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Wienerberger AG

Quarterly Report Aug 18, 2009

769_ir_2009-08-18_47f54881-29c2-4b54-ad9d-5524e74ec4a3.pdf

Quarterly Report

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Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

Bericht zum 1. Halbjahr 2009

Ertragskennzahlen 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in% Ultimo 2008
Umsatz in Mio. € 1.263,6 898,1 -29 2.431,4
EBITDA operativ 1) in Mio. € 235,6 100,6 -57 440,1
EBIT operativ 1) in Mio. € 136,0 7,8 -94 239,8
Ergebnis vor Steuern in Mio. € 118,0 -222,8 <-100 123,1
Ergebnis nach Steuern 2) in Mio. € 98,6 -204,0 <-100 103,3
Ergebnis je Aktie in € 0,97 -2,65 <-100 0,81
Ergebnis je Aktie bereinigt 3) in € 1,04 -0,17 <-100 1,69
Free Cash-flow 4) in Mio. € 30,2 7,9 -74 195,4
Normalinvestitionen in Mio. € 49,9 30,7 -38 98,4
Wachstumsinvestitionen in Mio. € 203,9 60,3 -70 407,2
Bilanzkennzahlen 31.12.2008 30.6.2009 Vdg. in%
Eigenkapital 5) in Mio. € 2.497,2 2.260,6 -9
Nettoverschuldung in Mio. € 890,2 978,6 +10
Capital Employed in Mio. € 3.252,2 3.105,0 -5
Bilanzsumme in Mio. € 4.383,9 4.211,6 -4
Gearing in% 35,6 43,3 -
Mitarbeiter 6) 15.162 13.104 -14
Börsekennzahlen 1-12/2008 1-6/2009 Vdg. in%
Höchstkurs der Aktie in € 39,02 12,88 -67
Tiefstkurs der Aktie in € 8,24 4,70 -43
Ultimokurs der Aktie in € 11,90 8,83 -26
Gewichtete Aktienzahl 7) in Tsd. 82.895 82.834 0
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 999,0 741,3 -26
Geschäftsbereiche 1-6/2009 Zentral- Zentral- Nord- Beteiligungen
in Mio. € und% Osteuropa Westeuropa 8) Westeuropa 8) Nordamerika und Sonstiges 9)
Umsatz 275,5 (-39%) 182,4 (-18%) 380,2 (-23%) 76,3 (-36%) -16,3 (+34%)
EBITDA operativ 1) 48,5 (-64%) 11,4 (-37%) 61,4 (-32%) -7,9 (<-100%) -12,8 (+14%)
EBIT operativ 1) 17,3 (-83%) -5,9 (<-100%) 28,6 (-48%) -19,0 (<-100%) -13,2 (+22%)
Gesamtinvestitionen 38,8 (-53%) 7,9 (-57%) 28,4 (-72%) 8,4 (-63%) 7,5 (-74%)
Capital Employed 856,8 (-1%) 434,5 (-17%) 1.235,5 (-11%) 527,2 (+3%) 51,0 (>100%)
Mitarbeiter 6) 5.391 (-8%) 2.180 (-10%) 4.137 (-15%) 1.153 (-48%) 243 (+14%)

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) vor Anteilen in Fremdbesitz und anteiligem Hybridkupon

3) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; nach Hybridkupon

4) Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cash-flow plus Wachstumsinvestitionen

5) Eigenkapital inklusive Anteile in Fremdbesitz und Hybridkapital

6) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während der Periode

7) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

8) das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2009 im Segment Zentral-Westeuropa (zuvor: Nord-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

9) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment

Anmerkung: in der Tabelle Geschäftsbereiche sind die Veränderungsraten in % zur Vorjahresperiode in Klammer angeführt

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Mit 1. August habe ich gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen Johann Windisch und Willy Van Riet die Führung der Wienerberger in einem schwierigen Marktumfeld übernommen. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Wohnungsneubau in all unseren relevanten Märkten noch stärker getroffen als ursprünglich erwartet. Das gesunkene Konsumentenvertrauen und vor allem die mangelnde Verfügbarkeit an Finanzierungen für Bauvorhaben haben zu einem starken Rückgang der Neubauaktivitäten geführt. Trotz des herausfordernden Marktumfeldes sind wir zuversichtlich, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen – vor diesem Hintergrund haben wir einen umfangreichen Aktionsplan erarbeitet, der zum Ziel hat, unsere Unternehmensstrukturen an das geänderte Marktumfeld anzupassen. Dieses Paket umfasst die Reduktion unserer Produktionskapazitäten, die Senkung der Fixkosten, aktives Working Capital Management insbesondere durch den Abbau von Vorräten und die Rücknahme von Investitionen.

Im Rahmen der Umsetzung haben wir seit Beginn des Jahres bereits 18 Werke geschlossen bzw. eingemottet und weitere acht werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr die Produktion einstellen. Im ersten Halbjahr sind daraus Restrukturierungskosten von 59,1 Mio. € angefallen, für das Gesamtjahr rechnen wir mit 100 Mio. €. Die umfassenden Einsparungsmaßnahmen führten zu Kostensenkungen von 90 Mio. €. Für das Gesamtjahr erwarten wir Einsparungen von 150 Mio. €. Im Zuge des aktiven Working Capital Managements kam es zu längeren Stillständen im gesamten Werksnetz der Wienerberger, wodurch die Lagerbestände trotz sinkender Absätze zum Halbjahr um 58 Mio. € gesenkt werden konnten. Wir haben uns unverändert zum Ziel gesetzt, die Nettoverschuldung vorwiegend aus der Reduktion des Working Capital um 100 Mio. € im Jahr 2009 zu verringern. Im Bereich der Investitionen ist es uns gelungen, die Normalinvestitionen im ersten Halbjahr um -38% auf 30,7 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr anzupassen. Die Wachstumsinvestitionen beschränkten sich mit 60,3 Mio. € auf die Fertigstellung bereits in 2008 begonnener Projekte. Insgesamt werden für das Gesamtjahr 180 Mio. € an Investitionen getätigt.

Die Sicherung der Liquidität hat für Wienerberger oberste Priorität. Es ist uns gelungen, die Laufzeit von ausständigen Bankkrediten zu verlängern und somit den Refinanzierungsbedarf bis Ende 2011 deutlich zu senken. Zusätzlich haben wir gemeinsam mit unseren Banken eine erhebliche Verbesserung unserer Kreditvereinbarungen erzielt. Dies hat zur Folge, dass wir im Bereich der "Covenants" über eine erhöhte Flexibilität verfügen.

Für das zweite Halbjahr rechne ich mit weiteren Umsatz- und Ergebnisrückgängen, die aber durch die bereits niedrigeren Vergleichswerte des Vorjahres moderater ausfallen sollten als in der ersten Jahreshälfte. Aus heutiger Sicht ist es angesichts der noch immer angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu früh, von einem neuerlichen Aufschwung zu sprechen.

In den kommenden Monaten werden wir unser Augenmerk weiterhin auf die konsequente Umsetzung unseres Aktionsplans legen. Ich bin davon überzeugt, dass unser ausgewogenes Länderportfolio und die innovative Produktpalette der Wienerberger eine wichtige Basis darstellen, um nachhaltig von einem Aufschwung zu profitieren.

Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG

Meilensteine für die Zukunft

Refinanzierungsbedarf bis Ende 2011 gesenkt, höhere Flexibilität bei Covenants

Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Wienerberger hat starke Basis um nachhaltig vom Aufschwung zu profitieren

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ertragslage

Wienerberger erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten mit 898,1 Mio. € einen um 29% geringeren Umsatz als im Jahr zuvor. Nach einem auch wetterbedingt sehr schwachen ersten Quartal (-37% im Umsatz zur Vergleichsperiode 2008) fiel die Abschwächung im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr (-22%) moderater aus. Nach den Rekordergebnissen des Vorjahres waren in den Ländern Zentral-Osteuropas als Folge der nun auch in dieser Region spürbaren Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf den Wohnungsneubau die deutlichsten Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis in der Gruppe zu verzeichnen.

Das operative EBITDA (vor Restrukturierungskosten) verringerte sich einerseits durch die schwache Nachfrage nach Ziegel im ersten Halbjahr 2009 und andererseits durch Kosten aus verlängerten Werksstillständen im Rahmen unseres aktiven Working Capital Managements um 57% auf 100,6 Mio. €. Noch deutlicher schlug sich dies im operativen EBIT nieder, das mit 7,8 Mio. € erheblich unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 136,0 Mio. € liegt. Zudem belasten Restrukturierungskosten, die für Kapazitätsanpassungen sowie Maßnahmen im Verwaltungs- und Vertriebsbereich anfielen, und Wertberichtigungen von Sachanlagen das Ergebnis mit insgesamt 87,2 Mio. €, wovon 18,7 Mio. € ausgabenwirksam sind und 68,5 Mio. € auf Sonderabschreibungen sowie Wertberichtigungen von Sachanlagen entfallen.

Nachdem sich die wirtschaftliche Lage in den letzten Monaten noch weiter verschlechtert hat, wurde die Beurteilung der Werthaltigkeit auf Basis noch konservativerer Marktannahmen hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung ("Stresstest") durchgeführt. Insgesamt ergaben sich Firmenwertabschreibungen von 125,4 Mio. €. Diese entfielen vorwiegend auf die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Italien, Deutschland, Frankreich sowie auf Skandinavien und die baltischen Staaten. Die zum Halbjahr durchgeführte Firmenwertabschreibung in Nordamerika betrifft vor allem die regionale Geschäftseinheit im Mittleren Westen. Während wir die USA insgesamt als Wachstumsmarkt sehen, ist im strukturschwachen Mittleren Westen, wo die Automobilindustrie maßgeblichen Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung hat, mittelfristig keine signifikante Erholung zu erwarten, weshalb eine Wertberichtigung erforderlich wurde. Die schwache Nachfrage nach Vormauerziegel sowie die Erwartung einer eher verhaltenen Erholung der Märkte nach der Trendwende sowohl in Großbritannien als auch in Kontinentaleuropa sind die wesentlichste Ursache für die Abschreibungen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. In Italien hat die aktuelle Marktlage das strukturelle Problem von Überkapazitäten deutlich verschärft und in der Folge einen Abwertungsbedarf für den Firmenwert der mittelitalienischen Geschäftseinheit ergeben.

Das Ergebnis vor Steuern war aufgrund der rückläufigen operativen Ergebnisse, vor allem aber in Folge nicht-wiederkehrender Restrukturierungskosten und Firmenwertabschreibungen, mit -222,8 Mio. € negativ.

Das Finanzergebnis betrug -18,1 Mio. € im ersten Halbjahr 2009 gegenüber -12,2 Mio. € im Vorjahr. Dies resultiert vorwiegend aus einer geringeren Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 10,0 Mio. €) und aus negativen Effekten aus Zinsabsicherungen ("Fair-Value Hedges") sowie positiven erfolgswirksamen Kursdifferenzen. Die Steuerquote verminderte sich von 16,4% im ersten Halbjahr 2008 auf 8,4% im Jahr 2009, und das Ergebnis nach Steuern lag mit -204,0 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 98,6 Mio. €.

Umsatz und operatives EBITDA

Umsatz und operatives EBITDA Q1 -Q2 in Mio. €

Das um Restrukturierungen und Firmenwertabschreibungen bereinigte Ergebnis je Aktie errechnete sich in den ersten sechs Monaten mit -0,17 € gegenüber 1,04 € im Vorjahr (Anzahl der gewichteten Aktien betrug im ersten Halbjahr 82,8 Mio. Stück im Vergleich zu 83,0 Mio. Aktien im Vorjahr). Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde ein zeitaliquot abgegrenzter Kupon für das Hybridkapital abgezogen.

Cash-flow

Im ersten Halbjahr 2009 wurde infolge deutlich rückläufiger Ergebnisse ein operativer Cashflow von 22,7 Mio. € im Vergleich zu 82,0 Mio. € im Vorjahr erzielt. Trotz eines üblicherweise saisonal bedingten Anstiegs im ersten Halbjahr ist es im zweiten Quartal 2009 gelungen, das Working Capital um 20,7 Mio. € zu reduzieren. Während im ersten Halbjahr des Vorjahres noch ein Aufbau der Vorräte von 60,7 Mio. € zu verzeichnen war, konnte Wienerberger im Jahr 2009 die Vorräte um 58,0 Mio. € senken, was einer Verbesserung von 118,7 Mio. € im Jahresvergleich entspricht. Selbst in diesem schwierigen Umfeld erwirtschaftete Wienerberger durch Einsparungen bei Normalinvestitionen und durch die Verminderung des Working Capital einen positiven Free Cash-flow von 7,9 Mio. € (Vorjahr: 30,2 Mio. €).

Der Zahlungsmittelabfluss aus Gesamtinvestitionen in Höhe von 91,0 Mio. € resultierte mit 30,7 Mio. € aus Normalinvestitionen, die im Vergleich zum Vorjahr um 38% bzw. 19,2 Mio. € reduziert werden konnten, und mit 60,3 Mio. € aus der Fertigstellung bereits im Jahr zuvor begonnener Projekte (Wachstumsinvestitionen). Im Februar wurde ein Kupon von 32,5 Mio. € auf das Hybridkapital gezahlt. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2008 wurde zur Stärkung der Liquidität ausgesetzt.

Vermögens- und Finanzlage

Das Konzerneigenkapital ist durch die Zahlung des Hybridkupons sowie eines durch Firmenwertabschreibungen und Restrukturierungskosten belasteten Periodenergebnisses um 9% auf 2.260,6 Mio. € zurückgegangen. Die Nettoverschuldung ist zum Einen saisonal bedingt, zum Anderen durch die Zahlung des Hybridkupons von 890,2 auf 978,6 Mio. € gestiegen. Aufgrund derselben Effekte hat sich das Gearing seit dem Jahresende 2008 von 35,6% auf 43,3% erhöht. Für das Gesamtjahr haben wir uns das Ziel gesetzt, die Nettoverschuldung vorwiegend aus der Reduktion von Lagerbeständen um 100 Mio. € zu verringern.

Finanzierung und Treasury

Bereits im April wurde mit den Banken eine zeitliche Verlängerung der Bankkredite ausverhandelt. Damit konnte der Refinanzierungsbedarf für Wienerberger deutlich gesenkt werden. Mit Ende Juni lagen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bei rund 190 Mio. €, wovon ein kleinerer Teil zur kurzfristigen Finanzierung des saisonal bedingten Anstiegs des Working Capital dient sowie ein ebenfalls kleiner Teil Bankkredite betrifft, deren Verlängerung erst im Herbst in Kraft tritt. Demgegenüber verfügt Wienerberger über liquide Mittel in der Höhe von 199,8 Mio. €. Für 2010 und 2011 betrug der Refinanzierungsbedarf zum Stichtag rund 150 Mio. €, denen 290 Mio. € an kommittierten und noch nicht gezogenen Kreditlinien gegenüberstehen.

