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Wacker Chemie AG — Annual Report 2017
Apr 24, 2018
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Annual Report
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Wacker Chemie AG
München
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren Aktionären,
seit dem vergangenen Jahr befindet sich WACKER nach einer Phase hoher Investitionen in einer neuen Etappe seiner strategischen Ausrichtung. Sie ist geprägt von einem hohen Zufluss liquider Mittel, Investitionen unterhalb der Abschreibungen und einer niedrigen Nettofinanzverschuldung. Dadurch stärken wir die Finanzkraft des Unternehmens und schaffen die Grundlage, noch stärker in Forschung und Entwicklung sowie in Zukunftsfelder zu investieren. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Technologien wie z. B. die Elektromobilität und zukunftsträchtige Geschäfte in der Biotechnologie. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse voran, um die Beziehungen zu unseren Kunden zu erweitern und möglicherweise neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Der Erfolg von WACKER beruht darauf, dass wir mit unseren anerkannt hochwertigen Produkten in den vergangenen Jahren organisch stark gewachsen sind. Wir sehen nach wie vor große Chancen und Potenziale, unser organisches Wachstum erfolgreich fortzusetzen. Deshalb haben wir auch angesichts unserer sehr guten Finanzausstattung keinen Anlass, größere Akquisitionen ins Auge zu fassen. Im Vordergrund steht für uns, die Wachstumspotenziale unseres attraktiven Produktportfolios optimal zu nutzen. Die Voraussetzungen haben wir mit unserer globalen Ausrichtung in den vergangenen Jahren geschaffen.
Durch die Abgabe der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG an institutionelle Investoren im März 2017 haben wir den WACKER-Konzern neu geordnet. Mit dieser Transaktion haben wir unser strategisches Ziel erreicht, Siltronic die unternehmerische Eigenständigkeit zu geben. WACKER ist dadurch weniger kapitalintensiv und weniger volatil aufgestellt. Der Fokus liegt damit auf unseren Anwendungskompetenzen in der Chemie und darauf, die Wertschöpfungsketten in diesem Geschäft zu stärken. Auch für Siltronic bedeutet das eine Zäsur. Nach 50 Jahren Zugehörigkeit zum WACKER-Konzern steht das Unternehmen nun auf eigenen Beinen. Unsere Beteiligung von etwas mehr als 30 Prozent an der Siltronic zeigt, dass wir von den positiven Geschäftsperspektiven des Unternehmens überzeugt sind.
Für WACKER war 2017 ein sehr gutes Geschäftsjahr, was sich auch in einer höheren Dividende widerspiegelt. Großen Anteil an diesem Erfolg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihnen gilt der Dank des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG für ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement.
Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand
Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2017 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage und über Compliance-Themen informiert.
Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.
Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2017 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert.
Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. An den Sitzungen der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder dieser Ausschüsse teilgenommen.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig.
Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
- der Verkauf der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG
- zukünftige und laufende Investitionsprojekte, insbesondere die Investition in einen Reaktor und Trockner in Südkorea
- die Antidumpingverfahren gegen die Solarindustrie in den USA, der EU und China, ihre Auswirkungen auf WACKER und entsprechende Handlungsmöglichkeiten
- die Explosion in einer Anlage am Produktionsstandort Charleston in Tennessee und deren Folgen
- die Entwicklung des Aktienkurses
- Maßnahmen zur Konzernfinanzierung
- die Vertragsverlängerungen des Vorsitzenden des Vorstands Dr. Rudolf Staudigl sowie des Vorstandsmitglieds Dr. Christian Hartel
- das Thema Diversity (u. a. die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand, die Verabschiedung neuer Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie eines Kompetenzprofils)
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 07. Dezember 2017 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2018-2022 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2018.
Arbeit der Ausschüsse
Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Herr Franz-Josef Kortüm vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Peter-Alexander Wacker in den Ausschüssen den Vorsitz.
Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich darüber hinaus mit den von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat bereits Ende 2016 eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2017 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte.
Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2017 viermal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (Festlegung der Gesamtbezüge, Festsetzung der Erfolgsziele für die variable Vergütung, Empfehlung an den Aufsichtsrat zu den Vertragsverlängerungen von Herrn Dr. Staudigl und Herrn Dr. Hartel).
Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.
Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.
Corporate Governance
Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 07. Dezember 2017 diskutiert und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich. Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.
In seiner Sitzung im Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen - effizient arbeitet.
# Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2017, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2017) einschließlich der Buchhaltung geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2017 vergeben.# Der Abschlussprüfer
Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2018 die oben genannten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 06. März 2018 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.
Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand
Herr Schuster, Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und Mitarbeiter der Siltronic AG, schied auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic AG am 15. März 2017 mit Ablauf des 14. März 2017 aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Als neues Mitglied des Aufsichtsrats der Arbeitnehmerseite wurde Frau Barbara Kraller auf Antrag des Vorstands durch Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. April 2017 bestellt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 07. Dezember 2017 den Vorsitzenden des Vorstands Herrn Dr. Rudolf Staudigl sowie das Vorstandsmitglied Herrn Dr. Christian Hartel in ihren Ämtern bestätigt. Der Aufsichtsrat folgte dabei dem Wunsch von Herrn Dr. Staudigl, seinen aktuellen, noch bis zum 30. September 2018 laufenden Vertrag nur noch um drei Jahre bis zum 30. September 2021 zu verlängern. Der Vertrag von Herrn Dr. Hartel, der noch bis zum 31. Oktober 2018 läuft, wurde um fünf Jahre bis zum 31. Oktober 2023 verlängert. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihre engagierte Arbeit. Sie haben erneut zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr der Wacker Chemie AG beigetragen.
München, 06. März 2018
Der Aufsichtsrat
Dr. Peter-Alexander Wacker
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG
Zusammengefasster Lagebericht
Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.
Wichtigster Grundstoff ist Silicium
Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 70 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 30 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere Kunden kommen aus fast allen wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die chemische Grundstoffindustrie, die Elektro- und Elektronik-, die Solar-, die Textil-, die Nahrungs- und Konsumgüterindustrie sowie die Medizintechnik und die Biotechnologie. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark in der Bau- und Automobilindustrie vertreten. Im Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.
Technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit
WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau unserer Präsenz in Wachstumsmärkten. Insgesamt unterhält WACKER 50 Vertriebsbüros in 32 Ländern. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. Im Jahr 2017 haben wir in Jakarta (Indonesien) und Istanbul (Türkei) zwei neue technische Kompetenzzentren eröffnet. In Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan hat WACKER ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Silicone in Betrieb genommen.
23 Produktionsstandorte
Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 23 Produktionsstandorten (2016: 26). Davon sind neun in Europa, sieben in Amerika und sieben in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir etwa 7.900 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeiter und Auszubildende). Im Geschäftsjahr 2017 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 900.000 Tonnen erzeugt. Das sind knapp 50 Prozent der konzernweiten Produktionsleistung. Neben Burghausen ist Nünchritz der zweite Mehrbereichsstandort von WACKER.
→ Siehe Grafik B.2 auf Seite 44
Rechtliche Unternehmensstruktur
Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 51 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 49 Gesellschaften voll konsolidiert. Drei Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind.
→ Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.
B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte
B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns
1 Nur Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen
Vier operative Geschäftsbereiche
WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich seit dem 15. März 2017 in vier operative Geschäftsbereiche. Mit dem Verkauf von 6,3 Millionen Aktien aus seinem Bestand hat WACKER die Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben und bilanziert die Beteiligung an dem Unternehmen at equity. Durch diese Transaktion ist die Siltronic AG kein operativer Geschäftsbereich des WACKER-Konzerns mehr.
→ Weitere Informationen zur Entkonsolidierung der Siltronic AG finden Sie im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis.
Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.
→ Siehe Grafik B.5 auf Seite 46
Leitung und Kontrolle
Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.
B.3 Ressortverteilung im Vorstand
| Dr. Rudolf Staudigl | Dr. Christian Hartel | Dr. Tobias Ohler | Auguste Willems | |
|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender | WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications, Investor Relations, Konzernrevision, Recht, Compliance, Retirement Benefits | WACKER POLYMERS Personal /Soziales (Arbeitsdirektor), Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien | SILTRONIC (bis 14. März 2017) Bilanzierung und Steuern, Konzerncontrolling, Finanzen und Versicherungen, Information Technology, Procurement & Logistics Region Amerika | WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution, Forschung und Entwicklung, Intellectual Property, Werkleitungen, Corporate Security, Umwelt/Gesundheit/Sicherheit, Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten |
Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017
Im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in seiner Sitzung vom 07. Dezember 2017 den Vorstandsvorsitzenden, Dr. Rudolf Staudigl, sowie Vorstandsmitglied Dr. Christian Hartel in ihren Ämtern bestätigt. Der Vertrag von Dr. Rudolf Staudigl ist um weitere drei Jahre (bis 30.# B.4 Unternehmensstruktur von WACKER
Erklärung zur Unternehmensführung
Die nach §§ 289f, 315 d, HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken.
→ www.wacker.com/corporate-governance
Nichtfinanzielle Konzernerklärung
Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2017, zur Verfügung. Er wurde auch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht gemäß International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" durch den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Der Konzernlagebericht ist um Inhalte, die im nichtfinanziellen Konzernbericht enthalten sind, gekürzt, um Doppelungen zu vermeiden.
→ https://berichte.wacker.com/2017/geschaeftsbericht/
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse
Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert.
Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 2.800 Produkten. Produziert werden sowohl Spezialitäten als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.
Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie.
Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien.
Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiterindustrie und vor allem für die Solarindustrie her.
Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER
Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse.
B.5 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung
Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen
An den Wettbewerbspositionen der drei umsatzstärksten Geschäftsbereiche von WACKER hat es im Geschäftsjahr 2017 keine Veränderung gegeben. Wir gehören weltweit zu den Top-3-Anbietern bei Siliconen, bei Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis (VAE) sowie bei Polysilicium. Bei einigen Produkten sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Asien, gefolgt von Europa und Amerika.
Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien.
Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und -Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir ebenfalls in Asien.
Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über eine kleine, aber aussichtsreiche Marktposition, die wir weiter ausbauen. Zudem bietet der Geschäftsbereich Feinchemikalien in profitablen Nischen an.
Mengenwachstum und hohe Wettbewerbsintensität kennzeichnen den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür sind vor allem die Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und die Entwicklung des Marktumfelds in der globalen Solarindustrie. Nach Produktionskapazitäten ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer zwei. Unsere Absatzmenge belief sich im Jahr 2017 auf mehr als 70.000 Tonnen.
Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren
WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.
Auftragsentwicklung
Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Die Auslieferung erfolgt in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Auftragseingang.
Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Rund 30 Prozent der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen.
Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und mittelfristige Verträge ab. Grundsätzlich streben wir feste Verträge mit verhandelten Preisen und Mengen an.
Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern und seine Geschäftsbereiche auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt.
B.6 Wettbewerbspositionen von WACKER
| Rang 1 | Rang 2 | Rang 3 | |
|---|---|---|---|
| WACKER SILICONES | DowDuPont | WACKER | Momentive |
| WACKER POLYMERS | Akzo Nobel (Elotex) (Dispersionspulver)/ Celanese (Dispersionen) | Dairen (Dispersionspulver/ Dispersionen) | WACKER (Dispersionspulver/ VAE-Dispersionen) |
| WACKER POLYSILICON | OCI | GCL-Poly | WACKER |
Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen
Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können.
Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft
Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Den größten Einfluss hatten im Geschäftsjahr 2017 mit rund 44,1 Prozent an den Herstellungskosten die Energie- und Rohstoffkosten.
Energie- und Rohstoffkosten
Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER versucht dauerhaft, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Durch unsere eigene Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und damit das Kostenrisiko.# Anpassungen des Regulierungsrahmens und Risikomanagement
Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen, zum Beispiel durch steigende Netzentgelte oder Umlagen. Wir arbeiten ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 soll der spezifische Energieverbrauch halbiert werden.
Beim Rohstoffeinkauf schließen wir teilweise Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, höheren Freiheitsgraden bei der Abgabemenge oder regelmäßiger Anpassung der Großhandelsmarktpreise ab, um uns ein günstiges Preisniveau zu sichern, aber auch Preisflexibilität zu erhalten.
Währungsschwankungen
Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften (Derivate) das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt.
Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien
Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder- und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Auf Grund unserer starken Kostenposition, unserer hohen Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer breiten Kundenstruktur sowie fester Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern. WACKER wird weiter daran arbeiten, seine spezifischen Herstellkosten zu verbessern, um die Wettbewerbsposition zu behaupten.
B.7 Operative Frühindikatoren
| Geschäftsbereiche | Operativer Frühindikator | Frühindikator für WACKER SILICONES |
|---|---|---|
| WACKER POLYMERS | Rohstoffpreis- und unsere Kostenentwicklung | Energiepreisentwicklung |
| WACKER BIOSOLUTIONS | Auftragseingang pro Monat | unsere Kapazitätsauslastung |
| WACKER SILICONES | Kurz-, Mittel- und Langfristverträge | unsere Kapazitätsauslastung, weitere Marktentwicklung |
| WACKER POLYSILICON | Marktforschung/Kundengespräche | Zuwachs der Solarkapazitäten nach Ländern, unsere Kapazitätsauslastung |
| Alle Geschäftsbereiche | Kundengespräche | unsere Umsatzentwicklung, unsere Produktqualität |
| Marktforschung | Markttrends, Produktinnovationen |
Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft
China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen Polysiliciumhersteller aus den USA erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ebenfalls unter die entsprechende Regelung. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen China und den USA, die Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten gütlich beizulegen. Davon würde auch WACKER profitieren. Zudem besteht für WACKER die Möglichkeit, im Rahmen direkter Gespräche eine Befreiung für Zölle zu beantragen.
Für den Export von Polysilicium aus Europa hat WACKER mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium (MOFCOM) im Mai 2014 eine Mindestpreisvereinbarung unterzeichnet. Im Gegenzug verzichtet das MOFCOM darauf, Antidumping- und Antisubventionszölle auf dieses Material zu erheben. Nachdem die EU-Kommission die Antidumping- und Antisubventionszölle gegen chinesische Solarzellen- und -modulhersteller im März 2017 für weitere 18 Monate bis September 2018 beschlossen hat, hat auch das MOFCOM die Maßnahmen der Mindestpreisvereinbarung um ebenfalls 18 Monate verlängert. Die EU-Kommission will nach dem Ablauf dieser Frist die Antidumping- und Antisubventionszölle auslaufen lassen.
Ziele und Strategien
Strategie des WACKER-Konzerns
An der Vision und den fünf übergreifenden strategischen Zielen von WACKER hat sich nichts geändert. Im Mittelpunkt unserer Strategie stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Unser Handeln ist dabei an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet. → Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com
Im Rahmen des Kapitalmarkttags im Oktober 2017 in London haben wir die Strategie für den WACKER-Konzern bis zum Jahr 2020 bestätigt. Unsere strategischen Ziele für die nächsten Jahre lauten wie bisher:
- Ausbau unserer Produktionskapazitäten mit Investitionen unterhalb der Abschreibungen.
- Höheres Wachstum schaffen als der Durchschnitt der Chemieindustrie.
- Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit.
- Attraktive Margen im Wirtschaftszyklus erzielen.
- Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft steigern.
Unsere Investitionen werden bis mindestens 2020 unterhalb der Abschreibungen liegen. Wir konzentrieren uns auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unterstützt wird das durch Produktinnovationen und einen höheren Anteil an Spezialprodukten. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale.
Wir arbeiten ständig daran, unseren Rohstoffeinsatz zu verringern und die Prozesseffizienz unserer Anlagen zu verbessern. Über das Programm "WACKER Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Wir entwickeln außerdem eine Vielzahl von nachhaltigen Produkten für erneuerbare Energien, Wärmedämmung und Elektromobilität. Sie werden zur Senkung des CO2 -Ausstoßes in der Nutzungsphase beitragen.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an, für unser Polysiliciumgeschäft eine Zielmarge von > 30 Prozent.
Die deutlich niedrigeren Investitionen, weitere Effizienz- und Kostenverbesserungen sowie unser geplantes Umsatzwachstum führen zu einem höheren Cashflow. Die Aktionäre wollen wir noch stärker am Gewinn beteiligen. Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzernjahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten. In der Vergangenheit betrug die Ausschüttungsquote mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses.
Ein weiteres Thema, das sich über alle Geschäftsprozesse erstreckt, ist die Digitalisierung. Wir haben dafür im Jahr 2017 ein Digitalisierungsprogramm gestartet. Es umfasst alle Kerngeschäftsprozesse - von der Logistik über die Produktionssteuerung, Instandhaltung bis hin zu unseren Vertriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen. Der digitale Wandel wird die nächsten Jahre intensiv von WACKER vorangetrieben und ist deshalb ein wichtiger Pfeiler einer Transformationsstrategie.
Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche
- WACKER SILICONES will als weltweit zweitgrößter Hersteller von Siliconen den Anteil von margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. Bei Standardprodukten liegt der Fokus darauf, als Komplettanbieter mit globalem Profil die Kostenführerschaft zu übernehmen.
- WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden.
- WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen und weitere Kunden zu gewinnen. Dazu nutzt es sein umfassendes Know-how und seine Anlagen, die die Herstellung biotechnologischer Produkte im industriellen Maßstab erlauben.
- Im Geschäft mit Polysilicium konzentriert sich WACKER POLYSILICON auf Effizienz und einen hohen Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Im Vordergrund steht dabei, die Herstellungskosten weiter zu senken, die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen zu erhöhen sowie den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern.
Steuerungssystem
Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik. Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands und des oberen Managements einbezogen. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich dabei.# B. Berichterstattung zur Unternehmensführung
Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließungen und andere Projekte. Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Netto-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zu einer Anpassung der Investitionen führen. WACKER ist sehr flexibel darin, auf positive wie negative Veränderungen zu reagieren. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern
Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2017 unverändert geblieben. Die wertorientierte Steuerung basiert auf diesen zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:
- der EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz). Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.
- dem ROCE, der Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise dem Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und das Working Capital bilden das eingesetzte Kapital. Das Equity-Ergebnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte sowie auf das Working Capital beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.
- dem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren und Abschreibungen vom EBITDA abgezogen. Die Entwicklung des BVC ist im Wesentlichen abhängig von der EBITDA-Veränderung.
- dem Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren inkl. Zugänge aus Finanzierungsleasing abzüglich Veränderungen der erhaltenen Anzahlungen). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
- der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.
- die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Hinzu kommen Investitionen, die in den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet werden. Hierzu werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig die Kapazitätsauslastung und der voraussichtliche Kapazitätsbedarf analysiert. Für die operative Steuerung (Abwicklung, Termine, Budget, Qualität, Sicherheit) der einzelnen Investitionsprojekte sind die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Zentrale Ingenieurtechnik bei WACKER verantwortlich.
- die Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzverschuldung ist eine ergänzende Steuerungskennzahl, mit der wir die Finanzlage des Konzerns überwachen. Wir definieren die Nettofinanzschulden als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, lang- und kurzfristigen Wertpapieren sowie lang- und kurzfristigen Finanzschulden.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung
Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient.
Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2017
EBITDA-Marge:
Im Jahr 2017 betrug die Zielmarge 20 Prozent. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 20,6 Prozent.
B.8 Soll/Ist-Abgleich
| Mio. € | Ist 2017 | Prognose 2017¹ | 2016¹ | |
|---|---|---|---|---|
| EBITDA-Marge (%) | 20,6 | 20,6 | leicht unter Vorjahr | |
| EBITDA | 1.014,1 | auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres 955,5² | ||
| ROCE (%) | 7,5 | auf dem Niveau des Vorjahres 6,4 | ||
| Netto-Cashflow | 358,1 | auf dem Niveau des Vorjahres 361,1 |
¹ Angepasst
² In 2016 lag das bereinigte EBITDA bei 935,2 Mio. €.
EBITDA:
Für das Jahr 2017 haben wir ein EBITDA erwartet, das ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Dieses Ziel haben wir übertroffen. Im Vergleich zum bereinigten EBITDA des Vorjahres ist das EBITDA um 78,9 Mio. € auf 1.014,1 Mrd. € gestiegen. Einschließlich der Sondererträge des Vorjahres hat sich das EBITDA von 955,5 Mio. € um 58,6 Mio. € auf 1.014,1 Mio. € erhöht. Im Jahr 2017 betrug der Kapitalkostensatz vor Steuern 10,1 Prozent. Im Jahr 2017 haben wir unser BVC-Ziel auf Konzernebene erreicht. Mit -152 Mio.€ war der erreichte Wert besser als im Vorjahr.
B.9 ROCE und Wertbeitrag
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| EBIT | 423,7 | 337,5 | |
| Capital Employed¹ | 5.138,3 | 5.300,4 | |
| ROCE² (%) | 7,5 | 6,4 | |
| Kapitalkosten vor Steuern (%) | 10,1 | 10,1 | |
| BVC³ | -151,8 | -197,0 |
¹ Das Capital Employed (gebundenes Kapital) setzt sich aus den durchschnittlichen langfristigen Vermögenswerten abzüglich langfristiger Wertpapiere und aktiven latenten Steuern, zuzüglich Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Es ist die Bezugsgröße für die Berechnung der Kapitalkosten.
² Return on Capital Employed ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das gebundene Kapital. Das Equity-Ergbnis der Siltronic AG sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein.
³ Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht operative Faktoren korrigiert.
ROCE:
Erreicht hat WACKER im Jahr 2017 einen ROCE von 7,5 Prozent. In unserer Prognose vom März 2017 sind wir davon ausgegangen, dass der ROCE auf dem Niveau des Vorjahres sein wird.
Netto-Cashflow:
Die Prognose für 2017 war ein deutlich positiver Netto-Cashflow auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 358,1 Mio. € hat sich der Netto-Cashflow im Rahmen unserer Prognose bewegt.
Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte
Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet. Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen.
B.10 Strategische und operative Planung
- a Prognosefestlegung für das laufende Jahr
- b Nutzung der operativen Planung als Basis der strategischen Planung (inkl. aktueller Ist- und Rolling-Forecast-Zahlen)
- c Strategieklausur
- d Verabschiedung der Strategie
- e Abbildung der Strategie in der operativen Planung
- f Planungsklausur
- g Verabschiedung operative Planung (durch Aufsichtsrat)
Finanzierungsstrategie
Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.
→ Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2017 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 69.
Operative Steuerungsinstrumente
Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten.
B.11 Angaben nach § 315a Abs.
HGB scroll
Zu der nach § 315a Abs. 1 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315a (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals:
Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 1.692.317 Stück vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden; der verbleibende Restbestand von 782.300 Stück darf nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden.
§ 315a (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen:
Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315a (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital:
Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Bad Wiessee, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315a (4) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten:
Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
§ 315a (4) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen:
Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315a (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen:
Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gemäß § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315a (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien:
Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Mai 2015 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315a (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen:
In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren Change-of-Control-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge. Weiterhin bestehen Change-of-Control-Klauseln in mehreren Kreditverträgen. Auch hier handelt es sich um übliche Klauseln für diese Art von Verträgen.
§ 315a (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots:
Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Die Weltwirtschaft befand sich im Jahr 2017 in allen Regionen in einer robusten Aufwärtsbewegung. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 um 3,7 Prozent zugenommen (2016: 3,2 Prozent). In den Industrienationen profitierte die Wirtschaftsentwicklung in vielen Ländern davon, dass die Inlandsnachfrage stärker ausfiel als ursprünglich erwartet. Höhere Investitionen und Exporte haben im Euroraum und in Japan das Wachstum zusätzlich begünstigt.
B.12 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2017
Quellen: weltweit: IWF, Asien: ADB, China: Nationales Statistikamt. Indien: NCAER National Council of Applied Economic Research. Japan: IWF, USA: IWF, Europa: OECD
In den Entwicklungs- und Schwellenländern nahm das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Jahr 2016 ebenfalls deutlich zu. So profitierten rohstoffexportierende Länder wie Brasilien und Russland von höheren Ausfuhren. In China wiederum gab der anziehende Binnenkonsum der Konjunktur Auftrieb. Viele andere asiatische Länder verzeichneten ebenfalls ein deutliches Plus beim Bruttoinlandsprodukt. Hier kamen nach Ansicht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sowohl Impulse aus der Binnennachfrage als auch aus der Exportwirtschaft zum Tragen. Das Wachstum der indischen Wirtschaft hat sich dagegen im Jahresverlauf etwas verlangsamt. Ein Grund dafür war laut ADB die zur Jahresmitte eingeführte landesweite Mehrwertsteuer.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie.
Chemiebereiche von WACKER mit guter Umsatzentwicklung
Die chemische Industrie hat sich im Jahr 2017 gut entwickelt. Die Industrieproduktion ist in nahezu allen Teilen der Welt weiter gewachsen, entsprechend positiv entwickelte sich die Chemienachfrage. Der weltweite Branchenumsatz (inkl. Pharmazeutika) lag nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) im Jahr 2016 bei 4,6 Bio. €, knapp 60 Prozent davon kamen aus Asien. Das günstige internationale Marktumfeld hat auch das Geschäft der Chemieunternehmen hierzulande positiv beeinflusst. Dank der guten Konjunktur nahm die Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten sowohl im Inland als auch im Ausland deutlich zu. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 86,7 Prozent. Laut VCI stieg die Chemieproduktion in Deutschland im Jahr 2017 um 2,5 Prozent. Da gleichzeitig die Chemikalienpreise um 3,0 Prozent zulegten, wuchs der Branchenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf rund 195 Mrd. € (2016: 185 Mrd. €). Die Chemiebereiche von WACKER haben ihren Gesamtumsatz in der Summe gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren höhere Absatzmengen in allen Segmenten bei insgesamt etwas besseren Preisen. Besonders gut war im Geschäftsbereich WACKER SILICONES beispielsweise die Nachfrage nach Siliconprodukten für die Elektronik-, Automobil-, Textil- und Kunststoffindustrie. WACKER POLYMERS konnte den Umsatz mit Dispersionspulvern und VAE-Dispersionen leicht steigern. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS entwickelte sich der Umsatz mit Produkten für Pharma- und Agroanwendungen besonders positiv.
Bauindustrie wächst im Jahr 2017
Die weltweite Bauindustrie ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH im Jahr 2017 um 3,5 Prozent auf 8,9 Bio. US-$ (2016: 8,6 Bio. US-$) gewachsen. Die Bauleistungen in Westeuropa stiegen um 2,4 Prozent. In Osteuropa nahmen die Bauinvestitionen um 1,2 Prozent zu. Die Investitionen der Bauwirtschaft in Nordamerika wuchsen 2017 um 2,9 Prozent. Besonders kräftig war das Plus der Bauwirtschaft in Asien. Hier sind die Bauinvestitionen um 4,9 Prozent gewachsen. WACKER POLYMERS hat seinen Umsatz mit Bauanwendungen weiter steigern können. Das Wachstum bei Dispersionspulvern ist getrieben durch den Markt für Trockenmörtel in allen Regionen weltweit. Insgesamt haben wir rund 28.000 Tonnen mehr Dispersionspulver in die Bauindustrie verkauft. Im Bereich der Dispersionen konnte WACKER POLYMERS in Asien und hier speziell in China deutlich zulegen. Neben Kleb- und Dichtstoffen sind wasserbasierte, umweltverträgliche Beschichtungen ein wichtiger Markt für unsere VAE-Dispersionen. Auch Bauanwendungen von WACKER SILICONES verzeichneten ein Umsatzplus. In allen drei Produktbereichen Bautenschutz, Dicht- und Klebstoffe und silanmodifizierte Polymere konnten wir weiter wachsen. Im Jahr 2017 sind die Umsätze von WACKER SILICONES in allen Regionen gestiegen. Besonders stark war der Zuwachs in Indien, Südkorea, Südostasien und den GUS-Staaten.
B.13 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2017
Quelle: B + L Marktdaten GmbH, Stand 11/2017
Elektro- und Elektronikindustrie wächst in Schwellenländern
Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie ist im Jahr 2017 nach Schätzungen des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um vier Prozent gewachsen und erreichte ein Volumen von rund 4,3 Bio. € (2016: 4,1 Bio. €). Dafür verantwortlich sind besonders China und die Schwellenländer, die um sieben bzw. um sechs Prozent zulegen konnten. In Deutschland, dem weltweit fünftgrößten Markt, ist der Umsatz nach Angaben des ZVEI auf rund 128 Mrd. € gestiegen (2016: 125 Mrd. €). WACKER hat zwei Geschäftsbereiche, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON beliefert Kunden aus der Halbleiterindustrie mit Polysilicium. WACKER SILICONES konnte seinen Umsatz mit Siliconen für die Elektronikindustrie um sechs Prozent steigern. Bei Silanen für Elektronikanwendungen betrug das Plus knapp 30 Prozent. Zuwächse verzeichneten wir bei medienresistenten Vergussmassen, hochspeziellen Siliconkautschuken für die Halbleiterindustrie sowie bei Silicongelen für die Automobilelektronik. Auch das Geschäft im Bereich Kabel und Isolatoren konnte um sechs Prozent wachsen.
Die Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung
Für die globale Solarbranche standen die Zeichen im Jahr 2017 weiter auf Wachstum. Nach Angaben verschiedener Marktstudien wurden weltweit ca.# 104 Gigawatt (GW) neu installiert (2016: 78 GW). Das sind rund 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2017 waren damit weltweit rund 400 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund drei Viertel der Neuinstallationen wurden 2017 in China, Indien, Japan und den USA getätigt. Fördermaßnahmen sowie die stark gesunkenen Systemkosten haben erheblich zum weltweiten Ausbau der PV-Installationen beigetragen. Aber auch nicht geförderter Solarstrom hat sich weiter verbilligt. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag sein Handelspreis bereits bei 0,02 US-$ pro Kilowattstunde.
B.14 Neu installierte PV-Leistungen 2016 und 2017
| Neu installierte PV-Leistungen (MW) | Wachstum 2017 (%) | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 20 | 1.800 | 1.500 |
| Frankreich | 50 | 900 | 600 |
| Übriges Europa | 2 | 4.400 | 4.300 |
| USA | -22 | 11.500 | 14.800 |
| Japan | -11 | 7.500 | 8.400 |
| China | 66 | 54.000 | 32.500 |
| Indien | >100 | 9.500 | 4.300 |
| Übrige Welt | 25 | 14.400 | 11.500 |
| Gesamt | 34 | 104.000 | 77.900 |
Quellen: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, China National Energy Agency, Apricum, Ministry of New and Renewable Energy, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER
Trotz der global stark gestiegenen Neuinstallationen blieben die Marktbedingungen in der Photovoltaikindustrie herausfordernd. Einerseits trieb die hohe Nachfrage nach Solarzellen und -modulen, speziell in China und Indien, die Absatzmengen. In den USA sorgte ein laufendes Verfahren zur Verhängung von Strafzöllen und Mindestpreisen für importierte Solarzellen für Vorzieheffekte. Auf der anderen Seite hielt der Preisdruck auf Grund der nach wie vor bestehenden Überkapazitäten auf allen Wertschöpfungsstufen weiter an. Das hat dazu geführt, dass sich die finanzielle Situation zahlreicher Solarunternehmen über das Gesamtjahr betrachtet nicht wesentlich verbessert hat.
B.15 Spotpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe
| Ethylen (€/t) | Methanol (€/t) | Vinylacetatmonomer (€/t) |
|---|---|---|
| Ø jeweiliger Jahresdurchschnitt |
Rohstoffpreise insgesamt deutlich höher als im Vorjahr
Die Rohstoffpreise waren 2017 in der Summe deutlich höher als vor einem Jahr. Besonders stark fiel der Preisanstieg mit etwa 40 Prozent bei Methanol aus. Ethylen und Vinylacetatmonomer (VAM) waren um etwa zehn Prozent teurer als im Jahr 2016. Der Preis für Siliciummetall ist im Jahresverlauf gestiegen. Der Rohstoff war zum Jahresende um etwa zehn Prozent teurer als im Januar 2017.
Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen
Ungeachtet der nach wie vor bestehenden Konflikte und politischen Unsicherheiten hat sich die Weltwirtschaft im Jahr 2017 gut entwickelt. Unterstützt durch die expansive Geldpolitik der führenden Notenbanken haben die Investitionen in den wichtigsten Industrieländern deutlich zugenommen. Sowohl in den USA als auch im Euroraum legte die Produktion im Jahresverlauf kräftig zu. Die chinesische Wirtschaft befindet sich infolge der staatlichen Anreize ebenfalls auf Expansionskurs. Die Dynamik in diesen großen Volkswirtschaften hat auch die Konjunktur in den Schwellenländern angeregt. Insgesamt gewann der weltweite Aufschwung der Wirtschaft im Laufe des Jahres 2017 sowohl an Breite als auch an Geschwindigkeit.
Unterstützt von diesen Wachstumstrends hat sich das Geschäft von WACKER im Jahr 2017 gut entwickelt. Wir konnten unseren Umsatz wie geplant um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Dafür verantwortlich waren vor allem höhere Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen. Das Ergebnis ist ebenfalls weiter gewachsen. Die hohe Auslastung unserer Produktionskapazitäten, Kostenverbesserungen und das Beteiligungsergebnis von Siltronic sind Gründe für die positive Ergebnisentwicklung. Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Rohstoffpreise konnten wir so mehr als ausgleichen.
Der weltweite Solarmarkt ist erneut kräftig gewachsen. Unser Polysiliciumgeschäft hat davon in Form von deutlich höheren Absatzmengen profitiert. Niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung allerdings gebremst.
Wir konnten in allen Regionen unseren Umsatz im Jahr 2017 erhöhen, auch wenn der Zuwachs in Amerika währungsbedingt nicht sehr stark war. Die Region Asien ist mit 7,7 Prozent am stärksten gewachsen. Hier entwickelt sich das Geschäft in China, Indien und Südostasien sehr positiv. Die Region Europa einschließlich Deutschlands hat mit 40,00 Prozent den größten Anteil am Gesamtumsatz.
In den ersten Wochen des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 26. Februar 2018 ist WACKER gut in das Jahr gestartet.
Für Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse
An unserem US-Produktionsstandort Charleston kam es am 07. September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion, die eine Teilanlage der Produktion beschädigt hat. Da diese Anlage essentiell für den Produktionsprozess von Polysilicium ist, wurde die Produktion stillgelegt. Da die Schäden und der Produktionsausfall versichert sind, erwartet WACKER keinen wesentlichen finanziellen Schaden aus diesem Ereignis. Allerdings hat der Stillstand der Produktionsanlagen dazu geführt, dass WACKER rund 6.000 Tonnen weniger Polysilicium für den Verkauf zur Verfügung standen.
Desinvestitionen
Zu Beginn des Jahres hat WACKER zunächst 1,8 Millionen Aktien der Siltronic AG aus dem Bestand des Konzerns an der Börse verkauft und hieraus einen Veräußerungserlös von 87,6 Mio. € erzielt. Am 15. März 2017 hat das Unternehmen dann die Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben. In einem Platzierungsverfahren hat WACKER rund 6,3 Millionen Aktien aus seinem Bestand zum Preis von 56,06 € pro Aktie an institutionelle Investoren veräußert. Der Bruttoemissionserlös betrug rund 353,2 Mio. €. Mit einem Anteil von 30,8 Prozent bleibt WACKER aber ein wesentlicher Aktionär von Siltronic. Die Beteiligung an Siltronic wird seit dem 15. März 2017 at equity bilanziert.
Investitionen
Die Investitionen lagen im Vergleich auf Vorjahresniveau. Sie beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere drei Chemiebereiche. In Jincheon, Südkorea, haben wir neue Anlagen zur Produktion von Silicondichtstoffen und Spezialsilicone errichtet. Die Investitionen lagen bei rund 15 Mio. €. Die bestehenden Anlagen für polymere Bindemittel am Standort Burghausen sind um einen neuen Dispersionsreaktor mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen erweitert worden. Die Investitionssumme betrug rund 25 Mio. €. Daneben hat WACKER eine Reihe kleiner Investitionsprojekte bearbeitet.
Mit weiteren Investitionsprojekten haben wir im Jahr 2017 begonnen. An unserem Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee haben wir mit dem Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure begonnen, deren Investitionen sich insgesamt auf 150 Mio. US-$ belaufen werden. In Holla, Norwegen, erweitern wir unsere Produktionsstätten für Siliciummetall. In dieses Projekt flossen im Jahr 2017 rund 25 Mio. €. In Ulsan, Südkorea, ist der Startschuss für neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver gefallen. Für den Ausbau sind rund 60 Mio. € vorgesehen. In León, Spanien, modernisieren wir eine Großfermentationsanlage, die wir Ende Dezember 2016 erworben haben. Insgesamt investiert WACKER hier rund 15 Mio. € in die Modernisierung.
Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf
WACKER hat im Laufe des Jahres seine zu Jahresbeginn gesteckten Ziele konkretisiert und angehoben. Davon betroffen waren die Aussagen zum EBITDA, zur EBITDA-Marge, zum ROCE, zum Netto-Cashflow, zu den Investitionen sowie zu den Nettofinanzschulden.
WACKER hat Anfang des Jahres 2017 prognostiziert, seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht unter Vorjahr liegen, das EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres genauso wie der ROCE und der Netto-Cashflow.
Prognose auf Grund des Verkaufs der Mehrheitsanteile an Siltronic nach dem 1. Quartal angepasst
Mit der Veröffentlichung des Berichts zum 1. Quartal im April 2017 hat WACKER seine Prognose auf Grund des Verkaufs der Mehrheitsanteile an Siltronic angepasst. Das EBITDA wird auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge gegenüber dem Vorjahr (935,5 Mio. €) um einen mittleren einstelligen Prozentwert niedriger erwartet. Im Geschäftsbericht zur Bilanzpressekonferenz waren wir inkl. Siltronic von einem EBITDA ohne Sondererträge auf dem Niveau des Vorjahres ausgegangen. Die EBITDA-Marge, die wir leicht unter Vorjahr (20,6 Prozent) erwartet hatten, wird jetzt etwas unter Vorjahr sein. Der ROCE wird nicht auf dem Niveau des Vorjahres liegen, sondern leicht darunter. Der Netto-Cashflow, den wir auf dem Niveau des Vorjahres erwartet hatten, wird deutlich niedriger sein. Alle anderen Steuerungskennzahlen bewegen sich im Rahmen der Prognose zur Bilanzpressekonferenz.
Prognose zum 2. und 3. Quartal angehoben
Mit der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal hat WACKER seine Prognose in Bezug auf das EBITDA konkretisiert. Für das Gesamtjahr rechnet WACKER mit einem EBITDA zwischen 900 und 935 Mio. €. Das entspricht am oberen Ende dem um Sondererträge bereinigten EBITDA des Vorjahres (2016: 935,2 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das gut laufende Chemiegeschäft sowie das Beteiligungsergebnis der Siltronic, das höher sein wird als erwartet. Die gute Geschäftsentwicklung ist wesentlich dafür verantwortlich, dass wir mit dem Bericht zum 3. Quartal die Prognose erneut angehoben haben. WACKER rechnet jetzt mit einem EBITDA von 1 Mrd. € und wird damit das Vorjahresergebnis übertreffen. Die EBITDA-Marge wird auf dem Niveau des Vorjahres erwartet und nicht wie vorher prognostiziert etwas unter Vorjahr. Auch die Prognose für weitere finanzielle Steuerungskennzahlen hat WACKER angepasst.# B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
Der ROCE wird leicht über und nicht leicht unter dem Vorjahr sein. Der Netto-Cashflow liegt nur etwas unter dem Vorjahreswert und nicht mehr deutlich. Die Investitionen, die bisher leicht steigen sollten, werden nunmehr auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Die Nettofinanzschulden sollen sich zum Jahresende auf rund 500 Mio. € belaufen.
WACKER erreicht alle seine Prognoseziele
WACKER konnte seinen Umsatz um 6,3 Prozent auf 4,92 Mrd. € (2016: 4,63 Mrd. €) steigern. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Absatzmengen. Der Umsatz in unseren zwei Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS hat sich wie erwartet positiv entwickelt. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erzielte einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat auf Grund höherer Absatzmengen beim Umsatz etwas zulegen können. Die EBITDA-Marge belief sich mit 20,6 Prozent auf Vorjahresniveau. Das EBITDA auf vergleichbarer Basis (955,5 Mio. €) konnten wir gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern auf 1.014,1 Mio. €. Der Netto-Cashflow liegt mit 358,1 Mio. € auf dem Vorjahreswert. Der ROCE liegt mit 7,5 Prozent über dem Vorjahr. Die Rohstoff- und Energiekosten haben sich im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Der Kurs des Euro zum US-Dollar war auf Jahressicht im Durchschnitt leicht höher als ursprünglich von uns angenommen. Im Geschäftsjahr 2017 waren die Investitionen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Sie belaufen sich auf 326,8 Mio. €. Die Nettofinanzschulden waren zum Jahresende mit 454,4 Mio. € nochmals niedriger als im Bericht zum 3. Quartal prognostiziert. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich wie zu Jahresbeginn angenommen erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 13.811 Mitarbeiter. Das sind 363 mehr als ein Jahr zuvor.
Abweichungen vom prognostizierten Aufwand
Die Personalkosten sind in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hier wirken sich die im Jahresverlauf gestiegene Beschäftigtenzahl sowie höhere Aufwendungen für die variable Vergütung aus, die durch die fortlaufenden Produktivitätsmaßnahmen nicht vollständig kompensiert werden konnten. Mittelfristig erwarten wir einen Rückgang der Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz.
Die Rohstoffkosten sind gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich angestiegen. Hier hat sich der Preisauftrieb wichtiger Rohstoffe, wie z. B. Methanol, VAM und Ethylen, ausgewirkt. Mittelfristig erwarten wir, dass das Verhältnis der Rohstoffkosten zum Umsatz auf Grund unserer Maßnahmen zur Reduzierung des Rohstoffeinsatzes in unseren Produkten leicht zurückgehen wird.
| Ergebnis 2016 angepasst | Prognose Mär 2017 | Prognose Apr 2017 | Prognose Aug 2017 | Prognose Okt 2017 | Ergebnis 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen | ||||||
| EBITDA-Marge (%) | 20,6 | leicht unter Vorjahr | etwas unter Vorjahr | etwas unter Vorjahr | auf dem Niveau des Vorjahres | 20,6 |
| EBITDA (Mio. €) | 955,5 | auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge | auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge | um mittleren einstelligen Prozentsatz niedriger | zwischen 900 und 935 | 1.000 |
| ROCE (%) | 6,4 | auf dem Niveau des Vorjahres | leicht unter Vorjahr | leicht unter Vorjahr | leicht über Vorjahr | 7,5 |
| Netto-Cashflow (Mio. €) | 361,1 | auf dem Niveau des Vorjahres | deutlich unter Vorjahr | deutlich unter Vorjahr | etwas unter Vorjahr | 358,1 |
| Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen | ||||||
| Umsatz (Mio. €) | 4.634,2 | um mittleren einstelligen Prozentsatz höher | um mittleren einstelligen Prozentsatz höher | um mittleren einstelligen Prozentsatz höher | um mittleren einstelligen Prozentsatz höher | 4.924,2 |
| Investitionen (Mio. €) | 338,1 | rund 450 | rund 360 | rund 360 | auf dem Niveau des Vorjahres | 326,8 |
| Nettofinanzschulden (Mio. €) | 992,5 | deutlich unter Vorjahr | deutlich unter Vorjahr | deutlich unter Vorjahr | rund 500 | 454,4 |
| Abschreibungen (Mio. €) | 618,0 | rund 720 | rund 600 | rund 600 | rund 600 | 590,4 |
Unsere Energieeffizienz konnten wir in 2017 weiter verbessern, entsprechend sind die Energiekosten im Verhältnis zum Umsatz gesunken. Die Abschreibungen sind erwartungsgemäß sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz gegenüber Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies ist auf das im Vergleich zu den Vorjahren niedrigere Investitionsniveau der Jahre 2016 und 2017 zurückzuführen. Für 2018 erwarten wir einen weiteren Rückgang der Abschreibungen und mittelfristig ein Niveau von etwa 500 Mio. € p. a.
B.17 Aufwand
| Kostenarten | % vom Umsatz 2017 | % vom Umsatz 2016 |
|---|---|---|
| Personalkosten | 24,5 | 24,0 |
| Rohstoffkosten | 28,6 | 27,5 |
| Energiekosten | 6,9 | 7,2 |
| Abschreibungen | 12,0 | 13,3 |
Ertragslage
Veränderung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage durch den Abgang des Geschäftsbereichs Siltronic
Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER seine Mehrheit an der Siltronic AG abgegeben. Zu Beginn des Jahres 2017 hat WACKER zunächst 1,8 Millionen Aktien der Siltronic AG aus dem Bestand des Konzerns an der Börse verkauft. Am 15. März 2017 hat das Unternehmen dann weitere 6,3 Millionen Siltronic-Aktien im Rahmen eines Platzierungsverfahrens an institutionelle Investoren veräußert. Die Beteiligung von WACKER an Siltronic hat sich dadurch auf 30,8 Prozent verringert. Am 31. Dezember 2016 hielt WACKER noch 57,8 Prozent der Anteile.
