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Westwing Group SE — Annual Report 2020
Mar 30, 2021
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Annual Report
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Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
Bestätigung des Abschlussprüfers
Westwing Group AG Berlin
Westwing Group AG, Berlin Anlage 1
Bilanz zum 31.12.2020
| Aktiva | 31.12.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
Passiva | 31.12.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | A. Eigenkapital | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte |
13.754 | 11.514 | I. Gezeichnetes Kapital Eigene Aktien |
20.844 -541 |
20.741 -743 |
| 2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
255 | 270 | Ausgegebenes Kapital | 20.303 | 19.997 |
| 14.009 | 11.784 | II. Kapitalrücklage | 348.663 | 347.165 | |
| II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
3.031 | 2.296 | III. Bilanzverlust | -138.498 | -142.987 |
| 3.031 | 2.296 | 230.468 | 224.176 | ||
| III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
15.380 147.099 |
15.183 150.155 |
B. Rückstellungen | ||
| 162.479 | 165.337 | 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen |
100 8.984 |
0 3.761 |
|
| 179.520 | 179.417 | 9.085 | 3.761 | ||
| B. Umlaufvermögen | C. Verbindlichkeiten | ||||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.548 | 951 | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 567 | 560 | 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.055 | 4.086 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. Sonstige Vermögensgegenstände |
17.671 2.291 |
4.212 2.626 |
3. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern TEUR 2.810 (Vj. TEUR 603) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (Vj. TEUR 125) |
2.904 | 838 |
| 20.529 | 7.398 | 7.507 | 5.875 | ||
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 45.710 | 46.399 | |||
| 66.239 | 53.796 | D. Rechnungsabgrenzungsposten | 124 | 141 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 1.424 | 740 | |||
| 247.183 | 233.953 | 247.183 | 233.953 |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
|---|---|---|---|---|
| 14.009 | 11.784 | II. Kapitalrücklage | 348.663 | 347.165 |
| 3.031 | 2.296 | 230.468 | 224.176 | |
| 162.479 | 165.337 | 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen |
100 8.984 |
0 3.761 |
| 179.520 | 179.417 | 9.085 | 3.761 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (Vj. TEUR 125) | ||||
| 20.529 | 7.398 | 7.507 | 5.875 | |
| 66.239 | 53.796 | D. Rechnungsabgrenzungsposten | 124 | 141 |
| 247.183 | 233.953 | 247.183 | 233.953 |
Westwing Group AG Anlage 2 Gewinn- und Verlustrechnung für 2020
| 2020 TEUR |
2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 59.164 | 40.219 |
| 2. Andere aktivierte Eigenleistungen 3. Sonstige betriebliche Erträge davon aus Währungsumrechnung TEUR 28 (Vj. TEUR 3) |
4.547 339 |
5.863 1.885 |
| Gesamtleistung | 64.051 | 47.966 |
| 4. Materialaufwand a) Aufwendungen für bezogene Leistungen |
16.927 | 11.972 |
| 5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung |
30.557 26.226 4.330 |
25.374 21.634 3.741 |
| 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
4.133 | 3.125 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Währungsumrechnung TEUR 11 (Vj. TEUR 10) |
17.912 | 9.710 |
| -5.478 | -2.215 | |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 2.981 (Vj. TEUR 1.572) |
3.009 | 1.575 |
| 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen | 5.614 | 23.277 |
| 11. Erträge aus der Wertaufholung von Finanzanlagen | 12.841 | 0 |
| 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundenen Unternehmen TEUR 113 (Vj. TEUR 217) |
169 | 2.146 |
| Zins- und Finanzergebnis | 10.067 | -23.848 |
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 100 | -4 |
| 14. Ergebnis nach Steuern | 4.489 | -26.060 |
| 15. sonstige Steuern | 0 | 0 |
| 16. Jahresüberschuss/ -fehlbetrag | 4.489 | -26.060 |
| 17. Verlustvortrag | -142.987 | -116.927 |
| 18. Bilanzverlust | -138.498 | -142.987 |
Westwing Group AG, Berlin
Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis 31.12.2020
I. Allgemeine Hinweise
Die Westwing Group AG ("Gesellschaft") ist eine in Deutschland gegründete Kapitalgesellschaft mit Sitz in Berlin, Deutschland (Handelsregister Berlin HRB 199007 B).
Die Westwing Group AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem deutschen Aktiengesetz, ihre Namens-Stammaktien sind seit dem 9. Oktober 2018 an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main (Prime Standard) notiert.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes unter Anwendung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 S. 2 HGB i.V.m. § 264 d HGB. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266, 275 HGB sowie §§150 ff. AktG.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist unverändert nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Beträge sind in Tausend Euro (TEUR), soweit nicht anders angegeben.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.
Anlage 3/2
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:
Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen über 3 bis 5 Jahre nach der linearen Methode vermindert.
Bei der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts der Aktivierung von selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen nach §248 Abs. 2 Satz 1 HGB handelt es sich um die Aktivierung von internen Kosten, die im Rahmen der Entwicklung von Software entstehen. Für die Höhe des Nettobuchwerts zum jeweiligen Bilanzstichtag besteht eine Ausschüttungssperre.
Die aktivierten Entwicklungskosten werden nach Inbetriebnahme der Software über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben und werden, falls notwendig, außerordentlich abgeschrieben.
Aufwendungen für Instandhaltung, ständige nicht wesentliche Verbesserungen und Wartung von Software werden im Aufwand erfasst, sobald sie anfallen.
Zinsen auf für die Akquisition von immateriellen Vermögensgegenständen aufgenommenes Fremdkapital werden nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der linearen Methode gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Vermögensgegenstands oder – sofern einschlägig – als separater Vermögensgegenstand erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft daraus zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögensgegenstands zuverlässig ermittelt werden können.
Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung werden im Aufwand erfasst, sobald sie anfallen.
Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.
Die voraussichtliche Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens ist wie folgt:
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 - 14 Jahre
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.
Zinsen auf für die Akquisition von Sachanlagevermögen aufgenommenes Fremdkapital werden nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.
Bei den Finanzanlagen sind die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen zum Nennwert bzw. zu den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten ausgewiesen. Die Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Werts erfolgt über ein Ertragswertverfahren, wobei entsprechende Planzahlen für die einzelnen Ländergesellschaften aus dem Geschäftsplan des Westwing Konzerns abgeleitet werden.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.
Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert angesetzt.
Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der
Anlage 3/4
Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt. Jegliche Beträge, die über den Nennbetrag hinaus oder freiwillig eingezahlt wurden, sind in der Kapitalrücklage bilanziert.
Eigene Aktien sind Aktien, die von Westwing zurückgekauft wurden, wodurch sich die Anzahl der ausstehenden Aktien auf dem freien Markt verringert.
Die eigenen Aktien werden offen von dem Posten des gezeichneten Kapitals abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert (Nennbetrag) und den Anschaffungskosten eigener Anteile wird mit den frei verfügbaren Kapitalrücklagen verrechnet.
Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten, unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preisund Kostensteigerungen, alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf die Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.
Als Entlohnung für geleistete Arbeit erhalten manche Mitarbeiter eine anteilsbasierte Vergütung mit oder ohne Barausgleich. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich mit den Mitarbeitern der Gesellschaft entstehen, werden zunächst unter Anwendung eines Optionspreismodells mit dem Aktienkurs als wesentlichen Parameter mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Rückstellung verteilt. Ab 2020 berücksichtigt Westwing bei der Berechnung der anteilsbasierten Vergütungsaufwendungen auch eine geschätzte Verfallsquote während des Erdienungszeitraums.
Hingegen bleiben anteilsbasierte Vergütungen, die in Form von Aktienoptionen ausgegeben werden und mit Aktien aus genehmigtem Kapital beglichen werden, bilanziell unberücksichtigt. Lediglich wenn die Gesellschaft sich dazu verpflichtet hat, Aktienoptionen in bar abzugelten erfolgt eine buchhalterische Berücksichtigung.
Die Rückstellung für anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich wird zu jedem Abschlussstichtag unter Verwendung desselben Optionspreismodells neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im Personalaufwand bzw. in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.
Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden.
Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag; hierbei werden unrealisierte Kursgewinne nur erfasst, sofern diese kurzfristiger Natur und damit hinreichend sicher sind.
Anlage 3/6
III. Erläuterungen zur Bilanz
Immaterielle Vermögensgegenstände
Bei den immateriellen Vermögensgegenständen der Gesellschaft handelt es sich um erworbene sowie selbst geschaffene Software.
Die Zugänge zu den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 5.298 (31.12.2019: TEUR 6.064) resultieren im Wesentlichen aus der Entwicklung eigener Software für Lager- und Logistikanwendungen, Consumer Apps, Webseiten, Zahlungsmethoden, sowie wesentlichen Verbesserungen von Stabilität, Schnelligkeit und Sicherheit der Webportale. Die Entwicklungsprojekte sind in Teilprojekte unterteilt, die durch die Entwicklungen neuer Funktionen gekennzeichnet sind.
Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahrs betrug TEUR 6.901 (2019: TEUR 7.726).
In jedem Geschäftsjahr wird die Bewertung von sich in Entwicklung befindlichen Vermögensgegenständen analysiert. Im Geschäftsjahr 2020 entschloss sich Westwing einen Teil der Projekte nicht weiter fortzuführen. Daher wurde für die Buchwerte dieser sich in Entwicklung befindlichen Vermögensgegenstände eine außerplanmäßige Abschreibung von insgesamt TEUR 226 (2019: TEUR 324) vorgenommen.
Sachanlagevermögen
Beim Sachanlagevermögen der Gesellschaft handelt es sich überwiegend um Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen
Ausleihungen umfassen ausschließlich Darlehen an verbundene Unternehmen, die mit Zinssätzen zwischen 0,1% und 6,2% p.a. verzinst sind und kurzfristig fällig gestellt werden können, soweit diese nicht mit einem Rangrücktritt belegt sind. Da die überlassenen Darlehen wirtschaftlich längerfristiger Natur sind und keine festgelegten Laufzeiten haben, werden sie unter den Ausleihungen im Anlagevermögen dargestellt.
Die Anteile und Ausleihungen wurden auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Bei zwei Gesellschaften erfolgte aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung eine Zuschreibung auf in Vorjahren wertberichtigte Anteile in Höhe von TEUR 197 und auf Ausleihungen in Höhe von TEUR 12.644. Bei zwei Gesellschaften erfolgte eine Wertberichtigung auf Ausleihungen in Höhe von TEUR 5.614. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Anteile in Höhe von TEUR 205 sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 23.072 wertberichtigt. Im Geschäftsjahr 2020 weist die Gesellschaft einen Zugang der Ausleihungen und Zinsen an verbundene Unternehmen von TEUR 12.724 (2019: TEUR 23.972) auf, der aus der Vergabe von Darlehen an verbundene Unternehmen resultiert. Zudem wurden Ausleihungen und Zinsen in Höhe von TEUR 22.809 zurückgezahlt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen sind zum Nominalwert bilanziert. Bei Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Leistungsverrechnungen, die innerhalb von 14 Tagen fällig sind. Der Anstieg zum 31.12.2020 auf TEUR 17.671 (31.12.2019: TEUR 4.212) ist im Wesentlichen auf höhere Weiterbelastungen an Tochterunternehmen aufgrund gestiegener Nachfrage nach zentralen Dienstleistungen zurückzuführen.
Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Mietkautionen (TEUR 1.882; 31.12.2019: TEUR 1.923).
Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit Ausnahme der Mietkautionen.
Eigenkapital
Zum 31.12.2020 beträgt das gezeichnete Kapital TEUR 20.844 (31.12.2019: TEUR 20.741). Das Grundkapital ist in 20.844.351 nennbetragslose Stückaktien eingeteilt, davon hält die Gesellschaft 541.250 eigene Aktien mit einem Nominalwert von EUR 1,00 je Aktie.
Eigene Aktien haben keine Stimmrechte. Durch den Besitz dieser Aktien hat das Unternehmen keinen Anspruch auf den Erhalt von Vermögensgegenständen bei einer Liquidation des Unternehmens, oder auf Ausübung von Bezugsrechten als Anteilseigner.
Die Kapitalrücklage beinhaltet die über das Nennkapital hinaus einbezahlten Beträge.
Anlage 3/8
Nachfolgend ein Überblick über die Entwicklung des Grundkapitals:
| Anzahl der Aktien |
Eigene Aktien | |
|---|---|---|
| 1. Januar 2019 | 20.740.809 | 22.800 |
| Kauf von eigenen Aktien | - | 818.900 |
| Abgeltung von Aktienoptionen | - | 98.250 |
| Zum 31. Dezember 2019 / 1. Januar 2020 |
20.740.809 | 743.450 |
| Kapitalerhöhung | 103.542 | - |
| Abgeltung von Aktienoptionen | - | -202.200 |
| Zum 31. Dezember 2020 | 20.844.351 | 541.250 |
Die Gesamtanzahl der ausgegebenen Stückaktien mit Stimmrecht belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 20.303.101 Aktien (31. Dezember 2019: 19.997.359 Aktien) mit einem Nennwert von EUR 1,00 je Aktie. Jede Aktie gewährt dem Inhaber eine Stimme auf der Hauptversammlung der Westwing Group AG. Der Nennwert aller Stammaktien ist voll eingezahlt.
Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2020 202.200 Aktienoptionen ausgeübt (2019: 98.250), die mit eigenen Aktien abgegolten wurden. Der durchschnittliche Ausübungspreis lag bei EUR 0,81 (2019: EUR 0,59), was zu Zahlungseingängen in Höhe von TEUR 169 führte (2019: TEUR 58). Die Differenz zwischen Ausübungspreis und Nennbetrag wurde mit der Kapitalrücklage verrechnet und führte im Geschäftsjahr 2020 zu einer Reduzierung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 33.
Der Anteil der eigenen Aktien am Grundkapital betrug zum 31. Dezember 2020 2,6% (31.12.2019: 3,6%), der Marktwert lag zum Stichtag bei TEUR 17.923 (31.12.2019: TEUR 2.644).
Zudem wurden 92.300 Aktienoptionen ausgeübt, die in bar gegen eine Zahlung von TEUR 2.384 abgegolten wurden. Dieser Betrag war in kompletter Höhe erfolgswirksam, der Teilbetrag, der auf eigene Mitarbeiter der Gesellschaft entfiel, wurde in Höhe von TEUR 794 im Personalaufwand erfasst. Der verbleibende Betrag für Konzernmitarbeiter wurde im sonstigen betrieblichen Aufwand verbucht.
Die Kapitalerhöhung in 2020 entfiel mit 9.792 Aktien auf eine im Oktober ausgeübte Optionsvereinbarung mit Kreos Capital V (Luxembourg) S.a.r.l, Luxemburg aus dem Jahr 2017 und mit 93.750 Aktien auf eine ausgeübte Optionsvereinbarung mit GGC EUR S.À.R.L aus dem Jahr 2018. Der den Nennbetrag übersteigende Betrag von TEUR 1.541 wurde in die Kapitalrücklagen eingestellt.
Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2020 TEUR 348.663 (31. Dezember 2019: TEUR 347.165). Von den dort in Vorjahren eingestellten derivativen Finanzinstrumenten für zum Bilanzstichtag noch bestehende Optionsvereinbarungen betrug der im Rahmen eines Optionspreismodells ermittelte beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2020 TEUR 813 (31.12.2019: TEUR 0).
Der Restbuchwert der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände (TEUR 13.754; 31.12.2019: TEUR 11.514) gilt als ausschüttungsgesperrt nach § 268 Abs. 8 HGB.
Der Bilanzverlust in Höhe von TEUR 138.498 (31.12.2019: TEUR 142.987) resultiert aus dem Jahresüberschuss des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie dem Vortrag aus dem vergangenen Geschäftsjahr.
Genehmigtes Kapital
Die Gesellschafterversammlung vom 7. August 2018 sowie die Hauptversammlung vom 21. September 2018 hat den Vorstand zu mehreren Kapitalerhöhungen berechtigt:
Genehmigtes Kapital 2018/I
Der Vorstand ist berechtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von insgesamt 90.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens EUR 90.000 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/I) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Genehmigtes Kapital 2018/II
Der Vorstand ist berechtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 6. August 2023 durch Ausgabe von insgesamt 15.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens bis zu EUR 15.000 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/II) und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Am 3. September 2018 machte der Vorstand teilweise von der Ermächtigung für das genehmigte Kapital 2018/II Gebrauch. Nach dieser teilweisen Inanspruchnahme beträgt das genehmigte Kapital 2018/II EUR 3.088.
Genehmigtes Kapital 2018/III
Der Vorstand ist berechtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von insgesamt 67.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens EUR 67.500 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/III) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Das genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 57.708.
Mit Beschluss des Vorstands und Zustimmung des Aufsichtsrats vom 28. bzw. 29. September 2020 wurde das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 20.740.809 unter teilweise Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018/III um einen Betrag von EUR 9.797 auf EUR 20.750.601 durch Ausgabe von 9.792 neuen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft von EUR 1,00 je Aktie gegen Bareinlagen erhöht.
Genehmigtes Kapital 2018/IV
Der Vorstand ist berechtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von insgesamt 101.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens EUR 101.250 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/IV) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Das genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 7.500.
Mit Beschluss des Vorstands und Zustimmung des Aufsichtsrats vom 30. September bzw. vom 5. Oktober 2020 wurde das auf EUR 20.750.601 erhöhte Grundkapital der Gesellschaft, das in 20.750.601 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt ist, unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018/IV um einen Betrag von EUR 93.750 auf EUR 20.844.351 durch Ausgabe von 93.750 neuen Stückaktien mit einem Anteil von EUR 1,00 je Aktie am Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen erhöht.
Genehmigtes Kapital 2018/V
Der Vorstand ist berechtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von insgesamt 4.350.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens EUR 4.350.000 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/V) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Genehmigtes Kapital 2018/VI
Der Vorstand wurde ermächtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals in der Zeit bis zum 20. September 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von insgesamt 3.159.212 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um höchstens EUR 3.159.212 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2018/VI) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Am 13. November 2018 machte der Vorstand teilweise von dieser Ermächtigung für das genehmigte Kapital 2018/VI Gebrauch. Nach dieser teilweisen Inanspruchnahme beträgt das genehmigte Kapital 2018/VI EUR 2.847.853,00.
Bedingtes Kapital 2018/I
Das Grundkapital der Gesellschaft wurde zudem, bedingt durch die Ausgabe von 5.000.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien, um bis zu EUR 5.000.000 erhöht (bedingtes Kapital 2018/I).
Das bedingte Kapital 2018/I dient der Gewährung von Aktien im Zuge der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten oder zur Erfüllung von Wandlungs- oder Optionsverpflichtungen gegenüber den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen"), die im Rahmen des Ermächtigungsbeschlusses durch die Hauptversammlung vom 21. September 2018 ausgegeben wurden.
Die neuen Aktien werden zu dem Wandlungs- oder Optionspreis ausgegeben, der unter Berücksichtigung des Ermächtigungsbeschlusses durch die Hauptversammlung vom 21. September 2018 zu ermitteln ist. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger der bis zum 20. September 2023 durch die Gesellschaft oder ein nachgeordnetes Konzernunternehmen gemäß des Ermächtigungsbeschlusses durch die Hauptversammlung vom 21. September 2018 ausgegebenen oder garantierten Schuldverschreibungen ihre Wandlungs- oder Optionsrechte ausüben oder ihre Wandlungsoder Optionspflichten gemäß dieser Schuldverschreibungen erfüllen bzw. soweit die Gesellschaft ihr Wahlrecht ausübt, anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, und soweit die Wandlungs- oder Optionsrechte oder -pflichten nicht durch eigene Aktien, Aktien, die aus genehmigtem Kapital ausgegeben werden, oder durch sonstige Gegenleistungen erfüllt werden.
Von der Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als bedingtes Kapital 2018/I eingetragen.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 8.984 (31.12.2019: TEUR 3.761) beinhalten im Wesentlichen die Rückstellung für anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich von TEUR 3.746 (31.12.2019: TEUR 158), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 1.410; 31.12.2019: TEUR 957), Rückstellungen für Personal (TEUR 787; 31.12.2019: TEUR 717), Rückstellungen für Marketing (TEUR 530; 31.12.2019: TEUR 341), Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (TEUR 208; 31.12.2019: TEUR 359), Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (TEUR 750; 31.12.2019: TEUR 0) sowie eine Rückstellung für mietfreie Zeit (TEUR 739; 31.12.2019: TEUR 680).
Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich
In der zweiten Jahreshälfte 2019 und im ersten Halbjahr 2020 wurde für den Vorstand und bestimmten Positionen der oberen Management-Ebene ein neues anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich für bis zu 890.000 Optionen eingerichtet. Im Jahr 2020 sind 335.000 Optionen gewährt worden (2019: 672.000 Optionen) und 177.000 verfallen (2019: keine). Zum 31. Dezember 2020 standen 830.000 Optionen aus (31. Dezember 2019: 672.000). Die Optionen werden am 31. Dezember 2022 vollständig unverfallbar und können jeweils vier Jahre nach Gewährung ausgeübt werden. Für dieses Programm wurden im Geschäftsjahr 2020 Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.972 (2019: TEUR 153) erfasst. Der Anstieg der Aufwendungen ist insbesondere auf die sehr positive Entwicklung des Aktienkurses im Jahresverlauf zurückzuführen. Zudem enthält die Rückstellung für anteilsbasierte Vergütung Aufwendungen für die Erstattung der Steuerdifferenz in Bezug auf ausgegebene Aktien zum Verwässerungsschutz in Höhe von TEUR 607.
Zum 31. Dezember 2020 betrug der kumulierte Wert der Rückstellung für anteilsbasierte Vergütung insgesamt TEUR 3.746 (31.12.2019: TEUR 158).
Verbindlichkeiten
Die in der Bilanz gezeigten Verbindlichkeiten können wie folgt unterteilt werden:
| 31.12.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.548 | 951 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - davon aus Lieferungen und Leistungen |
||
| und sonstigen Verpflichtungen - davon aus Darlehen gegenüber verbundenen |
517 | 462 |
| Unternehmen | 2.538 | 3.625 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||
| - aus Steuern |
2.810 | 603 |
| - im Rahmen der sozialen Sicherheit |
0 | 125 |
| - Übrige |
94 | 110 |
| Summe | 7.507 | 5.875 |
Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.
Die Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 5.875 in 2019 auf TEUR 7.507 in 2020 erhöht. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf, um TEUR 2.207 höhere Steuerverbindlichkeiten zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften haben sich aufgrund der Tilgung von Upstream-Darlehen um TEUR 1.087 reduziert.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen von TEUR 951 auf TEUR 1.548 an. Der Anstieg ist insbesondere auf die positive Entwicklung im Geschäftsjahr zurückzuführen.
Zum 31. Dezember 2020 waren Bankkonten der Westwing Group AG in Höhe von TEUR 1.363 (31.12.2019: TEUR 1.363) verpfändet.
Anlage 3/14
Rechnungsabgrenzungsposten
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 124 (31.12.2019: TEUR 141) enthält einen erhaltenen Baukostenzuschuss für Büroräume, der ratierlich über die Mietlaufzeit aufgelöst wird.
