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Wienerberger AG

Quarterly Report Aug 17, 2011

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Quarterly Report

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Wie ein Ziegel in der Brandung.

Bericht zum 1. Halbjahr 2011

Ertragskennzahlen 1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in % Ultimo 2010
Umsatz in Mio. € 825,6 985,7 +19 1.744,8
EBITDA operativ 1) in Mio. € 78,3 123,4 +58 210,8
EBIT operativ 1) in Mio. € -16,7 27,1 >100 10,7
Ergebnis vor Steuern in Mio. € -45,2 45,8 >100 -40,8
Ergebnis nach Steuern 2) in Mio. € -39,4 37,5 >100 -34,9
Ergebnis je Aktie in € -0,46 0,18 >100 -0,57
Ergebnis je Aktie bereinigt 3) in € -0,46 -0,10 +78 -0,57
Free Cash-flow 4) in Mio. € -22,3 18,2 >100 176,8
Normalinvestitionen in Mio. € 21,6 41,0 +90 61,7
Wachstumsinvestitionen in Mio. € 18,9 26,2 +39 88,1
Bilanzkennzahlen 31.12.2010 30.06.2011 Vdg. in %
Eigenkapital 5) in Mio. € 2.525,7 2.466,8 -2
Nettoverschuldung in Mio. € 374,5 530,0 +42
Capital Employed in Mio. € 2.779,5 2.892,8 +4
Bilanzsumme in Mio. € 4.059,3 4.095,3 +1
Verschuldungsgrad in % 14,8 21,5 +45
Ø Mitarbeiter 11.848 12.303 +4
Börsekennzahlen 1-12/2010 1-6/2011 Vdg. in %
Höchstkurs der Aktie in € 16,18 16,56 +2
Tiefstkurs der Aktie in € 9,55 12,12 +27
Ultimokurs der Aktie in € 14,29 12,70 -11
Gewichtete Aktienzahl 6) in Tsd. 116.528 117.413 +1
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 1.679,5 1.492,6 -11
Geschäftssegmente 1-6/2011
in Mio. € und %
Zentral
Osteuropa 7)
Zentral
Westeuropa 8)
Nord
Westeuropa 8)
Nordamerika Beteiligungen
und Sonstiges 7) 9)
Umsatz 272,7 (+17 %) 207,3 (+19 %) 416,0 (+15 %) 61,7 (-14 %) 28,0 (>100 %)
EBITDA operativ 1) 44,4 (+45 %) 17,5 (+80 %) 70,7 (+42 %) -5,3 (<-100 %) -3,9 (+65 %)
EBIT operativ 1) 12,7 (>100 %) 2,1 (>100 %) 37,8 (>100 %) -16,3 (-34 %) -9,2 (+34 %)
Gesamtinvestitionen 22,7 (>100 %) 14,5 (+65 %) 25,6 (+48 %) 2,9 (-3 %) 1,5 (>100 %)
Capital Employed 862,0 (+8 %) 370,3 (+2 %) 1.115,2 (-4 %) 461,2 (-17 %) 84,1 (+83 %)
Ø Mitarbeiter 4.247 (-6 %) 2.022 (+1 %) 4.197 (+5 %) 1.143 (0 %) 694 (>100 %)

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) vor nicht beherrschenden Anteilen und anteiligem Hybridkupon

3) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; nach anteiligem Hybridkupon

4) Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cash-flow plus Wachstumsinvestitionen

5) Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

6) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

7) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

8) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

9) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment

Anmerkung: in der Tabelle Geschäftssegmente sind die Veränderungsraten in % zur Vorjahresperiode in Klammer angeführt.

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich, Ihnen im ersten Halbjahr 2011 über deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen der Wienerberger Gruppe und damit über die Rückkehr in die Gewinnzone berichten zu können! Nach einem guten Start ins Jahr 2011 ist es uns trotz Ausbleibens eines spürbaren wirtschaftlichen Aufschwungs auch im zweiten Quartal gelungen, Umsatz und Ergebnis gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs zu verbessern. Auch wenn sich der positive Trend in der Bautätigkeit in Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweiz, Polen, Tschechien und Russland fortgesetzt hat, blieb das Umfeld in vielen unserer Märkte, allen voran in Südosteuropa und Nordamerika, schwierig. Umso erfreulicher sind daher für mich unsere Ergebnisse zum Halbjahr, die ich vor allem als Resultat unseres konsequenten Kostenmanagements sowie der pro-aktiven Preispolitik 2010 in Osteuropa, durch welche wir unsere Marktposition in dieser Region deutlich stärken konnten, sehe.

Insgesamt steigerte Wienerberger den Umsatz in den ersten sechs Monaten 2011 um 19 % auf 986 Mio. €. Die zu Jahresbeginn angekündigten Preiserhöhungen zur Deckung der Kosteninflation konnten erfolgreich umgesetzt werden und resultierten in einem positiven Preiseffekt von +1 % zum Halbjahr, nachdem dieser zum ersten Quartal noch bei -1 % lag. Vor diesem Hintergrund verbesserte sich das operative EBITDA auch aufgrund geringerer Stillstandskosten signifikant um 58 % auf 123 Mio. € und das operative EBIT auf 27 Mio. € nach -17 Mio. € im Jahr zuvor, wobei die ertragswirksamen Einmaleffekte aus dem Anteilstausch Bramac / Tondach Gleinstätten in diesen Zahlen nicht enthalten sind. Nach Berücksichtigung von Einmalerträgen, Zinsen und Steuern erwirtschaftete Wienerberger einen Gewinn von 38 Mio. €.

Diese Ergebnisse unterstreichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Fokus auf Marktund Vertriebsorientierung mit innovativen und energieeffizienten Produkten, wertschaffende, kleinere Akquisitionen zur Stärkung unserer Marktposition, umgesetzte Kosteneinsparungen sowie konsequentes Kostenmanagement waren die Eckpfeiler dieses Erfolgs. Mit der Übernahme von 25 % an Tondach Gleinstätten und der Abgabe von 50 % am Betondachsteinhersteller Bramac wurde die Bereinigung unseres Beteiligungsportfolios abgeschlossen.

