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Westag AG Annual Report (ESEF) 2022

Apr 3, 2023

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GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT

Geschäftsmodell

Die Westag AG stellt verarbeitete Holzprodukte und Oberflächenmaterialien her und vertreibt sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei baut das Unternehmen auf sein Know-how im kundenorientierten Vertrieb, in der flexiblen Produktion und in seiner leistungsfähigen Logistik. Neben einem umfassenden Spektrum an einbaufertigen Erzeugnissen wie Türen und Zargen sowie Küchenarbeitsflächen und Fensterbänken produziert und vertreibt die Gesellschaft auch Mineralwerkstoffe, Verbundelemente und dekorative Oberflächen. Über die angebotenen Standardprodukte hinaus werden auch konfektionierte Produkte angeboten, mit denen das Unternehmen auf den Bedarf seiner Kunden nach individuellen Lösungen eingeht. Die Produkte werden unter Verwendung moderner Technologien in den Segmenten Türen/Zargen und Oberflächen/Elemente hergestellt sowie teilweise von den Schwestergesellschaften bezogen. Für die Vermarktung der produzierten Produkte im Ausland nutzt das Unternehmen die gut ausgebauten Vertriebskanäle seiner Schwestergesellschaften. Übergreifende Aufgaben wie zum Beispiel Einkauf, Finanzen, Instandhaltung und das Personalmanagement werden in einem zentralen Bereich gebündelt, der auch die Energieversorgung durch ein eigenes Biomassekraftwerk sicherstellt.

Unternehmensstruktur

Die Westag AG hat ihren Sitz am Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück und verfügt über ein Zweigwerk im etwa 15 Kilometer entfernten Wadersloh. Die Gesellschaft ist seit dem 21.08.2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries B.V., ’s-Hertogenbosch, Niederlande. Die Gesellschaft erstellt ihren Jahresabschluss und Lagebericht gemäß HGB.

Steuerungssystem

Die Westag AG verfügt über ein SAP-basiertes Management-Informationssystem, das die Grundlage für alle wichtigen Entscheidungen auf den verschiedenen Unternehmensebenen bildet. Auf Vorstandsebene erfolgt die Steuerung des Unternehmens im Wesentlichen auf Basis einer detaillierten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft. Dazu werden monatlich operative Kennzahlen, wie zum Beispiel Auftragseingang und -bestand, sowie Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanzen analysiert. Weiterhin erfolgt die Analyse des Cashflows und wesentlicher Kennzahlen des Working Capital. Als bedeutsamste Leistungsindikatoren werden Umsatzerlöse und das um Sondereffekte bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern gemäß IFRS) betrachtet. Darüber hinaus werden daraus weitere Kennziffern wie zum Beispiel die Umsatzrentabilität abgeleitet. Zusätzlich führt das Unternehmen Umsatz- und

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

Margenanalysen auf Basis einer Produkt-Markt-Matrix durch. Diese Berichte und Analysen werden durch weitergehende Auswertungen aus den Bereichen Vertrieb, Fertigung, Instandhaltung, Einkauf, Personal und Finanzen ergänzt. In der monatlichen internen Berichterstattung werden die bedeutsamsten Leistungsindikatoren und weitere Kennzahlen dargestellt und erläutert. Bei Ergebnisveränderungen werden die einzelnen Ursachen wie zum Beispiel Preis- und Volumeneffekte analysiert und in entsprechende Maßnahmen zur Steuerung übergeleitet. Neben diesen ergebnisbasierten Analysen erfolgt auch eine detaillierte Analyse des Cashflows und der Liquiditätsentwicklung, indem zum Beispiel Vorrats- oder Forderungsreichweiten analysiert und aktiv gesteuert werden. Die aus dem internen Steuerungssystem resultierenden Erkenntnisse stellen die Grundlage für die laufende Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat dar.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nach zwei Jahren, die unter dem Einfluss der Covid-19 Pandemie standen, war die gesamtwirtschaftliche Lage des vergangenen Jahres 2022 primär geprägt durch den Ukrainekrieg. Steigende Preise für Strom und Gas als Ergebnis der Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland führten zu einer weiteren Verschärfung der Energiekrise. Lieferengpässe bei den Rohstoffen verlagerten sich auf andere Kategorien wie zum Beispiel Sperrholz, deren Beschaffungssituation blieb weiterhin angespannt. Resultierend aus diesen äußeren Rahmenbedingungen liegen die ersten Schätzungen für das Wachstum des europäischen Bruttoinlandsprodukts bei 3,5 % und damit deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen zu Anfang des Jahres 2023 (4,0 % Stand Winterprognose 2022 EU-Kommission). Der deutliche Anstieg der Verbraucherpreise hat sich auch im Jahr 2022 fortgesetzt, insbesondere durch die eingangs erwähnten gestiegenen Energiekosten. Für das abgelaufene Jahr lag die durchschnittliche Inflationsrate bei 7,9 % in Deutschland. Dieser Anstieg liegt damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuletzt 1951. Der Erzeugerpreisindex für Baumaterialien hat sich im Jahr 2022 um 32,9 % erhöht, insbesondere im ersten Halbjahr setzte sich der Trend des Jahres 2021 fort. Bereinigt um die deutlich gestiegenen Energiekosten, liegt der Kostenanstieg der Bauindustrie immer noch bei 14,0 % im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2021. Der Wohnungsbausektor verzeichnete trotz der widrigen Rahmenbedingungen einen Anstieg der Umsätze auf Basis der laufenden Projekte, primär getrieben durch Preissteigerungen, allerdings hat sich die Entwicklung des Auftragseingangs gerade im zweiten Halbjahr rückläufig entwickelt. Für das abgelaufene Kalenderjahr 2022 weist das Bauhauptgewerbe einen realen Umsatzrückgang von 5,1 % aus. Insgesamt erwartet die Möbelindustrie im Jahr 2022 eine Wachstumsrate von über 7 %, weiterhin gestützt durch einen stabilen Exportmarkt sowie Preissteigerungen. Im Bereich der Küchenmöbel wurde ein Wachstum von 9,5 % erzielt, ebenfalls getragen von einem Anstieg der Exportquote.

Geschäftsverlauf

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 hat die Westag AG Umsatzerlöse in Höhe von 236,6 Mio. € erzielt, was einem Wachstum von 5,5 % entspricht (Vorjahr 224,3 Mio. €). Haupttreiber dieser positiven Entwicklung waren Preiserhöhungen als Reaktion auf die massiv gestiegenen Rohstoffkosten der vergangenen beiden Jahre. Innerhalb der beiden Hauptsegmente hat sich der Umsatz sehr unterschiedlich entwickelt. Während der Bereich Türen/Zargen eine Steigerung des Umsatzes realisieren konnte, ist im Segment Oberflächen / Elemente erneut ein Rückgang zu verzeichnen. Dies ist zum einen auf die fortlaufende strategische Anpassung des Portfolios zurückzuführen, zum anderen auf eine Reduktion der Umsätze mit Schwestergesellschaften. Der Inlandsumsatz der Westag AG erhöhte sich im Berichtsjahr deutlich um 6,0 % gegenüber 2021 auf 175,4 Mio. €, was insbesondere auf den Umsatzanstieg bei höhermargigen Produkten im Produktbereich Türen/Zargen zurückzuführen ist. Erfreulich zeigte sich zudem die Entwicklung im Export mit einem Umsatzanstieg auf 61,3 Mio. € (+3,9 % ggü. Vorjahr). Dementsprechend liegt die Exportquote bei 25,9 % (Vorjahr: 26,3 %). Positiv auf den Umsatz ausgewirkt haben sich gestiegene Erlöse aus Stromverkäufen. Aufgrund der oben erwähnten Effekte konnte der Umsatz auf Basis der Preiserhöhungen im Vergleich zu 2021 gesteigert werden, allerdings wurde der prognostizierte Zielwert von 240 Mio. € nicht erreicht. Dies ist insbesondere auf die rückläufige Entwicklung der verkauften Mengen zurückzuführen.

2018 2019 2020 2021 2022
Oberflächen/Elemente 103,2 Mio. € 100,7 Mio. € 107,7 Mio. € 103,5 Mio. € 96,8 Mio. €
Türen/Zargen 125,4 Mio. € 122,5 Mio. € 114,0 Mio. € 114,4 Mio. € 126,5 Mio. €
Zentralbereich 4,5 Mio. € 7,5 Mio. € 7,4 Mio. € 6,4 Mio. € 13,3 Mio. €
Gesamt 233,1 Mio. € 230,7 Mio. € 229,1 Mio. € 224,3 Mio. € 236,6 Mio. €

Die Gesamtumsatzentwicklung stellte sich in den Geschäftsbereichen wie folgt dar:

Oberflächen/Elemente

Das Segment Oberflächen/Elemente hat auch im Jahr 2022 insgesamt einen Rückgang der Umsätze auf 96,8 Mio. € verzeichnet, was einer Reduktion im Vergleich zum Vorjahr von 6,4 % entspricht. Diese Entwicklung ist getrieben durch eine Reduktion der Absatzmenge in allen Vertriebskanälen. Preissteigerungen als Folge der massiv gestiegenen Rohstoffkosten haben den Effekt der Mengenreduktion partiell kompensiert. Insbesondere der Umsatz mit Arbeitsplatten im DACH-Markt weist einen niedrigeren Wert gegenüber 2021 auf, speziell im Baumarktgeschäft hat sich der Absatz weiter rückläufig entwickelt. Dies ist teilweise bedingt durch die im Jahr 2021 gestartete Bereinigung des Portfolios im Bereich der unterdurchschnittlich profitablen Produkte. Auch der Umsatz im Exportgeschäft weist nach einem soliden Verlauf im Jahr 2021 für das abgelaufene Jahr einen Rückgang aus. Hierbei handelt es sich insbesondere um Oberflächen und Elemente für das europäische Ausland. Die Exportumsatzerlöse im gesamten Produktbereich sanken gegenüber dem Vorjahr auf 30,5 Mio. € (–4,3 % gegenüber Vorjahr). Die Exportquote stieg leicht auf 31,4 % (Vorjahr 31,0 %). Die Bereiche Schalungs- und Tischlerplatten waren in der Lage, den Umsatz trotz einer weiterhin angespannten Situation bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen zu steigern.

Türen/Zargen

Der Produktbereich Türen/Zargen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 126,5 Mio. € und lag damit über dem Wert des Vorjahres (114,4 Mio. €). Die Preisanpassungen, die im ersten Halbjahr als Reaktion auf die gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten kommuniziert wurden, sind vollumfänglich realisiert worden. Insbesondere der Absatz mit Spezialtüren konnte im ersten Halbjahr gesteigert werden. Auch das Objektgeschäft hat sich im Jahr 2022 insgesamt positiv entwickelt. Die Exporterlöse stiegen im Berichtszeitraum um 5,1 % auf 28,5 Mio. €. Die Exportquote reduzierte sich von 23,7 % in 2021 auf 22,5 % in 2022.

