkapitals derjenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ebenfalls sind Rechte anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden und die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten.
Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte, den Ausgabebetrag, das für die neuen Aktien zu zahlende Entgelt und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet die persönlich haftende Gesellschafterin mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist vorzunehmen.
Für das Bedingte Kapital 2013 sind die letzten noch ausstehenden Aktienoptionsrechte im Jahr 2019 ausgeübt worden.
Das Grundkapital ist um bis zu EUR 1.993.445,00 durch Ausgabe von bis zu 1.993.445 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.
Die persönlich haftende Gesellschafterin wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2015 zu ändern.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.056.400,00 durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Options- bzw. Wandlungsrechten oder durch die Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.200.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2019 zu ändern.
Die Kapitalrücklage des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2020 von TEUR 747.491 um TEUR 7.386 auf TEUR 754.877 erhöht. Dieser Anstieg betrifft die Aktienoptionsprogramme der Ströer SE & Co. KGaA.
Die Gewinnrücklagen umfassen in der Vergangenheit erzielte und nicht ausgeschüttete Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 4. November 2020 wurden TEUR 113.153 (EUR 2,00 je dividendenberechtigter Stückaktie) als Dividende ausgeschüttet und TEUR 170.000 aus dem Bilanzgewinn 2019 auf neue Rechnung vorgetragen.
Im kumulierten übrigen Konzernergebnis werden Differenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie die Effekte aus der Bewertung von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten nach Verrechnung der auf sie entfallenden latenten Steuern erfasst. In dem Betrag sind zudem grundsätzlich auch die aus der Umrechnung der als Net Investment designierten Darlehen der Ströer SE & Co. KGaA an ihre ausländischen Konzerngesellschaften hervorgegangenen Umrechnungsdifferenzen enthalten, die das Konzernergebnis (inklusive latenter Steuern) somit nicht beeinflusst haben. Im Berichtjahr haben derartige als Net Investment designierte Darlehen jedoch ebenso wie im Vorjahr nicht vorgelegen.
Die erfolgsneutral verrechneten latenten Steuerverbindlichkeiten auf Bewertungsergebnisse von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten betragen wie im Vorjahr TEUR 0, da zurzeit keine Sicherungsbeziehungen bestehen.
Die Anteile ohne beherrschenden Einfluss umfassen die Fremdanteile am konsolidierten Eigenkapital der einbezogenen Gesellschaften.
Die Gesellschaft hat nicht beherrschenden Gesellschaftern von Tochterunternehmen Put-Optionen gewährt, die bei Eintritt vertraglich bestimmter Bedingungen zu einer Kaufverpflichtung für den nicht beherrschenden Anteil führen. Wir stellen diese Optionen entsprechend unserer Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden als fiktiven Erwerb am Stichtag dar. Für die Verpflichtungen sind Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 29.796 (Vj.: TEUR 20.365) dotiert worden.
Die Gewinnverwendung bestimmt sich nach den handelsund aktienrechtlichen Vorschriften, die der Ermittlung des Bilanzgewinns der Ströer SE & Co. KGaA zugrunde liegen.
Im Geschäftsjahr 2020 weist der Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA einen Jahresüberschuss von TEUR 65.635 (Vj.: TEUR 72.152) aus.
Das Kapitalmanagement der Ströer Gruppe ist darauf ausgelegt, die Fortführung und das Wachstum des Unternehmens sicherzustellen sowie die Attraktivität für Kapitalgeber und Marktteilnehmer zu erhalten und auszubauen. Um dies zu gewährleisten, wird seitens des Vorstands die Fremdkapitalhöhe und -struktur fortlaufend überwacht. Das in das generelle Kapitalmanagement einbezogene Fremdkapital setzt sich zusammen aus Finanzverbindlichkeiten und den sonstigen Verbindlichkeiten wie sie in der Konzernbilanz ausgewiesen werden. Im Rahmen der Konzernfinanzierung durch Bankdarlehen orientiert sich der Ströer Konzern an einer externen Steuerungsgröße in Form des maximal erlaubten Verschuldungsgrades. Wichtiger Bestandteil der internen Steuerung sind die Planung und laufende Überwachung des bereinigten operativen Ergebnisses (EBITDA (adjusted)), da es über den Verschuldungsgrad in die Bestimmung der anzuwendenden Kreditmarge einfließt. Dieser dynamische Verschuldungsgrad ist definiert als Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis vor Zinsen und Abschreibung (EBITDA (adjusted)). Die relevante Steuerungsgröße wird dem Vorstand im Rahmen regelmäßiger Reportings zur Beurteilung vorgelegt. Der zulässige Nettoverschuldungsgrad wurde zum Stichtag ebenso wie im Vorjahr komfortabel eingehalten. Siehe zum EBITDA (adjusted) auch den Abschnitt 33 "Segmentberichterstattung".
Darüber hinaus überwacht der Vorstand die Eigenkapitalquote des Konzerns. Hierbei entspricht das der Berechnung der Eigenkapitalquote zugrunde gelegte Eigenkapital dem in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital unter Einschluss der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter.
Zusätzlich erfolgt die Überwachung des Eigenkapitals auf Ebene der jeweiligen Einzelgesellschaften im Rahmen der Überwachung der Einhaltung der Mindestkapitalanforderungen zur Vermeidung von insolvenzrechtlichen Konsequenzen. Das in diesem Zusammenhang überwachte Eigenkapital entspricht dem nach landesrechtlichen Vorschriften ausgewiesenen Eigenkapital.
Es gab keine sonstigen Veränderungen der Kapitalmanagementstrategie im Vergleich zum Vorjahr.
Bei den wesentlichen existierenden Pensionsplänen handelt es sich um leistungsorientierte Pensionszusagen im Inland, bei denen die Pensionsverpflichtung von den Bezügen des jeweiligen Mitarbeiters bei Renteneintritt abhängig ist oder auf der Zusage eines festen Betrages beruht. Da die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste sofort bei ihrer Entstehung erfolgsneutral erfasst werden, entspricht der Anwartschaftsbarwert der Pensionszusagen und pensionsähnlichen Verpflichtungen abzüglich des vorhandenen Planvermögens der in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellung.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen leiten sich wie folgt ab:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert 01.01. | 44.145 | 40.476 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 812 | 746 |
| Nettozinsaufwand | 416 | 634 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) |
993 | 3.627 |
| Pensionszahlungen | –1.569 | –1.776 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis |
1 | 0 |
| Währungsumrechnung | –2 | –1 |
| Sonstige Veränderungen | 154 | 438 |
| Anwartschaftsbarwert 31.12./Bilanzwert |
44.949 | 44.145 |
Im Berichtsjahr sind erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 993 zu verzeichnen (Vj.: TEUR 3.627). Diese Entwicklung beruht im Wesentlichen auf dem im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gesunkenen Diskontierungszinssatz. Für das Jahr 2021 werden Auszahlungen aus bestehenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.539 (Vj.: TEUR 1.814) erwartet.
Plankürzungen sind im laufenden Geschäftsjahr nicht zu verzeichnen. Bei dem Planvermögen handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen mit einem Zeitwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 51 (Vj.: TEUR 69). Aufgrund der unwesentlichen Beträge wird auf weitere Angaben zum Planvermögen verzichtet.
Es wurden Sensitivitäten mit einem halben Prozentpunkt über und unter dem verwendeten Zinssatz gerechnet. Eine Veränderung des Zinssatzes um +0,5 Prozentpunkte würde sich zum Bilanzstichtag mit TEUR –2.739 (Vj.: TEUR –2.697) auf die Anwartschaftsbarwerte auswirken; eine Veränderung um –0,5 Prozentpunkte mit TEUR +3.012 (Vj.: TEUR +2.968).
Neben der Veränderung des Zinssatzes wurde der Rententrend als wesentlicher Einflussparameter auf den Anwartschaftsbarwert identifiziert. Eine Veränderung des Rententrends um +0,5 Prozentpunkte würde sich zum Bilanzstichtag mit TEUR +1.227 (Vj.: TEUR +1.252) auf die Anwartschaftsbarwerte auswirken; eine Veränderung um –0,5 Prozentpunkte mit TEUR –1.133 (Vj.: TEUR –1.157).
Der Ermittlung des Barwerts der Versorgungsansprüche lagen die nachfolgend aufgeführten Prämissen zugrunde:
| Konzern (in %) | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Zinssatz | 0,90 | 1,20 |
| Rententrend | 1,00 | 1,00 |
| Gehaltstrend | 2,00 | 2,00 |
| Fluktuationsrate | 1,00 | 1,00 |
In der folgenden Tabelle werden die Bestandteile der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für Versorgungsleistungen dargestellt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Zinsaufwand | 416 | 634 |
| Dienstzeitaufwand und sonstige Veränderungen |
966 | 1.184 |
| Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungsleistungen |
1.382 | 1.818 |
| Aufwendungen für gesetzliche Renten versicherungsbeiträge (beitragsorientiert) |
25.945 | 30.270 |
| Gesamtaufwendungen für Versorgungsleistungen |
27.327 | 32.088 |
Der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen wird im Zinsergebnis, der Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste werden sofort erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die kumulierten, direkt im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne (+) und Verluste (–) betragen nach Steuern zum Stichtag TEUR –8.457 (Vj.: TEUR –7.622).
Die Anwartschaftsbarwerte sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der nicht gedeckten Verpflichtungen | 44.949 | 44.145 | 40.476 | 39.727 | 39.249 |
| Gewinn/Verlust der Periode aus | |||||
| Erfahrungsbedingten Anpassungen der Planschulden |
524 | –386 | 91 | 69 | 653 |
| Anpassungen versicherungsmathematischer Annahmen |
469 | 4.013 | 825 | 316 | 1.197 |
Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 01.01.2020 | Währungs änderung |
Änderung des Konso lidierungs kreises |
Zuführung | Effekte aus Aufzinsung und Zinssatz änderung |
Verbrauch | Auflösung | Umbuchung | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abbauverpflichtungen | 26.575 | –192 | 0 | 3.554 | 65 | –2.194 | –25 | 0 | 27.782 |
| davon langfristig | 16.738 | 16.050 | |||||||
| Personalbereich | 28.162 | –261 | –140 | 32.835 | 5 | –32.969 | –1.365 | 0 | 26.267 |
| davon langfristig | 5.184 | 9.809 | |||||||
| Übrige | 27.580 | –597 | –194 | 60.723 | 1 | –46.558 | –2.136 | –23 | 38.795 |
| davon langfristig | 3.511 | 1.638 | |||||||
| Summe | 82.317 | –1.050 | –335 | 97.112 | 71 | –81.721 | –3.526 | –23 | 92.844 |
In den Rückstellungen im Personalbereich sind Tantiemen und Prämien an Vorstand und Mitarbeiter sowie Verpflichtungen aus Abfindungszahlungen enthalten.