Insgesamt erwarte ich mir für das Gesamtjahr, sofern es in den kommenden Monaten nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds kommt, eine deutliche Steigerung des operativen EBITDA sowie aufgrund einer besseren Auslastung von geschätzten 65 % auf Gruppenebene eine Verbesserung der Margen. Mit unserem Fokus auf energieeffizientes und nachhaltiges Bauen stellen wir uns bereits heute den Herausforderungen von morgen. Gemeinsam mit Partnern aus der Gebäudetechnik haben wir das e4 ZIEGELHAUS 2020 – ein zukunftsweisendes Modellhaus für nachhaltiges Bauen – entwickelt. Dieses e4 ZIEGELHAUS 2020 wird bereits heute energieeffizienter sein als von der EU-Gebäuderichtlinie für das Jahr 2020 gefordert. Im Juli erfolgte durch private Bauherren der Spatenstich in Österreich. Gebaut wird das Haus mit innovativen Produkten aus der Wienerberger Gruppe, wie dem POROTHERM Verfüllziegel, dem KoraSun® Solardachziegel sowie dem wandtemperierenden Rohrsystem von Pipelife. Damit sollte unsere Vision von gesunden, energieeffizienten und nachhaltigen Gebäuden, die attraktiv und leistbar sind, sehr bald Realität werden und die Plattform für weiteres Wachstum der Wienerberger Gruppe schaffen.

Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG

Operatives EBITDA um 58 % auf 123 Mio. € gesteigert

Starke Vertriebsorientierung und strenges Kostenmanagement als Eckpfeiler des Erfolgs

Deutliche operative EBITDA-Steigerung und Verbesserung der EBITDA-Margen für das Gesamtjahr erwartet

Zwischenlagebericht

ERGEBNIS- UND BILANZANALYSE

Ertragslage

H1 Umsatz und operatives EBITDA

Wienerberger verzeichnete nach einem guten Start ins Jahr 2011 auch im zweiten Quartal 2011 weiteres Wachstum. Insgesamt verbesserte sich der Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 19 % auf 985,7 Mio. €. Die Umsatzsteigerung ist zu 17 % auf Mengenzuwächse, zu 1 % auf positive Preiseffekte und zu 1 % auf positive Währungseffekte aus dem starken Schweizer Franken und einigen osteuropäischen Währungen zurückzuführen. Wesentlich dazu beigetragen haben Absatzsteigerungen in den Wachstumsmärkten Europas, während in Nordamerika der Umsatz unter jenem der Vergleichsperiode des Vorjahrs lag. Durch die erfolgreiche Umsetzung der zu Jahresbeginn angekündigten Preiserhöhungen sowie einer Verschiebung im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten kam es bei den Durchschnittspreisen im ersten Halbjahr 2011 zu einer Trendumkehr: Im Jahr 2010 noch um 5 % niedriger als 2009, waren die Durchschnittspreise im ersten Quartal 2011 noch leicht unter jenen der Vergleichsperiode 2010 und lagen zum Halbjahr bereits leicht über den Vergleichswerten des Vorjahrs.

Das operative EBITDA konnte im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr signifikant von 78,3 Mio. € auf 123,4 Mio. € gesteigert werden. Das höhere Preisniveau, Kosteneinsparungen und eine bessere Kapazitätsauslastung führten zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Daraus resultierte auch ein Anstieg der operativen EBITDA-Marge von 9,5 % im ersten Halbjahr 2010 auf 12,5 % im ersten Halbjahr 2011. Das operative EBIT verbesserte sich in den ersten sechs Monaten 2011 auf 27,1 Mio. € nach -16,7 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahrs.

Letzter Schritt bei der Neustrukturierung unseres Beteiligungsportfolios war der Anteilstausch im Bereich Dach mit unserem ehemaligen Joint Venture Partner Monier. Wienerberger überließ Monier 50 % der Anteile am Betondachsteinproduzenten Bramac und erhielt im Gegenzug 25 % der Anteile an Tondach Gleinstätten sowie eine Ausgleichszahlung. Im Juni erteilte die zuständige Wettbewerbsbehörde Wienerberger die Genehmigung für die Übernahme der Anteile an Tondach Gleinstätten. Somit wurde per 30.6.2011 Tondach Gleinstätten erstmals quotal mit 50 % auf Basis vorläufiger Werte einbezogen und zeitgleich die Bramac Gruppe, deren Ergebnisse zu 50 % quotal im ersten Halbjahr noch enthalten sind, aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Die ergebniswirksamen Einmaleffekte aus der Transaktion belaufen sich auf 33,2 Mio. €, wurden gesondert als Ergebnis aus Entkonsolidierung ausgewiesen und sind weder im operativen EBITDA noch im operativen EBIT enthalten.

Das gegenüber dem Vorjahr bessere Finanzergebnis von -14,5 Mio. € (Vorjahr: -28,6 Mio. €) erklärt sich vor allem durch die höheren Ergebnisbeiträge von assoziierten Unternehmen (Tondach Gleinstätten, Pipelife Gruppe), ein besseres Zinsergebnis sowie realisierte Kursgewinne, die im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen sind. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich im ersten Halbjahr 2011 auf 45,8 Mio. € nach -45,2 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Die Steuerquote lag in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahrs bei 18,2 % nach 13,0 % im Jahr zuvor. Nach Abzug der Steuern erwirtschaftete Wienerberger einen Gewinn von 37,5 Mio. €, nachdem im Halbjahr 2010 noch ein Verlust von -39,4 Mio. € ausgewiesen werden musste. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,18 € nach -0,46 € in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde ein zeitaliquot abgegrenzter Hybridkupon abgezogen.

Cash-flow

Der Cash-flow aus dem Ergebnis lag aufgrund der besseren Ergebnisentwicklung mit 107,6 Mio. € um 43,9 Mio. € deutlich über dem ersten Halbjahr des Vorjahrs. Saisonal bedingt, aber auch durch den höheren Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des stärkeren Geschäftsverlaufs kam es zu einem Anstieg des Working Capitals. Daraus resultierte ein negativer Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 10,8 Mio. €. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen und Akquisitionen lag mit 67,2 Mio. € um 26,7 Mio. € über dem sehr niedrigen Vorjahresniveau von 40,5 Mio. €, wobei 26,2 Mio. € für Wachstumsinvestitionen sowie 41,0 Mio. € für Instandhaltungen und technologische Weiterentwicklung von Produktionsprozessen aufgewendet wurden. Der im Rahmen des Anteilstausches erfolgte Verkauf des 50 % Anteils an Bramac führte zu Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen von 43,4 Mio. €, die im Cash-flow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen sind. Der Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit erklärt sich im Wesentlichen aus der Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, dem weiteren Rückkauf der im Jahr 2005 begebenen Anleihe in Höhe von 18,0 Mio. € sowie der ausgeschütteten Dividende von 11,7 Mio. €.

