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Wienerberger AG

Annual Report Mar 25, 2016

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Annual Report

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Success Stories: The Customers

Jahresfinanzbericht 2015 gem. § 82 Abs. 4 Börsegesetz

Inhaltsverzeichnis

Wienerberger Konzern

Konzernlagebericht 1
Konzernabschluss 41
Erklärung des Vorstands 117

Wienerberger AG

Lagebericht Wienerberger AG 123
Jahresabschluss der Wienerberger AG 140

Anmerkungen zum Bericht:

  • Operatives EBITDA, operatives EBIT sowie Ergebnis je Aktie bereinigt sind um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge bereinigt.
  • ROCE und EVA ® werden auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed berechnet (2014 und 2012 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis).
  • CFROI und CVA werden auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed berechnet (2014 und 2012 berechnet auf 12-Monats Basis).
  • Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Lagebericht Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

LAGEBERICHT

Wirtschaftliches Umfeld und Kapitalmärkte

Im Jahr 2015 setzte sich die verhaltene und von großen regionalen Unterschieden gekennzeichnete Erholung der Weltwirtschaft weiter fort. Während das Wirtschaftswachstum in den entwickelten Volkswirtschaften weiterhin bescheiden ausfiel, schwächte sich das Wachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern – deren Wachstum noch immer für rund 70 % des Weltwirtschaftswachstums verantwortlich ist – zum fünften Mal in Folge ab. Im Spannungsfeld von zurückhaltendem Investitionsverhalten von Konsumenten, Unternehmen und der öffentlichen Hand, geopolitischen Krisenherden und Terrorgefahren sowie signifikanten Verwerfungen auf Währungs-, Rohstoff- und insbesondere Energiemärkten wurden die mittelfristigen Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum weiter reduziert. Eine besonders volatile Entwicklung war in den Volkswirtschaften der Schwellenländer zu beobachten. Das Zugpferd China zeigte infolge des Wandels von einer produktionsorientierten zu einer konsumorientierten Wirtschaft gedämpfte Wachstumsraten. Die Aufwertung des US-Dollars führte zu einer Reduktion von Kapitalflüssen in Schwellenländer und erhöhte die Finanzierungskosten für in Dollar denominierte Kredite. Hinzu kam der massive Preisverfall von Rohöl, der Staaten mit starker Abhängigkeit von der Ölindustrie vor große fiskalische Herausforderungen stellt.

Wirtschaftliche Entwicklung in Wienerberger Märkten

Die Wirtschaftsleistung der USA wuchs im Jahr 2015 um 2,5 %. Infolgedessen sank die Arbeitslosenrate auf 5,0 %, den tiefsten Stand seit Mai 2008. Trotz einer nominalen Inflationsrate von deutlich unter 1 % setzte die Notenbank FED im Dezember den im Vorfeld bereits angedeuteten Abschied von der de facto Nullzinspolitik in die Tat um und erhöhte den Zielkorridor für den Leitzins auf 0,25 - 0,50 %. Gleichzeitig warnten die Notenbanker in ihren Statements vor den Auswirkungen des schwachen Ölpreises auf das US-amerikanische Wirtschaftswachstum und wiesen darauf hin, dass die Inflation weiterhin deutlich unter der mittelfristigen Zielsetzung liegt. Der IWF prognostiziert für die USA ein Wirtschaftswachstum von 2,6 % im Jahr 2016.

In der Eurozone verblieb die Wachstumsrate auf einem moderaten Niveau und erhöhte sich von 0,9 % im Vorjahr auf 1,5 %. Neben der verhaltenen Konjunkturlage waren im Jahr 2015 die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), die niedere Inflation an der Schwelle zur Deflation, der Verfall der Energiepreise, geopolitische Spannungen, Terrorängste und die Flüchtlingskrise sowie die neuerliche Zuspitzung der griechischen Staatsschuldenkrise bestimmende Themen. Während politische Institutionen auf EU- und nationalstaatlicher Ebene um nachhaltige politische Lösungen drängender Fragen wie Strukturreformen, Aufnahmequoten für Flüchtlinge, die Bekämpfung hoher Arbeitslosigkeit und der griechischen Staatsschuldenkrise rangen, wurden Maßnahmen zur Belebung der schwachen Konjunkturlage vorrangig in die Sphäre geldpolitischer Maßnahmen der EZB verschoben. Fiskalische Stimulusprogramme und ein koordiniertes Vorgehen der europäischen Staatengemeinschaft blieben weitgehend aus. Dem steigenden Druck auf die EZB entsprach die Notenbank mit einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik. Die angekündigten Schritte wurden allerdings umgehend von Marktbeobachtern als nicht ausreichend eingeschätzt und entfalteten nicht die erhoffte Wirkung an den Finanzmärkten. Der IWF prognostiziert für die Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % im Jahr 2016. Großbritannien, die größte europäische Volkswirtschaft, die nicht der Eurozone angehört, verzeichnete mit einem Zuwachs um 2,2 % wie bereits im Vorjahr einen deutlich höheren Anstieg der Wirtschaftsleistung als die Eurozone und sollte den Wachstumskurs auch 2016 beibehalten.

Verhaltene Erholung des globalen Wirtschaftswachstums

Auswirkungen auf Aktienmärkte

Die Finanzmärkte in den USA starteten mit Zuversicht in das Börsenjahr, was sich im Mai in neuen Höchstständen des Dow Jones Industrial und des S&P 500 widerspiegelte. Danach rückten Konjunkturrisiken vermehrt in den Fokus der Marktteilnehmer, was sich auf Jahressicht in Form gestiegener Volatilität und einer uneinheitlichen Entwicklung der Leitindizes niederschlug. Während an der Technologiebörse NASDAQ der Leitindex um 7,0 % zulegte, beendete der breit gefasste S&P 500 das Jahr mit 2.043,9 Punkten und damit um 0,7 % unter dem Jahresschlusskurs 2014. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Kursverlust von 2,2 % bei 17.425,0 Punkten. Neben den Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte im Jahr 2015 insbesondere der Ausstieg der Notenbank FED aus der stark expansiven Geldmarktpolitik große Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Der bereits zur Mitte des Jahres erwartete Zinsschritt wurde unter Hinweis auf unsichere Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft aufgeschoben und sorgte für Verunsicherung. Am Jahresende besiegelt die Erhöhung des Zielkorridors auf 0,25 - 0,50 % schließlich doch die sieben Jahre andauernde de facto Nullzinspolitik.

In Europa zeigte sich der EURO STOXX 50, ein Aktienindex, der 50 große börsenotierte Unternehmen der Eurozone beinhaltet, mit 3.267,5 Punkten um 3,8 % fester. Der deutsche DAX verzeichnete einen fulminanten Jahresstart und markierte am 10. April, an dem er mit 12.374,7 Punkten aus dem Handel ging, ein Allzeithoch. Danach tendierte er volatil und konnte nach einer Korrektur im Herbst das Jahr noch mit einem Zugewinn von 9,6 % beschließen. Der britische FTSE 100 markierte 2015 ebenfalls ein Allzeithoch und durchbrach im April des Jahres erstmals die Marke von 7.000 Punkten. Von der danach folgenden Korrektur erholte sich der Index nicht im gleichen Ausmaß wie der deutsche Leitindex und ging auf Jahressicht 4,2 % tiefer aus dem Handel. Der französische CAC40 legte aufgrund deutlich verbesserter Konjunkturprognosen um 9,5 % zu. Der österreichische Leitindex ATX gehörte zu den europäischen Indizes mit der besten Entwicklung und markierte mit 2.396,9 Punkten ein Kursplus von 11,0 %.

In Asien tendierte der Leitindex der Börse in Hong Kong, Hang Seng, aufgrund der gedämpften Wachstumsaussichten für die chinesische Wirtschaft schwächer und schloss mit einem Rückgang von 7,3 % bei 21.882,2 Punkten. Der Shanghai Composite Index zeigte eine höchst volatile Entwicklung. Nach einem Kursanstieg um bis zu 60 % bis Mitte Juni korrigierte der Index massiv und lag Ende August um fast 10 % unter dem Indexstand am Jahresanfang. Nach einer Erholung gegen Jahresende schloss der Index mit einem Kursplus von 9,5 % bei 3.539,6 Punkten. Der japanische NIKKEI 225 stieg 2015 um 9,1 % auf 19.033,7 Punkte.

Wohnbaumarkt in Europa

Die europäischen Wohnbauausgaben zeigten 2015 ein leichtes Wachstum. Laut Marktforschungsgruppe Euroconstruct stiegen die Ausgaben um 1,8 % an. In Westeuropa erhöhte sich die Wohnbauleistung um 1,7 %, während sich die Investitionen in den vier unter Beobachtung stehenden osteuropäischen Ländern um 4,4 % verbesserten. Dabei wiesen die Entwicklungen in den individuellen Märkten weiterhin große Unterschiede auf. Während die Niederlande, ein wichtiger Markt der Wienerberger Gruppe, ein vom Wohnungsneubau getriebenes Wachstum von 11,0 % verzeichneten, gingen Märkte wie Frankreich, Italien oder die Slowakei weiter zurück. Für 2016 erwartet Euroconstruct einen Anstieg der Wohnbauleistung um 3,2 %, der insbesondere auf eine Verbesserung der Bauaktivität in Westeuropa zurückzuführen ist.

Europäische Wohnbautätigkeit wächst leicht

Die Indikatoren für Baugenehmigungen, Baubeginne und Hausfertigstellungen zeichneten im Jahr 2015 ein ermutigendes Bild. Die Fertigstellungen reflektierten noch die große Zurückhaltung der letzten Jahre und waren sowohl in West- als auch in Osteuropa noch leicht rückläufig. Insbesondere die Fertigstellungen im Segment von Ein- und Zweifamilienhäusern zeigten einen Rückgang von 2,7 %. Baubeginne, die als Indikator für die aktuelle Bautätigkeit dienen, zeichneten demgegenüber bereits ein freundlicheres Bild und stiegen um 4,5 % im Jahresvergleich. Dabei verbesserten sich die Wachstumsraten sowohl im Ein- und Zweifamiliensegment als auch im Mehrfamilienwohnbau. Als Vorlaufindikator für die zukünftige Entwicklung dienen die Baugenehmigungen. Diese zeigten 2015 einen Anstieg um 9,4 %. Besonders erfreulich ist dabei die starke Belebung im Ein- und Zweifamiliensegment, in dem sich ein Rückgang um 3,5 % im Jahr 2014 in einen Zuwachs um 8,2 % drehte. Infolgedessen prognostiziert Euroconstruct für 2016 einen Anstieg der Wachstumsraten bei Baubeginnen (5,0 %) und bei Fertigstellungen (4,8 %).

Ein weiterer wichtiger Indikator sind die Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner. Der gewichtete Durchschnitt ging in Westeuropa um 1,7 % zurück, während in Osteuropa ein leichter Anstieg um 0,8 % verzeichnet wurde. Insgesamt ging die Bautätigkeit je tausend Einwohner in Europa leicht vom Niveau des Vorjahres zurück.

Infrastrukturmarkt in Europa

Im Jahr 2015 stiegen die europäischen Ausgaben für Infrastrukturprojekte trotz eingeschränkter Investitionsbereitschaft öffentlicher Körperschaften um 3,3 % an. In Westeuropa erhöhten sich die Ausgaben um 2,7 % im Jahresvergleich. In Osteuropa zeigten die im Rahmen des Kohäsionsfonds der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Fördermittel weiterhin eine stimulierende Wirkung und schlugen sich in einem Anstieg um 10,6 % nieder. Für 2016 wird eine im Jahresvergleich leicht gedämpfte Fortsetzung des positiven Trends und ein Wachstum in unseren relevanten Märkten um 2,8 % erwartet. Das Teilsegment Wassermanagement, das

rund 12 % der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, stieg 2015 in unseren Märkten um 2,1 % an. Überraschend schwach fiel die Investitionstätigkeit in Deutschland aus, die einen Rückgang von 2,0 % auswies. Für 2016 prognostiziert Euroconstruct für dieses Segment ein Wachstum im Ausmaß von 3,3 %. Das Telekommunikationssegment wies 2015 mit +1,1 % eine leicht steigende Bauleistung in unseren relevanten Märkten auf, während der Bereich Energie um 7,2 % zulegte. Für beide Bereiche wird für 2016 von einem Wachstum in der Höhe von 1,8 % (Telekommunikation) und 2,2 % (Energie) ausgegangen.

US-Wohnbaumarkt

In den USA stiegen laut U.S. Census Bureau die Baubeginne im Jahr 2015 um 10,8 % auf 1,111 Mio. Wohneinheiten, und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 9,3 % auf 0,966 Mio. Wohneinheiten. Die Baugenehmigungen beliefen sich auf 1,178 Mio. und überstiegen den Vorjahreswert um 12,0 %. Für 2016 erwartet McGraw Hill Construction - Dodge einen Anstieg der Baubeginne um 15,7 % auf 1,285 Mio. Wohneinheiten. Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 60 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum revidierten Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 2 Punkte. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs auf 52 Punkte im März rangierte der Index zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise in einem Kalenderjahr kontinuierlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2015 um 5,7 % im Jahresvergleich zu. Obwohl die US-Notenbank FED den Leitzins erstmals seit sieben Jahren erhöhte, stieg der Fixzinssatz von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit nur leicht von 3,9 % im Dezember 2014 auf 4,0 % im Dezember 2015 an und verblieb damit auf einem im langjährigen Vergleich sehr tiefen Niveau. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2016 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.

Quellen: IMF (World Economic Outlook, Jänner 2016), EZB, U.S. Census Bureau, Euroconstruct, ThomsonOne, Freddie Mac Primary Mortgage Market Survey, McGraw Hill Construction - Dodge, MBAA, NAHB/Wells Fargo Housing Market Index, Federal Reserve Board, S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Ertragslage

Die Ergebnisse der Wienerberger Gruppe im Jahr 2015 waren von einem in Europa starken ersten Halbjahr mit nachlassender Dynamik im dritten Quartal und einem starken Ausklang im vierten Quartal geprägt. In unserem Ziegelgeschäft zeigten die Märkte in Großbritannien, den Niederlanden und Polen die stärksten Ergebniszuwächse. Demgegenüber verzeichneten Märkte wie Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien eine rückläufige Bautätigkeit. Das europäische Kunststoffrohrgeschäft profitierte von der starken Auftragslage im internationalen Projektgeschäft sowie von deutlichen Ergebniszuwächsen in den Niederlanden, Norwegen und Polen, während die Marktlage in Frankreich schwierig blieb. Das Geschäft mit Betonflächenbefestigungen konnte durch optimierte Kostenstrukturen und Produktmixverbesserungen einen deutlichen Ergebnisanstieg erzielen, während unsere Aktivitäten mit keramischen Abwasserrohren aufgrund von starken geografischen Verschiebungen im Absatz eine signifikante Verschlechterung der operativen Ergebnisse hinnehmen mussten. Die Division North America trug im Berichtszeitraum mit signifikant gesteigerten Ergebnissen bei, die vor allem schlankeren Kostenstrukturen sowie dem Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft geschuldet waren. Unser nordamerikanisches Kunststoffrohrgeschäft verzeichnete 2015 eine leicht positive Entwicklung der Nachfrage.

Der Konzernumsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 5% auf 2.972,4 Mio. € erhöht werden, wovon rund 2 % auf den Konsolidierungseffekt unserer osteuropäischen Dachziegelaktivitäten zurückzuführen sind. Der Umsatz, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen, stieg um 3% an, wobei die Preise über die gesamte Wienerberger Gruppe über der Kosteninflation gesteigert werden konnten, während die Mengen um 2% nachgaben. Positive Fremdwährungseffekte beliefen sich auf insgesamt 50,4 Mio. €, wobei positive Beiträge aus dem US Dollar, dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken negativen Effekten aus dem russischen Rubel, der norwegischen Krone und der schwedischen Krone entgegenstanden.

Wienerberger erzielte in der Division Clay Building Materials Europe einen Außenumsatz von 1.643,0 Mio. €, der um 6% über dem Vorjahr lag. Nach einem deutlichen Umsatzanstieg im ersten Halbjahr kühlte sich das Umfeld speziell im dritten Quartal ab, ehe das vierte Quartal, unterstützt von ähnlich milder Witterung wie im Vorjahr, leicht verbessert zu Ende ging. Das operative EBITDA der Division verbesserte sich im Jahresvergleich um 12% auf 249,3 Mio. €. Einerseits ist diese deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung auf den Konsolidierungseffekt unserer osteuropäischen Dachziegelaktivitäten im ersten Halbjahr zurückzuführen, andererseits trug auch die positive operative Entwicklung, allen voran in Großbritannien und den Niederlanden, aber auch in Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn zum Umsatz- und Ergebniswachstum bei. Demgegenüber stand ein schwierigeres Marktumfeld in Russland, Italien und Frankreich, wobei sich in diesem Markt gegen Jahresende eine Stabilisierung abzeichnete.

In der Division Pipes & Pavers Europe lag zwar der Außenumsatz mit 1.043,6 Mio. € auf Vorjahresniveau (2014: 1.041,3 Mio. €), das EBITDA konnte hingegen deutlich um 8 % auf 107,9 Mio. € gesteigert werden. Hauptverantwortlich für diese positive Entwicklung waren die Kunststoffrohraktivitäten, die auf Basis eines starken internationalen Projektgeschäftes sowie deutlich verbesserter Ergebnisbeiträge in den Niederlanden, Norwegen und Polen ihr EBITDA signifikant steigern konnten, obwohl das schwierige Marktumfeld in Frankreich, auf das wir mit Strukturanpassungen reagierten, eine deutliche Belastung des Ergebnisses bedeutete. Der Bereich Betonflächenbefestigungen konnte das Ergebnis trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes durch Optimierung der Kostenstruktur sowie durch Veränderungen im Produktmix deutlich verbessern. Im Geschäft mit keramischen Abwasserrohren konnten die Absatzmenge moderat und der Umsatz leicht gesteigert werden, das operative Ergebnis ging aufgrund unvorteilhafter Verschiebungen im geografischen Absatzmix jedoch deutlich zurück.

In der Division North America wurden die Absatzmengen stabil gehalten und die Preise leicht verbessert. Der Außenumsatz stieg im Jahr 2015 in der Berichtswährung zwar um 17% auf 277,5 Mio. € an, hauptverantwortlich dafür waren jedoch positive Fremdwährungseffekte. Trotz der stabilen Mengenentwicklung konnte das operative EBITDA aufgrund von optimierten Kostenstrukturen sowie dem Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft in der Höhe von 12,5 Mio. € im ersten Halbjahr signifikant gesteigert werden.

Ertragsentwicklung 2014
angepasst 1)
Verkäufe 2) Käufe 2) F/X 3) Organisch 2015
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Umsatz 2.834,5 0,0 62,1 50,4 25,4 2.972,4
Herstellkosten -1.983,8 0,0 -45,9 -32,3 34,2 -2.027,8
Vertriebskosten -548,1 0,0 -13,8 -15,0 -0,3 -577,2
Verwaltungskosten -171,1 0,0 -5,6 -1,9 -4,1 -182,7
Sonstige betriebliche
Aufwendungen und
Erträge -31,3 0,1 0,1 2,3 11,8 -17,1
EBITDA operativ 317,2 0,1 5,6 7,8 39,2 369,7
EBIT operativ 100,2 0,1 -3,2 3,5 67,0 167,6
Nicht wiederkehrend 4) -265,3 0,0 0,0 0,5 260,4 -4,5
Finanzergebnis 5) -50,2 0,0 -2,3 -0,2 -3,4 -56,1
Ergebnis vor Steuern -215,3 0,1 -5,5 3,7 324,2 107,0
Ergebnis nach Steuern -229,7 0,1 -5,6 2,0 303,2 69,8

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

3) Währungseffekte

4) Wertminderungen und Wertaufholung von Vermögenswerten sowie Firmenwertabschreibungen

5) inklusive at-equity Beteiligungsergebnis

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Das operative EBITDA der Gruppe lag mit 369,7 Mio. € um 17% über dem Vorjahr, wobei 5,6 Mio. € auf Konsolidierungseffekte aus dem Ergebnisbeitrag unserer osteuropäischen Dachziegelaktivitäten entfielen. Weiters resultierten 7,8 Mio. € positive Wechselkursdifferenzen aus dem britischen Pfund, dem US Dollar sowie dem Schweizer Franken, die teilweise durch negative Wechselkursveränderungen des russischen Rubel sowie der norwegischen Krone kompensiert wurden. Ebenso enthalten sind Kosten für Strukturanpassungen in Höhe von 17,5 Mio. € und Erträge aus Anlagenverkäufen in Höhe von 19,1 Mio. €.

EBITDA operativ 2014 2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Clay Building Materials Europe 222,7 249,3 +12
Pipes & Pavers Europe 100,3 107,9 +8
North America 11,2 32,2 >100
Holding & Others -17,0 -19,7 -16
Wienerberger Gruppe 317,2 369,7 +17

Trotz realisierter Einsparungen durch sinkende Energiepreise erhöhten sich die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Mio. € auf 292,6 Mio. €. Dies ist auf Konsolidierungseffekte sowie die gesteigerte Betriebstätigkeit zurückzuführen. Der Anteil am Umsatz sank dabei leicht von 10,2 % auf 9,8% gegenüber dem Vorjahr.

Rentabilitätskennzahlen 2014 2015
in % in %
Bruttoergebnis zu Umsatz 30,0 31,8
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,0 6,1
Vertriebskosten zu Umsatz 19,3 19,4
Operative EBITDA-Marge 11,2 12,4
Operative EBIT-Marge 3,5 5,6

Die operative EBITDA-Marge verbesserte sich im Jahr 2015 von 11,2% auf 12,4%. Dies lässt sich auf Ergebnissteigerungen in Großbritannien, den Niederlanden und Polen sowie Verbesserungen im internationalen Projektgeschäft und im Geschäft mit Betonflächenbefestigungen zurückführen.

Die laufenden Abschreibungen auf das Sach- und immaterielle Anlagevermögen beliefen sich auf 201,2 Mio. € (Vorjahr: 203,3 Mio. €). Die operative Abschreibungstangente verminderte sich von 7,2% im Jahr 2014 auf 6,8% im Berichtsjahr. Dieser relativ hohe Wert resultiert vor allem aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe.

Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT operativ) stieg im Jahr 2015 deutlich auf 167,6 Mio. € (Vorjahr: 100,2 Mio. €). Nach der Berücksichtigung von Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 4,5 Mio. € betrug das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtsjahr 163,1 Mio. € (Vorjahr: -165,1 Mio. €).

Operatives EBITDA von 369,7 Mio. € lag um 17 % über dem Vorjahreswert

Das Zinsergebnis zeigt deutlich niedrigere Finanzierungskosten infolge der Tilgung von Bankverbindlichkeiten und einer Anleihe im August 2015 sowie der verstärkten Nutzung revolvierender Kreditlinien und verbesserte sich dadurch von -52,9 Mio. € im Vorjahr auf -42,3 Mio. € im Jahr 2015. Das sonstige Finanzergebnis war mit 17,8 Mio. € negativ und beinhaltete insbesondere Kursdifferenzen und Bewertungseffekte in Höhe von -15,9 Mio. €. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verbesserte sich im Jahr 2015 aufgrund des Wegfalls von Wertberichtigungen deutlich von -215,3 Mio. € im Vorjahr auf 107,0 Mio. €.

2014
Gewinn- und Verlustrechnung angepasst 1) 2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 2.834,5 2.972,4 +5
Herstellkosten -1.983,8 -2.027,8 -2
Vertriebs- und Verwaltungskosten 2) -719,2 -759,9 -6
Sonstige betriebliche Aufwendungen -68,4 -64,5 +6
Sonstige betriebliche Erträge 37,1 47,3 +28
Operatives Betriebsergebnis (EBIT operativ) 100,2 167,6 +67
Wertminderungen von Vermögenswerten -102,6 -13,1 +87
Firmenwertabschreibungen -162,7 0,0 >100
Wertaufholung von Vermögenswerten 0,0 8,7 >100
Betriebsergebnis (EBIT) -165,1 163,1 >100
Finanzergebnis 3) -50,2 -56,1 -12
Ergebnis vor Steuern -215,3 107,0 >100
Ertragsteuern -14,3 -37,2 <-100
Ergebnis nach Steuern -229,7 69,8 >100

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) inklusive Transportaufwendungen

3) inklusive at-equity Ergebnis

Der Aufwand aus Ertragsteuern stieg infolge des deutlich positiven operativen Ergebnisses vor Ertragssteuern im Berichtsjahr auf 37,2 Mio. € (Vorjahr: 14,3 Mio. €). Dieser Anstieg ist auch der regionalen Ergebnisverteilung mit einem höheren Anteil nord- und westeuropäischer Länder, die hohe Nominalsteuersätze aufweisen, geschuldet.

Positives Ergebnis je Aktie von 0,31 €

Das Ergebnis nach Ertragsteuern verbesserte sich aufgrund der starken operativen Performance und des Wegfalls von Einmaleffekten von -229,7 Mio. € im Vorjahr auf 69,8 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie nach Abzug des jährlichen Hybridkupons in Höhe von 32,5 Mio. € errechnet und verbesserte sich auf Basis der gewichteten Aktienanzahl von 117,0 Mio. Stück (Vorjahr: 116,0 Mio. Stück) auf 0,31 € (Vorjahr: -2,26 €).

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2015 verringerte sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 3.691,6 Mio. €. Der Hauptgrund dafür ist die Reduktion der Finanzverbindlichkeiten um 211,2 Mio. €. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur von Wienerberger durch eine hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungen gekennzeichnet.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen war mit 66% (Vorjahr: 63%) leicht über dem Vorjahresniveau, wobei das Capital Employed mit Ende 2015 zu 63% (Vorjahr: 64%) aus Sachanlagen bestand. Der Vorratsbestand erhöhte sich im Jahr 2015 vor allem aufgrund der gestiegenen Umsatztätigkeit von 701,4 Mio. € im Vorjahr auf 753,3 Mio. €. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen - Lieferverbindlichkeiten) erhöhte sich im Jahr 2015 auf 607,5 Mio. € (Vorjahr: 565,0 Mio. €), was aber aufgrund des gestiegenen Umsatzes dennoch einem Anteil am Umsatz von 20% (Vorjahr: 20%) und somit dem angestrebten Zielwert entsprach. Wienerberger reduzierte im Jahr 2015 den Bestand an Zahlungsmitteln sowie an Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten durch Tilgung von Finanzverbindlichkeiten auf insgesamt 213,3 Mio. € (Vorjahr: 337,1 Mio. €). Diese Maßnahme zielte auf die Optimierung der Finanzierungskosten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer starken Liquiditätsreserve zur Finanzierung des saisonalen Working-Capital-Bedarfs ab.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich im Jahr 2015 um 3% auf 2.054,2 Mio. € (Vorjahr: 1.986,5 Mio. €). Hauptgründe für die Veränderung waren das positive Ergebnis nach Ertragsteuern von 69,8 Mio. € sowie der Abzug des Hybridkupons von 32,5 Mio. € und die Auszahlung der Dividende von 17,5 Mio. €. Im sonstigen Gesamtergebnis wurden darüber hinaus Veränderungen der Währungsumrechnung und Hedgingreserven sowie Marktwertänderungen von AfS Finanzinstrumenten von insgesamt 43,4 Mio. € sowie versicherungsmathematische Verluste nach Steuern im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen und Abfertigungsvorsorgen in Höhe von 7,0 Mio. € erfasst.

Die Bilanzsumme von 3.691,6 Mio. € liegt 4 % unter dem Vorjahr

Die passiven latenten Steuern sanken gegenüber dem Vorjahr auf 84,3 Mio. € (Vorjahr: 90,4 Mio. €). Die Personalrückstellungen erhöhten sich aufgrund von Währungsänderungen sowie des niedrigen Zinsniveaus im Jahr 2015 auf 160,6 Mio. € gegenüber 151,7 Mio. € im Vorjahr. Da keine neuen leistungsorientierten Pensionszusagen abgeschlossen wurden bzw. die bestehenden Zusagen wenn möglich in beitragsorientierte Zusagen umgewandelt werden, kommt es, abgesehen von Effekten der Änderung von Parametern, tendenziell zu einer Verringerung der bilanzierten Pensionsverpflichtungen. Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich aufgrund der Strukturanpassungen in Deutschland und Frankreich sowie der Erhöhung kurzfristiger Personalrückstellungen im Jahr 2015 auf 57,9 Mio. € (Vorjahr: 41,6 Mio. €). Die gesamten Rückstellungen erhöhten sich somit auf 8 % (Vorjahr: 7%) der Bilanzsumme. Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) haben sich infolge der Rückführung von Bankkrediten im Januar sowie der Tilgung einer Anleihe im August 2015 in Summe um 211,2 Mio. € auf 747,4 Mio. € verringert und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 726,6 Mio. €, Derivate mit negativen Marktwerten von 19,6 Mio. € sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Konzernverbindlichkeiten von 1,2 Mio. €. Diesen Verbindlichkeiten stehen liquide Mittel und Wertpapiere von 213,3 Mio. € und zugesagte Kreditlinien in Höhe von 400,0 Mio. €, von denen zum Bilanzstichtag 312,0 Mio. € nicht gezogen waren, gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 747,4 Mio. € haben 68% (Vorjahr: 58%) langfristigen und 32% (Vorjahr: 42%) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1) 2014 2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 556,5 507,5 -9
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 401,7 239,6 -40
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0,1 0,0 -100
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung -20,5 -18,4 -10
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -41,2 -39,8 -3
- Zahlungsmittel -275,2 -154,9 +44
Nettoverschuldung 621,5 534,1 -14

1) exklusive Hybridanleihe, welche gemäß IFRS im Eigenkapital ausgewiesen wird

Deutlich verringerte Nettoverschuldung

Die Nettoverschuldung zum 31.12.2015 ging im Vergleich zum Vorjahr um 14 % auf 534,1 Mio. € zurück. Die Veränderung erklärt sich durch den deutlich höheren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 260,3 Mio. € sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen, vorwiegend nicht betriebsnotwendiges Vermögen, in Höhe von 23,9 Mio. €. Dem standen gestiegene Zahlungsmittelabflüsse für Gesamtinvestitionen von 147,8 Mio. € sowie die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 17,5 Mio. € und des Hybridkupons von 20,9 Mio. € gegenüber. Dieser lag aufgrund des teilweisen Umtauschs der Hybridanleihe im Jahr 2014 und der Zahlung des abgegrenzten Kupons zum Tauschzeitpunkt unter dem jährlichen Kupon von 32,5 Mio. €. Mit Jahresende 2015 entsprach dies einem Verschuldungsgrad von 26,0 % (Vorjahr: 31,3%). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 119 % (Vorjahr: 117 %). Die Entschuldungsdauer lag am 31. Dezember 2015 bei 1,4 (Vorjahr: 1,9), die EBITDA-Zinsdeckung bei 8,7 (Vorjahr: 5,8).

Die Bilanzsummenverkürzung ist hauptsächlich der Verringerung der Finanzverbindlichkeiten geschuldet, die teilweise durch den Anstieg des Eigenkapitals sowie gestiegene Rückstellungen kompensiert wurde.

Bilanzentwicklung 2014 angepasst 1) Verkäufe 2) Käufe 2) F/X 3) Organisch 2015
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Sachanlagevermögen 1.646,3 0,0 0,7 35,1 -67,2 1.614,9
Immaterielles Anlagevermögen und
Firmenwerte
694,8 0,0 2,8 12,6 -8,8 701,4
Sonstiges langfristiges Vermögen 134,0 0,0 0,0 1,4 -2,1 133,3
Vorräte 701,4 0,0 0,7 9,1 42,1 753,3
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 654,5 0,4 -0,3 13,6 -178,6 488,8
Bilanzsumme 3.831,0 0,4 4,0 71,8 -214,8 3.691,6
Eigenkapital 4) 1.986,5 0,0 0,0 46,9 20,8 2.054,2
Rückstellungen 253,5 0,4 3,9 7,1 26,2 290,3
Verbindlichkeiten 1.591,0 0,0 0,1 17,8 -261,8 1.347,1

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

3) Währungseffekte

4) inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridanleihe

2014
Bilanzkennzahlen angepasst 1) 2015
Capital Employed 2.591,9
in Mio. €
2.569,9
Nettoverschuldung 621,5
in Mio. €
534,1
Eigenkapitalquote 51,9
in %
55,6
Verschuldungsgrad 31,3
in %
26,0
Anlagendeckung 81,8
in %
84,7
Working Capital zu Umsatz 19,9
in %
20,4

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Treasury

Da Wienerberger mit dem erfolgreichen Umtauschangebot für die Hybridanleihe sowie der Refinanzierung und Aufstockung der Hauptliquiditätslinien in Höhe von 400 Mio. € bereits im Jahr 2014 maßgebliche Veränderungen der Finanzierungsstruktur vorgenommen hatte, erfolgte im Geschäftsjahr 2015 nur eine Arrondierung des Fälligkeitsprofils durch Aufnahme eines 60 Mio. € Kredits in Form eines Club-Deals. Dieser Kredit wurde zur Stärkung der Liquidität im Jahr 2015 verwendet und bewusst mit einer kurzen Laufzeit bis September 2016 gewählt, um der Gruppe auch in den folgenden Jahren die Rückführung von Fremdkapital aus dem zu erwartenden Cashflow zu ermöglichen und somit Zinsaufwendungen zu reduzieren.

Der Fokus im Finanzmanagement lag im Jahr 2015 auf der Verbesserung von für das Rating zentralen Kennzahlen. Dies betraf den Zinsdeckungsgrad (EBIT / Zinsaufwand) sowie das Verhältnis von Bruttofinanzverbindlichkeiten zu operativem EBITDA. Im Zuge dessen wurde der Zinsaufwand durch verstärkte Nutzung revolvierender Kreditlinien und Commercial Paper anstelle langfristiger und somit teurerer Finanzierungen deutlich gesenkt. Wienerberger hielt darüber hinaus weniger liquide Mittel vor, wodurch neben der Reduktion des negativen Zinseffekts auch Kontrahentenrisiken reduziert werden konnten. Des Weiteren wurden syndizierte Bankdarlehen in Höhe von 126,5 Mio. € sowie die im August 2015 fällige Anleihe mit einem Nominalwert von 200 Mio. € aus bestehenden liquiden Mitteln und durch Nutzung des syndizierten Kredites zurückgezahlt und folglich die Bruttofinanzverbindlichkeiten deutlich gesenkt. Der starke Cashflow wurde in weiterer Folge zur Rückführung der revolvierenden Kreditlinie verwendet, sodass Ende 2015 nur noch 88 Mio. € ausständig waren.

Zum Jahresende lag die Entschuldungsdauer bei 1,4 Jahren und damit weit unterhalb des extern vorgegebenen Schwellenwerts sowie unter dem intern gesetzten Ziel von maximal 2,5 Jahren zum Jahresende. Die Zinsdeckungsquote landete bei 8,7 und somit ebenfalls komfortabel über dem gesetzten Schwellenwert von 3,75.

Treasury Kennzahlen 31.12.2014 1) 31.12.2015 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA operativ 1,9 1,4 <3,50
EBITDA operativ / Zinsergebnis 5,8 8,7 >3,75

1) Pro-forma Berechnung inklusive 12-Monats-EBITDA und Zinsergebnis Tondach Gleinstätten

Entschuldungsdauer sinkt im Berichtsjahr auf 1,4 Jahre

Lagebericht Ergebnis- und Bilanzanalyse

Zum Stichtag waren 66 % der Finanzverbindlichkeiten fix verzinst. Den verbleibenden 34 % an variabel verzinsten Verbindlichkeiten stehen variabel verzinste Veranlagungen gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der Gruppe reduziert wird. 2015 war von zum Teil starken Fremdwährungsschwankungen charakterisiert, die sich in der Wienerberger Bilanz als Translationsrisiken und in der Gewinn- und Verlustrechnung als Transaktionsrisiken niederschlagen. Transaktionsrisiken werden im Konzern vorwiegend mit Termingeschäften abgesichert. Während der Großteil der Finanzierungen in Euro denominiert ist, betrachtet Wienerberger das bilanzielle Währungsrisiko anhand der Nettorisikoposition in den wichtigsten Währungen (USD, CHF, CZK, GBP, PLN) und sichert einen Teil des Risikos auf Basis von monatlichen Sensitivitätstests mittels Zins-Währungsswaps ab. Finanzielle Forderungen an Tochterunternehmen des Konzerns in Fremdwährung werden unter Berücksichtigung ökonomischer Restriktionen mittels Zins-Währungsswaps gegen Schwankungen abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden Derivatpositionen in kanadischen Dollar, tschechischen Kronen, dänischen Kronen, britischen Pfund, polnischen Zloty, US Dollar und Schweizer Franken.

Cashflow

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr um 21 % auf 260,3 Mio. € gesteigert werden, was in erster Linie auf einen starken Anstieg des Cashflow aus dem Ergebnis zurückzuführen ist.

Der Zahlungsmittelabfluss für Gesamtinvestitionen lag mit 147,8 Mio. € (Vorjahr: 139,9 Mio. €) um 6 % über dem Vorjahr. Darin enthalten sind Normalinvestitionen von 137,7 Mio. €, die neben der Instandhaltung auch Investitionen in die technologische Weiterentwicklung der Produktionsstandorte sowie Verbesserungen im Produktsortiment beinhalten. Darüber hinaus wurden 10,1 Mio. € in die Erweiterung von Werkskapazitäten investiert. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit blieben die Mittelzuflüsse aus Anlagenverkäufen mit 23,9 Mio. € ungefähr auf Vorjahresniveau (24,9 Mio. €). Darüber hinaus wurden 14,2 Mio. € für Wertpapiere und sonstige Vermögenswerte aufgewendet. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit umfasste im Jahr 2015 neben diesen Investitionen auch Zuflüsse von Dividenden aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 1,6 Mio. €.

Insgesamt erzielte Wienerberger im Jahr 2015 einen Free Cashflow (Zahlungsmittelzufluss aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vermindert um den Cashflow aus der Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 135,1 Mio. €, der mit dem des Vorjahres vergleichbar ist (134,0 Mio. €). Dieser wurde für Wachstumsinvestitionen in Höhe von 10,1 Mio. €, zur Ausschüttung des Hybridkupons von 20,9 Mio. € und einer Dividende von 17,5 Mio. € sowie zur teilweisen Rückführung von Finanzverbindlichkeiten verwendet.

