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Wacker Chemie AG Annual Report 2010

Apr 29, 2011

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Annual Report

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Wacker Chemie AG

München

Jahresabschluss zum 31.12.2010

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Zusammengefasster Lagebericht
Bericht des Aufsichtsrats
Corporate Governance Entsprechenserklärung
Jahresabschluss
- Gewinn- und Verlustrechnung
- Bilanz
- Anhang
- Aufstellung des Anteilsbesitzes
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Organe

2 Zusammengefasster Lagebericht des WACKER-Konzerns und der Wacker Chemie AG

Geschäft und Rahmenbedingungen

Mit diesem Lagebericht haben wir erstmals die Möglichkeit genutzt, die Lageberichte des WACKER-Konzerns und der Wacker Chemie AG zusammenzufassen.

Die Wacker Chemie AG prägt mögeblich den Geschäftsverlauf des WACKER-Konzerns. Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG wurde für das Geschäftsjahr 2010 nach den Vorschriften der IFRS erstellt. Der Einzelabschluss der Wacker Chemie AG wurde nach dem HGB aufgestellt.

Zusammengefasster Lagebericht

Geschäft und Rahmenbedingungen

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.500 Produkten, die an mehr als 3.500 Kunden in über 100 Länder geliefert werden. In unzähligen Dingen des täglichen Lebens kommen WACKER-Produkte zum Einsatz. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder bis zur Solarzelle.

Wichtigster Grundstoff ist Silicium

Der größte Teil dieser Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. 80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 20 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Mit unseren Produkten beliefern wir fast alle wichtigen Abnehmerbranchen. Dazu gehören unter anderem die Konsumgüter-, die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Textil-, die Solar-, die Elektro- und Elektronik- und die chemische Grundstoffindustrie sowie die Medizintechnik, die Biotechnologie und der Maschinenbau. Als Hersteller von Silicon- und Polymerprodukten sind wir besonders stark bei Kunden der Automobil- und Bauindustrie vertreten. Mit der Produktion von Siliciumwafern zählen wir zu den wichtigsten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Besonders stark gewachsen ist in den vergangenen vier Jahren das Geschäft mit polykristallinem Silicium für die Solarindustrie. Hier gehört WACKER zu den größten Produzenten der Welt.

Internationale Präsenz weiter ausgebaut

Neues Vertriebsbüro in Chengdu, China, eröffnet

WACKER hat im Geschäftsjahr 2010 vor allem in den Wachstumsregionen seine Präsenz verstärkt. Damit verfügen wir weltweit über 50 Vertriebsbüros in 29 Ländern. Um die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut zu machen und Produkttests durchzuführen, haben wir in den vergangenen Jahren ein Netz von technischen Kompetenzzentren aufgebaut. Insgesamt 20 technische Kompetenzzentren gewährleisten eine optimale Kundenbetreuung. Mit der WACKER ACADEMY bieten wir unseren Kunden außerdem fachspezifische Seminare und Trainings zu unseren Produkten sowie deren Anwendungsgebieten. In Dubai, São Paulo und Singapur haben wir im Jahr 2010 die Zweigstellen fünf bis sieben der WACKER ACADEMY in Betrieb genommen. In Chengdu, China, hat WACKER ein neues Vertriebsbüro eröffnet.

Wichtigster Produktionsstandort ist Burghausen

Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon sind neun in Europa, sieben in Amerika und zehn in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. Allein hier beschäftigen wir rund 9.700 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2010 wurde in Burghausen eine Produktionsmenge von rund 500.000 Tonnen erzeugt. Das sind rund 50 Prozent des konzernweiten Produktionsvolumens. Stark ausgebaut wird der Standort Nünchritz in Sachsen, wo die erste Produktion für Polysilicium außerhalb Burghausens mit einer Nennkapazität von 10.000 Jahrestonnen im Jahr 2011 in Betrieb genommen wird.

Technische Kompetenzzentren

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Standort Geschäftsbereich Ausgewählte Industrien
Amerika
Adrian/Michigan WACKER SILICONES Bau, Automobiltechnik, Medizintechnik,

Elektronik, Chemie, Kosmetik, Textil, Papier
Allentown/Pennsylvania WACKER POLYMERS Klebstoffe, Bau, Farben und Lacke
Portland/Oregon SILTRONIC Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Jandira/São Paulo WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS
Bau, Chemie, Kosmetik, Textil, Papier
Asien
Dubai WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS
Bau, Textil, Farben
Kalkutta WACKER SILICONES Chemie, Kosmetik, Textil, Papier
Mumbai WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS
Bau, Chemie, Kunststoffe
Beijing WACKER POLYMERS Bau
Shanghai WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS
Bau, Automobiltechnik, Medizintechnik, Elektronik,

Chemie, Kosmetik, Papier, Farben und Lacke
Shunde WACKER SILICONES Textil
Singapur WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS

SILTRONIC
Bau, Automobiltechnik, Medizintechnik, Elektronik,

Chemie, Kosmetik, Textil

Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Hsinchu SILTRONIC Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Suwon WACKER POLYMERS Bau, Farben, Klebstoffe
Akeno WACKER SILICONES Automobiltechnik, Elektronik,

Formenbau, Chemie, Kosmetik, Textil, Papier
Hikari SILTRONIC Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Melbourne WACKER POLYMERS Bau
Europa
Moskau WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS
Bau
Deutschland
Burghausen WACKER SILICONES,

WACKER POLYMERS



SILTRONIC
Bau, Automobiltechnik, Medizintechnik,

Elektronik, Chemie, Kosmetik, Textil, Papier,

Klebstoffe, Farben und Lacke

Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Freiberg/Sachsen SILTRONIC Computer, Telekommunikation,

Unterhaltungselektronik
Nünchritz WACKER SILICONES Bau

Chart

Rechtliche Unternehmensstruktur

Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 56 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 50 voll konsolidiert. Fünf Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Ein kleines Unternehmen, das nicht zum operativen Kerngeschäft gehört, wird nicht konsolidiert.

Fünf operative Geschäftsbereiche

WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in fünf operative Geschäftsbereiche. Sie verantworten weltweit operativ zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern.

Chart

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Ressortverantwortung im Jahr 2010 neu verteilt

Im Vorstand selbst hat es im Geschäftsjahr 2010 keine personellen Veränderungen gegeben, dafür aber in der Ressortverantwortung. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Staudigl, bisher für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES zuständig, ist mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 verantwortlich für die Siltronic und gibt die Ressorts Forschung und Entwicklung sowie Intellectual Property an Dr. Wilhelm Sittenthaler ab. Dr. Wilhelm Sittenthaler, bisher zuständig für die Siltronic, verantwortet von diesem Zeitpunkt an den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Die Ressortverantwortung der beiden anderen Vorstände blieb unverändert.

Im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG gab es im Geschäftsjahr 2010 keine Neubesetzungen.

Ressortverteilung im Vorstand

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Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender
SILTRONIC

Obere Führungskräfte, Konzernentwicklung, Corporate Communications,

Investor Relations, Konzernrevision, Recht und Versicherungen,

Compliance
Dr. Joachim Rauhut WACKER POLYSILICON

Bilanzierung, Konzerncontrolling, Finanzen, Information Technology,

Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik, Steuern

Region Amerika
Dr. Wilhelm Sittenthaler WACKER SILICONES

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor), Forschung und Entwicklung,

Intellectual Property

Regionen Indien, Asien/Pazifik
Auguste Willems WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS

Zentrale Ingenieurtechnik, Sales and Distribution, Corporate Security,

Werkleitungen, Umwelt/Gesundheit/Safety, Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. www.wacker.com

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts nachzulesen. Der Vergütungsbericht ist gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio im Geschäftsjahr 2010 erweitert. Weitere Informationen ab S. 95

Die breiteste Produktpalette bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES mit mehr als 3.000 Produkten. Zum Angebot gehören siliconbasierte Öle und Emulsionen, Harze, Elastomere, Dichtstoffe, Silane und pyrogene Kieselsäuren. Produziert werden sowohl Spezialitäten nach den Anforderungen des Kunden als auch Standardprodukte. Sie kommen überwiegend als Grundstoffe für die Siliconproduktion zum Einsatz.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie werden in vielfältigen industriellen Anwendungen eingesetzt oder als Grundchemikalien. Dazu gehören der Automobilbau, die Papier- und Klebstoffindustrie. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Dort dienen sie als Zusatz in Fliesenklebern und Wärmedämmverbundsystemen, in Trockenmörtel oder in selbstnivellierenden Bodenbelägen, den so genannten Selbstverlaufsmassen.

Der kleinste Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalog-Produkte für die Feinchemie. Dazu zählen unter anderem Pharmaproteine, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse, organische Zwischenprodukte sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Pharmawirkstoffe, Kosmetika und Lebensmittelzusatzstoffe.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und Elektronikindustrie und vor allem für die Solarindustrie her. Der größte Teil des Polysiliciums geht an externe Kunden. Intern beliefern wir die Siltronic und das Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer.

Für führende Halbleiterhersteller produziert die Siltronic Siliciumwafer. Sie sind das wesentliche Ausgangsprodukt für fast alle Halbleiter – seien es diskrete Halbleiterbauelemente (Transistoren oder Gleichrichter) oder Mikrochips (Mikroprozessoren, Speicherbausteine).

Integrierte Verbundproduktion ist die große Stärke von WACKER

Integrierte Verbundproduktion bewegt anfallende Nebenprodukte in einem geschlossenen Kreislauf

Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hoch integrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion besteht darin, anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt als Ausgangsmaterial für weitere Produkte zu verwenden und die dafür benötigten Hilfsstoffe wie beispielsweise Silane in einem geschlossenen Kreislauf zu bewegen. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Im Vergleich zu offenen Produktionsprozessen verringern sich die spezifischen Herstellungskosten. Gleichzeitig senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Weitere Vorzüge der Verbundstandorte von WACKER sind die hervorragende Werkinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie Vorteile in der Rohstoff- und Energieversorgung.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Nach wie vor gehört WACKER in den vier umsatzstärksten Geschäftsbereichen weltweit zu den Top-3-Anbietern. Bei einigen Produkten wie der Marke VINNAPAS® im Bereich der Dispersionspulver für die Bauindustrie sind wir Weltmarktführer. Die wichtigste Absatzregion für unsere Produkte ist Europa inkl. Deutschland, gefolgt von Asien und den USA.

Wettbewerbspositionen von WACKER

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Rang 1 Rang 2 Rang 3
WACKER SILICONES Dow Corning Momentive WACKER
WACKER POLYMERS WACKER Akzo (Elotex) Dairen
(Dispersionspulver/

VAE-Dispersionen)
(Dispersionspulver)/

Celanese (Dispersionen)
(Dispersionspulver/

Dispersionen)
WACKER POLYSILICON Hemlock WACKER OCI
SILTRONIC Shin-Etsu Sumco SILTRONIC

Marktposition der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER

Eine Top-3-Position nimmt der Geschäftsbereich WACKER SILICONES im Markt für Silicone ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. In Europa, wo wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 850,2 Mio. € Umsatz erzielt haben, nehmen wir eine führende Marktposition ein. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Der zunehmend steigende Lebensstandard der Menschen in diesem Teil der Erde führt dazu, dass Siliconprodukte stärker nachgefragt werden.

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist der weltweit größte Hersteller von Dispersionen und Dispersionspulvern auf Vinylacetat-Ethylen-Basis. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Pulvern in Europa, Amerika und Asien. Auch hier liegt das größte Wachstumspotenzial in Asien. In Nanjing hat WACKER einen integrierten Produktionsstandort für Dispersionen und Dispersionspulver mit einer Jahreskapazität von 30.000 Tonnen. Neben der Bauindustrie gehen die Produkte von WACKER POLYMERS auch in die Textil- sowie in die Klebstoff-, Farb-und Lackindustrie.

Bei den Produkten Cyclodextrine und Cystein sowie bei Polyvinylacetatfestharzen für Kaugummirohmasse ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. Bei der Herstellung pharmazeutischer Proteine auf bakterieller Basis verfügen wir über aussichtsreiche Marktpositionen, die wir weiter ausbauen.

Starkes Wachstum kennzeichnet den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Verantwortlich dafür ist die steigende Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium. Mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten und deutlichen Produktivitätsgewinnen hat WACKER seine Position als zweitgrößter Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium für Elektronik- und Solaranwendungen gefestigt. Die Produktionsleistung hat sich im Jahr 2010 durch die vollständige Inbetriebnahme der Polyausbaustufe 8 in Burghausen und durch Produktivitätssteigerungen um 12.400 Tonnen auf 30.500 Tonnen Reinstsilicium erhöht (2009: 18.100 Tonnen).

Die Siltronic ist nach wie vor der drittgrößte Hersteller von Siliciumwafern und anderen Produkten für die Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen alle wichtigen Halbleiterunternehmen der Welt, mit denen wir mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in diesem Geschäft erzielen.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen und unterliegt damit natürlich konjunkturellen Schwankungen in den einzelnen Geschäftsbereichen, die in ihrer Ausprägung und in ihrem Eintrittszeitpunkt sehr unterschiedlich ausfallen können. Durch unser umfassendes Produktportfolio und unsere breite Kundenbasis über alle Branchen hinweg haben wir aber auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen

Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können.

Operative Frühindikatoren

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Geschäftsbereich Operativer Frühindikator Frühindikator für
WACKER SILICONES

WACKER POLYMERS

WACKER BIOSOLUTIONS

WACKER POLYSILICON
Rohstoffpreis- und

Energiepreisentwicklung
unsere Kostenentwicklung
WACKER SILICONES Auftragseingang pro Monat unsere Kapazitätsauslastung
WACKER POLYSILICON Mittel- und Langfristverträge unsere Kapazitätsauslastung,

weitere Marktentwicklung
SILTRONIC Daten zur Auslastung der

Halbleiterhersteller
unsere Kapazitätsauslastung
Alle Geschäftsbereiche Kundengespräche unsere Umsatzentwicklung,

unsere Produktqualität, Markttrends
Alle Geschäftsbereiche Marktforschung Markttrends, Produktinnovationen

Wirtschaftliche Einflussgrößen auf unser Geschäft

Unser Geschäft wird vor allem beeinflusst durch Währungsschwankungen sowie Energie-und Rohstoffkosten

Obwohl sich die Weltwirtschaft im Jahr 2010 deutlich von der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erholt hat, sind die Einflussfaktoren, die unser Geschäft maßgeblich beeinflussen, gleich geblieben:

— Währungsschwankungen

Unser Geschäft ist von Währungsschwankungen gegenüber dem Euro beeinflusst. Mindestens die Hälfte unserer Dollarexposures des Folgejahres haben wir durch Währungssicherungsgeschäfte (Derivate) abgesichert. Die Sicherungsquote liegt aktuell bei rund 50 Prozent. Ein Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar um einen US-Cent wirkt sich ungesichert negativ im EBITDA mit rund fünf Mio. € aus.

— Energie- und Rohstoffkosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat deshalb Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. Mit unserer eigenen Energieversorgung an den Standorten Burghausen und Nünchritz verringern wir den Zukauf von Energie und die Kosten. Mit der Rückwärtsintegration im Geschäftsbereich WACKER SILICONES haben wir einen Teil des Bedarfs an Siliciummetall langfristig gesichert, uns unabhängiger von Preisschwankungen gemacht und die Versorgungssicherheit bei großer Nachfrage erhöht. Grundsätzlich stellen wir durch langfristige Lieferverträge die Rohstoff- und Energieversorgung sicher.

— Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Durch permanente Produktivitätsverbesserungen sehen wir uns in der Lage, trotz veränderter Rahmenbedingungen unsere Wettbewerbsposition zu behaupten. Auf Grund unserer Produktqualität, unserer internationalen Ausrichtung, unserer Kundenstruktur sowie mittel- und langfristiger Lieferverträge verfügen wir über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Herstellern.

Rechtliche Einflussfaktoren auf unser Geschäft

Insgesamt haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wacker Chemie AG im Geschäftsjahr 2010 nicht wesentlich verändert. Für unser operatives Geschäft ergaben sich keine zusätzlichen Auflagen.

85 Registrierungsdossiers im Rahmen von REACH eingereicht

Im Jahr 2010 hat WACKER 85 Produkte nach REACH registriert

Seit Juni 2007 sind wir verpflichtet, alle Stoffe in Europa ab einer Jahresmenge von einer Tonne zu registrieren und nach ihren Eigenschaften zu bewerten. Das regelt die Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der Europäischen Union). In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 haben wir erste Produkte registrieren lassen. Im Jahr 2010 reichte WACKER 85 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Die neuen rechtlichen Vorschriften verursachen einen erheblichen Aufwand für die chemische Industrie. Für das Erstellen der gemäß REACH erweiterten Sicherheitsdatenblätter ist in der Verordnung keine Übergangsfrist vorgesehen. Wegen des hohen Aufwands können die Unternehmen der chemischen Industrie diese Änderungen der Sicherheitsdatenblätter allerdings nur in einer angemessenen Bearbeitungszeit erfüllen. In der Zwischenzeit fügen wir die bisherigen Sicherheitsdatenblätter bei, die bereits ein sehr hohes Schutzniveau gewährleisten.

Mit dem Inkrafttreten der europäischen „Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen" (CLP-Verordnung) 2009 hat die EU-Kommission das Klassifizierungs- und Kennzeichnungssystem GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) eingeführt. Für uns bedeutet das, alle Produkte zu überprüfen, neu einzustufen und zu kennzeichnen. Bis Ende 2010 wurden alle Einzelstoffe, bis Mitte 2015 werden alle Gemische neu eingestuft. Zudem haben wir bis Januar 2011 alle Stoffe dem Einstufungs- und Kennzeichnungsinventar der EU gemeldet. Auch in Korea, Japan und Singapur wurden im Jahr 2010 alle Stoffe nach GHS neu klassifiziert und gekennzeichnet.

GHS-Einführung

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Land/Wirtschaftsraum Änderung

Sicherheitsdatenblätter
Änderung Etiketten Stoffe/Gemische
Brasilien Februar 2011 Februar 2011 Stoffe und Gemische
China Mai 2011 Mai 2011 Stoffe und Gemische
Europa Dezember 2010 Dezember 2010 Stoffe
Juni 2015 Juni 2015 Gemische
Indonesien September 2010 September 2010 Stoffe
Januar 2014 Januar 2014 Gemische
Japan Januar 2011 Dezember 2006 100 spezielle Stoffe
Neuseeland Juli 2008 Januar 2011 Stoffe und Gemische
Schweiz Dezember 2012 Dezember 2012 Stoffe
Juni 2015 Juni 2015 Gemische
Serbien September 2011 September 2011 Stoffe
Juni 2015 Juni 2015 Gemische
Singapur Dezember 2010 Dezember 2010 Stoffe
Dezember 2012 Dezember 2012 Gemische
Südkorea Juli 2010 Juli 2010 Stoffe
Juli 2013 Juli 2013 Gemische
Taiwan Januar 2009 Januar 2009 Stoffe und Gemische
Uruguay Juli 2010 Juli 2010 Stoffe und Gemische

Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik

WACKER ist darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Wertorientiertes Management ist deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Unter dem Titel „EAGLE" (Eye at Growing a Longterm Enterprise) haben wir seit dem Jahr 2002 das Wertmanagement von WACKER konzernweit zusammengefasst. Wertmanagement und strategische Planung ergänzen sich. Die strategische Ausrichtung einer Geschäftseinheit und ihr Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswertes sind deshalb aufeinander abgestimmt. Im Rahmen der jährlichen Planung treffen wir Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationsvorhaben, Markterschließung und andere Projekte.

Kapitalkosten

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2010 2009
Risikoloser Zinssatz (%) 3,8 3,5
Marktprämie (%) 4,2 4,5
Beta-Faktor 1,5 1,5
Eigenkapitalkosten nach Steuern (%) 10,1 10,3
Steuersatz (%) 30,0 30,0
Eigenkapitalkosten vor Steuern (%) 14,4 14,6
Fremdkapitalkosten vor Steuern (%) 5,0 5,0
Tax Shield (30 %) 1,5 1,5
Fremdkapitalkosten nach Steuern (%) 3,5 3,5
Anteil Eigenkapital (%) 90,0 90,0
Anteil Fremdkapital (%) 10,0 10,0
Kapitalkosten nach Steuern (%) 9,5 9,6
Kapitalkosten vor Steuern (%) 13,6 13,7

Zentrale Mess- und Steuerungsgrößen

Die werttreibenden Steuerungsgrößen für WACKER sind der BVC (Business Value Contribution), das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), der Cashflow und die Kapitalrendite (ROCE). Die Kapitalkosten werden ermittelt und in der internen Ergebnisrechnung berücksichtigt. Das erfolgt dadurch, dass wir die kalkulatorischen Zinsen auf das gebundene Vermögen berechnen und dem Ergebnis vor Steuern belasten. Beträgt das Ergebnis nach Kapitalkosten genau null, wurden die Kapitalkosten verdient. Das Ergebnis nach Kapitalkosten bezeichnen wir als Business Value Contribution, kurz BVC. Die Rendite des gebundenen Vermögens (ROCE) wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern. Der Kapitalkostensatz vor Steuern betrug im Jahr 2010 unverändert 14 Prozent.

ROCE deutlich über Kapitalkosten

WACKER hat die Kapitalkosten fast zweimal verdient

Die Rendite auf das gebundene Vermögen (ROCE) war mit elf Prozent geplant. Erreicht hat WACKER im Jahr 2010 einen ROCE von fast 25 Prozent. Die Kapitalkosten konnten also fast zweimal verdient werden. Verantwortlich dafür waren die hervorragenden Ergebnisse der Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON und WACKER SILICONES.

Soll/Ist-Abgleich

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Mio.€ 2009 Plan 2010 Ist 2010
BVC –365,1 Negativ 399,4
EBITDA-Marge (%) 16,3 22–28 25,2
Netto-Cashflow –32,9 Negativ 421,6

Das zweite Ziel von WACKER ist eine hohe Profitabilität im Vergleich zum Wettbewerb. Als Wertgröße dient dazu das EBITDA. Jeder Geschäftsbereich wird dabei mit seinem profitabelsten Wettbewerber verglichen. Aus diesem Vergleich, der historischen Performance und der Planung der Geschäftsbereiche berechnen wir eine EBITDA-Marge. Im gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche liegt sie in einem Korridor von 22 bis 28 Prozent. Für den Konzern liegt sie bei 25 Prozent. Im Jahr 2010 haben wir die Zielmarge im Konzern mit 25,2 Prozent genau erreicht.

Das dritte Ziel ist der operative Netto-Cashflow (NCF – definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit ohne Wertpapiere). Im Durchschnitt wird hier ein leicht positiver Wert angestrebt. Er ist in einzelnen Jahren abhängig von der Ertragslage und den geplanten Investitionen. Das Ziel für 2010 war ein leicht negativer operativer Netto-Cashflow. Dank der überaus positiven Ergebnisentwicklung und hohen Anzahlungen unserer Polysiliciumkunden lag der Netto-Cashflow deutlich über Plan bei 421,6 Mio. €.

Um den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern, ist die variable Vergütung der oberen Managementmitglieder der Geschäfts- und Zentralbereiche gekoppelt an die Messgrößen EBITDA-Marge, Entwicklung des operativen Netto-Cashflows und BVC.

ROCE und Wertbeitrag

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Mio. € 2010 2009
EBIT 764,6 26,8
Capital Employed 3.078,9 2.878,4
ROCE (%) 24,8 0,9
Kapitalkosten vor Steuern (%) 13,6 13,7
BVC 399,4 –365,1

Strategische Planung, unterteilt in zwei Schritte

Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Das geschieht in zwei Schritten. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Danach werden die Informationen auf Konzernebene verdichtet und um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt. Verabschiedet wird die strategische Planung in der Strategieklausur.

Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Im Plan-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Ziele erreichen. Den Überbau bildet die Mittelfristplanung über vier Jahre.

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Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von WACKER verfolgt zwei gleichrangige Ziele:

das Wachstum des Unternehmens möglichst aus eigener Kraft zu finanzieren
dauerhaft einen positiven Ergebnisbeitrag und Netto-Cashflow zu erwirtschaften

WACKER deckt seinen Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow sowie durch kurzfristige und langfristige Finanzierungen. Weitere Informationen ab S. 81

Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel auf Konzernebene abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen.

Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2010

151 Mio. € aus einem Schuldscheindarlehen vorzeitig zurückgezahlt

Im Geschäftsjahr 2010 haben sich die Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen gegenüber dem Krisenjahr 2009 wieder entspannt. WACKER hat deshalb eine syndizierte Kreditlinie aus dem Jahr 2009 über 150 Mio. € mit einer Laufzeit von drei Jahren vorzeitig abgelöst durch eine syndizierte Kreditlinie über 200 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Kredit wurde im Kreis der Kernbanken platziert, mit denen WACKER zusammenarbeitet. Sie ist derzeit nicht valutiert, sondern hat reinen Vorhaltecharakter. Für unsere Investitionen in China haben wir einen langfristigen Club Deal mit lokalen chinesischen Banken in Höhe von 30,7 Mio. € abgeschlossen. Von dem bereits im Jahr 2009 abgeschlossenen Kredit über 400 Mio. € mit der Europäischen Investitionsbank wurden im Dezember 200 Mio. € in Anspruch genommen.

Die positive Ergebnis- und Liquiditätslage hat es uns erlaubt, das im Jahr 2009 aufgenommene Schuldscheindarlehen in Höhe von 180 Mio. € in Teiltranchen vorzeitig zurückzuführen. So sind bereits 151 Mio. € zurückgezahlt.

Finanzierungsmaßnahmen 2010

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Volumen in Mio.€ Laufzeit bis
Kreditaufnahme/Neuabschluss
Syndizierte Kreditlinie 200 2015
Bilateraler Kredit (EIB) 200 2016
Syndizierte Kredite in China 31 2019
Kreditrückführung
Schuldscheindarlehen 151 Vorzeitige Rückführung

im Jahr 2010

WACKER verfügt über Kreditlinien von rund 1,2 Mrd. €

Für die Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. WACKER verfügt damit zum 31. Dezember 2010 über Kreditlinien von über einem Jahr in Höhe von rund 1,2 Mrd. €. Die abgeschlossenen Finanzierungen beinhalten marktübliche Kreditklauseln und als einzige Financial Covenants das Verhältnis Net Debt/EBITDA.

WACKER arbeitet mit einer Anzahl von Banken (Kernbankenprinzip) zusammen. Sie müssen eine Bonität im Investment-Grade-Bereich und eine langfristig angelegte Geschäftsausrichtung haben. Um Kontrahenten- und Konzentrationsrisiken zu verringern, darf der Anteil einer Bank an den WACKER zugesagten Kreditlinien 20 Prozent nicht überschreiten.

Operative Steuerungsinstrumente

Die operativen Prozesse steuern wir über das Integrierte Managementsystem (IMS) von WACKER. Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) zertifizieren. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir alle unsere nordamerikanischen und chinesischen Standorte in die Konzernzertifizierung einbezogen. Die Konzernzertifikate umfassen damit alle wesentlichen Standorte und ersetzen die bisherigen Einzelzertifikate der Geschäfts- und Zentralbereiche. Ausgenommen davon ist die WACKER-Tochter Siltronic, die auf Grund spezifischer Prozesse und Kundenanforderungen mit allen Standorten nach der Qualitätsnorm ISO/TS 16949 und nach ISO 14001 zertifiziert ist.

Strategie von WACKER

Die konzernübergreifende Strategie von WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2010 nicht geändert. Wir sind nach wie vor darauf ausgerichtet, weiter profitabel zu wachsen und in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder eine führende Wettbewerbsposition einzunehmen. Das Wachstum speist sich im Wesentlichen durch eine stärkere Präsenz in aufstrebenden Märkten und Regionen und die Substitution von neuen Produkten, die bessere Eigenschaften besitzen und umweltfreundlicher sind. Bei den Regionen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten konzentrieren wir uns auf Asien, hier vor allem China und Indien, sowie auf Südamerika, hier in erster Linie auf Brasilien.

Das Fundament dieser Strategie bilden die im Konzern vorhandenen technologischen und unternehmerischen Stärken. Unser Ziel ist es, dass Produkte und Lösungen von WACKER erste Wahl bei Kunden sind. Die hohe Qualität unserer Produkte leistet in der Anwendung durch die Kunden einen direkten Beitrag zu deren Wertschöpfung.

Mit unseren Produkten und Dienstleistungen wollen wir einen unverzichtbaren Beitrag zum weltweiten Fortschritt und zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Wir stützen uns dabei auf wichtige Megatrends, die WACKER mit seinen Produkten in idealer Weise bedient.

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3 Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsverlauf

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Überblick über den Geschäftsverlauf
Ertragslage
Vermögenslage
Finanzlage
Segmentberichterstattung
Regionenbericht
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Risikobericht
Nachtragsbericht
Lagebericht der Wacker Chemie AG

Überblick über den Geschäftsverlauf

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Weltwirtschaft hat sich schneller und stärker erholt als erwartet

Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2010 schneller und stärker als erwartet von dem tiefsten Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte erholt. Besonders in den ersten sechs Monaten gab es eine rasante Aufwärtsbewegung, die sich in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächte. Trotz dieser deutlichen Erholung blieben die Risiken für einen Rückschlag weiter vorhanden. Verantwortlich dafür sind die Schuldenkrise einiger EU-Mitgliedsländer wie Griechenland, Irland und Portugal, Wachstumsprobleme in den USA sowie eine mögliche Überhitzung der Wirtschaft in einigen Schwellenländern. So ist die Inflationsrate in China in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2010 um 4,8 Prozent (2009: -0,6 Prozent) gewachsen.

US-Wirtschaft wächst nicht so stark wie erwartet

In den USA hat sich die Wirtschaftsleistung im Jahr 2010 laut IWF um 2,6 Prozent (2009: -2,6 Prozent) erhöht. Der Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft ist nicht so stark wie erwartet verlaufen. Aus diesem Grund hat die amerikanische Zentralbank im Oktober 2010 weitere 600 Mrd. US-$ bereitgestellt, um die Zinsen niedrig zu halten und die Investitionen und den privaten Konsum anzukurbeln. Wesentliche Belastungsfaktoren sind die hohe Arbeitslosigkeit und die negative Handelsbilanz.

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Asien ist Wachstumsmotor der Weltwirtschaft

Asiens Bedeutung als wichtiger Wachstumsmotor der Weltkonjunktur ist im Jahr 2010 größer geworden. Das starke Wachstum in dieser Region hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Weltwirtschaft so stark zulegen konnte. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 8,2 Prozent (2009: 5,4 Prozent). China und Indien sind die beiden Volkswirtschaften, die besonders stark zulegen konnten. Nach Prognosen der ADB hat die Wirtschaft Chinas um 9,6 Prozent (2009: 9,1 Prozent) zugelegt. Um das Risiko einer Überhitzung der wirtschaftlichen Entwicklung zu verringern, hat die chinesische Notenbank Ende Dezember 2010 den Leitzins um 0,25 Prozent angehoben. In Indien hat sich das Bruttoinlandsprodukt nach Ansicht der ADB um 8,5 Prozent (2009: 7,4 Prozent) erhöht. Ebenfalls wuchs die Wirtschaft Japans. Nach dem starken Rückgang im Jahr 2009, verursacht durch einen Exporteinbruch, ist das Bruttoinlandsprodukt nach Prognosen des IWF um 2,8 Prozent (2009: -5,2 Prozent) gestiegen.

Moderates Wachstum in der Eurozone

Nach Angaben des IWF konnten die Staaten der Eurozone ihre Wirtschaftsleistung moderat steigern. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich um 1,7 Prozent (2009: -4,1 Prozent). Damit hinkt die Eurozone der globalen Erholung hinterher. In einigen Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal und Spanien haben sich die hohe Staatsverschuldung und lokale Bankenkrisen auf die wirtschaftliche Entwicklung negativ ausgewirkt.

Deutschland profitiert von höheren Exporten

Deutschland wird zur Konjunkturlokomotive in Europa

Die deutsche Wirtschaft hat die Krise wesentlich besser bewältigt als die meisten anderen Staaten in Europa. Deutschland hat damit seine Rolle als führende Industrienation mit einer starken Produktionsbasis zurückgewonnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent (2009: -4,7 Prozent) gestiegen. Vor allem der Export, aber auch eine stärkere Binnennachfrage hat das Wachstum getragen. Das hat sich positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist zeitweise wieder unter die Dreimillionengrenze gerutscht.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Halbleiter-, die Solar-, die Chemie-, die Bau- sowie die Energie- und Elektronikindustrie.

Markt für Halbleiter hat sich deutlich erholt

Der Markt für Halbleiter hat sich im Jahr 2010 positiv entwickelt. Getrieben wurde dies in erster Linie durch steigende Absätze von Computern und Mobiltelefonen. Davon hat die WACKER-Tochter Siltronic als einer der drei größten Hersteller von Siliciumwafern profitieren können und erzielte wieder ein positives EBITDA. Umsatz und EBITDA lagen deutlich über dem Vorjahr. Die internationale Branchenvereinigung SEMI beziffert das Absatzplus auf 39 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Gartner beziffert die Nachfrage nach Siliciumwafern auf rund 62.700 Mio. cm2. Das ist ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 39,6 Prozent. Die Nachfrage nach allen Waferdurchmessern ist gestiegen, auch wenn es bei den einzelnen Wafergrößen Unterschiede gab. Vor allem die kleinen und mittleren Scheiben legten erheblich zu. Bei den 300 mm Wafern stieg der Absatz ebenfalls deutlich, aber nicht ganz so stark wie bei den kleineren Durchmessern. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den Preisen. Während die Preise für kleine und mittlere Durchmesser vor allem in der zweiten Jahreshälfte anzogen, blieben die Preise für 300 mm Wafer unter den Erwartungen. Das spiegelte sich auch in der Geschäftsentwicklung der Siltronic wider.

Neu installierte PV-Leistungen 2009 und 2010

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Neu installierte

PV-Leistung (MW)
CAGR 1

09 – 10
2010 2009 %
--- --- --- ---
Deutschland 7.000 3.806 84
Italien 1.500 711 111
Spanien 650 69 842
Übriges Europa 2.365 1.019 132
USA 1.000 477 110
Japan 1.200 484 148
Asien 900 190 374
Übrige Welt 900 447 101
Gesamt 15.515 7.203 115

Quellen: European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Global Market Outlook for Photovoltaics until 2014, May 2010

1 CAGR: Compound annual growth rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

Deutschland weltweit wichtigster Photovoltaikmarkt

Der Photovoltaikmarkt ist im Jahr 2010 kräftig gewachsen. Nach Angaben der EPIA (European Photovoltaic Industry Association) wurden weltweit mehr als 15,5 Gigawatt (GW) installiert. Der wichtigste Markt für Photovoltaikanlagen war nach wie vor Deutschland, wo fast 50 Prozent der Jahreskapazität installiert wurden. Zügige Genehmigungs- und Finanzierungsverfahren und ein gutes Vertriebs- und Installationsnetz begünstigen dieses Wachstum. Besonders im ersten Halbjahr war die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in Deutschland sehr hoch, da am 1. Juli 2010 die Tarife für die Einspeisevergütungen um 16 Prozent gekürzt wurden. Als Kosten- und Qualitätsführer bei der Herstellung von kristallinem Polysilicium, dem wichtigsten Rohstoff für Photovoltaikanlagen, konnte WACKER von diesem Wachstum erneut profitieren. Die gesamten Produktionsmengen konnten am Markt verkauft werden. Die Produktionsleistung hat sich von 18.100 Tonnen im Vorjahr auf 30.500 Tonnen im Jahr 2010 erhöht. Die starke Nachfrage nach kristallinem Polysilicium hat dazu geführt, dass wir mit den meisten unserer Kunden neue Mehrjahresverträge mit Vorauszahlungen abschließen konnten und sich die Preise am Spotmarkt etwas erhöht haben.

Chemieindustrie wächst im Jahr 2010 rasant

Chemieindustrie mit weltweit starkem Wachstum

Die globale Chemieproduktion hat im Jahr 2010 fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Besonders im ersten Halbjahr 2010 sind die Produktion, Preise und der Umsatz stark gestiegen. Die Dynamik hat sich im zweiten Halbjahr abgeschwächt. Der Geschäftsverlauf unserer Chemiebereiche über das Jahr 2010 bestätigt diese Entwicklung. Besonders der Geschäftsbereich WACKER SILICONES wuchs überdurchschnittlich und erreichte einen neuen Rekordumsatz. Die Nachfrage stieg dabei über alle Branchen hinweg, die wir mit unseren Produkten bedienen. Nach Schätzungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) produzierte die chemisch-pharmazeutische Industrie weltweit rund 8,5 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Auslastung der Anlagen deutscher Chemieunternehmen lag bei 85 Prozent nach 77 Prozent im Jahr 2009. Die Produktion legte um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Nach Schätzungen des VCI erhöhte sich der Umsatz um rund 17,5 Prozent auf 170,6 Mrd. €.

Bauindustrie bleibt im Jahr 2010 schwach

Keine Erholung gab es für die weltweite Bauindustrie. Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Global Insight blieb sie sogar noch leicht unter dem Vorjahresniveau von 5,4 Billionen US-$. Der größte Sektor, der Wohnungsbau, büßte gegenüber dem Vorjahr nochmals 24,5 Prozent ein. Bei den Gewerbeimmobilien betrug das Minus 11,7 Prozent. Der Bereich Infrastrukturprojekte verzeichnete dagegen ein leichtes Plus. Regional kam es nur in Asien zu einem Anstieg der Bauinvestitionen. In den USA und Europa gingen die Bauaktivitäten erneut zurück.

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Für den Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verlief das Geschäft in den einzelnen Regionen unterschiedlich. In den USA verzeichnete der Geschäftsbereich einen Absatzrückgang. In fast allen anderen Ländern, vor allem aber in Indien und China, konnten wir zulegen. Überraschenderweise stiegen auch die Umsätze in Westeuropa und besonders in Deutschland. Bei den Anwendungen erzielten wir im Segment Fliesenkleber nach einem starken Einbruch im Vorjahr wieder ein positives Wachstum. Noch stärker profitierte WACKER aber von Anwendungen im Bereich energieeffizientes und nachhaltiges Bauen. Hier erhöhten wir unseren Absatz mit Produkten im Bereich des Vollwärmeschutzes und der Renovierung von Bestandsbauten.

Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES, der ebenfalls Produkte für die Bauindustrie herstellt, verzeichneten wir in den Bereichen Imprägnierung, Isolation und Betonschutz prozentual zweistellige Zuwachsraten. Regional kam das Wachstum vor allem aus Asien, insbesondere aus Südkorea.

Elektro- und Elektronikindustrie kehrt zum Wachstum zurück

Der weltweite Markt der Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Volumen von 2,5 Billionen € ist nach dem Umsatzrückgang im Jahr 2009 wieder gewachsen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) schätzt den Zuwachs für 2010 auf weltweit sechs Prozent. Das Wachstum kam vor allem aus den Schwellenländern (zehn Prozent), während die Industrienationen nur einen Anstieg von einem Prozent verzeichnen konnten. Die drei Geschäftsbereiche von WACKER, die Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie bedienen, konnten von dem Wachstum profitieren. Die Siltronic verzeichnete einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat 15 Prozent seiner Polysiliciumkapazitäten im Jahr 2010 an die Elektronikindustrie verkauft.

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, der in verschiedene Branchen seine Produkte verkauft, konnte seinen Umsatz ebenfalls erhöhen. Allein der Markt für Automobilelektronik legte im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 147 Mrd. US-$ zu. WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz in der Automobilelektronik um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hohe Zuwachsraten von mehr als 35 Prozent erzielte der Geschäftsbereich auch bei Siliconharzen im Bereich Elektroniederspannung und bei Siliconelastomeren im Bereich Mittel- und Hochspannungsisolatoren.

Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat sich schneller und kräftiger erholt als erwartet. Vor allem in der ersten Jahreshälfte kam es zu einem deutlichen Wachstumsschub, der sich in den letzten sechs Monaten des Jahres abgeschwächt hat. WACKER hat von diesem Wachstum in allen Geschäftsbereichen profitiert. Besonders stark zulegen konnten die Siltronic, die durch die Halbleiterkrise besonders betroffen war, sowie die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON und WACKER SILICONES. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON konnte sein Wachstum durch eine deutlich höhere Produktionsleistung erfolgreich fortsetzen. Durch die starke Nachfrage kam es außerdem zu einem leichten Preisanstieg für kristallines Polysilicium. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES profitierte von sehr hohen Auftragseingängen über alle Branchen und Produkte hinweg und erreichte beim Umsatz und EBITDA neue Rekordwerte. Erhöht haben sich auch der Umsatz und das EBITDA im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS. Höhere Rohstoffpreise bei gleichbleibenden Verkaufspreisen für Dispersionen und Dispersionspulver haben das EBITDA allerdings negativ beeinflusst.

In allen Absatzregionen konnte WACKER seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr prozentual zweistellig steigern. Die größten Zuwächse für unser Geschäft kamen aus Asien, insbesondere China. Der Anteil Asiens am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns ist weiter gestiegen und liegt bei 36 Prozent. Weitere Informationen auf S. 93

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Investitionen

Produktionskapazität für Polysilicium hat sich auf 30.500 Tonnen erhöht

An der Investitionsstrategie von WACKER hat sich im Jahr 2010 nichts geändert. Der Schwerpunkt unserer Investitionen liegt nach wie vor auf dem Polysiliciumgeschäft. Wir wollen am weiteren Wachstum der Photovoltaikindustrie teilhaben und unsere Position als einer der führenden Polysiliciumhersteller der Welt behaupten. Der größte Teil unserer Investitionen ist deshalb in den Ausbau unserer Polysiliciumkapazitäten geflossen. Mit der Inbetriebnahme der so genannten Ausbaustufe 8 in Burghausen mit einer Nennkapazität von 10.000 Tonnen und weiteren Produktivitätssteigerungen hat sich unsere Produktionskapazität von 18.100 Tonnen im Vorjahr auf rund 30.500 Tonnen im Jahr 2010 deutlich erhöht.

Im November 2010 konnten wir gemeinsam mit unserem Partner Dow Corning Corporation ein sehr wichtiges Investitionsprojekt in China abschließen. Nach vierjähriger Bauzeit haben wir einen integrierten Produktionskomplex für Silicone im chinesischen Zhangjiagang offiziell eröffnet. Er zählt zu den größten und modernsten Siliconstandorten der Welt. Aus diesem Standort heraus bedienen wir die stark wachsende Nachfrage nach Siliconen in China und Asien. Das gesamte Investitionsvolumen beider Partner beläuft sich auf 1,8 Mrd. US-$. In zwei Gemeinschaftsunternehmen stellen wir dort mit Dow Corning Siloxan und pyrogene Kieselsäuren her. Beides sind wichtige Ausgangsstoffe für die Herstellung fertiger Siliconprodukte, die beide Unternehmen unabhängig voneinander am Standort Zhangjiagang produzieren. An dem Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Siloxan ist WACKER mit 25 Prozent beteiligt, bei der Produktion von pyrogenen Kieselsäuren liegt unser Anteil bei 51 Prozent.

Vervollständigt haben wir auch unsere Wertschöpfungskette für verschiedene Zwischenstoffe und fertige Siliconprodukte in Zhangjiagang. Im Oktober 2010 haben wir dort eine neue Produktionsanlage für Siliconpolymere offiziell in Betrieb genommen. Die Investitionssumme betrug rund 30 Mio. €.

Um das Geschäft zur Herstellung von Pharmaproteinen (Biologics) im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS zu erweitern, haben wir im März 2010 eine neue Produktionsanlage in Jena eröffnet. Pharmaproteine kommen zum Beispiel bei der Behandlung von Krebs, multipler Sklerose oder Hepatitis zum Einsatz. Zusammen mit den bereits im Jahr 2009 fertig gestellten Gebäuden für Prozessentwicklung und Qualitätskontrolle hat WACKER rund 18 Mio. € in den Ausbau am Standort Jena investiert.

Akquisitionen

Rückwärtsintegration bei Siliciummetall sichert Rohstoffversorgung

Ein wichtiger strategischer Meilenstein für WACKER ist der Erwerb der Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla von der FESIL Group. Siliciummetall ist einer der wichtigsten Rohstoffe für WACKER. Es wird für die Herstellung von Siliconen und polykristallinem Reinstsilicium benötigt. Mit der Akquisition integriert WACKER seine Wertschöpfungskette rückwärts, sichert die Rohstoffversorgung und macht sich ein Stück weit unabhängiger von der Preisentwicklung bei Siliciummetall. WACKER hat im Rahmen des Erwerbs die gesamten Produktionsanlagen von FESIL in Holla einschließlich der 129 Mitarbeiter und der dazugehörigen Liegenschaften übernommen. Die Produktionskapazität von Holla Metall beträgt knapp 50.000 Tonnen Siliciummetall pro Jahr. Das entspricht etwa einem Drittel des derzeitigen Jahresbedarfs von WACKER. Der Kaufpreis betrug 66,5 Mio. €.

Zur Abrundung des Asiengeschäfts hat WACKER im Oktober 2010 von der Henkel Technologies Ltd., Korea, für 14,7 Mio. € die koreanische Siliconmarke Lucky-Silicone übernommen. Im Rahmen dieser Akquisition haben wir die Rechte an der Marke und dem Kundenstamm, die Produktionsanlagen in Jincheon, Südkorea, sowie die zum Geschäft gehörenden Vorräte und Forderungen erworben. Die 40 Mitarbeiter von Lucky-Silicone werden von WACKER weiterbeschäftigt. Unter dem Namen Lucky-Silicone werden vor allem Silicondichtstoffe produziert und vermarktet, die unter anderem im Baubereich eingesetzt werden. Henkel erzielte mit diesem Produkt im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 20 Mio. €. Das erworbene Geschäft Lucky-Silicone wurde ab dem 6. Dezember 2010 im WACKER-Konzern konsolidiert.

Desinvestitionen

Veräußert hat WACKER dagegen seinen Anteil an dem at equity konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen Planar Solutions. Den 50-prozentigen Anteil von WACKER übernahm FUJIFILM Electronic Materials, mit dem wir das Gemeinschaftsunternehmen 1998 gegründet haben. Planar Solutions mit Sitz in Adrian/Michigan, USA, stellt Schleifmittel zur chemisch-mechanischen Oberflächenbehandlung von Halbleiterwafern her. Da dieses Geschäft nicht zu den Kernkompetenzen von WACKER gehört, wurde die Beteiligung für rund 35 Mio. US-$ (25 Mio. €) verkauft. Der Gewinn aus der Transaktion betrug 18,5 Mio. €. WACKER wird aber wie bisher pyrogene Kieselsäure an FUJIFILM Electronic Materials liefern, das ein wesentlicher Bestandteil dieser Schleifmittel ist. Der Jahresumsatz von Planar Solutions lag zuletzt bei 60 Mio. US-$.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

WACKER blickt nach dem Krisenjahr 2009 auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Beim Umsatz und EBITDA konnten wir neue Bestmarken erzielen und sogar die Zahlen aus dem Jahr 2008 deutlich übertreffen. Unsere Ziele für das Jahr 2010 haben wir damit erreicht und sogar übertroffen.

Prognose im Lauf des Jahres präzisiert

Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts im März 2010 hat WACKER die Prognose abgegeben, dass der Umsatz die Schwelle von vier Mrd. € überschreiten wird und wir ein deutlich höheres EBITDA erwirtschaften als im Jahr 2009. Die Investitionen sollten sich auf einen Betrag zwischen 600 und 700 Mio. € belaufen. Die Zahl der Mitarbeiter sollte sich um 300 Beschäftigte erhöhen und die Forschungs- und Entwicklungskosten sollten fünf Prozent über dem Vorjahr liegen. Mit der Berichterstattung zum Halbjahr Ende Juli hat der Vorstand die Prognosen für Umsatz, EBITDA und Investitionen dann weiter präzisiert. Der Umsatz wird nun eine Größenordnung von 4,5 Mrd. € erreichen, das EBITDA wird das Ergebnis des Jahres 2008 von 1,06 Mrd. € überschreiten. Die Investitionen werden sich auf rund 750 Mio. € belaufen. Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal wurden Umsatz und EBITDA abermals angehoben. Der Umsatz wird deutlich über 4,6 Mrd. € liegen und das EBITDA mehr als 1,1 Mrd. € betragen. Die Prognose für die Investitionen wurde dagegen wieder auf 700 Mio. € gesenkt, weil die EU-Kommission Mitte September eine regionale Beihilfe für die Polysiliciumanlage in Nünchritz genehmigt hat, die in der Investitionsplanung für das Jahr 2010 zum Teil nicht fest einkalkuliert war.

Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Mio.€ Ergebnis

2009
Prognose

Mär 2010
Prognose

Jul 2010
Prognose

Nov 2010
Ergebnis

2010
Umsatz 3.719,3 > 4.000,0 4.500,0 > 4.600,0 4.748,4
EBITDA 606,7 Höher als 2009 > 1.060,0 > 1.100,0 1.194,5
Investitionen

(inkl. Finanzanlagen)
740,1 600–700 Ca. 750 700 695,1

Der Umsatz belief sich für das Geschäftsjahr 2010 auf 4,75 Mrd. €, deutlich höher als zu Beginn des Jahres von uns erwartet. Er lag 28 Prozent über dem Vorjahr. Alle fünf Geschäftsbereiche von WACKER konnten ihren Umsatz steigern. Vor allem die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON, WACKER SILICONES und Siltronic verzeichneten Umsatzzuwächse von mehr als 20 Prozent.

Beim EBITDA hatten wir Anfang 2010 mit einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr gerechnet und die Prognose im Lauf des Jahres konkretisiert. Das EBITDA belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,19 Mrd. € und lag damit 97 Prozent höher als im Vorjahr. Nach einem Verlust im Vorjahr konnte die Siltronic im Jahr 2010 wieder ein positives EBITDA erzielen. Deutliche EBITDA-Steigerungen verzeichneten die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON und WACKER SILICONES. Das EBITDA des Geschäftsbereiches WACKER POLYMERS stieg ebenfalls gegenüber dem Vorjahr. Auf die Ergebnisentwicklung haben sich die höheren Absatz- und Umsatzvolumina sowie die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten ausgewirkt. Das hat die spezifischen Herstellungskosten verringert. Dagegen haben steigende Rohstoffpreise und Energiekosten die Ergebnisentwicklung belastet. Die Preise für unsere vier wichtigsten Rohstoffe Silicium, Ethylen, Vinylacetatmonomer und Methanol liegen im Jahresdurchschnitt um zehn Prozent höher als im Vorjahr. Auf Grund höherer Verrechnungspreise für Siloxan aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning haben wir eine Rückstellung für drohende Verluste von 51,8 Mio. € gebildet.

Die Investitionen sollten sich ohne Akquisitionen im Geschäftsjahr 2010 auf 600 bis 700 Mio. € belaufen. Mit 613,9 Mio. € – ohne die Akquisition der Siliciummetallproduktion in Holla und Lucky-Silicone in Korea – lagen sie im ausgegebenen Zielkorridor. Der größte Teil davon floss in den weiteren Ausbau unserer Polysiliciumproduktion.

Prognose im Lauf des Jahres präzisiert

Die Höhe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir zukünftige Produkte und Lösungen entwickeln, sind wie Anfang des Jahres 2010 prognostiziert geringfügig auf 165,1 Mio. € gestiegen.

Stärker als erwartet hat sich die Zahl der Mitarbeiter erhöht. Zum Bilanzstichtag beschäftigte WACKER 16.314 Mitarbeiter. Das sind 696 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Dafür verantwortlich sind vor allem der Erwerb der Siliciummetallproduktion in Holla, der Erwerb von Lucky-Silicone in Korea und der Personalaufbau auf Grund des starken Wachstums in dem Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON.

Der Dividendenvorschlag, den Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010 vorlegen, trägt dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010 und der guten Finanzlage des Unternehmens Rechnung. Die Dividende soll deutlich auf 3,20 € je Aktie (2009: 1,20 € je Aktie) steigen.

Abweichungen vom prognostizierten Aufwand

Prognostizierter Aufwand liegt unter den Planungen

Der Personalaufwand ist im Verhältnis zum Umsatz im Jahr 2010 deutlich gesunken. Insgesamt war der Personalaufwand vier Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig ist der Umsatz aber um 28 Prozent gestiegen. Im Verhältnis zum Umsatz liegt der Personalaufwand unter dem Planwert für 2010.

Die Rohstoffkosten blieben im Verhältnis zum Umsatz ebenfalls unter unseren Planungen. Die Preise für die wichtigen Rohstoffe sind überwiegend und zum Teil deutlich gestiegen. Allerdings verzeichneten wir in den Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und Siltronic, in denen der Anteil der Rohstoffkosten am Umsatz unter dem Durchschnitt von WACKER liegt, hohe Umsatzzuwächse. Die Energiekosten lagen mit 8,5 Prozent im Rahmen unserer Planungen.

Die Abschreibungen sind im Verhältnis zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Zwei Gründe sind dafür verantwortlich: Durch Sondereffekte haben sich die Abschreibungen im Jahr 2009 um 182 Mio. € erhöht. Zweitens hat der starke Umsatzanstieg dazu geführt, dass der Anteil der Abschreibungen am Umsatz auf 9,0 Prozent sank.

Aufwand Kostenarten

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% Ist 2009 Plan 2010 Ist 2010
Personalaufwand 29,4 26 23,9
Rohstoffkosten 21,5 23 19,8
Energiekosten 8,1 9 8,5
Abschreibungen 15,6 10 9,0

Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2010 ist für WACKER sehr erfolgreich verlaufen. Umsatz und EBITDA stiegen auf die höchsten Werte in der Unternehmensgeschichte, was so zu Beginn des Jahres noch nicht zu erwarten war. WACKER hat die Krise sehr gut bewältigt und ist gestärkt aus ihr hervorgegangen. Die Ziele, die wir uns gesteckt haben, wurden übertroffen. In allen wichtigen Regionen und Märkten haben wir deutliche Zuwächse beim Umsatz erzielt und konnten unsere Marktpositionen in den einzelnen Geschäftsbereichen festigen.

Mit der vollständigen Inbetriebnahme der Ausbaustufe 8 unserer Polysiliciumproduktion und der Inbetriebnahme des integrierten Produktionskomplexes im chinesischen Zhangjiagang haben wir in das weitere Wachstum des Unternehmens investiert und wichtige Investitionsprojekte zum Abschluss gebracht.

Ertragslage

WACKER erzielt neue Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis

Jahresüberschuss beträgt 497,0 Mio. €

WACKER hat das Geschäftsjahr 2010 mit neuen Bestmarken beim Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Wir haben damit die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise schneller als erwartet hinter uns lassen können und sogar die bisherigen Höchstmarken aus dem Jahr 2008 übertroffen. Das Jahresergebnis des Konzerns stieg auf 497,0 Mio. € (2009: -74,5 Mio. €) Die kontinuierlich hohe Nachfrage und geringe spezifische Herstellungskosten haben das Ergebnis von WACKER positiv beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2009 hatten einige Sondereffekte das Ergebnis vor Steuern mit insgesamt 342,0 Mio. € belastet. Der Grund dafür waren Vorsorgemaßnahmen auf Grund der Wirtschaftskrise und Wertminderungen im Anlagevermögen.

Umsatz steigt um 28 Prozent auf 4,75 Mrd. €

Der Umsatz des WACKER-Konzerns lag mit 4,75 Mrd. € (2009: 3,72 Mrd. €) um 28 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Anstieg resultiert us einer starken Kundennachfrage nach unseren Produkten in allen wichtigen Zielbranchen. Besonders das deutliche Umsatzplus bei der Siltronic und das starke Geschäft von WACKER SILICONES und WACKER POLYSILICON sind für diesen Umsatzrekord verantwortlich. Die zusätzlichen Polysiliciummengen aus der neuen Produktionsanlage Poly 8 in Burghausen konnten vollständig am Markt verkauft werden. Höhere Absatzmengen haben den Umsatz mit 1,13 Mrd. € positiv beeinflusst, Währungseffekte mit 114,1 Mio. €. Einen wesentlichen Einfluss hatte hier der Wechselkurs des US-Dollars zum Euro. Der Durchschnittskurs des US-Dollars lag im Jahr 2010 bei 1,33 pro € (2009: 1,39 pro €). Dagegen haben rückläufige Preise, vor allem im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, den Konzernumsatz um 215,6 Mio. € verringert.

Umsatz mit Dritten nach Geschäftsbereichen

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Mio.€ 2010 2009 2008 2007 2006
WACKER SILICONES 1.563,3 1.219,2 1.363,5 1.313,6 1.243,9
WACKER POLYMERS 788,9 732,7 860,4 623,7 548,9
WACKER BIOSOLUTIONS 138,0 100,5 92,0 100,6 101,4
WACKER POLYSILICON 1.177,5 968,1 567,0 243,8 132,7
SILTRONIC 1.018,7 632,6 1.356,2 1.445,1 1.257,6
Sonstiges 62,0 66,2 59,0 54,5 52,4
Konzern 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3 3.336,9

Detaillierte Informationen zu den Umsatzzahjen und dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den einzelne Geschäftsbereichen finden sich in der Segmentberichterstattung ab S. 86.

Den weitaus größten Teil seines Konzernumsatzes erzielt WACKER im Ausland. Im Geschäftsjahr 2010 belief sich der Auslandsumsatz auf 3,86 Mrd. € oder 81 Prozent des Konzernumsatzes. Im Geschäftsjahr 2009 lag der Anteil bei 2,94 Mrd. € oder 79 Prozent. Der mit Abstand größte Absatzmarkt für den WACKER-Konzern ist weiterhin die Region Asien.

Umsatz Deutschland und Ausland (Aufteilung nach Sitz des Kunden)

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Umsatz mit Dritten 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3 3.336,9
Davon Deutschland 887,3 774,6 948,6 723,5 657,6
Davon Ausland 3.861,1 2.944,7 3.349,5 3.057,8 2.679,3

Detaillierte Informationen zu den In- und Auslandsumsätzen finden sich Im Regionenbericht ab S.93.

EBITDA nahezu verdoppelt

Höhere Absatz- und Umsatzvolumina und damit eine hohe Auslastung treiben das EBITDA

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 1,19 Mrd. € (2009: 606,7 Mio. €). Es hat sich damit nahezu verdoppelt. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 25,2 Prozent (2009: 16,3 Prozent) und erreichte damit wieder den Wert von 2008. Hauptursache für den Ergebnisanstieg sind die höheren Absatz- und Umsatzvolumina sowie die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten, die sich günstig auf die spezifischen Herstellungskosten ausgewirkt haben. Im Geschäftsjahr 2009 reduzierten Sondereffekte in Höhe von 159,9 Mio. € das EBITDA.

EBITDA-Entwicklung

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
EBITDA 1.194,5 606,7 1.055,2 1.001,5 786,3

Umsatzkosten und Bruttoergebnis vom Umsatz

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg um 502,8 Mio. € auf 1,35 Mrd. € (2009: 843,5 Mio. €). Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Bruttomarge von 23 Prozent im Jahr 2009 auf 28 Prozent im Berichtsjahr erhöht. Die Herstellungskosten betrugen 3,40 Mrd. € (2009: 2,88 Mrd. €). Damit errechnet sich eine Herstellungskostenquote von 72 Prozent (2009: 77 Prozent). Die Produktionsanlagen des Konzerns waren im Geschäftsjahr 2010 mit weit über 80 Prozent sehr gut ausgelastet. Das hat dazu geführt, dass sich bei der Verteilung der Fixkosten positive Skaleneffekte ausgewirkt haben. In den Herstellungskosten sind Aufwendungen für Zuführungen zu den Rückstellungen für erwartete Verluste aus dem Silicongeschäft in China von 51,8 Mio. € enthalten. Die Gründe liegen in Abnahmeverpflichtungen mit hohen langfristig vereinbarten Verrechnungspreisen zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning zur Herstellung von Siloxan. Im Jahr 2009 hatten hohe Zuführungen zu Pensions- und Personalrückstellungen die Herstellungskosten negativ beeinflusst.

Funktionskosten steigen

Die übrigen Funktionskosten haben im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 548,0 Mio. € (2009: 505,9 Mio. €) zugenommen. Im Wesentlichen ergibt sich diese Zunahme aus den Vertriebs- und Verwaltungskosten. Sie waren mit 382,9 Mio. € um zwölf Prozent höher als im Vorjahr. Die Hauptgründe dafür sind das gestiegene Geschäftsvolumen und die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen erfolgsabhängigen Vergütungen.

Forschungs- und Entwicklungskosten konstant

Die Kosten für Forschung und Entwicklung blieben mit 165,1 Mio. € (2009: 164,0 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr annähernd konstant.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 4,3 Mio. € (2009: -183,5 Mio. €). Im Vorjahr beeinflussten Wertminderungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 182,1 Mio. € den sonstigen betrieblichen Aufwand. Der Saldo aus Währungskursgewinnen und -verlusten betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -6,2 Mio. € (2009: -27,0 Mio. €). Sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 18,5 Mio. € entstanden durch die Veräußerung des 50-prozentigen Anteils von WACKER an der Gesellschaft Planar Solutions LLC in den USA. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Abgangsverluste für Anlagegegenstände und sonstige außerplanmäßige Wertminderungen auf das Anlagevermögen in Höhe von insgesamt 21,0 Mio. € sowie Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen in Höhe von 35,7 Mio. € enthalten.

Die erläuterten Effekte haben dazu geführt, dass sich das Betriebsergebnis auf 802,6 Mio. € (2009: 154,1 Mio. €) erhöht hat.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis – die Summe des Equity-Ergebnisses und des sonstigen Beteiligungsergebnisses – war negativ. Es beläuft sich auf -38,0 Mio. € (2009: -127,4 Mio. €). Dafür verantwortlich waren Verluste in den Beteiligungsgesellschaften in Asien, die durch hohe planmäßige Abschreibungen bei den Beteiligungsunternehmen mit Samsung und Dow Corning verursacht wurden. Zusätzlich sind im Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning Anlaufkosten der Siloxanproduktion aufgelaufen. Im Vorjahr wurde der Beteiligungsanteil am Gemeinschaftsunternehmen WACKER SCHOTT Solar an die SCHOTT Solar AG abgegeben. Daraus ergab sich ein Beteiligungsverlust in Höhe von 74,8 Mio. €.

Finanz- und Zinsergebnis

Das Finanzergebnis hat sich mit -32,3 Mio. € (2009: -23,5 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert. Das Zinsergebnis war mit -2,0 Mio. € nahezu ausgeglichen. Hier haben sich die im Geschäftsjahr 2010 aktivierten Bauzeitzinsen in Höhe von 13,5 Mio. € (2009: 12,9 Mio. €) positiv ausgewirkt. Das übrige Finanzergebnis betrug -30,3 Mio. € (2009: -27,8 Mio. €). Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind die Aufzinsung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen.

Ertragsteuern

Steuerquote fast unverändert

Der Steueraufwand für das Jahr 2010 beläuft sich auf 235,3 Mio. € (2009: 77,8 Mio. €). Die Steuerquote des Konzerns beträgt damit 32,1 Prozent. Im Vorjahr hatte die Steuerquote, bereinigt um Sondereffekte, ebenfalls bei rund 30 Prozent gelegen. Die Ertragsteuern bilden im Wesentlichen den laufenden Steueraufwand im Konzern ab.

Konzernergebnis

Nachsteuerrendite von mehr als zehn Prozent

Insgesamt belief sich das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2010 auf 497,0 Mio.€ (2009: -74,5 Mio.€).

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2010 2009
Umsatzerlöse 4.748,4 3.719,3
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.346,3 843,5
Vertriebs-, Forschungs- und allgemeine Verwaltungskosten –548,0 –505,9
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 4,3 –183,5
Betriebsergebnis 802,6 154,1
Beteiligungsergebnis –38,0 –127,3
EBIT 764,6 26,8
Finanzergebnis –32,3 –23,5
Ergebnis vor Steuern 732,3 3,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –235,3 –77,8
Jahresergebnis 497,0 –74,5
Davon den Aktionären der Wacker Chemie AG zuzurechnen 490,7 –70,8
Davon auf andere Gesellschafter entfallend 6,3 –3,7
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert/verwässert) 9,88 –1,43
Überleitung zum EBITDA
EBIT 764,6 26,8
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen 429,9 579,9
EBITDA 1.194,5 606,7
ROCE (%) 24,8 0,9

Vermögenslage

Bilanzsumme hat sich erhöht

Zum 31. Dezember 2010 hat sich die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 959,3 Mio. € auf 5,50 Mrd. € erhöht. Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von 111,1 Mio. € haben unter anderem dazu beigetragen.

Bilanzentwicklung Aktiva

Kurz- und langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich auf 3,55 Mrd. € (2009: 3,12 Mrd. €) erhöht. Das ist ein Zuwachs von 427,4 Mio. € oder 14 Prozent. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr auf 64 Prozent (2009: 69 Prozent) gesunken. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind ebenfalls höher als im Vorjahr. Sie belaufen sich auf 1,95 Mrd. € (2009: 1,42 Mrd. €). Das ist ein Anstieg um 37 Prozent. Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 35 Prozent und stieg somit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzinvestitionen

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 3,06 Mrd. € (2009: 2,80 Mrd. €). Planmäßige Abschreibungen verringerten das Anlagevermögen um 417,2 Mio. € (2009: 397,8 Mio. €). Dagegen haben Investitionen das Anlagevermögen um 613,9 Mio. € (2009: 740,1 Mio. €) erhöht. Die Mittel flossen insbesondere in den Ausbau der Produktionskapazitäten des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON. Durch den Erwerb der Siliciumproduktion in Holla und den Kauf von Lucky-Silicone in Korea hat das Anlagevermögen um 52,6 Mio. € zugenommen. Positiven Einfluss auf das Anlagevermögen hatten Währungseffekte in Höhe von 44,1 Mio. €.

At equity bewertete Beteiligungen

Der Buchwert der at equity bewerteten Beteiligungen ging auf 111,7 Mio. € (2009: 140,2 Mio. €) zurück. Verantwortlich dafür sind vor allem Jahresfehlbeträge in Gemeinschaftsunternehmen. Währungseffekte beeinflussten den Buchwert positiv in Höhe von 20,6 Mio. €.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere

Im vierten Quartal 2010 hat WACKER einen Teil seiner überschüssigen Liquidität in Wertpapieren von unterschiedlichen Anleiheemittenten mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten investiert. Der Wert dieser langfristigen Wertpapiere belief sich zum Bilanzstichtag auf 210,8 Mio. €. In den verbliebenen sonstigen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 164,7 Mio. € (2009: 177,8 Mio. €) sind Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen in Höhe von 101,4 Mio. € (2009: 75,1 Mio. €), langfristige derivative Finanzinstrumente (16,9 Mio. €) sowie Steuerforderungen und aktive latente Steuern in Höhe von 26,2 Mio. € (2009: 21,5 Mio. €) enthalten.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben durch den Anstieg des Working Capital sowie der höheren kurzfristigen Liquidität im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Auf Grund des gestiegenen Geschäfts- und Produktionsvolumens haben sich die Vorräte auf 530,7 Mio. € (2009: 441,2 Mio. €) erhöht. Das entspricht einem Zuwachs von 20 Prozent. Infolge der hohen Nachfrage sind auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sie nahmen um 129,2 Mio. € auf 596,0 Mio. € (2009: 466,8 Mio. €) zu. Zu einem Anstieg kam es bei den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 826,9 Mio. € (2009: 513,7 Mio. €). Darin enthalten sind die kurzfristige Liquidität – Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie kurzfristige Wertpapiere – mit 586,6 Mio. € (2009: 363,6 Mio. €), Steueransprüche von 87,1 Mio. € (2009: 52,2 Mio. €) sowie Forderungen aus Investitionsförderung von 68,9 Mio. € (2009: 28,7 Mio. €). Derivative Finanzinstrumente wurden in Höhe von 22,6 Mio. € (2009: 13,6 Mio. €) ausgewiesen.

Bilanzentwicklung Passiva

Konzerneigenkapital hat sich erhöht

Eigenkapitalquote beträgt 44,5 Prozent

Das Eigenkapital betrug zum 31. Dezember 2010 2,45 Mrd. € (2009: 1,94 Mrd. €). Damit ist die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr auf 44,5 Prozent (2009: 42,8 Prozent) gestiegen. Verantwortlich für diesen Zuwachs war in erster Linie der Konzernjahresüberschuss von 497,0 Mio. €. Die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 59,6 Mio. € hat das Eigenkapital dagegen gemindert. Die in den übrigen Eigenkapitalposten enthaltenen nicht realisierten Effekte aus Währungskursumrechnungen des Nettovermögens ausländischer Tochtergesellschaften sowie derivativer Finanzinstrumente haben sich mit 67,7 Mio. € positiv ausgewirkt.

Schulden

Einen Anstieg verzeichnete WACKER auch bei den Schulden. Sie erhöhten sich um 17 Prozent auf 3,05 Mrd. € (2009: 2,60 Mrd. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme blieb mit 55 Prozent allerdings fast auf dem Vorjahresniveau (2009: 57 Prozent). Der Anteil des Fremdkapitals in Bezug zum Eigenkapital ging deutlich zurück.

Langfristige Schulden steigen auf Grund höherer Kundenanzahlungen

Die langfristigen Schulden haben sich um zehn Prozent auf 2,06 Mrd. € (2009: 1,87 Mrd. €) erhöht. Ihr Anteil an der Bilanzsumme verringerte sich aber auf 37 Prozent (2009: 41 Prozent). Leicht gestiegen im Vergleich zum Vorjahr sind die langfristigen Rückstellungen. Sie haben um 18,8 Mio. € auf 745,8 Mio. € (2009: 727,0 Mio. €) zugenommen. Planmäßig erhöht haben sich die Pensionsrückstellungen. Sie belaufen sich auf 475,4 Mio. € (2009: 445,1 Mio. €), 30,3 Mio. € mehr als im Vorjahr. In den anderen langfristigen Rückstellungen ist eine Drohverlustrückstellung für Verluste aus zukünftigen Abnahmeverpflichtungen aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning in Höhe von 53,1 Mio. € enthalten. Gleichzeitig verminderten sich die Personalrückstellungen.

Nur geringfügig zugenommen haben die langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Sie erhöhten sich auf 407,1 Mio. € (2009: 363,8 Mio. €). Neben Währungseffekten haben sich drei weitere Tatbestände ausgewirkt. Im Dezember 2010 haben wir die erste Tranche des Investitionskredits der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 200,0 Mio. € gezogen. Außerdem hat WACKER langfristige in kurzfristige Darlehen gewandelt und in Höhe von 151,0 Mio. € Schuldscheindarlehen vorzeitig zurückgezahlt. In China haben wir im Geschäftsjahr für lokale Investitionsprojekte langfristige Kredite aufgenommen.

Verändert haben sich auch die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten. Sie erhöhten sich auf 909,0 Mio. € (2009: 776,6 Mio. €). Der Anstieg erklärt sich im Wesentlichen aus den Abschlüssen langfristiger Kundenverträge zur Lieferung von Polysilicium. Dafür hat WACKER Vorauszahlungen erhalten, die sich auf die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten auswirken. Der Wert der langfristigen erhaltenen Anzahlungen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2010 um 108,1 Mio. € auf 869,9 Mio. € (2009: 761,8 Mio. €).

Kurzfristige Schulden steigen auf Grund des höheren Geschäftsvolumens

Hohe Vorauszahlungen wirken sich auf sonstige langfristige Verbindlichkeiten aus

Einen Anstieg verzeichnet WACKER bei den kurzfristigen Schulden. Sie haben um 35 Prozent auf 992,5 Mio. € (2009: 732,1 Mio. €) zugenommen. Ihr Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 18 Prozent (2009: 16 Prozent). Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen um 50,4 Mio. € auf 126,3 Mio. € (2009: 75,9 Mio. €). Zwei Gründe sind dafür vor allem verantwortlich. WACKER hat auf Grund der Fälligkeit innerhalb eines Jahres Finanzverbindlichkeiten vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert und 27,8 Mio. € an positiven Effekten aus Währungsumrechnungen bilanziert.

Die hohe Auslastung der Produktionsanlagen im vierten Quartal und die starke Investitionstätigkeit haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen höher sind als im Vorjahr. Sie nahmen um 117,3 Mio. € auf 335,2 Mio. € (2009: 217,9 Mio. €) zu. Das ist ein Anstieg von 54 Prozent.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind auf 531,0 Mio. € (2009: 438,3 Mio. €) gestiegen. Das sind 92,7 Mio. € mehr als im Vorjahr. Zurückzuführen ist der Zuwachs auf die höheren Verpflichtungen aus der erfolgsabhängigen Vergütung und auf höhere innerhalb eines Jahres verrechenbare Kundenanzahlungen für Polysiliciumlieferungen.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Ein bedeutender Vermögenswert, der nicht in der Bilanz erscheint, sind der Markenwert von WACKER und der jeweilige Wert anderer Marken des Konzerns. Bekanntheit und Reputation unserer Marken sehen wir als wesentlichen Einflussfaktor für die Akzeptanz unserer Produkte und Lösungen bei den Kunden. Es gibt aber noch andere erfolgskritische immaterielle Werte, die unser Geschäft positiv beeinflussen. Hierzu zählen gewachsene Kundenbeziehungen und das Vertrauen unserer Kunden in unsere Produkt- und Lösungskompetenz. Ebenso wichtig sind das profunde Know-how und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sowie unser langjährig gewachsenes Wissen in Forschung und Entwicklung, im Design unserer Produktions- und Geschäftsprozesse und im Projektmanagement. Insbesondere unsere integrierte Verbundproduktion verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Wettbewerbern.

Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das eigene langjährig gewachsene Vertriebsnetz von WACKER. Das Unternehmen ist in der Lage, das Produkt- und Dienstleistungsangebot von WACKER kundennah zu betreiben.

In der Bilanz sind außerdem bestimmte geleaste gepachtete oder gemietete Güter (operating lease), über, die im Anhang berichtet wird, nicht enthalten. Hinzu kommen sonstige selbst geschaffene Güter. Siehe Anhang Ziffer 17

WACKER nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente.

Zusammengefasste Bilanz

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Mio. € 2010 2009
Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als

Finanzinvestition gehaltene Immobilien
3.060,4 2.802,2
At equity bewertete Beteiligungen 111,7 140,2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 375,5 177,8
Langfristige Vermögenswerte 3.547,6 3.120,2
Vorräte 530,7 441,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 596,0 466,8
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 826,9 513,7
Kurzfristige Vermögenswerte 1.953,6 1.421,7
Summe Aktiva 5.501,2 4.541,9
Passiva
Eigenkapital 2.446,8 1.942,4
Langfristige Rückstellungen 745,8 727,0
Finanzverbindlichkeiten 407,1 363,8
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 909,0 776,6
Davon erhaltene Anzahlungen 869,9 761,8
Langfristige Schulden 2.061,9 1.867,4
Finanzverbindlichkeiten 126,3 75,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 335,2 217,9
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 531,0 438,3
Kurzfristige Schulden 992,5 732,1
Schulden 3.054,4 2.599,5
Summe Passiva 5.501,2 4.541,9
Capital Employed 3.078,9 2.878,4

Finanzlage

Grundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements

Das wichtigste Ziel unseres Finanzmanagements bleibt, die Finanzkraft von WACKER zu stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement ist im Konzern zentral organisiert. Es ist verantwortlich für das Cashmanagement, für die Finanzierung und die Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gültigen Finanzrichtlinie geregelt. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. Das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen erhalten wir über fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Liquiditätsüberschüsse legen wir risiko- und renditeoptimiert am Geld- oder Kapitalmarkt an.

WACKER geht davon aus, dass über die genannten Finanzierungsinstrumente hinaus bei Bedarf Anleihemärkte und andere Instrumente in Anspruch genommen werden können. Es ist unser Ziel, die finanziellen Strukturen so zu halten, dass die Bonität des Unternehmens mindestens im Investment-Grade-Bereich liegt.

Operative Geschäftstätigkait ist winchigsta Liquiditätsquelle

Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cashmanagement-Systeme nutzen wir die Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand.

Finanzierungsanalyse

Die Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 533,4 Mio. € (2009: 439,7 Mio. €). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 93,7 Mio. € gestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf das Ziehen der 200,0-Mio.-€-Tranche des Investitionsförderkredits zurückzuführen, den WACKER von der Europäischen Investitionsbank u. a. für die im Bau befindliche Polysiliciumproduktion in Nünchritz erhalten hat. Gleichzeitig hat WACKER Schuldscheindarlehen in Höhe von 151,0 Mio. € vorzeitig im Geschäftsjahr zurückgezahlt. In China wurden für laufende Investitionsvorhaben langfristige Darlehen in Höhe von 30,7 Mio. € aufgenommen.