Vermögens- und Finanzlage

Das Konzerneigenkapital verminderte sich durch die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. € im Februar 2011, die ausgeschüttete Dividende von 11,7 Mio. € sowie durch neutral erfasste negative Währungsdifferenzen von 48,9 Mio. €, die im Wesentlichen aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund resultierten. Diese Effekte konnten durch das positive Ergebnis nach Ertragssteuern im ersten Halbjahr nicht kompensiert werden. Das Konzerneigenkapital verringerte sich somit um 58,9 Mio. € auf 2.466,8 Mio. €. Die Nettoverschuldung blieb trotz der erstmaligen quotalen Einbeziehung von Tondach Gleinstätten aufgrund des stark positiven Cash-flows aus dem Ergebnis gegenüber dem 31. März 2011 unverändert bei 530,0 Mio. €. Da im zweiten Quartal 2012 sowohl ein Darlehen als auch die im Jahr 2005 begebene Anleihe fällig werden, kam es zu einer Verschiebung in der Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten.

Finanzierung und Treasury

Mit einem Verschuldungsgrad von nur 21 % zum ersten Halbjahr verfügt Wienerberger über eine starke Bilanz. Die Entschuldungsdauer lag am 30. Juni 2011 bei 2,1, die EBITDA-Zinsdeckung (EBITDA operativ / Zinsergebnis) bei 6,8 und damit deutlich unter bzw. über den in den Kreditverträgen vereinbarten Schwellenwerten.

Treasury Kennzahlen 30.6.2010 31.12.2010 30.6.2011 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA operativ 1) 2,6 1,8 2,1 <3,50
EBITDA operativ 1) / Zinsergebnis 2) 4,3 3) 4,9 3) 6,8 >3,75

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; berechnet auf Basis eines operativen 12-Monats-EBITDA

2) berechnet auf Basis eines 12-Monats-Zinsergebnisses

3) keine Gültigkeit in 2010

Ende Juni wurde eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Volumen von 100 Mio. € erfolgreich platziert. Die endgültige Zuzählung der Anleihe zu den Finanzverbindlichkeiten erfolgte am 4. Juli 2011. Somit ist die Finanzverbindlichkeit nicht im vorliegenden Halbjahresabschluss berücksichtigt. Die neue Emission wurde zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Anleihe begeben.

Cash-flow aus dem Ergebnis von 63,7 Mio. € auf 107,6 Mio. € im ersten Halbjahr gesteigert

Verschuldungsgrad bleibt niedrig bei 21 %

Entschuldungsdauer von 2,1

Weitere Verbesserung des Fälligkeitsprofils

2. Quartal 2011

Die Entwicklung in den einzelnen Märkten war im zweiten Quartal sehr unterschiedlich. Während sich der positive Trend in Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz sowie auch in Polen, Tschechien und Russland fortsetzte, blieb die Bautätigkeit in den restlichen Ländern Osteuropas sowie in Nordamerika schwach. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal aufgrund von Mengenzuwächsen um 8 % auf 590,6 Mio. € und das operative EBITDA um 11 % auf 111,6 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Neben Kosteneinsparungen trugen die im ersten Halbjahr erfolgreich umgesetzten Preiserhöhungen zur deutlichen Ergebnissteigerung bei.

Zentral-Osteuropa verzeichnete im zweiten Quartal einen Zuwachs von 6 % im Umsatz und von 1 % im operativen EBITDA auf 43,9 Mio. €, wobei sich die Absätze in den einzelnen Märkten der Region sehr unterschiedlich entwickelten. Während Polen, die Tschechische Republik und Russland weiteres Wachstum zeigten, schwächte sich der Wohnungsneubau in den Ländern Südosteuropas, allen voran Rumänien und Bulgarien, weiter ab. In Zentral-Westeuropa brachten Mengenzuwächse in Deutschland und der Schweiz bei einem Umsatzplus von 9 % ein um 32 % höheres operatives EBITDA von 20,3 Mio. €. In Nord-Westeuropa konnte der Umsatz um 2 % und das operative EBITDA um 9 % auf 48,8 Mio. € gesteigert werden. Verantwortlich dafür waren vor allem Mengensteigerungen bei Hintermauer- und Dachziegeln in Frankreich, wo sich der positive Trend sowohl im Wohnungsneubau als auch im Renovierungsmarkt fortsetzte, sowie Absatzzuwächse in Belgien. Nordamerika verzeichnete in einem noch schwächer als erwarteten Marktumfeld als einzige Region Rückgänge bei Umsatz und operativem EBITDA im zweiten Quartal. Bei stabilen Durchschnittspreisen endete das zweite Quartal Break-even auf operativer EBITDA-Ebene.

Umsatz in Mio. € 4-6/2010 4-6/2011 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 1) 173,5 184,5 +6
Zentral-Westeuropa 2) 118,2 128,7 +9
Nord-Westeuropa 2) 220,1 225,5 +2
Nordamerika 43,7 35,9 -18
Beteiligungen und Sonstiges 1) 3) -9,4 16,0 >100
Wienerberger Gruppe 546,1 590,6 +8
EBITDA operativ 4) in Mio. € 4-6/2010 4-6/2011 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 1) 43,4 43,9 +1
Zentral-Westeuropa 2) 15,4 20,3 +32
Nord-Westeuropa 2) 44,7 48,8 +9
Nordamerika 3,3 0,0 <-100
Beteiligungen und Sonstiges 1) -5,9 -1,4 +76
Wienerberger Gruppe 100,9 111,6 +11

1) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

3) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment 4) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Umsatz in Q2 um 8 % auf 590,6 Mio. € und operatives EBITDA um 11 % auf 111,6 Mio. € gesteigert

Positiver Trend in einigen Märkten Westeuropas sowie in Polen, Tschechien und Russland; Südosteuropa rückläufig, USA schwächer als erwartet

GESCHÄFTSSEGMENTE

Zentral-Osteuropa

Wienerberger konnte sich in Zentral-Osteuropa nach einem durch die milde Witterung starken ersten Quartal auch im zweiten Quartal in einem teilweise sehr schwierigen Marktumfeld gut behaupten. Insgesamt verbesserte sich der Umsatz des Segments in den ersten sechs Monaten um 17 % auf 272,7 Mio. € und das operative EBITDA deutlich um 45 % auf 44,4 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Motor des Mengenwachstums von 18 % bei Hintermauerziegeln waren dabei Polen, Tschechien und Russland sowie unsere Pflasteraktivitäten von Semmelrock, wo um 25 % mehr Pflastersteine abgesetzt wurden als im Jahr zuvor. Lediglich bei Betondachsteinen musste ein geringfügiger Mengenrückgang von 1 % hingenommen werden. Mit der Veräußerung des 50 %-Anteils an Bramac wurde letzteres Geschäftsfeld abgegeben und mit Ende des ersten Halbjahres dekonsolidiert. Trotz leichter Preiserhöhungen zu Jahresbeginn lagen die Durchschnittspreise der Region in den ersten sechs Monaten noch etwas unter den Vorjahreswerten. Da im ersten Halbjahr 2010 noch in einigen Märkten pro-aktiv die Preise gesenkt wurden, um Marktanteile zu gewinnen, kam es in der Berichtsperiode noch zu diesem leicht negativen Basiseffekt in der Region. Das Segment Zentral-Osteuropa trug im ersten Halbjahr 28 % zum Konzerumsatz bei und erwirtschaftete 36 % vom operativen EBITDA der Gruppe.

