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Zumtobel Group AG

Annual Report Jun 27, 2012

770_10-k_2012-06-27_492de76f-8b4b-4831-923b-956c1321bd74.pdf

Annual Report

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Jahresfinanzbericht 2011/12 Zumtobel AG

  1. Mai 2011 bis 30. April 2012

Fünfjahresübersicht

in Mio EUR 2011/12 2010/11 2009/10 2008/09 2007/08
Umsatzerlöse 1.280,3 1.228,2 1.114,6 1.169,0 1.282,3
Bereinigtes EBIT 34,6 78,4 51,4 78,9 123,0
in % vom Umsatz 2,7 6,4 4,6 6,7 9,6
Jahresergebnis 16,0 51,3 -69,8 13,3 93,5
in % vom Umsatz 1,2 4,2 -6,3 1,1 7,3
Bilanzsumme 1.036,3 1.020,5 972,8 1.010,3 1.082,4
Eigenkapital 370,5 378,7 340,4 412,4 490,7
Eigenkapitalquote in % 35,8 37,1 35,0 40,8 45,3
Nettoverbindlichkeiten 141,4 141,3 131,4 163,5 129,0
Cashflow aus dem operativen Ergebnis 87,7 123,2 80,4 107,3 166,0
Investitionen 57,2 57,3 48,7 64,7 66,0
in % vom Umsatz 4,5 4,7 4,4 5,5 5,1
Mitarbeiter inkl. Leiharbeiter (Vollzeitkräfte) 7.456 7.814 7.329 7.165 7.908

Zu Kennzahlendefinitionen siehe 5. Service – Finanzkennzahlen

Inhalt

Fünfjahresübersicht
Brief des Vorstandsvorsitzenden
2
4
1. Konzernlagebericht 7
1.1 Die Zumtobel Gruppe im Überblick _________10
1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld _______17
1.3 Die Zumtobel Aktie__________18
1.4 Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2011 _______20
1.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ________21
1.6 Geschäftsverlauf_____________21
1.7 Mitarbeiter___________29
1.8 Lieferanten___________32
1.9 Qualität _____________33
1.10 Betrieblicher Umweltschutz __________34
1.11 Forschung und Entwicklung __________35
1.12 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag_______36
1.13 Risikomanagement___________37
1.14 Internes Kontrollsystem _____________43
1.15 Angaben zu § 243a UGB ____________46
1.16 Ausblick und Ziele ___________48
2. Konzernabschluss 51
2.1 Gewinn- und Verlustrechnung ________54
2.2 Gesamtergebnisrechnung____________55
2.3 Bilanz _______________56
2.4 Kapitalflussrechnung __________57
2.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung___________58
2.6 Anhang _____________59
2.7 Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz _____112
2.8 Konsolidierungskreis_________113
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (Bericht des Abschlussprüfers) _____116
3. Corporate Governance 119
3.1 Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe __________121
3.2 Der Österreichische Corporate Governance Kodex ________121
3.3 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem _____123
3.4 Die Organe und Gremien der Zumtobel AG________123
4. Einzelabschluss ZAG 137
4.1 Bilanz ______________139
4.2 Gewinn- und Verlustrechnung _______141
4.3 Anhang ____________142
4.4 Lagebericht _________157
4.6 Anlagenspiegel _____________158
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (Bericht des Abschlussprüfers) _____159
5. Service 161

Brief des Vorstandsvorsitzenden

All dies hat dazu geführt, dass unsere Fixkosten deutlich gestiegen sind.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Harald Sommerer

Entwicklung nach Segmenten und Regionen sehr unterschiedlich

Diese Rahmenbedingungen sowie eine schwächere Nachfrage ausgelöst durch die konjunkturellen Unsicherheiten haben das für die Zumtobel AG am 30. April 2012 zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2011/12 deutlich geprägt. Wir sind mit hohen Ambitionen in das Geschäftsjahr gestartet und entsprechend von der tatsächlichen Entwicklung enttäuscht. So konnten wir zwar den Umsatz um 4,2% auf 1.280,3 Mio EUR steigern, im Quartalsverlauf zeigte sich jedoch eine stetige Verlangsamung der Wachstumsdynamik gegenüber dem Vorjahr, die im Schlussquartal sogar in einem leichten Umsatzrückgang mündete. Dabei war die Entwicklung nach Segmenten und Regionen sehr unterschiedlich. Im Lighting Segment haben wir ein erfreuliches Umsatzwachstum von 9,2% auf 949,2 Mio EUR erreicht und heben uns damit weiterhin deutlich von der schwachen Entwicklung im gewerblichen Hochbau ab. In Europa wachsen wir mit der Marke Zumtobel wie geplant, bei der Marke Thorn sehen wir, dass die von uns ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung von Profitabilität und Wachstum positive Effekte zeigen. Die Expansion mit LED-Leuchten verläuft dank unseres innovativen LED-Leuchtenportfolios mit plus 116,6% noch dynamischer als erwartet. Unser Leuchtengeschäft in Asien und den USA entwickelt sich hingegen weiter enttäuschend.

die gesamte Lichtindustrie durchläuft derzeit einen umfassenden Transformationsprozess, der zukunftsweisende Weichenstellungen und große Herausforderungen mit sich bringt. Energieeffizienz und LED sind die wesentlichen Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtung, die zunehmend auch die globale Nachfrage nach intelligenten Lichtsystemen verstärken. Der Technologiewandel hin zu LED und die damit einhergehenden kürzeren Innovationszyklen sowie parallele Entwicklungen in den Bereichen LED und konventionelle Lichttechnik als auch die Entwicklung einer neuen Generation intelligenter Lichtsteuerungen erfordern deutlich höhere Investitionen als bislang in der Lichtindustrie üblich und umfangreiche strukturelle Veränderungen. So haben sich zum Beispiel die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung innerhalb von fünf Jahren auf 69,8 Mio EUR annähernd verdoppelt. Der Großteil davon – rund 70% – wurde im Geschäftsjahr 2011/12 für Innovationen im LED-Bereich aufgewendet. Mit 183,2 Mio EUR Umsatz und einem Wachstum von 82,6% vergrößerte sich der LED-Anteil am Gruppenumsatz binnen Jahresfrist von 8,2% auf 14,3%. Neben den Investitionen in Neuprodukte haben wir in den letzten beiden Jahren gezielt in den Ausbau der Vertriebsaktivitäten und Produktionskapazitäten investiert, um eine Basis für globales Wachstum zu schaffen.

Zu unserer größten Herausforderung hat sich im vergangenen Geschäftsjahr das Components Segment entwickelt. Nach einer signifikanten Umsatzsteigerung um 19,3% und einer hohen Profitabilität im Vorjahr sank der Umsatz im Berichtsjahr um 6,7% auf 408,1 Mio EUR, wobei der Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr mit minus 14,8% besonders deutlich ausgefallen ist. Neben dem herausfordernden Marktumfeld sorgte vor allem eine temporäre Schwäche im Produktportfolio für diese enttäuschende Entwicklung, jedoch wurden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Die Belastungen aus dem Technologiewandel, die hohen Wachstumsinvestitionen und die Schwäche im Components Segment haben sich in einem deutlichen Rückgang des bereinigten EBIT um 43,8 Mio EUR auf 34,6 Mio EUR (Vorjahr 78,4 Mio EUR) niedergeschlagen. Allein der Anstieg der Vertriebskosten belief sich dabei im Berichtsjahr auf zusätzliche 26,1 Mio EUR. Die Entwicklungskosten erhöhten sich im Jahresvergleich um weitere 8,5 Mio EUR. Bedingt durch den kräftigen EBIT-Rückgang sank das Jahresergebnis von 51,3 Mio EUR auf 16,0 Mio EUR. Entsprechend schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Zumtobel AG in der Hauptversammlung am 27. Juli 2012 die Ausschüttung einer Dividende je Aktie von 0,20 EUR (Vorjahr

Ergebnis belastet durch Technologiewandel, Wachstumsinvestitionen sowie Schwäche im Components Segment

0,50 EUR) vor.

Fokus auf striktes Working Capital-Management

Erfreulich ist die positive Entwicklung beim Working Capital und beim Free Cashflow. Im Jahresverlauf konnten die hohen Vorratsbestände insbesondere im Components Segment durch konsequentes Bestandsmanagement kontinuierlich reduziert werden. In Prozent vom rollierenden Zwölfmonatsumsatz erreichte das Working Capital zum Bilanzstichtag 17,8% und somit das untere Ende des von uns definierten Zielkorridors von 18 bis 20%. Dies führte zu einem deutlich positiven Free Cashflow in Höhe von 22,3 Mio EUR. Die Nettoverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 141,4 Mio EUR (Vorjahr 141,3 Mio EUR).

Die Zumtobel Gruppe steht vor großen strategischen Herausforderungen und Chancen. Oberste Priorität hat die Erneuerung der Produktpalette und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Komponentengeschäft. Die hierfür notwendigen Veränderungen in der Organisation, Kosteneffizienzmaßnahmen sowie die Markteinführung neuer innovativer Produkte sowohl im konventionellen als auch im LED-Bereich sind in Umsetzung. Parallel dazu unternehmen wir derzeit in den Regionen USA und Asien sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessebene erhebliche Anstrengungen, um in diesen Regionen die Basis für profitables Wachstum aufzubauen. Darüber hinaus sehen wir gerade angesichts der starken Marken- und Technologieposition große Chancen für unser Unternehmen, dank der eingeleiteten Zukunftsinvestitionen gestärkt aus dieser dynamischen Phase des Technologiewandels hervorzugehen. Wir halten deshalb grundsätzlich an unserer globalen Wachstumsstrategie fest, weil wir weiterhin davon überzeugt sind, dass es mit der LED-Technologie, dem Thema Energieeffizienz und zusätzlichen globalen Marktchancen wie etwa in Asien und den USA gute Wachstumsimpulse für die Lichtindustrie gibt. Es ist aber erforderlich, die hohen Wachstumsinvestitionen in überdurchschnittliches Umsatzwachstum und eine Verbesserung der Profitabilität umzusetzen, um den deutlichen Fixkostenaufbau bei den Vertriebs- und Entwicklungskosten zu rechtfertigen.

Aufgrund der zunehmend negativen Konjunkturaussichten scheinen unsere bisherigen Wachstumsannahmen für die professionelle Lichtindustrie von jährlich rund 4% derzeit nicht mehr haltbar. Daher müssen wir unsere mittelfristige Umsatzprognose (durchschnittliches Umsatzplus von 10% pro Jahr) für die kommenden Jahre zurücknehmen und die Wachstumserwartungen dem konjunkturellen Rahmen anpassen. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass wir mit unserem Geschäftsmodell das Potenzial haben, unter stabilen konjunkturellen Rahmenbedingungen die bereinigte EBIT-Marge für die Gruppe auf ein Niveau von über 10% zu steigern.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2012/13 mit großer Unsicherheit behaftet

Zusätzlich zu unseren strategischen Herausforderungen und der unsicheren konjunkturellen Entwicklung der wichtigsten Absatzmärkte, insbesondere in Europa, erschweren die unklaren Auswirkungen möglicher staatlicher Sparprogramme konkrete Prognosen. Für das Gesamtjahr 2012/13 der Zumtobel Gruppe gehen wir aber aus heutiger Sicht gegenüber dem Vorjahr von einer Verbesserung beim Umsatz und der bereinigten EBIT-Marge aus.

Unsere Stärken sind eine führende Markt- und Technologieposition, umfassendes Markt- und Anwendungswissen, enge Kundenbeziehungen in fragmentierten Märkten, eine enge Zusammenarbeit mit führenden Technologiepartnern sowie eine stabile Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Damit verfügt die Zumtobel Gruppe über eine solide Grundlage, um die anstehenden Herausforderungen konsequent anzugehen und die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen sowie von den sich bietenden Marktchancen bestmöglich profitieren zu können. Die großen Veränderungen in unserer Branche erfordern volles Engagement und hohe Flexibilität in der gesamten Zumtobel Gruppe. Hierbei können wir uns auf unsere motivierten und hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen, bei denen ich mich ausdrücklich auch im Namen meiner Vorstandskollegen sehr herzlich für ihren Einsatz und ihre Leistungen bedanken möchte. Für das entgegengebrachte Vertrauen, die Unterstützung und den offenen Dialog gilt unser Dank auch unseren Kunden und sonstigen Geschäftspartnern sowie unseren Aktionärinnen und Aktionären.

Mit freundlichen Grüßen,

Harald Sommerer Chief Executive Officer Große strategische Herausforderungen und Chancen

Mittelfristige Umsatzprognose konjunkturbedingt angepasst

Konzernlagebericht

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 Konzernlagebericht Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

1. Konzernlagebericht

Konzernlagebericht

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

Inhalt

1. Konzernlagebericht
1.1 Die Zumtobel Gruppe im Überblick _________10
1.1.1
Zumtobel Group – Passion for Light _________10
1.1.2
Konzernstruktur und Markenstrategie_________10
1.1.3
Produkte und Produktionsstandorte__________11
1.1.4
Kritische Erfolgsfaktoren der Zumtobel Gruppe _______12
1.1.5
Wachstumspotenziale, Chancen und Unternehmensstrategie___13
1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld _______17
1.3 Die Zumtobel Aktie__________18
1.4 Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2011 _______20
1.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ________21
1.6 Geschäftsverlauf_____________21
1.6.1
Auf einen Blick ________21
1.6.2
Umsatzentwicklung___________22
1.6.3
Ertragsentwicklung ___________24
1.6.4
Wirtschaftliche Lage der Zumtobel AG und Dividende _______26
1.6.5
Saisonalität, Cashflow und Vermögenslage______26
1.7 Mitarbeiter___________29
1.8 Lieferanten___________32
1.9 Qualität _____________33
1.10 Betrieblicher Umweltschutz __________34
1.11 Forschung und Entwicklung __________35
1.12 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag_______36
1.13 Risikomanagement___________37
1.13.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken in der Beleuchtungsindustrie___38
1.13.2 Geschäftsrisiken/Vertrieb/Produktion _________39
1.13.3 Vermögensrisiken ____________40
1.13.4 Risiken aus Pensionsverpflichtungen __________40
1.13.5 Produkthaftungsrisiken ________40
1.13.6 Rechtliche Risiken ____________41
1.13.7 Risiken im Finanzbereich_______41
1.13.8 Kreditrisiko ___________42
1.13.9 Bilanzielle Risiken ____________42
1.13.10 Andere Risiken _____________43
1.14 Internes Kontrollsystem _____________43
1.14.1 Grundsätze des Internen Kontrollsystems______43
1.14.2 Internes Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung________44
1.15 Angaben zu § 243a UGB ____________46
1.16 Ausblick und Ziele ___________48

1. Konzernlagebericht

Wie schon im Vorjahr wurde auch für das Geschäftsjahr 2011/12 von der Möglichkeit des § 267 Abs 4 UGB (Unternehmensgesetzbuch) in Verbindung mit dem § 251 Abs 3 UGB Gebrauch gemacht, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Zumtobel AG zu einem Lagebericht zusammenzufassen.

1.1 Die Zumtobel Gruppe im Überblick

1.1.1 Zumtobel Group – Passion for Light

Über die Jahrzehnte ist in unserer Gruppe eine einzigartige Unternehmenskultur gewachsen. Dafür stehen unsere drei Kernwerte Passion, Performance und Partnership. Sie bestimmen unser Denken und Handeln und sind die treibende Kraft bei der Umsetzung unserer Vision und Mission.

Unsere Vision

Unser Ziel ist das beste Licht für Mensch und Umwelt.

Wir wollen stets die erste Wahl unserer Kunden sein.

Im weltweiten Lichtmarkt nehmen wir eine führende Rolle ein.

Unser Selbstverständnis (Mission)

Licht ist unsere Leidenschaft und Profession. Licht in bester Qualität – perfekt abgestimmt auf Mensch und Umwelt. Unser Wissen über Licht und seine Wirkung ist umfassend.

Wir bauen auf ein einzigartiges Partnernetzwerk aus Forschung und Entwicklung, Technologie und Lichtanwendung. Unsere Kunden profitieren von den Stärken einer global agierenden Gruppe und unserer Präsenz vor Ort.

Mit der Qualität unserer Produkte, Lösungen und Services begeistern wir unsere Kunden. Voraussetzung sind die stetige Optimierung unserer Prozesse und ein tiefes Verständnis der Kundenbedürfnisse.

Grundlage unseres Erfolgs ist eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Begeisterung leben, ihre Kreativität und ihr Wissen einbringen und entwickeln können. So erreichen wir höchste Kundenzufriedenheit und eine optimale Balance aus Lichtqualität und Energieeffizienz.

1.1.2 Konzernstruktur und Markenstrategie

Die Zumtobel AG fungiert als Konzernobergesellschaft und stellt übergreifende Management- und Servicefunktionen bereit. Diese umfassen unter anderem die Bereiche Controlling, Personalwesen, Konzernrechnungswesen, Steuern und Recht, Interne Revision, Versicherungswesen, Treasury (inklusive zentraler Finanzierung und Liquiditätsmanagement des Konzerns), IT, Unternehmenskommunikation und Investor Relations. Der Vorstand der Zumtobel AG verantwortet die Führung und Steuerung des Konzerns.

Harald Sommerer bekleidet seit 1. Mai 2010 die Funktion des Chief Executive Officer (CEO), Mathias Dähn ist seit 1. Februar 2011 Chief Financial Officer (CFO) und Martin Brandt seit 1. September 2009 Chief Operating Officer (COO) der Zumtobel AG. Organisatorisch ist die Zumtobel Gruppe nach einem "Stammhauskonzept" aufgestellt, demzufolge das Leuchtengeschäft direkt vom Konzernvorstand geführt wird. Das Komponentengeschäft wird als eigenständige Tochtergesellschaft mit eigener Geschäftsführung geführt und untersteht dem CEO der Zumtobel AG. Im Januar 2012 übernahm der Vorstandsvorsitzende der Zumtobel AG, Harald Sommerer, interimistisch zusätzlich zu seinen Aufgaben als CEO des Konzerns die Geschäftsführung des Komponentengeschäfts.

Der Konzern verfolgt eine Mehrmarkenstrategie, die mit starken, international etablierten Marken unterschiedliche Geschäftsfelder und Kundenzielgruppen im Lichtmarkt anspricht. Der gemeinsame Kern aller Marken ist die konsequente Orientierung an Energieeffizienz sowie Innovation und Nachhaltigkeit. Das Lighting Segment positioniert sich mit seinen unterschiedlichen Marken und innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten in einem globalen Netzwerk von Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern wie etwa Architekten, Investoren, Großhandel, Kommunen sowie weiteren am Ausschreibungsprozess beteiligten Spezialisten, Lichtplanern und Ingenieuren für Hochbau- und Infrastrukturprojekte. Das Components Segment mit der Marke Tridonic ist Zulieferer der professionellen Leuchtenhersteller.

Die Segmentberichterstattung erfolgt nach den beiden Segmenten "Leuchten" und "Komponenten". Die ausgewiesenen Umsätze mit LED-basierten Produkten – das sind Umsätze mit LED-Leuchten und LED-Komponenten – betreffen beide Segmente und werden je nach Produktart im jeweiligen Segment erfasst. Das Segment "Leuchten" (Lighting Segment) deckt das Geschäft mit professionellen Leuchten, Lichtmanagement und Lichtlösungen für den Innen- und Außenbereich ab und umfasst die Marken Zumtobel und Thorn sowie die deutlich kleinere OEM-Marke Reiss. Die Marken Zumtobel und Thorn differenzieren sich über Produktportfolio, Kundenzielgruppen und Vertriebskanal und stellen damit eine breite Abdeckung des internationalen Leuchtenmarktes sicher. Das Segment "Komponenten" (Components Segment) entwickelt und vertreibt unter der Marke Tridonic im Wesentlichen Lichtkomponenten und Lichtmanagementsysteme, LED-Module, LED-Betriebsgeräte ("Konverter") sowie Verbindungstechnologie und unter der Marke Ledon ein umfassendes Sortiment innovativer LED-Lampen. Tridonic beliefert zum überwiegenden Teil externe Leuchtenhersteller, aber mit einem Anteil von rund 19% des Umsatzes auch die Schwestermarken Zumtobel und Thorn.

1.1.3 Produkte und Produktionsstandorte

Die Zumtobel Gruppe bietet professionelle ganzheitliche Lichtlösungen, Leuchten, Lichtmanagementsysteme und Lichtkomponenten für Anwendungen im Innen- und Außenbereich an. Im Lighting Segment deckt das Unternehmen mit den Marken Zumtobel und Thorn die Anwendungsbereiche Büro und Kommunikation, Bildung und Wissen, Industrie und Technik, Präsentation und Verkauf, Kunst und Kultur, Sport und Freizeit, Fassade, Hotel und Wellness, Gesundheit und Pflege, Verkehrsbauten und Parkhäuser, Orientierung und Sicherheit sowie Außenbeleuchtung für Straßen, Tunnel und öffentliche Räume ab. Das breit gefächerte Produktangebot des Components Segments umfasst magnetische, elektronische sowie digital dimmbare Lampenbetriebsgeräte, Zündgeräte, Lichtmanagementsysteme, LED-Module, LED-Betriebsgeräte ("Konverter"), LED-Retrofit-Lampen und Verbindungstechnologie. Die Zumtobel Gruppe hat vor Jahren die strategische Entscheidung getroffen, nicht in die kapitalintensive LED-Chip-Fertigung zu investieren, sondern diese Produkte von Chipherstellern zuzukaufen.

Die fünfstufige Wertschöpfungskette der professionellen Beleuchtung wird von den Marken der Zumtobel Gruppe vollumfänglich abgedeckt. Bei Lichtquellen ist der Konzern seit 2001 im Bereich der LED-Technologie aktiv. Konventionelle Lichtquellen werden zugekauft.

Der Konzern verfügt derzeit über 21 Produktionsstätten auf vier Kontinenten sowie Vertriebsgesellschaften und -partner in über 100 Ländern.

Die Zumtobel Gruppe hat sowohl im Bereich der professionellen Beleuchtung als auch bei konventionellen Betriebsgeräten eine führende Marktposition in Europa und Australien. Damit ist der Konzern eines der wenigen weltweit agierenden Unternehmen der internationalen Lichtindustrie. Rund 78% des Konzernumsatzes werden in Europa generiert. Die professionelle europäische Leuchtenindustrie ist mit über 800 Anbietern weiterhin stark fragmentiert. Die zehn größten Leuchtenhersteller decken nur etwas mehr als 40% des Gesamtmarktes ab. Demgegenüber weist die konventionelle Komponentenindustrie weltweit einen höheren Konsolidierungsgrad auf. In den Bereichen LED-Retrofit-Lampen, LED-Module und LED-Konverter drängen in jüngster Zeit viele neue Anbieter in den Markt, vor allem aus dem asiatischen Raum.

1.1.4 Kritische Erfolgsfaktoren der Zumtobel Gruppe

Die ausgezeichnete Wettbewerbsposition der Zumtobel Gruppe basiert vor allem auf dem breit gefächerten Marktzugang, dem profunden Know-how in der Lichtanwendung, der umfassenden Abdeckung der Wertschöpfungskette sowie der starken Technologieposition.

Fokus auf Kundenschnittstelle Vertrieb Der Vertrieb nimmt eine Schlüsselrolle im Geschäftsmodell der Zumtobel Gruppe ein. Der Konzern verfügt über 2.354 Mitarbeiter im Vertrieb und verfolgt unterschiedliche Vertriebsansätze. Der Vertriebsansatz der Marke Zumtobel geht direkt über das professionelle Projektgeschäft. Die Geschäftsaktivitäten der Marke Thorn, die teilweise auf einem vorab spezifizierten Projektgeschäft beruhen, werden sowohl über einen Direktvertrieb als auch über den Großhandel abgewickelt. Ein verbindendes Element der Marken Thorn und Zumtobel ist das Arbeiten in Netzwerken, etwa mit Architekten, Elektrikern und Lichtplanern. Solche Netzwerke können nur über entsprechende Investitionen in die Vertriebsstruktur aufgebaut und über die Jahre entwickelt werden. Die große Bedeutung des Marktzugangs zeigt sich auch im Components Segment, da die Produkte in den fragmentierten Leuchtenherstellermarkt verkauft werden. Eine besondere Stärke der Tridonic sind dabei die langfristigen Kundenbeziehungen mit den vielen Leuchtenherstellern.

Eine kundenspezifische Lichtlösung erfordert viel Wissen über die konkrete Anwendung von Licht. Vertriebsmitarbeiter müssen dabei nicht nur die technische und funktionale Seite des Themas Licht, sondern auch die ästhetischen und emotionalen Implikationen verstehen und die positive Wirkung von gutem Licht auf das Wohlbefinden des Nutzers sowie das Energieeinsparpotenzial vermitteln können. Daher ist eine fundierte und umfassende Aus- und Weiterbildung für die Vertriebsqualität entscheidend.

Die Zumtobel Gruppe wächst durch die Anwendung neuer Technologien für innovative, energieeffiziente und qualitativ hochwertige Produkte. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) um 11,3% auf 69,8 Mio EUR erhöht. Der technologische Wandel von herkömmlichen Lichtquellen zu LEDs sowie die zunehmende Komplexität intelligenter Beleuchtungssysteme stellt für F&E eine große Herausforderung dar. Dies führt zu steigendem Kapital- und Ressourcenbedarf. Die Zumtobel Gruppe als einer der größten Anbieter in Europa hat hier Vorteile im Wettbewerb gegenüber den vielen kleinen und mittelgroßen Leuchtenherstellern. Das umfangreiche Patentportfolio macht die innovative Kraft des Unternehmens deutlich und sichert Wachstum, Wettbewerbsvorsprung und den Zugang zu strategischen Kooperationen mit Unternehmen aus der Elektronikindustrie. Auf weitere Ausführungen im Kapitel 1.11 Forschung und Entwicklung wird verwiesen.

1.1.5 Wachstumspotenziale, Chancen und Unternehmensstrategie

Wachstumspotenziale und Chancen

Wesentliche Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie sind das Thema Energieeffizienz mit besonderem Fokus auf intelligent gesteuerte Lichtlösungen, die Potenziale der LED-Technologie sowie die verstärkte Nachfrage aus etablierten europäischen sowie außereuropäischen Wachstumsmärkten.

Das Thema Energieeffizienz erfährt im Zusammenhang mit der geforderten Reduzierung von CO2- Emissionen eine wachsende Aufmerksamkeit und ist der zentrale Wachstumstreiber für die Zumtobel Gruppe. Auf Beleuchtung entfallen 19% des weltweiten Stromverbrauchs. Davon verbrauchen gewerbliche Bauten und Außenbeleuchtungen – also Licht in genau den Anwendungsfeldern, die die Kernkompetenz der Zumtobel Gruppe bilden – gut zwei Drittel.

Mit einer intelligent gesteuerten Lichtlösung lassen sich Einsparungen von bis zu 80% des Stromverbrauchs erreichen. Die wichtigsten Ansatzpunkte für mehr Energieeffizienz sind neben dem Leuchtendesign der Einsatz intelligenter Steuerungssysteme, elektronischer und elektronisch dimmbarer Vorschaltgeräte und neuer, innovativer Leuchtmittel wie LEDs. Die Einsparpotenziale erschließen sich durch die Kombination unterschiedlicher Optimierungsmaßnahmen, beginnend beim Design einer Leuchte hinsichtlich einer Verbesserung der Licht- und Wärmeeigenschaften (Wirkungsgrad, Wärmehaushalt, Lichtverteilung etc.) über die richtige Auswahl der Lampentechnologie und Materialien bis hin zur exakten Berechnung von Reflektoren und Prismen (optische Systeme). Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Einsatz von elektronischen bzw. elektronisch dimmbaren Betriebsgeräten anstelle der herkömmlichen, deutlich weniger effizienten magnetischen Vorschaltgeräte. Zusätzlich regeln intelligente Steuerungssysteme etwa über Präsenzmelder und abhängig von Tageslicht und -zeit situationsgerecht die Beleuchtungsintensität. Neben den signifikanten finanziellen Einsparungspotenzialen wird die wachsende Nachfrage nach energieeffizienter Beleuchtung auch durch gesetzliche Vorgaben wie den EU-Richtlinien zu Gebäudeeffizienz und Ökodesign unterstützt.

Know-how in der Lichtanwendung

Starke Technologieposition

Energieeffizienz ist der zentrale Wachstumstreiber

Einsparpotenzial von bis zu 80% durch intelligent gesteuerte Lichtlösungen

Gutes Licht fördert das Wohlbefinden der Menschen

Bei der gezielten Vermarktung energieeffizienter Produkte rückt die vergleichende Berechnung von Energieund Investitionskosten während des Lebenszyklus unterschiedlicher Lichtlösungen ("Total Cost of Ownership") immer mehr in den Vordergrund. Es ist aber der Anspruch der Zumtobel Gruppe, Lichtlösungen zu schaffen, die eine ausgewogene Balance zwischen Energieeinsparung und optimaler Beleuchtungsqualität erzielen. Gutes Licht kann das Wohlbefinden des Menschen fördern und ideale Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit sowie Gesundheit schaffen und gleichzeitig die Belastung der Umwelt minimieren.

Balance zwischen Energieeffizienz und Lichtqualität

Zur Veranschaulichung der Energieeffizienz und Lichtqualität einer geplanten Lichtlösung dienen die unternehmenseigenen Softwarelösungen "VIVALDI" und "ecoCalc". VIVALDI ist ein interaktives Werkzeug für die Gestaltung von Lichtszenen und die Planung dynamischer Beleuchtungskonzepte. Dadurch können Einsparpotenziale durch intelligente Beleuchtungskonzepte realisiert werden. ecoCalc dient der Analyse der Kosten einer Beleuchtungslösung über die gesamte Lebensdauer hinweg. Die Simulation des Betriebs, der Optimierung der Auswahl der Leuchten und des Wartungskonzepts, der maximalen Kosten- und Energieeffizienz bilden eine hervorragende Basis für die Investitionsentscheidung des Kunden. Im Berichtsjahr wurden die genannten Softwarelösungen überarbeitet und weiter optimiert. So ergeben sich mit ecoCalc 2.0 und VIVALDI 2.0 zahlreiche Verbesserungen im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Programme.

Stark steigende Nachfrage nach LED-Beleuchtung

Die Potenziale der LED-Technologie sind derzeit eines der bestimmenden Themen in der Lichtindustrie. LEDs (Licht emittierende Dioden) bieten deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln hinsichtlich Lichtleistung, Lebensdauer und Energieverbrauch und ermöglichen angesichts ihrer kompakten Bauform neue Ansätze für Produktdesign und Funktionalität. Diese Technologie gewinnt durch die stetig steigende Lichtleistung bei gleichzeitig sinkenden Bezugskosten von LED-Chips und der zunehmenden Sensibilisierung hinsichtlich des Themas Energieeffizienz eine immer größere Bedeutung. Aktuelle Hochleistungs-LEDs haben bezüglich Energieeffizienz sowohl die Leuchtstofflampe als auch die Hochdruckentladungslampe bereits überflügelt und stellen heute die in Hinblick auf Effizienz und Lichtqualität beste Weißlichtquelle dar. In vielen Anwendungsbereichen rechtfertigen bereits heute die erheblich geringeren Energiekosten während der Gebrauchsphase sowie die deutlich reduzierten Wartungs- und Instandhaltungskosten die höheren Investitionsausgaben. Die Amortisationszeiten liegen je nach Anwendung zwischen zwei und acht Jahren.

Für die Zumtobel Gruppe bieten sich mit der innovativen LED-Technologie neue Chancen nachhaltiger Lichtlösungen mit zum Teil auch neuen Anwendungsmöglichkeiten. Alle Marken der Zumtobel Gruppe bieten ein umfassendes Portfolio an LED-Produkten an, beginnend bei "Hybrid-Leuchten", die LEDs und konventionelle Leuchtmittel kombinieren, über effiziente LED-Downlights und -Strahler bis hin zu innovativen LED-Fassadenlösungen und LED-Straßenleuchten. Im Berichtsjahr wurden auch vermehrt LED-Flächenleuchten zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis im Markt eingeführt. Das LED-Produktportfolio im Components Segment besteht neben LED-Modulen und -Konvertern für die Allgemeinbeleuchtung im Wesentlichen aus LED-Modulen für Lichtwerbung und Kühlgeräte sowie LED-Retrofit-Lampen.

Die Zumtobel Gruppe engagiert sich gemeinsam mit weiteren internationalen Unternehmen der Beleuchtungsindustrie in der "ZHAGA"-Initiative. Deren Ziel ist die Erarbeitung eines einheitlichen Standards für die Schnittstellen von LED-Modulen. Angesichts der schnellen, kontinuierlichen Weiterentwicklung der LED-Technologie soll ZHAGA die Austauschbarkeit von LED-Modulen verschiedener Hersteller ermöglichen.

Zusätzlich zu den intensiven Aktivitäten im Bereich LED investiert die Zumtobel Gruppe auch in die Zukunftstechnologie OLED (Organische Leuchtdioden). Im Rahmen der weltweit größten Lichtmesse Light + Building im April 2012 hat die Tridonic erste serienreife OLED-Lichtmodule vorgestellt. OLEDs erzeugen flächiges, blendfreies Licht und unterscheiden sich von herkömmlichen LEDs vor allem durch das eingesetzte organische Material sowie eine äußerst flache Bauform. Neben OLEDs auf starrem Trägermaterial, beispielsweise Glas, werden für die Zukunft auch flexible Ausführungen entwickelt. OLEDs befinden sich im Gegensatz zur Punktlichtquelle LED noch in der Startphase. Dies betrifft zum einen die technischen Eigenschaften wie Lichtausbeute und Lebensdauer, zum anderen die Kostenseite der OLED-Elemente. OLEDs präsentieren sich als erste wirkliche Flächenlichtquelle und werden in der Zukunft der Flächenbeleuchtung eine wesentliche Rolle spielen. Im Herbst 2009 hat die Zumtobel Gruppe gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme in Dresden dazu ein Joint-Venture-Unternehmen gegründet. Außerdem beteiligt sich die Gruppe an dem Projekt "Thin organic prototypes, design, research, applications, with enduser recognition", ein Kooperationsprojekt unter anderem mit der Universität Durham.

Das weltweite Wirtschaftswachstum ist getrieben durch eine dynamische Entwicklung in den Entwicklungsund Schwellenländern, insbesondere in den als BRIC-Staaten bekannten Nationen Brasilien, Russland, Indien und China. Die Zumtobel Gruppe ist bestrebt, am prognostizierten Wachstum dieser Länder überproportional zu partizipieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf China, Indien, dem Mittleren Osten, der Türkei und Russland. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass die Wirtschaftsleistung im Großteil dieser Länder noch lange nicht das Niveau der Europäischen Union oder der USA erreichen wird. Daher setzt der Konzern auf mittlere Frist sowohl auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa als auch auf einen deutlichen Ausbau seiner Präsenz in den neuen Wachstumsmärkten.

Unternehmensstrategie

Die Zumtobel Gruppe verfolgt eine langfristig orientierte globale Wachstumsstrategie. Dabei wird ein durchschnittliches jährliches organisches Wachstum angestrebt, das deutlich über dem Branchenwachstum liegt. Aufgrund der zunehmend negativen Konjunkturaussichten scheinen allerdings unsere bisherigen Wachstumsannahmen für die professionelle Lichtindustrie von jährlich rund 4% derzeit nicht mehr haltbar. Daher muss die Zumtobel Gruppe die mittelfristige Umsatzprognose (durchschnittliches Umsatzplus von 10% pro Jahr) für die kommenden Jahre zurücknehmen und die Wachstumserwartung dem konjunkturellen Rahmen anpassen. Die konsequente Wachstumsorientierung und die Investitionen für globales Wachstum werden fortgesetzt, aber kurzfristige Ziele und Maßnahmen flexibel an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst.

Die Beleuchtungsindustrie profitiert vom Thema Energieeffizienz als zentralem Wachstumstreiber. Speziell der Trend zu intelligent gesteuerten, energieeffizienten Beleuchtungsanlagen sowie die LED-Technologie werden in den kommenden Jahren wichtige Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie bringen. Verstärkt werden diese durch die steigende Nachfrage nach professionellen Lichtlösungen aus Wachstumsmärkten, wie zum Beispiel China. Die Zumtobel Gruppe verfügt durch den breit gefächerten Marktzugang, das profunde Know-how in der Lichtanwendung sowie die starke Technologieposition über eine ausgezeichnete Position, um von den Wachstumsimpulsen der Branche überdurchschnittlich zu profitieren.

Um die globalen Marktanteile auszubauen, wurde im Geschäftsjahr 2011/12 vor allem bei der Marke Zumtobel signifikant in die Marktbearbeitung investiert. Dabei setzt der Konzern vor allem auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa. Mittelfristig erwartet sich die Zumtobel Gruppe besondere Wachstumschancen in Asien, dem Mittleren Osten und Osteuropa, wo der Konzern derzeit

Investitionen in die OLED-Technologie

Langfristig orientierte globale Wachstumsstrategie

Dynamische Entwicklung in Wachstumsmärkten

Ausgezeichnete Wettbewerbsposition

Deutlicher Ausbau der Vertriebsmannschaft

deutlich unterrepräsentiert ist. Hier müssen sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessebene erhebliche
Anstrengungen unternommen werden, um das geplante Wachstum sicherzustellen.
Stärkung der
Technologieposition
durch höhere F&E
Aufwendungen und
Investitionen
Einen wesentlichen Hebel für überdurchschnittliches Wachstum stellt die Technologiekompetenz der
Zumtobel Gruppe dar. Deshalb setzt der Konzern auch hier mit verstärkten Investitionen in Neuprodukt
entwicklung und Innovation ein deutliches Zeichen. Der Anteil der Ausgaben für F&E gemessen am Umsatz
ist im Geschäftsjahr 2011/12 auf 5,4% (Vorjahr 5,1%) neuerlich gestiegen und wird auch in den Folgejahren
in der Größenordnung von 5 bis 5,5% vom Umsatz erwartet. Grund für die gestiegenen Innovationskosten
sind schnellere Innovationszyklen sowie parallel laufende Aktivitäten in den Bereichen LED und konventio
nelle Lichttechnik. Darüber hinaus investiert die Zumtobel Gruppe auch gezielt in intelligente
Lichtsteuerungssysteme.
Globale
Organisations
struktur
Die konsequente Implementierung einer globalen Organisationsstruktur ist die Voraussetzung, um die
attraktiven internationalen Wachstumschancen ausschöpfen zu können. Seit Mai 2011 ist eine neue globale
Matrixorganisation für das Lighting Segment in Kraft und bildet die Basis für den globalen Roll-out des erfolg
reichen europäischen Geschäftsmodells. Gleichzeitig bietet die neue Struktur ausreichend Flexibilität für eine
differenzierte Bearbeitung der lokalen Märkte.
Fokus auf organisches
Wachstum
Die aktuelle Mittelfristplanung sieht vor, die Investitionen in das neue Wachstum aus den laufenden Cash
flows zu finanzieren. Dabei wird der Fokus auf organischem Wachstum liegen, eventuell unterstützt durch
gezielte Akquisitionen. Die Zumtobel Gruppe verfügt über einen geringen Verschuldungsgrad sowie eine
solide Bilanzstruktur. Um zusätzliches Wachstum durch gezielte Akquisitionen zu generieren, besteht
grundsätzlich die notwendige finanzielle Flexibilität.
Wachstums
investitionen und
Technologiewandel
belasten Profitabilität
Die hohen Wachstumsinvestitionen durch den Ausbau der Vertriebsstrukturen und die Stärkung des
Produktportfolios sowie der Technologiewandel hin zur LED belasten die laufende Ertragskraft des
Unternehmens. Dem gegenüber steht ein deutliches Ergebniswachstumspotenzial aus einer verbesserten
Auslastung der Produktionskapazitäten, Effizienzsteigerungen aus Skaleneffekten, einer raschen Restrukturie
rung des Asien- und US-Geschäfts im Lighting Segment, erfolgreichen Produkteinführungen im Components
Segment sowie der Erwartung einer starken Kostendegression im Bereich der LED-Zukaufprodukte.
Entsprechend hält der Vorstand an seinem Ziel fest, die bereinigte EBIT-Marge für die Zumtobel Gruppe
unter stabilen konjunkturellen Rahmenbedingungen auf ein Niveau von über 10% zu steigern.
Nachhaltigkeitsstrategie
"Through Light,
we care"
Die globale Wachstumsstrategie ist eng verzahnt mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Zumtobel Gruppe
"Through Light, we care". Ein energieeffizientes Produktangebot, das Know-how und Engagement der
Mitarbeiter, effiziente, ressourcenschonende Geschäftsprozesse und Integrität sind sowohl die vier
Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie als auch Grundvoraussetzung und wesentliche Erfolgsfaktoren
für globales Wachstum.
Dritter Nachhaltig
keitsbericht
veröffentlicht
Um das Thema Nachhaltigkeit in der Gruppe besser steuern und transparent kommunizieren zu können, hat
die Zumtobel Gruppe Ende 2009 die oben genannte Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet und
veröffentlichte
im
Juli 2010
erstmalig
einen
Nachhaltigkeitsbericht,
basierend
auf
Vorgaben
des
internationalen Leitfadens "G3" der Global Reporting Initiative. Der dritte Nachhaltigkeitsbericht wird
zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht 2011/12 veröffentlicht. Darin berichtet die Zumtobel Gruppe über die
Fortschritte im abgelaufenen Jahr sowie im Rahmen eines formellen Nachhaltigkeitsprogramms über
zukünftige Ziele und Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit.

1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Wachstum der Weltwirtschaft schwächt sich im Berichtsjahr zunehmend ab

Auf den ersten Blick hat die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr der Zumtobel Gruppe (1. Mai 2011 bis 30. April 2012) den Erholungskurs des Vorjahres fortgesetzt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezifferte das globale Wirtschaftswachstum für 2011 auf 3,9% nach 5,3% in 20101 . Die industrialisierte Welt konnte dabei wegen der deutlich spürbaren Auswirkungen der Schuldenkrise in wichtigen Industrienationen, insbesondere in Europa, jedoch nur ein moderates Plus von 1,6% erzielen. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte kam es zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung und einige europäische Staaten wie Spanien und Italien rutschten dabei sogar in die Rezession. Die Eurozone wies 2011 ein Wachstum von 1,4% aus, wobei die für die Zumtobel Gruppe wichtige D/A/CH-Region von ihrer starken Exportwirtschaft profitierte. Deutschlands und Österreichs Wirtschaft wuchs nach Angaben des IWF um jeweils 3,1%, die der Schweiz um 1,9%. Die Wirtschaftsleistung der USA legte um 1,7% zu, die Japans schrumpfte aufgrund der Natur- und Atomkatastrophe vom März 2011 um 0,7%. Weiterhin dynamisch entwickelten sich dagegen die Schwellen- und Entwicklungsländer. Von den BRIC-Nationen konnte China eine Expansion des Sozialprodukts um 9,2% verkünden, auch Indien (plus 7,2%) und Russland (plus 4,3%) konnten deutlich zulegen, während Brasiliens wirtschaftliche Entwicklung mit vergleichsweise bescheidenen plus 2,7% an Dynamik verlor.

Der IWF zeichnet angesichts der weiter ungelösten Staatsverschuldungsproblematik für die ersten Monate und für das Gesamtjahr 2012 ein nur verhalten positives Bild und weist auf die großen Risiken und Unsicherheiten bezüglich seiner Prognosen hin. Dies gilt insbesondere für die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2012 infolge der deutlichen konjunkturellen Verlangsamung zum Jahresende 2011. So rechnet der IWF in seinem Konjunkturausblick von Mitte April 2012 mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,5% in 2012. Dabei wird den Entwicklungs- und Schwellenländern eine dynamische Zunahme um 5,7% prognostiziert, während die Industrienationen nur ein bescheidenes konjunkturelles Plus von 1,4% erreichen sollen. Für die Eurozone sind die Experten mit einem Minus von 0,3% besonders skeptisch. Italien und Spanien stecken weiterhin tief in der Rezession und selbst Deutschland als Konjunkturstütze kann nur mit einer moderaten Steigerung des Sozialprodukts von 0,6% rechnen. Auch die Volkswirtschaften Österreichs (plus 0,9%) und der Schweiz (plus 0,8%) dürften sich kaum besser entwickeln. Dagegen zeigen die USA mit plus 2,1% ein stabiles Wachstum, auch Japan soll wieder eine Erholung um 2,0% verzeichnen können. Die Wirtschaftsleistung der BRIC-Nationen dürfte ebenfalls wieder dynamisch zulegen, wenngleich etwa in China mit 8,2% weniger stark als im Vorjahr. Ähnlich ist das Bild in Indien (plus 6,9%) und Russland (plus 4,0%), während Brasiliens Wirtschaft nach der Schwächephase des Vorjahres mit plus 3,0% wieder etwas stärker expandieren kann.

Abnehmende Dynamik

Große Unsicherheiten erschweren Prognosen

1.3 Die Zumtobel Aktie

Konjunkturelle Unsicherheiten belasten die meisten internationalen Aktienmärkte

Hohe Volatilität im Berichtszeitraum 2011/12

Börsenumfeld und Schwäche im

sorgen für Unsicherheit

Komponentengeschäft

Turbulent verliefen die zwölf Monate des Geschäftsjahres 2011/12 der Zumtobel AG (1. Mai bis 30. April) an den Kapitalmärkten. Geprägt von der Schuldenkrise in der Eurozone und den daraus resultierenden Unsicherheiten bezüglich der Auswirkungen auf die Realwirtschaft verzeichneten die meisten Weltbörsen ein schwaches Börsenjahr. Bis etwa zur Jahresmitte 2011 überwog vielerorts noch die Hoffnung auf eine relativ stabile Weltkonjunktur und solide Unternehmensgewinne. Von Juli bis weit in den November 2011 führte die Sorge um die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands, massiv anziehende Zinsen für Anleihen Spaniens und Italiens und Spekulationen bis hin zum Ende des Euro zu massiven Kurseinbrüchen an den Kapitalmärkten, insbesondere in Europa. So büßte beispielsweise der österreichische Leitindex ATX (Austrian Traded Index), in dem auch die Zumtobel Aktie enthalten ist, von Ende April 2011 bis zu seinem Jahrestief am 23. November 42% seines Wertes ein. Danach erholten sich viele Werte jedoch wieder von ihren Tiefstständen und der ATX schloss am 30. April 2012 bei einem Indexstand von 2.119, was einem Wertverlust von mehr als 25% innerhalb von zwölf Monaten entspricht. Auch der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 (minus 23%) und der deutsche DAX (minus 10%) wiesen im Berichtszeitraum eine deutlich negative Performance aus. Einzig der US-Index Dow Jones konnte von der sich belebenden US-Wirtschaft profitieren und ein kleines Plus von 3,7% erzielen.

Zumtobel Aktie mit enttäuschender Performance

Nachdem sich die Zumtobel Aktionäre in den beiden vorausgegangenen Geschäftsjahren über Kurssprünge von rund 140% respektive 50% freuen konnten, verlief das Geschäftsjahr 2011/12 alles andere als erfreulich. Neben der generell schwachen Verfassung österreichischer Aktien litt die Zumtobel Aktie zudem noch unter der sehr deutlichen Abschwächung im Komponentengeschäft. Insgesamt ging der Kurs im Berichtszeitraum 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 um 57,6% nach unten. Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres, am 13. Mai 2011, erreichte die Aktie mit EUR 24,50 ihr Jahreshoch. Angesichts der sich zunehmend eintrübenden Lage im Komponentenbereich sowie der generellen konjunkturellen Unsicherheiten brach der Kurs im Zuge der Börsenbaisse im Spätsommer bis September auf unter EUR 12 ein. Mit Ausnahme von zwei kurzen Erholungsschüben Ende Oktober 2011 und Mitte Februar, wo der Kurs jeweils noch einmal die EUR-15- Schwelle übersprang, pendelte er meist zwischen EUR 10 und EUR 12. Das Jahrestief wurde am 10. April 2012 bei EUR 9,80 ausgewiesen. Die Aktie beendete das Geschäftsjahr am 30. April 2012 mit einem Schlusskurs von EUR 10,40.

Entwicklung der Zumtobel Aktie

Die Marktkapitalisierung der Zumtobel AG veränderte sich im Berichtsjahr 2011/12 analog zum Aktienkurs. Auf Basis einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Zahl von 43,5 Millionen Inhaberstammaktien wurde das Unternehmen zum 30. April 2012 mit 452 Mio EUR bewertet. Im ATX, dem Leitindex der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs, belegte die Zumtobel Aktie per 30. April Platz 27 in Bezug auf die Marktkapitalisierung und Platz 18 in Bezug auf das Handelsvolumen. Der durchschnittliche Tagesumsatz erhöhte sich leicht gegenüber dem Vorjahr und betrug im Berichtszeitraum 155.548 Stück (Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht).

Kennzahlen zur Zumtobel Aktie im GJ 2011/12

Schlusskurs 30.04.12 EUR 10,40 Währung EUR
Schlusskurs 29.04.11 EUR 24,50 ISIN AT0000837307
Performance GJ 2011/12 -57,6% Börsenkürzel Wiener Börse (XETRA) ZAG
Marktkapitalisierung am 30.04.12 452 Mio EUR Marktsegment Prime Market
Höchstkurs am 13.05.11 EUR 24,50 Reuters Symbol ZUMV.VI
Tiefstkurs am 10.04.12 EUR 9,80 Bloomberg Symbol ZAG AV
Ø tägl. Handelsvolumen (Stück) 155.548 Anzahl der Aktien 43.500.000

Aktionärsstruktur kaum verändert

Die Aktionärsstruktur der Zumtobel AG hat sich im Berichtsjahr 2011/12 kaum verändert. Die Familie Zumtobel ist mit einem Anteil von 35,4% der Stimmrechte weiterhin der seit dem Börsengang etablierte stabile Kernaktionär der Zumtobel AG. Darüber hinaus halten die institutionellen Investoren FMR LLC (Fidelity) und Delta Lloyd Asset Management zum Bilanzstichtag jeweils über 5% an der Zumtobel AG. Der Rest der Anteilscheine liegt zum Großteil bei institutionellen Investoren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand eigener Anteile 393.390 Stück (Vorjahr 678.553 Stück).

Dividende entsprechend dem Jahresergebnis reduziert

Die Zumtobel Gruppe verfolgt eine ertragsorientierte Dividendenpolitik, die vorsieht, dass rund 30% bis 50% des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Vor dem Hintergrund der verschlechterten operativen Entwicklung im Berichtsjahr wird der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung der Zumtobel AG, die am 27. Juli 2012 stattfindet, eine Reduzierung der Dividende von EUR 0,50 im Vorjahr auf EUR 0,20 für das Geschäftsjahr 2011/12 vorschlagen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von knapp über 50%.

Investor-Relations-Arbeit mit Fokus auf Transparenz und Dialog

Eine transparente und offene Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern genießt beim Zumtobel Management eine sehr hohe Priorität. Dies gilt insbesondere auch in schwierigen Zeiten an den Kapitalmärkten. Entsprechend haben der Vorstand und die Investor-Relations-Abteilung des Unternehmens auf zahlreichen Roadshows und in einer Vielzahl von Einzelgesprächen den Dialog mit Investoren und Analysten im In- und Ausland intensiv fortgeführt. Dabei fanden unter anderem Besuche bei institutionellen Investoren in London, New York, Boston, Zürich, Frankfurt, Paris, Edinburgh, Amsterdam, Wien und Toronto statt. Im Geschäftsjahr 2011/12 berichteten zehn renommierte internationale und heimische Investmentbanken regelmäßig über die Zumtobel Aktie und gaben dabei ihre Einschätzung zur Unternehmensbewertung ab. Im Zweijahresrhythmus, jeweils anlässlich der Light + Building Messe in Frankfurt, führt Zumtobel zudem einen sogenannten Capital Markets Day für Analysten und institutionelle Investoren durch. In diesem Zusammenhang präsentierten Vorstand und Management am 17. und 18. April 2012 auf Messeführungen und im Rahmen von Vorträgen die operative Entwicklung und die Strategie der Unternehmensgruppe.

Familie Zumtobel hält weiterhin 35,4%

Dividendenvorschlag von 20 Cent je Aktie

Intensiver Kontakt mit den Investoren

Marktkapitalisierung sinkt auf unter 500 Mio EUR

Im Zuge der Quartalsberichterstattung und im Rahmen des Jahresabschlusses bietet Zumtobel regelmäßig Conference Calls zur Erläuterung der Geschäftszahlen an, wovon zahlreiche Investoren und Analysten Gebrauch machen. Auch Privatanleger wurden im Berichtsjahr mittels speziell auf die Zielgruppe zugeschnittenen Investor-Relations-Veranstaltungen gezielt über die Entwicklung und den Ausblick des Unternehmens informiert.

