AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

Zumtobel Group AG

Annual Report Jun 27, 2011

770_10-k_2011-06-27_0eabb455-62a2-4aac-8159-f5a4053c4df8.pdf

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

Jahresfinanzbericht 2010/11 Zumtobel AG

  1. Mai 2010 bis 30. April 2011

Fünfjahresübersicht

in Mio EUR 2010/11 2009/10 2008/09 2007/08 2006/07
Umsatzerlöse 1.228,2 1.114,6 1.169,0 1.282,3 1.234,0
Bereinigtes EBIT 78,4 51,4 78,9 123,0 112,3
in % vom Umsatz 6,4 4,6 6,7 9,6 9,1
Jahresergebnis 51,3 -69,8 13,3 93,5 103,6
in % vom Umsatz 4,2% -6,3 1,1 7,3 8,4
Bilanzsumme 1.020,5 972,8 1.010,3 1.082,4 1.132,5
Eigenkapital 378,7 340,4 412,4 490,7 428,7
Eigenkapitalquote in % 37,1 35,0 40,8 45,3 37,9
Nettoverbindlichkeiten 141,3 131,4 163,5 129,0 185,7
Cashflow aus dem operativen Ergebnis 123,2 80,4 107,3 166,0 173,8
Investitionen 57,3 48,7 64,7 66,0 54,3
in % vom Umsatz 4,7 4,4 5,5 5,1 4,4
Mitarbeiter inkl. Leiharbeiter (Vollzeitkräfte) 7.814 7.329 7.165 7.908 7.911

Zu Kennzahlendefinitionen siehe 5. Service – Finanzkennzahlen

Infolge der Anwendung der Bestimmungen des IAS 8 und des IFRS 5 sowie der retrospektiven Anwendung von IAS 21 wurden die Vergleichsperioden angepasst. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.3.3 wird verwiesen.

Inhalt

Fünfjahresübersicht 2
Brief des Vorstandsvorsitzenden 4
1. Konzernlagebericht 7
1.1
Die Zumtobel Gruppe im Überblick _________10
1.2
Gesamtwirtschaftliches Umfeld _______17
1.3
Die Zumtobel Aktie__________18
1.4
Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2010 _______20
1.5
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ________21
1.6
Geschäftsverlauf_____________21
1.7
Mitarbeiter___________30
1.8
Lieferanten___________33
1.9
Betrieblicher Umweltschutz __________34
1.10
Forschung und Entwicklung __________35
1.11
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag _______36
1.12
Risikomanagement ___________37
1.13
Internes Kontrollsystem _____________43
1.14
Angaben zu § 243a UGB ____________45
1.15
Ausblick und Ziele ___________47
2. Konzernabschluss 49
2.1
Gewinn- und Verlustrechnung ________52
2.2
Gesamtergebnisrechnung____________53
2.3
Bilanz _______________54
2.4
Kapitalflussrechnung __________55
2.5
Eigenkapitalveränderungsrechnung___________56
2.6
Anhang _____________57
2.7
Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz _____113
2.8
Konsolidierungskreis_________114
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (Bericht des Abschlussprüfers) _____117
3. Corporate Governance 119
3.1
Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe __________121
3.2
Der Österreichische Corporate Governance Kodex ________121
3.3
Risikomanagement und Internes Kontrollsystem _____123
3.4
Die Organe und Gremien der Zumtobel AG________123
4. Einzelabschluss ZAG 137
4.1
Bilanz ______________139
4.2
Gewinn- und Verlustrechnung _______141
4.3
Anhang ____________142
4.4
Lagebericht _________155
4.6
Anlagenspiegel _____________156
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (Bericht des Abschlussprüfers) _____157
5. Service 159

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Geschäftsjahr 2010/11 hat in konjunktureller Hinsicht für positive Überraschungen gesorgt. So ist die Weltwirtschaft nach der größten Wirtschaftskrise seit mehr als 60 Jahren wieder deutlich schneller auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt als von den meisten Experten erwartet. Dies hat sich auch positiv auf das operative Geschäft der Zumtobel Gruppe ausgewirkt. Das Marktumfeld für die professionelle Beleuchtungsindustrie hat sich im Jahresverlauf stetig verbessert und als Resultat zu deutlich besseren Umsätzen und Ergebnissen geführt, als wir dies zu Beginn des Berichtszeitraumes prognostiziert hatten. Die Bilanz, die wir nun ziehen können, ist erfreulich: Es ist uns gelungen, den Konzernumsatz um 10,2% auf 1.228,2 Mio EUR und das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 52,4% auf 78,4 Mio EUR zu steigern. Die bereinigte Umsatzrendite legte gegenüber dem Vorjahr von 4,6% auf 6,4% zu. Die gute operative Entwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2010/11 spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der im Berichtsjahr um knapp 50% gestiegen ist.

Aufwärtstrend in beiden Segmenten und allen Absatzregionen

Das Thema Energieeffizienz hat sich zu einem zentralen Wachstumstreiber für beide Segmente der Zumtobel Gruppe im Berichtsjahr entwickelt. Damit hebt sich die Zumtobel Gruppe teilweise von der generellen Entwicklung im gewerblichen Hochbau ab, die im Jahr 2010 noch deutlich rückläufig war. Das Components Segment zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 19,3% auf 437,3 Mio EUR und einer Steigerung des bereinigten Ergebnisses um 26,7% auf 58,4 Mio EUR eine sehr dynamische Entwicklung. Wie es sich schon in den Vorjahren abzeichnete, profitierte das Segment von einem höherwertigen Produktmix durch die anhaltende Substitution von magnetischen durch elektronische Vorschaltgeräte sowie der Erweiterung des Portfolios um LED-Produkte und Lichtmanagementsysteme (Controls & Systems). Zunehmend positiv entwickelte sich im Jahresfortgang auch das spätzyklische Lighting Segment. Der Segmentumsatz stieg im Gesamtjahr um 6,4% auf 869,0 Mio EUR, das bereinigte Segmentergebnis legte um 14,3 Mio EUR auf 27,0 Mio EUR zu. Diese Entwicklung wurde vor allem durch das anziehende Renovierungsgeschäft unterstützt. Das LED-Geschäft, auf dem ein klarer Fokus unserer Innovationsanstrengungen liegt, hat die avisierte Umsatzschwelle von 100 Mio EUR übersprungen und wies im Berichtsjahr ein Wachstum von 52,2% aus. Regional sind alle Absatzmärkte der Zumtobel Gruppe auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt.

Weiterhin solide Bilanzkennzahlen

Das gestiegene Geschäftsvolumen führte zu einem erhöhten Working Capital-Bedarf. Der hieraus resultierende Mittelabfluss und die hohen Investitionen belasteten den Free Cashflow, der dennoch mit 4,8 Mio EUR im Berichtsjahr leicht positiv war (Vorjahr 36,8 Mio EUR). Die Bilanzstruktur der Zumtobel Gruppe ist weiterhin solide. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich im Geschäftsjahr 2010/11 von 35,0% auf 37,1%. Der Schuldendeckungsgrad (als Nettoverschuldung dividiert durch EBITDA) konnte aufgrund der positiven operativen Entwicklung von 1,63 auf 1,11 reduziert werden. Angesichts der guten Liquidität, des niedrigen Verschuldungsgrades und der soliden Bilanzstruktur verfügt die Zumtobel Gruppe über die notwendigen finanziellen Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum.

Mittelfristplanung bis 2014/15: Umsatzwachstum von 10% p.a., Verbesserung der EBIT-Marge auf > 10%

Die Zumtobel Gruppe setzt im Rahmen der Ende April 2011 vorgestellten neuen Mittelfriststrategie auf einen globalen Wachstumskurs. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2014/15 jährlich durchschnittlich um rund 10% organisch zu wachsen und sich damit deutlich vom Branchenwachstum abzusetzen, das für die professionelle Lichtindustrie mit jährlich rund 4% erwartet wird. Energieeffiziente Beleuchtung mit besonderem Fokus auf intelligent gesteuerte Lichtlösungen, die Potenziale der LED-Technologie sowie die überdurchschnittlich hohe Nachfrage aus den Wachstumsmärkten werden in den kommenden Jahren

Harald Sommerer

wichtige Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie bringen. Die Zumtobel Gruppe verfügt durch den breit gefächerten Marktzugang, das profunde Know-how in der Lichtanwendung sowie die starke Technologieposition über eine ausgezeichnete Position, um von den Wachstumsimpulsen überdurchschnittlich zu profitieren. Bis zum Jahr 2014/15 soll ein Drittel des Konzernumsatzes mit LED-Produkten (LED-Anteil Geschäftsjahr 2010/11: 8,2%) erwirtschaftet werden. Darüber hinaus setzt der Konzern sowohl auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa als auch auf einen deutlichen Ausbau seiner Präsenz in den Wachstumsmärkten. Um die globalen Marktanteile auszubauen, wird die Zumtobel Gruppe signifikant in die Marktbearbeitung und in die Neuproduktentwicklung investieren. Angesichts der hohen Investitionen in Wachstum wird sich die Ertragskraft des Unternehmens nur schrittweise verbessern. Dementsprechend hat der Vorstand das Ziel gesetzt, die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge bis zum Jahr 2014/15 kontinuierlich auf ein Niveau von über 10% zu steigern. Dabei ist es das Ziel, die Investitionen in das organische Wachstum aus den laufenden Cashflows zu finanzieren.

Für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 (beginnend am 1. Mai 2011) erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum von rund 10%. Die bereinigte EBIT-Marge wird sich angesichts der signifikanten Investitionen in das geplante Wachstum im Vergleich zu der des Berichtsjahres (6,4%) nur leicht verbessern.

Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt und sind überzeugt, dass wir diese dank unserer hervorragenden Markt- und Technologieposition und den damit verbundenen großen Wachstumspotenzialen auch erreichen werden. Erfolg und Wachstum der Zumtobel Gruppe wären jedoch nicht möglich ohne den großen Einsatz und die hohe Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierfür möchten wir uns sehr herzlich bedanken. Für das entgegengebrachte Vertrauen, die Unterstützung und den offenen Dialog gilt unser Dank natürlich auch unseren Kunden und sonstigen Geschäftspartnern sowie unseren Aktionärinnen und Aktionären.

Mit freundlichen Grüßen,

Harald Sommerer Chief Executive Officer

Konzernlagebericht

Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011 Konzernlagebericht Konzernlagebericht Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

  1. Konzernlagebericht

Konzernlagebericht

Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

Inhalt

1. Konzernlagebericht
1.1 Die Zumtobel Gruppe im Überblick _________10
1.1.1
Mission Statement ___________10
1.1.2
Konzernstruktur und Markenstrategie_________10
1.1.3
Produkte und Produktionsstandorte__________11
1.1.4
Kritische Erfolgsfaktoren der Zumtobel Gruppe _______12
1.1.5
Wachstumspotenziale und Mittelfriststrategie_________13
1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld _______17
1.3 Die Zumtobel Aktie__________18
1.4 Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2010 _______20
1.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ________21
1.6 Geschäftsverlauf_____________21
1.6.1
Anpassung der Vorjahreszahlen________21
1.6.2
Auf einen Blick ________21
1.6.3
Umsatzentwicklung___________22
1.6.4
Ertragsentwicklung ___________24
1.6.5
Wirtschaftliche Lage der Zumtobel AG und Dividende _______26
1.6.6
Saisonalität, Cashflow und Vermögenslage______27
1.7 Mitarbeiter___________30
1.8 Lieferanten___________33
1.9 Betrieblicher Umweltschutz __________34
1.10 Forschung und Entwicklung __________35
1.11 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag_______36
1.12 Risikomanagement ___________37
1.12.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken in der Beleuchtungsindustrie___38
1.12.2 Geschäftsrisiken/Vertrieb/Produktion _________39
1.12.3 Vermögensrisiken ____________40
1.12.4 Risiken aus Pensionsverpflichtungen __________40
1.12.5 Produkthaftungsrisiken ________40
1.12.6 Rechtliche Risiken ____________40
1.12.7 Risiken im Finanzbereich _______41
1.12.8 Kreditrisiko ___________42
1.12.9 Bilanzielle Risiken ____________42
1.12.10 Andere Risiken _____________42
1.13 Internes Kontrollsystem _____________43
1.13.1 Grundsätze des Internen Kontrollsystems______43
1.13.2 Internes Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung________44
1.14 Angaben zu § 243a UGB ____________45
1.15 Ausblick und Ziele ___________47

1. Konzernlagebericht

Wie schon im Vorjahr wurde auch für das Geschäftsjahr 2010/11 von der Möglichkeit des § 267 Abs 4 UGB (Unternehmensgesetzbuch) in Verbindung mit dem § 251 Abs 3 UGB Gebrauch gemacht, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Zumtobel AG zu einem Lagebericht zusammenzufassen.

1.1 Die Zumtobel Gruppe im Überblick

1.1.1 Mission Statement

"Wir haben eine gemeinsame Mission: Passion for Light"

Licht ist unsere Passion und unsere Profession zugleich. Erst durch Licht wird Raum erlebbar. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, mit Licht Lebensräume zu gestalten und dabei Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen. So schaffen wir optimale Lichtqualität für den Menschen und erreichen gleichzeitig optimale Energieeffizienz. Um unsere Mission zu erfüllen, setzen wir auf Innovation, auf höchste Qualität und allen voran auf das Wissen, die Kreativität und die Begeisterungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Passion für das faszinierende Medium Licht ist Grundlage unseres Denkens und Handelns. Auf dieser Basis ist es unser Ziel, höchste Kundenzufriedenheit zu schaffen und als Unternehmen eine führende Position im globalen Lichtmarkt einzunehmen.

1.1.2 Konzernstruktur und Markenstrategie

Die Zumtobel AG AG fungiert als Konzernobergesellschaft und stellt konzernübergreifende Management- und Servicefunktionen bereit. Diese umfassen unter anderem die Bereiche Controlling, Personalwesen, Konzernrechnungswesen, Steuern und Recht, Interne Revision, Versicherungswesen, Treasury (inklusive zentraler Finanzierung und Liquiditätsmanagement des Konzerns), IT, Unternehmenskommunikation und Investor Relations.

Der Vorstand der Zumtobel AG verantwortet die Führung und Steuerung des Konzerns. Harald Sommerer bekleidet seit 1. Mai 2010 die Funktion des Chief Executive Officers (CEO) der Zumtobel AG. Mit Wirkung vom 1. Februar 2011 wurde Mathias Dähn zum neuen Chief Financial Officer (CFO) bestellt. Er übernahm die Verantwortungsbereiche von Thomas Spitzenpfeil, der mit 30. September 2010 die Zumtobel AG auf eigenen Wunsch verlassen hat. Martin Brandt ist seit 1. September 2009 Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer (COO).

Organisatorisch ist die Zumtobel Gruppe nach einem "Stammhauskonzept" aufgestellt, gemäß dem das Leuchtengeschäft direkt vom Konzernvorstand geführt wird. Das Komponentengeschäft wird als eigenständige Tochtergesellschaft mit eigenständiger Geschäftsführung geführt und untersteht dem CEO der Zumtobel AG. Das Stammhauskonzept stellt im Gegensatz zur Holdingstruktur die Nähe des Vorstandes zum operativen Geschäft sicher.

Der Konzern verfolgt eine Mehrmarkenstrategie Mehrmarkenstrategie Mehrmarkenstrategie, die mit starken, international etablierten Marken unterschiedliche Geschäftsfelder und Kundenzielgruppen im Lichtmarkt anspricht. Der gemeinsame Kern aller Marken ist die konsequente Orientierung an Energieeffizienz sowie Innovation und Nachhaltigkeit. Das Lighting Segment positioniert sich mit seinen unterschiedlichen Marken und innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten in einem globalen Netzwerk von Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern wie z. B. Architekten, Investoren, Großhandel, Kommunen sowie weiteren am Ausschreibungsprozess beteiligten Spezialisten, Lichtplanern und Ingenieuren für Hochbau- und Infrastrukturprojekte. Das Components Segment ist Zulieferer der Leuchtenhersteller.

Die Segmentberichterstattung erfolgt in den beiden Segmenten "Leuchten" und "Komponenten". Die ausgewiesenen Umsätze mit LED-basierten Produkten, d. h. Umsätze mit LED-Leuchten und LED-Komponenten, betreffen beide Segmente und werden je nach Produktart im jeweiligen Segment erfasst. Das Segment "Leuchten" (Lighting Segment) deckt das Ges "Leuchten" chäft mit professionellen Leuchten, Lichtmanagement und Lichtlösungen für den Innen- und Außenbereich ab und umfasst die Marken Zumtobel ZumtobelundThorn sowie die deutlich kleinere OEM-Marke Reiss. Die Marken Zumtobel und Thorn differenzieren sich über Produktportfolio, Kundenzielgruppen und Vertriebskanal und stellen damit eine breite Abdeckung des internationalen Leuchtenmarktes sicher. Das Segment Segment "Kompone "Komponen "Komponenten" (Components Segment) entwickelt und vertreibt unter der Marke Tridonic TridonicTridonic Lichtkomponenten und -managementsysteme, LED-Module, LED-Betriebsgeräte ("Konverter") sowie Verbindungstechnologie. Tridonic beliefert weltweit als ein führender OEM-Hersteller zum überwiegenden Teil externe Leuchtenhersteller, aber auch zu rund 18% des Umsatzes die Schwestermarken Zumtobel und Thorn. Im Geschäftsjahr 2009/10 gab die Zumtobel Gruppe den Einstieg ins LED-Lampengeschäft bekannt und öffnete sich damit erstmals dem Endverbrauchergeschäft. Unter der Marke Ledon wird ein umfassendes Sortiment innovativer LED-Lampen mit höchster Lichtqualität vertrieben. Diese Umsätze werden im Components Segment ausgewiesen.

Die Zumtobel Gruppe hat im Bereich der professionellen Beleuchtung eine führende Position in Europa und ist im Bereich Lichtkomponenten und -steuerungssysteme weltweit unter den Top 4-Herstellern. Damit ist der Konzern eines der wenigen weltweit agierenden Unternehmen der internationalen Lichtindustrie. Rund 77% des Konzernumsatzes werden in Europa generiert. Die professionelle europäische Leuchtenindustrie ist mit über 800 Anbietern weiterhin stark fragmentiert. Die zehn größten Leuchtenhersteller decken nur etwas mehr als 40% des Gesamtmarktes ab. Demgegenüber weist die Komponentenindustrie weltweit einen höheren Konsolidierungsgrad auf.

1.1.3 Produkte und Produktionsstandorte

Die Zumtobel Gruppe bietet professionelle ganzheitliche Lichtlösungen, Leuchten, Lichtmanagementsysteme und Lichtkomponenten für Anwendungen im Innen- und Außenbereich an. Im Leuchtengeschäft deckt das Unternehmen mit den Marken Zumtobel und Thorn die Anwendungsbereiche Büro und Kommunikation, Bildung und Wissen, Industrie und Technik, Präsentation und Verkauf, Kunst und Kultur, Sport und Freizeit, Fassade, Hotel und Wellness, Gesundheit und Pflege, Verkehrsbauten und Parkhäuser, Orientierung und Sicherheit sowie Außenbeleuchtung für Straßen, Tunnels und öffentliche Räume ab. Im Komponentengeschäft positioniert sich die Gruppe als innovativer Zulieferer mit einem breit gefächerten Produktangebot. Die Produktpalette umfasst im Wesentlichen magnetische, elektronische sowie digital dimmbare Lampenbetriebsgeräte, Zündgeräte, Lichtmanagementsysteme, LED-Module, LED-Konverter, LED-Retrofit-Lampen und Verbindungstechnik. Die Zumtobel Gruppe hat vor Jahren die strategische Entscheidung getroffen, nicht in die kapitalintensive LED-Chip-Fertigung zu investieren, sondern kauft diese Produkte von Chipherstellern wie CREE, LG Innotek, Toyoda Gosei oder Epistar zu.

Die fünfstufige Wertschöpfungskette der professionellen Beleuchtung wird von den Marken der Zumtobel Gruppe vollumfänglich abgedeckt. Bei Lichtquellen ist der Konzern seit 2001 im Bereich der LED-Technologie aktiv. Konventionelle Lichtquellen werden zugekauft.

Aufgrund der Größe ist die Zumtobel Gruppe in der Lage, eine führende Rolle bei Fertigung, Forschung und Entwicklung (F&E) einzunehmen. Der Konzern verfügt derzeit über 22 Produktionsstätten auf vier Kontinenten sowie Vertriebsgesellschaften und -partner in über 100 Ländern.

1.1.4 Kritische Erfolgsfaktoren der Zumtobel Gruppe

Die Zumtobel Gruppe ist eines der wenigen Unternehmen der Lichtbranche, das mit Ausnahme des LED-Chips und der konventionellen Lichtquellen die gesamte Wertschöpfungskette der künstlichen Beleuchtung abdeckt. Die ausgezeichnete Wettbewerbsposition der Zumtobel Gruppe basiert vor allem auf dem breit gefächerten Marktzugang, dem profunden Know-how in der Lichtanwendung sowie der starken Technologieposition.

Fokus auf Kundenschnittstelle

Der Vertrieb als Kundenschnittstelle nimmt eine Schlüsselrolle im Geschäftsmodell der Zumtobel Gruppe ein. Der Konzern verfügt über 2.285 Mitarbeiter im Vertriebsbereich und verfolgt unterschiedliche Vertriebsansätze. Der Vertriebsansatz der Marke Zumtobel geht über das professionelle Projektgeschäft. Die Geschäftsaktivitäten der Marke Thorn, die teilweise auf einem vorab spezifizierten Projektgeschäft beruhen, werden zum Großteil über den Großhandel abgewickelt. Ein verbindendes Element der Marken Thorn und Zumtobel ist das Arbeiten in Netzwerken, etwa mit Architekten, Lichtplanern und Großhandel. Solche Netzwerke werden über Jahre entwickelt und können nur über entsprechende Investitionen in die Vertriebsstruktur aufrechterhalten werden. Die große Bedeutung des Marktzugangs zeigt sich auch im Components Segment. Das Komponentengeschäft weist weltweit einen höheren Konsolidierungsgrad auf, die Produkte werden aber in den fragmentierten Leuchtenherstellermarkt verkauft. Eine besondere Stärke der Tridonic sind dabei die langfristigen Kundenbeziehungen mit den vielen Leuchtenherstellern.

Lichtlösungen sind beratungsintensive Produkte und erfordern viel Wissen über die konkrete Anwendung des Lichts. Die Zumtobel Gruppe bietet Lichtlösungen für Anwendungen im Innen- und Außenbereich an. Vertriebsmitarbeiter müssen dabei nicht nur die technische und funktionale Seite des Themas Licht, sondern auch die ästhetischen, emotionalen und ergonomischen Implikationen verstehen. Daher ist eine fundierte und umfassende Aus- und Weiterbildung für die Vertriebsqualität entscheidend.

Die Zumtobel Gruppe wächst durch die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien für innovative, energieeffiziente und qualitativ hochwertige Produkte. Produktinnovation ist ein wesentliches Differenzierungsmerkmal. Im Geschäftsjahr 2010/11 investierte die Zumtobel Gruppe 62,7 Mio EUR in den Bereich F&E. Der technologische Wandel – von magnetischen zu elektronischen Vorschaltgeräten und von herkömmlichen Lichtquellen zu LEDs – sowie die Entwicklung neuer, noch energieeffizienterer Produkte stellt für F&E die größte Herausforderung dar. Dies führt zu steigendem Kapital- und Ressourcenbedarf. Als Konzern hat die Zumtobel Gruppe hier Vorteile im Wettbewerb gegenüber den vielen kleinen und mittelgroßen Leuchtenherstellern. Die Anzahl der Patente macht die innovative Kraft des Unternehmens deutlich: Das umfangreiche Patentportfolio sichert Wachstum, Wettbewerbsvorsprung und den Zugang zu strategischen Kooperationen mit Unternehmen aus der Elektronikindustrie. Auf weitere Ausführungen im Kapitel 1.10 Forschung und Entwicklung wird verwiesen.

1.1.5 Wachstumspotenziale und Mittelfriststrategie

Wachstumspotenziale

Wesentliche Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie sind das Thema energieeffiziente Beleuchtung mit besonderem Fokus auf intelligent gesteuerte Lichtlösungen, die Potenziale der LED-Technologie sowie die verstärkte Nachfrage aus etablierten europäischen als auch globalen Wachstumsmärkten.

Das Thema Energieeffizienz erfährt im Zusammenhang mit Energieeinsparung und Reduzierung von CO2 - Emissionen eine wachsende Aufmerksamkeit und hat sich zum zentralen Wachstumstreiber für die Zumtobel Gruppe entwickelt. Auf Beleuchtung entfallen 19% des weltweit produzierten Stroms. Davon verbrauchen gewerbliche Bauten und Außenbeleuchtung gut zwei Drittel, also Licht in genau den Anwendungsfeldern, die die Kernkompetenz der Zumtobel Gruppe bilden.

Mit einer intelligent gesteuerten Lichtlösung lassen sich Einsparungen von bis zu 80% des Stromverbrauchs erreichen. Die wichtigsten Ansatzpunkte für mehr Energieeffizienz sind neben dem Leuchtendesign der Einsatz intelligenter Steuerungssysteme, elektronischer und elektronisch dimmbarer Vorschaltgeräte und neuer, innovativer Leuchtmittel wie LEDs. Die Einsparpotenziale erschließen sich durch die Kombination unterschiedlicher Optimierungsmaßnahmen, beginnend beim Design einer Leuchte hinsichtlich einer Verbesserung der Licht- und Wärmeeigenschaften (Wirkungsgrad, Wärmehaushalt, Lichtverteilung, etc.), durch die richtige Auswahl der Lampentechnologie und Materialien sowie die exakte Berechnung von Reflektoren und Prismen (optische Systeme). Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Einsatz von elektronischen bzw. elektronisch dimmbaren Betriebsgeräten anstelle der herkömmlichen, deutlich weniger effizienten magnetischen Vorschaltgeräte. Zusätzlich regeln intelligente Steuerungssysteme etwa über Präsenzmelder und abhängig von Tageslicht und -zeit situationsgerecht den Beleuchtungspegel.

Know-how in der Lichtanwendung

Starke Technologieposition

19% des weltweit produzierten Stroms entfallen auf Beleuchtung

Einsparpotenzial von bis zu 80% durch intelligent gesteuerte Lichtlösungen

Im Rahmen der Lichtplanung kann ein modernes und dynamisches Lichtkonzept mit einer Zumtobel Visualisierungssoftware für den Kunden simuliert werden. Dadurch lassen sich Lichtqualität sowie Energieverbrauch in verschiedenen Varianten einer geplanten Lichtlösung demonstrieren. Als weiterer Baustein steht den Kunden seit 2010 die kostenlose Software "ecoCalc" zur Verfügung. Die Software wird für die vergleichende Berechnung von Energie- und Investitionskosten während dem Lebenszyklus unterschiedlicher Lichtlösungen eingesetzt ("Total Cost of Ownership").

Gutes Licht fördert das Wohlbefinden der Menschen

Mit Unterstützung von umfassenden Kommunikationskampagnen wie "Humanergy Balance" bei Zumtobel, "Performance, Efficiency & Comfort" bei Thorn oder "Ecolution" bei Tridonic wird das energieeffiziente, innovative Produktportfolio vermarktet. Wichtiger Bestandteil der Kampagnen ist eine ausgewogene Balance zwischen Energieeinsparung und optimaler Beleuchtungsqualität. Gutes Licht kann das Wohlbefinden des Menschen fördern und ideale Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Gesundheit schaffen. Darüber hinaus bekommt das Thema Licht zum Beispiel in der Shopbeleuchtung einen immer höheren Stellenwert, da sich dadurch eine Emotionalisierung und Differenzierung der Verkaufsräume erreichen lässt.

Stark steigende Nachfrage nach LED-Beleuchtung

Die Potenziale der LED-Technologie sind derzeit eines der bestimmenden Themen in der Lichtindustrie. Diese Technologie gewinnt durch den weiteren Anstieg der Lichtleistung bei gleichzeitig sinkenden Bezugskosten von LED-Chips und der zunehmenden Sensibilisierung hinsichtlich der Themen Energieeffizienz und Ressourcenschonung in der professionellen Allgemeinbeleuchtung eine immer größere Bedeutung. Aktuelle Hochleistungs-LEDs haben bezüglich Energieeffizienz sowohl die Leuchtstofflampe als auch die Hochdruckentladungslampe bereits überflügelt und stellen heute die in Hinblick auf Effizienz und Lichtqualität beste Weißlichtquelle dar.

Für die Zumtobel Gruppe bieten sich mit der innovativen LED-Technologie neue Chancen nachhaltiger Lichtlösungen mit zahlreichen neuen Anwendungsmöglichkeiten. Wesentliche aktuelle Einsatzgebiete von LEDs bei der Marke Zumtobel sind die Bereiche Präsentation und Verkauf, Kunst und Kultur, die Büro- und Fassadenbeleuchtung sowie Notlicht. Thorn deckt darüber hinaus mit innovativen LED-Produkten die Außenbeleuchtung für Straßen und öffentliche Räume ab. Tridonic bietet seit mehreren Jahren LED-Module für Lichtwerbung und Kühlgeräte an, in jüngster Zeit auch hochleistungsfähige LED-Komponenten, -Konverter und -Module sowie LED-Retrofit-Lampen.

LED-Lichtquellen und Leuchten sind heute aufgrund der noch hohen Kosten und vergleichsweise geringen Stückzahlen relativ teuer. Mittelfristig wird allerdings erwartet, dass die hohen Produktionskosten und Preise für LEDs sinken und damit die Attraktivität von LED-Produkten weiter steigen wird. So hat die Zumtobel Gruppe im Frühjahr 2011 erstmals LED-Flächenleuchten zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis im Markt eingeführt. In vielen Anwendungsbereichen rechtfertigen bereits heute die erheblich geringeren Energiekosten während der Gebrauchsphase sowie die deutlich reduzierten Wartungs- und Instandhaltungskosten die höheren Investitionsausgaben. Die Amortisationszeiten liegen je nach Anwendung zwischen zwei bis acht Jahren. Zudem entstehen aufgrund der geringen Baugröße und sonstiger Vorteile wie Robustheit, lange Lebensdauer, ausschließliche Verwendung ungiftiger Materialien und fehlende UV-Strahlung völlig neue Möglichkeiten bei Produktdesign und Funktionalität.

Die Zumtobel Gruppe engagiert sich gemeinsam mit weiteren internationalen Unternehmen der Beleuchtungsindustrie in der "ZHAGA"-Initiative. Deren Ziel ist die Erarbeitung eines einheitlichen Standards für die Schnittstellen von LED-Modulen.

Zusätzlich zu den intensiven Aktivitäten im Bereich LED investiert die Zumtobel Gruppe auch in die Zukunftstechnologie OLED (Organische Leuchtdioden). OLED erzeugen flächiges Licht und unterscheiden sich von herkömmlichen LEDs vor allem durch das eingesetzte organische Material. Im Herbst 2009 hat die Investitionen in die OLED-Technologie

Zumtobel Gruppe gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme in Dresden dazu ein Joint-Venture-Unternehmen gegründet. Außerdem beteiligt sich die Gruppe an dem Projekt "Thin Organic Polymeric Light Emitting Semi-conducting Surfaces", ein Kooperationsprojekt mit der Universität Durham.

Das weltweite Wirtschaftswachstum ist getrieben durch eine dynamische Entwicklung in den Entwicklungsund Schwellenländern, insbesondere in den als BRIC-Staaten bekannten Nationen Brasilien, Russland, Indien und China. Brasiliens Wirtschaft expandierte in 2010 um 7,5%, die Russlands um 4,0%, in Indien (+10,4%) und China (+10,3%) war das Wachstum sogar zweistellig. Die Zumtobel Gruppe ist bestrebt, am prognostizierten Wachstum dieser Länder überproportional zu partizipieren. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass die Wirtschaftsleistung in diesen Ländern noch lange nicht das Niveau der Europäischen Union oder der USA erreichen wird. Daher setzt der Konzern auf mittlere Frist sowohl auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa als auch auf einen deutlichen Ausbau seiner Präsenz in den neuen Wachstumsmärkten.

Ziele der Mittelfristplanung

1 Quelle – Zumtobel Gruppe

Im Frühjahr 2011 wurde die strategische Unternehmensplanung (Mittelfristplanung) bis zum Geschäftsjahr 2014/15 abgeschlossen und vom Aufsichtsrat der Gesellschaft genehmigt. Die Zumtobel Gruppe setzt im Rahmen ihrer Mittelfristplanung auf einen dynamischen globalen Wachstumskurs. Bis 2014/15 wird ein durchschnittliches jährliches organisches Wachstum von rund 10% angestrebt. Damit wird sich der Konzern deutlich vom Branchenwachstum absetzen, das für die professionelle Lichtindustrie mit jährlich rund 4% erwartet wird1 .

Die Beleuchtungsindustrie profitiert vom Thema Energieeffizienz als zentralem Wachstumstreiber. Speziell der Trend zu intelligent gesteuerten, energieeffizienten Beleuchtungsanlagen sowie die LED-Technologie werden in den kommenden Jahren wichtige Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie bringen. Verstärkt werden diese durch die Nachfrage aus Wachstumsmärkten, zum Beispiel China. Die Zumtobel Gruppe verfügt durch den breit gefächerten Marktzugang, das profunde Know-how in der Lichtanwendung sowie die starke Technologieposition über eine ausgezeichnete Position, um von den Wachstumsimpulsen der Branche überdurchschnittlich zu profitieren.

Um die globalen Marktanteile auszubauen, wird in den kommenden Jahren signifikant in die Marktbearbeitung und in die Neuproduktentwicklung investiert. Der Vertrieb hat als Kundenschnittstelle eine Schlüsselrolle im Geschäftsmodell der Zumtobel Gruppe und soll daher deutlich ausgebaut werden. Im Lighting Segment setzt der Konzern sowohl auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa als auch auf einen deutlichen Ausbau seiner Präsenz in Wachstumsmärkten. Besondere Wachstumschancen erwartet die Zumtobel Gruppe in Asien, dem Mittleren Osten und Osteuropa, wo der Konzern derzeit deutlich unterrepräsentiert ist. Auch im Components Segment ist ein Ausbau der Vertriebsorganisation geplant. Der Wachstumskurs der Gruppe wird durch gezielte Marketing-Aktivitäten, wie zum Beispiel dem Ausbau der Zumtobel Lichtzentren, unterstützt.

Einen wesentlichen Hebel für überdurchschnittliches Wachstum stellt die Innovationskompetenz der Zumtobel Gruppe dar. Deshalb setzt der Konzern auch hier mit verstärkten Investitionen ein deutliches Zeichen: Das Entwicklungsteam soll innerhalb von zwei Jahren deutlich ausgebaut werden. Damit werden die Ausgaben für F&E in absoluten Zahlen steigen. Angesichts des erwarteten Wachstums wird der Anteil der Ausgaben für F&E gemessen am Umsatz mit rund 5% konstant bleiben. Gleiches gilt für die Investitionen, die

Langfristig orientierte, globale Wachstumsstrategie

Ausgezeichnete Wettbewerbsposition

Signifikanter Ausbau der Vertriebsmannschaft

Stärkung der Technologieposition durch höhere F&E-Aufwendungen und Investitionen

Dynamische Entwicklung in Wachstumsmärkten sich in den nächsten Jahren auf rund 5,5% der Umsätze belaufen werden. Grund für die gestiegenen Innovationskosten sind schnellere Innovationszyklen sowie parallel laufende Aktivitäten in den Bereichen LED und konventionelle Lichttechnik. Darüber hinaus investiert die Zumtobel Gruppe auch gezielt in intelligente Lichtsteuerungssysteme.

Auch im Components Segment wird das zukünftige Wachstum stark durch den Trend zu energieeffizienter, umweltschonender Lichttechnik geprägt. In den nächsten Jahren ist ein höherwertiger Produktmix durch die anhaltende Substitution von magnetischen zugunsten energieeffizienter elektronischer Vorschaltgeräte sowie die Erweiterung des Portfolios um innovative LED-Module, LED-Konverter und LED-Systeme zu erwarten. Im dynamisch wachsenden LED-Geschäft setzt Tridonic neben speziellen LED-Betriebsgeräten (LED-Konverter) auf den Auf- und Ausbau eines LED-Lichtquellen-Portfolios für die Anwendung in der Allgemeinbeleuchtung. Verschiebung des Produktportfolios im Components Segment

Die Implementierung einer globalen Organisationsstruktur ist die Voraussetzung, um die attraktiven internationalen Wachstumschancen ausschöpfen zu können. Seit 1. Mai 2011 ist eine neue globale Matrixorganisation für das Lighting Segment in Kraft und bildet die Basis für den globalen Roll-out des erfolgreichen europäischen Geschäftsmodells. Gleichzeitig bietet die neue Struktur ausreichend Flexibilität für eine differenzierte Bearbeitung der lokalen Märkte. Neue globale Organisationsstruktur seit 1. Mai 2011

Die aktuelle Mittelfristplanung sieht vor, die Investitionen in das neue Wachstum aus den laufenden Cashflows zu finanzieren. Dabei wird der Fokus auf organischem Wachstum liegen, eventuell unterstützt durch gezielte Akquisitionen. Die Zumtobel Gruppe verfügt über einen geringen Verschuldungsgrad sowie eine solide Bilanzstruktur. Um zusätzliches Wachstum durch gezielte Akquisitionen zu generieren, besteht grundsätzlich die notwendige finanzielle Flexibilität. Fokus auf organisches Wachstum

Die signifikanten Investitionen in Wachstum durch den Ausbau der Vertriebsmannschaft und die Stärkung des Produktportfolios werden die Ertragskraft des Unternehmens in den kommenden Jahren belasten. Dem gegenüber steht ein deutliches Ergebniswachstumspotenzial aus derzeit nicht genutzten Produktionskapazitäten, Effizienzsteigerungen aus Skaleneffekten sowie der Erwartung einer starken Kostendegression im Bereich der LED-Chips. Entsprechend hat der Vorstand das Ziel gesetzt, die bereinigte EBIT-Marge bis zum Jahr 2014/15 kontinuierlich auf ein Niveau von über 10% zu steigern. Profitabilität verbessert sich schrittweise

Nachhaltigkeitsstrategie

Die globale Wachstumsstrategie ist eng verzahnt mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Zumtobel Gruppe "Through Light, we care". Ein energieeffizientes Produktangebot, das Know-how und Engagement der Mitarbeiter, effiziente, ressourcenschonende Geschäftsprozesse und Integrität sind sowohl die vier Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie als auch Grundvoraussetzung und wesentliche Erfolgsfaktoren für globales Wachstum. "Through Light, we care"

Um das Thema Nachhaltigkeit in der Gruppe besser steuern und transparent kommunizieren zu können, hat die Zumtobel Gruppe Ende 2009 eine Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Am 29. Juli 2010 veröffentlichte die Zumtobel Gruppe erstmalig einen Nachhaltigkeitsbericht, basierend auf Vorgaben des internationalen Leitfadens "G3" der Global Reporting Initiative. Der zweite Nachhaltigkeitsbericht wird zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht 2010/11 veröffentlicht. Darin berichtet die Zumtobel Gruppe über die Fortschritte im abgelaufenen Jahr, den aktuellen Stand sowie im Rahmen eines formellen Nachhaltigkeitsprogramms über zukünftige Ziele und Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit. Zweiter Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht

1.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Weltwirtschaft in 2010/11 mit deutlicher Erholung

Die Weltwirtschaft hat sich im Geschäftsjahr der Zumtobel Gruppe (1. Mai 2010 bis 30. April 2011) deutlich von der tiefen Rezession, die von der globalen Finanzkrise ausgelöste wurde, erholt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezifferte das globale Wirtschaftswachstum für 2010 auf 5,0%2 . Während die Volkswirtschaften der industrialisierten Nationen um 3,0% expandierten, legten die der Entwicklungs- und Schwellenländer erneut sehr dynamisch um 7,3% zu. Die Eurozone wies ein Wachstum von 1,7% aus, wobei die für die Zumtobel Gruppe wichtige D/A/CH-Region von ihrer starken Exportwirtschaft profitierte. Deutschlands Wirtschaft wuchs nach Angaben des IWF um 3,5%, die Österreichs um 2,0% und die der Schweiz um 2,6%. Auch die USA und Japan profitierten mit Wachstumsraten von 2,8% respektive 3,9% vom konjunkturellen Aufwind. Unter den Schwellen- und Entwicklungsländern ragten vor allem die BRIC-Nationen heraus: Brasiliens Wirtschaft expandierte um 7,5%, die Russlands um 4,0%, in Indien (+10,4%) und China (+10,3%) war die Dynamik sogar zweistellig.

Die Experten zeichnen auch für die ersten Monate und für das Gesamtjahr 2011 ein positives Bild, wenngleich sich die Entwicklung der zwei Geschwindigkeiten fortsetzen dürfte: So rechnet der IWF in seiner Prognose vom April 2011 mit einem globalen Wachstum von 4,4% in 2011. Dabei wird den Entwicklungsund Schwellenländern eine dynamische Zunahme um 6,5% prophezeit, während die Industrienationen vergleichsweise moderat um 2,4% zulegen sollen. Japan dürfte stark unter den Folgen des Erdbebens vom 11. März 2011 leiden, entsprechend wurden die Wachstumserwartungen hier stark zurückgeschraubt. Noch ist unklar, wie deutlich sich dieser Effekt auch auf die restliche Weltwirtschaft auswirken wird. Die meisten Fachleute erwarten jedoch nur temporäre Belastungen. So können die USA auf ein Wachstum von 2,8% hoffen. Die Erwartungen für die Eurozone gehen von einem Plus von 1,6% aus. Während die Volkswirtschaften der D/A/CH-Region zwischen 2,4% und 2,5% wachsen sollen, leiden andere EU-Nationen - vor allem im Mittelmeerraum - unter strukturellen Wirtschaftsproblemen und einer massiven Staatsverschuldung. Die Wirtschaftsleistung der BRIC-Nationen dürfte ebenfalls wieder dynamisch zulegen: Dies gilt gleichermaßen für Brasilien (+4,5%), Russland (+4,8%) und Indien (+8,2%) und insbesondere für China (+9,6%).

Das globale Wachstum ist allerdings mit Risiken behaftet. Dazu zählen die hohe Staatsverschuldung einiger wichtiger Industrienationen, das Auslaufen vieler Konjunkturprogramme, die globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichte, die aus dem hohen Wachstum der Schwellenländer und den Problemen einiger großer Industriestaaten resultieren, die Entwicklung der Wechselkurse und der Leitzinsen sowie der Anstieg der Rohstoffpreise. Von den Notenbanken wird die vorsichtige Einleitung der Zinswende erwartet. So hat die Europäische Zentralbank die europäischen Leitzinsen Anfang April um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25% angehoben, um das Inflationsrisiko einzudämmen, das sich aufgrund des zum Teil massiven Anstiegs der Rohstoffpreise abzeichnet. Zudem sind durch die jüngsten politischen Unruhen in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten weitere wirtschaftliche Risiken entstanden. Der Beitrag dieser Länder zum Gesamtumsatz der Zumtobel Gruppe ist allerdings gering. Insgesamt überwiegen derzeit für die Zumtobel Gruppe die positiven konjunkturellen Signale, wobei die internationalen Entwicklungen aufmerksam verfolgt werden.

Die Erholung der Weltwirtschaft setzt sich fort, aber Abwärtsrisiken bestehen weiterhin

1.3 Die Zumtobel Aktie

Internationale Aktienmärkte im Berichtszeitraum 2010/11 mit hoher Volatilität

Die meisten internationalen Börsen können 2010/11 zulegen In den zwölf Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 der Zumtobel AG (1. Mai bis 30. April) zeigten sich die Weltbörsen aufgrund der Schuldenkrise in mehreren Euro-Ländern und der unsicheren konjunkturellen Entwicklung weiterhin nervös. Insbesondere der Beginn des Berichtszeitraums und die Sommermonate 2010 waren von einer leicht negativen Seitwärtsbewegung geprägt. Positive Konjunktursignale und steigende Unternehmensgewinne bescherten den meisten internationalen Börsen jedoch zum Jahresende 2010 einen deutlichen Anstieg der Indizes. Dieser setzte sich auch in 2011 bis Ende April weitgehend fort - mit Ausnahme eines stärkeren Einbruchs im Zusammenhang mit der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe in Japan Mitte März. Der österreichische Leitindex ATX (Austrian Traded Index), in dem auch die Zumtobel Aktie enthalten ist, konnte im Berichtsjahr von 2.650 auf 2.846 Punkte zulegen, was einer Kurssteigerung von 7,4% entspricht. Deutlich im Plus waren in diesem Zeitraum auch andere Leitbörsen wie der Dow Jones (+16%) in den USA oder der DAX (+23%) in Deutschland. Sämtliche genannten Leitbörsen haben sich jedoch weiterhin noch nicht vollständig von der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 erholt und liegen unterhalb ihrer Höchststände vor der Krise im Jahr 2007.

Zumtobel Aktie gewinnt knapp 50% an Wert

Kursentwicklung liegt erneut über ATX-Durchschnitt

Nachdem bereits das Vorjahr mit einem Wertzuwachs von rund 140% sehr erfreulich verlief, konnten sich die Zumtobel Aktionäre auch im Geschäftsjahr 2010/11 über einen Kursanstieg von knapp 50% freuen. Dabei war die Aktie zu Beginn des Berichtsjahres schwach gestartet. Von Kursen jenseits von EUR 16 Anfang Mai 2010 ging es zunächst deutlich nach unten. Am 25. Mai wurde das Jahrestief mit EUR 11,92 erreicht. Erst nach Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal und vor dem Hintergrund einer generellen Börsenbelebung gewann auch die Entwicklung der Zumtobel Aktie wieder an positiver Dynamik. Der Kurs kletterte kontinuierlich nach oben und überwand nach Bekanntgabe der Anhebung der Jahresprognose im Zuge der Halbjahresveröffentlichungen im Dezember wieder die 20-Euro-Schwelle. Der Aufwärtstrend setzte sich auch im Kalenderjahr 2011, getrieben von positiven Unternehmensmeldungen und damit einhergehenden höheren Kurszielen der Analysten, fort. Anfang April erreichte die Aktie erstmals seit Ende 2007 wieder ein Kursniveau von EUR 25. Die Aktie beendete das Geschäftsjahr am 29. April 2011 mit einem Schlusskurs von EUR 24,50.

Entwicklung der Zumtobel Aktie

Die Marktkapitalisierung der Zumtobel AG erhöhte sich im Berichtsjahr 2010/11 analog zum Aktienkurs. Auf Basis einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Zahl von 43,5 Millionen Inhaberstammaktien wurde das Unternehmen zum 30. April 2011 mit 1.066 Mio EUR bewertet, was einem Wertzuwachs im Jahresvergleich von rund 360 Mio EUR entspricht. Im ATX, dem Leitindex der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs, belegt die Zumtobel Aktie per 30. April Platz 17 in Bezug auf die Marktkapitalisierung und Platz 19 in Bezug auf das Handelsvolumen. Der durchschnittliche Tagesumsatz betrug im Berichtszeitraum 151.004 Stück (Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht).

Kennzahlen zur Zumtobel Aktie im GJ 2010/11

Schlusskurs 30.04.10 EUR 16,34 Währung EUR
Schlusskurs 29.04.11 EUR 24,50 ISIN AT0000837307
Performance GJ 2010/11 49,9% Börsenkürzel Wiener Börse (XETRA) ZAG
Performance seit IPO (11.05.2006) 19,5% Marktsegment Prime Market
Marktkapitalisierung am 29.04.11 1.066 Mio EUR Reuters Symbol ZUMV.VI
Höchstkurs am 11.04.11 EUR 25,00 Bloomberg Symbol ZAG AV
Tiefstkurs am 25.05.10 EUR 11,92 Datastream O:ZAG
Ø tägl. Handelsvolumen (Stück) 151.004 Anzahl der Aktien 43.500.000

Aktionärsstruktur

Die Zumtobel AG verfügt über eine ausgewogene Aktionärsstruktur. Die Familie Zumtobel ist mit einem Anteil von 35,4% der Stimmrechte weiterhin ein stabiler Kernaktionär der Zumtobel AG. FMR LLC (Fidelity) informierte die Zumtobel AG per 28. April 2011, dass der Anteil an Zumtobel von davor über 5% auf über 10% erhöht wurde. Neben Fidelity hält zum Bilanzstichtag das britische Versicherungsunternehmen Aviva plc über 5% an der Zumtobel AG. Der Rest der Anteilscheine liegt zum Großteil bei institutionellen Investoren. Der Anteil der Privatanleger hat sich nach unternehmensinternen Schätzungen bei unter 10% eingependelt. Zum Bilanzstichtag beträgt der Bestand eigener Anteile 678.553 Stück (Vorjahr 774.957 Stück).

Dividende

Die Zumtobel Gruppe verfolgt eine ertragsorientierte Dividendenpolitik, die vorsieht, dass rund 30% bis 50% des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Vor dem Hintergrund der guten operativen Entwicklung im Berichtsjahr wird der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung der Zumtobel AG, die am 22. Juli 2011 abgehalten wird, die Anhebung der Dividende von 0,15 EUR auf 0,50 EUR für das Geschäftsjahr 2010/11 vorschlagen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 40%.

Investor-Relations-Arbeit mit Fokus auf Transparenz und Dialog

Auch der neue Vorstand der Zumtobel Gruppe legt einen hohen Wert auf die Investor-Relations-Arbeit. Das Management sieht die transparente Kommunikation mit Investoren und Analysten, den Medien und der Öffentlichkeit als einen wichtigen Teil seiner Aufgaben. Entsprechend fanden im Rahmen der Investor-Relations-Aktivitäten der Zumtobel Gruppe über 260 Einzel- und Gruppengespräche mit Investoren und Analysten sowie zahlreiche Conference Calls und Unternehmensführungen statt. Neben Roadshows und Investoren-Konferenzen in internationalen Finanzplätzen wie London, New York, Zürich, Frankfurt und Paris wurden auch Investorengespräche in Edinburgh, Amsterdam, Wien, Luxemburg, Toronto, Montreal und Boston geführt. Im Geschäftsjahr 2010/11 berichteten zehn renommierte internationale und heimische Investmentbanken regelmäßig über die Zumtobel Aktie und gaben dabei ihre Einschätzung zur Unternehmensbewertung ab. Auch Privatanleger wurden im Berichtsjahr mittels speziell auf die Zielgruppe

Ausgewogene Aktionärsstruktur

Intensiver Kontakt mit den Investoren

Dividendenvorschlag von 50 Cent je Aktie

Marktkapitalisierung steigt auf über 1 Mrd EUR

zugeschnittenen Investor-Relations-Veranstaltungen gezielt über die Entwicklung und den Ausblick des Unternehmens informiert.

Ein wichtiges Medium, um alle Investoren und am Unternehmen Interessierten zeitgleich zu erreichen, ist das Internet. Unter der Unternehmens-Webseite www.zumtobelgroup.com finden sich sämtliche Veröffentlichungen und weitere Informationen zur Zumtobel Gruppe. Darüber hinaus kann die Investor-Relations-Abteilung direkt unter den folgenden Kontaktdaten erreicht werden:

Zumtobel AG Investor Relations Höchster Strasse 8 A-6850 Dornbirn Tel. +43 (5572) 509-1125 [email protected]

1.4 Wesentliche Ereignisse seit dem 30. April 2010

Hauptversammlung In der am 23. Juli 2010 stattgefundenen 34. ordentlichen Hauptversammlung wurde beschlossen, für das
beschließt Dividende Geschäftsjahr 2009/2010 eine Dividende in Höhe von 0,15 EUR je anspruchsberechtigter Stückaktie auszu
für GJ 2009/10 schütten. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 30. Juli 2010.
Erster Nach Am 29. Juli 2010 veröffentlichte die Zumtobel Gruppe erstmalig einen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser stellt
haltigkeitsbericht einen weiteren Meilenstein in der Ausrichtung der Zumtobel Gruppe auf nachhaltiges Wirtschaften dar. Die
veröffentlicht Berichterstattung basierte auf Vorgaben des internationalen Leitfadens "G3" der Global Reporting Initiative.
Antrag auf Liquidation
von Space Cannon
gestellt
Aufgrund erheblicher Altlasten der Firma Space Cannon hat sich die Zumtobel Gruppe im Oktober 2010
entschieden, der Gesellschaft keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung zu stellen und den Antrag auf Liqui
dierung zu stellen. Die Gesellschaft ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aus dem
Konsolidierungskreis der Zumtobel Gruppe ausgeschieden.
5%-Anteil an Tridonic Mit Wirkung zum 29. November 2010 wurden die restlichen 5% der Anteile an der österreichischen
Jennersdorf erworben Gesellschaft Tridonic Jennersdorf GmbH mit Sitz in Jennersdorf erworben.
LG Innotek und
Zumtobel Gruppe
schließen LED
Kooperationsvertrag
Im Dezember 2010 haben LG Innotek, ein Tochterunternehmen der koreanischen LG Gruppe, und die
Zumtobel Gruppe einen Kooperationsvertrag auf dem Gebiet von LEDs abgeschlossen. Ziel der Koope
ration ist es, das erfolgreiche LED-Volumengeschäft im Bereich der Hintergrundbeleuchtung von Bild
schirmen auf das professionelle Leuchtengeschäft zu übertragen. Beide Partner bringen ihre jeweiligen
Kompetenzen in Technologie, Anwendung und Produktion in die Kooperation ein. Einen besonderen Stellen
wert wird dabei die Nutzung der Punktlichtquelle LED für die Flächenbeleuchtung einnehmen.
Mathias Dähn ist
neuer CFO
Der Aufsichtsrat der Zumtobel AG hat im November 2010 Mathias Dähn zum neuen Finanzvorstand der
Zumtobel AG bestellt. Herr Dähn wurde für drei Jahre bestellt und hat seine Tätigkeit per 1. Februar 2011
aufgenommen. Er übernahm die Verantwortungsbereiche von Thomas Spitzenpfeil, welcher mit 30.
September 2010 die Zumtobel AG auf eigenen Wunsch verlassen hat.
Mittelfristplan Am 27. April 2011 wurde die strategische Unternehmensplanung (Mittelfristplanung) bis zum Geschäftsjahr
veröffentlicht 2014/15 der Öffentlichkeit kommuniziert.
Weitere wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum sind nicht zu vermelden.