Zentralbereich

Die Umsatzerlöse im Zentralbereich erhöhten sich im Jahr 2022 auf 13,3 Mio. €, was einem Anstieg um 106,2 % entspricht. Dies lag nahezu ausschließlich an der geänderten Nutzung der Leistung unserer Kraftwerksanlage, die anders als im Jahr 2021 vollständig in das öffentliche Netz eingespeist und verkauft wurde.# Ertragslage

Trotz der beschriebenen Absatzrückgänge in den wesentlichen Produktbereichen und der signifikanten Preissteigerungen bei unseren Rohstoffen konnte eine positive Entwicklung des bereinigten EBITDA gemäß IFRS gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS Ergebnis vor Steuern gemäß HGB
Mio. € Mio. €

Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS

Die operative Leistung des Unternehmens, die intern durch das bereinigte EBITDA gemäß IFRS gemessen wird, ist im Jahr 2022 deutlich gestiegen. Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS belief sich auf 14,4 Mio. € und lag damit um 40,4 % über dem entsprechenden Vorjahreswert (Vorjahr 10,3 Mio. €). Der Anstieg des bereinigten EBITDA gemäß IFRS beruhte im Wesentlichen auf den eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenreduzierung, der verbesserten Produktivität und auf den ersten Erfolgen der strategischen Neuausrichtung. Die gestiegenen Beschaffungskosten sowie steigende Energiepreise haben das Ergebnis auch in 2022 belastet. Die aufgrund dieser Entwicklung seit dem letzten Jahr mehrfach durchgeführten eigenen Preiserhöhungen konnten die Kostensteigerungen vollständig kompensieren. Über das Instrument der Kurzarbeit konnten konjunkturelle Schwankungen im Bereich der Lohnkosten teilweise ausgeglichen werden. Die Anpassung des Portfolios hat auch erste positive Auswirkungen auf das EBITDA der Westag AG gehabt. Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS bestätigt die mit dem letzten Jahresabschluss veröffentlichte Prognose und liegt mit 14,4 Mio. € innerhalb der abgegebenen Bandbreite von 12–14 Mio. €.

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    title "Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS vs. Ergebnis vor Steuern gemäß HGB"
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    bar "Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS" : 18.5, 15.5, 17.5, 10.3, 14.4
    bar "Ergebnis vor Steuern gemäß HGB" : 3.7, 8.2, 3.8, -3.3, 0.0

Material- und Personalquote

Die Materialquote lag im Berichtsjahr mit 56,8 % um 5,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert, was vor allem auf die gestiegenen Materialeinstandspreise zurückzuführen ist. Mit 29,6 % lag die Personalquote im Jahr 2022 um 3,8 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Dies beruht im Wesentlichen auf den durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen. Negativ beeinflusst wurden die Personalaufwendungen durch Restrukturierungsaufwendungen sowie durch einen Einmaleffekt in den Pensionsverpflichtungen aufgrund einer pauschalen Rentenerhöhung in Höhe von 8 % (0,9 Mio. €).

Ergebnis vor Steuern gemäß HGB

Analog zu dem bereinigten EBITDA gemäß IFRS erhöhte sich auch das Ergebnis vor Steuern gemäß HGB im Berichtsjahr deutlich auf –23 T€ (Vorjahr –3,3 Mio. €).

Überleitung vom Ergebnis vor Steuern gemäß HGB zum bereinigten EBITDA gemäß IFRS

Als zentrale monatliche operative Steuerungsgröße nutzt die Gesellschaft intern das bereinigte EBITDA gemäß IFRS (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern). Diese Größe weist definitions-, bewertungs- und ausweisbedingte Unterschiede zum handelsrechtlichen Ergebnis vor Steuern auf, die im Folgenden dargestellt werden.

2022 Mio. € 2021 Mio. €
Ergebnis vor Steuern (EBT gemäß HGB) –0,0 –3,3
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1,9 2,0
Bewertungsunterschiede im Sachanlagevermögen –0,1 0,1
Ausweisunterschiede bei den sonstigen Steuern –0,2 –0,3
Sonstige Bewertungsunterschiede –0,1 0,0
Ergebnis vor Steuern gemäß IFRS 1,5 –1,5
Abschreibungen 10,1 10,6
Zinsergebnis 0,1 0,2
EBITDA gemäß IFRS 11,7 9,3
Sondereffekte
Restrukturierungsaufwendungen/Abfindungen 2,5 0,7
Abbruchkosten 0,2 0,3
Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS 14,4 10,3

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Steuern gemäß HGB und IFRS resultierte im Jahr 2022 aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen, unter anderem aufgrund der unterschiedlichen versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere der Zinssätze. Zudem werden bewertungsbedingte Anpassungen im handelsrechtlichen Abschluss voll ergebniswirksam erfasst, während gemäß IFRS ein ergebnisneutraler Anteil bilanziert wird. Weitere Unterschiede ergeben sich aus der Bewertung des Sachanlagevermögens und aus der Darstellung der sonstigen Steuern. Als Sondereffekt wurden im Jahr 2022 insbesondere Aufwendungen für Restrukturierungen und Abfindungen in Höhe von 2,5 Mio. € berücksichtigt. Die damit verbundenen Funktionen entfallen und werden nicht wieder besetzt. Darüber hinaus sind Kosten für den Abbruch alter Anlagen, die nicht ersetzt werden, angefallen.

Finanzlage

Die Finanzlage des Unternehmens stellte sich im Berichtsjahr 2022 trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen aufgrund des Ukrainekrieges sowie der schlechteren Rohstoffverfügbarkeit und steigenden Rohstoff- und Energiepreise aus Sicht des Vorstands sehr solide dar. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Mio. € verringert, ist aber mit 10,3 Mio. € auch aufgrund der Reduzierung des Working Capital infolge erhöhter Vorratsbestände, aufgrund höherer Rohstoffpreise und des geänderten Bestellverhaltens, um Lieferengpässe vor dem Hintergrund angespannter Materialverfügbarkeit zu vermeiden, weiterhin erfreulich positiv. Im Rahmen der auf das notwendige Maß reduzierten Investitionspolitik wurden im Berichtsjahr Investitionen in Höhe von 3,4 Mio. € getätigt (Vorjahr 3,1 Mio. €). Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit mit –8,1 Mio. € betraf ein im Berichtsjahr vollzogenes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 7,9 Mio. € sowie die Dividendenzahlung an die Aktionäre für das Jahr 2021 in Höhe von 0,2 Mio. €. Aufgrund dieser umfangreichen Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit sind die liquiden Mittel um 1,4 Mio. € auf 35,4 Mio. € (Vorjahr 36,8 Mio. €) gesunken. Zur Absicherung der soliden Finanzlage bestehen Kontokorrentkreditlinien bei führenden Hausbanken zum Stichtag in Höhe von insgesamt 13,5 Mio. € (Vorjahr 11,0 Mio. €), die zum Bilanzstichtag ungenutzt waren und von denen 12,5 Mio. € eine feste Laufzeit bis Mitte bzw. Ende 2024 haben. Zum 31.12.2022 verzeichnete die Westag AG keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Darüber hinaus verfügte die Gesellschaft über Avalkreditlinien in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr 3,5 Mio. €).

Vermögenslage

Bilanzstruktur

Mio. € 2022 2021
Anlagevermögen 51,3 57,3
Umlaufvermögen 93,1 92,7
Summe Aktiva 144,4 150,0
Eigenkapital 85,7 94,3
Fremdkapital 58,7 55,7
Summe Passiva 144,4 150,0

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen der Gesellschaft verringerte sich im Berichtsjahr von 57,3 Mio. € auf 51,3 Mio. €, was auf die Fortführung der weiterhin zurückhaltenden Investitionstätigkeit zurückzuführen ist. Die Anlagenquote ist damit von 38,2 % auf 35,4 % gesunken. Den Investitionen in Höhe von 3,4 Mio. € (Vorjahr 3,1 Mio. €) standen Abschreibungen in Höhe von 9,4 Mio. € gegenüber (Vorjahr 9,8 Mio. €). Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation aufgrund des Ukrainekrieges hat sich die Gesellschaft auch im Jahr 2022 auf einzelne Projekte sowie punktuelle Optimierungen und notwendige Ersatzinvestitionen konzentriert. Größte Einzelinvestition war ein dampfbetriebener Kompressor im Werk Wiedenbrück mit 0,5 Mio. €.

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen hat sich leicht von 92,7 Mio. € auf 93,1 Mio. € erhöht. Während sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte und Forderungen gegen verbundene Unternehmen um insgesamt 3,8 Mio. € erhöht haben, verringerten sich die sonstigen Vermögensgegenstände und liquiden Mittel um 3,4 Mio. €. Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände um 2,1 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen Steuerforderungen. Die um 3,6 Mio. € gestiegenen Vorräte sind im Wesentlichen auf die höheren Rohstoffpreise und das geänderte Bestellverhalten, um Lieferengpässe vor dem Hintergrund angespannter Materialverfügbarkeit zu vermeiden, zurückzuführen. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Jahresende beruht auf der leicht höheren Geschäftstätigkeit mit Schwestergesellschaften.

2022 2021
Umlaufvermögen 93,1 92,7
Anlagevermögen 51,3 57,3
Liquidität 35,4 36,8
Eigenkapital 85,7 94,3
Fremdkapital 58,7 55,7
2022 2021
Umlaufvermögen/Gesamtvermögen 64,5 % 61,8 %
Anlagevermögen/Gesamtvermögen 35,5 % 38,2 %

Wertschöpfung

Mio. € 2022 2021
Entstehung
Gesamtleistung 239,2 222,9
Abschreibungen 9,4 9,8
Materialaufwand 135,8 115,3
Sonstiger Aufwand und Ertrag 0,8 0,8
Nettowertschöpfung 93,2 97,0
Verwendung
Mitarbeiter 70,8 71,2
Unternehmen (Abschreibungen) 9,4 9,8
Unternehmen (Sonstiger Aufwand/Ertrag) 0,0 0,0
Aktionäre (Dividende) 0,2 0,6
Staat (Ertragssteuern) 0,2 0,6
Gesamte Verwendung der Nettowertschöpfung 80,6 82,2
Mio. € 2022 2021
Eigenkapital 85,7 94,3
Fremdkapital 58,7 55,7
Gesamtkapital 144,4 150,0
Eigenkapitalquote 59,4 % 62,9 %
Fremdkapitalquote 40,6 % 37,1 %

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr von 94,3 Mio. € auf 85,7 Mio. € verringert. Grund für diese Veränderung waren die in 2022 durchgeführten Aktienrückkaufprogramme, die zu einer Reduzierung des Eigenkapitals in Höhe von 7,9 Mio. € geführt haben, der Jahresfehlbetrag in Höhe von –0,5 Mio. € sowie die Auszahlung der Dividende für das Jahr 2021 in Höhe von 0,2 Mio. €. Die Eigenkapitalquote beläuft sich damit auf 59,2 % gegenüber 62,8 % im Vorjahr, was eine weiterhin sehr solide Basis für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft darstellt.