Ein wichtiges Medium, um alle Investoren und am Unternehmen Interessierten zeitgleich zu erreichen, ist das Internet. Unter der Unternehmens-Webseite www.zumtobelgroup.com sind sämtliche Unternehmensveröffentlichungen und alles Wissenswerte über die Zumtobel Gruppe für jeden abrufbar. Darüber hinaus kann die Investor-Relations-Abteilung direkt unter den folgenden Kontaktdaten erreicht werden:

Zumtobel AG/Investor Relations Höchster Straße 8 A-6850 Dornbirn Tel. +43 (5572) 509-1125 [email protected]

1.4 Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2011

Hauptversammlung
beschließt Dividende
für GJ 2011/12
Auf der am 22. Juli 2011 stattgefundenen 35. ordentlichen Hauptversammlung wurde beschlossen, für das
Geschäftsjahr 2010/11 eine Dividende in Höhe von 0,50 EUR je anspruchsberechtigter Stückaktie
auszuschütten. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 29. Juli 2011.
Werksausbau für
Leuchtenwerk
Dornbirn
Am 11. Oktober 2011 verkündete die Zumtobel Gruppe als Teil ihrer im April 2011 veröffentlichten
Mittelfriststrategie den Ausbau des Leuchtenwerks in Dornbirn, Österreich. Die Investitionssumme beläuft
sich auf insgesamt rund 20 Mio EUR und beinhaltet die Erweiterung der Produktion, die Integration des
Roh- und Halbzeuglagers in den Produktionsprozess sowie die Auslagerung der Distributionslogistik. Der
Neubau soll im Laufe des Jahres 2013 in Betrieb genommen werden.
Neuer Kreditvertrag
bis 2016
abgeschlossen
Um die langfristige Liquidität zu günstigen Konditionen sicherzustellen, hat die Zumtobel Gruppe im
November 2011 ihren bestehenden Kreditvertrag, der 2013 fällig geworden wäre, frühzeitig refinanziert. Der
neue Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem maximal ausnutzbaren Rahmen
von 500 Mio EUR wurde mit einem Syndikat aus sieben Banken abgeschlossen. Die Mittel stehen für
allgemeine Geschäftszwecke zur Verfügung. Zum 30. April 2012 hat die Zumtobel Gruppe 200 Mio EUR des
bestehenden Kreditrahmens beansprucht und weist eine Nettoverschuldung von 141,4 Mio EUR aus.
Schließung des
Magnetikwerks
Malaysia
Angesichts des rapiden Wandels hin zu energieeffizienten Lichtkomponenten und einem Anstieg bei den
Rohmaterialpreisen für Kupfer und Stahl hat sich der Nachfragerückgang nach magnetischen Vorschalt
geräten in letzter Zeit deutlich verstärkt. Um die Produktionskapazitäten an die Nachfrage anzupassen,
wurde der Produktionsstandort für magnetische Vorschaltgeräte in Ulu Tiram (Malaysia) per Ende des
Kalenderjahres 2011 geschlossen. Von dieser Maßnahme waren 44 Mitarbeiter betroffen.
Wechsel in der
Geschäftsführung der
Komponententochter
Tridonic
Im Januar 2012 gab es im Komponentengeschäft der Zumtobel Gruppe eine Veränderung in der Geschäfts
führung. Tridonic CEO Walter Ziegler und COO Rüdiger Kofahl haben das Unternehmen verlassen. Der
Vorstandsvorsitzende der Zumtobel AG, Harald Sommerer, übernahm interimistisch zusätzlich zu seinen
Aufgaben als CEO des Konzerns die Agenden der Tridonic Geschäftsführung. Eine Personalsuche zur
Neubesetzung der beiden Positionen wurde umgehend eingeleitet. Mit Wirkung 01. Juni 2012 übernahm
Gavin Brydon die Funktion des Chief Operating Officer bei der Tridonic.

Weitere wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum sind nicht zu vermelden.

1.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen umfassen den Vorstand und Aufsichtsrat der Zumtobel AG. Zum Bilanzstichtag 30. April 2012 sind keine Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen vorhanden.

Mit assoziierten Unternehmen und Joint Ventures bestehen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen.

1.6 Geschäftsverlauf

1.6.1 Auf einen Blick

Das Geschäftsjahr 2011/12 war von der deutlichen Schwäche im Komponentengeschäft geprägt. Die Betrachtung der Umsatzentwicklung im Quartalsverlauf zeigt eine stetige Verlangsamung der Umsatzdynamik gegenüber dem Vorjahr. Während das Komponentengeschäft ab Spätsommer 2011 eine deutlich rückläufige Nachfrage verzeichnete, verfehlte das Leuchtengeschäft der Zumtobel Gruppe mit 9,2% die avisierten 10% Umsatzwachstum nur knapp. In Summe stieg der Umsatz der Zumtobel Gruppe im Berichtsjahr um 4,2% auf 1.280,3 Mio EUR.

Vor allem infolge der massiven Schwäche des Komponentengeschäfts und des deutlichen Anstiegs der mit dem gezielten Ausbau der Vertriebs- und F&E-Aktivitäten verbundenen Ausgaben verringerte sich im Geschäftsjahr 2011/12 das bereinigte EBIT um 43,8 Mio EUR beziehungsweise 55,9% auf 34,6 Mio EUR (Vorjahr 78,4 Mio EUR). In Prozent vom Umsatz entspricht dies einer bereinigten EBIT-Marge von 2,7% (Vorjahr 6,4%). Das typischerweise sowohl auf der Umsatz- als auch Ergebnisseite immer schwächere zweite Halbjahr wurde im Geschäftsjahr 2011/12 zusätzlich überproportional von der Schwäche im Components Segment und dem Fixkostenaufbau aufgrund des Technologiewandels sowie der hohen Wachstumsinvestitionen belastet.

1.6.2 Umsatzentwicklung

Gruppenumsatz steigt um 4,2% gegenüber Vorjahr
>>
Solides Umsatzwachstum im Lighting Segment mit plus 9,2%
>>
>>
Components Segment deutlich unter Vorjahresniveau (minus 6,7%)
>>
Hohe Wachstumsdynamik mit LED-Produkten (plus 82,6%)
>>
Enttäuschende Umsatzentwicklung in Asien und den USA
Gruppenumsatz
plus 4,2%
Im Geschäftsjahr 2011/12 (1. Mai 2011 bis 30. April 2012) stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um
4,2% auf 1.280,3 Mio EUR (Vorjahr 1.228,2 Mio EUR). Dabei ist die Entwicklung nach Segmenten und
Regionen sehr unterschiedlich. Das Thema Energieeffizienz ist weiterhin der zentrale Wachstumstreiber der
Zumtobel Gruppe. Speziell der Trend zu intelligent gesteuerten, energieeffizienten Beleuchtungsanlagen
sowie die LED-Technologie bringen wichtige Wachstumsimpulse.
Solides
Umsatzwachstum im
Lighting Segment
Im Lighting Segment mit den Marken Zumtobel und Thorn hat sich die gute Wachstumsdynamik aus dem
Vorjahr (plus 6.4%) weiter fortgesetzt. Getragen durch eine positive Entwicklung des Renovierungsgeschäfts,
das starke Wachstum mit LED-Produkten sowie erste positive Effekte aus dem Ausbau des Vertriebs im
Rahmen der globalen Wachstumsstrategie, stieg der Segmentumsatz im Berichtszeitraum um 9,2% auf
949,2 Mio EUR (Vorjahr 869,0 Mio EUR). Im zweiten Halbjahr lag das Umsatzwachstum mit 7,4% leicht
unter dem Wachstum des ersten Halbjahres von 11,0%. Damit hebt sich das Lighting Segment weiterhin
deutlich von der generellen Entwicklung im gewerblichen Hochbau ab, die nach wie vor stagnierend ist.
Components Segment
deutlich unter
Vorjahresniveau
Nachdem der Umsatz im Components Segment im Geschäftsjahr 2010/11 noch um 19,3% gesteigert
werden konnte, fiel der Umsatz im Berichtsjahr um 6,7% auf 408,1 Mio EUR (Vorjahr 437,3 Mio EUR). Im
zweiten Halbjahr ist der Umsatzrückgang mit 14,8% besonders deutlich ausgefallen. Neben dem heraus
fordernden Marktumfeld hat vor allem eine temporäre Schwäche im Produktportfolio zu der enttäu
schenden Entwicklung beigetragen. Dies führte zu sinkenden Umsätzen sowohl mit elektronischen als auch
mit magnetischen Vorschaltgeräten. Der Nachfragerückgang von über 30% bei magnetischen Vorschalt
geräten wurde zudem durch hohe Kupferpreise und die damit verbundenen Preiserhöhungen verstärkt. Vor
diesem Hintergrund wurde zur Anpassung der Kapazitäten ein Produktionsstandort für magnetische
Vorschaltgeräte in Ulu Tiram (Malaysia) mit insgesamt 44 Mitarbeitern per Kalenderjahresende 2011
geschlossen. Die Umsatzentwicklung mit LED-Lichtkomponenten lag trotz Zuwächsen hinter den
Erwartungen.
Entwicklung Segmente in Mio EUR 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
Lighting Segment 949,2 869,0 9,2
Components Segment 408,1 437,3 -6,7
Überleitung -77,0 -78,1 -1,4
Zumtobel Gruppe 1.280,3 1228,2 4,2

Weiterhin hohe Wachstumsdynamik mit LED-Produkten

Das dynamische Umsatzwachstum mit LED-Produkten setzte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fort. Der Konzernumsatz mit LED-Produkten stieg im Berichtsjahr um 82,6% auf 183,2 Mio EUR (Vorjahr 100,3 Mio EUR). Der LED-Anteil am Gruppenumsatz erhöhte sich damit auf nunmehr 14,3% gegenüber 8,2% im Geschäftsjahr 2010/11. Vor allem das Lighting Segment konnte mit einem umfassenden innovativen LED-Leuchtenportfolio von der stark steigenden Nachfrage nach LED-Beleuchtung profitieren, der LED-Segmentumsatz stieg um 116,6% auf 136,6 Mio EUR. Das LED-Produktportfolio im Components Segment besteht neben LED-Modulen und -Konvertern für die Allgemeinbeleuchtung im Wesentlichen aus LED-Modulen für Lichtwerbung und Kühlgeräte sowie LED-Retrofit-Lampen. Der Umsatz mit diesen LED-

Komponenten stieg um 31,4% auf 54,7 Mio EUR und blieb damit deutlich hinter dem Wachstum im Lighting Segment zurück.

Regionale Geschäftsentwicklung

Umsatzerlöse Veränderung
2011/12 in Mio EUR in %
D/A/CH 343,3 11,5
Osteuropa 76,5 7,9
Nordeuropa 108,2 10,5
Westeuropa 375,0 3,2
Südeuropa 93,0 -12,0
Europa 995,9 5,3
Asien 114,3 1,0
Australien &
Neuseeland 123,6 1,5
Amerika 35,7 1,0
Rest 10,7 -14,0
Gesamt 1.280,3 4,2

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen im Geschäftsjahr 2011/12 verlief sehr unterschiedlich. Während das Components Segment im Berichtsjahr in fast allen Regionen deutliche Umsatzrückgänge verzeichnete, konnte das Lighting Segment die solide positive Umsatzentwicklung in Europa fortsetzen. Im Geschäftsjahr 2011/12 stieg der Umsatz der Zumtobel Gruppe in Europa um insgesamt 5,3% auf 995,9 Mio EUR (Vorjahr 945,4 Mio EUR). Aufgrund der niedrigeren Wachstumsraten in den außereuropäischen Regionen erhöhte sich der relative Umsatzanteil Europas am Konzernumsatz leicht von 77,0% auf 77,8%. Regionaler Wachstumsmotor war die D/A/CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), die ein Umsatzplus von 11,5% verzeichnete. Im Wachstumsmarkt Osteuropa erhöhten sich die Umsätze um 7,9% auf 76,5 Mio EUR. Die Nachfrage in Nordeuropa (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Island) entwickelte sich im Berichtsjahr mit einem Umsatzplus von 10,5% erfreulich. Vor allem das Leuchtengeschäft in den Ländern Schweden und Norwegen zeigte eine dynamische Entwicklung. Die für die Zumtobel Gruppe umsatzstärkste Region Westeuropa (Großbritannien, Frankreich, Benelux) wuchs um 3,2%. Die gute Entwicklung im Lighting Segment konnte die deutlich sinkende Nachfrage im Komponentengeschäft überkompensieren. In der Region Südeuropa (Italien, Spanien, Griechenland, Türkei) führten ein stark rückläufiges Komponentengeschäft sowie ein zum Geschäftsjahresende auch zunehmend schwieriges Leuchtengeschäft zu einem Umsatzrückgang von 12,0%.

In den Regionen außerhalb von Europa war die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2011/12 zum Großteil enttäuschend. Sowohl in Asien (umfasst im Wesentlichen China, Hongkong, Singapur, Indien und den Mittleren Osten) als auch in den USA stieg der Umsatz im Berichtsjahr lediglich um 1,0% gegenüber dem Vorjahr. In beiden Regionen werden von einem neuen Management sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessebene erhebliche Anstrengungen eingeleitet, um die notwendige Basis für zukünftiges Wachstum zu stärken. Die Region Australien & Neuseeland verzeichnete im Geschäftsjahr 2011/12, unterstützt durch positive Währungseffekte, ein geringes Wachstum von 1,5%.

Leuchtengeschäft in europäischen Kernmärkten zentraler Wachstumsmotor

Enttäuschende Entwicklung in Asien und den USA

1.6.3 Ertragsentwicklung

  • Bereinigtes EBIT sinkt von 78,4 Mio EUR auf 34,6 Mio EUR

  • Deutlich geringere Bruttoergebnismarge mit 31,1% (Vorjahr 33,4%)

  • Starker Anstieg der Vertriebs- und Entwicklungskosten

  • Jahresergebnis sinkt auf 16,0 Mio EUR (Vorjahr 51,3 Mio EUR)

Gewinn- und Verlustrechnung in Mio EUR 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 1.280,3 1.228,2 4,2
Kosten der umgesetzten Leistungen -882,5 -817,9 7,9
Bruttoergebnis vom Umsatz 397,8 410,3 -3,1
in % vom Umsatz 31,1 33,4
SG&A Aufwendungen ohne Sondereffekte -363,2 -331,9 9,4
Bereinigtes EBIT 34,6 78,4 -55,9
in % vom Umsatz 2,7 6,4
Sondereffekte 0,0 -2,4 -100,0
EBIT 34,6 76,0 -54,5
in % vom Umsatz 2,7 6,2
Finanzergebnis -13,9 -16,2 14,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 20,7 59,8 -65,3
Ertragsteuern -4,0 -7,0 -42,6
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen -0,8 -1,5 49,5
Jahresergebnis 16,0 51,3 -68,9
Abschreibungen und Amortisierungen 53,9 51,5 4,5
Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,37 1,19 -69,0

Nachrichtlich: Das EBITDA im Geschäftsjahr 2011/12 betrug 88,5 Mio EUR (Vorjahr 127,6 Mio EUR).

Bereinigtes EBIT sinkt Das bereinigte EBIT sank im Geschäftsjahr 2011/12 um 43,8 Mio EUR von 78,4 Mio EUR auf 34,6 Mio EUR.
auf 34,6 Mio EUR Damit fiel die bereinigte EBIT-Marge von 6,4% auf 2,7%. Die Bruttoergebnismarge verschlechterte sich von
33,4% im Vorjahr auf 31,1%. Dieser deutliche Rückgang des Bruttoergebnisses ist zum Großteil auf die
Belastungen aus dem Technologiewandel sowie die Schwäche im Components Segment zurückzuführen.
Darüber hinaus wurde das EBIT durch die hohen Wachstumsinvestitionen, vor allem in den Ausbau der
Vertriebsstrukturen, belastet.

Zur Absicherung der guten Wettbewerbsposition muss die Zumtobel Gruppe gleichzeitig in den Bereichen LED und konventionelle Lichttechnik investieren. Dies führt zu einer übergangsweise größeren Produktvielfalt und damit in beiden Segmenten zu deutlich höheren F&E-Aufwendungen und Investitionen. Die in den Kosten der umgesetzten Leistungen enthaltenen Entwicklungskosten stiegen im Berichtszeitraum um 8,5 Mio EUR auf 54,8 Mio EUR. Das Ergebnis im Components Segment wurde darüber hinaus durch die verringerte Auslastung der Anfang des Geschäftsjahres 2011/12 ausgebauten Produktionskapazitäten, das rückläufige Geschäft mit margenstarken elektronischen Vorschaltgeräten sowie den hohen Preisdruck stark belastet. Starker Anstieg der Entwicklungskosten

Aufgrund der mittelfristigen Wachstumsperspektiven investierte die Zumtobel Gruppe im Berichtszeitraum weiterhin deutlich in den Ausbau der Vertriebsstrukturen. Entsprechend erhöhten sich die Vertriebskosten von 305,2 Mio EUR im Vorjahr auf 331,3 Mio EUR im Geschäftsjahr 2011/12, vor allem im Zusammenhang mit dem Ausbau der Vertriebsmannschaft sowie der Erhöhung der Marketingausgaben im Lighting Segment. So wurden in den letzten 18 Monaten annähernd 120 zusätzliche Vertriebsmitarbeiter eingestellt. Die Vertriebskosten erhöhen sich um 26,1 Mio EUR

Verwaltungskosten lagen mit 38,0 Mio EUR nur leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 36,5 Mio EUR). Das sonstige betriebliche Ergebnis ohne Sondereffekte beinhaltet vor allem Lizenzeinnahmen aus dem LED-Geschäft und sank im Berichtsjahr von 9,7 Mio EUR auf 6,1 Mio EUR. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im dritten Quartal 2010/11 Erträge in der Höhe von 3,0 Mio EUR aus einer einmaligen LED-Lizenznutzungsvereinbarung verbucht wurden.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden keine Sondereffekte verbucht. Die Sondereffekte des Vorjahres beliefen sich auf 2,4 Mio EUR. Auf die detaillierten Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.3 wird verwiesen.

Zur Darstellung des operativen Erfolges wurde das EBIT des Vorjahres um Sondereffekte bereinigt:

Bereinigtes EBIT in Mio EUR 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
Berichtetes EBIT 34,6 76,0 -54,5
davon Sondereffekte 0,0 -2,4 -100,0
Bereinigtes EBIT 34,6 78,4 -55,9
in % vom Umsatz 2,7 6,4

In Summe verbesserte sich das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 um 2,4 Mio EUR auf minus 13,9 Mio EUR, obwohl sich der Zinssaldo aufgrund einer über den Jahresverlauf höheren Inanspruchnahme des ausnutzbaren Rahmens des Konsortialkreditvertrages sowie einer im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Kreditmarge um 1,8 Mio EUR verschlechterte. Demgegenüber war das Minus bei den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen mit 3,9 Mio EUR deutlich geringer als im Vorjahr (Vorjahr minus 8,8 Mio EUR). Diese Position beinhaltet vor allem das Ergebnis aus der Bewertung von Devisentermingeschäften zu den jeweiligen Marktwerten zum Abschlussstichtag sowie Effekte aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten. Darüber hinaus ist in dieser Position die Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen enthalten. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.5 wird verwiesen.

2011/12 2010/11 Veränderung
Finanzergebnis in Mio EUR in %
Zinsaufwand -11,3 -9,8 15,3
Zinsertrag 2,1 2,4 -12,1
Zinssaldo -9,2 -7,5 24,0
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge -3,9 -8,8 55,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen -0,7 0,0 <-100
Finanzergebnis -13,9 -16,2 14,5

Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 20,7 Mio EUR (Vorjahr 59,8 Mio EUR). Der Ertragsteueraufwand belief sich auf 4,0 Mio EUR (Vorjahr 7,0 Mio EUR). Der tatsächliche Steuersatz stellt einen gewichteten Durchschnitt aller im Konsolidierungskreis enthaltenen Gesellschaften dar und beträgt 19,3%. Aus der Veränderung der latenten Steuerpositionen ergab sich ein positiver erfolgswirksamer Effekt in Höhe von 1,0 Mio EUR (Vorjahr 1,5 Mio EUR). Auf die detaillierten Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.6 wird verwiesen.

Das Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen bezieht sich auf den im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aufgegebenen Bereich der Eventbeleuchtung (Space Cannon VH SRL). Im Geschäftsjahr 2011/12 fielen im Rahmen des Reorganisationsverfahrens für Space Cannon nachträglich Aufwendungen in Höhe von 0,8 Mio EUR an. Das Jahresergebnis (inklusive Minderheiten) nach Steuern ging im Berichtsjahr deutlich auf

Leicht verbessertes Finanzergebnis

Vorsteuerergebnis sinkt auf 20,7 Mio EUR

Jahresergebnis erreicht 16,0 Mio EUR

16,0 EUR Mio (Vorjahr 51,3 Mio EUR) zurück. Für die Aktionäre der Zumtobel AG ergibt dies ein Ergebnis
je Aktie (unverwässert bei 43,1 Mio Aktien) von 0,37 EUR (Vorjahr 1,19 EUR bei 42,8 Mio Aktien).
1.6.4
Wirtschaftliche Lage der Zumtobel AG und Dividende
Funktion der
Zumtobel AG
Die Zumtobel AG fungiert als Konzernobergesellschaft der Zumtobel Gruppe und stellt übergreifende
Management- und Servicefunktionen bereit. Diese umfassen unter anderem die Bereiche Controlling,
Personalwesen, Konzernrechnungswesen, Steuern und Recht, Interne Revision, Versicherungswesen, Treasury
(inklusive zentraler Finanzierung und Liquiditätsmanagement des Konzerns), IT, Unternehmenskommu
nikation und Investor Relations. Zudem verwaltet die Gesellschaft den überwiegenden Teil der inländischen
Liegenschaften. Die Zumtobel AG hatte im Berichtsjahr keine Zweigniederlassungen.
Der Einzelabschluss
der Zumtobel AG
Die Nettoumsatzerlöse in Höhe von 34,5 Mio EUR (Vorjahr 34,5 Mio EUR) beinhalten IT-Dienstleistungen
in Höhe von 19,7 Mio EUR (Vorjahr 19,6 Mio EUR), Mieteinnahmen in Höhe von 7,7 Mio EUR (Vorjahr
7,6 Mio EUR) sowie sonstige Umlagen in Höhe von 7,2 Mio EUR (Vorjahr 7,3 Mio EUR).
Das Betriebsergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio EUR auf minus 5,8 Mio EUR.
Die Erträge aus verbundenen Unternehmen beliefen sich auf 50,4 Mio EUR (Vorjahr 36,0 Mio EUR). Aus
der Tridonic GmbH & Co KG (Obergesellschaft des Components Segments) wurden 40,0 Mio EUR
entnommen (Vorjahr 15,0 Mio EUR) und aus der Tridonic GmbH 0,4 Mio EUR (Vorjahr 1,0 Mio EUR). Die
Ausschüttungen der Zumtobel Lighting GmbH als Obergesellschaft des Lighting Segments beliefen sich auf
10,0 Mio EUR (Vorjahr 20,0 Mio EUR).
Das Jahresergebnis verbesserte sich von 28,3 Mio EUR auf 31,3 Mio EUR. Die Eigenkapitalquote der
Zumtobel AG belief sich zum 30. April 2012 auf 83,6% (Vorjahr 82,0%).
Dividendenvorschlag
von 20 Cent je Aktie
Für die Dividendenausschüttung steht der Zumtobel AG im Geschäftsjahr 2011/12 ein Bilanzgewinn in
Höhe von 38,6 Mio EUR (Vorjahr 28,9 Mio EUR) zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der verschlechterten
operativen Entwicklung im Berichtsjahr wird der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptver
sammlung der Zumtobel AG, die am 27. Juli 2012 abgehalten wird, die Reduzierung der Dividende von 0,50
EUR auf 0,20 EUR für das Geschäftsjahr 2011/12 vorschlagen.
Zum 30. April 2012 betrug der Bestand eigener Anteile 393.390 Stück (Vorjahr 678.553 Stück).
1.6.5
Saisonalität, Cashflow und Vermögenslage
>>
Positive Entwicklung beim Working Capital
>>
Operativer Cashflow erhöhte sich um 17,7%
>>
Free Cashflow beträgt 22,3 Mio EUR
Weiterhin gesicherte Liquiditätsposition und solide Bilanzstruktur
>>
Saisonalität des
Geschäftsverlaufs
Der Geschäftsverlauf der Zumtobel Gruppe unterliegt einer typischen Saisonalität. Im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres (1. Mai bis 31. Oktober) ist die Geschäftstätigkeit üblicherweise höher, da von Sommer bis
Herbst eine relativ höhere Anzahl von Bauprojekten fertiggestellt wird und dabei der Einbau der
Beleuchtung als eine der letzten Maßnahmen vorgenommen wird. Im dritten Quartal (1. November bis
31. Januar) ist das Umsatzniveau wegen der Weihnachts- und Winterpause in der Baubranche deutlich
niedriger und im Schlussquartal (1. Februar bis 30. April) nimmt die Aktivität wieder sukzessive zu.
Einhergehend mit dem Umsatzverlauf entwickelt sich auch das Ergebnis (gemessen am bereinigten EBIT) mit

saisonalen Schwankungen, was ein deutlich niedrigeres Ergebnis im zweiten Halbjahr zur Folge hat. Zusätzlich

ist das zweite Geschäftshalbjahr häufig mit Ausgaben für Fachmessen belastet.

Die Cashflows werden mit dem jeweiligen monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet und aggregiert, während die Bilanzpositionen mit dem Stichtagskurs umgerechnet werden. Aus diesem Grund kommt es vor allem in den einzelnen Positionen des Cashflows aus dem operativen Geschäft zu deutlich abweichenden Werten im Vergleich zu den Differenzen der jeweiligen Bilanzpositionen.

Zum 30. April 2012 lag der Working Capital-Bestand trotz gestiegenem Geschäftsvolumen mit 228,3 Mio EUR auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr 228,8 Mio EUR). Im Jahresverlauf konnten die hohen Vorratsbestände insbesondere im Components Segment durch konsequentes Bestandsmanagement stetig reduziert werden. In Prozent vom rollierenden Zwölfmonatsumsatz erreichte das Working Capital zum Bilanzstichtag 17,8% (Vorjahr 18,6%) und liegt damit am unteren Ende des vom Konzern definierten Zielkorridors von 18 bis 20%. Zur gleichen Zeit reduzierte sich das Factoring zum Bilanzstichtag von 50,0 Mio EUR auf 41,8 Mio EUR.

Working Capital in % von rollierenden 12-Monats-Umsätzen

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erhöhte sich im Berichtsjahr um 11,8 Mio EUR auf 78,1 Mio EUR (Vorjahr 66,4 Mio EUR). Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr trotz eines deutlich niedrigeren Betriebsergebnisses sowie höherer bezahlter Steuern resultiert im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus durch den Abbau des Working Capital.

Für Anlageninvestitionen wurden im Berichtsjahr 57,2 Mio EUR (Vorjahr 57,3 Mio EUR) ausgegeben. Anlageninvestitionen umfassen Investitionen in die Herstellung von Werkzeugen für neue Produkte, Erweitungsinvestitionen, Instandhaltungsinvestitionen sowie aktivierte Kosten für F&E in Höhe von 11,1 Mio EUR (Vorjahr 14,1 Mio EUR). Die Erweiterungsinvestitionen betreffen im Wesentlichen neue Produktionsanlagen in den Leuchtenwerken Dornbirn (Österreich), Lemgo (Deutschland) und Les Andelys (Frankreich) sowie Anlagen für LED-Module in Jennersdorf (Österreich).

Aufgrund der positiven Entwicklung beim Working Capital erhöhte sich der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2011/12 um 17,4 Mio EUR auf 22,3 Mio EUR. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von minus 14,6 Mio EUR (Vorjahr minus 18,5 Mio EUR) sind vor allem die Zahlung der Dividende an die Aktionäre der Zumtobel AG für das Geschäftsjahr 2010/11, die Zinszahlungen in Höhe von 9,5 Mio EUR sowie die Erhöhung der Inanspruchnahme der Kreditlinien enthalten.

Operativer Cashflow erhöht sich um 17,7%

Anlageninvestitionen auf dem Niveau des Vorjahres

Erhöhung des Free Cashflow auf 22,3 Mio EUR

Gesicherte Liquiditätsposition

Zum Bilanzstichtag 30. April 2012 verfügt die Zumtobel Gruppe zur Sicherung einer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit über unbesicherte Kontokorrentkreditlinien in Höhe von insgesamt 100,6 Mio EUR (Vorjahr 107,3 Mio EUR) sowie einen im November 2011 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis 2016 und einem maximal ausnutzbaren Rahmen von 500 Mio EUR. Hiervon sind zum Bilanzstichtag 200 Mio EUR in Anspruch genommen worden. Die Finanzierung aus dem Konsortialkreditvertrag ist an die Einhaltung von Financial Covenants (Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie Eigenkapitalquote größer als 25%) geknüpft. Zum Bilanzstichtag wurden die Financial Covenants vollumfänglich eingehalten. Der Schuldendeckungsgrad lag bei 1,60 und die Eigenkapitalquote bei 35,8%. Die Nettoverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 141,4 Mio EUR (Vorjahr 141,3 Mio EUR) und lagen damit auf Vorjahresniveau.

Bilanzkennzahlen in Mio EUR 30. April 2012 30. April 2011
Bilanzsumme 1.036,3 1.020,5
Nettoverbindlichkeiten 141,4 141,3
Schuldendeckungsgrad 1,60 1,11
Eigenkapital 370,5 378,7
Eigenkapitalquote in % 35,8 37,1
Verschuldungsgrad in % 38,2 37,3
Investitionen 57,2 57,3
Working Capital 228,3 228,8
in % vom rollierenden Zwölfmonatsumsatz 17,8 18,6

Solide Bilanzstruktur

Die Qualität der Bilanzstruktur hat sich im Geschäftsjahr 2011/12 nicht wesentlich verändert. Die Eigenkapitalquote sank gegenüber dem 30. April 2011 von 37,1% auf 35,8%. Hauptgründe dafür sind die Belastungen aus der Dividendenausschüttung sowie die Erhöhung der Rückstellung für Pensionen in Großbritannien, da der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung infolge der Verwendung niedrigerer Zinssätze angestiegen ist. Der Verschuldungsgrad (Gearing) – als Quotient von Nettoverbindlichkeiten zum Eigenkapital – verschlechterte sich geringfügig von 37,3% auf 38,2%.

1.7 Mitarbeiter

Engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg der Zumtobel Gruppe. Mit ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenz sowie Passion für das Thema Licht schaffen sie anspruchsvolle Lichtlösungen, die weltweit Maßstäbe setzen. Das Unternehmen legt großen Wert auf konsequente Kundenorientierung, Innovationsgeist und unternehmerisches Handeln.

Zum Stichtag 30. April 2012 beschäftigt die Zumtobel Gruppe weltweit 7.456 Vollzeitkräfte (inklusive Leiharbeiter). Zwar wurde entsprechend der globalen Wachstumsstrategie im Berichtszeitraum deutlich in den Ausbau der Vertriebsmannschaft sowie der F&E-Teams investiert, gegenläufig jedoch kam es aufgrund der schwierigen Lage im Komponentengeschäft vor allem in der Produktion zu einer Anpassung der Personalkapazitäten und -kosten. In Summe ist der Personalstand (inklusive Leiharbeiter) im Berichtsjahr um 358 Mitarbeiter zurückgegangen. Die Verteilung und Entwicklung nach Tätigkeitsbereichen und Regionen zeigt die folgende Grafik:

Mitarbeiterzahl sank um 4,6%

Verteilung nach Tätigkeitsbereich und Region

Das bereinigte EBIT in Prozent von den Personalkosten(Mitarbeiterproduktivität) entwickelte sich aufgrund des deutlich verschlechterten operativen Ergebnisses von 19,7% im Vorjahr auf 8,2% im Berichtszeitraum. Der Umsatz je Mitarbeiter auf Durchschnittsbasis (inklusive Leiharbeiter) verbesserte sich von 161.200 EUR auf 165.600 EUR je Mitarbeiter.

Verschlechterte Mitarbeiterproduktivität

Aktuelle Herausforderungen und Strategien

Der Technologiewandel bringt neue Herausforderungen für die Personalarbeit. Das bestehende Know-how soll erhalten bleiben und es müssen zunehmend Mitarbeiter mit Qualifikationen in den Bereichen Elektronik und LED aufgebaut werden. Dies geschieht über die Rekrutierung neuer, aber auch über Weiterbildung und Qualifizierung der bestehenden Mitarbeiter. Für die globale Implementierung des erfolgreichen europäischen Geschäftsmodells im Lighting Segment müssen vermehrt internationale Mitarbeiter angeworben und der Transfer von Know-how innerhalb des Unternehmens forciert werden. Interne Job-Rotationen und längerfristige Entsendungen von Führungskräften in die verschiedenen Landesgesellschaften helfen, das Wissen weltweit zu vernetzen und bieten interessante Entwicklungsmöglichkeiten.

Die schwierige Lage im Components Segment machte einen entsprechenden Personalabbau erforderlich, um die Personalkapazitäten und -kosten den Marktgegebenheiten anzupassen. Dies betraf vor allem die Schließung des Magnetikwerks in Malaysia, das Werk in Shenzhen (China) sowie in Europa eingesetzte Leih-

Technologiewandel und globale Wachstumsstrategie bringen neue Herausforderungen

Personalabbau im Komponentengeschäft arbeiter. Die Zumtobel Gruppe ist bestrebt, auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen und trotz einer rückläufigen Auslastung die Stammbelegschaft weitgehend zu halten. In diesem Zusammenhang wurde im Berichtsjahr insbesondere im Komponentenwerk Dornbirn eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen, wie etwa freiwillige Teilzeitarbeit, Abbau von Arbeitszeitkonten und Bildungskarenz. Im Komponentenwerk Ennenda (Schweiz) wurde zeitweise Kurzarbeit angesetzt.

Weiterbildungsangebote und betriebliche Berufsausbildung

Licht ist ein erklärungsbedürftiges Produkt. Der Vertrieb ist für die Zumtobel Gruppe von zentraler Bedeutung, eine gute Aus- und Weiterbildung dabei entscheidend für die Vertriebsqualität. In den Fachakademien der Marken ("Thorn Academy of Light", "Zumtobel Academy of Light", "Tridonic Academy") werden markenspezifische Kompetenzen vorwiegend für Vertriebs- und Marketingmitarbeiter – wie etwa zu den Technologien, Anwendungen, Kundenanforderungen, aber auch zu Energieeffizienz und nachhaltigen Lichtlösungen – vermittelt. Fachakademien der Marken

Die Zumtobel Gruppe fördert auch in anderen Bereichen weltweit die Weiterentwicklung und Kompetenz der Mitarbeiter. In den Werken werden Produktionsmitarbeiter seit der Einführung von Lean Six Sigma regelmäßig fortgebildet, um eine stetige Verbesserung der Produktionsprozesse sicherzustellen. Der Ausbildungsstand lässt sich an der Farbe der sogenannten "Belts" erkennen. Im Berichtsjahr wurden 7 Mitarbeiter mit dem "Black Belt", 112 Mitarbeiter mit dem "Yellow Belt" und 47 Mitarbeiter mit dem "Green Belt" ausgezeichnet. Lean Six Sigma für Produktionsmitarbeiter

Mit dem Corporate Training wird die Ausbildung von Führungs-, Methodik- und Sozialkompetenzen gewährleistet, dazu gehören neben Führungsseminaren auch Kommunikations- und Moderationstrainings, ein Trainerlehrgang sowie Projektmanagementkurse. Im Geschäftsjahr 2011/12 haben die Mitarbeiter und Führungskräfte insgesamt 799 (Vorjahr 835) Trainingstage absolviert. Die Zumtobel Gruppe fördert gezielt Nachwuchskräfte mit herausragenden Fähigkeiten. Im Berichtsjahr konnten 73% (Vorjahr 60%) aller gehobenen Managementfunktionen mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen besetzt werden. Führungskräftetraining

Die Anzahl der Auszubildenden konnte im Vergleich zum Vorjahr von 150 auf 158 gesteigert werden. Die betriebliche Berufsausbildung ist ein wichtiges Instrument, um dem Fachkräftemangel im Zuge des demographischen Wandels zu begegnen. In den elf Berufsfeldern Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenmechanik, Kunststofftechnik, Produktionstechnik, Anlagenelektrik, Werkzeugmechanik, Zerspanungstechnik, Mechatronik, Industriekaufmann und Medienfachmann wird vor allem in Österreich und Deutschland ausgebildet. Fundierte Lehrlingsausbildung in 11 Berufsfeldern

Unternehmenswerte und soziale Verantwortung

Die Zumtobel Gruppe baut auf eine über Jahrzehnte gewachsene, starke Unternehmenskultur auf. Im Berichtsjahr wurden die Unternehmenswerte im Hinblick auf die globale Wachstumsstrategie unter Einbeziehung von Vorstand, Fachabteilungen, Führungskräften und Betriebsrat überarbeitet und auf drei starke Kernwerte reduziert: PASSION, PERFORMANCE und PARTNERSHIP. Diese bilden das Fundament für das tägliche Handeln. Sie sollen dazu beitragen, die Unternehmensvision zu erfüllen und die globale Wachstumsstrategie umzusetzen. Identifikation der Mitarbeiter mit gemeinsamen Werten

Die Zumtobel Gruppe legt großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So werden beispielsweise Teilzeitarbeit oder das Arbeiten aus dem Homeoffice ermöglicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten bei 6% gemessen am gesamten Vollzeitäquivalent ("Full-time equivalent"). Mütter und Väter, die nach Mutterschutz und Elternteilzeit wieder in den Beruf zurückkehren, werden vom Unternehmen aktiv bei der Wiederintegration unterstützt. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Chancengleichheit und Vielfalt

Im Verhaltenskodex der Zumtobel Gruppe ist – neben dem klaren Bekenntnis zu den Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen der International Labour Organisation – festgelegt, dass keine Art von Diskriminierung geduldet wird. Dementsprechend sind Leistung und Qualifikation die Basis aller Personalentscheidungen. Wie auch die Werte wurde der Kodex im Berichtsjahr überarbeitet, gestrafft und klarer formuliert. Internationalität und Interkulturalität haben im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Durch die globale Wachstumsstrategie hat dies weiter an Bedeutung gewonnen.

Die Zumtobel Gruppe möchte zur Integration behinderter Jugendlicher beitragen bzw. die Erwerbstätigkeit behinderter Erwachsener fördern. So gibt es zum Beispiel im Leuchtenwerk in Dornbirn bereits seit 1989 ein Projekt zur Integration von behinderten Jugendlichen. Im Rahmen des zweijährigen Berufsförderprogramms werden junge Menschen mit Behinderung stufenweise an die Arbeitswelt eines Produktionsbetriebes herangeführt und durch gezielte Ausbildung auf ein selbstständiges Arbeitsleben hin trainiert. Von 78 inzwischen ausgebildeten Jugendlichen wurden 22 in eine reguläre Beschäftigung übernommen.

Vergütung

Eine einheitliche Vergütungssystematik sorgt in der Zumtobel Gruppe für Transparenz und eine leistungsgerechte Entlohnung. Die Zumtobel Gruppe entlohnt in der Regel über dem gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Niveau. Mit Wirkung vom Mai 2012 wurde die variable Entlohnung für das mittlere und gehobene Management sowie den Vorstand neu geregelt. Die Leistungskennzahl ist die Entwicklung des absoluten EBIT, welche mit der EBIT-Entwicklung vergleichbarer Unternehmen (Peergroup) verglichen wird. Ein Teil der variablen Entlohnung wird jährlich und ein Teil in drei gleich großen Tranchen über die folgenden drei Jahre ausbezahlt. Alle Tranchen werden jeweils mit dem Zielerreichungsfaktor des Jahres, in dem die Auszahlung stattfindet, bewertet. Dadurch entsteht ein klarer Fokus auf nachhaltige Entscheidungen.

Das jährliche Mitarbeiterentwicklungsgespräch ist ein wichtiges Instrument in der Zusammenarbeit von Mitarbeiter und Vorgesetztem. In dem strukturierten Gespräch werden ein gemeinsames Verständnis über die Werte, die Unternehmensstrategie und Ziele entwickelt, gegenseitige Erwartungen abgeglichen und systematisch Entwicklungspotenziale identifiziert.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter haben in der gesamten Zumtobel Gruppe einen hohen Stellenwert. Um die Arbeitssicherheit zu erhöhen, werden stetig Maßnahmen wie etwa Mitarbeiterschulung, Verbesserung in der Schutzbekleidung und Erneuerung des Maschinenparks ergriffen. In allen Werken wird monatlich die TRI-Rate (Total Recorded Injuries: Anzahl der Arbeitsunfälle auf eine Million Arbeitsstunden) erhoben. Dabei werden alle Vorfälle, unabhängig von der Auswirkung, in die Berechnung miteinbezogen. Die häufigsten Verletzungen sind Schnittverletzungen. Für die Leuchtenwerke fiel die TRI-Rate im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht auf 18,0 (Vorjahr 18,9) und in den Komponentenwerken sank diese deutlich auf 5,4 (Vorjahr 10,6). In der Gruppe wurde die Rate von 15,8 auf 13,6 verbessert, mittelfristig strebt die Zumtobel Gruppe eine TRI-Rate von 10 an.

TRI-Rate 2011/12 2010/11 2009/10
Lighting Segment 18,0 18,9 22,0
Components Segment 5,5 10,6 8,3
Zumtobel Gruppe 13,6 15,8 17,4

Leistungsorientierte Vergütungssysteme

Jährliches Mitarbeiterentwicklungsgespräch

Arbeitssicherheit hat einen hohen Stellenwert

1.8 Lieferanten

Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen der Zumtobel Gruppe und ihren Lieferanten ist auf Langfristigkeit, gegenseitiges Vertrauen und Fairness angelegt. Auf dieser Grundlage kann die Versorgungssicherheit aller wichtigen Rohstoffe und Vorprodukte bei gleichzeitig höchster Qualität und günstigen Kosten sichergestellt werden. Dabei stellen die aktuellen Entwicklungen wie der technologische Wandel in der Leuchtenindustrie, die Verteuerung und die Verknappung von Rohstoffen sowie die globale Wachstumsstrategie der Zumtobel Gruppe den Einkauf vor stetig neue Herausforderungen. Beide Segmente wenden das sogenannte "Lead Buyer"-Konzept an. Durch die Bündelung der Beschaffung für einzelne Warengruppen durch spezialisierte Einkäufer verbessert sich die Verhandlungsposition gegenüber oft ebenfalls global agierenden Lieferanten. Lead Buyer bearbeiten mehr als 80% des Einkaufsvolumens, definieren die Warengruppenstrategie sowie das Lieferantenportfolio und fördern ein aktives Risikomanagement, welches auch die konsequente Anwendung der "Second-Source-Strategie" der Zumtobel Gruppe beinhaltet. Durch den Aufbau von Alternativlieferanten wird die Versorgung auch bei unerwarteten externen Ereignissen und Bedarfsschwankungen sichergestellt. Wie wertvoll diese Strategie ist, hat sich im Berichtszeitraum bestätigt. Die Auswirkungen der verheerenden Naturkatastrophen in 2011, wie etwa die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima oder die Überschwemmungen in Pakistan und Thailand, waren für die Geschäftstätigkeit der Zumtobel Gruppe minimal. Die wichtigsten Warengruppen werden in unterschiedlichen Ländern bezogen. Aus Zentraleuropa beziehen beide Segmente wesentliche Rohstoffe wie etwa Stahl, Kupfer, Aluminium und Kunststoffgranulat. Dagegen werden elektronische und LED-Komponenten insbesondere in Asien zugekauft, wo sich die wettbewerbsfähigsten Lieferanten für diese Teile angesiedelt haben. Im Zuge des Wachstums mit LED-Produkten nahm entsprechend das Beschaffungsvolumen aus Asien im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zu und liegt im Komponentengeschäft derzeit bei 80% und im Leuchtensegment bei ca. 8% des Einkaufsvolumens. Besonders ausgeprägt sind die langfristigen Lieferantenbeziehungen im Components Segment: Mit 53% der insgesamt etwa 350 Lieferanten bestehen Geschäftsbeziehungen seit über 15 Jahren, mit weiteren 34% seit über zehn, mit 7% seit fünf bis zehn Jahren und lediglich mit 6% seit weniger als fünf Jahren. Ein hoher Grad an Lieferantenstandardisierung im Komponentengeschäft zeigt sich darin, dass 44 Lieferanten (12% der Lieferanten) rund 80% des Einkaufsvolumens bedienen. An dem gesetzten Ziel, die Anzahl der Lieferanten im Leuchtensegment deutlich zu reduzieren, wurde im Berichtsjahr intensiv gearbeitet und so konnte die Anzahl der Lieferanten um ca. 200 auf 1.200 verringert werden. Etwa vier Fünftel des Einkaufsvolumens im Leuchtensegment werden dabei mit rund 70 Lieferanten abgewickelt. Die Zumtobel Gruppe hat in beiden Segmenten global etablierte und systematische Prozesse zur regelmäßigen Bewertung und Auditierung von Lieferanten. Neben den Erfolgsfaktoren Liefertreue, Qualität und Service werden gleichfalls auch Aspekte der Nachhaltigkeit (Umweltmanagementsystem, Code of Conduct) bewertet. Im Geschäftsjahr 2011/12 fanden im Leuchtensegment weltweit 27 Audits und im Komponentensegment 25 Audits mit großen Lieferanten statt. Die eingesetzten Bewertungssysteme erlauben gezielte Maßnahmen zur gemeinsamen Lieferantenentwicklung, um Schwachstellen zu beseitigen und die Lieferqualität auf Dauer sicherzustellen. Alle neuen Zulieferer beider Segmente müssen unter anderem das Vorhandensein eines auditierbaren Umweltmanagementsystems vorweisen sowie die Einhaltung des Code of Conduct der Zumtobel Gruppe unterzeichnen. Damit verpflichtet sich der Lieferant zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation und zur Bekämpfung der Korruption. In den ILO-Kernarbeitsnormen sind das Recht auf Kollektivverhandlungsfreiheit sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit festgelegt. Qualität, Kosten und Versorgungssicherheit stehen im Mittelpunkt "Lead Buyer"- Konzept und "Second-Source-Strategie" Asien gewinnt zunehmend an Bedeutung Langfristiges und vertrauensvolles Lieferantenmanagement Systematische Qualitätsprüfung und Auditierung von Lieferanten

1.9 Qualität

Die Zumtobel Gruppe hat sich höchsten Qualitätsansprüchen verpflichtet. Diese sind unerlässlich in der Zeit des Technologiewandels hin zu komplexen elektronischen Beleuchtungssystemen und damit eine wichtige Voraussetzung für die globale Wachstumsstrategie der Gruppe. Qualität beinhaltet nicht nur eine fehlerfreie Produktion, sondern darüber hinaus einheitliche Prozess- und Servicequalität in allen Unternehmensbereichen weltweit. Der Anspruch ist, dem Kunden das gewünschte Produkt mit den benötigten Funktionen zum richtigen Zeitpunkt zu liefern, inklusive aller Serviceleistungen. Gleichzeitig erwartet die Zumtobel Gruppe diesen Qualitätsanspruch auch von ihren Marktpartnern.

Die Abstimmung und Koordination der globalen Qualitätspolitik der Zumtobel Gruppe erfolgt seit Februar 2011 im "Zumtobel Group Quality Council". Das Ziel des markenübergreifenden Gremiums ist die Definition und die Überwachung von gruppenweiten Qualitätsverbesserungsmaßnahmen. Des Weiteren soll der Wissenstransfer zwischen den Segmenten und der Austausch von Informationen und Best Practices gefördert werden. Themen im Berichtsjahr waren unter anderem die Implementierung und Umsetzung des neuen globalen Risikomanagement-Prozesses, ein Verbesserungsprojekt zur Qualität der dimmbaren elektronischen Vorschaltgeräte sowie die Weiterentwicklung eines Lieferantenqualitätsmanagements.

Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt die Zumtobel Gruppe das Ziel, redundante Prozesse zu vermeiden, Abfall und Ausschuss durch Fehlproduktion zu reduzieren, unnötige Transporte zu vermeiden und damit Ressourcen zu schonen. Das minimiert externe und interne Kosten und gleichzeitig die Belastungen für die Umwelt. Das Leuchten- und das Komponentensegment verwenden vielfältige Methoden und Kontrollmaßnahmen, um die Qualität in den Prozessen und der Produkte kontinuierlich zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen hierbei das Total Quality Management (TQM) und Lean Six Sigma. TQM nutzt verschiedene Instrumente, um bei allen Mitarbeitern und an jedem Arbeitsplatz eine Qualitätskultur zu etablieren. Ziel von Lean Six Sigma ist es, Fehlerquellen zu beseitigen sowie Aktivitäten, die keine Wertschöpfung generieren, zu minimieren. Mit Ausnahme der beiden kleineren Werke in den USA sind alle Produktionsstandorte der Zumtobel Gruppe weltweit nach dem internationalen Standard ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme zertifiziert.

Nachdem die Marke Zumtobel 2010 die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungsfrist freiwillig auf fünf Jahre verlängert hat, wurde im Januar 2012 von der Marke Thorn ebenfalls eine verlängerte Fünf-Jahres-Garantie eingeführt. Voraussetzung ist, dass sich die Kunden bei Thorn registrieren. Ausgenommen von der erweiterten Garantie sind Verschleißteile wie konventionelle Leuchtmittel oder Notlicht-Akkus.

Die Zumtobel Gruppe garantiert, dass alle geltenden Normen und Regulierungen bei den Produkten in beiden Segmenten eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für Vorschriften zur Lichtqualität und Energieeffizienz sowie für Kennzeichnungspflichten. Zu den gesetzlichen Regulierungen gehören unter anderem die CE-Kennzeichnung (Übereinstimmung mit den EU-Richtlinien), die WEEE-Kennzeichnung (Richtlinie über die Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten), REACH (EU-Chemikalienverordnung) sowie RoHS (EU-Richtlinie zur Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe).

Derzeit befindet sich die Zumtobel Gruppe in einem Auswahlverfahren für eine Software, mit deren Hilfe die Überprüfung und Dokumentation der Einhaltung von Normen und Regulierungen von Seiten der Lieferanten verbessert werden soll. Die Implementierung soll stufenweise in der gesamten Gruppe durchgeführt werden. Die Software ist für beide Segmente einheitlich und wird es den Zulieferern ermöglichen, die Materialdeklarationen direkt einzuspeisen.