Gemäß den Regeln des Standards IFRS 5 ("Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche") weist WACKER das Ergebnis der Siltronic AG und ihrer Tochtergesellschaften rückwirkend für das Jahr 2016 als Ergebnis aus "nicht fortgeführten Aktivitäten" aus. Der Gewinn aus dem Abgang von Siltronic ermittelt sich aus dem Liquiditätszufluss der platzierten Anteile und der Bewertung der verbleibenden Anteile zum Transaktionskurs abzüglich des WACKER zuzurechnenden Nettovermögens der Siltronic und der Transaktionskosten. Der Abgangsgewinn sowie das Periodenergebnis von Siltronic werden in der Linie "nicht fortgeführte Aktivitäten" gezeigt. Der Verlust der Beherrschung führt dazu, dass die Vermögenswerte und Schulden von Siltronic nicht mehr im Konzern ausgewiesen werden. Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich durch den Abgang der Siltronic nur unwesentlich reduziert, da der Liquiditätszufluss aus den beiden Transaktionen und die Neubewertung der verbleibenden Anteile den Abgang der Vermögenswerte von Siltronic kompensiert haben. Die Beteiligung an Siltronic wird seit dem 15. März 2017 at equity bilanziert und das anteilige Periodenergebnis des Siltronic-Konzerns wird im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Die als fortgeführte Aktivitäten gezeigten Werte der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 sind mit dem Vorjahr vergleichbar.
→ Wir verweisen für weitere Informationen zum Abgang von Siltronic auf den Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis auf Seite 118.
→ Siehe Tabelle B.20 auf Seite 61
Konzernumsatz liegt mit 4,92 Mrd. € 6,3 Prozent über dem Vorjahr
Der WACKER-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2017 seinen Umsatz erneut steigern. Er erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 4,92 Mrd. € (2016: 4,63 Mrd. €). Verantwortlich dafür waren höhere Absatzmengen bei Siliconen, Polymerprodukten und Polysilicium. Negative Währungskurseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und in Summe etwas niedrigere Preise konnte WACKER mehr als ausgleichen. Im Umsatz besonders stark zulegen konnte der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit einem Anstieg von zehn Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS steigerte seinen Umsatz um mehr als vier Prozent. In einem nach wie vor volatilen Marktumfeld mit niedrigeren Durchschnittspreisen erzielte der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ein Umsatzwachstum von mehr als zwei Prozent.
→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht ab Seite 62.
Einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,10 Mrd. € (2016: 3,86 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 83,3 Prozent. Die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro hat sich negativ auf den Umsatz ausgewirkt.
→ Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht ab Seite 64.
Konzern-EBITDA liegt bei 1,01 Mrd. €, EBITDA-Marge beträgt 20,6 Prozent
Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gestiegen. Es beläuft sich auf 1.014,1 Mio. € (2016: 955,5 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 20,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (2016: 20,6 Prozent). Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER keine Erträge mehr aus vereinnahmten Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen ausgewiesen. Im vergangenen Jahr hatte WACKER noch Sondererträge aus Vertragsauflösungen von 20,3 Mio. € vereinnahmt. Bereinigt um diesen Effekt stieg das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr (935,5 Mio. €) um acht Prozent. Maßgeblich für diesen Zuwachs sind der Umsatzanstieg, eine sehr gute operative Leistung sowie das Beteiligungsergebnis der Siltronic in Höhe von 40,0 Mio. €. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Rohstoffkosten konnte WACKER dadurch mehr als ausgleichen.
→ Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht ab Seite 62.
B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT
| Mio. € | 2017 | 2016¹ | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| EBITDA | 1.014,1 | 955,5 | 6,1 | |
| Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen | - | - 590,4 | - 618,0 | - 4,5 |
| EBIT | 423,7 | 337,5 | 25,5 | |
| ¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche) |
EBIT steigt deutlich an
Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 423,7 Mio. € (2016: 337,5 Mio. €). Das sind 26 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 8,6 Prozent (2016: 7,3 Prozent). Geringere Abschreibungen als im Vorjahr erhöhten das EBIT. Diese gingen im Geschäftsjahr 2017 erwartungsgemäß um fünf Prozent zurück.
B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
| Mio. € | |
|---|---|
| 2017 |
| 2017 | 2016 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| EBIT | 423,7 | 337,5 | 25,5 |
| Finanzergebnis | -88,7 | -91,1 | -2,6 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern | 335,0 | 246,4 | 36,0 |
| Ertragsteuern | -84,9 | -68,3 | 24,3 |
| Jahresergebnis fortgeführte Geschäftstätigkeiten | 250,1 | 178,1 | 40,4 |
| Jahresergebnis nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten | 634,7 | 11,2 | >100 |
| Jahresergebnis | 884,8 | 189,3 | >100 |
| davon auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend | 866,7 | 179,2 | >100 |
| auf andere Gesellschafter entfallend | 18,1 | 10,1 | 79,2 |
| Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/ verwässert) | 17,45 | 3,61 | >100 |
| Ergebnis je Stammaktie in € aus fortgeführten Aktivitäten | 4,85 | 3,44 | 40,7 |
| Ergebnis je Stammaktie in € aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 12,60 | 0,17 | >100 |
| Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet) | 49.677.983 | 49.677.983 | - |
- 1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent
Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 954,4 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2016: 822,8 Mio. €) um 16 Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 3,97 Mrd. € (2016: 3,81 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 19,4 Prozent (2016: 17,8 Prozent). Positiv wirkte sich der hohe Umsatz aus. Daneben drückten höhere Rohstoffkosten und die fortlaufenden Kosten nach dem Produktionsstillstand am US-Standort Charleston im September 2017 die Bruttoumsatzmarge. Im Jahr 2017 sind keine wesentlichen Erträge aus der zu erwartenden Versicherungserstattung ertragswirksam vereinnahmt worden. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 82 Prozent auf 81 Prozent gesunken.
Funktionskosten steigen
Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) haben sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent erhöht. Sie stiegen auf 594,0 Mio. € (2016: 537,8 Mio. €). Hier wirkten sich neben gestiegenen Vertriebskosten höhere Personalkosten in allen Funktionsbereichen aus.
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 19,4 Mio. € (2016: 51,4 Mio. €). Im Vorjahr wirkten sich Erträge aus der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen von 20,3 Mio. € positiv auf das Ergebnis aus. Verluste aus dem Währungsergebnis von -9,7 Mio. € (2016: 3,4 Mio. €) belasteten das sonstige betriebliche Ergebnis.
Beteiligungsergebnis
Der Saldo aus Equity-Ergebnis und sonstigen Beteiligungsergebnissen stieg auf Grund des Ergebnisses der Siltronic deutlich an. Es belief sich auf 43,9 Mio. € (2016: 1,1 Mio. €).
Finanz- und Zinsergebnis
Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß. Es belief sich auf -88,7 Mio. € (2016: -91,1 Mio. €). Zinserträge von 7,5 Mio. € (2016: 4,7 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 38,3 Mio. € (2016: 39,9 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis belief sich somit auf - 30,8 Mio. € (2016: -35,2 Mio. €). Auf Grund der Refinanzierung von Bankdarlehen im Laufe des Jahres 2017 reduzierte sich der Zinsaufwand aus der Bankfinanzierung leicht. Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -57,9 Mio. € (2016: -55,9 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen verzinsliche Elemente der Pensionsrückstellungen und anderer langfristiger Rückstellungen. Ferner sind Erträge und Aufwendungen aus Kurseffekten der Finanzanlagen enthalten. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden erstmals die Währungseffekte aus der internen Konzernfinanzierung einschließlich der abgeschlossenen Währungsderivate im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.
Ertragsteuern
Der Konzern weist für das Jahr 2017 einen Steueraufwand von 84,9 Mio. € (2016: 68 ,3 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 25,3 Prozent (2016: 27,7 Prozent). Der Rückgang resultiert aus dem hohen, bereits nach Steuern ausgewiesenen Equity-Ergebnis der Siltronic, das Bestandteil des Vorsteuerergebnisses ist.
Konzernergebnis
Das Konzernergebnis stieg unter anderem auf Grund der genannten Effekte an. Der Jahresüberschuss betrug 884,8 Mio. € (2016: 189,3 Mio. €). Darin enthalten ist das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 634,7 Mio. € aus dem 1. Quartal 2017. Von Januar bis März 2017 erzielte Siltronic einen Periodengewinn von 17,7 Mio. € (2016: 11,2 Mio. €). Aus dem Abgang von Siltronic als Segment des WACKER-Konzerns ergab sich darüber hinaus ein Gewinn in Höhe von 617,0 Mio. €. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr auf 250,1 Mio. € (2016: 178,1 Mio. €). Das ist ein Plus von 40 Prozent.
B.20 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich
Mio. €
Die Tabelle zeigt die einzelnen Bestandteile des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten:
B.21 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
Mio. €
| Veräußerungserlös (vor Transaktionskosten) |
| Neubewertung der verbleibenden 30,8 Prozent at-Equity-Anteile |
| Abgehende Summe Vermögen und Schulden Siltronic |
| Abgang der Anteile anderer Gesellschafter im WACKER-Konzern |
| Anteiliger Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung |
| Nicht aktivierungsfähige Kosten (Steuern, Transaktionskosten) |
| Abgangsgewinn |
| Laufendes Ergebnis Siltronic Q1 2017 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten |
Kapitalrendite (ROCE)
Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 7,5 Prozent (2016: 6,4 Prozent). Im Wesentlichen ist die Mittelbindung auf Grund niedriger Investitionen und hoher Abschreibungen gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 5.300,4 Mio. € auf 5.138,3 Mio. €.
Segmentberichterstattung
WACKER SILICONES
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Jahr 2017 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 9,9 Prozent auf 2,20 Mrd. € (2016: 2,00 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind gestiegene Absatzmengen und etwas höhere Preise. WACKER SILICONES konnte in allen Geschäftssparten beim Umsatz kräftig zulegen. Der Umsatz mit Spezialprodukten ist dabei überproportional gestiegen. Besonders gut entwickelt hat sich der Absatz mit Siliconen für die Automobilindustrie, für allgemeine Industrieanwendungen, für die Textilindustrie, für medizinische Anwendungen sowie für Dicht- und Klebstoffe für die Bauindustrie. Stark war auch unser Silikonkautschukgeschäft. Regional konnte WACKER SILICONES in allen drei Regionen Europa, Amerika und Asien Umsatzzuwächse verzeichnen, wobei Europa und Asien im Umsatz am stärksten gewachsen sind. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es erhöhte sich um 23,2 Prozent auf 444,9 Mio. € (2016: 361,2 Mio. €). Dafür verantwortlich sind das starke Mengenwachstum, etwas höhere Preise in einigen Produktgruppen, die hohe Auslastung der Produktionsanlagen sowie eine gute Kosteneffizienz. Die EBITDA-Marge lag bei 20,2 Prozent (2016: 18,1 Prozent) und damit deutlich höher als im Vorjahr. Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 61,2 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 142,8 Mio. € (2016: 88,6 Mio. €). Die Mittel gingen vorrangig in den Bau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure an unserem US-Standort Charleston sowie in die neue Anlage zur Produktion von Silicondichtstoffen und Spezialsilicone in Jincheon, Südkorea. Zum 31. Dezember 2017 waren im Geschäftsbereich 4.737 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2016: 4.566).
B.22 Segmentdaten WACKER SILICONES
Mio. €
| 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 2.200,2 | 2.001,1 | 1.943,3 | 1.733,6 | 1.672,2 |
| EBITDA | 444,9 | 361,2 | 276,2 | 209,8 | 230,2 |
| EBITDA-Marge (%) | 20,2 | 18,1 | 14,2 | 12,1 | 13,8 |
| EBIT | 362,2 | 280,8 | 194,5 | 128,9 | 151,1 |
| Investitionen | 142,8 | 88,6 | 82,0 | 88,5 | 85,4 |
| Forschungsaufwand | 58,6 | 53,7 | 35,8 | 39,5 | 34,6 |
| Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) | 4.737 | 4.566 | 4.353 | 4.240 | 4.109 |
- 1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand
WACKER POLYMERS
Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2017 um 4,2 Prozent zugelegt. Er erhöhte sich auf 1,25 Mrd. € (2016: 1,19 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen für Dispersionen und Dispersionspulver. Niedrigere Preise sowie negative Währungseffekte haben sich gegenläufig ausgewirkt. WACKER POLYMERS konnte seine Umsätze in Europa und Asien deutlich steigern. Prozentual das stärkste Wachstum verzeichnete das Geschäft in China mit einem Anstieg von rund elf Prozent. Besonders gut hat sich der Absatz von Produkten für die Bauindustrie entwickelt. Das EBITDA lag mit 205,6 Mio. € (2016: 261,0 Mio. €) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Hier haben sich die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise ausgewirkt. Die EBITDA-Marge hat sich auf 16,5 Prozent (2016: 21,8 Prozent) verringert. Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 48,1 Mio. € (2016: 37,5 Mio. €). Die Investitionen flossen in den Bau eines neuen Dispersionsreaktors am Standort Burghausen sowie in Infrastrukturprojekte an den Standorten Köln und Calvert City in den USA. Außerdem haben wir im Jahr 2017 damit begonnen, Investitionsmittel für die neuen Produktionsanlagen am Produktionsstandort Ulsan, Südkorea, aufzuwenden. Die Zahl der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ist zum 31. Dezember 2017 mit 1.539 leicht gestiegen (31. Dezember 2016: 1.484).
B.23 Segmentdaten WACKER POLYMERS
Mio. €# 20171 20161 2015 2014 2013
Gesamtumsatz | 1.245,1 | 1.194,8 | 1.185,5 | 1.064,4 | 978,7
EBITDA | 205,6 | 261,0 | 222,2 | 149,5 | 147,8
EBITDA-Marge (%) | 16,5 | 21,8 | 18,7 | 14,0 | 15,1
EBIT | 168,1 | 223,7 | 184,4 | 118,7 | 112,9
Investitionen | 48,1 | 37,5 | 47,4 | 56,3 | 36,8
Forschungsaufwand | 29,3 | 30,3 | 14,8 | 13,2 | 12,3
Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) | 1.539 | 1.484 | 1.461 | 1.408 | 1.377
1 Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand
WACKER BIOSOLUTIONS
Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS war mit 205,9 Mio. € (2016: 206,4 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar konnte der Geschäftsbereich höhere Absatzmengen verkaufen, leicht niedrigere Preise und negative Währungseffekte haben sich aber gegenläufig auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt. Den größten Umsatzzuwachs erzielte WACKER BIOSOLUTIONS im Bereich Pharma /Agro. Im Bereich Ernährung ging der Umsatz leicht zurück. Auf Grund von Projektgeschäften hat sich der Umsatz in den einzelnen Regionen unterschiedlich entwickelt. Regional konnte der Umsatz in Amerika sowie auf dem deutschen Markt gesteigert werden.
Das EBITDA ist mit 37,5 Mio. € (2016: 37,0 Mio. €) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die EBITDA-Marge belief sich auf 18,2 Prozent (2016: 17,9 Prozent).
Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie beliefen sich auf 15,7 Mio. € (2016: 9,1 Mio. €). Sie flossen vor allem in zwei größere Projekte. Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag auf der Modernisierung und Erweiterung der Großfermentationsanlage in Spanien, die wir im Geschäftsjahr 2016 erworben haben. Dort wollen wir unsere Cysteinproduktion konzentrieren sowie für andere Kunden biotechnologisch erzeugte Produkte herstellen. Im Bereich Pharmaproteine haben wir am Standort in Jena verschiedene Modernisierungsinvestitionen umgesetzt.
Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2017 auf 533 (2016: 510) gestiegen.
B.24 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
| scroll Mio. € | 2017¹ | 2016¹ | 2015 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 205,9 | 206,4 | 197,1 | 176,2 | 158,4 |
| EBITDA | 37,5 | 37,0 | 32,2 | 23,6 | 23,6 |
| EBITDA-Marge (%) | 18,2 | 17,9 | 16,3 | 13,4 | 14,9 |
| EBIT | 26,1 | 25,7 | 21,0 | 13,6 | 17,2 |
| Investitionen | 15,7 | 9,1 | 6,2 | 8,4 | 10,2 |
| Forschungsaufwand | 6,0 | 6,2 | 6,1 | 6,7 | 7,0 |
| Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) | 533 | 510 | 491 | 484 | 371 |
¹ Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebs- kosten in den Forschungsaufwand
WACKER POLYSILICON
Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist im Jahr 2017 um 2,6 Prozent gestiegen. Er erhöhte sich auf 1,12 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €). Dafür verantwortlich sind höhere Absatzmengen trotz niedrigerer Durchschnittspreise. Gebremst wurde ein stärkerer Absatz- und Umsatzanstieg durch einen Produktionsausfall an unserem US-Standort Charleston. Dort kam es am 07. September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion, die eine Teilanlage beschädigt hat. Die Produktion wurde daraufhin stillgelegt. Dadurch standen WACKER POLYSILICON rund 6.000 Tonnen weniger Polysilicium für den Verkauf zur Verfügung. Asien war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte.
Das EBITDA ist mit 290,4 Mio. € (2016: 285,9 Mio. €) leicht um 1,6 Prozent gestiegen. Wesentlich für diesen Anstieg waren höhere Absatzmengen und geringere Herstellkosten. Niedrigere Durchschnittspreise haben sich gegenläufig ausgewirkt. Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER POLYSILICON keine Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden vereinnahmt. Im Ergebnis sind noch keine wesentlichen Versicherungsleistungen auf Grund des Produktionsausfalls in Charleston enthalten. Die EBITDA-Marge belief sich auf 25,8 Prozent (2016: 26,1 Prozent).
Die Investitionen von WACKER POLYSILICON sind nochmals deutlich zurückgegangen. Sie verringerten sich um 55,7 Prozent auf 57,6 Mio. € (2016: 130,0 Mio. €).
Die Zahl der Beschäftigten hat sich auf 2.538 erhöht (31. Dezember 2016: 2.490).
B.25 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
| scroll Mio. € | 2017¹ | 2016¹ | 2015 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 1.124,0 | 1.095,5 | 1.063,6 | 1.049,1 | 924,2 |
| EBITDA | 290,4 | 285,9 | 402,4 | 537,0 | 233,9 |
| EBITDA-Marge (%) | 25,8 | 26,1 | 37,8 | 51,2 | 25,3 |
| EBIT | -87,6 | - | 162,6 | 305,3 | 0,1 |
| Investitionen | 57,6 | 130,0 | 581,8 | 334,5 | 290,0 |
| Forschungsaufwand | 22,6 | 18,3 | 15,3 | 18,7 | 20,6 |
| Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) | 2.538 | 2.490 | 2.373 | 2.093 | 2.102 |
¹ Ab 2016 Umgliederung von Kosten aus den Vertriebskosten in den Forschungsaufwand
Sonstiges
Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 168,8 Mio. € (2016: 162,6 Mio. €). Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
B.26 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten
- % 44,7 % WACKER SILICONES
- % 25,3 % WACKER POLYMERS
- % 22,8 % WACKER POLYSILICON
- % 4,2 % WACKER BIOSOLUTIONS
- % 3,0 % SONSTIGES
Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 32,6 Mio. € (2016: 10,2 Mio. €). Der wesentliche Grund für den Anstieg ist das seit dem 15. März 2017 hier ausgewiesene Equity-Ergebnis der Siltronic. Das EBIT aus "Sonstiges" betrug - 48,2 Mio. € (2016: -76,0 Mio.€). Zum 31. Dezember 2017 waren im Segment "Sonstiges" 4.464 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2016: 4.398). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie der Zentralfunktionen.
Regionenbericht
Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 4,92 Mrd. € Umsatz (2016: 4,63 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten wir 83,4 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 16,6 Prozent.
Region Asien im Umsatz am stärksten gewachsen
Die Region Asien ist im Umsatz erneut kräftig gewachsen. Der Haupttreiber ist der steigende Lebensstandard in den dortigen Ländern. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 38,3 Prozent (2016: 37,8 Prozent). Der Umsatz belief sich auf 1,89 Mrd. € (2016: 1,75 Mrd. €). Das ist ein Anstieg von 7,7 Prozent. In der Region Greater China (einschließlich Taiwan) hat sich der Umsatz um 9,4 Prozent auf 1,20 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €) erhöht.
Region Europa ebenfalls mit einem deutlichen Umsatzplus
In Europa, wo WACKER eine starke Marktposition besitzt, hat sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Er erhöhte sich um 6,5 Prozent auf 1,97 Mrd. € (2016: 1,85 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 40,0 Prozent (2016: 39,9 Prozent).
B.27 Außenumsatz am Sitz des Kunden
| scroll Mio. € | 2017 | 2016¹ | 2015 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa | 1.970,4 | 1.850,9 | 1.887,6 | 1.794,2 | 1.720,8 |
| Amerika | 838,7 | 825,6 | 945,1 | 810,7 | 761,0 |
| Asien | 1.886,2 | 1.751,6 | 2.253,1 | 2.039,7 | 1.826,1 |
| Sonstige Regionen | 228,9 | 206,1 | 210,4 | 181,8 | 171,0 |
| Konzern | 4.924,2 | 4.634,2 | 5.296,2 | 4.826,4 | 4.478,9 |
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Geschäft in Amerika wächst leicht
Das Geschäft in der Region Amerika ist um 1,6 Prozent auf 838,7 Mio. € (2016: 825,6 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 17,0 Prozent (2016: 17,8 Prozent).
Sonstige Regionen legen zu
Der Umsatz in den sonstigen Regionen der Welt hat sich im Geschäftsjahr 2017 um 11,0 Prozent auf 228,9 Mio. € (2016: 206,1 Mio. €) erhöht. Mehr als 40 Prozent davon erzielten wir in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Anteil der sonstigen Regionen am Gesamtumsatz beläuft sich auf 4,6 Prozent (2016: 4,4 Prozent).
B.28 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
| scroll Mio. € | 2017 | 2016¹ | 2015 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa | 4.029,5 | 3.825,2 | 4.466,6 | 4.144,3 | 3.927,0 |
| Amerika | 1.167,7 | 1.116,2 | 892,8 | 769,7 | 742,1 |
| Asien | 859,5 | 731,2 | 1.164,5 | 962,3 | 761,6 |
| Sonstige Regionen | 12,1 | 10,4 | 9,2 | 7,6 | 7,0 |
| Konsolidierung | - 1.144,6 | - 1.048,8 | - 1.236,9 | - 1.057,5 | - 958,8 |
| Konzern | 4.924,2 | 4.634,2 | 5.296,2 | 4.826,4 | 4.478,9 |
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Vermögenslage
Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2016 um acht Prozent reduziert. Sie sank um 625,9 Mio. € und belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 6,84 Mrd. € (31. Dezember 2016: 7,46 Mrd. €). Wesentlich dafür verantwortlich sind der Abgang des Segments Siltronic und hohe planmäßige Abschreibungen, die deutlich über den Investitionen lagen. Die Bilanzsumme wurde auch durch den Aufbau von Vorräten, den Rückgang von Pensionsrückstellungen und den deutlichen Rückgang von Finanzierungsverbindlichkeiten beeinflusst. Das Eigenkapital erhöhte sich kräftig auf Grund des hohen Jahresergebnisses des Konzerns. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Bilanzsumme ist der Abgang der Vermögenswerte und Schulden durch die Entkonsolidierung von Siltronic. Anfang des Jahres hat WACKER zunächst sechs Prozent der Siltronic-Anteile über die Börse veräußert und einen Erlös von 87,6 Mio. € erzielt. Danach hielt WACKER noch 51,8 Prozent an der Siltronic AG. Diese Transaktion führte nicht zu einem Verlust der Kontrolle und wurde ausschließlich im Eigenkapital des Konzerns abgebildet. Zum 15. März 2017 trennte sich WACKER dann von weiteren 21 Prozent seiner Anteile und entkonsolidierte den Siltronic-Konzern, weil durch diesen Beteiligungsabbau die Beherrschung entfallen ist. Der erzielte Veräußerungserlös belief sich vor Transaktionskosten auf 353,2 Mio. €. Die Veräußerungserlöse aus allen Transaktionen erhielt WACKER vollständig in bar. Durch die Entkonsolidierung reduzierte sich die Bilanz zum 31. März 2017 um folgende Vermögenswerte und Schulden von Siltronic:
B.29 Vermögens- und Kapitalstruktur
- 2017 Bilanzsumme: 6.835,7 Mio. €
- 2016 Bilanzsumme: 7.461,6 Mio. €
B.30 Buchwerte der abgehenden Vermögenswerte und Schulden des Siltronic-Teilkonzerns
| scroll Mio. |# B.31 Bilanzentwicklung Aktiva
scroll
Mio. € | 2017 | 2016 | Veränderung in %
------- | -------- | -------- | --------
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 3.543,2 | 4.646,8 | - 23,7
At equity bewertete Beteiligungen | 564,6 | 11,2 | >100
Sonstige langfristige Vermögenswerte | 605,3 | 621,1 | - 2,5
Langfristige Vermögenswerte | 4.713,1 | 5.279,1 | - 10,7
Vorräte | 783,6 | 846,3 | - 7,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 655,7 | 775,7 | - 15,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 683,3 | 560,5 | 21,9
Kurzfristige Vermögenswerte | 2.122,6 | 2.182,5 | - 2,7
Summe Aktiva | 6.835,7 | 7.461,6 | - 8,4
Anlagevermögen sinkt währungs- und abschreibungsbedingt
Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 550,2 Mio. € auf 4,11 Mrd. € gesunken (31. Dezember 2016: 4,66 Mrd. €). Die Abschreibungen betrugen 590,4 Mio. € und reduzierten im Wesentlichen das Sachanlagevermögen. Die Investitionen gingen im Geschäftsjahr nochmals zurück. Sie beliefen sich auf 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie in Infrastrukturmaßnahmen. Dabei entfielen mehr als die Hälfte der Investitionen auf Deutschland. Der Abgang des Anlagevermögens von Siltronic im 1. Quartal 2017 wurde durch den Zugang der at-Equity-Beteiligung kompensiert. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Anlagevermögens um 314,3 Mio. € reduziert.
Langfristige Vermögenswerte und Wertpapiere
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2017 auf 605,3 Mio. € (31. Dezember 2016: 621,1 Mio. €). Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahresende nahezu konstant geblieben. WACKER hat nicht benötigte Liquidität in Höhe von 42,1 Mio. € (31. Dezember 2016: 56,0 Mio. €) in langfristigen Wertpapieren angelegt. Leicht gestiegen sind die aktiven latenten Steuern. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 452,6 Mio. €.
Working Capital geht ohne Siltronic um sieben Prozent zurück
Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gesunken. Sie beliefen sich auf 2,12 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,18 Mrd. €). Zurückzuführen ist dies unter anderem auf den Abgang der Siltronic-Vermögenswerte.
B.32 Working Capital
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Mio. € | 2017 | 2016 | Veränderung in %
------- | -------- | -------- | --------
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 655,7 | 775,7 | - 15,5
Vorräte | 783,6 | 846,3 | - 7,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 268,5 | - 369,7 | - 27,4
Working Capital | 1.170,8 | 1.252,3 | - 6,5
Das Working Capital ging zum 31. Dezember 2017 um sieben Prozent zurück. Das im Jahr 2017 nicht mehr enthaltene Working Capital von Siltronic belief sich auf 190,4 Mio. € zum Abgangszeitpunkt. Aus den fortgeführten Aktivitäten ergibt sich im Wesentlichen ein Aufbau der Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben nahezu konstant. Währungseffekte haben das Working Capital um 43,3 Mio. € reduziert.
Liquidität steigt um 18 Prozent
Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Zahlungsmittel sowie Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2017 auf 218,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 126,2 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in kurzfristigen Rentenpapieren angelegt. Die Zahlungsmittel blieben konstant. Sie beliefen sich auf 286,9 Mio. € zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2016: 283,5 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit um 18 Prozent auf 547,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 465,7 Mio. €).
Durch die beiden Transaktionen zur Abgabe der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG erzielte WACKER in Summe einen Erlös von 440,8 Mio. €. Die Entkonsolidierung der Siltronic hat die liquiden Mittel um 161,4 Mio. € verringert. Die Auszahlung der Dividende und der variablen Vergütungen im 2. Quartal 2017 führte ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel. Im 4. Quartal 2017 hat WACKER außerdem Finanzverbindlichkeiten in Höhe von rund 240 Mio. € getilgt, was die Liquidität nochmals gemindert hat. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind sonstige Steueransprüche in Höhe von 63,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 45,4 Mio. €) enthalten.
B.33 Bilanzentwicklung Passiva
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Mio. € | 2017 | 2016 | Veränderung in %
------- | -------- | -------- | --------
Eigenkapital | 3.169,3 | 2.593,2 | 22,2
Langfristige Rückstellungen | 1.896,6 | 2.428,9 | - 21,9
Finanzierungsverbindlichkeiten | 800,4 | 791,1 | 1,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 117,3 | 172,7 | - 32,1
davon erhaltene Anzahlungen | 112,5 | 164,1 | - 31,4
Langfristige Schulden | 2.814,3 | 3.392,7 | - 17,0
Finanzierungsverbindlichkeiten | 201,2 | 667,1 | - 69,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 268,5 | 369,7 | - 27,4
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 382,4 | 438,9 | - 12,9
Kurzfristige Schulden | 852,1 | 1.475,7 | - 42,3
Schulden | 3.666,4 | 4.868,4 | - 24,7
Summe Passiva | 6.835,7 | 7.461,6 | - 8,4
Capital Employed | 5.138,3 | 5.300,4 | 3,1
Eigenkapitalquote liegt bei 46,4 Prozent
Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr kräftig gestiegen. Es belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 3,17 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,59 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 46,4 Prozent (31. Dezember 2016: 34,8 Prozent). Im Wesentlichen spiegelt sich hier das Jahresergebnis wider, das durch den Gewinn aus dem Abgang der Siltronic AG stark beeinflusst ist. Es erhöhte die Gewinnrücklagen um 884,8 Mio. €. Zusätzlich stieg durch den Verkauf von sechs Prozent der Anteile an der Siltronic AG das Eigenkapital um 87,6 Mio. €. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 99,4 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Anstieg der übrigen Eigenkapitalposten um 97,3 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 186,2 Mio. € negativ beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital hat sich mit dem Abgang des Siltronic-Konzerns um 214,7 Mio. € reduziert.
Schulden sinken durch geringere Finanzierungsverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen
Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 1,20 Mrd. € gesunken. Das ist ein Rückgang um 24,7 Prozent auf 3,67 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sind 489,5 Mio. € geringer als im Vorjahr und belaufen sich auf 1,62 Mrd. €. Wesentlichen Anteil daran hatte die Entkonsolidierung von Siltronic. Dadurch verringerten sich die Pensionsrückstellungen um 371,3 Mio. €. Insbesondere durch den Anstieg der verwendeten Diskontierungssätze gingen die Pensionsrückstellungen um 127,2 Mio. € zurück. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 2,09 Prozent (31. Dezember 2016: 1,94 Prozent) und in den USA 3,50 Prozent (31. Dezember 2016: 3,92 Prozent). Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Summe niedriger und liegen bei 117,3 Mio. € (31. Dezember 2016: 172,7 Mio. €). Der Grund dafür liegt in der Veränderung der langfristigen erhaltenen Anzahlungen, die jetzt im kurzfristigen Bereich ausgewiesen werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen deutlich zurück auf 268,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 369,7 Mio. €). Auf die Siltronic AG entfielen dabei 82,3 Mio. €. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 13 Prozent auf 382,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 438,9 Mio. €) zurückgegangen. Auf die Entkonsolidierung entfielen davon 70,0 Mio. €. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 61,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 106,6 Mio. €). Die kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf Grund zusätzlicher Risikovorsorge. Personalverbindlichkeiten, unter anderem für Urlaub, Gleitzeit und erfolgsabhängige Vergütungen, sind zum Bilanzstichtag leicht gestiegen.
Finanzierungsverbindlichkeiten gehen um 31 Prozent zurück
Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Geschäftsjahresende um 456,6 Mio. € auf 1,0 Mrd. € (31. Dezember 2016: 1,46 Mrd. €) zurückgegangen. WACKER hat im März 2017 fällige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 200 Mio. € durch ein neues langfristiges Darlehen in Höhe von ebenfalls 200 Mio. € refinanziert. Damit haben wir das niedrige Zinsumfeld zur Refinanzierung genutzt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2017 hat WACKER zusätzlich Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 300 Mio. € planmäßig getilgt. Auf die Entkonsolidierung von Siltronic entfielen 41,9 Mio. €. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten ebenfalls reduziert. WACKER weist Finanzierungsverbindlichkeiten im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar aus. In geringerem Umfang wurden Finanzierungsverbindlchkeiten in chinesischen Renminbi aufgenommen. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst.
→ Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 13 im Konzernanhang.# B.3 Finanzlage
Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 10 im Konzernanhang.
Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, ist der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produkte, in Produktions- und Geschäftsprozessen und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben. In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease), über die im Anhang Nr. 17 berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.
Finanzlage
Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements
Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzierungsrichtlinie geregelt. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung von Tochtergesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimierter Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. In diesem Zusammenhang werden Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstige Kapital- und Devisentransferbeschränkungen berücksichtigt. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- und Kapitalmarkt an. Im Cashmanagement werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cash-Management-Systeme nutzen wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für die Währungsrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wir dann Sicherungsentscheidungen. Sie beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente.
Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2017
Im Geschäftsjahr 2017 hat WACKER eine Schuldscheintranche in Höhe von 150 Mio. € zurückgeführt sowie eine Finanzierungstranche von 200 Mio. € an die Europäische Investitionsbank (EIB) und einen Kredit von 10 Mrd. ¥ an die Development Bank of Japan zurückgezahlt. Gleichzeitig wurde ein mit der EIB 2016 geschlossener Finanzierungsvertrag über 200 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 gezogen. Im Dezember 2017 hat WACKER ein neues Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € begeben, das über fünf (150 Mio. €) und sieben Jahre (150 Mio. €) läuft. Die Auszahlung dieses Schuldscheins erfolgt im Januar 2018. Der 2016 abgeschlossene 400-Mio.-€-Konsortialkredit wurde im Jahr 2017 um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Dieser Konsortialkredit sowie ein weiterer Konsortialkredit aus dem Jahr 2014 über 200 Mio. € dienen als Absicherung unserer Finanzierung. Beide Konsortialkredite nehmen wir zurzeit nicht in Anspruch. Die Finanzierungen des WACKER-Konzerns beinhalten marktübliche Kreditklauseln. Die wesentlichen Kredite unterliegen Financial Covenants (Verhältnis Net Debt/ EBITDA und Maximalverschuldung aller Konzerngesellschaften).
Finanzierungsanalyse
Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Alle Cashflow-Zahlen wurden auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic im Jahr 2017 für die Vergleichbarkeit der Zahlen angepasst.
Netto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten
Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2017 erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 358,1 Mio. € (2016: 361,1 Mio. €). Er zeigt, dass die langfristigen Investitionen durch den operativen Cashflow vollständig gedeckt werden.
| scroll Mio. € | 2017 | 2016¹ |
|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) | 613,0 | 621,0 |
| Veränderung der erhaltenen Anzahlungen | 70,1 | 162,6 |
| Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren | - 325,0 | - 420,3 |
| Zugänge aus Finanzierungsleasing | - | - 2,2 |
| Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten | 358,1 | 361,1 |
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung der erhaltenen Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere) inkl. Finanzierungsleasing.
Netto-Cashflow - fortgeführte Aktivitäten¹
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Brutto-Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten
Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 613,0 Mio. € (2016: 621,0 Mio. €). Einem höheren Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von 250,1 Mio. € (2016: 178,1 Mio. €) stehen höhere Auszahlungen aus dem Working Capital von 124,1 Mio. € (2016: 59,1 Mio. €) sowie höhere Steuerzahlungen von 92,8 Mio. € (2016: 74,8 Mio. €) gegenüber. Das im Periodenergebnis enthaltene Equity-Ergebnis von 42,0 Mio. € (2016: 0,2 Mio. €) und höhere Forderungen aus der Umsatzsteuer reduzierten den Brutto-Cashflow. Der geringere Abbau von erhaltenen Anzahlungen von 70,1 Mio. € (2016: 162,6 Mio. €) wirkte sich positiv auf den Brutto-Cashflow aus. Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 590,4 Mio. € waren geringer als im Vorjahr (2016: 618,0 Mio. €).
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten¹
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten
Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2017 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -328,2 Mio. € deutlich unter denen des Vorjahres (2016: 417,7 Mio. €). Im Jahr 2017 hat WACKER eine Reihe kleinerer Investitionsprojekte in Zusammenhang mit bestehenden Produktionsanlagen abgeschlossen und in den weiteren Ausbau verschiedener Standorte investiert. Mehr als die Hälfte der Investitionen entfielen auf Produktionsstandorte in Deutschland. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2017 auf -325,0 Mio. € (2016: -420,3 Mio. €).
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit -Veräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG und der Abgabe der Mehrheit führten zu einem Veräußerungserlös in Höhe von 353,2 Mio. € vor Transaktionskosten. Der Liquiditätsabgang auf Grund der Entkonsolidierung von Siltronic in Höhe von 161,4 Mio. € führte zu einem Netto-Mittelzufluss aus dem Verkauf in Höhe von 191,8 Mio. €. Anteilige Auszahlungen für Investitionen des Siltronic-Segments für das 1. Quartal 2017 beliefen sich auf 26,0 Mio. €.# B.37 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren - fortgeführte Aktivitäten
1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei -333,1 Mio. € (2016: -135,8 Mio. €). Er zeigt im Wesentlichen die Rückzahlung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten. Im 2. Quartal 2017 hat WACKER außerdem 99,4 Mio. € Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Zu einem Mittelzufluss führte die Veräußerung von sechs Prozent der Eigentumsanteile an der Siltronic AG in Höhe von 87,6 Mio. €.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Der Finanzmittelbestand blieb annähernd konstant bei 286,9 Mio. € (2016: 283,5 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln und lang- und kurzfristigen Wertpapieren erhöhte sich jedoch von 465,7 Mio. € auf 547,2 Mio. €.
Nettofinanzschulden sinken deutlich
Die Kennzahl Nettofinanzschulden definiert WACKER als den Saldo aus der Brutto-Finanz-Verschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 454,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 992,5 Mio. €). Das sind 54 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und die Veräußerung der Siltronic-Anteile führten zu einem Anstieg der Liquidität bei rückläufigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Währungseffekte verminderten die Nettofinanzschulden um rund 95 Mio. €. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kredite mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.
Rating
WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.
Vorschlag zur Gewinnverwendung
Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2017 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.502,4 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende für das Geschäftsjahr 2017 von 2,50 € je Aktie vor. Außerdem sollen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Siltronic-Anteilen sowie der sehr guten Entwicklung der Nettofinanzschulden zusätzlich 2,00 € je Aktie ausgeschüttet werden. Bezogen auf die am 31. Dezember 2017 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 223,5 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2017 ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,0 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand
Deutlich gestiegene Absatzmengen in den Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie höhere Absatzmengen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON bei etwas niedrigeren Preisen und insgesamt deutlich höheren Rohstoffpreisen haben das operative Geschäft von WACKER im Jahr 2017 bestimmt. Auf Grund der guten Geschäftsentwicklung hat WACKER im Laufe des Jahres seine Prognose für die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen angehoben. Insgesamt hat der Konzern seine Jahresprognose bei all diesen Steuerungskennzahlen erreicht.
B.38 Nettofinanzschulden
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Mit dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG an institutionelle Investoren am 15. März 2017 hat WACKER sein strategisches Ziel erreicht, die Mehrheit abzugeben. Mit dieser Transaktion haben sich die Nettofinanzschulden deutlich verringert. Das operative Geschäft von WACKER ist in Zukunft weniger kapitalintensiv und volatil. Im Chemiegeschäft - bis auf den kleinsten Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS - sind die Umsätze vor allem dank Mengenzuwächsen bei hoher Auslastung weiter gestiegen. Insgesamt etwas höhere Preise haben ebenfalls zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Auf das Ergebnis haben sich höhere Rohstoffpreise sowie Währungseffekte negativ ausgewirkt. Bei WACKER POLYSILICON konnten wir mehr Mengen mit niedrigeren Durchschnittspreisen absetzen. Die Produktion war über das ganze Jahr hinweg an unseren Produktionsstandorten Burghausen und Nünchritz voll ausgelastet. An unserem neuen US-Standort Charleston kam es im September 2017 auf Grund eines technischen Defekts zu einer Wasserstoffexplosion. Daraufhin wurde die Produktion stillgelegt. Dadurch standen uns rund 6.000 Tonnen Polysilicium weniger zum Verkauf zur Verfügung. Der Personalaufwand ist in absoluten Zahlen und im Verhältnis zum Umsatz gestiegen. Die Rohstoffkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich erhöht. Der Aufwand für Energie war dagegen niedriger als vor einem Jahr. Die Abschreibungen sind wie angekündigt leicht zurückgegangen - absolut wie auch im Verhältnis zum Umsatz. Das Konzerneigenkapital ist mit 3,17 Mrd. € gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 580 Mio. € gestiegen. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist das Jahresergebnis des WACKER-Konzerns. Die Eigenkapitalquote hat sich von 34,8 auf 46,4 Prozent erhöht. Die Nettofinanzschulden des Konzerns haben sich deutlich verringert. Dafür verantwortlich sind die hohen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft bei noch einmal etwas niedrigeren Investitionen und die Veräußerungserlöse aus dem Verkauf der Mehrheitsanteile an der Siltronic AG. Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2017 auf 454,4 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr nochmals reduziert. Mit 326,8 Mio. € lagen sie deutlich unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow bewegt sich mit 358,1 Mio. € auf Vorjahresniveau. |
Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing
In diesem Abschnitt liefern wir Informationen über die Themen Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing, die nicht der Steuerung des Unternehmens dienen, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.
Forschung und Entwicklung
Mit seiner Forschung und Entwicklung verfolgt WACKER drei Ziele:
― Wir suchen nach Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden, um einen Beitrag zu deren Markterfolg zu leisten.
― Wir optimieren unsere Verfahren und Prozesse, um in Technologie führend zu sein und nachhaltig zu wirtschaften.
― Wir konzentrieren uns darauf, innovative Produkte und Anwendungen für neue Märkte zu schaffen sowie Zukunftsfelder zu bedienen wie Energiespeicherung, Erzeugung regenerativer Energie, Elektromobilität, modernes Bauen und Biotechnologie.
B.39 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
| scroll | Mio. € | 2017¹ | 2016¹ | 2015 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 153,1 | 150,0 | 175,3 | 183,1 | 173,8 | |
| ¹ Ab 2016 Umgliederung von Vertriebskosten in den Forschungsaufwand |
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 3,1 Prozent (2016: 3,2 Prozent) auf Vorjahresniveau. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir 88 Erfindungen zum Patent angemeldet (2016: 96). Unser Patentportfolio umfasst derzeit weltweit rund 3.800 aktive Patente sowie 1.700 laufende Patentanmeldungen. F & E-Know-how mittels Lizenzen von Dritten erwerben wir nur in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen sind uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich. Wir haben unter anderem in neue Pilotreaktoren und deren Automatisierung investiert, um erfolgreiche Produktentwicklungen vom Labor- in den Produktionsmaßstab zu skalieren. Ein Beispiel ist die Verdopplung der Polymersynthese-Kapazitäten für Forschungszwecke sowie der Laborraumausbau von WACKER POLYMERS in China. Weitere Investitionen gingen in die Automatisierung unserer Pilotpolymerisationsanlagen in den USA sowie in Laborausstattungen an deutschen Standorten und bei Tochtergesellschaften im Ausland.
B.40 Investitionen in F&E-Einrichtungen
1 Ohne Siltronic AG
2 Mit Siltronic AG
Ein Großteil unserer F & E-Kosten entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren. Unsere Wissenschaftler arbeiten derzeit an rund 260 Projekten. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind unter anderem Energiegewinnung und -speicherung, Elektronik, Automobil, Bau, Produkte für Haushalt, Medizin/Health Care und Kosmetik sowie Nahrungsmittel und Biotechnologie.
B.41 Struktur der F&E-Aufwendungen 2017
Im Jahr 2013 hatten wir die Initiative New Solutions gestartet, um technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen rasch zu entwickeln. Die Kompetenzen werden konzernweit bereichsübergreifend gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt. Im Jahr 2017 haben wir in diesem Programm ein neues Projekt im Bereich Elektromobilität gestartet. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert.
Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen
WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein, beispielsweise die Ingenieurtechnik bei der Prozessentwicklung. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen wir in einem Managementprozess konzernweit transparent dar.# B.42 Organisation von Forschung und Entwicklung
Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen
Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2017 arbeitete WACKER bei rund 26 Forschungsvorhaben mit mehr als 20 internationalen Forschungseinrichtungen auf drei Kontinenten zusammen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Prozesssimulation sowie Prozessentwicklung. WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Im Jahr 2017 haben wir rund 140 Abschlussarbeiten und Praktika mit Studenten an über 50 internationalen Hochschulen betreut. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern.
Forschungsarbeit bei WACKER
Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen. Unsere Wissenschaftler und Ingenieure erforschen wissenschaftliche Grundlagen, entwickeln neue Produkte und Prozesse und verbessern bestehende Verfahren. Unsere Laboranten und Techniker in der Forschung und Entwicklung, in der Anwendungstechnik und Betriebsunterstützung arbeiten in unseren Laboren sowie Produktions- und Pilotanlagen und begleiten Applikationsversuche bei Kunden.
In der Forschung und Entwicklung waren im Jahr 2017 bei WACKER 728 Mitarbeiter beschäftigt (2016: 695). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter im Konzern (2016: 5,2 Prozent). Davon arbeiteten 581 Mitarbeiter bei der Forschung und Entwicklung in Deutschland und 147 im Ausland.
Alexander Wacker Innovationspreis
Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung. Im Jahr 2017 zeichnete die Wacker Chemie AG ein Forscherteam für die Aufklärung des Verhaltens von Siliconen im Hochtemperaturbereich aus. Vier Spezialisten aus dem konzerneigenen Forschungszentrum "Consortium für elektrochemische Industrie" entwickelten hochtemperaturbeständige Siliconöle: Das Produkt HELISOL® ermöglicht in Solarthermieanlagen Wirkungsgrade, die sich mit bisherigen Wärmeträgerflüssigkeiten nicht erreichen lassen.
Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung
Ein Forschungsschwerpunkt im Bereich Grundlagenforschung ist die Chemie des niedervalenten Siliciums zur mittel- bis langfristigen industriellen Nutzung, beispielsweise in der Katalyse. Dabei kooperieren wir eng mit dem Institut für Siliciumchemie der Technischen Universität München. Ziel unserer Forschung zu Lithium-Ionen-Batterien ist es, hochkapazitive Anodenmaterialien zu entwickeln, um die Kapazität und Energiedichte von Lithium-Ionen-Zellen signifikant zu steigern. Testzellen zeigen eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität als graphitbasierte Referenzzellen. Wir haben Projekte zur Markteinführung gestartet. ESETEC® 2.0 ist ein hocheffizientes mikrobielles Produktionssystem für Antikörperfragmente. In der biotechnologischen Forschung entwickeln wir eine neue Generation von ESETEC ®-Stämmen, die Proteinproduktion, -faltung und -freisetzung weiter verbessert und damit flexibler für neue Biopharmazeutika ist.
Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen
Ein Themenschwerpunkt in der Forschung von WACKER SILICONES liegt auf wärmeleitfähigen Materialien zum optimalen Wärme- und Gewichtsmanagement in Batterien von Elektrofahrzeugen. Um die Produktivität in der Elektronik weiter zu erhöhen, erforschen wir lösemittelfreie, bei Raumtemperatur vernetzende Silicone zum optischen Kleben, Versiegeln und Einbetten von Bauteilen. Siliconfolien mit erhöhter dielektrischer Leitfähigkeit werden in dielektrischen Energieumwandlern mit erniedrigter Gebrauchsspannung eingesetzt. Wir arbeiten an siliconhaftenden Elektrodenmaterialien, um die Haftung und die Oberflächeneigenschaften zu verbessern. Im Bereich Consumer Care entwickeln wir hydrophile Silicongele für eine schnelle Rückfeuchtung der Haut in kosmetischen Anwendungen. Wir arbeiten an neuartigen Antischaummittelkomponenten mit höchster Wirksamkeit. Die Synthese von Siliconharzen und Siliconhybridmaterialien ist Basis unserer Forschung an lösemittelhaltigen organischen Systemen für Beschichtungen und Bauanwendungen.
WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf funktionelle polymere Bindemittel und Systemlösungen unter anderem für die Baubranche. Wir arbeiten an noch nachhaltigeren Produkten, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind. Einen Fokus setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze zur Herstellung von veredelten Dispersionsfarben, Kleb- und zementären Baustoffen auf den Markt gebracht.
Mit seinen Forschungsaktivitäten stärkt WACKER BIOSOLUTIONS seine biotechnologische Kompetenz. Wir entwickeln Produktionsverfahren für hochwertige bioaktive Substanzen und verbessern kontinuierlich unsere Produktionssysteme für Pharmaproteine. Auf Basis unserer Cyclodextrin-Plattform entwickeln wir neue Anwendungen im Pharma- und Agro-Bereich sowie für industrielle Anwendungen. Den 3D-Druck für individualisierbare Kaugummiformen haben wir im Berichtszeitraum u. a. auf Messen vorgestellt.
Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht enorme Fortschritte über alle Schritte der Wertschöpfungskette. Parallel steigt der Zellwirkungsgrad kontinuierlich. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie es von WACKER POLYSILICON produziert wird. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von über 21 Prozent aus. Monokristalline Hochleistungszellen, z. B. Heterojunction oder Interdigitated Back Contact Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt.
B.43 Wichtige Produkteinführungen 2017
| Produkt | Beschreibung | Anwendung | Branche |
|---|---|---|---|
| ELASTOSIL® R plus 4350/55 | Hochhitzebeständiges Festsilicon | Hitzebeständige Schläuche, Dichtungen für Backofen- und Herdtüren | Haushaltsgeräte |
| GENIOSIL® XM 20 | Alpha-silanterminiertes Bindemittel | Modifizierung der mechanischen Eigenschaften elastischer Kleb- und Dichtstoffe | Bau |
| SILFOAM® Delayed Defoamer | Siliconentschäumer mit verzögert einsetzender Wirkung | Handwaschmittel | Konsumgüter |
| SILRES® BS 6920 | Alpha-silanterminiertes Bindemittel | Imprägnierung und Fleckschutz von zementgebundenen Untergründen | Bau |
| SILRES® BS 710 | Elastischer und atmungsaktiver Siliconschutzfilm | Anti-Graffiti-Schutz | Bautenschutz |
| VINNAPAS® 760 ED | Dispersion | Formulierung flexibler Dichtungsschlämmen | Bau |
| VINNAPAS® EP 701K | Dispersion | Verklebung von Papiertüten, Kartons, Verpackungen und Buchdeckeln | Papier- und Verpackungsindustrie |
| VINNOL® E 18/38 | Polymerharz | Bindemittel für Digitaldruckfarben | Papier- und Druckfarbenindustrie |
| PRIMIS® SAF 9000/9001 | Dispersion | Schmutzabweisende Behandlung von Wänden, Beton- und Steinböden | Bau- und Farbenindustrie |
| PRIMIS® KT 3000 | Polymeradditiv | Schnelltrocknende Außenfarben und Putze | Bau |
| CAPIVA® C 03 und CAPIVA® 3D | Festharz | Herstellung von neuartigen Kaugummis via CANDY2GUM®-Technologie, auch aus dem 3D-Drucker | Süßwaren- und Kaugummiindustrie |
B.44 Mitarbeiter
Belegschaft leicht gewachsen
Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2017 um 2,7 Prozent erhöht. Wesentlich für den leichten Zuwachs ist das Hochfahren der Polysiliciumproduktion in Tennessee, USA. In Deutschland arbeiten 72,3 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 27,7 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt.
Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
| 2017¹ | 2016¹ | 2015² | 2014² | 2013² | |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 9.984 | 9.775 | 12.251 | 12.366 | 12.322 |
| Ausland | 3.827 | 3.673 | 4.721 | 4.337 | 3.687 |
| Konzern | 13.811 | 13.448 | 16.972 | 16.703 | 16.009 |
¹ Ohne Siltronic AG
² Mit Siltronic AG
WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (49,9 Prozent). Rund jede neunte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (11,3 Prozent).
B.45 Anzahl Zeitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
| 2017¹ | 2016¹ | 2015² | 2014² | 2013² | |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 138 | 138 | 358 | 393 | 286 |
| Ausland | 31 | 40 | 54 | 134 | 58 |
| Konzern | 169 | 178 | 412 | 527 | 344 |
¹ Ohne Siltronic AG
² Mit Siltronic AG
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent auf 1.198,0 Mio. € gestiegen.
B.46 Personalaufwand
| 2017¹ | 2016¹ | 2015² | 2014² | 2013² | |
|---|---|---|---|---|---|
| Personalaufwand | 1.198,0 | 1.101,2 | 1.350,1 | 1.246,9 | 1.133,0 |
¹ Ohne Siltronic AG
² Mit Siltronic AG
Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 241,6 Mio. € (2016: 216,2 Mio. €). Gründe für den Anstieg sind die höhere Beschäftigtenzahl, die Tarifsteigerung sowie variable Gehaltsbestandteile. Zum fixen Grundgehalt erhalten WACKER-Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute.Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Die Summe der im Jahr 2017 ausgezahlten variablen Entgeltkomponenten betrug konzernweit 65,1 Mio. €. Entsprechend dem Tarifvertrag von IG BCE und den Arbeitgebern der chemischen Industrie vom Juni 2016 stiegen die Tarifentgelte zum 01. Oktober 2017 um 2,3 Prozent. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo die gesetzliche Rente ausreichend erscheint oder es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bietet WACKER den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Pensionskasse hat rund 17.200 Mitglieder und leistet an rund 8.200 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 650 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze außerdem eine Zusatzversorgung.
Einkauf und Logistik
Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2017 gestiegen. Die Gründe dafür waren das deutliche Volumenwachstum sowie Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe und Energie sowie für Dienstleistungen, Material und Equipment. Das Beschaffungsvolumen belief sich auf 3,2 Mrd. € (2016: 3,0 Mrd. €). Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionsprojekte in Höhe von 300 Mio. €. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 62 Prozent auf Vorjahresniveau (2016: 62 Prozent). Die Zahl der Lieferanten blieb konstant bei 11.500 (2016: 11.500). Das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe liegt mit 1,87 Mrd. € (2016: 1,60 Mrd. €) 16,9 Prozent über dem Vorjahr. Die Mengen sind gegenüber dem Vorjahr im hohen einstelligen Prozentbereich gestiegen. Nach Jahren sinkender Marktpreise sind die Preise für viele petrochemische Erzeugnisse und Metalle deutlich höher. Beeinflusst wurde die Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten durch die von chinesischen Behörden durchgeführten Umwelt-Audits bei Rohstoffunternehmen und eine Begrenzung der Kohleproduktion. Das hat zu einem Preisanstieg für erdölbasierte Rohstoffe geführt. Auch die Preise für Energie, insbesondere Erdgas, waren höher als im Vorjahr.
B.47 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)
| Beschaffungsvolumen | Mio. € 2017¹ | Mio. € 2016¹ | Mio. € 2015² | Mio. € 2014² | Mio. € 2013² |
|---|---|---|---|---|---|
| Beschaffungsvolumen | 3.270 | 3.000 | 3.655 | 3.187 | 3.076 |
¹ Ohne Siltronic AG
² Mit Siltronic AG
Das Transportvolumen ist gegenüber dem Vorjahr auf Grund des guten Geschäftsverlaufs deutlich gestiegen. Burghausen als größte Logistikdrehscheibe des Konzerns erhöhte das Versandvolumen auf rund 880.000 Tonnen (2016: 825.000 Tonnen). Insgesamt wurde das Volumen über 45.000 LKW-Ladungen und 15.500 Übersee-Container abgewickelt. Die zunehmende weltweite Vernetzung der Lieferströme unterstützen wir mit digitalen Systemen. Mit Hilfe von logistischen Nachverfolgungssystemen können wir unsere Lieferungen künftig weltweit in Echtzeit verfolgen und bei Problemen zeitnah reagieren. An den deutschen Standorten von WACKER ist das System bereits in Betrieb, an den internationalen Standorten wird es im Jahr 2018 ausgerollt.
Produktion
Die Produktionsmengen sind im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic haben sich die Produktionskosten um 17,1 Prozent verringert. Auf vergleichbarer Basis haben sie sich dagegen um 3,0 Prozent erhöht. Besonders stark war der Produktionsanstieg im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Dort waren die Anlagen komplett ausgelastet. Insgesamt lag die Produktionsauslastung in den Chemiebereichen bei über 80 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON haben wir wiederum mehr Mengen verkauft als ein Jahr zuvor, trotz des viermonatigen Produktionsausfalls am Standort Charleston.
B.48 Produktionsauslastung 2017
| Auslastung der Produktionsanlagen | % |
|---|---|
| WACKER SILICONES | 98 |
| WACKER POLYMERS | 86-87 |
| WACKER POLYSILICON | 100 |
Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die Investitionen 326,8 Mio. € (2016: 338,1 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 380 Mio. €.
B.49 Wichtige Inbetriebnahmen
| Standort | Projekte | Inbetriebnahme |
|---|---|---|
| Burghausen | Dispersionsreaktoranlage | 2017 |
| Burghausen | Logistikausbau für Vinylacetatmonomer (VAM) | 2017 |
| Brasilien | Silicone-Mehrzweckanlage | 2017 |
Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms
Mit dem kontinuierlichen Programm "WACKER Operating Systems" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir rund 700 Projekte bearbeitet, davon entfielen rund 500 auf Maßnahmen im operativen Geschäft. Die Schwerpunkte lagen dabei auf der Verbesserung der Rohstoffausbeuten und der spezifischen Energieverbräuche. Die WOS-Academy hat in 12 Schulungen über 100 Mitarbeiter in der Anwendung neuer Produktionsmethoden wie Six Sigma und LEAN ausgebildet.
Vertrieb und Marketing
Die Nachfrage nach Produkten von WACKER war im Geschäftsjahr 2017 stark. Vor allem im Silicongeschäft waren wir bei einigen Produkten ausverkauft. Unser Geschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Global Key Accounts, Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER rund 40 Global Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2017 rund 25 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaften. 55 Prozent des Umsatzes haben wir mit weiteren rund 8.000 aktiven Kundenbeziehungen erzielt, rund 20 Prozent mit Distributoren, von denen wir mit den 50 wichtigsten rund 65 Prozent des Distributionsumsatzes abwickeln. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und die Produktwerbung von WACKER zu stärken und den Absatz unserer Produkte wirkungsvoll zu unterstützen. Im Jahr 2017 haben wir dafür 17,0 Mio. € (2016: 14,8 Mio. €) ausgegeben.
B.50 Prozentualer Anteil der Marketingkosten
| % | |
|---|---|
| Öffentlichkeitsarbeit | 44 |
| Messen | 28 |
| Sonstiges | 12 |
| Produktkommunikation | 12 |
| Anzeigen | 4 |
Auf 91 Messen weltweit präsent
Im Jahr 2017 ist die weltweite Präsenz von WACKER auf Fachmessen nochmals gestiegen. Insgesamt waren wir auf 91 Messen (2016: 71 Messen) vertreten. Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Allein im Jahr 2017 haben wir 35 Messen einer solchen Analyse unterzogen.
B.51 Messen
| Anzahl | |
|---|---|
| Europa | 32 |
| Asien | 29 |
| Nord- und Mittelamerika | 13 |
| Afrika | 7 |
| Naher Osten | 4 |
| Südamerika | 4 |
| Russland | 2 |
Lagebericht der Wacker Chemie AG (Ergänzende Erläuterungen nach HGB)
Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Mit Wirkung zum 01. Januar 2017 wurden das Vermögen und die Schulden der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München, auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Zum 01. Januar 2017 hielt die Wacker Chemie Dritte Venture GmbH 49,5 Prozent der Anteile der Siltronic AG. Ende Januar bis Anfang Februar 2017 veräußerte somit die Wacker Chemie AG sechs Prozent ihrer Anteile an der Siltronic AG. Im März 2017 reduzierte sie ihre Anteile, im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren, um weitere 21 Prozent auf 30,8 Prozent. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 51 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.# Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten
Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB.
B.52 Gewinn- und Verlustrechnung
scroll
Mio. € | 2017 | 2016
------- | -------- | --------
Umsatzerlöse | 3.859,7 | 3.651,2
Bestandsveränderungen | 42,4 | - 18,1
Andere aktivierte Eigenleistungen | 25,7 | 22,4
Gesamtleistung | 3.927,8 | 3.655,5
Sonstige betriebliche Erträge | 135,8 | 230,4
Materialaufwand | - 1.958,9 | - 1.788,4
Personalaufwand | - 901,7 | - 872,4
Abschreibungen | - 269,2 | - 296,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 714,5 | - 748,6
Betriebsergebnis | 219,3 | 180,0
Beteiligungsergebnis | 291,4 | 27,1
Zinsergebnis | - 36,9 | 2,5
Sonstiges Finanzergebnis | - 2,0 | - 1,2
Finanzergebnis | 252,5 | 28,4
Ergebnis vor Steuern | 471,8 | 208,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 113,8 | - 87,0
Jahresüberschuss | 358,0 | 121,4
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 1.243,8 | 1.221,8
Ausschüttung | - 99,4 | - 99,4
Bilanzgewinn | 1.502,4 | 1.243,8
EBITDA* | 488,5 | 476,5
- EBITDA ist Betriebsergebnis vor Abschreibungen /Zuschreibungen auf Anlagevermögen.
Die Ertragslage der Wacker Chemie AG zeigte einen deutlichen Anstieg der Gesamtleistung und des Betriebsergebnisses. Das Ergebnis vor Steuern war zudem geprägt durch ein hohes Beteiligungsergebnis, das durch Anteilsverkäufe positiv beeinflusst war. Der Jahresüberschuss verbesserte sich dadurch von 121,4 Mio. € auf 358,0 Mio. €. Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen Anstieg von sechs Prozent auf 3,86 Mrd. € (2016: 3,65 Mrd. €). Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz auf 1,62 Mrd. € (2016: 1,50 Mrd. €). Dies entspricht einem Plus von acht Prozent. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS konnte einen Umsatzanstieg von sechs Prozent auf 775,1 Mio. € (2016: 731,4 Mio. €) erzielen. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte seinen Umsatz auf 139,4 Mio. € (2016: 138,7 Mio. €). Das entspricht einem Plus von einem Prozent. Der Umsatz des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON stieg um drei Prozent auf 1,13 Mrd. € (2016: 1,10 Mrd. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich insgesamt um 272,3 Mio. € auf 3,93 Mrd. €.
Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2017 auf 1,96 Mrd. € (2016: 1,79 Mrd. €). Dabei erhöhten sich die Aufwendungen aus dem Bezug von nahezu allen strategischen Rohstoffen. Vor allem wirkten sich die höheren Preise und Mengen bei Ethylen, Methanol und Vinylacetatmonomer aus. Der Preis für Siliciummetall bewegte sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aufwendungen für Energie stiegen leicht an. Im September 2017 kam es im Werk Charleston der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. zu einer Wasserstoffexplosion, wodurch die Produktion dort seither ruht. Da der Produktionsausfall versichert ist, sind insgesamt keine erhöhten Aufwendungen für die Wacker Chemie AG auf Grund der Auftragsfertigung zu erwarten. In den Bezugskosten für Polysilicium wurden die künftigen Erträge aus Versicherungserstattungen im Wesentlichen noch nicht berücksichtigt. Insgesamt erhöhte sich die Materialeinsatzquote auf 49,9 Prozent (2016: 48,9 Prozent).
Der Personalaufwand erhöhte sich um drei Prozent auf 901,7 Mio. € (2016: 872,4 Mio. €). Grund für die Erhöhung sind die Tarifabschlüsse sowie höhere variable Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2018 zur Auszahlung kommen. Zum 31. Dezember 2017 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.740 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2016: 9.539). Die Personalaufwandsquote blieb mit 23,0 Prozent (2016: 23,9 Prozent) auf gleichem Niveau.
Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 269,2 Mio. € (2016: 296,5 Mio. €). Das ist ein Minus von neun Prozent.
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich um 94,6 Mio. € auf 135,8 Mio. € (2016: 230,4 Mio. €) reduziert. Insbesondere der Rückgang bei den Währungskursgewinnen in Höhe von 31,1 Mio. € und die Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen und erhaltenen Schadenersatzleistungen im Zusammenhang mit Vertragsauflösungen mit Polysiliciumkunden in Höhe von 20,3 Mio. € in 2016 sind für den Rückgang verantwortlich. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Insbesondere die Vertriebsaufwendungen haben sich im Geschäftsjahr 2017 auf Grund des Anstiegs des Umsatzvolumens erhöht. Rückläufig waren die Währungskursverluste. Sie gingen gegenüber dem Vorjahr um 31,1 Mio. € zurück.
Das Betriebsergebnis lag mit 219,3 Mio. € um 22 Prozent über dem Vorjahreswert (2016: 180,0 Mio. €).
Das Beteiligungsergebnis stieg auf 291,4 Mio. € (2016: 27,1 Mio. €). Das resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG. Der hieraus entstandene Gewinn aus dem Abgang von Anteilen belief sich auf 258,1 Mio. €. Die Erträge aus Ergebnisabführungen und Dividendenausschüttungen lagen mit 43,3 Mio. € um 5,3 Mio. € über Vorjahresniveau (2016: 38,0 Mio. €).
Das Zinsergebnis ging zurück und betrug -36,9 Mio. € (2016: 2,5 Mio. €). Dabei wirkte sich vor allem der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen mit 63,9 Mio. € negativ aus. Im Vorjahr lag der Zinsaufwand auf Grund der erstmaligen Verwendung des zehnjährigen Durchschnittszinses nach der Zinsverordnung der Deutschen Bundesbank bei 13,7 Mio. €. Zudem gingen wegen des durchschnittlich gesunkenen Zinsniveaus die Zinserträge aus Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften zurück. Gegenläufig wirkte sich der Zinsertrag aus der Anlage von Termingeldern in US-Dollar aus.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich auf 113,8 Mio. € (2016: 87,0 Mio. €). Er enthält neben den laufenden Steueraufwendungen der Wacker Chemie AG auch Steueraufwendungen für inländische Tochtergesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht.
Der Jahresüberschuss betrug 358,0 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2017 ergibt sich nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 99,4 Mio. €. Er beläuft sich auf insgesamt 1,50 Mrd. € (2016: 1,24 Mrd. €).
B.53 Bilanz
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Mio. € | 2017 | 2016
------- | -------- | --------
Aktiva | |
Immaterielle Vermögensgegenstände | 15,7 | 9,8
Sachanlagen | 1.028,0 | 1.135,6
Finanzanlagen | 2.533,7 | 2.715,6
Anlagevermögen | 3.577,4 | 3.861,0
Vorräte | 481,9 | 424,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 393,2 | 414,0
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 238,8 | 361,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 632,0 | 775,7
Wertpapiere und Termingelder | 155,0 | -
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 216,4 | 88,7
| 371,4 | 88,7
Umlaufvermögen | 1.485,3 | 1.289,2
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 6,5 | 4,6
Summe Aktiva | 5.069,2 | 5.154,8
| |
Passiva | |
Gezeichnetes Kapital | 260,8 | 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile | - 12,4 | - 12,4
Ausgegebenes Kapital | 248,4 | 248,4
Kapitalrücklage | 157,4 | 157,4
Andere Gewinnrücklagen | 1.000,0 | 1.000,0
Bilanzgewinn | 1.502,4 | 1.243,8
Eigenkapital | 2.908,2 | 2.649,6
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 762,5 | 705,8
Andere Rückstellungen | 439,0 | 413,5
Rückstellungen | 1.201,5 | 1.119,3
Finanzverbindlichkeiten | 496,6 | 647,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 136,2 | 184,2
Übrige Verbindlichkeiten | 289,4 | 516,5
Verbindlichkeiten | 922,2 | 1.347,7
Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 37,3 | 38,2
Summe Passiva | 5.069,2 | 5.154,8
Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Sie beläuft sich auf 5,07 Mrd. € (31. Dezember 2016: 5,15 Mrd. €). Das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte.
Das Anlagevermögen reduzierte sich im Geschäftsjahr 2017 von 3,86 Mrd. € auf 3,58 Mrd. €. Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, da die Abschreibungen in Höhe von 263,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 291,9 Mio. €) die Investitionen in Höhe von 159.1Mio. € (31. Dezember 2016: 141,7 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen ging von 2,72 Mrd. € auf 2,53 Mrd. € zurück. Der größte Teil des Rückgangs ist auf die Verschmelzung mit der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München, zum 01. Januar 2017 und den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG im Januar und März 2017 zurückzuführen. Das langfristige Fondsvermögen betrug zum Stichtag 104,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 106,4 Mio. €). Insgesamt belief sich das Anlagevermögen auf 71 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 75 Prozent.
Der Bestand an Vorräten ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Er belief sich auf 481,9 Mio. € (31. Dezember 2016: 424,8 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Im Wesentlichen ist dies auf die hohe Auslastung der Produktionsanlagen bei gestiegenem Rohstoffpreisniveau zurückzuführen. Dagegen gingen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht von 414,0 Mio. € auf 393,2 Mio. € zurück. Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 34 Prozent und beliefen sich zum Stichtag auf 238,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 361,7 Mio. €). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen insbesondere mit der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L. L. C. sind deutlich zurückgegangen und betrugen 141,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 296,6 Mio. €). Zum 31. Dezember 2017 verfügte die Wacker Chemie AG über 155,0 Mio. € an Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 216,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 88,7 Mio. €).
Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 2,91 Mrd. € (31. Dezember 2016: 2,65 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 57,4 Prozent (31. Dezember 2016: 51,4 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016 eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.144,4 Mio.# Wacker Chemie AG
1. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
1.1 Gewinn- und Verlustrechnung
Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2017 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2017 in Höhe von 358,0 Mio. € und dem nicht ausgeschütteten Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.502,4 Mio. €.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 56,7 Mio. € auf 762,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 705,8 Mio. €). Auch die anderen Rückstellungen, bestehend aus Steuer-, Personal- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 und betrugen 439,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 413,5 Mio. €). Grund für diesen Anstieg in Höhe von 25,5 Mio. € waren insbesondere die Steuer- und Personalrückstellungen. Insgesamt bilden die Rückstellungen 24 Prozent (31. Dezember 2016: 22 Prozent) der Bilanzsumme ab.
Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 496,6 Mio. € (31. Dezember 2016: 647,0 Mio. €). Das ist ein Rückgang von 23 Prozent. Er ist im Wesentlichen bedingt durch die planmäßige Rückführung von Bankdarlehen. Zum Stichtag belaufen sich die Kreditaufnahmen bei Banken auf 298,0 Mio. € (31. Dezember 2016: 545,2 Mio. €). Im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung von Polysilicium stiegen die Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen um 98,9 Mio. € auf 197,2 Mio. € (31. Dezember 2016: 98,3 Mio. €) an. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf zehn Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2016: 13 Prozent).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 48,0 Mio. € auf 136,2 Mio. € zurück (31. Dezember 2016: 184,2 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 289,4 Mio. € (31. Dezember 2016: 516,5 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen aus Lieferverträgen für Polysilicium gingen zurück. Sie betrugen zum Stichtag 170,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 242,0 Mio. €).
Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr von 520,7 Mio. € auf 106,1 Mio. € zurückgegangen. Das liegt im Wesentlichen an der Zahlung von Verbindlichkeiten. Zusätzlich reduzierten sich die erhaltenen Anzahlungen für Polysiliciumlieferungen um 71,5 Mio. € auf Grund der erfolgten Lieferungen.
Aus Investitionstätigkeit erzielte die Wacker Chemie AG einen Mittelzufluss in Höhe von 42,6 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -223,8 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2017 wirkte sich der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG mit einem Zufluss von 438,2 Mio. € positiv aus. Gegenläufig stiegen die Auszahlungen für Investitionen auf 177,9 Mio. € (2016: 137,0 Mio. €). Zudem wurden im Geschäftsjahr 2017 Kapitalerhöhungen über eine Zwischenholding in die Gesellschaften Wacker Chemicals Norway as, Holla, sowie Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul, durchgeführt. Nicht sofort notwendige Mittel wurden in Termingeldern mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten angelegt. Das führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 155,0 Mio. €.
Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne die Veränderung von Anzahlungen und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Termingelder) gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr zurück. Er belief sich auf 375,2 Mio. € (2016: 537,9 Mio. €).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf -17,9 Mio. € (2016: -326,3 Mio. €). Im Rahmen der konzerninternen Finanzierung wurden Mittel von den Tochtergesellschaften an die Wacker Chemie AG zurückgeführt. Mit freien Mitteln wurden im Geschäftsjahr 2017 per saldo Bankverbindlichkeiten in Höhe von 241,9 Mio. € (2016: 215,9 Mio. €) getilgt. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -99,4 Mio. €.
Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere des Umlaufvermögens, des WMM Universal Fonds und des Kassen- und Bankguthabens, hat sich zum 31. Dezember 2017 von 195,1 Mio. € auf 476,2 Mio. € deutlich erhöht. Der Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten hat sich dadurch deutlich verbessert (Nettofinanzforderungen in Höhe von 178,2 Mio. €; 2016: Nettofinanzschulden in Höhe von -350,1 Mio. €).
1.2 Risiken und Chancen
Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. → Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die Wacker Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem".
1.3 Ausblick
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2018 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,25. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Für die Wacker Chemie AG erwarten wir einen positiven Jahresüberschuss, der unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2017 liegen wird.
1.4 Veröffentlichung
Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com
2. Risikobericht
2.1 Beschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management
2.1.1 Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management
Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Risikokonsolidierungskreis sind alle Mehrheitsgesellschaften von WACKER einbezogen.
Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.
Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense Modell".
Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten.
Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Mitarbeiter durch.
Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.
2.1.2 Risikosteuerung
WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen.# B.54 Three Lines of Defense Modell
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand.
Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems
Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
- das Risikomanagementhandbuch: Es enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden.
- die Richtlinie Risikomanagement: Sie regelt konzernweit unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden.
- der Risikomanagementbeauftragte: Er ist verantwortlich für das Risikomanagementsystem und wird durch lokale Risikobeauftragte unterstützt.
- die Risikoliste: Hier werden spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche erfasst. Berichtspflicht für Einzelrisiken besteht ab einer Größenordnung, deren Ergebnisauswirkung 5 Mio. € übersteigt.
Risikoidentifikation
Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds.
Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken
Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab. Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern, Technischer Einkauf & Logistik, Zentrale Ingenieurtechnik sowie Recht.
Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften sowie zur ausreichenden Liquiditätsausstattung des Konzerns. Der Handlungsrahmen besteht aus detaillierten Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern.
B.55 Risikomanagementsystem
Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden.
Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Nachdem die Datenplausibilität sichergestellt worden ist, werden die Daten konsolidiert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden.
B.56 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)
1 Vermögensschäden, die durch eigene Mitarbeiter oder Dritte vorsätzlich oder durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten entstehen können
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimiert der Zentralbereich Information Technology sowohl das Risiko eines Datenverlustes als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren.
Compliance-Management
WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Mitarbeiter haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität. Verantwortlich für die Umsetzung dieses Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Die weltweit 20 Compliance-Beauftragten des WACKER-Konzerns sitzen in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland, Norwegen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten.Compliance-Themen in Ländern, die hier nicht genannt sind, werden vom Chief Compliance Officer mit Unterstützung des Zentralbereichs Recht von Deutschland aus bearbeitet. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Mitarbeiter und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Im Jahr 2017 lag ein Schwerpunkt der Präsenzschulungen in den südostasiatischen Ländern Indonesien, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Neben unseren eigenen Mitarbeitern haben wir hier auch Beschäftigte unserer dortigen Distributoren geschult. Weitere Präsenzschulungen wurden an unserem Standort Dubai durchgeführt. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2017 nicht identifiziert.
Interne Revision
Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstandes. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Prüfungsschwerpunkte waren im Geschäftsjahr 2017 der regelkonforme Ablauf und die Effizienz von logistischen Prozessen und Funktionen sowie die Einhaltung von Vorschriften beim Betrieb ausgewählter Gefahrstoffläger. Darüber hinaus hat die Konzernrevision bei Tochtergesellschaften und an Standorten Audits durchgeführt. Dabei wurden die wesentlichen Geschäftsprozesse auf Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der internen Kontrollsysteme überprüft. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.
Externe Kontrolle
Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.
Zentrale Risikofelder
Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken
Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mit Hilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:
― gering: kleiner als 25 Prozent
― möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent
― hoch: größer als 75 Prozent
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:
― niedrig: bis 25 Mio. €
― mittel: bis 100 Mio. €
― groß: über 100 Mio. €
Die folgende Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2018.
B.57 Eintrittwahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2018
| Risiko/Kategorie | Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche Auswirkungen |
|---|---|---|
| Gesamtwirtschaftliche Risiken | gering | mittel |
| Absatzmarktrisiken | ||
| Chemie | gering | mittel |
| Polysilicium | möglich | groß |
| Beschaffungsmarktrisiken | möglich | mittel |
| Investitionsrisiken | gering | mittel |
| Produktions- und Umweltrisiken | gering | mittel |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Kreditrisiko | gering | niedrig |
| Währungs- und Zinsrisiken | möglich | mittel |
| Liquiditätsrisiko | gering | niedrig |
| Pensionen | möglich | mittel |
| Rechtliche Risiken | gering | niedrig |
| Regulatorische Risiken | ||
| Energiewende in Deutschland | möglich | niedrig |
| Handelsbeschränkungen Polysilicium | möglich | groß |
| Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte | hoch | niedrig |
| IT-Risiken | gering | mittel |
| Personalrisiken | gering | niedrig |
| Externe Risiken | gering | niedrig |
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Szenario: Konjunktur schwächt sich ab.
Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern.
Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still.
Einschätzung und Risikobewertung: Für das Jahr 2018 erwarten Wirtschaftsforscher, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen wird. Risiken für die Konjunktur ergeben sich aus den anhaltenden geopolitischen Krisen sowie aus der fortbestehenden politischen Unsicherheit in Europa und den USA. Eine unerwartete Eintrübung der Wirtschaftslage in China könnte die Weltwirtschaft ebenso bremsen wie eine restriktivere Geldpolitik in Europa und den USA. In unserem Chemiegeschäft beliefern wir weltweit eine große Anzahl von Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebranchen. Temporäre Schwächen in einzelnen Branchen beziehungsweise Regionen können wir dadurch erfahrungsgemäß zumindest teilweise ausgleichen. Die weitere Entwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft wird von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Solarenergie sowie für den internationalen Handel mit Photovoltaikanlagen und Solarsilicium bestimmt. Konjunkturelle Entwicklungen beeinflussen die Rahmenbedingungen zusätzlich. Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert. Angesichts der beschriebenen Risiken kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER.
Absatzmarktrisiken
Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen.
Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte.
Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.
Einschätzung und Risikobewertung: Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2018 für unsere Produkte gleich bleiben wird. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS sehen wir Überkapazitäten für Dispersionen und Dispersionspulver in Asien. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir trotz der Überkapazitäten stark ausgelastet sein werden. Bei Siliconen dagegen übersteigt die Nachfrage derzeit die weltweit verfügbaren Kapazitäten. Wir erwarten, dass sich diese Marktsituation im Jahr 2018 nicht wesentlich ändern wird. Wir rechnen deshalb nicht damit, dass es im Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Prognosezeitraum zu Überkapazitäten und sinkender Auslastung kommen könnte. Sowohl für unsere Silicone als auch für unsere Polymerprodukte sehen wir Chancen, im Jahr 2018 höhere Preise zu erzielen. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. Diese Entwicklung haben wir in unseren Planungen und Prognosen bereits berücksichtigt. Etwaige darüber hinausgehende Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns liegen im mittleren Bereich.
Szenario 2: Überkapazitäten und Preisrisiken bei Polysilicium, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden und das Auslaufen von langfristigen Lieferverträgen.
Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen.# Risikobericht
Risikomanagement
Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung und -steuerung bei WACKER. Es befasst sich mit der Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die sich auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken können. Das Risikomanagementsystem ist so aufgebaut, dass es eine kontinuierliche Risikoüberwachung im gesamten Unternehmen ermöglicht.
Strategische Risiken
Marktrisiken
Szenario:
- Auslaufen langfristiger Verträge: Wenn bestehende langfristige Verträge auslaufen, könnten bestehende Kunden ihre Abnahmemengen reduzieren oder ihre Verträge nicht verlängern. Dies erhöht das Risiko der Auslastung unserer Produktionskapazitäten.
- Intensiver Preiswettbewerb: Überkapazitäten in bestimmten Märkten können zu einem intensiven Preiswettbewerb führen, der die Margen unter Druck setzen kann.
- Rückläufiger Umsatz und Ergebnis: Beide vorgenannten Faktoren können zu einem rückläufigen Umsatz und Ergebnis führen.
Auswirkungen für WACKER:
- Auslastungsrisiko: Das Risiko sinkender Auslastung unserer Produktionskapazitäten.
- Margendruck: Der intensive Preiswettbewerb übt Druck auf unsere Margen aus.
- Umsatz- und Ergebniseinbußen: Rückläufiger Umsatz und Ergebnis.
Maßnahmen:
- Kostenoptimierung: Wir verbessern unsere Kostenpositionen kontinuierlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Portfolio-Optimierung: Wir optimieren unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung.
- Sicherheiten: Wir verlangen Sicherheiten von Kunden, um Liquiditätsproblemen vorzubeugen.
Einschätzung und Risikobewertung:
Der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie wird sich im Jahr 2018 aller Voraussicht nach fortsetzen. Solange diese Entwicklung anhält und die weltweiten Produktionskapazitäten den Marktbedarf übersteigen, ist zu erwarten, dass die Preise für Polysilicium unter Druck und volatil bleiben. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich große Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein.
Beschaffungsmarktrisiken
Szenario:
- Höhere Rohstoff- und Energiepreise: Steigende Preise für Rohstoffe und Energie.
- Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe: Nichtverfügbarkeit bestimmter kritischer Rohstoffe.
- Zollrisiken: Einführung von Zöllen auf Importgüter.
Auswirkungen für WACKER:
- Ergebnisbelastung: Höhere Kosten für Rohstoffe und Energie belasten das Ergebnis.
- Lieferzeitverlängerungen: Engpässe führen zu längeren Lieferzeiten zum Kunden.
- Absatzverluste: Mögliche Absatzverluste aufgrund von Lieferengpässen.
Maßnahmen:
- Beschaffungsstrategien: Wir erarbeiten jährlich systematische Beschaffungsstrategien für strategische Rohstoffe und Energie, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten.
- Gegenmaßnahmen: Bei relevanten Beschaffungsrisiken treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele sind:
- Langfristige Lieferverträge mit Partnern.
- Strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen unterschiedlicher Laufzeit.
- Ausweitung der Lieferantenbasis.
- Höhere Sicherheitsbestände.
- Rückwärtsintegration: In ausgewählten Fällen sind wir teilweise rückwärtsintegriert und produzieren strategische Rohstoffe selbst. Unsere Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla verringert beispielsweise unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten.
Einschätzung und Risikobewertung:
WACKER hat sich im Energie- und Rohstoffeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Die Preise können in solchen Situationen zwar deutlich ansteigen. Erfahrungsgemäß bestehen dann aber auch Chancen, diese Mehrkosten durch höhere Verkaufspreise für die eigenen Produkte zumindest teilweise auszugleichen.
Die Preise für Rohöl und Kohle sind seit Mitte 2016 deutlich gestiegen. Dadurch steigen auch die Preise für Rohstoffe, die aus Öl und Kohle gewonnen werden, ebenso wie die Energiekosten. Darüber hinaus können die Einkaufspreise für bestimmte Rohstoffe auch durch Strafzölle beeinflusst werden. Solche Importzölle bestehen beispielsweise für chinesisches Siliciummetall, das nach Europa und in die USA eingeführt wird.
WACKER verwendet eine Reihe hoch spezialisierter Rohstoffe, für die es nur wenige Lieferanten gibt. Sollten diese Lieferanten ausfallen, könnte dies unsere Produktion einschränken. Wir minimieren dieses Risiko durch entsprechende Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Zweitlieferanten, Sicherheitsbestände, vorsorgliche Definition von Ersatzprodukten).
Gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland werden energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen.
Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen. Insgesamt halten wir es für möglich, dass sich die Rohstoff- und Energiepreise auch längerfristig weiter erhöhen. Sollte dieser Fall eintreten, so lägen die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich.
Investitionsrisiken
Szenario:
- Fehlinvestitionen: Investitionen, die sich als unwirtschaftlich herausstellen.
- Höhere Investitionskosten als geplant: Die tatsächlichen Kosten einer Investition übersteigen die geplanten Kosten.
- Inbetriebnahme verzögert sich: Die geplante Inbetriebnahme einer Anlage oder eines Projekts verzögert sich.
- Ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ: Die Annahmen, auf denen eine Investitionsentscheidung basiert, ändern sich nachteilig.
- Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen: Risiken, die mit Beteiligungen an anderen Unternehmen verbunden sind.
Auswirkungen für WACKER:
- Leerkosten bzw. Wertminderungen: Fehlinvestitionen führen zu Kosten für nicht ausgelastete Anlagen oder zu Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen, was zu hohen Ergebniseffekten führen kann.
- Höhere Mittelabflüsse: Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis.
- Umsatz- und Ergebnisrückgänge: Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen.
- Negative Ertragslage: Sollte der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen.
Maßnahmen:
- Prüfung von Großprojekten: Die Planung von neuen Projekten mit einer Investitionssumme über 3 Mio. € wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. In diese Prüfung sind die Zentralbereiche einbezogen.
- Wirtschaftlichkeitsprüfung: Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Anlagenprojekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit.
- Schrittweise Freigabe von Investitionen: Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben.
- Projektcontrolling: Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen.
Einschätzung und Risikobewertung:
Unsere kapitalintensiven Investitionen in Großanlagen haben wir im Jahr 2016 mit der Inbetriebnahme der Polysiliciumproduktion am US-Standort Charleston abgeschlossen. Wir begleiten die steigende Nachfrage unserer Kunden mindestens bis zum Jahr 2020 vor allem mit kostengünstigen Erweiterungen bestehender Anlagen und bauen unsere Kapazitäten für Endprodukte weiter aus. Die Investitionen werden im Jahr 2018 unter den Abschreibungen liegen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich niedrig. Das Risiko aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. Im Eintrittsfall lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich.
Operative Risiken
Produktions- und Umweltrisiken
Szenario:
- Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen: Unfälle oder Zwischenfälle in diesen Prozessschritten.
Auswirkungen für WACKER:
- Personen-, Sach- und Umweltschäden: Schäden an Mitarbeitern, Sachwerten und der Umwelt.
- Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen: Unterbrechung der Produktionsprozesse.
- Schadenersatzzahlungen: Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen.
Maßnahmen:
- Integriertes Managementsystem (IMS): WACKER steuert seine Prozesse über das IMS. Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz.
- Standards: Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen.
- Instandhaltung und Inspektionen: Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten.
- Sicherheits- und Risikoanalysen: Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch.
- Schulungen: Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch.
- Gefahrenabwehrpläne: Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden.
- Versicherungen: Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert.
- Transportkontrolle: Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.
Einschätzung und Risikobewertung:
Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Das hat sich beispielsweise im September 2017 bei dem Schadensereignis an unserem US-Standort Charleston gezeigt. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Der Schaden am Standort Charleston wird die Ertrags- und Vermögenslage von WACKER im Jahr 2018 nicht wesentlich beeinflussen, da sowohl die Betriebsunterbrechung als auch der Aufwand für die Instandsetzung der Anlagen durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wir die Lieferverpflichtungen gegenüber unseren Polysiliciumkunden mit den Produktionsmengen aus unseren anderen Standorten erfüllen konnten und können.# Finanzwirtschaftliche Risiken
WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Das Management dieser Risiken wird von den dafür zuständigen Bereichen von WACKER gesteuert. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. → Weitere Informationen dazu ab Seite 155 im Konzernanhang.
B.58 Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken
| Risiko | Steuerung durch |
|---|---|
| Kreditrisiken | Zentralbereich Finanzen und Versicherungen, Bilanzierung und Steuern |
| Währungs- und Zinsrisiken | Finanzen und Versicherungen |
| Liquiditätsrisiko | Finanzen und Versicherungen |
Kreditrisiko
Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.
Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER (Kreditauszahlung, Rückzahlung von Einlagen, Ausgleichszahlungen aus Derivategeschäften).
Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir mit Banken, die in der Regel ein Mindestrating von a- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb vorgegebener Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft beziehungsweise durch den Ausfall von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich.
Währungs- und Zinsrisiken
Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen.
Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden.
Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar und den chinesischen Renminbi bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Anweisung zum Devisenmanagement geregelt. Wir arbeiten mit Devisentermingeschäften, Devisenswaps und Devisenoptionen. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Die Veränderung hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Anweisungen geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.
Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäftes sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2018 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis.
Liquiditätsrisiko
Szenario: Mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten.