1.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen umfassen den Vorstand und Aufsichtsrat der Zumtobel AG. Zum Bilanzstichtag 30. April 2011 sind keine Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen vorhanden.

Mit assoziierten Unternehmen und Joint Ventures bestehen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen.

1.6 Geschäftsverlauf

1.6.1 Anpassung der Vorjahreszahlen

Im Rahmen des Abschlusses des Geschäftsjahres 2010/11 wurden die Vergleichszahlen der Vorperiode aufgrund der Aufgabe des Bereichs der Eventbeleuchtung (IFRS 5), der verursachungsgerechten Umgliederung der Verwaltungskosten sowie einer Fehlerkorrektur gemäß IAS 8 angepasst.

Die Fehlerkorrektur bezieht sich auf Unregelmäßigkeiten in früheren Abschlüssen einer englischen Tochtergesellschaft. Diese Unregelmäßigkeiten wurden durch bewusste Fehlbuchungen eines Mitarbeiters verursacht, die zwar zu keinem Mittelabfluss, aber zu einer falschen Darstellung der Vermögenswerte führten. Der Vorfall wurde von einer eigens gebildeten Arbeitsgruppe des Konzerns und dem Konzernabschlussprüfer unter Hinzuziehung eines weiteren Wirtschaftsprüfers aufgeklärt und der betroffene Mitarbeiter außer Dienst gestellt. Die Gesellschaft behält sich weitere rechtliche Schritte in dieser Angelegenheit vor. Der Konzernabschluss 2009/10 wurde entsprechend angepasst. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.3.3 wird verwiesen.

1.6.2 Auf einen Blick

Nach den von der Wirtschaftskrise geprägten Vorjahren war im Geschäftsjahr 2010/11 eine deutliche Trendumkehr erkennbar. Die Betrachtung der Umsatzentwicklung im Quartalsverlauf zeigt einen stetigen Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr. Zu dieser Entwicklung trugen alle für die Zumtobel Gruppe relevanten Regionen bei, insbesondere die D/A/CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), Osteuropa und Asien. Während das Komponentengeschäft bereits in den letzten Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 eine deutlich anziehende Nachfrage verzeichnete, konnte das spätzyklische Leuchtengeschäft der Zumtobel Gruppe erst ab dem dritten Quartal des Berichtsjahres ein reales (währungsbereinigtes) Umsatzwachstum aufweisen. In Summe stieg der Umsatz der Zumtobel Gruppe im Berichtsjahr um 10,2% auf 1.228,2 Mio EUR.

Das bereinigte EBIT konnte um insgesamt 27,0 Mio EUR beziehungsweise 52,4% auf 78,4 Mio EUR (Vorjahr 51,4 Mio EUR) überproportional zum Umsatz gesteigert werden. In Prozent vom Umsatz entspricht dies einer um Sondereffekte bereinigten EBIT-Marge von 6,4% (Vorjahr 4,6%).

1.6.3 Umsatzentwicklung

  • Spätzyklisches Lighting Segment wieder auf Wachstumskurs (plus 6,4%)

  • Components Segment deutlich über Vorjahresniveau (plus 19,3%)

  • Umsatz mit LED-Produkten wächst um 52,2%

  • Aufwärtstrend in allen Regionen

Im Geschäftsjahr 2010/11 (1. Mai 2010 bis 30. April 2011) stieg der Umsatz um 10,2% auf 1.228,2 Mio EUR (Vorjahr 1.114,6 Mio EUR). Die Umsatzentwicklung wurde durch positive Währungseffekte im Ausmaß von 52,6 Mio EUR unterstützt. Bereinigt um diese Währungseffekte lag der Umsatz um 5,5% über dem Vorjahreswert. Das Thema Energieeffizienz hat sich im Berichtsjahr zu einem zentralen Wachstumstreiber für beide Segmente der Zumtobel Gruppe entwickelt. Im Lighting Segment war die Nachfrage im ersten Halbjahr noch verhalten. Die Anzeichen einer Markter-Jahresumsatz plus 10,2% Spätzyklisches Lighting

holung haben sich aber im Jahresverlauf stetig manifestiert. Getragen durch positive Impulse aus dem Renovierungsgeschäft wurde im zweiten Halbjahr wieder ein reales (währungsbereinigtes) Umsatzwachstum ausgewiesen. Der Segmentumsatz stieg im Berichtszeitraum um 6,4% auf 869,0 Mio EUR (Vorjahr 816,7 Mio EUR). Segment wieder auf Wachstumskurs

Im Components Segment lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2010/11 mit 437,3 Mio EUR um 19,3% über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 366,6 Mio EUR). Die dynamische Entwicklung in diesem Segment wurde durch die anhaltende Substitution von weniger effizienten magnetischen durch höherwertige elektronische Vorschaltgeräte sowie die Erweiterung des Portfolios um LED-Produkte und Lichtmanagementsysteme (Controls & Systems) unterstützt. Components Segment deutlich über Vorjahresniveau

Umsatz mit LED-Produkten wächst

um 52,2%

23

Entwicklung Segmente in Mio EUR 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung
in %
Lighting Segment 869,0 816,7 6,4
Components Segment 437,3 366,6 19,3
Überleitung -78,1 -68,6 13,8
Zumtobel Gruppe 1.228,2 1114,6 10,2

In der Zukunftstechnologie LED konnte die Zumtobel Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr dynamisches Wachstum weiter fortsetzen. Der Umsatz mit LED-Produkten und LED-Lösungen stieg um 52,2% auf 100,3 Mio EUR. Einen immer höheren Stellenwert haben dabei innovative Funktionalitäten wie "Tunable White". Durch diese Technologie, die inzwischen in verschiedenen LED-Downlights und -Strahlern zum Einsatz kommt, lassen sich in einer Leuchte unterschiedliche Weißlichttöne von 2.700 bis 6.500 Kelvin einstellen. So kann zum Beispiel in der Shopbeleuchtung eine einzigartige Emotionalisierung und Differenzierung der Verkaufsräume erreicht werden.

Regionale Geschäftsentwicklung

Umsatzerlöse Veränderung
2010/11 in Mio EUR in %
D/A/CH 324,7 15,0
Osteuropa 69,6 19,4
Nordeuropa 96,1 5,4
Westeuropa 356,5 1,0
Südeuropa 103,7 10,5
Europa 950,6 8,2
Asien 111,1 15,8
Australien &
Neuseeland 119,6 18,8
Amerika 34,7 15,0
Rest 12,3 29,7
Gesamt 1.228,2 1.228,2 10,2

Regionale Umsatzverteilung

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen im Berichtsjahr war zwar unterschiedlich, in Summe ist aber ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Im Geschäftsjahr 2010/11 stieg der Umsatz der Zumtobel Gruppe in Europa um 8,2% auf 950,6 Mio EUR (Vorjahr 878,4 Mio EUR). Aufgrund der höheren Wachstumsraten in den außereuropäischen Regionen verringerte sich der relative Umsatzanteil Europas am Konzernumsatz leicht von 78,8% auf 77,4%. Die D/A/CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) verzeichnete ein Wachstum von 15,0%. Während Österreich dieser Entwicklung noch hinterherhinkt, zeigte vor allem die Schweiz und ab der zweiten Jahreshälfte auch Deutschland eine gute Wachstumsdynamik. In Nordeuropa und der für die Zumtobel Gruppe umsatzstärksten Region Westeuropa (Großbritannien, Frankreich, Benelux) entwickelte sich der professionelle Beleuchtungsmarkt nach wie vor schleppend, obwohl auch in diesen Regionen positive Entwicklungen erkennbar sind. Die Umsätze konnten in Nordeuropa um 5,4% und in Westeuropa um 1,0% gesteigert werden. Im Wachstumsmarkt Osteuropa erhöhten sich die Umsätze um 19,4% auf 69,6 Mio EUR. Südeuropa profitierte von einer guten Geschäftsentwicklung in der Türkei und erreichte ein Wachstum von 10,5% auf 103,7 Mio EUR.

In Asien stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 15,8% auf 111,1 Mio EUR (Vorjahr 95,9 Mio EUR). Eine etwas gedämpfte Umsatzentwicklung in einigen Regionen im Nahen Osten wurde durch gutes Wachstum in China und Indien ausgeglichen. Trotz der weiterhin schwierigen Konjunkturlage verzeichnete die Region

Aufwärtstrend in allen Regionen

Höhere Wachstumsraten außerhalb Europas

Amerika im Berichtszeitraum ein Wachstum von 15,0% auf 34,7 Mio EUR. Der Markt in Australien/Neuseeland profitierte deutlich von der Aufwertung der lokalen Währungen. Die Umsätze stiegen hier im Berichtszeitraum um 18,8%.

1.6.4 Ertragsentwicklung

  • Bereinigte EBIT-Marge steigt auf 6,4% (Vorjahr 4,6%)

  • Bruttoergebnismarge mit 33,4% leicht verbessert

  • Wachstumsinitiativen erhöhen Vertriebskosten um 18,0 Mio EUR

  • Stabiles Finanzergebnis

  • Jahresergebnis steigt auf 51,3 Mio EUR

Gewinn- und Verlustrechnung in Mio EUR 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung in
%
Umsatzerlöse 1.228,2 1.114,6 10,2
Kosten der umgesetzten Leistungen -817,9 -747,7 -9,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 410,3 366,9 11,8
in % vom Umsatz 33,4 32,9
SG&A Aufwendungen ohne Sondereffekte -331,9 -315,5 -5,2
Bereinigtes EBIT 78,4 51,4 52,4
in % vom Umsatz 6,4 4,6
Sondereffekte -2,4 -83,7 97,2
EBIT 76,0 -32,3 >100
in % vom Umsatz 6,2 -2,9
Finanzergebnis -16,2 -15,5 -4,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 59,8 -47,8 >100
Ertragsteuern -7,0 -6,0 -16,5
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen -1,5 -16,0 90,5
Jahresergebnis 51,3 -69,8 >100
Abschreibungen und Amortisierungen 51,5 113,2 -54,4
Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,19 -1,64 >100

Nachrichtlich: Das EBITDA im Geschäftsjahr 2010/11 betrug 127,6 Mio EUR (Vorjahr 80,8 Mio EUR3).

Die Ergebnisentwicklung war vom gestiegenen Umsatzvolumen geprägt. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT stieg um 27,0 Mio EUR beziehungsweise 52,4% auf 78,4 Mio EUR (Vorjahr 51,4 Mio EUR). Dies entspricht einer verbesserten Umsatzrendite von 6,4% (Vorjahr 4,6%). Die Bruttoergebnismarge verbesserte sich vor allem aufgrund positiver Mixverschiebungen auf 33,4% (Vorjahr 32,9%). Die in den Kosten der umgesetzten Leistungen enthaltenen Entwicklungskosten haben sich von 37,8 Mio EUR auf 46,3 Mio EUR erhöht. Diese Entwicklung reflektiert den technologischen Wandel sowie den konsequenten Fokus der Zumtobel Gruppe auf das Thema Innovation und Neuproduktentwicklung. Bereinigte EBIT-Marge stieg auf 6,4%

Die Vertriebskosten erhöhten sich im Berichtszeitraum aufgrund der eingeleiteten Wachstumsinitiativen von 287,2 Mio EUR auf 305,2 Mio EUR. Diese standen vor allem im Zusammenhang mit höheren Marketingausgaben sowie dem Ausbau der Vertriebsmannschaft. Die Verwaltungskosten verringerten sich vor allem Wachstumsinitiativen erhöhen Vertriebskosten

3 Der EBITDA Vorjahreswert von 80,8 Mio EUR berechnet sich aus 77,5 Mio EUR wie veröffentlicht im Jahresfinanzbericht 2009/10 minus Anpassung gemäß IAS 8 in Höhe von 2,7 Mio EUR plus Anpassung gemäß IFRS 5 in Höhe von 6,0 Mio EUR.

Sondereffekte im Betriebsergebnis

aufgrund geringerer externer Beratungsaufwendungen von 40,0 Mio EUR auf 36,5 Mio EUR. Das sonstige betriebliche Ergebnis ohne Sondereffekte beinhaltet vor allem Lizenzeinnahmen aus dem LED-Geschäft und sank im Geschäftsjahr 2010/11 von 11,7 Mio EUR auf 9,7 Mio EUR.

Das Geschäftsjahr 2010/11 war insgesamt von negativen Sondereffekten in Höhe von 2,4 Mio EUR belastet. Positive Sondereffekte bezogen sich im Wesentlichen auf die Auflösung einer Rückstellung für Rechtstreitigkeiten in Höhe von 3,5 Mio EUR aufgrund einer außergerichtlichen Einigung sowie einer Zuschreibung zu einem Gebäude in Höhe von 2,0 Mio EUR, da der Grund für die im Geschäftsjahr 2008/09 vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung weggefallen ist. Die negativen Sondereffekte bezogen sich vor allem auf Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Umzug eines Vertriebsbüros in Großbritannien (2,5 Mio EUR), Rationalisierungsmaßnahmen in der Leuchtenproduktion in Landskrona/Schweden (0,8 Mio EUR) sowie eine außerplanmäßige Abschreibung auf Gegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 2,8 Mio EUR. Diese Abschreibung entfällt auf Fabriksanlagen und Maschinen für die Fertigung von magnetischen Betriebsgeräten im Components Segment. Der Abschreibungsbedarf ergibt sich aufgrund der rückläufigen Nachfrage für magnetische Betriebsgeräte in Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen, welche die Profitabilität dieser Produktgruppe zuletzt außerordentlich stark belastet haben. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2010/11, basierend auf den Ergebnissen entsprechender Werthaltigkeitstests, außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten im Ausmaß von 1,6 Mio EUR vorgenommen. Die hohen negativen Sondereffekte des Vorjahres in Höhe von 83,7 Mio EUR standen vor allem im Zusammenhang mit einer Firmenwertabschreibung in Höhe von 67,1 Mio EUR sowie Restrukturierungskosten und Rationalisierungsmaßnahmen. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.3 wird verwiesen.

Zur Darstellung des operativen Erfolgs wurde das EBIT um die genannten Sondereffekte bereinigt:

Bereinigtes EBIT in Mio EUR 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung
in %
Berichtetes EBIT 76,0 -32,3 >100
davon Sondereffekte -2,4 -83,7 97,2
Bereinigtes EBIT 78,4 51,4 52,4
in % vom Umsatz 6,4 4,6

Das Finanzergebnis verschlechterte sich im Geschäftsjahr 2010/11 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,7 Mio EUR auf minus 16,2 Mio EUR (Vorjahr minus 15,5 Mio EUR). Im Zinsaufwand in Höhe von 9,8 Mio EUR (Vorjahr 9,9 Mio EUR) sind im Wesentlichen Zinsen und Spesen für den laufenden Kreditvertrag enthalten. Die übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträge betragen minus 8,8 Mio EUR (Vorjahr minus 6,7 Mio EUR) und beinhalten vor allem das Ergebnis aus der Bewertung von Devisentermingeschäften zu den jeweiligen Marktwerten zum Abschlussstichtag sowie Effekte aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten. Darüber hinaus ist in dieser Position die Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen enthalten. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.5 wird verwiesen.

Stabiles Finanzergebnis

Finanzergebnis in Mio EUR 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung in
%
Zinsaufwand -9,8 -9,9 1,2
Zinsertrag 2,4 2,1 11,7
Zinssaldo -7,5 -7,8 4,7
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge -8,8 -6,7 -30,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,0 -1,0 >100
Finanzergebnis -16,2 -15,5 -4,5

Vorsteuerergebnis steigt auf 59,8 Mio EUR

Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 59,8 Mio EUR (Vorjahr minus 47,8 Mio EUR). Der Ertragsteueraufwand belief sich auf 7,0 Mio EUR. Der Steuersatz betrug entsprechend 12% und stellt einen gewichteten Durchschnitt aller im Konsolidierungskreis enthaltenen Gesellschaften dar. Im Vorjahr war das Ergebnis vor Steuern mit 47,8 Mio EUR negativ, aufgrund der unterschiedlichen steuerlichen Ergebnisse in den einzelnen Jurisdiktionen wurden aber dennoch Steuern bezahlt. Aus der Veränderung der latenten Steuerpositionen ergab sich ein positiver erfolgswirksamer Effekt in Höhe von plus 1,5 Mio EUR (Vorjahr minus 2,7 Mio EUR).

Das Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen betrug minus 1,5 Mio EUR (Vorjahr minus 16,0 Mio EUR). Dieser Wert beinhaltet die Effekte aus dem im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aufgegebenen Bereich der Eventbeleuchtung (Space Cannon VH SRL). Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.4.7 wird verwiesen. Das Jahresergebnis (inklusive Minderheiten) nach Steuern stieg im Berichtsjahr deutlich auf 51,3 Mio EUR (Vorjahr minus 69,8 Mio EUR). Für die Aktionäre der Zumtobel AG ergibt dies ein Ergebnis je Aktie (unverwässert bei 42,8 Mio Aktien) von 1,19 EUR (Vorjahr minus 1,64 EUR bei 42,7 Mio Aktien). Jahresergebnis erreicht 51,3 Mio EUR

1.6.5 Wirtschaftliche Lage der Zumtobel AG und Dividende

Die Zumtobel AG fungiert als Konzernobergesellschaft der Zumtobel Gruppe und stellt konzernübergreifende Management- und Servicefunktionen bereit. Diese umfassen unter anderem die Bereiche Controlling, Personalwesen, Konzernrechnungswesen, Steuern und Recht, Interne Revision, Versicherungswesen, Treasury (inklusive zentraler Finanzierung und Liquiditätsmanagement des Konzerns), IT, Unternehmenskommunikation und Investor Relations. Zudem verwaltet die Gesellschaft den überwiegenden Teil der inländischen Liegenschaften. Die Zumtobel AG hatte im Berichtsjahr keine Zweigniederlassungen. Funktion der Zumtobel AG

Die Nettoumsatzerlöse in Höhe von 34,5 Mio EUR (Vorjahr 34,5 Mio EUR) beinhalten IT-Dienstleistungen in Höhe von 19,6 Mio EUR (Vorjahr 19,6 Mio EUR), Mieteinnahmen in Höhe von 7,6 Mio EUR (Vorjahr 7,6 Mio EUR) sowie sonstige Umlagen in Höhe von 7,3 Mio EUR (Vorjahr 7,3 Mio EUR). Der Einzelabschluss der Zumtobel AG

Das Betriebsergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Mio EUR auf minus 4,3 Mio EUR. Die Erträge aus verbundenen Unternehmen beliefen sich auf 36,0 Mio EUR (Vorjahr 35 Mio EUR). Aus der Tridonic GmbH & Co KG (Obergesellschaft des Components Segments) wurden 15,0 Mio EUR entnommen (Vorjahr 20,0 Mio EUR) und aus der Tridonic GmbH 1,0 Mio EUR. Die Ausschüttungen der Zumtobel Lighting GmbH als Obergesellschaft des Lighting Segments beliefen sich auf 20,0 Mio EUR (Vorjahr 15,0 Mio EUR).

Das Jahresergebnis verbesserte sich von minus 43,0 Mio EUR auf plus 28,3 Mio EUR. Das negative Ergebnis des Vorjahres war zum wesentlichen Teil auf eine außerplanmäßige Abschreibung im Lighting Segment in Höhe von 67,1 Mio EUR zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote der Zumtobel AG belief sich zum 30. April 2011 auf 82,0% (Vorjahr 78,0%).

Für die Dividendenausschüttung steht der Zumtobel AG im Geschäftsjahr 2010/11 ein Bilanzgewinn in Höhe von 28,9 Mio EUR (Vorjahr 7,0 Mio EUR) zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der guten operativen Entwicklung im Berichtsjahr wird der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung der Zumtobel AG, die am 22. Juli 2011 abgehalten wird, die Anhebung der Dividende von 0,15 EUR auf 0,50 EUR für das Geschäftsjahr 2010/11 vorschlagen.

Zum 30. April 2011 betrug der Bestand eigener Anteile 678.553 Stück (Vorjahr 774.957 Stück).

1.6.6 Saisonalität, Cashflow und Vermögenslage

Der Geschäftsverlauf der Zumtobel Gruppe unterliegt einer typischen Saisonalität. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres (1. Mai bis 31. Oktober) ist die Geschäftstätigkeit üblicherweise höher, da von Sommer bis Herbst eine relativ höhere Anzahl von Bauprojekten fertig gestellt wird und dabei der Einbau der Beleuchtung als eine der letzten Maßnahmen vorgenommen wird. Im dritten Quartal (1. November bis 31. Januar) ist das Umsatzniveau wegen der Weihnachts- und Winterpause in der Baubranche deutlich niedriger. Im vierten Quartal (1. Februar bis 30. April) nimmt die Aktivität wieder sukzessive zu. Einhergehend mit dem Umsatzverlauf entwickelt sich auch das Ergebnis (gemessen am bereinigten EBIT) mit saisonalen Schwankungen, was ein deutlich niedrigeres Ergebnis im zweiten Halbjahr zur Folge hat. Zusätzlich ist das zweite Halbjahr häufig mit Ausgaben für Fachmessen belastet.

Die Cashflows werden mit dem jeweiligen monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet und aggregiert, während die Bilanzpositionen mit dem Stichtagskurs umgerechnet werden. Aus diesem Grund kommt es vor allem in den einzelnen Positionen des Cashflows aus dem operativen Geschäft zu deutlich abweichenden Werten im Vergleich zu den Differenzen der jeweiligen Bilanzpositionen.

Die Entwicklung des Working Capital folgte wiederum dem saisonalen Muster des Geschäftsverlaufs: Zum 30. April 2011 betrug das Working Capital 228,8 Mio EUR (Vorjahr 175,1 Mio EUR). Das erhöhte Working Capital im Vergleich zum Vorjahr ergab sich vor allem aus dem gestiegenen Geschäftsvolumen sowie dem höheren Vorratsbestand. Die Vorräte wurden überproportional zum Umsatz aufgebaut, um die Lieferfähigkeit zu den Kunden aufrechterhalten zu können. In Prozent vom rollierenden Zwölfmonatsumsatz bewegte sich das Working Capital im Jahresverlauf innerhalb des vom Konzern definierten Zielkorridors von 18 bis 20% und erreichte zum Bilanzstichtag 18,6%. Aus dem Aufbau von Working Capital entstand ein Mittelabfluss in Höhe von 54,9 Mio EUR (Vorjahr Mittelzufluss von 36,0 Mio EUR). Das Factoring erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 50,0 Mio EUR (Vorjahr 45,5 Mio EUR). Die positive Veränderung in den sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerten resultiert vor allem aus dem Rückgang der sonstigen Forderungen aus dem Patentaustauschvertrag mit dem Philips-Konzern und dem Verkauf der alten Fabrik in Spennymoor im Dezember 2008.

Dividendenvorschlag von 50 Cent je Aktie

Saisonalität des Geschäftsverlaufs

Hoher Mittelabfluss aus Working Capital-Aufbau

Working Capital in % von rollierenden 12-Monats-Umsätzen

Operativer Cashflow
sinkt um 16,0%
Der Cashflow aus dem operativen Geschäft reduzierte sich im Berichtsjahr um 12,6 Mio EUR auf
66,4 Mio EUR (Vorjahr 79,0 Mio EUR). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr trotz eines deutlich verbes
serten Cashflows aus dem operativen Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung des Working
Capital.
Cashflow aus
Investitionstätigkeit
steigt auf
61,5 Mio EUR
Für Anlageninvestitionen wurden im Berichtsjahr 57,3 Mio EUR (Vorjahr 48,7 Mio EUR) ausgegeben.
Anlageninvestitionen umfassen Investitionen in die Herstellung von Werkzeugen für neue Produkte,
Erweitungsinvestitionen, Instandhaltungsinvestitionen sowie aktivierte Kosten für F&E in Höhe von
14,1 Mio EUR (Vorjahr 14,1 Mio EUR). Die Erweiterungsinvestitionen betrafen Produktionsanlagen in den
Leuchtenwerken Dornbirn, Lemgo und Spennymoor, Kapazitätserhöhungen für die Herstellung von
elektronischen Vorschaltgeräten sowie Assembling-Anlagen für LED-Ketten. Die Veränderung liquider Mittel
aus Konsolidierungskreisänderungen bezieht sich auf den Erwerb der verbliebenen Minderheitsanteile an der
Thorn Lighting India Ltd. (Anteil 30%) und Tridonic Jennersdorf GmbH (Anteil 5%).
Rückgang des Free
Cashflow auf
4,8 Mio EUR
Aufgrund hoher Investitionen und gestiegenem Working Capital-Bedarf blieb der Free Cashflow im
Geschäftsjahr 2010/11 mit 4,8 Mio EUR deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (36,8 Mio EUR). Im
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von minus 18,5 Mio EUR sind vor allem die Dividende für das
Geschäftsjahr 2009/10 sowie die Zinszahlungen in Höhe von 8,0 Mio EUR enthalten.
Gesicherte
Liquiditätsposition
Eine wesentliche Finanzierungsvereinbarung zur Sicherung einer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit stellt der am
12. Juni 2008 mit sieben Banken abgeschlossene Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2013 dar.
Der Konsortialkreditvertrag hat einen maximal ausnutzbaren Rahmen von 480 Mio EUR. Hiervon sind
unverändert zum Vorjahr 186 Mio EUR in Anspruch genommen. Die Finanzierung ist an die Einhaltung von
Financial Covenants geknüpft. Danach muss der Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie die
Eigenkapitalquote größer als 25% sein. Zum Bilanzstichtag per 30. April wurden die Financial Covenants dank
eines Schuldendeckungsgrades von 1,11 (Vorjahr 1,63) und einer Eigenkapitalquote von 37,1% (Vorjahr

9,9 Mio EUR über dem Vorjahreswert.

35,0%) vollumfänglich eingehalten. Die Nettoverbindlichkeiten erhöhten sich aufgrund des Anstiegs des Working Capital zum Bilanzstichtag auf 141,3 Mio EUR (Vorjahr 131,4 Mio EUR) und lagen damit um

28

30. April 2011 30. April 2010
Bilanzkennzahlen in Mio EUR *angepasst
Bilanzsumme 1.020,5 972,8
Nettoverbindlichkeiten 141,3 131,4
Eigenkapital 378,7 340,4
Eigenkapitalquote in % 37,1 35,0
Verschuldungsgrad in % 37,3 38,6
Durchschnittliches Capital Employed 553,6 587,1
ROCE in % 14,2 8,8
Investitionen 57,3 48,7
Working Capital 228,8 175,1
in % von rollierendem 12-Monatsumsatz 18,6 15,8

Solide Bilanzstruktur

Die Qualität der Bilanzstruktur hat sich im Geschäftsjahr 2010/11 weiter verbessert. Die Eigenkapitalquote stieg gegenüber dem 30. April 2010 aufgrund der positiven Entwicklung des Gesamtergebnisses auf 37,1% (Vorjahr 35,0%). Der Verschuldungsgrad (Gearing) – als Quotient von Nettoverbindlichkeiten zum Eigenkapital – verbesserte sich geringfügig von 38,6% auf 37,3%.

Mitarbeiterzahl steigt um 6,6%

1.7 Mitarbeiter

Engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg der Zumtobel Gruppe. Ihre Fachkompetenz ermöglicht die Entwicklung und Produktion innovativer Lichtkomponenten, Lichtsteuerungssysteme und Leuchten. Deshalb ist es für die Zumtobel Gruppe wichtig, qualifizierte Talente zu gewinnen, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle ihr volles Potenzial einbringen können. Um dies zu gewährleisten, positioniert sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber. So begegnet die Zumtobel Gruppe dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel sowie internen Veränderungen, wie sie die neue globale Wachstumsstrategie mit sich bringt. Die Eckpfeiler der Personalarbeit sind ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot, eine leistungsgerechte Entlohnung, eine positive Arbeitsatmosphäre, internationale Karrierechancen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zum Stichtag 30.04.2011 beschäftigt die Zumtobel Gruppe weltweit 7.814 Vollzeitkräfte (inklusive Leiharbeiter). Das entspricht im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009/10 einem Aufbau von 485 Mitarbeitern. Der Personalaufbau gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres betraf sämtliche Tätigkeitsbereiche. Die Verteilung und Entwicklung nach Tätigkeitsbereichen und Regionen zeigt die folgende Grafik:

Verteilung nach Tätigkeitsbereich und Region

Im Rahmen der Mittelfriststrategie strebt die Zumtobel Gruppe überdurchschnittliches Wachstum durch verstärkte Investitionen in Marktbearbeitung und Neuproduktentwicklung an. Die Technologiekompetenz und der Marktzugang sollen durch den Ausbau der F&E-Teams beziehungsweise der Vertriebsmannschaft weiter gestärkt werden.

Verbesserte Mitarbeiterproduktivität Die Mitarbeiterproduktivität entwickelte sich aufgrund des deutlich verbesserten operativen Ergebnisses von 14,0% im Vorjahr auf 19,7% im Berichtszeitraum. Der Umsatz je Mitarbeiter auf Durchschnittsbasis (inklusive Leiharbeiter) verbesserte sich von 153.000 EUR auf 161.000 EUR je Mitarbeiter.

Aktuelle Herausforderungen und Strategien

Der Technologiewandel bringt neue Herausforderungen für die Personalarbeit. Es müssen zunehmend Mitarbeiter mit Know-how im Bereich Elektronik und LED für das Unternehmen gewonnen werden. Durch Kooperationen mit Universitäten tritt die Zumtobel Gruppe bereits früh mit potenziellen Mitarbeitern in Kontakt. Gleichzeitig liegt ein wichtiger Schwerpunkt des internen und externen Weiterbildungsangebotes in beiden Segmenten auf dem Bereich Elektronik und LED. Dieses Angebot wird kontinuierlich ausgebaut.

Für den globalen Roll-out des erfolgreichen europäischen Geschäftsmodells müssen vermehrt internationale Mitarbeiter angeworben und der Transfer von Know-how innerhalb des Unternehmens forciert werden. Effektiv geschieht dies durch die Entsendung von Mitarbeitern in die verschiedenen Landesgesellschaften. Dies unterstützt die Internationalisierung des Unternehmens und ermöglicht den Mitarbeitern, sich weiterzuentwickeln. Deshalb sollen internationale Entsendungen zukünftig ausgeweitet werden. Entschließen sich Mitarbeiter, an einen der internationalen Standorte zu wechseln, werden sie durch individuelle Maßnahmen wie Sprachkurse oder Cultural Awareness Trainings unterstützt.

Weiterbildungsangebote und betriebliche Berufsausbildung

Der Vertrieb ist für die Zumtobel Gruppe von zentraler Bedeutung. Eine gute Aus- und Weiterbildung ist dabei entscheidend für die Vertriebsqualität. In den Fachakademien der Marken ("Thorn Academy of Light", "Zumtobel Academy of Light", "Tridonic Academy") werden daher unter anderem markenspezifische Kompetenzen vorwiegend für Vertriebs- und Marketingmitarbeiter wie etwa zu den Technologien, Anwendungen und Kundenanforderungen, aber auch zu Energieeffizienz und nachhaltigen Lichtlösungen vermittelt.

In den Werken werden Produktionsmitarbeiter seit der Einführung von Lean Six Sigma regelmäßig fortgebildet, um eine stetige Verbesserung der Produktionsprozesse sicherzustellen. Der Ausbildungsstand lässt sich an der Farbe des sogenannten "Belts" erkennen. Im Berichtsjahr wurden in den europäischen Leuchtenwerken insgesamt 185 Mitarbeiter (Vorjahr 173) als "Belts" ausgebildet. Im Components Segment wurden im Geschäftsjahr 2010/11 weltweit zusätzlich 75 Mitarbeiter als "Belts" zertifiziert. Nach sieben Jahren erfolgreicher Praxis gibt es damit insgesamt 600 Belt-Träger im Konzern. Im Zumtobel Werk in Dornbirn gibt es ergänzend dazu eine dreitägige interne Ausbildung zur Produktionsfachkraft für alle Produktionsmitarbeiter. Bisher wurden 104 Mitarbeiter mit dem Abschlusszertifikat ausgezeichnet, weitere 400 werden hinzukommen.

Mit dem Corporate Training wird die Ausbildung von Führungs-, Methodik- und Sozialkompetenzen gewährleistet, dazu gehören neben Führungsseminaren auch Kommunikations- und Moderationstrainings, ein Trainerlehrgang sowie Projektmanagementkurse. Im Geschäftsjahr 2010/11 haben die Mitarbeiter und Führungskräfte insgesamt 835 (Vorjahr 1.076) Trainingstage absolviert.

Die Anzahl der Auszubildenden konnte im Vergleich zum Vorjahr von 147 auf 150 gesteigert werden. Die betriebliche Lehrausbildung hat für die Zumtobel Gruppe angesichts des Wettbewerbs um die besten Fachkräfte einen hohen Stellenwert. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen während der Wirtschaftskrise die Lehrlingszahlen sogar ausgebaut. In den neun Berufsfeldern Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenmechanik, Kunststofftechnik, Produktionstechnik, Anlagenelektrik, Werkzeugmechanik, Zerspanungstechnik und Mechatronik wird vor allem in Deutschland und Österreich ausgebildet.

Unternehmenswerte und soziale Verantwortung

Die Unternehmenswerte der Zumtobel Gruppe bieten den Mitarbeitern Leitbild und Orientierung und fördern ein Arbeitsklima der Offenheit, Kreativität, Ehrlichkeit und des Respekts untereinander sowie gegenüber den Kunden. Dies ist die Basis, um eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und damit gute Leistungen sicherzustellen.

Die Zumtobel Gruppe legt großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So werden beispielsweise Teilzeitarbeit oder das Arbeiten aus dem Home Office ermöglicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten bei 5,6% gemessen am gesamten Vollzeitäquivalent ("Full-time equiva-

Fachakademien der Marken

Lean Six Sigma für Produktionsmitarbeiter

Führungskräftetraining

Fundierte Lehrlingsausbildung in neun Berufsfeldern

Identifikation der Mitarbeiter mit gemeinsamen Werten

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

lent"). Mütter und Väter, die nach Mutterschutz und Elternteilzeit wieder in den Beruf zurückkehren, werden vom Unternehmen aktiv bei der Reintegration unterstützt.

Chancengleichheit und Vielfalt

Arbeitssicherheit hat einen hohen Stellenwert

Im Verhaltenskodex der Zumtobel Gruppe ist festgelegt, dass keine Art von Diskriminierung geduldet wird. Dementsprechend sind Leistung und Qualifikation die Basis aller Personalentscheidungen. Internationalität und Interkulturalität haben im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Durch die neue globale Wachstumsstrategie hat dies weiter an Bedeutung gewonnen. Die Sprache ist hierbei der Schlüssel zur Integration von Mitarbeitern. An verschiedenen Standorten werden Sprachkurse angeboten: neben Deutsch auch Englisch, Französisch und Spanisch.

In Dornbirn gibt es bereits seit 1989 ein Projekt zur Integration von behinderten Jugendlichen. Im Rahmen des zweijährigen Berufsförderprogramms werden junge Menschen mit Behinderung stufenweise an die Arbeitswelt eines Produktionsbetriebes herangeführt und durch gezielte Ausbildung auf ein selbstständiges Arbeitsleben hin trainiert.

Leistungsorientierte Unternehmenskultur

Zur Motivation und Identifikation mit den Unternehmenszielen erhalten leitende Angestellte und die Vertriebsmitarbeiter ein Einkommen, das sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzt. Der variable Anteil des Jahreseinkommens ist von der Erreichung der individuellen und der Segmentbeziehungsweise Konzernziele abhängig, welche zu Jahresbeginn mit den Vorgesetzten vereinbart werden. Darüber hinaus existiert für leitende Angestellte der Zumtobel Gruppe ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Matching Stock Program (MSP). Weitere Details dazu sind im Konzernanhang unter Punkt 2.6.8.4 zu finden. Leistungsorientierte Vergütungssysteme

Mitarbeiterfördergespräche sind ein wichtiges Instrument, um die Entwicklung des Mitarbeiters zu fördern und seine Ziele mit den Zielen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Diese Beurteilungsgespräche finden jährlich zwischen der Führungskraft und dem Mitarbeiter statt. Darin wird über die individuelle Entwicklung des Mitarbeiters gesprochen, Ziele für das folgende Jahr festgelegt und Weiterbildungsmöglichkeiten abgestimmt. Jährliches Mitarbeiterfördergespräch

Sicherheit am Arbeitsplatz

Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter haben in der gesamten Zumtobel Gruppe einen hohen Stellenwert. In allen Werken wird monatlich die TRI-Rate (Total Recorded Injuries: Anzahl Arbeitsunfälle auf eine Million Arbeitsstunden) erhoben. Dabei werden alle Vorfälle, unabhängig von der Auswirkung, in die Berechnung mit einbezogen. Die häufigsten Verletzungen sind Schnittverletzungen. Für die Leuchtenwerke fiel die TRI-Rate im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 18,9 (Vorjahr 22,0) und in den Komponentenwerken stieg diese leicht auf 10,6 (Vorjahr 8,3). In der Gruppe wurde die Rate von 17,4 auf 15,8 verbessert, langfristig strebt die Zumtobel Gruppe eine TRI-Rate von 10 an.

TRI Rate 2010/11 2009/10 2008/09
Lighting Segment 18,9 22,0 19,9
Components Segment 10,6 8,3 12,2
Zumtobel Gruppe 15,8 17,4 17,5

Um die Arbeitssicherheit zu erhöhen, werden stetig Maßnahmen wie etwa Mitarbeiterschulung, Verbesserung in der Schutzbekleidung und Erneuerung des Maschinenparks ergriffen. Zudem investiert die Zumtobel Gruppe laufend, um die Arbeitsverhältnisse zu optimieren.

1.8 Lieferanten

Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen der Zumtobel Gruppe und ihren Lieferanten ist auf Langfristigkeit, gegenseitiges Vertrauen und Fairness angelegt. Auf dieser Grundlage kann die Versorgungssicherheit bei gleichzeitig hoher Qualität und günstigen Kosten gewährleistet werden. Dabei stellen die aktuellen Entwicklungen wie der technologische Wandel in der Leuchtenindustrie, die Verteuerung und die Verknappung von Rohstoffen sowie die globale Wachstumsstrategie der Zumtobel Gruppe den Einkauf vor stetige Herausforderungen.

Beide Segmente wenden das sogenannte "Lead Buyer"-Konzept an. Durch die Bündelung der Beschaffung für einzelne Warengruppen durch spezialisierte, aber dezentral agierende Einkäufer verbessert sich die Verhandlungsposition gegenüber oft ebenfalls global agierenden Lieferanten. Lead Buyer bearbeiten mehr als 80% des Einkaufsvolumens, definieren die Warengruppenstrategie sowie das Lieferantenportfolio und fördern ein aktives Risikomanagement, welches auch die konsequente Anwendung der Second-Source-Strategie der Zumtobel Gruppe beinhaltet.

Die wichtigsten Warengruppen werden in unterschiedlichen Ländern bezogen. Aus Zentraleuropa beziehen beide Segmente wesentliche Rohstoffe wie z. B. Stahl, Kupfer, Aluminium und Kunststoffgranulat. Dagegen werden elektronische und LED-Komponenten im Wesentlichen in Asien zugekauft, wo sich die wettbewerbsfähigsten Lieferanten für diese Teile angesiedelt haben.

Besonders ausgeprägt sind die langfristigen Lieferantenbeziehungen im Components Segment: Mit 60% der insgesamt etwa 350 Lieferanten bestehen Geschäftsbeziehungen seit über zehn Jahren, mit weiteren 34% seit fünf bis zehn Jahren, nur mit 6% seit weniger als fünf Jahren. Ein hoher Grad an Lieferantenstandardisierung zeigt sich darin, dass rund 40 Lieferanten (12% der Lieferanten) 80% des Einkaufsvolumens bedienen. Das Lighting Segment dagegen bezieht Waren über ein Netzwerk von zirka 1.400 Lieferanten. Etwa vier Fünftel des Einkaufsvolumens werden dabei mit nur 120 Lieferanten abgewickelt.

Wie wertvoll langfristige, vertrauensvolle Lieferantenbeziehungen sind, hat sich in der jüngsten weltweiten Finanzkrise gezeigt: Trotz weltweit limitierter Kapazitäten aufgrund von Investitionsstopps in der Elektronikindustrie konnte die Versorgung für die Herstellung von elektronischen Komponenten bei der Zumtobel Gruppe sichergestellt werden.

Im Components Segment gibt es bereits global etablierte und systematische Prozesse zur Überprüfung und Auditierung von Lieferanten. Diese gelten in Zukunft auch für das Lighting Segment. Die eingesetzten Bewertungssysteme erlauben gezielte Maßnahmen zur gemeinsamen Lieferantenentwicklung. Zum Standardprozess gehört ein Qualifizierungsprozess für die Freigabe neuer Lieferanten. In einem mehrstufigen Prozess zur Freigabe der Lieferanten muss der Lieferant unter anderem das Vorhandensein eines auditierbaren Umweltmanagementsystems vorweisen sowie die Einhaltung des Code of Conduct der Zumtobel Gruppe unterzeichnen. Damit verpflichtet sich der Lieferant zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und zur Bekämpfung der Korruption. In den ILO-Kernarbeitsnormen sind das Recht auf Kollektivverhandlungsfreiheit sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit festgelegt.

In halbjährlichen Lieferantenbewertungen werden die Leistungen in den Bereichen Produktqualität, Termintreue und Service beurteilt. Die Kriterien der Lieferantenauditierung sind an die Lieferantenbewertung angelehnt. Eine Auditierung wird nach einem systematischen Auditplan oder nach einer kritischen Lieferantenbewertung durchgeführt. Im Rahmen der Auditierung führt das Components Segment mit zehn intern ausgebildeten Mitarbeitern ca. 25 Audits jährlich durch. Gemeinsam mit den Lieferanten werden Maßnahmen vereinbart, um festgestellte Schwachstellen zu beseitigen und die Lieferqualität auf Dauer sicherzustellen.

Qualität, Kosten und Versorgungssicherheit stehen im Mittelpunkt

"Lead Buyer"- Konzept

Langfristiges und vertrauensvolles Lieferantenmanagement

Systematische Qualitätsprüfung und Auditierung von Lieferanten

Fester Bestandteil

1.9 Betrieblicher Umweltschutz

Produkte, sondern auch in Bezug auf eine umweltfreundliche Produktion von großer Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie ("Through Light, we care") der Zumtobel Gruppe wider und beinhaltet einen bewussten Umgang mit Rohstoffen und die Vermeidung von Emissionen und Abfall in allen Stufen der Wertschöpfung – von der Produktentwicklung über die Produktion bis hin zum effizienten Verpackungs- und Transportkonzept. Das Umweltmanagement der Zumtobel Gruppe basiert auf drei Säulen: zertifizierte Umweltmanagementsysteme nach der Norm ISO 14001, Anwendung der Lean Six Sigma-Methode sowie die Einhaltung interner und externer Richtlinien. Das Ziel des Umweltmanagements ist es, die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt zu reduzieren. Für die Organisation des Umweltmanagements ist jeweils eine Koordinierungsstelle für das Lighting Segment (europaweit) und das Components Segment (global) verantwortlich. Diese verabschieden Richtlinien und geben Strukturen für Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung vor. Die lokale Verantwortung liegt beim jeweiligen Umweltverantwortlichen des Produktionsstandortes. Als Auszeichnung für den aktiven Schutz der Umwelt wurden sowohl das Komponenten- als auch das Leuchtenwerk in Dornbirn bereits zum 14. Mal mit dem Zertifikat "ÖKOPROFIT® -Betrieb 2011" ausgezeichnet. Die Zertifizierung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 setzt die kontinuierliche Verbesserung aller umweltrelevanten Abläufe und Prozesse voraus. Risiken und Auswirkungen auf die Umwelt werden zunächst identifiziert und Maßnahmen und Aktivitäten zur Reduzierung systematisch umgesetzt. Im Berichtszeitraum konnten das Leuchtenwerk in Les Andelys (Frankreich) und die Werke Ennenda (Schweiz), Spennymoor (UK) sowie die Organisationseinheit Controls & Systems des Components Segments nach ISO 14001 zertifiziert werden. Damit sind sechs von elf Produktionsstandorten im Lighting Segment und sieben von zwölf im Components Segment zertifiziert. Beide Segmente der Zumtobel Gruppe verwenden vielfältige Methoden und Kontrollmaßnahmen, um die Qualität der Prozesse und damit auch der Produkte stetig zu verbessern. Die Methode Lean Six Sigma wird im Components Segment seit 2003 und im Lighting Segment seit 2008 erfolgreich angewendet. Diese Managementphilosophie beinhaltet eine ressourceneffiziente Produktion, Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen und Steigerung der Sicherheit für die Mitarbeiter. Ein schonender Umgang mit Ressourcen ist ein wesentlicher Bestandteil der Lean Six Sigma-Philosophie, die sich in der kontinuierlichen Analyse der Kennzahlen, Identifizierung von Verbesserungspotenzial und daraus abgeleiteten Maßnahmen widerspiegelt. Das Umweltmanagement ist verantwortlich für die Einhaltung von umweltrelevanten Gesetzen und Verordnungen. Intern ist der betriebliche Umweltschutz im Verhaltenskodex für die Mitarbeiter der Zumtobel Gruppe in der Umweltschutz-, Gesundheits- und Arbeitssicherheitsrichtlinie und der Qualitäts-Richtlinie des Lighting Segments sowie der Unternehmenspolitik des Components Segments verankert. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter durch Schulungen für das Thema Umweltschutz sensibilisiert. In diesen werden zum Beispiel Informationen zur Vermeidung von Abfällen, zur Abfalltrennung sowie zu umweltbewusstem Handeln bei der Entwicklung und der Materialauswahl angeboten. Die Zumtobel Gruppe publiziert zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht 2010/11 den zweiten Nachhaltigkeitsbericht, in dem weiterführende Informationen einschließlich Daten zu Energieverbrauch, der Nachhaltigkeitsstrategie Umweltmanagement: Globale Richtlinien lokal umgesetzt Zertifiziertes Umweltmanagement nach ISO 14001 Lean Six Sigma Richtlinien und Gesetze

Emissionen, Abfall & Recycling, etc. umfassend dargestellt werden.

Umweltschutz ist für die Zumtobel Gruppe nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung energieeffizienter

1.10 Forschung und Entwicklung

Kennzahlen für F&E

F&E ist ein entscheidender Bestandteil der Konzernstrategie. Die Gesamtausgaben für F&E umfassen neben den aufwandswirksamen Ausgaben auch aktivierte Entwicklungskosten. Entsprechend dem Ziel, die hervorragende Technologieposition der Zumtobel Gruppe weiter auszubauen und die Entwicklung neuer, noch effizienterer Produkte zu beschleunigen, wurden die gesamten Ausgaben für F&E im Berichtsjahr um 16,2% auf 62,7 Mio EUR erhöht. Die Themen Energieeffizienz, Lichtqualität und LED sind die wesentlichen Schwerpunkte für die F&E-Aktivitäten in der Zumtobel Gruppe. Der hohe Stellenwert des Bereichs und der damit verbundenen Innovationskultur zeigt sich auch in dem von 4,8% auf 5,1% gestiegenen Anteil der F&E-Ausgaben am Gesamtumsatz.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Mio EUR 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung
in %
F&E Aufwendungen in GuV 48,6 39,8 22,0
Aktivierte F&E-Kosten 14,1 14,1 -0,3
F&E Ausgaben gesamt 62,7 53,9 16,2
in % vom Umsatz 5,1 4,8
Mitarbeiter (Vollzeitkräfte) Forschung und Entwicklung 450 440 2,2

Die Innovationskraft des Unternehmens hängt maßgeblich mit F&E zusammen. Um dies zu quantifizieren, wird bei der Zumtobel Gruppe der Neuproduktanteil am Umsatz erhoben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Lighting Segment 27,7% (Vorjahr 23,5%) und im Components Segment 37,6% (Vorjahr 37,3) des Umsatzes mit Produkten erzielt, die nicht älter als drei Jahre sind. Auch die Anzahl der Patente macht die innovative Kraft des Unternehmens deutlich: Im Berichtsjahr wurden vom Lighting Segment 60 neue Patente (Vorjahr 73) und vom Components Segment 75 Patente (Vorjahr 83) angemeldet. In der Bilanz des Österreichischen Patentamtes für das Kalenderjahr 2010 belegt die Zumtobel Gruppe sowohl bei Patentals auch bei Markenregistrierungen den dritten Platz. Das umfangreiche Patentportfolio sichert Wachstum, Wettbewerbsvorsprung und den Zugang zu strategischen Kooperationen mit Unternehmen aus der Elektronikindustrie. Die Zumtobel Gruppe besitzt weltweit zirka 5.300 aktive gewerbliche Schutzrechte. Davon beziehen sich rund 3.100 auf Patente, 770 auf Geschmacksmuster und knapp 1.400 auf Marken.

Technologischer Wandel

Der technologische Wandel – von magnetischen zu elektronischen Vorschaltgeräten und von herkömmlichen Lichtquellen zu LEDs – stellt für die F&E aktuell die größte Herausforderung dar. Sowohl im Bereich der herkömmlichen Lichtquellen als auch zu LED und OLED muss geforscht und müssen neue Produkte entwickelt werden. Die kurzen Lebenszyklen der LED-Produkte erfordern eine hohe Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung. Dieser Herausforderung soll durch die noch engere Zusammenarbeit zwischen dem Produktmanagement und F&E begegnet werden, um damit die Produktentwicklung zu beschleunigen. Durch den technologischen Wandel verändert sich auch das Anforderungsprofil für die Mitarbeiter im Bereich F&E. Deshalb werden verstärkt Mitarbeiter mit Kenntnissen im Bereich Elektronik, LEDs und Software eingestellt. Gleichfalls müssen durch den Übergang vom Geschäft mit eher isolierten hin zu systemischen Komponenten neue Fachkompetenzen aufgebaut und die systemische Denkweise bei den Mitarbeitern geschult werden. Dabei hilft der Kontakt zu Hochschulen, der durch Forschungskooperationen im Laufe der Jahre entstanden ist, um neben den eigenständigen F&E-Aktivitäten weitere nachhaltige Innovationsprozesse anzustoßen. Zu diesen Hochschulen gehören unter anderem die Hochschule für Technik und Wissenschaft Karlsruhe, die Technische Hochschule Ilmenau, die

Hohe Innovationskraft

Technologischer Wandel zu mehr Elektronik und LEDs

F&E-Ausgaben deutlich gestiegen

Universität Paderborn (alle Deutschland), die Technischen Universitäten von Graz (Österreich) und Lund (Schweden) sowie die Hochschule für Technik Rapperswil (Schweiz).

Von zentraler Bedeutung, um auf die Anforderungen des technologischen Wandels reagieren zu können, sind langfristige strategische Partnerschaften mit Zulieferern, Forschungsinstitutionen und industriellen Partnern. Die im Berichtszeitraum eingegangene Partnerschaft mit LG Innotek im Bereich LED soll durch das Einbringen der jeweiligen Kompetenzen in Technik, Produktion und Anwendung der LED-Forschung neue Impulse bringen und langfristig dazu führen, dass die Produktionskosten für LED-Produkte sinken. Zudem sind besonders aufwendige Forschungsprojekte oft nur in Kooperation mit Forschungsinstituten oder anderen Partnern durchführbar.