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Umsätze der Gesellschaft in Höhe von TEUR 59.164 (2019: TEUR 40.219) resultieren im Wesentlichen aus konzerninternen Verrechnungen aus Dienstleistungen. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf höhere Weiterbelastungen aus gestiegenen Marketingaufwendungen und auf eine beschleunigte Verlagerung auf Online Kanäle sowie die insgesamt positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen, da mit Ausweitung der Aktivitäten der Tochtergesellschaften auch deren Nachfrage nach zentralen Dienstleistungen steigt.
Die Umsätze aus konzerninternen Verrechnungen entfallen mit TEUR 39.227 auf Deutschland (2019: TEUR 26.486) und mit TEUR 19.138 auf das Ausland (2019: TEUR 13.526). Die internationalen Umsätze aus konzerninternen Verrechnungen verteilen sich mit TEUR 14.411 auf Westeuropa (2019: TEUR 9.884) und mit TEUR 4.727 auf Osteuropa (2019: TEUR 3.641).
Andere aktivierte Eigenleistungen
Die anderen aktivierten Eigenleistungen umfassen aktivierte Personalaufwendungen zur Erstellung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 4.547 (2019: TEUR 5.863).
Sonstige betriebliche Erträge
Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 339 (2019: TEUR 1.885) handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus Zuschüssen.
Aufwendungen für bezogene Leistungen
Die bezogenen Leistungen in Höhe von TEUR 16.927 (2019: TEUR 11.972) sind von Konzernfremden bezogen worden und werden zum Großteil konzernintern weiterverrechnet. Sie betreffen im Wesentlichen zentrale Marketing- und IT-Dienstleistungen.
Anlage 3/16
Personalangaben
Während des Jahres beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 383 Mitarbeiter ohne Einbezug des Vorstands (2019: 336), die sich wie folgt aufgliedern:
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Verwaltung / IT | 188 | 170 |
| Marketing/ Vertrieb | 195 | 166 |
| Summe | 383 | 336 |
Der Personalaufwand betrug TEUR 30.557 (2019: TEUR 25.374). Darin enthalten sind Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung in Höhe von TEUR 3.047 (2019: TEUR 1.018), welche im Wesentlichen auf das neue anteilsbasierte Vergütungsprogramm mit Barausgleich (TEUR 1.973) und auf einen Steuerausgleich der Verwässerungsschutzoptionen einiger Gründer (TEUR 280) entfallen. Zudem sind hier Aufwendungen für einen Barausgleich anteilsbasierter Vergütungsprogramme in Höhe TEUR 794 enthalten, die zuvor nach HGB nicht erfasst waren, da sie ursprünglich durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden sollten.
Der Personalaufwand kann wie folgt untergegliedert werden:
| 2020 TEUR |
2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 23.179 | 20.534 |
| Soziale Abgaben | 4.330 | 3.740 |
| Aufwand für anteilsbasierte Vergütung | 3.047 | 1.099 |
| Summe | 30.557 | 25.374 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 17.912 (2019: TEUR 9.710) enthalten vor allem Kosten, die im Rahmen der Headquarter-Funktion anfallen. Dazu gehören Mietaufwendungen, Beratungskosten, Aufwendungen für die IT-Infrastruktur sowie Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung, die auf nicht in der Westwing Group AG beschäftigte Konzernmitarbeiter entfallen. Der Grund für den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt im Wesentlichen in den höheren Rechts- und Beratungsaufwendungen sowie höheren Aufwendungen für die IT-Infrastruktur aufgrund des Anstiegs der Mitarbeiter. Zudem waren Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung in Höhe TEUR 2.925 für nicht in der Westwing Group AG beschäftigte Konzernmitarbeiter enthalten, welche im Wesentlichen auf das neue anteilsbasierte Vergütungsprogramm mit Barausgleich (TEUR 999) und auf einen Steuerausgleich der Verwässerungsschutzoptionen einiger Gründer (TEUR 336) entfallen. Zudem sind Aufwendungen für einen Barausgleich anteilsbasierter Vergütungsprogramme in Höhe TEUR 1.590 enthalten, die zuvor nach HGB nicht erfasst waren, da sie ursprünglich durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden sollten.
Finanzergebnis
Die Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von TEUR 3.009 (2019: TEUR 1.575) resultieren im Wesentlichen aus Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 169 (2019: TEUR 2.146) betreffen in Höhe von TEUR 56 (2019: TEUR 1.928) Dritte und in Höhe von TEUR 113 (2019: TEUR 217) Darlehen von verbundenen Unternehmen. Die Wertaufholungen auf Finanzanlagen betrugen TEUR 12.841 und die Abschreibungen auf Finanzanlagen TEUR 5.614 (2019: TEUR 23.277).
V. Sonstiges
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es bestehen finanzielle Verpflichtungen (brutto) wie folgt:
| Restlaufzeiten | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | ab 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Mietverträge | 2.993 | 11.971 | 4.226 | 19.190 |
| Leasingverträge Server, etc. | 69 | 122 | - | 191 |
| Serviceverträge | 197 | 188 | 181 | 566 |
| 3.259 | 12.281 | 4.407 | 19.947 |
Der Nutzung eines Teils der von Westwing genutzten Sachanlagen liegen Miet- und Operating-Leasing-Verträge zugrunde. Dies trägt zur Verringerung der Kapitalbindung bei und belässt das Investitionsrisiko bei der Gegenpartei.
Haftungsverhältnisse
Die Gesellschaft befindet sich in den folgenden Haftungsverhältnissen:
Anlage 3/18
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Garantien und Bürgschaften | 3.731 | 4.809 |
| 3.731 | 4.809 |
Aufgrund der Holding- und Finanzierungsfunktion der Gesellschaft im Konzern sind die Haftungsverhältnisse ausschließlich für Tochtergesellschaften zum Aufbau des Geschäftsbetriebes eingegangen worden. Das Risiko der Inanspruchnahme aus den einzelnen Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt.
Zudem hat sich die Westwing Group AG gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Westwing GmbH durch eine Patronatserklärung dazu verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2021 entstandenen Verpflichtungen einzustehen.
Aufstellung des Anteilsbesitzes der Westwing Group AG gemäß § 285 Nr. 11, 11a und Nr. 11b HGB
| Gesellschaft | Firmen sitz |
Eigenkapital in TEUR bzw. um gerechnet zum Stichtagskurs 20201 |
Anteile am Kapital in % |
Jahres ergebnis 2020 in TEUR1 |
|---|---|---|---|---|
| Westwing GmbH | München | -31.387 | 100,00% | 37.154 |
| Westwing Commercial GmbH | Berlin | 21 | 100,00% | -1 |
| VRB GmbH & Co. B-156 KG | Berlin | -18 | 90,00% | -1 |
| VRB GmbH & Co. B-157 KG | Berlin | -2.080 | 77,30% | -119 |
| Bambino 65. V V UG | Berlin | -39 | 100,00% | -1 |
| Westwing Spain Holding UG | Berlin | -1.188 | 100,00% | -22 |
| Westwing France Holding UG | Berlin | -878 | 100,00% | 658 |
| VRB GmbH & Co. B-166 KG | Berlin | -10 | 90,00% | -1 |
| Westwing Italy Holding UG | Berlin | -1.200 | 100,00% | -32 |
| VRB GmbH & Co. B-165 KG | Berlin | -22 | 90,00% | -1 |
| VRB GmbH & Co. B-167 KG | Berlin | -12 | 90,00% | -1 |
| Westwing Netherlands Holding UG | München | -421 | 100,00% | -71 |
| Tekcor 1. V V UG | Bonn | -854 | 100,00% | -6 |
| Brillant 1256. GmbH & Co. Dritte Verwaltungs KG |
Berlin | -16.468 | 88,80% | -214 |
| Bambino 68. V V UG | Berlin | -3.205 | 93,72% | -17 |
| Gesellschaft | Firmen sitz |
Eigenkapital in TEUR bzw. um gerechnet zum Stichtagskurs 20201 |
Anteile am Kapital in % |
Jahres ergebnis 2020 in TEUR1 |
|---|---|---|---|---|
| VRB GmbH & Co. B-160 KG | Berlin | -720 | 97,50% | -4 |
| Bambino 66. V V UG | Berlin | -4.818 | 94,20% | -25 |
| Brillant 1256. GmbH | Berlin | -2.078 | 100,00% | -3 |
| WW E-Services Iberia S.L.3 | Barcelona | 641 | 100,00% | -583 |
| WW E-Services Italy S.r.I.3 | Mailand | -373 | 100,00% | -1.207 |
| WW E-Services France SAS3 | Paris | -18.101 | 100,00% | -2.152 |
| Westwing Home and Westwing Home and Living Poland S.P.Z.O.O.3 |
Warschau | -899 | 100,00% | 257 |
| WW E-Services The Netherlands B.V.3 |
Amsterdam | -11.747 | 100,00% | -2.157 |
| wLabels Hong Kong Ltd.3 | Hongkong | 158 | 100,00% | 6 |
| wLabels China Co., Ltd.2,3 | China | - | 100,00% | - |
1 Die Werte entsprechen den Jahresabschlüssen nach evtl. Gewinnabführung, bei Tochterunternehmen gemäß innenkonsolidiertem IFRS-Abschluss.
2 Neugründung, noch kein Abschluss verfügbar.
3 indirekt.
Am 7. Dezember 2020 wurde die wLabels GmbH, München, auf die Westwing GmbH, München, gemäß § 2 Abs. 1 UmwG mit Rückwirkung zum 31. August 2020 verschmolzen. Die Übertragung des Vermögens der wLabels GmbH als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten auf die Westwing GmbH erfolgte im Rahmen der Buchwertfortführung gemäß § 24 UmwG. Ein Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft ergab sich daraus nicht.
Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis der einbezogenen Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Die Aktionärsstruktur der Westwing Group AG basiert auf den Stimmrechten, wie zuletzt von den Aktionären mitgeteilt und wie von den Aktionären in Bezug auf das aktuelle Aktienkapital des Unternehmens zum 31. Dezember 2020 veröffentlicht. Zu beachten ist, dass sich die Anzahl der zuletzt gemeldeten Stimmrechte innerhalb der jeweiligen Schwellenwerte geändert haben könnten, ohne dass eine Verpflichtung zur Benachrichtigung der Gesellschaft besteht. Die in der untenstehenden Tabelle angegebenen Prozentsätze beziehen sich jeweils auf das Grundkapital der Westwing Group AG am 31. Dezember 2020.
| Aktionär | Anteil am Grundkapital |
|---|---|
| Rocket Internet SE | 29% |
| The Capital Group Companies | 8% |
| Summit Partners RKT | 7% |
| Amiral Gestion | 5% |
| Tengelmann Ventures | 5% |
| Janus Henderson Group PLC | 3% |
| Inflection Point Investments LLP | 3% |
| Streubesitz/Andere Anteilsinhaber | 40% |
| Gesamt | 100% |
Andere Anteilsinhaber/Streubesitz bezieht sich auf die Beteiligungen an der Westwing Group AG von weniger als 3%.
Nachtragsbericht
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2020 sind folgende Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Westwing haben können.
Im Januar 2021 wurden Aktienkaufoptionen aus bestimmten Optionsverträgen ausgeübt. Am 17. Februar 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft von 20.844.351 um 59.617 auf 20.903.968 Aktien entsprechend erhöht, was vom Vorstand genehmigt und vom Aufsichtsrat gebilligt wurde.
Abschlussprüferhonorar
Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind Bestandteil des Konzernabschlusses der Westwing Group AG, den die Gesellschaft für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen erstellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der Westwing Group AG haben im Dezember 2020 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und im Geschäftsbericht sowie auf der Website des Unternehmens öffentlich zugänglich gemacht (https://ir.westwing.com/download/companies/westwing/CorporateGovernance/Entsprechens erklaerung_2020.pdf).
Vorstand
Die während des Jahres agierenden Vorstände waren Stefan Smalla (Chief Executive Officer) und Sebastian Säuberlich (Chief Financial Officer) (ab 1. April 2020). Delia Lachance (Chief Creative Officer) ist mit Wirkung zum 1. März von ihrer Rolle als Vorstandsmitglied zugrückgetreten. Dr. Dr. Florian Drabeck (Chief Financial Officer) verließ Westwing im Juni 2020 und übergab seine Rolle zum 1. April an Sebastian Säuberlich.
Die dem Vorstand im Geschäftsjahr 2020 gewährten Gesamtbezüge betragen TEUR 1.145. Im Geschäftsjahr 2020 wurden dem Vorstand 65.000 virtuelle Optionsrechte mit Barausgleich aus dem virtuellen Programm VSOP 2019 mit einem Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung von TEUR 150 gewährt.
Die Gesamtbezüge früherer Organmitglieder im Geschäftsjahr 2020 betragen TEUR 336.
Auf die Verpflichtung zur individualisierten Offenlegung der Bezüge der Vorstände wird gemäß der Beschlussfassung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 21. September 2018 unter Hinweis auf § 286 Abs. 5 HGB a.F. verzichtet.
Aufsichtsrat
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Westwing Group AG geregelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Grundvergütung für jedes Geschäftsjahr des Unternehmens in Höhe von TEUR 25, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats eine feste Grundvergütung von TEUR 40 und der stellvertretende Vorsitzende von TEUR 30 erhält. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält weitere TEUR 20 und die weiteren Mitglieder des Prüfungsausschusses TEUR 10.
Die Vergütung ist jeweils zum Ende des entsprechenden Geschäftsjahres fällig. Aufsichtsratsmitglieder, die nur für einen Teil des Geschäftsjahres im Amt sind, erhalten eine entsprechende anteilsmäßige Vergütung.
Neben den festen Bezügen erstattet Westwing den Mitgliedern des Aufsichtsrats ihre im Rahmen der Ausübung ihrer Pflichten entstandenen angemessenen Auslagen sowie die auf ihre Vergütung und Auslagen entfallene Umsatzsteuer.
Ferner werden die Mitglieder des Aufsichtsrats in die D&O-Haftpflichtversicherung für Vorstandsmitglieder einbezogen, die eine Absicherung gegen finanzielle Schäden bietet. Die Prämien für diese Versicherungspolice werden vom Unternehmen gezahlt.
Gemäß der Satzung (Art. 9 Abs. 1) setzt sich der Aufsichtsrat aus vier Mitgliedern zusammen. Er unterliegt keiner Mitbestimmung durch Arbeitnehmer, demzufolge werden alle Mitglieder des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung als Anteilseignervertreter gewählt.
Im Geschäftsjahr 2020 hatte der Aufsichtsrat einen Ausschuss: den Prüfungsausschuss. Bei Bedarf können weitere Ausschüsse gebildet werden.
Während des Geschäftsjahres setzte sich der Aufsichtsrat aus den folgenden Mitgliedern zusammen:
| Name | Vergütete Funktionen |
|---|---|
| Christoph Barchewitz, Co-CEO Global Fashion Group |
Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Prüfungsausschusses |
| Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Advisor Boston Consulting Group |
Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats |
| Michael Hoffmann, selbstständiger Berater | Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungsausschusses |
| Thomas Harding, Partner Bridford Group | Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses |
Die Aufsichtsratsmitglieder der Westwing Group AG sind darüber hinaus in Aufsichtsräten sowie Kontrollgremien der folgenden Gesellschaften vertreten:
Michael Hoffman
- Aufsichtsratsmitglied und Leiter des Prüfungsausschusses der Telefonica Deutschland Holding AG
Thomas Harding
- Mitglied des Nominierungsausschusses der Ice Group AG
- Mitglied des Beirats der LenioBio GmbH
- Nicht-geschäftsführendes Organmitglied der Penfold Technology Limited
- Nicht-geschäftsführendes Organmitglied der Solar Foods Oy
- Nicht-geschäftsführendes Organmitglied der Grabyo Limited
- Nicht-geschäftsführendes Organmitglied der Touchlight Holdings Limited
Dr. Antonella Mei-Pochtler
- Mitglied des Aufsichtsrats und Mitglied des Vergütungsausschusses der Publicis Groupe S.A.
- Mitglied des Aufsichtsrats und Mitglied des Ausschusses Corporate Governance und für soziale und ökologische Nachhaltigkeit sowie Mitglied des Ausschusses für Transaktionen mit nahestehenden Personen der Assicurazioni Generali S.p.A.
- Mitglied des Aufsichtsrats der ProSiebenSat.1 Media SE
Versicherung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass, gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen, der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses, und die Lage des Konzerns und der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns und der Gesellschaft beschrieben sind.
München, den 29. März 2021
Vorstand Vorstand
Stefan Smalla Sebastian Säuberlich Westwing Group AG Westwing Group AG
Westwing Group AG, Berlin Entwicklung des Anlagevermögens 2020
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2020 TEUR |
Zugänge TEUR |
Abgänge TEUR |
31.12.2020 TEUR |
01.01.2020 TEUR |
Zugänge TEUR |
TEUR | Abgänge Zuschreibungen TEUR |
31.12.2020 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||||
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche | |||||||||||
| Rechte und Werte | 18.597 | 5.298 | 0 | 23.896 | ./. 7.083 | ./. 3.058 | 0 | 0 | ./. 10.141 | 13.754 | 11.514 |
| 2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und | |||||||||||
| ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 859 | 88 | 0 | 948 | ./. 589 | ./. 103 | 0 | 0 | ./. 693 | 255 | 270 |
| 3. Geschäfts- oder Firmenwert | 4.338 | 0 | 0 | 4.338 | ./. 4.338 | 0 | 0 | 0 | ./. 4.338 | 0 | 0 |
| 23.794 | 5.387 | 0 | 29.181 | ./. 12.010 | ./. 3.161 | 0 | 0 | ./. 15.172 | 14.009 | 11.784 | |
| II. Sachanlagen | |||||||||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 6.005 | 1.708 | ./. 179 | 7.534 | ./. 3.710 | ./. 972 | 179 | 0 | ./. 4.503 | 3.031 | 2.296 |
| 6.005 | 1.708 | ./. 179 | 7.534 | ./. 3.710 | ./. 972 | 179 | 0 | ./. 4.503 | 3.031 | 2.296 | |
| III. Finanzanlagen | |||||||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.015 | 0 | 0 | 16.015 | ./. 833 | 0 | 0 | 197 | ./. 635 | 15.380 | 15.183 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 245.802 | 12.724 | ./. 22.809 | 235.717 | ./. 95.648 | ./. 5.614 | 0 | 12.644 | ./. 88.618 | 147.099 | 150.155 |
| 261.818 | 12.724 | ./. 22.809 | 251.733 | ./. 96.480 | ./. 5.614 | 0 | 12.841 | ./. 89.253 | 162.479 | 165.337 | |
| Summe | 291.617 | 19.818 | ./. 22.987 | 288.448 | ./. 112.200 | ./. 9.747 | 179 | 12.841 | ./. 108.928 | 179.520 | 179.417 |
Anlage zum Anhang
02 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT
| 1. | Grundlagen des Konzerns | 46 |
|---|---|---|
| 1.1 Geschäftstätigkeit |
46 | |
| 1.2 Konzernstruktur |
47 | |
| 1.3 System zur Leistungsmessung |
47 | |
| 1.4 Forschung und Entwicklung |
48 | |
| 2. | Wirtschaftsbericht | 48 |
| 2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenspezifische Bedingungen |
48 | |
| 2.2 Geschäftsentwicklung |
49 | |
| 2.2.1 Ertragslage |
51 | |
| 2.2.2 Finanzlage |
55 | |
| 2.2.3 Vermögenslage |
56 | |
| 3. | Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | 57 |
| 4. | Nicht-finanzielle Erklärung | 57 |
| 5. | Nachtragsbericht | 64 |
| 6. | Risiko- und Chancenbericht | 64 |
| 6.1 Risikomanagementsystem |
64 | |
| 6.2 Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung |
64 | |
| 6.3 Risikomethodik |
65 | |
| 6.4 Risikobericht | 66 | |
| 6.4.1 Risiken in Bezug auf COVID-19 (Pandemierisiken) |
66 | |
| 6.4.2 Finanzielle Risiken |
67 | |
| 6.4.3 Operative Risiken |
67 | |
| 6.4.4 IT-Risiken |
68 | |
| 6.4.5 Politische und regulatorische Risiken |
68 | |
| 6.4.6 Gesamtbeurteilung der Risiken durch den Vorstand |
68 | |
| 6.5 Chancenbericht |
69 | |
| 7. | Ausblick | 70 |
| 8. | Ergänzender Lagebericht der Westwing Group AG | |
| (Nach dem Handelsgesetzbuch – HGB) | 70 | |
| 8.1 Ertragslage Westwing Group AG |
71 | |
| 8.2 Finanzlage der Westwing Group AG | 72 | |
| 8.3 Vermögenslage der Westwing Group AG | 73 | |
| 8.4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westwing Group AG | 74 | |
| 8.5 Risiken und Chancen der Westwing Group AG | 74 | |
| 8.6 Ausblick für die Westwing Group AG | 74 | |
| 9. | Vergütungsbericht und weitere Angaben | 75 |
| 9.1 Vorstandsvergütung |
75 | |
| 9.2 Vergütung des Aufsichtsrats |
77 | |
| 9.3 Erklärung zur Unternehmensführung |
78 | |
| 9.4 Übernahmerechtliche Angaben | 78 |
1 . GRUNDLAGEN DES KONZERNS
Der Westwing-Konzern mit der Westwing Group AG als Mutterunternehmen (kurz: "Westwing" oder "Konzern") ist als Marke und Plattform im Bereich Home & Living-eCommerce in Europa tätig.
Westwing wurde 2011 gegründet und bietet seinen Kunden verschiedene Home & Living-Kategorien wie Textilien, Möbel, Leuchten, Küchenausstattung und Dekoration.
1.1 Geschäftstätigkeit 1
Westwing ist eine Home & Living-eCommerce-Marke in Europa und hat sich zum Ziel gesetzt, seine loyalen Kunden durch ein "shoppable magazine"-Konzept mit einem ausgewählten Produktsortiment und wechselnden Inhalten zu inspirieren.
Seit der Gründung von Westwing besteht unsere Strategie darin, unsere Kunden zu inspirieren, indem wir ihnen täglich ein Einrichtungsmagazin mit der Möglichkeit bieten, ihre Lieblingsstücke für Home & Living zu entdecken und sofort zu shoppen. Dieses Einkaufserlebnis unterscheidet uns vom typischen Home & Living-eCommerce, der meist suchbasiert funktioniert. Wir bieten unseren Kunden relevante Home & Living-Kategorien wie Textilien, Möbel, Leuchten, Küchenaccessoires und Dekoration und können so all ihre Home & Living-Bedürfnisse erfüllen.
Durch unsere täglich wechselnden Themen erhalten unsere Kunden neue Ideen von Dekotipps bis hin zu Home-Stylings mit passenden Produkten. Zusätzlich finden sie auf WestwingNow, unserer Website mit permanentem Sortiment, eine große Produktvielfalt. Wir präsentieren unsere Produkte, die direkt bei uns gekauft werden können, zusammen mit ansprechenden visuellen Inhalten wie z. B. Interieur-Themen, Home-Stories und Home-Styling-Tipps.