Die Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einschließlich Finance-Lease-Verbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettofinanzverbindlichkeiten oder -forderungen geben Auskunft über die Liquiditätslage des Konzerns. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Liquiditätslage von WACKER deutlich verbessert. Zum Bilanzstichtag verfügen wir über Nettofinanzforderungen in Höhe von 264,0 Mio. €. Im Vorjahr hatte WACKER dagegen Nettofinanzverbindlichkeiten von 76,1 Mio. €.

Chart

WACKER verfügt über zugesagte Kreditlinien in Höhe von 1,2 Mrd. € zum Bilanzstichtag. Damit haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein.

Cashflow

Investitionen vollständig aus eigenem Cashflow finanziert

Der Konzern hat seine Investitionen im Geschäftsjahr 2010 vollständig aus dem eigenen Cashflow finanziert. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) betrug im laufenden Geschäftsjahr 1,10 Mrd. € (2009: 767,5 Mio. €). Das ist ein Plus von 44 Prozent. Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind das hohe Konzernjahresergebnis in Höhe von 497,0 Mio. € (2009: -74,5 Mio. €) und der deutliche Anstieg der erhaltenen Kundenanzahlungen für künftige Polysiliciumlieferungen. Der Mittelzufluss aus Anzahlungen belief sich auf 165,2 Mio. € (2009: 36,9 Mio. €).

Chart

Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit zeigt, dass WACKER weiter viel Geld in den fortlaufenden Ausbau seiner Produktionsanlagen steckt. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir 617,3 Mio. € vor allem in Gebäude, Maschinen und Anlagen sowie Infrastruktur investiert. Der größte Teil floss in den Ausbau der Polysiliciumproduktion im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON sowie in weitere Produktionsanlagen zur Siliconherstellung in China im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Um die Versorgungssicherheit für unseren wichtigsten Rohstoff Siliciummetall zu erhöhen, hat WACKER den norwegischen Produktionsstandort Holla erworben, wo Siliciummetall produziert wird. Zur Stärkung des Geschäfts in Asien hat WACKER die Marke Lucky-Silicone und die zugehörigen Produktionsanlagen in Korea übernommen. Insgesamt haben diese beiden Akquisitionen zu einem Mittelabfluss von 81,2 Mio. € geführt. Durch den Verkauf unseres 50-prozentigen Anteils an Planar Solutions LLC, USA, an FUJIFILM Electronic Materials sind WACKER Finanzmittel in Höhe von 25,4 Mio. € zugeflossen.

Chart

Im Geschäftsjahr 2010 erwarb WACKER kurz- und langfristige Wertpapiere in Höhe von 252,2 Mio. €, die dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzuordnen sind. Im Vorjahr wurden Wertpapiere in Höhe von 101,1 Mio. € veräußert.

Hoher Netto-Cashflow im Jahr 2010

Der Netto-Cashflow – also der Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren – belief sich auf 421,6 Mio. € (2009: -32,9 Mio. €). Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zufluss in Höhe von 454,5 Mio. €.

Chart

Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 3,7 Mio. € (2009: 92,5 Mio. €). Die Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2009 hat den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit um 59,6 Mio. € vermindert. Dagegen hat die Aufnahme von Bankverbindlichkeiten per Saldo zu einem Mittelzufluss in Höhe von 73,2 Mio. € geführt.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die sich aus dem Cashflow ergeben, nahmen im Berichtszeitraum, bereinigt um Wechselkurseffekte, um 181,6 Mio. € zu. Sie betrugen zum Geschäftsjahresende 545,2 Mio. €.

Chart

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung: 3,20 € je Aktie

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2010 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 775,3 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 3,20 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2010 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 159,0 Mio. €.

Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2010 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,8 Prozent.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, einen Teil des Restbetrags in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen Teil auf neue Rechnung vorzutragen.

Rating

WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

2010 war für WACKER ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Bei Investitionen von 695,1 Mio. € haben wir einen operativen Netto-Cashflow von 421,6 Mio. € erzielen können. Das heißt: Die Investitionen konnten aus dem operativen Netto-Cashflow vollständig finanziert werden. Die finanzielle Lage von WACKER ist hervorragend. Durch den hohen Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit übersteigt die vorhandene Liquidität wieder die Finanzverbindlichkeiten um 264,0 Mio. €. Die Eigenkapitalquote hat sich gegenüber dem Vorjahr wieder erhöht und beträgt jetzt 44,5 Prozent. Die langfristige Finanzierung der künftigen Investitionen und des operativen Geschäfts wurde rechtzeitig sichergestellt. All diese Faktoren bilden eine sehr gute Grundlage für das Geschäftsjahr 2011.

Ergänzende Angaben nach dem Übernahmerichtlinien-Umsetzungsgesetz

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Zu der nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:
§ 315 (4) 1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der Wacker Chemie AG besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stimmrechtsaktien. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Von der Gesamtanzahl der Aktien werden momentan 49.677.983 von außenstehenden Aktionären gehalten, während 2.474.617 im Bestand der Wacker Chemie AG sind. Diese eigenen Aktien stammen aus dem Rückkauf von damaligen GmbH-Anteilen im August 2005. Von diesem Bestand dürfen 782.300 Stück nur nach Zustimmung des Aufsichtsrats und Beschluss der Hauptversammlung vom Vorstand veräußert bzw. verwendet werden; der verbleibende Restbestand von 1.692.317 Stück darf vom Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats verwendet bzw. veräußert werden.
§ 315 (4) 2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Es bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien.
§ 315 (4) 3 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital

Am gezeichneten Kapital sind die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, sowie Herr Dr. Peter-Alexander Wacker, Starnberg, dem die Stimmrechte der Blue Elephant Holding GmbH zuzurechnen sind, zu jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.
§ 315 (4) 4 Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
§ 315 (4) 5 Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Sonderrechte von Aktionären, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Wacker Chemie AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar aus.
§ 315 (4) 6 Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Die Regelungen zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern bei der Wacker Chemie AG ergeben sich aus §§ 84 f. AktG. Die Satzung der Wacker Chemie AG enthält diesbezüglich keine weitergehenden Regelungen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird gem. § 4 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt; dieser ernennt auch ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden. Satzungsänderungen sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, wurde gem. § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG an den Aufsichtsrat delegiert.
§ 315 (4) 7 Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2010 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien existiert nicht.
§ 315 (4) 8 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

In mehreren Verträgen mit Joint-Venture-Partnern existieren „Change of Control“-Klauseln. Gegenstand dieser Klauseln sind mögliche Folgen aus Übernahmen eines der jeweiligen Joint-Venture-Partner. Diese Vereinbarungen entsprechen üblichen Standards für solche Joint-Venture-Verträge.
§ 315 (4) 9 Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots

Entschädigungsvereinbarungen o. Ä. mit Arbeitnehmern bzw. Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Übernahmeangebots existieren nicht. Hierfür verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

Segmentberichterstattung

WACKER SILICONES

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat im Geschäftsjahr 2009 seine Strategie weiterentwickelt. Profitabel zu wachsen, Kostenpotenziale zu nutzen und die Flexibilität gegenüber den Kunden und Märkten zu erhöhen, stand dabei im Mittelpunkt.

Im Jahr 2010 ist mit der Rückwärtsintegration beim Siliciummetall eine strategische Lücke in der Wertschöpfungskette geschlossen worden. Mit der Inbetriebnahme der Siloxanherstellung im chinesischen Zhangjiagang zusammen mit Dow Corning und dem offiziellen Produktionsbeginn am 18. November 2010 hat WACKER den Ausbau seines Produktionsverbundes in einem der wichtigsten Märkte stark vorangebracht und kann das Wachstum in diesem Markt begleiten bzw. ausbauen. Bei der strategischen Marktbearbeitung stehen die Länder Brasilien, China und Indien im Fokus, wo der Geschäftsbereich auf Grund seiner hohen Produkt- und Anwendungsvielfalt die größten Wachstumspotenziale sieht.

WACKER SILICONES mit neuem Umsatzrekord

Starkes Geschäftsjahr für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES

Mit einem neuen Umsatzrekord hat der Geschäftsbereich WACKER SILICONES das Geschäftsjahr 2010 abgeschlossen. Der Umsatz erhöhte sich um 28 Prozent auf 1,58 Mrd. € (2009: 1,24 Mrd. €). Der Umsatzanstieg wurde getragen durch die hohe Nachfrage nach unseren Produkten über alle Branchen hinweg. Selbst in den üblicherweise etwas schwächeren Sommermonaten blieb die Nachfrage auf einem sehr hohen Niveau. Regional betrachtet konnte der Geschäftsbereich WACKER SILICONES in allen Regionen seine Umsätze steigern.

Noch stärker gestiegen als der Umsatz ist das EBITDA. Mit 229,9 Mio. € (2009: 157,9 Mio. €) lag es 46 Prozent über dem Vorjahr. Vor allem Mengenzuwächse, niedrige spezifische Herstellungskosten und auch Währungseffekte haben das EBITDA von WACKER SILICONES positiv beeinflusst. Gebremst wurde die Ergebnisentwicklung durch höhere Preise für Rohstoffe wie Methanol und Platin. Im vierten Quartal hat sich außerdem eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 51,8 Mio. € negativ auf das EBITDA ausgewirkt. Die Gründe dafür liegen in Abnahmeverpflichtungen mit hohen langfristig vereinbarten Verrechnungspreisen zwischen WACKER und dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning zur Herstellung von Siloxan. Die EBITDA-Marge blieb mit 14,5 Prozent (2009: 12,7 Prozent) auf dem Niveau des Vorjahres.

Investitionen deutlich über Vorjahr

Die Investitionen bei WACKER SILICONES sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Sie beliefen sich auf 174,1 Mio. € (2009: 102,2 Mio. €). Darin enthalten sind der Kaufpreis von 66,5 Mio. € für den Erwerb der Siliciummetallproduktion am Standort Holla von der norwegischen FESIL Group sowie der Gesamtkaufpreis von 14,7 Mio. € für die Marke Lucky-Silicone und das dazugehörende Geschäft in Korea. Im November 2010 haben WACKER und Dow Corning nach vierjähriger Bauzeit den gemeinsamen integrierten Produktionskomplex für Siloxan in Zhangjiagang offiziell in Betrieb genommen. Er zählt zu den größten und modernsten Siliconstandorten weltweit. Bereits im Oktober hat WACKER ebenfalls in Zhangjiagang mit der Produktion von Siliconpolymeren begonnen. In der neuen Anlage werden sowohl verschiedene Zwischenstoffe als auch fertige Siliconprodukte wie zum Beispiel Öle hergestellt. Damit vervollständigt WACKER seine Wertschöpfungskette in China. Die Investition für die neue Anlage belief sich auf rund 30 Mio. €.

Zukauf im Wachstumsmarkt Asien

Produkt und Marke für Silicondichtstoffe in Korea erworben

Um die Präsenz und die Wertschöpfung im Wachstumsmarkt Asien zu stärken, hat WACKER im Oktober 2010 von der Henkel Technologies Ltd., Korea, für 7,1 Mio. € die koreanische Siliconmarke Lucky-Silicone gekauft. Im Rahmen des Erwerbs haben wir auch die Produktionsanlagen und Liegenschaften erworben. Außerdem wurden die zum Geschäft gehörenden Vorräte und Forderungen übernommen, deren Wert bei 7,6 Mio. € lag. Die rund 40 Mitarbeiter am Standort in Jincheon beschäftigt WACKER weiter. Unter dem Namen Lucky-Silicone werden vor allem Silicondichtstoffe produziert und vermarktet, die unter anderem im Baubereich zum Einsatz kommen.

Zum 31. Dezember 2010 waren im Geschäftsbereich WACKER SILICONES 3.892 Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2009: 3.873).

Segmentdaten WACKER SILICONES

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Gesamtumsatz 1.580,5 1.238,8 1.408,6 1.361,0 1.286,9
EBITDA 229,9 157,9 167,9 226,9 231,9
EBIT 150,0 33,5 86,3 144,6 147,8
Investitionen (Anlagenzugänge) 92,9 102,2 107,0 102,2 140,9
Akquisitionen 81,2
F & E-Kosten 25,3 26,9 31,5 35,9 34,4
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 3.892 3.873 3.927 3.871 3.767

WACKER POLYMERS

Strategie

Die Strategie des Geschäftsbereiches WACKER POLYMERS ist darauf ausgerichtet, im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft weiter profitabel zu wachsen. Dieses Wachstum stützt sich unter anderem auf Produkte, die speziell auf lokale Anwendungen zugeschnitten sind. Begleitet wird die intensive Kundenarbeit vor Ort durch den Ausbau unseres Netzwerkes. An erster Stelle stehen dabei unsere technischen Kompetenzzentren, in denen wir vor Ort mit den Kunden individuelle Produktlösungen entwickeln können. Damit übertragen wir unser Produktwissen, das wir über Jahrzehnte gesammelt haben, auf spezifische, lokale Anwendungsbedürfnisse unserer Kunden in allen Regionen der Welt.

Umsatz ist gestiegen

WACKER POLYMERS steigert seinen Umsatz

Trotz einer verhaltenen Entwicklung der weltweiten Bauindustrie im Jahr 2010 konnte der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Der Umsatz erhöhte sich um neun Prozent auf 810,0 Mio. € (2009: 743,8 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2009 war in den Umsatzzahlen noch für sechs Monate das Geschäft mit Kaugummirohmasse enthalten. Davon bereinigt hätte der Umsatzanstieg zwölf Prozent betragen. Steigende Absatzmengen bei Dispersionen und Dispersionspulvern sind in erster Linie dafür verantwortlich. Die Absatzmengen lagen je nach Produktgruppe um etwa 5 bis 15 Prozent über den Werten des Vorjahres. Selbst in den Sommermonaten blieb die Nachfrage auf einem anhaltend hohen Niveau. Asien war auch wie im Vorjahr die Region mit den höchsten Zuwachsraten.

Das EBITDA wuchs um fünf Prozent auf 122,6 Mio. € (2009: 117,2 Mio. €). Gebremst wurde die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Ethylenpreise. Die gestiegenen Absatzmengen und leicht höhere Preise konnten die Preiserhöhungen bei den Rohstoffen aber nicht komplett ausgleichen. Die EBITDA-Marge blieb deshalb mit 15,1 Prozent (2009: 15,8 Prozent) leicht unter dem Vorjahr.

Investitionen sind zurückgegangen

Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 26,9 Mio. € auf 13,1 Mio. € verringert (2009: 40,0 Mio. €). Sie wurden in erster Linie verwendet für die Erweiterung des chinesischen Standorts Nanjing und für Investitionen am Standort Burghausen.

VAE-Dispersionen werden jetzt auch in China produziert

Standort Nanjing produziert die gesamte Produktpalette von VAE-Copolymer-Dispersionen

Seit Anfang Juli vertreibt WACKER in China Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen aus lokaler Produktion. Der voll integrierte Standort Nanjing produziert die gesamte Produktpalette von VAE-Copolymer-Dispersionen bis hin zu Dispersionspulvern. Diese Produkte kommen unter anderem in der Bau-, Beschichtungs- und Klebstoffindustrie zum Einsatz. Die Produktionskapazität für Dispersionen am Standort Nanjing beträgt derzeit rund 50.000 Jahrestonnen. Von Nanjing aus können wir die Bedürfnisse der lokalen Märkte in Asien noch besser bedienen und stärken unsere Position als Anbieter von hochwertigen Bindemitteln und polymeren Additiven in China.

Internationale Präsenz ausgebaut

Mit dem Ausbau der technischen Kompetenzzentren in Suwon, Südkorea, und in Dubai hat WACKER POLYMERS seine Präsenz in Wachstumsmärkten erhöht. Die Kunden vor Ort werden in allen Themen rund um die Bauchemie optimal betreut – von der Anwendungstechnik über die Entwicklung spezifischer Produktlösungen bis hin zum Kundenservice. Ebenfalls erweitert hat WACKER das Netz der Schulungs- und Weiterbildungszentren, die unter dem Namen WACKER ACADEMY bauspezifisches Know-how an Kunden vor Ort vermitteln. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir neue Schulungszentren in Brasilien, Dubai und Singapur eröffnet.

Die Zahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2010 hat sich auf 1.377 leicht erhöht (31.12.2009: 1.362).

Segmentdaten WACKER POLYMERS

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Gesamtumsatz 810,0 743,8 867,9 632,8 559,6
EBITDA 122,6 117,2 108,9 107,0 106,6
EBIT 82,2 77,8 64,9 80,5 88,8
Investitionen (Anlagenzugänge) 13,1 40,0 74,4 41,0 17,8
F & E-Kosten 14,0 14,2 15,0 7,6 7,1
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.377 1.362 1.579 1.128 1.050

WACKER BIOSOLUTIONS

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat sich in den vergangenen Jahren konsolidiert und seine Produkte gebündelt und konzentriert sich jetzt hauptsächlich auf die Pharma-, Agro- und Lebensmittelindustrie. Dabei setzen wir verstärkt auf Synergien aus Chemie und Biotechnologie und bieten unseren Kunden Komplettlösungen für ihre speziellen Marktbedürfnisse an. Die Biotechnologie sehen wir als starkes Wachstumsfeld der Zukunft, an dem wir insbesondere in den Bereichen Biopharmazeutika, Nahrungsergänzungsmittel und Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel sowie bei den Agrochemikalien teilhaben wollen. In den Industrien, die wir bedienen, ist eine starke Kundenorientierung für den Erfolg unserer Produkte entscheidend. Aus diesem Grund haben wir zu Beginn des Jahres 2010 unsere Organisation so optimiert, dass sie wesentlich stärker auf die Kunden und Märkte ausgerichtet ist.

Umsatz und EBITDA legen zu

Umsatz und EBITDA von WACKER BIOSOLUTIONS sind gestiegen

Dank der guten Nachfrage in allen Produktsegmenten und der erstmaligen vollständigen Abbildung des Geschäfts mit Kaugummirohmasse über das gesamte Geschäftsjahr ist der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS um 36 Prozent gestiegen. Er betrug 142,4 Mio. € (2009: 104,9 Mio. €). Im Vorjahr war das Geschäft mit Kaugummirohmasse nur für sechs Monate in den Umsatzzahlen enthalten. Bei den wichtigen Umsatzträgern wie Kaugummirohmasse, Cystein, Cyclodextrinen sowie bei Pharmaproteinen verzeichneten wir deutliche Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr.

Noch stärker gestiegen als der Umsatz ist das EBITDA. Es erhöhte sich um 152 Prozent auf 25,0 Mio. € (2009: 9,9 Mio. €). Beeinflusst wurde das EBITDA auch hier durch die erstmalige Vollkonsolidierung des Geschäfts mit Kaugummirohmasse über das gesamte Geschäftsjahr. Die EBITDA-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr auf 17,6 Prozent (2009: 9,4 Prozent).

Investitionen unter Vorjahr

Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr auf 6,5 Mio. € (2009: 12,7 Mio. €) zurückgegangen. Sie flossen hauptsächlich in die Fertigstellung einer neuen Produktionsanlage zur Herstellung von Pharmaproteinen am Standort Jena. Im März 2010 konnte die Anlage offiziell in Betrieb genommen werden. WACKER setzt für die Biologics-Produktion seine proprietären Technologien ESETEC® und DENSETEC® ein. Durch diese Technologien lassen sich Pharmaproteine einfacher, kostengünstiger und mit höheren Ausbeuten herstellen, als dies bei herkömmlichen Verfahren der Fall ist. Zusammen mit den Aufwendungen für ein bereits im vergangenen Jahr fertig gestelltes Gebäude für Prozessentwicklung und Qualitätskontrolle hat der Konzern rund 18 Mio. € in diesen Bereich investiert.

Die Zahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2010 im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS hat sich auf 363 erhöht (31.12.2009: 344).

Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Gesamtumsatz 142,4 104,9 97,7 112,4 112,6
EBITDA 25,0 9,9 9,2 9,5 10,5
EBIT 16,6 4,7 6,0 –7,5 –4,5
Investitionen (Anlagenzugänge) 6,5 12,7 16,5 7,5 4,0
F & E-Kosten 3,5 4,4 2,3 2,1 6,0
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 363 344 259 245 300

WACKER POLYSILICON

Strategie

Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON zielt mit seiner Strategie darauf ab, die Qualitäts- und Kostenführerschaft bei der Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium zu behaupten und das Marktwachstum mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten zu begleiten. Dazu hat WACKER im Dezember 2010 eine wichtige strategische Entscheidung getroffen. Bis zum Jahr 2014 soll ein weiterer Polysiliciumstandort im US-Bundesstaat Tennessee mit einer Kapazität von 15.000 Tonnen errichtet werden.

Umsatz und EBITDA deutlich über Vorjahr

Das Geschäftsjahr 2010 ist für den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON sehr erfolgreich verlaufen. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 1,37 Mrd. € (2009: 1,12 Mrd. €). Getragen wurde dieser Umsatzanstieg durch die anhaltend hohe Nachfrage unserer Kunden aus der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie nach polykristallinem Reinstsilicium und durch die neuen Produktionsmengen aus der Ausbaustufe 8 in Burghausen. Außerdem ist es gelungen, die Produktivität weiter zu steigern, so dass wir zusätzliche Mengen aus den bestehenden Anlagen gewinnen konnten. Insgesamt hat sich die Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr von 18.100 auf 30.500 Tonnen erhöht.

Etwas stärker als der Umsatz stieg das EBITDA. Es erhöhte sich um 41 Prozent auf 733,4 Mio. € (2009: 520,8 Mio. €). Allerdings hatte im Geschäftsjahr 2009 der Rückzug von WACKER aus dem Gemeinschaftsunternehmen WACKER SCHOTT Solar das EBITDA von WACKER POLYSILICON mit 51,9 Mio. € belastet. Die gute Ergebnisentwicklung ist zurückzuführen auf die geringeren spezifischen Herstellungskosten im Verhältnis zu den Mengensteigerungen. Die EBITDA-Marge belief sich auf 53,6 Prozent (2009: 46,5 Prozent).

WACKER POLYSILICON gewinnt neue Mehrjahresverträge

Die starke Nachfrage nach Polysilicium hat den Abschluss von Mehrjahresverträgen zu attraktiven Preisen und mit Vorauszahlungen auf künftige Lieferungen begünstigt. Damit ist die volle Auslastung unserer Produktionskapazitäten bis einschließlich 2014 nahezu gesichert.

Investitionen etwas geringer, aber weiter auf hohem Niveau

Die Investitionen im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON lagen im Geschäftsjahr 2010 bei 309,9 Mio. € (2009: 400,1 Mio. €) und damit 23 Prozent unter dem Vorjahr. Sie flossen hauptsächlich in den Bau der Ausbaustufe 9 am Standort Nünchritz. Der Beginn der Produktion ist für das vierte Quartal 2011 vorgesehen. Im September hat die EU-Kommission eine regionale Investitionsbeihilfe in Höhe von maximal 97,5 Mio. € für die Polysiliciumanlage in Nünchritz genehmigt. Entsprechend dem Investitionsfortschritt werden diese Fördermittel von WACKER abgerufen.

Auf Grund des weiteren Wachstums im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist die Zahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2010 erneut gestiegen. Sie liegt bei 1.763 (31.12.2009: 1.600).

Segmentdaten WACKER POLYSILICON

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Gesamtumsatz 1.368,7 1.121,2 828,1 456,9 325,6
EBITDA 733,4 520,8 422,0 182,2 118,3
EBIT 586,7 414,1 349,8 135,0 88,8
Investitionen (Anlagenzugänge) 309,9 400,1 410,3 259,5 148,5
F & E-Kosten 12,8 11,3 5,4 6,3 5,1
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 1.763 1.600 1.289 1.003 875

Siltronic

Strategie

Die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie hat sich im Jahr 2010 erhöht

Die Siltronic konzentriert sich auf drei strategische Schwerpunkte: eine führende Rolle in der Technologieentwicklung zu behaupten, das Marktwachstum kapazitätsseitig zu begleiten und die Kostenstrukturen den Markt- und Preisbedingungen anzupassen. Um die Anforderungen der neuesten Design-Rules zu bedienen, wird die Siltronic auch in Zukunft insbesondere in Produktentwicklungen und in qualitätssteigernde Maßnahmen sowie in die 300 mm Technologie investieren. Das 300 mm Geschäft wird an Bedeutung gewinnen. Hier ist die Siltronic so aufgestellt, dass sie davon profitieren kann. Bei den Absatzregionen liegt der Fokus auf Asien. Ziel ist es, über den Marktzyklus einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.

Kräftiger Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2010

Siltronic-Umsatz steigt kräftig

Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2009 verzeichnete die Siltronic im abgelaufenen Geschäftsjahr einen kräftigen Umsatzanstieg. Er kletterte um 61 Prozentauf 1,02 Mrd. € (2009: 637,5 Mio. €). Verantwortlich dafür war die starke Nachfrage nach Elektronikprodukten und -equipment sowohl der privaten Haushalte als auch der Unternehmen. Die Nachfrage nach allen Durchmessern hat sich deutlich erhöht. In allen Regionen konnte die Siltronic ihren Umsatz steigern, am deutlichsten in Asien. In dieser Region inklusive Japan erwirtschaften wir derzeit rund 60 Prozent unseres Umsatzes.

Deutlich verbessert hat sich auch das EBITDA. Es lag bei 87,7 Mio. € (2009: -162,4 Mio. €). Damit hat die Siltronic auf EBITDA-Basis die Verlustzone hinter sich gelassen. Höhere Mengen und Preise, geringere spezifische Herstellungskosten sowie positive Wechselkurseffekte haben zu diesem Ergebnis beigetragen. Die EBITDA-Marge betrug 8,6 Prozent (2009: -25,5 Prozent).

Investitionen leicht über Vorjahr

Die Investitionen der Siltronic beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 75,5 Mio. € (2009: 73,0 Mio. €). Die Mittel flossen im Wesentlichen in Projekte, die dazu dienen, die technologischen Anforderungen der Halbleiterindustrie erfüllen und bedienen zu können.

Die Siltronic beschäftigte zum 31. Dezember 2010 5.025 (31.12.2009: 5.096) Mitarbeiter.

Segmentdaten Siltronic

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Gesamtumsatz 1.024,8 637,5 1.360,8 1.451,6 1.263,1
EBITDA 87,7 –162,4 357,3 478,1 355,6
EBIT –3,5 –414,7 193,8 337,2 213,1
Investitionen (Anlagenzugänge) 75,5 73,0 199,6 200,0 167,7
F & E-Kosten 72,3 62,9 67,7 63,9 63,2
Mitarbeiter (31.12., Anzahl) 5.025 5.096 5.469 5.634 5.585

Sonstiges

Der unter „Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 157,1 Mio. € (2009: 180,8 Mio. €). Der Rückgang resultiert aus der Verschmelzung der Wacker Polymer Systems GmbH & Co. KG (WPS) auf die Wacker Chemie AG. Bis zum Zeitpunkt der Verschmelzung (1. Juli 2009) wurden die Innenumsätze im Dienstleistungsgeschäft der Wacker Chemie AG mit der WPS unter „Sonstiges" verbucht. Diese Umsätze fehlen im Jahr 2010. Das EBITDA aus „Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -2,2 Mio. € (2009: -38,0 Mio. €). Im Vorjahr wurde das EBITDA durch eine außerordentliche Zuführung zu den Pensionsrückstellungen belastet. Bereinigt um diesen Effekt, ist das EBITDA im Jahr 2010 zurückgegangen. Die Ursache dafür ist der rückläufige Umsatz.

Chart

Regionenbericht

Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Auslandsgeschäft geprägt. Von den 4,75 Mrd. € Umsatz (2009: 3,72 Mrd. €) im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten wir 81 Prozent im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 19 Prozent.

Asien ist die Region mit dem größten Wachstumspotenzial

Umsatz in Greater China legt weiter zu

Die größte Bedeutung für unsere Geschäfts- und Wachstumspotenziale hat die Region Asien. Der Anstieg des Lebensstandards in den dortigen Schwellenländern steigert die Nachfrage nach Produkten mit hoher Qualität, wie WACKER sie liefert. Mit einem Gesamtanteil von 36 Prozent war Asien wie im Vorjahr der bedeutendste Absatzmarkt. Der Umsatz belief sich auf 1,72 Mrd. €. Das ist ein Anstieg von 37 Prozent. Die starke Nachfrage der Halbleiterhersteller hat vor allem das Geschäft mit Siliciumwafern beflügelt. Wachstumsmotor ist nach wie vor die Region Greater China (China einschließlich Taiwan). Dort realisierte WACKER ein Plus von 36 Prozent und erreichte im Umsatz erstmals fast die Milliardengrenze. Er stieg auf 999,4 Mio. € (2009: 732,9 Mio. €). Sehr stark war dort das Geschäft mit Polysilicium für die Photovoltaikindustrie. Viele Solarzellen- und -modulhersteller kommen aus China. Durch den Ausbau unserer Produktionskapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte können wir unsere chinesischen Kunden noch schneller sowie bedarfsgerechter bedienen und so unsere Marktposition festigen und verbessern. Prozentual zweistellige Wachstumsraten verbuchten wir auch auf dem zweitgrößten asiatischen Markt Indien.

Außenumsatz am Sitz des Kunden

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Deutschland 887,3 774,6 948,6 723,5 657,6
Übriges Europa 1.175,4 944,1 1.008,2 1.034,7 960,8
Amerika 818,2 636,3 852,9 642,6 659,2
Asien 1.717,4 1.252,9 1.362,8 1.267,1 961,4
Sonstige Regionen 150,1 111,4 125,6 113,4 97,9
Konzern 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3 3.336,9

Umsatz in Europa legt deutlich zu

Auch in Europa, der Region, in der WACKER eine sehr starke Marktposition besitzt, hat der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 deutlich zugelegt. Da wir mit unseren Produkten fast alle Branchen bedienen, haben wir hier von der konjunkturellen Erholung auf breiter Front profitiert. Der Umsatz im übrigen Europa erhöhte sich um 24 Prozent auf 1,18 Mrd. € (2009: 944,1 Mio. €). Der Anteil am Konzernumsatz blieb mit 25 Prozent konstant (2009: 25 Prozent). Nicht ganz so stark zulegen konnte der Umsatz in Deutschland. Er stieg um 15 Prozent auf 887,3 Mio. € (2009: 774,6 Mio. €). Hier legte vor allem der Geschäftsbereich WACKER SILICONES überdurchschnittlich zu.

Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Deutschland 4.150,9 3.272,0 3.746,8 3.341,0 2.886,7
Übriges Europa 74,3 23,5 29,4 26,6 23,0
Amerika 779,4 599,2 736,4 659,1 700,8
Asien 684,1 491,4 546,3 480,2 418,9
Sonstige Regionen 6,3 3,5 2,2 1,8 1,4
Konsolidierung –946,6 –670,3 –763,0 –727,4 –693,9
Konzern 4.748,4 3.719,3 4.298,1 3.781,3 3.336,9

Starke Kundennachfrage in Amerika sorgt für höhere Umsätze

Geschäft in Amerika legt zu

Der starke Rückgang beim Umsatz in Amerika im Krisenjahr 2009 konnte im Geschäftsjahr 2010 fast vollständig aufgeholt werden. Vor allem die höhere Kundennachfrage und der günstige Eurowechselkurs gegenüber dem US-Dollar haben das Geschäft beflügelt. Der Umsatz in der Region Amerika betrug 818,2 Mio. € (2009: 636,3 Mio. €). Das sind 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Geschäft mit Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie, Siliconprodukten, Dispersionen und der Verkauf von Polysilicium für die Photovoltaikindustrie haben zum Umsatzanstieg beigetragen.

Sonstige Regionen gewinnen an Bedeutung

Nach einer kurzen Pause im Krisenjahr 2009 wächst der Umsatz in den sonstigen Regionen wieder. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte er sogar den bisher höchsten Umsatzwert aus dem Jahr 2008 übertreffen. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 150,1 Mio. € (2009: 111,4 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von 35 Prozent. Besonders hoch war die Zunahme in der Region Naher und Mittlerer Osten.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Forschung und Entwicklung

Mit seiner Forschung und Entwicklung sucht WACKER nach Lösungen für seine Kunden und für die globalen Megatrends: den steigenden Energiebedarf, die Urbanisierung, die Digitalisierung und die demografische Veränderung.

WACKER gehört zu den forschungsintensiven Chemieunternehmen der Welt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 165,1 Mio. € (2009: 164,0 Mio. €). Die F & E-Quote – das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz – liegt auf Grund des starken Umsatzwachstums mit 3,5 Prozent unter dem Vorjahr.

Anteil neuer Produkte am Umsatz gestiegen

Die Neuproduktrate (Umsatzanteil der in den vergangenen fünf Jahren eingeführten Produkte) ist mit 23,6 Prozent wieder gewachsen (2009: 16,2 Prozent). Der Anstieg im Jahr 2010 beruht vor allem auf einem höheren Umsatz der Siltronic mit neuen Technologien für hochleistungsfähige elektronische Bauteile. Dazu zählen Wafer für Strukturbreiten von Chips mit 32 Nanometern. Zudem haben wir erste Umsätze mit Produkten der 22-Nanometer-Design-Rule erzielt. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON sind neue Produkte hinzugekommen.

Chart

Im Jahr 2010 investierte WACKER 13,4 Mio. € in F & E-Einrichtungen (2009: 10,2 Mio. €). In unserer zentralen Forschungsstätte Consortium für elektrochemische Industrie in München haben wir eine neue Versuchsanlage aufgebaut und in neue Analysegeräte investiert. Weitere Investitionen waren z. B. der Ausbau unserer Laborkapazitäten weltweit, neue Laborausstattung und Geräte sowie Pilotanlagen.

Aus Lizenzvergaben nahmen wir im Jahr 2010 rund 7,5 Mio. € ein (2009: 3,4 Mio. €). Der Anstieg ist zurückzuführen auf die höhere Produktionskapazität des Gemeinschaftsunternehmens Siltronic Samsung Wafer.

Chart

Die Zahl der von uns gehaltenen Patente und Patentanmeldungen ist ein Spiegelbild unserer Innovationskraft. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir 121 Erfindungen zum Patent angemeldet (2009: 150). Unser Patentportfolio umfasst 4.664 Patente.

F & E-Kosten haben sich auf 165,1 Mio. € erhöht

Ein Großteil unserer F & E-Kosten in Höhe von 165,1 Mio. € entfiel auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren.

Chart

Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen

WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung sowie dezentral in den Geschäftsbereichen. Der Zentralbereich koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit in Abstimmung mit dem Vorstand.

Das Portfolio unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte haben wir in einem Portfoliomanagementprozess konzernweit transparent dargestellt. Damit bewerten wir unsere Projekte und wählen neue Projekte nach den Anforderungen der Märkte aus.

Unsere Wissenschaftler bearbeiten derzeit rund 220 Themen in 40 Technologieplattformen. Über ein Viertel dieser Themen betrifft strategische Schlüsselprojekte, für die wir im Berichtsjahr 45 Prozent der angefallenen Projektkosten aufgewendet haben.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Unsere Geschäftsbereiche betreiben eine anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Sie konzentrieren sich auf Produkt- und Prozessinnovationen in der Halbleitertechnologie, Silicon- und Polymerchemie, Biotechnologie sowie auf neue Verfahren zur Herstellung von polykristallinem Silicium. Um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen, kooperieren wir mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten. Im Jahr 2010 arbeitete WACKER bei rund 50 Forschungsvorhaben mit mehr als 30 Forschungseinrichtungen in Europa und Amerika zusammen. Die Themen unserer Forschungskooperationen sind unter anderem weiße Biotechnologie, Energie und 450 mm Siliciumwafer.

WACKER hat weltweit ein Netz von 20 technischen Kompetenzzentren geknüpft. Sie sind Bindeglieder zwischen Vertriebsniederlassungen und lokalen Produktionsstätten. In diesen Zentren passen unsere Spezialisten Produkte an regionale Besonderheiten an, z. B. im Hinblick auf klimatische Bedingungen, länderspezifische Normen und lokale Rohstoffe.

Chart

Die zentrale Konzernforschung hat die Aufgabe, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, um neue Produkte und Prozesse effizient zu entwickeln. Eine weitere Aufgabe ist es, neue Geschäftsfelder, die zu den Kernkompetenzen des Konzerns passen, zu erschließen und aufzubauen.

Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung zum 31.12.2010

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Anzahl 2010 2009 2008 2007 2006
Mitarbeiter F & E Konzern 1.057 1.072 1.078 1.038 1.024
Quote1 F & E Konzern (%) 6,5 6,9 6,8 6,9 7,0
Mitarbeiter F & E Deutschland 855 860 836 835 819
Mitarbeiter F & E Ausland 202 212 242 203 205
Mitarbeiter F & E Deutschland

nach Qualifikationen
855 860 836 835 819
Wissenschaftler und Ingenieure 337 332 311 302 288
Laboranten und Techniker 344 349 345 344 349
Sonstiges Personal 174 179 180 189 182
Mitarbeiter F & E Ausland

nach Qualifikationen
2
95 90 113 66 63
Wissenschaftler und Ingenieure 31 30 34 29 25
Laboranten und Techniker 32 29 34 36 34
Sonstiges Personal 32 31 45 1 4

1 Verhältnis Mitarbeiter F & E zu Mitarbeiter Konzern gesamt

2 Ohne Mitarbeiter F & E Siltronic AG

Die Zukunftsfelder, auf denen WACKER tätig ist, sind Biotechnologie, Energie, Automotive und Bau. In der Biotechnologie legt WACKER BIOSOLUTIONS seinen Fokus auf die Wachstumsfelder Nahrungsmittel, Pharma und Agro. Bei der bakteriellen Herstellung von Pharmaproteinen haben wir unseren ESETEC®-Prozess weiter verbessert. Damit haben wir mehrere Pharmaproteine mit hohen Ausbeuten nach dem Industriestandard cGMP (current Good Manufacturing Practice) hergestellt. Einige dieser Pharmaproteine werden bereits in den klinischen Phasen erprobt.

Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen

Für die Nahrungsmittelbranche haben unsere Forscher CAVAMAX® W8 CURCUMIN entwickelt. Das ringförmige Zuckermolekül (Cyclodextrin) verbessert die Löslichkeit des Wirkstoffs Curcumin in wässriger Umgebung. Somit wird dessen Bioverfügbarkeit erhöht – das heißt der Umfang, in dem Curcumin vom menschlichen Körper aufgenommen werden kann. Curcumin gilt mit seiner antioxidativen Wirkung als Fänger von freien Radikalen, die Körperzellen schädigen. Studien haben zudem entzündungshemmende Eigenschaften von Curcumin belegt, die bei der Prävention und Behandlung von Krebs eine Rolle spielen können.

Energiespeicherung wichtiges Forschungsthema bei Wacker Chemie AG

Beim Thema Energie haben wir uns weiter damit beschäftigt, Strom zu wandeln und zu speichern. Wir arbeiten an Materialien für den Einsatz in Lithium-Ionen-Batterien sowie in Brennstoffzellen. Diese werden unter anderem in Autos oder zur Energieversorgung von Häusern eingesetzt. WACKER ist Mitglied in der Nationalen Plattform Elektromobilität, einer Initiative der Bundesregierung und der Industrie. Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens eine Mio. Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren.

WACKER SILICONES hat seine Baudichtstoffe um die Produktfamilie GENIOSIL® erweitert. Diese Kleb- und Dichtstoffe auf Hybridbasis kombinieren typische Eigenschaften von Siliconen und organischen Polymeren. Sie vernetzen besonders rasch und bewahren auch in hoch beanspruchten Bereichen dauerhaft ihre Funktion. Sie sind frei von Zinn und Weichmachern. GENIOSIL® N70 erreicht auf unterschiedlichsten Untergründen bisher nicht erreichte Klebkraftwerte. Damit kann vieles geklebt werden, was bislang mit Nägeln und Schrauben fixiert werden musste. Zudem haben unsere Forscher pulverförmige Modifiziermittel für technische Werkstoffe entwickelt. Epoxidkleber, die mit diesen so genannten High Impact Modifiers verändert wurden, verkraften starke mechanische Belastungen wie in Rotorblättern von Windenergieanlagen.

Für die Medizin führte WACKER SILICONES einen UV-aktivierbaren Siliconklebstoff zur Wundversorgung und Narbenbehandlung ein. Das unter dem Namen SILPURAN® 2149 UV erhältliche Produkt härtet durch kurze Bestrahlung mit ultraviolettem Licht zu einem weichelastischen Material aus. Das Silicon trägt dazu bei, ein feuchtes, die Wundheilung unterstützendes Milieu zu schaffen. Die Haftung ist sicher und so sanft, dass sich die Wundauflagen ohne Verkleben von der Haut entfernen lassen.

Die Forschung von WACKER POLYMERS legt ihren Schwerpunkt darauf, Produktionsprozesse für Dispersionen und Dispersionspulver weiter zu verbessern. Bei der Herstellung von Polymeren haben wir die Emissionswerte deutlich gesenkt, indem wir den Verbrauch des Restmonomers Vinylacetat reduziert und dessen Rückgewinnung erhöht haben. Neue Produkte waren z. B. Vinylacetat-Ethylen-Dispersionen für emissionsfreie Innenfarben und für weichmacherfreie Klebstoffe sowie neue wasserabweisende Dispersionspulver für Putze und Wärmedämmverbundsysteme.

In Zusammenarbeit mit Kunden hat WACKER POLYMERS aus polymeren Bindemitteln der Marke VINNEX® und Mehl oder Stärke biologisch abbaubare Kunststoffprodukte entwickelt. Solche Polymerblends ähneln in ihren Eigenschaften aus Erdöl hergestellten Kunststoffen. Sie lassen sich jedoch durch industrielle Kompostierung vollständig biologisch abbauen. Somit eignen sie sich z. B. als Material für Verpackungen, Cateringprodukte oder den Garten- und Landschaftsbau.

Energierückflusszeiten bei der Polysiliciumproduktion verkürzt

Um die Energiebilanz von Solarzellen zu verbessern und unsere Kosten zu verringern, haben wir bei der Herstellung von Polysilicium den Energieverbrauch weiter gesenkt. Die Energierückflusszeit – also die nötige Betriebsdauer, um den Energieaufwand zur Herstellung wieder zu erzeugen – hat sich weiter verkürzt. Sie liegt nun, je nach geografischer Lage der installierten Solarzellen, zwischen 10 und 18 Monaten.

Alexander Wacker Innovationspreis für neues Schleifverfahren bei Halbleiterwafern

WACKER hat zwei seiner Forscher für die Entwicklung eines Schleifverfahrens für Halbleiterwafer mit dem „Alexander Wacker Innovationspreis 2010" ausgezeichnet. Mit dem neuen Verfahren lassen sich ultraebene Siliciumwafer für zukünftige Generationen von elektronischen Bauteilen herstellen. Das so genannte Planetary Pad Grinding (PPG) kombiniert die Vorteile von zwei Bearbeitungsverfahren, die zuvor als unvereinbar galten, nämlich das Läppen und das Schleifen. Dadurch können wir Siliciumscheiben für noch leistungsfähigere elektronische Bauteile in der erforderlichen Qualität mit hoher Ausbeute und zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren.

Manche Halbleiterhersteller denken über die Entwicklung von größeren Wafern mit 450 mm Durchmesser nach, um weitere Produktivitätssteigerungen und Kostenreduktionen zu ermöglichen. Die Siltronic entwickelt Schlüsselprozesse zur Fertigung von 450 mm Wafern und arbeitet in dem von der EU geförderten Projekt EEMI450 (European Equipment andMaterial Initiative für 450 mm) mit.

Wissenstransfer vor Ort

Schulungsangebot der WACKER ACADEMY erweitert

Wir haben 2010 das Angebot unserer internationalen Schulungszentren erweitert und vermehrt interdisziplinäre Schulungen angeboten. Unter dem Namen WACKER ACADEMY bieten wir ein Forum zum branchenspezifischen Wissenstransfer zwischen Kunden, Vertriebspartnern und WACKER-Experten. Im Fokus stehen bauchemische Trainings, die seit 2010 neben der Polymerchemie auch Siliconanwendungen für die Bauindustrie abdecken, sowie Schulungen für andere Industriezweige, z. B. die Kosmetik- und Farbenbranche. Grundlagen zur Betriebswirtschaftslehre, zur interkulturellen Zusammenarbeit und zum effizienten Einsatz von E-Business Tools runden das Angebot ab.

Die Nähe zu den Entwicklungs- und Testlabors fördert den Austausch und ermöglicht den Teilnehmern Praxistests vor Ort. Wir arbeiten mit firmeneigenen Forschungsstätten, aber auch mit Universitäten und Instituten zusammen, um unser Seminarangebot auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu den Hochschulen zu halten. Wir haben im Jahr 2010 Studenten von über 30 Hochschulen mit Fach- und Abschlussarbeiten beauftragt. Zusätzlich haben wir im vierten Jahr nach Gründung des Instituts für Siliciumchemie an der Technischen Universität München 29 Stipendiaten gefördert.

Wichtigste Produkteinführungen 2010

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Produkt Beschreibung Anwendung Branche
CAVAMAX® W8 CURCUMIN Molekulares Verkapseln

des Wirkstoffs Curcumin

in ein Cyclodextrin
Entzündungshemmend,

Prävention/Behandlung

von Krebs
Nahrungsergänzungsmittel
DEHESIVE® 971 Platinkatalysiert

additionsvernetzendes

Siliconpolymer
Herstellung von Etiketten

und Trennpapier
Papier- und Etikettenproduktion
ELASTOSIL® 76540 A/B Zwei-Komponenten-

Flüssigsiliconkautschuk
Montage von Motorölwannen aus Kunststoff Automobil
ELASTOSIL® LR 3092/65

und ELASTOSIL® R

Plus 4060
Siliconelastomere mit

niedriger Druckverformung
Ladeluftkühler,

Zündkerzenstecker
Automobil
ELASTOSIL® R 101 Hochelastisches

Siliconelastomer
Dämpfung von

Vibrationen im Motorlager
Automobil
ELASTOSIL® R 770 Schwer brennbares

Siliconelastomer
Tür- und Wandprofile,

Schallisoliermatten
Schiffsbau, Transport,

Flugzeughersteller
ELASTOSIL® R plus 4370

und ELASTOSIL® R plus

4070/60
Selbsthaftende

Siliconkautschuke
Herstellung von Hartweich-Verbundteilen Kunststoffindustrie
ELASTOSIL® LR 3040/40 Schnellvernetzendes

Siliconelastomer mit

hoher Reißfestigkeit
Membrane, Ventile,

Schnuller, Beißringe
Automobil, Haushalts-

und Freizeitprodukte,

Baby Care
ELASTOSIL® R plus 4366

und 4066
Festsiliconkautschuk

mit gleitfähiger

Oberfläche
Katheter, Drainagen,

Dosier- und Verbindungsschläuche
Lebensmittel- und

Medizintechnik
GENIOSIL® N70 Silanvernetzende

organische Hybrid-Polymere
Herstellung elastischer

Kleb- und Dichtstoffe

für Kunststoffe, Fliesen,

Gipskartonplatten
Bau
POWERSIL® Fluid TR 20 Kaltstartfähige

Isolierflüssigkeit
Kühlung und Isolierung

von Transformatoren
Energie
SilGel® 613 UV-aktivierbares

Silicongel
Verguss von elektronischen Bauteilen Automobil, Solarzellen,

Elektro und Elektronik
SILPURAN® 2149 UV UV-aktivierbarer,

hochreiner

Siliconkautschuk
Wundauflagen und

Auflagen zur Narbenbehandlung
Medizin
SILPURAN® 8630/60 Festsiliconkautschuk Bauteile für Medizingeräte, wie Katheter und Drainagen Medizintechnik
VINNAPAS® XD 05 Polymeres Bindemittel

(Vinylacetat-basierende

Copolymer-Dispersion)
Klebstoffe, Papierverpackungen für Lebensmittel Papier- und Verpackungsindustrie,

Klebstoffhersteller
VINNAPAS® EP 1400

und EP 441
Polymeres Bindemittel

(Vinylacetat-basierende

Copolymer-Dispersion)
Klebstoffe, Verpackungen, Kartons, Umschläge, Säcke Papier- und Verpackungsindustrie,

Klebstoffhersteller
VINNAPAS® EP 710 Polymeres Bindemittel (Vinylacetat-basierende Copolymer-Dispersion) Klebstoffe, z. B. für Zigarettenpapier Papier- und Verpackungsindustrie, Klebstoffhersteller, Tabakindustrie
VINNEX® Polymeres Bindemittel

(Vinylacetat-basierende

Copolymer-Dispersion)
Herstellung von Polymerblends aus nachwachsenden Rohstoffen,

z. B. Mehl und Stärke
Lebensmittelverpackungen, Garten-

und Landschaftsbau
300 mm Wafer der

32-Nanometer-Design-Rule
Strukturbreite von Chips Hochleistungsfähige

elektronische Bauteile,

z. B. Mikroprozessoren,

Datenspeicher, Signalprozessoren
Halbleiter

Einkauf und Logistik

Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2010 deutlich gestiegen. Die hohe Nachfrage nach unseren Produkten war maßgeblich dafür verantwortlich. Das Volumen unterteilt sich in Beschaffungen für Rohstoffe, für sonstige Dienstleistungen und für Investitionen. WACKER hat für Rohstoffe, Material und Dienstleistungen 2,80 Mrd. € (2009: 2,34 Mrd. €) ausgegeben und damit das Volumen aus dem Jahr 2008 sogar übertroffen. Darin enthalten ist die Beschaffung für Investitionen in Höhe von 575 Mio. € (2009: 652 Mio. €). Die Einkaufsquote – die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz – lag bei 59 Prozent (2009: 63 Prozent). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 1.300 verschiedene Rohstoffe sowie eine Vielzahl technischer Güter und Dienstleistungen für den Anlagenbau und die Instandhaltung beschafft.

Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Beschaffungsvolumen 2.799 2.342 2.660 2.291 1.977

Gestiegene Mengen und Preise erhöhen das Beschaffungsvolumen für Energie und Rohstoffe

Das Beschaffungsvolumen für Rohstoffe und Energie hat sich im Geschäftsjahr 2010 erhöht. Etwa zwei Drittel davon sind zurückzuführen auf den Mengenanstieg, etwa ein Drittel auf höhere Preise. Die größten Preissteigerungen verzeichneten wir bei den petrochemischen Rohstoffen Methanol, Ethylen und Vinylacetatmonomer (VAM). Die Preisbelastungen auf der Energie- und Rohstoffseite beliefen sich auf 105 Mio. €.

Für wichtige Rohstoffe neue Lieferverträge abgeschlossen

Für unsere wichtigsten Rohstoffe haben wir im Jahr 2010 neue Lieferverträge erfolgreich abgeschlossen und damit die zukünftige Versorgung sichergestellt. Für Silicium konnte WACKER einen Dreijahresvertrag und einen Vierjahresvertrag mit einem hohen Volumen verhandeln und abschließen. Für Methanol sind ein neuer Dreijahresvertrag und zwei Zweijahresverträge unter Dach und Fach. Einen mehrjährigen Vertrag haben wir für die Lieferung von Vinylacetatmonomer (VAM) mit einem Lieferanten abgeschlossen, der uns an allen Standorten weltweit mit VAM versorgt. Dieser Vertrag deckt einen Großteil unseres externen Zukaufs ab. Um auf die Volatilität der Rohstoffmärkte besser reagieren zu können, haben wir bei unseren Vertragsverhandlungen noch flexiblere Preis- und Mengenkonditionen vereinbart. Beim Erdgas konnten wir durch Ausschreibung von Teilmengen und durch Preisrevision mit unserem Hauptanbieter die Zukaufskonditionen verbessern und den Wettbewerb erhöhen. Dadurch ist es uns gelungen, rund zehn Prozent Preisnachlass zu erzielen.

Wie das Beispiel Gaseinkauf zeigt, hat der Zentralbereich Rohstoffbeschaffung die Wettbewerbssituation auf Anbieterseite vorangetrieben. Außerdem war er maßgeblich an dem Projekt Rückwärtsintegration beim Siliciummetall und dem Erwerb der Siliciummetallproduktion in Holla beteiligt. Das Sicherstellen der Rohstoffversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Zentralbereichs.

Technischer Einkauf & Logistik

Steigende Volumina verzeichnete auch der Zentralbereich Technischer Einkauf & Logistik. Die hohe Nachfrage hat auch hier zu Preissteigerungen geführt. Vor allem bei Logistikdienstleistungen und im Packmittelbereich kam es zu Preisanhebungen seitens der Dienstleister und Lieferanten.

Im Geschäftsjahr 2010 hat WACKER größere Rahmenverträge im Rohrleitungsbau und mit Zeitarbeitsfirmen zum Abschluss gebracht. Bei den Logistikdienstleistungen wurden die Überseetransporte nach Korea und China sowie in die USA ausgeschrieben und verhandelt.

Das strategische Beschaffungsmanagement haben wir ausgebaut. Große Investitionsprojekte werden weltweit durch den Projekteinkauf begleitet. Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, haben wir 20 Projekte angestoßen, die den Wettbewerb der Lieferanten erhöhen. Die systematische Risikobeobachtung unserer Lieferanten erfolgt jetzt weltweit. In einem für Lieferanten günstigen Marktumfeld auf Grund der hohen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen erzielte WACKER mit 11,7 Prozent insgesamt einen geringeren Beschaffungserfolg als im Vorjahr (2009: 16,9 Prozent). Die Siltronic hat ihre Einkaufsaktivitäten in China, Korea und Taiwan erweitert und arbeitet seit dem vergangenen Geschäftsjahr mit neuen Zulieferern zusammen.

Zahl der elektronischen Beschaffungsvorgänge hat sich deutlich erhöht

Rund 400 Lieferanten im Jahr 2010 bewertet

Der Anteil der Beschaffungsvorgänge, die elektronisch abgewickelt werden, hat sich deutlich erhöht. Insgesamt konnten von den über 570.000 Bestellungen rund 410.000 Positionen (2009: 340.000 Positionen) automatisiert abgewickelt werden. Das sind über 70 Prozent aller Einkaufsvorgänge. Durch die Zunahme größerer Einzelbeschaffungen im Volumen blieb der Anteil der automatisiert bearbeiteten Positionen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Beschaffung über E-Kataloge hat weiter zugenommen. Die Zahl der Lieferanten, die dieses System nutzen, ist von 71 auf 104 gestiegen. Die Anzahl der Katalogartikel beträgt über 1,4 Mio. Mehr als 160.000 Bestellungen wurden im vergangenen Geschäftsjahr über E-Kataloge abgewickelt.

Chart

Auf dem 15. Lieferantentag in Nünchritz, an dem über 220 Lieferanten teilnahmen, wurden drei unserer Partner besonders ausgezeichnet. In der Kategorie Ingenieurdienstleistungen wurde die Firma GfE gewürdigt, in der Kategorie technischer Dienstleister die Firma Köhler und als bester lokaler Dienstleister die Firma TS Bau. Die Auszeichnung als sicherster Spediteur nahm die Spedition Leo Prünster auf dem zwölften Spediteurstag in Burghausen entgegen. Als bester Spediteur wurde die Firma Hinterberger (Tank- und Silotransporte) geehrt. Ein weiteres Instrument ist die Lieferantenbewertung. Im Geschäftsjahr 2010 hat WACKER rund 400 Lieferanten bewertet.

Transportvolumen in Burghausen erreicht fast die Rekordwerte aus dem Jahr 2008

Höhere Absatzmengen lassen die Transporte steigen

Im Geschäftsjahr 2010 haben sich die Zahlen des Transportvolumens und der Transporte fast wieder den alten Rekordwerten aus dem Jahr 2008 angenähert. Von der Logistikdrehscheibe Burghausen aus wurden rund 700.000 Tonnen (2009: 600.000 Tonnen) Fertigprodukte an die Kunden ausgeliefert. Im September 2010 erreichte WACKER mit 39.000 Paletten ein neues monatliches Allzeithoch. Die Anzahl der Transporte stieg um rund 15 Prozent auf knapp 43.000. Abgewickelt wurde das Volumen mit mehr als 38.000 LKW-Ladungen und 10.500 Übersee-Containern. Dank der werksinternen Containerumschlagsanlage konnten trotz der hohen Zunahme der Transporte die Produkte zuverlässig an die Kunden ausgeliefert werden.

Chart

Das hohe Transportvolumen erforderte an vielen Standorten eine Überarbeitung unserer Logistikstrukturen. Für den Aufbau der Poly 9 in Nünchritz wurde die Baustellenlogistik erfolgreich umgesetzt. Im Werk Burghausen haben wir mit den Planungen für eine neue Speditionspforte begonnen. Sie soll die An- und Abfahrt wesentlich erleichtern sowie die Durchlaufzeiten im Werk verringern. Mit dem Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wurde ein neues Rohstoffversorgungskonzept aus den europäischen Nordwesthäfen verabschiedet.

Produktion

Produktionsmengen erhöhen sich um 25 Prozent

Hohe Produktionsauslastung in allen Geschäftsbereichen

Das Geschäftsjahr 2010 war geprägt von einer starken Zunahme der Produktionsmengen in allen Geschäftsbereichen. Dementsprechend hat sich die Produktionsauslastung spürbar verbessert. Sie lag in den Chemiebereichen im Durchschnitt bei weit über 80 Prozent. Außerplanmäßige Abschaltungen oder Stilllegungen von Anlagen gab es nicht. Obwohl sich die Produktionsmengen um 25 Prozent erhöhten, sind die Produktionskosten nur um 18 Prozent gestiegen.

Produktionsauslastung 2010

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% Auslastung der

Produktionsanlagen
WACKER POLYSILICON 100
WACKER SILICONES 93
WACKER POLYMERS 80
SILTRONIC 80

Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Investitionen in neue Produktionsanlagen 597,1 Mio. €. Die aktuell wichtigsten Projekte sind der Aufbau der Polysiliciumproduktion in Nünchritz und der Beginn der vorbereitenden Arbeiten für die Polysiliciumproduktion im US-Staat Tennessee. In Betrieb genommen haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr Produktionsanlagen im chinesischen Zhangjiagang, an unserem brasilianischen Standort Jandira, in Jena und Burghausen. Der amerikanische Standort Duncan, wo WACKER Siliconemulsionen produziert hat, wurde wie geplant geschlossen. Von Henkel haben wir den Produktionsstandort Jincheon, Südkorea, übernommen, wo wir Silicondichtstoffe unter dem Namen Lucky-Silicone herstellen.

Wichtige Inbetriebnahmen

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Standort Projekt Inbetriebnahme
Jena Small Scale Biologics 2010
Zhangjiagang Polymers & Fluids Plant 2010
Zhangjiagang Siloxan und pyrogene Kieselsäuren 2010
Jandira Siliconemulsionsanlage 2010
Burghausen Ausbau Spezialsilane 2010

Verantwortlich für die Projektabwicklung bei allen Investitionsprojekten ist die eigene Ingenieurtechnik. Es ist eine der großen Stärken von WACKER, Engineering-Know-how im Unternehmen zu haben. Durch unser eigenes Engineering sichern wir Produktions-Know-how, beispielsweise in der Polysiliciumproduktion.

680 Produktivitätsprojekte bearbeitet

Spezifische Herstellungskosten haben sich weniger erhöht als die Produktionsmengen

Über das Programm „Wacker Operating System" (WOS) steigert WACKER seine Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die Produktivität pro Jahr um zehn Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel haben wir im Jahr 2010 erreicht. Die spezifischen Herstellungskosten haben sich deutlich weniger erhöht als die Produktionsmengen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat WACKER rund 680 Produktivitätsprojekte weltweit bearbeitet. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema Energie- und Rohstoffkosten. 34 Prozent aller Maßnahmen dienten dazu, den Einsatz von Rohstoffen effizienter zu gestalten. 16 Prozent befassten sich damit, wie wir Energie im Produktionsprozess sparen können.

Die im Jahr 2009 gegründete WOS ACADEMY hat insgesamt 15 Seminare zum Thema Produktivität veranstaltet. Trainings vor Ort, zugeschnitten auf die Anforderungen der jeweiligen Bereiche, ergänzten das Trainingsprogramm. Insgesamt 60 Mitarbeiter wurden in der Anwendung neuer und bewährter Produktivitätsmethoden wie Six Sigma oder im Projektmanagement ausgebildet.

Vertrieb und Marketing

Absatz von WACKER-Produkten steigt deutlich

Nach dem kräftigen Rückgang im Jahr 2009 ist die Nachfrage im Geschäftsjahr 2010 weltweit stärker gestiegen als erwartet. WACKER hat davon in allen Geschäftsbereichen und in allen Absatzregionen profitiert. Die größten Volumenzuwächse verzeichneten die Geschäftsbereiche WACKER POLYSILICON, WACKER SILICONES und die Siltronic.

Nähe zum Kunden als Erfolgsgarant

Als eine Stärke erwies sich dabei das dichte Vertriebs- und Distributionsnetz von WACKER. Verantwortlich für den weltweiten Vertrieb sind grundsätzlich die jeweiligen Geschäftsbereiche, die auch die technische Betreuung der Kunden sicherstellen. Unterstützt werden sie dabei von rund 100 Tochtergesellschaften und Vertriebsbüros in 30 Ländern, die den einzelnen Landesgesellschaften von WACKER zugeordnet sind. Die Landesgesellschaften bündeln den Vertrieb in ihrem geografischen Zuständigkeitsbereich. Sie führen das Tagesgeschäft, akquirieren neue Kunden und bauen die Präsenz im lokalen Markt auf. Die übergeordnete Steuerung der Landesgesellschaften und die regionale Koordination liegen in den Händen der Organisationseinheit Sales and Distribution. Sie verantworten die strategische und operative Einbindung der in- und ausländischen Vertriebsorganisation in den Konzern. Dazu werden verschiedene Instrumente eingesetzt, wie das Distributions- und Key-Account-Management sowie ein ganzheitliches Sales-Excellence-Programm.

Chart

WACKER legt sehr viel Wert auf den direkten, persönlichen Kontakt zu den Kunden. So können wir sicherstellen, dass wir unser Produkt- und Dienstleistungsangebot auf die jeweiligen Kunden zuschneiden und es den regionalen Gegebenheiten anpassen können. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei die technischen Kompetenzzentren. Dort können sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen, ihre spezifischen Anforderungen mit Spezialisten erörtern und Lösungswege testen.

Distributionsmanagement ist die zweite Säule des Vertriebs von chemischen Produkten

Ein wichtiger Bestandteil unserer Vertriebsstrategie in den drei Geschäftsbereichen der Chemie ist das Distributionsmanagement. Es erfüllt zwei wesentliche Aufgaben:

über Distributionspartner erschließen wir uns lokale Märkte, die wir nicht oder nur zum Teil mit einer eigenen Vertriebsorganisation vor Ort bearbeiten
Kunden mit relativ geringem Absatzvolumen werden optimal betreut

Das spart wichtige Kapazitäten und Kosten und erlaubt es unseren Vertriebsmitarbeitern, sich auf die direkte Betreuung der Kunden zu konzentrieren. Weltweit arbeitet WACKER mit rund 259 Distributoren zusammen. Derzeit wird WACKER in 87 Ländern über Distributoren vertreten. Den Großteil des Distributionsgeschäfts wickeln wir mit etwa 20 Partnerunternehmen ab, die für uns häufig in mehreren Ländern tätig sind. Obwohl die Zusammenarbeit mit unseren Partnern immer langfristig angelegt ist, unterziehen wir das Distributionsnetz einem kontinuierlichen Optimierungs- und Konsolidierungsprozess.

Chart

Neue Mittel- und Langfristverträge für den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON

Im Geschäftsjahr 2010 haben wir rund 85 Prozent des Umsatzvolumens der Chemiebereiche (Geschäftsbereich WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS) über unsere eigene Vertriebsorganisation abgewickelt, 15 Prozent über unsere Distributoren.

Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist es uns im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen, weitere großvolumige Mittel- und Langfristverträge für hochreines Polysilicium mit Kunden aus der Solarindustrie abzuschließen. Damit ist die volle Auslastung unserer Produktionskapazitäten bis 2014 bereits nahezu gesichert.

Auf 75 Messen weltweit präsent

WACKER hat sich im Jahr 2010 auf 75 Messen weltweit präsentiert, dabei neue Kundenkontakte geknüpft und die bestehende Kundenbasis gestärkt. Vor allem in Europa (20), den USA (24) und Asien (13) haben wir unser vielfältiges Leistungsspektrum auf den unterschiedlichsten Fachmessen vorgestellt. Die wichtigste Messe für WACKER war die größte Kunststoffmesse der Welt, die K in Düsseldorf, die alle drei Jahre ihre Tore öffnet. Auf dieser Messe hat WACKER zwölf Produktneuheiten gezeigt. Als Erfolgskontrolle für unsere Messeinvestitionen setzen wir die Balanced Scorecard (BSC) ein.

Chart

Im Geschäftsjahr 2010 hat WACKER 11,0 Mio. € für Marketingkommunikation ausgegeben. Der größte Teil davon entfiel auf Messen, Anzeigenschaltungen und Produktkommunikation.

Hohe Unternehmensreputation

WACKER erreicht Spitzenwert bei der Reputation

WACKER genießt bei den unterschiedlichen Zielgruppen, mit denen das Unternehmen zu tun hat, eine sehr hohe Reputation. In einer im Jahr 2010 durchgeführten Reputationsanalyse erreichten wir mit 88 (max. Wert 100) einen sehr hohen Wert. Im Durchschnitt erreichen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen lediglich einen Reputationswert von 51. An der Studie beteiligten sich 203 Personen, was einer Rücklaufquote von 47,4 Prozent entspricht. Neben Mitarbeitern wurden Kunden, Lieferanten, Analysten, Verwaltung und Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen und die Politik befragt.

Mitarbeiter

Zahl der Mitarbeiter gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2010 erhöht. Weltweit waren zum Bilanzstichtag (31.12.2010) 16.314 Mitarbeiter (31.12.2009: 15.618 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg beruht auf der höheren Auslastung unserer Produktionsanlagen im Zuge des konjunkturellen Aufschwungs und auf den Ausbauprojekten insbesondere des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON. Der Erwerb der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, (129 Mitarbeiter) und der Siliconeproduktion in Jincheon, Südkorea, (40 Mitarbeiter) hat den Personalbestand zusätzlich erhöht. Kurzarbeit spielte im Geschäftsjahr 2010 keine wesentliche Rolle mehr.

Mitarbeiter zum Stichtag 31.12.2010

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2010 2009 2008 2007 2006
Deutschland 12.235 11.925 12.110 11.624 11.340
Ausland 4.079 3.693 3.812 3.420 3.328
Konzern 16.314 15.618 15.922 15.044 14.668

In den USA haben wir den Standort für Siliconemulsionen Duncan wie geplant im Jahr 2010 geschlossen. Die von der Schließung betroffenen 50 Mitarbeiter konnten fast alle in andere Beschäftigungsverhältnisse übernommen werden. Einem Teil der Mitarbeiter wurden Arbeitsplätze am US-Standort Adrian angeboten.

WACKER hat im Jahr 2010 bekanntgegeben, dass auch der Standort Kempten im Laufe des Jahres 2011 geschlossen wird. Dort produziert das Unternehmen pyrogene Kieselsäuren. Die Werksschließung ist Teil der angekündigten Strukturmaßnahmen im Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Das Unternehmen hat den im Geschäftsjahr 2009 entwickelten Sozialplan für die betroffenen 50 Mitarbeiter konkretisiert. Er kommt ohne betriebsbedingte Kündigungen aus und nutzt die natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungsverträge, um Stellen abzubauen. Den verbleibenden Mitarbeitern konnten Arbeitsplätze an den Standorten Burghausen und Nünchritz angeboten werden.

Personalaufwand hat sich leicht erhöht

Der Personalaufwand ist leicht gestiegen. Er belief sich auf insgesamt 1,14 Mrd. € (2009: 1,09 Mrd. €) und lag damit 4,2 Prozent höher als im Vorjahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und für die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 214,2 Mio. € (2009: 236,3 Mio. €).

Personalaufwand

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Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
Personalaufwand 1.135,7 1.090,3 1.086,1 1.014,9 962,4

Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten die WACKER-Mitarbeiter eine variable Vergütung. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. Die auf Grund der Krise einbehaltene 50-prozentige Erfolgsbeteiligung aus dem Jahr 2008 haben wir in diesem Jahr an die Mitarbeiter ausgezahlt. Für das Jahr 2009 wurden die leistungsbezogene Entgeltkomponente und die Erfolgsbeteiligung ausgesetzt. Eine variable Vergütung wurde deshalb nicht ausgezahlt. Auf Grund der konjunkturellen Erholung hat das Unternehmen den Mitarbeitern der Chemiebereiche im Jahr 2010 einen Pauschalbetrag in Höhe von 3,75 Prozent des maßgeblichen Jahresentgelts gewährt.

Wir haben im Geschäftsjahr 2010 damit begonnen, die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten zu unterstützen. Das Unternehmen wird in den nächsten Jahren insgesamt 15 Mio. € zusätzlich zum tariflich geregelten Demografiebetrag zur Verfügung stellen.

Neben der im Tarifabschluss 2010 vereinbarten Einmalzahlung gewährte WACKER den Tarifmitarbeitern in Deutschland eine zusätzliche Einmalzahlung.

12.235 Mitarbeiter (75 Prozent) von WACKER arbeiten in Deutschland, 4.079 Mitarbeiter (25 Prozent) sind im Ausland tätig. Zusätzlich haben wir 488 Zeitarbeiter beschäftigt.

Als produzierendes Unternehmen hat WACKER einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (56 Prozent). Rund jede siebte Stelle wird von einer Frau besetzt (14,2 Prozent).

Junge Menschen – wichtig für unsere Zukunft

Zahl der Auszubildenden ist nochmals gestiegen

Eine tragende Säule der Personalentwicklung von WACKER ist seit jeher die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2010 traten 196 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW) an. Insgesamt hat das Unternehmen 687 Auszubildende beschäftigt, 22 mehr als ein Jahr zuvor (2009: 665). 589 erlernen einen naturwissenschaftlich-technischen und 98 einen kaufmännischen Beruf. Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 5,3 Prozent weiter auf hohem Niveau (2009: 5,3 Prozent). Nach dem Abschluss hat der Nachwuchs gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. WACKER hat im Jahr 2010 einen Großteil der geeigneten und interessierten Auszubildenden unbefristet übernommen. Insgesamt wurden 133 Absolventen übernommen. Das Berufsbildungswerk Burghausen, eine von WACKER gegründete öffentliche Stiftung des privaten Rechts, feierte im Berichtsjahr sein 40-jähriges Bestehen. Das überregional bekannte Ausbildungszentrum erfüllt mit der Ausbildung für rund 30 Partnerunternehmen auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2010 begannen 56 Auszubildende von Partnerfirmen ihre Berufslaufbahn im BBiW.

Um Nachwuchs für das Management zu rekrutieren, bietet WACKER Hochschulabsolventen eine General-Trainee-Ausbildung an. Im Jahr 2010 durchliefen fünf Hochschulabsolventen das auf 18 Monate angelegte Programm. Die 1997 gestartete Trainee-Ausbildung absolvierten bislang 67 junge Menschen.

Wir bilden unsere Mitarbeiter ständig weiter, um Stärken zu fördern und notwendige Fähigkeiten für die übertragenen Aufgaben zu erwerben. Mindestens einmal jährlich vereinbaren Mitarbeiter und Vorgesetzte Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen des Mitarbeitergesprächs. Das gilt für alle Mitarbeiter vom Schichtarbeiter bis zum Topmanager. Im Jahr 2010 wurden rund 100.200 E-Learning-Schulungen absolviert und mehr als 8.700 Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht.

Gezielt Talente entwickeln

In der Personalarbeit legt WACKER besonderes Augenmerk darauf, Nachwuchskräfte für Führungsaufgaben zu identifizieren und zu schulen. Im Jahr 2010 haben wir zwei Führungsprogramme erstmals für internationale Teilnehmer geöffnet: das Fokusprogramm für außertarifliche Mitarbeiter mit Potenzial zur Oberen Führungskraft und den OFK Management Circle für kürzlich ernannte Obere Führungskräfte. 13 Nachwuchskräfte haben im Berichtsjahr das Fokusprogramm absolviert. Den OFK Management Circle durchliefen 14 Obere Führungskräfte. Insgesamt hat WACKER im Jahr 2010 5,8 Mio. € (2009: 5,3 Mio. €) in die Personalentwicklung und Weiterbildung investiert.

Teilnahme an Studie über Karriere von Frauen in Großunternehmen

WACKER hat sich im Jahr 2010 an einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligt. Thema der Untersuchung ist die Führungskräfteentwicklung von Frauen in Großbetrieben. Neben WACKER nehmen fünf weitere Chemie- oder Technologieunternehmen an der Studie teil. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Karriereentwicklung von Frauen mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Von den in Deutschland beschäftigten Akademikern sind 14 Prozent Frauen. WACKER möchte mit der Teilnahme an der Studie die Gründe für den geringen Frauenanteil analysieren und herausfinden, was getan werden muss, um Frauen gezielter im Unternehmen einzusetzen. Das Forschungsprojekt wird voraussichtlich 2012 abgeschlossen sein.

Starke Ideen – unsere Mitarbeiter denken mit

Die Ideen und Vorschläge unserer Mitarbeiter tragen wesentlich dazu bei, unser Unternehmen auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig zu halten. Das Ideenmanagement von WACKER verzeichnete im Berichtsjahr deutlich mehr Verbesserungsideen als im Vorjahr. Insgesamt kamen 7.702 Vorschläge (2009: 5.724) aus den Reihen der Mitarbeiter. Dies sind rund 34,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Beteiligungsquote (Zahl der Einreicher pro 100 Mitarbeiter) legte zu, von 28 Prozent im Jahr 2009 auf 33 Prozent. Der rechenbare Nutzen beläuft sich auf 10,5 Mio. € (2009: 11,2 Mio. €).

Ideenmanagement

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2010 2009 2008 2007 2006
Zahl der Verbesserungsvorschläge 7.702 5.724 5.808 4.440 3.816
Beteiligungsquote (%) 33 28 28 24 24
Rechenbarer Nutzen (Mio. €) 10,5 11,2 13,5 7,6 3,8

Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an wesentlichen Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt oder die gesetzliche Rente ausreichend erscheint. In Deutschland bietet WACKER über die 1928 gegründete Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG den Mitarbeitern eine attraktive betriebliche Altersversorgung. Die Pensionskasse hat rund 16.000 Mitglieder und leistet an rund 7.000 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug rund 630 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum 2,5-Fachen der Eigenbeiträge bei. Für Mitarbeiter besteht außerdem die Möglichkeit, steuerbegünstigte Eigenvorsorge zu betreiben.

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WACKER befasst sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten im Konzern lag zum Bilanzstichtag bei 43,1 Jahren (Stammpersonal). Dabei ist die Belegschaft im Ausland jünger (durchschnittliches Alter: 41,8 Jahre) als in Deutschland (43,5 Jahre). Die Altersstrukturen im Ausland unterscheiden sich ebenfalls stark. Die Länder Asiens beschäftigen vor allem jüngere Mitarbeiter (durchschnittliches Alter: 35,6 Jahre), die Belegschaft der US-Niederlassungen war im Schnitt 48,5 Jahre alt. Die regional unterschiedlichen Altersstrukturen stellen keine Besonderheit von WACKER dar, sondern spiegeln die Altersstrukturen auf dem jeweiligen Kontinent und in dem jeweiligen Land wider.

Gesundheit der Mitarbeiter ist uns wichtig

Neues Projekt zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz

Um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten, haben wir zehn strategische Ziele definiert. Die Maßnahmen reichen von Gesundheitsprogrammen bis hin zu Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten mit dem Ziel, die Mitarbeiter flexibel einsetzen zu können.

Im Berichtsjahr 2010 startete WACKER ein Pilotprojekt mit der Deutschen Rentenversicherung Süd. Ziel ist es, die Effizienz von Rehabilitationsmaßnahmen für Mitarbeiter, Unternehmen und Versicherer zu verbessern. WACKER kann nun über seinen werksärztlichen Dienst Rehabilitationsanträge für Mitarbeiter stellen, die von der Rentenversicherung beschleunigt bearbeitet werden. Die Werksärzte von WACKER arbeiten in dem Projekt mit Kooperationskliniken zusammen, um die Rehabilitationsmaßnahmen auf das berufliche Anforderungsprofil des Mitarbeiters abzustimmen. Das Pilotprojekt ist zunächst auf den größten Standort von WACKER in Burghausen begrenzt.