Auswirkungen für WACKER: Steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte.
Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Die Anlage liquider Mittel unterliegt außerdem von uns festgelegten Limits. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr vor allem auf Grund der Erlöse aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG erhöht. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 547,2 Mio. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 900 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen.
Pensionen
Szenario: Steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld).
Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Versorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus.
Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an.
Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Im vergangenen Geschäftsjahr blieb unser Beitragssatz unverändert. WACKER hat jedoch 2017 Sonderzahlungen in Höhe von rund 36 Mio. € in die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG geleistet. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir weitere Zahlungen in die Pensionskasse und das Fondsvermögen leisten müssen sowie der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen steigen werden. Dies hätte mittlere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. → Weitere Informationen dazu ab Seite 140 im Konzernanhang.
Rechtliche Risiken
Szenario: Vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können.
Auswirkungen für WACKER: Langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können.
Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung.# Risikobericht
Rechtliche und regulatorische Risiken
Rechtsrisiken
Die WACKER-Gruppe unterliegt als international tätiges Chemieunternehmen zahlreichen Gesetzen und Vorschriften. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist für unseren Erfolg unerlässlich. Wir verfügen über einen etablierten Rechts- und Compliance-Bereich, der für die kontinuierliche Überwachung und Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften zuständig ist. Bei Bedarf greifen wir auch auf hochqualifizierte, spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.
Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder anderen rechtlichen Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.
Regulatorische Risiken
Energiewende in Deutschland
Szenario: Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2050 (Energiewende) schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein wird (Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, Netzentgeltverordnung, EU-Beihilferecht, Energieeffizienz-Richtlinie, Emissionshandel, Sektorkopplung).
Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlicher Umlagen, wenn der Gesetzgeber die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang ganz oder teilweise von Umlagen und Zusatzkosten freistellt.
Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem sondieren und nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement).
Einschätzung und Risikobewertung: Zu Beginn des Jahres 2017 ist eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Kraft getreten. Darüber hinaus haben sich die Bundesregierung und die EU-Kommission zu den Regelungen für eigenerzeugten Strom, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und abschaltbare Lasten verständigt. In der Summe ergaben sich daraus für WACKER keine wesentlichen Belastungen, die über das bisherige Maß hinausgehen. Wir halten es für möglich, dass es 2018 zu Änderungen an weiteren gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann, beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen.
Handelsbeschränkungen
Polysilicium
Szenario: Abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Das Antidumpingverfahren der EU gegen chinesische Solarunternehmen ist durchgeführt und die Maßnahmen sind verlängert worden. Der Verkauf von WACKER-Polysilicium in China erfolgt bis November 2018 gemäß der einvernehmlichen Regelung von WACKER mit dem MOFCOM. Anschließend erfolgt gegebenenfalls eine erneute Auslaufüberprüfung, die bis zu zwölf Monate dauern kann. Während dieser Zeit bleiben die Maßnahmen des MOFCOM sowie die Mindestpreisvereinbarung unverändert in Kraft.
Auswirkungen für WACKER: Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen.
Maßnahmen: Wir versuchen in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den USA und China, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Polysilicium aus den USA) und damit Strafzölle auf Polysilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Es besteht darüber hinaus nach dem chinesischen Antidumpingrecht die Möglichkeit, eine individuelle Nachprüfung der Zölle zu beantragen und gegebenenfalls gesonderte Zölle festzusetzen, da WACKER im Untersuchungszeitraum des Antidumpingverfahrens tatsächlich noch kein Polysilicium aus den USA nach China importiert hat. Diesen "New Shipper Review" werden wir zu gegebener Zeit beantragen. Wir arbeiten darüber hinaus daran, dass die Europäische Kommission am sukzessiven Zurückführen der Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module festhält, damit diese Maßnahmen wie geplant im September 2018 auslaufen können. Umgekehrt sollte sich das positiv auf die im November 2018 anstehende Entscheidung des MOFCOM zu den Maßnahmen gegen europäisches Polysilicium auswirken.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Zölle auf Polysiliciumimporte aus den USA nach China gelten bis Januar 2019. Es ist aus unserer Sicht nicht vorhersehbar, ob diese Zölle nach dem Januar 2019 eingestellt oder fortgesetzt werden. Sollte die Europäische Union ihre Maßnahmen gegen chinesische Solarzellen und -module im September 2018 wie geplant auslaufen lassen, rechnen wir damit, dass auch die chinesischen Behörden ihre Maßnahmen gegen Polysilicium aus Europa im November 2018 beenden werden. Sofern sich beide Seiten aber erneut für Auslaufuntersuchungen entscheiden, gehen wir davon aus, dass sowohl China als auch die Europäische Union die jeweiligen Maßnahmen und Mindestpreisabkommen bis zum Abschluss der Überprüfungen unverändert fortführen. Für unser in Deutschland hergestelltes Polysilicium kann aber eine nachteilige Änderung unseres Mindestpreisabkommens mit China im Jahr 2018 nicht vollständig ausgeschlossen werden, falls sich die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China verschlechtern. Sollte dieser Fall eintreten, halten wir es für möglich, dass WACKER von Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen für unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2018 wären dann wahrscheinlich groß.
Neue Regelungen für Produktionsverfahren und Produkte
Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren und Umformulierungen unserer Produkte notwendig.
Auswirkungen für WACKER: Zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern.
Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Erste Maßnahmen zur Anpassung von Herstellungsverfahren sind bereits umgesetzt. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst.
Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen auch im mittleren Bereich liegen.
IT-Risiken
Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT-) Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit.
Auswirkungen für WACKER: Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust.
Maßnahmen: WACKER überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternimmt alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Diese Anforderungen dokumentieren wir in so genannten Service Level Agreements (SLAs), die wir mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen vereinbaren. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend. Für unsere zentralen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) haben wir für das Jahr 2017 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent erreicht. Ausschlaggebend dafür ist eine hochverfügbare Auslegung unserer Systeme sowie ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren. Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen (Business Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Bevor neue IT-Lösungen produktiv gesetzt werden, überprüfen wir, ob die Entwicklungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten worden sind. Durch ein konsequentes Architektur- und Bebauungsmanagement verringern wir die Komplexität und die damit verbundenen Risiken.Risiken
Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt Gegenmaßnahmen ein. Die Prozesse im Bereich IT-Servicemanagement optimieren wir ebenfalls laufend. Um Ausfälle, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubte Zugriffe auf unser Netzwerk zu verhindern, setzen wir moderne Hard- und Softwarelösungen ein. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Prinzip, den einzelnen Anwendern den Zugriff nur auf diejenigen Systeme und Informationen zu ermöglichen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Need-to-know-Prinzip). Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Aufklärungs- und Ausbildungsprogrammen entgegenwirkt. Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die notwendigen Kenntnisse bei den Mitarbeitern, um die Informationssicherheit im Unternehmen zu stärken. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests und Audits im In- und Ausland durch, um der Gefahr von Angriffen auf unsere Informationssysteme vorzubeugen.
Einschätzung und Risikobewertung: Die Versuche, IT-Systeme und Netzwerke zu stören und anzugreifen, nehmen kontinuierlich zu. Dass solche Eingriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich nie vollständig ausschließen. Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auf Grund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns.
Personalrisiken
Szenario: Demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen.
Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs.
Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Mitarbeitern in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. Für jede Stelle im oberen Management werden bis zu drei Kandidaten hinsichtlich Potenzial und Leistung beobachtet. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt.
Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2018 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig.
Externe Risiken
Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg.
Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Produktionsausfälle, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen.
Maßnahmen: WACKER ist ein global operierender Konzern mit Produktionsanlagen und technischen Zentren in Europa, Amerika und Asien sowie weltweit rund 50 Vertriebsbüros. Mögliche Pandemien, Naturkatastrophen und Kriegshandlungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar. Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten.
Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass WACKER von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben, betroffen sein könnte, erachten wir jedoch für gering. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte und Vertriebsniederlassungen tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Schäden auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns im niedrigen Bereich liegen.
Chancenbericht
Chancenmanagementsystem
Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).
B.59 Chancenmanagementsystem
Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.
Gesamtwirtschaftliche Chancen
Zusätzlich zur erwarteten positiven Entwicklung der Weltkonjunktur im Jahr 2018 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER.
B.60 Übersicht Unternehmenschancen
* Gesamtwirtschaftliche Chancen: Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
* Branchenspezifische Chancen: Umfassendes Produktportfolio für die globalen Zukunftstrends Urbanisierung, Ressourcen- und Energieeffizienz, Mobilität, Wohlstandszuwachs
* Unternehmensstrategische Chancen: Kostengünstiger Ausbau der Kapazitäten für Endprodukte, Positive Cashflows durch Investitionen unterhalb der Abschreibungen, Ausbau bestehender und Einrichtung neuer technischer Kompetenzzentren in den Regionen
* Leistungswirtschaftliche Chancen: Höhere Produktivität der Anlagen
Branchenspezifische Chancen
Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien in der Wundversorgung, in der Kosmetik und Textilpflege, in der Kunststoffverarbeitung, im Elektronikbereich sowie im 3D-Druck wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung.# WACKER Chemie AG
1. BUSINESS AND PRODUCTS
The market for driver assistance systems in motor vehicles is expected to grow by almost 13 percent annually until 2022, according to Semikast Research. Silicone gels and silicone encapsulants reliably protect the sensors and electronic components required for these systems. Electric vehicles also need high-performance batteries. We are therefore developing new, thermally conductive silicones for effective thermal management, ensuring maintenance-free operation and a long service life for batteries.
The WACKER POLYMERS division also has growth potential due to rising living standards in emerging economies, increasing urbanization, and the trend towards conserving natural resources and reducing carbon dioxide emissions. The shift away from traditional construction materials and methods towards higher-value systems will continue. A key aspect of this trend is the modification of cement with dispersion powders. Incorporating dispersion powders not only improves the processability and allows for thinner application of mortar mixtures but also significantly enhances their properties. Currently, around 80 percent of the dry mortar market is still unmodified. In many regions, construction professionals are just beginning to familiarize themselves with the advantages of polymer-modified dry mortars. WACKER POLYMERS also sees further growth potential in eco-friendly, water-based paints and coatings, as well as in its substitution business.
WACKER BIOSOLUTIONS expects growth potential primarily from its biotechnologically produced products. In the cyclodextrins business, we are developing new applications, such as for egg-free baked goods or low-fat desserts, thereby creating additional demand for our products. We also anticipate growth in the business with cysteine and other fermented food ingredients, for example, for vegetarian meat flavors. With our large-scale fermentation plant in León, Spain, in which we are currently investing, we aim to meet rising demand in the long term.
Energy remains an important future topic, particularly the photovoltaic industry. The competitiveness of the solar industry compared to other energy sources is further increasing demand for solar systems. Renewable energy sources are being used increasingly in many countries worldwide. We see growth potential primarily in China, India, and the USA, as well as in the globally increasing trend towards highly efficient monocrystalline solar cells. As a producer of hyperpure polycrystalline silicon and a leader in cost and quality, WACKER POLYSILICON will benefit from this.
Corporate Strategy Opportunities
The expansion of our capacities for intermediate products in recent years offers WACKER opportunities for further growth in its business divisions. Until at least 2020, we will concentrate on meeting the increasing demand of our customers primarily through cost-effective expansions of existing plants and further expanding our capacities for end products in growth regions worldwide. Investments for this will be below depreciation. For example, we are currently constructing new production plants for dispersions and dispersion powders at our Ulsan site in Korea, which will primarily serve the construction industry. In China, we are expanding our capacities for silicones and polymer products. We are also expanding our technical center in Shanghai. We are establishing several new research laboratories for silicones and biotechnological products there, thereby strengthening our development expertise in our largest individual market. At our Charleston site in the USA, we are building a plant for highly-disperse silica. This is the next logical step to develop Charleston into a fully integrated silicon site in the world's second-largest chemical market.
Performance-Related Opportunities
WACKER has a number of opportunities to improve its cost structures, processes, and productivity. In the WACKER POLYSILICON division, we are continuing to implement our "Cost Roadmap." In the chemical divisions, we are unlocking further cost-reduction potential with our "WACKER Operating System" productivity and efficiency program. Levers for this include, among others, specific costs for auxiliary materials, productivity gains in manufacturing, and a wider selection of suppliers to achieve better purchasing conditions.
Management’s Assessment of Overall Risk
The implemented risk management system forms the basis for the Management Board’s assessment of overall risk. It consolidates all risks indicated by the business divisions, individual central departments, and regions. It is regularly reviewed by the Management Board and discussed in the Audit Committee.
On September 7, 2017, a hydrogen explosion occurred at the Charleston plant due to a technical defect, damaging a part of the plant. This resulted in a production shutdown lasting several months. However, since the damages and production loss were insured, there were no significant financial consequences from the event.
Overall, there were no significant changes in individual risks during 2017. In our assessment, the overall risk has remained approximately the same compared to the previous year. For the Management Board, at the time of the publication of this report, there are no individual or aggregated risks that could seriously jeopardize the continuation of the company. While market risks in the photovoltaic industry still exist, we see good opportunities to expand our leading market positions and continue to grow, thanks to our comprehensive product portfolio and strong regional presence. We remain confident that WACKER is strategically and financially well-positioned to seize the opportunities that arise.
2. PROGNOSIS REPORT
Overall Economic Conditions
Economic researchers estimate that the global economic upswing will continue and accelerate in 2018. However, significant risks to economic development remain in the medium term. An unexpected economic slowdown in China could brake the global economy, as could a more restrictive monetary policy from leading central banks. Low inflation rates in many countries also hinder growth. Geopolitical crises in the Middle East, Eastern Europe, and Asia, as well as ongoing political uncertainties in Europe and the USA, also pose not-to-be-underestimated dangers to the global economy.
B.61 Gross Domestic Product Development 2018
| Source | Worldwide | Asia | China | India | Japan | USA | Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2018 Forecast | 3.9% | 4.9% | |||||
| 2017 Actual | 3.7% |
Sources: Worldwide: IMF, Asia: ADB, China: ADB, India: ADB, Japan: OECD, USA: OECD, Europe: OECD
According to the International Monetary Fund, the global economy will grow slightly more strongly in 2018 than in the previous year. The IMF assumes that global gross domestic product will increase by 3.9 percent (2017: 3.7 percent). According to the IMF, emerging economies will contribute the largest share to this upward trend in 2018, with a gain of 4.9 percent. Developed economies will contribute an increase in their economic output of 2.3 percent.
In China, the government's measures to strengthen the importance of the service sector are taking effect. At the same time, the still high growth rates in the People's Republic show that the economic restructuring is not progressing as quickly as planned. Overall, however, experts believe that the pace of expansion in China, as in Asia's emerging economies, will slow down in the coming years, even if growth rates remain high overall.
In the eurozone, growth appears to be continuing. In the United States, economic output is also expected to rise in 2018. Based on current economic forecasts in our scenario, we expect the global economy to grow noticeably in 2018. For 2019, we anticipate similar growth.
Industry-Specific Conditions
The economic development in the industries important for our business is expected to be largely positive in 2018.
Chemical Industry Expected to Grow Slightly in 2018
Following a good year in 2017, the German Chemical Industry Association (VCI) also expects positive momentum in the chemical industry in 2018. According to the industry association, chemical production will grow by two percent. The VCI expects an increase of three percent in total sales. The export business of German chemical companies will continue to receive a tailwind from the robust global economy. Domestically, the industry benefits from the strong industrial economy. WACKER's chemical divisions see growth opportunities primarily in the BRIC states and other emerging economies. The rising prosperity in emerging economies ensures that we will continue to increase sales in countries such as China and India, as well as in the Southeast Asian region. WACKER has many higher-value products in its portfolio that are in demand from new customer segments.
Global Construction Industry Remains on Growth Course
The construction industry is expected to continue growing in the coming years, according to the market research institute B+L Marktdaten GmbH. On average, construction volume is projected to increase by around 2.1 percent annually by 2020. The main driver of this development is the Asia region. The European and South American construction economies are also expected to continue developing positively, albeit with lower growth rates than in Asia, according to B+L.In Nordamerika dagegen ist der Baumarkt leicht rückläufig.
B.62 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2018 - 2020
Quelle: B + L Marktdaten GmbH
Die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bieten für WACKER auch in den kommenden Jahren gute Wachstumspotenziale. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwarten wir für 2018 in allen Regionen einen Anstieg unserer Umsätze mit der Bauindustrie. Zuwächse sehen wir vor allem bei emissionsarmen Innenfarben und Trockenmörtel. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten für die Bauindustrie weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen sowie unter eigener Marke vertriebene Silicondichtstoffe.
Elektro- und Elektronikindustrie rechnet 2018 mit moderatem Wachstum
Die Elektro- und Elektronikindustrie rechnet für das Jahr 2018 mit einem Anstieg des weltweiten Marktvolumens von vier Prozent. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wird dieses Wachstum vor allem getragen von Asien und Amerika, aber auch in Europa erwartet der Branchenverband leichte Zuwächse. Für die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie geht der ZVEI von zwei Prozent Marktwachstum für das Jahr 2018 aus. Gute Wachstumsperspektiven sieht WACKER bei Silicongelen und Siliconvergussmassen für Elektronikkomponenten und maßgeschneiderten Siliconen für die Automobilindustrie, beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und optische Displays.
Das Umfeld bleibt herausfordernd, die installierte Photovoltaikleistung wird 2018 voraussichtlich aber weiter wachsen
Die wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2018 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität und die mögliche Einführung von neuen Handelsbeschränkungen für Photovoltaikprodukte führen einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Außerdem ist die Solarenergie ein wichtiger Baustein, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 °C zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte für die Photovoltaik erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiter wachsen. China wird auch im Jahr 2018 der weltweit größte und wichtigste Markt bleiben. Zu den weiteren Ländern mit hohen Zubauraten gehören laut den Marktforschern von IHS Indien die USA und Japan. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen (PV-Leistungen) zwischen 110 und 125 Gigawatt (GW) liegen werden.
B.63 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER
| Branchen | Entwicklung 2017 | Entwicklung 2018 |
|---|---|---|
| Chemieindustrie | Wachstum | Wachstum |
| Bauindustrie | Wachstum | Wachstum |
| Energie / Elektro | Wachstum | Wachstum |
| Photovoltaikindustrie | deutliches Wachstum, nach wie vor Überkapazitäten am Markt und weitere Konsolidierung | Wachstum bei gleichzeitig hoher Wettbewerbsintensität |
B.64 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2018
| Neu installierte PV-Leistungen (MW) | Lower Range 2018 | Upper Range 2017 |
|---|---|---|
| Deutschland | 2.000 | 2.400 |
| Frankreich | 1.100 | 1.300 |
| Übriges Europa | 4.900 | 5.400 |
| USA | 8.000 | 10.000 |
| Japan | 7.000 | 8.000 |
| China | 59.000 | 65.000 |
| Indien | 9.000 | 11.000 |
| Übrige Welt | 19.000 | 21.900 |
| Gesamt | 110.000 | 125.000 |
Quellen: PV-Markt 2018: IHS, Solar Energy Industries Association (SEIA), RTS Corporation, Bridge to India, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER; PV-Markt 2017: Bundesnetzagentur, Commissariat Générale au Développement Durable, IHS, SEIA, RTS Corporation, China National Energy Agency, Apricum, Ministry of New and Renewable Energy, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER
Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns
Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 wächst. Die größten Wachstumsimpulse kommen aus den Schwellenländern Asiens. Das Wachstum in den USA und Europa ist stabil.
Investitionen und Produktion
Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2018 auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. WACKER setzt vor allem auf organisches Wachstum seines Geschäfts. Nach wie vor sehen wir hier gute Wachstumspotenziale in Anwendungen und Märkten. Die Investitionen werden mit rund 470 Mio. € im Jahr 2018 höher als im Vorjahr sein, aber weiter unter den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Rund 55 Prozent der Investitionen dienen dazu, das weitere Wachstum in unserem operativen Geschäft sicherzustellen. 45 Prozent unserer Investitionen fließen in Optimierungs- und Modernisierungsprojekte.
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES baut eine neue Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort Charleston. Weitere Investitionen sind Anlagen zur Herstellung von Flüssigsiliconkautschuken in Burghausen und in Zhangjiagang, China. In Holla, Norwegen, bauen wir eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Siliciummetall. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erweitert in Nanjing, China, seine Anlagen für VAE-Dispersionen. In Ulsan, Südkorea, investieren wir in eine neue Dispersionsanlage sowie einen Sprühtrockner. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat eine Großfermentationsanlage in Spanien übernommen, die modernisiert wird. Im Jahr 2018 werden wir einige Investitionsprojekte abschließen und die Produktion aufnehmen.
B.65 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2018
| Standort | Projekte | Inbetriebnahme |
|---|---|---|
| Adrian/Michigan, USA | Diskontinuierliche Emulsionsanlage | 2018 |
| Burghausen | Anlage zur Herstellung temperfreier Flüssigsiliconkautschuke | 2018 |
| León, Spanien | Cystein-Anlage | 2018 |
| Jincheon, Südkorea | Neuer Standort zur Herstellung von RTV-Siliconmassen | 2018 |
| Nanjing, China | Kapazitätserweiterung VAE-Dispersionen | 2018 |
Der Instandhaltungsaufwand im Geschäftsjahr 2018 beläuft sich auf rund 400 Mio. €.
Künftige Produkte und Dienstleistungen
Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau- und Beschichtungsanwendungen. Insbesondere der Bedarf an funktionalen Zusätzen für wasserabweisende Baustoffe und Imprägnierungen steigt weltweit. Die Marktforscher von Lucintel schätzen, dass der weltweite Markt für abdichtende Baubeschichtungen bis 2021 mit durchschnittlich vier Prozent auf rund 24 Mrd. US-$ wachsen wird. Mit speziellen Dispersionen für hydrophobe Beschichtungen, die Küchen, Bäder oder Fundamente zuverlässig und sicher vor Feuchtigkeit schützen, wollen wir unsere Marktposition in diesem Bereich weiter ausbauen. Weltweit steigt auch die Nachfrage nach funktionalen Farben und Beschichtungen. Wir haben spezielle Dispersionen für fleckenresistente Boden- und Wandbeschichtungen entwickelt, so dass sich verschiedenste Flecken wie Rotwein, Ketchup oder Öl einfach und meist ohne Rückstände abwischen lassen. Nach Angaben von Research and Markets wächst dieser Markt für Beschichtungen mit durchschnittlich 6,6 Prozent pro Jahr und erreicht bis 2026 ein Volumen von 4,6 Mrd. US-$.
Im Baubereich setzt WACKER SILICONES auf drei Säulen: chemische Produkte für Baubeschichtungen und Baustoffe, Silicondichtstoffe sowie silanmodifizierte Hybridpolymere. Bei den bauchemischen Produkten stehen neue Imprägnierungen und Baubeschichtungen für zementär gebundene Industriefußböden im Fokus. Vielversprechend entwickeln sich auch unsere silanmodifizierten Hybridpolymere. Sie werden als Technologieplattform für die Formulierung von Baudichtstoffen, hochbelastbaren Industrieklebstoffen, Beschichtungen und Flächenabdichtungen immer wichtiger. Im Jahr 2017 haben wir beispielsweise ein neues Hybridpolymer auf den Markt gebracht, das die Formulierung elastischer, extrem dehnbarer und gut haftender Baufugendichtstoffe ermöglicht. Das jährliche Mengenwachstum für diese auf Polymeren basierenden Kleb- und Dichtstoffe liegt laut MarketsandMarkets bei rund neun Prozent.
Der Wundversorgungsmarkt wird nach Expertenansicht bis 2021 jährlich sechs Prozent wachsen. Für diesen Bedarf entwickelt WACKER spezielle Silicongele und auf Siliconharzen basierende Haftsysteme. Bei der Versorgung großflächiger oder chronischer Wunden setzt die Medizin in zunehmendem Maße auf siliconbeschichtete Wundauflagen. Auch bei Siliconadditiven und Prozesshilfsmitteln rechnen wir mit steigenden Absätzen. Diese Additive werden für die Entwicklung neuer Kunststoffmischungen benötigt. Im Bereich Kosmetik- und Körperpflege entwickeln wir neue Siliconprodukte. In Asien liegt der Schwerpunkt auf Siliconelastomergelen für die Formulierung von Hautpflegeprodukten und Make-up. In China und Indien bauen wir unser Angebot an Siliconölen und -emulsionen für Haarwaschmittel und Conditioner aus. Mit einem Warenverkaufswert von über 100 Mrd. € ist Asien schon heute größter Absatzmarkt der Welt.
WACKER Biotech hat für das Pharmaunternehmen Chiesi einen zuverlässigen und hochmodernen Prozess entwickelt, um das Biopharmazeutikum Retavase® kostengünstig und sicher für den US-Markt herzustellen. Das Produkt wurde Ende 2017 von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. Das Medikament dient zur Behandlung von akutem Herzinfarkt bei Erwachsenen. Für den Pharmakonzern Fresenius Medical Care hat WACKER Biotech ein industrialisierbares Verfahren zur Herstellung eines speziellen Antikörperfragments entwickelt, das für die selektive Blutwäsche von Patienten in Apheres-Produkten eingesetzt wird.# Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2018 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,25 (2017: 1,10). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise für unsere wichtigsten Rohstoffe deutlich steigen werden. Die Preise für Erdgas und Strom werden ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist im Jahr 2018 weitgehend gesichert. Die Märkte für die von uns benötigten Rohstoffe sind so liquide, dass es zu keinen Lieferengpässen kommen sollte.
Steuerungskennzahlen und Wertmanagement
Die wichtigen finanziellen Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Konzernumsatz 2018 mit Mengenwachstum
WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2018 steigende Absatzmengen und teilweise höhere Preise in den Chemiebereichen. Im Polysiliciumgeschäft werden die Absatzmengen auf dem und die Durchschnittspreise unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Konzernumsatz soll insgesamt um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen. Das Umsatzwachstum wird begrenzt durch die Neuregelung der Richtlinie IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden". Die Änderungen führen dazu, dass einige Lieferverträge mit Unternehmen nicht mehr als Umsatzerlöse ausgewiesen werden dürfen. Das schmälert die Umsatzentwicklung um einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der im Vergleich zum Vorjahr gegenüber dem Dollar stärkere Euro wirkt sich ebenfalls dämpfend auf den Umsatzanstieg aus.
Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Im Jahr 2019 soll der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr weiter wachsen - vorausgesetzt, dass die weltweite Konjunktur wie von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert auf Wachstumskurs bleibt und es nicht zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt.
Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene
So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht.
- Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird leicht über dem Vorjahr (2017: 20,6 Prozent) erwartet. Das EBITDA wird um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen. Das weitere Mengenwachstum, insgesamt höhere Absatzpreise und die operative Leistung sowie ein weiter verbessertes Beteiligungsergebnis wirken sich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Steigende Rohstoffpreise und Währungseffekte laufen dagegen. Der Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten soll bei einer Steuerquote von rund 25 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen.
| 2017 | Ausblick 2018 | |
|---|---|---|
| Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen | ||
| EBITDA-Marge (%) | 20,6 | leicht über Vorjahr |
| EBITDA (Mio. €) | 1.014,1 | mittlerer einstelliger Prozentsatz höher |
| ROCE (%) | 7,5 | deutlich über Vorjahr |
| Netto-Cashflow (Mio. €) | 358,1 | deutlich positiv, deutlich unter Vorjahr |
| Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen | ||
| Umsatz (Mio. €) | 4.924,2 | niedriger einstelliger Prozentsatz höher |
| Investitionen (Mio. €) | 326,8 | rund 470 |
| Nettofinanzschulden (Mio. €) | 454,4 | auf dem Niveau des Vorjahres |
| Abschreibungen (Mio. €) | 590,4 | rund 550 |
- ROCE: Der ROCE wird im Vergleich zum Vorjahr (2017: 7,5 Prozent) auf Grund der rückläufigen Kapitalintensität deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen.
- Netto-Cashflow: Für das Jahr 2018 erwarten wir einen deutlich positiven Netto-Cashflow, der auf Grund höherer Ausgaben für Investitionen deutlich unter dem Vorjahr liegen wird.
Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene
- Investitionen: Im Jahr 2018 werden sich die Investitionen auf rund 470 Mio. € belaufen und damit gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Sie liegen aber nach wie vor unter den Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Jahr 2018 mit rund 550 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Investitionen fließen unter anderem in den Neubau einer Anlage für hochdisperse Kieselsäure am US-Standort in Charleston und den Bau einer neuen Anlage für Siliciummetall in Holla, Norwegen.
- Nettofinanzschulden: Die Nettofinanzschulden werden auf dem Niveau des Vorjahres liegen (2017: 454,4 Mio. €).
Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche
Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2018 einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Hier wirkt sich die Neuregelung der Richtlinie IFRS 15 aus. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen und höheren Preisen in allen Geschäftseinheiten. Gegenläufig wirken sich Wechselkurseffekte aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Weiterhin wollen wir bei hoher Auslastung unserer Anlagen den Anteil von Spezialprodukten am Absatz erhöhen. Das EBITDA soll bei teilweise höheren Rohstoffpreisen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigen.
Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Dispersions- wie auch das Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Das EBITDA soll bei weiter steigenden Rohstoffpreisen und einer planmäßigen Produktionsabstellung im 2. Quartal auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
Einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentsatz erwarten wir im Jahr 2018 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt vor allem aus dem Bereich Lebensmittel/Nahrungsergänzung. Integrationskosten für den neuen Standort in Spanien werden die EBITDA-Entwicklung im Jahr 2018 beeinflussen. Das EBITDA wird deutlich unter dem Vorjahr liegen.
Im Polysiliciumgeschäft gehen wir im Jahr 2018 auf Grund des gegenwärtigen Stillstands unserer Produktionsanlagen in Charleston von unveränderten Absatzmengen bei niedrigeren Durchschnittspreisen für Polysilicium aus. Wir erwarten deshalb einen Umsatz, der im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr liegt. Das EBITDA wird durch weiter erfolgreiche Kostenreduktionen und der Berücksichtigung von Versicherungsleistungen leicht über Vorjahr sein.
Künftige Dividende
Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.
Finanzierung
Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung
Die wirtschaftspolitischen Risiken für das Jahr 2018 haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Weltwirtschaft befindet sich zurzeit in einer robusten Verfassung sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. In Europa könnte die Wachstumsdynamik der Unternehmen durch den stärkeren Eurokurs jedoch gebremst werden.# WACKER geht jedoch davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 ihren Wachstumskurs fortsetzen wird. Für unser Geschäft erwarten wir im Jahr 2018 weiter steigende Rohstoffpreise und Gegenwind durch den stärkeren Eurokurs gegenüber dem US-Dollar. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen soll der Konzernumsatz insgesamt um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen. Wir rechnen damit, dass die Chemiebereiche im Umsatz zulegen werden. Der Umsatz von WACKER POLYSILICON wird im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr erwartet. Hier wirkt sich der Stillstand in unserem US-Produktionsstandort Charleston aus. Das EBITDA soll weiterwachsen und um einen mittleren einstelligen Prozentsatz über dem Vorjahr liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir leicht über dem Vorjahr. Beim Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg. Die Investitionen werden mit rund 470 Mio. € deutlich höher sein als im Vorjahr, vor allem um das Wachstum im Geschäftsbereich WACKER SILICONES begleiten zu können. Die Abschreibungen liegen mit rund 550 Mio. € deutlich unter Vorjahr. Wir erwarten einen deutlich positiven Netto-Cashflow, der auf Grund der höheren Investitionen aber deutlich unter dem Vorjahr sein wird. Die Nettofinanzschulden bleiben auf dem Niveau des Vorjahres. Wir verfügen über hervorragende Produkte, die von Kunden aus aller Welt nachgefragt werden. Zusammen mit unserer hohen Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten und unserer Innovationskraft sind wir zuversichtlich, unsere Marktpositionen zu festigen und auszubauen. Wir sehen gute Chancen, im Jahr 2018 erneut im Umsatz zu wachsen und das EBITDA trotz steigender Rohstoffpreise und Effekten aus der Wechselkursentwicklung weiter zu steigern. Die höheren Investitionen dienen dazu, die Wachstumschancen in unseren Chemiebereichen aktiv wahrzunehmen. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.
Konzernabschluss mit Anhang
C.1 Gewinn- und Verlustrechnung
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Anhang | 2017 | 2016¹ |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 01 | 4.924,2 | 4.634,2 | |
| Herstellungskosten | 01 | - 3.969,8 | - 3.811,4 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 954,4 | 822,8 | ||
| Vertriebskosten | - 292,4 | - 261,1 | ||
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 153,1 | - 150,0 | ||
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 148,5 | - 126,7 | ||
| Sonstige betriebliche Erträge | 01 | 84,2 | 141,9 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 01 | - 64,8 | - 90,5 | |
| Betriebsergebnis | 379,8 | 336,4 | ||
| Equity-Ergebnis | 02 | 42,0 | 0,2 | |
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | 02 | 1,9 | 0,9 | |
| EBIT (Earnings before interest and taxes) | 423,7 | 337,5 | ||
| Zinserträge | 02 | 7,5 | 4,7 | |
| Zinsaufwendungen | 02 | - 38,3 | - 39,9 | |
| Übriges Finanzergebnis | 02 | - 57,9 | - 55,9 | |
| Finanzergebnis | - 88,7 | - 91,1 | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern | 335,0 | 246,4 | ||
| Ertragsteuern | 03 | - 84,9 | - 68,3 | |
| Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 250,1 | 178,1 | ||
| Jahresergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 634,7 | 11,2 | ||
| Jahresergebnis | 884,8 | 189,3 | ||
| davon auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend | 866,7 | 179,2 | ||
| auf andere Gesellschafter entfallend | 10 | 18,1 | 10,1 | |
| Ergebnis je Stammaktie in € | ||||
| Ergebnis je Stammaktie in € aus fortgeführten Aktivitäten | 4,85 | 3,44 | ||
| Ergebnis je Stammaktie in € aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 12,60 | 0,17 | ||
| Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert /verwässert) | 17 | 17,45 | 3,61 |
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche); weitere Anpassungen bei Vertriebskosten und Forschungs- und Entwicklungskosten
C.2 Gesamtergebnisrechnung
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | 2017 | 2016 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vor Steuern | Latente Steuern | Vor Steuern | Latente Steuern | |||
| Jahresergebnis | 884,8 | 189,3 | ||||
| Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden | ||||||
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen | 127,2 | - 29,9 | 97,3 | - 460,0 | 103,8 | |
| Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden | 127,2 | - 29,9 | 97,3 | - 460,0 | 103,8 | |
| davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 1,4 | 0,9 | - 0,5 | - | - | |
| Posten, die in die GuV umgegliedert werden | ||||||
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | - 186,2 | - 186,2 | 43,1 | |||
| davon ergebniswirksam | 12,4 | - 12,4 | 2,2 | |||
| Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere | - 0,1 | - | 0,1 | |||
| davon ergebniswirksam | - | - | - | |||
| Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge) | 17,4 | - 3,5 | 13,9 | 7,6 | 0,3 | |
| davon ergebniswirksam | 1,1 | - 0,2 | 0,9 | - 21,1 | 0,3 | |
| Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe | - 2,5 | - 2,5 | 1,1 | |||
| davon ergebniswirksam | - 2,4 | - 2,4 | - | |||
| Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden | - 171,4 | - 3,5 | - 174,9 | 52,1 | 0,3 | |
| davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 2,8 | - 1,3 | - 4,1 | - | ||
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - 44,2 | - 33,4 | - 77,6 | - 407,9 | 104,1 | |
| davon auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend | - 56,7 | - 33,4 | - 90,1 | - 372,7 | 104,1 | |
| auf andere Gesellschafter entfallend | 12,5 | - 12,5 | - 35,2 | |||
| Summe der im Geschäftsjahr erfassten Erträge und Aufwendungen | 807,2 | - 114,5 | ||||
| davon auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend | 776,6 | - 89,4 | ||||
| auf andere Gesellschafter entfallend | 30,6 | - 25,1 | ||||
| Der den Aktionären der Wacker Chemie AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf | ||||||
| Fortgeführte Aktivitäten | 133,3 | - 50,8 | ||||
| Nicht fortgeführte Aktivitäten | 643,3 | - 38,6 | ||||
| Der den anderen Gesellschaftern zuzurechnende | ||||||
| Fortgeführte Aktivitäten | 6,3 | 5,9 | ||||
| Nicht fortgeführte Aktivitäten | 24,3 | - 31,0 |
C.3 Bilanz
Zum 31. Dezember
| Aktiva | scroll | Mio. € | Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 04 | 41,5 | 50,4 | ||
| Sachanlagen | 04 | 3.500,4 | 4.594,9 | ||
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 05 | 1,3 | 1,5 | ||
| At equity bewertete Beteiligungen | 06 | 564,6 | 11,2 | ||
| Wertpapiere | 09 | 42,1 | 56,0 | ||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 08 | 106,8 | 111,5 | ||
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 08 | 3,8 | 3,7 | ||
| Aktive latente Steuern | 03 | 452,6 | 449,9 | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 4.713,1 | 5.279,1 | |||
| Vorräte | 07 | 783,6 | 846,3 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 08 | 655,7 | 775,7 | ||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 08 | 78,3 | 65,1 | ||
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 08 | 86,0 | 67,2 | ||
| Ertragsteuerforderungen | 08 | 13,9 | 18,5 | ||
| Wertpapiere und bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder | 09 | 218,2 | 126,2 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 09 | 286,9 | 283,5 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.122,6 | 2.182,5 | |||
| Summe Aktiva | 6.835,7 | 7.461,6 |
| Passiva | Mio. € | Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG | 260,8 | 260,8 | ||
| Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG | 157,4 | 157,4 | ||
| Eigene Anteile | - 45,1 | - 45,1 | ||
| Gewinnrücklagen/Konzernergebnis | 3.303,9 | 2.488,7 | ||
| Übrige Eigenkapitalposten | - 557,8 | - 482,4 | ||
| Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital | 3.119,2 | 2.379,4 | ||
| Anteile anderer Gesellschafter | 50,1 | 213,8 | ||
| Eigenkapital | 10 | 3.169,3 | 2.593,2 | |
| Pensionsrückstellungen | 11 | 1.618,3 | 2.107,8 | |
| Andere Rückstellungen | 12 | 231,6 | 247,4 | |
| Ertragsteuerrückstellungen | 12 | 46,7 | 73,7 | |
| Finanzierungsverbindlichkeiten | 13 | 800,4 | 791,1 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | 0,5 | 2,3 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 14 | 112,6 | 164,2 | |
| Passive latente Steuern | 03 | 4,2 | 6,2 | |
| Langfristige Schulden | 2.814,3 | 3.392,7 | ||
| Andere Rückstellungen | 12 | 62,5 | 95,0 | |
| Ertragsteuerrückstellungen | 12 | 83,7 | 26,8 | |
| Finanzierungsverbindlichkeiten | 13 | 201,2 | 667,1 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14 | 268,5 | 369,7 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | 15,0 | 61,8 | |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 14 | 0,8 | 0,8 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 14 | 220,4 | 254,5 | |
| Kurzfristige Schulden | 852,1 | 1.475,7 | ||
| Schulden | 3.666,4 | 4.868,4 | ||
| Summe Passiva | 6.835,7 | 7.461,6 |
C.4 Kapitalflussrechnung
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Anhang | 2017 | 2016¹ |
|---|---|---|---|---|
| Jahresergebnis | 884,8 | 189,3 | ||
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -634,7 | - 11,2 | ||
| Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen | 590,4 | 618,0 | ||
| Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen | 3,0 | - 4,6 | ||
| Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 40,0 | - 16,1 | ||
| Ergebnis aus Equity-Accounting | - 42,0 | - 0,2 | ||
| Zinsergebnis | 30,8 | 35,2 | ||
| Zinsauszahlungen | -41,2 | - 38,7 | ||
| Zinseinzahlungen | 7,6 | 5,3 | ||
| Steueraufwand | 84,9 | 68,3 | ||
| Steuerzahlungen | - 92,8 | - 74,8 | ||
| Erhaltene Ausschüttung | 2,6 | 4,1 | ||
| Veränderung der Vorräte | -97,7 | - 56,4 | ||
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6,0 | - 71,8 | ||
| Veränderung der nichtfinanziellen Vermögenswerte | - 34,5 | - 5,2 | ||
| Veränderung der finanziellen Vermögenswerte | - 63,0 | - 3,7 | ||
| Veränderung der Rückstellungen | 67,1 | 52,6 | ||
| Veränderung der nichtfinanziellen Verbindlichkeiten | 38,6 | 11,3 | ||
| Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten | - 66,8 | 82,2 | ||
| Veränderung der erhaltenen Anzahlungen | - 70,1 | - 162,6 | ||
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - fortgeführte Aktivitäten | 19 | 613,0 | 621,0 | |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) - nicht fortgeführte Aktivitäten | 44,1 | 115,6 | ||
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) | 657,1 | 736,6 | ||
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 328,2 | - 417,7 | ||
| Investitionen in finanzielle Vermögenswerte | - 0,1 | - | ||
| Erlöse aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 3,2 | 6,2 | ||
| Erlöse aus Abgang von Finanzinvestitionen | 0,1 | - | ||
| Auszahlungen für Akquisitionen | - | - 8,8 | ||
| Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren | - 325,0 | - 420,3 | ||
| Einzahlungen aus der Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern | 245,0 | 79,1 | ||
| Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren und Festgeldern | - 402,6 | - 153,2 | ||
| Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten | 19 | - 482,6 | - 494,4 | |
| Einzahlungen aus dem Abgang des Siltronic-Segments abzüglich abgegebener Zahlungsmittel | 19 | 191,8 | - | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Akktivitäten | - 26,0 | - 135,5 | ||
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 316,8 | - 629,9 | ||
| Gewinnausschüttungen | - 99,4 | - 99,4 | ||
| Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter | - 4,6 | - 1,3 | ||
| Einzahlungen aus der Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG | 87,6 | - | ||
| Aufnahme Bankverbindlichkeiten | 238,7 | 255,9 | ||
| Rückzahlung |
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Eigene Anteile | Gewinnrücklagen / Konzernergebnis | Übrige Eigenkapitalposten | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2016 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.408,9 | - 213,8 | 2.568,2 | |
| Jahresergebnis | - | - | - | 179,2 | - | 179,2 | |
| Ausschüttung | - | - | - | - | 99,4 | - | |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - | - | - | - | - 268,6 | - 268,6 | |
| Konsolidierungskreis / Sonstiges | - | - | - | - | - | - | |
| 31.12.2016 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.488,7 | - 482,4 | 2.379,4 | |
| 01.01.2017 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 2.488,7 | - 482,4 | 2.379,4 | |
| Jahresergebnis | - | - | - | 866,7 | - | 866,7 | |
| Ausschüttung | - | - | - | - | 99,4 | - | |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG (ohne Verlust der Beherrschung) | - | - | - | 47,9 | 14,7 | 62,6 | |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - | - | - | - | - 90,1 | - 90,1 | |
| Konsolidierungskreisänderungen | - | - | - | - | - | - | |
| 31.12.2017 | 260,8 | 157,4 | - 45,1 | 3.303,9 | - 557,8 | 3.119,2 |
| scroll | Mio. € | Anteile anderer Gesellschafter | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 01.01.2016 | 226,9 | 2.795,1 | |
| Jahresergebnis | 10,1 | 189,3 | |
| Ausschüttung | - 1,3 | - 100,7 | |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | - 35,2 | - 303,8 | |
| Konsolidierungskreis / Sonstiges | 13,3 | 13,3 | |
| 31.12.2016 | 213,8 | 2.593,2 | |
| 01.01.2017 | 213,8 | 2.593,2 | |
| Jahresergebnis | 18,1 | 884,8 | |
| Ausschüttung | - 4,6 | - 104,0 | |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG (ohne Verlust der Beherrschung) | 25,0 | 87,6 | |
| Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 12,5 | - 77,6 | |
| Konsolidierungskreisänderungen | - 214,7 | - 214,7 | |
| 31.12.2017 | 50,1 | 3.169,3 |
C.6 Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Marktwert- änderung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere | Unterschieds- betrag aus der Währungs- umrechnung | Marktwert- änderung derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) | Neubewertung von leistungs- orientierten Pensionsplänen | Effekte aus Netto- investitionen in ausländische Geschäfts- betriebe | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend | |||||||
| 01.01.2016 | 0,1 | 221,7 | - 9,5 | - 426,1 | - | - 213,8 | |
| Ergebnisneutrale Veränderung | - | - | 8,1 | - 318,0 | 0,6 | - 325,5 | |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - | 2,2 | 12,4 | - | - | 14,6 | |
| Veränderung Translation | - | - 42,3 | - | - | - | - 42,3 | |
| 31.12.2016 | 0,1 | 266,2 | - 5,2 | - 744,1 | 0,6 | - 482,4 | |
| 01.01.2017 | 0,1 | 266,2 | - 5,2 | - 744,1 | 0,6 | - 482,4 | |
| Ergebnisneutrale Veränderung | - | - 0,1 | - 13,3 | 85,6 | - 1,8 | 97,0 | |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - | 12,4 | - 0,4 | - | - | 9,6 | |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG (ohne Verlust der Beherrschung) | - | - 1,6 | 0,1 | 13,1 | - 0,1 | 14,7 | |
| Veränderung Translation | - | - | - 196,7 | - | - | - 196,7 | |
| 31.12.2017 | 83,5 | 7,8 | - 645,4 | - | - 3,7 | - 557,8 | |
| Auf Minderheitsgesellschafter entfallend | |||||||
| 01.01.2016 | - | - 0,3 | - 10,8 | - 5,5 | - 53,6 | - - 70,2 | |
| Ergebnisneutrale Veränderung | 0,3 | - | - | 4,8 | - 38,2 | 0,5 | |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - | - | 8,4 | - | - | 8,4 | |
| Veränderung Translation | - | - | 1,4 | - | - | - | |
| 31.12.2016 | - | - | - 12,2 | - 1,9 | - 91,8 | 0,5 | |
| 01.01.2017 | - | - | - 12,2 | - 1,9 | - 91,8 | 0,5 | |
| Ergebnisneutrale Veränderung | - | - | - | 0,3 | 11,7 | 1,7 | |
| Ergebniswirksame Umgliederung | - | - | 1,3 | - | - | 1,3 | |
| Veränderung der Eigentumsanteile an der Siltronic AG (ohne Verlust der Beherrschung) | - | - | 1,6 | - | 0,1 | - 13,1 | |
| Veränderung Translation | - | - | 1,9 | - | - | - | |
| Konsolidierungskreisänderungen | - | 11,3 | 1,0 | 93,2 | - 2,3 | 103,2 | |
| 31.12.2017 | - | - | - 4,4 | - | - | - |
C.7 Segmentdaten nach Bereichen
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Silicones | Polymers | Biosolutions | Polysilicon | Sonstiges | Nicht fortgeführte Aktivitäten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | |||||||
| Umsatz mit Dritten | 2.200,0 | 1.225,6 | 205,8 | 1.101,3 | 150,8 | - | |
| Innenumsätze | 0,2 | 19,5 | 0,1 | 22,7 | 18,0 | - | |
| Gesamtumsatz | 2.200,2 | 1.245,1 | 205,9 | 1.124,0 | 168,8 | - | |
| EBIT | 362,2 | 168,1 | 26,1 | - 87,6 | - 48,2 | - | |
| Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen | 82,7 | 37,5 | 11,4 | 378,0 | 80,8 | - | |
| EBITDA | 444,9 | 205,6 | 37,5 | 290,4 | 32,6 | - | |
| Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis | 2,0 | - | - | - | 40,0 | - | |
| Wertminderungen im Anlagevermögen | - | - | - | - | - | - | |
| Anlagenzugänge1 | 142,8 | 48,1 | 15,7 | 57,6 | 62,5 | 19,5 | |
| Finanzanlagenzugänge | - | - | - | - | 0,1 | - | |
| Anlagenzugänge | 142,8 | 48,1 | 15,7 | 57,6 | 62,6 | 19,5 | |
| Vermögen (31.12.) | 1.471,1 | 609,3 | 157,7 | 2.395,3 | 2.202,4 | - | |
| Schulden (31.12.) | 688,8 | 270,9 | 66,0 | 759,6 | 1.881,2 | - | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | 782,3 | 338,4 | 91,7 | 1.635,7 | 321,2 | - | |
| Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) | 9,9 | - | - | - | 554,7 | - | |
| Forschungskosten | 58,6 | 29,3 | 6,0 | 22,6 | 36,6 | - | |
| Mitarbeiter (31.12.) | 4.737 | 1.539 | 533 | 2.538 | 4.464 | - | |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 4.708 | 1.519 | 528 | 2.527 | 4.441 | - | |
| 2016 | |||||||
| Umsatz mit Dritten | 2.001,0 | 1.176,4 | 206,4 | 1.008,7 | 83,4 | - | |
| Innenumsätze | 0,1 | 18,4 | - | 86,8 | 79,2 | - | |
| Gesamtumsatz | 2.001,1 | 1.194,8 | 206,4 | 1.095,5 | 162,6 | - | |
| EBIT | 280,8 | 223,7 | 25,7 | - 117,1 | - 76,0 | - | |
| Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen | 80,4 | 37,3 | 11,3 | 403,0 | 86,2 | - | |
| EBITDA | 361,2 | 261,0 | 37,0 | 285,9 | 10,2 | - | |
| Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis | 0,2 | - | - | - | - | - | |
| Wertminderungen im Anlagevermögen | - | - | - | - | 2,5 | - | |
| Anlagenzugänge1 | 88,6 | 37,5 | 9,1 | 130,0 | 72,9 | 89,5 | |
| Konsolidierungskreisänderung | 26,1 | - | 11,2 | - | - | - | |
| Anlagenzugänge | 114,7 | 37,5 | 20,3 | 130,0 | 72,9 | 89,5 | |
| Vermögen (31.12.) | 1.379,8 | 580,2 | 151,9 | 3.018,1 | 1.326,9 | 1.034,4 | |
| Schulden (31.12.) | 851,8 | 291,2 | 70,9 | 1.168,1 | 1.879,5 | 631,4 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | 528,0 | 289,0 | 81,0 | 1.850,0 | - | 552,6 | |
| Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) | 11,2 | - | - | - | - | - | |
| Forschungskosten | 53,7 | 30,4 | 6,2 | 18,3 | 41,4 | - | |
| Mitarbeiter (31.12.) | 4.566 | 1.484 | 510 | 2.490 | 4.398 | 3.757 | |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 4.468 | 1.480 | 508 | 2.448 | 4.403 | 3.811 |
| scroll | Mio. € | Konsolidierung | Konzern2 |
|---|---|---|---|
| 2017 | |||
| Umsatz mit Dritten | - | 4.883,5 | |
| Innenumsätze | - 19,8 | 40,7 | |
| Gesamtumsatz | - 19,8 | 4.924,2 | |
| EBIT | 3,1 | 423,7 | |
| Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen | - | 590,4 | |
| EBITDA | 3,1 | 1.014,1 | |
| Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis | - | 42,0 | |
| Wertminderungen im Anlagevermögen | - | - | |
| Anlagenzugänge1 | - | 346,2 | |
| Finanzanlagenzugänge | - | 0,1 | |
| Anlagenzugänge | - | 346,3 | |
| Vermögen (31.12.) | -0,1 | 6.835,7 | |
| Schulden (31.12.) | -0,1 | 3.666,4 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | - | 3.169,3 | |
| Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) | - | 564,6 | |
| Forschungskosten | - | 153,1 | |
| Mitarbeiter (31.12.) | - | 13.811 | |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | - | 13.723 | |
| 2016 | |||
| Umsatz mit Dritten | - | 4.475,9 | |
| Innenumsätze | - 26,2 | 158,3 | |
| Gesamtumsatz | - 26,2 | 4.634,2 | |
| EBIT | 0,4 | 337,5 | |
| Abschreibungen und Wertminderungen / Zuschreibungen | - | 0,2 | |
| EBITDA | 0,2 | 955,5 | |
| Im EBIT sind enthalten: Equity-Ergebnis | - | 0,2 | |
| Wertminderungen im Anlagevermögen | - | - | |
| Anlagenzugänge1 | - | 427,6 | |
| Konsolidierungskreisänderung | - | 37,3 | |
| Anlagenzugänge | - | 464,9 | |
| Vermögen (31.12.) | - | 29,7 | |
| Schulden (31.12.) | - | 24,5 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | - | 5,2 | |
| Im Vermögen enthaltene Equity-Werte (31.12.) | - | 11,2 | |
| Forschungskosten | - | 150,0 | |
| Mitarbeiter (31.12.) | - | 17.205 | |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | - | 17.118 |
1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Die Segmentdaten nach Bereichen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 20.
