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Wienerberger AG

Earnings Release Feb 22, 2011

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Earnings Release

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Wienerberger lässt Krise hinter sich

Ergebnisse 2010:

  • Konzernumsatz von 1.744,8 Mio. € (-4 % gegenüber 2009)
  • Operatives EBITDA von 210,8 Mio. € liegt leicht über Vergleichswert 2009
  • Betriebsergebnis von -258,1 Mio. € in 2009 auf 10,7 Mio. € in 2010 gesteigert
  • Kosteneinsparungen von rund 35 Mio. €
  • Dividendenvorschlag von 10 Eurocents je Aktie

Ausblick 2011:

  • Westeuropa stabil bis leicht positiv
  • Geringe Visibilität auf zentral-osteuropäische Märkte und die USA
  • Ergebnissteigerung in 2011 erwartet

Wien, 22. Februar 2011 – Die Wienerberger AG, der weltweit größte Ziegelproduzent und führend bei Tondachziegel in Europa, gab heute ihre Ergebnisse für 2010 bekannt. In einem witterungsbedingt schwierigen Jahr konnte das Unternehmen mit einem Konzernumsatz von 1.744,8 Mio. € und einem operativen EBITDA von 210,8 Mio. € die Ergebnisse in etwa auf dem Niveau von 2009 halten sowie das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um beinahe 270 Mio. € steigern, da in den Vergleichswerten 2009 einmalige Kosten aus Restrukturierungsmaßnahmen enthalten waren.

Trotz witterungsbedingtem schwierigen Jahr konnte das operative EBITDA auf 210,8 Mio. € verbessert werden

Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, zeigt sich mit den präsentierten Zahlen zufrieden: "Diese Ergebnisse untermauern die starke operative Basis von Wienerberger. Wie Sie wissen, ist im letzten Jahr die erhoffte konjunkturelle Erholung im Wohnungsneubau nicht eingetreten, und witterungsbedingt war die Nachfrage nach Baustoffen zum Teil sehr eingeschränkt. Der ungewöhnlich lange und schneereiche Winter in den ersten drei Monaten in Europa und den USA, Überschwemmungen in Osteuropa im April und Mai sowie der frühe Wintereinbruch zu Jahresende haben die Bautätigkeit teilweise zum Erliegen gebracht. Wir schlossen das erste Quartal 2010 mit einem operativen EBITDA von -22,6 Mio. €, was einen Rückstand von beinahe 40 Mio. € gegenüber den ersten drei Monaten 2009 bedeutete. Ab dem zweiten Quartal, in dem wir den Turnaround schafften, ist es uns trotz deutlich niedrigerer Durchschnittpreise in Osteuropa gelungen, sukzessive Boden gut zu machen und bis Jahresende den Rückstand nicht nur aufzuholen, sondern sogar die Margen gegenüber dem Jahr 2009 etwas zu steigern. Dies hat deutlich gezeigt, dass unser Aktionsplan erfolgreich war und die erwarteten Kosteneinsparungen von 35 Mio. € bestätigt. Darüber hinaus konnten wir in diesem schwierigen Marktumfeld einen Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 230 Mio. € erwirtschaften und unsere Nettoverschuldung auf 375 Mio. € reduzieren, was einem Verschuldungsgrad von nur 15 % entspricht." Erfolgreiche Aufholjagd nach negativem ersten Quartal

Im Detail fielen die Ergebnisse 2010 wie folgt aus: Der Konzernumsatz sank um 4 % auf 1.744,8 Mio. €, während das operative EBITDA mit 210,8 Mio. € aufgrund von Kosteneinsparungen und besserer Auslastung leicht über dem Vorjahresniveau lag. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte signifikant von -258,1 Mio. € auf 10,7 Mio. € gesteigert werden. Das Finanzergebnis verschlechterte sich im Berichtsjahr aufgrund schwächerer Ergebnisbeiträge von den assoziierten Unternehmen Pipelife und Tondach Gleinstätten sowie höherer Zinsaufwendungen. Nach Abzug des Finanzergebnisses von -51,5 Mio. € und Hinzurechnung der Steuern von 5,9 Mio. € ergibt sich ein Verlust nach Steuern

Verschlechterung des Finanzergebnisses aufgrund schwächerer Ergebnisbeiträge von assoziierten Unternehmen und höheren Zinsaufwands

von 34,9 Mio. € gegenüber 258,7 Mio. € im Jahr 2009, wo Restrukturierungskosten das Ergebnis stark belasteten. Das Ergebnis je Aktie lag 2010 somit bei -0,57 €.

Wienerberger hat in einem schwierigen Geschäftsjahr erneut ihre Stärke in der Cash-flow-Generierung unter Beweis gestellt. Mit 151,3 Mio. € erwirtschaftete der Ziegelproduzent in 2010 einen Cash-flow aus dem Ergebnis, der um rund 100 Mio. € über dem Vergleichswert des Vorjahrs liegt. Der Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf 230,4 Mio. €. Aus dem Cash-flow wurden insgesamt 149,8 Mio. € für Investitionen aufgewendet, wovon 61,7 Mio. € Instandhaltungsinvestitionen und 88,1 Mio. € die Fertigstellung laufender Projekte sowie kleinere Akquisitionen betreffen. Ende März 2010 hatte Wienerberger eine neue Anleihe mit einem Volumen von 250 Mio. € begeben. 141 Mio. € davon wurden für den vorzeitigen Rückkauf eines Teils der im April 2012 fälligen Anleihe, die insgesamt ein Volumen von 400 Mio. € hat, verwendet. Die verbleibenden Mittel wurden für die Rückzahlung von anderen Finanzverbindlichkeiten verwendet. Wienerberger verfügt über starke Liquiditätsreserven von 539,7 Mio. € und hat die Nettoverschuldung von 408,0 Mio. € auf 374,5 Mio. € weiter reduziert, was einem Verschuldungsgrad von nur 15 % entspricht.

Wienerberger hat im letzten Monat auch die Kennzahlen aus den Bankkreditverträgen – die sogenannten Covenants – neu verhandelt. Nach den temporär gültigen Vereinbarungen aus 2009 hat Wienerberger im Jänner 2011 mit den Banken einstimmig eine permanente Änderung der Covenants erreicht. Zukünftig darf die Nettoverschuldung zu EBITDA (12 Monate roulierend) den Wert von 3,5 nicht überschreiten, und die EBITDA-Zinsdeckung darf den Wert von 3,75 nicht unterschreiten. Es gelten nur mehr diese beiden Kennzahlen, welche auch besser die saisonalen und zyklischen Schwankungen der Baustoffindustrie reflektieren.

Ergebnisentwicklung im 4. Quartal 2010

Der Absatz von Ziegel, der in den meisten Ländern in den Monaten Oktober und November zum Teil deutlich über den Vergleichswerten 2009 lag, war im Dezember aufgrund des frühen Wintereinbruchs in Europa und den USA stark rückläufig. Insgesamt konnte bei einem stabilen Konzernumsatz von 401,5 Mio. € (Vorjahr: 400,2 Mio. €) das operative EBITDA deutlich um 62 % von 31,1 auf 50,3 Mio. € gesteigert werden. Das EBIT lag mit -6,9 Mio. € signifikant über den Vergleichswerten des Vorjahrs von -17,7 Mio. €. Die vier Regionen von Wienerberger zeigten jedoch in diesem Zeitraum relativ unterschiedliche Entwicklungen. In Zentral-Osteuropa führten bei einem etwas höheren Quartalsumsatz von 124,2 Mio. € (Vorjahr: 120,1 Mio. €) niedrigere Durchschnittspreise zu einem Ergebnisrückgang von 13 % auf 18,7 Mio. €. Im Segment Zentral-Westeuropa, wo rund 65 % der Beiträge aus Deutschland stammen, lag der Umsatz mit 89,0 Mio. € leicht unter Vorjahresniveau, während das operative EBITDA mit 9,0 Mio. € mehr als verdoppelt werden konnte. In Nord-Westeuropa blieb der Umsatz mit 165,6 Mio. € stabil, während das operative EBITDA um 56 % auf 26,6 Mio. € gesteigert wurde. In Nordamerika konnte bei einer um 5 % höheren Absatzmenge von Vormauerziegel aufgrund einer besseren Kapazitätsauslastung ein operatives EBITDA von 4,8 Mio. € erwirtschaftet werden (Vorjahr: -4,3 Mio. €). Die deutliche Ergebnisverbesserung erklärt sich in den letztgenannten drei Segmenten durch den Wegfall von Stillstandskosten, die im vierten Quartal 2009 aufgrund von verlängerten Werksstillständen zu höheren Kosten geführt hatten.

Starker Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 230,4 Mio. €

Neue Covenants verhandelt

Signifikante Ergebnissteigerungen im vierten Quartal durch Wegfall von Stillstandskosten

Bereinigung der Beteiligungsstrukturen bei Wienerberger

In den letzten sechs Monaten wurde auch bei den Beteiligungen von Wienerberger aufgeräumt. Nach der Übernahme der Steinzeug Gruppe, einem international führenden Hersteller von keramischen Abwasserrohrsystemen, im Oktober letzten Jahres hält Wienerberger seit November nach dem Erwerb der restlichen 25 % der Anteile 100 % an Semmelrock, dem Spezialisten für Flächenbefestigungen aus Beton. Zuletzt wurde im Jänner 2011 durch einen Anteilstausch mit Monier die Struktur im Dachbereich bereinigt. Wienerberger überließ ihrem ehemaligen Joint Venture Partner Monier 50 % an dem Betondachsteinhersteller Bramac und erhielt im Gegenzug weitere 25 % an Tondach Gleinstätten sowie eine Ausgleichszahlung. Somit hält Wienerberger zukünftig 50 % an Tondach, einem Dachziegelproduzenten, dessen regionaler Schwerpunkt in Osteuropa liegt. Heimo Scheuch erklärt den strategischen Hintergrund der Transaktionen: "Wesentliche strategische Ziele sind die Verbreiterung im Kerngeschäft, insbesondere um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu reduzieren, sowie eine Stärkung unserer Position in Osteuropa, und alle drei Unternehmen erfüllen diese Kriterien perfekt. Die Produkte von Semmelrock, unserem Spezialisten für moderne und innovative Flächenbefestigungen aus Beton, werden zu rund 60 % im Nichtwohnbau eingesetzt. Semmelrock ist nahezu ausschließlich in Osteuropa tätig und sollte mittelfristig ebenso wie wir vom Wachstum in dieser Region profitieren. Die Steinzeug Gruppe hat sich auf die Erzeugung von keramischen Abwasserrohren spezialisiert, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit besonders bei Kanalisationsprojekten, wo aggressivere Abwässer entstehen können, zum Einsatz kommen. Für Steinzeug liegt das mittelfristige Wachstumspotenzial im großen Sanierungsbedarf der bestehenden Abwassersysteme in Westeuropa sowie dem geplanten Ausbau eines flächendeckenden Kanalnetzes in Osteuropa, für welchen die Europäische Union umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt hat. Für Tondach sehe ich das mittelfristige Wachstumspotenzial sehr stark im osteuropäischen Renovierungsmarkt, wo ebenfalls noch ein großer Aufholbedarf besteht. Tondachziegel gewinnen im Bereich Renovierung aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften seit Jahren in Westeuropa Marktanteile, und ich erwarte mir eine ähnliche Entwicklung auch in Osteuropa."