Besonders erfreulich war die Entwicklung in Polen, unserem größten Einzelmarkt in diesem Segment, wo deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen erwirtschaftet wurden. Unsere polnische Geschäftseinheit konnte im ersten Halbjahr Marktanteile gewinnen und signifikante Absatzzuwächse bei Hintermauer- und Dachziegeln verzeichnen. Dies bestätigt auch den Erfolg unserer pro-aktiven Preisstrategie, welche wir im Jahr zuvor umgesetzt haben. Auch in der Tschechischen Republik, Russland, Finnland und dem Baltikum setzte sich der positive Trend im Wohnungsneubau fort. Schwierig blieben Ungarn sowie die Länder Südosteuropas. In Rumänien, Bulgarien und den kleineren Märkten Südosteuropas mussten Absatzrückgänge hingenommen werden.

Wir gehen davon aus, dass sich im Wesentlichen die Trends der ersten sechs Monate in den einzelnen Märkten bis zum Jahresende weiter fortsetzen. In Polen wird für das Gesamtjahr in dem für uns wichtigen Einfamilienhausbau moderates Wachstum erwartet. Die Bautätigkeit in Russland, Finnland und dem Baltikum sollten weiter zulegen, während in der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und den kleineren Ländern Südosteuropas eine weitere Abschwächung prognostiziert wird. Positive Auswirkungen erwarten wir im zweiten Halbjahr von einer Verbesserung des Durchschnittspreisniveaus, da die in diesem Jahr durchgeführten leichten Preiserhöhungen sukzessive greifen und damit auch den negativen Basiseffekt aus den Preissenkungen des Vorjahrs zunehmend mildern. Insgesamt rechnen wir im Gesamtjahr mit Umsatzund Ergebnissteigerungen im Segment.

Mit Stichtag 30. Juni 2011 wurde nach der kartellrechtlichen Genehmigung des Anteilstausches Bramac (Betondachsteine) dekonsolidiert und Tondach Gleinstätten (bisher at-equity einbezogen) quotal zu 50 % konsolidiert. Die Einmaleffekte, die sich aus der Transaktion ergeben, werden im ersten Halbjahr gesondert in den nicht-operativen Ergebnissen ausgewiesen, jedoch sind noch keine operativen Ergebnisbeiträge von Tondach Gleinstätten berücksichtigt.

Operatives EBITDA um 45 % auf 44,4 Mio. € gesteigert

H1 operatives EBITDA nach Segment

Zentral-Osteuropa 1) 1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 233,3 272,7 +17
EBITDA operativ 2) in Mio. € 30,6 44,4 +45
EBIT operativ 2) in Mio. € -1,4 12,7 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 11,1 22,7 >100
Capital Employed in Mio. € 796,1 862,0 +8
Ø Mitarbeiter 4.498 4.247 -6
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.225 1.443 +18
Absatz Betonsteine in Mio. m² 4,93 6,17 +25
Absatz Betondachsteine 3) in Mio. m² 5,00 4,94 -1

1) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) Absatzmenge nicht anteilig, sondern zu 100 % dargestellt

Zentral-Westeuropa

Der Umsatz in Zentral-Westeuropa konnte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs um 19 % auf 207,3 Mio. € (Vorjahr: 173,6 Mio. €) verbessert werden. Motor des Wachstums waren Deutschland und die Schweiz, wo Absatzzuwächse in allen Produktgruppen verzeichnet werden konnten. Bei leicht höheren Durchschnittspreisen und geringeren Stillstandskosten wurde das operative EBITDA von 9,7 Mio. € auf beachtliche 17,5 Mio. € gesteigert, was einem Plus von 80 % entspricht. Umsatz und Ergebnis des Segments lagen somit in der Berichtsperiode sogar über den Vergleichswerten des Halbjahrs 2009. Zentral-Westeuropa erwirtschaftete einen Anteil von 21 % am Konzernumsatz und 14 % am operativen EBITDA der Gruppe.

Die rege Bautätigkeit in Deutschland in den ersten sechs Monaten führte zu zweistelligen Nachfragezuwächsen bei Hintermauer- und Dachziegeln. Auch in der Schweiz konnten bei höheren Mengen Umsatz und Ergebnis gesteigert werden. In Italien konnten wir in einem kompetitiven Marktumfeld die Menge verkaufter Hintermauerziegel in etwa konstant halten.

Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir in Deutschland und der Schweiz eine Fortsetzung des positiven Trends im Wohnungsneubau und Renovierungsmarkt. In Italien gehen wir aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds von einer weiteren Abschwächung aus. Insgesamt rechnen wir für das Segment mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen sowie dank besserer Auslastung mit höheren Margen.

Zentral-Westeuropa 1) 1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 173,6 207,3 +19
EBITDA operativ 2) in Mio. € 9,7 17,5 +80
EBIT operativ 2) in Mio. € -6,6 2,1 >100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 8,8 14,5 +65
Capital Employed in Mio. € 362,2 370,3 +2
Ø Mitarbeiter 1.999 2.022 +1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 617 738 +20
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 56 62 +11
Absatz Tondachziegel 3) in Mio. m² 3,50 4,01 +15

1) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Umsatz in Zentral-Westeuropa um 19 % gesteigert

Deutschland bleibt Wachstumsmotor

Fortsetzung des positiven Trends im deutschen und Schweizer Wohnungsneubau erwartet

Nord-Westeuropa

In Nord-Westeuropa stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 15 % auf 416,0 Mio. € (Vorjahr: 361,8 Mio. €). Die positive Entwicklung im Wohnungsneubau vor allem in Frankreich und Belgien sowie die starke Renovierungstätigkeit in der gesamten Region führte zu deutlichen Mengenzuwächsen bei Dach- sowie auch bei Hintermauerziegeln. Aufgrund einer besseren Kapazitätsauslastung sowie leicht höherer Durchschnittspreise konnte das operative EBITDA von 49,7 Mio. € auf 70,7 Mio. € um beachtliche 42 % verbessert werden.

Frankreich war im ersten Halbjahr der dynamischste Markt der Region. Die starke Bautätigkeit der Franzosen ließ die Nachfrage nach Hintermauer- und Dachziegeln deutlich ansteigen. Auch in Belgien war durch den weiterhin positiven Trend im Wohnungsneubau und in der Sanierung eine höhere Nachfrage nach Baustoffen zu verzeichnen. In Großbritannien und den Niederlanden konnten mehr Dachziegel abgesetzt werden, während die Mengen bei Vormauerziegeln in etwa auf Vorjahresniveau lagen.