Höchste Qualitätsansprüche

Globale Qualitätspolitik

Qualitativ hochwertige Prozesse und Produkte

Fünf-Jahres-Garantie

Standards und Vorschriften

1.10 Betrieblicher Umweltschutz

Umweltschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist für die Zumtobel Gruppe nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung energieeffizienter Produkte, sondern auch in Bezug auf eine umweltfreundliche Produktion von hoher Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie ("Through Light, we care") der Zumtobel Gruppe wider und beinhaltet einen sorgsamen und effizienten Umgang mit Rohstoffen sowie die Vermeidung und Verminderung von Emissionen und Abfall entlang des gesamten Lebenszyklus der Produkte. Das Umweltmanagement der Zumtobel Gruppe basiert auf drei Säulen: zertifizierte Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001, Anwendung der Lean Six Sigma-Methode sowie die konsequente Einhaltung interner und externer Richtlinien. Das Ziel des Umweltmanagements ist es, die Auswirkungen der Produktionsprozesse und der Produkte auf die Umwelt kontinuierlich zu reduzieren. Für die Organisation des Umweltmanagements ist sowohl im Leuchten- als auch im Komponentensegment eine Koordinierungsstelle auf globaler Ebene verantwortlich. Diese verabschieden Richtlinien und geben damit Strukturen für Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung vor. Die lokale Verantwortung für das Umweltmanagement liegt beim jeweiligen Umweltverantwortlichen des Produktionsstandortes. Dieser setzt individuelle Schwerpunkte und Ziele und ist verantwortlich für die Umsetzung der Maßnahmen sowie die Einhaltung der nationalen Gesetze. Die Zertifizierung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 setzt Verfahren zur kontinuierlichen Verbesserung aller umweltrelevanten Abläufe und Prozesse voraus. Risiken und Auswirkungen auf die Umwelt werden zunächst identifiziert und Maßnahmen und Aktivitäten zur Reduzierung systematisch umgesetzt. Verbesserungspotenziale mit hoher Relevanz werden im gruppenweiten Steuerungsgremium, dem Zumtobel Group Quality Council, behandelt. Derzeit sind sechs von zwölf Produktionsstandorten im Leuchtensegment und sieben von neun Standorten im Komponentensegment nach ISO 14001 zertifiziert. Die Methode Lean Six Sigma wird im Components Segment seit 2003 und im Lighting Segment seit 2008 erfolgreich angewendet. Diese Managementphilosophie beinhaltet eine ressourceneffiziente Produktion, Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen und Steigerung der Sicherheit für die Mitarbeiter. Ein schonender Umgang mit Ressourcen ist ein wesentlicher Bestandteil der Lean Six Sigma-Philosophie, die sich in der kontinuierlichen Analyse der Kennzahlen, Identifizierung von Verbesserungspotenzial und daraus abgeleiteten Maßnahmen widerspiegelt. Das Umweltmanagement ist verantwortlich für die Einhaltung von umweltrelevanten Gesetzen und Verordnungen. Intern ist der betriebliche Umweltschutz im Verhaltenskodex für die Mitarbeiter der Zumtobel Gruppe in der Umweltschutz-, Gesundheits- und Arbeitssicherheitsrichtlinie und der Qualitäts-Richtlinie des Lighting Segments sowie in der Unternehmenspolitik des Components Segments verankert. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter durch Schulungen für das Thema Umweltschutz sensibilisiert. In diesen werden zum Beispiel Informationen zur Vermeidung von Abfällen, zur Abfalltrennung sowie zu umweltbewusstem Handeln bei der Entwicklung und der Materialauswahl angeboten. Die Zumtobel Gruppe publiziert zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht 2011/12 den dritten Nachhaltigkeitsbericht, in dem weiterführende Informationen einschließlich Daten zu Energieverbrauch, Fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie Umweltmanagement: Globale Richtlinien lokal umgesetzt Zertifiziertes Umweltmanagement nach ISO 14001 Lean Six Sigma-Methode Richtlinien und Gesetze

Emissionen, Wasserverbrauch, Abfall & Recycling, Transport & Logistik etc. umfassend dargestellt werden.

F&E-Ausgaben wieder deutlich gestiegen

1.11 Forschung und Entwicklung

Kennzahlen für F&E

Forschung und Entwicklung (F&E) ist durch die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien ein entscheidender Erfolgsfaktor für die globale Wachstumsstrategie der Zumtobel Gruppe. Die Gesamtausgaben für F&E umfassen neben den aufwandswirksamen Ausgaben in der Gewinn- und Verlustrechnung auch aktivierte Entwicklungskosten. Entsprechend dem Ziel, die hervorragende Technologieposition der Zumtobel Gruppe weiter auszubauen, wurden die gesamten Ausgaben für F&E im Berichtsjahr um 11,3% auf 69,8 Mio EUR erhöht sowie das F&E-Team um 62 neue Mitarbeiter (plus 13,8%) verstärkt. Der hohe Stellenwert des Bereichs und der damit verbundenen Innovationskultur zeigt sich auch in dem von 5,1 auf 5,4% gestiegenen Anteil der F&E-Ausgaben am Gesamtumsatz. Die Zumtobel Gruppe ist im Rahmen der Mittelfristplanung bestrebt, den F&E-Anteil mit rund 5 bis 5,5% vom Umsatz bis 2014/15 konstant zu halten.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Mio EUR 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
F&E-Aufwendungen in GuV 58,7 48,6 20,9
Aktivierte F&E-Kosten 11,1 14,1 -21,5
F&E-Ausgaben gesamt 69,8 62,7 11,3
in % vom Umsatz 5,4 5,1
Mitarbeiter (Vollzeitkräfte) F&E 512 450 13,8

Die wesentlichen Schwerpunkte der F&E-Aktivitäten leiten sich von der "Wirkungskette" der Beleuchtung ab: Lichtquelle, Optik, Betriebsgeräte und Lichtsteuerung. Ein besonderes Augenmerk wird bei den Lichtquellen auf die jeweiligen Weiterentwicklungen in den Bereichen LED, OLED und nanoskopische Materialstrukturen (Quantenpunkte), bei der Optik auf neue optische Methoden primär für die LED, bei Betriebsgeräten auf neue Konverter zum Betrieb von LEDs und OLEDs sowie bei Lichtsteuerungen auf neue Ansätze zum Management von Beleuchtungsanlagen gelegt. Diese Schwerpunkte führen zu Differenzierungspotenzialen in den Gebieten Lichtqualität, Energieeffizienz, Zusatznutzen und Intelligenz der Beleuchtungssteuerung. Im Mittelpunkt der F&E-Aktivitäten stehen damit innovative, zukunftsweisende Produkte und Lösungen, mit denen sich die Marken in ihrem jeweiligen Markt differenzieren können.

Die Innovationskraft des Unternehmens hängt maßgeblich mit F&E zusammen. Um dies zu quantifizieren, wird bei der Zumtobel Gruppe der Neuproduktanteil am Umsatz erhoben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Lighting Segment 28,9% (Vorjahr 27,7%) und im Components Segment 36,0% (Vorjahr 37,6) des Umsatzes mit Produkten erzielt, die nicht älter als drei Jahre sind. Auch die Anzahl der Patente macht die innovative Kraft des Unternehmens deutlich: Im Berichtsjahr wurden vom Lighting Segment 81 Patente (Vorjahr 60) und vom Components Segment 91 Patente (Vorjahr 75) neu angemeldet. Das umfangreiche Patentportfolio sichert Wachstum, Wettbewerbsvorsprung und den Zugang zu strategischen Kooperationen mit Unternehmen aus der Elektronikindustrie. Die Zumtobel Gruppe besitzt weltweit zirka 6.700 aktive gewerbliche Schutzrechte. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Booz & Company vom Oktober 2011 belegt die Zumtobel Gruppe in Österreich hinsichtlich der Ausgaben (absolut) für F&E den vierten Platz.

Technologischer Wandel

Der technologische Wandel von herkömmlichen Lichtquellen zu LEDs sowie die zunehmende Komplexität intelligenter Beleuchtungssysteme stellt für die F&E aktuell die größte Herausforderung dar. Sowohl im Bereich der herkömmlichen Lichtquellen als auch zu LED und OLED muss geforscht und müssen neue Produkte entwickelt werden. Die kurzen Lebenszyklen der LED-Produkte erfordern eine hohe GeschwindigEnergieeffizienz, Lichtqualität und intelligente Steuerungen stehen im Mittelpunkt

Hohe Innovationskraft

Technologischer Wandel zu mehr Elektronik und LEDs keit bei der Produktentwicklung. Dieser Herausforderung wird durch proaktives Überwachen der Technologieentwicklung einerseits und einer Plattformbildung auf Komponentenebene andererseits begegnet, was eine noch engere Zusammenarbeit und verbesserte Abstimmung zwischen der Produktentwicklung und dem Produktmanagement verlangt. Durch den Wandel ändert sich auch das Anforderungsprofil der Mitarbeiter im Bereich F&E: Neben Fachspezialisten auf dem Gebiet Halbleitertechnik und Elektronik werden verstärkt "Technologie-Generalisten" benötigt, die die komplexen technischen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Komponenten verstehen und in der Lage sind, zukunftsgerichtete Konzepte und Plattformen zu erarbeiten und umzusetzen.

Dabei hilft der Kontakt zu Hochschulen, der durch langjährige Forschungskooperationen entstanden ist, um neben den eigenständigen F&E-Aktivitäten weitere nachhaltige Innovationsprozesse anzustoßen. Zu diesen Hochschulen gehören unter anderem die Hochschule für Technik und Wissenschaft Karlsruhe, die Technische Hochschule Ilmenau, die Technische Universität Darmstadt, die Universität Paderborn (alle Deutschland), die Technischen Universitäten von Graz (Österreich) und Lund (Schweden) sowie die ETH in Zürich und die Hochschule für Technik Rapperswil (beide Schweiz).

Zunehmende Bedeutung von strategischen Partnerschaften

Von zentraler Bedeutung, um auf die Anforderungen des technologischen Wandels reagieren zu können, sind langfristige strategische Partnerschaften mit Zulieferern, Forschungsinstitutionen und industriellen Partnern wie etwa dem Kompetenzzentrum Licht, den Halbleiterherstellern Toyoda Gosei, Cree, LG Innotek, Sharp und dem ASIC-Partner Dialog Semiconductor. Aus der Partnerschaft mit LG Innotek konnte im Berichtsjahr von den Marken Tridonic und Zumtobel eine große Bandbreite an LED-Linien- und Flächenmodulen entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Zum Ende des Berichtsjahres wurde die strategische Partnerschaft von Tridonic mit Schneider Electric bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Partnerschaft werden die Unternehmen im Projektgeschäft zusammenarbeiten und ihren Kunden gemeinsam energieeffiziente Lichtsteuerungslösungen anbieten.

Forschungsprojekte

Vielzahl von Forschungsprojekten

Die Marken der Zumtobel Gruppe führen kontinuierlich eine Vielzahl von Forschungsprojekten mit ihren Partnern durch. Diese beschäftigen sich neben der Entwicklung neuer technischer Lösungen vor allem mit der Wirkung von Licht auf den Menschen in den unterschiedlichen Anwendungen.

Die Zumtobel Gruppe war 2003 Mitgründer des Kompetenzzentrums Licht (K-Licht, ursprünglich Innsbruck, nunmehr Dornbirn) und fungiert seither als aktives Mitglied. In Langzeitprojekten untersucht das Kompetenzzentrum unter anderem die Wirkung tageslichtähnlicher Beleuchtung auf Demenzkranke, das Thermomanagement von LEDs, die Wirkung dynamischer LED-Beleuchtung und die Möglichkeiten zur besseren Nutzung des Tageslichts. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung der Optiken hinsichtlich LED und OLED, zur Weiterentwicklung von Konvertern für LED und OLED, von Funklösungen als Ersatz für drahtgebundene Übertragungstechnik, zur Verwendung von neuartigen Sensoren für die Beleuchtungssteuerung sowie zur Blendbewertung von LED-Leuchten vorangetrieben.

1.12 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 31. Mai 2012 wurden die restlichen 30% der Anteile an der zwerkzeugbau gmbH an den bisherigen Mehrheitseigentümer um 0,4 Mio EUR verkauft und übertragen.

Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zum 30. April 2012 sind nicht zu vermelden.

1.13 Risikomanagement

Die Zumtobel Gruppe ist sich bewusst, dass ein angemessenes Chancen- und Risikomanagementsystem – ebenso wie ein Internes Kontrollsystem – ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsposition ist. In der Zumtobel Gruppe bedeutet Risikomanagement die aktive Auseinandersetzung mit Risiken zur Sicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und gleichermaßen die Erkennung von Chancen sowie die Abwägung von unternehmerischen Entscheidungen. Ziel des Risikomanagements ist es, durch einen systematischen Ansatz Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, um so aktiv durch geeignete Maßnahmen auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Bei der Zumtobel Gruppe ist das Risikomanagement ein eigenständiger, strategisch ausgerichteter Prozess sowie Teil der operativen Führungsarbeit. Basisinstrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind neben einer im Geschäftsjahr 2011/12 konzernweit implementierten Risikomanagement-Software standardisierte Planungsund Controllingprozesse, konzernweite Richtlinien, eine laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (siehe Punkt 1.14).

Die in der Konzernzentrale als Teil des Konzerncontrollings angesiedelte Abteilung "Corporate Financial Analysis & Risk Management" ist für die ständige Weiterentwicklung des Risikomanagement-Prozesses sowie für die Koordination des gruppenweiten Risikomanagements und die Risikoüberwachung zuständig. Das Risikomanagementsystem der Zumtobel Gruppe ist eng mit den Controllingprozessen und dem Internen Kontrollsystem verknüpft. Das bei der Zumtobel Gruppe implementierte Risikomanagementsystem basiert (ebenso wie das Interne Kontrollsystem) auf den methodischen Grundlagen des COSO-Modells2 "Enterprise Risk Management – Integrated Framework" (COSO II, 2004), einem international anerkannten Regelwerk für Risikomanagement und Interne Kontrolle. Eine systematische Identifizierung und Bewertung der Risiken und Chancen wird zumindest dreimal jährlich dezentral von den "Risk-Ownern" der operativen Einheiten durchgeführt. Diese Evaluierung erfolgt mittels standardisierter Werkzeuge und Verfahren. Die Bewertung der Ereignisse hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Ergebnisse der Gruppe sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt ebenfalls mittels konzernweit definierter Methoden. Für wesentliche Risiken und Chancen werden Maßnahmen zur Steuerung definiert und umgesetzt. Das Corporate Risk Management begleitet diese Prozesse und führt ein regelmäßiges Maßnahmencontrolling durch. Ad-hoc auftretende Risiken werden, sofern bedeutend, umgehend an die zentrale Risikomanagement-Abteilung gemeldet, der Vorstand wird entsprechend informiert. Richtlinien und Prozessbeschreibungen zum Risikomanagement stehen konzernweit zur Verfügung.

Die Steuerung der meisten Risiken findet dezentral in den operativen Einheiten statt. Manche Risiken mit konzernweiter Bedeutung werden jedoch zentral über spezielle Richtlinien geregelt, so zum Beispiel das Kreditmanagement oder der Umgang mit Währungsrisiken.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken kommt dem Berichtswesen eine zentrale Bedeutung zu. Der Vorstand wird regelmäßig von den operativen Geschäftsführungen über die aktuelle und die zu erwartende Geschäftsentwicklung sowie über vorhandene Risiken und Chancen informiert. Darüber hinaus existieren neben dem monatlichen Finanzbericht ein Performance- und ein Risikobericht, welche die kritischen Erfolgsfaktoren und kurzfristigen Risikothemen der Segmente und des Konzerns abbilden. Der Aufsichtsrat wird jedes Quartal mithilfe eines Risikoberichts über die wesentlichen Risiken und Chancen der Gruppe in Kenntnis gesetzt.

Die Risikoermittlungs- und Bewertungsverfahren und Werkzeuge der Gruppe werden unter Hinzuziehung der Internen Revision und des Abschlussprüfers ständig verbessert und weiterentwickelt. Der Systematischer Ansatz für frühzeitiges Erkennen von Chancen und Risiken

Risikomanagement basiert auf anerkannten Best Practices und Standards

Konzernabschlussprüfer beurteilt regelmäßig entsprechend Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements der Zumtobel Gruppe und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand.

Die Chancen der Zumtobel Gruppe sind in Kapitel 1.1.5 ausführlich beschrieben. Die wesentlichen Risiken und Handlungsmöglichkeiten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

1.13.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken in der Beleuchtungsindustrie

Risiken aus der Konjunkturentwicklung

Ein wesentliches Risiko für die Geschäftsentwicklung der Zumtobel Gruppe besteht in der unsicheren konjunkturellen Entwicklung der wichtigsten Absatzmärkte, insbesondere in Europa. Eine Konjunkturkrise könnte dazu führen, dass sich der Auftragseingang der Zumtobel Gruppe deutlich abschwächt und bestehende Aufträge verzögert oder storniert werden. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf die allgemeine Ergebnisentwicklung, belastet durch Unterauslastung in der Produktion, erhöhten Preisdruck und negative Produktmixverschiebungen. Die höheren Strukturkosten aus dem Ausbau der Vertriebs- und der F&E-Aktivitäten im Rahmen der globalen Wachstumsstrategie würden bei rückläufigen Umsätzen die Profitabilität zusätzlich belasten. Darüber hinaus könnten verstärkte Sparanstrengungen bei den Ausgaben durch die öffentliche Hand negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Marke Thorn haben, da ungefähr 40% des Umsatzes mit Außenbeleuchtungen für Straßen oder Beleuchtung für öffentliche Gebäude generiert werden.

  • Die Geschwindigkeit des technologischen Transformationsprozesses von der konventionellen Beleuchtung in Richtung LED liegt deutlich über den Erwartungen der Zumtobel Gruppe und stellt für die gesamte Lichtindustrie und insbesondere für das Komponentengeschäft eine große Herausforderung dar. Zur Absicherung der Wettbewerbsposition muss gleichzeitig in die Bereiche LED und konventionelle Lichttechnik investiert werden. Dies führt zu einer übergangsweise höheren Produktvielfalt und damit zu deutlich höheren Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Die kürzeren Innovationszyklen und steigende Systemkomplexität der digitalen Beleuchtung erfordern zudem ein wesentlich engeres Bestandsmanagement sowie ein restriktiveres Vorgehen bei der Aktivierung von Entwicklungskosten. Technologiewechsel durch LED
  • Neue Anbieter, allen voran die asiatischen LED-Chip-Produzenten, drängen auf den professionellen Lichtmarkt. Diese stellen vor allem in den Bereichen LED-Retrofit-Lampen, LED-Module und LED-Konverter teilweise eine direkte Konkurrenz für das LED-Komponentengeschäft der Zumtobel Gruppe dar. Damit einhergehend steigt auch der Preisdruck für LED-Standardkomponenten. Diesen Unternehmen fehlt allerdings zum Großteil einschlägiges Anwendungswissen über alle relevanten Bereiche der Innen- und Außenbeleuchtung, die Kompetenz für komplexe Lichtmanagementsysteme unter Einbeziehung konventioneller und neuer LED-Lichttechnik sowie das umfassende direkte Vertriebsnetzwerk. Konkurrenz aus Asien
  • Das Fehlen von Fachkräften, insbesondere in den Bereichen der F&E und des Vertriebes, kann die langfristige Ausrichtung einer Unternehmung gefährden, Wachstumspotenziale können dann nur unzureichend ausgeschöpft werden. Zur Sicherstellung der notwendigen Kompetenzen legt der Konzern großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, sowohl durch Ausbildung in eigenen Akademien als auch durch externe Schulungsprogramme. Die weiteren Eckpfeiler der Personalarbeit sind eine leistungsgerechte Entlohnung, eine positive Arbeitsatmosphäre, internationale Karrierechancen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es kann jedoch nie ausgeschlossen werden, dass gut qualifizierte Mitarbeiter abgeworben werden. Risiken im Personalmanagement

1.13.2 Geschäftsrisiken/Vertrieb/Produktion

Der Zugang zu einem globalen Netzwerk von Meinungsbildnern und Entscheidungsträgern ist sowohl im Projektgeschäft der Marken Zumtobel und Thorn wie auch im OEM-Geschäft der Tridonic von großer Bedeutung. Es ist auch eine besondere Stärke der Tridonic, die langfristigen Kundenbeziehungen mit den vielen Leuchtenherstellern auf- und auszubauen. Die Zumtobel Gruppe setzt zur optimalen Betreuung dieses Netzwerks hochqualifizierte, in internen Akademien ausgebildete Vertriebs- und Marketingteams ein. Ebenso sind intensive Kundenschulungen Bestandteil des Kundenbindungsprozesses. Das Unternehmen pflegt zudem ein weitreichendes technologisches Netzwerk mit Forschungsinstituten und Universitäten. So gelingt es der Zumtobel Gruppe, ein führender technologischer sowie designorientierter Trendsetter zu bleiben.

Mithilfe der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb kann die Marktposition gefestigt und eine angemessene Margenqualität sichergestellt werden. Die Zumtobel Gruppe steht sowohl im Leuchten- als auch im Komponentengeschäft vor der Herausforderung, ihre starke Technologieposition in der Branche regelmäßig zu beweisen und Neuentwicklungen an sich ändernde Bedürfnisse der unterschiedlichen Anwendungsgebiete anzupassen. Dies geschieht durch einen konsequenten Fokus der Zumtobel Gruppe auf das Thema Innovation und die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Vertrieb.

Die Zumtobel Gruppe ist ein weltweit agierender Konzern, wobei Europa mit 77,8% vom Umsatz der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist. Sonstige strategisch wichtige Märkte sind Australien, die USA sowie China. In diesen Kernregionen konzentrieren sich auch die Investitionen in Sachanlagen, die politischen Risiken wie etwa Enteignungen von Wirtschaftsgütern, Kapitaltransferverbote und Krieg werden in diesen Märkten als gering eingeschätzt. In den übrigen Märkten agiert die Gruppe vorwiegend mittels lokaler Vertriebsorganisationen sowie Agentenverträgen. Gleichzeitig werden neue Investitionsvorhaben unter Berücksichtigung politischer Risiken bewertet. Die Schuldenprobleme in einem Großteil der EU-Staaten gefährden die Stabilität der Eurozone und stellen damit auch einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor für die Zumtobel Gruppe dar. Durch die politischen Unruhen in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten sind weitere wirtschaftliche Risiken entstanden.

Eine stark steigende globale Nachfrage nach Rohstoffen in konjunkturellen Aufschwungphasen kann zu einer Verknappung der weltweiten Bestände führen. Die kontinuierliche Lieferfähigkeit kann teilweise nur mittels langfristiger Disposition sichergestellt werden. Die Weltmarktpreise der für die Zumtobel Gruppe wichtigsten Materialien wie Kunststoffgranulate, Aluminium, Stahl und Kupfer sind in den letzten beiden Geschäftsjahren kontinuierlich gestiegen. Energie wie etwa Strom, Gas und Öl ist für die Zumtobel Gruppe von geringerer Bedeutung, das Ergebnisrisiko aufgrund von Energiepreissteigerungen ist daher unwesentlich. Kupferpreisschwankungen werden durch Termingeschäfte oder Optionen rollierend abgesichert. Die Materialpreiserhöhungen werden so weit wie möglich an die Kunden weitergegeben. Aufgrund des eingesetzten Technologiewandels wird der Anteil der LED-Zukaufprodukte (LED-Chip, LED-Modul oder LED-Light Engine) am gesamten Rohmaterialbedarf signifikant steigen. Hier erwartet die Zumtobel Gruppe mittelfristig deutlich sinkende Preise.

Die Zumtobel Gruppe ist als Lieferant von Qualitätsprodukten bekannt und setzt dieselbe Eigenschaft bei ihren Lieferanten voraus. Durch konsequente Lieferantenaudits und Wareneingangsprüfung können Qualitätsrisiken frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine professionelle Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Lieferanten ermöglicht der Gruppe eine frühzeitige Erkennung und Beseitigung möglicher Risiken. Weitere Details dazu unter Kapital 1.8 Lieferanten.

Zur Minimierung der EDV-Risiken wird moderne Hard- und Software mit entsprechenden Wartungsverträgen eingesetzt. Angriffen durch IT-Hacker wird mit mehrstufigen Firewall- und Virenschutzkonzepten best-

Zugang zu globalen Netzwerken von Entscheidungsträgern

Innovatives Produktportfolio

Politische Risiken

Beschaffungsrisiken

EDV-Risiken

möglich vorgebeugt. Zur Absicherung der EDV-Systeme wird neben dem modernen Hochsicherheitsrechenzentrum ein zusätzliches Backup-Rechenzentrum betrieben, das im sogenannten "Hot Stand-by" arbeitet und ständig auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten wird. Damit die Informationstechnologie der Gruppe stets die Geschäftsanforderungen erfüllt, hat das IT-Management eine Vielzahl von Prozessen, Richtlinien und Maßnahmen entwickelt. Diese werden zumindest einmal jährlich überprüft und, wo notwendig, angepasst. Durch eine regelmäßige Erneuerung der Hard- und Software werden Ausfallsrisiken sowie das Risiko von Datenverlusten minimiert. Die Datenbestände werden permanent von Virenscannern überprüft und regelmäßig gesichert.

1.13.3 Vermögensrisiken

Konsequente Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionspolitik

Eine konsequente Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionspolitik reduziert das Risiko von Produktionsausfällen. Die Investitionen in wesentliche Maschinen werden mit Wartungsverträgen verknüpft. Die Lieferantenauswahl wird dabei entsprechend den in Kapitel 1.8 beschriebenen Kriterien getroffen.

Eine eigene Betriebsfeuerwehr an den Hauptproduktionsstandorten sowie eine regelmäßige Begutachtung der technischen Sicherheitsstandards durch externe Experten minimieren ebenfalls das Ausfalls- und das Betriebsunterbrechungsrisiko. Des Weiteren verfügt die Zumtobel Gruppe über eine umfassende All-Risk-Versicherung, welche substanzielle Vermögensschäden ausgleichen könnte. Ebenso arbeitet das Risikomanagement sehr eng mit der Versicherungsabteilung zusammen, um sonstige absicherbare Risiken zu identifizieren und optimal mit Versicherungsschutz abzudecken. An allen wesentlichen Produktionsstandorten wird schrittweise (zum Beispiel durch Installation von Sprinkleranlagen) ein Highly Protected Risk (HPR)- Status angestrebt. Derzeit sind drei große Produktionsstandorte – Dornbirn (Österreich), Spennymoor (Großbritannien), Sydney (Australien) – als HPR qualifiziert.

Bestandsrisiken bei den Vorräten

Ein vorsichtiger, an der Umschlagshäufigkeit orientierter Wertansatz der Lagerbestände vermindert grundsätzlich die Bilanzrisiken. Die kürzeren Innovationszyklen und die steigende Systemkomplexität der digitalen Beleuchtung erfordern zudem ein wesentlich engeres Bestandsmanagement sowie ein restriktiveres Vorgehen bei der Aktivierung von Entwicklungskosten. Dies reduziert das Risiko für Abschreibungen von Beständen und aktivierten Entwicklungskosten.

1.13.4 Risiken aus Pensionsverpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionspläne sind in den deutschen, englischen, schwedischen, norwegischen, australischen und schweizerischen Konzerngesellschaften implementiert. Die nach Abzug des Planvermögens verbleibende Verpflichtung wird als Rückstellung ausgewiesen. Die Höhe der Pensionsrückstellung hängt vorwiegend vom Marktwert des veranlagten Vermögens, aber auch von der Gehaltsentwicklung, der Lebenserwartung gemäß aktueller Sterbetafel und vom Diskontierungszinssatz ab. Weitere Details dazu sind im Konzernanhang unter Punkt 2.6.6.11 zu finden.

1.13.5 Produkthaftungsrisiken

Risiken der Regresspflicht und des daraus resultierenden Imageschadens aus Qualitätsmängeln können durch Fehler in der gesamten internen und externen Lieferkette verursacht werden. Qualitätssicherungssysteme überwachen die Einhaltung der selbst gesetzten hohen Anforderungen an die Produktqualität. Weitere Details dazu unter Kapital 1.9 Qualität. Zusätzlich besteht eine Produkthaftpflichtversicherung. Die in der Gruppe teilweise eingeführte Fünfjahresgarantie kann zu höheren Garantiekosten führen. Eine entsprechende Bilanzvorsorge wird schrittweise aufgebaut.

1.13.6 Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken können aus Änderungen der arbeitsrechtlichen Gesetzeslage, aus politischen Risiken, Rechtsstreitigkeiten sowie aus Veränderungen der umweltpolitischen Rahmenbedingungen entstehen.

Die Rechtsabteilung der Zumtobel Gruppe betreibt eine konsequente Überwachung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den wesentlichen Konzernregionen sowie aller anhängigen Verfahren, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Das geistige Eigentum der Gruppe wird als wesentlicher Wettbewerbsfaktor regelmäßig überprüft und gesichert. Auf Schutzrechte fremder Dritter wird systematisch geachtet. Schwebende Rechtsstreitigkeiten, die ein substanzielles Gefährdungspotenzial aufweisen, liegen nicht vor.

1.13.7 Risiken im Finanzbereich

Aufgrund der weltweiten Präsenz der Zumtobel Gruppe ist diese einer Reihe finanzieller Risiken ausgesetzt. Unter Marktrisiko wird das Risiko verstanden, welches aufgrund von Marktpreisänderungen in fremden Währungen sowie aufgrund von Veränderungen von Zinssätzen und Rohstoffpreisen entsteht und geeignet ist, das Ergebnis der Gruppe und den Marktwert der eingesetzten Finanzinstrumente negativ zu beeinflussen. Die Zielsetzung des Marktrisiko-Managements ist es, die vorhandenen Risiken zu beurteilen und so weit wie möglich wirtschaftlich sinnvoll unter Anwendung geeigneter Maßnahmen zu minimieren. Um diese Risiken abzusichern, setzt die Zumtobel Gruppe teilweise derivative Finanzinstrumente ein. Alle Derivatgeschäfte werden ausschließlich mit systemrelevanten Banken abgeschlossen, um das Bonitätsrisiko aus den Kurssicherungsgeschäften möglichst gering zu halten. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt gemäß der gültigen Hedging Policy. Es werden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet. Grundsätzlich werden geplante Cashflows, die Marktpreisänderungsrisiken aus Währungskursoder Rohstoffpreisänderungen unterliegen, rollierend für einen Zeithorizont von zwei bis drei Quartalen durch geeignete Sicherungsgeschäfte abgesichert. Durch diese Methodik verfügt das Unternehmen über einen relativ konstanten Hedge-Bestand, das Fremdwährungsexposure wird dadurch geglättet.

Liquiditätsrisiko ist das Risiko der Zumtobel Gruppe, ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen zu können. Zur Sicherung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hält die Zumtobel Gruppe einerseits Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können und verfügt andererseits über umfangreiche Betriebsmittelkreditlinien, um Liquiditätsschwankungen auszugleichen, die sowohl während eines Monats als auch im Jahresfortgang durch den Geschäftsverlauf auftreten. Zum Bilanzstichtag 30. April 2012 stehen der Gruppe kurzfristige unbesicherte Kontokorrentkreditlinien in Höhe von insgesamt 100,7 Mio EUR (Vorjahr 107,3 Mio EUR) zur Verfügung. Die Verzinsung hängt von den lokalen Marktgegebenheiten ab und entspricht den landesüblichen Konditionen.

Eine wesentliche Finanzierungsvereinbarung stellt der am 08. November 2011 mit sieben Banken abgeschlossene Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis Oktober 2016 dar. Der Konsortialkreditvertrag hat einen maximal ausnutzbaren Rahmen von 500 Mio EUR. Hiervon sind 200 Mio EUR zum Bilanzstichtag in Anspruch genommen worden. Die verbleibende freie Kreditlinie von 300 Mio EUR wird für Wachstumsund Akquisitionsfinanzierungen bereitgestellt. Die Finanzierung ist an die Einhaltung von Financial Covenants (Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie Eigenkapitalquote größer als 25%) geknüpft. Zum Bilanzstichtag wurden die Financial Covenants vollumfänglich eingehalten. Der Schuldendeckungsgrad lag bei 1,60 und die Eigenkapitalquote bei 35,8%. Eine Verschlechterung der Finanzkennzahlen und somit die Verschlechterung der Bonitätsbeurteilung durch die Kreditgeber kann eine schrittweise Erhöhung der Kreditmargen bei

Marktrisiko

Liquiditätsrisiko

Bankverbindlichkeiten nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants könnten dazu führen, dass bestehende Kredite fällig gestellt werden.

Um die Liquidität im Konzern besser und effektiver steuern zu können, wird für die wesentlichen Länder Europas ein Cash-Pool-System angewendet. Dadurch wird ein zinsoptimaler Ausgleich von kurzfristigen Liquiditätsüber- und -unterdeckungen ermöglicht.

Die Verzinsung der bestehenden Bankverbindlichkeiten ist variabel. Um das hieraus resultierende Zinsänderungsrisiko zu verringern, wurden mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate Swaps) für ein derzeit wirksames Nominalvolumen von rund 102 Mio EUR (hiervon ca. 20 Mio EUR als Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken) abgeschlossen, also rund 50% des derzeit aushaftenden langfristigen Kreditvolumens, sowie weitere 40 Mio EUR Nominalvolumen als Forward-Start-Basis als Folgesicherung. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2017) und tauschen die variablen Zinszahlungen der Finanzierung in Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzte Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Siehe dazu auch Punkt 2.6.11.3 im Konzernanhang für Marktwerte aus Zinssicherungsinstrumenten zum Bilanzstichtag. Zinsänderungsrisiko

Die Devisenmärkte sind weiterhin von hoher Unsicherheit und Volatilität geprägt. Die ergebnisrelevanten Währungsrisiken der Gruppe bestehen insbesondere aus Transaktionseffekten (die lokalen Gesellschaften kaufen und/oder verkaufen ihre Waren teilweise in – aus ihrer Sicht – Fremdwährungen). Auch konzerninterne Dividendenzahlungen oder Darlehen können aus Sicht der lokalen Gesellschaften in Fremdwährungen getätigt werden. Das Translationsrisiko (Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro im Rahmen der Konsolidierung) ist für die Zumtobel Gruppe von untergeordneter Bedeutung und wird nicht abgesichert. Die Währungssicherungsinstrumente haben zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Zumtobel Gruppe setzt überwiegend Devisenterminkontrakte mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr ein, ergänzend auch Optionen. Die Hauptwährungen im Konzern sind EUR, GBP, USD (sowie die an den USD gebundenen asiatischen Währungen), AUD und CHF. Da das Fremdwährungsexposure aus generellen Planungsannahmen ermittelt wird und nicht aus konkret bestimmbaren Einzelverträgen, können die Voraussetzungen für Hedge-Accounting grundsätzlich nicht erfüllt werden. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.11.3 wird verwiesen. Währungsänderungsrisiko

1.13.8 Kreditrisiko

Ausfallsrisiken für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch Überwachungsprozesse im "Kreditrisikomanagement" in Verbindung mit einer Warenkreditversicherung beschränkt (siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel 2.6.11.1). In Fällen, bei denen die Kreditversicherung die Deckung verweigert oder reduziert, erfolgt eine sorgfältige Risikoprüfung und es werden nach einem internen Genehmigungsverfahren gegebenenfalls Eigenlimits gesetzt. Teilweise verlangt die Zumtobel Gruppe Bankgarantien oder Vorauszahlungen. Auch für das kommende Geschäftsjahr ist aus heutiger Sicht nicht mit einer Erhöhung des Ausfallsrisikos zu rechnen.

1.13.9 Bilanzielle Risiken

Bilanzielle Risiken entstehen vor allem aus der Bewertung einzelner Vermögenswerte. Währungseffekte, die notwendige Verwendung von Schätzungen und die Ermessensspielräume in den Bereichen der nicht finanziellen Vermögenswerte, aktiven latenten Steuern, Vorrats- und Forderungsbewertungen, Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie Garantie- und Gewährleistungsrückstellungen haben eine unmittelbare Auswirkung auf die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage. Die größten bilanziellen Risiken bei der Zumtobel Gruppe betreffen den Firmenwert, welcher im Rahmen der Akquisition von Thorn im Geschäftsjahr 2000/01 entstand, die Bewertung der aktivierten Entwicklungskosten und Vorräte sowie die Bewertung des Pensionsfonds in Großbritannien. Bei Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt, bei Vermögenswerten mit einer bestimmten Nutzungsdauer findet dieser Test bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für Wertminderung statt. In Fremdwährung nominierte Wertgegenstände führen zu eigenkapitalrelevanten erfolgsneutralen Bewertungseffekten.

1.13.10 Andere Risiken

Die Zumtobel Gruppe ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen. Die Gruppe investiert regelmäßig in die bestehenden Standorte, um die Risiken aus strengeren Auflagen zu minimieren, jedoch können erhöhte Investitionen infolge von Umweltauflagen in Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Gesamtrisiko-Einschätzung der Zumtobel Gruppe

Die Gesamtwürdigung der genannten Risiko- und Chancenfelder resultiert im Wesentlichen in Marktrisiken in Abhängigkeit von der konjunkturellen Preis- und Mengenentwicklung, sowohl auf der Absatz- wie auch auf der Beschaffungsseite. Der technologische Transformationsprozess bringt Risiken in Form neuer Wettbewerber, höherer F&E-Ausgaben, steigender Produkt- und Systemkomplexität, eröffnet aber durchaus auch Chancen durch Erschließung neuer Marktsegmente und Applikationen. Die Innovationsszyklen der Produkte verkürzen sich aufgrund des Technologiewandels hin zur LED, dadurch vergrößert sich auch das Abwertungsrisiko im Bereich der Vorräte und aktivierten Entwicklungskosten. Interne Prozesse der Leistungserstellung sind demgegenüber deutlich weniger risikobehaftet. Die finanzwirtschaftlichen Risiken sind durch Absicherungsmaßnahmen kontrollierbar (siehe auch Konzernanhang Kapitel 2.6.11). Alle aufkommenden wesentlichen Risiken können mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die gruppenweiten Controlling- und internen Kontrollsysteme schnell identifiziert werden.

Auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Unternehmensbestand gefährden könnten.

1.14 Internes Kontrollsystem

Bei der Gestaltung des Internen Kontrollsystems (ebenso wie des Risikomanagements) orientiert sich die Zumtobel Gruppe an den COSO-Modellen und definiert das Interne Kontrollsystem als die Gesamtheit der in die Prozesse integrierten Überwachungs- und Steuerungsmaßnahmen zur Sicherung der Vermögenswerte des Unternehmens, der Vollständigkeit und Zuverlässigkeit von Informationen und Systemen, der Wirtschaftlichkeit von Prozessen und der Einhaltung von gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen (Compliance).

Die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems liegt beim prozessverantwortlichen Management und wird auf unterschiedlichen Ebenen wahrgenommen (zentral oder dezentral). Die übergreifenden Rahmenbedingungen werden zentral vom Vorstand vorgegeben und sind in der Corporate Policy on Internal Control Systems schriftlich fixiert. Die Umsetzung dieser Regelungen erfolgt durch das Linienmanagement. Die Konzernrevision (Corporate Internal Audit) als Stabsstelle des Vorstands unterstützt das Management bei der laufenden Überwachung und Verbesserung des Internen Kontrollsystems.

1.14.1 Grundsätze des Internen Kontrollsystems

Das Interne Kontrollsystem der Zumtobel Gruppe stützt sich unter anderem auf folgende Schlüsselkontrollen:

Transparente Organisation und klare Zuweisung von Rollen und Verantwortlichkeiten

Keine Risiken erkennbar, die den Unternehmensbestand gefährden

COSO-Modelle und anerkannte Best Practices bilden Grundlagen

Verantwortung für das Interne Kontrollsystem ist deckungsgleich mit der Business-Verantwortung

Etablierte und anerkannte Schlüsselkontrollen

  • Ausreichend gestaffelte Freigabe- und Genehmigungsverfahren

  • Angemessene Dokumentation der Prozesse

  • Funktionstrennung und Vier-Augen-Prinzip

  • Vollständigkeitskontrollen, Plausibilitätsprüfungen, Quervergleiche und Abweichungsanalysen

  • Abstimmungsverfahren, Konsistenz- und Gültigkeitsprüfungen

  • Analytical Reviews durch die Fachbereiche und das Management

  • IT-Prozesskontrollen wie Mussfelder, Prüfziffern und Logikabfragen

  • Angemessene allgemeine IT-Kontrollen

Bei der Einführung und Weiterentwicklung der einzelnen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen orientiert sich die Zumtobel Gruppe an folgenden Grundsätzen:

  • Die Überwachungs- und Steuerungsmaßnahmen müssen dem Umfang und der Intensität des zu kontrollierenden Risikos angemessen sein (Kosten-Nutzen-Betrachtung). Das Interne Kontrollsystem verfolgt daher immer einen risikoorientierten Ansatz.

  • Das Interne Kontrollsystem ist kein separates, von den betrieblichen Prozessen getrenntes System, sondern vielmehr ein integrierter Bestandteil der Prozesse.

  • Primär sollen automatisierte Kontrollmaßnahmen zum Einsatz kommen. Wo das nicht möglich oder sinnvoll ist, werden manuelle oder organisatorische Kontrollen verwendet.

Die schriftliche Dokumentation der Prozesse und des Internen Kontrollsystems ist so gestaltet, dass sich ein sachverständiger Dritter in angemessener Zeit ein verlässliches Bild über Prozesse, Risiken und Kontrollen verschaffen kann. Angemessene schriftliche Dokumentation

1.14.2 Internes Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung

Die Corporate Policy on Internal Control Systems enthält eine umfassende Darstellung der für die Finanzberichterstattung der Zumtobel Gruppe wichtigen Prozesse und Systeme. Zur schriftlichen Dokumentation der Prozesse und des Internen Kontrollsystems in der Finanzberichterstattung ist im Intranet der Zumtobel Gruppe ein eigenes Themenportal eingerichtet. Es enthält unter anderem die sogenannte COSO-Matrix, in der entlang der fünf Komponenten des COSO-Modells (Internal Environment, Risikomanagement, Control Activities, Information & Kommunikation, Monitoring) die wesentlichen Merkmale des Internen Kontrollsystems dargestellt sind.

  • In der Zumtobel Gruppe sind die Unternehmensvision und die Unternehmenswerte, der Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie die Organigramme und die Role Manuals (Managementfunktionen und Gremien) schriftlich dokumentiert und größtenteils im Intranet verfügbar. Das Gleiche gilt für die Satzung, die Geschäftsordnungen, die Geschäftsverteilungspläne und weitere gruppenweit gültige Regelungen. Internal Environment
  • Risikomanagement wird in der Zumtobel Gruppe in zweierlei Hinsicht betrieben: Einerseits gibt es einen gesonderten, von der Konzernzentrale gesteuerten Risikomanagement-Prozess, der sich um die konzernweiten Risiken und das zentrale Risikoreporting kümmert. Andererseits erfolgt das prozessspezifische Risikomanagement integriert in den einzelnen Geschäftsprozessen durch die jeweiligen Prozessverantwortlichen. Eine umfassende Erläuterung des Risikomanagements befindet sich im Konzernlagebericht in Kapitel 1.13. Risikomanagement
  • In der Zumtobel Gruppe basieren die Kontrollmaßnahmen unter anderem auf den Corporate Policies und dem Corporate Authorisation Framework. Von besonderer Bedeutung für das Interne Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung sind das Finance Group Manual und die gruppenweit einheitliche Group Closing Checklist. Im Finance Group Manual sind alle für die Zumtobel Gruppe wesentlichen Bilanzierungs- und Control Activities

Grundsatz der Angemessenheit von Risiko und Kontrolle

Bewertungsgrundsätze enthalten. Die Closing Checklist enthält all jene Aufgaben und Kontrollschritte, die im Rahmen der Bilanzierung zwingend ausgeführt werden müssen.

In der Zumtobel Gruppe stützt sich die Informationserfassung und -verarbeitung wesentlich auf die zentralen SAP-Systeme. Die Datenaufbereitung und -ausgabe erfolgt entweder direkt mit diesen Systemen oder über das SAP-Business Warehouse. Daraus werden standardisierte Monats-, Quartals- und Jahresberichte erstellt, die den Vorstand und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungs- und Kontrollfunktion unterstützen. Information & Kommunikation

Zum Monitoring gehören einerseits laufende Überwachungsaktivitäten im Rahmen der normalen Managementaktivitäten und andererseits gesonderte Beurteilungen durch separate Überwachungsfunktionen. Beispielsweise überwacht das Management die Leistung von Segmenten und Gesellschaften anhand monatlicher Reviews. Für die gesonderte Überwachung des Internen Kontrollsystems sind Corporate Internal Audit und Corporate Controlling zuständig. Der externe Review der Halbjahres- und die Prüfung der Jahresabschlüsse werden durch den Wirtschaftsprüfer vorgenommen, der durch sein internationales Netzwerk die Anwendung einheitlicher Prüfungsstandards in allen Konzerngesellschaften sicherstellt. Eine weitere Überwachung des Internen Kontrollsystems findet durch den Prüfungsausschuss der Zumtobel AG statt, der sich in jeder Sitzung über den Rechnungslegungsprozess, die Jahresabschlussprüfung bzw. den Halbjahresreview, den aktuellen Stand des Risikomanagements und die Prüfungsaktivitäten von Corporate Internal Audit berichten lässt. Monitoring

Das Interne Kontrollsystem der Zumtobel Gruppe wird hinsichtlich Wirksamkeit und Effizienz fortlaufend an sich ändernde Bedingungen und neu identifizierte Risiken und Chancen angepasst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zwei wesentliche Pfeiler des Internen Kontrollsystems neu formuliert, nämlich die Unternehmenswerte und der Verhaltenskodex. Die flächendeckende Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde im März 2012 begonnen und wird im Dezember 2012 abgeschlossen sein. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die Anpassung verschiedener Corporate Policies sowie die inhaltliche Weiterentwicklung von Kontrollen.

Bei den Corporate Policies sind unter anderem die Aktualisierung des Corporate Authorisation Frameworks samt Einführung einer globalen Approval Matrix sowie die Implementierung einer einheitlichen Authorisation Policy für die Organisationseinheiten am Standort Dornbirn hervorzuheben. Weitere Anpassungen betrafen die Corporate Insider Policies (geänderte gesetzliche Regelungen) und die Corporate Credit Management bzw. Credit Insurance Policy (Richtlinien- und Prozessänderungen).

Zur Verbesserung der im Geschäftsjahr 2010/11 identifizierten Schwachstellen wurden zusätzliche Kontrollschritte implementiert, darunter unterjährige Bilanz- sowie Cash & Bank-Reviews durch Corporate Finance und Corporate Treasury, technische Maßnahmen zur Abbildung der Bankkonten der Konzerngesellschaften im zentralen Treasury-System und die Entwicklung einer Abstimmbrücke zwischen der kalkulatorischen und buchhalterischen Ergebnisrechnung. Ferner befindet sich ein Konzept zur Optimierung des SAP-Berechtigungswesens in Ausarbeitung. Ebenfalls in Entwicklung befindet sich ein Schulungsprogramm für Führungskräfte über Governance-, Rechts- und Finanzthemen. Zur Steigerung des Bewusstseins hinsichtlich Betrugs (Fraud)-Risiken wurde ein eigenes Informationsportal im Intranet eingerichtet und ein fragebogenbasierter Fraud-Awareness-Check eingeführt.

Der eingeschlagene Weg ständiger Verbesserung und laufender Weiterentwicklung des Internen Kontrollsystems wird auch im neuen Geschäftsjahr fortgesetzt.

Weiterentwicklung

1.15 Angaben zu § 243a UGB

  1. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 108.750.000 EUR und ist in 43.500.000 zur Gänze einbezahlte, auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien mit einem anteiligen Wert am Grundkapital von 2,50 EUR pro Aktie unterteilt. 28.230.640 Aktien sind in einer Globalurkunde verbrieft und bei der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) hinterlegt. 15.269.360 Aktien sind mittels Zwischenscheinen verbrieft und bei der Gesellschaft hinterlegt. Zum 30.04.2012 besaß die Gesellschaft 393.390 Stück eigene Aktien.

  2. AUGMENTOR Privatstiftung (4.215.752 Aktien), ASTERIX Privatstiftung (4.157.002 Aktien), GWZ Privatstiftung (1.044.660 Aktien), Hektor Privatstiftung (2.310.180 Aktien), ORION Privatstiftung (3.090.752 Aktien), Ingrid Reder (264.088 Aktien), Fritz Zumtobel (176.210 Aktien) und Jürg Zumtobel (144.248 Aktien) sind Vertragsparteien eines Syndikatsvertrages.

Der Syndikatsvertrag, der dem Vorstand nicht näher bekannt ist, sieht vor, dass sich die Parteien vor einer Hauptversammlung über das Stimmverhalten zu den einzelnen Tagesordnungspunkten abstimmen und ein von den Parteien ernannter Repräsentant das Stimmrecht, wie gemäß Syndikatsvertrag beschlossen, für alle Parteien gemeinsam ausübt. Der Syndikatsvertrag enthält Übertragungsbeschränkungen für die von den Parteien gehaltenen Aktien und gilt, solange die Parteien zusammen mindestens 25% des stimmberechtigten Aktienkapitals der Gesellschaft halten. Der Syndikatsvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2014.

  1. Zum 30.04.2012 wurden Beteiligungen über 5% sowohl von Delta Lloyd Asset Management NV als auch von der FMR LLC (Fidelity) gehalten. Weitere Beteiligungen über 5% sind der Gesellschaft nicht bekannt.

  2. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

  3. Die Zumtobel Gruppe verfügt über zwei Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ("SOP" und "MSP"), an denen leitende Angestellte von Konzerngesellschaften teilnehmen. Die beiden Mitarbeiterbeteiligungsmodelle sehen keine Stimmrechtskontrolle vor. Hierzu sei verwiesen auf die ausführliche Erläuterung im Konzernanhang Kapitel 2.6.8.4.

  4. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von drei Jahren ab Eintragung der in der Hauptversammlung vom 22. Juli 2011 beschlossenen Satzungsänderung in das Firmenbuch – auch in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 10.875.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 4.350.000 neuen auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zum Mindestausgabekurs von 100% des anteiligen Betrages am Grundkapital gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen und das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen neuen Aktien auszuschließen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

  5. Scheiden Aufsichtsratsmitglieder vor dem Ablauf ihrer Funktionsperiode aus, so bedarf es einer Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch unverzüglich vorzunehmen, wenn die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen für den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitgliedes. Das maximal zulässige Alter eines Vorstandsmitglieds zum Zeitpunkt der (erstmaligen oder neuerlichen) Bestellung beträgt 65 Jahre. Das maximal zulässige Alter eines Aufsichtsratsmitglieds zum Zeitpunkt der (erstmaligen oder neuerlichen) Bestellung beträgt 75 Jahre. Weitere sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebende Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates sowie über Änderungen der Satzung der Gesellschaft bestehen nicht.

  6. Aufgrund des Beschlusses des Vorstands der Gesellschaft vom 29. Juni 2006, gemäß der am 7. April 2006 erteilten Ermächtigung der Hauptversammlung nach Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien zu erwerben, wurden bis 31. Oktober 2006 800.000 eigene Aktien zur Bedienung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme erworben.

Aufgrund des Beschlusses des Vorstands der Gesellschaft vom 29. Juli 2008, auf Basis der vom selben Tag resultierenden Ermächtigung der Hauptversammlung nach Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in einem Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben, wurden gemäß §65 Abs 1 Z 8 und §65 Abs 1a AktG 1.943.555 eigene Aktien erworben. Von diesen Aktien wurden 1.204.344 Stück im Geschäftsjahr 2009/10 eingezogen.

Insgesamt wurden bis zum 30. April 2012 1.145.821 Aktien zur Bedienung von Mitarbeiterprogrammen an Mitarbeiter weitergegeben.

  1. Konzerngesellschaften haben am 8. November 2011 ihren bestehenden Kreditvertrag, der 2013 fällig geworden wäre, vorzeitig refinanziert. Der neue Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis Oktober 2016 und einem maximal ausnutzbaren Rahmen von 500 Mio EUR wurde mit einem Syndikat aus sieben Banken abgeschlossen. Hiervon sind zum Bilanzstichtag 200 Mio EUR in Anspruch genommen. Der Konsortialkreditvertrag beinhaltet eine Change-of-Control-Klausel bei Änderung der absoluten Mehrheit der Stimmrechte.

  2. Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm "SOP" sieht im Falle eines Pflichtangebotes oder eines Angebots, das auf die Erlangung einer kontrollierenden Beteiligung im Sinne des Übernahmegesetzes abzielt, vor, dass alle zu gewährenden Optionen des betreffenden Geschäftsjahres oder eines folgenden Geschäftsjahres als zur Gänze gewährt gelten. Zusätzlich gelten die gewährten Optionen (einschließlich der als gewährt geltenden Optionen) am letzten Tag des entsprechenden Angebotes als ausgeübt (ohne dass eine Mitteilung der Gesellschaft erforderlich wäre). Jede als ausgeübt geltende Option berechtigt zum Empfang einer Barzahlung hinsichtlich des positiven Unterschiedsbetrages zwischen dem im Rahmen des Angebots angebotenen Preis und dem Ausübungspreis (sofern für den entsprechenden Begünstigten anwendbar). Ein solcher Unterschiedsbetrag ist am 15. Kalendertag nach der Veröffentlichung des Ergebnisses eines solchen Angebotes zur Zahlung fällig.

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm "MSP" sieht im Falle eines Pflichtangebotes oder eines Angebots, das auf die Erlangung einer kontrollierenden Beteiligung im Sinne des Übernahmegesetzes abzielt, vor, dass das MSP beendet und durch den Aufsichtsrat der Zumtobel AG nach Vorschlag des Vorstandes in angemessener Weise abgerechnet werden kann. Mit Ende des Geschäftsjahres werden sämtliche Ansprüche aus dem MSP (außer bei bereits feststehenden Austritten) abgegolten. Eine Allokation der letzten Tranche im Mai 2012 hat nicht mehr stattgefunden. Das Matching Stock Program wird im Geschäftsjahr 2012/13 durch einen cashbasierten Long Term Incentive abgelöst.