Stabiler Free Cashflow von 135,1 Mio. €

Cashflow Statement 2014
angepasst 1)
2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Cashflow aus dem Ergebnis 230,1 294,5 +28
Veränderung Working Capital und Sonstiges -14,6 -34,2 <-100
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 215,5 260,3 +21
Normalinvestitionen (Instandhaltung und technologische
Weiterentwicklung)
-121,8 -137,7 -13
Wachstumsinvestitionen 2) -18,1 -10,1 +44
Devestitionen und Sonstiges 40,3 12,5 -69
Cashflow aus Investitionstätigkeit -99,6 -135,3 -36
Wachstumsinvestitionen 2) 18,1 10,1 -44
Free Cashflow 134,0 135,1 +1

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) Wachstumsinvestitionen 2014 in Höhe von 41,3 Mio. € bereinigt um den mit eigenen Aktien bezahlten Kaufpreisanteil von Tondach Gleinstätten in Höhe von 23,2 Mio. €

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen betrugen im Berichtsjahr 147,8 Mio. € (Vorjahr: 163,1 Mio. €) und beinhalten neben Investitionen in Werkserweiterungen vorwiegend Normalinvestitionen. Die Abgrenzung von Wachstums- und Normalinvestitionen richtet sich vorwiegend danach, ob durch eine Investition neue Märkte oder Produktsegmente erschlossen oder Kapazitäten erweitert werden. Instandhaltungsinvestitionen, Investitionen für technische Neuerungen oder für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte werden unter den Normalinvestitionen ausgewiesen. Im Jahr 2015 fielen Wachstumsinvestitionen in Höhe von 10,1 Mio. € (Vorjahr: 41,3 Mio. €) für die Erweiterung von Werkskapazitäten an. Auf Normalinvestitionen entfielen im Geschäftsjahr 2015 somit 137,7 Mio. € (Vorjahr: 121,8 Mio. €) oder 68% der laufenden Abschreibungen (Vorjahr: 60%). Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 57% auf die Division Clay Building Materials Europe, 33% auf Pipes & Pavers Europe, 8% auf North America und 2% auf Holding & Others.

Entwicklung Anlagevermögen Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
31.12.2014 angepasst 1) 694,8 1.723,0 16,0 2.433,8
Investitionen 8,4 139,4 0,0 147,8
Konsolidierungskreisänderungen 2,8 0,7 0,0 3,5
Abschreibungen -17,6 -197,6 -0,1 -215,3
Zuschreibungen 0,0 8,7 0,0 8,7
Veräußerungen 0,0 -6,4 -1,6 -8,0
Währungsumrechung und Sonstiges 13,0 38,7 4,1 55,8
31.12.2015 701,4 1.706,5 18,4 2.426,3

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Gesamtinvestitionen 1) 2014 2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Clay Building Materials Europe 110,0 84,9 -23
Pipes & Pavers Europe 35,5 48,3 +36
North America 14,1 12,2 -14
Holding & Others 3,6 2,4 -34
Wienerberger Gruppe 163,1 147,8 -9

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

Wienerberger Value Management

Für die interne strategische Unternehmenssteuerung werden cash-orientierte Vorsteuerrentabilitäten auf allen Unternehmensebenen ermittelt, die sowohl die Wertschaffung einzelner Unternehmenseinheiten als auch der gesamten Gruppe abbilden. Wichtige Kennzahlen sind der Cashflow Return on Investment (CFROI = EBITDA operativ / durchschnittliches historisches Capital Employed zu Anschaffungskosten) und der Cash Value Added (CVA). Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Produktionsstandorte zu vergleichen. Als nachhaltiges Mindestrentabilitätsziel wurde für alle Unternehmensbereiche ein CFROI von zumindest 11,5% (= Hurdle Rate) festgelegt. Für die Berechnung des CVA wird der jeweilige Bereichs-CFROI dieser Hurdle Rate gegenübergestellt und mit dem durchschnittlichen historischen Capital Employed (CE) multipliziert. Der CVA zeigt die absolute, operative, zahlungswirksame Wertschaffung der Unternehmensbereiche.

Berechnung des Konzern-CFROI 2014
angepasst 1) 2)
2015
EBITDA operativ in Mio. € 324,7 369,7
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 2.766,2 2.580,9
Durchschnittliche kumulierte Abschreibungen in Mio. € 2.636,7 2.941,3
Durchschnittliches historisches Capital Employed in Mio. € 5.402,9 5.522,2
CFROI in % 6,0 6,7

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) 2014 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis

CFROI 2015 nach Divisionen EBITDA operativ durchschnittl.
hist. CE 1)
CFROI CVA
in Mio. € in Mio. € in % in Mio. €
Clay Building Materials Europe 249,3 3.891,6 6,4 -198,2
Pipes & Pavers Europe 107,9 767,0 14,1 19,7
North America 32,2 797,7 4,0 -59,5
Holding & Others -19,7 65,8 -30,0 -27,3
Wienerberger Gruppe 369,7 5.522,2 6,7 -265,4

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Der CFROI verbesserte sich im Jahr 2015 auf einen Wert von 6,7% (Vorjahr: 6,0%) und lag somit noch deutlich hinter der Konzernzielgröße von 11,5% zurück.

WACC nach Steuern von 7,24 %

Auf Konzernebene wird zusätzlich zum CFROI der Return on Capital Employed (ROCE) berechnet. Wir setzen dabei den Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum gesamten im Konzern durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) in Beziehung. Daraus ist ersichtlich, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns nach Steuern werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigen- und Fremdkapital erwarten. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus den Fremdfinanzierungskosten und einer Risikoprämie für die Anlage in Aktien. Der WACC nach Steuern wurde im Berichtsjahr für die Wienerberger Gruppe mit 7,24 % (Vorjahr: 7,20 %) ermittelt.

Im Jahr 2015 wurde der NOPAT von Wienerberger mit 115,3 Mio. € (Vorjahr: 73,9 Mio. €) errechnet. Der ROCE stieg auf 4,5% (Vorjahr: 2,7%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von -71,6 Mio. € (Vorjahr: -125,0 Mio. €) ergab.

Berechnung des Konzern-ROCE 2014
angepasst 1) 2)
2015
EBIT operativ in Mio. € 100,2 167,6
Ertragsteuern in Mio. € -14,3 -37,2
Bereinigte Steuern in Mio. € -11,9 -15,0
NOPAT in Mio. € 73,9 115,3
Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile in Mio. € 1.986,5 2.054,2
Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungsleasing in Mio. € 958,3 747,1
Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung in Mio. € -20,5 -18,4
Liquide Mittel und Finanzanlagevermögen in Mio. € -332,5 -213,1
Capital Employed am Stichtag in Mio. € 2.591,9 2.569,9
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 2.766,2 2.580,9
ROCE in % 2,7 4,5
Value Kennzahlen 2014
angepasst 1) 2)
2015
ROCE in % 2,7 4,5
EVA ® 3) in Mio. € -125,0 -71,6
CFROI in % 6,0 6,7
CVA in Mio. € -296,7 -265,4

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) 2014 berechnet auf pro-forma 12-Monats Basis

3) EVA® ist eine eingetragene Marke von Stern Stewart & Co.

4. Quartal 2015

Die Wienerberger Gruppe erwirtschaftete im vierten Quartal einen stabilen Konzernaußenumsatz in Höhe von 688,9 Mio. € und bestätigt damit den ebenfalls von warmer Witterung begünstigen Vorjahreswert. Trotz der Belastung aus Strukturanpassungen im Ziegel- sowie im Kunststoffrohrgeschäft konnte das EBITDA deutlich auf 76,2 Mio. € gegenüber 69,1 Mio. € im Vorjahr gesteigert werden, was einem Wachstum um 10 % im Jahresvergleich entspricht.

Nach der merklichen Abkühlung der Marktdynamik im dritten Quartal, verzeichnete die Division Clay Building Materials Europe eine starke Performance zum Jahresschluss und steigerte im vierten Quartal den Umsatz um 2 % auf 392,6 Mio. € und das operative EBITDA um 26 % auf 60,4 Mio. €. Dabei wirkte sich neben der höheren Nachfrage infolge der länger als üblich andauernden Bausaison und den laufenden Maßnahmen zur Kostenoptimierung die höhere Auslastung positiv auf die Profitabilität aus. Besonders erfreulich entwickelte sich die Ertragssituation in Osteuropa. Abgesehen von Rückgängen im von einer Rezession betroffenen russischen Markt führten deutliche Zuwächse in Bulgarien, Rumänien, Österreich, Tschechien sowie in Polen in Summe zu einer Verbesserung des operativen Ergebnisses im Segment Clay Building Materials Eastern Europe um 49 % auf 21,5 Mio. €.

In Westeuropa setzte sich die positive Ertragsentwicklung in Großbritannien und den Niederlanden fort. Wie in den Vorquartalen verzeichneten wir im wachsenden niederländischen Markt einen deutlichen Absatzanstieg, während in Großbritannien Mengenrückgänge, die aufgrund von Vorzieheffekten in der Vergleichsperiode des Vorjahres signifikant ausfielen, von einer Verbesserung der Durchschnittspreise kompensiert wurden. In Frankreich war eine merkliche Belebung der Nachfrage nach Baustoffen spürbar, während Belgien und die Schweiz das Vorjahresergebnis nicht wiederholen konnten. In Deutschland ist es uns gelungen, die Kosten für die in Umsetzung befindliche Strukturanpassung durch Mengenwachstum weitgehend auszugleichen und das operative Ergebnis zu verbessern. Insgesamt konnten wir das operative EBITDA im Segment Clay Building Materials Western Europe im Jahresvergleich um 17 % auf 38,9 Mio. € steigern.

In der Division Pipes & Pavers Europe ging der Umsatz um 5 % auf 227,1 Mio. € zurück, und das operative EBITDA sank um 20 % auf 15,9 Mio. €. Während das Ergebnis unserer Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen in Zentral-Osteuropa im vierten Quartal signifikant über dem Vergleichswert des Vorjahres lag, konnten wir in unserem Geschäft mit keramischen Abwasserrohren und mit Kunststoffrohren die Vorgaben aus dem vierten Quartal 2014 nicht wiederholen. Bei Betonflächenbefestigungen setzte sich der positive Ergebnistrend aus den ersten neun Monaten fort und wurde durch ein anhaltend starkes Projektgeschäft infolge der milden Witterung verstärkt. Auch in unserem Kunststoffrohrgeschäft ist es uns gelungen, das Ergebnis mit Zuwächsen sowohl in West- als auch in Osteuropa organisch zu steigern. Allerdings belasteten Kosten für strukturelle Anpassungen in Frankreich in Höhe von 6,9 Mio. € die Ertragsentwicklung. Darüber hinaus zeigt das Projektgeschäft mit großdimensionierten Rohren nach dem Auslaufen von Großprojekten einen Ergebnisrückgang. Die Entwicklung in unserem keramischen Rohrgeschäft war von einer Fortsetzung der bestehenden Trends geprägt. Sinkende Ausgaben für öffentliche Versorgungsnetze in Deutschland und politisch bedingte Verzögerungen bei Projektvergaben in Polen hatten einen Absatzrückgang zur Folge. Infolgedessen verzeichneten wir im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses im Jahresvergleich.

In der Division North America stieg der Umsatz im vierten Quartal um 11% auf 67,3 Mio. €, und das operative EBITDA verbesserte sich um 35 % auf 5,5 Mio. €. In unserem nordamerikanischen Ziegelgeschäft verzeichneten wir auch im Schlussquartal einen leichten Mengenanstieg und die Durchschnittspreise lagen in etwa auf dem Niveau der Vergleichsperiode des Vorjahres. Wie in den Vorquartalen ist die Ergebnisverbesserung in erster Linie auf die positiven Auswirkungen erfolgreich umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen auf die Ertragskraft und vorteilhafte Währungseffekte zurückzuführen. In unserem nordamerikanischen Kunststoffrohrgeschäft verzeichneten wir im Zuge der Umsetzung einiger Projekte einen deutlichen Zuwachs bei Absatz und operativem Ergebnis.

Außenumsatz 10-12/2014 10-12/2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Clay Building Materials Europe 384,1 392,6 +2
Clay Building Materials Eastern Europe 108,9 112,8 +4
Clay Building Materials Western Europe 275,2 279,8 +2
Pipes & Pavers Europe 239,7 227,1 -5
Pipes & Pavers Eastern Europe 105,4 95,1 -10
Pipes & Pavers Western Europe 134,3 131,9 -2
North America 60,7 67,3 +11
Holding & Others 1,4 1,9 +31
Wienerberger Gruppe 685,9 688,9 0
EBITDA operativ 10-12/2014 10-12/2015 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Clay Building Materials Europe 47,8 60,4 +26
Clay Building Materials Eastern Europe 14,4 21,5 +49
Clay Building Materials Western Europe 33,4 38,9 +17
Pipes & Pavers Europe 19,8 15,9 -20
Pipes & Pavers Eastern Europe 5,9 7,3 +23
Pipes & Pavers Western Europe 13,9 8,7 -38
North America 4,0 5,5 +35
Holding & Others -2,5 -5,6 <-100
Wienerberger Gruppe 69,1 76,2 +10

Geschäftssegmente

Clay Building Materials Europe

Die europäische Wohnbautätigkeit war im Jahr 2015 von einem insgesamt stabilen bis leicht wachsenden Marktumfeld mit regionalen Unterschieden und milden Witterungsverhältnissen geprägt. Dabei zeigten allen voran Großbritannien, die Niederlande, Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn eine positive Entwicklung des Wohnbaumarktes. Frankreich, Belgien, Italien und Russland wiesen Rückgänge auf Jahressicht auf, wobei sich in Frankreich die erwartete Stabilisierung des Marktumfelds zum Jahresende bestätigte. In Deutschland und der Schweiz lagen sowohl der Ein- und Zweifamilienwohnbau als auch der für das Dachgeschäft besonders wichtige Renovierungsmarkt leicht unter dem Vorjahresniveau. In diesem Zusammenhang wurden im dritten Quartal Maßnahmen zur Anpassung und Verlagerung von Produktionskapazitäten umgesetzt. Österreich verzeichnete eine stabile Entwicklung im Wohnungsneubau.

Die in den ersten neun Monaten beobachtete Mengenentwicklung setzte sich auch im letzten Quartal fort. Bei Vormauerziegeln mussten wir auf Jahressicht einen Mengenrückgang hinnehmen, was vorrangig auf ein schwächer als erwartetes Marktwachstum in Großbritannien zurückzuführen ist. Begünstigt durch das positive Marktumfeld in Osteuropa ist es uns gelungen, den Absatz von Hintermauerziegeln zu steigern und unsere Marktpositionen weiter auszubauen. Der deutliche Mengenzuwachs bei Dachziegeln ist vor allem dem Konsolidierungsbeitrag unserer osteuropäischen Dachziegelaktivitäten zuzuschreiben.

Insgesamt verzeichnete die Division Clay Building Materials Europe einen Umsatzanstieg um 6 % auf 1.643,0 Mio. € gegenüber der Vorjahresperiode. Trotz Kosten für Strukturanpassungen in Höhe von 10,7 Mio. € konnte das operative EBITDA im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 12 % auf 249,3 Mio. € gesteigert werden. Neben der starken operativen Entwicklung und dem Konsolidierungsbeitrag aus dem Dachgeschäft im ersten Halbjahr ist dies auch auf gesunkene Energiekosten, die Neuausrichtung des Vertriebs in einzelnen Märkten sowie laufende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Optimierung unserer Kostenstrukturen zurückzuführen.

Clay Building Materials Europe 2014
angepasst 1)
2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.550,5 1.643,0 +6
EBITDA operativ in Mio. € 222,7 249,3 +12
EBIT operativ in Mio. € 84,5 121,5 +44
Gesamtinvestitionen in Mio. € 110,0 84,9 -23
Capital Employed in Mio. € 1.712,2 1.667,7 -3
Ø Mitarbeiter 9.253 10.219 +10

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Für das Jahr 2016 gehen wir von einer Fortsetzung der stabilen bis leicht positiven Entwicklung der europäischen Wohnbautätigkeit aus. In Großbritannien, den Niederlanden, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Polen erwarten wir eine Fortsetzung der positiven Trends. Für den französischen Wohnbaumarkt zeichnen sich nach den deutlichen Rückgängen der letzten Jahre eine Trendumkehr und ein leichtes Wachstum von schwachem Niveau ab. In Belgien rechnen wir mit einem Rückgang von gutem Niveau. Während wir für Deutschland, wo sich die

Ausblick 2016

erfolgreich umgesetzten Strukturanpassungen positiv auf das Ergebnis auswirken werden, und Österreich eine stabile bis leicht positive Entwicklung des Marktumfelds erwarten, gehen wir in der Schweiz und Italien von einem Rückgang auf Jahressicht aus. In Russland ist aufgrund der Rezession die Wohnbautätigkeit weiterhin rückläufig. Für Tschechien gehen wir von einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern aus, und für die Slowakei erwarten wir eine Stabilisierung der Nachfrage. Unser Ziel ist es, schneller als der Markt zu wachsen und unsere Ertragskraft überproportional zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir auch 2016 Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostenoptimierung im Rahmen unseres abgegebenen Bekenntnisses zu Operational Excellence umsetzen und unsere Marktpositionen weiter ausbauen. Zusammen mit höheren Absatzmengen in allen Produktgruppen gehen wir im Jahr 2016 von einer deutlichen Verbesserung von Umsatz und Ergebnis aus.

Clay Building Materials Western Europe

Die Region Westeuropa war 2015 von großen Unterschieden in der regionalen Marktentwicklung gekennzeichnet. Während sich in Großbritannien und den Niederlanden der positive Markttrend wie erwartet fortsetzte, lag der Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Italien unter dem Niveau des Vorjahres. Bei insgesamt höheren Durchschnittspreisen verzeichneten wir einen Mengenrückgang bei Vormauerziegeln. Begünstigt durch das milde Wetter in weiten Teilen Europas im vierten Quartal konnte der Absatz von Hintermauerziegeln auf Jahressicht stabil gehalten werden, während wir bei Dachziegeln einen leichten Rückgang verzeichnen mussten. Dieser ist in erster Linie auf die anhaltende Schwäche in der Renovierungstätigkeit in einigen Kernmärkten zurückzuführen.

Dank der konsequenten Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragskraft sowie Preiserhöhungen über der Kosteninflation verzeichneten wir im Segment Clay Building Materials Western Europe eine Umsatzverbesserung um 2 % auf 1.170,2 Mio. € und einen Anstieg des operativen EBITDA um 7 % auf 166,7 Mio. €. Dadurch konnten wir die operative Marge von 13,6 % im Vorjahr auf 14,2 % im Berichtsjahr verbessern.

Clay Building Materials Western Europe 2014
angepasst 1)
2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.142,0 1.170,2 +2
EBITDA operativ in Mio. € 155,9 166,7 +7
EBIT operativ in Mio. € 64,7 88,7 +37
CFROI in % 5,7 6,0 -
Gesamtinvestitionen in Mio. € 58,8 63,7 +8
Capital Employed in Mio. € 1.192,9 1.176,4 -1
Ø Mitarbeiter 5.950 6.035 +1
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.977 1.984 0
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.332 1.231 -8
Absatz Dachziegel in Mio. m² 23,12 22,53 -3

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Lagebericht Geschäftssegmente

Großbritannien

Niederlande

Belgien

Deutschland und Schweiz

Der britische Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern zeigte 2015 ein schwächeres Marktwachstum als erwartet. Hohe Lagerbestände aufgrund von vorzeitig abgerufenen Mengen im letzten Quartal 2014 führten zusammen mit einer gedämpften Entwicklung der Nachfrage zu einem Absatzrückgang bei Vormauerziegeln. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und unsere wieder angelaufenen Kapazitäten im Land voll auszulasten, haben wir die Verlieferungen aus Belgien und den Niederlanden reduziert. Insgesamt ist es uns gelungen, die Durchschnittspreise deutlich zu steigern und eine Verbesserung von Umsatz und Ergebnis zu erzielen. Diese wurde zusätzlich durch positive Fremdwährungseffekte in der Berichtswährung begünstigt.

In den Niederlanden setzte sich die positive Marktdynamik auch im vierten Quartal fort und führte zu deutlichen Mengensteigerungen in allen Produktgruppen. Wir konnten dieses Marktumfeld nutzen, um Marktanteile zu gewinnen und Umsatz und Ergebnis deutlich zu steigern.

Belgien war im Jahr 2015 von einer Zurückhaltung der Nachfrage sowohl im Neubau- als auch im Renovierungsmarkt geprägt, wodurch der Absatz unter dem Niveau des Vorjahres lag. Der Rückgang der Verlieferungen nach Großbritannien wirkte sich zusätzlich nachteilig auf die Auslastung und die Produktionskosten aus. In diesem Marktumfeld ist es uns dennoch gelungen, den Produktmix weiter zu verbessern und höhere Durchschnittspreise zu erzielen. Dank interner Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostenoptimierung lagen Umsatz und Ergebnis nur leicht unter dem Vorjahreswert.

In Deutschland und der Schweiz wurden Rückgänge bei Baubeginnen für Ein- und Zweifamilienhäuser auf Jahressicht verzeichnet. Der für das Dachgeschäft besonders wichtige Renovierungsmarkt war zudem durch fehlende Förderprogramme sowie Verschiebungen von Sanierungsprojekten infolge von gesunkenen Energiepreisen belastet, was sich in rückläufigen Absatzmengen widerspiegelte. Insgesamt führten diese Entwicklungen in beiden Märkten zu Umsatz- und Ergebniseinbußen. Infolgedessen wurden im dritten Quartal in Deutschland Maßnahmen zur Anpassung und Verlagerung von Produktionskapazitäten eingeleitet. In diesem Markt liegt unser Schwerpunkt auf innovativen Produkten und Systemlösungen um unsere Marktposition im Ein- und Zweifamilienhaus zu verbessern und die Marktdurchdringung im Mehrfamilienwohnbau weiter zu erhöhen. In der Schweiz fokussieren wir uns insbesondere auf den Ausbau höherwertiger Produkte um den Produktmix zu verbessern.

Auch in Frankreich und Italien lag die Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern 2015 unter dem Vorjahresniveau. Infolgedessen verzeichneten wir in beiden Märkten Umsatz- und Ergebnisrückgänge. Die sich in Frankreich im vierten Quartal abzeichnende Belebung des Marktumfelds wirkte sich im Berichtsjahr noch nicht entscheidend auf den Geschäftsgang aus. Zusätzlich war unser Dachgeschäft in Frankreich weiterhin von einer Zurückhaltung im Renovierungsmarkt betroffen, was zu rückläufigen Absatzmengen bei Dachziegeln führte.

In Großbritannien gehen wir für 2016 von einem Anstieg der Wohnbautätigkeit und einer Verbesserung der Durchschnittspreise aus. Für die Niederlande erwarten wir eine Fortsetzung der positiven Wachstumsdynamik und steigende Absatzmengen in allen Produktgruppen. In

Ausblick 2016

Frankreich und Italien

Belgien rechnen wir trotz eines schwächeren Marktumfelds mit einem Ergebniszuwachs aufgrund von Produktmixverbesserungen und daraus folgend höheren Durchschnittspreisen. In Frankreich bestätigte die Belebung der Nachfrage zu Jahresende positive Vorlaufindikatoren, wodurch wir für 2016 ein Wachstum der Baubeginne von schwachem Niveau erwarten. Während wir in Deutschland von einer leicht positiven Entwicklung des Marktumfelds ausgehen, zeichnen sich insbesondere in Italien und der Schweiz weitere Rückgänge im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern ab. Insgesamt erwarten wir für 2016 in der Region Westeuropa ein stabiles bis leicht wachsendes Marktumfeld. Zusammen mit laufenden Maßnahmen zur Optimierung unserer Kostenstruktur und interner Prozesse sowie intensiven Vertriebsaktivitäten gehen wir für das laufende Geschäftsjahr von Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Clay Building Materials Eastern Europe

In der Region Osteuropa setzte sich die positive Marktentwicklung in unseren Kernmärkten auch im vierten Quartal 2015 fort. In diesem Umfeld ist es uns gelungen, den Absatz bei Hintermauerziegeln zu steigern und unsere Marktposition in der Region zu verbessern, während die Durchschnittspreise aufgrund des anhaltenden Preisdrucks in einzelnen regionalen Märkten unter dem Vorjahresniveau lagen. Der deutliche Mengenanstieg bei Dachziegeln ist dem Konsolidierungsbeitrag unserer osteuropäischen Dachziegelaktivitäten aus dem ersten Halbjahr zuzuschreiben. Insgesamt verzeichnete das Segment Clay Building Materials Eastern Europe im Berichtsjahr einen Umsatzanstieg um 16 % auf 472,8 Mio. € und eine deutliche Steigerung des operativen EBITDA um 24 % auf 82,6 Mio. €. Bereinigt um den Konsolidierungsbeitrag konnten wir eine stabile Umsatzentwicklung und eine deutliche Ergebnisverbesserung erwirtschaften.

Clay Building Materials Eastern Europe 2014 2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 408,5 472,8 +16
EBITDA operativ in Mio. € 66,8 82,6 +24
EBIT operativ in Mio. € 19,7 32,8 +67
CFROI in % 6,5 7,5 -
Gesamtinvestitionen in Mio. € 51,2 21,2 -59
Capital Employed in Mio. € 519,3 491,3 -5
Ø Mitarbeiter 3.303 4.184 +27
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.915 3.110 +7
Absatz Dachziegel in Mio. m² 10,98 16,82 +53

Polen

Österreich

Der Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern verzeichnete in Polen ein moderates Wachstum, was sich in höheren Absatzmengen bei Hintermauer- und Dachziegeln widerspiegelte. Aufgrund des anhaltenden Wettbewerbsdrucks konnten wir die Durchschnittspreise hingegen nicht verbessern. In Summe verzeichneten wir einen Umsatz- und Ergebnisanstieg.

Trotz einer angespannten konjunkturellen Situation und der steigenden Arbeitslosigkeit entwickelte sich der österreichische Wohnungsneubau insgesamt stabil. Begünstigt durch die milde Witterung im vierten Quartal ist es uns gelungen, den Absatz von Hintermauerziegeln zu steigern. Zudem konnten wir durch eine Verschiebung des Produktmix hin zu höherwertigen Produkten, wie dem Verfüllziegel, die Durchschnittspreise leicht verbessern. In der Folge konnten sowohl Umsatz- als auch Ergebnisverbesserungen erwirtschaftet werden.

Nach einer leichten Marktschwäche im dritten Quartal erholte sich der tschechische Wohnungsneubau, unterstützt von der milden Witterung, zu Jahresende 2015. In einem insgesamt positiven Marktumfeld konnten wir bei stabilen Durchschnittspreisen den Absatz von Hintermauerziegeln erhöhen. In dem unverändert schwierigen slowakischen Markt führten anhaltender Preisdruck und sinkender Absatz zu einem Ergebnisrückgang auf Jahressicht.

Die sich zu Jahresbeginn abzeichnende Erholung des ungarischen Wohnbaumarktes setzte sich, trotz einer leichten Abkühlung in den Sommermonaten, auch im vierten Quartal 2015 fort. Insgesamt führten höhere Durchschnittspreise und Mengensteigerungen bei Hintermauerziegeln zu Umsatz- und Ergebnisverbesserungen in der Berichtsperiode.

Rumänien und Bulgarien waren 2015 von einer positiven Entwicklung des Wohnungsneubaus von Ein- und Zweifamilienhäusern gekennzeichnet. In beiden Ländern ist es uns gelungen, den Absatz von Hintermauerziegeln deutlich zu erhöhen und infolgedessen unsere Marktpositionen weiter auszubauen. Bei verbesserten Durchschnittspreisen konnten Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert werden.

Der russische Wohnbaumarkt entwickelte sich aufgrund der anhaltenden Rezession auch im letzten Quartal rückläufig. In diesem schwierigen Umfeld mussten wir bei sinkenden Durchschnittspreisen deutliche Absatzrückgänge hinnehmen. Die daraus folgenden Umsatz- und Ergebniseinbußen wurden in der Berichtswährung zusätzlich durch die Abwertung des russischen Rubels verstärkt. Um den herausfordernden Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen, wurden Anpassungen des Schichtmodells in unserem Produktionsstandort in Moskau eingeleitet.

Unser osteuropäisches Dachziegelgeschäft, das seit 1. Juli 2014 vollkonsolidiert wird, entwickelte sich auch im vierten Quartal im Rahmen unserer Erwartungen und erwirtschaftete im Berichtsjahr eine organische Umsatz- und Ergebnisverbesserung. Die voranschreitende Integration von Tondach Gleinstätten und die Zusammenlegung der Dach- und Hintermauerziegelaktivitäten in unseren osteuropäischen Kernmärkten werden im Jahr 2016 entscheidend zur Verbesserung der Ertragskraft beitragen.

Für 2016 erwarten wir für die Region Osteuropa deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen in einem moderat wachsenden Marktumfeld. In Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn gehen wir von einer Fortsetzung der positiven Wachstumsdynamik im Wohnungsneubau von Ein- und Zweifamilienhäusern und infolgedessen von höheren Absatzmengen bei Hintermauerziegeln aus. Während wir für Tschechien eine unverändert stabile bis leicht positive Entwicklung erwarten, rechnen wir in der Slowakei mit einer Trendumkehr und einer Stabilisierung der Nachfrage. Für Österreich gehen wir von einem stabilen bis leicht positiven Marktumfeld aus, und in Russland erwarten wir einen deutlichen Marktrückgang, dessen Ausmaß aus heutiger Sicht nicht zuverlässig eingeschätzt werden kann. Insgesamt erwarten wir für die Region einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg, der neben dem Marktwachstum in Ungarn Rumänien und Bulgarien Russland Tondach Gleinstätten Ausblick 2016

Tschechien und Slowakei

unseren Kernländern auch auf internen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostenoptimierung beruht.

Pipes & Pavers Europe

In der Division Pipes & Pavers Europe entwickelte sich der Umsatz im Jahr 2015 mit 1.043,6 Mio. € stabil, und das operative EBITDA stieg um 8 % auf 107,9 Mio. €. Diese deutliche Ergebnisverbesserung ist vorrangig auf die positive Ertragsentwicklung in unserem europäischen Kunststoffrohrgeschäft zurückzuführen. Während der Umsatz in diesem Geschäftsbereich nur leicht über dem Vorjahresniveau lag, wirkte sich der deutliche Zuwachs im internationalen Projektgeschäft, das ein Rekordergebnis erzielte, sehr positiv auf den Produktmix und die Profitabilität aus. Darüber hinaus ist es uns gelungen, in den nordischen Märkten Marktanteile zu gewinnen und somit unsere führende Marktposition in dieser Region auszubauen. Wesentliche Voraussetzung für die erfreuliche Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr war unser konsequentes Management der signifikanten Verwerfungen am Rohstoffmarkt. Nach einer Angebotsverknappung von Kunststoffgranulaten und dem daraus folgenden starken Anstieg der Rohstoffpreise im ersten Halbjahr entspannte sich die Preisentwicklung mit Beendigung der Lieferengpässe im zweiten Halbjahr. Durch proaktive Maßnahmen ist es uns nicht nur erfolgreich gelungen, der volatilen Preisentwicklung zeitnah zu begegnen, sondern auch die uneingeschränkte Versorgung unserer Kunden sicherzustellen.

In unseren Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen konnten wir in einem unverändert herausfordernden Marktumfeld das operative Ergebnis bei leicht wachsendem Umsatz deutlich steigern. Neben fortlaufenden Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur, Verbesserungen im Produktmix und einer gestiegen Auslastung wirkte sich die Schärfung der Marktposition als Premium Anbieter positiv auf die Ertragskraft aus. Im Abschlussquartal konnten wir aufgrund der milden Witterung laufende Projekte ohne Einschränkungen realisieren und eine signifikante Ergebnissteigerung erzielen. In unserem Geschäft mit keramischen Abwasserrohren verzeichneten wir einen leicht steigenden Umsatz und erwirtschafteten ein moderates Mengenwachstum. Das operative Ergebnis lag aufgrund von starken Verschiebungen im geografischen Absatzmix dennoch deutlich unter dem Vorjahr. Die Auswirkung der merklichen Abkühlung öffentlicher Investitionen in Abwassernetze in den wichtigen Märkten Deutschland und Polen konnte durch das Wachstum in Tschechien, Italien, Belgien, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei sowie durch signifikant steigende Exporte in den Mittleren Osten nicht vollständig ausgeglichen werden.

Pipes & Pavers Europe 2014
angepasst 1)
2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 1.041,3 1.043,6 0
EBITDA operativ in Mio. € 100,3 107,9 +8
EBIT operativ in Mio. € 47,8 61,4 +29
Gesamtinvestitionen in Mio. € 35,5 48,3 +36
Capital Employed in Mio. € 531,6 543,7 +2
Ø Mitarbeiter 4.136 4.125 0

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Lagebericht Geschäftssegmente

Ausblick 2016

Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir in der Division Pipes & Pavers Europe eine moderate Verbesserung von Umsatz und Ergebnis. In unserem Kunststoffrohrgeschäft gehen wir in unseren nordischen Kernmärkten von einer weitgehend stabilen Nachfrage auf starkem Niveau und einem positiven Ergebnisbeitrag im niederen einstelligen Millionenbereich durch die mehrheitliche Übernahme eines Mitbewerbers in Finnland aus. Frankreich wird eine Ergebnisverbesserung infolge der in Umsetzung befindlichen Strukturanpassungen zeigen. Gleichzeitig ist nicht davon auszugehen, dass wir das Rekordergebnis im internationalen Projektgeschäft wiederholen können, da der Auftragsbestand insbesondere im Geschäft mit großdimensionierten Rohren unter dem Vorjahresniveau liegt. In Osteuropa sollte das Ergebniswachstum in Polen einen weiteren Rückgang in Russland mehr als kompensieren. In unserem keramischen Rohrgeschäft implementieren wir Preissteigerungen im Rahmen der Kosteninflation und erwarten ein stabiles operatives Ergebnis im Jahresvergleich sowie eine Fortsetzung der regionalen Markttrends. In unseren Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen bleibt der strategische Fokus auf der Verbesserung des Produktmix, der Stärkung unserer Positionierung als Premium Anbieter und konsequentem Kostenmanagement. In einem weitgehend stabilen Marktumfeld erwarten wir eine leichte Verbesserung des operativen Ergebnisses.

Pipes & Pavers Western Europe

Im Berichtssegment Pipes & Pavers Western Europe stieg der Umsatz um 3 % auf 592,7 Mio. € und das operative EBITDA verbesserte sich um 13 % auf 65,6 Mio. €. Das signifikante Ergebniswachstum ist auf die starke Entwicklung unseres Kunststoffrohrgeschäfts zurückzuführen, das den Rückgang bei keramischen Rohren überkompensierte. Neben Mengenwachstum und selektiven Marktanteilsgewinnen in einigen nordischen Märkten zeigten insbesondere unsere niederländischen und irischen Aktivitäten eine deutliche Belebung. Zudem profitierte unser internationales Projektgeschäft, das von Norwegen und den Niederlanden aus betrieben wird, von einem hohen Auftragsbestand und erwirtschaftete sowohl im Geschäft mit faserverstärkten als auch mit großdimensionierten Rohren ein Rekordergebnis. In Frankreich verzeichneten wir 2015 eine deutlich rückläufige Nachfrage. Aus diesem Grund wurden bereits im dritten Quartal Strukturanpassungen eingeleitet, die das Ergebnis im zweiten Halbjahr mit 6,9 Mio. € belasteten.

Pipes & Pavers Western Europe 2014
angepasst 1)
2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 574,3 592,7 +3
EBITDA operativ in Mio. € 58,3 65,6 +13
EBIT operativ in Mio. € 27,5 40,2 +46
CFROI in % 16,3 16,9 -
Gesamtinvestitionen in Mio. € 22,3 24,5 +10
Capital Employed in Mio. € 292,2 295,7 +1
Ø Mitarbeiter 1.768 1.757 -1

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

In unserem Geschäft mit keramischen Abwasserrohren, das von Produktionsstandorten in Deutschland und Belgien aus betrieben wird, konnten wir im Jahr 2015 den Umsatz leicht steigern und erwirtschafteten ein moderates Mengenwachstum. Das operative Ergebnis lag

aufgrund von starken Verschiebungen im geografischen Absatzmix dennoch deutlich unter dem Vorjahr. In unserem europäischen Kerngeschäft ist es uns gelungen, die Durchschnittspreise im Rahmen der Kosteninflation zu steigern. Demgegenüber konnte der Absatz das Vorjahresniveau nicht erreichen und zeigte infolge einer merklichen Abkühlung des Marktumfelds in den wichtigen Märkten Deutschland und Polen einen moderaten Rückgang. Während in Deutschland sowohl im Neubau- als auch im Renovierungsmarkt öffentliche Ausschreibungen zurückgingen, ist Polen derzeit von massiven Projektverzögerungen betroffen, da nach dem Regierungswechsel die bereits erfolgte Zuteilung von EU-Fördergeldern neu geregelt wird. Diese Entwicklung konnte durch – teilweise deutliches – Mengenwachstum in Tschechien, Italien, Belgien, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei nicht vollständig ausgeglichen werden. In Italien profitierten wir dabei weiterhin von der sukzessiven Realisierung von zuvor verschobenen Infrastrukturprojekten, und in den osteuropäischen Ländern ist eine von EU-Fördermitteln gestützte Marktbelebung zu beobachten. Die erweiterte Zusammenarbeit mit unserem lokalen Partner im Mittleren Osten führte wie angekündigt zu einem signifikanten Anstieg der Exporte in diese Region.

Ausblick 2016

Für 2016 erwarten wir im Kunststoffrohrgeschäft in unseren nordischen Kernmärkten eine unverändert gute Nachfrage auf hohem Niveau. Aus der mehrheitlichen Übernahme eines Mitbewerbers in Finnland rechnen wir mit einem Beitrag im niederen einstelligen Millionenbereich. Auch für unsere niederländischen und irischen Aktivitäten gehen wir von einem weiterhin positiven Marktumfeld aus. Zudem entfallen die Kosten für die Strukturanpassungen in Frankreich, und die daraus resultierenden Kosteneinsparungen bilden die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Demgegenüber ist im internationalen Projektgeschäft nicht von einer Wiederholung des Rekordergebnisses auszugehen, da insbesondere der Auftragsbestand für großdimensionierte Rohre deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Im Geschäft mit keramischen Rohren erwarten wir eine Fortsetzung der Markttrends aus dem Jahr 2015. In Deutschland ist unverändert von einer zurückhaltenden Ausschreibungstätigkeit öffentlicher Körperschaften auszugehen, und in Polen wird die Neuordnung der Zuteilung von EU-Fördergeldern weitere Verzögerungen bei der Realisierung von Projekten nach sich ziehen. In Italien, Belgien und den osteuropäischen Exportmärkten ist der positive Markttrend intakt. In unserem Exportgeschäft in den Mittleren Osten nimmt das Risiko von negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die öffentliche Investitionstätigkeit zu. Insgesamt erwarten wir für das Segment Pipes & Pavers Western Europe eine moderate Verbesserung des operativen Ergebnisses im Jahr 2016.