Aufgrund des schwierigen Marktumfelds in 2009 und den damit verbundenen Ergebniseffekten hat sich Wienerberger in den letzten Monaten aktiv um eine Verbesserung der Covenants in Kreditverträgen bemüht und als Resultat eine Einigung mit den finanzierenden Banken erzielt. Als Ergebnis wurde die Kennzahl Nettoverschuldung / operatives EBITDA von 3,0 auf 58,0 Mio. € Cash-flow aus dem Abbau der Lagerbestände erwirtschaftet

Normalinvestitionen konnten um 38% bzw. 19,2 Mio. € reduziert werden

Gearing liegt bei 43,3%

Verlängerung der Bankkredite bereits im April vereinbart

Verbesserte Covenants mit den Banken ausverhandelt

3,75 deutlich angehoben. Darüber hinaus kann dieser Wert in zwei Quartalen bis Ende 2010 bis zu 4,0 betragen. Die Maßzahl operatives EBIT / Zinsergebnis wird bis Ende 2010 ausgesetzt. Stattdessen kommt eine Kennzahl zur Anwendung, welche die Eigenkapitalstärke von Wienerberger besser reflektiert (Eigenkapital minus Firmenwert) / (Bilanzsumme minus Firmenwert).

Treasury Kennzahlen Alt Neu Gültig bis
Nettoverschuldung / operatives EBITDA 1) 3,0 3,75 (2x bis 4,0) 31.12.2010
operatives EBIT 1) / Zinsergebnis 2,75 - Ausgesetzt bis 31.12.2010
(Eigenkapital – Firmenwert) / Ende der Kreditlaufzeit
(Bilanzsumme – Firmenwert) - 35% (2015)

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Kapazitätsmanagement

Wienerberger hat auf das sehr schwache erste Quartal mit einer Ausweitung des Restrukturierungsprogramms reagiert. Insgesamt werden im Gesamtjahr voraussichtlich 26 Werke (ursprünglich geplant: ca. 20 Werke) geschlossen oder eingemottet, wofür Kosten von 100 Mio. € veranschlagt werden (40 Mio. € ausgabenwirksam, 60 Mio. € Sonderabschreibungen). Im ersten Halbjahr wurden davon bereits 18 Werke vom Markt genommen, wofür 59,1 Mio. € an Restrukturierungskosten (18,7 Mio. € ausgabenwirksam, 40,4 Mio. € Sonderabschreibungen) angefallen sind. Weiters erfolgen umfangreiche temporäre Stilllegungen zur Senkung der Lagerbestände. Diese temporär außer Betrieb gesetzten Standorte stellen gemeinsam mit den eingemotteten Produktionslinien eine beträchtliche Kapazitätsreserve dar, die bei Bedarf rasch reaktiviert werden kann.

Kosteneinsparungen

Im ersten Halbjahr 2009 konnten im Vergleich zur selben Periode des Vorjahres 90 Mio. € an Einsparungen in den Bereichen Personal und Instandhaltung realisiert werden. Diese Fixkostenreduktion ist im Wesentlichen auf die zur Jahresmitte 2008 eingeleiteten Kapazitätsanpassungen und Optimierungen in Verwaltung und Vertrieb zurückzuführen, enthält aber bereits auch positive Effekte der zu Jahresbeginn 2009 umgesetzten Maßnahmen. Die bis jetzt durchgeführten Restrukturierungen haben seit Anfang des Jahres die Mitarbeiterzahl um ca. 1.000 verringert.

Für das Gesamtjahr erwarten wir Kosteneinsparungen in Höhe von 150 Mio. €. Aus den in 2009 gesetzten Maßnahmen rechnen wir mit zusätzlichen Einsparungen von zumindest 25 Mio. € ab 2010, woraus sich eine kumulierte Fixkostenreduktion von 175 Mio. € ergibt.

Werksschließungen und umfangreiche Stillstände zum Abbau der Vorräte

Kosteneinsparungen von 90 Mio. € im ersten Halbjahr

Insgesamt 150 Mio. € an Einsparungen in 2009 erwartet

2. Quartal 2009

Auch im zweiten Quartal ging der Konzernumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 22% auf 537,8 Mio. € und das operative EBITDA vor Restrukturierungskosten um 41% auf 84,4 Mio. € zurück. Die Region Zentral-Osteuropa hatte dabei aufgrund der hohen Vergleichswerte bei Umsatz und Ergebnis im Vorjahr den verhältnismäßig stärksten Rückgang zu verzeichnen. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Wohnungsneubau waren in dieser Region im zweiten Quartal mit einem Umsatzrückgang von 27% und einem um 48% geringeren operativen EBITDA deutlich spürbar. Die Vereinigten Staaten zeigten sich mit -39% im Umsatz und einem negativen operativen EBITDA von -2,1 Mio. € weiterhin sehr schwach. Der leichte Anstieg der Baubeginne innerhalb der letzten drei Monate könnte als erstes Anzeichen für eine Erholung gedeutet werden. Da sich dies aber erst mit einer zeitlich Verzögerung positiv auf die Nachfrage nach Baustoffen auswirken könnte, geht Wienerberger für die zweite Jahreshälfte von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und uneinheitlicher Entwicklung auf den einzelnen Teilmärkten in Nordamerika aus. In Nord-Westeuropa ging der Umsatz um 20% auf 207,8 Mio. € zurück, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch ein leichtes Wachstum zu verzeichnen war. Das operative EBITDA, das durch temporäre Werksstillstände belastet war, verminderte sich um 28% auf 36,3 Mio. €. Am moderatesten fiel der Umsatz mit -10% auf 116,0 Mio. € und das operative EBITDA mit -13% auf 16,9 Mio. € in der Region Zentral-Westeuropa, wo in Deutschland bereits in den letzten Jahren eine sehr niedrige Bautätigkeit zu verzeichnen war.

Umsatz in Mio. € 4-6/2008 4-6/2009 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 250,3 182,3 -27
Zentral-Westeuropa 1) 128,9 116,0 -10
Nord-Westeuropa 1) 258,5 207,8 -20
Nordamerika 67,3 41,1 -39
Beteiligungen und Sonstiges 2) -15,4 -9,4 +39
Wienerberger Gruppe 689,6 537,8 -22
EBITDA operativ 3)
in Mio. €
4-6/2008 4-6/2009 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 74,7 39,1 -48
Zentral-Westeuropa 19,4 16,9 -13
Nord-Westeuropa 50,4 36,3 -28
Nordamerika 6,8 -2,1 <-100
Beteiligungen und Sonstiges 2) -8,0 -5,8 +28
Wienerberger Gruppe 143,3 84,4 -41

1) das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2009 im Segment Zentral-Westeuropa (zuvor: Nord-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

2) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment 3) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Folgen der Finanzkrise führen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen in Zentral-Osteuropa vom hohen Niveau des Vorjahrs

Geschäftsbereiche

Zentral-Osteuropa

Der Wohnungsneubau schwächte sich in den ersten sechs Monaten in allen Ländern der Region, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, vom hohen Niveau des Vorjahres ab. Nach den Rekordergebnissen 2008 ging der Umsatz um 39% auf 275,5 Mio. € und das operative EBITDA um 64% auf 48,5 Mio. € zurück. Die aus einer niedrigeren Kapazitätsauslastung resultierenden Kosten sowie niedrigere Durchschnittspreise führten zu rückläufigen Margen in der Region. Negative Fremdwährungseffekte belasteten den Umsatz mit 33,6 Mio. € und das operative EBITDA mit 6,6 Mio. €. Mit 31% Anteil am Konzernumsatz erwirtschaftete das Segment dennoch beachtliche 48% vom operativen EBITDA der Gruppe.

