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Westag AG — Annual Report 2019
Apr 21, 2020
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Annual Report
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Westag & Getalit Aktiengesellschaft
Rheda-Wiedenbrück
Jahresabschluss für das Jahr 2019
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Sehr geehrte Damen und Herren,
im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 hat die Westag & Getalit AG die Weichen für die Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie gestellt. Am 19.02.2020 wurde die neue strategische Ausrichtung bekannt gegeben, mit der sich das Unternehmen für die Zukunft aufstellt. Die Westag & Getalit AG positioniert sich danach als führender Hersteller von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei auch der europaweite Export von Türen/Zargen und in den Baumarktsektor fortgeführt wird. Ein wichtiger Punkt ist die Realisierung von Synergien, die sich aus der Zusammenarbeit mit den anderen Gesellschaften der Unternehmensgruppe eröffnen. Ein anderer ist die Modernisierung des Unternehmens und die Konzentration auf die vorhandenen Stärken der Gesellschaft.
Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, dem Deutschen Corporate Governance Kodex, der Satzung und seiner Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Als Kontrollorgan hat er die Geschäftsführung des Vorstands überwacht und diesen bei seinen Tätigkeiten regelmäßig beratend unterstützt. Durch schriftliche und mündliche Berichte hat der Vorstand uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die verfolgten Strategien, die Planungen, die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, den Stand der Investitionen, die Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und die Entwicklung der Arbeitsunfälle sowie über bedeutsame einzelne Vorgänge und Maßnahmen informiert. Diese Berichte und Themen wurden in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich besprochen. Anders als in der Vergangenheit nahm das Thema Arbeitsschutz einen breiten Raum ein. Denn einerseits sind wir den Mitarbeitern des Unternehmens die Beachtung des Themas schuldig, andererseits zeigt die Erfahrung, dass Arbeitsunfälle häufig ein Indikator für Ineffizienzen sind. Es ist unser erklärtes Ziel, mithilfe der Maßgabe „null Unfälle“ auch damit indirekt verknüpfte Potenziale zu heben.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Der Aufsichtsratsvorsitzende und die übrigen Mitglieder haben auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch untereinander sowie mit dem Vorstand gestanden. Wesentliche Geschäftsvorgänge, für die die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben wir ausführlich erörtert und die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, lagen nicht vor.
Im Jahr 2019 gab es im Aufsichtsrat zwei personelle Veränderungen. Durch die Hauptversammlung am 17.05.2019 wurde Herr Anne Schouten neu in den Aufsichtsrat gewählt. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung verfügt Herr Schouten über umfangreiche Kenntnisse auf dem Gebiet des Handels mit Holz und Holzwerkstoffen. Herr Joris Beerman hat sein Amt als Aufsichtsratsmitglied mit Wirkung zum Ablauf des 30.09.2019 niedergelegt. Auf Antrag des Vorstands wurde mit Zustimmung der übrigen Aufsichtsratsmitglieder Herr Dr.-Ing. Herbert Müller durch Beschluss des Amtsgerichts Gütersloh vom 31.01.2020 mit sofortiger Wirkung zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Surteco Group SE und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ewald Dörken AG verfügt er über ausgezeichnete Kenntnisse in der für die Westag & Getalit AG bedeutsamen Branche der Oberflächentechnik. Wir freuen uns daher sehr, mit Herrn Dr. Müller einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet gefunden zu haben. Es ist vorgesehen, ihn der Hauptversammlung am 13.05.2020 zur Wahl als Aufsichtsratsmitglied vorzuschlagen.
SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat kam im Geschäftsjahr 2019 zu sechs ordentlichen Aufsichtsratssitzungen und einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung zusammen. An den Sitzungen nahmen jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teil, mit Ausnahme der Sitzung am 06.12.2019, an der Herr Schouten nicht teilnehmen konnte. Die Gespräche waren dabei stets durch eine offene, sachliche und konstruktive Atmosphäre gekennzeichnet.
In der Aufsichtsratssitzung am 15.03.2019 standen der Jahres- und Konzernabschluss 2018 der Westag & Getalit AG sowie die Beschlussfassung über den Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 im Mittelpunkt der Erörterungen. Im Anschluss an den Bericht des Vorstands über die aktuelle Geschäftsentwicklung und das Thema „Sicherheit – Gesundheit – Umwelt“ wurden verschiedene Einzelthemen besprochen.
In der Aufsichtsratssitzung am 16.05.2019 informierten wir uns über den Stand der Projekte zur Reduzierung der Arbeitsunfälle. Ferner befassten wir uns insbesondere mit den Projekten zur Steigerung der Umsätze im Bereich Oberflächen/Elemente sowie die weitere Zusammenarbeit mit der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH. Auch wurden die strategische Positionierung einzelner Produktbereiche diskutiert. Als neuer Finanzvorstand wurde Herr Michael Engelen mit Wirkung ab dem 01.06.2019 bestellt.
In der im Anschluss an die Hauptversammlung am 17.05.2019 abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wählte das Gremium Herrn Schoten erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herrn Beerman zu seinem Stellvertreter. Ferner beschlossen wir, den Prüfungsausschuss aufzulösen, da dessen Aufgaben zukünftig durch den gesamten Aufsichtsrat wahrgenommen werden sollten. Zum Vorsitzenden des Personal- sowie des Nominierungsausschusses wurde jeweils Herr Schoten gewählt. Weitere Mitglieder dieser Ausschüsse sind bzw. waren Herr Mion und bis zu seinem Ausscheiden Herr Beerman. Ferner wurde die Bildung eines Compliance-Ausschusses initiiert, welchem zunächst Herr Joris Beerman, Aufsichtsratssekretär der Westag & Getalit AG, und Herr Dietmar Lewe, Aufsichtsratsmitglied der Westag & Getalit AG, angehören. Dieses Gremium soll sich zunächst mit den Themen Sicherheit und Recht befassen. Dem in der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer wurde der entsprechende Prüfungsauftrag erteilt.
In der Aufsichtsratssitzung am 13.09.2019 stimmten wir dem Vorschlag des Vorstands zu, die Melaminharzimprägnierung zum 31.12.2019 einzustellen und die entsprechenden Produkte von einem externen Lieferanten zu beziehen. Ein weiterer wichtiger Punkt war die neue Festlegung der Vorstandsressorts. Die spartenbezogene Zuständigkeit wurde durch eine funktionale Organisation ersetzt. Ferner beschlossen wir den Verkauf der 49 %igen Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH zum Preis von 7,3 Mio. € zusammen mit einem fünfjährigen Liefervertrag, auf Basis dessen wir die Gesellschaft weiterhin beliefern werden. Ein weiterer Punkt war der Halbjahresfinanzbericht, über den der Vorstand ausführlich berichtete.
In der Aufsichtsratssitzung vom 29.10.2019 befassten wir uns standardmäßig mit dem Thema Arbeitssicherheit sowie der laufenden wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft. Im Vordergrund standen dabei die neue Organisation und Strategie des Vertriebs im Bereich Oberflächen/Elemente sowie die teilweise Verlagerung der Laminatproduktion auf Schwestergesellschaften.
Eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung hielten wir am 21.11.2019 ab. Der Vorstandsvorsitzende, Herr Wilhelm Beckers, hatte uns im Vorfeld darüber informiert, dass er sein Amt zum Ablauf des 31.03.2020 niederlegen wolle. Angesichts der langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit von Herrn Beckers als Vorstand und Leiter der Sparte Türen/Zargen haben wir dies mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, aber dem Wunsch von Herrn Beckers zur vorzeitigen Beendigung seines Vorstandsvertrages entsprochen. Wir bedanken uns bei Herrn Beckers für seine geleistete Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. In dieser Aufsichtsratssitzung befassten wir uns auch mit der Entwicklung der neuen strategischen Ausrichtung für die Gesellschaft.
Die letzte Aufsichtsratssitzung im Berichtsjahr fand am 06.12.2019 statt. In dieser befassten wir uns mit der Verbesserung des Arbeitsschutzes und dem Ergebnis der im Berichtsjahr hierzu durchgeführten Schulungsmaßnahmen. Weiter standen der Geschäftsverlauf und die initiierten Verbesserungen durch die Zusammenarbeit mit den Schwestergesellschaften im Vordergrund. Der bedeutsamste Punkt dieser Sitzung war die Diskussion der Unternehmensplanung für das Jahr 2020, in der bereits Elemente der neuen strategischen Ausrichtung für die Gesellschaft antizipiert wurden. In diesem Zusammenhang wurde die Entwicklung der neuen strategischen Ausrichtung weiter vertieft.
ARBEIT DER AUSSCHÜSSE
Der Nominierungsausschuss traf sich im Berichtsjahr einmal und schlug Herrn Anne Schouten zur Wahl als Aufsichtsratsmitglied in der Hauptversammlung am 17.05.2019 vor.
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses trafen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Sitzung am 15.03.2019. Darin befassten sie sich schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2018 und dem gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht 2018. Auf seiner Sitzung am 17.05.2019 beschloss der Aufsichtsrat die Auflösung dieses Ausschusses.
Die Mitglieder des Personalausschusses führten im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Ausscheiden des Finanzvorstands, Herrn Christopher Stenzel, und der Suche und Bestellung eines geeigneten Nachfolgers mehrere Telefonkonferenzen und Einzelbesprechungen durch. Als Ergebnis konnte Herr Michael Engelen mit Wirkung zum 01.06.2019 als neuer Finanzvorstand gewonnen werden. Weiter entsprachen wir dem Wunsch des Vorstandsvorsitzenden Herrn Wilhelm Beckers, sein Amt vorzeitig zum Ablauf des 31.03.2020 niederzulegen.
Der Compliance-Ausschuss traft sich im Berichtsjahr dreimal, um sich insbesondere über die Verbesserung der Arbeitssicherheit und die Implementierung der Unternehmensrichtlinien im Unternehmen zu informieren.
JAHRESABSCHLUSS
Der Vorstand hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 nach den Regeln des HGB aufgestellt. Darüber hinaus wurde ein Lagebericht erstellt.
Der von der ordentlichen Hauptversammlung am 17.05.2019 gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Bielefeld, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft.
Der Jahresabschluss nach HGB und der Lagebericht wurden mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Die Abschlussunterlagen, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, den gesonderten nichtfinanziellen Bericht, den Corporate Governance Bericht, den Vergütungsbericht als Teil des Lageberichts sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands haben wir rechtzeitig vor der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats erhalten. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 17.03.2020 wurden diese jeweils unter Teilnahme eines Vertreters des Abschlussprüfers ausführlich besprochen. Dieser berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung. Ferner informierte er über die Prüfung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Die Prüfungsberichte haben wir zustimmend zur Kenntnis genommen.
Den Jahresabschluss und den Lagebericht haben wir geprüft. Dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers haben wir uns aufgrund eigener Feststellungen angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Erklärung zur Unternehmensführung haben wir zugestimmt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands haben wir uns nach eigener Prüfung ebenfalls angeschlossen. Ebenso haben wir den gesonderten nichtfinanziellen Bericht 2019 geprüft und gebilligt. Ferner beschlossen wir den Bericht des Aufsichtsrats.
Den vom Vorstand aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat der Aufsichtsrat ebenfalls geprüft. Diese Prüfung sowie die Prüfung des Berichts durch den Abschlussprüfer haben zu keiner Beanstandung Anlass gegeben.
Der Bericht des Abschlussprüfers enthält folgenden Bestätigungsvermerk:
„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und
bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“
Auf Wunsch des Aufsichtsrats hat der Abschlussprüfer einen Schwerpunkt seiner Prüfung auf die Prüfung der Vollständigkeit von Beziehungen und Transaktionen mit nahestehenden Personen gelegt. Auch diese Prüfungshandlungen haben keine Benachteiligungen der Gesellschaft erkennen lassen.
Aufgrund des abschließenden Ergebnisses unserer Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen die Schlusserklärung des Vorstands zu dem Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für ihr starkes Engagement und ihre Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Rheda-Wiedenbrück, den 17. März 2020
Der Aufsichtsrat
M. Schoten, Vorsitzender
LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019
GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT
Geschäftsmodell
Die Westag & Getalit AG positioniert sich als Hersteller von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei baut das Unternehmen auf sein Know-how im Vertrieb, in der Produktion und in seiner leistungsfähigen Logistik. Neben einem umfassenden Spektrum an einbaufertigen Erzeugnissen wie Türen und Zargen sowie Küchenarbeitsflächen und Fensterbänken vertreibt die Gesellschaft auch Mineralwerkstoffe und dekorative Oberflächen. Dabei werden neben Standardprodukten auch konfektionierte Produkte angeboten, mit denen das Unternehmen auf den Bedarf seiner Kunden nach individuellen Lösungen eingeht. Die Produkte werden unter Verwendung moderner Technologien in den Bereichen Türen/Zargen und Oberflächen/Elemente hergestellt sowie teilweise von den Schwestergesellschaften bezogen. Übergreifende Aufgaben wie zum Beispiel Einkauf, Finanzen, Instandhaltung und das Personalmanagement werden in einem Zentralbereich gebündelt, der auch die Energieversorgung sicherstellt.
Konzernstruktur
Die Westag & Getalit AG hat ihren Sitz am Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück und verfügt über ein Zweigwerk im etwa 15 Kilometer entfernten Wadersloh. Die Gesellschaft ist seit dem 21.08.2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande. Seit dem Jahr 2006 war die Westag & Getalit AG mit 49 % an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH (AKP) mit Sitz in Meiningen, Thüringen, beteiligt. Mit Vereinbarung vom 01.10.2019 wurde diese Beteiligung für 7,3 Mio. € an die AKP verkauft. In Zusammenhang mit dem Verkauf wurde eine Liefervereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen, wodurch die Westag & Getalit AG ihre Produkte weiterhin an AKP verkaufen wird. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 wurde zudem die Liquidation der einzigen Tochtergesellschaft OOO Westag & Getalit, Moskau, Russland, durch die Eintragung in das russische Handelsregister am 10.04.2019 endgültig abgeschlossen. Die Geschäftstätigkeit war bereits zum 31.12.2018 eingestellt und die Gesellschaft befand sich in der Abwicklung.
