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Wienerberger AG

Annual Report Mar 29, 2012

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Annual Report

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Inhaltsverzeichnis Jahresfinanzbericht

Wienerberger Konzern

z Konzernlagebericht 1
z Konzernabschluss 54
z Erklärung des Vorstands 118

Wienerberger AG

z Lagebericht Wienerberger AG 120
z Jahresabschluss Wienerberger AG 153
z Erklärung des Vorstands 177

KONZERN-LAGEBERICHT

Mitglieder und Ausschüsse des Aufsichtsrats

9 Kapitalvertreter

Friedrich Kadrnoska
Vorsitzender
unabhängig, geb. 1951, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 8.5.2002
Vorstandsmitglied der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten, Aufsichtsratsvorsitzender der Öster
reichisches Verkehrsbüro AG, der CEESEG AG und der Wiener Börse AG, stellvertretender Aufsichtsratsvor
sitzender der Allgemeine Baugesellschaft – A. Porr Aktiengesellschaft, Aufsichtsratsmitglied der card complete
Service Bank AG, Director der UniCredit S.p.A., Verwaltungsrat der Wiener Privatbank SE, Geschäftsführer
und Gesellschafter der A & I Beteiligung und Management GmbH
Christian Dumolin
Stellvertreter des Vorsitzenden
geb. 1945, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 17.7.1996
Aufsichtsratsvorsitzender der Koramic Investment Group NV, Ehrenmitglied des Regentenrats der Belgischen
Nationalbank, Ehrenmitglied des Aufsichtsrats der Belgischen Banken-, Finanz- und Versicherungskommission
(CBFA), Mitglied im Verwaltungsrat von USG People, De Steeg Investments, E & L Real Estate und Vitalo
Industries
Karl Fink unabhängig, geb. 1945, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 27.4.2006
Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe mit
Aufsichtsratsfunktionen in den Niederlanden, in der Türkei, in Tschechien und Österreich, Vorstandsvor
sitzender VIG Re zajistovna, Vorstandsmitglied der Wiener Städtische Wechselseitiger Versicherungsverein –
Vermögensverwaltung – Vienna Insurance Group, Aufsichtsratsmitglied der AT&S Austria Technologie &
Systemtechnik AG
Peter Johnson unabhängig, geb. 1947, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 12.5.2005
Aufsichtsratsvorsitzender der DS Smith Plc (bis 4.1.2012), Aufsichtsratsvorsitzender der Electrocomponents PLC
Harald Nograsek unabhängig, geb. 1958, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 8.5.2002
Vorstandsvorsitzender der Österreichisches Verkehrsbüro AG, Aufsichtsratsvorsitzender der DDSG –
Blue Danube Schifffahrt GmbH
Regina Prehofer unabhängig, geb. 1956, bestellt bis zur 146 o. HV (2015), erstmalig gewählt: 13.5.2011
Vizerektorin für Finanzen und Infrastruktur WU Wien, Aufsichtsrätin der AT&S Austria Technologie &
Systemtechnik AG
Claus J. Raidl unabhängig, geb. 1942, bestellt bis zur 144. o. HV (2013), erstmalig gewählt: 11.5.2004
Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, Aufsichtsratsmitglied der Wiener Börse AG, der CEESEG AG
und der Flughafen Wien AG, Vorsitzender des Kuratoriums des I.S.T. Austria, Mitglied des Kuratoriums des
Technischen Museums Wien
Wilhelm Rasinger unabhängig, geb. 1948, bestellt bis zur 146. o. HV (2015), erstmalig gewählt: 27.4.2006
Geschäftsführender Gesellschafter der Inter-Management Unternehmensberatung Gesellschaft m.b.H. und der
"Am Klimtpark" LiegenschaftsverwaltungsgesmbH, Vorsitzender des IVA – Interessenverband für Anleger,
Aufsichtsratsmitglied der Erste Group Bank AG und der S IMMO AG, Aufsichtsratsvorsitzender der
Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H.
Franz Rauch unabhängig, geb. 1940, bestellt bis zur 143. o. HV (2012), erstmalig gewählt: 11.5.2004
Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Rauch GmbH, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der
Treibacher Industrie AG, Aufsichtsratsmitglied der UniCredit Bank Austria AG, der Buy-Out Central Europe II
Beteiligungs-Invest AG, der Vorarlberger Kraftwerke AG, der Vorarlberger Illwerke AG, der Hirschmann
Automotive GmbH, der Collini Holding AG und der Austria Email AG
4 Arbeitnehmervertreter
Rupert Bellina erstmalig delegiert: 25.1.2005; Arbeitsvorbereiter bei der Semmelrock Ebenseer Baustoffindustrie
Claudia Schiroky erstmalig delegiert: 2.7.2002; Betriebsratsvorsitzende der Wienerberger AG
Karl Sauer erstmalig delegiert: 9.10.1996; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats, Vorsitzender des Zentralbetriebsrats
Gerhard Seban erstmalig delegiert: 3.2.2006; Vertriebsmitarbeiter im Werk Hennersdorf, Österreich
4 Ausschüsse
Präsidium und
Vergütungsausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin
Strategieausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin, Peter Johnson, Claus J. Raidl, Karl Sauer

Prüfungsausschuss Harald Nograsek (Vorsitzender), Wilhelm Rasinger, Karl Sauer Personal- und

Nominierungsausschuss Friedrich Kadrnoska (Vorsitzender), Christian Dumolin, Karl Fink, Franz Rauch, Karl Sauer

Vorstand und Management

Heimo Scheuch

Vorsitzender des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1966, verheiratet

Nach der juristischen Ausbildung an den Universitäten Wien und Paris sowie einem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Ecole Supérieure de Commerce de Paris begann seine Karriere bei der in Mailand und London ansässigen Rechtsanwaltskanzlei Shook, Hardy & Bacon im Bereich Corporate Finance. 1996 kam er als Assistent des Vorstands zur Wienerberger AG, wechselte 1997 in das Senior Management zu Terca Bricks in Belgien und wurde 1999 ihr CEO. Seit Mai 2001 war Heimo Scheuch Mitglied im Vorstand, und im August 2009 bestellte ihn der Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der Sto AG, Aufsichtsrat der Wiener Börse AG und der CEESEG AG, Präsident von TBE (Europäischer Ziegel- und Tondachziegelverband)

Willy Van Riet

Mitglied des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1957, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn

Nach der Erlangung des Masters in Business Economics an der Universität in Gent begann er seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer und anschließend als Senior Manager bei PricewaterhouseCoopers in Belgien. Ab 1993 war er im Baustoffsektor zunächst als Finanzvorstand von Terca Brick Industries und später von Koramic Building Products (auch als Wienerberger Aufsichtsrat) tätig. 2004 übernahm er die Leitung von Wienerberger Limited in Großbritannien. Seit 1. April 2007 ist Willy Van Riet Finanzvorstand der Wienerberger AG.

Johann Windisch

Mitglied des Vorstands, bestellt bis Mai 2014, geb. 1952, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn

Nach seinem Doktoratsstudium der Betriebswissenschaften an der Technischen Universität Wien und einer Tätigkeit als Unternehmensberater bei Agiplan in Wien kam er 1980 als Assistent des Vorstands zu Wienerberger, wo er 1983 die Leitung des Controllings und Rechnungswesens und 1987 den Geschäftsbereich Hochbau übernahm. Danach war er Vorstand der Wienerberger Ziegelindustrie, deren Vorsitz er ab 1999 innehatte. Im Mai 2001 wurde er in den Vorstand der Wienerberger AG berufen.

Arbeitsweise des Vorstands

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf drei Grundelementen: dem eigenen Verantwortungsbereich, der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Im eigenen Verantwortungsbereich ist jedes Vorstandsmitglied umfassend in die jeweils relevanten strategischen und operativen Tätigkeiten involviert und dabei in ständigem Kontakt mit dem an ihn berichtenden Management. Über wesentliche Ereignisse werden die anderen Vorstandsmitglieder laufend informiert und einzelne Maßnahmen gemeinsam abgestimmt.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist der regelmäßige Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene. Diese ist durch die räumliche Nähe – alle Vorstandsbüros sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden – gewährleistet. In den Vorstandssitzungen wird das laufende Geschäft besprochen, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie

Arbeit im eigenen Verantwortungsbereich

Arbeit als Gesamtvorstand

Willy Van Riet, Heimo Scheuch und Johann Windisch

die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die Umsetzung durch jedes Vorstandsmitglied gesondert in seinem Verantwortungsbereich erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen der Vorstandssitzungen (falls erforderlich auch unter Beiziehung des zuständigen Managements) strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt nach Möglichkeit einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei der Monatsbericht, der alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land, Segment und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte und trifft sich regelmäßig mit dem lokalen Topmanagement in den verschiedenen Märkten. Quartalsweise erfolgt eine Konjunkturdatenerhebung in den einzelnen Ländern.

Der Vorstand der Wienerberger AG

Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Heimo Scheuch im September 2009 wurde der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Damit verbunden war auch eine Vergrößerung der Verantwortungsbereiche jedes Einzelnen bei einer geringeren Gesamtvergütung des Vorstands, um zu untermauern, dass Kostenbewusstsein auch für den Vorstand höchste Priorität hat. Die operative und strategische Unternehmensführung ist auf die drei Vorstände aufgeteilt. Heimo Scheuch ist für die Region Nordamerika sowie für Semmelrock, Steinzeug und den Bereich Immobilien verantwortlich. Johann Windisch steht als COO den Segmenten Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa sowie Emerging Markets vor. Willy Van Riet ist neben seiner Funktion als Finanzvorstand auch für die Beteiligungen von Wienerberger zuständig.

Unternehmenssteuerung baut auf umfassendem Berichtswesen auf

Vorstand der Wienerberger AG besteht aus drei Personen

Operative Geschäftsführung auf Regionsebene liegt bei Bereichsdirektoren

Executive Committee als Beratungsorgan des Vorstands

Für die Regionen (Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika und Emerging Markets) ist jeweils ein Bereichsdirektor (Executive Managing Director) für die operative Geschäftsführung auf Regions- und Produktebene verantwortlich. Deren Verantwortung erstreckt sich auf das operative Management der Region, die regionale Entwicklung der Produktgruppen sowie die Koordination des Zusammenspiels zwischen den operativen Ländereinheiten und den Produktgruppen. Ziel ist es, die Entscheidungswege zu verkürzen und durch die länderübergreifende Zusammenarbeit zusätzliche regions- sowie produktspezifische Synergien zu heben.

Als Beratungsorgan des Vorstands dient das Executive Committee. Dieses besteht aus dem Vorstand der Wienerberger AG und den vier Bereichsdirektoren. Die Bereichsdirektoren üben dabei eine beratende und unterstützende Funktion für den Vorstand in sämtlichen operativen und strategischen Belangen von Wienerberger aus.

Top Management Holding

Das Top Management der Holding unterstützt den Vorstand bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Wienerberger Gruppe. Es stellt die erste Berichtsebene dar und besteht aus den Bereichsdirektoren (Executive Managing Directors) sowie den Leitern der Produktgruppen und der Corporate Services. Durch diese Organisationsstruktur wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen und Produktgruppen gewährleistet, um länderübergreifende bzw. produktgruppenspezifische Synergien zu nutzen.

Bereichsdirektoren Christian Schügerl Zentral-Osteuropa exkl. Österreich
Christof Domenig Zentral-Westeuropa inkl. Frankreich, Österreich
Bert Jan Koekoek Nord-Westeuropa exkl. Frankreich
Karl Thaller Emerging Markets
Leiter Produktgruppen Martin Kasa Produktgruppe Wand
Franz Kolnerberger Produktgruppe Dach
Zdenka Debartoli Produktgruppe Fassade
Leiter Corporate Judith Ableitinger Corporate Development/Neue Produkte
Services Barbara Braunöck Investor Relations
Bernd Braunstein Corporate Legal Services
Hans Ebner IT Architecture & Organization
Gerald Ettmann Internal Audit
Gerhard Hanke Corporate Controlling
Stefan Huber Corporate Treasury
Martin Kasa Corporate Marketing /Public Relations
Gerhard Koch European Affairs/Sustainability
Anton Moser Supply Chain Management
Jörg Schwander Corporate Engineering
Arno Steiner International Sales Coordination
Ernst Tschach SAP Competence Center
Bernhard Waiker Corporate Procurement
Wolfgang Weiss Corporate Human Resources

Corporate Governance Bericht Vorstand und Management Organisation

Organisation

CEO
COO
CFO
Corporate Development/
Corporate Services
Neue Produkte
Corporate Engineering
Corporate Controlling
European Affairs/Sustainability
Supply Chain Management
IT Architecture & Organization
Corporate Legal Services
SAP Competence Center
Corporate Human Resources
Corporate Treasury
Corporate Marketing /Public Relations
Internal Audit
International Sales Coordination
Investor Relations
Corporate Risk Management
Corporate Procurement
Zentral-Osteuropa
Zentral-Westeuropa
Nord-Westeuropa
Emerging Markets
Produktgruppe Beton
Produktgruppe Wand
Produktgruppe Dach
Produktgruppe Fassade
Nordamerika
Zentral-Osteuropa
Nord-Westeuropa
USA
Österreich
Belgien
Kanada
Slowakei
Frankreich
Tschechien
Niederlande
Beton
Ungarn
Großbritannien
Semmelrock
Rumänien
Dänemark
Bulgarien
Schweden
Rohrsysteme
Polen
Norwegen
Steinzeug-Keramo
Slowenien
Kroatien
Estland
Finnland
Emerging Markets
Russland
Heimo
Scheuch
Johann
Windisch
Willy
Van
Riet
Bereichsdirektoren
Produktgruppen
Geschäftssegmente
Beteiligungen und Sonstiges
Zentral-Westeuropa
Beteiligungen und Sonstiges
Immobilien
Deutschland
Tondach Gleinstätten
Italien Pipelife
Schweiz
Indien

Vergütungsbericht

Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsund Aufsichtsratsbezüge

Vergütungssystem zielt auf angemessene Remuneration des Vorstands ab

Fixer Gehaltsbestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich

Kurzfristige variable Vergütung des Vorstands war in 2011 an EBITDA-Ziel geknüpft

55% der Vorstandsbezüge entfallen auf die variable Vergütungskomponente

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG angewendet werden, erläutert Höhe und Struktur der Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge und enthält Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Festlegung der Vergütung des Wienerberger Vorstands hat der Aufsichtsrat dem Präsidium übertragen, das auch als Vergütungsausschuss fungiert.

Nach österreichischem Recht wird der Vorstand für eine bestimmte Dauer – maximal auf fünf Jahre je Periode – bestellt. Für diesen Zeitraum wurden die Dienstverträge der einzelnen Wienerberger Vorstandsmitglieder durch den Vergütungsausschuss unter Beiziehung eines externen Beraters erarbeitet. Zielsetzung des Vergütungssystems ist es, die Vorstände im nationalen und internationalen Vergleich (Baustoffsektor) gemäß ihrem Tätigkeits- und Verantwortungsbereich angemessen zu vergüten. Wichtiges Element dabei ist die Strukturierung des Barbezugs in fixe und variable Bestandteile.

Der fixe Bestandteil orientiert sich am Verantwortungsbereich jedes Vorstandsmitglieds und wird, wie in Österreich üblich, in vierzehn Monatsgehältern im Nachhinein ausbezahlt. Die Folge sind differenzierte Basisgehälter je Zuständigkeit unter Berücksichtigung der damit verbundenen strategischen und operativen Verantwortung.

Die variable Vergütung zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab und setzt sich aus einer kurzfristigen und einer langfristigen Komponente zusammen. Die kurzfristige variable Vergütungskomponente ist an das Erreichen von kurzfristigen Unternehmenszielen geknüpft und wird jeweils für das kommende Geschäftsjahr vom Aufsichtsrat festgelegt. Für 2011 wurde auf Basis des Budgets ein EBITDA-Ziel vereinbart, wobei jeweils nach unten und nach oben ein Korridor festgelegt wurde, innerhalb dessen eine aliquote Ausschüttung erfolgt. Unterschreitet das EBITDA die definierte Untergrenze, entfällt der kurzfristige variable Anteil; wird die Obergrenze erreicht oder überschritten, beträgt er maximal 200% des Fixgehalts. Der variable Anteil wird 2012 nach erfolgter Prüfung durch den Abschlussprüfer gemeinsam mit dem dann zustehenden fixen Bestandteil in 14 Tranchen ausbezahlt.

Von den gesamten Barbezügen der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2011 entfallen 45% auf fixe sowie 55% auf variable Gehaltsbestandteile. Nach dem vollständigen Entfall der variablen Vergütungskomponente im Jahr 2010 erwarben die Vorstände mit Erreichung der kurzfristigen Unternehmensziele im Jahr 2011 wieder Anspruch auf variable Vergütung, wodurch sich die Gesamtbezüge im Jahresvergleich dementsprechend erhöhten. Die Bezüge setzten sich wie folgt zusammen:

Barbezüge Vorstand 2010 2011
in € Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt
Heimo Scheuch 628.969 0 628.969 640.534 768.640 1.409.174
Johann Windisch 501.715 0 501.715 510.939 613.126 1.124.065
Willy Van Riet 461.577 0 461.577 470.064 564.076 1.034.140
Gesamt 1.592.261 0 1.592.261 1.621.537 1.945.842 3.567.379

Corporate Governance Bericht Vergütungsbericht

Die langfristige variable Vergütungskomponente basierte bis Ende 2008 auf einem Aktienoptionsplan für Führungskräfte des Konzerns (Details dazu finden sich auf der Wienerberger Website). Im Jahr 2009 wurde dieser Aktienoptionsplan eingestellt, da er aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet wurde. In der Folge hat der Aufsichtsrat für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte des Konzerns (ca. 30 Personen) ein alternatives Modell zur Abdeckung der mittel- bis langfristigen Vergütungskomponente beschlossen, ein so genanntes "Long Term Incentive (LTI)"-Programm. Es zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ab, wobei der Aktienkurs als zusätzlicher Hebel wirkt. Führungskräfte sollen dadurch ihr Verhalten verstärkt an der wertorientierten Sicht der Aktionäre ausrichten und ihre Planungs- und Zielverbundenheit erhöhen.

Jedes Jahr – beginnend ab 2010 – werden virtuelle Anteile, so genannte Performance Share Units (PSUs), begeben, deren Anzahl von der Position im Unternehmen abhängig ist (CEO: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000, Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000– 2.000). Besondere Teilnahmevoraussetzungen gelten für den Vorstand: Er muss Wienerberger Aktien mindestens im Ausmaß der jährlich zugewiesenen PSUs besitzen, wobei diese Aktien bis zum Laufzeitende des betreffenden Programms nicht veräußert werden dürfen. Jeweils nach Ablauf von drei Jahren wird erstmals der monetäre Wert der PSUs bestimmt, indem sie mit der Zielerreichung und dem durchschnittlichen Kurs der Wienerberger Aktie während der letzten 20 ATX-Handelstage im dritten Jahr multipliziert werden. Die Zielerreichung hängt vom CFROI im dritten Jahr nach Begebung der PSUs ab. Sollte der CFROI unter einem definierten Zielkorridor liegen, kommt es zu keiner Auszahlung. Im Falle einer Auszahlung erfolgt diese nicht einmalig, sondern in drei gleich hohen Teilbeträgen innerhalb von zwei Jahren. Sollte innerhalb dieses Zeitraums der jährliche CFROI den Mindestwert unterschreiten, entfällt die jeweils folgende Teilzahlung ersatzlos.

Wienerberger nimmt mit diesem LTI-Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Zur Aufnahme von Nebentätigkeiten benötigen Vorstandsmitglieder die Zustimmung des Aufsichtsrats. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führen. Soweit es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Mandate bei börsenotierten Gesellschaften handelt, sind diese auf Seite 26 sowie auf der Wienerberger Website veröffentlicht. Für die Übernahme von Mandaten in Konzerngesellschaften erfolgt keine gesonderte Vergütung. Langfristige variable Vergütungskomponente zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts

"Long Term Incentive (LTI)"-Programm zur Synchronisierung der Ziele des Managements mit den Interessen der Aktionäre

Wienerberger ist Vorreiter bei nachhaltiger Vergütung des Managements

Nebentätigkeiten erfordern Zustimmung des Aufsichtsrats

Überwiegend beitragsorientierte Pensionsregelungen für Vorstandsmitglieder

Abschluss einer D&O-Versicherung mit 75 Mio. € Haftungssumme

Änderung des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat durch 142. o. HV beschlossen

Alle Vorstandsmitglieder verfügen über Pensionskassenregelungen, für die das Unternehmen jährlich Beiträge leistet. Darüber hinausgehende Verpflichtungen für das Unternehmen bestehen nicht. Für die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2011 495.165 € (Vorjahr: 644.085 €) in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) aufgewendet. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses der Vorstände bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich, abhängig von der Höhe der Gesamtbezüge sowie der Unternehmenszugehörigkeit. Im Geschäftsjahr 2011 entfielen Aufwendungen zur Dotierung einer Rückstellung für Abfertigungsansprüche (Vorjahr: 275.238 €). An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 794.048 € (Vorjahr: 776.400 €) geleistet.

Wienerberger hat für die Vorstandsmitglieder, geschäftsführenden Organe, Kontrollorgane und leitenden Angestellten eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ("Directors-and-Officers"-Versicherung) mit einer Haftungssumme von 75 Mio. € abgeschlossen. Davon umfasst sind auch Schäden, die dem Unternehmen durch Sorgfaltspflichtverletzungen des genannten Personenkreises (ohne Vorsatz bzw. wissentliche Pflichtverletzung) entstehen.

Die 142. o. Hauptversammlung ist dem vom Aufsichtsrat unterbreiteten Vorschlag zur Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung gefolgt. Die Neuregelung wurde erforderlich, um den gestiegenen gesetzlichen Anforderungen an Arbeit und Haftung des Aufsichtsrats zu entsprechen und den Aufsichtsrat der Wienerberger AG für internationale Kandidaten attraktiver zu machen. Folgendes Vergütungssystem für den Aufsichtsrat wurde beschlossen: Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011 erhält jedes gewählte Mitglied des Aufsichtsrats bis auf Weiteres eine jährliche fixe Vergütung von 15.000 €. Für den Stellvertretenden des Vorsitzenden beträgt diese 22.500 € und für den Vorsitzenden 30.000 €. Für die Tätigkeit in einem der Ausschüsse des Aufsichtsrats beträgt die jährliche Fixvergütung für ein einfaches Mitglied 7.500 €, für den Stellvertretenden des Vorsitzenden 11.250 € und für den Vorsitzenden 15.000 €. Die Fixvergütung ist dabei auf ein Ausschussmandat limitiert und steht damit auch bei der Tätigkeit in mehreren Ausschüssen nur einmal zu. Jedem gewählten Mitglied des Aufsichtsrats gebührt zusätzlich ein Sitzungsgeld von 5.000 € pro Sitzungstag bzw. 2.500 € pro Sitzung für jede Ausschusssitzung, die nicht am selben Tag stattfindet wie eine Aufsichtsratssitzung. Das Sitzungsgeld gebührt nur bei tatsächlicher Teilnahme an einer Sitzung. Diese Festvergütung ist nach dem von der Statistik Austria verlautbarten Verbraucherpreisindex 2005 oder einem allfälligen Nachfolgeindex wertgesichert. Schwankungen bis einschließlich 5% nach oben oder unten bleiben dabei unberücksichtigt, jedoch wird bei Überschreiten dieses Korridors die gesamte Veränderung voll erfasst.

Für das Jahr 2011 (Auszahlung im Jahr 2012) betrug die Aufsichtsratsvergütung insgesamt 501.250 €. Die Bezüge erhöhten sich im Zuge der Neuregelung und der Aufstockung um ein Mitglied und verteilten sich wie folgt:

Aufsichtsratsvergütung in € 2010 2011
Friedrich Kadrnoska, Vorsitzender 43.412 77.500
Christian Dumolin, Stellvertretender des Vorsitzenden 32.559 61.250
Karl Fink 16.279 52.500
Peter Johnson 16.279 42.500
Harald Nograsek 16.279 65.000
Regina Prehofer 1) 0 30.000
Claus J. Raidl 16.279 55.000
Wilhelm Rasinger 16.279 65.000
Franz Rauch 16.279 52.500
Gesamt 173.645 501.250

1) seit 13. Mai 2011 im Aufsichtsrat

Für Leistungen außerhalb der oben beschriebenen Aufsichtsratstätigkeit, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden keine Vergütungen gewährt. Ausgenommen davon sind die Gehälter der Arbeitnehmervertreter aus ihren jeweiligen Dienstverträgen. Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG haben keine Pensionszusagen seitens der Gesellschaft.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich freiwillig verpflichtet, ihren Bestand an Wienerberger Aktien offenzulegen. Käufe und Verkäufe durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48 Börsegesetz der Finanzmarktaufsichtsbehörde gemeldet und auf der Wienerberger Website unter "Directors' Dealings" veröffentlicht. Ende 2011 waren insgesamt 309.779 Wienerberger Aktien im Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Aktienbesitz in Stück 1.1.2011 Kauf Verkauf 31.12.2011
Vorstand Heimo Scheuch 51.252 40.000 0 91.252
Johann Windisch 6.000 6.000 0 12.000
Willy Van Riet 22.142 0 0 22.142
Aufsichtsrat Friedrich Kadrnoska 9.461 0 0 9.461
Christian Dumolin 1) 133.000 0 0 133.000
Karl Fink 0 0 0 0
Peter Johnson 0 0 0 0
Harald Nograsek 1.400 0 0 1.400
Regina Prehofer 0 0 0 0
Claus J. Raidl 4.200 0 0 4.200
Wilhelm Rasinger 35.224 1.100 0 36.324
Franz Rauch 0 0 0 0
Gesamt 262.679 47.100 0 309.779

1) im Namen der Koramic Finance Company NV (Korfima) gehalten

Keine Pensionszusagen bzw. zusätzliche Vergütungen für den Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlichen freiwillig ihren Bestand an Wienerberger Aktien

Identifikation und Analyse der 15 größten Risiken im Rahmen des Risikomanagement prozesses

Geschäftsentwicklung hängt sehr stark vom Wohnungsneubau ab

Erhalt einer gesunden Kapitalbasis durch finanzielle Disziplin

Risikomanagement

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Prinzipiell wird Risiko bei Wienerberger als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden und ist somit eine Bandbreite möglicher Zukunftsszenarien. Der Risikobegriff beinhaltet dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes (Risiko im eigentlichen Sinn) als auch der Nichtrealisierung eines zusätzlichen Gewinns. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2011 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Risiken findet sich im Risikobericht im Anhang ab Seite 144.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Wienerberger ist als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche tätig und vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaften in den jeweiligen Ländern korreliert. Weitere wesentliche Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf den Wohnungsneubau haben, sind das Konsumentenvertrauen, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten bzw. Finanzierungen für Wohnprojekte. Um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu reduzieren, zielt Wienerberger strategisch auf eine Verbreiterung jener Geschäftsbereiche ab, die Produkte für Renovierung und Infrastruktur anbieten. Dies betrifft vor allem Dachziegel, welche zu mehr als 50% in der Renovierung eingesetzt werden, sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme, welche auch stark vom öffentlichen Sektor nachgefragt werden. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und Preisanpassungen erforderlich machen. In 2011 konnten wir erfolgreich die Kostensteigerungen bei Inputfaktoren durch umgesetzte Preiserhöhungen abdecken. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an. Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preisrisiken zu minimieren.

Finanzielle Risiken

Nach Abschluss der Restrukturierung ist die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalbasis ein zentrales Anliegen der Wienerberger AG. Durch die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihen haben wir proaktiv unsere Liquidität in einem wirtschaftlichen Umfeld, das 2012 durch eine Spitze im Refinanzierungsbedarf von Unternehmen und Banken belastet wird, gesichert und verfügen nun über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur. Neben dem

Corporate Governance Bericht Risikomanagement

Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren. Eine Darstellung der Finanzierungssituation findet sich in der Ergebnisund Bilanzanalyse ab Seite 68, die Währungsrisiken sind im Anhang ab Seite 146 beschrieben.

Beschaffungsrisiken

Eine wesentliche Ressource im Produktionsprozess von Wienerberger ist Energie. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2012 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert. Eine detaillierte Beschreibung des Energieeinkaufs findet sich auf Seite 45.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit scharfen Sanktionen geahndet.

Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden könnten. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Internes Kontrollsystem

Durch die Einführung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Hedging und langfristige Lieferverträge gegen Verknappung von Energie

Konzernweite Compliance-Richtlinie gegen kartellrechtswidrige Absprachen

Keine Risiken erkennbar, die das Gesamtunternehmen gefährden

Risiken werden nur im operativen Geschäft eingegangen

Internes Kontrollsystem wird durch interne Revision überprüft

Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen.

Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der Internen Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO – Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des einheitlich zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung sowie an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet.

Die interne Revision und das Corporate Controlling berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen von im IKS identifizierten Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität unseres Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2011 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer 25 für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet. Eine detaillierte Darstellung der Risiken des Wienerberger Konzerns findet sich im Anhang ab Seite 144.

Internes Kontrollsystem basiert auf anerkannten Best Practices und Standards und wird laufend überarbeitet

Umsetzung des IKS erfolgt dezentral, die Überwachung der Einhaltung des IKS zentral durch die interne Revision

Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie Wirksamkeit der internen Kontrollen durch Prüfungsausschuss gemäß URÄG 2008

Funktionsfähigkeit des Risikomanagements geprüft und durch KPMG bestätigt

Strategische Neuorientierung von einem expansionsgetriebenen zu einem marktorientierten Unternehmen vollzogen

Mittelfristig gutes Wachstumspotenzial für Rohrsysteme

Finanzielle Disziplin bleibt im strategischen Fokus von Wienerberger

Wienerberger hält führende Marktpositionen in allen fünf Kerngeschäftsbereichen

Strategie und Geschäftsmodell

Die letzten Jahre waren bei Wienerberger vor allem durch ein schwieriges Marktumfeld und den Fokus auf Cash-Generierung geprägt. Als Folge der weltweiten Finanzkrise wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt, wodurch rund 200 Mio. € an Fixkosten eingespart, das Working Capital deutlich reduziert und das Unternehmen sukzessive entschuldet werden konnte. Nach Abschluss der Restrukturierungsphase im Jahr 2009 erfolgte die strategische Neuausrichtung von einem stark expansionsgetriebenen zu einem marktorientierten Unternehmen mit Fokus auf den Vertrieb von innovativen und hochwertigen Produkten. Diese war auch Basis des Erfolgs des Geschäftsjahrs 2011, in welchem Wienerberger in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld deutliches organisches Wachstum realisieren konnte und damit wieder in die Gewinnzone zurückkehrte.

Um die Abhängigkeit der Geschäftsentwicklung vom Wohnungsneubau mittelfristig zu reduzieren, wurde die Verbreiterung des Kerngeschäfts in der Strategie von Wienerberger verankert und eine stärkere Ausrichtung auf die Bereiche Renovierung und Infrastruktur angestrebt. In diesem Zusammenhang ist unser Engagement im Bereich Rohrsysteme zu sehen. Im Oktober 2010 haben wir Steinzeug-Keramo, welche Rohre aus Ton erzeugt, übernommen und im Februar 2012 haben wir die Übernahme der restlichen 50% von Pipelife von unserem Joint Venture Partner Solvay angekündigt. Durch die Übernahme von Pipelife, einem der führenden Anbieter von Kunststoffrohrsystemen in Europa, werden wir uns wie angestrebt gruppenweit wesentlich breiter aufstellen, indem wir die Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnungsneubau von rund 70% gemessen am Umsatz auf 60% reduzieren. Pipelife wurde im Jahr 2011 at-equity konsolidiert und wird nach der Freigabe der Übernahme durch die Kartellbehörde, welche in den nächsten Monaten erwartet wird, vollkonsolidert werden.

Im strategischen Fokus bleibt auch weiterhin finanzielle Disziplin sowie die Erhaltung einer starken Kapitalstruktur. Ende des Jahrs 2011 wies Wienerberger eine Nettoverschuldung von 442,5 Mio. € aus, welche einem Verschuldungsgrad von nur 18% entspricht. Die Begebung einer Anleihe im Juli 2011 von 100 Mio. € diente der Abdeckung des Refinanzierungsbedarfs bis Ende 2013. Die Emission einer weiteren Anleihe im Jänner 2012 über 200 Mio. € zielte darauf ab, die Liquiditätsreserven zu erhöhen und die Fälligkeitsstruktur weiter zu optimieren. Die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalstruktur von Wienerberger bleibt ein zentrales Ziel, welches wir durch proaktives Management der Liquidität und des Fälligkeitsprofils auch zukünftig weiterverfolgen werden.

Zu unserem Kerngeschäft zählen Ziegeln für Wand, Dach und Fassade sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme. Unsere Strategie im Kerngeschäft zielt darauf ab, in allen Märkten, in denen wir präsent sind, Führungspositionen auf- bzw. auszubauen. Bei Ziegeln sind wir Weltmarktführer und bei Tondachziegeln die Nummer 1 in Europa. Im Bereich Flächenbefestigungen halten wir führende Positionen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen am europäischen Markt. Auf Gruppenebene sind wir mit insgesamt 230 Werken in 30 Ländern sowie in weiteren vier Exportmärkten tätig.

Hauptprodukt der Produktgruppe Wand sind Hintermauerziegel, welche weltweit das am häufigsten eingesetzte Material im Wohnungsneubau darstellen. Wienerberger ist mit Führungspositionen in allen relevanten Märkten West- und Osteuropas (mit Ausnahme der Iberischen Halbinsel und Griechenland) größter Anbieter dieses Produkts. Wir verfügen in allen Regionen über ein modernes und effizientes Werksnetz, welches wir laufend durch Investitionen in technische Neuerungen sowie in Produktionsanlagen für unsere hochwertigen Produkte verbessern. Beispiele dafür sind neue Schleifanlagen für Planziegel, die aufgrund ihrer glatten Oberfläche mit Dryfix® – einem speziellen Kleber aus der Dose – verklebt werden können, oder Verfüllanlagen für unsere hochwärmedämmenden Verfüllziegel. Mit einem Anteil von 34% am Gruppenumsatz erwirtschafteten Hintermauerziegel im Jahr 2011 einen operativen EBITDA-Anteil von 34%.

Tondachziegel werden vorwiegend zur Eindeckung von Steildächern in Europa eingesetzt. Unsere Tondachziegelaktivitäten in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Polen und der Schweiz werden durch die Beteiligung an Tondach Gleinstätten, die Dachsysteme aus Ton in Zentral-Osteuropa produziert, ergänzt. Tondachziegel gewinnen im Bereich Renovierung aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften seit Jahren in Westeuropa Marktanteile, und wir erwarten uns eine ähnliche Entwicklung auch in Osteuropa. Aus diesem Grund überließen wir im zweiten Quartal 2011 unserem ehemaligen Joint Venture Partner Monier im Rahmen eines Anteilstausches 50% an dem Betondachsteinhersteller Bramac und erhielten im Gegenzug weitere 25% an Tondach Gleinstätten sowie eine Ausgleichszahlung. Wir halten nun 50% an dem Dachziegelproduzenten, der mit 19 Werken in 11 Ländern in Mittel- und Osteuropa führende Marktpositionen in der Region hält. Mehr als die Hälfte der Tondachziegelproduktion findet in der Renovierung von Häusern Verwendung, woraus sich eine geringere Abhängigkeit vom zyklischeren Neubau als bei Mauerziegeln ergibt. Dies ist auch die Erklärung dafür, dass Tondachziegel im Jahr 2011 bei einem Umsatzanteil von 26% und einem operativen EBITDA-Anteil von 48% die mit Abstand höchste Profitabilität aller Produktgruppen aufwiesen.

Vormauerziegel werden insbesondere in den USA, Großbritannien, Benelux und einigen anderen Regionen Nord-Westeuropas sowohl im Wohnungsneubau als auch im Nicht-Wohnbau als Fassadenprodukt eingesetzt und stellen mit einem Anteil von 25% unseren drittgrößten Umsatzträger dar. Die im Vergleich zu den anderen Produkten deutlich geringere Profitabilität erklärt sich vor allem durch die schwache Nachfrage in den USA (und die daraus resultierenden Kosten einer geringen Auslastung unserer Werke) sowie den hohen Handelswarenanteil in dieser Produktgruppe. Dieser resultiert größtenteils aus dem Direktvertriebssystem in den USA. Anders als in Europa, wo der Verkauf unserer Produkte in erster Linie über Baustoffhändler erfolgt, erzielen wir in Amerika mehr als 60% der Umsätze über eigene Vertriebsstellen und spezialisierte Ziegelfachhändler. Über diese generieren wir durch den Verkauf verwandter Produkte auch von anderen Produzenten ein (wenn auch deutlich margenschwächeres) Zusatzgeschäft, welches rund 40% zum Umsatz der Produktgruppe Fassade beiträgt.

Der vierte Kerngeschäftsbereich sind Flächenbefestigungen. Betonsteine von Semmelrock finden breiten Einsatz im privaten und öffentlichen Bau in Zentral-Osteuropa, während Pflasterklinker aus Ton als hochwertiges Nischenprodukt in Nord-Westeuropa Verwendung finden. Dieser Produktbereich trägt jeweils 10% zum Umsatz und zum operativen EBITDA bei. Die operative EBITDA-Marge von Betonsteinen liegt unter jener der Tonprodukte, allerdings sind auch die erforderlichen Erstinvestitionen wesentlich geringer als bei Ziegelwerken.

Umsatz nach Produkten

1 Wand 34%

2 Dach 26%

3 Fassade 25%

4 Fläche 10%

5 Beteiligungen und Sonstiges 5%

EBITDA operativ nach Produkten

1 Wand 34%

2 Dach 48%

3 Fassade 16%

4 Fläche 10%

5 Beteiligungen und Sonstiges -8%

Stärkere strategische Ausrichtung auf die Bereiche Renovierung und Infrastruktur durch den Bereich Rohrsysteme

Starke operative Basis mit effizientem Werksnetz und schlanken Kostenstrukturen

Wienerberger Baustofflösungen erfüllen bereits heute die Anforderungen der Zukunft

Fokus auf organisches, wertschaffendes Wachstum

Marktdurchdringung mit und Markteinführung von hochwertigen Produkten zur Stärkung von Marktpositionen

Rohrsysteme sind der fünfte Kerngeschäftsbereich von Wienerberger. Rohrsysteme werden zu einem wichtigen Teil in der Infrastruktur (insb. (Ab-)Wasserversorgung) eingesetzt, welche durch eine geringere Abhängigkeit von konjunkturbedingten Schwankungen als der Wohnbau gekennzeichnet ist. Wir sehen im Bereich Rohrsysteme mittelfristig gutes Wachstumspotenzial aufgrund des großen Sanierungsbedarfs der bestehenden Abwassersysteme in Westeuropa und des geplanten Ausbaus eines flächendeckenden Kanalnetzes in Osteuropa. Darüber hinaus wollen wir das Geschäft durch die Integration von Pipelife vor allem in den Bereichen Gebäudeund Elektroinstallationen aktiv weiterentwickeln. Dazu werden wir sowohl die Innovationskraft als auch die starken Marktstrukturen von Pipelife und Wienerberger nutzen, um zukünftiges Wachstum zu realisieren und gemeinsam noch schlagkräftiger am Markt aufzutreten.

Wienerberger verfügt über eine moderne industrielle Basis mit schlanken Kostenstrukturen und ein effizientes Werksnetz. Die vorhandenen Strukturen sollen in den nächsten Jahren vor allem für weiteres organisches Wachstum genutzt werden. Ziel ist es dabei, sich mit hochwertigen Produkten und Systemlösungen besser als der Markt zu behaupten.

Einer der wesentlichsten Trends im Wohnungsneubau betrifft nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Die EU-Gebäuderichtlinie 2020 schreibt vor, dass alle Gebäude, die ab dem Jahr 2020 errichtet werden, eine neutrale Energiebilanz haben müssen. Dies bedeutet, dass diese Häuser ebensoviel Energie erzeugen müssen wie sie verbrauchen. Wienerberger hat sich diesen Herausforderungen bereits in den letzten Jahren gestellt und gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen Heiztechnik, Wärmedämmung etc. ein Hauskonzept (das e4 Haus) entwickelt, das diese Anforderungen bereits heute erfüllt. Wienerberger tritt dabei nicht als Bauträger auf, sondern liefert die entsprechenden Produkte und Systemlösungen dafür. Dabei sind wir mit der ganzen Wienerberger Produktpalette vertreten und liefern von Komplettlösungen für Wand und Dach auch wandtemperierende Heizsysteme von Pipelife sowie Flächenbefestigungen von Semmelrock. In allen Regionen der Wienerberger Gruppe arbeiten wir laufend an der Verbesserung und Weiterentwicklung von Produkten und Systemlösungen, welche optimal auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind. Wienerberger ist somit perfekt positioniert, um zukünftig überdurchschnittlich von den Trends im Wohnungsneubau zu profitieren.

Der Fokus der nächsten Jahre liegt daher stark auf organischem Wachstum. Wir wollen unser effizientes Werksnetz, unsere hochwertigen Produkte und Systemlösungen sowie unsere starke Vertriebsstruktur dazu nutzen, uns besser als der Markt zu behaupten und somit nachhaltig wertschaffendes Wachstum (CFROI > 11,5%) im Sinne unserer Aktionäre zu generieren.

Organisches Wachstum durch innovative, nachhaltige Produkte

In 2011 konnten wir uns durch die Einführung neuer Produkte sowie aufgrund stärkerer Marktdurchdringung mit dem bestehenden Sortiment an hochwertigen Produkten in vielen Ländern besser als der Markt behaupten. Bei Hintermauerziegeln haben vor allem Verfüllziegel, Planziegel sowie damit verbunden unser Dryfix® System und Erdbebenziegel überdurchschnittliche Wachstumsraten zeigen können. Im Dachbereich hat sich der Erfolg von KoraTech® – einer Komplettlösung für das Dach – weiter fortgesetzt. Im Rahmen unseres KoraTech®-Programms bieten wir neben Dachziegeln das gesamte für die Dachkonstruktion benötigte keramische und nicht-keramische Zubehör aus einer Hand an ("One-Stop Shop"). Bei Fassadenziegeln konnten wir mit neuen Farben und Designs punkten und bei Semmelrock wurden neue Betonsteine mit speziellen Oberflächenbeschichtungen sowie neue Verlegesysteme stärker nachgefragt. Im Bereich Rohrsysteme war überdurchschnittliches Wachstum bei Vortriebsrohren von Steinzeug-Keramo sowie bei Regenwassermanagementsystemen von Pipelife zu verzeichnen. Darüber hinaus steht die weitere Intensivierung unserer Vertriebstätigkeit als wichtiger Punkt auf unserer Agenda, da wir die Beziehung zu unseren Kunden nicht nur durch unsere hochqualitativen Produkte sondern auch durch individuelles Service weiter verbessern wollen.

Nachhaltigkeit wurde aufgrund der zunehmenden Bedeutung für die Zukunft von Wienerberger als strategische Säule im Unternehmen verankert. Wir verstehen dabei Nachhaltigkeit als integrierten Bestandteil des Geschäfts und damit als wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Wienerberger. Vor dem Hintergrund der Klimadiskussion liegt das Hauptziel für nachhaltiges Bauen in der Senkung des Gesamtenergiebedarfs von Gebäuden sowie der darin verwendeten Materialien. Aufgrund der natürlichen Rohstoffe, aus denen ein Ziegel hergestellt wird, und seiner langen Lebensdauer verfügt der Ziegel über die besten Eigenschaften für nachhaltiges Bauen. Auch diesen Vorteil werden wir nutzen und weiter ausbauen, um damit weiteres Wachstum zu realisieren.

Organisches Wachstum durch derzeit ungenutzte Kapazitäten

Wienerberger hat in den Jahren der Krise das Werksnetz und die Kapazitäten durch Schließungen von kleineren und weniger effizienten Werken sowie Einmottungen kontinuierlich an die Markterfordernisse angepasst. Aus den derzeit nicht genutzten Kapazitäten der eingemotteten Werke, die bei Bedarf in einem überschaubaren Zeitraum und ohne größere Investitionen reaktiviert werden können, verfügt Wienerberger, über großes organisches Wachstumspotenzial. Darüber hinaus lag die Auslastung der laufenden Werke im Jahr 2011 gruppenweit bei rund 65%, was einer Kapazitätsreserve von rund 25% entspricht. Durch die vorhandenen Kapazitätsreserven aus laufenden und eingemotteten Werken ist Wienerberger in der Lage, im Falle einer Markterholung aufgrund der zu einem großen Teil nachhaltigen Fixkosteneinsparungen durch überproportionales Ergebniswachstum zu profitieren.

Externes Wachstum durch Weiterentwicklung und Ausbau von Märkten

Wir werden auch in Zukunft das herausfordernde Marktumfeld zur selektiven Expansion in unserem Kerngeschäft in Form von kleineren, wertschaffenden Übernahmen nutzen. Darunter sind alle Projekte zu verstehen, die dazu beitragen, unseren Ziel-CFROI auf Gruppenebene von über 11,5% zu erreichen. Diese Projekte wollen wir in sämtlichen Märkten zur Stärkung unserer Marktpositionen umsetzen. Daneben werden wir im Rahmen des verfügbaren Cashflows auch Chancen nutzen, um uns weiter im Renovierungssegment zu verstärken.

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Wienerberger Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken, wie die im Risikobericht angesprochenen, eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit diesem Geschäftsbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der Wienerberger AG verbunden.

Forschungsschwerpunkt auf Weiterentwicklung von nachhaltigen Produkten

Derzeit ungenutzte Kapazitäten als Wachstumstreiber

Nutzung von Chancen für kleinere, wertschaffende Übernahmen

F&E zählt zu den Schwerpunkten unserer strategischen Planung

Prozessoptimierung im Hinblick auf Nachhaltigkeit

Kontinuierliche Weiterentwicklung und Schaffung von Systemansätzen für energieeffizientes Bauen

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Kernaufgaben für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten sowie Systemlösungen für energieeffizientes Bauen und die Optimierung von Produktionsprozessen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der laufenden nachhaltigen Verbesserung der technischen Eigenschaften der Ziegel hinsichtlich Wärmedämmung, Stabilität und Schallschutz, der Entwicklung von Systemlösungen für Dach und Wand, der Entwicklung im Bereich Rohre und Flächenbefestigung sowie der Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. F&E wird zentral gesteuert, aber – durch eine enge Zusammenarbeit des Corporate Engineering mit Werksleitern und lokalen Technikern – großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der Gruppe ausgerollt werden.

Optimierung von Produktionsprozessen

Wienerberger arbeitet im Sinne der Nachhaltigkeit laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Die Forschungsschwerpunkte betreffen vor allem die Reduktion des Energieeinsatzes sowie den ressourcenschonenden Umgang in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Da ein wesentlicher Teil der Energie in der Produktion für den Trocknungsprozess verwendet wird, liegt der Fokus auf der laufenden Verbesserung dieses Prozesses. In 2011 wurden einige Projekte erfolgreich abgeschlossen, wo durch Optimierung der Trocknung deutliche Energieeinsparungen erzielt werden konnten.

Produktentwicklungen und Innovationen

Ein weiterer Baustein für den nachhaltigen Erfolg von Wienerberger ist die laufende Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten. Der Fokus liegt dabei auf Innovationen von Produkten und Systemlösungen für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Ein Meilenstein in der Entwicklung bei Wienerberger ist der Verfüllziegel POROTHERM W.i. bei dem die Hohlräume im Ziegel mit Wärmedämmung in Form von mineralischer Steinwolle ausgefüllt sind; für energieeffizientes Bauen kann auf zusätzliches Dämmmaterial verzichtet werden. Zur Optimierung der Verarbeitungs- und Konstruktionsgeschwindigkeit als zentralem Kostenfaktor bieten wir Porotherm Dryfix® an. Dabei handelt es sich um einen speziellen Ziegelkleber aus der Dose, der eine einfache, schnelle und trockene Verarbeitung ermöglicht. Im Bereich Dach bietet Wienerberger Dachdeckern eine One-Stop-Shop-Lösung, die KoraTech®-Linie, für keramische und nicht keramische Produkte an und positioniert sich so als Systemanbieter. Eine Innovation unseres Spezialisten für Pflaster- und Betonsteine, Semmelrock, ist das "ARTE Segmentbogenpflaster", eine spezielle Art der Verlegung im Baukastensystem, womit es möglich ist, traditionelle Bogenpflaster in der halben Zeit zu verlegen. In einem gemeinsamen Projekt mit Wienerberger entwickelte Pipelife ein Wandtemperierungssystem in Verbindung mit Ziegelwänden, welches ähnlich wie eine Fußbodenheizung funktioniert, allerdings Wärme großflächig über die Wand abgibt. Das System kann flexibel als Heiz- oder Kühlsystem genutzt werden. Bei Steinzeug-Keramo steht die Optimierung der technischen Eigenschaften, wie zum Beispiel die Entwicklung der Vortriebsrohre, welche eine grabenlose Verlegung ermöglichen, im Vordergrund. Für detaillierte Informationen zu Produkten, Innovationen und Anwendungsbeispielen verweisen wir auf die beiliegende Produktbroschüre.

Corporate Responsibility

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wir nehmen unsere Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, offen und transparent zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Mit der Unterzeichnung einer Sozialcharta verpflichtete sich Wienerberger bereits im Jahr 2001 zur Einhaltung der Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und zu sozialem Fortschritt. Als logische Konsequenz folgte 2003 das Bekenntnis zum UN Global Compact – einer 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung von ethischem Unternehmensverhalten (Good Corporate Citizenship). Mittlerweile umfasst der UN Global Compact zehn Leitprinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmen, die dieser Initiative beitreten, verpflichten sich freiwillig zur Beachtung der Grundsätze, die auf der Website des UN Global Compact unter www.unglobalcompact.org einzusehen sind.

Das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen ist für uns selbstverständlich ebenfalls ein wichtiger Teil gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Regelkonformes Verhalten auf allen Ebenen ist die Basis ordnungsgemäßer Unternehmensführung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Prävention von korruptem oder wettbewerbswidrigem Verhalten.

Als Mitglied unterschiedlichster europäischer und nationaler Interessenverbände, Plattformen sowie technischer Ausschüsse beteiligt sich Wienerberger aktiv an europäischen Forschungsprojekten, Umfragen der Europäischen Kommission und an der Arbeit in Produktnormierungsgruppen und nimmt somit auch an der politischen Willensbildung teil. Als etablierter, verlässlicher Partner und Experte im Baustoffbereich versteht Wienerberger die offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir setzen uns für nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein, die ökonomische, ökologische und soziale Interessen in Einklang bringen.

Der Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen.

Mit natürlichen Produkten dauerhafte Werte schaffen

Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen

Aktive Teilnahme an politischer Willensbildung

Verbindliches Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Das Unternehmen Corporate Responsibility

Gelebter Umweltschutz

"Building Value. Im Einklang mit Mensch und Natur." heißt eine unserer Leitlinien. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, beweist eine Vielzahl von Aktivitäten. Wienerberger "nutzt" als Ziegelproduzent die Natur in einer Art von Symbiose: Wir entnehmen umweltschonend Ton und produzieren möglichst umweltgerecht keramische Produkte – natürliche Erzeugnisse mit langer Lebensdauer, die problemlos recycelt werden können. Quer durch alle Ländergesellschaften von Wienerberger wird kontinuierlich an einer Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen und einer Optimierung des Energieeinsatzes gearbeitet.