  1. Die Vorstandsverträge enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Im Falle einer Übernahme der Gesellschaft durch einen neuen Mehrheitsaktionär steht den Vorstandsmitgliedern das Recht zu, ihr Mandat einseitig zurückzulegen. In diesem Fall erhalten die Vorstandsmitglieder die fixen und variablen Bezüge bis zum ursprünglich vereinbarten Ablauf des Vertrages, mindestens jedoch für die Dauer von zwölf Monaten. Darüber hinaus haben die Vorstandsmitglieder keine besonderen Ansprüche oder Anwartschaften im Falle der Beendigung ihrer Funktion.

  2. Die wichtigsten Merkmale des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems sind im Konzernlagebericht unter 1.13 bzw. 1.14 umfassend beschrieben.

1.16 Ausblick und Ziele

Weltwirtschaft in 2012 und 2013 mit moderatem Wachstum

IWF erwartet für 2012 Rezession in Eurozone

Der Internationale Währungsfonds (IWF) 3 prognostiziert für das Kalenderjahr 2012 ein nur moderates Wachstum der Weltwirtschaft um 3,5%. Unter der Prämisse einer sich entschärfenden Schuldenkrise in Europa sind die Experten des IWF für 2013 mit plus 4,1% deutlich zuversichtlicher. Wie schon in den Vorjahren geht das Gros der Dynamik in beiden Jahren von den Entwicklungs- und Schwellenländern aus, wenngleich 2012 mit gebremster Dynamik. Die dortige Wirtschaftsleistung soll in diesem Jahr um 5,7% und 2013 um 6,1% zulegen. Für die industrialisierte Welt lauten die Prognosen auf plus 1,4% in 2012 respektive 2,0% in 2013. Die US-Wirtschaft kann in beiden Jahren auf ein solides Plus von 2,1% beziehungsweise 2,4% hoffen. Nach dem Schrumpfen des Sozialprodukts in der Eurozone um 0,3% in 2012 sagt der IWF für das Jahr 2013 wieder ein geringes Wachstum um 0,9% voraus.

Globales Wirtschaftswachstum mit hohen Risiken behaftet

Das globale Wachstum ist allerdings mit hohen Risiken behaftet. Auch für 2013 weist der IWF explizit auf die hohe Unsicherheit bezüglich der Prognoseerreichung hin, da diese sehr stark von der erfolgreichen Umsetzung der avisierten Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenproblematik insbesondere in Europa abhängig ist. Der IWF warnt vor einer sich weiter verschärfenden Schuldenspirale insbesondere in der Eurozone. Dort seien die Probleme noch lange nicht gelöst und das Risiko einer stark rezessiven Entwicklung mit möglichen massiven Negativeffekten auf die Weltwirtschaft noch nicht gebannt. Dabei sind die Mittel der Geldpolitik zukünftig begrenzt. Die Zentralbanken haben die Leitzinsen bereits weltweit auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt, um die Risiken der Finanzkrise auf die Realwirtschaft zu bremsen. Darüber hinaus sind durch eine mögliche konjunkturelle Abkühlung in China und die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten weitere wirtschaftliche Risiken entstanden.

Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung in 2012 und 2013

3 Quelle: Prognose des IWF, World Economic Outlook, 17. April 2012

Große strategische Herausforderungen und Chancen

Die Zumtobel Gruppe steht vor großen strategischen Herausforderungen und Chancen. Oberste Priorität hat die Erneuerung der Produktpalette und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Komponentengeschäft. Die hierfür notwendigen Veränderungen in der Organisation, Kosteneffizienzmaßnahmen sowie die Markteinführung neuer innovativer Produkte sowohl im konventionellen als auch im LED-Bereich sind in Umsetzung. Parallel dazu unternimmt die Zumtobel Gruppe in den Regionen USA und Asien sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessebene erhebliche Anstrengungen, um in diesen Regionen die Basis für profitables Wachstum aufzubauen. Darüber hinaus sehen wir gerade angesichts der starken Marken- und Technologieposition große Chancen für die Zumtobel Gruppe, dank der eingeleiteten Zukunftsinvestitionen gestärkt aus dieser dynamischen Phase des Technologiewandels hervorzugehen. Der Vorstand hält deshalb grundsätzlich an der globalen Wachstumsstrategie fest, weil wir weiterhin davon überzeugt sind, dass es mit der LED-Technologie, dem Thema Energieeffizienz und zusätzlichen globalen Marktchancen wie etwa in Asien und den USA sehr gute Wachstumsimpulse für die Lichtindustrie gibt. Es ist aber erforderlich, die hohen Wachstumsinvestitionen in überdurchschnittliches Umsatzwachstum und eine Verbesserung der Profitabilität umzusetzen, um den deutlichen Fixkostenaufbau bei den Vertriebs- und Entwicklungskosten zu rechtfertigen.

Aufgrund der zunehmend negativen Konjunkturaussichten scheinen die bisherigen Wachstumsannahmen für die professionelle Lichtindustrie von jährlich rund 4% derzeit nicht mehr haltbar. Daher muss die Zumtobel Gruppe die mittelfristige Umsatzprognose (durchschnittliches Umsatzplus von 10% pro Jahr) für die kommenden Jahre zurücknehmen und die Wachstumserwartungen dem konjunkturellen Rahmen anpassen. Der Vorstand ist weiterhin davon überzeugt, dass wir mit unserem Geschäftsmodell das Potenzial haben, unter stabilen konjunkturellen Rahmenbedingungen die bereinigte EBIT-Marge für die Zumtobel Gruppe auf ein Niveau von über 10% zu steigern.

Ausblick für Geschäftsjahr 2012/13 mit großer Unsicherheit behaftet

Zusätzlich zu unseren strategischen Herausforderungen und der unsicheren konjunkturellen Entwicklung der wichtigsten Absatzmärkte, insbesondere in Europa, erschweren die unklaren Auswirkungen möglicher staatlicher Sparprogramme konkrete Prognosen. Für das Gesamtjahr 2012/13 der Zumtobel Gruppe erwartet der Vorstand aus heutiger Sicht gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung beim Umsatz und bei der bereinigten EBIT-Marge.

Die Stärken der Zumtobel Gruppe sind eine führende Markt- und Technologieposition, umfassendes Marktund Anwendungswissen, enge Kundenbeziehungen in fragmentierten Märkten, eine enge Zusammenarbeit mit führenden Technologiepartnern sowie eine solide Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies ist eine solide Grundlage, um die anstehenden Herausforderungen konsequent anzugehen und die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen sowie von den sich bietenden Marktchancen bestmöglich profitieren zu können.

Dornbirn, am 11. Juni 2012

Der Vorstand

Harald Sommerer Mathias Dähn Martin Brandt

Chief Executive Officer Chief Financial Officer Chief Operating Officer

Konzernlagebericht

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 Konzernabschluss Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

2. Konzernabschluss

Inhalt

2. Konzernabschluss
2.1 Gewinn- und Verlustrechnung ________ 54
2.2 Gesamtergebnisrechnung ___________ 55
2.3 Bilanz_______________ 56
2.4 Kapitalflussrechnung _________ 57
2.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung __________ 58
2.6 Anhang _____________ 59
2.6.1 Allgemeine Angaben _________ 59
2.6.2 Konsolidierungskreis und -methoden _________ 59
2.6.2.1 Konsolidierungskreis_________ 59
2.6.2.2 Konsolidierungsmethoden __________ 60
2.6.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden _____ 61
2.6.3.1 Auswirkungen neuer und geänderter Standards _____ 61
2.6.3.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ______ 62
2.6.4
2.6.4.1
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ______ 70
Umsatzerlöse________ 70
2.6.4.2 Aufwandsarten ____________ 70
2.6.4.3 Sonstiges betriebliches Ergebnis______ 71
2.6.4.4 Zinsergebnis ________ 72
2.6.4.5 Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge _______ 72
2.6.4.6 Ertragsteuern________ 73
2.6.4.7 Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen _______ 74
2.6.4.8 Ergebnis je Aktie ___________ 74
2.6.5 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung _________ 74
2.6.5.1
2.6.5.2
Währungsdifferenzen________ 74
Währungsdifferenzen aus Darlehen _________ 74
2.6.5.3 Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn_______ 75
2.6.5.4 Steuern ____________ 75
2.6.6 Erläuterungen zur Bilanz ____________ 75
2.6.6.1 Firmenwerte ________ 75
2.6.6.2 Übrige immaterielle Vermögenswerte _______ 76
2.6.6.3 Sachanlagen _________ 78
2.6.6.4 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen ________ 80
2.6.6.5 Finanzielle Vermögenswerte_________ 81
2.6.6.6 Übrige Vermögenswerte ___________ 82
2.6.6.7
2.6.6.8
Latente Steuern ________ 82
Vorräte
__________ 83
2.6.6.9 Forderungen aus Lieferungen & Leistungen _________ 84
2.6.6.10 Liquide Mittel________ 84
2.6.6.11 Leistungen an Arbeitnehmer (IAS 19) _______ 84
2.6.6.12 Beitragsorientierte Verpflichtungen__________ 88
2.6.6.13 Übrige Rückstellungen _______ 89
2.6.6.14 Finanzschulden_______ 90
2.6.6.15 Finanzierungsleasing ______ 91
2.6.6.16 Operating Leasing
_______ 91
2.6.6.17 Übrige Verbindlichkeiten ___________ 92
2.6.7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung _______ 93
2.6.7.1 Überleitung Finanzmittelfonds _______ 94
2.6.8 Erläuterungen zur Eigenkapitalveränderungsrechnung ________ 94
2.6.8.1 Grundkapital ________ 94
2.6.8.2 Kapitalrücklage _______ 94
2.6.8.3 Gewinnrücklagen ___________ 94
2.6.8.4 Aktienoptionsprogramme __________ 95
2.6.8.5 Dividendenausschüttung ___________ 97
2.6.9 Kapitalmanagement___________97
2.6.10 Angaben zu Finanzinstrumenten_______98
2.6.10.1 Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39____98
2.6.10.2 Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie IAS 39______101
2.6.11 Angaben zum Risikomanagement ___________101
2.6.11.1 Kreditrisiko _________101
2.6.11.2 Liquiditätsrisiko ____________103
2.6.11.3 Marktrisiko _________104
2.6.12 Geschäftssegmente__________107
2.6.12.1 Segment Geschäftsbereiche ________107
2.6.12.2 Segment Regionen _________109
2.6.13 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse _________109
2.6.14 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag __________109
2.6.15 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen _______109
2.6.16 Angaben zu Personalstruktur und Organen _________111
2.6.16.1 Personalstruktur ___________111
2.6.16.2 Organe des Konzerns_______111
2.7 Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz _____112
2.8 Konsolidierungskreis_________113
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk ___________116

2. Konzernabschluss

2.1 Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR Anhang 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 2.6.4.1 1.280.312 1.228.204 4,2
Kosten der umgesetzten Leistungen 2.6.4.2 -882.527 -817.866 7,9
Bruttoergebnis vom Umsatz 397.785 410.338 -3,1
in % vom Umsatz 31,1 33,4
Vertriebskosten 2.6.4.2 -331.312 -305.168 8,6
Verwaltungskosten 2.6.4.2 -38.031 -36.502 4,2
Sonstiges betriebliches Ergebnis 2.6.4.3 6.149 7.335 -16,2
davon Sondereffekte 0 -2.386 -100,0
Betriebsergebnis 34.591 76.003 -54,5
in % vom Umsatz 2,7 6,2
Zinsaufwand 2.6.4.4 -11.315 -9.810 15,3
Zinsertrag 2.6.4.4 2.073 2.358 -12,1
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge 2.6.4.5 -3.932 -8.771 55,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 2.6.6.4 -685 12 <-100
Finanzergebnis -13.859 -16.211 14,5
in % vom Umsatz -1,1 -1,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 20.732 59.792 -65,3
Ertragsteuern 2.6.4.6 -3.990 -6.952 -42,6
Ergebnis aus fortzuführenden Bereichen 16.742 52.840 -68,3
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen 2.6.4.7 -764 -1.512 49,5
Jahresergebnis 15.978 51.328 -68,9
in % vom Umsatz 1,2 4,2
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar 23 303 -92,5
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar 15.955 51.025 -68,7
Anzahl ausstehender Aktien unverwässert – Durchschnitt (in 1.000 Stk.) 43.100 42.788
Verwässerungseffekt (Aktienoptionen) – Durchschnitt (in 1.000 Stk.) 41 52
Anzahl ausstehender Aktien verwässert – Durchschnitt (in 1.000 Stk.) 43.141 42.840
Ergebnis je Aktie (in EUR) 2.6.4.8
Ergebnis je Aktie unverwässert 0,37 1,19
Ergebnis je Aktie verwässert 0,37 1,19
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Bereichen (in EUR)
Ergebnis je Aktie unverwässert 0,39 1,23
Ergebnis je Aktie verwässert 0,39 1,23
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Bereichen (in EUR)
Ergebnis je Aktie unverwässert -0,02 -0,04
Ergebnis je Aktie verwässert -0,02 -0,04

2.2 Gesamtergebnisrechnung

in TEUR 2011/12 2010/11 Veränderung
in %
Jahresergebnis 15.978 51.328 -68,9
Währungsdifferenzen 2.6.5.1 19.941 -1.720 >100
Währungsdifferenzen aus Darlehen 2.6.5.2 4.198 -932 >100
Hedge Accounting -2.936 1.537 <-100
Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 2.6.5.3 -26.472 -4.825 <-100
Steuern 2.6.5.4 2.774 -652 >100
davon IAS 19 2.040 -268 >100
davon Hedge Accounting 734 -384 >100
Sonstige Gesamtergebnisbestandteile -2.495 -6.592 62,2
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar 354 -293 >100
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar -2.848 -6.299 54,8
Gesamtergebnis 13.483 44.736 -69,9
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar 377 9 >100
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar 13.106 44.727 -70,7

2.3 Bilanz

in TEUR Anhang 30. April 2012 in % 30. April 2011 in %
Firmenwerte 2.6.6.1 190.842 18,4 183.869 18,0
Übrige immaterielle Vermögenswerte 2.6.6.2 51.414 5,0 50.818 5,0
Sachanlagen 2.6.6.3 242.271 23,4 233.843 22,9
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 2.6.6.4 4.366 0,4 4.889 0,5
Finanzielle Vermögenswerte 2.6.6.5 2.547 0,2 5.749 0,6
Übrige Vermögenswerte 2.6.6.6 4.005 0,4 4.137 0,4
Latente Steuern 2.6.6.7 36.337 3,5 34.151 3,3
Langfristiges Vermögen 531.782 51,3 517.456 50,7
Vorräte 2.6.6.8 172.748 16,7 190.341 18,7
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 2.6.6.9 209.724 20,2 186.549 18,3
Finanzielle Vermögenswerte 2.6.6.5 8.390 0,8 15.051 1,5
Übrige Vermögenswerte 2.6.6.6 25.936 2,5 24.834 2,4
Liquide Mittel 2.6.6.10 87.704 8,5 86.255 8,5
Kurzfristiges Vermögen 504.502 48,7 503.030 49,3
VERMÖGEN 1.036.284 100,0 1.020.486 100,0
Grundkapital 108.750 10,5 108.750 10,7
Kapitalrücklagen 335.006 32,3 335.387 32,9
Gewinnrücklagen -91.880 -8,9 -119.818 -11,7
Jahresergebnis 15.955 1,5 51.025 5,0
Kapital der Anteilseigner der Muttergesellschaft 367.832 35,5 375.344 36,8
Kapital der Minderheitengesellschafter 2.714 0,3 3.308 0,3
Eigenkapital 2.6.8 370.546 35,8 378.652 37,1
Rückstellungen für Pensionen 2.6.6.11 70.798 6,8 57.390 5,6
Rückstellungen für Abfertigungen 2.6.6.11 38.658 3,7 33.297 3,3
Sonstige Personalrückstellungen gemäß IAS 19 2.6.6.11 14.753 1,4 12.332 1,2
Übrige Rückstellungen 2.6.6.13 668 0,1 719 0,1
Finanzschulden 2.6.6.14 227.342 21,9 212.507 20,8
Übrige Verbindlichkeiten 2.6.6.17 13 0,0 4 0,0
Latente Steuern 2.6.6.7 9.917 1,0 11.627 1,1
Langfristige Schulden 362.149 34,9 327.876 32,1
Rückstellungen für Ertragsteuern 21.242 2,0 22.381 2,2
Übrige Rückstellungen 2.6.6.13 22.849 2,2 25.141 2,5
Finanzschulden 2.6.6.14 3.744 0,4 17.301 1,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 130.960 12,6 140.742 13,8
Übrige Verbindlichkeiten 2.6.6.17 124.794 12,0 108.393 10,6
Kurzfristige Schulden 303.589 29,3 313.958 30,8
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 1.036.284 100,0 1.020.486 100,0

2.4 Kapitalflussrechnung

in TEUR Anhang 2011/12 2010/11
Betriebsergebnis aus fortzuführenden und aufgegebenen Bereichen 2.1 33.827 74.491
Abschreibungen und Amortisierungen 2.6.4.2 53.883 51.550
Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen 178 748
Ergebnis aus der Aufgabe von Geschäftsbereichen -220 -3.609
Cashflow aus dem operativen Ergebnis 87.668 123.180
Vorräte 24.812 -47.251
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen -23.104 -11.252
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen -8.004 10.170
Erhaltene Anzahlungen 15.631 -6.546
Veränderung des Working Capital 9.335 -54.879
Langfristige Rückstellungen -5.970 -7.591
Kurzfristige Rückstellungen -3.175 -4.978
Übrige lang- und kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -3.758 14.204
Veränderungen der sonstigen operativen Positionen -12.903 1.635
Bezahlte Steuern -5.968 -3.578
Cashflow aus dem operativen Geschäft 78.132 66.358
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 1.068 684
Auszahlungen für Anlagenzugänge -57.159 -57.304
Veränderung von lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 227 -3.314
Veränderung liquider Mittel durch Erwerb von Minderheitenanteilen 0 -1.600
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -55.864 -61.534
FREIER CASHFLOW 22.268 4.824
Veränderung der lang- und kurzfristigen Finanzschulden 15.654 -5.775
davon nicht frei verfügbare Zahlungsmittelbestände -122 -269
Dividenden -22.523 -6.977
Ausübung Optionen -381 790
Bezahlte Zinsen -9.540 -7.961
Vereinnahmte Zinsen 2.170 1.456
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -14.620 -18.467
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 5.333 -298
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDES 12.981 -13.941
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 2.6.7.1 70.757 84.698
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 2.6.7.1 83.738 70.757
Veränderung 12.981 -13.941

2.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung

Geschäftsjahr 2011/12

Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens
in TEUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Sonstige
Gewinn
rücklagen
Währungs
rücklage
Hedge
Accounting
Rücklage
Aktien
optionen
Rücklage
IAS 19
Jahres
ergebnis
Summe Minder
heiten
Summe
Eigen
kapital
30. April 2011 108.750 335.387 -25.749 -51.096 -1.441 18.418 -59.950 51.025 375.344 3.308 378.652
+/- Einstellungen in die
Gewinnrücklagen
0 0 51.025 0 0 0 0 -51.025 0 0 0
+/- Gesamtergebnis 0 0 0 23.785 -2.202 0 -24.432 15.955 13.106 377 13.483
+/- Aktienoptionen –
Ausübungen
0 -381 0 0 0 0 0 0 -381 0 -381
+/- Aktienoptionen –
Dotierung/Auflösung
0 0 0 0 0 1.314 0 0 1.314 0 1.314
+/- Dividenden 0 0 -21.552 0 0 0 0 0 -21.552 -971 -22.523
30. April 2012 108.750 335.006 3.724 -27.311 -3.643 19.732 -84.382 15.955 367.831 2.714 370.545

Geschäftsjahr 2010/11

Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens Summe
in TEUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Sonstige
Gewinn
rücklagen
Währungs
rücklage
Hedge
Accounting
Rücklage
Aktien
optionen
Rücklage
IAS 19
Jahres
ergebnis
Summe Minder
heiten
Eigen
kapital
30. April 2010 108.750 334.597 52.105 -48.737 -2.594 17.270 -54.858 -69.945 336.588 3.825 340.413
+/- Einstellungen in die
Gewinnrücklagen
0 0 -69.945 0 0 0 0 69.945 0 0 0
+/- Gesamtergebnis 0 0 0 -2.359 1.153 0 -5.092 51.025 44.727 9 44.736
+/- Aktienoptionen –
Ausübungen
0 790 0 0 0 0 0 0 790 0 790
+/- Aktienoptionen –
Dotierung/Auflösung
0 0 0 0 0 1.148 0 0 1.148 0 1.148
+/- Dividenden 0 0 -6.418 0 0 0 0 0 -6.418 -559 -6.977
+/- Minderheitenanteil
Kapitalerhöhung
0 0 0 0 0 0 0 0 0 142 142
+/- Erwerb von
Minderheitenanteilen
0 0 -1.491 0 0 0 0 0 -1.491 -109 -1.600
30. April 2011 108.750 335.387 -25.749 -51.096 -1.441 18.418 -59.950 51.025 375.344 3.308 378.652

2.6 Anhang

2.6.1 Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB auf Basis aller am Bilanzstichtag gültigen IFRS/IAS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht hat, sowie aller Interpretationen (IFRIC/SIC) des International Financial Reporting Interpretations Committee beziehungsweise des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern diese auch von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Der Konzernabschluss der Zumtobel AG entspricht daher den für das Geschäftsjahr 2011/12 in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS).

Der Vorstand der Zumtobel AG hat den Konzernabschluss am 11. Juni 2012 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Die feststellende Aufsichtsratssitzung findet am 26. Juni 2012 in Dornbirn statt.

Zumtobel ist ein international tätiger Leuchtenkonzern mit Sitz der Muttergesellschaft Zumtobel AG in der Höchster Straße 8, A-6850 Dornbirn, Österreich, und ist beim Landes- als Handelsgericht Feldkirch, Österreich, unter FN 62309g registriert. Bilanzstichtag ist der 30. April. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 30. April 2012. Die Berichtswährung ist Euro. Die Geschäftstätigkeit wird durch das "Lighting Segment" (Lichtlösungen, Leuchten für die Innen- und Außenraumbeleuchtung und elektronisch-digitale Licht- und Raummanagementsysteme) sowie das "Components Segment" (elektronische und magnetische Lichtkomponenten, LED-Lichtkomponenten, LED-Lampen und Verbindungstechnik) erbracht.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Zur Verbesserung der Klarheit und Aussagefähigkeit des Abschlusses werden sowohl in der Bilanz als auch in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Angabe in den Tabellen erfolgt – sofern nicht anders angegeben – in Tausend Euro (TEUR). Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme folgender Positionen auf Basis von historischen Anschaffungskosten erstellt:

  • Derivative Finanzinstrumente (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert)

  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

2.6.2 Konsolidierungskreis und -methoden

2.6.2.1 Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss 2011/12 sind 94 (VJ 94) Gesellschaften vollkonsolidiert, die entweder von der Zumtobel AG kontrolliert werden oder an denen der Zumtobel AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Nach der Equity-Methode werden sechs (VJ 6) Unternehmen konsolidiert, nach der quotalen Konsolidierungsmethode wird kein Unternehmen berücksichtigt. Nicht konsolidiert werden 16 (VJ 16) verbundene Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns einzeln und gesamt von untergeordneter Bedeutung ist.

Für Einzelabschlüsse mit abweichendem Bilanzstichtag werden IFRS-Zwischenabschlüsse zum 30. April erstellt.

Etwaige weitere Verpflichtungen zur Aufstellung von Teilkonzernabschlüssen auf Basis von lokalen Vorschriften sind mit der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses abgegolten.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

Konsolidierungsmethode
voll at equity Summe
30. April 2011 94 6 100
Im Berichtszeitraum erstmals einbezogen 1 0 1
davon Neugründung 1 0 1
Im Berichtszeitraum liquidiert -1 0 -1
30. April 2012 94 6 100

Im April 2012 wurde die Gesellschaft Tridonic Iberia SL neu gegründet und erstmalig in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Die Gesellschaft Zumtobel Residential Lighting srl wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 liquidiert.

Die Mehrheitseigentümer der z-werkzeugbau gmbh haben im dritten Quartal 2009/10 die Option auf die restlichen 30% der Gesellschaft ausgeübt. Die Übertragung der Anteile ist nach dem Bilanzstichtag am 31. Mai 2012 erfolgt.

2.6.2.2 Konsolidierungsmethoden

Grundsätze der Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach den Grundsätzen von IFRS 3. Danach werden beim Unternehmenserwerb die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten der entsprechenden Tochterunternehmen mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen und identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge sind gemäß IFRS 3 sofort erfolgswirksam zu erfassen.

Die Anteile von Minderheitsanteilseignern werden zu dem Minderheitsanteil entsprechenden Teil der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen.

Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Abgangszeitpunkt in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung einbezogen.

Die Equity-Methode wird bei assoziierten Unternehmen angewendet, bei welchen – in der Regel aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 und 50 Prozent – maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die at-equity bewerteten Unternehmen werden mit dem anteilsmäßigen Eigenkapital übernommen, wobei der Buchwert zum Abschlussstichtag um das anteilige Periodenergebnis abzüglich erhaltener Gewinnausschüttungen, allfälliger wesentlicher Zwischengewinne und Abschreibungen auf Firmenwerte angepasst wird. Sämtliche Fortschreibungskomponenten werden in einem Erfolgsposten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Sonstige Konsolidierungsgrundsätze

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden konzerninterne Forderungen mit den korrespondierenden Verbindlichkeiten aufgerechnet. Die konzerninternen Aufwendungen und Erträge werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert. Zwischenergebnisse aus Anlagenerstellungen, Anlagenübertragungen im Konzern sowie aus Konzernvorräten werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Währungsumrechnung

Bei der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die funktionale Währung der Zumtobel Gruppe ist der Euro. Bei der Umrechnung der funktionalen Währungen der Gesellschaften in die Berichtswährung werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Aufwendungen und Erträge mit monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet. Dies gilt ebenso für die direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen. Der sich daraus ergebende Unterschiedsbetrag wird in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Die wichtigsten Währungen stellen sich wie folgt dar:

Durchschnittskurse Gewinn
und Verlustrechnung
Stichtagskurse Bilanz
1 EUR entspricht 30. April 2012 30. April 2011 30. April 2012 30. April 2011
AUD 1,3116 1,3954 1,2684 1,3560
CHF 1,2057 1,3265 1,2018 1,2867
USD 1,3681 1,3309 1,3214 1,4860
SEK 9,0186 9,2168 8,9185 8,9140
GBP 0,8585 0,8501 0,8130 0,8917

2.6.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.6.3.1 Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Folgende geänderte Standards beziehungsweise Interpretationen sind für die Zumtobel Gruppe im Geschäftsjahr 2011/12 erstmals anwendbar:

Der geänderte IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" enthält nunmehr ein Befreiungswahlrecht zur Angabe von Transaktionen mit beherrschenden nahestehenden Unternehmen der öffentlichen Hand. Aufgrund der Änderung sind detaillierte Angaben nur noch zu einzelnen wesentlichen Transaktionen vorzunehmen. Überdies wurde durch die Änderung des IAS 24 die Definition von nahestehenden Unternehmen bzw. Personen basierend auf einem symmetrischen Ansatz verdeutlicht.

Durch die Änderungen zu IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung – Einstufung von Bezugsrechten" wurde klargestellt, dass Bezugsrechte, Optionen oder Optionsscheine auch dann als Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren sind, wenn ihr Bezugsrechtskurs auf eine andere Währung als die funktionale Währung des Emittenten lautet, sofern die emittierten Instrumente allen gegenwärtigen Eigentümern derselben Klasse anteilsmäßig zu einem festen Betrag angeboten werden.

Die Anpassungen zu IFRIC 14 "Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsvorschriften" regeln die Bilanzierung von Vorauszahlungen im Rahmen eines leistungsorientierten Pensionsplans, wenn ein Unternehmen Mindestdotierungsvorschriften unterliegt. Nunmehr darf ein Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen aus einer Vorauszahlung auf eine Mindestdotierungsverpflichtung bilanziell berücksichtigen, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt.

IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente" behandelt die Bilanzierung einer teilweisen oder vollständigen Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit durch die Ausgabe von Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumenten. Die Interpretation legt fest, dass die ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente Bestandteil des "gezahlten Entgelts" sind. Die entsprechenden Instrumente sind grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Differenz zwischen dem Buchwert der auszubuchenden finanziellen Verbindlichkeit und dem erstmaligen Wertansatz der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente ist ergebniswirksam zu erfassen.

Die Verbesserungen der IFRS 2010 führten zu Änderungen bei sechs Standards und einer Interpretation. Im Rahmen dieser Verbesserungen erfolgte einerseits eine Klarstellung der bestehenden Regelungen, andererseits gab es aber auch Änderungen mit Auswirkungen auf die Bilanzierung.

Durch sämtliche oben angeführten Änderungen ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2011/12.

Im Wesentlichen werden folgende neue beziehungsweise geänderte IAS/IFRIC-Interpretationen nicht vorzeitig angewandt und finden daher im Geschäftsjahr 2011/12 für die Zumtobel Gruppe keine Berücksichtigung:

Überarbeitete Standards beziehungsweise Interpretationen Anzuwenden ab
Geschäftsjahresbeginn nach
IAS 1 Darstellung von Sachverhalten im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung 01. Juli 2012*
IAS 12 Latente Steuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte 01. Januar 2012*
IAS 19 (rev. 2011) Leistungen an Arbeitnehmer 01. Januar 2013*
IAS 27 Einzelabschlüsse 01. Januar 2013*
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 01. Januar 2013*
IAS 32 Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 01. Januar 2014*
IFRS 1 Hochinflation und Ersetzung des festen Umstellungszeitpunktes für IFRS
Erstanwender
01. Juli 2011*
IFRS 7 Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte 01. Juli 2011
IFRS 7 Anhangangaben – Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 01. Januar 2013*
IFRS 9 Finanzinstrumente 01. Januar 2015*
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01. Januar 2013*
IFRS 11 Gemeinschaftliche Tätigkeiten 01. Januar 2013*
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01. Januar 2013*
IFRS 13 Fair Value-Bewertung 01. Januar 2013*
IFRIC 20 Abraumbeseitigungskosten in der Produktionsphase eines Tagebergbaus 01. Januar 2013*

* Diese Standards wurden von der Europäischen Union noch nicht im Wege des Endorsement-Verfahrens übernommen.

Es werden keine wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung der neuen Regelungen auf den Konzernabschluss 2012/13 erwartet.

2.6.3.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Firmenwerte

Der im Rahmen der Konsolidierung anfallende Firmenwert stellt den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden eines Tochterunternehmens, assoziierten Unternehmens oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf Ebene der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Werthaltigkeit getestet. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst (siehe auch Abschnitt "Ermessensausübungen und Schätzungsunsicherheiten").

Übrige immaterielle Vermögenswerte

Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte werden im Jahr der Anschaffung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer (4 bis 10 Jahre) abgeschrieben.

Ein selbsterstellter immaterieller Vermögenswert, der aus der Produktentwicklung oder aus Softwareimplementierungen des Konzerns entsteht, wird nur bei Vorliegen der Voraussetzungen des IAS 38.57 aktiviert, die vor allem folgende Bedingungen umfassen:

  • Identifizierbarkeit des selbsterstellten Vermögenswertes

  • Wahrscheinlichkeit der Erbringung eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens

  • Verlässliche Bestimmbarkeit der Kosten des Vermögenswertes

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden linear abgeschrieben (4 bis 8 Jahre). Darf ein selbsterstellter immaterieller Vermögenswert nicht erfasst werden, werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Ausgaben für Forschungsaktivitäten werden als Aufwand der Periode erfasst.

Sachanlagen

Erworbene und selbsterstellte Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Herstellungskosten enthalten neben Einzelkosten angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Zinsaufwendungen für qualifzierte Vermögenswerte werden – soweit wesentlich – aktiviert und nicht in der zuzurechnenden Periode als Aufwand erfasst.

Der lineare Abschreibungsaufwand wird auf Basis der folgenden Abschreibungsprozentsätze errechnet:

Abschreibungs
Lineare Abschreibung prozentsatz p.a.
Gebäude 2 - 3,3%
Technische Anlagen und Maschinen 14,3 - 20%
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14,3 - 33,3%

Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn durch die Leasingbedingungen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing klassifiziert.

Mietzahlungen bei Operating Leasing werden im Periodenergebnis linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses verteilt.

Im Rahmen von Finanzierungsleasing gehaltene Vermögenswerte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses als Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder, falls dieser niedriger ist, mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird in der Bilanz als Verpflichtung aus Finanzierungsleasing innerhalb der lang- und kurzfristigen Finanzschulden erfasst. Die Leasingzahlungen werden so auf Zinsaufwendungen und Tilgung der Leasingverpflichtung aufgeteilt, dass eine konstante Verzinsung der verbleibenden Verbindlichkeit erzielt wird. Zinsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vorräte

Vorratsbestände werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten (basierend auf der Durchschnittspreismethode) und Nettoveräußerungswert bewertet. Bei Halb- und Fertigfabrikaten wird ein entsprechender Anteil der fixen und variablen Fertigungs- und Materialgemeinkosten in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter der Annahme einer Normalauslastung einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer beziehungsweise aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene konzerneinheitliche Abschläge berücksichtigt, die sich an der Umschlagsdauer ("Reichweite") orientieren.

Finanzinstrumente

Die Zumtobel Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

  • Wertpapiere und Wertrechte
  • Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige Verbindlichkeiten
  • Darlehen und Ausleihungen
  • Finanzierungsleasing
  • Positive/Negative Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes
  • Positive/Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting)
  • Liquide Mittel
  • Wertpapiere und Wertrechte

Wertpapiere und Wertrechte (z. B. Beteiligungen an Unternehmen) werden bei Zugang zu Anschaffungskosten bewertet. Diese werden als dem Handelsbestand zugehörig eingeordnet und in den Folgeperioden erfolgswirksam zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen sind grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei den Forderungen werden für erkennbare Risiken Wertberichtigungen vorgenommen.

  • Darlehen und Ausleihungen, sonstige Forderungen (Finanzielle Vermögenswerte) Gegebene Darlehen und Ausleihungen sowie sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

  • Darlehen und Ausleihungen, Finanzierungsleasing (Finanzielle Verbindlichkeiten) Erhaltene Darlehen und Ausleihungen sowie Finanzierungsleasingverbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag oder dem Nennwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bilanziert (fortgeführte Anschaffungskosten). Langfristige Verbindlichkeiten werden mit dem Barwert bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

  • Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes Marktwertveränderungen von derivativen Instrumenten, die nicht Teil des Hedge Accounting sind, werden in der Gewinnund Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen.

  • Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting) Der effektive Teil der Wertänderungen des Zeitwerts derivativer Instrumente, die sich für Cashflow Hedge Accounting im Sinne des IAS 39 (Absicherung zukünftiger Cashflows) qualifizieren, wird direkt im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die im Eigenkapital abgegrenzten Beträge werden zum gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, zu welchem die abgesicherte Position das Periodenergebnis berührt.

  • Marktwerte aus einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb Des Weiteren werden derivative Instrumente, die im Sinne des IAS 21 ("hedge of a net investment in a foreign operation") abgeschlossen wurden, in der Bilanz als Derivate (Hedge Accounting) ausgewiesen und damit verbundene Wertänderungen der Zeitwerte direkt im Eigenkapital verbucht.

>> Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt mittels dreistufiger Hierarchie, welche die Bewertungssicherheit widerspiegelt.

Level 1: Notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Instrumente Level 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die am Markt beobachtbar sind Level 3: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die nicht beobachtbar sind

In der Zumtobel Gruppe werden im Wesentlichen Marktwerte zur Berechnung des beizulegenden Zeitwertes herangezogen. Der Marktwert einer langfristigen Forderung und sonstiger nicht derivativer Finanzinstrumente entspricht dem Barwert abgezinst mit dem Marktzinssatz. Der Marktwert der kurzfristigen Finanzinstrumente entspricht aufgrund ihrer Fristigkeit dem Buchwert.

Der beizulegende Zeitwert derivativer Finanzinstrumente kann zu jedem Bilanzstichtag verlässlich ermittelt werden, da die Bewertung im Wesentlichen auf externen Datenquellen (Börsenpreise beziehungsweise Bankbestätigungen) beruht. Es handelt sich somit nur um Level 1- und Level 2-Bewertungen.

Die unter Level 2 fallenden Finanzinstrumente betreffen die unter den finanziellen Vermögenswerten und Finanzschulden ausgewiesenen Derivate (positive Marktwerte TEUR 1.667, VJ TEUR 5.817; negative Marktwerte TEUR -12.340, VJ TEUR -12.516; siehe auch Kapitel 2.6.10).

Kurzfristige und langfristige Vermögenswerte und Schulden

Vermögenswerte beziehungsweise Schulden, deren Realisierung beziehungsweise Tilgung innerhalb von zwölf Monaten erwartet beziehungsweise fällig wird, gelten als kurzfristig. Alle anderen Vermögenswerte und Schulden gelten als langfristig.

Aktienbasierte Vergütungen

Bei den Aktienoptionsprogrammen der Zumtobel AG handelt es sich um aktienbasierte Vergütungstransaktionen, die durch Eigenkapitalinstrumente beglichen werden. Die Bewertung von Vergütungen für Dienstleistungen von Arbeitnehmern richtet sich nach dem Marktwert der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt der Zusage (grant date) auf der Grundlage von anerkannten Optionsbewertungsmodellen. Die Dotierung beziehungsweise Auflösung der Rücklage innerhalb der Berichtsperiode erfolgt erfolgswirksam. Eine erfolgswirksame Anpassung der Rücklage an die tatsächlich ausgeübten Optionen erfolgt nicht. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt unter den Gewinnrücklagen.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung als Folge früherer Ereignisse gegenüber Dritten besteht, der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtung wahrscheinlich sowie eine zuverlässige Schätzung des Betrages der Verpflichtung möglich ist. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, ist keine Rückstellung anzusetzen. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt. Ist ein Abfluss von Ressourcen weder wahrscheinlich noch die Höhe der Verpflichtung schätzbar, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben.

Rückstellungen für Restrukturierungsaufwand werden nur bei Erfüllung der allgemeinen Ansatzkriterien sowie bei rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen zur Restrukturierung (IAS 37.70 ff.) angesetzt.

Rückstellungen für Garantiefälle werden zum einen nach individuellen Gesichtspunkten auf Einzelfallbasis gebildet. Zum anderen erfolgt nach konzerneinheitlichen Richtlinien eine Bildung von Garantierückstellungen für noch nicht bekannte Fälle. Für die Ermittlung des Rückstellungsbetrages werden produktspartenbasierte Prozentsätze auf die Umsatzerlöse der jeweiligen Produkte der Periode angewandt.

Eine Rückstellung für belastende Verträge wird angesetzt, wenn die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen unvermeidbaren Kosten die aus einem abgeschlossenen Vertrag erwarteten Erlöse übersteigen. Die Rückstellung wird zum niedrigeren Betrag aus den bei Ausstieg aus dem Vertrag resultierenden Kosten und den bei Erfüllung des Vertrages anfallenden Nettokosten gebildet. Vor der Erfassung einer separaten Rückstellung für einen belastenden Vertrag wird ein Wertminderungsaufwand auf Vermögenswerte erfasst, die mit dem Vertrag verbunden sind.

Leistungen an Arbeitnehmer

  • Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen langfristige Vorsorgen für Pensionen und Abfertigungen.

  • Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer umfassen im Wesentlichen die Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland sowie den Sonderurlaub in Australien.

>> Leistungsorientierte Pläne

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (defined benefit obligation, DBO) am Abschlussstichtag wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit der Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method) ermittelt. Dabei wird in Zinsaufwand – das ist der Betrag, um den sich die Verpflichtung über das Jahr alleine durch das Näherrücken der Zahlungen erhöht hat – und Dienstzeitaufwand – das sind im betreffenden Jahr neu erdiente Ansprüche – getrennt. Der Zinssatz zur Abzinsung der künftigen Leistungen ist ein aktueller Marktzinssatz. Die Annahmen über die Höhe der Leistungen berücksichtigen erwartete künftige Gehaltssteigerungen oder Gehaltstrends sowie zugesagte Leistungen. Änderungen in den Ansprüchen können auf der Neuzusage einer Leistung oder der Änderung bestehender Leistungsansprüche beruhen, welche als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ausgewiesen werden.

Planvermögen sind Vermögenswerte, die von einem Fonds gehalten werden und die mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert werden. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wird jährlich von anerkannten Aktuaren durchgeführt.

Die Bewertung erfolgt zu jedem Bewertungsstichtag mit den aktuellen besten Schätzannahmen, die sich von einem Stichtag zum anderen ändern können. Die wertmäßigen Auswirkungen aus der Veränderung der Schätzannahmen werden als versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste bezeichnet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung latenter Steuern in der Periode ihres Entstehens in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Der Zinsaufwand sowie die Erträge aus Planvermögen werden im Finanzergebnis ausgewiesen, die anderen Komponenten im Betriebsergebnis.

>> Beitragsorientierte Pläne

Bei beitragsorientierten Plänen bestehen keine über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen hinausgehenden Verpflichtungen. Die Beiträge sind im Personalaufwand der Periode erfasst.

Ertragsteuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Geschäftsjahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss laut der Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar beziehungsweise steuerlich wirksam werden. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden Steuersätze berechnet.

Latente Steuern sind die zu erwartenden Steuerbe- beziehungsweise -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden im Jahresabschluss und des Wertansatzes bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Dabei kommt die bilanzorientierte Ermittlungsmethode zur Anwendung. Latente Steuerverbindlichkeiten werden für alle steuerbaren temporären Differenzen erfasst. Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, als es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen werden, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Stichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch in einem absehbaren Zeitraum vollständig oder teilweise wieder einzubringen. Latente Steuern werden auf Basis der erwarteten Steuersätze ermittelt, die zum Zeitpunkt der Begleichung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes Geltung haben. Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, außer die Transaktionen, auf die sich der Steuereffekt bezieht, werden im gleichen oder einem anderen Geschäftsjahr in der Gesamtergebnisrechnung gebucht.

Ertragsrealisierung

Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen werden realisiert, wenn der Konzern die wesentlichen Risiken und Chancen auf den Käufer überträgt. Rabatte und Skonti werden von den Umsatzerlösen abgezogen. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge sind zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Finanzinstrumentes erfasst. Dies ist genau der Zinssatz, der die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert des Vermögenswertes abzinst.

Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung erfasst.

Fremdwährungsgeschäfte

Fremdwährungsgeschäfte werden mit dem aktuellen Kurs am Tag der Abwicklung bilanziert. Zum Bilanzstichtag werden monetäre Aktiva und Passiva unter Verwendung des Stichtagskurses umgerechnet. Realisierte und unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen in Fremdwährung werden grundsätzlich im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bewertungseffekte von langfristigen konzerninternen Darlehen, welche sich gemäß IAS 21 als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifizieren, werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Ermessensausübungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen durch die Geschäftsleitung, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode haben. Der Grundsatz des "true and fair view" wird auch bei der Verwendung von Schätzungen uneingeschränkt gewahrt.

Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Wesentliche Änderungen führen zu einer Anpassung der Prämissen und zu einer erfolgswirksamen Erfassung.

Schätzungen und Annahmen betreffen vor allem folgende Bereiche:

Wertminderungen von Firmenwerten, übrigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob es Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf bei den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Diese stellt dann in der Regel das gesamte Produktionswerk dar.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer und solchen, welche noch nicht verfügbar sind (z. B. noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte), sowie bei Firmenwerten werden jedes Jahr Wertminderungstests durchgeführt, auch wenn kein Anzeichen für eine Wertminderung vorliegt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme abgezinst. Im Vorjahr wurde ein einheitlicher Weighted Average Cost of Capital (WACC) in Höhe von 7,9% (VJ 7,2%) als Diskontierungszinssatz für die Werthaltigkeitsprüfung der aktivierten Entwicklungskosten verwendet. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die unten im Text angeführten jeweiligen regionalen WACC im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung für die Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsströme angewandt.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte aufgrund einer Anpassung der internen Berichtsstruktur für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung eine Aufteilung des Firmenwerts aus dem Erwerb der Thorn Lighting Gruppe im Sinne des IAS 36.87 auf kleinere zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE). Die Einheiten entsprechen den operativen Segmenten im Sinne des IFRS 8.5, die für Zwecke der Segmentberichterstattung zum aggregierten Segment "Lighting Brands" zusammengefasst werden. Der Firmenwert wurde daher im Geschäftsjahr 2010/11 entsprechend der Berichtsstruktur auf die nach Regionen definierten operativen Segmente aufgeteilt (siehe Kapitel 2.6.6.1), wobei bei der Ermittlung der Nutzungswerte der definierten ZGE regionenspezifische WACC-Sätze ermittelt und bei der Berechnung entsprechend berücksichtigt wurden.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden für folgende ZGE nachstehende WACC-Sätze berücksichtigt:

ZGE Lighting Brands – Europa: WACC 7,2% (VJ 7,9%) ZGE Lighting Brands – MENA & Asien: WACC 9,2% (VJ 10,2%) ZGE Lighting Brands – Australien & Neuseeland: WACC 8,0% (VJ 8,4%) ZGE Lighting Brands – USA: WACC 7,0% (VJ 7,4%)

Bei der Ableitung der regionalen Zinssätze wurden vor allem Inflationsdifferenzen der jeweiligen Länder zum risikofreien Basiszinssatz, Länderrisikoprämien sowie unterschiedliche Steuersätze berücksichtigt.

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte dient als Vergleichsgröße der Nutzungswert, welcher in Form von Discounted Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit berechnet wird. Die Schätzungen der zukünftigen Mittelzuflüsse basieren auf internen Planungen, welche detailliert für das Jahr 2012/13 und mit geringen Vereinfachungen für weitere drei Jahre vorliegen. Für Perioden nach dem Detailplanungszeitraum wird eine regionenspezifische Wachstumsrate, welche die regionalen Inflationsunterschiede berücksichtigt, angewandt. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Die Schätzung der Cashflows erfolgt unter Berücksichtigung regionalspezifischer Annahmen über die Marktentwicklung. Die Kostenstrukturen werden dabei in der Regel auf Basis der Erfahrungswerte der Vergangenheit geplant und extrapoliert. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Selbst bei relativen Abweichungen der regionalen Planungsannahmen und WACC-Sätze von mehr als 10% ergibt sich mit Ausnahme des Firmenwerts, welcher der "ZGE Lighting Brands – USA" zugeordnet wurde, kein Wertminderungserfordernis. Das Wertminderungserfordernis des Firmenwerts "ZGE Lighting Brands – USA" beläuft sich bei Erhöhung des Regionen-WACC und bei gleichzeitiger negativer Planungsabweichung um 10% auf TEUR 2.152.

>> Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Bei der versicherungsmathematischen Bewertung von Leistungen an Arbeitnehmer werden Annahmen über Zinssätze, erwartete Erträge aus Planvermögen, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Pensionsalter und Lebenserwartung getroffen.

>> Übrige Rückstellungen

Bei der Ermittlung von Restrukturierungsrückstellungen werden Annahmen zu Belegschaftsreduzierungen und damit einhergehenden Kosten sowie zu Kosten von Vertragsauflösungen getroffen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten basieren auf der Einschätzung des Managements bezüglich des möglichen Ausgangs der jeweiligen Rechtsstreitigkeit. Es wird eine Garantierückstellung basierend auf Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet. Die getroffenen Annahmen sind mit Unsicherheiten behaftet und die tatsächlichen Zahlungen können von den getroffenen Einschätzungen abweichen.

>> Aktive latente Steuern

Die Aktivierung latenter Steuern erfolgt auf Basis der erwarteten zukünftigen Steuersätze sowie der Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit. Eventuelle Steuersatzänderungen oder von den Annahmen abweichende zu versteuernde Einkommen können zu einer Abschreibung aktiver latenter Steuern führen.

>> Aktienoptionsprogramme

Bei der Ermittlung der Optionswerte nach der Black-Scholes-Methode werden Annahmen betreffend Zinssatz, erwarteter Volatilität und Dividendenpolitik getroffen.

Zum Bilanzstichtag sind keine bedeutsamen Fälle bekannt, die zu einer wesentlichen Abweichung des Buchwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld innerhalb des nächsten Geschäftjahres führen können.

Sondereffekte

Sondereffekte sind gemäß IAS 1.98 gesondert anzugeben, wenn diese hinsichtlich ihrer betragsmäßigen Höhe, Art oder Seltenheit relevant für die Erklärung der Ertragskraft sind. Es handelt sich hierbei insbesondere um Ergebnisse aus nicht wiederkehrenden, einmaligen Ereignissen wie Restrukturierungen, wesentliche Prozesskosten, Veräußerungen nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie wesentliche Auflösungen von Rückstellungen und Wertminderungen von Vermögenswerten. Die gesonderte Angabe erfolgt im vorliegenden Konzernabschluss als "davon"-Vermerk in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden mangels Wesentlichkeit keine Sondereffekte gemäß IAS 1.98 gesondert ausgewiesen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Ertragsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Deckung von Aufwendungen werden in der Periode, in der sie gewährt werden, in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag berücksichtigt. Soweit sie sich auf zukünftige Aufwendungen beziehen, werden sie über einen Passivposten abgegrenzt. Zuwendungen für Vermögenswerte werden planmäßig über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes erfolgswirksam erfasst.

2.6.4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

2.6.4.1 Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen sind Erlösschmälerungen (vornehmlich Kundenskonti) in Höhe von TEUR 50.630 (VJ TEUR 48.954) enthalten. Die Bruttoumsatzerlöse belaufen sich auf TEUR 1.330.942 (VJ TEUR 1.277.158).

2.6.4.2 Aufwandsarten

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. In den Kosten der umgesetzten Leistungen (inkl. Entwicklungskosten), Vertriebskosten (inkl. Forschungskosten) und Verwaltungskosten sowie im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind folgende Aufwandsarten und Erträge enthalten:

Geschäftsjahr 2011/12

in TEUR Kosten der
umgesetzten
Leistungen
Vertriebs
kosten
Verwaltungs
kosten
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
Summe
Materialaufwand -573.297 -5.291 -60 0 -578.648
Personalaufwand -221.320 -174.386 -28.147 -43 -423.896
Abschreibungen -46.940 -6.008 -935 0 -53.883
Sonstiger Aufwand -70.554 -140.579 -12.851 -291 -224.275
Aktivierte Eigenleistungen 11.961 148 9 0 12.118
Interne Verrechnung 8.012 -11.176 3.164 0 0
Summe Aufwände -892.138 -337.292 -38.820 -334 -1.268.584
Sonstige Erträge 9.611 5.980 789 6.483 22.863
Summe -882.527 -331.312 -38.031 6.149 -1.245.721

Geschäftsjahr 2010/11

in TEUR Kosten der
umgesetzten
Leistungen
Vertriebs
kosten
Verwaltungs
kosten
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
Summe
Materialaufwand -517.448 -4.863 -58 0 -522.369
Personalaufwand -209.839 -156.811 -27.708 -3.106 -397.464
Abschreibungen -42.898 -5.510 -803 -2.339 -51.550
Sonstiger Aufwand -74.135 -131.646 -14.847 3.015 -217.613
Aktivierte Eigenleistungen 15.263 489 17 0 15.769
Interne Verrechnung 6.610 -12.199 5.608 -19 0
Summe Aufwände -822.447 -310.540 -37.791 -2.449 -1.173.227
Sonstige Erträge 4.581 5.372 1.289 9.784 21.026
Summe -817.866 -305.168 -36.502 7.335 -1.152.201

Im Materialaufwand sind Kosten für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 21.951 (VJ TEUR 21.287) enthalten.

In den sonstigen Erträgen sind Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 3.705 (VJ TEUR 4.493) enthalten, wobei es sich hauptsächlich um Forschungsförderungen handelt. Davon werden TEUR 2.446 (VJ 2.801) im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

In den Kosten der umgesetzten Leistungen sind Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 54.786 (VJ TEUR 46.322) enthalten. Die im aktuellen Geschäftsjahr aktivierten Entwicklungskosten belaufen sich auf insgesamt TEUR 11.053 (VJ 14.086), die planmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten beträgt TEUR 11.024 (VJ TEUR 10.356), außerplanmäßig wurden TEUR 1.828 (VJ TEUR 1.552) abgeschrieben.