Pipes & Pavers Eastern Europe

Im Berichtssegment Pipes & Pavers Eastern Europe verzeichneten wir im Geschäft mit Betonflächenbefestigungen ein deutliches Ergebniswachstum, während unsere Kunststoffrohraktivitäten moderate Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen mussten. Infolgedessen sank der Segmentumsatz um 3 % auf 450,8 Mio. €, und das operative EBITDA entwickelte sich mit 42,3 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr stabil. Im Kunststoffrohrgeschäft zeigten die Märkte stark divergierende Entwicklungen, wobei die Ursachen insbesondere in jenen Märkten, die Rückgänge aufwiesen, verschiedenartig waren. In Russland bewirkte die tiefe Rezession einen signifikanten Einbruch bei öffentlichen Infrastrukturausgaben. Zusätzlich verstärkte die Abwertung des russischen Rubels den Ergebnisrückgang in der Berichtswährung. Demgegenüber führten in Griechenland die Staatsschuldenkrise sowie die vorgezogenen Neuwahlen zu einem vorübergehenden Stillstand bei öffentlichen und privaten Investitionen im dritten Quartal, auf den wir mit einer temporären Produktionsunterbrechung reagierten. Der Rückgang der Nachfrage in Österreich ist der stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung und Sparmaßnahmen im Staatshaushalt geschuldet. Demgegenüber profitierten wir in Polen, Tschechien, Kroatien und Rumänien von einem gesunden Marktumfeld und realisierten zudem in der Türkei einzelne Großaufträge.

Pipes & Pavers Eastern Europe 2014 2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 467,0 450,8 -3
EBITDA operativ in Mio. € 42,1 42,3 0
EBIT operativ in Mio. € 20,2 21,3 +5
CFROI in % 11,3 11,1 -
Gesamtinvestitionen in Mio. € 13,2 23,8 +80
Capital Employed in Mio. € 239,4 248,0 +4
Ø Mitarbeiter 2.368 2.368 0

Unsere Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen in Zentral-Osteuropa erwirtschafteten ein leichtes Umsatzwachstum bei stabilen Durchschnittspreisen. Dabei ist es uns durch den Ausbau des Umsatzanteils innovativer und höherwertiger Produkte gelungen, regionalen Preisdruck auszugleichen und unsere Positionierung als Premium Anbieter zu schärfen. Die deutliche Ergebnisverbesserung ist neben fortlaufenden Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur und der gestiegenen Auslastung auf die starke Ertragsentwicklung im Abschlussquartal zurückzuführen, in dem wir aufgrund der milden Witterung laufende Projekte ohne Einschränkungen realisieren konnten. Auf Jahressicht erwirtschafteten wir insbesondere in Polen, Rumänien, Österreich und Kroatien Ertragssteigerungen. Zudem ist es uns in Ungarn nicht nur gelungen, das sehr starke Vorjahresergebnis zu bestätigen, sondern dank des milden Jahresausklangs sogar zu übertreffen. Sehr zufriedenstellend verlief die Umsetzung des "Production Excellence Programs". Dieses Maßnahmenpaket ist ein wesentliches Element der fortlaufenden Kostenoptimierung und zielt auf die Verbesserung der Produktionsprozesse, die Verringerung der Ausschussrate und ein professionalisiertes Benchmarking ab.

Im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe erwarten wir für das Geschäftsjahr 2016 eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung. Im Kunststoffrohrgeschäft gehen wir für Österreich, den größten Einzelmarkt der Region, von einer stabilen Entwicklung aus, während sich in Polen der positive Trend fortsetzen sollte. In Griechenland erwarten wir nach dem Ende der massiven Marktverwerfungen infolge der politischen und finanziellen Lage eine leichte Verbesserung von sehr schwachem Niveau. In Russland rechnen wir aufgrund der Auswirkungen des tiefen Ölpreises auf den Staatshaushalt mit weiteren Mengenrückgängen. Für die übrigen Märkte der Region gehen wir in Summe von einer stabilen Entwicklung aus. Unsere Aktivitäten mit Betonflächenbefestigungen werden auch 2016 hart an einer weiteren Ergebnisverbesserung arbeiten. Da wir von einer insgesamt stabilen Nachfrageentwicklung in unseren Kernmärkten ausgehen, steht die konsequente Umsetzung der Strategie zur Ergebnissteigerung aus eigener Kraft unverändert im Vordergrund: Schärfung unserer Positionierung als Premiumanbieter und Realisierung von Marktanteilsgewinnen durch die Erhöhung des Umsatzanteils innovativer und

Ausblick 2016

Ausblick 2016

höherwertiger Produkte sowie striktes Kostenmanagement. Insgesamt erwarten wir für das Segment Pipes & Pavers Eastern Europe eine stabile Entwicklung von Umsatz und Ergebnis.

North America

In Nordamerika ist es uns gelungen, das operative Ergebnis deutlich zu steigern, obwohl die Erholung des amerikanischen Wohnungsneubaus sich im Jahr 2015 nicht entscheidend auf unser Kerngeschäft mit Vormauerziegeln auswirkte. Dies war neben einem witterungsbedingt verspäteten Start in die Bausaison auch ausbleibenden Aufholeffekten, aufgrund beschränkter Kapazitäten beim verarbeitenden Gewerbe geschuldet. In diesem herausfordernden Marktumfeld konnten wir unsere Absatzmengen bei leicht verbesserten Durchschnittspreisen auf Vorjahresniveau halten und in einzelnen Regionen Marktanteile gewinnen. Der signifikante Ergebnisanstieg ist in erster Linie auf erfolgreich umgesetzte Kostensenkungsmaßnahmen und den Verkauf eines nicht betriebsnotwendigen Grundstücks in Höhe von 12,5 Mio. € im ersten Halbjahr zurückzuführen. In Kanada konnten wir aufgrund einer gestiegenen Nachfrage in unseren relevanten Märkten Mengensteigerungen und eine Umsatz- und Ergebnisverbesserung erzielen. Unser nordamerikanisches Kunststoffrohrgeschäft zeigte 2015 eine leicht positive Entwicklung der Nachfrage, was sich in Umsatz- und Ergebniszuwächsen widerspiegelte.

Begünstigt durch vorteilhafte Fremdwährungseffekte in der Berichtswährung führten diese Entwicklungen in der Division North America zu einem deutlichen Umsatzanstieg um 17 % auf 277,5 Mio. € und zu einer signifikanten Verbesserung des operativen EBITDA von 11,2 Mio. € auf 32,2 Mio. € im Vergleich zur Vorjahresperiode.

North America 2014
angepasst 1)
2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 236,4 277,5 +17
EBITDA operativ in Mio. € 11,2 32,2 >100
EBIT operativ in Mio. € -11,2 7,7 >100
CFROI in % 1,6 4,0 -
Gesamtinvestitionen in Mio. € 14,1 12,2 -14
Capital Employed in Mio. € 345,0 364,8 +6
Ø Mitarbeiter 1.246 1.272 +2
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 369 371 0

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Für das Geschäftsjahr 2016 gehen wir von einer Fortsetzung des positiven Trends im amerikanischen Wohnungsneubau aus. In diesem Umfeld rechnen wir mit einer merklichen Belebung der Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser und einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Ziegeln. In einem weiterhin herausfordernden Preisumfeld erwarten wir eine stabile bis leicht positive Entwicklung der Durchschnittspreise auf Jahressicht. Für Kanada gehen wir von leichtem Mengenwachstum in einem stabilen Marktumfeld aus, und im Bereich Kunststoffrohre erwarten wir einen moderaten Anstieg der Nachfrage. Insgesamt gehen wir für die Division North America im Jahr 2016 von deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Holding & Others

Die Division Holding & Others umfasst neben der Konzernholding auch unsere Ziegelaktivitäten in Indien. Wienerberger ist der einzige Anbieter von industriell gefertigten Ziegeln in Indien und ist mit einem Werk im Raum Bangalore tätig. Begünstigt durch positive Fremdwährungseffekte führten höhere Absatzmengen und eine Verbesserung der Durchschnittspreise zu einem deutlichen Umsatzanstieg um 40 % auf 7,6 Mio. € im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das operative EBITDA der Division Holding & Others verschlechterte sich aufgrund von gestiegenen Holdingkosten von -17,0 Mio. € im Vorjahr auf -19,7 Mio. € in der Berichtsperiode.

Holding & Others 2014 2015 Vdg. in %
Außenumsatz in Mio. € 5,4 7,6 +40
EBITDA operativ in Mio. € -17,0 -19,7 -16
EBIT operativ in Mio. € -20,8 -23,1 -11
Gesamtinvestitionen in Mio. € 3,6 2,4 -34
Capital Employed in Mio. € 3,0 -6,3 <-100
Ø Mitarbeiter 201 197 -2

Für 2016 gehen wir in Indien von einer stabilen bis leicht positiven Marktentwicklung aus und erwarten weitere Umsatz- und Ergebnissteigerungen.

Ausblick und Ziele

Deutliches Ergebniswachstum

Für das Jahr 2016 haben wir uns erneut das Ziel gesetzt, unser operatives Konzern-EBITDA deutlich zu steigern. Unsere Prognose stützt sich auf die Einschätzung, dass sich das leichte Marktwachstum in unserem Geschäft mit Ziegeln, Dachziegeln und Kunststoffrohren weiter fortsetzt. Nur in unserem Geschäft mit keramischen Abwasserrohren erwarten wir aufgrund der Zurückhaltung bei öffentlichen Infrastrukturinvestitionen in einigen Kernmärkten ein leicht rückläufiges bis stabiles Umfeld. Bei Betonflächenbefestigungen rechnen wir mit einer stabilen Entwicklung der Nachfrage. In Summe erwarten wir eine Umsatzsteigerung am unteren Ende unseres mittelfristigen Zielkorridors von 3 - 4 %. Dieser Zielkorridor umfasst sowohl Mengenwachstum als auch eine Verbesserung der Durchschnittspreise. Dabei gehen wir davon aus, dass wir auch 2016 im Ziegelgeschäft die Kosteninflation durch entsprechende Preisanpassungen kompensieren können. Das operative Konzern-EBITDA erwarten wir bei etwa 405 Mio. €. Darin enthalten ist der Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, der sich auf etwa 15 Mio. € belaufen sollte.

Die Normalinvestitionen werden rund 140 Mio. € betragen. Diese beinhalten neben Ersatzinvestitionen auch Ausgaben für technologische Verbesserungen, für die Entwicklung von innovativen Produkten und effizienteren Produktionsprozessen sowie für die Erhöhung der Arbeitssicherheit. Unsere Wachstumsinvestitionen werden auf rund 40 Mio. € ansteigen und umfassen sowohl Werkserweiterungen, die vorrangig auf das Geschäft mit Kunststoffrohren sowie mit Betonflächenbefestigungen entfallen, als auch Akquisitionen. Den Zukauf eines Hintermauerziegelwerks in Polen und die mehrheitliche Übernahme eines Kunststoffrohrproduzenten in Finnland haben wir im laufenden Geschäftsjahr bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisbeiträge aus diesen Wachstumsinvestitionen sind im Konzern-EBITDA-Ziel enthalten. Darüber hinaus prüfen wir anhand unseres strikten Kriterienkatalogs derzeit weitere Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten.

Unser Nettozinsergebnis wird sich infolge der laufenden Optimierung unserer Finanzierungsstruktur und des vorteilhaften Zinsumfelds auf einen Aufwand von rund 35 Mio. € verbessern. Gemäß unserer mittelfristigen Zielsetzungen verringert sich der interne Maximalwert für die Entschuldungsdauer, gemessen am Verhältnis der Nettoverschuldung zum operativen EBITDA, von 2,5 auf 2,0 Jahre am Jahresende, sobald wir ein Konzern-EBITDA von über 400 Mio. € erwirtschaften. Bei planmäßiger Erfüllung unserer Zielsetzungen sollte dies im Jahr 2016 der Fall sein.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 15. Jänner haben wir ein Hintermauerziegelwerk in Polen übernommen. Ebenso haben wir per 5. Februar in Finnland den Kunststoffrohrproduzenten Talokaivo mehrheitlich übernommen.

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Geschäftsbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der Wienerberger AG verbunden.

Lagebericht Geschäftssegmente Ausblick und Ziele

Sonstige Unternehmensangaben

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Tätigkeit von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Zu den Kernaufgaben der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in all unseren Anwendungsbereichen – von energieeffizienten Bauvorhaben über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Wienerberger verfügt über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf die verschiedenen Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden diese Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden. Der zentrale F&E Aufwand ist von 17,0 Mio. € im Jahr 2014 auf 17,2 Mio. € in der Berichtsperiode leicht gestiegen, was einem Anteil am Umsatz von 0,6 % entspricht.

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion (Ziegel und keramische Rohre) beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess sowie mit der Optimierung von bautechnischen Eigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz und Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Wohn- und Wirtschaftsbau gerecht zu werden. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Als Vorreiter im Einsatz von Abfallprodukten im Rohstoffmix ist es uns bei bestimmten keramischen Rohren gelungen, bis zu 60 % keramisches Recyclingmaterial in der Produktion einzusetzen. Des Weiteren bestehen unsere Steinzeugrohre ausschließlich aus natürlichen und recyclingfähigen Rohstoffen und erfüllen damit die anspruchsvollen Kriterien der Cradle to Cradle®-Zertifizierung.

Neben der Optimierung der Produktionsprozesse stehen bei bestehenden Produkten im Kunststoffrohrsegment vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und der erhöhte Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Bei Neuproduktentwicklungen tragen wir neben diesen Kriterien auch den immer höher werdenden technischen Anforderungen an Kunststoffrohre und Formstücke Rechnung und entwickeln Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitbarkeit der Produkte auf der Baustelle ermöglichen. Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung. Weitere Informationen zu unseren Produktinnovationen entnehmen Sie bitte dem Kapitel Produktmanagement (Seite 31 bis 33).

F&E als strategischer Schwerpunkt

Teil der Unternehmensstrategie

Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeit ist bei Wienerberger in die Unternehmensstrategie eingebettet und ein fixer Bestandteil der gelebten Unternehmenskultur. Dies findet sich in allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens wieder. Meilensteine sind insbesondere die Unterzeichnung der Sozialcharta im Jahr 2001, das Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex im Jahr 2002, der Beitritt zum UN Global Compact im Jahr 2003 oder die Mitwirkung bei der Gründung des österreichischen UN Global Compact Netzwerkes respACT Austria im Jahr 2006.

Um die bestehenden Prozesse zu optimieren, haben wir im Gesamtunternehmen feste Strukturen für das Nachhaltigkeitsmanagement verankert sowie die Zuständigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit in einem Organisationshandbuch festgehalten. Das Organisationshandbuch dient als Vorgabe für Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten in unserem Nachhaltigkeitsmanagement und soll die effiziente Umsetzung der Ziele und Maßnahmen durch die einheitliche Vorgehensweise in der gesamten Gruppe sicherstellen.

Für die Wienerberger Nachhaltigkeitsstrategie und die Festlegung der Ziele, Fristen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes ist ein Sustainability Steering Committee (SSC) zuständig, das sich regelmäßig abstimmt. Als internationale Koordinationsstelle fungiert die Stabstelle Sustainability Management unter der Leitung des Corporate Sustainability Officers (CSO). Dieser übernimmt die gruppenweite Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG. Daneben gibt es in jeder Business Unit einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der für die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich ist und den Fortschritt der Entwicklungen an den CSO berichtet. Dadurch wird der Verantwortungs- und Einflussbereich bei der Integration unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den jeweiligen Business Units verstärkt.

Das gruppenweite Datenmanagement wurde durch die Etablierung des Sustainability Group Reporting (SGR), das für die Konsolidierung aller Nachhaltigkeitskennzahlen auf Gruppenebene verantwortlich ist, neu aufgestellt. Diese werden je nach Anforderung monatlich, quartalsweise oder jährlich von den einzelnen Business Units eingeholt und dienen als Basis für weitere strategische Entscheidungen.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger Gruppe stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. So erfüllen alle Wienerberger Nachhaltigkeitsberichte den Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Der Fokus der Berichte liegt auf ökologischen und sozialen Aspekten unserer Tätigkeiten sowie auf zukünftigen Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiter, Produktion, Produkte und gesellschaftliche Verantwortung. Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm stellt der Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiges Steuerungsinstrument für Wienerberger dar, um langfristige Ziele zu erreichen.

Die überarbeiteten und aktuellen Richtlinien nach GRI G4 Core verlangen, dass die berichtenden Unternehmen ihre Berichterstattung verstärkt auf jene Themen ausrichten, die für sie und auch für ihre Stakeholder von wesentlicher Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2014 eine umfassende interne und externe Stakeholder-Befragung mithilfe unabhängiger Experten durchgeführt und eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt. Diese beleuchtete mögliche ökologische, soziale, ethische, regionale bzw. volkswirtschaftliche Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Relevanz und stellt die Grundlage für das neue Wienerberger Nachhaltigkeitsprogramm – die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 – dar.

Die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 beschreibt, welche Nachhaltigkeitsziele der Wienerberger Konzern bis 2020 verfolgt. Sie enthält sowohl gruppenweite Ziele als auch Ziele für die einzelnen Business Units sowie konkrete, verbindliche Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse abgeleitet wurden. Die Roadmap ist eine bewusste Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der ökologischen, sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Performance von Wienerberger. Die Ergebnisse wurden im Nachhaltigkeitsbericht 2014, der im September 2015 veröffentlicht wurde, vorgestellt.

Sustainability Roadmap 2020 Wienerberger Aktie mit Kurszuwachs von 49,3 % im Jahr 2015

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Die Wienerberger Aktie konnte im Jahr 2015 um fast die Hälfte zulegen und zählte damit zu den entwicklungsstärksten Titeln im Wiener Leitindex ATX. Nach einem flachen Kursverlauf im Jahr 2014 startete die Aktie mit einem Kurs von 11,45 € in das Berichtsjahr 2015. Beflügelt durch die gute Geschäftsentwicklung und einen vorsichtig optimistischen Ausblick für das Gesamtjahr stieg die Aktie beinahe durchgehend auf ihr Jahreshoch von 17,83 € im Oktober. Nach einem leichten Rückgang zu Jahresende schloss die Wienerberger Aktie bei 17,09 € und mit einem kräftigen Wertzuwachs von 49,3 %. Damit blieb die Jahresperformance deutlich vor dem ATX (+11,0 %) und der Kursentwicklung von Vergleichsunternehmen (+12,0 %).

Im breiter gefassten ATX Prime stieg sowohl der Geldumsatz als auch das Stückvolumen (jeweils in Doppelzählung) im Vergleich zum Vorjahr um 22 % bzw. 28 %. Insgesamt führte die höhere Liquidität zu einem Anstieg des marktbreiteren ATX Prime um 12,9 %.

Auch die Wienerberger Aktie konnte eine äußerst positive Volumensentwicklung aufweisen und verzeichnete aufgrund der starken Jahresperformance ein um 63 % höheres Stückvolumen und einen Anstieg des Geldumsatzes um 107 % auf 1.878,8 Mio. € (in Doppelzählung). Bei einem Umsatz von 124,4 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit einem Faktor von 0,5 umgeschlagen. Der außerbörsliche Umsatz am Wiener Markt betrug 158,2 Mio. € (in Einfachzählung) gegenüber 93,0 Mio. € im Jahr davor und stieg damit um 70 %.

2014 Vdg. in %
>100
0,03 0,35 >100
0,15 0,20 +33
1,15 1,16 0
12,89 13,37 +4
13,98 17,83 +28
9,01 11,45 +27
11,45 17,09 +49
-8,0 57,5 -
-5,2 36,9 -
-6,6 55,1 -
116.017 116.956 +1
1.345,1 2.008,5 +49
3,7 7,5 >100
angepasst 1)
-2,26
2015
0,31

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen

3) Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, exklusive Hybridkapital

4) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

5) in Doppelzählung

Unter Berücksichtigung der prognostizierten Geschäftsentwicklung schlägt der Vorstand der 147. o. Hauptversammlung am 12. Mai 2016 vor, eine Dividende von 20 Eurocent je Aktie auszuschütten, was einer Erhöhung um 33 % im Jahresvergleich entspricht. Mit 23,4 Mio. € beträgt die Dividendenauszahlung 20 % vom Free Cash Flow nach Berücksichtigung der Kuponzahlung auf das Hybridkapital.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien) im Prime Market der Wiener Börse. Es existieren keine Vorzugs- oder Namensaktien und keine Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "one share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. In den USA wird die Wienerberger AG über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 2.008,5 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 3 % zum Jahresende 2015 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100 % im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht von bedeutenden Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Seit 19. September 2012 hält Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada mehr als 5 % der Wienerberger Aktien. Mehr als 4 % der Wienerberger Aktien halten seit 9. April 2014 Marathon Asset Management LLP mit Sitz in Großbritannien und seit 16. April 2015 TIAA mit Sitz in den USA. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4 % liegen nicht vor. Der Bestand eigener Anteile beläuft sich auf 570.289 Stück oder 0,5 % der begebenen Aktien.

Wienerberger weist eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur auf. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2016 kommt die Mehrheit der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum: Nordamerika (42 %) sowie Großbritannien (18 %). Mit 85 % ist die Mehrheit der Wienerberger Aktien im Besitz von institutionellen Anlegern, während rund 12 % von privaten Anlegern gehalten werden. Eine Analyse der unterschiedlichen Anlagestrategien institutioneller Anleger zeigt, dass wertorientierte Investoren mit einem Anteil von knapp 45 % dominieren, gefolgt von GARP- und wachstumsorientierten Investoren (22 % bzw. 17 %).

Investor Relations

Durch umfassende Investor Relations Aktivitäten bemühen wir uns um nachhaltige Beziehungen und einen laufenden Austausch mit Investoren, Analysten und Banken. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. Zu diesem Zweck hat Wienerberger auch im Jahr 2015 zahlreiche Roadshows durchgeführt, Investorenevents veranstaltet und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen. Der Vorstand und das Investor Relations Team informierten im abgelaufenen Jahr mehr als 700 Investoren und Analysten aus aller Welt persönlich oder in Conference Calls über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die Beobachtung durch eine Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die Visibilität der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Per März 2016 wird Wienerberger von 14 Analysten gecovert.

Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten

In der 145. o. Hauptversammlung vom 16. Mai 2014 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 17,6 Mio. € (15 % des Grundkapitals) durch die Ausgabe von bis zu 17,6 Mio. neuen Stückaktien für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen. Unter besonderen Voraussetzungen kann das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden. Dabei darf die Anzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 5.876.338 (5 % des Grundkapitals) nicht überschreiten.

Zudem wurde der Vorstand ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zu erwerben sowie rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen. Da Wienerberger bereits 0,5 % der begebenen Aktien zurückgekauft hat, verbleiben gemäß derzeit geltender rechtlicher Bestimmungen 9,5 % für einen allfälligen Rückkauf.

Change of Control Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmens- und Hybridanleihen sowie in den syndizierten Krediten und Darlehen enthalten. Weitere Angaben zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf sind im Konzernanhang unter Anmerkung 26 ("Konzerneigenkapital") ab Seite 169 enthalten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, hat sich unser Risikomanagement das Ziel gesetzt, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgen. Einmal jährlich wird die aus der Vorperiode vorliegende Risikoerhebung durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die wesentlichsten Risiken einer detaillierten Analyse und Bewertung unterzogen. Zu diesen zählen: Markt-, Produktions- und Preisrisiken, finanzielle Risiken, Beschaffungsrisiken und rechtliche Risiken. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken des Wienerberger Konzerns findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 196.

2015 haben wir gemeinsam mit externen Experten die bestehenden Strukturen zur Erhebung, Bewertung und Steuerung von Risiken auf deren Zweckmäßigkeit und Angemessenheit geprüft und den Risikomanagementprozess weiterentwickelt. Alle Änderungen werden nach einer Einführungsphase im Jahr 2015 im laufenden Geschäftsjahr voll umgesetzt. In einem ersten Schritt wurden bereits im Berichtsjahr interne Befragungen und Follow-Up Workshops zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Senior Management, den verantwortlichen Business Unit Managern und Corporate Service Leitern durchgeführt. Die erhobenen Risiken wurden anschließend entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb, zugeteilt sowie zwischen strategischen und operativen Themenbereichen unterschieden. Die Risikobewertung soll anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Free Cash Flow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 5 - 10 Jahren durchgeführt werden. Um das Risikomanagement an aktuelle Markt- und Geschäftsentwicklungen anzupassen wird ein unterjähriges Update der wesentlichsten Risiken vorgenommen.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem (IKS). Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen wiederkehrenden und externen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Spekulationen außerhalb des operativen Geschäfts sind unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch teilweise von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine geringe Zahl der identifizierten Risiken betrifft externe Risiken, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Risiken werden nur im operativen Geschäft eingegangen

Internes Kontrollsystem

Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren bzw. zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikations- und Überwachungsfunktion.

Das IKS besteht aus systematisch gestalteten Maßnahmen und Prozessen, die sich in folgende Teilbereiche gliedern:

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung über einen Horizont von vier Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpits eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Softwaretool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden mit externen Wirtschaftsprüfern das ERP Berechtigungskonzept überarbeitet, Berechtigungskonflikte identifiziert sowie behoben und entsprechende Kontrollberichte entwickelt. Eingebettet in das Audit Cockpit dienen diese durch klare Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbereiche der Risikominimierung im ERP Kontrollumfeld.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von mindestens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des IKS sowie operative Prozesse auf Risikoneigung und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem Business Unit Management, dem Konzernvorstand und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche Bilanzierungsund Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2015 kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Wesentliches Element des IKS ist ein jährlicher Planungsprozess

Konzernabschluss

KONZERNABSCHLUSS

Inhalt

130 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
131 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
132 Konzern-Cashflow Statement
133 Konzernbilanz
134 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
136 Konzernanhang
136 Allgemeine Erläuterungen
136 Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses (1)
136 Einbezogene Unternehmen (2)
137 Erwerbe und Veräußerungen (3)
138 Konsolidierungsmethoden (4)
138 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (5)
138 Annahmen und Schätzungen (6)
139 Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen (7)
142 Auswirkungen neuer und geänderter Standards (8)
145 Geschäftssegmente (9)
148 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
148 Materialaufwand (10)
148 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen (11)
149 Personalaufwand (12)
150 Mitarbeiter (13)
150 Sonstige betriebliche Aufwendungen (14)
151 Sonstige betriebliche Erträge (15)
151 Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren (16)
152 Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis (17)
153 Ertragsteuern (18)
154 Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung (19)
155 Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
156 Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement
156 Cashflow aus Investitionstätigkeit (20)
157 Erläuterungen zur Konzernbilanz
157 Anlagevermögen (21)
166 Finanzanlagen (22)
166 Vorräte (23)
167 Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte (24)
168 Sonstige Forderungen (25)
169 Konzerneigenkapital (26)
171 Rückstellungen (27)
172 Leistungen an Arbeitnehmer (28)
177 Latente Steuern (29)
178 Verbindlichkeiten (30)
180 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse (31)
181 Finanzinstrumente (32)
183 Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting (33)
185 Angaben zu Finanzinstrumenten (34)
189 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
195 Währungsumrechnung (35)
196 Risikobericht
203 Sonstige Angaben 203 Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (36)
204 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (37)
205 Erklärung des Vorstands

Bestätigungsvermerk

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anmerkung 2015
in TEUR
2014
angepasst
in TEUR
(9) Umsatzerlöse 2.972.357 2.834.472
(10-12, 14-16) Herstellkosten -2.027.802 -1.983.753
Bruttoergebnis vom Umsatz 944.555 850.719
(10-12, 14-16) Vertriebskosten -577.196 -548.063
(10-12, 14-16) Verwaltungskosten -182.655 -171.132
(11, 15, 16) Sonstige betriebliche Erträge:
(11) Wertaufholung von Vermögenswerten 8.681 0
Übrige 47.339 37.071
(11, 14, 16) Sonstige betriebliche Aufwendungen:
(11) Wertminderungen von Vermögenswerten -13.133 -102.617
(11) Firmenwertabschreibungen 0 -162.696
Übrige -64.469 -68.352
Betriebsergebnis 163.122 -165.070
(2) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 4.019 -2.760
(17) Zinsertrag 6.802 8.118
(17) Zinsaufwand -49.089 -61.060
(17) Sonstiges Finanzergebnis -17.834 5.465
Finanzergebnis -56.102 -50.237
Ergebnis vor Ertragsteuern 107.020 -215.307
(18) Ertragsteuern -37.205 -14.343
Ergebnis nach Ertragsteuern 69.815 -229.650
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile 775 -462
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 36.540 -261.688
(19)
(19) Ergebnis je Aktie (in EUR)
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR)
0,31
0,31
-2,26
-2,26

Konzernabschluss Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Anmerkung 2015
in TEUR
2014
angepasst
in TEUR
Ergebnis nach Ertragsteuern 69.815 -229.650
(26, 35)
Währungsumrechnung
46.824 18.642
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 26 -38
(24, 26)
Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente
-1.677 606
Veränderung Hedging Rücklage
(26)
-1.822 -15.215
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
(26, 28)
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
43.351
-6.953
3.995
-19.319
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
-20 -22
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Sonstiges Gesamtergebnis
-6.973
36.378
-19.341
-15.346
Gesamtergebnis nach Steuern
106.193 -244.996
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile 848 -685
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500

Konzern-Cashflow Statement

2014
Anmerkung 2015
in TEUR
angepasst
in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 107.020 -215.307
(11) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 201.214 203.324
(11) Firmenwertabschreibungen 0 162.696
(11) Wertminderungen von Vermögenswerten und andere Bewertungseffekte 39.519 134.818
(11) Wertaufholung von Vermögenswerten -8.681 0
(27- 28) Veränderungen langfristiger Rückstellungen 17 -5.996
(2) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -4.019 2.760
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -19.125 -34.987
(17) Zinsergebnis 42.287 52.942
Gezahlte Zinsen -45.806 -60.110
Erhaltene Zinsen 5.071 5.848
Gezahlte Ertragsteuern -23.002 -15.894
Cashflow aus dem Ergebnis 294.495 230.094
Veränderungen Vorräte -57.316 -6.531
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20.165 -1.543
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -14.857 8.808
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 17.836 -15.355
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 260.323 215.473
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 23.949 24.863
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -147.789 -127.459
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -14 -4
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
1.580 3.401
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte -14.230 12.003
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 0 -12.476
(20) Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 1.198 50
Cashflow aus Investitionstätigkeit -135.306 -99.622
Einzahlungen aus der Aufnahme von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 92.485 15.581
Auszahlungen aus der Tilgung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten -351.162 -309.618
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten 60.731 67.941
Auszahlungen aus der Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten -9.641 -48.415
(26) Gezahlte Dividende Wienerberger AG -17.543 -13.808
(26) Gezahlter Hybridkupon -20.916 -44.085
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen 0 -2.852
(26) Geldbeschaffungskosten Hybridkapital Wienerberger AG 0 -2.336
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -246.046 -337.592
Veränderung der Zahlungsmittel
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel
-121.029
712
-221.741
246
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 275.195 496.690
Zahlungsmittel am Ende der Periode 154.878 275.195

Konzernabschluss Konzern-Cashflow Statement Konzernbilanz

Konzernbilanz

Anmerkung 31.12.2015
in TEUR
31.12.2014
angepasst
in TEUR
(21) Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte
701.425 694.812
(21) Sachanlagen 1.614.874 1.646.275
(21) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 91.613 76.683
(22) Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 11.371 8.925
(22, 25) Übrige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 11.779 12.257
(29) Latente Steuern 18.492 36.160
Langfristiges Vermögen 2.449.554 2.475.112
(23) Vorräte 753.271 701.398
(24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 202.767 221.070
(25) Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 12.195 14.331
(25) Sonstige kurzfristige Forderungen 60.551 81.959
(24, 33, 34) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 58.426 61.910
(20) Zahlungsmittel 154.878 275.195
Kurzfristiges Vermögen 1.242.088 1.355.863
Summe Aktiva 3.691.642 3.830.975
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.086.026 1.086.025
Hybridkapital 490.560 490.560
Gewinnrücklagen 546.754 516.173
Übrige Rücklagen -199.889 -236.194
Eigene Anteile -4.862 -4.862
Beherrschende Anteile 2.036.116 1.969.229
Nicht beherrschende Anteile 18.103 17.256
(26) Eigenkapital 2.054.219 1.986.485
(29) Latente Steuern 84.336 90.423
(28) Personalrückstellungen 160.575 151.670
(27) Sonstige langfristige Rückstellungen 71.783 60.285
(30, 32, 34) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 507.530 556.521
(30) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 4.343 3.742
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 828.567 862.641
(27) Kurzfristige Rückstellungen 57.916 41.561
(30) Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern 11.698 8.184
(30, 32, 33, 34) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 239.890 402.085
(30) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 276.316 285.844
(30) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 223.036 244.175
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 808.856 981.849

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2013 117.527 1.083.973 492.896 803.254
Ergebnis nach Ertragsteuern -229.188
(26, 35) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis -229.188
(26) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -57.893
(26) Veränderung Hybridkapital -2.336
(26) Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -1.676
(26) Veränderung eigener Anteile 3.728
Stand 31.12.2014 angepasst 117.527 1.086.025 490.560 516.173
Ergebnis nach Ertragsteuern 69.040
(26, 35) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
Veränderung Hedging Rücklage
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis 69.040
(26) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -38.459
(26) Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile 1

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Konzernabschluss Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Übrige Rücklagen
Versicherungs
mathematische
Gewinne/Verluste
AfS
Rücklage 1)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
-46.277 1.299 58.215 -234.308 -24.324 2.252.255 1.911 2.254.166
-229.188 -462 -229.650
18.745 18.745 -103 18.642
-38 -38 -38
-15.215 -15.215 -15.215
-19.221 606 -18.615 -120 -18.735
-19.221 606 -15.215 18.707 -244.311
-57.893
-685 -244.996
-57.893
-2.336 -2.336
-1.676 16.030 14.354
19.462 23.190 23.190
-65.498 1.905 43.000 -215.601 -4.862 1.969.229
69.040
17.256
775
1.986.485
69.815
46.606 46.606 218 46.824
26 26 26
-1.822 -1.822 -1.822
-6.828 -1.677 -8.505 -145 -8.650
-6.828 -1.677 -1.822 46.632 105.345
-38.459
848 106.193
-38.459
1 -1 0

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRSs) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2015 vom IASB verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet. Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft. Der konsolidierte Konzernabschluss wurde vom Vorstand der Wienerberger AG am 23. Februar 2016 zur Veröffentlichung freigegeben.

Der Jahresabschluss wurde prinzipiell auf der Grundlage fortgeführter Anschaffungs- und Herstellungskosten zum Stichtag aufgestellt. Eine Ausnahme davon bilden zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Derivate) und zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt nach dem Konzept temporärer Differenzen und wird an jedem Bilanzstichtag neu evaluiert. Ferner werden leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) bewertet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren dargestellt, wobei eine Überleitung der Gesamtkosten im Anhang erfolgt.

Die Darstellung des vorliegenden Konzernabschlusses erfolgt in tausend Euro, Resultate der Sensitivitätsanalyse im Zusammenhang mit IAS 36 und Angaben im Risikobericht teilweise in Millionen Euro.

2. Einbezogene Unternehmen Eine Übersicht über die vollkonsolidierten Tochterunternehmen, at-equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen, auf welche ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird, sowie Beteiligungen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert werden, befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen sowie der at-equity bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Einbezogene Unternehmen Voll
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2014 154 3
Wechsel Einbeziehungsart 1 0
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -8 0
im Berichtsjahr ausgeschieden -1 0
Stand 31.12.2015 146 3
davon ausländische Unternehmen 123 3
davon inländische Unternehmen 23 0

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2015 waren inklusive der Wienerberger AG 23 (Vorjahr: 25) Tochterunternehmen im Inland und 123 (Vorjahr: 129) im Ausland einbezogen, die von der Wienerberger AG beherrscht wurden. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, entkonsolidiert. Beherrschung ist nach IFRS 10 dann gegeben, wenn Wienerberger die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen hat und in weiterer Folge diese dazu nutzen kann, die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens zu bestimmen. Im Berichtsjahr wurden 10 (Vorjahr: 15) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich sind.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der Konzernabschluss der Wienerberger AG umfasst zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs zwei (Vorjahr: 2) Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und eine (Vorjahr: 1) Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Schlagmann Poroton GmbH & Co KG und Silike keramika, spol. s.r.o. sind gemäß den Kriterien des IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren, da die Führung dieser Unternehmen gemeinschaftlich mit einem gleichberechtigten Partner erfolgt. Wienerberger hält jeweils 50 % der Anteile an den beiden Joint Ventures. Die Ergebnisse der Tondach Gleinstätten Gruppe sind im ersten Halbjahr der Vergleichsperiode at-equity dargestellt und werden seit Übernahme der Kontrolle Anfang Juli 2014 voll in den Konzernabschluss einbezogen. Folgende Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der Gemeinschaftsunternehmen ergeben:

in TEUR 2015 2014
Umsatzerlöse 37.993 67.797
EBITDA operativ 7.986 8.281
EBIT operativ 5.931 2.112
Ergebnis nach Ertragsteuern 4.019 -1.775
Gesamtergebnis nach Steuern 3.999 -1.970
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2015 31.12.2014 in TEUR 31.12.2015 31.12.2014
Langfristiges Vermögen 18.416 21.822 Eigenkapital 11.371 8.924
Kurzfristiges Vermögen 18.202 14.196 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 3.498 3.284
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 21.749 23.810

Da die Ergebnisbeiträge sowie Bilanzsummen des assoziierten Unternehmens Fornaci Giuliane S.r.l. für die Wienerberger Gruppe unwesentlich sind, unterbleibt eine detaillierte Aufgliederung der anteiligen Werte.

3. Erwerbe und Veräußerungen Die zuvor unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesene nicht konsolidierte Steinzeug Keramo s.r.o. wurde mit Juli 2015 erstmalig vollkonsolidiert.Die vollkonsolidierte Zeslawice Sp.z.o.o. wurde am 22. Juli 2015 veräußert und entkonsolidiert. Aus dieser Transaktion wurde ein Veräußerungsertrag von 1.580 TEUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Im Jänner 2015 wurde die nicht konsolidierte General Shale Finance S.à.r.l. liquidiert. Mit Stichtag 1.1.2015 wurden die vollkonsolidierten Gesellschaften Wienerberger cihelna Jezernice, spol. s r. o., Wienerberger cihelna Hodonín, spol. s.r. o. und Wienerberger Bohemia cihelny, spol. s r. o. auf ihre Muttergesellschaft, Wienerberger cihlarsky prumysl, a. s., fusioniert. Ferner kam es im dritten Quartal 2015 zur Fusion der nicht konsolidierten Wienerberger Beteiligungs GmbH, Deutschland, mit der

Wienerberger GmbH sowie der vollkonsolidierten AB Pipelife Lietuva in die Pipelife Eesti AS. Mit 1. Oktober 2015 wurde die ebenfalls vollkonsolidierte Wienerberger Beteiligungs GmbH, Österreich, in die Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH verschmolzen. Am selben Tag kam es zu einer Verschmelzung der Wienerberger ZZ Holding GmbH, die zuvor vollkonsolidiert wurde, mit der Wienerberger West European Holding GmbH. Die Quality Plastics Sales Limited (in Liquidation) und die Dromalour Plastics Limited, beides vollkonsolidierte Gesellschaften, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr liquidiert. Zudem kam es im Dezember zur Liquidation der nicht konsolidierten EUCOSO Sp. z o.o.

