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Wild Bunch AG

Management Reports Oct 5, 2017

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Management Reports

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Wild Bunch AG

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Konzern-Lagebericht

Die dargestellten Ausführungen des Geschäftsverlaufs sowie der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns basieren auf dem Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind.

Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und können von einer Berechnung auf Basis der berichteten Tausend bzw. Millionen Euro-Beträge abweichen.

Die getroffenen Aussagen beziehen sich im Wesentlichen auf den Konzern der Wild Bunch AG zum Stichtag 31. Dezember 2015. Zur besseren Einordnung der Sachverhalte werden an unterschiedlichen Stellen aktuelle Entwicklungen zusätzlich erläutert. Sämtliche wesentliche Veränderungen im Konzern nach dem Bilanzstichtag sind zudem im Nachtragsbericht im Anhang zum Konzernabschluss 2015 enthalten.

Sämtliche Angaben beziehen sich auf das Gesamtjahr 2015. Dabei wurden aufgrund des Zusammenschlusses der Senator Entertainment AG mit Wild Bunch S.A. zum 1. Februar 2015 die Zahlen der ursprünglichen Senator-Gesellschaften für einen Zeitraum von 11 Monaten berücksichtigt.

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Die Charakteristika des Konzerns der Senator Entertainment AG haben sich in Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit, Struktur und Gliederung, die im Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Senator Entertainment AG (im Folgenden „Senator“, je nach Zusammenhang auch „Senator-Gruppe“ genannt) für das Geschäftsjahr 2014 am 30. April 2015 dargelegt wurden, nach dem Zusammenschluss von Senator und der Wild Bunch S.A., Paris (im Folgenden Wild Bunch S.A. genannt), zum Konzern der Wild Bunch AG (im Folgenden „Wild Bunch“ oder „Gruppe“ genannt) grundlegend geändert. Die neue Struktur der Gruppe sowie die einzelnen operativen Segmente, in denen das Unternehmen tätig ist, werden auf den folgenden Seiten beschrieben.

1.1 STRUKTUR DER GRUPPE UND IHRE SEGMENTE

Wie von der außerordentlichen Hauptversammlung am 12. September 2014 beschlossen, hat Senator eine Sachkapitalerhöhung im Umfang von 55.872.788 jungen Aktien gegen Einbringung sämtlicher Anteile an der Wild Bunch S.A. erfolgreich durchgeführt. Die jungen Aktien wurden am 6. Februar 2015 in den Handel aufgenommen, wodurch der Zusammenschluss von Wild Bunch S.A. und Senator erfolgreich abgeschlossen wurde. Gemäß dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung wurde die Senator Entertainment AG in Wild Bunch AG umbenannt. Der Name Senator hat als anerkannte Marke in der Produktion von Spielfilmen weiterhin Bestand.

Nach den Internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards) erfüllt der Erwerb der Wild Bunch S.A. durch die Senator im Wege einer Sachkapitalerhöhung durch Ausgabe von neuen Senator-Aktien gegen Einbringung der Anteile an der Wild Bunch S.A. die Kriterien einer so genannten „Reverse Akquisition“ (Umgekehrter Unternehmenserwerb), da insbesondere die Eigentümer der Wild Bunch S.A. nach dem Unternehmenszusammenschluss die Stimmrechtsmehrheit an dem zusammengeschlossenen Unternehmen erhalten und die Wild Bunch S.A. hinsichtlich Unternehmenswert, Vermögenswerten, Erlösen oder Gewinnen deutlich größer als die Senator war. Im Ergebnis ist deshalb der Unternehmenszusammenschluss der Senator und der Wild Bunch S.A. für Bilanzierungszwecke so darzustellen, dass die Wild Bunch S.A. (rechtlich erworbene Gesellschaft) der wirtschaftliche Erwerber der Senator (rechtlich erwerbende Gesellschaft) ist. Die entsprechende Darstellung hat Auswirkung auf die vorgelegten Vorjahreszahlen wie auch die Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden.

Nach dem erfolgreichen Zusammenschluss wurde auch das Geschäft im deutschsprachigen Markt neu geordnet. Alle operativen Aktivitäten wurden seit Mai 2015 durch die Wild Bunch Germany GmbH übernommen.

Wild Bunch ist in den zwei Segmenten „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktionen“ und „Sonstige“ tätig. Als Dachgesellschaft erfüllt die Wild Bunch unter anderem eine Holdingfunktion und ist für Management, Finanzierung, Konzernrecht, Kommunikation und Informationstechnik (IT) verantwortlich.

Das Organigramm zeigt die neue Struktur der Gruppe zum 31. Dezember 2015:

1.2 GESCHÄFTSMODELL

Durch den erfolgreichen Zusammenschluss von Senator und Wild Bunch S.A. hat sich das Unternehmen im Zuge der finanziellen und strategischen Restrukturierung im Geschäftsjahr 2015 zu einem führenden paneuropäischen Filmunternehmen mit einem entsprechend modifizierten Geschäftsmodell entwickelt.

Die heutige Wild Bunch ist ein führendes, unabhängiges, europäisches Filmverleih- und Produktionsunternehmen, das im Direktvertrieb in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und Österreich, im Weltvertrieb sowie in der Finanzierung von Koproduktionen und dem elektronischen Direktvertrieb von Filmen und TV-Serien tätig ist. Die Aktivitäten der Gruppe decken die gesamte Wertschöpfungskette des Vertriebs ab, angefangen beim Weltvertrieb bis hin zum Kinoverleih und digitalen Verleih (TV, Home Entertainment, VOD/SVOD). Mit seiner vielfältigen Redaktionspolitik bietet das Unternehmen kontinuierlich neue und innovative Filme aus aller Welt an, indem es sowohl in europäische Filmproduktionen als auch in US-amerikanische und internationale Independent-Filme investiert. Dank der internationalen Vertriebsaktivitäten durch die Vertriebslabels Wild Bunch S.A., Elle Driver SAS und Versatile SAS kann das Unternehmen Filmverleihern und Sendeanstalten weltweit internationale Kinofilme anbieten. Wild Bunch ist bestrebt, anders zu sein und führt das unverzichtbare klassische Know-how im Umgang mit Talenten und der Produktion von hochwertigen Inhalten mit einem radikal neuen Marktansatz und einer innovativen Herangehensweise zusammen, um den kommerziellen Wert solcher Inhalte zu maximieren.

Das Unternehmen verfügt über ein europaweites Vertriebsnetzwerk und ist aktuell in fünf Märkten im Direktverleih tätig: in Frankreich mit Wild Bunch Distribution SAS und Wild Side Film SAS, in Italien mit BIM Distribuzione s.r.l. (im Folgenden BIM genannt), in Deutschland mit Wild Bunch Germany GmbH (im Folgenden Wild Bunch Germany genannt) und Central Film Verleih GmbH, in Spanien mit Vertigo SRL (im Folgenden Vertigo genannt) und in Österreich mit Wild Bunch Austria GmbH.

Im Rahmen der Unternehmensstrategie treibt Wild Bunch die geografische und inhaltliche Expansion weiter voran - jüngst durch die Gründung des Labels Wild Bunch TV zur Förderung der Koproduktion und Vermarktung internationaler TV-Serien.

Wild Bunch bietet gegenwärtig eine Bibliothek mit über 2.200 Film- und Serientiteln unterschiedlichster Genres an und vertreibt zusätzlich bis zu 100 neue Independent-Filme im Jahr. Umfang und Qualität der Filmbibliothek machen Wild Bunch zu einem wichtigen Partner für alle Abnehmer, von TV-Anstalten bis hin zu Anbietern von digitalen Videoinhalten.

Wild Bunch hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter neue elektronische Vertriebskanäle aufgebaut. So hat sich das Unternehmen im Markt des elektronischen Direktvertriebs mit seiner französischen VOD/SVOD-Plattform FilmoTV positioniert.

Darüber hinaus hat Wild Bunch als eine der ersten Vertriebsgesellschaften in Europa Aktivitäten im Bereich eCinema durch das Angebot eines alternativen Vertriebsmodells unternommen, um das Publikum für „Eventfilme“ und deren wirtschaftliches Potenzial zu gewinnen.

Im Bewusstsein des steigenden Marktanteils von VOD weltweit und der begrenzten Verfügbarkeit von Kinoleinwänden, bietet Wild Bunch diese Filme entweder direkt verschiedenen VOD-Diensten an, oder, sofern gesetzlich erlaubt, werden diese Filme gleichzeitig via VOD und in einer begrenzten Anzahl an Kinos gestartet.

Neben der weiteren Durchdringung der bestehenden Märkte sind die Entwicklung neuer Marktsegmente bzw. innovativer Lösungen in Produktion, Vertrieb und Verleih sowie die geographische Expansion somit ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie.

1.3 PERSONELLE ÄNDERUNGEN IN VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Nach dem Zusammenschluss sind wichtige Änderungen auf der Ebene von Aufsichtsrat und Vorstand vorgenommen worden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Andreas Pres ist am 15. Juni 2015 von seinem Amt zurückgetreten. Er hatte den Aufsichtsrat von Senator seit August 2011 geleitet. Den Vorsitz des Aufsichtsrates hat Herr Wolf-Dieter Gramatke übernommen, der seit April 2006 Mitglied des Aufsichtsrates und seit Juli 2007 Stellvertretender Vorsitzender war.

Außerdem endete das Mandat von Herrn Norbert Kopp mit der Beendigung der Jahreshauptversammlung am 30. Juni 2015. Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung am 30. Juni 2015 die Ernennung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern vorgeschlagen:

Hans Mahr, Vorsitzender bei MahrMedia, Köln und früheres Vorstandsmitglied von Premiere AG und RTL Group Management
Pierre Tattevin, Partner bei der Investmentbank Lazard Frères, Paris
Benjamin Waisbren, Partner in der Rechtanwaltskanzlei Winston & Strawn, Chicago und President von LSC Film.

Alle drei neuen Mitglieder wurden von der Jahreshauptversammlung gewählt. Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Mitglieder, neben den genannten zudem noch Frau Prof. Dr. Katja Nettesheim und Herr Tarek Malak.

Drei der Gründer/Direktoren von Wild Bunch S.A. sind vom 5. Februar 2015 an zu Vorstandsmitgliedern bestellt worden:

Herr Vincent Grimond als CEO (Chief Executive Officer)
Herr Brahim Chioua als COO (Chief Operating Officer)
Herr Vincent Maraval als CCO (Chief Content Officer)

Herr Max Sturm verblieb im Vorstand als CFO (Chief Financial Officer).

1.4 MITARBEITER

Die Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2015 durchschnittlich 177 Mitarbeiter (VJ Wild Bunch S.A.: 136).

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wild Bunch betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im engeren Sinne. Zuordenbare Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bestehen entsprechend nicht.

1.6 STEUERUNGSSYSTEM

Wir haben unser internes Steuerungssystem entlang unserer Konzernstrategie ausgerichtet und geeignete Kontrollgrößen definiert. Ein wichtiges Modul unseres internen Steuerungs- und Kontrollsystems ist die regelmäßige Erfassung und Aktualisierung von Daten durch das Controlling sowie die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat. Gegenstand der Analysen und Berichterstattung sind insbesondere die in 2.2. dargestellten Leistungsindikatoren. Grundlage dieser Analysen sind insbesondere das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (vergleiche Abschnitt 6), insbesondere die detaillierte Risikoerfassung und Risikoüberwachung beim Erwerb und bei der Verwertung von Filmen. Im Geschäftsjahr wurde mit einer Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse innerhalb der zusammengeführten Gruppe begonnen. Dies soll im Jahr 2017 abgeschlossen werden.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1.1. GESCHÄFTSUMFELD

Die geschäftlichen Aktivitäten von Wild Bunch konzentrieren sich größtenteils auf Frankreich, Deutschland/Österreich, Italien und Spanien. Daher ist die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern für die Gruppe von hoher Bedeutung. Die Gruppe ist ferner über ihre internationalen Verkaufsaktivitäten oder über Filmeinkäufe in ausländischen Märkten, wie etwa in den USA, auf internationalen Märkten tätig.

Im Jahr 2015 hat sich die Expansion der Weltwirtschaft abgeschwächt und wird nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel in den kommenden beiden Jahren nur wenig Schwung entwickeln. Die fehlende Dynamik in der globalen Wirtschaft wird nach Angaben der EUROFRAME-Gruppe, die sich aus zehn der bedeutendsten Wirtschaftsforschungsinstitute Europas zusammensetzt, auch die Zuwachsraten im Euroraum dämpfen. Die Experten erwarten einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Eurozone um je 1,8 Prozent in den Jahren 2016 und 2017. Für weiterhin positive Impulse sorgen demnach die stark stimulierende Geldpolitik, der schwache Euro, das Fehlen von fiskalischen Einschränkungen zur Haushaltskonsolidierung sowie der niedrige Ölpreis.

Die französische Wirtschaft hat nach den Terroranschlägen von Paris Ende des Jahres 2015 etwas an Schwung verloren und ist nach Angaben des Statistikamts Insee von Oktober bis Dezember 2015 nur um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Das IfW rechnet für 2016 mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, 2017 soll die französische Wirtschaft dann um 1,4 Prozent zulegen.

Währenddessen gewinnt die deutsche Konjunktur nach Angaben des IfW wieder an Fahrt und werde in den kommenden Quartalen ein spürbar erhöhtes Expansionstempo verzeichnen. Nach einem Anstieg des BIP von 1,8 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr rechnen die Experten mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 2,2 Prozent in 2016 und 2,3 Prozent in 2017. Die hohe Flüchtlingsmigration lässt die Erwerbstätigkeit weiter steigen und gesunkene Ölpreise führen zu steigenden Kaufkraftgewinnen, heißt es in der Prognose des IfW. Der Konsumklimaindex, der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt wird, ist im Jahr 2015 leicht gesunken und lag im Dezember 2015 auf einem soliden Niveau von 9,3 Punkten. Trotz dieser leichten Verlangsamung bleibt der private Konsum in Deutschland eine wesentliche Säule der wirtschaftlichen Entwicklung.

Die italienische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2015 laut dem Statistikamt Istat um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das IfW prognostiziert für 2016 einen Zuwachs der Konjunktur um 1,4 Prozent und im Jahr 2017 einen Anstieg um 1,7 Prozent.

Spanien konnte seinen Wachstumskurs im vierten Quartal 2015 fortsetzen und wuchs nach Angaben des Statistikamtes INE um 0,8 Prozent und damit im Gesamtjahr 2015 um 3,2 Prozent. Die Kieler Ökonomen erwarten für die Jahre 2016 und 2017 jeweils einen Zuwachs der Konjunktur um 2,6 Prozent.

Der Wert des US-Dollars ist im Jahr 2015 gegenüber dem Euro erheblich gestiegen. Während der Wechselkurs im Januar 2015 noch bei 1,22 €/US$ lag, verlor der Euro im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar an Wert. Ende Dezember stand der Wechselkurs bei 1,09 €/US$. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ den Leitzins im Euroraum 2015 unverändert und hielt ihn auf dem Allzeittief von 0,05 Prozent. Im März 2016 senkte die EZB den Leitzins schließlich auf null. Mit dem Rekord-Niedrigzins beabsichtigt die EZB, die weitere wirtschaftliche Erholung in der Eurozone zu fördern. Nachdem die EZB den Einlagenzins auf minus 0,3 Prozent gesenkt hatte, wurde im März 2016 der Einlagenzins auf minus 0,4 Prozent geändert, um das Kreditgeschäft der Banken anzukurbeln. Die US-Notenbank Fed hat angesichts der Erholung der US-Wirtschaft nach fast zehn Jahren erstmals wieder den Leitzins leicht um 0,25 Punkte angehoben. Er lag zum Jahresende 2015 damit in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Wild Bunch ist ebenfalls abhängig von der Entwicklung der Zinssätze.

2.1.2. BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Wild Bunch wurde aus der tiefen Überzeugung heraus gegründet, dass die Film- und Unterhaltungsindustrie vor weitreichenden Veränderungen steht. Filmische Unterhaltung würde nie wieder so entwickelt, produziert, finanziert, vermarktet und vertrieben, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Aus diesem Grund kann eine Verlags- und Vertriebsgesellschaft im 21. Jahrhundert mit den gleichen traditionellen, branchenüblichen Organisationsstrukturen nicht bestehen.

Die aktuelle Marktentwicklung bestätigt diese Unternehmensvision:

SVOD (Subscription-Video-On-Demand) ist das am schnellsten wachsende Marktsegment
in vor Urheberrechtsverletzungen geschützten Ländern ersetzt VOD (Video-On-Demand) sukzessive die DVD
so genannte „Day-and-Date“-Veröffentlichungen werden zunehmend profitabel

2.1.2.1. KINO

US-Blockbuster und erfolgreiche nationale Produktionen sorgten im Jahr 2015 insgesamt für eine spürbare Belebung an den Kinokassen. Nach Schätzungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle ist die Zahl der Kinobesucher in der Europäischen Union im Jahr 2015 um 7,6 Prozent auf 980 Mio. Besucher gestiegen. Von den 25 erfassten EU-Ländern ging lediglich in Frankreich die Zahl der Kinobesucher leicht zurück. Deutschland, Italien und Spanien als weitere Kernmärkte von Wild Bunch verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen. Gleichzeitig ist laut GfK eine langsame Verschiebung des Kinomarktes hin zu älteren Zuschauergruppen festzustellen.

Frankreich

Laut dem Centre National du Cinéma et de l’Image Animée, Paris, wurden im Jahr 2015 206,6 Millionen verkaufte Eintrittskarten registriert, etwa 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr (2014: 209,0 Mio.). Damit lag die Zuschauerresonanz jedoch über dem Zehnjahresdurchschnitt von 199,6 Mio. Tickets. Im vergangenen Jahr konnten Produktionen aus den USA die größte Resonanz in den Kinos verbuchen. Blockbuster wie MINIONS, JURASSIC WORLD, FAST & FURIOUS 7 oder FIFTY SHADES OF GREY lockten die Zuschauer in die Kinos, so dass im Berichtszeitraum der Anteil von US-Produktionen im französischen Markt auf 54,5 Prozent gewachsen ist (2014: 45,4 Prozent). Französische Filme machten 35,2 Prozent der verkauften Eintrittskarten im Jahr 2015 aus im Vergleich zu 44,4 Prozent im Vorjahr. Zuschauermagneten unter den 263 veröffentlichten französischen Filmen waren LA FAMILLE BÉLIER, THE NEW ADVENTURES OF ALADDIN, SERIAL TEACHERS 2 oder BABYSITTING 2. Filme aus anderen Ländern erzielten mit 21,3 Mio. verkauften Eintrittskarten einen Marktanteil von 10,3 Prozent. Nach Einnahmen an den Kinokassen von € 1,3 Milliarden im Jahr 2014, konnten laut Angaben von Rentrak im Jahr 2015 € 1,4 Milliarden an den französischen Kinokassen verbucht werden.

Deutschland

Für das Kino in Deutschland war das Jahr 2015 ein Rekordjahr. Mit 139 Mio. Besuchern (VJ: 122 Mio. Besucher) verzeichneten die Kinos so viele Besucher wie seit sechs Jahren nicht, obwohl im Durchschnitt € 8,39 für ein Ticket bezahlt werden musste. Im Gesamtjahr stiegen nach Informationen von Rentrak die Einnahmen um 13,5 Prozent auf € 1,1 Milliarden an (2014: € 962 Mio.). Der meistbesuchte Film im Jahr 2015 war die Fortsetzung der Komödie „Fack ju Göthe“ mit 7,7 Mio. Zuschauern. Gleichzeitig wurde mit einem Marktanteil von 37,1 Prozent bis Ende Dezember 2015 das wachsende Interesse an deutschen Produktionen bestätigt (VJ: 32,1 Prozent). Auch US-Blockbuster konnten ihren Marktanteil erhöhen, während unabhängige Filme weitaus schwerer den Weg auf die Kinoleinwände fanden. Fast 600 neue Spielfilme starteten im vergangenen Jahr in den deutschen Kinos.

Italien

Die Entwicklung des Kinos in Italien zeigte sich mit rund 100 Mio. verkauften Eintrittskarten pro Jahr auch im Jahr 2015 stabil. Während im Jahr 2011 noch 388 Filme veröffentlicht worden waren, wuchs die Anzahl der Kinostarts im Jahr 2015 auf 588 Filme. Gleichzeitig ist der Umsatz pro Film rückläufig. Die Einnahmen an den italienischen Kinokassen beliefen sich nach Angaben von Rentrak auf € 662 Mio. verglichen mit € 669 Mio. im Vorjahr. Auf die ersten 10 Filme entfiel ein Marktanteil von 28 Prozent, während die ersten 30 Filme zusammen einen Marktanteil von 49 Prozent verbuchen konnten. Laut The Hollywood Reporter führte im Jahr 2015 der Film INSIDE OUT mit Einnahmen von US$ 27,7 Mio. die Zuschauerrangliste an, gefolgt von den MINIONS und FIFTY SHADES OF GREY. Mit SI ACCETTANO MIRACOLI landete nur eine italienische Produktion unter den Top 10.

Spanien

Im Jahr 2015 hat sich die positive Trendwende fortgesetzt, die sich bereits im Vorjahr angedeutet hatte. Insbesondere Hollywood-Blockbuster wie JURASSIC WORLD oder INSIDE OUT, einige spanische Produktionen mit starker Performance und insbesondere die Fortsetzung von A SPANISH AFFAIR ließen die Zuschauerzahlen ansteigen und haben zu einem Umsatzanstieg um 8,6 Prozent auf € 575,5 Mio. an den spanischen Kinokassen geführt (2014: € 518 Mio.). Entsprechend lag der Umsatz zwar unterhalb des Rekordhochs von € 691,6 Mio. im Jahr 2004, konnte aber nach den schwachen Jahren 2012 und 2013 den Aufwärtstrend des Vorjahres bestätigen. Nachdem die Besucherzahlen vier Jahre lang stetig zurückgegangen waren, konnte die Anzahl der verkauften Tickets im zweiten Jahr in Folge, die um 7,1 Prozent auf 94 Mio. Tickets gesteigert werden. Dabei wurde jedes fünfte Ticket für einen spanischen Film verkauft. Im Vorjahr hatte der Film SPANISH AFFAIR mit Einnahmen von mehr als € 44,5 Mio. sämtliche Kinokassenrekorde in Spanien gebrochen und ist damit bis heute der erfolgreichste spanische Film aller Zeiten.

2.1.2.2. ELEKTRONISCHE DISTRIBUTION UND HOME ENTERTAINMENT

Insgesamt zeigt sich die Tendenz, dass die Nachfrage nach physischen Videos abnimmt, während VoD­Services zunehmend zu den Gesamteinnahmen im Video-Markt beitragen. In vielen Märkten fördert die zunehmende Auswahl an SVOD-Angeboten den Konsum von Videos über das Internet und mobile Endgeräte. Allein in Deutschland schauen nach Angaben des Bundesverbandes Bitkom 22 Prozent oder zwölf Mio. Internet-Nutzer ab 14 Jahre Shows oder Filme über VoD-Services an. Für den Vertrieb von Wild Bunch stellen die etablierten VOD-Plattformen eine wichtige Zielgruppe dar.

Einer der am schnellsten wachsenden Streaming-Services ist Netflix. Das Unternehmen wurde 1997 als auf den Versandhandel ausgerichtete Online-Video-Bibliothek gegründet und investiert heute jährlich 3 Milliarden US-Dollar in Inhalte von Drittanbietern, wie beispielsweise internationale Vertriebsgesellschaften oder Produzenten. Für 2016 wurde ein Budget von 5 Milliarden US-Dollar für den Einkauf von Inhalten angekündigt. Das schnell wachsende Unternehmen ist mittlerweile in 190 Ländern weltweit aktiv und damit auch in den europäischen Kernmärkten von Wild Bunch vertreten. Netflix konnte im vierten Quartal 2015 etwa 5,6 Mio. weitere Nutzer gewinnen. Weltweit hatte der Streaming-Service zum Jahresende 2015 damit rund 75 Mio. Abonnenten.

Ein Hauptkonkurrent von Netflix ist Amazon mit seinem Streaming-Service Amazon Prime Instant Video, der unter anderem im Vereinigten Königreich und in Deutschland zugänglich ist. Mit der Registrierung für einen Amazon-Prime-Zugang können Videos entweder über eine jährliche Gebühr oder anhand einer jeweiligen Einzelgebühr (pay-per-view) abgerufen werden.

Frankreich

In Frankreich wandelt sich der Videomarkt schneller als in anderen europäischen Märkten. 79 Prozent der Haushalte mit TV nutzen VoD. Damit ist Frankreich auf diesem Gebiet in Europa führend. Im Jahr 2015 beliefen sich die Einnahmen aus DVD und Blu-ray auf € 680 Mio. was einem Rückgang von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2014: € 796 Mio.). Die DVD-Einnahmen gingen um 16 Prozent auf € 514 Mio. zurück, während sich die Einnahmen aus Blu-rays um 12 Prozent auf € 166 Mio. verringerten. Einen deutlichen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf € 323 Mio. konnten hingegen digitale Videoangebote verzeichnen (2014: € 274 Mio.).

Das SVoD-Segment bietet weiteres Wachstumspotenzial. Laut einer Studie von Ernst & Young sind bis 2020 im VOD-Segment potenzielle Einnahmen zwischen 45 und 75 Mio. möglich. 12 Prozent aller französischen Haushalte nutzen einer Studie von Mediametrie zufolge mindestens einen SVOD-Service. Neben dem führenden Anbieter Canalplay ist auch Netflix seit 2014 im französischen Markt aktiv und hat mit der achtteiligen Serie MARSEILLE eine erste französische Produktion angekündigt.

Deutschland

Im Jahr 2015 zeigte die deutsche Videobranche laut Informationen von GfK Panel Services Deutschland eine stabile Entwicklung und lag mit einem Umsatz in Höhe von € 1.608 Mio. nur 2 Prozent unterhalb des Vorjahresergebnisses (2014: € 1.642 Mio.).

Während die DVD-Einnahmen um 8 Prozent von € 899 Mio. auf € 829 Mio. sanken, sind die Einnahmen aus Blu-rays in 2015 um 3,2 Prozent von € 405 Mio. auf € 418 Mio. gestiegen. Kennzeichnend für den deutschen Markt im Jahr 2015 war die Umsatzexplosion bei SVOD, wo fünf Mio. Abonnenten verzeichnet werden konnten. Auf die elektronische Distribution entfielen 12 Prozent des Gesamtmarktumsatzes. In Deutschland nutzen 76 Prozent der Internet-Nutzer Streaming. Dank der immer schnelleren Breitbandverbindungen lädt inzwischen jeder vierte Internet-Nutzer Videos herunter, um Shows und Filme anzusehen.

Netflix, Amazon oder Maxdome beherrschen den Markt in Deutschland. Für 2017 hat Netflix mit der Serie DARK die erste deutsche Produktion angekündigt. Insgesamt bleibt der Markt für elektronische Distribution und Home Entertainment in Deutschland einer der umsatzstärksten in Europa.

Italien

Die gesamten Einnahmen aus dem italienischen Videomarkt 2015 beliefen sich laut dem Univideo 2016 Report auf € 368 Mio. im Vergleich zu € 350 Mio. im Vorjahr. So bestätigte der digitale Videomarkt (VOD/EST) im Jahr 2015 den Wachstumstrend mit erzielten Umsatzerlösen von rund € 36 Mio. (2014: € 25 Mio). Im Oktober 2015 hat der Streaming-Service Netflix seine Tätigkeit in Italien aufgenommen.

Spanien

In Spanien hat die elektronische Distribution im Jahr 2015 deutlich an Fahrt gewonnen. Dies ist vor allem auf den Start von Netflix (SVOD) und MovieStarTV (VOD/SVOD) zurückzuführen. Der spanische Video-Markt (DVD und Blu-ray) sank laut GfK hingegen im Jahr 2015 mit einem Umsatz von € 82,8 Mio. um 10,8 % im Vergleich zu € 94,6 Mio. im Vorjahr.

2.1.2.3 . TV

Der europäische Markt für Bezahlfernsehen sieht sich einem zunehmenden Wettbewerb durch SVOD­Dienste ausgesetzt. Dennoch bleiben Pay-TV-Anbieter relevante Marktteilnehmer und Schlüsselkunden von Wild Bunch. Gemäß dem “Digital TV Western Europe Forecasts” Bericht wird die Marktdurchdringung von Pay-TV-Angeboten voraussichtlich von 56,7 Prozent Ende 2014 auf 60,4 Prozent in 2020 anwachsen und die Anzahl von Abonnenten in den nächsten fünf Jahren um 2,57 Mio. auf 99,0 Mio. steigen.

Eine ähnliche Entwicklung kann im französischen Markt für Bezahlfernsehen beobachtet werden. Laut dem „Conseil Supérieur de L’Audiovisuel” (CSA) haben im Jahre 2014 schätzungsweise 18,3 Mio. private Haushalte Pay-TV abonniert. Das entspricht einem Anteil von 68 Prozent an allen Fernsehnutzern. In Frankreich stehen aktuell etwa 140 Pay-TV-Kanäle zur Auswahl. Der führende Anbieter für

Bezahlfernsehen in diesem Markt ist die Canal Plus Group, die weltweit gegenwärtig rund 14,7 Mio. Abonnenten hat.

Die Attraktivität des TV-Marktes hat auch einen positiven Effekt auf die Umsätze durch Fernsehwerbung. Laut France Pub erhöhten sich die Werbeeinnahmen im französischen Fernsehmarkt um 4 Prozent auf € 3,85 Mrd. TV-Serien und Spielfilme bleiben die beliebtesten Programminhalte etablierter Fernsehkanäle. Unter den Top 100 der zuschauerstärksten Sendungen befanden sich im Jahre 2015 zehn Filme und 58 TV-Serien. Durch Digital Terrestrial TV erhöhte sich die Verbreitung von Spielfilmen im Jahre 2015 zudem deutlich (14 Filme unter den Top 25).

In Deutschland setzt sich die Verbreitung von Pay-TV mit etwa 90 Pay-TV-Kanälen und rund sieben Mio. Abonnenten weiter fort. Nach Informationen des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) in Deutschland wurden 2014 rund € 2,2 Mrd. in diesem Markt umgesetzt und über € 1 Mrd. in die Entwicklung von Programminhalten investiert. Im Unterhaltungsgenre sind aktuell etwa 40 Pay-TV­Programme verfügbar. VPRT schätzt das Umsatzwachstum im Jahre 2015 auf 7 Prozent und den Anstieg der Penetrationsrate im Bereich Pay-TV auf 20 Prozent. Darüber hinaus werden Free-TV- und Pay-TV­Anbieter vom weiteren Wachstum der TV- und Video-Werbung profitieren, deren Umsatz sich auf € 4,3 Mrd. beläuft. Damit ist Deutschland gemessen am Umsatz der zweitstärkste Fernsehmarkt hinter den USA.

In Italien haben die klassischen TV-Kanäle an Zuschauern verloren. Zur Primetime werden weniger Filme im Free-TV gezeigt als in den Vorjahren. Der Bezahlsender Sky ist in Italien im Free-TV präsent und hat zudem durch die Akquirierung weiterer TV-Sender seine Pay-TV-Aktivitäten erhöht.

Des Weiteren wurde ein neues Gesetz verabschiedet, demnach die Gebühren für öffentlich-rechtliches Fernsehen in Zukunft automatisch in die Stromrechnung integriert werden, um der weitverbreiteten Missachtung bei der Zahlung von TV-Gebühren entgegenzusteuern. Es wird erwartet, dass diese Maßnahme zu einer Steigerung des Programmbudgets der öffentlichen TV-Sendeanstalten beitragen wird, insbesondere von RAI.

Nach Angaben der Studie „Televisivo 2015“ von BarloVento Communicacíon zeigt der international ausgerichtete spanische Fernsehmarkt eine dynamische Umsatzentwicklung. Der TV-Markt wird von den beiden Mediengruppen Antena 3 Media und Mediaset beherrscht, die zusammen 86 % der Werbeeinnahmen erzielen. Die Gesamtausgaben für Werbung stiegen das zweite Jahr in Folge. Telecinco verzeichnete steigende Zuschauerzahlen und der Umsatz via Pay-TV wuchs stark an, während TNT neue TV-Lizenzen erhalten hat. Mit neun Serien und nur zwei Spielfilmen unter den Top 50 der zuschauerstärksten Programme ist Spanien ein besonders attraktiver Markt für TV-Serien.

2.1.2.4. SONSTIGE

Der globale Markt für filmische Unterhaltung zeigt sich sehr dynamisch. Es sind weitreichende Veränderungen in der Medienlandschaft zu beobachten, insbesondere durch einige bemerkenswerte Entwicklungen in dem größten Medienmarkt USA und den Aufstieg des starken Newcomers China.

In den Vereinigten Staaten wurde ein neues, vollständig integriertes Fernseh- und Filmstudio mit dem Namen STX Entertainment gegründet, das auf ein starkes finanzielles Fundament zurückgreifen kann und sich zu einem Schlüsselakteur im Bereich unabhängiger Produktion und Vertrieb entwickeln möchte. Währenddessen dehnen die führenden digitalen Anbieter ihre Marktexpansion auf den Bereich Medieninhalte aus. So bietet Amazon den SVOD-Service Amazon Video weltweit an, investiert zunehmen in Inhalte und unterhält zu diesem Zweck eine Inhouse-Produktion. Der Trend zur Unternehmenskonzentration setzt sich weiter fort. So wurde Miramax von beIN gekauft. AMC Theatres akquirierte Carmike Cinemas. Lionsgate und Starz befinden sich in Übernahmegesprächen. Lionsgate & New Regency haben ein TV Venture gestartet und Cablevision wird von Altice übernommen.

China wird nach gegenwärtigen Einschätzungen die USA innerhalb der nächsten drei Jahre als größter Filmmarkt der Welt ablösen. Im Jahr 2015 wurden an den chinesischen Kinokassen rund US$ 6,3 Milliarden eingenommen, was einem Jahreswachstum von 48 Prozent entspricht. China wird inzwischen als wichtiger Partner im Filmgeschäft wahrgenommen und tritt international als starker Investor auf: Wanda hat eine Mehrheitsbeteiligung an Legendary erworben und ist aufgrund der Akquisition von Carmike durch AMC heute der weltweit führende Anbieter im Kinomarkt. Die wachsende Bedeutung des chinesischen Marktes impliziert für die etablierten Unternehmen, dass in diesem Segment keine Strategie mehr ohne Berücksichtigung der chinesischen Marktteilnehmer konzipiert werden kann.

2.1.3 REGULATORISCHES UMFELD

Urheberrechtsverletzungen stellen eine ernsthafte Bedrohung der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Unterhaltungssektors dar. Daher werden weltweit zunehmend verschärfte Maßnahmen gegen Piraterie ergriffen, wobei Europa im Mittelpunkt der Aktivitäten stand und Fortschritte im Kampf gegen Online-Piraterie erzielen konnte. Das Jahr 2015 war gekennzeichnet durch weitreichende Gerichtsentscheidungen und Regierungsinitiativen zur Reduzierung der Piraterie:

Im März 2015 verkündete Fleur Pellerin, die damalige französische Kulturministerin, einen Aktionsplan, demzufolge der Kampf gegen illegales Streaming und illegale Downloads von Filmen verstärkt werden soll und sich gleichermaßen gegen Internetnutzer und Piraten-Webseiten richtet. Parallel dazu wird Hadopi, das zuständige Amt zur Pirateriebekämpfung, seine Strategie weiterverfolgen, dass das Bildungssystem die Internetnutzer an ihre gesetzliche Verantwortung erinnern wird.
In Deutschland legte die Gesellschaft GEMA beim Bundesgerichtshof Revision gegen die Deutsche Telekom ein, um diese zu verpflichten, Webseiten mit rechtsverletzendem Inhalt zu blockieren, unabhängig davon, dass die Deutsche Telekom nicht der Host ist, sondern nur den Zugang zur Verfügung stellt. Im November 2015 beschlossen die Bundesrichter mit Verweis auf den Europäischen Gerichtshof und EU-Richtlinien, dass das Blockieren von Webseiten als letztes Hilfsmittel möglich sein muss, wenn ein direktes Vorgehen gegen Rechtsverletzer nicht erzwungen werden kann. Demnach können Internetanbieter nun unter strengen Voraussetzungen zu Netzsperren verpflichtet werden.
Ebenfalls im Juli 2015 meldete die spanische Regierung einen Erfolg im Kampf gegen Internet-Piraterie. Seit 2012 hat Spanien eine Reihe von Änderungen und Anpassungen des spanischen Urheberrechts durchgeführt. Am 1. Januar 2015 nahm der Kampf gegen Piraterie mit dem Inkrafttreten eines neuen, stringenten Gesetzes eine beachtenswerte Entwicklung. Das Gesetz regelt, dass Piraterie-Webseiten möglichst schnell abgeschaltet werden können.
Im Juli 2015 verkündete die britische Regierung, dass sie Pläne erörtert, die Höchststrafe für gewerbsmäßige Online-Urheberrechtsverletzungen von zwei auf zehn Jahre Gefängnis zu erhöhen. Darüber hinaus hat die britische Regierung das Programm „Creative Content UK“ gestartet, das darauf abzielt, Urheberrechtsverletzer zu verwarnen und zu erziehen. Die Regierung hofft, dass dadurch Piraterie im Laufe der Zeit sukzessive eingedämmt werden kann.
Im September 2015 startete die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation zum Thema Geoblocking, welches nach ihrem Verständnis Online-Shopping und den EU-weiten grenzüberschreitenden Handel untergräbt. Die Strategie der EU-Kommission für den digitalen Binnenmarkt beinhaltet eine Initiative, um ungerechtfertigtes Geoblocking durch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen für E-Commerce und eine Änderung der Dienstleistungsrichtlinie zu verhindern. Die EU-Kommission hat diesbezüglich im ersten Halbjahr 2017 Gesetzesvorschläge zur Beendigung unberechtigten Geoblockings vorgelegt.
Im Dezember 2015 sind in den USA fünf Mitglieder einer aus dem Untergrund stammenden Piraterie-Gruppe zu zwei bis mehr als vier Jahren Haft verurteilt worden, da sie versucht haben, neue Blockbuster im Internet zu veröffentlichen. Dies ist der erste Fall, bei dem „Herausgebergruppen“ strafrechtlich verfolgt wurden, was auf Untersuchungen der Föderation zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (Federation Against Copyright Theft) zurückgeht.
Im Laufe des Jahres 2015 konnte die Piraten-Webseite Popcorn Time in Großbritannien, Kanada und Neuseeland von der MPAA dank gerichtlicher Anordnungen erfolgreich abgeschaltet werden.

2.2 FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Das vorrangige Ziel der Wild Bunch ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Umsatz, Bruttogewinn und das operative Ergebnis (EBIT) sind die maßgeblichen Steuerungsgrößen innerhalb der Gruppe.

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2015 2014 2014
Kennzahlen in T€ Wild Bunch Wild Bunch S.A. Senator Entertainment AG
--- --- --- ---
Umsatz 117.513 130.376 20.395
Bruttogewinn* 16.615 9.939 -5.224
Operatives Ergebnis (EBIT) -3.366 -5.313 -12.589

* Umsatzerlöse plus sonstige filmbezogene Erträge abzüglich Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Über die finanziellen Steuerungsgrößen hinaus sind nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bzw. Erfolgsfaktoren von zentraler Bedeutung für die Performance des Unternehmens. Diese ergeben sich aus den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Geschäftsmodells.

BESUCHERZAHLEN

Im Segment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktionen“ ist das Kinokassen-Geschäft, das von einem Film generiert wird, ein wichtiger Erfolgsfaktor, da der Kinoerfolg in der Regel auch die nachfolgenden Verwertungsstufen beeinflusst. Trotz intensiver vorheriger Marktbeobachtung kann der Geschmack des Kinopublikums nur bis zu einem gewissen Ausmaß abgeschätzt werden. Außerdem stehen von der Gruppe herausgebrachte Kinofilme immer im Wettbewerb mit Konkurrenzfilmen anderer Verleiher, so dass auch eine auf den jeweiligen Film abgestimmte Marketingkampagne sich nicht immer in den erwarteten Besucherzahlen niederschlägt.

ZUGANG ZU RECHTEN

Die Gruppe ist einem starken Wettbewerb ausgesetzt, wenn sie Rechte an literarischen Werken und Drehbüchern erwerben oder Verträge mit erfolgreichen Regisseuren, Schauspielern und Filmstudios abschließen will. Aus diesem Grund pflegt die Gruppe eine enge Zusammenarbeit mit Drehbuchschreibern, Regisseuren und Produzenten in Europa, die über eine ausgewiesene Expertise in der Produktion von Kinofilmen und TV-Formaten verfügen.

FACHKENNTNIS UND KONTAKTNETZWERK

Nicht nur im Hinblick auf das zunehmend digitale und konvergente Mediennutzungsverhalten und die Transformation hin zur Nutzung plattformübergreifender Angebote sind sowohl die technische als auch inhaltliche Kompetenz entscheidend. Daneben ist die Rekrutierung, Förderung und Bindung von gut ausgebildeten, fachkundigen, engagierten und kreativen Mitarbeitern von Bedeutung. Ebenso entscheidend für den Erfolg der Gruppe ist ein breites und etabliertes Netzwerk an Kontakten als auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern.

2.3 GESCHÄFTSVERLAUF

Das Geschäftssegment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktionen“ der Wild Bunch deckt die gesamte Verwertungskette für Filme ab und beinhaltet vor allem Filmverwertungserlöse aus den Bereichen Kinoverleih, Weltvertrieb sowie Home Entertainment.

2.3.1. Kinoverleih (Theatrical Distribution)

Im Geschäftsjahr 2015 sind insgesamt 80 Filme von der Gruppe in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien herausgebracht worden.