Forschungsprojekte

Vielzahl von Forschungsprojekten Die Marken der Zumtobel Gruppe führen kontinuierlich eine Vielzahl von Forschungsprojekten mit ihren Partnern durch. Diese beschäftigen sich neben der Entwicklung neuer technischer Lösungen vor allem mit der Wirkung von Licht auf den Menschen. Die Zumtobel Gruppe hat 2003 das Kompetenzzentrum Licht (K-Licht) in Innsbruck (Österreich) mitgegründet und fungiert seither als aktives Mitglied. Die verschiedenen Projekte ergänzen sich und reichen von industrieller Grundlagenforschung bis zu Demonstrationsprojekten. Zurzeit beschäftigt sich das Forschungszentrum mit Projekten zur Wirkung von tageslichtähnlicher Beleuchtung auf Demenzkranke, zum Thermomanagement von LED sowie zur Wirkung dynamischer LED-Beleuchtung und untersucht zudem Möglichkeiten für eine bessere Nutzung des Tageslichts.

Forschungsaktivitäten im Bereich Lichtwirkung werden von der Zumtobel Gruppe aktiv vorangetrieben: So ist das Unternehmen an Studien und Projekten beteiligt, die beispielsweise eine mögliche Blendung von LEDs als helle Punktlichtquelle, die Wirkung von LEDs aufgrund ihres relativ hohen Blaulichtanteils auf Kinderaugen oder deren Wirkung auf Ausstellungsobjekte untersuchen.

Auch anwendungsorientierte Projekte wurden im Berichtszeitraum durchgeführt: Die Zumtobel Gruppe konnte als Mitglied eines interdisziplinären Forschungsteams mit einer Studie nachweisen, dass sich dynamische Raumlichtbedingungen nicht nur positiv auf die Befindlichkeit von Arbeitern und Arbeiterinnen auswirken, sondern gleichfalls auf deren nächtliche Schlafqualität. In unterschiedlichen Szenarien wurde getestet, wie sich verschiedene dynamische Helligkeitsentwicklungen im Laufe des Schichtbetriebs auf die Mitarbeiter auswirken.

1.11 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag zum 30. April 2011 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage geführt hätten.

1.12 Risikomanagement

Die Zumtobel Gruppe ist sich bewusst, dass ein angemessenes Risikomanagementsystem – ebenso wie ein Internes Kontrollsystem – ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsposition ist. In der Zumtobel Gruppe bedeutet Risikomanagementdie aktive Auseinandersetzung mit Risiken zur Sicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und gleichermaßen die Erkennung von Chancen sowie die Abwägung von unternehmerischen Entscheidungen. Ziel des Risikomanagements ist es, durch einen systematischen Ansatz Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, um so aktiv durch geeignete Maßnahmen auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Bei der Zumtobel Gruppe ist das Risikomanagement ein eigenständiger, strategisch ausgerichteter Prozess sowie Teil der operativen Führungsarbeit. Basisinstrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind standardisierte Planungs- und Controllingprozesse, konzernweite Richtlinien, eine laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (siehe Punkt 1.13).

Die in der Konzernzentrale als Teil des Konzerncontrollings angesiedelte Abteilung "Corporate Financial Analysis & Risk Management" ist für die ständige Weiterentwicklung des Risikomanagement-Prozesses sowie für die Koordination des gruppenweiten Risikomanagements und die Risikoüberwachung zuständig. Das Risikomanagementsystem der Zumtobel Gruppe ist eng mit den Controllingprozessen und dem Internen Kontrollsystem verknüpft. Das bei der Zumtobel Gruppe implementierte Risikomanagementsystem basiert (ebenso wie das Interne Kontrollsystem) auf den methodischen Grundlagen des COSO-Modells4 "Enterprise Risk Management – Integrated Framework" (COSO II, 2004), einem international anerkannten Regelwerk für Risikomanagement und Interne Kontrolle. Eine systematische Identifizierung und Bewertung der Risiken und Chancen wird zumindest einmal jährlich dezentral von den "Risiko-Ownern" der operativen Einheiten durchgeführt. Diese Evaluierung erfolgt mittels standardisierter Werkzeuge und Verfahren. Die Bewertung der Ereignisse hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Ergebnisse der Gruppe sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt ebenfalls mittels konzernweit definierter Methoden. Für wesentliche Risiken und Chancen werden Maßnahmen zur Steuerung definiert und umgesetzt. Das Corporate Risk Management begleitet diese Prozesse und führt ein regelmäßiges Maßnahmencontrolling durch. Ad-hoc auftretende Risiken werden, sofern bedeutend, umgehend an die zentrale Risikomanagement-Abteilung gemeldet, der Vorstand wird entsprechend informiert. Richtlinien und Prozessbeschreibungen zum Risikomanagement stehen konzernweit zur Verfügung.

Die Steuerung der meisten Risiken findet dezentral in den operativen Einheiten statt. Manche Risiken mit konzernweiter Bedeutung werden jedoch zentral über spezielle Richtlinien geregelt, so zum Beispiel das Kreditmanagement oder der Umgang mit Währungsrisiken.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken kommt dem Berichtswesen eine zentrale Bedeutung zu. Der Vorstand wird regelmäßig von den operativen Geschäftsführungen über die aktuelle und zu erwartende Geschäftsentwicklung sowie über vorhandene Risiken und Chancen informiert. Der Aufsichtsrat wird über die wesentlichen Risiken der Gruppe regelmäßig in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus bestehen neben dem monatlichen Finanzbericht ein Performance- und ein Risikobericht, welche die kritischen Erfolgsfaktoren und kurzfristigen Risikothemen der Segmente und des Konzerns abbilden.

Die Risikoermittlungs- und Bewertungsverfahren und Werkzeuge der Gruppe werden unter Hinzuziehung der Internen Revision und des Abschlussprüfers ständig verbessert und weiterentwickelt. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt regelmäßig entsprechend Regel 83 des Österreichischen Corporate Systematischer Ansatz für frühzeitiges Erkennen von Chancen und Risiken

Risikomanagement basiert auf anerkannten Best Practices und Standards

4 COSO = Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (www.coso.org)

Governance Kodex die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements der Zumtobel Gruppe und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand.

Die Chancen der Zumtobel Gruppe sind in Kapitel 1.1.5 ausführlich beschrieben. Die wesentlichen Risiken und Handlungsmöglichkeiten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

1.12.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken in der Beleuchtungsindustrie

Konjunktur und Zyklizität

Das Thema Energieeffizienz hat sich zum zentralen Wachstumstreiber für die Zumtobel Gruppe entwickelt. Damit kann sich die Zumtobel Gruppe teilweise von der generellen Entwicklung im gewerblichen Hochbau abheben, welche stets ausgeprägten, zyklischen Schwankungen unterworfen ist. Unvorteilhafte Entwicklungen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten der Zumtobel Gruppe, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten in der Industrie, die erhöhten Preisdruck, negative Produktmixverschiebungen und damit eine Verringerung der Margen zur Folge haben können. Durch die Erschließung bzw. Stärkung der Präsenz in ausgewählten Schwellenländern strebt die Zumtobel Gruppe eine höhere Unabhängigkeit von regionalen zyklischen Schwankungen an.

Der Leuchtenbereich ist außerdem stark im Projektgeschäft verankert. In konjunkturell schwierigen Zeiten erhöht sich das Risiko von Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie die mögliche Einstellung laufender Projekte. Auch neue Bauprojekte werden zum Teil auf unbestimmte Zeit verschoben oder storniert.

  • Der technologische Transformationsprozess von der konventionellen Beleuchtung in Richtung LED kann sowohl neue Wettbewerber hervorrufen als auch die Konsolidierung des Leuchtenmarktes beschleunigen. Dieser Transformationsprozess erfordert sowohl von den einzelnen Leuchtenunternehmen als auch im Komponentengeschäft höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben und führt zu einer steigenden Produkt- und Systemkomplexität sowie zu schnelleren Innovationszyklen. Größere Leuchtenunternehmen mit direktem Kundenkontakt und Elektronikerfahrung – wie die Zumtobel Gruppe – haben bei diesem Technologiewechsel eine bessere Ausgangsposition. Durch gezielte Partnerschaften mit universitären Einrichtungen und anderen Unternehmen strebt die Zumtobel Gruppe an, ihre technologische Kompetenz als Innovationstreiber beizubehalten und gleichzeitig die Entwicklungszyklen deutlich zu verkürzen. Technologiewechsel durch LED
  • Neue Anbieter, allen voran die asiatischen LED-Chip-Produzenten, drängen auf den professionellen Lichtmarkt. Diesen Unternehmen fehlt derzeit allerdings einschlägiges Anwendungswissen über alle relevanten Bereiche der Innen- und Außenbeleuchtung, die Kompetenz für ganzheitliche Lichtlösungen unter Einbeziehung konventioneller und neuer LED-Lichttechnik sowie das umfassende direkte Vertriebsnetzwerk. Konkurrenz aus Asien
  • Das Fehlen von Fachkräften, insbesondere in den Bereichen der F&E und des Vertriebes kann die langfristige Ausrichtung einer Unternehmung gefährden, Wachstumspotenziale können dann nur unzureichend ausgeschöpft werden. Die Rekrutierung neuer Fachkräfte gestaltet sich aufgrund des einsetzenden Aufschwungs wieder deutlich schwieriger. Zur Sicherstellung der notwendigen Kompetenzen legt der Konzern großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, sowohl durch Ausbildung in eigenen Akademien als auch durch externe Schulungsprogramme. Die weiteren Eckpfeiler der Personalarbeit sind eine leistungsgerechte Entlohnung, eine positive Arbeitsatmosphäre, internationale Karrierechancen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es kann jedoch nie ausgeschlossen werden, dass gut qualifizierte Mitarbeiter abgeworben werden. Risiken im Personalmanagement

1.12.2 Geschäftsrisiken/Vertrieb/Produktion

Der Zugang zu einem globalen Netzwerk von Meinungsbildnern und Entscheidungsträgern ist im Projektgeschäft von großer Bedeutung. Die Zumtobel Gruppe setzt zur optimalen Betreuung dieses Netzwerks hochqualifizierte, in internen Akademien ausgebildete Vertriebs- und Marketingteams ein. Ebenso sind Kundenschulungen Bestandteil des Kundenbindungsprozesses. Das Unternehmen pflegt zudem ein weitreichendes technologisches Netzwerk mit Forschungsinstituten und Universitäten. So gelingt es der Zumtobel Gruppe, ihre technische Führungsposition zu bewahren und technologischer sowie designorientierter Trendsetter zu bleiben.

Zur Minimierung der EDV-Risiken wird moderne Hard- und Software mit entsprechenden Wartungsverträgen eingesetzt. Angriffen durch IT-Hacker wird mit mehrstufigen Firewall- und Virenschutzkonzepten bestmöglich vorgebeugt. Zur Absicherung der EDV-Systeme wird neben dem modernen Hochsicherheitsrechenzentrum ein zusätzliches Backup-Rechenzentrum betrieben, das im so genannten "Hot Stand-by" arbeitet und ständig auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten wird. Damit die Informationstechnologie der Gruppe stets die Geschäftsanforderungen erfüllt, hat das IT-Management eine Vielzahl von Prozessen, Richtlinien und Maßnahmen entwickelt. Diese werden zumindest jährlich überprüft und, wo notwendig, angepasst. Durch eine regelmäßige Erneuerung der Hard- und Software werden Ausfallsrisiken sowie das Risiko von Datenverlusten minimiert. Die Datenbestände werden permanent von Virenscannern überprüft und regelmäßig gesichert. EDV-Risiken

Die Zumtobel Gruppe ist ein weltweit agierender Konzern, wobei sich die strategischen Hauptmärkte auf Europa, Australien, die USA sowie China verteilen. Dort konzentrieren sich auch die Investitionen in Sachanlagen, die politischen Risiken wie etwa Enteignungen von Wirtschaftsgütern, Kapitaltransferverbote und Krieg werden in diesen Märkten als gering eingeschätzt. In den übrigen Märkten agiert die Gruppe vorwiegend mit lokalen Vertriebsorganisationen sowie Agentenverträgen. Gleichzeitig werden neue Investitionsvorhaben unter Berücksichtigung politischer Risiken bewertet. Durch die jüngsten politischen Unruhen in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten sind weitere wirtschaftliche Risiken entstanden. Der Beitrag dieser Länder zum Gesamtumsatz der Zumtobel Gruppe ist allerdings gering. Politische Risiken

Durch die stark steigende globale Nachfrage nach Rohstoffen, ausgelöst durch den eingetretenen Wirtschaftsaufschwung, haben sich die weltweiten Bestände verknappt. Die kontinuierliche Lieferfähigkeit kann teilweise nur mittels langfristiger Disposition sichergestellt werden. Die Weltmarktpreise der für die Zumtobel Gruppe wichtigsten Materialien wie Kunststoffgranulate, Aluminium, Stahl und Kupfer sind im Geschäftsjahr 2010/11 kontinuierlich gestiegen. Energie wie etwa Strom, Gas und Öl ist für die Zumtobel Gruppe von geringerer Bedeutung, das Ergebnisrisiko aufgrund von Energiepreissteigerungen ist daher vernachlässigbar. Kupferpreisschwankungen werden durch Termingeschäfte oder Optionen rollierend abgesichert. Die Materialpreiserhöhungen werden so weit wie möglich an die Kunden weitergegeben. Die schwierige Versorgungssituation bei elektronischen Bauteilen hat sich im Laufe des Geschäftsjahres zunehmend entspannt. Aufgrund des eingesetzten Technologiewandels wird der Anteil der LED-Produkte (LED-Chip, LED-Modul oder LED-Light Engine) am gesamten Rohmaterialbedarf signifikant steigen. Hier erwartet die Zumtobel Gruppe mittelfristig sinkende Preise. Beschaffungsrisiken

Die Zumtobel Gruppe ist als Lieferant von Qualitätsprodukten bekannt und setzt dieselbe Eigenschaft bei ihren Lieferanten voraus. Durch konsequente Lieferantenaudits und Wareneingangsprüfung können Qualitätsrisiken frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine professionelle Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Lieferanten ermöglicht der Gruppe eine frühzeitige Erkennung und Beseitigung möglicher Risiken. Weitere Details dazu unter Kapital 1.8 Lieferanten.

Abhängigkeit von Geschäftspartnern und Meinungsbildnern innerhalb des Fachpublikums

Die Erdbeben- und Reaktorkatastrophe in Japan hatte bisher keine Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe. Da jedoch vor allem das Components Segment Bauteile aus Japan bezieht, sind zukünftige Lieferengpässe nicht auszuschließen. Die Lage in Japan wird laufend verfolgt, es besteht ein ständiger Kontakt mit den Lieferanten. Parallel dazu werden für die betroffenen Komponenten zusätzliche Lieferanten außerhalb Japans evaluiert.

1.12.3 Vermögensrisiken

Konsequente Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionspolitik

Eine konsequente Instandhaltungs- und Ersatzinvestitionspolitik reduziert das Risiko von Produktionsausfällen. Die Investitionen in wesentliche Maschinen werden mit Wartungsverträgen verknüpft. Die Lieferantenauswahl wird dabei entsprechend den im Kapitel 1.8 beschriebenen Kriterien getroffen.

Eine eigene Betriebsfeuerwehr an den Hauptproduktionsstandorten sowie eine regelmäßige Begutachtung der technischen Sicherheitsstandards durch externe Experten minimieren ebenfalls das Ausfalls- und das Betriebsunterbrechungsrisiko. Des Weiteren verfügt die Zumtobel Gruppe über eine umfassende All-Risk-Versicherung, welche substanzielle Vermögensschäden ausgleichen könnte. Ebenso arbeitet das Risikomanagement sehr eng mit der Versicherungsabteilung zusammen, um sonstige absicherbare Risiken zu identifizieren und optimal mit Versicherungsschutz abzudecken. An allen wesentlichen Produktionsstandorten wird schrittweise (zum Beispiel durch Installation von Sprinkleranlagen) ein Highly Protected Risk (HPR)- Status angestrebt. Derzeit sind drei große Produktionsstandorte (Dornbirn/Österreich, Spennymoor/Großbritannien, Sydney/Australien) als HPR qualifiziert.

Ein vorsichtiger, an der Umschlagshäufigkeit orientierter Wertansatz der Lagerbestände vermindert die Bilanzrisiken. Bestandsrisiken im Fertigwarenlager

1.12.4 Risiken aus Pensionsverpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionspläne sind in den deutschen, englischen, schwedischen, norwegischen, australischen und schweizerischen Konzerngesellschaften implementiert. Die nach Abzug des Planvermögens verbleibende Verpflichtung wird als Rückstellung ausgewiesen. Die Höhe der Pensionsrückstellung hängt vorwiegend vom Marktwert des veranlagten Vermögens, aber auch von der Gehaltsentwicklung, der Lebenserwartung gemäß aktueller Sterbetafel und vom Diskontierungszinssatz ab. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 wurde der größte Pensionsplan (Thorn Lighting Ltd., Großbritannien) für Neuansprüche geschlossen. Dadurch konnten hier die genannten Risiken nunmehr auf den Altbestand beschränkt werden. Weitere Details dazu sind im Konzernanhang unter Punkt 2.6.6.11 zu finden.

1.12.5 Produkthaftungsrisiken

Risiken der Regresspflicht und des daraus resultierenden Imageschadens aus Qualitätsmängeln können durch Fehler in der gesamten internen und externen Lieferkette verursacht werden. Qualitätssicherungssysteme überwachen die Einhaltung der selbst gesetzten hohen Anforderungen an die Produktqualität. Zusätzlich besteht eine Produkthaftpflichtversicherung. Die bei der Marke Zumtobel im April 2010 eingeführte Fünfjahresgarantie kann zu höheren Garantiekosten führen. Eine entsprechende Bilanzvorsorge wird schrittweise aufgebaut.

1.12.6 Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken können aus Änderungen der arbeitsrechtlichen Gesetzeslage, aus politischen Risiken, Rechtsstreitigkeiten sowie aus Veränderungen der umweltpolitischen Rahmenbedingungen entstehen.

Die Rechtsabteilung der Zumtobel Gruppe betreibt eine konsequente Überwachung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den wesentlichen Konzernregionen sowie aller anhängiger Verfahren, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Das geistige Eigentum der Gruppe wird als wesentlicher Wettbewerbsfaktor regelmäßig überprüft und gesichert. Auf Schutzrechte fremder Dritter wird systematisch geachtet. Schwebende Rechtsstreitigkeiten, die ein substanzielles Gefährdungspotenzial aufweisen, liegen nicht vor.

1.12.7 Risiken im Finanzbereich

Aufgrund der weltweiten Präsenz der Zumtobel Gruppe ist diese einer Reihe finanzieller Risiken ausgesetzt. Unter Marktrisiko wird das Risiko verstanden, welches aufgrund von Marktpreisänderungen in fremden Währungen sowie aufgrund von Veränderungen von Zinssätzen und Rohstoffpreisen entsteht und in der Lage ist, das Ergebnis der Gruppe und den Marktwert der eingesetzten Finanzinstrumente negativ zu beeinflussen. Die Zielsetzung des Marktrisiko-Managements ist es, die vorhandenen Risiken zu beurteilen und, soweit wie möglich, wirtschaftlich sinnvoll unter Anwendung geeigneter Maßnahmen zu minimieren. Es werden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet. Der Umgang mit den vorhandenen Risiken erfolgt gemäß klaren Konzernrichtlinien. Diese Richtlinien werden regelmäßig vom Vorstand überprüft, gegebenenfalls werden notwendige Anpassungen vorgenommen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Die Ermittlung und die Beurteilung der Risiken erfolgen zentral durch die Treasury- und die Risikomanagement-Abteilung. Marktrisiko

Eine wesentliche Finanzierungsvereinbarung zur Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit stellt der am 12. Juni 2008 mit sieben Banken abgeschlossene Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2013 dar. Der Konsortialkreditvertrag hat einen Rahmen von 480 Mio EUR. Hiervon sind unverändert zum Vorjahr 186 Mio EUR in Anspruch genommen. Die verbleibende freie Kreditlinie von 294 Mio EUR steht für Wachstums- und Akquisitionsfinanzierungen bereit. Die Finanzierung ist an die Einhaltung von Financial Covenants (Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie Eigenkapitalquote größer als 25%) geknüpft. Zum Bilanzstichtag wurden die Financial Covenants vollumfänglich eingehalten. Der Schuldendeckungsgrad lag bei 1,11 und die Eigenkapitalquote bei 37,1%. Eine Verschlechterung der Finanzkennzahlen und somit die Verschlechterung der Bonitätsbeurteilung durch die Kreditgeber kann eine schrittweise Erhöhung der Kreditmargen bei Bankverbindlichkeiten nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants könnten dazu führen, dass bestehende Kredite fällig gestellt werden. Um die Liquidität im Konzern besser und effektiver steuern zu können, wird für die wesentlichen Länder Europas ein Cash-Pool-System angewendet. Dadurch wird ein zinsoptimaler Ausgleich von kurzfristigen Liquiditätsüber- und -unterdeckungen ermöglicht.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch durch eine laufende Analyse der Umschlagsdauer des Working Capital. Im Berichtsjahr betrug das Zahlungsziel der Kunden im Durchschnitt 53,2 Tage (Vorjahr 52,3), die Vorratsumschlagshäufigkeit lag bei 56,6 Tagen (Vorjahr 47,8) und die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten bei 41,8 Tagen (Vorjahr 42,8). Somit ergibt sich eine durchschnittliche Umschlagsdauer des Working Capital von 68,0 Tagen (Vorjahr 57,3).

Die Verzinsung der bestehenden Bankverbindlichkeiten ist variabel. Um das hieraus resultierende Zinsänderungsrisiko zu verringern, wurden mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate-Swaps) für ein Volumen im Gesamtwert von rund 102 Mio EUR abgeschlossen, also rund 55% des derzeit bestehenden langfristigen Kreditvolumens. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2015) und tauschen die variablen Zinszahlungen der Finanzierung gegen Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzte Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Siehe dazu auch Punkt 2.6.11.3 im Konzernanhang für Marktwerte aus Zinssicherungsinstrumenten zum Bilanzstichtag.

Liquiditätsrisiko

Zinsänderungsrisiko

Währungsänderungsrisiko

Die ergebnisrelevanten Währungsrisiken der Gruppe bestehen insbesondere aus Transaktionseffekten (die lokalen Gesellschaften kaufen und/oder verkaufen ihre Waren teilweise in – aus ihrer Sicht – Fremdwährungen). Auch konzerninterne Dividendenzahlungen oder Darlehen können aus Sicht der lokalen Gesellschaften in Fremdwährungen getätigt werden. Das Translationsrisiko (Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro im Rahmen der Konsolidierung) ist für die Zumtobel Gruppe von untergeordneter Bedeutung und wird nicht abgesichert. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt gemäß der vom Aufsichtsrat genehmigten Absicherungsrichtlinie. Grundsätzlich werden geplante Cashflows, die Währungskursrisiken unterliegen, rollierend für einen Zeithorizont von zwei bis drei Quartalen durch geeignete Sicherungsgeschäfte (überwiegend Devisenterminkontrakte) abgesichert. Durch diese Methodik verfügt das Unternehmen über einen relativ konstanten Absicherungsbestand, das Fremdwährungs-Exposure wird dadurch geglättet. Die Hauptwährungen im Konzern sind EUR, GBP, USD, CHF und AUD. Nach wie vor sind die Devisenmärkte von hoher Unsicherheit und Volatilität geprägt, da abwechselnd Themen wie divergierendes Wirtschaftswachstum, Zinserhöhungen und Stabilität des Euro in den Fokus rücken. Auf die Ausführungen im Konzernanhang Kapitel 2.6.11.3 wird verwiesen.

1.12.8 Kreditrisiko

Ausfallsrisiken für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch Überwachungsprozesse im "Kreditrisikomanagement" in Verbindung mit einer Warenkreditversicherung beschränkt (siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel 2.6.11.1). In Fällen, bei denen die Kreditversicherung die Deckung verweigert oder reduziert, erfolgt eine sorgfältige Risikoprüfung und es werden nach einem internen Genehmigungsverfahren gegebenenfalls Eigenlimits gesetzt. Teilweise verlangt die Zumtobel Gruppe Bankgarantien oder Vorauszahlungen. Im vergangenen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Ausfälle. Auch für das kommende Geschäftsjahr ist aus heutiger Sicht nicht mit einer Erhöhung des Ausfallsrisikos zu rechnen.

1.12.9 Bilanzielle Risiken

Bilanzielle Risiken entstehen vor allem aus der Bewertung einzelner Vermögenswerte. Währungseffekte, die notwendige Verwendung von Schätzungen und die Ermessensspielräume in den Bereichen der nichtfinanziellen Vermögenswerte, aktiven latenten Steuern, Vorrats- und Forderungsbewertungen, Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie Garantie- und Gewährleistungsrückstellungen haben eine unmittelbare Auswirkung auf die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage. Die größten bilanziellen Risiken bei der Zumtobel Gruppe betreffen den Firmenwert, welcher im Rahmen der Akquisition von Thorn im Geschäftsjahr 2000/01 entstand, die Bewertung der aktivierten Entwicklungskosten sowie die Bewertung der Fabrikanlagen und Maschinen. Bei Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt, bei Vermögenswerten mit einer bestimmten Nutzungsdauer findet dieser Test bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für Wertminderung statt. In Fremdwährung nominierte Wertgegenstände führen zu eigenkapitalrelevanten erfolgsneutralen Bewertungseffekten.

1.12.10 Andere Risiken

Die Zumtobel Gruppe ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen. Die Gruppe investiert regelmäßig in die bestehenden Standorte, um die Risiken aus strengeren Auflagen zu minimieren, jedoch können erhöhte Investitionen infolge von Umweltauflagen in Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Gesamtrisiko-Einschätzung der Zumtobel Gruppe

Die Gesamtwürdigung der genannten Risiko- und Chancenfelder resultiert im Wesentlichen in Marktrisiken in Abhängigkeit von der konjunkturellen Preis- und Mengenentwicklung, sowohl auf der Absatz- wie auch auf der Beschaffungsseite. Interne Prozesse der Leistungserstellung sind demgegenüber deutlich weniger risikobehaftet. Die finanzwirtschaftlichen Risiken sind durch Absicherungsmaßnahmen kontrollierbar (siehe auch Konzernanhang Kapitel 2.6.11). Alle aufkommenden wesentlichen Risiken können mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die gruppenweiten Controlling- und internen Kontrollsysteme schnell identifiziert werden.

Auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Unternehmensbestand gefährden könnten.

1.13 Internes Kontrollsystem

Bei der Ausgestaltung des Internen Kontrollsystems (ebenso wie des Risikomanagements) orientiert sich die Zumtobel Gruppe eng an den COSO-Modellen und definiert das Interne Kontrollsystem als die Gesamtheit der in die Prozesse integrierten Überwachungs- und Steuerungsmaßnahmen. Das Interne Kontrollsystem der Zumtobel Gruppe hat zum Ziel, die Vermögenswerte, die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit von Informationen und Systemen, die Wirtschaftlichkeit von Prozessen und die Einhaltung von gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen (Compliance) abzusichern.

Die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems liegt beim prozessverantwortlichen Management und wird auf unterschiedlichen Ebenen wahrgenommen (zentral oder dezentral). Die übergreifenden Rahmenbedingungen werden zentral vom Vorstand vorgegeben und sind in der Corporate Policy on Internal Control Systems schriftlich fixiert. Die Umsetzung dieser Regelungen erfolgt durch das Linienmanagement. Die Konzernrevision (Corporate Internal Audit) als Stabsstelle des Gesamtvorstands unterstützt das Management bei der laufenden Überwachung und Verbesserung des Internen Kontrollsystems.

1.13.1 Grundsätze des Internen Kontrollsystems

Das Interne Kontrollsystem der Zumtobel Gruppe stützt sich unter anderem auf folgende Schlüsselkontrollen:

  • Transparente Organisation und klare Zuweisung von Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Ausreichend gestaffelte Freigabe- und Genehmigungsverfahren

  • Angemessene Dokumentation der Prozesse

  • Vier-Augen-Prinzip und Funktionstrennung

  • Vollständigkeitskontrollen, Plausibilitätsprüfungen, Quervergleiche und Abweichungsanalysen

  • Abstimmungsverfahren, Konsistenz- und Gültigkeitsprüfungen

  • Analytical Reviews durch die Fachbereiche und das Management

  • IT-Prozesskontrollen wie Mussfelder, Prüfziffern und Logikabfragen

  • Angemessene allgemeine IT-Kontrollen.

Bei der Ausgestaltung der einzelnen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen orientiert sich die Zumtobel Gruppe an folgenden Grundsätzen:

Die Überwachungs- und Steuerungsmaßnahmen müssen dem Umfang und der Intensität des zu kontrollierenden Risikos angemessen sein (Kosten-Nutzen-Betrachtung). Das Interne Kontrollsystem verfolgt daher immer einen risikoorientierten Ansatz.

Keine Risiken erkennbar, die den Unternehmensbestand gefährden

COSO-Modelle und anerkannte Best Practices bilden Grundlage

Verantwortung für das Interne Kontrollsystem ist deckungsgleich mit der Business-Verantwortung

Etablierte und anerkannte Schlüsselkontrollen

Grundsatz der Angemessenheit von Risiko und Kontrolle Angemessene schriftliche Dokumentation

  • Das Interne Kontrollsystem ist kein separates, von den betrieblichen Prozessen getrenntes System, sondern vielmehr ein integrierter Bestandteil der Prozesse.

  • Primär sollen automatisierte Kontrollmaßnahmen zum Einsatz kommen. Wo das nicht möglich oder sinnvoll ist, werden manuelle oder organisatorische Kontrollen verwendet.

Die schriftliche Dokumentation der Prozesse und des Internen Kontrollsystems ist so gestaltet, dass sich ein sachverständiger Dritter in angemessener Zeit ein verlässliches Bild über Prozesse, Risiken und Kontrollen verschaffen kann.

1.13.2 Internes Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung

Die Corporate Policy on Internal Control Systems enthält eine umfassende Darstellung der für die Finanzberichterstattung der Zumtobel Gruppe wichtigen Prozesse und Systeme. Zur schriftlichen Dokumentation der Prozesse und des Internen Kontrollsystems in der Finanzberichterstattung ist im Intranet der Zumtobel Gruppe ein eigenes Themenportal eingerichtet. Es enthält unter anderem die sogenannte COSO-Matrix, in der entlang der fünf Komponenten des COSO-Modells (Internal Environment, Risikomanagement, Control Activities, Information & Kommunikation, Monitoring) die wesentlichen Merkmale des Internen Kontrollsystems dargestellt sind.

  • In der Zumtobel Gruppe sind die Unternehmensvision und die Unternehmenswerte, der Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie die Organigramme und die Role Manuals (Managementfunktionen und Gremien) schriftlich dokumentiert und größtenteils im Intranet verfügbar. Das Gleiche gilt für die Satzung, die Geschäftsordnungen, die Geschäftsverteilungspläne und weitere gruppenweit gültige Regelungen. Internal Environment
  • Risikomanagement wird in der Zumtobel Gruppe in zweierlei Hinsicht betrieben: Einerseits gibt es einen gesonderten, von der Konzernzentrale gesteuerten Risikomanagement-Prozess, der sich um die konzernweiten Risiken und das zentrale Risikoreporting kümmert. Andererseits erfolgt das prozessspezifische Risikomanagement integriert in den einzelnen Geschäftsprozessen durch die jeweiligen Process Owner. Eine umfassende Erläuterung des Risikomanagements befindet sich im Konzernlagebericht im Kapitel 1.12 (Risikomanagement). Risikomanagement
  • In der Zumtobel Gruppe basieren die Kontrollmaßnahmen unter anderem auf den Corporate Policies und dem Corporate Authorisation Framework. Von besonderer Bedeutung für das Interne Kontrollsystem in der Finanzberichterstattung sind das Group Accounting Manual und die gruppenweit einheitliche Group Closing Checklist. Im Accounting Manual sind alle für die Zumtobel Gruppe wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze enthalten. Die Closing Checklist enthält alle jene Aufgaben und Kontrollschritte, die im Rahmen der Bilanzierung zwingend ausgeführt werden müssen. Control Activities
  • In der Zumtobel Gruppe stützt sich die Informationserfassung und -verarbeitung wesentlich auf die zentralen SAP-Systeme. Die Datenaufbereitung und -ausgabe erfolgt entweder direkt mit diesen Systemen oder über das SAP-Business Warehouse. Daraus werden standardisierte Monats-, Quartals- und Jahresberichte erstellt, die den Vorstand und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungs- und Kontrollfunktion unterstützen. Information & Kommunikation
  • Zum Monitoring gehören laufende Überwachungsaktivitäten im Rahmen der normalen Managementaktivitäten einerseits und gesonderte Beurteilungen durch separate Überwachungsfunktionen andererseits. Das Management überwacht die Leistung von Segmenten und Gesellschaften anhand monatlicher Reviews. Für die gesonderte Überwachung des Internen Kontrollsystems sind Corporate Internal Audit und Corporate Controlling zuständig. Der externe Review der Halbjahres- und die Prüfung der Jahresabschlüsse werden durch den Wirtschaftsprüfer vorgenommen, der durch sein internationales Netzwerk die Monitoring

Anwendung einheitlicher Prüfungsstandards in allen Konzerngesellschaften garantiert. Eine weitere Überwachung des Internen Kontrollsystems findet durch den Prüfungsausschuss der Zumtobel AG statt, der sich in jeder Sitzung umfassend über den Rechnungslegungsprozess, die Abschlussprüfung bzw. den Halbjahresreview, den aktuellen Stand des Risikomanagements und die Prüfungsaktivitäten von Corporate Internal Audit berichten lässt.

Das Interne Kontrollsystem der Zumtobel Gruppe wird hinsichtlich Wirksamkeit und Effizienz fortlaufend an sich ändernde Bedingungen und neu identifizierte Risiken und Chancen angepasst. Wesentliche Arbeitsschwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Migration wesentlicher Teile der Prozessdokumentation im Finanzbereich in die gruppenweite Informationsplattform LightWeb (benutzerfreundliche, Wiki-basierte Technologie) sowie die inhaltliche Weiterentwicklung einzelner Kontrollen. Der eingeschlagene Weg wird auch im neuen Geschäftsjahr fortgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der im Vorjahr identifizierten Schwachstellen (auf Kapital 1.6.1 wird verwiesen) gewidmet. Die Maßnahmen werden sowohl zusätzliche Kontrollschritte als auch strukturell-organisatorische Veränderungen umfassen.

1.14 Angaben zu § 243a UGB

  1. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 108.750.000 EUR und ist in 43.500.000 zur Gänze einbezahlte, auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien mit einem anteiligen Wert am Grundkapital von 2,50 EUR pro Aktie unterteilt. 28.230.640 Aktien sind in einer Globalurkunde verbrieft und bei der Österreichischen Kontrollbank (OeKB) hinterlegt. 15.269.360 Aktien sind mittels Zwischenscheinen verbrieft und bei der Gesellschaft hinterlegt. Zum 30.04.2011 besaß die Gesellschaft 678.553 Stück eigene Aktien.

  2. AUGMENTOR Privatstiftung (4.215.752 Aktien), ASTERIX Privatstiftung (4.137.002 Aktien), GWZ Privatstiftung (1.044.660 Aktien), Hektor Privatstiftung (2.310.180 Aktien), ORION Privatstiftung (3.090.752 Aktien), Ingrid Reder (264.088 Aktien), Fritz Zumtobel (176.210 Aktien) und Jürg Zumtobel (144.248 Aktien) sind Vertragsparteien eines Syndikatsvertrages. Der Syndikatsvertrag sieht vor, dass die Parteien sich vor einer Hauptversammlung über das Stimmverhalten zu einigen haben und ein von den Parteien ernannter Repräsentant das Stimmrecht, so wie im Syndikat beschlossen, für alle Parteien gemeinsam ausübt.

Weiter sieht der Syndikatsvertrag vor, dass das Syndikat bis zum 31. Dezember 2012 zumindest 25% der Anteile zuzüglich einer Aktie an der Gesellschaft halten wird. Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der Gesellschaft nicht bekannt.

  1. Zum 30.04.2011 wurde eine Beteiligung über 5% von der Aviva plc. und eine Beteiligung über 10% von der FMR LLC gehalten. Beide halten diese Beteiligungen über diverse Fonds. Weitere Beteiligungen über 5% sind der Gesellschaft nicht bekannt.

  2. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

  3. Die Zumtobel Gruppe verfügt über zwei Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ("SOP" und "MSP"), an denen leitende Angestellte von Konzerngesellschaften teilnehmen. Die beiden Mitarbeiterbeteiligungsmodelle sehen keine Stimmrechtskontrolle vor. Hierzu sei verwiesen auf die ausführliche Erläuterung im Konzernanhang Kapitel 2.6.8.4.

  4. Scheiden Aufsichtsratsmitglieder vor dem Ablauf ihrer Funktionsperiode aus, so bedarf es einer Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch unverzüglich vorzunehmen, wenn die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen für den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitgliedes. Das maximal zulässige Alter eines Vorstandsmitglieds zum Zeitpunkt der (erstmaligen oder neuerlichen) Bestel-

Weiterentwicklung

lung beträgt 65 Jahre. Das maximal zulässige Alter eines Aufsichtsratsmitglieds zum Zeitpunkt der (erstmaligen oder neuerlichen) Bestellung beträgt 75 Jahre. Weitere sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebende Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates sowie über Änderungen der Satzung der Gesellschaft bestehen nicht.

  1. Aufgrund des Beschlusses des Vorstands der Gesellschaft vom 29. Juni 2006, gemäß der am 7. April 2006 erteilten Ermächtigung der Hauptversammlung nach Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien zu erwerben, wurden bis 31. Oktober 2006 800.000 eigene Aktien zur Bedienung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme erworben.

Aufgrund des Beschlusses des Vorstands der Gesellschaft vom 29. Juli 2008, auf Basis der vom selben Tag resultierenden Ermächtigung der Hauptversammlung nach Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in einem Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben, wurden gemäß §65 Abs 1 Z 8 und §65 Abs 1a AktG 1.943.555 eigene Aktien erworben. Von diesen Aktien wurden 1.204.344 Stück im Geschäftsjahr 2009/10 eingezogen.

Insgesamt wurden bis zum 30. April 2011 860.658 Aktien zur Bedienung von Mitarbeiterprogrammen an Mitarbeiter weitergegeben. Am 2. Mai 2011 wurden weitere 260.924 Aktien zur Bedienung von Mitarbeiterprogrammen an Mitarbeiter weitergegeben.

  1. Konzerngesellschaften haben am 12. Juni 2008 mit sieben Banken einen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der ein Gesamtvolumen von 480 Mio EUR und eine fünfjährige Laufzeit bis zum 12. Juni 2013 aufweist. Hiervon sind zum Bilanzstichtag 186 Mio EUR in Anspruch genommen. Der Konsortialkreditvertrag beinhaltet eine Change-of-Control-Klausel bei Änderung der absoluten Mehrheit der Stimmrechte.

  2. Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm "SOP" sieht im Falle eines Pflichtangebotes oder eines Angebots, das auf die Erlangung einer kontrollierenden Beteiligung im Sinne des Übernahmegesetzes abzielt, vor, dass alle zu gewährenden Optionen des betreffenden Geschäftsjahres oder eines folgenden Geschäftsjahres als zur Gänze gewährt gelten. Zusätzlich gelten die gewährten Optionen (einschließlich der als gewährt geltenden Optionen) am letzten Tag des entsprechenden Angebotes als ausgeübt (ohne dass eine Mitteilung der Gesellschaft erforderlich wäre). Jede als ausgeübt geltende Option berechtigt zum Empfang einer Barzahlung hinsichtlich des positiven Unterschiedsbetrages zwischen dem im Rahmen des Angebots angebotenen Preis und dem Ausübungspreis (sofern für den entsprechenden Begünstigten anwendbar). Ein solcher Unterschiedsbetrag ist am 15. Kalendertag nach der Veröffentlichung des Ergebnisses eines solchen Angebotes zur Zahlung fällig.

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm "MSP" sieht im Falle eines Pflichtangebotes oder eines Angebots, das auf die Erlangung einer kontrollierenden Beteiligung im Sinne des Übernahmegesetzes abzielt, vor, dass das MSP beendet und durch den Aufsichtsrat der Zumtobel AG nach Vorschlag des Vorstandes in angemessener Weise abgerechnet werden kann.

  1. Die Vorstandsverträge enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Im Falle einer Übernahme der Gesellschaft durch einen neuen Mehrheitsaktionär steht den Vorstandsmitgliedern das Recht zu, ihr Mandat einseitig zurückzulegen. In diesem Fall erhalten die Vorstandsmitglieder die fixen und variablen Bezüge bis zum ursprünglich vereinbarten Ablauf des Vertrages, mindestens jedoch für die Dauer von 12 Monaten. Darüber hinaus haben die Vorstandsmitglieder keine besonderen Ansprüche oder Anwartschaften im Falle der Beendigung ihrer Funktion.

  2. Die wichtigsten Merkmale des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems sind im Konzernlagebericht unter 1.12 bzw. 1.13 umfassend beschrieben.

1.15 Ausblick und Ziele

Weltkonjunktur in 2011 und 2012 auf gesundem Wachstumskurs

Der Internationale Währungsfonds (IWF)5 prognostiziert für die Kalenderjahre 2011 und 2012 eine stabile Aufwärtsentwicklung der Weltkonjunktur. So soll die Weltwirtschaft 2011 um 4,4% und in 2012 um 4,5% expandieren. Wie schon in den Vorjahren geht das Gros der Dynamik in beiden Jahren von den Entwicklungs- und Schwellenländern aus, deren Sozialprodukt in beiden Jahren jeweils 6,5% zulegen soll. Wie aus der Grafik ersichtlich, haben diese Länder in Bezug auf die Wirtschaftsleistung aber noch nicht das Niveau der Europäischen Union oder der USA erreicht. Für die Europäische Union wird insgesamt nur ein moderates Plus von 1,8% in 2011 und von 2,1% in 2012 erwartet. Die Prognosen der für die Zumtobel Gruppe besonders wichtigen D/A/CH-Region sehen diesbezüglich freundlicher aus. So hält der IWF für die Volkswirtschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgrund der Exportstärke dieser Nationen Zuwächse zwischen 1,8 und 2,5% in 2012 für realistisch.

Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung

Die Zumtobel Gruppe setzt im Rahmen der Ende April 2011 vorgestellten neuen Mittelfristplanung auf einen globalen Wachstumskurs. Bis 2014/15 wird ein durchschnittliches jährliches organisches Wachstum von rund 10% angestrebt. Energieeffiziente Beleuchtung mit besonderem Fokus auf intelligent gesteuerte Lichtlösungen, die Potenziale der LED-Technologie sowie die überdurchschnittlich hohe Nachfrage aus den Wachstumsmärkten werden in den kommenden Jahren wichtige Wachstumsimpulse für die professionelle Beleuchtungsindustrie bringen. Die Zumtobel Gruppe verfügt durch den breit gefächerten Marktzugang, das profunde Know-how in der Lichtanwendung sowie die starke Technologieposition über eine ausgezeichnete Position, um von den Wachstumsimpulsen überdurchschnittlich zu profitieren. Bis zum Jahr 2014/15 soll ein Drittel des Konzernumsatzes mit LED-Produkten (LED-Anteil Geschäftsjahr 2010/11: 8,2%) erwirtschaftet werden. Darüber hinaus setzt der Konzern sowohl auf eine stärkere Durchdringung der etablierten Märkte in Europa als auch auf einen deutlichen Ausbau seiner Präsenz in Wachstumsmärkten. Um die globalen Marktanteile auszubauen, wird die Zumtobel Gruppe signifikant in die Marktbearbeitung und in die Neuproduktentwicklung investieren. Angesichts der hohen Investitionen in Wachstum wird sich die Ertragskraft des Unternehmens nur schrittweise verbessern. Dementsprechend hat der Vorstand das Ziel gesetzt, die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge bis zum Jahr 2014/15 kontinuierlich auf ein Niveau von über 10% zu steigern. Die Mittelfristplanung sieht vor, die Investitionen in das organische Wachstum aus den laufenden Cashflows zu finanzieren. Dabei bleibt es das Ziel, weiterhin auch zwischen 30% und 50% des Nettoergebnisses als Dividende auszuschütten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 (beginnend am 1. Mai 2011) erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum von rund 10%. Die bereinigte EBIT-Marge wird sich angesichts der signifikanten Investitionen in das geplante Wachstum im Vergleich zu der des Berichtsjahres (6,4%) nur leicht verbessern.

Dornbirn, am 6. Juni 2011

Der Vorstand

Harald Sommerer Mathias Dähn Martin Brandt

Chief Executive Officer Chief Financial Officer Chief Operating Officer

Konzernabschluss Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

2. Konzernabschluss

Inhalt

Konzernabschluss Gewinn- und Verlustrechnung ________ 52
Gesamtergebnisrechnung ___________ 53
Bilanz_______________ 54
Kapitalflussrechnung _________ 55
Eigenkapitalveränderungsrechnung __________ 56
Anhang _____________ 57
2.6.1 Allgemeine Angaben _________ 57
2.6.2 Konsolidierungskreis und –methoden ________ 57
2.6.2.1
Konsolidierungskreis ______ 57
2.6.2.2
Konsolidierungsmethoden
_______ 58
2.6.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden _____ 59
2.6.3.1
Auswirkungen neuer und geänderter Standards______ 59
2.6.3.2
Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden_______ 60
2.6.3.3
Anpassung der Vorjahreszahlen_______ 67
2.6.4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ______ 70
2.6.4.1
Umsatzerlöse ________ 70
2.6.4.2
Aufwandsarten_______ 70
2.6.4.3
Sonstiges betriebliches Ergebnis ______ 72
2.6.4.4
Zinsergebnis_________ 73
2.6.4.5
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge _______ 73
2.6.4.6
Ertragsteuern ________ 73
2.6.4.7
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen _______ 74
2.6.4.8
Ergebnis je Aktie____________ 75
2.6.5 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung _________ 75
2.6.5.1
Währungsdifferenzen ________ 75
2.6.5.2
Währungsdifferenzen aus Darlehen _________ 75
2.6.5.3
Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn ___ 75
2.6.5.4
Steuern
_________ 76
2.6.6 Erläuterungen zur Bilanz ____________ 76
2.6.6.1
Firmenwerte ________ 76
2.6.6.2
Übrige immaterielle Vermögenswerte _______ 77
2.6.6.3
Sachanlagen _________ 79
2.6.6.4
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen ________ 81
2.6.6.5
Finanzielle Vermögenswerte _________ 83
Übrige Vermögenswerte______ 83
2.6.6.6
2.6.6.7
Latente Steuern ____________ 84
2.6.6.8
Vorräte_____________ 85
2.6.6.9
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen _________ 85
2.6.6.10 Liquide Mittel ________ 85
2.6.6.11 Leistungen an Arbeitnehmer (IAS 19) _______ 86
2.6.6.12 Beitragsorientierte Verpflichtungen __________ 90
2.6.6.13 Übrige Rückstellungen _______ 91
2.6.6.14 Finanzschulden _______ 92
2.6.6.15 Finanzierungsleasing _________ 93
2.6.6.16 Operating Leasing __________ 93
2.6.6.17 Übrige Verbindlichkeiten ______ 94
2.6.7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung _______ 94
2.6.7.1
Überleitung Finanzmittelfonds _______ 95
2.6.8 Erläuterungen zur Eigenkapitalveränderungsrechnung ________ 95
2.6.8.1
Grundkapital_________ 95
2.6.8.2
Kapitalrücklage _______ 95
2.6.8.3
Gewinnrücklagen ___________ 95
2.6.8.4
Aktienoptionsprogramme ___________96
2.6.8.5
Dividendenausschüttung ______98
2.6.9 Kapitalmanagement___________98
2.6.10 Angaben zu Finanzinstrumenten_______99
2.6.10.1 Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 ____99
2.6.10.2 Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie IAS 39 ______102
2.6.11 Angaben zum Risikomanagement ___________102
2.6.11.1 Kreditrisiko _________102
2.6.11.2 Liquiditätsrisiko ____________104
2.6.11.3 Marktrisiko _________105
2.6.12 Geschäftssegmente__________108
2.6.12.1 Segment Geschäftsbereiche ________108
2.6.12.2 Segment Regionen _________110
2.6.13 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse _________110
2.6.14 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag __________110
2.6.15 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen _______111
2.6.16 Angaben zu Personalstruktur und Organen _________112
2.6.16.1 Personalstruktur ___________112
2.6.16.2 Organe des Konzerns _______112
2.7 Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz _____113
2.8 Konsolidierungskreis_________114
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk ___________117

2. Konzernabschluss

2.1 Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR Anhang 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 2.6.4.1 1.228.204 1.114.648 10,2
Kosten der umgesetzten Leistungen 2.6.4.2 -817.866 -747.725 -9,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 410.338 366.923 11,8
in % vom Umsatz 33,4 32,9
Vertriebskosten 2.6.4.2 -305.168 -287.189 -6,3
Verwaltungskosten 2.6.4.2 -36.502 -39.983 8,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis 2.6.4.3 7.335 -72.069 >100
davon Sondereffekte -2.386 -83.738 97,2
Betriebsergebnis 76.003 -32.318 >100
in % vom Umsatz 6,2 -2,9
Zinsaufwand 2.6.4.4 -9.810 -9.934 1,2
Zinsertrag 2.6.4.4 2.358 2.111 11,7
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge 2.6.4.5 -8.771 -6.735 -30,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 2.6.6.4 12 -959 >100
Finanzergebnis -16.211 -15.517 -4,5
in % vom Umsatz -1,3 -1,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 59.792 -47.835 >100
Ertragsteuern 2.6.4.6 -6.952 -5.965 -16,5
Ergebnis aus fortzuführenden Bereichen 52.840 -53.800 >100
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen 2.6.4.7 -1.512 -15.957 90,5
Jahresergebnis 51.328 -69.757 >100
in % vom Umsatz 4,2 -6,3
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar 303 188 61,3
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar 51.025 -69.945 >100
Anzahl ausstehender Aktien unverwässert - Durchschnitt (in 1000 Stk.) 42.788 42.715
Verwässerungseffekt (Aktienoptionen) - Durchschnitt (in 1000 Stk.) 52 74
Anzahl ausstehender Aktien verwässert - Durchschnitt (in 1000 Stk.) 42.840 42.789
Ergebnis je Aktie (in EUR) 2.6.4.8
Ergebnis je Aktie unverwässert 1,19 -1,64
Ergebnis je Aktie verwässert 1,19 -1,63
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Bereichen (in EUR)
Ergebnis je Aktie unverwässert 1,23 -1,26
Ergebnis je Aktie verwässert 1,23 -1,26
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Bereichen (in EUR)
Ergebnis je Aktie unverwässert -0,04 -0,37
Ergebnis je Aktie verwässert -0,04 -0,37

2.2 Gesamtergebnisrechnung

in TEUR Anhang 2010/11 2009/10
*angepasst
Veränderung
in %
Jahresergebnis 51.328 -69.757 >100
Währungsdifferenzen 2.6.5.1 -1.720 22.898 <-100
Währungsdifferenzen aus Darlehen 2.6.5.2 -932 4.474 <-100
Hedge Accounting 1.537 -1.427 >100
Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn 2.6.5.3 -4.825 -18.090 73,3
Steuern 2.6.5.4 -652 -11.294 94,2
davon IAS 19 -268 -11.651 97,7
davon Hedge Accounting -384 357 <-100
Sonstige Gesamtergebnisbestandteile -6.592 -3.439 -91,7
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar -293 141 <-100
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar -6.299 -3.580 -76,0
Gesamtergebnis 44.736 -73.196 >100
davon den Minderheitengesellschaftern zuordenbar 9 329 -97,3
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuordenbar 44.727 -73.525 >100

2.3 Bilanz

in TEUR Anhang 30. April 2011 in % 30. April 2010
*angepasst
in %
Firmenwerte 2.6.6.1 183.869 18,0 183.451 18,9
Übrige immaterielle Vermögenswerte 2.6.6.2 50.818 5,0 48.913 5,0
Sachanlagen 2.6.6.3 233.843 22,9 231.385 23,8
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 2.6.6.4 4.889 0,5 4.112 0,4
Finanzielle Vermögenswerte 2.6.6.5 5.749 0,6 11.236 1,2
Übrige Vermögenswerte 2.6.6.6 4.137 0,4 4.163 0,4
Latente Steuern 2.6.6.7 34.151 3,3 33.894 3,5
Langfristiges Vermögen 517.456 50,7 517.154 53,1
Vorräte 2.6.6.8 190.341 18,7 146.052 15,0
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 2.6.6.9 186.549 18,3 172.585 17,7
Finanzielle Vermögenswerte 2.6.6.5 15.051 1,5 16.706 1,7
Übrige Vermögenswerte 2.6.6.6 24.834 2,4 32.499 3,3
Liquide Mittel 2.6.6.10 86.255 8,5 87.841 9,0
Kurzfristiges Vermögen 503.030 49,3 455.683 46,9
VERMÖGEN 1.020.486 100,0 972.837 100,0
Grundkapital 108.750 10,7 108.750 11,2
Kapitalrücklagen 335.387 32,9 334.597 34,4
Gewinnrücklagen -119.818 -11,7 -36.814 -3,8
Jahresergebnis 51.025 5,0 -69.945 -7,2
Kapital der Anteilseigner der Muttergesellschaft 375.344 36,8 336.588 34,6
Kapital der Minderheitengesellschafter 3.308 0,3 3.825 0,4
Eigenkapital 2.6.8 378.652 37,1 340.413 35,0
Rückstellungen für Pensionen 2.6.6.11 57.390 5,6 57.268 5,9
Rückstellungen für Abfertigungen 2.6.6.11 33.297 3,3 32.639 3,4
Sonstige Personalrückstellungen gemäß IAS 19 2.6.6.11 12.332 1,2 11.513 1,2
Übrige Rückstellungen 2.6.6.13 719 0,1 813 0,1
Finanzschulden 2.6.6.14 212.507 20,8 214.448 22,0
Übrige Verbindlichkeiten 2.6.6.17 4 0,0 45 0,0
Latente Steuern 2.6.6.7 11.627 1,1 11.552 1,2
Langfristige Schulden 327.876 32,1 328.278 33,7
Rückstellungen für Ertragsteuern 22.381 2,2 20.988 2,2
Übrige Rückstellungen 2.6.6.13 25.141 2,5 33.056 3,4
Finanzschulden 2.6.6.14 17.301 1,7 4.807 0,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 140.742 13,8 130.560 13,3
Übrige Verbindlichkeiten 2.6.6.17 108.393 10,6 114.735 11,8
Kurzfristige Schulden 313.958 30,8 304.146 31,2
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 1.020.486 100,0 972.837 100,0

2.4 Kapitalflussrechnung

in TEUR Anhang 2010/11 2009/10
*angepasst
Betriebsergebnis aus fortzuführenden und aufgegebenen Bereichen 2.1 74.491 -48.275
Abschreibungen und Amortisierungen 2.6.4.2 51.550 113.152
Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen 748 656
Ergebnis aus der Aufgabe von Geschäftsbereichen -3.609 14.842
Cashflow aus dem operativen Ergebnis 123.180 80.375
Vorräte -47.251 11.078
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen -11.252 6.808
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 10.170 17.592
Erhaltene Anzahlungen -6.546 518
Veränderung des Working Capital -54.879 35.996
Langfristige Rückstellungen -7.591 -5.686
Kurzfristige Rückstellungen -4.978 -4.492
Übrige lang- und kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 14.204 -20.381
Veränderungen der sonstigen operativen Positionen 1.635 -30.559
Bezahlte Steuern -3.578 -6.821
Cashflow aus dem operativen Geschäft 66.358 78.991
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 684 5.714
Auszahlungen für Anlagenzugänge -57.304 -48.691
Veränderung von lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten -3.314 -1.486
Veränderung liquider Mittel durch Erwerb von Minderheitenanteilen -1.600 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -61.534 -42.220
FREIER CASHFLOW 4.824 36.771
Veränderung der lang- und kurzfristigen Finanzschulden -5.775 -298
davon nicht frei verfügbare Zahlungsmittelbestände -269 416
Dividenden -6.977 -485
Ausübung Optionen 790 89
Bezahlte Zinsen -7.961 -7.713
Vereinnahmte Zinsen 1.456 1.157
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -18.467 -7.250
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand -298 6.395
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDES -13.941 35.916
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 2.6.7.1 84.698 48.782
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 2.6.7.1 70.757 84.698
Veränderung -13.941 35.916

2.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung

Geschäftsjahr 2010/11 2010/112010/11

Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens
in TEUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Sonstige
Gewinn
rücklagen
*angepasst
Währungs
rücklage
*angepasst
Hedge
Accounting
Rücklage
Aktien
optionen
Rücklage
IAS 19
Jahres
ergebnis
Summe Minder
heiten
Summe
Eigen
kapital
30. April 2010 108.750 334.597 52.105 -48.737 -2.594 17.270 -54.858 -69.945 336.588 3.825 340.413
+/- Einstellungen in die
Gewinnrücklagen
0 0 -69.945 0 0 0 0 69.945 0 0 0
+/- Gesamtergebnis 0 0 0 -2.359 1.153 0 -5.092 51.025 44.727 9 44.736
+/- Aktienoptionen -
Ausübungen
0 790 0 0 0 0 0 0 790 0 790
+/- Aktienoptionen -
Dotierung/Auflösung
0 0 0 0 0 1.148 0 0 1.148 0 1.148
+/- Dividenden 0 0 -6.418 0 0 0 0 0 -6.418 -559 -6.977
+/- Minderheitenanteil
Kapitalerhöhung
0 0 0 0 0 0 0 0 0 142 142
+/- Erwerb von
Minderheitenanteilen
0 0 -1.491 0 0 0 0 0 -1.491 -109 -1.600
30. April 2011 108.750 335.387 -25.749 -51.096 -1.441 18.418 -59.950 51.025 375.344 3.308 378.652

* siehe Kapitel "2.6.3.3 Anpassung der Vorjahreszahlen" im Anhang

Geschäftsjahr 2009/10 2009/102009/10

Anteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens
in TEUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Sonstige
Gewinn
rücklagen
*angepasst
Währungs
rücklage
*angepasst
Hedge
Accounting
Rücklage
Aktien
optionen
Rücklage
IAS 19
Jahres
ergebnis
Summe Minder
heiten
Summe
Eigen
kapital
30. April 2009 111.761 331.497 47.007 -75.807 -1.524 17.717 -25.118 13.426 418.959 1.962 420.921
Anpassungen 0 0 -8.328 -160 0 0 0 0 -8.488 0 -8.488
30. April 2009 111.761 331.497 38.679 -75.967 -1.524 17.717 -25.118 13.426 410.471 1.962 412.433
+/- Einstellungen in die
Gewinnrücklagen
0 0 13.426 0 0 0 0 -13.426 0 0 0
+/- Gesamtergebnis 0 0 0 27.230 -1.070 0 -29.740 -69.945 -73.525 329 -73.196
+/- Kapitalherabsetzung
durch Einziehung eigener
Aktien
-3.011 3.011 0 0 0 0 0 0 0 0 0
+/- Aktienoptionen -
Ausübungen
0 89 0 0 0 0 0 0 89 0 89
+/- Aktienoptionen -
Dotierung/Auflösung
0 0 0 0 0 -447 0 0 -447 0 -447
+/- Dividenden 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -484 -484
+/- Wechsel
Einbeziehungsart
0 0 0 0 0 0 0 0 0 2.018 2.018
30. April 2010 108.750 334.597 52.105 -48.737 -2.594 17.270 -54.858 -69.945 336.588 3.825 340.413

2.6 Anhang

2.6.1 Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB auf Basis aller am Bilanzstichtag gültigen IFRS/IAS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht hat, sowie aller Interpretationen (IFRIC/SIC) des International Financial Reporting Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern diese auch von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Der Konzernabschluss der Zumtobel AG entspricht daher den für das Geschäftsjahr 2010/11 in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS).