C.8 Segmentdaten nach Regionen
- Januar bis 31. Dezember
| scroll | Mio. € | Deutschland | Übriges Europa | Amerika | Asien | Sonstige Regionen | Nicht fortgeführte Aktivitäten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | |||||||
| Außenumsatz nach Sitz des Kunden | 820,5 | 1.149,9 | 838,7 | 1.886,2 | 228,9 | - | |
| Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft | 3.910,0 | 119,5 | 1.167,7 | 859,5 | 12,1 | - | |
| Sachanlagenzugänge1 | 172,6 | 35,3 | 75,1 | 43,4 | 0,3 | 19,5 | |
| Finanzanlagenzugänge | 0,1 | - | - | - | - | - | |
| Anlagenzugänge | 172,7 | 35,3 | 75,1 | 43,4 | 0,3 | 19,5 | |
| Vermögen (31.12.) | 5.997,2 | 1.498,7 | 2.627,3 | 656,9 | 6,2 | - | |
| Schulden (31.12.) | 2.973,1 | 40,2 | 1.342,6 | 320,6 | 2,5 | - | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | 3.024,1 | 1.458,5 | 1.284,7 | 336,3 | 3,7 | - | |
| Langfristiges Vermögen2 | 1.721,5 | 87,0 | 2.015,6 | 284,8 | 2,7 | - | |
| Forschungskosten | 153,8 | - | 15,9 | 11,0 | - | - | |
| Mitarbeiter (31.12.) | 9.984 | 407 | 1.676 | 1.678 | 66 | - | |
| 2016 | |||||||
| Außenumsatz nach Sitz des Kunden | 777,2 | 1.073,7 | 825,6 | 1.751,6 | 206,1 | - | |
| Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft | 3.703,8 | 121,4 | 1.116,2 | 731,2 | 10,4 | - | |
| Anlagenzugänge1 | 176,9 | 9,8 | 137,1 | 14,2 | 0,1 | 89,5 | |
| Konsolidierungskreisänderung | - | 11,2 | - | 26,1 | - | - | |
| Anlagenzugänge | 176,9 | 21,0 | 137,1 | 40,3 | 0,1 | 89,5 | |
| Vermögen (31.12.) | 5.303,3 | 1.447,7 | 3.066,5 | 610,7 | 6,6 | 1.034,4 | |
| Schulden (31.12.) | 3.372,3 | 51,1 | 1.598,0 | 378,0 | 2,9 | 631,4 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | 1.931,0 | 1.396,6 | 1.468,5 | 232,7 | 3,7 | 403,0 | |
| Langfristiges Vermögen2 | 1.305,1 | 62,3 | 2.474,8 | 286,6 | 3,0 | 523,8 | |
| Forschungskosten | 143 | - | 12,6 | 9,0 | - | - | |
| Mitarbeiter (31.12.) | 9.775 | 387 | 1.639 | 1.588 | 59 | 3.757 |
| scroll | Mio. € | Konsolidierung | Konzern3 |
|---|---|---|---|
| 2017 | |||
| Außenumsatz nach Sitz des Kunden | - | 4.924,2 | |
| Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft | - | 1.144,6 | |
| Sachanlagenzugänge1 | - | 346,2 | |
| Finanzanlagenzugänge | - | 0,1 | |
| Anlagenzugänge | - | 346,3 | |
| Vermögen (31.12.) | - | 3.950,6 | |
| Schulden (31.12.) | - | 1.012,6 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | - | 2.938,0 | |
| Langfristiges Vermögen2 | - | 4.111,6 | |
| Forschungskosten | - | 27,6 | |
| Mitarbeiter (31.12.) | - | 13.811 | |
| 2016 | |||
| Außenumsatz nach Sitz des Kunden | - | 4.634,2 | |
| Außenumsatz nach Sitz der Gesellschaft | - | 1.048,8 | |
| Anlagenzugänge1 | - | 427,6 | |
| Konsolidierungskreisänderung | - | 37,3 | |
| Anlagenzugänge | - | 464,9 | |
| Vermögen (31.12.) | - | 4.007,6 | |
| Schulden (31.12.) | - | 1.165,3 | |
| Netto-Vermögen (31.12.) | - | 2.842,3 | |
| Langfristiges Vermögen2 | 6,0 | 4.661,6 | |
| Forschungskosten | - | 14,6 | |
| Mitarbeiter (31.12.) | - | 17.205 |
1 Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
2 Langfristige Vermögenswerte gemäß IFRS 8 (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses)
3 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)
Die Segmentdaten nach Regionen sind Bestandteil des Anhangs. Zur Erläuterung der Kennzahlen siehe Ziffer 20.# Anhang des WACKER-Konzerns
Grundlagen und Methoden
Der WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie und der Polysiliciumherstellung. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Lagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland. Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht. www.wacker.com/geschaeftsbericht
Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von WACKER zugänglich gemacht. www.wacker.com/corporate-governance
Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich im Nachtragsbericht dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 26. Februar 2018 freigegeben. Er wird dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 06. März 2018 vorgelegt.
Neue Rechnungslegungsvorschriften
Bei den in diesem Konzernabschluss erstmals angewandten neuen oder überarbeiteten Standards und Interpretationen handelt es sich um:
| Im Geschäftsjahr 2017 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften |
|---|
| Standard / Interpretation |
| Anwendungspflicht |
| Übernahme durch die EU |
| Auswirkungen auf WACKER |
| Standard / Interpretation |
| Anwendungspflicht |
| Übernahme durch die EU |
| Auswirkungen auf WACKER |
Andere erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener Sachverhalte nicht relevant.
Nicht vorzeitig angewandte Standards /Interpretationen
Das International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.
| Vom IASB herausgegebene, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften |
| Standard / Interpretation | IFRS 9 # Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen, über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften, über die die Wacker Chemie AG gemeinsame Beherrschung ausüben kann, werden je nach Ausprägung quotal (line-by-line) in den Konzernabschluss einbezogen oder nach der Equity-Methode bewertet. In Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell wird ein Unternehmen mit gemeinsamer Beherrschung at equity in den Konzernabschluss einbezogen.
Assoziierte Unternehmen, auf die die Wacker Chemie AG maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden.
Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. WACKER bezieht einen Spezialfonds als strukturierte Einheit in den Konzernabschluss ein. Hierbei handelt es sich um einen Fonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen eingezahlt hat. Dieser Treuhandfonds wurde ausschließlich für WACKER aufgelegt und alle Anteile des Fonds werden von WACKER gehalten. Die Einbringung des Sondervermögens stellt auf Grund der vertraglichen Ausgestaltung eine strukturierte Einheit im Sinne des IFRS 10 dar.
Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt.
→ Siehe Ziffer 21 des Konzernanhangs
Zusammensetzung des Konzerns
| Anzahl | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft) | 49 | 57 |
| Inland | 15 | 17 |
| Ausland | 34 | 40 |
| At equity konsolidierte Unternehmen | 3 | 2 |
| Inland | 1 | 1 |
| Ausland | 2 | 2 |
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen | 1 | - |
| Inland | - | 1 |
| Ausland | - | - |
| Gesamt | 52 | 60 |
| Inland | 16 | 18 |
| Ausland | 36 | 42 |
| Strukturierte Einheiten | 1 | 1 |
| Inland | 1 | 1 |
| Ausland | - | - |
Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 52 Unternehmen einbezogen (31. Dezember 2016: 60 Unternehmen). Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2016 wie folgt verändert.
Veränderung des Konsolidierungskreises
| % |
|---|
| Umgliederungen von vollkonsolidierten zu at equity konsolidierten Unternehmen¹ |
| Siltronic AG, München, Deutschland |
| Siltronic Holding International B. V., Krommenie, Niederlande |
| Siltronic Corp., Portland, Oregon, USA |
| Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur |
| Siltronic Japan Corp., Hikari, Japan |
| Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur |
| Abgang /Fusionen bei vollkonsolidierten Unternehmen |
| WACKER Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi, China (15. März 2017) |
| Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH (Verschmelzung auf die Wacker Chemie AG zum 01. Januar 2017) |
¹ Sukzessive Veräußerung von 1,8 Mio. Aktien an der Siltronic AG zwischen dem 24.01.2017 und dem 09.02.2017 (entspricht 6 % der Anteile); weitere Veräußerung von 6,3 Mio. Aktien an der Siltronic AG am 15.03.2017 [entspricht 21 % der Anteile). Zwischen dem 24. Januar 2017 und dem 09. Februar 2017 veräußerte WACKER insgesamt sechs Prozent der Siltronic-Aktien über die Börse. Nach dem Verkauf hielt der WACKER-Konzern noch 51,8 Prozent am Siltronic-Konzern. Am 15. März 2017 reduzierte WACKER seine Beteiligung an der Siltronic AG von 51,8 Prozent auf 30,8 Prozent im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren. Auf Grund des Verlustes der Beherrschung wurde das Segment Siltronic zum 15. März 2017 entkonsolidiert. Der verbleibende Anteil in Höhe von 30,8 Prozent wird als assoziiertes Unternehmen at equity bilanziert.
→ Für weitere Informationen zur Entkonsolidierung des Siltronic-Konzerns und den Angaben gemäß IFRS 5 Discontinued Operations verweisen wir auf die Angaben zu Anteilsveräußerungen im Geschäftsjahr 2017 ab Seite 120 des Konzernanhangs.
Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den Konzernanhang (Eigenkapital / Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalmanagement).
→ Siehe Ziffer 10
Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere, wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht.
Konsolidierungsmethoden
Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Wacker Chemie AG und der einbezogenen Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen und strukturierten Einheiten. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag. Alle wesentlichen Meldedaten der Gesellschaften sind für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft.
Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam erfasst.Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst.
Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige Eigenkapital sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Soweit die Anschaffungskosten geringer als das anteilige Eigenkapital im Erwerbszeitpunkt sind, wird dieser Unterschiedsbetrag dem Bilanzansatz zugeschrieben und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Equity-Ergebnis erfasst. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Langfristige Finanzierungen, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Eigentümers in das Unternehmen zuzuordnen sind, werden bei der Berücksichtigung der Eigenkapitalveränderung einbezogen. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.
Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der Konsolidierung
Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.
Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt. Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt.
Anteilsveräußerungen im Geschäftsjahr 2017
Zwischen dem 24.01.2017 und dem 09.02.2017 veräußerte WACKER insgesamt sechs Prozent der Siltronic-Aktien, die von der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH gehalten wurden, über die Börse. Nach dem Verkauf hielt der WACKER-Konzern noch 51,8 Prozent am Siltronic-Konzern. Der Veräußerungserlös betrug 87,6 Mio. €. Auf Grund der mehrheitswahrenden Transaktion handelt es sich bilanziell um einen Geschäftsvorfall mit Eigentümern, der zu keinem Ergebnisausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung führt. Die geringen Transaktionskosten wurden direkt im Eigenkapital verrechnet. Zu den Änderungen im Eigenkapital verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. Dort werden die Änderungen in einer gesonderten Zeile ausgewiesen.
Am 15. März 2017 reduzierte WACKER seine Beteiligung an der Siltronic AG von 51,8 Prozent auf 30,8 Prozent im Rahmen einer Platzierung bei institutionellen Investoren. Der Gesamterlös aus der Transaktion belief sich auf 353,2 Mio. €. Transaktionskosten in Höhe von 3,3 Mio. € reduzierten den Veräußerungserlös aus der Transaktion. Auf Grund des Verlustes der Beherrschung wurde das Segment Siltronic zum 15. März 2017 entkonsolidiert. Der verbleibende Anteil in Höhe von 30,8 Prozent wurde als assoziiertes Unternehmen at equity bilanziert. Der Beteiligungsbuchwert wurde dabei zum Fair Value in Höhe von 518,6 Mio. € bewertet.
Die folgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte und Schulden, die WACKER durch die Entkonsolidierung verliert und eine Überleitung auf den aus der Transaktion resultierenden Veräußerungserlös.
| Mio. € | |
|---|---|
| Buchwerte der abgehenden Vermögenswerte und Schulden | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 5,2 |
| Sachanlagen | 513,2 |
| Wertpapiere | 89,3 |
| Vorräte | 144,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 128,4 |
| Sonstige Vermögenswerte | 33,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 161,4 |
| Summe der Vermögenswerte | 1.075,2 |
| Pensionsrückstellungen | - 371,3 |
| Finanzschulden | - 41,9 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 82,3 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | - 126,4 |
| Summe der Schulden | - 621,9 |
| Summe Vermögen und Schulden | 453,3 |
| Veräußerungserlös | |
| Laufendes Ergebnis Siltronic Q1 2017 | 17,7 |
| Abgangsgewinn | 617,0 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 634,7 |
| Abgehende Summe Vermögen und Schulden Siltronic (100%) | 453,3 |
| Neubewertung der verbleibenden at-Equity-Anteile (30,8 %) | - 518,6 |
| Abgang Anteile anderer Gesellschafter im WACKER-Konzern | - 214,7 |
| Anteiliger Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung | 11,6 |
| Abzüglich laufendes Ergebnis Siltronic Q1 2017 | - 17,7 |
| Nicht aktivierungsfähige Kosten (Steuern, Transaktionskosten) | 4,6 |
| Veräußerungserlös | 353,2 |
| Liquiditätsabgang aus der Entkonsolidierung Siltronic | - 161,4 |
| Einzahlungen aus dem Abgang des Segments Siltronic abzgl. abgegebener Zahlungsmittel | 191,8 |
In Übereinstimmung mit IFRS 5 wurden die im 1. Quartal 2017 erzielten Ergebnisse des Segments Siltronic als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen.
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Aufwendungen und Erträge aus nicht fortgeführten Aktivitäten:
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten | ||
| Umsatzerlöse | 258,0 | 933,4 |
| Andere Erträge | 15,3 | 53,8 |
| Aufwendungen | - 251,8 | - 968,8 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern | 21,5 | 18,4 |
| Ertragsteuern | - 3,8 | - 7,2 |
| Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Ertragsteuern | 17,7 | 11,2 |
| Ergebnis aus Bewertungsanpassungen/Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 618,3 | - |
| Ertragsteuern | - 1,3 | - |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 634,7 | 11,2 |
| davon Anteil der Aktionäre der Wacker Chemie AG | 626,2 | 8,1 |
| davon auf andere Gesellschafter entfallend | 8,5 | 3,1 |
Der Fair Value des assoziierten Unternehmens belief sich zum 31. März 2017 auf 518,6 Mio. €.
Folgende Tabelle zeigt den ermittelten Unterschiedsbetrag und den nach Aufdeckung von stillen Reserven verbleibenden Goodwill, der auf den verbliebenen Anteil der WACKER-Aktionäre entfällt. Die aufgedeckten stillen Reserven entfallen im Wesentlichen auf den Ansatz immaterieller Vermögenswerte wie Technologie und Kundenstamm sowie auf Gebäude und Maschinen. Die durchschnittlichen Nutzungsdauern liegen zwischen fünf und zehn Jahren.
| scroll Mio. € | |
|---|---|
| Neubewerteter Equity-Ansatz Siltronic | 518,6 |
| Anteiliger Buchwert Siltronic Eigenkapital | -138,4 |
| Unterschiedsbetrag vor Aufdeckung stiller Reserven | 380,2 |
| Auf WACKER entfallende stille Reserven im Anlagevermögen inkl. passiver latenter Steuern | -134,5 |
| Verbleibender Goodwill | 245,7 |
Die Unternehmensbewertung gemäß IFRS 3 wurde im August 2017 abgeschlossen.
Währungsumrechnung
In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst.Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:
| ISO Code | Stichtagskurs 31.12.2017 | Stichtagskurs 31.12.2016 | Durchschnittskurs 2017 | Durchschnittskurs 2016 | |
|---|---|---|---|---|---|
| US-Dollar | USD | 1,20 | 1,05 | 1,13 | 1,11 |
| Chinesischer Renminbi | CNY | 7,79 | 7,31 | 7,62 | 7,35 |
Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung
Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen / at equity bewertete Beteiligungen
Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen.
Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung erfordert Schätzungen auf Basis von Börsenkursen, Preisen vergleichbarer Geschäfte, Barwert- oder sonstige Bewertungsverfahren oder einer Kombination hieraus, die Einschätzungen und Beurteilungen vonseiten des Managements erforderlich machen. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungssätze. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft deutliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können.
→ Siehe Ziffer 04
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen. Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beob barkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden.
→ Siehe Ziffer 18
Rückstellungen
Wesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an.
→ Siehe Ziffer 12
Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen.
→ Siehe Ziffer 11
Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. Die Anleihen weisen ein Rating von mindestens AA einer der drei großen Rating-Agenturen aus. Die Grundlage in Deutschland bildet ein über Bloomberg zum Stichtag ermitteltes Anleihenportfolio mit einer Laufzeit, die annähernd mit der Laufzeit der Pensionsverpflichtung übereinstimmt.
Die Steuerrückstellungen enthalten unsichere Steuerpositionen für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können. Diese werden auf Basis der Erkenntnisse von vergangenen Außenprüfungen unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten (Erwartungswertmethode) ermittelt.
Latente Steuern
Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen.
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen Gegenleistung oder Forderung. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie ohne Rabatte und Preisnachlässe. Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Erwerber übergegangen sind. Üblicherweise erfolgt dies mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Die Umsatzerlöse und ihre Entwicklung nach Bereichen und Regionen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt. WACKER tätigt keine Geschäfte, die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge erfordern.
Funktionale Kosten
In den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen.# Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung sowie die anwendungstechnische Beratung bei Kunden. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Zu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen.
Ertragsteuern
Ertragsteuern umfassen sowohl die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen Außenprüfungen. Zur Ermittlung der Ertragsteuerrückstellungen sind Ermessensspielräume auszuüben. WACKER ermittelt für erwartete Risiken aus steuerlichen Außenprüfungen entsprechende Rückstellungen (unsichere Steuerpositionen). Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Sachanlagen
Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. In den Sachanlagen werden auch Vermögenswerte aus Leasingtransaktionen ausgewiesen. Im Wege des Finance Lease finanzierte Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Barwerte der Mindestleasingzahlungen nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten passiviert. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsanteil aufgeteilt. Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Nutzungsdauer | In Jahren |
|---|---|
| Produktionsgebäude | 10 bis 40 |
| Sonstige Bauten und vergleichbare Rechte | 10 bis 30 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 6 bis 12 |
| Fahrzeuge | 4 bis 10 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 12 |
Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashinflows separat identifiziert werden können (sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden gegebenenfalls Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt.
Leasing
Leasingtransaktionen sind entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Im Rahmen des Operating Lease genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen.# Ein Finance Lease
Ein Finance Lease ist ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finance Lease genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.
Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Eventuelle Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn nicht ein davon abweichender Marktwert verfügbar ist. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt.
Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode grundsätzlich mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehenden Verluste mehr berücksichtigt, es sei denn es bestehen langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bzw. der Konzern ist zusätzliche Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Unternehmen Zahlungen geleistet. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt. Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.
Finanzinstrumente
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird.
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Bei zusammengesetzten Finanzinstrumenten werden Fremd- und Eigenkapitalkomponenten getrennt und beim Emittenten gesondert ausgewiesen.
Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.
Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten.
WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair Value Option), keinen Gebrauch.
Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IAS 39 eingeordnet wird: Finanzinstrumente können "zu Handelszwecken" oder "bis zur Endfälligkeit" gehalten werden, das Finanzinstrument kann der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" oder der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden.
- Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ebenfalls unter die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet fallen alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zugerechnet werden.
- Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen beinhalten kurz- und langfristige Wertpapiere sowie Teile der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Posten.
- Kredite und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen und Ausleihungen, Festgelder sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.
- Die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte sind, wenn es sich nicht um Kredite und Forderungen handelt, als zur Veräußerung verfügbar zu klassifizieren und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Dies sind im Wesentlichen Eigenkapitaltitel und nicht bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Wenn die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten fallen oder objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Unternehmen legt seiner Einschätzung möglicher Wertminderungen alle verfügbaren Informationen zugrunde, wie z. B. Marktbedingungen und -preise, anlagespezifische Faktoren sowie Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs unter die Anschaffungskosten. Wertminderungen eines Schuldinstruments werden in Folgeperioden rückgängig gemacht, sofern die Gründe für die Wertminderung entfallen sind. Mit dem Abgang der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Aus der Zeitwertbewertung resultierende Unterschiede werden erfolgswirksam erfasst.
Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital.# Ineffektive Teile des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Währungskurssicherungen der geplanten Umsätze werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden Währungskurssicherungen der internen Konzernfinanzierung und Währungsderivate zur Sicherung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten erfasst.
Vorräte
Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden ebenfalls anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst.
Finanzielle Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte inkl. Ertragsteuerforderungen, mit Ausnahme von Finanzderivaten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen auf separaten Wertberichtigungskonten berücksichtigt. Die Bildung von Wertberichtigungen auf nicht versicherte Forderungen bzw. auf den Selbstbehalt bei versicherten Forderungen erfolgt in der Regel, wenn auf Grund der vorliegenden Informationen der Eingang der Forderung als nicht mehr wahrscheinlich eingeschätzt wird. Soweit nach den faktischen und rechtlichen Gegebenheiten mit dem Forderungseingang nicht mehr gerechnet wird, erfolgt die Ausbuchung der Bruttoforderung sowie die Auflösung der gebildeten Wertberichtigung. Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. WACKER ist nicht Auftragnehmer von langfristigen Fertigungen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet.
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen
Leistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, sodass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen, die der Ermittlung der DBO des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird. Die Nettozinsen aus der Netto-Pensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert. Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischer Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 dar, da diese noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase.
Rückstellungen
Für gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.
Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen.# Eventualverbindlichkeiten/Eventualforderungen
Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst. Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
In 2017 wurden erstmals zuvor in den Vertriebskosten ausgewiesene Forschungsaufwendungen in Höhe von 28,9 Mio. € in den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen. Die entsprechenden Vorjahreszahlen wurden angepasst. In 2016 reduzieren sich dadurch die Vertriebskosten und erhöhen sich gleichzeitig die Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 30,0 Mio. €. Grund für die Änderung ist die zweckmäßigere Darstellung der funktionalen Kosten.
Währungskurseffekte aus der internen Konzernfinanzierung einschließlich der Effekte aus abgeschlossenen Währungsderivaten werden in 2017 erstmals im übrigen Finanzergebnis statt in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Grund für die Ausweisänderung ist die bessere Darstellung des in 2017 deutlich höheren währungsbeeinflussten Finanzierungsaufwands, der nicht mehr der kurzfristigen Zwischenfinanzierung der operativen Geschäftstätigkeit zuzurechnen ist. Ansonsten blieben die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unverändert.
01 Umsatzerlöse/Herstellungskosten/ Sonstige betriebliche Erträge / Sonstige betriebliche Aufwendungen
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | ||
| Erlöse aus Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren | 4.788,4 | 4.507,9 |
| Erlöse aus sonstigen Leistungen | 135,8 | 126,3 |
| Gesamt | 4.924,2 | 4.634,2 |
| Herstellungskosten | - 3.969,8 | - 3.811,4 |
| Die Herstellungskosten enthalten folgende Auflösungen (+) / Bildung (-) von Wertberichtigungen auf Vorräte | 14,1 | - 16,8 |
Sonstige betriebliche Erträge | |
Erträge aus Währungsgeschäften | 30,9 | 49,0
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 9,8 | 8,8
Erträge aus Versicherungserstattungen | 1,0 | 5,9
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen | 1,3 | 0,9
Erträge aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen | 3,0 | 6,5
Erträge aus Subventionen/ Zuschüssen | 5,2 | 1,2
Erträge aus Konsolidierungskreisänderungen | - | - 10,0
Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und Schadenersatzzahlungen | - | - 20,3
Übrige betriebliche Erträge | 33,0 | 39,3
Gesamt | 84,2 | 141,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen | |
Aufwendungen aus Währungsgeschäften | - 40,6 | - 45,6
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen | - 0,9 | - 0,3
Aufwendungen aus Anlagenabgang | - 6,0 | - 1,8
Aufwendungen aus Wertminderungen im Anlagevermögen | - | - 2,5
Übrige betriebliche Aufwendungen | -17,3 | - 40,3
Gesamt | - 64,8 | - 90,5
1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche).
In den Umsatzerlösen aus der Lieferung von Erzeugnissen und Handelswaren sind Umsätze aus Tauschtransaktionen mit Unternehmen der gleichen Sparte zur Erleichterung der Verkäufe an Kunden in Höhe von rund 36 Mio. € (Vorjahr 35 Mio. €) enthalten. Die Erträge aus der Auflösung von langfristigen Lieferverträgen und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen betreffen in 2016 einbehaltene Anzahlungen und Schadenersatzzahlungen aus aufgelösten und neu strukturierten Verträgen mit Polysiliciumkunden. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind rund 4 Mio. € aus dem Abgang von Sachanlagevermögen enthalten, die durch die Explosion der Anlagenkomponenten am Standort Charleston entstanden sind.
02 Equity-Ergebnis/Sonstiges Beteiligungsergebnis/ Zinsergebnis/Übriges Finanzergebnis
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Equity-Ergebnis | 42,0 | 0,2 |
| davon auf Gemeinschaftsunternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis | 2,0 | 3,2 |
| davon auf assoziierte Unternehmen entfallendes anteiliges Ergebnis | 40,0 | - 3,0 |
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | ||
| Sonstige Beteiligungsaufwendungen/Beteiligungserträge | 1,9 | 0,9 |
| Gesamt | 43,9 | 1,1 |
| Zinsergebnis | ||
| Zinserträge | 7,5 | 4,7 |
| davon aus Finanzinstrumenten, die zur Veräußerung bestimmt sind | - 0,4 | - |
| davon aus Finanzinstrumenten, Krediten und Forderungen | 7,5 | 4,3 |
| Zinsaufwendungen | - 38,3 | - 39,9 |
| davon aus Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) | - 35,0 | - 36,5 |
| Gesamt | - 30,8 | - 35,2 |
| Übriges Finanzergebnis | ||
| Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen / Verbindlichkeiten | - 38,6 | - 41,1 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen / Erträge | - 19,3 | - 14,8 |
| Gesamt | - 57,9 | - 55,9 |
1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche).
Die Equity-Ergebnisse entfallen in 2017 auf die Beteiligungen an der Siltronic AG sowie an Unternehmen in China. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen und sonstigen Konzernanpassungen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 2,7 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die Netto-Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 32,5 Mio. € (Vorjahr 35,5 Mio. €) und Zinsaufwendungen und Zinserträge aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 6,1 Mio. € (Vorjahr 5,6 Mio. €) enthalten. Die sonstigen finanziellen Erträge und Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus Währungs- und Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung.
03 Ertragsteuern
Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent) auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 12,2 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent) zu zahlen. Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz, einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,0 Prozent (Vorjahr 28,0 Prozent) bewertet.
Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen laufenden Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0 Prozent und 39,0 Prozent (Vorjahr 10,0 Prozent und 39,0 Prozent). Aus der Änderung des Unternehmensteuersatzes in den USA ergibt sich kein Ergebniseffekt in 2017. Für die Berechnung zukünftiger latenter Steuereffekte wurde der Unternehmensteuersatz für die USA auf 24,5 Prozent angepasst. Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 297,7 Mio. € (Vorjahr 425,0 Mio. €) vorhanden. In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 18,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr 14,5 Mio. €) enthalten.
Überleitung tatsächliches Steuerergebnis
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Laufende Steuern Inland | -115,8 | - 89,1 |
| Laufende Steuern Ausland | - 10,3 | - 5,2 |
| Laufende Steuern | - 126,1 | - 94,3 |
| Latente Steuern Inland | 29,1 | 24,4 |
| Latente Steuern Ausland | 12,1 | 1,6 |
| Latente Steuern | 41,2 | 26,0 |
| Ertragsteuern | - 84,9 | - 68,3 |
Ableitung des effektiven Steuersatzes
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 335,0 | 246,4 |
| Ertragsteuersatz der Wacker Chemie AG (%) | 28,0 | 28,0 |
| Erwarteter Steueraufwand | - 93,8 | - 68,8 |
| Steuersatzbedingte Abweichungen | 4,5 | - 3,8 |
| Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen | - 19,3 | - 30,6 |
| Steuereffekt der steuerfreien Erträge | 4,3 | 4,4 |
| Periodenfremde Steuern (laufendes Ergebnis) | - 15,4 | 14,4 |
| Effekte aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen | 23,7 | 16,2 |
| Equity-Ergebnis Konzern | 11,7 | - |
| Sonstige Abweichungen | - 0,6 | -0,1 |
| Ertragsteuern insgesamt | - 84,9 | - 68,3 |
| Effektive Steuerbelastung (%) | 25,3 | 27,7 |
1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche).
Auf Grund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste aus früheren Perioden und bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen mindert sich der tatsächliche Ertragsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr um 15,8 Mio. € (Vorjahr 11,7 Mio. €).
Zuordnung der Steuerabgrenzungen
| Mio. € | 2017 | 2016 | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 16,9 | 3,8 | 11,1 | 4,2 |
| Sachanlagen | 75,6 | 22,2 | 58,2 | 38,6 |
| Finanzanlagen | - | 0,8 | - | 0,8 |
| Vermögenswerte | 16,2 | 5,0 | 16,3 | 4,0 |
| Pensionsrückstellungen | 316,2 | - | 350,2 | 0,4 |
| Übrige Rückstellungen | 41,8 | - | 24,9 | 1,9 |
| Verbindlichkeiten | 13,8 | 7,0 | 25,9 | - |
| Verlustvorträge | 6,7 | - | 5,4 | - |
| Verrechnung Gesellschaften mit Gruppenbesteuerung | - | 3,4 | - | 5,5 |
| Gesamt | 483,8 | 35,4 | 487,3 | 43,6 |
| Saldierungen | -31,2 | -31,2 | - 37,4 | - 37,4 |
| Bilanzposten | 452,6 | 4,2 | 449,9 | 6,2 |
Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 41,2 Mio. € (Vorjahr 26,0 Mio. €) erfolgswirksam als Ertrag erfasst, während -33,4 Mio. € (Vorjahr 104,1 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen.Auf Grund von Konsolidierungskreisänderungen sind erfolgsneutral aktive latente Steuern in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €) abgegangen. Diesen stand ein Abgang von passiven latenten Steuern von 2,5 Mio. € (Vorjahr Zugang 4,1 Mio. €) gegenüber. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Innerhalb von 1 Jahr | 38,5 | 87,2 |
| Innerhalb von 2 Jahren | 15,4 | 49,2 |
| Innerhalb von 3 Jahren | 1,1 | 16,8 |
| Innerhalb von 4 Jahren | 2,1 | 1,1 |
| Innerhalb von 5 Jahren oder später | 48,9 | 172,0 |
| Gesamt | 106,0 | 326,3 |
Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 106,0 Mio. € (Vorjahr 326,3 Mio. €). Diese sind in Höhe von 79,4 Mio. € (Vorjahr 304,7 Mio. €) voraussichtlich nicht realisierbar und deshalb wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 19,9 Mio. € (Vorjahr 85,3 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 48,9 Mio. € (Vorjahr 169,7 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Zum 31. Dezember 2017 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 204,6 Mio. € (Vorjahr 668,9 Mio. €) angesetzt. Die Veränderungen bei den Verlustvorträgen und den temporären Differenzen resultierten zum einen aus der Entkonsolidierung der Siltronic und zum anderen aus den temporären Differenzen im Anlagevermögen. In den nicht fortgeführten Aktivitäten sind Steueraufwendungen aus der gewöhnlichen Tätigkeit des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr 7,2 Mio. €) enthalten. Der Steueraufwand im Zusammenhang mit der Veräußerung der nicht fortgeführten Aktivitäten beträgt 1,3 Mio. €.
04 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
| Mio. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2017 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Konzernkreisänderungen | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 205,3 | 10,6 | - 1,4 | 1,6 | - 58,2 | |
| Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte | 2.265,7 | 11,5 | - 2,1 | 5,5 | - 753,9 | |
| Technische Anlagen und Maschinen* | 10.336,5 | 91,9 | - 40,4 | 58,3 | - 2.463,7 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Ausstattung | 691,5 | 25,3 | - 22,8 | 20,5 | - 130,6 | |
| Anlagen im Bau | 174,0 | 206,9 | - 0,1 | - | - 44,4 | |
| Sachanlagen | 13.467,7 | 335,6 | - 65,4 | - 85,9 | - 3.392,6 | |
| 2016 | ||||||
| Anfangsstand 01.01.2016 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Konzernkreisänderungen | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 179,9 | 3,5 | - 11,9 | 15,1 | 18,0 | |
| Grundstücke, Gebäude, vergleichbare Rechte | 2.059,0 | 20,3 | - 0,4 | 138,5 | 8,3 | |
| Technische Anlagen und Maschinen* | 8.886,6 | 116,3 | - 44,5 | 1.230,5 | 21,6 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Ausstattung | 677,4 | 25,2 | - 21,4 | 3,0 | 6,1 | |
| Anlagen im Bau | 1.322,6 | 262,3 | - | - 1.387,1 | - | |
| Sachanlagen | 12.945,6 | 424,1 | - 66,3 | - 15,1 | - 36,0 |
*Darin enthaltene Vermögenswerte aus Finance Lease
| Mio. € | 2017 | Bruttobuchwert 31.12.2017 | Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | Konsolidierungskreisänderungen | Buchwert 31.12.2017 | Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anfangsstand 01.01.2017 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Konzernkreisänderungen | Währungsveränderungen | ||||||
| 101,2 | - | - | 0,3 | - | - 2,9 | 98,6 | - 71,8 | - | 26,8 | - 6,2 | |
| 2016 | |||||||||||
| Anfangsstand 01.01.2016 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Konzernkreisänderungen | Währungsveränderungen | Bruttobuchwert 31.12.2016 | Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | Konsolidierungskreisänderungen | Buchwert 31.12.2016 | Abschreibungen | |
| 98,1 | 2,2 | - | - | 0,2 | 0,7 | 101,2 | - 67,3 | - | 33,9 | - 7,1 |
Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei bis neun Jahre abgeschrieben. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden in Höhe von 477,3 Mio. € (Vorjahr 482,2 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert. Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 2,7 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). In den Sachanlagen sind auch technische Maschinen sowie andere Anlagen in Höhe von 26,8 Mio. € (Vorjahr 33,9 Mio. €) enthalten, denen ein eingebettetes Finance Lease zugrunde liegt. WACKER ist auf Grund der Vertragsgestaltung das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen.
05 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen. WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang in den nächsten Jahren durchzuführen. Die Miet- und Pachteinnahmen sind in der folgenden Aufstellung enthalten.
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Historische Anschaffungskosten | 10,3 | 10,5 |
| Kumulierte Abschreibung | - 9,0 | - 9,0 |
| Bilanzwert 31.12.2017 | 1,3 | 1,5 |
| Beizulegender Zeitwert | 14,0 | 14,0 |
| Miet-/Pachteinnahmen | 0,7 | 0,8 |
| Kosten | - 0,1 | -0,1 |
Der beizulegende Zeitwert beruht auf einem externen Gutachten, das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2014. Da aus wirtschaftlicher Sicht für einen potenziellen Käufer nur die Einstellung des derzeitigen Betriebes und der Abriss der vorhandenen Gebäude in Betracht kommt, um die Grundstücksflächen einer neuen Verwendung zuführen zu können, wurde zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Bei der Ermittlung wurde die aktuelle Marktlage und damit das aktuelle Preisniveau berücksichtigt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe zwei zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke. Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert.
06 At equity bewertete Beteiligungen
Der Konzern bilanziert Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Mit der Reduktion der Anteile an der Siltronic AG wird der verbleibende Anteil von 30,8 Prozent nach der Entkonsolidierung zum 15. März 2017 nach der Equity-Methode bilanziert. Aus Sicht des Konzerns ist die Beteiligung an der Siltronic AG mit ihren Tochtergesellschaften wesentlich. Der Siltronic-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie. WACKER liefert an Siltronic Polysilicium, den wichtigsten Rohstoff zur Herstellung von Siliciumwafern.
Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
| Name und Sitz der Gesellschaft: Siltronic AG, München, Deutschland und deren Tochtergesellschaften | 2017 |
|---|---|
| Beteiligungsquote (%) | 30,83 |
| Stimmrechtsquote (%) | 30,83 |
| Kumulierte nicht beherrschende Anteile (Stück) | 9.250.000 |
| Xetra-Schlusskurs am Jahresende in € | 121,30 |
| Börsenwert der Anteile in Mio. € | 1.122,0 |
| Erhaltene Dividenden in Mio. € | - |
Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und deren Tochterunternehmen¹ auf 100-Prozent-Basis:
| Mio. € | 2017 |
|---|---|
| Eigentumsanteil (%) | 30,8 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 706,0 |
| Langfristige Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts | 1.037,1 |
| Kurzfristige Schulden | 152,1 |
| Langfristige Schulden | 578,3 |
| Nettovermögen (100 Prozent) | 1.012,7 |
| Abzgl. Anteil Minderheitsaktionäre | -14,8 |
| Anteil des Konzerns am Nettovermögen | 307,7 |
| Eliminierung nicht realisierter Zwischengewinne und -verluste | 1,3 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 245,7 |
| Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen | 554,7 |
| Umsatzerlöse² | 919,3 |
| Konzernjahresergebnis² | 130,5 |
| Sonstiges Ergebnis² | - 12,4 |
| Gesamtergebnis² | 118,1 |
¹ Konsolidierter Teilkonzernabschluss des Siltronic-Konzerns nach IFRS
² Auf Grund der erstmaligen unterjährigen Einbeziehung basieren die Angaben auf den Ergebnissen nach dem 15.03.2017
Überleitung des Equity-Buchwerts
| Mio. € | 2017 |
|---|---|
| Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode | |
| Stand Erstkonsolidierung | 518,6 |
| anteiliger Jahresüberschuss | 38,7 |
| Sonstige ergebniswirksame Änderungen | 1,3 |
| Ergebniswirksame Veränderung | 40,0 |
| Veränderung des sonstigen Eigenkapitals | - 3,9 |
| Stand Jahresende | 554,7 |
Die restlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sind für sich genommen einzeln für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Beteiligungsbuchwerte im Berichtszeitraum.
Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen des einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmens
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode | ||
| Stand Jahresanfang | 9,9 | 11,2 |
| anteiliger Jahresüberschuss | 2,0 | 3,2 |
| anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals | - 0,6 | 0,7 |
| Gesamtergebnis der Gesellschaften | 1,4 | 3,9 |
| Dividenden | - 2,7 | - 4,1 |
| Konsolidierungskreisänderung | - | - 6,6 |
| Stand Jahresende | 9,9 | 11,2 |
Im Vorjahr wurde die WACKER Asahikasei Silicone Co. Ltd. erstmals vollkonsolidiert.
Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen des einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmens
| Mio. € | 2017 | 2016 |
| :----- | :------- | :------- |# Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode
| Stand Jahresanfang | € 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Beteiligungsbuchwert nach der Equity-Methode | -3,2 | |
| anteiliger Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss | 0,3 | -3,0 |
| anteilige Veränderung des sonstigen Eigenkapitals | -5,8 | -0,2 |
| Gesamtergebnis der Gesellschaften | -5,5 | -3,2 |
| Übersteigender anteiliger Verlust gem. IAS 28.38 | 5,5 | |
| Stand Jahresende | - | - |
Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen. Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt.
Kennzahlen Gemeinschaftsunternehmen
| Mio. € | 2017 | 2016 | Gesamt | Anteile von WACKER | Gesamt | Anteile von WACKER |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 4,0 | 2,0 | 6,4 | 3,2 | ||
| Sonstiges Ergebnis | - | 1,2 | - | 0,6 | 1,4 | 0,7 |
| Gesamtergebnis | 2,8 | 1,4 | 7,8 | 3,9 |
Kennzahlen assoziierte Unternehmen
| Mio. € | 2017 | 2016 | Gesamt | Anteile von WACKER | Gesamt | Anteile von WACKER |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewinn und Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 127,1 | 39,1 | - | 12,0 | - | 3,0 |
| Sonstiges Ergebnis | - | 35,9 | - | 9,7 | - | 0,8 |
| Gesamtergebnis | 91,2 | 29,4 | - | 12,8 | - | 3,2 |
Vorräte
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 245,0 | 278,3 |
| Unfertige und fertige Erzeugnisse, Handelswaren | 537,3 | 566,8 |
| Nicht abgerechnete Leistungen | 1,3 | 1,2 |
| Gesamt | 783,6 | 846,3 |
| Davon Bilanzierung zum niedrigeren Nettoveräußerungswert | 80,5 | 104,6 |
Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 4,0 Mrd. € (Vorjahr 3,8 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen gingen in der Berichtsperiode um -14,1 Mio. € zurück. Im Vorjahr ergab sich eine Zunahme um 16,8 Mio. €.
Finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte / Forderungen
| Mio. € | 2017 | davon langfristig | davon kurzfristig | 2016 | davon langfristig | davon kurzfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 655,7 | - | 655,7 | 775,7 | - | 775,7 |
| Beteiligungen | 11,1 | 11,1 | 11,1 | 11,1 | ||
| Ausleihungen | 90,5 | 90,5 | - | 96,4 | 96,4 | - |
| Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen | 1,3 | - | 1,3 | 0,9 | - | 0,9 |
| Darlehens- und Zinsforderungen | 1,6 | - | 1,6 | 1,4 | - | 1,4 |
| Derivative Finanzinstrumente | 13,4 | 1,5 | 11,9 | 6,1 | 2,0 | 4,1 |
| Versicherungserstattungen | 10,2 | - | 10,2 | 0,9 | - | 0,9 |
| Forderungen an Lieferanten | 4,6 | - | 4,6 | 6,2 | - | 6,2 |
| Kautionen | 3,1 | 2,5 | 0,6 | 2,9 | 1,4 | 1,5 |
| Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel | 0,2 | - | 0,2 | 0,4 | - | 0,4 |
| Übrige Vermögenswerte | 49,1 | 1,2 | 47,9 | 50,3 | 0,6 | 49,7 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 185,1 | 106,8 | 78,3 | 176,6 | 111,5 | 65,1 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 10,2 | 1,2 | 9,0 | 10,1 | 1,7 | 8,4 |
| Planvermögen Altersteilzeit | 0,3 | - | 0,3 | 0,4 | - | 0,4 |
| Geleistete Anzahlungen | 9,1 | 2,3 | 6,8 | 5,8 | 0,9 | 4,9 |
| Sonstige Steuerforderungen | 63,7 | 0,3 | 63,4 | 46,1 | 0,7 | 45,4 |
| Übrige Vermögenswerte | 6,5 | - | 6,5 | 8,5 | 0,4 | 8,1 |
| Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte | 89,8 | 3,8 | 86,0 | 70,9 | 3,7 | 67,2 |
| Ertragsteuerforderungen | 13,9 | - | 13,9 | 18,5 | - | 18,5 |
Die Versicherungserstattungen in Höhe von 10,2 Mio. € betreffen Versicherungsansprüche aus dem Schadensfall am Produktionsstandort Charleston. Diese dienen der Wiederherstellung der zerstörten und beschädigten Sachanlagen. Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt.
Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Stand 01.01. | 3,7 | 5,6 |
| Inanspruchnahme | - | 2,2 |
| (+) Zuführung /(-) Auflösung | - | 0,1 |
| Währungsveränderungen | - | 0,2 |
| Stand 31.12. | 3,4 | 3,7 |
Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Weder überfällige noch wertgeminderte Forderungen | 513,3 | 634,5 |
| Überfällige Forderungen, die nicht wertgemindert sind: | ||
| überfällig bis 30 Tage | 120,6 | 134,0 |
| überfällig 31 bis 45 Tage | 10,2 | 3,3 |
| überfällig > 45 Tage | 11,4 | 3,5 |
| Gesamt | 142,2 | 140,8 |
| Wertgeminderte Forderungen | 0,2 | 0,4 |
| Buchwert | 655,7 | 775,7 |
Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht vorgenommen. Zum 31. Dezember 2017 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko. Wertberichtigungen werden bei erkennbaren Kreditrisiken sowie bei Änderungen der Währungsparitäten gebildet. Permanente Bonitätseinschätzungen werden bzgl. der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität. Die Zuführungen /Auflösungen bei den Wertberichtigungen auf Forderungen im Berichtsjahr betreffen im Wesentlichen die Wacker Chemie AG.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente / Wertpapiere
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Wertpapiere und Festgelder¹ | 260,3 | 182,2 |
| davon kurzfristig | 218,2 | 126,2 |
| davon langfristig | 42,1 | 56,0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||
| Zahlungsmitteläquivalente | 187,1 | 113,8 |
| Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand | 99,8 | 169,7 |
| Gesamt | 286,9 | 283,5 |
¹ Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Anleihen unterschiedlicher Emittenten, die im Wesentlichen der Kategorie "available for sale" zugeordnet sind. Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden. WACKER verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen.
Eigenkapital / Anteile anderer Gesellschafter / Kapitalstrukturmanagement
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von fünf € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich im Rahmen des Börsengangs im April 2006 durch Veräußerung eines Teils der vorher im eigenen Bestand befindlichen Anteile erhöht. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:
| Stück | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Ausstehende Aktien zu Beginn des Geschäftsjahres | 49.677.983 | 49.677.983 |
| Ausstehende Aktien zum Ende des Geschäftsjahres | 49.677.983 | 49.677.983 |
| Eigene Anteile im Bestand | 2.474.617 | 2.474.617 |
| Gesamtbestand | 52.152.600 | 52.152.600 |
Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der Wacker Chemie AG wird auf den Abschnitt Beziehungen zu nahestehenden Personen verwiesen. → Siehe Ziffer 22
Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden. In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen. Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten, Cashflow Hedge Accounting und Pensionen ausgewiesen.
Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Gewinnanteile | 18,6 | 10,1 |
| Verlustanteile | - | 0,5 |
| Ergebnisanteile anderer Gesellschafter | 18,1 | 10,1 |
Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf folgende Gesellschaften:
| Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| WACKER Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan | 9,4 | 12,4 |
| WACKER Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas, Indien | 29,1 | 25,2 |
| Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co., Private Ltd. Singapur¹ | 11,6 | 10,8 |
| Siltronic AG, München, Deutschland¹ | - | 165,4 |
| Gesamt | 50,1 | 213,8 |
¹ Inklusive der Tochtergesellschaften
Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital. Im Vorjahr war die Siltronic AG im WACKER-Konzern ein wesentliches Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen. Mit der Reduktion der Anteile an der Siltronic AG von 57,83 % auf 30,83 % wurde Siltronic entkonsolidiert und nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. → Siehe Ziffer 06
Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften sind in der Anteilsbesitzliste zu finden. → Siehe Ziffer 21
Angaben zum Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe.# Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung.
Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu. Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel ist ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Ferner sollen die finanziellen Strukturen so ausgestaltet sein, dass die Bonität von WACKER mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen. → Siehe Kapitel Steuerungssystem und Vermögenslage im Konzernlagebericht
Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
| Kapitalstruktur | Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital der Aktionäre der Wacker Chemie AG | 3.119,2 | 2.379,4 | |
| Anteil am Gesamtkapital (%) | 75,7 | 62,0 | |
| Langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten | 800,4 | 791,1 | |
| Kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten | 201,2 | 667,1 | |
| Gesamt | 1.001,6 | 1.458,2 | |
| Anteil am Gesamtkapital (%) | 24,3 | 38,0 | |
| Gesamtkapital | 4.120,8 | 3.837,6 |
11 Pensionsrückstellungen
Für die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren. Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG oder Fonds finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen.
Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne:
Versorgungspläne über die Pensionskasse
Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK+ an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt.
Direktzusagen des WACKER-Konzerns
Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter. Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung des Vorstands sind im Vergütungsbericht zu finden. → Siehe Seite 184
Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001), sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011 - 2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform oder als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet. Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht.
Pensionszusagen im Ausland
Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Außer den in den USA begebenen Pensionszusagen sind diese Pensionspläne für den Konzern nicht wesentlich. In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der Wacker Chemicals Corporation, Adrian. Diese Pläne wurden für Neuzusagen ab dem 31. Dezember 2003 geschlossen und werden nur noch für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne.
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden:
| Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen | Mio. € | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | ||
| Barwert der zumindest teilweise fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen | 2.236,3 | 96,6 | |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -1.625,5 | -85,9 | |
| Finanzierungsstatus | 610,8 | 10,7 | |
| Barwert der ungedeckten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen | 984,6 | 12,2 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.595,4 | 22,9 |
Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen| Barwert der Pensionsverpflichtungen | Marktwert des Planvermögens | Summe |
|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2016 | 3.432,6 | - 1.820,9 | 1.611,7 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 75,9 | - | 75,9 |
| Zinsaufwand /(-ertrag) | 96,6 | - 52,5 | 44,1 |
| Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten | - | 0,8 | 0,8 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,4 | - | 0,4 |
| Effekte aus Abgeltungen | - 12,7 | 11,8 | - 0,9 |
| Neubewertungen | | | |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge | - | - 215,2 | - 215,2 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen | - 0,1 | - | - 0,1 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen | 545,6 | - | 545,6 |
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) | 130,7 | - | 130,7 |
| Effekt aus Währungsdifferenzen | 9,1 | - 5,9 | 3,2 |
| Beiträge Arbeitgeber | - | 61,5 | -61,5 |
| Begünstigte des Pensionsplans | 11,2 | - | 11,2 |
| Rentenzahlungen | - 89,0 | 60,0 | - 29,0 |
| Konzernkreisänderungen | 2,1 | - | 2,1 |
| Stand zum 31.12.2016 | 4.202,4 | - 2.094,6 | 2.107,8 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 81,4 | | 81,4 |
| Zinsaufwand /(-ertrag) | 70,0 | - 35,4 | 34,6 |
| Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten | - | 0,2 | 0,2 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,5 | - | 0,5 |
| Effekte aus Abgeltungen | - 0,9 | 1,0 | 0,1 |
| Neubewertungen | | | |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge | - | - 56,5 | - 56,5 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen | - | - | - |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen | - 113,0 | - | -113,0 |
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-) / Verluste (+) | 40,8 | - | 40,8 |
| Effekt aus Währungsdifferenzen | - 15,9 | 11,8 | - 4,1 |
| Beiträge Arbeitgeber | - | 75,6 | - 75,6 |
| Begünstigte des Pensionsplans | 20,9 | - | 20,9 |
| Rentenzahlungen | - 77,7 | 51,6 | - 26,1 |
| Abgeltungen | - 0,5 | - | - 0,5 |
| Konzernkreisänderungen | - 878,3 | 507,0 | -371,3 |
| Stand zum 31.12.2017 | 3.329,7 | - 1.711,4 | 1.618,3 |
Annahmen
Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen, biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben:
Versicherungsmathematische Annahmen
| % | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Inland | |||
| Rechnungszins | 2,09 | 1,94 | |
| Entgelttrend | 2,5 | 2,5 | |
| Künftige Rentensteigerung¹ | Grund- und Zusatzversorgung | 1,8 /1,0 | 1,8/1,0 |
| Deferred Compensation | 2,5/1,0 | 2,5/1,0 | |
| USA | |||
| Rechnungszins | 3,50 | 3,92 | |
| Entgelttrend | 3,00 | 3,00 |
¹ Variiert nach Eintrittsdatum der Mitarbeiter in das Unternehmen bzw. nach Abschlussdatum der verschiedenen Tarifgenerationen.
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von Prof. Dr. Klaus Heubeck entwickelten "Richttafeln 1998" mit Modifikationen zugrunde gelegt. Dabei werden für den Bestand der Pensionskasse (Grundversorgung) von der Aufsichtsbehörde genehmigte Sterbetafeln (Reduzierung der Sterblichkeiten bei Männern auf 75 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Richttafelwerte) verwendet. Für den Bestand der übrigen Zusagen wurden die Sterblichkeiten bei Männern auf 60 Prozent und bei Frauen auf 85 Prozent der Heubeck-Werte reduziert und damit insbesondere der anerkannte Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Höhe der Rente ("Einfluss des sozio-ökonomischen Status") berücksichtigt. In den USA wird die Sterblichkeitstafel Sex distinct RP-2014 mortality tables (Scale SoA MP-2014) für Rentner und Anwärter, nach Geschlecht unterschieden, angewendet. Dabei wurde die Sterblichkeitstafel RP-2014 auf das Jahr 2007 zurückgerechnet und eine modifizierte Variante der Tafel MP-2014 für die zukünftigen Perioden zugrunde gelegt. Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen, erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen.
Sensitivitätsanalyse
Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde.
Sensitivitätsanalyse
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
|---|---|---|
| Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen | Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen | |
| Leistungsorientierte Verpflichtung Mio. € | Veränderung % | |
| Barwert der Pensionsverpflichtungen zum Stichtag | 3.329,7 | |
| Barwert der Pensionsverpflichtungen falls der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte höher wäre | 3.033,2 | - 8,9 |
| der Rechnungszins 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre | 3.671,6 | 10,3 |
| der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte höher wäre | 3.358,6 | 0,9 |
| der Entgelttrend 0,5 Prozentpunkte niedriger wäre | 3.303,4 | - 0,8 |
| die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte höher wären | 3.426,5 | 2,9 |
| die künftigen Rentensteigerungen 0,25 Prozentpunkte niedriger wären | 3.237,2 | - 2,8 |
| die Lebenserwartung um 1 Jahr höher wäre | 3.456,3 | 3,8 |
Zusammensetzung des Planvermögens
In Deutschland investiert die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gemäß gesetzlichen Vorschriften und den Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert knapp die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen, Private Debt und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie. Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle:
Zusammensetzung des Planvermögens
| Mio. € | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|
| Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | |
| Immobilien | - | 272,5 |
| Darlehen/Renten | 631,1 | 305,0 |
| Aktien/Fonds | 248,5 | 171,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - | 82,9 |
| Summe | 879,6 | 831,8 |
Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2017 84,2 Mio. € (Vorjahr 84,2 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelte es sich um die von der Wacker Chemie AG selbst genutzte Immobilie der WACKER Hauptverwaltung in München.
Risiken
Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische Asset-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht. Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins-, Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt darauf ab, durch ein so genanntes Overlay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken. Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt. Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko. Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren. Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger, das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und deren Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation".
Finanzierung der Pensionspläne
Im Geschäftsjahr 2017 wurden für Pläne in Deutschland 72,1 Mio. € (Vorjahr 78,9 Mio. €) und für Pläne im Ausland 5,6 Mio. € (Vorjahr 10,1 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen aus Pensionsplänen von rund 80 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2018 rund 35 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2017 20,2 Jahre (Vorjahr 20,7 Jahre) in Deutschland und 12,9 Jahre (Vorjahr 14,7 Jahre) in den USA.
Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen
| scroll | Mio. |
|---|---|
Zusammensetzung des Pensionsaufwands
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Mio. € | 2017 | 2016
------- | -------- | --------
Laufender Dienstzeitaufwand aus leistungsorientierten Plänen | - 81,4 | - 75,9
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand/Effekte aus Abgeltungen und Kürzungen | - 0,6 | 0,5
Aus dem Planvermögen gezahlte Verwaltungskosten aus leistungsorientierten Plänen | - 0,2 | - 0,8
Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen | - 34,6 | - 44,1
Aufwand aus beitragsorientierten Plänen | - 6,7 | - 9,7
Übrige Pensionsaufwendungen | - 3,4 | - 1,9
Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung | - 57,4 | - 65,7
Gesamt | - 184,3 | - 197,6
Andere Rückstellungen / Steuerrückstellungen
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Mio. € | 2017 | davon langfristig | davon kurzfristig | 2016 | davon langfristig | davon kurzfristig
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Personal | 92,3 | 87,6 | 4,7 | 124,9 | 117,1 | 7,8
Verkauf/Einkauf | 56,3 | 35,6 | 20,7 | 70,9 | 31,5 | 39,4
Umweltschutz | 80,2 | 78,2 | 2,0 | 85,3 | 80,7 | 4,6
Sonstige | 65,3 | 30,2 | 35,1 | 61,3 | 18,1 | 43,2
Andere Rückstellungen | 294,1 | 231,6 | 62,5 | 342,4 | 247,4 | 95,0
Ertragsteuerrückstellungen | 130,4 | 46,7 | 83,7 | 100,5 | 73,7 | 26,8
Personalrückstellungen
Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen, deren Mitarbeiter noch im Unternehmen tätig sind. Gegenüber dem Vorjahr sind die Personalrückstellungen im Wesentlichen auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic gesunken.
Verkaufs-/Einkaufsrückstellungen
Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie noch zu gewährende Rabatte, Skonti oder sonstige Preisnachlässe, zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten drei Jahren zu Abflüssen führen. Der Rückgang resultiert aus dem Verbrauch von Rückstellungen aus belastenden Verträgen.
Umweltschutzrückstellungen
Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Umweltrückstellungen auf Grund der in 2017 leicht gestiegenen langfristigen Rechnungszinsen gesunken. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten).
Ertragsteuerrückstellungen
Sie enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für Risiken aus Außenprüfungen und Rechtsmitteln. Der vorhandene Bestand an langfristigen Steuerrückstellungen wird erst nach fünf Jahren abfließen. In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen Zinssätze bis zu drei Prozent verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Einkaufsgeschäften, Umweltrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen.
Andere Rückstellungen/Ertragsteuerrückstellungen
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Mio. € | 01.01.2017 | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Zinseffekt | Währungsdifferenzen | 31.12.2017
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Personal | 124,9 | - 30,6 | - 1,8 | 51,0 | 1,1 | - 0,3 | 92,3
Verkauf / Einkauf | 70,9 | - 31,4 | - 1,0 | 19,5 | 5,0 | - 3,9 | 56,3
Umweltschutz | 85,3 | - 3,4 | - 2,8 | 2,3 | 0,1 | - 0,6 | 80,2
Sonstige | 61,3 | - 3,7 | - 4,2 | 13,5 | - | - 2,1 | 65,3
Andere Rückstellungen | 342,4 | - 69,1 | - 9,8 | 86,3 | 6,2 | - 6,9 | 294,1
Ertragsteuerrückstellungen | 100,5 | - 28,8 | - 67,7 | - | - | - 0,2 | 130,4
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Mio. € | Veränderung Konsolidierungskreis/ Sonstiges¹ | 31.12.2017
------- | -------- | --------
Personal | - 52,0 | 92,3
Verkauf / Einkauf | - 2,8 | 56,3
Umweltschutz | - 0,7 | 80,2
Sonstige | 0,5 | 65,3
Andere Rückstellungen | - 55,0 | 294,1
Ertragsteuerrückstellungen | - 8,8 | 130,4
¹ Sonstige Veränderungen enthalten die Veränderung des Deckungsvermögens für Altersteilzeitverpflichtungen innerhalb der Personalrückstellungen in Höhe von 11,7 Mio. €.
Finanzierungsverbindlichkeiten
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Mio. € | 2017 | davon langfristig | davon kurzfristig | 2016 | davon langfristig | davon kurzfristig
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 633,5 | 499,8 | 133,7 | 990,8 | 339,6 | 651,2
Verbindlichkeiten aus Leasing-Verpflichtungen | 29,8 | 25,6 | 4,2 | 36,1 | 32,0 | 4,1
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 338,3 | 275,0 | 63,3 | 431,3 | 419,5 | 11,8
Finanzierungsverbindlichkeiten | 1.001,6 | 800,4 | 201,2 | 1.458,2 | 791,1 | 667,1
In 2017 wurde zunächst ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. € sowie laufende Kredite in China planmäßig getilgt und durch einen neuen Investitionskredit in Höhe von 200 Mio. € refinanziert. Laufende Tilgungen bei Investitionskrediten erfolgten in Höhe von 16 Mio. €. Im Laufe des 2. Halbjahres hat WACKER zusätzlich einen Investitionskredit in Höhe von 200 Mio. € planmäßig getilgt. Ferner wurden Bankkredite von 10 Mrd. Yen (75,3 Mio. €) zurückgezahlt. Darlehen von Minderheitsgesellschaftern in Höhe von 61,6 Mio. Singapur-Dollar (41,9 Mio. €) gingen im Rahmen der Entkonsolidierung der Siltronic mit ab. Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:
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Mio. € | 2017 | Währung | Buchwert Mio. € | davon variabel verzinst | Laufzeit bis | 2016 | Währung | Buchwert Mio. € | davon variabel verzinst | Laufzeit bis
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Investitionskredit | - | EUR | 200,0 | - | 2022 | EUR | 64,0 | - | 2020
Investitionskredit | EUR | 48,0 | - | 2020 | EUR | 150,0 | - | -
Schuldscheindarlehen | - | EUR | 150,0 | - | - | EUR | 50,0 | - | 2018
Bankkredit | - | JPY | 81,2 | - | - | JPY | 6,2 | - | 2018
Bankkredit | - | BRL | 7,3 | - | - | BRL | 6,3 | - | 2018
Bankkredit | - | KRW | 18,4 | - | - | KRW | 15,7 | - | 2018
Bankkredit | - | CNY | 109,5 | - | - | CNY | 33,4 | - | 2019
Bankkredit | JPY | 6,2 | 2,5 | 2018 | USD | 237,6 | - | -
Bankkredit | BRL | 6,3 | - | 2018 | CNY | 25,7 | - | 2020
Bankkredit | KRW | 15,7 | 15,7 | 2018 | - | - | - | -
Bankkredit | USD | 208,9 | 208,9 | 2019 | - | - | - | -
Bankkredit | CNY | 33,4 | 33,4 | 2019 | - | - | - | -
Bankkredit | CNY | 25,7 | 25,7 | 2020 | - | - | - | -
Betriebsmittelkredit | - | CNY | 66,5 | - | - | CNY | 38,3 | - | 2018
Betriebsmittelkredit | - | JPY | 1,8 | - | - | - | - | - | -
Betriebsmittelkredit | CNY | 38,3 | 38,3 | 2018 | - | - | - | -
Sonstiges | 1,0 | 0,5 | - | - | - | - | - | -
Gesamt | 633,5 | - | - | 990,8 | - | - | - | -
Beizulegender Zeitwert | 633,5 | - | - | 996,0 | - | - | - | -
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Mio. € | 2016 | davon variabel verzinst | Laufzeit bis
------- | -------- | -------- | --------
Investitionskredit | 64,0 | - | 2020
Investitionskredit | - | - | -
Schuldscheindarlehen | 39,0 | - | 2017
Schuldscheindarlehen | - | - | 2018
Bankkredit | 40,6 | - | 2017
Bankkredit | - | - | 2017
Bankkredit | 18,4 | - | 2017
Bankkredit | - | - | 2017
Bankkredit | - | - | 2018
Bankkredit | - | - | -
Bankkredit | 237,6 | - | 2019
Bankkredit | - | - | -
Bankkredit | - | - | -
Betriebsmittelkredit | 66,5 | - | 2017
Betriebsmittelkredit | 1,8 | - | 2017
Betriebsmittelkredit | - | - | -
Sonstiges | - | - | -
Gesamt | - | - | -
Beizulegender Zeitwert | - | - | -
Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
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Mio. € | 2017 | Währung | Buchwert Mio. € | davon variabel verzinst | Laufzeit bis | 2016 | Währung | Buchwert Mio. € | davon variabel verzinst | Laufzeit bis
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Privatplatzierung (1. Tranche) | USD | 58,5 | - | 2018 | USD | 66,3 | - | -
Privatplatzierung (2. Tranche) | USD | 108,4 | - | 2020 | USD | 123,2 | - | -
Privatplatzierung (3. Tranche) | USD | 166,6 | - | 2023 | USD | 189,5 | - | -
Darlehen von Minderheitsgesellschaftern | - | - | - | - | SGD | 40,4 | - | unbestimmt
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten | 4,8 | - | - | 11,9 | - | - | -
Gesamt | 338,3 | - | - | 431,3 | - | - | - | -
Beizulegender Zeitwert | 331,3 | - | - | 423,5 | - | - | - | -
scroll
Mio. € | 2016 | davon variabel verzinst | Laufzeit bis
------- | -------- | -------- | --------
Privatplatzierung (1. Tranche) | - | - | 2018
Privatplatzierung (2. Tranche) | - | - | 2020
Privatplatzierung (3. Tranche) | - | - | 2023
Darlehen von Minderheitsgesellschaftern | - | - | unbestimmt
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten | - | - | -
Gesamt | - | - | -
Beizulegender Zeitwert | - | - | -
Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme des auf Euro lautenden Investitionskredites in Höhe von 48 Mio. € sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig. Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs- und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.
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Mio. € | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 bis 2023
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Tilgung | 197,0 | 258,3 | 150,3 | - | 366,2
Zinsen | 21,9 | 15,1 | 9,3 | 7,8 | 9,3
Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 901,1 Mio. € (Vorjahr 801,1 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind. Darin enthalten ist ein im Dezember 2017 von WACKER begebenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. €. Die Auszahlung des Darlehens erfolgt im Januar 2018.
Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Stichtag:
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Mio. € | 2017 | Nominalwert | Zinsen | Barwert | 2016 | Nominalwert | Zinsen | Barwert
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
Mindestleasingzahlung innerhalb eines Jahres | 6,8 | 2,6 | 4,2 | 7,1 | 3,0 | 4,1
Mindestleasingzahlung zwischen einem und fünf Jahren | 19,7 | 8,3 | 11,4 | 25,2 | 11,0 | 14,2
Mindestleasingzahlung mehr als fünf Jahre | 26,4 | 12,2 | 14,2 | 32,9 | 15,1 | 17,8
Gesamt | 52,9 | 23,1 | 29,8 | 65,2 | 29,1 | 36,1
Bedingte Leasingzahlungen aus Finance Leasing liegen nicht vor. Als Finance Lease wird ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk aktiviert. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKER hat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst.Sofern WACKER dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden. Darüber hinaus bestehen für einige technische Anlagen Leasingverträge, die als Finance Lease qualifiziert und von WACKER aktiviert wurden. Auch hier bestehen zum Teil Vorkaufsrechte und Mietverlängerungsoptionen. Die Leasingverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Auf Grund der langfristigen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.
14 Finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 | Gesamt | davon langfristig | davon kurzfristig | Gesamt | davon langfristig | davon kurzfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 268,5 | - | 268,5 | 369,7 | - | 369,7 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen | 0,9 | - | 0,9 | - | - | - | ||
| Derivative Finanzinstrumente | 0,7 | 0,4 | 0,3 | 28,7 | 2,3 | 26,4 | ||
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 13,9 | 0,1 | 13,8 | 35,4 | - | 35,4 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 15,5 | 0,5 | 15,0 | 64,1 | 2,3 | 61,8 | ||
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 4,1 | - | 4,1 | 5,9 | - | 5,9 | ||
| Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung | 6,9 | - | 6,9 | 7,9 | - | 7,9 | ||
| Variable Vergütungsanteile | 90,0 | - | 90,0 | 72,9 | - | 72,9 | ||
| Sonstige Personalverpflichtungen | 21,5 | - | 21,5 | 30,0 | - | 30,0 | ||
| Sonstige Steuerverbindlichkeiten | 22,7 | - | 22,7 | 23,0 | - | 23,0 | ||
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 1,8 | - | 1,8 | 1,6 | - | 1,6 | ||
| Erhaltene Anzahlungen | 174,3 | 112,5 | 61,8 | 270,7 | 164,1 | 106,6 | ||
| Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten | 11,7 | 0,1 | 11,6 | 6,7 | 0,1 | 6,6 | ||
| Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten | 333,0 | 112,6 | 220,4 | 418,7 | 164,2 | 254,5 | ||
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0,8 | - | 0,8 | 0,8 | - | 0,8 |
Die Steuerverbindlichkeiten umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Polysilicium. Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte.
15 Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Eventualverbindlichkeiten
Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €). Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating Leases fällig innerhalb eines Jahres | 45,8 | 49,7 |
| fällig zwischen einem und fünf Jahren | 56,1 | 82,8 |
| fällig nach fünf und mehr Jahren | 16,6 | 52,4 |
| Gesamt | 118,5 | 184,9 |
| Leasingzahlungen auf Grund von Operating Leases | 43,1 | 49,6 |
Die Summe der erwarteten Mindestzahlungen aus Untermietverhältnissen beträgt 4,3 4,6 Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen, Kraftfahrzeuge sowie IT-Equipment. Die Laufzeiten liegen hierbei im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren. Mietverträge für Büroräume, Sachanlagen usw. haben eine deutlich längere Laufzeit.
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Bestellungen für geplante Investitionsvorhaben (Bestellobligo) | 192,5 | 121,3 |
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 192,5 Mio. € (Vorjahr 121,3 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente. Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 95 Mio. € (Vorjahr 90 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint-Venture-Gesellschaft mit Dow Corning. Die vertraglich fixierten Transferpreise führten zu einer Rückstellung für belastende Verträge, die in den sonstigen Rückstellungen enthalten ist. Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,16 Mrd. € (Vorjahr 1,32 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und sieben Jahren. Es gibt keine Abnahmeverpflichtung aus bestehenden Konsignationslagern (Siltronic Vorjahr 8,9 Mio. €). Im Rahmen einer bereits vertraglich vereinbarten Akquisition des Geschäftsbereichs Biosolutions bestehen voraussichtliche Verbindlichkeiten im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Auf Grund von noch nicht erfüllten Closing-Bedingungen ist die Transaktion noch aufschiebend bedingt. WACKER rechnet mit einem Vollzug des Erwerbs zum Ende des 1. Halbjahr 2018. Die Versicherungsentschädigung für die Betriebsunterbrechung auf Grund der Wasserstoffexplosion am US-Produktionsstandort Charleston stellt für WACKER eine Eventualforderung dar. Auf Grund der noch nicht final feststehenden Gutachten erfüllt die Versicherungsentschädigung nicht die Kriterien eines bilanzierbaren Vermögenswertes. WACKER hat eine Vorauszahlung in Höhe von 100 Mio. USD im Januar 2018 erhalten. Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt. WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen.
16 Sonstige Angaben
Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen für die Dotierung externer Pensionsfonds und Pensionskassen werden ebenfalls in den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen.
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Materialaufwand | -2.233,7 | - 2.233,5 |
| Personalaufwand Löhne und Gehälter | - 1.018,7 | - 1.106,9 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | - 164,8 | - 184,7 |
| Staatliche Altersversorgungsbeiträge | 57,4 | 65,7 |
| Sozialabgaben | -107,4 | - 119,0 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | - 92,3 | - 87,8 |
| Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung | -57,4 | - 65,7 |
| Altersversorgung | -149,7 | - 153,5 |
| Personalaufwand gesamt | -1.275,8 | - 1.379,4 |
Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 1,1 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,6 Mio. € (Vorjahr 1,0 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 15 KWKG, § 20 WpHG ("Emir"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie einer Assuranceleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht.
| scroll Mio. € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Honoraraufwand für den Abschlussprüfer | ||
| Abschlussprüfungsleistungen | 0,6 | 1,0 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 0,2 | 0,1 |
| Steuerberatungsleistungen | - | - |
| Sonstige Leistungen | - | - |
| Gesamt | 0,8 | 1,1 |
17 Ergebnis je Aktie /Dividende
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2016 wurde eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 2,00 €. Für das Geschäftsjahr 2016 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet. Für das Geschäftsjahr 2017 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von 50 Prozent auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns vorgeschlagen. Dies entspricht einer Dividende von 2,50 € pro Aktie. Ferner sollen die Aktionäre an dem erfolgreichen Verkauf der Siltronic AG Anteile sowie der guten Entwicklung der Nettofinanzschulden in Höhe von 2,00 € je Aktie beteiligt werden. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 223.550.923,50 € ausgeschüttet.
| scroll | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Stammaktien (Stück) | 49.677.983 | 49.677.983 |
| Anzahl der ausstehenden Stammaktien zum Jahresende (Stück) | 49.677.983 | 49.677.983 |
| Dividende je dividendenberechtigte Stammaktie (€) | 2,50 | 2,00 |
| Sonderbonus aus Anlass der Veräußerung von Siltronic-Anteilen (€) | 2,00 | - |
| Ausschüttung je dividendenberechtigte Stammaktie (€ ) | 4,50 | 2,00 |
| Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 250,1 | 178,1 |
| Abzüglich auf andere Gesellschafter entfallende fortgeführte Aktivitäten | - 9,6 | 7,0 |
| Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) | 240,5 | 171,1 |
| Jahresergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) | 626,2 | 8,1 |
| Jahresergebnis der Aktionäre der Wacker Chemie AG (Mio. €) | 866,7 | 179,2 |
| Ergebnisanteil der Stammaktien (Mio. |
In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2017
scroll Mio. €
| Bewertung nach IAS 39 | Bewertung nach IAS 17 | Buchwert lt. Bilanz 31.12.2017 | |
|---|---|---|---|
| (Fortgeführte) Anschaffungs- kosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 655,7 | 655,7 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 655,7 | - |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 185,1 | 171,7 | 8,4 |
| Kredite und Forderungen | - | 160,6 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte¹ | - | 11,1 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | - | - | 3,0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | 5,4 |
| Wertpapiere und Festgelder | 260,3 | 156,8 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 156,8 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere | - | - | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 286,9 | 286,9 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 286,9 | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere | - | - | - |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 1.388,0 | - | - |
| Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Kredite und Forderungen | 1.260,0 | 1.260,0 | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere | - | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 114,6 | 11,1 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 3,0 | - | 3,0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 10,4 | - | 5,4 |
| Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) | 971,8 | 971,8 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 971,8 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 29,8 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 268,5 | 268,5 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 268,5 | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 15,5 | 14,8 | 0,7 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 14,8 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | - | - | 0,7 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | - |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 1.285,6 | - | - |
| Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 1.255,1 | 1.255,1 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 0,7 | - | 0,7 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | - |
¹ Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2016
scroll Mio. €
| Bewertung nach IAS 39 | Bewertung nach IAS 17 | Buchwert lt. Bilanz 31.12.2016 | |
|---|---|---|---|
| (Fortgeführte) Anschaffungs- kosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 775,7 | 775,7 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 775,7 | - |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 176,6 | 170,5 | 2,9 |
| Kredite und Forderungen | - | 159,4 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte¹ | - | 11,1 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | - | - | 2,9 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | - |
| Wertpapiere und Festgelder | 182,2 | 78,9 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 78,9 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere | - | - | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 283,5 | 283,5 | - |
| Kredite und Forderungen | - | 283,5 | - |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 1.418,0 | - | - |
| Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Kredite und Forderungen | 1.104,8 | 1.104,8 | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere | 192,7 | 192,7 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 114,4 | 11,1 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 2,9 | - | 2,9 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 3,2 | - | - |
| Finanzierungsverbindlichkeiten (ohne Finance Lease) | 1.422,1 | 1.422,1 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 1.422,1 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 36,1 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 369,7 | 369,7 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 369,7 | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 64,1 | 35,4 | 17,4 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | - | 35,4 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | - | - | 4,3 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | 13,1 |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 1.892,0 | - | - |
| Davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 1.827,2 | 1.827,2 | - |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 4,3 | - | 4,3 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 24,4 | - | 13,1 |
¹ Diese Position beinhaltet zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können und die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Der bilanzielle Ausweis erfolgt gemeinsam mit den Darlehen und Ausleihungen, im Bilanzposten langfristige finanzielle Vermögenswerte.
In den Krediten und Forderungen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte enthalten Wertpapiere und Beteiligungen. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten dar.
scroll Mio. €
| 2017 | 2016¹ | |
|---|---|---|
| Nettogewinne/-verluste aus Finanzinstrumenten | ||
| Kredite und Forderungen | - 20,3 | 17,4 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 1,9 | 1,3 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten | 46,4 | - 12,1 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | - 86,6 | - 34,9 |
| Gesamt | - 58,6 | - 28,3 |
¹ 2016 um Siltronic-Ergebnisse angepasst
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste /-gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen, Festgeldern und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen. Die Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren und Ausschüttungen aus Beteiligungen. Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte / Verbindlichkeiten" enthalten. Zusätzlich sind hier die Wertänderungen des Sicherungsgeschäfts im Rahmen des Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen. Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 7,5 Mio. € (Vorjahr 4,3 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben, Festgeldern und Ausleihungen. Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 38,3 Mio. € (Vorjahr 39,9 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoverluste in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus der Währungsumrechnung.# Fair-Value-Hierarchie
Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt. Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert:
Stufe 1
Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere, die an liquiden Märkten gehandelt werden.
Stufe 2
Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen, an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente, innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten.
Stufe 3
Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente.
Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird.
→ Siehe Seite 156
WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2017 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden.
WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode) ermittelt. Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz. Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogenen Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallsrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten.
Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für diese ist im Anhang jedoch verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben. Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt.
Für die von WACKER zu Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente konnte kein beizulegender Zeitwert ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind. Für die zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht. Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen WACKER Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2017 zu Anschaffungskosten bilanziert. WACKER weist im Moment keine zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente aus, die in die Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie fallen. Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr.
Management von finanzwirtschaftlichen Risiken
WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert.
Fair-Value-Hierarchie 2017
scroll Mio. €
| Fair-Value-Hierarchie | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|---|
| Zum 31. Dezember 2017 | ||||
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 3,0 | - | 3,0 | - |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 10,4 | - | 10,4 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere und Festgelder | 103,5 | 103,5 | - | - |
| Gesamt | 116,9 | 103,5 | 13,4 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | ||||
| Kredite und Forderungen | ||||
| Ausleihungen | 90,5 | - | 90,5 | - |
| Gesamt | 90,5 | - | 90,5 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 0,7 | - | 0,7 | - |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | - | - | - | - |
| Gesamt | 0,7 | - | 0,7 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | ||||
| Finanzierungsverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 964,8 | - | 964,8 | - |
| Gesamt | 964,8 | - | 964,8 | - |
Fair-Value-Hierarchie 2016
scroll Mio. €
| Fair-Value-Hierarchie | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|---|
| Zum 31. Dezember 2016 | ||||
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 2,9 | - | 2,9 | - |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 3,2 | - | 3,2 | - |
| Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere und Festgelder | 103,3 | 103,3 | - | - |
| Gesamt | 109,4 | 103,3 | 6,1 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | ||||
| Kredite und Forderungen | ||||
| Ausleihungen | 96,4 | - | 96,4 | - |
| Gesamt | 96,4 | - | 96,4 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 4,3 | - | 4,3 | - |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral/erfolgswirksam | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 24,4 | - | 24,4 | - |
| Gesamt | 28,7 | - | 28,7 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | ||||
| Finanzierungsverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 1.419,5 | - | 1.419,5 | - |
| Gesamt | 1.419,5 | - | 1.419,5 | - |
Kreditrisiko (Ausfallrisiko)
Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden.# Risikomanagement
Überblick
Die finanzwirtschaftlichen Risiken der WACKER-Gruppe umfassen Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Marktrisiken und sonstige Risiken. Das Risikomanagement ist in die operative und strategische Unternehmensführung integriert und darauf ausgerichtet, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern.
Kreditrisiken
Der Konzern ist dem Risiko ausgesetzt, dass Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Das Kreditrisiko beschränkt sich auf die Finanzinstitute und Kunden. Ausfallrisiken werden durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten. Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen. Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten.
→ Siehe Ziffer 13
Marktrisiken
Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken.
Währungsrisiko
Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungs-Einnahmen und -Ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem USD. Als USD-Einnahmen sind alle in USD fakturierten Umsätze zu verstehen, unter USD-Ausgaben werden sämtliche USD-Einkäufe sowie die Standortkosten in USD erfasst. Zu den direkten USD-Einnahmen und -Ausgaben werden noch in die Ermittlung des Risikopotenzials die indirekten USD-Einflüsse der Top-Rohstoffe Methanol und Erdgas mit einbezogen. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der USD Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in USD abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des US-$ gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2017 - 50 Mio. € und zum 31. Dezember 2016 -58 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 22,2 Mio. € (Vorjahr 15,3 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2017 bei 498 Mio. € (Vorjahr 582 Mio. €).
Zinsrisiko
Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2017 um 100 Basispunkte niedriger (31. Dezember 2016: niedriger) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 1,4 Mio. € (Vorjahr 0,4 Mio. €) schlechter (besser) ausgefallen.
Rohstoffpreisrisiko
Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Cashflow Hedge Accounting wird nur in geringem Ausmaß für den langfristigen norwegischen Energiebedarf eingesetzt. Die erfolgswirksame Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten.
Derivative Finanzinstrumente
Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IAS 39 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt.
In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Devisenswaps. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar.
Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt. Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 15 Monaten. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten.
Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.
Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting durchgeführt. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis.
Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in USD angestrebt. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2018 zu rund 43 Prozent abgesichert. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in USD beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent. Im Geschäftsjahr 2017 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 17,4 Mio. € (Vorjahr 7,6 Mio. €) aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt. Während des Geschäftsjahres 2017 wurden 1,1 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr - 21,1 Mio. €). Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren.