In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind unter anderem Rückstellungen für Schadensersatzansprüche und Prozessrisiken enthalten.
Der Berechnung der Rückstellung für Abbauverpflichtungen liegen die voraussichtlich anfallenden Abbaukosten zugrunde. Die Abzinsung der Rückstellung erfolgte mit einem Zinssatz von 0,00 % (Vj.: 0,00 %).
Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| Buchwert | ||||
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) |
763.004 | 853.030 | ||
| Darlehensverbindlichkeiten | 505.495 | 571.823 | ||
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente |
29.796 | 16.637 | ||
| Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen |
378 | 5.318 | ||
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten |
84 | 132 | ||
| Gesamt | 1.298.756 | 1.446.939 |
Die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen haben sich aufgrund der fortschreitenden IFRS 16-Tilgungsauszahlungen rückläufig entwickelt. Diese Tilgungen wurden nur zum Teil durch den Abschluss neuer Leasingverträge kompensiert. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Abschnitt 35 dieses Anhangs.
Die Ströer SE & Co. KGaA hat im Juni 2016 ein Schuldscheindarlehen in einem Volumen von 145,0 Mio. EUR am Kapitalmarkt platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen, die eine Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren haben. Dabei erfolgt die Verzinsung für ein Volumen von 131,0 Mio. EUR variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in einer Bandbreite zwischen 100bp und 110bp bewegt. Die übrigen 14,0 Mio. EUR unterliegen einer fixen Verzinsung, die in einer Bandbreite zwischen 100bp und 130bp liegt.
Im Oktober 2017 hat die Ströer SE & Co. KGaA ein weiteres Schuldscheindarlehen in einem Volumen von 350,0 Mio. EUR am Kapitalmarkt platziert, wovon im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 18,0 Mio. EUR getilgt wurden. Die Laufzeit der verbleibenden Tranchen beträgt fünf bzw. sieben Jahre. Die Verzinsung erfolgt für ein Volumen von 151,5 Mio. EUR variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die zwischen 75bp und 90bp liegt. Die übrigen 180,5 Mio. EUR unterliegen einer fixen Verzinsung, die sich in einer Bandbreite von 95bp bis 140bp bewegt.
Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Dezember 2016 mit einem Bankensyndikat aus ausgewählten inund ausländischen Finanzinstituten eine Kreditfazilität in Höhe von 600,0 Mio. EUR vereinbart, wobei das Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Mio. EUR ausgeweitet werden kann. Die Laufzeit der Finanzierung ist bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Das gesamte Volumen in Höhe von 600,0 Mio. EUR ist als flexible Revolving Facility ausgestaltet. Die Verzinsung der Kreditlinie erfolgt variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad in einer Bandbreite von 65bp bis 160bp bewegt.
Die im Rahmen der Transaktionen angefallenen Kosten werden ebenso wie die Kosten aus früheren Finanzierungen über die jeweilige Darlehenslaufzeit abgegrenzt. Wir verweisen hierzu auf Abschnitt 22 dieses Anhangs.
Die langfristigen Verpflichtungen zum Erwerb eigener EK-Instrumente sind im Wesentlichen im Rahmen des Erwerbs der Dea Gruppe angestiegen.
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) |
137.318 | 141.397 |
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente |
0 | 3.728 |
| Kontokorrentverbindlichkeiten | 11.620 | 4.362 |
| Kreditorische Debitoren | 12.571 | 10.552 |
| Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen |
3.485 | 4.496 |
| Darlehensverbindlichkeiten | 134.818 | 25.216 |
| Zinsverbindlichkeiten | 868 | 792 |
| Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
16.367 | 28.344 |
| Gesamt | 317.048 | 218.887 |
Der Anstieg der kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten beruht vor allem auf der Umgliederung einzelner Darlehenstranchen aus dem langfristigen in den kurzfristigen Bereich. Dabei handelt es sich um Schuldscheindarlehen in einem Volumen von insgesamt TEUR 127.000 mit einer Laufzeit von fünf Jahren, die im Jahr 2016 am Kapitalmarkt platziert wurden und im Juni 2021 zur Rückzahlung fällig sind.
In den Sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind unter anderem die Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Gesellschaftern in Höhe von TEUR 7.967 (Vj.: TEUR 6.846) enthalten, die als Ausgleichsanspruch im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen zu bilanzieren sind.
Zu den Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen verweisen wir auf Abschnitt 6 dieses Anhangs.
Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
161.774 | 220.654 |
| Abgegrenzte Verbindlich keiten aus ausstehenden |
||
| Rechnungen | 81.307 | 77.860 |
| Gesamt | 243.080 | 298.514 |
Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern |
38.465 | 33.326 |
| Abgegrenzte Einzahlungen | 51.797 | 45.418 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten |
18.891 | 24.976 |
| Gesamt | 109.153 | 103.719 |
Von den abgegrenzten Einzahlungen entfällt ein wesentlicher Teil auf erhaltene Zahlungen im Abonnement-Geschäft der Gruppe, die zu Beginn der Abonnements fällig und anschließend über die jeweilige Vertragslaufzeit als Ertrag vereinnahmt werden.
Die Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" aufgestellt und zeigt die Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres, gegliedert nach den Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.
Die Darstellung der Zahlungsströme aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, indem entsprechend der Vorgaben des IAS 7 das Periodenergebnis um nicht zahlungswirksame Vorgänge korrigiert wird. Darüber hinaus werden Sachverhalte eliminiert, die dem Cash-Flow aus Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Ausgangspunkt des Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist das Konzernergebnis, von dem dann in einem zweiten Schritt das Finanzergebnis und das Steuerergebnis abgezogen werden. In den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit gehen unter anderem auch die Einzahlungen aus Ausschüttungen der assoziierten Unternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen ein. Darüber hinaus sind im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit jedoch wie im Vorjahr keine sonstigen Dividendeneinnahmen enthalten.
Neben den in der Kapitalflussrechnung enthaltenen Beträgen sind gemäß IAS 7.43 zudem auch Transaktionen anzugeben, die einerseits zwar als nicht-zahlungswirksam einzustufen sind, jedoch andererseits zu einer Erhöhung des Anlagevermögens geführt haben. Zu den nicht-zahlungswirksamen Transaktionen zählen im weiteren Sinne auch Leasing-Sachverhalte gemäß IFRS 16. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bezifferten sich die Zugänge bei den IFRS 16-Leasingverträgen auf 77,8 Mio. EUR (Vj.: 142,3 Mio. EUR). Die Zahlungswirksamkeit tritt bei IFRS 16-Leasingverhältnissen erst im Zeitpunkt der tatsächlichen Leasing-Zahlungen ein. Diese werden in Höhe des Zinsanteils im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sowie in Höhe des Tilgungsanteils im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Darüber hinaus zählen auch Verbindlichkeiten mit verlängerten Zahlungszielen (Reverse Factoring) zu den nicht-zahlungswirksamen Transaktionen. Diese Verbindlichkeiten bezifferten sich zum 31. Dezember 2020 auf insgesamt 25,1 Mio. EUR (Vj.: 47,4 Mio. EUR). Die insgesamt im Rahmen des Reverse Factoring im Jahr 2020 bezogenen Leistungen bezifferten sich auf ein Volumen von 86,1 Mio. EUR (Vj.: 78,8 Mio. EUR). Sämtliche im Rahmen des Reverse Factoring angefallenen Auszahlungen werden stets in vollem Umfang im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel. Die Zahlungsmittel setzen sich aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen.
Die nachfolgende Tabelle stellt die zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten dar:
| Zahlungs | Zahlungsunwirksame Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In Mio. EUR | 01.01.2020 | wirksame Veränderung im Finanzierungs Cash-Flow |
Änderung Konsolidie rungskreis |
Änderung Fair Value |
Sonstige | 31.12.2020 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (IFRS 16) |
994,2 | –154,3 | 0,1 | 15,4 | 44,9 | 900,3 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
571,8 | 60,3 | 0,1 | 0,2 | –127,0 | 505,5 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
22,4 | –10,7 | 0,0 | 0,0 | 127,0 | 138,6 |
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente |
20,4 | –1,5 | 15,9 | –4,9 | 0,0 | 29,8 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 57,0 | –48,3 | 1,4 | 3,3 | 28,1 | 41,5 |
| Summe Finanzverbindlichkeiten | 1.665,8 | –154,5 | 17,5 | 14,0 | 73,0 | 1.615,8 |
| Zahlungs | Zahlungsunwirksame Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In Mio. EUR | 01.01.2019 | wirksame Veränderung im Finanzierungs Cash-Flow |
Änderung Konsolidie rungskreis |
Änderung Fair Value |
Sonstige | 31.12.2019 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (IFRS 16) |
1.055,3 | –174,7 | –15,8 | 20,7 | 108,7 | 994,2 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
558,4 | 31,1 | 0,0 | 0,2 | –18,0 | 571,8 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
1,6 | 3,2 | –0,5 | 0,0 | 18,0 | 22,4 |
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente |
75,4 | –63,2 | 0,3 | 7,9 | 0,0 | 20,4 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 61,3 | –27,4 | 11,7 | 1,4 | 10,0 | 57,0 |
| Summe Finanzverbindlichkeiten | 1.752,1 | –230,9 | –4,3 | 30,2 | 118,7 | 1.665,8 |
Der Ströer Konzern hat sein Geschäft in drei Segmente gebündelt, die in enger Abstimmung mit der Konzern--Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA operativ eigenständig am Markt tätig sind. Es handelt sich dabei um die Segmente Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media. Während dem Segment Out-of-Home Media die Produktgruppen Großformate, Street Furniture, Transport sowie sonstige OOH-Produkte zugeordnet sind, umfasst das Segment Digital OOH & Content die Bereiche Display und Video sowie die Digital Marketing Services. Das Segment Direct Media beinhaltet schließlich die Produktgruppen Dialog Marketing und Transactional.