Unsere Inhalte werden von einem großen Team wie Art-Direktoren, Innenarchitekten, Videofilmern und Fotografen erstellt. Die Content-Creation-Teams arbeiten mit den Style- und Merchandising-Teams zusammen, um die richtige Kombination aus Inspiration und Merchandising für unsere Kunden zu finden. Darüber hinaus arbeiten wir mit über 4.000 weltweiten und regionalen Drittanbietern zusammen.
Westwing zielt auf einen sehr attraktiven Markt, der sich in den Regionen, in denen wir tätig sind, auf etwa EUR 115 Mrd. 2 beläuft. Unser Geschäftsmodell basiert auf einer hohen Kundenloyalität: 79 % der Bestellungen stammen von Bestandskunden. Unsere Geschäftsaktivitäten folgen der Mission unseres Unternehmens "To inspire and make every home a beautiful home".
Im Jahr 2020 bewegten wir ein Bruttowarenvolumen (GMV, siehe auch Kapitel 1.3) von EUR 502 Mio. Davon entfielen 20 % auf Textilien und Teppiche, 14 % auf Wohndekoration und Accessoires, 12 % auf Küche und Esszimmer, 9 % auf Beleuchtung, 29 % auf Großmöbel, 6 % auf Kleinmöbel und 11 % auf sonstige Produkte.
Durch die Kombination unserer Own & Private Label-Produkte mit Artikeln von Drittanbietern können wir ein breites und relevantes Sortiment anbieten. Unser Own & Private Label-Anteil stieg 2020 auf 25 % (2019: 24 %). Im vierten Quartal erreichten wir, nach zwei aufgrund geringerer Produktverfügbarkeit schwächeren Quartalen, 28 % (Q4 2019: 25 %). Unser langfristiges Ziel ist es, unseren Own & Private Label-Anteil auf 50 % des GMV zu steigern.
1 Alle Erklärungen und Zahlen in Bezug auf die Entwicklung in einzelnen Quartalen sind ungeprüft.
2 Der Home & Living-Markt wird als Euromonitor-Pass definiert. Home & Garden Kategorien: die Kategorien "Haushaltswaren" und "Wohnmöbel". Bezieht sich auf Einzelhandelsverkäufe einschließlich der Verkaufssteuer zu aktuellen Preisen (EUR unter Verwendung der 2020 festgelegten Wechselkurse) für Länder, in denen Westwing vertreten ist. Euromonitor 01/2021.
1.2 Konzernstruktur
An der Spitze des Konzerns steht unsere Holdinggesellschaft, die Westwing Group AG, eine beim Amtsgericht Berlin unter der Nummer HRB 199007 B eingetragene Aktiengesellschaft. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in der Moosacher Straße 88, 80809 München. Seit dem 9. Oktober 2018 ist Westwing am regulierten Markt der Frankfurter Börse gelistet.
Zum 31. Dezember 2020 wurden 26 Unternehmen in den Konzernabschluss des Westwing-Konzerns einbezogen, davon sind 17 Gesellschaften nicht operativ tätig. Die in Bezug auf die Umsatzerlöse wichtigste Tochtergesellschaft ist die in Deutschland ansässige Westwing GmbH, die auch einen Teil unseres internationalen Geschäfts abdeckt. Daher spiegeln die Umsätze der Tochterunternehmen in anderen Ländern nicht den vollen Westwing-Umsatz in diesen Ländern wider, da sie nur für die Umsätze der täglichen Themen von Westwing verantwortlich sind.
Um die Komplexität in unserer Konzernstruktur zu reduzieren, wurde die ehemalige wLabels GmbH zum 31. August 2020 auf die Westwing GmbH verschmolzen. Bei beiden handelt es sich um 100 %ige Tochtergesellschaften der Westwing Group AG. Die Westwing GmbH weist einen Drittumsatz von EUR 291,2 Mio. (2019: EUR 171,7 Mio.) aus, während die italienische Westwing S.r.l. einen Umsatz von EUR 39,8 Mio. (2019: EUR 26,6 Mio.) und die spanische Westwing Iberia S.L. einen Umsatz von EUR 42,2 Mio. (2019: EUR 25,1 Mio.) zeigen.
1.3 System zur Leistungsmessung
Westwing betreibt das operative Geschäft über die beiden Segmente "DACH" und "International" unter Verwendung der wichtigsten Leistungsindikatoren Umsatz, bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge. Das DACH Segment umfasst die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich. Das Internationale Segment besteht aus Spanien, Italien, Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Belgien und den Niederlanden.
Wir definieren das EBITDA als die Summe des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie Abschreibungen und Wertminderungen. Um eine Kennzahl für die operative Geschäftsentwicklung des Unternehmens zu erhalten, berechnen wir das bereinigte EBITDA durch Anpassungen des EBITDA um (Erträge)/Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung. Im Jahr 2019 wurde das EBITDA zudem um Restrukturierungsaufwendungen in Italien und Frankreich bereinigt, was auch im Jahr 2020 noch zu kleineren Anpassungen führte.
Die bereinigte EBITDA-Marge ist als bereinigtes EBITDA in Prozent des Umsatzes definiert.
Zusätzlich zu unseren bedeutendsten Leistungsindikatoren Umsatz, bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge werden dem Management weitere sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren berichtet, unter anderem folgende:
- Bruttowarenvolumen (GMV –Gross Merchandise Volume): Der Produktwert aller gültigen Bestellungen für einen entsprechenden Zeitraum ohne fehlgeschlagene und stornierte Bestellungen und abzüglich der künftigen prognostizierten Stornierungen. Künftige prognostizierte Stornierungen werden auf Grundlage der historischen Entwicklung geschätzt, ungeachtet von Rücksendungen.
- Private Label-Anteil: der Own & Private Label-Anteil am Bruttowarenvolumen in Prozent des gesamten Bruttowarenvolumens.
-
Anzahl der Bestellungen: definiert als Gesamtzahl der gültigen Bestellungen (d. h. Bestellungen mit erfolgter Zahlung, die nicht storniert wurden) innerhalb der zwölf Monate vor Ende des Berichtszeitraums, ungeachtet von Rücksendungen.
-
• Durchschnittlicher Warenkorb: definiert als Bruttowarenvolumen für den entsprechenden Zeitraum geteilt durch die Gesamtzahl der Bestellungen für denselben Zeitraum.
- Aktive Kunden: definiert als Kunden, die in den zwölf Monaten vor Ende des entsprechenden Zeitraums mindestens eine gültige Bestellung aufgegeben haben (d. h. eine Bestellung mit erfolgter Zahlung, die nicht storniert wurde), ungeachtet von Rücksendungen.
- Durchschnittliche Bestellungen pro aktivem Kunden in den letzten zwölf Monaten: definiert als die Gesamtzahl der Bestellungen in den letzten zwölf Monaten vor dem entsprechenden Stichtag geteilt durch die Anzahl der aktiven Kunden zum Ende des entsprechenden Zeitraums.
- Durchschnittliches Bruttowarenvolumen pro aktivem Kunden in den letzten zwölf Monaten: definiert als Bruttowarenvolumen in den letzten zwölf Monaten vor dem entsprechenden Stichtag geteilt durch die Anzahl der aktiven Kunden zum Ende des entsprechenden Zeitraums.
- Anteil der Site-Visits über mobile Endgeräte: definiert als der prozentuale Anteil an Site-Visits über mobile Endgeräte gegenüber den gesamten Site-Visits.
- Deckungsbeitragsmarge: definiert als die Marge des gesamten Bruttoergebnisses abzüglich der Fulfillmentkosten in Prozent vom Umsatz.
- Free Cashflow: definiert als die Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit.
1.4 Forschung und Entwicklung
Seit der Gründung investiert Westwing fortlaufend in Software und entwickelt diese weiter, um den wachsenden internen und externen geschäftlichen Anforderungen zu genügen. Um die Softwarearchitektur instand halten zu können, hat Westwing ein internes Technologieteam aufgebaut, das alle Länder zentral unterstützt. Eine wichtige Entwicklung war dabei der Ausbau der Technologielandschaft, um der steigenden Bedeutung von mobilen Plattformen gerecht zu werden. Westwing bietet Apps für iOS- und Android-Geräte sowie Smartphone- und Tablet-optimierte Websites an.
Die Entwicklungskosten werden in Übereinstimmung mit IAS 38 aktiviert. Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich der Nettobuchwert der immateriellen Vermögenswerte von Westwing aus der Aktivierung selbst erstellter Software um EUR 2,2 Mio. auf insgesamt EUR 13,8 Mio. Der Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Technologiekosten betrug im Jahr 2020 rund 30 % (2019: 43 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Jahr 2020 EUR 2,8 Mio. (2019: EUR 1,9 Mio.).
2 . WIRTSCHAFTSBERICHT
2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenspezifische Bedingungen
Westwing ist auf dem Markt für Home & Living-eCommerce in elf europäischen Ländern tätig. Der Umsatz und die Profitabilität des Konzerns hängen von den Bedingungen und Möglichkeiten in den jeweiligen Märkten ab. Dazu gehören die makroökonomische Entwicklung, die Bedingungen im Home & Living-Markt im Allgemeinen und die Aussichten für den eCommerce-Bereich einschließlich der mobilen Kanäle.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 war geprägt von der COVID-19-Pandemie und der anschließenden Rezession. Am 30. Januar 2020 erklärte das International Health Regulations Emergency Committee der WHO den Ausbruch zu einem "Public Health Emergency of International Concern". Seitdem breitete sich die Pandemie über die ganze Welt aus. In allen Ländern wurden Maßnahmen wie Lockdowns und Kontaktbeschränkungen ergriffen sowie Richtlinien zur Eindämmung von COVID-19 erlassen.
Es wird erwartet, dass das globale BIP-Wachstum im Jahr 2020 um 4,4 %3 zurückgegangen sein wird. Im Juni 2020, als die Lockdown-Maßnahmen gelockert wurden, begann sich die Weltwirtschaft von den Auswirkungen des ersten großen Lockdowns im April 2020 zu erholen. Doch mit der kontinuierlichen Ausbreitung von COVID-19 verlangsamten viele Länder die Wiedereröffnung, und im vierten Quartal 2020 kam es zu weiteren Lockdowns. Während sich China schneller als erwartet erholt hat, bleibt die Weltwirtschaft bei ihrem langen Weg zurück auf das Aktivitätsniveau vor der Pandemie anfällig für Rückschläge.
Mittelfristig wird erwartet, dass die Pandemie die weltweite Armut und Ungleichheit erhöht und sich das globale BIP-Wachstum bis 2025 allmählich auf 3,5 %3 abschwächt. Die mittelfristigen Projektionen gehen davon aus, dass das sogenannte Social Distancing bis 2021 anhält, dann aber mit steigenden Impfzahlen reduziert werden kann. Es besteht weiterhin das Risiko, dass die Projektionen unzuverlässig sind, da sie in hohem Maße von den öffentlichen Gesundheitssystemen und anderen wirtschaftlichen Faktoren abhängen. Das potenzielle Risiko einer weiteren Abschwächung der Wirtschaftsleistung bleibt erheblich.
Makroökonomisch gesehen erlebte Europa im Jahr 2020 einen starken Abschwung, der durch COVID-19 verursacht wurde: Nach Schätzungen des IWF3 ging das reale BIP im Jahr 2020 um ca. 7,2 % zurück, sodass die reale BIP-Entwicklung um 8,8 Prozentpunkte geringer ausfiel als im Jahr 2019 (+ 1,6 %). In Deutschland, dem größten Markt von Westwing, war das reale BIP in etwas geringerem Maße betroffen; die Entwicklung wird aber auch hier auf - 6,0 % geschätzt.
In Europa wird das Wachstum des Home & Living-eCommerce-Markts vor allem durch die kontinuierliche Verlagerung von Offline- zu Online-Käufen getrieben. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie wurde die Bevölkerung aufgefordert, soziale Aktivitäten einzuschränken und Menschenansammlungen zu meiden. Die von der Regierung erzwungene vorübergehende Schließung der meisten stationären Einzelhandelsgeschäfte beschleunigte die Verlagerung von Offline- zu Online-Einkäufen um mehrere Jahre.
Derzeit weist der Markt für Home & Living-Produkte im Vergleich zu anderen Einzelhandelskategorien noch eine geringere Online-Penetration auf. Es gibt daher ein erhebliches zukünftiges Wachstumspotenzial durch die Verlagerung des Markts in den Online-Bereich.
2.2 Geschäftsentwicklung 4
2020 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Westwing mit einer positiven Entwicklung in allen Ländern und bei all unseren Kundengruppen. Wir beendeten das Jahr mit einem Umsatz von EUR 433 Mio. (2019: EUR 267 Mio.), einem Wachstum von 62,0 % im Vergleich zum Vorjahr, und einer bereinigten EBITDA-Marge von +11,5 % (2019: –3,8 %). Diese Entwicklung wurde vor allem durch eine beschleunigte Verlagerung auf Online-Kanäle in allen unseren Märkten getrieben, von der wir aufgrund unseres attraktiven, loyalitätsbasierten Geschäftsmodells profitiert haben.
Die Anzahl der aktiven Kunden stieg von 0,9 Mio. auf 1,5 Mio., und die Anzahl der Bestellungen erhöhte sich um 68 % auf 4,1 Mio. (2019: 2,4 Mio.). Der Free Cashflow betrug EUR 39,5 Mio. (2019: EUR –22,1 Mio.). Erstmals seit der Gründung von Westwing erzielten wir einen Jahresüberschuss, der EUR 29,8 Mio. betrug (2019: Jahresfehlbetrag von EUR –38,0 Mio.).
3 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database Dezember 2020.
4 Alle Erklärungen und Zahlen in Bezug auf die Entwicklung in einzelnen Quartalen sind ungeprüft.
Damit haben wir unsere angepasste Prognose an die Kapitalmärkte von Oktober 2020 für Umsatz und bereinigtes EBITDA erfüllt. Im Laufe des Jahres 2020 haben wir unsere Prognose mehrfach aktualisiert; Details können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| Datum | Umsatzwachstum | Bereinigtes EBITDA | Bereinigte EBITDA-Marge |
|---|---|---|---|
| 28.03.2020 (Original) | 5% – 10% | moderate Verbesserung | moderate Verbesserung |
| 16.07.2020 | 25% – 35% | – | 3% – 5% |
| 03.09.2020 | 40% – 50% | – | 6% – 8% |
| 19.10.2020 | zwischen 55% – 65% | zwischen EUR 37 Mio. und EUR 48 Mio. |
9% – 11% |
| 29.03.2021 Finales Ergebnis | 62,0% | EUR 50,0 Mio. | 11,5% |
Das DACH Segment zeigte einen Umsatz von EUR 242,6 Mio. (60,2 % Wachstum) und ein bereinigtes EBITDA von EUR 41,0 Mio. (2019: EUR –0,5 Mio.), während der Umsatz im Internationalen Segment bei EUR 190,3 Mio. (64,2 % Wachstum) und das bereinigte EBITDA bei EUR 9,2 Mio. (2019: EUR –9,4 Mio.) lagen (für weitere Details verweisen wir auf die Segmentergebnisse).
Die folgenden wesentlichen Themen waren für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 relevant:
Gesundheit und Sicherheit zuerst
Im ersten Quartal 2020 hat sich der weltweite Fokus auf die Grundbedürfnisse Gesundheit und Sicherheit verschoben. Das galt gleichermaßen für Westwing. Am 26. Februar 2020 haben wir unseren Mitarbeitern einen umfassenden Leitfaden für den Umgang mit COVID-19 in Büros und Lagern zur Verfügung gestellt. Seit Mitte März 2020 bis zur Veröffentlichung dieses Berichts im Jahr 2021 haben die meisten Büromitarbeiter überwiegend von zu Hause aus gearbeitet, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Alle Mitarbeiter, die nicht von zu Hause aus arbeiten konnten, d. h. die Lagerarbeiter und die Mitarbeiter des Fotostudios, befolgten aufgrund von COVID-19 strenge Gesundheitsvorschriften.
Anpassung unseres Angebots an die neue Situation
Ab März 2020 gab es in Europa und der ganzen Welt diverse Lockdowns. Die Menschen waren gezwungen, viel mehr Zeit zu Hause zu verbringen, die Anzahl der Kontakte wurde reduziert, Social Distancing wurde zum Standard. Westwing begegnete dieser "neuen Realität", indem das Unternehmen seinen Kunden Produkte und Möbel anbot, die die Situation verbessern konnten: Gestaltungsmöglichkeiten für kleine Räume, Homeoffice-Konzepte, Ideen zur besseren Nutzung des Balkons, Sportgeräte für zu Hause usw. Dank des Geschäftsmodells von Westwing waren wir in der Lage, uns schnell auf die neuen Herausforderungen durch COVID-19 einzustellen.
Umgang mit hohem zweistelligem Wachstum
Aufgrund der beschleunigten Verlagerung von Offline- zu Online-Kanälen und der stärkeren Fokussierung auf Zuhause, beides vermutlich bedingt durch die Umstände im Rahmen der Pandemie, haben wir ab dem zweiten Quartal 2020 ein sehr starkes Umsatzwachstum erzielt. Um dieser erhöhten Nachfrage gerecht zu werden, hat Westwing die Lagerkapazitäten erhöht und neue Mitarbeiter in der Logistik und der Kundenbetreuung eingestellt. Gleichzeitig hatte Westwing, wie auch die meisten anderen Einzelhändler, mit Problemen in der Lieferkette zu kämpfen, die aus regionalen Lockdowns resultierten und die Verfügbarkeit insbesondere unserer Own & Private Label-Produkte beeinträchtigten.
Kundenloyalität erhalten und ausbauen
Im Jahr 2020 blieb die Kundenbindung von Westwing sehr stark: 79 % der Bestellungen kamen von Bestandskunden (2019: 82 %). Wir konnten den Share of Wallet, gemessen am GMV der letzten zwölf Monate pro aktivem Kunden, von EUR 327 im Jahr 2019 auf EUR 328 im Jahr 2020 steigern, obwohl wir eine Rekordzahl von Neukunden hatten. Diese drücken den Wert üblicherweise, da sie noch nicht volle zwölf Monate Kunden bei uns gewesen sind. Die Synergien in unserem Flywheel aus täglichen Themen, permanentem Sortiment, Own & Private Label sowie unserem organischen Marketing waren deutlich erkennbar.
2.2.1 ERTRAGSLAGE VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
| EUR Mio. | 2020 | In % vom Umsatz |
2019* | In % vom Umsatz |
Veränderung in EUR Mio. |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 432,9 | 100,0 | 267,3 | 100,0 | 165,6 | 62,0 |
| Umsatzkosten | –218,9 | –50,6 | –148,1 | –55,4 | –70,8 | 47,8 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 213,9 | 49,4 | 119,2 | 44,6 | 94,8 | 79,5 |
| Fulfillmentkosten | –86,1 | –19,9 | –62,7 | –23,4 | –23,5 | 37,5 |
| Marketingkosten | –31,0 | –7,2 | –23,2 | –8,7 | –7,8 | 33,4 |
| Allgemeine Verwaltungskosten* | –64,9 | –15,0 | –65,4 | –24,5 | 0,5 | –0,7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–3,6 | –0,8 | –2,1 | –0,8 | –1,5 | 73,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3,0 | 0,7 | 1,0 | 0,4 | 2,0 | 207,2 |
| Betriebsergebnis* | 31,4 | 7,2 | –33,2 | –12,4 | 64,5 | – |
Die verkürzte Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach IFRS vor Anpassungen sieht wie folgt aus:
* Vorjahreszahlen gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anhangangabe 2.3 für Details).
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom Betriebsergebnis zum bereinigten EBITDA:
| EUR Mio. | 2020 | 2019* |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis* | 31,4 | –33,2 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung* | 8,4 | 11,3 |
| Restrukturierungsaufwendungen Frankreich und Italien | –0,4 | 2,4 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 10,6 | 9,2 |
| Bereinigtes EBITDA | 50,0 | –10,3 |
| Bereinigte EBITDA-Marge | 11,5% | –3,8% |
* Vorjahreszahlen gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anhangangabe 2.3 für Details).
Die bereinigte Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung (wie in nachfolgender Tabelle dargestellt) bis hinunter zum bereinigten EBITDA, die wir zur Kommentierung der operativen Entwicklung der einzelnen Posten verwenden, enthält keine Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung. Im Jahr 2019 wurden auch die Restrukturierungsaufwendungen für Frankreich und Italien bereinigt, die im Jahr 2020 noch einige zusätzliche Anpassungen verursachten. Schließlich wurden Abschreibungen und Wertminderungen herausgerechnet, um das bereinigte EBITDA zu erhalten. Im Jahr 2020 wurden anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen in Höhe von EUR 2,4 Mio., die in den Vorjahren erfasst wurden, zahlungswirksam.
BEREINIGTE VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
| EUR Mio. | 2020 | In % vom Umsatz |
2019 | In % vom Umsatz |
Veränderung in EUR Mio. |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 432,9 | 100,0 | 267,3 | 100,0 | 165,6 | 62,0 |
| Umsatzkosten | –218,9 | –50,6 | –148,1 | –55,4 | –70,8 | 47,8 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 213,9 | 49,4 | 119,2 | 44,6 | 94,8 | 79,5 |
| Fulfillmentkosten* | –86,2 | –19,9 | –62,1 | –23,2 | –24,1 | 38,9 |
| Deckungsbeitrag | 127,7 | 29,5 | 57,1 | 21,4 | 70,6 | 123,7 |
| Marketingkosten* | –30,9 | –7,1 | –23,0 | –8,6 | –7,9 | 34,3 |
| Allgemeine Verwaltungskosten* | –56,9 | –13,1 | –52,4 | –19,6 | –4,4 | 8,5 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–3,6 | –0,8 | –2,1 | –0,8 | –1,5 | 73,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3,0 | 0,7 | 1,0 | 0,4 | 2,0 | 207,2 |
| Abschreibungen und Wertminderungen |
10,6 | 2,5 | 9,2 | 3,4 | 1,4 | 15,7 |
| Bereinigtes EBITDA | 50,0 | 11,5 | –10,3 | –3,8 | 60,2 | – |
* Die folgenden Anpassungen wurden in den entsprechenden Zeilen vorgenommen:
| EUR Mio. | Aufwandsposition | 2020 | 2019* |
|---|---|---|---|
| Anteilsbasierte Vergütung | Fulfillment | 0,0 | 0,1 |
| Marketing | 0,0 | 0,2 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 8,4 | 11,0 | |
| Restrukturierung Frankreich und Italien | Fulfillment | –0,1 | 0,5 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | –0,3 | 1,9 | |
| Gesamt | 8,0 | 13,7 | |
* Vorjahreszahlen gemäß IAS 8 angepasst (siehe Anhangangabe 2.3 für Details).
Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr umfassen Folgendes:
| EUR Mio. | 2020 | In % vom Umsatz |
2019 | In % vom Umsatz |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten | 428,3 | 99,0 | 263,6 | 98,6 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 4,5 | 1,0 | 3,7 | 1,4 |
| Gesamt | 432,9 | 100,0 | 267,3 | 100,0 |
Weitere Leistungsindikatoren entwickelten sich in der Berichtsperiode wie folgt:
WEITERE LEISTUNGSINDIKATOREN
| 2020 | 2019 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Anteil von Own & Private Label (in % vom GMV) | 25% | 24% | 1pp |
| Bruttowarenvolumen (GMV) (in EUR Mio.) | 502 | 310 | 61,9% |
| Bestellungen, insgesamt (in Tausend) | 4.074 | 2.428 | 67,8% |
| Durchschnittlicher Warenkorb (in EUR) | 123 | 128 | –3,5% |
| Aktive Kunden (in Tausend) | 1.529 | 949 | 61,2% |
| Anzahl der Bestellungen pro aktivem Kunden in den letzten 12 Monaten | 2,7 | 2,6 | 4,1% |
| Durchschnittliches GMV pro aktivem Kunden in den letzten 12 Monaten (in EUR) | 328 | 327 | 0,4% |
| Anteil der Site-Visits über mobile Endgeräte (in %) | 79% | 76% | 3pp |
Westwing steigerte seinen Umsatz von EUR 267,3 Mio. im Jahr 2019 auf EUR 432,9 Mio. im Jahr 2020. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 62,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Erhöhung des Konzernumsatzes wurde hauptsächlich durch eine größere Anzahl an aktiven Kunden mit einem entsprechenden Anstieg der Anzahl der Bestellungen verursacht. Diese Entwicklung wurde durch eine aufgrund der Umstände der Pandemie bedingten beschleunigten Verlagerung hin zu Online-Kanälen in allen unseren Märkten und infolge unseres Geschäftsmodells unterstützt.
Der Own & Private Label-Anteil am GMV erhöhte sich leicht um 1 Prozentpunkt von 24 % im Jahr 2019 auf 25 % im Jahr 2020, was in absoluten Zahlen jedoch eine enorme Steigerung um mehr als EUR 50 Mio. darstellt. Im vierten Quartal 2020 war der Own & Private Label-Anteil etwas weniger von der geringen Produktverfügbarkeit betroffen und lag bei 28 % (Q4 2019: 25 %).
Die Bruttomarge von Westwing erreichte mit 49,4 % ein Allzeithoch und lag damit auf einem deutlich höheren Niveau als 2019 (44,6 %). Im vierten Quartal 2020 betrug die Bruttomarge sogar 51,3 %. Der erneute Anstieg im vierten Quartal wurde vor allem durch eine höhere Margendisziplin, einen gestiegenen Own & Private Label-Anteil und zusätzliche Mengenrabatte von Lieferanten beeinflusst.
Die Fulfillmentkosten 5 (vor anteilsbasierter Vergütung und Restrukturierungsaufwendungen) in Prozent des Umsatzes konnten im Vergleich zum Vorjahr auf 19,9 % reduziert werden (2019: 23,2 %). Diese Entwicklung wurde vor allem durch den Fixkosten-Leverage innerhalb unserer Fulfillmentkosten und verbesserte Prozesse in unseren Lagern verursacht. In absoluten Zahlen beliefen sich die Fulfillmentkosten auf EUR 86,2 Mio. (2019: EUR 62,1 Mio.).
Die Marketingaufwendungen (vor anteilsbasierter Vergütung) in Prozent des Umsatzes wurden auf 7,1 % verringert (2019: 8,6 %), was ebenfalls auf einen höheren operativen Leverage zurückzuführen ist. Wir investieren weiterhin in organisches Marketing, um die aktuelle Marktdynamik zu nutzen. Die absoluten Marketingaufwendungen stiegen auf EUR 30,9 Mio. (2019: EUR 23,0 Mio.).
Die allgemeinen Verwaltungskosten (vor anteilsbasierter Vergütung und Restrukturierungsaufwendungen) in Prozent des Umsatzes reduzierten sich stark von 19,6 % in 2019 auf 13,1 % in 2020, was die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells von Westwing unterstreicht. In absoluten Zahlen entspricht dies einem geringen Anstieg um EUR 4,4 Mio. auf EUR 56,9 Mio. (2019: EUR 52,4 Mio.).
Das bereinigte EBITDA lag 2020 bei EUR 50,0 Mio. (2019: EUR –10,3 Mio.) und damit um EUR 60,2 Mio. höher als im Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich deutlich um 15,4 Prozentpunkte und wechselte damit von negativen –3,8 % auf positive 11,5 %.
5 Die Fullfillmentkosten beinhalten Versandkosten.
Die Abschreibungen stiegen um EUR 1,4 Mio. auf EUR 10,6 Mio., vor allem aufgrund der höheren Aktivierung von Software in den letzten Jahren.
Das Finanzergebnis veränderte sich im Vergleich zu 2019 kaum und betrug EUR –3,5 Mio. (2019: EUR –3,8 Mio.). Es enthielt insbesondere Zinsen für Leasingverbindlichkeiten und Strafverzugszinsen im Rahmen von Steuerkorrekturen.
Aufgrund der positiven Entwicklung in 2020 und damit der erstmaligen Erreichung eines zu versteuernden Einkommens stieg der Ertragsteueraufwand stark auf EUR 5,5 Mio. (2019: EUR 1,0 Mio.). Gleichzeitig setzte Westwing aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von EUR 7,4 Mio. an, was insgesamt zu einem Steuerertrag von EUR 1,9 Mio. führte (2019: Steueraufwand von EUR 1,0 Mio.).
Der Jahresüberschuss belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf EUR 29,8 Mio. und übertraf damit das Vorjahresergebnis um EUR 67,8 Mio. (2019: Jahresfehlbetrag von EUR –38,0 Mio.).
Der GMV stieg von EUR 310,0 Mio. im Jahr 2019 auf EUR 501,9 Mio. im Jahr 2020, was einem Wachstum von 61,9 % entspricht und damit praktisch dem Umsatzwachstum von 62,0 % gleicht. Diese außergewöhnliche Entwicklung basierte auf insgesamt 4,1 Mio. Bestellungen (2019: 2,4 Mio.) von 1,5 Mio. (2019: 0,9 Mio.) aktiven Kunden, die ihr durchschnittliches GMV im Jahr 2020 auf EUR 328 (2019: EUR 327) erhöhten.
Der Anteil der Site-Visits über mobile Endgeräte stieg 2020 weiter auf 79 % (2019: 76 %). Diese Entwicklung steht im Einklang mit unserer Erwartung, dass mobile Kanäle im Laufe der Zeit an Bedeutung gewinnen werden.
SEGMENTERGEBNISSE
Die Aufteilung des Konzernumsatzes nach Segmenten ist wie folgt:
| EUR Mio. | 2020 | In % vom Umsatz |
2019 | In % vom Umsatz |
Veränderung in EUR Mio. |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DACH | 242,6 | 56,0 | 151,4 | 56,6 | 91,2 | 60,2% |
| International | 190,3 | 44,0 | 115,9 | 43,4 | 74,4 | 64,2% |
| Gesamt | 432,9 | 100,0 | 267,3 | 100,0 | 165,6 | 62,0% |
Das bereinigte EBITDA der Segmente entwickelte sich wie folgt:
| EUR Mio. | 2020 | Marge | 2019 | Marge | Veränderung in EUR Mio. |
|---|---|---|---|---|---|
| DACH | 41,0 | 16,9% | –0,5 | –0,3% | 41,5 |
| International | 9,2 | 4,8% | –9,4 | –8,1% | 18,6 |
| Headquarter/Überleitung | –0,3 | – | –0,4 | – | 0,1 |
| Gesamt | 50,0 | 11,5% | –10,3 | –3,8% | 60,2 |
Unser DACH Segment hatte ein erfolgreiches Jahr und steuerte einen Umsatz von EUR 242,6 Mio. bei, ein Plus von 60,2% im Vergleich zu 2019. Der Umsatz in unserem Internationalen Segment verbesserte sich noch stärker um 64,2%auf EUR 190,3 Mio. Das DACH Segment erreichte ein bereinigtes EBITDA von EUR 41,0 Mio. und eine bereinigte EBIT-DA-Marge von 16,9 % (2019: – 0,3 %). Im Internationalen Segment verbesserten wir das bereinigte EBITDA auf EUR 9,2 Mio., was einer bereinigten EBITDA-Marge von 4,8 % entspricht (2019: –8,1 %).
2.2.2 FINANZLAGE VERKÜRZTE KAPITALFLUSSRECHNUNG
| EUR Mio. | 2020 | 2019 | Veränderung in EUR Mio. |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 47,5 | –13,3 | 60,9 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –8,0 | –8,8 | 0,7 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –7,3 | –27,3 | 20,0 |
| Netto-Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
32,2 | –49,4 | 81,6 |
| Auswirkung von Wechselkursschwankungen auf den Zahlungsmittelbestand |
–0,5 | –0,4 | –0,1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar | 73,2 | 123,0 | –49,8 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember | 104,9 | 73,2 | 31,7 |
Westwing verzeichnete einen positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von EUR 47,5 Mio. (2019: Mittelabfluss von EUR –13,3 Mio.), ein Plus von EUR 60,9 Mio. Diese Entwicklung ist auf das sehr gute operative Ergebnis zurückzuführen. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten hat sich im Jahr 2020 positiv entwickelt und ist im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um EUR 31,7 Mio. gestiegen. Das Net Working Capital – definiert als Vorräte plus geleistete Anzahlungen, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen und Vertragsverbindlichkeiten – hat sich in 2020 leicht um EUR 0,7 Mio. auf EUR –4,0 Mio. verringert (2019: EUR –3,4 Mio.).
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug EUR –8,0 Mio. (2019: EUR –8,8 Mio.); darin waren in 2020 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 5,4 Mio. enthalten, insbesondere in selbst entwickelte Software.
Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit verbesserte sich der Free Cashflow für das Gesamtjahr deutlich auf EUR 39,5 Mio. (2019: EUR –22,1 Mio.).
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug EUR –7,3 Mio. (2019: EUR –27,3 Mio.) und beinhaltete im Wesentlichen Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten. Im Jahr 2019 enthielt er vor allem die Mittelabflüsse im Zusammenhang mit der Rückzahlung der Darlehen gegenüber GGC EUR S.À.R.L und dem Aktienrückkaufprogramm im Herbst 2019.
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Die Steuerung von liquiden Mitteln und Working Capital steht im Mittelpunkt des Finanzmanagements von Westwing. Auch die Erhaltung der Liquidität ist ein übergeordnetes Ziel. Art und Umfang der Transaktionen mit Barmitteln sind auf unser operatives Geschäft ausgerichtet. Westwing verfügt nur über Termingelder wie kurzfristige hochliquide Anlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs wird eine rollierende Zwölfmonats-Cashflow-Planung verwendet.
Das Unternehmen verfügt über Liquiditätsreserven, um zusätzliche Investitionen in das Wachstum zu decken und das laufende Geschäft zu unterstützen. Westwing hat stets sichergestellt, dass genügend liquide Mittel zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs zur Verfügung standen. Westwing war jederzeit in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Einzelheiten zum finanziellen Risikomanagement sind im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 23) zu finden.
2.2.3 VERMÖGENSLAGE VERKÜRZTE BILANZ
| EUR Mio. | 2020 | 2020 in % der Summe |
2019 | 2019 in % der Summe |
Veränderung in EUR Mio. |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe Aktiva | 229,0 | 100,0% | 165,4 | 100,0% | 63,6 | 38,4% |
| Langfristige Vermögenswerte | 60,0 | 26,2% | 51,5 | 31,1% | 8,5 | 16,4% |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 169,0 | 73,8% | 113,9 | 68,9% | 55,1 | 48,4% |
| Summe Passiva | 229,0 | 100,0% | 165,4 | 100,0% | 63,6 | 38,4% |
| Eigenkapital | 108,7 | 47,5% | 74,4 | 45,0% | 34,3 | 46,1% |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 27,8 | 12,2% | 26,7 | 16,1% | 1,1 | 4,3% |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 92,5 | 40,4% | 64,4 | 38,9% | 28,1 | 43,7% |
Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen zum 31. Dezember 2020 EUR 169,0 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 113,9 Mio.). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen auf EUR 104,9 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 73,2 Mio.), insbesondere bedingt durch den sehr guten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Die Vorräte erhöhten sich aufgrund des allgemeinen Geschäftswachstums auf EUR 30,2 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 23,4 Mio.). Aus demselben Grund stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen finanziellen Forderungen, einschließlich erwarteter Kreditverluste in Höhe von EUR 3,0 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 1,9 Mio.), auf EUR 17,4 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 9,4 Mio.). Für bestimmte Forderungen bestehen Factoring-Vereinbarungen.
Die langfristigen Vermögenswerte bestehen vor allem aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Der Rückgang der Sachanlagen von EUR 35,4 Mio. Ende 2019 auf EUR 34,5 Mio. Ende 2020 ist im Wesentlichen auf Abschreibungen zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte, die hauptsächlich die Aktivierung von Softwareentwicklung darstellen, haben sich um EUR 2,2 Mio. erhöht. Die Aktivierung von Softwareentwicklung in Höhe von EUR 5,3 Mio. wurde teilweise durch Abschreibungen in Höhe von EUR 3,0 Mio. sowie eine Sonderabschreibung von EUR 0,2 Mio. im Jahr 2020 ausgeglichen.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 28,1 Mio. auf EUR 92,5 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 64,4 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich von EUR 17,1 Mio. zum Jahresende 2019 auf EUR 27,9 Mio. zum 31. Dezember 2020, was auf die starke Leistung im Jahresverlauf, insbesondere im vierten Quartal, zurückzuführen ist. Diese Entwicklung war auch bei den Vertragsverbindlichkeiten zu beobachten, die mit EUR 17,8 Mio. um EUR 8,9 Mio. über dem Vorjahreswert lagen (31. Dezember 2019: EUR 8,9 Mio.).
Die langfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf EUR 27,8 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 26,7 Mio.). Während die Leasingverbindlichkeiten um EUR 2,5 Mio. zurückgingen, stiegen die Verbindlichkeiten aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich um EUR 3,7 Mio., vor allem aufgrund der guten Aktienkursentwicklung.
Das Eigenkapital der Gesellschaft verbesserte sich zum 31. Dezember 2020 auf EUR 108,7 Mio., verglichen mit EUR 74,4 Mio. zum Jahresende 2019. Diese Entwicklung wurde durch den Jahresüberschuss und höhere Rücklagen für anteilsbasierte Vergütung verursacht.
Zum 31. Dezember 2020 bestanden keine verfügbaren Kreditlinien (31. Dezember 2019: keine).
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns
Seit März 2020 wurde das Jahr durch die außergewöhnlichen Entwicklungen, die durch COVID-19 verursacht wurden, beeinflusst. Auf der einen Seite verursachte die Pandemie einen Abschwung in der Weltwirtschaft, auf der anderen Seite führten Lockdowns und große Umsicht aufgrund der COVID-19-Ausbreitung dazu, dass die Menschen mehr zu Hause blieben und sich die Verlagerung von Offline- zu Online-Kanälen beschleunigte. Während für Westwing die Gesundheit und Sicherheit seiner Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner immer Priorität hatte, konnten wir uns schnell auf die neue Situation einstellen und unser Angebot entsprechend anpassen. Unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse haben sich in einem noch nie dagewesenen Pandemieumfeld als flexibel und skalierbar erwiesen. Unser Internationales Segment ist wieder auf Kurs und folgt nun konsequent dem erfolgreichen DACH-Modell. Wir haben einen starken Umsatzanstieg verzeichnet und sind auf Gesamtjahresbasis profitabel geworden. Auch sind wir schuldenfrei und verfügen über eine starke Cash-Position. Deshalb sehen wir uns in einer sehr guten wirtschaftlichen Position und sind auf das "Back-to-normal"-Umfeld vorbereitet.
3 . MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Ende Dezember 2020 beschäftigte der Westwing-Konzern 1.671 Mitarbeiter (Full Time Equivalents, nachfolgend: FTEs 6 ), was einen starken Anstieg im Vergleich zu 1.290 Mitarbeitern Ende des Jahres 2019 darstellt.
Die meisten Mitarbeiter waren im Dezember 2020 bei den in München ansässigen Gesellschaften Westwing Group AG (418 FTEs) und Westwing GmbH (221 FTEs) sowie bei der polnischen Tochtergesellschaft (714 FTEs), die auch Westwings Shared Service Center und ein Shared Warehouse betreibt, beschäftigt.
Die Belegschaft von Westwing ist sehr international. Ende 2020 beschäftigte das Unternehmen Mitarbeiter aus mehr als 60 verschiedenen Nationen. Ebenso sieht Westwing die Geschlechtervielfalt als wichtigen Faktor an. 62 % der Westwing-Mitarbeiter sind weiblich.
4 . NICHT-FINANZIELLE ERKLÄRUNG 7
Unsere Vision ist es, das führende Unternehmen in Europa im Bereich Home & Living-eCommerce für Home-Enthusiasten zu sein. Dies wollen wir erreichen, indem wir besonders inspirierende Kundenerlebnisse anbieten und eine echte Love Brand erschaffen.
Um unsere Mission "To inspire and make every home a beautiful home" zu erfüllen sowie den künftigen Geschäftserfolg voranzutreiben, stellen wir gezielt die soziale Verantwortung des Unternehmens im gesamten Konzern in den Vordergrund. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Partnern, Lieferanten und Kunden wollen wir nachhaltig handeln und wachsen.
Um unsere Vision zu stützen, unsere Mission zu erfüllen und die Nachhaltigkeit im Home & Living- eCommerce-Markt zu fördern, setzen wir bei Westwing auf die folgenden Werte:
- Tägliche Inspiration: Wir inspirieren unsere Kunden in allem, was wir tun, um jedes Zuhause zu einem schönen Zuhause zu machen.
- Kundenbegeisterung: Wir arbeiten für unsere Kunden. Wir streben danach, dass sie sich wahrhaftig in unsere Marke verlieben – und das mit jeder Aktion und Interaktion noch ein wenig mehr.
- Echte Betreuung: Unsere Kunden, Kollegen und Partner liegen uns wirklich am Herzen. Wir lassen niemanden im Stich. Wir sind offen, ehrlich, direkt und verlässlich.
- Ergebnisorientiert: Wir erledigen Dinge schnell, unkompliziert und ungeachtet der Hindernisse auf unserem Weg.
- Einzigartiges Team: Wir sind ein facettenreiches und leidenschaftliches Team. Unsere Zusammenarbeit ist von Integrität, Kreativität, Spaß und Energie geprägt, um so Großes zu erreichen und ein wirklich nachhaltiges Unternehmen aufzubauen.
6 Nach der Definition von Westwing entspricht ein FTE einem in Vollzeit arbeitenden Mitarbeiter.
7 Dieser Abschnitt ist ungeprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
• Wir wollen die Besten sein: Wir streben nach überdurchschnittlichen Leistungen und wollen das führende Home & Living-eCommerce-Unternehmen in Europa werden.
Diese Werte prägen unsere Kultur und spiegeln wider, was wir als Unternehmen schätzen. Sie bilden das Zentrum unserer Identität – unsere Grundsätze, Überzeugungen bzw. Wertephilosophie. Damit sind sie zeitlos und ändern sich nicht; sie sind langfristig nachhaltig und auf sämtliche Geschäfte, Teams und Mitarbeiter bei Westwing allgemein anwendbar.
Wir haben daher fünf wesentliche Tätigkeitsbereiche definiert, die uns für das Erreichen unserer Ziele, nachhaltig zu handeln und zu wachsen, besonders wichtig sind. Diese sind Mitarbeiter und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, Compliance in der gesamten Lieferkette, Kundenbeziehung und Datenschutz sowie Antibestechungs- und Antikorruptionsinitiativen bei Westwing.
Unser Funktionsbereich Governance, Risk and Compliance (GRC) umfasst eine ganzheitliche Palette an Ressourcen und Fähigkeiten, mit denen eine Organisation verlässlich Ziele erreichen, Unsicherheiten begegnen und mit Integrität handeln kann. Sie besteht aus einer Reihe von Positionen, die Risiken und Compliance innerhalb der gesamten Organisation überwachen und steuern, um die Unternehmensziele verlässlich zu erreichen.
Die GRC-Funktion überwacht Risiken, die unsere Geschäftsentwicklung beeinträchtigen könnten, und umfasst nicht nur finanzielle Risiken, sondern unter anderem auch Reputations-, Sozial- und Umweltrisiken. Alle ermittelten Risiken werden visualisiert, um einen Vergleich der relativen Priorität der Risiken zu erleichtern und einen Überblick über das Gesamtrisiko der Westwing Group zu erhalten. Durch die Einstufung der Risiken lässt sich erkennen, welche Risikoinformationen besondere Aufmerksamkeit verlangen. Die Ergebnisse der Risikoeinschätzung werden im Risiko- und Chancenbericht zusammengefasst. Wir konnten keine wesentlichen Risiken durch unsere Geschäftsaktivitäten, die Wertschöpfungskette sowie unsere Produkte oder Dienstleistungen ermitteln, die die Nachhaltigkeitsaspekte im Hinblick auf Mitarbeiter, Umwelt, soziale Belange, Anti-Korruption und Menschenrechte beeinträchtigen könnten.
Dieses Kapitel enthält unseren nicht-finanziellen Bericht für die Westwing Group AG gemäß § 315 b und 315 c in Verbindung mit §§ 289 b und 289 c des Handelsgesetzbuchs (HGB). Wir haben uns bei diesem Bericht am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) orientiert. Der nicht-finanzielle Bericht ist in folgende Abschnitte unterteilt:
WESENTLICHE TÄTIGKEITSBERICHE
Bezüglich der Definition unseres Geschäftsmodells verweisen wir auf Abschnitt 1.1 dieses zusammengefassten Lageberichts.
Mitarbeiter und Vielfalt
Der Westwing-Konzern sieht internationale Vielfalt als einen wichtigen Wettbewerbsfaktor an. Wir sind überzeugt, dass unsere vielfältige, smarte und freundliche Atmosphäre das Geheimnis unseres Erfolgs ist.
Dieser internationale Charakter kommt durch die unterschiedliche Herkunft und die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe unserer Mitarbeiter zum Ausdruck. Bei Westwing kommen Menschen mit mehr als 60 unterschiedlichen Nationalitäten mit großer Leidenschaft, Integrität, Kreativität, Spaß und Energie zusammen, um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen und ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Bei stetigem Wachstum streben wir nach überdurchschnittlichen Leistungen und wollen das in Europa führende Home & Living-eCommerce-Unternehmen schaffen. Gleichermaßen sieht Westwing auch geschlechtsspezifische Diversität als wichtigen Faktor an, wobei 62 % der Mitarbeiter im Westwing-Konzern weiblich sind.
MITARBEITER NACH GESCHLECHT UND SEGMENT
| DACH | International | Konzern | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitarbei terzahl |
In % | Mitarbei terzahl |
In % | Mitarbei terzahl |
In % | |
| Gesamt | 718 | 100,0 | 1.057 | 100,0 | 1.775 | 100,0 |
| Weiblich* | 486 | 81,6 | 613 | 58,0 | 1.099 | 61,9 |
| Männlich* | 232 | 18,4 | 444 | 42,0 | 676 | 38,1 |
* Nach Köpfen zum 31. Dezember 2020.
Dieses dynamische Umfeld bietet unseren knapp 1.800 Mitarbeitern großartige Entwicklungschancen.