Mit der Eintragung der Liquidation der OOO Westag & Getalit entfällt für die Westag & Getalit AG die Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses. Infolgedessen erstellt die Gesellschaft ihren Geschäftsbericht auf Basis des Jahresabschlusses nach HGB.
Steuerungssystem
Die Westag & Getalit AG verfügt über ein SAP-basiertes Management-Informationssystem, das die Grundlage für alle wichtigen Entscheidungen auf den verschiedenen Unternehmensebenen bildet. Auf Vorstandsebene erfolgt die Steuerung des Unternehmens im Wesentlichen auf Basis einer detaillierten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft. Dazu werden monatlich operative Kennzahlen, wie zum Beispiel Auftragseingang und -bestand, sowie Gewinn- und Verlustrechnungen und Bilanzen analysiert. Weiterhin erfolgt die Analyse des Cashflows und wesentlicher Kennzahlen des Working Capital. Als zentrale Leistungsindikatoren werden Umsatzerlöse, das um Sondereffekte bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern; ermittelt nach IFRS) sowie das handelsrechtliche Ergebnis vor Steuern und daraus abgeleitete Kennziffern wie die Umsatzrentabilität betrachtet. Zusätzlich führt das Unternehmen Umsatz- und Margenanalysen auf Basis einer Produkt-Markt-Matrix durch. Diese Berichte und Analysen werden durch weitergehende Auswertungen aus den Bereichen Vertrieb, Fertigung, Instandhaltung, Einkauf, Personal und Finanzen ergänzt. In der monatlichen internen Berichterstattung stellt das bereinigte EBITDA die zentrale operative Steuerungsgröße dar. Bei Ergebnisveränderungen werden die einzelnen Ursachen wie zum Beispiel Preis- und Volumeneffekte analysiert und in entsprechende Maßnahmen zur Steuerung übergeleitet. Neben diesen ergebnisbasierten Analysen erfolgt auch eine detaillierte Analyse des Cashflows und der Liquiditätsentwicklung, indem zum Beispiel Vorrats- oder Forderungsreichweiten analysiert und aktiv gesteuert werden. Die aus dem internen Steuerungssystem resultierenden Erkenntnisse stellen die Grundlage für die laufende Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat dar.
WIRTSCHAFTSBERICHT
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die weltwirtschaftliche Dynamik wurde im Jahr 2019 durch die vorherrschenden Handelskonflikte und den Abschwung der globalen Industriekonjunktur gedämpft. Trotz der unterjährigen Belebung des Welthandels blieb das Handelsvolumen geringer als im Vorjahr. Die globale Industrieproduktion tritt mehr oder weniger auf der Stelle, wie aus den Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hervorgeht. Dies und der angekündigte Brexit bewegten auch die europäischen Länder. Insgesamt entwickelte sich die europäische Wirtschaft weniger dynamisch als in den Vorjahren, aber weiterhin aufwärtsgerichtet.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, wo das zu Jahresbeginn angestrebte Wirtschaftswachstum von 1,0 % nicht erreicht werden konnte. Laut vorläufigem Jahresergebnis des Statistischen Bundesamtes stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2019 nur noch um 0,6 % an. Damit stellt sich das Wirtschaftswachstum verhaltener gegenüber dem Vorjahr und dem prognostizierten Ziel zu Beginn des Jahres dar. Die deutsche Wirtschaft konnte Indikatoren zufolge auch im Jahresschlussquartal keine nennenswerten Impulse für eine Verbesserung liefern.
Ursächlich für diese Entwicklung waren unter anderem die im Jahresverlauf verschlechterten konjunkturellen Perspektiven der Weltwirtschaft, wie aus dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Dies wirkte sich insbesondere auf die Industrieproduktion in Deutschland aus. Wichtige Wachstumsimpulse gingen demgegenüber von der guten Beschäftigungsquote sowie den privaten Konsumausgaben aus. Weiterhin positiv entwickelte sich auch das Bauhauptgewerbe. So gehen die beiden führenden Branchenverbände, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., für das Jahr 2019 von einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 8,5 %, nach einer Steigerung im Vorjahr von gut 11 % aus. Wie bereits im Jahr 2018 haben sich alle Baubereiche im zurückliegenden Geschäftsjahr danach positiv entwickelt und zum Wachstum beigetragen. Der Wohnungsbau erhöhte seinen Umsatz um 8,5 %, der Wirtschaftsbau legte um 7,5 % und der öffentliche Bau um 9 % zu. Bereinigt um Preissteigerungen verblieb laut der Branchenverbände ein Wachstum von 3 % im Bauhauptgewerbe.
Die Umsätze der Möbelindustrie sanken nach amtlichen Angaben im Zeitraum Januar bis Oktober 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 %, wie der Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V. mitteilte. Dabei entwickelten sich die einzelnen Segmente uneinheitlich. Positiv entwickelte sich die Küchenmöbelindustrie mit einem Zuwachs von 2,8 %, der durch ein gutes Exportgeschäft getragen war.
Geschäftsverlauf 2019
Im Geschäftsjahr 2019 konnte die Westag & Getalit AG von dem grundsätzlich positiven Umfeld des Bauhauptgewerbes nicht partizipieren. Die Umsatzerlöse verringerten sich leicht und lagen mit 230,7 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 233,1 Mio. €. Insbesondere führten im zurückliegenden Geschäftsjahr Versorgungsengpässe und eine Produktmixverschiebung zu einer rückläufigen Nachfrage im Inlandsgeschäft. Dementsprechend verringerte sich der Inlandsumsatz um 1,9 % von 175,3 Mio. € auf 171,9 Mio. € im Jahr 2019. Dieser Rückgang konnte durch die positive Entwicklung des Exportgeschäfts der Gesellschaft nicht vollständig kompensiert werden. Insgesamt wurde damit die zu Jahresbeginn veröffentlichte Prognose, bei der noch ein deutlicher Umsatzzuwachs erwartet worden war, nicht erreicht.
Export
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Exportumsatzerlöse in Höhe von 58,8 Mio. € erzielt, die damit leicht über dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 57,9 Mio. € lagen. Der Anstieg ist vorwiegend auf den guten Absatz im Türenvertrieb zurückzuführen. Das Exportgeschäft der Sparte Oberflächen/Elemente stellte sich demgegenüber verhaltener dar. Die Exportquote stieg insgesamt von 24,8 % auf 25,5 % im Berichtsjahr.
Oberflächen/Elemente
Die Umsatzerlöse der Sparte Oberflächen/Elemente lagen im Jahr 2019 mit 100,7 Mio. € um 2,5 % unter dem Vorjahreswert. Insbesondere verhinderten die zurückhaltende Nachfrage im Bereich der Industrieböden sowie die schwierige Rohmaterialversorgung im Bereich der Schalungsplatten eine bessere Entwicklung. Im Bereich der dekorativen Elemente und Oberflächen wurde ein leichter Absatzrückgang bei einigen Produkten durch die Vermarktung von Produkten der Schwestergesellschaften kompensiert. Die Exporterlöse lagen im Berichtszeitraum mit 30,7 Mio. € auf Vorjahresniveau. Die Exportquote belief sich auf 30,5 % (Vorjahr 30,1 %).
Türen/Zargen
In der Sparte Türen/Zargen lagen die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 122,5 Mio. € um 2,3 % unter dem Vorjahreswert. Ein negativer Produktmixeffekt im Inlandsgeschäft konnte auch durch das sich positiv entwickelnde Exportgeschäft nicht ausgeglichen werden. Bedingt durch Produktionsengpässe in der Türenfertigung und daraus resultierenden längeren Lieferzeiten wurde eine bessere Entwicklung beim Absatz von höherwertigen Objekt- und Wohnraumtüren verhindert. Die Exporterlöse erhöhten sich im Berichtszeitraum von 26,8 Mio. € auf 28,1 Mio. €, die Exportquote belief sich damit auf 22,9 % gegenüber 21,4 % im Vorjahr.
Zerntralbereich
Die Umsatzerlöse im Zentralbereich erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019 deutlich von 4,5 Mio. € auf 7,5 Mio. €. Dieser Anstieg ist auf den gegenüber dem Vorjahr durchgehenden Betrieb der Kraftwerksanlage zurückzuführen. Die sonstigen Umsätze des Zentralbereichs, die nicht in Zusammenhang mit dem Betrieb der Kraftwerksanlage stehen, lagen bei 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €).
Ertragslage
Das Ergebnis vor Steuern nach HGB belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 8,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 3,7 Mio. €. Dieser deutliche Anstieg ist maßgeblich auf den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH zurückzuführen, der sich mit einem Buchgewinn in Höhe von 6,1 Mio. € auf das Ergebnis auswirkte. Die operative Entwicklung der Gesellschaft lag im abgelaufenen Geschäftsjahr unter den Erwartungen und dem Vorjahreswert.
Neben der nicht zufriedenstellenden Umsatzentwicklung der Produktbereiche wurde das Ergebnis der Gesellschaft im Berichtszeitraum durch gestiegene Personalkosten und Frachtraten sowie höhere Werbeaufwendungen belastet. Die durchgeführte Erhöhung der Verkaufspreise wirkte sich hingegen positiv auf das Ergebnis aus, wenngleich der negative Effekt aus den Absatzrückgängen nicht ausgeglichen werden konnte. Darüber hinaus konnten die Instandhaltungsaufwendungen verringert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wirkten sich auch Einmaleffekte auf die Ergebnisentwicklung aus. So wurde das Ergebnis im Jahr 2019 durch eine Anpassung der Annahmen im Rahmen der Vorratsbewertung an die immer schnelleren Trendwechsel in den Dekoren und die veränderten Marktgegebenheiten der Branche belastet. Bedingt durch diese Anpassung ergab sich zum 31.12.2019 ein Abwertungsbedarf im Vorratsvermögen in Höhe von 1,7 Mio. €. Das Vorjahresergebnis war zudem durch eine Rückstellungsauflösung in Höhe von 0,5 Mio. € begünstigt, die im Berichtsjahr nicht zum Tragen kam. Demgegenüber stellte sich der stetigere Betrieb der Kraftwerksanlage und der Entfall der im Vorjahr mit der Betriebsunterbrechung verbundenen Einmalbelastung in Zusammenhang mit der Revision der Kraftwerksanlage in Höhe von 2,4 Mio. € positiv im Berichtsjahr dar.
Insgesamt entspricht das im Geschäftsjahr 2019 erzielte Ergebnis vor Steuern damit zwar der zu Jahresbeginn ausgegebenen Prognose, bei der ein deutlicher Anstieg für das Jahr 2019 erwartet wurde, jedoch wurden eine schwächere operative Entwicklung sowie Einmalbelastungen durch den Ertrag aus der Veräußerung der AKP-Beteiligung überkompensiert. Die Materialaufwandsquote des Unternehmens verringerte sich von 49,5 % auf 49,0 %, was bei insgesamt nahezu konstanten Materialeinstandskosten im Wesentlichen aus der Steigerung der Verkaufspreise resultiert. Trotz absatzbedingt leicht gesunkener Mitarbeiterzahlen erhöhte sich die Personalaufwandsquote (exklusive Fremdlöhne) im Jahr 2019 von 32,6 % auf 33,7 % insbesondere infolge der regulären Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie sonstiger personalbezogenen Aufwendungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich im Geschäftsjahr 2019 von 29,9 Mio. € auf 28,6 Mio. €. Hauptursache dieser Entwicklung sind rückläufige Instandhaltungsaufwendungen, unter anderem im Bereich der Kraftwerksanlage, sowie absatzbedingt geringere Aufwendungen für Fremdlöhne in den Fertigungsbereichen. Demgegenüber haben sich höhere Werbekosten aufgrund der Teilnahme an relevanten zwei- bzw. dreijährig stattfindenden Leitmessen um 0,7 Mio. € sowie gegenüber dem Vorjahr erhöhte Kosten für Ausgangsfrachten in Höhe von 0,8 Mio. € negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Infolge der geringeren Investition im Jahr 2019 lagen die Abschreibungen mit 10,1 Mio. € leicht unter dem Vorjahreswert in Höhe von 10,4 Mio. €.
Operative interne Steuerungsgröße
Als zentrale monatliche Steuerungsgröße nutzt die Gesellschaft intern das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) nach IFRS. Diese Größe weist definitions-, bewertungs- und ausweisbedingte Unterschiede zum handelsrechtlichen Ergebnis vor Steuern auf, die im Folgenden dargestellt werden.
Das EBITDA 2015-2017 entspricht dem Einzelabschluss ohne Bereinigungen.