Fremdkapital

Das Fremdkapital erhöhte sich im Berichtsjahr von 55,7 Mio. € auf 59,0 Mio. €, was hauptsächlich auf dem Anstieg der Rückstellungen um 2,1 Mio. € beruhte, während die Verbindlichkeiten insgesamt um 1,3 Mio. € gestiegen sind. Wesentlich für den Anstieg der gesamten Verbindlichkeiten waren die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Verlängerung der Zahlungsziele von unseren Lieferanten. Bei den Rückstellungen erhöhten sich im Wesentlichen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 1,5 Mio. € infolge der einmaligen Berücksichtigung einer pauschalen Rentenanpassung in Höhe von 8 % für den gesamten Rentnerbestand, um den Effekt der hohen Inflation für die nächsten zwei Rentenanpassungsstichtage abzumildern.# Die Gesamtleistung als Summe der Umsatzerlöse, der Bestandsveränderungen und der anderen aktivierten Eigenleistungen lag im Jahr 2022 mit 239,2 Mio. € deutlich oberhalb des Niveaus des Vorjahres (222,9 Mio. €). Da eine entsprechende Erhöhung des Materialaufwands aufgrund der Rohstoffpreissteigerungen eingetreten ist, führte dies zu einer gleichlaufenden Reduzierung der Nettowertschöpfung von 71,2 Mio. € auf 70,8 Mio. €. Bei der Verwendung der Nettowertschöpfung entfielen 70,8 Mio. € auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, was unterhalb des Niveaus des Vorjahres (74,5 Mio. €) liegt. Im Rahmen des diesjährigen Dividendenvorschlags beläuft sich der Anteil, der auf die Aktionäre entfällt, auf 4,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). Der über Steuern abzuführende Anteil an der Nettowertschöpfung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 0,4 Mio. €. Der nicht über die Nettowertschöpfung gedeckte Betrag der Verwendung wird aus den Gewinnrücklagen bedient.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind innerhalb der Broadview-Gruppe im Forschungs- und Technologiezentrum „Nemho“, dem Next Material House, gebündelt. Daneben ist ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit die kontinuierliche Qualitätssicherung und Sortimentsverbesserung. Neben dekorativen und technischen Aspekten der Oberflächenentwicklung steht insbesondere die Weiterentwicklung montage- fertiger Produkte im Vordergrund.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens

Angesichts der insgesamt komplexen politischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise ist der Vorstand der Westag AG insgesamt zufrieden mit der Entwicklung des operativen Geschäfts im Jahr 2022. Das weiterhin hohe Niveau der Rohstoffpreise, gepaart mit massiv gestiegenen Strom- und Gaspreisen hat das Ergebnis weiterhin belastet, allerdings konnten diese Effekte weitestgehend durch Anpassungen der Verkaufspreise kompensiert werden. Fortlaufende Probleme bei der Verfügbarkeit zentraler Rohmaterialien haben Teile des Unternehmens auch im Jahr 2022 beschäftigt, allerdings nicht mehr im Umfang des Vorjahres. Der Rückgang der Absatzmenge als Folge der sich eintrübenden Stimmung in der Bauindustrie sowie der strategiekonforme Rückgang im Bereich der niedrigmargigen Produkte haben das Ergebnis des Jahres belastet. Dies konnte allerdings durch schnelle Anpassungen der Kostenstruktur sowie Einsparungsmaßnahmen, die im ersten Halbjahr auf den Weg gebracht worden sind, kompensiert werden. Die Liquidität der Westag AG hat sich in diesem insgesamt komplexen Marktumfeld weiterhin stabil entwickelt. Trotz unterjähriger Mittelabflüsse für Aktienrückkaufprogramme konnte die Liquidität nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Damit sieht der Vorstand die finanzielle Stabilität des Unternehmens weiterhin positiv und gut für etwaige konjunkturelle Verwerfungen gerüstet.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die finanzielle Steuerung des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen auf Basis einer detaillierten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft, wie sie im Kapitel „Steuerungssystem“ dargestellt ist. Zur besseren Beurteilung der Gesamtentwicklung dienen zusätzlich nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Für die Westag AG zählen insbesondere die Arbeitssicherheit innerhalb des Unternehmens, der Gesundheitsschutz aller Beschäftigten sowie der Umweltschutz zu den wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.

Arbeitssicherheit

Als einen wesentlichen Leistungsindikator in Bezug auf die Arbeitnehmerbelange betrachtet die Westag AG die Arbeitssicherheit. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Unfälle zu vermeiden und Ausfalltage der Arbeitnehmer zu reduzieren. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 11 Unfälle dokumentiert (Vorjahr 26).

Gesundheitsschutz/Covid-19-Pandemie

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 konnten die Einschränkungen durch die Covid-19 Pandemie analog zur allgemeinen Einschätzung der Risiken durch die Pandemie weitestgehend aufgehoben werden. Die Krankenquote hat sich auch im Jahr 2022 nicht verbessert und lag für das Gesamtjahr bei einem Wert von 9,6 % (Vorjahr 8,4 %). Auch wenn Covid-19 weiterhin eine gewisse Rolle gespielt hat, waren anderweitige Erkrankungen dominanter.

Umweltmanagement

Neben den wirtschaftlichen Belangen, die für die Westag AG und ihre nachhaltige Unternehmensentwicklung besonders wichtig sind, steht ebenso der schonende Umgang mit Natur und Umwelt im Vordergrund. Das Unternehmen misst dem verantwortungsvollen Verhalten gegenüber seiner Umwelt eine große Bedeutung bei. Um Umweltschutz und Nachhaltigkeit ganzheitlich zu begegnen, hat das Unternehmen mit der Erstellung von Life-Cycle-Analysen begonnen. Hierdurch wird der Gesamteffekt der Produkte auf die Umwelt transparent, insbesondere hinsichtlich der resultierenden CO2-Emissionen, des Primärenergieverbrauchs und des Wasserverbrauchs. Aufgrund des sehr unterschiedlichen Produktportfolios der Westag AG und um die Unterschiede sowie die Verbesserungspotenziale der verschiedenen hergestellten Produkte besser zu verstehen, ist es notwendig, diese separat zu evaluieren. Daher wurden in den Jahren 2020 und 2021 Life-Cycle-Analysen für drei von fünf Produktlinien durchgeführt. Die drei Analysen betreffen Türen und Zargen, Elemente (wie z. B. Arbeitsplatten) und Sperrholz/Schalung. Die zwei fehlenden Analysen der Produktlinien Laminate und Elemente wurden im Geschäftsjahr 2022 fertiggestellt. Weitere Informationen zu den Themenfeldern „Umweltbelange“, „Arbeitnehmerbelange“, „Sozialbelange“, „Achtung der Menschenrechte“ sowie „Bekämpfung von Korruption und Bestechung“ sind in dem gesonderten nichtfinanziellen Bericht aufgeführt.

Mitarbeiter

Die Westag AG beschäftigte im Jahr 2022 durchschnittlich 1.117 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber 1.197 im Vorjahr. Die Reduzierung der Personalzahl ist dabei insbesondere auf Restrukturierungsmaßnahmen sowie Ruhestands- und Vorruhestandsregelungen zurückzuführen. In der Gesamtmitarbeiterzahl sind 38 Auszubildende enthalten (Vorjahr 45). Die Ausbildungsquote lag damit im Durchschnitt bei 3,3 % (Vorjahr 3,7 %). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belief sich im Geschäftsjahr auf 21 Jahre (Vorjahr 20 Jahre). Personaldienstleister wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nur sehr eingeschränkt verwendet, im Durchschnitt war eine Person von solchen Anbietern in 2022 beschäftigt (Vorjahr 5). Diese ist nicht in den oben dargestellten Mitarbeiterzahlen enthalten.

2018 2019 2020 2021 2022
Auszubildende 54 50 51 45 38
Angestellte 361 363 357 365 342
Gewerbliche Arbeitnehmer 892 879 788 737 1.117
Gesamt 1.307 1.292 1.234 1.197 1.117

1.200
1.500
900
600
300
0

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Prognosebericht

Konjunkturentwicklung

Der Ausblick für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres steht auch weiterhin unter den Zeichen der Energiekrise sowie des Krieges in der Ukraine. Die sich bereits im vergangenen Jahr eintrübende wirtschaftliche Stimmung wird sich nach Einschätzungen der Bundesregierung negativ auf das Wachstum des Jahres 2023 auswirken. Die Einschätzungen des Herbstgutachtens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz erwartet für das kommende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um –0,4 %. Dies ist eine deutliche Reduktion im Vergleich zu früheren Prognosen, die noch im Frühjahr 2022 ein Wachstum von 2,5 % für 2023 erwartet hatten. Die anhaltenden politischen Unsicherheiten wirken sich auch auf die mittelfristigen Erwartungen aus. Im Laufe des zweiten Halbjahres 2023 wird mit einer Verbesserung gerechnet. Für das Jahr 2024 wird wieder ein Anstieg des BIP um 2,3 % erwartet. Nach dem starken Anstieg der Inflationsrate im Jahr 2022 auf 7,9 % wird zwar für das kommende Jahr ein leichter Rückgang der Steigerungsrate auf 7,0 % erwartet, allerdings immer noch deutlich über dem Ziel von 2,0 %. Diese Erwartung inkludiert bereits den Effekt der im Dezember 2022 beschlossenen Strom- und Gaspreisbremse. Ohne diese Maßnahmen würde der Wert noch über dem Vorjahresniveau liegen. Für das laufende Jahr 2023 wird mit einer weiteren Reduktion der fertiggestellten Wohnungen im Vergleich zur letzten Abschätzung des vergangenen Jahres um circa 9,0 % auf insgesamt 250.000 gerechnet, was deutlich unter der Zielsetzung der Bundesregierung von 400.000 per annum liegt. Insgesamt wird im Bereich des Wohnungsbaus ein zweistelliger realer Rückgang des Auftragsvolumens, gemessen an den Baugenehmigungen, erwartet. Der Auftragsbestand der Bauindustrie weist immer noch einen hohen Wert aus, für das erste Halbjahr wird noch nicht mit einer deutlichen Reduktion der Bautätigkeit gerechnet.

Ausblick für die Westag AG

Auch im Jahr 2023 wird die Westag AG konsequent die eingeschlagene Strategie „Von Volumen zu Wertigkeit“ weiter fortsetzen. Die stringente Positionierung als Spezialist für hochwertig verarbeitete Holzprodukte und Oberflächen in der DACH-Region wird ebenfalls weiter ausgebaut. Für das kommende Jahr sehen wir eine sehr uneinheitliche Entwicklung der unterschiedlichen Markt- und Kundensegmente. Für das Handelsgeschäft erwarten wir einen insgesamt vorsichtigen Start in 2023, während das Objektgeschäft aktuell noch von laufenden Projekten profitiert. In Anbetracht des aktuell verhaltenen Geschäftsklimas, gerade in der Bauindustrie, ist der Ausblick für die zweite Jahreshälfte komplex. Mittelfristig sind wir unverändert von den Chancen am Markt überzeugt und streben eine EBITDA-Marge von 10,0 % bis 12,0 % an. Ein relevanter Baustein der Strategie der Westag AG sind die laufenden Anstrengungen, neue Märkte mit innovativen Produkten zu erschließen.Hier wird der Fokus im Jahr 2023 auf neuen Lösungen im Segment Türen/Zargen liegen, sowohl im Bereich der Funktionstüren als auch für den privaten Wohnraum. Hierbei werden die vielfältigen und innovativen Oberflächenlösungen der Unternehmen der Broadview-Gruppe ein relevantes Element sein. Der weitere Ausbau des Exportgeschäfts mithilfe der Vertriebskanäle von Schwestergesellschaften ist auch weiterhin Teil der Strategie des Unternehmens, um den Vertrieb der Westag-Produkte außerhalb der DACH-Region weiter voranzutreiben. Neben den fortlaufenden Bemühungen im Bereich der Produktentwicklung wird auch die Optimierung der Fertigungsprozesse innerhalb der Produktionslandschaft der Westag AG weiter vorangetrieben. Die seit 2021 ergriffenen Maßnahmen haben sich auch in 2022 positiv sowohl im Bereich der Produktivität als auch in der Lieferperformance ausgewirkt. Auf diesem soliden Fundament werden im nächsten Schritt auch in den Bereichen Logistik und Verpackung Verbesserungen angestrebt. Die Flexibilität in den einzelnen Teilen des Fertigungsprozesses soll konsequent ausgebaut werden, um die Attraktivität am Markt zu festigen. Im Geschäftsjahr 2023 wird von einer Steigerung des Investitionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Das Gesamtvolumen wird allerdings in Anbetracht der weiterhin ungewissen wirtschaftlichen Aussichten gerade in der Bauwirtschaft auch weiterhin unter dem Niveau der Vorjahre liegen. Der Fokus wird neben den laufenden Ersatz- und Instandhaltungsinvestitionen primär im Bereich Nachhaltigkeit liegen. Hierbei handelt es sich um holistische Verbesserungen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich Energie- und Wärmeerzeugung und Verwendung durch Anschluss der Doppelbandpressen an die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK). Auch der Bereich Automatisierung von Prozessen in der IT-Systemlandschaft, zur Vereinfachung der Geschäftsabläufe, wird im Fokus liegen. Flankiert wird dies auch weiterhin mit Investitionen in die Arbeitssicherheit als integralen Bestandteil unserer Firmenkultur. Das Geschäftsjahr 2023 wird aus Sicht der Westag AG auch noch durch den Krieg in der Ukraine beeinflusst werden. Ebenso werden sich die deutlich gestiegenen Kosten für Baustoffe und Finanzierungskosten auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Die genauen Effekte auf die relevanten Kundensegmente des Unternehmens gerade für die zweite Jahreshälfte sind zum aktuellen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. Es können sich allerdings Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben, die zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht ersichtlich sind. Auch die weiteren Entwicklungen der Strompreise sind ein Unsicherheitsfaktor für das kommende Geschäftsjahr. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet die Gesellschaft angesichts der aktuell volatilen Marktlage einen leichten Rückgang der Umsatzerlöse im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 und ein bereinigtes EBITDA gemäß IFRS von 10,0 bis 14,0 Mio. €.