Wir wissen, dass wir für die Erfüllung unserer Vision und das Erreichen unserer Ziele vom Wissen, der Erfahrung und der Motivation all unserer Mitarbeiter abhängig sind. Ohne ihren Enthusiasmus, ihre Vielfalt, Ambitionen und Beiträge könnte Westwing nicht wachsen und expandieren. Daher konzentriert sich Westwing darauf, in die aktuelle Belegschaft zu investieren und diese nach Bedarf auszubauen. Wir fördern das persönliche und berufliche Wachstum durch den Aufbau einer starken Feedbackkultur, durch die sich täglich Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und -bildung ergeben.
Wir haben eine offene und ehrliche Atmosphäre geschaffen, in der sich jeder Mitarbeiter ermutigt fühlt, seine Ansichten und Vorschläge – ungeachtet des Alters oder der Position im Unternehmen – proaktiv zu äußern, und wollen diese Atmosphäre auch erhalten.
Neben den regelmäßigen halbjährlichen Leistungsfeedbacks haben wir daher auch die folgenden, im Verantwortungsbereich der Personalabteilung liegenden Einrichtungen etabliert, damit unsere Mitarbeiter nicht nur über die aktuellen Entwicklungen im Unternehmen auf dem Laufenden gehalten werden, sondern auch ihre aktuelle Stimmungslage im Zusammenhang mit ihren Aufgaben und Arbeitsbedingungen erkennbar wird:
- Allhands-Meetings: Regelmäßiges Update durch das Management zu allen wichtigen Themen mit einer abschließenden Fragerunde.
- Insight-Sessions: Präsentationen durch unsere Führungskräfte, um verschiedene Einblicke in das Geschäft von Westwing zu geben, gefolgt von Diskussionen.
-
Team-Pulse-Checks: Zweimal im Jahr werden die Mitarbeiter gebeten, anonym Feedback über Westwing, das Team, über Positives und Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu geben. Das ist eine gute Gelegenheit, um der Personalabteilung und dem Management offen mitzuteilen, wie sich jeder Mitarbeiter fühlt und was gut und weniger gut ist, damit wir Verbesserungen einleiten können.
-
Upward-Feedback: Mithilfe des Upward-Feedbacks können Mitarbeiter anonym und vertraulich Feedback zu ihren unmittelbaren Vorgesetzten geben, um so die Fähigkeiten des Vorgesetzten für eine effektivere Leitung des Teams zu stärken. Zur Wahrung der Anonymität erfolgt dies einmal jährlich über einen externen Dienstleister.
- Einzelgespräche ("1on1"): Regelmäßige, wöchentliche oder zweiwöchentliche Gespräche zwischen jedem Mitarbeiter und dessen Vorgesetztem, um offen über drängende Fragen zu sprechen, Feedback zu geben, eine gute Beziehung zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass man sich beim Hinwirken auf die eigenen Ziele auf dem richtigen Weg befindet.
Wir sind zudem immer offen dafür, unsere Mitarbeiter bei Schulungen und Weiterbildungsprojekten zu unterstützen.
Wir sehen uns als Arbeitgeber auch in der Verantwortung, die Gesundheit eines jeden bei Westwing zu schützen, und bieten ein Arbeitsumfeld, in dem wir uns um die aktuellen und künftigen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter in Sachen Work-Life-Balance kümmern. Talente für uns zu gewinnen ist von wesentlicher Bedeutung für unseren Erfolg und unsere Wachstumsstrategie. Daher wollen wir gemeinsam mit unserem Team ein attraktives und innovatives Arbeitsumfeld gestalten.
Wir bieten unseren Mitarbeitern einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz. Unser Ziel ist daher die völlige Vermeidung von Unfällen und die Minimierung der Risiken arbeitsbedingter Erkrankungen. Wir haben bei Westwing klare und verlässliche Strukturen geschaffen, die passende Lösungen für das entsprechende Arbeitsumfeld bieten.
Zur Vermeidung von Unfällen in unseren Büros gibt es einen verbindlichen Leitfaden zur "Sicherheit am Arbeitsplatz", der von jedem neuen Mitarbeiter zu lesen und zu unterschreiben ist und dessen Abzeichnung regelmäßig aktualisiert wird. Wir bieten Schulungen für Brandschutzhelfer und Erste Hilfe an. Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern regelmäßig gesundheitsfördernde Aktivitäten auf freiwilliger Basis an. Normalerweise haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, an verschiedenen Sportprogrammen sowie Beratungen zur Ergonomie am Arbeitsplatz teilzunehmen. Dies wurde jedoch angesichts der Maßnahmen gegen COVID-19 ausgesetzt. Aufgrund der pandemiebedingten Situation hat im Jahr 2020 ein Großteil unserer Mitarbeiter von zu Hause aus gearbeitet. Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen und ihre Arbeitssituation zu unterstützen, wurden bei Westwing verschiedene Maßnahmen ergriffen. So gab es eine Gesundheitswoche, in der die Mitarbeiter an unterschiedlichen Online-Workshops teilnehmen konnten. Darüber hinaus wurden Online-Yoga-Sitzungen angeboten, und es besteht die Möglichkeit für individuelle Coaching-Sitzungen zur Förderung der psychischen Gesundheit. Zudem wurde eine virtuelle Community für einen regelmäßigen teamübergreifenden Austausch und virtuelle Veranstaltungen eingerichtet.
Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, sind wir bei den Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit und Arbeitsortlösungen wie beispielsweise der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, äußerst flexibel und dies auch bereits vor COVID-19. Um die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zu erleichtern, hat Westwing im Mai 2020 als familienbewusstes Unternehmen eine eigene Kindertagesstätte für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren eröffnet. Die Mitarbeiterzufriedenheit hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Der letzte "Pulse Check" im vierten Quartal 2020 hat ergeben, dass die Mitarbeiterzufriedenheit so hoch wie nie zuvor war. Westwing arbeitet kontinuierlich daran, die Mitarbeiterzufriedenheit auch in Zukunft weiter zu erhöhen. Dieser Prozess soll in den kommenden Jahren durch Maßnahmen wie Führungskräfteentwicklung, Personalentwicklung, Angebote zum individuellen Coaching und Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter vorangetrieben werden.
Da Westwing den Umweltschutz unterstützt, wird die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für alle Mitarbeiter finanziell gefördert. Außerdem werden den Mitarbeitern keine Firmenwagen zur Verfügung gestellt. In unseren Reisehandbüchern steht, dass wir so viele Reisen wie möglich vermeiden und durch Videokonferenzen ersetzen sollten, die derzeit aufgrund der erweiterten Arbeit von zu Hause aus auch häufiger genutzt werden.
Umwelt- und Klimaschutz
Westwing ist in den letzten Jahren erfolgreich gewachsen, was zu einer steigenden Anzahl von Kunden und so auch zu einer steigenden Anzahl von versendeten Paketen geführt hat, was wiederum Einfluss auf unsere Umweltbilanz hat. Westwing ist sich jedoch der Verantwortung gegenüber der Natur und der Umwelt sowie für Klimaschutz bewusst. Wir haben daher beschlossen, beim Versand neue Wege zu gehen, und dies nicht nur, um Transportkosten zu sparen, sondern um lange Transportwege zu vermeiden und die Umweltbelastung zu reduzieren. Wir haben europaweit fünf Logistikzentren errichtet und versuchen nach Möglichkeit, die bestellten Produkte jeweils aus dem für den Kunden am nächsten gelegenen Logistikzentrum zu verschicken.
Jeden Tag werden in unseren Logistikzentren zahlreiche Bestellungen bearbeitet und mit unserem wachsenden Geschäft wird diese Zahl sogar noch weiter steigen. Wir rechnen daher auch mit einem höheren Verbrauch an Verpackungsmaterial. Unsere Verpackungsrichtlinien wurden so gestaltet, dass sie für die Pakete von Westwing einen Standard festlegen. Westwing steht für Eleganz, Qualität, Produktvielfalt und Wertigkeit. Daher muss bei jeder Verpackungsentscheidung zwischen der Sicherheit der Produkte, Kosteneffizienz und dem Kundenerlebnis beim Auspacken abgewogen werden. Die Pakete sollten das Lager ausnahmslos sauber und unbeschädigt verlassen und bei den Kunden auch in diesem Zustand ankommen. Um die qualitativ hochwertigen Produkte von Westwing in einwandfreiem Zustand zu liefern, muss genug Polstermaterial vorhanden sein, ohne dass unsere Kunden mit überflüssigem Abfall überschwemmt werden. Verpackung und Schutz sollten nicht nur kostengünstig sein, sondern auch so wenig Abfall wie möglich produzieren.
Alle Westwing-Verpackungen sind umweltfreundlich, was bedeutet, dass all unsere Kartons aus 100 % recyceltem Karton bestehen und somit besser biologisch abbaubar sind. Westwing sieht sich für das Thema Nachhaltigkeit und die Verringerung unseres CO₂-Fußabdrucks in der Verantwortung. Westwing wird weiterhin an umweltfreundlichen Verpackungen arbeiten. Hierzu gehört, Alternativen für herkömmliche Versandtaschen wie Papierversandtaschen und Polybeutel aus recyceltem Material zu entwickeln und einzuführen. Außerdem werden in Zukunft die Plastikaufkleber auf den Westwing-Boxen durch Papieraufkleber ersetzt, und für das Füllmaterial werden wir recycelten Kunststoff verwenden.
Ein entscheidender Wegweiser für die Zukunft ist die im Jahr 2020 etablierte Möglichkeit der Bestellbündelung. Die Kunden können selbst entscheiden, ob sie alle bestellten Artikel in einem Paket erhalten möchten oder ob die Artikel, sobald verfügbar, einzeln geliefert werden sollen. Darüber hinaus versuchen wir, indem wir teilweise Direktlieferungen nutzen (d. h., der Lieferant liefert direkt an den Kunden statt an das Westwing-Lager), Transportwege zu verkürzen. Um die Transportwege weiter zu reduzieren, werden außerdem fast alle unsere Own & Private Label-Sofas und -Betten in Europa produziert.
Westwing plant, im Jahr 2021 die erste nachhaltige Westwing-Kollektion auf den Markt zu bringen, die nachhaltige Produkte wie Textilien, Möbel und Geschirr beinhalten wird.
Für unseren nachhaltigen Geschäftsbetrieb ist ein verantwortungsvoller und sorgfältiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen eine Grundvoraussetzung. Wir erwarten daher ebenfalls von unseren Own & Private Label-Geschäftspartnern, dass sie Standards definieren und Verfahren einführen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ermöglichen. Sie sollen für ein Abfall- und Entsorgungsmanagement gefährlicher Stoffe sorgen, das einen schonenden Umgang mit der Umwelt garantiert. Darüber hinaus sind insbesondere die Gesundheit und Sicherheit der Menschen zu berücksichtigen. Sämtliche Verfahren sollen sich auf das Vorsorgeprinzip von niedrigen Emissionen und Wassereinsparung konzentrieren. Erforderliche Genehmigungen, Lizenzen und Testberichte müssen eingeholt und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Das umfasst unter anderem auch Luft- und Lärmemissionen, Wasserableitung, Bodenkontaminierung und Tierschutz.
Compliance in der gesamten Lieferkette
Die Einhaltung der geltenden Gesetze und sonstigen Rechtsvorschriften in jedem Land, in dem wir tätig sind, sowie der Mindeststandards der jeweiligen Branche und der Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) bilden die Grundlage für unser auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Geschäftsmodell.
Als ein international ausgerichtetes Unternehmen müssen wir uns auf die Unterstützung und Kooperation unserer Geschäftspartner verlassen können, denn wir haben uns nicht nur zum Ziel gesetzt, die oben aufgeführten Standards innerhalb des Westwing-Konzerns einzuhalten, sondern wollen, dass sich auch unsere Geschäftspartner daran halten.
Um das Risiko von Reputationsschäden, Bußgeldern und potenziellen Unterbrechungen bei der Beschaffung so gering wie möglich zu halten, haben wir für die Fälle, in denen Westwing-Kreationen durch Dritte hergestellt werden, unseren eigenen Verhaltenskodex für Private-Label-Lieferanten erstellt. Die Grundsätze unseres Private-Label-Verhaltenskodex basieren auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), den Grundsätzen des Global Compact der Vereinten Nationen und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Dieser Kodex ist bei Private Label die Grundlage für jegliche Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, ungeachtet der Region. Er enthält Abschnitte, um u. a. menschenunwürdige Bedingungen und Kinderarbeit zu vermeiden. Uns ist bewusst, dass die lokalen Gesetze in den Ländern einiger unserer Geschäftspartner niedrigere Standards als unser Verhaltenskodex erfordern könnten. In solchen Fällen erwarten wir, dass sich unsere Geschäftspartner an unsere Standards anpassen. Andernfalls würden wir die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten beenden und ihn auf die schwarze Liste setzen. Der Verhaltenskodex berechtigt uns zur Durchführung regelmäßiger und unangekündigter Audits und verpflichtet unsere Lieferanten, gegen Verstöße vorzugehen und nur mit konformen Zulieferern zusammenzuarbeiten. Bisher haben wir erreicht, dass 100 % unserer Own & Private Label-Lieferanten unseren Verhaltenskodex unterzeichnet haben. Um die Transparenz zu erhöhen, haben wir zertifizierte Auditberichte gesammelt und ausgewertet, die den Lieferanten aus von anderen Lieferanten oder von ihnen selbst in Auftrag gegebenen Audits vorliegen. Wir haben ein Formular für interne Werk-Audits eingeführt, das ein integraler Bestandteil des Einführungsprozesses neuer Lieferanten ist und ständig erweitert und verbessert wird. Beim ersten Besuch eines neuen Lieferanten ist es obligatorisch, dass unser Own & Private Label-Team durch die Fabrik geht, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und das Formular auszufüllen. Dieses Formular vermittelt uns einen ersten Eindruck vom Zustand und dem Aufbau der Fabrik, um einen Hinweis auf potenzielle Risiken zu erhalten und die Bereitschaft des Lieferanten zu verstehen, in Bezug auf diese Themen transparent zu sein.
In 2019 haben wir den Verhaltenskodex als integralen Bestandteil unseres neuen Lieferanten-Rahmenvertrags implementiert, um die Einhaltung der Vorschriften weiter zu forcieren. Er berechtigt uns, im Falle eines grundlegenden Verstoßes aus wichtigem Grund zu kündigen und somit offene Bestellungen zu stornieren und Restbestände gegen Erstattung zurückzugeben. Dadurch messen wir der Compliance in der Lieferkette eine höhere Bedeutung bei.
Der Rahmenvertrag für den Verhaltenskodex wird von all unseren Own & Private Label-Lieferanten unterzeichnet. Um die Einhaltung in unserer Lieferkette zu verbessern und den Verhaltenskodex noch effektiver zu machen, haben wir unseren Rahmenvertrag erweitert. Die geänderte Version dieses Rahmenvertrags wurde bereits von Lieferanten unterzeichnet, die rund 91 % unseres Own & Private Label-Auftragsvolumens ausmachen.
Von unseren Geschäftspartnern erwarten wir, dass sie ihren Betrieb und ihre Aktivitäten nach diesen Grundsätzen ausrichten. Es liegt zudem in der Verantwortung unserer Geschäftspartner, die Grundsätze dieses Kodex an ihre Lieferanten weiterzugeben und sie dahingehend zu schulen.
Unsere Partner müssen ferner ein Kontrollsystem mit internen Prüfungen einführen, die mindestens einmal jährlich mit einem Mindestmaß an Dokumentation für mindestens 24 Monate durchgeführt werden. Der Geschäftspartner muss regelmäßigen externen Prüfungen zustimmen, die auch unangekündigt stattfinden können.
Wie bereits erwähnt, verwalten wir nicht alle unsere Lager selbst, haben jedoch durch Überprüfungen sichergestellt, dass unsere Dienstleister über geeignete Verfahren und Anweisungen zur Erfüllung der branchenüblichen Mindeststandards verfügen.
Kundenbeziehung und Datenschutz
Mit mehr als 1,5 Millionen aktiven Kunden konnten wir eine sehr loyale Kundenbasis mit einer konstanten Steigerung des Share of Wallet aufbauen. Kundenloyalität ist einer der größten Treiber unseres Erfolgs. Daher versuchen wir, die Kundenzufriedenheit über das Angebot neuer Dienstleistungen auf unserer Website, z. B. durch die Unterstützung bei der Raumgestaltung und einen erstklassigen Kundenservice, aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Zudem bitten wir unsere Kunden regelmäßig um Feedback zu Transaktionen und sprechen sie direkt im Rahmen unserer Kundenbetreuung an, um zu erfahren, wie wir noch attraktiver werden können.
Ein weiterer Aspekt bei der Kundenzufriedenheit ist die Qualität unserer Produkte. Westwing pflegt daher enge Beziehungen zu den Lieferanten, um jedwede Komplikationen in unserer Lieferkette zu reduzieren und für die bestmögliche Lieferqualität zu sorgen. Auch die Mitarbeiter in unseren Lagern tragen zu unserer Lieferqualität bei, da sie darin geschult sind, die Qualität jedes Produkts zu prüfen. Diese Qualitätsprüfungen sind in jedem Lager Teil des Wareneingangsprozesses, um zu vermeiden, dass Produkte von geringer Qualität an unsere Kunden versendet werden.
Als Online-Shop für Home & Living-Produkte erhalten und verarbeiten wir tagtäglich eine große Menge an Daten. Zur Unterstützung unseres globalen Geschäfts ist es unerlässlich, dass die benötigten Informationen und Daten bei Westwing zur Verfügung stehen. Aufgrund der internationalen Aktivitäten des Unternehmens müssen wir verschiedene Rechtsvorschriften in unterschiedlichen Ländern und Regionen beachten. Gleichzeitig muss unseren Geschäftspartnern und unseren Mitarbeitern ein angemessener Schutz eingeräumt werden. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir eine IT-Sicherheitsrichtlinie erstellt, in der sämtliche Aspekte der verwendeten Informationstechnologie definiert werden. Sie deckt jedoch nicht nur die IT-Systeme selbst ab, sondern auch Einrichtungen und Prozesse bezüglich der entsprechenden IT-Systeme. Unsere Rechtsabteilung ist gemeinsam mit unserer IT-Abteilung für die Erstellung der Regeln verantwortlich und betreut alle Bereiche rund um Datenschutz und IT-Sicherheit.
Wir haben Regeln zum Schutz der bei Westwing anfallenden Daten und zur Vermeidung einer unerlaubten Verwendung von personenbezogenen, vertraulichen oder sensiblen Informationen im Besitz von Westwing aufgestellt. Die Einhaltung dieser Regeln ist Voraussetzung für den Zugriff auf und den Austausch von Informationen innerhalb von Westwing. Westwing hat zudem geeignete technische und organisatorische Maßnahmen eingeführt, um die notwendige Datensicherheit zu gewährleisten.
Zweck dieser Regeln sind die Sicherung und der Schutz von Informationen im Besitz von Westwing. Zur Erfüllung seiner Mission, Ziele und Initiativen nutzt das Unternehmen Spezialsoftware, Netzwerke sowie andere elektronische Informationssysteme und Daten und stellt diese auch zur Verfügung. Westwing gewährt den Zugang zu seinen Ressourcen als Privileg und hat somit die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit aller Informationsressourcen zu wahren. Dieser Verantwortung lässt sich nur gerecht werden, wenn sich alle Nutzer voll und ganz über den sicheren Umgang mit den Daten und die damit verbundenen Risiken bewusst sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere IT-Richtlinie unter anderem Regeln für alle Nutzer der IT-Ressourcen bei Westwing hinsichtlich des Umgangs mit Sicherheitsvorfällen sowie personenbezogenen, geschäftlichen, internen oder sensiblen Daten aufstellt und damit die Sicherheit des Westwing-Netzwerks gewährleistet.
Antikorruptionsinitiativen bei Westwing
Westwing hat eine umfassende Antikorruptionsrichtlinie eingeführt. Diese Richtlinie befasst sich mit angemessenem und nicht angemessenem Verhalten, um Verstöße gegen Antikorruptionsgesetze zu vermeiden. Zu diesem Verhalten zählen die Einhaltung aller im In- und Ausland geltenden Gesetze und das Verbot von unzulässigen Zahlungen, Geschenken oder Anreizen jeglicher Art an eine bzw. von einer Person.
Die Antikorruptionsrichtlinie enthält Hinweise dazu, was von einem Mitarbeiter akzeptiert werden kann und welches Geschenk als Bestechung gilt. Sollte Unterstützung erforderlich sein, können sich Mitarbeiter an ihren Vorgesetzten, den Compliance-Beauftragten oder die Rechtsabteilung wenden.
Bei Bestechung verfolgt Westwing eine Nulltoleranzpolitik. Diese Richtlinie gilt für alle Mitarbeiter bei Westwing und für von Westwing beauftragte Dritte. Alle Tochtergesellschaften wurden zudem dazu verpflichtet, eine gleichwertige Richtlinie zu implementieren. In der zweiten Hälfte des Jahres 2019 führte Westwing obligatorische Compliance-Schulungen für alle Mitarbeiter und den Vorstand durch, um ein angemessenes und ethisches Verhalten sicherzustellen. Diese Compliance-Schulungen werden nun online durchgeführt und sind für alle neuen Westwing-Mitarbeiter verpflichtend. Bestehende Mitarbeiter müssen ebenfalls regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, an der Compliance-Schulung teilnehmen. Ihr Wissen und Verständnis wird nach der Sitzung in einem Test bewertet.
Westwing hat eine Whistleblower-E-Mail-Adresse eingerichtet, an die alle Mitarbeiter Bericht erstatten können, um Vorfälle zu melden, von denen sie glauben, dass sie nicht ordnungsgemäß sind. In den letzten Jahren wurden keine verdächtigen Vorgänge gemeldet. Das Erkennen von Verstößen ist zudem ein Teil des gesamten Risikomanagementsystems.
5 . NACHTRAGSBERICHT
Für Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres 2020, die einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Westwing haben, verweisen wir auf Anhangangabe 30.
6 . RISIKO- UND CHANCENBERICHT
Hinsichtlich seiner Geschäftstätigkeit ist Westwing als internationaler Konzern einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Risiken und Chancen umfassen Ereignisse und Entwicklungen mit einer bestimmten Eintrittswahrscheinlichkeit, die wesentliche negative oder positive finanzielle und nicht-finanzielle Auswirkungen auf die Zielerreichung von Westwing haben können.
Westwing sieht das Risikomanagement als integralen Bestandteil zur Schaffung von Transparenz von Risiken und Chancen und damit zur Verbesserung der Entscheidungsprozesse. Das Unternehmen pflegt eine risikobewusste Unternehmenskultur in allen Entscheidungsprozessen. Wir wägen die Risiken und Chancen, die mit unseren Entscheidungen und unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind, sorgfältig und sachkundig ab. Dazu gehört, dass wir kalkulierte Risiken, die im Rahmen der Risikobereitschaft des Unternehmens liegen, bewusst eingehen und die Risiken, die dies nicht tun, abmildern.