Für das Gesamtjahr erwarten wir für das Segment bei moderaten Umsatzzuwächsen eine deutliche Verbesserung des operativen EBITDA gegenüber dem Jahr 2010. In Belgien und Frankreich wird insgesamt für 2011 eine leicht steigende Nachfrage nach Baustoffen prognostiziert. Für die Niederlande und Großbritannien gehen wir von einer stabilen Wohnbautätigkeit aus.

1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in %
in Mio. € 361,8 416,0 +15
in Mio. € 49,7 70,7 +42
in Mio. € 17,5 37,8 >100
in Mio. € 17,3 25,6 +48
in Mio. € 1.159,6 1.115,2 -4
3.993 4.197 +5
in Mio. NF 493 590 +20
in Mio. WF 592 631 +7
in Mio. m² 6,09 7,25 +19

1) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa

(zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Nordamerika

Nordamerika, welches 6 % zum Gruppenumsatz beiträgt, war im ersten Halbjahr das einzige Segment, das vom niedrigen Niveau des Vorjahrs weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge zu verzeichnen hatte. Nach einem sehr strengen Winter, der die Bautätigkeit im ersten Quartal in weiten Regionen nur eingeschränkt zuließ, blieb der Wohnungsneubau auch im zweiten Quartal unter den Erwartungen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr um 11 % weniger Vormauerziegel abgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Der Umsatz lag mit 61,7 Mio. € um 14 % unter dem Vorjahreswert von 71,5 Mio. €, und das operative EBITDA ging aufgrund sinkender Kapazitätsauslastung bei stabilen Durchschnittspreisen auf -5,3 Mio. € zurück.

Die Visibilität auf die weitere Marktentwicklung in den USA ist nach wie vor sehr eingeschränkt. Aus heutiger Sicht scheint eine Erholung der Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte nicht wahrscheinlich. Aufgrund der bereits umgesetzten Maßnahmen zur FixkostenBeachtliche Ergebnissteigerung in Nord-Westeuropa

Positiver Trend im Wohnungsneubau in Frankreich und Belgien bringt Volumenszuwächse bei Dach- und Hintermauerziegeln

Für das Gesamtjahr bei moderaten Umsatzzuwächsen deutliche EBITDA-Steigerung erwartet

Strenger Winter und schwacher Wohnungsneubau führten zu Umsatzrückgang in Nordamerika

Keine Erholung für die zweite Jahreshälfte absehbar

senkung sowie zur Steigerung des Anteils an Handelsprodukten, welche wir in den USA direkt über eigene Vertriebsgesellschaften vertreiben, gehen wir für das Gesamtjahr von keiner weiteren signifikanten Ergebnisverschlechterung im Segment aus.

Nordamerika 1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 71,5 61,7 -14
EBITDA operativ 1) in Mio. € -0,5 -5,3 <-100
EBIT operativ 1) in Mio. € -12,2 -16,3 -34
Gesamtinvestitionen in Mio. € 3,0 2,9 -3
Capital Employed in Mio. € 552,9 461,2 -17
Ø Mitarbeiter 1.147 1.143 0
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 142 126 -11

1) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Beteiligungen und Sonstiges

Beteiligungen und Sonstiges umfasst vor allem die Holding und die ihr zuordenbaren Kosten, die Ziegelaktivitäten in Indien sowie die Nicht-Kernbereiche der Gruppe, darunter insbesondere das 50/50 Joint Venture Pipelife (at-equity Konsolidierung, daher nicht im operativen Ergebnis enthalten). Tondach Gleinstätten wurde im ersten Halbjahr ebenfalls at-equity konsolidiert und der Ergebnisbeitrag in diesem Segment ausgewiesen. Mit der Erhöhung des Anteils an dieser Gesellschaft auf 50 % wird mit Stichtag 30. Juni Tondach Gleinstätten quotal konsolidiert und die Ergebnisse beginnend mit dem dritten Quartal 2011 im Berichtssegment Zentral-Osteuropa ausgewiesen. Seit Jahresanfang ist die Steinzeug Gruppe, der weltweite Marktführer bei keramischen Rohrsystemen, vollkonsolidiert und konnte die operativen Zahlen wie erwartet im Vergleich zur Vorjahresperiode moderat steigern.

Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Segmentumsatz von 5,3 Mio. € auf 53,1 Mio. €, und das operative EBITDA verbesserte sich von -11,2 Mio. € auf -3,9 Mio. €, was großteils auf den Ergebnisbeitrag der Steinzeug Gruppe zurückzuführen ist. Für die im Juli 2011 von Steinzeug übernommene EuroCeramic werden aufgrund der anfallenden Integrationskosten noch keine wesentlichen Ergebnisbeiträge für die zweite Jahreshälfte erwartet. Die Pipelife Gruppe hat sich im ersten Halbjahr 2011 wie erwartet positiv entwickelt. Sie verzeichnete ein Umsatzplus von 15 % und insbesondere aufgrund der erfolgreichen Forcierung innovativer Produkte sowie von Kosteneinsparungen aus der Restrukturierung einen Anstieg des operativen EBITDA von 29 % gegenüber der Vorjahresperiode. Für das Gesamtjahr 2011 erwarten wir für Pipelife Umsatz- und Ergebnissteigerungen, wobei ab dem zweiten Halbjahr die im April 2011 übernommene Plastikrohrsparte von Alphacan erstmals in den Ergebnissen der Gruppe enthalten sein wird.

Beteiligungen und Sonstiges 1) 1-6/2010 1-6/2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 5,3 53,1 >100
EBITDA operativ 2) in Mio. € -11,2 -3,9 +65
EBIT operativ 2) in Mio. € -14,0 -9,2 +34
Gesamtinvestitionen in Mio. € 0,3 1,5 >100
Capital Employed in Mio. € 46,0 84,1 +83
Ø Mitarbeiter 242 694 >100

1) Umsätze exklusive Konzerneliminierungen, Ergebnisse inklusive Holdingkosten; die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Mit Jahresbeginn Erstkonsolidierung der Steinzeug Gruppe