Wienerberger bekennt sich zur Einhaltung von Umweltgesetzen, zum Klimaschutz, zu Energieeinsparungen, zur Rekultivierung von Tonabbaustätten, zur Abfallwiederverwertung, zum Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, zu humanitärer Hilfe, zu lokalem Engagement in Gemeinden, zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zu Transparenz. Für unsere Produktionsstätten sind wir um bestes Einvernehmen mit Behörden, Interessenvertretern und Anrainern bemüht. Der Fokus liegt auf gegenseitigem Verstehen und voneinander Lernen, wobei der offene Dialog mit NGOs für uns besonders wertvoll ist. Eine besondere Kooperation verbindet uns seit vielen Jahren mit dem World Wide Fund for Nature (WWF): Damals wurde eine grundsätzliche Vereinbarung über mögliche gemeinsame Projekte unterzeichnet. In diesem Rahmen unterstützt Wienerberger Aktivitäten des WWF von internationaler Bedeutung in Österreich. Im Gegenzug berät der WWF Wienerberger bei der Realisierung von Umweltschutzprojekten in Zusammenhang mit der Rekultivierung von ehemaligen Tonabbaustätten.

Gesellschaftliche Verantwortung

"Wienerberger erzeugt Ziegel, aber die Häuser werden für Menschen gebaut." Zentraler Grundsatz gelebter gesellschaftlicher Verantwortung ist für uns die Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis. Uns geht es dabei nicht darum, unsere soziale Verantwortung durch Spenden an verschiedenste internationale Organisationen zu demonstrieren, sondern zielgerichtet, effizient und unbürokratisch dort zu helfen, wo es am meisten benötigt wird, und Projekte zu realisieren, die einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung liefern. Es ist unser Ziel, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und Menschen, die aufgrund von Lebensumständen und Schicksalsschlägen benachteiligt sind, mit unseren Produkten und finanzieller Zuwendung zu helfen. In nahezu allen Ländern, in denen Wienerberger tätig ist, werden laufend soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.

Weiterführende Informationen zu allen sozialen Projekten von Wienerberger finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Auf der folgenden Seite haben wir einige unserer Nachhaltigkeitsprojekte ausgewählt, die im letzten Jahr umgesetzt wurden.

Alle Ländergesellschaften arbeiten an der Verbesserung des Umweltschutzes

Mit konkreten Aktivitäten setzen wir Zeichen und kooperieren mit NGOs

Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis

Auswahl einiger Nachhaltigkeitsprojekte auf der folgenden Seite

Das Unternehmen Corporate Responsibility Projekte 2011

Signifikante Reduktion von Emissionen durch Abgasreinigungsanlage

Niederlande Wienerberger nahm im Oktober 2011 als erster niederländischer Ziegelproduzent eine regenerative thermische Nachverbrennungsanlage (RNV-Anlage) im Werk Poriso in Brunssum in Betrieb. Diese moderne Form der thermischen Nachverbrennung erlaubt die Reinigung der Abgase bei minimalem Verbrauch an Zusatzenergie. Das Abgas durchläuft verschiedene Kammern, in welchen eine thermische Oxidation der Schadstoffe bei einer Temperatur von ca. 800°C vorgenommen wird. Wärmerückgewinnungskammern schalten periodisch von Wärmeabgabe auf Wärmespeicherung um. So wird die Wärme aus dem Reingas gespeichert und nach Strömungsumkehr wieder an das eintretende Abgas abgegeben. Durch den Einsatz der Anlage kommt es zur Weiterverwendung von thermischer Energie und schlussendlich zur signifikanten Reduzierung von Emissionen.

Pipelife Finnland als einer der besten Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet

Finnland Pipelife Finnland wurde 2011 im Rahmen der europaweiten "Great Place to Work" Studie, an der 1.380 Unternehmen mit mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten teilnahmen, ausgezeichnet. In Finnland konnte Platz 3 und europaweit Platz 23 erreicht werden. Pipelife schaffte es damit als einziges Industrieunternehmen unter die Top 30 des Landes. Primär werden die Arbeitnehmer in der Studie zu den Themen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamorientierung befragt. 2/3 der Punkte werden auf der Grundlage der Mitarbeiterbefragung generiert, und das restliche Drittel wird auf Grund eines Managementberichts zum Thema "Verfahren und Praktiken in der Gesellschaft" vergeben. Besonders gelobt wurde Pipelife Finnland für die hervorragende Einbindung von Mitarbeitern in den Entscheidungsprozess und die umfassenden Möglichkeiten für den einzelnen Arbeitnehmer, Feedback zu geben.

Hilfe beim Wiederaufbau nach Giftschlammkatastrophe in Ungarn

Ungarn Anfang Oktober 2010 überflutete giftiger Schlamm aus einer Aluminiumfabrik die ungarischen Ortschaften Devecser, Kolontár und Kislöd. Viele hunderte Menschen haben durch diese Katastrophe ihre Häuser sowie ihre Existenzgrundlage verloren. Als größter Baustoffhersteller in Ungarn war es Wienerberger ein großes Anliegen, den betroffenen Menschen rasch und unbürokratisch zu helfen. Bereits ab November 2010 wurde unter Einsatz von Wienerberger Produkten und unter besonderer Beratung von Experten des Unternehmens der Wiederaufbau begonnen. Bereits im Juni 2011 konnten 118 neue Häuser bezogen werden.

Unterstützung von Langzeitarbeitslosen

Dänemark Wienerberger Skandinavien führt in Dänemark in Zusammenarbeit mit mehreren Gemeinden ein Projekt zur Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt durch. Während die Gemeinden die Lohnkosten übernehmen, liegt es in der Hand von Wienerberger, die Arbeitnehmer auf dem Weg zurück in ein reguliertes Leben zu unterstützen. Durch Mitarbeit im Unternehmen sollen diese lernen, wieder Verantwortung zu übernehmen und im Team zu agieren. Ehrgeizige und interessierte Arbeiter haben die Möglichkeit, von Wienerberger dauerhaft übernommen zu werden. Das Projekt stellte sich als großer Erfolg für alle Beteiligten heraus.

Mit kleinen Projekten großes Bewirken

Russland Wienerberger ist es in den Märkten, in denen das Unternehmen tätig ist, ein großes Anliegen, integraler Bestandteil der Gesellschaft zu werden und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und der Interessengruppen Rücksicht zu nehmen. Auch in den Regionen in Russland, wo Wienerberger tätig ist, versucht man dort, wo Hilfe benötigt wird, schnell und unbürokratisch zu helfen. In der Region Vladimirskii waren es 2011 verschiedenste Anliegen, für die die Bevölkerung dringend Unterstützung brauchte. In Vladimirskii kommt es immer wieder zu Waldbränden, und die vorhandenen Mittel zur Bekämpfung waren nicht ausreichend. Daher hat Wienerberger Kirpich im Jahr 2011 der Region Wasserpumpen zur effizienteren Bekämpfung der Feuer zur Verfügung gestellt. Weiters war eine zentrale Verkehrsbrücke baufällig und musste dringend saniert werden. Auch hier unterstützte Wienerberger bei der Renovierung der Brücke. Darüber hinaus gibt es in der Region Defizite bei geeigneten Freizeitbeschäftigungen für Kinder. Hier hat Wienerberger geholfen, Kinderspielplätze zu errichten bzw. zu erneuern, sowie Sonnenschutzdächer in einem nahegelegenen Kindergarten gebaut.

Wohnbau für Generationen im barrierefreien Haushalt

Österreich In unserer Gesellschaft besteht ein großes Informationsdefizit, was genau unter barrierefreiem Bauen zu verstehen ist. Oftmals wird "barrierefrei" mit "rollstuhlgerecht" verwechselt, was viel zu kurz greift. Barrierefreiheit ist auch sehr wesentlich für blinde, seh- und hörbehinderte Menschen, ältere und pflegebedürftige Menschen sowie ihre Betreuungspersonen sowie auch für Familien mit Kinderwägen. Daher wird fälschlicherweise vielfach die barrierefreie Gestaltung von Gebäuden und Wohnungen immer noch als Thema für eine kleine Randgruppe gesehen, obwohl zahlreiche Studien den Mehrwert für die Gesundheits- und Sozialsysteme und die Wirtschaft sowie die Notwendigkeit aufgrund der demographischen Bevölkerungsentwicklung nachgewiesen haben. freiraum-Europa ist als Interessenvertretung und Dachverband für barrierefreies Bauen bemüht, Ungereimtheiten aufzudecken und Know-how im Bereich der Barrierefreiheit zur Verfügung zu stellen, und dient als kostenlose Anlauf- und Beratungsstelle, wenn Menschen vor Barrieren stehen. Wienerberger Österreich unterstützt das freiraum-Europa Projekt mit Know-how in Form von Beratung und Fachvorträgen, dem Druck von Informationsbroschüren sowie bei der Verbreitung der wesentlichsten Anliegen von freiraum-Europa in ganz Österreich.

Schuldenkrise in Europa und den USA belastete 2011 das Wirtschaftswachstum

Wirtschaftliches Umfeld

Die Mehrzahl der Wirtschaftsprognosen hatte schon im Herbst 2010 eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik für das Jahr 2011 vorhergesagt. Dennoch blieb das Wirtschaftswachstum in den meisten Volkswirtschaften, in denen die Wienerberger Gruppe aktiv ist, hinter den Erwartungen vom Jahresanfang zurück. Einer der Gründe war die Erdbeben- und Flutkatastrophe in Japan, die nicht nur die japanische Binnenwirtschaft stark beeinträchtigte, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette Asiens vor Herausforderungen stellte. Durch die engere Vernetzung der US-amerikanischen und japanischen Volkswirtschaften waren in den USA die negativen Auswirkungen im Vergleich zu Europa im ersten Halbjahr 2011 stärker ausgeprägt. Der wichtigste Faktor für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 war die Schuldenkrise in Europa und den USA. Die Unsicherheit bezüglich des Umfangs und der Effektivität der Maßnahmen zur Stützung von überschuldeten Volkswirtschaften, der Sparprogramme der öffentlichen Hand, des regulatorischen Umfelds und zukünftigen fiskalischen Belastungen sowie der Verfügbarkeit von Finanzierungen aufgrund verschärfter Eigenkapitalvorschriften für Banken manifestierte sich in zurückhaltendem Investitionsverhalten vieler Unternehmen und gebremstem Konsumverhalten von Endverbrauchern. Ab der Jahresmitte reflektierten deutliche Kürzungen der Wachstumsprognosen für die Jahre 2011 und 2012 diese Unsicherheit und deren dämpfende Wirkung auf die wirtschaftliche Aktivität. Die Finanzmärkte liefen wie so oft den realwirtschaftlichen Entwicklungen voraus und nahmen zum Jahresende 2011 eine Rezession in Europa im ersten Halbjahr 2012 bereits teilweise vorweg. 2011 betrug das reale BIP-Wachstum in der Europäischen Union 1,6% und im Euroraum 1,5% (2010: 2,0% bzw. 1,9%). Deutschland blieb mit einem BIP-Wachstum von 3,0% nach 3,7% im Vorjahr eines der Zugpferde in Westeuropa. Frankreichs Wirtschaftswachstum war mit 1,6% im Vergleich zum Vorjahr (2010: 1,5%) nahezu unverändert, während in Großbritannien die Auswirkungen der Sparmaßnahmen das Wachstum auf 0,9% (2010: 2,1%) begrenzten. Schlusslicht in Europa war wenig überraschend das krisengeschüttelte Griechenland, das sich mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,5% (2010: -3,5%) in einer tiefen strukturellen und fiskalischen Krise befindet und das zum letzten Mal 2007 einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts vermelden konnte. In Osteuropa überzeugte einmal mehr Polen mit einem Zuwachs von 4,0%, insgesamt verzeichnete die Region Zentralosteuropa ein reales Wirtschaftswachstum von 3,4% im Jahr 2011. Quelle: EUROSTAT, wiiw, IMF

Westeuropa verzeichnete leichtes Wachstum der Wohnbautätigkeit

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Im Vergleich zum durch Schneefall und Kälte belasteten Jahr 2010 waren die Witterungsbedingungen im abgelaufenen Jahr deutlich günstiger für die Bauwirtschaft. Dieser Umstand schlug sich insbesondere in starken Zuwächsen der Aktivität im ersten Quartal 2011 nieder. Dennoch blieb 2011 die erwartete Erholung aus, weshalb Euroconstruct die Prognosen im Jahresverlauf nach unten revidierte. Wurde am Jahresende 2010 für den westeuropäischen Wohnbau noch ein Wachstum von 1,9% für 2011 vorhergesagt, so wurde die Einschätzung zur Jahresmitte auf 1,8% verringert und zum Jahresende 2011 ein weiteres Mal auf 1,5% gekürzt. In den vier osteuropäischen Märkten unter Beobachtung fiel die Revision dramatischer aus und wurde die Prognose im selben Zeitraum von +2,5% auf -2,0% gesenkt. Hervorzustreichen ist die Stabilität des Sanierungsmarktes, der sowohl in West- als auch in Osteuropa moderat wuchs. Der volatilere Neubaumarkt verzeichnete 2011 ein Plus von 3,1% in Westeuropa und einen Rückgang um 3,3% in Osteuropa. Für 2012 wird für die Wohnbautätigkeit ein Wachstum um 1,3% in Westeuropa und um 1,8% in Osteuropa prognostiziert.

Die Nachfrage nach Baustoffen entwickelte sich von Land zu Land stark unterschiedlich. Während die USA auch 2011 hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigten einige westeuropäische Märkte wie Frankreich, Deutschland oder Belgien moderate Zuwächse. Insgesamt verbesserte sich die Baustoffnachfrage in Westeuropa im Jahresvergleich leicht, wobei in der zweiten Jahreshälfte eine Abschwächung der Dynamik zu beobachten war. Die regional größten Unterschiede wies Osteuropa auf, das sich für die Baustoffindustrie im derzeitigen Umfeld keineswegs als homogener Wirtschaftsraum darstellt. Am besten entwickelte sich aufgrund der starken Binnennachfrage und der daraus folgenden makroökonomischen Stabilität der größte Markt der Region, Polen, gefolgt von der Tschechischen Republik, wobei auch in diesen Märkten die zweite Jahreshälfte von einer Abschwächung des Wachstums gekennzeichnet war. Unverändert schwierig stellten sich die Märkte des Balkans sowie Bulgarien, Rumänien und Ungarn dar, die einen weiteren Rückgang von niedrigem Niveau vermeldeten und für die kurzfristig von keiner Erholung ausgegangen werden kann.

Nachfrage nach Baustoffen legte in Deutschland, Frankreich und Belgien moderat zu

mit Vergleich zum Vorjahr in % Quelle: Euroconstruct Dezember 2011 F A PL NL1) B SLO HR CZ SK I UK RO GER1) H BG UA 1) Baufertigstellungen 0 2 1 3 5 4 6 Ø Westeuropa 3,03 Ø CEE 2,28 4,36 3,94 3,82 3,80 2,94 2,67 2,44 2,37 2,04 2,00 1,97 1,96 1,40 1,08 1,32 5,86 -4% -4% +14% -7% +9% +2% -12% -15% -17% -1% +12% +2% -44% -12% -26% +8%

Eine wichtige Kennzahl zum Vergleich der Bauaktivität sind die Baubeginne je tausend Einwohner, die weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007 liegen. Zwischen 2007 und 2011 verringerten sich die Baubeginne je tausend Einwohner in Westeuropa um mehr als 40% auf rund 3,0 und in Osteuropa um mehr als 30% auf rund 2,3, wodurch trotz der eingeschränkten Visibilität auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung das Potenzial für einen weiteren Marktrückgang von der bereits sehr niedrigen Basis begrenzt scheint.

Erwartungen zur Entwicklung der Bauwirtschaft in Europa

Baubeginne 2011 je 1.000 Einwohner

Bauaktivität auf niedrigem Niveau: Baubeginne je 1.000 Einwohner in Westeuropa um 40% und in Osteuropa um 30% unter den Vergleichswerten 2007

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Die stabile bis leicht positive Marktentwicklung spiegelte sich auch in den Construction Confidence Indizes (CCI) für die großen europäischen Volkswirtschaften, einem Gradmesser für die erwartete Entwicklung der Bauindustrie, wider, und das Ende des Abwärtstrends, das sich 2010 abzeichnete, wurde 2011 bestätigt. So konnten die Indizes für Deutschland und Frankreich um jeweils sechs Punkte zulegen. Unter den großen Märkten zeigte einzig Großbritannien einen leichten Rückgang, während EU-weit die Zuversicht im Baugewerbe ebenfalls leicht zurückging, da dieser Index auch die Peripherieländer sowie die osteuropäischen Mitgliedsstaaten beinhaltet.

US-Baubeginne in 1.000 pro Monat versus US-Arbeitslosenrate

Baubeginne Arbeitslosenrate

Entwicklung am US-Häusermarkt blieb 2011 hinter den Erwartungen zurück

Die Erholung am US-Häusermarkt verlief 2011 weiterhin schleppend. Große regulatorische Unsicherheiten, die von Fragen der zukünftigen Abgabenbelastung für Unternehmen bis zu neuen Bestimmungen für Finanzmärkte und Banken reichten, eine weiterhin hohe Arbeitslosigkeit und Vorwehen der Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 waren im abgelaufenen Jahr ebenso kein fruchtbarer Boden für eine Erholung der Bauaktivität wie auch der weitere Preisrückgang am Häusermarkt. So fielen beispielsweise im Dezember 2011 die Hauspreise (Median) um 2,5% im Jahresvergleich. Optimistische Marktprognosen hatten zu Jahresbeginn 2011 noch bis zu 700.000 Baubeginnen vorhergesagt und mussten im Jahresverlauf deutlich gesenkt werden – insbesondere das Einfamilienhaussegment blieb hinter den Erwartungen zurück. Vorläufige Daten beziffern die US-Baubeginne für das Jahr 2011 mit 607.000, was einem Anstieg von 3,4% im Vergleich zum Vorjahreswert von 587.000 und 1,95 Baubeginnen je tausend Einwohnern (2010: 1,88) entspricht. Dabei kompensierte das Wachstum von Projekten mit über vier Wohneinheiten von 60,5% einen Rückgang von Projekten mit ein bis vier Wohneinheiten um 9,0%. 2011 wurden mit 4,26 Mio. Häusern um 1,7% mehr Häuser als 2010 verkauft. Grund für vorsichtigen Optimismus liefern Daten der US-amerikanischen Hypothekenbank Freddie Mac: Die durchschnittliche landesweite Fixverzinsung von 30-jährigen Hypotheken hat mit 3,96% im Dezember 2011 den niedrigsten Wert seit Beginn der Datenerhebung 1971 erreicht. Dies begünstigt nicht nur die Refinanzierung von bestehenden Hypothekarkrediten, sondern verbessert auch die Leistbarkeit von Eigenheimen für niedrigere Einkommensklassen. Weiters sank mit Ende Dezember 2011 der Bestand an unverkauften Häusern auf 2,38 Mio., was bei einem derzeit sehr niedrigen Nachfrageniveau einer Bedarfsdeckung von 6,2 Monaten entsprach und eine deutliche Verringerung zum Wert von 8,1 Monaten im Dezember 2010 darstellte. Zum Jahresende 2011 entwickelte sich die Nachfrage auch witterungsbedingt leicht positiv und stieg die Zahl verkaufter Häuser (saisonal bereinigt) in drei aufeinanderfolgenden Monaten. Die NAHB bleibt optimistisch und prognostiziert für 2012 709.000 Baubeginne, was einen Zuwachs von 16,8% impliziert.

Das Jahr 2011 und Ausblick Wirtschaftliches Umfeld Wienerberger Aktie und Aktionäre

Wienerberger Aktie und Aktionäre

Nach der Jahresendrally der Kapitalmärkte im Jahr 2010 konnte die positive Stimmung nur in den ersten Monaten des Jahrs 2011 die Kursentwicklung stützen. Im März 2011 bewirkte die Erdbebenkatastrophe in Japan eine scharfe Korrektur auf den Finanzmärkten, ehe mit Sommerbeginn die Schuldenkrise in Europa und in Nordamerika das Börsegeschehen für den Rest des Jahrs dominieren sollte. Steigende Finanzierungskosten für einige Euroländer bezeugten nicht nur die hohen Schuldenstände, sondern vielmehr die fundamentale Vertrauenskrise, auf deren Basis ausgehend vom Sorgenkind Griechenland diverse "Ansteckungs"-Szenarien vom Kapitalmarkt antizipiert wurden. Zudem schürten Schätzungen zum Kapitalbedarf europäischer Banken von mehr als 100 Mrd. € zur Erfüllung neuer Eigenkapitalvorschriften die Angst vor einer neuen Kreditklemme. Das Fehlen eines gemeinsamen und akkordierten Entscheidungsprozesses auf politischer Ebene in Europa verstärkte die bereits vorherrschende Unsicherheit zusätzlich. Auch in den Vereinigten Staaten, in denen schon die Präsidentschaftswahl 2012 ihre Schatten vorauswarf, führte politisches Tauziehen beinahe zur Zahlungsunfähigkeit der Regierung und erschwerten die entgegengesetzten Machtverhältnisse in den beiden Kammern des Kongresses die politische Willensbildung. Dieses breite Spektrum an Unsicherheitsfaktoren führte nicht nur zu extrem volatilen und von Fundamentaldaten zeitweise entkoppelt scheinenden Kursentwicklungen, sondern wirkte sich auch auf die Wachstumsprognosen stark negativ aus, sodass ein möglicher Rückfall Europas in die Rezession vom Markt teilweise vorweggenommen wurde.

Nach einem Aufwärtstrend zu Beginn des Jahrs aufgrund optimistischer Konjunkturprognosen und einer volatilen Seitwärtsbewegung zwischen Mai und Juli 2011 korrigierten die US-Leitindizes ab Ende Juli im Zuge der Staatsschuldenkrise scharf und markierten im Oktober ihr Jahrestief. Dank einer Jahresendrally erzielte der Dow Jones mit einem Jahreschlusskurs von 12.217,56 Punkten noch einen Zugewinn von 5,5% in 2011. Leicht schwächer entwickelte sich der S&P 500 und schloss mit 1.257,60 Punkten faktisch unverändert im Vergleich zum Ultimo 2010. Für den zyklischen Baustoffsektor bedeuteten der eingetrübte Ausblick für Infrastrukturausgaben und das schwache Konsumentenvertrauen ein herausforderndes Umfeld, das in der schwachen Jahresperformance des DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials Index mit einem Rückgang von 21,1% zum Ausdruck kam.

Der Londoner Leitindex FTSE 100 beendete das Jahr mit einer Jahresperformance von -5,6% und somit schwächer als die US-amerikanischen Indizes, aber dennoch mit einem deutlich geringeren Rückgang als die Leitindizes in Kontinentaleuropa. Der DAX büßte zum Vergleich trotz eines gesunden gesamtwirtschaftlichen Umfelds 14,7% ein und schloss das Jahr mit einem Indexstand von 5.898,35 Punkten. Europäisches Schlusslicht war der Wiener Aktienmarkt, dessen Leitindex ATX 34,9% einbüßte und bei 1.891,68 Punkten am Jahresende aus dem Handel ging. Durch die ohnehin geringe Marktgröße litt die Liquidität besonders stark unter der Zurückhaltung der Investoren und auch die Besteuerung von realisierten Kursgewinnen wirkte belastend.

Die Wienerberger Aktie profitierte zum Jahresanfang überproportional vom positiven Marktsentiment, das bereits zum Jahresende 2010 die Kursentwicklung beflügelt hatte. Am 2. Februar markierte sie ihr Jahreshoch mit einem Schlusskurs von 16,56 €. Aufgrund der deutlich gesunkenen Konjunkturerwartungen, die mit Europa und den USA direkt die Kernmärkte der Gruppe betrafen, büßte die Wienerberger Aktie im Jahresverlauf zwischenzeitlich fast 60% von ihrem Börsegeschehen im Bann der Schuldenkrise, vorherrschender Unsicherheit sowie gedämpfter Wachstumsaussichten

US-Börsen mit deutlich besserer Jahresperformance als europäische Leitindizes

ATX bricht 2011 um knapp 35% ein

Deutlicher Kursverlust in schwachem Marktumfeld Höchststand ein und verzeichnete am 19.12.2011 mit einem Schlusskurs von 6,66 € ihr Jahrestief. Nach einer leichten Erholung zum Jahresende ging die Aktie bei 6,97 € mit einer Jahresperformance von -51% aus dem Handel.

Aktienkursentwicklung

  • Wienerberger AG
  • ATX Austrian Traded Price Index
  • DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials in €
  • Umsatz der Wienerberger Aktie je Kalenderwoche
Kennzahlen je Aktie 2009 2010 2011 Vdg. in %
Ergebnis in € -3,17 - 0,57 0,08 >100
Dividende in € 0,00 0,10 0,12 +20
Free Cashflow 1) in € 2,75 1,52 1,21 - 20
Eigenkapital 2) in € 22,50 17,44 16,85 - 3
Höchstkurs in € 17,24 16,18 16,56 +2
Tiefstkurs in € 4,70 9,55 6,66 - 30
Ultimokurs in € 12,78 14,29 6,97 - 51
Höchst KGV - 50,7 3) -28,4 215,9
Tiefst KGV - 13,8 3) -16,8 86,8
Ultimo KGV - 37,6 3) -25,1 90,9
Gewichtete Aktienanzahl 4) in Tsd. 91.298 116.528 116.758 0
Ultimo Börsekapitalisierung in Mio. € 1.502,0 1.679,5 819,2 - 51
Ø Börseumsatz/Tag in Mio. € 15,9 12,0 8,9 - 26

1) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen

2) Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, exklusive Hybridkapital

3) bezogen auf bereinigtes Ergebnis je Aktie

4) bereinigt um zeitanteilig gehaltene eigene Aktien

8,9

8,0

13,0

Liquidität in Mio. €

10

15

5

5,4

Q1 Q2 Q3 Q4 0

11 11 11 11

Ø Börseumsatz der Wienerberger Aktie je Tag (in Doppelzählung)

Dem äußerst schwachen Handelsvolumen an der Wiener Börse, deren Geldumsatz aufgrund der Besteuerung von realisierten Kursgewinnen mit österreichischen Aktien und Austrian Depositary Certificates im Jahr 2011 um 18% zurückging, zollte auch die Wienerberger Aktie Tribut und musste aufgrund des um 20% niedrigeren Stückvolumens und des Kursrückgangs einen Einbruch des Handelsumsatzes um 27% auf 2.199,1 Mio. € (in Doppelzählung) hinnehmen. Bei einem Stückumsatz von 191,5 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit dem Faktor 0,8 im Jahr 2011 umgeschlagen. Im Vergleich zum durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen anderer Unternehmen im österreichischen Leitindex ATX belegte Wienerberger Rang neun unter den umsatzstärksten Werten. Der außerbörsliche Umsatz betrug 157,8 Mio. € (in Einfachzählung) gegenüber 240,5 Mio. € im Jahr davor und ging damit um 34% zurück. An der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) wurden 27.997 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 33,2 Mio. € gehandelt.

Der Vorstand wird in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der 143. o. Hauptversammlung am 11. Mai 2012 vorschlagen, eine Dividende von 12 Eurocent auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung und dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte abhängig.

Aktienrückkauf

Wienerberger führte im Jahr 2011 einen Aktienrückkauf durch. Zwischen 22. August und 17. November wurden insgesamt 2,35 Mio. Aktien über die Börse zurückgekauft, was 2% des Grundkapitals entspricht. Bei einem Durchschnittskurs von 8,83 € belief sich der Kapitaleinsatz auf 20,8 Mio. €. Die zurückgekauften Aktien sollen, sofern sich für Wienerberger wertschaffende Akquisitionsmöglichkeiten ergeben, in Zukunft vor allem als Zahlungsmittel für Transaktionen zur Verfügung stehen.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 819,2 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 3% zum Jahresende 2011 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100% im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10% der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Ebenfalls mit Sitz in den USA hält First Eagle Investment Management, LLC seit 14. September 2011 mehr als 5% der ausstehenden Wienerberger Aktien. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 5% liegen nicht vor.

Durch Besteuerung von Kursgewinnen geht die Anzahl der gehandelten Aktien um 20% zurück

Dividendenvorschlag in der Höhe von 12 Eurocent

Aktienrückkauf von 2% des Grundkapitals

Aktionärsstruktur nach Ländern

  • 1 USA 44%
  • 2 Kanada 6%
  • 3 GB & Irland 9%
  • 4 Österreich 16% 5 Frankreich 2%
  • 6 Deutschland 5% 7 Nordeuropa 6%

8 Schweiz 3%

9 Sonstige 9%

Aktionärsstruktur nach Investortyp

  • 1 Wertorientiert 54%
  • 2 Wachstum 15%
  • 3 GARP 15%
  • 4 Index 5% 5 Sonstige 11%

Intensiver, laufender Kontakt mit den Investoren weltweit

Wienerberger als bester Geschäftsbericht weltweit in der Kategorie "Written Text" beim ARC Award in New York ausgezeichnet

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2012 kommt die Mehrheit der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (50%) sowie Großbritannien und Irland (9%). Mit knapp 80% ist die Mehrheit der Wienerberger Aktien im Besitz von institutionellen Anlegern, während rund 20% von privaten Anlegern gehalten werden. Unter den institutionellen Anlegern dominieren mit 54% wertorientierte Investoren, gefolgt von Wachstums- bzw. GARP-Investoren. Eine detaillierte Aufstellung ist der nebenstehenden Grafik zu entnehmen.

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch im Jahr 2011 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, Corporate Conference der Deutschen Bank, Bank of America Merrill Lynch Pan-European Building & Infrastructure Conference, Erste Group Bank Konferenz in Stegersbach und UniCredit Austrian Investor Conference in Kitzbühel sowie der Raiffeisen Centrobank Konferenz in Zürs. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die neue Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen) und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht.wienerberger.com).

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2011 von der "Financial Community" anerkannt und mit einer Vielzahl von Preisen international und national ausgezeichnet. Belohnt wurde das Unternehmen dabei für das kreative und stringente Erzählen der Investmentstory. In New York zeichnete die Jury des ARC (Annual Report Competition) Awards den Geschäftsbericht 2010 als besten Geschäftsbericht weltweit in der Kategorie "Written Text" aus. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen zwei Gold Awards für den besten Bericht der Branche in den Kategorien "Overall Annual Report" und "Written Text". Auch beim European Excellence Award in Amsterdam ging Wienerberger als Sieger hervor. Bei der Verleihung am 8. Dezember 2011 konnte der Preis für den besten Geschäftsbericht europaweit entgegengenommen werden. Diese Auszeichnung wird auf Einladung der Fachzeitschrift "Communication Director" vergeben und soll die besten Arbeiten der europäischen Kommunikationsbranche präsentieren. Aus 1.300 Einreichungen wurden die Sieger der verschiedenen Kategorien ermittelt. Wienerberger setzte sich dabei gegenüber namhaften Unternehmen wie AkzoNobel und RTL durch. In Österreich wurde Wienerberger in diesem Jahr beim renommierten AAA (Austrian Annual Report Awards) vom trend Magazin zum Unternehmen mit dem besten Reporting eines börsenotierten Konzerns gewählt. Wienerberger behauptete den Spitzenplatz des Rankings der börsenotierten Unternehmen für sich und schafft es damit, zahlreiche Größen der österreichischen Wirtschaft hinter sich zu lassen. Relevant für dieses ausgezeichnete Ergebnis war die Erreichung der höchsten Punkte in den Kategorien Design, Publizistik, Finanzberichterstattung, Corporate Governance, Investmentstory, Human Resources, CSR sowie Online-Berichterstattung.

Die Beobachtung durch eine große Zahl renommierter heimischer und internationaler Investmentbanken sichert die "Visibility" der Wienerberger Aktie in der Financial Community. Während des vergangenen Jahrs hat die Berenberg Bank (London) die Coverage aufgenommen, während MF Global (London) und UniCredit (Wien) die Coverage eingestellt und Cheuvreux (Zürich) die Coverage ausgesetzt haben. Per März 2012 wird Wienerberger von 14 Analysten gecovert. Folgende Broker veröffentlichen Analysen über Wienerberger und ihre Aktie (in alphabetischer Reihenfolge): Bank of America Merrill Lynch (London), Berenberg Bank (London), Citigroup (London), Credit Suisse (London), Davy Securities (Dublin), Deutsche Bank (Wien), Erste Bank (Wien), Exane BNP Paribas (London), Goldman Sachs (London), HSBC Trinkhaus (Frankfurt), ING Bank N.V. (London), Raiffeisen Centrobank (Wien), Royal Bank of Scotland (London) und UBS (London).

Wienerberger Coverage
liegt derzeit bei
14 Analysten
Head of Investor Relations Barbara Braunöck
Aktionärstelefon +43 1 601 92-471
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com

Informationen zum Unternehmen und zur Wienerberger Aktie

Aktionärstelefon +43 1 601 92-471
E-Mail [email protected]
Internet www.wienerberger.com
Online-Geschäftsbericht geschaeftsbericht.wienerberger.com
Wiener Börse WIE
Thomson Financial WBSV.VI; WIE-VI
Bloomberg WIE AV
Datastream O: WNBA
ADR Level 1 WBRBY
ISIN AT0000831706

Ergebnis- und Bilanzanalyse

Umsatz nach Segmenten

1 Zentral-Osteuropa 29%

2 Zentral-Westeuropa 22%

3 Nord-Westeuropa 40%

4 Nordamerika 7%

5 Beteiligungen und Sonstiges 2%

Umsatz nach Regionen

  • 1 Osteuropa 24%
  • 2 Benelux 22%
  • 3 Deutschland 14%
  • 4 Frankreich 8%
  • 5 Österreich 5%
  • 6 Sonstiges Europa 20%
  • 7 Nordamerika 7%

Ertragslage

Wienerberger startete dank der milden Witterungsbedingungen mit deutlichen Mengenzuwächsen in das Jahr 2011. Trotz einer abnehmenden Marktdynamik in der zweiten Jahreshälfte waren im Gesamtjahr in allen Produktgruppen Mengensteigerungen zu verzeichnen, da sich Wienerberger mit hochwertigen Produkten besser als der Markt behaupten konnte. Gleichzeitig gelang es Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umzusetzen. Insgesamt wurden sowohl der Umsatz als auch das operative EBITDA deutlich verbessert. Wienerberger schaffte damit nach dem Turnaround im zweiten Quartal 2010 im Jahr 2011 die Rückkehr in die Gewinnzone.

Der Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 16% auf 2.023,7 Mio. € gestiegen, wovon 120,1 Mio. € bzw. 7% auf die Erstkonsolidierung von Steinzeug Keramo, Steenfabriek Heylen und Euroceramic, sowie auf die erstmalig quotale Einbeziehung der Tondach Gruppe bei zeitgleicher Dekonsolidierung von Bramac zur Jahresmitte zurückzuführen ist. Das um Akquisitionen und Währungseffekte bereinigte organische Wachstum belief sich auf 9%. Die negativen Währungseffekte aus dem US-Dollar sowie dem polnischen Zloty wurden beinahe gänzlich durch Aufwertungen des Schweizer Franken sowie der tschechischen Krone aufgehoben. Das Umsatzwachstum resultiert zu 2% aus höheren Preisen, die sich aus umgesetzten Preiserhöhungen sowie einer Verschiebung im Produktmix zu höherwertigen Produkten erklären, und zu 14% aus Mengensteigerungen. Hintermauerziegel zeigten ein moderates Absatzplus bei deutlich höheren Durchschnittspreisen, welche sich zum Teil auch aus Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten erklären. Dachziegel, die zu mehr als 50% in der Renovierung von Gebäuden ihren Einsatz finden, verzeichneten ein zweistelliges Mengenwachstum, auch positiv beeinflusst durch die Erstkonsolidierung von Tondach Gleinstätten. Semmelrock gelang es in den herausfordernden osteuropäischen Märkten um 11% mehr Betonsteine abzusetzen als im Jahr zuvor.

In Zentral-Osteuropa wurde 2011 trotz regional teilweise schwacher Nachfrage nach Ziegeln ein Umsatzplus von 11% auf 587,6 Mio. € erwirtschaftet. Gestützt durch Mengenzuwächse in allen Produktgruppen bei leicht besseren Durchschnittspreisen erhöhte sich der Umsatz auch akquisitionsbedingt durch den Anteilstausch Bramac und Tondach in der Region. Mengenzuwächse in Polen, Tschechien, Russland, Finnland und dem Baltikum konnten die schwache Entwicklung in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den Ländern Südosteuropas mehr als kompensieren, was einen Anstieg des operativen EBITDA um 19% auf 102,5 Mio. € zur Folge hatte. In Zentral-Westeuropa verbesserte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 15% auf 435,1 Mio. € Trotz eines sehr kompetitiven Marktumfelds und einer rückläufigen Nachfrage in Italien wurde nicht zuletzt aufgrund höherwertiger Produkte ein über dem Branchenschnitt liegendes Wachstum verzeichnet. In Deutschland, dem größten Markt des Segments, gelang es bei höheren Durchschnittspreisen die Absätze in allen Produktgruppen deutlich zu steigern. Neben umgesetzten Preisanpassungen erklären sich die höheren Durchschnittserlöse auch aus Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten. Somit verbesserte sich das operative EBITDA aufgrund höherer Erlöse und einer besseren Kapazitätsauslastung um 31% auf 46,2 Mio. €. Nord-Westeuropa verzeichnete aufgrund einer anhaltend guten Nachfrage in Frankreich, wo Marktanteile dazu gewonnen werden konnten, und Belgien ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr um 12% auf 808,1 Mio. €. Wesentlich dazu beigetragen hat auch die für unser Dachgeschäft

Das Jahr 2011 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

wichtige anhaltend starke Renovierungstätigkeit in großen Teilen der Region. Das operative EBITDA stieg um 20% auf 136,2 Mio. €. In Nordamerika ist die erwartete leichte Erholung im privaten Wohnungsneubau nicht eingetreten, und die Nachfrage nach Baustoffen war weiter rückläufig. Bei niedrigeren Absätzen und höheren Durchschnittspreisen ging im Jahr 2011 der Umsatz gegenüber dem Jahr zuvor um 6% auf 135,3 Mio. € zurück. Das operative EBITDA war aufgrund der schwächeren Auslastung der Kapazitäten mit 8,7 Mio. € negativ. Im Segment Beteiligungen und Sonstiges sind neben den Holdingkosten auch die Aktivitäten in Indien sowie die Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme zusammengefasst, wobei die 50% Beteiligung an Pipelife at-equity im Finanzergebnis ausgewiesen wird. Durch die in der Berichtsperiode erstmalige Einbeziehung der Ende 2010 erworbenen Steinzeug Gruppe und das Umsatzwachstum in Indien stieg der Segmentumsatz von 12,6 Mio. € auf 111,4 Mio. € und das operative EBITDA um 39% auf -17,6 Mio. €.

Das operative EBITDA der Gruppe lag mit 258,6 Mio. € um 23% deutlich über dem Vergleichswert 2010, wovon 1,4 Mio. € auf positive Wechselkursdifferenzen vorwiegend aus dem Schweizer Franken zurückzuführen sind. Ein höheres Preisniveau, gesteigerte Absatzmengen und damit verbunden eine bessere Kapazitätsauslastung führten zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Der Anstieg des operativen EBITDA stammt zu 26,2 Mio. € aus organischem Wachstum und zu 20,2 Mio. € aus Konsolidierungskreisänderungen. Die operative EBITDA-Marge konnte im Berichtsjahr leicht von 12% auf 13% gesteigert werden.

Für das Jahr 2011 errechnet sich eine durchschnittliche Kosteninflation von ca. 3%, wobei die Inflation bei den variablen Inputkosten leicht unter und bei den fixen Inputkosten leicht über diesem Durchschnittswert lag. Die Energiekosten sind um 15% oder um 39,1 Mio. € gestiegen und erreichten einen Anteil von 15% am Umsatz (Vorjahr: 15%). Rund 13% davon sind auf gestiegene Produktionsmengen und rund 2% sind auf höhere Preise zurückzuführen. Die über das Jahr 2011 umgesetzten Preisanpassungen waren ausreichend, um die gesamte Kosteninflation auf Gruppenebene abzudecken.

Im operativen EBITDA 2011 sind Stilllegungs- und Optimierungskosten in Nordamerika, Nord-Westeuropa sowie Zentral-Osteuropa berücksichtigt. In Summe wurden fünf Werke geschlossen, wobei drei dieser fünf Werke bereits seit längerem eingemottet waren. Weitere sechs Werke wurden vorübergehend eingemottet. Darüber hinaus fielen Integrationskosten für die Eingliederung von Euroceramic innerhalb der Steinzeug Gruppe an. Die mit all diesen Maßnahmen verbundenen einmaligen Aufwendungen im Ausmaß von rund 21 Mio. € (davon 12,9 Mio. € Sonderabschreibungen) wurden im sonstigen Aufwand ausgewiesen und sind Teil des operativen EBITDA.

In den Abschreibungen auf das Anlagevermögen von 210,1 Mio. € sind neben Wertminderungen aufgrund von Werksstilllegungen von 12,9 Mio. € auch Sonderabschreibungen auf Liegenschaften und sonstige Sachanlagen von 3,5 Mio. € enthalten. Diese betreffen im wesentlichen Abwertungen von Liegenschaften in Belgien sowie sonstiger Wertminderungen von Anlagevermögen. Die operative Abschreibungstangente reduzierte sich wegen des höheren Konzernumsatzes von 10,9% im Jahr 2010 auf 9,6% im Berichtsjahr. Dieser im internationalen Vergleich

Operatives EBITDA um 23% über Vorjahr

Kosteninflation lag im Durchschnitt bei 3%

In den operativen Ergebnissen sind Stilllegungs- und Optimierungskosten von rund 21 Mio. € enthalten

Abschreibungen lagen bei 210,1 Mio. € im Jahr 2011

relativ hohe Wert resultiert vor allem aus der starken Investitionstätigkeit der Vergangenheit und ist ein Indikator für die Anlagenintensität und das technische Potenzial der Wienerberger Gruppe. Im Jahr 2011 kam es zu keinen wesentlichen Anlagenverkäufen aus nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften.

Ertragsentwicklung 2010 Verkäufe 1) Käufe 1) F/X 2) Organisch 2011
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Umsatz 1.744,8 33,4 153,5 - 5,0 163,8 2.023,7
EBITDA operativ 3) 210,8 5,1 25,3 1,4 26,2 258,6
EBIT 10,7 2,5 14,3 3,5 53,1 79,1
Nicht-wiederkehrend 4) 0,0 0,0 0,0 0,0 30,6 30,6
Finanzergebnis 5) -51,5 - 0,2 - 8,6 0,2 30,1 - 29,6
Ergebnis vor Steuern -40,8 2,3 5,7 3,6 83,3 49,5
Ergebnis nach Steuern - 34,9 1,4 4,9 3,5 68,7 40,8

1) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen

2) Währungseffekte

3) bereinigt um das Ergebnis aus Entkonsolidierung

4) beinhaltet das Ergebnis aus Entkonsolidierung und Firmenwertabschreibungen

5) inklusive at-equity Beteiligungsergebnis

EBITDA operativ 1) 2010 2011 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Zentral-Osteuropa 2) 86,3 102,5 +19
Zentral-Westeuropa 3) 35,2 46,2 +31
Nord-Westeuropa 3) 113,5 136,2 +20
Nordamerika 4,5 - 8,7 <-100
Beteiligungen und Sonstiges 2) 4) -28,7 - 17,6 +39
Wienerberger Gruppe 210,8 258,6 +23

1) bereinigt um das Ergebnis aus Entkonsolidierung

2) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa)

ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

3) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und in Deutschland wird ab 2011 im Segment

Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst 4) inklusive Holdingkosten

Aufgrund der weiteren Bereinigung des Beteiligungsportfolios kam es im Berichtsjahr zum Anteilstausch im Bereich Dach mit dem ehemaligen Joint Venture Partner Monier. Wienerberger überließ Monier 50 % der Anteile am Betondachsteinproduzenten Bramac und erhielt im Gegenzug 25% der Anteile an Tondach Gleinstätten sowie eine Ausgleichszahlung. Mit 30.6.2011 wurde Tondach Gleinstätten erstmalig quotal mit 50% in die Ergebnisse des Segments Zentral-Osteuropas einbezogen und zeitgleich die Bramac Gruppe, deren Ergebnisse zu 50% bis zum Halbjahr enthalten sind, aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Durch den Anteilstausch kam es zu einem ergebniswirksamen Einmaleffekt von 33,2 Mio. €, der gesondert als Ergebnis aus Entkonsolidierung ausgewiesen und weder im operativen EBITDA noch im operativen EBIT enthalten ist.

Ergebniswirksamer Einmaleffekt von 33,2 Mio. € aus Entkonsolidierung Bramac ist nicht im operativen Ergebnis enthalten

Das Jahr 2011 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

Werthaltigkeitstests zu Jahresende ergaben geringen Abwertungsbedarf von 2,6 Mio. €

Wienerberger führt regelmäßig im Anschluss an die Unternehmensplanung Werthaltigkeitstests durch. Des Weiteren werden anlassbezogen Werthaltigkeitstest nach Evaluierung von sogenannten "Triggering events" durchgeführt. Geben Hochrechnungen und Analysen während des Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, erfolgt eine anlassbezogene Beurteilung der Werthaltigkeit. Die im Dezember des Berichtsjahrs auf Basis der Mittelfristplanungen für den Zeitraum 2012 – 2015 durchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben einen Abwertungsbedarf von 2,6 Mio. €. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,98% ermittelt, wobei wiederum in den Vereinigten Staaten (6,07%), Großbritannien (5,69%), Russland (10,72%) und Indien (9,81%) abweichende regionale Kapitalkostensätze verwendet wurden.

Rentabilitätskennzahlen 2010 2011
in % in %
Bruttoergebnis zu Umsatz 29,0 32,2
Verwaltungskosten zu Umsatz 6,9 6,5
Vertriebskosten zu Umsatz 22,6 22,4
Operative EBITDA-Marge 1) 12,1 12,8
EBIT-Marge 0,6 3,9

Anstieg der operativen EBITDA-Marge von 12,1% auf 12,8%

1) bereinigt um das Ergebnis aus Entkonsolidierung

Gewinn- und Verlustrechnung 2010 2011 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 1.744,8 2.023,7 +16
Herstellkosten -1.238,8 - 1.373,0 +11
Vertriebs- und Verwaltungskosten 1) -514,5 - 584,3 +14
Sonstige betriebliche Aufwendungen -50,5 - 76,3 +51
Sonstige betriebliche Erträge 69,7 58,4 - 16
Operatives Betriebsergebnis (EBIT operativ) 2) 10,7 48,5 >100
Ergebnis aus Entkonsolidierung 0,0 33,2 >100
Firmenwertabschreibungen 0,0 - 2,6 <-100
Betriebsergebnis (EBIT) 10,7 79,1 >100
Finanzergebnis 3) -51,5 - 29,6 +43
Ergebnis vor Steuern -40,8 49,5 >100
Ertragsteuern 5,9 - 8,7 <-100
Ergebnis nach Steuern 4) -34,9 40,8 >100

Gewinn nach Steuern von 40,8 Mio. € gegenüber einem Verlust von 34,9 Mio. € im Jahr zuvor

1) inklusive Transportaufwendungen

2) vor Ergebnis aus Entkonsolidierung und Firmenwertabschreibungen

3) inklusive at-equity Ergebnis

4) gerechnet auf Basis ungerundeter Werte

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte geschäfts- und akquisitionsbedingt sowie auch aufgrund der erwähnten Einmaleffekte signifikant von 10,7 Mio. € in 2010 auf 79,1 Mio. € in der Berichtsperiode gesteigert werden.

Ergebnis je Aktie

Wienerberger kehrt in die Gewinnzone zurück und erwirtschaftet Ergebnis je Aktie von 0,08 €

Bilanzsumme von 4.122,3 Mio. €

Kennzahl Working Capital zu Umsatz liegt 2011 bei 24,2% und somit unter dem Zielwert von 25%

Die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses von -51,5 Mio. € auf -29,6 Mio. € resultiert vorwiegend aus besseren Ergebnisbeiträgen von assoziierten Unternehmen sowie aus niedrigeren Zinsaufwendungen und positiven Wechselkursdifferenzen. In der Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen ist Tondach Gleinstätten bis 30.6.2011 mit 25% Ergebnisanteil berücksichtigt. Die Pipelife Gruppe erwirtschaftete nach dem Restrukturierungsjahr 2010 deutliche Ergebnissteigerungen im Berichtsjahr. Das Zinsergebnis verbesserte sich aufgrund von einmaligen Aufwendungen im Jahr 2010. Kursgewinne im US-Dollar und in der tschechischen Krone konnten die Bewertungsverluste im ungarischen Forint mehr als kompensieren.

Die Steuerquote liegt mit 17,7% (Vorjahr: 14,4%) leicht über jener des Vorjahrs. Die höhere Steuerquote erklärt sich aus einer regionalen Verschiebung der Erträge mit einem in 2011 stärkeren Ergebnisanteil aus Westeuropa sowie aus einem geringeren latenten Steuerertrag aufgrund der in einigen Ländern nicht gegebenen Verwertbarkeit von Verlustvorträgen.

Nach einem Verlust im Jahr 2010 von -34,9 Mio. € kehrte Wienerberger 2011 in die Gewinnzone zurück und erwirtschaftete ein Ergebnis nach Steuern von 40,8 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie wird nach Abzug des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses sowie des für die Zahlung des Hybridkupons erforderlichen Betrags in Höhe von 32,5 Mio. € errechnet und stieg auf Basis der gewichteten Aktienanzahl von 116,8 Mio. Stück (Vorjahr: 116,5 Mio. Stück) auf 0,08 € (Vorjahr: -0,57 €).

Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2011 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr vorwiegend aufgrund von Wachstumsinvestitionen sowie einem akquisitions- und geschäftsbedingt höheren Working Capital um 2% auf 4.122,3 Mio. €. Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur durch hohe Anlagenintensität und langfristige Finanzierungskomponenten geprägt.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen war mit 65% (Vorjahr: 67%) leicht unter dem Vorjahresniveau, wobei auf Sachanlagen 66% (Vorjahr: 67%) des Capital Employed entfallen. Die Vorräte stiegen akquisitions- und geschäftsbedingt von 569,7 Mio. € Ende 2010 um 38,7 Mio. € und sind zum Stichtag mit 608,3 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Kundenforderungen blieb mit 25 Tagen in etwa konstant gegenüber dem Vorjahr, die durchschnittliche Außenstandsdauer bei den Lieferverbindlichkeiten ist von 51 Tagen auf 40 Tage gesunken. Das Working Capital (Vorräte + Nettokundenforderungen – Lieferverbindlichkeiten) wurde im Berichtsjahr vor allem durch einen akquisitions- und geschäftsbedingten Anstieg der Vorräte und Kundenforderungen erhöht und belief sich auf 490,3 Mio. € was einem Anteil am Umsatz von 24,2% (Vorjahr: 25,5%) bzw. einem Anteil am Capital Employed von 18% (Vorjahr: 16%) entspricht. Damit ist es gelungen, das Working Capital unter dem angestrebten Zielwert von 25% am Umsatz zu halten, welchen wir auch als nachhaltiges Niveau betrachten. Die Umschlagshäufigkeit des Working Capitals im Jahresdurchschnitt hat sich auf 108 Tage (Vorjahr: 99 Tagen) erhöht. Wienerberger verfügte Ende 2011 mit 583,6 Mio. € über starke Liquiditätsreserven, bestehend aus Kassa, Bankguthaben und Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten.

Entwicklung der Bilanzstruktur in Mrd. €

Das Konzerneigenkapital verringerte sich um 3% auf 2.459,9 Mio. € (Vorjahr: 2.525,7 Mio. €). Hauptgründe dafür sind im Wesentlichen die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, die Zahlung der Dividende von 11,7 Mio. €, Differenzen in der Währungsumrechnung von 33,7 Mio. € sowie eine Erhöhung eigener Anteile um 20,9 Mio. €, die vom Eigenkapital abgezogen werden. Dem gegenüber erhöhte der Konzerngewinn das Eigenkapital um 40,8 Mio. €. Die Bewegung der erfolgsneutralen Differenzen in der Währungsumrechnung stammt vorwiegend aus dem polnischen Zloty, der tschechischen Krone sowie dem ungarischen Forint.