Der Vorstand der Zumtobel AG hat den Konzernabschluss am 6. Juni 2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Die feststellende Aufsichtsratssitzung findet am 22. Juni 2011 in Dornbirn statt.

Zumtobel ist ein international tätiger Leuchtenkonzern mit Sitz der Muttergesellschaft Zumtobel AG in der Höchster Straße 8, A-6850 Dornbirn, Österreich, und ist beim Landes- als Handelsgericht Feldkirch, Österreich, unter FN 62309g registriert. Bilanzstichtag ist der 30. April. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2010 bis 30. April 2011. Die Berichtswährung ist Euro. Die Geschäftstätigkeit wird durch das "Lighting Segment" (Lichtlösungen, Leuchten für die Innen- und Außenraumbeleuchtung und elektronisch-digitale Licht- und Raummanagementsysteme) sowie das "Components Segment" (elektronische und magnetische Lichtkomponenten, LED-Lichtkomponenten, LED-Lampen und Verbindungstechnik) erbracht.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Zur Verbesserung der Klarheit und Aussagefähigkeit des Abschlusses werden sowohl in der Bilanz als auch in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Angabe in den Tabellen erfolgt – sofern nicht anders angegeben – in Tausend Euro (TEUR). Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Die Erläuterungen zu den einzelnen Posten des Konzernabschlusses in den Kapiteln 2.6.4 bis 2.6.12 beziehen sich bei den Vorjahresangaben ausschließlich auf die angepassten Werte. Bezüglich der Auswirkungen der Anpassungen der Vorjahreswerte verweisen wir auf Kapitel 2.6.3.3.

Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme folgender Positionen auf Basis von historischen Anschaffungskosten erstellt:

  • Derivative Finanzinstrumente (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert)

  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

2.6.2 Konsolidierungskreis und –methoden

2.6.2.1 Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss 2010/11 sind 94 (VJ 96) Gesellschaften vollkonsolidiert, die entweder von der Zumtobel AG kontrolliert werden oder an denen der Zumtobel AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Nach der Equity-Methode werden 6 (VJ 6) Unternehmen konsolidiert, nach der quotalen Konsolidierungsmethode wird kein Unternehmen berücksichtigt. Nicht konsolidiert werden 16 (VJ 16) verbundene Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns einzeln und gesamt von untergeordneter Bedeutung ist.

Für Einzelabschlüsse mit abweichendem Bilanzstichtag werden IFRS-Zwischenabschlüsse zum 30. April erstellt.

Etwaige weitere Verpflichtungen zur Aufstellung von Teilkonzernabschlüssen auf Basis von lokalen Vorschriften sind mit der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses abgegolten.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

Konsolidierungsmethode
Konsolidierungskreis voll at equity TOTAL
30. April 2010 96 6 102
Im Berichtszeitraum entkonsolidiert -1 0 -1
Im Berichtszeitraum fusioniert -1 0 -1
30. April 2011 94 6 100

Im ersten Quartal 2010/11 wurde Thorn Lighting (Guangzhou) Ltd. mit Thorn Lighting (Guangzhou) Operations Ltd. fusioniert.

Im zweiten Quartal 2010/11 wurden die restlichen 30% an der Gesellschaft Thorn Lighting India Private Limited erworben.

Der Bereich Eventbeleuchtung wurde im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aufgegeben. In diesem Zusammenhang hat sich die Zumtobel Gruppe entschieden, keine weiteren Finanzmittel für Space Cannon VH - S.R.L. zur Verfügung zu stellen. Es wurde ein Antrag auf Liquidation der Gesellschaft eingebracht. Die Gesellschaft ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aus dem Konsolidierungskreis der Zumtobel Gruppe ausgeschieden (siehe auch Kapitel 2.6.4.7).

Die Mehrheitseigentümer der z-werkzeugbau gmbh haben im dritten Quartal 2009/10 die Option auf die restlichen 30% der Gesellschaft ausgeübt. Die Übertragung der Anteile ist noch nicht erfolgt.

Mit Wirkung 29. November 2010 wurden die restlichen 5% der Anteile an der österreichischen Gesellschaft Tridonic Jennersdorf GmbH mit Sitz in Jennersdorf erworben.

2.6.2.2 Konsolidierungsmethoden

Grundsätze der Kapitalkonsolidierung italkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach den Grundsätzen von IFRS 3. Danach werden beim Unternehmenserwerb die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten der entsprechenden Tochterunternehmen mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen und identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge sind gemäß IFRS 3 sofort erfolgswirksam zu erfassen.

Die Anteile von Minderheitsanteilseignern werden zu dem Minderheitsanteil entsprechenden Teil der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen.

Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Abgangszeitpunkt in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung einbezogen.

Die Equity-Methode wird bei assoziierten Unternehmen angewendet, bei welchen – in der Regel aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 und 50 Prozent – maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die at-equity bewerteten Unternehmen werden mit dem anteilsmäßigen Eigenkapital übernommen, wobei der Buchwert zum Abschlussstichtag um das anteilige Periodenergebnis abzüglich erhaltener Gewinnausschüttungen, allfälliger wesentlicher Zwischengewinne und Abschreibungen auf Firmenwerte angepasst wird. Sämtliche Fortschreibungskomponenten werden in einem Erfolgsposten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Sonstige Konsolidierungsgrundsätze Sonstige Konsolidierungsgrundsätze

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden konzerninterne Forderungen mit den korrespondierenden Verbindlichkeiten aufgerechnet. Die konzerninternen Aufwendungen und Erträge werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert. Zwischenergebnisse aus Anlagenerstellungen, Anlagenübertragungen im Konzern sowie auf Konzernvorräte werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Währungsumrechnung Währungsumrechnung

Bei der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die funktionale Währung der Zumtobel Gruppe ist der Euro. Bei der Umrechnung der funktionalen Währungen der Gesellschaften in die Berichtswährung werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Aufwendungen und Erträge mit monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet. Dies gilt ebenso für die direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen. Der sich daraus ergebende Unterschiedsbetrag wird in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Die wichtigsten Währungen stellen sich wie folgt dar:

Durchschnittskurse Gewinn
und Verlustrechnung
Stichtagskurse Bilanz
1 EUR entspricht 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2011 30. April 2010
AUD 1,3954 1,6328 1,3560 1,4292
CHF 1,3265 1,4950 1,2867 1,4341
USD 1,3309 1,4158 1,4860 1,3315
SEK 9,2168 10,2756 8,9140 9,6217
GBP 0,8501 0,8837 0,8917 0,8703

2.6.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.6.3.1 Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Folgende geänderte Standards sind für die Zumtobel Gruppe im Geschäftsjahr 2010/11 erstmals anwendbar:

IFRS 2 enthält neue Vorschriften betreffend konzernweiter anteilsbasierter Vergütungstransaktionen mit Barausgleich. In den Änderungen wird dargelegt, wie anteilsbasierte Vergütungen zwischen Unternehmen einer Gruppe in den Einzelabschlüssen der einzelnen Unternehmen zu bilanzieren sind.

Die Änderungen zu IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" betreffen im Wesentlichen eine Ausweitung der Definition des Geschäftsbetriebes sowie die Einführung eines Wahlrechtes hinsichtlich der Bewertung der nicht beherrschenden Anteile. Ferner sind bedingte Kaufpreiszahlungen nunmehr als Kaufpreisbestandteil zu erfassen und Anschaffungsnebenkosten als Aufwand zu berücksichtigen.

IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" wurde im direkten Zusammenhang mit IFRS 3 geändert. So sind Änderungen der Beteiligungsquote ohne Kontrollverlust im Eigenkapital zu bilanzieren und verbleibende Anteile bei Verlust der Beherrschung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu zu bewerten. Des Weiteren können Verlustallokationen den Wert der nicht beherrschenden Anteile übersteigen und zu einem Negativposten führen.

Die Änderungen des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" behandeln die Regelungen betreffend qualifizierender Grundgeschäfte.

Die Verbesserungen der IFRS 2009 führten zu Änderungen bei einer Vielzahl von Standards und Interpretationen. Durch diese Änderungen sollen die Standards und Interpretationen konkretisiert und Inkonsistenzen beseitigt werden.

Durch die oben angeführten Änderungen ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2010/11.

Die neuen Interpretationen IFRIC 12 "Service-Konzessionsverträge", IFRIC 15 "Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien", IFRIC 17 "Sachdividenden an Eigentümer" und IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten von Kunden" haben ebenfalls keine Auswirkung auf den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2010/11.

Im Wesentlichen werden folgende neue bzw. geänderte IAS / IFRIC Interpretationen nicht vorzeitig angewandt und finden daher im Geschäftsjahr 2010/11 für die Zumtobel Gruppe keine Berücksichtigung:

Überarbeitete Standards bzw. Interpretationen Anzuwenden ab
Geschäftsjahresbeginn nach
IAS 12 Latente Steuern - Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte 01. Januar 2012*
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmungen und Personen 01. Januar 2011
IFRS 7 Änderungen zu Angaben von Finanzinstrumenten 01. Juli 2011*
IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestfinanzierungsvorschriften 01. Januar 2011
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 01. Juli 2010

* Diese Standards wurden von der Europäischen Union noch nicht im Wege des Endorsement-Verfahrens übernommen.

Es werden keine wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung der neuen Regelungen auf den Konzernabschluss 2011/12 erwartet.

2.6.3.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Firmenwerte Firmenwerte

Der im Rahmen der Konsolidierung anfallende Firmenwert stellt den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden eines Tochterunternehmens, assoziierten Unternehmens oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf Ebene der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Werthaltigkeit getestet. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst (siehe auch Abschnitt "Ermessensausübungen und Schätzungsunsicherheiten").

Übrige imma Übrige immaterielle Vermögens terielle Vermögens Vermögenswerte

Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte werden im Jahr der Anschaffung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer (4 bis 10 Jahre) abgeschrieben.

Ein selbsterstellter immaterieller Vermögenswert, der aus der Produktentwicklung oder aus Softwareimplementierungen des Konzerns entsteht, wird nur bei Vorliegen der Voraussetzungen des IAS 38.57 aktiviert, die vor allem folgende Bedingungen umfassen:

  • Identifizierbarkeit des selbsterstellten Vermögenswertes

  • Wahrscheinlichkeit der Erbringung eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens

  • Verlässliche Bestimmbarkeit der Kosten des Vermögenswertes

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden linear abgeschrieben (4 bis 8 Jahre). Darf ein selbsterstellter immaterieller Vermögenswert nicht erfasst werden, werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Ausgaben für Forschungsaktivitäten werden als Aufwand der Periode erfasst.

Sachanlagen

Erworbene und selbsterstellte Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Herstellungskosten enthalten neben Einzelkosten angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Zinsaufwendungen werden – soweit wesentlich – aktiviert und nicht in der zuzurechnenden Periode als Aufwand erfasst.

Der lineare Abschreibungsaufwand wird auf Basis der folgenden Abschreibungsprozentsätze errechnet:

Lineare Abschreibung Abschreibungs
prozentsatz p.a.
Gebäude 2 – 3,3%
Technische Anlagen und Maschinen 14,3 – 20%
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14,3 – 33,3%

Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn durch die Leasingbedingungen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasing klassifiziert.

Mietzahlungen bei Operating-Leasing werden im Periodenergebnis linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses verteilt.

Im Rahmen von Finanzierungsleasing gehaltene Vermögenswerte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses als Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder, falls dieser niedriger ist, mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird in der Bilanz als Verpflichtung aus Finanzierungsleasing innerhalb der lang- und kurzfristigen Finanzschulden erfasst. Die Leasingzahlungen werden so auf Zinsaufwendungen und Tilgung der Leasingverpflichtung aufgeteilt, dass eine konstante Verzinsung der verbleibenden Verbindlichkeit erzielt wird. Zinsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vorräte Vorräte

Vorratsbestände werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten (basierend auf der Durchschnittspreismethode) und Nettoveräußerungswert bewertet. Bei Halb- und Fertigfabrikaten wird ein entsprechender Anteil der fixen und variablen Fertigungs- und Materialgemeinkosten in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter der Annahme einer Normalauslastung einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene konzerneinheitliche Abschläge berücksichtigt, die sich an der Umschlagsdauer ("Reichweite") orientieren. Zusätzlich wird untersucht, ob Abschreibungen auf Basis der Nettoveräußerungspreise erforderlich sind.

Finanzinstrumente Finanzinstrumente

Die Zumtobel Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

  • Wertpapiere und Wertrechte
  • Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige Verbindlichkeiten
  • Darlehen und Ausleihungen
  • Finanzierungsleasing
  • Positive / Negative Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes
  • Positive / Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting)
  • Liquide Mittel

>> Wertpapiere und Wertrechte

Wertpapiere und Wertrechte (z.B. Beteiligungen an Unternehmen) werden bei Zugang zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten bewertet. Diese werden als dem Handelsbestand zugehörig eingeordnet und in den Folgeperioden erfolgswirksam zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.

>> Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen sind grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei den Forderungen werden für erkennbare Risiken Wertberichtigungen vorgenommen.

  • Darlehen und Ausleihungen, sonstige Forderungen (Finanzielle Vermögenswerte) Gegebene Darlehen und Ausleihungen sowie sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

  • Darlehen und Ausleihungen, Finanzierungsleasing (Finanzielle Verbindlichkeiten) Erhaltene Darlehen und Ausleihungen sowie Finanzierungsleasingverbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag oder dem Nennwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bilanziert (fortgeführte Anschaffungskosten). Langfristige Verbindlichkeiten werden mit dem Barwert bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

>> Marktwerte aus Derivaten des Handelsbestandes Marktwertveränderungen von derivativen Instrumenten, die nicht Teil des Hedge Accounting sind, werden in der Gewinnund Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen.

>> Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting)

Der effektive Teil der Wertänderungen des Zeitwerts derivativer Instrumente, die sich für Cashflow Hedge Accounting im Sinne des IAS 39 (Absicherung zukünftiger Cashflows) qualifizieren, wird direkt im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die im Eigenkapital abgegrenzten Beträge werden zum gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, zu welchem die abgesicherte Position das Periodenergebnis berührt.

>> Marktwerte aus einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb

Des Weiteren werden derivative Instrumente, die im Sinne des IAS 21 ("hedge of a net investment in a foreign operation") abgeschlossen wurden, in der Bilanz als Derivate (Hedge Accounting) ausgewiesen und damit verbundene Wertänderungen der Zeitwerte sowie zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen direkt im Eigenkapital verbucht.

>> Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt mittels dreistufiger Hierarchie, welche die Bewertungssicherheit widerspiegelt.

Level 1: Notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Instrumente Level 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die am Markt beobachtbar sind Level 3: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die nicht beobachtbar sind

In der Zumtobel Gruppe werden im Wesentlichen Marktwerte zur Berechnung des beizulegenden Zeitwertes herangezogen. Der Marktwert einer langfristigen Forderung und sonstiger nicht derivativer Finanzinstrumente entspricht dem Barwert abgezinst mit dem Marktzinssatz. Der Marktwert der kurzfristigen Finanzinstrumente entspricht aufgrund ihrer Fristigkeit dem Buchwert.

Der beizulegende Zeitwert derivativer Finanzinstrumente kann zu jedem Bilanzstichtag verlässlich ermittelt werden, da die Bewertung im Wesentlichen auf externen Datenquellen (Börsenpreise bzw. Bankbestätigungen) beruht. Es handelt sich somit nur um Level 1- und 2-Bewertungen.

Die unter Level 2 fallenden Finanzinstrumente betreffen die unter den finanziellen Vermögenswerten und Finanzschulden ausgewiesenen Derivate (positive Marktwerte TEUR 5.817, VJ TEUR 7.715, negative Marktwerte TEUR -12.516, VJ TEUR -10.647; siehe auch Kapitel 2.6.10).

Kurzfristige und langfristige Vermögenswerte und langfristige Vermögenswerte und Schulden und Schulden Schulden

Vermögenswerte bzw. Schulden, deren Realisierung bzw. Tilgung innerhalb von zwölf Monaten erwartet bzw. fällig wird, gelten als kurzfristig. Alle anderen Vermögenswerte und Schulden gelten als langfristig.

Aktienbasierte Vergütungen

Bei den Aktienoptionsprogrammen der Zumtobel AG handelt es sich um aktienbasierte Vergütungstransaktionen, die durch Eigenkapitalinstrumente beglichen werden. Die Bewertung von Vergütungen für Dienstleistungen von Arbeitnehmern richtet sich nach dem Marktwert der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt der Zusage (grant date) auf der Grundlage von anerkannten Optionsbewertungsmodellen. Die Dotierung bzw. Auflösung der Rücklage innerhalb der Berichtsperiode erfolgt erfolgswirksam. Eine erfolgswirksame Anpassung der Rücklage an die tatsächlich ausgeübten Optionen erfolgt nicht. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt unter den Gewinnrücklagen.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung als Folge früherer Ereignisse gegenüber Dritten besteht, der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtung wahrscheinlich sowie eine zuverlässige Schätzung des Betrages der Verpflichtung möglich ist. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, ist keine Rückstellung anzusetzen. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt. Ist ein Abfluss von Ressourcen weder wahrscheinlich noch ist die Höhe der Verpflichtung schätzbar, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben.

Rückstellungen für Restrukturierungsaufwand werden nur bei Erfüllung der allgemeinen Ansatzkriterien sowie bei rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen zur Restrukturierung (IAS 37.70 ff.) angesetzt.

Rückstellungen für Garantiefälle werden zum einen nach individuellen Gesichtspunkten auf Einzelfallbasis gebildet. Zum anderen erfolgt nach konzerneinheitlichen Richtlinien eine Bildung von Garantierückstellungen für noch nicht bekannte Fälle. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages wurde verfeinert und es werden dafür erstmals produktspartenbasierte Prozentsätze auf die Umsatzerlöse der jeweiligen Produkte der Periode angewandt.

Eine Rückstellung für belastende Verträge wird angesetzt, wenn die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen unvermeidbaren Kosten die aus einem abgeschlossenen Vertrag erwarteten Erlöse übersteigen. Die Rückstellung wird zum niedrigeren Betrag aus den bei Ausstieg aus dem Vertrag resultierenden Kosten und den bei Erfüllung des Vertrages anfallenden Nettokosten gebildet. Vor der Erfassung einer separaten Rückstellung für einen belastenden Vertrag wird ein Wertminderungsaufwand auf Vermögenswerte erfasst, die mit dem Vertrag verbunden sind.

Leistungen an Arbeitnehmer Leistungen an

  • Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen langfristige Vorsorgen für Pensionen und Abfertigungen.

  • Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer umfassen im Wesentlichen die Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland sowie den Sonderurlaub in Australien.

Leistungsorientierte Pläne

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (defined benefit obligation, DBO) am Abschlussstichtag wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit der Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method) ermittelt. Dabei wird in Zinsaufwand – das ist der Betrag, um den sich die Verpflichtung über das Jahr alleine durch das Näherrücken der Zahlungen erhöht hat – und Dienstzeitaufwand – das sind im betreffenden Jahr neu erdiente Ansprüche – getrennt. Der Zinssatz zur Abzinsung der künftigen Leistungen ist ein aktueller Marktzinssatz. Die Annahmen über die Höhe der Leistungen berücksichtigen erwartete künftige Gehaltssteigerungen oder Gehaltstrends sowie zugesagte Leistungen. Änderungen in den Ansprüchen können auf der Neuzusage einer Leistung oder der Änderung bestehender Leistungsansprüche beruhen, welche als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ausgewiesen werden.

Planvermögen sind Vermögenswerte, die von einem Fonds gehalten werden und die mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert werden. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wird jährlich von anerkannten Aktuaren durchgeführt.

Die Bewertung erfolgt zu jedem Bewertungsstichtag mit den aktuellen besten Schätzannahmen, die sich von einem Stichtag zum anderen ändern können. Die wertmäßigen Auswirkungen aus der Veränderung der Schätzannahmen werden als versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste bezeichnet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung latenter Steuern in der Periode ihres Entstehens ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst.

Der Zinsaufwand sowie die Erträge aus Planvermögen werden im Finanzergebnis ausgewiesen, die anderen Komponenten im Betriebsergebnis.

>> Beitragsorientierte Pläne

Bei beitragsorientierten Plänen bestehen keine über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen hinausgehenden Verpflichtungen. Die Beiträge sind im Personalaufwand der Periode erfasst.

Ertragsteuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Geschäftsjahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss laut der Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig werden. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden Steuersätze berechnet.

Latente Steuern sind die zu erwartenden Steuerbe- bzw. -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden im Jahresabschluss und des Wertansatzes bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Dabei kommt die bilanzorientierte Ermittlungsmethode zur Anwendung. Latente Steuerverbindlichkeiten werden für alle steuerbaren temporären Differenzen erfasst. Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, als es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen werden, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Stichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch in einem absehbaren Zeitraum vollständig oder teilweise wiedereinzubringen. Latente Steuern werden auf Basis der erwarteten Steuersätze ermittelt, die zum Zeitpunkt der Begleichung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes Geltung haben. Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, außer die Transaktionen, auf die sich der Steuereffekt bezieht, werden im gleichen oder einem anderen Geschäftsjahr direkt im Eigenkapital gebucht.

Ertragsrealisierung

Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen werden realisiert, wenn der Konzern die wesentlichen Risiken und Chancen auf den Käufer überträgt. Rabatte und Skonti werden von den Umsatzerlösen abgezogen. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge sind zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Finanzinstrumentes erfasst. Dies ist genau der Zinssatz, der die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert des Vermögenswertes abzinst.

Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung erfasst.

Fremdwährungsgeschäfte

Fremdwährungsgeschäfte werden mit dem aktuellen Kurs am Tag der Abwicklung bilanziert. Zum Bilanzstichtag werden monetäre Aktiva und Passiva unter Verwendung des Stichtagskurses umgerechnet. Realisierte und unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen in Fremdwährung werden grundsätzlich im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bewertungseffekte von langfristigen konzerninternen Darlehen, welche sich gemäß IAS 21 als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifizieren, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

Ermessensausübungen und Schä Schätzungsunsicherheiten tzungsunsicherheitentzungsunsicherheiten

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen durch die Geschäftsleitung, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode haben. Der Grundsatz des "true and fair view" wird auch bei der Verwendung von Schätzungen uneingeschränkt gewahrt.

Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Wesentliche Änderungen führen zu einer Anpassung der Prämissen und zu einer erfolgswirksamen Erfassung.

Schätzungen und Annahmen betreffen vor allem folgende Bereiche:

Wertminderungen von Firmenwerten, übrigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob es Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf bei den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Diese stellt dann in der Regel das gesamte Produktionswerk dar.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer und solchen, welche noch nicht verfügbar sind (z.B. noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte), sowie bei Firmenwerten werden jedes Jahr Wertminderungstests durchgeführt, auch wenn kein Anzeichen für eine Wertminderung vorliegt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme abgezinst. Es wird bei Forschungs- und Entwicklungskosten ein Weighted Average Cost of Capital (WACC) von 7,9% (VJ 7,2%) verwendet.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte aufgrund einer Anpassung der internen Berichtsstruktur für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung eine Aufteilung des Firmenwerts aus dem Erwerb der Thorn Lighting Gruppe im Sinne des IAS 36.87 auf kleinere zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE). Die Einheiten entsprechen den operativen Segmenten im Sinne des IFRS 8.5, die für Zwecke der Segmentberichterstattung zum aggregierten Segment "Lighting Brands" zusammengefasst werden. Der Firmenwert, der in der Vorperiode noch zur Gänze dem operativen "Lighting Segment" zugeordnet worden war, wurde daher im aktuellen Geschäftsjahr entsprechend der neuen Berichtsstruktur auf die neu nach Regionen definierten operativen Segmente aufgeteilt (siehe Kapitel 2.6.6.1), wobei bei der Ermittlung der Nutzungswerte der neu definierten ZGE regionenspezifische WACC-Sätze ermittelt und bei der Berechnung entsprechend berücksichtigt wurden.

Während im Vorjahr ein einheitlicher WACC von 7,8% verwendet wurde, werden im aktuellen Geschäftsjahr für folgende ZGE nachstehende WACC Sätze berücksichtigt:

ZGE Lighting Brands – Europa: WACC 7,9% ZGE Lighting Brands – MENA und Asien: WACC 10,2% ZGE Lighting Brands – Australien und Neuseeland: WACC 8,4% ZGE Lighting Brands – USA: WACC 7,4%

Bei der Ableitung der regionalen Zinssätze wurden vor allem Inflationsdifferenzen der jeweiligen Länder zum risikofreien Basiszinssatz, Länderrisikoprämien sowie unterschiedliche Steuersätze berücksichtigt.

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte dient als Vergleichsgröße der Nutzungswert, welcher in Form von Discounted Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit berechnet wird. Die Schätzungen der zukünftigen Mittelzuflüsse basieren auf internen Planungen, welche detailliert für das Jahr 2011/12 und mit geringen Vereinfachungen für weitere drei Jahre vorliegen. Für Perioden nach dem Detailplanungszeitraum wird eine regionenspezifische Wachstumsrate, welche die regionalen Inflationsunterschiede berücksichtigt, angewandt. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Die Schätzung der Cashflows erfolgt unter Berücksichtigung regionalspezifischer Annahmen über die Marktentwicklung. Die Kostenstrukturen werden dabei in der Regel auf Basis der Erfahrungswerte der Vergangenheit geplant und extrapoliert. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Selbst bei relativen Abweichungen der regional angewandten Wachstums- und WACC Sätze von mehr als 10% würde sich kein Wertminderungserfordernis ergeben.

Bei einer Erhöhung der regionenspezifischen WACC-Sätze ab 4,7% würde der Nutzungswert dem Buchwert der nach Regionen aufgeteilten Firmenwerte entsprechen.

Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Bei der versicherungsmathematischen Bewertung von Leistungen an Arbeitnehmer werden Annahmen über Zinssätze, erwartete Erträge aus Planvermögen, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Pensionsalter und Lebenserwartung getroffen.

>> Übrige Rückstellungen

Bei der Ermittlung von Restrukturierungsrückstellungen werden Annahmen zu Belegschaftsreduzierungen und damit einhergehenden Kosten sowie zu Kosten von Vertragsauflösungen getroffen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten basieren auf der Einschätzung des Managements bezüglich des möglichen Ausgangs der jeweiligen Rechtsstreitigkeit. Es wird eine Garantierückstellung basierend auf Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet. Die getroffenen Annahmen sind mit Unsicherheiten behaftet und die tatsächlichen Zahlungen können von den getroffenen Einschätzungen abweichen.

>> Aktive latente Steuern

Die Aktivierung latenter Steuern erfolgt auf Basis der erwarteten zukünftigen Steuersätze sowie der Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit. Eventuelle Steuersatzänderungen oder von den Annahmen abweichende zu versteuernde Einkommen können zu einer Abschreibung aktiver latenter Steuern führen.

>> Aktienoptionsprogramme

Bei der Ermittlung der Optionswerte nach der Black-Scholes-Methode werden Annahmen betreffend Zinssatz, erwarteter Volatilität und Dividendenpolitik getroffen.

Zum Bilanzstichtag sind keine bedeutsamen Fälle bekannt, die zu einer wesentlichen Abweichung des Buchwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld innerhalb des nächsten Geschäftjahres führen können.

Sondereffekte Sondereffekte

Sondereffekte sind gemäß IAS 1.98 gesondert anzugeben, wenn diese hinsichtlich ihrer betragsmäßigen Höhe, Art oder Seltenheit relevant für die Erklärung der Ertragskraft sind. Es handelt sich hierbei insbesondere um Ergebnisse aus nicht wiederkehrenden, einmaligen Ereignissen wie Restrukturierungen, wesentliche Prozesskosten, Veräußerungen nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie wesentliche Auflösungen von Rückstellungen und Wertminderungen von Vermögenswerten. Die gesonderte Angabe erfolgt im vorliegenden Konzernabschluss als "davon"-Vermerk in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen

Ertragsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Deckung von Aufwendungen werden in der Periode, in der sie gewährt werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag berücksichtigt. Soweit sie sich auf zukünftige Aufwendungen beziehen, werden sie über einen Passivposten abgegrenzt. Zuwendungen für Vermögenswerte werden planmäßig über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes erfolgswirksam erfasst.

2.6.3.3 Anpassung der Vorjahreszahlen

Fehlerkorrektur Fehlerkorrektur

Im Rahmen des Abschlusses des Geschäftsjahres 2010/11 erfolgte eine Fehlerkorrektur gemäß IAS 8.41. Die anschließend angeführten Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung wurden angepasst, weil die betreffenden im Vorjahr ausgewiesenen kurzfristigen Vermögenswerte eines englischen Gruppenmitglieds nicht vorhanden bzw. nicht in voller Höhe werthaltig waren. Der Gesamtbetrag dieser Anpassungen in der Bilanz zum 30. April 2010 beläuft sich auf TEUR 11.208. Davon wurden insgesamt im Geschäftsjahr 2009/10 TEUR 2.720 erfolgswirksam korrigiert. Der verbleibende Rest in Höhe von TEUR 8.488 entfällt auf frühere Geschäftsjahre und wurde zum 1. Mai 2009 im Eigenkapital verrechnet.

Aufgabe des Bereichs Eventbeleuchtung des Bereichs

Des Weiteren wurde eine Anpassung der Vorjahreswerte gemäß IFRS 5 aufgrund der Aufgabe des Bereiches Eventbeleuchtung im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 vorgenommen (siehe auch Kapitel 2.6.4.7).

Umgliederung von Verwaltungskosten von

Um die Aussagekraft des Abschlusses weiter zu verbessern und um eine Vereinheitlichung mit der internen Berichtsstruktur zu erreichen, werden die Kosten der dezentralen Geschäftsleitungen nicht mehr unter den Verwaltungskosten, sondern verursachungsgerecht unter den Kosten der umgesetzten Leistung bzw. den Vertriebskosten dargestellt. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst (siehe auch Kapitel 2.6.4.2).

Überleitung der Anpassung der Vorjahreszahlen Anpassung der Vorjahreszahlen

Nachfolgend sind die Überleitungen der im Vorjahr veröffentlichten Werte der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung des Geschäftsjahres 2009/10 zu den in diesem Bericht veröffentlichten Werten des Geschäftsjahres 2009/10 – differenziert nach den jeweiligen Anpassungsgründen – dargestellt.

>> Überleitung der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2009/10

in TEUR 2009/10
(veröffentlicht)
Fehler
korrektur
Aufgabe Event
Beleuchtung
Umgliederung
Verwaltungs
kosten
2009/10
*angepasst
Umsatzerlöse 1.117.301 -2.653 1.114.648
Kosten der umgesetzten Leistungen -732.057 -2.635 3.597 -16.630 -747.725
Bruttoergebnis vom Umsatz 385.244 -2.635 944 -16.630 366.923
Vertriebskosten -275.285 -85 1.276 -13.095 -287.189
Verwaltungskosten -70.002 294 29.725 -39.983
Sonstiges betriebliches Ergebnis -85.133 13.064 -72.069
davon Sondereffekte -96.692 12.954 -83.738
Betriebsergebnis -45.176 -2.720 15.578 0 -32.318
Zinsaufwand -10.187 253 -9.934
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge -6.749 14 -6.735
Finanzergebnis -15.784 0 267 0 -15.517
Ergebnis vor Ertragsteuern -60.960 -2.720 15.845 0 -47.835
Ergebnis aus fortzuführenden Bereichen -66.925 -2.720 15.845 0 -53.800
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen -112 -15.845 -15.957
Jahresergebnis -67.037 -2.720 0 0 -69.757
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens
zuordenbar
-67.225 -2.720 0 0 -69.945

>> Überleitung der Bilanz des Geschäftsjahres 2009/10

in TEUR 30. April 2010
(veröffentlicht)
Fehler
korrektur
30.April 2010
*angepasst
Vorräte 146.077 -25 146.052
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 173.649 -1.064 172.585
Übrige Vermögenswerte 32.603 -103 32.499
Finanzanlagen 16.706 0 16.706
Liquide Mittel 97.308 -9.467 87.841
Kurzfristiges Vermögen 466.343 -10.660 455.683
VERMÖGEN 983.497 -10.660 972.837
Gewinnrücklagen -28.326 -8.488 -36.814
Jahresergebnis -67.225 -2.720 -69.945
Kapital der Anteilseigner der Muttergesellschaft 347.796 -11.208 336.588
Eigenkapital 351.621 -11.208 340.413
Übrige Verbindlichkeiten 114.186 549 114.735
Kurzfristige Schulden 303.597 549 304.146
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 983.497 -10.660 972.837

69

Überleitung der Kapitalflussrechnung des Geschäftsjahres 2009/10

in TEUR 2009/10
(veröffentlicht)
Fehler
korrektur
Aufgabe Event
Beleuchtung
2009/10
*angepasst
Betriebsergebnis aus fortzuführenden und aufgegebenen Bereichen -45.288 -2.720 -267 -48.275
Abschreibungen und Amortisierungen 122.703 -9.551 113.152
Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen 665 -9 656
Ergebnis aus der Aufgabe von Geschäftsbereichen -472 15.314 14.842
Cashflow aus dem operativen Ergebnis 77.608 -2.720 5.487 80.375
Vorräte 10.105 -1 974 11.078
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 6.696 645 -533 6.808
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 17.682 -90 17.592
Erhaltene Anzahlungen 552 -34 518
Veränderung des Working Capital 35.035 644 317 35.996
Langfristige Rückstellungen -5.715 29 -5.686
Kurzfristige Rückstellungen -1.291 -3.201 -4.492
Übrige lang- und kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -16.539 -18 -3.824 -20.381
Veränderungen der sonstigen operativen Positionen -23.545 -18 -6.996 -30.559
Bezahlte Steuern -7.135 314 -6.821
Cashflow aus dem operativen Geschäft 81.963 -2.094 -878 78.991
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 5.830 -116 5.714
Auszahlungen für Anlagenzugänge -49.391 700 -48.691
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -42.804 0 584 -42.220
FREIER CASHFLOW 39.159 -2.094 -294 36.771
Veränderung der lang- und kurzfristigen Finanzschulden -584 286 -298
Bezahlte/Vereinnahmte Zinsen -6.562 6 -6.556
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -7.542 0 292 -7.250
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 6.594 -199 6.395
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDES 38.211 -2.293 -2 35.916
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 55.953 -7.171 48.782
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 94.164 -9.466 84.698
Veränderung 38.211 -2.295 35.916

Die Anpassung der Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung sowie der Eigenkapitalveränderungrechnung ergibt sich direkt aus den hier dargestellten Überleitungen und wird daher in diesem Abschnitt nicht mehr separat dargestellt.

Die Auswirkungen der Fehlerkorrektur auf das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie des Vorjahres sind unwesentlich.

2.6.4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

2.6.4.1 Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen sind Erlösschmälerungen (vornehmlich Kundenskonti) in Höhe von TEUR 48.954 (VJ TEUR 43.791) enthalten. Die Bruttoumsatzerlöse belaufen sich auf TEUR 1.277.158 (VJ TEUR 1.158.439).

2.6.4.2 Aufwandsarten

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. In den Kosten der umgesetzten Leistungen (inkl. Entwicklungskosten), Vertriebskosten (inkl. Forschungskosten) und Verwaltungskosten sowie im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind folgende Aufwandsarten und Erträge enthalten:

Geschäftsjahr 2010 2010/11

in TEUR Kosten der
umgesetzten
Leistungen
Vertriebs
kosten
Verwaltungs
kosten
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
Summe
Materialaufwand -517.448 -4.863 -58 0 -522.369
Personalaufwand -209.839 -156.811 -27.708 -3.106 -397.464
Abschreibungen -42.898 -5.510 -803 -2.339 -51.550
Sonstiger Aufwand -74.135 -131.646 -14.847 3.015 -217.613
Aktivierte Eigenleistungen 15.263 489 17 0 15.769
Interne Verrechnung 6.610 -12.199 5.608 -19 0
Summe Aufwände -822.447 -310.540 -37.791 -2.449 -1.173.227
Sonstige Erträge 4.581 5.372 1.289 9.784 21.026
Summe -817.866 -305.168 -36.502 7.335 -1.152.201

Geschäftsjahr 2009/10 2009/10

in TEUR Kosten der
umgesetzten
Leistungen
Vertriebs
kosten
Verwaltungs
kosten
Sonstiges
betriebliches
Ergebnis
Summe
Materialaufwand -482.642 -4.849 -236 -56 -487.783
Personalaufwand -189.388 -143.201 -26.988 -7.357 -366.934
Abschreibungen -38.124 -5.741 -894 -68.393 -113.152
Sonstiger Aufwand -70.757 -126.381 -17.419 -8.735 -223.292
Aktivierte Eigenleistungen 15.250 0 35 0 15.285
Interne Verrechnung 5.938 -10.463 4.646 -121 0
Summe Aufwände -759.723 -290.635 -40.856 -84.662 -1.175.876
Sonstige Erträge 11.998 3.446 873 12.593 28.910
Summe -747.725 -287.189 -39.983 -72.069 -1.146.966

Im Materialaufwand sind Kosten für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 21.287 (VJ TEUR 18.405) enthalten.

Der im sonstigen betrieblichen Ergebnis in der Kategorie "Sonstiger Aufwand" ausgewiesene positive Betrag in Höhe von TEUR 3.015 resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 3.477.

Die aktivierten Eigenleistungen in den Vertriebskosten im Geschäftsjahr 2010/11 betreffen im Wesentlichen den Umbau von zwei Kundenschauräumen in Österreich und Deutschland.

Um die Aussagekraft des Abschlusses weiter zu verbessern, werden die Kosten der dezentralen Geschäftsleitungen nicht mehr unter den Verwaltungskosten, sondern verursachungsgerecht unter den Kosten der umgesetzten Leistungen bzw. den Vertriebskosten dargestellt. Diese Kosten enthalten neben Personalkosten auch zugeordnete Gemeinkosten. Im Rahmen der Anpassung des Vorjahres wurden daher Aufwendungen in Höhe von TEUR 29.725 von den Verwaltungskosten zu den Kosten der umgesetzten Leistungen (TEUR 16.630) bzw. zu den Vertriebskosten (TEUR 13.095) umgegliedert.

In den sonstigen Erträgen sind Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 4.493 (VJ TEUR 2.276) enthalten, wobei es sich hauptsächlich um Forschungsförderungen handelt. Davon werden TEUR 2.801 (VJ 905) im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

In den Kosten der umgesetzten Leistungen sind Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 46.322 (VJ TEUR 37.764) enthalten. Die im aktuellen Geschäftsjahr aktivierten Entwicklungskosten belaufen sich auf insgesamt TEUR 14.086 (VJ 14.130), die planmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten beträgt TEUR 10.356 (VJ TEUR 8.417), außerplanmäßig wurden TEUR 1.552 (VJ TEUR 1.586) abgeschrieben.

In den Verwaltungskosten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.460(VJ TEUR 1.370) für Prüfungsleistungen des KPMG Netzwerks in der Zumtobel Gruppe enthalten.

In den Vertriebskosten ist Forschungsaufwand in Höhe von TEUR 2.258 (VJ TEUR 2.047) enthalten.

In den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2010/11 2009/10
Löhne -78.227 -70.421
Gehälter -223.385 -207.127
Aufwendungen für Abfertigungen -3.268 -669
Aufwendungen für Altersvorsorge -3.947 -3.485
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und
Pflichtbeiträge -60.459 -56.758
Sonstige Sozialaufwendungen -11.772 -10.726
Leiharbeiter -13.225 -10.287
Aufwendungen aus Restrukturierungen -3.181 -7.461
Personalaufwand -397.464 -366.934

2.6.4.3 Sonstiges betriebliches Ergebnis

in TEUR 2010/11 2009/10
Förderungen der öffentlichen Hand 2.801 905
Lizenzeinnahmen 6.958 11.387
Sondereffekte -2.386 -83.738
Wertminderungen von Anlagevermögen (einschließlich Firmenwerte) -4.311 -68.504
Zuschreibungen zu Anlagevermögen 1.972 0
Restrukturierungen -3.351 -11.218
Veräußerungsverluste -173 -26
Rechtsstreitigkeiten 3.477 -3.990
Sonstiges -38 -623
Summe 7.335 -72.069

Die Förderungen der öffentlichen Hand stellen zur Gänze ertragswirksam vereinnahmte Zuschüsse dar.

Die Position Lizenzeinnahmen enthält überwiegend Einnahmen aus dem LED-Geschäft, wobei rund TEUR 3.000 aus einer einmaligen Lizenznutzungsvereinbarung resultieren.

Im Vorjahr sind die Lizenzeinnahmen ebenfalls einmalig außergewöhnlich hoch ausgefallen, da die Zumtobel Gruppe im Mai 2009 mit dem Philips Konzern einen umfassenden, weltweiten Patentaustauschvertrag (cross-licensing) über gegenwärtige und zukünftige Patente in den Bereichen Beleuchtungstechnik und LED abgeschlossen hat. Seitens der Zumtobel Gruppe besteht aus diesem Vertrag eine Verpflichtung zu laufenden umsatzabhängigen Lizenzzahlungen an den Philips-Konzern. Diese sind unter den Kosten der umgesetzten Leistungen erfasst.

Unter den Sondereffekten gemäß IAS 1 sind folgende wesentliche Positionen enthalten:

Der unter der Position "Wertminderungen von Anlagevermögen" ausgewiesene Betrag beinhaltet im Wesentlichen eine im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung auf Gegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 2.759. Diese Abschreibung entfällt auf Fabriksanlagen und Maschinen betreffend die Fertigung von magnetischen Betriebsgeräten im Components Segment. Der Abschreibungsbedarf ergibt sich aufgrund der Rückläufigkeit der Nachfrage für magnetische Betriebsgeräte in Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen, welche die Profitabilität dieser Produktgruppe zuletzt außerordentlich stark belastet haben. Weiters wurden im Geschäftsjahr 2010/11, basierend auf den Ergebnissen entsprechender Werthaltigkeitstests, außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten im Ausmaß von TEUR 1.552 vorgenommen.

Die Position "Zuschreibungen zu Anlagevermögen" beinhaltet eine Zuschreibung zu einem Gebäude in Höhe von TEUR 1.972, da der Grund für die im Geschäftsjahr 2008/09 vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung weggefallen ist.

In den "Wertminderungen von Anlagevermögen" des Vorjahres sind im Wesentlichen die Firmenwertabschreibungen der "Thorn Lighting Gruppe" in Höhe von TEUR 66.630 und von "Thorn India" in Höhe von TEUR 470 enthalten.

Die Restrukturierungsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Umzug eines Vertriebsbüros in Großbritannien (TEUR 2.518) sowie Rationalisierungsmaßnahmen in der Leuchtenproduktion in Landskrona/Schweden (TEUR 816). Die im Vorjahr ausgewiesenen Aufwendungen betreffen das in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2008/09 als Reaktion auf die Wirtschaftskrise gestartete umfassende Kostenreduzierungsprogramm.

Die ausgewiesenen "Veräußerungsverluste" des Geschäftsjahres 2010/11 resultieren zur Gänze aus dem vorzeitigen Abgang von immateriellen Vermögensgegenständen, was zu einem Abgangsverlust in Höhe von TEUR 173 führte.

Im Geschäftsjahr 2010/11 ist es aufgrund einer außergerichtlichen Einigung zur Auflösung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 3.477 gekommen.

Die Zeile "Sonstiges" betrifft den Saldo aus Aufwendungen und Erträgen aus der normalen Geschäftstätigkeit, die anderen Funktionsbereichen nicht eindeutig zugeordnet werden können.

2.6.4.4 Zinsergebnis

Im Zinsaufwand sind vor allem Zinsen und Spesen für den laufenden Kreditvertrag enthalten. In einem kaum veränderten Marktumfeld mit annähernd gleichem Zinsniveau wie im Vorjahr haben sich die Zinsaufwendungen und die Zinserträge durch ein beinahe gleich bleibendes Schuldenprofil im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig geändert. Im Zinsergebnis sind Zinsen aus dem Leasingvertrag für die Fabrik in England in Höhe von TEUR 1.889 (VJ TEUR 1.801) enthalten.

2.6.4.5 Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge

in TEUR 2010/11 2009/10
Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen -3.450 -4.151
Fremdwährungsergebnis -2.349 642
Marktbewertung von Finanzinstrumenten -2.989 -3.225
Veräußerungsgewinne/-verluste 17 -1
Summe -8.771 -6.735

Das Fremdwährungsergebnis enthält zum Großteil nicht realisierte Verluste aus der Bewertung offener Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung.

Die Position "Marktbewertung von Finanzinstrumenten" zeigt das Ergebnis aus der Bewertung von Devisentermingeschäften mit den jeweiligen Marktwerten zum Abschlussstichtag.

2.6.4.6 Ertragsteuern

Die Aufteilung der Ertragsteuern auf laufende und latente Steuern ist wie folgt:

in TEUR 2010/11 2009/10
Laufende Steuern -8.487 -3.265
davon laufendes Jahr -8.147 -3.640
davon vergangene Jahre -340 375
Latente Steuern 1.535 -2.700
Ertragsteuern -6.952 -5.965

Der tatsächliche Steuersatz stellt einen gewichteten Durchschnitt aller im Konsolidierungskreis enthaltenen Gesellschaften dar und beträgt 12%. Im Vorjahr war das Ergebnis vor Steuern negativ, aufgrund der unterschiedlichen steuerlichen Ergebnisse in den einzelnen Jurisdiktionen wurden aber dennoch Steuern bezahlt. Die Anpassungen aufgrund IAS 8.41 haben keine Auswirkungen im Ertragsteueraufwand, da die englischen Gesellschaften in einer Steuergruppe veranlagt werden und über hohe nicht aktivierte temporäre Differenzen verfügen.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand im Konzern stellen sich folgendermaßen dar:

Differenz rechnerischer / ausgewiesener Ertragsteue Ertragsteueraufwand Ertragsteueraufwand raufwand

in TEUR 2010/11 2009/10
Ergebnis vor Ertragsteuern 59.792 -47.835
Rechnerischer Ertragsteuerertrag (-aufwand), der sich aus dem inländischen Steuersatz von 25% ergibt -14.948 11.959
Differenz rechnerischer / ausgewiesener Ertragsteueraufwand -7.996 17.924
Steuermehrungen -12.493 -26.826
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -5.333 -21.084
Ausländische Steuersätze -1.949 -2.551
Nachzahlungen -513 -178
Sonstige Posten -4.698 -3.013
Steuerminderungen 9.376 10.716
Investitionsbegünstigungen und Forschungsförderung -1 318
Ausländische Steuersätze 2.616 3.642
Steuerfreie Erträge 1.398 1.576
Sonstige Posten 5.363 5.180
Bewertungsabschläge für latente Steuern 11.113 -1.814
Gesamter Ertragsteueraufwand -6.952 -5.965

2.6.4.7 Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen

Das Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen beinhaltet die Effekte aus dem im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 aufgegebenen Bereich der Eventbeleuchtung. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

Das Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen betreffend Eventbeleuchtung stellt sich wie folgt dar:

2010/11 2009/10
Umsatzerlöse 1.894 2.653
laufende Aufwendungen -3.335 -5.277
außerplanmäßige Aufwendungen 0 -12.954
Betriebsergebnis -1.441 -15.578
Finanzergebnis -71 -267
Ergebnis aus aufgegebenen Bereichen -1.512 -15.845

In den außerplanmäßigen Aufwendungen des Vorjahres sind im Wesentlichen eine Abschreibung des Gebäudes in Italien (TEUR 4.720), eine Abschreibung der Marke "SpaceCannon" (TEUR 3.415), eine Abschreibung des Firmenwertes "SpaceCannon" (TEUR 1.221) und die Dotierung einer Garantierückstellung (TEUR 3.200) enthalten.