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Titel Regisseur Herkunft Vertriebsgesellschaft Filmstart
Cold in July Jim Mickle USA, Frankreich Le Pacte - The jokers 31.12.2014
Une heure de tranquillité Patrice Leconte Frankreich Wild Bunch Distribution 31.12.2014
La Rançon de la Gloire Xavier Beauvois Frankreich Mars Distribution 07.01.2015
The Best of Me Michel Hoffman USA Senator Film Verleih 08.01.2015
Bros before Hos Steffen Haars, Flip Van der Kuil Holland Wild Bunch Germany 15.01.2015
Doktor Proktors Pupspulver Aril Fröhlich Norwegen, Deutschland Wild Bunch Germany 15.01.2015
Discount Louis-Julien Petit Frankreich Wild Bunch Distribution 21.01.2015
3 Türken & Ein Baby Sinan Akkus Deutschland Wild Bunch Germany 22.01.2015
71 Yann Demange Großbritannien Vertigo 23.01.2015
Mr Turner Mike Leigh Großbritannien BIM 29.01.2015
Foxcatcher Bennet Miller USA Vertigo 06.02.2015
La Ritournelle Marc Fitoussi Frankreich Wild Bunch Germany 12.02.2015
Phoenix Christian Petzold Deutschland BIM 19.02.2015
Les chevaliers du Zodiaque Keiichi Sato Japan Wild Bunch Distribution 25.02.2015
Wolf Totem Jean-Jacques Annaud Frankreich, China Mars Distribution 25.02.2015
Samba Eric Toledano, Olivier Nakache Frankreich Senator Film Verleih 26.02.2015
Snow In Paradise Andrew Hulme Großbritannien Le Pacte - The jokers 04.03.2015
Maps to the Stars David Cronenberg Kanada, USA, Frankreich, Deutschland Vertigo 06.03.2015
Foxcatcher Bennet Miller USA BIM 12.03.2015
Leviathan Andrey Zviaguintsev Russland Wild Bunch Germany 12.03.2015
3 Cœurs Benoit Jacquot Frankreich Wild Bunch Germany 19.03.2015
A Most Violent Year J.C. Chandor USA Vertigo 19.03.2015
A trois on y va Jérôme Bonnell Frankreich Wild Bunch Distribution 25.03.2015
La famille Belier Eric Lartigau Frankreich BIM 26.03.2015
Haemoo Sung Bo Shim Südkorea Le Pacte - The jokers 01.04.2015
Les enquêtes du département V: Profanation Mikel Norgaard Dänemark Wild Bunch Distribution 08.04.2015
Lost River Ryan Gosling USA Le Pacte - The jokers 08.04.2015
The Cut Fatih Akin Deutschland, Frankreich BIM 09.04.2015
The F-Word Michael Dowse Irland, Kanada Senator Film Verleih 09.04.2015
Wolf Totem ]ean-]acques Annaud Frankreich, China Vertigo 10.04.2015
Dessau Dancers ]an Martin Scharf Deutschland Senator Film Verleih 16.04.2015
Les vacances du Petit Nicolas Laurent Tirard Frankreich BIM 16.04.2015
I bambini sanno Walter Veltroni Italien BIM 23.04.2015
La famille Belier Eric Lartigau Frankreich Vertigo 24.04.2015
Hyena Gerard ]ohnson Großbritannien Bac Films - Le Pacte - The jokers 06.05.2015
Babadook ]ennifer Kent Australien, Kanada Wild Bunch Germany 07.05.2015
La tête haute Emmanuelle Bercot Frankreich Wild Bunch Distribution 13.05.2015
Tracers Daniel Benmayor USA Wild Bunch Germany 28.05.2015
Manglehorn David Gordon Green USA Le Pacte - The jokers 03.06.2015
Qui c'est les plus forts Charlotte de Turkheim Frankreich Wild Bunch Distribution 03.06.2015
The Second Mother Anna Muylaert Brasilien BIM 04.06.2015
Victoria Sebastian Schipper Deutschland Wild Bunch Germany 11.06.2015
Duke Of Burgundy Peter Strickland Großbritannien Bac Films - Le Pacte - The jokers 17.06.2015
Kill the Messenger Michael Cuesta USA BIM 18.06.2015
Une heure de tranquillité Patrice Leconte Frankreich Vertigo 26.06.2015
Les enquêtes du département V: Profanation Mikel Norgaard Dänemark Vertigo 03.07.2015
Love Gaspar Noé Frankreich Wild Bunch Distribution 15.07.2015
Amy Asif Kapadia USA Vertigo 17.07.2015
Becks letzter Sommer Frieder Wittich Deutschland Wild Bunch Germany 23.07.2015
Ooops - Noah is Gone Toby Genkel, Sean McCormack Deutschland, Belgien, Luxemburg, Irland Wild Bunch Germany 30.07.2015
Les 3 frères le retour Didier Bourdon Frankreich Vertigo 31.07.2015
La dame dans l'Auto ]oann Sfar Frankreich Wild Bunch Distribution 05.08.2015
Sinister 2 Ciaran Foy USA Wild Bunch Distribution 19.08.2015
She's Funny That Way Peter Bogdanovich USA Wild Bunch Germany 20.08.2015
Sous les jupes des filles Audrey Dana Frankreich Wild Bunch Germany 03.09.2015
While We're Young Noah Baumbach USA Vertigo 04.09.2015
Sinister 2 Ciaran Foy USA Wild Bunch Germany 17.09.2015
La tête haute Emmanuelle Bercot Frankreich Vertigo 18.09.2015
La prima luce Vincenzo Marra Italien BIM 24.09.2015
Enragés Eric Hannezo Frankreich Wild Bunch Distribution 30.09.2015
Life Anton Corbijn USA BIM 08.10.2015
Le tout nouveau testament ]aco Van Dormael Frankreich, Belgien Vertigo 16.10.2015
Dokumentation Ingrid Bergman Stig Björkman Schweden BIM 19.10.2015
Chronic Michel Franco Mexiko Wild Bunch Distribution 21.10.2015
Dheepan Jacques Audiard Frankreich BIM 22.10.2015
Lolo Julie Delpy Frankreich Mars Distribution 28.10.2015
Wolf Totem Jean-Jacques Annaud Frankreich, China Wild Bunch Germany 29.10.2015
La dernière leçon Pascale Pouzadoux Frankreich Wild Bunch Distribution 04.11.2015
Dheepan Jacques Audiard Frankreich Vertigo 06.11.2015
Rams Grímur Hákonarson Island BIM 12.11.2015
El Club Pablo Larrain Chile Wild Bunch Distribution 18.11.2015
Life Anton Corbijn USA Vertigo 20.11.2015
La Felicita Gianni Zanasi Italien BIM 26.11.2015
Youth Paolo Sorrentino Großbritannien, Italien, Schweiz Wild Bunch Germany 26.11.2015
Dokumentation Orson Welles Clara Kuperberg, Julia Kuperberg Frankreich BIM 30.11.2015
Marguerite et Julien Valérie Donzelli Frankreich Wild Bunch Distribution 02.12.2015
Adam Jones John Wells USA Wild Bunch Germany 03.12.2015
Le grand jour Pascal Plisson Frankreich Wild Bunch Germany 10.12.2015
Papa ou Maman Martin Bourboulon Frankreich Vertigo 11.12.2015
Le grand partage Alexandra Leclère Frankreich Wild Bunch Distribution 23.12.2015

In Frankreich hat die Gruppe 26 Filme in die Kinos gebracht. Einer der erfolgreichsten Filme im Jahr 2015 war UNE HEURE DE TRANQUILLITÉ, der mehr als eine Million Besucher erreichte. Ein weiterer Erfolg war LA TETE HAUTE, der Eröffnungsfilm des Film-Festivals in Cannes, aber auch der US-Horrorfilm SINISTER 2 oder die Komödie LE GRAND PARTAGE stießen auf großes Interesse beim Kinopublikum.

Mit beliebten Filmen wie VICTORIA, SAMBA, DREI TÜRKEN oder dem Horrorfilm SINISTER 2 wurden insgesamt 22 Filme von Wild Bunch Germany herausgebracht. Am 11. Juni 2015 startete VICTORIA in den deutschen Kinos und erzielte eine hohe Aufmerksamkeit bei Filmkritikern und dem Kinopublikum. BIM in Italien und Vertigo in Spanien erwarben gemeinsam die Rechte für den französischen Filmhit LA FAMILLE BELIER. Der Film wurde für beide Tochtergesellschaften zum besten Kinofilmstart. In Italien sind insgesamt 16 Filme gestartet, darunter beliebte Filme wie MR TURNER oder LA FAMILLE BELIER oder die italienischen Produktionen LA PRIMA LUCE und FELICITA. Daneben sind in Spanien insgesamt 16 Filme in den Kinos angelaufen. Die französische Komödie LA FAMILLE BELIER oder der Dokumentarfilm AMY, der den Academy Award gewann, zählten zu den erfolgreichsten Filmveröffentlichungen von Vertigo in Spanien.

Neben einer Reihe an erfolgreichen Filmveröffentlichungen war das Jahr 2015 auch durch einige enttäuschende Veröffentlichungen in den einzelnen Märkten geprägt. Die französische Komödie QUI C’EST LES PLUS FORTS blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, was einen signifikanten Einfluss auf die finanzielle Performance von Wild Bunch S.A. hatte. In geringerem Maße konnten der Action-Thriller TRACERS in Deutschland, FOXCATCHER in Italien oder WHILE WE WERE YOUNG in Spanien die Erwartungen nicht erfüllen.

Des Weiteren haben die tragischen Ereignisse von Paris im November 2015 die Performance der in diesem Zeitraum veröffentlichten Filme, wie beispielsweise von LOLO und LA DERNIERE LECON, merklich beeinflusst. Das französische Drama MARGUERITE ET JULIEN fand wenig Anklang beim Publikum, obwohl es im Wettbewerb des Cannes Film Festival vertreten war - ein Phänomen, was sich eindeutig durch den Veröffentlichungszeitpunkt erklären lässt.

2.3.2. WELTVERTRIEB

Im Rahmen der internationalen Vertriebsaktivitäten hat Wild Bunch im Geschäftsjahr 2015 39 Filme für den Weltvertrieb geliefert, darunter namhafte Filme wie DIARY OF A CHAMBER MAID von Benoît Jacquot, DHEEPAN von Jacques Audiard, der auf dem Cannes Film Festival mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, LA TETE HAUTE von Emmanuelle Bercot, LOVE von Gaspar Noé, OUR LITTLE SISTER von Hirokazu Koreeda, den mehrfachen Preisträger THE ASSASSIN von Hou Hsia Hsien oder THE LITTLE PRINCE von Mark Osborne.

ZAHLREICHE AUSZEICHNUNGEN BEI FILMFESTIVALS

Im Jahresverlauf 2015 war Wild Bunch auf wichtigen Filmmärkten vertreten und konnte in diesem Zuge eine Reihe an begehrten Auszeichnungen für sich verbuchen:

Auf dem Cannes Film Festival erhielt Wild Bunch neben dem Eröffnungsfilm LA TETE HAUTE und dem Abschlussfilm THE ICE AND THE SKY insgesamt vier Preise. Darüber hinaus gewann Jacques Audiard die begehrte Goldene Palme für seinen Film DHEEPAN. Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin Exaequo in CAROL (Vertrieb durch Vertigo) von Regisseur Todd Haynes ausgezeichnet. Außerdem erhielt Hou Hsiao-Hsien die Auszeichnung als bester Regisseur für THE ASSASSIN (Vertrieb durch Wild Bunch International Sales) und Michel Francodie Auszeichnung für das beste Drehbuch für CHRONIC (Vertrieb durch Wild Bunch International Sales - Wild Bunch Distribution SAS).

Auf dem San Sebastian Film Festival erhielt Wild Bunch mit OUR LITTLE SISTER von Kore-Eda Hirokazu den Publikumspreis und mit EVOLUTION von Lucile Hadzihalilovic den Spezialpreis der Jury sowie den Preis für die Beste Kamera.

Das deutsche Film-Phänomen VICTORIA von Sebastian Schipper, koproduziert von der deutschfilm GmbH (im Folgenden „deutschfilm“ genannt), einer Tochtergesellschaft von Wild Bunch, und vertrieben von Wild Bunch Germany, gewann beim Deutschen Filmpreis sechs Lolas: je eine goldene Lola für den besten Film, den besten Regisseur, die beste Schauspielerin mit Laia Costa, den besten Schauspieler mit Frederick Lau, die beste Kameraführung/den besten Schnitt und die beste Musik.

Der Film 99 HOMES von Ramin Bahrani gewann den Großen Preis von Deauville 2015. Dieser Film wurde von Wild Bunch für den französischen Markt akquiriert und über e-Cinema veröffentlicht.

2.3.3. ELEKTRONISCHER DIREKTVERTRIEB UND HOME ENTERTAINMENT

In den Kernmärkten von Wild Bunch ist die Nachfrage nach physischen Videos im Geschäftsjahr 2015 insgesamt zurückgegangen, während VOD weiterhin zunehmend zu den Gesamteinnahmen im Video-Markt beiträgt. Der Vertrieb von Filmen für Free- und Pay-TV findet aufgrund neuer Channel-Netzwerke wie Multi Channel Networks oder der Expansion von SVOD-Diensten wie Netflix weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld statt.

Im Geschäftsjahr 2015 verzeichneten eine Reihe an Filmen, die von Wild Bunch an lokale TV-Sender verkauft wurden, eine hohe Einschaltquote wie beispielsweise WIE BEIM ERSTEN MAL in der ARD in Deutschland oder SAFE auf D8 in Frankreich. Daneben wurden Filme wie SAMBA in Deutschland oder die 5. Staffel von THE WALKING DEAD oder LES CHEVALIERS DU ZODIAQUE in Frankreich erfolgreich auf DVD veröffentlicht.

ERFOLGREICHER START VON E-CINEMA

Im März 2015 startete Wild Bunch unter der Bezeichnung e-Cinema einen neuen Vertriebskanal als alternativen Vertriebsweg für „Eventfilme“ mit dem Ziel, deren Publikum und wirtschaftliche Rentabilität zu erhöhen.

Angesichts der verstärkten Nutzung von VOD-Angeboten weltweit und dem begrenzten Programm in den Kinos, beabsichtigt das Unternehmen, Filme entweder direkt verschiedenen VOD-Anbietern oder, sofern gesetzlich erlaubt, gleichzeitig über VOD und in einer kleinen Anzahl an Kinos anzubieten.

Veröffentlichungen über e-Cinema werden von ambitionierten Marketingkampagnen begleitet, wie man sie von Kinoveröffentlichungen kennt. Zu den vier Filmen, die im Jahr 2015 über e-Cinema in Frankreich veröffentlicht worden sind, zählten DEPARTMENT Q: THE KEEPER OF THE LOST CAUSES und GREEN INFERNO.

FILMO TV ERWEITERT REICHWEITE

FILMO TV ist seit April 2015 auf der Bouygues-Plattform verfügbar. Damit ist FILMO TV auf allen französischen Plattformen (außer SFR) als auch über Over-The-Top (OTT) TV verfügbar und erreicht damit etwa 80 Prozent der französischen Haushalte.

2.3.4. SONSTIGE INFORMATIONEN

FILMFONDS FÜR CHINESISCH-EUROPÄISCHE KOPRODUKTIONEN

Im dritten Quartal 2015 hat Wild Bunch die Verhandlungen mit dem auf den Filmentertainmentbereich spezialisierten chinesischen Investmentfonds China Film- und TV-Capital (CFATC) über die Gründung des China Europe Filmfonds (CEFF) erfolgreich abgeschlossen. Damit wurden einmalige Voraussetzungen zur Entwicklung und Finanzierung von chinesisch-europäischen Koproduktionen geschaffen. Der CEFF ist am 3. November 2015 anlässlich des Besuchs des französischen Staatspräsidenten François Hollande beim chinesischen Präsidenten Xi Jinping offiziell vorgestellt worden. Für Wild Bunch ist China ein Schlüsselmarkt für den Filmverkauf sowie für den Erwerb von Filmen für das Vertriebsnetz des Unternehmens. Diese erste Vereinbarung zeigt nicht zuletzt die hohe Bereitschaft des Unternehmens, in diesem wichtigen Markt durch Allianzen mit erstklassigen lokalen Partnern präsent und aktiv zu sein. Derzeit finden sich mehrere Projekte in Vorbereitung.

WILD BUNCH TV: KOPRODUKTION UND FINANZIERUNG HOCHKLASSIGER TV-SERIEN

Im September 2015 hat Wild Bunch mit der Gründung des Labels Wild Bunch TV ihre Geschäftsaktivitäten um Koproduktionen und den Vertrieb von internationalen TV-Serien erweitert. Diese Expansion ist ein wesentlicher Bestandteil der inhaltlichen Diversifikationsstrategie von Wild Bunch.

Das Unternehmen verkündete bereits den Start der ersten beiden TV-Serien: MEDICI: MASTERS OF FLORENCE, eine achtteilige italienische TV-Serie in englischer Sprache über den Aufstieg der Familie Medici und die italienische Renaissance und FOUR SEASONS IN HAVANNA, eine achtteilige spanische TV-Serie, basierend auf der beliebten Buchreihe des kubanischen Schriftstellers und Journalisten Leonardo Padura. MEDICI: MEDICI: MASTERS OF FLORENCE, produziert mit dem Showrunner Frank Spotnitz, wurde von internationalen Sendern sehr positiv aufgenommen und wurde bislang in über 150 Läünder verkauft. FOUR SEASONS IN HAVANNA hat ebenfalls hohen internationalen Zuspruch erhalten und wurde bislang in mehr als 50 Länder verkauft.

BEENDIGUNG DES OUTPUTVERTRAGS MIT RELATIVITY

Am 5. Januar 2015 übte die Wild Bunch Tochter Eurofilm & Media Ltd. („Eurofilm“) mit Sitz in Irland ihr vertragliches Recht aus, den Outputvertrag vorzeitig zu beenden, der seit 2011 mit dem US-Produzenten RML-Distribution International LLC („Relativity“) bestand. Durch die Ausübung des Kündigungsrechts entfallen für Eurofilm ab dem 1. Februar 2015 das exklusive Recht und die Verpflichtung, zukünftig Filmproduktionen von Relativity über Wild Bunch im deutschsprachigen Europa zu vertreiben und die damit verbundenen Garantiezahlungen zu leisten.

2.3.5. GESAMTBEURTEILUNG DES GESCHÄFTSVERLAUFES

Wild Bunch ist auf europäischer Ebene eines der führenden Filmvertriebsunternehmen, das insbesondere durch seine strategisch hinreichende Unternehmensgröße, Einkaufs- und Marktmacht realisieren kann und in der Lage ist, auf die raschen Veränderungen in der Filmrechteverwertung zu reagieren. Der Geschäftsverlauf 2015 wies wegen der internen Restrukturierung der Gruppe wie auch bestimmten externen Ereignissen - wie z.B. den Terroranschlägen in Frankreich - Besonderheiten auf, die sich auf Anzahl und Erfolg von erworbenen Filmrechten auswirkten. Insgesamt konnte sich Wild Bunch aber weiterhin erfolgreich am Markt behaupten.

2.4 ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DES KONZERNS

In der Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage werden nach dem erfolgreichen Zusammenschluss der Senator mit der Wild Bunch S.A. die Konzernzahlen der neuformierten Wild Bunch Gruppe erläutert. Aufgrund der wirtschaftlichen Übernahme der ehemaligen Senator durch die Wild Bunch S.A. (Reverse Acquisition) werden nachfolgend die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 des Konzerns der Wild Bunch S.A. genannt.

2.4.1. ERTRAGSLAGE DES KONZERNS

Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete Wild Bunch gemäß dem IFRS-Konzernabschluss Umsatzerlöse in Höhe von T€ 117.513 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 130.376), während das Managementrund T€ 130.000 erwartet hatte. Die wesentlichen Treiber für die operative Entwicklung waren die Bereiche TV (+13 %) und Home Entertainment (+5 %) mit einer besser als geplanten Entwicklung sowie Weltvertrieb (-23 %) und Kinoverleih (-11 %) mit einer schlechter als geplanten Entwicklung. Die Konzernumsatzerlöse verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Segmente: Im Segment Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 114.667. Wesentliche Umsatzbeiträge leistete der Kinoverleih mit 23,3 % (T€ 26.720), der Weltvertrieb mit 24,6 % (T€ 28.259), der Bereich TV mit 24,2 % (T€ 27.714) sowie das Home-Entertainment mit 23,6 % (T€ 27.072). Daneben erwirtschaftete der Konzern im Segment Sonstige einen Umsatz von T€ 2.846.

Die durch Senator eingebrachten Unternehmensteile des Konzerns erwirtschafteten seit dem Zusammenschluss mit der Wild Bunch S.A. Umsatzerlöse in Höhe von T€ 14.344. Auf die Gesellschaften der Wild Bunch S.A. entfielen im Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 103.169 (VJ: T€ 130.376). Dies entspricht einem Umsatzrückgang in den Gesellschaften der Wild Bunch S.A. von 20,90 % im Vergleich zum Vorjahr, der im Wesentlichen auf geringere Erlöse in den Bereichen Weltvertrieb, Kinoerlöse und Video aufgrund des geringeren Investitionsvolumens zurückzuführen ist.

Nach Regionen verteilten sich die Umsatzerlöse von Wild Bunch im Geschäftsjahr 2015 wie folgt: Mit T€ 39.226 bzw. 33,4 % (VJ: T€ 58.224 bzw. 44,7 %) entfiel der größte Umsatzanteil des Unternehmens auf Frankreich. Die Geschäftsaktivitäten in Deutschland trugen T€ 35.532 bzw. 30,2 % (VJ: T€ 19.786 bzw. 15,2 %) zum Gesamtumsatz bei. Daneben wurden in den Kernmärkten Spanien T€ 4.969 bzw. 4,2 % (VJ: T€ 5.639 bzw. 4,3 %) und in Italien T€ 8.986 bzw. 7,6 % (VJ: T€ 13.340 bzw. 10,2 %) erwirtschaftet. Die Umsätze in den übrigen Regionen weltweit (einschließlich der aus technischen Gründen hier zugeordneten Umsatzerlöse aus dem internationalen Vertrieb von Filmrechten (2015: T€ 28.312; Vj.: T€ 33.388) beliefen sich im Berichtszeitraum auf T€ 28.800. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 24,5 % (VJ: T€ 33.388 bzw. 25,6 %).

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ 108.694 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 135.032). Die Aufwendungen des Konzerns umfassen insbesondere Kosten im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Filmen, Kosten für die Vermarktung und Herstellung von DVD/Blu-ray sowie Aufwendungen an Lizenzgeber. Der Bruttogewinn des Konzerns beträgt im Geschäftsjahr 2015 T€ 16.615 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 9.939). Dieser errechnet sich aus den erzielten Umsatzerlösen plus sonstiger filmbezogener Erlöse abzüglich der Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen. Im Ergebnis resultierte daraus eine Bruttogewinnmarge von 13,3 % (VJ Wild Bunch S.A.: 6,9 %). Von den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen entfielen auf die Gesellschaften der Senator T€ 10.328 und auf die Gesellschaften der Wild Bunch S.A. in Höhe von T€ 98.365 an den gesamten Herstellungskosten von T€ 108.694. Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich diese Kosten für die Gesellschaften der Wild Bunch S.A. um 27,1 %

Sowohl die Umsatzerlöse wie auch Kosten, die zur Ermittlung der Bruttogewinnmarge berücksichtigt werden, enthalten zum Teil in Fremdwährung (überwiegend US-Dollar) valutierende Einzelposten. Aus diesen in Fremdwährung resultierenden Posten ergab sich im Geschäftsjahr 2015 ein Effekt in Höhe eines Nettoertrags von T€ 1.083 (VJ T€ 32 Nettoaufwand).

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ 5.913 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 2.445). Der Verwaltungsaufwand des Konzerns in Höhe von T€ 24.505 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 17.395) ist im Wesentlichen durch Personalkosten und Rechts- und Beratungskosten geprägt. Die Verwaltungsaufwandsquote lag dabei, gemessen am Umsatz, mit 20,9 % im Rahmen der Erwartungen des Managements für das Gesamtjahr 2015. In den Gesellschaften der Senator fiel seit dem Zusammenschluss mit der Wild Bunch S.A. Verwaltungsaufwand in Höhe von T€ 5.655 an, während dieser in den Gesellschaften der Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr 2015 bei T€ 18.850 und damit 8,4 % über dem Verwaltungsaufwand des Vorjahres lag. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ 1.389 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 302).

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ -3.366 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ -5.313). Die Finanzerträge betrugen 2015 T€ 2.205 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 1.932), der Finanzaufwand des Konzerns betrug 2015 T€ 7.637 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 4.592). Zu dem Konzernfinanzergebnis in Höhe von T€ -6.166 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ -456) trugen die Senator-Gesellschaften seit dem Zusammenschluss mit der Wild Bunch S.A. im Umfang von T€ 1.989 bei, während auf die Gesellschaften der Wild Bunch S.A. T€ 4.177 entfielen.

Im Geschäftsjahr 2015 belief sich das Konzernergebnis auf T€ -7.253 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ -3.478). Bei insgesamt 72.560.774 (VJ Wild Bunch S.A.: 55.872.788) durchschnittlich ausstehenden Aktien der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2015 entspricht dies einem Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) von € -0,10 (VJ Wild Bunch S.A.: € -0,06).

WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN IM ÜBERBLICK

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2015 2014
in T€ Wild Bunch AG (Konzern) Wild Bunch S.A.
--- --- ---
Umsatz 117.513 130.376
Betriebserträge 125.309 144.971
Bruttogewinn 16.615 9.939
Operatives Ergebnis (EBIT) -3.366 -5.313
Konzernergebnis -7.253 -3.478
EPS (€) -0,10 -0,06
Nettoverschuldung* 82.090 66.139

* Nettoverschuldung = Finanzverbindlichkeiten abzüglich Liquide Mittel.

2.4.2. ERTRAGSLAGE DER SEGMENTE

Die folgende Tabelle zeigt die Ertragslage der Segmente

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Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion Sonstige Gesamt
2015 2014 2015 2014 2015 2014
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 114.667 127.353 2.846 3.022 117.513 130.376
Sonstige filmbezogene Erträge 6.941 11.834 854 2.761 7.795 14.595
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -105.232 -131.279 -3.461 -3.752 -108.694 -135.032
Segmentgewinn/-verlust („Bruttoergebnis“) 16.376 7.908 239 2.031 16.615 9.939
Sonstige betriebliche Erträge 5.913 2.445
Verwaltungsaufwendungen -24.505 -17.395
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.389 -302
EBIT -3.366 -5.313
Finanzerträge 2.205 1.932
Finanzaufwendungen -7.637 -4.592
Equity-Ergebnis -734 2.204
Ergebnis vor Steuern -9.531 -5.770

2.4.3. VERMÖGENSLAGE DES KONZERNS

Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2015 auf T€ 335.220 (31. Dezember 2014: T€ 254.284). Die Zugänge der Vermögenswerte und Schulden aus der Erstkonsolidierung des ehemaligen Senator-Konzerns sind in Abschnitt 4 des Konzernanhangs dargestellt. Auf der Aktivseite betrug das langfristige Vermögen zum 31. Dezember 2015 T€ 240.887 (31. Dezember 2014: T€ 177.408). Dieses umfasst immaterielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 106.025 (31. Dezember 2014: T€ 103.705). Dabei steht der überwiegende Teil im Zusammenhang mit Filmverwertungsrechten, die voraussichtlich in den kommenden Monaten und Jahren verwertet und damit zu den Umsatzerlösen beitragen werden. Weiterhin sind in den langfristigen Vermögenswerten Goodwills in Höhe von T€ 124. 454 enthalten (31. Dezember 2014: T€ 60.824), wobei T€ 63.630 aus dem Zusammenschluss zur Wild Bunch resultieren. Zum Stichtag 31. Dezember 2015 summierten sich die Sachanlagen auf T€ 1.441 (31. Dezember 2014: T€ 1.402Die aktiven latenten Steuern betrugen zum 31. Dezember 2015 T€ 4.475 (31. Dezember 2014: T€ 3.800).

Die kurzfristigen Vermögenswerte des Konzerns beliefen sich zum Bilanzstichtag 2015 auf T€ 94.333 (31. Dezember 2014: T€ 76.876). Ein ganz wesentlicher Teil entfiel davon auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 50.534 (31. Dezember 2014: T€ 42.829). Daneben bestehen sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von T€ 32.567 (31. Dezember 2014: T€ 26.425), die zu einem überwiegenden Teil aus Umsatzsteuerforderungen sowie Forderungen gegenüber Förderanstalten resultieren. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag 2015 auf T€ 8.639 (31. Dezember 2014: T€ 6.444).

Im Zuge des Zusammenschlusses der Senator und Wild Bunch S.A. verfügt der neue Konzern Wild Bunch AG über eine solide Eigenkapitalausstattung. Zum 31. Dezember 2015 belief sich das bilanzielle Eigenkapital auf T€ 75.090 (31. Dezember 2014: T€ 46.727). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 22,4 % (31. Dezember 2014: 18,4 %).

Zum 31. Dezember 2015 standen insgesamt T€ 260.130 an Verbindlichkeiten zu Buche (31. Dezember 2014: T€ 207.557). Die Summe der langfristigen Verbindlichkeiten belief sich zum 31. Dezember 2015 auf T€ 35.463 (31. Dezember 2014: T€ 54.719). Darin enthalten sind insbesondere langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 26.495 (31. Dezember 2014: T€ 43.923) sowie passive latente Steuern in Höhe von T€ 7.892 (31. Dezember 2014: T€ 9.718).

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2015 betrugen T€ 224.668 (31. Dezember 2014: T€ 152.838). Diese beinhalten kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 64.234 (31. Dezember 2014: T€ 28.661) inklusive einer Anleihe zuzüglich Zinsabgrenzung der vormals Senator in Höhe von T€ 15.083. Im Rahmen einer Privatplatzierung wurde die angebotene Anleihe erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten am 24. März 2015 Anleihen mit einer Laufzeit von 12 Monaten im Gesamtnennbetrag von etwa T€ 11.800. Die Platzierung der restlichen Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von T€ 3.200 auf insgesamt T€ 15.000 wurde am 25. Juni 2015 erfolgreich vollendet. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung des operativen Geschäfts.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 85.335 (31. Dezember 2014: T€ 68.091), die sonstigen kurzfristige Verbindlichkeiten betrugen T€ 61.221 (31. Dezember 2014: T€ 52.744) und umfassen Verbindlichkeiten aus ertragsunabhängigen Steuern, aus Sozialabgaben und gegenüber Filmförderanstalten sowie passive Rechnungsabgrenzungen.

2.4.4. FINANZLAGE DES KONZERNS

Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Wild Bunch AG einen positiven operativen Cashflow von T€ 36.346 (VJ: T€ 51.499).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ -38.071 (VJ: T€ -60.305). Hierbei investierte das Unternehmen vor allem in Filmverwertungsrechte, die voraussichtlich in den kommenden Monaten und Jahren über die einzelnen Wertschöpfungsketten verwertet werden.

Leicht positiv zeigte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit einem Mittelzufluss in Höhe von T€ 3.920 (VJ: T€ 3.214). Negativ auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wirkten sich die Nettotilgungen von Kreditverbindlichkeiten aus. Positiv hingegen das höhere Volumen der Unternehmensanleihe im Vergleich zu der refinanzierten Unternehmensanleihe sowie der Effekt der im Dezember 2015 platzierten Barkapitalerhöhung. Zur Struktur der Fristigkeit der Finanzverbindlichkeiten und wesentlichen Finanzierungsmaßnahmen des Geschäftsjahres 2015 sowie im Wertaufhellungszeitraum verweisen wir auf die detaillierten Angaben im Konzernanhang.

Insgesamt beliefen sich somit die liquiden Mittel des Konzerns zum 31. Dezember 2015 auf T€ 8.639 (VJ: T€ 6.444).

Die Eigenkapitalquote belief sich auf 22,4 % (VJ: 18,4 %) und der Anteil der mittel- und langfristigen Finanzierung an der Gesamtfinanzierung auf ca. 29,2 %.

Im Übrigen verweisen wir auf die Abschnitte 2.5 („Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf“) sowie insbesondere auch zu Erläuterungen zur Liquiditätslage auf 5.1.3 („Finanzielle und steuerliche Risiken“).

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Das Finanzmanagement der Wild Bunch AG ist zentral auf Konzernebene organisiert. Der Konzern verfolgt wertorientierte Finanzierungsgrundsätze, um die Liquidität zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten und finanzwirtschaftliche Risiken zu minimieren.

Das Finanzmanagement umfasst auch das Währungsmanagement, um Auswirkungen von Zins- und Währungsschwankungen auf das Konzernergebnis und den Cashflow zu begrenzen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 hielt die Wild Bunch AG Devisenoptionen und -swaps zur Währungsabsicherung mit einem Nominalwert in Höhe von T€ 1.940.

Darüber hinaus wird ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil angestrebt. Als zentrale Steuerungsgrößen des Finanzmanagements dienen der Wild Bunch AG die Kennzahlen Umsatz, Bruttogewinn sowie das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT).

2.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS

Das Geschäftsjahr 2015 war von weitreichenden Veränderungen in der Gruppe geprägt. Nach dem erfolgreichen Zusammenschluss der Senator und Wild Bunch S.A., hat sich das Unternehmen zu einem führenden, europaweit tätigen Filmunternehmen mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild und einem breiten Portfolio an Aktivitäten entwickelt, die vom Weltvertrieb bis zum direkten elektronischen Vertrieb reichen. Das Unternehmen konnte insbesondere die Produktion und den Vertrieb von Filmen weiter voranbringen.

Der Konzernumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf T€ 117.513 (VJ Wild Bunch S.A.: T€ 130.376). Hinsichtlich der Profitabilität konnte Wild Bunch ihre Ziele mit einem verbesserten, dennoch negativen) Ergebnis vor Zinsen und Steuern von T€ -3.366 (VJ -5.313) nicht ganz erreichen. Mit einem positiven Cashflow aus operativer Tätigkeit von T€ 36.346 und liquiden Mitteln von T€ 8.639 bei einer Nettoverschuldung von T€ 82.090, verfügt das Unternehmen über eine derzeit zufriedenstellende Liquiditätslage (s. Ausführungen zu den bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken unter Abschnitt 5.1.3) und weist eine hohe Eigenkapitalquote von 22,4 % aus. Am 27. März 2015 veröffentlichte Wild Bunch die Bekanntmachung der Kündigung und Rückzahlung sämtlicher noch ausstehender 8 % Schuldverschreibungen 2011/2016 zum Zinszahlungstag 29. April 2015. Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit seinen wichtigsten Finanzpartnern, um die am besten geeignete Finanzstruktur zusammenzustellen, die den Zielen des Unternehmens gerecht wird.

Insgesamt ist Wild Bunch gut positioniert, um im Rahmen der neuen Konzernstruktur weitere Synergien zu erzielen und die Vorteile zu nutzen, die sich aus dem hohen Wachstumspotential des internationalen Filmmarktes ergeben.

Insgesamt beurteilt der Vorstand der Wild Bunch AG die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vor dem Hintergrund der komplexen Integrationsprozesse der vormaligen Senator -Gruppe und der Wild Bunch S.A. Gruppe als derzeit zufriedenstellend. Der Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2015 hat die hohe Veränderungsdynamik, der die Filmbranche derzeit ausgesetzt ist, verdeutlicht.

3. NACHTRAGSBERICHT

ERFOLGREICHE DURCHFÜHRUNG EINER BARKAPITALERHÖHUNG

Nach der Durchführung einer Barkapitalerhöhung im Umfang von € 1.391.556 am 17. Dezember 2015 führte das Unternehmen am 8. Januar 2016 eine Barkapitalerhöhung im Umfang von € 5.372.464 sowie abschließend am 2. Februar 2016 eine weitere Barkapitalerhöhung im Umfang von € 668.980 durch. Damit hat der Vorstand die ihm von der Hauptversammlung eingeräumte Möglichkeit zur Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015/I durch Barkapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss im Umfang von 10 Prozent des Grundkapitals bis auf eine Aktie vollständig ausgeschöpft. Das Grundkapital beläuft sich nun auf € 81.763.015. Die neuen Aktien wurden jeweils zu einem Ausgabepreis von € 2,05 pro Aktie ausgegeben, so dass der Gesellschaft insgesamt ein Bruttoemissionserlös von rund € 15,22 Mio. zugeflossen ist. Der Erlös soll die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft stärken und zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten sowie zur weiteren Umsetzung der Wachstumspläne des Unternehmens verwendet werden. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2015 gewinnanteilsberechtigt und zum Börsenhandel in die bestehende Notierung im Teilbereich des regulierten Marktes (ISIN DE000A13SXB0/WKN A13SXB) im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen worden.

VERÄUSSERUNG DER GESELLSCHAFTSANTEILE DER DEUTSCHFILM GMBH

Wild Bunch hat im März 2016 ihren fünfzigprozentigen Gesellschaftsanteil an deutschfilm GmbH (im Folgenden „deutschfilm“ genannt), einem im Jahre 2009 von Senator gegründeten Joint Venture, an den Mit- und künftigen Alleingesellschafter Anatol Nitschke veräußert. Die auf deutschsprachiges Arthouse-Kino spezialisierte Gesellschaft zeichnete u.a. für preisgekrönte Titel wie GOETHE! DER GANZ GROSSE TRAUM und VICTORIA als Produzent bzw. Koproduzent verantwortlich und übernahm unter dem Dach von Senator den Kinoverleih deutschsprachiger Titel. In Zukunft wird Wild Bunch sein Produktionsgeschäft für den deutschen Markt in der Senator Film Produktion GmbH und der Bavaria Pictures GmbH konzentrieren. Mit der deutschfilm bleibt das Unternehmen über eine First-Look­Vereinbarung auf Projekte der deutschfilm verbunden. Gemeinsam mit Wild Bunch Germany hat deutschfilm im Jahr 2016 bereits das Boxerdrama HERBERT von Thomas Stuber in die Kinos gebracht.

REFINANZIERUNG DER ANLEIHE 2015

Die Wild Bunch AG hat am 24. März 2016 die im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten Anleihen mit einer Laufzeit von 36 Monaten im Gesamtbetrag von € 16 Mio. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückführung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung des laufenden Geschäfts bis zur Umsetzung einer umfassenderen Neuaufstellung der Refinanzierungsstruktur der Gruppe.

VERHANDLUNGEN MIT LIEFERANTEN UND BANKEN

Neben der Umsetzung des Kreditrahmenvertrags mit Bank Leumi hat das Unternehmen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Kreditverbindlichkeiten getroffen. So wurden im Geschäftsjahr 2016 Verhandlungen mit Lieferanten und Banken geführt und teilweise neue Zahlungsziele vereinbart.

VERÄUSSERUNG DER BETEILIGUNG AN DER X VERLEIH AG

Mit Wirkung vom 23. September 2016 hat die Wild Bunch AG ihren Anteil an dem Unternehmen X-Verleih AG in Höhe von 31,4 % vollständig veräußert. Der Verkauf wird im Konzernabschluss 2016 der Wild Bunch AG zu einem positiven Ergebnisbeitrag von € 0,4 Mio. führen.

ABSCHLUSS EINER GRUPPENWEITEN FINANZIERUNG DER GESELLSCHAFT

Zur Sicherung der Liquiditätslage hat die Wild Bunch Gruppe am 5. April 2017 mit der in London ansässigen Geschäftsbank Bank Leumi Plc (UK) einen Kreditrahmenvertrag über eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von 30 Millionen Euro geschlossen. Der bis 2019 laufende Kreditrahmen erlaubt es den deutschen, italienischen und spanischen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe sowie der Wild Bunch AG bestehende Finanzierungen zurückzuführen und ihr laufendes Geschäft zu finanzieren. Eine erste Ziehung in Höhe von rund € 20 Mio. erfolgte am 18. Juli 2017. Zudem wurde eine freibleibende Erhöhung der Kreditlinie durch den Beitritt der französischen Gesellschaften und unter der Voraussetzung des Eintritts weiterer Bedingungen auf bis zu € 100 Mio. im Vertrag vorgesehen; zur Nutzung der erweiterten Kreditlinie ist eine erneute Zustimmung der Bank Leumi Plc (UK) und ggf. weiterer Konsortialbanken erforderlich (siehe Ausführungen zu bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken unter Abschnitt 5.1.3).

Nach dem Bilanzstichtag 2015 sind mit Ausnahme der vorstehenden Ereignisse, keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der Wild Bunch Gruppe eingetreten.

4. PROGNOSEBERICHT

4.1. ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDS

Die Unterhaltungs- und Medienindustrie kann nach Einschätzungen der Beratungsgesellschaft PwC auch in den kommenden Jahren ihren Wachstumstrend fortsetzen. Der Gesamtumsatz auf dem globalen Filmmarkt wird nach Angaben des PwC Media & Entertainment Outlook 2015-2019 (“PwC Media Outlook 2015”) voraussichtlich um 4,1 Prozent CAGR bis 2019 auf rund US$ 105 Mrd. wachsen. Insbesondere wird in den aufstrebenden Märkten China und Lateinamerika ein starkes Wachstum erwartet, das einhergeht mit einem weiteren Aufwärtstrend in den etablierten Märkten um den globalen Marktführer USA.

Trotz der Konkurrenz durch andere Unterhaltungsformen und des leichten Zugangs zu digitalen Inhalten wird der globale Kinomarkt laut dem PwC Media & Entertainment Outlook 2016-2020 (“PwC Media Outlook 2016”) in den nächsten fünf Jahren um jährlich 6,0 Prozent auf US$ 49,32 Mrd. im Jahr 2020 wachsen. Neben den dominierenden Hollywood-Blockbustern sollen in den einzelnen Märkten auch nationale Filmproduktionen für eine steigende Resonanz in den Kinos sorgen. Neben dem anhaltenden Umsatzwachstum an der Kinokasse, ist insbesondere der elektronische Konsum über Video-on-Demand Angebote ein wesentlicher Wachstumstreiber. PwC prognostiziert im PwC Media Outlook 2016, dass durch den elektronischen Konsum von Videoinhalten bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 11,5 % verzeichnet wird. Video- und Streamingdienste werden somit in vielen Märkten weiter an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung kann ebenso in den wesentlichen Märkten von Wild Bunch beobachtet werden - jedoch von unterschiedlicher Intensität.