Hohe Identifikationswerte mit dem Arbeitgeber

Hohe Bindung der WACKER-Mitarbeiter an das Unternehmen

Mit vorbildlichen Sozialleistungen, einer leistungsorientierten Vergütung und herausfordernden Aufgaben wollen wir für aktive und künftige Mitarbeiter attraktiv bleiben und sie langfristig an das Unternehmen binden. Die Fluktuationsrate lag im Jahr 2010 konzernweit bei 2,9 Prozent (2009: 2,3 Prozent), in Deutschland nur bei 0,6 Prozent (2009: 0,7 Prozent). Im Ausland betrug sie 10,1 Prozent (2009: 7,5 Prozent). Die durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit liegt in Deutschland bei 17,2 Jahren (2009: 17,1 Jahre).

Fluktuationsrate

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% 2010 2009 2008 2007 2006
Deutschland 0,6 0,7 0,9 0,9 0,8
Ausland 10,1 7,5 9,3 9,1 8,5
Konzern 2,9 2,3 2,9 2,8 2,6

In der jährlichen Zufriedenheitsanalyse des Verbandes angestellter Akademiker und Ieitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) haben uns die von der Wirtschaftskrise wenig betroffenen Pharmaunternehmen überholt. WACKER erreichte Rang fünf von 26 untersuchten Unternehmen (2009: Rang zwei). Dass sich die WACKER-Mitarbeiter sehr mit ihrem Unternehmen identifizieren, bestätigt eine im Berichtsjahr durchgeführte Reputationsanalyse. Darin erzielte WACKER bei den Mitarbeitern auf einer Skala von eins bis fünf einen Vertrauenswert von 4,4. Sechs von zehn Mitarbeitern sind echte Botschafter für WACKER. Sie sind von der Kompetenz und Leistungsfähigkeit des Unternehmens überzeugt. Wer wie WACKER auf Innovation und Produktivität setzt, ist auf die hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter angewiesen. Ein Vergleich mit der jährlichen Umfrage des Beratungsunternehmens Gallup offenbart den Wert dieser Kennzahl: Nur 13 Prozent der deutschen Arbeitnehmer weisen eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber auf und setzen sich voll für ihre Arbeit ein.

WACKER als Toparbeitgeber in China ausgezeichnet

Die Corporate Research Foundation (CRF) zeichnete WACKER Greater China im Jahr 2010 zum „Top Employer 2010" aus. Die Jury bewertete unter anderem Führungsstil, Personalentwicklung, Unternehmensziele und -strategien. Neben WACKER Greater China nahmen 250 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an dem Auswahlverfahren teil.

Auf diesen hervorragenden Beurteilungen ruhen wir uns nicht aus. Im Personalmarketing verfolgen wir das strategische Ziel, erfolgskritische Berufsbilder wie das des Ingenieurs verstärkt zu bewerben. Am Sommerkurs 2010 für Studenten der Verfahrenstechnik und des Chemieingenieurwesens nahmen 15 Studenten von sieben Universitäten teil.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitssteuerung

Wir sind davon überzeugt: Unternehmen können nur dann dauerhaft erfolgreich wirtschaften, wenn sie ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ernst nehmen. Nachhaltigkeit ist daher ein Ziel, das seit Jahren in unserer Produktion und unseren Geschäftsprozessen verankert ist.

Nachhaltigkeit auf globaler Grundlage

Die Basis unserer Nachhaltigkeitsarbeit bilden zwei globale Initiativen, denen WACKER sich angeschlossen hat: das Programm der chemischen Industrie Responsible Care® und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen geht WACKER über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass auch sie die Prinzipien des Global Compact einhalten. Wir bewerten Lieferanten bei der Risikoprüfung auch in diesem Punkt.

WACKER ist in den vergangenen Jahren weltweit gewachsen. Wir haben neue Produktionsstandorte gegründet und bestehende erweitert. Unser Nachhaltigkeitsmanagement passen wir der fortschreitenden Globalisierung an. Dreh- und Angelpunkt bleibt das Integrierte Managementsystem (IMS), mit dem wir unsere operativen Prozesse steuern.

WACKER arbeitet in der Nachhaltigkeitssteuerung an einigen strategischen Projekten:

Unsere operativen Prozesse wollen wir bis zum Jahr 2011 nach den Normen ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) konzernweit zertifizieren.
Alle WACKER-Standorte sollen nach dem weltweit anerkannten Arbeitsschutzmanagementsystem OHSAS zertifiziert werden.
Das Projekt „Global EHS & PS Excellence" hat das Ziel, das Management von Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Produktverantwortung weltweit einheitlich zu gestalten, ohne die regionalen Anforderungen zu vernachlässigen.
Wir erweitern unser Compliance-System in allen Regionen, in denen WACKER tätig ist.

Im Geschäftsjahr 2010 hat WACKER bei diesen Projekten wichtige Fortschritte erzielt:

Konzernzertifizierung für alle Standorte in den USA und in Greater China abgeschlossen

Im Zuge der Konzernzertifizierung haben wir alle Standorte in den USA und WACKER Greater China in das Konzernzertifikat aufgenommen. Mit Ausnahme der Standorte Brasilien, Indien und Jena sowie den Neuakquisitionen im Jahr 2010 sind alle Produktionsstandorte in das Konzernzertifikat eingegliedert. Dies spart dem Unternehmen etwa die Hälfte des bisherigen jährlichen Aufwandes für externe Audits.
Die Vorarbeiten für die Zertifizierung unseres Arbeitsschutzmanagementsystems nach OHSAS haben begonnen. Wir haben eine Prüfliste erstellt, mit der die Standorte abschätzen können, inwieweit sie die Anforderungen von OHSAS erfüllen und wo Lücken bestehen.
Das Projekt „Global EHS&PS Excellence" wurde abgeschlossen. Die weltweiten Verantwortlichkeiten und Berichtswege sind einfacher und klarer geregelt. Unsere Richtlinien zu Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Produktverantwortung haben wir überarbeitet und den regionalen Bedürfnissen angepasst. Und wir haben einen neuen Prozess geschaffen, der uns hilft, langfristige Nachhaltigkeitsziele zu setzen und zu verfolgen.

WACKER Greater China hat im Jahr 2010 daran gearbeitet, die wichtigen Produktionsgesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung als nationale umweltfreundliche Unternehmen durch das Environmental Protection Bureau bestätigen zu lassen. Der Standort Zhangjiagang konnte alle Voraussetzungen für das Zertifikat erfüllen, nun steht noch die behördliche Prüfung aus. Die noch junge Produktionsstätte Nanjing hat im Berichtsjahr ihr Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifizieren lassen. Dies ist eine der Voraussetzungen für die Bescheinigung als nationales umweltfreundliches Unternehmen.

Compliance-System ausgebaut

WACKER arbeitet nach ethischen und rechtlichen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen sein Compliance-System weiter ausgebaut. WACKER Greater China hat 2010 eine Compliance-Telefonhotline eingerichtet. Bei den übrigen Gesellschaften ist der Compliance-Beauftragte direkter Ansprechpartner. Neben den vorhandenen Compliance-Beauftragten in Deutschland, den USA und China haben wir an großen ausländischen Produktionsstandorten weitere ernannt und ausgebildet. Auch in Japan, Indien, Korea, Brasilien und Singapur stehen den Mitarbeitern nun Compliance-Beauftragte zur Verfügung. Das Compliance-Management informierte im Jahr 2010 viele Mitarbeiter in Präsenzschulungen über die ethischen und rechtlichen Grundsätze der Unternehmensführung bei WACKER. Um Mitarbeiter mit Kontakt zu Geschäftspartnern konzernweit zu schulen, wurde eine E-Learning-Fortbildung entwickelt und eingesetzt. Die Belegschaft in Deutschland ist zusätzlich dazu angehalten, eine Online-Schulung zum Datenschutz zu durchlaufen. Die Mitarbeiter sind angehalten bei beobachteten Verstößen ihre Vorgesetzten, den Betriebsrat, die Verantwortlichen der Personalabteilung oder die Compliance-Beauftragten zu informieren.

Umweltschutz

Alle Prozesse von WACKER basieren auf dem Anliegen, die Umwelt zu schützen und sicher zu produzieren. Wir legen besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und der Anlagenplanung. WACKER hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,8 Mio. € (2009: 9,1 Mio. €) für Umweltschutzinvestitionen ausgegeben. Die Umweltschutzbetriebskosten beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 65,2 Mio. €.

Im Jahr 2010 hat WACKER am Standort Nünchritz begonnen, die Abwasserreinigungsanlagen für die 2011 anlaufende Polysiliciumproduktion zu erweitern. Die Kapazität für anorganische Abwässer wird dadurch verdoppelt.

Im Werk Nünchritz haben wir im Jahr 2010 weiter am Grundwassersanierungskonzept gearbeitet. Hierzu führten wir einen Feldtest durch. Er untersucht, ob sich die Schadstoffe (Lösemittelreste) im Grundwasser mit Hilfe natürlich vorkommender Mikroorganismen abbauen lassen. Ergebnisse des Tests werden für 2011 erwartet. Im Zuge des Baus der neuen Polysiliciumanlage hat der Standort im Berichtsjahr die dafür nötige Fläche saniert. 75.000 Tonnen mit Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen belasteter Schlamm wurden abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt. Durch die Sanierung haben wir vermieden, unbelastete Flächen für die neue Anlage zu verbrauchen. Die Belastungen des Grundwassers und des Bodens stammen aus früherer Produktion vor Übernahme des Werks durch WACKER.

Die Umweltkennzahlen haben sich im Geschäftsjahr 2010 unterschiedlich entwickelt. Der Wassereinsatz reduzierte sich durch eine neue Rückkühlanlage in der Kühlwasserversorgung unseres größten Standorts Burghausen. Die Menge der flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) erhöhte sich auf Grund der stärkeren Auslastung und durch die Inbetriebnahme neuer Anlagen in China. Insgesamt haben sich die Umweltzahlen positiv entwickelt. WACKER arbeitet ständig daran, Stoffkreisläufe zu schließen, Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen und somit Abfälle zu vermeiden und zu verringern.

Umweltkennzahlen 2008 – 20101

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2010 2009 2008
Luft CO2-Emissionen 986.000 t 969.000 t 976.041 t
NOX Stickoxide 926 t 963 t 997 t
Flüchtige organische Verbindungen

ohne Methan (NMVOC)
415 t 383 t 501 t
Wasser Wassereinsatz 252.151.000 m 3 264.532.000 m3 241.286.375 m3
CSB chemischer Sauerstoffbedarf 1.820 t 2.730 t 4.782 t
AOX halogenierte organische

Kohlenwasserstoffe
6 t 6 t 7 t
Abfall Beseitigt 48.520 t 80.860 t 87.293 t
Verwertet 77.030 t 63.430 t 74.327 t
Gefährlich2 69.320 t 100.860 t 108.458 t
Nicht gefährlich 56.230 t 43.430 t 53.161 t
Energie Stromverbrauch 3,8 TWh 2,7 TWh 2,4 TWh
Primärenergieeinsatz
Erdgas 5,5 TWh 5,4 TWh 5,4 TWh
Feste Energieträger3

(Kohle, Holzkohle, Holz)
0,4 TWh
Wärme Fremdbezug4 0,2 TWh 0,2 TWh 0,2 TWh
Heizöl 0,01 TWh 0,01 TWh 0,01 TWh

1 Ohne Siliciumproduktion Holla, Norwegen, außer Energie

2 Reduziert durch geänderte Abfallbilanzierung in Calvert City, USA

3 Eingesetzt in der Siliciummetallproduktion Holla, Norwegen

4 Dampf, Fernwärme

Energiemanagement

WACKER setzt aut Energiemix

Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. Damit bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. So nutzen wir am Standort Burghausen Wasserkraft, um Strom zu gewinnen. Unser neuer Produktionsstandort in Holla bezieht seinen Strom, wie in Norwegen üblich, überwiegend aus Wasserkraft. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf das klimafreundliche Erdgas. An den großen WACKER-Standorten Burghausen und Nünchritz werden Dampf und Strom in gekoppelter Produktion erzeugt. Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen haben mit über 80 Prozent einen doppelt so hohen Brennstoffnutzungsgrad wie konventionelle Anlagen zur Energieerzeugung.

WACKER hat im Geschäftsjahr 2010 durch den Ausbau der Polysiliciumproduktion am Standort Burghausen und den Zukauf der Siliciummetallproduktion in Holla, Norwegen, seinen Stromverbrauch auf 3,8 Mio. MWh erhöht (2009: 2,7 Mio. MWh). Die eigenen Kraftwerke – das Gas- und Dampfturbinenwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und das Wasserkraftwerk in Burghausen sowie das Heizkraftwerk Nünchritz – erzeugten 1,5 Mio. MWh. Damit produzierte WACKER rund 40 Prozent seines Gesamtstrombedarfs selbst. Der Kohlendioxidausstoß, der zu 83 Prozent aus unternehmenseigenen emissionsrechtspflichtigen Anlagen zur Energieerzeugung stammt, belief sich konzernweit auf 986.000 Tonnen.

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Vom konzernweiten Strombedarf entfallen 79 Prozent auf die Produktionsstandorte in Deutschland. WACKER hat in Deutschland 50 Prozent seines benötigten Stroms zugekauft. Entsprechend den Primärenergiequellen der Versorgungsunternehmen wurde etwa die Hälfte dieses Stroms aus fossilen Energieträgern erzeugt (55 Prozent). 31 Prozent stammen aus Kernenergie, 14 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.

Im Geschäftsjahr haben wir weitere Maßnahmen des Energieeffizienzprojekts POWER PLUS umgesetzt. Der Wärmeverbrauch stieg wegen des Zukaufs des Standorts Holla konzernweit auf 3,4 TWh (2009: 2,8 TWh). In dem Wärmeverbrauch ist erstmals der Einsatz fester fossiler Energieträger (Kohle, Holzkohle, Holz) in der neu erworbenen Siliciummetallproduktion berücksichtigt.

Arbeits-, Anlagen- und Transportsicherheit

Oberstes Ziel unseres Sicherheitsmanagements ist, unsere Mitarbeiter, Nachbarn und die Umwelt zu schützen sowie unsere Produktivität zu sichern. Risiken unserer Anlagen analysieren wir auf zwei Ebenen. In der Gefahrfeldanalyse gehen wir von einem möglichen Schadensereignis aus, beispielsweise einem Brand oder Produktaustritt. Wir ermitteln die möglichen Ursachen und erstellen Maßnahmen zur Prävention. In der zweiten Ebene prüfen wir kritische Anlageteile auf mögliche Fehlerquellen und erstellen eine Risikomatrix. Die Matrix hilft uns, die Risiken zu bewerten, in Klassen einzuteilen und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.

Sicherheitskonzept unserer Produktionsanlagen überprüft

Neues Sicherheitsprogramm soll Unfälle vermeiden

Im Geschäftsjahr 2010 haben wir im Rahmen des Projekts „ANSIKO 2010" die Sicherheitskonzepte aller Produktionsanlagen mit besonderen Gefährdungen stichprobenartig überprüft. Im Fokus des Projekts waren unter anderem staubexplosionsgefährdete Betriebe. Auslöser für die Untersuchung war eine Staubexplosion am Standort Burghausen im Jahr 2009. Bei dem Zwischenfall entstand Sachschaden in Höhe von rund 0,5 Mio. €, Menschen und Umwelt kamen nicht zu Schaden.

Besonderen Wert legt WACKER auf die Aus- und Weiterbildung der Sicherheitsexperten. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. So halten Experten des Konzerns an internationalen WACKER-Standorten Sicherheitstrainings ab. Im Berichtsjahr absolvierten die Standorte Ulsan, Südkorea, und Zhangjiagang, China, eine solche Fortbildung.

Im Jahr 2010 ereigneten sich konzernweit 4,3 Arbeitsunfälle (2009: 4,0 Arbeitsunfälle) mit Ausfalltagen pro eine Mio. Arbeitsstunden. Die meisten Unfälle sind nicht chemietypisch. Sie haben ihre Ursache in Stolpern, Rutschen, Stürzen oder manuellen Tätigkeiten. WACKER liegt mit seinen Unfallzahlen über dem Branchendurchschnitt der chemischen Industrie weltweit. Der Weltchemieverband ICCA gab 3,65 Unfälle pro eine Mio. Arbeitsstunden für das Jahr 2008 an. Wir nehmen die Unfallhäufigkeit zum Anlass, unsere Anstrengungen im Arbeitsschutz weiter zu erhöhen. Im Berichtsjahr haben wir in Deutschland begonnen, ein neues Sicherheitsprogramm einzuführen. Unter dem Namen WACKER Safety Plus nutzt der Konzern erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten und Konzerngesellschaften mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, die Analyse von Beinaheunfällen und Gruppengespräche mit der Betriebsmannschaft.

Unfallhäufigkeit: Arbeitsunfälle pro 1wMio. Arbeitsstunden1

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Anzahl 2010 2009 2008 2007 2006
Arbeitsunfälle Mitarbeiter Konzern 4,3 4,0 3,7 3,8 4,1

1 Die Unfallhäufigkeit umfasst Unfälle mit Ausfalltagen

Neben Arbeitsschutz und Sicherheit in der Produktion achten wir darauf, unsere Produkte sicher zu lagern und zu transportieren. Bevor wir Gefahrgutfahrzeuge beladen, unterziehen wir sie einer strengen Kontrolle. Bei Mängeln weisen wir sie zurück. Die Mängelquote liegt seit Jahren auf niedrigem Niveau, im Jahr 2010 betrug sie in Deutschland 3,0 Prozent. Alle zwei Jahre werden Gefahrgutspediteure von WACKER auditiert. Mit unseren Logistikdienstleistern tauschen wir uns regelmäßig auch zu Themen der Transportsicherheit aus, beispielsweise im Rahmen des jährlichen Spediteurstags. Bei Mängeln vereinbaren wir konkrete Verbesserungsmaßnahmen und überprüfen deren Umsetzung. WACKER nutzt interne Bewertungskriterien und international anerkannte Systeme wie das Safety and Quality Assessment System (SQAS) des europäischen Chemieverbandes CEFIC, um die Leistungen der Spediteure zu beurteilen. Unter anderem fließen Ausbildungsstand der Fahrer, Ausrüstung der Fahrzeuge und Reaktionsfähigkeit bei Unfällen in die Bewertung ein.

Im Geschäftsjahr 2010 verzeichneten wir fünf Transportunfälle. Dazu zählen wir Unfälle, die sich bei der Lieferung unserer Produkte ereignen, sofern der Transport von uns beauftragt wird. Selbst Zwischenfälle, die keine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben, werden hier erfasst.

Transportunfälle

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Zahl der Unfälle 2010 2009 20081
Straße 4 5 11
Schiene 1 4
See 2
Binnenschiff
Flugzeug

1 Im Jahr 2008 wurden die Kriterien zur Erfassung und Bewertung von Transportunfällen neu definiert, daher liegen keine vergleichbaren Daten für die Jahre 2006 und 2007 vor

Produktverantwortung

WACKER stellt sicher, dass seine Produkte bei sachgerechter Anwendung keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Informationen zu Produkten sind stets auf dem aktuellen Stand. Neue Erkenntnisse fließen zeitnah in die Risikobewertung ein. Wir erstellen Sicherheitsdatenblätter nicht nur zu Produkten, für die das gesetzlich gefordert ist, sondern zu allen Verkaufsprodukten. WACKER gibt mehr als 54.000 Sicherheitsdatenblätter in bis zu 33 Sprachen heraus.

WACKER arbeitet kontinuierlich daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten und Prozessen zu vermeiden und zu verringern. Dieses Ziel verfolgen wir auf unterschiedlichen Wegen:

wir bemühen uns, schädliche Inhaltsstoffe durch Alternativstoffe zu ersetzen
wo keine Alternativstoffe bereitstehen, begrenzen wir soweit möglich die Vermarktung von Produkten mit gefährlichen Inhaltsstoffen auf gewerbliche und industrielle Kunden
wir entwickeln innovative Alternativen zu marktüblichen Produkten mit schädlichen Inhaltsstoffen

Ökobilanzen für Dispersionen und Dispersionspulver erstellt

Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat im Jahr 2010 in einem Pilotprojekt Ökobilanzen für Dispersionspulver und Dispersionen der Marken VINNAPAS®, VINNEX®, ETONIS® sowie für wichtige Zwischenprodukte erstellt. Damit bewertet WACKER POLYMERS alle seine wesentlichen Produktfamilien mit Ökobilanzen. Unsere Ökobilanzen betrachten den Umwelteinfluss der Produkte entlang ihres Lebenswegs von der Herstellung bis hin zum Werktor (Cradle-to-Gate-Bilanzen). Die Analysen ermöglichen uns, die Nachhaltigkeit unserer Produkte bzw. unserer Produktion zu bewerten und zu verbessern.

Gesellschaftliches Engagement

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung junger Menschen ist uns ein besonderes Anliegen. Wir benötigen auch künftig engagierte Wissenschaftler und Ingenieure, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Jahr 2010 haben wir zum siebten Mal die Patenschaft und Organisation des Landeswettbewerbs „Jugend forscht" in Bayern übernommen. Auch standen wir für den Regionalwettbewerb Dresden/Ostsachsen von „Jugend forscht" erneut Pate.

WACKER unterstützt die Technische Universität München

Im Berichtsjahr gründete die Technische Universität München (TUM) die TUM Universitätsstiftung. WACKER unterstützte die Fördereinrichtung mit einer Initialspende von 250.000 €. Die gemeinnützige Stiftung kann künftig herausragende Forschungsprojekte unterstützen, Stipendien vergeben und beim Wechsel von Spitzenkräften aus dem Ausland unbürokratisch helfen.

Kinder- und Jugendwerk „Die Arche" erneut unterstützt

Einen Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements bilden auch soziale Projekte der Kinder- und Jugendarbeit. Seit 2007 unterstützt WACKER das christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche". Die Sozialeinrichtung kümmert sich in mehreren deutschen Städten um Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Sie versorgt die Kinder mit warmen Mahlzeiten, gibt Nachhilfe, organisiert Freizeitangebote und leistet Beratung und Seelsorge. Im Jahr 2010 spendete WACKER wieder 100.000 € an die Münchner Arche.

Der WACKER HILFSFONDS, unsere Stiftung für Katastrophenhilfe, förderte 2010 drei Projekte:

Haiti

Angesichts der großen Not in dem karibischen Staat hat die Wacker Chemie AG eine Initialspende von 50.000 € geleistet und alle eingehenden Spenden der Mitarbeiter an den WACKER HILFSFONDS verdoppelt. Mit der Spendensumme von mehr als 125.000 € wird der Hilfsfonds nun die Hilfsorganisation „Don Bosco Dritte Welt" beim Wiederaufbau einer zerstörten Grund- und Sekundarschule in Gressier unterstützen. Die neue Schule wird rund 350 Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 18 Jahren aufnehmen.

Pakistan

Heftige Monsunregen führten im Juli 2010 im Nordwesten Pakistans zu Überschwemmungen mit Schlammlawinen und Erdrutschen. Es gab Tausende von Toten. Häuser und Felder wurden zerstört. Mehr als 20 Mio. Menschen gelten als direkt betroffen. Der WACKER HILFSFONDS unterstützt gemeinsam mit Malteser International den Wiederaufbau einer Grundschule im Distrikt Swat. In dem neuen Schulgebäude sollen künftig 250 Mädchen unterrichtet werden. Die Wacker Chemie AG spendete für dieses Projekt initial 50.000 €.

Sri Lanka

Der WACKER HILFSFONDS hat seit 2005 Opfer des Tsunamis unterstützt. Mit den Spenden von WACKER-Mitarbeitern wurden in Kosgoda Schulgebäude wieder aufgebaut und der Unterricht von vier Klassen finanziert. Der Fonds hat beschlossen, die Unterstützung über das Jahr 2011 zu verlängern. Ziel ist es, die Schüler bis zum Abitur finanziell zu begleiten. Hierzu initiierte die Stiftung im Dezember 2010 nochmals eine Spendenaktion an den internationalen WACKER-Standorten.

Risikobericht

Beschreibung und Erklärung zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist integrierter Bestandteil der Unternehmensführung

Das Risikomanagement ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen zu bewältigen.

Alle Unternehmensbereiche sind in das Risikomanagement eingebunden

Als Spezialchemie- und Halbleiterunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Mensch und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es deshalb Mitarbeiter, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert.

WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und Kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Die Risikostrategie wird vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, vor allem in Bezug auf die konzernweiten Prozesse der strategischen Planung und des Berichtswesens. Über bestehende Risiken wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats vom Vorstand regelmäßig unterrichtet.

In das Risikomanagement sind alle Unternehmensebenen eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:

bereichsspezifisches Risikomanagement mit entsprechenden Frühwarnsystemen
konzernweite Risikoabdeckung
konzernweite Risikoabbildung

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Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems

Das Risikomanagementsystem von WACKER baut auf unterschiedlichen Elementen auf. Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente. Das Risikomanagementhandbuch enthält Grundsätze und Prozesse des Risikomanagements. Darin beschrieben sind Meldegrößen für Risiken und Informationen darüber, wie sie abgedeckt und abgebildet werden. Die Richtlinie Risikomanagement regelt unter anderem die Anforderungen an die Berichterstattung und wann welche Gremien informiert werden. Verantwortlich für das Risikomanagementsystem ist ein zentraler Risikomanagementbeauftragter, der durch lokale Risikobeauftragte unterstützt wird. Spezielle Einzelrisiken der Unternehmens- und Geschäftsbereiche werden in einer Risikoliste erfasst.

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert und bewertet. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und zukünftige Geschäftsentwicklung informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab.

Der Zentralbereich Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für die systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein so genanntes Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Ebenso eingebunden in das Risikocontrolling auf Konzernebene sind die Zentralbereiche Finanzen, Einkauf Rohstoffe, Technischer Einkauf & Logistik sowie Recht und Versicherungen.

Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen. Dort konzentriert sind alle Maßnahmen zu Währungs- und Zinssicherungsgeschäften. Detaillierte Vorgaben und Richtlinien, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen, geben den Handlungsrahmen vor. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden und Lieferanten überwacht der Zentralbereich Bilanzierung.

Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.

Chart

Internes Kontrollsystem sorgt für ordnungsgemäße und verlässliche Informationen

Das Ziel des internen Kontrollsystems in Bezug auf die Rechnungslegung ist es, sie einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, den Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) und konzerninternen Richtlinien zu gewährleisten und sicherzustellen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir den interessierten Zielgruppen wie Banken, Analysten und Investoren ordnungsgemäße und verlässliche Informationen zur Verfügung stellen.

Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS tragen Bewertungen und Analysen dazu bei, Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten, umfassend und regelmäßig. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern wie beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vorliegen. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen sicher, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich sind. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige Bilanzierungshandbuch. Es ist im Intranet zugänglich. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungsrichtlinien, Buchungsanweisungen und Organisationsrichtlinien vorgegeben. Ein konzernweit gültiger Terminkalender stellt den vollständigen und zeitgerechten Ablauf des Abschlusses sicher. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie vermeidet, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Zugriffsvorschriften im IT-System sowie das Vieraugenprinzip in der Buchhaltung der Einzelgesellschaften wie auch bei der Konsolidierung im Konzern sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Tochtergesellschaften sorgen dafür, dass die bestehenden Regelungen auch dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Daneben existieren länderspezifische Bilanzierungsvorschriften, die es einzuhalten gilt.

Die Wirksamkeit der Kontrollen wird durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Mitarbeiter sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe gewährleistet. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zum Ende des Geschäftsjahres und zu den Quartalen.

Interne Kontrolle

Revision als wichtiger Bestandteil des Risikomanagementsystems

Das Risikomanagementsystem wird durch unsere interne Konzernrevision vervollständigt. Sie überprüft im Auftrag des Vorstands regelmäßig alle Unternehmensteile. Grundlage für die Prüfungen ist das Revisionshandbuch. Die Auswahl der Prüfthemen wird vom Vorstand nach einem risikoorientierten Ansatz festgelegt und wenn notwendig an geänderte Rahmenbedingungen unterjährig flexibel angepasst. Im Jahr 2010 hat WACKER schwerpunktmäßig diese Themen geprüft:

die allgemeine Geschäftsabwicklung bei Tochtergesellschaften
IT-Themen in Bezug auf Sicherheit und Projektmanagement
die Auftragsvergabe und Abrechnung von Investitionen
Prozesse der Rechnungslegung

Insgesamt führte die Konzernrevision 37 Audits im Geschäftsjahr 2010 (2009: 36 Audits) durch. Der aufgestellte Prüfplan wurde im Wesentlichen abgearbeitet, vereinzelte Themen bzw. Punkte der Nachschau werden noch im Geschäftsjahr 2011 abgeschlossen. Die Prüfungen ergaben keine wesentlichen Beanstandungen. Hinweise aus den Prüfungen, die Prozesse zu optimieren, werden umgesetzt.

Externe Kontrolle

Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat.

Zentrale Risikofelder

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Szenario

Konjunkturerholung schwächt sich deutlich ab

Auswirkungen für WACKER

Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellkosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen und legen Produktionsanlagen zeitweise still. Um einem Konjunkturabschwung zu begegnen, haben wir in der vergangenen Wirtschaftskrise erfolgreich das Instrument der Kurzarbeit genutzt.

Einschätzung

Für das Jahr 2011 erwarten wir, dass sich die Weltwirtschaft weiter erholen wird, wenn auch nicht mit der gleichen Dynamik wie im ersten Halbjahr 2010. Die konjunkturellen Abwärtsrisiken, die diese positive Entwicklung abschwächen, sind nach wie vor vorhanden. Sollte die US-Wirtschaft sich nicht substanziell erholen, könnte sich das auf unsere Absatzchancen in den USA auswirken. In Asien sehen wir keine konjunkturelle Abschwächung.

Setzt sich das Wachstum der Weltwirtschaft wie angenommen fort, wird das zu weiter steigenden Rohstoff- und Energiepreisen führen.

Absatzmarktrisiken

Szenario 1

Überkapazitäten in den Chemiebereichen

Auswirkungen für WACKER

Preisdruck auf unsere Produkte

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen, die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung sichern, durch strukturiertes Preismanagement, durch Prozessoptimierungen und durch das intensive Bearbeiten von Wachstumsmärkten. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und in den Bereichen, in denen der Konzern tätig ist, weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden versuchen wir frühzeitig, neue Anwendungen zu erschließen und damit die Kunden langfristig an uns zu binden.

Einschätzung

Wir gehen davon aus, dass das Risiko von Überkapazitäten im Jahr 2011 für unsere Produkte gering ist. Alle drei Chemiebereiche von WACKER planen für das nächste Jahr mit steigenden Absatzmengen.

Szenario 2

Zyklische Schwankungen und intensiver Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt

Auswirkungen für WACKER

Rückgang bei Mengen und Preisen

Maßnahmen

Die Siltronic versucht die Risiken durch konsequentes Kostenmanagement und Flexibilität in der Produktion zu verringern.

Einschätzung

Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2011 der weltweite Bedarf der Halbleiterunternehmen an Waferfläche zunehmen wird. Der wesentliche Wachstumstreiber sind dabei Siliciumwafer mit einem Durchmesser von 300 mm. Für kleinere Scheiben erwarten wir eine stabile Nachfrage. Die zunehmende Nachfrage nach 300 mm Wafern wird aus unserer Sicht dazu führen, dass die Kapazitäten der Siltronic in diesem Segment besser ausgelastet sein werden als im Jahr 2010 und dass sich die Preise leicht erholen können. Das Risiko, dass es im Jahr 2011 bei der Siltronic zu einem Rückgang der Absatzmengen und zu wesentlich stärkerem Preisdruck kommen wird, schätzen wir eher niedrig ein.

Szenario 3

Preisrisiken im Polysiliciumgeschäft und zunehmender Wettbewerb auf Herstellerseite, langsameres Marktwachstum auf Grund rückläufiger Subventionen bei staatlichen Förderprogrammen

Auswirkungen für WACKER

Möglicher Marktanteilsverlust sowie ein höherer Preiswettbewerb mit Druck auf die Margen könnten zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen, ebenso wie rückläufige Subventionen für Photovoltaikanlagen in einzelnen Ländern

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktivität, unsere Kostenpositionen und unsere Qualität ständig verbessern. Durch Langfristverträge mit unseren Kunden sichern wir unsere Produktionskapazitäten zum größten Teil ab. Den Kapazitätsausbau passen wir flexibel an das Marktwachstum an.

Einschätzung

Im wichtigsten Photovoltaikmarkt Deutschland sinkt die Einspeisevergütung im Jahr 2011 um 13 Prozent pro Kilowattstunde. Italien plant, die Photovoltaikförderung um insgesamt 18 Prozent pro Kilowattstunde zu kürzen. Das kann dazu führen, dass es zu einer Abschwächung des Marktwachstums kommt. WACKER hat für das Jahr 2011 seine gesamte Produktionskapazität bereits verkauft. Das Risiko, dass unsere produzierten Mengen nicht abgenommen werden, schätzen wir als gering ein. Der Ausbau der Produktionskapazitäten zur Herstellung von Polysilicium hält an. Aus unserer Sicht kann das mittelfristig zu Überkapazitäten im Markt führen und zu sinkenden Preisen für Polysilicium. Kosten- und Qualitätsführer sind davon aber nicht so stark betroffen wie andere Wettbewerber.

Beschaffungsmarktrisiken

Szenario

Höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe

Auswirkungen für WACKER

Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben

Maßnahmen

Wir begegnen diesen Risiken durch eine ständige Risikobeobachtung unserer wichtigsten Rohstoffe. Wir minimieren diese Risiken, indem wir langfristige Lieferverträge mit Partnern abschließen, die eine hohe Bonität aufweisen, durch zentral verhandelte Einkaufsverträge sowie durch den Zugriff auf mehrere Lieferquellen bei ein und demselben Produkt. Mit dem Erwerb der Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla haben wir uns bei einem unserer wichtigsten Rohstoffe rückwärts integriert und die Lieferantenabhängigkeit deutlich verringert. Nahezu ein Drittel der von uns benötigten Mengen produzieren wir jetzt selbst. Eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt reduziert das Preisrisiko auf dem Energiemarkt.

Einschätzung

Die wirtschaftliche Erholung wird sich im Jahr 2011 fortsetzen. Aus diesem Grund werden die Preise für bestimmte Rohstoffe wie etwa Siliciummetall weiter steigen. Andere Rohstoffe wie Methanol bleiben im Preis vergleichsweise stabil. Bei den Energiepreisen sehen wir besonders beim Strom einen deutlichen Preisanstieg im Jahr 2011. Der Gaspreis bleibt gegenüber dem Vorjahr mehr oder weniger stabil.

Marktentwicklungsrisiken

Szenario

Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen, fehlende Kundenakzeptanz bei neu entwickelten Produkten

Auswirkungen für WACKER

Falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbei entwickeln, haben negative Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Maßnahmen

Wir begegnen diesen Risiken dadurch, dass wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber bis auf Geschäftsfeldebene beobachten, Kunden- und Lieferanteninterviews durchführen und regelmäßig auf den für WACKER wichtigen Messen präsent sind. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. WACKER kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen.

Einschätzung

WACKER verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern. Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als gering ein.

Investitionsrisiken

Szenario

Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich

Auswirkungen für WACKER

Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf die Anlagen. Höhere Investitionskosten können die Absatzchancen verringern. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die zukünftigen Mengen beispielsweise aus der Polysiliciumproduktion durch Kundenverträge absichern, die zum Teil auch Vorauszahlungen beinhalten. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Durch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen wie mit Samsung verringern wir unser eigenes Investitionsrisiko. In diesem Zusammenhang bestehen jedoch langfristige Abnahmeverpflichtungen mit den Gemeinschaftsunternehmen. Wir betreiben ein intensives Projektcontrolling, um Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. WACKER hat im Gegensatz zu vielen anderen Wettbewerbern eine eigene Zentrale Ingenieurtechnik mit rund 800 Mitarbeitern. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Projektierung neuer Produktionsanlagen, in der Montage- und Baustellenüberwachung, im Projektcontrolling und in der Inbetriebnahme sorgt sie dafür, dass die Projekte möglichst fristgerecht und im Kostenplan abgewickelt werden.

Einschätzung

Wir haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass wir komplexe technische Investitionsprojekte im vorgegebenen Zeitplan oder früher fertig stellen können, ohne die Kosten zu überschreiten. Einen großen Anteil daran hat die WACKER-eigene Ingenieurtechnik mit ihrem Engineering-Know-how. Aus heutiger Sicht sehen wir keine wesentlichen Risiken aus unserer Investitionstätigkeit.

Produktionsrisiken

Szenario

Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen

Auswirkungen für WACKER

Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen

Maßnahmen

WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Zum Thema Sicherheit führen wir regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt.

Einschätzung

Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind nie ganz auszuschließen. Für uns sind zurzeit keine Risiken erkennbar, aus denen sich gravierende Gefahren ableiten lassen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Als finanzwirtschaftliche Risiken definieren wir Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Für die Steuerung dieser Risiken sind unterschiedliche Bereiche von WACKER verantwortlich. Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Der Einsatz dieser Finanzinstrumente ist verboten, wenn kein tatsächliches oder geplantes operatives Geschäft zugrunde liegt. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Siehe Anhang Ziffer 20

Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken

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Risiko Steuerung durch Zentralbereich
Kreditrisiken Finanzen
Marktpreisrisiken Finanzen
Liquiditätsrisiken Finanzen
Währungs- und Zinsrisiken Finanzen
Rohstoffpreisrisiken Einkauf Rohstoffe

Kreditrisiko

Szenario

Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach

Auswirkungen für WACKER

Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Ausfall von Banken auf Grund der Bankenkrise

Maßnahmen

Wir verringern dieses Risiko dadurch, dass wir je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen Sicherheiten verlangen. Dazu gehört der Eigentumsvorbehalt. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen auch das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung historischer Daten der Geschäftsbeziehung, insbesondere des Zahlungsverhaltens. Außerdem begrenzen wir Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen.