In Polen sind die Baubeginne im ersten Halbjahr um 28% zurückgegangen. Durch die gesunkene Nachfrage nach Baustoffen verzeichnete Wienerberger Umsatzrückgänge, und aufgrund niedrigerer Kapazitätsauslastung der Werke lagen die Margen unter dem Vorjahresniveau. In Tschechien und in der Slowakei schwächte sich der Markt weiter ab, und geringere Absätze bei niedrigeren Preisen führten zu rückläufigen Ergebnissen. In Ungarn, dem schwierigsten Markt der Region, rechnen wir mit einem Rückgang im Wohnungsneubau von zumindest 40% im Jahr 2009. Insgesamt wurden damit in Ungarn signifikant unter dem Vorjahr liegende Ergebnisse erwirtschaftet. Auch in Rumänien kam es aufgrund der negativen Wirtschaftsentwicklung zu einem starken Umsatz- und Ergebnisrückgang. In Bulgarien hat sich der Markt für Baustoffe zunehmend abgeschwächt und der Wettbewerbsdruck insbesondere durch den hohen Anteil von Importen aus den Nachbarländern zugenommen. Wienerberger konnte sich in diesem schwierigen Umfeld gut behaupten. Auch in Südosteuropa (Slowenien, Kroatien, Serbien) wurden Umsatz- und Ergebnisrückgänge in sich abschwächenden Märkten verzeichnet.

Im zweiten Halbjahr gehen wir aufgrund der weiterhin schlechten wirtschaftlichen Entwicklung und der mangelnden Verfügbarkeit von Finanzkrediten von einer anhaltenden Schwäche der Wohnbautätigkeit in der Region aus. Wir haben unsere Kapazitäten durch umfangreiche Stilllegungen von Standorten an das niedrigere Absatzniveau angepasst. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit niedrigeren Absätzen sowie mit einem deutlichen Ergebnisrückgang zum Vorjahr aufgrund von Stillstandskosten und einem niedrigeren Durchschnittspreisniveau.

Zentral-Osteuropa 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 454,7 275,5 -39
EBITDA operativ 1) in Mio. € 135,4 48,5 -64
EBIT operativ 1) in Mio. € 101,3 17,3 -83
Gesamtinvestitionen in Mio. € 81,7 38,8 -53
Capital Employed in Mio. € 862,9 856,8 -1
Mitarbeiter 5.845 5.391 -8
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.094 1.468 -30
Absatz Flächenbefestigung in Mio. m² 4,46 4,73 +6
Absatz Betondachsteine 2) in Mio. m² 9,43 6,02 -36

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen 2) Absatzmenge nicht anteilig, sondern zu 100 % dargestellt

Zentral-Westeuropa

Der Umsatz des Segments ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 18 % auf 182,4 Mio. € zurück, und das operative EBITDA verringerte sich um 37 % auf 11,4 Mio. €. Hauptgründe waren durch verlängerte Werksstillstände zu Anfang des Jahres hervorgerufene Stillstandskosten sowie der anhaltende Preisdruck in Italien. Das Segment erreichte einen Anteil von 20% am Umsatz und 11% am operativen EBITDA der Gruppe.

H1 Umsatz nach Bereichen

1 Zentral-Osteuropa: 31 % 2 Zentral-Westeuropa: 20 %

  • 3 Nord-Westeuropa: 42 %
  • 4 Nordamerika: 8 %
  • 5 Beteiligungen und Sonstiges: -1 %

H1 operatives EBITDA nach Bereichen

1 Zentral-Osteuropa: 48 %

  • 2 Zentral-Westeuropa: 11 %
  • 3 Nord-Westeuropa: 61 %
  • 4 Nordamerika: -8 % 5 Beteiligungen und
  • Sonstiges: -12 %

Verlängerte Werksstillstände in Deutschland und Preisdruck in Italien

In Deutschland ist die Wohnbautätigkeit in den ersten sechs Monaten vom niedrigen Niveau des Vorjahres weiter zurückgegangen, und auch der Renovierungsmarkt hat sich abgeschwächt. Als Folge davon verzeichnete Wienerberger Mengenrückgänge in allen Produktgruppen. Zusätzlich negativ auf den Absatz von Hintermauerziegel wirkte sich die Abschwächung in Zentral-Osteuropa aus, die zu deutlichen Einbußen bei Exporten in diese Region führte. Neben verlängerten Werksstillständen zu Jahresbeginn wurden weitere Optimierungsmaßnahmen im Produktions- und Verwaltungsbereich eingeleitet, um sich dem gegebenen Marktumfeld strukturell anzupassen und das Werksnetz weiter zu optimieren.

In Italien blieb die Situation vor dem Hintergrund des starken Preisdrucks wegen struktureller Überkapazitäten insbesondere in Mittel- und Süditalien bei rückläufigem Wohnungsneubau unverändert, wobei Wienerberger durch Fokus auf höherwertige Produkte sich etwas besser als der Markt behaupten konnte. Die Wohnbautätigkeit in der Schweiz ist nach wie vor von hohem Niveau rückläufig. Die Preise bei Hintermauerziegel sind etwas unter Druck geraten, während sie sich bei Dachziegel stabil entwickelt haben.

In Deutschland ist hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine Besserung in Sicht. Derzeitige Prognosen gehen für 2009 von einem um 6 % niedrigeren BIP als im Jahr zuvor und damit dem höchsten BIP-Rückgang im Euro-Raum aus. Während sich der Wohnungsneubau in Italien weiter abschwächen sollte, wird in der Schweiz mit einer Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte gerechnet. Insgesamt ist für das Segment daher mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen – insbesondere bedingt durch Stillstandskosten – zu rechnen.

Zentral-Westeuropa 1) 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 221,8 182,4 -18
EBITDA operativ 2) in Mio. € 18,0 11,4 -37
EBIT operativ 2) in Mio. € -1,1 -5,9 <-100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 18,4 7,9 -57
Capital Employed in Mio. € 526,6 434,5 -17
Mitarbeiter 2.423 2.180 -10
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 816 619 -24
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 83 70 -16
Absatz Tondachziegel 3) in Mio. m² 4,06 3,37 -17

1) das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und in Deutschland wird ab 2009 im Segment Zentral-Westeuropa (zuvor: Nord-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst 2) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

3) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Nord-Westeuropa

Im Segment Nord-Westeuropa sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 23% auf 380,2 Mio. € und das operative EBITDA ging um 32% auf 61,4 Mio. € zurück. Rückläufige Absatzmengen, insbesondere in Großbritannien, und hohe Stillstandskosten führten bei stabilen Preisen zu schwächeren Margen. Nord-Westeuropa erwirtschaftete 42% vom Umsatz und 61% vom operativen EBITDA der Gruppe.

In Belgien ging der Wohnungsneubau im ersten Halbjahr deutlich zurück, während sich der Renovierungsmarkt auch aufgrund der durchgeführten Mehrwertsteuersenkung für Baustoffe nur moderat abschwächte. Wienerberger konnte bei stabilen Preisen das Margenniveau halten. Auch in den Niederlanden sank die Wohnbautätigkeit, was ein niedrigeres Umsatz- und Ergebnisniveau zur Folge hatte. In Frankreich hat sich nach einem sehr schwachen Start in das Jahr 2009 der Weiterer Rückgang der Baubewilligungen in Deutschland

Überkapazitäten in Italien

In Zentral-Westeuropa rückläufige Ergebnisse für 2009 erwartet

Umsatz- und Ergebnisrückgang in Nord-Westeuropa

Belgien, Niederlande und Frankreich rückläufig

Abwärtstrend im Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern im zweiten Quartal verlangsamt. Wir rechnen im zweiten Halbjahr damit, dass diverse Stimulierungsprogramme für den Wohnungsneubau Wirkung zeigen werden. Insgesamt musste Wienerberger bei stabilen Preisen Mengeneinbußen in allen Produktgruppen vom guten Niveau des Vorjahres hinnehmen.