Nach dem PwC Media Outlook 2015 ist zu erwarten, dass der elektronische Vertrieb von Videoinhalten den Verkauf und Verleih physischer Videos (DVDs und Blu-rays) als zweitgrößte Umsatzquelle in den kommenden Jahren ersetzen wird. Während ein jährlicher Umsatzrückgang bei physischen Videoinhalten von 5,8 Prozent prognostiziert wird, trauen die Experten den rasant wachsenden Streamingdiensten bis 2019 ein jährliches Umsatzwachstum von 19 Prozent zu. Der Rückgang an klassischen Videotheken und die zunehmend größere Auswahl an Streamingdiensten werden diesen Umbruch im Videogeschäft nochmals beschleunigen. Folglich rechnet PwC im PwC Media Outlook 2015 bis zum Jahr 2019 mit einem Umsatzrückgang bei den physischen Videos von jährlich 5,8 Prozent auf US$ 22,8 Mrd. In der Studie wird darauf verwiesen, dass das Wachstum der so genannten Over-The­Top (OTT) Videodienste sich auch auf die Verteilung der Werbeeinnahmen auswirken wird. Demnach ist damit zu rechnen, dass sich der Fernsehkonsum von traditionellen Netzwerken hin zu digitalen Alternativen verschiebt. Insgesamt wird erwartet, dass die TV-Werbung weltweit jährlich um 4,1 Prozent auf US$ 204,1 Mrd. im Jahr 2019 steigen wird, während die terrestrischen und Mehr-Kanal-Werbeeinnahmen voraussichtlich jährlich um 2,8 Prozent bzw. 5,1 Prozent zulegen werden. Für die weltweit online generierten TV-Werbeeinnahmen wird ein signifikantes jährliches Wachstum von 19,8 Prozent prognostiziert, während sich weltweit der Anstieg an Werbeeinnahmen insgesamt verlangsamt hat.

Für neue Möglichkeiten und zugleich weitreichende Herausforderungen für Filmunternehmen sorgt der mit der Digitalisierung einhergehende Smartphone-Boom weltweit. Nach Angaben des PwC Media Outlook 2015 wird die Zahl der Smartphone-Verbindungen von 1,9 Mrd. im Jahr 2014 auf 3,9 Mrd. im Jahr 2019 ansteigen. Für Filmunternehmen bedeutet dies, Produktion und Vertrieb von Inhalten in Zukunft verstärkt auch auf den Abruf über mobile Endgeräte auszurichten.

Insgesamt bringen der wachsende globale Filmmarkt sowie die steigende Nachfrage nach Pay-TV und VOD-Angeboten langfristige Wachstumschancen für die Gruppe mit sich. Im Geschäftsjahr 2017 verfolgt Wild Bunch das Ziel, von diesen Wachstumstrends auf den internationalen Märkten zu profitieren.

4.2. ERWARTETE ENTWICKLUNG

Für die Wild Bunch AG steht im Geschäftsjahr 2017 im Fokus, die Diversität des Portfolios zu erhöhen und die Kosten zu senken. Trotz der limitierten finanziellen Mittel, die Wild Bunch im Geschäftsjahr 2016 zur Verfügung standen, ist es das Ziel von Wild Bunch, die Präsenz im TV-Programm durch Wild Bunch TV als auch in der Produktion und Verleih in den bestehenden Märkten zu steigern.

Um die Kommerzialisierung der Filmbibliothek voranzutreiben, hat dabei insbesondere Priorität, die Zusammenarbeit mit Anbietern im Bereich der elektronischen Distribution weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig ist Wild Bunch bestrebt, seine Rationalisierungspolitik fortzusetzen, um seine Strukturen zu vereinfachen, seine Tools zu harmonisieren und seine Organisation zu überprüfen. Diese Politik wird im Jahr 2017 bereits Früchte tragen. Nichtsdestotrotz kommt den Kinoveröffentlichungen im Jahr 2017 eine weiterhin hohe Bedeutung zu.

Nach 58 Filmen im Jahr 2016 plant Wild Bunch, insgesamt 51 Filme in den Kinos in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zu veröffentlichen. Einige Filme werden in mehreren Märkten durch das Vertriebsnetz von Wild Bunch veröffentlicht, wie beispielsweise RODIN von Jacques Doillon (Verkauf: Wild Bunch; Vertrieb: Wild Bunch Germany und Wild Bunch Distribution), die britische Produktion SENSE OF AN ENDING von Regisseur Ritesh Batra (Vertrieb: Wild Bunch Germany, BIM, Vertigo und Wild Bunch Distribution), EUPHORIA von Lisa Langseth (Vertrieb: Wild Bunch Germany und BIM) und FELT von Peter Landesman (Vertrieb: Wild Bunch Germany und BIM).

Geplante Kinoveröffentlichungen nach Ländern:

FRANKREICH:

Wild Bunch Distribution plant, wie in 2016 14 Filme in den französischen Kinos zu veröffentlichen, darunter RODIN von Jacques Doillon, eine Filmbiografie über den berühmten französischen Bildhauer, und STARS 80 LA SUITE von Frédéric Auburtin und Thomas Langmann, eine französische Komödie mit Musikstars der 1980er Jahre. Die Veröffentlichung des Films soll parallel zur aktuellen Tour der 80er-Jahre-Stars und damit 10 Jahre nach deren erster Tournee erfolgen, die ein großer Erfolg war. Daneben ist die Veröffentlichung von THE JANE DOE IDENTITY von André Ovredal, ein britisch-amerikanischer Fantasy-Film, des französischen Thrillers KO von Fabrice Gobert sowie von YO-KAI WATCH geplant. Der vom Level-5 Studio geschaffene Animationsfilm basiert auf dem bekannten japanischen Franchise-Produkt (Videospiele, Serien, Manga etc.), ein Erfolgsphänomen bei Kindern.

DEUTSCHLAND:

Wild Bunch Germany plant nach 16 Kinoveröffentlichungen in 2016 19 Filme in die deutschen Kinos zu bringen, darunter DR KNOCK von Lorraine Lévy, eine französische Komödie mit Omar Sy, die deutsche Komödie LOMMBOCK von Christian Zübber, die Fortsetzung von LAMMBOCK, und MARCH OF THE PENGUINS 2 - THE CALL, die neue Dokumentation von Luc Jacquet.

ITALIEN:

BIM plant 15 Kinoveröffentlichungen (2016: 17 Kinoveröffentlichungen) in Italien, darunter BREATHE von Andy Serkis, ein Drama aus Großbritannien, das auf einer wahren Begebenheit basiert, RADIN von Fred Cavayé, einer französischen Komödie mit Dany Boon, und der Animationsfilm THE RED TURTLE von Regisseur Michael Dudok de Wit, der in den Ghibli Studios erstellt wurde und bereits auf internationalen Filmfestivals Beachtung fand.

SPANIEN:

Vertigo plant 13 Kinoveröffentlichungen (2016: 19 Kinoveröffentlichungen) in Spanien, darunter die französische Komödie ALIBI.COM von Philippe Lacheau, die in den französischen Kinos das Publikum begeisterte (3,4 Mio. Besucher), der von den Filmkritikern gefeierte spanische Film SELFIE von Victor Garcia Leone und RACER AND THE JAILBIRD von Michael R. Roskam. Zudem startet der neue Film LE REDOUTABLE von Michel Hazanavicius, unter anderem bekannt durch THE ARTIST, in den spanischen Kinos. Der Film ist eine Biographie, Drama und Romanze zugleich und erzählt aus Jean­Luc Godards Leben.

E-CINEMA VERÖFFENTLICHUNGEN IN FRANKREICH

Das Unternehmen wird seine Anstrengungen im Bereich e-Cinema fortsetzen mit Filmveröffentlichungen wie beispielsweise des spanischen Kriegsfilms ZONA HOSTILE oder des britischen Haifilms 47 METERS DOWN. In 2016 brachte das Unternehmen im Bereich e-Cinema insgesamt 4 Filme heraus.

WELTVERTRIEB:

Im Weltvertrieb ist geplant, im Jahr 2017 50 Filme (2016: 36 Filme) zu vertreiben, wie beispielsweise bedeutende Filme wie RAW von Julia Ducournau, ISMAEL’S GHOSTS von Arnaud Desplechin, MARCH OF THE PENGUINS 2 von Luc Jacquet, RACER AND THE JAILBIRD von Michaël R. Roskam, REDOUTABLE von Michel Hazanavicius und der von Wild Bunch verkaufte RODIN von Jacques Doillon. Des Weiteren ist der Weltvertrieb von JACKIE von Pablo Larrain, KINGS von Denize Gamze Ergüven, UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell (Verkauf: Insiders) geplant. Der Verkauf von 7.19 AM von Jorge Michel Grau oder BELOW HER MOUTH von April Mullen wird von Elle Driver übernommen, der Vertrieb von SAFE NEIGHBORHOOD von Chris Peckover erfolgt durch Versatile.

VERTRIEB VON TV-SERIEN

Wild Bunch TV wird ihre Aktivitäten mit drei neuen TV-Serien (2016: 2 TV-Serien) fortsetzen. Dazu zählen die belgische Drama-Reihe TEAM CHOCOLATE, die von Marc Bryssinck and Filip Lenaerts produziert wurde; die Serie ist von der Séries Mania 2017 für die Kategorie Panorama ausgewählt worden. Daneben wird Wild Bunch TV den Vertrieb der beiden israelischen Serien MAMA’S ANGEL von Keren Weissman und THE EXCHANGE PRINCIPLE von Noah Stollman and Ori Weisbrod übernehmen.

4.3. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR ENTWICKLUNG DES KONZERNS

Wild Bunch bleibt ein Innovationsführer auf dem Film- und Unterhaltungsmarkt. Die europaweite Präsenz und die Aktivitäten zur Erweiterung des Portfolios tragen dazu bei, dass Wild Bunch von der anhaltenden digitalen Revolution profitieren kann und stellen daher wichtige Grundlagen für den zukünftigen Geschäftserfolg dar.

Der Vorstand geht davon aus, dass Wild Bunch im Jahr 2017 seine Anpassungsfähigkeit an das sich wandelnde Marktumfeld unter Beweis stellen kann und aus den geschaffenen Vorteilen Einnahmen generieren kann. Dies sollte beispielsweise zu einem Umsatzwachstum durch die Aktivitäten von Wild Bunch TV oder zu einer erhöhten Aktivität im elektronischen Direktvertrieb führen.

Da im Jahresverlauf 2016 die finanziellen Mittel für den Erwerb von Filmen begrenzt waren (Investitionsvolumen von € 51,9 Mio.), ist unser Portfolio an neuen Inhalten für das Jahr 2017 nicht so umfangreich, wie es in früheren Jahren der Fall war.

Folglich erwartet der Vorstand für das Jahr 2017 moderat niedrigere Umsatzerlöse als im Jahr 2016 (€ 122,2 Mio.). Der Umsatzrückgang kann nach Erwartungen des Vorstands durch eine bessere Performance des Portfolios kompensiert werden, die zu einer verbesserten Bruttoergebnismarge führen wird. Der Vorstand rechnet daher mit einem Bruttogewinn für das Jahr 2017 merklich über dem Niveau des Vorjahres (€ 20,1 Mio.) und einem EBIT für das Jahr 2017 etwas über dem Niveau des Vorjahres 2016 (€ 3,8 Mio.).

Nach Abschluss des Kreditrahmenvertrages mit revolvierenden Kreditlinien im Umfang von € 30 Mio. im April 2017 wird Wild Bunch in der Lage sein, die Akquisition von Filmrechten auf angemessenem Niveau (geplantes Investitionsvolumen in 2017 von rund € 45 bis 50 Mio.) fortzuführen, und über 2017 hinaus, die Pipeline für 2018 zu stärken und die Bedingungen für ein signifikantes Umsatzwachstum im Jahr 2018 zu schaffen.

5. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

5.1. RISIKOBERICHT

Grundsätzlich vorgesehene Methodik der Risikofestlegung

Risiken werden aufgrund der Eintrittswahrscheinlichkeit und dem möglichen finanziellen Schadensrisiko bewertet. Das arithmetische Mittel aus der Summe von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensrisiko ergibt dann eine Relevanz des Gesamtrisikos.

Bei der Risikobewertung werden folgende Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeiten berücksichtigt:

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Klasse Eintrittswahrscheinlichkeit
1 sehr gering (0 % - 25 %)
2 gering (25 %-50 %)
3 mittel (50 % - 75 %)
4 hoch (75 % - 100 %)

Weiterhin werden bei der Risikobewertung folgende Schadensklassen abgegrenzt:

scroll

Klasse Auswirkung
1 0,01 Mio. EUR - 0,5 Mio. EUR Relevant
2 >0,5 Mio. EUR Bedeutend

Risiken, die der Schadensklasse 2 zuzuordnen sind und eine Eintrittswahrscheinlichkeit der Klasse 3 oder 4 haben, werden als wesentliche Risiken klassifiziert und einzeln dargestellt. Der Prozess der Risikoerfassung und -klassifizierung ist derzeit noch nicht vollständig abgeschlossen. Dies ist für das zweite Halbjahr 2017 vorgesehen.

Einzelrisiken wie Fremdwährungsrisiken, Zinsänderungsrisiken und insbesondere Risiken aus der Verwertung von Filmen werden fortlaufend überwacht. Eine Zusammenführung zu einem den Gesamtkonzern umfassenden Risikomanagementsystem einschließlich eines Risikofrüherkennungssystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG erfolgte 2015 noch nicht.

2015 war geprägt durch erste Maßnahmen der Zusammenführung der unterschiedlichen Planungs- und Reportingsysteme nach dem Unternehmenszusammenschluss. Eine Vervollständigung und Vereinheitlichung der wesentlichen Komponenten des Risikomanagementsystems ist für 2017 geplant.

Im Folgenden werden die Risiken in der Regel in der Reihenfolge ihrer Priorität für den Konzern dargestellt. Ansonsten gibt es derzeit noch keine risikoorientierte Quantifizierung.

5.1.1. MARKT- UND GESCHÄFTSRISIKEN

Die Geschäftsmodelle sind davon abhängig, den Geschmack der Kunden zu treffen, deren Nutzungsverhalten zu verstehen und zeitnah auf Veränderungen zu reagieren

Aufgrund der technischen Möglichkeiten zur Erstellung illegaler Filmkopien und dem fehlenden rechtlichen Schutz gegen Verletzungen des Urheberrechts besteht ein Risiko von Umsatzverlusten.
Marktveränderungen im Home-Entertainment-Bereich sind insbesondere gekennzeichnet durch die Digitalisierung mit einem Anstieg bei zusätzlichen Angeboten und Verbreitungsformen, die zu ständigen Veränderungen der Mediennutzung führen können.

Durch gezielte Marktforschung und Nutzungsanalysen versucht Wild Bunch, zukünftige Trends zu antizipieren. Durch die Erarbeitung verbraucherfreundlicher Programme und Stoffe wird die Attraktivität der Produkte erhöht. Die Auswirkungen der Piraterie werden durch Lobbying, Sensibilisierungskampagnen und die konsequente Verfolgung von Verstößen reduziert, um Umsatzverluste abzumildern. Der Vorstand der Wild Bunch erwartet, dass neue rechtliche Rahmenbedingungen zu einer Verbesserung bei der Nettorisikosituation führen.

Zugriff auf Lizenzen und Stoffe

Bei der Produktion von Kinofilmen sind der Zugang und Erwerb von Rechten an literarischen Vorlagen, Verwertungsrechten und Drehbüchern sowie der Abschluss von Verträgen mit Regisseuren und Schauspielern wichtige Faktoren. Daher arbeiten die Produktionseinheiten von Wild Bunch eng mit renommierten und erfahrenen Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten im In- und Ausland zusammen, die über großes Know-how bei der Produktion von Kinofilmen verfügen und einen hervorragenden Ruf bei öffentlichen Filmförderinstitutionen genießen.
Fremdproduktionen werden im Allgemeinen auf den jeweiligen Filmmärkten erworben. Die gezahlten Preise sind dabei abhängig von dem jeweiligen Projekt und dem spezifischen Markt. Normalerweise ist ein Film zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt, so dass die Rechte zur Finanzierung auf Basis des Drehbuchs oder einer Skizze im Voraus verkauft werden. Vom Erwerb bis zur tatsächlichen Lieferung des Films können bis zu zwei Jahre vergehen. Werden hier Filme zu einem hohen Preis gekauft, kann sich dies negativ auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe sowie ihre Finanz- und Ertragslage auswirken, wenn sich der Kauf als Fehlschlag herausstellt.

Einerseits werden diese Risiken durch die ausgeprägte und langjährige Erfahrung der Mitarbeiter im Bereich Rechte- und Lizenzeinkauf in den jeweiligen Tochtergesellschaften beobachtet. Andererseits wird auch die Entwicklung von Eigenproduktionen und Koproduktionen ausgebaut, um eine gewisse Unabhängigkeit von Rechten Dritter zu schaffen. Wild Bunch spielt eine wichtige Rolle als führender unabhängiger paneuropäischer Co-Produzent und Verleiher.

Fremdproduktionen werden aus Finanzierungsgründen im Voraus noch vor Fertigstellung des Films verkauft. Es dauert bis zu zwei Jahre vom Kauf bis zur tatsächlichen Lieferung des Films. Back-up­Verkäufe sollen daher die Unsicherheit in der Planungsperiode reduzieren.

Wild Bunch steht im Hinblick auf den Vertrieb seiner Produkte in einem intensiven Wettbewerb

Die Planung des Konzerns unterstellt bestimmte Marktanteile sowie Besucherzahlen bzw. Erlöse aus den übrigen Auswertungsstufen. Werden diese Annahmen nicht aufeinander abgestimmt, kann auch der geplante Umsatz nicht erreicht werden. Es besteht auch die Gefahr, dass die Kostenstruktur nicht rechtzeitig angepasst werden kann. Die folgenden Faktoren sind in diesem Zusammenhang zu beachten:

Marktveränderungen in den Bereichen Kino oder Home-Entertainment, wie zurückgehende Zuschauerzahlen und wachsende Konkurrenz, könnten mit einem Rückgang der Preise für Produktionen und lizenzierte Produkte verbunden sein. Das Auslaufen von Rahmenvereinbarungen oder eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Lizenznehmer kann zu fallenden Verkaufspreisen für Lizenzen führen und damit den Wert der vorhandenen Filmrechte bedrohen.
Ein starkes Wettbewerbsumfeld könnte zu sinkenden Margen im Kinoverleih führen.

Die Diversifizierung der Gruppe auf unterschiedliche Produkte und Märkte reduziert das Wettbewerbsrisiko in einem einzelnen Bereich/Segment. Da insbesondere Marktanteile und Zuschauerzahlen Schlüsselfaktoren für erzielte Umsätze sind, ist Wild Bunch bestrebt, attraktive Programminhalte für TV-Sender und andere Plattformen sowie für seine Filme und TV-Serien zu finden, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, das Profil zu schärfen und die Attraktivität der Produkte durch höhere Marketingausgaben zu steigern.

Wild Bunch ist abhängig von Kunden und Geschäftspartnern

Beim direkten Vertrieb besteht eine Abhängigkeit von den großen deutschen, französischen, italienischen und spanischen TV-Sendern, IPTV-Anbietern, VOD/SVOD-Plattformen und DVD­Händlern. Ein beträchtlicher Teil der investierten Mindestgarantie wird abgedeckt durch Sublizenz-Vertriebsrechte für Filme und TV-Serien. Die erzielbaren Margen können aufgrund der starken Position dieser Sender oder Plattformen niedriger als geplant ausfallen.
Beim internationalen Vertrieb besteht eine Abhängigkeit von guten Geschäftsbeziehungen mit weltweit aktiven Film-Verleihern. Dies betrifft insbesondere die uneingeschränkte Achtung und Umsetzung der unterzeichneten Verträge, das heißt die Abnahme des gelieferten Materials bei der Lieferung, Zahlung von Raten und angemessene Marketingausgaben und -aktivitäten bei der Veröffentlichung eines Films.

Eine vorzeitige Beendigung einzelner Vereinbarungen könnte aufgrund der Suche nach neuen Partnern und der Etablierung neuer Strukturen höhere Kosten nach sich ziehen. Beziehungen mit Kunden und Geschäftspartnern sind daher eine zentrale Managementaufgabe. Die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen und die Qualität der gelieferten Waren und erbrachten Leistungen werden in regelmäßigen Abständen überprüft.

Die globale wirtschaftliche Lage eines Landes kann den wirtschaftlichen Status der Filmverleiher, die Filme erwerben, kurzfristig negativ beeinflussen (Abwertung der lokalen Währung, Insolvenzrisiken usw.).

5.1.2. BETRIEBSRISIKEN Risiken beim Filmeinkauf

Es besteht nach wie vor eine hohe Konkurrenz um attraktive Filme. Darüber hinaus besteht beim Filmeinkauf sowohl ein quantitatives (bezogen auf die Höhe der zu entrichtenden Lizenzzahlung) als auch ein qualitatives Risiko (Attraktivität des Films bei der Auswertung).
Risikomindernd wirkt hier insbesondere ein Einkaufsgenehmigungsprozess der Gruppe. Zudem werden unterstützend Einkaufskalkulationen eingesetzt, um die Prognosequalität zu erhöhen. Durch Vorabverkäufe von TV-Lizenzen und DVD-Erlösvorschüsse wird versucht, das Risiko beim Filmeinkauf bereits zum Zeitpunkt des Einkaufs zusätzlich zu reduzieren.

Abhängigkeit von Fördermitteln

Eine ungünstige Veränderung der Förderrichtlinien bzw. die (teilweise) Nichtgewährung geplanter Fördermittel könnte bei der Gesellschaft zu einer Finanzierungslücke bei Eigen- und Co-Produktionen führen, die durch sonstige freie Mittel oder durch eine Änderung der mittelfristigen Produktionsplanung gedeckt werden müsste bzw. die Ergebnisbeiträge einzelner Filme negativ beeinflussen würde. Dasselbe gilt für eine Änderung der Richtlinien der Vertriebsförderung.
Ferner besteht das Risiko, dass bestimmte Auszahlungs- bzw. Verwertungsvoraussetzungen nicht eingehalten werden. Ein Verstoß gegen diese Regelungen kann die Verpflichtung zur Rückzahlung der entsprechenden Fördermittel zur Folge haben.

5.1.3. FINANZIELLE, BILANZIELLE UND STEUERLICHE RISIKEN

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unterliegt die Wild Bunch Gruppe in finanzieller Hinsicht vor allem einer Reihe von Finanzierungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken.

Bestandsgefährdende Liquiditätsrisiken

Die Gruppe benötigt zur Erfüllung ihrer finanziellen Verbindlichkeiten liquide Mittel, die sie teilweise aus dem laufenden Geschäft und teilweise aus Finanzierungen generiert. Liquiditätsrisiken ergeben sich, wenn Zahlungsverpflichtungen des Konzerns nicht oder nicht rechtzeitig durch vorhandene Liquidität oder entsprechende Kreditlinien nachgekommen werden kann. Das größte Liquiditätsrisiko entsteht für die Gruppe durch mangelnden Zugang zu liquiden Mitteln. Dies kann insbesondere dann vorliegen, wenn Garantie- oder Rahmenkreditverträge von Banken oder Investoren abgesagt, gekündigt oder nicht verlängert werden.

Die Möglichkeit einer Absage der Auszahlung eines Rahmenkreditvertrages besteht, wenn Wild Bunch bestimmte, von einer finanzierenden Bank aufgestellte Auszahlungskonditionen endgültig und dauerhaft nicht erfüllen kann. Die Möglichkeit einer Kündigung einer Kreditlinie besteht grundsätzlich während der gesamten Dauer der Laufzeit der Kreditlinie, sofern sich der Kreditnehmer im Zustand der Nichterfüllung („Default“) befindet und soweit dieser nicht innerhalb einer bestimmten Frist für den Kreditnehmer heilbar ist. Wild Bunch ist solchen Default-Risiken und damit mittelbar Liquiditätsrisiken im Rahmen der in Anspruch genommenen Finanzierungen ausgesetzt. Dies insbesondere deshalb, da in komplexen Finanzierungen gewisse wirtschaftlichobjektivierbare Anforderungen an den Kreditnehmer nicht nur im Zeitpunkt des Abschlusses der Kreditlinie gestellt werden, sondern eine vertraglich festgelegte wirtschaftliche Verfassung vom Kreditnehmer über die Dauer der Laufzeit auch zu erhalten ist. Diese wird während der Vertragslaufzeit in regelmäßigen Abständen durch die Überprüfung der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen („Financial Covenants“) überwacht. Eine anlässlich der Überprüfung der Financial Covenants festgestellte wesentliche Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens kann demnach zu einem Default führen und den Kreditgeber zur Kündigung der Kreditvereinbarung berechtigen.

Die Absage angestrebter oder die Kündigung bestehender Garantie- oder Rahmenkreditverträge hätte zur Folge, dass Wild Bunch auch unter Berücksichtigung der freien Betriebsmittelkredite gezwungen wäre, weiteres Fremdkapital auf dem Kapitalmarkt oder von Banken aufzunehmen, um kurzfristig oder mittelfristig neue Projekte zu finanzieren oder bestehende finanzielle Verbindlichkeiten zu refinanzieren.

Es besteht daher das Risiko, dass im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gruppe weitere Mittel nicht, nicht in ausreichendem Maße oder nur zu ungünstigeren Bedingungen verfügbar sind. Wenn Wild Bunch die entsprechenden Darlehen nicht bei Fälligkeit bedienen kann besteht ein Risiko, dass die jeweiligen Kreditgeber die von Wild Bunch zur Verfügung gestellten Sicherheiten verpfänden.

Zur Absicherung der kurz- und mittelfristigen Finanzierung hat die Wild Bunch Gruppe im April 2017 einen Kreditrahmenvertrag mit revolvierenden Kreditlinien im Umfang von € 30 Mio. mit einer Bank abgeschlossen (vgl. dazu Nachtragsbericht S. 33). Während der Laufzeit dieser Finanzierung wird der uneingeschränkte Zugang zu Mitteln aus dem Darlehen davon abhängen, dass Wild Bunch auf monatlicher sowie vierteljährlicher Basis das Erreichen von im Rahmenkreditvertrag zugesicherten wirtschaftlichen Kennzahlen berichtet und nachweist.

Um die Berichtspflichten aus diesem Vertrag zu erfüllen hat der Vorstand eine Restrukturierung des Finanzwesens eingeleitet, deren Abschluss im Geschäftsjahr 2017 erwartet wird. Die Financial Covenants beziehen sich im Wesentlichen auf folgenden key performance ratios: EBITDA-Ratio, d.h. konsolidiertes EBITDA im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, die Liquidity-Ratio, d.h. das Volumen der zugänglichen Finanzierungsquellen im Vergleich zu erwarteten Finanzierungsbedarf, die Leverage-Ratio, d.h. das Verhältnis von Net-Debt zu konsolidiertem EBITDA und eine Garantie auf einen Minimumwert für das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft (balance sheet equity). Der Vorstand geht davon aus, dass die genannten Financial Covenants bei Zugrundelegung der im Business Plan dargestellten Entwicklung des Unternehmens eingehalten werden und somit dem Unternehmen keine Liquiditätsrisiken erwachsen. Dies insbesondere deshalb, da der Vorstand in den Verhandlungen der Finanzierung Financial Covenants durchgesetzt hat, von denen er aufgrund der Planungen annehmen kann, dass diese einhaltbar sind. Der Vorstand kann gleichzeitig jedoch nicht vollständig ausschließen, dass insbesondere die Einhaltung der EBITDA-Ratio und des Equity­Mimimums gewissen Risiken unterliegen. Zur Erreichung der EBITDA-Ratio ist die vollständige Umsetzung der geplanten Investitionen in 2017 nötig, deren Vornahme wiederum selbst von ausreichendem Liquiditätszugang des Unternehmens abhängt. Eine Gefahr, dass die EBITDA-Ratio nicht eingehalten wird, erwächst der Wild Bunch insbesondere dann, wenn das konsolidierte EBITDA bei 12-monatiger rollierender rückwärtiger Betrachtung weniger als 35 % der Umsatzerlöse im Betrachtungszeitraum entspricht. In Hinblick auf das Equity-Minimum besteht das Risiko, dass der bilanzierte Unternehmenswert (Goodwill) nicht in dem Maße wie vom Vorstand angenommen zum Gesamtwert des Unternehmens beiträgt und eine Wertminderung erfasst werden muss, die sich entsprechend auf das Eigenkapital des Konzerns auswirkt. In diesem Zusammenhang könnte signifikanter außerplanmäßiger Abschreibungsbedarf auf den Goodwill dazu führen, dass das Equity­Minimum unterschritten würde. Auf covenant-gefährdende Veränderungen des Eigenkapitals kann die Wild Bunch AG jedoch mit der Durchführung von Kapitalmaßnahmen aus genehmigten Kapital reagieren. Letzteres setzt allerdings die erfolgreiche Ansprache und das Interesse von Investoren voraus. Derartige Kapitalmaßnahmen sind im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals formfrei und somit auch kurzfristig möglich.

Bei Eintritt der Verletzung vertraglichen Financial Covenant („Default“) besteht ein bestandsgefährdendes Liquiditätsrisiko für die Wild Bunch Gruppe, allerdings folgt aus Sicht des Vorstands nicht zwingend die Realisierung dieses Risikos. Denn zwar greift nach Feststellung der Verletzung ein Vertragsregime („Acceleration“), nach welchem dem Kreditgeber die Möglichkeit eingeräumt ist, weiteren Mittelabruf zu unterbinden und die Finanzierung insgesamt fällig zustellen. Üblicherweise ist dies jedoch nur ultima ratio, sofern und soweit Anpassungen der Finanzierung (teilweise mit nachteiliger Kostenstruktur für den Kreditnehmer), vorangehende einvernehmliche Lösungsversuche mit den Kreditgebern nicht zum Erfolg führen.

Ferner setzt die Fortführung des Konzerns voraus, dass im Zeitraum bis zum 30. September 2018 die Aufnahme weiterer Mittel von € 50 Mio. bis € 60 Mio. vorrangig zur Refinanzierung bestehender Kreditverbindlichkeiten der französischen Gesellschaften im Rahmen einer Erweiterung der Finanzierung mit Bank Leumi oder einer anderweitigen Finanzierung gelingt.

Zusammenfassung bestandsgefährdendes Risiko

Der Konzern hat im April 2017 einen Rahmenkreditvertrag im Umfang von bis zu EUR 30 Mio. abgeschlossen. Dieser kann durch die Bank im Fall der Verletzung von vereinbarten Financial Covenants (u.a. EBITDA-Ratio und Equity Minimum) fällig gestellt werden. Der Vorstand geht nach der derzeitigen Planung davon aus, die Financial Covenants zu erfüllen. Darüber hinaus bestehen weitere vertragliche Berichtspflichten, bei deren Verletzung die Bank die gewährten Kredite ebenfalls fällig stellen kann. Diese vertraglichen Berichtspflichten umfassen auch die Vorlage eines Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016, der mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen ist. Insbesondere im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gruppe besteht das Risiko, dass die Financial Covenants nicht eingehalten werden können. Ferner ist das Risiko nicht auszuschließen, dass der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 nicht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wird und die Bank ihr daraus resultierendes Recht zur Fälligstellung des Kredits ausüben wird. Die Fortführung des Konzerns hängt in diesen Fällen dann davon ab, dass die Aufnahme weiterer Mittel im erforderlichen Umfang gelingt. Ferner setzt die Fortführung des Konzerns voraus, dass im Zeitraum bis zum 30. September 2018 die Aufnahme weiterer Mittel von € 50 Mio. bis € 60 Mio. vorrangig zur Refinanzierung bestehender Kreditverbindlichkeiten der französischen Gesellschaften im Rahmen einer Erweiterung der Finanzierung mit Bank Leumi oder einer anderweitigen Finanzierung gelingt.
Risiko aus default der Anleihe 2016/19

Von der Wild Bunch AG herausgegebene Teilschuldverschreibungen sind im Umfang von 18 Millionen Euro gezeichnet. Die Wild Bunch AG leistet während der Laufzeit der Anleihe auf die ausgegebenen Teilschuldverschreibungen zum Ende eines jeden Quartals Zinsen. Der Vorstand hält das Risiko eines Zinsausfalls und einer damit möglicherweise verbundenen Kündigung der Anleihe oder deren Nichtrückzahlung für äußerst gering, insbesondere deshalb da alle bisherigen Zinszahlungen in voller Höhe und ohne Verzögerungen geleistet worden sind. Es kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich zu einem späteren Zeitpunkt das Risiko der Kündigung der Anleihe wegen defaults erhöht oder materialisiert.

Wertminderung von Vermögenswerten

Die Gruppe hält zum Stichtag erhebliche finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte wie zum Beispiel Filmvermögen.
Für Goodwill, das Filmvermögen und bestimmte finanzielle Vermögenswerte der Gruppe werden jährlich und sofern unterjährig Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, Impairment-Tests durchgeführt. Die Berechnung des Bewertungsansatzes erfolgt dort, wo kein Marktwert verfügbar ist, anhand von Schätzungen und Annahmen des Managements. Diese beruhen auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand.
Die tatsächliche Entwicklung, die häufig außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft liegt, kann die getroffenen Annahmen überholen und dazu führen, dass auch in Zukunft außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte des Unternehmens vorgenommen werden müssen und eine Anpassung der Buchwerte erfordern. Dies kann sich negativ auf das Ergebnis und das Eigenkapital auswirken.

Währungsrisiken

Währungsrisiken bestehen vor allem gegenüber dem US-Dollar. Der überwiegende Teil der auf den internationalen Filmmärkten erworbenen Filmrechte wird in US-Dollar bezahlt. Die bei der Auswertung erzielten Erlöse fallen dagegen überwiegend in Euro an.
Schwankungen des Euro-US-Dollar-Wechselkurses können Auswirkungen auf die Ertragslage haben und sowohl zu Wechselkursgewinnen als auch zu Wechselkursverlusten führen.
Die Gruppe ist bestrebt, das Währungsrisiko durch den Einsatz geeigneter derivativer Finanzinstrumente wie Währungsoptionen und Devisentermingeschäfte zu reduzieren. Ein entsprechender Prozess kam im Geschäftsjahr 2015 zur Anwendung. Es ist jedoch nicht sichergestellt, dass die Währungssicherungsmaßnahmen der Gruppe ausreichend sind und die Wild Bunch-Gruppe kann nicht gewährleisten, dass sich Schwankungen der Wechselkurse nicht nachteilig auf das Ergebnis auswirken.

Kreditrisiken

Ein Kreditrisiko besteht, wenn ein Schuldner eine Forderung nicht bzw. nicht fristgerecht begleichen kann. Das Kreditrisiko umfasst sowohl das unmittelbare Adressenausfallrisiko als auch die Gefahr einer Bonitätsverschlechterung.
Potenziellen Ausfallrisiken auf Forderungen wird durch regelmäßige Bewertung und bei Bedarf durch Bildung von Wertberichtigungen kontinuierlich Rechnung getragen.
Die Forderungen werden dementsprechend gemanagt und es werden Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.

Zinsänderungen

Das Zinsänderungsrisiko liegt in erster Linie im Bereich von Finanzverbindlichkeiten. Bei der Gruppe bestehen variabel verzinsliche kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 64.701 (VJ: T€ 70.682).
Von einer Zinssicherung wurde im Geschäftsjahr 2015 abgesehen.

Risiken im Rahmen zukünftiger Steuerprüfungen

Die Wild Bunch AG ist der Auffassung, dass die innerhalb der Gruppe erstellten Steuererklärungen vollständig und korrekt abgegeben wurden. Dennoch besteht das Risiko, dass es aufgrund abweichender Betrachtungsweisen von Sachverhalten durch die Steuerbehörden zu Steuernachforderungen kommen könnte. Sollte es zu abweichenden Steuerfestsetzungen kommen, könnte sich dies negativ auf die Ertragslage auswirken.

5.1.4. RECHTLICHE RISIKEN

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Als internationales Unternehmen ist Wild Bunch einer Reihe von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Urheberrecht, Gesellschaftsrecht, Wertpapierhandelsrecht und Arbeitsrecht. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, so dass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen

Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen gedeckt sind und sich erheblich nachteilig auswirken könnten.

Im Rahmen der juristischen Unterstützung der operativen Geschäftstätigkeit werden rechtliche Risiken identifiziert und bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellen Auswirkung qualitativ und quantitativ bewertet.

Verstöße gegen das Urheberrecht

Die modernen technischen Möglichkeiten, illegale Filmkopien herzustellen, können zu einer Verletzung der Urheberrechtsgesetze führen.
Internet-Piraterie in Kombination mit komplexen Technologien könnte zu Verlusten führen, wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Risiken aus Garantiegewährung

Im Jahr 2008 hat die damalige Senator Gruppe ein Filmrechtepaket an die MPG Secure Tow LLC (MPG II) veräußert. Zur Finanzierung des Filmrechteerwerbs hat MPG II seinerzeit ein Darlehen aufgenommen. Senator sowie diverse Tochtergesellschaften haben im Rahmen der Finanzierung verschiedene Garantien, u. a. im Hinblick auf die Abwicklung der Filmrechteauswertung, abgegeben. Es kann derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass insbesondere die Wild Bunch AG unter den Garantien auf Zahlung in Anspruch genommen werden. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wild Bunch Gruppe haben.

Regulatorische Risiken

Die Geschäftsaktivitäten der Wild Bunch als paneuropäischem Unternehmen sind Gegenstand von Regulierung und rechtlichen Rahmenbedingungen in den an den Geschäftssitzen der Konzerngesellschaften geltenden Rechtsordnungen und auf europäischer Ebene. Unvorhergesehene Veränderungen der regulatorischen oder rechtlichen Rahmenbedingungen können daher auch Auswirkungen auf einzelne Geschäftsaktivitäten der Gesellschaft haben. Operative Geschäftsaktivitäten der Wild Bunch sind regulatorischen Risiken daher insbesondere ausgesetzt, soweit diese die Herstellung und den Vertrieb von Filmen und Medieninhalten betreffen. Das Unternehmen ist über seine Führungskräfte und Mitarbeiter in Interessen- und Fachverbänden vertreten, um eine bestmögliche Berücksichtigung seiner Interessen zu erreichen.

In Deutschland führte beispielweise eine im März 2017 in Kraft getretene Änderung im Urhebervertragsrecht dazu, dass zukünftig eine höhere Beteiligung von Kreativen am kommerziellen Erfolg von Filmproduktionen angenommen werden muss, soweit sich der Erfolg als überdurchschnittlich herausstellt. Zur Substantiierung möglicher Ansprüche wird den Kreativen zudem ein Auskunftsrecht gegen den Filmverleiher über die mit dem Film erzielten Erlöse eingeräumt, was in einem höheren Verwaltungsaufwand münden könnte.

Insgesamt lässt sich an dieser Stelle unterstreichen, dass der Schutz lokaler Kulturgüter, wozu auch Filme gehören, und lokaler Unternehmen, die im Unterhaltungssektor tätig sind, ein wichtiges und kontinuierliches Ziel der nationalen und europäischen Regulierung ist.

Zusammengefasst werden regulatorische Risiken oder Risiken aus dem rechtlichen Umfeld für die Gesellschaft daher als gering und wenn auftretend als handhabbar eingestuft.

Risiken aus behördlichem Verfahren

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2016 zum 21. März 2017, ist es derzeit nicht auszuschließen, dass gegen die Wild Bunch AG ein behördliches Bußgeldverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAfin) eröffnet wird.

5.2. CHANCENBERICHT

5.2.1. CHANCENMANAGEMENT

Analog zum Risikomanagement verfolgt die Wild Bunch Gruppe mit dem Chancenmanagement das Ziel, die strategischen und operativen Ziele rasch und effizient umzusetzen. Chancen können sich in allen Bereichen ergeben. Deren Identifikation und zielgerichtete Nutzung ist eine Management-Aufgabe, die in die alltäglichen Entscheidungen mit einfließt. Ein wesentlicher Bestandteil im strukturierten Umgang ist die umfassende Marktforschung.

5.2.2. ANGABEN ZU INDIVIDUELLEN CHANCEN

Entsprechend der Definition des Risikoberichts definiert die Gruppe eine Chance als eine mögliche künftige Entwicklung oder ein zukünftiges Ereignis, das zu einer positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen kann. Das bedeutet, dass Ereignisse, die bereits in die Budget- oder Mittelfristplanung eingegangen sind, nach dieser Definition keine Chance darstellen und in diesem Bericht nicht behandelt werden.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der Auswertung und Entwicklung von bereits gesicherten Lizenzen, Formaten und Stoffen sowie der Einbindung in ein ausgeprägtes internationales Netzwerk

Die Wild Bunch Gruppe, die zu einer führenden paneuropäischen Filmgesellschaft geworden ist, besitzt angesichts dieser neuen Gruppenstruktur eine Vielzahl an Nutzungs- und/oder Vermarktungsrechten (vor allem Filmrechte und Stoffe), die teilweise deutlich über den Planungszeitraum hinausgehen.

Sowohl das Image der Gruppe sowie die Aufrechterhaltung und Pflege eines ausgeprägten Netzwerks fördern den Zugang zu diesen Rechten auch in der Zukunft.