Ausblick und Strategie

Wienerberger wagt derzeit noch keine konkreten Vorhersagen für 2011, da die Visibilität in zwei für das Unternehmen sehr wichtigen Regionen – Osteuropa und die USA – noch immer sehr eingeschränkt ist. "Grundsätzlich bin ich für 2011 zuversichtlich, da ich in allen westeuropäischen Märkten von einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung ausgehe und insgesamt eine leicht steigende Nachfrage nach Ziegel erwarte. Aber ich bin, was Prognosen für die USA betrifft, sehr vorsichtig", erklärt Heimo Scheuch seine Zurückhaltung. "Die NAHB (National Association of Home Builders) prognostiziert so wie in den letzten Jahren auch heuer wieder einen deutlichen Anstieg bei Baubeginnen ausgehend von niedrigem Niveau. Ich würde mich freuen, wenn sie diesmal Recht behält, aber aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit sowie der in den USA herrschenden Verunsicherung unter den Konsumenten habe ich so meine Zweifel und gehe für die erste Jahreshälfte eher von einer stabilen Nachfrage nach Baustoffen auf niedrigem Niveau aus. Eine Erholung im amerikanischen Wohnungsneubau halte ich erst in der zweiten Jahreshälfte für möglich. Die Märkte in Zentral-Osteuropa sind ebenfalls nur schwer einzuschätzen. Polen ist aufgrund der starken Binnennachfrage das einzige Land in der Region, wo ich für 2011 zuversichtlich bin, dass es eine stabile bis leicht positive Entwicklung in der Nachfrage gibt. Bei den restlichen Ländern ist die Visibilität noch immer so eingeschränkt, dass ich keinerlei Prognose wage und auch leichte Nachfragerückgänge nicht ausschließe."

Wienerberger hält nun 100 % an Steinzeug, 100 % an Semmelrock und 50 % an Tondach Gleinstätten

Wienerberger trotz eingeschränkter Visibilität für 2011 zuversichtlich

Deutliche Ergebnissteigerung in 2011 erwartet

Das Geschäft ist im Jänner in den meisten Ländern ganz gut angelaufen, aber es ist noch zu früh daraus für das erste Quartal eine Aussage abzuleiten. Wienerberger erwartet für 2011 einen leichten Anstieg bei den Inputkosten, insbesondere bei Energie. Der Bedarf an Gas und Strom wurde bereits zu mehr als 50 % durch Fixpreisverträge auf den Energiemärkten abgesichert. Aus den nicht abgesicherten Mengen wird derzeit aufgrund steigender Energiepreise mit einem preisbedingten Anstieg der Energiekosten von rund 15 Mio. € gerechnet. "Ich gehe davon aus, dass wir insbesondere in Westeuropa unsere Preise im Rahmen der Kosteninflation anpassen können und erwarte mir für das Gesamtjahr deutliche Ergebnissteigerungen, auch unterstützt durch ergebniswirksame Einmaleffekte von ca. 30 Mio. € aus dem Anteilstausch im Dachbereich", so Heimo Scheuch abschließend.

Heimo Scheuch blickt voll Zuversicht in die Zukunft. "Wienerberger hat eine sehr starke operative Basis, und von dieser wollen wir in den nächsten Jahren profitieren. Die Restrukturierung ist abgeschlossen und der Turnaround geschafft. Gegenüber 2008 haben wir insgesamt 200 Mio. € an Fixkosten eingespart, verfügen damit über schlanke Kostenstrukturen, ein modernes Werksnetz und innovative Produkte. Wir haben effiziente Strukturen geschaffen und werden uns weiter mit voller Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren. Dies bedeutet für mich in erster Linie die Forcierung unserer höherwertigen Produkte in bestehenden sowie deren Einführung in neue Märkte und eine weitere Intensivierung unserer Vertriebstätigkeit. Neben den organischen Wachstumsmöglichkeiten wollen wir, sofern verfügbar, kleinere Wachstumsprojekte, die im Rahmen des Cash-flows bzw. ohne deutliche Erhöhung des Verschuldungsgrades finanziert werden können, realisieren. Für Instandhaltungs- und Erneuerungsinvestitionen haben wir 110 Mio. € veranschlagt, verbleibende Cash-flows werden wir in wertschaffende Projekte in unserem Kerngeschäft in bestehenden Märkten investieren, um auch in 2011 unsere Marktpositionen weiter zu stärken und auszubauen."

Aufgrund der größeren Zuversicht für das Geschäftsjahr 2011 will man auch für die Aktionäre ein positives Zeichen setzen. Daher wird der Vorstand von Wienerberger nach zwei krisenbedingten Jahren Pause der Hauptversammlung am 13. Mai vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 10 Eurocent je Aktie an die Aktionäre auszuschütten. "Das vergangene Jahr war zwar nicht einfach, aber wir glauben, dass die Krise überwunden ist und möchten diese Zuversicht in Form einer kleinen Dividende auch an unsere Aktionäre senden," begründet Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, die Entscheidung.

stabil bis leicht positiv, für Osteuropa und die USA aufgrund der eingeschränkten Visibilität noch keine Prognose möglich

Ausblick für Westeuropa

Geschäft im Jänner gut

angelaufen

Vorstand schlägt aufgrund größerer Zuversicht für 2011 eine Dividende von 10 Eurocent je Aktie vor

Details zu den Ergebnissen 2010 sind in den beigelegten Finanzinformationen zu finden. Der vollständige Jahresabschluss 2010 bzw. der Jahresfinanzbericht wird am 31. März 2011 veröffentlicht und auf der Homepage zur Verfügung gestellt.

Für Rückfragen zu kontaktieren:

Barbara Braunöck, Head of Investor Relations T +43 (1) 601 92 - 471 | [email protected]

Wienerberger AG (Wiener Börse: WIE, Thomson Reuters: WBSV.VI, Bloomberg: WIE AV) Ad-hoc

Ergebnisse des vierten Quartals 2010

Umsatz in Mio. € 10-12/2009 10-12/2010 Vdg. in % 2009 2010 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 120,1 124,2 +3 582,7 531,7 -9
Zentral-Westeuropa 91,0 89,0 -2 391,1 384,4 -2
Nord-Westeuropa 166,7 165,6 -1 729,2 716,4 -2
Nordamerika 30,7 31,3 +2 149,0 144,5 -3
Beteiligungen und Sonstiges 1) -8,3 -8,6 -4 -35,1 -32,2 +8
Wienerberger Gruppe 400,2 401,5 0 1.816,9 1.744,8 -4
EBITDA operativ in Mio. € 2) 10-12/2009 10-12/2010 Vdg. in % 2009 2010 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa 21,6 18,7 -13 108,8 86,1 -21
Zentral-Westeuropa 3,4 9,0 >100 32,3 35,6 +10
Nord-Westeuropa 17,1 26,6 +56 102,5 113,1 +10
Nordamerika -4,3 4,8 >100 -13,3 4,5 >100
Beteiligungen und Sonstiges -6,7 -8,8 -31 -21,7 -28,5 -31
Wienerberger Gruppe 31,1 50,3 +62 208,6 210,8 +1
EBIT in Mio. € 10-12/2009 10-12/2010 Vdg. in % 2009 2010 Vdg. in %
Zentral-Osteuropa -8,8 1,1 >100 -29,8 20,6 >100
Zentral-Westeuropa -26,1 -0,4 +98 -62,3 1,5 >100
Nord-Westeuropa -1,3 6,6 >100 -41,1 44,6 >100
Nordamerika -15,0 -4,1 +73 -97,8 -22,2 +77
Beteiligungen und Sonstiges -9,6 -10,1 -5 -27,1 -33,8 -25
Wienerberger Gruppe -60,8 -6,9 +89 -258,1 10,7 >100

1) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment

2) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

Ertragskennzahlen 2008 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 2.431,4 1.816,9 1.744,8 -4
EBITDA operativ 1) in Mio. € 440,1 208,6 210,8 +1
Restrukturierungskosten und
Wertminderung von Sachanlagen
in Mio. € -55,0 -153,7 0,0 >100
Firmenwertabschreibungen in Mio. € -16,7 -123,3 0,0 >100
EBIT in Mio. € 158,1 -258,1 10,7 >100
Ergebnis vor Steuern in Mio. € 123,1 -295,6 -40,8 +86
Ergebnis nach Steuern in Mio. € 103,3 -258,7 -34,9 +87
Free Cash-flow 2) in Mio. € 195,4 250,8 176,8 -30
Normalinvestitionen in Mio. € 98,4 62,7 61,7 -2
Wachstumsinvestitionen in Mio. € 407,2 71,4 88,1 +23
ROCE 3) in % 6,2 0,2 0,2 -
CFROI 4) in % 9,3 4,3 4,3 -
Mitarbeiter 5) 15.162 12.676 11.848 -7
Bilanzkennzahlen 2008 2009 2010 Vdg. in %
Eigenkapital 6) in Mio. € 2.497,2 2.547,0 2.525,7 -1
Nettoverschuldung in Mio. € 890,2 408,0 374,5 -8
Capital Employed in Mio. € 3.252,2 2.816,8 2.779,5 -1
Bilanzsumme in Mio. € 4.383,9 4.087,4 4.059,3 -1
Verschuldungsgrad in % 35,6 16,0 14,8 -
Börsekennzahlen 2008 2009 2010 Vdg. in %
Ergebnis je Aktie in € 0,81 -3,17 -0,57 +82
Dividende je Aktie in € 0,00 0,00 0,10 >100
Ultimokurs der Aktie in € 11,90 12,78 14,29 +12
Gewichtete Aktienanzahl 7) in Tsd. 82.895 91.298 116.528 +28
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 999,0 1.502,0 1.679,5 +12
Geschäftssegmente 2010
in Mio. € und %
Zentral
Osteuropa
Zentral
Westeuropa
Nord
Westeuropa
Nordamerika Beteiligungen
und Sonstiges 8)
Umsatz 531,7 (-9 %) 384,4 (-2 %) 716,4 (-2 %) 144,5 (-3 %) -32,2 (+8 %)
EBITDA operativ 1) 86,1 (-21 %) 35,6 (+10 %) 113,1 (+10 %) 4,5 (>100 %) -28,5 (-31 %)
EBIT 20,6 (>100 %) 1,5 (>100 %) 44,6 (>100 %) -22,2 (+77 %) -33,8 (>100 %)
CFROI in % 4) 5,9 4,5 6,1 0,6 -30,4
Gesamtinvestitionen 49,1 (-12 %) 19,8 (+50 %) 35,2 (-30 %) 7,8 (-11 %) 37,9 (>100 %)
Capital Employed 737,0 (-6 %) 352,6 (-5 %) 1.106,8 (-2 %) 500,8 (+3 %) 82,3 (>100 %)
Mitarbeiter 4.425 (-14 %) 2.035 (-5 %) 4.032 (-1 %) 1.104 (+6 %) 252 (+5 %)

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cash-flow plus Wachstumsinvestitionen

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed

4) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

5) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

6) Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

7) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

8) inklusive Konzerneliminierungen und Holdingkosten; negativer Umsatz aufgrund Saldierung der Innenumsätze in diesem Segment

Anmerkung: in der Tabelle Geschäftssegmente sind die Veränderungsraten zur Vorjahresperiode in Klammer angeführt.

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Umsatz nach Segmenten

Umsatz nach Regionen

Ertragslage

Der Geschäftsverlauf von Wienerberger war bei einem anhaltend schwachen Marktumfeld in Osteuropa und einer leichten Verbesserung der Bautätigkeit in Westeuropa im Jahr 2010 sehr stark durch die Witterung beeinflusst. Nach einem langen und strengen Winter in Europa und den USA litt die Nachfrage nach Baustoffen in weiten Teilen Osteuropas unter Regen und Überflutungen im April und Mai sowie in allen Regionen unter dem frühen Wintereinbruch gegen Ende des Jahres. Insgesamt gelang es Wienerberger trotz dieser widrigen Bedingungen bei einem leichten Umsatzrückgang mittels Kosteneinsparungen und besserer Kapazitätsauslastung das operative EBITDA etwas zu verbessern.