Pipelife steigert Umsatz um 15 % und operatives EBITDA um 29 % im ersten Halbjahr

in TEUR 4-6/2011 4-6/2010 1-6/2011 1-6/2010
Umsatzerlöse 590.659 546.051 985.745 825.567
Herstellkosten -374.404 -359.627 -670.335 -599.008
Bruttoergebnis vom Umsatz 216.255 186.424 315.410 226.559
Vertriebskosten -124.075 -109.010 -223.381 -191.024
Verwaltungskosten -33.222 -31.738 -65.659 -60.638
Sonstige betriebliche Aufwendungen -12.478 -11.109 -25.525 -21.695
Sonstige betriebliche Erträge 16.894 18.238 26.238 30.128
Betriebsergebnis vor dem Ergebnis aus Entkonsolidierung 63.374 52.805 27.083 -16.670
Ergebnis aus Entkonsolidierung 33.213 0 33.213 0
Betriebsergebnis nach dem Ergebnis aus Entkonsolidierung 96.587 52.805 60.296 -16.670
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 5.061 -600 1.095 -1.484
Zinsertrag 2.216 5.423 4.697 8.512
Zinsaufwand -10.703 -20.171 -22.698 -32.104
Sonstiges Finanzergebnis 850 -3.568 2.456 -3.485
Finanzergebnis -2.576 -18.916 -14.450 -28.561
Ergebnis vor Ertragsteuern 94.011 33.889 45.846 -45.231
Ertragsteuern -11.416 -4.211 -8.328 5.871
Ergebnis nach Ertragsteuern 82.595 29.678 37.518 -39.360
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile 210 964 -287 -1.440
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 8.102 8.102 16.116 16.116
davon Ergebnis der Muttergesellschaft 74.283 20.612 21.689 -54.036
Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,63 0,18 0,18 -0,46
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,63 0,18 0,18 -0,46
1-6/2011 1-6/2010
in TEUR Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
Ergebnis nach Ertragsteuern 37.805 -287 37.518 -37.920 -1.440 -39.360
Währungsumrechnung -48.070 6 -48.064 121.070 -131 120.939
Währungsumrechnung von assoziierten
Unternehmen
-877 0 -877 2.672 0 2.672
Marktwertänderungen zur Veräußerung
verfügbarer Finanzinstrumente
542 0 542 -113 0 -113
Veränderung Hedging Reserve -3.784 0 -3.784 -26.767 0 -26.767
Andere Gesamtergebnisbestandteile 1) -52.189 6 -52.183 96.862 -131 96.731
Gesamtergebnis nach Steuern -14.384 -281 -14.665 58.942 -1.571 57.371
davon auf Hybridkapitalbesitzer
entfallender Anteil 16.116 16.116
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -30.500 42.826

1) Der Ausweis der anderen Gesamtergebnisbestandteile erfolgt nach Steuern.

in TEUR 30.6.2011 31.12.2010
Aktiva
Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 663.343 676.304
Sachanlagen 1.883.828 1.872.214
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 62.805 58.231
Anteile an assoziierten Unternehmen 97.647 114.909
Übrige Finanzanlagen 6.318 5.715
Latente Steuern 33.672 32.246
Langfristiges Vermögen 2.747.613 2.759.619
Vorräte 594.588 569.646
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 215.515 87.366
Sonstige kurzfristige Forderungen 107.025 102.928
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 65.185 86.304
Zahlungsmittel 365.355 453.403
Kurzfristiges Vermögen 1.347.668 1.299.647
Summe Aktiva 4.095.281 4.059.266
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.085.605 1.085.605
Hybridkapital 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 937.433 943.869
Übrige Rücklagen -167.966 -115.777
Eigene Anteile -3.568 -3.568
Beherrschende Anteile 2.461.927 2.520.552
Nicht beherrschende Anteile 4.842 5.123
Eigenkapital 2.466.769 2.525.675
Personalrückstellungen 70.118 73.001
Latente Steuern 87.727 79.778
Sonstige langfristige Rückstellungen 69.303 68.507
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 480.751 775.308
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 25.476 22.278
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 733.375 1.018.872
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 51.488 63.245
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 479.745 138.892
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 194.544 180.974
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 169.360 131.608
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 895.137 514.719
Summe Passiva 4.095.281 4.059.266
Konzern Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht
Anteile
Gesamt
2.520.552 5.123 2.525.675 2.522.616 24.416 2.547.032
-14.384 -281 -14.665 58.942 -1.571 57.371
-44.241 0 -44.241 -32.500 0 -32.500
0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0
2.461.927 4.842 2.466.769 2.549.058 22.845 2.571.903
2011
2010
beherrschende
in TEUR 1-6/2011 1-6/2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 45.846 -45.231
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 96.325 95.005
Wertminderungen von Anlagen 0 0
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -2 0
Veränderung langfristiger Rückstellungen 4.898 12.932
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -1.095 1.484
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -35.552 -4.011
Zinsergebnis 18.001 23.592
Gezahlte Zinsen -17.279 -32.360
Erhaltene Zinsen 4.168 6.007
Gezahlte Ertragsteuern -7.700 6.269
Cash-flow aus dem Ergebnis 107.610 63.687
Veränderungen Vorräte -2.664 -11.166
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -124.133 -81.873
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.491 23.025
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 11.938 12.323
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen -11.031 5.951
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit -10.789 11.947
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 3.892 5.188
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -48.313 -37.584
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -328 -313
Veränderung Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 22.719 -17.820
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -18.600 -2.650
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 43.428 0
Cash-flow aus Investitionstätigkeit 2.798 -53.179
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -334.694 -20.282
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 299.315 -29.463
Gezahlte Dividende Wienerberger AG -11.741 0
Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Dividendenausschüttungen von assoziierten Unternehmen 0 0
Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit -79.620 -82.245
Veränderung der Zahlungsmittel -87.611 -123.477
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel -437 2.998
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 453.403 449.612
Zahlungsmittel am Ende der Periode 365.355 329.133
1-6/2011
in TEUR
Zentral
Osteuropa 2)
Zentral
Westeuropa 3)
Nord
Westeuropa 3)
Nordamerika Beteiligungen
und Sonstiges 2) 4) Überleitung 5)
Wienerberger
Gruppe
Außenumsatz 271.118 195.800 410.430 61.650 45.785 984.783
Innenumsatz 1.595 11.506 5.605 0 7.351 -25.095 962
Umsatz gesamt 272.713 207.306 416.035 61.650 53.136 -25.095 985.745
EBITDA operativ 1) 44.406 17.483 70.730 -5.263 -3.948 123.408
EBIT operativ 1) 12.655 2.085 37.794 -16.255 -9.196 27.083
Ergebnis aus
Entkonsolidierung
0 0 0 0 33.213 33.213
Gesamtinvestitionen 22.679 14.497 25.610 2.894 1.561 67.241
Capital Employed 862.001 370.277 1.115.175 461.172 84.135 2.892.760
Ø Mitarbeiter 4.247 2.022 4.197 1.143 694 12.303
1-6/2010
Außenumsatz 232.164 164.810 355.812 71.535 833 825.154
Innenumsatz 1.107 8.807 5.974 0 4.513 -19.988 413
Umsatz gesamt 233.271 173.617 361.786 71.535 5.346 -19.988 825.567
EBITDA operativ 1) 30.633 9.724 49.738 -533 -11.227 78.335
EBIT operativ 1) -1.363 -6.590 17.470 -12.223 -13.964 -16.670
Ergebnis aus
Entkonsolidierung
0 0 0 0 0 0
Gesamtinvestitionen 11.112 8.806 17.323 2.961 345 40.547
Capital Employed 796.073 362.174 1.159.633 552.876 46.029 2.916.785
Ø Mitarbeiter 4.498 1.999 3.993 1.147 242 11.879

1) bereinigt um das Ergebnis aus Entkonsolidierung

2) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

3) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

4) Der Bereich Beteiligungen und Sonstiges enthält Holdingkosten, die Aktivitäten in Indien sowie den Bereich Rohrsysteme.