Die Auswertung dieser Rechte kann die Attraktivität und damit die Reichweite der Vermarktungsplattformen stärker als erwartet erhöhen, was zu zukünftigen Umsätzen führen würde, die höher als geplant ausfallen. Attraktive Stoffe und Filmrechte können den Kundengeschmack übermäßig antizipieren, was über die gesamte Verwertungskette hinweg zu Umsätzen führen könnte, die höher sind als geplant ausfallen würden.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen, in der Stärkung ihrer Marktposition, unter anderem in den Verhandlungen mit Rechteinhabern, Produzenten, Schauspielern und Kunden

Infolge des erfolgreichen Zusammenschlusses von Wild Bunch und Senator, sowie der dadurch deutlich stärkeren Marktposition, können Synergien erzielt werden, die höher ausfallen als angenommen. Dies gilt insbesondere auf Einkauf-, Kosten- und Finanzierungsseite. So können durch die deutlich gesteigerte Unternehmensgröße und die internationale Aufstellung zum Beispiel Rechte und Verträge mit Rechteinhabern möglicherweise zu Bedingungen erworben werden, die aufgrund der stärkeren Verhandlungsposition weit vorteilhafter sind, als ursprünglich erwartet. Im Zuge dessen kann auch der Zugang zu und die Förderung von jungen Talenten zu geschäftlichen Chancen führen, die in den heutigen Planungen noch keine Berücksichtigung finden.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der zunehmenden Digitalisierung und dem damit verbundenen veränderten Mediennutzungsverhalten

Der Medienkonsum ändert sich aufgrund der zunehmenden Digitalisierung. Nach Angaben des PwC Media Outlook 2015 wird beispielsweise die elektronische Verbreitung von Videoinhalten die Käufe und Ausleihungen von DVDs und Blu-rays in den kommenden Jahren als zweitgrößte Einnahmequelle ablösen. Die Wild Bunch Gruppe entwickelt ihr Geschäftsmodell stetig weiter und arbeitet an der Einführung neuer direkter Vertriebswege. Aufgrund des zunehmenden Digitalisierungsdrucks wird das E-Cinema zu einem neuen Vertriebskanal für „Eventfilme“ bzw. FilmoTV als neuer Vertriebskanal für den französischen VOD/SVOD Service der Gruppe. Zusätzlich hat die Gruppe aktiv neue Wege der Lizenzierung und Vermarktung ihrer Rechte entwickelt, die dank von Vereinbarungen mit digitalen Vertriebspartnern neue digitale Vermarktungsmöglichkeiten bieten bzw. Produktionen für internationale und nationale Anbieter wie Netflix beinhalten. Die paneuropäische Positionierung mit Filmen und TV-Serien, sowie ihre starke und bekannte Marke verleiht Wild Bunch eine starke Position in der Medienbranche.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen dank der erneuten starken Anziehungskraft von Fernsehdiensten für Zuschauer, Nutzer und Werbetreibende

Aus Kundensicht bleibt Fernsehen eine Hochburg der Medien im Bereich Filmentertainment. Heute zeichnet sich die hohe Attraktivität von Fernsehen nicht nur dadurch aus, dass Werbetreibende eine größere Reichweite innerhalb eines kurzen Zeitraums erzielen und ihren Bekanntheitsgrad steigern können, sondern auch dadurch, dass sich Fernsehen selbst neu erfunden hat und es gelungen ist, sich von einer linearen zu einer nicht linearen Programmgestaltung zu entwickeln. Dabei wird ein jüngeres, flexibleres und unabhängigeres Publikum angezogen und bedient, das ständig nach neuen Produkten verlangt. Online-Fernsehen kombiniert mithilfe unzähliger Möglichkeiten der individualisierten Werbung die Sender-Kapazitäten einer intensivierten Werbung mit dem Bedürfnis des Publikums nach einer breiteren Palette an Qualitätsprodukten. Die höheren Werbeeinnahmen sollten die Akquisitionstätigkeiten des Netzwerkes weiterhin erhöhen, um so die Nachfrage des Publikums nach neuen Produkten zu bedienen. Der Vorstand ist der Auffassung, dass die Gründung der Wild Bunch TV, einer firmeninternen Co-Produktions- und Marketingeinheit für internationale Fernsehsendungen, die sich auf die Anforderung des Fernsehdienstmarktes konzentriert, bedeutende Chancen ergeben könnten. Nach bereits erfolgreicher Produktion und Verkauf von zwei international attraktiven TV-Serien, sieht das Management auch Chancen weitere TV-Serien, die von der Einheit entwickelt werden, über Plan zu vertreiben.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in der weiteren Internationalisierung des Geschäfts

Die Wild Bunch Gruppe ist derzeit in den meisten wichtigen europäischen Filmmärkten (Deutschland/Österreich, Frankreich, Italien und Spanien) vertreten. Neben der weiteren Durchdringung dieser Kernmärkte bietet die Expansion in neue Märkte Chancen, die möglicherweise größer sind als das Unternehmen derzeit plant. Andere bedeutende Chancen könnten sich aus den sich schnell entwickelnden Regionen wie China, Indien oder Südamerika ergeben. In Abhängigkeit davon, wie diese möglichen Markteintritte erfolgen, könnten diese Maßnahmen zu höheren Umsätzen als geplant führen. Mit der Gründung des China Europa Filmfonds (CEFF) und folglich mit der Schaffung von einzigartigen Bedingungen für die Entwicklung und Finanzierung von chinesisch-europäischen Gemeinschaftsproduktionen wurden attraktive Bedingungen im chinesischen Kernmarkt geschaffen, die zu zusätzlichen Wachstumschancen führen könnten.

Die Wild Bunch Gruppe sieht Chancen in weiteren Kooperationen und Unternehmenszusammenschlüssen

Bedeutende Synergien sowie eine intensivierte oder beschleunigte Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten könnten sich aus Akquisitionen und Zusammenschlüssen ergeben, die beispielsweise noch nicht in den derzeitigen Planungen enthalten sind. Darüber hinaus könnten der

Umfang und die Nutzung der bestehenden Filmbibliothek durch neue Vertriebskanäle als Ergebnis von M&A-Transaktionen gestärkt werden. Die Erfahrungen und die Reputation des Managements der Gruppe ermöglichen es dem Unternehmen, eine aktive Rolle in der Zusammenführung von Filmvertreibern und Produzenten zu spielen.

5.3 GESAMTRISIKOEINSCHÄTZUNG

Auf Basis der vorliegenden Informationen und der Einschätzungen, insbesondere der Eintrittswahrscheinlichkeiten, der maximalen Schadenshöhe und der Wirkung der getroffenen Gegenmaßnahmen gelangt der Vorstand der Wild Bunch AG zu der Überzeugung, dass neben den in Abschnitt 5.1.3 dargestellten bestandsgefährdenden Risiken aktuell keine Risiken bekannt sind, die einen den Bestand des Konzerns gefährdenden Charakter aufweisen. Dies gilt für die Risiken im Einzelnen sowie auch deren Gesamtheit, sofern sich die Auswirkung der Gesamtheit sinnvoll simulieren oder anderweitig abschätzen lässt.

Sollten sich jedoch die erwarteten Ergebnisbeiträge von erworbenen und noch zu erwerbenden Filmverwertungsrechten nicht wie geplant entwickeln und das operative Geschäft der Tochtergesellschaften deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, hängt die Fortführung der Gesellschaft im bisherigen Geschäftsumfang trotz der abgeschlossenen Finanzierungsverträge wesentlich davon ab, dass die Aufnahme weiterer Mittel über die unter 5.1.3 genannten, im Wesentlichen zur Refinanzierung bestehender Kreditverbindlichkeiten der französischen Gesellschaften notwendigen 50-60 Millionen Euro hinaus gelingt.

Der Vorstand ist der Überzeugung, dass die getroffenen Maßnahmen das Risiko in einem wirtschaftlich vertretbaren Ausmaß halten und erachtet die Risikotragfähigkeit der Gruppe als ausreichend.

Die größten Chancen sieht der Vorstand in der weiteren Integration der Gruppe, den daraus erwachsenden Synergien, einer Reduzierung der laufenden Kosten, den Wachstumspotenzialen sowie der Verstetigung der Erträge.

Darüber hinaus erwachsen Perspektiven aus der Zusammenarbeit mit Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten im In- und Ausland sowie dem Zugriff auf attraktive Stoffe und Lizenzen, die verstärkte Zusammenarbeit mit Talenten und einer Erweiterung des Geschäftsmodells durch Internationalisierung der Produktions- und Vermarktungsaktivitäten sowie möglichen weiteren strategischen Akquisitionen.

6. WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKO-MANAGEMENTSYSTEMS

Risikomanagementsystem

Wild Bunch ist vielfältigen Risiken und Chancen ausgesetzt. Diese können sowohl positive als negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Risikomanagementsystem gilt für alle Bereiche des Konzerns und umfasst ausschließlich die Erfassung von Risiken. Als Risiken werden strategische und operative Ereignisse und Maßnahmen betrachtet, die wesentlichen Einfluss auf die Existenz und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben. Dazu zählen auch externe Faktoren, wie die Wettbewerbssituation, die regulatorische Entwicklungen und andere, die das Erreichen der Unternehmensziele gefährden können.

Zielstellung des Vorstands der Wild Bunch für 2015 war eine konzernweite Vereinheitlichung der Risikobewertung. In 2015 erfolgte eine Überwachung von Einzelrisiken. Eine Zusammenführung zu einem den Gesamtkonzern umfassenden Risikomanagementsystem einschließlich eines Risikofrüherkennungssystems erfolgte noch nicht. Risiken sollten nur in dem Maße eingegangen werden, dass diese absehbar keine besonderen negativen Einflüsse auf die Unternehmensentwicklung haben. Sämtliche Mitarbeiter sollen ihr Handeln auf Verhinderung von existenzgefährdenden Risiken überprüfen.

Das in der Wild Bunch-Gruppe implementierte Risikomanagementsystem basiert im Wesentlichen auf einer detaillierten Risikoerfassung und einer Risikoüberwachung beim Erwerb und der Verwertung von Filmrechten. Dabei werden umfangreiche Analysen über die Verwertbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Filmrechten über die gesamte Verwertungskette, detaillierte Einschätzungen zu Umsatzerlösen und direkten Kosten auf den einzelnen Stufen der Verwertungskette sowie Soll/Ist-Vergleiche zur Risikoüberwachung genutzt. Die Liquiditätssteuerung und Sicherstellung der Einhaltung finanzieller Zielgrößen wird auf Ebene des Vorstands überwacht, der darüber regelmäßig dem Aufsichtsrat Bericht erstattet. Weiterhin überwacht die Wild Bunch-Gruppe Risiken auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften durch laufende Kommunikation des lokalen Managements mit dem Vorstand.

Eine vollständige Vereinheitlichung wesentlicher Komponenten des Risikomanagementsystems der gesamten Wild Bunch-Gruppe ist für 2017 geplant.

Internes Kontrollsystem

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem soll sicherstellen, dass alle Ereignisse und Transaktionen in der Finanzbuchhaltung vollständig erfasst, korrekt angesetzt und bewertet werden und in der finanziellen Berichterstattung der Wild Bunch AG und ihrer Tochtergesellschaften in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und vertraglichen Anforderungen sowie internen Leitlinien dargestellt sind. Die konzernweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften ist Voraussetzung hierfür. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass trotz angemessener und funktionsfähiger Systeme eine vollständige Sicherheit bei der Identifizierung und Steuerung von Risiken nicht gewährleistet werden kann.

Die Rechnungswesenprozesse innerhalb der Wild Bunch-Gruppe sind an den Hauptstandorten in Paris und Berlin zentralisiert. In Paris werden für die Tochtergesellschaften der Wild Bunch S.A., Paris bestimmte Zentralfunktionen übernommen. In Berlin wird zentral die Rechnungslegung für die deutschen Tochtergesellschaften verantwortet sowie die Konsolidierung des Konzernabschlusses vorgenommen.

Innerhalb des Konzerns ist SAGE als ERP-System in Paris im Einsatz und SAP R/3 in Berlin. Weiterhin nutzt die Wild Bunch Gruppe das System Opera für die Konsolidierung der einzelnen Konzerngesellschaften. Darüber hinaus werden die Daten aus anderen IT-Systemen im Hinblick auf ihre korrekte Übertragung und Verarbeitung überwacht. Die IT-Systeme, die im Rahmen der finanziellen Berichterstattung verwendet werden, sind vor unbefugtem Zugriff gesichert. Die Wild Bunch Gruppe verfügt über Berechtigungskonzepte, die regelmäßig aktualisiert und überwacht werden.

Das Rechnungswesen erstellt auf lokaler Ebene regelmäßig Einzelabschlüsse für alle lokalen Gesellschaften der Wild Bunch-Gruppe unter Anwendung lokaler Rechnungslegungsvorschriften. Für Konzernzwecke werden Reporting Packages in den lokalen Ländern für die entsprechenden Gesellschaften erstellt, welche die Basis für den Konzernabschluss bilden. Für wesentliche Bereiche der Bilanzierung (u.a. Filmvermögen sowie Rückstellungen) sind die Grundlagen für Buchungen in Tabellenkalkulationen geführte Nebenbücher. Für das Geschäftsjahr 2017 plant der Vorstand die Einführung von IT-Datenbanken für diese Bereiche.

Im Anschluss an dem Zusammenschluss der Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG) und der Wild Bunch S.A., Paris wurde mit einer Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse innerhalb der zusammengeführten Gruppe begonnen. In diesem Zusammenhang sind Änderungen an den Rechnungslegungsmethoden der Wild Bunch S.A. notwendig geworden sowie Bilanzierungsfehler in der Vergangenheit identifiziert worden, die eine rückwirkende Anpassung der Konzernzahlen nach IAS 8 im Konzernabschluss der Wild Bunch AG, Berlin für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31.

Dezember 2015 zur Folge hatten. Ursächlich dafür waren die unterschiedlichen Rechnungslegungsprozesse, die 2014 in Teilen der Wild Bunch-Gruppe bereits unter kapitalmarktorientierter Rahmenbedingungen erfolgte und in anderen Teilen der Wild Bunch-Gruppe mangels rechtlicher Verpflichtung ohne eine Beachtung derartiger Rahmenbedingungen erfolgen konnte. Eine Harmonisierung der Rechnungslegungsprozesse wurde in 2015 eingeleitet, konnte aber noch nicht vollständig abgeschlossen werden.

In Folge der oben genannten Umstände sowie komplexer Darstellungs- und Konsolidierungsfragen im Zusammenhang mit der Reverse Akquisition kam es zu einer Verzögerung des Abschlusserstellungsprozesses für das Geschäftsjahr 2015.

Die Controlling-Abteilung überprüft schwerpunktmäßig die auf Ebene einzelner Filmverwertungsrechte erfassten Aufwendungen und Erträge bzw. der dort erfassten Auszahlungen bzw. Einzahlungen.

Das interne Kontrollsystem befand sich in 2015 aufgrund der veränderten Abläufe und Restrukturierungen (Unternehmenserwerbe) im Umbruch. Ein Abschluss der Neuorganisation der Prozesse und internen Kontrollen ist für das Geschäftsjahr 2017 geplant, ebenso der Abschluss der vollständigen Harmonisierung der entsprechenden internen Systeme und Dokumentationen.

Darüber hinaus befasst sich auch der Aufsichtsrat regelmäßig mit den wesentlichen Fragen der Rechnungslegung und des hierauf bezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

7. ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN NACH §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB

Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB haben Aktiengesellschaften, die einen organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes durch von ihnen ausgegebene stimmberechtigte Aktien in Anspruch nehmen, folgende Angaben im Lagebericht zu machen:

> Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals:

Das Grundkapital der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2015 beträgt € 75.721.571. Es ist eingeteilt in 75.721.571 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Verschiedene Aktiengattungen bestehen nicht. Zu den Angaben für die bedingten und genehmigten Kapitalia verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang des Jahresabschlusses der Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2015.

> Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen:

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.

> Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn vom Hundert der Stimmrechte überschreiten: Die Beteiligungen an der Wild Bunch AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind im Konzernanhang dargestellt, der auf der Internetseite www.wildbunch.eu/investors/publications/ abrufbar ist. Unter Adresse www.wildbunch.eu/investors/the-share/ sind die aktuellen Stimmrechtsmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz veröffentlicht.

> Die Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen: Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht.

> Die Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben:

Es ist dem Vorstand nicht bekannt, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

> Die gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung:

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgt auf Grundlage der §§ 84, 85 AktG. Änderungen der Satzung richten sich nach den §§ 179, 133 AktG, wobei der Aufsichtsrat auch ermächtigt ist, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.

> Die Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:

Der Vorstand der Wild Bunch AG ist durch verschiedene Hauptversammlungsbeschlüsse ermächtigt, eigene Aktien in einem Volumen von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben, zuletzt für einen Zeitraum bis zum 29. Juni 2020 durch Beschluss der Hauptversammlung 2015. Der letztmalige Erwerb von eigenen Anteilen erfolgte zu verschiedenen Zeitpunkten im Geschäftsjahr 2000. Zum Bilanzstichtag wies die Wild Bunch AG 2.415 Stückaktien als eigene Anteile aus, auf die nominal € 2.415 bzw. ca. 0,0003 % des Grundkapitals am 31. Dezember 2015 entfallen. Mit weiterem Beschluss der Hauptversammlung 2015 wurde das bis dahin noch bestehende genehmigte Kapital 2012/I aufgehoben, soweit von diesem von der Gesellschaft kein Gebrauch gemacht worden war, und ein neues genehmigtes Kapital beschlossen, wodurch der Vorstand ermächtigt ist, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 29. Juni 2020 um einen Betrag von bis zu € 37.165.007,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I), welches der Gesellschaft noch im Umfang von € 29.732.007,00 zur Nutzung zur Verfügung steht. Zudem wurde der Vorstand auf der Hauptversammlung 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2020 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu € 19.750.097 zu begeben. Das Bedingte Kapital 2015/I wird nur verwendet, soweit die Inhaber der Wandlungs- oder Optionsrechte von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen. Die Eintragung des Bedingten Kapital 2015/I in das Handelsregister erfolgte am 7. Juli 2015.

> Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen:

Bei einem Change of Control Event haben die Vorstände teilweise ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall haben die Vorstandsmitglieder Herr Grimond, Herr Chioua und Herr Maraval Anspruch auf ihre Gesamtvergütung (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit, maximal in Höhe der Gesamtvergütung für zwei Jahre. Derartige vertragliche Regelungen bestehen für Herrn Sturm nicht.

> Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind:

Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht.

8. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289a HGB

Die Berichterstattung nach § 289a HGB ist unter der Internetadresse http://wildbunch.eu/de/investorrelations/corporate-governance/ abrufbar.

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes.

Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst aus dem Mai 2015 werden in Deutschland bestimmte Gesellschaften, darunter auch die Wild Bunch AG, verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den nachfolgenden zwei Führungsebenen der betroffenen Gesellschaft festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll.

Weil auf den Aufsichtsrat der Wild Bunch AG der gesetzlich festgelegte Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern für Neubesetzungen von freiwerdenden Aufsichtsratsmandaten keine Anwendung findet, war auch für den Aufsichtsrat selbst eine Zielgröße festzulegen. Dementsprechend hat der Aufsichtsrat der Wild Bunch AG am 17. September 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat sowie im Vorstand der Wild Bunch beschlossen, jeweils mit einer Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des 30. Juni 2017. Mit den festgelegten Zielgrößen von 15 % (Aufsichtsrat) bzw. 0 % (Vorstand) wurde jeweils der Stand zum Zeitpunkt der Beschlussfassung festgehalten.

Grundlage für die festgelegte Zielgröße im Aufsichtsrat war insbesondere die Tatsache, dass innerhalb der beschlossenen, gesetzlich maximal zulässigen ersten Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 keine turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen anstanden, so dass die Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der Wild Bunch AG auf 15 % festgelegt worden ist.

Der Aufsichtsrat ist in dem Zusammenhang auch seiner gesetzlichen Pflicht zur Festlegung einer Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 nachgekommen. Zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße hatte der Aufsichtsrat keine Änderungen in der Besetzung des Vorstands geplant. Daher hat der Aufsichtsrat zunächst eine Zielgröße von 0 % beschlossen. Die bedeutet jedoch nicht, dass eine Steigerung des Frauenanteils im Vorstand innerhalb der Umsetzungsfrist ausgeschlossen wäre, sollte es zur Notwendigkeit einer Neubesetzung im oder Erweiterung des Vorstands kommen.

Der Vorstand der Wild Bunch AG ist der Auffassung, dass keine Führungsebenen unterhalb des Vorstandes der Gesellschaft bestehen. Die Gesellschaft fungiert als reine Holdinggesellschaft und verfügt neben den Vorstandsmitgliedern nur über eine geringe Anzahl von Mitarbeitern die hauptsächlich im administrativen Bereich tätig sind.

9. ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:

„Wir erklären, dass die Gesellschaft bei jedem Rechtsgeschäft mit dem herrschenden Unternehmen und verbundenen Unternehmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, angemessene Gegenleistungen erhalten hat.

Im Berichtszeitraum wurden keine Maßnahmen zum Nachteil der Gesellschaft auf Veranlassung von oder im Interesse des herrschenden Unternehmens und verbundener Unternehmen getroffen oder unterlassen.“

10. VERGÜTUNGSBERICHT

Die Vorstände erhalten ein festes Jahresgehalt (einschließlich Zuschuss zur Altersvorsorge und ggf. Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung) sowie teilweise eine Tantieme, die unter Beachtung des § 87 AktG das Geschäftsergebnis und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie die Leistungen des Vorstandsmitglieds angemessen berücksichtigt. Die ergebnisabhängigen Vergütungen können maximal T€ 275 je Vorstandsmitglied pro Jahr betragen. Dem Aufsichtsrat bleibt unbenommen individuell einen Bonus bis zu T€ 100 zuzusprechen. Die Grundlagen des Vergütungssystems sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses enthalten die Vorstandsverträge keine ausdrückliche Abfindungszusage. Eine Abfindung kann sich aber aus einer individuell zu treffenden Aufhebungsvereinbarung ergeben.

Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung, deren Höhe durch den Beschluss der Hauptversammlung festgelegt wird. Ihnen werden auch die mit ihrer Tätigkeit zusammenhängenden Auslagen sowie die auf diese Bezüge entfallende Umsatzsteuer erstattet.

Zu weiteren Ausführungen wird auf den Punkt 48 „Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands“ im Konzernanhang verwiesen.

Berlin/Paris, den 21. September 2017

Grimond

Chioua

Sturm

Maraval

IFRS Konzerngewinn- und Verlustrechnung für 2015

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in € Anhang 2015 2014
Umsatzerlöse 8 117.513.430 130.375.810
Sonstige filmbezogene Erträge 9 7.795.292 14.595.159
Betriebserträge 125.308.722 144.970.970
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 10 -108.693.583 -135.031.612
Bruttogewinn 16.615.139 9.939.358
Sonstige betriebliche Erträge 11 5.913.380 2.444.825
Verwaltungsaufwendungen 12 -24.505.485 -17.395.433
Sonstige betriebliche Aufwendungen 13 -1.388.683 -302.086
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern -3.365.649 -5.313.336
Finanzerträge 14 2.205.339 1.931.763
Finanzaufwendungen 14 -7.636.915 -4.592.171
Ergebnis assoziierter Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen 14 -734.037 2.203.987
Finanzergebnis 14 -6.165.612 -456.422
Konzernergebnis vor Ertragsteuern -9.531.261 -5.769.758
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 2.278.192 2.291.492
Konzernergebnis -7.253.069 -3.478.266
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter -59.680 -150.578
Ergebnisanteil der Eigenkapitalgeber -7.193.389 -3.327.687
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien (Stück) 72.560.774 55.872.788
Potenziell verwässerte Anzahl Aktien (Stück)
Gewichteter Durchschnitt aller Aktien (Stück) 72.560.774 55.872.788
Ergebnis je Aktie 16
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,10 -0,06
Verwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,10 -0,06
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,10 -0,06
Verwässertes Ergebnis je Aktie (€ pro Aktie) -0,10 -0,06

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2015

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in € Anhang 2015 2014
Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
Konzernergebnis -7.253.069 -3.478.266
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinn und Verlust aus leistungsorientierten Plänen 30 -13.294 -191.000
latente Steuern 30 4.431 63.660
Sonstiges Ergebnis -8.863 -127.340
Konzerngesamtergebnis -7.261.932 -3.605.605
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 5.480 -150.578
Ergebnisanteil der Eigenkapitalgeber -7.267.412 -3.455.027

Konzernbilanz (IFRS)

Aktiva

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in € Anhang 31.12.2015 31.12.2014 01.01.2014
Geschäfts- oder Firmenwert 17 124.454.384 60.824.021 60.824.021
Immaterielle Vermögenswerte 18 106.024.668 103.704.508 113.453.924
Sachanlagen 19 1.441.029 1.402.459 1.554.106
Finanzanlagen 21 1.140.314 899.702 728.533
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 20 3.293.928 6.777.516 4.969.461
Aktive latente Steuern 15 4.474.751 3.799.772 240.604
Sonstige Vermögenswerte 58.287 0 617.176
Summe langfristige Vermögenswerte 240.887.361 177.407.977 182.387.824
Vorräte 22 2.231.225 1.179.338 840.251
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23 50.534.206 42.828.637 53.916.334
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag 361.536 0 0
Sonstige Vermögenswerte 24 32.567.338 26.424.793 27.893.324
Liquide Mittel 8.638.612 6.443.638 12.034.946
Summe kurzfristige Vermögenswerte 94.332.917 76.876.406 94.684.856
Bilanzsumme 335.220.278 254.284.383 277.072.680
Passiva
in € Anhang 31.12.2015 31.12.2014 01.01.2014
Anteile der Aktionäre der Wild Bunch AG 25-27 75.097.349 46.731.171 53.587.505
Anteile anderer Gesellschafter 28 (7.589) (4.135) 1.476.004
Summe Eigenkapital 75.089.760 46.727.036 55.063.509
Pensionsverpflichtungen 30 631.830 544.853 361.488
Rückstellungen 31 295.168 484.169 284.339
Passive latente Steuern 15 7.892.181 9.717.693 9.957.395
Finanzverbindlichkeiten 32 26.494.770 43.922.582 40.893.517
Sonstige Verbindlichkeiten 148.847 49.993 682.854
Summe langfristige Verbindlichkeiten 35.462.797 54.719.290 52.179.593
Rückstellungen 31 13.874.554 3.316.485 2.537.856
Finanzverbindlichkeiten 32 64.233.771 28.660.538 26.207.319
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33 85.334.872 68.091.260 72.889.637
Verbindlichkeiten aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.446 25.824 47.907
Sonstige Verbindlichkeiten 34 61.221.077 52.743.949 68.146.860
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 224.667.721 152.838.056 169.829.578
Bilanzsumme 335.220.278 254.284.383 277.072.680

Entwicklung des Konzerneigenkapitals (IFRS)

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Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Eigenkapital Kumuliertes übriges Eigenkapital
in T€ Sonstiges Eigenkapital Sonstiges Eigenkapital Steuern
--- --- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2014 (wie berichtet) 187 37.606 14.497 20 -8
Fehlerkorrektur 0 0 1.285 0 0
Stand 1. Januar 2014 187 37.606 15.782 20 -8
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 -2.696 0 0
Kapitalmaßnahmen 0 -746 0 0 0
Jahresergebnis (wie berichtet) 0 0 -1.170 0 0
Fehlerkorrektur 0 0 -2.157 0 0
Jahresergebnis nach Fehlerkorrektur 0 0 -3.327 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -191 64
Sonstige Anpassungen 0 0 40 0 0
Stand 31. Dezember 2014 187 36.860 9.799 -171 56
Stand 31. Dezember 2014 (wie berichtet) 187 36.860 12.029 -171 56
Anpassung des gezeichneten Kapitals an die Wertverhältnisse des Zusammenschlusses Wild Bunch S.A. und Senator Entertainment AG 55.686 -55.686 0 0 0
Stand 31. Dezember 2014 55.873 -18.826 9.799 -171 56
Stand 1. Januar 2015 55.873 -18.826 9.799 -171 56
Veränderung im Konsolidierungskreis 18.455 15.506 0 0 0
Barkapitalerhöhung 1.391 1.462 0 0 0
Kosten der Kapitalerhöhungen 0 -1.246 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 -7.193 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -13 4
Sonstige Anpassungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2015 75.719 -3.104 2.607 -184 60

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Anteile der Wild Bunch AG Anteile anderer Gesellschafter Konzerneigenkapital
in T€
--- --- --- ---
Stand 1. Januar 2014 (wie berichtet) 52.302 2.813 55.115
Fehlerkorrektur 1.285 -1.337 -52
Stand 1. Januar 2014 53.587 1.476 55.063
Veränderung im Konsolidierungskreis -2.696 -1.330 -4.026
Kapitalmaßnahmen -746 0 -746
Jahresergebnis (wie berichtet) -1.170 -25 -1.195
Fehlerkorrektur -2.157 -125 -2.282
Jahresergebnis nach Fehlerkorrektur -3.327 -150 -3.477
Sonstiges Ergebnis -127 0 -127
Sonstige Anpassungen 40 0 40
Stand 31. Dezember 2014 46.731 -4 46.727
Stand 31. Dezember 2014 (wie berichtet) 48.961 100 49.061
Anpassung des gezeichneten Kapitals an die Wertverhältnisse des Zusammenschlusses Wild Bunch S.A. und Senator Entertainment AG 0 0 0
Stand 31. Dezember 2014 46.731 -4 46.727
Stand 1. Januar 2015 46.731 -4 46.727
Veränderung im Konsolidierungskreis 33.961 0 33.961
Barkapitalerhöhung 2.853 0 2.853
Kosten der Kapitalerhöhungen -1.246 0 -1.246
Jahresergebnis -7.193 -60 -7.253
Sonstiges Ergebnis -9 0 -9
Sonstige Anpassungen 0 56 56
Stand 31. Dezember 2015 75.098 -8 75.090

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)

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in € 01.01.2015 - 31.12.2015 01.01.2014 - 31.12.2014
Konzernüberschuss/(-fehlbetrag) (7.253) (3.478)
Abschreibungen/Zuschreibungen 51.479 59.647
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 734 (2.204)
Ausschüttungen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 113 157
Ergebnis aus dem Abgang von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten sowie immateriellen Vermögenswerten, Sach- und Finanzanlagen - -
Veränderung der Rückstellungen (2.735) 1.162
Veränderung der latenten Steuern (2.501) (3.799)
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen 237 63
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (3.188) 10.917
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (4.199) 5.389
Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva 3.658 (16.354)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 36.346 51.499
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen 3.751 2.513
Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich abgegebener Zahlungsmittel - -
Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen inkl. Tilgung des Verkäuferdarlehens 175 0
Einzahlungen/Auszahlungen aus kurzfristigen Finanzmittelanlagen - ­
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (47.806) (62.741)
Investitionen in Sachanlagen (309) (51)
Erwerb von Anteilen an konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich übernommener Zahlungsmittel 6.758 ­
Investitionen in Finanzanlagen (641) (26)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (38.071) (60.305)
Gewinnausschüttung an Gesellschafter - -
Kauf von Eigenkapitalinstrumenten von Tochterunternehmen - (1.699)
Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen --
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 2.853 -
Aufnahme von Unternehmensanleihen 15.197 -
Tilgung von Unternehmensanleihen (10.150) ­
Aufnahme von sonstigen Finanzverbindlichkeiten 33.325 38.318
Tilgung von sonstigen Finanzverbindlichkeiten (37.305) (33.405)
Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen - -
Sonstige Finanzierungen - ­
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3.920 3.214
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 2.195 (5.591)
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds --
Veränderung des Finanzmittelfonds aus Konsolidierungskreisänderungen - ­
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.444 12.035
Umgliederung im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - ­
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 8.639 6.444
Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthaltene Ein- und Auszahlungen
Gezahlte Ertragsteuern (287) (1.529)
Erhaltene Ertragsteuern 17 -
Gezahlte Zinsen (6.695) (3.476)
Erhaltene Zinsen 18 263
Erhaltene Dividenden 113 157

Anhang zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2015

INHALTSVERZEICHNIS

(A) GRUNDLAGEN UND METHODEN

1. Allgemeine Angaben
2. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses
3. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden
4. Erwerb Wild Bunch AG, Berlin
5. Ermessensausübung und Schätzungsunsicherheiten
6. Anpassung des Vorjahresabschlusses gemäß IAS 8.41
7. Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(B) ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

8. Umsatzerlöse
9. Sonstige filmbezogene Erträge
10. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
11. Sonstige betriebliche Erträge
12. Verwaltungsaufwendungen
13. Sonstige betriebliche Aufwendungen
14. Finanzergebnis
15. Ertragsteuern
16. Ergebnis je Aktie

(C) ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

17. Geschäfts- oder Firmenwert
18. Immaterielle Vermögenswerte
19. Sachanlagen (Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung)
20. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
21. Finanzanlagen
22. Vorräte
23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
24. Kurzfristige sonstige Vermögenswerte
25. Gezeichnetes Kapital
26. Darstellung des Konzerneigenkapitals im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbs
27. Sonstige Rücklagen
28. Anteile anderer Gesellschafter
29. Kapitalmanagement
30. Pensionsverpflichtungen
31. Sonstige Rückstellungen
32. Finanzverbindlichkeiten
33. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
34. Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

(D) ERLÄUTERUNGEN ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

(E) ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

35. Liquide Mittel
36. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
37. Cashflow aus Investitionstätigkeit
38. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

(F) WEITERE INFORMATIONEN

39. Segmentberichterstattung
40. Finanzinstrumente/Management von Finanzrisiken
41. Mitarbeiter
42. Beziehungen zu nahe stehenden Personen
43. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten
44. Haftungsverhältnisse
45. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
46. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance-Kodex
47. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
48. Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
49. Aktien der Organmitglieder
50. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
51. Anteilsbesitz der Wild Bunch AG, Berlin

(A) GRUNDLAGEN UND METHODEN

1. Allgemeine Angaben

Die heutige Wild Bunch Gruppe (nachfolgend „Wild Bunch“) ist entstanden aus dem Zusammenschluss zwischen dem deutschen Medienkonzern Senator Entertainment AG, Berlin und der europäischen Filmgesellschaft Wild Bunch S.A., Paris unter dem Dach der Wild Bunch AG (vormals: Senator Entertainment AG), Berlin (nachfolgend „Senator AG“ oder „Gesellschaft“), deren Aktien im General Standard Segment der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind. Bis zum 5. Februar 2015 war die Wild Bunch S.A., Paris, Mutterunternehmen des Konzerns.

Der rechtliche Erwerb Anfang 2015 der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, durch die Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG, Berlin) ist ein umgekehrter Unternehmenserwerb, aus diesem Grund stellt der vorliegende Konzernabschluss eine Fortführung des Konzernabschlusses der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich dar (siehe Punkt 3 „Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden“).

Die in Berlin und Paris etablierte neue Gruppe ist ein führendes, unabhängiges, europäisches Filmverleih- und Produktionsunternehmen, das sich aktiv im Bereich Akquisition, Koproduktion, Filmvertrieb sowie Weltvertrieb betätigt und derzeit eine Filmbibliothek mit mehr als 2.200 Filmtiteln verwaltet.

Die Hauptversammlung hat am 30. Juni 2015 beschlossen, dass die Senator Entertainment AG, Berlin künftig unter dem Namen Wild Bunch AG firmiert. Die Umfirmierung wurde am 7. Juli 2015 ins Handelsregister eingetragen.

Die Gesellschaft wird unter der Handelsregisternummer HR B 68059 B des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg geführt. Der Sitz der Wild Bunch AG ist in der Knesebeckstrasse 59-61, 10719 Berlin, Deutschland.

Der Konzernabschluss der Wild Bunch AG für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2015 wurde am 21. September 2017 durch den Vorstand aufgestellt und anschließend zur Prüfung und Billigung an den Aufsichtsrat weitergeleitet.

2. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte in Anwendung von § 315a HGB nach den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (ISAB) sowie den vom IASB gebilligten Interpretationen des IFRS Interpretations Commitee (IFRS IC). Es wurden alle zum 31. Dezember 2015 verpflichtend anzuwendenden IFRS/IAS sowie IFRIC/SIC beachtet. Ergänzend sind die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet worden. Wegen der möglichen Nichteinhaltung der IFRS im Rahmen des Erwerbs der Continental Film S.A. im Geschäftsjahr 2013 verweisen wir auf Punkt 17 „Geschäfts- oder Firmenwert“.

Eine Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen befindet sich in diesem Anhang. Die Auswirkungen von Erst- und Entkonsolidierung von Tochterunternehmen, Joint Ventures sowie assoziierten Unternehmen werden im Abschnitt „Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden“ (siehe Kapitel 3) dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Zur Anpassung an internationale Gepflogenheiten wurde die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung gegenüber dem veröffentlichten Konzernabschluss 2014 geändert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips auf Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Konzernabschluss der Wild Bunch AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, der die funktionale und die Berichtswährung der Konzernobergesellschaft darstellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (T€) auf- oder abgerundet. Aus rechentechnischen Gründen können Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Bundesanzeiger offengelegt.

3. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

Änderungen im Konsolidierungskreis

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 12. September 2014 wurde die Erhöhung des Grundkapitals der Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG) um € 55.872.788 durch Ausgabe von 55.872.788 neuen Aktien gegen Sacheinlagen im Zusammenhang mit der Einbringung von Anteilen an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich beschlossen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgte am 5. Februar 2015.

Die Transaktion ist als ein umgekehrter Unternehmenserwerb, eine sog. Reverse Acquisition, im Rahmen des IFRS 3 zu bewerten, sodass für Zwecke der Rechnungslegung nach IFRS die Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator AG) als erworbenes Unternehmen und die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich als Erwerber darzustellen ist.

Gemäß IFRS 3 ist der Erwerbszeitpunkt der Tag, an dem die Beherrschung des erworbenen Unternehmens auf den Erwerber übergeht. Für die Bestimmung des Erwerbszeitpunktes ist daher entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die entsprechenden Rechte, die den ehemaligen Aktionären der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich durch die ausgegebenen Wild Bunch AG-Aktien gewährt werden, entstehen.

Das Stimmrecht entsteht gem. § 134 Abs. 2 AktG mit der vollständigen Leistung der Einlage. Dies setzt jedoch voraus, dass die mit dem Stimmrecht zugrundeliegenden Aktien wirksam entstanden sind. Nach § 189 AktG wurde die Kapitalerhöhung zum Zeitpunkt der Eintragung in das Handelsregister am 5. Februar 2015 wirksam, sodass dann die das Stimmrecht gewährenden Wild Bunch AG-Aktien für die Aktionäre der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, entstanden sind.

Aus diesem Grund stellt der vorliegende Konzernabschluss eine Fortführung des Konzernabschlusses der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich dar, wobei rückwirkend das formalrechtliche Eigenkapital des bilanziellen Erwerbers bereinigt wurde, um das formal-rechtliche Eigenkapital des bilanziell erworbenen Unternehmens abzubilden. Die in diesem Konzernabschluss dargestellten Vergleichsinformationen sind die der Wild Bunch S.A., die ebenfalls rückwirkend angepasst wurden, um das formalrechtliche Eigenkapital der Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) widerzuspiegeln. Folglich sind in der Gesamtergebnisrechnung ab dem 1. Januar 2015 bis zum Erwerbszeitpunkt am 5. Februar 2015 lediglich die Zahlen der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und deren Tochterunternehmen dargestellt. Ab dem 5. Februar wurden dann die Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) und deren derzeitigen Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Aus Vereinfachungsgründen wurden die Zahlen ab dem 1. Februar 2015 für die Konsolidierung herangezogen.

Im Rahmen der Aufnahme der Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) und deren Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, die in der Anhangsangabe 4 dargestellt wird.

Die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und die Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) halten je 50 % der Anteile an der Central Film Verleih GmbH, Berlin. Durch die zuvor beschriebene Einbringung der Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich in die Wild Bunch AG (ehemals Senator AG) hält die Wild Bunch Gruppe 100 % der Anteile der Central Film Verleih GmbH. Ab dem 5. Februar 2015 wird der Abschluss der Central Film Verleih GmbH im Konzernabschluss vollkonsolidiert. Im Vorjahr und bis zum Erwerbszeitpunkt in 2015 erfolgte die Konsolidierung dieser Gesellschaft at equity.

Angaben zum Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Wild Bunch AG und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2015. Eine Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen hat und er seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann, und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:

die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d. h. der Konzern hat aufgrund aktuell bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben),
eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen und
die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Besitzt der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Beteiligungsunternehmen, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen u. a.:

Eine vertragliche Vereinbarung mit den anderen Stimmberechtigten,
Rechte, die aus anderen vertraglichen Vereinbarungen resultieren,
Stimmrechte und potenzielle Stimmrechte des Konzerns.

Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, muss der Konzern erneut prüfen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, in der Bilanz bzw. der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens und den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der Anteile ohne beherrschenden Einfluss führt.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert das Mutterunternehmen die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, so werden folgende Schritte durchgeführt:

Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und der Schulden des Tochterunternehmens,
Ausbuchung des Buchwerts der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen Tochterunternehmen,
Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen,
Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung,
Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung,
Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. -fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung,
Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des sonstigen Ergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung oder in die Gewinnrücklagen, wie es erforderlich wäre, wenn der Konzern die entsprechenden Vermögenswerte oder Schulden direkt veräußert hätte.

Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse.

Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien die gemeinschaftliche Führung ausüben und gemeinschaftliche Rechte über das Nettovermögen halten.

Die Anteile des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen bei der erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten angesetzt. Der Buchwert der Beteiligung wird angepasst, um Änderungen des Anteils des Konzerns am Nettovermögen des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmen seit dem Erwerbszeitpunkt zu erfassen. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird weder planmäßig abgeschrieben noch einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Periodenergebnis des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens. Änderungen des sonstigen Ergebnisses dieser Beteiligungsunternehmen werden im sonstigen Ergebnis des Konzerns erfasst. Außerdem werden unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens ausgewiesene Änderungen vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und soweit erforderlich in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und dem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen eliminiert.

Der Gesamtanteil des Konzerns am Ergebnis eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt und stellt das Ergebnis nach Steuern und Anteilen ohne beherrschenden Einfluss an den Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens dar.

Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens werden zum gleichen Abschlussstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Konzerns. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Rechnungslegungsmethoden vorgenommen.

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen Wertminderungsaufwand für seine Anteile an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, ob das Nettoinvestment des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen und am Buchwert ermittelt und dann der Verlust als „Wertminderung auf Finanzanlagen“ erfolgswirksam erfasst.

Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und als Verwaltungskosten ausgewiesen.

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zu dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Anschließend wird er bei der Bestimmung des Geschäfts- oder Firmenwerts berücksichtigt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss und der früher gehaltenen Anteile über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens die übertragene Gesamtgegenleistung, beurteilt der Konzern erneut, ob er alle erworbenen Vermögenswerte und alle übernommenen Schulden richtig identifiziert hat, und er überprüft die Verfahren, mit denen die Beträge ermittelt worden sind, die zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden müssen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens nach der Neubewertung immer noch die übertragene Gesamtgegenleistung, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden.

Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Konsolidierungskreis

Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises des Wild Bunch-Konzerns zum 31. Dezember 2015 ergibt sich aus folgender Darstellung:

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31.12.2015 31.12.2014
Vollkonsolidierte Gesellschaften
Inland 12 1
Ausland 16 14
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Inland 2 1
Ausland 2 2
32 18

Folgende Unternehmen wurden im Konzernabschluss erfasst:

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Vollkonsolidierte Gesellschaften Sitz Hauptgeschäftstätigkeit Anteil in % Gehalten über weitere Angaben siehe Fußnote
Lfd. Nr. 2015 2014
--- --- --- --- --- --- --- ---
Inland
1 Wild Bunch AG Berlin Holding - - - -
2 Wild Bunch Germany GmbH München Vertrieb 88,0 88,0 13 -
3 Senator Film Produktion GmbH Berlin Produktion 100,0 - 1 1, 2
4 Senator Film Verleih GmbH Berlin Vertrieb 100,0 - 1 1, 2
5 Senator Home Entertainment GmbH Berlin Vertrieb 100,0 - 1 1, 2
6 Senator Finanzierungs- und Beteiligungs GmbH Berlin Holding 100,0 - 1 -
7 Senator Film Köln GmbH Köln Produktion 100,0 - 1 1, 2
8 Senator MovInvest GmbH Berlin Finanzierung 100,0 - 1 1, 2
9 Senator Film München GmbH München Produktion 100,0 - 1 1, 2
10 Senator Reykjavik GmbH Berlin Produktion 100,0 - 3 -
11 Central Film Verleih GmbH Berlin Vertrieb 100,0 50,0 1 und 13 4
12 deutschfilm GmbH Berlin Produktion/Vertrieb 50,0 - 1 -
Ausland
13 Wild Bunch S.A. Paris, Frankreich Holding und Weltvertrieb 100,0 - 1 -
14 BIM Distribuzione s.r.l. Rom, Italien Vertrieb 100,0 100,0 13 -
15 Bunch of Talents SAS Paris, Frankreich Sonstiges 80,0 80,0 13 -
16 Continental Films SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13 -
17 Elle Driver SAS Paris, Frankreich Weltvertrieb 95,0 95,0 13 -
18 Eurofilm & Media Ltd. Killaloe, Irland Vertrieb 100,0 - 1 -
19 EWB2 SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13 -
20 EWB3 SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13 -
21 Filmoline SAS Paris, Frankreich SVOD und VOD Vertrieb 90,0 90,0 13 -
22 Wild Bunch Austria GmbH Wien, Österreich Vertrieb 100,0 - 4 -
23 Versatile SAS Paris, Frankreich Weltvertrieb 95,0 95,0 13 -
24 Vértigo Films S.L. Madrid, Spanien Vertrieb 80,0 80,0 13 -
25 Virtual Films Ltd. Dublin, Irland Vertrieb 100,0 100,0 13 -
26 Wild Bunch Distribution SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13 -
27 Wild Side Film SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13 -
28 Wild Side Video SAS Paris, Frankreich Vertrieb 100,0 100,0 13

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Anteile an assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Sitz Hauptgeschäftstätigkeit Anteil in % Gehalten über weitere Angaben siehe Fußnote
Lfd. Nr. 2015 2014
--- --- --- --- --- --- --- ---
Inland
29 Bavaria Pictures GmbH München Produktion 50,0 - 9 3
30 X Verleih AG Berlin Vertrieb 31,4 - 1 3
Ausland
31 Capricci World Nantes, Frankreich Holding 33,0 33,0 13 3
32 Circuito Cinema s.r.l. Rom, Italien Vertrieb 34,4 37,5 14 3

1 Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft

2 § 264 Abs. 3 HGB wurde angewandt

3 Ansatz at-equity

4 wurde bis zum 31. Januar 2015 at-equity in den Konzernabschluss einbezogen

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der Liquiditätssituation der deutschfilm GmbH sowie der bestehenden gesellschaftsrechtlichen Regelungen und Nebenabsprachen mit dem Mitgesellschafter der deutschfilm GmbH hat die Wild Bunch AG zum 31. Dezember 2013 die Kontrolle über die deutschfilm GmbH erlangt. Das Unternehmen wird daher zu 100 % in den Konzernabschluss integriert.

4. Erwerb Wild Bunch AG, Berlin

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 12. September 2014 wurde die Erhöhung des Grundkapitals der Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG) um € 55.872.788 durch Ausgabe von 55.872.788 neuen Aktien gegen Sacheinlagen im Zusammenhang mit der Einbringung von Anteilen an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich beschlossen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgte am 5. Februar 2015.

Der rechtliche Erwerb der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, durch die Wild Bunch AG, Berlin (ehemals Senator Entertainment AG, Berlin) stellt einen umgekehrten Unternehmenserwerb gemäß IFRS 3 dar. Dies ergibt sich daraus, dass durch die Sacheinlage in Form der Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, die vormaligen Aktionäre der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, die Mehrheit der Stimmrechte an der zusammengeschlossenen Gesellschaft erhalten haben und die Altaktionäre der Gesellschaft lediglich 24,8 % der Stimmen behalten haben. Dies hat zur Folge, dass ab dem Erwerbszeitpunkt die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, als bilanzieller Erwerber und die Wild Bunch AG, Berlin, als erworbene Gesellschaft darzustellen sind.

Der Zeitwert der erworbenen Gesellschaft (Wild Bunch AG, ehemals Senator Entertainment AG) bestimmt sich nach dem Kurs der Wild Bunch AG, Berlin am 5. Februar 2015 in Höhe von € 1,84 je Aktie, demnach bei 18.457.227 Aktien insgesamt € 33.961.297,68.

Entsprechend IFRS 3.IE5 sind der Zeitwert der Gegenleistung bzw. in diesem Fall die Anschaffungskosten, nach der „most reliable measure“ zu bestimmen. Der Zeitwert hat dabei gem. IFRS 13.24 dem Wert zu entsprechen, der am Hauptmarkt oder vorteilhaftesten Markt in einer üblichen Transaktion bei der Veräußerung der Vermögenswerte zu erzielen wäre. Die Aktien der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich werden aber nicht an einem Markt gehandelt, sodass man sich primär nach dem Zeitwert einer Wild Bunch AG Aktie zu richten hat.

Aufgrund der Reverse Acquisition stellt der vorliegende Konzernabschluss eine Fortführung des Konzernabschlusses der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich dar, wobei rückwirkend das formalrechtliche Eigenkapital des bilanziellen Erwerbers bereinigt wurde, um das formal-rechtliche Eigenkapital des bilanziell erworbenen Unternehmens abzubilden. Die in diesem Konzernabschluss dargestellten Vergleichsinformationen sind die der Wild Bunch S.A., die ebenfalls rückwirkend angepasst wurden, um das formalrechtliche Eigenkapital der Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) widerzuspiegeln. Folglich sind in der Gesamtergebnisrechnung ab dem 1. Januar 2015 bis zum Erwerbszeitpunkt am 5. Februar 2015 lediglich die Zahlen der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und deren Tochterunternehmen dargestellt. Ab dem 5. Februar wurden dann die Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) und deren derzeitige Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Aus Vereinfachungsgründen wurden die Zahlen ab dem 1. Februar 2015 für die Konsolidierung herangezogen.

Im Rahmen der Aufnahme der Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) und deren Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, die nachfolgend dargestellt wird. Diese Kaufpreisallokation wurde im September 2015 finalisiert.

Gemäß IFRS 3 ist nach Bestimmung des Erstkonsolidierungszeitpunkts sowie der Anschaffungskosten des erworbenen Geschäfts (Wild Bunch AG, Berlin) das erworbene (anteilige) Reinvermögen festzustellen und eine Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten vorzunehmen. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag ist als Geschäfts- oder Firmenwert anzusetzen oder als negativer Unterschiedsbetrag ertragswirksam zu vereinnahmen.

Kriterien für den Ansatz von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die kumulativ erfüllt sein müssen, sind:

Verlässliche Messbarkeit des Zeitwertes
Wahrscheinlicher Nutzenzufluss bzw. wahrscheinlicher Ressourcenabfluss
Identifizierbarkeit der Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Gruppe stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

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T€
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 9.094
Sachanlagen 227
Finanzanlagen 1.310
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 999
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.658
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.086
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag 336
Übrige Vermögenswerte 1.638
Liquide Mittel 6.758
Summe Vermögenswerte 28.106
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 900
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Sonstige Rückstellungen 13.917
Finanzverbindlichkeiten 17.159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.955
Sonstige Verbindlichkeiten 8.444
Summe Rückstellungen und Verbindlichkeiten 53.375
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert -25.269
Anschaffungskosten 33.961
Beizulegender Zeitwert des an der Central Film Verleih GmbH gehaltenen Eigenkapitals 4.400
Geschäfts- oder Firmenwert 63.630

Es wurden keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer erworben.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug T€ 7.159. Darauf waren Wertberichtigungen in Höhe von T€ 2.501 erfasst. Auf die erworbenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die geleisteten Anzahlungen und übrigen Vermögenswerte entfallen keine Wertberichtigungen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von T€ 63.630 reflektiert unter anderem den Wert für eine stärkere Marktposition und damit verbundene steigende Umsätze aus bestehenden und neuen Erlösquellen, beispielweise durch die Entwicklung neuer Formate im TV-Bereich. Des Weiteren spiegelt der Geschäfts- oder Firmenwert Potential aus möglichen Synergieeffekten wider. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Geschäfts- oder Firmenwert steuerlich nicht abzugsfähig ist.

Im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbs erwarb die Wild Bunch S.A., Paris, mittelbar die verbleibenden 50 % der Anteile an der Central Film Verleih GmbH, die von der Wild Bunch AG, Berlin gehalten werden. Der Wert der bereits von der Wild Bunch S.A. gehaltenen Anteile an der Central Film Verleih GmbH betrug T€ 4.400. Der ermittelte beizulegende Zeitwert der neu erworbenen Anteile betrug zum Erwerbszeitpunkt T€ 4.400, die Summe der übernommenen Net Assets zum beizulegenden Zeitwert betrug T€ 466 der resultierende Goodwill T€ 3.934.

In den Konzernabschluss 2015 wurden Umsatzerlöse in Höhe von T€ 14.344 und ein Ergebnis von T€ 483 der erworbenen Wild Bunch AG und deren zum Erwerbszeitpunkt bestehenden Tochtergesellschaften sowie der Central Film Verleih GmbH einbezogen. Insgesamt wurden Kosten in Höhe von ca. € 1 Mio. für die durchgeführte Sachkapitalerhöhung gegen die Kapitalrücklagen im Geschäftsjahr gebucht. Darüber hinaus sind keine weiteren Kosten angefallen. Wäre die am 5. Februar 2015 erworbene Wild Bunch AG (ehemals Senator AG) und deren Tochtergesellschaften zum Erwerbszeitpunkt bereits ab dem 1. Januar 2015 in den Konzernabschluss einbezogen worden, dann hätten diese zum Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse von T€ 16.088 und ein Ergebnis von T€ 19.234 beigetragen.

Die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich und die Wild Bunch AG, Berlin, (ehemals Senator AG) halten je 50 % der Anteile an der Central Film Verleih GmbH, Berlin. Durch die zuvor beschriebene Einbringung der Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich in die Wild Bunch AG (ehemals Senator AG) hält die Wild Bunch Gruppe 100 % der Anteile der Central Film Verleih GmbH. Ab dem 5. Februar 2015 wird der Abschluss der Central Film Verleih GmbH im Konzernabschluss vollkonsolidiert. Im Vorjahr und bis zum Erwerbszeitpunkt in 2015 erfolgte die Konsolidierung dieser Gesellschaft at-equity. Die identifizierbaren Vermögensgegenstände und Schulden dieser Gesellschaft sind in der oben abgebildeten Tabelle mitenthalten.

5. Ermessensausübung und Schätzungsunsicherheiten

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit IFRS verlangt vom Management, Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen zum Zeitpunkt der Bilanzierung beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf der bestmöglichen Beurteilung durch das Management aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und weiteren Faktoren, einschließlich der Einschätzungen künftiger Ereignisse. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Änderungen der Einschätzungen sind notwendig, sofern sich die Gegebenheiten, auf denen die Einschätzungen basieren, geändert haben oder neue Informationen und zusätzliche Erkenntnisse vorliegen. Solche Änderungen werden in jener Berichtsperiode erfasst, in der die Einschätzung angepasst wurde.

Die wichtigsten Annahmen über die zukünftige Entwicklung sowie die wichtigsten Quellen von Unsicherheiten bei den Einschätzungen, die bei den bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie den ausgewiesenen Erträgen, Aufwendungen und Eventualverbindlichkeiten in den nächsten zwölf Monaten bedeutende Anpassungen erforderlich machen könnten, sind nachfolgend dargestellt.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Die Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Das Filmvermögen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf ihre Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Beurteilung, ob eine Wertminderung vorliegt, werden Einschätzungen der zu erwartenden zukünftigen Geldflüsse je zahlungsmittelgenerierender Einheit aus der Nutzung und eventuellen Veräußerung dieser Vermögenswerte vorgenommen. Die tatsächlichen Geldflüsse können von den auf diesen Einschätzungen basierenden diskontierten zukünftigen Geldflüssen bedeutend abweichen. Veränderungen in den Umsatz- und Cashflow­Prognosen können eine Wertminderung zur Folge haben (Punkt 18 „Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“).

Wertminderung von Anteilen an at-equity bilanzierten und anderen Unternehmen

Die Anteile an at-equity bilanzierten und anderen Unternehmen werden auf ihre Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Beurteilung, ob eine Wertminderung vorliegt, werden Einschätzungen der zu erwartenden zukünftigen Geldflüsse je zahlungsmittelgenerierender Einheit aus der Nutzung und eventuellen Veräußerung dieser Vermögenswerte vorgenommen. Die tatsächlichen Geldflüsse können von den auf diesen Einschätzungen basierenden diskontierten zukünftigen Geldflüssen bedeutend abweichen. Veränderungen in den Umsatz- und Cashflow-Prognosen können eine Wertminderung zur Folge haben.

Wertminderung von Forderungen

Der Konzern hat zum Bilanzstichtag Forderungen bilanziert, deren Fälligkeit bereits mehr als 120 Tage beträgt. Auf Basis von Erfahrungswerten sowie objektiven Hinweisen wurden für diese Forderungen Wertberichtigungen gebildet, deren Höhe das Management für angemessen erachtet. Aus diesen Schätzungen resultiert die Unsicherheit, dass in zukünftigen Perioden nicht antizipierte Forderungsverluste erfasst werden müssen (Punkt 23 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“).

Rückstellungen für erwartete Warenretouren

Die Rückstellungen des Konzerns für erwartete Warenretouren basieren auf der Analyse von vertraglichen oder gesetzlichen Verpflichtungen und historischen Entwicklungen sowie der Erfahrung des Konzerns. Aufgrund der zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Informationen erachtet das Management die gebildeten Rückstellungen als angemessen. Da diese Rückstellungen u.a. auf den Erfahrungen der Vergangenheit beruhen, müssen diese möglicherweise angepasst werden, sobald neue Informationen vorliegen. Solche Anpassungen könnten einen Einfluss auf die bilanzierten Rückstellungen zukünftiger Berichtsperioden haben (Punkt 31 „Sonstige Rückstellungen“).

Verbindlichkeiten aus Lizenzgeberanteilen

Die Konzerngesellschaften sind verschiedenen Nachforderungen von Lizenzgebern hinsichtlich deren Anteile aus der Vermarktung von Filmrechten ausgesetzt. Der Konzern geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Verbindlichkeiten die Risiken decken. Es könnten jedoch weitere Ansprüche erhoben werden, deren Kosten durch die bestehenden Verbindlichkeiten nicht gedeckt sind. Solche auftretenden Änderungen können Auswirkungen auf die in zukünftigen Berichtsperioden für Lizenzgeberanteile bilanzierte Verbindlichkeiten haben (Punkt 34 „Sonstige Verbindlichkeiten“).

Zeitwerte im Rahmen der Reverse Acquisition

Alle im Rahmen des Zusammenschlusses zwischen der Senator Entertainment AG und der Wild Bunch S.A. identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden wurden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die angesetzten Zeitwerte sind mit Schätzunsicherheiten behaftet. Bei den identifizierten immateriellen Vermögenswerten, wurde der beizulegende Zeitwert mittels allgemein anerkannter Bewertungsverfahren ermittelt.

Annahme der Unternehmensfortführung

Der Konzernabschluss der Gesellschaft ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Zur Sicherung der Liquiditätslage hat die Wild Bunch Gruppe am 5. April 2017 mit der in London ansässigen Geschäftsbank Bank Leumi Plc (UK) einen Kreditrahmenvertrag über eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von 30 Millionen Euro geschlossen. Der bis 2019 laufende Kreditrahmen erlaubt es den deutschen, italienischen und spanischen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe sowie der Wild Bunch AG bestehende Finanzierungen zurückzuführen und ihr laufendes Geschäft zu finanzieren. Eine erste Ziehung in Höhe von rund € 20 Mio. erfolgte am 18. Juli 2017. Zudem wurde eine freibleibende Erhöhung der Kreditlinie durch den Beitritt der französischen Gesellschaften und unter der Voraussetzung des Eintritts weiterer Bedingungen auf bis zu € 100 Mio. im Vertrag vorgesehen; zur Nutzung der erweiterten Kreditlinie ist eine erneute Zustimmung der Bank Leumi Plc (UK) und ggf. weiterer Konsortialbanken erforderlich (siehe Ausführungen zu bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken unter Abschnitt 5.1.3 des Konzernlageberichts).

Darüber hinaus bestand zum Bilanzstichtag ein deutlicher Überhang an kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie bestehenden Verpflichtungen für zukünftige Filmrechteeinkäufe im Verhältnis zu den kurzfristigen Vermögenswerten. Neben der Umsetzung des Kreditrahmenvertrags mit Bank Leumi hat das Unternehmen weitere Maßnahmen angestoßen, um diese Unterdeckung zu vermindern. So wurden im Geschäftsjahr 2016 Verhandlungen mit Lieferanten geführt und teilweise neue Zahlungsziele vereinbart. Zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur, z.B. durch Kapitalmaßnahmen, sind geplant.

Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht zu den bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken.

6. Anpassung des Vorjahresabschlusses gemäß IAS 8.41

Im Zusammenhang der Transaktion zwischen der Wild Bunch S.A., Paris, und Wild Bunch AG, Berlin, (vormals: Senator Entertainment AG, Berlin) im Frühjahr 2015 hat der Konzern folgende Fehler in der Bilanzierung festgestellt. Die Fehler wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 retrospektiv korrigiert.

Der Konzern hält eine Beteiligung an der Circuito Cinema s.r.l., Rom. Im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss im Frühjahr 2015 hat der Konzern festgestellt, dass ein Wertminderungstest der Beteiligung für die vergangenen Konzernabschlüsse nicht durchgeführt wurde. Der Fehler wurde berichtigt.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2013 im Rahmen eines Stufenerwerbs seinen 50 %i-gen Anteil an der Continental Films S.A. auf 100 % aufgestockt. Im Zusammenhang mit diesem Vorgang wurde das Eigenkapital des Konzerns durch den Erwerb eigener Aktien herabgesetzt sowie eine Neustrukturierung der Fremdfinanzierung der Continental Films S.A. vorgenommen. Im Rahmen der Aufteilung des Kaufpreises auf das erworbene Nettoreinvermögen wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge der Continental Films S.A. in Höhe von TEUR 17.917 angesetzt. Da die Continental Films S.A. in der näheren Vergangenheit eine Reihe von Verlusten aufwies und keine steuerliche Planungsrechnung zum Erwerbszeitpunkt vorlag, war der Ansatz eines entsprechenden Vermögenswertes fehlerhaft. Der Fehler wurde berichtigt.

Für die Auswertung erworbener Filmrechte führt der Konzern Lizenzgeberanteile an die Produzenten der Filme ab. Diese Lizenzgeberanteile sind in der Regel erst nach Erreichen einer vereinbarten Minimumgarantie und Vermarktungskosten fällig. In der Vergangenheit wurden Verbindlichkeiten für die Lizenzgeberanteile auf Basis einer Schätzung bereits mit dem ersten Umsatz erfasst. Dieser Fehler wurde korrigiert, sodass Verbindlichkeiten erst mit Erreichen der Minimumgarantie und Vermarktungskosten erfasst werden. Als Folge dieser Änderungen wurden außerdem die Abschreibungen angepasst, da diese nach den erwarteten Nettoerlösen gebildet werden. Zudem wurden Schätzungsänderungen hinsichtlich der erwarteten Nettoerlöse bisher nicht, wie von IAS 8.36 gefordert prospektiv, sondern retrospektiv berücksichtigt. Der Fehler wurde ebenfalls korrigiert.

Unter Sonstige wurden diverse Umgliederungen erfasst. Die Gruppe bilanzierte zum Beispiel Umsatz aus einem Agenturvertrag als Bruttoumsatzerlöse und zeigte die korrespondierenden Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in 2014. Bei einem Agenturvertrag wird nur die Provision in den Umsatzerlösen gezeigt. Alle anderen Erlöse und Kosten im Zusammenhang mit dem Agenturvertrag müssen bei dem Vertragspartner ausgewiesen werden. Des Weiteren wies die Gruppe Kontokorrentkredite saldiert mit den Liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag aus. Die Fehler wurden berichtigt.

Die Fehler wurden berichtigt, indem die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanzpositionen folgendermaßen angepasst wurden (Abnahme (-)):

2014

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Circuito Cinema Goodwill Continental Bewertung von Filmrechten Lizenzgeberabführungen Sonstige Summe 2014
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--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse und sonstige Erlöse aus dem Filmgeschäft 0 0 0 0 -4.474 -4.474
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 0 0 2.277 3.478 -4.474 1.281
Bruttogewinn 0 0 -2.277 -3.478 0 -5.755
Operatives Ergebnis 0 0 -2.277 -3.478 0 -5.755
Zuschreibungen auf Finanzanlagen 2.136 0 0 0 0 2.136
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.136 0 -2.277 -3.478 0 -3.619
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -670 0 845 1.162 0 1.337
Ergebnis 1.465 0 -1.432 -2.316 0 -2.282
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 0 0 -123 -2 0 -125
Ergebnisanteil der Aktionäre der Wild Bunch AG 1.465 0 -1.309 -2.314 0 -2.157

31.12.2014

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Circuito Cinema Goodwill Continental Bewertung von Filmrechten Lizenzgeberabführungen Sonstige Summe 31.12.2014
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Goodwill 0 17.917 0 0 0 17.917
Filmrechte 0 -5.395 0 0 -5.395
Finanzanlagen -4.254 0 0 0 0 -4.254
Verbindlichkeiten 0 0 0 -6.343 0 -6.343
Aktive Steuerabgrenzungen 0 -17.917 0 -2.110 0 -20.027
Passive Steuerabgrenzungen -1.336 0 -1.746 0 0 -3.082
Auswirkung auf das Eigenkapital -2.918 0 -3.649 4.233 0 -2.334
davon entfallen auf Aktionäre der Wild Bunch AG -2.918 0 -3.542 4.229 0 -2.231
davon entfallen auf andere Gesellschafter 0 0 -107 4 0 -103

01.01.2014

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Circuito Cinema Goodwill Continental Bewertung von Filmrechten Lizenzgeberabführungen Sonstige Summe 01.01.2014
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Goodwill 0 17.917 0 0 0 17.917
Filmrechte 0 0 -3.118 0 0 -3.118
Finanzanlagen -6.390 0 0 0 0 -6.390
Verbindlichkeiten 0 0 0 -9.821 0 -9.821
Aktive Steuerabgrenzungen 0 -17.917 0 -3.272 0 -21.189
Passive Steuerabgrenzungen -2.006 0 -901 0 0 -2.907
Auswirkung auf das Eigenkapital -4.384 0 -2.217 6.548 0 -52
davon entfallen auf Aktionäre der Wild Bunch AG -3.025 0 -2.233 6.542 0 1.285
davon entfallen auf andere Gesellschafter -1.3591 0 16 6 0 -1.337

1 Die TEUR -882 gehen im Jahr 2014 durch den Erwerb der restlichen Anteile an der BIM Distribuzione s.r.l. aus dem Eigenkapitalanteil der nicht-beherrschenden Gesellschafter ab.

Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf das sonstige Ergebnis der Periode oder die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit des Konzerns.

7. Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Geschäftsjahr 2015 konzerneinheitlich angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert und werden nachfolgend dargestellt:

Die Bilanz wurde nach kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden strukturiert, wobei als kurzfristig alle Vermögenswerte und Schulden deren Realisierung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird, angesehen werden. Alle anderen Vermögenswerte oder Schulden werden als langfristig eingestuft. Finanzierungen für Projekte werden vorrangig durch Rechte aus diesen Projekten besichert.

Der Konzern hat bestimmte Standards und Änderungen, die für am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sind, erstmalig angewandt. Der Konzern hat keine weiteren Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewandt, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind.

Die Art und die Auswirkungen der einzelnen neuen Standards und Änderungen sind im Folgenden beschrieben.

Auf eine detaillierte Beschreibung der Änderungen folgender neu anzuwendender Standards wurde verzichtet, da diese für den Konzernabschluss nicht relevant sind und daher keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben:

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Standards/Änderungen/Interpretationen Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem
IFRIC 21 Abgaben 17. Juni 2014
Jährlicher Verbesserungsprozess der IFRS (2011-2013) 1. Januar 2015

Standards von Bedeutung für zukünftige Konzernabschlüsse der Wild Bunch AG

IASB und IFRIC haben neue und geänderte Standards und Interpretationen veröffentlicht, die in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und teilweise auch noch nicht in EU-Recht übernommen waren. Der Konzern beabsichtigt diese Standards und Interpretationen anzuwenden, sobald sich eine verpflichtende Anwendung ergibt.

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Standard/Interpretation Datum des EU-Endorsement (voraussichtliche) Anwendungspflicht in der EU
Änderungen an IFRS 2: der Klarstellung der Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
Änderungen an IFRS 4: Anwendung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ gemeinsam mit IFRS 4 „Versicherungsverträge“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
IFRS 17 „Versicherungsverträge“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2021
Klarstellung IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
Jährliches Verbesserungsprojekt „Improvements to IFRSs 2014-2016 Cycle“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
IFRIC 22 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
Änderung an IAS 40 „Transfer of Investment Property“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
IFRIC 23 „Unsicherheit in Bezug auf Ertragsteuern“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2019
IFRS 9: Neuer Standard "Finanzinstrumente": Einordnung und Bewertung von Finanzinstrumenten 22. November 2016 1. Januar 2018
IFRS 14: Neuer Standard „Regulatorische Abgrenzungsposten“ Übernahme wird nicht vorgeschlagen offen
IFRS 15: Neuer Standard „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ incl. Klarstellungen vom 12. April 2016 22. September 2016 1. Januar 2018
IFRS 16: Neuer Standard „Leasingverhältnisse“ Noch nicht übernommen 1. Januar 2019
Änderung an IAS 1 „Angabeninitiative“ 18. Dezember 2015 1. Januar 2016
Änderung des IAS 19: Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge (Änderungen an IAS 19 'Leistungen an Arbeitnehmer') 17. Dezember 2014 1. Februar 2015
Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme 22. September 2016 1. Januar 2016
Änderungen an IFRS 11 Bilanzierung von Erwer- ben von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit 24. November 2015 1. Januar 2016
Änderungen zu IAS 7: Angabeninitiative - Oberleitung von Schulden aus Finanzierungstätigkeiten Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
Änderungen zu IAS 12: Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste Noch nicht übernommen 1. Januar 2018
Änderungen an IAS 16 und IAS 38 Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 2. Dezember 2015 1. Januar 2016
Änderungen an IAS 16 und IAS 41 Landwirtschaft: fruchttragende Pflanzen 23. November 2015 1. Januar 2016
Änderungen an IAS 27 Equity-Methode im separaten Abschluss 18. Dezember 2015 1. Januar 2016
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture vom IASB auf unbestimmte Zeit verschoben offen
Jährliches Verbesserungsprojekt „Improvements to IFRSs 2010-2012 Cycle“ 17. Dezember 2014 1. Februar 2015
Jährliches Verbesserungsprojekt „Improvements to IFRSs 2012-2014 Cycle“ 15. Dezember 2015 1. Januar 2016

IFRS 9 Finanzinstrumente

IFRS 9 führt einen einheitlichen Ansatz zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ein. Als Grundlage bezieht sich der Standard dabei auf die Zahlungsstromeigenschaften und das Geschäftsmodell, nach dem die Zahlungsströme gesteuert werden. Ferner sieht IFRS 9 ein neues Wertminderungsmodell vor, das auf den erwarteten Kreditausfällen basiert. Der Standard enthält zudem neue Regelungen zur Anwendung von Hedge Accounting, um die Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens besser darzustellen, insbesondere im Hinblick auf die Steuerung von nicht finanziellen Risiken. Der neue Standard ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen; eine vorzeitige Anwendung ist vorbehaltlich eines EU-Endorsements zulässig.

Der Konzern beabsichtigt, den neuen Standard zum vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens anzuwenden. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Konzern eine vorläufige Bewertung der Auswirkungen aller drei Aspekte von IFRS 9 durchgeführt. Diese vorläufige Beurteilung basiert auf aktuell verfügbaren Informationen und kann sich aufgrund weiterer detaillierter Analysen oder zusätzlicher angemessener und belastbarer Informationen, die dem Konzern in der Zukunft zur Verfügung gestellt werden, ändern. Insgesamt rechnet der Konzern nicht mit wesentlichen Auswirkungen auf seine Bilanz und das Eigenkapital mit Ausnahme des Effekts, der sich aus der Anwendung der Wertminderungsvorschriften in IFRS 9 ergibt. Der Konzern rechnet mit gegebenenfalls höheren zu bildenden Risikovorsorgen aufgrund der Prämisse in der Neuregelung, zukünftig auch erwartete Verluste abzubilden, die sich nachteilig auf das Eigenkapital auswirken würden. Künftig wird eine detaillierte Bewertung durchgeführt, um das Ausmaß dieser Auswirkungen festzustellen.

Im Geschäftsjahr verwendete die Wild Bunch AG derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsschwankungen bei Filmrechteeinkäufen in Fremdwährungen. Diese werden hauptsächlich in US-Dollar getätigt. Das Fremdwährungsrisiko entsteht dadurch, dass die Einnahmen aus der Verwertung dieser Rechte ausschließlich in EUR anfallen. Da IFRS 9 keine Änderung der allgemeinen Grundsätze, wie ein Unternehmen effektive Sicherungsbeziehungen zu bilanzieren hat, vorsieht, rechnet der Konzern nicht damit, dass die Anwendung von IFRS 9 wesentliche Auswirkungen auf seinen Abschluss hat.

IFRS 15 Umsatzrealisierung

Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden mit dem Betrag abbilden, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. IFRS 15 enthält ferner Vorgaben zum Ausweis der auf Vertragsebene bestehenden Leistungsüberschüsse oder -verpflichtungen. Dies sind Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen, die sich abhängig vom Verhältnis der vom Unternehmen erbrachten Leistung und der Zahlung des Kunden ergeben. Zudem fordert der neue Standard die Offenlegung einer Reihe quantitativer und qualitativer Informationen, um Leser des Konzernabschlusses in die Lage zu versetzen, die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und Zahlungsströmen aus Verträgen mit Kunden zu verstehen. IFRS 15 ersetzt IAS 11 „Fertigungsaufträge“ und IAS 18 „Umsatzerlöse“ sowie die dazugehörigen Interpretationen. Der Standard ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen; eine vorzeitige Anwendung ist vorbehaltlich eines EU-Endorsements zulässig.

Im Geschäftsjahr 2016 führte der Konzern eine vorläufige Beurteilung von IFRS 15 durch, die sich im Zuge der weiteren detaillierteren Analyse möglicherweise ändern kann. Des Weiteren berücksichtigt der Konzern die vom IASB im April 2016 veröffentlichten Klarstellungen und wird die weiteren Entwicklungen zur Auslegung von IFRS 15 beobachten.

Der Konzern ist ein unabhängiges, europäisches Filmverleih- und Produktionsunternehmen, das im Direktvertrieb in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und Österreich, im Weltvertrieb sowie in der Finanzierung von Koproduktionen und dem elektronischen Direktvertrieb von Filmen und TV-Serien tätig ist. Filmrechte werden grundsätzlich einzeln in Verträgen mit Kunden veräußert.

Der Konzern ist zu der Einschätzung gelangt, dass die Leistungen nicht über einen Zeitraum erbracht werden, da dem Kunden der Nutzen aus den Verträgen ab einem gewissen Zeitpunkt vollumfänglich zusteht. Auf dieser Grundlage würde der Konzern Erlöse aus diesen Verträgen auch weiterhin zeitpunktbezogen und nicht zeitraumbezogen erfassen.

Die Darstellungs- und Angabevorschriften des IFRS 15 gehen weit über die Bestimmungen der aktuellen Standards hinaus. Die neuen Darstellungsvorschriften sind eine wesentliche Änderung gegenüber der aktuellen Praxis und erfordern in Zukunft deutlich-mehr Angaben im Konzernabschluss. IFRS 15 erfordert quantitative und qualitative Angaben zur Untergliederung der Erlöse, zu Leistungsverpflichtungen und Vertragssalden sowie zu signifikanten Ermessensentscheidungen und aktivierte Vertragskosten, wobei viele dieser Angabevorschriften vollständig neu sind.

IFRS 16 „Leasing“

IFRS 16 löst IAS 17 „Leasingverhältnisse“ sowie die zugehörigen Interpretationen ab. Gemäß der Neuregelung haben Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer korrespondierenden Leasingverbindlichkeit zu bilanzieren. Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn die Vertragserfüllung von der Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts abhängt und der Kunde zugleich die Kontrolle über die Nutzung dieses Vermögenswerts über einen Zeitraum im Austausch für eine Gegenleistung erlangt. Die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt grundsätzlich als Finanzierungsvorgang, so dass das Nutzungsrecht im Regelfall linear abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode fortzuschreiben ist. Von diesem Grundsatz sind Leasingverträge mit einer Gesamtlaufzeit von maximal zwölf Monaten sowie Leasingverhältnisse über sogenannte geringwertige Vermögenswerte (Neuwert von bis zu US$ 5.000) ausgenommen. In diesen Fällen hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, eine Bilanzierung vergleichbar dem bisherigen Operating-Leasing zu wählen. IFRS 16 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, sofern auch IFRS 15 zu diesem Zeitpunkt bereits angewendet wird. Die Übernahme des IFRS 16 in europäisches Recht steht noch aus. Die Anwendung des IFRS 16 wird dazu führen, dass Leasingverträge zukünftig in der Bilanz angesetzt werden.

Der Konzern beabsichtigt, den neuen Standard zum vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens anzuwenden. Basierend auf einer ersten Analyse wurden die nachfolgend aufgeführten Effekte ermittelt. Die Analyse ist jedoch noch nicht abgeschlossen und wird von Seiten des Konzerns stetig im Lichte der Entwicklung der Auslegung von IFRS 16 aktualisiert.

Der Konzern hat bislang überwiegend Operating-Leasingverhältnisse über bewegliche Vermögenswerte (Multifunktionsdrucker) sowie über Immobilien (Büroräume) abgeschlossen. Bisher sind die Zahlungsverpflichtungen für Operating-Leasingverhältnisse lediglich im Anhang anzugeben. Künftig sind jedoch die aus diesen Leasingverhältnissen resultierenden Rechte und Verpflichtungen als Vermögenswert (Nutzungsrecht am Leasinggegenstand) und Schuld (Leasingverbindlichkeit) verpflichtend in der Bilanz anzusetzen. Der Konzern erwartet daraus eine Erhöhung der Bilanzsumme zum Erstanwendungszeitpunkt.

Hinsichtlich des in den künftigen Perioden anfallenden Umfangs der bilanziell zu erfassenden Leasingverhältnisse auf Leasingnehmerseite verweisen wir darüber hinaus auf Punkt 43 (Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten).

In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Aufwand aus Operating-Leasingverhältnissen bislang unter dem Posten sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. Zukünftig werden stattdessen Abschreibungen auf das Nutzungsrecht und Zinsaufwendungen für die Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen.

In der Kapitalflussrechnung werden Zahlungen für Operating-Leasingverhältnisse bislang im Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Zukünftig werden die Zahlungen für Operating-Leasingverhältnisse in Zinszahlungen sowie Tilgungszahlungen aufgeteilt werden. Während die Zinszahlungen weiterhin im Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen werden, werden die Tilgungszahlungen dem Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet werden.

Auf eine weitere detaillierte Darstellung von neuen oder geänderten Standards bzw. Interpretationen wird im Folgenden verzichtet, da die Auswirkungen aus ihrer erstmaligen

Anwendung auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns voraussichtlich von untergeordneter Bedeutung sein werden.

Fremdwährungsumrechnung

Die funktionale Währung der Wild Bunch AG sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Transaktionen in Währungen, die nicht der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens entsprechen, werden von den Gesellschaften unter Anwendung des am Transaktionsdatum gültigen Wechselkurses erfasst. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden am Bilanzstichtag zum Stichtagskurs umgerechnet.

Gewinne bzw. Verluste aus der Abwicklung dieser Transaktionen sowie Gewinne bzw. Verluste aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Für die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den einzelnen Abschlüssen werden die folgenden Wechselkurse zugrunde gelegt:

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Stichtagskurs (Basis: 1 €)
31.12.2015 31.12.2014
--- --- ---
US-Dollar 1,0887 1,2141

Im Übrigen bestehen keine nennenswerten Bilanzpositionen in anderen Fremdwährungen.

Alle im Geschäftsjahr und Vorjahr in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen der Wild Bunch AG haben den Euro als funktionale Währung.

Segmente

Der Konzern ist in zwei Segmente/Geschäftsfelder gegliedert, die einzeln gesteuert werden. Finanzinformationen über Geschäftsfelder und geographische Segmente sind in der Erläuterung Punkt 39 „Segmentberichterstattung“ dargestellt.

Die Abgrenzung der Segmente und die Segmentberichterstattung erfolgen auf Grundlage der internen Berichterstattung der Organisationseinheiten an die Konzernleitung im Hinblick auf die Allokation von Ressourcen und die Bewertung der Ertragskraft. Die Festlegung der Geschäftssegmente des Konzerns basiert auf den Organisationseinheiten und die Zuordnung der Organisationseinheiten zu den Geschäftssegmenten beruht auf der internen Berichterstattung an das Management. Der Konzern besteht aus den Segmenten:

1. Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion
2. und Sonstiges.

Die Konzernfunktionen werden unter den nicht zurechenbaren Erträgen und Aufwendungen abgebildet. Diese beinhalten die eigentliche Konzernleitung, Recht, Konzernrechnungswesen, Controlling und IT.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Der Konzern beurteilt seine Finanzinstrumente, einschließlich Derivate, und die nicht finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, an jedem Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den unabhängige Marktteilnehmer unter marktüblichen Bedingungen zum Bewertungsstichtag bei Verkauf eines Vermögenswerts vereinnahmen bzw. bei Übertragung einer Verbindlichkeit zahlen würden (Exit-Preis).

Bei der Bewertung wird unterstellt, dass der Verkauf bzw. die Übertragung auf dem Hauptmarkt oder vorteilhaftesten Markt für diesen Vermögenswert bzw. diese Verbindlichkeit erfolgt. Falls ein Hauptmarkt nicht verfügbar ist, wird vorausgesetzt, dass für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der vorteilhafteste Markt herangezogen wird. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld wird bemessen unter der Annahme, dass Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert oder die Schuld in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.

Alle Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bemessen oder im Anhang ausgewiesen werden, sind folgenden Stufen der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, basierend auf dem niedrigsten Inputfaktor, der für die Bemessung insgesamt wesentlich ist:

Stufe 1: In aktiven, für den Konzern am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise (z. B. Börsenkurse),
Stufe 2: Andere Inputfaktoren als die in Stufe 1 aufgenommenen Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind (z. B. Zinsstrukturkurven, Währungsterminkurse) sowie
Stufe 3: Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind (z. B. geschätzte zukünftige Ergebnisse).

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt anhand der Hierarchie-Tabelle.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von langfristigen Finanzinstrumenten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten für die Anhangsangaben wird durch Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit den für Finanzinstrumenten vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten aktuell geltenden Zinsen bestimmt sofern keine Stufe 1 Bewertung möglich ist. Die Ermittlung der laufzeitadäquaten Zinssätze erfolgt jährlich zum Abschlussstichtag. Bei Schuldinstrumenten wird dabei das eigene Ausfallrisiko mitberücksichtigt.

Für Vermögenswerte und Schulden, welche wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden, bestimmt der Konzern jeweils zum Ende der Berichtsperiode, ob es Transfers zwischen den Stufen der Fair Value-Hierarchie gibt und zwar basierend auf dem niedrigsten Inputfaktor, der für die Bemessung insgesamt wesentlich ist.

Umsatzrealisierung/erhaltene Anzahlungen

Umsätze werden in Übereinstimmung mit IAS 18 realisiert, wenn die folgenden Bedingungen kumulativ erfüllt sind:

(a) der Wild Bunch-Konzern hat die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Waren und Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übertragen,
(b) dem Wild Bunch-Konzern verbleibt weder ein fortdauerndes Verfügungsrecht, wie es gewöhnlich mit dem wirtschaftlichen Eigentum verbunden ist, noch eine wirksame Beherrschung über die verkauften Gegenstände und Rechte,
(c) die Höhe der Erlöse kann verlässlich bestimmt werden,
(d) es ist hinreichend wahrscheinlich, dass dem Konzern der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird, und
(e) die in Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen oder noch anfallenden Kosten können verlässlich bestimmt werden.

Umsätze werden erfasst, wenn die Übertragung der mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen mit dem Übergang des rechtlichen Eigentums und der Übergabe des Besitzes zeitlich zusammenfällt. Sofern die Gesellschaft wesentliche mit dem Eigentum verbundene Risiken behält, werden die aus der Transaktion resultierenden Umsätze nicht erfasst.

Gehen beim Konzern vor diesen Erlösrealisierungszeitpunkten Zahlungen von Lizenznehmern ein, werden diese zunächst als erhaltene Anzahlung gebucht.

Erträge und Aufwendungen, die sich auf dieselbe Transaktion oder dasselbe sonstige Ereignis beziehen werden gleichzeitig erfasst.