Die stärksten Absatzrückgänge im Segment waren in Großbritannien sowohl bei Vormauerals auch bei Dachziegel zu verzeichnen. Umfangreiche Werksschließungen und temporäre Stillstände haben die Produktion an die niedrige Nachfrage angepasst.

In der zweiten Jahreshälfte gehen wir in Großbritannien aufgrund einer sich abzeichnenden Erholung der Gesamtwirtschaft sowie niedriger Vergleichswerte von einer Bodenbildung aus. Auch auf den kontinentaleuropäischen Märkten des Segments sollte sich der Abwärtstrend verlangsamen und sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau einstellen. Für das Gesamtjahr ist mit Umsatzrückgängen bei niedrigeren Margen aufgrund geringerer Kapazitätsauslastung zu rechnen.

Nord-Westeuropa 1) 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 491,8 380,2 -23
EBITDA operativ 2) in Mio. € 89,7 61,4 -32
EBIT operativ 2) in Mio. € 54,7 28,6 -48
Gesamtinvestitionen in Mio. € 101,4 28,4 -72
Capital Employed in Mio. € 1.389,2 1.235,5 -11
Mitarbeiter 4.893 4.137 -15
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 613 490 -20
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 859 598 -30
Absatz Tondachziegel 3) in Mio. m² 7,35 6,22 -15

1) das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und in Deutschland wird ab 2009 im Segment Zentral-Westeuropa (zuvor: Nord-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

2) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

3) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Nordamerika

In den USA gingen die Baubeginne von einem bereits sehr niedrigen Niveau Ende 2008 in den ersten Monaten 2009 weiter zurück. Auch in Kanada war der Wohnungsneubau in der Berichtsperiode um mehr als 30% rückläufig. Für das Segment Nordamerika bedeutete dies einen Umsatzrückgang von 36% auf 76,3 Mio. € im ersten Halbjahr 2009. Trotz der schwachen Nachfrage nach Ziegel konnten mittels verlängerter Werksstillstände die Vorräte reduziert werden. Diese Maßnahmen zur Optimierung des Working Capital sowie eine schwache Auslastung der Werke, die zu hohen Stillstandskosten führten, haben das Ergebnis in den ersten sechs Monaten stark belastet und zu einem Verlust im operativen EBITDA von 7,9 Mio. € geführt. Der im Vergleich zum Vorjahr stärkere Durchschnittskurs des US-Dollars führte zu einem positiven Beitrag im Umsatz von 6,2 Mio. €, während das EBITDA um zusätzlich 0,7 Mio. € belastet wurde. Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnten im Berichtszeitraum in den USA die Preise weiterhin stabil gehalten werden. Das Segment hält 8% am Gruppenumsatz, während der Anteil zum operativen EBITDA -8% betrug.

Die Restrukturierungskosten in Höhe von 6,9 Mio. € beinhalten vor allem die Abschreibung von stillgelegten Werksstandorten. Die zum Halbjahr durchgeführten Firmenwertabschreibungen in diesem Segment betreffen vor allem unsere regionale Geschäftseinheit im Mittleren Westen. Während wir die USA insgesamt als Wachstumsmarkt sehen, ist in der strukturschwachen Region

Großbritannien schwach

Stabilisierung auf niedrigem Niveau in der zweiten Jahreshälfte in Nord-Westeuropa erwartet

Weiterer starker Rückgang bei Baubeginnen in den USA in der ersten Jahreshälfte

Firmenwertabschreibungen von rund 50 Mio. € aufgrund strukturschwacher Region Mittlerer Westen Mittlerer Westen, wo die Automobilindustrie maßgeblichen Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung hat, mittelfristig keine signifikante Erholung zu erwarten. Aus diesem Grund wurde der Firmenwert um 50,4 Mio. € berichtigt.

Mit dem Abbau von mehr als 1.000 Mitarbeitern in den letzten 12 Monaten – der derzeitige Mitarbeiterbestand entspricht rund einem Drittel des ursprünglichen Mitarbeiterbestandes im Jahr 2006 – haben wir unsere Kostenstrukturen weiter an das niedrige Nachfrageniveau angepasst. In den USA scheint der Boden erreicht, aber die Krise im Immobilienmarkt noch nicht überwunden zu sein. Die von der NAHB (National Association of Home Builders) veröffentlichten Daten für Baubeginne für das Jahr 2009 zeigen seit kurzem leicht nach oben. Nachdem im Mai ein Anstieg von 15% auf 562.000 Einheiten gegenüber dem Vormonat prognostiziert wurde, waren es im Juni 582.000 Einheiten (entspricht einem Anstieg von 3,6%). Auch die Bedarfsdeckung mit fertigen Häusern ist seit 2007 erstmals unter einen Wert von 10 Monaten gesunken. Allerdings steigt die Zahl der Verpfändungen noch immer an und erhöht damit das Angebot an Immobilien.

Sollte sich der Aufwärtstrend bei Baubeginnen fortsetzen, ist aufgrund einer zeitlich gegebenen Verzögerung bei der Nachfrage nach Baustoffen erst in einigen Monaten mit positiven Auswirkungen auf den Absatz von Ziegel zu rechnen. Für das Gesamtjahr gehen wir im Segment Nordamerika bei stabilen Preisen von weiteren Umsatz- und Ergebnisrückgängen im Vergleich zum Vorjahr aus, insbesondere weil aufgrund unseres aktiven Working Capital Managements im zweiten Halbjahr umfangreiche Werksstillstände vorgesehen sind.

Nordamerika 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 120,0 76,3 -36
EBITDA operativ 1) in Mio. € 7,5 -7,9 <-100
EBIT operativ 1) in Mio. € -2,0 -19,0 <-100
Gesamtinvestitionen in Mio. € 23,0 8,4 -63
Capital Employed in Mio. € 509,9 527,2 +3
Mitarbeiter 2.209 1.153 -48
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 293 149 -49

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Beteiligungen und Sonstiges

Beteiligungen und Sonstiges umfasst vor allem die Holding und die ihr anrechenbaren Kosten, die Ziegelaktivitäten in Indien sowie die Nicht-Kernaktivitäten der Gruppe (insbesondere Immobilien). Der Umsatz ging um 13% auf 5,9 Mio. € zurück, während sich das operative EBITDA insbesondere aufgrund von Personalreduktionen und Einsparungen bei Verwaltungskosten in der Holding um 14% von -14,9 auf -12,8 Mio. € verbesserte. Der Anstieg im Capital Employed erklärt sich aus der Aktivierung der Anlagen von unserem neu errichteten Werk in Indien. Die 50%-Beteiligung an Pipelife wird at-equity konsolidiert und ist in den operativen Ergebnissen dieses Bereiches nicht enthalten.