5) Die Überleitung beinhaltet lediglich Eliminierungen von Aufwand und Ertrag zwischen Konzerngesellschaften.

A

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht zum 30.6.2011 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards, Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34) erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31.12.2010 werden unverändert angewandt. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31.12.2010, der die Basis für den vorliegenden Zwischenbericht darstellt. Wienerberger steuert die Aktivitäten nach regionalen Gesichtspunkten. Daraus leitet sich die lokale Verantwortung des operativen Managements für alle Produkte ab. Die Segmentberichterstattung trägt dem regionalen Fokus der Wienerberger Gruppe Rechnung.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt. Das Gemeinschaftsunternehmen der Schlagmann Gruppe wird zu 50 % quotal konsolidiert.

Mit Wirkung vom 1.1.2011 wurde die Ende Dezember 2010 erworbene Steinzeug Gruppe auf Basis vorläufiger Werte erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Ebenfalls per 1.1.2011 wurde die zuvor unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesene Dryfix GmbH erstkonsolidiert. Mit Wirkung vom 1.4.2011 wurde die Ende März erworbene Kerafin NV, Belgien, mit dem Tochterunternehmen Steenfabriek Heylen NV, Belgien, auf Basis von vorläufigen Werten in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Juni wurde die Genehmigung von der zuständigen Wettbewerbsbehörde für die Übernahme von weiteren 25 % der Anteile an Tondach Gleinstätten im Rahmen eines Anteilstausches mit dem nun ehemaligen Joint Venture Partner Monier erteilt. Tondach Gleinstätten wurde erstmals per 30.6.2011 auf Basis vorläufiger Werte in den Konzernabschluss zu 50 % quotal (bisher at-equity) einbezogen. Zeitgleich wurde die Bramac Gruppe per 30.6.2011 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Das Ergebnis der Bramac Gruppe ist im Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2011 zu 50 % quotal enthalten.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises erhöhte für den Zeitraum vom 1.1.2011 bis 30.6.2011 anteilig den Umsatz um 45.462 TEUR und das operative EBITDA um 5.954 TEUR.

Saisonalität des Geschäfts

Wienerberger verkauft witterungsbedingt in den ersten und letzten Monaten des Jahres geringere Mengen als zur Jahresmitte. Diese saisonale Schwankung zeigt sich in den Relationen des ersten bzw. vierten Quartals, die grundsätzlich unter den Zahlen des zweiten und dritten Quartals liegen.

Wienerberger Hybridkapital

Das Hybridkapital in Höhe von 500.000 TEUR wird als Teil des Eigenkapitals und die Kuponzahlung in der Ergebnisverwendung der Entwicklung des Eigenkapitals ausgewiesen. Die angefallenen Begebungskosten und das Disagio wurden von den Gewinnrücklagen in Abzug gebracht. Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2011 den Kupon in Höhe von 32.500 TEUR ausbezahlt. Für die ersten sechs Monate des Jahres 2011 wurden zeitaliquot abgegrenzte Kuponzinsen von 16.116 TEUR bei der Ermittlung des Ergebnisses je Aktie berücksichtigt. Dadurch verringerte sich das Ergebnis je Aktie um 0,14 EUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz stieg um 19 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs und betrug in den ersten sechs Monaten 985.745 TEUR (Vorjahr: 825.567 TEUR). Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen (operatives EBITDA) lag mit 123.408 TEUR um 45.073 TEUR über dem Vergleichswert des Vorjahrs von 78.335 TEUR.

Das operative Betriebsergebnis vor dem Ergebnis aus Entkonsolidierung beläuft sich somit auf 27.083 TEUR im Vergleich zu -16.670 TEUR im Vorjahr. Das Ergebnis aus der Veräußerung der Bramac Gruppe beläuft sich auf 33.213 TEUR. Per 30.6.2011 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 117.526.764 Stück.

Zum Stichtag wurden 113.603 eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Die Anzahl der gewichteten Aktien beläuft sich für den Zeitraum 1.1.2011 bis 30.6.2011 auf 117.413.161 Stück.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Erfolgsneutrale negative Währungsdifferenzen von 48.941 TEUR (Vorjahr: 123.611 TEUR) resultierten im Berichtszeitraum vor allem aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund und wurden nur geringfügig durch positive Effekte aus osteuropäischen Währungen kompensiert. Die Hedging Reserve verminderte im Berichtszeitraum das Eigenkapital um 3.784 TEUR (Vorjahr: -26.767 TEUR) nach Steuern. Dieser Rückgang ist auf die Marktbewertung der Net Investment Hedges zurückzuführen. Marktwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren beliefen sich auf 542 TEUR (Vorjahr: -113 TEUR). Das Ergebnis nach Ertragsteuern erhöhte das Eigenkapital in den ersten sechs Monaten um 37.518 TEUR (Vorjahr: -39.360 TEUR). Das Gesamtergebnis nach Steuern führte im Berichtszeitraum zu einer Verminderung des Eigenkapitals von insgesamt 14.665 TEUR (Vorjahr: 57.371 TEUR).