Im Folgenden werden die einzelnen Umsatztransaktionen detailliert erläutert:

(1) Weltvertrieb

Der Verkauf von Weltrechten (alle Verwertungsstufen je Auswertungsgebiet) gegen eine feste Gebühr sind Lizenzverkäufe gemäß IAS 18 und werden wie der Verkauf von Gütern realisiert, wenn die wesentlichen Risiken und Rechte im Zusammenhang mit der Auswertung des Rechts auf den Kunden übergegangen sind.

Für diese Verkäufe wird angenommen, dass die wesentlichen Risiken und Rechte im Zusammenhang mit der Auswertung des Rechts übergegangen sind, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind (Umsatzrealisierung für die Minimumgarantie).

(a) Der Lizenzvertrag mit den Vertragsbedingungen wurde von beiden Parteien unterschrieben und ist durchsetzbar.
(b) Der Verkäufer hat seine Vertragsverpflichtungen erfüllt, das Material wurde geliefert und Abnahme des Materials ist erfolgt.
(c) Der Käufer ist in der Lage das erworbene Recht uneingeschränkt zu nutzen.

Die Minimumgarantie ist der vom Konzern an einen Dritten (z. B. Verleiher) nicht zurückzuzahlende Betrag für ein Filmrecht. Soweit die Erlöse des Dritten diese Minimumgarantie sowie die Vermarktungskosten übersteigen, werden vereinbarte Lizenzgeberanteile als Umsatz erfasst, sobald sie vom lokalen Verleiher schriftlich bestätigt werden.

(2) Kinorechte

Der Umsatz aus Vorführrechten für Filme wird ab Kinostart des Films realisiert. Die Kinobetreiber melden die Anzahl der Kinobesucher und die entsprechenden Kinoerlöse. Die Umsätze aus Vorführrechten, die von Kinobetreibern an den Verleiher abgeführt werden, berechnen sich aufgrund eines Prozentsatzes der Erlöse aus dem Verkauf von Kinokarten.

(3) Home Entertainment

Die Video/DVD-Rechte der Konzernunternehmen werden aufgrund von monatlichen Verkaufszahlen erfasst. Am Ende des Monats werden Rückstellungen für Rabatte, die Kunden gewährt werden und für Retouren gebildet. Diese Rückstellungen reduzieren die Umsatzerlöse. Umsätze aus dem VOD- und Pay-per-View-Vertrieb werden auf monatlicher Basis mit Erhalt der Abrechnungen der Plattformbetreiber erfasst.

(4) Fernsehrechte (Pay- und Free-TV)

Der Wild Bunch-Konzern behandelt Lizenzverträge für TV-Programmmaterial als den Verkauf eines Rechtes oder einer Gruppe von Rechten.

Erträge aus einem Lizenzvertrag für TV-Programmmaterial werden erfasst, wenn alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

(a) die Lizenzgebühr für jeden Film ist bekannt,
(b) die Kosten eines jeden Films und die mit dem Verkauf zusammenhängenden Kosten sind bekannt oder können angemessen bestimmt werden,
(c) die Vereinnahmung der gesamten Lizenzgebühr ist hinreichend sichergestellt,
(d) der Film wurde von dem Lizenznehmer gemäß den mit dem Lizenzvertrag einhergehenden Bedingungen angenommen,
(e) der Film steht für die erste Ausstrahlung oder Sendung zur Verfügung. Sofern jedoch nicht die Lizenz eines Dritten, welche sich mit der veräußerten Lizenz überschneidet, die Nutzung durch den Lizenznehmer verhindert, beeinflussen vertragliche Einschränkungen in dem Lizenzvertrag oder einem sonstigen Lizenzvertrag mit demselben Lizenznehmer bezüglich des Zeitpunktes der Ausstrahlungen diese Bedingungen nicht.

Die Umsätze werden jeweils ohne die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer, gewährte Preisnachlässe und Mengenrabatte erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Projektförderung

Bei den Förderungen wird zwischen Projektförderungen als bedingt rückzahlungspflichtigen Darlehen und Referenzmitteln bzw. Projektfilmförderung nach den Richtlinien des Beauftragten für Kultur und Medien BKM (Deutscher Filmförderfonds DFFF) als nicht rückzahlbaren Zuschüssen unterschieden.

Projektförderung als bedingt rückzahlungspflichtiges Darlehen

Projektfilmförderungen werden in Form eines bedingt rückzahlbaren zinslosen Darlehens nach den Bestimmungen des Filmfördergesetzes bzw. der jeweiligen Länderförderungen (z. B. Medienboard Berlin-Brandenburg Förderrichtlinien) gewährt. Diese sind zurückzuzahlen, sobald und soweit die Erträge des Herstellers aus der Verwertung des Films eine bestimmte Höhe übersteigen. Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte. Diese werden in der Bilanz in Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags vom Buchwert des Filmvermögens abgesetzt.

Die Zuwendungen werden mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags der aktivierten Herstellungskosten über den Auswertungszyklus eines Films ergebniswirksam erfasst. Die Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags ist in der Regel zum Zeitpunkt des Kinostarts ermittelbar. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt werden, dass ein weiterer Teil eines Darlehens zurückzuzahlen ist, wird in Höhe dieses Betrags der Buchwert des Filmvermögens erhöht, bei gleichzeitiger Passivierung einer Verpflichtung. Die zusätzliche Abschreibung, die bei einem Fehlen der Zuwendung bis zu diesem Zeitpunkt zu erfassen gewesen wäre, wird direkt im Gewinn und Verlust erfasst.

Projektreferenzmittel

Projektreferenzmittel sind nicht rückzahlbare Zuschüsse, die einem Produzenten in Abhängigkeit der erreichten Besucherzahl bei der Kinoauswertung eines Films (Referenz-film) zur Finanzierung der Projektkosten eines Folgefilms zustehen. Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Referenzmittel in den sonstigen filmbezogenen Erträgen ausgewiesen, wenn die Voraussetzungen für den Erhalt der Referenzmittel erfüllt sind. Gleichzeitig werden die Forderungen in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Projektfilmförderung nach den Richtlinien des BKM (DFFF)

Projektfilmförderungen nach den Richtlinien des BKM (DFFF) stellen nicht rückzahlungspflichtige Zuwendungen dar, die zur Erstattung der Herstellungskosten eines Kinofilms nach Erfüllung von klar definierten Voraussetzungen gewährt werden.

Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte. Die gewährten Projektfilmförderungen werden in der Bilanz spätestens zum Zeitpunkt des Kinostarts vom Buchwert des Films abgesetzt. Im Geschäftsjahr wurden T€ 648 (Vj.: T€ 0) Projektförderungen von den Herstellungskosten abgesetzt. Vor dem Kinostart werden diese als sonstige Forderungen aktiviert.

Die Zuwendungen werden mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags der aktivierten Herstellungskosten über den Auswertungszyklus eines Films ergebniswirksam erfasst.

Verleihförderung

Bei den Förderungen wird zwischen Verleihförderungen als bedingt rückzahlungspflichtigen Darlehen und Absatzreferenzmitteln als nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen unterschieden.

Verleihförderung als bedingt rückzahlungspflichtiges Darlehen

Verleihförderungen werden in Form eines bedingt rückzahlbaren zinslosen Darlehens nach den Bestimmungen des Filmfördergesetzes bzw. der jeweiligen Länderförderungen (z. B. Medienboard Berlin-Brandenburg Förderrichtlinien) gewährt. Diese sind zurückzuzahlen, sobald und soweit die Erträge des Verleihers aus der Verwertung des Filmes eine bestimmte Höhe übersteigen.

Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand für bereits angefallene Aufwendungen. Diese werden als Reduzierung der Herausbringungskosten in Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags erfasst, im Geschäftsjahr betrugen die Zuwendungen T€ 926 (Vj.: T€ 152). Die Zuwendungen werden in den Perioden erfasst, in denen die entsprechenden Herausbringungskosten anfallen.

Die Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags ist in der Regel zum Zeitpunkt des Kinostarts ermittelbar. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt werden, dass ein weiterer Teil eines Darlehens zurückzuzahlen ist, wird in Höhe dieses Betrags ein Aufwand gebucht und der entsprechende Betrag passiviert.

Absatzreferenzmittel

Absatzreferenzmittel sind nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse, die dem Verleiher in Abhängigkeit der erreichten Besucherzahl bei der Kinoauswertung eines Referenzfilms zur Finanzierung der Herausbringungskosten oder Minimumgarantie eines Folgefilms zustehen. Die gewährten Absatzreferenzmittel werden in der Bilanz als Forderungen gegenüber europäischen bzw. staatlichen Förderinstituten oder Länderförderinstituten und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam unter den sonstigen filmbezogenen Erträgen erfasst.

Investitionszuschüsse

Investitionszuschüsse werden als Verbindlichkeit erfasst. Die Investitionszuschüsse werden entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Investitionen ertragswirksam aufgelöst.

Zinsen

Zinsen werden periodengerecht im Zeitpunkt ihrer Entstehung unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Zu weiteren Ausführungen wird auf den Abschnitt „Fremdkapitalkosten“ verwiesen.

Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag stellt die Summe der laufenden Steuer und der latenten Steuern dar.

Laufende und latente Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Wenn laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, werden die Steuereffekte bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einbezogen.

Laufende Steuern

Laufende Steuern werden auf Basis des Ergebnisses des Geschäftsjahrs und in Übereinstimmung mit den nationalen Steuergesetzen der jeweiligen Steuerjurisdiktion ermittelt. Soweit die Auswirkungen der Steuergesetze nicht eindeutig sind, werden Schätzungen zur Berechnung der Steuerverbindlichkeit auf die Gewinne, die im Konzernabschluss erfasst wurden, herangezogen. Der Konzern sieht die Schätzungen, Beurteilungen und Annahmen als angemessen an. Erwartete und tatsächlich geleistete Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen für Vorjahre werden ebenfalls einbezogen.

Latente Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen

Die Ermittlung von latenten Ertragsteueransprüchen und -verpflichtungen erfolgt bilanzorientiert (Verbindlichkeitenmethode). Für den Konzernabschluss werden latente Steuern für alle temporären Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden ermittelt.

Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Unterschieden und steuerlichen Verlustvorträgen werden nur in dem Umfang ausgewiesen, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur künftigen steuerlichen Nutzung der Verlustvorträge erzielen kann.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Die für die Bewertung der latenten Steueransprüche herangezogene Planung muss in Einklang mit der Planung für die Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts sein.

Latente Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen werden nicht diskontiert.

Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden, basierend auf den bekannten anwendbaren Steuersätzen in den verschiedenen Ländern zum Abschlussstichtag. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie der Konzern zum Abschlussstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Fremdkapitalkosten

In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten stehende Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Qualifizierte Vermögenswerte sind Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von T€ 85 (Vj.: T€ 0) aktiviert. Für nicht qualifizierte Vermögenswerte werden Fremdkapitalkosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Ergebnisanteils nach Steuern der Gesellschafter des Mutterunternehmens durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere umgewandelt beziehungsweise ausgeübt werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Der Wild Bunch-Konzern aktiviert separat erworbene (d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene) und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, wenn der Vermögenswert:

(a) aufgrund von in der Vergangenheit liegenden Ereignissen sich im wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaft befindet,
(b) wenn anzunehmen ist, dass ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus diesem Vermögenswert dem Unternehmen zufließt.

In Übereinstimmung mit IAS 38 setzt der Wild Bunch-Konzern einen selbst erstellten immateriellen Vermögenswert mit dessen Herstellungskosten an, wenn:

(a) die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht,
(b) die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen, und die Fähigkeit, ihn zu nutzen oder zu verkaufen,
(c) der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird,
(d) es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird
(e) die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig gemessen werden können und
(f) die Fähigkeit, den geschaffenen immateriellen Vermögenswert zu nutzen.

Immaterielle Vermögenswerte, welche die Bedingungen nicht erfüllen, werden aufwandswirksam erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen erfasst. Nach IAS 38 werden immaterielle Vermögenswerte über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und sämtliche notwendige Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt. Abschreibungszeitraum und -plan werden jährlich am Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Die Nutzungsdauern der wesentlichen immateriellen Vermögenswerte sind im Folgenden erläutert.

(1) Patente und Lizenzen

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Patente und Lizenzen werden aktiviert und anschließend über den Zeitraum des erwarteten Nutzens linear abgeschrieben. Die geschätzte Nutzungsdauer von Patenten und Lizenzen variiert zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Der Abschreibungszeitraum beginnt, sobald der Vermögenswert genutzt werden kann.

Aktivierte Kosten für die Entwicklung neuer Projekte (insbesondere Drehbuchrechte) werden regelmäßig daraufhin überprüft, ob sie noch als Basis für eine Filmproduktion verwendet werden können. Wenn nach erstmaliger Aktivierung von Kosten für ein Projekt der Drehbeginn des Films oder der Verkauf der Rechte nicht überwiegend wahrscheinlich ist, werden die Kosten vollständig abgeschrieben. Bei Vorliegen einer vorzeitigen Wertminderung wird diese erfolgswirksam erfasst.

(2) Filmrechte

Unter dem Posten Filmvermögen werden sowohl erworbene Weltvertriebsrechte als auch Rechte an Fremdproduktionen, d. h. nicht im Konzern erstellte Filme sowie Herstellungskosten für Filme, die innerhalb des Konzerns produziert wurden (Eigen- und Koproduktionen) und Kosten für die Entwicklung neuer Projekte ausgewiesen. Der Erwerb von Rechten an Fremdproduktionen umfasst in der Regel Kino-, Home Entertainment- und TV-Rechte.

Die Anschaffungskosten für Fremdproduktionen umfassen grundsätzlich die Minimumgarantien sowie die Synchronisationskosten des Films. Die einzelnen Raten der Minimumgarantie werden als Anzahlung erfasst und mit Lieferung und Abnahme des Materials im Filmvermögen aktiviert. Die Synchronisationskosten werden mit Abnahme der Synchronisationsfassung mit dem Filmrecht aktiviert.

Eigenproduktionen werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt. Zu den Herstellungskosten gehören auch die der jeweiligen Produktion zuordenbaren Finanzierungskosten.

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für den Erwerb oder die Produktion von Filmen werden in Übereinstimmung mit IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ aktiviert.

Filme werden verwertungsbedingt entsprechend der Nettoerlöserwartungen abgeschrieben. Dabei wird der Buchwert mit dem Verhältnis aus in der Berichtsperiode erhaltenen Nettoerlösen und den zukünftigen erwarteten Nettogesamterlösen multipliziert. Die Abschreibung erfolgt ab Erstveröffentlichung bzw. ab Erwerb in den Fällen, in denen der Erwerb nach der Erstveröffentlichung erfolgt, über eine maximale Periode von 10 Jahren. Die Mindestabschreibung umfasst mindestens die kalkulatorische lineare akkumulierte Abschreibung von 10 % pro Jahr.

Ältere Filmrechte einer Filmbibliothek, die im Rahmen einer Unternehmensakquisition erworben wurden, werden über die voraussichtlichen Nutzungsdauern abgeschrieben, die eine maximale Periode von 12 Jahren nicht übersteigt.

Für jeden Filmtitel wird zudem ein Impairment-Test durchgeführt, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Wenn die Anschaffungskosten bzw. der Buchwert durch die geschätzten Gesamterlöse abzüglich noch anfallender Herausbringungskosten eines Films unter Berücksichtigung ihres zeitlichen Anfalls nicht gedeckt sind, wird eine Abschreibung auf den Nutzungswert vorgenommen. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten Cashflows mit Abzinsungsfaktoren, die die Laufzeiten der Auswertungsstufen berücksichtigen, abgezinst. Die geschätzten Cashflows können sich aufgrund einer Reihe von Faktoren, wie z. B. Marktakzeptanz, signifikant verändern. Die Wild Bunch Gruppe prüft und revidiert die erwarteten Cashflows und die Abschreibungsaufwendungen, sobald sich Änderungen bei den bisher erwarteten Daten ergeben. Weitere Angaben finden sich unter (4) Sonstige immaterielle Vermögenswerte/Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte.

(3) Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, sind wenigstens jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, kann es erforderlich sein, häufiger Wertminderungstests durzuführen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, reduziert der Wertminderungsaufwand zunächst den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes und anschließend ist der Wertminderungsaufwand dem Buchwert eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.

Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.

(4) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

In dieser Kategorie werden im Wesentlichen Software-Programme sowie im Rahmen von Kaufpreisallokationen aufgedeckte immaterielle Werte ausgewiesen, deren Bewertung zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und Wertminderungen erfolgt.

Neue Software wird mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und als immaterieller Vermögenswert ausgewiesen, sofern diese Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren linear abgeschrieben.

Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen Erträgen bzw. den sonstigen Aufwendungen.

Sachanlagen

Sachanlagen beinhalten Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, Mietereinbauten, technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.

Die Anschaffungskosten für Mietereinbauten werden in der Regel über die Dauer des jeweiligen Mietvertrags abgeschrieben (bis zu 10 Jahre). Technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bzw. Wertminderungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren. Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Einbauten werden aktiviert und über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei Abgang werden die Anschaffungskosten und die dazugehörigen kumulierten Abschreibungen ausgebucht. Die dabei entstehenden Gewinne oder Verluste werden im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst. Sind die Anschaffungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage wesentlich, dann werden diese Komponenten einzeln bilanziert und abgeschrieben.

Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Anhaltspunkte für eine Wertminderung sind beispielsweise eine deutliche Zeitwertminderung des Vermögenswertes, signifikante Veränderungen im Unternehmensumfeld, substanzielle Hinweise für eine Überalterung oder veränderte Ertragserwartungen. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert eines Vermögenswerts. Sofern die Ermittlung des erzielbaren Betrags in Form des Nutzungswerts erfolgt, werden hierbei erwartete, zukünftige Cashflows zugrunde gelegt.

Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Ein Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird eine Wertaufholung des Buchwerts des Vermögenswertes bzw. der Zahlungsmittel generierenden Einheit auf die neuerliche Schätzung des erzielbaren Betrages vorgenommen. Ausgenommen hiervon ist der Geschäfts- oder Firmenwert. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert bzw. die Zahlungsmittel generierende Einheit in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodel angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungsfaktors vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.

Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Budget- und Prognoserechnungen zugrunde, die für jeden Vermögenswert bzw. für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen einzelne Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.

Die jährliche Prüfung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten erfolgt auf Basis der Ermittlung des Nutzungswertes anhand geschätzter zukünftiger diskontierter Zahlungsströme, die aus der Mittelfristplanung abgeleitet werden. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts beträgt der Planungshorizont der Mittelfristplanung fünf Jahre. Für die Werthaltigkeitsprüfung von einzelnen Filmrechten beträgt der Detailplanungszeitraum drei Jahre.

Die Berechnung des erzielbaren Betrags beinhaltet Schätzungen des Managements und Annahmen. Den Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Aufgrund von diesen Annahmen abweichenden und außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegenden Entwicklungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglichen Erwartungen abweichen und zu Anpassungen der Buchwerte führen.

Bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt.

Der Abzinsungsfaktor wird anhand der Methode der gewichteten Kapitalkosten (WACC) ermittelt.

Finanzanlagen und Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Bilanzierung von Finanzanlagen und Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht konsolidiert bzw. nicht nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgt grundsätzlich zum Zeitwert, wenn dieser verlässlich anhand von Börsen- oder Marktpreisen bzw. mittels anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt werden kann. Anderenfalls erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zu den Bewertungsmethoden gehört insbesondere die Discounted-Cashflow-Methode (DCF­Methode) auf Basis der erwarteten Beteiligungsergebnisse.

Zu jedem Abschlussstichtag werden die Buchwerte der Finanzanlagen und Anteile an assoziierten Unternehmen daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Liegt eine Wertminderung vor, erfolgt eine ergebniswirksame außerplanmäßige Abschreibung.

Vorräte

Vorräte, insbesondere bestehend aus DVDs und Blu-rays, werden nach dem Niederstwertprinzip zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungserlös bewertet (absatzorientierte, verlustfreie Bewertung). Die Herstellungskosten umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. Der realisierbare Nettoveräußerungserlös ist der voraussichtlich erzielbare Verkaufspreis bei normalem Geschäftsgang abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Vertriebskosten. Die Anschaffungs-/Herstellungskosten werden nach dem First-in-First-out-Verfahren (FIFO) ermittelt.

Wertberichtigungen auf Waren werden auf Basis von Absatzanalysen vorgenommen. Dabei wird vom Management aufgrund der historischen Bewegungen und auf Basis der sich am Lager befindlichen Produkte pro Produkt analysiert, ob die Werthaltigkeit der Waren noch gegeben ist. Zeigt sich aufgrund dieser Analyse, dass die Werthaltigkeit einzelner Produkte nicht mehr gegeben ist, werden diese entsprechend wertberichtigt. Weitere Wertberichtigungen werden auf beschädigte oder defekte Handelswaren vorgenommen.

Finanzielle Vermögenswerte

Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert.

Darlehen und Forderungen

Die dieser Kategorie zugeordneten Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige kurzfristige Forderungen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Nicht verzinsliche monetäre Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.

Bestehen an der Einbringlichkeit von Forderungen Zweifel, werden die Kundenforderungen mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise - insbesondere die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, aktuelle branchenspezifische Konjunkturentwicklungen, die Analyse von Forderungsausfällen der Vergangenheit und der Wegfall eines aktiven Marktes für den finanziellen Vermögenswert - darauf schließen lassen, dass die Gesellschaft nicht sämtliche Beträge zu den Fälligkeitsterminen erhalten wird. Die ausgewiesenen Buchwerte der kurzfristigen Forderungen entsprechen annähernd den Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält grundsätzlich die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte eingestuft werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, bei denen es sich um eine Finanzgarantie handelt oder die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind („hedge accounting“).

Finanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte designiert, wenn damit Inkongruenzen beseitigt oder erheblich reduziert werden, die sich aus der ansonsten vorzunehmenden Bewertung von Vermögenswerten oder der Erfassung von Gewinnen und Verlusten zu unterschiedlichen Bewertungsmethoden ergeben würden oder wenn eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und/oder finanziellen Verbindlichkeiten gemäß einer dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie gesteuert und ihre Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwertes beurteilt wird und die auf dieser Grundlage ermittelten Informationen zu dieser Gruppe intern an Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens weitergereicht werden.

Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die realisierten Gewinne und Verluste aus den Veränderungen des Zeitwerts der Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Die Folgebewertung erfolgt mit dem Zeitwert, der dem Börsenkurs zum Bilanzstichtag entspricht. Soweit kein Marktwert vorliegt, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ein beizulegender Zeitwert ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Zum 31. Dezember 2015 hielt die Wild Bunch AG Währungssicherungsverträge, die zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam in Höhe von T€ 49 erfasst wurden. Zum 31. Dezember 2014 waren keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte vorhanden.

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswertes oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

(a) Die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind ausgelaufen.
(b) Der Konzern behält die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus finanziellen Vermögenswerten zurück, übernimmt jedoch eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung der Cashflows ohne wesentliche Verzögerungen an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen in IAS 39.19 erfüllt („pass-through-arrangement“).
(c) Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen und hat (a) im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder hat (b) im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.

Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr verwendet der Konzern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsschwankungen bei Filmrechteeinkäufen in Fremdwährungen. Diese werden hauptsächlich in US-Dollar getätigt. Das Fremdwährungsrisiko entsteht dadurch, dass die Einnahmen aus der Verwertung dieser Rechte ausschließlich in EUR anfallen.

Die Sicherungen sollen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts mindern. In diesem Fall sollen die noch nicht bilanzierten festen Verpflichtungen aus Filmrechteeinkäufen gesichert werden, da diese bei Abschluss des Vertrags bis zu seiner Erfüllung Währungsschwankungen unterliegen. Als Sicherungsinstrumente werden Devisenterminkontrakte und Optionen verwendet.

Zu Beginn der Sicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts, die Art des abgesicherten Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt.

Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten orientiert sich an Bankbewertungen. Die Bewertungen werden von den Banken ermittelt, mit denen die Geschäfte abgeschlossen worden sind.

Die Finanzderivate werden zu Zeitwerten mittels anerkannter Bewertungsmethoden bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Kassenbeständen und Kontokorrentguthaben bei Kreditinstituten und werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sie werden nur in den liquiden Mitteln ausgewiesen, sofern sie jederzeit in zum Voraus bestimmbaren Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können, nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen sowie ab dem Erwerbsdatum eine Restlaufzeit von maximal drei Monaten haben.

Eigenkapital

Im Umlauf befindliche Inhaberaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Sobald der Konzern eigene Aktien erwirbt, wird der bezahlte Gegenwert einschließlich der zurechenbaren Transaktionskosten der betreffenden Aktien vom Eigenkapital abgezogen. Wenn eigene Aktien verkauft oder ausgegeben werden, wird der erhaltene Gegenwert dem Eigenkapital zugerechnet.

Pensionsrückstellungen (Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses)

Die Höhe der aus dem leistungsorientierten Plan resultierenden Verpflichtung wird unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt.

Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres.

Der Konzern erfasst den Dienstzeitaufwand (einschließlich laufendem Dienstzeitaufwand, nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand sowie etwaiger Gewinne oder Verluste aus der Planänderung oder -kürzung) der leistungsorientierten Verpflichtung in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Verwaltungsaufwendungen.

Neubewertungen aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten werden sofort in der Bilanz erfasst und in der Periode, in der sie anfallen, über das sonstige Ergebnis in die Gewinnrücklagen (debitorisch oder kreditorisch) eingestellt. Neubewertungen dürfen in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden.

In Deutschland sind die gesetzlichen Rentenversicherungen gemäß IAS 19 beitragsorientierte Beitragspläne.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.

Rückstellungen, Eventualverpflichtungen und Eventualforderungen

Rückstellungen werden in Übereinstimmung mit IAS 37 für Verpflichtungen ausgewiesen, die ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe nach ungewiss sind. Eine Rückstellung ist ausschließlich dann anzusetzen, wenn:

(a) der Gesellschaft aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist,
(b) es wahrscheinlich ist (d. h., mehr dafür als dagegen spricht), dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen erforderlich ist und
(c) eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Der als Rückstellung erfasste Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der zum Bilanzstichtag bestehenden Verpflichtung erforderlichen Ausgaben dar, d. h., den Betrag, den das Unternehmen bei zuverlässiger Betrachtung zur Erfüllung der Verpflichtung am Bilanzstichtag oder zu ihrer Übertragung auf eine dritte Partei an diesem Tag zahlen müsste. Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Zinseffekt wesentlich ist, mit dem unter Verwendung des aktuellen Marktzinses berechneten Barwert des erwarteten Mittelabflusses angesetzt.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen (Drohverlustrückstellungen) werden gebildet, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung eines Geschäfts höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Bevor eine Rückstellungsbildung erfolgt, werden Wertminderungen auf Vermögenswerte, die mit diesem Geschäft zusammenhängen, vorgenommen.

Verbindlichkeiten, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses entstehen und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen, oder die aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil

(a) der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder
(b) die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann, werden als Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen, außer, wenn die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft gering ist.

Eventualforderungen werden nicht aktiviert, aber analog zu Eventualverbindlichkeiten offen gelegt, sofern ein wirtschaftlicher Nutzen für den Konzern wahrscheinlich ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, die mittels der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, klassifiziert.

Sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Darlehen einschließlich derivative Finanzinstrumente.

Im Rahmen der Folgebewertung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagio bei Akquisition sowie Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestanteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder eine kürzere Periode, sofern zutreffend, auf den Buchwert abgezinst werden.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzern-Bilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt, selbst wenn dieses Recht in einer Vereinbarung nicht ausdrücklich festgelegt ist.

Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als sonstige betriebliche Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zum 31. Dezember 2015 bestanden, wie im Vorjahresstichtag, keine Finanzierungsleasingverhältnisse.

(B) ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

8. Umsatzerlöse

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2015 2014
T€ % T€ %
--- --- --- --- ---
Weltvertrieb 28.259 24,05 33.388 25,61
Kino 26.720 22,74 34.546 26,50
TV 27.714 23,58 28.539 21,89
Video 29.798 25,36 30.926 23,72
Sonstige 5.022 4,27 2.977 2,28
117.513 100,00 130.376 100,00

Die sonstigen Umsatzerlöse bestehen im Wesentlichen aus dem Weiterverkauf von Lizenzrechten, aus Dienstleistungserlösen sowie aus Produktionserlösen.

9. Sonstige filmbezogene Erträge

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Zuwendungen der öffentlichen Hand 5.475 7.698
Wertaufholung für Filmvermögen 2.300 4.698
Sonstige Erträge 20 2.199
7.795 14.595

Im Geschäftsjahr wurden Wertaufholungen für in Vorjahren außerplanmäßig abgeschriebene Filmrechte vorgenommen (siehe Punkt 18 „Immaterielle Vermögenswerte“).

10. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Verleihkosten 33.661 45.511
Abschreibungen auf Filmrechte 53.473 64.102
Lizenzgeberabführungen 14.459 17.938
Sonstige Kosten 7.101 7.481
108.694 135.032

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.300 0
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 580 1.724
Währungskurserträge 1.475 154
Sonstige Erträge 1.558 567
5.913 2.445

12. Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Personalaufwand 14.544 11.511
Abschreibungen 307 213
Sonstige Verwaltungsaufwendungen 9.654 5.671
24.505 17.395

Die Verwaltungskosten enthalten den gesamten Personalaufwand des Konzerns und entfallen mit T€ 10.868 (Vj.: T€ 8.236) auf Gehälter, mit T€ 3.525 (Vj.: T€ 3.056) auf Kosten der sozialen Sicherheit und mit T€ 151 (Vj.: T€ 219) auf Kosten der Altersversorgung.

Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, Mietaufwendungen, sowie Büro- und Reisekosten. Die Mietaufwendungen des Geschäftsjahres betragen T€ 1.642 (Vj.: T€ 1.029).

13. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen folgende Posten:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Verlust aus Abgang von Umlaufvermögen 749 0
Währungsverluste 393 186
Verlust aus Abgang von Anlagevermögen 237 63
Sonstige 10 53
1.389 302

14. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Zinserträge 14 258
Fremdwährungsgewinne aus nicht operativer Tätigkeit 2.191 1.664
Sonstige 0 10
Finanzerträge 2.205 1.932
Zinsaufwendungen 5.754 3.273
Fremdwährungsverluste aus nicht operativer Tätigkeit 1.745 1.319
Sonstige 138 0
Finanzaufwendungen 7.637 4.592
Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen -366 68
Zuschreibungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen 0 2.136
Wertberichtigungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen -368 0
Ergebnis assoziierter Unternehmen -734 2.204
Finanzergebnis -6.166 -4.56

Die Fremdwährungsgewinne und -verluste entstammen hauptsächlich den Fremdwährungskonten, die im Rahmen der International Sales Aktivitäten von der Gruppe für Dritte gehalten werden.

Bei den Zuschreibungen im Vorjahr in Höhe von T€ 2.136 wurden Wertberichtigungen auf Anteile an der Circuito Cinema s.r.l., Rom, Italien aufgrund einer neuen Geschäftsstrategie und der damit verbunden Mehrjahresplanung teilweise wieder zugeschrieben. Diese aktualisierte Mehrjahresplanung Ende 2015 führte jedoch zu erneuten Abschreibungen auf die Equity-Beteiligung in Höhe von T€ 368.

15. Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuerschulden für das laufende Geschäftsjahr und die Vorjahre werden unter Anwendung der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze mit den Beträgen bemessen, die erwartungsgemäß an die Finanzbehörde zu zahlen sind.

Der sich bei Anwendung der Wild Bunch AG ergebende Steueraufwand lässt sich zum tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern -9.531 -5.770
Steuerertrag zum angesetzten Steuersatz von 30 % (Vj.: 30 %) 2.859 1.731
Effekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen auf die Bestimmung des steuerpflichtigen Gewinns:
Steuereffekt aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -110 21
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -29 0
Nicht steuerbare Erträge 49 0
nicht anrechenbare Quellensteuer -548 0
Unterlassene Aktivierung von Steuerlatenzen -67 0
Hinzurechnung wegen Mindestbesteuerung -42 0
Korrektur für Vj durch steuerliche Betriebsprüfungen u.Ä. -526 717
Steuereffekt aus abweichenden Steuersätzen 386 115
Sonstige 306 -293
Steuerertrag des Berichtsjahres gemäß Konzernabschluss 2.278 2.291

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

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Aktive latente Steuern 2015 Passive latente Steuern 2015 Aktive latente Steuern 2014 Passive latente Steuern 2014
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Filmrechte 2.772 -7.165 568 -11.884
Sonstige Vermögenswerte 1.836 -10.105 1.811 -8.268
Lizenzgeberabführungen 311 -1.603 253 182
Sonstige Verbindlichkeiten 108 -1.825 -80 -1.964
Sonstige 796 0 206 177
Temporäre Differenzen 5.823 -20.697 2.758 -21.817
Verlustvorträge 11.457 0 13.141 0
Gesamt 17.280 -20.697 15.899 -21.817
Saldierung -12.805 12.805 -12.099 12.099
Berichtsausweis 4.475 -7.892 3.800 -9.718

Der überwiegende Teil der aktiven latenten Steuern sowie die gesamten passiven latenten Steuern resultieren aus Sachverhalten im Zusammenhang mit der Bewertung von Filmrechten (Abschreibungsunterschiede, Aktivierungsunterschiede, Bewertungen zum niedrigeren Zeitwert, Einbringlichkeit von Forderungen aus der Verwertung von Filmrechten.) Neben diesen Ursachen für latente Steuern bestehen weitere aktive latente Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen.

Die Eurofilm & Media Ltd. und die Continental Films SAS haben noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge von rund € 165 Mio. bzw. von rund € 54 Mio., für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden.

Für die Gesellschaften der ehemaligen Senator Gruppe bestehen abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von ca. € 8 Mio., für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Darüber hinaus geht der Vorstand davon aus, dass für diese Gesellschaften Verlustvorträge in Höhe von ca. € 30 Mio. bestehen.

16. Ergebnis je Aktie

Das gemäß IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf der Division des laufenden Ergebnisses durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der während der Periode im Umlauf befindlichen Aktien.

Es bestehen keine potentiellen Stammaktien, sodass kein verwässertes Ergebnis je Aktie angegeben werden muss.

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Für das Geschäftsjahr 2015
Konzernjahresergebnis

T€
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien Ergebnis je Aktie

--- --- --- ---
Ergebnis je Aktie
Den Aktionären zuzurechnender Periodenverlust -7.193 72.560.774 -0,10

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Für das Geschäftsjahr 2014
Konzernjahresergebnis

T€
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien Ergebnis je Aktie

--- --- --- ---
Ergebnis je Aktie
Den Aktionären zuzurechnender Periodenverlust -3.328 55.872.788 -0,06
davon aufgrund von Fehlerberichtigungen -2.282 55.872.788 -0,04

Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie zum 31. Dezember 2014 wird die Aktienzahl zugrunde gelegt, die die Wild Bunch AG im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses an die Aktionäre der Wild Bunch S.A. ausgegeben hat.

Nach dem 31. Dezember 2015 hat die Wild Bunch AG zwei Barkapitalerhöhungen durchgeführt, bei denen 5.372.464 bzw. 668.980 neue Aktien ausgegeben wurden.

(C) ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

17. Geschäfts- oder Firmenwert

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Anschaffungskosten 124.454 60.824
Kumulierte Wertminderungsverluste 0 0
124.454 60.824

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2015 2014
Anschaffungskosten T€ T€
--- --- ---
Stand zu Beginn des Jahres 60.824 60.824
Zusätzlich erfasste Beträge aus Unternehmenszusammenschlüssen des Geschäftsjahres 63.630 0
Stand zum Ende des Jahres 124.454 60.824

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2015 2014
Kumulierte Wertminderungsverluste T€ T€
--- --- ---
Stand zu Beginn des Jahres 0 0
Im Laufe des Jahres erfasste Wertminderungsverluste 0 0
Stand zum Ende des Jahres 0 0

Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet:

Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion
Sonstige

Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts wurde vor Erfassung von Wertminderungen den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt zugeordnet:

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2015 2014
€ k € k
--- --- ---
Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion 124.454 60.824
Sonstige 0 0
124.454 60.824

ZGE Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion

Der erzielbare Betrag der ZGE belief sich zum 31. Dezember 2015 auf € 177 Mio. und wurde auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt. Die Cashflow-Planung wurde aus der genehmigten Mehrjahresplanung 2016-2020 des Konzerns abgeleitet und deckt einen Zeitraum von 5 Jahren (Mittelfristplanung) ab. Es wurde ein Diskontierungssatz nach Steuern von 6,54 % (Vj.: 6,16 %) verwendet, und die nachhaltigen Free Cashflows in der ewigen Rente nach dem 5-Jahreszeitraum wurden mit einer langfristigen Wachstumsrate von 1,0 % extrapoliert. Der Überschuss zwischen Nutzungswert und Buchwert dieser ZGE betrug € 16 Mio.

In der Mittelfristplanung wird von einem Wachstum des „Gross Profits“ von 14 % p.a. in den Jahren 2016 bis 2020 ausgegangen. Das Wachstum wird im Wesentlichen aus der Steigerung der Investitionen, d. h. der Anzahl der ausgewerteten Filme sowie aus dem TV-Geschäft, erwartet. Über 2020 hinaus wird eine langfristige Wachstumsrate der nachhaltigen Free Cashflows in der ewigen Rente von 1 % p.a. angenommen.

Die Prüfung der Wertminderung ist sensitiv in Bezug auf Änderungen der grundlegenden Annahmen, insbesondere der jährlichen Wachstumsraten des freien Cashflow und der Diskontierungssätze. Der Überschuss zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert der ZGE würde sich bei einer Erhöhung des Diskontierungssatzes um 0,4 % auf Null reduzieren. Ebenso würde sich der Überschuss bei einer Reduzierung der jährlichen Wachstumsraten des freien Cashflow um 0,4 % auf Null reduzieren. Im Falle einer kombinierten Variation der Bewertungsannahmen würden sich der Überschuss bei einer Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 0,2 % und einer gleichzeitigen Reduzierung des nachhaltigen Free Cashflows in der ewigen Rente durch eine Verminderung der langfristigen Wachstumsrate um 0,2 % auf Null reduzieren.

Fehlende Kaufpreisaufteilung für den Stufenerwerb der Continental Film S.A.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2013 eine Reihe miteinander verknüpfter Transaktionen durchgeführt. Eine diese Transaktionen betrifft die Aufstockung seines 50 %igen Anteils an der Continental Film S.A. (CF) auf 100 % im Wege eines Stufenerwerbs (Kaufpreis € 1). Die weiteren Transaktionen betreffen den Erlass eines der CF gewährten Darlehens inklusive Zinsen (€ 10,7 Mio.) durch den Mitgesellschafter der CF, den Rückkauf eigener Anteile durch die Wild Bunch S.A. vom Mitgesellschafter der CF (Kaufpreis € 6,3 Mio.) sowie die Rückzahlung eines der CF gewährten Darlehens einschließlich Zinsen (€ 20,8 Mio.) an ein verbundenes Unternehmen des Mitgesellschafters der CF.

Bei der Aufteilung des Kaufpreises für den Stufenerwerb zum Erwerbszeitpunkt wurden weit überwiegend die Buchwerte der CF zugrunde gelegt und dabei davon ausgegangen, dass diese den Fair Values entsprechen. Daraus ergab sich ein negatives Nettoreinvermögen von € 25,5 Mio.

Insoweit konnte nicht abschließend beurteilt werden, ob

(a) die Ableitung des Kaufpreises von € 1 unter Berücksichtigung der oben dargestellten Zahlungsströme innerhalb der Reihe miteinander verknüpfter Transaktionen und
(b) die der Bilanzierung zugrundeliegende Annahme, dass die Buchwerte weit überwiegend den Fair Values entsprechen

zutreffend sind. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass im Rahmen der Kaufpreisaufteilung (Purchase Price Allocation = PPA) andere Wertansätze für Vermögenswerte und Schulden hätten angesetzt werden müssen. Im Rahmen der CGU „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ ergaben sich keine Anhaltspunkte für ein Impairment des sich aus dem negativen Nettoreinvermögen ergebenden Firmenwerts von € 25,5 Mio.

Um die bestehende Unsicherheit zu beseitigen, werden wir in 2017 die Kaufpreisaufteilung (PPA) noch einmal erstellen.

18. Immaterielle Vermögenswerte

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Filmrechte Sonstige Rechte Geleistete Anzahlungen Summe
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Anschaffungskosten
1. Januar 2015 467.253 484 20.810 488.547
Erstkonsolidierung 4.971 151 3.972 9.094
Zugänge 40.571 145 8.205 48.921
Umbuchungen 16.180 268 -14.659 1.789
Abgänge -4.711 -83 -82 -4.876
31. Dezember 2015 524.264 965 18.246 543.475
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2015 384.280 469 93 384.842
Zugänge 52.747 24 726 53.497
davon außerplanmäßig 6.158 0 726 6.884
Zuschreibungen -2.300 0 0 -2.300
Umbuchungen 476 77 1.236 1.789
Umbuchungen potentieller Verluste aus Vorperioden 726 0 0 726
Abgänge -1.036 -68 0 -1.104
31. Dezember 2015 434.893 502 2.055 437.450
Nettobuchwert 89.371 463 16.191 106.025
Nettobuchwert Vorjahr 82.973 16 20.716 103.705

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Filmrechte Sonstige Rechte Geleistete Anzahlungen Summe
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Anschaffungskosten
1. Januar 2014 417.980 973 24.367 443.320
Erstkonsolidierung 0 0 0 0
Zugänge 41.670 7 10.945 52.622
Umbuchungen 14.550 -148 -14.385 17
Abgänge -6.947 -348 -117 -7.412
31. Dezember 2014 467.253 484 20.810 488.547
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2014 328.681 791 394 329.866
Zugänge 64.102 11 0 64.113
davon außerplanmäßig 5.651 0 0 5.651
Zuschreibungen -4.698 0 0 4.698
Umbuchungen 329 -13 -299 17
Umbuchungen potentieller Verluste 382 0 -2 380
Abgänge -4.516 -320 0 -4.837
31. Dezember 2014 384.280 469 93 384.842
Nettobuchwert 82.973 15 20.717 103.705
Nettobuchwert Vorjahr 89.299 182 23.973 113.454

Der Konzern schreibt das Filmvermögen nach einer nettoerlösbasierten Abschreibungsmethode ab. Darüber hinaus führt der Konzern eine jährliche Prüfung auf Wertminderung (Impairment) der Film- und sonstigen Rechte durch.