Ferner ist im Vorjahr noch ein nachträglicher Effekt aus dem Ende des Geschäftsjahres 2008/09 aufgegebenen Bereich der Wohnraumleuchten (TEUR 112) ausgewiesen.

2.6.4.8 Ergebnis je Aktie

Für die Berechnung der Kennzahl "Ergebnis je Aktie" wurde das Jahresergebnis herangezogen.

Aus den Gewinnrücklagen und dem Konzernergebnis kann maximal jener Betrag an die Aktionäre ausgeschüttet werden, der unter dem Posten "Bilanzgewinn" im nach österreichischem Unternehmensrecht aufgestellten Einzelabschluss der Zumtobel AG ausgewiesen ist (TEUR 28.885; VJ TEUR 7.000 – siehe auch Kapitel 2.6.8.5).

Überleitung der Anzahl ausstehender Zumtobel Aktien (in 1.000 Stk.):

Geschäftsjahr 2010 2010/11

in 1000 Stk. Stichtag Durchschnitt
1. Mai 2010 42.725 42.725
Aktienoptionen – Ausübungen 90 62
30. April 2011 42.815 42.787

Geschäftsjahr 2009/10 2009/10

in 1000 Stk. Stichtag Durchschnitt
1. Mai 2009 42.713 42.713
Aktienoptionen – Ausübungen 12 2
30. April 2010 42.725 42.715

2.6.5 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

2.6.5.1 Währungsdifferenzen

Die Währungsdifferenzen resultieren aus der Differenz des zum Erstkonsolidierungsstichtag vorliegenden historischen Umrechnungskurses und des aktuellen Stichtagskurses am Bilanzstichtag der nicht in Euro berichtenden Gesellschaften sowie aus der Differenz der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs und dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag. Ebenso in den Währungsdifferenzen berücksichtigt ist die währungsbedingte Anpassung der Firmenwerte in Höhe von TEUR 418. Im Vorjahr wurde auf dieser Position vor allem aufgrund der retrospektiven Anwendung von IAS 21 und der damit verbundenen Anpassungen in Zusammenhang mit der Bewertung der Firmenwerte ein Betrag von TEUR 22.898 ausgewiesen. In der Währungsrücklage ist überdies ein Währungseffekt resultierend aus Minderheitenanteilen in Höhe von TEUR 293 enthalten.

2.6.5.2 Währungsdifferenzen aus Darlehen

Die Währungsdifferenzen aus Darlehen in Höhe von TEUR -932 (VJ TEUR 4.474) betreffen langfristige Konzerndarlehen in SEK und GBP, welche gemäß IAS 21 als Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe zu qualifizieren sind.

2.6.5.3 Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn

Der versicherungsmathematische Verlust betrifft im Wesentlichen die Rückstellung für Pensionen in Großbritannien und ergibt sich hauptsächlich aus einem Anstieg des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) infolge der Verwendung von niedrigeren Zinssätzen und einer Anpassung der Sterbetafeln. Der versicherungsmathematische Verlust des Vorjahres ist ebenso großteils auf die Zinssatz- und Sterbetafeländerung in Großbritannien zurückzuführen.

2.6.5.4 Steuern

Die Veränderung des Vorjahres resultiert im Wesentlichen (TEUR 15.674) aus der Abwertung von aktiven latenten Steuern im Zusammenhang mit IAS 19, die in den Vorjahren aufgrund versicherungsmathematischer Verluste im Zusammenhang mit der Pensionsrückstellung in Großbritannien gebildet worden waren und welchen mittelfristig keine ausreichenden steuerlichen Gewinne zur Kompensation gegenüberstehen.

2.6.6 Erläuterungen zur Bilanz

2.6.6.1 Firmenwerte

in TEUR "ZGE Lighting
Brands -
Europe"
"ZGE Lighting
Brands -
MENA und
Asien"
"ZGE Lighting
Brands -
Australien und
Neuseeland"
"ZGE Lighting
Brands - USA"
"Tridonic
Jennersdorf"
Summe
30. April 2010 154.445 10.970 11.029 5.285 1.722 183.451
Währungseffekte 355 25 26 12 0 418
30. April 2011 154.800 10.995 11.055 5.297 1.722 183.869

Der Firmenwert der "Thorn Lighting Gruppe" & "Staff Gruppe", welcher der Region Europa zugeordnet war, ist nun im aktuellen Geschäftsjahr nach Regionen aufgeteilt (siehe Kapitel 2.6.12).

Die Firmenwerte sind folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet:

"ZGE Lighting Brands – Europa" "ZGE Lighting Brands – MENA und Asien" "ZGE Lighting Brands – Australien und Neuseeland" "ZGE Lighting Brands – USA" "Tridonic Jennersdorf"

Die Allokation des "Thorn Lighting Gruppe"-Firmenwerts auf neue ZGE ist aufgrund einer Änderung der Reportingstruktur im Geschäftsjahr 2010/11 erforderlich. Die nunmehrige Überwachung der Ergebnisse mittels der nach Regionen aufgegliederten Finanzinformationen führt gemäß IAS 36.87 auch zu einer entsprechenden Neuzuordnung des Firmenwerts auf Basis der relativen beizulegenden Zeitwerte der ZGE.

Die Geschäftsjahre 2008/09 und 2009/10 waren geprägt von den massiven Auswirkungen der größten globalen Rezession seit mehr als 60 Jahren. Hiervon war das spätzyklische Leuchtengeschäft der Zumtobel Gruppe besonders betroffen. In diesem Zusammenhang erfolgte im Vorjahr eine Firmenwertabschreibung in Höhe von TEUR 66.630. Die kumulierten Firmenwertabschreibungen des aufgeteilten Firmenwertes der "Thorn Lighting Gruppe" aus Vorperioden betragen TEUR 338.278.

Des Weiteren wurden im Vorjahr die Firmenwerte der "Thorn India" in Höhe von TEUR 470 und der "SpaceCannon" in Höhe von TEUR 1.221 zur Gänze abgeschrieben.

2.6.6.2 Übrige immaterielle Vermögenswerte

Die Veränderung dieser Position stammt im Wesentlichen aus der Aktivierung von Entwicklungsprojekten.

Geschäftsjahr 2010/11 2010/11

in TEUR Patente, Lizenzen
und ähnliche
Entwicklungskosten
und ähnliche
Summe
Anschaffungskosten
30. April 2010 39.641 67.744 107.385
Währungsumrechnung -7 433 426
Zugänge 1.453 14.651 16.104
Abgänge -4.432 -2.048 -6.480
Umbuchungen 86 0 86
30. April 2011 36.741 80.780 117.521
Kumulierte Abschreibung
30. April 2010 -32.746 -25.726 -58.472
Währungsumrechnung -32 -69 -101
Planmäßige Abschreibung -2.312 -10.385 -12.697
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -1.552 -1.552
Abgänge 4.421 1.698 6.119
30. April 2011 -30.669 -36.034 -66.703
Nettobuchwert 30. April 2010 6.895 42.018 48.913
Nettobuchwert 30. April 2011 6.072 44.746 50.818

Entwicklungskosten und ähnliche Entwicklungskosten und

In dieser Position sind die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte gemäß IAS 38 enthalten. Die Zugänge zu Anschaffungskosten sind nahezu zur Gänze den aktivierten Entwicklungskosten (TEUR 14.086, VJ TEUR 14.130) zuzurechnen. Bei den Entwicklungsprojekten handelt es sich um Produktentwicklungen im Leuchten- und Vorschaltgerätebereich, wovon zum Bilanzstichtag TEUR 12.124 (VJ TEUR 12.540) noch nicht zum Gebrauch verfügbar sind.

Die außerplanmäßige Abschreibung betrifft zur Gänze Entwicklungskosten.

Geschäftsjahr 2009/10 2009/10

Patente, Lizenzen Entwicklungskosten Summe
in TEUR und ähnliche und ähnliche
Anschaffungskosten
30. April 2009 38.772 54.886 93.658
Währungsumrechnung 148 634 782
Zugänge 1.582 14.130 15.712
Abgänge -861 -1.906 -2.767
Umbuchungen -1 0 -1
30. April 2010 39.641 67.744 107.385
Kumulierte Abschreibung
30. April 2009 -27.797 -16.192 -43.989
Währungsumrechnung -79 -258 -337
Planmäßige Abschreibung -2.737 -8.417 -11.154
Außerplanmäßige Abschreibung -3.415 -1.351 -4.766
Abschreibung in aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 -235 -235
Abgänge 1.282 727 2.009
30. April 2010 -32.746 -25.726 -58.472
Nettobuchwert 30. April 2009 10.975 38.694 49.669
Nettobuchwert 30. April 2010 6.895 42.018 48.913

Die außerplanmäßige Abschreibung des Vorjahres betrifft die Abschreibung der Marke "SpaceCannon" (TEUR 3.415) sowie die Abschreibung von Entwicklungskosten (TEUR 1.351) aufgrund der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen.

2.6.6.3 Sachanlagen

Geschäftsjahr 2010/11 2010/11

Land & Gebäude Fabriksanlagen & Sonstiges Anlagen in Bau & Summe
in TEUR Maschinen Anlagevermögen geleistete
Anzahlungen
Anschaffungskosten
30. April 2010 203.465 370.176 107.755 14.058 695.454
Währungsumrechnung 689 827 1.144 -69 2.591
Zugänge 4.822 6.881 6.776 22.721 41.200
Abgänge -3.269 -6.167 -7.579 -2.962 -19.977
Umbuchungen 860 18.354 3.259 -22.559 -86
30. April 2011 206.567 390.071 111.355 11.189 719.182
Kumulierte Abschreibung
30. April 2010 -81.926 -290.753 -88.428 -2.962 -464.069
Währungsumrechnung -704 -605 -972 0 -2.281
Planmäßige Abschreibung -7.049 -22.046 -7.451 0 -36.546
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -2.759 0 0 -2.759
Zuschreibungen zu Anlagevermögen 2.004 0 0 0 2.004
Abgänge 2.757 5.310 7.283 2.962 18.312
30. April 2011 -84.918 -310.853 -89.568 0 -485.339
Nettobuchwert 30. April 2010 121.539 79.423 19.327 11.096 231.385
Nettobuchwert 30. April 2011 121.649 79.218 21.787 11.189 233.843

Die Umbuchungen bei den Anschaffungskosten betreffen die Umgliederungen von Anlagen in Bau zu den anderen Anlagenklassen.

Im Rahmen des Konsortialkreditvertrages wurden keine Sachanlagen als Sicherheiten verpfändet.

Ferner bestehen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 6.115 (VJ TEUR 3.234). Diese teilen sich auf wie folgt: Land und Gebäude TEUR 1.436 (VJ TEUR 19), Fabriksanlagen und Maschinen TEUR 3.643 (VJ TEUR 2.875), sonstiges Anlagevermögen TEUR 1.036 (VJ TEUR 340).

Die Position "Anlagen in Bau und geleistete Anzahlungen" teilt sich auf wie folgt: Land und Gebäude TEUR 527 (VJ TEUR 2.569), Fabriksanlagen und Maschinen TEUR 10.276 (VJ TEUR 8.173), sonstiges Anlagevermögen TEUR 386 (VJ TEUR 354).

Die außerplanmäßige Abschreibung betrifft Fabriksanlagen und Maschinen im Bereich der Fertigung von magnetischen Betriebsgeräten und wird im Kapitel 2.6.4.3 detaillierter erläutert.

Geschäftsjahr 2009/10 2009/10

Land & Gebäude Fabriksanlagen &
Maschinen
Sonstiges
Anlagevermögen
Anlagen in Bau &
geleistete
Summe
in TEUR Anzahlungen
Anschaffungskosten
30. April 2009 197.438 351.665 104.272 11.958 665.333
Währungsumrechnung 4.150 6.909 2.304 225 13.588
Konsolidierungskreisänderung 0 0 250 0 250
Zugänge 3.317 7.920 5.350 17.092 33.679
Abgänge -1.849 -10.022 -5.525 0 -17.396
Umbuchungen 409 13.704 1.104 -15.217 0
30. April 2010 203.465 370.176 107.755 14.058 695.454
Kumulierte Abschreibung
30. April 2009 -73.412 -273.930 -84.564 0 -431.906
Währungsumrechnung -1.463 -5.380 -1.639 0 -8.482
Konsolidierungskreisänderung 0 0 -136 0 -136
Planmäßige Abschreibung -6.702 -19.797 -7.191 0 -33.690
Außerplanmäßige Abschreibung -1.758 -18 -33 -2.962 -4.771
Abgänge 1.409 8.372 5.135 0 14.916
30. April 2010 -81.926 -290.753 -88.428 -2.962 -464.069
Nettobuchwert 30. April 2009 124.026 77.735 19.708 11.958 233.427
Nettobuchwert 30. April 2010 121.539 79.423 19.327 11.096 231.385

Die Veränderung bei den Konsolidierungskreisänderungen der Sachanlagen ist im Zusammenhang mit dem Methodenwechsel bei der Gesellschaft Thorn Gulf gestanden, welche vorher als assoziiertes Unternehmen bilanziert wurde.

Im Vorjahr wurde aufgrund von Werthaltigkeitsüberprüfungen ein Gebäude in Italien um TEUR 4.720 außerplanmäßig abgeschrieben. Die Abwertung betrifft mit TEUR 1.758 die Position "Land und Gebäude" und mit TEUR 2.962 "Anlagen in Bau und geleistete Anzahlungen".

2.6.6.4 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Bei sechs Unternehmen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, handelt es sich um assoziierte Unternehmen. Es besteht auf wesentliche Bereiche der Finanz- oder Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss, diese werden jedoch nicht beherrscht. Daher werden diese Unternehmen "at-equity" in den Konzernabschluss einbezogen.

Staff Iberica Tridonic South
Africa
OLED GmbH
& Co KG
OLED
Verwaltungs
GmbH
Thorn Gulf z
werkzeugbau
gmbh
Summe
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 60,00% 30,00%
30. April 2009 2.559 1.207 0 0 3.182 913 7.861
Zugänge 0 0 935 6 0 0 941
Methodenwechsel 0 0 0 0 -3.182 0 -3.182
Jahresergebnis -145 82 -416 -1 0 -13 -493
Außerplanmäßige Abschreibung 0 0 0 0 0 -900 -900
Dividenden 0 -276 0 0 0 0 -276
Währungsumrechnung 0 161 0 0 0 0 161
30. April 2010 2.414 1.174 519 5 0 0 4.112
Kapitalerhöhungen 0 0 1.403 0 0 0 1.403
Jahresergebnis 75 9 -505 1 0 0 -421
Dividenden 0 -211 0 0 0 0 -211
Währungsumrechnung 0 7 0 0 0 0 7
30. April 2011 2.488 978 1.417 6 0 0 4.889

Der Anteil am Eigenkapital an der OLED GmbH & CO KG beträgt 51%, während der Anteil am Ergebnis 85% beträgt. Ein beherrschender Einfluss besteht nicht, da die Geschäftsführung dieser Gesellschaft der OLED Verwaltungs GmbH obliegt, an deren Eigenkapital die Zumtobel Gruppe mit nur 49% beteiligt ist und daher weder einen beherrschenden Einfluss auf die OLED Verwaltungs GmbH noch auf die OLED GmbH & CO KG ausüben kann.

Die Gesellschaft Thorn Gulf LLC, Dubai, wurde bis zum 30. April 2009 nach der Equity-Methode im Konzernabschluss berücksichtigt. Thorn Gulf LLC, Dubai wurde beginnend mit 1. Mai 2009 aufgrund der Veränderung in der Stimmrechtsstruktur und der nunmehr vorliegenden Beherrschung vollkonsolidiert.

Im Zuge der Veräußerung des Teilbereichs "Werkzeugbau" im Jahr 2005 ist ein Zwischengewinn in Höhe von TEUR 2.600 entstanden, der in einer passiven Rechnungsabgrenzungsposition eingestellt wurde und nun im Finanzergebnis (Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen) zur Gänze amortisiert wurde (Buchwert TEUR 0; VJ TEUR 433). Die Mehrheitseigentümer der z-werkzeugbau gmbh haben im dritten Quartal 2009/10 die Option auf die restlichen 30% der Gesellschaft ausgeübt. Die Übertragung der Anteile ist noch nicht erfolgt.

Die "at-equity"-Bewertung der Lexedis Lighting GmbH wird aufgrund der bisher angesammelten Verluste ausgesetzt. Der im laufenden Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete Gewinn wird den Verlusten gegenübergestellt. Übersteigen die Gewinne die angesammelten Verluste, wird die Bewertung wieder aufgenommen.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010/11 2009/10
Jahresergebnis -421 -493
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -900
Zwischengewinn Veräußerung Werkzeugbau 433 434
Summe 12 -959

Zum Bilanzstichtag bestehen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 2.356 (VJ TEUR 1.963), es waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen. Zwischen den jeweiligen Muttergesellschaften und den "at-equity" bilanzierten Gesellschaften bestehen operative Liefer- und Leistungsbeziehungen.

Nachfolgend die wichtigsten anteiligen Kennzahlen der assoziierten Unternehmen:

Staff Iberica Tridonic South
Africa
OLED GmbH
& Co KG
OLED
Verwaltungs
GmbH
z
werkzeugbau
gmbh
Lexedis
Lighting
GmbH
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 30,00% 50,00%
30. April 2011
Vermögen 3.441 1.382 872 12 2.006 1.506
Schulden 953 404 59 0 1.667 2.984
Eigenkapital 2.488 978 813 12 339 -1.478
Umsatzerlöse 3.389 2.419 57 0 4.192 7.492
Jahresergebnis 75 9 -505 0 -171 71
Staff Iberica Tridonic South
Africa
OLED GmbH
& Co KG
OLED
Verwaltungs
GmbH
z
werkzeugbau
gmbh
Lexedis
Lighting
GmbH
in TEUR 50,00% 49,99% 51,00% 49,00% 30,00% 50,00%
30. April 2010
Vermögen 3.066 1.487 384 6 3.362 1.964
Schulden 652 313 84 -6 2.670 3.514
Eigenkapital 2.414 1.174 300 12 692 -1.550
Umsatzerlöse 2.168 2.144 32 0 1.870 7.482
Jahresergebnis -145 82 -416 -1 -13 20

Im Zusammenhang mit Anteilen an assoziierten Unternehmen ist eine latente Steuerschuld in Höhe von TEUR 245 (VJ TEUR 400) angefallen, welche gemäß IAS 12.39 nicht bilanziert wurde.

2.6.6.5 Finanzielle Vermögenswerte

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der alten Fabrik in Spennymoor im Dezember 2008 im Ausmaß von TEUR 3.992 (VJ TEUR 7.948). Der Verkaufserlös in Höhe von GBP 20,4 Mio wird in 5 Jahresraten bezahlt. Die dritte Rate in Höhe von GBP 3,4 Mio wurde im März 2011 überwiesen. Die Forderung ist mit einer Hypothek auf die veräußerte Liegenschaft besichert. Im Vorjahr war unter dieser Position noch die langfristige Komponente aus dem Cross-Licence-Vertrag mit dem Philips-Konzern enthalten.

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen den kurzfristigen Teil des Veräußerungserlöses aus dem Verkauf der Fabrik in Spennymoor (TEUR 4.232) sowie die kurzfristige Komponente des Cross-Licence-Vertrages mit dem Philips-Konzern.

Bezüglich einer Detailaufstellung wird auf Kapitel 2.6.10.1 verwiesen.

2.6.6.6 Übrige Vermögenswerte

Die übrigen lang- und kurzfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Deckungskapital Gruppenlebensversicherung 3.488 3.350
Sonstige 649 813
Übrige langfristige Vermögenswerte 4.137 4.163
Aktive Rechnungsabgrenzungen 5.185 5.574
Steuerforderungen 7.452 17.463
Geleistete Anzahlungen 1.185 1.231
Sonstige 11.012 8.231
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 24.834 32.499

Die Position "Deckungskapital Gruppenlebensversicherung" betrifft die Zumtobel-Gesellschaften in Deutschland. Dargestellt sind Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Pensionsverpflichtungen, die aber nicht als Planvermögen gemäß IAS 19 qualifizieren.

Der Rückgang der Steuerforderungen resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Körperschaftssteuervorauszahlungen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Steuerforderungen betreffen hauptsächlich Forderungen im Zusammenhang mit Umsatzsteuern. In der Position "Sonstige" sind Instandhaltungsmaterialien sowie Forderungen aus Altersteilzeit gegenüber Arbeitnehmern in Deutschland ausgewiesen.

2.6.6.7 Latente Steuern

Unter den aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz werden Unterschiedsbeträge ausgewiesen, die sich aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen der Konzern- und der steuerlichen Bewertung von Vermögenswerten und Schulden ergeben. Daraus resultieren folgende latente Steuern:

30. April 2011 30. April 2010
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Übrige immaterielle Vermögenswerte 5 9.131 4 8.225
Sachanlagen 3.979 5.166 4.780 16.644
Finanzielle Vermögenswerte 479 254 322 74
Vorräte 3.916 272 3.865 177
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 1.342 714 1.249 799
Übrige Forderungen 822 432 271 1.313
Langfristige Rückstellungen 2.598 2.637 5.786 3.127
Übrige Rückstellungen 2.035 595 4.517 1.618
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 13 6.667 6 6.000
Verlustvorträge 107.237 0 109.753 0
Latente Steuerguthaben bzw. -verbindlichkeiten 122.426 25.868 130.553 37.977
Bewertungsabschläge für latente Steuern -74.034 0 -70.234 0
Saldierung von aktiven und passiven Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde -14.241 -14.241 -26.425 -26.425
Latente Steuern 34.151 11.627 33.894 11.552

Im Konzernabschluss wurden für Verlustvorträge und sonstige temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 295.264 (VJ TEUR 310.047) keine latenten Steuern aktiviert, da ihr Verbrauch nicht ausreichend gesichert ist. TEUR 15.984 (VJ TEUR 16.705) der steuerlichen Verlustvorträge verfallen innerhalb von 10 Jahren. In Übereinstimmung mit IAS 12.39 wurde keine latente Steuerschuld für zeitliche Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften gebildet. Für die Berechnung der latenten Steuern wurden konzernweit die Landessteuersätze angesetzt. Latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur insoweit aktiviert, als ihnen passive Steuerlatenzen gegenüberstehen oder die Verwertung der Verlustvorträge ausreichend gesichert ist.

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr im Eigenkapital erfassten latenten Steuern in Höhe von TEUR -652 (VJ TEUR -11.294) betreffen mit TEUR -268 die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen aufgrund versicherungsmathematischer Verluste gemäß IAS 19 sowie mit TEUR -384 die Hedge Accounting Rücklage.

2.6.6.8 Vorräte

Der Aufriss der Vorräte in Bruttowert und Wertberichtigungen, unterteilt nach Vorratsklassen, gliedert sich wie folgt:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Rohmaterial 66.063 42.862
Bruttowert 75.966 52.073
Wertberichtigungen -9.904 -9.211
Ware in Arbeit 4.052 3.686
Halbfabrikate 13.220 11.807
Bruttowert 14.184 13.465
Wertberichtigungen -964 -1.658
Handelswaren 20.042 20.445
Bruttowert 21.905 23.099
Wertberichtigungen -1.862 -2.654
Fertigfabrikate 86.964 67.252
Bruttowert 99.631 77.979
Wertberichtigungen -12.667 -10.727
Vorräte 190.341 146.052

Die ergebnisvermindernd erfassten Veränderungen der Wertberichtigungen zu Vorräten belaufen sich in Summe auf TEUR 1.147 (VJ TEUR 2.439). In den australischen Tridonic-Gesellschaften sind wie im Vorjahr Vorräte im Wert von TEUR 9.007 (VJ TEUR 7.784) als Sicherheiten für kurzfristige Betriebsmittelkreditlinien verpfändet. Die Verpfändung endet planmäßig mit dem Auslaufen der kurzfristigen Fazilität im Jänner 2012. Mit der Prolongation der kurzfristigen Kreditlinienvereinbarung erfolgt eine Neuregelung hinsichtlich der Besicherung.

Mit einem Lieferanten besteht eine außerbilanzielle Abnahmeverpflichtung für den Kauf von LED-Modulen in Höhe von TUSD 20.624, welche bis zum 28. Februar 2012 eingelöst werden muss.

2.6.6.9 Forderungen aus Lieferungen & Leistungen

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Lieferforderungen brutto 217.251 201.106
Wertberichtigungen zu Forderungen -10.726 -9.874
Rückstellung für Kundenboni und Skonti -19.976 -18.648
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 186.549 172.585

Im Kapitel 2.6.11.1 werden Details zu den Wertberichtigungen erläutert.

Die im Rahmen einer Factoringvereinbarung einiger Konzerngesellschaften verkauften Forderungen betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 49.980 (VJ TEUR 45.465).

2.6.6.10 Liquide Mittel

Die flüssigen Mittel setzen sich aus Bankguthaben, Kassenbeständen und Schecks zusammen. Von den Bankguthaben kann über einen Gesamtbetrag von TEUR 269 (VJ TEUR 2) nicht frei verfügt werden. Aufgrund der Fristigkeit dieser Mittel entspricht der Buchwert der flüssigen Mittel dem Marktwert.

2.6.6.11 Leistungen an Arbeitnehmer (IAS 19)

Bei den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen handelt es sich um Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In den sonstigen Rückstellungen sind andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 enthalten.

Die Überleitung von den Anfangsbeständen zu den Endbeständen gestaltet sich wie folgt:

Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Leistungsorientierte Pläne nach IAS 19 Pensionen Abfertigungen Sonstige
in TEUR 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Anfangsbestand Nettoschuld 57.268 47.371 32.639 30.758 11.513 9.813
Währungsumrechnung & Umgliederungen -493 994 0 0 156 540
Veränderung Konsolidierungskreis &
Reklassifizierungen
0 0 -276 0 73 1
Erfolgswirksame Veränderungen 2.814 3.279 3.055 2.913 1.879 2.455
davon Dienstzeitaufwand 1.295 1.228 1.543 1.523 1.328 1.178
davon nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0 172 699
davon Plankürzungen und Planabgeltungen 0 -182 0 -170 0 -40
davon Zinsaufwand 8.835 8.278 1.512 1.560 419 373
davon erwartete Erträge aus Planvermögen -7.316 -6.046 0 0 0 0
davon versicherungsmathematischer Verlust 0 0 0 0 -40 245
Zahlungen -9.268 -7.490 -1.094 -3.221 -1.289 -1.295
Im Eigenkapital erfasster
versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn
7.068 13.115 -1.027 2.189 0 0
Endbestand Nettoschuld 57.390 57.268 33.297 32.639 12.332 11.513

Die erfolgswirksamen Veränderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der "Zinsaufwand" sowie die "erwarteten Erträge aus Planvermögen" werden in der Position "Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge" ausgewiesen, die restlichen Posten im Personalaufwand im Betriebsergebnis. In der Spalte "Sonstige" sind im Wesentlichen Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland sowie Rückstellungen für Sonderurlaub in Australien enthalten.

Die im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Verluste werden im Abschnitt "IAS 19 Rücklage" detailliert erläutert.

Zinssatz Erträge aus
Gehaltstrend
Pensionstrend
Pensionsalter
Planvermögen
(Frauen/Männer)
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Deutschland 5,1% 5,3% - - 3,0% 2,0% 1,8% 1,8% 1) 1)
Großbritannien 5,5% 5,7% 6,5% 7,5% 3) 3) 3,4% 3,5% 65/65 65/65
Schweiz 2,8% 3,4% 2,5% 3,0% 1,5% 1,5% 0,1% 0,1% 64/65 64/65
Norwegen 4,1% 4,1% 5,0% 5,8% 3,8% 3,8% 1,0% 1,4% 67/67 67/67
Schweden 4,5% 3,5% - - - - 2,0% 2,0% 65/65 65/65
Österreich 5,1% 4,8% - - 3,3% 3,3% - - 2) 2)
Frankreich 5,1% 4,8% - - 3,0% 3,0% - - 62-65 60/65
Italien 5,1% 4,8% - - 3,0% 3,0% - - 60/65 60/65
Australien 4,7% 5,1% 6,6% 6,6% 4,0% 3,5% - - - -

Als Berechnungsparameter wurden in den einzelnen Ländern folgende angesetzt:

Ferner sind landesübliche Sterblichkeits- und Invaliditätstafeln sowie Fluktuationsraten berücksichtigt.

Anmerkung 1): Pensionsverpflichtungen 60/65 Jahre, Jubiläumsverpflichtungen 60/62 Jahre und Verpflichtungen für Altersteilzeit 57 Jahre.

Anmerkung 2): Es wurde das frühest mögliche Anfallsalter für die Alterspension unter Berücksichtigung der gesetzlichen Übergangsregelungen zugrundegelegt.

Anmerkung 3): Aufgrund der Schließung des Pensionsplans der Thorn Lighting Ltd., Großbritannien ist kein Gehaltstrend mehr anwendbar.

Pensionsverpflichtungen

Leistungsorientierte Pensionspläne sind in den deutschen, englischen, schwedischen, norwegischen, australischen und schweizerischen Konzerngesellschaften implementiert. Die nicht durch externe Fonds finanzierten Pläne betreffen die deutschen und schwedischen Gesellschaften, die restlichen sind durch externe Fonds finanziert. Diese Fonds, deren Zweck ausschließlich in der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen besteht, sind rechtlich unabhängig vom jeweiligen Konzernunternehmen. Die nach Abzug des Planvermögens verbleibenden Verpflichtungen werden als Rückstellungen ausgewiesen.

Darüber hinaus besteht in Schweden noch eine Pensionskassenlösung, welche sich grundsätzlich als leistungsorientierte Verpflichtung qualifiziert. Es handelt sich dabei um einen "gemeinschaftlichen Plan mehrerer Arbeitgeber" im Sinne von IAS 19.29, jedoch stehen vom Versicherungsunternehmen keine ausreichenden Informationen zur Verfügung, um diesen Plan wie einen leistungsorientierten Plan zu bilanzieren. Die geleisteten Zahlungen werden daher im Sinne von IAS 19.30 als beitragsorientierter Plan sofort aufwandswirksam im Abschluss erfasst. Diese belaufen sich auf TEUR 418 (VJ TEUR 444). Per März 2011 besteht eine nach schwedischen Gesetzen berechnete Vermögensüberdeckung von 144% (VJ 143%) für alle Teilnehmer dieses gemeinschaftlichen Plans. Diese entspricht der Differenz aus den Versicherungsverpflichtungen und dem Marktwert des Vermögens, der entsprechend den von dem gemeinschaftlichen Plan zur Verfügung gestellten Informationen berechnet wurde.

Der Bilanzansatz der Nettoverpflichtung bzw. des Nettovermögens stellt sich wie folgt dar:

Nettoverpflichtung bzw. Nettovermögen

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
nicht über Fonds finanzierte Verpflichtung 25.713 25.864
über Fonds finanzierte Verpflichtung 150.291 140.863
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) 176.004 166.727
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -118.614 -109.459
In der Bilanz erfasste Nettoschuld 57.390 57.268

Die Pensionsrückstellung gliedert sich auf folgende Länder auf:

Nettoschuld

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Deutschland 22.737 22.678
Schweden 2.976 3.186
Großbritannien 30.813 31.044
Sonstige 864 360
In der Bilanz erfasste Nettoschuld 57.390 57.268

Die Überleitung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) sowie des Planvermögens vom Anfangsbestand auf den Endbestand zeigt sich wie folgt:

2010/11 2009/10
in TEUR DBO Planvermögen DBO Planvermögen
30. April 2010 166.727 109.459 136.724 89.354
Währungsumrechnung -1.801 -1.309 4.090 3.097
Dienstzeitaufwand 1.295 0 1.228 0
Zinsaufwand bzw. -ertrag 8.835 7.316 8.278 6.046
Im Eigenkapital erfasster versicherungsmathematischer Verlust /
Gewinn
6.869 -200 25.171 12.056
Plankürzungen und -abgeltungen 0 0 -182 0
Zahlungen -5.921 3.348 -8.583 -1.093
30. April 2011 176.004 118.614 166.727 109.459

Das Planvermögen zum 30. April 2011 setzt sich zu 31% aus internationalen Aktien, zu 39% aus festverzinslichen Wertpapieren, zu 16% aus Alternative Investments und zu 14% aus liquiden Mitteln / Immobilien zusammen. Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen beträgt TEUR 7.116 (VJ TEUR 18.102).

Die Entwicklung der Barwerte der Pensionsverpflichtung und des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008 30. April 2007
Barwert 176.004 166.727 136.724 143.710 175.381
Planvermögen -118.614 -109.459 -89.354 -107.948 -120.064
Unterdeckung 57.390 57.268 47.370 35.762 55.317

Erfahrungsbedingte Anpassungen sind jene versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die durch Abweichungen individueller personenbezogener Parameter zum Unterschied von den auf den Gesamtbestand anzuwendenden Parametern verursacht werden. Dies betrifft beispielsweise Gehaltsentwicklungen, Anzahl der Todesfälle, vorzeitige Pensionierungen sowie Austritte. Der Barwert der Pensionsverpflichtung verminderte sich aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen wie folgt:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008 30. April 2007
Verminderung Barwert Pensionsverpflichtung 134 -180 440 223 597

Abfertigungsverpflichtungen Abfertigungsverpflichtungen

Dabei handelt es sich um die gesetzlich geregelte Verpflichtung, dem Dienstnehmer unter gewissen Voraussetzungen bei dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen einen bestimmten Betrag zu bezahlen.

Die Verpflichtungen gliedern sich auf folgende Länder auf:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Österreich 30.019 29.231
Frankreich 2.206 2.162
Italien 1.072 1.247
Abfertigungsverpflichtungen 33.297 32.639

Die Überleitung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) vom Anfangsbestand auf den Endbestand zeigt sich wie folgt:

in TEUR 2010/11 2009/10
30. April 2010 32.639 30.758
Konsolidierungskreisänderung -276 0
Dienstzeitaufwand 1.543 1.523
Zinsaufwand bzw. -ertrag 1.512 1.560
Im Eigenkapital erfasster versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn -1.027 2.189
Plankürzungen und -abgeltungen 0 -170
Zahlungen -1.094 -3.221
30. April 2011 33.297 32.639

Die Entwicklung der Barwerte der Abfertigungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008 30. April 2007
Barwert 33.297 32.639 30.758 29.931 28.962

Der Barwert der Abfertigungsverpflichtung erhöhte sich aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen wie folgt:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010 30. April 2009 30. April 2008 30. April 2007
Erhöhung Barwert Abfertigungsverpflichtung 520 208 490 469 381

IAS 19 Rücklage

Die direkt im Eigenkapital verrechneten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste inklusive latenter Steuern entwickelten sich wie folgt:

Pensionen Abfertigungen Summe
30. April 2009 24.773 345 25.118
Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn 13.115 2.189 15.304
Währungsumrechnung 2.786 0 2.786
Latente Steuern 12.127 -477 11.650
30. April 2010 52.801 2.057 54.858
Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn 7.068 -1.027 6.041
Währungsumrechnung -1.217 0 -1.217
Latente Steuern -1 269 268
30. April 2011 58.652 1.299 59.950

Im Geschäftsjahr wurden latente Steuern in Höhe von TEUR -268 (VJ TEUR -11.650) direkt im Eigenkapital erfasst. Im Vorjahr wurden aktive latente Steuern der Vorjahre aufgrund versicherungsmathematischer Verluste im Zusammenhang mit der Pensionsrückstellung in Großbritannien aufgelöst, da mittelfristig keine ausreichenden steuerlichen Gewinne zur Kompensation erwartet wurden.

Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer

Diese Verpflichtungen in Höhe von TEUR 12.332 (VJ TEUR 11.513) umfassen die Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeitregelungen in Österreich und Deutschland, Sonderurlaub in Australien sowie Rückstellungen für ein gesetzlich vorgeschriebenes Gewinnbeteiligungsmodell und Bonuszahlungen für langjährige Betriebszugehörigkeit in Frankreich.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen des Geschäftsjahres führten zu einer Erhöhung der Verpflichtung von TEUR 67 (VJ TEUR 64).

Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand betrifft ausschließlich die Veränderungen der Altersteilzeitverpflichtungen der deutschen Gesellschaften.

2.6.6.12 Beitragsorientierte Verpflichtungen

An beitragsorientierten Zahlungen für diverse Versorgungspläne wurden in verschiedenen Konzerngesellschaften im Berichtsjahr TEUR 5.740 (VJ TEUR 5.093) geleistet. Darunter fällt auch die in Österreich geltende "Abfertigung-NEU"-Regelung.

2.6.6.13 Übrige Rückstellungen

Geschäftsjahr 2010/11 2010/11

in TEUR Garantien Restruk
turierungen
Rechts
streitigkeiten
Belastende
Verträge
Sonstige Summe
30. April 2010 15.211 6.606 5.505 450 6.097 33.869
Dotierung 6.744 1.770 78 978 5.164 14.734
Verbrauch -3.026 -4.455 -227 -369 -4.462 -12.539
Auflösung -1.567 -952 -4.016 0 -716 -7.251
Konsolidierungskreisänderung -3.200 0 0 0 0 -3.200
Umgliederungen 0 -920 0 920 0 0
Währungsumrechnung 175 122 24 -77 2 246
30. April 2011 14.338 2.171 1.364 1.902 6.085 25.860
davon kurzfristig 14.338 2.171 1.364 1.902 5.366 25.141
davon langfristig 0 0 0 0 719 719

Rückstellung für Garantien

Die Rückstellungen für Garantien unterteilen sich in Einzelrückstellungen für individuelle Schadensfälle in Höhe von TEUR 10.937 (VJ TEUR 12.637) sowie in Rückstellungen für nicht einzeln erfasste bzw. noch nicht bekannte Fälle in Höhe von TEUR 3.401 (VJ TEUR 2.574), welche basierend auf Erfahrungswerten ermittelt wurden. Für die Ermittlung des Rückstellungsbetrags werden dabei produktspartenbasierte Prozentsätze auf die Umsatzerlöse der Periode der jeweiligen Produkte angewandt.

Restrukturierungsrückstellungen Restrukturierungsrückstellungen

Die Veränderung dieser Position resultiert im Wesentlichen aus der Verwendung bzw. dem Verbrauch der Vorjahresrückstellung, welche im Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungsprogramm "Excellerate" gebildet wurde. Die im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgten Rückstellungsdotierungen betreffen im Wesentlichen Abgrenzungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen in den Bereichen Fertigung und Vertrieb an zwei Gruppenstandorten.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Unter den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist im Wesentlichen die gerichtsanhängige Rückforderung eines Sozialversicherungsträgers in Höhe von TEUR 548 und eine Rückstellung für eine in Australien anhängige Rechtsstreitigkeit in Höhe von TEUR 545 enthalten.

Belastende Verträge Verträge

Die Dotierung der Rückstellung für belastende Verträge betrifft Büroräumlichkeiten in Zusammenhang mit der Schließung einer Vertriebsniederlassung in Großbritannien.

Unter den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen Rückstellungen sind unter anderem Rückstellungen für Lizenzen, Provisionen, Zölle, Frachten, Berufsgenossenschaften, Beratungs- und Prüfungskosten enthalten. In den sonstigen langfristigen langfristigen langfristigen Rückstellu Rückstellungen sind überwiegend Vorsorgen für Abfindungen an Handelsvertreter enthalten.

Geschäftsjahr 2009/10 2009/10

in TEUR Garantien Restruk
turierungen
Rechts
streitigkeiten
Belastende
Verträge
Sonstige Summe
30. April 2009 7.798 17.163 2.302 1.316 6.859 35.438
Dotierung 11.012 3.775 4.162 219 4.758 23.926
Verbrauch -3.620 -13.173 -1.083 -986 -4.745 -23.607
Auflösung -190 -1.329 0 -101 -888 -2.508
Währungsumrechnung 211 170 124 2 113 620
30. April 2010 15.211 6.606 5.505 450 6.097 33.869
davon kurzfristig 15.211 6.606 5.505 450 5.284 33.056
davon langfristig 0 0 0 0 813 813

2.6.6.14 Finanzschulden

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Darlehen von Kreditinstituten 386 681
Finanzierungsleasing 125 183
Darlehen der öffentlichen Hand 1.521 745
Ausleihungen von sonstigen Dritten 40 57
Working Capital-Kredite 15.229 3.141
Kurzfristige Finanzschulden 17.301 4.807
Darlehen von Kreditinstituten 191.930 192.509
Finanzierungsleasing 19.044 19.497
Darlehen der öffentlichen Hand 1.099 2.308
Ausleihungen von sonstigen Dritten 434 134
Langfristige Finanzschulden 212.507 214.448
Finanzschulden 229.808 219.255

Eine wesentliche Finanzierungsvereinbarung stellt der am 12. Juni 2008 mit sieben Banken abgeschlossene Konsortialkreditvertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2013 dar. Der Konsortialkreditvertrag hat einen maximal ausnutzbaren Rahmen von 480 Mio EUR. Hiervon sind unverändert zum Vorjahr 186 Mio EUR in Anspruch genommen worden. Die verbleibende freie Kreditlinie von 294 Mio EUR wird für Wachstums- und Akquisitionsfinanzierungen bereitgestellt, ist derzeit aber nicht valutiert.

2.6.6.15 Finanzierungsleasing

Mindestleasingzahlungen
in TEUR Aufwand
2010/11
< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Verbindlichkeit Nettobuchwert
Anlagevermögen
Patente, Lizenzen und ähnliche 70 70 70 0 140 339
Land & Gebäude 1.885 1.794 8.087 33.087 42.968 11.689
Fabriksanlagen & Maschinen 50 49 44 0 93 93
Sonstiges Anlagevermögen 2 0 0 0 0 1
Summe Mindestleasingzahlungen 2.007 1.913 8.201 33.087 43.201 12.122
minus Finanzierungsaufwand = Zinsaufwand 1.889 1.788 7.061 15.184 24.032
Nettobarwert der Mindestleasingzahlungen 118 125 1.140 17.903 19.169

Es bestehen keine bedingten Mietzahlungen für Finanzierungsleasing.

Für das Fabriksgebäude in Spennymoor wurde 2008/09 ein Finanzierungsleasingvertrag in Höhe von GBP 15,7 Mio abgeschlossen. Der Finanzierungsleasingvertrag hat eine Laufzeit von 21 Jahren, wobei das erste Jahr tilgungsfrei war. Der Nettobarwert der Mindestleasingzahlungen beläuft sich zum 30. April 2011 auf TEUR 18.937 (VJ TEUR 19.401).

2.6.6.16 Operating Leasing

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen für das Geschäftsjahr und für die folgenden Perioden, ferner die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen, deren Erhalt aufgrund von unkündbaren Untermietverhältnissen erwartet wird, sowie die Zahlungen aus Leasingverhältnissen und Untermietverhältnissen, die erfolgswirksam erfasst worden sind, stellen sich wie folgt dar:

Künftige Zahlungen an Dritte
in TEUR Aufwand
2010/11
< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren
Leasingverhältnissen 19.224 14.302 29.264 8.620 52.186
minus erhaltene Zahlungen aus Leasing- und
Untermietverhältnissen 553 323 806 0 1.129
Netto Mindestleasingzahlungen 18.671

Es handelt sich im Wesentlichen um Leasingverträge für Bürogebäude, Fabriksanlagen/Lagerhäuser und Fuhrpark. Die Dauer reicht von 12 Monaten bis 70 Jahre, je nach Objekt und Vertrag.

Für das stillgelegte Leuchtenwerk in Rumänien wurde beginnend mit 1. Mai 2010 ein Operating-Leasingverhältnis mit einem externen Leasingnehmer eingegangen. Die unkündbare Vertragsdauer beträgt fünf Jahre und sechs Monate. Dem Leasingnehmer wird eine fortlaufende Verlängerungsoption eingeräumt. Die Leasingrate beträgt im ersten Jahr monatlich TEUR 38, zahlbar ab dem siebten Monat der Nutzung. Die Rate wird jeweils am 1. Mai entsprechend der Entwicklung des harmonisierten Verbraucherpreisindexes der EU angepasst.

Künftige Zahlungen von Dritten
in TEUR Ertrag 2010/11 < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren
Leasingverhältnissen 230 477 1.668 0 2.375

2.6.6.17 Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten verteilen sich wie folgt:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Urlaubs- und Gleitzeitguthaben / Sonderzahlungen Personal 42.965 41.318
Verbindlichkeiten gegenüber Personal 10.500 13.642
Sonstige Steuern 15.315 17.189
Sozialversicherungen 5.620 5.573
Erhaltene Anzahlungen 7.377 12.949
Zinsabgrenzungen 17 18
Passive Erlösabgrenzungen 1.050 1.332
Derivate (Hedge Accounting) 4.493 5.219
Derivate des Handelsbestandes 8.023 5.428
Zoll 2.218 1.789
Sonstige Verbindlichkeiten 10.815 10.278
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 108.393 114.735

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Aufwandsabgrenzungen und kreditorische Debitoren, welche keine Finanzinstrumente darstellen.

2.6.7 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Für die Ermittlung des Cashflows wurde die indirekte Methode monatsgenau angewandt. Die so erstellten monatlichen Cashflows werden mit dem jeweiligen monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet und aggregiert, während die Bilanzpositionen mit dem Stichtagskurs umgerechnet werden. Aus diesem Grund kommt es vor allem in den einzelnen Positionen des Cashflows aus dem operativen Geschäft zu deutlich abweichenden Werten im Vergleich zu den Differenzen der jeweiligen Bilanzpositionen.

Im Rahmen der indirekten Methode wird das Betriebsergebnis um Auswirkungen von nicht zahlungswirksamen Geschäftsvorfällen (z. B. Abschreibungen und Amortisierungen) sowie um Ertrags- und Aufwandsposten, die dem Investitions- oder Finanzierungsbereich zuzurechnen sind, berichtigt. In den Abschreibungen und Amortisierungen sind neben der planmäßigen Abschreibung (TEUR 49.211), sonstige außerplanmäßige Abschreibungen (TEUR 4.311) und eine Rücknahme einer außerplanmäßigen Abschreibung des Vorjahres (TEUR 1.972) enthalten.

Die im Eigenkapital erfassten Beträge gemäß IAS 19, IAS 21 und IAS 39 sind im Cashflow bei den Veränderungen der jeweiligen Bilanzpositionen ausgewiesen.

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft sank im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 12.633. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung des Working Capital, weshalb – trotz eines deutlich verbesserten Cashflows aus dem operativen Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr – in Summe ein Rückgang hinzunehmen ist. Die positive Veränderung in den sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten resultiert vor allem aus dem Rückgang der sonstigen Forderungen aus dem Patentaustauschvertrag und dem Verkauf der alten Fabrik in Spennymoor.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit liegt um TEUR 19.314 über dem Vergleichswert des Vorjahres. Diese Veränderung resultiert vor allem aus höheren Auszahlungen für Anlagenzugänge im Geschäftsjahr 2010/11, aufgrund von Aktivierungen von Forschungs- und Entwicklungskosten sowie aus Investitionen im Zusammenhang mit Produktionsanlagen in den Werken Dornbirn, Lemgo und Spennymoor. Investitionen in finanzielle Vermögenswerte wurden sowohl im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht getätigt. Die Veränderung liquider Mittel durch den Erwerb von Minderheitenanteilen betrifft im Wesentlichen den Erwerb der bisher nicht in Gruppenbesitz befindlichen Anteile an der Tridonic Jennersdorf GmbH im Geschäftsjahr 2010/11.

Die Entwicklung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit von TEUR -7.250 im Vorjahr auf TEUR -18.467 im aktuellen Berichtsjahr resultiert vor allem aus der Auszahlung der Dividende des Geschäftsjahres 2009/10 und der Veränderung der lang- und kurzfristigen Finanzschulden.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Letztere dienen dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Sie unterliegen nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken und haben eine Restlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von nicht mehr als drei Monaten. Verbindlichkeiten gegenüber Banken aus Kontokorrentkrediten werden den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugerechnet, da sie einen integralen Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition des Konzerns darstellen.

Die Bankguthaben, Sichteinlagen bei Banken und sonstigen Finanzmittel sind in der Bilanz unter der Position "Liquide Mittel" ausgewiesen. Die Kontokorrentkredite sind in der Bilanz unter den kurzfristigen Finanzschulden (Zeile "Working Capital-Kredite") ausgewiesen.

Die Bilanzposition "Liquide Mittel" enthält darüber hinaus noch die oben erwähnten Bankguthaben, über die nicht frei verfügt werden kann sowie kleinere Guthaben, welche eine Laufzeit von über 3 Monaten aufweisen. Beide Positionen sind nicht Bestandteil des Finanzmittelfonds.

2.6.7.1 Überleitung Finanzmittelfonds

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Liquide Mittel 86.255 87.841
nicht frei verfügbar -269 -2
Kontokorrent-Kredite -15.229 -3.141
Finanzmittelfonds 70.757 84.698

Finanzmittel, welche einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, werden nicht im Finanzmittelfonds ausgewiesen.

2.6.8 Erläuterungen zur Eigenkapitalveränderungsrechnung

2.6.8.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 108.750.000 und ist in 43.500.000 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien werden im Prime Market an der Wiener Börse gehandelt. Das Börsenkürzel lautet ZAG, die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) der Zumtobel AG lautet AT0000837307. Es gibt keine Aktien mit besonderen Vorzugs- oder Kontrollrechten. Zum 30. April 2011 befinden sich 42.821.447 Aktien (VJ 42.725.043) im Umlauf. Im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogrammes wurden 96.404 Optionen (VJ 11.810) ausgeübt. Die Gesellschaft verfügt zum 30. April 2011 über 678.553 eigene Aktien (VJ 774.957) im Bestand.

2.6.8.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält gebundene und nicht gebundene Kapitalrücklagen der Zumtobel AG. In der Kapitalrücklage werden die Transaktionen mit eigenen Aktien dargestellt. Dies beinhaltet auch die zahlungswirksame Veränderung bei der Ausübung von Aktienoptionen (Ausübungspreis).

2.6.8.3 Gewinnrücklagen

Sonstige Gewinnrücklagen

In den sonstigen Gewinnrücklagen ist der Gewinnvortrag ausgewiesen.

Währungsrücklage Währungsrücklage

In der Währungsrücklage sind zum einen die Währungsdifferenzen resultierend aus der Differenz des zum Erstkonsolidierungsstichtag vorliegenden historischen Umrechnungskurses und des aktuellen Stichtagskurses am Bilanzstichtag der nicht in Euro berichtenden Gesellschaften sowie aus der Differenz der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs und dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag enthalten. Zum anderen werden hier sowohl die Währungsdifferenzen aus Darlehen von langfristigen Konzerndarlehen in SEK und GBP, die gemäß IAS 21 als Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe zu qualifizieren sind (siehe auch Kapitel 2.6.5.1 und 2.6.5.2), als auch der Währungseffekt aus einem Zinssicherungsgeschäft ausgewiesen. Ferner werden währungsbedingte Anpassungen der Firmenwerte in dieser Position berücksichtigt.

Hedge Accounting Accounting

Die Eigenkapitalveränderungen aus der Anwendung des Hedge Accounting ergeben sich aus erfolgsneutral gebuchten Marktwertänderungen von bestehenden Derivatkontrakten sowie aus erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung zurückgebuchten Beträgen aufgrund von ausgeübten bzw. realisierten Kontrakten und den darauf entfallenden latenten Steuern (siehe auch Kapitel 2.2).

Rücklage Aktienoptionen Aktienoptionen

Betreffend Rücklage Aktienoptionen siehe auch Kapitel 2.6.8.4

IAS 19 Rücklage

Betreffend IAS 19 versicherungsmathematische Verluste siehe auch Kapitel 2.6.6.11.

2.6.8.4 Aktienoptionsprogramme

Für leitende Angestellte der Zumtobel Gruppe existiert ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Matching Stock Program (MSP). Bis 2008 gab es zudem ein Stock Option Program (SOP).