Erläuterungen zum Cash-flow Statement

Der Cash-flow aus dem Ergebnis in Höhe von 107.610 TEUR (Vorjahr: 63.687 TEUR) lag aufgrund höherer Absätze deutlich über dem Vorjahreswert. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) und Akquisitionen von insgesamt 67.241 TEUR (Vorjahr: 40.547 TEUR) resultierte mit 41.043 TEUR (Vorjahr: 21.653 TEUR) aus Instandhaltungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) und mit 26.198 TEUR (Vorjahr: 18.894 TEUR) aus Akquisitionen und Werkserweiterungen (Wachstumsinvestitionen). Aus der Veräußerung der Bramac Gruppe fließen Netto-Einzahlungen von 43.428 TEUR zu.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahrs getätigten Normal- und Wachstumsinvestitionen erhöhten das Anlagevermögen um 48.313 TEUR (Vorjahr: 37.584 TEUR). Die Nettoverschuldung erhöhte sich aufgrund des saisonal bedingten Anstiegs des Working Capitals und der Akquisition von Tondach Gleinstätten im Vergleich zum 31.12.2010 um 155.463 TEUR auf 529.956 TEUR. Im ersten Halbjahr wurden 18.000 TEUR von der im Jahr 2005 begebenen Anleihe zurückgekauft. Zusammen mit den bereits im Jahr 2010 zurückgekauften Anteilen verbleiben somit für diese Anleihe nur mehr 241.228 TEUR, die 2012 zu refinanzieren sind. Aufgrund der Fälligkeit dieser Anleihe sowie eines Darlehens im zweiten Quartal 2012 kommt es zu einer Verschiebung in der Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten.

Risikobericht

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der vom Vorstand festgelegten risikopolitischen Grundsätze. In den ersten sechs Monaten 2011 wurden als wesentliche Risiken höhere Inputkosten und eine verhaltene Erholung der Baukonjunktur in vereinzelten Märkten sowie ein damit verbundener Preisdruck identifiziert. Wienerberger überwacht die Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements laufend und steuert diese aktiv, wenn dies erforderlich ist. Die Entwicklung der Baukonjunktur sowie die für die Nachfrage nach Baustoffen wesentlichen Indikatoren werden laufend beobachtet, um die Produktionskapazitäten in der Wienerberger Gruppe zeitnah an sich ändernde Marktbedingungen anpassen zu können. Das Preisniveau auf den lokalen Märkten wird laufend kontrolliert, gegebenenfalls erfolgt eine Anpassung der Preisstrategie. Dem Risiko von höheren Inputkosten begegnet Wienerberger mit der frühzeitigen Fixierung von Bezugspreisen sowie längerfristigen Lieferverträgen. Risiken aus steigenden Energiekosten werden im Rahmen einer konzernweiten Hedging-Strategie durch laufende Preisabsicherung gemindert. Im restlichen Jahr erwartet Wienerberger weiterhin Risiken aus höheren Inputkosten sowie der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur und weiteren Preisdruck in einzelnen Märkten.

Für Wienerberger bestehen rechtliche Risiken aus verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, wobei eine Nichteinhaltung das Risiko von Bußgeldern oder Schadenersatzforderungen birgt. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat. In Indien besteht für Wienerberger das Risiko aus der Rückforderung einer Zollersparnis, sollte die Einhaltung von dazugehörigen Bedingungen nicht möglich sein. In Deutschland bestehen rechtliche Risiken aus einer drohenden Kartellstrafe, für die bereits per 31.12.2008 eine Rückstellung von 10.000 TEUR gebildet wurde, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor Ende 2011 zu rechnen ist. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftsgebarung von Wienerberger und sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Wienerberger AG platzierte Ende Juni eine neue Anleihe mit einem Volumen von 100.000 TEUR. Die endgültige Zuzählung der Anleihe zu den Finanzverbindlichkeiten erfolgte am 4.7.2011. Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren (fällig am 4.7.2018), liegt in einer Stückelung von 1.000 EUR auf und ist mit einem fixen Kupon von 5,25 % verzinst. Diese Anleihe wurde zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten emittiert.

Die Steinzeug Abwassersysteme GmbH hat die niederländisch-deutsche EuroCeramic mit Ende Juli übernommen. EuroCeramic verfügt über einen Produktionsstandort in den Niederlanden und erwirtschaftete im letzten Jahr mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 21.000 TEUR. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden im Folgenden als dem Unternehmen nahe stehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 30.6.2011 auf 7.381 TEUR (Vorjahr: 9.063 TEUR), jene gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen auf 7.624 TEUR (Vorjahr: 7.733 TEUR) und jene gegenüber Gemeinschaftsunternehmen auf 6.725 TEUR (Vorjahr: 5.152 TEUR). Transaktionen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und Unternehmen, die unter der Kontrolle eines Mitglieds des Aufsichtrats der Wienerberger AG stehen, betreffen im Wesentlichen bezogene Tonlieferungen von 107 TEUR (Vorjahr: 53 TEUR), Mietleistungen von 1.289 TEUR (Vorjahr: 714 TEUR) sowie Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markennamen von 2.755 TEUR (Vorjahr: 2.454 TEUR).

Verzicht auf prüferische Durchsicht

Der vorliegende Zwischenbericht der Wienerberger AG wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernzwischenabschluss (Zwischenbericht nach IFRS) ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs und ihrer Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahrs und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Der Vorstand der Wienerberger AG Wien, 16. August 2011

Heimo Scheuch Willy Van Riet Johann Windisch

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die operativen Geschäftsbereiche

Finanzterminplan

17. August 2011 Halbjahresabschluss 2011: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
18. August 2011 Analystenkonferenz zum Halbjahresabschluss 2011 in London
19. Oktober 2011 Beginn der Quiet Period
09. November 2011 Ergebnisse zum 3. Quartal 2011
24./25. November 2011 Capital Markets Day 2011 in der Schweiz
31. Jänner 2012 Beginn der Quiet Period
21. Februar 2012 Ergebnisse 2011: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
22. Februar 2012 Analystenkonferenz zu den Ergebnissen 2011 in London
29. März 2012 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2011 auf der Wienerberger Webseite
19. April 2012 Beginn der Quiet Period
09. Mai 2012 Ergebnisse zum 1. Quartal 2012
11. Mai 2012 143. o. Hauptversammlung im Austria Center Vienna
31. Juli 2012 Beginn der Quiet Period
21. August 2012 Halbjahresabschluss 2012: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
22. August 2012 Analystenkonferenz zum Halbjahresabschluss 2012 in London
23. Oktober 2012 Beginn der Quiet Period
13. November 2012 Ergebnisse zum 3. Quartal 2012

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Head of Investor Relations Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 1 601 92 471
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Reuters WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

Wienerberger Online-Geschäftsbericht 2010: http://geschaeftsbericht.wienerberger.com

Werksstandorte und Marktpositionen

Wienerberger ist der einzige multinationale Anbieter von Ziegel für Wand und Dach – unter Berücksichtigung des neu eröffneten Standorts in Indien sind wir derzeit mit insgesamt 204 Werken in 27 Ländern und fünf Exportmärkten vertreten. Im Bereich Rohrsysteme verfügen wir über 30 Werksstandorte. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen und verstärken laufend das geografische Portfolio. Der Fokus liegt dabei auf dem Auf- und Ausbau von starken Markt positionen in jenen Märkten, in denen wir bereits tätig sind.

Wienerberger Märkte in Nordamerika

Wienerberger Märkte in Europa

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