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| 31.12.2019 Mio.€ |
31.12.2018 Mio.€ |
|
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern nach HGB | 8,2 | 3,7 |
| Ergebnisunterschied aus dem Verkauf der nach at Equity bilanzierten Minderheitsbeteiligung an der AKP | -2,7 | 0,0 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1,8 | 1,8 |
| Bewertungsunterschiede im Sachanlagevermögen | - 0,5 | - 0,2 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | 0,4 | 0,4 |
| Sonstige Steuern | - 0,3 | - 0,3 |
| Sonstige Bewertungsunterschiede | - 0,1 | 0,3 |
| Ergebnis vor Steuern nach IFRS | 6,8 | 5,7 |
| Abschreibungen | 10,6 | 10,5 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | - 0,4 | - 0,4 |
| Sonstige Effekte | 0,1 | 0,0 |
| EBITDA nach IFRS | 17,1 | 15,8 |
| Sondereffekte | ||
| Ergebnisauswirkungen aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung AKP | - 3,3 | 0,0 |
| Abwertung Vorratsvermögen | 1,7 | 0,0 |
| Betriebsunterbrechung der Kraftwerksanlage | 0,0 | 2,4 |
| Sonstiges | 0,0 | 0,3 |
| Bereinigtes EBITDA nach IFRS | 15,5 | 18,5 |
Der wesentliche Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Steuern nach HGB und IFRS resultiert aus dem Abgang der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH. Während im handelsrechtlichen Abschluss zu Anschaffungskosten bewertet wurde, wurde nach IFRS der Beteiligungsbuchwert nach der at-Equity-Methode fortgeschrieben. Folglich lag der Beteiligungsbuchwert nach IFRS oberhalb des Wertansatzes im handelsrechtlichen Abschluss, wodurch der Buchgewinn nach IFRS geringer ausfällt als nach HGB. Ein weiterer wesentlicher Unterschied resultiert aus der Bewertung der Pensionsrückstellung aufgrund der unterschiedlichen versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere der Zinssätze. Bewertungsbedingte Anpassungen der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind im handelsrechtlichen Abschluss voll ergebniswirksam zu erfassen, während nach IFRS ein ergebnisneutraler Anteil bilanziert wird. Weitere Unterschiede ergeben sich aus der Bewertung des Sachanlagevermögens.
Nach Bereinigung der beschriebenen Sondereffekte wie dem Ergebnisbeitrag aus der Veräußerung der Minderheitsbeteiligung und der Wertberichtigung des Vorratsvermögens infolge der Anpassung der Bewertungsannahmen sowie vergleichbarer Effekte im Vorjahr ergibt sich ein bereinigtes EBITDA nach IFRS, das als operative Steuerungsgröße Anwendung findet.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das bereinigte EBITDA nach IFRS von 18,5 Mio. € auf 15,5 Mio. € im Berichtsjahr deutlich verringert. Dieser Ergebnisrückgang ist wie bereits erläutert im Wesentlichen auf den absatzbedingten Umsatzrückgang sowie Kostensteigerungen im Personalbereich, Werbung und Logistik zurückzuführen.
Finanzlage
Die liquiden Mittel haben sich zum Jahresende 2019 deutlich auf 28,3 Mio. € erhöht (Vorjahr 11,6 Mio. €). Neben dem Mittelzufluss aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH konnten Optimierungsmaßnahmen im Working Capital zu dieser Steigerung beitragen. Der Cashflow aus laufender betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 15,0 Mio. € konnte gegenüber dem Vorjahreswert um 6,3 Mio. € gesteigert werden. Zum 31.12.2019 verzeichnete die Westag & Getalit AG keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Es bestand zum Bilanzstichtag eine ungenutzte Kontokorrentkreditlinie in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €). Darüber hinaus verfügte die Gesellschaft über Avalkreditlinien in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr 3,8 Mio. €).
Vermögenslage
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen der Gesellschaft verringerte sich im zurückliegenden Geschäftsjahr von 77,9 Mio. € auf 71,6 Mio. €. Wesentliche Ursache hierfür ist ein rückläufiges Investitionsvolumen sowie der Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH. Im Berichtsjahr standen den Investitionen in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr 10,3 Mio. €) Abschreibungen in Höhe 10,1 Mio. € gegenüber (Vorjahr 10,4 Mio. €). Nach den umfangreichen Investitionen in den vergangenen Jahren hat sich die Gesellschaft im Jahr 2019 auf die Fertigstellung einzelner Großprojekte konzentriert und darüber hinaus notwendige Ersatzinvestitionen durchgeführt. Im Schwerpunkt betrafen die getätigten Investitionen die Fertigstellung der Zargenlinie im Bereich Türen/Zargen sowie Brand- und Lärmschutzmaßnahmen. Der Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH wirkte sich in Höhe des Beteiligungsbuchwerts von 1,2 Mio. € ebenfalls mindernd auf das Anlagevermögen aus.
Umlaufvermögen
Das Umlaufvermögen hat sich von 80,2 Mio. € auf 91,5 Mio. € erhöht. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der liquiden Mittel. Das Vorratsvermögen hat sich aufgrund von Optimierungsmaßnahmen und der Abwertung infolge der Anpassung der Bewertungsannahmen insgesamt um 2,9 Mio. € reduziert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 2,3 Mio. € verringert.
Eigenkapital
Aufgrund des positiven Jahresergebnisses hat sich die Eigenkapitalquote von 68,3 % auf 69,8 % erhöht. Damit beläuft sich das Eigenkapital auf 113,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 108,0 Mio. €.
Fremdkapital
Das Fremdkapital verringerte sich im Berichtsjahr von 50,2 Mio. € auf 49,3 Mio. €. Während die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen infolge des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes im Berichtsjahr deutlich von 21,7 Mio. € auf 23,5 Mio. € angestiegen sind, haben sich die sonstigen Rückstellungen leicht um 0,7 Mio. € reduziert. Die Verbindlichkeiten haben sich um 2,0 Mio. € auf 9,5 Mio. € verringert, was im Wesentlichen auf stichtagsbedingt gesunkene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beruht.
Wertschöpfung
Die Gesamtleistung ist im Wesentlichen aufgrund des geringeren Umsatzes und der Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen um 4,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert gesunken. Insbesondere der Buchgewinn aus der Veräußerung der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH sowie geringere Materialaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen haben jedoch zu einem Anstieg der Nettowertschöpfung von 80,0 Mio. € auf 85,7 Mio. € geführt.
Bei der Verwendung der Nettowertschöpfung entfielen 77,5 Mio. € auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Im Rahmen des diesjährigen Dividendenvorschlags beläuft sich der Anteil, der auf die Aktionäre entfällt, auf 3,4 Mio. €. Da der Buchgewinn aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH einer nur niedrigen Besteuerung unterliegt, verringerte sich der über Steuern abzuführende Anteil aufgrund des geringeren zu versteuernden Ergebnisses.
Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens
Insgesamt ist der Vorstand mit dem operativen Geschäftsverlauf im Jahr 2019 nicht zufrieden. Während bereits umgesetzte ergebnisverbessernde Maßnahmen in den Produktbereichen, wie zum Beispiel die durchgeführten Preiserhöhungen und die reduzierten Instandhaltungsaufwendungen, positive Ergebnisbeiträge erzielt haben, konnten insbesondere die in die Absatzentwicklung gesetzten Erwartungen nicht erreicht werden. Wesentlicher Faktor ist dabei die Produktmixverschiebung im Bereich Türen/Zargen, wo eine hohe Nachfrage nach margenschwachen Türen zu Produktionsengpässen und damit zu Lieferschwierigkeiten in den sonstigen Produktsegmenten geführt hat. Auch hat die neue Zargenlinie noch nicht ihr volles Potenzial erreicht. Daneben haben bereits erwähnte Kostensteigerungen und Einmaleffekte eine bessere Ergebnisentwicklung verhindert. Die schwache operative Entwicklung verdeutlicht die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung der Gesellschaft. Die Vermögensstruktur sowie die positive Liquiditätsentwicklung bilden in Verbindung mit den eingeleiteten Maßnahmen eine gute Basis für die zukünftige Verbesserung der Ertragssituation.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die finanzielle Steuerung des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen auf Basis einer detaillierten monatlichen Berichterstattung der aktuellen Entwicklung und Ergebnisse der Gesellschaft, wie sie im Kapitel „Steuerungssystem“ dargestellt sind. Zum besseren Verständnis der Gesamtentwicklung dienen zusätzlich nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Diese thematisiert die Gesellschaft unter Betrachtung der „Umweltbelange“, „Arbeitnehmerbelange“, „Sozialbelange“, „Achtung der Menschenrechte“ sowie „Bekämpfung von Korruption und Bestechung“.
Arbeitssicherheit
Als einen wesentlichen Leistungsindikator innerhalb der Arbeitnehmerbelange betrachtet die Westag & Getalit AG die Arbeitssicherheit. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Unfälle und Ausfalltage der Arbeitnehmer zu reduzieren und unfallfrei zu werden. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 53 Arbeitsunfälle dokumentiert (2018: 71) und in 39 Fällen wurde die Berufsgenossenschaft entsprechend informiert (2018: 52). Die Ausfalltage beliefen sich im Jahr 2019 auf 19,7 Stunden pro 1 Mio. Arbeitsstunden (Vorjahr: 25,7).
Die Abteilung „Arbeitssicherheit und Umweltschutz“ beschäftigt sich intensiv mit der Konzeption und Einführung von Maßnahmen, um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch den Schutz ihrer Gesundheit sicherzustellen. Ein Hauptaugenmerk lag im Jahr 2019 auf der Definition und Einführung neuer Sicherheitsstandards. Insbesondere wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die richtigen Verhaltensweisen zur Förderung der Arbeitssicherheit sensibilisiert. Dazu nahm das Unternehmen auch die Unterstützung externer Berater in Anspruch, um ein entsprechendes Konzept für die Umsetzung zu erstellen.
Kontinuierlich werden Verbesserungen im Hinblick auf die Sicherheit in den Produktionsstandorten realisiert. Dazu zählen neben technischen Sicherheitseinrichtungen an bestehenden und neuen Anlagen innerhalb der Fertigungsbereiche auch Themen wie die Wegesicherheit in Form von entsprechenden Kennzeichnungen. Insbesondere werden im Betrieb speziell gefährdete Bereiche gesondert gekennzeichnet, um explizit auf potenzielle Gefährdungen hinzuweisen. Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus auch die Schutzausrüstungen der Mitarbeiter weiter verbessert sowie die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten an beiden Produktionsstandorten ausgebaut. Die Sicherheitsbeauftragten fungieren als Ansprechpartner und Multiplikator für sicherheitsrelevante Themen im gesamten Betrieb.
Die Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltschutz trägt gemeinsam mit dem Management der Werke Sorge dafür, dass alle notwendigen Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen durchgeführt werden. Sollte es trotz aller Bemühungen zu Arbeitsunfällen kommen, übernimmt die Abteilung die lückenlose Aufarbeitung der Unfallursachen und deren Dokumentation. Zur Verbesserung der internen Abläufe und der Dokumentation von Arbeits- und Beinahe-Unfällen wurde im Jahr 2019 auch eine neue Arbeitssicherheitssoftware installiert. Diese dient als Steuerungselement, das sämtliche arbeitssicherheitsrelevanten Themen in einem System zentralisiert, das Berichtswesen in diesem Bereich erleichtert und transparenter gestaltet.
Neben den Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit betreibt das Unternehmen unter anderem auch ein Gesundheitsmanagement, das vor allem auf die Reduktion körperlicher Beeinträchtigungen ausgelegt ist. Zum Beispiel bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern verschiedene Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitstrainings und die subventionierte Mitgliedschaft in Fitnessstudios an. Weiterhin besteht eine Kooperation mit einer Physiotherapie-Praxis in unmittelbarer Nähe zum Standort Rheda-Wiedenbrück. Hier können sich die Beschäftigten mit Unterstützung des Unternehmens bei sogenannten Akutfällen innerhalb kürzester Zeit behandeln lassen. Auch verfügt das Unternehmen über einen Betriebsarzt und eine eigene Werkfeuerwehr, die im Ernstfall schnell reagieren kann.
Ausführliche Angaben zu den für die Westag & Getalit AG relevanten nichtfinanziellen Aspekten finden sich im gesonderten nichtfinanziellen Bericht 2019, der unter www.westag-getalit.com/ veroeffentlichungen zugänglich gemacht wird.
Mitarbeiter
Im Jahr 2019 beschäftigte die Westag & Getalit AG durchschnittlich 1.292 Mitarbeiter gegenüber 1.307 Mitarbeitern im Vorjahr. Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl ist dabei insbesondere auf ausgelaufene befristete Arbeitsverträge zurückzuführen. In der Gesamtmitarbeiterzahl sind 50 Auszubildende enthalten (Vorjahr 54). Die Ausbildungsquote lag damit im Durchschnitt bei 3,9 % (Vorjahr 4,1 %). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter belief sich im Geschäftsjahr auf 19 Jahre (Vorjahr 18 Jahre).
Um Auslastungsspitzen innerhalb der Fertigung abzudecken, nutzt die Gesellschaft Personaldienstmitarbeiter. Im Durchschnitt waren im zurückliegenden Jahr 18 Personaldienstmitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 39), die nicht in den oben dargestellten Mitarbeiterzahlen enthalten sind.
Produktentwicklung
Der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten liegt in der kontinuierlichen Qualitätssicherung und Produktverbesserung. Neben dekorativen Aspekten in der Oberflächenentwicklung stehen dabei auch die technischen Eigenschaften der Werkstoffe im Vordergrund. Zudem werden Produkte der Schwestergesellschaften weiterverarbeitet und vermarktet, die das Produktsortiment um neue Oberflächenmaterialien und Produkte für die Außenanwendungen ergänzen. Damit bietet die Gesellschaft ihren Kunden aus Handel, Handwerk und Industrie ein umfassendes Portfolio für die Vermarktung in den jeweiligen Märkten.