SOP (Stock Option Program)

Von 2004 bis 2008 gab es ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Stock Option Program (SOP), das 2008 durch das MSP abgelöst wurde. Aus dem SOP erfolgen keine Zuteilungen von Optionen mehr. Die Ausübungszeit des SOP läuft jedoch noch bis 2015. Innerhalb dieser Ausübungszeit werden mehrere Ausübungsfenster ("exercise slots") zur Einlösung der Optionen festgesetzt. Eine vorzeitige Schließung der Ausübungsfenster bleibt vorbehalten. Für eine Option kann jeweils eine Aktie zu einem fixen Preis gekauft werden.

MSP (Matching Stock Program)

Das MSP wurde im Zusammenhang mit dem Börsengang zum 01. Mai 2006 eingeführt. Um am MSP teilnehmen zu können, muss die Führungskraft eine bestimmte Anzahl Aktien ("MSP-Aktien") in einem Sperrdepot hinterlegen, was den Invest darstellt. Das maximale Gesamtinvestitionsvolumen der Führungskräfte in das MSP ist auf 2,2 Mio EUR begrenzt und ist in 3 Teilprogramme (MSP I, MSP II, MSP III) aufgeteilt, wobei jedes Teilprogramm in fünf Tranchen unterteilt ist. Die Laufzeit jedes Programms beträgt sieben Jahre ab dem Startzeitpunkt und die der einzelnen Tranchen beträgt zwei Jahre. Jede an die Führungskraft ausgegebene Tranche besteht aus dem 8-fachen Wert der im jeweiligen Programm investierten Aktienanzahl. Dieser multiplizierte Wert wird in sogenannten Phantom Stocks auf einem für den Teilnehmer bei einer Bank angelegten Konto gebucht und mit einem Basispreis (60-Tage-Kursmittelwert bei Zuteilung + 10%) versehen. Die Zuteilung erfolgt jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres. Die Ausübung erfolgt automatisch zwei Jahre nach der jeweiligen Zuteilung, wobei der Basispreis der Tranche mit dem 60-Tage-Kursmittelwert (Strike Price) bei Ausübung verglichen wird. Die Differenz, multipliziert mit der Anzahl der Phantom Stocks, ergibt den MSP Gross Profit. Mit diesem Profit werden wiederum zum Strike Price Aktien erworben, die der Führungskraft gutgeschrieben werden. Ist der Wertzuwachs kleiner oder gleich null, entfällt die Zuteilung. Nach einer Sperrfrist von zwei Jahren kann die Führungskraft über die Aktien frei verfügen.

Die SOP und MSP Optionen sind nicht übertragbar. Eine Behaltefrist für bezogene Aktien besteht beim SOP nicht, beim MSP beträgt diese zwei Jahre.

Die Ermittlung der Optionswerte erfolgt nach der Black-Scholes-Methode.

Die wesentlichen Parameter für MSP sind:

  • Marktwert der Aktie pro Stück EUR 14,13 (VJ EUR 7,26)

  • Basispreis MSP EUR 17,41 (VJ EUR 6,69)

  • Erwartete Volatilität 54,06 % (VJ 52,03%) p.a.

  • Risikoloser Zinssatz: 1,417% p.a. (VJ 1,728% p.a.)

  • Dividendenrendite 0 % p.a.

  • Ausübungspreise SOP EUR 7,50 für Berechtigte GJ 03/04; EUR 11,55 bzw. 14,22 GJ 04/05; EUR 16,60 GJ 05/06 und GJ 06/07

  • Laufzeit SOP bis 30. April 2015

Die erwartete Volatilität wurde aus der historischen Volatilität der letzten zwei Jahre ermittelt.

Der Bestand eigener Aktien für Aktienoptionsprogramme hat sich wie folgt entwickelt:

in Stk. Summe
Aktienrückkauf bis 30.April 2010 1.539.211
Ausübungen bis 30.April 2010 -764.254
30. April 2010 774.957
Ausübungen -96.404
30. April 2011 678.553

Der im Geschäftsjahr von den Mitarbeitern zu bezahlende Ausübungspreis belief sich auf TEUR 790 (durchschnittlich EUR 8,19 pro Aktie), in Summe wurde für die bisher eingelösten 860.658 Stück ein Ausübungspreis von TEUR 6.719 bezahlt (durchschnittlich EUR 7,80 pro Aktie), der in der Kapitalrücklage berücksichtigt ist.

Rücklage Aktienoptionen Aktienoptionen

Die in den Gewinnrücklagen ausgewiesene Rücklage für Aktienoptionen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

in TEUR SOP MSP Summe
30. April 2010 15.985 1.285 17.270
Erfolgswirksame Zuführung 0 1.148 1.148
30. April 2011 15.985 2.433 18.418

Die erfolgswirksame Zuführung des MSP erfolgt über zwei Jahre. Für das Geschäftsjahr 2010/11 wurde eine erfolgswirksame Zuführung in Höhe von TEUR 1.148 vorgenommen.

Die Überleitung der ausgegebenen Optionen vom Anfangsbestand auf den Endbestand ist wie folgt:

SOP MSP
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Gewährte Optionen Anfangsbestand 239.550 276.073 448.176 568.584
Neuzuteilungen 0 0 497.312 675.488
Ausübungen -96.404 -11.810 0 0
Verfallen -19.000 -24.713 -156.864 -280.840
Verzichtet 0 0 0 -515.056
Gewährte Optionen Endbestand 124.146 239.550 788.624 448.176
davon ausübbar 124.146 239.550 0 0

Die Ausübungspreise der gewährten, aber noch nicht ausgeübten Optionen aus dem SOP sind wie folgt:

2007/08 2006/07 2005/06 2004/05 2003/04 Summe
Ausübungspreis 7,5 21.468 35.866 23.032 10.320 15.672 106.358
Ausübungspreis 11,5 320 640 640 384 0 1.984
Ausübungspreis 14,2 3.480 6.960 3.120 364 0 13.924
Ausübungspreis 16,6 840 1.040 0 0 0 1.880
Summe gewährte Stück 26.108 44.506 26.792 11.068 15.672 124.146

2.6.8.5 Dividendenausschüttung

In der Hauptversammlung am 23. Juli 2010 wurde für das Geschäftsjahr 2009/10 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,15 je Aktie beschlossen. Auf die am 30. Juli 2010 im Umlauf befindlichen 42.788.363 Stückaktien (43.500.000 Aktien abzüglich 711.637 eigene Aktien) wurden somit TEUR 6.418 ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2008/09 wurde keine Dividende ausgeschüttet.

Der Vorstand der Zumtobel Gruppe ist für das neue Geschäftsjahr 2011/12 zuversichtlich und schlägt dem Aufsichtsrat des Unternehmens und in Folge der Hauptversammlung am 22. Juli 2011 eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von EUR 0,50 je Aktie vor.

2.6.9 Kapitalmanagement

Das Ziel des Eigenkapitalmanagements der Zumtobel Gruppe ist einerseits die Sicherstellung des Fortbestandes ("going concern") der Konzerngesellschaften und andererseits, die Rendite der Aktionäre durch Optimierung des Eigen- und Fremdkapitaleinsatzes zu optimieren. Die Kapitalstruktur wird laufend überwacht. Dabei werden die Kapitalkosten und Risiken, welche mit jeder Art von Kapital verbunden sind, berücksichtigt. Als Instrumente der Steuerung dienen in erster Linie die Aufnahme oder Rückführung von Finanzschulden, Dividendenausschüttungen sowie Neuemissionen und Aktienrückkäufe. Die Zumtobel Gruppe verfolgt eine möglichst kontinuierliche Dividendenpolitik mit einer Payout-Ratio von 30 bis 50% des Konzernergebnisses.

Die finanzpolitischen Vorgaben ergeben sich dabei insbesondere aus der im Juni 2008 abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarung mit einem maximal ausnutzbaren Rahmen von 480 Mio EUR. Hiervon sind unverändert zum Vorjahr 186 Mio EUR in Anspruch genommen. Die Finanzierung ist an die Einhaltung von Financial Covenants geknüpft. Danach muss der Schuldendeckungsgrad kleiner als 3,5 sowie die Eigenkapitalquote größer als 25% sein. Zum Bilanzstichtag per 30. April 2011 wurden die Financial Covenants dank eines Schuldendeckungsgrades von 1,11 (Vorjahr 1,63) und einer Eigenkapitalquote von 37,1% (Vorjahr 35,0%) vollumfänglich eingehalten.

2.6.10 Angaben zu Finanzinstrumenten

2.6.10.1 Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39

Die bei der Zumtobel Gruppe eingesetzten Finanzinstrumente teilen sich wie folgt auf die Kategorien des IAS 39 auf:

  • Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (at Fair Value through P&L)

  • HFT Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Held for Trading)

  • HTM Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente (Held to Maturity)

  • L&R Kredite und Forderungen (Loans and Receivables)

  • Hedge Accounting Absicherungsgeschäfte

  • Cash Liquide Mittel

  • at amortised cost bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial instruments measured at amortised cost)

Daneben sind in verschiedenen Bilanzposten noch Vermögenswerte und Schulden enthalten, welche kein Finanzinstrument gemäß IAS 32 darstellen (Non-FI). Darunter fallen beispielsweise Rechnungsabgrenzungen, debitorische Kreditoren, Sozialversicherungsoder Steuerzahlungen.

Die Marktwerte der kurzfristigen Finanzinstrumente entsprechen aufgrund ihrer Fristigkeiten den Buchwerten. Da die Verzinsung sämtlicher Darlehen von Kreditinstituten per 30. Juni 2008 auf variable Verzinsung umgestellt wurde, entspricht der Buchwert der langfristigen Finanzschulden ebenso dem Marktwert.

Geschäftsjahr 20 2010/11

Aktiva Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
in TEUR Buchwert Beizulegender
Zeitwert
beim erstm.
Ansatz
eingestuft
HFT HTM L&R Cash
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 5.749 5.749 415 - 3 5.331 -
Wertpapiere und Wertrechte 418 - 415 - 3 - -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige Forderungen 5.331 - - - - 5.331 -
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 15.051 15.051 3 5.817 5 9.226 -
Wertpapiere und Wertrechte 26 - 3 - 5 18 -
Darlehen, Ausleihungen und sonstige Forderungen 6.825 - - - - 6.825 -
Positive Marktwerte aus Derivaten des
Handelsbestandes
5.817 - - 5.817 - - -
Sonstige 2.383 - - - - 2.383 -
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 186.549 186.549 - - - 186.549 -
Liquide Mittel 86.255 86.255 - - - - 86.255
Summe 293.604 293.604 418 5.817 8 201.106 86.255

In der Position "Sonstige" unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ist eine Finanzforderung gegenüber einem assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 2.248 enthalten.

Passiva
in TEUR Buchwert Beizulegender
Zeitwert
HFT at amortised
cost
Hedge
Accounting
Non-FI
Langfristige Finanzschulden 212.507 212.507 - 212.507 - -
Darlehen und Ausleihungen 193.463 - - 193.463 - -
Finanzierungsleasing 19.044 - - 19.044 - -
Kurzfristige Finanzschulden 17.301 17.301 - 17.301 - -
Darlehen und Ausleihungen 17.176 - - 17.176 - -
Finanzierungsleasing 125 - - 125 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
& Leistungen
140.742 140.742 - 140.742 - -
Übrige kurzfristige
Verbindlichkeiten
108.393 108.393 8.023 1.617 4.493 94.260
Negative Marktwerte aus
Derivaten des Handelsbestandes
8.023 - 8.023 - - -
Negative Marktwerte aus
Derivaten (Hedge Accounting)
4.493 - - - 4.493 -
Sonstige 95.877 - - 1.617 - 94.260
Summe 478.943 478.943 8.023 372.167 4.493 94.260

Die Buchwerte der langfristigen Darlehen und Ausleihungen entsprechen den Marktwerten, da diese zum wesentlichen Teil (TEUR 186.000; VJ TEUR 186.000) variabel verzinst sind und daher nicht vom aktuellen Marktzins abweichen. Bei den fest verzinsten langfristigen Darlehen und Ausleihungen handelt es sich mit TEUR 1.099 (VJ TEUR 2.308) um geförderte Darlehen, deren Zinssatz nur unwesentlich vom aktuellen Marktzinsniveau abweicht. Die Abweichungen der Zinssätze der restlichen fest verzinsten Darlehen und Ausleihungen zum Marktzins sind zu vernachlässigen.

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 2.6.6.17 dargestellt.

Geschäftsjahr 2009 2009/10

Aktiva Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
in TEUR Buchwert Beizulegender
Zeitwert
beim erstm.
Ansatz
eingestuft
HFT HTM L&R Hedge
Accounting
Cash
Langfristige finanzielle
Vermögenswerte
11.236 11.236 546 - 11 10.679 - -
Wertpapiere und Wertrechte 557 - 546 - 11 - - -
Darlehen, Ausleihungen und
sonstige Forderungen
10.679 - - - - 10.679 - -
Kurzfristige finanzielle
Vermögenswerte
16.706 16.706 2 6.209 8 8.981 1.506 -
Wertpapiere und Wertrechte 27 - 2 - 8 17 - -
Darlehen, Ausleihungen und
sonstige Forderungen
7.145 - - - - 7.145 - -
Positive Marktwerte aus Derivaten
des Handelsbestandes
6.209 - - 6.209 - - - -
Positive Marktwerte aus Derivaten
(Hedge Accounting)
1.506 - - - - - 1.506 -
Sonstige 1.819 - - - - 1.819 - -
Forderungen aus Lieferungen &
Leistungen
172.585 172.585 - - - 172.585 - -
Liquide Mittel 87.841 87.841 - - - - - 87.841
Summe 288.368 288.368 548 6.209 19 192.245 1.506 87.841

Passiva

Buchwert Beizulegender HFT at amortised Hedge Non-FI
in TEUR Zeitwert cost Accounting
Langfristige Finanzschulden 214.448 214.448 - 214.448 - -
Darlehen und Ausleihungen 194.951 - - 194.951 - -
Finanzierungsleasing 19.497 - - 19.497 - -
Kurzfristige Finanzschulden 4.807 4.807 - 4.807 - -
Darlehen und Ausleihungen 4.624 - - 4.624 - -
Finanzierungsleasing 183 - - 183 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & -
Leistungen 130.560 130.560 - 130.560 -
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 114.735 114.735 5.428 18 5.219 104.070
Negative Marktwerte aus
Derivaten des Handelsbestandes
5.428 - 5.428 - - -
Negative Marktwerte aus
Derivaten (Hedge Accounting)
5.219 - - - 5.219 -
Sonstige 104.088 - - 18 - 104.070
Summe 464.550 464.550 5.428 349.833 5.219 104.070

2.6.10.2 Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie IAS 39

in TEUR 2010/11 2009/10
Nettogewinne oder -verluste -5.321 -2.584
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente -2.349 642
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente -2.989 -3.225
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 17 -1
Zinsaufwand -9.810 -9.934
Zinsaufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten -7.743 -8.230
Zinsaufwendungen aus zu Hedge Accounting gehaltenen Finanzinstrumenten -2.063 -1.704
Zinsaufwendungen aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten -4 0
Zinsertrag 2.358 2.111
Zinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten 1.772 1.982
Zinserträge aus zu Hedge Accounting gehaltenen Finanzinstrumenten 347 0
Zinserträge aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten 239 129
Wertminderungsaufwand aus Krediten und Forderungen -1.610 -2.214

Die übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträge (TEUR -8.771; VJ TEUR -6.735) beinhalten neben dem Nettoergebnis (TEUR -5.321; VJ TEUR -2.584) noch die Zinskomponente gemäß IAS 19 abzüglich Erträge aus Planvermögen (TEUR -3.450; VJ TEUR -4.151).

Die Nettoergebnisse sowie die Gesamtzinsaufwendungen und -erträge sind im Finanzergebnis ausgewiesen, während der Wertminderungsaufwand aus Krediten und Forderungen im operativen Ergebnis erfasst ist.

Es ist kein weiterer Wertminderungsaufwand für andere Klassen von Finanzinstrumenten aufgetreten.

2.6.11 Angaben zum Risikomanagement

Aufgrund der Verwendung von Finanzinstrumenten ist die Gruppe insbesondere folgenden Risiken ausgesetzt:

  • Kreditrisiko

  • Liquiditätsrisiko

  • Marktrisiko

Das Risikomanagement ist durch Konzernrichtlinien geregelt. Der Vorstand ist für die Erstellung und Überwachung des konzernweit gültigen Risikomanagements verantwortlich. Eine detaillierte Beschreibung von weiteren finanziellen und nicht-finanziellen Risiken sowie des Risikomanagements ist im Lagebericht unter Kapitel 1.12 zu finden.

2.6.11.1 Kreditrisiko

>> Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen mit den Kunden bestehen, stellt die Gesamtheit der bei den Aktiva ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Weil bei den Kunden und Kreditinstituten auf breite Streuung geachtet wird, ist das Bonitäts- und Ausfallsrisiko als gering anzusehen. Im Geschäftsjahr 2010/11 betragen die Forderungsverluste im Konzern, wie auch im Vorjahr, unter 0,1% vom Jahresumsatz. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 22% (VJ 20%) des Konzernumsatzes mit den 10 größten Kunden getätigt.

Darüber hinaus besteht eine konzernweite Kreditversicherung für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um potenziellen Ausfallsrisiken entgegenzuwirken, wobei jeder neue Kunde ab einem Saldo von TEUR 100, der Kreditversicherung angedient wird. Der mit der Kreditversicherung vereinbarte Selbstbehalt im Schadensfall beträgt zum 30. April 2011 15% des versicherten Forderungsbetrags. Kundenspezifische interne Kreditlimits werden je nach Höhe von unterschiedlichen Führungsebenen im Konzern freigegeben.

Die Wertberichtigung zu den Forderungen aus Lieferungen & Leistungen aufgrund von tatsächlichen Fällen oder Erfahrungswerten hat sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Anfangsbestand 9.874 8.555
Dotierung 2.910 3.471
Verbrauch -722 -1.614
Auflösung -1.336 -537
Endbestand 10.726 9.874

Für eventuelle Forderungsausfälle wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die Einzelwertberichtigung erfolgt je nach Klassifikation in zweifelhafte und nicht-zweifelhafte Forderungen. Nicht-zweifelhafte Forderungen, die seit über 60 Tagen fällig sind, werden je nach Fälligkeit zwischen 20% und 50% wertberichtigt. Zweifelhafte Forderungen werden grundsätzlich um mindestens 60% wertberichtigt. Zudem wird eine 1%ige Wertberichtigung in Höhe von TEUR 956 (VJ TEUR 962) vorgenommen, um Forderungsverluste abzudecken, welche zwar eventuell bereits entstanden, aber noch nicht bekannt sind. Versicherte Forderungen werden aus der Basis für die Berechnung der Wertberichtigungen unter Berücksichtigung des Selbstbehalts ausgenommen.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen & Leistungen stellt sich wie folgt dar:

30. April 2011 30. April 2010
in TEUR Lieferforderungen
brutto
Wert
berichtigungen
Lieferforderungen
brutto
Wert
berichtigungen
Noch nicht fällig 182.070 575 165.089 537
Überfällig 1-60 Tagen 17.990 479 19.681 484
Überfällig 61-90 Tagen 3.420 706 2.260 459
Überfällig 91-180 Tagen 2.423 896 3.422 1.033
Überfällig > 180 Tagen 11.349 8.070 10.653 7.361
Summe 217.251 10.726 201.106 9.874

In den Lieferforderungen zum Nennwert sind zweifelhafte Forderungen in Höhe von TEUR 7.487 (VJ TEUR 6.742) enthalten, die mit TEUR 6.305 (VJ TEUR 5.477) wertberichtigt sind.

Liquide Mittel, Wertpapiere des Anlagevermögens, Derivate und sonstige finanzielle Vermögenswerte Die Gruppe minimiert ihr Kreditrisiko, indem sie kurzfristige Anlagen nur bei systemrelevanten Banken investiert.

>> Aushaftendes Kreditrisiko

Das maximale Risiko besteht aus dem Buchwert der Finanzinstrumente und beträgt per 30. April 2011 TEUR 293.604 (VJ TEUR 288.368). Dieser Betrag setzt sich vor allem aus den Posten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" sowie "Liquide Mittel" zusammen.

2.6.11.2 Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko der Zumtobel Gruppe, ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen zu können. Zur Sicherung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hält die Zumtobel Gruppe einerseits Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben vor, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können. Sie verfügt andererseits über umfangreiche Betriebsmittelkreditlinien, um Liquiditätsschwankungen auszugleichen, die sowohl während eines Monats als auch im Jahresfortgang durch den Geschäftsverlauf auftreten. Daher bestehen keine wesentlichen Liquiditätsrisiken im Bereich der kurzfristigen Finanzierung.

Zum Bilanzstichtag 30. April 2011 stehen der Gruppe neben dem Konsortialkreditvertrag (siehe Kapitel 2.6.6.14) kurzfristige unbesicherte Kontokorrentkreditlinien in Höhe von insgesamt TEUR 107.258 (VJ TEUR 112.389) zur Verfügung. Die Verzinsung hängt von den lokalen Marktgegebenheiten ab und entspricht den landesüblichen Konditionen.

Die künftigen Zahlungen stellen die Perioden dar, in denen die Zahlungsströme voraussichtlich eintreten und in denen sie sich voraussichtlich auf den Gewinn und Verlust auswirken werden. Die zum 30. April 2011 ausgewiesenen Verbindlichkeiten werden zu folgenden zukünftigen Zahlungen führen:

30. April 2011

Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzschulden 229.808 256.363 22.998 200.278 33.087
Darlehen von Kreditinstituten 192.316 194.520 3.895 190.625 0
Darlehen der öffentlichen Hand 2.619 2.939 1.921 1.018 0
Ausleihungen von sonstigen Dritten 474 474 40 434 0
Finanzierungsleasing 19.169 43.201 1.913 8.201 33.087
Working Capital-Kredite 15.229 15.229 15.229 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 140.742 140.742 140.742 0 0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 108.393 108.326 105.518 2.808 0
Derivate des Handelsbestandes 8.023 8.663 8.663 99 0
Derivate (Hedge Accounting) 4.493 3.786 1.077 2.709 0
Sonstige Finanzinstrumente 1.617 1.617 1.617 0 0
Verbindlichkeiten Non-FI 94.260 94.260 94.260 0 0
Aushaftende Verbindlichkeiten 478.943 505.432 269.258 203.086 33.087

30. April 2010

Künftige Zahlungen
Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
219.255 247.581 9.161 202.388 36.032
193.190 194.315 2.664 191.651 0
3.053 3.798 1.284 2.514 0
192 192 57 135 0
19.680 46.135 2.015 8.088 36.032
3.141 3.141 3.141 0 0
130.560 130.560 130.560 0 0
114.735 115.049 115.049 0 0
5.428 5.656 5.656 0 0
5.219 5.305 5.305 0 0
18 18 18 0 0
104.070 104.070 104.070 0 0
464.550 493.190 254.770 202.388 36.032

Die künftigen Zahlungen der Derivate mit positiven Marktwerten stellen sich wie folgt dar:

30. April 2011 Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzielle Vermögenswerte 5.817 6.023 6.023 0 0
Derivate des Handelsbestandes 5.817 6.023 6.023 0 0
30. April 2010 Künftige Zahlungen
in TEUR Buchwert Summe < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzielle Vermögenswerte 7.715 7.746 5.599 2.147 0
Derivate (Hedge Accounting) 1.506 1.488 1.488 0 0
Derivate des Handelsbestandes 6.209 6.258 4.111 2.147 0

Es werden keine Wertpapiere als Sicherheiten gehalten.

2.6.11.3 Marktrisiko

Unter Marktrisiko wird das Risiko verstanden, welches aufgrund von Marktpreisänderungen in fremden Währungen sowie aufgrund von Veränderungen von Zinssätzen und Rohstoffpreisen entsteht und geeignet ist, das Ergebnis der Gruppe und den Marktwert der eingesetzten Finanzinstrumente negativ zu beeinflussen. Die Zielsetzung des Marktrisiko-Managements ist es, die vorhandenen Risiken zu beurteilen und, soweit wie möglich, wirtschaftlich sinnvoll unter Anwendung geeigneter Maßnahmen zu minimieren.

Um diese Risiken abzusichern, setzt die Zumtobel Gruppe teilweise derivative Finanzinstrumente ein. Alle Derivatgeschäfte werden ausschließlich mit systemrelevanten Banken abgeschlossen, um das Bonitätsrisiko aus den Kurssicherungsgeschäften möglichst gering zu halten. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt gemäß der gültigen Hedging Policy.

Grundsätzlich werden geplante Cashflows, die Marktpreisänderungsrisiken aus Währungskurs- oder Rohstoffpreisänderungen unterliegen, rollierend für einen Zeithorizont von zwei bis drei Quartalen durch geeignete Sicherungsgeschäfte abgesichert. Durch diese Methodik verfügt das Unternehmen über einen relativ konstanten Hedge-Bestand, das Fremdwährungsexposure wird dadurch geglättet.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko ist die mögliche Wertschwankung eines Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über einem Jahr vor. Im operativen Bereich sind diese Laufzeiten nicht von materieller Bedeutung, sie können jedoch bei finanziellen Vermögenswerten und Finanzschulden eine Rolle spielen.

Der derzeit unter dem Konsortialkreditvertrag aushaftende Betrag von EUR 186 Mio hat aufgrund der Laufzeit bis 13. Juni 2013 langfristigen Charakter, unterliegt jedoch einer variablen Verzinsung (EURIBOR-Geldmarktzinsen).

Um das hieraus resultierende Zinsänderungsrisiko zu verringern, wurden mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate Swaps) für ein Volumen im Gesamtwert von rund EUR 102 Mio (hiervon ca. EUR 20 Mio als Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken) abgeschlossen, also rund 55% des derzeit aushaftenden langfristigen Kreditvolumens. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2015) und tauschen die variablen Zinszahlungen der Finanzierung in Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzten Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Die in Euro nominierten Zins-Swaps mit zu zahlenden Festzinssätzen sind gemäß IAS 39 als "Hedge Accounting" einzustufen. Die Effektivität wird über die Hypothetische-Derivative-Methode nachgewiesen. Der Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken erfüllt bezüglich der Währungskomponente die Voraussetzungen eines Sicherungsinstrumentes für eine Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb gemäß IAS 21. Komponenten mit betraglich begrenzten Zinsobergrenzen werden als "Derivate des Handelsbestandes" ausgewiesen.

Nominalwährung Nominal in Tsd.
Landeswährung
Beizulegender
Zeitwert in TEUR
2010/11
Beizulegender
Zeitwert in TEUR
2009/10
EUR 62.000 -1.608 -3.592
EUR 20.000 -476 -1.134
CHF 28.728 -2.408 -41
Negative Marktwerte aus Zinssicherungsinstrumenten (Hedge Accounting) -4.492 -4.767
Negative Marktwerte aus Währungssicherungsinstrumenten (Hedge Accounting) -1 -452
Negative Marktwerte aus Derivaten (Hedge Accounting) -4.493 -5.219

>> Aushaftendes Zinsänderungsrisiko

Zum Bilanzstichtag stellt sich die Aufteilung der verzinslichen Finanzinstrumente nach fester und variabler Verzinsung wie folgt dar:

in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
Finanzschulden -43.808 -33.256
Fest verzinste Finanzinstrumente -43.808 -33.256
Finanzielle Vermögenswerte 20.800 27.942
Liquide Mittel 86.255 87.841
Finanzschulden -186.000 -186.000
Variabel verzinste Finanzinstrumente -78.945 -70.217
Summe -122.753 -103.473

Innerhalb des Konsortialkreditvertrags erfolgte bereits am 31. Dezember 2009 eine Umstellung der Verzinsung vom variablen Verfahrenszinssatz der Oesterreichische Kontrollbank AG auf EURIBOR-basierende Geldmarktzinsen.

Zinserhöhungen – insbesondere für die Währung EUR – können sich zu Lasten des Finanzergebnisses auswirken und den Durchschnittszinssatz erhöhen. Die mittelfristige Finanzplanung sieht jedoch trotz der geplanten Rückführung der Nettoverschuldung eine Verlängerung der Fremdkapitalfinanzierung über den Juni 2013 hinaus vor, um ein ausgewogenes Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital in der Bilanz der Zumtobel Gruppe zu erhalten.

>> Sensitivitätsanalyse

Bei den variabel verzinsten Instrumenten würde eine Änderung von 100 Basispunkten für einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr zu einer Veränderung des Zinsergebnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung von TEUR 1.101 (VJ TEUR 892) führen. Aufgrund der Tatsache, dass die fest verzinsten Finanzschulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, hat eine Veränderung des Zinsniveaus keine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das Eigenkapital.

Für die zur Zinssicherung abgeschlossenen Zinsderivate würde für einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr eine Änderung von 100 Basispunkten einen gegenläufigen Eigenkapitaleffekt von TEUR 1.377 (VJ TEUR 1.068) ergeben.

Währungsänderungsrisiko

Die Währungssicherungsinstrumente haben zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Zumtobel Gruppe setzt überwiegend Devisenterminkontrakte mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr ein, ergänzend auch Optionen. Translationsrisiken werden nicht abgesichert.

Die Hauptwährungen im Konzern sind EUR, GBP, USD (sowie die an den USD gebundenen asiatischen Währungen), AUD und CHF. Der Großteil der europäischen Produktionsgesellschaften fakturiert in EUR und GBP.

Da das Fremdwährungsexposure aus generellen Planungsannahmen ermittelt wird und nicht aus konkret bestimmbaren Einzelverträgen, können die Voraussetzungen für Hedge Accounting grundsätzlich nicht erfüllt werden. Lediglich für einen einzelnen fest vereinbarten langfristigen Einkaufskontrakt für Komponenten auf USD-Basis konnten Devisenterminkontrakte auf den zugrundeliegenden Zahlungsplan abgeschlossen und die Qualifizierung für Hedge Accounting (positive Marktwerte zum 30. April 2011 TEUR 0, negative Marktwerte zum 30. April 2011 TEUR – 1) dargestellt werden.

>> Sensitivitätsanalyse

Die folgenden Angaben beschreiben aus Konzernsicht die Sensitivität eines Anstiegs des EUR gegenüber der Fremdwährung. Dabei werden alle zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Finanzinstrumente (inklusive konzerninterne Finanzinstrumente) in die Berechnung miteinbezogen.

Finanzinstrumente in den jeweiligen funktionalen Währungen der nicht im Euro-Raum ansässigen Tochtergesellschaften stellen kein Risiko dar und fließen somit nicht in die Sensitivitätsanalyse mit ein.

Eine zehnprozentige Auf- bzw. Abwertung des Euros gegenüber der jeweiligen Währung zum 30. April 2011 hätte das Ergebnis nach Steuern sowie das Eigenkapital unter Berücksichtigung der wesentlichsten Fremdwährungspaare wie folgt beeinflusst. Alle weiteren Variablen (insbesondere die Zinssätze) werden in der Analyse als konstant angenommen. Die Effekte im Eigenkapital betreffen langfristige konzerninterne Darlehen.

EUR Aufwertung um +10%
in TEUR GuV Eigenkapital GuV Eigenkapital
EUR-GBP 8.250 5.383 -8.250 -5.383
EUR-SEK 4.644 4.095 -4.644 -4.095

Die folgende Tabelle veranschaulicht den Effekt aus Derivaten bei einer Kursveränderung von +/- 10%.

in TEUR Beizulegender
Zeitwert
EUR Aufwertung
um +10%
EUR Abwertung
um - 10%
EUR - GBP 1.777 -5.196 4.615
EUR - CHF -286 -1.940 1.764
EUR - AUD -456 -2.221 2.019
EUR - USD -5.839 7.532 -7.028
EUR - SEK -131 -950 864

Neben den Derivaten mit echtem Absicherungscharakter (definierter "Worst Case" vorhanden) wurden als Beimischung im Vorjahr Kursoptimierungsinstrumente für EUR - AUD, EUR - CHF und EUR - GBP abgeschlossen. Zum 30. April 2011 sind keine deratigen Instrumente mehr im Einsatz.

Rohstoffpreisrisiko

Die wesentlichen Rohstoffe sind Energie, Aluminium, Stahl und Kupfer. Zur Verringerung von Risiken aus unerwarteten Preisänderungen werden nach Möglichkeit (Energie, Aluminium, Stahl) befristete Lieferverträge abgeschlossen. Kupferpreisschwankungen werden gegebenenfalls durch Derivate (Termingeschäfte oder Optionen) auf Kupferpreise rollierend abgesichert.

>> Sensitivitätsanalyse

Das Volumen an Kupfereinkäufen betrug im Geschäftsjahr 2010/11 2.583 MT (metrische Tonnen). Bei einer Preiserhöhung von 1.000 EUR/MT bedeutet dies ein jährliches Preisänderungsrisiko von rund TEUR 2.583.

2.6.12 Geschäftssegmente

2.6.12.1 Segment Geschäftsbereiche

Für die Zumtobel Gruppe stellen die Geschäftsbereiche die primären Segmente dar. Die Geschäftsbereiche bestehen aus dem "Lighting Segment" (Lichtlösungen, Leuchten für die Innen- und Außenraumbeleuchtung und elektronisch-digitale Licht- und Raummanagementsysteme) sowie dem "Components Segment" (elektronische und magnetische Lichtkomponenten). Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Geschäftsbereichen erfolgt zu marktüblichen Konditionen.

Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. In Anlehnung an den im IFRS 8 geforderten "Management Approach" wird in den Segmentinformationen die für die interne Berichterstattung maßgebliche Erfolgskennzahl, welche das Betriebsergebnis (EBIT) darstellt, herangezogen.

Als Segmentvermögen wurden den Geschäftssegmenten das direkt zuzuordnende Sachanlagevermögen, das immaterielle Vermögen und das Working Capital (ohne Zinsabgrenzungen, Steuerforderungen und –verbindlichkeiten) zugeordnet.

Nicht den Geschäftssegmenten zuzuordnendes Vermögen und die daraus resultierenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie segmentübergreifend genutztes Sachanlagevermögen, Finanzverbindlichkeiten und Steuern werden in der Spalte "Überleitung" ausgewiesen.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in Höhe von TEUR 12 (VJ TEUR -959) betrifft mit TEUR 9 (VJ TEUR 82) den Geschäftsbereich "Components Segment" und mit TEUR 3 (VJ TEUR -1.041) den Geschäftsbereich "Lighting Segment". Das restliche Finanzergebnis sowie die Steuern sind keinem Geschäftsbereich zugeordnet.

In den Abschreibungen des laufenden Jahres sind TEUR 4.311 an außerplanmäßigen Abschreibungen beinhaltet. Davon betreffen TEUR 2.759 den Geschäftsbereich "Components Segment" und TEUR 1.552 den Geschäftsbereich "Lighting Segment". Ebenfalls entfällt eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 1.972 auf den Geschäftsbereich "Lighting Segment".

In den Abschreibungen des Vorjahres sind TEUR 68.502 an außerplanmäßigen Abschreibungen enthalten. Dem Geschäftsbereich "Lighting Segment" sind TEUR 67.949 zugeordnet, davon betreffen TEUR 67.100 die Abschreibung der Firmenwerte "Thorn Lighting Gruppe" und "Thorn India". Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäftsbereiches "Components Segment" beliefen sich auf TEUR 553 und betrafen vor allem die Abschreibungen von Entwicklungskosten aufgrund der durchgeführten Werthaltigkeitsüberprüfungen.

Die Eliminierung der segmentübergreifenden Innenerlöse wird in der Spalte Überleitung ausgewiesen.

Lighting Segment Components Segment Überleitung Konzern
in TEUR 2010/11 2009/10 2008/09 2010/11 2009/10 2008/09 2010/11 2009/10 2008/09 2010/11 2009/10 2008/09
Nettoumsätze 868.966 816.707 866.368 437.338 366.590 365.763 -78.100 -68.649 -63.137 1.228.204 1.114.648 1.168.994
Außenerlöse 868.078 815.336 865.445 359.530 298.750 302.672 597 563 878 1.228.204 1.114.648 1.168.994
Innenerlöse 888 1.371 924 77.808 67.840 63.091 -78.697 -69.212 -64.015 0 0 0
Betriebsergebnis 28.250 -65.493 31.848 54.750 45.353 37.945 -6.997 -12.178 -12.819 76.003 -32.318 56.974
Investitionen 26.942 33.348 41.344 26.841 12.771 23.108 3.520 2.572 278 57.304 48.691 64.730
Abschreibungen -28.957 -93.833 -25.270 -21.247 -18.103 -15.654 -1.346 -1.215 -1.622 -51.550 -113.152 -42.545
in TEUR 30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
Vermögen 624.457 600.906 662.994 247.232 210.648 204.661 148.796 161.284 142.683 1.020.486 972.837 1.010.338
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
30. April
2011
30. April
2010
30. April
2009
Mitarbeiter

In den Mitarbeiterzahlen sind erstmals auch Leiharbeiter enthalten. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Die Spalte "Überleitung" setzt sich wie folgt zusammen:

Überleitung
in TEUR 2010/11 2009/10
Konzernobergesellschaften -7.653 -12.728
Konzernbuchungen 656 550
Betriebsergebnis -6.997 -12.178

(Vollzeitkräfte) 5.322 5.155 5.261 2.368 2.048 1.775 124 126 129 7.814 7.329 7.165

Konzernobergesellschaften sind jene Gesellschaften, die konzernübergreifende administrative Tätigkeiten oder Finanzierungstätigkeiten durchführen und nicht direkt einem Segment zugeordnet werden. Die Überleitung des Betriebsergebnisses beinhaltet Konzernbuchungen im Zusammenhang mit der Zwischengewinneliminierung des Umlauf- als auch des Anlagevermögens.

Überleitung
in TEUR 30. April 2011 30. April 2010
gemeinschaftlich genutztes Vermögen 159.887 169.557
Konzernobergesellschaften 43.386 57.475
Konzernbuchungen -54.476 -65.748
Vermögen 148.796 161.284

Die Veränderung des gemeinschaftlich genutzten Vermögens ist vor allem im Rückgang von Steuerforderungen begründet.

Die Umsatzerlöse mit einzelnen externen Kunden liegen jeweils unter 10 % der Gesamtumsatzerlöse.

2.6.12.2 Segment Regionen

Die Aufgliederung nach Regionen wurde aufgrund einer Anpassung der internen Berichtsstruktur geändert. Es erfolgt eine Darstellung auf Basis der Regionen "Europa", "Asien", "Australien & Neuseeland", "Amerika" sowie "Rest".

Auf Basis der geänderten internen Berichtsstruktur wurde auch eine neue Aufteilung des Firmenwertes der Thorn Lighting Gruppe vorgenommen. In der Segmentberichterstattung nach Regionen werden die Firmenwerte nun der jeweiligen Region zugeordnet. Die Vorjahre wurden entsprechend angepasst.

Außenerlöse
Vermögen
in TEUR 2010/11 2009/10 2008/09 2010/11 2009/10 2008/09
Europa 950.568 878.435 950.057 801.629 750.688 795.728
Asien 111.068 95.892 88.695 61.818 56.938 49.530
Australien & Neuseeland 119.559 100.640 89.922 60.718 61.988 57.728
Amerika 34.734 30.216 31.857 18.377 15.787 20.143
Rest 12.274 9.466 8.463 0 0 0
Überleitung 0 0 0 77.944 87.436 87.208
Summe 1.228.204 1.114.648 1.168.994 1.020.486 972.837 1.010.338

Überleitung der Regionen:

Vermögen
in TEUR 2010/11 2009/10
gemeinschaftlich genutztes Vermögen 79.499 88.921
Konzernbuchungen -1.555 -1.485
Vermögen 77.944 87.436

2.6.13 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Im Konzern wurden Bankgarantien in Höhe von TEUR 9.492 (VJ TEUR 9.316) für diverse Haftungen begeben.

2.6.14 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

2.6.15 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen umfassen den Vorstand und Aufsichtsrat der Zumtobel AG. Zum 30. April 2011 sind keine Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen vorhanden.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen (siehe auch Kapitel 2.6.6.4).

Mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen gibt es keine wesentlichen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Zum 30. April 2011 bestehen keine offenen Salden.

Organvergütungen

in TEUR 2010/11 2009/10
Gesamtbezüge des Vorstands 1.927 4.505
davon fixe Bezüge 1.329 1.311
davon variable Bezüge 598 1.158
davon Aufwendungen für Aufhebungsvereinbarungen 0 2.036
in TEUR 2010/11 2009/10
Harald Sommerer 952 33
davon fixe Bezüge 603 33
davon variable Bezüge 349
Martin Brandt 568 382
davon fixe Bezüge 402 249
davon variable Bezüge 166 133
Mathias Dähn 136
davon fixe Bezüge 136
davon variable Bezüge
Andreas Ludwig 3.536
davon fixe Bezüge 750
davon variable Bezüge 750
davon Aufwendungen für Aufhebungsvereinbarungen 2.036
Thomas Spitzenpfeil 271 554
davon fixe Bezüge 188 279
davon variable Bezüge 83 275

Harald Sommerer ist berechtigt, mit 11.000 Stück Aktien am MSP-Programm teilzunehmen. Die MSP-Aktien von Martin Brandt belaufen sich auf 7.655 Stück. Weitere Vergütungen wie Pensionen und andere nach Beendigung des Dienstverhältnisses zu zahlende Leistungen wurden nicht gewährt.

Der Aufsichtsrat der Zumtobel AG erhielt im Geschäftsjahr 2010/11 folgende Vergütungen:

in TEUR 2010/11 2009/10
Gesamtvergütungen des Aufsichtsrats 343 350
davon Aufsichtsratsvergütungen 225 180
davon Sitzungsgelder 114 162
davon Spesenersatz 4 8

2.6.16 Angaben zu Personalstruktur und Organen

2.6.16.1 Personalstruktur

2010/11 2009/10
Durchschnitt Stichtag Durchschnitt Stichtag
Produktion / Herstellung 4.067 4.129 3.787 3.881
Forschung und Entwicklung 421 450 442 440
Vertrieb 2.232 2.285 2.228 2.219
Verwaltung 490 487 486 463
Sonstiges 410 463 361 326
Summe 7.620 7.814 7.304 7.329

Die angegebene Anzahl der Mitarbeiter ist inklusive der in der Zumtobel Gruppe beschäftigten Leiharbeiter. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

2.6.16.2 Organe des Konzerns

Aufsichtsrat Aufsichtsrat

Jürg Zumtobel (Vorsitzender) Hero Brahms (Stellvertreter des Vorsitzenden) Johannes Burtscher (Stellvertreter des Vorsitzenden ab 23. Juli 2010) Fritz Zumtobel (Mitglied) Stephan Hutter (Mitglied ab 23. Juli 2010) Hans-Peter Metzler (Mitglied ab 23. Juli 2010) Walter M. Dünser (Mitglied bis 23. Juli 2010) Wolf Klinz (Mitglied bis 23. Juli 2010)

Vom Betriebsrat entsandt: Ludwig Auer Herbert Kaufmann Mario Wintschnig

Vorstand

Harald Sommerer, bestellt bis 30. April 2013 Martin Brandt, bestellt bis 30. April 2012 Mathias Dähn, bestellt bis 30. April 2014 (seit 1. Februar 2011) Thomas Spitzenpfeil (bis 30. September 2010)

2.7 Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs 4 Börsegesetz

Der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards aufgestellte Konzernabschluss zum 30. April 2011 vermittelt im Sinne der börsenrechtlichen Anforderungen nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht stellt den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so dar, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht. Der Konzernlagebericht beschreibt die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Einzelgesellschaft die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Dornbirn, am 6. Juni 2011

Der Vorstand

Harald Sommerer Mathias Dähn Martin Brandt

Chief Executive Officer (CEO) Chief Financial Officer (CFO) Chief Operating Officer (COO)

2.8 Konsolidierungskreis

Nr. Gesellschaft Land Anteil in % Konsolidierungs
methode
Stichtag Währung
1 ATCO Finance Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
2 ATCO Industrial Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
3 Conlux Pty. Limited Australien 100 voll 30. April AUD
4 Thorn Lighting Pty Ltd Australien 100 voll 30. April AUD
5 Tridonic Australia Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
6 Tridonic Manufacturing Pty Ltd Australien 100 voll 30. April AUD
7 Tridonic Oceania Holding Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
8 Zumtobel Lighting Pty. Ltd. Australien 100 voll 30. April AUD
9 FURIAE Raiffeisen-Immobilien-Leasing GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
10 LEDON Lighting GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
11 Ledon Lamp GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
12 Tridonic Jennersdorf GmbH (vormals Ledon Lighting
Jennersdorf GmbH)
Österreich 100 voll 30. April EUR
13 LEXEDIS Lighting GmbH Österreich 50 equity 30. April EUR
14 Thorn Licht Gesellschaft mbH Österreich 99,89 voll 30. April EUR
15 Tridonic connection technology GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
16 Tridonic connection technology GmbH & Co KG Österreich 100 voll 30. April EUR
17 Tridonic GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
18 Tridonic GmbH & Co KG Österreich 100 voll 30. April EUR
19 Tridonic Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
20 Zumtobel AG Österreich 100 voll 30. April EUR
21 Zumtobel Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
22 Zumtobel Insurance Management GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
23 Zumtobel LED GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
24 Zumtobel LED Holding GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
25 Zumtobel Licht GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
26 Zumtobel Lighting GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
27 Zumtobel Pool GmbH Österreich 100 voll 30. April EUR
28 z-werkzeugbau gmbh Österreich 30 equity 30. April EUR
29 N.V. Zumtobel Lighting S.A. Belgien 100 voll 30. April EUR
30 Thorn Lighting (Guangzhou) Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
31 Thorn Lighting (Hong Kong) Ltd. China 100 voll 30. April HKD
32 Thorn Lighting (Tianjin) Co. Ltd. China 70 voll 31. Dezember CNY
33 Tridonic (Shanghai) Co. Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
34 TridonicAtco (Shenzhen) Co. Ltd. China 100 voll 31. Dezember CNY
35 TridonicAtco Hong Kong Ltd. China 100 voll 30. April HKD
36 Zumtobel Licht d.o.o. Kroatien 100 voll 30. April HRK
37 Thorn Lighting CS Spol s.r.o. Tschechische Republik 99,89 voll 30. April CZK
38 Zumtobel Lighting s.r.o. Tschechische Republik 100 voll 30. April CZK
39 Lightmakers A/S Dänemark 51 voll 30. April DKK
40 Thorn Lighting AS Dänemark 100 voll 30. April DKK
41 Thorn Lighting OY Finnland 100 voll 30. April EUR
42 Thorn Europhane S.A. Frankreich 99,89 voll 30. April EUR
43 Tridonic France Sarl Frankreich 100 voll 30. April EUR
44 Zumtobel Lumière Sarl Frankreich 100 voll 30. April EUR
45 Ledon Lighting Morbach GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
46 LEDON OLED Verwaltungs GmbH Deutschland 49 equity 30. April EUR
47 LEDON OLED Lighting GmbH & Co KG Deutschland 51 equity 30. April EUR
48 Reiss Lighting GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
49 Tridonic Deutschland GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
50 Zumtobel Holding GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
51 Zumtobel Licht GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
52 Zumtobel Lighting GmbH Deutschland 100 voll 30. April EUR
53 Luxmate Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
54 Rewath Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
55 Thorn Lighting Group Großbritannien 100 voll 30. April GBP
56 Thorn Lighting Holdings Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
57 Thorn Lighting International Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
58 Thorn Lighting Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
59 Tridonic UK Ltd Großbritannien 100 voll 30. April GBP
60 Wengen - Five Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
61 Wengen - Four Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
62 Wengen - One Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
63 Wengen - Three Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
64 Wengen - Two Ltd. Großbritannien 100 voll 30. April GBP
65 Zumtobel Lighting Limited Großbritannien 100 voll 30. April GBP
66 Zumtobel Lighting Kft Ungarn 100 voll 30. April HUF
67 Thorn Lighting India Private Limited Indien 100 voll 30. April INR
68 Thorn Lighting (Ireland) Limited Irland 100 voll 30. April EUR
69 Thorn Europhane SPA Italien 99,89 voll 30. April EUR
70 Tridonic Italia SRL Italien 100 voll 30. April EUR
71 Zumtobel Illuminazione SRL Italien 100 voll 30. April EUR
72 Zumtobel LED Illuminazione Holding srl Italien 100 voll 30. April EUR
73 Zumtobel Residental Lighting srl Italien 100 voll 30. April EUR
74 Tridonic (Malaysia) Sdn, Bhd. Malaysia 100 voll 30. April MYR
75 Thorn Lighting (Mauritius) Holdings Ltd. Mauritius 100 voll 30. April USD
76 Thorn Lighting Asian Holdings BV Niederlande 100 voll 30. April EUR
77 Thorn Lighting (NZ) Limited Neuseeland 100 voll 30. April NZD
78 Tridonic NZ Limited Neuseeland 100 voll 30. April NZD
79 Thorn Lighting AS Norwegen 100 voll 30. April NOK
80 Thorn Lighting Polska SP ZOO Polen 100 voll 30. April PLN
81 Raiffeisen Lux S.r.l. Rumänien 100 voll 31. Dezember EUR
82 Zumtobel Lighting Romania srl Rumänien 100 voll 31. Dezember RON
83 Thorn Lighting (Singapore) Pte Ltd Singapur 100 voll 30. April SGD
84 Tridonic (S.E.A.) Pte Ltd. Singapur 100 voll 30. April SGD
85 ZUMTOBEL LICHT d.o.o. Slowenien 100 voll 30. April EUR
86 Tridonic S.A . Süd Afrika 49,99 equity 28.Februar ZAR
87 Luxmate S.L. Spanien 100 voll 30. April EUR
88 Staff Iberica S.A. Spanien 50 equity 30. April EUR
89 Hans-Agne Jakobsson A/B Schweden 100 voll 30. April SEK
90 Thorn Lighting AB Schweden 100 voll 30. April SEK
91 Thorn Lighting Nordic A/B Schweden 100 voll 30. April SEK
92 TLG Sweden Holdings AB Schweden 100 voll 30. April SEK
93 Tridonic Schweiz AG Schweiz 100 voll 30. April CHF
94 Zumtobel Licht AG Schweiz 100 voll 30. April CHF
95 Zumtobel Pool AG Schweiz 100 voll 30. April EUR
96 Tridonic Aydinlatma Ticaret Limited Sirketi Türkei 100 voll 30. April TRY
97 Thorn Gulf LCC UAE 100 voll 31. Dezember AED
98 Tridonic (ME) FZE UAE 100 voll 30. April AED
99 Lemgo Realty Corp. USA 100 voll 30. April USD
100 Zumtobel Lighting Inc. USA 100 voll 30. April USD

Entkonsolidierung

1 Space Cannon VH SRL Italien 100 voll 30. April EUR

Nicht im Konsolidierungskreis enthalten

(unwesentlich)

Nr. Firmenname Land
1 Atlas International Limited Großbritannien
2 British Lighting Industries Limited Großbritannien
3 Kompetenzzentrum Licht GmbH Österreich
4 Metall Closures Group Limited Großbritannien
5 Oriole Emergency & Fire Protection UK Großbritannien
6 Smart & Brown Limited Großbritannien
7 Thorn Lighting Pension Trustees Limited Großbritannien
8 Thorn Lighting Overseas Großbritannien
9 TLG Limited Großbritannien
10 TLG Quest Trustees Limited Großbritannien
11 TLG Supplemental Pension Trustees Limited Großbritannien
12 Wassall Pension Trustees Limited Großbritannien
13 Zumtobel Lighting GmbH Hong Kong
14 Thorn Lighting Hungary Kft Ungarn
15 ATCO Controls Pty. Limited Australien
16 ATCO Controls (I) Pvt. Ltd. Indien

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Bericht zum

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

Zumtobel AG, Dornbirn,

für das Geschäftsj GeschäftsjGeschäftsjahr vom 1. ahr vom 1. ahr 1.Mai 2010 bis zum 30. Mai 2010 bis zum 30. Mai 2010 bis zum April 2011 April 2011April 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Bilanz zum 30. April 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Gesamtergebnisrechnung, die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. April 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung nzernabschluss und

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksich-tigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlusspr Abschlusspr hen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. April 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2010bis zum 30. April 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 6. Juni 2011

KPMG Austria GmbH

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Thomas Smrekar Mag. Rainer Hassler

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

3. Corporate Governance Bericht 2010/11

Inhalt

3. Corporate Governance
3.1 Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe__________121
Weiterentwicklungen im Geschäftsjahr 2010/11 _____121
3.2 Der Österreichische Corporate Governance Kodex________121
3.2.1 Comply or Explain __________121
3.2.2 Sonstige Berichtspflichten___________122
3.3 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem _____123
Interne Revision____________123
3.4 Die Organe und Gremien der Zumtobel AG _______123
3.4.1 Die Aktionäre und die Hauptversammlung _________124
3.4.2 Der Vorstand ________124
3.4.3 Der Vorstand Vergütungsregelungen und Bezüge ____126
3.4.4 Der Aufsichtsrat ____________129
3.4.5 Der Aufsichtsrat Tätigkeitsbericht __________130
3.4.6 Der Aufsichtsrat Ausschüsse________131
3.4.7 Der Aufsichtsrat Aktionärsvertreter ________133
3.4.8 Der Aufsichtsrat Delegierte des Betriebsrats _______135
3.4.9 Der Aufsichtsrat Vergütungsregelung _______136

3. Corporate Governance

3.1 Corporate Governance in der Zumtobel Gruppe

In der Zumtobel Gruppe wird Corporate Governance als umfassende Steuerung und Überwachung des Unternehmens verstanden. Diese Corporate Governance Kultur manifestiert sich in einer strategischen Ausrichtung der Gruppe auf Nachhaltigkeit, Langfristigkeit und Verantwortung.