6.1 Risikomanagementsystem
Der Vorstand der Westwing Group AG trägt die Gesamtverantwortung für die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG. Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil des Managementansatzes, die strategischen Ziele zu erreichen und zum langfristigen Wachstum des Unternehmens beizutragen. Der Vorstand hat einen Risk Management Officer ernannt, der direkt an den Vorstand berichtet. Der Risk Management Officer ist hauptsächlich für den Risikomanagementprozess, die Koordination von Schulungen und alle Rollen einschließlich der Risikoeigner verantwortlich. Risikoeigner sind alle Mitarbeiter der operativen und zentralen Funktionen. Ihre Hauptaufgabe ist es, Risiken in ihrem Bereich auf operativer Ebene kontinuierlich an ihre Vorgesetzten zu melden.
Die Risikobewertung bei Westwing wird regelmäßig durchgeführt. Während der Risikobewertung sammelt Westwing Informationen über potenzielle Risiken, die sowohl lokal als auch global identifiziert werden. Diese Informationen werden analysiert, um festzustellen, ob die identifizierten Risiken noch gültig sind und richtig eingeschätzt werden. Die Dokumentation wird kontinuierlich aktualisiert und zusammengefasst. Halbjährlich wird dem Vorstand ein konsolidierter Risikobericht vorgelegt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat über die aktuelle Risikosituation von Westwing.
Bei Westwing existiert eine eigene Governance-, Risk- und Compliance-Funktion (GRC), die Risikomanagement, interne Kontrollen und Compliance vereint.
6.2 Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung
Als Teil des internen Kontrollsystems hat Westwing interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung implementiert. Diese bestehen aus präventiven und erkennenden Kontrollmaßnahmen im Rechnungswesen und in den operativen Funktionen, die eine prozessual konsistente Abschlusserstellung sicherstellen. Zu den Kontrollmechanismen gehören die Identifizierung und Definition von Prozessen, die Einführung von Genehmigungsstufen und die Anwendung des Prinzips der Aufgabentrennung.
In diesem Jahr haben wir uns auf die Verbesserung unseres internen Kontrollsystems innerhalb der Schlüsselprozesse von Westwing konzentriert. Wir haben relevante Geschäftsprozesse überprüft, zusätzliche Kontrollen implementiert und bereits bestehende verbessert. Wir werden unsere Geschäftsprozesse und unser internes Kontrollumfeld weiterhin regelmäßig überprüfen und verbessern.
Ab 2021 wird eine außenstehende, interne Revisionsfunktion unser Risikomanagementsystem und Kontrollumfeld beurteilen.
6.3 Risikomethodik
Um Transparenz in den Prozess der Risikoidentifikation und -bewertung zu bringen, wurde ein detailliertes Risikohandbuch erstellt und im Unternehmen implementiert. Die Risikoleitlinie wird regelmäßig von Westwings GRC-Funktion überprüft und aktualisiert.
Die von Westwing identifizierten Risiken werden auf der Grundlage ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihrer potenziellen Auswirkungen quantifiziert. Die Wahrscheinlichkeitsbewertung basiert auf einem Zeithorizont von einem Jahr ab dem Bewertungsdatum. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Risikominderung vollständig zu verstehen und hervorzuheben, werden alle Risiken auf Basis des Bruttorisikos bewertet (bevor Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden).
Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die statistische oder geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Risikofaktor während des betrachteten Zeithorizonts eintritt. Sie wird in Prozent angegeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird durch die Wahl eines der vorgegebenen Wahrscheinlichkeitsbereiche bestimmt, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind:
| Wahrscheinlichkeit | Bewertung |
|---|---|
| Höchstwahrscheinlich | (75%–99%) |
| Wahrscheinlich | (50%–74,9%) |
| Möglich | (25%–49,9%) |
| Unwahrscheinlich | (5%–24,9%) |
| Selten | (1%–4,9%) |
Zur Bewertung der Auswirkungen verwendet Westwing qualitative und quantitative Beurteilungen. Eine quantitative Beurteilung wird dann vorgenommen, wenn der Betrag der Auswirkung leicht abgeschätzt werden kann. Die quantitative Grundlage für die Auswirkungen sind Umsatz, bereinigtes EBIT und Cashflow, je nach Art des Risikos. Wenn eine quantitative Beurteilung nicht möglich ist, d. h., wenn es um den Ruf des Unternehmens oder das Vertrauen der Aktionäre geht, wird eine qualitative Beurteilung durchgeführt.
| Quantitative Beurteilung (bevorzugt) | |||
|---|---|---|---|
| Auswirkungen | Finanzielle Auswirkungen | ||
| 5 | > EUR 10,0 Mio. Stark schädigende negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Profitabilität und Cashflows | ||
| 4 | > EUR 5,0 Mio. Erheblich negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Profitabilität und Cashflows | ||
| 3 | > EUR 2,0 Mio. Gewisse negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Profitabilität und Cashflows | ||
| 2 | > EUR 0,5 Mio. Begrenzte negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Profitabilität und Cashflows | ||
| 1 | < EUR 0,5 Mio. Unwesentliche negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Profitabilität und Cashflows | ||
Auf Grundlage der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen werden alle ermittelten Risiken in der folgenden Risikomatrix eingestuft und visualisiert:
| Wahrscheinlichkeit | Selten (1% – 4,9%) |
Unwahrscheinlich (5% – 24,9%) |
Möglich (25% – 49,9%) |
Wahrscheinlich (50% – 74,9%) |
Höchstwahrscheinlich (75% – 99%) |
|---|---|---|---|---|---|
| Auswirkung | |||||
| 5 | MODERAT | HOCH | HOCH | SEHR HOCH | EXTREM |
| 4 | GERING | MODERAT | HOCH | SEHR HOCH | SEHR HOCH |
| 3 | GERING | MODERAT | MODERAT | HOCH | HOCH |
| 2 | GERING | GERING | MODERAT | MODERAT | HOCH |
| 1 | GERING | GERING | GERING | GERING | MODERAT |
Die Risikomatrix erleichtert den Vergleich der relativen Priorität der Risiken und erhöht die Transparenz über die Gesamtrisikoposition von Westwing. Darüber hinaus wird anhand der Kategorisierung der Risiken von "gering" bis "extrem" ermittelt, welche Risikoinformationen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat detaillierter zur Verfügung gestellt werden müssen. Risiken, die sich auf den Fortbestand des Unternehmens auswirken könnten, werden sofort nach ihrer Identifizierung gemeldet.
Westwing definiert folgende Risikokategorien innerhalb des Unternehmens:
- Strategische Risiken
- Finanzielle Risiken
- Operative Risiken
- Risiken der Unternehmensführung
- Politische und regulatorische Risiken
- IT-Risiken
- Kapitalmarktbezogene Risiken
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Risikokategorien haben wir 2020 eine neue Kategorie hinzugefügt und abgegrenzt: COVID-19-bezogene Risiken (Pandemierisiken). Dabei handelt es sich um Risiken, die durch den Ausbruch von COVID-19 im Jahr 2020 entstanden sind.
6.4Risikobericht
Insgesamt wurden keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Westwing-Konzerns gefährden könnten. Im nachfolgenden Bericht werden die wichtigsten Risiken, die nach den aktuellen Bewertungsverfahren des Risikomanagements als "hoch" eingestuft wurden, zusammengefasst und dargestellt. Derzeit werden keine Risiken als "sehr hoch" oder "extrem" eingeschätzt.
6.4.1 RISIKEN IN BEZUG AUF COVID-19 (PANDEMIERISIKEN)
Mittelfristige Rezession (Hoch)
Trotz der COVID-19-bedingten Auswirkungen, die die Verlagerung auf Online-Kanäle beschleunigt haben, ist das Risiko einer signifikanten wirtschaftlichen Rezession in absehbarer Zeit hoch. Das Risiko eines solchen wirtschaftlichen Abschwungs könnte sich auch auf den eCommerce auswirken. Es ist schwer vorherzusagen, wie unsere Kunden im Falle einer Rezession reagieren und ihr Einkaufsverhalten ändern werden.
Das Managementteam von Westwing beobachtet und bewertet kontinuierlich die wirtschaftliche Situation in Europa sowie die möglichen Auswirkungen auf den Home & Living-Markt und ist bereit, entsprechend zu reagieren: sei es, um unser Angebot anzupassen oder um die Westwing-Strategie teilweise zu verändern.
Unterbrechungen der Lieferkette (Hoch)
Der Ausbruch von COVID-19 führte weltweit zu erheblichen Lieferunterbrechungen, bei denen viele Lieferprozesse geändert oder an die neuen Bedingungen angepasst werden mussten. Obwohl es Westwing gelungen ist, den Geschäftsbetrieb reibungslos abzuwickeln und erhebliche Lieferunterbrechungen im Jahr 2020 zu vermeiden, besteht das Risiko, dass die Lieferkette durch die in vielen Ländern ergriffenen Maßnahmen oder im Falle einer weiteren Verschärfung der Pandemiesituation beeinträchtigt werden könnte. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass einige Unternehmen insolvent werden könnten und Westwing gezwungen wäre, nach neuen, zuverlässigen Lieferanten zu suchen.
Unser Einkaufsteam mindert dieses Risiko proaktiv, indem wir unsere Beschaffungskanäle diversifizieren, unsere Partnerschaften mit zuverlässigen Lieferanten stärken und Back-up-Lösungen für den Fall von Lieferunterbrechungen haben, insbesondere für unsere Bestsellerprodukte.
6.4.2 FINANZIELLE RISIKEN
Finanzplanung und Unternehmensleistung (Hoch)
Die richtige Prognose des Umsatzwachstums und der allgemeinen Geschäftsentwicklung ist eine der wichtigsten Herausforderungen für Westwing in Zeiten erheblichen Wachstums und unvorhersehbarer globaler Entwicklungen. Fehler bei der Prognose, Überwachung und Steuerung unserer Unternehmensplanung könnten zu falschen Entscheidungen führen und das Umsatzwachstum und die Rentabilität von Westwing beeinträchtigen.
Wir haben in den letzten Jahren umfangreiche Erfahrungen gesammelt, um unseren Planungsprozess deutlich zu verbessern. Auf monatlicher Basis analysieren wir unsere Leistungskennzahlen, erörtern aktuelle Trends und aktualisieren unseren Geschäftsplan im Fall von signifikanten Abweichungen.
6.4.3 OPERATIVE RISIKEN
Mitarbeiterfluktuation (Hoch)
Der Erfolg von Westwing hängt von dem Wissen, der Erfahrung und der Motivation der Mitarbeiter ab, um unsere Vision umzusetzen und unsere Ziele zu erreichen. Ohne ihren Enthusiasmus und Beitrag wäre Westwing nicht in der Lage, sein Geschäft voranzutreiben. Ein möglicher Mangel an beruflicher und persönlicher Entwicklung oder eine unzureichende Vergütung könnten Mitarbeiter dazu bewegen, das Unternehmen zu verlassen.
Um die Attraktivität von Westwing als Arbeitgeber zu gewährleisten, hat das Unternehmen die notwendigen Strukturen entwickelt, um allen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Karriereziele zu verwirklichen, wie z. B. Entwicklungsprogramme für Führungskräfte sowie interne und externe Schulungen. Einmal im Jahr werden Bewertungsrunden für alle Mitarbeiter durchgeführt. Darüber hinaus führt das Unternehmen Upward-Feedbacks und allgemeine Mitarbeiterbefragungen durch, um die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu analysieren und zu verbessern sowie Westwing zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen.
6.4.4 IT-RISIKEN
Bedrohungen der Cybersicherheit und IT-Infrastruktur (Hoch)
In den vergangenen Jahren haben wir erhebliche Mittel und interne Ressourcen in den Aufbau und die Modernisierung unserer IT-Plattform und IT-Infrastruktur investiert. Um erfolgreich zu arbeiten, hat Westwing eine umfangreiche Infrastruktur mit verschiedenen komplexen IT-Lösungen und -Schnittstellen entwickelt. Dieser hohe Grad an Interkonnektivität könnte ein erhebliches Risiko für das Unternehmen darstellen, wenn Daten aufgrund eines Systemausfalls nicht übertragen werden. Darüber hinaus könnten Bedrohungen der Cybersicherheit wie unbefugter logischer Zugriff von innen oder außen unsere wichtigen internen Tools oder kundenorientierten Anwendungen stören.
Aufgrund technologischer Beschränkungen besteht das Risiko, dass wir kritische Softwarelösungen von Drittanbietern verwenden müssen, deren Lösungen möglicherweise nicht zuverlässig sind oder deren Support kompliziert sein könnte.
Derzeit beschäftigt Westwing ein qualifiziertes IT-Team von etwa 150 Vollzeitmitarbeitern. Dadurch ist Westwing in der Lage, seine interne IT-Infrastruktur und die Support-Lösungen unserer Drittanbieter ständig zu überwachen, weiterzuentwickeln und zu verbessern. Im Jahr 2020 haben sich keine limitierenden Vorfälle ergeben. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden wir weiterhin erhebliche Investitionen in unsere IT tätigen.
6.4.5 POLITISCHE UND REGULATORISCHE RISIKEN
Steuerliche Compliance und Steuerplanung (Hoch)
Unser Geschäft unterliegt den allgemeinen steuerlichen Rahmenbedingungen in den Ländern, in denen wir tätig sind. Unsere Fähigkeit, steuerliche Verlustvorträge und andere vorteilhafte Steuerrückstellungen zu nutzen, hängt von den nationalen Steuergesetzen und unserer Fähigkeit ab, steuerpflichtiges Einkommen in diesen Ländern zu erzielen.
Bei den deutschen Westwing-Gesellschaften laufen derzeit Ertragsteuer- und Verrechnungspreisprüfungen in Bezug auf alle Zeiträume ab 2011, wobei noch keine endgültige Rückmeldung vorliegt. Infolgedessen könnten wir verpflichtet sein, Steuern für frühere Zeiträume nachzuzahlen. Außerdem könnten die Steuerbehörden ihre ursprünglichen Steuerbescheide revidieren. Steuerbescheide, die von unseren Erwartungen abweichen, könnten zu einer Erhöhung unserer Steuerlast führen.
Die verspätete Abgabe oder das Nichtausfüllen von Umsatzsteuererklärungen könnte ebenfalls zu Umsatzsteuer-Sonderprüfungen durch die Finanzbehörden führen. Wir arbeiten mit einem externen Beratungsunternehmen zusammen, um sicherzustellen, dass Westwing die steuerlichen Vorschriften in allen Ländern einhält.
eCommerce-Vorschriften (Hoch)
Die Steuerbehörden in verschiedenen Ländern überprüfen derzeit die angemessene Behandlung von eCommerce-Aktivitäten. Aufgrund des internationalen Charakters unseres eCommerce-Geschäfts könnten verschiedene Gerichtsbarkeiten versuchen, zusätzliche Umsatz-, Einkommens- oder andere Steuern im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten zu erheben.
Solche neuen steuerlichen Regelungen könnten uns oder unsere Kunden mit zusätzlichen Steuern belasten, was unsere Steuerlast erhöhen und die Attraktivität unseres Online-Angebots verringern oder unsere Gewinnmargen schmälern könnte. Neue Steuern könnten auch zu zusätzlichen Kosten führen, die notwendig sind, um die für die Veranlagung dieser Steuern erforderlichen Daten zu erfassen und an die zuständigen Steuerbehörden abzuführen.
6.4.6 GESAMTBEURTEILUNG DER RISIKEN DURCH DEN VORSTAND
Der Vorstand ist davon überzeugt, dass bestandsgefährdende Risiken für das Unternehmen im Jahr 2020 nicht bestanden. Es wird derzeit kein Einzelrisiko oder Risikobündel gesehen, das den Fortbestand des Unternehmens im nächsten Jahr gefährden könnte. Der Vorstand geht davon aus, dass er alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um den bestehenden Risiken zu begegnen und deren mögliche Auswirkungen zu reduzieren.
6.5 Chancenbericht
Während Westwing mit einigen Risiken konfrontiert ist, gibt es auch viele Chancen für das Unternehmen, die sich sehr positiv auf das Unternehmen auswirken könnten. Sie bieten Westwing nicht nur die Möglichkeit zu Wachstum, sondern ermöglichen auch eine verbesserte Rentabilität. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Chancen, die das Unternehmen identifiziert hat.
eCommerce-Wachstum mit Fokus auf mobilem eCommerce
Die Verlagerung des Wachstums im Home & Living-Markt vom traditionellen, stationären Handel zum eCommerce ist eine der wichtigsten Chancen für Westwing. In diesem Jahr konnten wir eine beschleunigte Verlagerung hin zu Online-Kanälen beobachten. Viele neue Kunden hatten die Möglichkeit, eCommerce im Bereich Home & Living zum ersten Mal auszuprobieren und zu erleben.
Derzeit weist der Markt für Home & Living-Produkte, verglichen mit anderen Einzelhandelskategorien, noch keine hohe Online-Penetration auf. Da der gesamte (d. h. Offline- und Online-)Markt für Home & Living im Vergleich zum Modemarkt ein ähnliches Volumen hat, besteht für Westwing eine große Chance, wenn Home & Living online geht.
Gleichzeitig wächst der Teilbereich mobiles eCommerce noch schneller. Wenn Westwing von mobilem eCommerce spricht, meint das Unternehmen das Geschäft auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets statt auf Desktops oder anderen stationären Geräten. In den letzten drei Jahren stieg der Anteil der Site-Visits über mobile Endgeräte von 70 % Ende 2017 auf 79 % Ende 2020.
Um die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen oder sogar zu übertreffen, investiert Westwing kontinuierlich in moderne Apps sowie Smartphone- und Tablet-optimierte Websites.
Mit mehr als neun Jahren auf dem Markt, einer starken Markenbekanntheit und einer hohen Kundentreue glauben wir, dass Westwing ein wichtiger Akteur im Home & Living-eCommerce-Markt sein wird.
Markenbekanntheit
Das Management sieht in der starken Marke und dem hohen Bekanntheitsgrad von Westwing einen wichtigen Faktor für den langfristigen Erfolg. Im Gegensatz zu anderen Branchen wie z. B. der Mode, wo der Kundenfokus vor allem auf den Marken der Anbieter liegt, ist in der Home & Living-Branche die Marke des Händlers sehr wichtig. Dies liegt daran, dass der Wettbewerb im Bereich Home & Living sehr fragmentiert ist und die Anbietermarken als solche in vielen Fällen nicht der entscheidende Treiber für die Kaufentscheidung der Kunden sind.
Durch die Fokussierung auf organisches Marketing wie z. B. eine starke Präsenz in den sozialen Medien, Content-Erstellung und die Anwendung sorgfältig ausgewählter Marketinginitiativen präsentiert sich Westwing als eine Marke, die Wert auf Qualität, Stil und Inspiration legt und ihren Kunden Vertrauen, Zuversicht und Persönlichkeit vermittelt.
Darüber hinaus bauen wir den Anteil von Own & Private Label in unserem Angebot kontinuierlich aus. Unsere selbst entworfenen Own & Private Label-Produkte geben uns die Möglichkeit, ein kuratiertes und abgerundetes Sortiment auf unserer Website zu präsentieren. Dies hilft uns, schnell auf wechselnde Markttrends zu reagieren und den Home & Living-Markt in Europa voranzutreiben.
Wir glauben, dass Westwing als starkes Einzelhandelsunternehmen in Kombination mit dem erhöhten Bekanntheitsgrad von Westwing als Anbieter von Own & Private Label-Produkten eine sehr starke ganzheitliche Home & Living-Marke auf dem Markt schaffen kann.
7 . AUSBLICK
Die Prognose für unsere Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr basiert auf den Annahmen, die im Wirtschaftsbericht sowie im Risiko- und Chancenbericht beschrieben wurden. Wir erwarten keine wesentlichen Veränderungen in den Geschäftsaktivitäten des Westwing-Konzerns.
Für das Jahr 2021 haben wir zwei Fokusbereiche definiert: Wir wollen unser Geschäft gut führen, unabhängig von extrinsischen Faktoren. Hierzu gehören ein wirtschaftlicher Abschwung, Mitarbeiter, die immer noch von zu Hause aus arbeiten müssen, sowie mögliche Probleme mit der Produktverfügbarkeit. Der zweite Fokusbereich legt die Grundlagen für unsere Fünf-Jahres-Strategie, mit der das Kundenerlebnis auf die nächste Ebene gehoben werden soll.
Heruntergebrochen auf Kernaussagen werden dies sein:
- Höchste Priorität auf das Basisgeschäft, Gesundheit und Sicherheit
- Umgang mit extremer Volatilität in Abhängigkeit zu den jeweiligen COVID-19-Maßnahmen
- Verstärkung unseres kreativen und inspirierenden Kerngeschäfts
- Das Kundenerlebnis bei und nach der Bestellung auf die nächste Ebene heben
- Nachhaltigkeit in all unseren Prozessen und Angeboten vorantreiben
Darüber hinaus planen wir, den Anteil an Own & Private Label in Richtung des strategischen Langfristziels von 50 % weiter auszubauen. Dies wollen wir mit zusätzlichen Produktkategorien, der Einführung neuer Produkte und Kollektionen in bestehenden Kategorien sowie einer stärkeren Vermarktung im Internationalen Segment erreichen.
In Bezug auf die Finanzzahlen von Westwing wollen wir die im Jahr 2020 erreichte Dynamik und Skalierung nutzen und auch in 2021 ein profitables Wachstum erzielen. Wir erwarten einen Umsatz zwischen EUR 510 Mio. und EUR 550 Mio., ein bereinigtes EBITDA in einer Bandbreite von EUR 42 Mio. und EUR 55 Mio., bei einer entsprechenden bereinigten EBITDA-Marge von 8 –10 %.
Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Situation, in der die Resultate der Impfungen noch nicht absehbar sind, besteht jedoch ein hohes Maß an Unsicherheit, was unsere Prognose beeinflussen kann. Wir bewerten die Entwicklung der Situation ständig neu und ergreifen entsprechende Maßnahmen. Die Lieferketten des Westwing-Konzerns könnten erneut betroffen sein. Diese Auswirkungen können noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden. Gleichzeitig könnte das Risiko einer deutlichen wirtschaftlichen Rezession auch den eCommerce-Bereich betreffen. Weitere Risiken ergeben sich aus möglichen staatlichen Beschränkungen der Arbeit in den Lagerhäusern oder der Verfügbarkeit von Logistikdienstleistern. Beides könnte zu einer Störung des Betriebs von Westwing führen. Es besteht daher ein hohes Risiko, dass diese Faktoren zu einer ungünstigen Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 führen könnten. In einem solchen Fall würden unsere Ergebnisse sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch auf das bereinigte EBITDA wesentlich von der vorgelegten Prognose abweichen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts (zum 30. März 2021) entspricht die Geschäftsentwicklung von Westwing dem Ausblick für 2021.
Wir haben 2020 bewiesen, dass unser Geschäftsmodell skalierbar ist. Der Vorstand ist vom Geschäftsmodell und dem Westwing-Schwungrad aus täglichen Themen, permanentem Sortiment, Own & Private Label sowie organischem Marketing überzeugt. Trotz kurzfristiger Risiken sind wir überzeugt, dass Westwing langfristig seine Vision erreichen wird.