Einschätzung

Die Risiken aus dem Kreditgeschäft sind beherrschbar, die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir als gering ein. Kreditrisiken aus anderen vertraglichen Verpflichtungen ergeben sich aus sonstigen Finanzanlagen, kurzfristigen Bankanlagen sowie derivativen Finanzinstrumenten. Geschäfte mit Währungs- und Zinsderivaten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch den Zentralbereich Finanzen. Dem Kontrahentenrisiko bzgl. der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte dürfen nur mit Banken getätigt werden, die ein Mindestrating von A- der Ratingagentur Standard & Poor's oder einer vergleichbaren anderen Ratingagentur haben. Für Anlagen gelten zusätzlich noch Höchstanlagelimits und maximale Laufzeiten. In Ausnahmefällen dürfen auch mit Banken niedrigerer Bonität innerhalb enger Limits und Laufzeiten Anlagen getätigt oder Derivategeschäfte abgeschlossen werden. Wir gehen davon aus, dass durch diese Regelungen unsere Risikokonzentration gering ist.

Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme

Szenario

Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen

Auswirkungen für WACKER

Einfluss auf das Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen

Maßnahmen

Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko aus Finanzinstrumenten ist insbesondere für den US-Dollar, den japanischen Yen, den Singapur-Dollar und den chinesischen Renminbibedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER durch derivative Finanzinstrumente ab. Deren Einsatz ist in der Devisenrichtlinie geregelt. Eingesetzt werden Devisenoptionen, Devisentermingeschäfte und Devisenswaps. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar, den japanischen Yen sowie den Singapur-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken durch unsere lokalen Produktionsstandorte sowie lokale Finanzierungen bei Banken.

Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Dies wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Sie hat damit unmittelbaren Einfluss auf Liquidität und Finanzlage des Konzerns. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure überwiegend im Euro- und US-Dollar-Bereich vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist in internen Richtlinien geregelt, die die Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen und strengen Kontrollen innerhalb des gesamten Abwicklungsprozesses unterliegen. Die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen wird kontinuierlich überwacht.

Einschätzung

Einen Teil unseres US-Dollar-, Yen- und Singapur-Dollar-Geschäftes sichern wir durch Hedging ab. Wir gehen davon aus, dass der Euro gegenüber den für WACKER maßgeblichen Fremdwährungen stärker sein wird als im Jahr 2010. Die Belastungen, die sich daraus voraussichtlich ergeben, werden aber durch Hedging-Maßnahmen teilweise aufgehoben. Deshalb erwarten wir im Geschäftsjahr 2011 keine größeren Effekte aus Währungskursveränderungen. Die Auswirkungen, die sich auf Grund von Zinsänderungsrisiken ergeben, schätzen wir aus heutiger Sicht als gering ein.

Liquiditätsrisiko

Szenario

Mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten

Auswirkungen für WACKER

Steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Ausbaupläne

Maßnahmen

Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu steuern. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von Kreditlinien sowie langfristige Anleihen vor.

Einschätzung

Im Geschäftsjahr 2010 hat WACKER seine Liquidität weiter verbessert. Zum Bilanzstichtag belief sie sich auf 797,4 Mio. €. Die Liquidität – bestehend aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten – überstieg die Finanzverbindlichkeiten zu diesem Zeitpunkt um 264,0 Mio. €. Gleichzeitig bestanden genutzte und ungenutzte Kreditlinien von rund 1,2 Mrd. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht.

Pensionen

Szenario

Steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter sowie zusätzliche Verpflichtungen aus Rentenanpassungen erhöhen die Pensionsverpflichtungen, niedrige Kapitalmarktzinsen belasten das Anlageergebnis

Auswirkungen für WACKER

Anstieg der Pensionsrückstellungen, mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse, Einfluss auf das Konzernergebnis

Maßnahmen

Der Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Gemäß ihrer Satzung und den allgemeinen Versicherungsbedingungen betreibt sie die Pensionsversicherung für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von WACKER. Um eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sicherzustellen und Anlagerisiken zu begrenzen, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Asset-Liability-Managements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse, um eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen zu ermöglichen.

Einschätzung

Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals reicht nicht aus, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Deshalb wird sich das Risiko weiterer finanzieller Zuwendungen durch die Wacker Chemie AG an die Pensionskasse kurz- und mittelfristig erhöhen.

Sonstige Risiken

Emissionsberechtigungen

Szenario

CO2-Ausstoß von WACKER übersteigt zugeteilte Emissionszertifikate

Auswirkungen für WACKER

Zukauf von Emissionszertifikaten, höhere spezifische Produktionskosten

Maßnahmen

Bisher hat WACKER durch den Emissionshandel nur über Strompreiserhöhungen Auswirkungen gespürt. Wie sich der europäische Emissionshandel ab 2013 konkret ausgestaltet, ist derzeit nicht klar. Nach den vorliegenden Eu-Beschlüssen werden große Teile der chemischen Industrie in das Handelssystem einbezogen. WACKER hat ein Frühwarnsystem installiert, das uns in die Lage versetzt, schnell zu reagieren, falls unsere Emissionsberechtigungen für die von uns verursachten Emissionen nicht ausreichen.

Einschätzung

Wie sich der Emissionshandel ab dem Jahr 2013 ausgestaltet, ist derzeit nicht endgültig einzuschätzen. Wir gehen davon aus, dass wir mittelfristig durch den Emissionshandel mit zusätzlichen finanziellen Belastungen rechnen müssen.

Rechtliche Risiken

Szenario

Vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell- und umweltrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können

Auswirkungen für WACKER

Langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können

Maßnahmen

Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. In vielen Fällen greifen wir auf hochqualifizierte spezialisierte Rechtsexperten von außen zurück.

Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unsere Abteilung Intellectual Property. Anhand von Recherchen patentrechtlicher Regelungen stellen wir sicher, dass vor Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine wettbewerbsfähige Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern.

Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns haben wir Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Einschätzung

Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten.

IT-Risiken

Szenario

Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf die IT-Systeme und die Netzwerke, die die Datensicherheit gefährden

Auswirkungen für WACKER

Negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Know-how-Verlust

Maßnahmen

Wir überprüfen ständig die eingesetzten Informationstechnologien und unternehmen alles, damit die IT-gestützten Geschäftsprozesse sicher abgewickelt werden können. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Grundlage dafür ist der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in so genannten SLAs (Service Level Agreements) mit unseren Geschäfts- und Zentralbereichen verankern. Die zentralen ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) haben für das Jahr 2010 eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent erreicht. Die Auslegung unserer Systeme, ein damit verbundenes Backup- und Recovery-Verfahren und Vorsorge für den Notfall (Business Continuity Management) ermöglichen einen solchen Wert.

IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projektmanagementmethode. Sie stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten Gegenmaßnahmen ein. Ausfällen, Datenverlust, Datenmanipulation und unerlaubten Zugriffen auf unser Netzwerk begegnen wir mit modernen Hard- und Softwarelösungen. Zur Abwehr von Schadsoftware setzen wir effiziente Schutzprogramme ein. Mit regelmäßigen Penetrationstests und Audits im In- und Ausland beugen wir Angriffen von Hackern vor.

Einschätzung

Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Auf Grund der Vorsorgemaßnahmen stufen wir jedoch die Risiken, die sich daraus ergeben, weiter als gering ein.

Personalrisiken

Szenario

Demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen

Auswirkungen für WACKER

Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs

Maßnahmen

Wir begegnen diesem Risiko mit einer Reihe von personalpolitischen Maßnahmen. Dazu gehören ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot, vorbildliche Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Weitere Angebote sind eine große Bandbreite an Arbeitszeitregelungen und -modellen sowie Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Für die Positionen im Oberen Führungskreis (OFK) hat WACKER eine detaillierte Vertreterregelung und Nachfolgeplanung. Im Rahmen der konzernweiten Nachfolgeplanung werden für jede Stelle im oberen Management bis zu drei mögliche Kandidaten beobachtet, um Potenzial und Leistung richtig einzuschätzen. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon wurde für jeden OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit ein Stellvertreter benannt.

Einschätzung

Der demografische Wandel und damit verbunden der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Personal zu finden, mittelfristig erhöhen. Für das Jahr 2011 sehen wir nur geringe Risiken für unseren Personalbedarf.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Keine Risiken, die die Fortführung des Unternehmens gefährden

Die Grundlage, das Gesamtrisiko durch den Vorstand einzuschätzen, bildet das von WACKER implementierte Risikomanagementsystem. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Management überprüft. Unser Ziel ist es, das Risikomanagement weiter zu optimieren, um potenzielle Risiken noch schneller erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.

Nach unserer Einschätzung sind die beschriebenen Risiken zu beherrschen. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Die Gesamtrisikolage hat sich auf Grund der starken wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr entspannt. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können.

Nachtragsbericht

Zwischen dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 und dem Aufstellungstermin des Konzernabschlusses am 21. Februar 2011 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten. Es haben sich auch keine wesentlichen grundsätzlichen Veränderungen des Wirtschafts- und Geschäftsumfelds ergeben, in dem wir tätig sind.

Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres 2011 unverändert.

Lagebericht der Wacker Chemie AG

(Kurzfassung nach HGB)

Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG.

Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie arbeitet operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER POLYSILICON und WACKER BIOSOLUTIONS und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Außerdem liegen wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte die Wacker Chemie AG 8.886 Mitarbeiter.

Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Erstmals wurden dabei die im Jahr 2009 in Kraft getretenen Bestimmungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) angewendet.

Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGB

Gewinn- und Verlustrechnung

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Mio. € 2010 2009
Umsatzerlöse 3.416,9 2.722,4
Bestandsveränderungen 14,1 5,5
Andere aktivierte Eigenleistungen 40,7 46,7
Gesamtleistung 3.471,7 2.774,6
Sonstige betriebliche Erträge 104,7 97,9
Materialaufwand –1.216,7 –927,5
Personalaufwand –706,9 –678,9
Abschreibungen –307,4 –267,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen –595,8 –588,4
Betriebsergebnis 749,6 409,9
Beteiligungsergebnis –134,3 –203,6
Zinsergebnis –38,7 0,3
Sonstiges Finanzergebnis –1,7 –0,8
Finanzergebnis –174,7 –204,1
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 574,9 205,8
Außerordentliches Ergebnis –94,7 –64,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –178,7 –95,6
Jahresüberschuss 301,5 45,8
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 533,3 576,9
Ausschüttung –59,6 –89,4
Einstellung in die Gewinnrücklagen –45,1
Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile 45,1
Bilanzgewinn 775,2 533,3

Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2010 ist mit der im Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar, weil die Wacker Polymer Systems GmbH& Co. KG (WPS) zum 1. Juli 2009 auf die Wacker Chemie AG verschmolzen wurde. Deshalb war die WPS im Geschäftsjahr 2009 nur mit sechs Monaten in der Gewinn- und Verlustrechnung der Wacker Chemie AG enthalten. Darüber hinaus wurden im aktuellen Geschäftsjahr erstmals zum 1. Januar 2010 die Regelungen des BilMoG umgesetzt. Die Vorjahreswerte sind nicht angepasst worden.

Die Ertragslage der Wacker Chemie AG spiegelt die positive Entwicklung des Gesamtkonzerns wider. Das Krisenjahr 2009 war noch von hohen Sonderbelastungen geprägt. Dagegen wiesen im Jahr 2010 alle Geschäftsbereiche neue Bestmarken aus. Der Jahresüberschuss ist von 45,8 Mio. € im Vorjahr auf 301,5 Mio. € gewachsen.

Deutlich zugenommen hat auch der Umsatz in allen Geschäftsbereichen. Er stieg um 26 Prozent auf 3,42 Mrd. €. Im Vorjahr lag er bei 2,72 Mrd. €. Die Umsätze des Geschäftsbereichs WACKER POLYMERS haben um 49 Prozent auf 558,5 Mio. € zugenommen. Hierzu hat auch die Verschmelzung der WPS beigetragen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES steigerte seinen Umsatz um 24 Prozent auf 1,29 Mrd. €. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ist der Umsatz um 24 Prozent auf 1,31 Mrd. € gewachsen. Auch im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS fiel der Umsatz höher aus als im Vorjahr. Er kletterte um 37 Prozent auf 104,0 Mio. €. Die Gesamtleistung stieg auf 3,47 Mrd. € (2009: 2,77 Mrd. €). Hierin enthalten ist ein Bestandsaufbau in Höhe von 14,1 Mio. € (2009: 5,5 Mio. €), der aus den zum Stichtag erhöhten Vorratsbeständen resultiert.

Der Materialaufwand kletterte um 31 Prozent auf 1,22 Mrd. € (2009: 927,5 Mio. €). Die Gründe dafür sind die Verschmelzung der WPS, das deutlich gestiegene Produktionsvolumen sowie höhere Preise für Rohstoffe und Energie.

Der Personalaufwand hat sich von 678,9 Mio. € im Jahr 2009 auf 706,9 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Hier haben sich eine Reihe von Effekten ausgewirkt, die zum Teil gegenläufig waren. Durch die Verschmelzung der WPS und höhere variable Vergütungen sind die Personalkosten gestiegen. Dagegen ist der Aufwand für Pensionsrückstellungen niedriger als im Vorjahr, weil der Zinsanteil in den Zinsaufwand umgegliedert wurde. Ebenfalls geringer fielen die Aufwendungen für Abfindungen und Altersversorgung aus. Im Vorjahr haben wir hierfür Sondereffekte in Höhe von 41,2 Mio. € im Personalaufwand ausgewiesen.

Die Abschreibungen in Höhe von 307,4 Mio. € (2009: 267,8 Mio. €) stiegen vor allem auf Grund der erstmals vorgenommenen Abschreibungen der im Jahr 2010 in Betrieb gegangenen Polysiliciumausbaustufe 8 in Burghausen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich geringfügig von 97,9 Mio. € im Jahr 2009 auf 104,7 Mio. € verändert. Der sonstige betriebliche Aufwand blieb mit 595,8 Mio. € (2009: 588,4 Mio. €) ebenfalls nahezu konstant. Wesentlich erhöht haben sich die Währungskursgewinne. Sie stiegen von 48,8 Mio. € im Vorjahr auf 66,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2010. Im sonstigen betrieblichen Aufwand fielen Währungskursverluste mit 55,1 Mio. € (2009: 40,5 Mio. €) ebenfalls höher aus als im Vorjahr. Der beidseitige Anstieg ist das Ergebnis des höheren Umsatzvolumens in Fremdwährungen. Das Währungsergebnis ist mit 11,7 Mio. € (2009: 8,3 Mio. €) positiv. Weitere Effekte, die die sonstigen betrieblichen Erträge beeinflusst haben, sind geringere Auflösungen von Kundenanzahlungen in Höhe von 8,5 Mio. € (2009: 19,7 Mio. €) und Rückstellungsauflösungen von 16,1 Mio. € (2009: 6,9 Mio. €). Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind außerdem Aufwendungen für Auslandsfrachten, Zölle und sonstige Vertriebskosten, sonstige Fremdarbeiten sowie Reparaturen und Instandhaltung enthalten. Im Vorjahr war der sonstige betriebliche Aufwand noch durch Verluste aus der Beteiligung an der WACKER SCHOTT Solar belastet, die wir veräußert haben. Die Verluste beliefen sich auf 70,8 Mio. €. Daneben werden auch Zuführungen zu Rückstellungen für Umweltschutz, Schadensersatz und belastende Verträge in dem Posten ausgewiesen. Sie erhöhten sich auf Grund des gestiegenen Geschäftsvolumens und der Verschmelzung der WPS.

Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 2010 betrug 749,6 Mio. € (2009: 409,9 Mio. €). Für dieses Plus von 83 Prozent sind die bereits genannten Effekte verantwortlich. Positiv wirkte sich auch die Verschmelzung der WPS aus. Bereits im Vorjahr verzeichneten wir dadurch einen Ergebnisanstieg um 42,5 Mio. €.

Das Beteiligungsergebnis erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Wert von -134,3 Mio. € (2009: -203,6 Mio. €). Es enthält die saldierten Verluste aus Gewinn- und Verlustübernahmen der Ergebnisabführung in Höhe von 64,5 Mio. € (2009: -211,8 Mio. €). Diese resultierten im Wesentlichen aus dem zweistufigen Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Wacker Chemie AG, der Wacker Dritte Venture GmbH und der Siltronic AG in Höhe von 96,6 Mio. €. Die Wacker Chemie AG wertete die Beteiligung der Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, im Berichtsjahr um 78,9 Mio. € ab. Die Gründe liegen in einer langfristigen Abnahmeverpflichtung mit hohen langfristig vereinbarten Verrechnungspreisen zwischen den chinesischen WACKER-Gesellschaften und dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning zur Herstellung von Siloxan.

Das Zinsergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um 39,0 Mio. € auf -38,7 Mio. € (2009: 0,3 Mio. €). Das resultiert aus Zinseffekten bei den langfristigen Rückstellungen, insbesondere den Pensionsrückstellungen, die aus dem Betriebsergebnis in den Zinsaufwand umgegliedert wurden. Die übrigen Zinserträge und Zinsaufwendungen blieben gegenüber dem Vorjahr konstant.

Das außerordentliche Ergebnis beinhaltet im Wesentlichen den Umstellungseffekt aus Bilanzierungsänderungen im Zusammenhang mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, die sich mit 97,0 Mio. € ausgewirkt haben. Der größte Effekt resultiert aus der geänderten Bewertung der Pensionsrückstellungen. Im Vorjahr wurde der Verschmelzungsverlust aus der Integration der WPS in die Wacker Chemie AG im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist von 95,6 Mio. € im Vorjahr auf 178,7 Mio. € gestiegen. Das entspricht einer Steuerquote von 31 Prozent.

Im Ergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 301,5 Mio. €. Ergänzt um den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr abzüglich der Dividendenausschüttung in Höhe von 59,6 Mio. € beträgt der Bilanzgewinn 775,2 Mio. €.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der Wacker Chemie AG beliefen sich im Jahr 2010 auf 87,3 Mio. € (2009: 88,8 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGB

Bilanz

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Mio. € 2010 2009
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 6,2 16,2
Sachanlagen 1.814,4 1.679,5
Finanzanlagen 708,2 722,2
Anlagevermögen 2.528,8 2.417,9
Vorräte 304,6 272,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 319,2 271,1
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 628,6 587,8
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 947,8 858,9
Wertpapiere 316,7 73,6
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten 411,6 40,0
728,3 113,6
Umlaufvermögen 1.980,7 1.244,9
Rechnungsabgrenzungsposten 36,4 37,9
4.545,9 3.700,7
Passiva
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile –12,4
Ausgegebenes Kapital 248,4 260,8
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Rücklage für eigene Anteile 45,1
Andere Gewinnrücklagen 630,2 600,0
Bilanzgewinn 775,2 533,3
Eigenkapital 1.811,2 1.596,6
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 445,2 318,8
Andere Rückstellungen 389,4 412,1
Rückstellungen 834,6 730,9
Finanzverbindlichkeiten 615,8 348,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207,6 124,6
Übrige Verbindlichkeiten 1.076,7 899,7
Verbindlichkeiten 1.900,1 1.372,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,6
4.545,9 3.700,7

Die Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Sie beläuft sich auf 4,55 Mrd. € (2009: 3,70 Mrd. €). Das entspricht einem Zuwachs von 23 Prozent, der vor allem geschäftsbedingt aus einem höheren Umlaufvermögen sowie einer höheren Liquidität resultiert.

Das Anlagevermögen hat sich um 110,9 Mio. € auf 2,53 Mrd. € (2009: 2,42 Mrd. €) erhöht. Das ist ein Zuwachs von vier Prozent. Der wesentliche Grund dafür waren strategische Investitionsprojekte im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Sie haben im Sachanlagevermögen zu Zugängen im Wert von 309,9 Mio. € geführt. Das Finanzanlagevermögen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,0 Mio. € auf 708,2 Mio. €. Auf Grund der drohenden Verluste aus Abnahmeverpflichtungen, die die zukünftige finanzielle Entwicklung der chinesischen Beteiligungen beeinflussen, wurde der Beteiligungsansatz der Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai, bei der Wacker Chemie AG von 98,9 Mio. € auf 20,0 Mio. € abgewertet. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ging geschäftsbedingt von 65 Prozent im Vorjahr auf 55 Prozent zurück.

Die Vorräte stiegen auf Grund der hohen Anlagenauslastung in allen Geschäftsbereichen auf 304,6 Mio. € (2009: 272,4 Mio. €). Das entspricht einem Plus von zwölf Prozent. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich ebenfalls erhöht. Sie wuchsen um 18 Prozent auf 319,2 Mio. € (2009: 271,1 Mio. €). Der Grund dafür ist, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr die Kundennachfrage und der Absatz auch im vierten Quartal anhaltend hoch waren und die Werte des Vorjahres deutlich übertroffen haben. Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände stiegen von 587,8 Mio. € im Jahr 2009 auf 628,6 Mio. €. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Geschäftsjahr leicht gesunken. Sie beliefen sich auf 437,6 Mio. € (2009: 487,2 Mio. €). Die sonstigen Vermögenswerte kletterten auf 180,3 Mio. € (2009: 92,0 Mio. €). Höhere Umsatzsteuerforderungen und Forderungen aus der Investitionsförderung für die im Bau befindliche Polysiliciumanlage am Standort Nünchritz sind dafür verantwortlich.

Im vierten Quartal 2010 hat die Wacker Chemie AG einen Teil ihrer überschüssigen Liquidität in Wertpapieren unterschiedlicher Anleiheemittenten investiert, die eine Laufzeit von mehr als drei Monaten haben. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens stiegen dadurch deutlich von 73,6 Mio. € im Vorjahr auf 316,7 Mio. €.

Ebenfalls erhöht hat sich der Kassenbestand. Er belief sich auf 411,6 Mio. € (2009: 40,0 Mio. €). Dazu beigetragen hat der starke operative Cashflow.

Die Eigenkapitalquote beträgt 39,8 Prozent (2009: 43,1 Prozent). Das Eigenkapital erhöhte sich um 214,6 Mio. € auf 1,81 Mrd. € (2009: 1,60 Mrd. €). Dafür gibt es mehrere Gründe. Effekte aus der BilMoG-Umstellung verringerten das Eigenkapital um insgesamt 124,3 Mio. €. Davon wurden -27,3 Mio. € direkt im Eigenkapital verrechnet. Aufwendungen in Höhe von -97,0 Mio. € sind im Jahresüberschuss enthalten. Der Bilanzgewinn von 775,2 Mio. € enthält im Wesentlichen den Vortrag aus dem Vorjahr (533,3 Mio. €) und den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres von 301,5 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2010 wurde eine Dividende in Höhe von 59,6 Mio. € für das Jahr 2009 ausgeschüttet.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen neben den normalen Zuführungen durch die BilMoG-Umstellung um 94,2 Mio. €. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr auf 445,2 Mio. € (2009: 318,8 Mio. €). Die anderen Rückstellungen haben sich durch geringere Steuerrückstellungen von 412,1 Mio. € im Jahr 2009 auf 389,4 Mio. € verringert. Im Wesentlichen sind Zahlungen für eine abgeschlossene Betriebsprüfung für den Rückgang der Steuerrückstellungen verantwortlich. Die sonstigen Rückstellungen blieben mit 322,5 Mio. € (2009: 301,8 Mio. €) annähernd konstant.

Die Finanzverbindlichkeiten haben um 267,5 Mio. € auf 615,8 Mio. € (2009: 348,3 Mio. €) zugenommen. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 280,9 Mio. € (2009: 242,4 Mio. €). Finanzverbindlichkeiten aus Cashpooling sowie Darlehen erhöhten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 102,5 Mio. € im Jahr 2009 auf 330,9 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind auf 207,6 Mio. € (2009: 124,6 Mio. €) gewachsen. Das ist ein Anstieg um 67 Prozent. Die Ursachen dafür sind die sehr hohe Investitionstätigkeit im Dezember und das gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Geschäftsvolumen des vierten Quartals. Insgesamt erhöhten sich die übrigen Verbindlichkeiten um 177,0 Mio. € auf 1,08 Mrd. € (2009: 899,7 Mio. €). Die in diesen enthaltenen Anzahlungen sind für diesen Anstieg verantwortlich. Sie stiegen um 171,7 Mio. € auf 1,05 Mrd. € (2009: 873,9 Mio. €). Hier haben sich neu abgeschlossene Lieferverträge mit Kundenvorauszahlungen positiv ausgewirkt, die die Abschmelzung durch Lieferungen deutlich übertrafen.

Die Finanzlage der Wacker Chemie AG ist geprägt durch das sehr gute operative Geschäft des Jahres 2010, das zu einem hohen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit geführt hat. Er betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 981,1 Mio. € (2009: 840,9 Mio. €). Das Jahresergebnis belief sich auf 301,5 Mio. € (2009: 45,8 Mio. €). Es ist um nicht zahlungswirksame Effekte aus Abschreibungen und der Bildung bzw. Auflösung von Rückstellungen sowie sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen zu bereinigen. Insbesondere der Cash-Zufluss aus höheren erhaltenen Anzahlungen führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von 171,7 Mio. € (2009: 50,7 Mio. €). Gegenläufig verringerte ein höheres Net Working Capital den operativen Cashflow.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich von -661,4 Mio. € im Jahr 2009 auf -745,3 Mio. €. Enthalten sind hier Investitionen in Wertpapieren in Höhe von 249,6 Mio. €. Die Investitionstätigkeit in Sachanlagevermögen ging im Vergleich zum Vorjahr um 107,0 Mio. € zurück. Bereinigt um den Effekt aus Wertpapieren ergibt sich ein Cash-Abfluss aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 495,7 Mio. €.

Der Netto-Cashflow, also der Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus langfristiger Investitionstätigkeit, betrug 485,4 Mio. € (2009: 179,5 Mio. €). Er lag 305,9 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Investitionen wurden damit komplett über den operativen Cashflow finanziert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war im Berichtsjahr mit 114,1 Mio. € (2009: -334,7 Mio. €) positiv. Zahlungswirksam wurde unter anderem die Dividende für das Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 59,6 Mio. €. Im Rahmen des Cash-Managements werden die Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften genutzt, um den Finanzbedarf anderer Konzerngesellschaften zu decken. Dieser zentrale Finanzausgleich, der über konzerninterne Finanzkonten verrechnet wird, verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierungen. Konzerninterne Finanzierungen führten im Saldo zu einem Mittelzufluss bei der Wacker Chemie AG.

Die Liquidität – definiert als Saldo der Wertpapiere des Umlaufvermögens und des Kassen- und Bankguthabens – veränderte sich von 113,6 Mio. € am Jahresanfang 2010 auf 728,3 Mio. € zum Geschäftsjahresende. Darin enthalten sind 80,8 Mio. € aus der Verschmelzung der Wacker Polysilicon GmbH & Co. KG, Nünchritz. Die Nettofinanzforderungen als Saldo von Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten beliefen sich zum Ende des Jahres 2010 auf 112,5 Mio. €.

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie der WACKER-Konzern. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt.

Ausblick

Die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG für die kommenden zwei Jahre ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2011, dass der Umsatz der Wacker Chemie AG steigen wird. Auch für das Jahr 2012 gehen wir von einem weiteren Umsatzanstieg aus, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen so positiv entwickeln wie prognostiziert. Beim Jahresüberschuss gehen wir davon aus, dass er in den Jahren 2011 und 2012 auch weiterhin deutlich positiv sein wird.

Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. www.wacker.com

4 Zusammengefasster Lagebericht Prognosebericht

Prognosebericht

Aufschwung der Weltwirtschaft setzt sich im Jahr 2011 fort

Der Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich im Jahr 2011 aller Voraussicht nach fortsetzen, aber mit geringeren Wachstumsraten als im Vorjahr. Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2011, dass der Umsatz steigen wird. Auch für das Jahr 2012 gehen wir von einem weiteren Umsatzanstieg aus. Die größten Belastungen im operativen Geschäft sehen wir in den unserer Ansicht nach weiter steigenden Energie- und Rohstoffkosten.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2011 um 4,4 Prozent wachsen wird. Für das Jahr 2012 erwartet der IWF ein Wachstum von 4,5 Prozent. Die Schwellenländer werden dabei schneller zulegen als die Industriestaaten. Die steigenden Bruttoanlageinvestitionen sind ein Faktor für die positive wirtschaftliche Entwicklung. Die hohe Verschuldung einzelner Länder und die damit verbundenen Haushaltskonsolidierungen können die Konjunktur bremsen.

US-Wirtschaft wächst 2011 langsamer

Das Wirtschaftswachstum in den USA wird im Jahr 2011 voraussichtlich nicht so stark sein wie im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent. Die hohe Arbeitslosigkeit wirkt sich weiterhin negativ auf den privaten Konsum aus. Für das Jahr 2012 rechnet die OECD mit einer stärkeren Zunahme des Bruttoinlandsprodukts. Dann erwartet sie einen Anstieg um 3,1 Prozent.

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Asien bleibt ein Wachstumsmotor

Asien wird auch in den kommenden zwei Jahren prozentual deutlich stärker wachsen als der Rest der Welt. Der IWF prognostiziert für das Jahr 2011 ein Wachstum von 8,4 Prozent. Vor allem die beiden großen Volkswirtschaften China und Indien werden weiter zulegen. Für Indien erwartet die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) im Jahr 2011 einen Anstieg von 8,7 Prozent. In China wird die Zunahme auf Grund der restriktiveren Geld- und Finanzpolitik etwas unter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres bleiben. Die ADB schätzt das Wachstum auf 9,1 Prozent. Im Jahr 2012 soll das Wachstum nach Schätzungen des IWF 9,5 Prozent betragen. Japans Wirtschaft wird im Jahr 2011 um 1,7 Prozent und im Jahr 2012 um 1,3 Prozent zulegen.

Wachstumstempo in Europa im Jahr 2011 unverändert

Europa wird nach Ansicht der OECD 2011 so stark wachsen wie im Jahr zuvor. Das Wachstum soll bei 1,7 Prozent liegen. Für das Jahr 2012 rechnet die OECD mit einer Zunahme um 2,0 Prozent. Kräftiger zulegen wird die deutsche Wirtschaft. Für sie sagt die OECD im Jahr 2011 einen Zuwachs von 2,5 Prozent voraus. Damit erreicht Deutschland im Jahr 2011 bei der Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau. Auf Grund der sinkenden Arbeitslosenzahlen wird der private Konsum das Wachstum stützen. Im Jahr 2012 soll das Bruttoinlandsprodukt um 2,0 Prozent steigen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlich positive Entwicklung in den für uns bedeutenden Branchen wird aus unserer Sicht im Jahr 2011 anhalten.

Nachfrage nach Halbleiterwafern steigt auch im Jahr 2011

Halbleitermarkt soll wachsen

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Gartner wird der Markt für Halbleiter im Jahr 2011 wachsen. Der weltweite Absatz von Siliciumwafern nach verkaufter Fläche steigt gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Prozent auf rund 65.200 Mio. cm2. Bei den Scheibendurchmessern werden 300 mm Wafer stärker zulegen als kleine und mittlere Scheiben. Wir gehen ebenfalls davon aus, dass sich vor allem die Nachfrage nach 300 mm Wafern erhöhen wird. Für das Jahr 2012 prognostiziert Gartner einen weiteren Anstieg um mehr als sieben Prozent.

Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

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Branchen Entwicklung 2010 Entwicklung 2011/2012
Bauindustrie Leichter Rückgang Wachstum vor allem in Asien
Photovoltaikindustrie Deutliches Wachstum Weiteres Wachstum, aber zyklisch
Halbleiterindustrie Deutliche Erholung Wachstum bei 300 mm Wafern,

aber weiter stark zyklischer Markt
Energie/Elektro Deutliche Erholung Wachstum
Chemieindustrie Deutliche Erholung Moderates Wachstum

Photovoltaikmarkt setzt Wachstum fort

Die EOIA (European Photovoltaic Industry Association) geht davon aus, dass der Markt für Photovoltaik in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Die neu installierte Photovoltaikleistung (PV) wird im Jahr 2011 das hohe Niveau des Jahres 2010 wieder erreichen und bei 15,4 Gigawatt (GW) liegen. Auf dem deutschen Markt kommt es allerdings im Jahr 2011 zu einem Rückgang der neu installierten Leistung. Das liegt in erster Linie daran, dass die Tarife für die Einspeisevergütung zum 1. Januar 2011 um 13 Prozent gesenkt wurden. Weitere Kürzungen könnten im Laufe des Jahres folgen. Auch in Italien, dem zweiten wichtigen Markt in Europa, sollen die Subventionen im Jahr 2011 – um insgesamt 18 Prozent – gekürzt werden. Zuwächse erwartet die EPIA im Jahr 2011 vor allem in den USA, in China und im Rest der Welt. Im Jahr 2012 soll sich die neu installierte PV-Leistung auf 19 GW erhöhen. Der Kapazitätsausbau der Polysiliciumhersteller geht weiter. WACKER wie auch andere Hersteller haben einige Projekte verabschiedet, die in den nächsten Jahren zu einem Anstieg der weltweiten Polysiliciumproduktion führen. Die Polysiliciumproduktion wird im Jahr 2011 voraussichtlich auf über 200.000 Tonnen steigen. WACKER konnte für das Jahr 2011 seine gesamte Jahresproduktion bereits an verschiedene Kunden verkaufen. Auch die Jahresproduktion für das Jahr 2012 ist zum größten Teil vertraglich vergeben.

Neu installierte PV-Leistungen 2011 und 2012

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Neu installierte

PV-Leistung (MW)
CAGR1

11 – 12
2011 2012 %
--- --- --- ---
Deutschland 4.000 4.000
Italien 1.250 1.500 20
Spanien 750 820 9
Übriges Europa 2.405 3.370 40
USA 2.000 3.000 50
Japan 1.800 2.000 11
Asien 1.500 1.950 30
Übrige Welt 1.700 2.450 44
Gesamt 15.405 19.090 24

Quellen: European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Global Market Outlook for Photovoltaics until 2014, May 2010

1 CAGR: Compound annual growth rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

Chemische Industrie wächst langsamer

Die chemische Industrie wird im Jahr 2011 Produktion und Umsatz steigern. Nach der rasanten Aufholjagd im Jahr 2010 wird der Produktionszuwachs bei 2,5 Prozent liegen und das Umsatzwachstum bei 4,0 Prozent. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) geht davon aus, dass sich die Erzeugerpreise um 1,5 Prozent erhöhen. Besondere Chancen sieht der VCI für die chemische Industrie vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Die Summe der Exporte für diese Länder liegt bei unter acht Prozent, entwickelt sich aber weiter dynamisch. WACKER hat sich in den vergangenen Jahren auf diese Entwicklung eingestellt und sein weltweites Produktions- und Vertriebsnetz ausgebaut. In den nächsten beiden Jahren erwarten wir vor allem in Brasilien, China und Indien auf Grund des weiter steigenden Lebensstandards Zuwächse.

Bauindustrie hat Talsohle durchschritten

Bauindustrie vor positiver Trendwende

Die Bauindustrie hat nach Ansicht des Marktforschungsinstituts Global Insight im Jahr 2010 ihren Tiefpunkt erreicht und wird im Jahr 2011 wieder leicht wachsen. Im Jahr 2012 soll sich das Wachstum fortsetzen. Getragen wird das Wachstum vor allem durch Asien und durch die Erholung des amerikanischen Baumarktes. Westeuropa bleibt in der Entwicklung deutlich zurück. WACKER sieht sich mit seinem Produktportfolio für die Bauindustrie für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Bis zum Jahr 2025 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Megastädten wohnen. Das stellt neue Anforderungen an die Themen Bauen und Wohnen sowie an die Infrastruktur. Von der Minderung von CO2-Emissionen und den damit verbundenen neuen Anforderungen an Materialien für energieeffizientes Bauen werden wir mit unseren Produkten und Lösungen profitieren. Vor allem bei Wärmeschutzsystemen sehen wir weiteres Wachstumspotenzial.

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Elektro- und Elektronikindustrie legt weiter zu

Die Elektro- und Elektronikindustrie legt auch im Jahr 2011 weltweit zu. Nach Schätzungen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZWEI) wird das Marktvolumen um sechs Prozent auf über 2,8 Billionen € steigen. Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden mit acht Prozent eine höhere Wachstumsdynamik erreichen. In den Industrieländern dürfte das Wachstum vier Prozent betragen. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES sieht für Produkte in der Automobilelektronik und in der Energieerzeugung Potenzial für steigende Umsätze.

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Jahren

WACKER hält an der grundsätzlichen Geschäftsstrategie in den kommenden zwei Jahren fest. Vor der Wirtschaftskrise haben wir mit unserer Wachstumsstrategie kontinuierlich Umsatz und Ergebnis steigern können. In der Krise hat sie sich bewährt und dazu beigetragen, dass WACKER gut aus der Krise wieder herausgekommen ist. Die drei Hebel unserer Strategie – Expansion in aufstrebende Märkte und Regionen, Substitution durch WACKER-Produkte und Innovationen – versetzen uns in die Lage, weiter zu wachsen.

WACKER wird noch internationaler

In den kommenden zwei Jahren werden wir die internationale Ausrichtung des Unternehmens fortsetzen. Die Entscheidung, erstmals außerhalb Deutschlands einen Standort für die Polysiliciumproduktion zu errichten, ist ein Beleg dafür. Neben dem Ausbau unseres Vertriebsnetzes und unserer Anwendungstechnik wird auch die Produktion weiter internationalisiert. WACKER will damit die lokalen Chancen in einigen wichtigen Wachstumsmärkten nutzen, genauso wie günstige Faktorkosten an den lokalen Standorten.

Nachdem WACKER sich im vergangenen Jahr mit dem Erwerb der Siliciummetallproduktion in Holla rückwärts integriert hat, bleibt die Absicherung beim Siliciummetall ein wichtiges Thema.

Zentralbereich Werkleitung in Burghausen mit neuer Struktur

Mit mehr als 900 Mitarbeitern ist die Werkleitung Burghausen der größte Zentralbereich von WACKER. Der Standort ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und nimmt außerdem Fach- und Konzernfunktionen für das gesamte Unternehmen wahr. Aus diesem Grund haben wir den Zentralbereich Werkleitung zum 1. Januar 2011 neu aufgestellt.

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Neue Abteilung für Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut

Unsere verschiedenen Nachhaltigkeitsaktivitäten fassen wir zum 1. Januar 2011 zusammen, um auf diesem wichtigen Gebiet noch effizienter und besser zu werden. Die neu gebildete Abteilung Corporate Sustainability übernimmt das Nachhaltigkeitsmanagement für den gesamten Konzern.