Fair Value Hedges bestehen zur Absicherung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden auf Grund von Währungsänderungen (Fremdwährungs-Swap). Bei einer effektiven Sicherung wird der Buchwert des zugeordneten Grundgeschäfts um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte den abgesicherten Risiken angepasst. WACKER weist zum Geschäftsjahresende einen Ertrag aus der Realisierung und der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair Value Hedge in Höhe von 59,7 Mio. € (Vorjahr Ertrag von 5,1 Mio. €) aus. Im gleichen Zeitraum wurde ein Aufwand bei den zugrunde liegenden Grundgeschäften in Höhe von - 71,7 Mio. € (Vorjahr Aufwand von - 5,1 Mio. €) realisiert. Beides wurde im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenzen resultieren aus der in der Sicherung enthaltenen Zinskomponente zwischen US-Dollar und Euro. Auf die Effektivität des Fair Value Hedges hat die Zinskomponente keinen Einfluss.
scroll
| Mio. € | 31.12.2017 | 31.12.2016 | ||
|---|---|---|---|---|
| Nominalwerte | Marktwerte | Nominalwerte | Marktwerte | |
| Währungsderivate | 949,4 | 11,6 | 1.637,2 | - 21,8 |
| Sonstige Derivate | 16,7 | 1,1 | 15,0 | - 0,8 |
| Gesamt | 966,1 | 12,7 | 1.652,2 | - 22,6 |
Marktwerte für derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accounting
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
|---|---|---|
| 10,4 | - 21,1 |
Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen und Devisenswaps über 392,0 Mio. US-$, 400,0 Mio. JPY und 619,0 Mio. € (Vorjahr 610,8 Mio. US-$, 33,1 Mrd. JPY, 70,7 Mio. SGD und 687,0 Mio. €). Derivate mit Marktwerten von 11,5 Mio. € werden in 2018 fällig. Bei den Sonstigen Derivaten handelt es sich um auf dem norwegischen Markt gehandelte Strom-Futures mit einem Nominalwert von 16,7 Mio. € (Vorjahr 15,0 Mio. €). Mit den Strom-Futures wird das Risiko steigender Spot-Marktpreise am Energiemarkt durch eine strukturierte Preisfixierung auf dem Strommarkt begrenzt.# Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Das Sicherungsvolumen beträgt bis zu 90 Prozent des nicht durch langfristige Lieferverträge abgedeckten zukünftigen Strombedarfs der Siliciumproduktion im norwegischen Holla. Die Laufzeiten betragen zwischen einem und vier Jahren. Es wurden Derivate bis 2020 abgeschlossen. Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Finanzielle Vermögenswerte/Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen
| scroll Mio. € | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|
| Derivate mit positivem Marktwert | Derivate mit negativem Marktwert | |
| I Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte /Schulden | 13,7 | - |
| II Bruttobeträge angesetzter finanzieller Vermögenswerte /Schulden, die in der Bilanz saldiert werden | - | 0,3 |
| I + II Nettobeträge finanzieller Vermögenswerte /Schulden, die in der Bilanz ausgewiesen werden | 13,4 | - |
| Zugehörige Beträge, die in der Bilanz nicht saldiert werden | ||
| Finanzinstrumente | - | 1,6 |
| Netto-Betrag | 11,8 | - |
Die Tabelle zeigt neben den Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind. Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten. Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss.
19 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden. Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsengekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €). Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden. Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse und sonstiger nicht zahlungswirksamer Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht:
| Zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten scroll Mio. € | 01.01.17 | Zahlungswirksame Veränderungen | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | Erwerbe/Veräußerungen | Wechselkursbedingte Veränderungen | Sonstiges | 31.12.17 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 990,8 | -311,7 | - | - | 45,6 | -633,5 | |
| Leasing-Verpflichtungen | 36,1 | -4,1 | - | - | 2,2 | -29,8 | |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 431,3 | -0,9 | - | 40,9 | -45,6 | -5,6 | 338,3 |
| Finanzierungsverbindlichkeiten | 1.458,2 | -316,7 | - | -40,9 | -93,4 | -5,6 | 1.001,6 |
Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf Ziffer 9 des Anhangs. → Siehe Ziffer 09 Der Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthält die anteiligen Cashflows des Segments Siltronic, sowohl der betrieblichen als auch der investiven Tätigkeit, bis zum Abgangszeitpunkt.
20 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über vier operative Segmente (Silicones, Polymers, Biosolutions und Polysilicon), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Für eine genauere Beschreibung der Produkte und Organisation der Segmente verweisen wir auf den Lagebericht. Mit der Entkonsolidierung der Siltronic entfällt das Segment Siltronic in 2017. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen, darunter auch das at-Equity-Ergebnis der Siltronic. Die Währungsergebnisse werden unter "Sonstiges" gezeigt. Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Auch der als strategisches Investment gehaltene at-Equity Beteiligungsansatz der Siltronic wird unter "Sonstiges" gezeigt. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert. Sowohl das Beteiligungsergebnis als auch der at-Equity-Ansatz der Siltronic werden in 2017 der Region Deutschland zugeordnet. Durch die Entkonsolidierung entfallen Vermögenswerte und Schulden der Siltronic-Gesellschaften in den betroffenen Regionen. WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive dem Equity-Ergebnis und dem sonstigen Beteiligungsergebnis zusammen. Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert. In 2017 und in der Vorjahresperiode erfolgte keine Konsolidierung des Innenumsatzes der verbliebenen Segmente mit dem als "discontinued operation" bilanzierten Segment Siltronic. Auf Grund der besseren Vergleichbarkeit der zukünftigen Perioden verblieb der Innenumsatz im Konzern und erhöhte den Gesamtumsatz. Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet. Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet. Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf:
| Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-) scroll Mio. € | 2017 | 20161 |
|---|---|---|
| SILICONES | -0,9 | -1,4 |
| POLYMERS | -0,5 | -2,4 |
| BIOSOLUTIONS | -3,3 | 0,8 |
| POLYSILICON | -16,3 | 15,1 |
| Sonstiges | 61,0 | -28,2 |
| Gesamt | 40,0 | -16,1 |
| 1 Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche). |
Der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen aus der Lieferung von Polysilicium und der Vereinnahmung von erhaltenen Anzahlungen aus Vertragsauflösungen im Segment Polysilicon belief sich auf 71,7 Mio. € (Vorjahr 161,1 Mio. €). 0,5 Mio. € (Vorjahr 1,9 Mio. €) Rückgang entfielen auf das Segment Biosolutions. Das Segment Sonstiges verzeichnete im laufenden Jahr eine Erhöhung von 2,4 Mio. €. Aus der Entkonsolidierung der Siltronic ergab sich ein Rückgang von 26,2 Mio. €. Wesentliche ergebnisneutral berücksichtigte Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.# Die Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen in Höhe von 8,4 Mio. € (Vorjahr - 1,9 Mio. €) auf Sonstiges. In Höhe von 5,4 Mio. € ergibt sich eine Veränderung aus derivativen Finanzinstrumenten der Siltronic-Beteiligung, die ebenfalls im "Sonstigen" ausgewiesen werden. Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente:
Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
(in Mio. €)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| SILICONES | 27,0 | - 93,6 |
| POLYMERS | 9,8 | - 35,4 |
| BIOSOLUTIONS | 2,4 | - 9,2 |
| POLYSILICON | 18,2 | - 63,8 |
| SILTRONIC | - | - 90,5 |
| Sonstiges | 69,8 | - 167,5 |
| Gesamt | 127,2 | - 460,0 |
Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 627,2 Mio. € (Vorjahr 625,4 Mio. €) und bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China auf 455,1 Mio. € (Vorjahr 406,3 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 652,1 Mio. € (Vorjahr 648,8 Mio. €) bzw. 1.044,9 Mio. € (Vorjahr 928,4 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht.
Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:
Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)
(in Mio. €)
| 2017 | 2016¹ | |
|---|---|---|
| Operatives Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente | 420,6 | 337,1 |
| Konsolidierung | 3,1 | 0,4 |
| Konzern-EBIT | 423,7 | 337,5 |
| Finanzergebnis | - 88,7 | - 91,1 |
| Ergebnis vor Steuern | 335,0 | 246,4 |
| Ertragsteuern | - 84,9 | - 68,3 |
| Jahresergebnis fortgeführte Geschäftstätigkeiten | 250,1 | 178,1 |
| Jahresergebnis nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten | 634,7 | 11,2 |
| Jahresergebnis | 884,8 | 189,3 |
¹ Angepasst auf Grund von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche).
21 Aufstellung des Anteilsbesitzes
Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.
| Laufende Nummer | Tätigkeit | Kennzeichen* | Eigenkapital in T€ | Jahresergebnis in T€ | Kapitalanteil in % | gehalten über lfd. Nummer¹ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbundene Unternehmen Deutschland | ||||||
| 1 | Alzwerke GmbH, München | Sonstiges a), b) | 7.160 | - | 100,00 | 0 |
| 2 | DRAWIN Vertriebs-GmbH, Hohenbrunn-Riemerling | Silicones a), b) | 5.015 | - | 100,00 | 0 |
| 3 | Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München | Sonstiges a), b) | 26 | - | 100,00 | 0 |
| 4 | Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München | - | 29 | 100,00 | 0 | |
| 5 | Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz | - | 27 | 100,00 | 0 | |
| 6 | Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München | - | 79 | 100,00 | 1 | |
| 7 | Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München | - | 35 | 100,00 | 0 | |
| 8 | Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München | - | 27 | 100,00 | 0 | |
| 9 | Wacker Biotech GmbH, Jena | Biosolutions a), b) | 290 | - | 100,00 | 0 |
| 10 | Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München | - | 24 | 100,00 | 1 | |
| 11 | Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München | a), b) | 2.753 | - | 100,00 | |
| 12 | Wacker-Chemie Zehnte Venture GmbH, München | - | 25 | 100,00 | 0 | |
| 13 | Wacker-Chemie Elfte Venture GmbH, München | - | 25 | 100,00 | 0 | |
| 14 | Wacker-Chemie Zwölfte Venture GmbH, München | - | 25 | 100,00 | 0 | |
| Übriges Europa | ||||||
| 15 | Wacker Chemicals Finance B. V., Zaanstad, Niederlande | Holding | 1.440.735 | 3.416 | 100,00 | 0 |
| 16 | Wacker Chemicals Ltd., Purley, Surrey, Großbritannien | Vertrieb | 992 | 888 | 100,00 | 0 |
| 17 | Wacker Chemie Italia S. r. L., San Donato Milanese, Italien | Vertrieb | 2.868 | 1.285 | 100,00 | 0 |
| 18 | Wacker-Chemie Benelux B. V., Zaanstad, Niederlande | Vertrieb | 609 | 591 | 100,00 | 15 |
| 19 | Wacker Chimie S. A. S., Lyon, Frankreich | Vertrieb | 481 | 205 | 100,00 | 0 |
| 20 | Wacker-Kemi AB, Solna, Schweden | Vertrieb | 411 | 359 | 100,00 | 0 |
| 21 | Wacker Química Ibérica, S. A., Barcelona, Spanien | Vertrieb | 636 | 498 | 100,00 | 0 |
| 22 | Wacker-Chemie, s. r. o., Pilsen, Tschechien | Vertrieb, Silicones | 3.440 | 225 | 100,00 | 0 |
| 23 | Wacker-Chemia Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen | Vertrieb | 563 | 415 | 100,00 | 0 |
| 24 | Wacker Chemie Hungary Kft., Budapest, Ungarn | Vertrieb | 618 | 433 | 100,00 | 0 |
| 25 | LLC Wacker Chemie Rus, Moskau, Russland | Vertrieb | 888 | 195 | 100,00 | 0 |
| 26 | Wacker Chemicals Norway AS, Holla, Hemne, Norwegen | Silicones | 80.565 | - 1.975 | 100,00 | 15 |
| 27 | Wacker Kimya Tic. Ltd.Sti., Istanbul, Türkei | Vertrieb | 358 | 275 | 100,00 | 15 |
| 28 | Wacker Biosolutions León, S. L. U., León, Spanien | Biosolutions | 14.970 | - 32 | 100,00 | 15 |
| Amerika | ||||||
| 29 | Wacker Quimica do Brasil Ltda., Jandira - Sao Paulo, Brasilien | Silicones, Polymers | 23.969 | - 45 | 99,90 | 0,10 |
| 30 | Wacker Mexicana S. A. de C. V., Mexiko, D. F., Mexiko | Vertrieb | 1.055 | 254 | 100,00 | 0 |
| 31 | Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan, USA | Silicones, Polymers, Biosolutions | 1.473.316 | 1.129 | 100,00 | 15 |
| 32 | Wacker Polysilicon North America, L. L. C., Cleveland, Tennessee, USA | Polysilicon | 970.899 | - 6.278 | 100,00 | 31 |
| 33 | Wacker Colombia S. A. S., Bogotá, Kolumbien | Vertrieb | 188 | 24 | 100,00 | 15 |
| Asien | ||||||
| 34 | Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan | Silicones | 19.005 | - 1.009 | 50,004 | 0 |
| 35 | Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur | Vertrieb | 2.470 | 1.073 | 100,00 | 0 |
| 36 | Wacker Chemicals Hong Kong Ltd., Hong Kong, China | Vertrieb | 2.703 | 366 | 100,00 | 0 |
| 37 | Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Kalkutta, Indien | Silicones | 59.455 | 17.481 | 51,00 | 0 |
| 38 | Wacker Chemicals Korea Inc., Seongnam-si, Südkorea | Silicones, Polymers | 85.022 | 4.308 | 100,00 | 15 |
| 39 | Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio, Japan | Vertrieb | 450 | 388 | 100,00 | 0 |
| 40 | Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur | Holding | 47.954 | - 17 | 51,00 | 0 |
| 41 | Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co., Ltd., Zhangjiagang, China | Silicones | 23.771 | 3.303 | 100,00 | 40 |
| 42 | Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang, China | Silicones | 54.551 | 3.761 | 100,00 | |
| 43 | Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China | Vertrieb | 178.624 | 40.277 | 100,00 | 0 |
| 44 | Wacker Chemicals (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China | Polymers, Biosolutions | 53.253 | 2.093 | 100,00 | 43 |
| 45 | Wacker Chemie India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien | Vertrieb | 3.891 | 148 | 99,90 | 15 |
| 46 | PT. Wacker Chemicals Indonesia, Tangerang, Indonesien | Silicones, Polymers, Biosolutions | 177 | 42 | 99,00 | 15 |
| Übrige Regionen | ||||||
| 47 | Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Mulgrave, Melbourne, Australien | Vertrieb | 530 | 214 | 100,00 | 0 |
| 48 | Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai, VAE | Vertrieb | 3.135 | 541 | 100,00 | 0 |
| Gemeinschaftsunternehmen/assoziierte Unternehmen | ||||||
| 49 | Dow Corning Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur² | Silicones | 323.250 | 1.293 | 25,00 | 0 |
| 50 | Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan, China | Silicones | 19.852 | 3.945 | 50,00 | 43 |
| 51 | Siltronic AG, München² | Sonstiges | 638.123 | 192.427 | 30,83 | 0 |
| Special Purpose Entity | ||||||
| 52 | WMM Universal-Fonds (Sondervermögen), Deutschland³ | 104.856 | - 658 | 100,00 | 0 |
- Kennzeichen:
a: Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.
b: Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
¹ Laufende Nummer
² Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft; Angabe des konsolidierten Abschlusses nach IFRS
³ Anteile an Sondervermögen; Angaben nach IFRS
⁴ Beherrschender Einfluss auf Grund von potenziellen Stimmrechten
22 Beziehungen zu nahestehenden Personen
Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern. Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht.
Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält.
Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.
Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.
Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung.# WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Insgesamt betragen die Ausgaben 36,6 Mio. € (Vorjahr 44,8 Mio. €). Zum 31. Dezember 2017 bestanden Forderungen in Höhe von 31,5 Mio. € (Vorjahr 48,0 Mio. €) und Verbindlichkeiten von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €). Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. www.unternehmensregister.de
Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt.
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen /Personen
| Mio. € | 2017 | 2016 | ||
|---|---|---|---|---|
| Erträge | Aufwendungen | Forderungen | Verbindlichkeiten | |
| Assoziierte Unternehmen | 135,2 | 131,0 | 12,0 | 19,1 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 5,5 | 1,0 | 0,5 | 0,1 |
| Mio. € | 2016 | |
|---|---|---|
| Forderungen | Verbindlichkeiten | |
| Assoziierte Unternehmen | 3,6 | 15,0 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 0,9 | 0,1 |
Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.
→ Siehe Ziffer 15
Die Wacker Chemie AG hat sich in 2014 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG über einen festgelegten Zeitraum von fünf Jahren verpflichtet. Darüber hinaus besteht eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 90,5 Mio. € (Vorjahr 96,4 Mio. €).
Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats:
Vergütungen für Organe
| Feste Vergütungen | Variable Vergütungen | Altersversorgung¹ | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvergütungen 2017 | 2.631.856 | 4.956.160 | 1.415.435 | 9.003.451 |
| Vorstandsvergütungen 2016 | 2.611.723 | 4.866.125 | 1.177.876 | 8.655.724 |
| Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2017 | 28.090.779 |
| Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder 2016 | 27.587.433 |
| Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2017 | 1.995.326 |
| Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 2016 | 2.383.467 |
| Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2017 | 37.590.405 |
| Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 2016 | 39.163.469 |
| Aufsichtsratsvergütungen 2017 | 2.152.945 |
| Aufsichtsratsvergütungen 2016 | 2.165.000 |
¹ Die Vergütung für die Altersversorgung ergibt sich aus dem Dienstzeitaufwand. Der Zinsaufwand belief sich auf 535.197 € (Vorjahr 624.036 €).
Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des Lageberichts und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind. Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG. www.wacker.com/directors-dealings
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind auf den folgenden Seiten aufgeführt.
23 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Januar 2018 erhielt WACKER von der zuständigen Versicherung einen Verrechnungsscheck über 100 Mio. USD als anteilige Vorauszahlung für den Schaden aus dem technischen Defekt und der nachfolgenden Betriebsunterbrechung am US-Produktionsstandort Charleston, USA.
WACKER hat am 09. Januar 2018 das bereits im Dezember 2017 unterschriebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € ausbezahlt bekommen. Das Darlehen ist endfällig und teilweise fest, teilweise variabel verzinst. Das Darlehen ist somit nicht mehr Teil der langfristig ungenutzten Kreditlinien wie zum 31.12.2017 noch dargestellt.
München, den 26. Februar 2018
Wacker Chemie AG
Rudolf Staudigl
Christian Härtel
Tobias Ohler
Auguste Willems
Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur Prüfung
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft.
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 26. Februar 2018 ausführlich behandelt. Über die Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
München, den 26. Februar 2018
Wacker Chemie AG
Rudolf Staudigl
Christian Hartel
Tobias Ohler
Auguste Willems
Wiedergabe des Bestätigungsvermerks
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Wacker Chemie AG, München
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Wacker Chemie AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und
- vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der Eu-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.# Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Der Verkauf von Anteilen und die Entkonsolidierung der Siltronic AG
Zur Darstellung des Sachverhalts sowie der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Ausführungen hierzu im Anhang. Weitere Erläuterungen sind im Anhang und im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt „Vermögenslage" enthalten.
Das Risiko für den Abschluss
Im ersten Quartal 2017 veräußerte der WACKER-Konzern über zwei Tranchen Aktien der Siltronic AG. Im Rahmen der ersten Tranche wurden 1,8 Mio Aktien (entspricht einer Beteiligung von 6 %) für EUR 88 Mio an der Börse platziert. Danach hielt WACKER noch 51,8 Prozent an der Siltronic AG. Diese mehrheitswahrende Transaktion hat der WACKER-Konzern als Geschäftsvorfall mit Eigentümern behandelt. In einer zweiten Tranche wurden am 15. März 2017 6,3 Mio Aktien (entspricht einer Beteiligung von 21 %) für EUR 353 Mio über ein Platzierungsverfahren an institutionelle Anleger verkauft. Die Reduzierung der Anteile des Konzerns von 51,8 % auf 30,8 % an der Siltronic AG geht mit dem Verlust der Beherrschung an dieser einher. Die Siltronic AG wurde entsprechend entkonsolidiert und ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als vollkonsolidiertes Unternehmen, sondern at-equity in den Konzernabschluss einbezogen. Die erstmalige Erfassung der at-equity-Beteiligung erfolgte zum beizulegenden Zeitwert der Anteile zum Transaktionsstichtag in Höhe von EUR 519 Mio. Im Anschluss wurde eine Kaufpreisallokation für die im at-equity-Buchwert abgebildeten anteiligen Vermögenswerte und Schulden durchgeführt. Diese Kaufpreisallokation basiert auf ermessensbehafteten Bewertungsprämissen und die Bewertungsmodelle sind komplex. Für die Durchführung der Kaufpreisallokation hat die Wacker Chemie AG einen unabhängigen Sachverständigen beauftragt.
Sowohl die Abbildung des Geschäftsvorfalls mit Eigentümern als auch die Entkonsolidierung und die Ermittlung des Abgangserfolgs stellen vor diesem Hintergrund und aufgrund des Transaktionswertes sowie der zu beachtenden Bilanzierungsvorschriften ein Risiko für den Abschluss dar. Daneben sind die Prüfung des sachgerechten Ausweises des Segments Siltronic als nicht fortgeführte Aktivitäten im Sinne des IFRS 5 sowie die Genauigkeit der Bewertung der im at-equity-Buchwert abgebildeten anteiligen Vermögenswerte und Schulden für unsere Prüfung von wesentlicher Bedeutung.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben zunächst beurteilt, ob und zu welchem Zeitpunkt die Wacker Chemie AG neben dem Verlust der Verfügungsgewalt über die Mehrheit der Stimmrechte auch die faktische Verfügungsgewalt verloren hat. Hierzu haben wir die von der Gesellschaft erstellte Analyse zu Stimmrechtsmehrheiten auf der Hauptversammlung ausgewertet. Daneben haben wir durch Einsichtnahme in Unternehmensverträge beurteilt, ob sich aus sonstigen vertraglichen Vereinbarungen mit der Siltronic AG eine faktische Verfügungsgewalt durch Weisungsrechte oder der Lenkung von maßgeblichen Tätigkeiten ableiten lässt. Durch die Einsichtnahme von internen Dokumentationen sowie Gremienprotokollen haben wir beurteilt, ob die Verkäufe der Aktien in zwei Tranchen als ein Geschäftsvorfall zu behandeln sind.
Wir haben die Buchungen zur Entkonsolidierung nachvollzogen und vor dem Hintergrund der zu beachtenden Bilanzierungsvorschriften beurteilt. Des Weiteren haben wir die Darstellung des Abgangs des Segments Siltronic, insbesondere die korrekte Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivitäten nach den Kriterien des IFRS 5 gewürdigt sowie den richtigen Ausweis im Konzernabschluss überprüft.
Wir haben den Erstansatz der at-equity-Bewertung zum Transaktionszeitpunkt mit dem zugehörigen Marktpreis abgestimmt. Wir haben die fachliche Kompetenz, Fähigkeiten, Objektivität und Arbeitsergebnisse des von WACKER für die Kaufpreisallokation beauftragten Sachverständigen beurteilt. Für die Beurteilung der Angemessenheit der Bewertung haben wir, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, zunächst analysiert, ob das verwendete Modell in Einklang mit den Rechnungslegungsvorschriften steht. Anschließend haben wir die wesentlichen verwendeten Bewertungsannahmen gewürdigt. Hierzu haben wir die der Bewertung zu Grunde liegende erwartete Umsatz- und Margenentwicklung auf Basis der letzten zur Verfügung stehenden Planung mit den Verantwortlichen der Kaufpreisallokation erörtert. Die zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten herangezogenen Lizenzraten haben wir mit Referenzwerten aus einschlägigen Datenbanken verglichen. Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zusammenfassend haben wir den aus den Annahmen resultierenden Unternehmenswert mit der Marktpreiskapitalisierung zum Transaktionszeitpunkt verglichen und nachvollzogen. Die Bewertungsergebnisse von wesentlichen Vermögenswerten und Schulden haben wir im Modell rechnerisch nachvollzogen.
Unsere Schlussfolgerungen
Das Vorgehen der Wacker Chemie AG zur Entkonsolidierung, zur Ermittlung des Abgangserfolgs und zum Ausweis des Segments Siltronic als nicht fortgeführte Aktivitäten ist sachgerecht. Die zur Bewertung der im at-equity-Buchwert abgebildeten anteiligen Vermögenswerte und Schulden verwendete Bewertungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die Bewertung sind angemessen.
Die Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON
Zur Darstellung des Segments WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr verweisen wir auf den Abschnitt „Segmentdaten nach Bereichen" im Konzernabschluss sowie den Abschnitt „Segmentberichterstattung" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Anhang ab Seite 123.
Das Risiko für den Abschluss
An den Produktionsstandorten für Polysilicium wurden in den vergangenen Jahren Investitionen in Höhe von ca. EUR 2,5 Mrd. getätigt. Die Geschäftsentwicklung im Segment WACKER POLYSILICON war in der Vergangenheit durch Schwankungen der Marktpreise von Polysilicium geprägt. Dem Segment sind Produktionsanlagen aus Burghausen, Nünchritz und Charleston zugeordnet. Neben dem schwierigen Marktumfeld in den vergangenen Jahren, ereignete sich im September 2017 eine Explosion in einer Teilanlage der Produktion am Standort Charleston. Gemäß der Beurteilung der Gesellschaft war die Beschädigung der Teilanlage von deutlich untergeordneter Bedeutung für das Sachanlagevermögen. Die Gesellschaft erwartet keinen wesentlichen finanziellen Schaden aus diesem Ereignis. Eine Wertminderung für das Sachanlagevermögen des Segments WACKER POLYSILICON erfolgte im Geschäftsjahr nicht.
Werthaltigkeitstests sind für Sachanlagen durchzuführen, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Sachanlagevermögens zu schätzen, der dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht. Indikator einer möglichen Wertminderung könnte die Entwicklung der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse des Segments auf Basis der verabschiedeten operativen Planung auch unter Berücksichtigung der Explosion sein. Die operative Planung und somit die Einschätzung, ob das Sachanlagevermögen des Segments WACKER POLYSILICON werthaltig ist, sind ermessensbehaftet und erfordern zahlreiche, zukunftsorientierte Schätzungen - z. B. hinsichtlich des Risikos von Überkapazitäten, der Preisrisiken bei Polysilicium und der zu erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Höhe der getätigten Investitionen war das Risiko der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON im Rahmen unserer Prüfung von wesentlicher Bedeutung.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON, der Abteilung Corporate Accounting sowie der Rechts- und Versicherungsabteilung und der Werkleitung am Standort Charleston haben wir uns insbesondere den Planungsprozess, die darin verwendeten Bewertungsannahmen und -parameter und vor allem deren Einschätzung möglicher Implikationen aus der Explosion am Standort Charleston erläutern lassen. Zur Prüfung der Angemessenheit der den erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen zugrundeliegenden Annahmen und Parameter des Segments WACKER POLYSILICON haben wir die durch den Aufsichtsrat genehmigte Unternehmensplanung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich), insbesondere im Bereich der Photovoltaik hinsichtlich der Mengen- und Preisentwicklung, verglichen. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Ergänzend haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen eingeschätzt, ob Hinweise für von der Gesellschaft nicht identifizierte Wertminderungen des Sachanlagevermögens bestehen. Darüber hinaus haben wir die in den Gremienprotokollen im Zusammenhang mit der Explosion identifizierten Auswirkungen sowie definierten Maßnahmen gewürdigt. Ebenso haben wir die Korrespondenz mit der Versicherung eingesehen.# Unsere Schlussfolgerungen
Die von der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON verwendeten Annahmen und Parameter, einschließlich der Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen der Explosion, sind sachgerecht.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den von uns vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten gesonderten nichtfinanziellen Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung sowie die uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellten übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen ― wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder ― anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ― identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. ― gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. ― beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ― ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. ― beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. ― holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. ― beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. ― führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunfts-orientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.# Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung
Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289 f, 315 d HGB über die Unternehmensführung.
Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2017 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 07. Februar 2017 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2017 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Entsprechenserklärung 2017 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG
1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG
Im Dezember 2016 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 05. Mai 2015 mit den nachfolgend unter Ziffer 2 a), c), d), e), g) und h) aufgeführten Ausnahmen bzw. den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 mit den nachfolgend in Ziffer 2 aufgeführten Ausnahmen. Die Wacker Chemie AG wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 weiter mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen.
2. Ausnahmen
a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 2)
Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Abs. 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.
b) Zukunftsbezogenheit der Bemessungsgrundlage für die variable Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Abs. 2)
Die variablen Bestandteile der Vorstandsvergütung berechnen sich auf Basis einer dreijährigen und damit mehrjährigen Bemessungsgrundlage. 15 Prozent der variablen Vergütung werden außerdem in Aktien ausgezahlt, die einer zweijährigen Haltefrist unterliegen. Auch wenn die Bemessungsgrundlage damit nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, halten wir unser Konzept der variablen Vergütung für ausgewogen und geeignet, die richtigen Anreize für eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu setzen. Das Vergütungssystem stellt sicher, dass die Mitglieder des Vorstands über einen längeren Zeitraum an positiven und negativen Entwicklungen der Gesellschaft teilnehmen - einerseits über die Aktienkomponente und andererseits über die Durchschnittsbetrachtung eines Zeitraums von drei Jahren.
c) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Ziffer 5.3.3)
Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Wacker Chemie AG, München, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Alfons Maurer.
München, den 26. Februar 2018
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Andrejewski, Wirtschaftsprüfer
Maurer, Wirtschaftsprüfer
Aufsichtsrat
| Name | Position | Ort | Tätigkeit |
|---|---|---|---|
| Dr. Peter-Alexander Wacker 1, 2, 3 | Vorsitzender | Bad Wiessee | Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. |
| Manfred Köppl *, 1, 2, 3 | Stv. Vorsitzender | Kirchdorf | Betriebsratsvorsitzender Werk Burghausen der Wacker Chemie AG |
| Peter Áldozó * | Stv. Vorsitzender | Burghausen | Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG |
| Dr. Andreas H. Biagosch | München | Geschäftsführer der Impacting l GmbH & Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Mitglied des Beirats ATHOS Service GmbH (seit 30. September 2017) Lürssen Werft GmbH & Co. KG Mitglied des Regionalbeirats Süd Commerzbank AG | |
| Dr. Gregor Biebl | München | Ministerialdirigent Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat | |
| Matthias Biebl | München | Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt bei der UniCredit Bank AG | |
| Dagmar Burghart * | Kirchdorf | Teamleiterin Servicecenter Betriebliche Altersversorgung, Wacker Chemie AG | |
| Konrad Kammergruber * | Burghausen | Leiter Infrastruktur Services, Wacker Chemie AG | |
| Eduard-Harald Klein *, 1 | Neuötting | Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG | |
| Franz-Josef Kortüm 1, 2, 3 | München | Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Webasto SE Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA | |
| Barbara Kraller * (seit 24. April 2017) | Taching | Stv. Betriebsratsvorsitzende Werk Burghausen der Wacker Chemie AG | |
| Seppel Kraus * | Olching | Landesbezirksleiter IG BCE, Bayern Mitglied des Aufsichtsrats Novartis Deutschland GmbH Hexal AG Gerresheimer AG (bis 26. April 2017) | |
| Hansgeorg Schuster * (bis 14. März 2017) | Braunau am Inn, Österreich | Mitglied des Gesamtbetriebsrats der Siltronic AG | |
| Harald Sikorski * | München | Bezirksleiter IG BCE, Altötting Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG | |
| Dr. Thomas Strüngmann | Tegernsee | Co-Geschäftsführer der ATHOS Service GmbH | |
| Dr. Susanne Weiss | München | Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzende des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Schattdecor AG UBM Development AG, Österreich Vorsitzende des Beirats Alu-Sommer GmbH, Österreich Wirtschaftlicher Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim e. V. |
- Arbeitnehmervertreter; für die Aufsichtsratsvergütung gelten die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA).
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr. Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Franz-Josef Kortüm)
Vorstand
| Name | Funktion | Zuständigkeitsbereich |
|---|---|---|
| Dr. Rudolf Staudigl | Vorsitzender | WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Beirats Bayern Deutsche Bank AG |
| Dr. Christian Hartel | WACKER POLYMERS Personal/Soziales (Arbeitsdirektor) Zentrale Ingenieurtechnik Region Asien | |
| Dr. Tobias Ohler | SILTRONIC (bis 14. März 2017) | Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherungen Information Technology Procurement & Logistics Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG |
| Auguste Willems | WACKER SILICONES WACKER BIOSOLUTIONS Sales and Distribution Forschung und Entwicklung Intellectual Property Werkleitungen Corporate Security Umwelt/Gesundheit/Sicherheit Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Mitglied des Landesbeirats Bayern TÜV Süd AG | |
| Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde. |
d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)
Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.
e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1 Abs. 2)
Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.
f) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder ( Ziffer 5.4.1 Abs. 5)
Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Zu den Kandidatenvorschlägen machen wir die gesetzlich geforderten Angaben. Auch der Geschäftsbericht enthält wesentliche Angaben zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Angaben genügen aus unserer Sicht. Wir können den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, daher nicht erkennen.
g) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Ziffer 5.4.3)
Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.
h) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)
Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.
Der in die Fassung des Kodex vom 07. Februar 2017 in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 neu aufgenommenen Empfehlung zur Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium des Aufsichtsrats entspricht die Wacker Chemie AG seit dem Beschluss des Aufsichtsrats über ein solches Kompetenzprofil vom 21. September 2017.
Berichterstattung zur Corporate Governance
Aktionäre und Hauptversammlung
Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren
WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter. www.wacker.com
Hauptversammlung
Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäfts- und im Kurzbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auch auf der Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind.
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Wacker Chemie AG hat wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen.
Vorstand
Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu.
Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat
Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder.# Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt; die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre.
Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG
Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER bereits im Geschäftsjahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Im September 2017 hat der Aufsichtsrat diese überarbeitet und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat neu beschlossen:
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.
(I) Ziele für die Zusammensetzung
-
Internationale Expertise
Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören. -
Vermeidung von / Umgang mit Interessenkonflikten
Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. -
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder
Die vom Aufsichtsrat in der Geschäftsordnung niedergelegten Regelungen zur Altersgrenze sind zu beachten. -
Vielfalt (Diversity)
Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 Aktiengesetz soll sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen.
(II) Kompetenzprofil
Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:
- Im Aufsichtsrat soll ein angemessener Sachverstand in den Bereichen Unternehmensführung, Bilanzierung, Controlling, Risikomanagement, Corporate Governance und Compliance vertreten sein.
- Der Aufsichtsrat muss in seiner Gesamtheit mit der Chemiebranche vertraut sein (§ 100 Abs. 5 AktG).
- Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG).
Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2017 dargelegten Gründen nicht gefolgt.
Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Sämtliche Mitglieder auf Anteilseignerseite werden als unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingestuft. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2017 dargelegten Gründen nicht gefolgt.
Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im September 2017 gesetzten Zielen.
Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats
Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2017 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm.
Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsantrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2017 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Manfred Köppl.
Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss, der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2017 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an.
Wesentliche Unternehmensführungspraktiken
Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands
Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 86. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Singapur, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance.
Grundsätze der Unternehmensethik
- Neben unseren Visionen und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER-Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze - in fünf Codes festgehalten - regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.
- Code of Conduct: Der Code of Conduct enthält unsere Grundsätze im Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten. Er regelt auch den Umgang mit Informationen, Vertraulichkeit und Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche sowie die Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen.
- Code of Innovation: Im Code of Innovation sind unsere Grundsätze für Forschung und Entwicklung, Kooperationen, Patente und das Innovationsmanagement festgelegt.
- Code of Teamwork & Leadership: Der Code of Teamwork & Leadership umreißt unser Verständnis von Zusammenarbeit und Führung. Eine besondere Rolle spielen Vertrauen und Wertschätzung, Leistungswille und Erfolg, Anerkennung und Entwicklung, Teamarbeit und Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Vorbildfunktion von Führungskräften.
- Code of Safety: Der Code of Safety definiert unsere Sicherheitskultur und stellt Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze, Anlagen, Produkte und Transport auf.
- Code of Sustainability: Der Code of Sustainability führt Grundsätze der Nachhaltigkeit auf, nach denen sich Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Produktion und Produkte sowie unser gesellschaftliches Engagement auszurichten haben.
Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp abrufbar.# Responsible Care® and Global Compact Integral Parts of Corporate Governance
Two voluntary global initiatives form the basis for sustainable corporate governance at WACKER: Responsible Care® of the chemical industry and the UN Global Compact. WACKER has been involved in the Responsible Care® initiative since 1991. In this program, participants – including WACKER – commit to continuously improving performance in safety, health, and environmental protection on their own responsibility, independent of legal requirements. The same applies to the UN Global Compact initiative. We implement the ten principles of the Global Compact for the protection of human rights, social and environmental standards, and the fight against corruption. Our suppliers are also expected to adhere to the principles of the Global Compact. We therefore also assess our suppliers in this regard during risk screening. Since 2011, WACKER has established its own Corporate Sustainability department, which is responsible for implementing our self-commitments to Responsible Care® and the Global Compact and coordinates WACKER's sustainability efforts worldwide.
Social Engagement
Companies need society's trust to be economically successful. Therefore, WACKER assumes social responsibility in the communities surrounding its sites and globally where people are in need. We regularly promote and support a variety of non-profit projects, organizations, and initiatives. We are involved in science, education, and sports, as well as in the social and charitable sectors.
Further Information on Corporate Governance at WACKER
Compliance with the Provisions of Art. 17 MAR
We comply with the legal regulations of Art. 17 of the Market Abuse Regulation (Regulation (EU) No. 596/2014 – Market Abuse Regulation, "MAR"). For years, we have had a "Ad-hoc Publicity" coordination office where representatives from various specialist departments assess events for their ad-hoc relevance. This ensures legally compliant handling of potential insider information. Employees who have access to insider information in the course of their duties are listed in insider lists.
Share Transactions by Management Board and Supervisory Board Members
Persons discharging managerial responsibilities (at Wacker Chemie AG, these are the members of the Management Board and the Supervisory Board) as well as persons closely connected to them are obliged under Art. 19 MAR to notify the Federal Financial Supervisory Authority and the Company of their own transactions in shares or debt instruments of the Company or in associated derivatives or other associated financial instruments within three business days. However, a notification obligation only exists if the total volume of transactions carried out by the person concerned reaches or exceeds €5,000 within a calendar year. The transactions notified to Wacker Chemie AG in fiscal year 2017 were published properly; further information is available at www.wacker.com/cms/de/investor-relations/corporate-governance/directors_dealings/directors_dealings.jsp.
Responsible Management of Opportunities and Risks
The Company's responsible approach to risks is an important component of good corporate governance. Through systematic opportunity and risk management, WACKER regularly identifies and monitors significant risks and opportunities. The aim is to ensure that risks are identified early and minimized through consistent risk management. The Management Board regularly informs the Supervisory Board about existing risks and their development. The Audit Committee regularly deals with the accounting process and the effectiveness of the internal control, risk management, and audit systems. It is also involved in the annual audit. The opportunity and risk management system is continuously developed and adapted to changing framework conditions.
Accounting and Audit
In accordance with the regulations of the German Corporate Governance Code, we have agreed with the auditor, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Munich, that the Chairman of the Supervisory Board will be informed immediately about grounds for exclusion and disqualification during the audit. Furthermore, the auditor also reports immediately on all significant findings and occurrences that concern the tasks of the Supervisory Board. Should the auditor ascertain facts during the annual audit that indicate an inaccuracy in the declaration of conformity with the German Corporate Governance Code submitted by the Management Board and Supervisory Board pursuant to § 161 AktG, they will inform the Supervisory Board or note this in the audit report.
D&O Insurance
WACKER has taken out a Directors and Officers (D&O) liability insurance policy that covers the activities of the members of the Management Board and the Supervisory Board. This insurance includes the statutory deductible for members of the Management Board.
Promotion of Women's Participation in Leadership Positions
The "Law for the Equal Participation of Women and Men in Leadership Positions in the Private and Public Sectors," which came into force on May 1, 2015, requires the Supervisory Board of Wacker Chemie AG to be composed of at least 30 percent women and at least 30 percent men. These requirements apply for the first time to new appointments from January 1, 2016. No new appointments to the Supervisory Board of Wacker Chemie AG have been made on the shareholder side since January 1, 2016. Barbara Kraller was appointed to the Supervisory Board on the employee side by a decision of the Munich District Court dated April 24, 2017, succeeding the employee representative and Siltronic employee Hansgeorg Schuster, who left the company with the deconsolidation of Siltronic AG on March 15, 2017. The proportion of women on the Supervisory Board is therefore currently 18.75 percent overall (one shareholder representative and two employee representatives; previous year: 12.5 percent). The law further obliges Wacker Chemie AG to set target figures for the proportion of women on the Management Board and in the two management levels below the Management Board. The target figures for the Management Board are to be set by the Supervisory Board, and those for the two management levels below the Management Board by the Management Board. Both the target figures for the Management Board (target figure 0, implementation deadline June 30, 2017) and the respective target figures for the two management levels below the Management Board (target figure for the first management level: ten percent, target figure for the second level below the Management Board: 17.5 percent, implementation deadline in each case June 30, 2017) were achieved or exceeded within the implementation period. In June 2017, the Supervisory Board of Wacker Chemie AG decided on a target figure of 0 for the proportion of women on the Company's Management Board, with an implementation deadline of June 30, 2022. With an implementation deadline of December 31, 2019, each, the Management Board of Wacker Chemie AG decided in June 2017 on a target figure of 16 percent for the first management level below the Management Board and a target figure of 18 percent for the second management level below the Management Board.
Diversity Concept
1. Diversity Concept for the Management Board
The Management Board of Wacker Chemie AG shall be composed in such a way that its members collectively possess the knowledge, skills, and experience required to manage an internationally active chemical group. We are convinced that only a diverse body can fulfill this task. A balanced composition that takes into account the cross-section of tasks is crucial. On this basis, the Supervisory Board considers the following diversity aspects for the composition of the Management Board:
- High value is placed on diverse educational and professional backgrounds: A chemical company's Management Board must in any case have scientific expertise and/or experience in the chemical industry. At the same time, knowledge and experience in accounting, financial management, corporate management, planning, and strategy are also required, as well as a profound understanding of the interrelationships and requirements of the capital market.
- In a globally active company like Wacker Chemie AG, diverse cultural backgrounds or at least pronounced intercultural and international experience are also essential.
- An age-balanced structure of the overall body is also important. The Rules of Procedure for the Supervisory Board stipulate a standard retirement age of 67 years for Management Board members, which must be taken into account when appointing Management Board members.
- We are convinced that mixed teams achieve better results – this also includes the presence of women on the Management Board. In this context, a series of measures have already been implemented in the company to increase the proportion of women in leadership positions.
The aim of the described diversity concept is the optimal composition of the Management Board to ensure successful and sustainable corporate governance. The diverse composition ensures that the body can assess all relevant issues with appropriate expertise, consider all significant aspects from different perspectives, and set the right priorities. The standard retirement age for Management Board members ensures that the company can benefit from the many years of professional and life experience of individual Management Board members.# Vergütungsbericht
Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.
Vergütungssystem für den Vorstand
Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig. Nach dem seit dem 1. Januar 2010 geltenden Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich die Vorstandsvergütung aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:
(I) Einem festen Jahresgehalt: Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.
(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus: Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus (Long Term Bonus) ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Basis der Ziele sind die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow, Zielrendite sowie Return on Capital Employed (ROCE). Je nach Vorstandsmitglied liegt der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 180 Prozent bzw. 140 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums; der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 220 Prozent bzw. 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren.
Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben und sie für mindestens zwei Jahre zu halten. Dazu wird zunächst der Bruttojahresbonus ermittelt. 15 Prozent dieses Betrages werden in Aktien angelegt. Vom verbleibenden Betrag in Höhe von 85 Prozent des Bruttojahresbonus werden sodann die auf den gesamten Bruttojahresbonus anfallenden Steuern abgezogen und der Restbetrag an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlt. Im Ergebnis entfallen damit rund 30 Prozent des Nettojahresbonus auf die Aktienkomponente und haben somit eine mehrjährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage. Der genaue Anteil ist individuell abhängig von der persönlichen Steuersituation des Vorstandsmitglieds.
(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung: Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d. h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles hat Herr Dr. Rudolf Staudigl grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn er gegen seinen Willen aus dem Vorstand ausscheidet, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, oder wenn er von sich aus seine Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beendet. Die Höhe des Ruhegehaltes bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des ruhegehaltsfähigen Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst. Voraussetzung für den Anspruch auf Ruhegehalt ist eine mindestens fünfjährige Vorstandstätigkeit. Die Erhöhungen des Jahresgehaltes von Herrn Dr. Rudolf Staudigl und Herrn Auguste Willems ab 01. April 2016 wurden als zusätzliche feste, nicht ruhegehaltsfähige Entgeltkomponente vereinbart und haben keine Auswirkung auf die Berechnung des Ruhegehaltes (auf die Berechnung des Long Term Bonus (s. o. (II)) jedoch schon).
Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D & O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes. Schließlich unterliegen die Mitglieder des Vorstands im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen bei den Herren Dr. Rudolf Staudigl, Auguste Willems und Dr. Tobias Ohler auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen, bei Herrn Dr. Christian Hartel auf den Wert von maximal einer Jahresgesamtvergütung begrenzt sind (Abfindungs-Cap).
Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017
Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom DCGK empfohlenen Mustertabellen folgen. In 2017 gab es keine Veränderungen bei der Vergütung der Vorstandsmitglieder. Die nachfolgende Tabelle weist den Zufluss für das Geschäftsjahr 2017 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung - differenziert nach einjähriger bzw. mehrjähriger variabler Vergütung - sowie Versorgungsaufwand aus.
| Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 und 2016) | € | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | ||
| Dr. Rudolf Staudigl | Vorsitzender des Vorstands | ||||
| Auguste Willems | Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 840.000 | 830.000 | 610.000 | 602.500 | |
| Nebenleistungen² | 54.644 | 54.733 | 48.406 | 50.302 | |
| Summe | 894.644 | 884.733 | 658.406 | 652.802 | |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 1.774.080 | 1.734.700 | 1.288.320 | 1.259.225 | |
| Summe | 2.668.724 | 2.619.433 | 1.946.726 | 1.912.027 | |
| Versorgungsaufwand⁴ | - | 10.079 | 618.631 | 538.976 | |
| Gesamtvergütung | 2.668.724 | 2.629.512 | 2.565.357 | 2.451.003 |
| Zufluss Berichtsjahr (Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 und 2016) | € | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | ||
| Dr. Tobias Ohler | Mitglied des Vorstands | ||||
| Dr. Christian Hartel | Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 580.000 | 580.000 | 400.000 | 400.000 | |
| Nebenleistungen² | 48.314 | 44.479 | 50.492 | 49.709 | |
| Summe | 628.314 | 624.479 | 450.492 | 449.709 | |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 1.224.960 | 1.212.200 | 668.800 | 660.000 | |
| Summe | 1.853.274 | 1.836.679 | 1.119.292 | 1.109.709 | |
| Versorgungsaufwand⁴ | 578.020 | 456.746 | 218.784 | 172.075 | |
| Gesamtvergütung | 2.431.294 | 2.293.425 | 1.338.076 | 1.281.784 |
¹ Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2017 ein Anteil von 40.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
² Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. 4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.
Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2017 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.
Zuwendungen für das Berichtsjahr (Zielgrößen)
| scroll € | 2017 / Ziel | 2017/Min. | 2017/Max. | 2016 / Ziel |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 840.000 | 840.000 | 840.000 | 830.000 |
| Nebenleistungen² | 54.644 | 54.644 | 54.644 | 54.733 |
| Summe | 894.644 | 894.644 | 894.644 | 884.733 |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 1.545.600 | 729.120 | 2.162.160 | 1.552.100 |
| Summe | 2.440.244 | 1.623.764 | 3.056.804 | 2.436.833 |
| Versorgungsaufwand⁴ | - | - | - | 10.079 |
| Gesamtvergütung | 2.440.244 | 1.623.764 | 3.056.804 | 2.446.912 |
| scroll € | 2017 / Ziel | 2017/Min. | 2017/Max. | 2016 / Ziel |
|---|---|---|---|---|
| Auguste Willems Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 610.000 | 610.000 | 610.000 | 602.500 |
| Nebenleistungen² | 48.406 | 48.406 | 48.406 | 50.302 |
| Summe | 658.406 | 658.406 | 658.406 | 652.802 |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 1.122.400 | 529.480 | 1.570.140 | 1.126.675 |
| Summe | 1.780.806 | 1.187.886 | 2.228.546 | 1.779.477 |
| Versorgungsaufwand⁴ | 618.631 | 618.631 | 618.631 | 538.976 |
| Gesamtvergütung | 2.399.437 | 1.806.517 | 2.847.177 | 2.318.453 |
| scroll | 2017 / Ziel | 2017/Min. | 2017/Max. | 2016 / Ziel |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Tobias Ohler Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 580.000 | 580.000 | 580.000 | 580.000 |
| Nebenleistungen² | 48.314 | 48.314 | 48.314 | 44.479 |
| Summe | 628.314 | 628.314 | 628.314 | 624.479 |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 1.067.200 | 503.440 | 1.492.920 | 1.084.600 |
| Summe | 1.695.514 | 1.131.754 | 2.121.234 | 1.709.079 |
| Versorgungsaufwand⁴ | 578.020 | 578.020 | 578.020 | 456.746 |
| Gesamtvergütung | 2.273.534 | 1.709.774 | 2.699.254 | 2.165.825 |
| scroll | 2017 / Ziel | 2017/Min. | 2017 / Ziel | 2017/Min. |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Christian Hartel Mitglied des Vorstands | ||||
| Festvergütung¹ | 400.000 | 400.000 | 400.000 | 400.000 |
| Nebenleistungen² | 50.492 | 50.492 | 50.492 | 49.709 |
| Summe | 450.492 | 450.492 | 450.492 | 449.709 |
| Mehrjährige variable Vergütung³ | 576.000 | 274.400 | 821.600 | 588.000 |
| Summe | 1.026.492 | 724.892 | 1.272.092 | 1.037.709 |
| Versorgungsaufwand⁴ | 218.784 | 218.784 | 218.784 | 172.075 |
| Gesamtvergütung | 1.245.276 | 943.676 | 1.490.876 | 1.209.784 |
1 Bei der Berechnung des ruhegehaltsfähigen Anteils der Vergütung bleiben in 2017 ein Anteil von 40.000 € (Herr Dr. Staudigl) bzw. 30.000 € (Herr Willems) außer Betracht.
2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeuges und Zuschüsse zur Sozialversicherung.
3 Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 % des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Wacker Chemie AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die tatsächliche Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt, für das Geschäftsjahr 2017 ein Minimalwert von 0 % bzw. ein Maximalwert von 220 % bzw. 180 %. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwertes ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.
4 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen
| scroll € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Gesamt | 1.995.326 | 2.383.467¹ |
| 1 Diese Bezüge enthalten die im Zusammenhang mit der Beendigung des Dienstvertrages an Herrn Dr. Rauhut in 2016 gewährte Karenzentschädigung. |
Pensionsverpflichtungen für Vorstandsmitglieder
| scroll € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder | ||
| Gesamt | 28.090.779 | 27.587.433 |
| Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen | ||
| Gesamt | 37.590.405 | 39.163.469 |
Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 90.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und für Ausschussvorsitzende jeweils mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats mit einer jährlichen Pauschale von 20.000 €, zuzüglich der darauf zu entrichtenden Umsatzsteuer, erstattet. Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D & O-Versicherung ab.
Aufsichtsratsbezüge
| scroll € | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Feste Vergütung¹‚² | 2.152.945 | 2.165.000 |
| Variable Vergütung | - | - |
| Gesamt | 2.152.945 | 2.165.000 |
| 1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagenpauschale enthalten. | ||
| 2 Für die Arbeitnehmervertreter gelten für Aufsichtsratsvergütungen die Abführungsregularien des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bzw. des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA). |
Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG
Angaben für den WACKER-Konzern
Das Geschäftsmodell der Wacker Chemie AG
WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Das Geschäftsmodell und die rechtliche Unternehmensstruktur sind im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", ausführlich beschrieben. → Siehe Seite 43 ff. dieses Geschäftsberichts
Rahmenwerke und Prüfung des Berichts
Unsere Berichterstattung zur Nachhaltigkeit und auch dieser zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht (im Folgenden: "Bericht") orientieren sich an den Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI). Dieser Bericht ist zugleich die für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2017 im Sinne von §§ 315b, 315c i. V.m. 289c bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB). Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG geprüft und im Auftrag des Vorstands der Wacker Chemie AG von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben geprüft. Die in diesem Bericht veröffentlichten Zahlen enthalten zur besseren Vergleichbarkeit sowohl für das Jahr 2017 als auch für das Jahr 2016 keine Daten der zum 15. März 2017 entkonsolidierten Siltronic AG. Alle in diesem Bericht enthaltenen Verweise beziehen sich auf weiterführende Informationen mit Ausnahme der Verweise auf den Konzernlagebericht.
Bedeutung von Nachhaltigkeit und anderen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für WACKER
Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie zu einem unserer strategischen Ziele erklärt haben. WACKER als innovatives Chemieunternehmen leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern. Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen. Auch unsere strategische Mittelfrist-Planung für den WACKER-Konzern bis zum Jahr 2020, die wir im Rahmen des Kapitalmarkttags im Oktober 2016 vorgestellt haben, ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Eines der fünf strategischen Ziele lautet: "Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit".
Responsible Care® und UN Global Compact
Wir orientieren unser Handeln an zwei freiwilligen globalen Initiativen, die Basis sind für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible Care®-Initiative engagiert WACKER sich seit 1991 und ist als Teilnehmer des Programms verpflichtet, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Als Mitglied von UN Global Compact unterstützen wir aktiv die Ziele dieser weltweit wichtigsten und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption. Jährlich im April geben wir unsere Fortschrittsmitteilung ab. Sämtliche Fortschrittsmitteilungen der letzten Jahre können auf der Website des UN Global Compact eingesehen werden. www.unglobalcompact.org/what-is-gc/participants/1oo6o-Wacker-Chemie-AGcop Die jeweils aktuelle Fortschrittsmitteilung wird zusätzlich auf der WACKER-Website veröffentlicht: www.wacker.com/cms/de/wacker_group/sustainability/selbstverpflichtungen/global_compact.jsp
Grundsätze der Unternehmensethik
Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden die Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der Unternehmensleitlinien.# D.1 Umweltziele des WACKER-Konzerns bis 2022
| Region | Umweltkennzahl | Basisjahr | Ziel 2022 (%) |
|---|---|---|---|
| WACKER Deutschland | gewichteter spezifischer Energieverbrauch (pro Tonne Nettoproduktion)2 | 2007 | -50 |
| WACKER Deutschland | spezifische Kohlendioxidemissionen (pro Tonne Nettoproduktion)2 | 2012 | -15 |
| Konzern | spezifische Staubemissionen (pro Tonne Bruttoproduktion)2 | 2012 | -50 |
| Konzern | spezifische Emissionen relevanter VOCs (flüchtige organische Verbindungen; pro Tonne Bruttoproduktion)2 | 2012 | -25 |
1 Die Zielerreichung wird nicht durch lineare Fortschritte erzielt, sondern durch einzelne Projekte, die in unterschiedlichen Phasen des Zielzeitraums umgesetzt werden. Deshalb werden keine Zwischenstände berichtet.
2 Die Bruttoproduktion entspricht der Gesamtproduktion (Ziel- und Nebenprodukte) eines Betriebs bzw. Standorts. Die Nettoproduktion errechnet sich aus der Bruttoproduktion eines Betriebs bzw. Standorts abzüglich des internen Wiedereinsatzes von Produkten.
Umweltschutz
WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle und integrieren den Umweltschutz in unsere Produktionsprozesse. Das integrierte Verbundsystem ist im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" beschrieben. → Siehe Seiten 46 - 47 dieses Geschäftsberichts
D.2 Umweltschutzkosten
| Mio. € | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Betriebskosten | 78,3 | 78,4 | |
| Investitionen | 4,2 | 2,4 |
Unsere konzernweiten Standards zum Umweltschutz gelten für alle Produktionsstandorte und Technical Center. Die Standortleiter stellen sicher, dass gesetzliche Auflagen im Umweltschutz sowie Umweltstandards eingehalten werden. Der Konzernkoordinator Umwelt prüft an den Standorten, wie Umweltstandards in der Praxis umgesetzt werden, und überwacht stichprobenartig, wie die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden. Im Jahr 2017 haben wir 4,2 Mio. € (2016: 2,4 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Die Umweltschutzbetriebskosten betrugen 78,3 Mio. € (2016: 78,4 Mio. €). Beispiele für Investitionen in den Umweltschutz am Standort Burghausen sind die Analysetechnik in der Abwasserreinigungsanlage sowie ein Prozessleitsystem für das Entsorgungszentrum.
Bewertung mit dem Global Water Tool™
Wir haben im Jahr 2013 das Global Water Tool™ (GWT) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) genutzt, um den relativen Wasserstressindex der Länder zu ermitteln, in denen unsere wichtigsten Produktionsstandorte sind. Dieser gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Verfügbarkeit von sich erneuerndem Süßwasser. Das Ergebnis zeigt, dass unsere wichtigsten Produktionsstätten in Regionen mit einem niedrigen relativen Wasserstressindex liegen. Auf diese Regionen entfallen mehr als 97 Prozent unseres jährlichen Wassereinsatzes und über 90 Prozent unseres Produktionsvolumens. Im Rahmen des Umweltpakts Bayern unterstützen wir mit sieben weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck im Verein "Naturnahe Alz" den bayerischen Staat dabei, den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken.
Energie
Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Die WACKER-Standorte in Deutschland verbrauchen 3.946 GWh Strom; damit liegt unser Anteil am nationalen Stromverbrauch bei etwa 0,8 Prozent. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.
D.3 Stromversorgung
| Inland | Ausland1 | |
|---|---|---|
| WACKER-Standorte in Deutschland | 3.946 | |
| davon Burghausen2 | 2.239 | |
| Anteil am nationalen Stromverbrauch (Deutschland) in Prozent | ca. 0,8 |
1 Im Ausland beziehen wir den Strom fremd auf Basis des örtlichen Standardenergiemix.
2 Burghausen
D.4 Energieverbrauch
| GWh | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Stromverbrauch | 5.460 | 5.199 | |
| Wärmeverbrauch | 3.505 | 3.827 | |
| Primärenergieeinsatz gesamt | 6.055 | 6.405 | |
| davon Erdgas | 5.056 | 5.378 | |
| Feste Energieträger1 | 750 | 769 | |
| Wärme Fremdbezug2 | 249 | 258 |
1 Kohle, Holzkohle, Holz; eingesetzt in der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, als Reduktionsmittel
2 Dampf, Fernwärme
Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. An den Standorten Burghausen und Nünchritz praktizieren wir seit Jahren zusätzlich zur Wärmerückgewinnung auch Wärmeverbundsysteme und verbessern diese stetig. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (Erdgas) in unseren Kraftwerken. Um die Energieeffizienz zu verbessern und den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) zu senken, hat der Vorstand Energieziele für WACKER in Deutschland festgelegt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den spezifischen Energieverbrauch bis zum Jahr 2022 auf die Hälfte des Wertes von 2007 zu senken. Die Nettoproduktion errechnet sich aus der Bruttoproduktion eines Betriebs bzw. Standorts abzüglich des internen Wiedereinsatzes von Produkten. Die Bruttoproduktion entspricht der Gesamtproduktion (Ziel- und Nebenprodukte) eines Betriebs bzw. Standorts. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An unserem größten Standort Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion: Die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage) hat mit über 85 Prozent einen deutlich höheren Brennstoffnutzungsgrad als konventionelle Kraftwerke. Zusätzlich nutzen wir in Burghausen Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser Produktionsstandort in Holla, Norwegen, bezieht seinen Strom überwiegend aus Wasserkraft.# D.5 Umweltkennzahlen
Vom konzernweiten Strombedarf entfielen 72 Prozent (2016: 71 Prozent) auf die Produktionsstandorte in Deutschland. Den spezifischen Energieverbrauch haben wir durch Effizienzmaßnahmen im Jahr 2017 weiter reduziert. Unsere KWK-Anlage und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz erzeugten im Jahr 2017 1.481 GWh Strom (2016: 1.416 GWh). Damit produzierte WACKER rund 38 Prozent seines Gesamtstrombedarfs in Deutschland selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der aus unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung und der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, stammt, belief sich im Berichtszeitraum konzernweit auf rund 1,0 Mio. Tonnen (2016: 1,0 Mio. Tonnen).
| Umweltkennzahlen | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Luft | |||
| CO2-Emissionen1 | direkte (kt) | 1.239 | 1.277 |
| indirekte (kt) | 1.606 | 1.588 | |
| NOX Stickoxide | (t) | 1.860 | 1.970 |
| Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) | (t) | 880 | 890 |
| Staub | (t) | 278 | 515 |
| Wasser | |||
| Wassereinsatz | (Tsd. m3 ) | 197.430 | 207.930 |
| CSB chemischer Sauerstoffbedarf | (t) | 1.310 | 1.210 |
| AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe | (t) | 2,6 | 3,1 |
| Abfall | beseitigt (t) | 41.400 | 38.640 |
| verwertet (t) | 120.420 | 114.080 | |
| gefährlich (t) | 75.800 | 73.660 | |
| nicht gefährlich (t) | 86.020 | 79.060 |
1 CO2-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development "A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol) erhoben. Scope 1: direkte CO2-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO2). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf & Wärme).
2 Der Produktionsstandort Tsukuba wird auf Grund der Änderung der finanziellen Konsoldierung erstmals 2017 in die Berechnung der Umweltkennzahlen mitaufgenommen.
Mit seinen Kraftwerken an den Standorten Burghausen und Nünchritz unterliegt WACKER dem europäischen Emissionshandel. Seit dem Jahr 2014 kaufen wir zum Ausgleich der Unterdeckung Emissionszertifikate für unsere unternehmenseigenen emissionshandelspflichtigen Anlagen.
Emissionen
Die direkten Emissionen von Kohlendioxid (Scope 1 nach Greenhouse Gas Protocol) gingen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zurück. Dieser Rückgang geht vor allem auf Verbesserungen bei der Dampfnutzung am Standort Charleston zurück. Auch der Produktionsstopp an diesem Standort ab September 2017 ließ die CO2-Emissionen zurückgehen. Die geringeren Stickoxidemissionen (NOX) sind vor allem einem produktionsbedingten Rückgang am Standort Holla zuzuschreiben. Die spezifische NOX-Emission pro Tonne Produkt am Standort Holla haben wir im Vergleich zum Vorjahr um knapp drei Prozent reduziert. Eines unserer Konzernumweltziele ist, die spezifischen Staubemissionen von 2012 bis 2022 pro Tonne Bruttoproduktion zu halbieren. Dies betrifft im Wesentlichen die Siliciummetallproduktion am Standort Holla, Norwegen. Durch die in den letzten Jahren durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen, vor allem an den Filteranlagen, haben wir den Zielwert von 50 Prozent erstmals im Berichtsjahr erreicht.
Konzernweit ging der Wassereinsatz 2017 um rund fünf Prozent zurück. Dieser Rückgang resultiert vor allem aus einer geringeren Wasserverwendung am Standort Burghausen. Durch die stark gestiegene produktionsbedingte Anlagenauslastung am Standort Burghausen stieg der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) um rund acht Prozent. Der konzernweite Anstieg der Abfallmenge um rund sechs Prozent ist vor allem auf Abfälle aus gesteigerter Produktion in Burghausen und aus Bauaktivitäten an den Standorten Burghausen und Holla zurückzuführen.
Unsere indirekten CO2-Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) haben sich im Berichtsjahr auf 1.606 kt (2016: 1.588 kt) erhöht. Ursachen für den Anstieg sind erhöhte Produktionsmengen an den Standorten Burghausen, Charleston und Nünchritz. Die starke Abnahme der Umrechnungsfaktoren von Strom in CO2-Emissionen für die Stromerzeugung in Deutschland und in den USA (Daten gemäß "CO2-Emissions from Fuel Combustion, 2017 Edition" der International Energy Agency) kompensieren diesen Anstieg deutlich. Durch Energieeffizienzmaßnahmen haben wir den gewichteten spezifischen Energieverbrauch und die damit verbundenen spezifischen CO2-Emissionen bei einem vergleichbaren Produktportfolio zusätzlich gesenkt.
Die konzernweite CO2-Bilanz ist ein wesentliches Instrument dafür, den Klimaschutz zu verbessern. Deshalb berechnen wir, nach der erstmaligen Erfassung der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) im Jahr 2011, seit dem Jahr 2012 auch alle Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, zum Beispiel durch Lieferanten oder bei der Entsorgung und dem Transport von Produkten. Diese Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2017 an das Carbon Disclosure Project (CDP) weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Die Wacker Chemie AG hat in der jährlichen Nachhaltigkeitsbewertung des Carbon Disclosure Project (CDP) das Performance Profil B auf einer Skala von A bis D erreicht.
Anlagen-, Transport- und Produktsicherheit
Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst.
Anlagensicherheit
Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. WACKER analysiert dabei, wie gut wir die im Prozess vorhandene Energie (z. B. Druck, Wärme) beherrschen, und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stör- oder Unfall haben können. Nach dieser umfassenden Analyse legen wir Schutzmaßnahmen fest, damit wir ungewünschte Ereignisse verhindern. Der Schwerpunkt unseres Sicherheitsmanagements liegt auf der Prävention. Dennoch lassen sich sicherheitskritische Ereignisse nicht immer verhindern. Das hat sich beispielsweise im September 2017 an unserem US-Standort Charleston gezeigt. Dort kam es zu einer Wasserstoffexplosion, wodurch die Produktion in dem Werk seither ruht. Bei dem Vorfall wurden zwei Werkangehörige zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Sie wurden aber noch am gleichen Tag wieder entlassen.
Sicherheitsschulungen und -überprüfungen
WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Im Jahr 2017 haben wir die chinesischen Standorte Nanjing, Shanghai und Zhangjiagang sowie den indischen Standort Kalkutta überprüft. Betriebe, die lange Zeit keine meldepflichtigen Unfälle verzeichnen, werden bei WACKER besonders gewürdigt.
D.6 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Zahl sicherheits-/umweltrelevanter Ereignisse1 Konzern | 22 | 44 |
| Sicherheits-/umweltrelevante Ereignisse Konzern pro einer Mio. Arbeitsstunden2 | 1,0 | 2,1 |
1 Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)
Produktsicherheit
WACKER informiert über die sichere Verwendung seiner Produkte und arbeitet kontinuierlich daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten zu vermeiden oder zu verringern. WACKER vertreibt seine Produkte nur in den Ländern, in denen das Unternehmen eine gültige Chemikalienregistrierung besitzt. Zur Orientierung für unsere Produktentwickler pflegen wir eine Liste mit rund 550 Stoffen, die bei WACKER nicht mehr in Produkten enthalten sein sollen. Das sind nicht nur verbotene oder beschränkte Chemikalien (z. B. Stoffe der Anhänge XIV und XVII der Chemikalienverordnung REACH), sondern auch Stoffe, die von einzelnen Unternehmen nicht gewünscht werden. Wir vermeiden Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur in der Liste der „besonders bedenklichen Stoffe“ (SVHC, substances of very high concern) geführt sind.
Die Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) regelt seit 2007 das Registrieren, Bewerten, Zulassen und Beschränken von Chemikalien in der Europäischen Union (EU). Mit REACH werden umfassende Daten ermittelt. REACH stellt hohe Anforderungen an Hersteller, Importeure und Anwender von chemischen Produkten: Alle Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden, müssen ab einer Jahresmenge von einer Tonne registriert und bewertet werden. Der Prüfaufwand richtet sich hauptsächlich nach der hergestellten oder importierten Menge und den zu erwartenden Risiken. Besonders risikobehaftete Stoffe unterliegen einem behördlichen Zulassungsverfahren. Bis Ende 2017 reichte WACKER im Rahmen von REACH 220 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für einen Teil der Dossiers der ersten und zweiten Phase, die in den Jahren 2010 bzw. 2013 eingereicht wurden, stellt die ECHA im Rahmen ihrer Bewertungstätigkeit Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2017 fristgerecht bearbeitet.
WACKER steht mit seinen Lieferanten auch zu bislang noch nicht unter REACH registrierten Stoffen in intensivem Kontakt. Mit systematischen Abfragen fordern wir von unseren Lieferanten verbindliche Aussagen zum Registrierstatus sowie zur weiteren Verfügbarkeit von Rohstoffen, insbesondere wegen des Ablaufs der letzten Registrierphase für Phase-in-Stoffe (> 1 Tonne/Jahr) am 31. Mai 2018. Der Welt-Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) hat die Global Product Strategy (GPS) entwickelt. Sie regelt, wie Eigenschaften von Chemikalien bewertet werden und wie über ihre sichere Verwendung zu informieren ist. In Europa werden die meisten GPS-Anforderungen über REACH und CLP, die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, erfüllt.# D.7 Transportunfälle
scroll Zahl der Unfälle
| | 2017 | 2016 |
| :------------------ | :--- | :--- |
| Straße | 6 | 2 |
| Schiene | 2 | 4 |
| See | - | - |
| Binnenschiff | - | 1 |
| Flugzeug | - | - |
Arbeitnehmerbelange
Die Menschen bei WACKER sind der Schlüssel zu unserem Erfolg. Engagierte und kompetente Mitarbeiter halten WACKER innovations- und wettbewerbsfähig. Entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 - Decent Work and Economic Growth - sorgt WACKER deshalb dafür, dass seine Mitarbeiter ihre persönlichen Potenziale entfalten, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden. Wir wollen dafür sichere Arbeitsplätze, hohe Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeitern die gleichen Chancen einzuräumen. Unser Ziel ist es zudem, schwerbehinderte oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu integrieren. Die betriebliche Ausbildung ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalentwicklung von WACKER. Wir bieten unseren Mitarbeitern eine attraktive Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten und beteiligen sie am Unternehmenserfolg. In unserem Code of Conduct bekennen wir uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des Global Compact. Das schließt die Prinzipien mit ein, die sich auf Arbeitsnormen beziehen: Prinzipien Nr. 3 "Wahrung der Vereinigungsfreiheit", Nr. 4 "Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit", Nr. 5 "Abschaffung von Kinderarbeit" und Nr. 6 "Vermeidung von Diskriminierung". Wir verpflichten uns auch gegenüber unseren Kunden zur Wahrung dieser Arbeitsnormen. Nachgewiesenes Fehlverhalten bei Personalbelangen ahnden wir entsprechend der Schwere des Vorfalls. Nennenswerte Vorfälle gab es im Berichtsjahr nicht.
Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau
Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2017 starteten 188 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 601 Auszubildenden etwas mehr Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2016: 596). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt auf Grund der Entkonsolidierung der Siltronic AG mit 5,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (2016: 4,7 Prozent). Fast alle der geeigneten Auszubildenden - 144 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2017 übernommen, davon 110 unbefristet und 34 befristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für 20 Partnerunternehmen außerhalb des WACKER-Konzerns aus.
D.8 Arbeitsunfälle
scroll
| | 2017 | 2016 |
| :----------------------------------------------------------------------- | :--- | :--- |
| Stammpersonal und Zeitarbeiter | | |
| Unfallhäufigkeit Konzern: Arbeitsunfälle¹pro einer Mio. Arbeitsstunden | 2,8 | 3,0 |
| Europa | 3,3 | 3,8 |
| Amerika | 2,2 | 0,7 |
| Asien | 0,4 | 0,8 |
| Unfallhäufigkeit Konzern: Meldepflichtige Arbeitsunfälle² pro einer Mio. Arbeitsstunden | 1,4 | 1,6 |
| Tödliche Arbeitsunfälle | - | - |
¹ Unfälle ab einem Ausfalltag
² Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen
Insgesamt hat WACKER im Jahr 2017 7,9 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2016: 7,2 Mio. €).
Arbeitsschutz
Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und leitenden Angestellten in Deutschland Sicherheitsziele in den jährlichen Zielvereinbarungen fest. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz sind an der internationalen Norm OHSAS 18001 ausgerichtet. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen unterwiesen. So bietet WACKER Deutschland insgesamt 42 Online-Schulungen zu Themen der Arbeitssicherheit an. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Büro- oder Labormitarbeiter bis zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten Bereichen oder der Einstufung von Gefahrstoffen. Im Jahr 2017 haben wir Mindeststandards zu Gesundheit und Sicherheit für Technical Center festgelegt. Sie waren aufgefordert, sich im ersten Schritt selbst zu überprüfen und erkannte Schwachstellen zu beseitigen. Die neuen Standards werden auch als Grundlage für künftige Audits an Technical Centern verwendet. Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Beim Arbeitsschutz haben wir uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden konzernweit im Jahr 2020 nicht mehr als 1,7 betragen soll. Bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) weist WACKER, verglichen mit dem Durchschnitt der deutschen Chemieindustrie, deutlich bessere Zahlen aus: Im Jahr 2017 betrug die Quote hier 1,4 pro eine Mio. Arbeitsstunden, während die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im Jahr 2016 in Chemiebetrieben 9,4 meldepflichtige Unfälle auf eine Mio. Arbeitsstunden registrierte. In der Berichtsperiode verzeichnete WACKER in seiner Belegschaft wieder keinen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang.
D.9 Vielfalt und Chancengleichheit
scroll
| | 2017 | 2016 |
| :------------------------------------------------------------ | :---- | :---- |
| Beschäftigte Konzern | 13.811 | 13.448 |
| Davon weibliche Mitarbeiter | 3.154 | 3.047 |
| Anteil weibliche Mitarbeiter Konzern (%) | 22,8 | 22,7 |
| Beschäftigte Deutschland | 9.984 | 9.775 |
| Davon ausländische Mitarbeiter | 1.046 | 1.034 |
| Anteil ausländische Mitarbeiter Deutschland (%) | 10,5 | 10,6 |
| Zahl Mitarbeiter mittleres Management Konzern (Führungskreis 3) | 3.043 | 2.927 |
| Davon weibliche Mitarbeiter | 690 | 650 |
| Anteil weibliche Mitarbeiter mittleres Management Konzern (%) | 22,7 | 22,2 |
| Obere Führungskräfte Konzern¹ | 166 | 165 |
| Davon weibliche Obere Führungskräfte | 21 | 19 |
| Anteil weibliche Obere Führungskräfte Konzern (%) | 12,7 | 11,5 |
¹ OFK-Zahlen ohne ruhende Arbeitsverhältnisse und ohne Vorstand Wacker Chemie AG
Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und erhöhen unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz. Im Jahr 2017 haben wir an den deutschen Produktionsstandorten ein Sicherheitsprogramm eingeführt, um Unfälle bei der Eigenbewegung zu reduzieren. Weiterhin setzen wir unser Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) um: Es nutzt erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. WACKER Safety Plus zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden.
Vielfalt und Chancengleichheit (Diversity)
Gleichbehandlung: Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten unternehmensweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur in unserem Code of Teamwork & Leadership verankert. Mögliche Diskriminierungen können Mitarbeiter - auch anonym - bei ihren Vorgesetzten melden, ebenso bei den Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat oder den Verantwortlichen der Personalabteilung. Die Beschwerde wird inhaltlich überprüft, der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Mögliche Diskriminierungsfälle werden in den monatlichen Compliance-Bericht an den Vorstand aufgenommen. Sie sind außerdem Gegenstand der regelmäßigen Berichte an den Aufsichtsrat. Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen.
Förderung von Vielfalt: WACKER startete im Jahr 2015 eine konzernweite Initiative, um Vielfalt in der Belegschaft zu fördern. Das Unternehmen trat der bundesweiten Initiative "Charta der Vielfalt" bei.# 10-K Filing
Seitdem setzt WACKER jährlich Schwerpunktthemen, die den Mitarbeitern die Chancen und Herausforderungen einer vielfältigen Belegschaft bewusstmachen sollen. Im Jahr 2017 lag der Schwerpunkt auf den Themen Generationenmix und Veränderungen. Künftig werden unterschiedliche Generationen etwa zehn Jahre länger zusammenarbeiten als heute, die Belegschaft wird dadurch heterogener. Neben dem Thema Generationen beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER noch verstärkt mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 65 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2017 waren 38 der konzernweit 166 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - dies entspricht einem Anteil von 22,9 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 15 (2016: 15) Nationalitäten vertreten. WACKER hat im Jahr 2017 die von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) initiierte "Charta der Gleichstellung" unterzeichnet. Mit dieser Initiative dokumentieren die Unterzeichnenden, dass sie in ihrem Verantwortungsbereich die Gleichstellung vorantreiben. Zu den Handlungsfeldern, auf denen WACKER sich bereits mit konkreten Maßnahmen engagiert, gehören lebensphasenorientierte Arbeitszeiten, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und Netzwerke für Frauen.
Anteil Frauen an Führungspositionen
Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Das Talent Management bei WACKER hilft dabei, das Potenzial der bei WACKER beschäftigten weiblichen Mitarbeiter systematisch zu erkennen und zu fördern. Der Corporate Governance Bericht enthält zusätzliche Informationen zum Frauenanteil und insbesondere dazu, wie bei WACKER das seit dem 01. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen umgesetzt wird. → Siehe Seite 182 ff. dieses Geschäftsberichts
Neues variables Vergütungssystem
WACKER hat im Berichtsjahr mit den Arbeitnehmervertretern ein neues variables Vergütungssystem für tariflich wie außertariflich beschäftigt e Mitarbeiter in Deutschland ausgehandelt. Das neugestaltete System löst ab dem Jahr 2018 die bisherigen variablen Vergütungsbestandteile ab und ersetzt diese durch eine einheitliche, marktgerechte und transparente Methodik. Sie ist vergleichbar mit der Vorgehensweise zur Berechnung der variablen Vergütung der Oberen Führungskräfte.
Einführung Familienzeit
Seit dem Jahr 2017 bietet WACKER eine weitere Möglichkeit an, Mitarbeiter bei der Betreuung ihrer Kinder bis zum achten Geburtstag zu unterstützen. Dafür hat das Unternehmen die WACKER-Familienzeit ins Leben gerufen. Je nach Arbeitszeitmodell erhalten Mitarbeiter bis zu einer Woche bezahlte Freistellung pro Kalenderjahr. Die WACKER-Familienzeit entspricht den Verwendungsmöglichkeiten des tariflich vorgesehenen Demografiefonds, der unter anderem lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle fördert.
Fluktuation
Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Bindung unserer Belegschaft an das Unternehmen bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,3 Jahren zu unserem Unternehmen (2016: 18,3 Jahre). Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Oberen Führungskräfte beträgt 20,5 Jahre.
| Fluktuationsrate | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Deutschland | 0,5 | 0,8 |
| Ausland | 8,2 | 7,0 |
| Konzern | 2,6 | 2,4 |
Mitarbeitervertretung
Unsere Belegschaft ist vor allem in Deutschland seit jeher in bedeutendem Umfang gewerkschaftlich organisiert. Alle Standorte des WACKER-Konzerns in Deutschland haben eine Mitarbeitervertretung. Auch auf internationaler Ebene können sich WACKER-Mitarbeiter gewerkschaftlich organisieren. An ausländischen Standorten, in denen keine betrieblichen Vertretungen vorgegeben oder etabliert sind, übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung die Funktion als Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange.
Gesellschaftliche Verantwortung
WACKER versteht sich als Teil der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, und damit als Corporate Citizen - als unternehmerischer Bürger. Wir übernehmen deshalb gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld unserer Standorte.
Sozialbelange
Nachbarn: Corporate Citizenship beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Kommunen und zu den Nachbarn. Wir sprechen offen über das, was hinter den Werktoren geschieht. Unsere Standorte gehen weltweit auf Fragen der Öffentlichkeit ein. Anwohner, die sich mit Anliegen an uns wenden, erhalten eine schnelle und verständliche Antwort. Dafür stehen Bürgertelefone und zentrale Ansprechpartner bereit. Mit Umweltberichten und anderen Broschüren informieren wir über unsere Standorte. Wir laden zu Tagen der offenen Tür ein sowie zu anderen Veranstaltungen. Dazu zählen das WACKER Wissensforum und die Umweltinformationstage am Standort Burghausen oder die jährlichen Nachbarschaftsgespräche im Werk Nünchritz. An vielen Standorten bieten wir der umliegenden Bevölkerung auch unentgeltliche Dienstleistungen, so zum Beispiel Augen- und Gesundheitsuntersuchungen in Indien oder der Household Hazardous Waste Day, an dem die Nachbarschaft unseres Standorts in Adrian (USA) Gelegenheit hat, ihre im Haushalt verwendeten Chemieprodukte, die nicht über den Hausmüll entsorgt werden können, bei uns abzugeben.
Schulen und Universitäten: WACKER möchte Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Denn als Chemieunternehmen brauchen wir auch in Zukunft hervorragende Wissenschaftler. Dieses Ziel verfolgen wir auf verschiedenen Wegen. WACKER unterstützt fortschrittliche Unterrichtsmethoden und ein modernes Schulmanagement. Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung Bildungspakt Bayern, der 143 Unternehmen und der Freistaat Bayern angehören. Aufgabe ist es, das Bildungssystem in Bayern zu modernisieren. WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Unsere Forscher werden von Universitäten häufig zu Vorträgen und Gastvorlesungen eingeladen. Hochschulgruppen besuchen unsere Standorte, um einen Einblick in die Arbeit eines Industrieunternehmens zu erhalten. Studenten können bei WACKER Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen anfertigen oder als Praktikanten und Werkstudenten tätig sein. Unser Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016 informiert ausführlich über unsere vielfältigen Kooperationen mit Schulen und Universitäten → Einzelheiten können Sie unserem Nachhaltigkeitsbericht 2015 /2016 entnehmen (Seite 98 f.).
Achtung der Menschenrechte
Die Achtung der Menschenrechte und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir bekennen uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact und damit auch zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. Wir verurteilen jegliche Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie Sklavenhaltung. Dabei orientieren wir uns an den OECD-Leitsätzen für Multinationale Unternehmen, den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Leitprinzprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Neben den Arbeitsbedingungen im Unternehmen steht dabei auch die Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette im Fokus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die Grundsätze des Global Compact und der Initiative Responsible Care® einhalten. Dies ist Bestandteil unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen. Die Einhaltung prüfen wir über Assessments und Audits im Rahmen der Initiative Together for Sustainability.
Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Dasselbe Selbstverständnis gilt für den Umgang mit Korruption und Bestechung: In unserem Geschäftsmodell haben Korruption und Bestechung keinen Platz. Entsprechende Grundsätze sind in unserem Code of Conduct enthalten. Alle WACKER-Mitarbeiter sind verpflichtet, diese einzuhalten. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International ist WACKER überwiegend in Ländern geschäftlich aktiv, die ein geringes oder sehr geringes Korruptionsrisiko haben.
Nachhaltiges Lieferkettenmanagement
Unser Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien bezieht Waren und Dienstleistungen aus einer Vielzahl von Ländern. Als Mitglied der Initiativen Global Compact der Vereinten Nationen und Responsible Care® der chemischen Industrie ist es uns wichtig, zu überprüfen, ob auch unsere Lieferanten die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsgrundsätze einhalten. Mögliche kritische Themen sind: Arbeitsbedingungen, ethische Standards, Sicherheitsstandards (vor allem beim Umgang mit Gefahrstoffen) sowie der Umgang mit lokalen Ressourcen (z. B. Wassereinsatz oder Energieverbrauch). Aus diesem Grund ist WACKER im Januar 2015 der Initiative Together for Sustainability (TfS) beigetreten. Diese Einkaufsinitiative der chemischen Industrie hat ein Verfahren zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsleitung von Lieferanten entwickelt. Da die Prüfungsergebnisse standardisiert und allen TfS-Mitgliedern zugänglich sind, ist das Programm auch für die Lieferanten attraktiv. Die TfS-Audit- und -Assessment-Ergebnisse sind ein fester Bestandteil unserer Lieferantenbewertung. Insbesondere bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen treten wir mit dem Lieferanten in die Diskussion mit dem Ziel, Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Der Fortschritt wird durch Re-Assessments oder wiederholte Audits verfolgt. Unverändert schlechte Ergebnisse und fehlende Kooperationsbereitschaft haben Auswirkungen, bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Im Rohstoff- und Energieeinkauf streben wir an, dass die Nachhaltigkeitsleistung aller als Key Supplier eingestuften Lieferanten über TfS bewertet sein soll.# D.11 Korruptions- und Bestechungsvorfälle
| Prävention | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Anzahl der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Organisationseinheiten | 26 | 26 |
| Anteil der auf Korruptions- und Bestechungsrisiken untersuchten Rechtseinheiten (%) | 17 | 19 |
| Korruptions- und Bestechungsvorfälle untersucht | 4 | 2 |
| abgeschlossen | 4 | 1 |
| Als Reaktion auf Korruptions- und Bestechungsvorfälle ergriffene Maßnahmen¹ | ||
|---|---|---|
| Abmahnungen | - | - |
| Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 1 | 1 |
| Zahl der Klagen | - | 1 |
| Höhe wesentlicher Bußgelder² und Zahl nicht monetärer Strafen | - | - |
¹ Nur WACKER Deutschland
² Höhe wesentlicher Bußgelder: ab 10.000 €
Risiko- und Compliance-Management
Unternehmensrisiken steuern
Das Risiko- und Compliance-Management bei WACKER ist im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts detailliert dargestellt. Das Gleiche gilt für die zentralen Risikofelder der Geschäftstätigkeit von WACKER sowie deren Handhabung. → Siehe Seite 82 ff. dieses Geschäftsberichts
Insgesamt sehen wir keine schwerwiegenden Risiken, die aus Umweltbelangen, Personalbelangen, Sozialbelangen, Menschenrechten, Korruption und Bestechung resultieren. Wir sehen auch keine schwerwiegenden Risiken, die vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit aus den Geschäftsbeziehungen oder aus unseren Produkten resultieren.
Angaben für die Wacker Chemie AG
Ergänzend zu den auf den WACKER-Konzern bezogenen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernberichts sind nachfolgend die wesentlichen Kennzahlen der Wacker Chemie AG wiedergegeben. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig. Die Wacker Chemie AG umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns.
Die verwendeten Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Dies gilt auch für Steuerung des Themas Nachhaltigkeit und der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen.
D.12 Energieverbrauch
| GWh | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Stromverbrauch | 3.944 | 3.788 |
| Wärmeverbrauch | 2.204 | 2.240 |
| Primärenergieeinsatz gesamt | 4.729 | 4.762 |
| davon Erdgas | 4.707 | 4.740 |
| Feste Energieträger¹ | - | - |
| Wärme Fremdbezug² | 22 | 22 |
¹ Kohle, Holzkohle, Holz
² Dampf, Fernwärme
D.13 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Zahl sicherheits-/umwelt-relevanter Ereignisse¹ Wacker Chemie AG | 14 | 16 |
| Sicherheits-/umweltrelevante Ereignisse Wacker Chemie AG pro einer Mio. Arbeitsstunden² | 0,9 | 1,1 |
¹ Nach den Kriterien des europäischen Chemieverbands CEFIC
² WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)
D.14 Arbeitsunfälle
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Unfallhäufigkeit Wacker Chemie AG: Arbeitsunfälle¹ pro einer Mio. Arbeitsstunden | 3,1 | 3,3 |
| Unfallhäufigkeit Wacker Chemie AG: Meldepflichtige Arbeitsunfälle² pro einer Mio. Arbeitsstunden | 1,5 | 1,5 |
| Tödliche Arbeitsunfälle | - | - |
¹ Unfälle ab einem Ausfalltag
² Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen
D.15 Anzahl Mitarbeiter und Zeitarbeiter zum 31. Dezember
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter | 9.740 | 9.539 |
| Zeitarbeiter | 138 | 137 |
D.16 Umweltkennzahlen 2016 - 2017
| Luft | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| CO₂-Emissionen¹ direkte (kt) | 896 | 891 |
| indirekte (kt)² | 1.110 | 1.127 |
| NOₓ Stickoxide (t) | 750 | 750 |
| Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) (t) | 570 | 580 |
| Staub (t) | 22 | 20 |
| Wasser | ||
| Wassereinsatz (Tsd. m³) | 187.870 | 197.500 |
| CSB chemischer Sauerstoffbedarf (t) | 1.110 | 980 |
| AOX halogenierte organische Kohlenwasserstoffe (t) | 2,6 | 3,1 |
| Abfall | ||
| beseitigt (t) | 24.090 | 21.380 |
| verwertet (t) | 114.250 | 111.920 |
| gefährlich (t) | 73.920 | 71.950 |
| nicht gefährlich (t) | 64.420 | 61.350 |
¹ CO₂-Emissionen werden in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und World Business Council for Sustainable Development ,A Corporate Accounting and Reporting Standard" (GHG Protocol ) erhoben. Scope 1: direkte CO₂-Emissionen. Scope 2: indirekte Emissionen aus dem Energiezukauf (für zugekauften Strom, Dampf und Wärme umgerechnet in CO₂-Äquivalente). Die Umrechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren der International Energy Agency (Strom) und aus der GEMIS-Datenbank (Dampf & Wärme).
² Die von dem verbundenen Unternehmen Alzwerke GmbH gelieferten Strommengen gehen - auf Grund der Nichteinspeisung ins öffentliche Stromnetz -klimaneutral in die indirekten CO₂-Emissionen ein.
Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts
An den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München
Wir haben den für die Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, und den Konzern (im Folgenden "WACKER") zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht, sowie die durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitte im zusammengefassten Lagebericht "Grundlagen des Konzerns", "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing" und "Risikobericht", nach §§ 315b und 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB (im Folgenden "Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.
Erklärung des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und Qualitätssicherung
Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1).
Verantwortung des Wirtschaftsprüfers
Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den Bericht abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, ob der Bericht der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird.
Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u. a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
- Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Konzernebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von WACKER zu erlangen
- Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von WACKER in der Berichtsperiode
- Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung, einschließlich der Konsolidierung der Daten
- Befragungen von Mitarbeitern auf Konzernebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind
- Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente
- Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von allen Standorten gemeldet wurden
- Einschätzung der lokalen# Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort Burghausen ― Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben
Prüfungsurteil
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht von WACKER, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.
Verwendungsbeschränkung/AAB-Klausel
Dieser Vermerk ist an den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung. Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Vorstand der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde. (https://kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.
München, den 26. Februar 2018
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Hanshen, Wirtschaftsprüfer
ppa. Hell