Der Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4% auf 1.744,8 Mio. €, wobei 1% aus Mengenrückgängen, 5% aus Preisrückgängen und 2% aus positiven Fremdwährungseffekten resultierten. Die positiven Fremdwährungseffekte stammen im Wesentlichen aus stärkeren osteuropäischen Währungen sowie aus dem US-Dollar und dem schweizer Franken. Die geringeren Durchschnittspreise erklären sich vor allem aus unserer proaktiven Preispolitik in Osteuropa, wo wir gezielt Preise angepasst haben, um unsere Marktposition insbesondere auch gegenüber anderen Baumaterialien zu stärken und weiter auszubauen. Betrachtet man die Umsatzentwicklung nach Segmenten, so zeigt sich, dass Zentral-Osteuropa die stärksten Einbußen zu verzeichnen hatte. Der witterungsbedingte Nachfragerückgang in den ersten sechs Monaten konnte trotz Aufholeffekten in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds nicht kompensiert werden. In Zentral-Westeuropa gingen die Mengen bei Hintermauerziegel leicht zurück, da trotz einer guten Entwicklung in Deutschland und der Schweiz die Nachfrage nach Baustoffen in Italien weiter deutlich rückläufig war. Nord-Westeuropa war einerseits geprägt durch Umsatzsteigerungen in Großbritannien, Frankreich und Belgien und andererseits durch stark rückläufige Absätze in den Niederlanden. Der Umsatz in Nordamerika blieb etwas unter dem Niveau 2009, da sich der Wohnungsneubau nach einer leichten Erholung ab dem Frühjahr im vierten Quartal 2010 wieder abschwächte.

Das operative EBITDA der Gruppe lag mit 210,8 Mio. € um 1% leicht über dem Vergleichswert von 2009. Wienerberger ist witterungsbedingt im ersten Quartal mit einem operativen EBITDA von -22,6 Mio. € gestartet, während in den ersten drei Monaten des Vorjahrs noch ein operatives EBITDA von 16,2 Mio. € erwirtschaftet wurde. Im zweiten Quartal gelang der Turnaround, und ab diesem Zeitpunkt wurden auf Quartalsbasis deutliche Ergebnisverbesserungen erzielt. Wir konnten das operative EBITDA vom zweiten bis vierten Quartal um mehr als 20 % im Vergleich zum Vorjahr steigern und damit die erfolgreiche Umsetzung des Aktionsplans 2008 und 2009 bestätigen. Die daraus resultierenden Fixkosteneinsparungen sowie bessere Kapazitätsauslastung haben in einem immer noch schwierigen Marktumfeld deutliche Ergebnisverbesserungen ermöglicht. Im Berichtsjahr wurden Fixkosteneinsparungen von rund 35 Mio. € sowie aufgrund von vorteilhaften Absicherungsgeschäften preisbedingte Einsparungen bei Energie von rund 15 Mio. € realisiert. Insgesamt stiegen 2010 die Energiekosten aufgrund höherer Produktionsmengen um 3,6 % auf 268,5 Mio. € an und erreichten einen Anteil von 15,4 % am Umsatz nach 14,3 % im Jahr zuvor. Die operative EBITDA-Marge konnte nur leicht von 11,5 % im Jahr 2009 auf 12,1 % im Berichtsjahr gesteigert werden, da den erwähnten Einsparungen niedrigere Durchschnittspreise in Osteuropa, Großbritannien und Deutschland gegenüberstanden.

In Zentral-Osteuropa fiel das operative EBITDA mit 86,1 Mio. € um 21% geringer aus als im Jahr zuvor. Ursachen dafür waren neben Absatzrückgängen in allen wesentlichen Ländern vor allem niedrigere Durchschnittspreise im Vergleich zum Vorjahr. Während in Polen der Rückgang in der Nachfrage nach Baustoffen nach den ersten sechs Monaten abflachte, blieben Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien sowie auch Südosteuropa weiterhin schwierige Märkte. Bei der Semmelrock Gruppe konnten im Berichtsjahr die Absatzmengen aufgrund von zugebauten Kapazitäten in Polen, Bulgarien und Rumänien sowie der Akquisition Ebenseer im April 2009 um 5 % gesteigert werden. Die Bramac Gruppe, welche Betondachsteine in dieser Region vertreibt, hatte unter der schwachen Nachfrage nach Baustoffen zu leiden und musste bei niedrigeren Absätzen starke Ergebniseinbußen hinnehmen.

In Zentral-Westeuropa konnte das operative EBITDA trotz niedrigerer Durchschnittspreise in Deutschland und rückläufiger Nachfrage bei anhaltendem Preisdruck in Italien um 10 % auf 35,6 Mio. € verbessert werden. In Deutschland wurden bei einer leichten Erholung im Wohnungsneubau und einem stabilen Renovierungsmarkt die Absätze bei Hintermauer- und Dachziegel moderat gesteigert. Die Schweiz erwirtschaftete bei stabilen Mengen und Preisen aufgrund von Kosteneinsparungen bessere Ergebnisse.

In Nord-Westeuropa wurden die rückläufigen Ergebnisse in den Niederlanden durch die gute Entwicklung in Belgien, Frankreich und Großbritannien mehr als kompensiert und das operative EBITDA im Segment um 10 % auf 113,1 Mio. € gesteigert. Belgien verzeichnete bei höheren Absatzmengen und stabilen Preisen durch Kosteneinsparungen und höhere Auslastung bessere Ergebnisse. In Frankreich konnten die Absätze bei Hintermauerziegel unterstützt durch die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten gesteigert werden. Großbritannien setzte deutlich höhere Mengen bei Vormauer- und Dachziegel ab, wobei aufgrund von Verschiebungen im Produktmix hin zu einfacheren Ziegelformaten im Bereich Vormauer niedrigere Durchschnittspreise zu verzeichnen waren.

Im Segment Nordamerika kam es bei etwas niedrigeren Absätzen und einem moderaten Umsatzrückgang von 3 % auf 144,5 Mio. € zum erwarteten Turnaround. Dank besserer Kapazitätsauslastung und Kosteneinsparungen verbesserte sich das EBITDA in einem weiterhin sehr schwierigen Marktumfeld auf 4,5 Mio. € gegenüber -13,3 Mio. € im Jahr 2009.

Im Segment Beteiligungen und Sonstiges sind neben den Holdingkosten auch die Aktivitäten in Indien sowie die Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme ausgewiesen, wobei die Einbeziehung des Ergebnisses der Pipelife Gruppe at-equity erfolgt. Mit 31.12. 2010 wurde die Steinzeug Gruppe im Bereich Beteiligungen und Sonstiges erstkonsolidiert.

Operatives EBITDA in Zentral-Osteuropa um 21 % unter dem Vorjahr

Verbesserung um 10 % auf 35,6 Mio. € im operativen EBITDA von Zentral-Westeuropa

Steigerung des operativen EBITDA um 10 % auf 113,1 Mio. € in Nord-Westeuropa

Turnaround in Nordamerika dank besserer Auslastung Relativ hohe Abschreibungstangente von 10,9 % als Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial von Wienerberger

Werthaltigkeitstests zu Jahresende ergaben keinen Abwertungsbedarf

Restrukturierung wurde Ende 2009 abgeschlossen

Positive Wechselkurseffekte, die vorwiegend aus osteuropäischen Währungen sowie dem schweizer Franken resultieren, erhöhten das EBITDA um 6,1 Mio. €. Konsolidierungskreisänderungen hatten einen negativen Effekt von -2,5 Mio. €. In den Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind außerplanmäßige Abschreibungen von 10,4 Mio. € enthalten. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen im Wesentlichen Abwertungen von Liegenschaften in der Schweiz sowie außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund eines Schadensfalles in den Vereinigten Staaten. Die operative Abschreibungstangente erhöhte sich wegen des leicht rückläufigen Konzernumsatzes geringfügig von 10,4 % im Jahr 2009 auf 10,9 % im Berichtsjahr. Dieser im internationalen Vergleich relativ hohe Wert resultiert vorwiegend aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe. Im Jahr 2010 kam es zu keinen wesentlichen Anlagenverkäufen aus nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften.

Wienerberger führt regelmäßig im Anschluss an die Unternehmensplanung Werthaltigkeitstests durch. Die im Dezember des Berichtsjahres auf Basis der Mittelfristplanungen für den Zeitraum 2011 – 2014 durchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben keinen Abwertungsbedarf. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,69 % ermittelt, wobei wiederum in den Vereinigten Staaten (6,13 %), Großbritannien (5,46 %), Russland (11,12 %) und Indien (11,01 %) abweichende regionale Kapitalkostensätze verwendet wurden.

Wienerberger hat den im Jahr 2008 begonnenen Aktionsplan mit Ende 2009 abgeschlossen. Die in den Jahren 2008 und 2009 angefallenen Aufwendungen aus Restrukturierungen sowie die Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwerten sind zur Erhöhung der Transparenz in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem operativen EBIT ausgewiesen. Im Berichtsjahr waren keine weiteren Restrukturierungsmaßnahmen mehr erforderlich.

Gewinn- und Verlustrechnung 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 1.816,9 1.744,8 -4
Herstellungskosten -1.305,9 -1.238,8 +5
Vertriebs- und Verwaltungskosten 1) -510,3 -514,5 -1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -41,2 -50,5 -23
Sonstige betriebliche Erträge 59,5 69,7 +17
Operatives Betriebsergebnis 2) 19,0 10,7 -44
Restrukturierungskosten und
Wertminderung von Sachanlagen -153,7 0,0 >100
Firmenwertabschreibungen -123,3 0,0 >100
Betriebsergebnis (EBIT) 3) -258,1 10,7 >100
Finanzergebnis 4) -37,5 -51,5 -37
Ergebnis vor Steuern -295,6 -40,8 +86
Steuern 36,9 5,9 -84
Ergebnis nach Steuern -258,7 -34,9 +87

1) inklusive Transportaufwendungen

2) vor Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen

3) gerechnet auf Basis ungerundeter Werte

4) inklusive at-equity Ergebnis

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte aufgrund des Wegfalls von Restrukturierungskosten von -258,1 Mio. € im Vorjahr auf 10,7 Mio. € im Jahr 2010 signifikant gesteigert werden. Die Verschlechterung des Finanzergebnisses resultiert vorwiegend aus schwächeren Ergebnisbeiträgen von den assoziierten Unternehmen Pipelife und Tondach Gleinstätten sowie aus höheren Zinsaufwendungen. Das Berichtsjahr 2010 stand bei der Pipelife Gruppe im Zeichen der Restrukturierung mit dem Ziel, Kapazitäten den Marktgegebenheiten anzupassen, Fixkosten zu reduzieren und Working Capital weiter abzubauen. Auch Tondach Gleinstätten hatte unter dem schwierigen Marktumfeld in Osteuropa zu leiden. Das Zinsergebnis verschlechterte sich aufgrund von einmaligen Aufwendungen, die aus der vorzeitigen Tilgung von Krediten entstanden, im Vergleich zum Vorjahr von -37,8 Mio. € auf -43,4 Mio. €. Weitere einmalige Aufwendungen entstanden aus den Begebungskosten der im April platzierten neuen Anleihe. Die niedrige Steuerquote von 14,4% (Vorjahr: 12,5 %) ergibt sich einerseits aus den mit geringeren Sätzen besteuerten osteuropäischen Ergebnisanteilen und anderseits aus dem geringeren latenten Steuerertrag aufgrund der in einigen Ländern nicht gegebenen Verwertbarkeit von Verlustvorträgen.

Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie der für die Zahlung des Hybridkupons erforderlichen Beträge in Höhe von 32,5 Mio. € errechnet. Unter Berücksichtigung einer höheren gewichteten Aktienanzahl von 116,5 Mio. Stück (aufgrund der im September 2009 durchgeführten Kapitalerhöhung) ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von -0,57 € (Vorjahr: -3,17 €).

EBIT von -258,1 auf 10,7 Mio. € gestiegen

Ergebnis je Aktie von -0,57 €

Bilanzsumme von 4.059,3 Mio. €

Working Capital zu Umsatz von 27,9 auf 25,5 % im Jahr 2010 reduziert

Konzerneigenkapital von 2.525,7 Mio. €

85 % der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten haben langfristigen Charakter

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2010 sank die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr vorwiegend aufgrund der laufenden Abschreibungen von Anlagen sowie einer weiteren Verringerung des Working Capitals um 1% auf 4.059,3 Mio. €. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur durch hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungskomponenten geprägt.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen blieb mit 67 % auf dem Vorjahresniveau, wobei auf Sachanlagen 67% (Vorjahr: 68%) des Capital Employed entfallen. Die Vorräte stiegen akquisitions- und währungsbedingt von 552,4 Mio. € Ende 2009 um 17,2 Mio. € und sind zum Stichtag mit 569,6 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Kundenforderungen verringerte sich von 34 auf 24 Tage, die durchschnittliche Außenstandsdauer bei den Lieferverbindlichkeiten ist von 42 Tagen auf 51 Tage gestiegen. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen – Lieferverbindlichkeiten) wurde im Berichtsjahr vor allem durch eine Verminderung der Kundenforderungen durch Effekte aus Factoring sowie auch durch einen akquisitionsbedingten Anstieg der Lieferverbindlichkeiten reduziert und belief sich auf 444,9 Mio. € bzw. 16% (Vorjahr: 18%) des Capital Employed. Die Umschlagshäufigkeit des Working Capitals im Jahresdurchschnitt hat sich auf 99 Tage (Vorjahr: 125 Tagen) reduziert, was einem Anteil am Umsatz von 25,5 % entspricht (Vorjahr: 27,9 %). Wienerberger verfügte auch Ende 2010 mit 539,7 Mio. € über starke Liquiditätsreserven, bestehend aus Kassa, Bankguthaben und Wertpapieren.

Das Konzerneigenkapital verringerte sich geringfügig um 1% auf 2.525,7 Mio. € (Vorjahr: 2.547,0 Mio. €). Hauptgründe dafür sind einerseits ein Konzernverlust von 34,9 Mio. € und die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €. Demgegenüber stehen Differenzen aus der Währungsumrechnung und nach Saldierung der Effekte aus der Absicherung durch Hedging-Instrumente, die das Eigenkapital um 58,1 Mio. € erhöhten. Der Ankauf der restlichen 25 % der Semmelrock Gruppe wurde neben einer Barabfindung mit 1 Million eigener Aktien bezahlt. Die Nettoeffekte aus dieser Transaktion senkten das Konzerneigenkapital um 12,0 Mio. €. Insgesamt blieb die Eigenkapitalquote (inklusive nicht beherrschender Anteile) mit 62 % (Vorjahr: 62%) stabil. Das Eigenkapital deckt das Anlagevermögen zu 93 %.

Die langfristigen Rückstellungen erhöhten sich geringfügig um 2 %. Einerseits stiegen die Personalrückstellungen, bedingt durch einen niedrigeren Rechnungszinssatz sowie aufgrund der Konsolidierung der Steinzeug Gruppe, um 18% auf 73,0 Mio. €. Die Pensionsrückstellungen lagen vor allem wegen Währungsdifferenzen sowie der erwähnten Konsolidierungskreisänderung mit 6,3 Mio. € über dem Vorjahr und sind bei Wienerberger als langfristige Finanzierungskomponente von untergeordneter Bedeutung. Andererseits kam es bei den Rückstellungen für latente Steuern zu einem Rückgang um 11% auf 79,8 Mio. €. Die kurzfristigen Rückstellungen von 63,2 Mio. € lagen akquisitionsbedingt um 6 % über dem Vorjahreswert. Die gesamten Rückstellungen machen unverändert 7% der Bilanzsumme aus. Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) konnten um 36,2 auf 914,2 Mio. € reduziert werden und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 888,7 Mio. €, Derivate mit negativen Marktwerten von 18,7 Mio. €, Leasingverbindlichkeiten von 4,3 Mio. € sowie Konzernverbindlichkeiten von 2,5 Mio. €. Diesen Verbindlichkeiten stehen Zahlungsmittel, Kassa, Bankguthaben und Wertpapiere von 539,7 Mio. € gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten in Höhe von 888,7 Mio. € haben 85 % (Vorjahr: 93 %) langfristigen und 15 % (Vorjahr: 7 %) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1) 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 876,0 772,3 -12
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 67,2 135,1 >100
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5,9 4,3 -27
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus
Finanzierung
-20,5 -19,4 -5
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -71,0 -64,4 -9
- Kassa -449,6 -453,4 +1
Nettoverbindlichkeiten 408,0 374,5 -8

1) exklusive Hybridkapital

Die Nettoverschuldung belief sich zum Stichtag 31.12.2010 auf 374,5 Mio. € und lag damit um 8% unter dem Vorjahreswert von 408,0 Mio. €. Investitionen erhöhten die Nettoverschuldung um 149,8 Mio. € und die Auszahlung des Hybridkupons um weitere 32,5 Mio. €. Vermindert wurde die Nettoverschuldung durch den Cash-flow aus dem Ergebnis um 151,3 Mio. €, durch eine weitere Reduktion von Working Capital um 30,6 Mio. €, durch Devestitionen um 18,7 Mio. € sowie durch Währungsänderungen und Sonstiges um 15,2 Mio. €. In der Folge ergab sich daraus ein Verschuldungsgrad am Jahresende von 14,8%. (Vorjahr: 16,0 %). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, nicht beherrschende Anteile, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 130 % (Vorjahr: 135%). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem EBITDA lag bei 1,8 (Vorjahr: 2,0).

Bilanzkennzahlen 2009 2010
Capital Employed in Mio. € 2.816,8 2.779,5
Nettoverschuldung in Mio. € 408,0 374,5
Eigenkapitalquote in % 62,3 62,2
Verschuldungsgrad in % 16,0 14,8
Anlagendeckung in % 93,4 92,6
Working Capital zu Umsatz in % 27,9 25,5

Nettoverschuldung von 408,0 Mio. € auf 374,5 Mio. € weiter reduziert

Cash-flow

Der Cash-flow aus dem Ergebnis ist von 52,5 Mio. € im Jahr 2009 um rund 100 Mio. € auf 151,3 Mio. € im Berichtsjahr angestiegen, während sich der Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 290,9 Mio. € auf 230,4 Mio. € verringerte. Dieser Rückgang erklärt sich aus der starken Reduktion des Working Capitals, welche sich im Jahr 2009 entsprechend positiv auf den Cash-flow auswirkte, insbesondere aus dem sehr starken, einmaligen Abbau von Vorräten. Die restriktive Investitionspolitik von 2009 wurde auch 2010 weiter fortgesetzt und zeigt sich deutlich im Cash-flow aus Investitionstätigkeit. Die Instandhaltungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen (Normalinvestitionen) blieben mit 61,7 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahrs. Für die Fertigstellung bereits begonnener Projekte sowie kleine Wachstumsprojekte wurden 88,1 Mio. € (Vorjahr: 71,4 Mio. €) ausgegeben. Der Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit umfasst den Emissionserlös der im April 2010 platzierten Anleihe in Höhe von 250 Mio. €. Mit diesen Mitteln wurden rund 141 Mio. € der im April 2012 fälligen Anleihe aus dem Jahr 2005 vorzeitig zurückgekauft sowie langfristige Kredite getilgt. Diese Maßnahmen werden saldiert in der Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten im Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt. Weiters erfolgte wie bereits in den Vorjahren die Zahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €. An Dividenden von assoziierten Unternehmen flossen im Berichtsjahr 3,1 Mio. € zu. Ingesamt schaffte es Wienerberger einen beachtlichen Free Cash-flow (Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Cash-flow abzüglich Cash-flow aus Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 176,8 Mio. € zu erwirtschaften, der einerseits für wertschaffende Akquisitionen und andererseits zur vorzeitigen Tilgung von Krediten und zur Bedienung des Hybridkupons verwendet wurde.

Cash-Flow Statement 2009 2010 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Cash-flow aus dem Ergebnis 52,5 151,3 >100
Veränderung Working Capital 238,4 79,1 -67
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 290,9 230,4 -21
Normalinvestitionen (Erhaltung, Rationalisierung, Umwelt) -62,7 -61,7 +2
Wachstumsinvestitionen -71,4 -88,1 -23
Devestitionen und Sonstiges 22,6 8,1 -64
Cash-flow aus Investitionstätigkeit -111,5 -141,7 -27
Wachstumsinvestitionen 71,4 88,1 +23
Free Cash-flow 250,8 176,8 -30

Beachtlicher Free Cashflow von 176,8 Mio. € zur weiteren Stärkung der finanziellen Basis

Zentral-Osteuropa

In diesem Segment sind unsere Ziegelaktivitäten sowie der Bereich Flächenbefestigung (Semmelrock) in Österreich und den zentral- und osteuropäischen Ländern erfasst. Weiters werden hier noch mit Bramac (Betondachsteine, 50 %-Beteiligung, quotal konsolidiert) und Tondach Gleinstätten (Tondachziegel, 25 %-Beteiligung, at-equity konsolidiert) unsere zwei Unternehmensbeteilungen im Bereich Dach, die vor allem in Osteuropa tätig sind, ausgewiesen.

Zentral-Osteuropa startete sehr schwach in das Jahr 2010. Der lange strenge Winter zu Jahresbeginn und Überschwemmungen in Teilen der Region im April und Mai schränkten die Bautätigkeit beträchtlich ein. Durch die darauf folgenden Aufholeffekte sowie unsere proaktive Preispolitik, wodurch wir unsere Marktposition in nahezu allen Ländern ausbauen konnten, gelang es uns in einem anhaltend schwachen Marktumfeld in der zweiten Jahreshälfte die abgesetzte Menge deutlich zu steigern. Insgesamt ergab sich aus diesen Entwicklungen für das Gesamtjahr bei Hintermauerziegel, dem wichtigsten Produktsegment von Wienerberger in der Region, ein leichter Absatzrückgang von 3 %. Im Bereich Flächenbefestigungen konnten bei rückläufiger Nachfrage aufgrund neuer Kapazitäten um 5 % mehr Betonsteine abgesetzt werden als im Jahr zuvor. Bei einem Umsatzrückgang von 9 % auf 531,7 Mio. € führten höhere Anlaufkosten in der kalten und feuchten Witterungsperiode zu Jahresbeginn sowie niedrigere Durchschnittspreise zu einem Rückgang im EBITDA von 21 % auf 86,1 Mio. €. Trotz dieser negativen Einflussfaktoren und der schwierigen Marktbedingungen ist es in diesem Segment gelungen, eine über dem Gruppenschnitt liegende operative EBITDA-Marge von 16,2 % zu erzielen. Mit einem Anteil von 30 % am Konzernumsatz erwirtschaftete das Segment 41 % vom operativen EBITDA der Gruppe. Für 2011 bleiben wir für Zentral-Osteuropa aufgrund der noch immer sehr eingeschränkten Visibilität vorsichtig. Trotz positiver Signale aus der Region herrscht noch immer Unsicherheit in den Ländern, das Konsumentenvertrauen ist auf niedrigem Niveau und Finanzierungen sind nur eingeschränkt verfügbar.