Mit der Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 wird WACKER mit Nünchritz einen zweiten Mehrbereichsverbundstandort neben Burghausen haben. Damit erhält Nünchritz mit Wirkung zum 1. Januar 2011 einen neuen Zentralbereich Werkleitung Nünchritz. Weitere wesentliche Änderungen in der Geschäftspolitik und der organisatorischen Ausrichtung sind aus heutiger Sicht nicht vorgesehen.

Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns

Für das Jahr 2011 erwarten wir, dass die Weltwirtschaft weiter wächst, allerdings nicht mehr mit der Dynamik und dem Tempo aus dem Vorjahr. Die Wachstumsimpulse kommen in erster Linie aus den so genannten BRIC-Staaten und anderen Schwellenländern.

WACKER investiert mehr

Investitionen steigen weiter an

Das Rekordergebnis, das WACKER im Jahr 2010 erzielt hat, bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens im Jahr 2011. Trotz hoher Investitionen haben wir im vergangenen Jahr einen Zufluss von mehr als 400 Mio. € im Netto-Cashflow verzeichnen können. Unsere anhaltend gute Finanzsituation erlaubt es uns, vor allem unsere Produktionskapazitäten für Polysilicium deutlich auszubauen. Das heißt: Die Investitionen von WACKER werden in den kommenden zwei Jahren deutlich steigen. Mit dem Aufbau des Polysiliciumstandortes im US-Bundesstaat Tennessee werden wir im Jahr 2011 beginnen. Die Suche und Qualifizierung neuer Lieferanten und Logistikdienstleister sowie der Vor-Ort-Aufbau eines Projektteams sind dabei die größten Herausforderungen.

Mit dem Anfahren der Produktion der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz, die im Jahr 2012 ihre volle Produktionsleistung erreichen wird, steigt unsere Gesamtkapazität von 30.500 Jahrestonnen auf eine Jahresleistung von mehr als 40.000 Tonnen im Jahr 2012. Damit partizipiert WACKER am weiteren Wachstum der Photovoltaikindustrie.

Insgesamt liegt damit der Schwerpunkt unserer Investitionen in den nächsten zwei Jahren auf dem Ausbau unserer Polysiliciumproduktion und führt zu steigenden Ausgaben. Im Jahr 2011 belaufen sich die Investitionen auf etwa 900 Mio. €. Im Jahr 2012 erhöhen sie sich auf mehr als eine Mrd. €. Damit werden die Investitionen in den nächsten beiden Jahren auf das Doppelte der Abschreibungen steigen.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

WACKER entwickelt eine ganze Reihe neuer Produkte und Produktspezifikationen für verschiedene Märkte. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS vermarktet im Jahr 2011 ein Polymerblend unter dem Namen VINNEX®. Es wird gemischt mit Mehl oder Stärke und zu Granulat verarbeitet, das biologisch abbaubar ist. Einsatzgebiet ist beispielsweise der Garten- und Pflanzenbau. Für das Gesundheitswesen bietet der Geschäftsbereich WACKER SILICONES künftig mehr Produkte für medizinische Anwendungen an, wie Infusionsbestecke oder Tuben aus Elastomeren.

Forschung und Entwicklung

Strategische Schlüsselprojekte werden in den nächsten zwei Jahren noch stärker in den Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit rücken. WACKER plant im Jahr 2011 knapp 25 Prozent des F&E-Budgets für diese Projekte aufzuwenden. Insgesamt soll das F&E-Budget im Jahr 2011 leicht über dem Vorjahr liegen.

Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind nach wie vor die Zukunftsfelder Biotechnologie, Energie, Katalyse und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das Thema Energiespeicherung.

Produktion

WACKER wird in den nächsten zwei Jahren neue Produktionskapazitäten in Betrieb nehmen. Die wichtigste Inbetriebnahme ist dabei die so genannte Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz mit einer Nennkapazität von 10.000 Tonnen. Das Anfahren der Produktion soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Die Produktionskapazitäten unseres Gemeinschaftsunternehmens Siltronic Samsung Wafer in Singapur werden voraussichtlich im Jahr 2011 weiter ausgebaut.

Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2011

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Standort Projekt Inbetriebnahme
Nünchritz Poly-Ausbaustufe 9 2011
Zhangjiagang HDK®-Anlage 2 China 2011
Zhangjiagang Erweiterung Silicondichtstoffe 2011
Nanjing Merchant Dispersions 2011
Burghausen Erweiterung Epitaxie-Kapazität 300 mm 2011

Produktionsstandort Kempten wird im Jahr 2011 geschlossen

Der Produktionsstandort Kempten wird, wie im vergangenen Jahr bekanntgegeben, im Jahr 2011 geschlossen. Die Produktionsvolumina von Kempten werden künftig auf die bestehenden Großanlagen in Burghausen und Nünchritz übertragen. Beenden wird WACKER im Jahr 2012 die Eigenproduktion von Essigsäure, da wir die benötigten Mengen bei vergleichbarer Liefersicherheit kostengünstiger einkaufen können.

Das Programm „Wacker Operating System" (WOS) weiten wir auf die gesamte Kette der Herstellungskosten aus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei unseren WOS-Projekten darauf, wie wir unsere Energie- und Rohstoffeffizienz verbessern können, da diese beiden Themen einen großen Anteil an unseren Herstellungskosten haben.

Den Aufbau regionaler Planungsteams, die eng mit der Ingenieurtechnik in Deutschland zusammenarbeiten, werden wir in China und den USA fortsetzen. Ziel ist es, die Ingenieurkompetenz international zu erhöhen und die Engineeringprozesse über Regionen hinweg zu standardisieren und zu optimieren.

Die Instandhaltungskosten werden im Geschäftsjahr 2011 auf Grund erheblicher Anlagenzugänge steigen.

Einkauf und Logistik

Die positive Wirtschaftsentwicklung wird sich im Jahr 2011 auf die Energie- und Rohstoffpreise niederschlagen. Deutlich höhere Preise sehen wir beim Strom im Inland, die vor allem aus der Abgabe für die Einspeisevergütung der erneuerbaren Energien resultieren. Den deutlichen Preisanstieg für Silicium werden wir nicht mehr vollständig durch die Konditionen aus Langfristkontrakten kompensieren können. Wir erwarten hier höhere Preise beim externen Zukauf. Für den Gaspreis sowie für petrochemische Rohstoffe rechnen wir mit moderaten Preissteigerungen. Die benötigten Mengen für Silicium, unseren wichtigsten Rohstoff, sind für das Jahr 2011 im Wesentlichen gesichert. Auch der Bedarf an Ethylen, Methanol und VAM sowie für Gas ist vertraglich gedeckt. Strom ist zu einem wesentlichen Teil unter Vertrag.

Bei den Verhandlungen für neue Verträge streben wir an, weniger klassisch fixierte Jahresverträge mit starren Preisen zu verhandeln. Der Fokus liegt darauf, Preise zu erzielen, die Markt- und Kostenentwicklungen berücksichtigen, um so der Volatilität auf den Rohstoffmärkten besser begegnen zu können. Abgeschlossen werden im Jahr 2011 die Energie- und Strombeschaffung für die Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz und der Stromvertrag für unsere zu errichtende Polysiliciumproduktion in Tennessee. Für den neuen Standort Holla in Norwegen sind der Kohle- und Quarzbedarf vertraglich fixiert. Der Strombedarf wird ebenfalls langfristig gesichert. Weiter verfolgen werden wir das Erschließen neuer Rohstofflieferanten bzw. -quellen für Silicium.

Eine der wichtigsten Aufgaben für den Technischen Einkauf ist die Qualifikation und das Einbinden neuer US-Lieferanten für den Bau des Polysiliciumstandorts in Tennessee. Um die Beschaffungsprozesse und das Lieferantenmanagement noch besser abwickeln zu können, wird im Jahr 2011 die neue Version von SAP-SRM (Supplier Relationship Management) eingeführt. Der Aufbau von Warenklassenteams in China und den USA wird einschließlich der dazugehörigen Vernetzung fortgesetzt. Die Themen Lieferantenqualifizierung und -bewertung sowie Beschaffungsfreigaben werden wir weiter standardisieren.

Die wichtigste Aufgabe im Bereich Logistik in den nächsten zwei Jahren ist, die Versorgungs- und Distributionslogistik für unsere Polysiliciumprojekte sicherzustellen. Außerdem erarbeiten wir für die Standorte Nünchritz, Nanjing und Zhangjiagang Logistik-Masterpläne für den An- und Abtransport, für das Lager und die Versorgungslogistik, um steigende Absatzmengen unserer Produkte besser abwickeln zu können. In Burghausen gehen die Planungen für eine Speditionspforte weiter, die gleichzeitig mit dem öffentlichen Umschlagterminal in Betrieb gehen soll.

Vertrieb und Marketing

Neues Kunden- und Marktinformationssystem wird im Jahr 2011 eingeführt

Die intensive Kunden- und Marktarbeit werden wir in den nächsten beiden Jahren vorantreiben. Ein wichtiges Instrument ist dabei das neue Customer-Relationship-Management-System, kurz CRM, das wir im Jahr 2011 einführen. Kunden- und Marktinformationen werden damit effizient gebündelt. Die Softwarelösung wird dann für 1.500 WACKER-Mitarbeiter weltweit die Dokumentation, Analyse und Berichterstattung kundenrelevanter Informationen und Prozesse erleichtern. Die Vorteile für unsere Kunden: Mit der Standardisierung der Informationsprozesse können wir schneller auf die Kundenanforderungen reagieren und verbessern den Kundenservice.

Das Distributionsnetz in Afrika wollen wir im Jahr 2011 ausbauen. Bisher sind wir nur in Nord- und Südafrika vertreten. Die eingeschränkte Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent wollen wir beseitigen und unsere Produkte in weiteren Ländern vertreiben.

Mitarbeiter

Zahl der Mitarbeiter steigt deutlich

Die Zahl der Mitarbeiter wird sich im Jahr 2011 deutlich erhöhen und auf über 17.000 Beschäftigte zunehmen. Die Personalkosten werden entsprechend steigen. Die Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz, der Bau des Polysiliciumstandorts im US-Bundesstaat Tennessee und ein Anstieg des technischen Aufwands führen zu einem stärkeren Personalaufbau. Weiter wachsen wird in den nächsten zwei Jahren entsprechend der Marktentwicklung auch die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER Greater China. Die Zahl der Ausbildungsplätze halten wir auf konstant hohem Niveau. Das Thema „Nachwuchs für WACKER gewinnen" nimmt nach wie vor einen hohen Stellenwert ein.

Da in den nächsten Jahren eine Reihe neuer Herausforderungen auf uns zukommen, haben wir unsere Personalarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr auf den Prüfstand gestellt. Zum 1. Januar 2011 haben wir den Zentralbereich Personal/Soziales organisatorisch und inhaltlich neu ausgerichtet. Die neue Organisation beruht auf zwei Säulen. Säule eins ist die Personalbetreuung der Geschäfts- und Zentralbereiche. Die zweite Säule konzentriert sich auf die strategische Personalarbeit. Darunter fallen Themen wie Personalmarketing und -entwicklung, Vergütungssysteme oder neue Ansätze in der Personalarbeit. Diese Aufgaben werden nun über den Konzern gebündelt. Sie schließen auch die Siltronic ein, die diese Themen bisher in ihrer eigenen Organisation bearbeitet hat.

Nachhaltigkeit

Im Jahr 2011 veröffentlicht WACKER den neuen Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2009 / 2010.

Die Produktionsstandorte Holla, Norwegen, und Jincheon, Südkorea, werden in das Konzernmanagementsystem integriert. Um alle Standorte nach der Norm OHSAS für den Arbeitsschutz zu zertifizieren, werden wir im Jahr 2011 die individuellen Anforderungen aller Standorte ermitteln. Bis 2016 wollen wir ein konzernweites OHSAS-Zertifikat erhalten.

Der Primärenergieverbrauch im Jahr 2011 wird durch die eigene Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla steigen. Wir gehen außerdem davon aus, dass sich unser Strombedarf durch den Produktionsstandort Holla und die Inbetriebnahme der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz erhöhen wird.

Beim Arbeitsschutz wollen wir die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Mio. Arbeitsstunden gegenüber 2010 um etwa die Hälfte auf 2,0 im Jahr 2015 verringern. Das Thema REACH wird uns über die nächsten acht Jahre beschäftigen. Bis Juni 2013 werden wir mehr als 60 Dossiers für Stoffe mit 100 bis 1.000 Jahrestonnen bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA einreichen.

Chart

WACKER beteiligt sich am Tag der offenen Tür der chemischen Industrie am 24. September 2011

WACKER wird sich am Tag der offenen Tür des Verbands der Chemischen Industrie beteiligen. Wir werden am 24. September 2011 unsere Standorte Burghausen, Nünchritz, Freiberg und Köln zum Besuch für die Bevölkerung öffnen.

Erwartete Ertragslage

Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Energie- und Rohstoffkosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2011 planen wir mit einem Wechselkurs des Euros zum US-Dollar von 1,40.

Konzernumsatz steigt 2011 weiter an

Für das Geschäftsjahr 2011 gehen wir davon aus, dass der Umsatz erstmals über fünf Mrd. € steigen wird. Alle fünf Geschäftsbereiche werden dabei im Umsatz wachsen. In erster Linie dafür verantwortlich sind höhere Absatzmengen. Das Umsatzwachstum wird sich im Jahr 2012 fortsetzen, vorausgesetzt der konjunkturelle Aufschwung hält weiter an.

Ausblick 2011

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Mio. €) 2011 2010
Umsatz > 5.000 4.748,4
EBITDA Auf dem hohen

Niveau des Vorjahres
1.194,5
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) Rund 900 695,1

Beim EBITDA gehen wir davon aus, dass es das hohe Niveau des Vorjahres erreichen wird. In den Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und Siltronic erwarten wir einen Anstieg des EBITDAs. In den drei Geschäftsbereichen der Chemie wird das EBITDA auf Grund der höheren Energie- und Rohstoffkosten, die wir durch Preiserhöhungen nicht vollständig kompensieren können, unter dem Vorjahr liegen. Beim Konzernjahresüberschuss erwarten wir, wie im Jahr 2010, ein hohes positives Ergebnis.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Absatz von Siliconprodukten soll vor allem in den Schwellenländern zulegen

Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bleibt 2011 auf Wachstumskurs. Der Wohlstandszuwachs in den Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien führt zu einem höheren Pro-Kopf-Verbrauch von Siliconprodukten. Zudem beschleunigt der steigende Qualitätsanspruch die Substitution von einfachen zu höherwertigen Produkten, in denen Silicone zum Einsatz kommen. Auf der Ergebnisseite machen sich die erwarteten höheren Rohstoffkosten bemerkbar, vor allem für Methanol und Siliciummetall. Unsere eigene Siliciummetallproduktion in Holla sowie geplante Preiserhöhungen wirken dem Anstieg der Rohstoffkosten entgegen, können sie aber nicht vollständig kompensieren.

Gute Perspektiven für das Jahr 2011 sehen wir für den Geschäftsbereich WACKER POLYMERS. Der Umsatz wird nach unserer Einschätzung weiter steigen. Bei VAE-Dispersionen wird das Wachstum durch das steigende Umweltbewusstsein getrieben, bei Dispersionspulvern durch die Urbanisierung und den Aufbau der Infrastruktur in den Schwellenländern. Die Rohstoffkosten werden sich auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erhöhen. Der Anstieg ist abhängig von der weiteren Entwicklung des Ölpreises. Unseren Produktionsstandort Nanjing in China werden wir weiter hochfahren.

Von einem leichten Umsatzanstieg im Jahr 2011 gehen wir auch im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS aus. Die führende Marktposition im Geschäft Kaugummirohmasse wollen wir ausbauen und am überproportionalen Wachstum in Asien teilhaben. Im Bereich Food, Life Science und Biopharmazeutika sehen wir attraktive Chancen für unser Geschäft in den kommenden Jahren.

Eine gute Ausgangsposition für das Geschäftsjahr 2011 besitzt der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Die geplanten Produktionsmengen für die Jahre 2011 bis 2014 sind bereits verkauft. Da das Hochfahren der Ausbaustufe Poly 9 in Nünchritz planmäßig erst gegen Ende des zweiten Halbjahres 2011 beginnt, wird das Mengenwachstum nicht so hoch sein wie im Vorjahr. Größere Mengenzuwächse kommen erst im Jahr 2012.

Für das Jahr 2011 erwarten wir, dass der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON von allen Geschäftsbereichen am stärksten wachsen wird. Auf der Ergebnisseite haben wir deutliche Anlaufkosten für das Hochfahren der Polysiliciumproduktion an einem neuen Standort in Nünchritz zu verkraften. Dem wirken Produktivitätsfortschritte und Skaleneffekte aus dem Mengenanstieg entgegen.

Der Markt für Halbleiter wird weiter wachsen. Bild- und Videoanwendungen erfordern leistungsstärkere Prozessoren und Speicher. In erster Linie konzentriert sich das Wachstum auf 300 mm Wafer. Das wird sich positiv auf die Kapazitätsauslastung im 300 mm Bereich der Siltronic auswirken. Die kleinen und mittleren Scheibendurchmesser bleiben auf einem stabilen Nachfrageniveau. Wir gehen davon aus, dass der Umsatz der Siltronic im Jahr 2011 leicht steigen wird. Das Ergebnis sollte sich stärker verbessern.

Erwartete Finanz- und Liquiditätslage

Positiver Netto-Cashflow im Jahr 2011 erwartet

WACKER geht mit einer hohen Netto-Cash-Position in das Jahr 2011. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir eine Vielzahl von Lieferverträgen für Polysilicium abgeschlossen und dafür eine Reihe von Anzahlungen erhalten. In diesem Jahr wird der Eingang von Anzahlungen voraussichtlich ebenfalls die Rückflüsse von Kundenlieferungen übertreffen. Die Summe der erhaltenen Anzahlungen wird sich nochmals erhöhen. Trotz unserer steigenden Investitionen gehen wir auch im Jahr 2011 von einem positiven Netto-Cashflow aus. Die Eigenkapitalquote wird weiter steigen.

Künftige Dividende

Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, mindestens 25 Prozent des Jahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.

Finanzierung

Unsere konservative Finanzpolitik werden wir im Jahr 2011 beibehalten. Die Weichen für die mittelfristige Finanzierung des Unternehmens haben wir bereits in den vergangenen Jahren gestellt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 verfügt WACKER über genutzte und ungenutzte Kreditlinien von 1,2 Mrd. €. Erst im Jahr 2013 endet die Laufzeit von zwei größeren Kreditlinien.

Chancenbericht

Chancenmanagementsystem

Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle – wie WACKER Chancen wahrnimmt – erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung).

Chart

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung – wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften – werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chance-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Gesamtwirtschaftliche Wachstumschancen

WACKER ist konsequent darauf ausgerichtet, junge Märkte und Absatzregionen mit entsprechenden WACKER-Produkten zu bedienen und die Position in den etablierten Märkten wie Europa und den USA weiter zu behaupten. Zu den Märkten mit dem größten Wachstumspotenzial zählen wir Brasilien, China, Indien und Russland. In diesen Märkten sehen wir die größten gesamtwirtschaftlichen Chancen. Durch die Globalisierung wird das Wachstum mit unseren Produkten stärker sein als das Weltwirtschaftswachstum. Besonders in China haben wir uns vertriebs-, service- und produktionstechnisch sehr gut aufgestellt. Aber auch in Brasilien und Indien sind unsere Umsätze im Geschäftsjahr 2010 deutlich gestiegen. Über die nächsten Jahre wollen wir in diesen Märkten überproportional wachsen.

Übersicht Unternehmenschancen

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Gesamtwirtschaftliche Chancen Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern
Branchenspezifische Chancen Gutes Produktportfolio für die Megatrends Energie, Wohlstandszuwachs, Urbanisierung und Digitalisierung
Unternehmensstrategische Chancen Ausbau unserer Produktionskapazitäten



Neuausrichtung des Geschäftsbereichs WACKER BIOSOLUTIONS



Neue hochqualitative Produkte durch Innovationen
Leistungswirtschaftliche Chancen Höhere Produktivität der Anlagen



Schnellere Inbetriebnahme der Polysiliciumanlagen



Ausbau der Vertriebsorganisation und Aufbau technischer Kompetenzzentren



Regionenspezifische Produktentwicklung durch geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern

Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen.

Zukunftsthema Energie bietet Wachstumschancen

An erster Stelle steht dabei das Zukunftsthema Energie und hier vor allem die Photovoltaikindustrie. In immer stärkerem Maße werden regenerative Energiequellen in vielen Ländern der Welt genutzt. Solarstrom wird zunehmend wettbewerbsfähiger. Das wird die Nachfrage nach Solaranlagen weiter erhöhen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wird als Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium und als Kosten- und Qualitätsführer davon profitieren.

Mit WACKER-Produkten lässt sich aber auch Energie sparen. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS verfügt über innovative Produkte beispielsweise beim Wärmedämmschutz von Gebäuden. Die chinesische Regierung hat das Thema Energiesparen als eines der wichtigsten Umweltschutzziele für die nächsten Jahre proklamiert. WACKER kann mit seinen Produkten einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Markt für Siliconprodukte wird weiter steigen

Der zunehmende Wohlstand in der Wachstumsregion Asien und in den Schwellenländern anderer Regionen der Welt führt dazu, dass die Nachfrage nach höherwertigen Produkten steigt, in denen Silicone zum Einsatz kommen. Der Markt für Siliconprodukte soll bis zum Jahr 2014 auf 11,1 Mrd. € steigen. Das ist ein durchschnittliches Wachstum von sechs Prozent pro Jahr. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES kann fast allen Branchen Produkte und Lösungen anbieten, die diesen Wohlstandszuwachs begleiten, die Urbanisierung und den Aufbau der Infrastruktur voranbringen und den Umweltschutz fördern.

Die digitale Informationsverarbeitung und -speicherung schreitet immer weiter voran. WACKER profitiert als Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie davon. Getrieben wird der größer werdende Siliciumbedarf durch Produkte für die Unterhaltungselektronik und durch das Mengenwachstum in Asien. Der Anteil der 300 mm Wafer wird dabei weiter zunehmen. WACKER besitzt mit dem geplanten Ausbau in unserem Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer in Singapur im Jahr 2011 über genügend Kapazitäten, an diesem Wachstum teilzuhaben.

Unternehmensstrategische Chancen

In erster Linie bieten sich WACKER Chancen durch den Ausbau der Produktionskapazitäten. Mit der Entscheidung, einen integrierten Produktionsstandort für Polysilicium im US-Bundesstaat Tennessee zu errichten, werden wir vom weiteren Wachstum des Photovoltaikmarkts profitieren. Weitere Chancen ergeben sich durch die Entwicklung hochqualitativer Produkte.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Mit dem Programm „Wacker Operating System" (WOS) arbeiten wir ständig daran, unsere Kosten, Prozesse und unsere Produktivität zu steigern. Das Ziel lautet dabei: jedes Jahr die Produktivität um zehn Prozent zu steigern. Oberstes Ziel ist es, die Kosten- und Qualitätsführerschaft von WACKER gegenüber den Wettbewerbern zu verteidigen. Wesentlichen Anteil, dieses Ziel zu erreichen, hat die eigene Ingenieurtechnik, die über ein hervorragendes Anlagen-Know-how verfügt.

In der Siliciummetallproduktion am neuen Standort Holla sehen wir gute Chancen, die Effizienz der Prozesse zu verbessern. Außerdem prüfen wir, ob wir die Produktionskapazität erhöhen können.

Konsequent baut WACKER seine Vertriebsorganisation aus sowie die technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY. Die noch stärkere Präsenz in den Märkten eröffnet uns Chancen, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

Gute Perspektiven für die Zukunft ergeben sich aus unserer geschlossenen Wertschöpfungskette für Dispersionen und Dispersionspulver. Mit unseren Produktionsstandorten in Europa, Amerika und Asien können wir Produkte auf lokale Anforderungen zuschneiden. WACKER ist das einzige Unternehmen, das weltweit bei VAE-Dispersionen und Dispersionspulvern auf diese geschlossene Wertschöpfungskette zurückgreifen kann.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung

Wir rechnen damit, dass sich der konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft in den Jahren 2011 und 2012 fortsetzen wird. Wir gehen allerdings nicht mehr von einem so dynamischen Anstieg der Nachfrage aus wie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010. Das größte Wachstum erwarten wir nach wie vor in Asien, insbesondere in China und Indien. Aber auch in Brasilien und im Nahen und Mittleren Osten gehen wir von einem Anstieg der Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen aus. So positiv der weitere konjunkturelle Aufschwung für unser Geschäft ist, er bringt auch einen Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten mit sich. Diesen Kostenschub zu kompensieren, ist eine der wesentlichen Herausforderungen. Für das Geschäftsjahr 2011 gehen wir davon aus, dass der Umsatz erstmals auf über fünf Mrd. € steigen wird und alle Geschäftsbereiche zu diesem Umsatzwachstum beitragen. Beim EBITDA erwarten wir, dass WACKER das hohe Niveau des Vorjahres erreichen wird. Im Jahr 2012 werden Umsatz und EBITDA weiter wachsen, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen so positiv entwickeln wie prognostiziert.

Liefermengen aus unserer Polysiliciumproduktion bis 2014 weitgehend unter Vertrag

Wie schon in den vergangenen Jahren dominiert der Ausbau unserer Polysiliciumkapazitäten unsere Investitionen. Sie werden in den kommenden zwei Jahren gegenüber dem Jahr 2010 nochmals deutlich ansteigen. Die große Zahl der Vertragsabschlüsse mit unseren Kunden über zukünftige Polysiliciumlieferungen zeigt, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Material zur Herstellung von polykristallinen Solarzellen und -modulen ungebrochen ist. WACKER hat seine Liefermengen aus der Polysiliciumproduktion bis 2014 weitgehend unter Vertrag. Darin enthalten sind bereits Mengen aus der im Bau befindlichen Anlage in Tennessee, die Ende 2013 ihren Betrieb aufnehmen soll.

Diese Einschätzung berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung bekannten Ereignisse, die die Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 und darüber hinaus beeinflussen könnten.

Vergütungsbericht für den Vorstand

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des testierten Konzernabschlusses.

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG ist das Aufsichtsratsplenum nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Das bis einschließlich des Geschäftsjahres 2009 geltende Vergütungssystem wurde vor dem Hintergrund des im August 2009 in Kraft getretenen VorstAG unter Hinzuziehung eines externen Vergütungsexperten einer Überprüfung unterzogen, um den gesetzlichen Anforderungen des VorstAG Rechnung zu tragen. Als Konsequenz aus dieser Analyse hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 17. März 2010 beschlossen, das Vergütungssystem des Vorstands anzupassen. Hierbei wurden die bisher bewährte Struktur sowie die Steuerungsgrößen grundsätzlich beibehalten, aber mit einem stärkeren Anreiz für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung kombiniert. Im Wesentlichen wurden folgende Änderungen vorgenommen:

i) Die variable Vergütung wurde auf eine mehrjährige Bemessungsgrundlage umgestellt.
ii) Die Vorstandsmitglieder werden verpflichtet einen Teil ihrer variablen Vergütung in Aktien der Wacker Chemie AG mit einer Sperrfrist von zwei Jahren zu investieren.
iii) Dem Aufsichtsrat wurde bei der Festsetzung der Vergütung ein größerer Ermessensspielraum zur Würdigung der Gesamtumstände in einem definierten Rahmen eingeräumt.
iv) Die bisher vereinbarte Mindesttantieme wurde abgeschafft.

Diese Änderungen wurden für alle Mitglieder des Vorstands der Wacker Chemie AG einvernehmlich rückwirkend ab dem 1. Januar 2010 vereinbart.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2010 hat WACKER zudem die gemäß VorstAG eingeführten Regelungen für einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für alle Mitglieder des Vorstands umgesetzt.

Im Geschäftsjahr 2010 setzt sich die Vergütung des Vorstands aus folgenden, wesentlichen Komponenten zusammen:

(I) Einem festen Jahresgehalt:

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt.

(II) Einem variablen, erfolgs- und leistungsbezogenen Bonus:

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele für den WACKER-Konzern im Hinblick auf die Kennzahlen Ergebnis nach Kapitaleinsatz, Cashflow und Zielrendite erreicht werden. Für die Bemessung des Bonus wird die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010 sowie die Gesamtzielerreichung der Geschäftsjahre 2009 und 2008 im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Der rechnerische Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum liegt bei 180 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Maximalbonus beträgt 220 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehaltes im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung nach billigem Ermessen in einem bestimmten Rahmen zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, in einem Wert von 15 Prozent ihres Bruttojahresbonus Aktien der Wacker Chemie AG zu erwerben. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren. Im ersten Jahr der Umstellung können bereits gehaltene Aktien für dieses verpflichtende Aktien-Investment eingebracht werden.

(III) Einem Beitrag zur Altersversorgung:

Die Mitglieder des Vorstands erwerben einen Anspruch auf Zahlung eines jährlichen Ruhegehaltes im Versorgungsfall, d.h. bei Erreichen des vereinbarten Ruhealters bzw. bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Vor Eintritt des Versorgungsfalles haben Herr Dr. Rudolf Staudigl, Herr Dr. Joachim Rauhut und Herr Dr. Wilhelm Sittenthaler grundsätzlich Anspruch auf ein jährliches vorzeitiges Ruhegehalt, wenn sie gegen ihren Willen aus dem Vorstand ausscheiden, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt oder wenn sie von sich aus ihre Tätigkeit auf Grund eines von der Gesellschaft zu vertretenden wichtigen Grundes beenden. Die Höhe des Ruhegehaltes – wie das feste Jahresgehalt erfolgsunabhängig – bemisst sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen festen Jahresgehaltes sowie nach der Dauer der Vorstandstätigkeit. Ein Prozentwert des Jahresgrundgehaltes wird als Sockelbetrag definiert und mit einem jährlichen, prozentualen Steigerungsbetrag pro Dienstjahr angepasst.

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D&O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend der Vorgaben des VorstAG.

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Vorstandsbezüge

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Feste

Vergütung1
Variable

Vergütung
Auflösung

Rückstellung

variable Vergü-

tung 2008
Alters-

versorgung 2
Insgesamt
Dr. Rudolf Staudigl
2010 800.709 1.305.000 602.117 2.707.826
2009 799.951 847.500 –366.544 592.506 1.873.413
Dr. Joachim Rauhut
2010 603.951 957.000 249.0203 1.809.971
2009 599.463 621.500 –297.000 196.900 1.120.863
Dr. Wilhelm Sittenthaler
2010 594.760 957.000 318.082 1.869.842
2009 596.853 621.500 –197.999 294.604 1.314.958
Auguste Willems
2010 598.451 957.000 341.949 1.897.400
2009 592.333 621.500 –151.250 234.172 1.296.755
Dr. Peter-Alexander Wacker
2010
2009 –158.625 –158.625
Insgesamt
2010 2.597.871 4.176.000 1.511.168 8.285.039
2009 2.588.600 2.712.000 –1.171.418 1.318.182 5.447.364

1 In der festen Vergütung ist auch die Nutzung eines Firmenfahrzeuges enthalten.

2 In der Altersversorgung ist neben dem Dienstzeitaufwand auch Zinsaufwand enthalten. Der Zinsaufwand beträgt 591.016 € (Vorjahr 608.592 €).

3 Der Beginn der Pensionsberechtigung wurde mit dem Ende der Laufzeit des Dienstvertrages synchronisiert.

Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen

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Insgesamt
2010 791.559
2009 791.510

Pensionsrückstellungen für Vorstandsmitglieder

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Insgesamt
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder
2010 17.433.247
2009 14.707.726
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
2010 19.179.121
2009 18.702.075

Vergütungsbericht für den Aufsichtsrat

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG ist in der Satzung der Wacker Chemie AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Jahresvergütung in Höhe von 25.000 €. Aufsichtsratsmitglieder, die während des laufenden Geschäftsjahres in den Aufsichtsrat eintreten oder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Zusätzlich zu der festen Vergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats nach Feststellung des Jahresabschlusses eine erfolgsabhängige Vergütung für das vorangegangene Geschäftsjahr, die sich nach der prozentualen Gesamtkapitalrendite* errechnet. Die erfolgsabhängige Vergütung kann zwischen null und 125 Prozent der festen Jahresvergütung betragen.

Die feste und die erfolgsabhängige Vergütung werden für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit dem Faktor 3, für seinen Stellvertreter und Ausschussvorsitzenden mit dem Faktor 2 und für Mitglieder von Ausschüssen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Dabei bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandates entsprechende Auslagen pauschal mit einer jährlichen Pauschale von 12.000 € ersetzt. Zudem wird die auf die Bezüge entfallende Umsatzsteuer ersetzt.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsbezüge

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Feste

Vergütung1
Variable

Vergütung
Insgesamt
2010 717.000 656.250 1.373.250
2009 717.000 717.000

1 In der festen Vergütung ist auch die Auslagepauschale enthalten.

* Definition der Gesamtkapitalrendite zu diesem Zweck: Verhältnis von Ergebnis vor Zinsen und Steuern zum eingesetzten Kapital gemäß IFRS-Konzernabschluss in Prozent, wobei das eingesetzte Kapital der Summe aus langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten abzüglich der Liquidität entspricht.

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 war noch nicht klar, wie die wirtschaftliche Entwicklung über das Jahr hinweg verlaufen würde. Nachdem in den ersten zwei Monaten noch eine gewisse Unsicherheit auf den Märkten herrschte, setzte eine sprunghafte und kräftige Erholung der Weltwirtschaft ein, die uns in ihrer Dynamik überrascht hat. Im Rückblick betrachtet hat es sich ausgezahlt, dass WACKER in der Wirtschaftskrise mit Augenmaß und Besonnenheit gehandelt hat. Die Maßnahmen, die WACKER ergriffen hat, um die Krise zu bewältigen, sind ohne nennenswerten Kapazitäts- und Personalabbau ausgekommen. Im Aufschwung haben wir davon profitiert, weil wir sehr schnell unsere Produktionsleistung hochfahren konnten. Die starke Erholung der Weltwirtschaft und das reibungslose Umschalten hin zur Auslastung der Kapazitäten haben dazu geführt, dass WACKER das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte eingefahren hat.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre hohe Leistungsfähigkeit, ihr exzellentes Know-how und ihr ausgeprägtes Engagement sind ein wesentlicher Erfolgsgarant. Für das, was sie im Geschäftsjahr 2010 geleistet haben, dankt ihnen der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG in besonderer Weise.

Wichtig dabei ist, dass WACKER die nach wie vor hohen Investitionen aus dem eigenen operativen Netto-Cashflow bezahlt hat. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der komfortablen Situation, dass es bei den Nettofinanzverbindlichkeiten einen Überschuss von 264,0 Mio. € ausweist und die Eigenkapitalquote gestiegen ist. All das unterstreicht die Finanzkraft des Unternehmens.

Bereits im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat zugestimmt, ein Grundstück im US-Bundesstaat Tennessee zu erwerben, um den Aufbau eines integrierten Polysiliciumstandorts in Amerika zu ermöglichen. Mit der Genehmigung, dieses Projekt umzusetzen, eröffnen sich für WACKER neue Perspektiven, den amerikanischen Markt zu bearbeiten. Amerika ist nach wie vor einer der größten Chemie- und Industriemärkte der Welt. Mit dem Aufbau eines integrierten Polysiliciumstandorts stoßen wir die Tür auf, dort später einen integrierten Verbundstandort zu etablieren. Mit der Produktion in Amerika lassen sich zudem Währungsschwankungen zwischen dem US-Dollar und dem Euro besser austarieren.

Mit diesem Investitionsprojekt schließt sich für WACKER der Kreis. Nachdem wir in den vergangenen Jahren vor allem im Wachstumsmarkt China eigene Produktionskapazitäten errichtet haben, erweitern wir jetzt die Wertschöpfungskette in Amerika und vollenden damit unsere Strategie, in den wichtigsten Regionen der Welt, eigene integrierte Produktionsstandorte zu besitzen.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Für WACKER ist gute Unternehmensführung- und kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2010 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen frühzeitig eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren.

Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage informiert. Auf Grund der zu Beginn des Jahres noch nicht eindeutig erkennbaren Entwicklung der Weltwirtschaft haben wir gemeinsam mit dem Vorstand die Unternehmenslage sehr genau und detailliert beobachtet. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, und wurde über die aktuelle Entwicklung und Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2010 ist der Aufsichtsrat zu vier turnusmäßigen Sitzungen zusammengetreten, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand unverzüglich in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat während seiner Amtszeit an weniger als der Hälfte der Sitzungen im Berichtszeitraum teilgenommen.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Gegenstand der regelmäßigen Themen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger waren nicht notwendig.

Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren

die Investitionsentscheidung für eine neue Polysiliciumanlage im US-Bundesstaat Tennessee
der Erwerb der Siliciummetallproduktion im norwegischen Holla von der FESIL Group sowie der Kauf der Marke Lucky-Silicone von Henkel
die Umstrukturierungen in der Siltronic AG
der Ausbau der 300 mm Waferkapazitäten im Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer in Singapur
der Ausbau der Produktionskapazitäten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang
das neue Vergütungssystem für den Vorstand der Wacker Chemie AG

Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2011 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 9. Dezember 2010 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der mittelfristigen Unternehmensplanung bis zum Jahr 2014. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2011.

Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet, den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratmitglied Dr. Bernd W. Voss vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende in den Ausschüssen den Vorsitz.

Der Prüfungsausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr viermal zusammen. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2009, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsabschlüsse des Konzerns sowie mit Fragen des Risikomanagements und der Compliance. Außerdem hat der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer erteilt und dem Plenum einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2010 unterbreitet.

Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2010 einmal. In seiner Sitzung beschäftigte er sich mit den Personalangelegenheiten des Vorstands.

Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit den Corporate Governance Standards intensiv auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung am 9. Dezember 2010 diskutiert und uns mit den jüngsten Kodexänderungen ausführlich befasst. In dieser Sitzung haben der Aufsichtsrat und der Vorstand die gemeinsam abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich.