Als Rahmenwerk für die Ausgestaltung des Corporate Governance Systems in der Zumtobel Gruppe dient der Österreichische Corporate Governance Kodex. Die wesentlichen Bausteine des Corporate Governance Systems sind die Unternehmensvision und die Unternehmenswerte (Corporate Values). Sie tragen maßgeblich zum Ziel der langfristigen Wertschöpfung und nachhaltigen Wertsteigerung bei, ebenso wie der Verhaltenskodex (Code of Conduct) und die Konzernrichtlinien.

Weiterentwicklungen im Geschäftsjahr 2010/11

Entsprechend dem Anspruch der Zumtobel Gruppe, das Corporate Governance System laufend an sich ändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen anzupassen, wurden auch im Geschäftsjahr 2010/11 entsprechende Maßnahmen durchgeführt. So wurden beim Internen Kontrollsystems in der Finanzberichterstattung die in den vergangenen Jahren eingeführten Prozesse weiter verbessert. Zur regelmäßigen Weiterentwicklung des Corporate Governance Systems gehört auch die fortlaufende Anpassung der Konzernrichtlinien (Corporate Policies) an neue oder geänderte Anforderungen. Wesentliche neue bzw. überarbeitete Policies waren die Corporate Risk Management Policy sowie die Corporate Policy on Licence Reporting.

3.2 Der Österreichische Corporate Governance Kodex

Der Österreichische Corporate Governance Kodex wird vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance herausgegeben. Der Kodex kann jederzeit auf der Website des Arbeitskreises abgerufen werden (www.corporate-governance.at).

Im Januar 2010 wurde eine neue Fassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex veröffentlicht, welche für das Geschäftsjahr 2010/11 umgesetzt wurde.

Die Zumtobel AG erklärt ihre freiwillige Selbstverpflichtung auf den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung von Januar 2010. Zumtobel sieht die aktive Umsetzung des Kodex als wesentliche Verpflichtung im Sinne einer auf nachhaltige und langfristige Wertsteigerung ausgerichteten Leitung der Unternehmensgruppe.

Wie schon in den Jahren zuvor wurde auch im Geschäftsjahr 2010/11 der Kodex von der Zumtobel AG nahezu lückenlos eingehalten. Es wurden nicht nur die Mindestanforderungen umgesetzt, sondern auch die R-Regeln weitestgehend angewendet. Lediglich bei fünf C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex besteht eine teilweise abweichende Umsetzung. Diese Abweichungen werden nachfolgend im Sinne des Grundsatzes Comply or Explain erläutert.

Für das Geschäftsjahr 2011/12 wird die Einhaltung des Kodex fortgesetzt und auch weiterhin die bestmögliche Anwendung seiner Regeln angestrebt.

3.2.1 Comply or Explain

Der Vorstand der Zumtobel AG hat die Abteilung Investor Relations beauftragt, einen Compliance Review zum Österreichischen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2010/11 durchzuführen. Basierend auf diesem Compliance Review erklärt die Zumtobel AG, dass sie im Geschäftsjahr 2010/11 alle

Informationen zur Corporate Governance auch unter www.zumtobelgroup.com L-Regeln der Kodex-Fassung von Januar 2010 eingehalten hat. Folgende C-Regeln der Kodex-Fassung von Januar 2010 wurden bzw. werden derzeit nicht bzw. teilweise eingehalten:

  • Regel 27a: Bei vorzeitiger Beendigung von Vorstandsverträgen von Seiten des Aufsichtsrats muss in der Regel der Anspruch aus der Restlaufzeit der bestehenden Verträge ausbezahlt werden. Dies kann im Maximum zwei Jahresgesamtvergütungen überschreiten, da die Vorstandsverträge auf drei Jahre abgeschlossen sind.
  • Regel 30: Informationen über den Versicherungsschutz im Allgemeinen und über D&O-Versicherungen im Besonderen werden in der Zumtobel Gruppe als vertrauliche Unternehmensdaten betrachtet, deren Veröffentlichung geeignet ist, dem Unternehmen Schaden zuzufügen. Die Zumtobel Gruppe sieht daher von einer Veröffentlichung ab.
  • Regel 43: Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten entspricht dem Vergütungsausschuss gemäß Regel 43. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel ist allerdings nicht Vorsitzender dieses Ausschusses sondern stellvertretender Vorsitzender.
  • Regel 51: Die Vergütungen für jedes Aufsichtsratsmitglied werden nicht einzeln veröffentlicht. Die Zumtobel Gruppe vertritt die Auffassung, dass eine Detaillierung dem Leser des Jahresfinanzberichts kaum Informationsmehrwert bietet.
  • Regel 55: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel, war bis zu seiner Bestellung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats im September 2003 der Vorsitzende des Vorstands der Zumtobel AG.

3.2.2 Sonstige Berichtspflichten

3.2.2.1 Offenlegung der Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wurde von der Hauptversammlung am 23. Juli 2010 zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Zumtobel AG bestellt. Darüber hinaus ist die KPMG mit ihren Partnerbüros in geringem Umfang auch in der Steuer- und Finanzberatung für die Zumtobel Gruppe tätig.

Im Geschäftsjahr 2010/11 sind in der Zumtobel AG folgende Leistungen von der KPMG Austria erbracht bzw. vereinbart worden:

In TEUR 2010/11 2009/10
Gesamthonorar 186 212
davon Prüfung und prüfungsnahe Tätigkeiten 159 158
davon prüfungsnahe Beratung 27 54
davon sonstige Honorare 0 0

Das gesamte von Gesellschaften des KPMG-Netzwerks für Prüfungsleistungen in der Zumtobel Gruppe vereinbarte Honorarvolumen beläuft sich unter Berücksichtigung der verrechenbaren externen Kosten auf 1.460 TEUR.

3.2.2.2 Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Unternehmen

In der Zumtobel Gruppe gibt es seit dem Jahr 2004 einen Verhaltenskodex der festlegt, dass keine Art der Diskriminierung im Unternehmen geduldet wird. Erfahrung, Qualifikation und Leistung bilden im Unternehmen die Basis der Personalentscheidungen für alle Unternehmensbereiche und Managementebenen. Als "Equal Opportunity Employer" ermöglicht die Zumtobel Gruppe z.B. durch flexible Arbeitszeitmodelle oder das Arbeiten aus dem "Home Office" berufstätigen Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für die meisten leitenden Positionen im Unternehmen ist eine technische Ausbildung Voraussetzung. Die Zumtobel Gruppe erhält für solche Positionen wenige Bewerbungen von Frauen, was die generelle Situation am Arbeitsmarkt in Bezug auf technische Berufe widerspiegelt. Um dem entgegenzuwirken fördert das Unternehmen z.B. in der firmeninternen Lehrlingsausbildung sehr stark die Ausbildung von Frauen in technischen Berufen.

3.3 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

In der Zumtobel Gruppe orientieren sich sowohl das Risikomanagementsystem als auch das Interne Kontrollsystem sehr eng an den COSO-Modellen. Dementsprechend ergänzen und beeinflussen sich Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem in der bei Zumtobel gelebten Praxis gegenseitig.

Das Risikomanagement wird als separater, strategisch ausgerichteter Prozess verstanden, der sich dem Umgang mit Risiken und Chancen widmet. Je mehr sich das Risikomanagement mit den globalen Unternehmensrisiken beschäftigt, desto mehr ist es als eigenständiger Prozess erkennbar. Je mehr es sich mit den Risiken einzelner Unternehmensprozesse beschäftigt, desto mehr verschmilzt es mit dem Internen Kontrollsystem.

Gemäß § 243a Absatz 2 UGB sowie den Regeln 69 und 70 sind die wesentlichsten Merkmale des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Lagebericht zu beschreiben. Die entsprechenden Informationen befinden sich im Konzernlagebericht in den Kapiteln 1.12 (Risikomanagement) und 1.13 (Internes Kontrollsystem). Das Risikomanagementsystem wurde gemäß Regel 83 durch den Abschlussprüfer geprüft.

Interne Revision

Die Konzernrevision der Zumtobel AG (Corporate Internal Audit) berichtet an den Vorstand. Gemäß Regel 18 berichtet der Leiter des Corporate Internal Audit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Audit Planung und wesentliche Ergebnisse.

Im Rahmen der vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten risikoorientierten Audit-Planung überprüft die Konzernrevision das Interne Kontrollsystem der betrieblichen Prozesse im gesamten Konzern. Dazu gehört unter anderem auch das Monitoring des Internen Kontrollsystems in der Finanzberichterstattung.

Ein zusätzliches Betätigungsfeld der Konzernrevision sind vom Vorstand beauftragte Ad-hoc Audits. Diese fokussieren sich auf aktuelle Risiken und auf Prüfungen abseits von Prozessen, beispielsweise von Projekten und sonstigen Einmalaktivitäten.

3.4 Die Organe und Gremien der Zumtobel AG

Entsprechend der österreichischen Gesetzeslage beruht die Organisation der Zumtobel AG auf den drei unabhängigen Organen Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand ist für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Der Aufsichtsrat, ein vom operativen Management völlig getrenntes und von der Hauptversammlung gewähltes Organ, nimmt die Kontrollfunktion wahr. Vorstand und Aufsichtsrat sind nach dem Prinzip der strikten personellen Trennung organisiert, eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Organen wird in der Satzung sowie in den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat geregelt. Die Satzung ist auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) veröffentlicht.

3.4.1 Die Aktionäre und die Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Die Aktien der Zumtobel AG sind nach dem Prinzip "one share - one vote" ausgestaltet.

Die Hauptversammlung wird mindestens 28 Tage vor dem Versammlungstermin einberufen und wird am Sitz der Gesellschaft oder in Wien oder in einer anderen österreichischen Landeshauptstadt abgehalten. Die vom österreichischen Aktiengesetz vorgeschriebenen Informationen sind spätestens ab dem 21. Tag vor der Hauptversammlung auf der Website der Gesellschaft verfügbar.

Die Aktien der Zumtobel AG sind reine Inhaberaktien. Angaben über die Aktionärsstruktur sind daher nur dann möglich, wenn die Aktionäre ihre Aktien für die Hauptversammlung hinterlegen oder die Zumtobel AG von sich aus über ihren Aktienanteil informieren. Die verfügbaren Angaben über die Aktionärsstruktur sind im Konzernlagebericht in Kapitel 1.3 (Die Zumtobel Aktie) erläutert.

Die Zumtobel Gruppe legt höchsten Wert auf eine umfassende, zeitnahe Informationspolitik unter besonderer Berücksichtigung der Gleichbehandlung aller Aktionäre. Dazu wird über die gesetzlichen Anforderungen hinaus (u.a. Jahresfinanzbericht, Quartalsberichte, Ad-hoc Meldungen) regelmäßig mit Pressemitteilungen, Telefonkonferenzen und auf Investorenveranstaltungen über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen informiert. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen werden unter www.zumtobelgroup.com veröffentlicht. Unter dem Punkt Investor Relations werden auf der Homepage ein detaillierter Finanzkalender sowie sonstige Aktieninformationen publiziert.

3.4.2 Der Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat bestellt. Die Vorstände dürfen Nebentätigkeiten nur nach vorheriger Zustimmung des Aufsichtsrats ausüben.

erstmalig Dienstzeit
Name Funktion bestellt bestellt bis bis dato
Dr. Harald Sommerer CEO (Chief Executive Officer) 2010 2013 1 Jahr
Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt COO (Chief Operating Officer) 2009 2012 2 Jahre
Dr. Mathias Dähn CFO (Chief Financial Officer)
(seit 01.02.2011)
2011 2014 -
Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil CFO (Chief Financial Officer)
(bis 30.09.2010)
2004 2010 7 Jahre

Dr. Harald Sommerer - CEO

Seit 25. März 2010 ist Dr. Harald Sommerer Mitglied des Vorstands und seit 1. Mai 2010 CEO und Vorsitzender des Vorstands der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis 30. April 2013. Herr Sommerer wurde 1967 in Wien, Österreich, geboren, ist Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität für Wirtschaft und Unternehmensverwaltung in Wien und Master of Management der J. L. Kellogg Graduate School of Management, Northwestern University. Von 1997 bis 2010 war Herr Sommerer Vorstandsmitglied der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, davon zwischen 1998 und 2005 als CFO und von 2005 bis Januar 2010 als CEO. Seit 2006 war Herr Sommerer Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er legte das Mandat mit dem Wechsel in den Vorstand per 25. März 2010 nieder.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied im Fachverbandsausschuss des FEEI, Wien (Österreich) seit 01. Mai 2010, Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Vorarlberg und Bundesvorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Österreich seit 01. Mai 2010.

Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt - COO

Martin Brandt ist seit 1. September 2009 Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer der Zumtobel Gruppe. Er ist bestellt bis 30. April 2012. Herr Brandt wurde 1960 in Ravensburg geboren und erlangte seinen Titel Diplom Wirtschaftsingenieur an der TH Karlsruhe. Martin Brandt begann seine Karriere bei der Mercer Management Consulting GmbH, danach wurde er Leiter des Münchner Büros der Unternehmensberatung Baumgartner und Partner. 1996 trat er als Divisionsleiter in die Effeff Fritz Fuss GmbH & Co KGAA in Albstatt ein und wurde 1998 Geschäftsführer. Seit 2004 war er in der ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH in Berlin Market Regional Manager für die Regionen D-A-CH. Seit 2006 war Martin Brandt als Executive Vice President der ASSA ABLOY AG in Hongkong und gleichzeitig CEO der ASSA ABLOY Asia Pacific tätig.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Dr. Mathias Dähn - CFO (seit 1. Februar 2011)

Dr. Mathias Dähn ist seit 1. Februar 2011 CFO und Mitglied des Vorstands der Zumtobel AG. Er ist auf drei Jahre bis 30. April 2014 bestellt. Herr Dähn wurde 1967 in München, Deutschland, geboren. Er studierte an der Universität Bamberg und begann seine berufliche Laufbahn bei der Robert Bosch GmbH, wo er u.a. als Controlling-Leiter für Osteuropa verantwortlich war. Nach weiteren leitenden Controlling-Funktionen innerhalb der debitel AG und als CFO bei der Loyalty Partner GmbH wechselte er 2005 in die MAN Gruppe. Dort war er zunächst als Direktor für das Konzern-Controlling verantwortlich, zuletzt besetzte er die Position des Direktor Group Purchasing, MAN Diesel & Turbo.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine.

Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil - CFO (bis 30. September 2010)

Thomas Spitzenpfeil begann seine Tätigkeit als CFO im Vorstand der Zumtobel AG mit 1. Mai 2004. Herr Spitzenpfeil hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch per 30. September 2010 verlassen. Er wurde 1962 in Saulgau, Deutschland, geboren und erwarb 1989 sein Diplom als Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität in Darmstadt. Im Jahr 1990 begann Herr Spitzenpfeil seine Karriere als Trainee bei der Robert Bosch GmbH und übernahm anschließend eine Funktion als Controller und Assistent eines Division CFO; diese Position übte er von 1991 bis 1993 aus. 1993 trat er als Leiter Controlling Aluminium in die VIAG AG ein. 1995 wurde er Leiter des Werkscontrollings bei der Kodak AG in Stuttgart. Von 1996 bis 2002 übte er verschiedene Managementpositionen in der VAW Aluminium AG aus, darunter Leiter Controlling Rolled Products Division (1996 bis 1998), Finance Director Rolled Products Division (1998 bis 2000) und Managing Director Service Center Accounting (2000 bis 2002). Nach der Übernahme der VAW Aluminium AG durch die Norsk Hydro in 2002 wurde Herr Spitzenpfeil CFO der Division Rolled Products und Mitglied des Aufsichtsrats der Hydro Aluminium Deutschland GmbH.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungsausschusses der AMAG Austria Metall GmbH (heutige AG) in Braunau-Ranshofen/ Österreich (seit 23. November 2007).

Die Aufgabenverteilung des Vorstands ist in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten und zuletzt im Jahr 2010 geänderten Geschäftsordnung des Vorstands festgelegt.

Dr. Harald Sommerer Dipl. Wirtsch. Ing.
Martin Brandt
Dr. Mathias Dähn
(seit 01.02.2011)
Operative Bereiche Lighting Segment Gesamtkoordination
Markenkoordination
Zumtobel (weltweit)
Tridonic (weltweit)
Markenkoordination Thorn
(weltweit)
Lighting Segment
Regionalverantwortung
Lighting Segment Europa
(Zumtobel) und USA
Lighting Segment Europa
(Thorn), Emerging Markets,
Australien/Neuseeland,
Lighting Segment
Querschnittsfunktionen
Qualitätsmanagement, Lean
Six Sigma, Business Process
Improvement, Pricing
Systems, Logistik,
strategischer Einkauf
Konzernfunktionen Technologie, Human
Resources, Group
Marketing, interne und
externe Kommunikation
Controlling, Rechnungswesen,
Treasury, Tax & Legal, IT,
Internal Audit, Insurance
Management, Investor
Relations, Facility Management

Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil ist per 30. September 2010 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Zumtobel AG ausgeschieden.

Jedes Vorstandsmitglied führt seine Geschäftsbereiche eigenständig. Darüber hinaus werden innerhalb des Lighting Segments definierte Aufgabenbereiche vom Vorstand operativ wahrgenommen. Zur übergreifenden Steuerung und Kontrolle des Konzerns sowie des Lighting Segments dient die Vorstandssitzung, die wöchentlich stattfindet und über die Protokoll geführt wird. Das Components Segment wird durch eine an den Vorstand berichtende Geschäftsführung gesteuert.

Für die Beziehungen zwischen den Vorstandsmitgliedern und dem Unternehmen ist der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats zuständig, der auch als Vergütungsausschuss im Sinne von Regel 43 und als Nominierungsausschuss im Sinne von Regel 41 fungiert. Für Nachbesetzungen im Vorstand wurden vom Aufsichtsrat gemäß Regel 38 ein Anforderungsprofil und ein Besetzungsverfahren definiert.

3.4.3 Der Vorstand | Vergütungsregelungen und Bezüge

Das fixe Basisgehalt orientiert sich am Verantwortungsbereich des Vorstands und wird, wie in Österreich üblich, in 14 Monatsgehältern im Nachhinein ausbezahlt.

Für den variablen Anteil gibt es kein gesondertes Erfolgsbeteiligungsmodell, sondern die Vorstandsmitglieder nehmen gemeinsam mit anderen Führungskräften am Leadership Incentive Program (LIP) teil. Dieses Incentive Program wurde zuletzt im Jahr 2010/11 überarbeitet (siehe Bonus-Index-Modell unten), sodass es in Kombination mit dem Matching Stock Program (MSP) den Anforderungen der C-Regel 27 der KodexFassung von Januar 2010 entspricht. Wesentliche Merkmale des LIP sind im Voraus festgelegte Höchstgrenzen für die variablen Bestandteile (als Prozentsatz der fixen Vergütung) und messbare Leistungskriterien, welche auch die nachhaltige und langfristige Unternehmensentwicklung miteinbeziehen. Durch die an den Aktienkurs gebundene Entwicklung des MSP-Programms werden finanzielle und nichtfinanzielle Leistungskriterien als Teil der variablen Vergütung berücksichtigt.

Als bonusrelevantes Ziel im Geschäftsjahr 2010/11 wurde ein Bonus-Index-Modell entwickelt, welches die relative Unternehmensentwicklung im Vergleich zu einer Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) misst. Dabei werden die Kennzahlen "Umsatzentwicklung" sowie "operative Ergebnisentwicklung" (Veränderung des bereinigten EBIT in Prozent vom Umsatz) im Vergleich zu dieser Peer Group gemessen. Die Höchstgrenzen der variablen Vergütung liegen für Vorstandsmitglieder bei 100% der fixen Bezüge, für den Vorstandsvorsitzenden bei 140% der fixen Bezüge. Im Geschäftsjahr 2009/10 galten als bonusrelevante Ziele die Sicherung eines positiven Free Cash Flow, die Erreichung signifikanter Netto-Kostenreduktionen sowie der Ausbau der Marktanteile.

Vergütung des Vorstands1 Offenlegung gemäß Regeln 29, 30 und 31:

In TEUR 2010/11 2009/10
Gesamtbezüge des Vorstands 1.927 4.505
davon fixe Bezüge 1.329 1.311
davon variable Bezüge 598 1.158
davon Aufwendungen für Aufhebungsvereinbarung 2.036
In TEUR 2010/11 2009/10
Dr. Harald Sommerer 952 33
davon fixe Bezüge 603 33
davon variable Bezüge 349
Dr. Mathias Dähn 136
davon fixe Bezüge 136
davon variable Bezüge
Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt 568 382
davon fixe Bezüge 402 249
davon variable Bezüge 166 133
Dr. Andreas Ludwig 3.536
davon fixe Bezüge 750
davon variable Bezüge 750
davon Aufwendung für Aufhebungsvereinbarung 2.036
Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil 271 554
davon fixe Bezüge 188 279
davon variable Bezüge 83 275

1 Hinweis: im Sinne von Transparenz und Klarheit sind jene Vergütungen dargestellt, welche im Geschäftsjahr 2010/11 erworben wurden, unabhängig von deren Auszahlungszeitpunkt

Es gibt keine besondere betriebliche Altersvorsorge für Vorstandsmitglieder. Die Vorstandsverträge enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Im Falle einer Übernahme der Gesellschaft durch einen neuen Mehrheitsaktionär steht den Vorstandsmitgliedern das Recht zu, ihr Mandat einseitig zurückzulegen. In diesem Fall erhalten die Vorstandsmitglieder die fixen und variablen Bezüge bis zum ursprünglich vereinbarten Ablauf des Vertrages, mindestens jedoch für die Dauer von 12 Monaten. Darüber hinaus haben die Vorstandsmitglieder keine besonderen Ansprüche oder Anwartschaften im Falle der Beendigung ihrer Funktion.

Die aktienorientierte Vorstandsvergütung basiert unverändert auf den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen für Führungskräfte, bestehend aus dem Stock Option Program (SOP) und dem Matching Stock Program (MSP). Beide Programme werden ausführlich im Konzernanhang im Kapitel 2.6.8.4 erläutert. Die Zuteilung aus dem SOP endete mit Ablauf des Geschäftsjahres 2007/08. Die Vorstandsmitglieder haben bisher folgende Optionen zugeteilt, erhalten bzw. ausgeübt2 :

Dr. Harald Sommerer

MSP
2010/11
Zuteilung (granted) 88.000
Ausübung (executed) 0
Verfallen (expired) 0
Verzichtet (waived) 0
Verfügbar 88.000

Dipl. Wirtsch. Ing. Martin Brandt

MSP
2010/11 2009/10
Zuteilung (granted) 61.240 61.240
Ausübung (executed) 0 0
Verfallen (expired) 0 0
Verzichtet (waived) 0 0
Verfügbar 122.480 61.240

Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil

MSP SOP
01.05.2006 01.05.2003
2010/11 2009/10 - 30.04.2009 2010/11 2009/10 - 30.04.2009
Zuteilung (granted) 61.240 61.240 136.136 geschlossen geschlossen 70.000
Ausübung (executed) 0 0 0 33.600 0 36.400
Verfallen (expired) 0 0 31.216 0 0 0
Austritt (forfeiture) 122.480 0 0 0 0 0
Verzichtet (waived) 0 61.240 43.680 0 0 0
Verfügbar 0 61.240 61.240 0 33.600 33.600
Ausübungspreis 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR

2 Hinweis: im Sinne von Transparenz und Klarheit erfolgt die Zuordnung von Ausübungen und Zuteilungen zu den jeweiligen Geschäftsjahren strikt nach dem Kalenderdatum der Ausübung und Zuteilung

Dr. Mathias Dähn

MSP
2010/11
Zuteilung (granted) 0
Ausübung (executed) 0
Verfallen (expired) 0
Verzichtet (waived) 0
Verfügbar 0

Dr. Andreas Ludwig

SOP
01.05.2003
2010/11 2009/10 - 30.04.2009
Zuteilung (granted) geschlossen geschlossen 255.000
Ausübung (executed) 25.000 0 230.000
Verfallen (expired) 0 0 0
Verzichtet (waived) 0 0 0
Verfügbar 0 25.000 25.000
Ausübungspreis 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR

Auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) wird laufend über den Kauf und Verkauf eigener Aktien durch die Directors im Sinne des österreichischen Börsegesetzes berichtet. Über die Anforderungen der Regel 73 hinaus bleiben diese Informationen für mindestens sechs Monate auf der Website verfügbar.

3.4.4 Der Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung bestellt. Die Arbeitnehmervertreter sind gemäß österreichischem Aktiengesetz berechtigt, für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für seine Ausschüsse, ausgenommen den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten.

erstmalig bestellt bestellt bis Dienstzeit
Name Funktion bzw. entsendet bis dato
KR Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel Vorsitzender 2003 2015 8 Jahre
Hero Brahms 2. Stv. Vorsitzender (bis 23.07.2010) 2008 2015 3 Jahre
1. Stv. Vorsitzender (seit 23.07.2010)
Dr. Johannes Burtscher 2. Stv. Vorsitzender (seit 23.07.2010) 2010 2015 1 Jahr
Walter M. Dünser 1. Stv. Vorsitzender (bis 23.07.2010) 1994 2010 16 Jahre
Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel Mitglied 1996 2015 15 Jahre
Dr. Wolf Klinz Mitglied (bis 23.07.2010) 2001 2010 9 Jahre
Dr. Stephan Hutter Mitglied (seit 23.07.2010) 2010 2015 1 Jahr
Dipl.-Phys. Hans-Peter Metzler Mitglied (seit 23.07.2010) 2010 2015 1 Jahr
Ludwig Auer Delegierter des Betriebsrats 2004 7 Jahre
Herbert Kaufmann Delegierter des Betriebsrats 2004 7 Jahre
Mario Wintschnig Delegierter des Betriebsrats 2007 4 Jahre

Der Aufsichtsrat hat die Unabhängigkeitskriterien nach Regel 53 in seiner Sitzung vom 29. September 2006 erstmalig festgelegt und in seiner Sitzung vom 26. Juni 2009 eine geänderte Fassung beschlossen, welche sich noch enger an den Leitlinien des Österreichischen Corporate Governance Kodex orientiert. Gemäß diesen Kriterien ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es nicht in einer geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Zumtobel Gruppe oder zur Konzernleitung der Zumtobel Gruppe steht. Solche Beziehungen sind unter anderem wesentliche Kunden-Lieferantenbeziehungen oder enge verwandtschaftliche Beziehungen. Die vollständigen Unabhängigkeitskriterien sind auf der Website der Zumtobel Gruppe publiziert (www.zumtobelgroup.com).

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben erklärt, unabhängig im Sinne dieser Kriterien zu sein. Damit werden die Regeln 39 und 53 vollumfänglich eingehalten. Die derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder Hero Brahms, Stephan Hutter, Hans-Peter Metzler und Johannes Burtscher sind sowohl unabhängig als auch keine Anteilseigner oder Vertreter von Anteilseignern, womit auch Regel 54 vollumfänglich eingehalten wird.

Zwischen den Aufsichtsräten und der Zumtobel Gruppe gibt es keine Verträge, die gemäß Regel 48 und 49 zustimmungspflichtig oder offenzulegen sind.

Bekleiden Mitglieder des Aufsichtsrats zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe, so werden diese gemäß Regel 56 und 57 sowohl auf der Website der Zumtobel Gruppe (www.zumtobelgroup.com) als auch in diesem Corporate Governance Bericht veröffentlicht.

3.4.5 Der Aufsichtsrat | Tätigkeitsbericht

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt fünf Mal, davon vier Mal im Rahmen ordentlicher Aufsichtsratssitzungen, einmal im Rahmen einer konstituierenden Aufsichtsratssitzung nach den Wahlen in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung. Lediglich bei einer dieser Sitzungen war ein Mitglied nicht anwesend.

In der Aufsichtsratssitzung vom 25. Juni 2010 lag der Themenschwerpunkt auf dem Jahresabschluss 2009/10 der Zumtobel AG und des Konzerns. Unter anderem wurden die vom Prüfungsausschuss unterbreiteten Vorschläge zur Feststellung des Jahresabschlusses sowie zur Verwendung des Bilanzergebnisses zustimmend zur Kenntnis genommen. Dabei schloss sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandes an, eine Dividende in Höhe von EUR 0,15 je Aktie auszuschütten. Ebenso wurde der Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung diskutiert und beschlossen. Dem Bericht des Beauftragten für Insider-Compliance im Rahmen der Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) wurde zugestimmt. Außerdem wurden noch die wichtigsten Themen für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 präsentiert. Dabei wurde neben anderen Themen die Bedeutung der Lichtsteuerungssysteme (Controls & Systems) sowie die Umsatzziele für das LED-Geschäft vorgestellt. Zudem wurden zustimmungspflichtige Geschäfte genehmigt. Danach befasste sich der Aufsichtsrat mit der Effizienz seiner Tätigkeit gemäß Regel 36 des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Basierend auf einer per Fragebogen ermittelten Selbstevaluierung wurden offen Verbesserungspotenziale hinsichtlich Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats auch im Hinblick auf eine Neubesetzung nach der Hauptversammlung im Juli 2010 diskutiert.

Mit der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 23. Juli 2010, direkt im Anschluss an die Hauptversammlung, wurde die Aufgabenverteilung im Aufsichtsrat nach Wahl der neuen Mitglieder festgelegt. Herr Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel wurde zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt, Herr Dr. Johannes Burtscher und Herr Hero Brahms wurden Stellvertreter des Vorsitzenden. Zudem wurden die Ausschüsse neu zusammengesetzt (siehe Punkt 3.4.6).

Am 24. September 2010 befasste sich der Aufsichtsrat neben dem Lagebericht zum ersten Quartal 2010/11 vor allem mit der Vorgehensweise bezüglich der strategischen Mittelfristplanung. Nach einem detaillierten Bericht über die aktuellen technologischen und produktspezifischen Entwicklungen wurde der Planungsprozess für eine neue Mittelfriststrategie vorgestellt und beschlossen. Gemeinsam mit dem Vorstand wurden die operativen und strategischen Schwerpunktthemen der nächsten Jahre diskutiert und festgelegt. Aufgrund des Umfanges und der Komplexität dieser Themen hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung beschlossen, gemeinsam mit dem Vorstand einen Workshop zur Strategie der Zumtobel Gruppe abzuhalten. Dieser ganztägige Workshop fand am 22. November 2010 statt, wobei die strategischen Schwerpunkte, nach Lighting Segment und Components Segment aufgeteilt, dem Aufsichtsrat detailliert präsentiert und mit ihm akkordiert wurden. Bezüglich des variablen Vergütungssystems für Mitarbeiter wurde zudem am 24. September 2010 die aktuelle Entwicklung des bereits implementierten Bonus-Index-Modells erläutert. Dieses stellt die Basis der Bonusermittlung für das Geschäftsjahr 2010/11 dar.

Bei der Aufsichtsratssitzung am 14. Januar 2011 lagen die Schwerpunkte neben dem Lagebericht zum Halbjahr 2010/11 und der Vorschau auf das Gesamtjahr 2010/11 vor allem auf der Weiterentwicklung der Strategie der Zumtobel Gruppe. Dabei wurden die in den Vormonaten mit Vorstand und leitenden Angestellten erarbeiteten strategischen Eckpfeiler für organisches Wachstum vom Aufsichtsrat genehmigt. Zudem wurden die bisher identifizieren Maßnahmen zur Erreichung des angestrebten Wachstums zustimmend zur Kenntnis genommen. Bei den berichts- und zustimmungspflichtigen Geschäften wurden Schritte und Maßnahmen zum Thema Cash-Pooling in der Zumtobel Gruppe sowie zu Ledon Lamp GmbH genehmigt.

Die Arbeitsschwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 15. April 2011 waren der Lagebericht zum 3. Quartal 2010/11 sowie das Budget für das Geschäftsjahr 2011/12 und die darauf aufbauende, detaillierte Mittelfristplanung bis 2014/15. Der Lagebericht wurde zur Kenntnis genommen und das Budget 2011/12 wurde vom Aufsichtsrat genehmigt. Die Mittelfristplanung wurde als Ergebnis der Strategiediskussion der vorangegangenen Quartale detailliert präsentiert und vom Aufsichtsrat befürwortet. Zudem wurde dem Aufsichtsrat die globale Organisationsstruktur, welche ab 1. Mai 2011 in Kraft getreten ist, vorgestellt. Über die aktuellen technologischen Entwicklungen in der Beleuchtungsbranche und die damit verbundenen Herausforderungen und Maßnahmen für Forschung und Entwicklung innerhalb der Zumtobel Gruppe wurde der Aufsichtsrat ebenfalls unterrichtet. Bei den berichts- und zustimmungspflichtigen Geschäften wurden unter anderem Änderungen des Gesellschaftsvertrags der Zumtobel Lighting GmbH zustimmend zur Kenntnis genommen.

3.4.6 Der Aufsichtsrat | Ausschüsse

Der Aufsichtsrat der Zumtobel AG hat folgende Ausschüsse gebildet:

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Mitglieder bis 23. Juli 2010: Hero Brahms (Vorsitzender und Finanzexperte), Walter M. Dünser, Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel und Mario Wintschnig.

Mitglieder seit 23. Juli 2010: Dr. Johannes Burtscher (Vorsitzender und Finanzexperte), Hero Brahms (stellvertretender Vorsitzender und Finanzexperte), Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel und Mario Wintschnig.

Aufgaben: Der Prüfungsausschuss ist zuständig für die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Der Prüfungsausschuss unterbreitet einen Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung. Der Wirtschaftsprüfer wird anschließend durch den

Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Außerdem ist der Prüfungsausschuss zuständig für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers sowie des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision. Diesen Aufgaben ist der Prüfungsausschuss im Geschäftsjahr 2010/11 umfassend nachgekommen. Unter anderem lässt sich der Prüfungsausschuss in jeder Sitzung von den für die genannten Systeme und Prozesse verantwortlichen Führungskräften persönlich über den aktuellen Status berichten. Ergänzend trifft sich der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zweimal jährlich zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Leiter Corporate Internal Audit.

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2010/11 zweimal. Bei den Sitzungen waren alle Mitglieder anwesend.

Der Themenschwerpunkt der Sitzung vom 24. Juni 2010 war der Jahresabschluss 2009/10. Durch den großen Umfang dieses Themenbereichs wurde bereits am 18. Juni 2010 eine vorbereitende Telefonkonferenz mit allen Mitgliedern durchgeführt. In der Sitzung sowie in der Telefonkonferenz ließ sich der Prüfungsausschuss sowohl vom Abschlussprüfer als auch von internen Auskunftspersonen umfassend über den Konzernabschluss und den Einzelabschluss der Zumtobel AG sowie über den Rechnungslegungsprozess an sich und die wesentlichen Grundsätze der Bilanzierung berichten. Dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung wurde zugestimmt. Außerdem wurden die Berichte über das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und die Interne Revision diskutiert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wurde der Corporate Governance Bericht sowie der Bericht des Beauftragten für Insider-Compliance. Ferner wurde der Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers an den Aufsichtsrat verabschiedet.

In der Sitzung vom 14. Januar 2011 befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Halbjahresabschluss zum 31. Oktober 2010 und nahm die entsprechenden Berichte des Abschlussprüfers und der internen Auskunftspersonen zur Kenntnis. Der Rechnungslegungsprozess sowie einige Teilaspekte wurden dabei näher erläutert. Außerdem wurde der Management Letter per April 2010 besprochen. Im Hinblick auf den Jahresabschluss 2010/11 wurden Prüfungsansatz und Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers sowie neue und geänderte Anforderungen gemäß IFRS diskutiert. Ferner wurden die Statusberichte über das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem sowie der Statusreport von Corporate Internal Audit zur Kenntnis genommen, wobei auch über wesentliche Erkenntnisse aus einzelnen Prüfungen diskutiert wurde.

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Mitglieder bis 23. Juli 2010: Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel (Vorsitzender), Hero Brahms, Walter M. Dünser.

Mitglieder seit 23. Juli 2010: Dr. Stephan Hutter (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel (stellvertretender Vorsitzender), Hero Brahms.

Aufgaben: Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten ist verantwortlich für die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und den Vorstandsmitgliedern und entspricht dem Vergütungsausschuss gemäß Regel 43. Er nimmt außerdem die Aufgaben des Nominierungsausschusses gemäß Regel 41 wahr. Als solcher hat er unter anderem das Anforderungsprofil und das Besetzungsverfahren für den Vorstand gemäß Regel 38 ausgearbeitet und beschlossen.

Im Geschäftsjahr 2010/11 fanden zwei Sitzungen und eine Telefonkonferenz des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten statt. In einer Sitzung am 24. Juni 2010 wurden die Themen Matching Stock Programm (MSP) und das dazu notwendige Berichtswesen sowie die Modalitäten im Zusammenhang mit dem freiwilligen Ausscheiden von Dipl. Wirtsch. Ing. Thomas Spitzenpfeil als Finanzvorstand behandelt. Im Vorfeld dieser Sitzung gab es eine Reihe von vorbereitenden Telefonkonferenzen mit den Ausschussmitgliedern und den Vorständen.

Bis August wurden zahlreiche Gespräche mit globalen Executive Search Unternehmen geführt, aus welchen ein Unternehmen mit der Nachfolgesuche für die Position des Finanzvorstands beauftragt wurde. In diesem Rahmen fanden im September und Oktober eine Reihe von Interviews mit Kandidaten statt.

In einer Ausschusssitzung am 24. September 2010 wurde beschlossen, dass von den insgesamt 12 Kandidaten die letzten 5 Kandidaten (intern und extern) am 18. Oktober 2010 in Frankfurt für ein weiteres Hearing durch Mitglieder des Aufsichtsrats (Hero Brahms, Fritz Zumtobel und Stephan Hutter) zur Verfügung stehen werden. In der Sitzung vom 18. Oktober wurde Mathias Dähn als Nachfolger nominiert. Per 1. Februar 2011 nahm Herr Dähn seine Tätigkeit als neuer CFO der Zumtobel Gruppe auf.

3.4.7 Der Aufsichtsrat | Aktionärsvertreter

Dipl.-Ing. Jürg Zumtobel

Seit 1. September 2003 ist Jürg Zumtobel Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Im Jahr 1936 in Frauenfeld, Schweiz, geboren, trat Jürg Zumtobel im Jahr 1963 in die Zumtobel Gruppe ein und übte verschiedene Funktionen in Produktionsplanung und -steuerung, Produktion und Vertrieb aus. Von 1991 bis 2003 war er CEO und Vorsitzender des Vorstands der Zumtobel AG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Aufsichtsrats der KUGES Kulturhäuser Betriebsgesellschaft, Bregenz/Österreich.

Hero Brahms

Seit 29. Juli 2008 ist Herr Brahms Mitglied und seit 23. Juli 2010 erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Brahms wurde 1941 in Münster/Westfalen, Deutschland, geboren. Seine berufliche Laufbahn umfasst Positionen wie Mitglied des Vorstands der Hoesch AG in Dortmund, Deutschland (1982 bis 1991), Vizepräsident der Treuhandanstalt Berlin/Deutschland (1991 bis 1994), Vorstandsmitglied und CFO der Kaufhof AG in Köln, Deutschland (1994 bis 1996) und Vorstandsmitglied und CFO der Linde AG in Wiesbaden, Deutschland (1996 bis 2004).

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Société Générale, Frankfurt/Deutschland (Senior Advisor bis 15. September 2010), Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Post AG, Mitglied des Aufsichtsrats der Wincor Nixdorf AG, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Live Holding AG, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Telefunken Holding AG, Mitglied des Aufsichtsrats der Kraus-Maffei-Wegmann GmbH & CoKG.

Dipl.-Phys. Hans-Peter Metzler (seit 23. Juli 2010)

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Hans-Peter Metzler Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Metzler wurde 1959 in Bregenz, Österreich, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss in Mathematik und Theoretischer Physik begann seine berufliche Laufbahn 1984 mit dem Eintritt in die Siemens AG, Zentralbereich Forschung, München. Es folgten

1992 die Position des Geschäftsführers und Leiters Forschung & Entwicklung Siemens Components, Asia Pacific und 1996 des General Managers Mikrocontroller-Geschäft der Siemens AG, München. 1997 gründete Herr Metzler NewLogic Technologies. Im Jahr 2000 folgte die Gründung von Photeon Technologies und 2008 die Gründung von Interclick.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Verwaltungsrat Dacuda AG, Zürich/Schweiz, Beiratsvorsitzender Heliatek GmbH, Dresden/Deutschland, Beirat Angelbird GmbH, Lustenau/Österreich, Vorstandsmitglied Bregenzer Festspiele Privatstiftung, Bregenz/Österreich, Vorstandsmitglied Eugen Russ und Sophie Kempf Privatstiftung, Bregenz/Österreich.

Dr. Johannes Burtscher (seit 23. Juli 2010)

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Johannes Burtscher Mitglied des Aufsichtsrats und zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/2015. Dr. Burtscher wurde 1969 in Egg, Österreich, geboren und ist Lizenziat und Doktor der Wirtschaftswissenschaften der Universität St. Gallen (HSG). Von 1996 bis 2007 war Herr Burtscher in verschiedenen Positionen in der Zumtobel Gruppe tätig, zuerst als Assistent von Jürg Zumtobel im Konzernstab für Strategie und Organisation. Im Anschluss daran übernahm er das Konzerncontrolling der Gruppe. Mit der Akquisition von Thorn Lighting wurde Herr Burtscher zum CFO der britischen Tochtergesellschaft in London bestellt. Danach leitete Herr Burtscher von Hongkong aus das Leuchtengeschäft in Asien. Seit 2007 ist Herr Burtscher CFO der in München ansässigen Rodenstock Gruppe, verantwortlich für die Bereiche Finanzen, IT und Personal.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine

Dr. Stephan Hutter (seit 23. Juli 2010)

Seit 23. Juli 2010 ist Herr Stephan Hutter Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Herr Hutter wurde 1961 in Dornbirn, Österreich, geboren. Er ist Partner in der Corporate Group im Frankfurter Büro von Shearman & Sterling. Herr Hutter berät vorwiegend auf dem Gebiet des internationalen Kapitalmarktrechts sowie bei grenzüberschreitenden Unternehmensakquisitionen und Bankfinanzierungen. Stephan Hutter begann seine anwaltliche Tätigkeit bei Shearman & Sterling in New York im Jahre 1986 und ist seit 1995 Partner und seit 1987 in New York als Anwalt zugelassen. Seit dem 1. Januar 2008 ist Herr Hutter Managing Partner der europäischen und asiatischen Kapitalmarktrechtspraxis von Shearman & Sterling.

Zusätzliche Funktionen und Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe/Mitgliedschaften: Mitglied des Aufsichtsrats der Privatinvest Bank AG (ein Tochterunternehmen der Zürcher Kantonalbank), Salzburg/Österreich, Issuer Markets Advisory Committee (Deutsche Börse AG), American, New York State und New York City Bar Associations, International Bar Association (IBA).

Walter M. Dünser (bis 23. Juli 2010)

Seit 1994 war Herr Dünser Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG und seit dem 25. März 2010 der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden. Sein Mandat endete mit 23. Juli 2010. Herr Dünser war seit dem Jahr 1949 in der Zumtobel Gruppe tätig. Geboren im Jahr 1930 in Dornbirn, Österreich übernahm er 1950 im Gründungsjahr der Zumtobel Gruppe die Buchhaltung und kaufmännischen Agenden als Einzelprokurist der Zumtobel KG. Er wurde 1976 Vorstandsmitglied und CFO der Zumtobel AG und trat 1994 in den Aufsichtsrat über.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Sparkassenrats der Anteilsverwaltungssparkasse Dornbirn, Dornbirn/Österreich, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dornbirner Sparkasse Bank AG, Dornbirn/Österreich, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hilti & Jehle GmbH, Feldkirch/Österreich, Vorsitzender des Stiftungsrats der GWZ Privatstiftung, Wien/Österreich, Vorsitzender des Stiftungsrats der Hektor Privatstiftung, Dornbirn/Österreich.

Dr. Wolf Klinz (bis 23. Juli 2010)

Herr Klinz war seit 2001 Mitglied des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Sein Mandat endete mit 23. Juli 2010. Geboren im Jahr 1941 in Wien, beinhaltet Herr Klinz' Karriere Positionen als Managing-Partner von McKinsey & Company und als Mitglied des Vorstands mehrerer europäischer Technologieunternehmen wie Landis & Gyr, Lurgi und Hartmann & Braun. Von 1990 bis 1994 war er Mitglied des Vorstands der Treuhandanstalt, Berlin. Zudem war er als Präsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer tätig. Seit 2004 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Aufsichtsrats der AVECO AG, Frankfurt am Main/Deutschland, Mitglied des Beirats der IVG Immobilien AG, Bonn/Deutschland.

Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel

Seit 1996 gehört Fritz Zumtobel dem Aufsichtsrat der Zumtobel AG an. Bis 1. September 2003 war er Vorsitzender, vom 1. September 2003 bis zum 7. April 2006 Stellvertreter des Vorsitzenden und ist seither Mitglied. Er ist bestellt bis zur Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2014/15. Fritz Zumtobel wurde 1939 in Frauenfeld/Schweiz, geboren. Er trat 1965 in die Zumtobel Gruppe ein und bekleidete verschiedene Positionen, hauptsächlich im technischen Bereich. Von 1974 bis 1996 war er Mitglied des Vorstands der Zumtobel AG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: Mitglied des Stiftungsvorstands der JHD Privatstiftung, Mitglied des Stiftungsvorstands der Aurelio Privatstiftung.

3.4.8 Der Aufsichtsrat | Delegierte des Betriebsrats

Ludwig Auer

Seit September 2004 ist Herr Auer als vom Betriebsrat der Arbeiter entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Er wurde 1955 in Treibach, Österreich geboren und trat 1980 als Mitarbeiter im Musterbau in die Zumtobel Gruppe ein. Im Jahr 2004 wurde Herr Auer Vorsitzender des Betriebsrats der Arbeiter der Zumtobel Lighting GmbH.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine

Herbert Kaufmann

Seit August 2004 ist Herr Kaufmann als vom Betriebsrat der Arbeiter entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Geboren im Jahr 1957 in Dornbirn, Österreich trat Herr Kaufmann 1985 als Mitarbeiter in der Elektronikmontage in die Zumtobel Gruppe ein. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Betriebsrats der Arbeiter der Tridonic GmbH & Co KG.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine

Mario Wintschnig

Seit Januar 2007 ist Herr Wintschnig (akad. gepr. Betr. oec) als vom Betriebsrat der Angestellten entsandtes Mitglied Angehöriger des Aufsichtsrats der Zumtobel AG. Herr Wintschnig ist im Jahr 1961 in Dornbirn, Österreich geboren und trat im Jahr 1981 in die Zumtobel Gruppe ein. Er ist Pricing Manager in der Zumtobel Lighting GmbH und seit Januar 2007 der Vorsitzende des Betriebsrates der Angestellten von Zumtobel Lighting GmbH, Zumtobel AG, Zumtobel Licht GmbH, Zumtobel Pool GmbH und Zumtobel Insurance Management GmbH.

Zusätzliche Funktionen oder Organschaften außerhalb der Zumtobel Gruppe: keine

3.4.9 Der Aufsichtsrat | Vergütungsregelung

Gemäß Geschäftsordnung des Aufsichtsrats (letztmalig geändert am 7. April 2006) erhält jedes Aufsichtsratsmitglied Ersatz für seine baren Auslagen, ein Anwesenheitsgeld für jede Sitzung und eine jährliche Aufsichtsratsvergütung. Die Aufsichtsratsvergütungen und die Anwesenheitsgelder werden von der Hauptversammlung beschlossen und wurden letztmalig in der ordentlichen Hauptversammlung vom 15. Juli 2005 betragsmäßig neu festgelegt. Das Anwesenheitsgeld (Sitzungsgeld) beträgt 3.000 EUR, wobei das Sitzungsgeld auch bei zwei oder mehr Sitzungen am selben Tag nur einmal beansprucht werden kann. Die jährliche Aufsichtsratsvergütung beträgt für den Vorsitzenden und seine Stellvertreter 40.000 EUR, für alle anderen Mitglieder 20.000 EUR. Die Belegschaftsvertreter erhalten nur das Sitzungsgeld von 3.000 EUR. Die Sitzungsgelder und der Spesenersatz werden unmittelbar nach der betreffenden Sitzung zur Auszahlung gebracht, die Aufsichtsratsvergütungen werden spätestens am Ende jenes Monats ausbezahlt, in welchem die Hauptversammlung über das abgelaufene Geschäftsjahr stattfindet.

Vergütung des Aufsichtsrats3 (Offenlegung gemäß Regel 51):

In TEUR 2010/11 2009/10
Gesamtvergütungen des Aufsichtsrats 343 350
davon Aufsichtsratsvergütungen 225 180
davon Sitzungsgelder 114 162
davon Spesenersatz 4 8

Einzelabschluss Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

4. Einzelabschluss Zumtobel AG

Inhalt

4. Einzelabschluss Zumtobel AG
---- -----------------------------
Bilanz______________ 139
Gewinn- und Verlustrechnung _______ 141
Anhang ____________ 142
4.3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden __________ 142
4.3.1.1
Allgemeine Grundsätze ___________ 142
4.3.1.2
Anlagevermögen __________ 142
4.3.1.3
Forderungen _______ 142
4.3.1.4
Eigene Anteile ____________ 142
4.3.1.5
Rückstellungen ____________ 143
4.3.1.6
Verbindlichkeiten __________ 143
4.3.1.7
Währungsumrechnung______ 143
Änderungen von Bewertungsmethoden ____ 143
4.3.1.8
4.3.1.9
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag _________ 143
4.3.2 Erläuterung zur Bilanz _______ 144
4.3.2.1
Anlagevermögen __________ 144
4.3.2.2
Forderungen _______ 145
4.3.2.3
Eigene Anteile ____________ 145
4.3.2.4
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten ______ 146
4.3.2.5
Aktive Rechnungsabgrenzungen_____ 146
4.3.2.6
Eigenkapital ________ 146
4.3.2.7
Unversteuerte Rücklagen__________ 147
4.3.2.8
Verbindlichkeiten __________ 148
4.3.2.9
Anteilsbasierte Vergütungen________ 149
4.3.2.10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen_________ 150
4.3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung _____ 151
4.3.3.1
Umsatzerlöse_______ 151
4.3.3.2
Sonstige betriebliche Erträge _______ 152
4.3.3.3
Personalaufwand __________ 152
4.3.3.4
Sonstige betriebliche Aufwendungen _______ 152
4.3.3.5
Finanzergebnis ____________ 153
4.3.3.6
Steuern vom Einkommen _________ 153
4.3.4 Sonstige Angaben___________ 154
4.3.4.1
Zahl der Arbeitnehmer ___________ 154
4.3.4.2
Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse ________ 154
4.3.4.3
Angabe zum Konzernabschluss _____ 155
Lagebericht _________ 155
Anlagenspiegel ____________ 156
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk___________ 157

4. Einzelabschluss Zumtobel AG

4.1 Bilanz

Aktiva 30. April 2011 30. April 2010
EUR TEUR
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Konzessionen, Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 3.195.790,00 3.109
II.Sachanlagen
1.Grundstücke und Bauten 43.590.232,01 41.702
2.Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 341.195,14 249
3.Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 516.185,60 572
44.447.612,75 42.523
III.Finanzanlagen
1.Anteile an verbundenen Unternehmen 585.632.407,02 585.632
2.Beteiligungen 27.319,15 27
3.Wertpapiere des Anlagevermögens 250.125,00 250
585.909.851,17 585.910
633.553.253,92 631.542
B.Umlaufvermögen
I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.381,44 10
2.Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.819.229,69 14.902
3.Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.392,47 19
4.Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 298.076,00 186
8.177.079,60 15.117
II.Wertpapiere und Anteile
Eigene Anteile 6.455.466,02 7.348
III.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 356.742,88 124
14.989.288,50 22.590
C.Rechnungsabgrenzungsposten 732.271,54 896
649.274.813,96 655.027
Passiva 30. April 2011 30. April 2010
EUR TEUR
A.Eigenkapital
I.Grundkapital 108.750.000,00 108.750
II.Rücklage für eigene Anteile 6.455.466,02 7.348
III.Kapitalrücklagen
1.Gebundene 311.573.240,00 311.573
2.Nicht gebundene 51.354.994,78 50.462
362.928.234,78 362.035
IV.Gewinnrücklagen
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 25.713.305,87 25.713
V.Bilanzgewinn 28.885.405,50 7.000
davon Gewinnvortrag: EUR 581.745,55; Vorjahr: Gewinnvortrag TEUR 29.153
532.732.412,17 510.847
B.Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 484.361,74 517
C.Rückstellungen
1.Rückstellungen für Abfertigungen 2.361.567,00 2.271
2.Steuerrückstellungen 810.369,00 337
3.Sonstige Rückstellungen 11.770.112,32 11.115
14.942.048,32 13.723
D.Verbindlichkeiten
1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.537,31 2
2.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.196.791,29 3.401
3.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96.051.594,18 121.148
4.Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 60
5.Sonstige Verbindlichkeiten 1.862.068,95 5.330
davon aus Steuern: EUR 524.968,56; Vorjahr: TEUR 460
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 197.234,27; Vorjahr: TEUR 176
101.115.991,73 129.941
649.274.813,96 655.027
Haftungsverhältnisse 248.635.819,89 197.270

4.2 Gewinn- und Verlustrechnung

2010/11 2009/10
EUR TEUR
1.Umsatzerlöse 34.535.532,37 34.509
2.Sonstige betriebliche Erträge
a)Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 63.692,60 19
b)Übrige 558.242,54 632
621.935,14 651
3.Personalaufwand
a)Löhne 41.151,44 13
b)Gehälter 10.698.827,56 12.145
c)Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 131.779,54 2.154
d)Aufwendungen für Altersversorgung 15.030,56 63
e)Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
2.266.720,65 2.397
f)Sonstige Sozialaufwendungen 772.475,55 871
13.925.985,30 17.642
4.Abschreibungen
a)auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.269.888,58 3.062
5.Sonstige betriebliche Aufwendungen
a)Steuern 81.237,64 86
b)Übrige 22.222.276,11 23.280
22.303.513,75 23.366
6.Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebsergebnis) -4.341.920,12 -8.911
7.Erträge aus Beteiligungen (aus verbundenen Unternehmen) 36.000.000,00 35.000
8.Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.335,00 264
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 264
9.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.170.538,84 32
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 59.283,36; Vorjahr: TEUR 25
10.Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren
des Umlaufvermögens 0,00 2.104
11.Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens -450.559,42 -67.350
davon: Abschreibungen: EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 67.067
Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR 334.531,42; Vorjahr: TEUR 283
12.Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.766.063,78 -4.001
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 1.906.407,36; Vorjahr: TEUR 1.381
13.Zwischensumme aus Z 7 bis 12 (Finanzergebnis) 33.957.150,64 -33.951
14.Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 29.615.230,52 -42.862
15.Steuern vom Einkommen -1.343.863,53 -170
16.Jahresüberschuss/-fehlbetrag 28.271.366,99 -43.032
17.Auflösung unversteuerter Rücklagen 32.292,96 32
18.Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 20.847
19.Jahresgewinn/-verlust 28.303.659,95 -22.153
20.Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 581.745,55 29.153
21.Bilanzgewinn 28.885.405,50 7.000

4.3 Anhang

4.3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.3.1.1 Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde gemäß den Rechnungslegungsbestimmungen in der geltenden Fassung (UGB) und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, erstellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens angenommen. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

4.3.1.2 Anlagevermögen

4.3.1.2.1 Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre
Software 3 bis 7
Sonstige 4

4.3.1.2.2 Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

von bis
Gebäude 30 50 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 10 Jahre

4.3.1.2.3 Finanzanlagen

Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bzw. bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen mit den niedrigeren Werten zum Bilanzstichtag bewertet.