Chancenbericht

Die Westag AG wird sich auch weiterhin mit der Strategie „Von Volumen zu Wertigkeit“ bewusst auf ihre Stärken fokussieren und die sich dadurch bietenden Chancen konsequent nutzen. Als ein in Deutschland produzierender Anbieter von hochwertigen verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien bewegt sich die Westag AG im Verbund mit ihren Schwestergesellschaften in einer Branche, in der sie auf ihr Know-how im kundenorientierten Vertrieb, in der flexiblen Produktion und in der leistungsfähigen Logistik bauen kann und innovative Lösungen für diverse Anwendungen bietet.

Solides finanzielles Fundament

Die Westag AG verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 59,2 % und einer soliden Liquidität ohne Fremdfinanzierungen über die Sicherheit, den notwendigen Spielraum für zukünftige Entwicklungen zu haben. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lage, schnell und flexibel auf marktbedingte Veränderungen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen zur Gewinnung von zusätzlicher Liquidität einzuleiten.

Innovation und Produktentwicklung

Der Unternehmensverbund der Broadview-Gruppe ist die Basis für gemeinsame Produktinnovationen, insbesondere im Bereich der Oberflächenanwendungen. Durch die Bündelung der Entwicklungsaktivitäten und die Nutzung der daraus resultierenden Synergien ergeben sich Vorteile für alle Gesellschaften der Gruppe. Darüber hinaus arbeitet die Westag AG auch an der Entwicklung eigener neuer Produkte, sowohl auf Basis des eigenen Produktportfolios als auch mithilfe der innovativen Oberflächenlösungen von Schwestergesellschaften.

Unabhängigkeit

Es bestehen keinerlei Bankverbindlichkeiten, wodurch die finanzielle Unabhängigkeit der Westag AG gesichert ist. Zudem kann durch die eigenen energetischen Anlagen der Strom- und Wärmebedarf an den Produktionsstandorten weitestgehend eigenständig gedeckt werden, was dem Unternehmen eine gewisse Unabhängigkeit verschafft.

Produktvielfalt

Innerhalb der beiden Segmente bietet das Produktportfolio der Westag AG vielfältige Lösungen für Anwendungen in der Bau- und Möbelindustrie. Ergänzt wird dieses Sortiment mit den hochwertigen Produkten der Schwestergesellschaften, deren Vermarktung die Westag AG in der DACH-Region vornimmt. Neben den erweiterten Vertriebsmöglichkeiten ergeben sich auch Synergien, Produkte von Schwestergesellschaften mit eigenen Produkten zu kombinieren. Damit kann ein breiteres Marktspektrum angesprochen werden.

Optimierter Produktmix

Durch die Umsetzung der Strategie der Fokussierung auf wertigere Produkte und Vertriebskanäle ergeben sich weiterhin Chancen am Markt für die Westag AG. Hohe Verfügbarkeit und gesteigerte Flexibilität verstärken die Möglichkeiten, unterschiedlichsten Kundensegmenten attraktive Lösungen anzubieten. Die verstärkte Vermarktung von Produkten der Schwestergesellschaften in der DACH-Region eröffnet darüber hinaus weitere Chancen für das Unternehmen.

Optimierte Marktbearbeitung

Durch die konsequente Steuerung des Vertriebs auf Basis erzielbarer Margen eröffnen sich im Rahmen der Strategie „Von Volumen zu Wertigkeit“ weitere Chancen zur Ergebnisverbesserung. Zusätzliches Potenzial bietet sich darüber hinaus durch die Fokussierung auf relevante Wachstumsmärkte mit attraktiven Produktinnovationen.

Konjunkturelle Chancen

Das Jahr 2023 wird weiterhin im Zeichen des Ukrainekrieges stehen. Zusätzlich ergeben sich aus den deutlich gestiegenen Baustoffkosten in Kombination mit höheren Finanzierungskosten weitere Herausforderungen insbesondere für die Bauwirtschaft. Bei einer sich langfristig positiv entwickelnden Baukonjunktur bestehen aufgrund des vorhandenen Produktportfolios und der Vertriebsaktivitäten gute Chancen für eine Absatzsteigerung.

Produktion und Logistik

Durch die kontinuierliche Optimierung der Fertigungs- und Logistikprozesse bietet sich dem Unternehmen die Chance, besser an konjunkturellen Rahmenbedingungen zu partizipieren. Darüber hinaus bieten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie eine Optimierung der Produktionsplanung und -steuerung weitere Chancen zur Steigerung der Produktionskapazität und Flexibilität.

Beschaffung

Durch die Optimierung und Automatisierung von Planungs- und Beschaffungsprozessen ergeben sich für die Westag AG Chancen, noch erfolgreicher im Beschaffungsmarkt zu agieren. Dies betrifft zum einen die automatisierte Disposition der benötigten Rohstoffe und zum anderen die Nutzung von Preisspielräumen. Darüber hinaus können sich durch die gruppenweite Bündelung verschiedener Einkaufsaktivitäten Chancen aus einem höheren Einkaufsvolumen ergeben.

Gesamtaussage zur Chancenlage

Insgesamt eröffnen sich durch die dargestellten Chancen viele Möglichkeiten für die Westag AG, sich weiterhin positiv zu entwickeln. Wesentlich sind in diesem Zusammenhang die Maßnahmen, die im Rahmen der strategischen Neuausrichtung eingeleitet wurden und der Gesellschaft Potenziale für die weitere Entwicklung eröffnen. Wichtig sind darüber hinaus die weitere Digitalisierung von Prozessen sowie die Effizienzsteigerung in den Werken.

Risikobericht

Vorbemerkung

Die Geschäftstätigkeit der Westag AG ist wie jedes unternehmerische Handeln auch mit Risiken verbunden. Die Risiken können sowohl aus eigenem Handeln resultieren als auch durch externe Faktoren hervorgerufen werden. Viele Risiken lassen sich durch geeignete Gegenmaßnahmen, wie zum Beispiel die Veränderung bestehender Prozesse, durch Versicherungen oder andere Mittel begrenzen, sodass sie in ihren Auswirkungen beherrschbar bleiben. Aufgabe des Risikomanagements und -controllings ist es daher, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und ihnen angemessen Rechnung zu tragen. Die Bewertung erfolgt insbesondere im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit und die mögliche Schadenshöhe. Die Risiken des Unternehmens werden in einer quartalsweise vorgenommenen Risikomeldung erfasst und bewertet. Von der Eintrittswahrscheinlichkeit und ermittelten möglichen Schadenshöhe des jeweiligen Risikos hängt ab, wie diesem begegnet wird. Das Risikomanagement der Westag AG versteht sich als ein transparentes, alle Aktivitäten und Bereiche umfassendes Regelsystem. Durch definierte Prozesse folgt es einem systematischen und fortlaufenden Regelprozess. Unabhängig von der quartalsweisen Regelberichterstattung von Risiken besteht eine sofortige Meldepflicht durch die Risikoverantwortlichen bei materiellen Veränderungen von erfassten oder unerwarteten neuen Risiken ab einem Schadenserwartungswert auf Nettobasis in Höhe von 250 T€ bezogen auf das EBT. Durch ein installiertes Risikogremium, definierte Prozessabläufe und ein systematisches Berichtswesen ist sichergestellt, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat regelmäßig und zeitnah über entsprechende Risiken informiert werden, diese analysieren und frühzeitig angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen können.# Risikomanagement

Das Risikomanagement der Westag AG unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Elemente: Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung. Prozesselemente: Risikokategorie, Eintrittswahrscheinlichkeit, Mögliche finanzielle Auswirkungen, Veränderung gegenüber Vorjahr.

Zusammenfassung der Risiken:

Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen Veränderung gegenüber Vorjahr
Konjunkturelle und strategische Risiken möglich wesentlich
Absatzrisiken möglich moderat
Beschaffungsrisiken möglich wesentlich
Operative Risiken möglich wesentlich
Personalrisiken möglich moderat
Finanzrisiken möglich gering
IT-Risiken möglich wesentlich
Rechts- und Compliance-Risiken unwahrscheinlich moderat  verringert

Das vom Vorstand ernannte Risikogremium überwacht das Risikomanagement-System, um die Erfüllung regulatorischer und interner Anforderungen sicherzustellen. Das interdisziplinär besetzte Gremium besteht aus dem Risikomanager sowie Fachvertretern weiterer bezüglich der Risikosituation relevanter Abteilungen und Bereiche. Das Gremium tagt einmal pro Quartal. Ebenfalls quartalsweise wird der Vorstand vom Risikogremium in Form eines Risikoberichtes über den aktuellen Stand der Risiken für das Unternehmen informiert. Anschließend informiert der Vorstand turnusmäßig den Aufsichtsrat.

Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2022 das Risikofrüherkennungssystem der Westag AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen geprüft und festgestellt, dass das eingesetzte System die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Potenzielle finanzielle Risiken werden bei der Westag AG mit deren Schadenserwartungswert auf Nettobasis nach EBT gemeldet. Die aktuell gültige Wesentlichkeitsgrenze zur Überleitung bedeutsamer Einzelrisiken in die externe Darstellung der Risikolage im Rahmen der Lageberichterstattung beträgt 2,0 Mio. €. Derartige Risiken bestanden in der letzten Risikoerhebung im Dezember 2022 nicht.

Das Risiko volatiler Beschaffungsmärkte hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2021 reduziert und wird nicht mehr als Einzelrisiko ausgewiesen.