Beteiligungen und Sonstiges 1) 1-6/2008 1-6/2009 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 6,8 5,9 -13
EBITDA operativ 2) in Mio. € -14,9 -12,8 +14
EBIT operativ 2) in Mio. € -16,9 -13,2 +22
Capital Employed in Mio. € 12,4 51,0 >100
Mitarbeiter 213 243 +14

Anzahl der Baubeginne zeigt in den USA seit Mai 2009 leicht nach oben

Positive Auswirkungen auf die Nachfrage nach Baustoffen sind mit zeitlicher Verzögerung zu erwarten

Einsparungsmaßnahmen in der Holding zeigen erste Wirkung

1) Umsätze exklusive Konzerneliminierungen, Ergebnisse inklusive Holdingkosten

2) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

Zwischenbericht nach IFRS Wienerberger Gruppe

Gewinn- und Verlustrechnung

in TEUR 4-6/2009 4-6/2008 1-6/2009 1-6/2008
Umsatzerlöse 537.840 689.658 898.125 1.263.642
Herstellkosten -369.563 -433.237 -638.761 -808.163
Bruttoergebnis vom Umsatz 168.277 256.421 259.364 455.479
Vertriebskosten -104.232 -128.271 -195.182 -238.635
Verwaltungskosten -31.265 -37.210 -63.798 -77.803
Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.020 -7.610 -20.936 -18.396
Sonstige betriebliche Erträge 15.046 10.050 28.362 15.335
Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen
36.806 93.380 7.810 135.980
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen -44.585 -5.802 -87.174 -5.802
Firmenwertabschreibungen -125.390 0 -125.390 0
Betriebsergebnis nach Restrukturierungskosten, Wertminderungen
von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen
-133.169 87.578 -204.754 130.178
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 3.562 7.135 148 9.956
Zinsertrag 4.278 11.874 9.649 24.602
Zinsaufwand -13.751 -22.301 -27.962 -44.573
Sonstiges Finanzergebnis -10.658 -1.955 98 -2.180
Finanzergebnis -16.569 -5.247 -18.067 -12.195
Ergebnis vor Ertragsteuern -149.738 82.331 -222.821 117.983
Ertragsteuern 6.732 -13.873 18.791 -19.346
Ergebnis nach Ertragsteuern -143.006 68.458 -204.030 98.637
davon Ergebnis der Minderheiten 440 1.531 -815 1.860
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 8.102 8.080 16.116 16.161
davon Ergebnis der Muttergesellschaft -151.548 58.847 -219.331 80.616
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,22 0,78 -0,17 1,04
Ergebnis je Aktie (in EUR) -1,83 0,71 -2,65 0,97
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) -1,83 0,71 -2,65 0,97

Gesamtergebnisrechnung

1-6/2009 1-6/2008
in TEUR Konzern Minderheiten Gesamt Konzern Minderheiten Gesamt
Ergebnis nach Ertragsteuern -203.215 -815 -204.030 96.777 1.860 98.637
Währungsumrechnung 1.287 -592 695 -11.196 1.583 -9.613
Währungsumrechnung von assoziierten
Unternehmen -950 0 -950 1.908 0 1.908
Hedging Reserve -2.302 0 -2.302 14.401 2 14.403
Übrige Veränderungen 1) 44 0 44 -219 0 -219
Andere Gesamtergebnisbestandteile 2) -1.921 -592 -2.513 4.894 1.585 6.479
Gesamtergebnis nach Steuern -205.136 -1.407 -206.543 101.671 3.445 105.116
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 16.116 16.161
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -221.252 85.510

1) Die im Gesamtergebnis erfassten Marktwertänderungen aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren werden unter "Übrige Veränderungen" ausgewiesen. 2) Der Ausweis der anderen Gesamtergebnisbestandteile erfolgt nach Steuern (net of tax).

Bilanz

in TEUR 30.6.2009 31.12.2008
AKTIVA
Immaterielles Anlagevermögen 647.981 769.451
Sachanlagen 1.999.503 2.075.878
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 28.082 30.543
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 114.761 115.679
Übrige Finanzanlagen 19.456 19.464
Latente Steuern 33.077 35.071
Langfristiges Vermögen 2.842.860 3.046.086
Vorräte 669.811 719.995
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 276.719 187.750
Sonstige kurzfristige Forderungen 135.042 133.822
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 87.382 89.445
Zahlungsmittel 199.811 206.835
Kurzfristiges Vermögen 1.368.765 1.337.847
Summe Aktiva 4.211.625 4.383.933
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital 83.948 83.948
Kapitalrücklagen 829.408 829.408
Hybridkapital 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 1.131.181 1.368.920
Eigene Anteile -40.697 -40.697
Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung -260.362 -260.699
Anteile in Fremdbesitz 24.227 23.415
Eigenkapital 2.260.601 2.497.191
Personalrückstellungen 69.582 68.049
Latente Steuerrückstellungen 109.118 126.457
Sonstige langfristige Rückstellungen 67.371 66.532
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.075.828 1.011.600
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 55.004 52.158
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.376.903 1.324.796
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 53.855 55.503
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 189.953 174.858
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.524 177.319
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 161.789 154.266
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 574.121 561.946
Summe Passiva 4.211.625 4.383.933

Entwicklung des Eigenkapitals

2009 2008
in TEUR Konzern Minderheiten Gesamt Konzern Minderheiten Gesamt
Stand 1.1. 2.473.776 23.415 2.497.191 2.646.716 25.993 2.672.709
Gesamtergebnis nach Steuern -205.136 -1.407 -206.543 101.671 3.445 105.116
Dividendenauszahlungen bzw. Hybridkupon -32.500 -224 -32.724 -152.609 -687 -153.296
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen 0 0 0 0 2.000 2.000
Zugang/Abgang Minderheitenanteil 0 2.443 2.443 0 167 167
Veränderung eigener Anteile 0 0 0 -9.318 0 -9.318
Aufwand Aktienoptionspläne 234 0 234 997 0 997
Stand 30.6. 2.236.374 24.227 2.260.601 2.587.457 30.918 2.618.375

Cash-flow Statement

in TEUR 1-6/2009 1-6/2008
Ergebnis vor Ertragsteuern -222.821 117.983
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 92.756 99.611
Firmenwertabschreibungen 125.390 0
Wertminderungen von Sachanlagen 68.472 3.569
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -844 0
Veränderungen langfristiger Rückstellungen -15.377 6.339
Ergebnisübernahme aus assoziierten Unternehmen -148 -9.956
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -10.326 -1.420
Zinsergebnis 18.313 19.971
Gezahlte Zinsen -27.771 -49.144
Erhaltene Zinsen 8.537 24.024
Gezahlte Ertragsteuern 13.651 -6.654
Cash-flow aus dem Ergebnis 49.832 204.323
Veränderungen Vorräte 58.066 -60.720
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -82.292 -107.087
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -12.370 15.884
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 12.171 16.129
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen -2.720 13.507
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 22.687 82.036
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 13.523 15.670
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -87.788 -161.469
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -11 -7.053
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.396 -10.542
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -3.186 -92.367
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 0 0
Cash-flow aus Investitionstätigkeit -75.066 -255.761
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 65.751 147.720
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 12.059 39.738
Gezahlte Dividende Wienerberger AG 0 -120.109
Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei Minderheitenanteilen -224 1.342
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 58 0
Erwerb eigener Aktien 0 -9.318
Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit 45.144 26.873
Veränderung des Zahlungsmittelbestandes -7.235 -146.852
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Zahlungsmittelbestand 211 213
Zahlungsmittelbestand am Anfang der Periode 206.835 293.373
Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode 199.811 146.734