Zwischen 22. August und 17. November 2011 wurde ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt. Für insgesamt 20,8 Mio. € wurden 2% des Grundkapitals erworben, was einem Durchschnittskurs von 8,83 € je Aktie entspricht. Die zurückgekauften Aktien sollen in Zukunft, sofern sich für Wienerberger wertschaffende Akquisitionsmöglichkeiten ergeben, vor allem als Zahlungsmittel zur Verfügung stehen.

Die langfristigen Rückstellungen verringerten sich geringfügig um 1%. Die Personalrückstellungen reduzierten sich, bedingt durch niedrigere Pensionsrückstellungen, um 5% auf 69,3 Mio. €. Da keine neuen leistungsorientierte Pensionszusagen abgeschlossen bzw. die bestehenden Zusagen wenn möglich in beitragsorientierte Zusagen gewandelt werden, kommt es, unabhängig von Parameteränderungen, laufend zu einer Verringerung der bilanzierten Pensionsverpflichtungen. Bei den sonstigen langfristigen Rückstellungen kam es bei der Garantierückstellung durch die Entkonsolidierung von Bramac zu einem Rückgang um 12%. Die Rückstellungen für latente Steuern stiegen akquisitionsbedingt um 11% auf 88,5 Mio. €. Die kurzfristigen Rückstellungen von 53,8 Mio. € lagen aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen um 15% unter dem Vorjahreswert. Die gesamten Rückstellungen machen unverändert 7% der Bilanzsumme aus. Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten) haben sich um 111,9 Mio. € auf 1.026,1 Mio. € erhöht und enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten von 1.005,5 Mio. €, Derivate mit negativen Marktwerten von 17,5 Mio. €, Leasingverbindlichkeiten von 3,0 Mio. € sowie Konzernverbindlichkeiten von 0,1 Mio. €. Diesen Verbindlichkeiten stehen Zahlungsmittel, Kassa, Bankguthaben und Wertpapiere von 583,6 Mio. €

Konzerneigenkapital von 2.459,9 Mio. €

55% der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten haben langfristigen Charakter

2% des Grundkapitals für 20,8 Mio. € zurückgekauft

gegenüber. Von den verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihezeichnern und sonstigen Dritten in Höhe von 1.005,5 Mio. € haben 55% (Vorjahr: 86%) langfristigen und 45% (Vorjahr: 14%) kurzfristigen Charakter.

Berechnung der Nettoverschuldung 1) 2011 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 772,3 566,5 - 27
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 135,1 456,6 >100
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4,3 3,0 - 30
- Konzernforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierung - 19,4 - 20,3 +5
- Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte - 64,4 - 58,9 -9
- Zahlungsmittel -453,4 - 504,4 +11
Nettoverbindlichkeiten 374,5 442,5 +18

1) exklusive Hybridanleihe

Nettoverschuldung 2011 bei 442,5 Mio. € gegenüber 374,5 Mio. € im Jahr zuvor

Die Nettoverschuldung belief sich zum 31.12.2011 auf 442,5 Mio. € und lag damit um 18% über dem Vorjahreswert von 374,5 Mio. €. Der Anstieg der Nettoverschuldung erklärt sich zu 158,8 Mio. € aus Investitionen und Akquisitionen sowie zu 26,1 Mio. € aus dem geschäftsbedingten Aufbau des Working Capitals. Weiters erhöhten die Auszahlung des Hybridkupons, der Dividende sowie der Rückkauf eigener Anteile die Nettoverschuldung um weitere 65,1 Mio. € sowie Währungsänderungen und sonstige akquisitionsbedingte Effekte um 85,9 Mio. €. Vermindert wurde die Nettoverschuldung durch den Cashflow aus dem Ergebnis um 204,1 Mio. €, durch Devestitionen um 63,8 Mio. €. In der Folge ergab sich daraus ein Verschuldungsgrad am Jahresende von 18,0% (Vorjahr: 14,8%). Die langfristigen Finanzmittel wie Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten deckten das Anlagevermögen zu 121% (Vorjahr: 130%). Die Entschuldungsdauer lag am 31. Dezember 2011 bei 1,7 (Vorjahr: 1,8), die EBITDA-Zinsdeckung bei 6,8 (Vorjahr: 4,9).

Entwicklung der Nettoverschuldung (Net Debt)

in Mio. €

Bilanzentwicklung 2010 Verkäufe 1) Käufe 1) F/X 2) Organisch 2011
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Sachanlagevermögen 1.872,2 24,2 118,2 - 26,2 - 103,8 1.836,2
Immaterielles Anlagevermögen 676,3 0,5 6,5 5,7 - 8,0 680,0
Sonstiges langfristiges Vermögen 211,1 4,3 - 16,0 - 3,2 25,4 213,0
Vorräte 569,7 11,3 37,4 - 4,3 16,8 608,3
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 730,0 - 3,1 - 17,3 5,1 63,9 784,8
Bilanzsumme 4.059,3 37,2 128,8 -22,9 -5,7 4.122,3
Eigenkapital 3) 2.525,7 0,0 - 2,3 - 33,7 - 29,8 2.459,9
Rückstellungen 284,5 17,3 13,8 - 0,2 - 9,0 271,8
Verbindlichkeiten 1.249,1 19,9 117,3 11,0 33,1 1.390,6

1) Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen von 2011 übernommenen Unternehmen bzw. Anteilen

2) Währungseffekte

3) inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

Das akquisitionsbedingte Wachstum stammt vorwiegend aus der erstmalig quotalen Einbeziehung der Tondach Gruppe, während die Verringerung der Bilanzsumme aus Verkäufen größtenteils aus der Entkonsolidierung der Bramac Gruppe resultiert. Die organische Bilanzsummenverkürzung von -5,7 Mio. € ergab sich hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen von Sachanlagen und einem Anstieg des Working Capitals als gegenläufiger Effekt.

Bilanzsumme bleibt
relativ stabil
Bilanzkennzahlen 2010 2011
Capital Employed in Mio. € 2.779,5 2.798,5
Nettoverschuldung in Mio. € 374,5 442,5
Eigenkapitalquote in % 62,2 59,7
Verschuldungsgrad in % 14,8 18,0
Anlagendeckung in % 92,6 91,5
Working Capital zu Umsatz in % 25,5 24,2

Verschuldungsgrad

von 18% Ende 2011

Fristigkeiten der

verzinslichen Finanzverbindlichkeiten

1 <1 Jahr 45% 2 1 – 5 Jahre 38%

3 >5 Jahre 17%

Fälligkeitsstruktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten

Treasury

Die Finanzmärkte waren 2011 von sehr gegensätzlichen Entwicklungen geprägt. Während sich das erste Halbjahr durch eine Erholung des Marktumfelds speziell für Unternehmensfinanzierungen sehr freundlich zeigte, stand die zweite Jahreshälfte ganz im Zeichen steigender Verunsicherung und verhaltener Finanzierungsbereitschaft als Reaktion auf die europäische Schuldenkrise. Ein weiterer Faktor, der vor allem die Verfügbarkeit von Bankkrediten beeinflusst, ist die Forderung der Europäischen Bankenaufsicht EBA an Banken am 30. Juni 2012 9% hartes Kernkapital vorzuweisen. Diese Maßnahme setzt Banken zunehmend unter Druck ihre risikogewichteten Aktiva zu reduzieren und führt zu einer langsamen aber stetigen Verknappung von verfügbaren Krediten.

Wienerberger hat als Teil der proaktiven Finanzierungsstrategie bereits im ersten Halbjahr 2011 den Refinanzierungsbedarf bis ins Jahr 2014 abgesichert. Zu diesem Zwecke wurde Anfang Juli 2011 eine Anleihe mit einem Volumen von 100 Mio. € und siebenjähriger Laufzeit emittiert. Ziel war eine Aufstockung der liquiden Mittel der Gruppe, um vorzeitig über ausreichende Guthaben für die Refinanzierung sämtlicher 2012 fälliger Anleihen und Darlehen zu verfügen. Da im Jahr 2013 nahezu kein Refinanzierungsbedarf besteht, kann sich Wienerberger somit bereits auf die Finanzierungsagenden des Jahrs 2014 konzentrieren.

Wienerberger wird auch weiterhin ausreichende Liquiditätsreserven in der Bilanz halten, da die Sicherung der Liquidität und eine starke Kapitalstruktur oberste Priorität bleiben. Der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg eines strikten Working Capital Managements und einer disziplinierten Investitionspolitik soll fortgesetzt werden, so dass die starke Liquidität der Gruppe neben den zugesagten, nicht ausgenützten Kreditlinien in Höhe von 250 Mio. € erhalten bleibt. Die für Kreditvereinbarungen mit Banken gültigen Kennzahlen (Covenants) sind weiterhin klar innerhalb der vereinbarten Zielgrößen. Die Entschuldungsdauer blieb unverändert bei 1,7 zum Jahresende und damit weit unterhalb des vorgegebenen Schwellenwerts von 3,5. Die EBITDA-Zinsdeckung verbesserte sich von 4,9 im Vorjahr auf 6,8 und liegt deutlich über dem Schwellenwert von 3,75.

Treasury Kennzahlen 31.12.2010 31.12.2011 Schwellenwert
Nettoverschuldung / EBITDA operativ 1) 1,8 1,7 <3,50
EBITDA operativ 1) / Zinsergebnis 2) 4,9 3) 6,8 >3,75

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge; berechnet auf Basis eines operativen 12-Monats-EBITDA 2) berechnet auf Basis eines 12-Monats-Zinsergebnisses

3) keine Gültigkeit in 2010

Rund 50 % der Verbindlichkeiten sind fix verzinst

Rund die Hälfte der Verbindlichkeiten sind fix verzinst. Der verbleibenden Hälfte an variabel verzinsten Verbindlichkeiten stehen variabel verzinste Veranlagungen gegenüber, wodurch das Zinsrisiko der Gruppe limitiert ist. Aufgrund der geringeren Verzinsung liquider Mittel im Vergleich zu Anleihen und Krediten ist jedoch weiterhin ein "Negative Carry" zu tragen. Während der Großteil der Finanzierungen in Euro denominiert ist, betrachtet Wienerberger das bilanzielle

Das Jahr 2011 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

Währungsrisiko anhand der Nettorisikoposition in den wichtigsten Währungen (USD, CHF, GBP, PLN) und sichert einen Teil des Risikos auf Basis von monatlichen Sensitivitätstests mittels Zins-Währungsswaps ab. Zum Bilanzstichtag bestanden nur Derivatpositionen in Schweizer Franken.

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis ist von 151,3 Mio. € im Jahr 2010 um beachtliche 53 Mio. € auf 204,1 Mio. € im Berichtsjahr angestiegen, während sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 230,4 Mio. € auf 179,2 Mio. € verringerte. Der Anstieg des Working Capitals erklärt sich vor allem aus einem geschäftsbedingt höheren Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie an Vorräten. Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionen und Akquisitionen lag mit 158,8 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau von 149,8 Mio. €, wobei 56,3 Mio. € für Wachstumsinvestitionen (insbesondere für Heylen, Tondach Gleinstätten und Euroceramic) sowie 102,5 Mio. € für Normalinvestitionen (welche neben Instandhaltung die technologische Weiterentwicklung von Produktionsprozessen enthalten) aufgewendet wurden. Der im Rahmen des Anteilstausches erfolgte Verkauf des 50%-Anteils an Bramac führte zu Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen von 43,7 Mio. €, die im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen sind. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst den Emissionserlös der im Juli platzierten Anleihe mit einer Nominale von 100 Mio. €, die Auszahlung des Hybridkupons von 32,5 Mio. €, die ausgeschüttete Dividende von 11,7 Mio. € sowie der Erhöhung eigener Anteile um 20,9 Mio. €. An Dividenden von assoziierten Unternehmen flossen im Berichtsjahr 2,5 Mio. € zu. Insgesamt schaffte es Wienerberger, einen beachtlichen Free Cashflow (Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Cashflow abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) von 141,7 Mio. € zu erwirtschaften. Dieser wurde im Wesentlichen für wertschaffende Akquisitionen sowie zur Bedienung des Hybridkupons bzw. für die Ausschüttung einer Dividende und den Rückkauf eigener Anteile verwendet.

2010 2011 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
151,3 204,1 +35
79,1 - 24,9 <-100
230,4 179,2 -22
-61,7 - 102,5 - 66
-88,1 - 56,3 +36
8,1 65,0 >100
-141,7 -93,8 +34
88,1 56,3 - 36
176,8 141,7 -20

Cashflow aus dem Ergebnis ist um 53 Mio. € auf 204,1 Mio. € gestiegen

Investitionen

Investitionen betrugen 158,8 Mio. € (Vorjahr: 149,8 Mio. €)

Für Investitionen wurden im Jahr 2011 insgesamt 158,8 Mio. € aufgewendet (Vorjahr: 149,8 Mio. €). Davon entfielen 102,5 Mio. € (Vorjahr: 61,7 Mio. €) oder 53% der laufenden Abschreibungen (Vorjahr: 33%) auf Normalinvestitionen, die neben Instandhaltung auch Aufwendungen für technische Neuerungen sowie für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte enthalten. 56,3 Mio. € (Vorjahr: 88,1 Mio. €) wurden für die im Berichtsjahr getätigten Wachstumsprojekte ausgegeben. Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 29% auf die Region Zentral-Osteuropa, 33% auf Nord-Westeuropa, 21% auf Zentral-Westeuropa, 5% auf Nordamerika und 12% auf das Segment Beteiligungen und Sonstiges.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen verteilen sich wie folgt auf die Anlagengruppen: Grundstücke und Gebäude mit 17,2 Mio. €, technische Anlagen und Maschinen mit 51,7 Mio. €, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 7,9 Mio. € sowie Anlagen in Bau mit 43,2 Mio. €.

in Mio. €

Investitionen

200

Entwicklung Anlagevermögen Immaterielles Sachanlagen Finanzanlagen Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
31.12.2010 676,3 1.930,4 120,7 2.727,4
Investitionen 1) 2,3 120,0 0,5 122,8
Konsolidierungskreisänderungen 6,0 92,7 - 17,3 81,3
Abschreibungen -10,5 - 202,2 - 0,9 - 213,6
Veräußerungen -1,0 - 10,2 0,0 - 11,2
Währungsumrechung und Sonstiges 6,9 - 26,9 0,9 - 19,0
31.12.2011 680,0 1.903,8 103,9 2.687,7

1) Zugänge lt. Anlagenspiegel

Gesamtinvestitionen 1) 2010 2011 Vdg.
in Mio. € in Mio. € in %
Zentral-Osteuropa 49,1 45,9 -7
Zentral-Westeuropa 19,8 32,9 +66
Nord-Westeuropa 35,2 53,3 +51
Nordamerika 7,8 8,1 +4
Beteiligungen und Sonstiges 37,9 18,6 - 51
Wienerberger Gruppe 149,8 158,8 +6

1) Zugänge zu Sachanlagevermögen, immateriellem Vermögen und Finanzanlagevermögen inklusive Working Capital und Konsolidierungskreisänderungen bzw. Normalinvestitionen plus Wachstumsinvestitionen

Das Jahr 2011 und Ausblick Ergebnis- und Bilanzanalyse

Wienerberger Value Management

Für die interne strategische Unternehmenssteuerung werden cash-orientierte Vorsteuerrentabilitäten auf allen Unternehmensebenen ermittelt, die die Wertschaffung der Gruppe und von Unternehmenseinheiten abbilden. Wichtige Kennzahlen sind der Cashflow Return on Investment (CFROI = EBITDA operativ / durchschnittliches historisches Capital Employed zu Anschaffungskosten) und der Cash Value Added (CVA). Das CFROI-Modell ermöglicht es, Unternehmensbereiche unabhängig von der Altersstruktur der Werke zu vergleichen. Als nachhaltiges Mindestrentabilitätsziel wurde für alle Unternehmensbereiche ein CFROI von zumindest 11,5% (= Hurdle Rate) festgelegt. Für die Berechnung des CVA wird der jeweilige Bereichs-CFROI dieser Hurdle Rate gegenübergestellt und mit dem durchschnittlichen historischen Capital Employed (CE) multipliziert. Der CVA zeigt die absolute, operative, zahlungswirksame Wertschaffung der Unternehmensbereiche.

Berechnung des Konzern-CFROI 2010 2011
EBITDA operativ 1) in Mio. € 210,8 258,6
Durchschnittliches Capital Employed in Mio. € 2.798,2 2.789,0
Durchschnittliche kumulierte Abschreibungen in Mio. € 2.115,3 2.201,8
Durchschnittliches historisches Capital Employed in Mio. € 4.913,5 4.990,8
CFROI in % 4,3 5,2

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

EBITDA 1) durchschnittl.
CFROI 2011 nach Segmenten operativ hist. CE CFROI 2) CVA 2)
in Mio. € in Mio. € in % in Mio. €
Zentral-Osteuropa 102,5 1.448,0 7,1 - 64,0
Zentral-Westeuropa 46,2 800,1 5,8 - 45,8
Nord-Westeuropa 136,2 1.907,4 7,1 - 83,1
Nordamerika -8,7 719,4 - 1,2 - 91,4
Beteiligungen und Sonstiges 3) -17,6 115,9 - 15,2 - 31,0
Wienerberger Gruppe 258,6 4.990,8 5,2 -315,3

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed und ungerundeter Werte

3) inklusive Holdingkosten

Im Jahr 2011 konnte aufgrund besserer Ergebnisse auch der CFROI auf Gruppenebene gesteigert werden. Mit einem Wert von 5,2% lag der Konzern-CFROI jedoch im Berichtsjahr 2011 noch deutlich unter der angepeilten Marke von 11,5%.

Auf Konzernebene wird zusätzlich zum CFROI der Return on Capital Employed (ROCE) berechnet. Wir setzen dabei den Net Operating Profit After Tax (NOPAT) zum gesamten im Konzern durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) in Beziehung. Daraus ist ersichtlich, in welchem Umfang Wienerberger den Verzinsungsanspruch ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns nach Steuern werden aus den

Wichtige Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung sind der CFROI und der CVA

Konzern CFROI von 5,2%

Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für das investierte Eigen- und Fremdkapital erwarten. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus den Fremdfinanzierungskosten und einer Risikoprämie für die Anlage in Aktien. Der WACC nach Steuern wurde im Berichtsjahr mit rund 6,98% ermittelt.

Der auf Basis des operativen EBIT ermittelte Net Operating Profit After Tax (NOPAT) verbesserte sich im Berichtsjahr deutlich auf 61,5 Mio. €. Das Capital Employed am Stichtag stieg geringfügig um 1% auf 2.798,5 Mio. €. Der ROCE verbesserte sich auf 1,1% (Vorjahr: 0,2%), woraus sich im Berichtsjahr ein EVA® von -163,9 Mio. € (Vorjahr: -182,4 Mio. €) errechnet.

2010 2011
in Mio. € 10,7 48,5
in Mio. € 5,9 - 8,7
in Mio. € -11,8 - 8,9
in Mio. € 4,8 30,9
in Mio. € 2.525,7 2.459,9
in Mio. € 911,7 1.025,9
in Mio. € -19,4 - 20,3
in Mio. € -638,5 - 667,0
in Mio. € 2.779,5 2.798,5
in Mio. € 2.798,2 2.789,0
in % 0,2 1,1

ROCE von 1,1% und EVA® von -163,9 Mio. €

Value Kennzahlen 2010 2011
ROCE 1) in % 0,2 1,1
EVA ® 2) 3) in Mio. € -182,4 - 163,9
CFROI 4) in % 4,3 5,2
CVA 4) in Mio. € -354,2 - 315,3

1) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed (Mittelwert des Capital Employed

am 1.1.2011 und des Capital Employed am 31.12.2011)

2) EVA® ist eine eingetragene Marke von Stern Stewart & Co.

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen Capital Employed und ungerundeter Werte

4) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed und ungerundeter Werte

Das Jahr 2011 und Ausblick Ergebnis- und Bilianzanalyse Ausblick und Ziele

Ausblick und Ziele

Die vorherrschende Unsicherheit aufgrund der europäischen Schuldenkrise sowie unklare Auswirkungen möglicher staatlicher Sparprogramme schränken die Visibilität auf unsere Märkte erheblich ein und erschweren Prognosen für den Geschäftsverlauf 2012. In Deutschland sind wir aufgrund des Überhangs an Baugenehmigungen aus dem Vorjahr zuversichtlich, dass sich der Wachstumstrend im Wohnungsneubau weiter fortsetzt und auch der Renovierungsmarkt auf gutem Niveau bleibt. In Großbritannien wird für 2012 eine stabile bis schwach positive Entwicklung der privaten Bautätigkeit erwartet. In Belgien scheint eine Abschwächung wahrscheinlich, da staatliche Förderprogramme für Neubau und Renovierung zurückgenommen wurden. In den Niederlanden gehen wir aufgrund gesunkener Immobilienpreise und einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Finanzierungen von einem weiterhin schwierigen Markt auf niedrigem Niveau aus. In Frankreich sollte sich der Trend zu Hintermauerziegeln gegenüber Beton weiter fortsetzen und das Dachsegment von einer guten Renovierungstätigkeit profitieren können. In der Schweiz rechnen wir mit einer stabilen Nachfrage nach Baustoffen.

Die Entwicklung der Märkte Zentral-Osteuropas ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Polen ist das einzige Land, für das wir aufgrund der makroökonomischen Stabilität und der starken Binnennachfrage zuversichtlicher sind und von einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau ausgehen. Für die anderen Länder ist die Visibilität derzeit so gering, dass keine Prognose möglich ist. Allerdings ist in einigen Ländern wie beispielsweise Ungarn, Rumänien oder Bulgarien das Niveau der Bautätigkeit bereits so gering, dass selbst bei sehr schwacher Entwicklung deutliche Rückgänge im Wohnbau unwahrscheinlich scheinen. Für die USA prognostiziert die NAHB (National Association of Home Builders) für 2012 einen Anstieg der Baubeginne von über 15%. Aufgrund der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit und der hohen Zahl an Verpfändungen bleiben wir aber vorsichtig und gehen von einer stabilen bis leicht wachsenden Nachfrage nach Baustoffen vom derzeit niedrigen Niveau aus. Aufgrund der in der zweiten Jahreshälfte 2011 gesetzten Optimierungsmaßnahmen im Verwaltungs- und Vertriebsbereich sowie unserer neuen Produkte für die Renovierung von Gebäuden erwarten wir für 2012 wieder ein positives EBITDA im Segment Nordamerika.

Insgesamt sind wir für 2012 jedoch zuversichtlich, dass wir uns aufgrund unserer intensiven Marketing- und Vertriebsaktivitäten, verbunden mit neuen Produkten und Systemlösungen aus allen Geschäftsbereichen, besser als der Markt behaupten werden können. Die für 2012 erwartete moderate Kosteninflation wollen wir wie bereits 2011 über Preisanpassungen abdecken. Darüber hinaus haben wir im Februar 2012 die restlichen 50% der Anteile an Pipelife, einem führenden europäischen Anbieter im Bereich Kunststoffrohrsysteme, übernommen, wodurch das Geschäft von Wienerberger auf eine wesentlich breitere Basis gestellt und die Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnungsneubau weiter reduziert wird. Nach Freigabe der Transaktion durch die Wettbewerbsbehörde werden wir Pipelife, welche vorher at-equity ausgewiesen war, vollkonsolidieren und somit Gruppenumsatz und -ergebnis deutlich steigern.

Für Instandhaltung und technische Erneuerungen planen wir 120 Mio. € (60% der Abschreibungen) an Investitionen, und für die Übernahme von Pipelife haben wir 162 Mio. € veranschlagt. Die Erhaltung einer starken Bilanzstruktur und finanzielle Disziplin bleiben weiterhin oberste Priorität. Die Kennzahl Nettoverschuldung / EBITDA operativ sollte nach Berücksichtigung dieser Investitionen deutlich unter dem Zielwert von 2,5 am Jahresende zu liegen kommen.

Unsicherheit aufgrund europäischer Schuldenkrise schränkt Visibilität auf Wienerberger Märkte ein

Zentral-Osteuropa: Polen stabil, sonst Visibilität auf die Märkte gering

Vollkonsolidierung von Pipelife sollte in 2012 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen bringen

Finanzielle Disziplin bleibt höchste Priorität: Nettoverschuldung / EBITDA operativ deutlich unter 2,5 für Ende 2012 erwartet

Zentral-Osteuropa

In Zentral-Osteuropa werden unsere Ziegelaktivitäten sowie der Bereich Flächenbefestigungen, der in unserer Tochtergesellschaft Semmelrock gebündelt ist, in Österreich und den zentral- und osteuropäischen Ländern erfasst sowie unsere Beteiligung an Tondach Gleinstätten. Bis Ende Juni 2011 hielt Wienerberger 25% an Tondach Gleinstätten, welche bis zu dem Zeitpunkt at-equity konsolidiert wurde, sowie 50% am Betondachsteinproduzenten Bramac, welche quotal konsolidiert wurde. Wienerberger überließ im zweiten Quartal 2011 im Rahmen eines Anteilstausches Monier 50% der Anteile an Bramac und erhielt im Gegenzug 25% der Anteile an Tondach sowie eine Ausgleichszahlung. Somit wurde Tondach per 30.6.2011 erstmals quotal mit 50% in die Ergebnisse des Segments einbezogen und Bramac zeitgleich dekonsolidiert.

Zentral-Osteuropa startete dank der milden Witterungsbedingungen mit deutlichen Mengenzuwächsen in das Jahr 2011. Trotz einer abnehmenden Marktdynamik in der zweiten Jahreshälfte waren im Gesamtjahr bei leicht höheren Durchschnittspreisen in allen Produktgruppen Mengensteigerungen zu verzeichnen, da es Wienerberger in vielen Ländern gelungen ist, sich mit hochwertigen Produkten besser als der Markt zu behaupten. Bei Hintermauerziegeln wurde bei relativ schwachem Wohnungsneubau in der Region ein moderates Plus erzielt und im Dachgeschäft durch Marktanteilsgewinne sowie die Neuordnung der Dachbeteiligungen ein Zuwachs von 34% erwirtschaftet. Semmelrock vermeldete ebenfalls um 11% höhere Absätze bei Betonsteinen als im Jahr zuvor. Insgesamt konnte 2011 in dem Segment bei einem Umsatzzuwachs von 11% das operative EBITDA um 19% und somit auch die Marge, die über dem Konzernschnitt liegt, gesteigert werden. Das Segment erwirtschafte 29% vom Konzernumsatz und 40% vom operativen EBITDA der Gruppe.

Zentral-Osteuropa 1) 2010 2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 531,7 587,6 +11
EBITDA operativ 2) in Mio. € 86,3 102,5 +19
EBIT in Mio. € 20,8 24,8 +19
CFROI 3) in % 5,8 7,1 -
CVA 3) 4) in Mio. € -82,5 -64,0 +22
Gesamtinvestitionen in Mio. € 49,1 45,9 -7
Capital Employed in Mio. € 746,0 755,3 +1
Ø Mitarbeiter 4.425 4.624 +4
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 2.841 2.934 +3
Absatz Flächenbefestigung in Mio. m² 11,57 12,85 +11
Absatz Dach 5) in Mio. m² 14,29 19,18 +34

1) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

4) Hurdle Rate = 11,5%

5) Absatzmenge enthält Ton- und Betondachsteine und ist nicht anteilig, sondern zu 100% dargestellt; Bramac seit 30. Juni 2011 dekonsolidiert; Tondach ab 30. Juni 2011 konsolidiert

Aussagen über den Geschäftsverlauf 2012 sind für diese Region nur sehr eingeschränkt möglich. In Polen gehen wir aufgrund der makroökonomischen Stabilität von einer stabilen Entwicklung im Wohnungsneubau aus. Für die anderen Länder ist die Visibilität so gering, dass keine

Milde Witterungsbedingungen und Marktanteilsgewinne führen zu Umsatz- und Ergebniswachstum

Geschäftssegmente Zentral-Osteuropa

Prognose möglich ist. Allerdings ist in einigen Ländern wie beispielsweise Ungarn, Rumänien oder Bulgarien das Niveau der Bautätigkeit bereits so niedrig, dass weitere deutliche Rückgänge im Wohnungsneubau unwahrscheinlich erscheinen. Ungeachtet dessen wollen wir den Anteil hochwertiger Produkte weiter steigern und Wachstum über die Einführung neuer Produkte realisieren.

Polen (6% vom Konzernumsatz)

Der polnische Wohnungsneubau verzeichnete 2011 ein leichtes Plus, wobei die Baubeginne von Ein- und Zweifamilienhäusern moderat wuchsen und sich das Mehrfamiliensegment stabil entwickelte. Dem zum Teil durch Wettereffekte bedingten starken ersten Halbjahr folgte eine leichte Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte. Ingesamt lagen die Absatzmengen in allen Produktgruppen über jenen des Jahrs 2010, wobei insbesondere bei Dachziegeln mittels unserer neuen, großformatigen Dachziegel Marktanteile gewonnen wurden. Bei höheren Umsätzen konnten auch aufgrund der besseren Kapazitätsauslastung das operative EBITDA sowie die operative EBITDA-Marge gegenüber 2010 deutlich gesteigert werden. Für 2012 gehen wir für Polen von einer stabilen Entwicklung der Bautätigkeit aus. Unser Ziel ist es, durch gezielte Marketing- und Vertriebsinitiativen sowie die Platzierung von neuen Produkten Umsatz und Ergebnis zu steigern, um unsere Marktposition weiter zu stärken.

Tschechien (2% vom Konzernumsatz)

In Tschechien waren die Baubeginne in 2011 leicht rückläufig, verursacht insbesondere durch Rückgänge beim Bau von Mehrfamilienhäusern. Wienerberger gelang es aber, bei Hintermauerziegeln den Marktanteil zu steigern. Gleichzeitig lagen die Durchschnittserlöse 2011 über jenen des Vorjahrs, was zum Teil auch auf Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten zurückzuführen ist. Weiters konnte der Verfüllziegel – ein mit Mineralwolle verfüllter, hoch wärmedämmender Hintermauerziegel – erfolgreich am Markt platziert werden. Als Folge dieser Entwicklungen wies Tschechien für 2011 Umsatz- und Ergebnissteigerungen gegenüber dem Vorjahr aus. In 2012 werden wir weiter den Fokus auf den Vertrieb unserer hochwertigen Ziegel legen, um uns besser als der Markt zu behaupten.

Österreich (2% vom Konzernumsatz)

In Österreich war 2011 eine leichte Erholung beim Wohnungsneubau spürbar. Wienerberger konnte in diesem Umfeld stärker als der Markt wachsen und bei stabilen Preisen den Absatz von Hintermauerziegeln steigern. Dazu beigetragen hat auch der im Jahr 2011 in Österreich neu eingeführte Verfüllziegel, welcher vom Markt sehr gut angenommen wurde. Darüber hinaus erfolgte im Juli 2011 der Spatenstich zum ersten e4 ZIEGELHAUS 2020 in Europa, das Wienerberger gemeinsam mit einer privaten Bauherren-Familie und in Kooperation mit dem AIT (Austrian Institute of Technology) errichtet. Das e4 ZIEGELHAUS 2020 ist ein innovatives Modellhaus mit energieeffizienter, hoch wärmedämmender Ziegelhülle. 100% seines Energiebedarfs deckt das Einfamilienhaus durch erneuerbare Energieträger ab und weist zudem wettbewerbsfähige Errichtungs- und Erhaltungskosten auf. Das e4 ZIEGELHAUS 2020 erfüllt damit bereits heute die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie für das Jahr 2020. Für 2012 rechnen wir abhängig von den Auswirkungen möglicher Budgetsanierungsmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung mit einer stabilen Marktlage und wollen mit Lösungen für energieeffizientes Bauen sowie dem Verfüllziegel weiteres Wachstum realisieren.

Marktanteilsgewinne im Dachsegment in Polen

Wienerberger kann sich in Tschechien besser als der Markt behaupten und Umsatz und Ergebnis steigern

2011 erfolgte Spatenstich zum ersten e4 ZIEGELHAUS 2020 in Österreich

Russland: deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum von niedrigem Niveau

Marktanteilsgewinne und höhere Durchschnittserlöse in herausforderndem Umfeld in Ungarn

Mengensteigerungen dank proaktiver Preispolitik in Rumänien

Slowakei mit Umsatzund Ergebnisrückgängen bei leichten Marktanteilsgewinnen

Estland profitiert von Exporten nach Russland

Russland (2% vom Konzernumsatz)

Die in der zweiten Jahreshälfte 2010 eingetretene Erholung im Wohnungsneubau gewann 2011 in Russland weiter an Dynamik. Bei höheren Durchschnittspreisen konnten wir den Absatz von Hintermauerziegeln von niedrigem Niveau um mehr als 40% steigern, was sich in einem Umsatz- und Ergebnissprung niederschlug. Für 2012 erwarten wir eine anhaltend positive Entwicklung in der Bautätigkeit und gehen von weiteren Umsatz- und Ergebnissteigerungen aus.

Ungarn (1% vom Konzernumsatz)

Im Jahr 2011 ging der ungarische Wohnungsneubau von bereits niedrigem Niveau um mehr als 20% zurück und hat gemessen an den Baubeginnen einen Einbruch von rund 70% im Vergleich zu 2006 hinnehmen müssen. Wienerberger Ungarn ist es in diesem schwierigen Marktumfeld mittels hochwertiger Produkte gelungen, die Mengenrückgänge moderat zu halten und somit Marktanteile zu gewinnen sowie gleichzeitig Preisanpassungen über der Kosteninflation umzusetzen. Insgesamt musste zwar ein Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hingenommen werden, aber Ungarn leistet trotz der äußerst niedrigen Nachfrage nach Baustoffen am Markt einen positiven Beitrag zum operativen Konzern-EBITDA. 2012 wollen wir durch die Einführung innovativer, hoch wärmedämmender Ziegel unseren Produktmix weiter verbessern, um uns in Fortsetzung der erfolgreichen Strategie 2011 mit hochwertigen Produkten besser als der Markt zu behaupten.

Rumänien (1% vom Konzernumsatz)

Auch in Rumänien kam es zu einem Rückgang im Wohnungsneubau, wobei dieser bei Ein- und Zweifamilienhäusern geringer ausfiel als bei Mehrfamilienhäusern. Durch eine proaktive Preispolitik gelang es uns, entgegen rückläufiger Markttrends höhere Mengen abzusetzen und den Umsatz annähernd stabil zu halten. Für 2012 gehen wir von einem anhaltend schwierigen Marktumfeld aus, sehen aber mittelfristig großes Potenzial aufgrund des signifikanten Aufholbedarfs im privaten Wohnbau.

Slowakei (1% vom Konzernumsatz)

Der slowakische Wohnungsneubau brach im Jahr 2011 im zweistelligen Bereich ein, insbesondere das Mehrfamilienhaussegment ging im Vergleich zu 2010 deutlich zurück. Wienerberger verzeichnete trotz Mengenrückgängen leichte Marktanteilsgewinne und konnte Preiserhöhungen im Rahmen der Kosteninflation umsetzen. Zusätzlich erhöhte sich der Umsatzanteil innovativer Produkte durch eine steigende Marktdurchdringung unserer Planziegel. Dennoch mussten insgesamt in der Berichtsperiode Umsatz- und Ergebnisrückgänge in der Slowakei hingenommen werden, weshalb auch bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011 Optimierungsmaßnahmen in den Bereichen Verwaltung und Vertrieb umgesetzt wurden. Daher rechnen wir für 2012 in einem stabilen bis leicht wachsenden Markt wieder mit Ergebnissteigerungen in der Slowakei.

Finnland und Baltikum (1% vom Konzernumsatz)

In Finnland gingen die Baubeginne im Jahresvergleich leicht zurück. Mit einer Absatzsteigerung bei Vormauerziegeln konnte sich Wienerberger in Finnland besser als der Markt behaupten. Im Baltikum gelang es Wienerberger, bei höheren Durchschnittspreisen deutlich

Geschäftssegmente Zentral-Osteuropa

mehr Vormauer- und Dachziegel zu vertreiben als im Jahr zuvor, unterstützt auch durch steigende Exporte nach Russland. Die aufgrund der Mengenzuwächse bessere Auslastung führte im Baltikum zu einer deutlichen Ergebnissteigerung im Jahr 2011.

Südosteuropa (1% vom Konzernumsatz)

In dieser Region werden die Ziegelaktivitäten in Kroatien, Slowenien, Serbien und Bosnien zusammengefasst. Durch den weiteren Rückgang des Wohnungsneubaus, Wettbewerbsdruck und Überkapazitäten in der Region waren Absatzmengen und Preise unter Druck und hatten Umsatzund Ergebnisrückgänge zur Folge. Einzig in Slowenien konnten sowohl Mengen als auch Durchschnittspreise gesteigert werden. Für 2012 gehen wir von einem anhaltend schwachen Marktumfeld aus. Wir halten an unserer erlös- und qualitätsorientierten Strategie fest und setzen auf hochwertige Produkte, um uns besser als der Markt zu behaupten.

Bulgarien (<1% vom Konzernumsatz)

Nach deutlichen Rückgängen in den Jahren 2009 und 2010 ging der Wohnungsneubau auch 2011 um mehr als 10% zurück und liegt damit rund 70% unter dem Vorkrisenniveau. Bei annähernd stabilen Preisen konnten wir Marktanteile gewinnen und den Mengenrückgang im einstelligen Bereich halten. Trotz sehr niedriger Nachfrage gelang es in Bulgarien, durch striktes Kosten- und Kapazitätsmanagement das operative EBITDA in etwa auf Vorjahresniveau zu halten. Produktseitig werden wir unsere Strategie der Innovationsführerschaft auch 2012 weiter vorantreiben. Mittelfristig sind wir vom Wachstumspotenzial des bulgarischen Wohnbaumarkts überzeugt.

Semmelrock Flächenbefestigungen (7% vom Konzernumsatz)

Der Spezialist für hochwertige Flächenbefestigungen aus Beton, welcher nahezu ausschließlich in den schwierigen Märkten Osteuropas tätig ist, erwirtschaftete 2011 bei um 11% höheren Absätzen Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Verantwortlich für diesen Erfolg ist die Marktführerschaft von Semmelrock bei Qualität und Innovation, die auch 2011 durch die Einführung von neuen Produkten und Systemlösungen unter Beweis gestellt wurde.

Tondach Gleinstätten (3% vom Konzernumsatz)

Die erstmalige quotale Einbeziehung von Tondach im zweiten Halbjahr 2011 brachte im Segment Zentral-Osteuropa nach Dekonsolidierung von Bramac insgesamt leichte Umsatz- und Ergebnissteigerungen und zeichnet auch für einen Teil der Mengenzuwächse im Bereich Dach verantwortlich. Der Tondachspezialist hatte im Jahr 2011 zwar unter dem schwachen Wohnungsneubau in Südosteuropa und Ungarn zu leiden, konnte aber von der vergleichsweise stabileren Entwicklung im Renovierungsmarkt profitieren. Insgesamt erwirtschaftete Tondach im Jahr 2011 Umsatz- und Ergebnissteigerungen gegenüber dem Jahr zuvor.

Bramac Betondachsteine (1% vom Konzernumsatz)

Von Bramac sind nur die Ergebnisse des ersten Halbjahrs (zu 50% quotal konsolidiert) enthalten, da die Beteiligung mit Abgabe der Anteile an Monier per 30.6.2011 dekonsolidiert wurde.

Umsatz- und Ergebnisrückgang in sehr schwachem Umfeld

Wohnungsneubau in Bulgarien auch 2011 rückläufig

Semmelrock mit Umsatzund Ergebnissteigerung

Tondach Gleinstätten seit 30.6.2011 zu 50% quotal konsolidiert

Dekonsolidierung von Bramac per 30.6.2011

Zentral-Westeuropa

Zentral-Westeuropa umfasst unsere Aktivitäten in Deutschland, Italien und der Schweiz. In diesem Segment konnte der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 15% auf 435,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. In Deutschland setzte sich die Erholung der Bautätigkeit im Wohnungsneubau und bei Renovierungen fort. Italien war auch 2011 von einem sehr kompetitiven Marktumfeld und leicht rückläufiger Nachfrage gekennzeichnet, während sich die Schweiz stabil entwickelte. Wienerberger behauptete sich in Deutschland und Italien dank höherwertiger Produkte besser als die entsprechenden Baustoffmärkte und steigerte in der Berichtsperiode den Absatz von Hintermauerziegeln um 6% und jenen von Dachziegeln um 8%. Bei Vormauerziegeln waren vom niedrigen Vorjahresniveau Mengenzuwächse von 15% zu verzeichnen. Durch die aus den Mengenzuwächsen resultierende bessere Kapazitätsauslastung und höhere Durchschnittserlöse stieg das operative EBITDA von Zentral-Westeuropa um 31% auf 46,2 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode 2010 an. Der Anstieg bei den Gesamtinvestitionen erklärt sich zur Gänze aus höheren Normalinvestitionen, welche neben Instandhaltungsinvestitionen auch Investitionen für technologische Verbesserungen und erneuerbare Energien umfassen. Auf das Segment Zentral-Westeuropa entfallen 22% des Umsatzes und 18% des operativen EBITDA der Gruppe.

Zentral-Westeuropa 1) 2010 2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 379,4 435,1 +15
EBITDA operativ 2) in Mio. € 35,2 46,2 +31
EBIT in Mio. € 1,1 16,5 >100
CFROI 3) in % 4,5 5,8 -
CVA 3) 4) in Mio. € -54,4 -45,8 +16
Gesamtinvestitionen in Mio. € 19,8 32,9 +66
Capital Employed in Mio. € 352,7 349,2 -1
Ø Mitarbeiter 2.026 2.067 +2
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 1.392 1.472 +6
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 109 125 +15
Absatz Tondachziegel 5) in Mio. m² 8,38 9,02 +8

1) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und in Deutschland wird ab 2011 im Segment

Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst 2) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

4) Hurdle Rate = 11,5%

5) Absatz Tondachziegel inkl. Zubehörprodukte

Deutschland (16% vom Konzernumsatz)

In Deutschland setzte sich im Geschäftsjahr 2011 die Erholung der Bautätigkeit weiter fort, wobei die Nachfrage nach Baustoffen den starken Anstieg bei Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte nicht reflektierte. Grund dafür ist, dass Bauunternehmen ihre Kapazitäten nicht ausweiteten, sondern Projekte sukzessive abarbeiten. Wienerberger ist es in diesem Umfeld gelungen, schneller als der Markt zu wachsen und auch durch Verschiebungen im Produktmix hin zu höherwertigen Produkten gleichzeitig bessere Durchschnittspreise zur Deckung der Kosteninflation zu erzielen. Wesentlich zu dem Erfolg beigetragen hat der weiterhin steigende Anteil an Verfüllziegeln, welche außer mit Perlitfüllung nun auch mit Mineralwolle verfüllt angeboten und vom Markt sehr gut angenommen werden.

391,1 379,4435,1

2009 2010 2011

8,3

Umsatz in Mio. € EBITDA-Marge (operativ) in %

9,3 10,6

0 %

5 %

10 %

15 %

20 %

Renovierungsmarkt in Deutschland zeigt ebenfalls positive Entwicklung

Deutschland kann 2011 Ergebnisse deutlich steigern

Fortsetzung des positiven Trends im Wohnungsneubau und auch bei Renovierung erwartet

Schweiz mit leichten Mengen- und Preissteigerungen

Leichte Preissteigerungen durch höherwertige Produkte in Italien

Der für Dachziegel wichtige Renovierungsmarkt (rund 70% der deutschen Dachziegel werden in der Renovierung verwendet) hat sich 2011 ebenfalls leicht positiv entwickelt. Auch hier konnten wir mit unserer hochwertigen KoraTech® Gesamtlösung für Dachdecker punkten und den Absatz von Dachziegeln sowie von keramischem und nicht-keramischem Zubehör überdurchschnittlich steigern.

Insgesamt erwirtschaftete Deutschland aufgrund eines steigenden Anteils an höherwertigen Produkten, besserer Kapazitätsauslastung und leicht gestiegener Durchschnittserlöse deutlich über dem Jahr 2010 liegende Ergebnisse.

Durch den Überhang an Baugenehmigungen aus dem Jahr 2011 rechnen wir für die erste Jahreshälfte 2012 mit einem weiteren moderaten Anstieg bei der Nachfrage nach Baustoffen. Ob die Dynamik im Wohnungsneubau für das Gesamtjahr erhalten werden kann, wird auch von den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Konsumentenvertrauen abhängen. Positive Impulse erwarten wir aus der Energieeinsparverordnung, wovon einerseits unsere hochwärmedämmenden Verfüllziegel durch stärkeren Einsatz im energieeffizienten Wohnungsneubau sowie andererseits unser Segment Dachziegel im Renovierungsbereich profitieren sollten. Wir wollen in diesem Umfeld unseren Anteil an innovativen und höherwertigen Produkten weiter steigern und damit unsere Wettbewerbsposition stärken. Auch 2012 werden wir in Deutschland neue Produkte auf den Markt bringen, welche für unsere Kunden einfachere Handhabung und modernes Design bieten. Für das erste Halbjahr 2012 ist die Einführung von mehreren Modellen an großformatigen Dachziegeln sowie auch von unserem Dryfix® System geplant. Aufgrund der Erfolge, die wir mit Dryfix® bereits in anderen Ländern erzielt haben, gehen wir davon aus, auch in Deutschland damit Marktanteile gewinnen zu können.

Schweiz (4% vom Konzernumsatz)

In der Schweiz blieben 2011 die Baubeginne auf hohem Niveau. Getrieben durch einen weiterhin starken Renovierungsmarkt erzielte Wienerberger vor allem im Bereich Dachziegel leichte Mengen- und Preissteigerungen. Wienerberger beabsichtigt, ihre Wettbewerbsposition auch in Zukunft durch einen Fokus auf höherwertige, innovative Produkte zu behaupten. Für 2012 gehen wir von einem stabilen Wohnungsneubau und einer anhaltend guten Entwicklung am Renovierungsmarkt aus. Mit dem eigens für dieses Marktsegment entwickelten Renovierungspaket – einem Wärmeverbundsystem für tragendes Mauerwerk – sowie unseren Dachziegeln streben wir weiteres Wachstum an.

Italien (2% vom Konzernumsatz)

Das Geschäftsjahr 2011 war in Italien von einem anhaltend schwierigen Marktumfeld mit weiterhin rückläufigen Baubeginnen gekennzeichnet. Durch die konsequente Umsetzung unserer auf höherwertige Produkte abzielenden Strategie ist es Wienerberger gelungen, in einem weiterhin sehr kompetitiven Umfeld leicht höhere Durchschnittserlöse zu erzielen. Bei den Absatzmengen von Hintermauerziegeln konnten wir uns trotz leichter Rückgänge etwas besser als der Markt entwickeln. Für 2012 gehen wir von einem schwierigen Marktumfeld, gekennzeichnet durch strukturelle Überkapazitäten, aus. Durch die Weiterverfolgung der Strategie, den Anteil an höherwertigen Produkten auszubauen, wollen wir auch 2012 unsere Marktposition behaupten und unsere Kostenstruktur durch Produktionsoptimierungen in unseren Werken weiter stärken.

Geschäftssegmente Zentral-Westeuropa Nord-Westeuropa

Nord-Westeuropa

Mit einem Umsatz von 808,1 Mio. € und einem operativen EBITDA von 136,2 Mio. € leistete das Geschäftssegment Nord-Westeuropa, das die Länder Belgien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Skandinavien umfasst, auch im Jahr 2011 den größten Beitrag zum Konzernergebnis. Während insbesondere in Frankreich ein gesundes Marktumfeld für Mengenwachstum, Preissteigerungen und Marktanteilsgewinne genutzt werden konnte, behauptete sich Wienerberger auch in weniger dynamisch wachsenden Ländern besser als der Markt und verzeichnete in allen Ländern der Region Umsatz- und Ergebnisverbesserungen. Das Segment erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatzplus von 12% und einer Steigerung des operativen EBITDA um 20% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs einen Anteil von 40% am Konzernumsatz und von 53% am operativen Gruppen-EBITDA.

Nord-Westeuropa 1) 2010 2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 721,4 808,1 +12
EBITDA operativ 2) in Mio. € 113,5 136,2 +20
EBIT in Mio. € 44,9 66,8 +49
CFROI 3) in % 6,1 7,1 -
CVA 3) 4) in Mio. € -101,6 -83,1 +18
Gesamtinvestitionen in Mio. € 35,3 53,3 +51
Capital Employed in Mio. € 1.106,6 1.119,3 +1
Ø Mitarbeiter 4.041 4.254 +5
Absatz Hintermauerziegel in Mio. NF 972 1.096 +13
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 1.150 1.214 +6
Absatz Dachziegel 5) in Mio. m² 15,11 17,18 +14

1) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

3) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

4) Hurdle Rate = 11,5%

5) Absatz Dachziegel inkl. Zubehörprodukte

Belgien (12% vom Konzernumsatz)

Der Wohnungsneubau entwickelte sich, nach einem guten Start im ersten Halbjahr und einer leichten Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte, im Gesamtjahr 2011 positiv, und auch der Renovierungsmarkt blieb nicht zuletzt aufgrund von Steuerbegünstigungen für Renovierungsprojekte auf gutem Niveau. Wienerberger verzeichnete in allen Produktgruppen Mengenzuwächse: Der Absatz von Hintermauerziegeln stieg moderat an, im Dachbereich konnten wir vom starken Renovierungsmarkt profitieren und bei Vormauerziegeln auch durch die Integration von Heylen Bricks im zweiten Quartal 2011 Marktanteile gewinnen. Gleichzeitig gelang es, die Durchschnittspreise im Rahmen der Kosteninflation zu steigern. In der Folge erwirtschaftete Belgien 2011 höhere Umsätze und Ergebnisse als im Jahr zuvor. Für 2012 gehen wir für den Wohnungsneubau aufgrund des gesunkenen Konsumentenvertrauens von einem Rückgang aus, erwarten uns aber positive Effekte von einem anhaltend guten Renovierungsmarkt im Bereich Dach. Mit der Einführung innovativer Produkte wie neuartiger Fassadensysteme und Planziegel wollen wir uns in Belgien besser als der Markt behaupten und über leichte Preisanpassungen die erwartete Kosteninflation kompensieren.

Mengen- und Preissteigerungen in allen Produktgruppen

Mengensteigerung in allen Produktgruppen in den Niederlanden

Höhere Nachfrage nach Baustoffen in Frankreich bringt Mengenwachstum bei Hintermauer- und Dachziegeln

Marktanteilsgewinne und positive Mixeffekte in UK

Umsatz- und Ergebnisverbesserung in den Ländern Skandinaviens

Niederlande (10% vom Konzernumsatz)

In den Niederlanden war der Immobilienmarkt weiterhin von sinkenden Hauspreisen und der eingeschränkten Verfügbarkeit von Finanzierungen belastet. Dennoch konnte nach Einschätzung unseres lokalen Managements der Wohnungsneubau im Jahr 2011 ein geringes Wachstum aufweisen. Der Renovierungsmarkt blieb im Jahresverlauf stabil auf gutem Niveau. In diesem Umfeld gelang es Wienerberger, in allen Produktgruppen die Absätze zu steigern. Zweistelliges Mengenwachstum kam aus der Dachsparte, die von einer anhaltend guten Renovierungstätigkeit profitierte. Bei Pflasterklinkern, welche verstärkt bei Infrastrukturprojekten der öffentlichen Hand ihren Einsatz finden, sowie bei Vormauerziegeln fielen die Wachstumsraten moderater aus. Für 2012 wird im Wohnungsneubau ein stabiler bis rückläufiger Markt erwartet, der neben dem schwachen Konsumentenvertrauen von der eingeschränkten Verfügbarkeit von Finanzierungen belastet wird. In einem stabilen Renovierungsmarkt 2012 sollte unser Dachgeschäft von der Einführung neuer Dachziegel sowie einem eigens für Dachdecker entwickelten Renovierungspaket profitieren.