Im ersten Halbjahr 2015 erfolgte eine Anpassung der Aufteilung des Kaufpreises für erworbene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Anfang Juli 2014 erworbenen Tondach Gruppe. Der Firmenwert erhöhte sich dadurch um 2.763 TEUR, was im Wesentlichen auf die Neuberechnung von Garantierückstellungen zurückzuführen ist.

4. Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden im Erwerbszeitpunkt die übertragenen Gegenleistungen dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögensgegenstände, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren erzielbaren Wert abgeschrieben. Werden Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anlassbezogenen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe Anmerkung 5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und Anmerkung 21. Anlagevermögen).

Alle Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten die gleichen Konsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Vollkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, welche die Basis für den vorliegenden Konzernabschluss darstellen, wurden unverändert zur Vorperiode angewandt und um neue, ab dem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendende IFRS (siehe Anmerkung 8. Auswirkungen neuer und geänderter Standards) ergänzt. Eine detaillierte Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wird ab Seite 189 angeführt.

6. Annahmen und Schätzungen Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden müssen, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Detaillierte Angaben zu den verwendeten Parametern sind unter Anmerkung 28. Leistungen an Arbeitnehmer angegeben. Eine Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt ebendort.

Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern werden auf Seite 190 angegeben.

Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und langfristiger Diskontierungszinssätze unter Berücksichtigung der länderspezifischen Inflationsraten.

Zur Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind Annahmen bezüglich des künftigen zu versteuernden Ergebnisses und des Zeitpunkts der Realisierung der aktiven latenten Steuern zu treffen. Da jedoch die zukünftigen Geschäftsentwicklungen unsicher sind und teilweise von der Wienerberger Gruppe nicht beeinflusst werden können, ist die Bewertung der latenten Steuern mit Unsicherheiten verbunden.

Die Wienerberger Gruppe gewährt unterschiedliche Arten von Produktgarantien in Abhängigkeit von Produktsegment und Marktgegebenheiten. Die Bilanzierung von Rückstellungen für Produktgarantien ist grundsätzlich mit Einschätzungen hinsichtlich der Schadenshäufigkeit und Schadenshöhe verbunden. Diese Einschätzungen basieren auf historischen Aufzeichnungen über die Häufigkeit und Höhe von Garantiefällen sowie der bestmöglichen Einschätzung der erwarteten Leistungen aus Garantiefällen durch das Management. Die Rückstellungen werden regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise. Um den Einfluss veränderter makroökonomischer Parameter bei der Planungsrechnung auf die Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, wurde eine Sensitivitätsanalyse gerechnet, welche unter Anmerkung 21. Anlagevermögen näher erläutert wird.

7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen Die Wienerberger AG wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr einer Prüfung ohne besonderen Anlass durch die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) nach § 2 Abs. 1 Z 2 RL-KG (Rechnungslegungs-Kontrollgesetz) unterzogen. Gegenstand der Prüfung waren die Halbjahresabschlüsse zum 30.6.2014 und zum 30.6.2015 sowie der Jahresabschluss 2014.

Das Prüfverfahren ist noch nicht abgeschlossen, da der Bescheid noch nicht eingegangen ist. Es wird eine Bestätigung der vorläufigen Ergebnisse erwartet, die nachfolgend erläutert werden.

IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten

Im Geschäftsjahr 2014 hat die Wienerberger AG die Anzahl der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units - CGUs), auf deren Basis die Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Wertminderung überprüft wurden, von 59 auf 15 reduziert. Gemäß einer Interpretation von IAS 36.12 (f) wird eine derartige Zusammenlegung von CGUs zu Gruppen von CGUs als Anhaltspunkt für eine Wertminderung betrachtet, was die Durchführung einer Werthaltigkeitsprüfung der einzelnen CGUs vor deren Aggregation erforderlich macht. Gemäß IAS 36.72 hätte sich unter Beibehaltung der im Geschäftsjahr 2013 angewendeten CGU Struktur ein zusätzlicher Wertminderungsbedarf von Firmenwerten von insgesamt 55.772 TEUR ergeben. Davon entfallen 30.987 TEUR auf den Firmenwert in Deutschland und 17.612 TEUR auf den Firmenwert in Frankreich in der CGU Bricks and Roof Western Europe West im Segment Clay Building Materials Western Europe. In der CGU Bricks North America wäre ein zusätzlicher Wertminderungsbedarf des Firmenwerts von 7.173 TEUR in den USA ermittelt worden.

Des Weiteren hätte in der CGU Pipes Pipelife West ein Wertminderungsbedarf von 1.932 TEUR auf die Marke Pipelife in Frankreich im Segment Pipes & Pavers Western Europe erfasst werden müssen.

Der Bilanzposten Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte der Wienerberger AG wurde dadurch im Konzernabschluss zum 31.12.2014 um 58.373 TEUR und das Betriebsergebnis um 57.704 TEUR zu hoch ausgewiesen.

IAS 12 Latente Steuern

Aktive latente Steuern werden gemäß IAS 12.35 in Verbindung mit IAS 12.36 bei Vorliegen einer Verlusthistorie nur in dem Maße angesetzt, in welchem ausreichende zu versteuernde temporäre Differenzen bestehen oder soweit überzeugende substanzielle Hinweise dafür vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird. Für latente Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von 1.973 TEUR konnte die Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern nicht ausreichend nachgewiesen werden, wodurch der Steueraufwand des Jahres 2014 um diesen Betrag zu gering ausgewiesen wurde. Es erfolgte eine rückwirkende Anpassung des Ergebnisses nach Ertragsteuern.

Des Weiteren wurde IAS 12.74 rückwirkend in vollem Umfang angewandt, indem die bilanzielle Saldierung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden in Höhe von 22.030 TEUR nachträglich vorgenommen wurde.

Der Bilanzposten Aktive latente Steuern wurde daher zum 31.12.2014 insgesamt um 24.003 TEUR und der Bilanzposten Passive latente Steuern um 22.030 TEUR zu hoch ausgewiesen. Das Ergebnis nach Ertragssteuern und das Eigenkapital wurden dadurch um jeweils 1.973 TEUR zu hoch berichtet.

IAS 7 Geldflussrechnung

Gemäß IAS 7.33 sind Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzuordnen. Aus diesem Grund hat Wienerberger die zuvor im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umgegliedert und die Vergleichsperiode entsprechend angepasst.

Des Weiteren hat Wienerberger gemäß IAS 7.21 die Veränderungen der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, die zuvor saldiert dargestellt wurden, in ihre Hauptgruppen der Bruttoeinzahlungen und Bruttoauszahlungen aufgegliedert. Die Vergleichsperiode wurde entsprechend angepasst.

Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen von Nicht-Fondspositionen wurden im Konzern-Cashflow Statement der Berichtsperiode den Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Veränderungen von Vorräten sowie des Netto-Umlaufvermögens und den Veränderungen langfristiger Rückstellungen zugeordnet. Die Vergleichsperiode wurde entsprechend angepasst.

In Summe wurden der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zum 31.12.2014 um 3.401 TEUR zu hoch und der Cashflow aus der Investitionstätigkeit um denselben Betrag zu niedrig ausgewiesen. Der Cashflow aus dem Ergebnis wurde um 4.564 TEUR zu niedrig ausgewiesen.

Folgende Tabellen stellen die Anpassungen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz dar:

in TEUR 2014 angepasst Anpassung 2014 berichtet
Umsatzerlöse 2.834.472 0 2.834.472
EBITDA operativ 317.197 0 317.197
EBIT -165.070 -57.704 -107.366
Ergebnis nach Ertragsteuern -229.650 -59.677 -169.973
Ergebnis je Aktie (in EUR) -2,26 -0,52 -1,74
in TEUR 2014 angepasst Anpassung 2014 berichtet
Aktiva
Langfristiges Vermögen 2.475.112 -82.375 2.557.487
Kurzfristiges Vermögen 1.355.863 0 1.355.863
Summe Aktiva 3.830.975 -82.375 3.913.350
Passiva
Eigenkapital 1.986.485 -60.345 2.046.830
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 862.641 -22.030 884.671
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 981.849 0 981.849
in TEUR 2014 angepasst Anpassung 2014 berichtet
Cashflow aus dem Ergebnis 230.094 4.564 225.530
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 215.473 0 215.473
Cashflow aus Investitionstätigkeit -99.622 3.401 -103.023
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -337.592 -3.401 -334.191

8. Auswirkungen neuer und geänderter Standards Folgende Tabelle enthält eine Übersicht neuer Standards und Interpretationen, die zum Bilanzstichtag vom IASB veröffentlicht wurden.

Standards/Interpretationen Veröffentlichung
durch das IASB
Verpflichtender
Erstanwendungs
zeitpunkt
IFRS 10, IFRS 12
und IAS 28
Konsolidierung von Investmentgesellschaften Dezember 2014 1.1.2016
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Initiative zu Angaben Dezember 2014 1.1.2016 1)
IFRS 10,
IAS 28
Veräußerung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem
assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen - Änderungen
September 2014/
Dezember 2015
-
Verbesserungen der IFRS 2012 -2014 Zyklus September 2014 1.1.2016 1)
IAS 27 Einzelabschlüsse: Equity Methode in Einzelabschlüssen - Änderungen August 2014 1.1.2016 1)
IFRS 9 Finanzinstrumente Juli 2014 1.1.2018
IAS 16 Sachanlagen: Änderungen zu Fruchttragenden Pflanzen Juni 2014 1.1.2016 1)
IAS 41 Landwirtschaft: Änderungen zu Fruchttragenden Pflanzen Juni 2014 1.1.2016 1)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen: Bilanzierung von Erwerben an
gemeinschaftlichen Tätigkeiten
Mai 2014 1.1.2016 1)
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler
Abschreibungsmethoden
Mai 2014 1.1.2016 1)
IAS 16 Sachanlagen: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden Mai 2014 1.1.2016 1)
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen Mai 2014/
September 2015
1.1.2018
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Jänner 2014 1.1.2016
Verbesserungen der IFRS 2010 -2012 Zyklus Dezember 2013 1.2.2015 1)
Verbesserungen der IFRS 2011 -2013 Zyklus Dezember 2013 1.1.2015 1)
IFRS 9 Finanzinstrumente: Hedge Accounting - Änderungen zu IFRS 9,
IFRS 7 und IAS 39
November 2013 1.1.2018
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer: Änderungen November 2013 1.2.2015 1)
IFRIC 21 Abgaben Mai 2013 1.7.2014 1)

1) Verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt gemäß EU Übernahmeverordnung

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die von der EU übernommen wurden

IFRIC 21 Abgaben enthält Regelungen zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben, die in keinem anderen IAS/IFRS geregelt sind und hat keine Relevanz für den Wienerberger Konzernabschluss.

In den Änderungen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer wird klargestellt, unter welchen Bedingungen Mitarbeiterbeiträge als Reduktion des Dienstzeitaufwandes behandelt werden können. Die ergänzende Erläuterung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Der Verbesserungszyklus der IFRS 2010 – 2012 umfasst Ergänzungen zu IFRS 8 Geschäftssegmente: Klarstellung zu den Angaben in Bezug auf die Zusammenfassung von Geschäftssegmenten, IAS 16 Sachanlagen und IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung zur proportionalen Anpassung der kumulierten Abschreibungen der Neubewertungsmethode und IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen: Klarstellung der Definition eines "nahestehenden Unternehmens" hinsichtlich Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung. In folgenden Standards werden bestehende Anforderungen geändert: IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung: Ergänzung der Definition "Leistungsbedingungen" und "Dienstbedingungen" und IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Bilanzierung von bedingten Gegenleistungen zum beizulegenden Zeitwert zu jedem Berichtsstichtag. Alle Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Der Verbesserungszyklus der IFRS 2011 – 2013 beinhaltet Klarstellungen zu IFRS 1, IFRS 3 und IFRS 13. IFRS 1 stellt klar, dass zum Bilanzstichtag noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards angewendet werden können, aber nicht müssen. In IFRS 3 wird darauf hingewiesen, dass die Gründung von Joint Ventures und Joint Operations von der Anwendung ausgenommen sind. Weiters wird klargestellt, dass IFRS 3 und IAS 40 einander nicht ausschließen und ein Erwerb jedenfalls gemäß IFRS 3 zu beurteilen ist. IFRS 13 erläutert, dass die Portfoliobewertung bei allen Verträgen im Anwendungsbereich von IAS 39 möglich ist. Alle beschriebenen Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Der Verbesserungszyklus der IFRS 2012 – 2014 beinhaltet Klarstellungen zu IFRS 5 über die Klassifizierung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und zusätzliche Leitlinien zu den Angaben über die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 in Verbindung mit IAS 34. In IAS 19 wird klargestellt, dass der zur Abzinsung verwendete Zinssatz nur aus erstrangigen Unternehmens- oder Staatsanleihen abgeleitet werden darf, die auf dieselbe Währung lauten wie die zu leistenden Zahlungen. In IAS 34 Zwischenberichterstattung wird darauf hingewiesen, dass die von IAS 34 geforderten Anhangsangaben an jeglicher Stelle im Zwischenbericht gemacht werden dürfen. Die Klarstellungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Wienerberger.

Die Klarstellung zu IAS 16 und IAS 38 betreffend akzeptabler Abschreibungsmethoden umfasst das Verbot einer erlösbasierten Abschreibungsmethode für Sachanlagevermögen und die widerlegbare Annahme, dass eine derartige Abschreibungsmethode für immaterielle Vermögenswerte sachgerecht ist. Da Wienerberger eine lineare oder nutzungsbedingte Abschreibungsmethode anwendet, ist diese Klarstellung nicht relevant.

Die Änderungen zu IAS 16 und IAS 41 zu Fruchttragenden Pflanzen haben keine Relevanz für die Wienerberger Gruppe.

Die Erläuterungen zu IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen mit dem Titel Bilanzierung von Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten weisen darauf hin, dass bei Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb gemäß IFRS 3 darstellen, alle Prinzipien in Bezug auf die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen aus IFRS 3 anzuwenden sind, solange sie nicht im Widerspruch zu den Leitlinien des IFRS 11 stehen. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen zu IAS 27 betreffend Equity Methode in Einzelabschlüssen ist nicht relevant für die Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen im Rahmen der Initiative zu Angaben gemäß IAS 1 Darstellung des Abschlusses zielen darauf ab, bei Umfang und Detaillierungsgrad der Angaben verstärkt Wesentlichkeitsüberlegungen anzustellen. Diese Änderung hat keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss von Wienerberger.

Veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen, die noch nicht von der EU übernommen wurden

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten zur Bilanzierung preisregulierter Geschäftsvorfälle gilt nur für IFRS Erstanwender und wird derzeit nicht von der EU übernommen, somit hat der Standard keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der Wienerberger Gruppe.

Im November 2009 führte das Projekt, IAS 39 Finanzinstrumente durch IFRS 9 Finanzinstrumente zu ersetzen, zur ersten Veröffentlichung betreffend Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. Weitere Regelungen des IFRS 9 wurden in den Jahren 2010 und 2013 und die finale Fassung im Juli 2014 veröffentlicht. Eine wesentliche Änderung betrifft die Klassifizierung von Finanzinstrumenten in die Kategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente. Bestimmte Eigenkapitalinstrumente dürfen künftig unter gewissen Voraussetzungen zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Gesamtergebnis eingestuft werden. Des Weiteren wurden die Regelungen zu Hedge Accounting überarbeitet. Der Nachweis der Effektivität unterliegt nicht mehr der vom Standardsetter vorgegebenen Bandbreite von 80 % – 125 %, sondern kann vom Unternehmen auch qualitativ begründet werden. Der neue IFRS ist vorbehaltlich der Übernahme durch die EU in europäisches Recht erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. Wienerberger prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen wurde im Mai 2014 veröffentlich und wird IAS 18 Umsatzrealisierung, IAS 11 Fertigungsaufträge, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten an Kunden und SIC 31 Erträge von Tausch- und Werbedienstleistungen ersetzen. Somit definiert der Standard den Zeitpunkt und die Höhe der Erlösrealisierung unabhängig von unterschiedlichen Auftrags- und Leistungsarten. Um den Umsatz zu ermitteln, sieht der Standard ein fünfstufiges Prüfschema vor, nach welchem zuerst der Vertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Nach Ermittlung des Transaktionspreises und dessen Aufteilung auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen muss in Folge der Zeitpunkt der Leistung bestimmt werden, um den Umsatz realisieren zu können. Der neue Standard ist vorbehaltlich der Übernahme durch die EU in europäisches Recht erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1.1.2018 beginnen. Wienerberger prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und zu IAS 28 unter dem Titel Investmentgesellschaften klären einzelne Fragestellungen im Zusammenhang mit der Konsolidierungspflicht von Investmentgesellschaften. Es wird klargestellt, dass sie von einer Konsolidierungspflicht auch dann befreit sind, wenn sie selbst ein Tochterunternehmen sind. Weiters wird die Bewertungsmethode von Beteiligungen an Investmentgesellschaften in Abhängigkeit davon vorgegeben, ob das Mutterunternehmen selbst eine Investmentgesellschaft darstellt oder nicht. Die Änderungen, die am 1.1.2016 vorbehaltlich der Übernahme durch die EU in europäisches Recht in Kraft treten, haben keine Relevanz für die Wienerberger Gruppe.

Die Änderungen zu IFRS 10 Konzernabschlüsse und IAS 28 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen mit dem Titel Veräußerung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen sehen vor, dass Ergebniseffekte davon abhängig sind, ob ein Geschäftsbetrieb übertragen wird oder nicht. Bei Verlust der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb soll das Ergebnis vollständig erfasst werden. Der Erstanwendungszeitpunkt wurde vom IASB auf einen noch festzulegenden Zeitpunkt verschoben.

9. Geschäftssegmente Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Die Geschäftstätigkeit der Wienerberger Gruppe wird nach regionalen Kriterien gesteuert, wobei durch die Segmentierung auch den unterschiedlichen Geschäftsfeldern Rechnung getragen wird. Die Division Clay Building Materials Europe fasst Hintermauer-, Vormauer- und Dachziegelaktivitäten in den Segmenten Clay Building Materials Eastern Europe und Clay Building Materials Western Europe zusammen. Die Division Pipes & Pavers Europe beinhaltet die Aktivitäten des Kunststoffrohrproduzenten Pipelife, des Keramikrohrproduzenten Steinzeug-Keramo sowie des Produzenten für Betonflächenbefestigung Semmelrock und wird in die Segmente Pipes & Pavers Eastern Europe und Pipes & Pavers Western Europe eingeteilt. Die Geschäftsaktivitäten in Nordamerika werden zusammengefasst im Segment North America dargestellt. Das Segment Holding & Others beinhaltet hauptsächlich die Ziegelaktivitäten in Indien sowie übergeordnete Aktivitäten der Konzernzentrale.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA operativ, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, EBIT operativ, Zinsergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA operativ, EBIT operativ, EBIT, Zinsergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Ertragsteuern, Vermögen, Fremdkapital, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10 % des Umsatzes.

Der konsolidierte Umsatz stieg im Berichtsjahr um 5 % auf 2.972.357 TEUR, wobei sich Wechselkurseffekte mit 50.423 TEUR und Änderungen im Konsolidierungskreis mit 62.112 TEUR positiv auswirkten. Bereinigt um diese Effekte erhöhte sich der Umsatz organisch somit um 25.350 TEUR. Die Umsatzerlöse beinhalten Umsätze von Fertigungsaufträgen in Höhe von 28.948 TEUR (Vorjahr: 23.358 TEUR). Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 146 und 147 aufgegliedert.

Clay Building Materials Clay Building Materials Pipes & Pavers
Strategische Geschäftssegmente
in TEUR
Eastern Europe Western Europe
2014 7)
Eastern Europe
Außenumsatz 2015
472.814
2014
408.473
2015
1.170.183
1.141.997 2015
450.835
2014
467.020
Innenumsatz 1) 7.797 5.916 8.936 11.830 11.194 11.457
Umsatz gesamt 480.611 414.389 1.179.119 1.153.827 462.029 478.477
EBITDA operativ 82.639 66.827 166.652 155.855 42.280 42.070
Abschreibungen -49.802 -47.113 -77.986 -91.116 -21.003 -21.844
EBIT operativ 2) 32.837 19.714 88.666 64.739 21.277 20.226
Wertminderungen / Wertaufholungen von
Vermögenswerten
-338 -9.000 0 -65.000 -1.035 0
Firmenwertabschreibungen 0 0 0 -69.387 0 0
EBIT 32.499 10.714 88.666 -69.648 20.242 20.226
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
94 -2.575 3.925 -185 0 0
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
1.002 1.065 10.369 7.860 0 0
Zinsergebnis -11.651 -10.991 -34.268 -36.533 -9.487 -7.992
Ertragsteuern 1.846 -2.582 -33.664 -7.459 302 715
Ergebnis nach Ertragsteuern 22.679 16.405 23.579 -117.957 10.498 11.910
Fremdkapital 347.742 367.531 1.014.391 1.195.333 202.811 215.620
Capital Employed 491.323 519.304 1.176.376 1.192.916 247.951 239.416
Vermögen 767.107 765.730 1.717.761 1.741.623 375.450 392.046
Normalinvestitionen 21.219 15.498 63.707 58.793 18.334 13.106
Wachstumsinvestitionen 3) 14 35.666 0 0 5.468 82
Ø Mitarbeiter 4.184 3.303 6.035 5.950 2.368 2.368
Produkte 4)
in TEUR
Umsatz EBITDA operativ Capital Employed
Wand 5) 2015
621.511
2014
601.446
2015
69.424
2014
65.966
2015
616.334
2014 7)
652.328
Fassade 678.706 638.458 106.033 64.116 768.225 742.011
Dach 557.336 490.718 101.946 100.749 636.217 655.644
Flächenbefestigungen 130.470 129.554 15.341 13.606 119.905 118.749
Rohre 984.212 974.273 98.005 91.354 445.235 429.261
Sonstiges 122 23 -21.090 -18.594 -16.018 -6.102
Wienerberger Gruppe 2.972.357 2.834.472 369.659
317.197
Clay Building Materials
2.569.898
2.591.891
Pipes & Pavers
Umsatz
in TEUR
Clay Building Materials
Eastern Europe
Western Europe Eastern Europe
Österreich 2015
84.481
2014
69.025
2015 2014 2015
137.266
2014
138.269
Tschechien 75.352 58.848 28.672 29.099
Polen
Russland
99.734
35.561
95.837
51.100
93.221
15.724
93.443
23.515
Ungarn 33.023 25.312 44.783 49.385
Deutschland 233.127 236.446
Schweiz 64.104 63.259
Belgien
Niederlande
211.562
158.632
221.394
138.582
Frankreich 147.214 154.099
Großbritannien 287.852 256.788
Schweden 7.104 6.309
Norwegen 8.865 11.502
USA
Sonstiges 144.978 108.621 51.902 54.107 131.169 133.312
Wienerberger Gruppe 473.129 408.743 1.170.362 1.142.486 450.835 467.023

1) Innenumsatz bezeichnet den Umsatz zwischen vollkonsolidierten, at-equity bilanzierten und nicht konsolidierten Konzernunternehmen.

2) bereinigt um Wertminderungen, Firmenwertabschreibungen und Wertaufholungen

3) inklusive Investitionen in übrige Finanzanlagen

Konzernabschluss
Konzernanhang
Überleitung 6) Holding & Others 5) North America Pipes & Pavers
Wienerberger Gruppe
2014 7)
2014 7) 2014 7) 2014 7) Western Europe
2014 7)
2015 0 2015
0
5.398 2015
7.555
236.355 2015
277.523
574.266 2015
592.718
2.833.509 2.971.628 -50.957 -51.773 10.971 13.197 3.368 3.713 8.378 7.665
963 729 -50.957 -51.773 16.369 20.752 239.723 281.236 582.644 600.383
2.834.472 2.972.357 0 0 -17.039 -19.725 11.227 32.220 58.257 65.593
317.197 369.659 0 0 -3.731 -3.366 -22.438 -24.500 -30.712 -25.428
-216.954 -202.085 0 0 -20.770 -23.091 -11.211 7.720 27.545 40.165
100.243 167.574
-102.617 -4.452 0 0 -8.000 0 -14.693 48 -5.924 -3.127
0 0 -893 0 -92.416 0 0 0
-162.696
-165.070
0
163.122
0 0 -29.663 -23.091 -118.320 7.768 21.621 37.038
-2.760 4.019 0 0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0 0
8.925 11.371 0 0 33.873 29.647 -24.530 -7.629 -6.769 -8.899
-52.942 -42.287 0 0 4.606 7.716 -741 -1.937 -8.882 -11.468
-14.343 -37.205 -464.288 -91.761 454.449 78.627 -144.543 -2.983 14.374 29.176
-229.650 69.815 -1.739.836 -1.470.255 1.189.747 954.283 186.892 182.653 429.203 405.798
1.844.490 1.637.423 0 0 3.040 -6.303 345.009 364.845 292.206 295.706
2.591.891 2.569.898 -4.742.384 -4.630.356 4.499.134 4.282.327 436.510 451.355 738.316 727.998
3.830.975 3.691.642 0 0 3.412 2.356 8.739 10.726 22.281 21.328
121.829 137.670 0 0 164 0 5.384 1.486 4 3.165
41.300 10.133
14.836 15.813 0 0 201 197 1.246 1.272 1.768 1.757
Gesamtinvestitionen
2015
32.372
2014
30.582
37.006 35.872
25.197 52.646
12.244 6.354
39.172 35.217
1.812 2.458
Pipes & Pavers
Western Europe
Holding & Others 5) Wienerberger Gruppe
North America
2015 2014
304
2015 2014 2015
371
2014
321
2015 2014
222.118 207.919
104.024 87.947
192.955 189.280
51.285 74.615
44.259 49.977 77.806 74.697
277.386 286.423
81.819 76.651 64.104 63.259
108.300 94.010 293.381 298.045
65.294 72.596 266.932 232.592
12.684 10.292 212.508 226.695
83.948 78.527 300.536 267.080
109.701 103.268 91.052 84.836
250.578 213.495 118.566 114.770
86.713 88.641 26.945 22.860 7.419 5.278 250.578 213.495
449.126 412.819

4) Die zuvor dem Bereich "Sonstiges" zugeordneten Clay Building Materials Europe Holdingkosten wurden auf die Produktsegmente verteilt. Die Vorjahreswerte wurden angepasst. 5) Indien wird unter dem geografischen Segment Holding & Others, jedoch unter dem Produktsegment Wand ausgewiesen.

6) Die Überleitung beinhaltet Eliminierungen zwischen Konzerngesellschaften.

7) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

10. Materialaufwand In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2015 2014
Materialaufwand 541.810 540.731
Instandhaltungsaufwand 125.445 118.525
Handelswareneinsatz 334.576 329.819
Energieaufwand 292.624 288.498

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch Bestandsveränderungen an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von 20.761 TEUR (Vorjahr: 53.770 TEUR) erhöht. Aus Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens resultierte ein Ertrag in Höhe von 1.269 TEUR (Vorjahr: 637 TEUR).

Die Materialaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Ton, Sand, Kunststoffe, Sägespäne und weitere Zuschlagstoffe sowie Aufwendungen für den Verbrauch von Paletten und sonstigen Verpackungsmaterialien. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

11. Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagen Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 201.214 TEUR (Vorjahr: 203.324 TEUR) sowie Sonderabschreibungen in Folge von Werksstilllegungen aus vergangenen Perioden in Höhe von 871 TEUR (Vorjahr: 13.631 TEUR) enthalten. Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests (siehe Anmerkung 21. Anlagevermögen) führten zu Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten von 13.133 TEUR (Vorjahr: 101.382 TEUR) sowie Wertaufholungen von 8.681 TEUR.

Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2015 2014 1)
Laufende Abschreibungen
Sonderabschreibungen
201.214
871
203.324
13.631
Laufende Abschreibungen und Sonderabschreibungen
Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
202.085
13.133
216.955
101.382
Firmenwertabschreibungen 0 162.696
Wertminderungen gesamt
Wertaufholungen von Vermögenswerten
13.133
-8.681
264.078
0
Laufende Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen 206.537 481.033

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

12. Personalaufwand In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2015 2014
Löhne 305.936 280.119
Gehälter 263.345 240.305
Leihpersonal (permanent) 16.652 11.828
Aufwendungen aus langfristigen Vergütungsprogrammen 3.061 2.856
Aufwendungen für Abfertigungen (inkl. freiwillige Abfertigungen) 16.237 4.672
Aufwendungen für Altersversorgung 15.321 13.728
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 121.183 112.587
Sonstige Sozialaufwendungen 15.133 13.030

An die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2015 fixe Gehaltsbestandteile in Höhe von 1.248 TEUR (Vorjahr: 1.220 TEUR) ausbezahlt. Ferner erwarb der Vorstand Ansprüche in Höhe von 2.908 TEUR aus variablen Gehaltsbestandteilen. Darin enthalten sind Aufwendungen für eine langfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.248 TEUR (Vorjahr: 1.220 TEUR), welche in Abhängigkeit des Erreichens von Zielvorgaben über zwei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt werden. Ferner sind im Berichtsjahr Aufwendungen von 412 TEUR für eine zusätzliche variable Vergütungskomponente enthalten, die bei Erreichen der finanziellen Ziele im Jahr 2018 ausbezahlt wird. Für im Berichtsjahr tätige Vorstandsmitglieder wurden 519 TEUR (Vorjahr: 511 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) verbucht. Für Abfertigungsansprüche wurde eine Rückstellung in Höhe von 193 TEUR (Vorjahr: 299 TEUR) dotiert. An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 853 TEUR (Vorjahr: 854 TEUR) geleistet.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014 Bezüge von insgesamt 447 TEUR (Vorjahr: 429 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt. Der Anspruch des Berichtsjahres beläuft sich auf 528 TEUR.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

13. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2015 2014
Mitarbeiter in Werken 10.696 10.015
Mitarbeiter in Verwaltung 1.404 1.315
Mitarbeiter im Vertrieb 3.713 3.506
Gesamte Mitarbeiter im Konzern 15.813 14.836
davon Lehrlinge 94 96

Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Änderungen im Konsolidierungskreis.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR 2015 2014
Transportaufwendungen für Zustellungen 189.945 183.174
Aufwendungen für Dienstleistungen 116.015 109.377
Aufwendungen für interne Transporte 47.421 49.417
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing 39.025 37.905
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 25.877 24.613
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen 6.330 4.089
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen 1.599 2.239
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 1.824 1.620
Übrige 162.645 143.901
Sonstige betriebliche Aufwendungen 590.681 556.335

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 151 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Rechts- und sonstige Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.819 TEUR (Vorjahr: 1.825 TEUR), 136 TEUR (Vorjahr: 351 TEUR) für Bestätigungsleistungen, 72 TEUR (Vorjahr: 89 TEUR) für Steuerberatungsleistungen und 242 TEUR (Vorjahr: 281 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Patent- und Markenrechte, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Im Jahr 2015 betrug der Forschungs- und Entwicklungsaufwand 17.238 TEUR (Vorjahr: 16.982 TEUR).

15. Sonstige betriebliche Erträge In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Erträge enthalten:

in TEUR 2015 2014
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 20.949 13.309
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 4.588 4.684
Erträge aus Zuschüssen 1.708 2.159
Erträge aus Versicherungsansprüchen 400 789
Übrige 31.153 26.716
Sonstige betriebliche Erträge 58.798 47.657

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

16. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen sowie um aktivierte Eigenleistungen und anteilige Bauzeitzinsen korrigiert. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

2015
in TEUR
Fracht Material Handels Zu- und
Abschrei
Energie Personal Sonstige Sonstige
Herstellkosten aufwand
0
aufwand
667.829
wareneinsatz
334.476
bungen
161.686
aufwand
285.051
aufwand
448.444
Erträge
-3.725
Aufwände
134.041
Gesamt
Vertriebskosten 189.945 18.918 100 7.683 4.013 193.169 -2.230 165.598 2.027.802
Verwaltungskosten 0 0 0 9.704 949 115.255 -5.504 62.251 577.196
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 36.145 2.611 0 0 38.846 182.655
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 -8.681 0 0 -47.339 0 77.602
-56.020
2014 1)
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen 1)
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 693.846 328.869 161.588 280.188 394.788 -4.533 129.007
Vertriebskosten 183.174 18.543 950 7.578 4.848 176.443 -1.017 157.544 1.983.753
548.063
Verwaltungskosten 0 0 0 9.504 1.017 107.894 -5.036 57.753
Sonstige betriebliche
Aufwendungen 1)
0 0 0 302.363 2.445 0 0 28.857 171.132
333.665
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -37.071 0 -37.071

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

17. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis Das Zinsergebnis und sonstige Finanzergebnis setzt sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2015
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 6.802 6.012 0 775 15
Zinsaufwand -45.095 0 -42.977 0 -2.118
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-3.994
Zinsergebnis
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden)
-42.287
367
6.012
0
-42.977
0
775
367
-2.103
0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen -655 0 0 -655 0
Beteiligungserträge
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten
-288
910
0
0
0
0
-288
910
0
0
Marktbewertung Derivate -7.809 -7.809
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -817 -763 0 -54 0
Kursdifferenzen -7.283
Nettoergebnis
Bankspesen
-14.999
-2.547
-763 0 856 -7.809
Sonstiges Finanzergebnis -17.834 -763 0 568 -7.809
2014
in TEUR
Kredite und FLAC 1) AfS 2)
Zinsertrag Gesamt
8.118
Forderungen
6.384
0 1.132 Derivate
602
Zinsaufwand -57.155 0 -55.447 0 -1.708
Nettozinsergebnis aus leistungsorientierten Pensions- und
Abfertigungsverpflichtungen
-3.905
Zinsergebnis
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden)
-52.942
131
6.384
0
-55.447
0
1.132
131
-1.106
0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen -27 0 0 -27 0
Beteiligungserträge
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten
104
-99
0
0
0
0
104
-99
0
0
Ergebnis aus dem Abgang von Gemeinschaftsunternehmen 27.081
Marktbewertung Derivate -1.780 -1.780
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -1.672 -1.493 0 -179 0
Kursdifferenzen -14.302
Nettoergebnis
Bankspesen
9.228
-3.867
-1.493 0 -278 -1.780
Sonstiges Finanzergebnis 5.465 -1.493 0 -174 -1.780

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Konzernabschluss Konzernanhang

Der Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten lieferte ein Ergebnis von 910 TEUR (Vorjahr: -99 TEUR). In der Kategorie Kredite und Forderungen wurden Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 763 TEUR (Vorjahr: 1.493 TEUR) abgewertet. In der Kategorie zur Veräußerung verfügbare Finanz-instrumente wurden zudem Wertminderungen in Höhe von 54 TEUR (Vorjahr: 179 TEUR) erfolgswirksam erfasst, da bei den betroffenen finanziellen Vermögenswerten von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Die Marktbewertung von Derivaten lieferte so wie im Vorjahr einen negativen Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von 7.809 TEUR (Vorjahr: 1.780 TEUR). Im Vorjahr löste die Übernahme der restlichen 50 % der Anteile an der Tondach Gruppe und die damit verbundene Veränderung des Konsolidierungskreises einen Netto-Bewertungseffekt der zuvor ausgewiesenen at-equity Beteiligung in Höhe von 23.286 TEUR aus. Darin enthalten war insbesondere die Umgliederung kumulierter Währungsumrechnungsdifferenzen aus dem sonstigen Gesamtergebnis von -3.781 TEUR.

18. Ertragsteuern Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

in TEUR 2015 2014 1)
Laufender Steueraufwand 33.860 19.938
Latenter Steueraufwand/-ertrag 3.345 -5.595
Ertragsteuern 37.205 14.343

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2015 gültigen österreichischen Körperschaftssteuersatz von 25 % (Vorjahr: 25 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2015 2014 1)
Ergebnis vor Ertragsteuern 107.020 -215.307
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25 % -26.755 53.827
Abweichende ausländische Steuersätze 9.685 22.813
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden -692 1.334
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 1.195 -727
Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern -11.835 -174.465
Nicht-temporäre Differenzen -8.545 83.402
Steuersatzänderungen -258 -527
Effektivsteuerbelastung
Effektivsteuersatz in %
-37.205
34,8 %
-14.343
-6,7 %

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern gültig oder angekündigt sind. In Österreich wird ein Körperschaftsteuersatz von 25 % zugrunde gelegt. Bei den ausländischen Gesellschaften werden die latenten Steuern auf Basis der entsprechenden länderspezifischen Steuersätze berechnet. Sie liegen im Geschäftsjahr 2015 zwischen 0 % und 39 %.

Steuersatzänderungen führten in der Berichtsperiode zu einem latenten Steueraufwand von 258 TEUR (Vorjahr: 527 TEUR).

19. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2015 wurden 570.289 (Vorjahr: 570.289) eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 116.956.475 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2015. Die gegenüber dem Vorjahr veränderte gewichtete Aktienanzahl resultiert aus der Verwendung eigener Aktien für die Übernahme der restlichen 50 % an der Tondach Gruppe in 2014.

in Stück 2015 2014
Ausgegebene Aktien 117.526.764 117.526.764
Eigene Aktien 570.289 570.289
Gewichtete Aktien 116.956.475 116.017.333

Das Ergebnis je Aktie von 0,31 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis, das den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen ist, errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von 0,31 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2015.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2015 die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 23.512.965,77 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 23.512.965,77 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764,00 EUR eine Dividende in Höhe von 0,20 EUR je Aktie, das sind 23.505.352,80 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 114.057,80 EUR somit 23.391.295,00 EUR auszuschütten und den Restgewinn von 121.670,77 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet. Dieses umfasst insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderen langfristigen Mitarbeitervergütungen, die Veränderung der Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen.

Im Berichtsjahr resultierten positive Differenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 46.850 TEUR (Vorjahr: 18.604 TEUR) vorwiegend aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund. Zuvor in der Währungsrücklage ausgewiesene Differenzen in Höhe von 122 TEUR (Vorjahr: 14.499 TEUR) wurden umgegliedert und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Während der Berichtsperiode wurden Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von -1.677 TEUR (Vorjahr: Gewinne in Höhe von 606 TEUR) erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten reduzierte die Hedging Rücklage nach Steuern um insgesamt -1.822 TEUR (Vorjahr: -15.215 TEUR). Davon entfielen -7.572 TEUR (Vorjahr: -2.957 TEUR) auf die Absicherung von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und 5.750 TEUR (Vorjahr: -12.258 TEUR) auf die Absicherung zukünftiger Transaktionen (Cashflow Hedges). Im Berichtsjahr wurden zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfasste Marktwertänderungen von Cashflow Hedges in Höhe von -5.290 TEUR (Vorjahr: 949 TEUR) sowie von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten in Höhe von 833 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Ineffektive Teile von 495 TEUR wurden im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Infolge des Jahresergebnisses nach Steuern von 69.815 TEUR (Vorjahr: -229.650 TEUR) resultierte aus dem Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum somit eine Erhöhung des Eigenkapitals von insgesamt 106.193 TEUR (Vorjahr: -244.996 TEUR).