Hierzu werden die Planrechnungen aller Filmrechte im Hinblick auf die erwartete Marktakzeptanz regelmäßig aktualisiert. Aufgrund der Volatilität des Filmgeschäftes im Allgemeinen und der nicht planmäßigen Entwicklung einiger Filme im Besonderen lagen zum Bilanzstichtag Anhaltspunkte für Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte vor, wenn der jeweils erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Filmrechts lag. Umgekehrt wurden Zuschreibungen für den Fall vorgenommen, dass die Gründe für zuvor gebildete Wertminderungen durch höhere erzielbare Beträge weggefallen sind.

Der Konzern hat seine Einschätzung über die Marktakzeptanz sowie der zukünftigen Umsatzerwartungen der Filmbibliothek aktualisiert und, sofern diese niedriger waren als vorherige Schätzungen, diese Filme auf Wertminderung geprüft.

Bei Filmrechten, bei denen der erzielbare Betrag negativ war, d. h. ein Überhang der Veräußerungskosten im Vergleich zu den Erlösen bestand, wurde zudem eine Drohverlustrückstellung für belastende Verträge angesetzt. Diese Drohverlustrückstellung entsteht durch vertragliche Verwertungs- und Marketingverpflichtungen des Konzerns gegenüber den Lizenzgebern der Filmrechte.

Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nutzungswerts ermittelt. Dem angewendeten Discounted-Cash-Flow Verfahren lag ein Abzinsungsfaktor vor Steuern zwischen 4,67 % und 5,72 % zugrunde. Für die Ermittlung der Kapitalkosten wurde die CAPM-Methode (Capital Asset Pricing Model) angewendet und eine Gruppe zum Geschäftsmodell vergleichbarer Unternehmen (Peer-Group) herangezogen.

Grundlage des Discounted-Cash-Flow Verfahrens sind zukünftige Cash-Flows, die aus einer Planungsrechnung jeweils pro Filmrecht abgeleitet werden. Mittelzu- und Mittelabflüsse aus der erstmaligen Auswertung in den Stufen Kino, Home Entertainment sowie TV (sofern die jeweiligen Auswertungsrechte vorliegen) werden detailliert geplant, jene für nachfolgende Auswertungen werden jeweils pro Filmrecht pauschal geschätzt.

Abgänge an Filmrechten ergeben sich durch den Ablauf bzw. durch den Verkauf von Lizenzzeiten.

19. Sachanlagen (Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung)

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2015 Gesamt 2014 Gesamt
T€ T€
--- --- ---
Anschaffungskosten
1. Januar 3.178 3.211
Erstkonsolidierung 227 0
Zugänge 309 51
Abgänge -687 -84
31. Dezember 3.027 3.178
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 1.775 1.657
Zugänge 282 202
Abgänge -471 -83
31. Dezember 1.586 1.776
Nettobuchwert 1.441 1.402

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagevermögen.

20. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

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Stand 1.1.2015 Erhöhung Beteiligungsansatz Erstkonsolidierung Ergebnisanteil 2015 Erhaltene Dividenden Wertberichtigungen Stand 31.12.2015
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- --- ---
Bavaria Pictures GmbH, München 0 0 0 0 0 0 0
Capricci World, Nantes, Frankreich 0 0 0 0 0 0 0
Central Film Verleih GmbH, Berlin 4.401 0 -4.388 -13 0 0 0
Circuito Cinema s.r.l., Rom, Italien 2.376 442 0 -493 0 -368 1.957
X Verleih AG, Berlin 0 1.310 0 140 -113 0 1.337
6.777 442 -3.078 -366 -113 -368 3.294

Senator Film München GmbH hält einen Anteil von 50 % an der Bavaria Pictures GmbH einem Filmproduktionsunternehmen mit Sitz in Grünwald, Deutschland. Der Anteil des Konzerns an der Bavaria Pictures GmbH wird nach der Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert.

Zusammenfassende Finanzinformationen des Gemeinschaftsunternehmens entsprechen seinem in Übereinstimmung mit IFRS aufgestellten Abschluss sowie Überleitung dieser Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils an diesem Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss werden nachfolgend aufgezeigt:

Bavaria Pictures GmbH

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31.12.2015
T€
--- ---
Kurzfristige Vermögenswerte, einschließlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente i. H. v. T€ 1.365 und geleisteter Anzahlungen i. H. v. T€ 0 4.547
Langfristige Vermögenswerte 3.604
Kurzfristige Schulden, einschl. Steuerschulden i. H. v. T€ 0 9.511
Langfristige Schulden, einschl. latenter Steuerschulden i. H. v. T€ 0 und langfristigem Darlehen i. H. v. T€ 0 0
Eigenkapital -1.360
Anteil des Konzerns 50,0 %
At-Equity Bewertung 0
2015
T€
Umsatzerlöse 4.250
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.619
Sonstige betriebliche Erträge 2.893
Materialaufwand -3.176
Personalaufwand -1.693
Abschreibungen -3.528
Sonstige betriebliche Aufwendungen -124
Zinsaufwand -62
Ergebnis vor Steuern 179
Ertragsteuern 0
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 179
Anteil des Konzerns am Ergebnis 90
Davon ergebniswirksam 0

Es handelt sich bei dem Unternehmen um ein Gemeinschaftsunternehmen, das gemeinschaftlich geführt wird. Keine Gesellschafterin kann allein Kontrolle über das Unternehmen ausüben.

Der Konzern besitzt 34,4 % der Anteile an der Circuito Cinema s.r.l., einer Kinokette mit Sitz in Rom.

Zusammenfassende Finanzinformationen des assoziierten Unternehmens entsprechen seinem in Übereinstimmung mit IFRS aufgestellten Abschluss sowie Überleitung dieser Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils an diesem Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss werden nachfolgend aufgezeigt:

Circuito Cinema s.r.l.

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31.12.2015 31.12.2014
T€ T€
--- --- ---
Kurzfristige Vermögenswerte, einschließlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente i. H. v. T€ 118 (Vj.: T€ 96) und geleisteter Anzahlungen i. H. v. T€ 176 (Vj.: T€ 136) 3.820 5.286
Langfristige Vermögenswerte 5.699 5.297
Kurzfristige Schulden, einschl. Steuerschulden i. H. v. T€ 296 (Vj.: T€ 340) 7.139 7.862
Langfristige Schulden, einschl. latenter Steuerschulden i. H. v. T€ 0 (Vj.: T€ 0) und langfristigem Darlehen i. H. v. T€ 0 (Vj.: T€ 0) 394 385
Eigenkapital 2.318 2.447
Anteil des Konzerns 34,4 37,5
At-Equity Bewertung 1.957 2.376
2015 2014
T€ T€
Umsatzerlöse 9.560 10.781
Materialaufwand -7.018 -6.551
Personalaufwand -3.022 -2.909
Abschreibungen -555 -495
Sonstige betriebliche Aufwendungen -988 -536
Finanzergebnis -53 -175
Ergebnis vor Steuern -2.076 115
Ertragsteuern 434 -53
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -1.642 62
Anteil des Konzerns am Ergebnis -493 23
Davon ergebniswirksam -493 0

Der Konzern besitzt 31,4 % der Anteile an der X Verleih AG, einem Filmverleihunternehmen mit Sitz in Berlin. Der Anteil des Konzerns an der X Verleih AG wird nach der Equity­Methode im Konzernabschluss bilanziert.

Zusammenfassende Finanzinformationen des assoziierten Unternehmens entsprechen seinem in Übereinstimmung mit IFRS aufgestellten Abschluss sowie Überleitung dieser Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils an diesem Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss werden nachfolgend aufgezeigt:

X Verleih AG

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31.12.2015
T€
--- ---
Kurzfristige Vermögenswerte, einschließlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente i. H.v. T€ 2.925 und geleisteter Anzahlungen i. H. v. T€ 0 3.679
Langfristige Vermögenswerte 1.920
Kurzfristige Schulden, einschl. Steuerschulden i. H. v. T€ 99 2.112
Langfristige Schulden, einschl. latenter Steuerschulden i. H. v. T€ 0 0
Eigenkapital 3.788
Anteil des Konzerns 31,4%
At-Equity Bewertung 1.336
2015
T€
Umsatzerlöse 4.356
Sonstige betriebliche Erträge 1.098
Materialaufwand -3.032
Personalaufwand -931
Abschreibungen -649
Sonstige betriebliche Aufwendungen -160
Finanzergebnis, einschl. Zinsaufwand i. H. v. T€ 15 -10
Ergebnis vor Steuern 672
Ertragsteuern -225
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 447
Anteil des Konzerns am Ergebnis 140

Im Geschäftsjahr schüttete die X Verleih AG an ihre Gesellschafter T€ 360 aus, davon entfielen auf die Wild Bunch AG T€ 113.

Der kumulierte Gesamtbetrag des nicht erfassten anteiligen negativen Eigenkapitals aus assoziierten Unternehmen beträgt T€ 680 (Vj.: T€ 0).

21. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen enthalten im Wesentlichen geleistete Kautionen von T€ 568 (Vj.: T€ 26) sowie Beteiligungen an Gesellschaften von T€ 512 (Vj.: T€ 509).

22. Vorräte

Die Vorräte von Wild Bunch bestehen im Wesentlichen aus Lagerbeständen an Bildtonträgern.

Im Geschäftsjahr 2015 mussten Wertberichtigungen in Höhe von T€ 533 (Vj.: T€ 86) auf Lagerbestände von Bildtonträgern vorgenommen werden.

23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

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31.12.2015 31.12.2014
T€ T€
--- --- ---
Forderungen 51.045 43.075
Abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen -990 -865
Forderungen, netto 50.055 42.210
Geleistete Anzahlungen 479 618
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 50.534 42.829

Forderungen werden zum Nennwert abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen bilanziert.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden sowohl nach einer kundenbezogenen Beurteilung, als auch basierend auf aktuellen Erfahrungswerten vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2015 wurden zusätzlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Nennwert von T€ 125 (Vj.: T€ 0) in voller Höhe wertberichtigt. Diese Wertberichtigungen wurden aufgrund von aufgetretenen Zahlungsschwierigkeiten notwendig.

Die Entwicklung der auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Stand am 1. Januar 865 1.320
Verbrauch 0 -455
Zuführung 125 0
Stand am 31. Dezember 990 865

Zum 31. Dezember 2015 ist ein Forderungsbestand in Höhe von T€ 31.210 (Vj.: T€ 33.481) weder einzelwertberichtigt noch überfällig. Hier deuteten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Die zum Bilanzstichtag in Zahlungsverzug befindlichen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie folgt überfällig:

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31.12.2015 31.12.2014
T€ T€
--- --- ---
0 bis 90 Tage 4.753 269
91 bis 120 Tage 388 101
ab 121 Tage 13.704 8.359

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 18.845 (Vj.: T€ 8.729), welche zum Berichtszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung in der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit einer Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet wird. Der Konzern hält keine Sicherheiten für diese offenen Posten.

24. Kurzfristige sonstige Vermögenswerte

Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen Förderinstitute 16.903 12.954
Debitorische Kreditoren 2.578 565
Devisentermingeschäfte 49 0
Sonstige 3.208 4.236
22.738 17.755
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Steuern 6.172 5.589
Fremdgelder 2.653 2.021
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 854 855
Sonstige 150 205
9.829 8.670
32.567 26.425

25. Gezeichnetes Kapital

Für eine Darstellung der Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die Eigenkapitalveränderungstabelle verwiesen. Im Folgenden wird die Entwicklung des Eigenkapitals der Wild Bunch AG beschrieben.

Die außerordentliche Hauptversammlung vom 12. September 2014 hat Beschlüsse zu vier Kapitalmaßnahmen gefasst, von denen drei Maßnahmen im Geschäftsjahr 2014 umgesetzt werden konnten. Die vierte Maßnahme konnte bis zum 5. Februar 2015 erfolgreich durchgeführt werden.

Am 5. Februar 2015 konnte die Wild Bunch AG die von der außerordentlichen Hauptversammlung am 12. September 2014 beschlossene vierte Kapitalmaßnahme, eine Sachkapitalerhöhung im Umfang von € 55.872.788 durch Ausgabe von 55.872.788 jungen Aktien gegen Einbringung sämtlicher Anteile an der Wild Bunch S.A., Paris (Wild Bunch) erfolgreich durch Eintragung ins Handelsregister abschließen. Das Grundkapital erhöhte sich dadurch auf € 74.330.015.

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss und Satzungsbestimmung hat die Wild Bunch AG eine Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts am 17. Dezember 2015 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.391.556 neue Aktien mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro ausgegeben, wodurch sich das Grundkapital um 1,88% von € 74.330.015 auf € 75.721.571 erhöht hat. Die neuen Aktien wurden zu einem Ausgabepreis von € 2,05 pro Aktie ausgegeben, so dass der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von rund € 2,85 Mio. zugeflossen ist. Der Erlös soll die Finanzierungstruktur der Gesellschaft stärken und zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten sowie der weiteren Umsetzung der Wachstumspläne des Unternehmens verwendet werden.

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31.12.2015 31.12.2014
Stück Stück
--- --- ---
Aktien, 75.721.571,00 Stück, Genehmigtes Kapital (2015/I) bis zu € 35.773.451 75.721.571 18.457.227
Bedingtes Kapital (2015/I) bis zu € 19.750.097
Eigene Aktien -2.415 -2.415
75.719.156 18.454.812

Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt. Es ist in nennwertlose Stückaktien eingeteilt.

Eigene Anteile werden in der Bilanz eigenkapitalmindernd erfasst. Die eigenen Anteile werden mit ihren Anschaffungskosten ausgewiesen.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 29. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in einem Volumen von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Gesellschaft hat sich wiederum verpflichtet, keinen Handel mit den eigenen Aktien zu treiben und die eigenen Aktien nur unter bestimmten Umständen zu veräußern.

Am 31. Dezember 2015 weist die Gesellschaft 2.415 Stückaktien als eigene Anteile aus, auf die nominal € 2.415 bzw. ca. 0,0003 % des Grundkapitals am 31. Dezember 2015 entfallen.

Auf der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 wurde das bis dahin noch bestehende genehmigte Kapital 2012/I aufgehoben, soweit von diesem kein Gebrauch gemacht worden war, und ein neues genehmigtes Kapital beschlossen, wodurch der Vorstand ermächtigt ist, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 29. Juni 2020 um einen Betrag von bis zu € 37.165.007,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I). Das genehmigte Kapital wurde in 2015 zur Ausgabe von 1.391.556 neuen Aktien verwandt.

Auf der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2020 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu € 19.750.097 zu begeben. Das Bedingte Kapital 2015/I wird nur verwendet, soweit die Inhaber der Wandlungs- oder Optionsrechte von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen. Die Eintragung des Bedingten Kapital 2015/I in das Handelsregister erfolgte am 7. Juli 2015.

26. Darstellung des Konzerneigenkapitals im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbs

Die Höhe des Konzerneigenkapitals unmittelbar nach dem umgekehrten Unternehmenserwerb ermittelt sich wie folgt:

Buchwert Eigenkapital wirtschaftlicher Erwerber vor Erwerb

+ Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs

\= konsolidiertes Eigenkapital

IFRS 3. IE8 bestimmt jedoch, dass der Ausweis des gezeichneten Kapitals in der Bilanz die rechtlichen Verhältnisse des rechtlichen Erwerbers darstellen muss.

Daher waren entsprechende Beträge (T€ 55.686) aus der Kapitalrücklage der Wild Bunch S.A. in das gezeichnete Kapital umzugliedern und die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs (T€ 33.961) entsprechend auf das gezeichnete Kapital (T€ 18.455) und die Kapitalrücklage (T€ 15.506) aufzuteilen.

Im Dezember 2015 wurden im Rahmen einer Barkapitalerhöhung 1.391.556 neue Aktien zu einem Bezugspreis von € 2,05 pro Aktie ausgegeben. Die Differenz zwischen Bezugspreis und rechnerisch anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von T€ 1.462 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Insgesamt wurden Kosten in Höhe von T€ 1.246 mit der Kapitalrücklage verrechnet.

27. Sonstige Rücklagen

Die sonstigen Rücklagen in Höhe von T€ -124 (Vj.: T€ -115) resultieren aus im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus Pensionsverpflichtungen abzüglich darauf entfallender latenter Steuern. (Punkt 30 „Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer“).

28. Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter entfallen auf die folgenden Gesellschaften:

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31.12.2015 31.12.2014
T€ T€
--- --- ---
Bunch of Talents SAS, Paris, Frankreich 3 32
deutschfilm GmbH, Berlin 0 0
Elle Driver SAS, Paris, Frankreich 76 75
Filmoline SAS, Paris, Frankreich 202 231
Versatile SAS, Paris, Frankreich -48 -36
Vértigo Films S.L., Madrid, Spanien -581 -587
Wild Bunch Germany GmbH, München 340 281
-8 -4

Nachfolgend werden zusammengefasste im Konzernabschluss enthaltene Finanzinformationen von Gesellschaften mit Anteilen ohne beherrschenden Einfluss dargestellt:

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2015 2014
Elle Driver SAS, Paris, Frankreich T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse 3.111 5.470
Ergebnis 14 151
Kurzfristige Vermögenswerte 1.572 1.356
Langfristige Vermögenswerte 3.621 4.708
Kurzfristige Schulden 3.572 4.112
Langfristige Schulden 103 448
Cashflows -46 43

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2015 2014
Filmoline SAS, Paris, Frankreich T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse 3.374 2.868
Ergebnis -825 420
Kurzfristige Vermögenswerte 4.947 3.105
Langfristige Vermögenswerte 1.383 4.976
Kurzfristige Schulden 4.814 5.591
Langfristige Schulden 12 162
Cashflows -37 -4.320

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2015 2014
Vértigo Films S.L., Madrid, Spanien T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse 5.061 5.692
Ergebnis 26 -1.092
Kurzfristige Vermögenswerte 4.669 4.922
Langfristige Vermögenswerte 11.774 10.076
Kurzfristige Schulden 5.904 5.861
Langfristige Schulden 13.441 12.073
Cashflows -11 83

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2015 2014
Wild Bunch Germany GmbH, München T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse 22.105 18.550
Ergebnis 28 108
Kurzfristige Vermögenswerte 21.215 22.574
Langfristige Vermögenswerte 17,169 14.849
Kurzfristige Schulden 35.784 34.535
Langfristige Schulden 0 79
Cashflows 292 -956

Zum 31. Dezember 2015 betrug die Anteilsquote nicht beherrschender Gesellschafter an der deutschfilm GmbH 50 %, ihr Anteil am Konzernergebnis betrug T€ -100. Die deutschfilm GmbH wurde vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der Wild Bunch AG einbezogen. Aufgrund der Verlustsituation der Gesellschaft wurde keine Ausschüttung vorgenommen.

Auf die Darstellung der Finanzinformationen der anderen Gesellschaften mit Minderheitengesellschaftern wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

29. Kapitalmanagement

Die Wild Bunch AG unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind sowohl erfolgs- als auch cashflow-orientiert.

Vorrangiges Ziel des Wild Bunch-Managements ist die für eine Unternehmensfortführung sicherzustellende Liquidität. Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte nach dem Unternehmenszusammenschluss der Senator Entertainment AG und der Wild Bunch S.A. eine schrittweise Implementierung von Liquiditätsplanungstools. Zur Umsetzung des Ziels werden mittlerweile neben der absoluten Höhe des Bestandes an liquiden Mitteln die erwarteten Ein- und Auszahlungen durch einen Plan auf Wochenbasis sowie einem mittelfristigen Plan, der sich über einen dreijährigen Zeitraum erstreckt, überwacht. Im Übrigen verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Liquiditätsrisiken im Abschnitt „Finanzinstrumente/Management von Finanzrisiken“ (siehe Kapitel 40).

Um flexibel sich bietende Eigenkapital- und Fremdfinanzierungsoptionen am Markt nutzen zu können, ist eine ausreichend hohe Eigenkapitalquote erforderlich. Dabei wird das Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme überwacht. Die Eigenkapitalquote ist dabei das Verhältnis zwischen dem Eigenkapital auf konsolidierter Basis und der Bilanzsumme.

Das Eigenkapital sowie die Eigenkapitalquote entwickelten sich wie folgt:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Bilanzielles Eigenkapital 75.090 46.727
Bilanzsumme 335.220 254.284
Eigenkapitalquote 22,4% 18,4%

30. Pensionsverpflichtungen

Der Konzern unterhält leistungsorientierte Altersversorgungspläne für alle anspruchsberechtigten Arbeitnehmer seiner Tochtergesellschaften in Frankreich. Der Konzern bilanziert bestehende gesetzliche Verpflichtungen zur Auszahlung von Abfertigungsrückstellungen im Zeitpunkt der Beendigung von Arbeitsverhältnissen als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer. Der Aufwand aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, erwartetes Renteneintritts-alter, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2015 T€ 632 (2014: T€ 545). Darin sind auch Altersversorgungspläne zur Auszahlung von Abfertigungsrückstellungen in der italienischen Tochtergesellschaft enthalten. Aus Wesentlichkeitsaspekten wurde hier bislang auf eine versicherungsmathematische Berechnung verzichtet.

Leistungsorientierte Pläne

Die aktuellen versicherungsmathematischen Bewertungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen wurden zum 31. Dezember 2015 wie im Vorjahr von Valoria Conseil, Paris, Frankreich durchgeführt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung und der dazugehörige Dienstzeitaufwand wurden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien ermittelt.

Die wichtigsten Annahmen, welche der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, sind:

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31.12.2015 31.12.2014
% %
--- --- ---
Abzinsungssatz 2,3 1,8
Erwartete Gehaltssteigerung 5,0 5,0
Durchschnittliche Lebenserwartung der derzeitigen Arbeitnehmer beim Renteneintritt (in Jahren)* 62 62
Anzahl der Begünstigten Leistungsempfänger 90 90

* basierend auf den anerkannten französischen Sterbetafeln

Die Netto - Pensionsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Aktueller Dienstzeitaufwand 62 75
Nettozinsaufwand 11 15
Ertrag aus der Anpassung der Rückstellung 0 -46
Periodenaufwand 73 44

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Pensionsverpflichtung:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung, 1.1. 545 361
Dienstzeitaufwand 62 75
Zinsaufwand 11 15
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen finanzieller Annahmen -29 62
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen demographischer Annahmen 0 14
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 42 15
Sonstige 0 3
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung, 31.12. 631 545

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematische Gewinne und Verluste mit Bezug zur Pensionsverpflichtung:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie latente Steuern, 1.1. -115 12
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in 2015 -13 -191
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 4 64
Im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, 31.12. -124 -115

Nachfolgend wird eine quantitative Sensitivitätsanalyse der wichtigsten Annahmen zum 31. Dezember 2015 dargestellt.

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Annahme Zins-Sensitivität
Szenario Erhöhung um 0,50 % Rückgang um 0,50 %
Auswirkung auf die leistungsorientierte Verpflichtung (in T€) -26 +29

Die vorstehende Sensitivitätsanalyse wurde mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkung realistischer Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung extrapoliert.

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland wird als "State Plan" im Sinne von IAS 19.32 als gemeinschaftlicher Plan mehrerer Arbeitgeber behandelt. Insgesamt sind im Geschäftsjahr 2015 für die Mitarbeiter der Inlandsgesellschaften T€ 188 (2014: T€ 49) vom Arbeitgeber an den Rentenversicherungsträger gezahlt und im Aufwand erfasst worden (Arbeitgeberanteil).

31. Sonstige Rückstellungen

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Stand 01.01. 2015 Veränderung Konsolidierungskreis Verbrauch Auflösung Zuführung Stand 31.12. 2015
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Rückstellungen
Prozesskostenrückstellungen 284 0 0 0 0 284
Sonstige Rückstellungen 200 0 189 0 0 11
484 0 189 0 0 295
Kurzfristige Rückstellungen
Personalrückstellungen 0 295 158 42 14 109
Drohverlustrückstellungen 0 11.735 2.007 2.258 667 8.136
Retourenrückstellungen 2.805 531 3.021 0 3.536 3.851
Prozesskostenrückstellungen 20 869 4 0 0 885
Sonstige Rückstellungen 492 488 201 0 115 893
3.317 13.917 5.391 2.300 4.332 13.875
3.801 13.917 5.580 2.300 4.332 14.170

Die Rückstellungen für Retouren wurden für Risiken von erwarteten Waren-Retouren aus Blu-ray- und DVD-Verkäufen gebildet. Die Rückstellung für Retouren basiert auf der Analyse von vertraglichen sowie gesetzlichen Verpflichtungen und historischen Entwicklungen sowie der Erfahrung des Konzerns.

Die Drohverlustrückstellungen sind unter Punkt 18 „Immaterielle Vermögenswerte“ erläutert.

32. Finanzverbindlichkeiten

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31.12.2015 31.12.2014
T€ T€
--- --- ---
Anleihen 15.083 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 73.645 72.583
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2.000 0
90.728 72.583

Analyse der Fälligkeit finanzieller Verbindlichkeiten:

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Buchwert 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 3+ Jahre
31.12.2015 Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen
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Originäre finanzielle Verbindlichkeiten T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
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Anleihen 15.083 15.225 480 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 73.645 47.151 2.392 12.138 1.030 8.709 664 5.648 254
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2.000 2.000 40 0 0 0 0 0 0

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Buchwert 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 3+ Jahre
31.12.2014 Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen
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Originäre finanzielle Verbindlichkeiten T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ € k
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Anleihen 0 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 72.583 28.661 2.459 19.079 2.279 10.486 929 14.357 1.781
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 0 0 0 0

Anleihen

Im Geschäftsjahr zahlte die Wild Bunch AG nicht besicherte Teilschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von T€ 10.000 zurück. Die Schuldverschreibungen wurden bis zum Tag der Rückzahlung mit jährlich 12 % verzinst und wurden zu 101,5 % ihres Nennbetrags am 25. März 2015 zurückgezahlt. Die Emittentin zahlte der quirin bank eine Platzierungsprovision in Höhe von 5,26 % des Bruttoemissionsvolumens für die Platzierung der Schuldverschreibung. Der Tranchen-Platzierungspreis betrug 95,00 bzw. 97,33 % des Nennbetrags. Der effektive Zinssatz der beiden Anleihetranchen betrug 27,22 % bzw. 28,53 % p. a.

Die Wild Bunch AG hat am 25. März 2015 die im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten Anleihen mit einer Laufzeit von 12 Monaten im Gesamtnennbetrag von etwa € 11,8 Mio. Am 25. Juni hat die Wild Bunch AG die Platzierung der restlichen Teilschuldverschreibung aus der im März 2015 begebenen und auf insgesamt € 15 Mio. ausgestellten Anleihe erfolgreich abgeschlossen. Institutionelle Investoren zeichneten die noch ausstehenden Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von € 3,2 Mio. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückführung der bestehenden Anleihe in Höhe von € 10,0 Mio., die im März 2015 fällig war, dem Rückerwerb der noch ausstehenden Anleihe aus 2011 in Höhe von € 0,4 Mio., sowie der Finanzierung des laufenden Geschäfts. Die Emittentin zahlte der quirin bank eine Platzierungsprovision in Höhe von T€ 450 für die Platzierung der Schuldverschreibung. Der effektive Zinssatz der beiden Anleihetranchen betrug 15,8 %.

Am 24. März 2016 zahlte die Wild Bunch AG die ausstehende Anleihe zu 101,5 % des Nennbetrags einschließlich Zinsen vollständig zurück. Der Mittelabfluss betrug € 15,7 Mio.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In 2015 wurde ein Geldmarktkredit in Höhe von € 10,0 Mio. (Vj.: € 10,0 Mio.) mit mehrjähriger Laufzeit mit der britischen Niederlassung der israelischen Bank Leumi (UK) plc, London, um eine Laufzeit von sechs Monaten verlängert. Der Rahmenkredit ermöglicht es bestimmten deutschen Tochtergesellschaften der Wild Bunch AG Forderungen aus Verwertungsverträgen für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren zwischenzufinanzieren und so den Zeitraum der Bindung eigenen Kapitals zu minimieren. Die Verzinsung des Darlehens betrug 4,80 %. Laut Kreditvertrag erhält die Bank mindestens einen Zins von 1,30 % + 3,50 % Margin solange der LIBOR unter 1,30 % liegt, steigt der LIBOR über 1,30 % errechnet sich der Zinssatz aus LIBOR + 3,50 % Margin. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen in Höhe von T€ 5.782 in Anspruch genommen. Zusätzlich berechnet die Bank eine Avalgebühr in Höhe von 0,75 % p. a. wenn das Darlehen mehr als 50 % der Kreditlinie beträgt und 1,5% p.a. wenn die Inanspruchnahme unter 50 % der Kreditlinie liegt. Der Kredit wurde mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie mit immateriellen Vermögenswerten und den Geschäftsanteilen an der Senator MovInvest GmbH besichert.

Verbindlichkeiten der operativen Konzerngesellschaften

Zum Bilanzstichtag bestanden bei den operativen Konzerngesellschaften der Wild Bunch AG folgende Darlehensverbindlichkeiten:

Wild Bunch S.A.

Zugunsten der Continental Films SAS bestand im Geschäftsjahr 2015 ein im Jahr 2013 über T€ 20.000 gewährtes und im Jahr 2015 angepasstes Darlehen zur Refinanzierung des Citi Loans. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 22. Oktober 2018 und ist neben der Zahlung einer Commitment-Fee von 1,75 % mit 2,75 % über EURIBOR (12M) verzinst. Das Darlehen bestand zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 13.127. In gleicher Höhe ist dieses Darlehen besichert durch von der Continental Film SAS gehaltene Filmrechte sowie durch Abtretung von Erträgen aus der Auswertung dieser Filme.

Darüber hinaus hat die Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr 2015 einen im Jahr 2013 von einem französischen Bankenkonsortium, bestehend aus den Geschäftsbanken Natixis Coficine („Coficine“; Lead Manager), Banque Palatine („Bank Palatine“), der Banque E­spirito Santo et de la Venetie („BESV“) und Banque Neuflize OBC („OBC“; Banken gemeinsam der „Bankenpool“), gewährten Working-Capital Kreditrahmen bis zum 22. Oktober 2018 verlängert. Der Kreditrahmen beträgt T€ 10.000, der Zinssatz beträgt 2,75 % über EURIBOR (12M) neben einer Commitment-Fee von 1,75 %. Das Darlehen wird durch eine Verpfändung von Aktien von Wild Bunch S.A.-Tochtergesellschaften sowie durch Beteiligung an den Einnahmen der Verwertung von Filmen aus den Continental und Wild Bunch Filmbibliotheken besichert, die vor dem 31. Dezember 2014 herausgebracht wurden.

Des Weiteren bestand im Geschäftsjahr seitens des Bankenpools zugunsten der Wild Bunch S.A. und der Continental Films SAS ein Akquisitionskredit, der im Jahr 2012 ursprünglich über T€ 20.000 und dann um T€ 8.000 auf T€ 28.000 gewährt wurde und eine Laufzeit bis zum 30. September 2016 hat. Dieses Darlehen ist durch Filmrechte in Höhe von T€ 13.193 in Anspruch genommen und entsprechend durch Filmrechte besichert.

Am 13. Februar 2015 hat die Wild Bunch S.A. mit Coficine einen Darlehensvertrag mit einer Kreditlinie von T€ 2.300 zum Erwerb unterschiedlicher Filme abgeschlossen, die sie unterjährig mit Zustimmung von Coficine auf insgesamt T€ 3.585 erhöhte. Das Darlehen ist zu einem Zinssatz von 2,00 % über EURIBOR verzinst und wurde gegen eine Commitment Fee in Höhe von 1,00 % des Gesamtdarlehensbetrages gewährt und durch die Verpfändung von Filmrechten und die Abtretung von Einnahmen aus dem erworbenen Filmen besichert. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 13. Februar 2017. Zum Bilanzstichtag ist noch ein Darlehensbetrag in Höhe von T€ 1.529 zurückzuzahlen.

Zudem nutzte die Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr im Umfang von T€ 748 ein sog. Overdraft-Darlehen bei der Bank Palatine, welches der Wild Bunch S.A. in Höhe von T€ 750 zu einem Zinssatz von 1,5 % über EURIBOR (3M) zur Verfügung steht. Zum Bilanzstichtag, der zugleich das Ende der Darlehenslaufzeit darstellt, war das Darlehen noch in Höhe von T€ 748 zurückzuführen. Die Wild Bunch S.A. hat mit der Bank Palatine entsprechende Vereinbarungen über eine Stundung der Fälligkeit dieses Darlehens vereinbart.

Ein weiteres Darlehen in Höhe von T€ 2.000 stellte Bank Palatine der Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr mit einer Laufzeit bis zum 10. Juli 2016 und einem Zinssatz von 2,00 % über EURIBOR (3M) zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag war das Darlehen noch in Höhe von T€ 1.022 zurückzuführen. Die Wild Bunch SA stellte zur Auszahlung des Darlehens Sicherheiten (Einnahmen aus der Verwertung bestimmter Filme) in Höhe von T€ 1.022 der Bank zur Verfügung.

Zudem nahmen die Wild Bunch S.A., die Wild Bunch Distribution SAS und die Wild Side Films SAS im Geschäftsjahr einen Kontokorrentkredit von T€ 3.000 bei der OBC zu einem Zinssatz von 2,00 % über EURIBOR (3M) in Anspruch. Das Darlehen hat eine unbestimmte Laufzeit. Zum Bilanzstichtag war das Darlehen noch in Höhe von T€ 3.000 zurückzuführen. Die Wild Bunch SA stellte zur Auszahlung des Darlehens Rechte und Einnahmen an gewissen Filmen als Sicherheiten in Höhe des Kreditrahmens. Ein weiterer Kreditrahmen bestand im Geschäftsjahr mit OBC in Höhe von T€ 500, welcher von Wild Bunch S.A. in Höhe von T€ 132 zum Bilanzstichtag genutzt wurde. In gleichem Umfang hat Wild Bunch S.A. Sicherheiten gestellt.

Für den Erwerb des Films „Red Turtle“ stellte die BESV der Wild Bunch S.A. ein Filmakquisitionsdarlehen in Höhe von T€ 1.869 zur Verfügung. Das Darlehen ist mit 2,15 % über EURIBOR (3M) verzinst und hat eine Laufzeit bis zum 24. Dezember 2016. Wild Bunch S.A. zahlte für die Bereitstellung an BESV eine Commitment-Fee in Höhe von 0,25 % der Darlehenssumme. Die Wild Bunch S.A. stellte zur Auszahlung des Darlehens Sicherheiten in Höhe von T€ 1.815, hauptsächlich durch Abtretung von Einnahmen aus und Rechten an dem finanzierten Film.

Zudem nutzte die Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr einen weiteren Kontokorrentkredit der Bank HSBC, welches diese in Höhe von T€ 1.000 zu einem Zinssatz von 2,50 % über EURIBOR (3M) gewährte. Zum Bilanzstichtag war das Darlehen noch in Höhe von T€ 999 zurückzuführen. Die Wild Bunch S.A. stellte zur Auszahlung des Darlehens Sicherheiten in Höhe von T€ 999.

Die Bank BNP stellte der Wild Bunch S.A. im Geschäftsjahr einen Kontokorrentkredit in Höhe von T€ 1,500 zu einem Zinssatz von 2,50 % über EURIBOR (3M) zur Verfügung, welchen die Wild Bunch S.A. in Höhe von T€ 1.498 in Anspruch nahm. Zum Bilanzstichtag war das Darlehen noch in ebendieser Höhe zurückzuführen. Die Wild Bunch S.A. stellte zur Auszahlung des Darlehens Sicherheiten in Höhe von T€ 1.498.

Zugunsten der Wild Bunch S.A. bestand im Geschäftsjahr ein von der Coficine gewährtes Akquisitionsdarlehen in Höhe von T€ 3.040 und einer Laufzeit bis zum 11. März 2016. Dieses Darlehen, welches mit 2,00 % über EURIBOR (12M) verzinst ist und gegen eine Commitment-Fee von 1,00 % gewährt wurde ist zum Bilanzstichtag durch die Abtretung von Einnahmen aus bestimmten Filmen in Höhe von T€ 726 besichert.

Zugunsten der Wild Bunch S.A. bestand im Geschäftsjahr ein von der Coficine im Jahr 2014 gewährtes Akquisitionsdarlehen in Höhe von T€ 5.000 mit einer Laufzeit bis zum 30. Dezember 2015. Dieses Darlehen, welches mit 2,00 % über EURIBOR (12M) verzinst ist und gegen eine Commitment-Fee von 1,00 % gewährt wurde, ist zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 1.575 in Anspruch genommen und durch die Abtretung von Einnahmen aus bestimmten Film entsprechend besichert.

Des Weiteren bestand im Geschäftsjahr zugunsten der Wild Bunch S.A. eine revolvierende Kreditlinie seitens der Banken Coficine und OBC zur Akquisition diverser Filmtitel. Der Kreditrahmen beträgt T€ 7.000 bei einer Verzinsung von 2,00 % über EURIBOR (12M) und einer zu leistenden Commitment-Fee von 1,00 %. Das Darlehen besteht zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 5.477 und ist durch die Abtretung von Vertriebsrechten an und Einnahmen aus bestimmten Filmen entsprechend besichert.

Zudem bestand im Geschäftsjahr zugunsten der Wild Bunch S.A. ein Darlehen bei der Coficine in Höhe von T€ 7.300 bei einer Verzinsung von 3,00 % über EURIBOR (12M), welches von der Wild Bunch S.A. im Umfang von T€ 6.084 genutzt wurde.

Schließlich bestand im Geschäftsjahr zugunsten der Wild Bunch S.A. ein Darlehensrahmen bei Coficine in Höhe von T€ 6.340, welcher von der Wild Bunch S.A. in Höhe von T€ 2.776 in Anspruch genommen wurde. Das Darlehen ist mit 2,00 % über EURIBOR (12M) verzinst und unterliegt einer Commitment-Fee in Höhe von 1,00 %. Das Darlehen ist seitens der Wild Bunch in Höhe des in Anspruch genommenen Anteils besichert.

Continental Films SAS

Zugunsten der Continental Films SAS bestand im Geschäftsjahr ein von der Coficine gewährtes Darlehen in Höhe von T€ 8.000 mit einer Laufzeit bis zum 16. März 2016. Dieses Darlehen, welches mit 2,00 % über EURIBOR (12M) verzinst ist und gegen eine Commitment-Fee von 1,00 % gewährt wurde, ist zum Bilanzstichtag durch die Abtretung von Einnahmen aus bestimmten Film in Höhe von T€ 226 in Anspruch genommen und in entsprechender Höhe besichert.

Des Weiteren bestand zugunsten der Continental Films SAS ein Darlehen seitens der Coficine in Höhe von T€ 500, welches mit 2,00 % über EURIBOR (12M) verzinst ist und gegen eine Commitment-Fee von 1,00 % gewährt wurde, und welches zum Bilanzstichtag durch die Abtretung von Einnahmen aus bestimmten Film in Höhe des Kreditrahmens besichert ist.

BIM Distribuzione Srl

Zugunsten der BIM Distribuzione Srl bestand im Geschäftsjahr ein Darlehen mit der Banca Nationale del Lavoro („BNL“) in der Höhe von T€ 858 unter dem gegen einen Zinssatz von 2,06 % Ansprüche aus TV-Verkäufen forfaitiert werden.

Zudem bestand im Geschäftsjahr ein weiteres Darlehen mit BNL in Höhe von T€ 500, bei dem gegen einen Zinssatz von 2,81 %, Ansprüche aus sonstigen Verträgen forfaitiert werden.

Vértigo Films S.L.

Zugunsten der Vertigo Films S.L. bestanden im Geschäftsjahr zwei unbesicherte operative Darlehen bei der Banco Santander in Höhe von T€ 20 und T€ 16 zu jeweils fixen Zinssätzen von 6,20 % bzw. 5,71 %.

Des Weiteren bestand zugunsten der Vértigo Film S.L. ein unbesichertes Darlehen bei der Bank BBVA in Höhe von T€ 365 zu einem variablen Zinssatz von 5,39 %.

Zudem bestanden bei der Bank Ibercaja zugunsten der Vértigo Films S.L. drei diskontierte Forfaitierungslinien für Erträge bis zu T€ 140 aus dem TV-Verkauf des Films „DTS“ verzinst mit 2,45 %, für Erträge aus dem Film „Kiki“ bis zu T€ 790 verzinst mit 2,00 % und für Erträge aus dem TV-Verkauf des Films „Blood Father“ bis zu T€ 360 verzinst mit 3,37%. Die Darlehen sind in gewährter Höhe besichert.

Zudem bestand bei der Bank Banca Sabadell zugunsten der Vértigo Films S.L. eine diskontierte Forfaitierungslinie für Erträge bis zu T€ 270 aus dem TV-Verkauf des Films „Philomena“ verzinst mit 5,8 %.

Senator Film Köln GmbH

Die Senator Film Köln GmbH, Köln, erhielt im Oktober 2014 ein Zwischenfinanzierungsdarlehen für das Projekt EIN ATEM. Die Kreditlinie beträgt T€ 1.000 und wurde zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 350 in Anspruch genommen. Der Zinssatz lag im Geschäftsjahr bei 6,67 % p. a. (EURIBOR zuzüglich einer Marge von 6,50 %). Des Weiteren steht der Bank eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,50 % p. a. ab dem dritten Monat nach Vertragsschluss zu. Besichert wurde der Kredit mit den Ansprüchen gegen Filmförderanstalten und gegen die Senator Film Verleih GmbH, Berlin, sowie durch die Abtretung sämtlicher Filmrechte und der Sicherungsübereignung von Material des zwischenfinanzierten Filmprojekts.

Senator Film Produktion GmbH

Im September 2015, erhielt die Senator Film Produktion GmbH, Berlin, ein weiteres Produktionsdarlehen für die Zwischenfinanzierung des Projekts OLAF IN LOVE. Die Kreditline beträgt T€ 1.040 und wird zum 31. Dezember mit T € 305 in Anspruch genommen. Der Zinssatz lag im Geschäftsjahr bei 4,25 % p.a. Des Weiteren steht der Bank eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,50 % p. a. zu für den nicht in Anspruch genommen Betrag. Besichert wurde der Kredit mit den Ansprüchen gegen Filmförderanstalten und gegen die Wild Bunch Germany GmbH, München, sowie durch die Abtretung sämtlicher Filmrechte und der Sicherungsübereignung von Material des zwischenfinanzierten Filmprojekts.