| In TEUR | OOH Media | Digital OOH & Content |
Direct Media | Überleitung | Konzernwert |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatzerlöse | 532.725 | 540.043 | 369.391 | 0 | 1.442.159 |
| Innenumsatzerlöse | 15.043 | 7.985 | 7 | −23.035 | 0 |
| Segmentumsätze | 547.768 | 548.028 | 369.397 | −23.035 | 1.442.159 |
| EBITDA (adjusted) | 242.257 | 166.808 | 66.238 | –22.532 | 452.772 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen |
218.960 | 78.053 | 23.414 | 14.296 | 334.722 |
| Zinserträge | 706 | 294 | 139 | −636 | 503 |
| Zinsaufwendungen | 14.834 | 2.005 | 2.315 | 6.928 | 26.082 |
| Ertragsteuern | 5.614 | 3.354 | –1.797 | –20.020 | –12.849 |
| In TEUR | OOH Media | Digital OOH & Content |
Direct Media | Überleitung | Konzernwert |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatzerlöse | 679.504 | 571.072 | 340.569 | 0 | 1.591.145 |
| Innenumsatzerlöse | 29.567 | 17.268 | 14 | −46.849 | 0 |
| Segmentumsätze | 709.071 | 588.340 | 340.583 | −46.849 | 1.591.145 |
| EBITDA (adjusted) | 323.565 | 183.506 | 52.382 | –21.113 | 538.339 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen |
217.005 | 72.080 | 34.933 | 21.503 | 345.521 |
| Zinserträge | 725 | 319 | 704 | −608 | 1.140 |
| Zinsaufwendungen | 20.267 | 1.741 | 2.394 | 6.670 | 31.071 |
| Ertragsteuern | 2.170 | 8.610 | 853 | –31.521 | –19.888 |
Das Segment OOH Media umfasst das gesamte inländische Geschäft des Konzerns in den Bereichen Großformate, Street Furniture, Transport und Sonstige. Außerdem umfasst das Segment die gesamten Tätigkeiten der Bereiche Ströer Polen und Riesenpostergeschäft BlowUP.
Das Segment Digital OOH & Content umfasst das gesamte Geschäft des Konzerns in den Bereichen Display, Video und Digital Marketing Services.
Dieses Segment umfasst die gesamten Tätigkeiten der Bereiche Dialog Marketing und Transactional.
Die interne Steuerung und Berichterstattung basiert auf den im Abschnitt 1 "Allgemeine Informationen" beschriebenen Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS.
Erlöse zwischen den Segmenten werden zu Preisen berechnet, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart würden.
Im Bereich der Umsatzerlöse beinhaltet die Überleitung der Umsatzerlöse aller Segmente zu den Umsatzerlösen des Konzerns ausschließlich Konsolidierungseffekte.
Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand der intern definierten Ergebnisgröße EBITDA (adjusted). Diese Größe stellt aus Sicht des Vorstandes die am besten geeignete Information zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistung der einzelnen Segmente dar.
Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) setzt sich zusammen aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis (Sonstige betriebliche Erträge abzüglich sonstige betriebliche Aufwendungen) jeweils vor Abschreibungen und Wertminderungen. Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) wird um bestimmte Bereinigungseffekte korrigiert.
Als Bereinigungseffekte hat der Konzern Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios (unter anderem Transaktionskosten für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung, Kaufpreisallokationen), Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen (unter anderem Kosten für Integration von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, Bereinigung um Sondereffekte aus materiellen Neuausrichtungen und Performance Improvement Programmen), Kapitalstrukturmaßnahmen (unter anderem materielle Gebühren für Amendments bzw. Anpassungen von Kreditverträgen inklusive externer Beratungskosten) und sonstige Bereinigungseffekte (unter anderem Kosten für mögliche Rechtsstreitigkeiten, Währungseinflüsse) definiert.
Die Aufteilung der Bereinigungseffekte nach einzelnen Klassen stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios | 1.930 | 5.729 |
| Aufwendungen und Erträge aus Kapitalstrukturmaßnahmen | 0 | 0 |
| Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen | 6.357 | 17.857 |
| Sonstige Bereinigungseffekte | 14.263 | 10.785 |
| Summe | 22.550 | 34.372 |
In den Aufwendungen und Erträgen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios sind im Geschäftsjahr 2020 insbesondere Aufwendungen aus M&A-Aktivitäten (i.W. Dea Gruppe (TEUR 562)) von insgesamt TEUR 1.380 enthalten. Der Rückgang der Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den reduzierten Gehalts- und Abfindungszahlungen des Freiwilligenprogramms der Ströer Digital Publishing GmbH in Höhe von TEUR 1.590 (Vj.: TEUR 5.480) sowie der geringeren Abfindungszahlungen für das "SDI Integration Project" in Höhe von TEUR 429 (Vj.: TEUR 3.085). Die sonstigen Bereinigungseffekte liegen insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau.
In der Überleitungsrechnung von den Segmentwerten auf die Konzernwerte werden Informationen ausgewiesen, die Konzerneinheiten zugeordnet sind, die nicht die Definition eines Segments erfüllen (zentrale Posten). Im Wesentlichen handelt es sich um sämtliche Kosten zentraler Funktionen wie Vorstand, Unternehmenskommunikation, Rechnungswesen und Controlling abzüglich entsprechender Einnahmen aus Serviceleistungen.
Die Überleitung der Segmentergebnisgröße auf die im Konzernabschluss enthaltenen Werte stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Summe Segmentergebnisse (EBITDA (adjusted)) | 475.304 | 559.452 |
| Zentrale Posten | –22.532 | –21.113 |
| EBITDA (adjusted) Konzern | 452.772 | 538.339 |
| Bereinigung (Adjustments) | –22.550 | –34.372 |
| EBITDA | 430.222 | 503.967 |
| Planmäßige Abschreibungen (Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16)) | –176.299 | –177.893 |
| Planmäßige Abschreibungen (Sonstige Vermögenswerte des Anlagevermögens) | –145.500 | –154.605 |
| Wertminderungen (einschließlich Abschreibungen auf Goodwill) | –12.923 | –13.023 |
| Finanzergebnis | –34.009 | –32.639 |
| Ergebnis vor Steuern | 61.491 | 125.808 |
Die Zurechnung der Umsätze und der langfristigen Vermögenswerte erfolgt nach dem Standortprinzip (d.h. geografischer Standort des umsatzgenerierenden Ströer Unternehmens).
| In TEUR | Deutschland | Ausland | Konzernwert |
|---|---|---|---|
| Außenumsatzerlöse | 1.306.836 | 135.323 | 1.442.159 |
| Langfristige Vermögenswerte (IFRS 8) | 2.198.886 | 86.117 | 2.285.003 |
2019
| In TEUR | Deutschland | Ausland | Konzernwert |
|---|---|---|---|
| Außenumsatzerlöse | 1.437.676 | 153.469 | 1.591.145 |
| Langfristige Vermögenswerte (IFRS 8) | 2.363.117 | 87.455 | 2.450.571 |
Der Konzern hat auf Basis der von ihm angebotenen Produkte und Dienstleistungen insgesamt neun Produktgruppen definiert.
| In TEUR | Groß formate |
Street Furniture |
Transport | Display | Video | Digital Marketing Services |
Dialog Marketing |
Trans actional |
Sonstige | Über leitung |
Konzern wert |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment umsatzerlöse |
269.757 | 110.881 | 50.310 | 277.509 | 126.632 | 143.886 | 249.967 | 119.430 | 116.820 −23.035 | 1.442.159 |
| In TEUR | Groß formate |
Street Furniture |
Transport | Display | Video | Digital Marketing Services |
Dialog Marketing |
Trans actional |
Sonstige | Über leitung |
Konzern wert |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment umsatzerlöse |
342.081 | 153.296 | 61.585 | 282.555 | 161.443 | 144.343 | 230.835 | 109.748 | 152.109 −46.849 | 1.591.145 |
In der Produktgruppe Großformate werden die überwiegend großformatigen Werbeträger mit Werbeflächen bis zu neun Quadratmeter und größer zusammengefasst, die sich in erster Linie an prominenten Standorten (zum Beispiel Ein- und Ausfallstraßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden) befinden. Darüber hinaus werden die Produkte des Riesenpostergeschäfts in dieser Produktgruppe zusammengefasst.
Die Produktgruppe Street Furniture umfasst vorwiegend standardisierte kleinformatige Werbeträger bis zu zwei Quadratmeter, die sich in das städtische Umfeld einfügen.
Die in dieser Produktgruppe zusammengefassten Werbeträger beinhalten die Werbung an bzw. in Verkehrsmitteln sowie speziell auf Flughäfen und Bahnhöfen eingesetzte Produktlösungen.
Die Produktgruppe Display umfasst sämtliche Erlöse aus der Vermarktung und Vermittlung von Werbeflächen auf Desktop und mobilen Endgeräten.
In dieser Produktgruppe werden alle Erlöse aus der Vermarktung und Vermittlung von Video-Werbeflächen ausgewiesen. Hierzu zählt neben dem Online-Video--Inventar auch das Public-Video-Inventar.
In dieser Produktgruppe werden alle Erlöse aus Abonnement-Modellen sowie aus lokaler Vermarktung digitaler Produkte zusammengefasst.
Die Produktgruppe Dialog Marketing umfasst sämtliche Erlöse aus den Bereichen Telesales, Telemarketing und vertriebsorientiertem Außendienst (Dienstleistungen in der Kundenkommunikation).
Diese Produktgruppe allokiert sämtliche Erlöse aus dem E-Commerce-Geschäft.
In dieser Produktgruppe werden insbesondere alle Erlöse zusammengefasst, die aus Promotion- und Eventmedien sowie der Produktion bzw. Beschaffung von Werbemitteln im Rahmen des Full-Service-Angebots für Kunden resultieren.
Während die Umsätze in der Produktgruppe "Transactional" zeitpunktbezogen erfasst werden, werden die Umsatzerlöse der übrigen Produktgruppen im Wesentlichen zeitraumbezogen realisiert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mit keinem Endkunden Umsatzerlöse von mindestens 10 % der gesamten Umsatzerlöse erzielt.
Im Rahmen der operativen Tätigkeit ist der Konzern im Finanzbereich Kredit-, Liquiditäts-, sowie Marktrisiken ausgesetzt. Die Marktrisiken betreffen insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken.