Segmentberichterstattung Konzern-

1-6/2009
in TEUR
Zentral-
Osteuropa
Zentral-
Westeuropa 2)
Nord-
Westeuropa 2)
Nord-
amerika
Beteiligungen
und Sonstiges 3)
Eliminie-
rungen
Wienerberger
Gruppe
Außenumsatz 274.084 174.163 372.855 76.287 328 897.717
Innenumsatz 1.368 8.282 7.304 0 5.609 -22.155 408
Umsatz gesamt 275.452 182.445 380.159 76.287 5.937 -22.155 898.125
EBITDA operativ 1) 48.474 11.400 61.409 -7.896 -12.821 100.566
EBIT operativ 1) 17.283 -5.863 28.577 -19.017 -13.170 7.810
Restrukturierungskosten und
Wertminderungen von Sachanlagen
-32.614 -9.343 -37.735 -6.875 -607 -87.174
Firmenwertabschreibungen -12.014 -29.433 -33.528 -50.415 0 -125.390
Gesamtinvestitionen 38.843 7.877 28.415 8.394 7.445 90.974
Capital Employed 856.848 434.461 1.235.447 527.153 51.063 3.104.972
Mitarbeiter 5.391 2.180 4.137 1.153 243 13.104
1-6/2008
Außenumsatz 451.810 208.486 482.454 120.007 309 1.263.066
Innenumsatz 2.885 13.351 9.302 0 6.533 -31.495 576
Umsatz gesamt 454.695 221.837 491.756 120.007 6.842 -31.495 1.263.642
EBITDA operativ 1) 135.386 17.963 89.710 7.506 -14.974 235.591
EBIT operativ 1) 101.283 -1.072 54.672 -2.029 -16.874 135.980
Restrukturierungskosten und
Wertminderungen von Sachanlagen
-3.639 0 -2.163 0 0 -5.802
Firmenwertabschreibungen 0 0 0 0 0 0
Gesamtinvestitionen 81.651 18.377 101.382 22.985 29.441 253.836
Capital Employed 862.933 526.595 1.389.216 509.945 12.342 3.301.031
Mitarbeiter 5.845 2.423 4.893 2.209 213 15.583

1) vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

2) das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2009 im Segment Zentral-Westeuropa (zuvor: Nord-Westeuropa) ausgewiesen die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst

3) der Bereich Beteiligungen und Sonstiges enthält Holdingkosten sowie die Aktivitäten in Indien

Anhang zum Zwischenbericht

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht zum 30.6.2009 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards, Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31.12.2008 werden unverändert angewandt. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31.12.2008, der die Basis für den vorliegenden Zwischenbericht darstellt. Wienerberger steuert die Aktivitäten nach regionalen Gesichtspunkten. Daraus leitet sich die lokale Verantwortung des operativen Managements für alle Produkte ab. Die Segmentberichterstattung trägt dem regionalen Fokus der Wienerberger Gruppe Rechnung.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt. Die Gemeinschaftsunternehmen der Schlagmann und Bramac Gruppe werden zu 50 % quotal konsolidiert. Mit Wirkung vom 1.1.2009 wurde eine Ziegelhandelsgesellschaft in Großbritannien erstkonsolidiert. Am 1.5.2009 wurde die durch einen Zusammenschluss entstandene Semmelrock Ebenseer GmbH & Co KG sowie die Gesellschaften Lusit KG und Lusit GmbH auf Basis vorläufiger Werte erstmals in den Konzernabschluss einbezogen; aus den Erwerben resultieren keine wesentlichen Firmenwerte.

Im Vergleichszeitraum 1.1.2008 bis 30.6.2008 waren die mit 31.12.2008 vollkonsolidierte IGM Ciglana d.o.o. Petrinja in Kroatien sowie die ebenso mit Jahresende erstmals nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligung an der EUCOSO sp. Z.o.o. in Polen nicht im Konsolidierungskreis enthalten. Die Veränderungen des Konsolidierungskreises erhöhten für den Zeitraum vom 1.1.2009 bis 30.6.2009 anteilig den Umsatz mit 7.424 TEUR und das EBITDA mit 1.646 TEUR.

Saisonalität des Geschäftes

Wienerberger verkauft witterungsbedingt in den ersten und letzten Monaten des Jahres geringere Mengen als zur Jahresmitte. Diese saisonale Schwankung zeigt sich in den Relationen des ersten bzw. vierten Quartals, die grundsätzlich unter den Zahlen des zweiten und dritten Quartals liegen.

Wienerberger Hybridkapital

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2009 den Kupon in Höhe von 32.500 TEUR für das im Jahr 2007 begebene Hybridkapital ausbezahlt. Das Hybridkapital wird als Teil des Eigenkapitals und die Kuponzahlung in der Ergebnisverwendung der Entwicklung des Eigenkapitals ausgewiesen. Die angefallenen Begebungskosten und das Disagio wurden von den Gewinnrücklagen in Abzug gebracht. Für das erste Halbjahr des Jahres 2009 wurden zeitaliquot abgegrenzte Kuponzinsen von 16.116 TEUR bei der Ermittlung des Ergebnisses je Aktie berücksichtigt. Dadurch verringerte sich das Ergebnis je Aktie um 0,19 EUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz fiel um 29% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und betrug in den ersten sechs Monaten 898.125 TEUR. Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) vor Restrukturierungskosten lag mit 100.566 TEUR um 57% unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 235.591 TEUR.

Insgesamt belaufen sich die für das Restrukturierungsprogramm 2009 im Ergebnis ausgewiesenen Restrukturierungskosten auf 59.085 TEUR (Vorjahr: 5.802), wobei 40.382 TEUR (Vorjahr: 3.569 TEUR) auf Wertminderungen von Anlagen im Rahmen von Restrukturierungen und 18.703 TEUR (Vorjahr: 2.233 TEUR) auf ausgabenwirksame Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen entfallen. Der Großteil dieser Kosten entfällt auf Sozialpläne und die Kosten für die permanente Stilllegung von Werken. Zudem ergab die Überprüfung von Vermögensgegenständen auf eine dauerhafte Wertminderung (Impairment Test) gemäß IAS 36 einen Abwertungsbedarf auf Sachanlagen von 28.089 TEUR, wovon der größte Teil auf eine Abwertung von Grundstücken in Großbritannien entfällt. Unter den Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen wird somit ein Gesamtbetrag von 87.174 TEUR ausgewiesen.

Die Werthaltigkeitstests gemäß IAS 36 zeigten im ersten Halbjahr 2009 ebenso einen Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte von insgesamt 125.390 TEUR, wobei 50.415 TEUR auf die Vereinigten Staaten, 21.059 TEUR auf Italien, 20.357 TEUR auf die Ziegelaktivitäten in Großbritannien, 10.000 TEUR auf die Vormaueraktivitäten in Frankreich, 8.374 TEUR auf die Vormauer- und Dachaktivitäten in Deutschland, 5.514 TEUR auf Finnland, 5.000 TEUR auf Estland, 3.171 TEUR auf Norwegen und 1.500 TEUR auf die Pflasteraktivitäten von Semmelrock in Tschechien entfielen. Dabei wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz von 6,91% ermittelt, wobei in den Vereinigten Staaten (6,23%), Großbritannien (6,31%) und Russland (10,8%) abweichende regionale Kapitalkostensätze zur Anwendung kamen.

Das Betriebsergebnis nach Restrukturierungen und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwertabschreibungen beläuft sich somit auf -204.754 TEUR im Vergleich zu 130.178 TEUR im Vorjahr. Per 30.6.2009 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 83.947.689. Zum Stichtag wurden 1.113.603 eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Die Anzahl der gewichteten Aktien beläuft sich für den Zeitraum 1.1.2009 bis 30.6.2009 auf 82.834.086 Stück.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Negative erfolgsneutrale Währungsdifferenzen von 255 TEUR resultierten im ersten Halbjahr vor allem aus Großbritannien und Kanada und wurden zum überwiegenden Teil durch osteuropäische Währungen ausgeglichen. Die Hedging Reserve verminderte sich im Berichtszeitraum um 2.302 TEUR nach Steuern, wobei die im Gesamtergebnis erfassten latenten Steuern das Eigenkapital um 616 TEUR minderten. Marktwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren beliefen sich auf 44 TEUR, der darin enthaltene latente Steueraufwand auf 15 TEUR. Im Berichtszeitraum wurde für fällige Gastermingeschäfte (Cash-flow-Hedges), deren Marktwertänderungen bislang direkt im Eigenkapital erfasst wurden, ein Aufwand in Höhe von 2.722 TEUR in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das negative Ergebnis nach Ertragsteuern verminderte das Eigenkapital in den ersten sechs Monaten um 204.030 TEUR. Das Gesamtergebnis nach Steuern führte somit im Berichtszeitraum zu einer Eigenkapitalminderung von insgesamt 206.543 TEUR.

