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Westag AG — Interim / Quarterly Report 2020
Aug 27, 2020
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Interim / Quarterly Report
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Westag & Getalit AG
Rheda-Wiedenbrück
Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020
ZWISCHENLAGEBERICHT
Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020
Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse der Westag & Getalit AG haben sich im ersten Halbjahr 2020 um 4,3 % auf 112,7 Mio. € verringert (Vorjahr 117,8 Mio. €). Maßgeblich für diese Entwicklung sind die Auswirkungen der Covid-19-Krise im zweiten Quartal, die sich mit einem Umsatzrückgang von 10,5 % jedoch geringer als erwartet ausgewirkt haben. Während das Inlandsgeschäft im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang in Höhe von 2,0 % verzeichnete, waren die Exportmärkte deutlich stärker von der Krise betroffen. Insgesamt verringerten sich die Exportumsatzerlöse im Berichtszeitraum um 10,0 % von 30,9 Mio. € auf 27,8 Mio. €. Damit sank die Exportquote von 26,2 % auf 24,6 %.
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| Umsatzerlöse in T€ |
01.01. bis 30.06.2020 | 01.01. bis 30.06.2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Türen/Zargen | 55.239 | 62.909 | - 12,2 |
| Oberflächen/Elemente | 53.869 | 51.024 | + 5,6 |
| Zentralbereich | 3.627 | 3.822 | - 5,1 |
| Summe | 112.735 | 117.755 | - 4,3 |
In den beiden Produktbereichen wurde der Absatz durch die Covid19-Krise im zweiten Quartal 2020 gehemmt. Die Umsatzerlöse im Produktbereich Türen/Zargen verringerten sich im ersten Halbjahr 2020 deutlich von 62,9 Mio. € auf 55,2 Mio. €. Neben dem Covid-19-Effekt ist dies auch auf den geplanten Absatzrückgang bei margenschwächeren Produkten zurückzuführen, mit dem die Verbesserung des Produktmixes eingeleitet wurde. Der Produktbereich Oberflächen/Elemente entwickelte sich insbesondere aufgrund der neuen strategischen Ausrichtung weiterhin besser als im Vorjahresberichtszeitraum. Maßgeblich für den Umsatzanstieg um 5,6 % auf 53,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahr ist die Vermarktung der hochwertigen Oberflächenmaterialien der Schwestergesellschaften, wenngleich auch hier eine nachlassende Dynamik im 2. Quartal festzustellen war. Zusätzlich hat sich durch die anhaltende Schwäche der Automobilbranche das Geschäft mit Produkten für die Fahrzeugindustrie rückläufig entwickelt. Die Umsatzerlöse des Zentralbereichs verringerten sich im Berichtszeitraum von 3,8 Mio. € auf 3,6 Mio. €, was hauptsächlich auf einen Sonderertrag im Vorjahr zurückzuführen ist, der im Jahr 2020 nicht mehr anfiel.
Ertragslage
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| Ergebnisdaten in T€ |
01.01. bis 30.06.2020 | 01.01. bis 30.06.2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS | 9.619 | 9.304 | + 3,4 |
| Ergebnis vor Steuern gemäß HGB | 134 | 1.508 | - 91,1 |
| Periodenergebnis je Stammaktie in € | - 0,06 | 0,15 | - 140,0 |
| Periodenergebnis je Vorzugsaktie in € | 0,00 | 0,21 | - 100,0 |
Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS, welches die operative Leistung des Unternehmens dokumentiert, verbesserte sich im Berichtszeitraum um 3,4 % auf 9,6 Mio. €. Im zweiten Quartal 2020 wurde die grundsätzlich positive Entwicklung jedoch durch die Auswirkungen der Covid-19-Krise gehemmt. Die Verbesserung des bereinigten EBITDA gemäß IFRS beruhte trotz des Absatzrückgangs bei eigenen Produkten insbesondere auf geringeren Aufwendungen. Hierzu trugen die Einführung von Kurzarbeit seit dem 1. April 2020 sowie Einsparungen unter anderem bei Frachtkosten und Marketingaufwendungen bei. Gegenläufig wurde eine höhere unterjährige Abgrenzung für Urlaubsansprüche der Mitarbeiter sowie eine Rückstellung in Höhe von 1,1 Mio. € für Restrukturierungen im Zuge geplanter Anlagenstilllegungen gebildet. Die Materialquote lag mit 50,2 % aufgrund des Bezugs von Halb- und Fertigprodukten der Schwestergesellschaften trotz niedrigerer Materialeinstandspreise insgesamt über dem Vorjahreszeitraum. Die Personalquote belief sich bei einer verringerten Mitarbeiterzahl und Kurzarbeit nahezu konstant zum Vorjahr auf 33,6 %. Höhere Aufwendungen für Urlaubsansprüche und Restrukturierungen haben eine Verbesserung verhindert. Insgesamt hat sich das Ergebnis vor Steuern gemäß HGB im ersten Halbjahr auf 134 T€ (Vorjahr 1,5 Mio. €) verringert.
Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS
Zentrale interne Steuerungsgröße der Gesellschaft ist das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) gemäß IFRS. Diese Größe weist definitions-, bewertungs- und ausweisbedingte Unterschiede zum handelsrechtlichen Ergebnis vor Steuern auf, die im Folgenden dargestellt werden.
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| in T€ | 01.01. bis 30.06.2020 | 01.01. bis 30.06.2019 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT gemäß HGB) | 134 | 1.508 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 662 | 818 |
| Bewertungsunterschiede im Sachanlagevermögen | 428 | - 283 |
| Ergebnisauswirkung AKP | 0 | 490 |
| Sonstige Bewertungsunterschiede | - 115 | - 134 |
| Ergebnis vor Steuern (gemäß IFRS) | 1.109 | 2.399 |
| Abschreibungen | 5.140 | 5.448 |
| Sonstiges | - 2 | - 3 |
| EBITDA gemäß IFRS | 6.247 | 7.844 |
| Sondereffekte | ||
| Abgrenzung für Urlaubsansprüche und Jubiläumsverpflichtungen | 2.267 | 1.733 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 1.105 | 217 |
| Ergebnisauswirkung AKP | 0 | - 490 |
| Bereinigtes EBITDA gemäß IFRS | 9.619 | 9.304 |
Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Steuern gemäß HGB und IFRS resultiert aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen aufgrund der unterschiedlichen versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere der Zinssätze. Weitere Unterschiede ergeben sich insbesondere aus der Bewertung des Sachanlagevermögens und Erträgen aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH, Meiningen, im Vorjahr.
Nach Bereinigung der Restrukturierungsaufwendungen und der unterjährigen Abgrenzung für Urlaubsansprüche und Jubiläumsverpflichtungen der Mitarbeiter konnte im Berichtszeitraum ein bereinigtes EBITDA gemäß IFRS in Höhe von 9,6 Mio. € erzielt werden, welches die operative Leistung der Gesellschaft widerspiegelt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist im Wesentlichen auf die bereits beschriebenen geringeren Aufwendungen zurückzuführen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen im zweiten Quartal 2020 infolge der Covid-19-Krise ist es gelungen, die operative Ergebnisentwicklung auf Vorjahrsniveau zu halten.
Eigenkapital
Die bisher vom Unternehmen gehaltenen 170.427 Vorzugsaktien, die gemäß § 272 Abs. 1a HGB mit dem Eigenkapital verrechnet wurden, sind von der Gesellschaft mit Eintragung vom 30.06.2020 im Handelsregister eingezogen worden. Das gezeichnete Kapital verringerte sich dadurch um 436.293,12 €.
Mitarbeiter
Zum 30.06.2020 beschäftigte die Westag & Getalit AG im Durchschnitt 1.248 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.301).
Investitionen
Die Investitionen wurden aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Krise und zur Wahrung der Liquidität auf das dringend notwendige Maß reduziert und beliefen sich im Berichtszeitraum auf 1,6 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €). Bis auf Weiteres wird der Vorstand die Investitionen auf das notwendige Maß reduzieren.