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Am 16. November 2015 schlossen die Wild Bunch AG und Sapinda Asia Ltd., Tortola, British Virgin Islands einen Darlehensvertrag unter dem die Wild Bunch S.A., Paris, Frankreich, eine Tochtergesellschaft der Wild Bunch AG eine Auszahlung der Darlehenssumme in Höhe von € 2 Mio. erhalten hat. Der Darlehenszins beträgt 2 % p.a. und ist zahlbar zum 31. Dezember 2016 bzw. zu einem früheren Zeitpunkt, wenn das Darlehen in eine Unternehmensanleihe gewandelt wird.

Sonstige Angaben

Der weit überwiegende Teil der Filmrechte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dienen als Sicherheiten für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Zum Stichtag belaufen sich die besicherten Kredite auf € 73 Mio. (Vj.: € 73 Mio.). Zudem sind die wesentlichen unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen an den Konzerngesellschaften sicherungshalber an die kreditgebenden Banken abgetreten. Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommene Kreditlinien von € 16,7 Mio., wobei die Inanspruchnahme entsprechend der Kriterien in den Kreditverträgen finanzierungsfähige Filmrechte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen voraussetzt.

Darüber hinaus bestehen im Konzern keine Kreditlinien.

Die zum 31. Dezember 2015 bestehenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten waren durch die folgenden Inanspruchnahmen, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet:

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31.12.2015

T€
Zinssatz effektiv

in %
Fälligkeit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Bank Leumi, London, UK 944 5,3 Januar 2017
COFICINE, Paris, Frankreich 16.927 4,5 2017 - 2019
Bankenpool, Paris, Frankreich 6.759 3,0 2017 - 2018
Ibercaja, Madrid, Spanien 790 2,0 2017
Ibercaja, Madrid, Spanien 140 2,46 2017
Ibercaja, Madrid, Spanien 300 3,37 2017
Banco Sabadell, Madrid, Spanien 270 5,8 2017
Credit Bail Madrid 365 5,39 2017

33. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 85.335 (Vj.: T€ 68.091), davon entfielen auf Verbindlichkeiten aus Anlagevermögen T€ 30.315 (Vj.: T€ 28.184).

Die Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2015 waren teilweise überfällig (T€ 1.800). Die Verbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr 2016 und 2017 gezahlt bzw. wurden Stundungsvereinbarungen getroffen. Zum Vorjahresbilanzstichtag gab es keine überfälligen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Aus technischen Gründen konnte vorstehende Angabe nicht für die Gesellschaften der ehemaligen Wild Bunch S.A.­ Gruppe gemacht werden.

34. Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Lizenzgeberabführungen 26.276 18.039
Verbindlichkeiten gegenüber Filmförderanstalten 731 0
Verbindlichkeiten Produktionsprojekte 349 0
Sonstige 1.157 844
28.513 18.883
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 22.294 24.407
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 7.661 3.725
Verbindlichkeiten aus Sozialversicherungsbeiträgen 2.690 5.729
Sonstige 63 0
32.708 33.861
61.221 52.744

Der Konzern erwirbt Rechte von Lizenzgebern gegen eine Minimumgarantie und wertet die Rechte über die Lizenzzeit aus. Erlöse aus der Auswertung, die die Minimumgarantie und Vermarktungskosten übersteigen, müssen gemäß den vertraglichen Regelungen gegenüber den Lizenzgebern abgerechnet werden.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen bereits erhaltene Erlöse aus TV-Verträgen und Home-Entertainmentverträgen, die aufgrund der Verfügbarkeiten des jeweiligen Rechtes noch nicht als Umsatz realisiert werden konnten.

(D) ERLÄUTERUNGEN ZUR EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Das Eigenkapital des Wild Bunch-Konzerns veränderte sich im Geschäftsjahr insbesondere durch die durchgeführten Kapitalmaßnahmen im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses (T€ 33.961), die Barkapitalerhöhung (T€ 2.853) sowie durch das Konzernergebnis in Höhe von T€ -7.253.

(E) ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Wild Bunch weist den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Übereinstimmung mit IAS 7 „Kapitalflussrechnung“ nach der indirekten Methode aus, nach der der Gewinn oder Verlust der Periode um die Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Transaktionen, um Abgrenzungen der Mittelzu- oder Mittelabflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit in der Vergangenheit oder der Zukunft und um Ertrags- oder Aufwandsposten in Verbindung mit dem Cashflow aus Investitions- oder Finanzierungstätigkeit angepasst wird.

35. Liquide Mittel

Bei den liquiden Mitteln (Finanzmittelfonds) handelt es sich um Kassenbestände und Bankguthaben.

36. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sind folgende Ein- und Auszahlungen enthalten:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Gezahlte Ertragsteuern 287 1.529
Erhaltene Ertragsteuern 17 0
Gezahlte Zinsen 6.695 3.476
Erhaltene Zinsen 18 263

37. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Abfluss liquider Mittel aus Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in Filmrechte. Demgegenüber stehen Zuflüsse aus der Reverse Acquisition in Höhe von € 6,7 Mio.

38. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen geprägt durch die im Dezember durchgeführte Barkapitalerhöhung (siehe Punkt 25 bis Punkt 26) sowie durch die Tilgung und Aufnahme von Anleihen und sonstigen Finanzverbindlichkeiten. Zu weiteren Informationen zu den Finanzverbindlichkeiten verweisen wir auf Punkt 32.

(F) WEITERE INFORMATIONEN

39. Segmentberichterstattung

Zum Zweck der Unternehmenssteuerung ist der Konzern in die folgenden zwei berichtspflichtigen Geschäftssegmente unterteilt:

1. Das Geschäftssegment „Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion“ beinhaltet die Produktion und den Vertrieb von Filmen.
2. Das Geschäftssegment „Sonstiges“ umfasst den Musikbereich sowie das Betreiben einer VOD-Plattform und sonstige Aktivitäten.

Die Betriebsergebnisse der Geschäftseinheiten werden jeweils vom Vorstand überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der Segmente wird anhand des Ergebnisses beurteilt und in Übereinstimmung mit dem Ergebnis im Konzernabschluss bewertet.

Die Aktivitäten des Wild Bunch-Konzerns erstrecken sich im Wesentlichen auf Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Österreich

Im Geschäftsjahr wurde mit keinem Geschäftspartner Umsatzerlöse von mehr als 10 % getätigt.

Die Ergebnisse aller Segmente blieben hinter den Erwartungen des Vorstandes.

Geschäftsfelder

Der Wild Bunch-Konzern führt den Großteil seiner Geschäfte in den folgenden Geschäftsfeldern durch:

(a) Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion und
(b) Sonstige.

Das Segment Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion beinhaltet zum einen den Weltvertrieb und die Auswertung von Filmen in Kinos in Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Österreich sowie die Auswertungen von Kinofilmen im Fernsehen und auf Video und DVD und zum anderen die Filmproduktion von Kinofilmen. Im Segment Sonstige werden die Musik-Aktivitäten sowie die Geschäftsaktivitäten der VOD-Plattform zusammengefasst.

Geschäftsfelder

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Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion Sonstige Gesamt
2015 2014 2015 2014 2015 2014
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 114.667 127.353 2.846 3.023 117.513 130.376
Sonstige filmbezogene Erträge 6.941 11.834 854 2.761 7.795 14.595
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -105.232 -131.279 -3.461 -3.753 -108.694 -135.032
Segmentgewinn/-verlust 16.376 7.908 239 2.031 16.615 9.939
Sonstige betriebliche Erträge 5.913 2.445
Verwaltungsaufwendungen -24.505 -17.395
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.389 -302
-3.366 -5.313
Finanzerträge 2.205 1.932
Finanzaufwendungen -7.637 -4.592
Equity-Ergebnis -734 2.204
Ergebnis vor Steuern -9.531 -5.770

Im Geschäftsjahr vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 6.884 (Vj.: T€ 5.651) sowie Erträge aus Zuschreibungen von Anlagevermögen T€ 2.300 (Vj.: T€ 4.698) entfallen ausschließlich auf das Segment Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion.

Die damit verbundenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die Investitionen in dem jeweiligen Segment lassen sich wie folgt aufgliedern:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Vermögenswerte
Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion 309.521 246.315
Sonstige 25.699 7.969
Summe 335.220 254.284

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Verbindlichkeiten
Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion 231.059 204.125
Sonstige 31.810 5.577
Summe 262.869 209.702

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
Internationaler Vertrieb und Verleih sowie Filmproduktion 48.918 52.622
Sonstige 3 0
Summe 48.921 52.622

Segmentinformationen

Die Segmentdaten wurden auf der Grundlage der im Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ermittelt.

Das Segmentvermögen stellt das betriebsnotwendige Vermögen der einzelnen Segmente dar.

In den Segmentschulden sind die operativen Schulden und Rückstellungen der einzelnen Segmente enthalten.

Investitionen beinhalten die Ausgaben für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Geographische Informationen

Die Aktivitäten der Wild Bunch Gruppe erstrecken sich im Wesentlichen auf Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Für die geografische Segmentberichterstattung werden die Umsätze und das langfristige Vermögen nach dem Sitz der Gesellschaft segmentiert. Umsatzerlöse aus dem internationalen Vertrieb von Filmrechten (2015: T€ 28.312; Vj.: T€ 33.388) werden unter Sonstige ausgewiesen, da aus technischen Gründen eine Aufteilung nach geographischen Regionen nicht möglich ist.

Der Konzern konnte Umsatzerlöse in den folgenden geographischen Regionen erzielen:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse
Frankreich 39.226 58.224
Deutschland 35.532 19.786
Italien 8.986 13.340
Spanien 4.969 5.639
Sonstige 28.800 33.387
Summe 117.513 130.376

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Langfristige Vermögenswerte*
Frankreich 56.937 64.935
Deutschland 25.611 16.303
Italien 11.551 12.197
Spanien 7.569 6.155
Sonstige 5.856 5.517
Summe 107.524 105.107

* Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und sonstige langfristige Vermögenswerte

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
Frankreich 24.611 36.863
Deutschland 17.061 10.152
Italien 3.130 3.364
Spanien 4.119 2.243
Sonstige 0
Summe 48.921 52.622

40. Finanzinstrumente/Management von Finanzrisiken

Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente wurde - mit Ausnahme der Fremdwährungsderivate - durch Abzinsung der erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt und entspricht annähernd dem Buchwert (Stufe 3).

Der Wild Bunch-Konzern verwendet Devisenterminkontrakte, um sich gegen einen Teil der Transaktionsrisiken abzusichern. Der Zeitraum, für den die Devisenterminkontrakte abgeschlossen werden, entspricht dem Zeitraum, in dem ein Fremdwährungsrisiko der zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle besteht, in der Regel ein bis zwölf Monate. Die Devisenterminkontrakte werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

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31.12.2015 31.12.2014
Buchwert Fortgeführte Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert Buchwert Fortgeführte Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzanlagen 1.140 1.140 900 900
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 50.534 50.534 42.829 42.829
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen 22.689 22.689 17.755 17.755
Devisentermingeschäfte 49 0 49 0 0
Liquide Mittel 8.639 8.639 6.444 6.444
Summe 83.051 83.002 49 67.928 67.928

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31.12.2015 31.12.2014
Buchwert Fortgeführte Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert Buchwert Fortgeführte Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 90.729 90.729 72.583 72.583
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 85.335 85.335 68.091 68.091
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 28.513 28.513 18.883 18.883
Summe 204.576 204.576 159.557 159.557

Die Fremdwährungsderivate werden als finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte sind in der Kategorie Kredite und Forderungen enthalten und werden entsprechend der Effektivzinsmethode bilanziert.

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31.12.2015
Buchwert Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivative Finanzinstrumente 49 0 0 49
Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Währungssicherungsgeschäfte 0 0 0 0

Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr gab es Umbuchungen zwischen den Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2.

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31.12.2014
Buchwert Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 0
Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Währungssicherungsgeschäfte 0 0 0 0

Allgemeines

Der Konzern unterliegt aufgrund seiner operativen Tätigkeit den folgenden Risiken:

Kreditrisiken,
Liquiditätsrisiken,
Marktrisiken.

Unter den Marktrisiken werden auch Risiken aus der Veränderung von Zinssätzen erfasst.

Im Folgenden werden

die Risiken der jeweiligen Risikokategorie aufgeführt, die von Wild Bunch als für den Konzern relevant identifiziert wurden,
die Ziele, Regeln und Prozesse zur Risikoidentifizierung und zum Umgang mit den Risiken des Wild Bunch-Konzerns beschrieben.

Der Wild Bunch-Konzern hat einen zentralen Ansatz des finanziellen Risikomanagements in Portfolioform zur Identifizierung, Messung und Steuerung von Risiken. Die Risikopositionen ergeben sich aus den konzernweit vorgenommenen und geplanten zahlungswirksamen Ein- und Ausgängen als Marktrisiken, betreffend Zinssatz-, Preis- und Wechselkursänderungen. Zins- und Preisänderungsrisiken werden durch die Mischung von Laufzeiten sowie von fest- und variabel verzinslichen Positionen gesteuert.

Kreditrisiko

Unter Kreditrisiko wird das Risiko des Zahlungsausfalls eines Kunden oder Vertragspartners des Wild Bunch-Konzerns verstanden, welches dazu führt, dass in der Konzernbilanz ausgewiesene Vermögenswerte, Finanzanlagen oder Forderungen einer Wertberichtigung unterzogen werden müssen. Demnach ist das Risiko auf den Buchwert dieser Vermögenswerte beschränkt.

Kreditrisiken resultieren im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Kunden wird von den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen regelmäßig überwacht.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum 31. Dezember 2014 und 2015 nicht wertberichtigt waren, lagen keine Anhaltspunkte für Zahlungsausfälle vor.

Liquiditätsrisiken

Für die Wild Bunch-Gruppe bestehen gewisse Liquiditätsengpässe, die aufgrund der zeitlichen Verzögerung einer Barkapitalerhöhung und der Umsetzung eines Kreditrahmenvertrags entstanden sind. Die Kapitalerhöhung im Gesamtumfang von € 15,22 Mio. wurde Anfang 2016 abschließend platziert. Darüber hinaus bestand zum Bilanzstichtag ein deutlicher Überhang an kurzfristigen Verbindlichkeiten im Verhältnis zu den kurzfristigen Vermögenswerten sowie bestehende Verpflichtungen für zukünftige Filmrechteeinkäufe. Neben der zwischenzeitlichen Umsetzung eines Kreditrahmenvertrags mit Bank Leumi hat das Unternehmen weitere Maßnahmen angestoßen, um diese Unterdeckung zu verbessern. So wurden im Geschäftsjahr 2016 Verhandlungen mit Lieferanten geführt und teilweise neue Zahlungsziele vereinbart. Zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur, z.B. durch Kapitalmaßnahmen, sind geplant.

Der im April 2017 abgeschlossene Rahmenkreditvertrag im Umfang von bis zu € 30 Mio. kann durch die Bank im Fall der Verletzung von vereinbarten Financial Covenants (u.a. EBITDA-Ratio und Equity Minimum) fällig gestellt werden. Der Vorstand geht nach der derzeitigen Planung davon aus, die Financial Covenants zu erfüllen. Darüber hinaus bestehen weitere vertragliche Berichtspflichten, bei deren Verletzung die Bank die gewährten Kredite ebenfalls fällig stellen kann. Diese vertraglichen Berichtspflichten umfassen auch die Vorlage eines Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016, der mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen ist. Insbesondere im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gruppe besteht das Risiko, dass die Financial Covenants nicht eingehalten werden können. Ferner ist das Risiko nicht auszuschließen, dass der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 nicht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wird und die Bank ihr daraus resultierendes Recht zur Fälligstellung des Kredits ausüben wird. Die Fortführung des Konzerns hängt in diesen Fällen dann davon ab, dass die Aufnahme weiterer Mittel im erforderlichen Umfang gelingt.

Der Konzern strebt an, die Marktposition zu halten bzw. auszubauen, wofür erhebliche finanzielle Mittel benötigt werden, um die erworbenen Filmrechte entsprechen zu vermarkten. Sollten sich die erwarteten Ergebnisbeiträge dieser Erwerbe nicht wie geplant entwickeln und das operative Geschäft der Tochtergesellschaften deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, hängt die Fortführung der Gesellschaft davon ab, dass die Aufnahme weiterer Mittel im erforderlichen Umfang gelingt. Ferner setzt die Fortführung des Konzerns voraus, dass im Zeitraum bis zum 30. September 2018 die Aufnahme weiterer Mittel von € 50 Mio. bis € 60 Mio. vorrangig zur Refinanzierung bestehender Kreditverbindlichkeiten der französischen Gesellschaften im Rahmen einer Erweiterung der Finanzierung mit Bank Leumi oder einer anderweitigen Finanzierung gelingt.

Risiken aus Garantiegewährung

Im Jahr 2008 hat die damalige Senator Gruppe ein Filmrechtepaket an die MPG Secure Two LLC (MPG II) veräußert. Zur Finanzierung des Filmrechteerwerbs hat MPG II seinerzeit ein Darlehen aufgenommen. Die Senator AG sowie diverse Tochtergesellschaften haben im Rahmen der Finanzierung verschiedene Garantien, u. a. im Hinblick auf die Abwicklung der Filmrechteauswertung abgegeben. Es kann derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass insbesondere die Wild Bunch AG unter den Garantien auf Zahlung in Anspruch genommen werden. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wild Bunch Gruppe haben. Der Vorstand geht nicht davon aus, dass eine Inanspruchnahme erfolgt.

Marktrisiko

(a) Währungsrisiken

Aus dem Ein- und Verkauf in Fremdwährung können sich je nach Entwicklung des Wechselkurses Risiken für die Gesellschaft ergeben. Der Einkauf kann wechselkursbedingt teurer werden und der Verkauf in Fremdwährung kann zu einem in € geringeren Umsatz führen.

Größere Fremdwährungsrisiken ergeben sich bei Wild Bunch im Wesentlichen aus Einkäufen in US-Dollar. Im Vorjahr wurden diverse Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, die sich auf Fremdwährungskäufe im Geschäftsjahr bezogen, um das Fremdwährungsrisiko zu reduzieren.

Sensitivitätsanalysen nach IFRS 7 wurden für Bilanzpositionen in US-Dollar mit folgendem Ergebnis durchgeführt: Wenn das Wechselkursniveau zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen wäre, wäre das Ergebnis T€ 27 bzw. T€ 25 (Vj.: T€ 0 bzw. T€ 0) höher bzw. geringer gewesen. Aus technischen Gründen konnte vorstehende Sensitivitätsanalyse nicht für die Gesellschaften der ehemaligen Wild Bunch S.A.-Gruppe durchgeführt werden.

(b) Zinsrisiken

Bei den verzinslichen Forderungen und Schulden des Unternehmens sind sowohl Festzinsen aber auch variable Zinsen vereinbart. Marktzinssatzänderungen bei festverzinslichen Schulden würden sich nur dann auswirken, wenn diese Finanzinstrumente zum fair value bilanziert wären. Da dies nicht der Fall ist, unterliegen die Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Sensitivitätsanalysen nach IFRS 7 wurden für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten mit folgendem Ergebnis durchgeführt: Wenn das Marktzinsniveau im Geschäftsjahr um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis um ca. T€ 700 (Vj.: T€ 700) geringer gewesen. Wenn das Marktzinsniveau im Geschäftsjahr um 100 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Ergebnis um ca. T€ 700 (Vj. T€ 700) höher ausgefallen.

41. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug in den Geschäftsjahren:

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2015 2014
Frankreich 102 102
Deutschland 47 9
Italien 14 14
Spanien 12 11
Irland 1 0
Österreich 1 0
177 136

42. Beziehungen zu nahe stehenden Personen

Als nahe stehende Unternehmen oder Personen im Sinne des IAS 24 gelten Unternehmen oder Personen, die den Wild Bunch-Konzern beherrschen oder von ihm beherrscht werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. In der Zeit vom 26. November 2014 bis zum 22. September 2015 wurde die Gruppe unmittelbar von der SWB Entertainment Investment B.V., Schiphol, Niederlande, beherrscht. Diese wurde wiederum über eine Kette von weiteren Gesellschaften letztlich von der Consortia Partnership Ltd., Jersey, beherrscht. Zu den von der Consortia Partnership Ltd. beherrschten Unternehmen zählt auch die Sapinda Deutschland GmbH.

Als nahe stehende Personen gelten die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wild Bunch AG sowie ihre Familienangehörigen (vgl. Punkt 47 „Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats“).

Die Gesellschaft betrachtet die Sapinda Asia Ltd., British Virgin Islands („Sapinda Asia“) als nahestehendes Unternehmen. Die Sapinda Asia hielt im Geschäftsjahr zeitweilig 3,68 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Mitteilungspflichtig für die Sapinda Asia ist Herr Lars Windhorst, dem wiederum 3,58 % dieser Stimmrechte persönlich zugerechnet werden, so dass die Gesellschaft davon ausgeht, dass Herr Lars Windhorst die Sapinda Asia kontrolliert. Die Sapinda Asia hielt bis zum 18. Januar 2016 zudem Finanzinstrumente im Umfang von 21,45 % der Stimmrechte. Herr Lars Windhorst ist zugleich wirtschaftlich Begünstigter innerhalb der Kette der die Gesellschaften beherrschenden Unternehmen der Sapinda Gruppe und der diese ihrerseits beherrschenden Unternehmen mit der Consortia Partnership Ltd. an der Spitze.

Zu den Gesamtbezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wild Bunch AG vgl. Punkt 48 „Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands“. Aus Vergütungen und Reisekostenabrechnungen bestanden zum 31. Dezember 2015 gegenüber dem Vorstand kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 65 (Vj.: kurzfristige Verbindlichkeiten T€ 0). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats betragen T€ 17 (Vj.: T€ 0).

Daneben bestanden Geschäftsbeziehungen mit folgenden nahe stehenden Personen und Unternehmen:

Die Sapinda Asia Ltd. hat im November 2015 der Wild Bunch AG ein Darlehen in Höhe von € 2 Mio. und einem Zinssatz von 2% p.a. gewährt.

Gegenüber dem assoziierten Unternehmen Circuito Cinema s.r.l., Rom, Italien (nachfolgend Circuito Cinema genannt) bestanden zum Bilanzstichtag bei dem Konzernunternehmen BIM s.r.l., Rom, Italien Forderungen in Höhe von T€ 274 (Vj.: T€ 75) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 135 (Vj.: T€ 19). Circuito Cinema rechnete im Geschäftsjahr Kinoerlöse in Höhe von T€ 237 (Vj.: T€ 478) mit der Gesellschafterin und Konzerngesellschaft BIM s.r.l, Rom, Italien ab. Circuito Cinema erbrachte im Geschäftsjahr Dienstleistungen im Rahmen der Vermarktung von Filmen für die Gesellschafterin BIM s.r.l., Rom, Italien in Höhe von T€ 614 (Vj.: T€ 492).

Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen Transaktionen mit den anderen assoziierten Unternehmen.

43. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

Gerichtliche Prozesse sowie Forderungen aus Rechtsstreitigkeiten, die sich im normalen Geschäftsverlauf ergeben, könnten in der Zukunft gegenüber den Konzerngesellschaften geltend gemacht werden. Die damit einhergehenden Risiken werden im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens analysiert. Obgleich das Ergebnis dieser Streitfälle nicht immer genau eingeschätzt werden kann, ist der Vorstand der Ansicht, dass sich hieraus über die im Jahresabschluss berücksichtigten Risiken hinaus keine wesentlichen Verpflichtungen ergeben werden.

Zum 31. Dezember hatte der Konzern folgende feststehende finanzielle Verpflichtungen:

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31.12.2015 31.12.2014
Gesamt Restlauzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit zwischen 1 u. 5 Jahren Restlauzeit über 5 Jahre Gesamt Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit zwischen 1 u. 5 Jahren Restlaufzeit über 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Miete und Leasing 9.936 1.513 5.343 3.080 1.088 963 125 0
Minimumgarantien 68.736 65.117 3.619 0 53.823 47.735 6.088 0
78.672 66.630 8.962 3.080 54.911 48.698 6.213 0

Bei den Miet- und Leasingverhältnissen handelt es sich im Wesentlichen um die Anmietung von Büroräumen. Verlängerungsoptionen für diese Mietverträge gibt es nicht.

Die finanziellen Verpflichtungen aus Minimumgarantien zum 31. Dezember 2015 sind überwiegend mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen, die Fertigstellungstermine für die einzelnen Filme sind jedoch oft mit Unsicherheiten behaftet und können sich zum Teil deutlich verzögern.

In der Gruppe bestehen Eventualverbindlichkeiten aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Fördermitteldarlehen (T€ 12.187; Vj.: T€ 0). Diese Fördermitteldarlehen sind jedoch nur aus anteiligen zukünftigen Erlösen, die die Kosten übersteigen, zurückzuführen. Derzeit geht die Gesellschaft nicht davon aus, dass diese Darlehen zurückgeführt werden müssen.

44. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse wie Bürgschaften und ähnliches bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

45. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Das von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr an Unternehmen des Wild Bunch-Konzerns berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich wie folgt auf:

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2015 2014
T€ T€
--- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 1.000 0
Steuerberatungsleistungen 0 0
sonstige Leistungen 129 0
1.129 0

46. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance-Kodex

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und den Aktionären durch Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft und im elektronischen Bundesanzeiger dauerhaft zugänglich gemacht.

47. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

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Vorstand: Max Sturm, CFO
Kaufmann
Vincent Grimond, CEO (seit 5. Februar 2015)
Kaufmann
Vorstandsvorsitzender
Brahim Chioua, COO (seit 5. Februar 2015)
Kaufmann
Vincent Maraval, CCO (seit 5. Februar 2015)
Kaufmann
Aufsichtsrat: Wolf-Dieter Gramatke, Hamburg
- Vorsitzender (seit 15. Juni 2015)
- stellvertretender Vorsitzender (bis 15. Juni 2015)
Selbständiger Medienmanager und Berater, Great-Minds Consultants Entertainment - Media-e-business GmbH, Hamburg
Hans Mahr, Köln (seit 30. Juni 2015)
- stellvertretender Vorsitzender
Journalist und Inhaber von mahrmedia, Köln
Tarek Malak, Berlin (seit 5. Juni 2014)
Managing Director bei der Sapinda International Services B.V., Schiphol, Niederlande
Prof. Dr. Katja Nettesheim, Berlin (seit 12. September 2014)
Geschäftsführerin der MEDIATE Nettesheim & Partner, Unternehmensberater, Berlin
Benjamin Waisbren Chicago, USA (seit 30. Juni 2015)
Partner bei Winston and Strawn, Chicago, USA President der LSC Film Corp. (film coproduction fund)
Pierre Tattevin, Paris, Frankreich (seit 30. Juni 2015)
Partner und Managing Director, Lazard Frères, Paris, Frankreich
Dr. Andreas Pres, Hamburg (bis 15. Juni 2015)
- Vorsitzender
Selbständiger Unternehmensberater, Geschäftsführer Premium Restructuring Office GmbH, Hamburg, und Geschäftsführer der CROC YARD PRODUCTIONS GmbH, Hamburg
Norbert Kopp, Leverkusen (bis 30. Juni 2015)
- stellvertretender Vorsitzender (seit 15. Juni bis 30. Juni 2015)
Kaufmann
Geschäftsführer der KTB Technologie Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Leverkusen

Die Aufsichtsratmitglieder sind darüber hinaus Mitglied in folgenden gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien:

Wolf-Dieter Gramatke

DEAG Deutsche Entertainment AG, Berlin (Vorsitzender)
DEAG classic AG, Berlin (Vorsitzender)

Hans Mahr

Adsociety, Peking, Volksrepublik China

Tarek Malak (seit 4. November 2015)

Ichor Coal N.V. Johannesburg, Südafrika

Norbert Kopp

MuM Mensch und Maschine Software SE, Wessling
HNE Technologie AG, Augsburg

Prof. Dr. Katja Nettesheim

HRpepper GmbH & Co. KGaA, Berlin
Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft mbH (seit 6. Oktober 2015)

48. Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Bei den nachfolgenden Angaben zur Vorstandsvergütung handelt es sich um gesetzlich vorgesehene Anhangsangaben nach dem Handelsgesetzbuch (vgl. § 314 HGB) sowie um Angaben aufgrund der Vorgaben des Corporate Governance Kodex.

Die fixen Bezüge von Herrn Grimond beinhalten das Gehalt für das Geschäftsjahr 2015 (T€ 233; Vj.: T€ 114).

Die fixen Bezüge von Herrn Chioua beinhalten das Gehalt für das Geschäftsjahr 2015 (T€ 233; Vj.: T€ 114).

Die fixen Bezüge von Herrn Maraval beinhalten das Gehalt für das Geschäftsjahr 2015 (T€ 233; Vj.: T€ 105).

Die fixen Bezüge von Herrn Sturm beinhalten das Gehalt für das Geschäftsjahr 2015 (T€ 252; Vj.: 246), eine Zulage zur Sozialversicherung (T€ 2; Vj.: 2), einen Risikolebensversicherungsbeitrag (T€ 2; Vj.: 3); einen Gruppenunfallversicherungsbeitrag (T€ 1; T€ 1) sowie eine Zulage für die Kfz-Nutzung (T€ 18; Vj.: 18).

Alle Vorstände erhalten außerdem einen Short Term Incentive (STI), der 1 % des Konzern-EBT nach IFRS der Wild Bunch Gruppe gemäß geprüften Konzernabschluss beträgt, vorausgesetzt das festgelegte Mindestkonzernergebnis wird erreicht oder überschritten. Das zu erreichende Ergebnis beträgt für das Geschäftsjahr 2015 T€ 4.500, für das Geschäftsjahr 2016 T€ 5.000 und für das Geschäftsjahr 2017 T€ 5.500. Der Schwellenwert besteht für die Folgejahre solange bis einvernehmlich neue Ziele festgelegt werden. Der hiernach zu zahlende Bonus beträgt maximal T€ 125 p. a. Die Vorstände erhalten darüber hinaus ab dem Jahr 2015 einen Long Term Incentive (LTI), der 1 % des durchschnittlichen Konzern-EBT nach IFRS der Wild Bunch Gruppe gemäß geprüften Konzernabschluss beträgt, vorausgesetzt das Mindestkonzernergebnis wird erreicht oder überschritten. Das zu erreichende durchschnittliche Ergebnis beträgt für das Geschäftsjahr 2015 T€ 4.500, für das Geschäftsjahr 2016 T€ 4.750 für 2015 und 2016 und für das Geschäftsjahr 2017 T€ 5.250 für 2015, 2016 und 2017. Für das Geschäftsjahr 2018 und die Folgejahre beträgt das zu erreichende durchschnittliche EBT mindestens T€ 5.500 des jeweiligen Jahres und der letzten zwei Jahre. Der hiernach zu zahlende Bonus beträgt maximal T€ 150 p. a. Der Aufsichtsrat der Wild Bunch AG ist dazu ermächtigt über einen zusätzlichen freiwilligen Bonus für die Vorstände für außergewöhnliche Leistungen zu beschließen. Dieser freiwillige Bonus kann höchstens T€ 100 pro Jahr betragen.

Herrn Sturm wurde ein freiwilliger Bonus in Höhe von T€ 50 in 2015 gewährt, der im Januar 2016 ausgezahlt wurde. Herrn Maraval wurde in 2015 ein freiwilliger Bonus in Höhe von T€ 25 für das Geschäftsjahr 2014 gewährt und gezahlt.

Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2015 T€ 1.024 (Vj.: T€ 358)

Im Falle der Arbeitsunfähigkeit erhalten die Vorstände ihre Bezüge (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütungen) für die Dauer von sechs Monaten weiter, längstens jedoch bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses. Das gleiche gilt im Falle des Todes des Vorstandsmitglieds für seine hinterbliebene Ehefrau oder Lebenspartnerin.

Bei einem Change of Control Event sowie im Fall der Abberufung oder Freistellung von den Dienstpflichten haben die Vorstände ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall haben die Vorstandsmitglieder Herr Grimond, Herr Chioua und Herr Maraval Anspruch auf ihre Gesamtvergütung (Festgehalt und erfolgsabhängige Vergütung) bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit, maximal in Höhe der Gesamtvergütung für zwei Jahre. Derartige vertragliche Regelungen bestehen für Herrn Sturm nicht.

Die Gesellschaft hat für die Organe des Konzerns eine D&O Versicherung abgeschlossen.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 verteilen sich wie folgt:

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Vergütung Kostenerstattung Gesamt
Aufsichtsrat
--- --- --- ---
Wolf-Dieter Gramatke 21.082 1.984 23.066
Hans Mahr 10.000 0 10.000
Tarek Malak 16.000 0 16.000
Prof. Dr. Katja Nettesheim 16.000 368 16.368
Benjamin Waisbren 8.000 0 8.000
Pierre Tattevin 8.000 0 8.000
Dr. Andreas Pres 10.005 1.484 11.489
Norbert Kopp 8.000 1.676 9.676
97.087 5.512 102.599

49. Aktien der Organmitglieder

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 hielten die nachfolgend aufgeführten Organmitglieder folgende Aktien an der Wild Bunch AG:

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Wolf-Dieter Gramatke 19.215 Aktien 0,03 %
Pierre Tattevin 1 Aktie 0,00 %
Vincent Grimond 7.023.531 Aktien 9,28 %
Brahim Chioua 5.529.543 Aktien 7,30 %
Vincent Maraval 2.598.111 Aktien 3,43 %

50. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Erfolgreiche Durchführung einer Barkapitalerhöhung

Nach der Durchführung einer Barkapitalerhöhung im Umfang von € 1.391.556 am 17. Dezember 2015 führte das Unternehmen am 8. Januar 2016 eine Barkapitalerhöhung im Umfang von € 5.372.464 sowie abschließend am 2. Februar 2016 eine weitere Barkapitalerhöhung im Umfang von € 668.980 durch. Damit hat der Vorstand die ihm von der Hauptversammlung eingeräumte Möglichkeit zur Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015/I durch Barkapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss im Umfang von 10 Prozent des Grundkapitals bis auf eine Aktie vollständig ausgeschöpft. Das Grundkapital beläuft sich nun auf € 81.763.015. Die neuen Aktien wurden jeweils zu einem Ausgabepreis von € 2,05 pro Aktie ausgegeben, so dass der Gesellschaft insgesamt ein Bruttoemissionserlös von rund € 15,22 Mio. zugeflossen ist. Der Erlös soll die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft stärken und zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten sowie zur weiteren Umsetzung der Wachstumspläne des Unternehmens verwendet werden. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2015 gewinnanteilsberechtigt und zum Börsenhandel in die bestehende Notierung im Teilbereich des regulierten Marktes (ISIN DE000A13SXB0/WKN A13SXB) im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen worden.

Veräußerung der Gesellschaftsanteile der deutschfilm GmbH

Wild Bunch hat im März 2016 ihren fünfzigprozentigen Gesellschaftsanteil an deutsch-film, einem im Jahre 2009 von Senator gegründeten Joint Venture, an den Mit- und künftigen Alleingesellschafter Anatol Nitschke veräußert für T€ 0. Die auf deutschsprachiges Arthouse-Kino spezialisierte Gesellschaft zeichnete u.a. für preisgekrönte Titel wie GOETHE!, DER GANZ GROSSE TRAUM und VICTORIA als Produzent bzw. Koproduzent verantwortlich und übernahm unter dem Dach von Senator den Kinoverleih deutschsprachiger Titel. In Zukunft wird Wild Bunch sein Produktionsgeschäft für den deutschen Markt in der Senator Film Produktion und der Bavaria Pictures GmbH konzentrieren. Mit der deutschfilm bleibt das Unternehmen über eine First-Look-Vereinbarung auf Projekte der deutschfilm verbunden. Gemeinsam mit Wild Bunch Germany hat deutschfilm im Jahr 2016 bereits das Boxerdrama HERBERT von Thomas Stuber in die Kinos gebracht.

Refinanzierung der Anleihe 2015

Die Wild Bunch AG hat am 24. März 2016 die im Rahmen einer Privatplatzierung angebotene Anleihe erfolgreich platziert. Institutionelle Investoren zeichneten Anleihen mit einer Laufzeit von 36 Monaten im Gesamtbetrag von € 16 Mio. Die Anleihe wird bis zum Tag der Rückzahlung mit jährlich 8 % p.a. verzinst und liegt damit deutlich unter den Kosten der zurückgeführten Anleihe 2015. Die Erlöse dienen der Sicherung der Liquidität, der Rückführung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung des laufenden Geschäfts bis zur Umsetzung einer umfassenderen Neuaufstellung der Refinanzierungsstruktur der Gruppe.

Veräußerung der Beteiligung an der X Verleih AG, Berlin

Mit Wirkung vom 23. September 2016 hat die Wild Bunch AG ihren Anteil an dem Unternehmen X Verleih AG in Höhe von 31,4 % vollständig veräußert. Der Verkauf wird im Konzernabschluss 2016 der Wild Bunch AG zu einem positiven Ergebnisbeitrag von € 0,4 Mio. führen.

Verhandlungen mit Lieferanten und Banken

Neben der Umsetzung des Kreditrahmenvertrags mit Bank Leumi hat das Unternehmen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Kreditverbindlichkeiten getroffen. So wurden im Geschäftsjahr 2016 Verhandlungen mit Lieferanten und Banken geführt und teilweise neue Zahlungsziele vereinbart.

Abschluss einer gruppenweiten Finanzierung der Gesellschaft

Zur Sicherung der Liquiditätslage hat die Wild Bunch Gruppe am 5. April 2017 mit der in London ansässigen Geschäftsbank Bank Leumi Plc (UK) einen Kreditrahmenvertrag über eine revolvierende Kreditlinie im Umfang von 30 Millionen Euro geschlossen. Der bis 2019 laufende Kreditrahmen erlaubt es den deutschen, italienischen und spanischen Gesellschaften der Wild Bunch Gruppe sowie der Wild Bunch AG bestehende Finanzierungen zurückzuführen und ihr laufendes Geschäft zu finanzieren. Eine erste Ziehung in Höhe von rund € 20 Mio. erfolgte am 18. Juli 2017. Zudem wurde eine freibleibende Erhöhung der Kreditlinie durch den Beitritt der französischen Gesellschaften und unter der Voraussetzung des Eintritts weiterer Bedingungen auf bis zu € 100 Mio. im Vertrag vorgesehen; zur Nutzung der erweiterten Kreditlinie ist eine erneute Zustimmung der Bank Leumi Plc (UK) und ggf. weiterer Konsortialbanken erforderlich (siehe Ausführungen zu bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken unter Abschnitt 5.1.3 des Konzernlageberichts).

Nach dem Bilanzstichtag 2015 sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der Wild Bunch Gruppe eingetreten.

51. Anteilsbesitz der Wild Bunch AG, Berlin

Die Wild Bunch AG war zum 31 Dezember 2015 an folgenden Gesellschaften direkt oder mittelbar beteiligt:

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Anteil Eigenkapital zum 31.12.2015 Jahresergebnis 2015
Gesellschaft in % TEUR TEUR
--- --- --- ---
Senator Film Köln GmbH, Köln 1 100,00 -112 0
Senator Film München GmbH, München 1 100,00 -12 0
Senator Film Produktion GmbH, Berlin 1 100,00 792 0
Senator Film Verleih GmbH, Berlin 1 100,00 8.900 0
Senator Finanzierungs- und Beteiligungs GmbH, Berlin 100,00 -21 -1
Senator Home Entertainment GmbH, Berlin 1 100,00 25 0
Senator MovInvest GmbH, Berlin 1 100,00 30 0
Eurofilm & Media Ltd., Killaloe, Irland 100,00 -18.037 -6.302
Wild Bunch Austria GmbH, Wien, Österreich 2 100,00 -91 -119
Central Film Verleih GmbH, Berlin 6 100,00 555 64
Senator Reykjavik GmbH, Berlin 4 100,00 -367 -387
deutschfilm GmbH, Berlin 50,00 -2.822 -465
Bavaria Pictures GmbH, München 3 50,00 1.360 179
X Verleih AG, Berlin 31,38 3.788 447
Wild Bunch SA, Paris 100,00 33.881 -5.027
Wild Bunch Germany GmbH, München 5 88,00 2.837 65
BIM Distribuzione s.r.l., Rom 5 100,00 29.247 -255
Bunch of Talents SAS, Paris 5 100,00 7 -58
Capricci World, Nantes 5, 8 33,00 53 -68
Continental Films SAS, Paris 5 100,00 1.662 -649
Circuito Cinema s.r.l., Rom 7 34,40 2.318 -1.642
Elle Driver SAS, Paris 5 95,00 1.518 8
EWB2 SAS, Paris 5 100,00 4.330 27
EWB3 SAS, Paris 5 100,00 6.126 19
Filmoline SAS, Paris 5 90,00 1.503 -825
Versatile SAS, Paris 5 95,00 -961 -251
Vértigo Films S.L., Madrid 5 80,00 -2.903 25
Virtual Films Ltd, Dublin 5 100,00 8.289 -5
Wild Bunch Distribution SAS, Paris 5 100,00 3.955 -228
Wild Side Film SAS, Paris 5 100,00 5.813 -39
Wild Side Video SAS, Paris 5 100,00 3.685 5

1 Ergebnisabführungsvertrag mit Wild Bunch AG

2 indirekt über Senator Film Verleih GmbH, Berlin

3 indirekt über Senator Film München GmbH, Berlin

4 indirekt über Senator Film Produktion GmbH, Berlin

5 indirekt über Wild Bunch SA, Paris

6 50 % indirekt über Wild Bunch SA, Paris

7 indirekt über BIM Distribuzione s.r.l., Rom

8 Eigenkapital und Jahresergebnis gemäß lokalem Jahresabschluss 2015

Anlage 5

Sofern nicht anders angegeben, wurden Eigenkapital und Jahresergebnis der Gesellschaften gemäß der IFRS Jahresabschlüsse 2015 angegeben.

Berlin/Paris, den 21. September 2017

Wild Bunch AG

Vincent Grimond, Vorstandsvorsitzender (CEO)

Max Sturm (CFO)

Brahim Chioua (COO)

Vincent Maraval (CCO)

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