Zentral-Osteuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 582,7 531,7 -9
EBITDA operativ 1) in Mio. € 108,8 86,1 -21
EBIT in Mio. € -29,8 20,6 >100
CFROI 2) in % 7,5 5,9 -
CVA 2,3) in Mio. € -57,6 -82,5 -43
Gesamtinvestitionen in Mio. € 55,6 49,1 -12
Capital Employed in Mio. € 787,7 737,0 -6
Mitarbeiter 4) 5.174 4.425 -14
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.921 2.841 -3
Absatz Betonsteine in Mio. m² 11,06 11,57 +5
Absatz Betondachsteine 5) in Mio. m² 14,08 11,91 -15

1) vor Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Absatzmenge nicht anteilig, sondern zu 100 % dargestellt

Polen (7 % vom Konzernumsatz)

Die Bautätigkeit in Polen hatte 2010 am stärksten unter den widrigen Witterungsbedingungen zu leiden. Nach einem langen und schneereichen Winter waren weite Teil des Landes im April und Mai von heftigen Regenfällen und Überflutungen betroffen. Daraus resultierte im ersten Halbjahr ein Nachfrageeinbruch nach Baustoffen. Aufholeffekte ab Juni sowie Marktanteilsgewinne durch unsere erfolgreiche proaktive Preispolitik führten im zweiten Halbjahr zu deutlichen Absatzsteigerungen bei Ziegel, wodurch es gelang, die Rückgänge der ersten sechs Monate beinahe gänzlich zu kompensieren und die Menge im Berichtsjahr in etwa auf Vorjahresniveau zu halten. Höhere Anlaufkosten und niedrigere Durchschnittspreise belasteten die Ergebnisse und führten zu rückläufigen Margen. Polen verfügt durch eine starke Inlandsnachfrage über eine gesunde Volkswirtschaft und verzeichnet sinkende Arbeitslosenraten. Diese Faktoren sollten sich positiv auf den Ein- und Zweifamilienhausbau auswirken. Abhängig von der Verfügbarkeit von Finanzierungen gehen wir für 2011 von einer stabilen bis leicht steigenden Nachfrage nach Baustoffen aus. Von verstärkten Investitionen in die Infrastruktur im Vorfeld der UEFA EURO 2012TM werden wir vor allem im Bereich Flächenbefestigungen profitieren können, Impulse für den Wohnungsneubau sind hier kaum zu erwarten.

Tschechien (3 % vom Konzernumsatz)

In Tschechien gingen die Baubeginne 2010 um 25 % zurück. Wienerberger gelang es in diesem schwierigen Marktumfeld den Anteil von höherwertigen Produkten zu steigern und durch eine proaktive Preispolitik bei einfacheren Formaten sich besser als der Markt zu behaupten. Insgesamt waren etwas schwächere Absätze als 2009 zu verzeichnen, die bei niedrigeren Durchschnittspreisen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen im Berichtsjahr führten. Für 2011 ist die Visibilität eingeschränkt, da die Auswirkungen des Sparprogramms der Regierung auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes noch unklar sind. Wir werden unsere höherwertigen Produkte weiter forcieren und wollen bei stabilen Preisen unsere Marktposition stärken.

Ungarn (2 % vom Konzernumsatz)

In Ungarn sind die Baugenehmigungen seit 2008 um beinahe 60 % zurückgegangen, im Jahr 2010 hat sich die Anzahl der Baubeginne um 22 % reduziert. Aufgrund der in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführten umfassenden Kapazitätsanpassungen und Fixkostenreduktionen ist es uns bei weiterhin deutlich rückläufigen Absätzen gelungen, 2010 ein positives EBITDA zu erwirtschaften. Für 2011 scheint in Ungarn eine leichte Erholung im Wohnungsneubau von sehr niedrigem Niveau möglich, welche aber durch die Auswirkung des Sparprogramms der Regierung gedämpft werden könnte. Wir gehen für 2011 aufgrund etwas höherer Auslastung und Kosteneinsparungen von Ergebnissteigerungen in unserer ungarischen Geschäftseinheit aus.

Rumänien (2 % vom Konzernumsatz)

Rumänien hatte auch 2010 mit hoher Auslandsverschuldung und einem hohen Außenhandelsdefizit zu kämpfen. Unsicherheit der Konsumenten und limitierte Verfügbarkeit von Finanzierungen führten zu einem weiteren Rückgang im privaten Wohnbau um geschätzte 20 %. Wienerberger konnte sich besser als der Markt behaupten, musste aber bei deutlich niedrigeren Durchschnittspreisen im Vergleich zum Vorjahr Ergebnisrückgänge hinnehmen. Die weitere Entwicklung in Rumänien ist derzeit nur schwer einschätzbar, und wir rechnen mit einem weiAbsatz von Hintermauerziegel in Polen in etwa auf Vorjahresniveau

Umsatz- und Ergebnisrückgänge in Tschechien

Sehr schwacher Wohnungsneubau in Ungarn

Ergebnisrückgang in Rumänien

terhin schwierigen Marktumfeld in 2011. Mittelfristig sehen wir insbesondere aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau großes Potenzial in diesem Land.

Österreich (3 % vom Konzernumsatz)

Die Baubeginne waren in Österreich mit 3 % leicht rückläufig. Wir haben uns besser als der Markt behauptet und infolge unseres Kostensenkungsprogramms die Ergebnisse deutlich gesteigert. Der von uns angestrebte Ausbau von höherwertigen Produkten konnte erfolgreich umgesetzt und der Umsatzanteil des hochwertigen Dryfix® Planziegelsystems weiter erhöht werden. Für 2011 rechnen wir mit einem stabilen Marktumfeld, in welchem wir weiter auf den Vertrieb von höherwertigen Ziegel und die Einführung neuer Produkte setzen werden.

Slowakei (1 % vom Konzernumsatz)

Die Baubeginne sind laut Euroconstruct um 26 % zurückgegangen, und durch im Jahr 2009 neu auf den Markt gekommene Kapazitäten von Mitbewerbern blieb der Wettbewerbs- und Preisdruck anhaltend hoch. Wienerberger konnte in der Slowakei dank einer proaktiven Preispolitik wie geplant Marktanteile zurückgewinnen. Insgesamt führten im Berichtsjahr leichte Absatzrückgänge bei deutlich niedrigeren Durchschnittspreisen zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen in der Slowakei. Für 2011 scheint eine leichte Erholung von niedrigem Niveau möglich, wobei wir von anhaltend hohem Wettbewerbsdruck aufgrund von Überkapazitäten in der Baustoffindustrie ausgehen.

Finnland und Baltikum (1 % vom Konzernumsatz)

In Finnland waren 2010 leichte Absatzsteigerungen bei Vormauerziegel zu verzeichnen, wobei aufgrund der höheren Nachfrage nach Baustoffen insbesondere die Inlandsmenge gesteigert werden konnte, während die Exporte etwas zurückgingen. Optimierungsmaßnahmen der letzten Jahre brachten deutliche Margenverbesserungen bei unserer finnischen Geschäfteinheit. Im Baltikum zeigte sich der Wohnungsneubau, der seit 2007 um mehr als 60 % zurückgegangen ist, weiterhin schwach. Stillstandskosten zu Jahresbeginn sowie eine niedrige Auslastung unserer Kapazitäten führten zu Ergebnisrückgängen in der Region. Für 2011 wird sowohl in Finnland als auch im Baltikum eine leichte Erholung im Wohnungsneubau prognostiziert. Bei steigenden Mengen rechnen wir aufgrund von besserer Kapazitätsauslastung mit Ergebnissteigerungen in diesen Märkten.

Südosteuropa (1 % vom Konzernumsatz)

In dieser Region werden die Ziegelaktivitäten in Kroatien, Slowenien, Serbien und Bosnien zusammengefasst. Südosteuropa hatte ebenfalls sehr stark unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu leiden und seit 2008 einen Rückgang von mehr als 40 % im Wohnungsneubau zu verzeichnen. Zusätzlich hat sich durch den Wegfall eines großen Anteils an Exporten nach Rumänien der Wettbewerbsdruck in den lokalen Märkten erhöht. Wienerberger verzeichnete in der Region bei niedrigeren Mengen Umsatz- und Ergebnisrückgänge. 2011 werden wir bei an einer erlös- und qualitätsorientierten Strategie in dieser Region festhalten und im Vertrieb verstärkt auf höherwertige Ziegel setzen, um unsere Ergebnisse zu verbessern.

Deutliche Ergebnissteigerung in Österreich

Stärkung der Marktposition in der Slowakei

Margenverbesserung in Finnland und Ergebnisrückgänge in den baltischen Staaten

Fokus auf höherwertige Ziegel in Südosteuropa

Russland (<1 % vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau hat in den beiden Ballungsräumen Moskau und Kazan, in denen Wienerberger vertreten ist, nach einem schwachen Start zu Jahresbeginn an Dynamik gewonnen. Aufgrund der höheren Nachfrage sowie größerer Produktionsmengen in unseren Werken konnte Wienerberger in 2010 Absatz und Umsatz deutlich steigern. 2011 wird in Russland ein leichter Aufschwung im Wohnungsneubau erwartet. Wir wollen in Moskau und Kazan unsere Marktposition weiter ausbauen sowie an beiden Standorten die Leistungsfähigkeit der Werke durch Optimierungsmaßnahmen weiter verbessern.

Bulgarien (<1 % vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau ist nach dem Einbruch von 60 % in 2009 im Jahr 2010 nochmals um 30 % zurückgegangen. Wienerberger konnte in diesem sehr schwierigen Marktumfeld mit einem starken Vertrieb und einer proaktiven Preispolitik die Absätze beinahe auf Vorjahresniveau halten und ihre Marktposition insbesondere gegen Importe weiter ausbauen. Niedrigere Durchschnittspreise führten zu Umsatzrückgängen, aber dank effizientem Kostenmanagement und besserer Kapazitätsauslastung wurde das Ergebnis 2009 wieder erreicht. Die weitere Entwicklung ist schwer einschätzbar, und es ist möglich, dass sich der Wohnungsneubau in 2011 insbesondere aufgrund stark limitierter Hypothekarfinanzierungen noch weiter abschwächen wird, auch wenn wir mittelfristig in diesem Land großes Wachstumspotenzial sehen.

Semmelrock Flächenbefestigungen (7 % vom Konzernumsatz)

Unser Marktspezialist für hochwertige Flächenbefestigungen aus Beton verzeichnete in 2010 trotz schwacher Märkte in Zentral-Osteuropa moderate Absatzsteigerungen. Beigetragen haben dazu vor allem neu errichtete Kapazitäten in Polen, Bulgarien und Rumänien, die 2009 in Betrieb genommen und 2010 optimiert wurden sowie neue Produkte und innovative Systemlösungen mit denen es gelungen ist, Marktpositionen weiter zu stärken. Insgesamt konnten 2010 bei niedrigeren Durchschnittspreisen Umsatz und EBITDA in etwa auf Vorjahresniveau gehalten werden. Für 2011 bleiben wir vorsichtig, da die Visibilität auf die osteuropäischen Märkte (und damit die Märkte von Semmelrock) sehr eingeschränkt ist.

Bramac Betondachsteine (3 % vom Konzernumsatz)

Bramac (50%-Beteiligung, quotal konsolidiert), welche vor allem Betondachsteine in Osteuropa produziert, hatte unter der schwachen Nachfrage in der Region zu leiden. Im Geschäftsjahr 2010 waren deutliche Mengeneinbußen und in der Folge starke Umsatz- und Ergebnisrückgänge zu verzeichnen. Im Jänner 2011 erreichte man mit Monier eine Einigung die Anteilsstruktur im Dachbereich zu bereinigen. Die Anteile von Bramac werden abgegeben und nach Genehmigung der Transaktion durch die Kartellbehörde dekonsolidiert.