Umweltmanagement
Die Westag & Getalit AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, entlang ihrer Wertschöpfungskette stets die Balance zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg, dem Schutz der Umwelt sowie seiner gesellschaftlichen Verantwortung zu halten. Neben den wirtschaftlichen Belangen, die für das Unternehmen im Rahmen seiner nachhaltigen Entwicklung besonders wichtig sind, steht ebenso der schonende Umgang mit Natur und Umwelt im Vordergrund. Dazu gehört unter anderem die Betrachtung von Energiemengen und Emissionen, vor allem aber auch die Langlebigkeit der Produkte und der Schutz von Ökosystemen und Rohstoffen. Dank verschiedener Maßnahmen gelingt der Westag & Getalit AG die effiziente Nutzung von Rohstoffen und Energieträgern. Darüber hinaus hält sie Umweltbelastungen, zum Beispiel in Form von Emissionen, gering. Die Einhaltung bzw. Unterschreitung sämtlicher bestehender Emissionsgrenzwerte ist erklärtes Unternehmensziel. Die Belegschaft teilt und unterstützt diese Prinzipien und ist motiviert, zur weiteren Verbesserung der rücksichtsvollen und schonenden Arbeitsweisen aktiv beizutragen.
Weiterführende Angaben hinsichtlich des Umweltmanagements sind im gesonderten nichtfinanziellen Bericht 2019 enthalten, der über www.westag-getalit.com/veroeffentlichungen zugänglich gemacht wird.
PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Prognosebericht
Konjunkturentwicklung
Die europäische Wirtschaft ist im Jahr 2019 weiter gewachsen und soll nach Ansicht der Europäischen Kommission auch im Jahr 2020 ein weiteres Wachstum verzeichnen. Allerdings fördern die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Wachstum weit weniger als zuletzt. Der aktuellen Prognose der Europäischen Kommission zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums im Jahr 2020 lediglich um 1,2 % wachsen. Welchen Einfluss das aktuell um sich greifende Coronavirus auf die Wirtschaftsentwicklung in Europa nehmen wird, ist derzeit nicht absehbar.
Für die deutsche Wirtschaft wird im Prognosezeitraum ebenfalls ein gedämpftes Wachstum erwartet. Die Bundesregierung prognostiziert für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im Jahr 2020 ein Wachstum von 1,1 %, während die Deutsche Bundesbank laut ihrer Wachstumsprognose lediglich ein BIP in Höhe von 0,6 % erwartet. Der durch den zurückhaltenden Welthandel beeinträchtigten Industrie stehen nach wie vor mehrheitlich prosperierende Dienstleistungsbereiche sowie der Bausektor gegenüber. Auch für Deutschland ist derzeit nicht absehbar, welchen Einfluss das um sich greifende Coronavirus haben wird. Das IfW Kiel rechnet in diesem Zusammenhang mit einem harten Konjunktureinbruch im Jahr 2020, gefolgt von einer starken Gegenbewegung im Jahr 2021, betont aber die erhebliche Unsicherheit der Prognose.
Die führenden Bauverbände gehen für das Jahr 2020 von einem weiteren Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 5,5 % aus. Die Bauinvestitionen werden somit weiter zulegen, wenngleich mit einer abnehmenden Dynamik gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz im Wohnungsbau soll im Jahr 2020 um 7,0 % zulegen, während für den Wirtschaftsbau ein Umsatzzuwachs in Höhe von 5,5 % und für den öffentlichen Bau in Höhe von 4,0 % prognostiziert wird. Bereinigt um Preissteigerungen erwarten die Verbände einen Zuwachs von insgesamt etwa 1,0 % für das Bauhauptgewerbe. Auch hier ist derzeit nicht absehbar, wie stark sich das Coronavirus auswirken wird.
Ausblick für die Westag & Getalit AG
Am 19.02.2020 hat der Vorstand der Westag & Getalit AG eine neue strategische Ausrichtung der Gesellschaft beschlossen, um sich auf die Stärken des Unternehmens zu fokussieren. Danach positioniert sich das Unternehmen als Anbieter von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), wobei auch der europaweite Export von Türen/Zargen und in den Baumarktsektor fortgeführt wird. Die Gesellschaft wird ihr Produktportfolio mit Produkten der Schwestergesellschaften erweitern und ihre starke Marktposition durch eine Kombination aus kommerzieller und logistischer Kompetenz nutzen. Die enge Zusammenarbeit mit den Schwesterunternehmen soll zu Kosteneinsparungen, Produktions- und Umsatzsteigerungen beitragen.
Mittelfristig wird ein Umsatz von 300 Mio. € und eine EBITDA-Marge von 10,0 % bis 12,0 % angestrebt.
Konkret beinhaltet die neue strategische Ausrichtung, dass die Westag & Getalit AG Produkte der Schwestergesellschaften in der DACH-Region vertreibt, während sie für den Export eigener Elemente außerhalb der DACH-Region die gut ausgebauten Vertriebsnetze ihrer Schwestergesellschaften nutzt. Mit dieser vertrieblichen Ausrichtung und dem optimierten Produktangebot ist es auch das Ziel, neue Märkte und Kundensegmente zu erschließen. Weiterhin übernimmt die Westag & Getalit AG die Produktion bestimmter Elemente und Oberflächenmaterialien für ihre Schwestergesellschaften und bezieht umgekehrt bestimmte Vorprodukte von den entsprechend spezialisierten Verbundunternehmen. Basierend auf der implementierten Produkt-Markt-Analyse fokussiert sich die Gesellschaft in Zukunft konsequent auf margenstärkere Produkte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Förderung des modernen Mineralwerkstoffs Getacore.
Schwerpunkte der Investitionstätigkeit im Jahr 2020 werden der Aufbau einer neuen Schneide- und Verpackungslinie sowie diverse Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen sein. Ebenso werden weitere notwendige Investitionen im Rahmen der Arbeitssicherheit in den Produktionsstandorten vorgenommen, um den gesamten Betrieb sicherer zu gestalten und das Unfallrisiko weiter zu reduzieren. Das Investitionsvolumen wird im Jahr 2020 spürbar über dem des Vorjahres liegen.
Angesichts der neuen strategischen Ausrichtung und der damit verbundenen operativen Maßnahmen blickt der Vorstand positiv auf die weitere Entwicklung der Gesellschaft. Diese Haltung wird auch durch die Prognosen für die Bauwirtschaft gestützt. Diese Rahmenbedingungen lassen den Vorstand für das Jahr 2020 einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses und damit auch des bereinigten EBITDA nach IFRS erwarten. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen des Coronavirus einen negativen Effekt auf diese Erwartungen haben werden, welcher zum aktuellen Zeitpunkt nicht quantifiziert werden kann. Hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern nach HGB bleibt zudem zu beachten, dass ein dem Buchgewinn aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH vergleichbarer Sondereffekt für das Jahr 2020 nicht erwartet wird.
Chancenbericht
Mit der konsequenten Fokussierung auf die eigenen Stärken ergeben sich für die Westag & Getalit AG zahlreiche Chancen. Als Hersteller von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien und im Verbund mit ihren Schwestergesellschaften bewegt sich die Westag & Getalit AG in einer dynamischen Branche, in der sie auf ihr Know-how im Vertrieb, in der Produktion und in der leistungsfähigen Logistik bauen kann.
Solides Fundament
Die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 69,8 % und einer soliden Liquidität ohne Fremdfinanzierungen verschafft der Gesellschaft Sicherheit und bietet Raum für die zukünftige Entwicklung. Darüber hinaus ist das Unternehmen damit in der Lage, relativ kurzfristig auf marktbedingte Veränderungen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Innovation und Produktentwicklung
Durch den Unternehmensverbund der Broadview-Gruppe ist die Basis für gemeinsame Produktinnovationen gegeben. Die Vorteile liegen unter anderem in der möglichen Bündelung der Entwicklungsaktivitäten und der Nutzung der daraus resultierenden Ergebnisse.
Unabhängigkeit
Es bestehen keinerlei Bankverbindlichkeiten, wodurch die finanzielle Unabhängigkeit der Westag & Getalit AG gesichert ist. Zudem kann durch die energetischen Anlagen der Strom- und Wärmebedarf an den Produktionsstandorten weitestgehend eigenständig gedeckt werden, was dem Unternehmen eine gewisse Unabhängigkeit verschafft.
Produktvielfalt
Aus der Zusammenarbeit mit den Schwestergesellschaften ergeben sich für die Gesellschaft zahlreiche Perspektiven bei der Verarbeitung und Vermarktung von Oberflächenmaterialien in Form unterschiedlichster Verbundelemente. Darüber hinaus werden auch Produkte für die Außenanwendung vermarktet und das Produktangebot damit diversifiziert. So baut das Unternehmen seine Angebotsvielfalt weiter aus und hat damit die Chance, weiteres Wachstum zu erzeugen.
Optimierter Produktmix
Durch die Reduzierung margenschwacher Produkte insbesondere im Bereich Türen/Zargen bieten sich dem Unternehmen Chancen im Hinblick auf die freiwerdenden Kapazitäten. Der Entfall von Produktionsengpässen bietet zusammen mit der Intensivierung des Vertriebs margenstarker Produkte die Möglichkeit, ein besseres Unternehmensergebnis zu erzielen.
Konjunkturelle Chancen
Bei der sich weiterhin positiv entwickelnden Baukonjunktur bestehen aufgrund des vorhandenen Produktportfolios und der Vertriebsaktivitäten Chancen für einen Umsatzzuwachs. Besonderes Potenzial bietet sich der Gesellschaft in diesem Zusammenhang im Rahmen der Architektenansprache und des Objektvertriebs.
Produktion und Logistik
Durch die Weiterentwicklung der Fertigung und der Logistikprozesse bietet sich dem Unternehmen die Chance, zukünftig wieder besser von den konjunkturellen Rahmenbedingungen zu partizipieren. Zudem eröffnen sich weitere Chancen in der Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Schwesterunternehmen.
Beschaffung
Beim Einkauf von Materialien und Dienstleistungen ergeben sich für die Westag & Getalit AG Chancen im Zusammenhang mit der gruppenweiten Bündelung verschiedener Einkaufsaktivitäten. So können aufgrund der veränderten Marktstellung Potenziale, die sich aus einem erhöhten Einkaufsvolumen ergeben, in den Einkaufsverhandlungen genutzt werden.
Risikobericht
Vorbemerkung
Die Geschäftstätigkeit der Westag & Getalit AG ist wie jedes unternehmerische Handeln mit zahlreichen Chancen und Risiken verbunden. Die Risiken können sowohl aus eigenem Handeln resultieren als auch durch externe Faktoren hervorgerufen werden. Viele Risiken lassen sich durch ein geeignetes Vorgehen, durch Versicherungen oder andere Maßnahmen begrenzen, sodass sie in ihren Auswirkungen beherrschbar bleiben. Aufgabe des Risikomanagements und -controllings ist es daher, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und ihnen angemessen Rechnung zu tragen. Die Bewertung erfolgt insbesondere im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit und die mögliche Schadenshöhe. Zudem werden in der quartalsweise vorgenommenen Risikoerfassung nichtfinanzielle Risiken erfasst und berücksichtigt. Von der Art und dem Umfang des jeweiligen Risikos hängt ab, wie diesem begegnet wird.
Durch eine entsprechende Organisation, einschlägige Regelungen und ein systematisches Berichtswesen ist sichergestellt, dass der Vorstand zeitnah über entsprechende Risiken informiert wird, diese analysieren und frühzeitig angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Risikomanagement in vielerlei Hinsicht verbessert. So wurde ein umfassendes Risikomanagement-Handbuch erstellt, in dem unter anderem die Ziele und Elemente des Risikomanagements der Westag & Getalit AG ausführlich dargestellt werden. Ferner wurde der bisher eingesetzte Risikoerfassungsbogen grundlegend überarbeitet. Darüber hinaus wurden die risikoverantwortlichen Führungskräfte mehrfach zu Fragen des Risikomanagements geschult und ihnen Begleitmaterialien zur Verfügung gestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Risikogremium etabliert, das sich regelmäßig mit erkannten Risiken befasst. Auf dieser Grundlage wird regelmäßig ein Risikobericht an den Vorstand erstellt, der dem Aufsichtsrat entsprechend berichtet. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2019 das Risikofrüherkennungssystem der Westag & Getalit AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen geprüft und festgestellt, dass das eingesetzte System die notwendigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Potenzielle Risiken werden bei der Westag & Getalit AG mit deren Schadenserwartungswert auf Nettobasis gemeldet. Die aktuell gültige Wesentlichkeitsgrenze zur Überleitung wesentlicher Einzelrisiken in die externe Darstellung der Risikolage im Rahmen der Lageberichterstattung beträgt 2,0 Mio. €. Die Risiken, die für die Westag & Getalit AG von wesentlicher Bedeutung sind, werden nachfolgend zusammen mit den entsprechenden Maßnahmen des Risikomanagements dargestellt.
Zusammenfassung der Risiken
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| Einzelrisiko | Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkungen | Veränderung gegenüber Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Konjunkturelle Risiken | möglich | wesentlich | → |
| Absatzrisiken | möglich | wesentlich | → |
| Beschaffungsrisiken | möglich | wesentlich | ↘ |
| Operative Risiken | möglich | wesentlich | → |
| Personalrisiken | möglich | wesentlich | → |
| Ausfallrisiken | möglich | moderat | → |
| Finanz- und Währungsrisiken | unwahrscheinlich | moderat | → |
↘ gesunken → unverändert
Konjunkturelle Risiken
Die Westag & Getalit AG ist aufgrund ihrer Produkt- und Kundenstruktur maßgeblich von der Konjunktur in der Bau- und Küchenmöbelbranche sowie im Baumarktbereich abhängig. Daher beobachtet und analysiert die Gesellschaft ständig die maßgeblichen Konjunktur- und Branchenentwicklungen und reagiert darauf entsprechend. Für das Jahr 2020 besteht zudem das Risiko, dass das Coronavirus einen negativen Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Lage haben wird, dem das Unternehmen mit einer erhöhten Flexibilität in seiner Produktionskapazität begegnet.
Absatzrisiken
Absatzrisiken sind auch für die Westag & Getalit AG von grundlegender Bedeutung. Diese werden maßgeblich von der Konjunktur in den Absatzmärkten, einem attraktiven Produktportfolio und der Lieferfähigkeit mit kurzen Lieferzeiten bestimmt. Diesen Risiken begegnet die Westag & Getalit AG unter anderem durch eine ständige Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie der Angebotserweiterung um moderne Oberflächenmaterialien und Produkte für die Außenanwendung von den Schwesterunternehmen. Den Risiken des Exportgeschäfts wird zudem durch eine weitere Nutzung der Vertriebswege der Gruppenunternehmen begegnet.
Beschaffungsrisiken
Dem Risiko einer nicht ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen in der benötigten Qualität wird durch die kontinuierliche Überprüfung und Ausweitung des Lieferantennetzwerks begegnet. Die Verknappung von bestimmten Holzarten wird aufgrund steigender Nachfrage und beschränkender gesetzlicher Regelungen tendenziell zunehmen. Die Möglichkeiten, Preissteigerungen bei Rohstoffen zu begegnen, sind bei bestimmten Rohstoffen angesichts der starken Marktstellung einzelner Anbieter begrenzt. Gleichwohl versucht die Gesellschaft kontinuierlich weitere Lieferanten zu identifizieren und für die Sicherstellung der Rohstoffversorgung aufzubauen. Unerwarteten Spezifikationsänderungen und Mängeln bei Vorprodukten und Rohstoffen wird durch entsprechende vertragliche Regelungen, Wareneingangsprüfungen und produktionsbegleitende Prüfungen begegnet. Im Bereich der Energieträger wird seit einigen Jahren die Möglichkeit genutzt, Preise und Mengen für Erdgas und Strom längerfristig abzusichern. Allerdings kann sich das Unternehmen hierdurch langfristig steigenden Energiepreisen nicht entziehen. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit den Schwesterunternehmen daran, bestehende Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren und Einkaufsvorteile zu erzielen.
Operative Risiken
Eine wesentliche Herausforderung im operativen Bereich ist es, den vielfältigen Kundenanforderungen nach individuellen Produkten in kürzester Zeit zu entsprechen. Daher befasst sich das Unternehmen ständig damit, die eigene Fertigung zu verbessern und alternativ in einigen Bereichen die Fertigungstiefe zu verringern. Dem Risiko von Produktionsausfällen wird durch vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am bestehenden Maschinenpark, einer risikoorientierten Ersatzteillagerung sowie der Mitarbeiterschulung begegnet. Parallel sind Elementarschäden und der Ausfall besonders kritischer Anlagen angemessen versichert. Begleitet werden diese Maßnahmen durch Brandschutz- und andere Vorsorgemaßnahmen sowie durch das nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifizierte Qualitätsmanagementsystem. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt die Informationstechnologie ein, deren Bedeutung stetig zugenommen hat. Hier garantieren redundante Hardware- und Netzwerkkomponenten die höchstmögliche Systemverfügbarkeit und Sicherheit für die Datenbestände. Datenverluste werden durch die tägliche Sicherung verhindert und Systemausfallzeiten durch die IT-Bereitschaft nahezu ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden zahlreiche technische und administrative Maßnahmen ergriffen, um unbefugten Zugriffen aus dem Internet entgegenzuwirken und die Daten zu schützen.
Personalrisiken
Die individuellen Fähigkeiten, die fachliche Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Unternehmens. Der Verlust von Fach- und Führungskräften oder Engpässe bei der Besetzung offener Stellen sind somit auch für die Westag & Getalit AG potenzielle Risiken. Dem Risiko, dass Personen, die für das Unternehmen gesucht werden, nicht oder nicht zu dem gewünschten Termin gewonnen werden können, wird durch entsprechende Qualifizierungen jüngerer Mitarbeiter und rechtzeitige Nachfolgeregelungen entgegengewirkt. Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung sowie der Altersstruktur im Unternehmen, die durch eine hohe Zahl an älteren Mitarbeitern geprägt ist, wurden die Bestrebungen intensiviert, Nachwuchskräfte bereits während der Ausbildung auf die Westag & Getalit AG als interessanten Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Dieses erfolgt unter anderem im Rahmen von verstärkten Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen. Dem Risiko, dass Mitarbeiter nicht mehr den gestellten Anforderungen entsprechen, wird durch entsprechende Weiterbildungsangebote und Versetzungsmöglichkeiten im Unternehmen begegnet. Dem Risiko, dass Mitarbeiter aufgrund der verbesserten Situation am Arbeitsmarkt das Unternehmen verlassen (Austrittsrisiko), begegnet das Unternehmen mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Dies zeigt sich unter anderem an dem neu abgeschlossenen Haustarifvertrag mit der IG Metall. Dieser führt zu einer besseren Transparenz und einer branchenüblichen Angleichung der Entgelte.
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken können sich daraus ergeben, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkommen. Hauptursache hierfür sind eine sich verschlechternde Liquidität oder eintretende Insolvenz. In Form des leistungsfähigen Forderungsmanagements sowie einer Absicherung der wesentlichen Kundenforderungen durch eine Warenkreditversicherung wird diesem entgegengewirkt. Darüber hinaus werden in Einzelfällen Forderungen durch entsprechende Bürgschaften oder Garantien abgesichert. Am 31.12.2019 waren nahezu alle wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über eine Warenkreditversicherung oder deutsche Finanzinstitute gedeckt.
Finanz- und Währungsrisiken
Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote von rund 70 % sowie der vorhandenen Liquidität werden derzeit keine wesentlichen Finanzierungsrisiken gesehen. Möglichen Devisenkursänderungen außerhalb der Eurozone wird hinsichtlich der Verkäufe dadurch begegnet, dass fast ausschließlich in Euro fakturiert wird. Auf der Einkaufsseite wird bei Produkten, die auf US-Dollar-Basis gehandelt werden, situationsbedingt entschieden, ob eine entsprechende Absicherung gegen Währungsschwankungen erfolgt.
Gesamtaussage zur Risikolage
Zusammenfassend wird darauf hingewiesen, dass die vorstehend dargestellten Risiken nach Einschätzung der Gesellschaft weder einzeln noch zusammen das Unternehmen in seiner Gesamtheit gefährden können. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikolage nahezu unverändert.
INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist es, eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und eine Übereinstimmung der Abschlüsse und Berichte mit den einschlägigen Vorschriften zu gewährleisten.
Die eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf die einzelnen Verantwortungsbereiche klar strukturiert. Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess im Wesentlichen beteiligten beiden Abteilungen, Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling, sind bezüglich der Abschlusserstellung klar getrennt.
Grundlegendes Instrument des Risikomanagements ist ein SAP-gestütztes, planungsbasiertes Informationssystem, mit dessen Hilfe Abweichungen hinsichtlich aller wesentlichen Unternehmenskennzahlen rasch erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Auf dieser Basis ist das gesamte Management in den Prozess der Risikovermeidung bzw. -minimierung einbezogen.
Der Rechnungslegungsprozess erfolgt auf Grundlage der SAP-Plattform und des dort installierten einheitlichen Berichtswesens sowie standardisierter IT-unterstützter Abläufe. Die daran beteiligten Mitarbeiter verfügen über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen. Bei den wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessschritten wird das Vier-Augen-Prinzip durchgängig angewendet. Die verwendeten Systeme sind durch spezielle Sicherungen gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Zugriffsberechtigungen werden funktionsbezogen vergeben. Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen sind geeignete Kontrollen unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Funktionstrennung implementiert. Neben automatischen Kontrollen auf der Ebene der IT-Systeme erfolgen analytische Prüfungen sowie manuelle Kontrollen einzelner Vorgänge. Neue Vorschriften sowie Änderungen der bestehenden Regelungen zur Rechnungslegung werden zeitnah auf ihre Auswirkungen analysiert und erforderlichenfalls zügig umgesetzt.
Im Rahmen der Bilanzierung von langfristigen Personalrückstellungen und für die Bearbeitung steuerrechtlicher Fragestellungen werden externe Dienstleister beauftragt.
Die klare Definition von Verantwortungsbereichen, eine eindeutige Organisationsstruktur, geeignete Kontrollmechanismen sowie eine entsprechende personelle und materielle Ausstattung stellen einen effizienten Rechnungslegungsprozess sicher. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, gegebenenfalls entdeckt und korrigiert werden.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütungsgrundsätze und -strukturen sind so konzipiert, dass sie genügend Anreize bieten, den Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Die Einzelheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder werden auf Vorschlag des Personalausschusses vom Aufsichtsrat vertraglich mit dem jeweiligen Vorstandsmitglied festgelegt. Die monetären Vergütungsanteile enthalten feste und variable Bestandteile. Die festen Bestandteile richten sich nach der Aufgabe des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die variablen Bestandteile bestehen aus zwei Komponenten. Die eine ist eine jahresbezogene Komponente. Deren Höhe hängt von dem Grad der Erreichung der vom Aufsichtsrat der Gesellschaft für das jeweilige Geschäftsjahr für das jeweilige Vorstandsmitglied festgelegten Ziele ab. Die andere Komponente besteht in einem Bonus, der sich maßgeblich aus dem langfristig erzielten Cashflow der Gesellschaft ergibt.
Alle Vorstandsverträge enthalten Obergrenzen für die variable Vergütung und die Gesamtbezüge. Der feste Vergütungsbestandteil wird monatlich anteilig, der jahresbezogene variable Vergütungsanteil wird zum Ende eines jeden Geschäftsjahres und der langfristige variable Vergütungsanteil zum Ende der festgelegten langfristigen Periode fällig. Für den Fall einer unverschuldeten Dienstunfähigkeit ist zusätzlich vereinbart, dass die Bezüge befristet fortgezahlt werden. Ferner erhalten die Vorstandsmitglieder Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus der Nutzung von Dienstwagen ergeben. Zusätzlich sind für die Vorstandsmitglieder D&O- sowie Unfallversicherungen abgeschlossen worden, für die die Gesellschaft die Versicherungsprämien trägt. Mit einem Vorstandsmitglied ist zudem eine Pensionsvereinbarung getroffen worden. Regelungen mit den Vorstandsmitgliedern über die Gewährung von Aktien der Gesellschaft, Aktienoptionen oder vergleichbare Gestaltungen bestehen derzeit nicht. Der Aufsichtsrat ist bei der Überprüfung der Vorstandsvergütungen und ihrer Komponenten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vergütung das Vergleichsumfeld und die Vergütungsstruktur im Unternehmen angemessen berücksichtigt und attraktiv genug ist, um einen ausreichenden Anreiz für nachhaltig gute Leistungen zu bieten.
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Danach erhalten diese eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung, die sich für das einzelne Mitglied auf 12.000 €, für den Vorsitzenden auf den doppelten Betrag und für dessen Stellvertreter auf den eineinhalbfachen Betrag beziffert. Für die Mitgliedschaft in einem Ausschuss erhält jedes Ausschussmitglied zusätzlich eine jährliche Vergütung von 2.500 € je Ausschuss. Der Vorsitz in Ausschüssen des Aufsichtsrats wird nicht gesondert vergütet. Den Aufsichtsratsmitgliedern werden ferner die durch die Ausübung ihres Amtes entstehenden Auslagen erstattet. Die von den Anteilseignern gewählten Aufsichtsratsmitglieder haben auf die ihnen laut Satzung zustehende Vergütung verzichtet. Außerdem ist für die Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung abgeschlossen worden.
ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS DER WESTAG & GETALIT AG GEMÄSS §§ 175 ABSATZ 2, 176 ABSATZ 1 AKTG ZU DEN ÜBERNAHMERELEVANTEN ANGABEN NACH § 289A ABSATZ 1 HGB ZUM BILANZSTICHTAG 31. DEZEMBER 2019
Gemäß § 176 Abs. 1 S. 1 AktG in Verbindung mit § 175 Abs. 2 AktG erstattet der Vorstand der Westag & Getalit AG nachfolgend zum 31.12.2019 gesondert Bericht zu den übernahmerelevanten Angaben nach den § 289a Abs. 1 HGB.
Angaben gemäß § 289a HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das Grundkapital der Westag & Getalit AG beträgt 13.708.631,04 €. Es ist eingeteilt in 5.354.934 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in 2.860.000 Stamm- und 2.494.934 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 2,56 € je Aktie.
Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten – vorbehaltlich eines entsprechenden Beschlusses der Hauptversammlung – aus dem jährlichen Bilanzgewinn eine Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie. Reicht der verteilbare Bilanzgewinn in einem Geschäftsjahr zur Zahlung der Vorzugsdividende von 0,12 € je Vorzugsaktie nicht aus, so ist der Rückstand ohne Zinsen aus dem Bilanzgewinn der folgenden Geschäftsjahre in der Weise nachzuzahlen, dass die älteren Rückstände vor den jüngeren zu tilgen und die aus dem Gewinn eines Geschäftsjahres für dieses zu zahlenden Vorzugsbeträge erst nach Tilgung sämtlicher Rückstände zu leisten sind. Nach Ausschüttung einer Dividende von 0,12 € auf die Stammaktien erhalten die Vorzugsaktionäre eine nicht nachzahlbare Mehrdividende von 0,06 € je Vorzugsaktie. An einer weiteren Gewinnausschüttung nehmen Vorzugs- und Stammaktionäre im Verhältnis der anteiligen Beträge am Grundkapital gleichmäßig teil. Die Ausgabe weiterer Vorzugsaktien, die bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens den vorhandenen stimmrechtslosen Vorzugsaktien gleichstehen oder vorgehen, bleibt vorbehalten. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 AktG vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte.
Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Die Westag & Getalit AG ist seit dem 21.08.2018 ein verbundenes Unternehmen der Broadview Industries AG. Die Broadview Industries AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande, die wiederum zur HAL-Gruppe gehört. Die Muttergesellschaft der HAL-Gruppe ist die HAL Trust, Hamilton, Bermuda.
Am 21.08.2018 teilte die Broadview Industries AG mit, dass sie zu dem Zeitpunkt 83,4 % der Stimmrechte und 58,3 % des gesamten Grundkapitals der Westag & Getalit AG halte. Nach dem Einzug der bisher vom Unternehmen gehaltenen eigenen Aktien und der Herabsetzung des Grundkapitals hat sich dieser Anteil rechnerisch auf 62,3 % des gesamten Grundkapitals erhöht. Damit ist die Broadview Industries AG seit dem 21.08.2018 die Mehrheitsaktionärin der Westag & Getalit AG. Eine entsprechende Stimmrechtsmitteilung der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, ist der Westag & Getalit AG am 22.08.2018 zugegangen.
Weitere meldepflichtige Änderungen des Bestands an Aktien der Westag & Getalit AG sind seither nicht an uns ergangen.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind nicht vorhanden.
Zwischen der Broadview Industries AG einerseits und der Gesellschaft haben im Geschäftsjahr 2019 keine Rechtsgeschäfte stattgefunden.
Zwischen der Westag & Getalit AG und anderen verbundenen Unternehmen der HALGruppe sind im Jahr 2019 Dienstleistungen und Warenlieferungen erfolgt, bei denen die Westag & Getalit AG stets eine angemessene Gegenleistung erhalten hat.
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht, § 312 AktG)
Der im Hinblick hierauf abgegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: „Unsere Gesellschaft, die Westag & Getalit AG, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands; Satzungsänderungen
Die Mitglieder des Vorstands der Westag & Getalit AG werden nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit § 4 der Satzung bestellt bzw. abberufen. Für Änderungen der Satzung der Gesellschaft sind die §§ 133 und 179 AktG maßgeblich.
Erwerb und Verwendung eigener Aktien
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 18.08.2015 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 17.08.2020 im Rahmen der Vorschriften des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien der Gesellschaft bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern und gegebenenfalls einzuziehen.
Der Vorstand der Westag & Getalit AG hat am 30.10.2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, sämtliche von der Gesellschaft gehaltenen 365.066 Vorzugsaktien einzuziehen und das Grundkapital um 934.568,96 € herabzusetzen. Die Satzung wurde dementsprechend neu gefasst. Die Eintragung der Satzungsänderung und der Änderung des Grundkapitals in das Handelsregister erfolgte am 25.02.2019.
Am 19.02.2020 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, den Aktionären ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot für bis zu 170.427 Vorzugsaktien der Gesellschaft zu unterbreiten. Mit der vollständigen Annahme des Rückkaufangebots wäre die Höchstgrenze der Hauptversammlungsermächtigung vom 18.08.2015 in Höhe von 10 % des Grundkapitals erreicht.
Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen
Hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots bestehen bei der Gesellschaft keine Vereinbarungen. Vereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern, die für den Fall eines Übernahmeangebotes Entschädigungen vorsehen, existieren nicht.
Über die vorstehenden Angaben hinausgehende, gemäß § 289 HGB anzugebende Umstände liegen nicht vor oder sind nicht bekannt.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die nach § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung einschließlich des Corporate Governance Berichts ist unter www.westag-getalit.com/unternehmensfuehrung verfügbar.
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Westag & Getalit AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Westag & Getalit AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Westag & Getalit AG beschrieben sind.
Rheda-Wiedenbrück, den 17. März 2020
Westag & Getalit AG
Der Vorstand
Beckers
Engelen
Zumholte
JAHRESABSCHLUSS
BILANZ ZUM 31.12.2019
DER WESTAG & GETALIT AG
Aktiva
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| Anhang | 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | 1 | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte | 877 | 1.256 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke und Bauten | 22.096 | 22.443 | |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 28.540 | 31.570 | |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 16.577 | 18.805 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 3.487 | 2.590 | |
| 70.700 | 75.408 | ||
| III. Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 0 | 1.200 | |
| 71.577 | 77.864 | ||
| B. Umlaufvermögen | 2 | ||
| I. Vorräte | |||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 16.993 | 19.236 | |
| 2. Unfertige Erzeugnisse | 3.880 | 4.323 | |
| 3. Fertige Erzeugnisse und Waren | 13.572 | 13.832 | |
| 34.445 | 37.391 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 26.619 | 28.602 | |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 714 | 0 | |
| 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 23 | |
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 1.481 | 2.531 | |
| 28.814 | 31.156 | ||
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 28.276 | 11.621 | |
| 91.535 | 80.168 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 124 | 166 | |
| Bilanzsumme | 163.236 | 158.198 | |
| Passiva | |||
| Anhang | 31.12.2019 In T€ |
31.12.2018 In T€ |
|
| A. Eigenkapital | 3 | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | |||
| 1. Stammaktien | 7.322 | 7.322 | |
| 2. Vorzugsaktien (davon gez. Kapital: 6.387 T€; Vorjahr: 6.387 T€) | 6.387 | 6.387 | |
| 13.709 | 13.709 | ||
| II. Kapitalrücklage | 24.367 | 24.367 | |
| III. Gewinnrücklagen | |||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 596 | 596 | |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 60.751 | 60.751 | |
| 61.347 | 61.347 | ||
| IV. Bilanzgewinn | 14.521 | 8.606 | |
| 113.944 | 108.029 | ||
| B. Sonderposten mit Rücklageanteil | 4 | 135 | 144 |
| C. Rückstellungen | 5 | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 23.547 | 21.688 | |
| 2. Steuerrückstellungen | 35 | 39 | |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 16.072 | 16.797 | |
| 39.654 | 38.524 | ||
| D. Verbindlichkeiten | 6 | ||
| 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 103 | 205 | |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.641 | 6.368 | |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 0 | 68 | |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 4.759 | 4.860 | |
| 9.503 | 11.501 | ||
| Bilanzsumme | 163.236 | 158.198 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
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| Anhang | 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 8 | 230.697 | 233.125 |
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | - 1.216 | 516 | |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 320 | 423 | |
| 229.801 | 234.064 | ||
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | 9 | 7.818 | 2.421 |
| 5. Materialaufwand | |||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | - 105.221 | - 108.839 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | - 7.328 | - 7.001 | |
| - 112.549 | - 115.840 | ||
| 6. Personalaufwand | 10 | ||
| a) Löhne und Gehälter | - 63.047 | - 62.023 | |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | - 14.503 | - 14.271 | |
| - 77.550 | - 76.294 | ||
| 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | - 10.067 | - 10.374 | |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 11 | - 28.588 | - 29.907 |
| 9. Erträge aus Beteiligungen | 0 | 304 | |
| 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens (davon aus verbundenen Unternehmen: 0 T€; Vorjahr: 2 T€) | 0 | 2 | |
| 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 14 | 52 | |
| 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 12 | - 695 | - 712 |
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 1.207 | - 1.519 | |
| 14. Ergebnis nach Steuern | 6.977 | 2.197 | |
| 15. Sonstige Steuern | - 270 | - 280 | |
| 16. Jahresüberschuss | 6.707 | 1.917 | |
| 17. Gewinnvortrag | 7.814 | 6.689 | |
| 18. Bilanzgewinn | 14.521 | 8.606 |
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019
Allgemeine Erläuterungen
Die Westag & Getalit AG ist ein Hersteller von verarbeiteten Holzprodukten und Oberflächenmaterialien mit Sitz im westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Die Aktiengesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Gütersloh unter der Nummer HRB 5565 eingetragen.
Die Notierung der Aktien der Westag & Getalit AG erfolgte bis zum 03.03.2019 im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie im amtlichen Handel der Düsseldorfer Börse. Seit dem 04.03.2019 erfolgt die Notierung im General Standard.
Die Westag & Getalit AG wird in den befreienden Konzernabschluss der HAL Trust, Hamilton, Bermuda, einbezogen. Die HAL Trust ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen der HAL-Gruppe aufstellt.
Der Konzernabschluss ist unter www.halholding.com abrufbar.
Die Broadview Industries B.V., ‘s-Hertogenbosch, Niederlande, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen der Broadview-Gruppe auf. Der Konzernabschluss ist über die Internetseite der Kamer van Koophandel (KVK) unter www.kvk.nl abrufbar. Die Westag & Getalit AG selbst erstellt seit der Liquidation der einzigen Tochtergesellschaft Westag OOO (Eintragung am 10.04.2019) keinen Konzernabschluss mehr.
Der Jahresabschluss der Westag & Getalit AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktienrechts aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde unverändert das Gesamtkostenverfahren angewandt.
Angaben zur Bilanzierung
Der Jahresabschluss 2019 entspricht in seiner Darstellung und Gliederung der gesetzlichen Regelung des HGB. Soweit notwendige Angaben nicht in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen worden sind, erfolgen diese Angaben im Anhang. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnungen
Forderungen, Verbindlichkeiten und geleistete Anzahlungen in fremder Währung werden nach § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Hierbei kommen die Nutzungszeiten von grundsätzlich 3 bis 8 Jahren, in zwei Einzelfällen 15 bzw. 20 Jahre, zum Ansatz.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen Materialaufwendungen zu Anschaffungskosten, Fertigungslöhne sowie anteilige Produktionsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen. Die Abschreibungen richten sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der linearen Abschreibungsmethode. Sie betragen für Fabrik-, Geschäfts- und Wohnbauten sowie andere Baulichkeiten überwiegend 20 bis 50 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen bis zu 15 Jahre, für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 3 bis 10 Jahre.
Finanzanlagen
Die Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens werden zum Nominalwert abzüglich notwendiger Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.
Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden zu Herstellungskosten bewertet, die neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind, enthalten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
In notwendigem Umfang werden Abwertungen vorgenommen, die insbesondere den Risiken, die durch Überalterung, Qualitätsminderung und andere eingeschränkte Verwertungsmöglichkeiten gegeben sind, Rechnung tragen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert oder zum niedrigeren Tageswert am Bilanzstichtag angesetzt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden, soweit erforderlich, Abschreibungen bzw. Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Dem allgemeinen Wertminderungsrisiko wird durch eine entsprechende Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.
Flüssige Mittel
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Termingelder werden zum Nennwert bzw. bei Fremdwährungsguthaben zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.
Eigene Anteile
Der Nennbetrag der eigenen Anteile wurde im Vorjahr in einer Vorspalte offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wurde mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Ein den Nennbetrag übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös wird bis zur Höhe des mit den Gewinnrücklagen verrechneten Betrages dort eingestellt. Ein darüber hinausgehender Differenzbetrag führt zu einer Einstellung in die Kapitalrücklage.
Sonderposten mit Rücklageanteil
Der Sonderposten mit Rücklageanteil enthält Rücklagen und Wertberichtigungen nach steuerlichen Vorschriften. Bei den Sonderposten mit Rücklageanteil handelt es sich ausschließlich um schon in den Vorjahren eingestellte Beträge.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungen und Berücksichtigung der Vorschriften des § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte Marktzinssatz in Höhe von 2,71 % (Vorjahr: 3,21 %) wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Rentensteigerung unverändert mit 2,0 % p.a. und die Einkommenssteigerung mit 0,0 % p.a. angenommen. Die vollständige Zuführung des Unterschiedsbetrages aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG erfolgte in den Vorjahren unter der Berücksichtigung des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB.
Übrige Rückstellungen
Jubiläumsrückstellungen werden im Berichtsjahr nach versicherungsmathematischen Berechnungen und Berücksichtigung der Vorschriften des § 249 Abs. 1 HGB und § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach den „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ unter Berücksichtigung der Projected-Unit-Credit-Methode bewertet. Der zugrunde gelegte Marktzinssatz gemäß RückAbzinsV in Höhe von 1,97 % wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Des Weiteren wurde die erwartete Einkommenssteigerung mit 1,5 % p.a. und die Steigerung der SV-Beitragsbemessungsgrenzen mit 2,5 % p.a. angenommen. Im Vorjahr erfolgte die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen nach dem Teilwertverfahren. Dabei wurde ein Marktzinssatz von 2,36 % zugrunde gelegt.
Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend grundsätzlich mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Latente Steuern
Bei dem Ansatz der latenten Steuern werden die sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen in Handels- und Steuerbilanz ergebenden Differenzen mit einem Steuersatz von 30 % bewertet. Auf steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern in der Höhe bilanziert, wie sie künftig realisiert werden könnten, bewertet mit dem jeweilig anzuwendenden Steuersatz. Vom Wahlrecht der Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Vom Wahlrecht zum Ansatz der nach Verrechnung verbleibenden aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sind in den Zinsaufwendungen ausgewiesen.
Derivate
Derivative Finanzinstrumente werden in Einzelfällen zur Absicherung von Devisenkurs-, Zins- oder vergleichbaren Marktpreisrisiken eingesetzt. Sofern notwendig, erfolgt eine entsprechende bilanzielle Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken.
WEITERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DES JAHRESABSCHLUSSES ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. Anlagevermögen
Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2019 ist der Anlage zum Anhang zu entnehmen.
Im Rahmen der Vereinbarung vom 01.10.2019 hat die Westag & Getalit AG ihren 49,0 % Anteil an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH mit Sitz in Meiningen (im Folgenden „AKP“) für 7,3 Mio. € verkauft. Unter Berücksichtigung des Buchwertes in Höhe von 1,2 Mio. € wurde daraus ein Buchgewinn in Höhe von 6,1 Mio. € erzielt.
Die Abgänge von Sachanlagen betreffen im Wesentlichen vollständig abgeschriebene Vermögenswerte.
2. Umlaufvermögen
2.1 Vorräte
Im Geschäftsjahr 2019 wurde eine Anpassung der Bewertungsannahmen der Vorräte an die immer schnelleren Trendwechsel und die veränderten Marktgegebenheiten vorgenommen. Diese Anpassung ergab einen Abwertungsbedarf im Vorratsvermögen in Höhe von 1.722 T€.
2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuererstattungsansprüche für das Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 214 T€.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren ausschließlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.
3. Eigenkapital
3.1 Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital setzt sich ausschließlich aus Inhaberaktien zusammen.
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| Anzahl | 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital (Inhaberaktien) | |||
| Stammaktien | 2.860.000 | 7.322 | 7.322 |
| Vorzugsaktien | 2.494.934 | 6.387 | 6.387 |
| Summe | 5.354.934 | 13.709 | 13.709 |
Hinsichtlich der Rechte und Pflichten in Verbindung mit den verschiedenen Aktiengattungen sowie den Rückkauf eigener Anteile verweisen wir auf die Angaben im Lagebericht gemäß § 289a HGB.
Die Westag & Getalit AG kaufte bis zum 31.12.2017 im Rahmen einer Ermächtigung nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Anteile zurück. Der Vorstand der Westag & Getalit AG hat am 31.10.2018 beschlossen, sämtliche von der Gesellschaft gehaltenen 365.066 Vorzugsaktien einzuziehen und das Grundkapital herabzusetzen. Die Satzung wurde dementsprechend neu gefasst. Der Einzug der Aktien und die Herabsetzung des Grundkapitals wurden wirksam mit dem Austausch der Globalurkunde am 8.11.2018. Die Eintragung der Satzungsänderung und der Änderung des Grundkapitals in das Handelsregister erfolgte am 25.02.2019.
Der Bestand der eigenen Aktien hat sich wie folgt entwickelt:
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| 2019 | 2018 | |
|---|---|---|
| Bestand am 1. Januar | 0 Stück | 365.066 Stück |
| Anzahl Käufe | 0 Stück | 0 Stück |
| Einzug und Kapitalherabsetzung | 0 Stück | - 365.066 Stück |
| Bestand am 31. Dezember | 0 Stück | 0 Stück |
| Anteil am Grundkapital | 0 % | |
| Weitergabezeitpunkt | ||
| Erwerbspreis (durchschnittlich seit Ersterwerb) | 0 €/Stück | 0 €/Stück |
Eigene Aktien dürfen auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18.08.2015 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden.
Die Bilanz wurde unter Berücksichtigung der teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt. Die Überleitung auf den Bilanzgewinn ist nachfolgend dargestellt:
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Jahresüberschuss | 6.707 | 1.916 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 7.814 | 6.690 |
| Einstellungen in die Gewinnrücklagen | 0 | 0 |
| Bilanzgewinn 31.12. | 14.521 | 8.606 |
4. Sonderposten mit Rücklageanteil
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG | 74 | 77 |
| Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß Abschnitt 35 EStR | 61 | 67 |
| Summe | 135 | 144 |
Der Sonderposten mit Rücklageanteil wurde gemäß § 281 Abs. 1 HGB a.F. und § 273 i.V.m. § 247 Abs. 3 HGB a.F. gebildet. Durch den Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit durch das BilMoG ist die Möglichkeit, handelsrechtlich weitere Einstellungen in den Sonderposten vorzunehmen, ausgeschlossen. Die Westag & Getalit AG führt in Anwendung der Übergangsvorschriften des BilMoG (Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB) die Werte des Sonderpostens mit Rücklageanteil, unter Anwendung der für sie geltenden Vorschriften in der bis zum 28.05.2009 geltenden Fassung des HGB, fort. Darin enthalten sind Wertberichtigungen zum Anlagevermögen gemäß § 6b EStG sowie steuerliche Rücklagen gemäß § 6b EStG. Aufgrund der Veränderung dieser Rücklagen bzw. Wertberichtigungen hat sich der Jahresüberschuss der AG um 9 T€ (Vorjahr: 9 T€) erhöht. Die entsprechende Ertragsteuerbelastung beträgt ca. 30 %.
5. Rückstellungen
5.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 23.547 T€ (Vorjahr: 21.688 T€). Aus der Änderung des Rechnungszinssatzes zum Bilanzstichtag 2019 ergibt sich eine Erhöhung der Pensionsrückstellung in Höhe von 1.770 T€ (Vorjahr: 1.491 T€).
Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertungsänderung hinsichtlich der Anwendung des 10-jährigen Durchschnittszinssatzes i.S.d. § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre im Geschäftsjahr 2019 3.072 T€ und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB einer Ausschüttungssperre.
5.2 Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken in angemessenem Umfang Rechnung und enthalten:
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| 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Rückstellungen Kundenboni | 10.507 | 11.261 |
| Rückstellungen für Personalzeitsalden | 1.406 | 1.478 |
| Reklamationen und Gewährleistungen | 926 | 1.321 |
| Jubiläumszuwendungen | 877 | 582 |
| Ausstehende Urlaubsverpflichtungen | 494 | 534 |
| Sonstige Personalverpflichtungen (Tantiemen, Abfindungen, Prämien) | 885 | 782 |
| Übrige | 977 | 839 |
| Summe | 16.072 | 16.797 |
6. Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.
Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf:
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| 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Steuern | 2.371 | 2.438 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 87 | 85 |
7. Latente Steuern
Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
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| 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Technische Anlagen | - 353 | - 465 |
| Andere Anlagen | - 101 | - 128 |
| Pensionsrückstellungen | 3.180 | 2.701 |
| Bonusrückstellungen vergangene Jahre | 29 | 25 |
| Jubiläumsrückstellungen | 52 | 23 |
| Summe | 2.807 | 2.156 |
In Summe ergeben sich aktive latente Steuern i.H.v. 2.807 T€. Es wurde von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern verzichtet.
ERLÄUTERUNGEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
8. Umsatzerlöse
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| Aufgliederung nach Regionen | 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|---|---|---|
| Inland | 171.922 | 175.265 |
| Ausland | 58.775 | 57.860 |
| Summe | 230.697 | 233.125 |
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| Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen | 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|---|---|---|
| Türen/Zargen | 122.512 | 125.376 |
| Oberflächen/Elemente | 100.649 | 103.256 |
| Energieerzeugung | 7.049 | 3.924 |
| Sonstige Umsatzerlöse des Zentralbereichs | 487 | 569 |
| Summe | 230.697 | 233.125 |
9. Sonstige betriebliche Erträge
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Buchgewinn aus der Veräußerung der Minderheitsbeteiligung an AKP | 6.100 | 0 |
| Periodenfremde Erträge | 627 | 1.029 |
| Versicherungserstattungen | 383 | 413 |
| Sachbezüge | 391 | 401 |
| Fremdwährungserträge | 108 | 105 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen | 159 | 84 |
| Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens | 10 | 10 |
| Übrige Erträge | 40 | 379 |
| Summe | 7.818 | 2.421 |
Die periodenfremden Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Ausbuchung von Verbindlichkeiten. Die Fremdwährungserträge betreffen mit 70 T€ (Vorjahr: 41 T€) Erträge aus der Währungsumrechnung.
10. Personalaufwand/ Mitarbeiter
Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 2.060 T€ (Vorjahr: 2.100 T€).
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| Durchschnittliche Mitarbeiterzahl | 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|---|---|---|
| Angestellte | 363 | 361 |
| Gewerbliche Mitarbeiter | 879 | 892 |
| Auszubildende | 50 | 54 |
| Summe | 1.292 | 1.307 |
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Ausgangsfrachten | 12.600 | 11.824 |
| Fremdreparaturen und Wartungen | 4.453 | 6.265 |
| Werbe- und Messekosten | 2.134 | 1.389 |
| Rechts- und Beratungskosten | 1.959 | 1.654 |
| Aufwendungen für Fremdlöhne | 1.928 | 2.687 |
| Versicherungen, Beiträge und Gebühren | 1.452 | 1.510 |
| Sonstige Personalaufwendungen | 671 | 882 |
| Reisekosten | 541 | 547 |
| Porto, Büromaterial und Telefon | 450 | 458 |
| Kfz-Kosten | 383 | 379 |
| Miete, Pacht, Leasing | 485 | 331 |
| Provisionen | 519 | 431 |
| Übrige Aufwendungen | 1.013 | 1.550 |
| Summe | 28.588 | 29.907 |
Der Posten „Fremdreparaturen und Wartungen“ beinhaltet im Wesentlichen Aufwendungen für Reparaturmaßnahmen von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Maschinen i.H.v. 2.651 T€ (Vorjahr: 4.411 T€) sowie an Gebäuden i.H.v. 673 T€ (Vorjahr: 813 T€). Darüber hinaus sind EDV-Wartungskosten i.H.v. 600 T€ (Vorjahr: 540 T€) angefallen. Die Aufwendungen für Fremdlöhne sind mit 734 T€ (Vorjahr: 1.698 T€) für Zeitarbeitnehmer im Fertigungsbereich entstanden. Die übrigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen periodenfremde Aufwendungen i.H.v. 315 T€ (Vorjahr: 305 T€) und Verluste aus Fremdwährungsumrechnungen i.H.v 5 T€ (Vorjahr: 22 T€).
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
In den Zinsaufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 682 T€ (Vorjahr: 712 T€) und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von 13 T€ (Vorjahr: 0 T€) enthalten.
13. Erträge und Aufwendungen von außerordentlicher Größenordnung
In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Erträge von außerordentlicher Größenordnung aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der AKP Carat-Arbeitsplatten GmbH in Höhe von 6.100 T€ ausgewiesen (Vorjahr: 0 T€). Im Materialaufwand werden unter den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren Aufwendungen aus einem zusätzlichen Abwertungsbedarf in Höhe von 1.722 T€ aufgrund von geänderten Bewertungsannahmen ausgewiesen (Vorjahr: 0 T€), die als Aufwendungen von außerordentlicher Größenordnung einzuordnen sind.
14. Sonstige Angaben
14.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
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| 31.12.2019 in T€ |
31.12.2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Bestellobligo | 1.361 | 1.974 |
| Stromeinkaufsgeschäfte | 1.207 | 804 |
| Gaseinkaufsverträge | 957 | 0 |
| Miet- und Pachtverpflichtungen | 990 | 611 |
| Übrige finanzielle Verpflichtungen | 193 | 168 |
| Summe | 4.708 | 3.557 |
Innerhalb der kommenden zwölf Monate sind aufgrund der bestehenden Verpflichtungen Zahlungen in Höhe von 3.080 T€ (Vorjahr: 2.632 T€) zu leisten.
In den Miet- und Pachtverpflichtungen sind Aufwendungen für ein Erbbaurecht mit einer Restlaufzeit von 54 Jahren in Höhe von 185 T€ enthalten (Vorjahr: 185 T€), das mit 5 % abgezinst wird.
14.2 Organe der Gesellschaft
VORSTAND
Wilhelm Beckers
Herzebrock-Clarholz
Diplom-Ingenieur
Verfahrenstechnik
Vorstandsvorsitzender
Michael Engelen
Buxtehude
Diplom-Kaufmann
Finanzvorstand (seit dem 01.06.2019)
Rainer Zumholte
Marienfeld
Industriekaufmann
Vorstand Vertrieb
Christopher Stenzel
Gütersloh
Diplom-Kaufmann
Finanzvorstand (bis zum 30.06.2019)
AUFSICHTSRAT
Matthijs Schoten
Vught, Niederlande
CEO der Broadview Holding B.V.,
‘s-Hertogenbosch, Niederlande Vorsitzender
Stefano Mion
Sorbolo, Italien
CEO der Arpa Industriale S.p.A.,
Bra, Italien
Anne Schouten
Baarn, Niederlande
Selbstständiger Unternehmensberater (seit dem 17.05.2019)
Dr.-Ing. Herbert Müller
Heiligenhaus-Isenbügel
Ingenieur (seit dem 03.02.2020)
Stellvertretender Vorsitzender (seit dem 17.03.2020)
Joris Beerman
Apeldoorn, Niederlande
Legal Counsel der Broadview
Holding B.V.,
‘s-Hertogenbosch, Niederlande
Stellvertretender Vorsitzender (bis zum 30.09.2019)
Dietmar Lewe *
Rietberg
Industriemeister der Holzverarbeitung
Betriebsratsvorsitzender
Kevin Zehles *
Rheda-Wiedenbrück
Holzbearbeitungsmechaniker
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
Matthijs Schoten ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Arpa Industriale, S.p.A., Bra, Italien.
Anne Schouten ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Atlas Professionals B.V., Hoofddorp, Niederlande.
Dr.-Ing. Herbert Müller ist auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ewald Dörken AG, Herdecke.
* Vertreter der Arbeitnehmer
14.3 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Gesamtbezüge des Aufsichtsrats | 24 | 90 |
| Gesamtbezüge des Vorstands | 1.172 | 877 |
| Beratungsleistungen (Aufsichtsräte) | 0 | 110 |
| Kurzfristige fällige Leistungen | 1.196 | 1.077 |
| Im Pensionsaufwand enthaltener Dienstzeitaufwand für Vorstandsmitglieder | 17 | 18 |
| Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder | 237 | 199 |
| Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene | 4.742 | 4.834 |
| Gesamtbezüge für ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene | 407 | 486 |
In der Hauptversammlung vom 18.08.2015 wurde mit einer Mehrheit von mehr als drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals beschlossen, dass die Angaben zu den Vorstandsvergütungen nach § 285 Nr. 9a Satz 5-8 HGB sowie §§ 315a Abs. 1, 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 5-8 HGB für die Geschäftsjahre 2015 bis 2019 nicht erfolgen müssen.
15. Corporate Governance Kodex
Die Westag & Getalit AG hat die nach § 161 AktG notwendige Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Fassung vom 07.02.2017) abgegeben und den Aktionären über ihre Internetseite zugänglich gemacht.
16. Abschlussprüferhonorar
Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar teilt sich wie folgt auf:
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 200 | 140 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 24 | 0 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 28 | 89 |
| Summe | 252 | 229 |
Die sonstigen Leistungen des Abschlussprüfers bezogen sich auf Beratungsleistungen im Rahmen der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems.
17. Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinnes
Für das Geschäftsjahr 2019 ergibt sich ein Bilanzgewinn von 14.520.575,17 €, der sich wie folgt zusammensetzt:
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| in € | |
|---|---|
| Jahresüberschuss 2019 | 6.706.735,04 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 7.813.840,13 |
| Bilanzgewinn | 14.520.575,17 |
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
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| in € | |
|---|---|
| Ausschüttung einer Dividende von 0,60 € je Stammaktie | 1.646.656,44 |
| Ausschüttung einer Dividende von 0,66 € je Vorzugsaktie | 1.716.000,00 |
| 3.362.656,44 | |
| Restgewinn zum Vortrag auf neue Rechnung | 11.157.918,73 |
| Bilanzgewinn | 14.520.575,17 |
Bei den Aktien handelt es sich bei den Stammaktien um 2.860.000 Stück nennwertloser Stückaktien und bei den Vorzugsaktien um 2.494.934 Stück nennwertloser Stückaktien.
Durch Rückkäufe eigener Vorzugsaktien kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 0,60 € je dividendenberechtigter Stammaktie bzw. 0,66 € je dividendenberechtigter Vorzugsaktie ein angepasster Beschlussvorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet.
18. Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Westag & Getalit AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Westag & Getalit AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Westag & Getalit AG beschrieben sind.
19. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Mit Zustimmung des Aufsichtsrats hat der Vorstand am 19.02.2020 beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18.08.2015 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch zu machen. Dazu wurde allen Vorzugsaktionären ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot unterbreitet, welches auf den Erwerb von insgesamt bis zu 170.427 Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 € je Aktie ISIN DE0007775231) beschränkt war. Das Angebot bezog sich nicht auf die Stammaktien der Gesellschaft (ISIN DE0007775207). Mit vollständiger Annahme des Rückkaufangebots wäre die Höchstgrenze der Ermächtigung vom 18.08.2015 in Höhe von 10 % des Grundkapitals erreicht worden. Der Angebotspreis betrug 25,20 € je eingereichter Vorzugsaktie und lag damit um 12 % über dem maßgeblichen Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse am 18.02.2020.
Infolge des Ausscheidens von dem Vorstandsvorsitzenden der Westag & Getalit AG Herrn Wilhelm Beckers zum 31.03.2020 wurde in der Aufsichtsratssitzung vom 19.02.2020 Herr Michael Sindram als neuer Vorsitzender des Vorstandes der Gesellschaft mit Wirkung zum 15.04.2020 bestellt.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden, liegen nicht vor.
Rheda-Wiedenbrück, den 17. März 2020
Westag & Getalit Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Wilhelm Beckers
Michael Engelen
Rainer Zumholte
ANLAGEN ZUM ANHANG
ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, SACH- UND FINANZANLAGEN
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| (in T€) | Immaterielle Vermögenswerte | Sachanlagen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Software, Lizenzen und andere gewerbliche Schutzrechte | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||
| Stand 01.01.2018 | 4.957 | 65.827 | 137.610 | 94.361 | 4.991 | 302.789 |
| Zugänge | 380 | 404 | 1.494 | 5.522 | 2.522 | 9.942 |
| Abgänge | 7 | 0 | 1.162 | 1.250 | 0 | 2.412 |
| Umbuchungen | 146 | 43 | 3.456 | 1.278 | - 4.923 | - 146 |
| Stand 31.12.2018 | 5.476 | 66.274 | 141.398 | 99.911 | 2.590 | 310.173 |
| Zugänge | 167 | 742 | 425 | 1.385 | 2.279 | 4.831 |
| Abgänge | 123 | 0 | 4.717 | 3.044 | 0 | 7.761 |
| Umbuchungen | 0 | 195 | 618 | 569 | - 1.382 | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 5.520 | 67.211 | 137.724 | 98.821 | 3.487 | 307.243 |
| Aufgelaufene Abschreibungen | ||||||
| Stand 01.01.2018 | 3.630 | 42.484 | 106.738 | 78.119 | 0 | 227.341 |
| Zuführungen | 597 | 1.347 | 4.251 | 4.179 | 0 | 9.777 |
| Auflösungen | 7 | 1.161 | 1.192 | 0 | 2.353 | |
| Stand 31.12.2018 | 4.220 | 43.831 | 109.828 | 81.106 | 0 | 234.765 |
| Zuführungen | 545 | 1.284 | 4.073 | 4.165 | 0 | 9.522 |
| Auflösungen | 122 | 0 | 4.717 | 3.027 | 0 | 7.744 |
| Stand 31.12.2019 | 4.643 | 45.115 | 109.184 | 82.244 | 0 | 236.543 |
| Buchwerte | ||||||
| Stand 31.12.2018 | 1.256 | 22.443 | 31.570 | 18.805 | 2.590 | 75.408 |
| Stand 31.12.2019 | 877 | 22.096 | 28.540 | 16.577 | 3.487 | 70.700 |
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| (in T€) | Finanzanlagen | Anlagevermögen | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Anteile an verbundenen Unternehmen | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | Beteiligungen | Gesamt | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.01.2018 | 307 | 40 | 1.200 | 1.547 | 309.293 |
| Zugänge | 0 | 80 | 0 | 80 | 10.402 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | 0 | 2.419 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2018 | 307 | 120 | 1.200 | 1.627 | 317.276 |
| Zugänge | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.998 |
| Abgänge | 307 | 120 | 1.200 | 1.627 | 9.511 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 312.763 |
| Aufgelaufene Abschreibungen | 307 | 40 | 0 | 347 | 231.318 |
| Stand 01.01.2018 | 0 | 80 | 0 | 80 | 10.454 |
| Zuführungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 2.360 |
| Auflösungen | |||||
| Stand 31.12.2018 | 307 | 120 | 0 | 427 | 239.412 |
| Zuführungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 10.067 |
| Auflösungen | 307 | 120 | 0 | 427 | 8.293 |
| Stand 31.12.2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 241.186 |
| Buchwerte | |||||
| Stand 31.12.2018 | 0 | 0 | 1.200 | 1.200 | 77.864 |
| Stand 31.12.2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 71.577 |
KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme in den Geschäftsjahren 2019 und 2018. Bei der Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie des Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden die direkte und die indirekte Methode verwendet. Der in der Kapitalflussrechnung verwendete Finanzmittelbestand umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel.
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| 2019 in T€ |
2018 in T€ |
|
|---|---|---|
| Jahresüberschuss | 6.707 | 1.917 |
| Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 10.067 | 10.374 |
| Zunahme der langfristigen Rückstellungen | 1.164 | 1.206 |
| Cash Earnings | 17.938 | 13.497 |
| Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen | - 725 | 55 |
| Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | - 6.253 | - 41 |
| Zunahme/Abnahme des Working Capital | ||
| davon: Vorräte | 2.947 | - 886 |
| davon: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.292 | - 758 |
| davon: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 1.796 | - 2.766 |
| Zunahme/Abnahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 1.091 | - 983 |
| Zunahme/Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten | - 99 | 246 |
| Zunahme/Abnahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | - 112 | - 10 |
| Zinsaufwendungen/Zinserträge | 681 | 660 |
| Sonstige Beteiligungserträge | 0 | - 304 |
| Ertragsteueraufwand/-ertrag | 1.207 | 1.519 |
| Ertragsteuerzahlungen | - 1.210 | - 1.540 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 14.961 | 8.689 |
| Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | - 167 | - 380 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 170 | 99 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | - 4.831 | - 9.942 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens | 7.300 | 0 |
| Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition | 0 | 2.000 |
| Erhaltene Zinsen | 14 | 52 |
| Erhaltene Dividenden | 0 | 304 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 2.486 | - 7.867 |
| Gezahlte Zinsen | 0 | 0 |
| Gezahlte Dividende | - 792 | - 4.112 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | - 792 | - 4.112 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 16.655 | - 3.290 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 11.621 | 14.911 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 28.276 | 11.621 |
EIGENKAPITALSPIEGEL
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| in T€ | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gesetzliche Rücklage | Gewinnrücklage | Bilanzgewinn | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2018 | 13.709 | 24.367 | 596 | 60.751 | 10.802 | 110.225 |
| Jahresüberschuss | 1.917 | 1.917 | ||||
| Dividende | - 4.112 | - 4.112 | ||||
| Stand 31.12.2018 | 13.709 | 24.367 | 596 | 60.751 | 8.606 | 108.029 |
| Jahresüberschuss | 6.707 | 6.707 | ||||
| Dividende | - 792 | - 792 | ||||
| Stand 31.12.2019 | 13.709 | 24.367 | 596 | 60.751 | 14.521 | 113.944 |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Westag & Getalit Aktiengesellschaft, Rheda-Wiedenbrück
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Westag & Getalit Aktiengesellschaft, Rheda-Wiedenbrück, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Westag & Getalit Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt „Sonstige Informationen“ unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt „Sonstige Informationen“ genannten Bestandteile des Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Bewertung des Umlaufvermögens
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt und Problemstellung
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Bewertung der kurzfristigen Vermögenswerte
Im Jahresabschluss der Westag & Getalit AG werden Vorräte mit einem Betrag von insgesamt T€ 34.445 sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von insgesamt T€ 28.814 ausgewiesen. Die beiden Posten haben insgesamt einen Anteil von 38,8 % an der Bilanzsumme und 55,5 % des Eigenkapitals.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen die direkt zurechenbaren Kosten des Produktionsprozesses sowie angemessene Teile der Produktionsgemeinkosten. Die Ermittlung der Bewertungsparameter, insbesondere zur Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse, erfolgt zu großen Teilen in einem manuellen Bewertungsprozess mittels eines Tabellenkalkulationsprogramms und zu einem geringeren Teil in einem EDV-gestützten Verfahren. Notwendige Abwertungen für Überalterung, Qualitätsminderung und andere Verwertungsrisiken, die sich aus dem Grundsatz der vorsichtigen Bewertung ergeben, werden durch EDV- gestützte Abwertungsroutinen und ergänzende Einzelabwertungen ermittelt.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen werden zum Nennbetrag oder mit dem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen erfasst. Die Bemessung der Einzelwertberichtigungen wird durch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter sowie die Einschätzung zu einzelnen Rechtsstreitigkeiten bestimmt. Für latente Ausfallrisiken werden Pauschalwertberichtigungen in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle gebildet.
Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da die Bewertung des Umlaufvermögens in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basierten.
Im Rahmen der Prüfung haben wir uns ein Verständnis über den Prozess der Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten und möglicher Abwertungsbedarfe verschafft und das Vorgehen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung latenter und akuter Ausfallrisiken beurteilt.
Im Rahmen unseres risikoorientierten Prüfungsansatzes haben wir unter anderem die Angemessenheit des Prozesses in Bezug auf die Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie möglicher Abwertungsbedarfe und die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollmaßnahmen einschließlich des zum Einsatz kommenden EDV-Systems der Gesellschaft in Bezug auf die Bewertung des Vorratsvermögens beurteilt. Hierzu haben wir auch unsere internen Spezialisten aus dem Bereich Risk Assurance Solutions eingebunden. Im Rahmen der aussagebezogenen Prüfungshandlungen haben wir neben analytischen Prüfungshandlungen unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Ermittlung der Herstellungskosten nachvollzogen und weitere Prüfungshandlungen auf Stichprobenbasis definiert. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die kritische Würdigung der Ergebnisse der Abwertungsroutinen, die Befragung der für die Vorratsbewertung verantwortlichen Mitarbeiter zur Plausibilität der getroffenen Annahmen und Schätzungen über die mögliche Verwertbarkeit der Vorräte sowie den Vergleich der Schätzungen mit den vorgenommenen Abwertungen in den Vorjahren.
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir uns im Rahmen unserer Prüfung unter anderem ein Verständnis über den Vertriebsprozess verschafft und die diesbezüglich eingerichteten Kontrollmaßnahmen der Gesellschaft auf ihre Wirksamkeit untersucht. Anhand von aussagebezogenen analytischen Prüfungshandlungen haben wir die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beurteilt. Wir haben aussagebezogene Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Werthaltigkeit von sonstigen Vermögensgegenständen durchgeführt. Dabei haben wir unter anderem die von der Gesellschaft durchgeführten Werthaltigkeitsbeurteilungen nachvollzogen und gewürdigt. Die Ermittlung der erwarteten Ausfallrisiken haben wir nachvollzogen.
Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen begründet und hinreichend dokumentiert sind.
Zu den Posten Vorräte sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände einschließlich der damit zusammenhängenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angaben im Anhang sowie auf die im Anhang enthaltenen weitergehenden Erläuterungen zu den Posten Vorräte und Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
| • | die in Abschnitt „Erklärung zur Unternehmensführung“ des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB |
| • | den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts – ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. Dezember 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Westag & Getalit Aktiengesellschaft, Rheda-Wiedenbrück, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Volker Voelcker.
Bielefeld, den 17. März 2020
**Pricewaterhouse Coopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Volker Voelcker, Wirtschaftsprüfer
ppa. Peter Tiessen, Wirtschaftsprüfer