Das Kreditrisiko liegt in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Kunden und Kontrahenten von Ströer begründet. Daraus entsteht zum einen die Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen und zum anderen von bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten entspricht dem Buchwert.
Kreditrisiken resultieren überwiegend aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zur Steuerung des Kreditrisikos werden die Forderungsbestände laufend überwacht. Kunden, die größere Geschäftsvolumina abschließen wollen, werden zuvor einer Bonitätsprüfung unterzogen; das Ausfallrisiko bewegt sich auf branchenüblichem Niveau. Dem verbleibenden Risiko wird durch Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. In geringem Ausmaß ist der Ströer Konzern Ausfallrisiken aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgesetzt.
Im Rahmen des Risikomanagements werden über die Fachabteilungen regelmäßig Analysen vorgenommen, ob sich insbesondere beim Kredit- oder Ausfallrisiko Risikokonzentrationen ergeben haben, die sich aus der Zusammenballung von Forderungen mit ähnlichen Charakteristika ergeben. Ähnliche Charakteristika ergeben sich nach dem Verständnis des Konzerns, wenn sich hohe Forderungen gegen einen Debitor oder eine Gruppe von verbundenen Debitoren ergeben. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 sind keine solchen Risikokonzentrationen mit wesentlichen Beträgen erkennbar.
Zinsänderungsrisiken ist der Ströer Konzern im Wesentlichen im Bereich der langfristigen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt. Die Verzinsung der Verbindlichkeiten erfolgt in einer Höhe von 194,5 Mio. EUR mit einer festen Verzinsung. Die Verzinsung der übrigen Verbindlichkeiten erfolgt variabel. Die Entwicklung des Zinsniveaus wird regelmäßig überwacht, um rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Sicherungsmaßnahmen werden zentral koordiniert bzw. durchgeführt. Unverändert zum Vorjahr bestehen keine Zinssicherungsinstrumente, die sich in einer Hedge-Beziehung befinden.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden wie im Vorjahr keine Bewertungserfolge aus Zinsswaps erfolgsneutral mit dem Eigenkapitel verrechnet.
Die Sensitivitätsanalyse des Zinsrisikos zeigt den Effekt einer Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben und um 10 Basispunkte nach unten ceteris paribus auf das Periodenergebnis. Die Zinsstrukturkurve wurde lediglich um 10 Basispunkte nach unten verschoben, da diese Verringerung nach Einschätzung des Konzerns dem maximalen Zinsänderungsrisiko bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau entspricht. Die Analyse bezieht sich auf die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie auf die vorhandenen Zahlungsmittel. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | +100bp | –10bp | +100bp | –10bp | |
| Veränderung des Periodenergebnisses |
−1.438 | 0 | –1.787 | 3 |
Das Währungsrisiko hat im Ströer Konzern mit Ausnahme der Umrechnung des operativen Ergebnisses der ausländischen Geschäftsbereiche in Euro nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Die funktionale Währung der Gesellschaften in den Ländern, in denen der Konzern operiert, ist jeweils die Landeswährung.
Für Zwecke der Sensitivitätsanalyse werden Währungsrisiken aus monetären Finanzinstrumenten, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Gesellschaften des Ströer-Konzerns abgeschlossen wurden, in die Analyse einbezogen. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (Euro) sind nicht in die Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 einzubeziehen.
Bei einer entsprechenden Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem Polnischen Zloty würde sich das Jahresergebnis um TEUR 276 (Vj.: TEUR 327) vermindern bzw. erhöhen. Bei einer entsprechenden Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar würde sich das Jahresergebnis dagegen um TEUR 934 (Vj.: TEUR 315) vermindern bzw. erhöhen. Die Auswirkungen auf das Jahresergebnis aller weiteren Währungen im Konzern sind zum 31. Dezember 2020 unwesentlich. Diese Analyse wurde unter Berücksichtigung etwaiger als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (IAS 21) behandelten Euro-Darlehen sowie unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Zinssätze, unverändert bleiben, und beruht auf den Fremdwährungspositionen zum Stichtag.
Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Ströer SE & Co. KGaA nicht genügend Finanzmittel besitzt, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement begegnet. Eine auf einen festen Planungshorizont vorhandene Liquiditätsvorausschau und die vorhandenen, nicht ausgenutzten Kreditlinien stellen jederzeit die Liquiditätsversorgung sicher. Ein Liquiditätsrisiko besteht grundsätzlich auch im Hinblick auf Verbindlichkeiten mit verlängerten Zahlungszielen (Reverse Factoring). Aufgrund des geringen Volumens dieser Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 25,1 Mio. EUR (Vj.: 47,4 Mio. EUR) im Verhältnis zu den freien Kreditlinien in Höhe von 418,2 Mio. EUR (Vj.: 485,4 Mio. EUR) wird das darin bestehende Liquiditätsrisiko jedoch als vernachlässigbar gering eingestuft. Die Auszahlungen im Zuge der Begleichung der Verbindlichkeiten werden stets in vollem Umfang im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
Die folgende Übersicht zeigt die Liquiditätssituation sowie die vertraglichen Fälligkeiten der aus den finanziellen Verbindlichkeiten resultierenden Zahlungsströme zum 31. Dezember 2020:
| In TEUR | Buchwert | < 1 Jahr | 1–3 Jahre | 4–5 Jahre | > 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten¹ | 685.686 | 184.464 | 360.199 | 156.363 | 0 | 701.026 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen2 | 900.322 | 195.275 | 273.913 | 212.927 | 398.769 | 1.080.884 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 243.080 | 241.936 | 1.144 | 0 | 0 | 243.080 |
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente | 29.796 | 0 | 4.266 | 15.866 | 9.665 | 29.796 |
| Gesamt | 1.858.884 | 621.675 | 639.523 | 385.156 | 408.434 | 2.054.787 |
| In TEUR | Buchwert | < 1 Jahr | 1–3 Jahre | 4–5 Jahre | > 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten¹ | 651.034 | 79.138 | 360.699 | 229.086 | 0 | 668.923 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen2 | 994.427 | 192.741 | 304.029 | 236.686 | 510.590 | 1.244.046 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 298.514 | 294.480 | 4.035 | 0 | 0 | 298.514 |
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente | 20.365 | 3.728 | 421 | 16.216 | 0 | 20.365 |
| Gesamt | 1.964.340 | 570.086 | 669.183 | 481.988 | 510.590 | 2.231.847 |
1 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK Instrumente und Verbindlichkeiten
aus Leasingverhältnissen.
2 Die in der Spalte ">5 Jahre" ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen werden in den darauffolgenden Jahren ratierlich weiter sinken.
Die folgende Tabelle stellt den Buchwert und beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach Bewertungskategorien des IFRS 9 dar.
| Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Bewertungs kategorie nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2020 |
Fortgeführte Anschaffungs kosten |
Fair Value erfolgsneutral |
Fair Value erfolgswirksam |
Fair Value 31.12.2020 |
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel | VWzfA | 85.469 | 85.469 | 85.469 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | VWzfA | 170.018 | 170.018 | 170.018 | ||
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | VWzfA | 1.785 | 1.785 | 1.785 | ||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | VWzfA | 11.282 | 11.282 | 11.282 | ||
| Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizu legenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden |
VWOCI | 3.565 | 3.5651 | 3.565 | ||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FVzfA | 243.080 | 243.080 | 243.080 | ||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten2 | FVzfA | 1.268.582 | 1.268.582 | 1.268.582 | ||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten2 | FVzfA | 314.871 | 314.871 | 314.871 | ||
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten | FVewFV | 2.555 | 2.555 | 2.555 | ||
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente | FVzfA | 29.796 | 29.796 | 29.796 | ||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9: |
||||||
| Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | VWzfA | 268.553 | 268.553 | 268.553 | ||
| Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizu legenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden |
VWOCI | 3.565 | 3.565 | 3.565 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden |
FVewFV | 2.555 | 2.555 | 2.555 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden |
FVzfA | 1.856.329 | 1.856.329 | 1.856.329 |
1 Sonstige Beteiligungen (Level 3)
2 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente und ohne bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten (Level 3)
| Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Bewertungs kategorie nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2019 |
Fortgeführte Anschaffungs kosten |
Fair Value erfolgsneutral |
Fair Value erfolgswirksam |
Fair Value 31.12.2019 |
||
| Aktiva | ||||||||
| Zahlungsmittel | VWzfA | 103.603 | 103.603 | 103.603 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | VWzfA | 183.188 | 183.188 | 183.188 | ||||
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | VWzfA | 8.534 | 8.534 | 8.534 | ||||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | VWzfA | 8.806 | 8.806 | 8.806 | ||||
| Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizu legenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden |
VWOCI | 2.971 | 2.9711 | 2.971 | ||||
| Passiva | ||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FVzfA | 298.514 | 298.514 | 298.514 | ||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten2 | FVzfA | 1.424.984 | 1.424.984 | 1.424.984 | ||||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten2 | FVzfA | 210.663 | 210.663 | 210.663 | ||||
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten | FVewFV | 9.814 | 9.814 | 9.814 | ||||
| Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente | FVzfA | 20.365 | 20.365 | 20.365 | ||||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9: |
||||||||
| Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | VWzfA | 304.130 | 304.130 | 304.130 | ||||
| Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizu legenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden |
VWOCI | 2.971 | 2.971 | 2.971 | ||||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden |
FVewFV | 9.814 | 9.814 | 9.814 | ||||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden |
FVzfA | 1.954.526 | 1.954.526 | 1.954.526 |
1 Sonstige Beteiligungen (Level 3)
2 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente und ohne bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten (Level 3)
Aufgrund der kurzen Laufzeiten von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen finanziellen Vermögenswerten und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen (sog. Stufe 2 Zeitwerte).
Die beizulegenden Zeitwerte der in den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden als Barwerte des zukünftig erwarteten Cash-Flows unter Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos von Ströer ermittelt (sog. Stufe 2 Zeitwerte). Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze, bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten, verwendet. Zum Stichtag wird daher angenommen, dass der Buchwert der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns sind im Folgenden beschrieben:
Stufe 3: Bewertungstechniken, bei denen die angewandten Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Einordnung des Instruments in Stufe 3 trifft insbesondere auf nicht notierte Eigenkapitalinstrumente zu.