Tondach Gleinstätten (at-equity konsolidiert)

Tondach Gleinstätten, die als 25%-Beteiligung im Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe at-equity konsolidiert wird verzeichnete in einem schwierigem Marktumfeld rückläufige Umsätze und Ergebnisse. Die Beteiligung an Tondach wurde im Rahmen des Anteilstauschs um weitere 25 % ausgebaut und wird nach Freigabe der Transaktion durch die Wettbewerbsbehörde quotal konsolidiert und somit in den operativen Ergebnissen des Segments enthalten sein.

Absatz- und Umsatzsteigerung in Russland

Bulgarien kann trotz sehr schwachen Markts in etwa Ergebnisniveau des Vorjahres halten

Trotz Nachfragerückgängen bei Betonsteinen kann Semmelrock Absatz steigern

Umsatz- und Ergebnisrückgang bei Bramac

Umsatz und Ergebnisrückgang bei Tondach Gleinstätten

Zentral-Westeuropa

Im Segment Zentral-Westeuropa, welches unsere Aktivitäten in Deutschland, Italien und der Schweiz zusammenfasst, lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 mit 384,4 Mio. € mit -2 % leicht unter jenem des Vorjahrs. Deutschland zeigte nach einem witterungsbedingt sehr schwachen Start im weiteren Jahresverlauf erste Erholungstendenzen im Wohnungsneubau vom niedrigen Niveau der Vorjahre sowie einen robusten Renovierungsmarkt. Italien hatte weiterhin eine rückläufige Nachfrage nach Baustoffen zu verzeichnen, während diese in der Schweiz stabil blieb. Insgesamt führte dies zu 4 % geringeren Absätzen bei Hintermauerziegel, während leichte Mengenzuwächse bei Dachziegel von 2 % erzielt wurden. Durch Kosteneinsparungen und die etwas bessere Kapazitätsauslastung konnte das operative EBITDA trotz Preisdrucks in Deutschland und Italien um 10% auf 35,6 Mio. € verbessert werden. Auf Zentral-Westeuropa entfallen 22 % des Umsatzes und 17 % des operativen EBITDA der Gruppe.

Zentral-Westeuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 391,1 384,4 -2
EBITDA operativ 1) in Mio. € 32,3 35,6 +10
EBIT in Mio. € -62,3 1,5 >100
CFROI 2) in % 4,0 4,5 -
CVA 2,3) in Mio. € -60,1 -54,4 +9
Gesamtinvestitionen in Mio. € 13,2 19,8 +50
Capital Employed in Mio. € 373,0 352,6 -5
Mitarbeiter 4) 2.143 2.035 -5
Absatz Hintermauerziegel 5) in Mio. NF 1.450 1.392 -4
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 147 124 -16
Absatz Tondachziegel 6) in Mio. m² 8,23 8,38 +2

1) vor Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Vorjahreswert ergänzt um Einhängeziegel

6) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Deutschland (15 % vom Konzernumsatz)

Der deutsche Wohnungsneubau konnte im Jahr 2010 trotz eines witterungsbedingt schwachen Starts und eines frühen Wintereinbruchs gegen Ende des Jahres erstmals wieder leichte Wachstumsraten verzeichnen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch exportgetriebenes volkswirtschaftliches Wachstum sowie die sukzessive Rückkehr des Konsumentenvertrauens. Die anhaltend schwache Nachfrage nach Baustoffen in den osteuropäischen Nachbarländern reduzierten die Exporte aus Deutschland nach Osteuropa gegen Null, wodurch sich der Wettbewerbsdruck im deutschen Markt verstärkte und zu Preisdruck bei Ziegel führte. In diesem Marktumfeld verzeichnete Wienerberger bei etwas niedrigeren Preisen bei Hintermauerziegel stabile Absatzmengen. Besonders erfreulich hat sich mit zweistelligen Wachstumsraten der Absatz von Verfüllziegel entwickelt, die eine Erfüllung der Niedrigenergie- bzw. Passivhausstandards ohne zusätzliche Außendämmung ermöglichen. Mit dem Erwerb des insolventen Hintermauerziegel-Herstellers Rimmele zu Jahresbeginn konnten wir unsere Marktposition in Süddeutschland optimal verstärken.

Wohnbau in Deutschland leicht positiv

Bei Dachziegel steigerte Wienerberger bei stabilen Preisen die Absatzmengen leicht, da sich auch der für Dachziegel wichtige Renovierungsmarkt (rund 70% der deutschen Dachziegel gehen in dieses Segment) aufgrund von staatlichen Förderprogrammen im Bereich der thermischen Sanierung positiv entwickelte.

Insgesamt wurde in Deutschland trotz niedrigerer Durchschnittspreise dank einer besseren Kapazitätsauslastung sowie der Mengensteigerung bei Verfüllziegel wieder das Ergebnisniveau des Vorjahrs erreicht.

Für 2011 gehen wir in Deutschland von einer Fortsetzung der leichten Erholung im Wohnungsneubau sowie am Renovierungsmarkt aus und erwarten steigende Absätze sowie ein besseres Preisniveau. Wir werden unsere Aktivitäten im Bereich Marketing und Vertrieb konsequent verstärken, um die Bindung zu unseren Kunden weiter zu intensivieren und unsere Positionierung als Systemanbieter bei Wand und Dach zu festigen. Darüber hinaus wollen wir unsere Verfüllziegel, insbesondere unser neuestes, mit Mineralwolle verfülltes Produkt, flächendeckend in Deutschland anbieten. In der zweiten Jahreshälfte ist die Einführung unseres Dryfix® Systems, welches wir im Rahmen der deutschen Baumesse im Jänner vorstellen konnten, geplant. Aufgrund der Erfolge, die wir mit dieser innovativen Systemlösung bereits in anderen Ländern verzeichnet haben, gehen wir davon aus, den Anteil an höherwertigen Produkten weiter auszubauen.

Schweiz (5 % vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau hat sich in der Schweiz, getrieben von einer Sonderkonjunktur in den Ballungsräumen Genf und Zürich, in der Berichtsperiode leicht positiv entwickelt. Die Absatzmengen konnten sowohl bei Hintermauer- als auch Dachziegel konstant gehalten werden. Die erfolgreiche Umsetzung effizienzsteigernder Maßnahmen in der Produktion führte im Berichtsjahr zu einer Steigerung der Ergebnisse. Für 2011 rechnen wir mit einem stabilen Ein- und Zweifamilienhausbau, wobei wir uns durch die Einführung neuer Produkte positive Impulse für unser Geschäft erwarten.

Italien (2 % vom Konzernumsatz)

Italien verzeichnete im Jahr 2010 einen weiteren Rückgang der Baubeginne. Leider haben sich die erwarteten positiven Impulse aus dem 2009 von der Regierung beschlossenen Maßnahmenpaket "Piano Casa", in welchem kleinere Projekte ohne behördliche Genehmigung durchgeführt werden dürfen, zur Stimulierung des Wohnbaus nicht materialisiert. Insgesamt ist der Markt seit 2007 um mehr als 40 % zurückgegangen, was in der italienischen Ziegelindustrie, die durch eine Vielzahl an Klein- und Mittelbetrieben geprägt ist, zu strukturellen Überkapazitäten führte. Erschwerend kam hinzu, dass noch in den letzten Jahren zusätzliche Kapazitäten in Betrieb genommen wurden, deren Bau bereits gegen Ende der Boom-Jahre 2007 begonnen worden war. Diese Entwicklungen schlagen sich in anhaltend hohem Preisdruck nieder und führten bei Wienerberger zu einem deutlichen Rückgang der Margen. Für 2011 erwarten wir keine Erholung der Marktsituation, wobei sich Norditalien – insbesondere in den Ballungsgebieten – besser behaupten sollte als der strukturschwache Süden. Unser Ziel ist es, durch die Forcierung höherwertiger Produkte (Erdbebenziegel, Verfüllziegel) und den Ausbau unserer Aktivitäten im Vertrieb die Ergebnisse in Italien zu steigern.

Leichter Mengenanstieg bei Dachziegel

Ergebnis auf Vorjahresniveau

Für 2011 Fortsetzung des positiven Trends in Deutschland erwartet

Steigerung der Ergebnisse bei leicht positivem Wohnbau in der Schweiz

Weitere Mengenrückgänge und Preisdruck in Italien

Nord-Westeuropa

Im Geschäftssegment Nord-Westeuropa werden unsere Ziegel- und Dachaktivitäten in den Belgien, Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Skandinavien zusammengefasst. In Belgien, Frankreich und Großbritannien konnten Umsatz und Ergebnis gesteigert werden, während in den Niederlanden und Skandinavien, wo der Wohnungsneubau nach wie vor rückläufig war, Einbußen zu verzeichnen waren. Insgesamt wurde in der Region bei einem im Vergleich zum Vorjahr mit -2 % etwas niedrigeren Umsatz von 716,4 Mio. € das operative EBITDA um 10% auf 113,1 Mio. € verbessert. Auf das Segment entfallen 41% des Umsatzes und 54% des operativen EBITDA der Gruppe.

Nord-Westeuropa 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 729,2 716,4 -2
EBITDA operativ 1) in Mio. € 102,5 113,1 +10
EBIT in Mio. € -41,1 44,6 >100
CFROI 2) in % 5,5 6,1 -
CVA 2,3) in Mio. € -111,2 -101,6 +9
Gesamtinvestitionen in Mio. € 50,1 35,2 -30
Capital Employed in Mio. € 1.131,4 1.106,8 -2
Mitarbeiter 4) 4.076 4.032 -1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 937 972 +4
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.146 1.135 -1
Absatz Dachziegel 5) in Mio. m² 14,11 15,11 +7

1) vor Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwertabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

Deutliche Steigerung der Margen in Belgien

Marktrückgang in den Niederlanden hat sich fortgesetzt

3) Hurdle Rate = 11,5%

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

5) Absatz Dachziegel inkl. Zubehörprodukte

Belgien (13 % vom Konzernumsatz)

In Belgien hat sich der Wohnungsneubau mit einer nahezu stabilen Anzahl an Baubeginnen besser entwickelt als erwartet; ebenso konnte sich der für Dachziegel wichtige Renovierungsmarkt gut behaupten. Die Mehrwertsteuersenkung auf Baustoffe ist zwar Ende März 2010 ausgelaufen, wirkte sich aber im ersten Halbjahr noch positiv auf die Nachfrage aus. Eine Abschwächung war erst in der zweiten Jahreshälfte erkennbar. Wienerberger verzeichnete in Belgien konstante Absatzzahlen bei Vormauer- und Dachziegel und hielt bei stabilen Preisen die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau. Durch die abgeschlossene Optimierung des Werksnetzes und eine etwas höhere Kapazitätsauslastung konnten die Margen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Für 2011 sind wir ausgehend von einem relativ hohen Konsumentenvertrauen der Belgier optimistischer als Euroconstruct und erwarten eine stabile bis leicht positive Entwicklung im Ein- und Zweifamilienhausbau.

Niederlande (10 % vom Konzernumsatz)

Im Jahr 2010 sank die Zahl der fertig gestellten Häuser gemäß der lokalen Statistik um weitere 11 % auf 56.000 Einheiten. Wienerberger musste in diesem schwierigen Marktumfeld deutliche Absatzrückgänge bei Vormauerziegel hinnehmen. Kosteneinsparungen im öffentlichen Sektor führten zu geringeren Absatzmengen bei Pflasterklinker, da diese zu einem überwiegen-

den Teil im Bereich Infrastruktur eingesetzt werden. Obwohl sich der Renovierungsmarkt, wenn auch in geringerem Ausmaß als der Wohnungsneubau, weiter abschwächte, konnte Wienerberger im Dachbereich ihre Stärken ausspielen und hatte nur leicht rückläufige Absatzmengen zu verzeichnen. Insgesamt führten geringere Durchschnittspreise, die sich vor allem aus Lagerabverkäufen von zuvor geschlossenen Standorten erklären, zu geringeren Margen. Für 2011 gehen wir für die Niederlande von einer stabilen Entwicklung sowohl im Wohnungsneubau als auch am Renovierungsmarkt aus.