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Ausblick
Die umfassenden Maßnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Covid-19-Krise werden nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, wie dem Ifo-Institut und dem IfW Kiel, zu einer Rezession im Jahr 2020 führen. Die deutsche Wirtschaft wird laut der Aktualisierung der ifo Konjunkturprognose im laufenden Jahr voraussichtlich um 6,7 % schrumpfen. Für die Bauwirtschaft geht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe in seiner aktuellen Prognose für das Jahr 2020 in einem optimistischen Szenario von einem stagnierenden Umsatzniveau gegenüber dem Vorjahr aus, was real einem Rückgang von 2 % entspräche. Bei einer schlechteren Entwicklung könne der Rückgang real auch bei bis zu -5 % liegen.
Am 30.03.2020 hatte die Gesellschaft bekanntgegeben, dass angesichts der Covid-19-Krise im Jahr 2020 Umsatzerlöse und ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA gemäß IFRS) sehr deutlich unter dem Vorjahr erwartet werden. Aufgrund der besser als erwarteten Entwicklung im zweiten Quartal 2020 geht die Gesellschaft nunmehr davon aus, dass der negative Effekt durch Covid-19 weniger signifikant als zunächst erwartet sein wird. Sollten die Covid-19-Auswirkungen in der zweiten Jahreshälfte so moderat wie bisher bleiben, erscheint sogar ein operatives Ergebnis nahe dem Vorjahresniveau erreichbar. Angesichts der hohen Unsicherheit über die Dauer und das Ausmaß der Krise sind die konkreten Auswirkungen auf die Gesellschaft jedoch weiterhin nicht absehbar und quantifizierbar, sodass die Erwartungen starken Schwankungen unterliegen können. Daher wird der Vorstand seine sehr umsichtige Ausgabenpolitik fortführen, um Ergebnis und Liquidität zu schützen. Hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern gemäß HGB bleibt weiterhin zu beachten, dass ein dem Buchgewinn aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH vergleichbarer Sondereffekt, der sich im Geschäftsjahr 2019 auswirkte, für das Jahr 2020 nicht erwartet wird.
Chancen und Risiken
Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten Einflüsse gelten die im Lagebericht 2019 beschriebenen wesentlichen Chancen und Risiken weiterhin.
BILANZ
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| Aktiva (in T€) | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 731 | 877 |
| Sachanlagen | 67.055 | 70.700 |
| Finanzanlagen | 0 | 0 |
| Anlagevermögen | 67.786 | 71.577 |
| Vorräte | 34.162 | 34.445 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 29.305 | 28.814 |
| Liquide Mittel | 33.970 | 28.276 |
| Umlaufvermögen | 97.437 | 91.535 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 239 | 124 |
| Bilanzsumme | 165.462 | 163.236 |
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| Passiva (in T€) | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 13.272 | 13.709 |
| Kapitalrücklage | 24.367 | 24.367 |
| Gewinnrücklagen | 57.490 | 61.347 |
| Bilanzgewinn | 14.333 | 14.521 |
| Eigenkapital | 109.462 | 113.944 |
| Sonderposten mit Rücklageanteil | 130 | 135 |
| Pensionsrückstellungen | 24.203 | 23.547 |
| Übrige Rückstellungen | 15.052 | 16.107 |
| Rückstellungen | 39.255 | 39.654 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 0 | 103 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7.702 | 4.641 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 503 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 8.410 | 4.759 |
| Verbindlichkeiten | 16.615 | 9.503 |
| Bilanzsumme | 165.462 | 163.236 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG AUF HALBJAHRESBASIS
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| in T€ | 01.01. bis 30.06.2020 | 01.01. bis 30.06.2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 112.735 | 117.755 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | - 483 | 1.863 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 50 | 236 |
| 112.302 | 119.854 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 400 | 499 |
| Materialaufwand | 56.339 | 58.099 |
| Personalaufwand | 37.691 | 40.395 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 5.435 | 5.095 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 12.787 | 14.922 |
| 450 | 1.842 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 5 | 7 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 321 | 341 |
| Ergebnis vor Steuern | 134 | 1.508 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 194 | 402 |
| Ergebnis nach Steuern | - 60 | 1.106 |
| Sonstige Steuern | 127 | 139 |
| Periodenergebnis | - 187 | 967 |
KAPITALFLUSSRECHNUNG
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| in T€ | 01.01. bis 30.06.2020 | 01.01. bis 30.06.2019 |
|---|---|---|
| Periodenergebnis | - 187 | 967 |
| Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 5.435 | 5.095 |
| Abnahme der Rückstellungen | - 881 | - 1.648 |
| Gewinn aus dem Abgang von Anlagevermögen | - 43 | - 2 |
| Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | - 310 | - 2.709 |
| Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 7.106 | 1.725 |
| Zinsaufwendungen/Zinserträge | 316 | 334 |
| Ertragsteueraufwand/-ertrag | 194 | 402 |
| Ertragsteuerzahlungen | - 45 | - 969 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 11.585 | - 3.195 |
| Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | - 58 | - 116 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 47 | 11 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | - 1.590 | - 2.916 |
| Erhaltene Zinsen | 5 | 7 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 1.596 | - 3.014 |
| Erwerb eigener Aktien | - 4.295 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | - 792 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | - 4.295 | - 792 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 5.694 | - 611 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 28.276 | 11.621 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 33.970 | 11.010 |
ERLÄUTERNDE ANGABEN ZUM HALBJAHRESFINANZBERICHT
Allgemeine Informationen
Der Halbjahresfinanzbericht der Westag & Getalit AG zum 30.06.2020 wurde unter Anwendung der entsprechenden Vorschriften des HGB aufgestellt.
Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten.
Am 15.04.2020 hat Herr Michael Sindram den Vorsitz des Vorstandes der Westag & Getalit AG übernommen, nachdem zuvor Herr Wilhelm Beckers sein Amt als Vorsitzender des Vorstandes zum 31.03.2020 auf eigenen Wunsch niedergelegt hatte. Aufsichtsrat und Management der Gesellschaft danken Herrn Beckers ganz herzlich für seinen langjährigen Einsatz und die unter seiner Führung erzielten Erfolge.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020 entspricht in seiner Darstellung und Gliederung der gesetzlichen Regelung des HGB. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Bei der Erstellung des Halbjahresfinanzberichts wendet das Management Schätzungen und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen Situation und voraussichtlichen künftigen Entwicklungen getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzwerten abweichen. Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen sowie die wichtigsten Quellen von Unsicherheiten sind unter Berücksichtigung der allgemeinen aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit und der intransparenten Lage der mittel- und langfristigen Folgen der COVID-19 Pandemie im Vergleich zum Jahresabschluss zum 31.12.2019 unverändert geblieben.
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen hat sich im ersten Halbjahr um 3,8 Mio. € aufgrund geringerer Investitionen, die bedingt durch die Auswirkungen der Covid-19-Krise und zur Wahrung der Liquidität auf das dringend notwendige Maß reduziert wurden und im Berichtszeitraum 1,6 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €) betrugen, auf 67,8 Mio. € verringert.
Vorräte
Für die Bewertung der Vorräte wurden notwendige Abwertungen für Überalterung, Qualitätsminderung und andere Verwertungsrisiken, die sich aus dem Grundsatz der vorsichtigen Bewertung ergeben, berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuererstattungsansprüche für das Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 214 T€.
Liquide Mittel
Die in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel beinhalten keine Wertpapiere. Zum 30.06.2020 besteht eine ungenutzte Kontokorrentkreditlinie in Höhe von 6,0 Mio. €.