Schadensauswirkung auf Nettobasis in T€ auf EBT (mögliche finanzielle Auswirkungen):
* sehr gering: 50 – ≤ 250 T€
* gering: 250 – ≤ 500 T€
* moderat: 500 – ≤1.500 T€
* bedeutend: 1.500 – ≤ 3.000 T€
* wesentlich: 3.000 – ≤ 5.000 T€
* gravierend: > 5.000 T€

Eintrittswahrscheinlichkeit:
* sehr unwahrscheinlich: < 10 %
* unwahrscheinlich: 10 % – 25 %
* möglich: 25 % – 45 %
* vermutlich: 45 % – 60 %
* wahrscheinlich: 60 % – 80 %
* sehr wahrscheinlich: > 80 %

Konjunkturelle und strategische Risiken

Die Westag AG ist aufgrund ihrer Produkt- und Kundenstruktur maßgeblich von der Konjunktur in der Bau- und Möbelindustrie abhängig. Daher beobachtet und analysiert die Gesellschaft ständig die maßgeblichen Konjunktur- und Branchenentwicklungen und reagiert bei Bedarf entsprechend.

Absatzrisiken

Absatzrisiken sind wie bei allen Wirtschaftsunternehmungen auch für die Westag AG von grundlegender Bedeutung. Diese werden maßgeblich von der Konjunktur in den Absatzmärkten, einem attraktiven Produktportfolio und der Wettbewerbssituation beeinflusst. Aufgrund der Diversifikation des Vertriebs ist die Gesellschaft weniger von der Entwicklung auf Einzelmärkten abhängig als viele andere Unternehmen. Dennoch spielen die konjunkturellen Entwicklungen, die Akzeptanz der Produkte beim Kunden, die Durchsetzung eines angemessenen Verkaufspreises sowie die Lieferfähigkeit mit kurzen Lieferzeiten eine maßgebliche Rolle.

Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch die Optimierung des Produktportfolios, der laufenden Verbesserung der Produktions- und Logistikprozesse und durch eine gezielte Ansprache ihrer Kundengruppen, wie zum Beispiel eine Objektberatung zur Platzierung der Produkte bei Architekten und Planern. Unsere permanente Ausstellung „Alte Fügerei F10“ ermöglicht unseren Kunden eine neue Sichtweise auf die Einsatzmöglichkeiten unserer Produktvielfalt.

Beschaffungsrisiken

Die Risiken auf der Beschaffungsseite beziehen sich insbesondere auf die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung bestimmter Rohstoffe sowie deren Spezifikationen und Qualität. Grund hierfür ist die Reduzierung von Produktionskapazitäten bei bestimmten Vorprodukten. Darüber hinaus sieht sich die Gesellschaft regelmäßig mit Preiserhöhungen konfrontiert, im vergangenen Jahr insbesondere bei den bezogenen Chemikalien, Papieren und Holzwerkstoffen.

Dem Risiko einer nicht ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen in der benötigten Qualität wird durch die kontinuierliche Überprüfung und Ausweitung des Lieferantennetzwerks begegnet, wobei der Einkaufsfokus zunehmend auf die internationalen Märkte ausgerichtet ist. Diese Ausweitung des Lieferantennetzwerks unterstützt das Unternehmen auch bei der Beherrschung des Preisrisikos, dem zusätzlich durch entsprechende Anpassungen der Verkaufspreise begegnet wird. Unerwarteten Spezifikationsänderungen und Mängeln bei Vorprodukten und Rohstoffen wird durch entsprechende vertragliche Regelungen, Wareneingangsprüfungen und produktionsbegleitende Prüfungen begegnet.

Unsere Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ermöglicht es uns, flexibel auf Veränderungen des Energiemarkts zu reagieren. Gerade der Energiesektor war in 2022 einer hohen Volatilität ausgesetzt. Die Situation hat sich zum Jahresende wieder beruhigt und wir erwarten auch für 2023 keine derartigen Preissprünge.

Operative Risiken

Eine wesentliche Herausforderung im operativen Bereich ist es, die liefertermingerechte Herstellung der Produkte nach den vorgegebenen Qualitätsstandards mit einer möglichst guten Kostenstruktur zu gewährleisten. Die Gesellschaft befasst sich daher ständig mit der Verbesserung der bestehenden und der Entwicklung neuer Herstellungsverfahren, die bei entsprechender Eignung im Unternehmen implementiert werden. Dem Risiko von Produktionsausfällen wird durch gründliche und vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am bestehenden Maschinenpark begegnet. Durch regelmäßige Modernisierungen werden die Anlagen auf einem aktuellen technischen Stand gehalten. Elementarschäden und der Ausfall besonders kritischer Anlagen sind zudem angemessen versichert. Begleitet werden diese Maßnahmen durch Brandschutz- und andere Vorsorgemaßnahmen sowie durch das nach DIN ISO 9001 zertifizierte Qualitätsmanagementsystem.

Personalrisiken

Die individuellen Fähigkeiten, die fachliche Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Unternehmens. Der Verlust von Fach- und Führungskräften oder Engpässe bei der Besetzung offener Stellen sind somit auch für die Westag AG potenzielle Risiken. Dem Risiko, dass Personen, die für das Unternehmen gesucht werden, nicht oder nicht zu dem gewünschten Termin gewonnen werden können, wird durch entsprechende Qualifizierungen jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und rechtzeitige Nachfolgeregelungen entgegengewirkt. Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung sowie der Altersstruktur im Unternehmen, die durch eine hohe Zahl älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt ist, wurden die Bestrebungen intensiviert, Nachwuchskräfte bereits während der Ausbildung auf die Westag AG als interessanten Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Dieses erfolgt unter anderem im Rahmen von verstärkten Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen. Dem Risiko, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr den gestellten Anforderungen entsprechen, wird durch entsprechende Weiterbildungsangebote und Versetzungsmöglichkeiten im Unternehmen begegnet. Dem Risiko, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der verbesserten Situation am Arbeitsmarkt das Unternehmen verlassen (Austrittsrisiko), begegnet das Unternehmen mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Dies zeigt sich unter anderem an den in den Jahren 2020 und 2021 mit der IG Metall geschlossenen Haustarifverträgen, die sich auch in 2022 ausgewirkt haben und in 2023 auswirken werden. Diese führen zu einer besseren Transparenz und einer branchenüblichen Angleichung der Entgelte.

Finanzrisiken

Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote von 59,2 % sowie der vorhandenen Liquidität und Überziehungslinien werden derzeit keine Finanzierungsrisiken gesehen. Möglichen Devisenkursänderungen außerhalb der Eurozone wird dadurch begegnet, dass fast ausschließlich in Euro fakturiert bzw. eingekauft wird. Ausfallrisiken können sich daraus ergeben, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkommen. Diesem Risiko wird mit einem effizienten internen Forderungsmanagement sowie einer Absicherung der wesentlichen Kundenforderungen durch eine Warenkreditversicherung begegnet. Darüber hinaus werden Forderungen in Einzelfällen durch entsprechende Bürgschaften oder Garantien abgesichert.

IT-Risiken

IT-Risiken gewinnen zunehmend an Bedeutung, insbesondere durch die gestiegene Häufigkeit von Übergriffen. Bei diesen handelt es sich insbesondere um den Ausfall von IT-Systemen, die IT-Infrastruktur, IT-gesteuerte Produktionseinrichtungen oder Datenverluste, Datenmanipulation und nicht autorisierten Datenzugriff. Gegenmaßnahmen sind der Einsatz von redundanten Hardware- und Netzwerkkomponenten und eine Modernisierung der Infrastruktur, um für höchstmögliche Systemverfügbarkeit und höchste Sicherheit der Datenbestände zu sorgen. Dabei kommt der Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinsichtlich Cyber-Security-Risiken durch regelmäßige Awareness-Trainings eine hohe Bedeutung zu.

Rechts- und Compliance-Risiken

Aufgrund der vielfältigen Geschäftstätigkeit können Rechts- und Compliance-Risiken entstehen. Darunter fallen insbesondere Risiken, die durch Rechtsverstöße, Klagen oder Rechtsverfahren oder aus einem bewussten oder unbewussten Fehlverhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstehen. Durch entsprechende Regelungen und Verantwortlichkeiten innerhalb des gesamten Unternehmens sowie durch entsprechende interne Kontrollen wird diesem Risiko begegnet.Auch besteht ein Verhaltenskodex, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf mögliche Rechtsverstöße hinweist und der regelmäßig geschult wird. Die Westag AG verfügt zudem über ein externes Hinweisgebersystem, das von Beschäftigten und Dritten zur Meldung erheblicher Rechtsverstöße genutzt werden kann, diese vertraulich aufnimmt und ihnen nachgeht.

Gesamtaussage zur Risikolage

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vorstehend dargestellten Risiken nach Einschätzung der Gesellschaft weder einzeln noch zusammen das Unternehmen in seiner Gesamtheit gefährden können. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtrisikolage weiterhin aufgrund der Risiken insbesondere auf den Beschaffungsmärkten angespannt. Weiterhin steht die Risikolage unter dem Einfluss der Situation in der Ukraine und der unmittelbar damit verbundenen Herausforderung bei der Beschaffung von Energie. Die Gesellschaft beobachtet und beurteilt die Situation regelmäßig und ergreift – wenn möglich – frühzeitig risikominimierende Maßnahmen.

INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht Angaben zu dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind („lageberichtsfremde Angaben“). Diese werden thematisch der Erklärung zur Unternehmensführung zugeordnet und dort ausgeführt (vgl. Abschnitt „Erklärung zur Unternehmensführung“).

Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist es, eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und eine Übereinstimmung der Abschlüsse und Berichte mit den einschlägigen Vorschriften zu gewährleisten. Die eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf die einzelnen Verantwortungsbereiche klar strukturiert. Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess im Wesentlichen beteiligten beiden Abteilungen, Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling, sind bezüglich der Abschlusserstellung klar getrennt.

Grundlegendes Instrument des Kontroll- und Risikomanagements ist ein SAP-gestütztes, planungsbasiertes Informationssystem, mit dessen Hilfe Abweichungen aller wesentlichen Unternehmenskennzahlen unmittelbar erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Auf dieser Basis ist das gesamte Management in den Prozess der Risikovermeidung bzw. -minimierung einbezogen.

Der Rechnungslegungsprozess erfolgt auf Grundlage der SAP-Plattform und des dort installierten Berichtswesens sowie standardisierter IT-unterstützter Abläufe. Die daran beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen. Bei den wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessschritten wird das Vieraugenprinzip durchgängig angewendet. Die verwendeten Systeme sind durch spezielle Sicherungen gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zugriffsberechtigungen werden funktionsbezogen vergeben.

Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen sind geeignete Kontrollen unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Funktionstrennung implementiert. Neben automatischen Kontrollen auf der Ebene der IT-Systeme erfolgen analytische Prüfungen sowie manuelle Kontrollen einzelner Vorgänge. Neue Vorschriften sowie Änderungen der bestehenden Regelungen zur Rechnungslegung werden zeitnah auf ihre Auswirkungen analysiert und erforderlichenfalls zügig umgesetzt.

Im Rahmen der Bilanzierung von langfristigen Personalrückstellungen und für die Bearbeitung steuerrechtlicher Fragestellungen werden externe Dienstleister beauftragt. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen, eine eindeutige Organisationsstruktur, geeignete Kontrollmechanismen sowie eine entsprechende personelle und materielle Ausstattung stellen einen effizienten Rechnungslegungsprozess sicher. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, gegebenenfalls entdeckt und korrigiert werden.

ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS DER WESTAG AG GEMÄSS §§ 175 ABSATZ 2, 176 ABSATZ 1 AKTG ZU DEN ÜBERNAHMERELEVANTEN ANGABEN NACH § 289A HGB ZUM BILANZSTICHTAG 31.12.2022

Gemäß § 176 Abs. 1 S. 1 AktG in Verbindung mit § 175 Abs. 2 AktG erstattet der Vorstand der Westag AG nachfolgend zum 31.12.2022 gesondert Bericht zu den übernahmerelevanten Angaben nach § 289a HGB.

Angaben gemäß § 289a HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der Westag AG beträgt 11.622.673,92 €. Die insgesamt 4.540.107 auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien sind aufgeteilt in 2.860.000 Stamm- und 1.680.107 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Von den Vorzugsaktien befinden sich 13.517 im eigenen Bestand. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 2,56 € je Aktie.

Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten – vorbehaltlich eines entsprechenden Beschlusses der Hauptversammlung – aus dem jährlichen Bilanzgewinn eine Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie. Reicht der verteilbare Bilanzgewinn in einem Geschäftsjahr zur Zahlung der Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie nicht aus, so ist der Rückstand ohne Zinsen aus dem Bilanzgewinn der folgenden Geschäftsjahre in der Weise nachzuzahlen, dass die älteren Rückstände vor den jüngeren zu tilgen und die aus dem Gewinn eines Geschäftsjahres für diese zu zahlenden Vorzugsbeträge erst nach Tilgung sämtlicher Rückstände zu leisten sind. Nach Ausschüttung einer Dividende von 0,12 € auf die Stammaktien erhalten die Vorzugsaktionäre eine nicht nachzahlbare Mehrdividende von 0,06 € je Vorzugsaktie. An einer weiteren Gewinnausschüttung nehmen Vorzugs- und Stammaktionäre im Verhältnis der anteiligen Beträge am Grundkapital gleichmäßig teil. Die Ausgabe weiterer Vorzugsaktien, die bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens den vorhandenen stimmrechtslosen Vorzugsaktien gleichstehen oder vorgehen, bleibt vorbehalten. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 AktG vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Die Westag AG ist seit dem 21. August 2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries AG, Düsseldorf. Die Broadview Industries AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Broadview Industries B.V., ’s-Hertogenbosch, Niederlande, die wiederum zur HAL-Gruppe gehört. Die Muttergesellschaft der HAL-Gruppe ist die HAL Trust, Hamilton, Bermuda.

Am 21.08.2018 teilte die Broadview Industries AG mit, dass sie zu dem Zeitpunkt 83,4 % der Stimmrechte und 58,3 % des gesamten Grundkapitals der Westag AG halte. Nach dem Einzug der bisher von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien und der Herabsetzung des Grundkapitals hat sich dieser Anteil rechnerisch auf 66,1 % des gesamten Grundkapitals erhöht. Damit ist die Broadview Industries AG seit dem 21.08.2018 die Mehrheitsaktionärin der Westag AG. Eine entsprechende Stimmrechtsmitteilung der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, ist der Westag AG am 22.08.2018 zugegangen. Weitere meldepflichtige Änderungen des Bestands an Aktien der Westag AG sind seither nicht an uns ergangen.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind nicht vorhanden.

Zwischen der Broadview Industries AG einerseits und der Gesellschaft andererseits haben im Geschäftsjahr 2022 keine Rechtsgeschäfte stattgefunden. Zwischen der Westag AG und anderen verbundenen Unternehmen der HAL-Gruppe sind im Jahr 2022 Dienstleistungen und Warenlieferungen erfolgt, bei denen die Westag AG stets eine angemessene Gegenleistung erhalten hat.

Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht, § 312 AktG)

Der im Hinblick hierauf abgegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: „Unsere Gesellschaft, die Westag AG, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022 aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands; Satzungsänderungen

Die Mitglieder des Vorstands der Westag AG werden nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit § 4 der Satzung bestellt bzw. abberufen. Für Änderungen der Satzung der Gesellschaft sind die §§ 133 und 179 AktG maßgeblich.

Erwerb und Verwendung eigener Aktien

Im März 2022 hatte die Gesellschaft 275.778 Vorzugsaktien zu einem Preis von 27,50 € je Aktie erworben. Die somit vom Unternehmen gehaltenen Vorzugsaktien beliefen sich bis zu diesem Zeitpunkt auf 504.456 Stück. Am 05.04.2022 hat der Vorstand beschlossen, sämtliche von der Gesellschaft gehaltenen 504.456 Vorzugsaktien, die gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt wurden, einzuziehen und das Grundkapital herabzusetzen. Die Satzung wurde entsprechend neu gefasst. Die Eintragung der Satzungsänderung und der Änderung des Grundkapitals in das Handelsregister erfolgte am 28.04.2022. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 19.05.2022 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 18.05.2027 im Rahmen der Vorschriften des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien der Gesellschaft in Höhe von bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern und gegebenenfalls einzuziehen.# Der Vorstand der Westag AG hat am 18.11.2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und den Aktionären ein Angebot zum Erwerb von bis zu 454.010 Vorzugsaktien zu unterbreiten. Dies entspricht circa 10 % des gesamten Grundkapitals der Gesellschaft. Im Rahmen dieses am 18.11.2022 auf der Homepage der Gesellschaft und am 24.11.2022 im Bundesanzeiger veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Aktienrückkaufangebots der Westag AG hat die Gesellschaft 13.517 Vorzugsaktien zu einem Preis von 25,00 € je Aktie erworben. Diese eigenen Anteile wurden gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt und führten somit zu einem entsprechenden Rückgang.

Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen

Hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots bestehen bei der Gesellschaft keine Vereinbarungen. Vereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern, die für den Fall eines Übernahmeangebotes Entschädigungen vorsehen, existieren nicht. Über die vorstehenden Angaben hinausgehende, gemäß § 289a HGB anzugebende Umstände liegen nicht vor oder sind nicht bekannt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist unter verfügbar.

Rheda-Wiedenbrück, den 22.03.2023

Westag AG
Der Vorstand
Harald Pichler
Joris Beerman

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Kapitalflussrechnung

Eigenkapitalspiegel

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

BILANZEID FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

Anlagen zum Anhang

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

JAHRESABSCHLUSS DER WESTAG AG

BILANZ ZUM 31.12.2022

Aktiva Anhang 31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1 911 1.182
1. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 763 772
1.674 1.954
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 19.205 20.307
2. Technische Anlagen und Maschinen 17.841 20.697
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.633 12.840
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 974 1.467
49.653 55.311
51.327 57.265
B. Umlaufvermögen 2
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19.989 18.745
2. Unfertige Erzeugnisse 3.718 3.683
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 15.654 13.373
39.361 35.801
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.272 13.236
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.652 3.407
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.409 3.487
18.334 20.130
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 35.430 36.779
93.125 92.710
C. Rechnungsabgrenzungsposten 346 46
Bilanzsumme 144.798 150.021
Passiva Anhang 31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
A. Eigenkapital 3
I. Gezeichnetes Kapital
1. Stammaktien 7.322 7.322
2. Vorzugsaktien 4.301 5.592
Eigene Anteile –35 –585
11.588 12.329
II. Kapitalrücklage 24.367 24.367
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 596 596
2. Andere Gewinnrücklagen 44.948 56.729
45.544 57.325
IV. Bilanzgewinn 4.174 235
85.673 94.256
B. Sonderposten mit Rücklageanteil 4 106 116
C. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 27.466 25.998
2. Steuerrückstellungen 207 0
3. Sonstige Rückstellungen 17.097 16.690
44.770 42.688
D. Verbindlichkeiten 6
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 150 120
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.683 4.373
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.260 3.693
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.156 4.775
14.249 12.961
Bilanzsumme 144.798 150.021

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Anhang 2022 in T€ 2021 in T€
1. Umsatzerlöse 8 236.605 224.329
2. Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2.281 –1.626
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 362 170
239.248 222.873
4. Sonstige betriebliche Erträge 9 1.382 1.600
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren –122.576 –110.220
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen –13.197 –5.080
–135.773 –115.300
6. Personalaufwand 10
a) Löhne und Gehälter –57.418 –60.421
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung –13.515 –14.051
–70.933 –74.472
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –9.359 –9.813
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 –23.969 –27.395
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12 –619 –753
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 –195 251
11. Ergebnis nach Steuern –218 –3.009
12. Sonstige Steuern –241 –257
13. Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss –459 –3.266
14. Gewinnvortrag 33 0
15. Einstellung der Gewinnrücklage –33 0
16. Entnahme aus der Gewinnrücklage 4.633 3.501
17. Bilanzgewinn 4.174 235

2022 in T€ 2021 in T€
Jahresfehlbetrag –459 –3.266
(+) Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9.359 9.813
(+) Zunahme der langfristigen Rückstellungen 1.486 1.735
(=) Cash Earnings 10.367 8.282
(+) Zunahme der kurzfristigen Rückstellungen 407 117
(–) Verlust/ Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 10 –10
Zunahme/Abnahme des Working Capital
(–) davon: Zunahme Vorräte –3.560 –282
(–/+) davon: Zunahme/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.877 –2.136
(+) davon: Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.695 3.122
(+/–) Abnahme/Zunahme anderer Aktiva, soweit nicht aus der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit 1.778 –2.150
(–) Abnahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind –599 –16
(+) Zinsaufwendungen 132 191
(+/–) Ertragsteueraufwand/-ertrag 195 –251
(+/–) Ertragsteuererstattungen/-zahlungen 11 –821

KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme in den Geschäftsjahren 2022 und 2021. Bei der Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie des Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden die direkte und die indirekte Methode verwendet. Der in der Kapitalflussrechnung verwendete Finanzmittelbestand umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel.

(=) Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 10.337 13.023
(–) Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen –425 –265
(+) Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 9 89
(–) Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –3.014 –2.852
(–) Gezahlte Zinsen –132 –191
(=) Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.562 -3.219
(–) Erwerb eigener Aktien –7.922 –5.946
(–) Gezahlte Dividende –202 –1.846
(=) Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -8.123 -7.792
(+/–) Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds –1.348 2.012
(+) Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 36.779 34.766
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 35.430 36.779

EIGENKAPITALSPIEGEL

in T€ Gezeichnetes Kapital Stamm- und Vorzugsaktien Kapitalrücklage Gesetzliche Rücklage Andere Gewinn- rücklagen Bilanz- gewinn Gesamt
Stand 01.01.2021 13.272 –358 24.367 596 54.117 13.320
Jahresüberschuss –3.266
Kauf eigener Anteile –585
Kapitalherabsetzung 358
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen
Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen
Ausschüttung
Stand 31.12.2021 12.914 –585 24.367 596 56.730 235
Jahresfehlbetrag –459
Kauf eigener Anteile –741
Kapitalherabsetzung 1.291
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen
Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen
Ausschüttung
Stand 31.12.2022 11.623 –35 24.367 596 44.948 4.174

Vorbemerkungen

Die Westag AG ist ein Anbieter von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien mit Sitz im westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Die Aktiengesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Gütersloh unter der Nummer HRB 5565 eingetragen. Die Notierung der Aktien der Westag AG erfolgt seit dem 04.03.2019 im General Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie im amtlichen Handel der Düsseldorfer Börse. Die Westag AG wird in den Konzernabschluss der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, einbezo- gen. Die HAL Trust ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen der HAL-Gruppe aufstellt. Der Konzernabschluss ist unter www.halholding.com abrufbar. Die Broadview Industries B.V., ’s-Hertogenbosch, Nieder- lande, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen der Broadview- Gruppe auf. Der Konzernabschluss ist über die Internetseite der Kamer van Koophandel (KVK) unter www.kvk.nl abrufbar. Der Jahresabschluss der Westag AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktienrechts aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgt die Darstellung der Beträge in Tausend Euro (T€). Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten.# Allgemeine Erläuterungen zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss 2022 entspricht in seiner Darstellung und Gliederung den gesetzlichen Regelungen des HGB. Soweit notwendige Angaben nicht in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen worden sind, erfolgen diese Angaben im Anhang. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnungen

Forderungen, Verbindlichkeiten und geleistete Anzahlungen in fremder Währung werden nach § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Hierbei kommen die Nutzungsdauern von grundsätzlich 3 bis 8 Jahren, in drei Einzelfällen 10, 15 bzw. 20 Jahren, zum Ansatz.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen Materialaufwendungen zu Anschaffungskosten, Fertigungslöhne sowie anteilige Produktionsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen. Die Abschreibungen richten sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der linearen Abschreibungsmethode. Sie betragen für Fabrik-, Geschäfts- und Wohnbauten sowie andere Baulichkeiten überwiegend 10 bis 50 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen bis zu 20 Jahre, für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen überwiegend 2 bis 20 Jahre. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu 800 € werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden zu Herstellungskosten bewertet, die neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind, enthalten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. In notwendigem Umfang werden Abwertungen vorgenommen, die insbesondere den Risiken, die durch Überalterung, Qualitätsminderung und andere eingeschränkte Verwertungsmöglichkeiten gegeben sind, Rechnung tragen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert oder zum niedrigeren Tageswert am Bilanzstichtag angesetzt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden, soweit erforderlich, Abschreibungen bzw. Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Dem allgemeinen Wertminderungsrisiko wird durch eine entsprechende Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Flüssige Mittel

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Termingelder werden zum Nennwert bzw. bei Fremdwährungsguthaben zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten nur Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Eigene Anteile

Der Nennbetrag der eigenen Anteile wird in einer Vorspalte offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wird mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Sonderposten mit Rücklageanteil

Der Sonderposten mit Rücklageanteil enthält Rücklagen und Wertberichtigungen nach steuerlichen Vorschriften. Bei den Sonderposten mit Rücklageanteil handelt es sich ausschließlich um schon in den Vorjahren eingestellte Beträge.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB mit den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte durchschnittliche restlaufzeitadäquate Marktzinssatz der Deutschen Bundesbank der letzten 10 Jahre in Höhe von 1,78 % (Vorjahr: 1,86 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Rentensteigerung unverändert mit 2,0 % p. a. und die Einkommenssteigerung mit 0,0 % p. a. angenommen. In 2022 erfolgte einmalig eine Berücksichtigung einer pauschalen Rentenanpassung in Höhe von 8 % für den gesamten Rentnerbestand, um den Effekt der hohen Inflation für die nächsten zwei Rentenanpassungsstichtage abzumildern. Die vollständige Zuführung des Unterschiedsbetrages aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG erfolgte in den Vorjahren unter der Berücksichtigung des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB.

Übrige Rückstellungen

Jubiläumsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften des § 249 Abs. 1 HGB und des § 253 Abs. 1 und 2 HGB mit den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre der Deutschen Bundesbank in Höhe von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Einkommenssteigerung p. a. mit 2,0 % (Vorjahr: 1,5 %) und die Steigerung der SV-Beitragsbemessungsgrenzen p. a. mit 2,5 % (Vorjahr: 2,5 %) angenommen. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden zu dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend grundsätzlich mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der Deutschen Bundesbank der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern

Bei dem Ansatz der latenten Steuern werden die sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen in Handels- und Steuerbilanz ergebenden Differenzen mit einem Steuersatz von 30 % bewertet. Auf steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern in der Höhe bilanziert, wie sie künftig realisiert werden könnten, bewertet mit dem jeweilig anzuwendenden Steuersatz. Vom Wahlrecht der Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Vom Wahlrecht zum Ansatz der nach Verrechnung verbleibenden aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sind in den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

  1. Anlagevermögen
  2. Umlaufvermögen
    2.1 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

WEITERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DES JAHRESABSCHLUSSES

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 sind der Anlage zum Anhang zu entnehmen. Die Abgänge von Sachanlagen betreffen im Wesentlichen vollständig abgeschriebene Vermögenswerte. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren ausschließlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Das Grundkapital setzt sich ausschließlich aus Inhaberaktien zusammen.

3. Eigenkapital

3.1 Gezeichnetes Kapital

Anzahl 31.12.2022 in T€
Gezeichnetes Kapital (Inhaberaktien)
Stammaktien 2.860.000 7.322
Vorzugsaktien 1.680.107 4.301
Eigene Anteile –13.517 –35
Summe 4.526.590 11.588

Hinsichtlich der Rechte und Pflichten in Verbindung mit den verschiedenen Aktiengattungen sowie dem Rückkauf eigener Anteile verweisen wir auf die Angaben im Lagebericht gemäß § 289a HGB. Im März 2022 hatte die Gesellschaft weitere 275.778 Vorzugsaktien zu einem Preis von 27,50 € je Aktie erworben. Die somit vom Unternehmen gehaltenen Vorzugsaktien beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf 504.456 Stück. Am 05.04.2022 hat der Vorstand beschlossen, sämtliche von der Gesellschaft gehaltenen 504.456 Vorzugsaktien, die gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt wurden, einzuziehen und das Grundkapital herabzusetzen. Die Satzung wurde dementsprechend neu gefasst. Die Eintragung der Satzungsänderung und der Änderung des Grundkapitals in das Handelsregister erfolgte am 28.04.2022.

3.2 Gewinnrücklagen

in T€ Stand 01.01.2022 Entwicklung im Berichtsjahr Stand 31.12.2022
57.325 45.544
+ Einstellung in die Gewinnrücklagen 33
– Einzug und Herabsetzung eigene Anteile –1.291
– Verrechnung eigene Anteile im Bestand –5.890
– Entnahme aus den Gewinnrücklagen –4.633

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 19.05.2022 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 18.05.2027 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben, wobei auf die erworbenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen dürfen. Angesichts der guten Liquidität des Unternehmens hat der Vorstand der Westag AG am 18.11.2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und den Aktionären ein Angebot zum Erwerb von bis zu 454.010 Vorzugsaktien zu unterbreiten. Dies entspricht zum Zeitpunkt circa 10 % des gesamten Grundkapitals der Gesellschaft.# Im Rahmen dieses am 18.11.2022 auf der Homepage der Gesellschaft und am 24.11.2022 im Bundesanzeiger veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Aktienrückkaufangebots der Westag AG hat die Gesellschaft 13.517 Vorzugsaktien zu einem Preis von 25,00 € je Aktie erworben. Diese eigenen Anteile wurden gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt und führten somit zu einem entsprechenden Rückgang. Die am Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Anteile werden hinsichtlich des Nennbetrages in Höhe von 2,56 € je Stück mit dem gezeichneten Kapital und der übersteigende Betrag mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der Bestand der eigenen Aktien hat sich wie folgt entwickelt: Eigene Aktien dürfen auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19.05.2022 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden.

2022 2021
Bestand am 01.01. 228.678 Stück 139.944 Stück
Anzahl Käufe 289.295 Stück 228.678 Stück
Einzug und Kapitalherabsetzung –504.456 Stück –139.944 Stück
Bestand am 31.12. 13.517 Stück 228.678 Stück
Anteil am Grundkapital 0,3 % 4,5 %
Durchschnittlicher Erwerbspreis 27,38 €/Stück 26,00 €/Stück

Der Sonderposten mit Rücklageanteil wurde gemäß § 281 Abs. 1 HGB a. F. und § 273 i. V. m. § 247 Abs. 3 HGB a. F. gebildet. Durch den Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit durch das BilMoG ist die Möglichkeit, handelsrechtlich weitere Einstellungen in den Sonderposten vorzunehmen, ausgeschlossen. Die Westag AG führt in Anwendung der Übergangsvorschriften des BilMoG (Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB) die Werte des Sonderpostens mit Rücklageanteil unter Anwendung der für sie geltenden Vorschriften in der bis zum 28.05.2009 geltenden Fassung des HGB fort. Darin enthalten sind Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG. Aufgrund der Veränderung dieser Rücklagen bzw. Wertberichtigungen hat sich der Jahresüberschuss der AG um 10 T€ (Vorjahr: 9 T€) erhöht. Die entsprechende Ertragsteuerbelastung beträgt circa 30 %.

4. Sonderposten mit Rücklageanteil

2022 in T€ 2021 in T€
Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG 62 66
Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß Abschnitt 35 EStR 44 50
Summe 106 116

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 27.466 T€ (Vorjahr: 25.998 T€). Aus der Änderung des Rechnungszinssatzes sowie infolge der einmaligen Berücksichtigung einer pauschalen Rentenanpassung in Höhe von 8 % für den gesamten Rentnerbestand, um den Effekt der hohen Inflation für die nächsten zwei Rentenanpassungsstichtage abzumildern, ergibt sich eine Erhöhung der Pensionsrückstellung zum Bilanzstichtag 2022 in Höhe von 1.468 T€ (Vorjahr: 1.735 T€). Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertungsänderung hinsichtlich der Anwendung des 10-jährigen Durchschnittszinssatzes i. S. d. § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre im Geschäftsjahr 2022 1.604 T€ und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

5. Rückstellungen

5.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken in angemessenem Umfang Rechnung und enthalten:

5.2 Sonstige Rückstellungen

31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
Rückstellungen Kundenboni 7.910 8.395
Restrukturierung 1.794 711
Reklamationen und Gewährleistungen 1.466 1.061
Sonstige Personalverpflichtungen (Tantiemen und Prämien) 1.258 974
Jubiläumszuwendungen 1.191 942
Rückstellungen für Personalzeitsalden 686 1.154
Ausstehende Urlaubsverpflichtungen 466 591
Abfindungen 290 1.394
Übrige 2.036 1.468
Summe 17.097 16.690

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf:

6. Verbindlichkeiten

31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
Steuern 1.773 2.262
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 36 62

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

In Summe ergeben sich aktive latente Steuern i. H. v. 4.470 T€. Es wurde von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht Gebrauch gemacht und auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern verzichtet.