8 . E R G Ä N Z E N D E R L A G E B E R I C H T D E R W E S T W I N G G R O U P A G (NACH DEM HANDELSGESETZBUCH – HGB)
Der Jahresabschluss der Westwing Group AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Die Westwing Group AG ist die Muttergesellschaft des Westwing-Konzerns und agiert auch als Holding der verschiedenen operativen Gesellschaften. Sie generiert keinen Umsatz mit Dritten, sondern erzielt Erträge mit konzernintern erbrachten Dienstleistungen, die als Umsatz ausgewiesen werden. Wesentliche Leistungsindikatoren der Westwing Group AG sind Umsatz sowie das Ergebnis vor Steuern und Wertminderungen.
8.1 Ertragslage Westwing Group AG
| EUR Mio. | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 59,2 | 40,2 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 4,5 | 5,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 0,3 | 1,9 |
| Bruttoergebnis | 64,1 | 48,0 |
| Materialaufwand | –16,9 | –12,0 |
| Personalaufwand | –30,6 | –25,4 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
–4,1 | –3,1 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –17,9 | –9,7 |
| Betriebsergebnis | –5,5 | –2,2 |
| Zinserträge | 3,0 | 1,6 |
| Zuschreibungen /(Abschreibungen) auf Finanzanlagen | 7,2 | –23,3 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –0,2 | –2,1 |
| Zins- und Finanzergebnis | 10,1 | –23,8 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 0,1 | –0,0 |
| Ergebnis nach Steuern | 4,5 | –26,1 |
Die Westwing Group AG steigerte ihren Umsatz von EUR 40,2 Mio. in 2019 auf EUR 59,2 Mio. in 2020. Dies entspricht einem starken Wachstum von 47,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Da die Westwing Group AG verschiedene Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaften erbringt, steigt ihr Umsatz mit deren Geschäftsausweitung. Die aktivierten Eigenleistungen reduzierten sich um 22,4 % auf EUR 4,5 Mio. (2019: EUR 5,9 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen in 2020 geringer aus, da im Jahr 2019 periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1,2 Mio. erfasst wurden, die sich auf Wertsteigerungen für zuvor abgeschriebene Darlehen an verbundene Unternehmen bezogen.
Die Personalaufwendungen erhöhten sich um EUR 5,2 Mio., was im Wesentlichen aus den anteilsbasierten Vergütungsaufwendungen für Optionen mit Barausgleich resultiert, die aufgrund des sich positiv entwickelnden Aktienkurses auf EUR 2,3 Mio. anstiegen (2019: EUR 0,2 Mio.). Darüber hinaus entfielen EUR 0,8 Mio. auf Aufwendungen für den Barausgleich von Optionen eines ursprünglich mit Eigenkapitalinstrumenten abzugeltenden Beteiligungsprogramms, die in den Vorjahren nicht nach HGB bilanziert wurden.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen lagen bei EUR 16,9 Mio. (2019: EUR 12,0 Mio.) und damit über dem Vorjahreswert. Dies resultierte vor allem aus der allgemeinen Geschäftsausweitung. Westwing hat 2020 seine Investitionen in sein Team und die technologische Infrastruktur weiter ausgebaut. Diese Investitionen bilden die Grundlage für einen anpassungsfähigen und nachhaltigen Geschäftsbetrieb. Ein Anstieg um EUR 5,8 Mio. wurde durch höhere Investitionen in Marketing verursacht, was auf die Strategie von Westwing zurückzuführen ist, verstärkt in organisches Marketing zu investieren und dadurch die aktuelle Marktdynamik zu nutzen. Die höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen stehen in Zusammenhang mit dem Anstieg der Umsatzerlöse.
Insgesamt wurde 2020 ein operativer Verlust (vor Zinsen, Abschreibungen, Zuschreibungen/Abschreibungen auf Finanzanlagen und Steuern) von EUR 1,3 Mio. erfasst, da höhere Umsätze durch höhere Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen kompensiert wurden, im Vergleich zu einem entsprechenden operativen Gewinn von EUR 0,9 Mio. im Jahr 2019.
Das Finanzergebnis in Höhe von EUR 10,1 Mio. (2019: EUR –23,8 Mio.) ist vor allem durch eine Wertaufholung auf Ausleihungen und Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 12,8 Mio. geprägt, die auf die sehr positive Geschäftsentwicklung in einigen Ländern zurückzuführen ist, teilweise kompensiert durch eine Wertminderung auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 5,6 Mio. Darüber hinaus sind Zinserträge in Höhe von EUR 3,0 Mio. (2019: EUR 1,6 Mio.) sowie Zinsen und sonstige Aufwendungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. (2019: EUR 2,1 Mio.) enthalten. Der Anstieg der Zinserträge ist im Wesentlichen auf neu ausgegebene Darlehen an verbundene Unternehmen im Jahr 2020 zurückzuführen.
8.2 Finanzlage der Westwing Group AG
Die Westwing Group AG verfügte zum 31. Dezember 2020 über liquide Mittel in Höhe von EUR 45,7 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 46,4 Mio.). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entwickelten sich wie folgt:
- Im Jahr 2020 finanzierte das Unternehmen die Geschäftstätigkeit seiner Tochtergesellschaften mit Darlehen in Höhe von EUR 9,8 Mio. (2019: EUR 22,4 Mio.), die wirtschaftlich als langfristig, rechtlich jedoch als kurzfristig angesehen werden.
- Darlehens- und Zinsforderungen an verbundene Unternehmen wurden im Jahr 2020 in Höhe von EUR 22,8 Mio. zurückgezahlt.
- Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen im Geschäftsjahr 2020 EUR 7,1 Mio. (2019: EUR 7,7 Mio.).
- Die Gesellschaft hat anteilsbasierte Vergütungsoptionen in Höhe von EUR 2,4 Mio. (davon EUR 0,8 Mio. für eigene Mitarbeiter) in bar beglichen.
- Im vierten Quartal wurden Optionsscheine ausgeübt, die zu einer Kapitalerhöhung von EUR 1,6 Mio. in bar führten.
- Die verbleibenden EUR –6,1 Mio. können der Finanzierung des operativen Geschäfts zugerechnet werden.
Die Westwing Group AG sorgte dafür, dass ausreichend liquide Mittel zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens und des Konzerns zur Verfügung standen. Die Westwing Group AG hat gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Westwing GmbH eine Patronatserklärung abgegeben, in der sie sich verpflichtet, für die bis zum 31. Dezember 2022 entstehenden Verpflichtungen zu haften. Die Westwing Group AG kam ihren Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit nach.
| EUR Mio. | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Aktiva | ||
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 14,0 | 11,8 |
| Sachanlagen | 3,0 | 2,3 |
| Finanzanlagen | 162,5 | 165,3 |
| Summe Anlagevermögen | 179,5 | 179,4 |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 20,5 | 7,4 |
| Liquide Mittel | 45,7 | 46,4 |
| Summe Umlaufvermögen | 66,2 | 53,8 |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 1,4 | 0,7 |
| Summe Aktiva | 247,2 | 234,0 |
| Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 20,8 | 20,7 |
| Eigene Aktien | –0,5 | –0,7 |
| Ausgegebenes Kapital | 20,3 | 20,0 |
| Kapitalrücklage | 348,7 | 347,2 |
| Bilanzverlust | –138,5 | –143,0 |
| Summe Eigenkapital | 230,5 | 224,2 |
| Rückstellungen | 9,1 | 3,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 7,5 | 5,9 |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 0,1 | 0,1 |
| Summe Passiva | 247,2 | 234,0 |
8.3 Vermögenslage der Westwing Group AG
Zum 31. Dezember 2020 belief sich die Bilanzsumme auf EUR 247,2 Mio., was einen Anstieg um EUR 13,2 Mio. im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (31. Dezember 2019: EUR 234,0 Mio.). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf erhöhte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen zurückzuführen, die teilweise durch geringere konzerninterne Darlehensforderungen ausgeglichen wurden. Die Entwicklung der Finanzanlagen wurde durch die Rückzahlungen von konzerninternen Darlehen und die oben genannte Zuschreibung beeinflusst.
Das Umlaufvermögen belief sich Ende 2020 auf EUR 66,2 Mio. (2019: EUR 53,8 Mio.). Die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen enthaltenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen auf EUR 17,7 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 4,2 Mio.). Die liquiden Mittel waren mit EUR 45,7 Mio. fast auf Vorjahresniveau (31. Dezember 2019: EUR 46,4 Mio.).
Im Geschäftsjahr 2020 bestanden die immateriellen Vermögensgegenstände sowohl aus erworbener als auch aus selbst entwickelter Software. Im Jahr 2020 erhöhte sich der Nettobuchwert um EUR 2,2 Mio. auf EUR 14,0 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 11,8 Mio.) aufgrund der Aktivierung von Softwareentwicklungen in Höhe von EUR 5,3 Mio., die teilweise durch Abschreibungen in Höhe von EUR 2,8 Mio. und eine Sonderabschreibung von EUR 0,2 Mio. ausgeglichen wurden. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich auf EUR 3,0 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 2,3 Mio.), hauptsächlich aufgrund von erworbener Büroausstattung.
Die Investitionen in Tochtergesellschaften stiegen aufgrund der Zuschreibung um EUR 0,2 Mio. auf EUR 15,4 Mio. im Jahr 2020. Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften reduzierten sich um EUR 3,1 Mio. auf EUR 147,1 Mio. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung von Darlehens- und Zinsforderungen in Höhe von EUR 22,8 Mio., die teilweise durch neue Ausleihungen und Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 12,7 Mio. kompensiert wurden. Die Zuschreibung von Ausleihungen und Anteilen in Höhe von EUR 12,6 Mio. wurde teilweise durch Abschreibungen auf Ausleihungen von EUR 5,6 Mio. kompensiert.
Das Eigenkapital des Unternehmens erhöhte sich zum Bilanzstichtag um EUR 6,3 Mio. von EUR 224,2 Mio. im Dezember 2019 auf EUR 230,5 Mio. im Dezember 2020, wobei der Jahresüberschuss und die Kapitalerhöhung von EUR 1,6 Mio. die Hauptursachen waren.
Zum 31. Dezember 2020 ging die Eigenkapitalquote von 95,8 % zum 31. Dezember 2019 auf 93,2 % zurück.
Die Rückstellungen stiegen von EUR 3,8 Mio. im Dezember 2019 auf EUR 9,1 Mio. im Dezember 2020. Dieser starke Anstieg resultiert insbesondere aus der Erhöhung der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich um EUR 3,7 Mio., was vor allem aufgrund der guten Entwicklung des Aktienkurses als bewertungsrelevanter Faktor zustande kam.
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich von EUR 5,9 Mio. zum Jahresende 2019 auf EUR 7,5 Mio. zum 31. Dezember 2020. Diese Entwicklung ist insbesondere auf höhere Umsatzsteuerverbindlichkeiten zurückzuführen, die aus der Ausweitung des Geschäfts im Laufe des Jahres resultieren.
8.4Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westwing Group AG
Ende Dezember 2020 beschäftigte die Westwing Group AG 466 Mitarbeiter einschließlich Praktikanten, Zeitarbeitskräften und der Geschäftsführung (2019: 372). Davon arbeiteten 234 Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung/IT und 232 im Marketing. Die Softwareentwicklung wurde fast vollständig von den Mitarbeitern der Technologieabteilung der Westwing Group AG durchgeführt.
Bei der Westwing Group AG waren Ende 2020 59 % der Mitarbeiter weiblich. Dieser Anteil ist geringer als der im Konzern, da ein sehr hoher Anteil an Technologiemitarbeitern in der Westwing Group AG beschäftigt ist, bei der wir ein Problem bei der Besetzung mit mehr weiblichen Mitarbeitern haben.
Für Informationen zum prozentualen Frauenanteil und den entsprechenden Zielen sowie für Angaben bezüglich der Diversität in Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf den Corporate-Governance-Bericht.
8.5 Risiken und Chancen der Westwing Group AG
Die Risiken und Chancen der Westwing Group AG sind im Wesentlichen dieselben wie für den Gesamtkonzern. Wir verweisen daher auf den Risiko- und Chancenbericht unter Kapitel 6 dieses zusammengefassten Lageberichts. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus weiterem Abwertungsbedarf von Ausleihungen an Tochtergesellschaften und deren Bedarf nach Liquidität, was beides mit ihrer Geschäftsentwicklung verbunden ist.
8.6Ausblick für die Westwing Group AG
Die Prognose für die Westwing Group AG in Bezug auf das wirtschaftliche Umfeld und die Erwartungen für das operative Geschäft entspricht im Wesentlichen der Prognose für den Westwing-Konzern. Wir verweisen auf Kapitel 7.
Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet die Westwing Group AG mit einem ähnlichen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr, was im Einklang mit ihren Aktivitäten als Holding des Westwing-Konzerns das stabilere Geschäftsvolumen der operativen Tochtergesellschaften widerspiegelt. Es wird erwartet, dass sich das Ergebnis vor Steuern und vor Wertminderungen aufgrund eines höheren Betriebsergebnisses leicht verbessern wird.
Der Umsatz der Westwing Group AG stieg im Jahr 2020 um 47,1 % auf EUR 59,2 Mio. und übertraf damit den prognostizierten leichten Anstieg deutlich, was vor allem auf höhere Dienstleistungserlöse mit der Westwing GmbH zurückzuführen ist. Das Ergebnis vor Steuern und vor Wertberichtigungen hat die Prognose, sich moderat zu verbessern, nicht erreicht, was insbesondere auf höhere Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich zurückzuführen ist, die nicht an andere Konzerngesellschaften weiterbelastet wurden.
Wir sind davon überzeugt, dass Westwing über die notwendigen operativen und finanziellen Ressourcen verfügt, um unsere Ambitionen mittel- und langfristig zu erreichen.
9 . VERGÜTUNGSBERICHT UND WEITERE ANGABEN
9.1 Vorstandsvergütung
GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DIE MITGLIEDER DES VORSTANDS
Die Vergütung des Vorstands umfasst ein festes Grundgehalt, einen variablen Jahresbonus und einen langfristigen Anreiz mit Aktien- und Optionsplänen. Die Gesamtvergütung richtet sich nach den Aufgaben und Leistungen der einzelnen Vorstandsmitglieder. Die Kriterien für die Entscheidung über die Vergütung basieren auf den Aufgaben jedes Vorstandsmitglieds, der persönlichen Zielerreichung und der wirtschaftlichen Situation von Westwing sowie der erwarteten Unternehmensentwicklung. Das Verhältnis der nicht leistungsbezogenen Vergütung zur Gesamtvergütung (vor der anteilsbasierten Vergütung) beträgt 80 % (2019: 85 %).
Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung des Unternehmens vom 21. September 2018 werden die Angaben zu den individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder gemäß § 286 (5) Satz 1, § 285 Nr. 9, § 315 e (1) und (2) und § 314 (3) Satz 1 HGB nicht veröffentlicht.
E R F O L G S U N A B H Ä N G I G E V E R G Ü T U N G
Alle Mitglieder des Vorstands erhalten eine leistungsunabhängige Vergütung in Form von Monatsgehältern, Sachbezügen und sonstigen Leistungen. Im ersten Quartal 2020 bestand der Vorstand aus Stefan Smalla, Dr. Dr. Florian Drabeck und Delia Lachance. Delia Lachance hat ihr Vorstandsmandat zum 1. März 2020 niedergelegt, um anschließend in den Mutterschutz zu gehen. Sie arbeitet seit dem vierten Quartal 2020 wieder für das Unternehmens (jedoch nicht im Vorstand). Dr. Dr. Florian Drabeck hat sein Vorstandsmandat mit Wirkung zum 1. April 2020 niedergelegt, während zum gleichen Zeitpunkt Sebastian Säuberlich dessen Rolle im Vorstand übernommen hat.
Die Gehälter werden jedem Vorstandsmitglied in einer Rate am Ende jedes Monats ausgezahlt. Insgesamt erhielten die Vorstandsmitglieder von Westwing im Geschäftsjahr 2020 Bruttogehaltszahlungen in Höhe von TEUR 520 (2019: TEUR 625). Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch die geringere Anzahl der Vorstandsmitglieder während der meisten Zeit in 2020.
Alle Vorstandsmitglieder erhalten Erstattungen für Reisekosten und andere Auslagen. Darüber hinaus haben sie Anspruch auf einen Zuschuss zur Krankenversicherung und zur Altersvorsorge.
Für alle Vorstandsmitglieder wurde eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einer marktüblichen Deckungssumme und einem Selbstbehalt nach den entsprechenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) abgeschlossen. Der jährliche Versicherungsbeitrag liegt bei TEUR 8. Diese Versicherung deckt finanzielle Verluste ab, die durch Pflichtverletzungen von Vorstandsmitgliedern während ihrer Amtszeit entstehen können. Darüber hinaus wurden für Stefan Smalla und Sebastian Säuberlich Rechtsschutzversicherungen mit jährlichen Aufwendungen in Höhe von jeweils TEUR 2 abgeschlossen.
ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG (SHORT-TERM INCENTIVE)
Neben der erfolgsunabhängigen Vergütung haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf einen variablen Bonus für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von insgesamt TEUR 88 (2019: TEUR 110), wenn die vereinbarten individuellen Ziele zu 100 % erreicht werden. Die Ziele und die Gewichtung der Ziele für die Bonusberechnung werden zwischen der Gesellschaft und dem Vorstandsmitglied für jedes Geschäftsjahr, spätestens bis zum 31. März, festgelegt und bestehen in der Regel aus Zielen der Geschäftsentwicklung wie z. B. der Erreichung des geplanten Wachstums und der Profitabilität. Aufgrund des sehr guten Geschäftsverlaufs im Jahr 2020 wird die erfolgsabhängige Vergütung in zu 150 % und damit zu TEUR 131 ausgezahlt. Im Jahr 2019 wurde keine erfolgsabhängige Vergütung des Vorstands erreicht. Allerdings wurde für Dr. Dr. Florian Drabeck im Jahr 2019 ein einmaliger Bonus in Höhe von insgesamt TEUR 100 gewährt, der im April 2020 ausgezahlt wurde.
ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG (LONG-TERM INCENTIVE)
Seit 2011 unterhält das Unternehmen anteilsbasierte Vergütungspläne, in deren Rahmen berechtigte Mitarbeiter und der Vorstand (i) die Möglichkeit haben, in Aktien des Unternehmens zu investieren oder (ii) Optionen auf Aktien des Unternehmens zu erhalten.
Grundsätzlich hat die anteilsbasierte Vergütung eine Laufzeit von 36 bzw. 48 Monaten. Die erste Tranche wird zwischen sechs und zwölf Monaten unverfallbar, während die restlichen Zuteilungen in gleichen Tranchen vierteljährlich über die restliche Laufzeit unverfallbar werden. Im Allgemeinen können die Zuteilungen erst nach Ablauf des Erdienungszeitraums ausgeübt werden.
Im dritten Quartal 2019 wurde ein neues Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich aufgelegt und an Führungskräfte und weitere Topmanager der Gesellschaft inkl. Vorstand ausgegeben. Es umfasst für den Vorstand eine Gesamtzahl von 342.000 virtuellen Optionen; davon sind alle 84.000 Optionen, die an Dr. Dr. Florian Drabeck ausgegeben wurden, aufgrund seines Ausscheidens als Finanzvorstand im zweiten Quartal 2020 verfallen. Im Jahr 2020 wurden Sebastian Säuberlich weitere 65.000 Optionen gewährt. Die virtuellen Aktien werden am 31. Dezember 2022 ohne Zwischenverfall vollständig unverfallbar und sind erst vier Jahre nach dem jeweiligen Gewährungszeitpunkt, ab August 2023, ausübbar. Im Jahr 2020 wurden für dieses Programm Aufwendungen in Höhe von EUR 2,9 Mio. erfasst (2019: EUR 0,1 Mio.).
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die den Mitgliedern des Vorstands im Berichtszeitraum 2020 gewährten Optionen:
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| In der Berichtsperiode gewährte Optionen | 65.000 | 342.000 |
| Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (in EUR): | 1,00 | 1,00 |
| Gewichteter Durchschnitt des beizulegenden Zeitwerts (in EUR): | 2,32 | 2,57 |
GESAMTVERGÜTUNG DES VORSTANDS
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Gehälter (kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer) | 520 | 625 |
| Bonus | 131 | 100 |
| Anteilsbasierte Vergütung | 3.545 | 4.333 |
| Gesamt | 4.196 | 5.058 |
In den Jahren 2020 und 2019 wurden nur Optionen mit Barausgleich ausgegeben. Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert für diese anteilsbasierten Vergütungsaufwendungen spiegelt den durchschnittlichen beizulegenden Zeitwert im Berichtsjahr wider. Er ist abhängig vom Aktienkurs und anderen Faktoren zum jeweiligen Stichtag.
S O N S T I G E I N F O R M AT I O N E N
Der Aufsichtsrat muss zusätzliche Aktivitäten der Vorstandsmitglieder außerhalb von Westwing während ihrer Anstellung schriftlich genehmigen. Außerdem enthalten alle Vorstandsverträge Wettbewerbsverbote, die es den Vorstandsmitgliedern verbieten, für ein Unternehmen zu arbeiten, das ein direkter oder indirekter Mitbewerber von Westwing ist.
Der Vorstandsvertrag von Stefan Smalla hat eine Laufzeit bis zum 7. August 2023 und der Vorstandsvertrag von Sebastian Säuberlich bis zum 31. März 2023.
Es bestand ein zusätzlicher Dienstvertrag für erbrachte PR-Leistungen zwischen Delia Lachance und der Westwing GmbH. Die Bezüge hieraus betrugen im Geschäftsjahr 2020 während ihrer Zeit als Vorstandsmitglied bis zum 1. März 2020 TEUR 27 (2019: TEUR 160). Ausnahmsweise wurden die Resturlaubstage von Stefan Smalla aus dem Jahr 2019 im Jahr 2020 in Höhe von TEUR 23 ausgezahlt, was vom Aufsichtsrat entsprechend genehmigt wurde. Sebastian Säuberlich hat im Dezember 2020 15.000 seiner ursprünglich gegen Aktien ausübbaren Optionen gegen Barzahlung in Höhe von TEUR 397 ausgeübt. Für Dr. Dr. Florian Drabeck wurde im Jahr 2019 ein zusätzlicher Bonus in Höhe von TEUR 100 gewährt, der im Jahr 2020 ausgezahlt wurde.
9.2 Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Westwing Group AG geregelt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Grundvergütung für jedes Geschäftsjahr des Unternehmens in Höhe von TEUR 25. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 40, der stellvertretende Vorsitzende von TEUR 30. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält weitere TEUR 20 und die weiteren Mitglieder des Prüfungsausschusses TEUR 10.
Die Vergütung ist jeweils zum Ende des entsprechenden Geschäftsjahres fällig. Aufsichtsratsmitglieder, die nur für einen Teil des Geschäftsjahres im Amt sind, erhalten eine entsprechende anteilsmäßige Vergütung.
Neben den festen Bezügen erstattet Westwing den Mitgliedern des Aufsichtsrats ihre im Rahmen der Ausübung ihrer Pflichten entstandenen angemessenen Auslagen sowie die auf ihre Vergütung und Auslagen entfallene Umsatzsteuer.
Des Weiteren werden die Mitglieder des Aufsichtsrats in die D&O-Haftpflichtversicherung für Vorstandsmitglieder einbezogen, die eine Absicherung gegen finanzielle Schäden bietet. Die Prämien für diese Versicherungspolice werden vom Unternehmen gezahlt.