In den Vertriebskosten ist Forschungsaufwand in Höhe von TEUR 3.898 (VJ TEUR 2.258) enthalten.

In den Verwaltungskosten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.275 (VJ TEUR 1.460) für Prüfungsleistungen des KPMG-Netzwerks in der Zumtobel Gruppe enthalten.

Die Veränderung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf Sondereffekte des Vorjahres zurückzuführen (siehe Kapitel auch 2.6.4.3).

In den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2011/12 2010/11
Löhne -79.440 -78.227
Gehälter -244.430 -223.385
Aufwendungen für Abfertigungen -4.404 -3.268
Aufwendungen für Altersvorsorge -4.439 -3.947
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie entgeltabhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -65.892 -60.459
Sonstige Sozialaufwendungen -11.973 -11.772
Leiharbeiter -13.318 -13.225
Aufwendungen aus Restrukturierungen 0 -3.181
Personalaufwand -423.896 -397.464

2.6.4.3 Sonstiges betriebliches Ergebnis

in TEUR 2011/12 2010/11
Förderungen der öffentlichen Hand 2.446 2.801
Lizenzeinnahmen 4.138 6.958
Sondereffekte 0 -2.386
Wertminderungen von Anlagevermögen (einschließlich Firmenwerte) 0 -4.311
Zuschreibungen zu Anlagevermögen 0 1.972
Restrukturierungen 0 -3.351
Veräußerungsverluste 0 -173
Rechtsstreitigkeiten 0 3.477
Sonstiges -435 -38
Summe 6.149 7.335

Die Förderungen der öffentlichen Hand stellen, wie im Vorjahr, zur Gänze ertragswirksam vereinnahmte Zuschüsse dar.

Die Lizenzeinnahmen des Geschäftsjahres 2011/12 betreffen, wie im Vorjahr, überwiegend Lizenzeinnahmen aus dem LED-Geschäft. In den Lizenzeinnahmen des Vorjahres sind Erträge in Höhe von TEUR 3.000 aus einer einmaligen LED-Lizenznutzungsvereinbarung enthalten.

Unter den im Vorjahr ausgewiesenen Sondereffekten gemäß IAS 1 sind folgende wesentliche Positionen enthalten:

Der unter der Position "Wertminderungen von Anlagevermögen" im Vorjahr ausgewiesene Betrag beinhaltet im Wesentlichen eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 2.759 betreffend Fabriksanlagen und Maschinen im Components Segment aus der Fertigung von magnetischen Betriebsgeräten. Des Weiteren wurden im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten im Ausmaß von TEUR 1.552 vorgenommen. Die Position "Zuschreibungen zu Anlagevermögen" im Vorjahr beinhaltet eine Zuschreibung zu einem Gebäude in Höhe von TEUR 1.972. Die Restrukturierungsaufwendungen des Vorjahres betreffen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Umzug eines Vertriebsbüros in Großbritannien (TEUR 2.518) sowie Rationalisierungsmaßnahmen in der Leuchtenproduktion in Landskrona/Schweden (TEUR 816). Im Geschäftsjahr 2010/11 ist es aufgrund einer außergerichtlichen Einigung zur Auflösung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 3.477 gekommen.

Die Zeile "Sonstiges" betrifft den Saldo aus Aufwendungen und Erträgen aus der normalen Geschäftstätigkeit, die anderen Funktionsbereichen nicht eindeutig zugeordnet werden können.

2.6.4.4 Zinsergebnis

Im Zinsaufwand sind vor allem Zinsen und Spesen für den laufenden Kreditvertrag enthalten. Der Zinsaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.505 auf TEUR 11.315 gestiegen. Dies ist vor allem auf die höhere unterjährige Inanspruchnahme des ausnutzbaren Rahmens des Konsortialkreditvertrages und gestiegene Zinsmargen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Im Zinsergebnis sind Zinsen aus dem Leasingvertrag für die Fabrik in England in Höhe von TEUR 1.856 (VJ TEUR 1.889) enthalten.

2.6.4.5 Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge

in TEUR 2011/12 2010/11
Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen -4.689 -3.450
Fremdwährungsergebnis 395 -2.349
Marktbewertung von Finanzinstrumenten 362 -2.989
Veräußerungsgewinne/-verluste 0 17
Summe -3.932 -8.771

Das Fremdwährungsergebnis enthält überwiegend realisierte Gewinne aus Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung.

Die Position "Marktbewertung von Finanzinstrumenten" zeigt das Ergebnis aus der Bewertung von Devisentermingeschäften mit den jeweiligen Marktwerten zum Abschlussstichtag.

2.6.4.6 Ertragsteuern

Die Aufteilung der Ertragsteuern auf laufende und latente Steuern ist wie folgt:

in TEUR 2011/12 2010/11
Laufende Steuern -4.988 -8.487
davon laufendes Jahr -4.950 -8.147
davon vergangene Jahre -38 -340
Latente Steuern 998 1.535
Ertragsteuern -3.990 -6.952

Der tatsächliche Steuersatz stellt einen gewichteten Durchschnitt aller im Konsolidierungskreis enthaltenen Gesellschaften dar und beträgt 19% (VJ 12%).

Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand im Konzern stellen sich folgendermaßen dar:

Differenz rechnerischer/ausgewiesener Ertragsteueraufwand

in TEUR 2011/12 2010/11
Ergebnis vor Ertragsteuern 20.732 59.792
Rechnerischer Ertragsteuerertrag (-aufwand), der sich aus dem inländischen Steuersatz von 25% ergibt -5.183 -14.948
Differenz rechnerischer/ausgewiesener Ertragsteueraufwand -1.193 -7.996
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -9.466 -5.333
Ausländische Steuersätze -863 667
Nachzahlungen -916 -513
Steuerfreie Erträge 715 1.397
Sonstige Posten 6.838 665
Bewertungsabschläge für latente Steuern 4.885 11.113
Gesamter Ertragsteueraufwand -3.990 -6.952

2.6.4.7 Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen

Das Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen betrifft nachträgliche Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Reorganisationsverfahren der Space Cannon VH SRL. Die Space Cannon VH SRL war Teil des im zweiten Quartal des Vorjahres aufgegebenen Bereichs der Eventbeleuchtung. Auch das im Vorjahr ausgewiesene Ergebnis dieser Position resultiert aus der Aufgabe dieses Bereichs.

2.6.4.8 Ergebnis je Aktie

Für die Berechnung der Kennzahl "Ergebnis je Aktie" wurde das Jahresergebnis herangezogen.

Aus den Gewinnrücklagen und dem Konzernergebnis kann maximal jener Betrag an die Aktionäre ausgeschüttet werden, der unter dem Posten "Bilanzgewinn" im nach österreichischem Unternehmensrecht aufgestellten Einzelabschluss der Zumtobel AG ausgewiesen ist (TEUR 38.601; VJ TEUR 28.885, siehe auch Kapitel 2.6.8.5).

Überleitung der Anzahl ausstehender Zumtobel Aktien (in 1.000 Stk.):

Geschäftsjahr 2011/12

in 1.000 Stk. Stichtag Durchschnitt
1. Mai 2011 42.821 42.821
Aktienoptionen – Ausübungen 285 279
30. April 2012 43.106 43.100

Geschäftsjahr 2010/11

in 1.000 Stk. Stichtag Durchschnitt
1. Mai 2010 42.725 42.725
Aktienoptionen – Ausübungen 96 63
30. April 2011 42.821 42.788

2.6.5 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

2.6.5.1 Währungsdifferenzen

Die Währungsdifferenzen resultieren aus der Differenz des zum Erstkonsolidierungsstichtag vorliegenden historischen Umrechnungskurses und des aktuellen Stichtagskurses am Bilanzstichtag der nicht in Euro berichtenden Gesellschaften sowie aus der Differenz der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs und dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag. Ebenso in den Währungsdifferenzen berücksichtigt ist die währungsbedingte Anpassung der Firmenwerte in Höhe von TEUR 6.972 (VJ TEUR 418). In der Währungsrücklage ist überdies ein Währungseffekt resultierend aus Minderheitenanteilen in Höhe von TEUR 354 (VJ TEUR -293) enthalten.

2.6.5.2 Währungsdifferenzen aus Darlehen

Die Währungsdifferenzen aus Darlehen in Höhe von TEUR 4.198 (VJ TEUR -932) betreffen langfristige Konzerndarlehen in SEK, GBP und USD, welche gemäß IAS 21 als Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe zu qualifizieren sind.

2.6.5.3 Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn

Der versicherungsmathematische Verlust betrifft in Höhe von TEUR 18.518 die Rückstellung für Pensionen in Großbritannien und resultiert hauptsächlich aus einem Anstieg des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) infolge der Verwendung eines niedrigeren Zinssatzes. Durch Zinssatzanpassungen bei den österreichischen Rückstellungen für Abfertigungen entstand weiters ein versicherungsmathematischer Verlust in Höhe von TEUR 3.870. Der versicherungsmathematische Verlust des Vorjahres ist großteils auf die Zinssatz- und Sterbetafeländerungen in Großbritannien zurückzuführen.

2.6.5.4 Steuern

Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr von TEUR -652 auf TEUR 2.774 resultiert im Wesentlichen aus den ergebnisneutral erfassten Steuern im Zusammenhang mit IAS 19.

2.6.6 Erläuterungen zur Bilanz

2.6.6.1 Firmenwerte

in TEUR "ZGE Lighting
Brands –
Europe"
"ZGE Lighting
Brands –
MENA &
Asien"
"ZGE Lighting
Brands –
Australien &
Neuseeland"
"ZGE Lighting
Brands –
USA"
Tridonic
Jennersdorf
Summe
30. April 2010 154.445 10.970 11.029 5.285 1.722 183.451
Währungseffekte 355 25 26 12 0 418
30. April 2011 154.800 10.995 11.055 5.297 1.722 183.869
Währungseffekte 3.851 1.551 910 661 0 6.973
30. April 2012 158.651 12.546 11.965 5.958 1.722 190.842

Die Firmenwerte sind folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet:

"ZGE Lighting Brands – Europa"

"ZGE Lighting Brands – MENA & Asien"

"ZGE Lighting Brands – Australien & Neuseeland"

"ZGE Lighting Brands – USA"

"Tridonic Jennersdorf"

Die Allokation des "Thorn Lighting Gruppe"-Firmenwerts auf neue ZGE wurde aufgrund einer Änderung der Reportingstruktur im Geschäftsjahr 2010/11 erforderlich. Die Überwachung der Ergebnisse mittels der nach Regionen aufgegliederten Finanzinformationen führte gemäß IAS 36.87 auch zu einer entsprechenden Neuzuordnung des Firmenwerts auf Basis der relativen beizulegenden Zeitwerte der ZGE.

Der ursprüngliche "Thorn Lighting Gruppe"-Firmenwert hatte historische Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 543.661. Die kumulierte Firmenwertabschreibung bis zum 30. April 2010 belief sich auf TEUR 338.278, der kumulierte Währungseffekt auf TEUR 23.654. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr war keine Abschreibung erforderlich.

2.6.6.2 Übrige immaterielle Vermögenswerte

Die Veränderung dieser Position stammt im Wesentlichen aus der Aktivierung von Entwicklungsprojekten.

Geschäftsjahr 2011/12

Patente, Lizenzen Entwicklungskosten Summe
in TEUR und ähnliche und ähnliche
Anschaffungskosten
30. April 2011 36.741 80.780 117.521
Währungsumrechnung 6 1.408 1.414
Zugänge 4.012 10.918 14.930
Abgänge -291 -1.322 -1.613
Umbuchungen 91 135 226
30. April 2012 40.559 91.919 132.478
Kumulierte Abschreibung
30. April 2011 -30.669 -36.034 -66.703
Währungsumrechnung -29 -799 -828
Planmäßige Abschreibung -2.131 -11.176 -13.307
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -1.828 -1.828
Abgänge 280 1.322 1.602
30. April 2012 -32.549 -48.515 -81.064
Nettobuchwert 30. April 2011 6.072 44.746 50.818
Nettobuchwert 30. April 2012 8.010 43.404 51.414

Entwicklungskosten und ähnliche

In dieser Position sind die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte gemäß IAS 38 enthalten. Die Zugänge zu Anschaffungskosten inklusive Umbuchungen sind nahezu zur Gänze den aktivierten Entwicklungskosten (TEUR 11.053, VJ TEUR 14.086) zuzurechnen. Bei diesen Zugängen handelt es sich überwiegend um Produktentwicklungen im Leuchten- und Vorschaltgerätebereich, wovon zum Bilanzstichtag TEUR 8.808 (VJ TEUR 12.124) noch nicht zum Gebrauch verfügbar sind.

Die außerplanmäßige Abschreibung betrifft wie auch im Vorjahr zur Gänze Entwicklungskosten.

Geschäftsjahr 2010/11

Patente, Lizenzen Entwicklungskosten Summe
in TEUR und ähnliche und ähnliche
Anschaffungskosten
30. April 2010 39.641 67.744 107.385
Währungsumrechnung -7 433 426
Zugänge 1.453 14.651 16.104
Abgänge -4.432 -2.048 -6.480
Umbuchungen 86 0 86
30. April 2011 36.741 80.780 117.521
Kumulierte Abschreibung
30. April 2010 -32.746 -25.726 -58.472
Währungsumrechnung -32 -69 -101
Planmäßige Abschreibung -2.312 -10.385 -12.697
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -1.552 -1.552
Abgänge 4.421 1.698 6.119
30. April 2011 -30.669 -36.034 -66.703
Nettobuchwert 30. April 2010 6.895 42.018 48.913
Nettobuchwert 30. April 2011 6.072 44.746 50.818

2.6.6.3 Sachanlagen

Geschäftsjahr 2011/12

Land & Gebäude Fabriksanlagen & Sonstiges Anlagen in Bau & Summe
in TEUR Maschinen Anlagevermögen geleistete
Anzahlungen
Anschaffungskosten
30. April 2011 206.567 390.071 111.355 11.189 719.182
Währungsumrechnung 4.869 8.594 2.245 228 15.936
Zugänge 6.389 9.652 6.298 19.890 42.229
Abgänge -1.229 -10.825 -6.766 0 -18.820
Umbuchungen 3.423 15.689 1.926 -21.264 -226
30. April 2012 220.019 413.181 115.058 10.043 758.301
Kumulierte Abschreibung
30. April 2011 -84.918 -310.853 -89.568 0 -485.339
Währungsumrechnung -1.488 -6.445 -1.595 0 -9.528
Planmäßige Abschreibung -7.854 -23.014 -7.880 0 -38.748
Abgänge 459 10.578 6.548 0 17.585
30. April 2012 -93.801 -329.734 -92.495 0 -516.030
Nettobuchwert 30. April 2011 121.649 79.218 21.787 11.189 233.843
Nettobuchwert 30. April 2012 126.218 83.447 22.563 10.043 242.271

Die Umbuchungen bei den Anschaffungskosten betreffen die Umgliederungen von Anlagen in Bau zu den anderen Anlagenklassen.

Im Rahmen des Konsortialkreditvertrages wurden keine Sachanlagen als Sicherheiten verpfändet.

Ferner bestehen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 3.326 (VJ TEUR 6.115). Diese teilen sich auf wie folgt: Land und Gebäude TEUR 448 (VJ TEUR 1.436), Fabriksanlagen und Maschinen TEUR 2.695 (VJ TEUR 3.643), sonstiges Anlagevermögen TEUR 183 (VJ TEUR 1.036).

Die Position "Anlagen in Bau und geleistete Anzahlungen" teilt sich auf wie folgt: Land und Gebäude TEUR 1.117 (VJ TEUR 527), Fabriksanlagen und Maschinen TEUR 8.613 (VJ TEUR 10.276), sonstiges Anlagevermögen TEUR 313 (VJ TEUR 386).

Geschäftsjahr 2010/11

Land & Gebäude Fabriksanlagen & Sonstiges Anlagen in Bau & Summe
Maschinen Anlagevermögen geleistete
in TEUR Anzahlungen
Anschaffungskosten
30. April 2010 203.465 370.176 107.755 14.058 695.454
Währungsumrechnung 689 827 1.144 -69 2.591
Zugänge 4.822 6.881 6.776 22.721 41.200
Abgänge -3.269 -6.167 -7.579 -2.962 -19.977
Umbuchungen 860 18.354 3.259 -22.559 -86
30. April 2011 206.567 390.071 111.355 11.189 719.182
Kumulierte Abschreibung
30. April 2010 -81.926 -290.753 -88.428 -2.962 -464.069
Währungsumrechnung -704 -605 -972 0 -2.281
Planmäßige Abschreibung -7.049 -22.046 -7.451 0 -36.546
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -2.759 0 0 -2.759
Zuschreibungen zu Anlagevermögen 2.004 0 0 0 2.004
Abgänge 2.757 5.310 7.283 2.962 18.312
30. April 2011 -84.918 -310.853 -89.568 0 -485.339
Nettobuchwert 30. April 2010 121.539 79.423 19.327 11.096 231.385
Nettobuchwert 30. April 2011 121.649 79.218 21.787 11.189 233.843

Die außerplanmäßige Abschreibung des Vorjahres betrifft Fabriksanlagen und Maschinen im Bereich der Fertigung von magnetischen Betriebsgeräten im Components Segment in Höhe von TEUR 2.759. Der Abschreibungsbedarf ergibt sich aufgrund der Rückläufigkeit der Nachfrage für magnetische Betriebsgeräte in Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen, welche die Profitabilität dieser Produktgruppe zuletzt außerordentlich stark belastet haben.

Die Zuschreibung zum Anlagevermögen im Vorjahr betrifft im Wesentlichen ein Gebäude, da der Grund für die im Geschäftsjahr 2008/09 vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung weggefallen ist (TEUR 1.972).

2.6.6.4 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Bei sechs Unternehmen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, handelt es sich um assoziierte Unternehmen. Es besteht auf wesentliche Bereiche der Finanz- oder Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss, diese werden jedoch nicht beherrscht. Daher werden diese Unternehmen "at-equity" in den Konzernabschluss einbezogen.

Staff Iberica
S.A.
Tridonic SA
(Pty) Ltd.
LEDON
OLED Lighting
GmbH & Co.
KG
LEDON
OLED Lighting
Verwaltungs
GmbH
z-werkzeugbau
gmbh
LEXEDIS
Lighting
GmbH
Total
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 30,00% 50,00%
30. April 2010 2.414 1.174 519 5 0 0 4.112
Zugänge 0 0 1.403 0 0 0 1.403
Jahresergebnis 74 9 -505 1 0 0 -421
Dividenden 0 -211 0 0 0 0 -211
Währungsumrechnung 0 7 0 0 0 0 7
30. April 2011 2.488 978 1.417 6 0 0 4.889
Kapitalerhöhungen 0 0 701 0 0 0 701
Jahresergebnis -106 76 -660 5 0 0 -685
Dividenden -500 0 0 0 0 0 -500
Währungsumrechnung 0 -39 0 0 0 0 -39
30. April 2012 1.882 1.015 1.458 11 0 0 4.366

Der Anteil am Eigenkapital der LEDON OLED GmbH & Co. KG beträgt 51%, während der Anteil am Ergebnis 85% beträgt. Ein beherrschender Einfluss besteht nicht, da die Geschäftsführung dieser Gesellschaft der LEDON OLED Verwaltungs GmbH obliegt, an deren Eigenkapital die Zumtobel Gruppe mit nur 49% beteiligt ist und daher weder einen beherrschenden Einfluss auf die LEDON OLED Verwaltungs GmbH noch auf die LEDON OLED Lighting GmbH & Co. KG ausüben kann.

Im Zuge der Veräußerung des Teilbereichs "Werkzeugbau" im Jahr 2005 ist ein Zwischengewinn in Höhe von TEUR 2.600 entstanden, der in einer passiven Rechnungsabgrenzungsposition eingestellt wurde und im Vorjahr im Finanzergebnis (Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen) zur Gänze amortisiert wurde. Die Mehrheitseigentümer der z-werkzeugbau gmbh haben im dritten Quartal 2009/10 die Option auf die restlichen 30% der Gesellschaft ausgeübt. Die Übertragung der Anteile ist nach dem Bilanzstichtag am 31. Mai 2012 erfolgt (siehe auch Kapitel 2.6.14 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Die "at-equity"-Bewertung der Lexedis Lighting GmbH wird aufgrund der bisher angesammelten Verluste ausgesetzt. Der im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftete Gewinn wird den Verlusten gegenübergestellt. Übersteigen die Gewinne die angesammelten Verluste, wird die Bewertung wieder aufgenommen.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2011/12 2010/11
Jahresergebnis -685 -421
Zwischengewinn Veräußerung Werkzeugbau 0 433
Summe -685 12

Zum Bilanzstichtag bestehen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 1.513 (VJ TEUR 2.356), es waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen. Zwischen den jeweiligen Muttergesellschaften und den "at-equity" bilanzierten Gesellschaften bestehen operative Liefer- und Leistungsbeziehungen.

Nachfolgend die wichtigsten anteiligen Kennzahlen der assoziierten Unternehmen:

Staff Iberica
S.A.
Tridonic SA
(Pty) Ltd.
LEDON
OLED Lighting
GmbH & Co.
KG
LEDON
OLED Lighting
Verwaltungs
GmbH
z-werkzeugbau
gmbh
LEXEDIS
Lighting
GmbH
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 30,00% 50,00%
30. April 2012
Vermögen 2.845 1.481 928 11 2.858 1.512
Schulden 963 467 55 0 2.193 2.921
Eigenkapital 1.882 1.015 873 11 665 -1.409
Umsatzerlöse 2.940 2.349 123 0 5.792 9.406
Jahresergebnis -106 76 -660 5 196 69
Staff Iberica
S.A.
Tridonic SA
(Pty) Ltd.
LEDON
OLED Lighting
GmbH & Co.
KG
LEDON
OLED Lighting
Verwaltungs
GmbH
z-werkzeugbau
gmbh
LEXEDIS
Lighting
GmbH
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 30,00% 50,00%
30. April 2011
Vermögen 3.441 1.382 872 12 2.006 1.506
Schulden 953 404 59 0 1.667 2.984
Eigenkapital 2.488 978 813 12 339 -1.478
Umsatzerlöse 3.389 2.419 57 0 4.192 7.492
Jahresergebnis 75 9 -505 0 -171 71

Im Zusammenhang mit Anteilen an assoziierten Unternehmen ist ein aktiver latenter Steuerposten in Höhe von TEUR 53 (im VJ latente Steuerschuld in Höhe von TEUR 245) angefallen, welcher gemäß IAS 12.39 nicht bilanziert wurde.

2.6.6.5 Finanzielle Vermögenswerte

Die Veränderung der langfristigen finanziellen Vermögenswerte im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Überweisung der vierten Rate aus dem Verkauf der alten Fabrik in Spennymoor in Höhe von 3,6 Mio GBP im März 2012.

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die letzte Rate aus dem Verkauf der Fabrik in Spennymoor (TEUR 4.642; VJ TEUR 4.232). Die Forderung ist mit einer Hypothek auf die veräußerte Liegenschaft besichert.

Bezüglich einer Detailaufstellung wird auf Kapitel 2.6.10.1 verwiesen.

2.6.6.6 Übrige Vermögenswerte

Die übrigen lang- und kurzfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Deckungskapital Gruppenlebensversicherung 3.335 3.488
Sonstige 670 649
Übrige langfristige Vermögenswerte 4.005 4.137
Aktive Rechnungsabgrenzungen 5.372 5.185
Steuerforderungen 7.485 7.452
Geleistete Anzahlungen 1.758 1.185
Sonstige 11.321 11.012
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 25.936 24.834

Die Position "Deckungskapital Gruppenlebensversicherung" betrifft die Zumtobel Gesellschaften in Deutschland. Dargestellt sind Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Pensionsverpflichtungen, die aber nicht als Planvermögen gemäß IAS 19 qualifizieren.

Die Steuerforderungen betreffen hauptsächlich Forderungen im Zusammenhang mit Umsatzsteuern.

In der Position "Sonstige" sind Instandhaltungsmaterialien sowie Forderungen aus Altersteilzeit gegenüber Arbeitnehmern in Deutschland ausgewiesen.

2.6.6.7 Latente Steuern

Unter den aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz werden Unterschiedsbeträge ausgewiesen, die sich aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen der Konzern- und der steuerlichen Bewertung von Vermögenswerten und Schulden ergeben. Daraus resultieren folgende latente Steuern:

30. April 2012 30. April 2011
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Übrige immaterielle Vermögenswerte 64 9.339 5 9.131
Sachanlagen 1.498 6.605 3.979 5.166
Finanzielle Vermögenswerte 1.478 0 479 254
Vorräte 3.846 209 3.916 272
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 1.133 691 1.342 714
Übrige Forderungen 638 6.731 822 432
Langfristige Rückstellungen 15.194 1.104 2.598 2.637
Übrige Rückstellungen 1.699 3.276 2.035 595
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 5.204 12 13 6.667
Verlustvorträge 131.615 107.237
Latente Steuerguthaben bzw. -verbindlichkeiten 162.369 27.967 122.426 25.868
Bewertungsabschläge für latente Steuern -107.982 -74.034 0
Saldierung von aktiven und passiven Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde -18.050 -18.050 -14.241 -14.241
Latente Steuern 36.337 9.917 34.151 11.627

Im Konzernabschluss wurden für Verlustvorträge und sonstige temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 431.926 (VJ TEUR 295.264) keine latenten Steuern aktiviert, da deren Verbrauch nicht ausreichend gesichert ist. TEUR 14.463 (VJ TEUR 15.984) der steuerlichen Verlustvorträge verfallen innerhalb von zehn Jahren. In Übereinstimmung mit IAS 12.39 wurde keine latente Steuerschuld für zeitliche Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften gebildet. Für die Berechnung der latenten Steuern wurden konzernweit die Landessteuersätze angesetzt. Latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur insoweit aktiviert, als ihnen passive Steuerlatenzen gegenüberstehen oder die Verwertung der Verlustvorträge ausreichend gesichert ist.

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr in der Gesamtergebnisrechnung erfassten latenten Steuern in Höhe von TEUR 2.774 (VJ TEUR -652) betreffen mit TEUR 2.040 die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen aufgrund versicherungsmathematischer Verluste gemäß IAS 19 sowie mit TEUR 734 die Hedge Accounting-Rücklage.

2.6.6.8 Vorräte

Der Aufriss der Vorräte in Bruttowert und Wertberichtigungen, unterteilt nach Vorratsklassen, gliedert sich wie folgt:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Rohmaterial 61.369 66.063
Bruttowert 71.322 75.966
Wertberichtigungen -9.953 -9.904
Ware in Arbeit 3.171 4.052
Halbfabrikate 12.062 13.220
Bruttowert 13.362 14.184
Wertberichtigungen -1.300 -964
Handelswaren 17.420 20.042
Bruttowert 20.753 21.905
Wertberichtigungen -3.333 -1.862
Fertigfabrikate 78.726 86.964
Bruttowert 90.317 99.631
Wertberichtigungen -11.591 -12.667
Vorräte 172.748 190.341

Die ergebnisvermindernd erfassten Veränderungen der Wertberichtigungen zu Vorräten belaufen sich in Summe auf TEUR 780 (VJ TEUR 1.147).

Sowohl die im Vorjahr berichtete Verpfändung der Vorräte der australischen Tridonic Gesellschaften zur Besicherung kurzfristiger Betriebsmittelkreditlinien im Wert von TEUR 9.007 als auch die im Jahresfinanzbericht 2010/11 angegebene außerbilanzielle Abnahmeverpflichtung für den Kauf von LED-Modulen bestehen zum 30. April 2012 nicht mehr.

2.6.6.9 Forderungen aus Lieferungen & Leistungen

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Lieferforderungen brutto 237.185 217.251
Wertberichtigungen zu Forderungen -9.675 -10.726
Rückstellung für Kundenboni und Skonti -17.786 -19.976
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 209.724 186.549

Im Kapitel 2.6.11.1 werden Details zu den Wertberichtigungen erläutert.

Die im Rahmen einer Factoringvereinbarung einiger Konzerngesellschaften verkauften Forderungen betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 41.795 (VJ TEUR 49.980).

2.6.6.10 Liquide Mittel

Die flüssigen Mittel setzen sich aus Bankguthaben, Kassenbeständen und Schecks zusammen. Von den Bankguthaben kann über einen Gesamtbetrag von TEUR 391 (VJ TEUR 269) nicht frei verfügt werden. Aufgrund der Fristigkeit dieser Mittel entspricht der Buchwert der flüssigen Mittel dem Marktwert.

2.6.6.11 Leistungen an Arbeitnehmer (IAS 19)

Bei den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen handelt es sich um Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In den sonstigen Rückstellungen sind andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 enthalten.

Die Überleitung von den Anfangsbeständen zu den Endbeständen gestaltet sich wie folgt:

Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Leistungsorientierte Pläne nach IAS 19 Pensionen Abfertigungen Sonstige
in TEUR 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Anfangsbestand Nettoschuld 57.390 57.268 33.297 32.639 12.332 11.513
Währungsumrechnung & Umgliederungen 3.029 -493 0 0 209 156
Veränderung Konsolidierungskreis &
Reklassifizierungen
0 0 0 -276 -61 73
Erfolgswirksame Veränderungen 3.553 2.814 3.224 3.055 3.693 1.879
davon Dienstzeitaufwand 1.422 1.295 1.526 1.543 1.602 1.328
davon nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0 1.048 172
davon Plankürzungen und Planabgeltungen 0 0 0 0 0 0
davon Zinsaufwand 9.763 8.835 1.698 1.512 449 419
davon erwartete Erträge aus Planvermögen -7.632 -7.316 0 0 0 0
davon versicherungsmathematischer Verlust 0 0 0 0 595 -40
Zahlungen -9.867 -9.268 -2.009 -1.094 -1.420 -1.289
Im Eigenkapital erfasster
versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn
16.693 7.068 4.146 -1.027 0 0
Endbestand Nettoschuld 70.798 57.390 38.658 33.297 14.753 12.332

Die erfolgswirksamen Veränderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der "Zinsaufwand" sowie die "erwarteten Erträge aus Planvermögen" werden in der Position "Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge" ausgewiesen, die restlichen Posten im Personalaufwand im Betriebsergebnis. In der Spalte "Sonstige" sind im Wesentlichen Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland sowie Rückstellungen für Sonderurlaub in Australien enthalten.

Die in der Gesamtergebnisrechnung erfassten versicherungsmathematischen Verluste werden im Abschnitt "IAS 19 Rücklage" detailliert erläutert.

Zinssatz Erträge aus
Planvermögen
Gehaltstrend Pensionstrend Pensionsalter
(Frauen/Männer)
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Deutschland 4,3% 5,1% - - 3,0% 3,0% 1,8% 1,8% 1) 1)
Großbritannien 4,7% 5,5% 5,5% 6,5% - - 3,1% 3,4% 65/65 65/65
Schweiz 2,5% 2,8% 2,3% 2,5% 1,5% 1,5% 0,0% 0,1% 64/65 64/65
Norwegen 2,6% 4,1% 4,1% 5,0% 3,3% 3,8% 0,1% 1,0% 67/67 67/67
Schweden 3,5% 4,5% - - - - 2,0% 2,0% 65/65 65/65
Österreich 4,3% 5,1% - - 3,3% 3,3% - - 2) 2)
Frankreich 4,3% 5,1% - - 2,5% 3,0% - - 3) 62/65
Italien 4,3% 5,1% - - 3,0% 3,0% - - 60/65 60/65
Australien 3,5% 4,7% 6,5% 6,6% 4,0% 4,0% - - - -

Als Berechnungsparameter wurden in den einzelnen Ländern folgende angesetzt:

Ferner sind landesübliche Sterblichkeits- und Invaliditätstafeln sowie Fluktuationsraten berücksichtigt.

Anmerkung 1): Pensionsverpflichtungen 60/65 Jahre, Jubiläumsverpflichtungen 60/62 Jahre und Verpflichtungen für Altersteilzeit 57 Jahre.

Anmerkung 2): Es wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die Alterspension unter Berücksichtigung der gesetzlichen Übergangsregelungen zugrunde gelegt.

Anmerkung 3): Angestellte 63/67, Arbeiter 62/65

Pensionsverpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionspläne sind in den deutschen, englischen, schwedischen, norwegischen, australischen und schweizerischen Konzerngesellschaften implementiert. Die nicht durch externe Fonds finanzierten Pläne betreffen die deutschen und schwedischen Gesellschaften, die restlichen sind durch externe Fonds finanziert. Diese Fonds, deren Zweck ausschließlich in der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen besteht, sind rechtlich unabhängig vom jeweiligen Konzernunternehmen. Die nach Abzug des Planvermögens verbleibenden Verpflichtungen werden als Rückstellungen ausgewiesen.

Darüber hinaus besteht in Schweden noch eine Pensionskassenlösung, welche sich grundsätzlich als leistungsorientierte Verpflichtung qualifiziert. Es handelt sich dabei um einen "gemeinschaftlichen Plan mehrerer Arbeitgeber" im Sinne von IAS 19.29, jedoch stehen vom Versicherungsunternehmen keine ausreichenden Informationen zur Verfügung, um diesen Plan wie einen leistungsorientierten Plan zu bilanzieren. Die geleisteten Zahlungen werden daher im Sinne von IAS 19.30 als beitragsorientierter Plan sofort aufwandswirksam im Abschluss erfasst. Diese belaufen sich auf TEUR 471 (VJ TEUR 418). Per Dezember 2011 besteht eine nach schwedischen Gesetzen berechnete Vermögensüberdeckung von 113% (VJ 144%) für alle Teilnehmer dieses gemeinschaftlichen Plans. Diese entspricht der Differenz aus den Versicherungsverpflichtungen und dem Marktwert des Vermögens, der entsprechend den von dem gemeinschaftlichen Plan zur Verfügung gestellten Informationen berechnet wurde.

Der Bilanzansatz der Nettoverpflichtung bzw. des Nettovermögens stellt sich wie folgt dar:

Nettoverpflichtung bzw. Nettovermögen

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
nicht über Fonds finanzierte Verpflichtung 27.635 25.713
über Fonds finanzierte Verpflichtung 182.392 150.291
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) 210.027 176.004
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -139.229 -118.614
In der Bilanz erfasste Nettoschuld 70.798 57.390

Die Pensionsrückstellung gliedert sich auf folgende Länder auf:

Nettoschuld
in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Deutschland 24.512 22.737
Schweden 3.123 2.976
Großbritannien 40.940 30.813
Sonstige 2.223 864
In der Bilanz erfasste Nettoschuld 70.798 57.390

Die Überleitung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) sowie des Planvermögens vom Anfangsbestand auf den Endbestand stellt sich wie folgt dar:

2011/12 2010/11
in TEUR DBO Planvermögen DBO Planvermögen
30. April 2011 176.004 118.614 166.727 109.459
Währungsumrechnung 14.068 11.039 -1.801 -1.309
Dienstzeitaufwand 1.422 0 1.295 0
Zinsaufwand bzw. -ertrag 9.763 7.632 8.835 7.316
Im Eigenkapital erfasster versicherungsmathematischer
Verlust/Gewinn
17.219 526 6.869 -200
Plankürzungen und -abgeltungen 0 0 0 0
Zahlungen -8.449 1.418 -5.921 3.348
30. April 2012 210.027 139.229 176.004 118.614

Das Planvermögen zum 30. April 2012 setzt sich zu 26% aus internationalen Aktien, zu 51% aus festverzinslichen Wertpapieren, zu 16% aus Alternative Investments und zu 7% aus liquiden Mitteln/Immobilien zusammen. Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen beträgt TEUR 8.158 (VJ TEUR 7.116).

Die Entwicklung der Barwerte der Pensionsverpflichtung und des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008
Barwert 210.027 176.004 166.727 136.724 143.710
Planvermögen -139.229 -118.614 -109.459 -89.354 -107.948
Unterdeckung 70.798 57.390 57.268 47.370 35.762

Erfahrungsbedingte Anpassungen sind jene versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die durch Abweichungen individueller personenbezogener Parameter zum Unterschied von den auf den Gesamtbestand anzuwendenden Parametern verursacht werden. Dies betrifft beispielsweise Gehaltsentwicklungen, Anzahl der Todesfälle, vorzeitige Pensionierungen sowie Austritte. Der Barwert der Pensionsverpflichtung verminderte sich aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen wie folgt:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008
Verminderung Barwert Pensionsverpflichtung -37 134 -180 440 223

Abfertigungsverpflichtungen

Dabei handelt es sich um die gesetzlich geregelte Verpflichtung, dem Dienstnehmer unter gewissen Voraussetzungen bei dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen einen bestimmten Betrag zu bezahlen.

Die Verpflichtungen gliedern sich auf folgende Länder auf:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Österreich 34.730 30.019
Frankreich 2.631 2.206
Italien 1.296 1.072
Abfertigungsverpflichtungen 38.658 33.297

Die Überleitung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) vom Anfangsbestand auf den Endbestand zeigt sich wie folgt:

in TEUR 2011/12 2010/11
30. April 2011 33.297 32.639
Konsolidierungskreisänderung 0 -276
Dienstzeitaufwand 1.526 1.543
Zinsaufwand bzw. -ertrag 1.698 1.512
Im Eigenkapital erfasster versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 4.146 -1.027
Zahlungen -2.009 -1.094
30. April 2012 38.658 33.297

Die Entwicklung der Barwerte der Abfertigungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008
Barwert 38.658 33.297 32.639 30.758 29.931

Der Barwert der Abfertigungsverpflichtung erhöhte sich aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen wie folgt:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008
Erhöhung Barwert Abfertigungsverpflichtung 394 520 208 490 469

IAS 19 Rücklage

Die direkt im Eigenkapital verrechneten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste inklusive latenter Steuern entwickelten sich wie folgt:

Pensionen Abfertigungen Summe
30. April 2010 52.801 2.057 54.858
Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 7.068 -1.027 6.041
Währungsumrechnung -1.217 0 -1.217
Latente Steuern -1 269 268
30. April 2011 58.651 1.299 59.950
Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 16.693 4.146 20.839
Währungsumrechnung 5.633 0 5.633
Latente Steuern -1.049 -991 -2.040
30. April 2012 79.928 4.454 84.382

Im Geschäftsjahr wurden latente Steuern in Höhe von TEUR 2.040 (VJ TEUR -268) direkt im Eigenkapital erfasst.

Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer

Diese Verpflichtungen in Höhe von TEUR 14.753 (VJ TEUR 12.332) umfassen die Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland, Sonderurlaub in Australien sowie Rückstellungen für ein gesetzlich vorgeschriebenes Gewinnbeteiligungsmodell und Bonuszahlungen für langjährige Betriebszugehörigkeit in Frankreich.

Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand betrifft ausschließlich die Veränderungen der Altersteilzeitverpflichtungen der deutschen Gesellschaften.

Der versicherungsmathematische Verlust des Geschäftsjahres resultiert zu einem wesentlichen Teil aus Zinssatzanpassungen bei den österreichischen Rückstellungen für Jubiläumsgelder (TEUR 412). Dieser Aufwand wird in der Position "Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge – Zinskomponente gemäß IAS 19" im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen des Geschäftsjahres führten zu einer Erhöhung der Verpflichtung von TEUR 48 (VJ TEUR 67).

2.6.6.12 Beitragsorientierte Verpflichtungen

An beitragsorientierten Zahlungen für diverse Versorgungspläne wurden in verschiedenen Konzerngesellschaften im Berichtsjahr TEUR 6.591 (VJ TEUR 5.740) geleistet. Darunter fällt auch die in Österreich geltende "Abfertigung neu"-Regelung.

2.6.6.13 Übrige Rückstellungen

Geschäftsjahr 2011/12

in TEUR Garantien Restruktur
ierungen
Rechts
streitigkeiten
Belastende
Verträge
Sonstige Summe
30. April 2011 14.338 2.171 1.364 1.902 6.085 25.860
Dotierung 7.066 0 125 0 6.412 13.603
Verbrauch -4.801 -1.652 -365 -673 -4.534 -12.025
Auflösung -3.953 0 -42 0 -528 -4.523
Konsolidierungskreisänderung 0 0 0 0 0 0
Umgliederungen 0 -92 28 92 -28 0
Währungsumrechnung 334 8 30 145 84 601
30. April 2012 12.984 436 1.140 1.466 7.491 23.517
davon kurzfristig 12.984 436 1.140 1.466 6.823 22.849
davon langfristig 0 0 0 0 668 668

Rückstellung für Garantien

Die Rückstellungen für Garantien unterteilen sich in Einzelrückstellungen für individuelle Schadensfälle in Höhe von TEUR 8.735 (VJ TEUR 10.937) sowie in Rückstellungen für nicht einzeln erfasste bzw. noch nicht bekannte Fälle in Höhe von TEUR 4.249 (VJ TEUR 3.401), welche basierend auf Erfahrungswerten ermittelt wurden. Für die Ermittlung des Rückstellungsbetrags werden dabei produktspartenbasierte Prozentsätze auf die Umsatzerlöse der Periode der jeweiligen Produkte angewandt.

Restrukturierungsrückstellungen

Die Restrukturierungsrückstellung wurde im Geschäftsjahr 2011/12 zu einem Großteil verbraucht. Die bestehende Rückstellung betrifft vor allem verbliebene Mitarbeiteransprüche aus Restrukturierungsmaßnahmen der Vorjahre.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Unter den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist im Wesentlichen die gerichtsanhängige Rückforderung eines Sozialversicherungsträgers in Höhe von TEUR 288 und eine Rückstellung für eine in Australien anhängige Rechtsstreitigkeit in Höhe von TEUR 429 enthalten.

Belastende Verträge

In dieser Position ist die Rückstellung für Büroräumlichkeiten in Zusammenhang mit der Schließung einer Vertriebsniederlassung in Großbritannien ausgewiesen.

Unter den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sind unter anderem Rückstellungen für Lizenzen, Provisionen, Zölle, Frachten, Berufsgenossenschaften, Beratungs- und Prüfungskosten enthalten. In den sonstigen langfristigen Rückstellungen sind überwiegend Vorsorgen für Abfindungen an Handelsvertreter enthalten.

Geschäftsjahr 2010/11

Garantien Restruktur Rechts Belastende Sonstige Summe
in TEUR ierungen streitigkeiten Verträge
30. April 2010 15.211 6.606 5.505 450 6.097 33.869
Dotierung 6.744 1.770 78 978 5.164 14.734
Verbrauch -3.026 -4.455 -227 -369 -4.462 -12.539
Auflösung -1.567 -952 -4.016 0 -716 -7.251
Konsolidierungskreisänderung -3.200 0 0 0 0 -3.200
Umgliederungen 0 -920 0 920 0 0
Währungsumrechnung 175 122 24 -77 2 246
30. April 2011 14.338 2.171 1.364 1.902 6.085 25.860
davon kurzfristig 14.338 2.171 1.364 1.902 5.366 25.141
davon langfristig 0 0 0 0 719 719

2.6.6.14 Finanzschulden

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Darlehen von Kreditinstituten 16 386
Finanzierungsleasing 79 125
Darlehen der öffentlichen Hand 75 1.521
Ausleihungen von sonstigen Dritten 0 40
Working Capital-Kredite 3.574 15.229
Kurzfristige Finanzschulden 3.744 17.301
Darlehen von Kreditinstituten 205.097 191.930
Finanzierungsleasing 20.809 19.044
Darlehen der öffentlichen Hand 1.099 1.099
Ausleihungen von sonstigen Dritten 337 434
Langfristige Finanzschulden 227.342 212.507
Finanzschulden 231.086 229.808

Eine wesentliche Finanzierungsvereinbarung stellt der am 08. November 2011 mit sieben Banken abgeschlossene Konsortialkreditvertrag dar. Um die langfristige Liquidität sicherzustellen, hat die Zumtobel Gruppe im November 2011 den bestehenden Konsortialkreditvertrag vorzeitig refinanziert. Die neue Finanzierungsvereinbarung hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen maximal ausnutzbaren Rahmen von TEUR 500.000. Hiervon sind TEUR 200.000 in Anspruch genommen worden. Die verbleibende freie Kreditlinie von TEUR 300.000 wird für Wachstums- und Akquisitionsfinanzierungen und sonstige Zwecke bereitgestellt, ist derzeit aber nicht valutiert.

Zum 30. April 2011 betrug der maximal ausnutzbare Rahmen der vorhergehenden Finanzierungsvereinbarung TEUR 480.000, wovon TEUR 186.000 in Anspruch genommen wurden.

2.6.6.15 Finanzierungsleasing

Mindestleasingzahlungen
in TEUR Aufwand
2011/12
< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Verbind
lichkeit
Nettobuchwert
Anlage
vermögen
Patente, Lizenzen und ähnliche 70 70 0 0 70 275
Land & Gebäude 1.856 1.964 9.182 34.010 45.156 12.096
Fabriksanlagen & Maschinen 5 5 55 0 60 55
Sonstiges Anlagevermögen 0 0 0 0 0 0
Summe Mindestleasingzahlungen 1.931 2.039 9.237 34.010 45.286 12.426
minus Finanzierungsaufwand = Zinsaufwand 1.856 1.960 7.645 14.793 24.398
Nettobarwert der Mindestleasingzahlungen 75 79 1.592 19.217 20.888

Es bestehen keine bedingten Mietzahlungen für Finanzierungsleasing.

Für das Fabriksgebäude in Spennymoor wurde 2008/09 ein Finanzierungsleasingvertrag in Höhe von GBP 15,7 Mio abgeschlossen. Der Finanzierungsleasingvertrag hat eine Laufzeit von 21 Jahren, wobei das erste Jahr tilgungsfrei war. Der Nettobarwert der Mindestleasingzahlungen beläuft sich zum 30. April 2012 auf TEUR 20.764 (VJ TEUR 18.937). Der Anstieg des Nettobarwerts der Mindestleasingzahlungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus Fremdwährungsumrechnungseffekten.

2.6.6.16 Operating Leasing

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating Leasing-Verhältnissen für das Geschäftsjahr und für die folgenden Perioden, ferner die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen, deren Erhalt aufgrund von unkündbaren Untermietverhältnissen erwartet wird, sowie die Zahlungen aus Leasingverhältnissen und Untermietverhältnissen, die erfolgswirksam erfasst worden sind, stellen sich wie folgt dar:

Künftige Zahlungen an Dritte
in TEUR Aufwand
2011/12
< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren
Leasingverhältnissen
21.883 17.056 33.594 13.904 64.553
minus erhaltene Zahlungen aus Leasing- und
Untermietverhältnissen
484 378 344 0 722
Netto Mindestleasingzahlungen 21.399

Es handelt sich im Wesentlichen um Leasingverträge für Bürogebäude, Fabriksanlagen/Lagerhäuser und Fuhrpark. Die Dauer reicht von einem Monat bis 70 Jahre, je nach Objekt und Vertrag.

Für das stillgelegte Leuchtenwerk in Rumänien wurde beginnend mit 1. Mai 2010 ein Operating Leasing-Verhältnis mit einem externen Leasingnehmer eingegangen. Die unkündbare Vertragsdauer beträgt fünf Jahre und sechs Monate. Dem Leasingnehmer wird eine fortlaufende Verlängerungsoption eingeräumt. Die Rate wird jeweils am 1. Mai entsprechend der Entwicklung des harmonisierten Verbraucherpreisindexes der EU angepasst.

Künftige Zahlungen von Dritten
in TEUR Ertrag 2011/12 < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren
Leasingverhältnissen 445 488 1.220 0 2.153

2.6.6.17 Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten verteilen sich wie folgt:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Urlaubs- und Gleitzeitguthaben/Sonderzahlungen Personal 42.333 42.965
Verbindlichkeiten gegenüber Personal 11.785 10.500
Sonstige Steuern 16.713 15.315
Sozialversicherungen 5.995 5.620
Erhaltene Anzahlungen 23.258 7.377
Zinsabgrenzungen 64 17
Passive Erlösabgrenzungen 976 1.050
Derivate (Hedge Accounting) 8.854 4.493
Derivate des Handelsbestandes 3.486 8.023
Zoll 1.907 2.218
Sonstige Verbindlichkeiten 9.423 10.815
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 124.794 108.393

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Aufwandsabgrenzungen und kreditorische Debitoren, welche keine Finanzinstrumente darstellen.

Die Erhöhung der erhaltenen Anzahlungen ergibt sich im Wesentlichen aus dem niedrigen Vorjahreswert auf Grund der Abrechnung mehrerer Projekte kurz vor dem Bilanzstichtag des vorigen Geschäftsjahres sowie aus mehreren größeren Projekten, welche in diesem Jahr angelaufen sind.

2.6.7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Für die Ermittlung des Cashflows wurde die indirekte Methode monatsgenau angewandt. Die so erstellten monatlichen Cashflows werden mit dem jeweiligen monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet und aggregiert, während die Bilanzpositionen mit dem Stichtagskurs umgerechnet werden. Aus diesem Grund kommt es vor allem in den einzelnen Positionen des Cashflows aus dem operativen Geschäft zu deutlich abweichenden Werten im Vergleich zu den Differenzen der jeweiligen Bilanzpositionen.

Im Rahmen der indirekten Methode wird das Betriebsergebnis um Auswirkungen von nicht zahlungswirksamen Geschäftsvorfällen (z. B. Abschreibungen und Amortisierungen) sowie um Ertrags- und Aufwandsposten, die dem Investitions- oder Finanzierungsbereich zuzurechnen sind, berichtigt. In den Abschreibungen und Amortisierungen sind die planmäßigen Abschreibungen (TEUR 52.055) sowie sonstige außerplanmäßige Abschreibungen (TEUR 1.828) enthalten.

Die in der Gesamtergebnisrechnung erfassten Beträge gemäß IAS 19, IAS 21 und IAS 39 sind im Cashflow bei den Veränderungen der jeweiligen Bilanzpositionen ausgewiesen.

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft stieg im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 11.774. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Reduktion des Working Capital, weshalb – trotz eines Rückgangs des Cashflows aus dem operativen Ergebnis aufgrund des erzielten Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr – in Summe ein Anstieg zu verzeichnen ist. Die negative Veränderung in den sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten resultiert vor allem aus Effekten der periodischen Fremdwährungsumrechnung bei der Ermittlung des Cashflows.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit liegt um TEUR 5.670 unter dem Vergleichswert des Vorjahres, wobei die Auszahlungen für Anlagenzugänge im Geschäftsjahr 2011/12 annähernd auf Vorjahresniveau lagen. Die Auszahlungen betreffen vor allem die Aktivierungen von Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Investitionen im Zusammenhang mit Gebäuden und Produktionsanlagen in den Werken Dornbirn, Lemgo, Les Andelys und Jennersdorf. Investitionen in finanzielle Vermögenswerte wurden sowohl im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht getätigt. Die Veränderung liquider Mittel durch den Erwerb von Minderheitenanteilen im Vorjahr betrifft im Wesentlichen den Erwerb der bisher nicht in Gruppenbesitz befindlichen Anteile an der Tridonic Jennersdorf GmbH im Geschäftsjahr 2010/11.

Die Entwicklung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit von TEUR -18.467 im Vorjahr auf TEUR -14.620 im aktuellen Berichtsjahr resultiert vor allem aus der erhöhten Inanspruchnahme des verfügbaren Rahmens des Konsortialkreditvertrages bei gleichzeitig aber auch erhöhter Dividendenauszahlung im Geschäftsjahr 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Letztere dienen dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Sie unterliegen nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken und haben eine Restlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von nicht mehr als drei Monaten. Verbindlichkeiten gegenüber Banken aus Kontokorrentkrediten werden den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugerechnet, da sie einen integralen Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition des Konzerns darstellen.

Die Bankguthaben, Sichteinlagen bei Banken und sonstigen Finanzmittel sind in der Bilanz unter der Position "Liquide Mittel" ausgewiesen. Die Kontokorrentkredite sind in der Bilanz unter den kurzfristigen Finanzschulden (Zeile "Working Capital-Kredite") ausgewiesen.

Die Bilanzposition "Liquide Mittel" enthält darüber hinaus noch die oben erwähnten Bankguthaben, über die nicht frei verfügt werden kann sowie kleinere Guthaben, welche eine Laufzeit von über drei Monaten aufweisen. Beide Positionen sind nicht Bestandteil des Finanzmittelfonds.

2.6.7.1 Überleitung Finanzmittelfonds

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Liquide Mittel 87.704 86.255
nicht frei verfügbar -391 -269
Kontokorrent-Kredite -3.575 -15.229
Finanzmittelfonds 83.738 70.757

Finanzmittel, welche einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, werden nicht im Finanzmittelfonds ausgewiesen.