Für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen und anderer ähnlicher Verpflichtungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses (IAS 19) wurden aktive latente Steuern in Höhe von 1.038 TEUR (Vorjahr: 6.442 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis berücksichtigt. Ferner wurden auf zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus der Währungsumrechnung von Konzerndarlehen in Fremdwährung resultieren, passive latente Steuern in Höhe von 6.434 TEUR und auf abzugsfähige temporäre Differenzen aus Absicherungen von Investitionen in ausländische Teilbetriebe aktive latente Steuern von 434 TEUR angesetzt.

Erläuterungen zum Konzern-Cashflow Statement

Das Konzern-Cashflow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

20. Cashflow aus Investitionstätigkeit Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten resultieren Ausgaben in Höhe von 147.789 TEUR (Vorjahr: 127.459 TEUR). Davon entfallen 137.670 TEUR (Vorjahr: 121.829 TEUR) auf Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung enthalten. Für Akquisitionen, Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen (Wachstumsinvestitionen) wurden insgesamt 10.119 TEUR (Vorjahr: 18.106 TEUR) aufgewendet. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 14 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR) getätigt.

Zugänge im Anlagevermögen in Höhe von 1.982 TEUR (Vorjahr: 2.418 TEUR) sind nicht zahlungswirksam, da sie aus der Aktivierung von Rekultivierungsverpflichtungen von Tongruben resultieren.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 23.949 TEUR (Vorjahr: 24.863 TEUR) und beinhalten neben Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten auch den Verkauf von Finanzanlagen. Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Netto-Gewinne in Höhe von 19.125 TEUR (Vorjahr: 11.701 TEUR). Die Position Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen beinhalteten im Vorjahr zusätzlich den Gewinn aus der Neubewertung des vor Erstkonsolidierung bilanzierten at-equity Gemeinschaftsunternehmens Tondach in Höhe von 23.286 TEUR. Aus Unternehmensveräußerungen wurden Netto-Einzahlungen in Höhe von 1.198 TEUR (Vorjahr: 50 TEUR) erzielt.

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2015 2014
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 147.789 127.459
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 0 12.476
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 14 4
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 147.803 139.939
Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung 137.670 121.829
Normalinvestitionen 137.670 121.829
Auszahlungen für Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen 10.119 5.630
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 0 12.476
Wachstumsinvestitionen 10.119 18.106
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 14 4
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 10.133 18.110

Erläuterungen zur Konzernbilanz

21. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 164 und 165 dargestellt. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units - CGUs) werden bei Wienerberger Werke gesehen, die nach Divisionen und Regionen zusammengefasst werden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, Firmenwerte und Marken, die nicht planmäßig abgeschrieben werden, sind mindestens einmal jährlich gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin zu untersuchen (Impairment Test), für welchen sie den CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet werden. Da der im Berichtssegment Holding & Others ausgewiesene Firmenwert von 141 TEUR (Vorjahr: 141 TEUR) einzelnen CGUs nicht zugeordnet werden kann, wird dieser auf Gruppenebene getestet.

Firmenwerte Marken
in TEUR 2015 2014 1) 2015 2014 1)
Clay Building Materials Eastern Europe 51.246 48.288 11.622 11.622
Clay Building Materials Western Europe 300.973 295.557 4.412 4.050
Pipes & Pavers Eastern Europe 17.039 17.035 13.891 13.891
Pipes & Pavers Western Europe 43.771 44.047 28.123 28.123
North America 94.425 86.534 2.536 2.536
Holding & Others 141 141 0 0

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen erworbenen Kundenstamm in Höhe von 92.741 TEUR (Vorjahr: 101.675 TEUR), erworbene Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 60.584 TEUR (Vorjahr: 60.222 TEUR) sowie Patente und Konzessionen. Im Berichtsjahr wurden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 602 TEUR (Vorjahr: 537 TEUR) aktiviert.

Die Integration der Tondach Gruppe in das Ziegel- und Dachgeschäft der Business Unit Clay Building Materials Europe erforderte im Berichtsjahr eine Anpassung der Gruppierung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Anzahl der CGU-Gruppen hat sich demzufolge von 15 im Vorjahr auf 12 im Berichtsjahr verringert.

Das Ziegelgeschäft in Westeuropa wird durch Werke charakterisiert, die mittlerweile ganze Regionen anstatt einzelner Länder bedienen. Insbesondere bei der Herstellung von Dach- und Vormauerziegeln erfolgt eine Optimierung der Produktion und des Produktportfolios für eine gesamte Region, was sich in einer deutlich gestiegenen Umsatztätigkeit über Landesgrenzen hinweg zeigt. Dies umfasst auch die Optimierung des Werksnetzes im Hintermauerbereich, wenngleich eine Verlieferung dieser Produkte in der Regel nur über kürzere Distanzen effizient ist im Unterschied zu jener von Dach- und Vormauerziegeln. Grenznahe Werke in Deutschland und Frankreich können jedenfalls einen Großteil des Benelux-Raums mitabdecken. Die Ausnahmen in der Region bilden Italien, das bislang noch nicht in diese Optimierung eingebunden wurde, sowie Finnland und die baltischen Staaten, die für Exportmärkte in Osteuropa und Russland produzieren, jedoch in die Organisation Westeuropa eingebunden sind.

Das Segment Clay Building Materials Eastern Europe besteht aus den zwei CGU-Gruppen Bricks and Roof Eastern Europe sowie CGU Bricks Russia. Die CGU-Gruppe Bricks and Roof Eastern Europe ist durch grenzüberschreitendes Geschäft der Region und eine zunehmende Integration des Ziegel- und Dachgeschäfts charakterisiert und wird durch einheitliches Management für den Ziegel- und Dachziegelbereich geführt. Die CGU Bricks Russia hingegen ist als eigenständige Einheit zu betrachten, die nur eingeschränkte Lieferbeziehungen mit den restlichen CGUs Zentral-Osteuropas aufweist.

Im Segment Pipes & Pavers Europe werden die CGU-Gruppen Pipes Pipelife West, Pipes Pipelife East, Pipes Steinzeug und Pavers Semmelrock unterschieden. Das europäische Kunststoffrohrgeschäft weist einen hohen Anteil an Lieferungen zwischen den Landesgesellschaften, insbesondere bei Zubehör (Fittings) auf, das in den Niederlanden für den westeuropäischen Markt und in Polen für den osteuropäischen Markt erzeugt wird. Obwohl bei Flächenbefestigungen aus Beton eine Lieferung über längere Distanzen nur beschränkt möglich ist, werden bei Semmelrock die in der Produktion verwendeten Formen zwischen den einzelnen Produktionsstandorten im Rahmen einer überregionalen Strategie und Produktentwicklung ausgetauscht.

Im Segment North America wird nach Produktgruppen in Bricks North America für das nordamerikanische Ziegelgeschäft und Pipes Pipelife North America für das Kunststoffrohrgeschäft unterschieden.

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Buchwerte der den CGUs zugerechneten Firmen- und betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden mit dem erzielbaren Betrag verglichen und wenn nötig auf den niedrigeren errechneten Nutzungswert oder den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgeschrieben. Grundsätzlich werden die Nutzungswerte einer CGU-Gruppe mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt, indem die Zahlungsströme mit einem durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkostensatz (WACC) nach Steuern abgezinst werden, um deren Barwert zu ermitteln.

Für die Ermittlung des Nutzungswerts wird der Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet. Die Umrechnung der Nutzungswerte erfolgt mit dem Stichtagskurs. Für die Wienerberger Gruppe wurde bei den Werthaltigkeitstests ein WACC nach Steuern von 7,24 % (Vorjahr: 7,20 %) verwendet, wobei für sämtliche Märkte außerhalb der Eurozone mit Ausnahme von Bosnien-Herzegowina davon abweichende spezifische Kapitalkostensätze herangezogen wurden. Für die Eurozone wurde ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 7,28 % (Vorjahr: 7,21 %) errechnet. Sämtliche Kapitalkostensätze wurden gemäß den Vorgaben von IAS 36 in einen WACC vor Steuern übergeleitet. Für die Werthaltigkeitstests wurden zusammengefasst folgende Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern und Wachstumsraten verwendet:

Vorsteuer -
Gesamtkapitalkostensatz
Wachstumsrate
in % 2015 2014 2015 2014
Bricks and Roof Eastern Europe 9,96 9,18 2,65 2,79
Bricks Russia 15,57 18,10 1,36 2,00
Clay Building Materials Eastern Europe
Bricks and Roof Western Europe West 9,26 9,58 1,84 1,82
Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics 8,13 8,23 2,04 2,71
Bricks Italy 9,49 8,64 1,11 1,05
Clay Building Materials Western Europe
Pavers Semmelrock 9,90 8,96 2,69 3,31
Pipes Pipelife East 10,31 9,57 2,38 2,39
Pipes & Pavers Eastern Europe
Pipes Steinzeug 9,92 10,15 1,50 1,28
Pipes Pipelife West 8,71 8,34 2,23 2,26
Pipes & Pavers Western Europe
Bricks North America 10,05 9,59 2,41 2,49
Pipes Pipelife North America 10,23 9,67 2,47 2,56
North America
Bricks India
12,60 15,78 7,62 6,72
Holding & Others
Wienerberger Gruppe 9,55 9,43 2,16 2,25

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung des Top-Managements für den Planungshorizont 2016 – 2019, wie sie vom Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt wurden. Die Planung beinhaltet keine Ergebnispotenziale aus strategischen Wachstumsinvestitionen wie möglichen Unternehmensakquisitionen. Geplante kleinere Wachstums- und Erweiterungsinvestitionen, die einzelne Produktionslinien betreffen, werden bei der Ermittlung der Nutzungswerte gemeinsam mit deren Ergebnisbeiträgen eliminiert.

Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess in Form von Korrekturen berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung von vier Detailplanungsperioden (2016 – 2019), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Diesen ewigen Zahlungsströmen wird ein länderspezifisches Wachstum unterstellt, welches sich aus externen Quellen ableitet (IMF, Oktober 2015, World Economic Outlook Database). Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen. In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um Stresstests erweitert.

Der wesentliche Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt-, Mengen- und Preisentwicklungen. Die Nutzungswertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern und internationalen Organisationen sowie Erfahrungswerten des Managements. Die Einschätzung der Kostenstrukturen erfolgt dabei überwiegend durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten, wobei auch makroökonomische Prognosen für die wichtigsten Produktionsfaktoren, wie Energiepreise, Preise für Kunststoffgranulate, Lohn- und Gehaltstrends und dergleichen, einbezogen werden.

Aufgrund eines hohen Kapitalkostensatzes sowie erwarteter starker Umsatz- und Ergebnisrückgänge in Russland resultierte aus den zum Halbjahr 2015 durchgeführten Werthaltigkeitstests gemäß IAS 36 ein Wertminderungsbedarf bei Sachanlagen im Ausmaß von insgesamt 10.006 TEUR, der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten ist. Davon entfielen 8.971 TEUR auf die Cash Generating Unit Bricks Russia im operativen Geschäftssegment Clay Building Materials Eastern Europe und 1.035 TEUR auf Anlagen und Maschinen des Werks für Kunstoffrohre in Russland im operativen Geschäftssegment Pipes & Pavers Eastern Europe. Aufgrund der besser als zum Halbjahr erwarteten Ergebnisentwicklung der CGU Bricks Russia während des restlichen Geschäftsjahres sowie des stabilen Ausblicks auf Basis der Mittelfristplanung verbunden mit dem niedrigeren Gesamtkapitalkostensatz vor Steuern von 15,57 % wurde eine Aufwertung der verbliebenen Sachanlagen in Höhe von 8.633 TEUR vorgenommen und im sonstigen Ertrag ausgewiesen. Der nach Zuschreibung der Sachanlagen ermittelte Nutzungswert der CGU Bricks Russia belief sich somit auf 47 MEUR.

Die im Dezember auf Basis der aktuellsten genehmigten Mittelfristplanung für die Perioden 2016 – 2019 durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests ergaben einen Abwertungsbedarf von Sachanlagen in Höhe von 3.127 TEUR in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Pipes Pipelife West in Frankreich. Der beizulegenden Zeitwert einzelner Maschinen und Anlagen des Werks für Kunststoffrohre wurde auf Basis von Gutachten und Wiederbeschaffungspreisen, die am Markt verfügbar sind, ermittelt und betrug 7 MEUR.

Die erzielbaren Beträge (recoverable amounts) der CGUs, die mit den angegebenen Parametern ermittelt wurden, sind in der anschließenden Tabelle zusammengefasst dargestellt:

Recoverable Amount
in MEUR 2015 2014
Clay Building Materials Eastern Europe 927 885
Clay Building Materials Western Europe 2.405 1.757
Pipes & Pavers Eastern Europe 481 420
Pipes & Pavers Western Europe 902 620
North America 575 448
Holdings & Others 19 9
Recoverable amount Wienerberger Gruppe 5.309 4.139

Zudem wurden die Werthaltigkeitstests um Stresstests ergänzt, indem die wesentlichen Parameter WACC und Wachstumsrate im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse einzeln und gemeinsam verändert wurden. Folgende Tabelle fasst die Resultate dieser Stresstests zusammen und zeigt ein Wertminderungsrisiko der Firmenwerte und anderer Vermögenswerte unter Anhebung des WACC nach Steuern und niedrigerer Wachstumsraten.

Wertminderungsrisiko WACC + 50 BP Wachstumsrate
halbiert
WACC + 50 BP
Wachstumsrate
halbiert
WACC + 50 BP
Wachstumsrate Null
in MEUR 2015 2014 1) 2015 2014 1) 2015 2014 1) 2015 2014 1)
Bricks and Roof Eastern Europe 0 0 0 11 0 23 0 42
Bricks Russia 0 7 0 7 0 9 2 10
Clay Building Materials Eastern Europe
Bricks and Roof Western Europe West
0
0
7
0
0
0
18
0
0
0
32
0
2
0
52
0
Bricks and Roof Western Europe Finland and Baltics 0 0 0 0 0 0 0 0
Bricks Italy 2 3 1 3 4 5 5 7
Clay Building Materials Western Europe 2 3 1 3 4 5 5 7
Pavers Semmelrock 0 0 0 4 0 12 0 26
Pipes Pipelife East 0 0 0 0 0 0 0 0
Pipes & Pavers Eastern Europe 0 0 0 4 0 12 0 26
Pipes Steinzeug 0 0 0 0 0 0 0 0
Pipes Pipelife West 0 0 0 0 0 0 0 0
Pipes & Pavers Western Europe 0 0 0 0 0 0 0 0
Bricks North America 9 30 25 62 52 87 83 125
Pipes Pipelife North America 0 0 0 0 0 0 0 0
North America
Bricks India
9
0
30
1
25
0
62
2
52
0
87
3
83
1
125
4
Holdings & Others 0 1 0 2 0 3 1 4
Wienerberger Gruppe 11 41 26 89 56 139 91 214

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 404.148 TEUR (Vorjahr: 396.577 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2015 Bauzeitzinsen und Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung in Höhe von 1 TEUR angefallen (Vorjahr: 86 TEUR). Zum Stichtag bestanden Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe von 13.561 TEUR.

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing nur noch vereinzelt Finanzierungsleasing in Anspruch. Alle wesentlichen Finanzierungsleasingverträge sind ausgelaufen oder durch Ausübung der Kaufoptionen beendet worden. Zum Bilanzstichtag sind noch Buchwerte in Höhe von 53 TEUR (Vorjahr: 218 TEUR) vorhanden, die in der Kategorie Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen werden.

in TEUR 2015 2014
Anschaffungskosten 264 226
Abschreibungen (kumuliert) 211 8
Buchwert 53 218

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2015 2014
Im folgenden Jahr 33.264 31.974
In den folgenden zwei bis fünf Jahren 70.836 67.360
Über fünf Jahre 24.611 31.145

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 39.025 TEUR (Vorjahr: 37.905 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 91.613 TEUR (Vorjahr: 76.683 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Transaktionen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte werden gemäß IFRS 13 der Stufe 2 der Bewertungshierarchie zugeordnet und mit 151.766 TEUR (Vorjahr: 133.537 TEUR) angenommen. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 3.745 TEUR (Vorjahr: 2.114 TEUR). Aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die während des Geschäftsjahres Mieteinnahmen erzielten, entstanden Aufwendungen in Höhe von 291 TEUR, aus jenen, mit denen keine Mieteinnahmen erzielt wurden, Aufwendungen von 67 TEUR. Im Jahr 2015 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 3.616 TEUR (Vorjahr: 4.788 TEUR) veräußert. Vom gesamten Anlagevermögen sind Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 5.527 TEUR (Vorjahr: 3.402 TEUR) und Marktwerten in Höhe von 14.069 TEUR (Vorjahr: 3.405 TEUR) zur Veräußerung vorgesehen, wobei es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke handelt. Das Management geht nicht von einer Veräußerung innerhalb der nächsten 12 Monate aus, weshalb eine Klassifizierung im Sinne des IFRS 5 in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche nicht vorgenommen wird.

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anlagenspiegel
in TEUR
Stand
1.1.2015
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2015
Firmenwerte 2.822 33.348 0 0 0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 828.263
303.204
0 35 8.436 4.227 315 864.433
307.763
Immaterielle Vermögenswerte u. Firmenwerte 1.131.467 2.822 33.383 8.436 4.227 315 1.172.196
Grundstücke und Bauten -3.290 24.955 13.437 9.203 -21.996
Technische Anlagen und Maschinen 1.312.121
2.513.428
3.977 46.983 61.299 53.460 34.356 1.316.024
2.606.583
Betriebs- und Geschäftsausstattung 106.287 35 1.175 10.052 6.885 568 111.232
Anlagen in Bau 52.783 0 1.177 56.354 -755 -46.743 64.326
Sachanlagen 3.984.619 722 74.290 141.142 68.793 -33.815 4.098.165
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 152.168 -2.451 3.257 193 17.088 33.500 169.579
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 5.268.254 1.093 110.930 149.771 90.108 0 5.439.940
Anlagenspiegel Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2014
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2014
Firmenwerte 6.719 33.911 0 0 0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 787.633 11.881 -2.064 6.178 3.187 354 828.263
Immaterielle Vermögenswerte u. Firmenwerte 290.042
1.077.675
18.600 31.847 6.178 3.187 354 303.204
1.131.467
Grundstücke und Bauten 101.773 -2.335 15.503 -2.518 -2.577
Technische Anlagen und Maschinen 1.197.239 59.511 4.294 51.224 54.574 33.425 1.312.121
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.419.548 4.622 -1.266 8.947 6.497 1.067 2.513.428
Anlagen in Bau 99.414 1.144 76 47.901 1.370 -45.813 106.287
Sachanlagen 50.845
3.767.046
167.050 769 123.575 59.923 -13.898 52.783
3.984.619
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 155.915 -81 876 124 18.210 13.544 152.168
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 5.000.636 185.569 33.492 129.877 81.320 0 5.268.254

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Konzernabschluss
Konzernanhang
Abschreibungen
Bilanzwert
31.12.2015
Stand
31.12.2015
Umbu
chungen
Abgänge Zuschrei
bungen
Wertmin
derungen
Laufende
Abschrei
bungen
Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Stand
1.1.2015 1)
0 0 0 0 0 20.177 0
507.595 356.838 -93 4.225 0 201 17.407 649 0 336.661
193.830 113.933 99.994
701.425 470.771 -93 4.225 0 201 17.407 20.826 0 436.655
-8.236 7.774 0 761 39.031 6.664 0
768.670 547.354 -2.878 52.806 8.681 12.426 129.971 31.679 -3 516.908
748.820 1.857.763 -1.366 6.358 0 505 11.039 903 0 1.748.055
33.263 77.969 -1.005 -893 0 110 80 -8 0 73.246
64.121 205 135
1.614.874 2.483.291 -13.485 66.045 8.681 13.802 180.121 39.238 -3 2.338.344
91.613 77.966 13.578 13.472 0 1 3.686 1.139 -2.451 75.485

Abschreibungen

Stand Veränderung
Konsolidie
Währungs Laufende
Abschrei
Wertmin Zuschrei Umbu Stand
31.12.2014 1)
Bilanzwert
31.12.2014 1)
1.1.2014 rungskreis
0
änderungen
17.226
bungen
0
derungen
162.696
bungen
0
Abgänge
0
chungen
0
156.739 0 568 18.584 5.988 0 3.183 -2 336.661 491.602
78.039 99.994 203.210
234.778 0 17.794 18.584 168.684 0 3.183 -2 436.655 694.812
-469 -1.307 35.963 32.235 0 -5.397 -4.697
449.786 0 6.484 133.974 73.967 0 50.220 -1.231 516.908 795.213
1.585.081 -38 -693 9.969 850 0 5.875 142 1.748.055 765.373
68.891 0 3 600 382 0 855 0 73.246 33.041
5 135 52.648
2.103.763 -507 4.487 180.506 107.434 0 51.553 -5.786 2.338.344 1.646.275
77.538 -81 -163 4.234 1.591 0 13.422 5.788 75.485 76.683

22. Finanzanlagen Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie die übrigen Finanzanlagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2015 2014
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen
11.371
51
8.925
90
Sonstige Beteiligungen 1) 7.016 7.083
Übrige Finanzanlagen 7.067 7.173
Finanzanlagen 18.438 16.098

1) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, die zuvor als Aktien ausgewiesen wurden, sind nun als Finanzanlagen dargestellt. Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden entsprechend angepasst.

in TEUR 2015 2014
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 131.298 124.477
Unfertige Erzeugnisse 92.923 86.926
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 528.018 488.702
Geleistete Anzahlungen 1.032 1.293

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 15.290 TEUR (Vorjahr: 14.115 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2015 belaufen sich die Buchwerte der auf den Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte auf 49.439 TEUR (Vorjahr: 55.325 TEUR).

24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Kredite und Forderungen

2015 2014
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
202.538 202.538 0 219.570 219.570 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
229 229 0 1.500 1.500 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
202.767
18.685
202.767
18.685
0
0
221.070
20.704
221.070
20.704
0
0
Forderungen aus Darlehen 9.792 9.030 762 4.082 3.793 289
Gewährte Darlehen 28.477 27.715 762 24.786 24.497 289
Kredite und Forderungen 231.244 230.482 762 245.856 245.567 289

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2015 wurden Wertberichtigungen von 1.599 TEUR (Vorjahr: 2.239 TEUR) berücksichtigt. Im Geschäftsjahr betrugen die Einzelwertberichtigungen 0,7 % der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen sowie weniger als 1 % des gesamten Forderungsbestands und werden daher nicht gesondert angeführt. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Zum Stichtag 31.12.2015 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 86.894 TEUR (Vorjahr: 78.259 TEUR) an Dritte verkauft. Die Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber Konzernunternehmen resultieren aus Darlehensbeziehungen gegenüber at-equity einbezogenen Gesellschaften und sonstigen Beteiligungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 1.764 TEUR (Vorjahr: 1.384 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

2015 2014
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in TEUR in TEUR in TEUR in % in TEUR in TEUR in TEUR in %
Anteile Fonds 6.611 6.611 -206 0,78 6.857 6.857 410 0,85
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 9.449 9.449 -1.448 7,46 17.494 17.494 125 6,80
Aktien 1) 12 12 0 - 12 12 0 -
Sonstige 1.287 1.287 -23 - 1.877 1.877 71 -
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 17.359 17.359 -1.677 26.240 26.240 606

1) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, die zuvor als Aktien ausgewiesen wurden, sind nun als Finanzanlagen dargestellt. Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden entsprechend angepasst.

Neben den zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 7.067 TEUR (Vorjahr: 7.173 TEUR), die zu Anschaffungskosten (at cost) bilanziert werden, ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 24.426 TEUR (Vorjahr: 33.413 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

2015 2014
in TEUR Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Derivate aus Cashflow Hedges 1.263 1.263 1.316 1.316
Derivate aus Net Investment Hedges 6.021 6.021 0 0
Sonstige Derivate 5.306 5.306 9.568 9.568
Derivate mit positivem Marktwert 12.590 12.590 10.884 10.884

Die Bilanzposition Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte lässt sich somit wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2015 2014
Gewährte Darlehen 28.477 24.786
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente - kurzfristig 17.359 26.240
Derivate mit positivem Marktwert 12.590 10.884
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 58.426 61.910

25. Sonstige Forderungen

2015
2014
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 12.195 12.195 0 14.331 14.331 0
Sonstige geleistete Vorauszahlungen 13.678 13.333 345 13.226 12.957 269
Übrige sonstige Forderungen 51.585 47.218 4.367 73.819 69.002 4.817
Sonstige Forderungen 65.263 60.551 4.712 87.045 81.959 5.086

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt und Forderungen gegenüber Sozialversicherungsträgern. In den übrigen langfristigen Forderungen ist eine Forderung aus einem Grundstücksverkauf in Höhe von 3.272 TEUR (Vorjahr: 3.083 TEUR) enthalten, die eine mittelfristige Restlaufzeit hat.

Konzernabschluss Konzernanhang

26. Konzerneigenkapital Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2015 und 2014 ist auf den Seiten 134 und 135 dargestellt.

In der Hauptversammlung vom 16.5.2014 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 17.629.014 EUR beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien mit der Möglichkeit des Bezugsrechtsausschlusses bei Spitzenbeträgen erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe). Diese Ermächtigung gilt bis zum 25.6.2019.

Der Vorstand wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16.5.2014 ermächtigt, im gesetzlichen jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses zum 16.5.2014 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzt die in der Hauptversammlung vom 11.5.2012 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

Wienerberger weist per 31.12.2015 ein Konzerneigenkapital von 2.054.219 TEUR gegenüber 1.986.485 TEUR im Vorjahr aus, wobei insbesondere das laufende Ergebnis sowie positive Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital erhöhten. Die Zahlung des Hybridkupons und der Dividende wirkte sich hingegen vermindernd auf die Gewinnrücklagen aus. Bestandteile des sonstigen Gesamtergebnisses wie Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung, die Hedging Rücklage, die Bewertung zum Verkauf verfügbarer Finanzinstrumente und versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses gemäß IAS 19 (2011) erhöhten das Eigenkapital nach Berücksichtigung latenter Steuern um insgesamt 36.378 TEUR (Vorjahr: -15.346 TEUR). Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beläuft sich per 31.12.2015 auf 56 % (Vorjahr: 52 %), die Nettoverschuldung verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 621.501 TEUR auf 534.116 TEUR.

Von den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 18.103 TEUR entfielen zum Ende des Geschäftsjahrs 17.852 TEUR auf Tondach. Der Minderheitenanteil der Tondach Gruppe beläuft sich auf 17,81 %. Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile während des Geschäftsjahres ist im Wesentlichen auf das laufende Ergebnis sowie Währungseffekte zurückzuführen.

Passiva
Aktiva
in TEUR
31.12.2015 31.12.2014 in TEUR 31.12.2015 31.12.2014
Langfristiges Vermögen 163.169 173.993 Beherrschende Anteile 82.582 78.408
Kurzfristiges Vermögen 71.116 76.055 Nicht beherrschende Anteile 17.852 16.948
Eigenkapital
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
100.434
112.027
95.356
119.439
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 21.824 35.253

Folgende Tabelle stellt die Bilanzentwicklung der Tondach Gruppe und der nicht beherrschenden Anteilen dar:

Ein Abgang nicht beherrschender Anteile resultierte aus dem Verkauf der Zeslawice Sp.z.o.o im Juli 2015.

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2015 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 0,15 EUR je Aktie ausbezahlt, das waren 17.629 TEUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 86 TEUR, somit 17.543 TEUR.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2015 den Kupon in Höhe von 20.916 TEUR für die am 9.2.2007 begebene und unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt. Die Hybridanleihe aus dem Jahr 2007 ist eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige, unbefristete Anleihe im Umfang von 500.000 TEUR mit einem Kupon von 6,5 %, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach zehn Jahren Laufzeit hat die Wienerberger AG erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Hybridanleihe oder der Fortsetzung zu einem variablen Zinssatz (3-Monats EURIBOR + 325 bps). Im September 2014 hat Wienerberger Investoren ein Umtauschangebot für bis zu 300.000 TEUR der bestehenden Hybridanleihe in eine neue Hybridanleihe gelegt, das Anfang Oktober 2014 mit einem Volumen von 272.188 TEUR angenommen wurde. Die neue Hybridanleihe bietet wie die bestehende eine fixe Verzinsung von 6,5 % bis 9.2.2017 und danach eine Fixverzinsung von 5 % bis zum Jahr 2021, in dem der Emittentin erstmals ein Kündigungsrecht zusteht.

Nach IAS 32 handelt es sich bei den beiden Hybridanleihen somit um Eigenkapitalinstrumente, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Die Darstellung hat gemäß IAS 32 nach Steuern zu erfolgen. Da die Wienerberger AG aufgrund ihrer Verlustvorträge aus Vorperioden eine effektive Steuerquote von 0 % aufweist, beträgt die Ausschüttung nach Steuern 32.500 TEUR. Im Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,28 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 546.754 TEUR (Vorjahr: 516.173 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2015 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung nach Steuern ausgewiesen, wobei die Differenzen von at-equity bilanzierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften erfasst. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cashflow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu den beiden Hybridanleihen 2007 und 2014 sowie in mehreren syndizierten Krediten und Darlehen enthalten.

27. Rückstellungen
in TEUR
1.1.2015 Währungs
änderungen
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2015
Garantierückstellungen 24.109 410 3.628 3.150 2.929 4.606 26.674
Rekultivierungsrückstellungen 33.362 1.068 -393 941 2.028 2.254 33.322
Übrige sonstige langfristige
Rückstellungen
2.814 39 0 419 1.830 11.183 11.787
Sonstige langfristige Rückstellungen 60.285 1.517 3.235 4.510 6.787 18.043 71.783
Laufende Steuerrückstellungen 3.211 0 0 46 0 1.063 4.228
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 38.350 248 0 3.855 13.230 32.175 53.688
Kurzfristige Rückstellungen 41.561 248 0 3.901 13.230 33.238 57.916
Sonstige Rückstellungen 101.846 1.765 3.235 8.411 20.017 51.281 129.699

Die übrigen sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen sonstige langfristige Personalrückstellungen. In den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen werden großteils Rückstellungen für Restrukturierung sowie sonstige kurzfristige Personalrückstellungen ausgewiesen.

28. Leistungen an Arbeitnehmer Die Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 1.1.2015 Währungs
änderungen
Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2015
Rückstellungen für Abfertigungen 31.712 -61 1.365 2.495 5.160 32.951
Rückstellungen für Pensionen 112.419 5.421 4.499 8.341 14.256 119.256
Jubiläumsgeldrückstellungen 7.539 2 98 434 1.359 8.368
Personalrückstellungen 151.670 5.362 5.962 11.270 20.775 160.575

Die gesamten Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses belaufen sich auf 152.207 TEUR (Vorjahr: 144.131 TEUR) und lassen sich in Pensionsverpflichtungen von 119.256 TEUR (Vorjahr: 112.419 TEUR) und Abfertigungsverpflichtungen von 32.951 TEUR (Vorjahr: 31.712 TEUR) unterteilen. Die relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind auf Seite 193 erläutert.

Hinsichtlich der Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterliegt das Unternehmen unterschiedlichen Risiken, wobei neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken in Folge einer höheren Lebenserwartung bei Pensionen oder Zinsrisiken auch Währungsrisiken und Veranlagungsrisiken auf Kapitalmärkten zum Tragen kommen.

Pensionsverpflichtungen

Bei Wienerberger haben Arbeiter und Angestellte in Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien, den USA, Kanada, Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle. Seit dem Jahr 2004 werden laufend leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen mit aktiven Managern in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an Pensionskassen übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. ZZ Wancor (Schweiz) hat ein fondsgebundenes leistungssorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa, wobei im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Sammelstiftung das Unternehmen einer faktischen Nachschussverpflichtung unterliegt. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden im Rahmen eines beitragsorientierten Pensionsmodells überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness gab es bis Ende 2003 ein leistungsorientiertes Modell. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt. Ebenso wurde durch den Erwerb von Baggeridge im Jahre 2007 ein leistungsorientierter Pensionsplan übernommen. Für Mitarbeiter der Steinzeug-Keramo Gruppe existieren drei leistungsorientierte Pensionsmodelle. In der Pipelife Gruppe existieren leistungsorientierte Pensionspläne für einzelne Mitglieder des Managements in den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr wurde ein niederländischer Plan in einen beitragsorientierten Plan umgewandelt. Daraus resultierte ein Aufwand von 635 TEUR. Darüber hinaus kam es bei den anderen Plänen zu einer Plananpassung und damit zu einem Effekt aus Plankürzungen in Höhe von 3.286 TEUR. Durch die Übernahme der restlichen Anteile von Tondach Gleinstätten kam im Vorjahr ein weiterer leistungsorientierter Pensionsplan über die Veränderung des Konsolidierungskreises hinzu.

2015 2014
Diskontierungssatz 2,9 % 3,0 %
Erwartete Gehaltssteigerungen 1,0 % 1,3 %
Erwartete Rentensteigerungen 1,2 % 1,2 %
Durchschnittliche Fluktuationsraten 0,1 % 0,1 %
Sterbetafeln
Österreich AVÖ 2008-P AVÖ 2008-P
Deutschland Heubeck 2005 G Heubeck 2005 G
Schweiz BVG 2010 GT BVG 2010 GT
USA RP-2000 Generational BB RP-2000 Generational BB
Großbritannien 105% of SAPS Normal Tables with
allowance (CMI 2011)
105% of SAPS Normal Tables with
allowance (CMI 2011)
Belgien MR-3/FR-3 MR-3/FR-3
Norwegen K2013 BE Mortality Table K2013 BE Mortality Table
Kanada CIA Private Sector Mortality Table CIA Private Sector Mortality Table
Niederlande AG Prognosetafel 2014 AG Prognosetafel 2014

Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

Der landesspezifische Diskontierungssatz basiert auf der durchschnittlichen Verzinsung von erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen mit einer Laufzeit, die der durchschnittlichen Fälligkeit der Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern entspricht.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2015 verteilt sich auf beitragsorientierte (defined contribution) und leistungsorientierte (defined benefit) Pensionspläne, wobei der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkungen von Abgeltungen im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen werden.

in TEUR 2015 2014
Beitragsorientierte Pläne
Leistungsorientierte Pläne
14.255 13.631
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzu erworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 3.803 4.079
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -86 -1.047
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen -2.651 -2.935
Nettozinsaufwand 3.424 3.275
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 4.490 3.372
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung 18.745 17.003

Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des Marktwerts des Planvermögens. Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 12.436 TEUR (Vorjahr: 11.947 TEUR) aus der US-amerikanischen (Alters-)Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto-Pensionsverpflichtung Marktwert Planvermögen
in TEUR 2015 2014 2015 2014
Wert per 1.1. 397.507 345.043 285.088 256.725
Veränderungen Konsolidierungskreis 0 1.875 0 0
Umbuchungen 113 218 1.193 0
Währungsänderungen 23.327 19.189 17.906 14.214
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungs
ansprüche (service cost) für leistungsorientierte Pensionspläne
3.803 4.079 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen Ansprüche (interest cost) 12.018 12.822 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 0 0 8.594 9.547
Auswirkung von Plankürzungen -3.286 -65 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -3.527 41.339 -10.187 19.519
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -86 -1.047 0 0
Auszahlungen an Rentner -19.753 -17.771 -18.496 -16.761
Einzahlungen von Mitarbeitern 1.782 1.688 1.782 1.688
Abgeltungen 635 -9.863 0 -6.993
Einzahlungen vom Arbeitgeber 0 0 7.397 7.149
Wert per 31.12. 412.533 397.507 293.277 285.088
Marktwert Planvermögen -293.277 -285.088
Netto-Pensionsverpflichtungen 119.256 112.419
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von Pensionplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund von Änderungen der
demographischen Annahmen
-2.570 -5.509
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund von Änderungen der
finanziellen Annahmen
-957 46.848
Abweichung des Ertrages auf das Planvermögen 10.187 -19.519
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) im sonstigen
Gesamtergebnis
6.660 21.820

Das Planvermögen resultiert hauptsächlich aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA, Großbritannien, der Schweiz und dem niederländischen Plan von Pipelife. Das Planvermögen wird zu 38 % (Vorjahr: 40 %) in Form von Aktien, zu 49 % (Vorjahr: 48 %) in Form von Anleihen und zu 13 % (Vorjahr: 12 %) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Sensitivität der Brutto-Pensionsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Änderung der Annahme
in Basispunkten (BP)/Jahren (J)
Anstieg der Annahme
in TEUR
Verringerung der Annahme
in TEUR
Diskontierungssatz +/-25 BP -13.669 13.798
Gehaltssteigerungen +/-100 BP 2.182 -1.608
Fluktuation +/-100 BP -1.016 918
Lebenserwartung +/-1 J 11.352 -11.373

Für das Geschäftsjahr 2016 werden Beiträge zu den leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 8.010 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2015 auf 14 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).

Abfertigungsverpflichtungen

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer, die vor dem 1.1.2003 in das Unternehmen eingetretenen sind, aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen und der Türkei.

Der landesspezifische Diskontierungssatz, der für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen gemäß der Projected Unit Credit Methode herangezogen wird, basiert auf derselben Zinskurve, die für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen herangezogen wird. Den Berechnungen liegen die folgenden gewichteten durchschnittlichen Parameter zugrunde:

2015 2014
Diskontierungssatz 1,5 % 1,7 %
Erwartete Gehaltssteigerungen 1,7 % 1,8 %
Durchschnittliche Fluktuationsraten 2,0 % 2,3 %

Der laufende sowie nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand und die Auswirkung von Abgeltungen aus leistungsorientierten Abfertigungsverpflichtungen werden im Betriebsergebnis und der Nettozinseffekt im Zinsergebnis ausgewiesen.

in TEUR 2015 2014
Beitragsorientierte Pläne
Leistungsorientierte Pläne
1.753 3.382
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzu erworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 1.655 1.385
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -103
Auswirkung von Abgeltungen -673 8
Nettozinsaufwand 570 630
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 1.552 1.920
Aufwendungen für Abfertigungen 3.305 5.302

Die Abfertigungsverpflichtungen sind in Frankreich durch Planvermögen gedeckt. Dieses wird zu 1 % (Vorjahr: 1 %) in Form von Aktien, zu 9 % (Vorjahr: 8 %) in Form von Anleihen und zu 90 % (Vorjahr: 91 %) in Form von sonstigen Vermögenswerten gehalten.

Die Zusammensetzung der Abfertigungsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto-Abfertigungsverpflichtung Marktwert Planvermögen
in TEUR 2015 2014 2015 2014
Wert per 1.1.
Veränderungen Konsolidierungskreis
33.745
0
22.930
7.374
2.033
0
1.971
0
Umbuchungen 1.040 68 0 0
Währungsänderungen -61 1 0 0
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche
(service cost) für Abfertigungen
1.655 1.385 0 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen Ansprüche (interest cost) 630 692 0 0
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen 0 0 60 62
Auswirkung von Abgeltungen -673 8 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.322 3.941 0 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -103 0 0
Auszahlungen -2.614 -2.551 0 0
Wert per 31.12. 35.044 33.745 2.093 2.033
Marktwert Planvermögen -2.093 -2.033
Netto-Abfertigungsverpflichtungen 32.951 31.712
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von Abfertigungsplänen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund von Änderungen der
demographischen Annahmen
755 1.561
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund von Änderungen der
finanziellen Annahmen
567 2.380
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) im sonstigen
Gesamtergebnis
1.322 3.941

Die Sensitivität der Brutto-Abfertigungsverpflichtung wurde getestet, indem die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen einzeln unter sonst gleichen Bedingungen verändert wurden. Ein negativer Betrag bedeutet eine Verminderung der Verpflichtung, ein positiver Wert eine Erhöhung.

Änderung der Annahme
in Basispunkten (BP)
Anstieg der Annahme
in TEUR
Verringerung der Annahme
in TEUR
Diskontierungssatz +/-25 BP -916 931
Gehaltssteigerungen +/-100 BP 3.543 -3.372
Fluktuation +/-100 BP -2.503 3.175

Für das Geschäftsjahr 2016 werden Beiträge zu den Abfertigungsplänen in Höhe von insgesamt 980 TEUR erwartet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Abfertigungsverpflichtungen beläuft sich per 31.12.2015 auf 11 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre).

29. Latente Steuern Folgende aktive und passive latente Steuern per 31.12.2015 und 31.12.2014 resultieren aus zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

2015 2014 1)
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 6.466 -38.721 20.961 -38.665
Sachanlagen 15.498 -135.994 24.433 -138.211
Vorräte 2.704 -5.117 2.034 -5.976
Forderungen 7.739 -9.153 9.034 -8.992
Übrige sonstige Forderungen 91.197 -46 83.461 -58
Rückstellungen 123.604
33.642
-189.031
-3.408
139.923
32.060
-191.902
-3.893
Verbindlichkeiten 7.919 -4.218 13.283 -4.710
Erhaltene Vorauszahlungen 334 -235 841 -284
Steuerliche Verlustvorträge 41.895
421.981
-7.861 46.184
405.016
-8.887
Aktive/Passive latente Steuern
Nicht angesetzte aktive latente Steuern
587.480
-456.432
-196.892 591.123
-444.597
-200.789
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern gegenüber
der selben Steuerbehörde
-112.556 112.556 -110.366 110.366
Angesetzte aktive und passive latente Steuern 18.492 -84.336 36.160 -90.423

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen). Temporäre Differenzen aus unversteuerten Rücklagen wurden rückwirkend den Sachanlagen zugeordnet.

Im Konzern wurden für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge (inklusive Siebentelabschreibungen) in Höhe von 1.569.777 TEUR (Vorjahr: 1.530.391 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch nicht ausreichend gesichert ist. Das entspricht einer aktiven Latenz in Höhe von 456.432 TEUR (Vorjahr: 444.597 TEUR).

In der Wienerberger Gruppe wurden steuerliche Verlustvorträge von insgesamt 1.314.273 TEUR nicht angesetzt. Davon ist ein Betrag von 1.207.465 TEUR unbegrenzt verwertbar, weitere Verlustvorträge in Höhe von 53.479 TEUR laufen zwischen 2016 und 2020 und 53.329 TEUR zwischen 2021 und 2025 ab.

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen in der Wienerberger AG beläuft sich auf 300.108 TEUR (Vorjahr: 336.082 TEUR). In der Bilanz wurde ebenso wie im Vorjahr für diesen Betrag kein latenter Steueranspruch angesetzt.

Am 31.12.2015 bestanden zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 198.435 TEUR (Vorjahr: 287.023 TEUR), für die gemäß IAS 12.39 keine latente Steuerschuld angesetzt wurde (outside basis differences).

30. Verbindlichkeiten Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2015
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 747.138 239.608 507.530 0 2.974
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit gegenüber
Konzernunternehmen
282 282 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 747.420 239.890 507.530 0 2.974
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
275.339 275.339 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
977 977 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 276.316 276.316 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
11.698
4.703
11.698
3.774
0
929
0
0
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
49.553 49.533 20 0 0
Erhaltene Vorauszahlungen 10.273 7.028 789 2.456 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 162.850 162.701 106 43 0
Sonstige Verbindlichkeiten 227.379 223.036 1.844 2.499 0
2014
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon dinglich
besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 958.211 401.690 259.380 297.141 17.075
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 133 133 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit gegenüber
Konzernunternehmen
262 262 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
958.606
285.195
402.085
285.195
259.380
0
297.141
0
17.075
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
649 649 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 285.844 285.844 0 0 0
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
8.184
5.623
8.184
5.613
0
10
0
0
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
48.087 48.067 20 0 0
Erhaltene Vorauszahlungen 11.649 8.246 866 2.537 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 182.558 182.249 272 37 0
Sonstige Verbindlichkeiten 247.917 244.175 1.168 2.574 0

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 51.617 TEUR (Vorjahr: 57.418 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 68.260 TEUR (Vorjahr: 65.153 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 5.021 TEUR (Vorjahr: 1.939 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen langfristig ertragswirksam aufgelöst werden. Zusätzlich zu den Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern sind unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern Steuerschulden in Höhe von 26.388 TEUR (Vorjahr: 26.062 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind folgende Derivate mit negativen Marktwerten enthalten:

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2015 2014
Derivate aus Cashflow Hedges 594 6.371
Derivate aus Net Investment Hedges 13.467 10.191
Sonstige Derivate 5.545 4.764
Derivate mit negativem Marktwert 19.606 21.326

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.243.207 TEUR (Vorjahr: 1.475.911 TEUR) auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 14.061 TEUR (Vorjahr: 16.562 TEUR) auf Derivate in Hedge-Beziehungen und 5.545 TEUR (Vorjahr: 4.764 TEUR) auf sonstige Derivate.

Die aus den Finanzverbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cashflows

2015
in TEUR
Buchwert
zum
31.12.2015
Gesamt < 6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 408.152 -475.750 -12.000 -5.250 -17.250 -441.250 0
Commercial Paper 1.000 -1.000 -1.000 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 317.217 -328.525 -147.819 -77.956 -22.300 -80.450 0
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 1.445 -1.163 -135 -73 -681 -246 -28
Originäre Finanzinstrumente 727.814 -806.438 -160.954 -83.279 -40.231 -521.946 -28
Zinsderivate 5.149 3.100 -1.929 2.065 1.482 1.482 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 14.457 34.628 -5.317 -784 -5.265 22.815 23.179
Derivative Finanzinstrumente 19.606 37.728 -7.246 1.281 -3.783 24.297 23.179
Buchwerte/Vertragliche Cashflows 747.420 -768.710 -168.200 -81.998 -44.014 -497.649 23.151
2014
in TEUR
Buchwert
zum
31.12.2014
Gesamt < 6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 611.288 -703.000 -12.000 -215.250 -17.250 -146.500 -312.000
Commercial Paper 6.240 -6.250 -6.250 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 313.456 -325.039 -147.892 -11.746 -59.008 -106.393 0
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 6.296 -10.533 -9.336 -1 -1.000 -196 0
Originäre Finanzinstrumente 937.280 -1.044.822 -175.478 -226.997 -77.258 -253.089 -312.000
Zinsderivate 5.290 5.804 -657 2.012 1.485 2.964 0
Devisentermingeschäfte und Swaps 16.036 32.847 30.224 -2.017 13.180 -8.540 0
Derivative Finanzinstrumente 21.326 38.651 29.567 -5 14.665 -5.576 0
Buchwerte/Vertragliche Cashflows 958.606 -1.006.171 -145.911 -227.002 -62.593 -258.665 -312.000

31. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2015 31.12.2014
Garantien 27.392 28.172
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 2.281 3.075
Haftungsverhältnisse 29.673 31.247

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

32. Finanzinstrumente Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Buchwert Zinssatz
2015 Währung Nominale
in Tsd. Landeswährung
Marktwert
in TEUR
zum 31.12.2015
in TEUR
effektiv
in %
Langfristige Darlehen EUR 46.970 49.202 47.405 2,55
Revolvierende Kredite TRY 2.000 632 630 7,64
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 21.573 21.721 21.789 2,94
TRY 13.392 4.216 4.215 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit fixer Verzinsung 75.771 74.039
Buchwert Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
EUR 58.956 62.768 59.268 2,77
EUR 97.483 97.196 97.586 6,15
TRY 12.385 4.369 4.373 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit fixer Verzinsung
Währung Nominale Marktwert
164.333
zum 31.12.2014
161.227
Buchwert Zinssatz
2015 Währung Nominale
in Tsd. Landeswährung
Marktwert
in TEUR
zum 31.12.2015
in TEUR
effektiv
in %
Langfristige Darlehen EUR 62.857 64.777 62.873 0,87
Revolvierende Kredite EUR 88.000 87.382 88.259 1,26
TRY 5.704 1.753 1.796 13,00
89.135 90.055
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 88.815 88.649 88.996 1,38
CAD 368 244 244 -
DKK 19 3 3 -
HRK 59 8 8 -
RSD 900 7 7 -
USD 1.081 993 992 -
89.904 90.250
Derivate Diverse in EUR 399.348 19.606 19.606 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung 263.422 262.784
Buchwert Zinssatz
2014 Währung Nominale
in Tsd. Landeswährung
Marktwert
in TEUR
zum 31.12.2014
in TEUR
effektiv
in %
Langfristige Darlehen EUR 101.162 105.379 101.184 1,81
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen EUR 47.774 47.562 48.019 2,18
CAD 417 297 297 -
HRK 13.498 1.989 1.980 0,05
HUF 10 0 0 -
TRY 767 274 271 -
USD 581 478 478 -
Derivate Diverse in EUR 343.688 50.600
21.326
51.045
21.326
-
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung 173.555
Buchwert Zinssatz
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR effektiv
in %
EUR 400.000 419.614 397.089 4,31
EUR 11.063 11.063 11.063 -
EUR 28 31 28 3,80
USD 148 131 136 -
EUR 1.000 1.018 999 0,15
EUR 994 987 1.000 0,61
EUR 282 282 282 -
Währung Nominale Marktwert
433.126
zum 31.12.2015
410.597
Buchwert Zinssatz
2014 Währung Nominale
in Tsd. Landeswährung
Marktwert
in TEUR
zum 31.12.2014
in TEUR
effektiv
in %
Anleihen – fix verzinst EUR 600.000 632.379 596.060 4,54
EUR 15.228 15.228 15.228 -
Langfristige Darlehen - fix verzinst EUR 965 1.026 965 0,16
USD 222 174 183 -
Kurzfristige Darlehen - variabel verzinst GBP 2.582 3.315 3.315 -
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen - fix verzinst EUR 1.438 1.470 1.438 0,61
Commercial Paper - fix verzinst EUR 6.221 6.210 6.240 0,72
Leasingverbindlichkeiten EUR 133 133 133 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen EUR 262 262 262 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 660.197 623.824

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 200 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

33. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Der Marktwert derivativer Finanzinstrumente entspricht jenem Wert, den die Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau, Währungskursrelationen und die Bonität der Kontrahenten berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich. Die im Abschluss enthaltenen Marktwerte derivativer Instrumente entsprechen der Marktbewertung der jeweiligen Bank mit der Wienerberger das Derivat abgeschlossen hat, erweitert um Anpassungen gemäß IFRS 13 (Credit Value Adjustments CVA und Debt Value Adjustments DVA).

Am Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Transaktionsrisiken für einen Zeithorizont von bis zu zwölf Monaten abgeschlossen wurden. Die gesicherten Risikopositionen dieser Sicherungsgeschäfte sind in der währungsdifferenzierten Liquiditätsplanung der Gruppe dokumentiert. Diese Derivate sind als Cashflow Hedges einer zukünftigen Transaktion klassifiziert und werden während der Laufzeit in ihrer Marktwertveränderung gegen die Hedging Reserve bewertet. Die Effektivität der Sicherung wird quartalsweise mit Hilfe der hypothetischen Derivatmethode gemessen. Der ineffektive Teil der Marktwertveränderung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet und besteht insbesondere aus den Credit und Debit Value Adjustments nach IFRS 13. Bei Fälligkeit wird die kumulierte Marktwertdifferenz vom sonstigen Gesamtergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

Daneben bestanden Devisenswaps, die zur Absicherung von Cash Pool Salden in Fremdwährung eingesetzt werden. Da die Währungsdifferenzen der mit diesen Instrumenten gesicherten Bankkontensalden in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, erfolgt die Abbildung der Marktwertdifferenzen der Sicherungsgeschäfte ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung. Aus diesem Grund werden diese Instrumente nicht im Hedge Accounting geführt.

Zum Stichtag bestanden zwei Zinsswaps, die zur Optimierung des Zinsaufwandes eingesetzt und über die Gewinn- und Verlustrechnung ohne Anwendung von Hedge Accounting bewertet werden.

Die eingesetzten Cross Currency Swaps sind Derivate, die die Nettoinvestition der Gruppe in verschiedenen Fremdwährungen (Schweizer Franken, US-Dollar, britische Pfund, kanadische Dollar, tschechische Kronen und polnische Zloty) absichern und daher als Net Investment Hedges dargestellt werden. Die Effektivität dieser Instrumente wird quartalsweise mit ihrer kumulierten Marktwertveränderung im Vergleich zur kumulierten Währungsdifferenz der gesicherten Position gemessen. Der effektive Teil der Sicherungsbeziehung wird in der Hedging Reserve gebucht, der ineffektive Teil in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2015 2014
Währung Nominalbetrag
31.12.2015
in Tsd.
Landeswährung
Marktwert
31.12.2015
in TEUR
Währung Nominalbetrag
31.12.2014
in Tsd.
Landeswährung
Marktwert
31.12.2014
in TEUR
Devisentermingeschäfte EUR 96.026 509 EUR 79.298 -324
CAD 0 0 CAD 2.000 -33
CZK 118.453 6 CZK 96.530 12
DKK 0 0 DKK 32.000 -6
GBP 37.755 -79 GBP 18.408 -489
HUF 2.205.713 43 HUF 3.101.722 269
NOK 78.636 740 NOK 15.000 -33
PLN 16.916 3 PLN 18.837 228
RUB 85.000 92 RUB 189.000 664
SEK 149.708 -186 SEK 109.223 168
Zinsswaps EUR 150.000 -697 EUR 150.000 97
Cross Currency Swaps CAD/EUR 33.500 3.003 CAD/EUR 37.000 1.359
CHF/EUR 28.000 -4.469 CHF/EUR 75.000 -10.324
CZK/EUR 1.383.824 -442 CZK/EUR 750.000 1.246
DKK/EUR 0 0 DKK/EUR 78.000 -10
GBP/EUR 73.000 -7.210 GBP/EUR 75.000 -4.179
PLN/EUR 130.000 1.589 PLN/EUR 50.000 780
USD/EUR 100.000 82 USD/EUR 0 0
Währungsoptionen RUB/EUR 0 0 RUB/EUR 35.000 133

Konzernabschluss Konzernanhang

34. Angaben zu Finanzinstrumenten Finanzinstrumente werden in drei Ebenen klassifiziert, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

  • Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument
  • Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind
  • Stufe 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind

Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe regelmäßig zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, werden zum Großteil der Stufe 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 24. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte) oder Stufe 2 (sonstige zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente, siehe Anmerkung 33. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting) zugerechnet. In der Berichtsperiode wurden keine Umgliederungen zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

Sonstige Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, werden großteils der Stufe 3 der Bewertungshierarchie zugeordnet. Dabei handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, welche nicht mit der Rückstellung saldiert werden dürfen. Die Zuordnung des Vorjahreswerts in der Bewertungshierarchie für die sonstigen Wertpapiere wurde rückwirkend angepasst.

Folgende Tabelle stellt alle finanziellen Vermögenswerte und verzinsliche Finanzverbindlichkeiten dar, die bei Wienerberger zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden:

Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten

in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Buchwert
zum 31.12.2015
Aktiva
Anteile Fonds
6.611 6.611
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 9.449 9.449
Aktien 12 12
Sonstige 43 1.244 1.287
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 16.072 43 1.244 17.359
Derivate aus Cashflow Hedges 1.263 1.263
Derivate aus Net Investment Hedges 6.021 6.021
Sonstige Derivate 5.306 5.306
Derivate mit positivem Marktwert 12.590 12.590
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges 594 594
Derivate aus Net Investment Hedges 13.467 13.467
Sonstige Derivate 5.545 5.545
Derivate mit negativem Marktwert 19.606 19.606
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Buchwert
zum 31.12.2014 1)
Aktiva
Anteile Fonds 6.857 6.857
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 17.494 17.494
Aktien 1) 12 12
Sonstige 381 1.496 1.877
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente
Derivate aus Cashflow Hedges
24.363 381
1.316
1.496 26.240
1.316
Sonstige Derivate 9.568 9.568
Derivate mit positivem Marktwert 10.884 10.884
Passiva
Derivate aus Cashflow Hedges 6.371 6.371
Derivate aus Net Investment Hedges 10.191 10.191
Sonstige Derivate 4.764 4.764
Derivate mit negativem Marktwert 21.326 21.326
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 3.315 3.315

1) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente, die zuvor als Aktien ausgewiesen wurden, sind nun als Finanzanlagen dargestellt. Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden entsprechend angepasst.

Im Rahmen des Erwerbs von Sandtoft Ltd. im Jahr 2008 wurde den Verkäufern eine Verkaufsoption gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile an Wienerberger übertragen werden können. Per 31.12.2014 betrug der in Stufe 3 der Bewertungshierarchie ausgewiesene beizulegende Zeitwert 3.315 TEUR. Die Option wurde am 9.1.2015 ausgeübt, wobei nach einer finalen Anpassung des Optionspreises auf Basis des EBITDA von Sandtoft Ltd. im Mai 2015 eine Zahlung von 3.632 TEUR für die restlichen Anteile an der Gesellschaft erfolgte.

Die Bewertung von Finanzinstrumenten, die der Stufe 3 zuzuordnen sind, ist in folgender Tabelle dargestellt:

Sonstige Wertpapiere Finanzverbindlichkeiten
in TEUR 2015 2014 2015 2014
Stand 1.1. 1.496 973 3.315 2.251
Zugänge 0 481 0 0
Bewertungsergebnis -9 135 258 342
Abgänge -243 -93 -3.632 0
Umgliederungen 0 0 59 722

Kredite und Forderungen sowie Verbindlichkeiten werden bei Wienerberger grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt bei Anleihen anhand von Marktpreisen (Stufe 1), während der Zeitwert von Darlehen in einem kapitalwertorientierten Bewertungsverfahren hergeleitet wird und der Stufe 2 zuzuordnen ist.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, gewährte Darlehen sowie sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten haben zum Großteil eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Die jeweiligen Buchwerte entsprechen daher weitgehend den beizulegenden Zeitwerten, weshalb sie nicht gesondert angeführt werden.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten
in TEUR Buchwert
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 zum 31.12.2015
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen
4.712 4.712
4.712 4.712
Passiva
Langfristige Darlehen
113.979 110.278
Revolvierende Kredite 89.767 90.685
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 115.841 116.254
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Anleihen
430.677 319.587 317.217
408.152
Langfristige Darlehen 162 164
Commercial Paper 987 1.000
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 1.018 999
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 282 282
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 430.677 2.449 410.597
in TEUR
Stufe 1
Stufe 2 Stufe 3
zum 31.12.2014
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen
5.086 5.086
5.086 5.086
Passiva
Langfristige Darlehen
168.147 160.452
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 152.165 153.004
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Anleihen
647.607
320.312 313.456
611.288
Langfristige Darlehen 1.200 1.148
Commercial Paper 6.210 6.240
Kurzfristige Darlehen und Vorlagen 1.470 1.438
Leasingverbindlichkeiten 133 133
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen 262 262
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken
647.607
9.275 620.509

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Umsatzerlöse: Erträge aus Lieferungen und Leistungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Weiters müssen die Höhe der Umsatzerlöse und die im Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen Kosten verlässlich ermittelt werden können. Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich von Rabatten, Skonti und Boni.

Herstellkosten: Die Kosten der verkauften Produkte (Umsatzkosten) beinhalten direkt zurechenbare Material- und Fertigungseinzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten der Produktionsanlagen. Weitere Bestandteile der Herstellkosten bilden aufgrund einer Unterauslastung der Anlagen nicht aktivierbare Produktionsfixkosten, Abwertungen von Vorräten sowie die Anschaffungskosten verkaufter Handelswaren.

Fertigungsaufträge: Ist das Ergebnis von Fertigungsaufträgen verlässlich zu schätzen, werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt erfasst (percentage of completion method). Fertigungsaufträge bestehen im Bereich der Rohraktivitäten bei der Produktion von LLLD (long length large diameter) Rohren von Pipelife. Der Fertigstellungsgrad wird anhand der produzierten Menge an Tonnen ermittelt. Zeichnet sich eine Kostenüberschreitung eines Auftrages über vereinbarte Erlöse ab, so ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus, wenn ausreichend Sicherheit besteht, dass alle Bedingungen erfüllt sind, die zum Erhalt der Zuwendungen berechtigen.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird.

Immaterielle Vermögenswerte: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Da die bei Wienerberger zum Erwerbszeitpunkt aktivierten Marken bereits über einen langen Zeitraum etabliert sin und weiterhin fortgeführt werden, zählen sie zu den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, welche jährlichen Werthaltigkeitstests unterzogen werden.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Gegenständen des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden (Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 40 Jahre Sonstige Maschinen 5 – 15 Jahre
Verwaltungs- und Wohngebäude 40 – 50 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 10 Jahre
Gebäudeinfrastruktur 15 – 30 Jahre Kundenstamm 5 – 15 Jahre
Öfen und Trockner 8 – 20 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 3 – 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert bzw. ein Abwertungsbedarf unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst, sofern es sich um jährlich wiederkehrende vergleichbare Vorgänge handelt.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten: Gemäß IAS 36 werden Vermögenswerte, bei denen Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, regelmäßig auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Diese Überprüfung folgt dem Grundsatz der Einzelbewertung, sofern dem Vermögenswert Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden können. Getestet wird der Buchwert eines Vermögenswerts, indem ihm der erzielbare Betrag gegenübergestellt wird, welcher der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ist. Eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag erfolgt dann, wenn dieser unter dem Buchwert zu liegen kommt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist der Betrag, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts unter Berücksichtigung der Veräußerungskosten erzielt werden würde. Der Nutzungswert wird hingegen in einem kapitalwertorientierten Verfahren als Barwert der Summe zukünftiger Zahlungsmittelzuflüsse aus einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer können keine unabhängigen Zahlungsmittelzuflüsse zugeordnet werden, weshalb ihre Werthaltigkeit im Verbund einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zumindest einmal im Jahr im Rahmen des Impairment Tests gemäß IAS 36 überprüft wird.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und mit Ausnahme von Grundstücken linear abgeschrieben.

Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen, auf die Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss ausübt (in der Regel zwischen 20 % und 50 % der Anteile), und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Unter den sonstigen Beteiligungen werden einerseits aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Unternehmen sowie andererseits Beteiligungen ohne maßgeblichen Einfluss zusammengefasst. Sie werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von dauerhaften Wertminderungen auf ihren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85 % und 100 % der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinien RL 2003/87/EG und RL 2009/29/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt eines Cashflow daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen aktiven Finanzinstrumente.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Veranlagungen in Form von Fondsanteilen, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wobei aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen, welche in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen werden. Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich für börsennotierte Wertpapiere aus den Börsenkursen, wohingegen nicht börsennotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Vereinzelt werden zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet, wenn der beizulegende Zeitwert aufgrund des Fehlens eines aktiven Markts nicht ermittelbar ist.

Derivative Finanzinstrumente: Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Devisentermingeschäfte werden zur Absicherung von Transaktionsrisiken und Zinsswaps zur Optimierung des fix bzw. variabel verzinsten Teils der finanziellen Verbindlichkeiten verwendet. Zins-Währungsswaps dienen der Absicherung von Nettoinvestitionen in Fremdwährungsgesellschaften. Alle derivativen Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss sowie am Bilanzstichtag gemäß IFRS 13 zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung des Kontrahenten-Ausfallsrisikos bewertet. Für börsennotierte Finanzinstrumente werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsennotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet.

Hedge Accounting: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cashflow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral in der Hedging Reserve. Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve ausgewiesen werden. Das abgesicherte Risiko – das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition – wird im sonstigen Gesamtergebnis im Eigenkapital ausgewiesen. Bei der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts (Fair Value Hedge) hingegen erfolgt eine erfolgswirksame Anpassung der Zeitwerte des als Sicherungsinstrument eingesetzten Derivats unter der ebenso erfolgswirksamen Anpassung des Grundgeschäfts um den auf das besicherte Risiko entfallenden Gewinn und Verlust.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte: Wienerberger verfügt über nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Bauten, deren Nutzenzufluss über einen Verkauf geplant ist. Gemäß IFRS 5 müssen langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, dann in das kurzfristige Vermögen umgegliedert werden, wenn sie in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar sind, wobei deren Veräußerung innerhalb eines Jahres höchstwahrscheinlich abgeschlossen sein muss. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt der Ausweis innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte, wobei die Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erfolgt. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks, Sichtguthaben, kurzfristig realisierbare Veranlagungen sowie Termineinlagen bei Finanzinstitutionen mit einer Fristigkeit bis zu drei Monaten.

Rückstellungen für Pensionen: In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plan) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Die Beitragszahlungen, die vom Arbeitgeber getragen werden, werden im Pensionsaufwand erfasst. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plan) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Renten- und Gehaltssteigerungen Berücksichtigung. Die Pensionsrückstellungen werden von unabhängigen Versicherungsmathematikern kalkuliert.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung der latenten Steuer gemäß IAS 19 im Jahr des Entstehens im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Zinskomponente der Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses wird gesondert im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen der Dotierung der Pensionsrückstellung werden den unterschiedlichen Funktionsbereichen zugeordnet.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Rückstellungen für Abfertigungen: Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es unter anderem in Frankreich, Italien, Polen oder der Türkei. Die Rückstellungen für Abfertigungen werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet. Für österreichische Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis nach dem 31.12.2002 begann, bezahlt der Arbeitgeber einen monatlichen Beitrag von 1,53 % des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse ein. Hierbei handelt es sich gemäß IAS 19 um einen beitragsorientierten Plan, die Zahlungen des Arbeitgebers werden im Abfertigungsaufwand erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder: Einige Mitarbeiter in der Wienerberger Gruppe haben abhängig von ihrer Dienstzugehörigkeit Anspruch auf Jubiläumsgeldzahlungen. Für diese Verpflichtungen werden Rückstellungen nach der Projected Unit Credit Method berechnet. Etwaige versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen für Rekultivierungen: Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 16 passiviert und im Zugang des Anlagemögens dargestellt. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Langfristige Rückstellungen, deren Erfüllung nach einem Zeitraum von 12 Monaten zu erwarten ist, werden abgezinst und mit ihrem Barwert bilanziert.

Rückstellungen für Garantien: Wienerberger gewährt insbesondere für Produktlösungen aus Ton Herstellergarantien, die zum Ansatz von Garantierückstellungen in der Bilanz führen. Für die Berechnung der Garantierückstellung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit berechnet. Eingetretene Schadensfälle werden dafür evaluiert und die Höhe potentieller Verpflichtungen mittels stochastischer Methoden abgeleitet.

Sonstige Rückstellungen: Sonstige gegenwärtige Verpflichtungen, die aus einem vergangenen Ereignis resultieren und wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen, jedoch hinsichtlich ihrer Fälligkeit oder Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 zu Vollkosten passiviert und als Rückstellung ausgewiesen.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz sowie Verlustvorträge – soweit deren künftige Nutzung wahrscheinlich ist – in die Berechnung der latenten Steuern einbezogen. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung wahrscheinlich ist. Hierzu werden die geplanten operativen Geschäftsergebnisse und die Ergebniswirkung aus der Umkehr von zu versteuernden temporären Differenzen berücksichtigt. Für die Ermittlung der latenten Steuern werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Finanzielle Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen operativen Segmenten bestehen teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

35. Währungsumrechnung Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2015 umgerechnet. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, Schweizer, englischen und aus einzelnen osteuropäischen Ziegelaktivitäten wird durch den Abschluss von Währungsswaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Fremdwährungs-Euro Währungsswap abgeschlossen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
31.12.2015 31.12.2014 2015 2014
Britische Pfund 0,73395 0,77890 0,72584 0,80584
Bulgarische Lev 1,95580 1,95580 1,95580 1,95580
Dänische Kronen 7,46260 7,44530 7,45870 7,45469
Kanadische Dollar 1,51160 1,40630 1,41856 1,46552
Kroatische Kuna 7,63800 7,65800 7,61370 7,63470
Norwegische Kronen 9,60300 9,04200 8,94963 8,36239
Polnische Zloty 4,26390 4,27320 4,18412 4,18555
Rumänische Lei 4,52400 4,48280 4,44541 4,44415
Russische Rubel 80,67360 72,33700 68,07203 51,17152
Schwedische Kronen 9,18950 9,39300 9,35346 9,10316
Schweizer Franken 1,08350 1,20240 1,06786 1,21448
Tschechische Kronen 27,02300 27,73500 27,27918 27,53808
Türkische Lira 3,17650 2,83200 3,02546 2,90573
Ungarische Forint 315,98000 315,54000 309,99563 308,78008
US-Dollar 1,08870 1,21410 1,10951 1,32720

Risikopolitische Grundsätze Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgen zentral und werden für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und zählt zur Gruppe der Spätzykliker, die dem allgemeinen Wirtschaftszyklus traditionell vergleichsweise spät folgen. Dabei ist die Gruppe von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist, wozu insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Bauaktivität im Bereich des Wohnbaus und des öffentlichen Bausektors (Infrastruktur) sowie die Renovierungsaktivität zählen. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität. Die für die Geschäftstätigkeit von Wienerberger bestimmenden wirtschaftlichen Zyklen der Bauaktivität sind deutlich langfristiger als in anderen Bereichen und verlaufen in unterschiedlichen Märkten zeitlich versetzt.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Mazedonien, Serbien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland, betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau und Infrastruktur langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und einem höheren Preisdruck in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl oder Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften sowie der Wirtschaftlichkeit.

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft, zu welchem Ziegel für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme zählen. Wienerberger versteht sich somit als Anbieter für Baustofflösungen im Hausbau und im Bereich der Infrastruktur. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unseres wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung als auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Kunststoffrohre wird wesentlich durch die Entwicklung der Rohstoffpreise, die normalerweise mit dem Erdölpreis korrelieren, beeinflusst. Synthetische Polymere stellen einen wesentlichen Teil der Produktionskosten von Kunststoffrohren dar. Die Volatilität der Rohstoffpreise hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Starke Schwankungen innerhalb eines Monats verlangen eine flexible Preispolitik, um diese Preisschwankungen zu kontrollieren bzw. gezielt an den Markt weiterzuleiten. Rasches und koordiniertes Handeln im Preismanagement ist entscheidend, um nachhaltig profitable Ergebnisse zu sichern. Neben dem Preisrisiko besteht auch ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit ausreichenden Rohstoffen. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für die Rohstoffversorgung alternative Lieferantenoptionen, um dem Versorgungsrisiko zu begegnen.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und Akquisitionsrisiken Wienerberger verfügt über ein modernes und effizientes Werksnetz, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2015 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 292.624 TEUR (Vorjahr: 288.498 TEUR) oder 9,8 % (Vorjahr: 10,2 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 64 % auf Erdgas, zu 30 % auf Strom und zu 6 % auf Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt rund 90 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern Fixpreisverträge abzuschließen. Die Preise sind zum Teil längerfristig fixiert. In einigen wenigen osteuropäischen Ländern (insgesamt rund 10 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Jahr 2014 für ihre europäischen Ziegelaktivitäten erneut den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2 -Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2019 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (operational excellence) Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2015 bei 1,4 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ / Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 8,7, womit er deutlich den seit 2011 vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu

Konzernabschluss Konzernanhang

zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie einen geringeren Cashflow nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe wird von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 51 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (21 %) und dem US-Dollar (8 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 32. Finanzinstrumente dargestellt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt.

in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
1.468,8 49 1.445,9 51
634,1 21 605,2 21
250,6 8 213,5 8
618,9 22 569,9 20
100
2.972,4 2015
100
2014
2.834,5
Capital Employed in Mio. € 2015
Anteil in %
in Mio. € 2014 1)
Anteil in %
Euro 1.619,1 63 1.531,3 59
Osteuropäische Währungen 472,1 18 551,0 21
US-Dollar 233,4 8 299,5 12
Sonstige 245,3 11 210,1 8
Capital Employed nach Hedging-Effekt 2.569,9 100 2.591,9 100

1) Die Zahlen des Jahres 2014 wurden gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anmerkung 7. Änderungen von Konsolidierungsmethoden und rückwirkende Anpassungen).

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 77,5 MEUR (Vorjahr: 84,4 MEUR), resultierend im Wesentlichen aus dem US-Dollar (22,1 MEUR), dem britischen Pfund (16,9 MEUR) und dem polnischen Zloty (10,7 MEUR) bzw. ein um 1,9 MEUR (Vorjahr: 1,5 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt, welches sich überwiegend aus der Veränderung des polnischen Zloty, der norwegischen Krone und der tschechischen Krone ergibt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verringerung des Ergebnisses nach Steuern von 0,4 MEUR (Vorjahr: 0,4 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Verringerung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 181 bis 182) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

2015 2014
in TEUR Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Fix
verzinst
Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 484.354 262.784 781.341 176.870
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten -38.069 38.069 -309.497 309.497
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) 50.000 -50.000 50.000 -50.000
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 496.285 250.853 521.844 436.367

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen sonstigen Forderungen (inklusive Forderungen aus laufenden Ertragssteuern) zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

2015 2014
Kreditrisiko in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Westeuropa 110,6 41 118,2 38
Zentral-Osteuropa 91,1 34 101,2 33
Nordamerika 26,7 10 39,8 13
Sonstige Welt 38,2 15 50,0 16
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
übrige sonstige Forderungen 266,6 100 309,2 100

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 158,8 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 1 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in Mio. € 2015 2014
Nicht fällig 170,7 171,4
Bis 30 Tage überfällig 21,8 26,3
31 bis 60 Tage überfällig 6,6 9,9
61 bis 90 Tage überfällig 2,8 4,2
Mehr als 90 Tage überfällig 9,7 9,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 211,6 221,1

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflow durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine quartalsweise rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet. Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 28 Tage (Vorjahr: 33 Tage), die Vorratsumschlagsdauer 100 Tage (Vorjahr: 96 Tage) sowie die Umschlagsdauer der Lieferantenverbindlichkeiten 37 Tage (Vorjahr: 40 Tage). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 91 Tagen im Jahr 2015 gegenüber 89 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cashflows auf Seite 180 verwiesen.

Rechtliche Risiken Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Im Zusammenhang mit Liegenschaftstransaktionen in der Vergangenheit haftet die Wienerberger AG im Falle einer Kontaminierung und daraus entwachsenden Folgeschäden, die in den Zeitraum der Eigentümerschaft fallen.

Andere Risiken Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger Standorte eingeleitet, die jedoch zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr, als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die Vertriebsakademie, den Werksleiterlehrgang und das Ready4Excellence Programm geschaffen. Dadurch, sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger, seine Mitarbeiter optimal auszubilden und an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

36. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen Folgende Unternehmen und Personen werden als Wienerberger nahestehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt. Die Geschäftsbeziehungen zu der Unternehmung nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 12. Personalaufwand angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind.

Die ANC Privatstiftung betreibt das im Jahr 2001 von der Wienerberger AG übertragene Deponiegeschäft in Österreich und hält Vermögenswerte (insbesondere Liegenschaften und Wertpapiere) in eingeschränktem Ausmaß. Wienerberger gab am 18.4.2014 die Neubesetzung des Vorstands der ANC Privatstiftung durch zwei Mitglieder des Wienerberger Top Managements bekannt, wodurch Wienerberger Verfügungsgewalt über die Stiftung ausüben kann. Dennoch besteht gemäß IFRS 10 ein Konsolidierungsverbot, da die Aktionäre der Wienerberger AG und nicht die Gesellschaft selbst Anrecht auf schwankende Rückflüsse aus der Stiftung haben. Die Bilanzsumme der ANC Privatstiftung betrug zum Bilanzstichtag 26.782 TEUR (Vorjahr: 25.849 TEUR) und besteht im Wesentlichen aus Grundstücken und Bauten in Höhe von 12.035 TEUR (Vorjahr: 12.994 TEUR) und aus Wertpapieren und liquiden Mitteln in Höhe von 13.645 TEUR (Vorjahr: 11.567 TEUR). Zum 31.12.2015 hatte die ANC Privatstiftung keine ausstehenden Finanzverbindlichkeiten.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen beliefen sich zum 31.12.2015 auf 11.124 TEUR (Vorjahr: 11.987 TEUR), jene gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen auf 7.536 TEUR (Vorjahr: 8.742 TEUR). Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 728 TEUR (Vorjahr: 961 TEUR) gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erzielt.

37. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Anfang Jänner 2016 erwarb Wienerberger ein Hintermauerziegelwerk in Polen und Anfang Februar den finnischen Produzenten für Kunststoffrohre Talokaivo Oy. Der Kaufpreis für beide Unternehmenserwerbe belief sich auf 13.872 TEUR, wovon 9.021 TEUR bar bezahlt wurden und 4.851 TEUR Ende 2016 fällig werden.

Der Vorstand der Wienerberger AG hat den Konzernabschluss am 23.2.2016 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 23. Februar 2016

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 23. Februar 2016

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Konzernunternehmen
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.001 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00 % VK
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Uttendorf 438.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00 % VK
Wienerberger Management Service Szolgáltató és Tanácsadó Kft.
(in Liquidation) Budapest 3.000.000 HUF 100,00 % OK 1)
Wienerberger cihlarsky prumysl, a. s. Cˇ eské Budeˇjovice 50.000.000 CZK 100,00 % VK
Cihelna Kinsky, spol. s r. o. Kostelec nad Orlici 2.000.000 CZK 68,80 % VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r. o. Cˇ eské Budeˇjovice 32.100.000 CZK 100,00 % VK
Silike keramika, spol. s.r.o. Cˇ eské Budeˇjovice 100.000 CZK 50,00 % EQ
Wienerberger slovenské tehelne, spol. s r. o. Zlate Moravce 3.319.392 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00 % VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 40,00 % OK 1)
Wienerberger Ilovac d.o.o. Karlovac 8.988.000 HRK 100,00 % VK
Wienerberger Cetera d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,72 % VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Petrinja 12.756.900 HRK 100,00 % VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.o.o. Sarajevo 2.000 BAM 100,00 % VK
Wienerberger Opekarna Ormož d.o.o. Ormož 951.986 EUR 100,00 % VK
Opekarna Pragersko d.o.o. Pragersko 1.022.743 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Backa d.o.o Mali Idos 651.652 EUR 100,00 % VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00 % VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00 % VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00 % VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt am Wörthersee 1.000.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein + Design GmbH Klagenfurt am Wörthersee 35.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG Klagenfurt am Wörthersee 100.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.100.000 HUF 100,00 % VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 22.870.000 HRK 100,00 % VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 42.070.000 PLN 100,00 % VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 55.151.300 RON 100,00 % VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormož 8.763 EUR 100,00 % OK 1)
Semmelrock Stein + Design Dlazby a.s. Ledcice 2.000.000 CZK 100,00 % VK
Semmelrock Stein und Design EOOD Sofia 13.785.500 BGN 100,00 % VK
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00 % VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00 % OK 1)
Schlagmann Poroton GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00 % EQ
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00 % OK 1)
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH Zeilarn 25.000 EUR 100,00 % 4)
MR Erwerbs GmbH & Co. KG Zeilarn 50.000 EUR 100,00 % 4)
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00 % VK
Wienerberger S.p.A. Mordano 10.000.000 EUR 100,00 % VK
Fornaci Giuliane S.r.l. Cormons 100.000 EUR 30,00 % EQ
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger NV Kortrijk 47.557.745 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 13.240.053 EUR 100,00 % VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00 % VK
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00 % VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00 % VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00 % VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
German Brick Trading B.V. Zaltbommel 249.700 EUR 100,00 % VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00 % VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00 % VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Steenvisie B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00 % VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00 % VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00 % VK
Aberson SmartBuild BV Zwolle 1 EUR 100,00 % VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00 % VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00 % VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00 % VK
Straatbaksteen Nederland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger Limited Cheshire 81.120.552 GBP 100,00 % VK
Galileo Brick Limited Cheshire 2.000.000 GBP 100,00 % VK
Chelwood Group Unlimited Cheshire 5.975.506 GBP 100,00 % VK
The Brick Business Limited Cheshire 900.002 GBP 100,00 % VK
Building Trade Products Limited (in Liquidation) Cheshire 1 GBP 100,00 % VK
Galileo Trustee Limited (in Liquidation) Cheshire 1 GBP 100,00 % VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Cheshire 11.029 GBP 100,00 % VK
Sandtoft Trading Limited (in Liquidation) Cheshire 1.000 GBP 100,00 % VK
Baggeridge Brick Limited (in Liquidation) Cheshire 10.326.404 GBP 100,00 %
Rudgwick Brick Limited (in Liquidation) Cheshire 2 GBP 100,00 %
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00 % VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00 % VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00 % VK
Wienerberger A/S Helsinge 10.000.000 DKK 100,00 % VK
Wienerberger AS Oslo 43.546.575 NOK 100,00 % VK
Wienerberger AB Malmö 17.550.000 SEK 100,00 % VK
General Shale Brick Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00 % VK
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00 % VK
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 28.500.000 CAD 100,00 % VK
Arriscraft International LP Cambridge 1 CAD 100,00 % VK
General Shale Canada GP Inc. Halifax 1 CAD 100,00 % OK 1)
Wienerberger EOOD 6RÀD 12.500.000 BGN 100,00 % VK
Uspeh AD Sofia 2.141.220 BGN 99,66 % VK
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 612.694.577 RUB 81,94 % VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUB 81,94% VK
OOO "Wienerberger Investitions- und Projektmanagement" Kiprevo 356.000 RUB 99,82% VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00 % VK
Wienerberger AS Aseri 1.540.736 EUR 100,00 % VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 10.100 LTL 100,00 % VK
Wienerberger India Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00 % VK
PIPELIFE International GmbH Wien 29.000.000 EUR 100,00 % VK 2)
Pipelife Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
PIPELIFE Austria GmbH & Co KG Wiener Neudorf 4.360.370 EUR 100,00 % VK
PIPELIFE Austria GmbH Wiener Neudorf 36.337 EUR 100,00 % VK
Pipelife Belgium NV Kalmthout 10.890.000 EUR 100,00 % VK
Pipelife Bulgaria EOOD Botevgrad 30.000 BGN 100,00 % VK
Pipelife Czech s r.o. Otrokovice 202.971.000 CZK 100,00 % VK
PIPELIFE Deutschland Asset Management GmbH Bad Zwischenahn 26.000 EUR 100,00 % VK
PIPELIFE Deutschland GmbH & Co. KG Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.000 EUR 100,00 % VK
PIPELIFE Deutschland Verwaltungs-GmbH Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn 5.726.469 EUR 100,00 % VK
Pipelife Eesti AS Harjumaa Eesti Vabariik 25.024 EUR 100,00 % VK
Pipelife Finland OY Oulu 33.637 EUR 100,00 % VK
Pipelife France SNC Aubevoye 21.606.000 EUR 100,00 % VK
Pipelife Hellas S.A. Thiva 24.089.735 EUR 100,00 % VK
Pipelife Hrvatska d.o.o. Sveta Nedelja 47.171.500 HRK 100,00 % VK
Pipelife Hungaria Kft. Debrecen 3.123.520.000 HUF 100,00 % VK
QUALITY PLASTICS HOLDINGS LTD Cork 635.000 EUR 100,00 % VK
PIPELIFE IRELAND LTD Cork 254 EUR 100,00% VK
Kenfern Investments Ltd Cork 508 EUR 100,00 % OK 1)
Pipelife UK Ltd Corby 244.001 GBP 100,00 % VK
Pipelife Latvia SIA Riga 426.600 EUR 100,00 % VK
Pipelife Nederland B.V. Enkhuizen 11.344.505 EUR 100,00% VK
Pipelife Finance B.V. Enkhuizen 18.000 EUR 100,00% VK
Pipelife Norge AS Surnadal 50.000.000 NOK 100,00 % VK
Pipelife Polska S.A. Krokowa 112.243.963 PLN 100,00% VK
Pipelife Romania S.R.L. Bucuresti 7.323.115 RON 100,00% VK
Pipelife Serbia d.o.o. Beograd 168.493.895 RSD 100,00% VK
Pipelife RUS LLC Zhukov 104.458.072 RUB 100,00% VK
Pipelife Hafab AB Haparanda 3.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Nordic AB Ölsremma 167.000.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Sverige AB Ljung 3.600.000 SEK 100,00% VK
Pipelife Slovenija d.o.o. Trzin 843.258 EUR 100,00% VK
Pipelife Slovakia s r.o. Piestany 6.700 EUR 100,00% VK
Arili Plastik Sanayii A.S. Pendik/Istanbul 30.590.000 TRY 100,00% VK
Pipelife Jet Stream, Inc. Siloam Springs 0 USD 100,00% VK
PJSC Pipelife Ukraine (in Liquidation) Kyiv 30.000 USD 100,00% OK 1)
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00 % VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
Tondach Beteiligungs GmbH Wien 200.000 EUR 100,00 % VK
TONDACH GLEINSTÄTTEN AG Gleinstätten 500.000 EUR 82,19% VK 3)
TONDACH SLOVENSKO, s.r.o. Nitrianske Pravno 14.937.264 EUR 82,19% VK
TONDACH SLOVENIJA d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 82,19% VK
POTISJE KANJIZA d.d. Kanjiza 605.394.000 RSD 82,19% VK
TONDACH Makedonija d.o.o. Vinica 349.460.010 MKD 82,19% VK
TONDACH BULGARIA EOOD Sofia 798.400 BGN 82,19% VK
TONDACH Cˇ eská republika, s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 82,19% VK
TONDACH MAYGARORSZÁG ZRT. Csorna 5.342.543 HUF 82,19% VK
TONDACH ROMANIA SRL Sibiu 36.137.155 RON 82,19% VK
TONDACH HRVATSKA d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 82,19% VK
TONDACH BOSNA I HERCEGOVINA d.o.o. Sarajevo 200.000 BAM 65,75% VK
STAVMIX plus s.r.o. Stupava 33.194 EUR 82,19% OK 1)
DACHMARKET TOV Uzhgorod 1.058.943 UAH 82,19% OK 1)
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00 % VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00% VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00% VK
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Gamma Asset Management GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00 % VK
Steinzeug - Keramo NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00% VK
Keramo-Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00% VK
SOCIETA DEL GRES S.p.A. Sorisole 2.000.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug Keramo s.r.o. Cˇ eské Budeˇjovice 40.000.000 CZK 100,00% VKE
Steinzeug - Keramo B.V. Belfeld 2.722.680 EUR 100,00% VK
Steinzeug - Keramo SARL Angervilliers 38.125 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo Sp. z.o.o. Piekary Slaskie 2.000.000 PLN 100,00% VK
  • VK ............... Vollkonsolidierung 1) untergeordnete Bedeutung

  • OK ............... keine Konsolidierung

  • OKE ............. keine Konsolidierung (erstmals)

  • VKE ............. Erstmalige Vollkonsolidierung 2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe

  • EQ ............... At Equitybewertung 3) Holdinggesellschaft der Tondach Gruppe
  • EQE ............. Erstmalige At Equitybewertung 4) Tochtergesellschaft der Schlagmann Poroton GmbH & Co KG

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Wienerberger AG, Wien, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2015, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, dem Konzern-Cashflow Statement und der Entwick lung des Konzern-Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungs legung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben gemäß § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Lieve Van Utterbeeck Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Wienerberger AG

LAGEBERICHT DER WIENERBERGER AG

Geschäftsverlauf 2015

Die Wienerberger AG ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in sechs Segmente eingeteilt sind: Clay Building Materials Eastern Europe, Clay Building Materials Western Europe, Pipes & Pavers Eastern Europe, Pipes & Pavers Western Europe, North America sowie Holding & Others. Als Konzernmutter nimmt sie die Aufgaben einer Holdinggesellschaft wahr, worunter insbesondere die strategische Ausrichtung der Wienerberger Gruppe, die Steuerung der Geschäftsbereiche sowie die Corporate Services fallen. Die Organisationsstruktur von Wienerberger sowie Informationen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands der Wienerberger AG sind im Konzernlagebericht erläutert.

Im Jahr 2015 setzte sich die verhaltene und von großen regionalen Unterschieden gekennzeichnete Erholung der Weltwirtschaft weiter fort. Während das Wirtschaftswachstum in den entwickelten Volkswirtschaften weiterhin bescheiden ausfiel, schwächte sich das Wachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern – deren Wachstum noch immer für rund 70 % des Weltwirtschaftswachstums verantwortlich ist – zum fünften Mal in Folge ab. Im Spannungsfeld von zurückhaltendem Investitionsverhalten von Konsumenten, Unternehmen und der öffentlichen Hand, geopolitischen Krisenherden und Terrorgefahren sowie signifikanten Verwerfungen auf Währungs-, Rohstoff- und insbesondere Energiemärkten wurden die mittelfristigen Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum weiter reduziert. Eine besonders volatile Entwicklung war in den Volkswirtschaften der Schwellenländer zu beobachten. Das Zugpferd China zeigte infolge des Wandels von einer produktionsorientierten zu einer konsumorientierten Wirtschaft gedämpfte Wachstumsraten. Die Aufwertung des US-Dollars führte zu einer Reduktion von Kapitalflüssen in Schwellenländer und erhöhte die Finanzierungskosten für in Dollar denominierte Kredite. Hinzu kam der massive Preisverfall von Rohöl, der Staaten mit starker Abhängigkeit von der Ölindustrie vor große fiskalische Herausforderungen stellt.

Die Wirtschaftsleistung der USA wuchs im Jahr 2015 um 2,5 %. Infolgedessen sank die Arbeitslosenrate auf 5,0 %, den tiefsten Stand seit Mai 2008. Trotz einer nominalen Inflationsrate von deutlich unter 1 % setzte die Notenbank FED im Dezember den im Vorfeld bereits angedeuteten Abschied von der de facto Nullzinspolitik in die Tat um und erhöhte den Zielkorridor für den Leitzins auf 0,25 - 0,50 %. Gleichzeitig warnten die Notenbanker in ihren Statements vor den Auswirkungen des schwachen Ölpreises auf das US-amerikanische Wirtschaftswachstum und wiesen darauf hin, dass die Inflation weiterhin deutlich unter der mittelfristigen Zielsetzung liegt. Der IWF prognostiziert für die USA ein Wirtschaftswachstum von 2,6 % im Jahr 2016.

In der Eurozone verblieb die Wachstumsrate auf einem moderaten Niveau und erhöhte sich von 0,9 % im Vorjahr auf 1,5 %. Neben der verhaltenen Konjunkturlage waren im Jahr 2015 die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), die niedere Inflation an der Schwelle zur Deflation, der Verfall der Energiepreise, geopolitische Spannungen, Terrorängste und die Flüchtlingskrise sowie die neuerliche Zuspitzung der griechischen Staatsschuldenkrise bestimmende Themen. Während politische Institutionen auf EU- und nationalstaatlicher Ebene um nachhaltige politische Lösungen drängender Fragen wie Strukturreformen, Aufnahmequoten für Flüchtlinge, die Bekämpfung hoher Arbeitslosigkeit und der griechischen Staatsschuldenkrise rangen, wurden Maßnahmen zur Belebung der schwachen Konjunkturlage vorrangig in die Sphäre geldpolitischer Maßnahmen der EZB verschoben. Fiskalische Stimulusprogramme und ein koordiniertes Vorgehen der europäischen Staatengemeinschaft blieben weitgehend aus. Dem steigenden Druck auf die EZB entsprach die Notenbank mit einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik. Die angekündigten Schritte wurden allerdings umgehend von Marktbeobachtern als nicht ausreichend eingeschätzt und entfalteten nicht die erhoffte Wirkung an den Finanzmärkten. Der IWF prognostiziert für die Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % im Jahr 2016. Großbritannien, die größte europäische Volkswirtschaft, die nicht der Eurozone angehört, verzeichnete mit einem Zuwachs um 2,2 % wie bereits im Vorjahr einen deutlich höheren Anstieg der Wirtschaftsleistung als die Eurozone und sollte den Wachstumskurs auch 2016 beibehalten.

Wohnbaumarkt in Europa

Die europäischen Wohnbauausgaben zeigten 2015 ein leichtes Wachstum. Laut Marktforschungsgruppe Euroconstruct stiegen die Ausgaben um 1,8 % an. In Westeuropa erhöhte sich die Wohnbauleistung um 1,7 %, während sich die Investitionen in den vier unter Beobachtung stehenden osteuropäischen Ländern um 4,4 % verbesserten. Dabei wiesen die Entwicklungen in den individuellen Märkten weiterhin große Unterschiede auf. Während die Niederlande, ein wichtiger Markt der Wienerberger Gruppe, ein vom Wohnungsneubau getriebenes Wachstum von 11,0 % verzeichneten, gingen Märkte wie Frankreich, Italien oder die Slowakei weiter zurück. Für 2016 erwartet Euroconstruct einen Anstieg der Wohnbauleistung um 3,2 %, der insbesondere auf eine Verbesserung der Bauaktivität in Westeuropa zurückzuführen ist.

Die Indikatoren für Baugenehmigungen, Baubeginne und Hausfertigstellungen zeichneten im Jahr 2015 ein ermutigendes Bild. Die Fertigstellungen reflektierten noch die große Zurückhaltung der letzten Jahre und waren sowohl in West- als auch in Osteuropa noch leicht rückläufig. Insbesondere die Fertigstellungen im Segment von Ein- und Zweifamilienhäusern zeigten einen Rückgang von 2,7 %. Baubeginne, die als Indikator für die aktuelle Bautätigkeit dienen, zeichneten demgegenüber bereits ein freundlicheres Bild und stiegen um 4,5 % im Jahresvergleich. Dabei verbesserten sich die Wachstumsraten sowohl im Ein- und Zweifamiliensegment als auch im Mehrfamilienwohnbau. Als Vorlaufindikator für die zukünftige Entwicklung dienen die Baugenehmigungen. Diese zeigten 2015 einen Anstieg um 9,4 %. Besonders erfreulich ist dabei die starke Belebung im Ein- und Zweifamiliensegment, in dem sich ein Rückgang um 3,5 % im Jahr 2014 in einen Zuwachs um 8,2 % drehte. Infolgedessen prognostiziert Euroconstruct für 2016 einen Anstieg der Wachstumsraten bei Baubeginnen (5,0 %) und bei Fertigstellungen (4,8 %).

Ein weiterer wichtiger Indikator sind die Baubeginne für Ein- und Zweifamilienhäuser je tausend Einwohner. Der gewichtete Durchschnitt ging in Westeuropa um 1,7 % zurück, während in Osteuropa ein leichter Anstieg um 0,8 % verzeichnet wurde. Insgesamt ging die Bautätigkeit je tausend Einwohner in Europa leicht vom Niveau des Vorjahres zurück.

Infrastrukturmarkt in Europa

Im Jahr 2015 stiegen die europäischen Ausgaben für Infrastrukturprojekte trotz eingeschränkter Investitionsbereitschaft öffentlicher Körperschaften um 3,3 % an. In Westeuropa erhöhten sich die Ausgaben um 2,7 % im Jahresvergleich. In Osteuropa zeigten die im Rahmen des Kohäsionsfonds der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Fördermittel weiterhin eine stimulierende Wirkung und schlugen sich in einem Anstieg um 10,6 % nieder. Für 2016 wird eine im Jahresvergleich leicht gedämpfte Fortsetzung des positiven Trends und ein Wachstum in unseren relevanten Märkten um 2,8 % erwartet. Das Teilsegment Wassermanagement, das rund 12 % der Infrastrukturausgaben repräsentiert und das den für unser Rohrgeschäft wichtigen Markt für Frisch- und Abwassersysteme beinhaltet, stieg 2015 in unseren Märkten um 2,1 % an. Überraschend schwach fiel die Investitionstätigkeit in Deutschland aus, die einen Rückgang von 2,0 % auswies. Für 2016 prognostiziert Euroconstruct für dieses Segment ein Wachstum im Ausmaß von 3,3 %. Das Telekommunikationssegment wies 2015 mit +1,1 % eine leicht steigende Bauleistung in unseren relevanten Märkten auf, während der Bereich Energie um 7,2 % zulegte. Für beide Bereiche wird für 2016 von einem Wachstum in der Höhe von 1,8 % (Telekommunikation) und 2,2 % (Energie) ausgegangen.

US Wohnbaumarkt

In den USA stiegen laut U.S. Census Bureau die Baubeginne im Jahr 2015 um 10,8 % auf 1,111 Mio. Wohneinheiten, und die Fertigstellungen verzeichneten einen Zuwachs um 9,3 % auf 0,966 Mio. Wohneinheiten. Die Baugenehmigungen beliefen sich auf 1,178 Mio. und überstiegen den Vorjahreswert um 12,0 %. Für 2016 erwartet McGraw Hill Construction - Dodge einen Anstieg der Baubeginne um 15,7 % auf 1,285 Mio. Wohneinheiten. Der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index spiegelt die gegenwärtige Einschätzung von Hausverkäufen durch Bauunternehmer und Entwickler sowie deren Erwartungen für die nächsten sechs Monate wider. Dieser Index betrug im Dezember 60 Punkte und verbesserte sich im Vergleich zum revidierten Wert aus dem Schlussmonat des Vorjahres um 2 Punkte. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs auf 52 Punkte im März rangierte der Index zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise in einem Kalenderjahr kontinuierlich über der Marke von 50, die anzeigt, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer den Ausblick positiv einschätzt. Die Verkaufspreise legten gemäß S&P/Case-Shiller 20-City Composite Home Price Index in den 12 Monaten bis einschließlich Dezember 2015 um 5,7 % im Jahresvergleich zu. Obwohl die US-Notenbank FED den Leitzins erstmals seit sieben Jahren erhöhte, stieg der Fixzinssatz von Hypothekarkrediten mit 30 Jahren Laufzeit nur leicht von 3,9 % im Dezember 2014 auf 4,0 % im Dezember 2015 an und verblieb damit auf einem im langjährigen Vergleich sehr tiefen Niveau. In Summe unterstreicht die große Zahl positiver Indikatoren zum US-Häusermarkt, dass für 2016 mit einer Fortsetzung des Wachstums zu rechnen ist.

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG bestehen hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Lizenzerlösen für die Verwendung von Markenrechten sowie aus Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen (Corporate Services).

Die von der Wienerberger AG im Geschäftsjahr 2015 erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 45,3 Mio. € (Vorjahr: 42,3 Mio. €), wobei es sich vorwiegend um Lizenzerlöse für die Verwendung von Markenrechten sowie Erlöse aus IT- und Engineering-Leistungen handelt, die für Tochterunternehmen erbracht wurden.

Umsatzerlöse 2015 2014
in TEUR in TEUR
Lizenzerlöse 26.368 26.426
Headquarter Umlage 2.581 2.863
IT Erlöse 12.228 9.156
Engineering Erlöse 2.372 1.863
sonstige Erlöse 1.775 2.016

Das Betriebsergebnis verbesserte sich von -6,7 Mio. € im Vorjahr auf -4,7 Mio. € im Jahr 2015, was im Wesentlichen auf den Anstieg der Umsatzerlöse zurückzuführen ist.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund des Wegfalls eines einmaligen Bewertungseffektes in Höhe von 34,0 Mio. € in 2014 auf 7,8 Mio. € (Vorjahr: 42,0 Mio. €), weshalb das Ergebnis vor Steuern von 35,2 Mio. € im Vorjahr auf 3,0 Mio. € im Jahr 2015 sank.

Gewinn- und Verlustrechnung 2015 2014
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 45.324 42.323
sonstige betriebliche Erträge 7.218 8.091
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen -2.501 -2.317
Personalaufwand -27.036 -29.626
Abschreibungen -3.095 -2.881
sonstige betriebliche Aufwendungen -24.659 -22.334
Betriebsergebnis (EBIT) -4.749 -6.744
Finanzergebnis 7.771 41.981
Ergebnis vor Steuern 3.023 35.237
Steuern 14.442 -16.791
Ergebnis nach Steuern 17.465 18.445

Das Finanzergebnis der Wienerberger AG setzt sich, wie für Holdinggesellschaften typisch, vorwiegend aus Beteiligungserträgen, etwaigen Bewertungseffekten aus Beteiligungen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Jahr 2015 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 41,6 Mio. €, und die Abschreibungen auf Beteiligungen betrugen 17,7 Mio. €. Der Zinsaufwand der Wienerberger AG sank im Berichtsjahr aufgrund gesunkener externer Zinsaufwendungen sowie niedrigerer Aufwendungen aus dem internen Cash Pooling auf 70,3 Mio. €.

Im Berichtsjahr betrug der Ertrag aus der Umlage der Steuergruppe inklusive Korrekturen der Vorjahre 14,4 Mio. €, im Vorjahr 2014 stand ein Steueraufwand durch erhöhte Umlagen der Steuergruppe in Österreich von 16,8 Mio. € zu Buche. Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Berichtsjahr somit auf 17,5 Mio. € (Vorjahr: 18,4 Mio. €).

Bilanzentwicklung 2015 2014 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR
Immaterielles Anlagevermögen 4.439 3.869 570
Sachanlagen 21.573 21.509 64
Finanzanlagen 3.486.950 3.613.769 -126.819
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 428.221 553.394 -125.173
Wertpapiere und eigene Anteile 4.600 4.600 0
Kassa und Bankguthaben 61 22.944 -22.883
Bilanzsumme 3.945.845 4.220.086 -274.241
Eigenkapital 2.317.732 2.317.666 66
Unversteuerte Rücklagen 7.319 7.464 -145
Rückstellungen 49.153 53.066 -3.913
Verbindlichkeiten 1.571.640 1.841.890 -270.250

Im Jahr 2015 sank die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 6,5 % auf 3.945,8 Mio. € (Vorjahr: 4.220,1 Mio. €). Der Rückgang der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus gesunkenen Finanzanlagen sowie aus gesunkenen finanziellen Verbindlichkeiten infolge der Tilgung einer Anleihe. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist, charakteristisch für eine Konzernmutter, durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und durch langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch aus Fremdmitteln geprägt.

Der Rückgang des Finanzanlagevermögens um 126,8 Mio. € auf 3.487,0 Mio. € begründet sich durch die Abschreibung von Beteiligungswerten sowie der Reduktion langfristiger konzerninterner Ausleihungen. Das Sachanlagevermögen und das immaterielle Anlagevermögen betragen in Summe weiterhin weniger als 1 % des Gesamtvermögens. Die Forderungen und das sonstige Umlaufvermögen verminderten sich hauptsächlich durch den Rückgang konzerninterner finanzieller Forderungen auf 428,2 Mio. € (Vorjahr: 553,4 Mio. €).

Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, verminderten sich um 22,9 Mio. € auf 0,1 Mio. €.

Das Eigenkapital ist im Jahr 2015 aufgrund des gestiegenen Bilanzgewinns geringfügig um 0,1 Mio. € gestiegen. Das stabile Eigenkapital hatte bei einer geringeren Bilanzsumme zur Folge, dass die Eigenkapitalquote von 55 % auf 59 % anstieg. Die Buchwerte eigener Aktien blieb zum Vorjahr unverändert auf einem Stand von 4,6 Mio. € am 31.12.2015.

Die Rückstellungen sanken im Jahr 2015 um 3,9 Mio. € auf 49,2 Mio. €. Die Verbindlichkeiten verminderten sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aufgrund der Tilgung einer Anleihe in Höhe von 200,0 Mio. € sowie eines Rückgangs der konzerninternen Verbindlichkeiten gegenüber der Wienerberger Finanz Service GmbH.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

Gemäß § 243a UGB sind die folgenden Erläuterung anzugeben:

  • (1) Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2015 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen alle die gleichen Rechte zukommen.
  • (2) Soweit dem Vorstand der Wienerberger AG bekannt, existieren keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder Übertragung von Aktien betreffen.
  • (3) Der Aktienbesitz verteilt sich auf österreichische und internationale Investoren, kein Aktionär hält mehr als 10 % der Anteile an der Wienerberger AG. Die Black Creek Investment Management Inc. mit Sitz in Kanada hält mehr als 5 %. Mehr als 4 % der Wienerberger Aktien halten seit 9. April 2014 Marathon Asset Management LLP mit Sitz im Vereinigten Königreich und seit 6. Februar 2015 TIAA mit Sitz in den USA. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 4 % liegen nicht vor. Die Wienerberger AG hält eigene Aktien in Höhe von 0,5 % der ausgegebenen Aktien.
  • (4) Es existieren keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  • (5) Arbeitnehmer, die Aktionäre der Wienerberger AG sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar und ohne Stimmrechtskontrolle aus.
  • (6) Der Vorstand besteht zum Bilanzstichtag aus zwei Personen. Als Mitglieder des Vorstands sollen nur Personen bestellt werden, die zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens ihrer Bestellung oder ihrer Wiederbestellung das 65. Lebensjahr nicht vollendet haben. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei und höchstens zehn von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Die Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das dritte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in dem gewählt wird, nicht mitgerechnet.
  • (7) Der Vorstand wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 16. Mai 2014 und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die in der Hauptversammlung vom 11. Mai 2012 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

  • (8) Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15 % des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 25. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht.

  • (9) Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).
  • (10) Die Vorstandsverträge, Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2011 und 2013, zu den Hybridanleihen 2007 und 2014 sowie die Verträge verschiedener syndizierter Kredite und Darlehen enthalten Regelungen, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden ("Change of Control"-Klauseln).
  • (11) Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstandsmitgliedern infolge eines Kontrollwechsels werden wirksam, sobald ein Eigentümer in Folge des Überschreitens einer Beteiligungsschwelle von 20 % ein verpflichtendes Übernahmeangebot legen muss. Die vertraglichen Regelungen sehen vor, dass in diesem Fall die Gesamtleistungen, abhängig von der Restlaufzeit des Vorstandsmandats, drei Jahresbezüge nicht überschreiten.

Risikomanagement

Unsere internationale Geschäftstätigkeit bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Um diesen entgegenzuwirken, hat sich unser Risikomanagement das Ziel gesetzt, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgen. Einmal jährlich wird die aus der Vorperiode vorliegende Risikoerhebung durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die wesentlichsten Risiken einer detaillierten Analyse und Bewertung unterzogen. Zu diesen zählen: Markt-, Produktions- und Preisrisiken, finanzielle Risiken, Beschaffungsrisiken und rechtliche Risiken.

2015 haben wir gemeinsam mit externen Experten die bestehenden Strukturen zur Erhebung, Bewertung und Steuerung von Risiken auf deren Zweckmäßigkeit und Angemessenheit geprüft und den Risikomanagementprozess weiterentwickelt. Alle Änderungen werden nach einer Einführungsphase im Jahr 2015 im laufenden Geschäftsjahr voll umgesetzt. In einem ersten Schritt wurden bereits im Berichtsjahr interne Befragungen und Follow-Up Workshops zur Aktualisierung bestehender und Identifizierung neuer Risiken mit dem Senior Management, den verantwortlichen Business Unit Managern und Corporate Service Leitern durchgeführt. Die erhobenen Risiken wurden anschließend entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb, zugeteilt sowie zwischen strategischen und operativen Themenbereichen unterschieden. Die Risikobewertung soll anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Free Cash Flow Auswirkungen für einen mittelfristigen Horizont von fünf Jahren und für einen langfristigen Zeitraum von 5 - 10 Jahren durchgeführt werden. Um das Risikomanagement an aktuelle Markt- und Geschäftsentwicklungen anzupassen wird ein unterjähriges Update der wesentlichsten Risiken vorgenommen.

Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -steuerung sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen sowie das Interne Kontrollsystem (IKS). Maßgeblich für die Risikobetrachtung und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikovermeidung und -bewältigung sind die Unterscheidung zwischen wiederkehrenden und externen Risiken und die Berücksichtigung der dezentralen Organisationstruktur. Bei der Mehrzahl der identifizierten Risiken handelt es sich um Risiken, die im Rahmen etablierter interner Prozesse zur Unternehmenssteuerung erfasst und überwacht werden. Insbesondere werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und von den zuständigen Risikoeignern innerhalb der Business Units im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Spekulationen außerhalb des operativen Geschäfts sind unzulässig. Ergänzend dazu werden Risiken, die unter anderem im Rahmen der Konzernfinanzierung, im IT- oder im Compliance-Bereich anfallen, nicht nur von den Business Units, sondern auch teilweise von der Holding zentral gesteuert, überwacht und abgefedert. Eine geringe Zahl der identifizierten Risiken betrifft externe Risiken, die laufend beobachtet und bewertet werden und auf die im Bedarfsfall zeitnah mit der Umsetzung vordefinierter Maßnahmen reagiert wird.

Eine Erläuterung der risikopolitischen Grundsätze und der identifizierten Risiken ist aus dem Konzernlagebericht und dem Anhang zum Konzernabschluss ersichtlich.

Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem Internen Kontrollsystem (IKS) der Wienerberger AG eine besondere Rolle zu. Das IKS basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO) und bietet dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren bzw. zu vermeiden. Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung des IKS beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die als Stabstelle des Gesamtvorstandes geführte Interne Revision übernimmt dabei die Kommunikations- und Überwachungsfunktion.

Das Kontrollumfeld des IKS bildet die Basis für konzernweite Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozesse. So legt der Vorstand im Rahmen der Rechnungslegung konzerneinheitliche und verbindliche Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen mittels einer Konzernrichtlinie fest. Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mittels standardisierter Prozesse, wobei ein einheitlicher Konzernkontenplan zur Anwendung kommt. Der Wienerberger Konzernabschluss sowie Zwischenabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den IFRS im Wege eines Fast Close erstellt. Die Abschlüsse aller Tochterunternehmen werden in einem zweistufigen Verfahren von den Finanz- und Controllingabteilungen der Business Units sowie der Abteilung Corporate Reporting geprüft, konsolidiert und schließlich vom Vorstand der Wienerberger AG zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Im Zuge der Kontrollaktivitäten findet jährlich ein Planungsprozess statt, der als integrierte Planung in einem Bottom-up Verfahren ausgestaltet ist. Gegenstand der Planung ist die Budgetierung von Gewinn- und Verlust, Bilanz und Cashflows des folgenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung über einen Horizont von vier Jahren. Ein wesentliches Element des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der monatliche Vergleich der Ist-Ergebnisse mit den periodisierten Planzahlen. Ergänzend dazu wird drei Mal jährlich von allen Tochterunternehmen eine Hochrechnung auf das erwartete Jahresergebnis vorgenommen. Ein weiteres Kontrollinstrument wurde mit der Einrichtung des ERP Audit Cockpits eingeführt. Dabei handelt es sich um ein konzernintegriertes Softwaretool zur Unterstützung des lokalen Managements bei der Durchführung, Dokumentation und Überwachung von Kontrollmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden mit externen Wirtschaftsprüfern das ERP Berechtigungskonzept überarbeitet, Berechtigungskonflikte identifiziert sowie behoben und entsprechende Kontrollberichte entwickelt. Eingebettet in das Audit Cockpit dienen diese durch klare Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbereiche der Risikominimierung im ERP Kontrollumfeld.

Zur Risikobeurteilung und in Vorbereitung auf die internen Prüfungshandlungen wird gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat ein unter Risikogesichtspunkten abgestimmter Revisionsplan jährlich entwickelt. Darauf aufbauend prüft die Interne Revision in regelmäßigen Abständen von mindestens drei Jahren jede Konzerngesellschaft auf die Einhaltung des IKS sowie operative Prozesse auf Risikoneigung und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten. Zudem überwacht die Interne Revision die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien und ist somit zentrales Überwachungsorgan des Internen Kontrollsystems. Des Weiteren führt die Interne Revision auf Veranlassung des Managements Ad-hoc-Prüfungen durch.

Anschließend werden die Ergebnisse sowie die sich daraus ableitenden Empfehlungen und Maßnahmen in einem Prüfbericht erfasst und dem lokalen Management, dem Business Unit Management, dem Konzernvorstand und dem Abschlussprüfer übermittelt. Im Rahmen der sonstigen Informations- und Kommunikationspflichten des IKS berichten die Interne Revision und das Corporate Reporting regelmäßig dem Prüfungsausschuss über wesentliche Bilanzierungsund Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess und über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen für im IKS identifizierte Schwachstellen informiert.

Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität des Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer 2015 kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers bei der Jahresabschlussprüfung.

Die Verwendung von Finanzinstrumenten ist im Anhang zum Einzelabschluss der Wienerberger AG dargestellt.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Tätigkeit von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Zu den Kernaufgaben der F&E zählen die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Systemlösungen in all unseren Anwendungsbereichen – von energieeffizienten Bauvorhaben über umweltschonende Flächenbefestigungen bis hin zu Versorgungs- und Kanalsystemen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen.

F&E wird bei uns zentral gesteuert, aber großteils dezentral umgesetzt. Wienerberger verfügt über mehrere Forschungszentren in Europa, die auf die verschiedenen Produktgruppen spezialisiert sind. Unsere Spezialisten aus dem Produktmanagement arbeiten sehr eng mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen der verschiedenen Bereiche zusammen, um neue Entwicklungen entsprechend auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die länderübergreifende Markteinführung von neuen Produkten wird zentral gesteuert, jedoch werden diese Produkte von unseren Spezialisten vor Ort an die lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes angepasst. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der gesamten Gruppe ausgerollt werden. Der F&E Aufwand ist von 1,2 Mio. € im Jahr 2014 auf 1,1 Mio. € in der Berichtsperiode gesunken, was einem Anteil am Umsatz von 2,4 % entspricht. Im Jahr 2014 waren im Bereich F&E 4 Mitarbeiter tätig, die Anzahl der Mitarbeiter blieb im Berichtsjahr unverändert.

Wienerberger arbeitet laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. In der energieintensiven keramischen Produktion (Ziegel und keramische Rohre) beschäftigen sich unsere Ingenieure vor allem mit der Reduktion des Energieeinsatzes im Trocknungs- und Brennprozess sowie mit der Optimierung von bautechnischen Eigenschaften im Hinblick auf Brand-, Schall- und Wärmeschutz und Statik, um den stetig steigenden Anforderungen im Wohn- und Wirtschaftsbau gerecht zu werden. Forschungsschwerpunkte betreffen zudem den schonenden Umgang mit allen Ressourcen in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Als Vorreiter im Einsatz von Abfallprodukten im Rohstoffmix ist es uns bei bestimmten keramischen Rohren gelungen, bis zu 60 % keramisches Recyclingmaterial in der Produktion einzusetzen. Des Weiteren bestehen unsere Steinzeugrohre ausschließlich aus natürlichen und recyclingfähigen Rohstoffen und erfüllen damit die anspruchsvollen Kriterien der Cradle to Cradle®-Zertifizierung.

Neben der Optimierung der Produktionsprozesse stehen bei bestehenden Produkten im Kunststoffrohrsegment vor allem Einsparungen im Rohstoffverbrauch durch die Reduktion des Produktgewichtes und der erhöhte Einsatz von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten. Bei Neuproduktentwicklungen tragen wir neben diesen Kriterien auch den immer höher werdenden technischen Anforderungen an Kunststoffrohre und Formstücke Rechnung und entwickeln Lösungen, die eine schonende, schnelle und einfache Verarbeitbarkeit der Produkte auf der Baustelle ermöglichen. Bei Flächenbefestigungen aus Beton arbeiten wir an der Verbesserung der Rohstoffmischungen sowie an der Optimierung unserer Produktions- und Veredelungsprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Oberflächendesigns und innovativen Produktlösungen für eine hochwertige Freiraumgestaltung.

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Nachhaltigkeit ist bei Wienerberger in die Unternehmensstrategie eingebettet und ein fixer Bestandteil der gelebten Unternehmenskultur. Dies findet sich in allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens wieder. Meilensteine sind insbesondere die Unterzeichnung der Sozialcharta im Jahr 2001, das Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex im Jahr 2002, der Beitritt zum UN Global Compact im Jahr 2003 oder die Mitwirkung bei der Gründung des österreichischen UN Global Compact Netzwerkes respACT Austria im Jahr 2006.

Um die bestehenden Prozesse zu optimieren, haben wir im Gesamtunternehmen feste Strukturen für das Nachhaltigkeitsmanagement verankert sowie die Zuständigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit in einem Organisationshandbuch festgehalten. Das Organisationshandbuch dient als Vorgabe für Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten in unserem Nachhaltigkeitsmanagement und soll die effiziente Umsetzung der Ziele und Maßnahmen durch die einheitliche Vorgehensweise in der gesamten Gruppe sicherstellen.

Organisationshandbuch

Für die Wienerberger Nachhaltigkeitsstrategie und die Festlegung der Ziele, Fristen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes ist ein Sustainability Steering Committee (SSC) zuständig, das sich regelmäßig abstimmt. Als internationale Koordinationsstelle fungiert die Stabstelle Sustainability Management unter der Leitung des Corporate Sustainability Officers (CSO). Dieser übernimmt die gruppenweite Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG. Daneben gibt es in jeder Business Unit einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der für die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich ist und den Fortschritt der Entwicklungen an den CSO berichtet. Dadurch wird der Verantwortungs- und Einflussbereich bei der Integration unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den jeweiligen Business Units verstärkt.