Frankreich (8 % vom Konzernumsatz)

In Frankreich hat sich nach einem witterungsbedingt verhaltenen Jahresbeginn der Ein- und Zweifamilienhaus gut entwickelt und insgesamt zu einem Anstieg der Baubeginne um 3% geführt. Die Mengen von Hintermauerziegel behaupteten sich besser als der Markt, da Ziegel im Bereich Wandbaustoffe weiter Marktanteile gewinnen konnten. Zusätzlich positiv auf unsere Absätze wirkte sich die Inbetriebnahme eines neuen Hintermauerwerks in Durtal aus, womit wir im Zuge unserer regionalen Expansionsstrategie unsere Marktposition in Westfrankreich ausbauen konnten. Während wir bei Dachziegel von einer guten Entwicklung im Renovierungsmarkt profitierten und die abgesetzten Mengen leicht steigern konnten, waren bei Vormauerziegel weitere Mengenrückgange zu verzeichnen. Insgesamt führte eine höhere Kapazitätsauslastung zu einer leichten Verbesserung der Margen im Vergleich zu 2010. Für 2011 gehen wir von einem moderaten Wachstum aus, wobei wir bei Hintermauerziegel unsere Marktposition durch größere regionale Abdeckung weiter ausbauen wollen.

Großbritannien (8 % vom Konzernumsatz)

In Großbritannien hat sich im Jahr 2010 der Wohnungsneubau nach einer dynamischen Entwicklung in den ersten drei Quartalen gegen Jahresende vor allem aufgrund des frühen, ungewöhnlich starken Wintereinbruchs wieder merklich abgeschwächt. Nach eigenen Schätzungen zeigte der Ziegelmarkt im Jahr 2010 ein Wachstum von 9 %. Wienerberger konnte ihre Marktposition stärken und deutlich mehr Vormauer- und Dachziegel absetzen als noch im Jahr zuvor. Trotz niedrigerer Durchschnittspreise, die auf eine Verschiebung im Produktmix zu günstigeren Ziegel zurückzuführen sind, gelang es, die Ergebnisse infolge einer besseren Kapazitätsauslastung der Werke zu steigern. Für 2011 bleiben wir vorsichtig, da wir davon ausgehen, dass sich die von der Regierung im Herbst 2010 beschlossenen Maßnahmen nun sukzessive zu materialisieren beginnen. Wir rechnen aufgrund der erwarteten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums mit einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau und sind zuversichtlich, Preisanpassungen im Rahmen der Kosteninflation umsetzen zu können.

Skandinavien (2 % vom Konzernumsatz)

In den Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen waren aufgrund der schwachen Wohnbautätigkeit weitere Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Die umgesetzten Optimierungsmaßnahmen haben gegriffen und sich in einer Verbesserung der Ergebnisse niedergeschlagen. Für das Jahr 2011 erwarten wir für Skandinavien eine leichte Markterholung.

Wienerberger gewinnt weiter Marktanteile mit Hintermauerziegel in Frankreich

Deutliche Mengensteigerungen in Großbritannien

Optimierungsmaßnahmen in Skandinavien greifen

Nordamerika

Die für 2010 erhoffte Erholung im US-amerikanischen Wohnbau ist nicht eingetreten. Von den zu Jahresbeginn von der NAHB (National Association of Home Builders) prognostizierten 700.000 Baubeginnen blieben am Jahresende nur 586.000 übrig, was einem leichten Anstieg von 6 % gegenüber dem Rekordtiefststand 2009 entspricht. In diesem schwierigen Marktumfeld konnte im Segment Nordamerika der Umsatz mit 144,5 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden. Nordamerika trägt 8 % zum Umsatz und 2 % zum operativen EBIT-DA der Wienerberger Gruppe bei.

Die Baubeginne sind in den USA seit 2006 um rund 70 % zurückgegangen. Dies hat in den Jahren 2008 und 2009 umfassende Kapazitätsanpassungen und Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich gemacht. Ein wesentlicher Schwerpunkt im Jahr 2009 war der Abbau von Lagerbeständen, welcher zu einer sehr eingeschränkten Produktionsleistung und einer historisch niedrigen Auslastung unserer Werke von 20 % führte. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Working Capital Projekts erfolgte 2010 die Rückkehr zu normalisierten Produktionsniveaus, wodurch die Kapazitätsauslastung bei gleich bleibendem Lagerbestand auf rund 50 % angehoben werden konnte. Aufgrund dieser deutlich besseren Kapazitätsauslastung sowie der Kosteneinsparungen aus den Restrukturierungsmaßnahmen wurde in den USA auf EBITDA-Ebene 2010 wieder die Gewinnzone erreicht und die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert.

Für 2011 bleiben wir mit unserer Einschätzung vorsichtig, da die Visibilität auf die weitere Markt- und Wirtschaftsentwicklung eingeschränkt ist. Der von der NAHB prognostizierte Anstieg der Baubeginne von 17 % auf 688.000 Einheiten erscheint uns zu optimistisch. Wir gehen für die ersten sechs Monate von einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau aus und erwarten erst in der zweiten Jahreshälfte 2011 eine leichte Erholung.

Unser Ziel in 2011 ist es, unsere Stellung als Komplettanbieter von höherwertigen Fassadenprodukten zu stärken und weiter auszubauen. In diesem Zusammenhang soll auch der Anteil an Handelsprodukten im Bereich des Direktvertriebs, welcher derzeit einen Umsatzanteil von rund 40 % hat, sukzessive gesteigert werden, um eine bessere Fixkostendeckung bei den Vertriebskosten zu erreichen. Bei stabilen Preisen gehen wir aufgrund der gesetzten Maßnahmen für 2011 von einer weiteren Ergebnisverbesserung aus. Wir verfügen in Nordamerika über ein kosteneffizientes und modernes Werksnetz mit signifikanten Kapazitätsreserven, von welchem wir im Falle einer Markterholung überproportional profitieren können.

Nordamerika 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 149,0 144,5 -3
EBITDA operativ 1) in Mio. € -13,3 4,5 >100
EBIT in Mio. € -97,8 -22,2 +77
CFROI 2) in % -1,9 0,6 -
CVA 2,3) in Mio. € -95,6 -76,5 +20
Gesamtinvestitionen in Mio. € 8,8 7,8 -11
Capital Employed in Mio. € 488,4 500,8 +3
Mitarbeiter 4) 1.043 1.104 +6
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 307 291 -5

1) vor Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen sowie Firmenwerabschreibungen

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

4) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

Erhoffte Erholung im Wohnungsneubau ist 2010 nicht eingetreten

Deutlich bessere Kapazitätsauslastung bringt USA auf EBITDA-Ebene wieder in die Gewinnzone

Visibilität für 2011 eingeschränkt, leichte Erholung im Wohnbau möglich

Für 2011 wieder deutlich positives operatives Ergebnis erwartet

3) Hurdle Rate = 11,5 %

Beteiligungen und Sonstiges

Der Bereich Beteiligungen und Sonstiges umfasst die Konzernzentrale und die ihr anrechenbaren Kosten, die Ziegelaktivitäten in Indien, Immobilien sowie unsere Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme. Schon seit längerem in unserem Portfolio befindet sich die Pipelife Gruppe (50/50 Joint Venture mit Solvay), der drittgrößte Erzeuger von Kunststoffrohrsystemen in Europa, welche at-equity konsolidiert wird und in den operativen Ergebnissen des Segments nicht enthalten ist. Mit der Akquisition der Steinzeug Gruppe, dem größten Hersteller von keramischen Rohrsystemen in Europa, haben wir dieses Geschäftsfeld im Oktober 2010 erweitert. Für das Jahr 2010 sind noch keine Beiträge von Steinzeug enthalten, ab 2011 erfolgt die Vollkonsolidierung in den operativen Ergebnissen dieses Segments.

2010 stand bei der Pipelife Gruppe im Zeichen der Restrukturierung mit dem Ziel, Kapazitäten den Marktgegebenheiten anzupassen und Fixkosten zu reduzieren. Dies führte zu Produktionsschließungen in Kroatien und Rumänien – bei Erhalt der Vertriebsaktivitäten und Belieferung des Marktes aus den umliegenden Ländern – sowie dem Rückzug aus Spanien und Portugal. Die Pipelife Gruppe erwirtschaftete im Berichtsjahr einen etwas höheren Umsatz von 716 Mio. €, während sich das operative EBITDA auf 55 Mio. € im Vergleich zu 2009 leicht verringerte. Die Kosten aus der Restrukturierung führten zu einem geringen positiven Ergebnis nach Steuern, woraus sich in 2010 ein unwesentlicher Nettobeitrag im Rahmen der at-equity Einbeziehung ergibt. Für 2011 erwartet Pipelife bei leicht steigenden Umsätzen aufgrund der umgesetzten Maßnahmen eine Verbesserung der Margen. Wir sehen die Pipelife Gruppe nach Abschluss der Restrukturierung als sehr gut aufgestellt und werden diese aktiv weiterentwickeln.

Die Steinzeug Gruppe hat sich auf die Erzeugung von keramischen Abwasserrohren spezialisiert, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit besonders bei Kanalisationsprojekten sowie Industrieanlagen, wo aggressivere Abwässer entstehen können, zum Einsatz kommen. Wir sehen für die Gruppe mittelfristig gutes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Sanierungsbedarfs der bestehenden Abwassersysteme in Westeuropa und des geplanten Ausbaus eines flächendeckenden Kanalnetzes in Osteuropa, für welchen von der Europäischen Union umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt wurden.

In den operativen Zahlen des Segments sind die Konzernzentrale, die von der Holding weiterverrechneten Leistungen sowie Holdingkosten und unsere Ziegelproduktion in Indien erfasst. In Indien wurde das neue Werk fertig gestellt und erfolgreich in Betrieb genommen. Da die üblichen Test- und Optimierungsmaßnahmen im Werk noch laufen, sind die Beiträge aus diesem Projekt noch negativ. Daher stieg der Segmentumsatz um 8 % auf 12,6 Mio. €, während das operative EBITDA um 31 % auf -28,5 Mio. € im Berichtsjahr zurückging. Ebenfalls in diesem Segment befinden sich jene Immobilien, die dem nicht betriebsnotwendigen Vermögen zugerechnet werden. Der Buchwert erhöhte sich durch Immobilien, die nach erfolgter Restrukturierung in das nicht betriebsnotwendige Vermögen umgegliedert wurden, von 41 auf 58 Mio. €.

Beteiligungen und Sonstiges 2009 2010 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 11,7 12,6 +8
EBITDA operativ 1) in Mio. € -21,7 -28,5 -31
EBIT in Mio. € -27,1 -33,8 -25
Capital Employed in Mio. € 36,3 82,3 >100
Mitarbeiter 2) 240 252 +5

Zusammenfassung der Holdingkosten, der indischen Ziegelaktivitäten sowie der Beteiligungen bei Rohrsystemen in diesem Segment

Pipelife, Europas drittgrößter Anbieter von Kunststoffrohren, ist ein wichtiges Standbein für Wienerberger

Steinzeug Gruppe, Europas größter Hersteller von keramischen Rohrsystemen, ist in den Ergebnissen 2010 noch nicht enthalten

Eröffnung des neuen Werks in Indien

Negative Ergebnisse durch Ausweis der Holdingkosten in diesem Segment

1) vor Restrukturierungskosten und Wertminderung von Sachanlagen

2) durchschnittlicher Mitarbeiterstand während des Jahres

Ausblick und Ziele

Die Prognose für 2011 ist durch die nach wie vor geringe Visibilität auf die Märkte Osteuropas und auf die USA nur eingeschränkt möglich. In Westeuropa rechnen wir mit einer stabilen bis leicht positiven Nachfrage nach Baustoffen im Jahr 2011.