Gemäß der Satzung (Art. 9 Abs. 1) setzt sich der Aufsichtsrat aus vier Mitgliedern zusammen. Er unterliegt keiner Mitbestimmung durch Arbeitnehmer. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung als Anteilseignervertreter gewählt.
Weitere Einzelheiten zu den Vergütungen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder werden im Anhang zum Jahresabschluss der Westwing Group AG gemäß § 285 HGB aufgeführt.
Im Geschäftsjahr 2020 hatte der Aufsichtsrat einen Ausschuss: den Prüfungsausschuss. Bei Bedarf können weitere Ausschüsse gebildet werden.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft und seine Vergütung sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Name | Vergütete Funktion(en) | Vergütung (in TEUR) |
|---|---|---|
| Christoph Barchewitz | Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Prüfungsausschusses | 50 |
| Dr. Antonella Mei-Pochtler | Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats | 30 |
| Michael Hoffmann | Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungsausschusses | 45 |
| Thomas Harding | Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses | 35 |
9.3 Erklärung zur Unternehmensführung
Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f des Handelsgesetzbuchs (HGB) und § 315 d des Handelsgesetzbuchs (HGB) und die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ist für die Öffentlichkeit jederzeit auf der Website des Unternehmens (https://ir.westwing.com/download/companies/westwing/ CorporateGovernance/WW_2020_Corporate_Governance_DE_170321_MQ20210322.pdf und https://ir.westwing.com/ websites/westwing/English/5100/declaration-of-conformity.html) im Abschnitt Investor Relations – Corporate Governance einzusehen. Sie ist auch in der Erklärung zur Unternehmensführung im Geschäftsbericht enthalten.
9.4Übernahmerechtliche Angaben
Der Vorstand der Westwing Group AG (die "Gesellschaft") erstattet gemäß § 176 Absatz 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) den nachfolgenden erläuternden Bericht zu den Angaben nach §§ 289 a und 315 a des Handelsgesetzbuchs (HGB):
ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS (§ 289 A SATZ 1 NR. 1 HGB)
Zum 31. Dezember 2020 beträgt das eingezahlte Grundkapital EUR 20.844.351,00. Das Grundkapital ist in 20.844.351 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien unterteilt, auf die ein anteiliger Betrag von EUR 1,00 je Aktie entfällt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Mit jeder Aktie sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie hat eine Stimme.
B E S C H R Ä N K U N G E N , D I E D I E S T I M M R E C H T E O D E R D I E Ü B E R T R A G U N G V O N A K T I E N B E T R E F F E N ( § 2 8 9 A SATZ 1 NR. 2 HGB)
Zum 31. Dezember 2020 hält die Gesellschaft Aktien mit einem Nominalwert in Höhe von insgesamt EUR 541.250 als eigene Aktien, aus denen ihr gemäß § 71 b AktG keine Rechte zustehen.
DIREKTE ODER INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREI-TEN (§ 289 A SATZ 1 NR. 3 HGB)
Zum 31. Dezember 2020 überschreitet die nachfolgende Beteiligung am Grundkapital der Gesellschaft die Schwelle von 10 % der Stimmrechte:
• Zerena GmbH, Grünwald, der die Stimmrechte der Rocket Internet SE, Berlin, gem. § 34 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) zugerechnet werden
AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN (§ 289 A SATZ 1 NR. 4 HGB) Den Aktionären der Gesellschaft stehen keine Sonderrechte zu, durch die sie Kontrollbefugnisse besitzen.
S T I M M R E C H T S K O N T R O L L E B E I B E T E I L I G U N G V O N A R B E I T N E H M E R N A M K A P I TA L ( § 2 8 9 A S AT Z 1 NR. 5 HGB)
Am Grundkapital der Gesellschaft beteiligte Arbeitnehmer können ihre Kontrollrechte unmittelbar selbst ausüben.
G E S E T Z L I C H E V O R S C H R I F T E N U N D B E S T I M M U N G E N D E R S AT Z U N G Ü B E R D I E E R N E N N U N G U N D A B B E R U F U N G D E R M I T G L I E D E R D E S V O R S TA N D S U N D Ü B E R D I E Ä N D E R U N G D E R S AT Z U N G (§ 289 A SATZ 1 NR. 6 HGB)
Für die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft gelten die gesetzlichen Bestimmungen (§§ 84, 85 AktG).
Die Hauptversammlung hat dem Aufsichtsrat der Gesellschaft die Befugnis zu Änderungen der Satzung übertragen, die nur die Fassung betreffen (§ 179 Abs. 1 S. 2 AktG in Verbindung mit § 11 Abs. 4 der Satzung). Insbesondere ist der Aufsichtsrat dazu ermächtigt, nach Ausnutzung von genehmigtem Kapital oder nach Ablauf der Frist für die Ausnutzung von genehmigtem Kapital die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen (vgl. § 4 Abs. 3 bis Abs. 8 der Satzung). Die gleiche Ermächtigung besteht im Fall der Inanspruchnahme von bedingtem Kapital und nach Ablauf sämtlicher Optionsund Wandlungsfristen (vgl. § 4 Abs. 9 der Satzung). Im Übrigen gelten auch im Hinblick auf eine Änderung der Satzung der Gesellschaft die gesetzlichen Bestimmungen (§§ 119 Abs. 1 Nr. 6, 133, 179 Abs. 1 und 2 AktG).
BEFUGNISSE DES VORSTANDS INSBESONDERE HINSICHTLICH DER MÖGLICHKEIT, AKTIEN AUSZUGE-BEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN (§ 289 A SATZ 1 NR. 7 HGB)
ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN
Die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 21. September 2018 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 20. September 2023 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53 a AktG) eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben.
Zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder welche der Gesellschaft gemäß §§ 71 a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.
Die eigenen Aktien können neben einer Veräußerung über die Börse oder mittels eines Angebots an alle Aktionäre auch in folgender Weise verwendet werden:
- Sie können eingezogen werden und reduzieren das Grundkapital der Gesellschaft um den Teil des eingetragenen Grundkapitals, der auf die eingezogenen Aktien entfällt. Der Vorstand kann die Aktien auch im vereinfachten Verfahren ohne Herabsetzung des Grundkapitals einziehen, sodass sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital erhöht.
- Sie können Personen angeboten und übertragen werden, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen oder standen, sowie Organmitgliedern der Gesellschaft bzw. von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen bzw. deren Investmentvehikeln oder sonstigen Inhabern von Erwerbsrechten, insbesondere aus ausgegebenen Optionen.
- Sie können zur Bedienung von virtuellen Optionsrechten den aus ausgegebenen virtuellen Optionen Berechtigten zum Erwerb angeboten und übertragen werden; insbesondere zur Bedienung virtueller Optionsrechte, die von der Gesellschaft vor dem Formwechsel der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft Geschäftsführern, Mitarbeitern und/oder Förderern der Gesellschaft und/oder ihrer direkten und/oder indirekten Tochtergesellschaften gewährt wurden, sofern der Vorstand in seinem freien Ermessen entscheidet, Ansprüche aus den virtuellen Optionsrechten durch Ausgabe eigener Aktien zu befriedigen.
- Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten gegen Sachleistungen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Unternehmensteilen oder Beteiligungen, angeboten und auf diese übertragen werden. Sie können darüber hinaus auch zur Beendigung bzw. vergleichsweisen Erledigung von gesellschaftsrechtlichen Spruchverfahren bei verbundenen Unternehmen der Gesellschaft verwendet werden.
- Sie können zur Durchführung einer Aktiendividende, in deren Rahmen Aktien der Gesellschaft (auch teilweise und/ oder wahlweise) gegen Einlage von Dividendenansprüchen der Aktionäre ausgegeben werden (Aktiendividende), verwendet werden.
- Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien der Gesellschaft veräußert werden, den Börsenpreis einer Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG).
- Sie können zur Bedienung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten auf Aktien der Gesellschaft aus und im Zusammenhang mit von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuld-verschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten verwendet werden.
Im Geschäftsjahr 2020 wurde von dieser Ermächtigung kein Gebrauch gemacht. Für das Aktienrückkaufprogramm 2019 verweisen wir auf die übernahmerechtlichen Angaben im Geschäftsbericht 2019.
Vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hat die Gesellschaft 202.200 eigene Aktien an aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter oder Organmitglieder veräußert. Damit wurden im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 202.200 Aktienoptionen ausgeübt, was einem Anteil von 0,97 % des eingetragenen Grundkapitals zum 31. Dezember 2020 und EUR 202.200,00 (auf die veräußerten Aktien entfallender Betrag des Grundkapitals) entspricht. Der durchschnittliche Ausübungspreis betrug EUR 0,81. Der Ausübungspreis betrug in Einzelfällen EUR 0,01, EUR 1,23, EUR 1,71, EUR 4,47, EUR 9,17 und EUR 19,30, je nach individueller vertraglicher Vereinbarung mit dem Optionsinhaber. Die Gesellschaft erzielte dadurch einen Veräußerungserlös von EUR 164.521,00. Der Veräußerungserlös wurde nicht zweckgebunden verwendet, sondern diente dem allgemeinen Geschäftsbetrieb der Gesellschaft.
ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN DURCH DEN EINSATZ VON EIGENKAPITALDERIVATEN
Der Vorstand wurde bis zum 20. September 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien bis zu einem Gesamtbetrag von 5 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung durch den Einsatz von Derivaten (Put- oder Call-Option oder einer Kombination aus beiden) zu erwerben. Der Erwerb von Aktien ist zusätzlich auf die 10 %-Begrenzung in den Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien anzurechnen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurde von dieser Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.
R Ü C K N A H M E E R W O R B E N E R E I G E N E R A K T I E N U N D K A P I TA L H E R A B S E T Z U N G S O W I E A U S S C H L U S S D E S BEZUGSRECHTS
Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. September 2023 die Kaufoptionen zum Erwerb eigener Aktien aus den bestehenden Verträgen, insbesondere Angel-Verträgen und den Kaufoptionsverträgen, die zwischen der Gesellschaft oder ihren derzeitigen oder ehemaligen Tochtergesellschaften mit derzeitigen und/oder ehemaligen Mitarbeitern, Organmitgliedern und/oder (ehemaligen) Beratern (Dienstleistern) und/oder Unterstützern (oder deren jeweiligen Anlagevehikeln) der Gesellschaft und/oder ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen wurden, auszuüben und eigene Aktien bis zu einem Gesamtbetrag von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung zu erwerben. Auf diese 10 %ige Beschränkung sind die von der Gesellschaft erworbenen und gehaltenen eigenen Aktien anzurechnen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurde von dieser Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/I
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 90.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um höchstens EUR 90.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/I) und das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Bedingungen und in vorgegebenen Grenzen auszuschließen. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/I eingetragen.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/II
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 3.088 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen einmal oder mehrmals, höchstens jedoch um EUR 3.088 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/II) und unter bestimmten Voraussetzungen und in vorgegebenen Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/II eingetragen.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/III
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 67.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um höchstens EUR 67.500 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/III) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Bedingungen und in vorgegebenen Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Das genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 57.708. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/III eingetragen.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/IV
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 101.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu EUR 101.250 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/IV) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Bedingungen und in vorgegebenen Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Das genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 7.500. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/IV eingetragen.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/V
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 6. August 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 4.350.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu EUR 4.350.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/V) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Bedingungen und in vorgegebenen Grenzen auszuschließen. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/V eingetragen.
GENEHMIGTES KAPITAL 2018/VI
Der Vorstand wurde ermächtigt, das Grundkapital bis zum 20. September 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu EUR 2.847.853 durch Ausgabe von bis zu insgesamt 2.847.853 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/VI) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Bedingungen und in vorgegebenen Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder einem oder mehreren nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53 b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, die Aktien den Aktionären der Gesellschaft gemäß § 186 Abs. 5 AktG anzubieten (sog. mittelbares Bezugsrecht). Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2018/VI eingetragen.
BEDINGTES KAPITAL 2018/I
Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um bis zu EUR 5.000.000 durch Ausgabe von 5.000.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/I).
Das Bedingte Kapital 2018/I dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen die "Schuldverschreibungen"), die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 21. September 2018 ausgegeben werden.
Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 21. September 2018 zu bestimmenden Wandlungs- bzw. Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber bzw. Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 21. September 2018 bis zum 20. September 2023 von der Gesellschaft, von ihr abhängigen Unternehmen oder von Gesellschaften, an denen die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben oder garantiert werden, ihr Wandlungs- oder Optionsrecht ausüben bzw. die Wandlungs- oder Optionspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen oder soweit die Gesellschaft anstelle der Zahlung des fälligen Betrags Aktien der Gesellschaft gewährt sowie soweit die Wandlungs- oder Optionsrechte bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten nicht durch eigene Aktien, sondern durch Aktien aus genehmigtem Kapital oder eine andere Gegenleistung bedient werden.
Von dieser Ermächtigung zur Ausgabe von Anleihen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2018/I eingetragen.
WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONT-R O L LW E C H S E L S I N F O L G E E I N E S Ü B E R N A H M E A N G E B O T S S T E H E N , S O W I E D I E H I E R A U S F O L G E N D E N WIRKUNGEN (§ 289 A SATZ 1 NR. 8 HGB)
Es bestehen diesbezüglich keine wesentlichen Vereinbarungen.
ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHME-A N G E B O T S M I T D E N M I T G L I E D E R N D E S V O R S TA N D S O D E R M I T A R B E I T N E H M E R N G E T R O F F E N S I N D (§ 289 A SATZ 1 NR. 9 HGB)
Es bestehen keine derartigen Vereinbarungen.
München, 29. März 2021
Stefan Smalla Sebastian Säuberlich Westwing Group AG Westwing Group AG
Chief Executive Officer Chief Financial Officer
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Westwing Group AG
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Westwing Group AG, Berlin, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Westwing Group AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die in Abschnitt 4 des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Erklärung und die auf der im Konzernlagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, die Bestandteil des Konzernlageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Ferner haben wir die in den Abschnitten 1.1. "Geschäftstätigkeit" und 2.2 "Geschäftsentwicklung" des Konzernlageberichts enthaltenen Quartalszahlen sowie die dazugehörigen Aussagen zu den Entwicklungen dieser Quartalszahlen, bei denen essich um lageberichtsfremde Angaben handelt, nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Konzernlagebericht sind Angaben, die nicht nach §§ 315, 315a bzw. nach §§ 315b bis 315d HGB vorgeschrieben sind.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und
• vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten nichtfinanziellen Erklärung und der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung sowie auf die oben genannten, in den Abschnitten 1.1 "Geschäftstätigkeit" und 2.2 "Geschäftsentwicklung" des Konzernlageberichts enthaltenen Quartalszahlen sowie die dazugehörigen Aussagen zu den Entwicklungen dieser Quartalszahlen.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Ein-wendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:
- Werthaltigkeit der Ausleihungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Die gesetzlichen Vertreter der Westwing Group AG bilanzieren Ausleihungen und Anteile an verbundenen Unternehmen mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Werthaltigkeit wird durch die gesetzlichen Vertreter regelmäßig überprüft. Liegen dauernde Wertminderungen vor, nehmen die gesetzlichen Vertreter außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vor. Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von Bewertungsmodellen auf der Grundlage von Unternehmensplanungen für einen Mehrjahreszeitraum ermittelt. Sofern die Gründe für einen niedrigeren Wertansatz nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung gem. § 253 Abs. 5 HGB auf den beizulegenden Wert oder, sofern niedriger, auf die ursprünglichen Anschaffungskosten. Die Auswahl des Bewertungsmodells sowie die dem Bewertungsmodell zugrunde liegenden Annahmen (insbesondere Diskontierungszinssätze, prognostizierte Zahlungsmittelzuflüsse, Wachstumsraten und Liquidationspräferenzen) werden durch die gesetzlichen Vertreter bestimmt und sind ermessensbehaftet.
Vor dem Hintergrund der materiellen Bedeutung, der Komplexität der Bewertungs-modelle sowie der ermessensbehafteten Annahmen der gesetzlichen Vertreter, erachten wir die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.
Prüferisches Vorgehen
Hinsichtlich der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten beizulegenden Werte haben wir uns mit den zugrundeliegenden Prozessen zur Ermittlung der beizulegenden Werte befasst sowie aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Insbesondere haben wir für eine Stichprobe der Ausleihungen und Anteile unter Einbezug von internen Bewertungsspezialisten die zugrundeliegenden Bewertungsmodelle sowohl methodisch als auch rechnerisch nachvollzogen. Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir einen Soll-Ist Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen vorgenommen. Ferner haben wir die Budgetplanungen anhand der Markterwartungen plausibilisiert. Die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Werte verwendeten Bewertungsparameter wie beispielsweise die geschätzten Wachstumsraten, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze sowie die Steuersätze haben wir auf deren Angemessenheit durch Abgleich mit externen Marktdaten untersucht. Wir haben die Berechnung der Unterschiedsbeträge zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und beizulegenden Zeitwerten überprüft und die von den gesetzlichen Vertretern identifizierten Wertaufholungen bzw. Wertberichtigungen nachvollzogen. Weiterhin haben wir die entsprechenden Angaben im Anhang auf Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit beurteilt.
Aus unseren Prüfungshandlungen ergaben sich hinsichtlich der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen keine Einwendungen.
Verweis auf zugehörige Angaben
Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sind in den Kapiteln des Anhangs zum Jahresabschluss Kapitel II. Bilanzierungsund Bewertungsmethoden: Finanzanlagen, Kapitel III. Erläuterungen zur Bilanz: Anteile und Ausleihungen and verbundenen Unternehmen, sowie in dem Kapitel IV. Erläuterungen zur Gewinnund Verlustrechnung: Sonstige betriebliche Erträge und Finanzergebnis dargestellt.
2. Aktivierte Entwicklungskosten für selbst geschaffene Software
Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Zentrale Grundlage für die operativen Geschäftsprozesse sind die eingesetzten Softwarelösungen für Zwecke der Webseiten, Apps und des Warehouse Management Systems des Westwing Group AG Konzerns, welche aufgrund der notwendigen Individualisierung selbst entwickelt werden. Die Aktivierung und Bewertung der für diese Software angefallenen Entwicklungskosten basiert auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Westwing Group AG, welche im Wesentlichen die Abgrenzung von Weiterentwicklungen zu bereits bestehender Software, die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit sowie die Höhe und den Zeitraum des erwarteten zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens aus den Entwicklungsprojekten betreffen. Die planmäßigen Abschreibungen der selbst geschaffenen Software basieren auf den von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen zur voraussichtlichen Nutzungsdauer. Weiterhin werden Wertberichtigungen vorgenommen, sofern sich bestimmte Erwartungen an die Realisierbarkeit der Projekte nicht erfüllen oder der zukünftige Nutzenzufluss neu eingeschätzt wird.
Aufgrund der Vielzahl der sich in Entwicklung und Anwendung befindlichen Softwareprojekte und -produkte und des Volumens der aktivierten Entwicklungskosten sowie des hohen Maßes ermessensbehafteter Annahmen und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter erachten wir den Ansatz und die Bewertung von aktivierten Entwicklungskosten für selbst geschaffene Software als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.
Prüferisches Vorgehen
Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen bezüglich des Ansatzes und der Bewertung der für die Software angefallenen Entwicklungskosten haben wir auf Grundlage der uns zur Verfügung gestellten Dokumentation anhand einzelner Projekte den von den gesetzlichen Vertretern implementierten Prozess der Aktivierung von Entwicklungskosten für selbst geschaffene Software nachvollzogen.
Weiterhin haben wir die Einhaltung der handelsrechtlichen Voraussetzungen für den Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gewürdigt. Wir haben die Analysen der Gesellschaft zur Aktivierung von Entwicklungskosten selbsterstellter Software nachvollzogen und weitere aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt.
Die aussagebezogenen Prüfungshandlungen beinhalteten unter anderem eine analytische Durchsicht der Aufstellung aller aktivierten Softwareentwicklungsprojekte sowie in Stichproben Einzelfallprüfungen der im Geschäftsjahr neu aktivierten Softwareentwicklungsprojekte hinsichtlich der Aktivierbarkeit der Entwicklungskosten, dem Vorliegen von substantiellen Weiterentwicklungen im Vergleich zu bereits existierenden Softwarelösungen, der Annahmen der gesetzlichen Vertreter bei der Bestimmung der Nutzungsdauern sowie der Bestimmung des Beginns der planmäßigen Abschreibung. Die Aktivierbarkeit der angefallenen Entwicklungstätigkeiten haben wir anhand der Dokumentation der einzelnen Tätigkeiten nachvollzogen und beurteilt. Die Einschätzung des wirtschaftlichen Nutzens haben wir mit den gesetzlichen Vertretern besprochen und die zugrundeliegende Dokumentation eingesehen. Für die Einschätzung der Nutzungsdauern haben wir eine Übersicht aller Projekte erhalten und mit den gesetzlichen Vertretern erörtert, welche Einschätzungen und Abwägungen für die hinterlegten Werte herangezogen wurden. Diese haben wir mit den Nutzungsdauern von in der Vergangenheit aktivierten Projekten auf Plausibilität untersucht. Weiterhin haben wir in Stichproben die Höhe der aktivierten Entwicklungskosten für wesentliche Projekte mit den angefallenen Personalkosten verglichen sowie in Stichproben eine Abstimmung zu den zugrundeliegenden Stundennachweisen vorgenommen. Um Anzeichen für einen möglichen Wertminderungsbedarf bestehender Entwicklungsprojekte zu identifizieren, haben wir die gesetzlichen Vertreter und die zuständigen Mitarbeiter befragt und die Altersstruktur von sich in Entwicklung befindlichen Projekten sowie projektbezogene Fortschrittsberichte analysiert.
Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung von aktivierten Entwicklungskosten für selbst geschaffene Software ergeben.
Verweis auf zugehörige Angaben
Zu angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bezüglich der Aktivierung von Entwicklungskosten für selbst geschaffene Software verweisen wir auf die Angaben der Gesellschaft im Anhang des Jahresabschlusses in Kapitel II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden: Immaterielle Vermögensgegenstände, auf Kapitel III. Erläuterungen zur Bilanz: Immaterielle Vermögensgegenstände sowie auf Kapitel IV. Erläuterungen zur Gewinnund Verlustrechnung: Andere aktivierte Eigenleistungen.
Sonstige Informationen
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte nichtfinanzielle Erklärung und die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung sowie die oben genannten, in den Abschnitten 1.1 "Geschäftstätigkeit" und 2.2 "Geschäftsentwicklung" des Lageberichts enthaltenen Quartalszahlen sowie die dazugehörigen Aussagen zu den Entwicklungen dieser Quartalszahlen, ferner folgende weitere, für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:
- die Versicherung des Vorstands,
- den Bericht des Aufsichtsrats,
aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungs-vermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB
Prüfungsurteil
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei Westwing_JA+LB_ESEF-2020-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet), den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Jahresabschluss und geprüften Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;
- gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;
- beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;
- beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. August 2020 zum Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. September 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012 als Abschlussprüfer der Gesellschaft tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dirk Gallowsky.
München, den 29. März 2021
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Gallowsky Ehrnböck
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer