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Westag AG Management Reports 2021

Apr 14, 2022

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529900TODVLNUTNSYF94-2021-12-31 GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT Geschäftsmodell Die Westag AG stellt verarbeitete Holzprodukte und Oberflächenmaterialien her und ver- treibt sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei baut das Unternehmen auf sein Know-how im kundenorientierten Vertrieb, in der flexiblen Produktion und in seiner leistungsfähigen Logistik. Neben einem umfassenden Spektrum an einbaufertigen Erzeug- nissen wie Türen und Zargen sowie Küchenarbeitsflächen und Fensterbänke produziert und vertreibt die Gesellschaft auch Mineralwerkstoffe und dekorative Oberflächen. Über die angebotenen Standardprodukte hinaus werden auch konfektionierte Produkte angebo- ten, mit denen das Unternehmen auf den Bedarf seiner Kunden nach individuellen Lösungen eingeht. Die Produkte werden unter Verwendung moderner Technologien in den Produkt- bereichen Türen/Zargen und Oberflächen/Elemente hergestellt sowie teilweise von den Schwestergesellschaften bezogen. Für die Vermarktung der produzierten Produkte im Ausland nutzt das Unternehmen die gut ausgebauten Vertriebskanäle seiner Schwester- gesellschaften. Übergreifende Aufgaben wie zum Beispiel Einkauf, Finanzen, Instandhaltung und das Personalmanagement werden in einem zentralen Bereich gebündelt, der auch die Energieversorgung durch ein eigenes Biomassekraftwerk sicherstellt. Unternehmensstruktur Die Westag AG hat ihren Sitz am Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück und verfügt über ein Zweigwerk im etwa 15 Kilometer entfernten Wadersloh. Die Gesellschaft ist seit dem 21.08.2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande. Die Gesellschaft erstellt ihren Jahresabschluss und Lagebericht gemäß HGB. Steuerungssystem Die Westag AG verfügt über ein SAP-basiertes Management-Informationssystem, das die Grundlage für alle wichtigen Entscheidungen auf den verschiedenen Unternehmensebenen bildet. Auf Vorstandsebene erfolgt die Steuerung des Unternehmens im Wesentlichen auf Basis einer detaillierten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft. Dazu werden monatlich operative Kennzahlen, wie zum Beispiel Auftragseingang und -bestand, sowie Gewinn- und Verlustrechnungen und Bilanzen ana- lysiert. Weiterhin erfolgt die Analyse des Cashflows und wesentlicher Kennzahlen des Working Capital. Als bedeutsamste Leistungsindikatoren werden Umsatzerlöse, das um Sondereffekte bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern; ermittelt gemäß IFRS) sowie das handelsrechtliche Ergebnis vor Steuern monatlich bzw. quartals- weise betrachtet. Darüber hinaus werden daraus weitere Kennziffern wie zum Beispiel die LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 Umsatzrentabilität abgeleitet. Zusätzlich führt das Unternehmen Umsatz- und Margen- analysen auf Basis einer Produkt-Markt-Matrix durch. Diese Berichte und Analysen werden durch weitergehende Auswertungen aus den Bereichen Vertrieb, Fertigung, Instandhaltung, Einkauf, Personal und Finanzen ergänzt. In der monatlichen internen Berichterstattung werden die bedeutsamsten Leistungsindika- toren und weitere Kennzahlen dargestellt und erläutert. Bei Ergebnisveränderungen werden die einzelnen Ursachen wie zum Beispiel Preis- und Volumeneffekte analysiert und in ent- sprechende Maßnahmen zur Steuerung übergeleitet. Neben diesen ergebnisbasierten Analysen erfolgt auch eine detaillierte Analyse des Cashflows und der Liquiditätsentwicklung, indem zum Beispiel Vorrats- oder Forderungsreichweiten analysiert und aktiv gesteuert werden. Die aus dem internen Steuerungssystem resultierenden Erkenntnisse stellen die Grundlage für die laufende Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat dar. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Mit dem Jahr 2021 endete nun das zweite Jahr, in dem die Weltwirtschaft mit den Aus- wirkungen der Covid-19-Pandemie zu kämpfen hatte. Durch den Beginn des Einsatzes von Impfstoffen zur Eindämmung der Pandemie waren die Aussichten zu Jahresbeginn verhal- ten optimistisch. Lieferengpässe bei der Rohstoffversorgung und der Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise, die sich verstärkt im Frühjahr zeigten und während des Jahres weiter anstiegen, trübten den Optimismus sehr schnell wieder ein. Nach einer ersten Schätzung der Wachstumsrate für das Jahr 2021 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der europä- ischen Union um 5,3 % und konnte damit den Rückgang des Vorjahres nicht ausgleichen. Im Jahr 2021 lag die Inflationsrate in Deutschland laut dem statistischen Bundesamt im Durchschnitt bei 3,1 % (Vorjahr 0,5 %), was stark durch den Anstieg der Verbraucherpreise im 2. Halbjahr verursacht worden ist. Das war der stärkste Anstieg seit dem Jahr 1993 (4,5 %). Das statistische Bundesamt weist eine preisbereinigte Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Höhe von 2,9 % für Deutschland aus. Des Weiteren weist das Institut einen preis- bereinigten Anstieg im Baugewerbe von 1,6 % aus. Der Hochbau wuchs laut dem Haupt- verband der deutschen Bauindustrie im Jahre 2021 nominal um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr, was real (preisbereinigt) einem Rückgang von - 6,7 % entspricht. Der Wohnungs- bau stieg im Vergleich zu 2020 nominal um 1,3 %. Der öffentliche Hochbau hingegen sank um - 2,6 % nominal. Die deutsche Möbelindustrie rechnet für das Jahr 2021 mit einem Umsatz auf Vorjahres- niveau laut dem Verband der deutschen Möbelindustrie e.V. Die Küchenmöbelindustrie wird demnach durch ein starkes Auslandsgeschäft sowie ein gutes 1. Halbjahr im Inland leicht über dem Vorjahresumsatz auslaufen. Geschäftsverlauf Die Westag AG erwirtschaftete im Jahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 224,3 Mio. € und lag damit um 2,1 % unter dem Vorjahresumsatz (229,1 Mio. €). Dabei entwickelte sich der Umsatz in den einzelnen Produktbereichen unterschiedlich. Während der Produktbereich Türen/Zargen ein leichtes Umsatzplus erwirtschaftete, konnte der Produktbereich Ober- flächen/ Elemente nicht an die gute Vorjahresentwicklung anknüpfen. Dies beruhte im Wesentlichen auf strategiekonformen Absatzrückgängen bei niedrigmargigen Produkten/ Vertriebskanälen, die noch nicht durch margenstärkeres Geschäft ersetzt werden konnten. In Handel und Industrie entwickelte sich das Geschäft mit Oberflächen und Elementen ins- gesamt sehr positiv gegenüber dem Jahr 2020. Auch wurde die Produktion für Schwester- gesellschaften deutlich gesteigert. Der Inlandsumsatz der Westag AG verringerte sich im Berichtsjahr deutlich um 3,6 % gegenüber 2020 auf 165,4 Mio. €, was insbesondere auf den Umsatzrückgang bei niedrigmargigen Produkten im Produktbereich Oberflächen/ Elemente zurückzuführen ist. Erfreulich zeigte sich dagegen die positive Entwicklung im Export mit einem Umsatzanstieg auf 59,0 Mio. € (+ 2,2 % ggü. Vorjahr). Dementsprechend stieg die Exportquote auf 26,3 % (Vorjahr 25,2 %). Die dargestellte Entwicklung im Jahr 2021 hat dazu geführt, dass die mit dem letzten Jahresabschluss veröffentlichte Prognose eines leichten Anstiegs der Umsatzerlöse nicht erreicht wurde. Die Gesamtumsatzentwicklung stellte sich in den Geschäftsbereichen wie folgt dar: 30 2017 234,4 Mio. € 2018 233,2 Mio. € Oberflächen/ElementeTüren/Zargen Zentralbereich 103,3 125,4 4,5 2019 230,7 Mio. € 100,7 122,5 7,5 100,6 126,9 6,9 98,4 122.7 0 180 150 210 240 60 90 120 2020 229,1 Mio. € 107,7 114,0 7,4 2021 224,3 Mio. € 103,5 114,4 6,4 Umsatzentwicklung Mio. € Oberflächen/Elemente Die Umsatzerlöse des Produktbereichs Oberflächen/Elemente lagen im Jahr 2021 mit 103,5 Mio. € um 3,9 % unter dem Vorjahreswert, was insbesondere auf strategiekon- forme Absatzrückgänge bei niedrigmargigen Produkten/Vertriebskanälen zurückzuführen ist. In Handel und Industrie in der DACH-Region entwickelte sich der Umsatz sowohl mit eigenen Oberflächen und Elementen als auch mit den Produkten der Schwestergesellschaften sehr positiv. Im Export trug insbesondere die gestiegene Produktion von Arbeitsplatten und Elementen für Schwestergesellschaften zu einem erfreulichen Umsatzanstieg bei. Im Bereich der Schalungsplatten entwickelten sich die Sperrholzprodukte besser als im Vorjahr, während Span- und Tischlerplattenprodukte aufgrund der Rohstoffknappheit nicht an das Vorjahr anschließen konnten. Auch Industriebodenprodukte verzeichneten einen hohen Umsatzanstieg. Die Exportumsatzerlöse im gesamten Produktbereich stiegen gegenüber dem Vorjahr nochmal leicht auf 31,9 Mio. € (+ 0,6 % gegenüber Vorjahr). Die Exportquote stieg auf 30,8 % (Vorjahr 29,4 %). Türen/Zargen Der Produktbereich Türen/Zargen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 114,4 Mio. € und lag damit leicht über dem Wert des Vorjahres (114,0 Mio. €). Während Absatzrückgänge in niedrigmargigen Vertriebskanälen durch höhere Absätze in Export und Handel ausgeglichen wurden, verzögerte sich die weitere Optimierung des Produktmixes aufgrund der zeitlichen Verschiebung von Projekten im Nichtwohnungsbau. Die Exporterlöse stiegen im Berichtszeitraum um 4,2 % auf 27,1 Mio. €. Die Exportquote verbesserte sich von 22,8 % in 2020 auf 23,7 % in 2021. Zerntralbereich Die Umsatzerlöse im Zentralbereich verringerten sich im Jahr 2021 auf 6,4 Mio. €, was einem Rückgang um 13,7 % entspricht. Dies lag nahezu ausschließlich an der geänderten Nutzung der Leistung unserer Kraftwerksanlage, deren Stromerzeugnisse im Jahr 2021 anders als in den Vorjahren teilweise direkt verbraucht wurden. Nur der nicht von der Westag AG selbst benötigte Strom wurde gegen entsprechende Erlöse in das öffentliche Netz eingespeist. Diese geänderte Systematik führte zu einer entsprechenden Verringerung von Umsätzen und Kosten. Die sonstigen Umsätze stiegen um rund 0,1 Mio. € auf 0,3 Mio. €. Ertragslage Aufgrund der beschriebenen Absatzrückgänge und der signifikanten Preissteigerungen bei unseren Rohstoffen konnte die positive Entwicklung des bereinigten EBITDA gemäß IFRS des Vorjahres nicht fortgeführt werden. Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS / Ergebnis vor Steuern gemäß HGB Mio. € Das EBITDA 2017 ist abgeleitet aus dem jeweiligen Einzelabschluss ohne Bereinigungen. Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS Ergebnis vor Steuern gemäß HGB 20,0 15,0 10,0 5,0 -5,0 0,0 2017 2018 18,4 2019 7,8 18,5 3,7 15,5 8,2 20212020 17,5 3,8 10,3 -3,3 Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS Die operative Leistung des Unternehmens, die intern durch das bereinigte EBITDA gemäß IFRS gemessen wird, ist im Jahr 2021 deutlich gesunken. Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS belief sich auf 10,3 Mio. € und lag damit um 41,1 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert (Vorjahr 17,5 Mio. €). Der Rückgang des bereinigten EBITDA gemäß IFRS beruhte im Wesentlichen auf dem starken Anstieg der Rohstoffpreise. Zwar hat die Westag AG hierauf mit Erhöhungen der eigenen Absatzpreise reagiert, diese Maßnahmen wirken jedoch nur zeitversetzt, weil die Preisabsprachen mit den Kunden in der Regel einen längerfristigen Charakter haben. Weiterhin wirkten sich der strategiekonforme Absatzrückgang bei niedrigmargigen Produkten sowie teilweise höhere betriebliche Aufwendungen negativ auf die Ergebnisent - wicklung aus. So waren zum Beispiel Beratungs- und IT-Kosten aufgrund eingeleiteter Verbesserungsprojekte und Marketingkosten aufgrund des Dekorwechsels bei Oberflächen/ Elemente höher als im Vorjahr. Auch Kosten für Abfindungen überstiegen den Vorjahres- wert, während Vergünstigungen aus der Nutzung der Kurzarbeit im Jahr 2021 nahezu nicht mehr in Anspruch genommen wurden. Geringere Aufwendungen wurden dagegen zum Beispiel bei der Instandhaltung realisiert. Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS bestätigt somit die mit der Mitteilung zum 3. Quartal ausgegebene Prognose und liegt unter der mit dem letzten Jahresabschluss veröffentlichten Prognose eines leichten Anstiegs des bereinigten EBITDA gemäß IFRS. Material- und Personalquote Die Materialquote lag im Berichtsjahr mit 51,7 % um 2,0 Prozentpunkte über dem Vorjahres- wert, was vor allem auf die gestiegenen Materialeinstandspreise zurückzuführen ist. Mit 33,4 % lag die Personalquote im Jahr 2021 um 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Dies beruht unter anderem auf höheren Aufwendungen für Abfindungen und geringeren positiven Effekten aus der Inanspruchnahme von Kurzarbeit, wodurch die Personalkosten trotz einer gesunkenen Mitarbeiterzahl auf dem Vorjahresniveau verblieben sind. In Verbindung mit dem geringen Umsatz ergibt sich damit eine höhere Personalquote. Ergebnis vor Steuern gemäß HGB Analog zu dem bereinigten EBITDA gemäß IFRS reduzierte sich auch das Ergebnis vor Steuern gemäß HGB im Berichtsjahr deutlich auf - 3,3 Mio. € (Vorjahr 3,8 Mio. €). Überleitung vom Ergebnis vor Steuern gemäß HGB zum bereinigten EBITDA gemäß IFRS Als zentrale monatliche operative Steuerungsgröße nutzt die Gesellschaft intern das bereinigte EBITDA gemäß IFRS (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern). Diese Größe weist definitions-, bewertungs- und ausweisbedingte Unterschiede zum handelsrechtlichen Ergebnis vor Steuern auf, die im Folgenden dargestellt werden. Finanzlage Die Finanzlage des Unternehmens stellte sich im Berichtsjahr 2021 trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie sowie der schlechteren Rohstoffverfügbarkeit und steigenden Rohstoffpreise sehr solide dar. Der Cash- flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich im Wesentlichen durch die schlechtere Ertragslage der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Mio. € verringert, ist aber mit 13,0 Mio. € auch aufgrund der Reduzierung des Working Capital infolge rückläufiger Forde- rungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin erfreulich positiv. Im Rahmen der auf das notwendige Maß reduzierten Investitionspolitik wurden im Berichtsjahr Investitionen in Höhe von 3,1 Mio. € getätigt (Vorjahr 3,9 Mio. €). Der negative Cashflow aus der Finanzierungs- 2021 Mio.€ 2020 Mio.€ Ergebnis vor Steuern (EBT gemäß HGB) - 3,3 3,8 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2,0 0,7 Bewertungsunterschiede im Sachanlagevermögen 0,1 0,4 Ausweisunterschiede bei den Sonstigen Steuern - 0,3 - 0,2 Ergebnis vor Steuern gemäß IFRS - 1,5 4,7 Abschreibungen 10,6 10,7 Zinsergebnis 0,2 0,0 EBITDA gemäß IFRS 9,3 15,4 Sondereffekte Sonderabschreibung wegen Schließung eines Teilbereichs der Laminate- produktion 0,0 0,6 Restrukturierungsaufwendungen/Abfindungen 0,7 1,5 Abbruchkosten 0,3 0,0 Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS 10,3 17,5 Der wesentliche Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Steuern gemäß HGB und IFRS resultierte im Jahr 2021 aus Bewertungsunterschieden bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und Ausweisunterschieden bei den sonstigen Steuern. Die Unterschiede bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beruhen auf unterschiedlichen versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere bei den Zinssätzen. Zudem werden bewertungsbedingte Anpassungen im handelsrechtlichen Abschluss voll ergebniswirksam erfasst, während gemäß IFRS ein ergebnisneutraler Anteil bilanziert wird. Die Sondereffekte im Berichtsjahr 2021 in Höhe von 1,0 Mio. € bestanden im Wesent - lichen aus Aufwendungen für Restrukturierungen und Abfindungen, wobei Abfindungen nur dann als Sondereffekt ausgewiesen werden, wenn die damit verbundenen Funktionen entfallen und nicht wiederbesetzt werden. tätigkeit betraf mit - 8,0 Mio. € ein im Berichtsjahr vollzogenes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 5,9 Mio. € sowie die Dividendenzahlung an die Aktionäre für das Jahr 2020 in Höhe von 1,8 Mio. €. Trotz dieser umfangreichen Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit konnte ein Anstieg der liquiden Mittel um 2,0 Mio. € auf 36,8 Mio. € (Vorjahr 34,8 Mio. €) erreicht werden. Zur Absicherung der soliden Finanzlage bestehen Kontokorrentkreditlinien bei führenden Hausbanken in Höhe von insgesamt 11,0 Mio. € (Vorjahr 11,0 Mio. €), die zum Bilanzstichtag ungenutzt waren und von denen 10,0 Mio. € eine feste Laufzeit bis Mitte 2022 haben. Zum 31.12.2021 verzeichnete die Westag AG keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Darüber hinaus verfügte die Gesellschaft über Avalkreditlinien in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr 3,5 Mio. €). Vermögenslage Bilanzstruktur Mio. € Anlagevermögen Das Anlagevermögen der Gesellschaft verringerte sich im Berichtsjahr von 64,0 Mio. € auf 57,3 Mio. €, was auf die Fortführung der weiterhin zurückhaltenden Investitionstätigkeit zurückzuführen ist. Die Anlagenquote ist damit von 40,7 % auf 38,2 % gesunken. Den Investitionen in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr 3,9 Mio. €) standen Abschreibungen in Höhe von 9,8 Mio. € gegenüber (Vorjahr 11,4 Mio. €). Angesichts der Covid-19-Pandemie hat sich die Gesellschaft auch im Jahr 2021 auf einzelne Projekte sowie punktuelle Optimie- Umlaufvermögen Anlagevermögen Liquidität Eigenkapital Fr emdkapital 2021 150,0 63% 37% 2021 150,0 38% 62% 25% 2020 157,2 41% 59% 22% 2020 157,2 67% 33% rungen und notwendige Ersatzinvestitionen konzentriert. Größte Einzelinvestition war eine Bekantungsanlage im Werk Wadersloh über 0,2 Mio. €. Umlaufvermögen Das Umlaufvermögen hat sich leicht von 92,9 Mio. € auf 92,7 Mio. € reduziert. Während sich die sonstigen Vermögensgegenstände, Vorräte, liquiden Mittel und Forderungen gegen verbundene Unternehmen um insgesamt 7,4 Mio. € erhöht haben, verringerten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 7,6 Mio. €. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände um 2,4 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Steuerforde- rungen. Die um 2,1 Mio. € gestiegenen Vorräte sind hauptsächlich auf höhere RHB-Bestände zurückzuführen. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen beruht auf der höheren Geschäftstätigkeit mit Schwestergesellschaften, während der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wesentlichen stichtagsbedingt ist, aber auch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Geschäftstätigkeit am Jahresende reflektiert. Eigenkapital Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr von 105,3 Mio. € auf 94,3 Mio. € verringert. Grund für diese Veränderung waren das im November 2021 durchgeführte Aktienrückkaufprogramm, welches zu einer Reduzierung des Eigenkapitals in Höhe von 5,9 Mio. € geführt hat, der Jahres- fehlbetrag in Höhe von - 3,3 Mio. € sowie die Auszahlung der Dividende für das Jahr 2020 in Höhe von 1,8 Mio. €. Die Eigenkapitalquote beläuft sich damit auf 62,8 % gegenüber 67,0 % im Vorjahr, was eine weiterhin sehr solide Basis für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft darstellt. Fremdkapital Das Fremdkapital erhöhte sich im Berichtsjahr von 51,8 Mio. € auf 55,7 Mio. €, was haupt- sächlich auf den Anstieg der Verbindlichkeiten um 3,1 Mio. € beruhte, während die Rückstel- lungen insgesamt um 0,8 Mio. € gestiegen sind. Wesentlich für den Anstieg der Gesamtver- bindlichkeiten waren die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Zusammenhang mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit mit Schwesterunternehmen. Bei den Rückstellungen stand eine Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 1,7 Mio. € infolge des anhaltenden Niedrigzinsniveaus einer Reduzierung der Steuerrückstellungen um 1,1 Mio. € gegenüber, was aus dem niedrigeren Ergebnis resultiert. 71,2 Verwendung Nettowertschöpfung Mitarbeiter Aktionäre Staat Entstehung Abschreibungen Sonstiger Aufwand und Ertrag Materialaufwand Gesamtleistung Nettowertschöpfung 222,9 2021 2020 Finanzergebnis Mitarbeiter Unternehmen Aktionäre Staat Unternehmen 115,3 9,8 77,9 1,1 74,5 2021 71,2 0,2 1,8 0,0 -3,5 74,2 1,7 229,3 2020 25,8 77,9 113,9 11,4 0,6 0,8 25,5 Wertschöpfung Wertschöpfung Mio. € Die Gesamtleistung als Summe der Umsatzerlöse, der Bestandsveränderungen und der anderen aktivierten Eigenleistungen lag im Jahr 2021 mit 222,9 Mio. € spürbar unterhalb des Niveaus des Vorjahres (Vorjahr 229,3 Mio. €). Da eine entsprechende Reduzierung des Materialauf- wands aufgrund der Rohstoffpreissteigerungen nicht eingetreten ist, führte dies zu einer gleichlaufenden Reduzierung der Nettowertschöpfung von 77,9 Mio. € auf 71,2 Mio. €. Bei der Verwendung der Nettowertschöpfung entfielen 74,5 Mio. € auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, was nahezu auf dem Niveau des Vorjahres liegt (Vorjahr 74,2 Mio. €). Im Rahmen des diesjährigen Dividendenvorschlags beläuft sich der Anteil, der auf die Aktionäre entfällt, auf 0,2 Mio. € (Vorjahr 1,8 Mio. €). Der über Steuern abzuführende Anteil an der Nettowertschöpfung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf Null. Der nicht über die Nettowertschöpfung gedeckte Betrag der Verwendung wird aus den Gewinnrücklagen bedient. Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind innerhalb der Broadview-Gruppe im For- schungs- und Technologiezentrum „Nemho“, dem Next Material House gebündelt. Daneben ist ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit die kontinuierliche Qualitätssi- cherung und Sortimentsverbesserung. Neben dekorativen und den technischen Aspekten der Oberflächenentwicklung steht insbesondere die Weiterentwicklung montagefertiger Produkte im Vordergrund. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens Vor dem Hintergrund des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds mit den Auswirkungen der fortdauernden Covid-19-Pandemie, der teilweise knappen Verfügbarkeit von Rohstoffen und den stark steigenden Rohstoffpreisen ist der Vorstand mit dem operativen Geschäftsver- lauf noch zufrieden. Die Rohstoffknappheit hat die Produktion der Westag AG teilweise gestört, was einen negativen Effekt auf Absatz und Umsatz hatte. Noch stärker aber haben die Roh- stoffpreise das Ergebnis belastet. Trotz mehreren eigenen Preiserhöhungen konnte der negative Effekt aus den gestiegenen Rohstoffpreisen nicht vollständig kompensiert werden. Weiterhin haben strategiekonforme Absatzrückgänge bei niedrigmargigen Produkten im Jahr 2021 temporär Umsatz und Ergebnis belastet, die freigewordenen Kapazitäten stehen aber zukünftig für attraktiveres, höhermargiges Geschäfts zur Verfügung. Trotz dieser insgesamt schwierigen Umstände ist die Liquidität des Unternehmens im Jahr 2021 erneut gestiegen, obwohl darin bedeutende Mittelabflüsse für ein Aktienrückkaufprogramm verkraftet sind. Insgesamt ist die Westag AG mit ihrer Strategie und einer soliden finanziellen Basis gut für die Zukunft gerüstet. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die finanzielle Steuerung des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen auf Basis einer detaillier- ten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft, wie sie im Kapitel „Steuerungssystem“ dargestellt ist. Zum besseren Verständnis der Gesamt- entwicklung dienen zusätzlich nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Für die Westag AG zählen insbesondere die Arbeitssicherheit innerhalb des Unternehmens, der Gesundheitsschutz aller Beschäftigten sowie der Umweltschutz zu den wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikato- ren. Auch im Jahr 2021 spielten weiterhin die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie eine relevante Rolle. Arbeitssicherheit Als einen wesentlichen Leistungsindikator in Bezug auf die Arbeitnehmerbelange betrachtet die Westag AG die Arbeitssicherheit. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Unfälle zu vermeiden und Ausfalltage der Arbeitnehmer zu reduzieren. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 26 Unfälle dokumentiert (Vorjahr 36), von denen in 21 Fällen die Berufsgenossenschaft entsprechend informiert wurde (Vorjahr 28) wurde. Somit sind im Jahr 2021 auf 1 Mio. Arbeitsstunden 11,6 Unfälle angefallen (Vorjahr 15,4). Gesundheitsschutz/Covid-19-Pandemie Auch im Jahr 2021 hatte die Covid-19-Pandemie eine hohe Priorität. Die im Jahr 2020 einge- führten wöchentlichen Treffen der Task-Force, die den Verlauf der Pandemie kontinuierlich beobachtet und die Maßnahmen für das Unternehmen situationsbedingt anpasst, wurde verste- tigt. Unterstützt durch die betriebsinterne medizinische Fachangestellte wurde den Mitarbeiten- den so früh wie möglich ein Impfangebot gemacht. Durch präventive Maßnahmen, wie z.B. die automatische Temperaturmessung oder die Möglichkeit von Schnelltests im Betrieb, sowie durch das konsequente Handeln bei möglichen Verdachtsfällen, konnte die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich geschützt werden. Hinsichtlich des allgemeinen Krankenstandes hat sich die Situation im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Die Krankenquote stieg von 7,9 % im Jahr 2020 auf 8,4 % im Berichtsjahr, was auch auf die gestiegenen Abwesenheiten infolge von Covid-19-Erkrankungen zurückzuführen ist. Umweltmanagement Die Westag AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, entlang ihrer Wertschöpfungskette stets ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg, Schutz der Umwelt sowie gesellschaftlicher Verantwortung zu halten. Neben den wirtschaftlichen Belangen, die für die Westag AG und ihre nachhaltige Unternehmensentwicklung besonders wichtig sind, steht ebenso der schonen- de Umgang mit Natur und Umwelt im Vordergrund. Das Unternehmen misst dem verantwor- tungsvollen Verhalten gegenüber seiner Umwelt eine große Bedeutung bei. Deshalb steht bei der Westag AG nachhaltiges Wirtschaften im Vordergrund. Um Umweltschutz und Nachhaltigkeit ganzheitlich zu begegnen, hat das Unternehmen mit der Erstellung von Life-Cycle-Analysen begonnen. Hierdurch wird der Gesamteffekt der Produkte auf die Umwelt transparent, insbesondere hinsichtlich der resultierenden CO 2 -Emissionen, des Primärenergieverbrauchs und des Wasserverbrauchs. Da das Produktportfolio der Westag AG sehr heterogen ist, müssen die unterschiedlichen Produktlinien separat beurteilt werden. In den Jahren 2020 und 2021 wurden Life-Cycle-Analysen für drei von fünf Produktlinien durchge- führt. Die drei Analysen betreffen die Produktlinien Türen/Zargen, feste Oberflächen und Sperrholz/Schalung. Die zwei fehlenden Analysen der Produktlinien Laminate und geklebte Elemente werden im Geschäftsjahr 2022 durchgeführt. Auf dieser Basis können dann produkt- linienindividuell weitere konkrete Maßnahmen getroffen und Ziele definiert werden. Weitere Informationen zu den Themenfeldern „Umweltbelange“, „Arbeitnehmerbelange“, „Sozialbelange“, „Achtung der Menschenrechte“ sowie „Bekämpfung von Korruption und Bestechung“ sind in dem gesonderten nichtfinanziellen Bericht aufgeführt. Mitarbeiter Die Westag AG beschäftigte im Jahr 2021 durchschnittlich 1.197 Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter gegenüber 1.234 im Vorjahr. Die Reduzierung der Personalzahl ist dabei insbesondere auf Restrukturierungsmaßnahmen sowie Ruhestands- und Vorruhestandsregelungen zurückzuführen. In der Gesamtmitarbeiterzahl sind 45 Auszubildende enthalten (Vorjahr 51). Die Ausbildungsquote lag damit im Durchschnitt bei 3,7 % (Vorjahr 4,1 %). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belief sich im Geschäftsjahr auf 20 Jahre (Vorjahr 20 Jahre). Um Auslastungsspitzen innerhalb der Fertigung abzudecken, nutzt die Gesellschaft Personal- dienstleister. Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 5 Personen von Personaldienstleistern beschäftigt (Vorjahr 14), die nicht in den oben dargestellten Mitarbeiterzahlen enthalten sind. 1.200 1.500 900 600 300 Auszubildende Angestellte Gewerbliche Arbeitnehmer Gesamt 2017 2018 2019 2020 0 54 362 871 1.287 54 361 892 1.307 50 363 879 826 788 1.292 2021 51 357 1.234 45 365 1.197 Mitarbeiter PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Prognosebericht Konjunkturentwicklung Im 2. Halbjahr 2021 erlebten wir die 4. Corona Welle. Diese belastete den Aufschwung in Deutschland deutlich: Lieferengpässe bei Rohstoffen und massiv steigende Preise am Beschaffungsmarkt waren die Folge. Die Auswirkungen daraus werden noch das gesamte Jahr 2022 beeinflussen. Das IfW Kiel (Institut für Wirtschaft, Kiel) rechnet nach einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,9 % im Jahr 2021 mit nur noch 4,0 % für das Jahr 2022 (gegenüber der letzten Einschätzung im Herbst 2021 von 5,1 %). Dafür soll es im Jahr 2023 mit 3,3 % voraussichtlich einen höheren Anstieg gegenüber der bishe- rigen Prognose für 2023 geben (bislang 2,3 %). Die Inflationsrate soll in den Jahren 2022 und 2023 bei über 3 % liegen, das Haushaltsdefizit aufgrund einer Änderung der Regeln zur Schuldenbremse hoch bleiben. Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie sollten dank des immer größeren Impffortschrittes von Welle zu Welle abnehmen. Das IfW Kiel erwartet im 1. Quartal 2022 ein BIP von - 0,3 % und für die folgenden Quartale einen kräftigeren Aufschwung, vorausgesetzt die Auswirkungen der Pandemie schwächen sich ab. Ebenso reduziert das IfW Kiel die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022 auf 4,5 % (bislang 5,0 %). In diesen Zahlen haben die möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch keine Berücksichtigung gefunden. Der Zentralverband der deutschen Bauindustrie e.V. erwartet für 2022 eine Umsatzsteigerung von nominal 5,5 %, was bei einer erwarteten Preissteigerung von 4,0 % einen realen Zuwachs von 1,5 % entspricht. Von weiterhin guten Aussichten geht der Verband für den Wohnungsbau aus. Bis Ende September 2021 wurde ein Zuwachs von 5 % gegenüber dem Vorjahr für Wohnungsgenehmigungen verzeichnet. Inwieweit sich die Teileinstellung der Förderung des Staates für energieeffiziente Gebäude auswirken könnte, wird noch nicht berichtet. Auch das Ziel der Bundesregierung pro Jahr 400.000 Wohnungen zu errichten, wird von dem Verband kritisch gesehen. Dessen Einschätzung beläuft sich auf 320.000 Wohnungen für das Jahr 2022. Ausblick für die Westag AG Die Westag AG wird den eingeschlagenen Weg „Von Volumen zu Werthaltigkeit“ im Jahr 2022 konsequent fortsetzen. Dabei setzt das Unternehmen auf seine Stärken und führt diese mit der Positionierung als Anbieter von hochwertigen verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächen in der DACH-Region weiter fort. Der Ausblick für das Jahr 2022 stellt sich für die Westag AG zweigeteilt dar. Wie auch die Prognosen der Wirtschaftsinstitute geht Westag AG von einem verhaltenen Verlauf im 1. Quartal 2022 aus. Für die weiteren Quartale des Jahres 2022 sieht das Unternehmen grundsätzlich positive Entwicklungen – immer abhängig von den Auswirkungen der pandemischen Lage und des Krieges in der Ukraine. Mittelfristig wird unverändert ein Umsatz von 300 Mio. € und eine EBITDA-Marge von 10,0 % bis 12,0 % angestrebt. Die Entwicklung der Westag AG wird insbesondere durch die laufenden marktbezogenen Maßnahmen getragen, die sich weiterhin positiv auf das Unternehmen auswirken werden. So werden die Fortsetzung der Fokussierung auf margenstärkere Produkte („Von Volumen zu Werthaltigkeit“), der Absatz von Produkten der Schwestergesellschaften sowie der Vertrieb des hochwertigen Mineralwerkstoffs Getacore das Unternehmen wieder zu den erwarteten Ergebnissen führen. Außerdem geht die Westag AG davon aus, dass die Nutzung der Ver- triebskanäle der Schwestergesellschaften das Exportgeschäft des Produktbereichs Oberflä- chen/Elemente außerhalb der DACH-Region weiter ankurbeln wird. Auch im Jahr 2022 ist ein Ziel, die Produktionsabläufe in den Werken zu optimieren, um Produktivitätssteigerungen zu erzielen und entsprechend positive Entwicklungen für die Gesell schaft zu erreichen. Die Zusammenlegung von zuvor in den einzelnen Werken separat vorgehaltenen Organisationseinheiten zeigt bereits erste Erfolge. Die im Jahr 2021 begon nenen Projekte zur Verbesserung der Produktionsplanung und -steuerung sowie die Einführung eines Shop-Floor-Managements in der Fertigung werden im Jahr 2022 fortge- setzt und sich positiv auf die Lieferperformance und damit auch auf die Effizienz auswirken. Für das Jahr 2022 ist eine deutliche Steigerung der Investitionen gegenüber den Jahren 2020 und 2021 geplant. In den letzten zwei Jahren hat die Westag AG pandemiebedingt lediglich punktuelle Optimierungen der Fertigung sowie diverse Ersatzinvestitionen vorgenommen, da die Sicherung der Liquidität oberste Priorität besaß. Sollten sich die wirtschaftlichen Progno- sen für das Jahr 2022 bestätigen und die Liquidität es zulassen, wird das Investitionsvolumen im Jahr 2022 wieder wachsen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit werden zum einen in der Türenfertigung eine neue Verleimungsanlage für Deckplatten und zum anderen im Ele- mentewerk der Ersatz eines Doppelendprofilers für die Arbeitsplattenfertigung sein. Darüber hinaus wird die Gesellschaft in einen dampfgetriebenen Kompresser im Bereich der Kraft- Wärme-Kopplungsanlage (KWK) investieren, mit dem weitere Energieeinsparungen erreicht werden sollen. Flankiert werden diese Investitionen wie in der Vergangenheit durch erforder- liche Maßnahmen im Bereich des Arbeits- und Umweltschutzes. Für das Geschäftsjahr 2022 plant die Gesellschaft einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und des bereinigten EBITDA gemäß IFRS. Konkret werden Umsatzerlöse von über 240 Mio. € und ein bereinigtes EBITDA gemäß IFRS zwischen 12 und 14 Mio. € geplant. Lediglich das Ergebnis vor Steuern gemäß HGB wird aufgrund erwarteter Restrukturierungskosten den break-even noch nicht erreichen. Die Erwartung für das Jahr 2022 ist weiterhin von der Entwicklung der Covid-19-Pandemie abhängig und berücksichtigt noch nicht die möglichen negativen Effekte aus dem Krieg in der Ukraine. Die direkte Abhängigkeit der Westag AG von Russland oder der Ukraine ist sowohl auf der Absatz- als auch auf der Beschaffungsseite gering. Jedoch können die indirekten Effekte auf Seiten der Kunden und Lieferanten sowie die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen nicht abge- schätzt werden. Dies kann auch negative Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, die bis zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht im nennenswerten Umfang eingetreten sind. Chancenbericht Die Westag AG will sich mit der Aussage „Von Volumen zu Werthaltigkeit“ bewusst auf ihre Stärken fokussieren und die sich dadurch bietenden Chancen konsequent nutzen. Als ein in Deutschland produzierender Anbieter von hochwertigen verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien bewegt sich die Westag AG im Verbund mit ihren Schwester- gesellschaften in einer Branche, in der sie auf ihr Know-how im kundenorientierten Vertrieb, in der flexiblen Produktion und in der leistungsfähigen Logistik bauen kann. Solides finanzielles Fundament Die Westag AG verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 62,8 % und einer soliden Liquidität ohne Fremdfinanzierungen über die Sicherheit, den notwendigen Spielraum für zukünftige Entwicklungen zu haben. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lage, schnell und flexibel auf marktbedingte Veränderungen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen zur Gewinnung von zusätzlicher Liquidität einzuleiten. Innovation und Produktentwicklung Der Unternehmensverbund der Broadview-Gruppe ist die Basis für gemeinsame Produktin- novationen. Durch die Bündelung der Entwicklungsaktivitäten und die Nutzung der daraus resultierenden Ergebnisse ergeben sich Vorteile für alle Gesellschaften der Gruppe. Darüber hinaus arbeitet die Westag AG auch an der eigenen Entwicklung neuer Produkte, die unter anderem aus dem Einsatz der innovativen Oberflächenmaterialen von den Schwestergesell- schaften entstehen und sowohl bestehende als auch neue Kundensegmente ansprechen sollen. Unabhängigkeit Es bestehen keinerlei Bankverbindlichkeiten, wodurch die finanzielle Unabhängigkeit der Westag AG gesichert ist. Zudem kann durch die eigenen energetischen Anlagen der Strom- und Wärmebedarf an den Produktionsstandorten weitestgehend eigenständig gedeckt werden, was dem Unternehmen eine gewisse Unabhängigkeit verschafft. Produktvielfalt Das Produktprogramm der Westag AG ist sehr vielfältig. Ergänzt wird dieses Sortiment mit den hochwertigen Produkten der Schwestergesellschaften, deren Vermarktung die Westag AG in der DACH Region vornimmt. Auch entstehen durch die Produkte der Schwestergesell- schaften neue Möglichkeiten, diese mit den eigenen Produkten zu kombinieren. Daraus können neue Kunden und Märkte für das Unternehmen erschlossen werden. Optimierter Produktmix Durch die Umsetzung der Strategie margenschwache Produkte und Vertriebskanäle zu reduzieren bieten sich für die Westag AG Chancen im Hinblick auf die dadurch freiwer- denden Kapazitäten. Der Entfall von Produktionsengpässen bietet zusammen mit der Intensivierung und Fokussierung des Vertriebs die Möglichkeit, ein besseres Unternehmens- ergebnis zu erzielen. Die verstärkte Vermarktung von Produkten der Schwestergesell- schaften in der DACH-Region eröffnet darüber hinaus weitere Chancen für die Westag AG. Optimierte Marktbearbeitung Durch die konsequente Steuerung des Vertriebs auf Basis erzielbarer Margen eröffnen sich im Rahmen der Strategie „Von Volumen zu Werthaltigkeit“ weitere Chancen zur Ergebnis- verbesserung. Zusätzliches Potenzial bietet sich darüber hinaus durch die direkte Architekten - ansprache im Rahmen des Objektvertriebs. Konjunkturelle Chancen Das Jahr 2022 wird weiterhin durch die aktuelle Covid-19-Situation und die daraus resul- tierenden verhaltenen Prognosen beeinflusst. Bei einer sich langfristig positiv entwickeln- den Baukonjunktur bestehen aufgrund des vorhandenen Produktportfolios und der Vertriebsaktivitäten gute Chancen für eine Absatzsteigerung. Produktion und Logistik Durch die kontinuierliche Optimierung der Fertigungs- und Logistikprozesse bietet sich dem Unternehmen die Chance, besser an konjunkturellen Rahmenbedingungen zu partizi- pieren. Darüber hinaus bieten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie eine Optimierung der Produktionsplanung und -steuerung weitere Chancen zur Steigerung der Produktionskapazität. Beschaffung Durch die Optimierung und Automatisierung von Planungs- und Beschaffungsprozessen ergeben sich für Westag AG Chancen, noch erfolgreicher im Beschaffungsmarkt zu agie- ren. Dies betrifft zum einen die automatisierte Disposition der benötigten Rohstoffe und zum anderen die Nutzung von Preisspielräumen. Darüber hinaus können sich durch die gruppenweite Bündelung verschiedener Einkaufsaktivitäten Chancen aus einem höheren Einkaufsvolumen ergeben. Gesamtaussage zur Chancenlage Insgesamt eröffnen sich durch die dargestellten Chancen viele Möglichkeiten für die Westag AG, sich weiterhin positiv zu entwickeln. Wesentlich sind in diesem Zusammenhang die Maßnahmen, die im Rahmen der strategischen Neuausrichtung einge- leitet wurden und der Gesellschaft Potentiale für die weitere Entwicklung eröffnen. Wichtig sind darüber hinaus die weitere Digitalisierung von Prozessen sowie die Effizienzsteigerung in den Werken. Risikobericht Vorbemerkung Die Geschäftstätigkeit der Westag AG ist wie jedes unternehmerische Handeln auch mit Risiken verbunden. Die Risiken können sowohl aus eigenem Handeln resultieren als auch durch externe Faktoren hervorgerufen werden. Viele Risiken lassen sich durch geeignete Gegenmaßnahmen, durch Versicherungen oder andere Mittel begrenzen, sodass sie in ihren Auswirkungen beherrschbar bleiben. Aufgabe des Risikomanagements und -control- lings ist es daher, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und ihnen angemessen Rechnung zu tragen. Die Bewertung erfolgt insbesondere im Hinblick auf die Eintritts- wahrscheinlichkeit und die mögliche Schadenshöhe. Risiken werden regelmäßig in einer quartalsweise vorgenommenen Risikomeldung erfasst und berücksichtigt. Von der Art und dem Umfang des jeweiligen Risikos hängt ab, wie diesem begegnet wird. Das Risikomanagement der Westag AG versteht sich als ein nachvollziehbares, alle Aktivi- täten und Bereiche umfassendes Regelsystem. Durch definierte risikopolitische Grundsätze folgt es einem systematischen und fortlaufenden Regelprozess. Unabhängig von der quar- talsweisen Regelberichterstattung von Risiken besteht eine sofortige Meldepflicht durch die Risikoverantwortlichen bei materiellen Veränderungen von erfassten oder unerwarteten neuen Risiken ab einem Schadenserwartungswert auf Nettobasis in Höhe von 250 T€ bezogen auf das EBT. Durch die entsprechende Organisation, einschlägige Regelungen und ein systematisches Berichtswesen ist sichergestellt, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat zeitnah über ent- sprechende Risiken informiert werden, diese analysieren und frühzeitig angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen können. Das Risikomanagement der Westag AG unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungs- prozess. Das vom Vorstand ernannte Risikogremium überwacht das Risikomanagement- system, um die Erfüllung regulatorischer und interner Anforderungen sicherzustellen. Prozess- elemente Identifikation Kommunikation Steuerung und Überwachung Bewertung Prozesselemente Risikokategorie Eintrittswahr- scheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen Veränderung gegenüber Vorjahr Konjunkturelle und strategische Risiken möglich wesentlich  Absatzrisiken möglich moderat  Beschaffungsrisiken möglich wesentlich  Operative Risiken möglich wesentlich  Personalrisiken möglich moderat  Finanzrisiken möglich gering  IT Risiken möglich wesentlich  Rechts- und Compliance-Risiken unwahrscheinlich moderat   verringert  erhöht  unverändert Zusammenfassung der Risiken Das interdisziplinär besetzte Gremium besteht aus dem Vorstand, dem Risikomanager sowie Vertretern weiterer, bezüglich der Risikosituation relevanter Abteilungen und Bereiche. Das Gremium trifft sich mindestens quartalsweise. Quartalsweise wird ein Risikobericht an den Vorstand erstellt, der den Aufsichtsrat entsprechend regelmäßig informiert. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2021 das Risiko- früherkennungssystem der Westag AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen geprüft und festgestellt, dass das eingesetzte System die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Potentielle finanzielle Risiken werden bei der Westag AG mit deren Schadenserwartungswert auf Nettobasis nach EBT gemeldet. Die aktuell gültige Wesentlichkeitsgrenze zur Überleitung wesentlicher Einzelrisiken in die externe Darstellung der Risikolage im Rahmen der Lagebe- richterstattung beträgt 2,0 Mio. €. Die Risiken, die für die Westag AG von wesentlicher Bedeutung sind, werden nachfolgend zusammen mit den entsprechenden Maßnahmen des Risikomanagements dargestellt. Sondersituation im Jahr 2021 Im Rahmen der quartalsweisen Risikoerhebung wurde im Jahr 2021 das Risiko des volatilen Beschaffungsmarktes neu quantifiziert. Zum Jahresende wurde hier eine Schadenserwartung auf Nettobasis nach EBT in Höhe von 3,0 Mio.€ identifiziert. Das Risiko bezieht sich auf die aktuell reduzierte Verfügbarkeit von Rohstoffen auf dem Weltmarkt, z.B. Kraftpapier, Chemie, Stahl, Holz etc. Diese Situation hat seit der Covid-19-Pandemie sehr stark zuge- nommen. Um das Risiko zu mildern, wurden neue Lieferanten gesucht und qualifiziert bzw. sie befinden sich in der Qualifizierungsphase und es wurden weitere Lieferanten in die Betriebsausfallversicherung aufgenommen. Basisvereinbarungen mit Lieferanten über Kapazitätszusicherungen und verbesserte Forecasts des Vertriebes sollen das Risiko kalku- lierbarer machen. Risikokriterien in T€ auf Basis des Nettoschadenserwartungswertes: Sehr gering: 50 - < = 250 T€; Gering: 250 - < = 500 T€, Moderat: 500 - < =1.500 T€; Bedeutend: 1.500 - < = 3.000 T€; Wesentlich: 3.000 - < = 5.000 T€, Gravierend: > = 5.000 T€ Konjunkturelle und strategische Risiken Die Westag AG ist aufgrund ihrer Produkt- und Kundenstruktur maßgeblich von der Konjunktur in der Bau- und Möbelindustrie abhängig. Daher beobachtet und analysiert die Gesellschaft ständig die maßgebliche Konjunktur- und Branchenentwicklungen und rea- giert bei Bedarf entsprechend. Im Jahr 2022 wird neben den Auswirkungen der Covid-19- Pandemie und der Situation an den Rohstoffmärkten (Verfügbarkeit/Preise) insbesondere die weitere Entwicklung in der Ukraine einen wesentlichen Einfluss auf die konjunkturelle Lage haben. Absatzrisiken Absatzrisiken sind wie bei allen Wirtschaftsunternehmungen auch für die Westag AG von grundlegender Bedeutung. Diese werden maßgeblich von der Konjunktur in den Absatz- märkten, einem attraktiven Produktportfolio und der Wettbewerbssituation beeinflusst. Aufgrund der Diversifikation des Vertriebs ist die Gesellschaft weniger von der Entwicklung auf Einzelmärkten abhängig als viele andere Unternehmen. Dennoch spielen die konjunk- turellen Entwicklungen, die Akzeptanz der Produkte beim Kunden, die Durchsetzung eines angemessenen Verkaufspreises sowie die Lieferfähigkeit mit kurzen Lieferzeiten eine maß- gebliche Rolle. Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch die Optimierung des Produkt- portfolios, der laufenden Verbesserung der Produktions- und Logistikprozesse und durch eine gezielte Ansprache ihrer Kundengruppen, wie zum Beispiel durch eine Objektberatung zur Platzierung der Produkte bei Architekten und Planern. Auch unsere Ausstellung „Alte Fügerei“/F10 ermöglicht unseren Kunden eine neue Sichtweise auf die Einsatzmöglichkeiten unserer Produktvielfalt. Beschaffungsrisiken Die Risiken auf der Beschaffungsseite beziehen sich insbesondere auf die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung bestimmter Rohstoffe sowie deren Spezifikationen und Qualität. Gründe hierfür sind die Reduzierung von Produktionskapazitäten bei bestimmten Vorprodukten. Darüber hinaus sieht sich die Gesellschaft regelmäßig mit Preiserhöhungen bei den bezogenen Chemikalien, Papieren und Holzwerkstoffen konfrontiert. Dem Risiko einer nicht ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen in der benötigten Qualität wird durch die kontinuierliche Überprüfung und Ausweitung des Lieferantennetzwerks begeg- net, wobei der Einkaufsfokus zunehmend auf die internationalen Märkte ausgerichtet ist. Diese Ausweitung des Lieferantennetzwerks unterstützt das Unternehmen auch bei der Beherrschung des Preisrisikos, dem zusätzlich durch entsprechende Anpassungen der Verkaufspreise begegnet wird. Unerwarteten Spezifikationsänderungen und Mängeln bei Vorprodukten und Rohstoffen wird durch entsprechende vertragliche Regelungen, Waren- eingangsprüfungen und produktionsbegleitende Prüfungen begegnet. Unsere Kraft-Wärme- Kopplungsanlage ermöglicht es uns, flexibel auf Veränderungen des Energiemarkts zu rea- gieren. Operative Risiken Eine wesentliche Herausforderung im operativen Bereich ist es, die liefertermingerechte Herstellung der Produkte nach den vorgegebenen Qualitätsstandards mit einer möglichst guten Kostenstruktur zu gewährleisten. Die Gesellschaft befasst sich daher ständig mit der Verbesserung der bestehenden und der Entwicklung neuer Herstellungsverfahren, die bei entsprechender Eignung im Unternehmen implementiert werden. Dem Risiko von Produktions- ausfällen wird durch gründliche und vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am bestehenden Maschinenpark begegnet. Durch regelmäßige Modernisierungen werden die Anlagen auf einem aktuellen technischen Stand gehalten. Elementarschäden und der Ausfall besonders kritischer Anlagen sind zudem angemessen versichert. Begleitet werden diese Maßnahmen durch Brandschutz- und andere Vorsorgemaßnahmen sowie durch das nach DIN ISO 9001 zertifizierte Qualitätsmanagementsystem. Personalrisiken Die individuellen Fähigkeiten, die fachliche Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter- innen und Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Unternehmens. Der Verlust von Fach- und Führungskräften oder Engpässe bei der Besetzung offener Stellen sind somit auch für die Westag AG potenzielle Risiken. Dem Risiko, dass Personen, die für das Unternehmen gesucht werden, nicht oder nicht zu dem gewünschten Termin gewonnen werden können, wird durch entsprechende Qualifizierungen jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und rechtzeitige Nachfolgeregelungen entgegengewirkt. Aufgrund der abseh- baren demografischen Entwicklung sowie der Altersstruktur im Unternehmen, die durch eine hohe Zahl an älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt ist, wurden die Bestre- bungen intensiviert, Nachwuchskräfte bereits während der Ausbildung auf die Westag AG als interessanten Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Dieses erfolgt unter anderem im Rahmen von verstärkten Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen. Dem Risiko, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr den gestellten Anforderungen entsprechen, wird durch entsprechende Weiterbildungsangebote und Versetzungsmöglichkeiten im Unternehmen begegnet. Dem Risiko, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der verbesserten Situation am Arbeitsmarkt das Unternehmen verlassen (Austrittsrisiko), begegnet das Unternehmen mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Dies zeigt sich unter anderem an den in den Jahren 2020 und 2021 mit der IG Metall geschlossenen Haustarifverträgen. Diese führen zu einer besseren Transparenz und einer branchenüb- lichen Angleichung der Entgelte. Finanzrisiken Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote von 62,8 % sowie der vorhandenen Liquidität und Überziehungslinien werden derzeit keine Finanzierungsrisiken gesehen. Möglichen Devisen- kursänderungen außerhalb der Eurozone wird dadurch begegnet, dass fast ausschließlich in Euro fakturiert bzw. eingekauft wird. Ausfallrisiken können sich daraus ergeben, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkom- men. Diesem Risiko wird mit einem effektiven internen Forderungsmanagement sowie einer Absicherung der wesentlichen Kundenforderungen durch eine Warenkreditversicherung begegnet. Darüber hinaus werden Forderungen in Einzelfällen durch entsprechende Bürgschaften oder Garantien abgesichert. IT-Risiken IT-Risiken gewinnen zunehmend an Bedeutung. Betroffen hiervon sind der Ausfall von IT-Systemen, die IT-Infrastruktur, IT gesteuerte Produktionseinrichtungen oder Datenverluste, Datenmanipulation und nicht autorisierter Datenzugriff. Die Ursachen dieser Risiken sind vielfältig, sie können z.B. durch eingeschleuste Viren, Würmer, Trojaner oder Ransomware entstehen, oder durch veraltete oder neu eingeführte Software oder Systeme eintreten. Auch fallen sogenannte CEO-Scam- und Phishing-Versuche unter die IT-Risiken. Gegen- maßnahmen sind der Einsatz von redundanten Hardware- und Netzwerkkomponenten und eine Modernisierung der Infrastruktur, um für höchstmögliche Systemverfügbarkeit und höchste Sicherheit der Datenbestände zu sorgen. Datenverluste und -manipulation werden durch tägliche Sicherung relevanter Daten minimiert und Systemausfallzeiten durch den Einsatz entsprechend geschulter Teams so gut wie ausgeschlossen. Entsprechende Governance- und Monitoringprozesse unterstützen dabei, eintretende IT-Risiken zu erken- nen und sichernde Maßnahmen zu ergreifen. Dabei kommt der Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinsichtlich Cyber-Security-Risiken durch regelmäßige Awareness-Trainings eine hohe Bedeutung zu. Rechts- und Compliance Risiken Aufgrund der vielfältigen Geschäftstätigkeit können Rechts- und Compliance Risiken entstehen. Darunter fallen insbesondere Risiken die durch Rechtsverstöße, Klagen oder Rechtsverfahren oder aus einem bewussten oder unbewussten Fehlverhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen. Durch entsprechende Regelungen und Verantwortlichkeiten innerhalb des gesamten Unternehmens sowie durch entsprechende interne Kontrollen wird diesem Risiko begegnet. Auch besteht ein entsprechender Verhaltenskodex, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf mögliche Rechtsverstöße hinweist und der regelmäßig geschult wird. Die Westag AG verfügt zudem über ein exter- nes Hinweisgebersystem, das von Beschäftigten und Dritten zur Meldung erheblicher Rechts- verstöße genutzt werden kann, diese vertraulich aufnimmt und ihnen nachgeht. Gesamtaussage zur Risikolage Zusammenfassend wird darauf hingewiesen, dass die vorstehend dargestellten Risiken nach Einschätzung der Gesellschaft weder einzeln noch zusammen das Unternehmen in seiner Gesamtheit gefährden können. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtrisikolage aufgrund der Risiken insbesondere auf den Beschaffungsmärkten gestiegen. Weiterhin steht die Risikolage unter dem Einfluss der nicht absehbaren Auswirkungen der aktuellen Situation in der Ukraine und der weiterhin bestehenden Covid-19-Pandemie. Die Gesell- schaft beobachtet und beurteilt die Situation regelmäßig und ergreift - wenn möglich - frühzeitig risikominimierende Maßnahmen. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungs- legungsprozess ist es, eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und eine Übereinstimmung der Abschlüsse und Berichte mit den einschlägigen Vorschriften zu gewährleisten. Die eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf die einzelnen Verantwortungsbereiche klar strukturiert. Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess im Wesentlichen beteiligten beiden Abteilungen, Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling, sind bezüglich der Abschlusserstellung klar getrennt. Grundlegendes Instrument des Kontroll- und Risikomanagements ist ein SAP-gestütztes, planungsbasiertes Informationssystem, mit dessen Hilfe Abweichungen aller wesentlichen Unternehmenskennzahlen unmittelbar erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Auf dieser Basis ist das gesamte Management in den Prozess der Risikovermeidung bzw. -minimierung einbezogen. Der Rechnungslegungsprozess erfolgt auf Grundlage der SAP-Plattform und des dort installierten Berichtswesens sowie standardisierter IT-unterstützter Abläufe. Die daran beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen. Bei den wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessschritten wird das Vier-Augen-Prinzip durchgängig angewendet. Die verwendeten Systeme sind durch spezielle Sicherungen gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zugriffsberechtigungen werden funktionsbezogen vergeben. Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen sind geeignete Kontrollen unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Funktionstrennung implementiert. Neben automatischen Kontrollen auf der Ebene der IT-Systeme erfolgen analytische Prüfungen sowie manuelle Kontrollen einzelner Vorgänge. Neue Vorschriften sowie Änderungen der bestehenden Regelungen zur Rechnungslegung werden zeitnah auf ihre Auswirkungen analysiert und erforderlichenfalls zügig umgesetzt. Im Rahmen der Bilanzierung von langfristigen Personalrückstellungen und für die Bearbeitung steuerrechtlicher Fragestellungen werden externe Dienstleister beauftragt. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen, eine eindeutige Organisationsstruktur, geeignete Kontrollmechanismen sowie eine entsprechende personelle und materielle Ausstattung stellen einen effizienten Rechnungslegungsprozess sicher. Durch die vorhan- denen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, gegebenenfalls entdeckt und kor- rigiert werden. ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS DER WESTAG AG GEMÄSS §§ 175 ABSATZ 2, 176 AB-SATZ 1 AKTG ZU DEN ÜBERNAHMERELEVANTEN ANGABEN NACH § 289A HGB ZUM BILANZSTICH-TAG 31.12.2021 Gemäß § 176 Abs. 1 S. 1 AktG in Verbindung mit § 175 Abs. 2 AktG erstattet der Vorstand der Westag AG nachfolgend zum 31.12.2021 gesondert Bericht zu den übernahmerelevanten Angaben nach § 289a HGB. Angaben gemäß § 289a HGB Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Westag AG beträgt 12.914.081,28 €. Die insgesamt 5.044.563 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien sind aufgeteilt in 2.860.000 Stamm- und 2.184.563 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Von den Vorzugsaktien befinden sich 228.678 im eigenen Bestand. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 2,56 € je Aktie. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten – vorbehaltlich eines entspre- chenden Beschlusses der Hauptversammlung – aus dem jährlichen Bilanzgewinn eine Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie. Reicht der verteilbare Bilanzgewinn in einem Geschäftsjahr zur Zahlung der Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie nicht aus, so ist der Rückstand ohne Zinsen aus dem Bilanzgewinn der folgenden Geschäftsjahre in der Weise nachzuzahlen, dass die älteren Rückstände vor den jüngeren zu tilgen und die aus dem Gewinn eines Geschäftsjahres für diese zu zahlenden Vorzugsbeträge erst nach Tilgung sämtlicher Rückstände zu leisten sind. Nach Ausschüttung einer Dividende von 0,12 € auf die Stammaktien erhalten die Vorzugsaktionäre eine nicht nachzahlbare Mehr- dividende von 0,06 € je Vorzugsaktie. An einer weiteren Gewinnausschüttung nehmen Vorzugs- und Stammaktionäre im Verhältnis der anteiligen Beträge am Grundkapital gleichmäßig teil. Die Ausgabe weiterer Vorzugsaktien, die bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens den vorhandenen stimmrechtslosen Vorzugsaktien gleich- stehen oder vorgehen, bleibt vorbehalten. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abge- sehen von den in den §§ 140 und 141 AktG vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte. Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten Die Westag AG ist seit dem 21.08.2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries AG, Düsseldorf. Die Broadview Industries AG ist eine hundertprozentige Tochter- gesellschaft der Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande, die wiederum zur HAL-Gruppe gehört. Die Muttergesellschaft der HAL-Gruppe ist die HAL Trust, Hamilton, Bermuda. Am 21.08.2018 teilte die Broadview Industries AG mit, dass sie zu dem Zeitpunkt 83,4 % der Stimmrechte und 58,3 % des gesamten Grundkapitals der Westag AG halte. Nach dem Einzug der bisher von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien und der Herab- setzung des Grundkapitals hat sich dieser Anteil rechnerisch auf 66,1 % des gesamten Grundkapitals erhöht. Damit ist die Broadview Industries AG seit dem 21.08.2018 die Mehrheitsaktionärin der Westag AG. Eine entsprechende Stimmrechtsmitteilung der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, ist der Westag AG am 22.08.2018 zugegangen. Weitere meldepflichtige Änderungen des Bestands an Aktien der Westag AG sind seither nicht an uns ergangen. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind nicht vorhanden. Zwischen der Broadview Industries AG einerseits und der Gesellschaft haben im Geschäfts- jahr 2021 keine Rechtsgeschäfte stattgefunden. Zwischen der Westag AG und anderen verbundenen Unternehmen der HAL-Gruppe sind im Jahr 2021 Dienstleistungen und Warenlieferungen erfolgt, bei denen die Westag AG stets eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht, § 312 AktG) Der im Hinblick hierauf abgegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: „Unsere Gesellschaft, die Westag AG, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 01.01. bis 31.12.2021 aufge- führten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“ Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands; Satzungsänderungen Die Mitglieder des Vorstands der Westag AG werden nach den §§ 84, 85 AktG in Ver- bindung mit § 4 der Satzung bestellt bzw. abberufen. Für Änderungen der Satzung der Gesellschaft sind die §§ 133 und 179 AktG maßgeblich. Erwerb und Verwendung eigener Aktien Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 20.05.2021 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 19.05.2026 im Rahmen der Vorschriften des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien der Gesellschaft bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern und gegebenenfalls einzuziehen. Der Vorstand der Westag AG hat am 10.11.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats be- schlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und den Aktionären ein Angebot zum Erwerb von bis zu 504.456 Vorzugsaktien zu unterbreiten. Dies entspricht ca. 10 % des gesamten Grundkapitals der Gesellschaft. Im Rahmen dieses am 16.11.2021 im Bundesanzeiger und auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Aktienrückkaufangebots der Westag AG hat die Gesellschaft 228.678 Vorzugsaktien erworben. Diese eigenen Anteile wurden gemäß §272 Abs. 1a HGB mit dem Eigenkapital verrechnet. Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen Hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots bestehen bei der Gesellschaft keine Vereinbarungen. Vereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern, die für den Fall eines Übernahmeangebotes Entschädigungen vorsehen, existieren nicht. Über die vorstehenden Angaben hinausgehende, gemäß § 289a HGB anzugebende Umstände liegen nicht vor oder sind nicht bekannt. Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist unter verfügbar. Rheda-Wiedenbrück, den 23.03.2022 Westag AG Der Vorstand Harald Pichler Michael Engelen Rainer Zumholte Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Kapitalflussrechnung Eigenkapitalspiegel Anhang für das Geschäftsjahr 2021 BILANZEID FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 Anlagen zum Anhang Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers JAHRESABSCHLUSS DER WESTAG AG BILANZ ZUM 31.12.2021 Aktiva Anhang 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ A. Anlagevermögen 1 I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte 1.182 1.616 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Software 772 0 1.954 1.616 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 20.307 21.335 2. Technische Anlagen und Maschinen 20.697 24.481 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.840 15.397 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.467 1.211 55.311 62.424 57.265 64.040 B. Umlaufvermögen 2 I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.745 15.562 2. Unfertige Erzeugnisse 3.683 4.044 3. Fertige Erzeugnisse und Waren 13.373 14.059 35.801 33.665 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.236 20.788 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.407 2.551 3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.487 1.115 20.130 24.454 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 36.779 34.766 92.710 92.885 C. Rechnungsabgrenzungsposten 46 268 Bilanzsumme 150.021 157.193 Passiva Anhang 31.12.2021 in T€ 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ A. Eigenkapital 3 I. Gezeichnetes Kapital 1. Stammaktien 7.322 7.322 2. Vorzugsaktien 5.592 5.951 Eigene Anteile - 585 - 359 5.007 5.592 12.329 12.914 II. Kapitalrücklage 24.367 24.367 III. Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage 596 596 2. Andere Gewinnrücklagen 56.729 54.117 57.325 54.713 IV. Bilanzgewinn 235 13.320 94.256 105.314 B. Sonderposten mit Rücklageanteil 4 116 125 C. Rückstellungen 5 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 25.998 24.263 2. Steuerrückstellungen 0 1.071 3. Sonstige Rückstellungen 16.690 16.574 42.688 41.908 D. Verbindlichkeiten 6 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 120 72 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.373 4.158 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.693 786 4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.775 4.830 12.961 9.846 Bilanzsumme 150.021 157.193 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Anhang 2021 in T€ 2020 in T€ 1. Umsatzerlöse 8 224.329 229.134 2. Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen - 1.626 7 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 170 141 222.873 229.282 4. Sonstige betriebliche Erträge 9 1.600 2.471 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 110.220 - 106.830 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen - 5.080 - 7.112 - 115.300 - 113.942 6. Personalaufwand 10 a) Löhne und Gehälter - 60.421 - 60.480 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung - 14.051 - 13.640 - 74.472 - 74.120 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen - 9.813 - 11.373 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 - 27.395 - 27.889 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 6 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12 - 753 - 643 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 251 - 1.500 12. Ergebnis nach Steuern - 3.009 2.292 13. Sonstige Steuern - 257 - 242 14. Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss - 3.266 2.050 15. Gewinnvortrag 0 11.270 16. Entnahme aus der Gewinnrücklage 3.501 0 17. Bilanzgewinn 235 13.320 2021 in T€ 2020 in T€ Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss - 3.266 2.050 (+) Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9.813 11.373 (+) Zunahme der langfristigen Rückstellungen 1.735 716 (=) Cash Earnings 8.282 1 4.139 (+) Zunahme der kurzfristigen Rückstellungen 117 502 (-) Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens - 10 - 87 Zunahme/Abnahme des Working Capital (-/+) davon: Zunahme/Abnahme Vorräte (+) davon: Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+) davon: Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 2.136 6.695 3.122 780 3.994 303 (-/+) Zunahme/Abnahme anderer Aktiva, soweit nicht aus der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit - 2.150 8 (+/-) Zunahme/Abnahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 16 30 (+/-) Zinsaufwendungen/Zinserträge 191 - 6 (+/-) Ertragsteueraufwand/-ertrag - 251 1.500 (-) Ertragsteuerzahlungen - 821 - 249 KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme in den Geschäftsjahren 2021 und 2020. Bei der Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie des Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden die direkte und die indirekte Methode verwendet. Der in der Kapitalflussrechnung verwendete Finanzmittelbestand umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel. (=) Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 13.023 20.914 (-) Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen - 265 - 513 (+) Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 89 126 (-) Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen - 2.852 - 3.363 (-/+) Gezahlte/Erhaltene Zinsen - 191 6 (=) Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 3.219 - 3.744 (-) Erwerb eigener Aktien - 5.946 - 7.430 (-) Gezahlte Dividende - 1.846 - 3.250 (=) Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit - 7.792 - 10.680 (+/-) Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 2.012 6.490 (+) Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 34.766 28.276 Finanzmittelfonds am Ende der Periode 36.779 34.766 in T€ Gezeichnetes Kapital Kapital- rücklage Gesetzliche Rücklage Andere Gewinn- rücklagen Bilanz- gewinn Gesamt Stamm- und Vorzugsaktien Eigene Anteile Stand 01.01.2020 13.709 0 24.367 596 60.752 14.521 113.944 Jahresüberschuss 2.050 2.050 Kauf eigener Anteile - 794 - 2.776 - 3.570 Kapitalherabsetzung - 436 436 - 3.858 - 3.859 Dividende - 3.250 - 3.250 Stand 31.12.2020 13.272 - 358 24.367 596 54.117 13.320 105.314 Jahresfehlbetrag - 3.266 - 3.266 Kauf eigener Anteile - 585 - 5.360 - 5.945 Kapitalherabsetzung - 358 358 0 Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 11.474 - 11.474 0 Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen - 3.501 3.501 0 Dividende - 1.846 - 1.846 Stand 31.12.2021 12.914 - 585 24.367 596 56.730 235 94.257 EIGENKAPITALSPIEGEL in T€ Gezeichnetes Kapital Kapital- rücklage Gesetzliche Rücklage Andere Gewinn- rücklagen Bilanz- gewinn Gesamt Stamm- und Vorzugsaktien Eigene Anteile Stand 01.01.2020 13.709 0 24.367 596 60.752 14.521 113.944 Jahresüberschuss 2.050 2.050 Kauf eigener Anteile - 794 - 2.776 - 3.570 Kapitalherabsetzung - 436 436 - 3.858 - 3.859 Dividende - 3.250 - 3.250 Stand 31.12.2020 13.272 - 358 24.367 596 54.117 13.320 105.314 Jahresfehlbetrag - 3.266 - 3.266 Kauf eigener Anteile - 585 - 5.360 - 5.945 Kapitalherabsetzung - 358 358 0 Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 11.474 - 11.474 0 Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen - 3.501 3.501 0 Dividende - 1.846 - 1.846 Stand 31.12.2021 12.914 - 585 24.367 596 56.730 235 94.257 Vorbemerkungen Die Westag AG ist ein Anbieter von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien mit Sitz im westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Die Aktiengesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Gütersloh unter der Nummer HRB 5565 eingetragen. Die Notierung der Aktien der Westag AG erfolgt seit dem 04.03.2019 im General Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie im amtlichen Handel der Düsseldorfer Börse. Die Westag AG wird in den Konzernabschluss der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, einbezo- gen. Die HAL Trust ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen der HAL-Gruppe aufstellt. Der Konzernabschluss ist unter www.hal- holding.com abrufbar. Die Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen der Broadview-Gruppe auf. Der Konzernabschluss ist über die Internetseite der Kamer van Koophandel (KVK) unter abrufbar. Der Jahresabschluss der Westag AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktienrechts aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgt die Darstellung der Beträge in Tausend Euro (T€). Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten. Allgemeine Erläuterungen zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss 2021 entspricht in seiner Darstellung und Gliederung den gesetzlichen Regelungen des HGB. Soweit notwendige Angaben nicht in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen worden sind, erfolgen diese Angaben im Anhang. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnungen Forderungen, Verbindlichkeiten und geleistete Anzahlungen in fremder Währung werden nach § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abge- schrieben. Hierbei kommen die Nutzungsdauern von grundsätzlich 3 bis 8 Jahren, in drei Einzelfällen 10, 15 bzw. 20 Jahre, zum Ansatz. Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen umfassen Materialaufwendungen zu Anschaffungskosten, Fertigungslöhne sowie anteilige Produktionsgemeinkosten ein- schließlich Abschreibungen. Die Abschreibungen richten sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der linearen Abschreibungsmethode. Sie betragen für Fabrik-, Geschäfts- und Wohnbauten sowie andere Baulichkeiten überwiegend 20 bis 50 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen bis zu 15 Jahre, für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 3 bis 10 Jahre. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu 800,- € werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungs- kosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden zu Herstellungskosten bewertet, die neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind, enthalten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. In notwendigem Umfang werden Abwertungen vorgenommen, die insbesondere den Risiken, die durch Überalterung, Qualitätsminderung und andere eingeschränkte Verwertungsmöglichkeiten gegeben sind, Rechnung tragen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominal- wert oder zum niedrigeren Tageswert am Bilanzstichtag angesetzt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden, soweit erforderlich, Abschreibungen bzw. Einzel- wertberichtigungen vorgenommen. Dem allgemeinen Wertminderungsrisiko wird durch eine entsprechende Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Flüssige Mittel Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Termingelder werden zum Nennwert bzw. bei Fremdwährungsguthaben zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanz- stichtag angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten nur Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Eigene Anteile Der Nennbetrag der eigenen Anteile wird in einer Vorspalte offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungs - kosten der eigenen Anteile wird mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Ein den Nennbetrag übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös wird bis zur Höhe des mit den Gewinnrücklagen verrechneten Betrages dort eingestellt. Ein darüberhinausgehender Differenzbetrag führt zu einer Einstellung in die Kapitalrücklage. Sonderposten mit Rücklageanteil Der Sonderposten mit Rücklageanteil enthält Rücklagen und Wertberichtigungen nach steuerlichen Vorschriften. Bei den Sonderposten mit Rücklageanteil handelt es sich aus- schließlich um schon in den Vorjahren eingestellte Beträge. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach den „Heubeck- Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre in Höhe von 1,86 % (Vorjahr: 2,30 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Rentensteigerung unverändert mit 2,0 % p.a. und die Einkommenssteigerung mit 0,0 % p.a. angenommen. Die vollständige Zuführung des Unterschiedsbetrages aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG erfolgte in den Vorjahren unter der Berücksichtigung des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB. Übrige Rückstellungen Jubiläumsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften des § 249 Abs. 1 HGB und § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit- Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte Abzinsungszinssatz in Höhe von 1,35 % (Vorjahr: 1,60 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde wie im Vorjahr die erwartete Einkommenssteigerung mit 1,5 % p.a. und die Steigerung der SV-Beitragsbemessungsgrenzen mit 2,5 % p.a. angenommen. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden zu dem nach vernünftiger kauf- männischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlauf- zeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend grundsätzlich mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Latente Steuern Bei dem Ansatz der latenten Steuern werden die sich aus den unterschiedlichen Wert- ansätzen in Handels- und Steuerbilanz ergebenden Differenzen mit einem Steuersatz von 30 % bewertet. Auf steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern in der Höhe bilan- ziert, wie sie künftig realisiert werden könnten, bewertet mit dem jeweilig anzuwenden- den Steuersatz. Vom Wahlrecht der Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Vom Wahlrecht zum Ansatz der nach Verrechnung ver- bleibenden aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sind in den Zinsaufwendungen ausgewiesen. 1. Anlagevermögen 2. Umlaufvermögen 2.1 Forderungen und sonstige Vermö- gensgegenstände WEITERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DES JAHRESABSCHLUSSES ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 ist der Anlage zum Anhang zu entnehmen. Die Abgänge von Sachanlagen betreffen im Wesentlichen vollständig abgeschriebene Vermögenswerte. Die im Jahre 2020 außerplanmäßig abgeschriebenen Anlagen der Laminateproduktion wurden im Jahre 2021 abgebaut und entsorgt. Des Weiteren wurde das dazugehörige Gebäude abgerissen. Hieraus resultierte ein Verlust aus Anlagenabgängen von 31 T€. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr inner- halb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren ausschließlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Das Grundkapital setzt sich ausschließlich aus Inhaberaktien zusammen. 3. Eigenkapital 3.1 Gezeichnetes Kapital Anzahl 31.12.2021 in T€ Gezeichnetes Kapital (Inhaberaktien) Stammaktien 2.860.000 7.322 Vorzugsaktien 2.184.563 5.592 Eigene Anteile - 228.678 - 585 Summe 4.815.885 12.329 Hinsichtlich der Rechte und Pflichten in Verbindung mit den verschiedenen Aktiengattungen sowie dem Rückkauf eigener Anteile verweisen wir auf die Angaben im Lagebericht gemäß § 289a HGB. Am 12.03.2021 hat der Vorstand beschlossen, sämtliche von der Gesellschaft gehaltenen 139.944 Vorzugsaktien die gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt wurden, einzuziehen und das Grundkapital herabzusetzen. Die Satzung wurde dementspre- chend neu gefasst. Die Eintragung der Satzungsänderung und der Änderung des Grund- kapitals in das Handelsregister erfolgte am 17.04.2021. Das gezeichnete Kapital verringerte sich dadurch um 358.256,64 €. 3.2 Gewinnrücklagen in € Stand 01.01.2021 54.713 Entwicklung im Berichtsjahr + Einstellung in die Gewinnrücklagen 11.474 - Einzug und Herabsetzung eigene Anteile - 2.776 - Verrechnung eigene Anteile im Bestand - 2.585 - Entnahme aus den Gewinnrücklagen - 3.501 Stand 31.12.2021 57.325 Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 20.05.2021 hat die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 19.05.2026 gem. § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben, wobei auf die erworbenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen dürfen. Angesichts der guten Liquidität des Unternehmens hat der Vorstand der Westag AG am 10.11.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und den Aktionären ein Angebot zum Erwerb von bis zu 504.456 Vorzugsaktien zu unterbreiten. Dies entspricht zum Zeitpunkt ca. 10 % des gesamten Grundkapitals der Gesellschaft. Im Rahmen dieses am 16.11.2021 im Bundesanzeiger und auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Aktienrück- kaufangebots der Westag AG hat die Gesellschaft 228.678 Vorzugsaktien erworben. Diese eigenen Anteile wurden gemäß § 272 Abs. 1a HGB von dem Eigenkapital offen abgesetzt und führten somit zu einem entsprechenden Rückgang. Die am Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Anteile werden hinsichtlich des Nennbetrages in Höhe von € 2,56 je Stück mit dem gezeichneten Kapital und der übersteigende Betrag mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der Bestand der eigenen Aktien hat sich wie folgt entwickelt: Eigene Aktien dürfen auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 20.05.2021 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden. 2021 2020 Bestand am 01.01. 139.944 Stück 0 Stück Anzahl Käufe 228.678 Stück 310.371 Stück Einzug und Kapitalherabsetzung - 139.944 Stück - 170.427 Stück Bestand am 31.12. 228.678 Stück 139.944 Stück Anteil am Grundkapital 4,5 % 2,7 % Durchschnittlicher Erwerbspreis 26,00 €/Stück 23,94 €/Stück Der Sonderposten mit Rücklageanteil wurde gemäß § 281 Abs. 1 HGB a.F. und § 273 i.V.m. § 247 Abs. 3 HGB a.F. gebildet. Durch den Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit durch das BilMoG ist die Möglichkeit, handelsrechtlich weitere Einstellungen in den Sonderposten vorzunehmen, ausgeschlossen. Die Westag AG führt in Anwendung der Übergangsvorschriften des BilMoG (Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB) die Werte des Sonder- postens mit Rücklageanteil, unter Anwendung der für sie geltenden Vorschriften in der bis zum 28.05.2009 geltenden Fassung des HGB, fort. Darin enthalten sind Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG. Aufgrund der Veränderung dieser Rücklagen bzw. Wertberichtigungen hat sich der Jahresüberschuss der AG um 9 T€ (Vorjahr: 9 T€) erhöht. Die entsprechende Ertragssteuerbelastung beträgt ca. 30 %. 4. Sonderposten mit Rücklageanteil 2021 in T€ 2020 in T€ Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG 66 70 Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß Abschnitt 35 EStR 50 55 Summe 116 125 Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belaufen sich zum Bilanz- stichtag auf insgesamt 25.998 T€ (Vorjahr: 24.263 T€). Aus der Änderung des Rechnungs- zinssatzes zum Bilanzstichtag 2021 ergibt sich eine Erhöhung der Pensionsrückstellung in Höhe von 1.735 T€ (Vorjahr: 1.549 T€). Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertungsänderung hinsichtlich der Anwendung des 10-jährigen Durchschnittszinssatzes i.S.d. § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre im Geschäftsjahr 2021 2.399 T€ und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB einer Ausschüttungssperre. 5. Rückstellungen 5.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken in angemessenem Umfang Rechnung und enthalten: 5.2 Sonstige Rückstellungen 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ Rückstellungen Kundenboni 8.395 9.677 Abfindungen 1.394 585 Rückstellungen für Personalzeitsalden 1.154 1.254 Reklamationen und Gewährleistungen 1.061 926 Sonstige Personalverpflichtungen (Tantiemen und Prämien) 974 887 Jubiläumszuwendungen 942 911 Restrukturierung 711 928 Ausstehende Urlaubsverpflichtungen 591 526 Übrige 1.468 880 Summe 16.690 16.574 Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf: 6. Verbindlichkeiten 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ Steuern 2.262 2.327 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 62 57 Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen: In Summe ergeben sich aktive latente Steuern i.H.v. 4.144 T€. Es wurde von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht Gebrauch gemacht und auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern verzichtet. 7. Latente Steuern 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ Wertberichtigung Anlagevermögen - Technische Anlagen - Andere Anlagen - 179 - 41 - 251 - 56 Pensionsrückstellungen 4.024 3.493 Bonusrückstellungen vergangene Jahre 21 25 Jubiläumsrückstellungen 60 59 Verlustvortrag GewSt 259 0 Summe 4.144 3.270 8. Umsatzerlöse ERLÄUTERUNGEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Aufgliederung nach Regionen 2021 in T€ 2020 in T€ Inland 165.376 171.465 Ausland 58.953 57.669 Summe 224.329 229.134 Aufgliederung nach Produktbereichen 2021 in T€ 2020 in T€ Türen/Zargen 114.414 113.969 Oberflächen/Elemente 103.496 107.729 Energieerzeugung 6.085 7.189 Sonstige Umsatzerlöse des Zentralbereichs 334 247 Summe 224.329 229.134 2021 in T€ 2020 in T€ Periodenfremde Erträge 542 1.689 Sachbezüge 394 364 Versicherungserstattungen 157 275 Übrige Erträge 507 143 Summe 1.600 2.471 9. Sonstige betriebliche Erträge Die periodenfremden Erträge beinhalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 542 T€ (Vorjahr: 568 T€), bei denen mit einem Mittelabfluss nicht mehr gerech- net wird. In den übrigen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen in Höhe von 220 T€ (Vorjahr: 98 T€), Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von 10 T€ (Vorjahr: 10 T€) sowie Fremdwährungserträge in Höhe von 194 T€ (Vorjahr: 0 T€) enthalten. Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 2.111 T€ (Vorjahr: 1.978 T€). Im Zusammenhang mit der Schließung des Teilbereichs der Laminate- produktion sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 290 T€ entstanden, die in den Personalaufwendungen enthalten sind. 10. Personalaufwand/ Mitarbeiter Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 2021 in T€ 2020 in T€ Angestellte 365 357 Gewerbliche Mitarbeiter 787 826 Auszubildende 45 51 Summe 1.197 1.234 13. Steuern vom Einkommen und Ertrag Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten einen Ertrag aus dem Verlustrücktrag für die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag in Höhe von 245 T€ (Vorjahr: 805 T€ Aufwand für Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag) und einen Ertrag aus Gewerbesteuer aus dem Vorjahr in Höhe von 7 T€ (Vorjahr: 694 T€ Aufwand für Gewerbe- steuer). Der Posten „Fremdreparaturen und Wartungen“ beinhaltet im Wesentlichen Aufwendun- gen für Reparaturmaßnahmen von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Maschinen i.H.v. 2.271 T€ (Vorjahr: 2.626 T€), und an Gebäuden i.H.v. 439 T€ (Vorjahr: 616 T€). In den IT Kosten sind Miet- und Nutzungsgebühren i.H.v. 526 T€ (Vorjahr: 42 T€), EDV Beratungskosten i.H.v. 1.205 T€ (Vorjahr: 419 T€) sowie EDV-Wartungskosten i.H.v. 866 T€ (Vorjahr: 776 T€) angefallen. Die Aufwendungen für Fremdlöhne sind mit 103 T€ (Vorjahr: 445 T€) für Zeitarbeitnehmer im Fertigungsbereich entstanden. Die übrigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Lieferpönale i.H.v. 1.422 T€ (Vorjahr: 470 T€), Versuchs- und Prüfkosten i.H.v. 102 T€ (Vorjahr: 206 T€) sowie Aufwendungen für Aufsichts- rat und Hauptversammlung i.H.v. 224 T€ (Vorjahr: 170 T€). Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung ergeben sich im Berichtszeitraum i.H.v. 4 T€ (Vorjahr: 148 T€). 11. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2021 in T€ 2020 in T€ Ausgangsfrachten 9.991 11.450 Fremdreparaturen und Wartungen 3.343 3.735 IT Kosten 2.658 1.343 Rechts- und Beratungskosten 2.309 2.531 Versicherungen, Beiträge und Gebühren 1.417 1.516 Werbe- und Messekosten 1.405 1.195 Aufwendungen für Fremdlöhne 1.018 1.552 Miete, Pacht, Leasing 1.010 842 Übrige Aufwendungen 4.244 3.725 Summe 27.395 27.889 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsaufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 548 T€ (Vorjahr: 626 T€) und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von 14 T€ (Vorjahr: 17 T€) enthalten. 14. Sonstige Angaben 14.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 31.12.2021 in T€ 31.12.2020 in T€ Bestellobligo 794 346 Gaseinkaufsverträge 0 507 Miet- und Pachtverpflichtungen 2.464 1.720 Übrige finanzielle Verpflichtungen 0 27 Summe 3.258 2.600 Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen: Innerhalb der kommenden zwölf Monate sind aufgrund der bestehenden Verpflichtungen Zahlungen in Höhe von 1.564 T€ (Vorjahr: 1.374 T€) zu leisten. In den Miet- und Pachtverpflichtungen sind Aufwendungen für ein Erbbaurecht mit einer Restlaufzeit von 52 Jahren in Höhe von 515 T€ enthalten (Vorjahr: 525 T€). 14.2 Organe der Gesellschaft VORSTAND Harald Pichler München Diplom-Wirtschaftsingenieur Vorstandsvorsitzender (seit dem 01.01.2022) Michael Sindram Pforzheim Diplom-Kaufmann Vorstandsvorsitzender (bis zum 31.12.2021) Michael Engelen Buxtehude Diplom-Kaufmann Vorstand Finanzen Rainer Zumholte Marienfeld Industriekaufmann Vorstand Vertrieb Matthijs Schoten ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Arpa Industriale, S.p.A., Bra, Italien. Anne Schouten ist auch Vorsitzender im Aufsichtsrat der Atlas Professionals B.V., Hoofddorp, Niederlande. Dr.-Ing. Herbert Müller ist auch Mitglied in folgenden Gremien: - Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ewald Dörken AG, Herdecke - Vorsitzender des Beirats der Ewald Dörken GmbH & Co. KG, Herdecke - Mitglied des Beirats der egeplast international GmbH, Greven - Mitglied des Beirats der Egeplast Werner Strumann GmbH & Co. KG, Greven - Vorsitzender des Vorstands der Fördervereinigung des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen (ehrenamtlich) AUFSICHTSRAT Matthijs Schoten Vught, Niederlande CEO der Broadview Holding B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande Vorsitzender Dr.-Ing. Herbert Müller Heiligenhaus-Isenbügel Ingenieur Stellvertretender Vorsitzender Stefano Mion Sorbolo, Italien CEO der Arpa Industriale S.p.A., Bra, Italien Anne Schouten Baarn, Niederlande Selbstständiger Unternehmens- berater Dietmar Lewe Rietberg Industriemeister der Holzverarbeitung Betriebsratsvorsitzender Kevin Zehles Rheda-Wiedenbrück Holzbearbeitungsmechaniker Freigestelltes Betriebsratsmitglied *Vertreter der Arbeitnehmer 14.3 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands 14.4 Vergütung des Vorstands 2021 in T€ 2020 in T€ Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 56 54 Gesamtbezüge des Vorstands 1.922 1.426 Kurzfristige fällige Leistungen 1.978 1.480 Zuführung zur Rückstellung für langfristige Bonusrechte 64 360 Im Pensionsaufwand enthaltener Dienstzeitaufwand für Vorstandsmitglieder 0 21 Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 0 0 Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene 3.874 4.003 Gesamtbezüge für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene 390 398 Das Vergütungssystem für den Vorstand der Westag AG zielt darauf ab, die Vorstands- mitglieder entsprechend ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereichen angemessen zu vergüten. Die Vergütung setzt sich aus fixen, in monatlich gleichen Raten zu zahlende Geldbezüge, sowie variablen Bestandteilen zusammen. Die festen Bestandteile richten sich nach der Aufgabe des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die variablen Bestandteile bestehen aus zwei Komponenten. Die eine ist eine jahresbezogene Komponente. Deren Höhe hängt von dem Grad der Erreichung der vom Aufsichtsrat der Gesellschaft für das jeweilige Geschäftsjahr für das jeweilige Vorstandsmitglied festgelegten Ziele ab. Die andere Komponente ist ein langfristiges variables Vergütungsprogramm (Long-Term Incentive Program, LTIP). Dieses umfasst einen Bemessungszeitraum von drei bis fünf Jahren und basiert auf der mittelfristigen finanziellen Prognose zum Zeitpunkt des Teilnahmebeginns. In die Berechnung fließen u.a. der langfristig erwirtschaftete Cashflow, ein festgelegter Bonusprozentsatz und der erzielte Zielerreichungsgrad ein. Wesentliche Bedingung für die Auszahlung des LTIP ist die fortwährende Anstellung des Vorstandsmitglieds bis zum Ablauf der jeweiligen Bemessungsperiode. Nähere Informationen zur Vergütung des Vorstands können dem gesonderten Vergütungsbericht gemäß §162 AktG entnommen werden. Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder im Berichtsjahr 2021 betragen 1.922 T€. Es wurden 64 T€ als langfristige Bonusrückstellung zugeführt. Die Leistungen bei Vertragsbeendigung betragen 810 T€. Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich ein Bilanzgewinn von 234.706,20 €, der sich wie folgt zusammensetzt: Die sonstigen Leistungen betreffen eine Readiness-Analyse hinsichtlich der neuen Anforderungen an das Risikofrüherkennungssystem infolge des geänderten IDW PS 340 n.F. 17. Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinnes in € Bilanzgewinn zum 31.12.2020 13.320.132,11 Gezahlte Dividende im Jahr 2021 - 1.846.225,20 Einstellung in die Gewinnrücklagen - 11.473.906,91 Jahresfehlbetrag 2021 - 3.266.174,97 Entnahme aus den Gewinnrücklagen 3.500.881,17 Bilanzgewinn 234.706,20 15. Corporate Governance Kodex 16. Abschlussprüfer- honorar Die Westag AG hat die nach § 161 AktG notwendige Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Fassung vom 16.12.2019) abgegeben und den Aktionären als Teil der Erklärung zur Unternehmensführung über ihre Internetseite zugänglich gemacht. Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar teilt sich wie folgt auf: 2021 in T€ 2020 in T€ Abschlussprüfungsleistungen 201 169 davon für das Vorjahr 37 0 Andere Bestätigungsleistungen 0 1 Sonstige Leistungen 14 55 Summe 215 225 Wir schlagen der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: in € Ausschüttung einer Dividende von 0,00 € je Stammaktie 0,00 Ausschüttung einer Dividende von 0,12 € je Vorzugsaktie - 234.706,20 Gewinnvortrag 0,00 19. Ereignisse nach dem Abschluss- stichtag 18. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 hat die Westag AG bei jedem Rechtsgeschäft mit nahestehenden Unternehmen und Personen eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden. Der Vorstand hat am 18.02.2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 20.05.2021 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Dazu wurde allen Vorzugsaktionären ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot unterbreitet, welches auf den Erwerb von insgesamt bis zu 275.778 Vorzugs- aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 2,56 je Aktie (ISIN DE0007775231) beschränkt war. Das Angebot bezog sich nicht auf die Stammaktien der Gesellschaft (ISIN DE0007775207). Mit vollständiger Annahme des Rückkaufangebots wäre die Höchstgrenze der Ermächtigung vom 20.05.2021 in Höhe von 10 % des Grundkapitals erreicht. Die Annahmefrist endete am 18.03.2022. Der Krieg in der Ukraine wird möglichweise negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben, die bis zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht im nennenswerten Umfang eingetreten sind und zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden können. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden, liegen nicht vor. Rheda-Wiedenbrück, den 23.03.2022 Westag Aktiengesellschaft Der Vorstand Harald Pichler Michael Engelen Rainer Zumholte Bei den Aktien handelt es sich bei den Stammaktien um 2.860.000 Stück nennwertloser Stückaktien und bei den Vorzugsaktien um 2.184.563 Stück nennwertloser Stückaktien, von denen 228.678 Vorzugsaktien im eigenen Bestand sind. Für den Vorschlag des Bilanzgewinns wurde die Anzahl der Vorzugsaktien um die eigenen Anteile, die am Tag der Bilanzaufstellung gehalten werden (228.678), gekürzt. Durch Rückkäufe eigener Aktien kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien ver- ändern. In diesem Fall wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 0,00 € je dividendenberechtigter Stammaktie bzw. 0,12 € je dividendenberechtigter Vorzugsaktie ein angepasster Beschlussvorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet. ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN Anschaffungs- und Herstellungskosten (in €) 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021 I. Immaterielle Vermögensgegenswerte 1. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte 6.910.169,53 258.652,08 39.831,12 0,00 7.128.990,49 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Software 0,00 6.768,40 0,00 764.987,05 771.755,45 6.910.169,53 265.420,48 39.831,12 764.987,05 7.900.745,94 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten 67.620.928,88 27.595,31 123.429,96 129.691,72 67.654.785,95 2. Technische Anlagen und Maschinen 138.461.617,18 165.330,77 4.162.465,77 195.539,47 134.660.021,65 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 99.523.147,34 1.167.077,67 1.161.855,32 145.810,09 99.674.179,78 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.210.520,22 1.492.016,34 0,00 -1.236.028,33 1.466.508,23 306.816.213,62 2.852.020,09 5.447.751,05 - 764.987,05 303.455.495,61 313.726.383,15 3.117.440,57 5.487.582,17 0,00 311.356.241,55 ANLAGEN ZUM ANHANG Abschreibungen (in €) Buchwerte (in €) 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 5.294.062,74 692.891,08 39.831,12 0,00 5.947.122,70 1.181.869,79 1.616.106,79 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 771.755.45 0,00 5.294.062,74 692.891,08 39.831,12 0,00 5.947.122,70 1.953.623,24 1.616.106,79 46.286.318,14 1.153.838,03 92.611,96 0,00 47.347.544,21 20.307.241,74 21.334.610,74 113.980.208,18 4.138.422,24 4.156.055,77 0,00 113.962.574,65 20.697.447,00 24.481.409,00 84.126.052,83 3.827.486,78 1.119.478,32 0,00 86.834.061,29 12.840.118,49 15.397.094,51 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.466.508,23 1.210.520,22 244.392.579,15 9.119.747,05 5.368.146,05 0,00 248.144.180,15 55.311.315,46 62.423.634,47 249.686.641,89 9.812.638,13 5.407.977,17 0,00 254.091.302,85 57.268.938,70 64.039.741,26