Ein Wechsel der Einschätzung, welche Stufe für die Bewertung der jeweiligen Vermögenswerte und Schulden heranzuziehen ist, findet im Zeitpunkt des eventuellen Vorliegens neuer Sachverhalte statt.
Darüber hinaus bestehen bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die der Stufe 3 angehören. Diese an vertraglich vereinbarte Bedingungen geknüpften Verbindlichkeiten werden auf Basis des im Vertrag festgelegten Bewertungsschemas zum Stichtag als Finanzverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Für Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreiszahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis von Discounted Cash-Flows unter Einbeziehung von nichtbeobachtbaren Inputfaktoren ermittelt. In die Bewertungsmodelle gehen neben den für die betroffenen Gesellschaftsanteile prognostizierten – und in Einzelfällen mit Wahrscheinlichkeiten gewichteten – EBITDA-Größen auch laufzeitabhängige, risikoadjustierte Zinsen ein. Die EBITDA-Größen resultieren aus der jeweiligen kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung. Eine Einschätzung und eventuelle Anpassung hinsichtlich der eintretenden EBITDA-Größen wird quartalsweise durchgeführt. Die folgende Tabelle stellt die Veränderungen der zur Stufe 3 gehörenden Verbindlichkeiten dar:
| In TEUR | 01.01.2020 | Zugänge | Abwertungen Aufwertungen | Abgänge | 31.12.2020 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten | 9.814 | 950 | −643 | 274 | −7.840 | 2.555 |
| In TEUR | 01.01.2019 | Zugänge | Abwertungen Aufwertungen | Abgänge | 31.12.2019 | |
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten | 13.154 | 4.300 | 0 | 582 | −8.222 | 9.814 |
Aus der Neubewertung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj.: 0,6 Mio. EUR), die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, sowie Erträge in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR), die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurden. Des Weiteren wurden bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten in einer Höhe von 0,6 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR) aufgrund von wertaufhellenden Ereignissen erfolgsneutral aufgelöst. Die Zinsaufwendungen aus Aufzinsungen beliefen sich auf 0,0 Mio. EUR (Vj.: 0,4 Mio. EUR).
Die Bewertungsmodelle sind sensitiv hinsichtlich der Höhe der prognostizierten und tatsächlich erreichten EBITDA-Größen. So würden die beizulegenden Zeitwerte der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten bei einer Erhöhung des jeweiligen EBITDA um 20 % (bzw. Minderung um 20 %) um 0,0 Mio. EUR ansteigen (Vj.: 0,8 Mio. EUR) (bzw. um 0,0 Mio. EUR sinken (Vj.: 0,8 Mio. EUR)).
Darüber hinaus besteht eine Sensitivität bzgl. der verwendeten Diskontierungszinssätze. Die Verbindlichkeiten würden sich jedoch aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten bei einem um 100 Basispunkte erhöhten bzw. reduzierten Zinssatz nur marginal verändern. Dies gilt auch für die Beträge des Vorjahres.
Das Bewertungsmodell für Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden (Stufe 3), basiert im Wesentlichen auf Marktmultiplikatoren als Ableitung aus vergleichbaren Transaktionen. Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde hierbei steigen (sinken), wenn die entsprechenden Marktmultiplikatoren größer (kleiner) wären. Der Stand der Eigenkapitalinstrumente zum Stichtag von TEUR 3.565 (Vj.: TEUR 2.971) entwickelt sich aus Zugängen von TEUR 295 (Vj.: TEUR 138) sowie Aufwertungen von TEUR 299 (Vj.: Aufwertung TEUR 59 und Abwertung TEUR 48).
Die folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste von Finanzinstrumenten, gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 dar (ohne derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge-Accounting einbezogen sind):
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte |
−11.050 | −4.032 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
−291 | −143 |
Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhalten Ergebnisse aus Wertminderungen (TEUR 10.795, Vj.: TEUR 3.808), Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten.
Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Ergebnisse aus Währungsumrechnungseffekten sowie aus der Aufzinsung von Darlehen.
Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt im Geschäftsjahr TEUR 503 (Vj.: TEUR 1.141). Der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt im Geschäftsjahr TEUR 25.093 (Vj.: TEUR 29.995).
In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Nutzungsrechte aus Leasing nach Klassen der Vermögenswerte aufgegliedert:
| In TEUR | Werbeträger Standorte |
Immobilien | Betriebs- und Geschäfts ausstattung/ Sonstige |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 1.003.114 | 185.079 | 22.137 | 1.210.330 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | −749 | −19.136 | −1.752 | −21.637 |
| Zugänge | 98.309 | 33.879 | 10.147 | 142.335 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | −13.233 | −1.951 | −111 | −15.295 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 769 | 135 | 6 | 909 |
| Endstand 31.12.2019/Anfangsstand 01.01.2020 | 1.088.210 | 198.005 | 30.427 | 1.316.642 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | −791 | −172 | −963 |
| Zugänge | 71.794 | 22.221 | 2.853 | 96.869 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | −12.898 | −2.310 | −5 | −15.212 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | −2.962 | −566 | −39 | −3.567 |
| Endstand 31.12.2020 | 1.144.145 | 216.561 | 33.065 | 1.393.770 |
| Abschreibungen/Auflösungen | ||||
| Anfangsstand 01.01.2019 | 131.680 | 27.553 | 10.079 | 169.312 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | –506 | –3.073 | –369 | –3.949 |
| Abschreibungen | 141.876 | 28.069 | 8.469 | 178.415 |
| Zuschreibungen | −703 | 0 | −12 | −715 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | −1.341 | 1 | −28 | −1.368 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 476 | 49 | 2 | 527 |
| Endstand 31.12.2019/Anfangsstand 01.01.2020 | 271.484 | 52.598 | 18.140 | 342.221 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | −664 | −121 | −785 |
| Abschreibungen | 142.043 | 29.221 | 7.354 | 178.619 |
| Zuschreibungen | −95 | −17 | −46 | −157 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | −694 | −180 | 6 | −868 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | −2.149 | −291 | −31 | −2.471 |
| Endstand 31.12.2020 | 410.589 | 80.668 | 25.302 | 516.559 |
| Bilanzwert 31.12.2019 | 816.728 | 145.407 | 12.288 | 974.421 |
| Bilanzwert 31.12.2020 | 733.556 | 135.893 | 7.762 | 877.211 |
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwand für variable Leasing zahlungen, die nicht in die Bewer tung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden |
26.831 | 45.755 |
| Erträge aus der Unter- bzw. Weiter vermietung von Nutzungsrechten von Immobilien an Dritte |
2.714 | 3.016 |
| Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse |
199.157 | 239.240 |
Die voraussichtlichen Leasingverbindlichkeiten aus bereits abgeschlossenen Leasingvereinbarungen, die erst nach dem 31. Dezember 2020 bilanziell wirksam werden, betragen TEUR 60.000 (Vj.: TEUR 77). Die noch nicht bilanzierte Leasingverbindlichkeit ist auch in Abschnitt 36 in den "Übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen" enthalten.
Zu den Verbindlichkeiten aus Leasing verweisen wir auf Abschnitt 29 Finanzverbindlichkeiten. Die Zinsaufwendungen aus Leasing werden in Abschnitt 15 Finanzergebnis gezeigt. Weitere Angaben zum Leasing erfolgen im Abschnitt 34 Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 und IFRS 13 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten.
Im Rahmen der Covid-19-Pandemie hat die Ströer Gruppe auf Nutzungsrechte im Sinne des IFRS 16 insgesamt Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 2.315 vorgenommen. Darüber hinaus wurden Mietminderungen in Höhe von TEUR 2.503 mit Vertragspartnern ausgehandelt, die als sonstiger betrieblichen Ertrag vereinnahmt wurden.
Zum Stichtag 31. Dezember 2020 bestehen keine Bürgschaften und bürgschaftsähnliche Verpflichtungen.
Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den folgenden vertraglichen Vereinbarungen, deren Fälligkeit sich zum Bilanzstichtag wie folgt darstellt:
| 31.12.2020 davon mit Restlaufzeit |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Gesamtbetrag | bis zu 1 Jahr | von 1 – 5 Jahren | über 5 Jahre | |||
| Investitionsverpflichtungen | 12.974 | 7.698 | 4.895 | 381 | |||
| Instandhaltungsleistungen | 3.528 | 1.536 | 1.967 | 25 | |||
| Übrige sonstige finanzielle Verpflichtungen | 79.456 | 26.363 | 48.388 | 4.705 |
Im Vorjahr teilten sich die Verpflichtungen folgendermaßen auf:
| 31.12.2019 davon mit Restlaufzeit |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Gesamtbetrag | bis zu 1 Jahr | von 1 – 5 Jahren | über 5 Jahre | |||
| Investitionsverpflichtungen | 11.953 | 8.381 | 3.064 | 508 | |||
| Instandhaltungsleistungen | 4.613 | 1.590 | 2.835 | 188 | |||
| Übrige sonstige finanzielle Verpflichtungen | 27.777 | 16.122 | 6.950 | 4.705 |
In den übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultierte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus zusätzlichen Werberechten, die vertraglich bereits im Jahr 2020 vereinbart wurden, jedoch zum 31. Dezember 2020 noch nicht als Zugang bei den IFRS 16-Leasingverhältnissen zu bilanzieren waren (siehe auch Abschnitt 35), sondern lediglich als sonstige finanzielle Verpflichtung auszuweisen sind.
Als nahe stehende Personen wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie deren nahe Familienangehörige definiert. Nahe stehende Unternehmen umfassen – neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften – insbesondere jene Unternehmen, bei denen nahe stehende Personen allein oder gemeinsam mit anderen eine beherrschende Position innehaben. Aufgrund der Tatsache, dass die Ströer SE & Co. KGaA an der Börse notiert ist und keiner ihrer Anteilseigner einen beherrschenden Einfluss ausüben kann, besteht keine ultimativ beherrschende Partei.
Die folgenden Geschäftsvorfälle zwischen dem Ströer Konzern und nahe stehenden Personen bzw. Unternehmen fanden im Geschäftsjahr 2020 statt:
Herr Udo Müller ist Aktionär der Ströer SE & Co. KGaA und Vorstandsvorsitzender der Ströer Management SE, Düsseldorf. Darüber hinaus hat der Ströer Konzern im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von TEUR 75 (Vj.: TEUR 75) erhalten, die von Herrn Müller oder einem Untenehmen, an dem er beteiligt ist, erbracht wurden. Der Ströer Konzern hat demgegenüber Leistungen in Höhe von TEUR 8 (Vj.: TEUR 0) erbracht, die von Herrn Müller oder einem Unternehmen, an dem er beteiligt ist, erhalten wurden. In beiden Fällen handelt es sich im Wesentlichen um Mietsachverhalte.