2.6.8 Erläuterungen zur Eigenkapitalveränderungsrechnung

2.6.8.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 108.750.000 und ist in 43.500.000 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien werden im Prime Market an der Wiener Börse gehandelt. Das Börsenkürzel lautet ZAG, die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) der Zumtobel AG lautet AT0000837307. Es gibt keine Aktien mit besonderen Vorzugs- oder Kontrollrechten.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von drei Jahren ab Eintragung der in der Hauptversammlung vom 22. Juli 2011 beschlossenen Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft auch in mehreren Tranchen um bis zu EUR 10.875.000 durch Ausgabe von bis zu 4.350.000 Stück neuen auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zum Mindestausgabekurs von 100% des anteiligen Betrages am Grundkapital gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen und das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen neuen Aktien auszuschließen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Zum 30. April 2012 befinden sich 43.106.610 Aktien (VJ 42.821.447) im Umlauf. Im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme wurden 24.239 Optionen (VJ 96.404) aus dem Stock Option Programm ausgeübt und 260.924 Aktien aus dem Matching Stock Program an die Mitarbeiter ohne Veräußerungspreis ausgegeben. Die Gesellschaft verfügt zum 30. April 2012 über 393.390 eigene Aktien (VJ 678.553) im Bestand.

2.6.8.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält gebundene und nicht gebundene Kapitalrücklagen der Zumtobel AG. In der Kapitalrücklage werden die Transaktionen mit eigenen Aktien dargestellt. Dies beinhaltet auch die zahlungswirksame Veränderung bei der Ausübung von Aktienoptionen (Ausübungspreis).

2.6.8.3 Gewinnrücklagen

Sonstige Gewinnrücklagen

In den sonstigen Gewinnrücklagen ist der Gewinnvortrag ausgewiesen.

Währungsrücklage

In der Währungsrücklage sind zum einen die Währungsdifferenzen resultierend aus der Differenz des zum Erstkonsolidierungsstichtag vorliegenden historischen Umrechnungskurses und des aktuellen Stichtagskurses am Bilanzstichtag der nicht in Euro berichtenden Gesellschaften sowie aus der Differenz der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs und dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag enthalten. Zum anderen werden hier sowohl die Währungsdifferenzen aus langfristigen Konzerndarlehen in SEK, GBP und USD, die gemäß IAS 21 als Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe zu qualifizieren sind (siehe auch Kapitel 2.6.5.1 und 2.6.5.2), sowie der Währungseffekt aus einem Zinssicherungsgeschäft ausgewiesen. Ferner werden währungsbedingte Anpassungen der Firmenwerte in dieser Position berücksichtigt.

Hedge Accounting

Die Eigenkapitalveränderungen aus der Anwendung des Hedge Accounting ergeben sich aus erfolgsneutral gebuchten Marktwertänderungen von bestehenden Derivatkontrakten sowie aus erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung zurückgebuchten Beträgen aufgrund von ausgeübten bzw. realisierten Kontrakten und den darauf entfallenden latenten Steuern.

Rücklage Aktienoptionen

Betreffend Rücklage Aktienoptionen siehe auch Kapitel 2.6.8.4

IAS 19 Rücklage

Betreffend IAS 19 versicherungsmathematische Verluste siehe auch Kapitel 2.6.6.11.

2.6.8.4 Aktienoptionsprogramme

Für leitende Angestellte der Zumtobel Gruppe existiert bis zum 30. April 2012 ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Matching Stock Program (MSP). Dieses wird im nächsten Geschäftsjahr 2012/13 durch einen cash-basierten Long Term Incentive abgelöst. Bis 2008 gab es zudem ein Stock Option Program (SOP).

SOP (Stock Option Program)

Von 2004 bis 2008 gab es ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Stock Option Program (SOP), das 2008 durch das MSP abgelöst wurde. Aus dem SOP erfolgen keine Zuteilungen von Optionen mehr. Die Ausübungszeit des SOP läuft jedoch noch bis 2015. Innerhalb dieser Ausübungszeit werden mehrere Ausübungsfenster ("exercise slots") zur Einlösung der Optionen festgesetzt. Eine vorzeitige Schließung der Ausübungsfenster bleibt vorbehalten. Für eine Option kann jeweils eine Aktie zu einem fixen Preis gekauft werden.

MSP (Matching Stock Program)

Das MSP wurde im Zusammenhang mit dem Börsengang zum 01. Mai 2006 eingeführt. Um am MSP teilnehmen zu können, muss die Führungskraft eine bestimmte Anzahl Aktien ("MSP-Aktien") in einem Sperrdepot hinterlegen, was den Invest darstellt. Das maximale Gesamtinvestitionsvolumen der Führungskräfte in das MSP ist auf 2,2 Mio EUR begrenzt und ist in drei Teilprogramme (MSP I, MSP II, MSP III) aufgeteilt, wobei jedes Teilprogramm in fünf Tranchen unterteilt ist. Die Laufzeit jedes Programms beträgt sieben Jahre ab dem Startzeitpunkt und die der einzelnen Tranchen beträgt zwei Jahre. Jede an die Führungskraft ausgegebene Tranche besteht aus dem achtfachen Wert der im jeweiligen Programm investierten Aktienanzahl. Dieser multiplizierte Wert wird in sogenannten Phantom Stocks auf einem für den Teilnehmer bei einer Bank angelegten Konto gebucht und mit einem Basispreis (60-Tage-Kursmittelwert bei Zuteilung + 10%) versehen. Die Zuteilung erfolgt jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres. Die Ausübung erfolgt automatisch zwei Jahre nach der jeweiligen Zuteilung, wobei der Basispreis der Tranche mit dem 60-Tage-Kursmittelwert (Strike Price) bei Ausübung verglichen wird. Die Differenz, multipliziert mit der Anzahl der Phantom Stocks, ergibt den MSP Gross Profit. Mit diesem Profit werden wiederum zum Strike Price Aktien erworben, die der Führungskraft gutgeschrieben werden. Ist der Wertzuwachs kleiner oder gleich null, entfällt die Zuteilung. Nach einer Sperrfrist von zwei Jahren kann die Führungskraft über die Aktien frei verfügen.

Mit Ende dieses Geschäftsjahres wurden sämtliche Ansprüche aus dem MSP (außer bei bereits feststehenden Austritten) abgegolten. Die aus der Abgeltung ausbezahlten Beträge (TEUR 192) wurden im Personalaufwand erfasst. Eine Allokation der letzten Tranche im Mai 2012 hat nicht mehr stattgefunden. Das Matching Stock Program wird mit dem nächsten Geschäftsjahr durch einen cashbasierten Long Term Incentive abgelöst.

Die SOP- und MSP-Optionen sind nicht übertragbar. Eine Behaltefrist für bezogene Aktien besteht beim SOP nicht, beim MSP beträgt diese zwei Jahre.

Die Ermittlung der Optionswerte erfolgt nach der Black-Scholes-Methode.

Die wesentlichen Parameter für MSP/SOP sind:

  • Marktwert der Aktie pro Stück EUR 24,30 (VJ EUR 14,13)

  • Basispreis MSP EUR 25,39 (VJ EUR 17,41)

  • Erwartete Volatilität 36,40 % (VJ 54,06%) p.a.

  • Risikoloser Zinssatz: 2,359% p.a. (VJ 1,417% p.a.)

  • Dividendenrendite 0 % p.a.

  • Ausübungspreise SOP EUR 7,50 für Berechtigte GJ 03/04; EUR 11,55 bzw. 14,22 GJ 04/05; EUR 16,60 GJ 05/06 und GJ 06/07

  • Laufzeit SOP bis 30. April 2015

Die erwartete Volatilität wurde aus der historischen Volatilität der letzten zwei Jahre ermittelt.

Der Bestand eigener Aktien für Aktienoptionsprogramme hat sich wie folgt entwickelt:

in Stk. Summe
Aktienrückkauf bis 30. April 2011 1.539.211
Ausübungen bis 30. April 2011 -860.658
30. April 2011 678.553
Ausübungen bzw. Ausgabe von eigenen Aktien -285.163
30. April 2012 393.390

Der im Geschäftsjahr von den Mitarbeitern zu bezahlende Ausübungspreis belief sich auf TEUR 182, in Summe wurde für die bisher eingelösten 884.897 Stück ein Ausübungspreis von TEUR 6.901 bezahlt (durchschnittlich EUR 7,80 pro Aktie), der in der Kapitalrücklage berücksichtigt ist.

Aus dem Stock Options Program wurden 24.239 Optionen (VJ 96.404) ausgeübt, aus dem Matching Stock Program wurden 260.924 Stk. Aktien an die teilnehmenden Mitarbeiter ohne Veräußerungspreis ausgegeben.

Rücklage Aktienoptionen

Die in den Gewinnrücklagen ausgewiesene Rücklage für Aktienoptionen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

in TEUR SOP MSP Summe
30. April 2011 15.985 2.433 18.418
Erfolgswirksame Zuführung 0 1.314 1.314
30. April 2012 15.985 3.747 19.732

Die erfolgswirksame Zuführung des MSP erfolgt über zwei Jahre. Für das Geschäftsjahr 2011/12 wurde eine aufwandswirksame Zuführung in Höhe von TEUR 1.314 (VJ TEUR 1.148) vorgenommen. Diese beinhaltet auch die letzte Zuführung der im abgelaufenen Geschäftsjahr zugeteilten Tranchen des MSP, welche aufgrund der Annullierung des Programms vorgenommen werden musste.

Die Überleitung der ausgegebenen Optionen vom Anfangsbestand auf den Endbestand ist wie folgt:

SOP MSP
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Gewährte Optionen Anfangsbestand 124.146 239.550 788.624 448.176
Neuzuteilungen 0 0 241.808 497.312
Ausübungen -24.239 -96.404 -367.520 0
Verfallen -22.656 -19.000 -592.000 -156.864
Verzichtet 0 0 0 0
Gewährte Optionen Endbestand 77.251 124.146 70.912 788.624
davon ausübbar 77.251 124.146 0 0

Der Endbestand an gewährten MSP Optionen betrifft Ansprüche bei bereits feststehenden Austritten, die zum 30. April 2012 noch nicht abgegolten waren.

Die Ausübungspreise der gewährten, aber noch nicht ausgeübten Optionen aus dem SOP sind wie folgt:

2007/08 2006/07 2005/06 2004/05 2003/04 Summe
Ausübungspreis 7,5 9.826 20.946 17.120 7.152 11.203 66.247
Ausübungspreis 11,5 0 0 0 0 0 0
Ausübungspreis 14,2 1.880 3.760 3.120 364 0 9.124
Ausübungspreis 16,6 840 1.040 0 0 0 1.880
Summe gewährte Stück 12.546 25.746 20.240 7.516 11.203 77.251

2.6.8.5 Dividendenausschüttung

In der Hauptversammlung am 22. Juli 2011 wurde für das Geschäftsjahr 2010/11 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 0,50 je Aktie beschlossen. Auf die am 29. Juli 2011 im Umlauf befindlichen 43.104.418 Stückaktien (43.500.000 Aktien abzüglich 395.582 eigene Aktien) wurden somit TEUR 21.552 ausgeschüttet.

Der Vorstand der Zumtobel Gruppe schlägt vor dem Hintergrund der verschlechterten operativen Entwicklung dem Aufsichtsrat des Unternehmens und in Folge der Hauptversammlung am 27. Juli 2012 eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von EUR 0,20 je Aktie vor.

2.6.9 Kapitalmanagement

Das Ziel des Eigenkapitalmanagements der Zumtobel Gruppe ist einerseits die Sicherstellung des Fortbestandes ("going concern") der Konzerngesellschaften und andererseits, die Rendite der Aktionäre durch Optimierung des Eigen- und Fremdkapitaleinsatzes zu optimieren. Die Kapitalstruktur wird laufend überwacht. Dabei werden die Kapitalkosten und Risiken, welche mit jeder Art von Kapital verbunden sind, berücksichtigt. Als Instrumente der Steuerung dienen in erster Linie die Aufnahme oder Rückführung von Finanzschulden, Dividendenausschüttungen sowie Neuemissionen und Aktienrückkäufe. Die Zumtobel Gruppe verfolgt eine möglichst kontinuierliche Dividendenpolitik mit einer angestrebten Payout-Ratio von 30 bis 50% des Konzernergebnisses.

Die finanzpolitischen Vorgaben ergeben sich dabei insbesondere aus der im November 2011 mit sieben Banken abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarung. Um die mittelfristige Liquidität sicherzustellen, hat die Zumtobel Gruppe im November 2011 den bestehenden Konsortialkreditvertrag vorzeitig refinanziert. Die neue Finanzierungsvereinbarung hat eine Laufzeit bis Oktober 2016 und einen maximal ausnutzbaren Rahmen von TEUR 500.000. Hiervon sind TEUR 200.000 in Anspruch genommen worden. Die Finanzierung ist an die Einhaltung von Financial Covenants geknüpft. Danach muss der Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie die Eigenkapitalquote größer als 25% sein. Zum Bilanzstichtag per 30. April 2012 wurden die Financial Covenants auf Basis eines Schuldendeckungsgrades von 1,60 (VJ 1,11) und einer Eigenkapitalquote von 35,8% (VJ 37,1%) vollumfänglich eingehalten.

2.6.10 Angaben zu Finanzinstrumenten

2.6.10.1 Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39

Die bei der Zumtobel Gruppe eingesetzten Finanzinstrumente teilen sich wie folgt auf die Kategorien des IAS 39 auf:

  • Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (at Fair Value through P&L)

  • HFT Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Held for Trading)

  • HTM Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente (Held to Maturity)

  • L&R Kredite und Forderungen (Loans and Receivables)

  • Hedge Accounting Absicherungsgeschäfte

  • Cash Liquide Mittel

  • at amortised cost bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial instruments measured at amortised cost)

Daneben sind in verschiedenen Bilanzposten noch Vermögenswerte und Schulden enthalten, welche kein Finanzinstrument gemäß IAS 32 darstellen (Non-FI). Darunter fallen beispielsweise Rechnungsabgrenzungen, debitorische Kreditoren, Sozialversicherungsoder Steuerzahlungen.

Die Marktwerte der kurzfristigen Finanzinstrumente entsprechen aufgrund ihrer Fristigkeiten den Buchwerten. Die Verzinsung sämtlicher Darlehen von Kreditinstituten beruht auf variabler Verzinsung, daher entspricht der Buchwert der langfristigen Finanzschulden ebenso dem Marktwert.

Geschäftsjahr 2011/12

Aktiva

Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
in TEUR Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
beim erstm.
Ansatz
eingestuft
HFT HTM L&R Cash
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 2.547 2.547 422 - - 2.125 -
Wertpapiere und Wertrechte 422 - 422 - - - -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige
Forderungen
2.125 - - - - 2.125 -
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 8.390 8.390 9 1.667 - 6.714 -
Wertpapiere und Wertrechte 27 - 9 - - 18 -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige
Forderungen
4.693 - - - - 4.693 -
Positive Marktwerte aus Derivaten des
Handelsbestandes
1.667 - - 1.667 - - -
Sonstige 2.003 - - - - 2.003 -
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 209.724 209.724 - - - 209.724 -
Liquide Mittel 87.704 87.704 - - - - 87.704
Summe 308.365 308.365 431 1.667 - 218.563 87.704

In der Position "Sonstige" unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ist eine Finanzforderung gegenüber einem assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 2.003 (VJ TEUR 2.248) enthalten.

Passiva

Buchwert Beizulegen HFT at amortised Hedge Non-FI
in TEUR der Zeitwert cost Accounting
Langfristige Finanzschulden 227.342 227.342 - 227.342 - -
Darlehen und Ausleihungen 206.533 - - 206.533 - -
Finanzierungsleasing 20.809 - - 20.809 - -
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 14 14 - - - 14
Kurzfristige Finanzschulden 3.744 3.744 - 3.744 - -
Darlehen und Ausleihungen 3.665 - - 3.665 - -
Finanzierungsleasing 79 - - 79 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 130.960 130.960 - 130.960 - -
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 124.794 124.794 3.486 1.464 8.854 110.990
Negative Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes 3.486 - 3.486 - - -
Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting) 8.854 - - - 8.854 -
Sonstige 112.454 - - 1.464 - 110.990
Summe 486.854 486.854 3.486 363.510 8.854 111.004

Die Buchwerte der langfristigen Darlehen und Ausleihungen entsprechen den Marktwerten, da diese zum wesentlichen Teil (TEUR 200.000; VJ TEUR 186.000) variabel verzinst sind und daher nicht vom aktuellen Marktzins abweichen. Bei den fest verzinsten langfristigen Darlehen und Ausleihungen handelt es sich mit TEUR 1.099 (VJ TEUR 1.099) um geförderte Darlehen, deren Zinssatz nur unwesentlich vom aktuellen Marktzinsniveau abweicht. Die Abweichungen der Zinssätze der restlichen fest verzinsten Darlehen und Ausleihungen zum Marktzins sind zu vernachlässigen.

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 2.6.6.17 dargestellt.

Geschäftsjahr 2010/11

Aktiva

Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
in TEUR Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
beim erstm.
Ansatz
eingestuft
HFT HTM L&R Cash
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 5.749 5.749 415 - 3 5.331 -
Wertpapiere und Wertrechte 418 - 415 - 3 - -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige
Forderungen
5.331 - - - - 5.331 -
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 15.051 15.051 3 5.817 5 9.226 -
Wertpapiere und Wertrechte 26 - 3 - 5 18 -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige
Forderungen
6.825 - - - - 6.825 -
Positive Marktwerte aus Derivaten des
Handelsbestandes
5.817 - - 5.817 - - -
Sonstige 2.383 - - - - 2.383 -
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 186.549 186.549 - - - 186.549 -
Liquide Mittel 86.255 86.255 - - - - 86.255
Summe 293.604 293.604 418 5.817 8 201.106 86.255

Passiva

in TEUR Buchwert Beizulegen
der Zeitwert
HFT at amortised
cost
Hedge
Accounting
Non-FI
Langfristige Finanzschulden 212.507 212.507 - 212.507 - -
Darlehen und Ausleihungen 193.463 - - 193.463 - -
Finanzierungsleasing 19.044 - - 19.044 - -
Kurzfristige Finanzschulden 17.301 17.301 - 17.301 - -
Darlehen und Ausleihungen 17.176 - - 17.176 - -
Finanzierungsleasing 125 - - 125 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 140.742 140.742 - 140.742 - -
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 108.393 108.393 8.023 1.617 4.493 94.260
Negative Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes 8.023 - 8.023 - - -
Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting) 4.493 - - - 4.493 -
Sonstige 95.877 - - 1.617 - 94.260
Summe 478.943 478.943 8.023 372.167 4.493 94.260

2.6.10.2 Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie IAS 39

in TEUR 2011/12 2010/11
Nettogewinne oder -verluste 757 -5.321
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente 395 -2.349
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente 362 -2.989
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 0 17
Zinsaufwand -11.315 -9.810
Zinsaufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten -9.752 -7.743
Zinsaufwendungen aus zu Hedge Accounting gehaltenen Finanzinstrumenten -1.563 -2.063
Zinsaufwendungen aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten 0 -4
Zinsertrag 2.073 2.358
Zinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten 1.668 1.772
Zinserträge aus zu Hedge Accounting gehaltenen Finanzinstrumenten 262 347
Zinserträge aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten 143 239
Bewertungseffekte Kredite und Forderungen 807 -1.610

Die übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträge (TEUR -3.932; VJ TEUR -8.771) beinhalten neben dem Nettoergebnis (TEUR 757; VJ TEUR -5.321) noch die Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen (TEUR -4.689; VJ TEUR -3.450).

Die Nettoergebnisse sowie die Gesamtzinsaufwendungen und -erträge sind im Finanzergebnis ausgewiesen, während der Wertminderungsaufwand aus Krediten und Forderungen im operativen Ergebnis erfasst ist.

Die positiven Bewertungeseffekte der Kredite und Forderungen ergeben sich im Wesentlichen aus den um Währungseffekten bereinigten Anpassungen der Forderungswertberichtigungen auf den aktuellen Stand zum Bilanzstichtag.

Es ist kein weiterer Wertminderungsaufwand für andere Klassen von Finanzinstrumenten aufgetreten.

2.6.11 Angaben zum Risikomanagement

Aufgrund der Verwendung von Finanzinstrumenten ist die Gruppe insbesondere folgenden Risiken ausgesetzt:

  • Kreditrisiko

  • Liquiditätsrisiko

  • Marktrisiko

Das Risikomanagement ist durch Konzernrichtlinien geregelt. Der Vorstand ist für die Erstellung und Überwachung des konzernweit gültigen Risikomanagements verantwortlich. Eine detaillierte Beschreibung von weiteren finanziellen und nicht finanziellen Risiken sowie des Risikomanagements ist im Lagebericht unter Kapitel 1.13 zu finden.

2.6.11.1 Kreditrisiko

>> Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen mit den Kunden bestehen, stellt die Gesamtheit der bei den Aktiva ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Weil bei den Kunden und Kreditinstituten auf breite Streuung geachtet wird, ist das Bonitäts- und Ausfallsrisiko als gering anzusehen. Im Geschäftsjahr 2011/12 betragen die Forderungsverluste im Konzern, die den ausgebuchten Forderungen entsprechen, 0,3% (VJ 0,1%) des Jahresumsatzes. Der Anstieg der ausgebuchten Forderungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen aus Vorperioden, welche jedoch bereits voll wertberichtigt waren. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 20% (VJ 22%) des Konzernumsatzes mit den zehn größten Kunden getätigt.

Darüber hinaus besteht eine konzernweite Kreditversicherung für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um potenziellen Ausfallsrisiken entgegenzuwirken, wobei jeder neue Kunde ab einem Saldo von TEUR 100 der Kreditversicherung angedient wird. Der mit der Kreditversicherung vereinbarte Selbstbehalt im Schadensfall beträgt zum 30. April 2012 25% des versicherten Forderungsbetrags. Kundenspezifische interne Kreditlimits werden je nach Höhe von unterschiedlichen Führungsebenen im Konzern freigegeben.

Die Wertberichtigung zu den Forderungen aus Lieferungen & Leistungen aufgrund von tatsächlichen Fällen oder Erfahrungswerten hat sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Anfangsbestand 10.726 9.874
Dotierung 3.549 2.910
Verbrauch -2.971 -722
Auflösung -1.629 -1.336
Endbestand 9.675 10.726

Für eventuelle Forderungsausfälle wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die Einzelwertberichtigung erfolgt je nach Klassifikation in zweifelhafte und nicht zweifelhafte Forderungen. Nicht zweifelhafte Forderungen, die seit über 60 Tagen fällig sind, werden je nach Fälligkeit zwischen 20% und 70% (VJ zwischen 20% und 50%) wertberichtigt. Zweifelhafte Forderungen werden grundsätzlich zu mindestens 60% wertberichtigt. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde letztmals eine zusätzliche 1%ige Wertberichtigung berücksichtigt. In der Auflösung der Wertberichtigung ist auch die Auflösung der 1%igen Wertberichtigung des Vorjahres in Höhe von TEUR 956 enthalten. Versicherte Forderungen werden aus der Basis für die Berechnung der Wertberichtigungen unter Berücksichtigung des Selbstbehalts ausgenommen.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen & Leistungen stellt sich wie folgt dar:

30. April 2012 30. April 2011
in TEUR Lieferforderungen
brutto
Wert
berichtigungen
Lieferforderungen
brutto
Wert
berichtigungen
Noch nicht fällig 204.365 20 182.070 575
Überfällig 1-60 Tage 17.691 23 17.990 479
Überfällig 61-90 Tage 3.185 678 3.420 706
Überfällig 91-180 Tage 2.300 862 2.423 896
Überfällig > 180 Tage 9.644 8.092 11.348 8.070
Summe 237.185 9.675 217.251 10.726

In den Lieferforderungen zum Nennwert sind zweifelhafte Forderungen in Höhe von TEUR 5.993 (VJ TEUR 7.487) enthalten, die mit TEUR 5.343 (VJ TEUR 6.305) wertberichtigt sind.

Liquide Mittel, Wertpapiere des Anlagevermögens, Derivate und sonstige finanzielle Vermögenswerte Die Zumtobel Gruppe minimiert ihr Kreditrisiko, indem sie kurzfristige Anlagen nur bei systemrelevanten Banken investiert.

>> Aushaftendes Kreditrisiko

Das maximale Risiko besteht aus dem Buchwert der Finanzinstrumente und beträgt per 30. April 2012 TEUR 308.365 (VJ TEUR 293.604). Dieser Betrag setzt sich vor allem aus den Posten "Forderungen aus Lieferungen & Leistungen" sowie "Liquide Mittel" zusammen.

2.6.11.2 Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko der Zumtobel Gruppe, ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen zu können. Zur Sicherung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hält die Zumtobel Gruppe einerseits Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben vor, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können. Sie verfügt andererseits über umfangreiche Betriebsmittelkreditlinien, um Liquiditätsschwankungen auszugleichen, die sowohl während eines Monats als auch im Jahresfortgang durch den Geschäftsverlauf auftreten. Daher bestehen keine wesentlichen Liquiditätsrisiken im Bereich der kurzfristigen Finanzierung.

Zum Bilanzstichtag 30. April 2012 stehen der Gruppe neben dem Konsortialkreditvertrag (siehe Kapitel 2.6.6.14) kurzfristige unbesicherte Kontokorrentkreditlinien in Höhe von insgesamt TEUR 100.653 (VJ TEUR 107.258) zur Verfügung. Die Verzinsung hängt von den lokalen Marktgegebenheiten ab und entspricht den landesüblichen Konditionen.

Die künftigen Zahlungen stellen die Perioden dar, in denen die Zahlungsströme voraussichtlich eintreten und in denen sie sich voraussichtlich auf den Gewinn und Verlust auswirken werden. Die zum 30. April 2012 ausgewiesenen Verbindlichkeiten werden zu folgenden zukünftigen Zahlungen führen:

Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzschulden 231.086 271.806 10.678 227.118 34.010
Darlehen von Kreditinstituten 205.113 221.314 4.943 216.371 0
Darlehen der öffentlichen Hand 1.174 1.243 97 1.146 0
Ausleihungen von sonstigen Dritten 337 389 25 364 0
Finanzierungsleasing 20.888 45.286 2.039 9.237 34.010
Working Capital-Kredite 3.574 3.574 3.574 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 130.960 130.960 130.960 0 0
Übrige Verbindlichkeiten 124.808 121.978 114.675 7.281 22
Derivate des Handelsbestandes 3.486 1.035 230 805 0
Derivate (Hedge Accounting) 8.854 8.475 1.977 6.476 22
Sonstige Finanzinstrumente 1.464 1.464 1.464 0 0
Verbindlichkeiten Non-FI 111.004 111.004 111.004 0 0
Aushaftende Verbindlichkeiten 486.854 524.744 256.313 234.399 34.032

30. April 2012

30. April 2011

Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzschulden 229.808 256.363 22.998 200.278 33.087
Darlehen von Kreditinstituten 192.316 194.520 3.895 190.625 0
Darlehen der öffentlichen Hand 2.619 2.939 1.921 1.018 0
Ausleihungen von sonstigen Dritten 474 474 40 434 0
Finanzierungsleasing 19.170 43.201 1.913 8.201 33.087
Working Capital-Kredite 15.229 15.229 15.229 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 140.742 140.742 140.742 0 0
Übrige Verbindlichkeiten 108.393 108.326 105.518 2.808 0
Derivate des Handelsbestandes 8.023 8.663 8.564 99 0
Derivate (Hedge Accounting) 4.493 3.786 1.077 2.709 0
Sonstige Finanzinstrumente 1.617 1.617 1.617 0 0
Verbindlichkeiten Non-FI 94.260 94.260 94.260 0 0
Aushaftende Verbindlichkeiten 478.943 505.432 269.258 203.086 33.087

Die künftigen Zahlungen der Derivate mit positiven Marktwerten stellen sich wie folgt dar:

30. April 2012 Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzielle Vermögenswerte 1.667 1.348 1.348 0 0
Derivate des Handelsbestandes 1.667 1.348 1.348 0 0
30. April 2011 Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzielle Vermögenswerte 5.817 6.023 6.023 0 0
Derivate des Handelsbestandes 5.817 6.023 6.023 0 0

Es werden keine Wertpapiere als Sicherheiten gehalten.

2.6.11.3 Marktrisiko

Unter Marktrisiko wird das Risiko verstanden, welches aufgrund von Marktpreisänderungen in fremden Währungen sowie aufgrund von Veränderungen von Zinssätzen und Rohstoffpreisen entsteht und geeignet ist, das Ergebnis der Gruppe und den Marktwert der eingesetzten Finanzinstrumente negativ zu beeinflussen. Die Zielsetzung des Marktrisiko-Managements ist es, die vorhandenen Risiken zu beurteilen und, soweit wie möglich, wirtschaftlich sinnvoll unter Anwendung geeigneter Maßnahmen zu minimieren.

Um diese Risiken abzusichern, setzt die Zumtobel Gruppe teilweise derivative Finanzinstrumente ein. Alle Derivatgeschäfte werden ausschließlich mit systemrelevanten Banken abgeschlossen, um das Bonitätsrisiko aus den Kurssicherungsgeschäften möglichst gering zu halten. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt gemäß der gültigen Hedging Policy.

Grundsätzlich werden geplante Cashflows, die Marktpreisänderungsrisiken aus Währungskurs- oder Rohstoffpreisänderungen unterliegen, rollierend für einen Zeithorizont von zwei bis drei Quartalen durch geeignete Sicherungsgeschäfte abgesichert. Durch diese Methodik verfügt das Unternehmen über einen relativ konstanten Hedge-Bestand, das Fremdwährungsexposure wird dadurch geglättet.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko ist die mögliche Wertschwankung eines Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über einem Jahr vor. Im operativen Bereich sind diese Laufzeiten nicht von materieller Bedeutung, sie können jedoch bei finanziellen Vermögenswerten und Finanzschulden eine Rolle spielen.

Der derzeit unter dem Konsortialkreditvertrag aushaftende Betrag von TEUR 200.000 hat aufgrund der Laufzeit bis 28. Oktober 2016 langfristigen Charakter, unterliegt jedoch einer variablen Verzinsung (EURIBOR-Geldmarktzinsen).

Um das hieraus resultierende Zinsänderungsrisiko zu verringern, wurden mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate Swaps) für ein derzeit wirksames Nominalvolumen von rund TEUR 102.000 (hiervon ca. TEUR 20.000 als Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken) abgeschlossen, also rund 50% des derzeit aushaftenden langfristigen Kreditvolumens, sowie weitere TEUR 40.000 auf Forward-Start-Basis als Folgesicherung. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2017) und tauschen die variablen Zinszahlungen der Finanzierung in Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzten Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Die in Euro nominierten Zins-Swaps mit zu zahlenden Festzinssätzen sind gemäß IAS 39 als "Hedge Accounting" einzustufen. Die Effektivität wird über die Hypothetische-Derivate-Methode nachgewiesen. Der Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken erfüllt bezüglich der Währungskomponente die Voraussetzungen eines Sicherungsinstrumentes für eine Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb gemäß IAS 21. Komponenten mit betraglich begrenzten Zinsobergrenzen werden als "Derivate des Handelsbestandes" ausgewiesen.

Nominalwährung Nominal in Tsd.
Landeswährung
Beizulegender
Zeitwert in TEUR
2011/12
Beizulegender
Zeitwert in TEUR
2010/11
EUR 62.000 -2.053 -1.608
EUR 20.000 -1.130 -476
CHF 28.728 -3.883 -2.408
EUR Forward Start 1 20.000 -775 n/a
EUR Forward Start 2 20.000 -1.013 n/a
Negative Marktwerte aus Zinssicherungsinstrumenten (Hedge Accounting) -8.854 -4.492
Negative Marktwerte aus Währungssicherungsinstrumenten (Hedge Accounting) 0 -1
Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting) -8.854 -4.493

>> Aushaftendes Zinsänderungsrisiko

Zum Bilanzstichtag stellt sich die Aufteilung der verzinslichen Finanzinstrumente nach fester und variabler Verzinsung wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Finanzschulden -31.086 -43.808
Fest verzinste Finanzinstrumente -31.086 -43.808
Finanzielle Vermögenswerte 10.937 20.800
Liquide Mittel 87.704 86.255
Finanzschulden -200.000 -186.000
Variabel verzinste Finanzinstrumente -101.359 -78.945
Summe -132.445 -122.753

Zinserhöhungen – insbesondere für die Währung EUR – können sich zu Lasten des Finanzergebnisses auswirken und den Durchschnittszinssatz erhöhen.

>> Sensitivitätsanalyse

Bei den variabel verzinsten Instrumenten würde eine Änderung von 100 Basispunkten für einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr zu einer Veränderung des Zinsergebnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung von TEUR 1.141 (VJ TEUR 1.101) führen. Aufgrund der Tatsache, dass die fest verzinsten Finanzschulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, hat eine Veränderung des Zinsniveaus keine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das Eigenkapital.

Für die zur Zinssicherung abgeschlossenen Zinsderivate würde für einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr eine Änderung von 100 Basispunkten einen gegenläufigen Eigenkapitaleffekt von TEUR 1.209 (VJ TEUR 1.377) ergeben.

Währungsänderungsrisiko

Die Währungssicherungsinstrumente haben zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Zumtobel Gruppe setzt überwiegend Devisenterminkontrakte mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr ein, ergänzend auch Optionen. Translationsrisiken werden nicht abgesichert.

Die Hauptwährungen im Konzern sind EUR, GBP, USD (sowie die an den USD gebundenen asiatischen Währungen), AUD und CHF.

Da das Fremdwährungsexposure aus generellen Planungsannahmen ermittelt wird und nicht aus konkret bestimmbaren Einzelverträgen, können die Voraussetzungen für Hedge Accounting grundsätzlich nicht erfüllt werden.

>> Sensitivitätsanalyse

Die folgenden Angaben beschreiben aus Konzernsicht die Sensitivität eines Anstiegs des EUR gegenüber der Fremdwährung. Dabei werden alle zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Finanzinstrumente (inklusive konzerninterne Finanzinstrumente) in die Berechnung miteinbezogen.

Finanzinstrumente in den jeweiligen funktionalen Währungen der nicht im Euro-Raum ansässigen Tochtergesellschaften stellen kein Risiko dar und fließen somit nicht in die Sensitivitätsanalyse mit ein.

Eine zehnprozentige Auf- beziehungsweise Abwertung des Euros gegenüber der jeweiligen Währung zum 30. April 2012 hätte das Ergebnis nach Steuern sowie das Eigenkapital unter Berücksichtigung der wesentlichsten Fremdwährungspaare wie folgt beeinflusst. Alle weiteren Variablen (insbesondere die Zinssätze) werden in der Analyse als konstant angenommen. Die Effekte im Eigenkapital betreffen langfristige konzerninterne Darlehen.

EUR Aufwertung um +10% EUR Abwertung um -10%
in TEUR GuV Eigenkapital GuV Eigenkapital
EUR - GBP 7.828 6.888 -7.828 -6.888
EUR - SEK 4.376 4.093 -4.376 -4.093

Die folgende Tabelle veranschaulicht den Effekt aus Derivaten bei einer Kursveränderung von +/- 10%.

in TEUR Beizulegender
Zeitwert
EUR Aufwertung
um +10%
EUR Abwertung
um -10%
EUR - GBP -1.504 -8.984 6.916
EUR - CHF 18 -3.905 3.162
EUR - AUD 99 -1.306 1.187
EUR - USD 341 6.269 -7.686
EUR - SEK 23 -659 599

Rohstoffpreisrisiko

Die wesentlichen Rohstoffe sind Energie, Aluminium, Stahl und Kupfer. Zur Verringerung von Risiken aus unerwarteten Preisänderungen werden nach Möglichkeit (Energie, Aluminium, Stahl) befristete Lieferverträge abgeschlossen. Kupferpreisschwankungen werden gegebenenfalls durch Derivate (Termingeschäfte oder Optionen) auf Kupferpreise rollierend abgesichert.

>> Sensitivitätsanalyse

Das Volumen an Kupfereinkäufen betrug im Geschäftsjahr 2011/12 1.724 MT (metrische Tonnen). Bei einer Preiserhöhung von 1.000 EUR/MT bedeutet dies ein jährliches Preisänderungsrisiko von rund TEUR 1.724.

2.6.12 Geschäftssegmente

2.6.12.1 Segment Geschäftsbereiche

Für die Zumtobel Gruppe stellen die Geschäftsbereiche die primären Segmente dar. Die Geschäftsbereiche bestehen aus dem "Lighting Segment" (Lichtlösungen, Leuchten für die Innen- und Außenraumbeleuchtung und elektronisch-digitale Licht- und Raummanagementsysteme) sowie dem "Components Segment" (elektronische und magnetische Lichtkomponenten). Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Geschäftsbereichen erfolgt zu marktüblichen Konditionen.

Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. In Anlehnung an den im IFRS 8 geforderten "Management Approach" wird in den Segmentinformationen die für die interne Berichterstattung maßgebliche Erfolgskennzahl, welche das Betriebsergebnis (EBIT) darstellt, herangezogen.

Als Segmentvermögen wurden den Geschäftssegmenten das direkt zuzuordnende Sachanlagevermögen, das immaterielle Vermögen und das Working Capital (ohne Zinsabgrenzungen, Steuerforderungen und -verbindlichkeiten) zugeordnet.

Nicht den Geschäftssegmenten zuzuordnendes Vermögen und die daraus resultierenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie segmentübergreifend genutztes Sachanlagevermögen, Finanzverbindlichkeiten und Steuern werden in der Spalte "Überleitung" ausgewiesen.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in Höhe von TEUR -685 (VJ TEUR 12) betrifft mit TEUR 76 (VJ TEUR 9) den Geschäftsbereich "Components Segment" und mit TEUR -761 (VJ TEUR 3) den Geschäftsbereich "Lighting Segment". Das restliche Finanzergebnis sowie die Steuern sind keinem Geschäftsbereich zugeordnet.

In den Abschreibungen des laufenden Jahres sind TEUR 1.828 (VJ 4.311) an außerplanmäßigen Abschreibungen beinhaltet. Davon betreffen TEUR 1.730 (VJ 2.759) den Geschäftsbereich "Components Segment" und TEUR 98 (VJ 1.552) den Geschäftsbereich "Lighting Segment". Ebenso entfiel im Vorjahr eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 1.972 auf den Geschäftsbereich "Lighting Segment".

Lighting Segment Components Segment Überleitung Konzern
in TEUR 2011/12 2010/11 2009/10 2011/12 2010/11 2009/10 2011/12 2010/11 2009/10 2011/12 2010/11 2009/10
Nettoumsätze 949.191 868.966 816.707 408.093 437.338 366.590 -76.972 -78.100 -68.649 1.280.312 1.228.204 1.114.648
Außenerlöse 948.424 868.078 815.335 331.520 359.530 298.750 368 596 563 1.280.312 1.228.204 1.114.648
Innenerlöse 767 888 1.372 76.573 77.808 67.840 -77.340 -78.696 -69.212 0 0 0
Betriebsergebnis 25.627 28.250 -65.493 19.539 54.750 45.353 -10.575 -6.997 -12.178 34.591 76.003 -32.318
Investitionen 33.638 26.942 33.348 19.932 26.841 12.771 3.589 3.520 2.572 57.159 57.304 48.691
Abschreibungen -32.331 -28.957 -93.833 -20.015 -21.247 -18.103 -1.537 -1.346 -1.215 -53.883 -51.550 -113.152
in TEUR 30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
Vermögen 662.142 624.458 600.905 222.124 247.232 210.648 152.018 148.796 161.284 1.036.284 1.020.486 972.837
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2012
30. April
2011
30. April
2010
Mitarbeiter
(Vollzeitkräfte)
5.328 5.322 5.155 2.000 2.368 2.048 128 124 126 7.456 7.814 7.329

Die Eliminierung der segmentübergreifenden Innenerlöse wird in der Spalte "Überleitung" ausgewiesen.

Die Spalte "Überleitung" setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2011/12 2010/11
Konzernobergesellschaften -10.779 -7.653
Konzernbuchungen 204 656
Betriebsergebnis -10.575 -6.997

Konzernobergesellschaften sind jene Gesellschaften, die konzernübergreifende administrative Tätigkeiten oder Finanzierungstätigkeiten durchführen und nicht direkt einem Segment zugeordnet werden. Die Überleitung des Betriebsergebnisses beinhaltet Konzernbuchungen im Zusammenhang mit der Zwischengewinneliminierung des Umlauf- als auch des Anlagevermögens.

in TEUR 30. April 2012 30. April 2011
Gemeinschaftlich genutztes Vermögen 157.997 159.887
Konzernobergesellschaften 40.858 43.386
Konzernbuchungen -46.837 -54.477
Vermögen 152.018 148.796

Die Umsatzerlöse mit einzelnen externen Kunden liegen jeweils unter 10 % der Gesamtumsatzerlöse.

2.6.12.2 Segment Regionen

Es erfolgt eine Darstellung auf Basis der Regionen "Europa", "Asien", "Australien & Neuseeland", "Amerika" sowie "Rest":

Außenerlöse Vermögen
in TEUR 2011/12 2010/11 2009/10 2011/12 2010/11 2009/10
Europa 995.918 945.367 878.435 814.447 801.629 750.688
Asien 114.288 113.149 95.892 61.706 61.818 56.938
Australien & Neuseeland 123.620 121.799 100.640 57.763 60.718 61.988
Amerika 35.738 35.385 30.216 19.314 18.377 15.787
Rest 10.748 12.504 9.466 0 0 0
Überleitung 0 0 0 83.054 77.944 87.436
Summe 1.280.312 1.228.204 1.114.648 1.036.284 1.020.486 972.837

Die Aufteilung der Außenerlöse 2010/11 auf die in der Tabelle dargestellten Regionen wurde auf Grund eines unwesentlichen Fehlers in der Zuordnung angepasst.

Überleitung der Regionen:

in TEUR 2011/12 2010/11
Gemeinschaftlich genutztes Vermögen 89.558 79.499
Konzernbuchungen -6.504 -1.555
Vermögen 83.054 77.944

2.6.13 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Im Konzern wurden Bankgarantien in Höhe von TEUR 7.274 (VJ TEUR 9.492) für diverse Haftungen begeben.

2.6.14 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 31. Mai 2012 wurden die restlichen 30% der Anteile an der z-werkzeugbau gmbh an den bisherigen Mehrheitseigentümer um TEUR 400 verkauft und übertragen.

Weitere Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

2.6.15 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen umfassen den Vorstand und Aufsichtsrat der Zumtobel AG. Zum 30. April 2012 sind keine Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen vorhanden.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen (siehe auch Kapitel 2.6.6.4).

Mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen gibt es keine wesentlichen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Zum 30. April 2012 bestehen keine offenen Salden.

Organvergütungen

in TEUR 2011/12 2010/11
Gesamtbezüge des Vorstands 1.989 1.927
davon fixe Bezüge 1.468 1.329
davon variable Bezüge 421 598
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 100 0
in TEUR 2011/12 2010/11
Harald Sommerer 882 952
davon fixe Bezüge 625 603
davon variable Bezüge 206 349
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 51
Mathias Dähn 570 136
davon fixe Bezüge 441 136
davon variable Bezüge 117
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 12
Martin Brandt 537 568
davon fixe Bezüge 402 402
davon variable Bezüge 98 166
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 37
Thomas Spitzenpfeil 271
davon fixe Bezüge 188
davon variable Bezüge 83

Im April 2012 wurde das Matching Stock Program (MSP) annulliert und sämtliche Ansprüche aus dem Programm durch eine Ausgleichszahlung, welche im Personalaufwand erfasst wurde, abgegolten. Die dabei auf den Vorstand entfallenen Ausgleichzahlungen können aus der Aufstellung entnommen werden. Zum 30. April 2012 bestehen somit seitens des Vorstands keine Ansprüche aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen mehr.

Im Mai 2011 wurden aus dem MSP erstmals eigene Aktien an die teilnehmenden Mitarbeiter zugeteilt. Aus diesem Programm erhielt das Vorstandsmitglied Martin Brandt 43.486 Aktien.

Der Aufsichtsrat der Zumtobel AG erhielt folgende Vergütungen:

in TEUR 2011/12 2010/11
Gesamtvergütungen des Aufsichtsrats 351 343
davon Aufsichtsratsvergütungen 180 225
davon Sitzungsgelder 168 114
davon Spesenersatz 3 4

2.6.16 Angaben zu Personalstruktur und Organen

2.6.16.1 Personalstruktur

2011/12 2010/11
Durchschnitt Stichtag Durchschnitt Stichtag
Produktion/Herstellung 4.053 3.890 4.067 4.129
F&E 503 512 421 450
Vertrieb 2.340 2.354 2.232 2.285
Verwaltung 494 505 490 487
Sonstiges 342 195 410 463
Summe 7.732 7.456 7.620 7.814

Die angegebene Anzahl der Mitarbeiter ist inklusive der in der Zumtobel Gruppe beschäftigten Leiharbeiter.

2.6.16.2 Organe des Konzerns

Aufsichtsrat

Jürg Zumtobel (Vorsitzender) Hero Brahms (Stellvertreter des Vorsitzenden) Johannes Burtscher (Stellvertreter des Vorsitzenden) Fritz Zumtobel (Mitglied) Stephan Hutter (Mitglied) Hans-Peter Metzler (Mitglied)

Vom Betriebsrat entsandt: Ludwig Auer Herbert Kaufmann Mario Wintschnig

Vorstand

Harald Sommerer, bestellt bis 30. April 2016 Martin Brandt, bestellt bis 30. April 2015 Mathias Dähn, bestellt bis 30. April 2014

2.7 Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz

Der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards aufgestellte Konzernabschluss zum 30. April 2012 vermittelt im Sinne der börsenrechtlichen Anforderungen nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht stellt den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so dar, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht. Der Konzernlagebericht beschreibt die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Einzelgesellschaft die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Dornbirn, am 11. Juni 2012

Der Vorstand

Harald Sommerer Mathias Dähn Martin Brandt

Chief Executive Officer (CEO) Chief Financial Officer (CFO) Chief Operating Officer (COO)

2.8 Konsolidierungskreis

Konsolidierungs
Nr. Gesellschaft Land Anteil in % methode Stichtag Währung
1 ATCO Finance Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
2 ATCO Industrial Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
3 Conlux Pty. Limited Australien 100 voll 30. April AUD
4 Thorn Lighting Pty Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
5 Tridonic Australia Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
6 Tridonic Manufacturing Pty Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
7 Tridonic Oceania Holding Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
8 Zumtobel Lighting Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
9 FURIAE Raiffeisen-Immobilien-Leasing GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
10 LEDON Lighting GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
11 Ledon Lamp GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
12 Tridonic Jennersdorf GmbH (vormals Ledon Lighting
Jennersdorf GmbH) Österreich 100 voll 30. April EUR
13 LEXEDIS Lighting GmbH Österreich 50 equity 30. April EUR
14 Thorn Licht Gesellschaft mbH Österreich 99,89 voll 30. April EUR
15 Tridonic connection technology GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
16 Tridonic connection technology GmbH & Co KG Österreich 100 voll 30. April EUR
17 Tridonic GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
18 Tridonic GmbH & Co KG Österreich 100 voll 30. April EUR
19 Tridonic Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
20 Zumtobel AG Österreich 100 voll 30. April EUR
21 Zumtobel Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
22 Zumtobel Insurance Management GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
23 Zumtobel LED GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
24 Zumtobel LED Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
25 Zumtobel Licht GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
26 Zumtobel Lighting GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
27 Zumtobel Pool GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
28 z-werkzeugbau gmbh Österreich 30 equity 30. April EUR
29 N.V. Zumtobel Lighting S.A. Belgien 100 voll 30. April EUR
30 Thorn Lighting (Guangzhou) Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
31 Thorn Lighting (Hong Kong) Ltd. China 100 voll 30. April HKD
32 Thorn Lighting (Tianjin) Co. Ltd. China 70 voll 31. Dezember CNY
33 Tridonic (Shanghai) Co. Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
34 TridonicAtco (Shenzhen) Co. Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
35 TridonicAtco Hong Kong Ltd. China 100 voll 30. April HKD
36 Zumtobel Licht d.o.o. Kroatien 100 voll 30. April HRK
37 Thorn Lighting CS Spol s.r.o. Tschechische Republik 99,89 voll 30. April CZK
38 Zumtobel Lighting s.r.o. Tschechische Republik 100 voll 30. April CZK
39 Lightmakers A/S Dänemark 51 voll 30. April DKK
40 Thorn Lighting AS Dänemark 100 voll 30. April DKK
41 Thorn Lighting OY Finnland 100 voll 30. April EUR
42 Thorn Europhane S.A. Frankreich 99,89 voll 30. April EUR
43 Tridonic France Sarl Frankreich 100 voll 30. April EUR
44 Zumtobel Lumière Sarl Frankreich 100 voll 30. April EUR
45 Ledon Lighting Morbach GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
46 LEDON OLED Lighting Verwaltungs GmbH Deutschland 49 equity 30. April EUR
47 LEDON OLED Lighting GmbH & Co. KG Deutschland 51 equity 30. April EUR
48 Reiss Lighting GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
49 Tridonic Deutschland GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
50 Zumtobel Holding GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
51 Zumtobel Licht GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
52 Zumtobel Lighting GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
53 Luxmate Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
54 Rewath Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
55 Thorn Lighting Group Großbritannien 100 voll 30. April GBP
56 Thorn Lighting Holdings Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
57 Thorn Lighting International Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
58 Thorn Lighting Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
59 Tridonic UK Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
60 Wengen-Five Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
61 Wengen-Four Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
62 Wengen-One Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
63 Wengen-Three Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
64 Wengen-Two Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
65 Zumtobel Lighting Limited Großbritannien 100 voll 30. April GBP
66 Zumtobel Lighting Kft Ungarn 100 voll 30. April HUF
67 Thorn Lighting India Private Limited Indien 100 voll 30. April INR
68 Thorn Lighting (Ireland) Limited Irland 100 voll 30. April EUR
69 Thorn Europhane SPA Italien 99,89 voll 30. April EUR
70 Tridonic Italia SRL Italien 100 voll 30. April EUR
71 Zumtobel Illuminazione SRL Italien 100 voll 30. April EUR
72 Zumtobel LED Illuminazione Holding srl Italien 100 voll 30. April EUR
73 Tridonic (Malaysia) Sdn, Bhd. Malaysia 100 voll 30. April MYR
74 Thorn Lighting (Mauritius) Holdings Ltd. Mauritius 100 voll 30. April USD
75 Thorn Lighting Asian Holdings BV Niederlande 100 voll 30. April EUR
76 Thorn Lighting (NZ) Limited Neuseeland 100 voll 30. April NZD
77 Tridonic NZ Limited Neuseeland 100 voll 30. April NZD
78 Thorn Lighting AS Norwegen 100 voll 30. April NOK
79 Thorn Lighting Polska SP ZOO Polen 100 voll 30. April PLN
80 R Lux Immobilien Linie SRL Rumänien 100 voll 31. Dezember EUR
81 Zumtobel Lighting Romania SRL Rumänien 100 voll 31. Dezember RON
82 Thorn Lighting (Singapore) Pte Ltd. Singapur 100 voll 30. April SGD
83 Tridonic (S.E.A.) Pte Ltd. Singapur 100 voll 30. April SGD
84 ZUMTOBEL LICHT d.o.o. Slowenien 100 voll 30. April EUR
85 Tridonic SA (Proprietary) Limited Südafrika 49,99 equity 28.Februar ZAR
86 Luxmate S.L. Spanien 100 voll 30. April EUR
87 Staff Iberica S.A. Spanien 50 equity 30. April EUR
88 Tridonic Iberia SL Spanien 100 voll 30. April EUR
89 Hans-Agne Jakobsson AB Schweden 100 voll 30. April SEK
90 Thorn Lighting AB Schweden 100 voll 30. April SEK
91 Thorn Lighting Nordic AB Schweden 100 voll 30. April SEK
92 TLG Sweden Holdings AB Schweden 100 voll 30. April SEK
93 Tridonic Schweiz AG Schweiz 100 voll 30. April CHF
94 Zumtobel Licht AG Schweiz 100 voll 30. April CHF
95 Zumtobel Pool AG Schweiz 100 voll 30. April EUR
96 Tridonic Aydinlatma Ticaret Limited Sirketi Türkei 100 voll 30. April TRY
97 Thorn Gulf LCC UAE 60 voll 31. Dezember AED
98 Tridonic (ME) FZE UAE 100 voll 30. April AED
99 Lemgo Realty Corp. USA 100 voll 30. April USD
100 Zumtobel Lighting Inc. USA 100 voll 30. April USD

Liquidationen:

1 Zumtobel Residental Lighting srl Italien 100 voll 30. April EUR

Unwesentliche nicht im Konsolidierungskreis enthaltene Gesellschaften:

Nr. Firmenname Land
1 Atlas International Limited Großbritannien
2 British Lighting Industries Limited Großbritannien
3 Kompetenzzentrum Licht GmbH Österreich
4 Metall Closures Group Limited Großbritannien
5 Oriole Emergency & Fire Protection UK Großbritannien
6 Smart & Brown Limited Großbritannien
7 Thorn Lighting Pension Trustees Limited Großbritannien
8 Thorn Lighting Overseas Großbritannien
9 TLG Limited Großbritannien
10 TLG Quest Trustees Limited Großbritannien
11 TLG Supplemental Pension Trustees Limited Großbritannien
12 Wassall Pension Trustees Limited Großbritannien
13 Zumtobel Lighting GmbH Hongkong
14 Thorn Lighting Hungary Kft Ungarn
15 ATCO Controls Pty. Limited Australien
16 ATCO Controls (I) Pvt. Ltd. Indien

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

Zumtobel AG, Dornbirn,

für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2012 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Bilanz zum 30. April 2012, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Gesamtergebnisrechnung, die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. April 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. April 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2012 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 11. Juni 2012

KPMG Austria AG

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Michael Schlenk ppa Mag. Renate Vala Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Konzernabschluss

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

3. Corporate Governance Bericht 2011/12

Inhalt

3. Corporate Governance
3.1 Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe__________121
Weiterentwicklungen im Geschäftsjahr 2011/12 _____121
3.2 Der Österreichische Corporate Governance Kodex________121
3.2.1 Comply or Explain __________121
3.2.2 Sonstige Berichtspflichten___________122
3.3 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem _____123
Interne Revision____________123
3.4 Die Organe und Gremien der Zumtobel AG _______123
3.4.1 Die Aktionäre und die Hauptversammlung _________124
3.4.2 Der Vorstand ________124
3.4.3 Der Vorstand Vergütungsregelungen und Bezüge ____126
3.4.4 Der Aufsichtsrat ____________129
3.4.5 Der Aufsichtsrat Tätigkeitsbericht __________130
3.4.6 Der Aufsichtsrat Ausschüsse________131
3.4.7 Der Aufsichtsrat Aktionärsvertreter ________132
3.4.8 Der Aufsichtsrat Delegierte des Betriebsrats _______134
3.4.9 Der Aufsichtsrat Vergütungsregelung _______135

3. Corporate Governance

3.1 Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe

In der Zumtobel Gruppe wird Corporate Governance als umfassende Steuerung und Überwachung des Unternehmens verstanden. Diese Corporate Governance Kultur manifestiert sich in einer strategischen Ausrichtung der Gruppe auf Nachhaltigkeit, Langfristigkeit und Verantwortung.