4.3.1.3 Forderungen

Die Forderungen sind mit dem Nennwert angesetzt. Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt.

4.3.1.4 Eigene Anteile

Die eigenen Anteile sind zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.

4.3.1.5 Rückstellungen

4.3.1.5.1 Rückstellungen für Anwartschaften auf Abfertigungen und Rückstellungen für ähnliche Verpflichtungen

Die Abfertigungsrückstellungen und die Rückstellung für Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Bestimmungen des IAS 19 nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 5,10% (VJ 4,75%), einer zukünftigen Gehaltssteigerung von 3,25% (VJ 3,25%) und einer empirischen Fluktuation, gestaffelt nach Dienstjahren, zwischen 0% und 13%, sowie eines frühest möglichen Pensionsantrittsalters unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen gemäß Pensionsreform unter Zugrundelegung der Sterbetafeln von 2008 berechnet. Aufgrund zum Vorjahr geänderter Parameter entstand bei der Abfertigungsrückstellung ein zusätzlicher Ertrag von EUR 98.446,00 (VJ Aufwand EUR 34.948,00), bei der Rückstellung für Jubiläumsgelder ein zusätzlicher Ertrag von EUR 10.341,00 (VJ Aufwand EUR 14.650,00). Die Korridormethode wird nicht angewandt. Der Zinsaufwand in Höhe von EUR 119.538,00, (VJ EUR 113.932,00) wird zur Gänze im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die mit steuerlicher Wirkung geltend gemachten Abfertigungsrückstellungen wurden gemäß § 124 b Z 68 EStG im Jahr 2003 auf eine als versteuert geltende Rücklage übertragen.

4.3.1.5.2 Übrige Rückstellungen

In den übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe und dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich sind.

4.3.1.6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

4.3.1.7 Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind mit dem Anschaffungskurs oder dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

4.3.1.8 Änderungen von Bewertungsmethoden

Die angewandten Bewertungsmethoden wurden auch bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.

4.3.1.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag fanden keine nennenswerten Ereignisse statt.

4.3.2 Erläuterung zur Bilanz

4.3.2.1 Anlagevermögen

4.3.2.1.1 Entwicklung

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach einzelnen Posten sind im Anlagenspiegel dargestellt. Im Anlagenspiegel ist auch der Grundwert angeführt.

4.3.2.1.2 Geringwertige Vermögensgegenstände

Die geringwertigen Vermögensgegenstände bis zu einem Anschaffungswert von EUR 400,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

4.3.2.1.3 Angaben über verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen

Anteile an verbundenen Unternehmen

Name und Sitz Whrg Eigenkapital der
Gesellschaft
30.April 2011
Anteil
in
%
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
GJ 2010/11
Buchwert
30. April 2011
Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn EUR 284.356.088,23 100 29.342.098,89 511.771.742,88
Tridonic GmbH & Co KG, Dornbirn EUR 72.889.561,42 100 22.245.130,32 62.694.447,96
Tridonic GmbH, Dornbirn EUR 735.831,88 100 -15.883,59 335.000,00
Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn EUR 78.925,10 100 -334.531,42 18.168,21
Zumtobel LED Holding GmbH, Lustenau EUR 10.198.461,92 100 -310.181,41 10.813.031,05
Zumtobel Lighting Ltd., Hongkong HKD Zwerganteil 11,72
Zumtobel Lighting Ltd., Hayes, Großbritannien GBP Zwerganteil 5,20
585.632.407,02

Im Geschäftsjahr erfolgte weder eine Abschreibung noch eine Zuschreibung. Im Vorjahr wurde auf den Beteiligungsbuchwert der Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn, eine außerplanmässige Abschreibung in Höhe von EUR 67.067.000,00 durchgeführt.

Der Jahresfehlbetrag der Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn, für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von EUR minus 334.531,42 (VJ EUR minus 282.836,18) ist aufgrund eines bestehenden Ergebnisabführungsvertrags in der Position Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens enthalten.

Übrige Beteiligungen

Name und Sitz Nominale Anschaffungswert
=Buchwert
EIBA Société cooperative, Brüssel, Belgien, (1,5% Beteiligung) EUR 7.267,28 14.951,72
Dornbirner Messe GmbH, Dornbirn, (0,66% Beteiligung) EUR 1.816,82 290,69
Vorarlberger Volksbank reg. Gen.mbH, Dornbirn, (Zwerganteil) EUR 76,67 76,67
Dornbirner Seilbahn GmbH, Dornbirn, (ca. 0,01% Beteiligung) EUR 2.180,19 0,07
Kompetenzzentrum Licht GmbH, Dornbirn, (33,33% Beteiligung) EUR 36.000,00 12.000,00
27.319,15

4.3.2.1.4 Wertpapiere des Anlagevermögens

Der Bestand beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 667 Stückaktien der CEESEG AG (vormals Wiener Börse AG).

4.3.2.2 Forderungen

Bilanzwert
30. April 2011
Restlaufzeit von
mehr als einem
Jahr
davon
wechselmäßig
verbrieft
enthaltene
Pauschal-WB
Forderungen aus Leistungen 58.381,44 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.819.229,69 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
1.392,47 0,00 0,00 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 298.076,00 0,00 0,00 0,00
8.177.079,60 0,00 0,00 0,00
Bilanzwert
30.April 2010
Restlaufzeit von
mehr als einem
Jahr
davon
wechselmäßig
verbrieft
enthaltene
Pauschal-WB
Forderungen aus Leistungen 9.974,39 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 14.902.451,63 0,00 0,00 0,00
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
18.569,86 0,00 0,00 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 185.939,89 0,00 0,00 0,00
15.116.935,77 0,00 0,00 0,00

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen mit EUR 7.688.998,84 aus der laufenden Leistungsverrechnung (VJ EUR 7.494.169,41). Die Forderungen aus der Steuerumlage an die österreichischen Gesellschaften der Zumtobel Gruppe betragen EUR 130.230,85 (VJ EUR 156.937,64). Die im Vorjahr ausgewiesene Finanzierungsforderung gegenüber der Zumtobel Pool AG, Zürich, in Höhe von EUR 7.251.344,58 wurde im Berichtsjahr zur Gänze bezahlt.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen an Finanzämter in Höhe von EUR 33.821,03 (VJ EUR 118.972,61), gegenüber der Belegschaft in Höhe von EUR 14.467,28 (VJ EUR 16.967,28) sowie Forderungen aus Bonusvereinbarungen in Höhe von EUR 249.787,69 (VJ EUR 50.000,00). Die sonstigen Forderungen werden zur Gänze nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam.

4.3.2.3 Eigene Anteile

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 96.404 Stück Aktienoptionen ausgeübt (VJ 11.810 Stück). Zum Bilanzstichtag beträgt der Bestand eigener Anteile 678.553 Stück (VJ 774.957 Stück) zu einem Bilanzwert von EUR 6.455.466,02 (VJ EUR 7.348.206,12). Zum Bilanzstichtag belief sich der Kurswert der Zumtobel Aktie auf EUR 24,50 (VJ EUR 16,34).

Die Entwicklung der eigenen Anteile stellt sich wie folgt dar:

Stück EUR Durchschnitts
kurs
Stand am 1. Mai 2006 Mai 2006 0 0,00 0,0
Aktienrückkauf (Hauptversammlungsbeschluss vom 7. April 2006) 800.000 14.193.856,80
Ausübungen 2006/07 -468.586 -8.312.715,60
Stand am 30. April 2007
30. April 2007
331.414 5.881.141,20
5.881.141,20
17,8
Ausübungen 2007/08 -219.233 -3.889.194,10
Stand am 30 30. April 2008 112.181 1.991.947,10
1.991.947,10
17,8
Aktienrückkauf (Hauptversammlungsbeschluss vom 29. Juli 2008) 1.943.555 17.331.052,28
Ausübungen 2008/09 -64.625 -1.146.448,00
Abschreibung 0 -4.636.996,58
Stand am 30 30. April 2009 1.991.111 13.539.554,80 6,8
Einziehung von Aktien (Hauptversammlungsbeschluss vom 24. Juli 2009) -1.204.344 -8.189.539,20
Ausübungen 2009/10 -11.810 -105.346,00
Zuschreibung 0 2.103.536,52
Stand am 30 30. April 2010 774.957 7.348.206,12
7.348.206,12
9,5
Ausübungen 2010/11 -96.404 -892.740,10
Stand am 30 30. April 2011 678.553 6.455.466,02
6.455.466,02
9,5

4.3.2.4 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Vom ausgewiesenen Betrag entfallen EUR 356.011,86 (VJ EUR 122.975,23) auf kurzfristig fällige Guthaben bei Kreditinstituten.

4.3.2.5 Aktive Rechnungsabgrenzungen

In den aktiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von EUR 732.271,54 (VJ EUR 895.996,67) sind im Wesentlichen Wartungsgebühren für diverse Hard- und Software, Grundsteuern und Mitgliedsbeiträge enthalten.

4.3.2.6 Eigenkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 108.750.000,00 und ist in 43.500.000 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien zerlegt. Die Aktien werden im Prime Market an der Wiener Börse gehandelt. Das Börsenkürzel lautet ZAG, die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) der Zumtobel AG lautet AT0000837307. Es gibt keine Aktien mit besonderen Vorzugs- oder Kontrollrechten. Zum 30. April 2011 befinden sich 42.821.447 Aktien (VJ 42.725.043) im Umlauf. Im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogrammes wurden 96.404 (VJ 11.810) Optionen ausgeübt. Die Gesellschaft verfügt zum 30. April 2011 über 678.553 eigene Aktien (VJ 774.957).

In der Hauptversammlung vom 23. Juli 2010 wurde für das Geschäftsjahr 2009/10 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,15 je Aktie beschlossen. Auf die am 30. Juli 2010 im Umlauf befindlichen 42.788.363 Stückaktien (43.500.000 Aktien abzüglich 711.637 eigene Aktien) wurden somit EUR 6.418.254,45 ausgeschüttet. Im Vorjahr wurde für das Geschäftsjahr 2008/09 keine Dividende ausgeschüttet.

4.3.2.7 Unversteuerte Rücklagen

Stand am Zuführung Verbrauch Stand am
1. Mai 2010 30. April 2011
Bewertungsreserve
Sachanlagen 516.654,70 0,00 32.292,96 484.361,74
Summe Bewertungsreserve 516.654,70 0,00 32.292,96 484.361,74

Die Bewertungsreserve besteht aus Abschreibungen gemäß §§ 6, 8 und 12 EStG 1972 und wird analog zur Restnutzungsdauer der Anlagen verbraucht. Aufgrund der Feststellungen aus einer Betriebsprüfung ist der im Jahr 1990 von der Republik Österreich für ein bebautes Grundstück geleistete Investitionszuschuss, der ursprünglich als steuerfreier Ertrag vereinnahmt wurde, von den Anschaffungskosten des Grundstücks abzusetzen.

4.3.2.7.1 Sonstige Rückstellungen

Stand am Verbrauch Dotierung Stand am
1. Mai 2010 Auflösung (A) 30. April 2011
Personalrückstellungen
noch nicht konsumierte Urlaube 551.299,55 551.299,55 643.582,77 643.582,77
Sonderzahlungen 576.774,70 576.774,70 581.940,44 581.940,44
Jubiläumsgelder 321.114,00 0,00 21.911,00 343.025,00
Mitarbeiterprämien 1.068.920,00 1.061.844,95 1.135.879,00 1.142.954,05
Gleitzeitguthaben 109.225,17 109.225,17 119.873,07 119.873,07
Summe Personalrückstellungen 2.627.333,42 2.299.144,37 2.503.186,28 2.831.375,33
übrige Rückstellungen
Bilanzprüfungsaufwand 160.655,00 113.935,00 133.297,50 133.297,50
46.720,00 (A)
Beratungsaufwand 221.279,00 197.279,00 494.307,00 503.307,00
15.000,00 (A)
Bilanzveröffentlichung 21.000,00 21.000,00 28.690,00 28.690,00
Aufsichtsratsvergütung 180.000,00 178.027,40 225.000,00 225.000,00
1.972,60 (A)
drohende Kursverluste 7.282.313,53 7.282.313,53 7.114.545,27 7.114.545,27
Lizenzgebühren 622.514,00 622.514,00 928.897,22 928.897,22
Versicherungsprämien 0,00 0,00 5.000,00 5.000,00
Summe übrige Rückstellungen 8.487.761,53 8.415.068,93 8.929.736,99 8.938.736,99
63.692,60 (A)
Summe sonstige Rückstellungen 11.115.094,95 10.714.213,30 11.432.923,27 11.770.112,32
63.692,60 (A)

Zur Ermittlung der Rückstellung für drohende Kursverluste wurden bezüglich konzerninternen und mit Dritten abgeschlossenen Derivatgeschäften Bewertungseinheiten gebildet, sofern Fälligkeitstermine und nominierte Währungen übereinstimmen. Die verbleibenden negativen Überhänge wurden als Rückstellung für drohende Kursverluste ausgewiesen. Ergänzende Erläuterungen zu den derivaten Finanzinstrumenten siehe unter Ziffer 1.2.11.4.

Mit der Philips Electronics NV, Eindhoven, Niederlande, wurde im Mai 2009 ein weltweiter Lizenzaustauschvertrag, welcher gegenwärtige und zukünftige Lizenzen in den Bereichen Beleuchtungstechnik und LED umfasst, abgeschlossen. Für die Lizenzzahlungen an Philips wird entsprechend vorgesorgt, die Aufwendungen werden an die vom Lizenzvertrag umfassten Tochterunternehmen des Konzerns weiterverrechnet.

4.3.2.8 Verbindlichkeiten

Restlaufzeit bis zu
einem Jahr
Restlaufzeit von
einem bis fünf
Jahren
Restlaufzeit von
über fünf Jahren
Bilanzwert
30. April 2011
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.537,31 0,00 0,00 5.537,31
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.196.791,29 0,00 0,00 3.196.791,29
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 34.051.594,18 62.000.000,00 0,00 96.051.594,18
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 1.862.068,95 0,00 0,00 1.862.68,95
davon aus Steuern 524.968,56 0,00 0,00 524.968,56
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 197.234,27 0,00 0,00 197.234,27
Summe Verbindlichkeiten 39.115.991,73 62.000.000,00 0,00 101.115.991,73
Restlaufzeit bis zu
einem Jahr
Restlaufzeit von
einem bis fünf
Jahren
Restlaufzeit von
über fünf Jahren
Bilanzwert
30. April 2010
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.863,30 0,00 0,00 1.863,30
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.401.342,01 0,00 0,00 3.401.342,01
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.147.739,73 62.000.000,00 0,00 121.147.739,73
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
60.403,36 0,00 60.403,36
sonstige Verbindlichkeiten 5.329.582,30 0,00 0,00 5.329.582,30
davon aus Steuern 459.766,45 0,00 0,00 459.766,45
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 176.493,33 0,00 0,00 176.493,33
Summe Verbindlichkeiten 67.940.930,70 62.000.000,00 0,00 129.940.930,70
30. April 2011 30. April 2010
sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten an Gemeinden aus Kommunalsteuern 22.877,51 21.993,75
Verbindlichkeiten an Dienstnehmer 808.222,87 4.257.102,36
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 502.091,05 437.772,70
Verbindlichkeiten gegenüber der Krankenkasse 197.234,27 176.493,33
Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsunternehmen 95.493,12 108.433,49
Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Aufwendungen 66.901,60 77.111,77
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 139.790,76 120.000,00
Übrige Verbindlichkeiten 29.457,77 130.674,90
Summe sonstige Verbindlichkeiten 1.862.068,95 5.329.582,30

Die Verbindlichkeiten sind nicht dinglich besichert.

Die Verminderung der sonstigen Verbindlichkeiten ist vor allem auf Verbindlichkeiten für Aufhebungsvereinbarungen der oberen Managementebene im Vorjahr zurückzuführen.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Gegenüber der Zumtobel Pool GmbH, Dornbirn, besteht eine Finanzierungsverbindlichkeit in Höhe von EUR 33.710.587,05 (VJ EUR 58.864.903,55). Aus der laufenden Leistungsverrechnung bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 6.475,71 (VJ EUR 0,00). Die Verbindlichkeit aus der Übernahme des Jahresverlustes aufgrund der Organschaft mit der Zumtobel Insurance Management GmbH, Dornbirn, ist mit einem Betrag von EUR 334.531,42 (VJ EUR 282.836,18) enthalten.

Die mit einer Fristigkeit zwischen einem und fünf Jahren ausgewiesene Finanzierungsverbindlichkeit gegenüber der Zumtobel Pool AG, Zürich, ist unverändert zum Vorjahr mit EUR 62.000.000,00 enthalten.

4.3.2.9 Anteilsbasierte Vergütungen

Für leitende Angestellte der Zumtobel Gruppe existiert ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Matching Stock Program (MSP).

Stock Options Program (SOP)

Von 2004 bis 2008 gab es ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, das Stock Options Program (SOP), das 2008 durch das MSP abgelöst wurde. Aus dem SOP erfolgen keine Zuteilungen von Optionen mehr. Die Ausübungszeit des SOP läuft jedoch noch bis 2015. Innerhalb dieser Ausübungszeit werden mehrere Ausübungsfenster ("exercise slots") zur Einlösung der Optionen festgesetzt. Eine vorzeitige Schließung der Ausübungsfenster bleibt vorbehalten. Für eine Option kann eine Aktie zu einem fixen Preis gekauft werden. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 58.600 (VJ 3.224) Optionen zu einem Ausübungspreis von EUR 7,50 ausgeübt. Zum 30. April 2011 betrug der Bestand an eingeräumten Optionen 520 Stück (VJ 59.120 Stk.).

Matching Stock Program (MSP)

Das MSP wurde im Zusammenhang mit dem Börsengang zum 1. Mai 2006 eingeführt. Um am MSP teilnehmen zu können, muss die Führungskraft eine bestimmte Anzahl Aktien ("MSP-Aktien") in einem Sperrdepot hinterlegen, was den Invest darstellt. Das MSP ist in 3 Teilprogramme (MSP I, MSP II, MSP III) aufgeteilt, wobei jedes Teilprogramm in 5 Tranchen unterteilt ist. Die Laufzeit jedes Programms beträgt sieben Jahre ab dem Startzeitpunkt und die der einzelnen Tranchen beträgt zwei Jahre. Jede an die Führungskraft ausgegebene Tranche besteht aus dem 8-fachen Wert der im jeweiligen Programm investierten Aktienanzahl. Dieser multiplizierte Wert wird in sogenannten Phantom Stocks auf dem UBS - Account des Teilnehmers gebucht und mit einem Base Price (60-Tage-Kursmittelwert bei Zuteilung plus 10%) versehen. Die Ausübung erfolgt automatisch zwei Jahre nach der jeweiligen Zuteilung, wobei der Base Price der Tranche mit dem 60-Tage-Kursmittelwert (StrikePrice) bei Ausübung verglichen wird. Die Differenz multipliziert mit der Anzahl der Phantom Stocks ergibt den MSP Gross Profit. Mit diesem Profit werden wiederum zum StrikePrice Aktien erworben, die der Führungskraft gutgeschrieben werden. Ist der Wertzuwachs kleiner oder gleich null, entfällt die Zuteilung. Nach einer Sperrfrist von 2 Jahren kann die Führungskraft über die Aktien frei verfügen.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 274.760 (VJ 348.984) Optionen eingeräumt. Durch Austritte sind 124.536 (VJ 197.896) Optionen verfallen. Zum 30. April 2011 betrug der Bestand an MSP-Aktien 37.664 Stück (VJ 18.886 Stück). Die SOP und MSP Optionen sind nicht übertragbar. Eine Behaltefrist für bezogene Aktien besteht beim SOP nicht, beim MSP beträgt sie 2 Jahre.

Betreffend anteilsbasierte Vergütungen werden die Regelungen des IFRS 2 im Zusammenhang mit der AFRAC-Stellungnahme vom September 2007 zur Behandlung anteilsbasierter Vergütungen nicht angewandt. Der Wert der im Geschäftsjahr 2010/11 neu eingeräumten Optionen nach IFRS 2 beträgt für das MSP EUR 409.530,00; 2009/10 EUR -277.578,00, da im Vorjahr seitens des Managements auf die in 2008/09 gewährten Optionen MSP I (Tranche 3), MSP II (Tranche 2) und MSP III (Tranche 1) verzichtet wurde. Die Bewertung der Marktpreise erfolgt in Form eines finanzmathematischen Gutachtens (Black-Scholes-Modell).

4.3.2.10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

4.3.2.10.1 Haftungsverhältnisse

30.April 2011 davon gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten 213.008.192,19 213.008.192,19
Unternehmensgarantien 18.935.740,72 18.935.740,72
Leasing 3.000.000,00 3.000.000,00
Verpflichtung aus Patronatserklärung 13.655.316,76 13.655.316,76
Bankgarantien 36.570,22 0,00
248.635.819,89 248.599.249,67
30.April 2010 davon gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten 155.909.256,69 155.909.256,69
Unternehmensgarantien 24.541.092,73 24.541.092,73
Leasing 3.000.000,00 3.000.000,00
Verpflichtung aus Patronatserklärung 13.776.647,71 13.776.647,71
Bankgarantien 43.013,09 0,00
197.270.010,22 197.226.997,13

Die Zumtobel AG hat der Thorn Europhane SA, Paris, Frankreich, eine harte Patronatserklärung (Verlustabdeckung, Liquiditätssicherung) für die Thorn Licht Gesellschaft m. b. H., Dornbirn, in Höhe von EUR 4.655.316,76 (VJ EUR 4.860.115,18) gewährt.

4.3.2.10.2 Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

30.April 2011
30. April 2011 des folgenden
Geschäftsjahres
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 118.745,00 593.725,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 138.780,00 693.900,00
257.525,00 1.287.625,00
30. April 2010
des folgenden der folgenden fünf
30. April 2010 Geschäftsjahres Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 112.663,99 563.319,95
Verpflichtungen aus Mietverträgen 123.846,62 619.233,10
236.510,61 1.182.553,05

4.3.2.10.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der mit Atos Origin GmbH, Wien, im April 2004 abgeschlossene Dienstleistungsvertrag mit einer ursprünglichen Laufzeit bis 30. April 2011 wurde um weitere 3 Jahre bis April 2014 verlängert. Danach ist eine gegenseitige Kündigung möglich. Für den unkündbaren Zeitraum bis April 2014 garantiert Zumtobel einen Mindestumsatz in Höhe von EUR 5.000.000,00 pro Jahr.

4.3.2.10.4 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden in der Zumtobel AG zur Absicherung von Marktpreisrisiken der gesamten Zumtobel Gruppe, die aus Schwankungen von Währungskursen, Kupferpreisen und Zinssätzen resultieren können, eingesetzt. Die Berechnung von stichtagsbezogenen Marktwerten aus Derivaten erfolgt durch eine konzerneigene Treasury-Software basierend auf üblichen anerkannten Berechnungsmethoden.

Durch weitere Marktpreisschwankungen können die hier aufgeführten Werte jedoch von den später bei Fälligkeit realisierten Werten abweichen.

Die Zumtobel AG schließt einerseits intern mit Konzerngesellschaften der Zumtobel Gruppe zur Absicherung deren Währungskursrisikos Derivatgeschäfte ab. Das daraus resultierende Nettoexposure in den einzelnen Währungen wird teilweise zeitgleich, teilweise sukzessive extern durch gegengleiche Derivatgeschäfte mit systemrelevanten Banken als Kontraktpartner eingedeckt. Damit ist das Bonitätsrisiko aus den Kurssicherungsgeschäften als äußerst gering einzustufen. Die negativen Marktwerte dieser Sicherungsgeschäfte belaufen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 2.573.602,34 (VJ EUR 2.838.819,54). Der negative Marktwert ist vor allem durch USD- und GBP-Positionen verursacht.

Um das Zinsänderungsrisiko für die Mittelfristplanung der Zumtobel Gruppe zu verringern, schloss die Zumtobel AG als Konzernobergesellschaft mit verschiedenen Banken Zins-Swaps (Interest Rate Swaps) für ein Volumen von rund EUR 102.000.000,00 (hiervon ca. EUR 20.000.000,00 als Cross-Currency-Swap mit Zahlungsverpflichtungen in Schweizer Franken) ab. Diese Zinsinstrumente sind in unterschiedliche Laufzeiten gestaffelt (längstens bis Juni 2015) und tauschen variable Zinszahlungen in Fixzinszahlungen bzw. nach oben begrenzten Zinszahlungen (Cap) von maximal 3,34%. Aufgrund des weiteren Rückgangs des Zinsniveaus seit dem Abschluss dieser Zinsinstrumente, bildeten sich negative Marktwerte von insgesamt EUR 4.540.942,93 (VJ EUR 4.443.493,99).

Für die Summe der verbleibenden negativen Überhänge aus Bewertungseinheiten betreffend Kurssicherungsgeschäfte (EUR 2.573.602,34) und für den negativen Marktwert aus Zinssicherungsinstrumenten in Höhe von EUR 4.540.942,93 wurde in Form einer Rückstellung vorgesorgt.

4.3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.3.3.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten setzen sich wie folgt zusammen:

2010/11 2009/10
Inland 21.593.602,73 20.971.935,83
EU-Staaten 9.721.959,67 10.577.467,32
Drittland 3.219.969,97 2.959.100,43
34.535.532,37 34.508.503,58

Nach Tätigkeitsbereichen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:

2010/11 2009/10
Mieterlöse 7.638.856,28 7.628.700,82
IT-Dienstleistungen 19.589.831,86 19.626.016,38
sonstige Umlagen 7.306.844,23 7.253.786,38
34.535.532,37 34.508.503,58

Von den Umsatzerlösen wurden EUR 33.939.438,03, d.s. 98,27% (VJ EUR 34.013.185,78 bzw. 98,56%) mit Gesellschaften des Konzerns getätigt.

4.3.3.2 Sonstige betriebliche Erträge

2010/11 2009/10
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 63.692,60 18.566,00
Erträge aus weiterverrechneten Betriebskosten an Dritte 273.139,98 313.714,23
Erträge aus sonstigen weiterverrechneten Aufwendungen an Konzerngesellschaften 285.102,56 318.299,42
621.935,14 650.579,65

4.3.3.3 Personalaufwand

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen setzen sich wie folgt zusammen:

2010/11 2009/10
leitende Angestellte 38.381,89 2.035.174,09
sonstige Arbeitnehmer 108.428,21 182.566,44
146.810,10 2.217.740,53

Die Aufwendungen für Abfertigungen beinhalten mit EUR 140.018,54 (VJ EUR 87.305,49) auch die Beträge, die an die Mitarbeitervorsorgekasse im Rahmen der Abfertigung neu bezahlt wurden.

4.3.3.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2010/11 2009/10
Steuern 81.237,64 85.827,46
Übrige
IT-Dienstleistungen 5.563.039,90 5.338.290,30
Beratung 4.178.454,21 6.290.632,49
Datenleitungen, Telekommunikation 3.282.613,28 3.020.425,04
Sonstiger Aufwand 3.202.667,69 2.623.377,45
Versicherungen 2.671.148,82 2.780.382,00
Instandhaltungen 2.468.585,66 2.473.684,29
Werbung 855.766,55 752.982,49
Summe Übrige 22.222.276,11 23.279.774,06
22.303.513,75 23.365.601,52

Hinsichtlich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Wirtschaftsprüfer verweisen wir auf die Angaben im Konzernabschluss.

4.3.3.5 Finanzergebnis

Die Erträge von verbundenen Unternehmen belaufen sich auf EUR 36.000.000,00 (VJ EUR 35.000.000,00).

Der Jahresfehlbetrag aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Zumtobel Insurance Management GmbH in Höhe von EUR minus 334.531,42 (VJ EUR minus 282.836,18) ist in der Position Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens enthalten.

Im Vorjahr wurde in der Position Aufwendungen aus Finanzanlagen die außerplanmäßige Abschreibung (EUR 67.067.000,00) auf die Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn, ausgewiesen.

Die Position sonstige Zinsen und ähnliche Erträge beinhaltet im Geschäftsjahr den positiven Saldo aus Erträgen und Aufwendungen aus Kurssicherungs- und Swap-Geschäften.

4.3.3.6 Steuern vom Einkommen

Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen hatte keine Auswirkung auf die Steuern vom Einkommen.

Seit dem Wirtschaftsjahr 2004/05 wird in Österreich von der Möglichkeit der Errichtung einer steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG Gebrauch gemacht. Zu diesem Zwecke wurde zwischen der Zumtobel AG als Gruppenträger und den Gruppenmitgliedern

Zumtobel Lighting GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel Licht GmbH Zumtobel Holding GmbH, Zumtobel Insurance Management GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel Pool GmbH Tridonic connection technology GmbH Tridonic GmbH (beteiligte Körperschaft) Ledon Lighting Jennersdorf GmbH, vorm. TridonicAtco Optoelectronics GmbH

Tridonic Holding GmbH LEDON Lighting GmbH Zumtobel LED Holding GmbH (beteiligte Körperschaft) Zumtobel LED GmbH,

ein Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

Im Wirtschaftsjahr 2010/11 ist die

Ledon Lamp GmbH

als Gruppenmitglied diesem Vertrag beigetreten.

In diesem Steuerumlagevertrag wurde vereinbart, dass ein, nach den Vorschriften des KStG und EStG ermittelter steuerpflichtiger Gewinn oder Verlust im Sinne der stufenweisen Ergebniszurechnung an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger weiterzuverrechnen ist.

Ein auf Basis des steuerpflichtigen Gewinnes des Gruppenmitglieds ermittelter Steueraufwand ist unabhängig davon, in welcher Höhe der Gruppenträger insgesamt für das betreffende Wirtschaftsjahr und für die gesamte Unternehmensgruppe Körperschaftsteuer schuldet, als Steuerumlage an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger zu entrichten. Im Falle eines steuerlichen Verlustes des Gruppenmitgliedes verpflichtet sich die beteiligte Körperschaft bzw. der Gruppenträger diese Verluste als internen Verlustvortrag für zukünftige verrechenbare Gewinne des jeweiligen Gruppenmitgliedes evident zu halten. Das Gruppenmitglied wiederum ist verpflichtet im Falle eines steuerlichen Verlustes die Mindestkörperschaftsteuer an die beteiligte Körperschaft bzw. an den Gruppenträger zu entrichten.

Vorgruppen- und Außengruppenverluste iSd § 9 KStG werden unter Berücksichtigung einer allfälligen Vortrags- und Verrechengrenze gegen die steuerlichen Gewinne des jeweiligen Gruppenmitglieds bzw. des Gruppenträgers verrechnet.

Aus der Gruppenbesteuerung wurden im laufenden Wirtschaftsjahr insgesamt EUR 810.384,94 an Gruppenmitglieder gutgeschrieben, im Vorjahr wurden EUR 160.519,16 an Gruppenmitglieder verrechnet.

4.3.4 Sonstige Angaben

4.3.4.1 Zahl der Arbeitnehmer

Die Zahl der Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres, gegliedert in Arbeiter und Angestellte, beträgt:

Durchschnitt Stichtag
2010/11 2009/10 30. April 2011 30. April 2010
Arbeiter 1 1 1 1
Angestellte 133 130 134 129
134 131 135 130

4.3.4.2 Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse

Die Gesellschaft wurde mit Satzung vom 17. Dezember 1984 errichtet. Die letzte Änderung der Satzung erfolgte im Geschäftsjahr 2010/11. Sie betraf die Anpassung an die Bestimmungen des Aktienrechts-Änderungsgesetztes 2009, vor allem hinsichtlich der Einberufungsmodalitäten und der Teilnahmeberechtigung an der Hauptversammlung.

Die Gesellschaft ist im Firmenbuch des Landes- als Handelsgerichtes Feldkirch unter der Nummer 62309 g eingetragen.

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats tätig: Jürg Zumtobel (Vorsitzender) Johannes Burtscher (Stellvertreter des Vorsitzenden ab 23. Juli 2010) Hero Brahms (Stellvertreter des Vorsitzenden) Fritz Zumtobel (Mitglied) Walter M. Dünser (Mitglied bis 23. Juli 2010) Wolf Klinz (Mitglied bis 23. Juli 2010) Stephan Hutter (Mitglied ab 23. Juli 2010) Hans-Peter Metzler (Mitglied ab 23. Juli 2010)

Vom Betriebsrat delegiert: Ludwig Auer Herbert Kaufmann Mario Wintschnig

Die Funktionsperiode für die gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats endet mit der Hauptversammlung, welche über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 beschließt. Die Gesamtvergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats beliefen sich auf EUR 342.882,35 (VJ EUR 348.793,61).

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Mitglieder des Vorstands tätig:

Harald Sommerer, bestellt bis 30. April 2013 Martin Brandt, bestellt bis 30. April 2013 Mathias Dähn, seit 1. Februar 2011, bestellt bis 30. April 2014 Thomas Spitzenpfeil, bis 30. September 2010

Gesamtbezüge des Vorstands

2010/11 2009/10
Fixe Bezüge 1.328.514,09 1.311.154,75
Variable Bezüge 597.932,98 1.158.333,34
Aufwendungen für Aufhebungsvereinbarung 0,00 2.035.714,29
1.926.447,07 4.505.202,38

Die MSP Invest-Aktien von Harald Sommerer belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 11.000 (VJ 0) Stück. Martin Brandt ist mit 7.655 (VJ 7.655) Aktien berechtigt, am MSP teilzunehmen.

4.3.4.3 Angabe zum Konzernabschluss

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft. Sie ist die Muttergesellschaft der Zumtobel Gruppe und erstellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen. Der Konzernabschluss wird im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht. Mit nahe stehenden Unternehmen werden ausschließlich Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Dornbirn, am 6. Juni 2011

Harald Sommerer Martin Brandt Mathias Dähn Chief Executive Officer (CEO) Chief Operating Officer (COO) Chief Financial Officer (CFO)

4.4 Lagebericht

Wie bereits zu Beginn des Lageberichtes des Zumtobel Konzerns hingewiesen wird, wurde von der Möglichkeit des § 267 Abs 4 UGB in Verbindung mit § 251 Abs 3 UGB Gebrauch gemacht, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Zumtobel AG zu einem Lagebericht zusammenzufassen. Die Zumtobel AG hatte im Berichtsjahr keine Zweigniederlassungen.

Dornbirn, am 6. Juni 2011

Harald Sommerer Martin Brandt Mathias Dähn Chief Executive Officer (CEO) Chief Operating Officer (COO) Chief Financial Officer (CFO)

4.5 Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand
1. Mai 2010
Zugänge Abgänge Umbuch
ungen
Stand
30. April 2011
kumulierte
Abschreibung
Buchwert
30. April 2011
Buchwert
30. April 2010
Jahresab
schreibung
Werte in EUR
I) Immaterielle
I) Immaterielle
Vermögensgegenstände
Vermögensgegenstände
Konzessionen, Rechte
und ähnliche Rechte
und
Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
13.891.387,01 934.362,38 910.124,37 0,00 13.915.625,02 10.719.835,02 3.195.790,00 3.108.622,00 847.194,38
geringwertige
Wirtschaftsgüter
0,00 12.910,32 12.910,32 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 12.910,32
Summe immaterielle
Vermögensgegenstände
13.891.387,01 947.272,70 923.034,69 0,00 13.915.625,02 10.719.835,02 3.195.790,00 3.108.622,00 860.104,70
II) Sachanlagen Sachanlagen
Grundstücke und
Bauten
bebaute Grundstücke 85.283.846,51 1.308.417,92 9.067,89 572.131,24 87.155.327,78 49.886.884,11 37.268.443,67 37.638.792,67 2.250.898,16
davon Grundwert 4.819.204,67 0,00 0,00 0,00 4.819.204,67 0,00 4.819.204,67 4.819.204,67 0,00
unbebaute
Grundstücke
4.063.327,64 2.258.460,70 0,00 0,00 6.321.788,34 0,00 6.321.788,34 4.063.327,64 0,00
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2.431.002,82 225.800,99 39.350,24 0,00 2.617.453,57 2.276.258,43 341.195,14 249.079,14 133.684,99
Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau
572.131,24 516.185,60 0,00 -572.131,24 516.185,60 0,00 516.185,60 572.131,24 0,00
geringwertige
Wirtschaftsgüter
0,00 25.200,73 25.200,73 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 25.200,73
Summe Sachanlagen 92.350.308,21 4.334.065,94 73.618,86 0,00 96.610.755,29 52.163.142,54 44.447.612,75 42.523.330,69 2.409.783,88
III) Finanzanlagen
III) Finanzanlagen
Anteile an
verbundenen
Unternehmen 680.899.407,02 0,00 0,00 0,00 680.899.407,02 95.267.000,00 585.632.407,02 585.632.407,02 0,00
Beteiligungen 27.319,15 0,00 0,00 0,00 27.319,15 0,00 27.319,15 27.319,15 0,00
Wertpapiere
(Wertrechte) des
Anlagevermögens
250.125,00 0,00 0,00 0,00 250.125,00 0,00 250.125,00 250.125,00 0,00
Summe Finanzanlagen 681.176.851,17 0,00 0,00 0,00 681.176.851,17 95.267.000,00 585.909.851,17 585.909.851,17 0,00
Summe
Anlagevermögen
787.418.546,39
787.418.546,39
5.281.338,64 5.281.338,64 996.653,55 996.653,55 0,00 791.703.231,48 791.703.231,48 158.149.977,56 158.149.977,56 633.553.253,92 633.553.253,92 631.541.803,86
631.541.803,86
3.269.888,58 3.269.888,58

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss Bericht Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

Zumtobel AG, Dornbirn,

für das Geschäftsjahr vom Geschäftsjahr 1. Mai 2010 Mai 2010 bis zum zum 30. April April April 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. April 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. April 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Ja Verantwortung gesetzlichen Vertreter für Jahresabschluss en Jahresabschluss hresabschluss und die Buchführung und

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art von und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfungd Umfang gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. April 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2010bis zum 30. April 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum zusammengefassten Lagebericht zusammengefassten Lagebericht

Der zusammengefasste Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im zusammengefassten Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der zusammengefasste Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der zusammengefasste Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 6. Juni 2011

KPMG Austria GmbH

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Thomas Smrekar Mag. Rainer Hassler

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Service Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

  1. Service
Finanzkennzahlen __________ 161
Abkürzungen und Fachbegriffe ____________ 162
Finanzterminplan __________ 164
Kontaktinformation_________ 164
Finanzberichte ____________ 164
Mehr Informationen ______________ 164
Impressum _______________ 164
Disclaimer _______________ 165

5. Service

Finanzkennzahlen

CAPEX Investitionen in Anlagevermögen
Durchschnittliches Capital Employed = Firmenwerte + Immaterielle Vermögenswerte + Sachanlagen + Vorräte
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen – Rückstellungen für Ertragssteuern – Übrige Rückstellungen
– Übrige Verbindlichkeiten, als Durchschnitt aus vier Quartalen
Eigenkapitalquote = Eigenkapital in Prozent der Bilanzsumme
EBIT Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragssteuern
Bereinigtes EBIT EBIT bereinigt um Sondereffekte
Bereinigte EBIT-Marge = bereinigtes EBIT in Prozent vom Umsatz
EBITDA Gewinn vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen
Bereinigtes EBITDA EBITDA bereinigt um Sondereffekte
Mitarbeiterproduktivität = bereinigtes EBIT in Prozent von Personalkosten
Nettoverbindlichkeiten = Langfristige Finanzschulden + Kurzfristige Finanzschulden – Liquide Mittel –
kurzfristige Finanzforderungen gegenüber assozierte Unternehmen
ROCE (Return On Capital Employed) = Gesamtkapitalverzinsung als bereinigtes EBIT in
Prozent vom durchschnittlichem Capital Employed
Schuldendeckungsgrad = Nettoverbindlicheiten dividiert durch EBITDA
Verschuldungsgrad (Gearing) = Nettoverbindlichkeiten in Prozent vom Eigenkapital
WACC (Weighted Average Cost of Capital) = Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten
(Fremdkapital und Eigenkapital)
Working Capital (Betriebsmittel) = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen – Erhaltene Anzahlungen

Abkürzungen und Fachbegriffe

Betriebsgerät Die meisten künstlichen Lichtquellen, mit Ausnahme von Glühlampen und Halogenlampen,
benötigen ein spezielles Betriebsgerät für Start und Betrieb. Abhängig vom Lampentyp
werden diese als Vorschaltgeräte, Konverter, Zündgeräte oder Transformatoren bezeichnet.
COB Chip on Board. Verfahren zur Bestückung einer Leiterplatte. Der LED Chip wird direkt auf der
Platine verklebt und über die "Bond-Drähte" kontaktiert. Eine Kunststofflinse definiert die
Lichtverteilung. Je nach Ausprägung der Linse kann eine COB LED somit sehr eng oder sehr
breitstrahlend sein.
Lampe Lampen sind künstliche Lichtquellen. Es gibt viele verschiedene Arten, die sich durch die
Methode der Lichterzeugung, den abgegebenen Lichtstrom, die aufgenommene Leistung, die
Lichtausbeute, die Geometrie, die spektrale Zusammensetzung der abgegebenen Strahlung,
ihre Eigenhelligkeit und ihre Lichtabstrahlcharakteristik unterscheiden.
LED / Licht emittierende Dioden Eine LED oder Lumineszenzdiode ist ein kleines elektronisches Bauteil, ein Halbleiter, der Licht
erzeugt, wenn er von Strom durchflossen ist. LEDs sind Energie sparend und zeichnen sich
durch eine lange Lebensdauer aus. Am häufigsten sind sie in den Farben Rot, Grün, Blau,
Amber oder Weiß. Durch die Mischung der einzelnen Strahlungsanteile können LED-Bausätze
beliebige Farben erzeugen. LEDs erzeugen gerichtetes Licht (Punktlichtquelle) oder können in
lineare Bauformen eingesetzt werden (z. B. Regalbeleuchtung).
LED-Chip Lichterzeugendes Halbleiterbauteil (wird von der Zumtobel Gruppe zugekauft)
LED-Komponente Eingehäuster LED-Chip mit integriertem Schaltkreis oder Widerstand. Bei weißen LEDs wird
auf dem Chip eine Phosphorbeschichtung aufgebracht, die das blaue Licht in weißes
konvertiert.
LED-Konverter LED-Betriebsgerät. Dieses stellt für ein LED-Modul Spannung oder Konstantstrom bereit
(wird im Englischen auf als "driver" bezeichnet).
LED-Light Engine Dieser Begriff wird in der Branche für ein LED Modul in Verbindung mit einem Konverter
verwendet. Im Deutschen wird dafür zur Zeit auch der Begriff "LED Modul" verwendet.
LED-Lampe Künstliche Lichtquelle auf Basis von LED-Technologie. Dazu zählen auch sogenannte LED
Retrofit-Lampen, deren Formgebung und Sockel den Maßen herkömmlicher Leuchtmittel
entsprechen (z.B. Glühlampenersatz).
LED-Modul Eine Einheit, die als Lichtquelle dient. Eine oder meherere LEDs bestückt und verdrahtet auf
eine Leiterplatte mit Optik (z.B. Kunststofflinse) und weiteren elektronischen Bauteilen
(Widerstände, Asics, Transistoren, etc.). Hochleistungs-Module benötigen zusätzlich einen
Kühlkörper zur Wärmeleitung.
Lichtausbeute Lichtausbeute ist das Maß für die Wirtschaftlichkeit einer Lampe. Sie sagt aus, wie viel Lumen
(lm) pro Watt (W) eine Lampe erzeugt. Je höher das Verhältnis Lumen pro Watt, desto besser
setzt eine Lampe die eingebrachte Energie in Licht um.
Lichtlösungen Unter einer Lichtlösung versteht die Zumtobel Gruppe den geplanten, auf eine spezifische
Architektur- und Anwendungssituation ausgerichteten, kombinierten Einsatz von Leuchten,
Lichtmanagement und Notbeleuchtung mit der Zielsetzung, eine oder mehrere gewünschte
Lichtstimmungen/ Beleuchtungssituationen zu erreichen. Eine Lichtlösung stellt somit immer
eine Kombination aus Produkten und Dienstleistungen dar und kann nur gemeinsam mit dem
Kunden erarbeitet werden.
Leuchten Leuchten sind Vorrichtungen, in denen die Lampe montiert, betrieben und geschützt wird. Sie
steuern die Verteilung von Licht und Wärme, gewährleisten die Bereitstellung der geeigneten
elektrischen Energie über Komponenten und stellen die optische Vorrichtung bereit, in der die
Lampe untergebracht ist. Der gesamte Beleuchtungskörper inklusive aller für Befestigung,
Betrieb und Schutz der Lampe notwendigen Komponenten ist die "Leuchte". Die Leuchte
schützt die Lampe, verteilt und lenkt deren Licht und verhindert, dass es blendet. Die
Differenzierung von Leuchten kann nach der Art der Lampen (für Glühlampen, für
Leuchtstofflampen, für Entladungslampen) erfolgen, nach der Anzahl der Lampen (ein-,
zweilampig usw.), nach dem Einsatzort (Innenleuchten, Außenleuchten), nach der Schutzart
(Leuchten für trockene, feuchte und staubige Räume), nach der Bauart (offene Leuchten,
geschlossene Leuchten, Reflektorleuchten, Spiegelleuchten, Rasterleuchten, Wannenleuchten,
Scheinwerfer), nach der Montageart (Wand-, Decken-, Pendel- oder Handleuchten) und nach
dem Verwendungszweck (technische Leuchten, dekorative Leuchten oder Effektleuchten).
OLED Organische Leuchtdiode. Ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus halbleitenden
organischen Materialien. Im Aufbau besteht eine OLED aus einem Schichtsystem, das sich
zwischen zwei Elektroden befindet. Beim Anlegen eines Stroms wird Licht erzeugt, welches
durch mindestens eine der Elektroden austritt. OLEDs erzeugen flächiges Licht.
OLED-Modul Ein oder mehrere OLED-Panels kombiniert mit einer optischen Auskoppeleinheit und einem
Kontaktierungssystem integriert in einer Gehäusung.
OLED-Panel Organische Leuchtdiode, die luftdicht verschlossen auf einer Folie oder Glasplatte oder
Glasfolie aufgebracht ist.
OLED-Stack Schichtsystem, das aus mehreren dünnen organischen Schichten aufgebaut ist und Licht mit
einem spezifischen Spektrum aussendet.
SMD Surface Mounted Device. Alternatives Verfahren zur Bestückung einer Leiterplatte. Bei diesem
Verfahren wird die LED zunächste auf ein SMD-Bauteil montiert, danach auf die Leiterplatte
bestückt und anschließend im Lötbad kontaktiert.
Vorschaltgerät Vorschaltgeräte sind elektrische Vorrichtungen für den Einsatz mit Leuchtstoff- oder
Hochdruckentladungslampen (HID), die genügend Spannung für das Starten und den Betrieb
der Lampe liefern und danach den Strom während des Betriebs begrenzen. Vorschaltgeräte
sind in magnetischer oder elektronischer Ausführung erhältlich.

Finanzterminplan

35. ordentliche Hauptversammlung 22. Juli 2011
Ex-Dividendentag 26. Juli 2011
Dividendenzahltag 29. Juli 2011
1. Quartalsbericht 2011/12 (1.Mai 2011 – 31. Juli 2011) 06. September 2011
Zwischenbericht 2011/12 (1. Mai 2011 – 31. Oktober 2011) 06. Dezember 2011
3. Quartalsbericht 2011/12 (1. Mai 2011 - 31. Januar 2012) 06. März 2012
Bilanzergebnis 2011/12 27. Juni 2012

Kontaktinformation

Investor Relations Relations Presse/Unternehmens Presse/Unternehmens-Kommunikation Kommunikation Kommunikation

Harald Albrecht Astrid Kühn-Ulrich Head of Investor Relations Head of Corporate Communications Telefon +43 (0)5572 509-1125 Telefon +43 (0)5572 509-1570 E-Mail [email protected] E-Mail [email protected]

Finanzberichte

Sie finden unsere Finanzberichte zum Download in deutscher und englischer Sprache unter: http://www.zumtobelgroup.com. Der Geschäftsbericht 2010/11 wird bei der 35. o. Hauptversammlung veröffentlicht. Gerne senden wir Ihnen die Printfassung zu, Bestellungen über Telefon +43 (0)5572 509-1510.

Mehr Informationen

zur Zumtobel AG und unseren Marken finden Sie im Internet unter:

www.zumtobelgroup.com www.zumtobel.com www.thornlighting.com www.tridonic.com www.ledon-lamp.com

Impressum

Herausgeber: Zumtobel AG, Investor Relations, Harald Albrecht Koordination: Lisa Pfurtscheller Koordination Finanzen: Stefan Tschol Covergestaltung (Coverdesign): Heimann und Schwantes Copyright: Zumtobel AG 2011

Inhouse produziert mit FIRE.sys

Disclaimer

Dieser Jahresfinanzbericht enthält Aussagen über zukünftige Entwicklungen, die auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen beruhen und Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den vorausschauenden Aussagen abweichen können. Die Aussagen über zukünftige Entwicklungen sind nicht als Garantien zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Dazu zählen zum Beispiel nicht vorhersehbare Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und geschäftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Umfeld der Zumtobel Gruppe, der Wettbewerbssituation, der Zins- und Währungsentwicklungen, technologischer Entwicklungen sowie sonstiger Risiken und Unwägbarkeiten. Weitere Risiken sehen wir u. a. in Preisentwicklungen, nicht vorhersehbaren Geschehnissen im Umfeld akquirierter Unternehmen und bei Konzerngesellschaften sowie bei den laufenden Kostenoptimierungsprogrammen. Die Zumtobel Gruppe beabsichtigt nicht, diese vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren. Dieser Jahresfinanzbericht wird auch in Englisch präsentiert, jedoch nur der deutsche Text ist verbindlich.

Service Service

Zumtobel AG 1. Mai 2010 bis 30. April 2011

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.