Herr Dirk Ströer ist Aktionär und Mitglied des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus ist er an Unternehmen beteiligt, zu denen im Geschäftsjahr Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden, die im Wesentlichen mit der Vermarktung von Werbeträgern, der Überlassung von Werberechten und der Anmietung von Gebäuden im Zusammenhang stehen. Die im Rahmen der erhaltenen Leistungen angefallenen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 31.743 (Vj.: TEUR 32.317), die Erträge bezifferten sich auf TEUR 10.388 (Vj.: 9.783).
Forderungen bzw. Verbindlichkeiten, welche aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren, bestehen zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 2.186 (Vj.: TEUR 534) bzw. TEUR 162 (Vj.: TEUR 27.140).
Frau Angela Barzen ist Mitglied des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus war sie im Geschäftsjahr 2020 beratend für ein Konzernunternehmen tätig. Die in diesem Zusammenhang erhaltenen Leistungen belaufen sich auf TEUR 16 (Vj.: TEUR 17), die erzielten Erträge auf TEUR 0 (Vj.: TEUR 0). Zum 31. Dezember 2020 bestanden wie im Vorjahr keine Forderungen und keine Verbindlichkeiten.
Die Ströer SE & Co. KGaA unterhält Geschäftsbeziehungen zur Deutsche Telekom AG, mit der sie seit dem 2. November 2015 in einem Assoziierungsverhältnis steht. Die aus dieser Geschäftsbeziehung im Jahr 2020 erhaltenen Leistungen belaufen sich auf TEUR 8.909 (Vj.: TEUR 8.402), die erzielten Erträge betragen TEUR 92.191 (Vj.: TEUR 72.979). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2020 Forderungen in Höhe von TEUR 14.936 (Vj.: TEUR 4.045) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 352 (Vj.: TEUR 406).
Die Ströer SE & Co. KGaA hat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von insgesamt TEUR 113.153 ausgeschüttet. Die Herren Udo Müller und Dirk Ströer haben entsprechend der von ihnen gehaltenen Anteile an dieser Ausschüttung partizipiert.
Die Ströer Management SE, welche die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, erbringt Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung für die Ströer SE & Co. KGaA. Die aus dieser Geschäftsbeziehung erhaltenen Leistungen belaufen sich für das Jahr 2020 auf TEUR 9.257 (Vj.: TEUR 8.629), die erzielten Erträge betragen TEUR 552 (Vj.: TEUR 343). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2020 Forderungen i.H.v. TEUR 102 (Vj.: TEUR 178) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 10.865 (Vj.: TEUR 6.882).
Aus Geschäftsbeziehungen mit at-Equity-bilanzierten Unternehmen belaufen sich die erhaltenen Leistungen im Geschäftsjahr auf TEUR 14.924 (Vj.: TEUR 10.269), die erzielten Erträge betragen TEUR 5.091 (Vj.: TEUR 3.940). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2020 Forderungen in Höhe von TEUR 1.510 (Vj.: TEUR 6.084) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 14.353 (Vj.: TEUR 7.485).
Als Aufwand für Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Vj.: Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) wurden im Geschäftsjahr 2020 gebucht:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Honorar des Abschlussprüfers | ||
| Honorare für Abschlussprüfungsleistungen |
1.389 | 879 |
| Honorare für andere Bestätigungsleistungen |
9 | 49 |
| Honorare für Steuerberatungsleistungen |
0 | 121 |
| Honorare für sonstige Leistungen | 210 | 176 |
| Gesamt | 1.608 | 1.225 |
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG WPG bezog sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses nebst (Konzern)Lagebericht der Ströer SE & Co. KGaA sowie verschiedene Jahresabschlussprüfungen ihrer Tochterunternehmen einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen. Andere Bestätigungsleistungen betreffen die Durchführung von sonstigen Bescheinigungsleistungen (z.B. Umsatzbescheinigungen) aus Vertragsverhältnissen. Die sonstigen Leistungen betreffen Aufwendungen aus Beratungsleistungen im Rahmen von Due-Diligence--Leistungen sowie Beratung in sonstigen wirtschaftlichen Angelegenheiten.
Die im Folgenden aufgeführten inländischen Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapital- oder Personenhandelsgesellschaft nehmen die Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch:
Asam Betriebs-GmbH, Beilngries ASAMBEAUTY GmbH, Unterföhring Avedo Essen GmbH, Essen Avedo Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen Avedo Köln GmbH, Köln Avedo Leipzig GmbH, Leipzig Avedo Leipzig West GmbH, Leipzig Avedo München GmbH, München Avedo Rostock GmbH, Rostock Avedo II GmbH, Pforzheim
BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH, Unterföhring BlowUP Media GmbH, Köln Business Advertising GmbH, Düsseldorf Content Fleet GmbH, Hamburg DERG Vertriebs GmbH, Köln DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Frankfurt am Main DSM Rechtegesellschaft mbH, Köln DSM Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln DSM Zeit und Werbung GmbH, Köln ECE flatmedia GmbH, Hamburg Edgar Ambient Media Group GmbH, Hamburg Erdbeerlounge GmbH, Köln Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg INFOSCREEN GmbH, Köln InnoBeauty GmbH, Unterföhring Interactive Media CCSP GmbH, Köln M. Asam GmbH, Unterföhring Mercury Beteiligungs GmbH, Leipzig OPS Online Post Service GmbH, Berlin Permodo GmbH, München Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Düsseldorf RegioHelden GmbH, Stuttgart Retail Media GmbH, Köln Sales Holding GmbH, Düsseldorf Service Planet GmbH, Düsseldorf Smartplace GmbH, Düsseldorf SMD Rechtegesellschaft mbH, Köln SMD Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln SRG Rechtegesellschaft mbH, Köln SRG Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln Statista GmbH, Köln Ströer Content Group GmbH, Köln Ströer Content Group Sales GmbH, Köln Ströer DERG Media GmbH, Kassel Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln Ströer Dialog Group GmbH, Leipzig Ströer Digital Commerce GmbH, Köln Ströer Digital Group GmbH, Köln Ströer Digital Media GmbH, Hamburg Ströer Digital Publishing GmbH, Köln Ströer media brands GmbH, Berlin Ströer Media Deutschland GmbH, Köln Ströer News Publishing GmbH, Köln Ströer Next Publishing GmbH, Köln Ströer Performance Group GmbH, Köln Ströer Sales & Services GmbH, Köln Ströer Sales Group GmbH, Köln Ströer Social Publishing GmbH, Berlin Ströer SSP GmbH, München Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH, Köln Stylefruits GmbH, München Yieldlove GmbH, Hamburg
Der Vorstand der Ströer Management SE, welche die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, und der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA haben am 17. Dezember 2020 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung wurde den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft www.stroeer.com/investor-relations unter der Rubrik Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht.
Der gebuchte Aufwand aus Vergütungsvereinbarungen des Vorstands und des Aufsichtsrats des Ströer Konzerns beträgt:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Vorstand | ||
| Kurzfristig fällige Leistungen | 3.995 | 4.417 |
| Andere langfristig fällige Leistungen |
3.952 | 3.804 |
| Aktienbasierte Vergütung | 3.073 | 4.492 |
| Gesamt | 11.020 | 12.713 |
| Aufsichtsrat | ||
| Kurzfristig fällige Leistungen | 312 | 305 |
| Gesamt | 312 | 305 |
Kurzfristig fällige Leistungen umfassen insbesondere Gehälter, Sachbezüge sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile, die innerhalb des Folgejahres zur Auszahlung gelangen. Langfristig fällige Leistungen umfassen dem Vorstand gewährte erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile (ohne aktienbasierte Vergütungsbestandteile), die erst in späteren Jahren zur Auszahlung gelangen. Die aktienbasierte Vergütung betrifft zum einen sog. Long Term Incentives (LTI) und zum anderen Vergütungen im Rahmen des in 2015 beschlossenen Aktienoptionsprogramms, aus dem in 2015 und 2017–2020 Aktienoptionen gewährt wurden sowie aus einem in 2019 beschlossenen Aktienoptionsprogramm, aus dem in 2019 und 2020 Aktienoptionen gewährt wurden.
Für die dem Vorstand gewährte aktienbasierte LTI--Vergütung (ohne Aktienoptionsprogramm) wird zum Ende jeden Geschäftsjahres ein Referenzkurs der Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ermittelt.
Nach Ablauf von vier Geschäftsjahren wird der Referenzkurs mit dem Aktienkurs am Jahresende verglichen und auf Basis des erreichten Aktienkurses die Auszahlung der Vergütung ermittelt (sog. Vergütung mit Barausgleich bzw. "cash-settled"). Für die aktienbasierte Vergütung ist eine Obergrenze vereinbart.
Die Ermittlung des Wertes der aktienbasierten Vergütung erfordert zu jedem Stichtag die Abschätzung eines in der Zukunft liegenden Aktienkurses. Dies erfolgt über ein Black-Scholes-Bewertungsmodell, in das zum 31. Dezember 2020 eine Volatilität von 23,7 % und eine Dividend-Yield von 2,5 % eingeflossen sind. Die für das Modell verwendeten Zinssätze betragen −0,7 %. Für die auf das Jahr 2020 entfallende aktienbasierte Vergütung gehen wir derzeit davon aus, dass der Aktienkurs nach Ende des Erdienungszeitraums 200 % des Referenzkurses entspricht.
Die in 2020 gewährten 3.424 virtuellen Aktienoptionen haben jeweils einen beizulegenden Zeitwert von EUR 74,18. Darauf entfällt in 2020 ein Aufwand aus der Zuführung zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 480 (Vj.: TEUR 671).
Die Rückstellung für die dem Vorstand gewährte aktienbasierte LTI-Vergütung (ohne Aktienoptionsprogramm) per 31. Dezember 2020 beträgt insgesamt TEUR 2.187 (Vj.: TEUR 2.032).