Die Entwicklung der Märkte Zentral-Osteuropas ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Polen ist das einzige Land, für das wir aufgrund der makroökonomischen Stabilität und der starken Binnennachfrage zuversichtlicher sind und von einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung des Wohnungsneubaus ausgehen. Für die anderen Länder Osteuropas ist die Visibilität so gering, dass keine Prognosen möglich und weitere leichte Nachfragerückgänge nicht auszuschließen sind.

In den USA prognostiziert die NAHB (National Association of Home Builders) für 2011 einen Anstieg der Baubeginne von 17% auf 688.000. Aufgrund der herrschenden Unsicherheit bei Konsumenten und immer noch hoher Arbeitslosigkeit gehen wir in den ersten sechs Monaten von einer stabilen Nachfrage nach Baustoffen auf niedrigem Niveau aus und halten eine Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte und in einem geringeren als von der NAHB prognostiziertem Ausmaß für möglich. Aufgrund der umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen der letzten Jahre, die unsere Kosten nachhaltig gesenkt haben, erwarten wir im Gesamtjahr bei etwas höherer Kapazitätsauslastung Ergebnissteigerungen.

In Westeuropa gehen wir von einer leichten Verbesserung bei der Nachfrage nach Baustoffen aus. Während wir für die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und Italien mit einer Bautätigkeit auf dem Niveau von 2010 rechnen, scheint in Deutschland, Belgien und Frankreich leichtes Wachstum möglich. Die Preise wollen wir in dieser Region im Rahmen der Kosteninflation anpassen.

Die Instandhaltungsinvestitionen, welche neben Erhaltungs- auch Optimierungsmaßnahmen bestehender Anlagen enthalten, sind mit 110 Mio. € budgetiert. Wachstumsprojekte (Bolton-Projekte, kleinere Akquisitionen), sofern verfügbar und wertschaffend, sollen abhängig vom verfügbaren Cash-flow zum Ausbau unseres Kerngeschäfts durchgeführt werden. Unter der Annahme von gleichen Produktionsmengen wie 2010 rechnen wir auf Basis der derzeit abgesicherten Kontingente von mehr als 50 % für 2011 mit preisbedingten Energiekostensteigerungen.

Wir haben gegenüber dem Jahr 2008 unsere Fixkosten um rund 200 Mio. € reduziert und halten zu Jahresende 2010 bei einem Verschuldungsgrad von 15 %. Wienerberger verfügt damit über schlanke Kostenstrukturen, eine starke Bilanz, innovative Produkte und ist nicht zuletzt auch dank dem effizienten Werksnetz heute stärker aufgestellt denn je. Im operativen Geschäft werden wir uns 2011 weiters auf die Intensivierung unserer Vertriebsaktivitäten und die Forcierung höherwertiger Produkte in bestehenden sowie deren Einführung in neue Märkte konzentrieren. Daher gehen wir trotz der eingeschränkten Visibilität auf unsere Märkte in Osteuropa und Amerika von deutlichen Ergebnissteigerungen in 2011 unterstützt auch durch ergebniswirksame Einmaleffekte (aus dem Anteilstausch im Dachbereich) in Höhe von ca. 30 Mio. € aus.

Diese Finanzinformationen enthalten Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesen Informationen ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Wienerberger AG verbunden.

Prognose 2011 durch geringe Visibilität in Osteuropa und USA nur eingeschränkt möglich

Zentral-Osteuropa: Polen stabil bis leicht positiv, sonst Visibilität auf die Märkte gering

Nordamerika: geringe Visibilität, leichte Erholung in zweiter Jahreshälfte möglich

Westeuropa: leichte Erholung in Deutschland, Belgien und Frankreich möglich

Instandhaltungsinvestitionen von rund 110 Mio. € geplant, preisbedingt höhere Energiekosten

2011: deutliche Ergebnissteigerungen erwartet

Der Vorstand der Wienerberger AG hat den Konzernabschluss für das Berichtsjahr 2010 am 21. Februar 2011 fertig gestellt. Die Prüfung des Konzernabschlusses durch den Wirtschaftsprüfer ist abgeschlossen. Ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk wird erteilt.

Gewinn- und Verlustrechnung

2010 2009
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 1.744.752 1.816.884
Herstellkosten -1.238.821 -1.305.879
Bruttoergebnis vom Umsatz 505.931 511.005
Vertriebskosten -394.014 -387.140
Verwaltungskosten -120.495 -123.229
Sonstige betriebliche Aufwendungen -50.507 -41.178
Sonstige betriebliche Erträge 69.752 59.518
Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen
10.667 18.976
Restrukturierungskosten und Wertminderungen von Sachanlagen 0 -153.694
Firmenwertabschreibungen 0 -123.341
Betriebsergebnis nach Restrukturierungskosten, Wertminderungen von
Sachanlagen und Firmenwertabschreibungen
10.667 -258.059
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -4.269 6.065
Zinsertrag 14.065 20.893
Zinsaufwand -57.490 -58.684
Sonstiges Finanzergebnis -3.793 -5.794
Finanzergebnis -51.487 -37.520
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.820 -295.579
Ertragsteuern 5.881 36.902
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.939 -258.677
davon Ergebnis der nicht-beherrschenden Anteile -466 -1.880
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Ergebnis der Muttergesellschaft -66.973 -289.297
Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,57 -3,17
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,57 -3,17

Gesamtergebnisrechnung

2010 2009
in TEUR in TEUR
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.939 -258.677
Währungsumrechnung 80.366 8.542
Währungsumrechnung aus assoziierten Unternehmen 3.251 714
Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente -28 -143
Veränderung Hedging Reserve -25.507 8.333
Andere Gesamtergebnisbestandteile 58.082 17.446
Gesamtergebnis nach Steuern 23.143 -241.231
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile -455 -2.036
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -8.902 -271.695

Cash-flow Statement

2010 2009
in TEUR in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.820 -295.579
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 200.150 189.597
Firmenwertabschreibungen 0 123.341
Wertminderungen von Anlagen 85 102.632
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -252 -130
Veränderungen langfristiger Rückstellungen -11.073 -44.363
Ergebnisübernahme aus assoziierten Unternehmen 4.269 -6.065
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -11.005 -15.552
Zinsergebnis 43.425 37.791
Gezahlte Zinsen -43.776 -53.839
Erhaltene Zinsen 11.193 19.814
Gezahlte Ertragsteuern -856 -5.161
Cash-flow aus dem Ergebnis 151.340 52.486
Veränderungen Vorräte 5.452 174.906
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.250 85.991
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.674 -30.671
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 16.824 5.866
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen 4.898 2.279
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit 230.438 290.857
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 18.717 24.591
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -98.562 -129.684
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -320 -1.355
Veränderung Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -10.696 -3.199
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -50.868 -3.109
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 0 1.251
Cash-flow aus Investitionstätigkeit -141.729 -111.505
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -107.065 -118.910
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 49.822 -108.773
Gezahlte Dividende Wienerberger AG 0 0
Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen 0 -225
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 3.050 3.656
Kapitalerhöhung Wienerberger AG 0 320.067
Einzahlung aus der Ausübung von Aktienoptionen 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0
Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit -86.693 63.315
Veränderung der Zahlungsmittel 2.016 242.667
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel 1.775 110
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 449.612 206.835
Zahlungsmittel am Ende der Periode 453.403 449.612

Bilanz

31.12.2010 31.12.2009
in TEUR in TEUR
Aktiva
Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 676.304 641.109
Sachanlagen 1.872.214 1.905.437
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 58.231 41.272
Anteile an assoziierten Unternehmen 114.909 118.977
Übrige Finanzanlagen 5.715 19.250
Latente Steuern 32.246 37.636
Langfristiges Vermögen 2.759.619 2.763.681
Vorräte 569.646 552.352
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 87.366 110.312
Sonstige kurzfristige Forderungen 102.928 118.694
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 86.304 92.766
Zahlungsmittel 453.403 449.612
Kurzfristiges Vermögen 1.299.647 1.323.736
Summe Aktiva 4.059.266 4.087.417
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.085.605 1.115.896
Hybridkapital 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 943.869 1.010.842
Übrige Rücklagen -115.777 -173.848
Eigene Anteile -3.568 -40.697
Beherrschende Anteile 2.520.552 2.522.616
Nicht-beherrschende Anteile 5.123 24.416
Eigenkapital 2.525.675 2.547.032
Personalrückstellungen 73.001 61.795
Latente Steuer 79.778 89.164
Sonstige langfristige Rückstellungen 68.507 66.307
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 775.308 880.507
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 22.278 28.044
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.018.872 1.125.817
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 63.245 59.876
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 138.892 69.851
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 180.974 156.000
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 131.608 128.841
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 514.719 414.568
Summe Passiva 4.059.266 4.087.417

Entwicklung des Eigenkapitals

in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2008 83.948 829.408 492.896 1.299.671
Ergebnis nach Ertragsteuern -256.797
Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -32.500
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 33.579 286.488
Zugang/Abgang nicht-beherrschende Anteile 0
Veränderung eigener Anteile 0
Aufwand Aktienoptionspläne 468
Stand 31.12.2009 117.527 1.115.896 492.896 1.010.842
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.473
Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -32.500
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0
Zugang/Abgang nicht-beherrschende Anteile -5.232
Veränderung eigener Anteile -25.059
Aufwand Aktienoptionspläne 0
Stand 31.12.2010 117.527 1.085.605 492.896 943.869
Übrige Rücklagen
AfS
Rücklage 1)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht-beherrschende
Anteile
Gesamt
-755 70.004 -260.699 -40.697 2.473.776 23.415 2.497.191
-256.797 -1.880 -258.677
8.698 8.698 -156 8.542
714 714 0 714
8.333 8.333 0 8.333
-143 -143 0 -143
-32.500 -225 -32.725
320.067 0 320.067
0 3.262 3.262
0 0 0
468 0 468
-898 78.337 -251.287 -40.697 2.522.616 24.416 2.547.032
-34.473 -466 -34.939
80.355 80.355 11 80.366
3.251 3.251 0 3.251
-25.507 -25.507 0 -25.507
-28 -28 0 -28
-32.500 0 -32.500
0 0 0
-5.232 -18.838 -24.070
37.129 12.070 0 12.070
0 0 0
-926 52.830 -167.681 -3.568 2.520.552 5.123 2.525.675

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Finanzterminplan

01. Februar 2011 Beginn der Quiet Period
22. Februar 2011 Ergebnisse 2010: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
23. Februar 2011 Ergebnisse 2010: Analystenkonferenz in London
31. März 2011 Veröffentlichung Wienerberger Geschäftsbericht 2010 auf der Wienerberger
Website
19. April 2011 Beginn der Quiet Period
10. Mai 2011 Ergebnisse zum 1. Quartal 2011
13. Mai 2011 142. o. Hauptversammlung im Austria Center Vienna
27. Juli 2011 Beginn der Quiet Period
17. August 2011 Halbjahresabschluss 2011: Presse- und Analystenkonferenz in Wien
18. August 2011 Halbjahresabschluss 2011: Analystenkonferenz in London
19. Oktober 2011 Beginn der Quiet Period
09. November 2011 Ergebnisse zum 3. Quartal 2011
Dezember 2011 Capital Markets Day 2011

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Head of Investor Relations Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 1 601 92 DW 471
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Reuters WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

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