7. Latente Steuern

31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
Wertberichtigung Anlagevermögen
– Technische Anlagen –106 –179
– Andere Anlagen –31 –41
Pensionsrückstellungen 4.401 4.024
Bonusrückstellungen vergangene Jahre 25 21
Jubiläumsrückstellungen 81 60
Verlustvortrag GewSt 101 259
Summe 4.470 4.144

8. Umsatzerlöse

ERLÄUTERUNGEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Aufgliederung nach Regionen

2022 in T€ 2021 in T€
Inland 175.355 165.376
Ausland 61.250 58.953
Summe 236.605 224.329

Aufgliederung nach Produktbereichen

2022 in T€ 2021 in T€
Türen/Zargen 126.530 114.414
Oberflächen/Elemente 96.839 103.496
Energieerzeugung 12.696 6.085
Sonstige Umsatzerlöse des Zentralbereichs 540 334
Summe 236.605 224.329
2022 in T€ 2021 in T€
Periodenfremde Erträge 742 542
Sachbezüge 399 394
Versicherungserstattungen 82 157
Übrige Erträge 159 507
Summe 1.382 1.600

9. Sonstige betriebliche Erträge

Die periodenfremden Erträge beinhalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 742 T€ (Vorjahr: 542 T€), bei denen mit einem Mittelabfluss nicht mehr gerechnet wird. In den übrigen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen in Höhe von 15 T€ (Vorjahr: 220 T€), Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von 10 T€ (Vorjahr: 10 T€) sowie Fremdwährungserträge in Höhe von 33 T€ (Vorjahr: 194 T€) enthalten. Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 1.931 T€ (Vorjahr: 2.111 T€) und Restrukturierungs- und Abfindungsaufwendungen in Höhe von 2.474 T€. Die damit verbundenen Funktionen entfallen und werden nicht wieder besetzt.

10. Personalaufwand/ Mitarbeiter

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
2022
Angestellte 342
Gewerbliche Mitarbeiter 737
Auszubildende 38
Summe 1.117

13. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten im Wesentlichen einen Aufwand für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag 2022 in Höhe von 201 T€ (Vorjahr: Ertrag aus dem Verlustrücktrag für die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag in Höhe von 245 T€) und einen Aufwand für Gewerbesteuer 2022 in Höhe von 6 T€ (Vorjahr: Ertrag aus Gewerbesteuer aus dem Vorjahr in Höhe von 7 T€). Der Posten „Fremdreparaturen und Wartungen“ beinhaltet im Wesentlichen Aufwendungen für Reparaturmaßnahmen von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Maschinen i. H. v. 1.496 T€ (Vorjahr: 2.271 T€) und an Gebäuden i. H. v. 483 T€ (Vorjahr: 439 T€). In den IT- Kosten sind Miet- und Nutzungsgebühren i. H. v. 300 T€ (Vorjahr: 526 T€), EDV-Beratungskosten i. H. v. 475 T€ (Vorjahr: 1.205 T€) sowie EDV-Wartungskosten i. H. v. 876 T€ (Vorjahr: 866 T€) angefallen. Die übrigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Lieferpönale i. H. v. 430 T€ (Vorjahr: 1.422 T€), Versuchs- und Prüfkosten i. H. v. 73 T€ (Vorjahr: 102 T€) sowie Aufwendungen für Aufsichtsrat und Hauptversammlung i. H. v. 347 T€ (Vorjahr: 224 T€). Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung ergaben sich im Berichtszeitraum i. H. v. 7 T€ (Vorjahr: 4 T€).

11. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2022 in T€ 2021 in T€
Ausgangsfrachten 10.214 9.991
Fremdreparaturen und Wartungen 2.387 3.343
IT-Kosten 1.695 2.658
Rechts- und Beratungskosten 1.625 2.309
Versicherungen, Beiträge und Gebühren 1.470 1.417
Werbe- und Messekosten 837 1.405
Aufwendungen für Fremdlöhne 941 1.018
Miete, Pacht, Leasing 976 1.010
Übrige Aufwendungen 3.824 4.244
Summe 23.969 27.395

12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsaufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 475 T€ (Vorjahr: 548 T€) und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von 12 T€ (Vorjahr: 14 T€) enthalten.

14. Sonstige Angaben

14.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2022 in T€ 31.12.2021 in T€
Bestellobligo 19.917 23.964
Miet- und Pachtverpflichtungen 1.291 2.464
Summe 21.208 26.428

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen: Innerhalb der kommenden zwölf Monate sind aufgrund der bestehenden Verpflichtungen Zahlungen in Höhe von 20.503 T€ (Vorjahr: 24.733 T€) zu leisten. In den Miet- und Pachtverpflichtungen sind Aufwendungen für ein Erbbaurecht mit einer Restlaufzeit von 51 Jahren in Höhe von 762 T€ (Vorjahr: 515 T€) enthalten.

14.2 Organe der Gesellschaft

VORSTAND

  • Harald Pichler München Diplom-Wirtschaftsingenieur Vorstandsvorsitzender
  • Michael Engelen Buxtehude Diplom-Kaufmann Vorstand Finanzen (bis zum 31.05.2022)
  • Joris Beerman Apeldoorn Jurist Interim-Vorstandsmitglied (seit dem 01.06.2022)
  • Rainer Zumholte Marienfeld Industriekaufmann Vorstand Vertrieb (bis zum 31.03.2022)

Matthijs Schoten ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Arpa Industriale, S.p.A., Bra, Italien. Anne Schouten ist auch Vorsitzender im Aufsichtsrat der Atlas Professionals B.V., Hoofddorp, Niederlande, sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Van Wijnen Holding B.V., Baarn, Niederlande. Dr.-Ing. Herbert Müller ist auch Mitglied in folgenden Gremien:
* Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ewald Dörken AG, Herdecke
* Vorsitzender des Beirats der Ewald Dörken GmbH & Co. KG, Herdecke
* Mitglied des Beirats der egeplast international GmbH, Greven
* Mitglied des Beirats der Egeplast Werner Strumann GmbH & Co. KG, Greven
* Vorsitzender des Vorstands der Fördervereinigung des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen (ehrenamtlich)

AUFSICHTSRAT

  • Matthijs Schoten Vught, Niederlande CEO der Broadview Holding B.V., ’s-Hertogenbosch, Niederlande Vorsitzender
  • Dr.-Ing.# 14.3 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

14.4 Vergütung des Vorstands

2022 in T€ 2021 in T€
Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 56 56
Gesamtbezüge des Vorstands 1.177 1.922
Kurzfristig fällige Leistungen 1.233 1.978
Zuführung zur Rückstellung für langfristige Bonusrechte 150 64
Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene 3.976 3.874
Gesamtbezüge für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene 390 390

Das Vergütungssystem für den Vorstand der Westag AG zielt darauf ab, die Vorstandsmitglieder entsprechend ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereichen angemessen zu vergüten. Die Vergütung setzt sich aus fixen, in monatlich gleichen Raten zu zahlenden Geldbezüge sowie variablen Bestandteilen zusammen. Die festen Bestandteile richten sich nach der Aufgabe des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die variablen Bestandteile bestehen aus zwei Komponenten. Die eine ist eine jahresbezogene Komponente. Deren Höhe hängt von dem Grad der Erreichung der vom Aufsichtsrat der Gesellschaft für das jeweilige Geschäftsjahr für das jeweilige Vorstandsmitglied festgelegten Ziele ab. Die andere Komponente ist ein langfristiges variables Vergütungsprogramm (Long-term Bonus, LTB). Der LTB beruht auf der Erreichung von Leistungszielen, die auf dem Budget für einen Bemessungszeitraum von zwei bis vier Jahren basieren. Der LTB wird im Dezember des letzten Jahres des jeweiligen Bemessungszeitraums ausgezahlt. Nähere Informationen zur Vergütung des Vorstands können dem gesonderten Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG entnommen werden.

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder im Berichtsjahr 2022 betragen 1.177 T€. Es wurden 150 T€ als langfristige Bonusrückstellung zugeführt. Die Leistungen bei Vertragsbeendigung betragen 641 T€.

15. Corporate Governance Kodex

Die Westag AG hat die nach § 161 AktG notwendige Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Fassung vom 28.04.2022) abgegeben und den Aktionären als Teil der Erklärung zur Unternehmensführung über ihre Internetseite zugänglich gemacht.

16. Abschlussprüfer- honorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar teilt sich wie folgt auf:

2022 in T€ 2021 in T€
Abschlussprüfungsleistungen 331 201
davon für das Vorjahr 59 37
Sonstige Leistungen 0 14
Summe 331 215

17. Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinnes

Für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich ein Bilanzgewinn von 4.173.926,40 €, der sich wie folgt zusammensetzt:

in €
Bilanzgewinn zum 31.12.2021 234.706,20
Gezahlte Dividende im Jahr 2022 –201.612,84
Einstellung in die Gewinnrücklagen 33.093,36
Jahresfehlbetrag 2022 –459.080,08
Entnahme aus den Gewinnrücklagen 4.633.006,48
Bilanzgewinn 4.173.926,40

Wir schlagen der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

in €
Ausschüttung einer Dividende von 0,90 € je Stammaktie –2.574.000,00
Ausschüttung einer Dividende von 0,96 € je Vorzugsaktie –1.599.926,40
Gewinnvortrag 0,00

Bei den Aktien handelt es sich bei den Stammaktien um 2.860.000 Stück nennwertloser Stückaktien und bei den Vorzugsaktien um 1.680.107 Stück nennwertloser Stückaktien, von denen 13.517 Vorzugsaktien im eigenen Bestand sind. Für den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns wurde die Anzahl der Vorzugsaktien um die eigenen Anteile, die am Tag der Bilanzaufstellung gehalten werden (13.517), gekürzt. Durch Rückkäufe eigener Aktien kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 0,90 € je dividendenberechtigter Stammaktie bzw. 0,96 € je dividendenberechtigter Vorzugsaktie ein angepasster Vorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet.

18. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 hat die Westag AG bei jedem Rechtsgeschäft mit nahestehenden Unternehmen und Personen eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.

19. Ereignisse nach dem Abschluss- stichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden, liegen nicht vor.

Rheda-Wiedenbrück, den 22.03.2023
Westag AG
Der Vorstand
Harald Pichler
Joris Beerman

ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

Anschaffungs- und Herstellungskosten (in €)

01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte 7.128.990,49 425.275,31 0,00 9.043,75 7.563.309,55
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 771.755,45 0,00 0,00 –9.043,75 762.711,70
7.900.745,94 425.275,31 0,00 0,00 8.326.021,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 67.654.785,95 41.427,89 156.993,79 0,00 67.539.220,05
2. Technische Anlagen und Maschinen 134.660.021,65 302.325,63 2.012.174,93 854.206,09 133.804.378,44
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 99.674.179,78 1.685.064,97 1.718.580,95 623.832,89 100.264.496,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.466.508,23 985.468,82 0,00 –1.478.038,98 973.938,07
303.455.495,61 3.014.287,31 3.887.749,67 0,00 302.582.033,25
311.356.241,55 3.439.562,62 3.887.749,67 0,00 310.908.054,50

Abschreibungen (in €)

01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
5.947.122,70 705.150,06 0,00 0,00 6.652.272,76
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
762.711,70 771.755,45
5.947.122,70 705.150,06 0,00 0,00 6.652.272,76
47.347.544,21 1.125.123,89 138.642,79 0,00 48.334.025,31
113.962.574,65 4.012.728,72 2.012.174,93 0,00 115.963.128,44
86.834.061,29 3.515.649,14 1.718.186,95 0,00 88.631.523,48
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
248.144.180,15 8.653.501,75 3.869.004,67 0,00 252.928.677,23
254.091.302,85 9.358.651,81 3.869.004,67 0,00 259.580.949,99

Buchwerte (in €)

31.12.2022 31.12.2021
911.036,79 1.181.867,79
0,00 0,00
762.711,70 771.755,45
1.673.748,49 1.953.623,24
19.205.194,74 20.307.241,74
17.841.250,00 20.697.447,00
11.632.973,21 12.840.118,49
0,00 0,00
49.653.356,02 55.311.315,46
51.327.104,51 57.264.938,70