Frankreich (8% vom Konzernumsatz)

Frankreich verzeichnete im Geschäftsjahr 2011 eine durchwegs positive Entwicklung im Wohnungsneubau sowie im Renovierungsbereich. Die starke Nachfrage nach Hintermauerziegeln lässt sich auch auf weitere Marktanteilsgewinne von keramischen Baustoffen, die zum ersten Mal den größten Marktanteil als Baumaterial für Ein- und Zweifamilienhäuser für sich behaupten konnten, zurückführen. Wienerberger gelang es in diesem positiven Umfeld in beiden Produktgruppen die Absätze und in der Folge auch Umsatz und Ergebnis deutlich zu steigern. Für 2012 gehen wir von einer stabilen Bautätigkeit im Wohnungsneubau aus und rechnen für unser Geschäft weiterhin mit Marktanteilsgewinnen bei Hintermauerziegeln, während unsere Dachziegel-Sparte von einem guten Renovierungsmarkt profitieren sollte.

Großbritannien (8% vom Konzernumsatz)

Trotz leicht rückläufiger Baubeginne im Jahresvergleich deutet die Zunahme der Fertigstellungen auf ein geringfügiges Wachstum im Wohnungsneubau im Jahr 2011 hin. Wienerberger konnte sowohl im Vormauergeschäft als auch insbesondere im Dachbereich schneller als der Markt wachsen und Mengensteigerungen realisieren. Für 2012 rechnen wir mit einer flachen Entwicklung der Bautätigkeit in Großbritannien. Leichte Zuwächse sind im privaten Wohnbau aufgrund von Förderungen für Erstkäufer von Häusern möglich, während für den sozialen Wohnbau aufgrund von Budgetkürzungen eine Abschwächung zu erwarten ist. Positiv auf die Nachfrage nach Ziegeln könnte sich auch der anhaltende Trend zu Einfamilienhäusern (anstelle von Apartments) auswirken, welcher den Ziegelverbrauch je Wohneinheit erhöht.

Skandinavien (2% vom Konzernumsatz)

Wienerberger konnte in allen Ländern – Dänemark, Schweden und Norwegen – Umsätze und Ergebnisse verbessern. In Schweden und Norwegen trat die für 2011 erwartete leichte Erholung im Wohnungsneubau ein, welche sich auch 2012 weiter fortsetzen sollte, während der Ausblick für Dänemark verhalten bleibt. Wir streben mit gezielten Marketing- und Vertriebsinitiativen Marktanteilsgewinne in der Region an.

Geschäftssegmente Nord-Westeuropa Nordamerika

Nordamerika

1) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge 2) berechnet auf Basis des durchschnittlichen historischen Capital Employed

3) Hurdle Rate = 11,5%

In den USA ist die für 2011 erwartete leichte Erholung im Wohnungsneubau nicht eingetreten. Insgesamt stiegen zwar die Baubeginne auf 607.000 leicht an, wobei dies jedoch vor allem auf einen stärkeren Apartmentbau zurückzuführen ist, während der für Wienerberger relevante Ein- und Zweifamilienhausbau auch 2011 um 9% rückläufig war. Als Folge von Mengenrückgängen bei Vormauerziegeln verzeichnete das Segment Nordamerika Umsatz- und Ergebniseinbußen. Der Umsatz sank bei leicht besseren Durchschnittspreisen von 144,5 Mio. € auf 135,3 Mio. €, und das operative EBITDA war aufgrund der schwächeren Auslastung der Kapazitäten mit -8,7 Mio. € negativ. Damit beläuft sich der Segmentanteil am Gruppenumsatz auf 7% und am operativen EBITDA auf -3%.

Nordamerika 2010 2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 144,5 135,3 -6
EBITDA operativ 1) in Mio. € 4,5 -8,7 <-100
EBIT in Mio. € -22,2 -32,0 -44
CFROI 2) in % 0,6 -1,2 -
CVA 2) 3) in Mio. € -76,5 -91,4 -19
Gesamtinvestitionen in Mio. € 7,8 8,1 +4
Capital Employed in Mio. € 500,8 501,2 0
Ø Mitarbeiter 1.104 1.127 +2
Absatz Vormauerziegel in Mio. WF 291 266 -9

2011 ging der Ein- und Zweifamilienhausbau in den USA um weitere 9% zurück

Die anhaltende Marktschwäche in den USA machte in der zweiten Jahreshälfte 2011 weitere Maßnahmen zur Kostensenkung erforderlich. Neben verlängerten temporären Stillständen wurden im Verwaltungs- und Vertriebsbereich weitere Mitarbeiter abgebaut. Darüber hinaus haben wir zahlreiche weitere Produkte für Gartengestaltung sowie für Freizeitaktivitäten im Garten als Handelsprodukte in unser Programm aufgenommen, welche wir über unsere Vertriebsgesellschaften anbieten, um auch dort eine bessere Fixkostendeckung zu erreichen.

Gegen Ende 2011 ist, zum Teil auch aufgrund des ungewöhnlich milden Winters, im Wohnungsneubau eine leichte Entspannung eingetreten. Trotz positiver Prognosen für den amerikanischen Wohnungsneubau – die National Association of Homebuilders (NAHB) erwartet ein Wachstum von mehr als 15% – bleiben wir bei unserer Einschätzung für das kommende Jahr vorsichtig. Ungeachtet der Marktentwicklung gehen wir aufgrund der umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen und der Einführung neuer Produkte wieder von einem deutlich besseren, positiven operativen EBITDA aus. Impulse sollten dabei auch von unseren neu eingeführten Fassadensystemen, die sich besonders für die Renovierung von Eigenheimen eignen, kommen. Dabei handelt es sich um kleinformatige, aber bautechnisch sehr starke Blockziegel für die Fassade, die das Eigenheim vor allem auch gegen Sturm und Erdbeben widerstandsfähiger machen.

Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung in H2 2011 umgesetzt

Für 2012 auch dank neuer Produkte wieder positives operatives EBITDA erwartet

Das Segment umfasst die Konzernzentrale, die Beteiligungen bei Rohrsystemen, die indischen Ziegelaktivitäten sowie nicht betriebsnotwendige Immobilien

Starke Umsatzsteigerung durch Erstkonsolidierung der Steinzeug Gruppe

Pipelife steigert Umsatz um 12% und operatives EBITDA um 25% in 2011

Beteiligungen und Sonstiges

Der Bereich Beteiligungen und Sonstiges umfasst die Konzernzentrale und die ihr zuordenbaren Kosten, die Ziegelaktivitäten in Indien sowie unsere Beteiligungen im Bereich Rohrsysteme. Die Steinzeug-Keramo Gruppe, der größte Hersteller von keramischen Rohrsystemen in Europa, wurde Ende 2010 übernommen und ist somit seit Beginn 2011 in diesem Segment ausgewiesen. Schon seit längerem im Portfolio befindet sich die Pipelife Gruppe (50/50 Joint Venture mit Solvay), einer der größten europäischen Erzeuger von Kunststoffrohrsystemen, welche at-equity konsolidiert wird und daher nicht in den operativen Ergebnissen des Segments enthalten ist. Unsere 25%-Beteiligung im Dachbereich Tondach Gleinstätten war im ersten Halbjahr ebenfalls at-equity konsolidiert in dem Segment ausgewiesen. Mit der Übernahme von weiteren 25% der Anteile an Tondach Gleinstätten konsolidieren wir die Beteiligung seit 30. Juni quotal (50%) und weisen die Ergebnisse entsprechend dem Schwerpunkt ihrer Marktbearbeitung seit dem dritten Quartal im Segment Zentral-Osteuropa aus. Ebenfalls dem Bereich Beteiligungen und Sonstiges zugeordnet sind alle als nicht betriebsnotwendiges Vermögen klassifizierten Immobilien, deren Buchwert Ende 2011 bei 68 Mio. € lag.

Der Umsatz des Segments stieg durch die Erstkonsolidierung von Steinzeug von 12,6 Mio. € im Jahr 2010 auf 111,4 Mio. € in der Berichtsperiode, und das operative EBITDA verbesserte sich im selben Zeitraum von -28,7 Mio. € auf -17,6 Mio. €. Die zur Jahresmitte übernommene Euroceramic hat aufgrund von Integrationskosten 2011 noch keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag geleistet.

Pipelife blickt mit einem um 12% höheren Umsatz von 805 Mio. € und einem Anstieg des EBITDA um 25% auf 69 Mio. € auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Die Steigerung der Margen ist nicht nur auf höhere Auslastung aufgrund gestiegener Mengen sowie bessere Durchschnittserlöse zurückzuführen, sondern auch auf einen höheren Anteil an innovativen Produkten sowie Kosteneinsparungen aus Restrukturierungen in den Krisenjahren. Im Februar 2012 haben wir die restlichen 50% an Pipelife übernommen und werden daher Pipelife nach Erhalt der kartellrechtlichen Genehmigungen vollkonsolidieren. Wir sehen in dieser Transaktion interessantes Wachstumspotenzial in verschiedensten Bereichen. Bei Wasser und Abwasser gibt es großen Renovierungsbedarf in Westeuropa und Nachholbedarf in Osteuropa. Weiters gewinnen Kunststoffrohre kontinuierlich Marktanteile gegenüber Beton und Metall in nahezu allen Anwendungsbereichen. Darüber hinaus soll eine gemeinsame Bearbeitung von Endmärkten insbesondere mit innovativen Produkten wie beispielsweise den wandtemperierenden Flächenheizungen im Wohnbau (spezielle Kunststoffrohre werden in unsere Ziegel als Wandheizung integriert) weitere Wachstumsimpulse bringen.

Beteiligungen und Sonstiges 1) 2010 2011 Vdg. in %
Umsatz in Mio. € 12,6 111,4 >100
EBITDA operativ 2) in Mio. € -28,7 -17,6 +39
EBIT in Mio. € -33,9 3,0 >100
Capital Employed in Mio. € 73,4 73,5 0
Ø Mitarbeiter 252 746 >100

1) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen; die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst

2) bereinigt um nicht-wiederkehrende Aufwendungen und Erträge

KONZERN-ABSCHLUSS

Gewinn- und Verlustrechnung

Anmerkung 2011
in TEUR
2010
in TEUR
(9) Umsatzerlöse 2.023.706 1.744.752
(10-12, 16) Herstellkosten -1.372.979 -1.238.821
Bruttoergebnis vom Umsatz 650.727 505.931
(10-12, 14, 16) Vertriebskosten -453.798 -394.014
(10-12, 14, 16) Verwaltungskosten -130.536 -120.495
(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen -76.345 -50.507
(15) Sonstige betriebliche Erträge 58.396 69.752
Betriebsergebnis vor dem Ergebnis aus Entkonsolidierung und
Firmenwertabschreibungen
48.444 10.667
Ergebnis aus Entkonsolidierung 33.213 0
(11) Firmenwertabschreibungen -2.565 0
Betriebsergebnis nach dem Ergebnis aus Entkonsolidierung und
Firmenwertabschreibungen 79.092 10.667
(3) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 6.002 -4.269
(17) Zinsertrag 13.032 14.065
(17) Zinsaufwand -50.841 -57.490
(17) Sonstiges Finanzergebnis 2.258 -3.793
Finanzergebnis -29.549 -51.487
Ergebnis vor Ertragsteuern 49.543 -40.820
(18) Ertragsteuern -8.787 5.881
Ergebnis nach Ertragsteuern 40.756 -34.939
davon Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile -699 -466
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Ergebnis der Muttergesellschaft 8.955 -66.973
(19) Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,08 -0,57
(19) Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,08 -0,57

Konzernabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung

Gesamtergebnisrechnung

2011 2010
Anmerkung in TEUR in TEUR
Ergebnis nach Ertragsteuern 40.756 -34.939
(7, 25) Währungsumrechnung -31.250 80.366
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen -2.415 3.251
(23, 25) Marktwertänderungen zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente -896 -28
(25) Veränderung Hedging Reserve -4.549 -25.507
Sonstiges Gesamtergebnis -39.110 58.082
Gesamtergebnis nach Steuern 1.646 23.143
davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile -712 -455
davon auf Hybridkapitalbesitzer entfallender Anteil 32.500 32.500
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft -30.142 -8.902

Cashflow Statement

2011 2010
Anmerkung in TEUR in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 49.543 -40.820
(11) Abschreibungen auf das Anlagevermögen 193.771 189.708
(11) Firmenwertabschreibungen 2.565 0
Wertminderungen von Anlagen 17.313 10.527
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen -188 -252
Veränderungen langfristiger Rückstellungen -5.347 -11.073
(3) Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen -6.002 4.269
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -42.061 -11.005
(17) Zinsergebnis 37.809 43.425
Gezahlte Zinsen -41.016 -43.776
Erhaltene Zinsen 10.571 11.193
Gezahlte Ertragsteuern -12.903 -856
Cashflow aus dem Ergebnis 204.055 151.340
Veränderungen Vorräte -12.647 5.452
Veränderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -19.770 35.250
Veränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.384 16.674
Veränderungen übriges Netto-Umlaufvermögen 11.350 16.824
Währungsumrechnungsbedingte Veränderung von Nicht-Fondspositionen -10.176 4.898
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 179.196 230.438
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 20.155 18.717
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen -122.371 -98.562
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -507 -320
Veränderungen Wertpapiere und sonstige finanzieller Vermögenswerte 1.214 -10.696
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen -35.900 -50.868
Netto-Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen 43.657 0
(20) Cashflow aus Investitionstätigkeit -93.752 -141.729
Veränderung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -255.484 -107.065
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 283.979 49.822
(25) Gezahlte Dividende Wienerberger AG -11.741 0
(25) Gezahlter Hybridkupon -32.500 -32.500
Gezahlte Dividende und Kapitaländerungen bei nicht beherrschenden Anteilen 0 0
Dividendenausschüttungen aus assoziierten Unternehmen 2.541 3.050
(25) Kapitalerhöhung Wienerberger AG 0 0
(25) Erwerb eigener Aktien -20.866 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -34.071 -86.693
Veränderung der Zahlungsmittel 51.373 2.016
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel -393 1.775
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 453.403 449.612
Zahlungsmittel am Ende der Periode 504.383 453.403

Konzernabschluss Cashflow Statement Bilanz

Bilanz

31.12.2011 31.12.2010
Anmerkung in TEUR in TEUR
Aktiva
(21) Immaterielles Anlagevermögen und Firmenwerte 680.039 676.304
(21) Sachanlagen 1.836.198 1.872.214
(21) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 67.559 58.231
(21) Anteile an assoziierten Unternehmen 98.476 114.909
(21) Übrige Finanzanlagen 5.440 5.715
(28) Latente Steuern 41.571 32.246
Langfristiges Vermögen 2.729.283 2.759.619
(22) Vorräte 608.299 569.646
(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.489 87.366
(24) Sonstige kurzfristige Forderungen 87.669 102.928
(23, 32) Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 79.209 86.304
Zahlungsmittel 504.383 453.403
Kurzfristiges Vermögen 1.393.049 1.299.647
Summe Aktiva 4.122.332 4.059.266
Passiva
Gezeichnetes Kapital 117.527 117.527
Kapitalrücklagen 1.084.180 1.085.605
Hybridkapital 492.896 492.896
Gewinnrücklagen 941.083 943.869
Übrige Rücklagen -154.874 -115.777
Eigene Anteile -24.434 -3.568
Beherrschende Anteile 2.456.378 2.520.552
Nicht beherrschende Anteile 3.546 5.123
(25) Eigenkapital 2.459.924 2.525.675
(26, 27) Personalrückstellungen 69.329 73.001
(26, 28) Latente Steuern 88.544 79.778
(26) Sonstige langfristige Rückstellungen 60.199 68.507
(29, 31, 32) Langfristige Finanzverbindlichkeiten 566.633 775.308
(29) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 13.885 22.278
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 798.590 1.018.872
(26) Sonstige kurzfristige Rückstellungen 53.777 63.245
(29, 31, 32) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 459.425 138.892
(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 193.119 180.974
(29) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 157.497 131.608
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 863.818 514.719
Summe Passiva 4.122.332 4.059.266

Entwicklung des Eigenkapitals

Anmerkung in TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Stand 31.12.2009 117.527 1.115.896 492.896 1.010.842
Ergebnis nach Ertragsteuern -34.473
(7, 25) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis -34.473
(25) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -32.500
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0 0
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -5.232
Veränderung eigener Anteile -25.059
Stand 31.12.2010 117.527 1.085.605 492.896 943.869
Ergebnis nach Ertragsteuern 41.455
(7, 25) Währungsumrechnung
Währungsumrechnung von assoziierten Unternehmen
Veränderung Hedging Reserve
Veränderung übrige Rücklagen
Gesamtergebnis 41.455
(25) Dividendenauszahlungen und Hybridkupon -44.241
Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen 0 0
Zugang/Abgang nicht beherrschende Anteile -1.425
Veränderung eigener Anteile 0
Stand 31.12.2011 117.527 1.084.180 492.896 941.083

1) AfS (available for sale) bezeichnet zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Übrige Rücklagen
AfS
Rücklage 1)
Hedging
Rücklage
Unterschiedsbetrag
Währungsumrechnung
Eigene
Anteile
Beherrschende
Anteile
Nicht beherrschende
Anteile
Gesamt
-898 78.337 -251.287 -40.697 2.522.616 24.416 2.547.032
-34.473 -466 -34.939
80.355 80.355 11 80.366
3.251 3.251 0 3.251
-25.507 -25.507 0 -25.507
-28 -28 0 -28
-28 -25.507 83.606 23.598 -455 23.143
-32.500 0 -32.500
0 0 0
-5.232 -18.838 -24.070
37.129 12.070 0 12.070
-926 52.830 -167.681 -3.568 2.520.552 5.123 2.525.675
41.455 -699 40.756
-31.237 -31.237 -13 -31.250
-2.415 -2.415 0 -2.415
-4.549 -4.549 0 -4.549
-896 -896 0 -896
-896 -4.549 -33.652 2.358 -712 1.646
-44.241 0 -44.241
0 0 0
-1.425 -865 -2.290
-20.866 -20.866 0 -20.866
-1.822 48.281 -201.333 -24.434 2.456.378 3.546 2.459.924

Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2011
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2011
Firmenwert 752.619 4.708 7.798 0 975 0 764.150
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 122.245 207 444 2.325 1.844 1.292 124.669
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 874.864 4.915 8.242 2.325 2.819 1.292 888.819
Grundstücke und Bauten 1.233.106 49.785 -16.369 17.213 25.782 -8.151 1.249.802
Technische Anlagen und Maschinen 2.381.849 -13.809 -31.455 51.660 63.193 53.047 2.378.099
Betriebs- und Geschäftsausstattung 116.292 -6.503 -1.577 7.936 8.977 -7.785 99.386
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 45.064 50 -580 43.205 657 -35.759 51.323
Sachanlagen 3.776.311 29.523 -49.981 120.014 98.609 1.352 3.778.610
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 142.448 -2.741 -610 32 3.526 -2.644 132.959
Anteile an assoziierten Unternehmen 60.622 -9.505 -2.389 0 0 0 48.728
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 828 -35 0 504 6 0 1.291
Sonstige Beteiligungen 5.071 234 -5 3 37 0 5.266
Übrige Finanzanlagen 5.899 199 -5 507 43 0 6.557
4.860.144 22.391 -44.743 122.878 104.997 0 4.855.673
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR Stand
1.1.2010
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2010
Firmenwert 716.466 15.152 21.001 0 0 0 752.619
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 110.485 8.843 4.248 1.695 1.607 -1.419 122.245
Immaterielles Anlagevermögen u. Firmenwerte 826.951 23.995 25.249 1.695 1.607 -1.419 874.864
Grundstücke und Bauten 1.221.021 20.326 29.601 16.275 15.233 -38.884 1.233.106
Technische Anlagen und Maschinen 2.321.279 8.219 49.413 39.416 72.434 35.956 2.381.849
Betriebs- und Geschäftsausstattung 108.161 1.385 1.806 6.955 9.096 7.081 116.292
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 87.559 17 2.743 34.163 54 -79.364 45.064
Sachanlagen 3.738.020 29.947 83.563 96.809 96.817 -75.211 3.776.311
Als Finanzinvestitionen geh. Immobilien 66.551 331 1.933 58 3.055 76.630 142.448
Anteile an assoziierten Unternehmen 57.425 0 3.197 0 0 0 60.622
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 872 -52 1 7 0 0 828
Sonstige Beteiligungen 18.947 -13.705 31 313 515 0 5.071
Übrige Finanzanlagen 19.819 -13.757 32 320 515 0 5.899
4.708.766 40.516 113.974 98.882 101.994 0 4.860.144

Anmerkung: Durch maschinelle Rechenhilfen können Rundungsdifferenzen entstehen.

Stand
1.1.2011
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Währungs
änderungen
laufende
Abschrei
bungen
Wertmin
derungen
Zuschrei
bungen
Abgänge Umbu
chungen
Stand
31.12.2011
Bilanzwert
31.12.2011
145.770 0 2.618 0 2.565 0 0 0 150.953 613.197
52.790 -1.055 -94 7.963 0 0 1.783 6 57.827 66.842
198.560 -1.055 2.524 7.963 2.565 0 1.783 6 208.780 680.039
430.486 -13.344 -4.647 40.002 6.348 3 19.625 -4.881 434.336 815.466
1.387.842 -43.500 -18.119 135.001 10.027 183 61.587 28.749 1.438.230 939.869
85.655 -7.622 -1.027 9.660 0 2 8.470 -8.652 69.542 29.844
114 -42 3 445 0 0 141 -75 304 51.019
1.904.097 -64.508 -23.790 185.108 16.375 188 89.823 15.141 1.942.412 1.836.198
84.217 -1.360 -926 700 0 0 2.084 -15.147 65.400 67.559
-54.287 7.974 26 0 0 6.002 -2.541 0 -49.748 98.476
176 0 0 0 0 0 0 0 176 1.115
8 0 -5 0 938 0 0 0 941 4.325
184 0 -5 0 938 0 0 0 1.117 5.440
2.132.771 -58.949 -22.171 193.771 19.878 6.190 91.149 0 2.167.961 2.687.712

Abschreibungen

Abschreibungen

Veränderung Laufende
Stand Konsolidie Währungs Abschrei Wertmin Zuschrei Umbu Stand Bilanzwert
1.1.2010 rungskreis änderungen bungen derungen bungen Abgänge chungen 31.12.2010 31.12.2010
140.679 0 5.091 0 0 0 0 0 145.770 606.849
45.163 0 857 8.635 0 70 1.326 -469 52.790 69.455
185.842 0 5.948 8.635 0 70 1.326 -469 198.560 676.304
435.480 0 4.763 34.220 3.117 3 11.810 -35.281 430.486 802.620
1.319.337 0 24.473 134.704 7.325 179 70.643 -27.175 1.387.842 994.007
77.694 0 1.225 9.732 0 0 8.495 5.499 85.655 30.637
72 0 -7 99 0 0 0 -50 114 44.950
1.832.583 0 30.454 178.755 10.442 182 90.948 -57.007 1.904.097 1.872.214
25.279 0 655 2.318 0 0 1.511 57.476 84.217 58.231
-61.552 0 -54 0 0 -4.269 -3.050 0 -54.287 114.909
91 0 0 0 85 0 0 0 176 652
478 0 27 0 0 0 497 0 8 5.063
569 0 27 0 85 0 497 0 184 5.715
1.982.721 0 37.030 189.708 10.527 -4.017 91.232 0 2.132.771 2.727.373

Geschäftssegmente

Strategische Geschäftssegmente Zentral-Osteuropa 3) Zentral-Westeuropa 4) Nord-Westeuropa 4)
in TEUR 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Außenumsatz 583.464 529.244 411.479 360.271 794.680 707.648
Innenumsatz 4.179 2.417 23.644 19.135 13.446 13.710
Umsatz gesamt 587.643 531.661 435.123 379.406 808.126 721.358
EBITDA operativ 1) 102.474 86.281 46.219 35.173 136.232 113.485
Abschreibungen 75.107 65.488 29.681 34.037 69.464 68.561
Ergebnis aus Entkonsolidierung 0 0 0 0 0 0
Firmenwertabschreibungen 2.565 0 0 0 0 0
EBIT 24.802 20.793 16.539 1.136 66.767 44.924
Ergebnisübernahme von assoziierten Unternehmen 0 0 0 0 -1.309 -678
Anteile an assoziierten Unternehmen 2.202 2.306 1.882 1.882 -144 1.165
Zinsergebnis -18.786 -20.681 -9.723 -7.191 -30.684 -24.126
Ertragsteuern -4.852 -11.499 -1.856 2.999 783 4.623
Ergebnis nach Ertragsteuern -11.640 -20.825 -2.210 -8.615 42.915 33.906
Fremdkapital 515.298 463.385 390.858 358.492 956.537 979.212
Capital Employed 755.315 745.971 349.185 352.740 1.119.313 1.106.654
Vermögen 981.051 963.358 554.039 531.716 1.864.313 1.855.991
Normalinvestitionen 29.851 27.053 20.104 8.355 42.591 17.642
Wachstumsinvestitionen 2) 16.076 22.042 12.761 11.390 10.701 17.615
Ø Mitarbeiter 4.624 4.425 2.067 2.026 4.254 4.041
Produkte Umsatz EBITDA operativ 1) Capital Employed
in TEUR 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Wand 5) 691.562 624.652 86.727 78.235 930.637 1.001.477
Fassade 511.109 487.478 40.893 43.316 911.076 920.214
Dach 520.627 440.551 124.064 92.764 652.305 558.525
Flächenbefestigungen 207.678 191.530 27.098 22.806 249.664 254.217
Sonstiges 92.730 541 -20.192 -26.304 54.792 45.111
Wienerberger Gruppe 2.023.706 1.744.752 258.590 210.817 2.798.474 2.779.544
Umsatz Zentral-Osteuropa 3) Zentral-Westeuropa 4) Nord-Westeuropa 4)
in TEUR 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Österreich 98.668 90.666
Tschechien 78.603 66.810
Ungarn 42.691 43.116
Polen 173.352 163.882
Sonstiges Osteuropa 190.228 164.785
Deutschland 291.450 249.462
Schweiz 81.264 72.761
Italien 40.111 38.700
Belgien 244.164 215.987
Niederlande 192.409 176.737
Frankreich 168.295 140.793
Großbritannien 156.631 144.129
Skandinavien 33.296 30.201
Nordamerika
Sonstiges
Wienerberger Gruppe 583.542 529.259 412.825 360.923 794.795 707.847

1) bereinigt um das Ergebnis aus Entkonsolidierung

2) inklusive Investitionen in Finanzanlagen

3) Die osteuropäischen Holdings werden ab 2011 im Segment Beteiligungen und Sonstiges (zuvor: Zentral-Osteuropa) ausgewiesen;

die Vergleichszahlen des Vorjahrs wurden entsprechend angepasst.

Nordamerika Beteiligungen und Sonstiges 3) 5) Überleitung 6) Wienerberger Gruppe
2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010
135.308 144.493 97.092 2.151 0 0 2.022.023 1.743.807
0 0 14.266 10.455 -53.852 -44.772 1.683 945
135.308 144.493 111.358 12.606 -53.852 -44.772 2.023.706 1.744.752
-8.663 4.531 -17.672 -28.653 0 0 258.590 210.817
23.385 26.724 12.509 5.340 0 0 210.146 200.150
0 0 33.213 0 0 0 33.213 0
0 0 0 0 0 0 2.565 0
-32.048 -22.193 3.032 -33.993 0 0 79.092 10.667
0 0 7.311 -3.591 0 0 6.002 -4.269
0 0 94.536 109.556 0 0 98.476 114.909
-24.359 -29.607 45.743 38.180 0 0 -37.809 -43.425
379 9.195 -3.241 563 0 0 -8.787 5.881
-57.037 -43.340 121.696 114.589 -52.968 -110.654 40.756 -34.939
492.838 573.265 1.100.655 1.132.937 -1.793.778 -1.973.700 1.662.408 1.533.591
501.168 500.814 73.493 73.365 0 0 2.798.474 2.779.544
547.930 536.735 4.439.886 4.586.204 -4.264.887 -4.414.738 4.122.332 4.059.266
6.519 7.813 3.462 826 0 0 102.527 61.689
1.596 0 15.117 37.014 0 0 56.251 88.061
1.127 1.104 746 252 0 0 12.818 11.848
Gesamtinvestitionen
2011 2010
52.445 54.431
41.153 20.876
32.033 10.385
15.170 26.930
17.977 37.128
158.778 149.750
Nordamerika Beteiligungen und Sonstiges 3) 5) Wienerberger Gruppe
2011 2010 2011 2010 2011 2010
98.668 90.666
78.603 66.810
42.691 43.116
173.352 163.882
190.228 164.785
291.450 249.462
81.264 72.761
40.111 38.700
244.164 215.987
192.409 176.737
168.295 140.793
156.631 144.129
33.296 30.201
135.308 144.493 135.308 144.493
97.236 2.230 97.236 2.230
135.308 144.493 97.236 2.230 2.023.706 1.744.752

4) Das grenzüberschreitende Handelsgeschäft in den Niederlanden und Deutschland wird ab 2011 im Segment Nord-Westeuropa (zuvor: Zentral-Westeuropa) ausgewiesen; die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

5) Indien wird unter dem geographischen Segment Beteiligungen und Sonstiges, jedoch unter dem Produktsegment Wand ausgewiesen.

6) Die Überleitung beinhaltet Eliminierungen zwischen Konzerngesellschaften.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

1. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Wienerberger AG mit Sitz in Wien ist Muttergesellschaft eines international tätigen Baustoffkonzerns, dessen Geschäftsaktivitäten nach Maßgabe der Verantwortungsbereiche im Management in fünf Segmente eingeteilt sind: Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika sowie Beteiligungen und Sonstiges. Die Adresse der Wienerberger AG lautet Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich.

Der Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRSs) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2011 vom IASB verlautbarten International Financial Reporting Standards, für die eine Anwendung verpflichtend ist, wurden von Wienerberger angewendet.

Die einbezogenen Abschlüsse aller wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards geprüft. Die Jahresabschlüsse der im Rahmen der Voll- und Quotenkonsolidierung einbezogenen Unternehmen wurden prinzipiell auf der Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Eine Ausnahme davon bildet die Bewertung von bestimmten Finanzinstrumenten nach IAS 39, welche zu beizulegenden Zeitwerten erfolgt. Im Konzernabschluss und Konzernanhang erfolgen Rundungen auf ganze tausend Euro, im Risiko- und Nachtragsbericht teilweise auf ganze hunderttausend Euro. Zur klareren Darstellung sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Die detaillierte Darstellung erfolgt im Anhang.

2. Auswirkungen neuer und geänderter Standards

Die Verbesserungen der IFRS 2010 (18.2.2011), die im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden Änderungen der Standards IAS 24 (2009) Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (1.1.2011), IAS 32 Einstufung von Bezugsrechten (1.2.2010) und IFRS 1 Erstmalige Anwendung (1.7.2010) sowie die neue Interpretation IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten (1.7.2010) und die Änderung des IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen (1.1.2011) haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderung des IFRS 7 Anhangangaben: Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (1.7.2011) war im Berichtsjahr nicht verpflichtend anzuwenden.

3. Konsolidierungskreis

Eine Übersicht über die voll- und quotenkonsolidierten sowie nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen befindet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs. Der Konsolidierungskreis der in den Wienerberger Konzern einbezogenen verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Konsolidierungskreis Voll
konsolidierung
Quoten
konsolidierung
Equity
Konsolidierung
Stand 31.12.2010 112 15 6
Wechsel Einbeziehungsart 1 0 -1
im Berichtsjahr erstmals einbezogen 6 11 0
im Berichtsjahr fusioniert/liquidiert -3 0 0
im Berichtsjahr ausgeschieden -1 -13 0
Stand 31.12.2011 115 13 5
davon ausländische Unternehmen 94 11 4
davon inländische Unternehmen 21 2 1

Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss 2011 waren inklusive der Wienerberger AG 21 (Vorjahr: 19) Tochterunternehmen im Inland und 94 (Vorjahr: 93) im Ausland einbezogen, an denen die Wienerberger AG unmittelbar oder mittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik über die Mehrheit der Stimmrechte zu kontrollieren. Diese Beteiligungen an Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Beherrschung voll konsolidiert und, wenn die Beherrschung nicht mehr gegeben ist, entkonsolidiert. Im Berichtsjahr wurden 16 (Vorjahr: 20) Tochterunternehmen nicht konsolidiert, die für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich sind.

Gemeinschaftsunternehmen

Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures), an denen eine gemeinschaftliche Leitung gegeben ist, werden quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Dies trifft auf 13 (Vorjahr: 15) Gesellschaften der Schlagmann und Tondach Gruppe zu.

Die nachstehenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, mit denen sämtliche quotal konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Ergebnisse der mit 30.6.2011 entkonsolidierten Bramac Gruppe sind für das erste Halbjahr 2011 enthalten.

in TEUR 2011 2010
Umsatzerlöse 108.848 81.366
EBITDA operativ 19.587 12.046
EBIT 9.774 5.690
Ergebnis nach Ertragsteuern -2.637 -744
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2011 31.12.2010 in TEUR 31.12.2011 31.12.2010
Langfristiges Vermögen 110.154 69.692 Eigenkapital 34.036 48.164
Kurzfristiges Vermögen 55.129 36.643 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 13.686 17.115
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 117.561 41.056
165.283 106.335 165.283 106.335

Anteile an assoziierten Unternehmen

In den Konzernabschluss der Wienerberger AG werden zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs 5 (Vorjahr: 6) Beteiligungen, auf die Wienerberger einen maßgeblichen Einfluss hat, nach der Equity-Methode bilanziert. Folgende Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der assoziierten Unternehmen (vor allem der Pipelife Gruppe) ergeben. Die Ergebnisse der mit 30.6.2011 erstmals quotal einbezogenen Tondach Gruppe sind für das erste Halbjahr 2011 enthalten.

in TEUR 2011 2010
Umsatzerlöse 422.302 407.695
EBITDA operativ 34.739 36.768
EBIT 16.923 7.615
Ergebnis nach Ertragsteuern 6.002 -4.269
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2011 31.12.2010 in TEUR 31.12.2011 31.12.2010
Langfristiges Vermögen 109.130 172.368 Eigenkapital 94.607 110.017
Kurzfristiges Vermögen 129.050 134.089 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 25.801 66.653
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 117.772 129.787
238.180 306.457 238.180 306.457

Pipelife ist eine unabhängige Unternehmensgruppe mit eigenständigem Management, wobei die Möglichkeiten der Einflussnahme auf Managemententscheidungen durch Wienerberger begrenzt sind und ungeachtet der Beteiligung von 50 % nicht einer gemeinschaftlichen Leitung, sondern lediglich einem maßgeblichen Einfluss entsprechen. Die Pipelife Gruppe wird daher unter Beachtung von IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert.

Konzernabschluss Konzernanhang

4. Erwerbe und Veräußerungen

Folgende Unternehmen wurden im Jahr 2011 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen:

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung
Kerafin NV Lanaken-Veldwezelt 6.380.700 EUR 100,00 %
Steenfabriek Heylen NV Lanaken-Veldwezelt 7.000.000 EUR 100,00 %
Euroceramic B.V. Belfeld 2.722.681 EUR 100,00 %
Euroceramic GmbH Viersen 12.782 EUR 100,00 %
Euroceramic SARL Pontoise 38.125 EUR 100,00 %
Tondach Gruppe
Tondach Gleinstätten AG Gleinstätten 500.000 EUR 50,00 %
Ziegelwerk Polsterer GmbH Leobersdorf 36.336 EUR 25,00 %
Tondach Slovensko spol. s.r.o. Nitrianske Pravno 14.937.263 EUR 50,00 %
Tondach Slovenija d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 50,00 %
Potisje Kanjiza d.d. Kanjiza 607.284.000 RSD 49,81 %
Tondach Makedonija d.d. Vinica 472.081.630 MKD 50,00 %
Tondach Bulgaria EOOD Sofia 198.000 BGN 50,00 %
Tondach Ceska republika s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 50,00 %
Tondach Magyarorszag Rt. Csorna 5.483.550.000 HUF 50,00 %
Tondach Romania GmbH Sibiu 58.320.655 RON 50,00 %
Tondach Hrvatska d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 50,00 %
Tondach Bosna i Hercegovina d.o.o. Sarajevo 200.000 KM 40,00 %

Mit 1.1.2011 wurde die zuvor unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesene Dryfix GmbH erstkonsolidiert. Mit Wirkung vom 1.4.2011 wurde die Ende März erworbene Kerafin NV, Belgien, mit dem Tochterunternehmen Steenfabriek Heylen NV, Belgien, in den Konzernabschluss einbezogen.

Nach erteilter Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörde im Juni 2011 erfolgte die Übernahme von weiteren 25 % der Anteile an Tondach Gleinstätten im Rahmen eines Anteilstausches mit dem nun ehemaligen Joint Venture Partner Monier. Tondach Gleinstätten wurde erstmals per 30.6.2011 auf Basis vorläufiger Werte in den Konzernabschluss quotal zu 50 % (bisher at-equity) einbezogen und ist somit seit 1.7.2011 zu 50 % in den operativen Konzernergebnissen enthalten. Zeitgleich wurde die Bramac Gruppe per 30.6.2011 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Das Ergebnis der Bramac Gruppe ist im Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2011 zu 50 % quotal enthalten.

Weiters wurde per 1.8.2011 die Euroceramic Gruppe, bestehend aus Euroceramic B.V. in den Niederlanden, Euroceramic GmbH in Deutschland sowie Euroceramic SARL in Frankreich auf Basis vorläufiger Werte in den Konzernabschluss einbezogen.

Ende Dezember 2011 wurde die deutsche Ziegelwerk B GmbH veräußert und entkonsolidiert. Im Konzernabschluss sind die Ergebnisse des Unternehmens in der Berichtsperiode bis zum Entkonsolidierungszeitpunkt enthalten.

Die Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen und für den Erwerb der quotal einbezogenen Tondach Gruppe ergeben sich aus den Eröffnungsbilanzen der erworbenen Unternehmen, der erstmals quotal einbezogenen Unternehmen sowie aus den Kaufpreisen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile wie folgt:

in TEUR Buchwerte Anpassung Konzernwerte
Langfristiges Vermögen 115.501 4.333 119.834
Kurzfristiges Vermögen 62.471 -3.873 58.598
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 70.686 -5.483 65.203
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 73.744 -2.690 71.054
Erworbenes Reinvermögen 33.542 8.633 42.175
Zugang nicht beherrschende Anteile -245
Positive Unterschiedsbeträge (Firmenwerte) 1.693
Negative Unterschiedsbeträge -2.232
Nettoverschuldung -8.025
Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 33.366
Erwerb nicht beherrschende Anteile 2.534
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 35.900

Die zwischen den beizulegenden Zeitwerten des erworbenen Reinvermögens und den Kaufpreisen identifizierten negativen Unterschiedsbeträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der in Folge der Veränderung der Einbeziehungsart von Tondach Gleinstätten entstandene Bewertungseffekt der bisher at-equity bilanzierten Beteiligung wurde mit dem negativen Unterschiedsbetrag saldiert dargestellt.

Im Zeitraum 1.1.2011 bis 31.12.2011 erzielten die erworbenen und die erstmals quotal einbezogenen Unternehmen einen Umsatz von 125.830 TEUR und ein operatives EBITDA in Höhe von 18.904 TEUR.

Die Auswirkungen aller beschriebenen Konsolidierungskreisänderungen auf die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Konzernbilanz stellen sich für 2011 (bzw. ab dem/im Erst- und Endkonsolidierungszeitpunkt) wie folgt dar:

in TEUR 2011
Umsatzerlöse 120.084
EBITDA operativ 20.247
EBIT 11.779
Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2011 in TEUR 31.12.2011
Langfristiges Vermögen 79.627 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 48.792
Kurzfristiges Vermögen 14.236 Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 45.071
93.863 93.863

Die im Berichtsjahr entkonsolidierten Gesellschaften schieden mit folgenden Buchwerten aus dem Konsolidierungskreis aus:

Aktiva Passiva
in TEUR 31.12.2011 in TEUR 31.12.2011
Langfristiges Vermögen 29.048 Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 18.574
Kurzfristiges Vermögen 8.216 Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 18.690
37.264 37.264

5. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung bei voll- bzw. quotenkonsolidierten verbundenen Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden im Erwerbszeitpunkt die Anschaffungskosten dem neu bewerteten Reinvermögen (Eigenkapital) des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt. Vermögensgegenstände, Schulden und Eventualschulden werden nach IFRS 3, soweit identifizierbar, bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt; ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital wird als Firmenwert im jeweiligen Segment in Landeswährung aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die Firmenwerte werden gemeinsam mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Geschäftsbereichen), denen sie zugeordnet sind, zumindest jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen und im Falle einer Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Werden Ereignisse beobachtet, die auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen, so werden die betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anlassbezogenen Werthaltigkeitstests unterzogen (siehe 8. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Für die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen gelten die gleichen Eigenkapitalkonsolidierungsgrundsätze wie im Rahmen der Voll- und Quotenkonsolidierung, wobei im Falle unwesentlicher Abweichungen die lokalen Bewertungsmethoden beibehalten werden.

Alle Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen den voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen des Konsolidierungskreises werden entsprechend ihrem Beteiligungsanteil eliminiert. Abzinsungen und sonstige einseitig ergebniswirksame Buchungen werden ergebniswirksam ausgebucht und die darauf entfallenden latenten Steuern in Ansatz gebracht. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen sind eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Wurde im Rahmen eines Unternehmenserwerbs den Verkäufern eine Verkaufsoption gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können, so wird diese als Verbindlichkeit passiviert und mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Demzufolge werden die nicht beherrschenden Anteile an der im Jahr 2008 erworbenen Sandtoft Ltd. unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

6. Geschäftssegmente

Die Wienerberger Gruppe steuert die Geschäftstätigkeit nach geographischen Kriterien und unterscheidet nach der internen Berichtsstruktur als strategische Geschäftssegmente die Regionen Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika sowie das Segment Beteiligungen und Sonstiges, das neben der Unternehmenszentrale und Beteiligungen auch die Region Indien sowie die Rohraktivitäten umfasst. Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach gemäß IFRS 8 und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Wienerberger AG als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.

Die Berichte an die verantwortliche Unternehmensinstanz beinhalten neben der zentralen Erfolgsgröße EBITDA operativ, anhand der die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt, auch die Ergebnisgrößen Umsatz, EBIT, Finanzergebnis und Ergebnis nach Steuern, weshalb diese ebenso in der Darstellung der Geschäftssegmente enthalten sind. Die Aufteilung von Umsatz, EBITDA operativ, EBIT, Finanzergebnis, Ertragsteuern, Ergebnis nach Steuern, Vermögen, Fremdkapital, Capital Employed sowie Gesamtinvestitionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis sind lediglich Eliminierungen von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Geschäftssegmenten enthalten. Wienerberger erzielt mit keinem externen Kunden mehr als 10 % des Umsatzes.

7. Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Gesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Diese ist für sämtliche Gesellschaften die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Alle Bilanzpositionen mit Ausnahme jener des Eigenkapitals werden mit dem Devisenmittelkurs zum 31.12.2011 umgerechnet. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden als Vermögenswert in der lokalen Währung bilanziert und ebenfalls mit dem Devisenmittelkurs zum Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen konvertiert.

Nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung eingestellt. Ebenso werden Währungsumrechnungsdifferenzen zwischen dem Stichtagskurs innerhalb der Bilanz und dem Durchschnittskurs innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Das währungsbedingte Translationsrisiko aus den amerikanischen, Schweizer, englischen und einzelnen osteuropäischen Ziegelaktivitäten wird durch den Abschluss von Währungsswaps eingeschränkt. Dabei wird in Höhe des abzusichernden Teils der auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte ein Fremdwährungs-Euro Währungsswap abgeschlossen.

Im Berichtsjahr wurden Stichtagsumrechnungsdifferenzen (einschließlich jener auf nicht beherrschende Anteile entfallenden) von -33.665 TEUR (Vorjahr: 83.617 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen. Aus Sicherungsgeschäften (Hedging Transaktionen) wurden insgesamt -4.549 TEUR (Vorjahr: -25.507 TEUR) im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in EUR 31.12.2011 31.12.2010 2011 2010
100 Britische Pfund 119,71747 116,17775 115,22639 116,55545
100 Bulgarische Lev 51,12997 51,12997 51,12997 51,12996
100 Dänische Kronen 13,45135 13,41652 13,42163 13,42773
100 Kanadische Dollar 75,67159 75,06380 72,67798 73,22379
100 Kroatische Kuna 13,26788 13,54463 13,44298 13,71912
100 Norwegische Kronen 12,89657 12,82051 12,83137 12,49151
100 Polnische Zloty 22,43158 25,15723 24,27157 25,03070
100 Rumänische Lei 23,13048 23,46316 23,58949 23,74026
100 Russische Rubel 2,39435 2,44978 2,44593 2,48298
100 Schwedische Kronen 11,22083 11,15387 11,07469 10,48215
100 Schweizer Franken 82,26390 79,97441 81,12445 72,42478
100 Tschechische Kronen 3,87792 3,99026 4,06643 3,95435
100 Ungarische Forint 0,31788 0,35978 0,35795 0,36303
100 US-Dollar 77,28573 74,83910 71,85255 75,40567

8. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss wurde auf Basis der folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt:

Umsatzrealisierung: Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind.

Immaterielles Anlagevermögen: Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit identifizierbar, mit deren Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt.

Sachanlagevermögen: Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare oder nutzungsbedingte (Tongruben) Abschreibungen, angesetzt. Bei selbst erstellten Anlagen werden angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs, aktiviert. Während der Bauphase von qualifizierten Gegenständen des Anlagevermögens werden gemäß IAS 23 die anfallenden Fremdkapitalkosten unter den Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen, die in Komponenten aufgeteilt werden (Komponenten-Ansatz). Dafür werden folgende Nutzungsdauern angesetzt:

Produktionsgebäude (inkl. Lagerhallen) 40 Jahre Öfen und Trockner 8 – 20 Jahre
Verwaltungsgebäude 40 – 50 Jahre Sonstige Maschinen 5 – 15 Jahre
Wohngebäude 40 – 50 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 10 Jahre
Gebäudeinfrastruktur 15 – 30 Jahre Sonstiges immaterielles Anlagevermögen 3 – 10 Jahre

Reparaturkosten, die die geplante Nutzungsdauer nicht verlängern, werden als laufender Aufwand verbucht. Die laufende Abschreibung wird ausgesetzt, wenn eine Anlage gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung vorgesehen qualifiziert wird.

Werden Anlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst, sofern es sich um jährlich wiederkehrende vergleichbare Vorgänge handelt.

Gemietete Sachanlagen, die aus einer wirtschaftlichen Betrachtung als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden in Übereinstimmung mit IAS 17 (Leasingverhältnisse) zu jenen Anschaffungskosten angesetzt, die im Falle des Kaufs angefallen wären. Die Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags.

Firmenwerte: Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, werden gemäß IFRS 3 zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal im Jahr auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht.

Wertminderungen von Firmen- und Vermögenswerten: In der Wienerberger Gruppe werden Werkseinheiten länderweise zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammengefasst. Diese werden gemäß IAS 36 ebenso wie Vermögenswerte, bei denen Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, regelmäßig auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht. Dazu werden mindestens einmal im Jahr in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die Buchwerte der zugerechneten Firmen- und Vermögenswerte mit den summierten Barwerten (Abzinsung zu durchschnittlichen gewichteten Gesamtkapitalkosten nach Steuern) der zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse (Nutzwert) verglichen und wenn nötig auf den errechneten Nutzwert oder einen möglichen Einzelveräußerungs- bzw. Liquidationswert abgeschrieben. Für die Wienerberger Gruppe wird der Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet.

Die zukünftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse basieren auf der jeweils aktuellsten internen Planung, welche zuletzt für den Planungshorizont (2012-2015) erstellt wurde. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft und im folgenden Planungsprozess berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung der Detailplanungsperioden (2012-2015), wobei unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Einzahlungsüberschuss der darauffolgenden Planungsperiode als nachhaltig erzielbar angesehen wird und als Basis für die Errechnung des Barwerts einer unendlichen Rente dient. Die Werthaltigkeitstests werden bei Wienerberger mindestens einmal jährlich im Anschluss an die Unternehmensplanung erstellt. Geben Hochrechnungen und Analysen während eines Berichtsjahrs Anlass zur Vermutung, dass negative Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu erwarten sind, so wird darin ein auslösendes Ereignis für die erneute Beurteilung der Werthaltigkeit der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gesehen.

Konzernabschluss Konzernanhang

In diesem Fall werden die Werthaltigkeitstests auf Basis aktualisierter Planungsdaten neu gerechnet und um Stresstests erweitert.

Der wesentliche Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt-, Mengen- und Preisentwicklungen. Die Nutzwertermittlung basiert daher auf Prognosen von statistischen Ämtern (z.B. Euroconstruct) und Erfahrungswerten des Managements. Die Einschätzung der Kostenstrukturen innerhalb der gesamten Wienerberger Gruppe erfolgt dabei durch eine Extrapolation von Erfahrungswerten und aufgrund makroökonomischer Prognosen.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn Gründe für eine Wertminderung von Sachanlagen wegfallen bzw. eine Wiederverwertbarkeit von abgewerteten Sachanlagen gegeben ist. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden unter Beachtung von IAS 36 und IFRIC 10 nicht wieder zugeschrieben.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Anteile an assoziierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen: Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden, sofern es sich nicht um Anteile von untergeordneter Bedeutung handelt, nach der Equity-Methode bewertet. Sonstige Beteiligungen werden mit Anschaffungskosten angesetzt und lediglich im Falle von nachhaltigen Wertminderungen abgeschrieben. Der Ausweis von Abschreibungen und Zuschreibungen erfolgt im Finanzergebnis.

Vorräte: Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. Bei der Bewertung der Vorräte kommt das gleitende Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Bei der Ermittlung der Herstellkosten werden die direkt zurechenbaren Kosten und die anteiligen Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung (zwischen 85 und 100 % der Kapazität) einbezogen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellkosten im Umlaufvermögen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Emissionszertifikate: Gemäß IAS 20 und IAS 38 bewertet Wienerberger jene Emissionszertifikate, die aufgrund der EU-Emissionshandelsrichtlinien RL 2003/87/EG und RL 2009/29/EG gratis zugeteilt wurden, mit Anschaffungskosten von null. Übersteigen die Emissionen die gratis zugeteilten Zertifikate, so erfolgt die Bewertung der fehlenden Zertifikate mit deren Marktwert am Bilanzstichtag. Entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu deren Marktwert am Bilanzstichtag bilanziert.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. IAS 39 unterscheidet die Kategorien Kredite und Forderungen (loans and receivables), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held to maturity), zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit or loss), die sich wiederum aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (financial assets/liabilities held for trading) und aus Finanzinstrumenten, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden (designated as at fair value through profit or loss upon initial recognition), zusammensetzen.

Kassageschäfte von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Erhalt von Cashflows daraus erloschen sind.

Kredite und Forderungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Langfristige zinsenlose oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Wienerberger verfügt über keine bis zur Endfälligkeit gehaltenen aktiven Finanzinstrumente.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet, wobei aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte resultierende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen sind. Wienerberger hält keine originären Finanzinstrumente zu Handelszwecken.

Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen. Die von Wienerberger gehaltenen originären Finanzinstrumente, die weder den liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten noch den Krediten und Forderungen zuzurechnen sind, werden somit als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente erfasst. Diese werden zum beizulegenden Wert bewertet, wobei aus der Änderung der beizulegenden Werte resultierende Gewinne und Verluste bis zu deren Abgang erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Davon ausgenommen sind Abschreibungen im Falle von wesentlichen und dauerhaften Wertminderungen. Der beizulegende Wert ermittelt sich für börsenotierte Wertpapiere aus den Börsekursen, wohingegen nicht börsenotierte finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von etwaigen Marktwertänderungen bewertet werden. In der Periode des Abgangs werden die bislang im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, erhaltene Schecks, Sichtguthaben sowie Termineinlagen bei Finanzinstitutionen.

Rückstellungen: Die Rückstellungen für Abfertigungen – vorwiegend für österreichische Dienstnehmer – werden auf Basis einer versicherungsmathematischen Berechnung unter Zugrundelegung eines Pensionseintrittsalters von 65 (Männer) bzw. 60 (Frauen) Jahren und eines Rechnungszinssatzes von 4,75 % (Vorjahr: 4,8 %) nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) berechnet.

In der Wienerberger Gruppe gibt es beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution Plan) bestehen nach der Zahlung der Prämien keine weiteren Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Bei leistungsorientierten Pensionszusagen (Defined Benefit Plan) wird dem Mitarbeiter ein bestimmter Pensionsbetrag zugesagt. Das Risiko bezüglich der tatsächlichen Pensionsauszahlungshöhe wird bis zum Auszahlungszeitpunkt vom Unternehmen getragen. Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) errechnet. Bei der Bewertung von Altersversorgungsleistungen finden zukünftige Gehaltssteigerungen und Steigerungen leistungsorientierter Zusagen Berücksichtigung. Den Berechnungen liegt ein landespezifischer Rechnungszinsfuß zwischen 3,2 % und 5,0 % (Vorjahr: 4,0 % – 6,0 %), eine erwartete Einkommensentwicklung von 1,8 % – 3,0 % (Vorjahr: 2,0 % – 5,0 %), erwartete Rententrends von 2,4 % – 7,5 % (Vorjahr: 2,0 % – 8,0 %), durchschnittliche Fluktuationen von 1,5 % – 2,3 % (Vorjahr: 2,0 % – 4,0 %) und erwartete Erträge auf das Planvermögen von 4,2 % – 7,5 % (Vorjahr: 4,0 % – 8,0 %) zugrunde. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen wird von Versicherungsmathematikern durchgeführt.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden jene US-amerikanischen Verpflichtungen, welche die Abgeltung von Krankheitskosten ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand betreffen, in der Position Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Planvermögen saldiert, welches für die Abdeckung der Verpflichtungen gehalten wird. Die die Pensionsverpflichtungen übersteigenden Marktwerte des Planvermögens sind innerhalb der sonstigen kurzfristigen Forderungen ausgewiesen.

Wesentliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nicht im Jahr des Entstehens ergebniswirksam erfasst, sondern nach der Korridormethode über die verbleibende Restdienstzeit der aktiven Belegschaft amortisiert.

Rekultivierungsverpflichtungen für Tongruben werden beim Erwerb der Tongruben gemäß IAS 16 passiviert. Die der Rekultivierungsverpflichtung zugrunde gelegten Annahmen richten sich im Wesentlichen nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die Rekultivierungsverpflichtungen für vor dem Jahr 2005 erworbene Tongruben werden gemäß der Übergangsregelung des IAS 16 auf Basis der abgebauten Menge passiviert. Sonstige Verbindlichkeiten, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind, werden gemäß IAS 37 passiviert.

Latente Steuern: In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz in die latente Steuerabgrenzung einbezogen. Für die Abgrenzung werden – unter Beachtung des lokalen Steuersatzes des betroffenen Konzernunternehmens – die bei der Auflösung der Unterschiedsbeträge erwarteten künftigen Steuersätze angewandt. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen waren.

Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst. Eine Bewertung erfolgt daher zum Restbuchwert (at amortized cost). Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Wienerberger hat bislang keinen Gebrauch vom Wahlrecht gemacht, beim erstmaligen Ansatz finanzielle Verbindlichkeiten nach IAS 39 als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet einzustufen.

Zuschüsse der öffentlichen Hand: Wienerberger passiviert Zuschüsse der öffentlichen Hand zu ihren beizulegenden Zeitwerten und weist deren periodenkonforme Auflösung unter den sonstigen Erträgen aus.

Sicherungsgeschäfte: Wienerberger wendet die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften gemäß IAS 39 zur Absicherung von Bilanzposten (Translationsrisiko) sowie zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Transaktionsrisiko) an. Als Cashflow Hedge wird die Absicherung gegen Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten bezeichnet. Die Marktbewertung der effektiven Sicherungsinstrumente erfolgt erfolgsneutral (Hedging Reserve). Nicht effektive Anteile werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Ebenso erfolgt die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral, wobei alle Wertänderungen des effektiven Anteils des eingesetzten Sicherungsinstruments unter der Hedging Reserve, wie auch das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung der besicherten Investition im sonstigen Gesamtergebnis im Eigenkapital ausgewiesen werden. Bei der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts (Fair Value Hedge) hingegen erfolgt eine erfolgswirksame Anpassung der Zeitwerte des als Sicherungsinstrument eingesetzten Derivats unter der ebenso erfolgswirksamen Anpassung des Grundgeschäfts um den auf das besicherte Risiko entfallenden Gewinn und Verlust (Basis Adjustment).

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Zins- und Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für börsenotierte Wertpapiere werden dazu die aktuellen Kurse herangezogen; für nicht börsenotierte Zinsinstrumente werden die beizulegenden Zeitwerte durch Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes ermittelt. Gemäß IAS 39 werden derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Hedge-Beziehung befinden, der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading) zugerechnet. Bei Derivaten in Hedge-Beziehungen werden nur jene, die nicht Teil effektiver Sicherungsstrategien sind, erfolgswirksam bewertet (ineffektive Anteile); der Ausweis erfolgt im Finanzergebnis.

Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen und dem vorgesehenen Anteil für Hybridkapitalbesitzer durch die gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (abzüglich der eigenen Aktien) dividiert wird. Aufgrund des ausgelaufenen Aktienoptionsplans bestehen Optionsrechte für Wienerberger Manager, die grundsätzlich einen verwässernden Effekt auf das Ergebnis je Aktie haben.

Schätzungen: Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden müssen, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Im Einzelnen wurden bei der von Aktuaren vorgenommenen versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionsplänen und Abfertigungsansprüchen Annahmen über den erwarteten Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen, Fluktuationsraten sowie den Trend der Kosten für medizinische Versorgung getroffen. Ebenso basiert die Festlegung der Nutzungsdauern von Sachanlagen auf Schätzungen, die auf Erfahrungswerten aus dem Betrieb vergleichbarer Anlagen beruhen. Die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierung erfolgt durch die bestmögliche Schätzung des zukünftig erwarteten Rekultivierungsaufwands von Tongruben und eines langfristigen Diskontierungszinssatzes. Des Weiteren erfolgt die Beurteilung der Realisierbarkeit von latenten Steuern durch die Einschätzung des Managements, ob eine Verwertbarkeit aller aktiven latenten Steuern gegeben ist.

Insbesondere bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Anlagen werden vom Management Schätzungen und zukunftsbezogene Annahmen über die in den Planungsperioden erwarteten Einzahlungsüberschüsse und Kapitalkostensätze der Wienerberger Gruppe sowie einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten getroffen. Die vorgenommenen Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung getroffen, bauen auf Erfahrungswerten auf und berücksichtigen die verbleibende Unsicherheit in einer angemessenen Weise.

Verrechnungspreise: Zwischen den einzelnen operativen Segmenten bestehen nur teilweise regionale Liefer- und Leistungsbeziehungen. Bei Warenlieferungen erfolgt die Bestimmung konzerninterner Verrechnungspreise zu marktüblichen Bedingungen nach der Wiederverkaufspreismethode. Bei konzerninternen Leistungsbeziehungen erfolgt die Verrechnung zu marktüblichen Bedingungen nach der Kostenaufschlagsmethode.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

9. Umsatzerlöse

Der konsolidierte Umsatz stieg im Berichtsjahr um 16 % auf 2.023.706 TEUR. Bereinigt um die Effekte aus Konsolidierungskreis- und Wechselkursänderungen betrug das organische Umsatzwachstum 9 % (Vorjahr: -7 %). Im Geschäftssegment Zentral-Osteuropa entwickelte sich der Umsatz aufgrund von Mengen- und Preissteigerungen einerseits und aufgrund des Anteilstausches Bramac und Tondach andererseits positiv. Nord-Westeuropa war geprägt durch anhaltend steigende Nachfrage in Frankreich und Belgien. Zentral-Westeuropa wies ebenfalls aufgrund von Mengen- und Preissteigerungen in Deutschland ein deutliches Umsatzwachstum aus. Im Segment Nordamerika zeichnete sich keine Erholung ab, wobei der Umsatz aufgrund einer schwachen Nachfrage unter dem Vorjahresniveau lag. Im Segment Beteiligungen und Sonstiges stieg der Umsatz insbesondere durch den Beitrag der im Vorjahr erworbenen Steinzeug Gruppe. Der Konzernumsatz wurde durch Währungseffekte im Ausmaß von 5.011 TEUR verringert, was insbesondere auf die Abwertung des Polnischen Zloty und des US-Dollars zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse sind nach Regionen detailliert in der Darstellung der Geschäftssegmente auf den Seiten 104 und 105 aufgegliedert.

10. Materialaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind Material-, Instandhaltungsaufwendungen, Handelswareneinsätze und Aufwendungen für Energie enthalten:

in TEUR 2011 2010
Materialaufwand 288.121 251.684
Instandhaltungsaufwand 98.217 89.442
Handelswareneinsatz 147.534 135.635
Energieaufwand 307.557 268.477
Gesamt 841.429 745.238

Die ausgewiesenen Aufwendungen wurden durch die Veränderung des Bestands an Halb- und Fertigfabrikaten in Höhe von 6.646 TEUR (Vorjahr: 17.940 TEUR) erhöht. Dem gegenüber steht ein Ertrag aus Aktivierungen von Eigenleistungen und anteiligen Bauzeitzinsen beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 2.894 TEUR (Vorjahr: 7.371 TEUR).

Die Materialaufwendungen setzten sich aus Aufwendungen für Ton, Sand, Sägespäne und weitere Zuschlagsstoffe, Palettenverbrauch und sonstigen Verpackungsmaterialien zusammen. Instandhaltungsaufwendungen betreffen den Einsatz von Instandhaltungsmaterialien und sonstigen geringwertigen Ersatzteilen sowie Dienstleistungen von Dritten.

11. Abschreibungen, Wertminderungen von Anlagen und Firmenwertabschreibungen

Im Berichtsjahr sind in den Herstell-, Vertriebs-, Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen laufende Abschreibungen von 193.771 TEUR (Vorjahr: 189.708 TEUR) enthalten. Die Wertminderungen von Sachanlagen im Berichtsjahr betrugen 16.375 TEUR (Vorjahr: 10.442 TEUR) und sind auf Sonderabschreibungen aufgrund von Werksstilllegungen und Wertminderungen von Liegenschaften und sonstigen Sachanlagen zurückzuführen.

in TEUR 2011 2010
Laufende Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen 193.771 189.708
Firmenwertabschreibungen 2.565 0
Wertminderungen von Sachanlagen 16.375 10.442
Wertminderungen gesamt 18.940 10.442
Laufende Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen,
sonstigem immateriellen Anlagevermögen und Firmenwerten 212.711 200.150

Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich zusammen mit den Vermögensgegenständen gemäß IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht (Impairment Test). Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units) werden bei Wienerberger Werkseinheiten gesehen, die nach Ländern zusammengefasst und in großen Ländern nach regionalen Gesichtspunkten weiter differenziert werden. Im Berichtsjahr wurden in der Wienerberger Gruppe auf diese Weise rund 50 zahlungsmittelgenerierende Einheiten unterschieden.

Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests auf Basis der aktuellsten Mittelfristplanung für die Perioden 2012-2015 ergaben einen Abwertungsbedarf der Firmenwerte in Höhe von 2.565 TEUR. Für diese Werthaltigkeitstests wurde für die Wienerberger Gruppe ein Gesamtkapitalkostensatz nach Steuern von 6,98 % (Vorjahr: 6,69 %) ermittelt, wobei wiederum in den USA mit 6,07 % (Vorjahr: 6,13 %), in Großbritannien mit 5,69 % (Vorjahr: 5,46 %), in Russland mit 10,72 % (Vorjahr: 11,12 %) und in Indien mit 9,81 % (Vorjahr: 11,01 %) länderspezifische Kapitalkostensätze Verwendung fanden. Die Annahmen zu den Wachstumsraten von grundsätzlich 1 % wurden beibehalten. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien wurde unverändert mit höheren Raten von bis zu rund 5 % gerechnet.

Bei einer Veränderung einzelner makroökonomischer Parameter im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurde ein Wertminderungsbedarf von rund 25 MEUR ermittelt, wobei der dem Kapitalkostensatz zugrunde liegende risikolose Zinssatz um 100 Basispunkte angehoben wurde und die Wachstumsraten in allen Wienerberger Märkten halbiert wurden.

12. Personalaufwand

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

in TEUR 2011 2010
Löhne 214.786 186.365
Gehälter 197.980 175.287
Leihpersonal (permanent) 15.758 12.080
Aufwendungen für Abfertigungen 8.732 6.889
Aufwendungen für Altersversorgung 3.366 7.317
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
101.325 89.670
Sonstige Sozialaufwendungen 12.877 11.729
Personalaufwand 554.824 489.337

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2011 betrugen 3.567 TEUR (Vorjahr: 1.592 TEUR), davon entfallen 1.621 TEUR (Vorjahr: 1.592 TEUR) auf fixe und 1.946 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) auf variable Gehaltsbestandteile. Für aktuell tätige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 495 TEUR (Vorjahr: 644 TEUR) an Pensionsaufwendungen in Form von Beiträgen zu Pensionskassen (beitragsorientierte Zusagen) verbucht. An frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden Zahlungen von 794 TEUR (Vorjahr: 776 TEUR) getätigt.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010 Bezüge von insgesamt 174 TEUR (Vorjahr: 170 TEUR) im Berichtsjahr ausbezahlt.

Haftungen für Kredite sowie Firmenkredite von Gesellschaften der Wienerberger Gruppe an Vorstände und Aufsichtsräte bestehen nicht.

13. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2011 2010
Gesamt davon in
Gemeinschafts
unternehmen
Gesamt davon in
Gemeinschafts
unternehmen
Mitarbeiter in Werken 8.697 649 7.906 325
Mitarbeiter in Verwaltung 1.086 106 1.004 59
Mitarbeiter im Vertrieb 3.035 171 2.938 201
Gesamte Mitarbeiter im Konzern 12.818 926 11.848 585
davon Lehrlinge 63 2 44 1

Durch Änderungen im Konsolidierungskreis erhöhte sich der Mitarbeiterstand um 419 Personen. Arbeitnehmer von anteilsmäßig einbezogenen Unternehmen sind entsprechend der Höhe der Beteiligung eingerechnet.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den Herstell-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten:

in TEUR 2011 2010
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 23.944 23.620
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 2.477 1.872
Transportaufwendungen für Zustellungen an Kunden 135.700 107.577
Aufwand für interne Transporte 53.140 46.748
Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen 6.439 6.854
Aufwendungen aus uneinbringlichen Forderungen 1.702 2.418
Aufwendungen für Dienstleistungen 102.127 90.493
Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing 40.179 37.837
Übrige 63.922 55.061
Sonstige betriebliche Aufwendungen 429.630 372.480

Eine Überleitung der Aufwendungen nach dem Gesamtkostenverfahren zu den Aufwendungen nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf Seite 122 dargestellt.

Die Dienstleistungsaufwendungen enthalten vor allem Aufwendungen für Reisen und Fahrten, Recht und Beratung, Werbung, Versicherungen sowie Telekommunikation. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer und alle Mitglieder des Netzwerks des Abschlussprüfers betrugen für die Prüfung des Konzernabschlusses im Berichtsjahr 1.242 TEUR (Vorjahr: 1.253 TEUR) und 228 TEUR (Vorjahr: 125 TEUR) für sonstige Leistungen.

Der übrige sonstige Aufwand setzt sich in erster Linie aus Aufwendungen für Provisionen, Patent- und Markenrechte, Bewirtungsaufwendungen, Reklamationen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zusammen. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beinhalten bei Wienerberger auch Kosten für Produktentwicklung, Verfahrenstechnik, Verbesserung von Umweltstandards sowie Labortätigkeiten. Die Entwicklungskosten nach erfolgreicher Forschung werden in der Regel in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens aktiviert. Im Jahr 2011 betrug der Forschungsaufwand 2.114 TEUR (Vorjahr: 1.821 TEUR). Auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr 572 TEUR (Vorjahr: 977 TEUR) aktiviert.

15. Sonstige betriebliche Erträge

in TEUR 2011 2010
Erträge aus dem Abgang von und Zuschreibung auf das Anlagevermögen exklusive Finanzanlagen 11.383 13.059
Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 3.821 3.727
Erträge aus Zuschüssen 4.232 3.572
Erträge aus Versicherungsansprüchen 563 8.285
Übrige 44.520 55.046
Sonstige betriebliche Erträge 64.519 83.689

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge sind umsatznahe Erlöse, die nicht Teil der unmittelbaren Umsatztätigkeit der Wienerberger Gruppe sind.

16. Überleitung Ergebnis nach Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren

In der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen nach einzelnen Funktionsbereichen gegliedert. Beim Gesamtkostenverfahren werden jedoch die einzelnen Aufwandsarten dargestellt und um Lagerbewegungen bei Halb- und Fertigfabrikaten im Rahmen von Bestandsveränderungen korrigiert, sodass der entsprechende Aufwand der verkauften Menge ausgewiesen wird. Der Zusammenhang der beiden Verfahren stellt sich wie folgt dar, wobei die Bestandsveränderungen und Kostenaktivierungen, die beim Bau von qualifizierten Vermögensgegenständen des Anlagevermögens anfallen, bei den Materialaufwendungen gezeigt werden:

2011
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 375.005 146.791 159.495 295.867 320.464 -2.610 77.967 1.372.979
Vertriebskosten 136.180 15.085 743 7.793 7.324 152.549 -2.967 137.091 453.798
Verwaltungskosten 0 0 0 8.469 1.265 81.811 -546 39.537 130.536
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 34.389 3.101 0 0 38.855 76.345
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -58.396 0 -58.396
136.180 390.090 147.534 210.146 307.557 554.824 -64.519 293.450 1.975.262
2010
in TEUR
Fracht
aufwand
Material
aufwand
Handels
wareneinsatz
Abschrei
bungen
Energie
aufwand
Personal
aufwand
Sonstige
Erträge
Sonstige
Aufwände
Gesamt
Herstellkosten 0 335.775 135.027 157.140 259.818 278.353 -11.132 83.840 1.238.821
Vertriebskosten 107.930 15.920 608 7.394 4.656 138.840 -2.219 120.885 394.014
Verwaltungskosten 0 0 0 10.226 855 72.144 -586 37.856 120.495
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
0 0 0 25.390 3.148 0 0 21.969 50.507
Sonstige betriebliche
Erträge
0 0 0 0 0 0 -69.752 0 -69.752
107.930 351.695 135.635 200.150 268.477 489.337 -83.689 264.550 1.734.085

17. Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis

Das Zinsergebnis und sonstige Finanzergebnis setzt sich nach den Kategorien des IAS 39 wie folgt zusammen:

2011
in TEUR
Gesamt Kredite und
Forderungen
FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 13.032 9.674 0 1.380 1.978
Zinsaufwand -50.841 0 -49.687 0 -1.154
Zinsergebnis -37.809 9.674 -49.687 1.380 824
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 131 0 0 131 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 8 0 0 8 0
Beteiligungserträge 139 0 0 139 0
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten -209 0 -341 132 0
Marktbewertung Fair Value Hedges 2.306 0 0 0 2.306
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -938 0 0 -938 0
Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumenten
-444 0 0 0 -444
Kursdifferenzen 4.641
Nettoergebnis 5.356 0 -341 -806 1.862
Bankspesen -3.237
Sonstiges Finanzergebnis 2.258 0 -341 -667 1.862
Gesamt -35.551 9.674 -50.028 713 2.686

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

2010 Kredite und
in TEUR Gesamt Forderungen FLAC 1) AfS 2) Derivate
Zinsertrag 14.065 8.653 0 1.415 3.997
Zinsaufwand -57.490 0 -55.049 0 -2.441
Zinsergebnis -43.425 8.653 -55.049 1.415 1.556
Beteiligungserträge von Dritten (Dividenden) 131 0 0 131 0
Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
Beteiligungserträge 131 0 0 131 0
Ergebnis aus Abgang von Finanzinstrumenten 152 0 0 152 0
Marktbewertung Fair Value Hedges -612 0 0 0 -612
Wertminderungen von Finanzinstrumenten -104 0 0 -104 0
Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen
Finanzinstrumenten
444 0 0 0 444
Kursdifferenzen -533
Nettoergebnis -653 0 0 48 -168
Bankspesen -3.119
Sonstiges -152
Sonstiges Finanzergebnis -3.793 0 0 179 -168
Gesamt -47.218 8.653 -55.049 1.594 1.388

1) Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities at amortized cost)

2) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (available for sale)

Während der Berichtsperiode wurden Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 896 TEUR (Vorjahr: 28 TEUR) erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die Veräußerung von Wertpapieren lieferte ein Ergebnis von 132 TEUR (Vorjahr: 152 TEUR). In der Kategorie zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente werden zudem Verluste von 938 TEUR (Vorjahr: 104 TEUR) erfolgswirksam erfasst, da bei den betroffenen finanziellen Vermögenswerten von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Der aus dem Rückkauf von Anleihen resultierende Verlust wird in der Kategorie Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen und beläuft sich auf 341 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die Marktbewertung der Fair Value Hedges lieferte einen positiven Beitrag zum Periodenergebnis in Höhe von 2.306 TEUR (Vorjahr: -612 TEUR). Die Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten in Höhe von -444 TEUR resultiert aus der Bewertung einer derivativen Verbindlichkeit in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25 %-Anteils der Semmelrock Gruppe.

Alle bei der Aufnahme von Anleihen anfallenden Transaktionsspesen und Disagios werden über die Laufzeit aufgelöst und gemäß Effektivzinsmethode im Zinsergebnis ausgewiesen.

18. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind sowohl die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

in TEUR 2011 2010
laufender Steueraufwand 17.508 3.763
latenter Steuerertrag -8.721 -9.644
Ertragsteuern 8.787 -5.881

Der effektive Steuersatz betrug im Berichtsjahr 17,7 % (Vorjahr: 14,4 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2011 gültigen österreichischen Körperschaftssteuersatz von 25 % (Vorjahr: 25 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 49.543 -40.820
Ertragsteuern zum Steuersatz von 25 % -12.386 10.205
Abweichende ausländische Steuersätze 6.331 7.111
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden -3.211 6.407
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen 1.549 -1.073
Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern -22.609 -35.054
Nicht-temporäre Differenzen 19.938 21.039
Steuersatzänderungen 1.601 -2.754
Effektivsteuerbelastung -8.787 5.881
Effektivsteuersatz in % 17,7 14,4

Auf andere Ergebnisbestandteile in der Gesamtergebnisrechnung wie die Marktbewertung zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente und Änderungen aus Sicherungsgeschäften, die nach Steuern ausgewiesen werden, wurden keine Steuereffekte erfasst, da diese Geschäfte ausschließlich die Wienerberger AG und die Wienerberger Finanzservice GmbH mit Sitz in Wien betreffen, welche derzeit aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine Effektivsteuerbelastung von 0 % aufweisen.

19. Ergebnis je Aktie, Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum Stichtag 117.526.764 Stück. Per 31.12.2011 wurden 2.472.706 (Vorjahr: 113.603) eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden. Daraus resultiert eine gewichtete Aktienanzahl von 116.757.783 für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für 2011.

in Stück 2011 2010
ausgegebene Aktien 117.526.764 117.526.764
eigene Aktien 2.472.706 113.603
gewichtete Aktien 116.757.783 116.528.229

Im Berichtsjahr 2011 kommt es nach IAS 33 zu keinem Verwässerungseffekt aus den Optionsprogrammen 2006 und 2007.

Das Ergebnis je Aktie von 0,08 EUR wird aus dem durch die gewichtete Aktienanzahl geteilten Ergebnis der Muttergesellschaft errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie von 0,08 EUR entspricht dem Ergebnis je Aktie für 2011.

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellte Einzelabschluss der Wienerberger AG zum 31.12.2011 die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 15.000.396,23 EUR aus. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 15.000.396,23 EUR auf das Grundkapital von 117.526.764 EUR eine Dividende in Höhe von 0,12 EUR je Aktie, das sind 14.103.211,68 EUR abzüglich eines anteiligen Betrags für eigene Anteile von 295.696,56 EUR somit 13.807.515,12 EUR, auszuschütten und den Restgewinn von 1.192.881,11 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

In der Gesamtergebnisrechnung wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, auf das Gesamtergebnis gemäß IAS 1 übergeleitet. Dieses umfasst insbesondere den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die Veränderung der Hedging Reserve sowie das Bewertungsergebnis von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Die Gesamtergebnisbestandteile werden nach Steuern ausgewiesen (siehe 18. Ertragsteuern).

Im Berichtsjahr resultierten negative Differenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von -33.665 TEUR (Vorjahr: 83.617 TEUR) vorwiegend aus dem polnischen Zloty, der tschechischen Krone und dem ungarischen Forint. Davon wurden zuvor in der Währungsrücklage ausgewiesene Differenzen in Höhe von 4.727 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) umgegliedert und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Auflösung von Umrechnungsdifferenzen in Folge von Kapitalmaßnahmen bei Gesellschaften in fremder Währung und um die Realisierung kumulierter Differenzen anlässlich der Entkonsolidierung der Bramac Gruppe.

Die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Investitionen in ausländische Teilbetriebe und Cashflow Hedges verminderte die Hedging Reserven nach Steuern um insgesamt 4.549 TEUR, was größtenteils auf den starken Schweizer Franken zurückzuführen ist. Im Berichtsjahr wurden keine zuvor im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Infolge des Jahresergebnisses nach Steuern von 40.756 TEUR (Vorjahr: -34.939 TEUR) resultiert aus dem Gesamtergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum somit ein Anstieg des Eigenkapitals von insgesamt 1.646 TEUR (Vorjahr: 23.143 TEUR).

Erläuterungen zum Cashflow Statement

Das Cashflow Statement der Wienerberger Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Zahlungsmittel (Fonds der liquiden Mittel) enthalten Kassa und Bankguthaben. Wertpapiere sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten zählen nicht zu den Zahlungsmitteln. Die Auswirkungen durch Akquisitionen und Veräußerungen von Gesellschaften sind dabei eliminiert und werden in der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen dargestellt. Die von ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt.

20. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten resultieren Ausgaben in Höhe von 122.371 TEUR (Vorjahr: 98.562 TEUR). Davon entfallen 102.527 TEUR (Vorjahr: 61.689 TEUR) auf Normalinvestitionen, die Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung enthalten, sowie 19.844 TEUR (Vorjahr: 36.873 TEUR) auf Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen. In der Position Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen von 35.900 TEUR (Vorjahr: 50.868 TEUR) wird der Kaufpreis für das anteilige Eigenkapital inklusive übernommener Schulden (debt-free company) dargestellt. Im Finanzanlagevermögen wurden Investitionen von 507 TEUR (Vorjahr: 320 TEUR) getätigt.

Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen:

in TEUR 2011 2010
Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 33.366 38.868
Erwerb nicht beherrschender Anteile 2.534 12.000
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 35.900 50.868

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 20.155 TEUR (Vorjahr: 18.717 TEUR). Aus diesen Anlagenabgängen resultieren Netto-Gewinne in Höhe von 8.848 TEUR (Vorjahr: 11.005 TEUR). Aus Unternehmensveräußerungen wurden Netto-Einzahlungen in Höhe von 43.657 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) erzielt.

127

Die Überleitung von Gesamtinvestitionen in Normal- und Wachstumsinvestitionen der Wienerberger Gruppe ergibt sich wie folgt:

in TEUR 2011 2010
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen 122.371 98.562
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 35.900 50.868
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 507 320
Gesamtinvestitionen inklusive Finanzanlagen 158.778 149.750
Instandhaltung und Investitionen in technologische Weiterentwicklung 102.527 61.689
Normalinvestitionen 102.527 61.689
Auszahlungen für Werkserweiterungen und Umweltinvestitionen 19.844 36.873
Netto-Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen 35.900 50.868
Wachstumsinvestitionen 55.744 87.741
Investitionen in das Finanzanlagevermögen 507 320
Wachstumsinvestitionen inklusive Finanzanlagen 56.251 88.061

Erläuterungen zur Bilanz

21. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist auf den Seiten 102 und 103 dargestellt. Der Einfluss aus der Veränderung des Konsolidierungskreises ist in einer gesonderten Spalte ausgewiesen. Als Währungsänderungen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den in Fremdwährung bilanzierenden Tochtergesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

Die Firmenwerte verteilen sich wie folgt auf die Geschäftssegmente:

in TEUR 2011 2010
Zentral-Osteuropa 58.647 63.221
Zentral-Westeuropa 54.703 55.678
Nord-Westeuropa 308.489 304.470
Nordamerika 177.404 170.110
Beteiligungen und Sonstiges 13.954 13.370
Firmenwerte 613.197 606.849

Die Firmenwerte in Nord-Westeuropa resultieren vor allem aus den Akquisitionen der Ziegelaktivitäten in Großbritannien (58.823 TEUR), des Dachziegelherstellers Sandtoft (27.166 TEUR) sowie des Dachziegelgeschäfts in Belgien, den Niederlanden und Frankreich (insgesamt 222.500 TEUR). In Nordamerika verteilen sich die Firmenwerte auf General Shale in den USA (165.455 TEUR) sowie auf Arriscraft in Kanada (11.949 TEUR).

Das sonstige immaterielle Anlagevermögen enthält im Wesentlichen erworbene Markenrechte, Patente und Konzessionen.

Im Anlagevermögen sind Grundwerte von 393.464 TEUR (Vorjahr: 363.009 TEUR) enthalten. Für Werksneubauten sind im Geschäftsjahr 2011 Bauzeitzinsen und Kursdifferenzen bis zur Fertigstellung in Höhe von 172 TEUR angefallen (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Wienerberger Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Das Sachanlagevermögen enthält aus Finanzierungsleasingverträgen folgende Vermögenswerte:

in TEUR 2011 2010
Anschaffungskosten 12.638 15.095
Abschreibungen (kumuliert) 3.048 3.931
Buchwert 9.590 11.164

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in TEUR 2011 2010
im folgenden Jahr 16.914 16.220
in den folgenden zwei bis fünf Jahren 38.250 44.076
über fünf Jahre 34.050 17.010

Zahlungen aus operativen Leasing-, Lizenz-, Miet- und Pachtverträgen betrugen 40.179 TEUR (Vorjahr: 37.837 TEUR).

In der Bilanzposition als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Liegenschaften und Gebäude mit einem Buchwert von 67.559 TEUR (Vorjahr: 58.231 TEUR) enthalten, die nicht im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Sie sind mittel- bis langfristig zur Veräußerung vorgesehen und somit als als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu qualifizieren (investment property). Die aus vergleichbaren Veräußerungsvorgängen abgeleiteten beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögensgegenstände werden mit 117.101 TEUR (Vorjahr: 84.033 TEUR) angenommen. Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschafteten diese Liegenschaften Miet- und sonstige Erträge von 638 TEUR (Vorjahr: 444 TEUR). Im Jahr 2011 wurden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien mit einem Buchwert von 1.442 TEUR (Vorjahr: 1.544 TEUR) veräußert. Vom gesamten Anlagevermögen sind Anlagen mit Buchwerten in Höhe von 508 TEUR und Marktwerten in Höhe von 739 TEUR zur Veräußerung vorgesehen, wobei es sich vorwiegend um Grundstücke und Gebäude permanent stillgelegter Werke handelt. Das Management geht in Anbetracht der derzeitigen Situation auf den Märkten für Industrieimmobilien nicht von einer Veräußerung innerhalb der nächsten 12 Monate aus, weshalb eine Klassifizierung im Sinne des IFRS 5 in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche nicht vorgenommen wird.

22. Vorräte

in TEUR 2011 2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 96.471 86.219
Unfertige Erzeugnisse 77.688 76.668
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 432.392 404.764
Geleistete Anzahlungen 1.748 1.995
Vorräte 608.299 569.646

Paletten werden in der Position Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen. Zugekaufter Ton wird gemeinsam mit selbst abgebautem Ton unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen. Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von 10.559 TEUR (Vorjahr: 10.285 TEUR) wurden bei jenen Produkten verbucht, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten ist. Zum 31.12.2011 belaufen sich die Buchwerte der auf den Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte auf 39.316 TEUR (Vorjahr: 33.746 TEUR).

23. Forderungen, Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Kredite und Forderungen

2011 2010
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
112.791 112.653 138 86.580 83.866 2.714
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
698 698 0 786 786 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.489 113.351 138 87.366 84.652 2.714
Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
20.300 20.300 0 21.967 21.967 0
Forderungen aus Darlehen 10.050 9.028 1.022 4.931 4.608 323
Gewährte Darlehen 30.350 29.328 1.022 26.898 26.575 323
Kredite und Forderungen 143.839 142.679 1.160 114.264 111.227 3.037

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Von den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten werden die erforderlichen Einzelwertberichtigungen direkt abgesetzt. Im Jahr 2011 wurden Wertberichtigungen von 1.702 TEUR (Vorjahr: 2.418 TEUR) berücksichtigt. Im Geschäftsjahr betrugen die Einzelwertberichtigungen 1,2 % der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gewährten Darlehen sowie weniger als 2 % des gesamten Forderungsbestands und werden daher nicht gesondert angeführt. Verkaufte Forderungen (Factoring) werden in Übereinstimmung mit der entsprechenden Regelung des IAS 39 ausgebucht. Zum Stichtag 31.12.2011 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 63.040 TEUR (Vorjahr: 45.291 TEUR) an Dritte verkauft. Die Forderungen gegenüber Konzernunternehmen resultieren überwiegend aus Darlehensbeziehungen gegenüber quotal und at-equity einbezogenen Gesellschaften. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Betrag von 4.820 TEUR (Vorjahr: 4.645 TEUR) wechselmäßig verbrieft.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

2011 2010
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
Buchwert Marktwert im Eigen
kapital
erfasste
Marktwert
änderung
Ø Effektiv
verzinsung
in TEUR in TEUR in TEUR in % in TEUR in TEUR in TEUR in %
Anteile Fonds 6.780 6.780 100 0,46 5.448 5.448 -356 0,63
Schuldtitel von Kapitalgesellschaften 28.970 28.970 -996 5,01 20.988 20.988 328 6,78
Aktien 6.452 6.452 0 - 6.452 6.452 0 -
Sonstige 936 936 0 - 1.780 1.780 0 -
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 43.138 43.138 -896 34.668 34.668 -28

Neben den in der Position Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sind die unter dem langfristigen Vermögen ausgewiesenen übrigen Finanzanlagen in Höhe von 5.440 TEUR (Vorjahr: 5.715 TEUR) ebenfalls dieser Kategorie zuzurechnen, womit deren Gesamtwert 48.578 TEUR (Vorjahr: 40.383 TEUR) beträgt.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

2011 2010
Buchwert
Marktwert
Buchwert Marktwert
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Derivate aus Cashflow Hedges 1.969 1.969 24.183 24.183
Derivate aus Fair Value Hedges 3.292 3.292 0 0
Sonstige Derivate 460 460 555 555
Derivate mit positivem Marktwert 5.721 5.721 24.738 24.738

Die in der Bilanz angeführten Buchwerte von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten von insgesamt 79.209 TEUR (Vorjahr: 86.304 TEUR) verteilen sich somit auf gewährte Darlehen in Höhe von 30.350 TEUR (Vorjahr: 26.898 TEUR), zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente von 43.138 TEUR (Vorjahr: 34.668 TEUR) sowie Derivate mit positiven Marktwerten von 5.721 TEUR (Vorjahr: 24.738 TEUR).

2011 2010
in TEUR Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Pensionsverpflichtung übersteigender
Marktwert des Fondsvermögens
7.025 7.025 0 5.906 5.906 0
Sonstige geleistete Vorauszahlungen 13.529 13.529 0 12.250 12.250 0
Übrige sonstige Forderungen 67.115 63.806 3.309 84.772 81.566 3.206
Sonstige kurzfristige Forderungen, geleistete
Vorauszahlungen und Rechnungsabgrenzungen
87.669 84.360 3.309 102.928 99.722 3.206

24. Sonstige Forderungen, geleistete Vorauszahlungen und Rechnungsabgrenzungen

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt und Forderungen gegenüber Sozialversicherungsträgern.

25. Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals der Jahre 2011 und 2010 ist auf den Seiten 100 und 101 dargestellt.

In der Hauptversammlung vom 14.5.2009 wurde ein genehmigtes Kapital im Ausmaß von 50 % des Grundkapitals (von damals 83.947.689 EUR) beschlossen. Hierbei handelte es sich um die Ermächtigung für die Durchführung einer regulären Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlage innerhalb von fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR oder 50 % des Grundkapitals durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen auf Inhaber oder Namen lautenden Stückaktien erhöht werden. Eine Durchführung kann gegebenenfalls in mehreren Tranchen erfolgen. Die Art der Aktien, der Ausgabekurs und die Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegen. Grundsätzlich haben die Aktionäre das gesetzliche Bezugsrecht. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in zwei besonderen Fällen auszuschließen. Erstens, für eine Kapitalerhöhung im Falle einer Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zweitens bei Mehrzuteilungsoptionen im Rahmen der Platzierung neuer Aktien der Gesellschaft (Greenshoe).

Weiters wurde der Vorstand in der Hauptversammlung vom 14.5.2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 41.973.844 Aktien oder 50 % des Grundkapitals der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzusetzen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014. Der Beschluss ermächtigt den Vorstand darüber hinaus, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eine bedingte Kapitalerhöhung zur Ausgabe neuer Aktien an Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen durchzuführen. Das Grundkapital kann bis maximal 41.973.844 EUR durch Ausgabe von bis zu 41.973.844 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden. Diese Erhöhung des Grundkapitals darf nur soweit durchgeführt werden, als Gläubiger der Wandelschuldverschreibung von ihrem Bezugs- oder Umtauschrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und der Vorstand beschließt, diese mit neuen Aktien zu bedienen. Eine Bedienung der Gläubiger der Wandelschuldverschreibung kann auch über eigene Aktien erfolgen.

Konzernabschluss Konzernanhang

Die Summe all dieser Kapitalmaßnahmen ist mit einer Ausgabe von bis zu 41.973.844 neuen Aktien (50 % des Grundkapitals 2009) beschränkt. Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2009 im Ausmaß von 33.579.075 Aktien verbleibt nur mehr ein genehmigtes Kapital von 8.394.769 EUR (7 % des derzeitigen Grundkapitals), das durch die Ausgabe von bis zu 8.394.769 neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien erhöht werden kann.

Zusätzlich wurde der Vorstand von der 140. ordentlichen Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einmalig oder mehrfach Genussrechte mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 200.000 Genussscheinen zu beschließen sowie die Ausgabebedingungen festzulegen. Diese Ermächtigung gilt bis zum 13.5.2014.

Der Vorstand wurde in der 141. ordentlichen Hauptversammlung der Wienerberger AG am 20.5.2010 ermächtigt, bis zu 10 % des Grundkapitals innerhalb von 30 Monaten höchstens zum Zweifachen des Börsenkurses vom 20.5.2010 zurückzukaufen. Wienerberger hat im Berichtsjahr von diesem Recht Gebrauch gemacht und zwischen 22.8.2011 und 17.11.2011 eigene Anteile im Ausmaß von 2.350.535 Stück zurückgekauft.

Wienerberger weist per 31.12.2011 ein Konzerneigenkapital von 2.459.924 TEUR gegenüber 2.525.675 TEUR im Vorjahr aus. Veränderungen ergaben sich einerseits insbesondere durch die Erhöhung der Gewinnrücklagen aus dem Einstellen des Jahresgewinns und andererseits durch eine Reduktion aufgrund der Zahlung des Hybridkupons und der Dividende. Außerdem verringerte sich das Eigenkapital aufgrund negativer Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung, der Verrechnung des Unterschiedsbetrags in Zusammenhang mit dem Kauf der nicht beherrschenden Anteile an Wienerberger Opekarna Ormoz d.d. in Slowenien und durch den Rückkauf von eigenen Anteilen.

Das Grundkapital der Wienerberger AG zum 31.12.2011 beträgt 117.526.764 EUR und verteilt sich auf 117.526.764 nennwertlose Stückaktien, denen allen die gleichen Rechte zukommen. Alle Aktien sind voll einbezahlt.

Die Wienerberger AG hat mit Wirkung vom 9.2.2011 den jährlichen Kupon in Höhe von 32.500 TEUR für die am 9.2.2007 begebene und unter dem Hybridkapital ausgewiesene Hybridanleihe ausbezahlt. Die Hybridanleihe ist eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige, unbefristete Anleihe im Umfang von 500.000 TEUR mit einem Kupon von 6,5 %, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach zehn Jahren Laufzeit hat die Wienerberger AG erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Hybridanleihe oder der Fortsetzung zu einem variablen Zinssatz (EURIBOR +325 bps). Nach IAS 32 handelt es sich somit um ein Eigenkapitalinstrument, weshalb die hierfür zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung in der Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt werden. Die Darstellung hat gemäß IAS 32 nach Steuern zu erfolgen. Nachdem die Wienerberger AG aufgrund von Verlustvorträgen aus Vorperioden eine effektive Steuerquote von 0 % aufweist, beträgt die Ausschüttung nach Steuern 32.500 TEUR. Im Berichtsjahr verminderte sich das Ergebnis je Aktie durch Kuponzinsen um 0,28 EUR.

Die Gewinnrücklagen von insgesamt 941.083 TEUR (Vorjahr: 943.869 TEUR) enthalten die Gewinnrücklagen der Wienerberger AG und sämtliche nicht im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminierten Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen. Das Konzernergebnis 2011 ohne Anteile anderer Gesellschafter ist innerhalb der Konzerngewinnrücklagen ausgewiesen.

In der Rücklage aus Währungsumrechnung werden alle im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Differenzen aus der Währungsumrechnung ausgewiesen, wobei die Differenzen von assoziierten Unternehmen gesondert ausgewiesen werden. In der Hedging Rücklage werden die im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen von Sicherungsgeschäften erfasst. Bei diesen Sicherungsgeschäften handelt es sich einerseits um Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftseinheiten (Net Investment Hedges) und andererseits um Sicherungsgeschäfte für Transaktionen in Fremdwährungen (Cashflow Hedges).

"Change of Control"-Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zu den Unternehmensanleihen 2005, 2010 und 2011, zur Hybridanleihe 2007 sowie den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2006 und 2008 enthalten.

Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren, wobei Dodge & Cox Inc. mit Sitz in San Francisco mehr als 10 % und First Eagle Investment Management LLC mit Sitz in New York im Jahr 2011 mehr als 5 % der Anteile an Wienerberger hält. Die Wienerberger Aktie notiert im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt.

26. Rückstellungen

Währungs Veränderung
Konsolidie
in TEUR 1.1.2011 änderungen rungskreis Auflösung Verbrauch Zuführung 31.12.2011
Rückstellungen für Abfertigungen 17.604 -36 1.765 440 4.440 5.997 20.450
Rückstellungen für Pensionen 51.308 491 534 4.595 5.741 3.332 45.329
Jubiläumsgeldrückstellungen 4.089 -81 -241 177 1.114 1.074 3.550
Personalrückstellungen 73.001 374 2.058 5.212 11.295 10.403 69.329
Latente Steuern 79.778 528 3.513 17.001 0 21.726 88.544
Garantierückstellungen 25.784 12 -8.173 560 2.309 2.287 17.041
Rekultivierungsrückstellungen 40.163 -811 2.227 2.521 2.672 3.834 40.220
Umweltrückstellungen 2.560 21 0 0 172 529 2.938
Sonstige langfristige Rückstellungen 68.507 -778 -5.946 3.081 5.153 6.650 60.199
Langfristige Rückstellungen 221.286 124 -375 25.294 16.448 38.779 218.072
Laufende Steuerrückstellungen 10.596 28 -1.066 393 8.711 3.353 3.807
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 52.649 -310 -2.095 7.556 12.233 19.515 49.970
Kurzfristige Rückstellungen 63.245 -282 -3.161 7.949 20.944 22.868 53.777
Rückstellungen 284.531 -158 -3.536 33.243 37.392 61.647 271.849

27. Pensionen und Leistungen an Arbeitnehmer

Bei Wienerberger haben Arbeiter und Angestellte in den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien, den USA und der Schweiz sowie einige Personen des Managements Pensionszusagen. Zielsetzung für künftige Pensionsregelungen sind beitragsorientierte Modelle. Bereits im Jahr 2004 wurden mehrere leistungsorientierte Pensionsvereinbarungen mit aktiven Managern in beitragsorientierte Pensionskassenmodelle umgewandelt und bisher erworbene Ansprüche an eine Pensionskasse übertragen. Daneben bestehen vereinzelt nicht fondsgebundene leistungsorientierte Pensionszusagen, vorwiegend an ehemalige Manager. Für die Pensionspläne bilden die geleisteten Dienstjahre die Grundlage. Die Altersversorgung der Mitarbeiter von General Shale Inc. (USA) beruht auf einem fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsplan sowie einer nicht fondsgebundenen (Alters-)Krankenversicherung. Der die gegenwärtige Pensionsverpflichtung übersteigende Marktwert des Planvermögens ist unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen. ZZ Wancor (Schweiz) hat ein fondsgebundenes beitragsorientiertes Pensionsmodell mit einer ausgelagerten Pensionskassa. Die von niederländischen Mitarbeitern erworbenen Ansprüche werden überwiegend durch Beiträge in einen industrieweiten niederländischen Pensionsfonds befriedigt. In Großbritannien existiert ein beitragsorientiertes Pensionsmodell für alle Mitarbeiter. Bei den im Jahr 2004 neu erworbenen Gesellschaften von thebrickbusiness gab es bis Ende 2003 ein leistungsorientiertes Modell. Die daraus resultierenden Verpflichtungen wurden rückgestellt. Ebenso wurde durch den Erwerb von Baggeridge im Jahre 2007 ein leistungsorientierter Pensionsplan übernommen. Für Mitarbeiter der Steinzeug Gruppe existieren zwei leistungsorientierte Pensionsmodelle. Die Akquisition von Euroceramic führte im Berichtsjahr mit zwei leistungsorientierten Pensionsmodellen zu einem Anstieg der Netto-Pensionsverpflichtung aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen. Im Berichtsjahr 2011 betrugen die Rückstellungen für Pensionen 45.329 TEUR und die gesamten Rückstellungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 65.779 TEUR.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter und die relevanten Bilanzierungsgrundsätze sind auf den Seiten 116 und 118 erläutert.

Der gesamte Pensionsaufwand des Jahres 2011 verteilt sich auf beitragsorientierte (defined contribution) und leistungsorientierte (defined benefit) Pensionspläne und setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

in TEUR 2011 2010 2009
Beitragsorientierte Pläne
Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne 5.028 5.290 4.721
Leistungsorientierte Pläne
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzu erworbenen Versorgungsansprüche (service cost) 276 1.581 2.287
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen Ansprüche (interest cost) 9.463 9.409 9.345
Erwarteter Ertrag auf das Planvermögen -7.855 -7.125 -5.957
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (actuarial gain/loss) 879 823 4.564
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -4.425 -40 -20
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen 0 -2.621 -3.948
Erträge/Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne -1.662 2.027 6.271
Gesamte Aufwendungen für Altersversorgung 3.366 7.317 10.992

Die Brutto-Pensionsverpflichtungen sind die von Versicherungsmathematikern berechneten Barwerte der Pensionsverpflichtungen. Von den gesamten Brutto-Pensionsverpflichtungen in Höhe von 198.716 TEUR (Vorjahr: 192.947 TEUR) sind 182.998 TEUR (Vorjahr: 177.566 TEUR) ganz oder teilweise durch Veranlagungen in Fonds abgedeckt. Die Überleitung von Brutto-Pensionsverpflichtungen auf bilanzierte Netto-Pensionsverpflichtungen erfolgt durch Abzug des nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands und der nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste unter Abzug des Marktwerts des Planvermögens.

Von den Netto-Pensionsverpflichtungen stammen 12.905 TEUR aus der US-amerikanischen (Alters-) Krankenversicherung. Eine Änderung des Kostentrends für medizinische Versorgungsleistungen führt zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf Zinsaufwand und leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen.

Die Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen und ihre Abdeckung durch Vermögen stellen sich wie folgt dar:

Brutto-Pensionsverpflichtung Marktwert Planvermögen
in TEUR 2011 2010 2009 2011 2010 2009
Wert per 1.1. 192.947 168.238 158.858 127.820 107.226 92.827
Veränderungen Konsolidierungskreis 534 12.093 471 0 4.626 632
Währungsänderungen 5.211 7.957 442 4.317 7.728 1.868
Aufwand für die im Wirtschaftsjahr hinzuerworbenen
Versorgungsansprüche (service cost) für
leistungsorientierte Pensionspläne
276 1.581 2.287 0
Kalkulatorischer Zinsaufwand der bereits erworbenen
Ansprüche (interest cost)
9.463 9.409 9.345 0
Erwarteter Ertrag auf das Plananlagevermögen 0 7.855 7.125 5.957
Auswirkung von Plankürzungen und Abgeltungen 0 -2.621 -3.960 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 4.477 3.643 10.066 -830 2.800 10.260
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -4.379 0 0 0
Auszahlungen an Rentner -9.997 -8.230 -9.424 -9.591 -8.230 -9.424
Einzahlungen von Mitarbeitern 184 877 153 184 877 153
Einzahlungen vom Arbeitgeber 0 0 0 5.413 5.668 4.953
Wert per 31.12. 198.716 192.947 168.238 135.168 127.820 107.226
Marktwert Planvermögen (funded) -135.168 -127.820 -107.226
Brutto-Pensionsverpflichtungen abzüglich
Planvermögen per 31.12. (unfunded)
63.548 65.127 61.012
Noch nicht erfasster nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
262 250 239
Noch nicht erfasste versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste (off-balance sheet risk)
-25.506 -19.975 -21.581
Netto-Pensionsverpflichtungen bilanziert 38.304 45.402 39.670
davon: Pensionsrückstellungen (S. 134) 45.329 51.308 44.970
davon: die Pensionsverpflichtung übersteigender
Marktwert des Fondsvermögens (S. 132)
7.025 5.906 5.300

Das Planvermögen resultiert aus den fondsgebundenen leistungsorientierten Pensionsmodellen in den USA sowie aus dem leistungsorientierten Pensionsmodell in Großbritannien. Der im Jahr 2011 erwartete Ertrag aus dem Planvermögen betrug 7.855 TEUR, der realisierte Ertrag belief sich auf 7.928 TEUR. Das Planvermögen wird in Form von Aktien (49 %), Anleihen (43 %) und sonstigen Vermögensgegenständen (8 %) gehalten. In Großbritannien erfolgte im Berichtsjahr eine Änderung der dem Plan, zugrunde liegenden Parameter, was eine Reduktion der Pensionsverpflichtung in Höhe von 4.379 TEUR zur Folge hatte.

Die wesentlichen Parameter der Pensionsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2011 2010 2009 2008 2007
Brutto-Pensionsverpflichtung 198.716 192.947 168.238 158.858 179.318
Marktwert Planvermögen (funded) 135.168 127.820 107.226 92.827 129.680
Brutto-Pensionsverpflichtungen abzüglich
Planvermögen per 31.12. (unfunded)
63.548 65.127 61.012 66.031 49.638

Abhängig von der Dienstzugehörigkeit haben österreichische Dienstnehmer aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung bei Pensionsantritt bzw. bei Kündigung durch den Arbeitgeber. Für diese zukünftige Verpflichtung werden Rückstellungen für Abfertigungen gebildet. Ähnliche Verpflichtungen gibt es in Frankreich und Italien.

28. Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen per 31.12.2011 und 31.12.2010 resultieren aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des Konzernabschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen:

2011 2010
in TEUR Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielles Anlagevermögen 5.059 -26.488 5.826 -23.412
Sachanlagen 7.376 -123.108 8.484 -116.235
Vorräte 3.174 -4.295 1.794 -11.526
Forderungen 4.921 -7.483 8.343 -12.863
Geleistete Vorauszahlungen 36.443 -65 26.642 -65
56.973 -161.439 51.089 -164.101
Unversteuerte Rücklagen 0 -18.028 0 -17.251
Rückstellungen 15.192 -2.069 20.294 -2.173
Verbindlichkeiten 7.108 -1.779 9.322 -3.699
Erhaltene Vorauszahlungen 2.092 -1.378 2.048 -1.367
24.392 -23.254 31.664 -24.490
Steuerliche Verlustvorträge 189.924 169.266
Aktive/Passive Steuerabgrenzung 271.289 -184.693 252.019 -188.591
Bewertungsabschlag für aktive latente Steuern -133.569 -110.960
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde
-96.149 96.149 -108.813 108.813
Saldierte aktive und passive Steuerabgrenzung 41.571 -88.544 32.246 -79.778

Im Konzern wurden für aktive Buchwertdifferenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 433.629 TEUR (Vorjahr: 378.884 TEUR) keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung im Rahmen der Mittelfristplanung noch nicht ausreichend gesichert ist. Das entspricht einer aktiven Latenz in Höhe von 133.569 TEUR (Vorjahr: 110.960 TEUR).

Für temporäre Unterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerabgrenzungen gebildet. Die kumulierten Anteile an Tochtergesellschaften überschreiten mit 444.356 TEUR (Vorjahr: 362.774 TEUR) die entsprechenden anteiligen Eigenkapitalien dieser Tochtergesellschaften.

29. Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt prinzipiell zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortized cost). Eine Ausnahme bilden Derivate mit negativen Marktwerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

2011
In TEUR
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon ding
lich besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.023.055 456.587 394.978 171.490 3.637
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.890 2.725 165 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
113 113 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 1.026.058 459.425 395.143 171.490 3.637
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
192.707 192.435 218 54 0
gegenüber Konzernunternehmen 412 412 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 193.119 192.847 218 54 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.884 3.884 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
56.953 56.594 302 57 0
Erhaltene Vorauszahlungen 12.177 7.482 4.106 589 0
Sonstige Verbindlichkeiten 98.368 89.537 8.784 47 0
Sonstige Verbindlichkeiten 171.382 157.497 13.192 693 0
Summe Verbindlichkeiten 1.390.559 809.769 408.553 172.237 3.637
2010
in TEUR
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
1-5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
davon ding
lich besichert
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 907.404 135.075 758.085 14.244 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4.306 1.327 2.665 314 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
gegenüber Konzernunternehmen
2.490 2.490 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 914.200 138.892 760.750 14.558 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
180.303 176.066 4.128 109 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Konzernunternehmen
671 671 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 180.974 176.737 4.128 109 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.673 1.766 907 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und
Sozialversicherungsträgern
44.597 42.679 1.691 227 0
Erhaltene Vorauszahlungen 16.381 6.270 9.672 439 0
Sonstige Verbindlichkeiten 90.235 80.893 8.771 571 0
Sonstige Verbindlichkeiten 153.886 131.608 21.041 1.237 0
Summe Verbindlichkeiten 1.249.060 447.237 785.919 15.904 0

In den langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind Verkaufsoptionen enthalten, durch deren Ausübung nicht beherrschende Anteile an Konzerngesellschaften an Wienerberger übertragen werden können (siehe 5. Konsolidierungsmethoden) sowie eine derivative Verbindlichkeit aus dem Erwerb nicht beherrschender Anteile an Semmelrock aus dem Jahr 2010.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit 42.118 TEUR (Vorjahr: 36.807 TEUR) gegenüber Mitarbeitern und mit 34.188 TEUR (Vorjahr: 28.384 TEUR) aus Abgrenzungen von Boni und sonstigen Erlösschmälerungen gegenüber Kunden. Die erhaltenen Vorauszahlungen beinhalten 4.297 TEUR (Vorjahr: 6.265 TEUR) Subventionen und Investitionszuschüsse von Dritten, die entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen langfristig ertragswirksam aufgelöst werden. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und Sozialversicherungsträgern sind Steuerschulden in Höhe von 36.874 TEUR (Vorjahr: 22.793 TEUR) ausgewiesen.

Unter den Finanzverbindlichkeiten sind Derivate mit negativen Marktwerten enthalten.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente

in TEUR 2011 2010
Derivate aus Cashflow Hedges 11.620 14.149
Derivate aus Fair Value Hedges 0 0
Sonstige Derivate 5.919 4.584
Derivate mit negativem Marktwert 17.539 18.733

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen somit 1.373.020 TEUR auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (financial liabilities at amortized cost), 11.620 TEUR auf Derivate in Hedge-Beziehungen, 5.000 TEUR auf eine derivative Verbindlichkeit in Zusammenhang mit dem Kauf des restlichen 25 %-Anteils der Semmelrock Gruppe und 919 TEUR auf sonstige Derivate.

Wienerberger hat im Berichtsjahr außer den Derivaten mit negativen Marktwerten keine finanziellen Verbindlichkeiten gehalten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die aus den Verbindlichkeiten resultierenden erwarteten Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Analyse der vertraglichen Cashflows

2011
in TEUR
Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
Anleihen -674.890 -251.576 -17.438 -17.438 -277.938 -110.500
Commercial Papers 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -489.932 -136.824 -122.398 -55.564 -149.143 -26.003
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken -57.547 -116 -2.211 -14.954 -25.347 -14.919
Originäre Finanzinstrumente -1.222.369 -388.516 -142.047 -87.956 -452.428 -151.422
Zinsderivate 9.493 -1.044 1.649 1.482 4.442 2.964
Devisentermingeschäfte, Swaps und derivative
Verbindlichkeit 15.162 29.652 -239 -5.000 -9.251 0
Derivative Finanzinstrumente 24.655 28.608 1.410 -3.518 -4.809 2.964
Vertragliche Cashflows -1.197.714 -359.908 -140.637 -91.474 -457.237 -148.458

Analyse der vertraglichen Cashflows

2010
in TEUR
Gesamt <6 Monate 6-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre >5 Jahre
Anleihen -577.397 -23.397 -12.188 -267.437 -274.375 0
Commercial Papers 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -377.248 -19.880 -85.983 -152.625 -116.400 -2.360
Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken -31.258 -114 -6.933 -267 -16.613 -7.331
Originäre Finanzinstrumente -985.903 -43.391 -105.104 -420.329 -407.388 -9.691
Zinsderivate -18 -18 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte, Swaps und derivative
Verbindlichkeit -18.733 -452 -5.640 -4.557 -6.090 -1.994
Derivative Finanzinstrumente -18.751 -470 -5.640 -4.557 -6.090 -1.994
Vertragliche Cashflows -1.004.654 -43.861 -110.744 -424.886 -413.478 -11.685

30. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse resultieren aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfallen auf:

in TEUR 31.12.2011 31.12.2010
Bürgschaften 49 190
Garantien 2.924 3.455
Sonstige vertragliche Haftungsverpflichtungen 2.328 2.329
Haftungsverhältnisse 5.301 5.974

Bei allen unter den Eventualschulden ausgewiesenen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist.

Über diese angeführten Haftungsverhältnisse hinausgehende sonstige finanzielle Verpflichtungen (off balance sheet risks) bestehen nur noch in Form von nicht erfassten versicherungsmathematischen Verlusten aus Pensionsverpflichtungen (siehe Seite 136).

Finanzinstrumente

31. Finanzinstrumente

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2011
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 130.675 147.726 130.783 5,40
HRK 4.000 512 531 5,25
148.238 131.314
Vorlagen EUR 91.275 91.874 91.312 3,11
CHF 3.884 3.230 3.195 2,03
GBP 16 20 19 7,95
95.124 94.526
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit fixer Verzinsung 243.362 225.840
Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2011
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Darlehen EUR 65.462 66.177 65.487 2,42
66.177 65.487
Vorlagen EUR 79.067 79.266 85.666 4,01
USD 1.095 846 846 0,00
Diverse - 201 201 -
80.313 86.713
Derivate EUR 12.539 12.539 12.539 -
12.539 12.539 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung 159.029 164.739 -
Währung Nominale Marktwert Buchwert zum
31.12.2011
Zinssatz
effektiv
in Tsd. Landeswährung in TEUR in TEUR in %
Anleihen – fix verzinst EUR 350.000 355.872 346.413 4,98
EUR 241.228 241.228 241.228 3,88
EUR 14.859 14.859 14.859 -
Darlehen – fix verzinst EUR 14.997 13.785 10.446 6,23
USD 296 314 343 0,00
Darlehen – variabel verzinst GBP 11.850 16.047 14.187 -
Derivate Verbindlichkeit EUR 5.000 5.000 5.000 -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken 647.105 632.476

Die Wienerberger AG platzierte im Juli 2011 zum Teil zur Refinanzierung der im Jahr 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten eine neue Anleihe mit einem Volumen von 100.000 TEUR und einer Laufzeit von sieben Jahren. Im Berichtsjahr wurden weitere 18.000 TEUR der im Jahr 2005 begebenen Anleihe zurückgekauft. Die Anleihen werden entsprechend ihrer Restlaufzeit unter den langfristigen bzw. kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die mit den Anleihen direkt in Zusammenhang stehenden Aufwendungen von 14.656 TEUR (Bankspesen und Zinsabsicherungsgeschäfte) wurden ergebnisneutral mit der Anleihe verrechnet. Die Unterschiedsbeträge werden über die Laufzeit der Anleihe ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode als Zinsaufwand ausgewiesen. In den Buchwerten der Anleihen sind Stückzinsen in der Höhe von 14.859 TEUR enthalten.

Durch den Abschluss von Zinsswaps kann die Art der Verzinsung (variabel, fix) getauscht werden. Auf Seite 148 ist die Struktur der Finanzverbindlichkeiten (variable und fixe Verzinsung) inklusive der Effekte aus den Zinsswaps dargestellt.

IFRS 7 verlangt die Klassifizierung der Finanzinstrumente in drei Ebenen, welche die Bewertungssicherheit widerspiegeln. Wienerberger verwendet folgende Hierarchiestufen, um Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen:

Konzernabschluss Konzernanhang

Level 1: Bewertung anhand von Marktpreisen für ein spezifisches Finanzinstrument.

  • Level 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die ausschließlich auf solchen Bewertungsparametern basieren, die am Markt beobachtbar sind.
  • Level 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind.

Sämtliche Finanzinstrumente, die in der Wienerberger Gruppe zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert werden, sind entweder Level 1 (Anteile Fonds, Schuldtitel von Kapitalgesellschaften und Aktien, siehe Anmerkung 23) oder Level 2 (Derivate, siehe Anmerkung 32) zuzurechnen. Wienerberger hat in der Berichtsperiode keine Umgliederung zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

32. Derivative Finanzinstrumente

Die Bewertung von Devisentermingeschäften in Form von individuellen OTC Geschäften erfolgt über den Preis von vergleichbaren Transaktionen. Der Marktwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den die jeweilige Gesellschaft bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde, oder zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt. Diese Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar und allen relevanten Marktteilnehmern zugänglich.

2011 2010
Währung Nominalbetrag Marktwert Währung Nominalbetrag Marktwert
31.12.2011
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2011
in TEUR
31.12.2010
in Tsd.
Landeswährung
31.12.2010
in TEUR
Devisentermingeschäfte EUR 41.707 134 EUR 38.202 341
CZK 80.000 88 CZK 145.000 -19
DKK 11.000 0 DKK 0 0
GBP 37.343 -1.205 GBP 19.458 580
HUF 130.000 15 HUF 420.000 -5
PLN 15.000 18 PLN 40.000 53
USD 0 0 USD 152.500 -415
Zinsswaps EUR 50.000 3.292 EUR 0 0
Cross Currency Swaps CAD/EUR 42.500 -1.575 CAD/EUR 0 0
CZK/EUR 351.800 662 CZK/EUR 0 0
CHF/EUR 80.000 -9.313 CHF/EUR 100.000 -13.724
GBP/EUR 4.320 -256 GBP/EUR 90.000 23.751
DKK/EUR 78.000 26 DKK/EUR 0 0
HUF/EUR 96.000 15 HUF/EUR 0 0
PLN/EUR 50.000 1.281 PLN/EUR 0 0
Derivative Verbindlichkeit EUR 5.000 -5.000 EUR 5.000 -4.557
-11.818 6.005

Risikobericht

Risikopolitische Grundsätze

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, der Hochbau im Allgemeinen sowie der Wohnungsneubau und die Renovierungsaktivität im Besonderen. Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und eines höheren Preisdrucks in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl, Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften (Wärmedämmung, Schallschutz, Erdbeben und Standsicherheit) sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frost- und Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unserer wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung also auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Beschaffungs-, Produktions-, Investitions- und Akquisitionsrisiken

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2011 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 307.557 TEUR (Vorjahr: 268.477 TEUR), oder 15,2 % (Vorjahr: 15,4 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 64 % auf Erdgas, zu 27 % auf Strom, zu 5 % auf Erdöl und zu 4 % auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Berichtsjahr den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2 Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2014 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (operational excellence), Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines erfolgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Finanzielle Risiken

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/ EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2011 bei 1,7 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ/Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 6,8, womit er deutlich den seit 2011 vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cashflows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe werden von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 43 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (21 %) und dem US-Dollar (7 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt. Die Expositionen von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Währungsrisiken sind in Anmerkung 31 dargestellt.

Konzernabschluss Konzernanhang

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern. Im Folgenden sind die Konzernumsätze sowie das Capital Employed, welches unter Berücksichtigung von Devisentermingeschäften und Währungsswaps berechnet ist, nach Währungen dargestellt.

2011 2010
Umsatz in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 1.161,9 57 971,3 55
Osteuropäische Währungen 414,0 21 379,1 22
US-Dollar 142,3 7 116,1 7
Sonstige 305,5 15 278,3 16
Konzernumsatz 2.023,7 100 1.744,8 100
2011 2010
Capital Employed in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Euro 1.619,6 58 1.610,9 58
Osteuropäische Währungen 441,8 16 633,7 23
US-Dollar 473,7 17 334,4 12
Sonstige 263,4 9 200,5 7
Capital Employed nach Hedging-Effekt 2.798,5 100 2.779,5 100

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 113,0 MEUR (Vorjahr: 87,4 MEUR) und ein um 1,0 MEUR (Vorjahr: 1,2 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verringerung des Ergebnisses nach Steuern von 0,5 MEUR (Vorjahr: 1,0 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Verringerung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Die Risikopositionen der Wienerberger AG gegenüber Zinsänderungsrisiken aus Verbindlichkeiten mit fixer und variabler Verzinsung sind unten aufgegliedert.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten (Seite 141 bis 143) um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

2011 2010
in TEUR Fix verzinst Variabel
verzinst
Fix verzinst Variabel
verzinst
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 839.129 183.926 717.286 190.118
Umgliederung kurzfristige fix verzinste Finanzverbindlichkeiten -350.614 350.614 -10.083 10.083
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) 49.371 -49.371 943 -943
Finanzverbindlichkeiten nach Hedging-Effekt 537.886 485.169 708.146 199.258

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen zeigen zum Bilanzstichtag gegliedert nach Regionen folgende maximale Exposition gegenüber Kreditrisiken:

2011 2010
Kreditrisiko in Mio. € Anteil in % in Mio. € Anteil in %
Westeuropa 103,3 57 99,3 58
Zentral-Osteuropa 29,3 16 33,4 19
Nordamerika 18,6 10 16,3 9
Sonstige Welt 29,4 17 23,6 14
Kreditrisiko des Konzerns 180,6 100 172,6 100

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 89 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend schlecht oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 25 Tage (Vorjahr: 24), die Vorratsumschlagshäufigkeit 123 Tage (Vorjahr: 126) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 40 Tage (Vorjahr: 51). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 108 Tagen im Jahr 2011 gegenüber 99 Tagen im Vorjahr.

Bezüglich Liquiditätsrisiken aus Verbindlichkeiten wird auf die Analyse der vertraglichen Cashflows auf 140 verwiesen.

Rechtliche Risiken

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10 MEUR gebildet, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor 2012 zu rechnen ist. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

In Indien besteht für Wienerberger das Risiko aus der Rückforderung einer Zollersparnis, sollte die Einhaltung von dazugehörigen Bedingungen nicht möglich sein.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger-Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die "Vertriebsakademie", den "Werksleiterlehrgang" und das "Ready4Excellence Programm" geschaffen. Dadurch sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger seine Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

Sonstige Angaben

33. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht)

Die Wienerberger AG platzierte am 11.1. 2012 eine Anleihe mit einem Volumen von nominal 200 MEUR. Die endgültige Zuzählung der Anleihe zu den Finanzverbindlichkeiten erfolgte am 1.2.2012. Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren und ist somit am 1.8.2015 fällig. Sie liegt in einer Stückelung von 1.000 EUR auf und ist mit einem fixen Kupon von 5 % verzinst.

Am 15.2.2012 gab Wienerberger den Erwerb des 50 %-Anteils an Pipelife vom Joint-Venture Partner Solvay um 162.000 TEUR bekannt. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kartellbehörde wird Wienerberger nach der Aufstockung auf 100 % das Unternehmen voll konsolidieren, somit erfolgt ein Wechsel der Einbeziehungsart des bisher at-equity bilanzierten Anteils von 50 %. Aufgrund dieser Transaktion erwartet Wienerberger eine Erhöhung des Umsatzes im Ausmaß von circa 800 MEUR und des operativen EBITDA in Höhe von rund 70 MEUR pro Jahr.

34. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Folgende Unternehmen und Personen werden als der Unternehmung nahestehend angesehen: Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, nicht konsolidierte Tochterunternehmen der Wienerberger AG sowie die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen. Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder der Wienerberger AG tätig sind, werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Geschäftsbeziehungen zu der Unternehmung nahe stehenden Personen, insbesondere zu Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, sind in Anmerkung 12 angeführt, soweit Zahlungen aus Vorstandsverträgen und Aufsichtsratsmandaten betroffen sind. Die von Mitgliedern des Vorstands gehaltenen Aktienoptionen sind in Anmerkung 35 ersichtlich. Transaktionen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und einem Mitglied des Aufsichtrats der Wienerberger AG betreffen im Wesentlichen bezogene Tonlieferungen von 157 TEUR (Vorjahr: 114 TEUR), Mietleistungen von 2.144 TEUR (Vorjahr: 1.596 TEUR) sowie Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markennamen von 2.755 TEUR (Vorjahr: 2.454 TEUR).

Die Wienerberger AG hat bereits im Jahr 2001 nicht betriebsnotwendige Liegenschaften sowie Geschäftszweige, die nicht als Kerngeschäft betrachtet wurden, schrittweise an die ANC Privatstiftung und deren Tochterunternehmen übertragen. Die ANC Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand mit drei Mitgliedern geleitet und verfügt über keinen Beirat. Begünstigte der Stiftung sind die Aktionäre der Wienerberger AG mit ihrem proportionalen Anteilsbesitz. Kein Mitglied des Vorstands der Wienerberger AG hat einen Sitz im Stiftungsvorstand oder in der Geschäftsführung von deren Tochterunternehmen. Wienerberger hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Stiftung und keine Verpflichtung, weitere Einlagen in das Vermögen der Stiftung oder deren Tochterunternehmen zu leisten. Nach Beurteilung der Gesamtheit der Leistungsbeziehungen zwischen Wienerberger und der ANC Privatstiftung sowie unter Beachtung von SIC 12 liegt kein konsolidierungspflichtiges Unternehmen im Sinne von IAS 27 vor. Durch den Ankauf der Steinzeug Gruppe von der ANC Vermögensverwaltungs GmbH im Berichtsjahr 2010 wurden alle finanziellen Verflechtungen zwischen der Wienerberger AG und der ANC Privatstiftung aufgelöst.

Die Wienerberger AG und ihre Tochterunternehmen finanzieren Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte verbundene Unternehmen mit Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Die aushaftenden Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 31.12.2011 auf 8.152 TEUR (Vorjahr: 9.063 TEUR), jene gegenüber nichtkonsolidierten verbundenen Unternehmen auf 5.886 TEUR (Vorjahr: 7.733 TEUR) und jene gegenüber Gemeinschaftsunternehmen auf 6.251 TEUR (Vorjahr: 5.152 TEUR).

35. Anteilsbasierte Vergütung

Am 11.5.2010 hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG die Implementierung eines neuen anteilsbasierten Vergütungsprogramms für Vorstände und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Als langfristige variable Vergütungskomponente löst es das im Jahr 2009 eingestellte Aktienoptionsprogramm ab. Das "Long Term Incentive (LTI)"-Programm ist ein Vergütungsprogramm mit Barausgleich und zielt entsprechend den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) darauf ab, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts zu erwirken, weshalb das Modell einerseits an die Entwicklung des CFROI der Wienerberger Gruppe und andererseits an den Kurs der Wienerberger Aktie gekoppelt ist. Die rechnerische Einheit des LTI sind virtuelle Anteile, sogenannte Performance Share Units (PSUs), deren Zuteilungsausmaß von der Position der Führungskraft im Unternehmen abhängt. Der monetäre Wert der PSUs wird nach Ablauf einer Performance Periode von drei Jahren ermittelt, an deren Ende der CFROI über einer im jeweiligen Programm festgesetzten Untergrenze zu liegen kommen muss. Als Multiplikator wird der durchschnittliche Aktienkurs der Wienerberger Aktie der letzten 20 ATX-Handelstage der Performance Periode herangezogen. Es folgt eine Auszahlungsperiode von zwei Jahren mit Zahlungen in drei Tranchen, wobei der Barausgleich gemäß einer linearen Verteilung innerhalb des Zielkorridors erfolgt. Wenn der CFROI unter den Zielkorridor fällt, entfällt die Zahlung. Bei den Mitgliedern des Vorstands wird für eine Zuteilung von virtuellen Anteilen ein Eigeninvestment an Aktien des Unternehmens in Höhe der gewährten Anteile vorausgesetzt. Für diese erworbenen Aktien besteht eine Haltefrist bis Laufzeitende des jeweiligen Programms.

Im Jahr 2010 wurden 48.000 Stück virtuelle Anteile an Vorstand (Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 2.500, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000) gewährt.

Im Berichtsjahr wurden 60.000 Stück virtuelle Anteile an Vorstand (Vorstandsvorsitzender: 8.000, Vorstandsmitglied: 6.000) und Mitglieder des Managements (Bereichsdirektor: 3.000, Top Management Holding und Geschäftsführer größerer Landesgesellschaften: 1.000 bzw. 2.000) gewährt. Die Performance Periode des LTI Plans 2011 endet mit dem Geschäftsjahr 2013.

Die Bewertung der Anteile erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes, wobei die Anteile immer einen Strike-Preis von 0 aufweisen. Die Bildung einer Rückstellung für die Pläne aus den Jahren 2010 und 2011 entfiel zum Bilanzstichtag.

Der bislang bestehende Aktienoptionsplan wurde im Jahr 2009 eingestellt, weshalb im Berichtsjahr keine Ausgabe von Optionen erfolgte. Die Optionen aus dem Programm 2008 verfielen noch im selben Jahr.

Die Entwicklung der ausgegebenen Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

2011 2010
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je Stück
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis je Stück
576.500 41,98 760.873 40,89
0 0,00 0 0,00
0 0,00 0 0,00
-290.000 38,50 -184.373 37,50
0 0,00 0 0,00
286.500 45,50 576.500 41,98
286.500 45,50 576.500 41,98
Nachträglich von Mitarbeitern akzeptierte Optionen
Ausgegebene Optionen in Stück aus 2007 aus 2006
Vorstandsmitglieder gesamt 60.500 63.000
Andere Führungskräfte 226.000 230.000
Insgesamt eingeräumte Optionen 286.500 293.000
Abzüglich verfallene Optionen 0 -293.000
Ausgeübte Optionen 0 0
Bestehende Optionen 286.500 0
Ausübbar am Jahresende 286.500 0
Bewertung der Optionen aus 2007 aus 2006
Berechnungsparameter
Marktpreis bei Gewährung in EUR 45,57 42,20
Ausübungspreis der Option in EUR 45,50 38,50
Laufzeit in Jahren 5 5
Risikofreier Anlagezinssatz in % 4,01 3,32
Erwartete Volatilität in % 28 28
Zeitwert je Optionsrecht in EUR 10,54 10,77
Marktwert Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Einräumung in TEUR 3.019 2.965

Die Bewertung der Optionen erfolgt mit dem Optionspreismodell von Black-Scholes. Die für die Bestimmung von Marktwerten erforderliche Interpretation von Marktinformationen verlangt mitunter subjektive Beurteilungen. Die erwartete Volatilität wurde anhand der historischen Kursentwicklung der Wienerberger Aktie extrapoliert. Entsprechend können die hier angeführten Werte auch von den später am Markt realisierten Werten abweichen.

Der Vorstand der Wienerberger AG hat den Konzernabschluss am 20.2.2012 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 20. Februar 2012

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Johann Windisch

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die operativen Geschäftsbereiche

Konzernunternehmen

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 50.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 5.000.000 EUR 100,00% VK
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Oberndorf 438.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger zRt. Budapest 2.140.000.000 HUF 100,00% VK
Wienerberger Management Service Szolgáltató és Tanácsadó Kft. Budapest 3.000.000 HUF 100,00% OK 1)
Wienerberger cihlarsky prumysl, a.s. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Cihelna Kinsky, spol. s r.o. Kostelec nad Orlici 2.000.000 CZK 73,20% VK
Wienerberger cihelna Jezernice, spol. s r.o. Ceske Budejovice 200.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger cihelna Brozany, spol. s r.o. Ceske Budejovice 75.000.000 CZK 100,00 % VK
Wienerberger cihelna Hodonín, spol. s.r.o. Ceske Budejovice 50.000.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger eurostroj, spol. s r.o. Ceske Budejovice 32.100.000 CZK 100,00% VK
Wienerberger euroform, spol. s r.o. Ceske Budejovice 44.550.000 CZK 100,00% VK
Silike keramika, spol. s.r.o. Ceske Budejovice 100.000 CZK 50,00% EQ
Wienerberger Slovenske tehelne spol. s r.o. Zlate Moravce 3.319.392 EUR 100,00% VK
Wienerberger Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 374.324.808 PLN 100,00% VK
Handel Ceramika Budowlana Sp. z o.o. Warszawa 50.000 PLN 40,00% OK 1)
Wienerberger Zeslawice Sp. z o.o. Warszawa 29.490.000 PLN 93,90% VK
Wienerberger Ilovac d.d. Karlovac 8.988.040 HRK 99,92% VK
Wienerberger Cetera IGM d.d. Karlovac 359.240 HRK 99,70% VK
IGM Ciglana d.o.o. Petrinja Petrinja 12.756.900 HRK 100,00% VK
WIENERBERGER Industrija opeke d.j.l. Sarajevo 2.000 KM 100,00% VK
Wienerberger Opekarna Ormoz d.d. Ormoz 951.986 EUR 100,00% VK
Opekarna Pragersko d.d. Pragersko 1.022.743 EUR 100,00% VK
Wienerberger Backa d.o.o Mali Idos 651.652 RSD 100,00% VK
WIENERBERGER Sisteme de Caramizi S.R.L. Bucuresti 39.147.100 RON 100,00% VK
WZI FINANZ-S.à.r.l. Luxembourg 73.963.917 USD 100,00% VK
Wienerberger TOV Kyiv 3.000.000 UAH 100,00% VK
Semmelrock International GmbH Wien 3.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH Klagenfurt 1.000.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH Klagenfurt 35.000 EUR 62,50% VK
Lusit Betonelemente GmbH & Co.KG Klagenfurt 3.052.259 EUR 62,50% VK
Lusit Betonelemente GmbH Klagenfurt 36.336 EUR 62,50% VK
Semmelrock Stein + Design GmbH & CoKG Klagenfurt 100.000 EUR 62,50% VK
Semmelrock Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Kft. Ócsa 983.000.000 HUF 100,00% VK
SEMMELROCK STEIN + DESIGN Dlazby s.r.o. Sered 3.027.286 EUR 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design d.o.o. Ogulin 15.520.000 HRK 100,00% VK
Semmelrock Stein & Design Sp. z o.o. Kolbiel 42.070.000 PLN 100,00% VK
Semmelrock Stein + Design S.R.L. Bolintin-Vale 46.113.300 RON 100,00% VK
Semmelrock Tlakovci d.o.o. Ormoz 8.763 EUR 100,00% OK 1)
Semmelrock Stein+Design Dlazby a.s. Praha 2.000.000 CZK 100,00% VK
Semmelrock Stein und Design EOOD Sofia 9.785.500 BGN 100,00% VK

155

Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Tondach Gleinstätten AG Gleinstätten 500.000 EUR 50,00% QUE 3)
Ziegelwerk Polsterer GmbH Leobersdorf 36.336 EUR 25,00% QUE
Tondach Slovensko spol. s.r.o. Nitrianske Pravno 14.937.263 EUR 50,00% QUE
Tondach Slovenija d.o.o. Krizevci pri Ljutomeru 5.195.293 EUR 50,00% QUE
Potisje Kanjiza d.d. Kanjiza 607.284.000 RSD 49,81% QUE
Tondach Makedonija d.d. Vinica 472.081.630 MKD 50,00% QUE
Tondach Bulgaria EOOD Sofia 198.000 BGN 50,00% QUE
Tondach Ceska republika s.r.o. Hranice 250.100.000 CZK 50,00% QUE
Tondach Magyarorszag Rt. Csorna 5.483.550.000 HUF 50,00% QUE
Tondach Romania GmbH Sibiu 58.320.655 RON 50,00% QUE
Tondach Hrvatska d.d. Bedekovcina 116.715.500 HRK 50,00% QUE
Tondach Bosna i Hercegovina d.o.o. Sarajevo 200.000 KM 40,00% QUE
Wienerberger GmbH Hannover 9.500.000 EUR 100,00% VK
ArGeTon GmbH Hannover 1.600.000 EUR 100,00% VK
Schlagmann Beteiligungs GmbH Zeilarn 26.000 EUR 50,00% OK 1)
Schlagmann Baustoffwerke GmbH & Co KG Zeilarn 10.300.000 EUR 50,00% QU
Tongruben Verwaltungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
KORAMIC Verwaltungs-GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK 1)
Bockhorner Rohstoffgesellschaft mbH & Co. KG Bockhorn 100.000 EUR 60,00% OK 1)
Bockhorner Rohstoff Verwaltungs GmbH Bockhorn 25.000 EUR 60,00% OK 1)
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 25.000 EUR 100,00% OK 1)
RM 2964 Vermögensverwaltungs GmbH München 25.000 EUR 100,00% OK 1)
MR Erwerbs GmbH & Co KG München 100 EUR 100,00% VK
ZZ Wancor AG Regensdorf 1.000.000 CHF 100,00% VK
Wienerberger S.p.A. Bubano 10.000.000 EUR 100,00% VK
Fornaci Giuliane S.p.A. Cormons 1.900.000 EUR 30,00% EQ
Wienerberger NV Kortrijk 13.091.395 EUR 100,00% VK
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 8.599.827 EUR 100,00% VK
Deva-Kort NV Kortemark 247.894 EUR 100,00% VK
Wienerberger Building Solutions Kortrijk 34.466.350 EUR 100,00% VK
Soltech NV Tienen 2.772.634 EUR 41,19% EQ
EUCOSO Sp. z o.o. Zlotorya 60.000 PLN 49,00% EQ
Kerafin NV Lanaken-Veldwezelt 6.380.700 EUR 100,00% VKE
Steenfabriek Heylen NV Lanaken-Veldwezelt 7.000.000 EUR 100,00% VKE
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
Wienerberger B.V. Zaltbommel 36.778.680 EUR 100,00% VK
Van Hesteren & Janssens B.V. Zaltbommel 363.024 EUR 100,00% VK
Desimpel AK1 B.V. Zaltbommel 70.000 EUR 100,00% VK
BrickTrading Holland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
German Brick Trading B.V. Zaltbommel 249.700 EUR 100,00% VK
Oostergrachstwal Holding B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Feikema B.V. Zaltbommel 45.378 EUR 100,00% VK
Gelsing Oosterhout B.V. Zaltbommel 18.200 EUR 100,00% VK
Gelsing en Verbaan B.V. Zaltbommel 18.151 EUR 100,00% VK
Bos & Vermeer B.V. Zaltbommel 22.689 EUR 100,00% VK
Aberson B.V. Zwolle 60.000 EUR 100,00% VK
Steencentrale Neerbosch B.V. Deest 45.400 EUR 100,00% VK
Leeuwis B.V. Deest 91.210 EUR 100,00% VK
Steinzentrale Nord Leeuwis GmbH Rellingen 52.500 EUR 100,00% VK
Straatsbaksteen Nederland B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Limited Cheshire 63.002.552 GBP 100,00% VK
Galileo Brick Limited Cheshire 2.000.000 GBP 100,00% VK
Chelwood Group Unlimited Cheshire 5.975.506 GBP 100,00% VK
The Brick Business Limited Cheshire 900.002 GBP 100,00% VK
Building Trade Products Limited Cheshire 1 GBP 100,00% VK
Galileo Trustee Limited Cheshire 1 GBP 100,00% VK
Sandtoft Roof Tiles Limited Sandtoft 11.029 GBP 73,64% VK
Sandtoft Trading Limited Sandtoft 1.000 GBP 73,64% VK
WIENERBERGER PARTICIPATIONS SAS Achenheim 36.000.000 EUR 100,00% VK
WIENERBERGER SAS Achenheim 75.000.000 EUR 100,00% VK
Société du Terril d'Hulluch (STF) SNC Achenheim 300.000 EUR 100,00% OK 1)
Desimpel Briques SAS Cauchy à la Tour 3.821.410 EUR 100,00% VK
Briqueterie de Rouffach SAS Rouffach 336.120 EUR 100,00% VK
Wienerberger A/S Helsinge 107.954.000 DKK 100,00% VK
Wienerberger AS Lunde 43.546.575 NOK 100,00% VK
Wienerberger AB Bjärred 17.550.000 SEK 100,00% VK
General Shale, Inc Johnson City 5.491 USD 100,00% VK
General Shale Brick, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Finance S.à.r.l. Luxemburg 12.500 EUR 100,00% OK 1)
General Shale Building Materials, Inc. Johnson City 1.000 USD 100,00% VK
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 28.500.000 CAD 100,00% VK
Arriscraft International LP Cambridge 1 CAD 100,00% VK
General Shale Canada GP Inc. Halifax 1 CAD 100,00% OK 1)
Wienerberger EOOD Sofia 12.500.000 BGN 100,00% VK
Uspeh AD Sofia 1.471.040 BGN 99,51% VK
Agro Property Bulgaria EOOD Sofia 355.000 BGN 100,00% OK 1)
Gesellschaft Sitz Stammkapital Währung Beteiligung Konsolidierungsart Anmerkung
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Kiprewo 612.694.577 RUR 81,94% VK
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 650.036.080 RUR 81,94% VK
OOO "Wienerberger Investitions- und Projektmanagement" Kiprewo 356.000 RUR 99,82% VK
Wienerberger OY AB Helsinki 1.000.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger AS Aseri 1.540.736 EUR 100,00% VK
UAB Wienerberger Statybine Keramika Sp. Z o.o. Vilnius 3.135.000 LTL 100,00% VK
Wienerberger Brick Industry Private Limited Bangalore 990.000.000 INR 100,00% VK
PIPELIFE International GmbH Wr. Neudorf 29.000.000 EUR 50,00% EQ 2)
Wienerberger Dach Beteiligungs GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VK
WIBRA Tondachziegel Beteiligungs-GmbH Wien 500.000 ATS 100,00% VKE
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 1.000.000 ATS 100,00% VK
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Tondach Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Industriebeteiligungsverwaltung GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 18.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Finanz Service GmbH Wien 25.435.492 EUR 100,00% VK
Wienerberger West European Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger ZZ Holding GmbH Wien 35.000 EUR 100,00% VK
WK Services NV Kortrijk 32.226.158 EUR 100,00% VK
V.L. Baustoff GmbH Ehingen 52.000 EUR 100,00% VK
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 26.000 EUR 100,00% OK
Dryfix GmbH Hennersdorf 35.000 EUR 100,00% VKE
Wienerberger Gamma Asset Management Wien 35.000 EUR 100,00% VK
Steinzeug-Keramo GmbH Frechen 18.408.000 EUR 100,00% VK
Keramo Steinzeug NV Hasselt 9.400.000 EUR 100,00% VK
Keramo Wienerberger Immo NV Hasselt 14.068.558 EUR 100,00% VK
Societa del Gres Sorisole 2.000.000 EUR 100,00% VK
Keramo Steinzeug s.r.o Ceske Budejovice 40.000.000 CZK 100,00% OK
Steinzeug-Keramo B.V. Belfeld 2.722.681 EUR 100,00% VKE
Euroceramic GmbH Viersen 12.782 EUR 100,00% VKE 1)
Euroceramic SARL Pontoise 38.125 EUR 100,00% VKE 1)

VK....... Vollkonsolidierung

VKE..... Erstmalige Vollkonsolidierung

QU....... Quotenkonsolidierung

QUE.... Erstmalige Quotenkonsolidierung

EQ....... Equitybewertung

EQE..... Erstmalige Equitybewertung

OK....... keine Konsolidierung

OKE.... keine Konsolidierung (erstmals)

1) untergeordnete Bedeutung

2) Holdinggesellschaft der Pipelife Gruppe

3) Holdinggesellschaft der Gleinstätten Gruppe

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Wienerberger AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 20. Februar 2012

KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH Mag. Helmut Kerschbaumer Lieve Van Utterbeeck

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

117

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 20. Februar 2012

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Johann Windisch

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die operativen Geschäftsbereiche

LAGEBERICHT Wienerberger AG

Lagebericht der Wienerberger AG 2011

1. Das Geschäftsjahr 2011

1.1 Organisationsstruktur und Geschäftsmodell

Die Wienerberger AG fungiert als Holding-Gesellschaft und übernimmt als Konzernmutter die Steuerung und Führung der operativen Geschäftsbereiche. Als Leitgesellschaft des Konzerns zeichnet sich der Vorstand und das Top Management Team der Wienerberger AG für die strategische Ausrichtung der gesamten Unternehmensgruppe aus und unterstützt das Management der lokalen Gesellschaften in allen relevanten Fragestellungen. Der Wienerberger AG kommt überdies die Verwaltung und aktive Bewirtschaftung des Liegenschaftsportfolios zu.

Die Tätigkeit des Vorstands basiert auf drei Grundelementen: dem eigenen Verantwortungsbereich, der Arbeit als Gesamtvorstand und dem Berichtswesen.

Im eigenen Verantwortungsbereich ist jedes Vorstandsmitglied umfassend in die jeweils relevanten strategischen und operativen Tätigkeiten involviert und dabei in ständigem Kontakt mit dem an ihn berichtenden Management. Über wesentliche Ereignisse werden die anderen Vorstandsmitglieder laufend informiert und einzelne Maßnahmen gemeinsam abgestimmt.

Grundlage für die Arbeit als Gesamtvorstand ist der regelmäßige Informationsaustausch. Dieser erfolgt formell in Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal pro Woche stattfinden, sowie durch laufende Kommunikation auf informeller Ebene. Diese ist durch die räumliche Nähe – alle Vorstandsbüros sind nebeneinander angeordnet und durch ein gemeinsames Sekretariat miteinander verbunden – gewährleistet. In den Vorstandssitzungen wird das laufende Geschäft besprochen, insbesondere die aktuellen Entwicklungen von Nachfrage, Preisen und Kosten sowie die Kapazitätsauslastung der Werke. Notwendige Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt, während die Umsetzung durch jedes Vorstandsmitglied gesondert in seinem Verantwortungsbereich erfolgt. Darüber hinaus werden im Rahmen der Vorstandssitzungen (falls erforderlich auch unter Beiziehung des zuständigen Managements) strategische Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf der (Weiter-)Entwicklung von Märkten, Produkten und Technologien liegt. Weiters werden die durch den Aufsichtsrat genehmigungspflichtigen Geschäfte besprochen und die Anträge nach Beschlussfassung an diesen weitergeleitet. Die Beschlussfassung im Vorstand erfolgt nach Möglichkeit einstimmig, für Vertragsunterzeichnungen durch den Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Heimo Scheuch im September 2009 wurde der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Damit verbunden war auch eine Vergrößerung der Verantwortungsbereiche jedes Einzelnen bei einer geringeren Gesamtvergütung des Vorstands, um zu untermauern, dass Kostenbewusstsein auch für den Vorstand höchste Priorität hat. Die operative und strategische Unternehmensführung ist auf die drei Vorstände aufgeteilt. Heimo Scheuch ist für die Region Nordamerika sowie für Semmelrock, Steinzeug und den Bereich Immobilien verantwortlich. Johann Windisch steht als COO den Segmenten Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa und Nord-Westeuropa sowie Emerging Markets vor. Willy Van Riet ist neben seiner Funktion als Finanzvorstand auch für die Beteiligungen von Wienerberger zuständig.

Für die Regionen (Zentral-Osteuropa, Zentral-Westeuropa, Nord-Westeuropa, Nordamerika und Emerging Markets) ist jeweils ein Bereichsdirektor (Executive Managing Director) für die operative Geschäftsführung auf Regions- und Produktebene verantwortlich. Deren Verantwortung erstreckt sich auf das operative Management der Region, die regionale Entwicklung der Produktgruppen sowie die Koordination des Zusammenspiels zwischen den operativen Ländereinheiten und den Produktgruppen. Ziel ist es, die Entscheidungswege zu verkürzen und durch die länderübergreifende Zusammenarbeit zusätzliche regions- sowie produktspezifische Synergien zu heben.

Als Beratungsorgan des Vorstands dient das Executive Committee. Dieses besteht aus dem Vorstand der Wienerberger AG und den vier Bereichsdirektoren. Die Bereichsdirektoren üben dabei eine beratende und unterstützende Funktion für den Vorstand in sämtlichen operativen und strategischen Belangen von Wienerberger aus.

Das Top Management der Holding unterstützt den Vorstand bei der strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Wienerberger Gruppe. Es stellt die erste Berichtsebene dar und besteht aus den Bereichsdirektoren (Executive Managing Directors) sowie den Leitern der Produktgruppen und der Corporate Services. Durch diese Organisationsstruktur wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen und Produktgruppen gewährleistet, um länderübergreifende bzw. produktgruppenspezifische Synergien zu nutzen.

Die Steuerung des Unternehmens baut auf einem umfangreichen Berichtswesen auf. Zentrale Bedeutung hat dabei der Monatsbericht, der alle wesentlichen Detailinformationen zu den operativen Einheiten, insbesondere Gewinn- und Verlustrechnung je Land, Segment und Produktgruppe sowie Angaben zu Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung, Working Capital und Investitionen enthält. Weiters erhält der Vorstand monatlich standardisierte Berichte über die Energie- und Finanzsituation sowie den Status der einzelnen Produkt- und Technologieprojekte und trifft sich regelmäßig mit dem lokalen Topmanagement in den verschiedenen Märkten. Quartalsweise erfolgt eine Konjunkturdatenerhebung in den einzelnen Ländern.

Wienerberger verfolgt seit Jahren eine Strategie der Maximierung von Cashflows zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Strenge Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz sowie die ständige Weiterentwicklung eines effizienten Systems der Unternehmenskontrolle bilden die Basis für diese Zielsetzung.

Gleiche und umfassende Information aller Aktionäre hat für uns Priorität. Zur Vermeidung von Insiderhandel ist im Unternehmen ein Compliance Code in Kraft, der die Bestimmungen der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde umsetzt. Zur Überwachung der Einhaltung ist ein Compliance Officer bestellt.

Im Oktober 2002 wurde der Österreichische Corporate Governance Kodex (siehe www.corporate-governance.at) in Kraft gesetzt und mit Wirkung ab 1.1.2010 an das Aktienrechts-Änderungsgesetz 2009 sowie die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 30.4.2009 zur Regelung der Vergütung von Mitgliedern der Unternehmensleitung börsenotierter Gesellschaften angepasst. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechts, die Empfehlungen der Europäischen Kommission hinsichtlich der Aufgaben des Aufsichtsrats und der Vergütung von Direktoren sowie die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex ist ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Wesentliche Grundsätze wie die Gleichbehandlung aller Aktionäre, Transparenz, die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, offene Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, die Vermeidung von Interessenkonflikten von Organen sowie eine effiziente Kontrolle durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer sollen das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen und den Finanzplatz Österreich stärken. Der über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Kodex erlangt durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen Geltung. Das Bekenntnis zum Kodex hat zur Folge, dass die Nichteinhaltung von C-Regeln ("comply or explain") zu begründen ist.

Wienerberger hat als eines der ersten Unternehmen ein Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex abgegeben und sich zur Beachtung seiner Regeln verpflichtet. Wienerberger erfüllte im Jahr 2011 alle Regeln (auch Empfehlungen) des Kodex in der Fassung Jänner 2010.

Die Umsetzung und Richtigkeit unserer öffentlichen Erklärungen wird vom Abschlussprüfer, der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH unter Anwendung der Regelungen der "International Federation of Accountants" für die Durchführung von Aufträgen zur prüferischen Durchsicht alle zwei Jahre evaluiert und darüber ein Bericht erstattet, der auf unserer Website eingesehen werden kann. Die letzte Evaluierung durch den Abschlussprüfer zur Einhaltung der Regeln des Kodex und der Richtigkeit der öffentlichen Berichterstattung für das Jahr 2010 hat ergeben, dass die öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex zutreffend sind. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex hinsichtlich des Abschlussprüfers wird ebenfalls im gleichen zweijährigen Rhythmus untersucht. Die Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte GmbH hat diesbezüglich für 2010 einen Bericht erstattet, der keine Beanstandungen ergeben hat und ebenfalls auf unserer Website veröffentlicht ist.

Die KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH wurde von der 142. o. Hauptversammlung zum Konzern- und Einzelabschlussprüfer der Wienerberger AG bestellt. Neben dieser Tätigkeit ist KPMG mit ihren weltweiten Partnerbüros vereinzelt auch im Bereich der Steuer- und Finanzberatung für die Gruppe tätig.

Zur weiteren Verbesserung des Risikomanagements hat Wienerberger als Stabstelle des Gesamtvorstands eine interne Revision eingerichtet. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikogeneigtheit und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Darüber hinaus wurden zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das Interne Kontrollsystem (IKS) in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut, Maßnahmen gesetzt und deren Umsetzung überprüft. Über den Revisionsplan für das jeweilige Folgejahr und die Revisionsergebnisse berichtet die interne Revision laufend dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss. Ein Management Letter des Abschlussprüfers sowie dessen Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements im Konzern wurden dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorgelegt und im Aufsichtsrat ausführlich behandelt.

Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien der Wienerberger AG beträgt nach der Kapitalerhöhung im September 2009 insgesamt 117,5 Mio. Stück. Es existieren keine Vorzugsaktien oder Einschränkungen für die Stammaktien. Das Prinzip "One share – one vote" kommt somit voll zum Tragen. Gemäß österreichischem Übernahmegesetz ist sichergestellt, dass im Falle eines Übernahmeangebots (Pflichtangebot) jeder Aktionär den gleichen Preis für seine Wienerberger Aktien erhält. Die Wienerberger AG hat keinen Kernaktionär.

Im Sinne des Kodex stehen Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere deren Vorsitzende, in laufender, über die Aufsichtsratssitzungen hinausgehender Diskussion zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Zusätzlich übt der Aufsichtsrat seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit je nach Bedeutung und fachlicher Zuordnung auch durch die folgenden vier Ausschüsse aus: Präsidium / Vergütungsausschuss, Strategieausschuss, Prüfungsausschuss sowie Personal- und Nominierungsausschuss. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf unserer Website veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Es wurden folgende Ausschüsse eingerichtet: Das Präsidium vertritt die Unternehmensinteressen in allen Vorstandsangelegenheiten und fungiert als Vergütungsausschuss im Hinblick auf die Vorstandsbezüge. Aufgabe des Strategieausschusses ist es, die Strategie und Unternehmensentwicklung zu diskutieren, die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorzubereiten und alle nicht dem gesamten Aufsichtsrat vorbehaltenen Angelegenheiten – insbesondere Investitionen, Akquisitionen und Liegenschaftsverkäufe zwischen 7,5 und 30 Mio. € – zu beschließen sowie in dringenden Fällen zu entscheiden. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit der Jahresabschlussprüfung des Konzerns und der Überwachung der Rechnungslegung. Zusätzlich überwacht er die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems des Unternehmens und überprüft die Unabhängigkeit und die durch "Peer Reviews" kontrollierte Qualifikation des Abschlussprüfers. Harald Nograsek ist als Finanzexperte Mitglied des Prüfungsausschusses. Der Personal- und Nominierungsausschuss ist für die Vorbereitung sämtlicher Vorstandsbzw. Aufsichtsratsbestellungen zuständig. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat Wahlvorschläge, welche der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Vor der Bestellung von Vorstandsmitgliedern hat der Personal- und Nominierungsausschuss ein Anforderungsprofil zu verfassen sowie auf Basis eines definierten Besetzungsverfahrens und der Nachfolgeplanung die Entscheidung des Aufsichtsrats vorzubereiten. Weiters beschließt er die Bedingungen von Vergütungsschemata für Führungskräfte des Konzerns. Zwischen 2002 und 2008 wurden im Rahmen eines Aktienoptionsplans jährlich Optionen ausgegeben. Im Jahr 2009 wurde der bestehende Aktienoptionsplan aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäßes und taugliches Mittel zur Incentivierung des Vorstands und Managements erachtet und daher eingestellt. Um die Ausrichtung des Vorstands und Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre zu synchronisieren, wurde 2010 im Sinne der nachhaltigen Unternehmensentwicklung ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Aktienoptionsplan alternatives Modell zur mittelund langfristigen Incentivierung, umgesetzt. Zukünftig orientiert sich die langfristige Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Managements am CFROI, einer Kennzahl, die die Wertsteigerung des Unternehmens widerspiegelt. Wienerberger nimmt mit diesem Programm eine Vorreiterrolle in Österreich ein und trägt der Forderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex nach einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vergütungssystem für Vorstand und Management vollumfassend Rechnung.

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und in dessen Ausschüssen ist ein gesetzlich geregelter Teil des österreichischen Corporate Governance Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist gemäß Arbeitsverfassungsgesetz berechtigt, in den Aufsichtsrat und die Ausschüsse einer Aktiengesellschaft für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder (Kapitalvertreter) ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden.

Der Corporate Governance Kodex sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Dieser Leitlinie folgend hat der Aufsichtsrat der Wienerberger AG in Anlehnung an Anhang 1 des Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 sechs Kriterien festgelegt, bei deren Erfüllung ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen ist. Ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhängig, wenn es in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Wienerberger AG oder eines Konzernunternehmens der Wienerberger AG war, zur Wienerberger AG oder einem Konzernunternehmen der Wienerberger AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhält (dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an welchen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat), in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Wienerberger AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft war, nicht Vorstand in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der Wienerberger AG Aufsichtsratsmitglied ist, dem Aufsichtsrat bisher nicht länger als 15 Jahre angehört sowie kein enger Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds der Wienerberger AG oder von Personen ist, die sich in einer zuvor genannten Position befinden. Die Unabhängigkeitskriterien sind im Detail auf unserer Website veröffentlicht. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Aufsichtsrat der Wienerberger AG, in den er erstmals am 17. Juli 1996 gewählt wurde, gilt Christian Dumolin nicht mehr als unabhängiger Kapitalvertreter. Die weiteren acht Kapitalvertreter im Aufsichtsrat haben in der Sitzung vom 17. Februar 2012 erneut ihre Unabhängigkeit gemäß den genannten Kriterien erklärt.

Es wurden keine Kredite an Aufsichtsratsmitglieder oder Vorstände vergeben.

1.2 Das globale Umfeld 2011

Die Mehrzahl der Wirtschaftsprognosen hatte schon im Herbst 2010 eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik für das Jahr 2011 vorhergesagt. Dennoch blieb das Wirtschaftswachstum in den meisten Volkswirtschaften, in denen die Wienerberger Gruppe aktiv ist, hinter den Erwartungen vom Jahresanfang zurück. Einer der Gründe war die Erdbeben- und Flutkatastrophe in Japan, die nicht nur die japanische Binnenwirtschaft stark beeinträchtigte, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette Asiens vor Herausforderungen stellte. Durch die engere Vernetzung der US-amerikanischen und japanischen Volkswirtschaften waren in den USA die negativen Auswirkungen im Vergleich zu Europa im ersten Halbjahr 2011 stärker ausgeprägt. Der wichtigste Faktor für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 war die Schuldenkrise in Europa und den USA. Die Unsicherheit bezüglich des Umfangs und der Effektivität der Maßnahmen zur Stützung von überschuldeten Volkswirtschaften, der Sparprogramme der öffentlichen Hand, des regulatorischen Umfelds und zukünftigen fiskalischen Belastungen sowie der Verfügbarkeit von Finanzierungen aufgrund verschärfter Eigenkapitalvorschriften für Banken manifestierte sich in zurückhaltendem Investitionsverhalten vieler Unternehmen und gebremstem Konsumverhalten von Endverbrauchern. Ab der Jahresmitte reflektierten deutliche Kürzungen der Wachstumsprognosen für die Jahre 2011 und 2012 diese Unsicherheit und deren dämpfende Wirkung auf die wirtschaftliche Aktivität. Die Finanzmärkte liefen wie so oft den realwirtschaftlichen Entwicklungen voraus und nahmen zum Jahresende 2011 eine Rezession in Europa im ersten Halbjahr 2012 bereits teilweise vorweg. 2011 betrug das reale BIP-Wachstum in der Europäischen Union 1,6 % und im Euroraum 1,5 % (2010: 2,0 % bzw. 1,9 %). Deutschland blieb mit einem BIP-Wachstum von 3,0 % nach 3,7 % im Vorjahr eines der Zugpferde in Westeuropa. Frankreichs Wirtschaftswachstum war mit 1,6 % im Vergleich zum Vorjahr (2010: 1,5 %) nahezu unverändert, während in Großbritannien die Auswirkungen der Sparmaßnahmen das Wachstum auf 0,9 % (2010: 2,1 %) begrenzten. Schlusslicht in Europa war wenig überraschend das krisengeschüttelte Griechenland, das sich mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,5 % (2010: -3,5 %) in einer tiefen strukturellen und fiskalischen Krise befindet und das zum letzten Mal 2007 einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts vermelden konnte. In Osteuropa überzeugte einmal mehr Polen mit einem Zuwachs von 4,0 %, insgesamt verzeichnete die Region Zentralosteuropa ein reales Wirtschaftswachstum von 3,4 % im Jahr 2011. Quelle: EUROSTAT, wiiw, IMF

Im Vergleich zum durch Schneefall und Kälte belasteten Jahr 2010 waren die Witterungsbedingungen im abgelaufenen Jahr deutlich günstiger für die Bauwirtschaft. Dieser Umstand schlug sich insbesondere in starken Zuwächsen der Aktivität im ersten Quartal 2011 nieder. Dennoch blieb 2011 die erwartete Erholung aus, weshalb Euroconstruct die Prognosen im Jahresverlauf nach unten revidierte. Wurde am Jahresende 2010 für den westeuropäischen Wohnbau noch ein Wachstum von 1,9 % für 2011 vorhergesagt, so wurde die Einschätzung zur Jahresmitte auf 1,8 % verringert und zum Jahresende 2011 ein weiteres Mal auf 1,5 % gekürzt. In den vier osteuropäischen Märkten unter Beobachtung fiel die Revision dramatischer aus und wurde die Prognose im selben Zeitraum von +2,5 % auf -2,0 % gesenkt. Hervorzustreichen ist die Stabilität des Sanierungsmarktes, der sowohl in West- als auch in Osteuropa moderat wuchs. Der volatilere Neubaumarkt verzeichnete 2011 ein Plus von 3,1 % in Westeuropa und einen Rückgang um 3,3 % in Osteuropa. Für 2012 wird für die Wohnbautätigkeit ein Wachstum um 1,3 % in Westeuropa und um 1,8 % in Osteuropa prognostiziert.

Die Nachfrage nach Baustoffen entwickelte sich von Land zu Land stark unterschiedlich. Während die USA auch 2011 hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigten einige westeuropäische Märkte wie Frankreich, Deutschland oder Belgien moderate Zuwächse. Insgesamt verbesserte sich die Baustoffnachfrage in Westeuropa im Jahresvergleich leicht, wobei in der zweiten Jahreshälfte eine Abschwächung der Dynamik zu beobachten war. Die regional größten Unterschiede wies Osteuropa auf, das sich für die Baustoffindustrie im derzeitigen Umfeld keineswegs als homogener Wirtschaftsraum darstellt. Am besten entwickelte sich aufgrund der starken Binnennachfrage und der daraus folgenden makroökonomischen Stabilität der größte Markt der Region, Polen, gefolgt von der Tschechischen Republik, wobei auch in diesen Märkten die zweite Jahreshälfte von einer Abschwächung des Wachstums gekennzeichnet war. Unverändert schwierig stellten sich die Märkte des Balkans sowie Bulgarien, Rumänien und Ungarn dar, die einen weiteren Rückgang von niedrigem Niveau vermeldeten und für die kurzfristig von keiner Erholung ausgegangen werden kann.

Eine wichtige Kennzahl zum Vergleich der Bauaktivität sind die Baubeginne je tausend Einwohner, die weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007 liegen. Zwischen 2007 und 2011 verringerten sich die Baubeginne je tausend Einwohner in Westeuropa um mehr als 40 % auf rund 3,0 und in Osteuropa um mehr als 30 % auf rund 2,3, wodurch trotz der eingeschränkten Visibilität auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung das Potenzial für einen weiteren Marktrückgang von der bereits sehr niedrigen Basis begrenzt scheint.

Die stabile bis leicht positive Marktentwicklung spiegelte sich auch in den Construction Confidence Indizes (CCI) für die großen europäischen Volkswirtschaften, einem Gradmesser für die erwartete Entwicklung der Bauindustrie, wider, und das Ende des Abwärtstrends, das sich 2010 abzeichnete, wurde 2011 bestätigt. So konnten die Indizes für Deutschland und Frankreich um jeweils sechs Punkte zulegen. Unter den großen Märkten zeigte einzig Großbritannien einen leichten Rückgang, während EU-weit die Zuversicht im Baugewerbe ebenfalls leicht zurückging, da dieser Index auch die Peripherieländer sowie die osteuropäischen Mitgliedsstaaten beinhaltet.

Die Erholung am US-Häusermarkt verlief 2011 weiterhin schleppend. Große regulatorische Unsicherheiten, die von Fragen der zukünftigen Abgabenbelastung für Unternehmen bis zu neuen Bestimmungen für Finanzmärkte und Banken reichten, eine weiterhin hohe Arbeitslosigkeit und Vorwehen der Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 waren im abgelaufenen Jahr ebenso kein fruchtbarer Boden für eine Erholung der Bauaktivität wie auch der weitere Preisrückgang am Häusermarkt. So fielen beispielsweise im Dezember 2011 die Hauspreise (Median) um 2,5 % im Jahresvergleich. Optimistische Marktprognosen hatten zu Jahresbeginn 2011 noch bis zu 700.000 Baubeginnen vorhergesagt und mussten im Jahresverlauf deutlich gesenkt werden – insbesondere das Einfamilienhaussegment blieb hinter den Erwartungen zurück. Vorläufige Daten beziffern die US-Baubeginne für das Jahr 2011 mit 607.000, was einem Anstieg von 3,4 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 587.000 und 1,95 Baubeginnen je tausend Einwohnern (2010: 1,88) entspricht. Dabei kompensierte das Wachstum von Projekten mit über vier Wohneinheiten von 60,5 % einen Rückgang von Projekten mit ein bis vier Wohneinheiten um 9,0 %. 2011 wurden mit 4,26 Mio. Häusern um 1,7 % mehr Häuser als 2010 verkauft. Grund für vorsichtigen Optimismus liefern Daten der US-amerikanischen Hypothekenbank Freddie Mac: Die durchschnittliche landesweite Fixverzinsung von 30-jährigen Hypotheken hat mit 3,96 % im Dezember 2011 den niedrigsten Wert seit Beginn der Datenerhebung 1971 erreicht. Dies begünstigt nicht nur die Refinanzierung von bestehenden Hypothekarkrediten, sondern verbessert auch die Leistbarkeit von Eigenheimen für niedrigere Einkommensklassen. Weiters sank mit Ende Dezember 2011 der Bestand an unverkauften Häusern auf 2,38 Mio., was bei einem derzeit sehr niedrigen Nachfrageniveau einer Bedarfsdeckung von 6,2 Monaten entsprach und eine deutliche Verringerung zum Wert von 8,1 Monaten im Dezember 2010 darstellte. Zum Jahresende 2011 entwickelte sich die Nachfrage auch witterungsbedingt leicht positiv und stieg die Zahl verkaufter Häuser (saisonal bereinigt) in drei aufeinanderfolgenden Monaten. Die NAHB bleibt optimistisch und prognostiziert für 2012 709.000 Baubeginne, was einen Zuwachs von 16,8 % impliziert.

1.3 Geschäftsergebnis 2011

Trotz erheblich gesunkener Beteiligungserträge konnte die Wienerberger AG im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern erzielen. Aufgrund eines starken Rückgangs von realisierten Wechselkursdifferenzen sowie geringerer Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten sank das Betriebsergebnis auf -8,9 Mio. € (2010: +11,1 Mio. €). Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses von +22,4 Mio. €, dessen Rückgang vorwiegend aus deutlich geringeren Beteiligungserträgen resultiert, und einem positivem Steuerergebnis von +12,5 Mio. € ergibt sich für das Geschäftsjahr 2011 ein Jahresüberschuss in Höhe von +26,0 Mio. € (2010: +127,2 Mio. €).

Gewinn- und Verlustrechung (in TEUR) 2011 2010
Umsatzerlöse 37.779 33.942
sonstige betriebliche Erträge 32.567 52.967
Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen - 1.555 - 1.102
Personalaufwand - 21.572 - 16.962
Abschreibungen - 3.544 - 3.436
sonstige betriebliche Aufwendungen - 52.526 - 54.289
Betriebsergebnis (EBIT) - 8.851 11.121
Finanzergebnis 22.409 113.197
Ergebnis vor Steuern 13.558 124.318
Steuern 12.470 2.926
Ergebnis nach Steuern 26.028 127.244

1.3.1 Umsatzentwicklung und Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Wienerberger AG konnten im Jahr 2011 auf 37,8 Mio. € (2010: 33,9 Mio. €) gesteigert werden. Hauptausschlaggebend hierfür waren die auf 26,6 Mio. € (2010: 23,3 Mio. €) gestiegenen Lizenzerlöse. Dies spiegelt die trotz weiterhin schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen positive Entwicklung der lokalen Umsätze wieder.

Umsatzerlöse (in TEUR) 2011 2010
Lizenzerlöse 26.552 23.319
IT Erlöse 7.649 7.056
Engineering Erlöse 2.242 2.309
sonstige Erlöse 1.335 1.259

Die IT-Umsatzerlöse konnten ebenfalls im Zuge der gesamthaft positiven operativen Geschäftsentwicklung und dadurch verbundener zusätzlichen Anforderungen an die konzernweiten IT-Systeme von 7,1 Mio. € auf 7,6 Mio. € gesteigert werden.

Der Fokus der Engineering-Abteilung der Wienerberger AG lag in den vergangenen Jahren vorrangig auf der Optimierung von Kostenstrukturen und der Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Werke. Verglichen mit Engineering-Umsätzen in Höhe von 2,3 Mio. € im Vorjahr wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr etwas geringere Umsatzerlöse von 2,2 Mio. € verbucht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Jahr 2011 auf 32,6 Mio. € (2010: 53,0 Mio. €). Der Rückgang der sonstigen Erträge ist im Wesentlichen auf deutlich niedrigere Erträge aus Wechselkursdifferenzen von 0,7 Mio. € (2010: 14,8 Mio. €) zurückzuführen. Zusätzlich wurden geringere Erträge aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten verbucht.

Der Personalaufwand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 17,0 Mio. € auf 21,6 Mio. €. Die Kostensteigerung ist hier einerseits auf eine Auflösung von Personalrückstellungen im Jahr 2010 zurückzuführen, andererseits auf eine gestiegene Mitarbeiterzahl in der Wienerberger AG in Folge einer verstärkten konzernweiten Koordinationsfunktion der einzelnen Corporate Services.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 54,3 Mio. € auf 52,5 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Senkung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf verringerte Kursaufwendungen, auf Sondereffekte bei der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen in 2010 und auf ein generell starkes Kostenbewusstsein zurückzuführen. Gestiegene Aufwendungen für Werbung und Weiterbildung haben die positive Kostenentwicklung gedämpft.

1.3.2 Beteiligungserträge

Die Wienerberger AG verbuchte im Jahr 2011 Beteiligungserträge in Höhe von 86,2 Mio. € nach einem Ertrag von 152,1 Mio. € im Vorjahr. Der überwiegende Teil der in 2011 ausgewiesenen Beteiligungserträge stammt aus der Ausschüttung einbehaltener Gewinne von österreichischen Tochterunternehmen der Wienerberger AG.

1.3.3 Beteiligungsbewertung

In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wurden keine Beteiligungszuschreibungen vorgenommen. In den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens sind in 2011 keine Bewertungserlöse aus Derivaten verbucht worden (2010: 1,7 Mio. €).

Die Abschreibungen auf Beteiligungen an verbundenen Unternehmen beliefen sich im vergangenen Berichtsjahr auf 19,5 Mio. €. Im Vorjahr wurden Beteiligungsabschreibungen in Höhe von 1,4 Mio. € vorgenommen. Nähere Details sind dem Anhang zu entnehmen. Zusätzlich ist in 2011 ein Bewertungsaufwand für eigene Anteile von 5,2 Mio. € verbucht worden.

1.3.4 Zinsergebnis

Insgesamt ergab sich für das Jahr 2011 ein Zinsertrag von 22,9 Mio. € nach 35,0 Mio. € im Vorjahr, wobei der Rückgang auf gesunkene Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist. Demgegenüber standen Zinsaufwendungen in Höhe von 63,8 Mio. € (2010: 70,1 Mio. €). Durch die Ausweitung der Finanzierung über Anleihen konnte der kurzfristige Zinsaufwand gegenüber Banken weiter von 10,7 Mio. € im Vorjahr auf 1,2 Mio. € gesenkt werden. Der Zinsaufwand für Anleihen stieg gleichzeitig von 24,8 Mio. € auf 28,0 Mio. € an. Der Zinsaufwand in Verbindung mit der Hybridanleihe belief sich analog zu 2010 auf 32,5 Mio. €.

1.4 Vermögenslage

Bilanzentwicklung (in TEUR) 2011 2010 Veränderung
Immaterielles Anlagevermögen 7.721 10.079 -
2.358
Sachanlagen 21.059 21.022 37
Finanzanlagen 3.487.359 2.662.221 825.138
Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen 286.738 776.283 -
489.545
Wertpapiere und eigene Anteile 27.172 1.623 25.549
Kassa und Bankguthaben 50.916 10.056 40.860
Bilanzsumme 3.880.965 3.481.284 399.681
Eigenkapital 2.309.220 2.294.735 14.484
Unversteuerte Rücklagen 7.537 7.735 -
198
Rückstellungen 33.023 26.899 6.124
Verbindlichkeiten 1.531.186 1.151.915 379.271

Im Jahr 2011 stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 11,5 % auf 3.881,0 Mio. € (2010: 3.481,3 Mio. €). Die Erhöhung der Bilanzsumme resultiert in erster Linie aus gestiegenen langfristigen finanziellen Forderungen sowie gestiegenen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber der konzerninternen Finanzierungsgesellschaft RSAT. Zusätzlich wurden am Fremdkapitalmarkt zusätzliche langfristige Finanzierungslinien aufgenommen. Die Bilanzstruktur der Wienerberger AG ist charakteristisch für eine Konzernmutter durch einen hohen Anteil des Finanzanlagevermögens am Gesamtvermögen und durch langfristige Finanzierungskomponenten sowohl aus Eigen- als auch Fremdmitteln geprägt.

Der Anstieg des Finanzanlagevermögens um 825,1 Mio. € auf 3.487,4 Mio. € begründet sich einerseits durch zusätzliche langfristige finanzielle konzerninterne Forderungen (Anstieg um 660,0 Mio. € auf 684,0 Mio. €) sowie durch Kapitalerhöhungen in verbundenen Unternehmen in Höhe von 164,9 Mio. € und einem Anstieg der Wertpapiere im Finanzanlagevermögen um 0,2 Mio. €. Das Sachanlagevermögen und das immaterielle Anlagevermögen betragen in Summe weiterhin weniger als 1% des Gesamtvermögens. Die Forderungen und das sonstige Umlaufvermögen wurden durch Änderungen der Finanzierungsstrukturen und deren Fristigkeiten innerhalb der Wienerberger Gruppe stark reduziert. Aufgrund von neuen Laufzeiten (mindestens 5 Jahre) von einigen konzerninternen finanziellen Forderungspositionen wurden 660 Mio. € in das Finanzanlagevermögen umgegliedert. Das Working Capital, das sich durch die Formel Vorräte zuzüglich Kundenforderungen abzüglich Lieferverbindlichkeiten errechnet, stieg um 0,4 Mio. € auf -0,7 Mio. € an. Der Bestand eigener Aktien, ausgewiesen in der Position Wertpapiere und eigene Anteile im Umlaufvermögen, erhöhte sich von 1,6 Mio. € im Vorjahr auf einen Wert von 17,2 Mio. € per Ende 2011. Zusätzlich wurden sonstige Wertpapiere in Höhe von 10 Mio. € angeschafft. Die liquiden Mittel, bestehend aus Kassa und Bankguthaben, erhöhten sich um 19,9 Mio. € auf 30,0 Mio. €.

Das Eigenkapital erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund des Jahresüberschusses 2011 bzw. verringerte sich aufgrund einer Dividendenausschüttung von 11,7 Mio. € von einem Wert von 2.294,7 Mio. € in 2010 auf 2.309,2 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ist aufgrund der bilanzverlängernden Wirkung der geänderten konzerninternen Finanzierungsstruktur von 66 % auf 60% gesunken. Die Rückstellungen stiegen im Jahr 2011 um 6,1 Mio. € auf 33,0 Mio. €. Der Anstieg der Rückstellungssumme ist einerseits auf Bildung von Körperschaftssteuerrückstellungen in Höhe von 3,3 Mio. €, andererseits auf eine Erhöhung der sonstigen Rückstellungen für Prämien- und Aufsichtsratsvergütungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Anleihen und gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 124,9 Mio. € auf 1.216,1 Mio. €. Die konzerninternen Verbindlichkeiten stiegen aufgrund eines negativen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeitssaldos gegenüber der Gesellschaft RSAT auf 259,6 Mio. € an (2010: 4,7 Mio. €). Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergab sich im Jahr 2011 eine Reduktion von 1,3 Mio. € auf 0,9 Mio. €. Die sonstigen Verbindlichkeiten blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 54,7 Mio. €. Somit ist der Gesamtbestand an Verbindlichkeiten im Jahr 2011 von 1.151,9 Mio. € auf 1.531,1 Mio. € angestiegen.

1.5 Finanzierung

Die gestiegene Bedeutung von Finanzierungsmaßnahmen über den Kapitalmarkt neben klassischer Bankenfinanzierung manifestierte sich bei der Wienerberger AG in der Emission der neuen Unternehmensanleihe im Juli des vergangenen Geschäftsjahres. Durch die erfolgreiche Platzierung der Anleihe mit einer Gesamtlaufzeit von 7 Jahren und einem Volumen von 100 Mio. € konnte der mittelfristige Refinanzierungsbedarf reduziert und das Fälligkeitsprofil der Verschuldung verbessert werden.

Die Mittel aus der Neuemission wurden einerseits zum Rückkauf eines Teils der in 2005 begebenen Anleihe (18 Mio. €) und andererseits zur Erhöhung der Finanzierungslinien der konzerninternen Finanzierungsgesellschaft RSAT verwendet. Die Position Anleihen setzt sich aus dem in 2005 begebenen Senior Bond mit einer Gesamtlaufzeit von 7 Jahren und einem Stand nach der Teiltilgung von 241,2 Mio. €, der in 2007 begebenen Hybridanleihe (unbefristete Laufzeit) in Höhe von 500 Mio. €, der in 2010 begebenen Anleihe (Gesamtlaufzeit 4¼ Jahre) in Höhe von 250 Mio. € und der im vergangenen Geschäftsjahr begebenen Anleihe in Höhe von 100 Mio. € zusammen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Jahr 2011 um 42,9 Mio. € auf 124,9 Mio. € erhöht, wobei der überwiegende Teil der zusätzlichen Kreditlinien langfristig abgeschlossen wurde. Die Restlaufzeiten der Finanzverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten sind den Anhangsangaben unter Punkt 8 Verbindlichkeiten zu entnehmen.

Durch die im abgelaufenen Geschäftsjahr vorgenommenen Kapitalerhöhungen in verbundenen Unternehmen in Höhe von 164,9 Mio. € hat sich die Nettoverschuldung innerhalb der Wienerberger AG entsprechend erhöht.

Bilanzkennzahlen (Werte in TEUR) 2011 2010
Eigenkapitalquote 60% 66%
Nettoverschuldung 462.402 309.762
Gearing 20% 13%
Working Capital -747 -1.134
Berechnung Nettoverschuldung (Werte in TEUR) 2011 2010
Finanzverbindlichkeiten 1.216.105 1.091.218
Wertpapiere und sonstige finanzielle Vermögenswerte 27.172 1.623
Finanzielle Forderungen/Verbindlichkeiten verbundene
Unternehmen 675.615 769.777
Kassa und Bankguthaben 50.916 10.056
Nettoverschuldung 462.402 309.762

1.6 Mitarbeiter und Corporate Responsibility

Wienerberger beschäftigte entsprechend dem leicht besseren Geschäftsverlauf im Jahr 2011 mit durchschnittlich 12.818 Arbeitnehmern um 8 % mehr Mitarbeiter als im Jahr zuvor.

Die Leistungskennzahlen des Unternehmens zeigen erneut eine Steigerung der Produktivität: Der Umsatz je Mitarbeiter konnte im Gesamtjahr 2011 um 7 % auf rund 158.000 € gesteigert werden, und das operative EBITDA je Mitarbeiter erhöhte sich um 13 % auf etwa 20.200 €.

Human Resources bei Wienerberger

Professionelle Personalentwicklung und gezielte Förderung des Humankapitals sind Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolgs. Entsprechend unserer Struktur erfolgt die strategische Steuerung der überregional relevanten Personalthemen zentral durch Corporate Human Resources, während die lokalen personalpolitischen Themen sowie deren Umsetzung Aufgabe der lokalen Gesellschaften ist. Dabei konzentrieren wir uns verstärkt auf gruppenweite Vernetzung sowie internationalen Wissenstransfer, die Unterstützung zukünftiger Verantwortungsträger und die Vorbereitung von Talenten auf Managementaufgaben.

Wienerberger ist sich der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bewusst und nimmt diese sehr ernst. Insbesondere die Sicherheit im Arbeitsalltag ist Wienerberger ein großes Anliegen. Aus diesem Grund wurden 2011 im Rahmen des Wienerberger "Health & Safety"- Programms eine Vielzahl von Maßnahmen auf lokaler Ebene gesetzt. Dass die 2010 und 2011 umgesetzten Maßnahmen auch nachhaltig erfolgreich sind, zeigen die sinkenden Unfallkennzahlen aus den Ländern, die den Safety-Standard bereits vollständig umgesetzt haben, wie beispielsweise Frankreich, wo die Unfallrate deutlich gesenkt werden konnte.

Wienerberger ist den Prinzipien der Nachhaltigkeit, dem Respekt vor anderen Kulturen und Meinungen und dem unternehmerischen Denken und Handeln verpflichtet. An diesen Richtlinien orientiert sich auch unsere Personalpolitik. Bei der Erfüllung unserer Aufgaben legen wir größten Wert auf intensive Kommunikation und Transparenz auf allen Ebenen im Unternehmen. Die Auswahl und Entwicklung der Mitarbeiter auf Basis der gemeinsamen Werte ist uns ein zentrales Anliegen und wurde im Jahr 2011 mit diversen Maßnahmen zur Förderung und Vernetzung weiter verfolgt.

Wienerberger Ausbildungsakademie

Eines der zentralen Unternehmensziele ist es, die Marketing- und Vertriebsaktivitäten weiter zu professionalisieren und die Bindung zu unseren Kunden weiter zu stärken. Um unsere Mitarbeiter dabei bestmöglich zu unterstützen, wurde 2010 eine Vertriebsausbildungsoffensive, die sogenannte "Vertriebsakademie", für Führungskräfte, Vertriebsmitarbeiter und Produktmanager gestartet, in welcher mehr als 1.000 Mitarbeiter geschult wurden. Ziel dieser Offensive ist es, die Vertriebstätigkeiten in den verschiedenen Ländern zu stärken und weiter zu verbessern. Dies wird insbesondere durch die Vernetzung von Wissen und einem regen Ideenaustausch umgesetzt.

Mit der "Wienerberger Technikakademie" wurde eine dauerhafte Einrichtung zur internen Weiterbildung in verschiedenen technischen Fachgebieten geschaffen, um unseren Wettbewerbsvorteil in der Produktion nachhaltig zu sichern. Der Fokus dieser Ausbildungsreihe liegt vor allem auf keramischer Produkt- und Herstellungstechnologie. Länderübergreifend wird internes Know-how in den Bereichen Rohstoffe, Aufbereitung, Trocken- und Brenntechnik sowie Qualitätsanalyse von unseren Experten an technische Mitarbeiter weitergegeben. Im Rahmen der Module der "Wienerberger Technikakademie Advanced" werden mit verschiedenen Modulen zu Themen wie Energie- und Kosteneffizienz strategisch relevante Schwerpunkte gesetzt. Als Ergänzung zu diesen Ausbildungsreihen gibt es seit einigen Jahren eine Basis-Ausbildung für Führungskräfte in der Produktion, den "Wienerberger Werksleiterlehrgang". In 2011 wurde dieser Lehrgang auf Basis der aktuellen Entwicklungen und neuen Herausforderungen neu konzipiert, wobei die Schwerpunkte auf Supply Chain Management sowie die persönliche Entwicklung der Teilnehmer gelegt wurden. Im Rahmen von drei Modulen an jeweils wechselnden Standorten werden die Bereiche Technik, Wirtschaft sowie Führung abgedeckt und somit eine weitere Plattform für globalen Wissensaustausch und Vernetzung geboten.

Im Jahr 2011 wurde das "Ready4Excellence-Programm" ins Leben gerufen, welches das bisherige "Ambassador-Programm" als internationale und gruppenweite Lernplattform für Potenzialkräfte ablöst. Im Rahmen dieses Programms, welches im ersten Halbjahr 2012 starten wird, werden den Teilnehmern Inhalte und Instrumente vermittelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Wienerberger angepasst wurden. Damit kann die länderübergreifende Professionalisierung unserer Instrumente und Prozesse und die zielgerichtete Unterstützung der Umsetzung der Wienerberger Strategie gewährleistet werden. Darüber hinaus bietet dieses Programm den Teilnehmern eine Plattform zur Identifikation ihrer persönlichen Potenziale. Kleinere Lerngruppen ermöglichen den Teilnehmern eine individuelle und zielorientierte Weiterentwicklung ihrer persönlichen und sozialen Kompetenzen.

Derzeit werden Strukturen und Prozesse für professionelles "Talent Management" in der Wienerberger Gruppe definiert. Ziel ist es, Talente für Positionen im Senior Management zu identifizieren und an Schlüsselpositionen heranzuführen. Dadurch erhalten engagierte Mitarbeiter mit entsprechendem Potenzial die Möglichkeit einer gezielten Weiterentwicklung, während für Wienerberger eine interne Nachbesetzung von Führungspositionen möglich und nachhaltige Qualitätssicherung im Management gewährleistet wird.

Instrumente zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung

Zur Motivation und Identifikation mit den Unternehmenszielen erhält das Wienerberger Management einen Bezug, der sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzt. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung und zur Synchronisierung der Ausrichtung des Managements mit der Sichtweise unserer Aktionäre wurde 2010 ein "Long Term Incentive (LTI)"-Programm, ein zum Stock Option Plan alternatives Modell zur mittelund langfristigen Incentivierung des Managements, eingeführt, das auch 2011 fortgesetzt wurde. Mitglieder des Vorstands und des Managements werden am CFROI, einer Kennzahl, die sowohl die Performance als auch die Wertsteigerung des Unternehmens angibt, gemessen. Dieses Instrument entspricht internationalen Corporate Governance Standards für die Vergütung des Top Managements, und Wienerberger nimmt in Österreich mit der Einführung dieses nachhaltig und langfristig orientierten Vergütungsprogramms eine Vorreiterrolle ein.

Corporate Responsibility

Wienerberger versteht die Wirtschaft als integrierten Teil der Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, dem Menschen zu dienen und Nutzen zu stiften. Wir nehmen unsere Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft sehr ernst. Verantwortung bedeutet für uns, offen und transparent zu kommunizieren, wirtschaftliche Rahmenbedingungen mitzugestalten, für unser Handeln persönlich einzustehen und als zuverlässiges und wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu agieren.

Mit der Unterzeichnung einer Sozialcharta verpflichtete sich Wienerberger bereits im Jahr 2001 zur Einhaltung der Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und zu sozialem Fortschritt. Als logische Konsequenz folgte 2003 das Bekenntnis zum UN Global Compact – einer 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung von ethischem Unternehmensverhalten (Good Corporate Citizenship). Mittlerweile umfasst der UN Global Compact zehn Leitprinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmen, die dieser Initiative beitreten, verpflichten sich freiwillig zur Beachtung der Grundsätze, die auf der Website des UN Global Compact unter www.unglobalcompact.org einzusehen sind.

Das Bekenntnis zur Einhaltung aller anwendbaren nationalen und internationalen Rechtsnormen ist für uns selbstverständlich ebenfalls ein wichtiger Teil gelebter gesellschaftlicher Verantwortung. Regelkonformes Verhalten auf allen Ebenen ist die Basis ordnungsgemäßer Unternehmensführung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Prävention von korruptem oder wettbewerbswidrigem Verhalten.

Als Mitglied unterschiedlichster europäischer und nationaler Interessenverbände, Plattformen sowie technischer Ausschüsse beteiligt sich Wienerberger aktiv an europäischen Forschungsprojekten, Umfragen der Europäischen Kommission und an der Arbeit in Produktnormierungsgruppen und nimmt somit auch an der politischen Willensbildung teil. Als etablierter, verlässlicher Partner und Experte im Baustoffbereich versteht Wienerberger die offene und transparente Kommunikation mit Politik und Verwaltung als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir setzen uns für nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein, die ökonomische, ökologische und soziale Interessen in Einklang bringen.

Der Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht stellt unser Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung auf eine verbindliche Ebene. Er basiert auf dem Standard der internationalen Global Reporting Initiative und ist als Teil eines kontinuierlichen Prozesses zu verstehen. Alle Managementebenen und Mitarbeiter bekennen sich vollumfassend dazu, die erforderlichen Maßnahmen zur stetigen Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen.

Gelebter Umweltschutz

"Building Value. Im Einklang mit Mensch und Natur." heißt eine unserer Leitlinien. Dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt, beweist eine Vielzahl von Aktivitäten. Wienerberger "nutzt" als Ziegelproduzent die Natur in einer Art von Symbiose: Wir entnehmen umweltschonend Ton und produzieren möglichst umweltgerecht keramische Produkte – natürliche Erzeugnisse mit langer Lebensdauer, die problemlos recycelt werden können. Quer durch alle Ländergesellschaften von Wienerberger wird kontinuierlich an einer Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen und einer Optimierung des Energieeinsatzes gearbeitet.

Wienerberger bekennt sich zur Einhaltung von Umweltgesetzen, zum Klimaschutz, zu Energieeinsparungen, zur Rekultivierung von Tonabbaustätten, zur Abfallwiederverwertung, zum Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, zu humanitärer Hilfe, zu lokalem Engagement in Gemeinden, zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zu Transparenz. Für unsere Produktionsstätten sind wir um bestes Einvernehmen mit Behörden, Interessenvertretern und Anrainern bemüht. Der Fokus liegt auf gegenseitigem Verstehen und voneinander Lernen, wobei der offene Dialog mit NGOs für uns besonders wertvoll ist. Eine besondere Kooperation verbindet uns seit vielen Jahren mit dem World Wide Fund for Nature (WWF): Damals wurde eine grundsätzliche Vereinbarung über mögliche gemeinsame Projekte unterzeichnet. In diesem Rahmen unterstützt Wienerberger Aktivitäten des WWF von internationaler Bedeutung in Österreich. Im Gegenzug berät der WWF Wienerberger bei der Realisierung von Umweltschutzprojekten in Zusammenhang mit der Rekultivierung von ehemaligen Tonabbaustätten.

Gesellschaftliche Verantwortung

"Wienerberger erzeugt Ziegel, aber die Häuser werden für Menschen gebaut." Zentraler Grundsatz gelebter gesellschaftlicher Verantwortung ist für uns die Unterstützung sozialer Einrichtungen auf lokaler Basis. Uns geht es dabei nicht darum, unsere soziale Verantwortung durch Spenden an verschiedenste internationale Organisationen zu demonstrieren, sondern zielgerichtet, effizient und unbürokratisch dort zu helfen, wo es am meisten benötigt wird, und Projekte zu realisieren, die einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung liefern. Es ist unser Ziel, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und Menschen, die aufgrund von Lebensumständen und Schicksalsschlägen benachteiligt sind, mit unseren Produkten und finanzieller Zuwendung zu helfen. In nahezu allen Ländern, in denen Wienerberger tätig ist, werden laufend soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.

Weiterführende Informationen zu allen sozialen Projekten von Wienerberger finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

1.7 Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Die Wienerberger AG platzierte am 11.1. 2012 eine Anleihe mit einem Volumen von nominal 200 MEUR. Die endgültige Zuzählung der Anleihe zu den Finanzverbindlichkeiten erfolgte am 1.2.2012. Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren und ist somit am 1.8.2015 fällig. Sie liegt in einer Stückelung von 1.000 EUR auf und ist mit einem fixen Kupon von 5 % verzinst.

2. Ausblick und Risiken

2.1 Voraussichtliche Entwicklung

Wienerberger verfügt zu Jahresende 2011 über schlanke Kostenstrukturen und eine starke Bilanz, innovative Produkte und ist nicht zuletzt auch dank dem effizienten Werksnetz heute stärker aufgestellt denn je. Für 2012 konzentrieren wir uns weiters auf die Intensivierung unserer Vertriebsaktivitäten und die Forcierung höherwertiger Produkte in bestehenden sowie deren Einführung in neue Märkte. Ungeachtet aller Prognosen ist Wienerberger für 2012 zuversichtlich. Wir werden in diesem Jahr konsequent unseren Weg fortsetzen und unsere starke operative Basis für weiteres organisches Wachstum nutzen, um uns auch in diesem Jahr wieder besser als der Markt zu behaupten.

2.2 Wesentliche Risiken

Wienerberger ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Prinzipiell wird Risiko bei Wienerberger als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden und ist somit eine Bandbreite möglicher Zukunftsszenarien. Der Risikobegriff beinhaltet dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes (Risiko im eigentlichen Sinn) als auch der Nichtrealisierung eines zusätzlichen Gewinns. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, um Zielabweichungen so gering wie möglich zu halten. Dazu ist die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken erforderlich, die regelmäßig im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses erfolgt. Dabei wird die aus Vorperioden vorliegende Risikoerhebung einmal jährlich durch das Top und Senior Management aktualisiert. Anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen werden die identifizierten Risiken nach deren Risikowert gereiht und die 15 größten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen. Dieser Prozess führte 2011 zu einer geänderten Gewichtung einzelner Positionen. Die wesentlichsten Risiken sind nachfolgend näher erläutert.

Die Wienerberger Gruppe ist im Rahmen ihrer multinationalen Aktivitäten mit ihren Geschäftsbereichen, Vermögenswerten und Schulden sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Wienerberger setzt konzernweit auf eine frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken des Unternehmensumfelds im Rahmen der risikopolitischen Grundsätze, die vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie und die tatsächliche Abwicklung der Sicherungsbeziehungen erfolgt zentral und wird für den gesamten Konzern koordiniert.

Risikosituation und operative Risiken aus Absatzmärkten

Wienerberger operiert als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche und ist von gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen jener Volkswirtschaften abhängig, in denen die Gruppe tätig ist. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, der Hochbau im Allgemeinen sowie der Wohnungsneubau und die Renovierungsaktivität im Besonderen.

Des Weiteren beeinflussen das Konsumentenvertrauen, die Arbeitslosenrate, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Krediten, die Steuergesetzgebung, Bauvorschriften und Wohnbauförderungen sowie andere Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Gruppe liegen, die Geschäftsaktivität.

Unvorteilhafte Entwicklungen einiger oder all dieser Einflussgrößen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Produkten von Wienerberger, die abgesetzten Mengen und das Preisniveau haben. Zyklische Schwankungen der Nachfrage bergen das Risiko von Überkapazitäten, die einen erhöhten Preisdruck, eine Verringerung der Margen sowie ungedeckte Kosten in der Produktion zur Folge haben können. Der Anteil fixer Kostenbestandteile an den Gesamtkosten ist in der gesamten Baustoffindustrie und auch bei Wienerberger in Folge der Anlagenintensität hoch, womit aktives Kapazitätsmanagement ein zentrales Element in der Unternehmenssteuerung darstellt. Die Produktionskapazitäten werden daher laufend analysiert und durch Maßnahmen wie temporäre oder endgültige Werksschließungen sowie Produktionsverlagerungen zu effizienteren Anlagen den Marktgegebenheiten angepasst.

Die zentral- und osteuropäischen Märkte, darunter Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und insbesondere Bulgarien, Rumänien und Russland betrachtet Wienerberger aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsneubau langfristig als Wachstumsmärkte. Für die Wienerberger Gruppe können sich Risiken aus einer schwächeren Nachfrage und eines höheren Preisdrucks in diesen Wachstumsmärkten ergeben.

Darüber hinaus stehen die Produkte von Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Baustoffen wie Beton, Holz, Kalksandstein, Glas, Stahl, Aluminium, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, dieses Risiko zu minimieren. Diese Weiterentwicklungen beziehen sich vor allem auf Verbesserungen der bauphysikalischen Eigenschaften (Wärmedämmung, Schallschutz, Erdbeben und Standsicherheit) sowie der Wirtschaftlichkeit.

Die Baustoffindustrie ist saisonalen Schwankungen unterworfen, wobei die abgesetzten Mengen in der Zeit von April bis Oktober deutlich über denen des restlichen Jahres liegen. Die Ertragssituation der Wienerberger Gruppe hängt, so wie jene der gesamten Baustoffindustrie, zum Teil von den Wetterbedingungen ab, mit dem Effekt, dass lange Frostund Regenperioden durch geringe Bauaktivitäten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage haben.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisschwankungen verfolgt Wienerberger eine Strategie der geografischen Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Kerngeschäft. Unsere Aktivitäten unterliegen den üblichen lokalen Marktrisiken. Erreichte Positionen müssen kontinuierlich gegenüber Mitbewerbern und Substitutionsprodukten behauptet werden. Von Seiten unserer wichtigsten Kunden, dem Baustoffhandel, erwarten wir weitere Zusammenschlüsse und damit erhöhten Preisdruck. Spezifische Marktsituationen können ebenfalls negative Effekte auf das Preisniveau haben, die Wienerberger zu einer laufenden Kontrolle und gegebenenfalls zur Anpassung der Preisstrategie zwingen können.

Wienerberger verfolgt als multinationaler Konzern Geschäftsaktivitäten in Ländern, die sich in unterschiedlichen Phasen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung befinden. Somit können sich Risiken aus unvorteilhaften Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken aus Änderungen der Steuergesetzgebung in den betroffenen Märkten, Risiken aus einer Änderung der Besteuerung von Energieträgern, Risiken aus einer Änderung des Arbeitsrechts, Risiken aus der Koordination der internationalen Aktivitäten durch sprachliche und kulturelle Unterschiede sowie die Begrenzung der Möglichkeit einer Repatriierung von Gewinnen und Risiken durch die Verschärfung von gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Nutzung von Rohstoffen, Produktstandards oder -haftungsvorschriften sowie Umwelt- und Sicherheitsstandards können ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Aktivitäten der Wienerberger Gruppe haben. In den Wachstumsmärkten Russland und Indien besteht zudem das Risiko der Enteignung von Produktionsanlagen ohne die Gewährung einer angemessenen Entschädigung. Weiters bestehen vor allem in diesen Märkten mögliche Steuerrisiken sowohl aus einer Änderung der Steuergesetzgebung also auch der Auslegungspraxis von geltendem Steuerrecht, die von Wienerberger aus momentaner Sicht weder nach Eintrittswahrscheinlichkeit noch nach Ausmaß quantifiziert werden können.

Markt-, Produktions- und Preisrisiken

Wienerberger ist als Baustoffhersteller in einer zyklischen Branche tätig und vor allem vom Wohnungsneubau abhängig, welcher stark mit der Entwicklung der Volkswirtschaften in den jeweiligen Ländern korreliert. Weitere wesentliche Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf den Wohnungsneubau haben, sind das Konsumentenvertrauen, das langfristige Zinsniveau und die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten bzw. Finanzierungen für Wohnprojekte. Um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau zu reduzieren, zielt Wienerberger strategisch auf eine Verbreiterung jener Geschäftsbereiche ab, die Produkte für Renovierung und Infrastruktur anbieten. Dies betrifft vor allem Dachziegel, welche zu mehr als 50 % in der Renovierung eingesetzt werden, sowie Flächenbefestigungen und Rohrsysteme, welche auch stark vom öffentlichen Sektor nachgefragt werden. Bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang der Nachfrage nach Baustoffen verstärkt sich das Risiko von Überkapazitäten. Diese können zu Preisdruck und ungedeckten Kosten führen und Preisanpassungen erforderlich machen. In 2011 konnten wir erfolgreich die Kostensteigerungen bei Inputfaktoren durch umgesetzte Preiserhöhungen abdecken. Um die Auswirkungen dieser Risiken auf die Ertragslage zu minimieren, analysieren wir laufend unsere Kapazitäten und passen sie gegebenenfalls durch temporäre Stilllegungen sowie Produktionsverlagerungen an die Markterfordernisse an. Darüber hinaus steht Wienerberger im Wettbewerb mit anderen Dach- und Wandbaustoffen, wodurch sich ein Substitutionsrisiko ergibt. Mittels unserer starken Position als Qualitätsführer und durch Investitionen in die Entwicklung hochwertiger Produkte zielen wir darauf ab, Preisrisiken zu minimieren.

Finanzielle Risiken

Nach Abschluss der Restrukturierung ist die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalbasis ein zentrales Anliegen der Wienerberger AG. Durch die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihen haben wir proaktiv unsere Liquidität in einem wirtschaftlichen Umfeld, das 2012 durch eine Spitze im Refinanzierungsbedarf von Unternehmen und Banken belastet wird, gesichert und verfügen nun über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur. Neben dem Liquiditätsrisiko bestehen Währungs- und Zinsrisiken. Ziel ist es, durch Währungsswaps eine bessere Deckung zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz herzustellen, um die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf das Konzerneigenkapital gering zu halten. Wienerberger konnte aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Absicherungen die Risiken im Währungs- und Zinsbereich reduzieren.

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Wienerberger neben dem Finanzierungsrisiko auch Zins- und Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden neben operativen Maßnahmen einzelne derivative Finanzinstrumente, vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps, eingesetzt. Alle Absicherungen aus Cashflow Hedges und Absicherungen der Investitionen in ausländische Teilbetriebe werden gemäß IAS 39.88 als in hohem Maße wirksam hinsichtlich der Erreichung der Kompensation der abgesicherten Risiken im Rahmen der Risikomanagementziele eingeschätzt. Es werden keine Derivate zu Spekulationszwecken gehalten.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten von Wienerberger sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die sich dem Einfluss des Managements der Wienerberger AG entziehen. Diese Einflussgrößen beinhalten Kreditbedingungen (Covenants) in aktuellen und zukünftigen Kreditvereinbarungen sowie die Beibehaltung des derzeitigen Ratings. Diese Covenants sehen vor, dass eine Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/ EBITDA operativ) von 3,5 Jahren nicht überschritten werden darf, wobei diese am 31.12.2011 bei 1,7 Jahren lag. Weiters erreichte der EBITDA Zinsdeckungsgrad (EBITDA operativ/Nettozinsergebnis) im Berichtsjahr einen Wert von 6,8, womit er deutlich den seit 2011 vereinbarten Mindestwert von 3,75 übertraf. Ein Teil des Ergebnisses fällt für Zinsen an und steht somit nicht anderweitig zur Verfügung. Sollte sich das Rating der Gruppe verschlechtern oder Covenants nicht eingehalten werden, können die zu zahlenden Zinsen durch höhere Kreditrisikozuschläge steigen und höhere Finanzierungskosten sowie geringere Cashflows nach sich ziehen. Nicht eingehaltene Covenants können auch zur Fälligstellung von Krediten führen.

Währungsrisiken

Ein bedeutender Teil der Umsatzerlöse und der Ergebnisse der Wienerberger Gruppe werden von Tochterunternehmen erwirtschaftet, die ihren Sitz nicht in der Eurozone haben. Im Berichtsjahr erzielte Wienerberger 43 % der Umsätze in Fremdwährung, hauptsächlich in osteuropäischen Währungen (21 %) und dem US-Dollar (7 %). Zahlungswirksame Währungsrisiken sind durch den lokalen Charakter des Baustoffgeschäfts unwesentlich. Zahlungsflüsse in bzw. aus dem Euro-Raum ergeben sich im Wesentlichen nur aus konzerninternen Dividenden- und Darlehensflüssen. Diese konzerninternen Zahlungsströme werden wechselkursabhängig von der Holding gesteuert.

Aufgrund der dezentralen Gesellschaftsstruktur der Wienerberger Gruppe erfolgen Kreditfinanzierungen für kurzfristige Vermögenswerte in der jeweiligen Landeswährung der lokalen Gesellschaft. Währungsrisiken im Finanzierungsbereich ergeben sich dadurch nur in sehr eingeschränktem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden und somit eine natürliche Absicherung vorliegt.

Aus der Umrechnung ausländischer Einzelabschlüsse in die Konzernwährung Euro resultieren jedoch Währungsumrechnungsdifferenzen (Translationsrisiko), welche im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im sonstigen Gesamtergebnis erfasst werden. Umsätze, Ergebnisse und Bilanzwerte der nicht im Euro-Raum ansässigen Gesellschaften sind daher vom jeweiligen Euro-Wechselkurs abhängig.

Die Risikostrategie von Wienerberger sieht vor, das Translationsrisiko aus den Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften teilweise zu besichern.

Die Auswirkungen einer hypothetischen Wechselkursänderung auf Ergebnis und Eigenkapital werden im Rahmen von Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser Darstellung wird eine Jahresvolatilität des betreffenden Wechselkurses gegenüber dem Euro am Abschlussstichtag als Änderung angenommen. Eine Aufwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen am Jahresabschlussstichtag um eine Jahresvolatilität, berechnet auf Basis der täglichen Kursänderung der betreffenden Währung gegenüber dem Euro, hätte eine Verminderung des Eigenkapitals um 113,0 MEUR (Vorjahr: 87,4 MEUR) und ein um 1,0 MEUR (Vorjahr: 1,2 MEUR) geringeres Ergebnis nach Steuern zur Folge gehabt. Eine Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungen hätte zu einer betragsmäßig gleichen Erhöhung des Eigenkapitals und Verbesserung des Ergebnisses nach Steuern geführt.

Zinsrisiken

Das Zinsrisiko besteht aus zwei Komponenten: dem jeweils relevanten Wert (Minimum oder Maximum) der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen und der Art der Verzinsung, wobei das Risiko bei fixer Verzinsung in sinkenden Zinssätzen und bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen liegt. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte eine Verringerung des Ergebnisses nach Steuern von 0,5 MEUR (Vorjahr: 1,0 MEUR) und über diese Veränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung auch eine Verringerung des Eigenkapitals in gleicher Höhe zur Folge. Eine Senkung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern und des Eigenkapitals bedeutet.

Für die Analyse des Zinsänderungsrisikos (fixe und variable Verzinsung) werden die Finanzverbindlichkeiten um die Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging) korrigiert und die kurzfristig fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten als variabel verzinst ausgewiesen. Zur Abschätzung von Auswirkungen auf Periodenerfolg und Eigenkapital werden Sensitivitätsanalysen für fix verzinste und variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten durchgeführt.

Kreditrisiken

Wienerberger hat bei Finanzgeschäften aufgrund interner Finanz- und Treasury-Richtlinien strenge Anforderungen an die Bonität von Finanzpartnern. Da Wienerberger nur mit Finanzpartnern zusammenarbeitet, deren Rating auf eine gute Bonität schließen lässt und Limits pro Kontrahent in Abhängigkeit seiner Bonität vergeben werden, ist das im Rahmen der Anlage liquider Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko begrenzt. Bonitätsrisiken bestehen jedoch grundsätzlich auch für Finanzpartner mit bester Bonität, weshalb die Entwicklungen auf den Finanzmärkten von Wienerberger laufend beobachtet und die Kreditlimits entsprechend angepasst werden.

Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen, der in Höhe von 89 MEUR gegen Ausfälle versichert ist, besteht zum überwiegenden Teil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Baustoffhändlern und Großkunden, da Produkte kaum an Endverbraucher abgesetzt werden. Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen betragen weniger als 2 % des gesamten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährten Darlehen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen, weshalb eine Aufgliederung der Einzelwertberichtigungen unterbleibt.

Liquiditätsrisiken

Der Erhalt der Liquidität und die Sicherung einer gesunden finanziellen Basis stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie von Wienerberger. Aus diesem Grund wurde die Finanzkraft von Wienerberger durch die Emission einer neuen Anleihe zur Refinanzierung der in 2012 fälligen Finanzverbindlichkeiten gestärkt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen dafür sind die Maximierung des Free Cashflows durch Kostensenkungen, aktives Working Capital Management und die Verminderung der Investitionsausgaben auf ein notwendiges Minimum. Liquiditätsrisiken liegen insbesondere darin, dass die Einzahlungen aus Umsatzerlösen durch eine Abschwächung der Nachfrage unter den Erwartungen liegen und Maßnahmen zur Verringerung des Working Capitals sowie der zahlungsrelevanten Fixkosten (aktives Kapazitätsmanagement) nur unzureichend schlecht oder nur mit Verzögerung umgesetzt werden.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt unter anderem auch über eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung sowie durch eine laufende Analyse der Geldumschlagsdauer (Cash Conversion Cycle), die sich aus dem durchschnittlichen Lieferantenziel, der Lagerdauer von Vorräten und der Forderungsumschlagsdauer errechnet.

Im Berichtsjahr betrug die Forderungsumschlagsdauer im Jahresdurchschnitt 25 Tage (Vorjahr: 24), die Vorratsumschlagshäufigkeit 123 Tage (Vorjahr: 126) sowie die Umschlagshäufigkeit der Lieferantenverbindlichkeiten 40 Tage (Vorjahr: 51). Dies führt zu einer Geldumschlagsdauer von 108 Tagen im Jahr 2011 gegenüber 99 Tagen im Vorjahr.

Beschaffungsrisiken

Eine wesentliche Ressource im Produktionsprozess von Wienerberger ist Energie. Dem Risiko einer Verknappung von Energie und daraus resultierenden volatilen Energiepreisen begegnet Wienerberger durch laufende Beobachtung der Situation an den relevanten Märkten, den Abschluss von Termingeschäften, die frühzeitige Fixierung der Bezugspreise sowie längerfristige Lieferverträge. Für 2012 wurde bereits ein wesentlicher Teil der benötigten Mengen an Erdgas und Strom abgesichert.

Ein Großteil der Wienerberger Werke wurde in den letzten Jahren neu gebaut oder modernisiert, viele ältere Werke wurden im Rahmen des Aktionsplans 2008 und 2009 permanent stillgelegt, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder technisch bedingten längeren Produktionsausfällen gering ist. Die Versorgung unserer Fabriken mit dem Rohstoff Ton ist durch ausreichende Vorkommen und langfristige Lieferverträge abgesichert.

Die Energiekosten, die beim Brennen von Ziegeln anfallen, machen einen bedeutenden Teil der Gesamtkosten von Wienerberger aus. Im Jahr 2011 betrugen die gesamten Energiekosten der Wienerberger Gruppe 307.557 TEUR (Vorjahr: 268.477 TEUR), oder 15,2 % (Vorjahr: 15,4 %) des Umsatzes. Diese Kosten verteilen sich zu 64 % auf Erdgas, zu 27 % auf Strom, zu 5 % auf Erdöl und zu 4 % auf Kohle und Sonstiges. Die Energiepreise sind von der Entwicklung an den internationalen und lokalen Märkten abhängig und Schwankungen unterworfen.

Wienerberger versucht daher, das Risiko aus Energiepreisschwankungen in liberalisierten Märkten (insgesamt 80 % der Energiekosten) durch den Abschluss von Termingeschäften zu minimieren oder mit nationalen und internationalen Versorgern entweder Fixpreisverträge oder Verträge, bei denen die Preisfestsetzung über an Substitutionsprodukte (wie Heizöl) gebundene Formeln erfolgt, abzuschließen. Die Preise sind zum Teil langfristig fixiert. Durch die Preisbindung an Substitutionsprodukte können Termingeschäfte zur Risikoabsicherung abgeschlossen werden. In zahlreichen osteuropäischen Ländern (insgesamt 20 % der Energiekosten) sind die Preise für Erdgas staatlich reguliert, und es werden jährliche Lieferverträge mit lokalen Versorgern ausgehandelt.

Wienerberger hat im Berichtsjahr den Carbon Leakage Status erhalten, weshalb von einer ausreichenden Zuteilung von CO2 Zertifikaten in Höhe der Emission ausgegangen werden kann. Im Jahr 2014 erfolgt eine erneute Beurteilung des Status.

Neben dem Preisrisiko besteht für Wienerberger ein Risiko aus der Versorgungssicherheit mit Energie, insbesondere mit Erdgas und Elektrizität. Eine Unterbrechung der Versorgung zieht unweigerlich einen Ausfall der Produktion nach sich und kann somit einen negativen Effekt auf das Betriebsergebnis haben, wenn die Nachfrage nicht aus Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Zur Steigerung des Wienerberger Unternehmenswerts sind neben der laufenden Optimierung (operational excellence), Produktinnovationen sowie interne und externe Wachstumsprojekte notwendig. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße von der Investitionshöhe bzw. den Akquisitionspreisen sowie der Marktentwicklung abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher den Rentabilitätszielen für unsere Wachstumsprojekte gerecht werden. Weiters ergeben sich beim Eintritt in neue Märkte Risiken hinsichtlich Wettbewerb, Planungssicherheit, Einschätzung der politischen Lage und eines er-folgreichen, gewinnbringenden Organisationsaufbaus. Neue Projekte werden vor dem Start deshalb einer umfassenden qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen.

Rechtliche Risiken

Aufgrund unserer Position in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. Preisabsprachen zählen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger, sind im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und werden mit scharfen Sanktionen geahndet.

Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der Wienerberger Gruppe gefährden könnten. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft und am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien ausgerichtet wird. Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, trifft das Management Entscheidungen auf Basis interner und externer Beratungen. Die konsequente Befolgung der Regeln und die Kontrolle der Mitarbeiter im Umgang mit Risiken gehören zu den grundlegenden Aufgaben aller Verantwortlichen im Konzern.

Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden in den lokalen Gesellschaften Risiken bewusst nur im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer im Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Insbesondere sind Spekulationen außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit unzulässig. Risiken außerhalb der operativen Tätigkeit, beispielsweise finanzielle Risiken, werden von der Muttergesellschaft beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert. Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und -kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, konzernweite Richtlinien, die laufende Berichterstattung sowie das Interne Kontrollsystem (IKS).

Abhängig von der Marktstellung in einzelnen Ländern sowie der Größe von beabsichtigten Akquisitionen unterliegen Transaktionen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Dadurch könnten sich bei Akquisitionen bzw. Zusammenschlüssen Verzögerungen bzw. in einzelnen Fällen auch Untersagungen von Übernahmen ergeben. Wienerberger prüft kartellrechtliche Risiken bereits intensiv im Vorfeld mit nationalen und internationalen juristischen und betriebswirtschaftlichen Experten, um dieses Risiko zu minimieren. Eine Untersagung einer Akquisition ist bisher noch nicht vorgekommen.

Aufgrund der Marktstellung der Wienerberger Gruppe in einzelnen Märkten wird die Preispolitik unserer Tochterunternehmen von den Wettbewerbsbehörden aufmerksam verfolgt. In Deutschland ist ein Kartellverfahren anhängig, wobei im Falle einer Verurteilung Bußgelder zu entrichten sind. Für die drohende Kartellstrafe in Deutschland wurde bereits eine Rückstellung per 31.12.2008 von 10 MEUR gebildet, wobei mit einem Verhandlungsbeginn nicht vor 2012 zu rechnen ist. Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass Preisabsprachen nicht zur Geschäftspraxis von Wienerberger zählen und im Rahmen unserer internen Richtlinien dezidiert untersagt und mit Sanktionen bedroht sind.

In Indien besteht für Wienerberger das Risiko aus der Rückforderung einer Zollersparnis, sollte die Einhaltung von dazugehörigen Bedingungen nicht möglich sein.

Andere Risiken

Wienerberger ist in vielen Ländern von umfassenden und zunehmend verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften betroffen, wodurch Investitionen in die Einhaltung dieser Vorschriften entstehen können. Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften birgt für Wienerberger das Risiko der Verhängung von Bußgeldern, von Schadenersatzforderungen sowie das Risiko des Entzugs von Betriebsanlagengenehmigungen. In Italien wurde von den Behörden eine Untersuchung über mögliche Umweltbelastungen durch Wienerberger-Standorte eingeleitet, die jedoch bislang zu keinen Ergebnissen geführt hat.

Die Werke der Wienerberger Gruppe leisten im Hinblick auf die Vermeidung von Umweltbelastungen mehr als die derzeit gesetzlichen Auflagen vorschreiben. Verschärfte Umweltstandards stellen Wienerberger jedoch laufend vor neue Herausforderungen. Durch die Kenntnis der aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften sowie durch die Zusammenarbeit mit Experten und externen Beratern werden rechtliche Verpflichtungen berücksichtigt und eingehalten. Risiken aus der Rekultivierung von Tongruben sind Bestandteil des operativen Geschäfts von Wienerberger und werden laufend überwacht.

Risiken eines Ausfalls unserer zentral geführten konzernweiten Datenverarbeitung aufgrund von Elementarereignissen werden durch parallele Installation der Systeme in räumlich getrennten Rechenzentren minimiert.

Aufgrund von Krankheitsfällen, die durch Asbest verursacht wurden, sind gegen einige Baustoffunternehmen mit Präsenz in den USA in den letzten Jahren Sammelklagen eingereicht worden. Nach Überprüfung unserer amerikanischen Aktivitäten halten wir dieses Risiko für minimal, da keine unserer Tochtergesellschaften jemals Asbestprodukte hergestellt oder gehandelt hat.

Die Wienerberger Gruppe steht auch hinsichtlich ihrer Mitarbeiter in Konkurrenz zum Mitbewerb. Um Nachwuchsführungskräfte auszubilden und an Führungspositionen heranzuführen, hat Wienerberger Programme wie die "Vertriebsakademie", den "Werksleiterlehrgang" und das "Ready4Excellence Programm" geschaffen. Dadurch sowie durch individuelle Weiterbildungsmaßnahmen versucht Wienerberger seine Mitarbeiter optimal auszubilden sowie auch zu einem gewissen Ausmaß an das Unternehmen zu binden (weitere Informationen sind im Wienerberger Nachhaltigkeitsbericht enthalten).

3. Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) zählt zu den Schwerpunkten der strategischen Planung von Wienerberger und hat einen zentralen Stellenwert im Unternehmen. Kernaufgaben für F&E sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten sowie Systemlösungen für energieeffizientes Bauen und die Optimierung von Produktionsprozessen. Ziel von Wienerberger ist es, durch Kosten- und Technologieführerschaft und Produktinnovationen Marktpositionen zu sichern und weiter auszubauen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der laufenden nachhaltigen Verbesserung der technischen Eigenschaften der Ziegel hinsichtlich Wärmedämmung, Stabilität und Schallschutz, der Entwicklung von Systemlösungen für Dach und Wand, der Entwicklung im Bereich Rohre und Flächenbefestigung sowie der Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. F&E wird zentral gesteuert, aber – durch eine enge Zusammenarbeit des Corporate Engineering mit Werksleitern und lokalen Technikern – großteils dezentral umgesetzt. Erfolgreiche Entwicklungen können auf diese Weise rasch und effizient in der Gruppe ausgerollt werden.

Optimierung von Produktionsprozessen

Wienerberger arbeitet im Sinne der Nachhaltigkeit laufend an der Verbesserung von Produktionsprozessen. Die Forschungsschwerpunkte betreffen vor allem die Reduktion des Energieeinsatzes sowie den ressourcenschonenden Umgang in der Produktion und die verantwortungsvolle Rohstoffaufbereitung. Da ein wesentlicher Teil der Energie in der Produktion für den Trocknungsprozess verwendet wird, liegt der Fokus auf der laufenden Verbesserung dieses Prozesses. In 2011 wurden einige Projekte erfolgreich abgeschlossen, wo durch Optimierung der Trocknung deutliche Energieeinsparungen erzielt werden konnten.

Produktentwicklungen und Innovationen

Ein weiterer Baustein für den nachhaltigen Erfolg von Wienerberger ist die laufende Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten. Der Fokus liegt dabei auf Innovationen von Produkten und Systemlösungen für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Ein Meilenstein in der Entwicklung bei Wienerberger ist der Verfüllziegel POROTHERM W.i. bei dem die Hohlräume im Ziegel mit Wärmedämmung in Form von mineralischer Steinwolle ausgefüllt sind; für energieeffizientes Bauen kann auf zusätzliches Dämmmaterial verzichtet werden. Zur Optimierung der Verarbeitungs- und Konstruktionsgeschwindigkeit als zentralem Kostenfaktor bieten wir Porotherm Dryfix® an. Dabei handelt es sich um einen speziellen Ziegelkleber aus der Dose, der eine einfache, schnelle und trockene Verarbeitung ermöglicht. Im Bereich Dach bietet Wienerberger Dachdeckern eine One-Stop-Shop-Lösung, die KoraTech®-Linie, für keramische und nicht keramische Produkte an und positioniert sich so als Systemanbieter. Eine Innovation unseres Spezialisten für Pflaster- und Betonsteine, Semmelrock, ist das "ARTE Segmentbogenpflaster", eine spezielle Art der Verlegung im Baukastensystem, womit es möglich ist, traditionelle Bogenpflaster in der halben Zeit zu verlegen. In einem gemeinsamen Projekt mit Wienerberger entwickelte Pipelife ein Wandtemperierungssystem in Verbindung mit Ziegelwänden, welches ähnlich wie eine Fußbodenheizung funktioniert, allerdings Wärme großflächig über die Wand abgibt. Das System kann flexibel als Heiz- oder Kühlsystem genutzt werden. Bei Steinzeug-Keramo steht die Optimierung der technischen Eigenschaften, wie zum Beispiel die Entwicklung der Vortriebsrohre, welche eine grabenlose Verlegung ermöglichen, im Vordergrund.

4. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Durch die Einführung der internen Revision als Stabstelle des Gesamtvorstands ist neben der Umsetzung der Grundsätze der Corporate Governance insbesondere für die Stärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) Sorge getragen. Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten und mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten jährlichen Revisionsplans sowie einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüfen der Vorstand und die interne Revision regelmäßig operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeiten und überwachen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen.

Das in der Wienerberger Gruppe implementierte IKS wird zur Unterstützung der Früherkennung und Überwachung von Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen von der Internen Revision gemeinsam mit den entsprechenden Fachabteilungen laufend überarbeitet und erweitert. Dieses System basiert auf den Maßstäben des international bewährten Regelwerks für interne Kontrollsysteme (COSO – Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) und bietet dem Management neben konzernweiten Richtlinien sowie einem einheitlichen Berichtswesen ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsaktivitäten zu analysieren und zu steuern.

Der dezentralen Struktur von Wienerberger entsprechend liegt auch die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochterunternehmen sind angehalten, anhand des einheitlich zur Verfügung gestellten IKS die Einhaltung der Kontrollen durch Selbstüberprüfungen zu evaluieren und zu dokumentieren. Die interne Revision überwacht in der Folge die Einhaltung dieser Prüfungsschritte durch die lokale Geschäftsführung. Die Ergebnisse werden an die jeweilige Geschäftsführung sowie an den Gesamtvorstand der Wienerberger AG berichtet.

Die interne Revision und das Corporate Controlling berichten dem Prüfungsausschuss vierteljährlich über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren, Auswirkungen von IFRS-Neuerungen auf den Konzernabschluss, wesentliche Änderungen im Rechnungslegungsprozess sowie über Erkenntnisse aus dem Risikomanagement. Darüber hinaus wird dieser regelmäßig über getroffene Prüfungsfeststellungen, relevante Umsetzungsaktivitäten sowie Verbesserungsmaßnahmen von im IKS identifizierten Schwachstellen informiert.

Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt jährlich die Funktionsfähigkeit des Wienerberger Risikomanagements und berichtet darüber an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Funktionalität unseres Risikomanagements wurde vom Konzernabschlussprüfer kontrolliert und bestätigt. Darüber hinaus unterliegen die Kontrollsysteme einzelner Unternehmensbereiche ebenfalls den Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Für 2011 wurden von der internen Revision gemeinsam mit dem Abschlussprüfer 25 für den Geschäftsablauf wesentliche Kontrollen aus sämtlichen Geschäftsbereichen zur detaillierten Prüfung durch KPMG definiert. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden Vorstand und Prüfungsausschuss präsentiert, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden durch die interne Revision aufgearbeitet.

5. Berichterstattung über die Aktie und Aktionärsstruktur der Wienerberger AG

Nach der Jahresendrally der Kapitalmärkte im Jahr 2010 konnte die positive Stimmung nur in den ersten Monaten des Jahrs 2011 die Kursentwicklung stützen. Im März 2011 bewirkte die Erdbebenkatastrophe in Japan eine scharfe Korrektur auf den Finanzmärkten, ehe mit Sommerbeginn die Schuldenkrise in Europa und in Nordamerika das Börsegeschehen für den Rest des Jahrs dominieren sollte. Steigende Finanzierungskosten für einige Euroländer bezeugten nicht nur die hohen Schuldenstände, sondern vielmehr die fundamentale Vertrauenskrise, auf deren Basis ausgehend vom Sorgenkind Griechenland diverse "Ansteckungs"-Szenarien vom Kapitalmarkt antizipiert wurden. Zudem schürten Schätzungen zum Kapitalbedarf europäischer Banken von mehr als 100 Mrd. € zur Erfüllung neuer Eigenkapitalvorschriften die Angst vor einer neuen Kreditklemme. Das Fehlen eines gemeinsamen und akkordierten Entscheidungsprozesses auf politischer Ebene in Europa verstärkte die bereits vorherrschende Unsicherheit zusätzlich. Auch in den Vereinigten Staaten, in denen schon die Präsidentschaftswahl 2012 ihre Schatten vorauswarf, führte politisches Tauziehen beinahe zur Zahlungsunfähigkeit der Regierung und erschwerten die entgegengesetzten Machtverhältnisse in den beiden Kammern des Kongresses die politische Willensbildung. Dieses breite Spektrum an Unsicherheitsfaktoren führte nicht nur zu extrem volatilen und von Fundamentaldaten zeitweise entkoppelt scheinenden Kursentwicklungen, sondern wirkte sich auch auf die Wachstumsprognosen stark negativ aus, sodass ein möglicher Rückfall Europas in die Rezession vom Markt teilweise vorweggenommen wurde.

Nach einem Aufwärtstrend zu Beginn des Jahrs aufgrund optimistischer Konjunkturprognosen und einer volatilen Seitwärtsbewegung zwischen Mai und Juli 2011 korrigierten die US-Leitindizes ab Ende Juli im Zuge der Staatsschuldenkrise scharf und markierten im Oktober ihr Jahrestief. Dank einer Jahresendrally erzielte der Dow Jones mit einem Jahreschlusskurs von 12.217,56 Punkten noch einen Zugewinn von 5,5 % in 2011. Leicht schwächer entwickelte sich der S&P 500 und schloss mit 1.257,60 Punkten faktisch unverändert im Vergleich zum Ultimo 2010. Für den zyklischen Baustoffsektor bedeuteten der eingetrübte Ausblick für Infrastrukturausgaben und das schwache Konsumentenvertrauen ein herausforderndes Umfeld, das in der schwachen Jahresperformance des DJ EURO STOXX® TMI Construction & Materials Index mit einem Rückgang von 21,1 % zum Ausdruck kam.

Der Londoner Leitindex FTSE 100 beendete das Jahr mit einer Jahresperformance von - 5,6 % und somit schwächer als die US-amerikanischen Indizes, aber dennoch mit einem deutlich geringeren Rückgang als die Leitindizes in Kontinentaleuropa. Der DAX büßte zum Vergleich trotz eines gesunden gesamtwirtschaftlichen Umfelds 14,7 % ein und schloss das Jahr mit einem Indexstand von 5.898,35 Punkten. Europäisches Schlusslicht war der Wiener Aktienmarkt, dessen Leitindex ATX 34,9 % einbüßte und bei 1.891,68 Punkten am Jahresende aus dem Handel ging. Durch die ohnehin geringe Marktgröße litt die Liquidität besonders stark unter der Zurückhaltung der Investoren und auch die Besteuerung von realisierten Kursgewinnen wirkte belastend.

Die Wienerberger Aktie profitierte zum Jahresanfang überproportional vom positiven Marktsentiment, das bereits zum Jahresende 2010 die Kursentwicklung beflügelt hatte. Am 2. Februar markierte sie ihr Jahreshoch mit einem Schlusskurs von 16,56 €. Aufgrund der deutlich gesunkenen Konjunkturerwartungen, die mit Europa und den USA direkt die Kernmärkte der Gruppe betrafen, büßte die Wienerberger Aktie im Jahresverlauf zwischenzeitlich fast 60 % von ihrem Höchststand ein und verzeichnete am 19.12.2011 mit einem Schlusskurs von 6,66 € ihr Jahrestief. Nach einer leichten Erholung zum Jahresende ging die Aktie bei 6,97 € mit einer Jahresperformance von -51 % aus dem Handel.

Dem äußerst schwachen Handelsvolumen an der Wiener Börse, deren Geldumsatz aufgrund der Besteuerung von realisierten Kursgewinnen mit österreichischen Aktien und Austrian Depositary Certificates im Jahr 2011 um 18 % zurückging, zollte auch die Wienerberger Aktie Tribut und musste aufgrund des um 20 % niedrigeren Stückvolumens und des Kursrückgangs einen Einbruch des Handelsumsatzes um 27 % auf 2.199,1 Mio. € (in Doppelzählung) hinnehmen. Bei einem Stückumsatz von 191,5 Mio. Stück (in Doppelzählung) wurde das Wienerberger Aktienkapital an der Wiener Börse mit dem Faktor 0,8 im Jahr 2011 umgeschlagen. Im Vergleich zum durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen anderer Unternehmen im österreichischen Leitindex ATX belegte Wienerberger Rang neun unter den umsatzstärksten Werten. Der außerbörsliche Umsatz betrug 157,8 Mio. € (in Einfachzählung) gegenüber 240,5 Mio. € im Jahr davor und ging damit um 34 % zurück. An der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) wurden 27.997 Optionskontrakte auf Wienerberger Aktien mit einem Wert von 33,2 Mio. € gehandelt.

Der Vorstand wird in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und der bestmöglichen Verwendung der Finanzmittel der 143. o. Hauptversammlung am 11. Mai 2012 vorschlagen, eine Dividende von 12 Eurocent auszuschütten. Die Höhe zukünftiger Dividenden ist von der Marktentwicklung und dem Vorhandensein wertschaffender Wachstumsprojekte abhängig.

Aktienrückkauf

Wienerberger führte im Jahr 2011 einen Aktienrückkauf durch. Zwischen 22. August und 17. November wurden insgesamt 2,35 Mio. Aktien über die Börse zurückgekauft, was 2 % des Grundkapitals entspricht. Bei einem Durchschnittskurs von 8,83 € belief sich der Kapitaleinsatz auf 20,8 Mio. €. Die zurückgekauften Aktien sollen, sofern sich für Wienerberger wertschaffende Akquisitionsmöglichkeiten ergeben, in Zukunft vor allem als Zahlungsmittel für Transaktionen zur Verfügung stehen.

Aktionärsstruktur

Die Wienerberger AG notiert mit 117,5 Mio. nennwertlosen Stückaktien (Inhaberaktien, keine Vorzugs- oder Namensaktien) im Prime Market der Wiener Börse. In den USA wird sie über ein ADR Level 1 Programm der Bank of New York im OTC Markt gehandelt. Mit einer Börsekapitalisierung von 819,2 Mio. € und einer Gewichtung im ATX von 3 % zum Jahresende 2011 zählt Wienerberger zu den größten börsenotierten Unternehmen Österreichs.

Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär, deren Aktien zu 100 % im Streubesitz sind. Der Streubesitz verteilt sich auf österreichische Anleger und internationale Investoren. Im Rahmen der Meldungspflicht bezüglich bedeutender Beteiligungen gemäß § 91 Börsegesetz haben wir folgende Meldungen erhalten: Dodge & Cox Inc. mit Sitz in den USA ist seit 31. Juli 2008 mit über 10 % der ausstehenden Wienerberger Aktien der größte Aktionär. Ebenfalls mit Sitz in den USA hält First Eagle Investment Management, LLC seit 14. September 2011 mehr als 5 % der ausstehenden Wienerberger Aktien. Weitere Meldungen zu Beteiligungen über 5 % liegen nicht vor.

Wienerberger hat eine für international agierende, börsenotierte Unternehmen übliche breit gestreute Aktionärsstruktur. Gemäß der letzten Aktionärsstrukturerhebung im Jänner 2012 kommt die Mehrheit der institutionellen Anleger aus dem angelsächsischen Raum, Nordamerika (50 %) sowie Großbritannien und Irland (9 %). Mit knapp 80 % ist die Mehrheit der Wienerberger Aktien im Besitz von institutionellen Anlegern, während rund 20 % von privaten Anlegern gehalten werden. Unter den institutionellen Anlegern dominieren mit 54 % wertorientierte Investoren, gefolgt von Wachstums- bzw. GARP-Investoren.

Berichterstattung gemäß § 243a (1) UGB

Sämtliche Inhalte zu den meldepflichtigen Angaben nach § 243a UGB sind in folgenden Kapiteln des Konzernanhangs zu finden: Im Konzernanhang und Anmerkung 25 ("Konzerneigenkapital") auf Seite 132 sind Informationen zur Zusammensetzung des Wienerberger Kapitals, zu Aktiengattungen, zu Beschränkungen und Rechten sowie zu Befugnissen der Mitglieder des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf enthalten. Im Kapitel "Wienerberger Aktie und Aktionäre" ab Seite 61 finden sich Inhalte zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Wienerberger Kapital, die Bestimmungen der anteilsbasierten Vergütung werden im Anhang und Punkt 4 Eigenkapital dargelegt. Im Kapitel "Vergütungsbericht" (Seite 30 bis 33) sind die Grundsätze der Vergütungspolitik, eine Aufstellung über die Einzelbezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie eine Übersicht zum Besitz eigener Aktien angeführt. Auf der Wienerberger Website wird unter "Directors' Dealings" laufend über Kauf und Verkauf eigener Aktien durch Organmitglieder berichtet. "Change of Control" – Klauseln sind in den Vorstandsverträgen, den Vereinbarungen zur Unternehmensanleihe 2005, zur Hybridanleihe 2007, den syndizierten Krediten und Darlehen der Jahre 2006 und 2008 enthalten.

Bezüglich der Berichterstattung gemäß § 243a (1) Z7 wird auf den Anhang (Punkt 4 Eigenkapital) verwiesen.

Investor Relations

Seit Jahren haben professionelle Investor Relations hohe Priorität für Wienerberger. Die Funktion ist direkt dem Finanzvorstand, bei starker Einbindung des Vorstandsvorsitzenden, unterstellt. Zentrales Anliegen der Investor Relations ist eine laufende, offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Anteilseignern von Wienerberger zur Gewährleistung einer bestmöglichen Transparenz. In Anlehnung an internationale Usancen halten wir vor Ergebnisveröffentlichung und parallel zur Handelssperre für Wienerberger Mitarbeiter an einer Quiet Period fest. Da uns bewusst ist, dass dies eine Einschränkung der Kommunikation mit Investoren darstellt, behalten wir uns vor, die Quiet Period wieder aufzuheben.

Wienerberger hat auch im Jahr 2011 zahlreiche Roadshows durchgeführt und an Investorenkonferenzen in Europa und den USA teilgenommen, wie z.B. der Davy Building Conference, Citigroup Building Conference, Credit Suisse European Building Materials Conference, Corporate Conference der Deutschen Bank, Bank of America Merrill Lynch Pan-European Building & Infrastructure Conference, Erste Group Bank Konferenz in Stegersbach und UniCredit Austrian Investor Conference in Kitzbühel sowie der Raiffeisen Centrobank Konferenz in Zürs. Der Vorstand und das Investor Relations Team trafen im abgelaufenen Jahr hunderte Investoren aus aller Welt persönlich oder informierten bei Conference Calls und Videokonferenzen über die wesentlichsten Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung des Unternehmens. Die neue Wienerberger Website bietet als wichtiges Kommunikationsmedium umfangreiche Informationen über das Unternehmen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Live-Übertragungen von Hauptversammlung und Pressekonferenzen, Conference Calls (sowie deren Aufzeichnungen) und einen weboptimierten Online-Geschäftsbericht (geschaeftsbericht.wienerberger.com).

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere Anstrengungen, die Investor Relations laufend zu verbessern, auch 2011 von der "Financial Community" anerkannt und mit einer Vielzahl von Preisen international und national ausgezeichnet. Belohnt wurde das Unternehmen dabei für das kreative und stringente Erzählen der Investmentstory. In New York zeichnete die Jury des ARC (Annual Report Competition) Awards den Geschäftsbericht 2010 als besten Geschäftsbericht weltweit in der Kategorie "Written Text" aus. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen zwei Gold Awards für den besten Bericht der Branche in den Kategorien "Overall Annual Report" und "Written Text". Auch beim European Excellence Award in Amsterdam ging Wienerberger als Sieger hervor. Bei der Verleihung am 8. Dezember 2011 konnte der Preis für den besten Geschäftsbericht europaweit entgegengenommen werden. Diese Auszeichnung wird auf Einladung der Fachzeitschrift "Communication Director" vergeben und soll die besten Arbeiten der europäischen Kommunikationsbranche präsentieren. Aus 1.300 Einreichungen wurden die Sieger der verschiedenen Kategorien ermittelt. Wienerberger setzte sich dabei gegenüber namhaften Unternehmen wie AkzoNobel und RTL durch. In Österreich wurde Wienerberger in diesem Jahr beim renommierten AAA (Austrian Annual Report Awards) vom trend Magazin zum Unternehmen mit dem besten Reporting eines börsenotierten Konzerns gewählt. Wienerberger behauptete den Spitzenplatz des Rankings der börsenotierten Unternehmen für sich und schafft es damit, zahlreiche Größen der österreichischen Wirtschaft hinter sich zu lassen. Relevant für dieses ausgezeichnete Ergebnis war die Erreichung der höchsten Punkte in den Kategorien Design, Publizistik, Finanzberichterstattung, Corporate Governance, Investmentstory, Human Resources, CSR sowie Online-Berichterstattung.

JAHRES-ABSCHLUSS Wienerberger AG

zum 31.12.2011
BILANZ
AKTIVA 31,12,2011
Stand am
EUR
31.12.2010
Stand am
EUR
PASSSIVA 31.12.2011
Stand am
EUR
31.12.2010
Stand am
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
A. Anlagevermögen
1. Grundkapital
A. Eigenkapital
117.526.764,00 117.526.764.00
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
043,39
7.721.
10.079.003.39 II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
1.675.118.239.37 1.675.118.239,37
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
3. Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
2. Unbebaute Grundstücke
Il Sachanlagen
18.526.393,55
634,147,30
1,898,743,17
18,697,579,68
689.261,30
1.635.291,17
1. Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
2. Rücklage für eigene Anteile
III. Gewinnrücklagen
17.172.577.72
501.574.184,53
484.401.606.81
487.450.797.66
1.623.386,87
489.074.184,53
III. Finanzanlagen 1,284.02
21,059
21.022.132.15 Vorjahr: Verlustvortrag EUR 89.526.669.13
davon Gewinnvortrag: EUR 1.274.756.60;
IV. Bilanzgewinn
15.000.396,23
15.000.396,23
13.016.072.70
13.016.072.70
4. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
3. Beteiligungen
3.487 359 152,60
,966,35
6.439.622,54
5.085.901,00
2.791.811
684.021
3.516.139
4.904.771,00
152,60 2.662.220.793,65
480,01 2.693.321.929,19
6,439,622,54
24.000.000,00
562,71 2.626.876.400,11
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
B. Unversteuerte Rücklagen
2.309.219.584,13
7,536,835,16
2,294,735,260,60
7,734,933,51
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegestände
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
B. Umlaufvermögen
364.15
1,271.69
282.542.043,31
1.407.47
$\frac{5}{2}$
271.581
10,850
754.634.277,90
16.773.513.13
771,574,173,40
166,382,37
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Rückstellungen für Pensionen
4. Sonstige Rückstellungen
3. Steuerrückstellungen
C. Rückstellungen
12.899.463,00
3,284,075,00
3,178,848,00
13.660.708,42
33,023,094,42
3,300,823,00
13,123.011,00
δς
10,475,400,50
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile
II. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile
17.172.577.72
.800,00
27.172.377,72
9,999
1.623.386,87
0,00
1.623.386,87
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen
1,091,228.000,00
259.563.688,75
124.876.639,12
857.760.17
1,009.228.000,00
81.990.413,12
1.300.329,62
4.652.728.92
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 50,915.597,50
360.630.018,53
10.065.998.93
783.253.559,20
davon aus Steuern: EUR 31.153,21; Vorjahr: EUR 34.516.94
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
5. Sonstige Verbindlichkeiten
54,659,443,96 54,743.415,24
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.880.965.045,71
4.195.547,17
4.708.827,12
3.481.284.315,51
EUR 257.108.19; Vorjahr: EUR 240.239.05 1.531.185.532,00 1.151.914.886.96
3.880.965.045,71 3.481.284.315.5
3.880.965.045.71
Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen 264.946.904,00 273,694,354,0
Bellag
2011 2010
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 37.778.677,80 33.942.248,27
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 44.878,56 59.083,54
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 421.765,13 183.698,51
c) Übrige 32.160.782,98 32.627.426,67 52.724.617,06 52.967.399.11
3. Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Leistungen
a) Materialaufwand 0.00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen $-1.554.800,34$ $-1.554.800,34$ $-1.101.564,02$ $-1.101.564,02$
4. Personalaufwand
a) Gehälter $-16.494.047,42$ -11.730.648.75
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -180.598,66 $-1.015.138,96$
c) Aufwendungen für Altersversorgung $-1.754.658,86$ -1.379.077,80
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge $-2.854.166.48$ -2.636.629,47
e) Sonstige Sozialaufwendungen $-288.608,15$ $-21.572.079,57$ $-200.011,91$ -16.961.506,89
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlage-
vermögens und Sachanlagen -3.543.961,13 $-3.436.426,08$
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern $-55.353,45$ $-69.073,79$
b) Übrige $-52.531.126,51$ -52.586.479,96 -54.219.951,91 -54,289,025,70
7. Zwischensumme aus Z 1, bis 6. $-8.851.216.53$ 11.121.124,69
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: 86.176.727,07 152.131.243,51
EUR 86.045.477,07; Vorjahr: EUR 151.999.993,51
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 2.543.595,07 869.324,12
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.387.945,07;
Vorjahr: EUR 682.293,84
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 22.924.807,63 35.018.652,91
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 21.003.844,04;
Vorjahr: EUR 30.524.695,12
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 31,496,13 312.261,78
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens $-25.490.506,33$ $-5.006.673,37$
davon a) Abschreibungen EUR 24.679.880,78;
Vorjahr EUR 1.612.028,00
b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 19.472.054,01; Vorjahr: EUR 1.441.000,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-63,777,108,87 -70.128.134,03
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 203.769,25 ; Vorjahr: EUR 171.545,68
14. Zwischensumme aus Z 8. bis 13. 22,409,010,70 113.196.674,92
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 13.557.794,17 124.317.799,61
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.469.747,11 2.926.124,66
17. Jahresüberschuss 26.027.541,28 127.243.924,27
198.098,35 298.817,56
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
$-12.500.000,00$ $-25.000.000,00$
20. Jahresgewinn 13.725.639,63 102.542.741,83
21. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 1.274.756,60 -89.526.669,13
22. Bilanzgewinn 15.000.396.23 13.016.072,70
Gesellschaft Sitz Antell Währung Crund-
/Stammkapital
(in lokaler
Währung)
Währung unverst. Rückl.
(in lokaler
Währung)
Eigenkapital inkl. Jahrsüberschuss/-
fehlbetrag (in lokaler
Währung)
2011
Wienerberger International N.V. Zaltbommel 100.00 EUR 50,000 EUR 237.235.964 5.182.846
Wienerberger Finance Service B.V. Zaltbommel 100,00 EUR 18.000 EUR 11.797.739 842.735
Wienerberger NV Kortrijk 99,99 EUR 13.091.395 EUR 126.059.842 14.662.037
WK Services NV Kortrijk 100.00 EUR 32.226.158 EUR 14.649.769 507.091
Wienerberger Building Solutions Kortrijk 100,00 EUR 34.466.350 EUR 45.899.328 3.854.324
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hannover 100,00 EUR 9.500.000 EUR 57.807.653 $-9.674.192$
Steinzeug Abwassersysteme GmbH Frechen 100,00 EUR 18,408,000 EUR 32.465.957 3.412,830
Wienerberger Beteiligungs GmbH Hannover 99.04 EUR 26,000 EUR 13.109 $-875$
Tongrube Lobenfeld GmbH Oldenburg 100,00 EUR 25,000 EUR 308.677 $-27.092$
VL Baustoff GmbH Ehingen 100,00 EUR 52,000 EUR $-19.166$ $-18.946$
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH Hennersdorf 99.99 EUR 5.000.000 EUR 29.141.066 3.325.855
Salzburger Ziegelwerk GmbH & Co KG Nussdorf 53,00 EUR 438,000 EUR 7.229.720 101.082
Wienerberger Beteiligungs GmbH Wien 100.00 ATS 1.000.000 EUR 986.485 719,706
Wienerberger Anteilsverwaltung GmbH Wien 100.00 EUR 35.000 EUR 1.435.049.696 1.781.018
Semmelrock International GmbH Klagenfurt 100,00 EUR 3,000.000 EUR 91.541.729 9.083.798
Wienerberger Brunori SRL Bubano 100,00 EUR 10,000,000 EUR 50.071.785 $-4.471.080$
Wienerberger A/S Brondy 100,00 DKK 107.954.000 DKK 168.953.347 $-22.433.613$
Wienerberger OY AB Helsinki 100,00 EUR 1,000,000 EUR 30.500.936 1.319.159
Wienerberger AS Aseri 100,00 EEK 24.074.000 EUR 5.479.876 $-942,449$
OOO "Wienerberger Kirpitsch" Moskau 81,94 RUR 1.262.730.657 RUR -57.592.700 $-158.285.149$
OOO "Wienerberger Kurkachi" Kurkachi 81,94 RUR 650.036.080 RUR 360.097.650 -70,749.655
Wienerberger Investitions- and Projektman Kiprevo 99,00 RUR 356,000 RUR $-3,008,656$ 1.874.221
UAB Wienerberger statybine keramika sp.z Vilnius 100.00 LTL 3.135.000 LTL 1.166.931 $-507.056$
Wienerberger EOOD Sofia 100,00 BGN 4.000.000 BGN 15,575,849 $-564.152$
General Shale Brick, Inc. Johnson City 100,00 USD 1.000 USD 45.720.153 -78.264.626
General Shale Building Materials Inc. Johnson City 100.00 USD 1.000 USD $-825.874$ $-97.901$
General Shale Canada Acquisitions Inc. Halifax 100.00 CAD 28.500.000 CAD 20.265.156 $-1.513.880$
Wienerberger Brick Industry Private Limited Karnataka 99,99 INR 990.000.000 INR 1.611.941.624 -356,521.316
Wienerberger Asset Management NV Zonnebeke 99.99 EUR 8.595.776 EUR 13.684.222 1.572.532
-2011
in EUR
2010
in TEUR
im folgenden Jahr 1.666.593 1.609
in den folgenden 5 Jahren 6.580.590 8.043
31.12.2011 31.12.2010
Gesamt davon
Restlaufzeit unter Restlaufzeit über
1 Jahr
davon
1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlautzeit
über 1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
1. Forderungen aus Liefer-
ungen und Leistungen
2. Forderungen gegen verb-
110.364.15 110.364.15 0.00 166 166 0
undene Unternehmen 271.581.407.47 51,701.014.50 219.880.392.97 754.634 221.971 532.663
3. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
10.850.271.69 10.850.271.69 0,00 16.774 16.763 10
Forderungen laut Bilanz 282.542.043.31 62.661.650.34 219.880.392.97 771.574 238.901 532,674
2011 2010
Durchschnittlicher Durchschnittlicher
Anzahl der Ausübungspreis je Anzahl der Ausübungspreis je
Entwicklung der Aktienoptionen Optionsrechte Stück Optionsrechte Stück
Bestand am Jahresanfang 576.500 41.98 760.873 40.89
Gewährte Optionen 0.00 0.00
Ausgeübte Optionen 0.00 0.00
Verfallene Optionen $-290.000$ 38.50 $-184.373$ 37.50
Nachträglich von Mitarbeitern akzeptierte Optionen 0.00 0.00
Bestand am Jahresende 286.500 45.50 576,500 41.98
Ausübbar am Jahresende 286,500 45.50 576.500 41.98
Ausgegebene Optionen in Stück aus 2007 aus 2006
Vorstandsmitglieder gesamt 60.500 63,000
Andere Führungskräfte 226,000 230,000
Insgesamt eingeräumte Optionen 286.500 293.000
Abzüglich verfallene Optionen $-293.000$
Ausgeübte Optionen
Bestehende Optionen 286.500 n
Ausübbar am Jahresende 286,500
Bewertung der Optionen aus 2007 aus 2006
Berechnungsparameter
Marktpreis bei Gewährung in EUR 45,57 42.20
Ausübungspreis der Option in EUR 45.50 38.50
Laufzeit in Jahren 5
Risikofreier Anlagezinssatz in % 4.01 3,32
Erwartete Volatilität in % 28 28
Zeitwert ie Optionsrecht in EUR 10.54 10.77
Marktwert Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Einräumung in TEUR 3.019 2.965
Stand am
1.1.2011
Zuführung Auflösung Stand am
31.12.2011
EUR EUR EUR EUR
Bewertungsreserven UGB
I. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund 467,735.37 27.052.00 440.683.37
2. Unbebaute Grundstücke 6.573.825.14 171.046.35 6.402.778.79
3. Andere Anlagen, BGA 1.00 1.00
7.041.561.51 0.00 198.098.35 6.843.463.16
II. Finanzanlagen
Beteiligungen 693,372,00 693.372.00
7.734.933.51 0,00 198.098.35 7.536.835.16
2011
in EUR
2010
in TEUR
Positive Marktwerte 3.292.034,31
Negative Marktwerte 0,00
3.292.034,31
2011
in EUR
2010
in TEUR
Positive Marktwerte 0.00
Negative Marktwerte 1.575.020,66
1.575.020,66
Derivat Whra des
Derivat
2011
EUR
2010
EUR
Laufzeit
CSWP00101 CAD. $-1.575.020.66$ 0.00 15.04.2011 - 30.03.2012
31.12.2011 31.12.2010
Gesamt davon
Restlaufzeit unter
1 Jahr
davon
Restlaufzeit über
1 Jahr
Gesamt davon
Restlaufzeit
unter 1 Jahr
davon
Restlaufzeit über
1 Jahr
in EUR in EUR in EUR in TEUR in TEUR in TEUR
1. Anleihen 1.091.228.000.00 241.228.000.00 850,000,000.00 1.009.228 1.009.228
2. Verbindlichkeiten gegen-
über Kreditinstituten
124.876.639.12 73,240,504.36 51.636.134.76 81.990 14.780 67.210
3. Verbindlichkeiten aus
Lieferung und Leistung
857.760.17 857.760.17 0,00 1.300 1.300 0
4. Verbindlichkeiten gegen-
über verbundenen Unter-
nehmen 259.563.688.75 254.941.422.89 4.622.265.86 4.653 401 4.251
5. Sonstige Verbindlichkeiten 54.659.443.96 46.797.632.96 7.861.811.00 54.743 48.574 6.170
Verbindlichkeiten laut Bilanz 1.531.185.532.00 617.065.320.38 914.120.211.62 1.151.915 65.056 1.086.859
31.12.2011
in EUR
31.12.2010
in TEUR
Garantien 185.013.221,00 185.362
(davon für verbundene Unternehmen) 185.013.221,00 185,362
Patronatserklärungen 79.933.683,00 88.332
(davon für verbundene Unternehmen) 79.933.683,00 88.332
264.946.904,00 273.694
2011
in EUR
2010
in TEUR
Vorstände und leitende Angestellte
Andere Arbeitnehmer
1.318.637,21
616.620,31
1.565
829
1.935.257,52 2.394
0,00
2.708.921.83
$rac{8}{9}$
O.O
225.159,69
609.879.61
835.039.30 19.472.054.01 ខ្លួខ្លួ
ទំនង
0.00
0,00 30,720.00
460.00
30,720,00
19472514.01
30.720.00
23.016.475.14
88
00
8
0
55.114.00 $\frac{1}{2}$
55.114.00
EUR
L
10.079.003.39 19,386,840.98
1.635.291.17
21.022.132.15 2,626,876.400.11 24.000.000,00 6,439,622,54 4.904.771.00 2.662.220.793.65 2.693.321.929.19 72.298,95 516.962,35 689.261,30
EUR
H
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1.898.743.17
21.059.284.02 2.791.811.662.71 684.021.966.35 6439.622.54 5.085.901.00 3,487,359,152.60 3.516.139.480.01 72.298.95 561.848.35 634.147,30
EUR 26.689.478.68 7.333.039.52
2.038.641,31
9.371.680.83 138,576.592,66 0.00 8,00 140.768.00 138.717.360.66 174.778.520.17 0.00 1.847.583.51 1,847,583,51

34,410,522.07 21.199.182.16
9.231.782.69
30.430.964.85 2.930.388.255.37 684.021.966.35 6.439.622.54 5.226.669.00 3.626.076.513.26 3.590.918.000.18 72.298.95 2.409.431.86 2.481.730.81
ΞUR 23.000,00 496.173.79
1.140.44
497.314.23 6.272.53 5.487.144,09 0.00 si
S
0,00 0.00
EUR
E
373,961,83 8
0
889.547.61
889 547,61 184.413.589.14 665.509.110,44 0.00 1.154.504.00 1.003.634.00 851.077.203.58 6.497.050.62 852.340.713.02 7.017.364.85 0,00 0,00 0.00
EJR
EJ
34.059.560.24 21.200.322,60
8.838.408.87
30.038.731,47 2.745.980.938.76 24.000.000,00 6.439.622,54 5.075.799,00 2.781.496.360,30 2.845.594.652,01 72.298,95 2.409.431,86 2,481.730.81
Nennwart Kapital Silenzweit Nerawer Bilanzviert Nennvert Bilanzurn Nennwer Kapcai- Brianzwert
anteil anted
Š X ىن Š Ψ š Ψ Ψ Ψ ξ F 4
sile an verbundenen Unternehmen:
erberger International N.V. Zaliaommel NZNI S
1151
50.007 100.00 25.542.425 Ê 50.007 100.00 295,642,429
etberger Finance Service B.V., Zaltbommel NZCE ã
152
18,000 ioo,aa 46.869.458 Ë 18.000 30.00 48.869.458
erbergor NV, Kortrijk i
So
ã
$\frac{5}{20}$
13.090.086 99.98 143,197,048 $\frac{\alpha}{2}$ 13.090.005 99.99 43.197.048
stberger Asset Management NV, Zonnebeke SVZ 1240 oo. å 8,595,776 19.542.259 €UR 6,595,776 99
99
19,542,259
ervices NV, Kontrijk VABN ã
1262
32.226,158 100,00 13,093,583 ΕJR 32.226.158 00.00 13,093.583
Herger Building Solutions NV, Konrijk espe å
126
34,466,347 ioo co 35,404,847 ã 14.466.34 99.98 35.404.847
orberger Zvegebrotustike Grabis, Hansover SIGN ã
$\frac{20}{20}$
9.500.000 ss
Sa
256,774,355 ã 9,500,000 ioo ca 56,774,355
eug Abwassersysteme, Köln STEIN ទី
350
18,408.000 100,00 23.000.000 $\frac{8}{5}$ 18,408,000 100.00 29.000.000
sberger Beteiligungs Grittiri, Hannover 83 in EUR
335
25,750 39 Oc 25,750 $\tilde{\mathbf{S}}$ 25.750 Sec. 25.750
ube Labenteld GmbH, Oldenburg RMVVN EJR
ÿ.
25.000 100,00 26.250 325.000 $\frac{\alpha}{\omega}$ 25,008 100.00 351,250
austoff GmbH, Ehingen vLEG ã
1357
52,000 100,00 52.000 EJR, 52.000 30.00 52,000
therger Ziegelindustrie GmbH, Hennersdorf wz o EJR
501
4,999.930 37.420.805 5555 4,999.930 93.99 37,420.506
urger Ziegelwerk GmbH & Co KG, Nassdorffrlaunsberg SZW ã
504
232140 98, 89
53, 89
3,682,355 232,140 53,00 3.682.355
stberger Beteiligungs GmbH, Wien ROOM ã
SS 6
72.673 100,00 20.472.053 19.472.05 72.673 100,00 999.999
rberger Antersychwaltung Grabil, Wien VAV EUR
Ş.
35.000 100,00 366,933,533 35.000 100,00 360,933,533
restock International GmbH, Klagenfur SBINT ã
1580
3.000.000 100,00 70.951.927 EUR 3.000.000 100,00 70.961.927
erberger Spa, Bubano BRUN ã
iaa
10,000,00 100,00 81,563,207 EUR B 10,000.00 100,00 81,563,207
erberger A/S, Broady VIBDK DKK
201
107,954,000 100,00 14.466.742 DКК 107,954,000 100,00 14,466,742
sterger OY AB. Helsinki WBF) ã
2307
1,000,000 100,00 25,350,000 Ê 1,000,000 100,00 25,350,000
rberger (UK) Limited, Manchester MBUK GBP
2407
780.646 100,00 ĝ 780,646 100,00
arbeiger AS, Aseri MOEE Ě
ā
24.074.000 100,00 1115.059 6.000.000 $rac{8}{6}$ 1,540.736 CO CO 7,115,059
Wienerberger Kirpitsch, Moskau KIRPI ã
2607
502,041.936 23,557,545 302.041.936 81,94 23,567,545
Wienerberber Kurkach ğ ã
2602
532,639,564 81.94
81.94
0,788,431 RUR 532.639.564 $\frac{54}{5}$ 10,788.431
siberger favestitions- and Projektmanagement OOO. Kipreve KIRPINV ã
2651
352.440 99,90 8.722 RUR 352,440 SS.
SS
9.722
Nenerberger statybine keramika sp.2.0.0., Vitrius MSKL S
28C
3,135,000 100,00 955,920 $\vec{5}$ 3,135,000 100,00 965.920
proceper service, spol. sit.o., Ceske Budejovice SERVCZ CZK
3254
200,000 190,00 6,273 220,000
CŽK
6.273 č e
S
crocrger EOOD, Sofia Dasn č,
4101
4,000.000 100.00 2,046.177 BGN 5.500.000 1.345.981 B 12.500.000 80.00 6.392.158
ral Shale Brick, Inc., Johnson City CSBINC asn
6001
1,000 180,80 87,503,959 152,776.717 GSL 1,000 20.003 240.250.675
ral Shake Building Materials, Inc., Johnson City 58 GOOS USE ,000 100,00 92 1,000 130,00 392
ral Shake Canada Acquistions Inc., Halifax CANHO e
S
5102
28,500,000 100.00 21.292.921 ន្ធិ ខ្ញុំ ខ្ញុំ 28.500.300 100,00 21.252.92
erberger Brick Industry Private Lanked, Karnataka AIGNER E
5831
839,999,990 100,00 34,633.058 $\frac{\alpha}{2}$ 150,000.000 1,423,633 989,999,990 100,00 36.056.691
2.625.876.400 184.413.589 6.273 19,472.054 2.791.811.662
í
E
į
-
-
-
ĵ
i
j
i
$\overline{\phantom{a}}$
$\frac{1}{2}$
1
Stand am Verwendung Auflösung Zuweisung Stand am
1.1.2011
EUR
E
EUR EUR EUR
E
31.12.2011
EUR
El
. Rückstellung für Abfertigungen 3.300.823,00 114.659,18 227.229,82 219.914,00 3.178.848,00
2. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen 13,123.011,00 223.548,00 12.899.463.00
3. Steuerrückstellungen 8
0.00
3.284.075,00 3.284.075,00
4. Jubiläumsgeldrückstellungen 353.853,00 13.150,00 22.728,00 62.719,00 380.694,00
5. Urlaubsrückstellungen 1.502.320,00 128,538,00 1,373,782,00
Personalrückstellungen
5. Sonstige Rückstellungen
1.062.779,74 1.062.779,74 4.490.983,65 4.490.983,65
Aufsichtsratvergütungen 172.549,00 172.549,00 501.250,00 501.250,00
Prüfungskosten 163.000,00 163.000,00 152.500,00 152.500,00
Rechts- und Beratungskosten 167.438,00 81.560,76 85.877.24 91.800,00 91.800.00
Übrige 7.053.460.76 657.572.87 335.887.89 609.698.77 6.669.698.77
8.619.227,50 2.137.462.37 421.765,13 5.846.232,42 11.906.232,42
ш
M M M S
26.899.234,50 2.617.357,55 671.722,95 9.412.940,42 33.023.094,42

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 20. Februar 2012

Der Vorstand der Wienerberger AG

Heimo Scheuch Willy Van Riet Johann Windisch

Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Finanzen

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die operativen Geschäftsbereiche

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