Im Rahmen des in 2015 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms hat der Vorstand von 2015–2019 insgesamt 898.380 Optionen und in 2020 insgesamt 199.466 Optionen erhalten. Hieraus resultiert in 2020 ein Aufwand von TEUR 1.411 (Vj.: TEUR 2.027).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der während des Geschäftsjahres gewährten Optionen beträgt EUR 3,76 (Vj.: EUR 5,80).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2015" gewährten Optionen beträgt EUR 9,78 (Vj.: EUR 10,62).
Für nähere Einzelheiten verweisen wir auf Kapitel 42 "Anteilsbasierte Vergütung".
Im Rahmen des in 2019 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms hat der Vorstand in 2019 insgesamt 1.440.000 Optionen und in 2020 insgesamt 40.000 Optionen erhalten. Hieraus resultiert in 2020 ein Aufwand von TEUR 1.181 (Vj: TEUR 2.235).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der während des Geschäftsjahres gewährten Optionen beträgt EUR 5,88 (Vj: EUR 12,77).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2019" gewährten Optionen beträgt EUR 8,86 (Vj: EUR 12,77).
Für nähere Einzelheiten verweisen wir auf Kapitel 42 "Anteilsbasierte Vergütung".
Zum 31. Dezember 2020 sind für alle ggf. zukünftig fällig werdenden Bonusansprüche des Vorstands kurz- wie langfristiger Natur insgesamt TEUR 13.071 (Vj.: TEUR 9.996) als Rückstellungen erfasst, von denen TEUR 2.187 (Vj.: TEUR 2.032) auf derzeitige Ansprüche aus aktienbasierten Vergütungen entfallen. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
Von den langfristig fälligen Leistungen (sog. LTI) werden TEUR 2.362 im Jahr 2021 zur Auszahlung fällig.
Die Gesamtbezüge für die Wahrnehmung der Aufgaben des Vorstands betrugen für das Geschäftsjahr 2020 TEUR 9.186. Dies umfasst aktienbasierte Vergütungen mit einem beizulegenden Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt von TEUR 1.238. Den aktiven Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr eine Anzahl von 239.466 Stück Aktienoptionen aus den Aktienoptionsprogrammen 2015 und 2019 gewährt.
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2020 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 312 für deren Aufsichtsratstätigkeit gewährt. Individualisierte Angaben zu den Bezügen des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht dargestellt.
In 2015 führte der Konzern ein Aktienoptionsprogramm ein, das die betreffenden Mitglieder des Vorstands sowie führende Mitarbeiter berechtigt, Aktien des Unternehmens zu erwerben.
Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wird von einer Bedienung in Aktien ausgegangen (sog. "equity settled").
Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 250 Mio. EUR geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.
Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der Aktienoptionen während des Geschäftsjahres.
| 2020 | 2020 | 2019 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| In EUR | Anzahl | GDAP | Anzahl | GDAP |
| Am 01.01. ausstehend | 1.259.380 | 52,17 | 1.112.920 | 51,81 |
| Im Jahr gewährt | 226.466 | 61,48 | 226.460 | 53,59 |
| Im Jahr kaduziert | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Im Jahr ausgeübt | −70.000 | 50,89 | −60.000 | 50,92 |
| Im Jahr verfallen | −20.000 | 51,97 | −20.000 | 51,97 |
| Am 31.12. ausstehend | 1.395.846 | 53,75 | 1.259.380 | 52,17 |
| Am 31.12. ausübbar | 240.000 | 50,88 | 260.000 | 50,92 |
Der erfasste Aufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente |
2.266 | 2.956 |
Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 4,0 Jahre (Vj.: 4,5 Jahre).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2020 gewährten Optionen beträgt EUR 4,37 (Vj.: EUR 6,01).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2015" gewährten Optionen beträgt EUR 9,99 (Vj.: EUR 10,45).
Die nachfolgende Tabelle enthält die Inputparameter, mit denen die im Berichtsjahr 2020 gewährten Optionen des Aktienoptionsprogramms 2015 bewertet wurden:
In 2019 führte der Konzern ein weiteres Aktienoptionsprogramm ein, das die betreffenden Mitglieder des Vorstands sowie führende Mitarbeiter berechtigt, Aktien des Unternehmens zu erwerben.
Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wird von einer Bedienung in Aktien ausgegangen (sog. "equity settled").
Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 600 Mio. EUR geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.
| In 2020 gewährte Optionen | In 2019 gewährte Optionen | |||
|---|---|---|---|---|
| Vorstände | Leitende MA | Vorstände | Leitende MA | |
| Dividendenrendite (%) | 4,3 | 3,5 | 3,85 | 2,83 |
| Erwartete Volatilität (%) | 36,1 | 31,3 | 25,32 | 21,76 |
| Risikoloser Zinssatz (5-Jahres-Zins in %) |
−0,65 | −0,72 | −0,42 | −0,71 |
| Erwartete Laufzeit (Jahre) | 5,5 | 4,0 | 5,5 | 4,0 |
| Aktienkurs am Tag der Gewährung (EUR) |
40,32 | 59,45 | 51,75 | 67,76 |
| Angewandtes Modell | Black Scholes | Black Scholes | Black Scholes | Black Scholes |
Die erwartete Volatilität basiert auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht. Die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen basiert auf Schätzungen des Vorstands.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.
Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wird von einer Bedienung in Aktien ausgegangen (sog. "equity settled").
Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 600 Millionen Euro geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt. Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der Aktienoptionen während des Geschäftsjahres.
| 2020 | 2020 | 2019 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| In EUR | Anzahl | GDAP | Anzahl | GDAP |
| Am 01.01. ausstehend | 1.670.000 | 51,85 | 0 | |
| Im Jahr gewährt | 40.000 | 66,06 | 1.670.000 | 51,85 |
| Im Jahr kaduziert | 0 | 0 | ||
| Im Jahr ausgeübt | 0 | 0 | ||
| Im Jahr verfallen | 0 | 0 | ||
| Am 31.12. ausstehend | 1.710.000 | 52,18 | 1.670.000 | 51,85 |
| Am 31.12. ausübbar | 0 | 0 |
Der erfasste Aufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwand aus anteilsbasierten | ||
| Vergütungstransaktionen | ||
| mit Ausgleich durch | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 1.597 | 2.516 |
Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 6,5 Jahre (Vj.: 6,5 Jahre).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2020 gewährten Optionen beträgt EUR 5,88 (Vj.: EUR 12,72).
Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2019" gewährten Optionen beträgt EUR 8,83 (Vj.: EUR 12,72).
Die nachfolgende Tabelle enthält die Inputparameter, mit denen die im Berichtsjahr 2020 gewährten Optionen des Aktienoptionsprogramms 2019 bewertet wurden:
| In 2020 gewährte Optionen | In 2019 gewährte Optionen | ||
|---|---|---|---|
| Vorstände | Leitende MA | Vorstände | Leitende MA |
| 3,46 | – | 2,83 | 2,83 |
| 31,33 | – | 21,76 | 21,76 |
| −0,72 | – | −0,71 | −0,71 |
| 5,5 | – | 5,5 | 5,5 |
| 69,35 | |||
| Black Scholes | |||
| 59,45 Black Scholes |
– – |
69,20 Black Scholes |
Die erwartete Volatilität basiert auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht. Die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen basiert auf Schätzungen des Vorstands.
| Name | Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten |
Mitgliedschaft in anderen, einem Aufsichtsrat vergleichbaren Kontrollgremien |
|---|---|---|
| Vorstand | ||
| Udo Müller (Co-CEO) | ||
| Christian Schmalzl (Co-CEO) | Internet Billboard a.s., Ostrau (Tschechien) |
|
| Dr.Christian Baier | ||
| Aufsichtsrat | ||
| Christoph Vilanek Vorstandsvorsitzender der freenet AG, Büdelsdorf (Vorsitzender) |
CECONOMY AG, Düsseldorf eXaring AG, München Ströer Management SE, Düsseldorf VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn |
Sunrise Communications Group AG, Zürich (Schweiz) |
| Dirk Ströer Geschäftsführer der Ströer Außenwerbung GmbH & Co. KG, Köln (Stellvertretender Vorsitzender) |
Ströer Management SE, Düsseldorf | |
| Ulrich Voigt Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn |
Finanz Informatik GmbH & Co. KG, Frankfurt (bis Mai 2020) modernes Köln Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH, Köln (bis Dezember 2020) Ströer Management SE, Düsseldorf Landesbank Berlin Holding AG, Berlin (seit Mai 2020) Landesbank Berlin AG / Berliner Sparkasse, Berlin (seit Mai 2020) Berlin Hyp AG, Berlin (seit Mai 2020) |
Beethoven Jubiläums GmbH, Bonn |
| Dr. Karl-Georg Altenburg Executive Vice President & Vice Chairman des Board of Directors der Plastic Energy Global S.L, Madrid (Spanien) (seit 19. August 2020) |
Ströer Management SE, Düsseldorf | MedShr Ltd., London (England) |
| Angela Barzen Coach und Business Trainerin für Führungs kräfte und Unternehmen / Geschäftsführerin der Plakativ Consult International GmbH, Neuss |
||
| Martin Diederichs Rechtsanwalt |
Pison Montage AG, Dillingen Ströer Management SE, Düsseldorf |
DSD Steel Group GmbH, Saarlouis |
| Christian Sardiña Gellesch Leiter Bestandsmanagement West der Ströer Media Deutschland GmbH |
||
| Andreas Huster Betriebsratsvorsitzender tricontes360 Gera GmbH, Gera |
tricontes360 Verwaltung Hamburg GmbH, Hamburg |
|
| Sabine Hüttinger Mitarbeiterin Public Affairs der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln |
||
| Barbara Liese-Bloch Geschäftsführerin der MONOFIL-TECHNIK Gesellschaft für Synthesemonofile mbH, Hennef (seit 4. November 2020) |
| Petra Loubek Leiterin Innendienste Regional der Ströer Media Deutschland GmbH, Köln |
||
|---|---|---|
| Rachel Marquardt Gewerkschaftssekretärin ver.di Bundesverwaltung, Berlin |
||
| Tobias Meuser Gebietsmanager der Stöer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln |
||
| Dr. Thomas Müller Gewerkschaftssekretär ver.di Hessen, Frankfurt/Main |
||
| Nadine Reichel Kfm. Leiterin Rechnungswesen/Controlling bei Infoscreen GmbH, Köln |
||
| Petra Sontheimer Management Coach und Organisations beraterin bei cidpartners GmbH, Bonn |
||
| Simone Thiäner Geschäftsführerin Personal der Telekom Deutschland GmbH, Bonn (bis 30. Juni 2020) |
Deutsche Telekom Außendienst GmbH, Bonn Deutsche Telekom Privatkunden- Vertrieb GmbH, Bonn Deutsche Telekom Services Europe SE, Bonn Deutsche Telekom Service GmbH, Bonn Deutsche Telekom Technik GmbH, Bonn Telekom Deutschland GmbH, Bonn |
|
| Vicente Vento Bosch Geschäftsführer Deutsche Telekom Capital Partners Management GmbH, Hamburg (bis 4. November 2020) |
Ströer Management SE, Düsseldorf | Cellwize Wireless Technologies Pte. Ltd., (Singapur) Cloudreach Europe Ltd, London (England) Community Fibre Ltd., London (England) Deutsche Telekom Strategic Investment GmbH, Bonn Deutsche Telekom Venture Funds GmbH, Bonn Keepler Data Tech. S.L., Madrid (Spanien) Smarkets Ltd., London (England) Swiss Towers AG, Zug (Schweiz) Telekom Innovation Pool GmbH, Bonn |
Aufgrund der durch die Covid-19-Pandemie resultierenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der damit zurückgehenden Frequenz vor unseren Außenwerbeträgern haben wir im Jahr 2020 mit unseren Pachtgebern Verhandlungen über die zu zahlenden Mieten und Garantiepachten aufgenommen. Diese Verhandlungen konnten teilweise bereits in 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Weitere Pachtpartner haben uns nach dem Bilanzstichtag eine Reduktion der Garantiepachten vertraglich zugesagt.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Köln, den 30. März 2021
Ströer SE & Co. KGaA vertreten durch:
Ströer Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin)
Co-CEO Co-CEO CFO
Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Christian Baier
An die Ströer SE & Co. KGaA, Köln
Wir haben den Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "Konzernlagebericht") der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Der Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und
• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. Der Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 2 und 3. Angaben zur Höhe des Goodwill finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 19 und Angaben zur wirtschaftlichen Entwicklung der Geschäftssegmente im Konzernlagebericht im Abschnitt "Ertragslage Segmente".