Erläuterungen zum Cash-flow Statement

Der Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 22.687 TEUR (Vorjahr: 82.036 TEUR) war aufgrund des lange andauernden Winters und der auch im zweiten Quartal anhaltenden Marktrückgänge deutlich geringer als im Vorjahr. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen und Akquisitionen von insgesamt 90.974 TEUR resultierte mit 30.659 TEUR aus Instandhaltungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) und mit 60.315 TEUR aus Werksneubauten, Werkserweiterungen und Akquisitionen (Wachstumsinvestitionen). Darin enthalten sind Mittelzuflüsse in Höhe von 3.913 TEUR aus Kaufpreisminderungen für im Vorjahr getätigte Akquisitionen und aus den Erstkonsolidierungen des Berichtsjahres.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres getätigten Normal- und Wachstumsinvestitionen erhöhten das Anlagevermögen um 87.788 TEUR. Die Nettoverschuldung stieg insbesondere durch den geringeren Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, die Auszahlung des Hybridkupons von 32.500 TEUR im Februar und die Investitionstätigkeit um 88.410 TEUR auf nunmehr 978.588 TEUR.

Risikobericht

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfeldes im Rahmen der vom Vorstand festgelegten risikopolitischen Grundsätze. In den ersten sechs Monaten 2009 wurden in der Gruppe als wesentliche Risiken die Abschwächung der Baukonjunktur in beinahe allen Märkten in Kombination mit noch nicht auf die geänderte Nachfragesituation abgestimmten Kapazitäten der gesamten Baustoffindustrie sowie Risiken aus der Finanzierung und Sicherung der Liquidität identifiziert. Im Sinne einer aktiven Bewältigung der Risiken des Unternehmensumfeldes hat Wienerberger frühzeitig und rasch durch die zeitweilige Stilllegung von Produktionskapazitäten und Werksschließungen die Kapazitäten an das geänderte Marktumfeld angepasst. Risiken aus der Finanzierung konnte Wienerberger durch eine Verlängerung von Kreditlinien und durch eine Neuverhandlung von Kreditkonditionen eindämmen. Die Finanzkraft von Wienerberger wurde zudem durch den Verzicht der Aktionäre auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2008 gestärkt.

In der zweiten Jahreshälfte erwartet Wienerberger Risiken aus der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur, aus hohen Lagerbeständen am Markt und einem damit verbundenen Preisdruck sowie aus steigenden Energiepreisen und negativen Wechselkurseffekten. Diese und weitere Risiken des Unternehmensumfeldes werden von Wienerberger im Rahmen des konzerweiten Risikomanagements laufend überwacht und aktiv gesteuert, wenn dies erforderlich ist. Insbesondere zur Bewältigung von Risiken aus hohen Lagerbeständen wird ein konzernweites Programm zur Senkung des Working Capital umgesetzt. Die Entwicklung der Baukonjunktur sowie für die Nachfrage nach Baustoffen wesentliche Indikatoren werden laufend beobachtet, um die Produktionskapazitäten in der Wienerberger Gruppe zeitnah an sich ändernde Marktbedingungen anpassen zu können. Gerade in dem durch die weltweite Finanzkrise gezeichneten wirtschaftlichen Umfeld stehen bei Wienerberger auch in der zweiten Jahreshälfte der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis im Zentrum der Unternehmensstrategie. Wienerberger setzt deshalb weiterhin auf eine Maximierung des Free Cash-flows und den Abbau der Nettoverschuldung über Kosteneinsparungen, die Verminderung des Working Capital und eine Reduktion der Investitionen auf ein Minimum. Risiken aus steigenden Energiekosten werden laufend durch die vorausschauende Absicherung der Preise für Energieträger gemindert.

Für Wienerberger bestehen rechtliche Risiken aus verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, wobei eine Nichteinhaltung für Wienerberger das Risiko von Bußgeldern oder Schadenersatzforderungen birgt. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger-Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

In Deutschland bestehen rechtliche Risiken aus einer drohenden Kartellstrafe, für die bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10 Mio. € gebildet wurde, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor 2010 zu rechnen ist. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftsgebarung von Wienerberger und sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht.

Erklärung des Vorstands

Nach bestem Wissen und Gewissen erklärt der Vorstand der Wienerberger AG hiermit, dass der ungeprüfte Halbjahresfinanzbericht ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt.

Der Vorstand der Wienerberger AG Wien, 18. August 2009

H. Scheuch W. Van Riet J. Windisch

Dieser Halbjahresfinanzbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Halbjahresfinanzbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Wienerberger AG verbunden.

Werksstandorte und Marktpositionen

Wienerberger ist der einzige multinationale Anbieter von Ziegel für Dach und Wand – mit derzeit insgesamt 236 Werken in 26 Ländern und 5 Exportmärkten. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen und verstärken laufend das geografische Portfolio. Wir wollen nicht überall sein, sondern in jenen Märkten, in denen wir tätig sind, starke Marktpositionen aufbauen.

Wisconsin Tennessee Virginia New Jersey New York Mississippi Florida North Carolina Pennsylvania Illinois Alabama Kentucky Indiana South Carolina Michigan Ohio West Virginia Georgia 2 2 1 Delaware Maryland 2 Ontario 1 Quebec 1 5 2 3 2 3 3 1 1 1 1 1 6 4 1 1 4 1 2 4 1 3 2 1 Montana 1 Nebraska 6 Wyoming 2 1 1 1 Colorado 4 1 1 1 Oklahoma 6 1 1 1 2 Utah 5 Arkansas 1 4 1 1 3 2 3 3 6 2

Wienerberger Märkte in Nordamerika

Anzahl der Standorte

Finanzterminplan

18. August 2009 Halbjahresabschluss 2009: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
19. August 2009 Halbjahresabschluss 2009: Analystenkonferenz in London
12. Oktober 2009 Beginn der Quiet Period
06. November 2009 Ergebnisse zum 3. Quartal 2009
03./04. Dezember 2009 Capital Markets Day 2009 in Wien
25. Jänner 2010 Beginn der Quiet Period
11. Februar 2010 Vorläufige Ergebnisse 2009
01. März 2010 Beginn der Quiet Period
24. März 2010 Jahresabschluss 2009: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
25. März 2010 Jahresabschluss 2009: Analystenkonferenz in London
12. April 2010 Beginn der Quiet Period
04. Mai 2010 Ergebnisse zum 1. Quartal 2010
20. Mai 2010 141. o. Hauptversammlung im Austria Center Vienna
26. Juli 2010 Beginn der Quiet Period
17. August 2010 Halbjahresabschluss 2010: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
18. August 2010 Halbjahresabschluss 2010: Analystenkonferenz in London
11. Oktober 2010 Beginn der Quiet Period
03. November 2010 Ergebnisse zum 3. Quartal 2010

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie:

Investor Relations Officer Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 (1) 601 92-463
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Reuters WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

Wienerberger Online-Geschäftsbericht 2008:

http://geschaeftsbericht.wienerberger.com

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