Das gruppenweite Datenmanagement wurde durch die Etablierung des Sustainability Group Reporting (SGR), das für die Konsolidierung aller Nachhaltigkeitskennzahlen auf Gruppenebene verantwortlich ist, neu aufgestellt. Diese werden je nach Anforderung monatlich, quartalsweise oder jährlich von den einzelnen Business Units eingeholt und dienen als Basis für weitere strategische Entscheidungen.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Wienerberger Gruppe stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. So erfüllen alle Wienerberger Nachhaltigkeitsberichte den Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Der Fokus der Berichte liegt auf ökologischen und sozialen Aspekten unserer Tätigkeiten sowie auf zukünftigen Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiter, Produktion, Produkte und gesellschaftliche Verantwortung. Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm stellt der Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiges Steuerungsinstrument für Wienerberger dar, um langfristige Ziele zu erreichen.

Wesentlichkeitsanalyse

Sustainability Roadmap 2020

Die überarbeiteten und aktuellen Richtlinien nach GRI G4 Core verlangen, dass die berichtenden Unternehmen ihre Berichterstattung verstärkt auf jene Themen ausrichten, die für sie und auch für ihre Stakeholder von wesentlicher Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2014 eine umfassende interne und externe Stakeholder-Befragung mithilfe unabhängiger Experten durchgeführt und eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt. Diese beleuchtete mögliche ökologische, soziale, ethische, regionale bzw. volkswirtschaftliche Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Relevanz und stellt die Grundlage für das neue Wienerberger Nachhaltigkeitsprogramm – die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 – dar.

Die Wienerberger Sustainability Roadmap 2020 beschreibt, welche Nachhaltigkeitsziele der Wienerberger Konzern bis 2020 verfolgt. Sie enthält sowohl gruppenweite Ziele als auch Ziele für die einzelnen Business Units sowie konkrete, verbindliche Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse abgeleitet wurden. Die Roadmap ist eine bewusste Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der ökologischen, sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Performance von Wienerberger. Die Ergebnisse wurden im Nachhaltigkeitsbericht 2014, der im September 2015 veröffentlicht wurde, vorgestellt.

Ausblick

Für das Jahr 2016 haben wir uns erneut das Ziel gesetzt, unser operatives Konzern-EBITDA deutlich zu steigern. Unsere Prognose stützt sich auf die Einschätzung, dass sich das leichte Marktwachstum in unserem Geschäft mit Ziegeln, Dachziegeln und Kunststoffrohren weiter fortsetzt. Nur in unserem Geschäft mit keramischen Abwasserrohren erwarten wir aufgrund der Zurückhaltung bei öffentlichen Infrastrukturinvestitionen in einigen Kernmärkten ein leicht rückläufiges bis stabiles Umfeld. Bei Betonflächenbefestigungen rechnen wir mit einer stabilen Entwicklung der Nachfrage. In Summe erwarten wir eine Umsatzsteigerung am unteren Ende unseres mittelfristigen Zielkorridors von 3 - 4 %. Dieser Zielkorridor umfasst sowohl Mengenwachstum als auch eine Verbesserung der Durchschnittspreise. Dabei gehen wir davon aus, dass wir auch 2016 im Ziegelgeschäft die Kosteninflation durch entsprechende Preisanpassungen kompensieren können. Das operative Konzern-EBITDA erwarten wir bei etwa 405 Mio. €. Darin enthalten ist der Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, der sich auf etwa 15 Mio. € belaufen sollte.

Die Normalinvestitionen werden rund 140 Mio. € betragen. Diese beinhalten neben Ersatzinvestitionen auch Ausgaben für technologische Verbesserungen, für die Entwicklung von innovativen Produkten und effizienteren Produktionsprozessen sowie für die Erhöhung der Arbeitssicherheit. Unsere Wachstumsinvestitionen werden auf rund 40 Mio. € ansteigen und umfassen sowohl Werkserweiterungen, die vorrangig auf das Geschäft mit Kunststoffrohren sowie mit Betonflächenbefestigungen entfallen, als auch Akquisitionen. Den Zukauf eines Hintermauerziegelwerks in Polen und die mehrheitliche Übernahme eines Kunststoffrohrproduzenten in Finnland haben wir im laufenden Geschäftsjahr bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisbeiträge aus diesen Wachstumsinvestitionen sind im Konzern-EBITDA-Ziel enthalten. Darüber hinaus prüfen wir anhand unseres strikten Kriterienkatalogs derzeit weitere Übernahmeziele auf deren Ergebnis-, Cashflow- und Synergiepotenzial sowie auf strategische Entwicklungsmöglichkeiten.

Unser Nettozinsergebnis wird sich infolge der laufenden Optimierung unserer Finanzierungsstruktur und des vorteilhaften Zinsumfelds auf einen Aufwand von rund 35 Mio. € verbessern. Gemäß unserer mittelfristigen Zielsetzungen verringert sich der interne Maximalwert für die Entschuldungsdauer, gemessen am Verhältnis der Nettoverschuldung zum operativen EBITDA, von 2,5 auf 2,0 Jahre am Jahresende, sobald wir ein Konzern-EBITDA von über 400 Mio. € erwirtschaften. Bei planmäßiger Erfüllung unserer Zielsetzungen sollte dies im Jahr 2016 der Fall sein.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 15. Jänner haben wir ein Hintermauerziegelwerk in Polen übernommen. Ebenso haben wir per 5. Februar in Finnland den Kunststoffrohrproduzenten Talokaivo mehrheitlich übernommen.

Wien, am 23. Februar 2016

Der Vorstand

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Abschluss Wienerberger AG

JAHRESABSCHLUSS DER WIENERBERGER AG

Bilanz

31.12.2015
in EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete
Lizenzen
4.439.178
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
477.281
2. Unbebaute Grundstücke
18.854.816
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2.216.008
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
25.339
21.573.445
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2.739.854.446
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
735.868.765
31.12.2014
in TEUR
3.869
492
19.031
1.984
2
21.509
2.602.138
1.000.381
3. Beteiligungen
6.439.623
6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens
4.787.610
4.810
3.486.950.444 3.613.769
3.512.963.066 3.639.147
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
82.634
107
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
412.741.215
543.017
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
12.357.222
7.365
425.181.072 550.488
II. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile
4.600.213
4.600
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
60.551
22.944
429.841.835 578.033
C. Rechnungsabgrenzungsposten
3.039.853 2.906
Summe Aktiva
3.945.844.755
4.220.086
31.12.2015 31.12.2014
in EUR in TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 117.526.764 117.527
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 1.675.118.239 1.675.118
III. Gewinnrücklagen
1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 496.973.972 496.974
2. Rücklage für eigene Anteile 4.600.213 4.600
501.574.185 501.574
IV. Bilanzgewinn 23.512.966 23.447
davon Gewinnvortrag: EUR 5.903.342,34;
Vorjahr: TEUR 4.986 23.512.966 23.447
2.317.732.154 2.317.666
B. Unversteuerte Rücklagen
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 7.319.115 7.464
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 5.321.551 4.980
2. Rückstellungen für Pensionen 18.431.511 19.182
3. Sonstige Rückstellungen 25.400.395 28.905
49.153.458 53.066
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 900.000.000 1.100.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 206.183.004 189.799
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 894.304 1.442
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 423.730.205 513.200
5. Sonstige Verbindlichkeiten 40.832.515 37.449
davon aus Steuern: EUR 43.934; Vorjahr: TEUR 41
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 335.091; Vorjahr: TEUR 311
1.571.640.028 1.841.890
Summe Passiva 3.945.844.755 4.220.086
Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen
197.626.309 167.070

Erläuterung zu Support Letter Wienerberger S.p.A, Italien und Wienerberger AS, Estland siehe Punkt 9

Gewinn- und Verlustrechnung

2015 2014
in EUR in TEUR
1. Umsatzerlöse 45.324.317 42.323
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 1.226.846 530
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 328.348 178
c) Übrige 5.663.213 7.218.407 7.383 8.091
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.501.114 -2.501.114 -2.317 -2.317
4. Personalaufwand
a) Gehälter -21.392.219 -20.570
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -702.893 -2.260
c) Aufwendungen für Altersversorgung -746.497 -3.085
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -3.873.313 -3.454
e) Sonstige Sozialaufwendungen -321.349 -27.036.272 -257 -29.626
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen -3.095.023 -2.881
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern -205.165 -86
b) Übrige -24.453.767 -24.658.932 -22.249 -22.334
in EUR in TEUR
7. Zwischensumme aus Z 1. bis 6. -4.748.617 -6.744
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 41.272.887 41.640.131 250.131
Vorjahr: TEUR 250.000
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 36.484.635 52.172
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 36.400.875
Vorjahr: TEUR 52.076
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26.035.165 21.676
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 23.103.512
Vorjahr: TEUR 18.100
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0 34.025
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens -26.086.913 -230.834
davon a) Abschreibungen EUR 17.721.450
Vorjahr TEUR 224.112
b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 17.700.000; Vorjahr: TEUR 224.112
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -70.301.605 -85.190
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 7.173.314; Vorjahr: TEUR 8.052
14. Zwischensumme aus Z 8. bis 13. 7.771.412 41.981
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3.022.795 35.237
16. Steuern vom Einkommen und Ertrag 14.442.126 -16.791
17. Jahresüberschuss 17.464.922 18.445
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 144.702 15
19. Jahresgewinn 17.609.623 18.460
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.903.342 4.986
21. Bilanzgewinn 23.512.966 23.447

Anhang

Allgemeine Erläuterungen Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und der Generalnorm aufgestellt, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Wienerberger AG als börsennotierte Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss, in den sämtliche wesentliche Tochtergesellschaften der Wienerberger AG einbezogen werden. Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuchgericht Wien hinterlegt. Die Wienerberger AG ist im Sinne des § 221 UGB eine große Kapitalgesellschaft.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Anlagevermögen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßig lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagengruppen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Die Abschreibungen auf Anlagenzugänge im ersten bzw. zweiten Halbjahr wurden mit vollen bzw. halben Jahresraten angesetzt. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften angesehen, die mittelbar oder unmittelbar im Mehrheitsbesitz oder unter der einheitlichen Leitung der Wienerberger AG stehen. Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen dauernder niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet. Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nennbetrag bewertet, Ausleihungen in Fremdwährungen werden mit dem Anschaffungskurs bzw. dem niedrigeren Geldkurs am Bilanzstichtag oder im Falle von Bewertungseinheiten mit dem gesicherten Kurs umgerechnet.

2. Umlaufvermögen Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag bewertet, erforderliche Wertberichtigungen werden vorgenommen. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. dem niedrigeren Devisen-Geldkurs am Bilanzstichtag oder im Falle von Bewertungseinheiten mit den gesicherten Kursen umgerechnet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen oder Rücknahmewerten bewertet. Vom Wahlrecht, aktive latente Steuern in der Höhe von 6.266 TEUR (Vorjahr: 7.466 TEUR) anzusetzen, wird kein Gebrauch gemacht. Die aktive latente Steuer wurde unter Zugrundelegung des gesetzlichen Steuersatzes von 25 % gerechnet.

Emissionszertifikate werden zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips bewertet.

3. Rückstellungen Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder wurden 2015 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 65 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 1,46 % (Vorjahr: 1,57 %) bei Abfertigungsrückstellung und 1,64 % bei Jubiläumsgeldrückstellung (Vorjahr 1,66 %) berechnet. Es wird ein Gehaltstrend von 2 % p.a. für zukünftige Jahre und eine Fluktuation gestaffelt nach einem Dienstalter von 0 bis 2 Jahren in Höhe von 10,5 %, 3 bis 4 Jahren von 11,5 %, 5 bis 9 Jahren von 5,5 %, 10 bis 14 Jahren von 2 % und 15 bis 99 Jahren von 1 % p.a. in die Berechnung einbezogen (Vorjahr: 0,5 % p.a.).

Die Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen aufgrund von rechtsverbindlichen, individuellen Zusagen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Methode) gemäß IAS 19 unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,55 % (Vorjahr: 1,55 %) gebildet. Eine Erhöhung der liquiden Pensionen von 2,5 % p.a. für zukünftige Jahre wird in die Berechnung einbezogen, es wird keine Fluktuation berücksichtigt. Der Zinsaufwand für die Pensions- und Abfertigungsrückstellung wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht in Höhe des voraussichtlichen Anfalls gebildet.

4. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag, dem Nennwert bzw. dem höheren zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Devisen-Briefkurs am Bilanzstichtag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in getrennten Aufstellungen (Anlage 1 und Anlage 2) dargestellt.

Die bebauten Grundstücke enthalten Grundwerte von 72 TEUR (Vorjahr: 72 TEUR). Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind Fondsanteile im Wert von 4.650 TEUR (Vorjahr: 4.671 TEUR). Das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsrückstellungen beträgt 138 TEUR (Vorjahr: 139 TEUR). Zum Bilanzstichtag 31.12.2015 gibt es eine Ausleihung an die Wienerberger S.p.A, Italien in Höhe von 11.500 TEUR mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr. Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurde eine Zuschreibung in Höhe von 30.620 TEUR (Vorjahr: 30.620 TEUR) unterlassen.

Im Jahr 2015 erhöhte sich der Beteiligungsansatz an der Wienerberger S.p.A., Italien aufgrund einer Kapitalerhöhung aus dem Forderungsverzicht eines Teils des Gesellschafterdarlehens. Bei der Wienerberger GmbH, Deutschland, Wienerberger AS, Estland und Wienerberger A/S, Dänemark erhöhte sich der Beteiligungsansatz aufgrund gewährter Gesellschafterzuschüsse.

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 11. Mai 2015 wurden sämtliche GmbH-Anteile an der Wienerberger Beteiligungs GmbH, Deutschland von der Wienerberger AG an die Wienerberger GmbH, Deutschland veräußert.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 18. September 2015 wurde die Wienerberger Beteiligungs GmbH, Wien (WBDH) in die Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, Wien (WAV) verschmolzen. Dies führte zu einem Abgang der Beteiligung an der WBDH und einem Zugang an der Beteiligung WAV.

Der negative Zugang bei der Beteiligung an der Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG resultiert aus der Ergebnisübernahme des direkt gegen den Beteiligungsansatz übernommenen Verlustes aus dem Jahr 2014.

Die Anteile an den verbundenen Unternehmen Wienerberger S.p.A., Italien, Wienerberger A/S, Dänemark und Wienerberger AS, Estland wurden im Geschäftsjahr insgesamt um 17.700 TEUR wertberichtigt.

Beteiligungsgesellschaften der Wienerberger AG (ab 20 %):

Sitz Anteil Währung Grund-
/Stammkapital
(in TLW)
Eigenkapital
inkl. unverst.
Rückl. (in TLW)
2015
Jahresüber
schuss/-
fehlbetrag
(inTLW) 2015
Gesellschaft
Wienerberger International N.V.
Zaltbommel 100,00 EUR 50 272.296 6.706
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 18 42.170 14.925
Wienerberger NV Kortrijk 99,99 EUR 47.558 214.124 24.037
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 99,96 EUR 13.235 19.315 -776
WK Services NV Kortrijk 99,99 EUR 32.226 16.227 344
Wienerberger GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500 67.578 -30.996
Steinzeug - Keramo GmbH Frechen 10,00 EUR 1.841 43.814 2.773
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99,99 EUR 5.000 31.958 1.261
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Uttendorf 53,00 EUR 232 7.592 -13
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 100,00 EUR 35 1.274.401 -285
Semmelrock International GmbH Wien 100,00 EUR 3.000 96.559 3.335
Wienerberger S.p.A. Mordano 100,00 EUR 10.000 13.802 -3.954
Wienerberger A/S Helsinge 100,00 DKK 10.000 101.379 -36.342
Wienerberger OY AB Helsinki 100,00 EUR 1.000 9.670 -3.146
Wienerberger AS Aseri 100,00 EUR 1.541 306 -1.669
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprevo 81,94 RUR 502.042 979.681 319.103
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 81,94 RUR 532.640 991.198 18.349
OOO "Wienerberger Investitions- and
Projektmanagement" Kiprevo 99,00 RUR 352 -4.640 -654
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp.Z.o.o. Vilnius 100,00 LTL 10 -146 -1
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 12.500 20.251 5.215
General Shale Building Materials Inc. Johnson City 100,00 USD 1 -1.230 -98
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 100,00 CAD 28.500 10.820 -2.661
Wienerberger India Private Limited Bangalore,
Karnataka
99,99 INR 934.167 869.711 101.085

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestanden auf Grund von Leasing-, Lizenz-, Mietund Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2015
in TEUR
2014
in TEUR
im folgenden Jahr 1.633 1.903
zwischen 1. u. 5 Jahren 6.349 7.594

Darüber hinaus bestehen Zahlungsverpflichtungen aus Ratenvereinbarungen 2016 in der Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 4.102 TEUR), wobei auf die Zinskomponente 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) entfielen. Im Jahr 2015 wurde die letzte Kaufpreisrate für den Ankauf der Koramic Lizenz gezahlt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2015 31.12.2014
Gesamt
in TEUR
davon Restlaufzeit
unter 1 Jahr
in TEUR
davon Restlaufzeit
über 1 Jahr
in TEUR
Gesamt
in TEUR
davon Restlaufzeit
unter 1 Jahr
in TEUR
davon Restlaufzeit
über 1 Jahr
in TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
83 83 0 107 107 0
2. Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
412.741 129.929 282.812 543.017 511.809 31.207
3. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
12.357 12.357 0 7.365 7.365 0
Forderungen laut Bilanz 425.181 142.369 282.812 550.488 519.281 31.207

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten mit 20.895 TEUR (Vorjahr: 263.357 TEUR) überwiegend aus Verrechnungs- und Finanzierungsbeziehungen. Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthielten Erträge in Höhe von 1.310 TEUR (Vorjahr: 1.311 TEUR), die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3. Wertpapiere des Umlaufvermögens Die Wertpapiere des Umlaufvermögens enthielten 553.153 Stück eigene Anteile in Höhe von 4.600 TEUR (Vorjahr: 553.153 Stück, 4.600 TEUR).

4. Eigenkapital Das Grundkapital der Wienerberger AG beträgt 117.526.764,00 EUR und ist in 117.526.764 nennwertlose Stückaktien zerlegt, alle Aktien sind voll einbezahlt.

In der 146. ordentlichen Hauptversammlung wurde beschlossen, vom Bilanzgewinn 2014 eine Dividende von 0,15 € je Stückaktie, sohin 17.629.014,60 EUR abzüglich eines anteiligen Betrages für die eigenen Anteile von 85.543,35 EUR, somit 17.543.471,25 EUR auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 5.903.342,34 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Vorstand wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ermächtigt, im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß eigene Stückaktien während der Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben, höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses (12,105 EUR) vom 16. Mai 2014 somit 24,21 EUR und mindestens zum Rechenwert von einem Euro pro Aktie, und rückgekaufte Aktien ohne weitere Beschlussfassung der Hauptversammlung entweder einzuziehen oder wieder zu verkaufen sowie eigene Aktien auf eine andere Weise als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern. Diese Ermächtigung ersetzte die in der Hauptversammlung vom

  1. Mai 2012 beschlossene Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien.

Darüber hinaus wurde in der 145. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 16. Mai 2014 ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 15 % des Grundkapitals beschlossen. Hierbei handelt es sich um die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage. Der Vorstand wurde damit wie bereits in der Vergangenheit ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis zum 26. Juni 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Grundkapital kann um maximal 17.629.014 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.629.014 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht.

Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

Am 11. Mai 2010 hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG die Implementierung eines neuen anteilsbasierten Vergütungsprogramms für Vorstände und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Als langfristige variable Vergütungskomponente löst es das im Jahr 2009 eingestellte Aktienoptionsprogramm ab. Das "Long Term Incentive (LTI)"-Programm ist ein Vergütungsprogramm mit Barausgleich und zielt entsprechend den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) darauf ab, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts zu erwirken. Das Modell ist daher einerseits an die Entwicklung des CFROI der Wienerberger Gruppe und andererseits an den Kurs der Wienerberger Aktie gekoppelt. Die rechnerische Einheit des LTI sind virtuelle Anteile, sogenannte Performance Share Units (PSUs), deren Zuteilungsausmaß von der Position der Führungskraft im Unternehmen abhängt. Als Multiplikator wird der durchschnittliche Aktienkurs der Wienerberger Aktie der letzten 20 ATX-Handelstage der Performance Periode herangezogen. Die Auszahlung der langfristigen Vergütung (LTI) erfolgt in drei gleich hohen Tranchen, sofern der tatsächlich im Geschäftsjahr 2015 erreichte CFROI in den folgenden zwei Jahren nicht unterschritten wird. Bei den Mitgliedern des Vorstands ist für eine Zuteilung von virtuellen Anteilen das Halten von Wienerberger Aktien erforderlich.

Im Berichtsjahr 2015 wurden dem Vorstand der Wienerberger AG insgesamt 100.000 (Vorjahr: 140.000) und den übrigen Teilnehmern insgesamt 63.500 virtuelle Anteile gewährt (Vorjahr: 60.000).

5. Unversteuerte Rücklagen Die Entwicklung der unversteuerten Rücklagen (§ 12 Abs. 1 EStG) der Wienerberger AG ist aus der nachfolgenden Aufstellung ersichtlich:

Bewertungsreserven UGB
in TEUR
I. Sachanlagen 1.1.2015 Auflösung 31.12.2015
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich
der Bauten auf fremdem Grund
382 11 372
2. Unbebaute Grundstücke 6.388 134 6.254
6.770 145 6.626
II. Finanzanlagen
Beteiligungen 693 693

Die Auflösung von unversteuerten Rücklagen führte zu einer Erhöhung der Steuerbemessung von 145 TEUR (Vorjahr: Erhöhung 15 TEUR).

6. Rückstellungen Die Entwicklung der Rückstellungen ist in einer getrennten Aufstellung (Anlage 3) dargestellt.

Die sonstigen Rückstellungen von 25.400 TEUR (Vorjahr: 28.905 TEUR) enthielten Rückstellungen für nicht konsumierten Urlaub von 2.048 TEUR (Vorjahr: 1.808 TEUR) und Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile in Höhe von 11.159 TEUR (Vorjahr: 9.557 TEUR), die in der Folgeperiode ausbezahlt werden. Für das LTI-Programm 2015 wurde eine Rückstellung von 2.573 TEUR (Vorjahr: 2.553 TEUR) gebildet.

Die übrigen Rückstellungen enthielten eine Rückstellung von 10.357 TEUR (Vorjahr 15.630 TEUR) für derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten.

7. Derivative Finanzinstrumente Im Jahr 2015 hat die Wienerberger AG Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken sowie in geringerem Umfang Zins-Währungsswaps zur Absicherung gegen Translationsrisiken eingesetzt. Der Marktwert der Zinsswaps mit einem Volumen von 150.000 TEUR (Vorjahr: 150.000 TEUR) stellte sich wie folgt dar:

Zinsswaps 2015
in TEUR
2014
in TEUR
Positive Marktwerte 4.460 5.403
Negative Marktwerte -5.248 -5.373

Der aktuelle Marktwert der Zins-Währungsswaps mit einem Volumen von 64.094 TEUR (Vorjahr: 58.214 TEUR) beträgt:

Zins-Währungsswaps 2015
in TEUR
2014
in TEUR
Negative Marktwerte -4.877 -10.257
-4.877 -10.257

Weiters gibt es in der Wienerberger AG Termingeschäfte mit einem Volumen von 18.715 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Termingeschäfte 2015
in TEUR
2014
in TEUR
Negative Marktwerte -233 0

Die verwendeten Bewertungen werden von den kontrahierenden Banken zur Verfügung gestellt und sind unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren (Mark-to-Market) erstellt.

8. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergaben sich wie folgt:

31.12.2015 31.12.2014
Gesamt
in TEUR
davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
in TEUR
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in TEUR
Gesamt
in TEUR
davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
in TEUR
davon
Restlaufzeit
über 1 Jahr
in TEUR
1. Anleihen 900.000 0 900.000 1.100.000 200.000 900.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
206.183 107.826 98.357 189.799 54.656 135.143
3. Verbindlichkeiten aus
Lieferung und Leistung
894 894 0 1.442 1.442 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
423.730 423.246 484 513.200 512.664 536
5. Sonstige Verbindlichkeiten 40.833 40.833 0 37.449 37.449 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit 423.050 TEUR (Vorjahr: 512.465 TEUR) überwiegend aus Verrechnungsbeziehungen und aus dem Kontenpooling mit der Wienerberger Finanz Service GmbH. Sämtliche langfristigen externen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen, Bankverbindlichkeiten) der Wienerberger AG werden mit den gleichen Konditionen direkt an die Wienerberger Finanz Service GmbH weitergegeben Diese Verrechnungsbeziehung wird bis zur Tilgung der jeweiligen externen Verbindlichkeit der Wienerberger AG Bestand haben und gleichzeitig abgebaut werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren betrugen 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). In den sonstigen Verbindlichkeiten waren Aufwendungen in Höhe von 40.351 TEUR (Vorjahr: 32.924 TEUR) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Es bestehen keine Anleihenverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren (Vorjahr: 300.000 TEUR).

Die Hybridanleihe in der Höhe von 500.000 TEUR wurde mit Oktober 2014 in Höhe von 272.188 TEUR in eine neue Hybridanleihe umgetauscht. Der verbleibende Teil in Höhe von 227.812 TEUR verfügt über eine Call Option erstmals 2017. Der umgetauschte Teil verfügt erstmals über eine Call Option in 2021. Dies bedeutet, dass die Wienerberger AG über die Rückzahlung der Hybridanleihen frei entscheiden kann. Zusätzlich sind beide Hybridanleihen gegenüber allen bestehenden und zukünftigen Verbindlichkeiten vertraglich nachrangig gestellt.

Die Wienerberger AG hat mit 18. April 2013 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 4 % Verzinsung in der Höhe von 300.000 TEUR begeben.

Die Wienerberger AG hat mit 1. Februar 2012 eine nicht konvertible, endfällige 3½-jährige Anleihe mit 5 % Verzinsung in der Höhe von 200.000 TEUR begeben. Im Jahr 2015 wurde die Anleihe mit Ende der Laufzeit zur Gänze getilgt.

Die Wienerberger AG hat mit 4. Juli 2011 eine nicht konvertible, endfällige 7-jährige Anleihe mit 5,25 % Verzinsung in der Höhe von 100.000 TEUR begeben.

9. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

31.12.2015
in TEUR
31.12.2014
in TEUR
Garantien
Kreditlinien 88.000 88.000
Nachschussverpflichtung Pensionsrückstellung 81.075 40.000
Rekultivierungsverpflichtungen 5.318 5.334
Übrige 23.233 33.736
(davon für verbundene Unternehmen) (197.626) (167.070)
197.626 167.070

Die Wienerberger AG garantiert der Wienerberger S.p.A, Italien und der Wienerberger AS, Estland zumindest für die nächsten 12 Monate ab dem Datum der Gesellschafterversammlung die erforderliche finanzielle Unterstützung zur Fortführung des Betriebes.

10. Umsatzerlöse Unter den Umsatzerlösen werden Erlöse aus Leistungsbeziehungen mit Tochtergesellschaften der Wienerberger Gruppe in Höhe von 45.188 TEUR (Vorjahr: 42.203 TEUR) bzw. auch mit Gesellschaften außerhalb der Wienerberger Gruppe in Höhe von 136 TEUR (Vorjahr: 121 TEUR) ausgewiesen.

11. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus dem Erlös aus Verkäufen nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften, Weiterverrechnungen an Tochtergesellschaften und Rückerstattung aus Forschungsprämien.

12. Personalaufwand Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen in folgendem Ausmaß enthalten:

2015
in TEUR
2014
in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte 844 4.324
Andere Arbeitnehmer 605 1.021

Im Jahr 2012 wurde IAS 19 (2011) vorzeitig angewendet. Versicherungsmathematische Verluste von 131 TEUR (Vorjahr: 3.130 TEUR) wurden erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.

In Mitarbeitervorsorgekassen für Abfertigungen wurden 170 TEUR (Vorjahr: 148 TEUR) einbezahlt. Aus der Veränderung der Pensionsrückdeckungsversicherung resultierte ein Ertrag von 1 TEUR (Vorjahr: Aufwand 1 TEUR).

Im Durchschnitt des Jahres 2015 wurden 198 (Vorjahr: 184) Angestellte beschäftigt.

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 4.156.007 EUR (Vorjahr: 3.701 TEUR), davon entfallen 1.248.060 EUR (Vorjahr: 1.220 TEUR) auf fixe Bestandteile. Die variablen Bestandteile teilen sich auf in eine kurzfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.248.060 EUR (Vorjahr: 1.261 TEUR), eine mittelfristige Vergütungskomponente in Höhe von 411.827 EUR (Vorjahr: 0 TEUR) und eine langfristige Vergütungskomponente in Höhe von 1.248.060 EUR (Vorjahr: 1.220 TEUR), welche in Abhängigkeit vom Erreichen der Zielvorgaben über zwei Jahre in drei gleich hohen Teilbeträgen ausbezahlt wird. An frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 853.264 EUR (Vorjahr: 854 TEUR) geleistet. Im Geschäftsjahr 2015 wurden an die Mitglieder des Aufsichtsrats für die Tätigkeit im vorangegangen Geschäftsjahr Vergütungen von insgesamt 446.641 EUR (Vorjahr: 429 TEUR) bezahlt.

Haftungsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats bestehen nicht, und es wurden auch keine Kredite an diese vergeben.

13. Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen Gewinnausschüttungen aus verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich mit Datum des Gewinnausschüttungsbeschlusses vereinnahmt. Die Beteiligungserträge 2015 resultierten mit 18.000 TEUR (Vorjahr: 250.000 TEUR) aus einer phasengleichen Ausschüttung der Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, von anderen verbundenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2015 Beteiligungserträge in Höhe von 23.273 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Aufwendungen aus Beteiligungen betreffen die Abschreibungen auf Beteiligungen an der Wienerberger S.p.A. Wienerberger A/S, Helsinge und Wienerberger AS, Aseri mit einem Gesamtwert in Höhe von 17.700 TEUR (Vorjahr Wienerberger GmbH, Wienerberger S.p.A., OOO "Wienerberger Kirpitsch", UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp.Z o.o. und Wienerberger India Private Limited mit einem Gesamtwert in Höhe von 224.112 TEUR).

14. Steuern vom Einkommen und Ertrag Die Wienerberger AG hat im Geschäftsjahr 2005 die Möglichkeit der Bildung einer "Unternehmensgruppe" gemäß § 9 KStG genutzt. Die Wienerberger AG ist Gruppenträger einer Gruppe von 16 (Vorjahr: 16) Gruppenmitgliedern. In die Gruppe wurden ausschließlich inländische unmittelbare und mittelbare Tochtergesellschaften einbezogen.

Vom Gruppenträger werden die vom Gruppenmitglied verursachten Körperschaftssteuerbeträge mittels Belastungsmethode überrechnet. Im Verlustfall wird die Steuerumlage gutgeschrieben, bei zukünftigen Gewinnen des Gruppenmitglieds werden die Verluste mittels Verlustverrechnung verwendet.

In ihrer Eigenschaft als Gruppenträger ist die Wienerberger AG Empfängerin von Steuerumlagen von gewinnerzielenden inländischen Tochtergesellschaften. Aus positiven und negativen Steuerumlagen die das Jahr 2015 betreffen resultierte ein Steueraufwand von 13.218 TEUR (Vorjahr: Steueraufwand 16.673 TEUR).

Im Berichtsjahr betrug der gesamte Ertrag aus der Umlage der Steuergruppe 14.442 TEUR. Darin waren enthalten die Steuerumlage 2015 und die Korrekturen aus Vorjahren, im Jahr 2014 stand ein Steueraufwand durch erhöhte Umlagen der Steuergruppe in Österreich von 16.791 TEUR zu Buche.

15. Honorar Abschlussprüfer Gemäß § 237 Z 14 UGB wird auf die Aufschlüsselung der Aufwendungen für die Abschlussprüfung, für andere Bestätigungsleistungen, für Steuerberatungsleistungen und für sonstige Leistungen verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der Wienerberger AG.

16. Aufsichtsrat und Vorstand der Wienerberger AG

AUFSICHTSRAT

DDr. Regina Prehofer Dkfm. Karl Fink (Stellvertreter der Vorsitzenden)(bis 22.05.2015) Peter Michael Johnson (Stellvertreter der Vorsitzenden) Mag. Harald Nograsek (Stellvertreter der Vorsitzenden) Dr. Wilhelm Rasinger Franz Josef Haslberger Christian Jourquin Dr. Myriam Meyer (seit 22.05.2015) Caroline Grégoire Sainte Marie (seit 22.05.2015) Claudia Schiroky *) Gerhard Seban *) Gernot Weber *)

*) vom Betriebsrat delegiert

VORSTAND Dr. Heimo Scheuch, Vorsitzender Willy Van Riet

Der Vorstand der Wienerberger AG Wien, am 23. Februar 2016

Heimo Scheuch Willy Van Riet Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2015:

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand am
1.1.2015
Zugänge Abgänge Stand am
31.12.2015
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile
sowie daraus abgeleitete Lizenzen 36.488 2.837 0 39.325
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund 20.935 36 212 20.759
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.983 1.131 546 10.568
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 2 25 2 25
30.920 1.192 760 31.352
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.015.676 155.442 26 3.171.093
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.031.001 313.520 578.033 766.488
3. Beteiligungen 6.440 0 0 6.440
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens 4.914 0 1 4.913
4.058.031
4.125.439
468.963
472.991
578.060
578.820
3.948.933
4.019.610
zu II./1. Beb. Grundst.u.Bauten a.fr.Grund
Grundwert 72 0 0 72
Gebäudewert 1.811 0 0 1.811
Unbebaute Grundstücke 1.883
19.052
0
36
0
212
1.883
18.876
Abschreib.
kumuliert
Buchwert am
31.12.2015
Buchwert am
31.12.2014
Abschreibung
2015
Zuschreibung
2015
34.886 4.439 3.869 2.266 0
1.427 19.332 19.523 15 0
8.352 2.216 1.984 814 0
0 25 2 0 0
9.778 21.573 21.509 829 0
431.238 2.739.854 2.602.138 17.700 0
30.620 735.869 1.000.381 0 0
0 6.440 6.440 0 0
125 4.788 4.810 21 0
461.983 3.486.950 3.613.769 17.721 0
506.647 3.512.963 3.639.147 20.816 0
0 72 72 0 0
1.406 405 420 15 0
1.406 477 492 15 0
21 18.855 19.031 0 0

Anlage 2

Stand am 1.1.2015
LW Nennwert Kapitalanteil Bilanzwert
Anteile an Verbundenen Unternehmen in TLW % in TEUR
Wienerberger International N.V., Zaltbommel EUR 50 100,00 295.642
Wienerberger Finance Service B.V., Zaltbommel EUR 18 100,00 93.869
Wienerberger NV, Kortrijk EUR 47.558 99,99 178.602
Wienerberger Asset Management NV, Zonnebeke EUR 13.235 99,96 24.182
WK Services NV, Kortrijk EUR 32.226 99,99 13.094
Wienerberger GmbH, Hannover EUR 9.500 100,00 145.933
Steinzeug - Keramo GmbH, Frechen EUR 1.841 10,00 2.900
Wienerberger Beteiligungs GmbH, Hannover EUR 26 99,04 26
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Hennersdorf EUR 5.000 99,99 37.421
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG, Uttendorf EUR 232 53,00 1.802
Wienerberger Beteiligungs GmbH, Wien EUR 73 100,00 750
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH, Wien EUR 35 100,00 1.609.214
Semmelrock International GmbH, Wien EUR 3.000 100,00 70.962
Wienerberger S.p.A, Mordano EUR 10.000 100,00 0
Wienerberger A/S, Helsinge DKK 107.954 100,00 14.467
Wienerberger OY AB, Helsinki EUR 1.000 100,00 19.870
Wienerberger AS, Aseri EUR 1.541 100,00 4.163
OOO "Wienerberger Kirpitsch", Kiprevo RUB 502.042 81,94 16.130
OOO "Wienerberber Kurkachi", Kurkachi RUB 532.640 81,94 19.325
OOO "Wienerberger Investitions- and Projektmanagement", Kiprevo RUB 352 99,00 10
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp.Z o.o., Vilnius LTL 10 100,00 0
Wienerberger EOOD, Sofia BGN 12.500 100,00 6.392
General Shale Building Materials, Inc., Johnson City USD 1 100,00 1
General Shale Canada Acquisitions Inc., Halifax CAD 28.500 100,00 21.293
Wienerberger India Private Limited, Bangalore, Karnataka INR 934.167 99,99 26.089
2.602.138
Beteiligungen
CEESEG AG (Wiener Börse AG) 700 3,75 6.440
6.440

Summe Beteiligungen 2.608.578

Kumulierte Stand am 31.12.2015 Zuschreibung Abschreibung Abgang / Umbuchung Zugang / Umbuchung
Abschreibung Bilanzwert Kapitalanteil Nennwert Bilanzwert Nennwert Bilanzwert Nennwert
in TEUR in TEUR % in TLW in TEUR in TEUR in TEUR in TLW in TEUR in TLW
295.642 100,00 50
93.869 100,00 18
178.602 99,99 47.558
24.182 99,96 13.235
13.094 99,99 32.226
136.941 240.933 100,00 9.500 95.000
2.900 10,00 1.841
0 0,00 0 26
37.421 99,99 5.000
610 1.654 53,00 232 -148
0 0 0,00 0 750
20.650 1.609.964 100,00 35 750
0 70.962 100,00 3.000
97.263 25.300 100,00 10.000 9.700 35.000
15.600 28.457 100,00 10.000 2.100 97.954 16.091
15.490 19.870 100,00 1.000
37.852 7.763 100,00 1.541 5.900 9.500
73.905 16.130 81,94 502.042
19.325 81,94 532.640
10 99,00 352
2.768 0 100,00 10
6.392 100,00 12.500
1 100,00 1
21.293 100,00 28.500
13.657 26.089 99,99 934.167
414.737 2.739.854 0 17.700 776 156.192
6.440 3,75 700
6.440

Anlage 3

Zusammensetzung und Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015:

in TEUR Stand am
1.1.2015
Verwendung Auflösung Zuweisung Stand am
31.12.2015
1. Rückstellung für Abfertigungen 4.980 102 7 451 5.322
2. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen 19.182 951 201 18.432
3. Jubiläumsgeldrückstellungen 480 21 22 105 541
4. Urlaubsrückstellungen 1.808 105 345 2.048
5. Sonstige Rückstellungen
Personalrückstellungen 9.557 4.717 693 7.026 11.172
Aufsichtsratvergütungen 431 431 500 500
Rechts- und Beratungskosten 551 320 230 407 407
Übrige 16.079 8.018 157 2.827 10.731
26.617 13.486 1.081 10.760 22.810

Wienerberger AG, Wien Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2015 23. Februar 2016

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

Wienerberger AG, Wien,

bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2015, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschaft relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben gemäß § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Lieve Van Utterbeeck Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

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