Der Goodwill beträgt zum 31. Dezember 2020 EUR 916 Mio und stellt mit 35% der Bilanzsumme einen erheblichen Anteil an den Vermögenswerten dar.
Die Werthaltigkeit des Goodwill wird jährlich anlassunabhängig auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überprüft. Ergeben sich unterjährig Impairment-Trigger, wird zudem unterjährig ein anlassbezogener Goodwill-Impairment-Test durchgeführt. Für den Goodwill-Impairment-Test wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Für Zwecke der Überprüfung des Goodwills auf seine Werthaltigkeit wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten als erzielbarer Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt. Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung ist der 30. September 2020.
Die Werthaltigkeitsprüfung des Goodwill ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäftsund Ergebnisentwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten für die nächsten fünf Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und der verwendete Abzinsungssatz. Durch die sich seit Januar 2020 weltweit ausbreitende COVID-19 Pandemie hat sich, im Vergleich zu den Vorjahren, der Grad der Schätzunsicherheit erhöht. Zudem ist die Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Goodwill zugeordnet wird, ermessensbehaftet.
Im Geschäftsjahr 2020 ist die Konjunktur bedingt durch die COVID-19 Pandemie deutlich zurückgegangen. Die zukünftigen Geschäftsaussichten haben sich dadurch deutlich verschlechtert. Ungeachtet dessen hat die Ströer als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen keinen Wertminderungsbedarf festgestellt.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.
Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z. B. für steuerliche Zwecke, und dem von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten mit externen Markteinschätzungen beurteilt.
Die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zur Identifizierung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf denen der Goodwill durch die Gesellschaft überwacht wird, haben wir unter Einbezug unserer Spezialisten gewürdigt. Dazu haben wir das zur Überwachung und Steuerung des Konzerns verwendete interne Berichtswesen analysiert und nachvollzogen, ob die identifizierten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem internen Berichtswesen übereinstimmen.
Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Wir haben die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Des Weiteren haben wir die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die verwendeten Planungen gewürdigt.
Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von der Gesellschaft vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit und dem vorgezogenen Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, haben wir die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsrate auf den erzielbaren Betrag untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse).
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit des Goodwill sachgerecht sind.
Die der Werthaltigkeitsprüfung des Goodwill zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.
Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Daten der Gesellschaft sind angemessen.
Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 2 und 3. Angaben zur Höhe der Umsatzerlöse finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 9.
Die Umsatzerlöse des Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf EUR 1.442 Mio. Der Konzern erzielt seine Umsatzerlöse im Wesentlichen mit der Vermarktung von Außenwerbeflächen (Out-of-Home Media), der Vermarktung von Online-Werbeflächen und dem Betrieb von Webseiten (Digital Out-of-Home & Content) sowie mit Dialogmarketing und E-Commerce (Direct Media). Die Bereiche Out-of-Home Media und Digital Out-of-Home & Content waren im Geschäftsjahr 2020 mit EUR 533 Mio und EUR 540 Mio die umsatzstärksten Segmente. Die Umsatzerlöse sind in der Berichtsperiode infolge der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie zurückgegangen.
Die Umsatzerlöse basieren auf einer hohen Anzahl von Geschäftsvorfällen und werden in unterschiedlichen Konzerngesellschaften erfasst. Die Prozesse zur Erfassung der Umsatzerlöse beinhalten eine Vielzahl manueller Prozessschritte mit einem geringen Automatisierungsgrad. Die Umsatzerlöse stellen für den Konzern eine der wichtigsten Zielerreichungskennzahlen dar und bilden zudem eine bedeutende Entscheidungsgrundlage.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass Umsatzerlöse erfasst werden, ohne dass tatsächliche Leistungen erbracht wurden.
Zur Prüfung der Existenz der Umsatzerlöse haben wir Ausgestaltung, Einrichtung und Wirksamkeit der internen Kontrollen in Bezug auf die Auftragsannahme, die Leistungserbringung und die Fakturierung beurteilt.
Wir haben die Existenz der Umsatzerlöse durch den Abgleich der Rechnungen mit entsprechenden Zahlungseingängen beurteilt. Sofern erforderlich und insbesondere im Bereich der Vermarktung von Online-Werbeflächen haben wir zusätzlich die Rechnungen mit den zugehörigen Bestellungen und Verträgen sowie den externen Leistungsnachweisen abgestimmt. Grundlage dafür waren auf Basis eines mathematisch-statistischen Verfahrens ausgewählte Umsätze, die im Geschäftsjahr erfasst wurden. Bei der Bestimmung unseres Stichprobenumfangs haben wir auch die bei unserer Beurteilung der Wirksamkeit der internen Kontrollen festgestellten Kontrollschwächen, u. a. bei IT-gestützten Kontrollen, berücksichtigt.
Zusätzlich haben wir das Buchungsjournal im Hinblick auf manuelle Umsatzbuchungen untersucht. Für ausgewählte manuelle Umsatzbuchungen haben wir Nachweise zur Existenz der Umsatzerlöse erlangt, um zu beurteilen, ob den erfassten Umsatzerlösen tatsächlich erbrachte Leistungen zugrunde lagen.
Wir haben uns davon überzeugt, dass überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die einen möglichen Indikator für ohne tatsächlich erbrachte Leistungen erfasste Umsatzerlöse darstellen, nur in geringem Umfang vorhanden sind. Gutschriften und Stornobuchungen, die nach dem Bilanzstichtag von Ströer erfasst wurden, haben wir auf Basis einer bewussten Auswahl eingesehen. Zudem haben wir die tatsächliche Existenz der dafür im Geschäftsjahr 2020 erfassten Umsatzerlöse gewürdigt.
Die Vorgehensweise zur Erfassung der Umsatzerlöse ist sachgerecht.
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts.
Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "13-04-2021-11-49_xbrl_file.zip" (SHA256-Hashwert: dd660be101a4f2229b08ecd91a4b233aabe22dc9d58c-5c2711eecfba0847b851), die im geschützten Mandanten-Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie zu den erstmals zur Prüfung vorgelegten, in der Datei "13-04-2021-11- 49_xbrl_file.zip" (SHA256-Hashwert: dd660be101a4f-2229b08ecd91a4b233aabe22dc9d58c5c2711eecfba0847b851), die im geschützten Mandanten-Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 30. März 2021 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 22. April 2021 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die erstmalige Vorlage der ESEF-Unterlagen bezog.
Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Nicole Stollenwerk.
Köln, den 30. März 2021/begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannte Prüfung der ESEF-Unterlagen: 22. April 2021
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Pfennig gez. Stollenwerk Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin
Christoph Löhrke Head of Investor & Credit Relations Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-356 Fax: +49 (0)2236 . 96 45-6356 E-Mail: [email protected] / [email protected]
| 11.05.2021 | Quartalsmitteilung Q1 2021 |
|---|---|
| 17.08.2021 | Halbjahresfinanzbericht H1 / Q2 2021 |
| 10.11.2021 | Quartalsmitteilung 9M / Q3 2021 |
Marc Sausen Director Corporate Communications Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-246 Fax: +49 (0)2236 . 96 45-6246 E-Mail: [email protected] / [email protected]
Ströer SE & Co. KGaA Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-0 Fax: +49 (0)2236 . 96 45-299 E-Mail [email protected]
Amtsgericht Köln HRB 86922 USt.-Id.-Nr.: DE811763883
Dieser Geschäftsbericht wurde am 30. März 2021 veröffentlicht. Er liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Bei Unterschieden ist die deutsche Fassung verbindlich.
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen mit damit verbundenen Risiken und Unwägbarkeiten. Die tatsächliche Geschäftsentwicklung und die Ergebnisse der Ströer SE & Co. KGaA sowie des Konzerns können in der Zukunft unter Umständen wesentlich von den diesem Geschäftsbericht zugrunde gelegten Annahmen abweichen. Dieser Geschäftsbericht stellt kein Angebot zum Verkauf und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf von Wertpapieren der Ströer SE & Co. KGaA dar. Dieser Geschäftsbericht verpflichtet nicht zu einer Aktualisierung der darin enthaltenen Aussagen.
Ströer SE & Co. KGaA Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon +49 (0) 2236 . 96 45-0 Telefax +49 (0) 2236 . 96 45-299 www.stroeer.com
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