Gezeichnetes Kapital
Das Gezeichnete Kapital der Westag & Getalit AG beträgt nach dem Einzug der 170.427 eigenen Anteile aus dem Aktienrückkauf 2020 und der erfolgten Kapitalherabsetzung insgesamt 13.272.337,92 €. Es ist eingeteilt in 5.184.507 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in 2.860.000 Stamm- und 2.324.507 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Nach dem Einzug der Aktien wurde die Herabsetzung des Grundkapitals am 30.06.2020 im Handelsregister eingetragen. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 2,56 € je Aktie.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und Berücksichtigung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet und belaufen sich zum 30. Juni 2020 auf insgesamt 24.203 T€ (31.12.2019: 23.547 T€). Der zugrunde gelegte Marktzinssatz in Höhe von 2,51 % (Vorjahr: 2,71 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Rentensteigerung unverändert mit 2,0 % p.a. und die Einkommenssteigerung mit 0,0 % p.a. angenommen. Aus der Änderung des Rechnungszinssatzes zum 30.06.2020 ergibt sich eine Erhöhung der Pensionsrückstellung in Höhe von 764 T€.
Übrige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken in angemessenem Umfang Rechnung und enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Kundenboni, Personalverpflichtungen sowie Reklamationen und Gewährleistungen.
Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 5.311 T€ (31.12.2019: T€ 2.371) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 38 T€ (31.12.2019: T€ 87) enthalten.
Bestellobligo
Am 30.06.2020 belief sich das Bestellobligo gegenüber Lieferanten auf 1.386 T€ (Vorjahr 2.116 T€).
Periodenergebnis je Aktie
Das Periodenergebnis je Aktie ergibt sich, indem sowohl für die Stamm- als auch für die Vorzugsaktien das auf die jeweilige Aktiengattung entfallende Periodenergebnis durch die durchschnittliche Anzahl der jeweiligen Aktien dividiert wird. Das Periodenergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung des Dividendenvorteils für die Vorzugsaktien auf die verschiedenen Aktiengattungen aufgeteilt.
Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Bezüglich der im Geschäftsbericht 2019 erläuterten Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen gab es keine Veränderungen. Zwischen der Westag & Getalit AG und anderen verbundenen Unternehmen der HAL-Gruppe sind bis zum 30.06.2020 Dienstleistungen und Warenlieferungen erfolgt, bei denen die Westag & Getalit AG stets eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Insgesamt wurden von den verbundenen Unternehmen Waren und Dienstleistungen im Wert von 7.447 T€ erworben und mit ihnen Umsätze im Wert von 1.597 T € getätigt.
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
Der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten liegt in der kontinuierlichen Qualitätssicherung und Produktverbesserung. Neben dekorativen Aspekten in der Oberflächenentwicklung stehen dabei auch die technischen Eigenschaften der Werkstoffe im Vordergrund. Zur weiteren Optimierung der Aktivitäten wurde mit dem Next-Material-House (Nehmo) eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung innerhalb der Broadview-Gruppe geschaffen, die die Nutzung der bestehenden Synergien bei der Produktentwicklung unterstützt.
Nachtragsbericht
Es haben sich keine berichtspflichtigen Vorgänge nach dem 30.06.2020 ergeben.
Prüfung
Der Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020 hat einer prüferischen Durchsicht gemäß IDW PS-900 durch den Abschlussprüfer unterlegen.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der vorliegende Halbjahresfinanzbericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Rheda-Wiedenbrück, den 27. August 2020
Westag & Getalit AG
*Der Vorstand
Michael Sindram*
Michael Engelen
Rainer Zumholte
BESCHEINIGUNG NACH PRÜFERISCHER DURCHSICHT
An die Westag & Getalit Aktiengesellschaft
Wir haben den verkürzten Zwischenabschluss – bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung sowie verkürztem Anhang – und den Zwischenlagebericht der Westag & Getalit Aktiengesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Zwischenabschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und des Zwischenlageberichts nach den für Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Zwischenabschluss und dem Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Zwischenabschlusses und des Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und der Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften oder dass der Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.
Bielefeld, den 27. August 2020
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
*Volker Voelcker
Wirtschaftsprüfer*
*ppa. Malte Diekmann
Wirtschaftsprüfer*