Als Rahmenwerk für die Ausgestaltung des Corporate Governance Systems in der Zumtobel Gruppe dient der Österreichische Corporate Governance Kodex. Die wesentlichen Bausteine des Corporate Governance Systems sind die Unternehmensvision und die Unternehmenswerte. Sie tragen maßgeblich zum Ziel der langfristigen Wertschöpfung und nachhaltigen Wertsteigerung bei, ebenso wie der Verhaltenskodex und die Konzernrichtlinien.

Weiterentwicklungen im Geschäftsjahr 2011/12

Entsprechend dem Anspruch der Zumtobel Gruppe, das Corporate Governance System laufend an sich ändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen anzupassen, wurden auch im Geschäftsjahr 2011/12 entsprechende Maßnahmen durchgeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zum Beispiel zwei wesentliche Pfeiler des Internen Kontrollsystems, die Unternehmenswerte und der Verhaltenskodex, neu formuliert. Die flächendeckende Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde im März 2012 begonnen und wird im Dezember 2012 abgeschlossen sein. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die Anpassung verschiedener Corporate Policies an sich ändernde Rahmenbedingungen und gesetzliche Anforderungen. Unter anderem wurden die Corporate Authorisation Policy, die Corporate Insider Policy sowie die Corporate Credit Management/Insurance Policy überarbeitet.

3.2 Der Österreichische Corporate Governance Kodex

Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance herausgegeben. Der Kodex kann jederzeit auf der Website des Arbeitskreises abgerufen werden (www.corporate-governance.at).

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde die Kodexfassung vom Januar 2010 umgesetzt. Die Zumtobel AG erklärt ihre freiwillige Selbstverpflichtung auf den Österreichischen Corporate Governance Kodex. Für das Geschäftsjahr 2012/13 wird die Einhaltung des Kodex in der aktualisierten Fassung vom Januar 2012 umgesetzt und auch weiterhin die bestmögliche Anwendung der Regeln angestrebt. Zumtobel sieht die aktive Umsetzung des Kodex als wesentliche Verpflichtung im Sinne einer auf nachhaltige und langfristige Wertsteigerung ausgerichteten Leitung der Unternehmensgruppe.

Wie schon in den Jahren zuvor wurde auch im Geschäftsjahr 2011/12 der Kodex von der Zumtobel AG nahezu lückenlos eingehalten. Es wurden nicht nur die Mindestanforderungen umgesetzt, sondern auch die R-Regeln weitestgehend angewendet. Bei sechs C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex besteht eine teilweise abweichende Umsetzung. Diese Abweichungen werden nachfolgend im Sinne des Grundsatzes Comply or Explain erläutert.

3.2.1 Comply or Explain

Der Vorstand der Zumtobel AG hat die Abteilung Investor Relations beauftragt, einen Compliance Review zum Österreichischen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2011/12 durchzuführen. Basierend auf diesem Compliance Review erklärt die Zumtobel AG, dass sie im Geschäftsjahr 2011/12 alle L-Regeln der Kodex-Fassung von Januar 2010 eingehalten hat. Folgende C-Regeln der Kodex-Fassung von Januar 2010 wurden bzw. werden derzeit nicht bzw. teilweise eingehalten:

Informationen zur Corporate Governance auch unter www.zumtobelgroup.com

  • Regel 27a: Bei vorzeitiger Beendigung von Vorstandsverträgen durch den Aufsichtsrat bzw. durch Eigentümerwechsel (Change of Control-Klausel) muss in der Regel der Anspruch aus der Restlaufzeit der bestehenden Verträge ausbezahlt werden. Dies kann im Maximum zwei Jahresgesamtvergütungen überschreiten, da die Vorstandsverträge in der Regel auf einen längeren Zeitraum abgeschlossen sind.
  • Regel 30: Informationen über den Versicherungsschutz im Allgemeinen und über D&O-Versicherungen im Besonderen werden von der Zumtobel Gruppe als vertrauliche Unternehmensdaten betrachtet, deren Veröffentlichung geeignet ist, dem Unternehmen Schaden zuzufügen. Die Zumtobel Gruppe sieht daher von einer Veröffentlichung ab.
  • Regel 43: Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten entspricht dem Vergütungsausschuss gemäß Regel 43. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel, ist allerdings nicht Vorsitzender dieses Ausschusses, sondern stellvertretender Vorsitzender.
  • Regel 51: Die Vergütungen für jedes Aufsichtsratsmitglied werden nicht einzeln veröffentlicht. Die Zumtobel Gruppe vertritt die Auffassung, dass eine Detaillierung dem Leser des Jahresfinanzberichts kaum Informationsmehrwert bietet.
  • Regel 55: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel, war bis zu seiner Bestellung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats im September 2003 der Vorsitzende des Vorstands der Zumtobel AG.
  • Regel 83: Die externe Evaluierung der Funktionsfähigkeit des Risikomanagements durch den Wirtschaftsprüfer erfolgt im Zweijahresrhythmus, die nächste solche Beurteilung wird im Geschäftsjahr 2012/13 durchgeführt.

3.2.2 Sonstige Berichtspflichten

3.2.2.1 Offenlegung der Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wurde von der Hauptversammlung am 22. Juli 2011 zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Zumtobel AG bestellt. Darüber hinaus ist die KPMG mit ihren Partnerbüros in geringem Umfang auch in der Steuer- und Finanzberatung für die Zumtobel Gruppe tätig.

Im Geschäftsjahr 2011/12 sind in der Zumtobel AG folgende Leistungen von der KPMG Austria erbracht bzw. vereinbart worden:

In TEUR 2011/12 2010/11
Gesamthonorar 177 186
davon Prüfung und prüfungsnahe Tätigkeiten 158 159
davon prüfungsnahe Beratung 19 27
davon sonstige Honorare 0 0

Das gesamte von Gesellschaften des KPMG-Netzwerks für Prüfungsleistungen in der Zumtobel Gruppe vereinbarte Honorarvolumen beläuft sich unter Berücksichtigung der verrechenbaren externen Kosten auf 1.275 TEUR (Vorjahr 1.460 TEUR).

3.2.2.2 Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Unternehmen

In der Zumtobel Gruppe gibt es seit dem Jahr 2004 einen Verhaltenskodex, der auch in seiner aktuellen Fassung von 2012 festlegt, dass keine Art der Diskriminierung im Unternehmen geduldet wird. Erfahrung, Qualifikation und Leistung bilden im Unternehmen die Basis der Personalentscheidungen für alle Unternehmensbereiche und Managementebenen. Als "Equal Opportunity Employer" ermöglicht die Zumtobel Gruppe z.B. durch flexible Arbeitszeitmodelle oder das Arbeiten aus dem "Home Office" berufstätigen Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für die meisten leitenden Positionen im Unternehmen ist eine technische Ausbildung Voraussetzung. Die Zumtobel Gruppe erhält für solche Positionen wenige Bewerbungen von Frauen, was die generelle Situation am Arbeitsmarkt in Bezug auf technische Berufe widerspiegelt. Um dem entgegenzuwirken, fördert das Unternehmen z.B. in der firmeninternen Lehrlingsausbildung sehr stark die Ausbildung von Frauen in technischen Berufen.

3.3 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

In der Zumtobel Gruppe orientieren sich sowohl das Risikomanagementsystem als auch das Interne Kontrollsystem sehr eng an den COSO-Modellen. Dementsprechend ergänzen und beeinflussen sich Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem in der bei Zumtobel gelebten Praxis gegenseitig.

Das Risikomanagement wird als separater, strategisch ausgerichteter Prozess verstanden, der sich dem Umgang mit Risiken und Chancen widmet. Je mehr sich das Risikomanagement mit den globalen Unternehmensrisiken beschäftigt, desto mehr ist es als eigenständiger Prozess erkennbar. Je mehr es sich mit den Risiken einzelner Unternehmensprozesse beschäftigt, desto mehr verschmilzt es mit dem Internen Kontrollsystem.

Gemäß § 243a Absatz 2 UGB sowie den Regeln 69 und 70 sind die wesentlichsten Merkmale des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Lagebericht zu beschreiben. Die entsprechenden Informationen befinden sich im Konzernlagebericht in den Kapiteln 1.13 (Risikomanagement) und 1.14 (Internes Kontrollsystem).

Interne Revision

Die Konzernrevision der Zumtobel AG (Corporate Internal Audit) berichtet an den Vorstand. Gemäß Regel 18 berichtet der Leiter des Corporate Internal Audit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Audit-Planung und wesentliche Ergebnisse.

Im Rahmen der vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten risikoorientierten Audit-Planung überprüft die Konzernrevision das Interne Kontrollsystem der betrieblichen Prozesse im gesamten Konzern. Dazu gehört unter anderem auch das Monitoring des Internen Kontrollsystems in der Finanzberichterstattung.

Ein zusätzliches Betätigungsfeld der Konzernrevision sind vom Vorstand beauftragte Ad-hoc-Audits. Diese fokussieren sich auf aktuelle Risiken und auf Prüfungen abseits von Prozessen, beispielsweise von Projekten und sonstigen Einmalaktivitäten.

3.4 Die Organe und Gremien der Zumtobel AG

Entsprechend der österreichischen Gesetzeslage beruht die Organisation der Zumtobel AG auf den drei unabhängigen Organen Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand ist für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Der Aufsichtsrat, ein vom operativen Management völlig getrenntes und von der Hauptversammlung gewähltes Organ, nimmt die Kontrollfunktion wahr. Vorstand und Aufsichtsrat sind

nach dem Prinzip der strikten personellen Trennung organisiert, eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Organen wird in der Satzung sowie in den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat geregelt. Die Satzung ist auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) veröffentlicht.

3.4.1 Die Aktionäre und die Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Die Aktien der Zumtobel AG sind nach dem Prinzip "one share - one vote" ausgestaltet.

Die Hauptversammlung wird mindestens 28 Tage vor dem Versammlungstermin einberufen und wird am Sitz der Gesellschaft oder in Wien oder in einer anderen österreichischen Landeshauptstadt abgehalten. Die vom österreichischen Aktiengesetz vorgeschriebenen Informationen sind spätestens ab dem 21. Tag vor der Hauptversammlung auf der Website der Gesellschaft verfügbar.

Die Aktien der Zumtobel AG sind reine Inhaberaktien. Angaben über die Aktionärsstruktur sind daher nur dann möglich, wenn die Aktionäre ihre Aktien für die Hauptversammlung hinterlegen oder die Zumtobel AG von sich aus über ihren Aktienanteil informieren. Die verfügbaren Angaben über die Aktionärsstruktur sind im Konzernlagebericht in Kapitel 1.3 (Die Zumtobel Aktie) erläutert.

Die Zumtobel Gruppe legt höchsten Wert auf eine umfassende, zeitnahe Informationspolitik unter besonderer Berücksichtigung der Gleichbehandlung aller Aktionäre. Dazu wird über die gesetzlichen Anforderungen hinaus (u.a. Jahresfinanzbericht, Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen) regelmäßig mit Pressemitteilungen, Telefonkonferenzen und auf Investorenveranstaltungen über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen informiert. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen werden unter www.zumtobelgroup.com veröffentlicht. Unter dem Punkt "Investor Relations" werden auf der Homepage ein detaillierter Finanzkalender sowie sonstige Aktieninformationen publiziert.

3.4.2 Der Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat bestellt. Die Vorstände dürfen Nebentätigkeiten nur nach vorheriger Zustimmung des Aufsichtsrats ausüben.

erstmalig Dienstzeit
Name Funktion bestellt bestellt bis bis dato
Dr. Harald Sommerer CEO (Chief Executive Officer) 2010 2016 2 Jahre
Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt COO (Chief Operating Officer) 2009 2015 3 Jahre
Dr. Mathias Dähn CFO (Chief Financial Officer) 2011 2014 1 Jahr

Dr. Harald Sommerer – CEO

Seit 25. März 2010 ist Dr. Harald Sommerer Mitglied des Vorstands und seit 1. Mai 2010 Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzender des Vorstands der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis 30. April 2016. Herr Sommerer wurde 1967 in Wien, Österreich, geboren, ist Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität für Wirtschaft und Unternehmensverwaltung in Wien und Master of Management der J. L. Kellogg Graduate School of Management, Northwestern University. Von 1997 bis 2010 war Herr Sommerer Vorstandsmitglied der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, davon zwischen 1998 und 2005 als CFO und von 2005 bis Januar 2010 als CEO. Seit 2006 war Herr Sommerer Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er legte das Mandat mit dem Wechsel in den Vorstand per 25. März 2010 nieder.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied im Fachverbandsausschuss des FEEI, Wien (Österreich), Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Vorarlberg und Bundesvorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Österreich, Beirat der illwerke vkw Stiftungsprofessur für Energieeffizienz an der Fachhochschule Vorarlberg (seit 2. Mai 2012).

Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt – COO

Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt ist seit 1. September 2009 Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer (COO) der Zumtobel Gruppe. Er ist bestellt bis 30. April 2015. Herr Brandt wurde 1960 in Ravensburg geboren und erlangte seinen Titel Diplom-Wirtschaftsingenieur an der TH Karlsruhe. Martin Brandt begann seine Karriere bei der Mercer Management Consulting GmbH, danach wurde er Leiter des Münchner Büros der Unternehmensberatung Baumgartner & Partner. 1996 trat er als Divisionsleiter in die Effeff Fritz Fuss GmbH & Co KGAA in Albstatt ein und wurde 1998 Geschäftsführer. Seit 2004 war er in der ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH in Berlin Market Regional Manager für die Region D-A-CH. Seit 2006 war Martin Brandt als Executive Vice President der ASSA ABLOY AG in Hongkong und gleichzeitig als CEO der ASSA ABLOY Asia Pacific tätig.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Dr. Mathias Dähn – CFO

Dr. Mathias Dähn ist seit 1. Februar 2011 Chief Financial Officer (CFO) und Mitglied des Vorstands der Zumtobel AG. Er ist auf drei Jahre bis 30. April 2014 bestellt. Herr Dähn wurde 1967 in München, Deutschland, geboren. Er studierte an der Universität Bamberg und begann seine berufliche Laufbahn bei der Robert Bosch GmbH, wo er u.a. als Controlling-Leiter für Osteuropa verantwortlich war. Nach weiteren leitenden Controlling-Funktionen innerhalb der debitel AG und als CFO bei der Loyalty Partner GmbH wechselte er 2005 in die MAN Gruppe. Dort war er zunächst als Direktor für das Konzern-Controlling verantwortlich, zuletzt besetzte er die Position des Director Group Purchasing, MAN Diesel & Turbo.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Die Aufgabenverteilung des Vorstands ist in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten und zuletzt im Jahr 2011 geänderten Geschäftsordnung des Vorstands festgelegt.

Dr. Harald Sommerer
CEO
Dipl. Wirtsch. Ing.
Martin Brandt
COO
Dr. Mathias Dähn
CFO
Operative Bereiche Lighting Segment Gesamtkoordination
Marken- und
Werkskoordination
Marken- und
Werkskoordination
Lighting Segment
Regionalverantwortung
Lighting Segment Europa
und USA
Lighting Segment Europa,
Asia/MENA und
Australien/Neuseeland
Lighting Segment
Querschnittsfunktionen
Research & Development
inkl. Product
Development
Human Resources
Marketing
Qualitätsmanagement, Lean
Six Sigma,
Operations Excellence
Business Process
Management
Pricing Systems
Supply Chain
Management/Logistik/
strategischer Einkauf
Globale Finance-Funktionen
Controlling
Internal Audit
Investor Relations
Corporate IT

Das Components Segment wird durch eine an den Vorstand berichtende Geschäftsführung gesteuert. Seit Januar 2012 ist Harald Sommerer nach dem Ausscheiden der Tridonic Geschäftsführung interimistisch auch Geschäftsführer des Components Segments, bis diese Position neu besetzt ist. Jedes Vorstandsmitglied führt seine Geschäftsbereiche eigenständig. Darüber hinaus werden innerhalb des Lighting Segments definierte Aufgabenbereiche vom Vorstand operativ wahrgenommen. Zur übergreifenden Steuerung und Kontrolle des Konzerns sowie des Lighting Segments dient die Vorstandssitzung, die wöchentlich stattfindet und über die Protokoll geführt wird.

Für die Beziehungen zwischen den Vorstandsmitgliedern und dem Unternehmen ist der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats zuständig, der auch als Vergütungsausschuss im Sinne von Regel 43 und als Nominierungsausschuss im Sinne von Regel 41 fungiert. Für Nachbesetzungen im Vorstand wurden vom Aufsichtsrat gemäß Regel 38 ein Anforderungsprofil und ein Besetzungsverfahren definiert.

3.4.3 Der Vorstand | Vergütungsregelungen und Bezüge

Das fixe Basisgehalt orientiert sich am Verantwortungsbereich des Vorstands und wird, wie in Österreich üblich, in 14 Monatsgehältern im Nachhinein ausbezahlt.

Für den variablen Anteil gibt es kein gesondertes Erfolgsbeteiligungsmodell, sondern die Vorstandsmitglieder nehmen gemeinsam mit anderen Führungskräften am Leadership Incentive Program (LIP) teil. Dieses Incentive Program wurde zuletzt im Jahr 2010/11 überarbeitet (siehe Bonus-Index-Modell unten), sodass es in Kombination mit dem Matching Stock Program (MSP) den Anforderungen der C-Regel 27 der Kodex-Fassung von Januar 2010 entspricht. Wesentliche Merkmale des LIP sind im Voraus festgelegte Höchstgrenzen für die variablen Bestandteile (als Prozentsatz der fixen Vergütung) und messbare Leistungskriterien, welche auch die nachhaltige und langfristige Unternehmensentwicklung miteinbeziehen. Durch die an den Aktienkurs gebundene Entwicklung des MSP werden finanzielle und nicht-finanzielle Leistungskriterien als Teil der variablen Vergütung berücksichtigt.

Als bonusrelevantes Ziel im Geschäftsjahr 2011/12 wurde ein Bonus-Index-Modell entwickelt, welches die relative Unternehmensentwicklung im Vergleich zu einer Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) misst. Dabei werden die Kennzahlen "Umsatzentwicklung" sowie "operative Ergebnisentwicklung" (Veränderung des bereinigten EBIT in Prozent vom Umsatz) im Vergleich zu dieser Peer Group gemessen. Die Höchstgrenzen der variablen Vergütung liegen für Vorstandsmitglieder bei 100% der fixen Bezüge, für den Vorstandsvorsitzenden bei 140% der fixen Bezüge.

Vergütung des Vorstands1

Offenlegung gemäß Regeln 29, 30 und 31:

In TEUR 2011/12 2010/11
Gesamtbezüge des Vorstands 1.989 1.927
davon fixe Bezüge 1.468 1.329
davon variable Bezüge 421 598
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 100 0
In TEUR 2011/12 2010/11
Dr. Harald Sommerer 882 952
davon fixe Bezüge 625 603
davon variable Bezüge 206 349
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 51 0
Dr. Mathias Dähn 570 136
davon fixe Bezüge 441 136
davon variable Bezüge 117 0
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 12 0
Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt 537 568
davon fixe Bezüge 402 402
davon variable Bezüge 98 166
davon sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 37 0
Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil (Austritt per 30. Sept. 2010) 0 271
davon fixe Bezüge 0 188
davon variable Bezüge 0 83

Es gibt keine besondere betriebliche Altersvorsorge für Vorstandsmitglieder. Die Vorstandsverträge enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Im Falle einer Übernahme der Gesellschaft durch einen neuen Mehrheitsaktionär steht den Vorstandsmitgliedern das Recht zu, ihr Mandat einseitig zurückzulegen. In diesem Fall erhalten die Vorstandsmitglieder die fixen und variablen Bezüge bis zum ursprünglich vereinbarten Ablauf des Vertrages, mindestens jedoch für die Dauer von zwölf Monaten. Darüber hinaus haben die Vorstandsmitglieder keine besonderen Ansprüche oder Anwartschaften im Falle der Beendigung ihrer Funktion.

Die aktienorientierte Vorstandsvergütung basiert unverändert auf den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen für Führungskräfte, bestehend aus dem Stock Option Program (SOP) und dem Matching Stock Program (MSP). Beide Programme werden ausführlich im Konzernanhang im Kapitel 2.6.8.4 erläutert. Die Zuteilung

1 Hinweis: Im Sinne von Transparenz und Klarheit sind jene Vergütungen dargestellt, welche im Geschäftsjahr 2011/12 erworben wurden, unabhängig von deren Auszahlungszeitpunkt.

aus dem SOP endete mit Ablauf des Geschäftsjahres 2007/08, weshalb die derzeitigen Vorstandsmitglieder an diesem Programm nicht teilnehmen. Die Vorstandsmitglieder haben bisher folgende Optionen zugeteilt bekommen, verfügbar bzw. ausgeübt2 :

Dr. Harald Sommerer

MSP
2011/12 2010/11
Verfügbar aus Vorperiode 88.000 0
Zuteilung (granted) 40.000 88.000
Ausübung (executed) 0 0
Programmaustritt
(cancelled)
128.000 0
Verfallen (expired) 0 0
Verfügbar 0 88.000

Dr. Mathias Dähn

MSP
2011/12 2010/11
Verfügbar aus Vorperiode 0 0
Zuteilung (granted) 30.024 0
Ausübung (executed) 0 0
Programmaustritt
(cancelled)
30.024 0
Verfallen (expired) 0 0
Verfügbar 0 0

Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt

2011/12 2010/11
Verfügbar aus Vorperiode 122.480 61.240
Zuteilung (granted) 30.024 61.240
Ausübung (executed) 61.240 0
Programmaustritt
(cancelled)
91.264 0
Verfallen (expired) 0 0
Verfügbar 0 122.480

Im Mai 2011 wurden aus dem MSP erstmals eigene Aktien an die teilnehmenden Mitarbeiter zugeteilt. Aus diesem Programm erhielt das Vorstandsmitglied Martin Brandt 43.486 Aktien.

Aufgrund der Umstellung der aktienorientierten Vergütung im Rahmen des MSP (Matching Stock Program) auf ein cash-basiertes Long-Term Incentive-Programm (LTI) ab dem Geschäftsjahr 2012/13 wurden sämtliche Ansprüche aus dem MSP gegenüber Vorstandsmitgliedern mit Ende des Geschäftsjahres 2011/12 abgegolten. Die dabei auf den Vorstand entfallenen Ausgleichzahlungen können aus der Aufstellung entnommen werden.

2 Hinweis: Im Sinne von Transparenz und Klarheit erfolgt die Zuordnung von Ausübungen und Zuteilungen zu den jeweiligen Geschäftsjahren strikt nach dem Kalenderdatum der Ausübung und Zuteilung.

Auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) wird laufend über den Kauf und Verkauf eigener Aktien durch die Directors im Sinne des österreichischen Börsegesetzes berichtet. Über die Anforderungen der Regel 73 hinaus bleiben diese Informationen für mindestens sechs Monate auf der Website verfügbar.

3.4.4 Der Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung bestellt. Die Arbeitnehmervertreter sind gemäß österreichischem Aktiengesetz berechtigt, für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für seine Ausschüsse, ausgenommen den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten.

erstmalig bestellt bestellt bis Dienstzeit
Name Funktion bzw. entsendet bis dato
KR Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel Vorsitzender 2003 2015 9 Jahre
Hero Brahms 1. Stv. Vorsitzender 2008 2015 4 Jahre
Dr. Johannes Burtscher 2. Stv. Vorsitzender 2010 2015 2 Jahre
Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel Mitglied 1996 2015 16 Jahre
Dr. Stephan Hutter Mitglied 2010 2015 2 Jahre
Dipl.-Phys. Hans-Peter Metzler Mitglied 2010 2015 2 Jahre
Ludwig Auer Delegierter des Betriebsrats 2004 8 Jahre
Herbert Kaufmann Delegierter des Betriebsrats 2004 8 Jahre
Mario Wintschnig Delegierter des Betriebsrats 2007 5 Jahre

Der Aufsichtsrat hat die Unabhängigkeitskriterien nach Regel 53 in seiner Sitzung vom 29. September 2006 erstmalig festgelegt und in seiner Sitzung vom 26. Juni 2009 eine geänderte Fassung beschlossen, welche sich noch enger an den Leitlinien des Österreichischen Corporate Governance Kodex orientiert. Gemäß diesen Kriterien ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es nicht in einer geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Zumtobel Gruppe oder zur Konzernleitung der Zumtobel Gruppe steht. Solche Beziehungen sind unter anderem wesentliche Kunden-Lieferanten-Beziehungen oder enge verwandtschaftliche Beziehungen. Die vollständigen Unabhängigkeitskriterien sind auf der Website der Zumtobel Gruppe publiziert (www.zumtobelgroup.com).

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben erklärt, unabhängig im Sinne dieser Kriterien zu sein. Damit werden die Regeln 39 und 53 vollumfänglich eingehalten. Die derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder Hero Brahms, Stephan Hutter, Hans-Peter Metzler und Johannes Burtscher sind sowohl unabhängig als auch keine Anteilseigner oder Vertreter von Anteilseignern, womit auch Regel 54 vollumfänglich eingehalten wird.

Zwischen den Aufsichtsräten und der Zumtobel Gruppe gibt es keine Verträge, die gemäß Regel 48 und 49 zustimmungspflichtig oder offenzulegen sind.

Bekleiden Mitglieder des Aufsichtsrats zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe, so werden diese gemäß Regel 56 und 57 sowohl auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) als auch in diesem Corporate Governance Bericht veröffentlicht.

3.4.5 Der Aufsichtsrat | Tätigkeitsbericht

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt fünf Mal, davon vier Mal im Rahmen ordentlicher Aufsichtsratssitzungen und einmal im Rahmen einer Aufsichtsratsklausur. Bei zwei Sitzungen haben ein bzw. zwei Mitglieder entschuldigt gefehlt.

In der Aufsichtsratssitzung vom 22. Juni 2011 wurde vor allem der Jahresabschluss der Zumtobel AG und des Konzerns des Geschäftsjahres 2010/11 behandelt. Nach einer Analyse der operativen Entwicklung der Segmente im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2010/11 wurden die vom Prüfungsausschuss unterbreiteten Vorschläge zur Feststellung des Konzernabschlusses samt Anhang und Konzernlagebericht sowie zur Verwendung des Bilanzergebnisses zustimmend zur Kenntnis genommen. Dabei schloss sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandes an, eine Dividende in Höhe von EUR 0,50 je Aktie auszuschütten. Ebenso wurde der Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung diskutiert und beschlossen. Dem Bericht des Beauftragten für Insider Compliance im Rahmen der Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) wurde zugestimmt. Zudem wurde in dieser Sitzung auch der Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung in Bezug auf die Wahl des Abschlussprüfers beschlossen. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses wurde die KPMG Austria GmbH der Hauptversammlung im Juli 2011 als Abschlussprüfer vorgeschlagen. Weiters wurde nach ausführlicher Diskussion beschlossen, der Hauptversammlung die Genehmigung eines genehmigten Kapitals von bis zu 10% des Grundkapitals mit möglichem Bezugsrechtsausschluss zu empfehlen. Danach befasste sich der Aufsichtsrat mit der Effizienz seiner Tätigkeit gemäß Regel 36 des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Basierend auf einer per Fragebogen ermittelten Selbstevaluierung wurden offen Verbesserungspotenziale hinsichtlich Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats diskutiert.

In der Sitzung vom 23. September 2011 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Bericht zum ersten Quartal 2011/12. Des Weiteren wurden Neuerungen im internen Berichtswesen anhand einiger Detailberichte erläutert. Unter den zustimmungspflichtigen Geschäften wurde der Ausbau des Leuchtenwerks in Dornbirn, welcher die Produktionskapazitäten ab Mitte 2013 verstärken soll, beschlossen sowie der baldige Abschluss der Refinanzierung des Konsortialkreditvertrages genehmigt.

Zur eingehenden Diskussion strategischer Fragestellungen tagte der Aufsichtsrat am 14. Dezember 2011 im Rahmen einer Aufsichtsratsklausur zusammen mit dem Konzernvorstand in Lemgo, Deutschland. Dabei wurden strategische Handlungsoptionen durch den Vorstand erläutert und darauf basierende Managemententscheidungen mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Unter anderem wurden strategische Maßnahmen zu einer nachhaltig positiven Entwicklung der Marke Thorn sowie aktuelle Herausforderungen im Components Segment behandelt.

Bei der Aufsichtsratssitzung am 13. Januar 2012 lagen die Schwerpunkte neben dem Lagebericht zum Halbjahr 2011/12 auf der Vorschau auf das Gesamtjahr 2011/12. Besonders die Risiken der Entwicklung im Components Segment wurden eingehend diskutiert. Ein geändertes Incentivesystem für Führungskräfte, welches ab dem Geschäftsjahr 2012/13 in Kraft tritt und vorab schon im Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten behandelt wurde, wurde vom Aufsichtsrat genehmigt. Des Weiteren wurden organisatorische Änderungen im Konzern (Änderung in der Geschäftsführung der Tridonic sowie bei Zumtobel USA) und die Verlängerung des Vorstandsvertrages von Martin Brandt beschlossen.

Die Aufsichtsratssitzung am 19. April 2012 fand im Rahmen der Branchenmesse Light + Building in Frankfurt, Deutschland, statt. Neben der Präsentation des Konzernabschlusses zum dritten Quartal 2011/12 wurde das Budget für das Geschäftsjahr 2012/13 und die darauf aufbauende detaillierte Mittelfristplanung für die darauf folgenden Geschäftsjahre erörtert. Budget- und Mittelfristplanung wurden vom Aufsichtsrat genehmigt. Personelle Änderungen als Folge der Reorganisation einiger Prozesse im Lighting Segment sowie im Components Segment wurden erläutert. Ergänzend wurden dem Aufsichtsrat auch noch die aktuellsten Produktentwicklungen und der Messeauftritt der Marken der Zumtobel Gruppe während eines Rundgangs über die Messe präsentiert.

3.4.6 Der Aufsichtsrat | Ausschüsse

Der Aufsichtsrat der Zumtobel AG hat folgende Ausschüsse gebildet:

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Mitglieder: Dr. Johannes Burtscher (Vorsitzender und Finanzexperte), Hero Brahms (stellvertretender Vorsitzender und Finanzexperte), Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel und Mario Wintschnig.

Aufgaben: Der Prüfungsausschuss ist zuständig für die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Der Prüfungsausschuss unterbreitet einen Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung. Der Abschlussprüfer wird anschließend durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Außerdem ist der Prüfungsausschuss zuständig für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Tätigkeit des Abschlussprüfers sowie des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision. Diesen Aufgaben ist der Prüfungsausschuss im Geschäftsjahr 2011/12 umfassend nachgekommen. Unter anderem lässt sich der Prüfungsausschuss in jeder Sitzung von den für die genannten Systeme und Prozesse verantwortlichen Führungskräften persönlich über den aktuellen Status berichten. Ergänzend trifft sich der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zweimal jährlich zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Leiter Corporate Internal Audit.

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2011/12 drei Mal. Bei den Sitzungen waren alle Mitglieder anwesend.

Der Themenschwerpunkt der Sitzungen vom 21. und 22. Juni 2011 war der Jahresabschluss 2010/11. Durch den großen Umfang dieses Themenbereichs wurde zudem bereits am 17. Juni 2011 eine vorbereitende Telefonkonferenz mit allen Mitgliedern durchgeführt. In der Sitzung ließ sich der Prüfungsausschuss vom Konzernabschlussprüfer und von internen Auskunftspersonen umfassend über den Konzernabschluss und den Einzelabschluss der Zumtobel AG sowie über den Rechnungslegungsprozess an sich und die wesentlichen Grundsätze der Bilanzierung berichten. Zudem wurden Unregelmäßigkeiten bei früheren Abschlüssen einer englischen Tochtergesellschaft analysiert sowie gemeinsam mit dem Abschlussprüfer ein Maßnahmenpaket zur weiteren Verbesserung des internen Kontrollsystems beschlossen. Im Jahresfinanzbericht 2010/11 wurde das Thema ausführlich erläutert. Der Prüfungsausschuss hat die Verbesserungsmaßnahmen als Regelberichterstattungspunkt aufgenommen und überwacht seither die Umsetzung dieser Maßnahmen. Dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung wurde zugestimmt. Außerdem wurden die Berichte über das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und die Interne Revision diskutiert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Risikomanagement wurde einer externen Evaluierung durch den Abschlussprüfer unterzogen. Die Ergebnisse daraus wurden dem Prüfungsausschuss präsentiert. Des Weiteren wurde der Corporate Governance Bericht sowie der Bericht des Beauftragten für Insider Compliance zustimmend zur Kenntnis genommen sowie der Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers an den Aufsichtsrat verabschiedet.

In der Sitzung vom 12. Januar 2012 befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Halbjahresabschluss zum 31. Oktober 2011 und nahm die entsprechenden Berichte des Abschlussprüfers und der internen Auskunftspersonen zur Kenntnis. Der Rechnungslegungsprozess sowie einige Teilaspekte wurden dabei detailliert

erläutert. Außerdem wurde ein Statusbericht zum Management Letter über das Geschäftsjahr 2010/11 besprochen. Im Hinblick auf den Jahresabschluss 2011/12 wurden Prüfungsansatz und Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers sowie neue und geänderte Anforderungen gemäß IFRS diskutiert. Ferner wurden die Statusberichte zur Verbesserung des Internen Kontrollsystems, das Risikomanagementsystem sowie der Statusreport von Corporate Internal Audit über die Interne Revision zur Kenntnis genommen, wobei auch über wesentliche Erkenntnisse aus einzelnen Prüfungen diskutiert wurde. In Bezug auf die Überarbeitung des Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Januar 2012 wurden im Prüfungsausschuss die Neuerungen und der Zeitpunkt der Anwendbarkeit diskutiert.

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Mitglieder: Dr. Stephan Hutter (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel (stellvertretender Vorsitzender), Hero Brahms.

Aufgaben: Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten ist verantwortlich für die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und den Vorstandsmitgliedern und entspricht dem Vergütungsausschuss gemäß Regel 43. Er nimmt außerdem die Aufgaben des Nominierungsausschusses gemäß Regel 41 wahr. Als solcher hat er unter anderem das Anforderungsprofil und das Besetzungsverfahren für den Vorstand gemäß Regel 38 ausgearbeitet und beschlossen.

Im Geschäftsjahr 2011/12 fanden sechs Sitzungen des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten und elf vorbereitende Sitzungen und Telefonkonferenzen statt, bei denen zumindest ein Mitglied des Ausschusses die Grundlagen für die Sitzungen des Ausschusses erarbeitete. Das bestimmende Thema des Geschäftsjahres war die Überarbeitung des Vergütungssystems für den Vorstand und leitende Angestellte. Dabei wurde gemeinsam mit Fehr Advice, Zürich ein modernes Anreizsystem erarbeitet, das den wirtschaftlichen Erfolg des Managements misst und den nachhaltigen Unternehmenserfolg belohnt. Im Zuge dessen wurde das MSP Programm mit 30. April 2012 abgeschafft und in das neue System ("Long Term Incentive" - LTI) überführt.

Insbesondere werden Boni in Zukunft nicht mehr im folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt, sondern mit Erfolgsfaktoren der drei nächstfolgenden Jahre verknüpft und somit auf drei Jahre ausbezahlt. Wir sind daher der Überzeugung, dass wir das richtige Anreizsystem für die Führungskräfte implementiert haben, um die Zumtobel Gruppe nachhaltig und profitabel wachsen zu lassen. Weiters konnte der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten die Verlängerung des auslaufenden Mandats von Herrn Martin A. Brandt bis 30. April 2015 erreichen. Als Zeichen der Kontinuität des Managements und des Vertrauens des Aufsichtsrates in den CEO der Zumtobel Gruppe, Herrn Harald Sommerer, wurde dessen Vertrag bis zum 30. April 2016 vorzeitig verlängert.

3.4.7 Der Aufsichtsrat | Aktionärsvertreter

Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel

Seit 1. September 2003 ist Jürg Zumtobel Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Im Jahr 1936 in Frauenfeld, Schweiz, geboren, trat Jürg Zumtobel im Jahr 1963 in die Zumtobel Gruppe ein und übte verschiedene Funktionen in Produktionsplanung und -steuerung, Produktion und Vertrieb aus. Von 1991 bis 2003 war er CEO und Vorsitzender des Vorstands der Zumtobel AG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Aufsichtsrats der Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft mbH, Bregenz/Österreich.

Hero Brahms

Seit 29. Juli 2008 ist Herr Brahms Mitglied und seit 23. Juli 2010 erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Brahms wurde 1941 in Münster/Westfalen, Deutschland, geboren. Seine berufliche Laufbahn umfasst Positionen wie Mitglied des Vorstands der Hoesch AG in Dortmund, Deutschland (1982 bis 1991), Vizepräsident der Treuhandanstalt Berlin/Deutschland (1991 bis 1994), Vorstandsmitglied und CFO der Kaufhof AG in Köln, Deutschland (1994 bis 1996) und Vorstandsmitglied und CFO der Linde AG in Wiesbaden, Deutschland (1996 bis 2004).

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Post AG, Mitglied des Aufsichtsrats der Wincor Nixdorf AG (bis 23. Januar 2012), stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Live Holding AG, Mitglied des Aufsichtsrats der Telefunken Holding AG (bis 1. April 2012), Mitglied des Aufsichtsrats der Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG.

Dipl.-Phys. Hans-Peter Metzler

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Hans-Peter Metzler Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Metzler wurde 1959 in Bregenz, Österreich, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss in Mathematik und Theoretischer Physik begann seine berufliche Laufbahn 1984 mit dem Eintritt in die Siemens AG, Zentralbereich Forschung, München. Es folgten 1992 die Position des Geschäftsführers und Leiters Forschung & Entwicklung Siemens Components, Asia Pacific und 1996 des General Managers Mikrocontroller-Geschäft der Siemens AG, München. 1997 gründete Herr Metzler NewLogic Technologies. Im Jahr 2000 folgte die Gründung von Photeon Technologies und 2008 die Gründung von Interclick.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Verwaltungsrat Dacuda AG, Zürich/Schweiz, Beiratsvorsitzender Heliatek GmbH, Dresden/Deutschland, Verwaltungsratspräsident CCS Group Holding AG, Lyss/Schweiz, Beiratsmitglied Aquin GmbH, Deutschland, Präsident der Bregenzer Festspiele Privatstiftung, Bregenz/Österreich, Vorstandsmitglied Eugen Russ Privatstiftung, Bregenz/Österreich.

Dr. Johannes Burtscher

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Johannes Burtscher Mitglied des Aufsichtsrats und zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/2015. Dr. Burtscher wurde 1969 in Egg, Österreich, geboren und ist Lizenziat und Doktor der Wirtschaftswissenschaften der Universität St. Gallen (HSG). Von 1996 bis 2007 war Herr Burtscher in verschiedenen Positionen in der Zumtobel Gruppe tätig, zuerst als Assistent von Jürg Zumtobel im Konzernstab für Strategie und Organisation. Im Anschluss daran übernahm er das Konzerncontrolling der Gruppe. Mit der Akquisition von Thorn Lighting wurde Herr Burtscher zum CFO der britischen Tochtergesellschaft in London bestellt. Danach leitete Herr Burtscher von Hongkong aus das Leuchtengeschäft in Asien. Von 2007 bis 2011 war Herr Burtscher CFO der in München ansässigen Rodenstock Gruppe, verantwortlich für die Bereiche Finanzen, IT und Personal.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Dr. Stephan Hutter

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Stephan Hutter Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Hutter wurde 1961 in Dornbirn, Österreich, geboren. Er ist seit 2012 Partner der Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP in Frankfurt am Main. Herr Hutter berät vorwiegend auf dem Gebiet des internationalen Kapitalmarktrechts sowie bei grenzüberschreitenden Unternehmensakquisitionen und Bankfinanzierungen. Stephan Hutter begann seine anwaltliche Tätigkeit bei Shearman & Sterling in New York im Jahre 1986 und ist seit 1995 Partner und seit 1987 in New York als Anwalt zugelassen. Von 2008 bis 2012 war Herr Hutter Managing Partner der europäischen und asiatischen Kapitalmarktrechtspraxis von Shearman & Sterling.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe/Mitgliedschaften: Mitglied des Aufsichtsrats der Zürcher Kantonalbank (Österreich) AG, Salzburg/Österreich Mitglied des Vorstands des Städelschen Museumsvereins, Frankfurt/Deutschland.

Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel

Seit 1996 gehört Fritz Zumtobel dem Aufsichtsrat der Zumtobel AG an. Bis 1. September 2003 war er Vorsitzender, vom 1. September 2003 bis zum 7. April 2006 Stellvertreter des Vorsitzenden und ist seither Mitglied. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Fritz Zumtobel wurde 1939 in Frauenfeld, Schweiz, geboren. Er trat 1965 in die Zumtobel Gruppe ein und bekleidete verschiedene Positionen, hauptsächlich im technischen Bereich. Von 1974 bis 1996 war er Mitglied des Vorstands der Zumtobel AG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Stiftungsvorstands der JHD Privatstiftung, Mitglied des Stiftungsvorstands der Aurelio Privatstiftung.

3.4.8 Der Aufsichtsrat | Delegierte des Betriebsrats

Ludwig Auer

Seit September 2004 ist Herr Auer als vom Betriebsrat der Arbeiter entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er wurde 1955 in Treibach, Österreich, geboren und trat 1980 als Mitarbeiter im Musterbau in die Zumtobel Gruppe ein. Im Jahr 2004 wurde Herr Auer Vorsitzender des Betriebsrats der Arbeiter der Zumtobel Lighting GmbH.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Herbert Kaufmann

Seit August 2004 ist Herr Kaufmann als vom Betriebsrat der Arbeiter entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Geboren im Jahr 1957 in Dornbirn, Österreich, trat Herr Kaufmann 1985 als Mitarbeiter in der Elektronikmontage in die Zumtobel Gruppe ein. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Betriebsrats der Arbeiter der Tridonic GmbH & Co KG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Mario Wintschnig

Seit Januar 2007 ist Herr Wintschnig (akad. gepr. Betr. oec) als vom Betriebsrat der Angestellten entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Herr Wintschnig ist im Jahr 1961 in Dornbirn, Österreich, geboren und trat im Jahr 1981 in die Zumtobel Gruppe ein. Er ist Pricing Manager in der Zumtobel Lighting GmbH und seit Januar 2007 der Vorsitzende des Betriebsrates der Angestellten von Zumtobel Lighting GmbH, Zumtobel AG, Zumtobel Licht GmbH, Zumtobel Pool GmbH und Zumtobel Insurance Management GmbH.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

3.4.9 Der Aufsichtsrat | Vergütungsregelung

Gemäß Geschäftsordnung des Aufsichtsrats (letztmalig geändert am 7. April 2006) erhält jedes Aufsichtsratsmitglied Ersatz für seine baren Auslagen, ein Anwesenheitsgeld für jede Sitzung und eine jährliche Aufsichtsratsvergütung. Die Aufsichtsratsvergütungen und die Anwesenheitsgelder werden von der Hauptversammlung beschlossen und wurden letztmalig in der ordentlichen Hauptversammlung vom 15. Juli 2005 betragsmäßig neu festgelegt. Das Anwesenheitsgeld (Sitzungsgeld) beträgt 3.000 EUR, wobei das Sitzungsgeld auch bei zwei oder mehr Sitzungen am selben Tag nur einmal beansprucht werden kann. Die jährliche Aufsichtsratsvergütung beträgt für den Vorsitzenden und seine Stellvertreter 40.000 EUR, für alle anderen Mitglieder 20.000 EUR. Die Belegschaftsvertreter erhalten nur das Sitzungsgeld von 3.000 EUR. Die Sitzungsgelder und der Spesenersatz werden unmittelbar nach der betreffenden Sitzung zur Auszahlung gebracht, die Aufsichtsratsvergütungen werden spätestens am Ende jenes Monats ausbezahlt, in welchem die Hauptversammlung über das abgelaufene Geschäftsjahr stattfindet.

Vergütung des Aufsichtsrats3 (Offenlegung gemäß Regel 51):

In TEUR 2011/12 2010/11
Gesamtvergütungen des Aufsichtsrats 351 343
davon Aufsichtsratsvergütungen 180 225
davon Sitzungsgelder 168 114
davon Spesenersatz 3 4

3 Hinweis: Im Sinne von Transparenz und Klarheit sind jene Vergütungen dargestellt, welche auf die im jeweiligen Geschäftsjahr stattgefundenen Sitzungen entfallen, unabhängig von deren Auszahlungszeitpunkt.

Corporate Governance

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 Einzelabschluss Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

4. Einzelabschluss Zumtobel AG

Inhalt

4.
Einzelabschluss Zumtobel AG
----------------------------------- --
Bilanz______________ 139
Gewinn- und Verlustrechnung _______ 141
Anhang ____________ 142
4.3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden __________ 142
4.3.1.1 Allgemeine Grundsätze ___________ 142
4.3.1.2 Anlagevermögen __________ 142
4.3.1.3 Forderungen _______ 142
4.3.1.4 Eigene Anteile ____________ 143
4.3.1.5 Rückstellungen____________ 143
4.3.1.6 Verbindlichkeiten __________ 143
4.3.1.7 Währungsumrechnung______ 143
4.3.1.8 Änderungen von Bewertungsmethoden ____ 143
4.3.1.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag _________ 143
4.3.2 Erläuterungen zur Bilanz ___________ 144
4.3.2.1 Anlagevermögen __________ 144
4.3.2.2 Forderungen _______ 145
4.3.2.3 Eigene Anteile ____________ 146
4.3.2.4 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten ______ 146
4.3.2.5 Aktive Rechnungsabgrenzungen_____ 146
4.3.2.6 Eigenkapital ________ 146
4.3.2.7 Unversteuerte Rücklagen__________ 147
4.3.2.8 Sonstige Rückstellungen___________ 148
4.3.2.9 Verbindlichkeiten __________ 148
4.3.2.10 Anteilsbasierte Vergütungen an leitende Angestellte _______ 150
4.3.2.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen_________ 151
4.3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung _____ 153
4.3.3.1 Umsatzerlöse_______ 153
4.3.3.2 Sonstige betriebliche Erträge _______ 153
4.3.3.3 Personalaufwand __________ 153
4.3.3.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen _______ 154
4.3.3.5 Finanzergebnis ____________ 154
4.3.3.6 Steuern vom Einkommen _________ 154
4.3.4 Sonstige Angaben __________ 156
4.3.4.1 Zahl der Arbeitnehmer ___________ 156
4.3.4.2 Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse ________ 156
4.3.4.3 Angaben zum Konzernabschluss __________ 157
Lagebericht 2011/12 ________ 157
Anlagenspiegel ____________ 158
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk___________ 159

4. Einzelabschluss Zumtobel AG

4.1 Bilanz

Aktiva 30. April 2012 30. April 2011
EUR TEUR
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Konzessionen, Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 4.626.766,87 3.196
II.Sachanlagen
1.Grundstücke und Bauten 43.982.993,01 43.590
2.Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 388.098,14 341
3.Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.536.186,74 516
45.907.277,89 44.448
III.Finanzanlagen
1.Anteile an verbundenen Unternehmen 585.632.407,02 585.632
2.Beteiligungen 27.319,15 27
3.Wertpapiere des Anlagevermögens 250.125,00 250
585.909.851,17 585.910
636.443.895,93 633.553
B.Umlaufvermögen
I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 61.659,74 58
2.Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.478.580,01 7.819
3.Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 1
4.Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 354.059,13 298
7.894.298,88 8.177
II.Wertpapiere und Anteile
Eigene Anteile 3.743.565,89 6.455
III.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 27.319,88 357
11.665.184,65 14.989
C.Rechnungsabgrenzungsposten 722.085,01 732
648.831.165,59 649.275
Passiva 30. April 2012 30. April 2011
EUR TEUR
A.Eigenkapital
I.Grundkapital 108.750.000,00 108.750
II.Rücklage für eigene Anteile 3.743.565,89 6.455
III.Kapitalrücklagen
1.Gebundene 311.573.240,00 311.573
2.Nicht gebundene 54.066.894,91 51.355
365.640.134,91 362.928
IV.Gewinnrücklagen
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 25.713.305,87 25.713
V.Bilanzgewinn 38.600.596,43 28.885
davon Gewinnvortrag: EUR 7.333.196,50; Vorjahr: Gewinnvortrag TEUR 582
542.447.603,10 532.732
B.Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve aufgrund von Sonderabschreibungen 452.068,78 484
C.Rückstellungen
1.Rückstellungen für Abfertigungen 2.790.410,00 2.362
2.Steuerrückstellungen 804.517,00 810
3.Sonstige Rückstellungen 20.113.007,54 11.770
23.707.934,54 14.942
D.Verbindlichkeiten
1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 75.119.821,05 6
2.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.037.861,19 3.197
3.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.031.738,60 96.052
4.Sonstige Verbindlichkeiten 1.034.138,33 1.862
davon aus Steuern: EUR 44.472,83; Vorjahr: TEUR 525
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 201.068,33; Vorjahr: TEUR 197
82.223.559,17 101.116
648.831.165,59 649.275
Haftungsverhältnisse 224.181.070,17 248.636

4.2 Gewinn- und Verlustrechnung

2011/12 2010/11
EUR TEUR
1.Umsatzerlöse 34.512.663,16 34.536
2.Sonstige betriebliche Erträge
a)Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 71.247,17 64
b)Übrige 961.145,66 558
1.032.392,83 622
3.Personalaufwand
a)Löhne 21.999,85 41
b)Gehälter 10.959.421,38 10.699
c)Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 532.843,10 132
d)Aufwendungen für Altersversorgung 45.025,20 15
e)Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
2.421.016,70 2.267
f)Sonstige Sozialaufwendungen 829.826,04 772
14.810.132,27 13.926
4.Abschreibungen
a)auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.651.951,46 3.270
5.Sonstige betriebliche Aufwendungen
a)Steuern 91.693,60 81
b)Übrige 22.801.665,32 22.222
22.893.358,92 23.304
6.Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebsergebnis) -5.810.386,66 -4.342
7.Erträge aus Beteiligungen (aus verbundenen Unternehmen) 50.400.000,00 36.000
8.Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.335,00 3
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
9.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 45.197,97 2.170
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 41.866,78; Vorjahr: TEUR 59
10.Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens -5.598.513,12 -451
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR -4.607.742,64; Vorjahr: TEUR -335
11.Zinsen und ähnliche Aufwendungen -7.842.718,00 -3.766
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR -1.149.039,93; Vorjahr: TEUR -1.906
12.Zwischensumme aus Z 7 bis 11 (Finanzergebnis) 37.007.301,85 33.957
13.Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 31.196.915,19 29.615
14.Steuern vom Einkommen 38.191,78 -1.344
15.Jahresüberschuss 31.235.106,97 28.271
16.Auflösung unversteuerter Rücklagen 32.292,96 32
17.Jahresgewinn 31.267.399,93 28.304
18.Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 7.333.196,50 582
19.Bilanzgewinn 38.600.596,43 28.885

4.3 Anhang

4.3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.3.1.1 Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde gemäß den Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung (UGB) und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens angenommen. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

4.3.1.2 Anlagevermögen

4.3.1.2.1 Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre
Software 3 bis 7
Rechte 4

4.3.1.2.2 Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

von bis
Gebäude 30 50 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 10 Jahre

4.3.1.2.3 Finanzanlagen

Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bzw. bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen mit den niedrigeren Werten zum Bilanzstichtag bewertet.

4.3.1.3 Forderungen

Die Forderungen sind mit dem Nennwert angesetzt. Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt.

4.3.1.4 Eigene Anteile

Die eigenen Anteile sind zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.

4.3.1.5 Rückstellungen

4.3.1.5.1 Rückstellungen für Anwartschaften auf Abfertigungen und Rückstellungen für ähnliche Verpflichtungen

Die Abfertigungsrückstellungen und die Rückstellung für Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Bestimmungen des IAS 19 nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 4,25% (VJ 5,10%), einer zukünftigen Gehaltssteigerung von 3,25% (VJ 3,25%) und einer empirischen Fluktuation – gestaffelt nach Dienstjahren – zwischen 0% und 13%, sowie eines frühestmöglichen Pensionsantrittsalters unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen gemäß Pensionsreform unter Zugrundelegung der Sterbetafeln 2008 berechnet. Aufgrund zum Vorjahr geänderter Parameter entstand bei der Abfertigungsrückstellung ein zusätzlicher Aufwand von EUR 331.965,00 (VJ Ertrag EUR 96.858,00) und bei der Rückstellung für Jubiläumsgelder ein zusätzlicher Aufwand von EUR 36.946,00 (VJ Ertrag EUR 9.919,00). Die Korridormethode wird nicht angewandt. Der Zinsaufwand in Höhe von EUR 133.415,00 (VJ EUR 119.538,00) wird zur Gänze im Finanzergebnis ausgewiesen. Vom Zinsaufwand entfallen EUR 116.721,00 (VJ EUR 104.484,00) auf die Abfertigungsrückstellung und EUR 16.694,00 (VJ EUR 15.054,00) auf die Rückstellung für Jubiläumsgelder.

Die mit steuerlicher Wirkung geltend gemachten Abfertigungsrückstellungen wurden gemäß § 124 b Z 68 EStG im Jahr 2003 auf eine als versteuert geltende Rücklage übertragen.

4.3.1.5.2 Übrige Rückstellungen

In den übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe und dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich sind.

4.3.1.6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

4.3.1.7 Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind mit dem Anschaffungskurs oder dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

4.3.1.8 Änderungen von Bewertungsmethoden

Die angewandten Bewertungsmethoden wurden auch bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.

4.3.1.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag fanden keine nennenswerten Ereignisse statt.

4.3.2 Erläuterungen zur Bilanz

4.3.2.1 Anlagevermögen

4.3.2.1.1 Entwicklung

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach einzelnen Posten sind im Anlagenspiegel dargestellt. Im Anlagenspiegel ist auch der Grundwert angeführt.

4.3.2.1.2 Geringwertige Vermögensgegenstände

Die geringwertigen Vermögensgegenstände bis zu einem Anschaffungswert von EUR 400,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

4.3.2.1.3 Angaben über verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen

Anteile an verbundenen Unternehmen

Name und Sitz Whrg Eigenkapital der
Gesellschaft
30.April 2012
Anteil
in
%
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
GJ 2011/12
Buchwert
30. April 2012
EUR
Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn EUR 306.026.139,61 100 31.670.051,38 511.771.742,88
Tridonic GmbH & Co KG, Dornbirn EUR 51.458.234,44 100 18.568.673,02 62.694.447,96
Tridonic GmbH, Dornbirn EUR 411.405,26 100 75.573,38 335.000,00
Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn EUR 78.925,10 100 -7.742,64 18.168,21
Zumtobel LED Holding GmbH, Lustenau EUR 13.896.378,33 100 3.697.916,41 10.813.031,05
Zumtobel Lighting Ltd., Hongkong HKD Zwerganteil 11,72
Zumtobel Lighting Ltd., Hayes, Großbritannien GBP Zwerganteil 5,20
585.632.407,02
Name und Sitz Whrg Eigenkapital der
Gesellschaft
30.April 2011
Anteil
in
%
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
GJ 2010/11
Buchwert
30. April 2011
EUR
Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn EUR 284.356.088,23 100 29.342.098,89 511.771.742,88
Tridonic GmbH & Co KG, Dornbirn EUR 72.889.561,42 100 22.245.130,32 62.694.447,96
Tridonic GmbH, Dornbirn EUR 735.831,88 100 -15.883,59 335.000,00
Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn EUR 78.925,10 100 -334.531,42 18.168,21
Zumtobel LED Holding GmbH, Lustenau EUR 10.198.461,92 100 -310.181,41 10.813.031,05
Zumtobel Lighting Ltd., Hongkong HKD Zwerganteil 11,72
Zumtobel Lighting Ltd., Hayes, Großbritannien GBP Zwerganteil 5,20
585.632.407,02

Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte weder eine Abschreibung noch eine Zuschreibung.

Der Jahresfehlbetrag der Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn, für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von EUR -7.742,64 (VJ EUR -334.531,42) ist aufgrund eines bestehenden Ergebnisabführungsvertrags in der Position "Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens" enthalten.

Übrige Beteiligungen

Name und Sitz Nominale Anschaffungswert
=Buchwert
EUR
EIBA Société cooperative, Brüssel, Belgien (1,5% Beteiligung) 7.267,28 14.951,72
Dornbirner Messe GmbH, Dornbirn (0,66% Beteiligung) 1.816,82 290,69
Vorarlberger Volksbank reg. Gen.mbH, Dornbirn (Zwerganteil) 76,67 76,67
Dornbirner Seilbahn GmbH, Dornbirn (ca. 0,01% Beteiligung) 2.180,19 0,07
Kompetenzzentrum Licht GmbH, Dornbirn (33,33% Beteiligung) 36.000,00 12.000,00
27.319,15

4.3.2.1.4 Wertpapiere des Anlagevermögens

Der Bestand beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 667 Stückaktien der CEESEG AG (vormals Wiener Börse AG).

4.3.2.2 Forderungen

Bilanzwert
30. April 2012
EUR
Restlaufzeit von
mehr als einem
Jahr
davon
wechselmäßig
verbrieft
enthaltene
Pauschal-WB
Forderungen aus Leistungen 61.659,74 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.478.580,01 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 354.059,13 0,00 0,00 0,00
7.894.298,88 0,00 0,00 0,00
Bilanzwert
30.April 2011
EUR
Restlaufzeit von
mehr als einem
Jahr
davon
wechselmäßig
verbrieft
enthaltene
Pauschal-WB
Forderungen aus Leistungen 58.381,44 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.819.229,69 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
1.392,47 0,00 0,00 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 298.076,00 0,00 0,00 0,00
8.177.079,60 0,00 0,00 0,00

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen mit EUR 7.414.150,89 aus der laufenden Leistungsverrechnung (VJ EUR 7.688.998,84). Die Forderungen aus der Steuerumlage an die österreichischen Gesellschaften der Zumtobel Gruppe betragen EUR 64.429,12 (VJ EUR 130.230,85).

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen an Finanzämter in Höhe von EUR 16.946,41 (VJ EUR 33.821,03), Forderungen gegenüber der Belegschaft vom EUR 7.667,28 (VJ EUR 14.467,28) sowie Forderungen aus Bonusvereinbarungen gegenüber Lieferanten in Höhe von EUR 297.905,44 (VJ EUR 249.787,69). Weiters sind Anzahlungen an Lieferanten in Höhe von EUR 31.540,00 (VJ EUR 0,00) enthalten. Die sonstigen Forderungen werden zur Gänze nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam.

4.3.2.3 Eigene Anteile

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 285.163 Stück Aktienoptionen ausgeübt (VJ 96.404 Stück). Zum Bilanzstichtag beträgt der Bestand eigener Anteile 393.390 Stück (VJ 678.553 Stück) zu einem Bilanzwert von EUR 3.743.565,89 (VJ EUR 6.455.466,02). Zum Bilanzstichtag belief sich der Kurswert der Zumtobel Aktie auf EUR 10,40 (VJ EUR 24,50).

Die Entwicklung der eigenen Anteile stellt sich wie folgt dar:

Stück EUR Durchschnitts
kurs
Stand am 1. Mai 2006 0 0,00 0,0
Aktienrückkauf (Hauptversammlungsbeschluss vom 7. April 2006) 800.000 14.193.856,80
Ausübungen 2006/07 -468.586 -8.312.715,60
Stand am 30. April 2007 331.414 5.881.141,20 17,8
Ausübungen 2007/08 -219.233 -3.889.194,10
Stand am 30. April 2008 112.181 1.991.947,10 17,8
Aktienrückkauf (Hauptversammlungsbeschluss vom 29. Juli 2008) 1.943.555 17.331.052,28
Ausübungen 2008/09 -64.625 -1.146.448,00
Abschreibung 0 -4.636.996,58
Stand am 30. April 2009 1.991.111 13.539.554,80 6,8
Einziehung von Aktien (Hauptversammlungsbeschluss vom 24. Juli 2009) -1.204.344 -8.189.539,20
Ausübungen 2009/10 -11.810 -105.346,00
Zuschreibung 0 2.103.536,52
Stand am 30. April 2010 774.957 7.348.206,12 9,5
Ausübungen 2010/11 -96.404 -892.740,10
Stand am 30. April 2011 678.553 6.455.466,02 9,5
Ausübungen 1. Quartal 2011/12 -282.971 -2.691.054,21
Stand am 31. Juli 2011 395.582 3.764.411,81 9,5
Ausübungen 3. Quartal 2011/12 -2.192 -20.845,92
Stand am 30. April 2012 393.390 3.743.565,89 9,5

4.3.2.4 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Vom ausgewiesenen Betrag entfallen EUR 23.265,73 (VJ EUR 356.011,86) auf kurzfristig fällige Guthaben bei Kreditinstituten.

4.3.2.5 Aktive Rechnungsabgrenzungen

In den aktiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von EUR 722.085,01 (VJ EUR 732.271,54) sind im Wesentlichen Wartungsgebühren für diverse Hard- und Software, Grundsteuern und Mitgliedsbeiträge enthalten.

4.3.2.6 Eigenkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 108.750.000,00 und ist in 43.500.000 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien werden im Prime Market an der Wiener Börse gehandelt. Das Börsenkürzel lautet ZAG, die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) der Zumtobel AG lautet AT0000837307. Es gibt keine Aktien mit besonderen Vorzugs- oder Kontrollrechten. Zum 30. April 2012 befinden sich 43.106.610 Aktien (VJ 42.821.447) im Umlauf. Im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogrammes wurden 285.163 (VJ 96.404) Optionen ausgeübt. Die Gesellschaft verfügt zum 30. April 2012 über 393.390 eigene Aktien (VJ 678.553).

In der Hauptversammlung vom 22. Juli 2011 wurde für das Geschäftsjahr 2010/11 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,50 (VJ EUR 0,15) je Aktie beschlossen. Auf die am 29. Juli 2011 im Umlauf befindlichen 43.104.418 Stückaktien (43.500.000 Aktien abzüglich 395.582 eigene Aktien) wurden somit EUR 21.552.209,00 (VJ EUR 6.418.254,45) ausgeschüttet.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von drei Jahren ab Eintragung der in der Hauptversammlung vom 22. Juli 2011 beschlossenen Satzungsänderung in das Firmenbuch, das Grundkapital der Gesellschaft – auch in mehreren Tranchen – um bis zu EUR 10.875.000,00 durch Ausgabe von bis zu 4.350.000 Stück neuen auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zum Mindestausgabekurs von 100% des anteiligen Betrages am Grundkapital gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen und das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen neuen Aktien auszuschließen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

4.3.2.7 Unversteuerte Rücklagen

Stand am Zuführung Verbrauch Stand am
1. Mai 2011 30. April 2012
Bewertungsreserve
Sachanlagen 484.361,74 0,00 32.292,96 452.068,78
Summe Bewertungsreserve 484.361,74 0,00 32.292,96 452.068,78

Die Bewertungsreserve besteht aus Abschreibungen gemäß §§ 6, 8 und 12 EStG 1972 und wird analog zur Restnutzungsdauer der Anlagen verbraucht. Aufgrund der Feststellungen aus einer Betriebsprüfung ist der im Jahr 1990 von der Republik Österreich für ein bebautes Grundstück geleistete Investitionszuschuss, der ursprünglich als steuerfreier Ertrag vereinnahmt wurde, von den Anschaffungskosten des Grundstücks abzusetzen.

4.3.2.8 Sonstige Rückstellungen

Stand am Verbrauch Dotierung Stand am
1. Mai 2011 Auflösung (A) 30. April 2012
Personalrückstellungen
noch nicht konsumierte Urlaube 643.582,77 643.582,77 693.823,29 693.823,29
Sonderzahlungen 581.940,44 581.940,44 590.417,30 590.417,30
Jubiläumsgelder 343.025,00 27.813,33 70.640,33 385.852,00
Mitarbeiterprämien 1.142.954,05 1.135.666,30 1.001.539,00 1.008.826,75
Gleitzeitguthaben 119.873,07 119.873,07 131.184,13 131.184,13
Summe Personalrückstellungen 2.831.375,33 2.508.875,91 2.487.604,05 2.810.103,47
übrige Rückstellungen
Bilanzprüfungsaufwand 133.297,50 133.297,50 117.043,52 117.043,52
Beratungsaufwand 503.307,00 481.662,57 315.700,04 315.700,04
21.644,43 (A)
Bilanzveröffentlichung 28.690,00 28.690,00 23.000,04 23.000,04
Aufsichtsratsvergütung 225.000,00 175.397,26 180.000,00 180.000,00
49.602,74 (A)
drohende Kursverluste 7.114.545,27 7.114.545,27 10.120.306,47 10.120.306,47
Kreditbereitstellungsprovision 0,00 0,00 264.000,00 264.000,00
Sanierungsaufwand 0,00 0,00 4.600.000,00 4.600.000,00
Lizenzgebühren 928.897,22 928.897,22 1.682.854,00 1.682.854,00
Versicherungsprämien 5.000,00 5.000,00 0,00 0,00
Summe übrige Rückstellungen 8.938.736,99 8.867.489,82 17.302.904,07 17.302.904,07
71.247,17 (A)
Summe sonstige Rückstellungen 11.770.112,32 11.376.365,73 19.790.508,12 20.113.007,54
71.247,17 (A)

Zur Ermittlung der Rückstellung für drohende Kursverluste wurden bezüglich konzerninternen und mit Dritten abgeschlossenen Derivatgeschäften Bewertungseinheiten gebildet, sofern Fälligkeitstermine und nominierte Währungen übereinstimmen. Die verbleibenden negativen Überhänge wurden als Rückstellung für drohende Kursverluste ausgewiesen. Ergänzende Erläuterungen zu den derivativen Finanzinstrumenten siehe unter Ziffer 4.3.2.11.4.

Mit der Philips Electronics NV, Eindhoven (Niederlande) wurde im Mai 2009 ein weltweiter Lizenzaustauschvertrag, welcher gegenwärtige und zukünftige Lizenzen in den Bereichen Beleuchtungstechnik und LED umfasst, abgeschlossen. Für die Lizenzzahlungen an Philips wird entsprechend vorgesorgt, die Aufwendungen werden an die vom Lizenzvertrag umfassten Tochterunternehmen des Konzerns weiterverrechnet.

Im Geschäftsjahr wurde im Ausmaß des negativen Eigenkapitals der Thorn Licht Gesellschaft m. b. H., Dornbirn, in Form einer Sanierungsrückstellung vorgesorgt. Der entsprechende Aufwand wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens" ausgewiesen.

4.3.2.9 Verbindlichkeiten

Um die mittelfristige Liquidität sicherzustellen, hat die Zumtobel Gruppe im November 2011 den bestehenden Konsortialkreditvertrag vorzeitig refinanziert. In diesem Zusammenhang wurde die im Vorjahr mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren ausgewiesene Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 62.000.000,00 zurückgeführt. Der neue Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem maximal ausnutzbaren Rahmen von EUR 500.000.000,00 wurde mit einem Syndikat bestehend aus sieben Banken abgeschlossen. Zum 30. April 2012 hat die Zumtobel Gruppe EUR 200.000.000,00 des bestehenden Kreditrahmens beansprucht, davon entfallen auf die Zumtobel AG EUR 75.000.000,00.

Restlaufzeit bis zu
einem Jahr
Restlaufzeit von
einem bis fünf
Jahren
Restlaufzeit von
über fünf Jahren
Bilanzwert
30. April 2012
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 119.821,05 75.000.000,00 0,00 75.119.821,05
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.037.861,19 0,00 0,00 5.037.861,19
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.031.738,60 0,00 0,00 1.031.738,60
sonstige Verbindlichkeiten 1.034.138,33 0,00 0,00 1.034.138,33
davon aus Steuern 44.472,83 0,00 0,00 44.472,83
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 201.068,33 0,00 0,00 201.068,33
Summe Verbindlichkeiten 7.223.559,17 75.000.000,00 0,00 82.223.559,17
Restlaufzeit bis zu
einem Jahr
Restlaufzeit von
einem bis fünf
Jahren
Restlaufzeit von
über fünf Jahren
Bilanzwert
30. April 2011
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.537,31 0,00 0,00 5.537,31
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.196.791,29 0,00 0,00 3.196.791,29
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 34.051.594,18 62.000.000,00 0,00 96.051.594,18
sonstige Verbindlichkeiten 1.862.068,95 0,00 0,00 1.862.068,95
davon aus Steuern 524.968,56 0,00 0,00 524.968,56
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 197.234,27 0,00 0,00 197.234,27
Summe Verbindlichkeiten 39.115.991,73 62.000.000,00 0,00 101.115.991,73

Die Verbindlichkeiten sind nicht dinglich besichert.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Gegenüber der Zumtobel Pool GmbH, Dornbirn, besteht eine Finanzierungsverbindlichkeit in Höhe von EUR 715.924,32 (VJ EUR 33.710.587,05). Aus der laufenden Leistungsverrechnung bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 308.071,64 (VJ EUR 6.475,71). Die Verbindlichkeit aus der Übernahme des Jahresverlustes aufgrund der Organschaft mit der Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn, ist mit einem Betrag von EUR 7.742,64 (VJ EUR 334.531,42) enthalten.

Die im Vorjahr mit einer Fristigkeit zwischen einem und fünf Jahren ausgewiesene Finanzierungsverbindlichkeit gegenüber der Zumtobel Pool AG, Zürich, in Höhe von EUR 62.000.000,00 wurde am 16. November 2011 zurückgeführt.

30. April 2012 30. April 2011
sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Gemeinde aus Kommunalsteuern 25.172,98 22.877,51
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmer 475.044,46 808.222,87
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 19.299,85 502.091,05
Verbindlichkeiten gegenüber der Krankenkasse 201.068,33 197.234,27
Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsunternehmen 80.865,97 95.493,12
Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Aufwendungen 131.163,40 66.901,60
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 69.895,44 139.790,76
Übrige Verbindlichkeiten 31.627,90 29.457,77
Summe sonstige Verbindlichkeiten 1.034.138,33 1.862.068,95

Die Verminderung der sonstigen Verbindlichkeiten ist vor allem auf Verbindlichkeiten für Aufhebungsvereinbarungen der oberen Managementebene im Vorjahr zurückzuführen.

4.3.2.10 Anteilsbasierte Vergütungen an leitende Angestellte

Stock Option Program (SOP)

Von 2004 bis 2008 gab es ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Stock Option Program (SOP), das 2008 durch das MSP abgelöst wurde. Aus dem SOP erfolgen keine Zuteilungen von Optionen mehr. Die Ausübungszeit des SOP läuft jedoch noch bis 2015. Innerhalb dieser Ausübungszeit werden mehrere Ausübungsfenster ("exercise slots") zur Einlösung der Optionen festgesetzt. Eine vorzeitige Schließung der Ausübungsfenster bleibt vorbehalten. Für eine Option kann eine Aktie zu einem fixen Preis gekauft werden. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden keine Optionen ausgeübt (VJ 58.600 Optionen zu einem Ausübungspreis von EUR 7,50). Zum 30. April 2012 betrug der Bestand an eingeräumten Optionen 520 Stück (VJ 520 Stk.).

Betreffend anteilsbasierte Vergütungen werden die Regelungen des IFRS 2 im Zusammenhang mit der AFRAC-Stellungnahme vom September 2007 zur Behandlung anteilsbasierter Vergütungen nicht angewandt.

Die Bewertung der Marktpreise erfolgt in Form eines finanzmathematischen Gutachtens (Black-Scholes-Modell).

Matching Stock Program (MSP)

Das MSP wurde im Zusammenhang mit dem Börsengang zum 1. Mai 2006 eingeführt. Um am MSP teilnehmen zu können, muss die Führungskraft eine bestimmte Anzahl Aktien ("MSP-Aktien") in einem Sperrdepot hinterlegen, was den Invest darstellt. Das MSP ist in drei Teilprogramme (MSP I, MSP II, MSP III) aufgeteilt, wobei jedes Teilprogramm in fünf Tranchen unterteilt ist. Die Laufzeit jedes Programms beträgt sieben Jahre ab dem Startzeitpunkt und die der einzelnen Tranchen beträgt zwei Jahre. Jede an die Führungskraft ausgegebene Tranche besteht aus dem achtfachen Wert der im jeweiligen Programm investierten Aktienanzahl. Dieser multiplizierte Wert wird in sogenannten Phantom Stocks auf dem UBS-Account des Teilnehmers gebucht und mit einem Base Price (60-Tage-Kursmittelwert bei Zuteilung plus 10%) versehen. Die Ausübung erfolgt automatisch zwei Jahre nach der jeweiligen Zuteilung, wobei der Base Price der Tranche mit dem 60-Tage-Kursmittelwert (Strike Price) bei Ausübung verglichen wird. Die Differenz multipliziert mit der Anzahl der Phantom Stocks ergibt den MSP Gross Profit. Mit diesem Profit werden wiederum zum Strike Price Aktien erworben, die der Führungskraft gutgeschrieben werden. Ist der Wertzuwachs kleiner oder gleich null, entfällt die Zuteilung. Nach einer Sperrfrist von zwei Jahren kann die Führungskraft über die Aktien frei verfügen.

Aus dem MSP wurden 86.788 Stk. Aktien an die teilnehmenden Mitarbeiter ohne Veräußerungspreis ausgegeben.

Mit Ende dieses Geschäftsjahres 2011/12 wurden sämtliche Ansprüche aus dem MSP (außer bei bereits feststehenden Austritten) abgegolten, die aus der Abgeltung ausbezahlten Beträge (EUR 112.316,80) wurden im Personalaufwand erfasst. Eine Allokation der letzten Tranche im Mai 2012 wird nicht mehr stattfinden.

Das Matching Stock Program wird im Geschäftsjahr 2012/13 durch einen cashbasierten Long Term Incentive abgelöst.

4.3.2.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

4.3.2.11.1 Haftungsverhältnisse

30.April 2012 davon für
verbundene
Unternehmen
Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten 200.370.854,67 200.370.854,67
Unternehmensgarantien 20.762.654,53 20.762.654,53
Leasing 3.000.000,00 3.000.000,00
Verpflichtung aus Patronatserklärung 0,00 0,00
Bankgarantien 47.560,97 0,00
224.181.070,17 224.133.509,20
30.April 2011 davon für
verbundene
Unternehmen
Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten 213.008.192,19 213.008.192,19
Unternehmensgarantien 18.935.740,72 18.935.740,72
Leasing 3.000.000,00 3.000.000,00
Verpflichtung aus Patronatserklärung 13.655.316,76 13.655.316,76
Bankgarantien 36.570,22 0,00
248.635.819,89 248.599.249,67

Die Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten verringerten sich dadurch, dass die Inanspruchnahme von kurzfristigen Finanzierungsinstrumenten durch verbundene Unternehmen reduziert wurde. Die im Vorjahr angegebenen Patronatserklärungen sind entweder ersatzlos ausgelaufen bzw. erstmals als Rückstellung bilanziert worden.

4.3.2.11.2 Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

30.April 2012
des folgenden
Geschäftsjahres
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 73.438,00 367.190,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 217.045,00 1.085.225,00
290.483,00 1.452.415,00
30. April 2011
des folgenden
Geschäftsjahres
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 118.745,00 593.725,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 138.780,00 693.900,00
257.525,00 1.287.625,00

4.3.2.11.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der mit Atos Origin GmbH, Wien, im April 2004 abgeschlossene Dienstleistungsvertrag mit einer ursprünglichen Laufzeit bis 30. April 2011 wurde um weitere drei Jahre bis April 2014 verlängert. Danach ist eine gegenseitige Kündigung möglich. Für den unkündbaren Zeitraum bis April 2014 garantiert Zumtobel einen Mindestumsatz in Höhe von EUR 5.000.000,00 pro Jahr.

4.3.2.11.4 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden in der Zumtobel AG zur Absicherung von Marktpreisrisiken der gesamten Zumtobel Gruppe, die aus Schwankungen von Währungskursen, Kupferpreisen und Zinssätzen resultieren können, eingesetzt. Die Berechnung von stichtagsbezogenen Marktwerten aus Derivaten erfolgt durch eine konzerneigene Treasury-Software basierend auf üblichen anerkannten Berechnungsmethoden.

Durch weitere Marktpreisschwankungen können die hier angeführten Werte jedoch von den später bei Fälligkeit realisierten Werten abweichen.

Die Zumtobel AG schließt einerseits intern mit Konzerngesellschaften der Zumtobel Gruppe zur Absicherung deren Währungskursrisikos Derivatgeschäfte ab. Das daraus resultierende Nettoexposure in den einzelnen Währungen wird teilweise zeitgleich, teilweise sukzessive extern durch gegengleiche Derivatgeschäfte mit systemrelevanten Banken als Kontraktpartner eingedeckt. Damit ist das Bonitätsrisiko aus den Kurssicherungsgeschäften als äußerst gering einzustufen. Die negativen Marktwerte dieser Sicherungsgeschäfte belaufen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 296.791,77 (VJ EUR 2.573.602,34).

Um das Zinsänderungsrisiko für die Mittelfristplanung der Zumtobel Gruppe zu verringern, schloss die Zumtobel AG als Konzernobergesellschaft mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate Swaps) über ein Volumen von rund EUR 102.000.000,00 (hiervon ca. EUR 20.000.000,00 als Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken) sowie weitere EUR 40.000.000,00 Nominalvolumen auf Forward-Start-Basis als Folgesicherung ab. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2017) und tauschen variable Zinszahlungen in Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzte Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Aufgrund des weiteren Rückgangs des Zinsniveaus seit dem Abschluss dieser Zinsinstrumente bildeten sich negative Marktwerte von insgesamt EUR 9.823.514,70 (VJ EUR 4.540.942,93).

Für die Summe der nach Bildung von Bewertungseinheiten verbleibenden negativen Überhänge betreffend Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von EUR 296.791,77 (VJ EUR 2.573.602,34) und für den negativen Marktwert aus Zinssicherungsinstrumenten in Höhe von EUR 9.823.514,70 (VJ EUR 4.540.942,93) wurde in Form einer Rückstellung vorgesorgt.

4.3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.3.3.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten setzen sich wie folgt zusammen:

2011/12 2010/11
Inland 21.530.386,08 21.593.602,73
EU-Staaten 9.845.869,06 9.721.959,67
Drittland 3.136.408,02 3.219.969,97
34.512.663,16 34.535.532,37

Nach Tätigkeitsbereichen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:

2011/12 2010/11
Mieterlöse 7.671.093,81 7.638.856,28
IT-Dienstleistungen 19.685.780,85 19.589.831,86
sonstige Umlagen 7.155.788,50 7.306.844,23
34.512.663,16 34.535.532,37

Von den Umsatzerlösen wurden EUR 34.145.737,54, das sind 98,94% (VJ EUR 33.939.438,03 bzw. 98,27%), mit Gesellschaften des Konzerns getätigt.

4.3.3.2 Sonstige betriebliche Erträge

2011/12 2010/11
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 71.247,17 63.692,60
Erträge aus weiterverrechneten Betriebskosten an Dritte 462.775,62 273.139,98
Erträge aus sonstigen weiterverrechneten Aufwendungen an Konzerngesellschaften 310.763,04 243.034,97
Erträge aus Schadensfällen 162.371,50 0,00
Erträge aus übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen 25.235,50 42.067,59
1.032.392,83 621.935,14

4.3.3.3 Personalaufwand

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie die Aufwendungen für Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:

2011/12 2010/11
leitende Angestellte 47.704,30 38.381,89
sonstige Arbeitnehmer 530.164,00 108.428,21
577.868,30 146.810,10

Im Gesamtbetrag sind mit EUR 113.454,82 (VJ EUR 140.018,54) auch die Beträge, die an die Mitarbeitervorsorgekasse im Rahmen der Abfertigung neu bezahlt wurden, enthalten.

4.3.3.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2011/12 2010/11
Steuern 91.693,60 81.237,64
Übrige
IT-Dienstleistungen 6.003.409,05 5.563.039,90
Beratung 4.623.474,00 4.178.454,21
Datenleitungen, Telekommunikation 3.005.063,03 3.282.613,28
Werbung 774.967,69 855.766,55
Versicherungen 2.345.455,02 2.671.148,82
Instandhaltungen 2.415.667,62 2.468.585,66
Sonstiger Aufwand 3.633.628,91 3.202.667,69
Summe Übrige 22.801.665,32 22.222.276,11
22.893.358,92 22.303.513,75

Hinsichtlich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Wirtschaftsprüfer verweisen wir auf die Angaben im Konzernabschluss.

4.3.3.5 Finanzergebnis

Die Erträge von verbundenen Unternehmen belaufen sich auf EUR 50.400.000,00 (VJ EUR 36.000.000,00).

Der Jahresfehlbetrag aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Zumtobel Insurance Management GmbH in Höhe von EUR -7.742,64 (VJ EUR -334.531,42) ist in der Position "Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens" enthalten.

Weiters ist in der Position "Aufwendungen aus Finanzanlagen" ein Betrag in Höhe von EUR 4.600.000,00 enthalten. Der Betrag dient zur Abdeckung des negativen Eigenkapitals der Thorn Licht Gesellschaft m. b. H., Dornbirn.

Die Position "Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen" beinhaltet im Geschäftsjahr den negativen Saldo aus Erträgen und Aufwendungen in Höhe von EUR 321.566,95 aus Kurssicherungs- und Swap-Geschäften. Im Vorjahr war der positive Saldo in Höhe von EUR 2.104.973,81 aus Kurssicherungs- und Swap-Geschäften in der Position "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" enthalten.

4.3.3.6 Steuern vom Einkommen

Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen hatte keine Auswirkung auf die Steuern vom Einkommen.

Seit dem Wirtschaftsjahr 2004/05 wird in Österreich von der Möglichkeit der Errichtung einer steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG Gebrauch gemacht. Zu diesem Zwecke wurde zwischen der Zumtobel AG als Gruppenträger und den Gruppenmitgliedern

Zumtobel Lighting GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel Licht GmbH Zumtobel Holding GmbH Zumtobel Insurance Management GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel Pool GmbH Tridonic connection technology GmbH Tridonic GmbH (beteiligte Körperschaft) Tridonic Jennersdorf GmbH

Tridonic Holding GmbH LEDON Lighting GmbH Zumtobel LED Holding GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel LED GmbH Ledon Lamp GmbH

ein Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

In diesem Steuerumlagevertrag wurde vereinbart, dass ein nach den Vorschriften des KStG und EStG ermittelter steuerpflichtiger Gewinn oder Verlust im Sinne der stufenweisen Ergebniszurechnung an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger weiterzuverrechnen ist.

Ein auf Basis des steuerpflichtigen Gewinnes des Gruppenmitglieds ermittelter Steueraufwand ist unabhängig davon, in welcher Höhe der Gruppenträger insgesamt für das betreffende Wirtschaftsjahr und für die gesamte Unternehmensgruppe Körperschaftsteuer schuldet, als Steuerumlage an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger zu entrichten. Im Falle eines steuerlichen Verlustes des Gruppenmitgliedes verpflichtet sich die beteiligte Körperschaft bzw. der Gruppenträger, diese Verluste als internen Verlustvortrag für zukünftige verrechenbare Gewinne des jeweiligen Gruppenmitgliedes evident zu halten. Das Gruppenmitglied wiederum ist verpflichtet, im Falle eines steuerlichen Verlustes die Mindestkörperschaftsteuer an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger zu entrichten.

Vorgruppen- und Außergruppenverluste iSd § 9 KStG werden unter Berücksichtigung einer allfälligen Vortrags- und Verrechnungsgrenze gegen die steuerlichen Gewinne des jeweiligen Gruppenmitglieds bzw. des Gruppenträgers verrechnet.

Aus der Gruppenbesteuerung wurden im laufenden Wirtschaftsjahr insgesamt EUR 64.429,12 an Gruppenmitglieder verrechnet, im Vorjahr wurden EUR 810.384,94 gutgeschrieben.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Steuer lässt sich wie folgt zusammenfassen:

2011/12 2010/11
Veränderung der Körperschaftsteuer-Rückstellung -26.250,00 -500.000,00
Körperschaftsteuer Vorjahre 12,66 -33.478,59
Gruppenbesteuerung 64.429,12 -810.384,94
38.191,78 -1.343.863,53

4.3.4 Sonstige Angaben

4.3.4.1 Zahl der Arbeitnehmer

Die Zahl der Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres, gegliedert in Arbeiter und Angestellte, beträgt:

Durchschnitt Stichtag
2011/12 2010/11 30. April 2012 30. April 2011
Arbeiter 1 1 1 1
Angestellte 120 130 121 129
121 131 122 130

4.3.4.2 Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse

Die Gesellschaft wurde mit Satzung vom 17. Dezember 1984 errichtet. Die letzte Änderung der Satzung erfolgte im Geschäftsjahr 2010/11. Sie betraf die Anpassung an die Bestimmungen des Aktienrechts-Änderungsgesetzes 2009, vor allem hinsichtlich der Einberufungsmodalitäten und der Teilnahmeberechtigung an der Hauptversammlung.

Die Gesellschaft ist im Firmenbuch des Landes- als Handelsgerichtes Feldkirch unter der Nummer 62309 g eingetragen.

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats tätig: KR Dipl. Ing. Jürg Zumtobel (Vorsitzender) Dr. Johannes Burtscher (Stellvertreter des Vorsitzenden) Dipl. Kfm. Hero Brahms (Stellvertreter des Vorsitzenden) Dipl. Ing. Fritz Zumtobel (Mitglied) Dr. Stephan Hutter (Mitglied) Dipl. Phys. Hans-Peter Metzler (Mitglied)

Vom Betriebsrat delegiert: Ludwig Auer Herbert Kaufmann Mario Wintschnig

Die Funktionsperiode für die gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats endet mit der Hauptversammlung, welche über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 beschließt. Die Gesamtvergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats beliefen sich auf EUR 350.792,20 (VJ EUR 342.882,35).

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Mitglieder des Vorstands tätig:

Dr. Harald Sommerer, bestellt bis 30. April 2016 Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt, bestellt bis 30. April 2015 Dr. Mathias Dähn, bestellt bis 30. April 2014

Gesamtbezüge des Vorstands

2011/12 2010/11
Fixe Bezüge 1.584.918,50 1.328.514,09
Variable Bezüge 303.800,00 597.932,98
Sonstige Bezüge aus der Abgeltung des MSP 99.716,00 0,00
1.988.434,50 1.926.447,07

Im April 2012 wurde das Matching Stock Program (MSP) annulliert und sämtliche Ansprüche aus dem Programm durch eine Ausgleichszahlung, welche im Personalaufwand erfasst wurde, abgegolten. Die dabei auf den Vorstand entfallenen Ausgleichszahlungen können aus der Aufstellung entnommen werden. Zum 30. April 2012 bestehen somit seitens des Vorstands keine Ansprüche aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen mehr.

Im Mai 2011 wurden aus dem MSP erstmals eigene Aktien an die teilnehmenden Mitarbeiter zugeteilt. Aus diesem Programm erhielt das Vorstandsmitglied Martin Brandt 43.486 Aktien.

4.3.4.3 Angaben zum Konzernabschluss

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft. Sie ist die Muttergesellschaft der Zumtobel Gruppe und erstellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen. Der Konzernabschluss wird im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht. Mit nahestehenden Unternehmen werden ausschließlich Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Dornbirn, 11. Juni 2012

Harald Sommerer Martin Brandt Mathias Dähn Chief Executive Officer (CEO) Chief Operating Officer (COO) Chief Financial Officer (CFO)

4.4 Lagebericht 2011/12

Wie bereits zu Beginn des Lageberichtes des Zumtobel Konzerns hingewiesen wird, wurde von der Möglichkeit des § 267 Abs 4 UGB in Verbindung mit § 251 Abs 3 UGB Gebrauch gemacht, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Zumtobel AG zu einem Lagebericht zusammenzufassen. Die Zumtobel AG hatte im Berichtsjahr keine Zweigniederlassungen.

Dornbirn, 11. Juni 2012

Harald Sommerer Martin Brandt Mathias Dähn Chief Executive Officer (CEO) Chief Operating Officer (COO) Chief Financial Officer (CFO)

4.5 Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Werte in EUR Stand
1. Mai 2011
Zugänge Abgänge Umbuch
ungen
Stand
30. April 2012
kumulierte
Abschreibung
Buchwert
30. April 2012
Buchwert
30. April 2011
Jahresab
schreibung
I) Immaterielle
Vermögensgegenstände
Konzessionen, Rechte und
ähnliche Rechte und
Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
13.915.625,02 2.380.290,93 0,00 0,00 16.295.915,95 11.669.149,08 4.626.766,87 3.195.790,00 949.314,06
geringwertige
Wirtschaftsgüter
0,00 2.708,13 2.708,13 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.708,13
Summe immaterielle
Vermögensgegenstände
13.915.625,02 2.382.999,06 2.708,13 0,00 16.295.915,95 11.669.149,08 4.626.766,87 3.195.790,00 952.022,19
II) Sachanlagen
Grundstücke und Bauten
bebaute Grundstücke 87.155.327,78 2.388.890,97 0,00 516.185,60 90.060.404,35 52.399.199,68 37.661.204,67 37.268.443,67 2.512.315,57
davon Grundwert 4.819.204,67 0,00 0,00 0,00 4.819.204,67 0,00 4.819.204,67 4.819.204,67 0,00
unbebaute
Grundstücke
6.321.788,34 0,00 0,00 0,00 6.321.788,34 0,00 6.321.788,34 6.321.788,34 0,00
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2.617.453,57 219.027,26 312.416,86 0,00 2.524.063,97 2.135.965,83 388.098,14 341.195,14 172.124,26
Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau
516.185,60 1.536.186,74 0,00 -516.185,60 1.536.186,74 0,00 1.536.186,74 516.185,60 0,00
geringwertige
Wirtschaftsgüter
0,00 15.489,44 15.489,44 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 15.489,44
Summe Sachanlagen 96.610.755,29 4.159.594,41 327.906,30 0,00 100.442.443,40 54.535.165,51 45.907.277,89 44.447.612,75 2.699.929,27
III) Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen
680.899.407,02 0,00 0,00 0,00 680.899.407,02 95.267.000,00 585.632.407,02 585.632.407,02 0,00
Beteiligungen 27.319,15 0,00 0,00 0,00 27.319,15 0,00 27.319,15 27.319,15 0,00
Wertpapiere
(Wertrechte) des
Anlagevermögens
250.125,00 0,00 0,00 0,00 250.125,00 0,00 250.125,00 250.125,00 0,00
Summe Finanzanlagen 681.176.851,17 0,00 0,00 0,00 681.176.851,17 95.267.000,00 585.909.851,17 585.909.851,17 0,00
Summe Anlagevermögen 791.703.231,48 6.542.593,47 330.614,43 0,00 797.915.210,52 161.471.314,59 636.443.895,93 633.553.253,92 3.651.951,46

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

Zumtobel AG, Dornbirn,

für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2012 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. April 2012, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. April 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. April 2012 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2012 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum zusammengefassten Lagebericht

Der zusammengefasste Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im zusammengefassten Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der zusammengefasste Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der zusammengefasste Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 11. Juni 2012

KPMG Austria AG

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Michael Schlenk ppa Mag. Renate Vala

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Service Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

5. Service

Finanzkennzahlen __________ 163
Abkürzungen und Fachbegriffe ____________ 164
Finanzterminplan __________ 166
Kontaktinformation_________ 166
Finanzberichte ____________ 166
Mehr Informationen ______________ 166
Impressum _______________ 166
Disclaimer _______________ 167

5. Service

Finanzkennzahlen

CAPEX Investitionen in Anlagevermögen
Eigenkapitalquote = Eigenkapital in Prozent der Bilanzsumme
EBIT Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragsteuern
Bereinigtes EBIT EBIT bereinigt um Sondereffekte
Bereinigte EBIT-Marge = bereinigtes EBIT in Prozent vom Umsatz
EBITDA Gewinn vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen
Bereinigtes EBITDA EBITDA bereinigt um Sondereffekte
Mitarbeiterproduktivität = bereinigtes EBIT in Prozent von Personalkosten
Nettoverbindlichkeiten = Langfristige Finanzschulden + Kurzfristige Finanzschulden – Liquide Mittel –
Kurzfristige Finanzforderungen gegenüber assoziierten Unternehmen
Schuldendeckungsgrad = Nettoverbindlichkeiten dividiert durch EBITDA
Verschuldungsgrad (Gearing) = Nettoverbindlichkeiten in Prozent vom Eigenkapital
WACC (Weighted Average Cost of Capital) = Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten
(Fremdkapital und Eigenkapital)
Working Capital (Betriebsmittel) = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen – Erhaltene Anzahlungen

Abkürzungen und Fachbegriffe

Betriebsgerät Die meisten künstlichen Lichtquellen, mit Ausnahme von Glühlampen und Halogenlampen,
benötigen ein spezielles Betriebsgerät für Start und Betrieb. Abhängig vom Lampentyp
werden diese als Vorschaltgeräte, Konverter, Zündgeräte oder Transformatoren bezeichnet.
COB Chip on Board. Verfahren zur Bestückung einer Leiterplatte. Der ungehäuste LED-Chip wird
direkt auf der Platine verklebt und über die "Bond-Drähte" kontaktiert. Eine Kunststofflinse
definiert die Lichtverteilung. Je nach Ausprägung der Linse kann eine COB-LED somit sehr
eng oder sehr breit strahlend sein.
Lampe Lampen sind künstliche Lichtquellen. Es gibt viele verschiedene Arten, die sich durch die
Methode der Lichterzeugung, den abgegebenen Lichtstrom, die aufgenommene Leistung, die
Lichtausbeute, die Geometrie, die spektrale Zusammensetzung der abgegebenen Strahlung,
ihre Eigenhelligkeit und ihre Lichtabstrahlcharakteristik unterscheiden.
LED/Licht emittierende Dioden Eine LED oder Lumineszenzdiode ist ein kleines elektronisches Bauteil, ein Halbleiter, der Licht
erzeugt, wenn er von Strom durchflossen wird. LEDs sind energiesparend und zeichnen sich
durch eine lange Lebensdauer aus. Am häufigsten sind sie in den Farben Rot, Grün, Blau,
Amber oder Weiß. Durch die Mischung der einzelnen Strahlungsanteile können LED-Bausätze
beliebige Farben erzeugen. LEDs erzeugen gerichtetes Licht (Punktlichtquelle).
LED-Chip Lichterzeugendes Halbleiterbauteil (wird von der Zumtobel Gruppe zugekauft)
LED-Komponente Eingehäuster LED-Chip mit integriertem Schaltkreis oder Widerstand. Bei weißen LEDs wird
auf dem Chip eine Phosphorbeschichtung aufgebracht, die das blaue Licht in weißes Licht
konvertiert.
LED-Konverter LED-Betriebsgerät. Dieses stellt für ein LED-Modul Spannung oder Konstantstrom bereit
(wird im Englischen auch als "driver" bezeichnet).
LED-Light Engine Dieser Begriff wird in der Branche für ein LED-Modul in Verbindung mit einem Konverter
verwendet. Im Deutschen wird dafür auch der Begriff "LED-Modul" verwendet.
LED-Lampe Künstliche Lichtquelle auf Basis von LED-Technologie. Dazu zählen auch sogenannte LED
Retrofit-Lampen, deren Formgebung und Sockel den Maßen herkömmlicher Leuchtmittel
entsprechen (z. B. Glühlampenersatz).
LED-Modul Eine Einheit, die als Lichtquelle dient. Eine oder mehrere LEDs bestückt und verdrahtet auf
eine Leiterplatte mit Optik (z. B. Kunststofflinse) und weiteren elektronischen Bauteilen
(Widerstände, Asics, Transistoren etc.). Hochleistungs-Module benötigen zusätzlich einen
Kühlkörper zur Wärmeleitung.
Lichtausbeute Lichtausbeute ist das Maß für die Wirtschaftlichkeit einer Lampe. Sie sagt aus, wie viel Lumen
(lm) pro Watt (W) eine Lampe erzeugt. Je höher das Verhältnis Lumen pro Watt, desto besser
setzt eine Lampe die eingebrachte Energie in Licht um.
Lichtlösungen Unter einer Lichtlösung versteht die Zumtobel Gruppe den geplanten, auf eine spezifische
Architektur- und Anwendungssituation ausgerichteten, kombinierten Einsatz von Leuchten,
Lichtmanagement und Notbeleuchtung mit der Zielsetzung, eine oder mehrere gewünschte
Lichtstimmungen/Beleuchtungssituationen zu erreichen. Eine Lichtlösung stellt somit immer
eine Kombination aus Produkten und Dienstleistungen dar und kann nur gemeinsam mit dem
Kunden erarbeitet werden.
Leuchten Leuchten sind Vorrichtungen, in denen die Lampe montiert, betrieben und geschützt wird. Sie
steuern die Verteilung von Licht und Wärme, gewährleisten die Bereitstellung der geeigneten
elektrischen Energie über Komponenten und stellen die optische Vorrichtung bereit, in der die
Lampe untergebracht ist. Der gesamte Beleuchtungskörper inklusive aller für Befestigung,
Betrieb und Schutz der Lampe notwendigen Komponenten ist die "Leuchte". Die Leuchte
schützt die Lampe, verteilt und lenkt deren Licht und verhindert, dass es blendet. Die
Differenzierung von Leuchten kann nach der Art der Lampen (für Glühlampen, für
Leuchtstofflampen, für Entladungslampen) erfolgen, nach der Anzahl der Lampen (ein-,
zweilampig usw.), nach dem Einsatzort (Innenleuchten, Außenleuchten), nach der Schutzart
(Leuchten für trockene, feuchte und staubige Räume), nach der Bauart (offene Leuchten,
geschlossene Leuchten, Reflektorleuchten, Spiegelleuchten, Rasterleuchten, Wannenleuchten,
Scheinwerfer), nach der Montageart (Wand-, Decken-, Pendel- oder Handleuchten) und nach
dem Verwendungszweck (technische Leuchten, dekorative Leuchten oder Effektleuchten).
OLED Organische Leuchtdiode. Ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus halbleitenden
organischen Materialien. Im Aufbau besteht eine OLED aus einem Schichtsystem, das sich
zwischen zwei Elektroden befindet. Beim Anlegen eines Stroms wird Licht erzeugt, welches
durch mindestens eine der Elektroden austritt. OLEDs erzeugen flächiges Licht.
OLED-Modul Ein oder mehrere OLED-Panels kombiniert mit einer optischen Auskoppeleinheit und einem
Kontaktierungssystem integriert in einer Gehäusung.
OLED-Panel Organische Leuchtdiode, die luftdicht verschlossen auf einer Folie oder Glasplatte oder
Glasfolie aufgebracht ist.
OLED-Stack Schichtsystem, das aus mehreren dünnen organischen Schichten aufgebaut ist und Licht mit
einem spezifischen Spektrum aussendet.
SMD Surface Mounted Device (oberflächenmontiertes Bauelement). Alternatives Verfahren zur
Bestückung einer Leiterplatte. Bei diesem Verfahren wird die LED zunächst auf ein SMD
Bauteil montiert, danach direkt auf die Leiterplatte bestückt und anschließend im Lötbad
kontaktiert.
Vorschaltgerät Vorschaltgeräte sind elektrische Vorrichtungen für den Einsatz bei Leuchtstoff- oder
Hochdruckentladungslampen (HID), die genügend Spannung für das Starten und den Betrieb
der Lampe liefern und danach den Strom während des Betriebs begrenzen. Vorschaltgeräte
sind in magnetischer oder elektronischer Ausführung erhältlich.

Finanzterminplan

  1. ordentliche Hauptversammlung 27. Juli 2012 Ex-Dividendentag 31. Juli 2012 Dividendenzahltag 03. August 2012 1. Quartalsbericht 2012/13 (1.Mai 2012 – 31. Juli 2012) 05. September 2012 Zwischenbericht 2012/13 (1.Mai 2012 – 31. Oktober 2012) 05. Dezember 2012 3. Quartalsbericht 2012/13 (1. Mai 2012 – 31. Januar 2013) 05. März 2013

Kontaktinformation

Harald Albrecht Astrid Kühn-Ulrich Head of Investor Relations Head of Corporate Communications Telefon +43 (0)5572 509-1125 Telefon +43 (0)5572 509-1570 E-Mail [email protected] E-Mail [email protected]

Finanzberichte

Investor Relations Presse/Unternehmenskommunikation

Sie finden unsere Finanzberichte zum Download in deutscher und englischer Sprache unter http://www.zumtobelgroup.com. Der Geschäftsbericht 2011/12 wird auf der 36. ordentlichen Hauptversammlung veröffentlicht. Gerne senden wir Ihnen die Printfassung zu, Bestellungen über Telefon +43 (0)5572 509-1510.

Mehr Informationen

zur Zumtobel AG und unseren Marken finden Sie im Internet unter:

www.zumtobelgroup.com www.zumtobel.com www.thornlighting.com www.tridonic.com www.ledon-lamp.com

Impressum

Herausgeber: Zumtobel AG, Investor Relations, Harald Albrecht Koordination Finanzen: Stefan Tschol Covergestaltung (Coverdesign): Brighten the Corners, London/Stuttgart Copyright: Zumtobel AG 2012

Inhouse produziert mit FIRE.sys

Disclaimer

Dieser Jahresfinanzbericht enthält Aussagen über zukünftige Entwicklungen, die auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen beruhen und Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den vorausschauenden Aussagen abweichen können. Die Aussagen über zukünftige Entwicklungen sind nicht als Garantien zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Dazu zählen zum Beispiel nicht vorhersehbare Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und geschäftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Umfeld der Zumtobel Gruppe, der Wettbewerbssituation, der Zins- und Währungsentwicklungen, technologischer Entwicklungen sowie sonstiger Risiken und Unwägbarkeiten. Weitere Risiken sehen wir unter anderem in Preisentwicklungen, nicht vorhersehbaren Geschehnissen im Umfeld akquirierter Unternehmen und bei Konzerngesellschaften sowie bei den laufenden Kostenoptimierungsprogrammen. Die Zumtobel Gruppe beabsichtigt nicht, diese vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren. Dieser Jahresfinanzbericht wird auch in Englisch präsentiert, jedoch nur der deutsche Text ist verbindlich.

Service

Zumtobel AG 1. Mai 2011 bis 30. April 2012

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