Über die Corporate Governance bei WACKER berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

In seiner Sitzung im Dezember 2010 hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Effizienz seiner Tätigkeit erörtert und ist dabei zu einem positiven Ergebnis gekommen.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2010 (Bilanzstichtag 31. Dezember 2010), den Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2010) einschließlich der Buchhaltung geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Abschlussprüfer hat auch das Risikomanagementsystem nach § 91 AktG geprüft. Die Prüfung ergab, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, die Lageberichte sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 25. Februar 2011 die oben genannten Abschlüsse und Berichte sowie die Prüfungsberichte des Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfers im Gespräch mit diesem eingehend diskutiert, geprüft und darüber dem Gesamtaufsichtsrat berichtet. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 10. März 2011 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien jeweils teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Lagebericht der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht sowie gegen den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers.

Wir schließen uns daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an.

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2010 gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat. Nachdem die Bestellung von Dr. Joachim Rauhut, der bereits seit Mai 2001 der Geschäftsführung bzw. dem Vorstand der Wacker Chemie AG angehört, in der Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember 2009 um fünf weitere Jahre bis zum Jahr 2015 erfolgt ist, wurde der zugrunde liegende Dienstvertrag am 1. Juli 2010 abgeschlossen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 22. September 2010 ist die Ressortverteilung des Vorstands angepasst worden.

München, 10. März 2011

*Der Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG*

Entsprechenserklärung 2010 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2009 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seit Abgabe dieser Erklärung den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 18. Juni 2009 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen:

2. Ausnahmen

a) Selbstbehalt bei D&O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder

Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.

b) Abfindungs-Cap

Bei der Neu- und Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern werden wir diese Empfehlung des Kodex befolgen.

c) Angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand

Die Wacker Chemie AG misst dem Thema Diversity auch bei der Besetzung des Vorstands eine hohe Bedeutung bei. Wichtigste Kriterien sind dabei jedoch Kompetenz – auch internationale Kompetenz – und Qualifikation. Wir halten es aber nicht für zielführend, dem Thema „Anstreben einer angemessenen Berücksichtigung von Frauen“ eine höhere Priorität als der Kompetenz und Qualifikation einzuräumen.

d) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.

e) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats "aus seiner Mitte" von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

Wacker Chemie AG

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010 der Wacker Chemie AG

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Anhang Mio. Euro

2010
Mio. Euro

2009
Umsatzerlöse 3 3.416,9 2.722,4
Bestandsveränderungen 14,1 5,5
Andere aktivierte Eigenleistungen 40,7 46,7
Gesamtleistung 3.471,7 2.774,6
Sonstige betriebliche Erträge 4 104,7 97,9
Materialaufwand 5 -1.216,7 -927,5
Personalaufwand 6 -706,9 -678,9
Abschreibungen 7 -307,4 -267,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -595,8 -588,4
Betriebsergebnis 749,6 409,9
Beteiligungsergebnis -134,3 -203,6
Zinsergebnis -38,7 0,3
Sonstiges Finanzergebnis -1,7 -0,8
Finanzergebnis 9 -174,7 -204,1
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 574,9 205,8
Außerordentliches Ergebnis 27, 31 -94,7 -64,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 -178,7 -95,6
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 301,5 45,8
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 533,3 576,9
Ausschüttung -59,6 -89,4
Bilanzgewinn 775,2 533,3

Bilanz zum 31. Dezember 2010 der Wacker Chemie AG

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AKTIVA Anhang Mio. Euro

2010
Mio. Euro

2009
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 6,2 16,2
Sachanlagen 12 1.814,4 1.679,5
Finanzanlagen 13 708,2 722,2
Anlagevermögen 2.528,8 2.417,9
Vorräte 14 304,6 272,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 319,2 271,1
Andere Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände
628,6 587,8
Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände
15 947,8 858,9
Wertpapiere 16 316,7 73,6
Kassenbestand, Bundesbankguthaben,

Guthaben bei Kreditinstituten
411,6 40,0
728,3 113,6
Umlaufvermögen 1.980,7 1.244,9
Rechnungsabgrenzungsposten 17 36,4 37,9
4.545,9 3.700,7

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PASSIVA Anhang Mio. Euro

2010
Mio. Euro

2009
Gezeichnetes Kapital 260,8 260,8
./. Nennbetrag eigener Anteile -12,4 -
Ausgegebenes Kapital 248,4 260,8
Kapitalrücklage 157,4 157,4
Rücklage für eigene Anteile 0,0 45,1
Andere Gewinnrücklagen 630,2 600,0
Bilanzgewinn 775,2 533,3
Eigenkapital 18 1.811,2 1.596,6
Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen
19 445,2 318,8
Andere Rückstellungen 20 389,4 412,1
Rückstellungen 834,6 730,9
Finanzverbindlichkeiten 21 615,8 348,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 207,6 124,6
Übrige Verbindlichkeiten 22 1.076,7 899,7
Verbindlichkeiten 1.900,1 1.372,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,0 0,6
4.545,9 3.700,7

Anhang für das Geschäftsjahr 2010 der Wacker Chemie AG

1 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden Anforderungen aufgestellt. In Anwendung von Artikel 66 EGHGB wurden die Regelungen des am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG), soweit sie nicht schon zwingend vor dem 1. Januar 2010 anzuwenden waren, im Geschäftsjahr 2010 erstmalig pflichtgemäß berücksichtigt. Die Vorjahresbeträge von Bilanzposten, bei denen sich Änderungen bei Ansatz und Bewertung durch das BilMoG ergeben haben, wurden in Übereinstimmung mit Artikel 67 Abs. 8 EGHGB nicht angepasst. Eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist daher nur eingeschränkt gegeben. Die Effekte aus der erstmaligen Anwendung der BilMoG-Bestimmungen bzw. entsprechender Übergangsregelungen sind in Ziffer 31 dargestellt.

Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Der Anhang enthält die erforderlichen Einzelangaben bzw. Erläuterungen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen EURO (Mio. Euro).

Die nach § 161 Aktiengesetz vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB sind abgegeben worden und den Aktionären auf der Internetseite von Wacker (www.wacker.com) zugänglich gemacht worden.

Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2010 wurde in Anwendung von § 315 Abs. 3 HGB i. V. m. § 298 Abs. 3 HGB mit dem Lagebericht des Wacker-Konzerns zusammengefasst. Der zusammengefasste Lagebericht ist im Wacker Geschäftsbericht 2010 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2010 werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich.

2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus Dienstleistungen.

Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand gebucht.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010, in denen die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte, erfolgte auch die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv. Das Wahlrecht des Art. 67 Abs. 4 EGHGB wurde insofern in Anspruch genommen. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen werden abgezinst.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederherstellungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Wiederherstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt; bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip einer verlustfreien Bewertung beachtet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Forderungen werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt; Disagios werden abgegrenzt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind entsprechende Mittel zweckgebunden angelegt und dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Die Finanzanlagen sind zu einem Teil gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit den Verpflichtungen zu verrechnen. Die Bewertung der mit den Verpflichtungen aufzurechnenden Mittel erfolgt ab dem 1. Januar 2010 zum beizulegenden Zeitwert; dieser wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Übersteigt der Wert der angelegten Mittel den Wert der Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als „aktiver Unterschiedbetrag aus der Vermögensverrechnung“ auf der Aktivseite der Bilanz. Im Vorjahr erfolgte keine Verrechnung von Anlagen und Verpflichtungen und die Bilanzierung der angelegten Mittel erfolgte mit ihren Anschaffungskosten.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden ab dem 1. Januar 2010 für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, an denen die Wacker Chemie AG beteiligt ist, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Eine sich in Summe ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Der Ansatz einer Steuerentlastung wird unter Anwendung des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht vorgenommen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten (modifizierte Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck, sowie sie von der Pensionskasse der Wacker Chemie AG herangezogen werden) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Erwartete zukünftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahre (gemäß § 253 Abs. 2 HGB).

Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken, gebildet. Dabei werden alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen berücksichtigt. In die Berechnung fließen zukünftige Preis- und Kostensteigerungen, sofern genügend objektive Hinweise für ihren Eintritt vorliegen, mit ein. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Unentgeltlich zugeteilte Emmissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null bilanziert. Sofern der vorhandene Bestand an Emmissionszertifikaten die voraussichtlichen Verpflichtungen nicht deckt, werden Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emmissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie Devisentermingeschäfte und andere Währungsderivate werden nach der Methode der eingeschränkten Festwertbilanzierung bilanziert. Hierbei werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Devisenkassakursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Bei vollständiger Effektivität der Sicherungsbeziehungen erfolgt innerhalb der Bewertungseinheiten die Verrechnung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft nach der sog. Einfrierungsmethode. Aus der Bewertung resultierende Gewinne und Verluste werden je Währung mit einander verrechnet. Für Verlustüberhänge werden Rückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr betroffen sind. Geldbestände und Bankguthaben in fremder Währung werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

3 Umsatzerlöse

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BEREICHE Umsatzerlöse
2010 2009
--- --- ---
WACKER SILICONES 1.294,0 1.042,9
WACKER POLYMERS 1) 558,5 376,0
WACKER POLYSILICON 1.306,5 1.050,3
WACKER BIOSOLUTIONS 104,0 75,9
Sonstiges *) 153,9 177,3
3.416,9 2.722,4

1) Der Konzern-Geschäftsbereich WACKER POLYMERS enthält seit dem 01.07.2009 auch die auf die Wacker Chemie AG verschmolzene Wacker Polymer Systems GmbH & Co. KG. Zu Einzelheiten wird auf Anhang Ziffer 27 verwiesen.

*) Unter "Sonstiges" werden insbesondere Erlöse aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen.

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REGIONEN Umsatzerlöse
(Sitz der Kunden)
--- --- ---
2010 2009
--- --- ---
Deutschland 1.016,0 919,3
Übriges Europa 1.000,2 733,4
Amerika 341,1 213,0
Asien 943,3 780,2
Übrige Regionen 116,3 76,5
3.416,9 2.722,4

4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Kursgewinnen, der Auflösung von Rückstellungen, Veräußerungsgewinne, Zuschüsse und Zulagen, Versicherungsentschädigungen sowie Erlöse aus Nebengeschäften ausgewiesen.

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2010 2009
Erträge aus Währungsgeschäften 66,8 48,8
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1) 16,1 7,0
Versicherungserstattungen 0,4 5,3
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 1) 1,3 0,0
Erträge aus Anlagenabgang 1) 1,4 0,1
Subventionen/Zuschüsse 3,1 3,6
Erträge aus der Vereinnahmung von Anzahlungen 2) 8,5 19,7
Übrige betriebliche Erträge 7,1 13,4
104,7 97,9

1) Periodenfremde Erträge

2) Hierbei handelt es sich um Erträge aus der Auflösung eines langfristigen Liefervertrages

5 Materialaufwand

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2010 2009
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

und für bezogene Waren
-1.204,0 -918,4
Aufwendungen für bezogene Leistungen -12,7 -9,1
-1.216,7 -927,5

6 Personalaufwand

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2010 2009
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit -572,1 -533,2
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -97,6 -83,9
Aufwendungen für Altersversorgung -37,2 -61,8
-706,9 -678,9

Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Pensionszahlungen und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten. Die Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse werden ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.

Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Diese Aufwendungen werden im Zinsergebnis erfasst. Bis zum 1. Januar 2010 war der Aufwand aus der Aufzinsung von Pensions- und sonstigen längerfristigen Personalrückstellungen im Personalaufwand erfasst worden.

7 Abschreibungen

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2010 2009
Planmäßige Abschreibungen -305,8 -263,1
Außerplanmäßige Abschreibungen -1,6 -4,7
-307,4 -267,8

Die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 4,7 Mio. €) betreffen geplante Stilllegungen von Anlagen.

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur-/Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Reisekosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen, Beratungskosten, externe Forschungskosten, sonstige personalbezogene Kosten sowie Aufwendungen für Umweltschutz und andere Risiken enthalten

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2010 2009
Aufwendungen aus Währungsgeschäften -55,1 -40,5
Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen -0,2 -1,8
Aufwendungen aus Anlagenabgang 1) -5,3 -1,0
Vertriebskosten (Frachten, Vertreterkosten) -171,6 -120,5
Pachten, Mieten, Leasing -52,8 -57,5
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen -124,2 -162,5
Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen/Nachschussleistungen 1) 0,0 -70,8
Übrige betriebliche Aufwendungen -185,7 -132,9
-594,9 -587,5
Sonstige Steuern (Im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern) -0,9 -0,9
-595,8 -588,4

1) periodenfremd

Die Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen/Nachschussleistungen im Vorjahr betreffen die Wacker Schott Solar GmbH (WSS). Im Oktober 2009 wurden die von der Wacker Chemie AG gehaltenen 50 Prozent der Anteile an der WSS an die Schott Solar AG übertragen.

9 Finanzergebnis

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2010 2009
Beteiligungsergebnis
Erträge aus Gewinnübernahmen 32,6 32,4
Erträge aus Beteiligungen 9,1 8,2
davon verbundene Unternehmen (8,7) (7,4)
Aufwendungen aus Verlustübernahme -97,1 -244,2
Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen -78,9 0,0
-134,3 -203,6

Die Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Beteiligung an der Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai. Die Abschreibung ist bedingt durch erwartete Verluste aus hohen langfristig vereinbarten Verrechnungspreisen zwischen den chinesischen Wacker Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen mit Dow Corning zur Herstellung von Siloxan. Ursächlich sind die Kosten des Joint Ventures für Investitionen, Finanzierung und Anlauf, die höher ausgefallen sind als ursprünglich erwartet. Diese werden über den Verrechnungspreis für das Siloxan an die abnehmenden Produktionsbetriebe von WACKER und Dow Corning anteilig weitergegeben.

Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren insbesondere aus den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH und der DRAWIN Vertriebs-GmbH. Im Geschäftsjahr 2010 sind die Aufwendungen aus Verlustübernahme wie auch im Vorjahr insbesondere durch die Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH bedingt. Diese hatte im Geschäftsjahr 2009 erstmalig einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Siltronic AG abgeschlossen.

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Zinsergebnis
Erträge aus anderen Wertpapieren und

Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
1,8 0,6
davon verbundene Unternehmen (0,0) (0,0)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6,8 8,0
davon verbundene Unternehmen (5,6) (6,7)
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Auf-

zinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten
-35,1 0,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -12,2 -8,3
davon verbundene Unternehmen (-0,1) (-0,1)
-38,7 0,3
Sonstiges Finanzergebnis
Gewinne aus dem Abgang von Wertpapieren 0,2 0,5
Übrige finanzielle Erträge 16,8 3,4
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 0,0 -0,5
Übrige finanzielle Aufwendungen -18,7 -4,2
-1,7 -0,8
Finanzergebnis gesamt -174,7 -204,1

Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen (27,7 Mio. Euro) und anderen langfristigen Personal- und sonstigen Rückstellungen (7,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2010 erstmalig im Zinsergebnis erfasst. Darin ist ein Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus Vermögensanlagen die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit dienen in Höhe von 2,8 Mio. Euro enthalten. Die dabei berücksichtigten Vermögenserträge beliefen sich auf 0,3 Mio. Euro.

Die übrigen finanziellen Erträge und Aufwendungen in der Berichtsperiode ergeben sich überwiegend aus kurzfristig angelegten Termingeldern in fremder Währung.

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Die Sonstigen Steuern werden unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten. Aus eigenen sowie Bilanzierungsunterschieden bei Gesellschaften des steuerlichen Organkreises werden zum 31. Dezember 2010 Steuerentlastungen in Höhe von 89,2 Mio. EUR erwartet. Hierbei wurde ein kombinierter Steuersatz von 28,1 % für Kapitalgesellschaften zugrunde gelegt. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht.

Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen der anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände bzw. Verbindlichkeiten von insgesamt 1,0 Mio. EUR. Aktive Steuerlatenzen in Höhe von 90,2 Mio. EUR verteilen sich auf das Anlagevermögen mit 19,0 Mio. EUR, auf das Umlaufvermögen mit 2,8 Mio. EUR sowie auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von 36,4 Mio. EUR bzw. den übrigen Rückstellungen u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste von 32,0 Mio. EUR im Fremdkapital.

Insgesamt werden die passiven latenten Steuern durch die aktiven Steuerlatenzen bei Weitem kompensiert. In Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Abs. 1 HGB wurde der Überhang nicht bilanziert.

11 Immaterielle Vermögensgegenstände

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Entgeltliche erworbene

Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und

ähnliche Rechte und Werte

sowie Lizenzen an solchen

Rechte und Werten
Anschaffungskosten
Anfangsstand

01.01.2010
118,6
Zugänge 2,7
Abgänge -0,2
Endstand 31.12.2010 121,1
Abschreibungen
Anfangsstand

01.01.2010
102,4
Zugänge 12,7
Abgänge -0,2
Endstand 31.12.2010 114,9
Bilanzwert 31.12.2010 6,2
Bilanzwert 31.12.2009 16,2

12 Sachanlagen

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Grundstücke,

grundstücksgleiche

Rechte und Bauten

einschließlich der

Bauten auf fremden

Grundstücken
Technische

Anlagen und

Maschinen
Andere

Anlagen,

Betriebs- und

Geschäfts-

ausstattung
Geleistete

Anzahlungen

und Anlagen

im Bau
Gesamt
Anschaffungs- oder

Herstellungskosten
Anfangsstand

01.01.2010
562,7 3.305,3 358,7 266,3 4.493,0
Zugänge 22,7 136,8 23,3 252,5 435,3
Abgänge -4,0 -33,9 -12,9 0,0 -50,8
Umbuchungen 20,2 146,9 2,1 -169,2 0,0
Endstand 31.12.2010 601,6 3.555,1 371,2 349,6 4.877,5
Abschreibungen
Anfangsstand

01.01.2010
310,3 2.219,8 283,4 0,0 2.813,5
Zugänge 16,8 253,2 24,7 0,0 294,7
Abgänge -3,3 -31,9 -9,9 0,0 -45,1
Umbuchungen -0,1 0,1 0,0 0,0 0,0
Endstand 31.12.2010 323,7 2.441,2 298,2 0,0 3.063,1
Bilanzwert 31.12.2010 277,9 1.113,9 73,0 349,6 1.814,4
Bilanzwert 31.12.2009 252,4 1.085,5 75,3 266,3 1.679,5

13 Finanzanlagen

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Anteile an

verbundenen

Unternehmen
Beteiligungen Sonstige

Ausleihungen
Gesamt
Anschaffungskosten
Anfangsstand

01.01.2010
1.664,3 104,3 1,6 1.770,2
Zugänge 64,6 1,5 0,0 66,1
Abgänge -1,0 0,0 -0,2 -1,2
Endstand 31.12.2010 1.727,9 105,8 1,4 1.835,1
Abschreibungen
Anfangsstand

01.01.2010
1.046,3 1,7 0,0 1.048,0
Zugänge 78,9 0,0 0,0 78,9
Endstand 31.12.2010 1.125,2 1,7 0,0 1.126,9
Bilanzwert 31.12.2010 602,7 104,1 1,4 708,2
Bilanzwert 31.12.2009 618,0 102,6 1,6 722,2

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen Zugänge aus Kapitalerhöhungen. Die Abgänge entfallen auf die Wacker Polysilicon GmbH & Co. KG, die zum 1. Oktober 2010 auf die Wacker Chemie AG verschmolzen wurde. Die Zugänge bei den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding), Shanghai (siehe Ziffer 9).

Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG ist Bestandteil des Anhangs (siehe Ziffer 32).

14 Vorräte

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2010 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 76,2 61,5
Erzeugnisse, Waren 225,5 210,5
Nicht abgerechnete Leistungen 2,9 0,4
304,6 272,4

Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen überwiegend erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen für Tochtergesellschaften.

15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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2010 2009
Gesamt davon

Rest-

laufzeit

über 1 Jahr
Gesamt davon

Rest-

laufzeit

über 1 Jahr
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 319,2 0,0 271,1 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 437,6 0,0 487,2 0,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht
10,7 0,0 8,6 0,0
Sonstige Vermögensgegenstände 180,3 12,7 92,0 12,4
Andere Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände
628,6 12,7 587,8 12,4
947,8 12,7 858,9 12,4

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten neben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch Darlehensforderungen sowie Forderungen aufgrund von Ergebnisübernahmen. Daneben hatte die Wacker Chemie AG in 2009 Forderungen in Höhe von 282,7 Mio. Euro aus dem Transfer von liquiden Mitteln und Wertpapieren an die Wacker Polysilicon GmbH & Co. KG, die zum 1. Oktober 2010 auf die Wacker Chemie AG verschmolzen wurde.

Unter den Sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende größere Einzelposten ausgewiesen: Forderungen an Steuerbehörden (76,8 Mio. Euro), Ansprüche aus Investitionsförderungsmaßnahmen (65,4 Mio. Euro) geleistete Vorauszahlungen (18,3 Mio. Euro) sowie Forderungen an Lieferanten (7,7 Mio. Euro).

Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen langfristigen Teile betreffen körperschaftsteuerrechtliche Guthaben, welche seit dem Jahr 2008 in 10 gleichen Jahresraten zurückgezahlt werden. Aufgrund der langen Laufzeit sind diese unverzinslichen Forderungen abgezinst.

16 Wertpapiere

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2010 2009
Eigene Anteile 1) 0,0 45,1
Beteiligungen an Fonds (Altersteilzeit) 2) 8,1 28,5
Sonstige Wertpapiere 308,6 0,0
Insgesamt 316,7 73,6

1) Vgl. auch die Erläuterungen zum Eigenkapital, Anhang Ziffer 18.

2) Diese Wertpapiere werden zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen gehalten; sie sind an die jeweiligen Mitarbeiter verpfändet.

Bis zum 1. Januar 2010 wurden sämtliche zweckgebundene und dem Zugriff übriger Gläubiger entzogene Wertpapiere zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen unter den Wertpapieren ausgewiesen. In Anwendung der durch das BilMoG geänderten Regelungen (§ 246 Abs. 2 HGB) werden sie ab dem Geschäftsjahr 2010 soweit die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind mit der zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet.

Die bis zum 1. Januar 2010 in diesem Posten ausgewiesenen eigenen Anteile wurden im Geschäftsjahr 2010 mit dem Eigenkapital verrechnet.

Bei den sonstigen Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Anleihen unterschiedlicher Emittenten mit erstklassiger Bonität.

17 Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten und Disagios erfasst, soweit diese zukünftige Geschäftsjahre betreffen. Die Disagios betragen 1,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,1) Mio. Euro. Außerdem ist in diesem Posten die aktivierte Umsatzsteuer für erhaltene Anzahlungen enthalten. Bzgl. der aktivierten Umsatzsteuer auf erhaltene Anzahlungen wurde das Wahlrecht nach Artikel 67 Abs. 3 EGHGB zur Beibehaltung des Postens bis zum 31. Dezember 2009 genutzt.

Sofern Investitionszuschüsse/Kostenzuschüsse an Lieferanten geleistet wurden, denen Leistungen seitens des Lieferanten erst in den Folgejahren entsprechen, werden die Zahlungen ebenfalls bei diesem Bilanzposten abgegrenzt.

Unter den passivischen Rechnungsabgrenzungsposten weisen wir gezahlte, abgegrenzte Versicherungserstattungen aus, sofern sich die Schadensauswirkungen auf das folgende Geschäftsjahr erstrecken.

18 Eigenkapital

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Gewinnrücklagen
Gezeichnetes

Kapital
Kapital-

rücklage
Andere

Gewinn-

rücklagen
Rücklage

für eigene

Anteile
Bilanzgewinn Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
01.01.2010 260,8 157,4 600,0 45,1 533,3 1.596,6
Verrechnung eigene Anteile -12,4 0,0 12,4 -45,1 0,0 -45,1
Umstellungseffekte BilMoG 0,0 0,0 17,8 0,0 0,0 17,8
Ausschüttung* 0,0 0,0 0,0 0,0 -59,6 -59,6
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 0,0 301,5 301,5
31.12.2010 248,4 157,4 630,2 0,0 775,2 1.811,2

* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 21.05.2010.

Der im Bilanzgewinn enthaltene Gewinnvortrag beträgt 473,7 Mio. Euro (Vorjahr 487,5 Mio. Euro).

Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien.

Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 Euro entspricht dies einem Wert von 12.373.085 Euro (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden. Gemäß § 272 Abs. 1a HGB wurden die eigenen Anteile zum 1. Januar 2010 erstmalig vom Eigenkapital abgesetzt.

Zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen sind Mittel zweckgebunden und insolvenzgeschützt angelegt worden. Diese sind unter Anwendung von § 253 Abs. 1 HGB zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zum Abschlussstichtag beläuft sich dieser auf 31,8 Mio. Euro und liegt um 0,3 Mio. Euro über den Anschaffungskosten. Dem ausschüttungsgesperrten Betrag von 0,3 Mio. Euro (§ 268 Abs. 8 HGB) stehen freiverfügbare Gewinnrücklagen von 630,2 Mio. Euro gegenüber. Eine Ausschüttungssperre bezogen auf den Bilanzgewinn von 775,2 Mio. Euro besteht somit nicht.

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Im Geschäftsjahr 2010 gab es keine meldepflichtigen Vorgänge. Weiterführende Detailinformationen zur Unter- bzw. Überschreitung von meldepflichtigen Grenzen der Stimmrechtsanteile sind im Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) veröffentlicht.

19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach der sog. Projected Unit Credit Method errechnet. Dabei werden jährliche Entgeltanpassungen von 3,00 % sowie Rentenanpassungen für die Grund- und Zusatzversorgung von 2,00 % und für die Gehaltsumwandlung von 1,00 % bis 2,50 % berücksichtigt. Der zum 31. Dezember 2010 zugrunde gelegte Rechnungszins beläuft sich auf 5,15 %.

Im Vorjahr erfolgte die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen auf Basis des Teilwertverfahrens im Sinne von § 6a EStG mit einem Sollzinsfuss von 6,00 %.

Für die Ermittlung der Rückstellung werden die von der BaFin genehmigten, modifizierten Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck der Wacker Pensionskasse zugrunde gelegt.

20 Andere Rückstellungen

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2010 2009
Steuerrückstellungen 66,9 110,3
Sonstige Rückstellungen 322,5 301,8
389,4 412,1

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Beträge für regelmäßige Steuerprüfungen.

Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Personalverpflichtungen, Umweltschutz, Gewährleistung, Schadenersatzleistungen, ausstehende Rechnungen, Rabatte und Boni. Daneben bestehen Rückstellungen für die ordnungsgemäße Rekultivierung von Deponien.

Die Wacker Chemie AG hat Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen gebildet. Diese umfassen die Aufwendungen für Lohn-/Gehaltszahlungen und Sozialabgaben an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die entsprechenden Aufstockungsleistungen und Abfindungen in voller Höhe. Die Rückstellung umfasst alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze; sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls als Rückstellung berücksichtigt. Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2010 belief sich auf 85,5 Mio. Euro. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Dabei werden jährliche Entgeltanpassungen von 3,00 % (Vorjahr 3,00 %) und Rentenanpassungen von 1,00 % bis 2,50 % (Vorjahr 1,00 % bis 2,50 %) berücksichtigt. Der zum 31. Dezember 2010 zugrunde gelegte Rechnungszins beläuft sich auf 4,07% (Vorjahr 5,50 %).

Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind durch Vermögensgegenstände gesichert, die treuhänderisch angelegt sind und auf die die Wacker Chemie AG keinen Zugriff hat. Teilweise sind diese Vermögensgegenstände nach § 246 Abs. 2 HGB mit der Verpflichtung zu verrechnen. Der bei Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände belief sich zum Bilanzstichtag auf 31,8 Mio. Euro. Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betrugen 31,5 Mio. Euro.

21 Finanzverbindlichkeiten

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2010

Gesamt
2009

Gesamt
davon

bis

1 Jahr
Restlaufzeit

mehr als

5 Jahre
davon

bis

1 Jahr
Restlaufzeit

mehr als

5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten
280,9 11,9 200,0 242,4 5,7 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen
330,9 330,9 0,0 102,5 102,5 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 4,0 4,0 0,0 3,4 3,4 0,0
615,8 346,8 200,0 348,3 111,6 0,0

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

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2010

Gesamt
2009

Gesamt
davon

bis

1 Jahr
Restlaufzeit

mehr als

5 Jahre
davon

bis

1 Jahr
Restlaufzeit

mehr als

5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und

Leistungen
207,6 207,6 0,0 124,6 124,6 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen
9,5 9,5 0,0 4,5 4,5 0,0
Verbindlichkeiten aus

Steuern
10,1 10,1 0,0 8,9 8,9 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen

der sozialen Sicherheit
1,3 1,3 0,0 4,9 4,9 0,0
Verbindlichkeiten aus der

Entgeltabrechnung
0,1 0,1 0,0 0,1 0,1 0,0
Verbindlichkeiten aus

Zinsabgrenzung
0,4 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0
Erhaltene Anzahlungen 1.045,6 155,3 225,8 873,9 112,1 280,6
Sonstige Verbindlichkeiten 9,7 9,7 0,0 7,4 7,4 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 1.076,7 186,4 225,8 899,7 137,9 280,6

Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Kapazität der verschiedenen Ausbaustufen für die Polysilicium-Anlagen.

23 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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2010 2009
WACKER SILICONES 2.352 2.697
WACKER POLYMERS 909 681
WACKER POLYSILICON 1.705 1.477
WACKER BIOSOLUTIONS 211 177
Sonstiges 3.599 3.150
8.776 8.182

24 Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse

Die nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.

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2010 2009
Bürgschaften 286,0 261,2
davon für verbundene Unternehmen (206,5) (121,9)

Die Bürgschaften betreffen im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen. Darüber hinaus sind in dem Betrag auch Bürgschaften enthalten, die die Wacker Chemie AG für an derzeitige und ehemalige Tochter- oder Gemeinschaftsunternehmen geleistete Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen gegeben hat.

Die Wacker Chemie AG haftet außerdem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge bestehen.

Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich.

25 Sonstige finanzielle Verpflichtungen/Prüferhonorare

Die nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.

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2010 2009
Miet-, Pacht- und Leasingverträge
Ausgaben im Folgejahr 27,4 28,5
Ausgaben im 2. - 4. Jahr 47,6 48,2
Ausgaben im 5. Jahr und später 60,4 42,8
135,4 119,5

Ein Leasingvertrag besteht für das Gebäude der Hauptverwaltung München, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Vertrag mit dem Leasinggeber endet im Jahr 2012; danach hat die Wacker Pensionskasse oder ein von ihr benanntes Unternehmen ein Ankaufsrecht zu einem bereits jetzt definierten Preis.

Ein Leasingvertrag besteht auch für ein von der Wacker Chemie AG am Standort Burghausen gepachtetes Gas- und Dampfkraftwerk. Der Pachtvertrag für das Kraftwerk endet spätestens im Jahr 2019. WACKER hat das Recht, das Kraftwerk zu einem Kaufpreis zu erwerben, der sich an den Buchwerten nach deutschem Handelsrecht bemisst. Sofern WACKER dieses Kraftwerk erwirbt, darf das Kraftwerk innerhalb von fünf Jahren nicht an Dritte weiterveräußert werden.

Weiter bestehen Miet- und Pachtverträge für ein Lagergebäude sowie Maschinen, technische Anlagen, Kesselwagen, Container und den Fuhrpark.

Die Leasing- und Pachtverträge dienen der vereinfachten Beschaffung und Finanzierung von Betriebsmitteln und Anlagevermögen. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung entsteht jedoch für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

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2010 2009
Bestellobligo Investitionsvorhaben 244,7 185,1
davon für verbundene Unternehmen (0,0) (0,0)

Im Rahmen der fortgeschrittenen Investitionstätigkeit zur Erstellung neuer Produktionsanlagen für Polysilicium in Nünchritz sind noch rund 280 Mio. Euro an Investitionsausgaben vorgesehen.

Es bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis 2015. Zum 31. Dezember 2010 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 1,00 Mrd. Euro (Vorjahr 1,32 Mrd. Euro). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollem Unfang benötigt werden.

Daneben hat sich die Wacker Chemie AG gegenüber einigen Joint-Venture-Vertragspartnern verpflichtet, in zukünftigen Jahren Investitionen in China durchzuführen und die dafür notwendigen Eigenkapitalmittel und/oder Darlehen bereitzustellen.

Die Wacker Chemie AG betreibt auf ihrem Betriebsgelände in Burghausen ein eigenständiges Stromnetz, welches die Objektnetzprivilegierung des § 110 Abs. 1 Nr. 1 EnWG erfüllt. Mit Urteil vom 22. Mai 2008 wurde der § 110 Abs. 1 Nr. 1 EnWG vom Europäischen Gerichtshof als nicht europarechtskonform erklärt. Der deutsche Gesetzgeber arbeitet derzeit in seiner EnWG-Novelle 2011 eine neue, europarechtskonforme Regelung aus. Negative Auswirkungen auf die bisherige Objektnetzprivilegierung sind derzeit nicht zu erwarten. Daher wurde auf die Aufstellung eines Tätigkeitenabschlusses gemäß § 10 Abs. 3 EnWG verzichtet.

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2010 2009
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer
Abschlussprüfung 0,6 0,5
Sonstige Bestätigungsleistungen 0,2 0,2
0,8 0,7

In den sonstigen Bestätigungsleistungen werden vor allem die Kosten für unterjährige Reviews erfasst.

26 Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungspositionen aus dem operativen Geschäft werden Instrumente wie Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Daneben werden auch Zinsderivate abgeschlossen. Der Einsatz solcher derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien. Die Absicherung dient dem operativen Geschäft der Gesellschaft. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist es, die Volatilität in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmitteleingang, die auf Wechselkurs- und Zinssatzänderungen beruht, zu reduzieren.

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Währungsderivate Zinsderivate
31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
--- --- --- --- ---
Nominalwerte 495,9 311,3 100,0 0,0
Marktwerte 9,7 7,5 -0,1 0,0
Kreditrisiko 13,3 12,3 0,0 0,0

Die abgeschlossenen Währungsderivate haben Laufzeiten von maximal 26 Monaten.

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswert) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag. Sie werden auf der Basis quotierter Preise oder mit Hilfe von standardisierten Verfahren ermittelt. Eventuell gegenläufige Wertentwicklungen aus dem Grundgeschäft bleiben unberücksichtigt.

Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte der Derivate. Inhalt des Kreditrisikos ist die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Diese richten sich nach den Kassakursen unter Beachtung von Terminauf- und - abschlägen. Die Marktwerte von Zinsswaps werden durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Cash-flows ermittelt. Die Diskontierung erfolgt dabei anhand der Marktzinsen über die Restlaufzeit der Instrumente.

Ein Teil der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für ausgereichte und empfangene Konzerndarlehen dar. Zur Abdeckung der Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps im Nominalvolumen von 225,3 Mio. Euro (Vorjahr 174,8 Mio. Euro) abgeschlossen, die sich gegenläufig zum Grundgeschäft verhalten, dabei werden gleichartige Grundgeschäfte zu Portfolien zusammengefasst. Der positive beizulegende Zeitwert dieser Geschäfte betrug 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,3 Mio. Euro). Diese Geschäfte werden überwiegend im Jahr 2011 fällig. Der negative beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften belief sich auf 2,5 Mio. Euro (Vorjahr 4,8 Mio. Euro) und wurde als Drohverlustrückstellung erfasst.

Zur Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte in Fremdwährung bestanden Devisentermingeschäfte im Nominalwert von 270,7 Mio. Euro (Vorjahr 136,5 Mio. Euro). Zu den erwarteten Geschäften gehören noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Der beizulegender Zeitwert dieser Geschäfte belief sich auf 11,9 Mio. Euro (Vorjahr 12,0 Mio. Euro). Ihnen standen Geschäfte mit einem gegenläufigen beizulegenden Zeitwert in gleicher Höhe gegenüber.

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird im Regelfall nach der Dollar-Offset-Methode, bei der die Fair Values von Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden, vorgenommen.

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2010 2009
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Prämienaufwendungen für am Stichtag

offene Fremdwährungsoptionen/Forderungen aus geschlossenen Geschäften sowie

Zinsabgrenzungen
1,1 2,1
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten Zinsabgrenzungen und Verbindlichkeiten aus

geschlossenen Geschäften
0,5 0,0
Sonstige Rückstellungen für noch offene Derivat-Geschäfte 2,5 4,8

27 Beteiligungserwerbe/Verschmelzungen

Zum 1. Oktober 2010 wurden das Vermögen und die Schulden der Wacker Polysilicon GmbH & Co. KG, Nünchritz durch Anwachsung auf die Wacker Chemie AG übertragen. Aufgrund der Anwachsung ergab sich ein Gewinn, der im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen wurde, in Höhe von 2,3 Mio. Euro. Die Anwachsung führte zu einem Zugang bei den Zinsforderungen (0,8 Mio. Euro), den sonstigen Wertpapieren (40,8 Mio. Euro) und bei den Bankguthaben (40,0 Mio. Euro). Gleichzeitig wurden Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 78,3 Mio. Euro ausgebucht.

Im Vorjahr wurden mit Wirkung zum 01.07.2009 das Vermögen und die Schulden der Wacker Polymer Systems GmbH & Co. KG und der Wacker Polymer Systems Geschäftsführungs GmbH im Zuge der Anwachsung bzw. der Verschmelzung auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Dabei entstand insgesamt ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 64,4 Mio. Euro, der im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen wurde.

28 Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands

Der Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 3,20 Euro je Stückaktie, insgesamt also 158.969.545,60 Euro auszuschütten und 139.796.155,00 Euro in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der verbleibende Restbetrag in Höhe von 476.544.668,17 EUR soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

29 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen.

Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, bestehen Leistungsbeziehungen von nur von untergeordneter Bedeutung. Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis existiert Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Es wurden im Berichtsjahr Umsätze, Lizenzerlöse sowie Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 59,0 Mio. Euro (Vorjahr 98,3 Mio. Euro) den Beteiligungsunternehmen belastet. Umgekehrt haben Beteiligungsunternehmen für Materialbezüge und Provisionen im Berichtsjahr 0,6 Mio. Euro (Vorjahr 10,5 Mio. Euro) in Rechnung gestellt.

Für das Geschäftsjahr 2010 hat die Wacker Chemie AG an die Pensionskasse Zahlungen in Höhe von 18,7 Mio. Euro (Vorjahr 17,8 Mio. Euro) geleistet.

30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG

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Vergütungen für Organe (Euro) Feste Ver-

gütung
Variable

Vergütung
Altersver-

sorgung
Insgesamt
Vorstandsvergütung 2010 2.597.871 4.176.000 5.748.936 12.522.807
Vorstandsvergütung 2009 2.588.600 1.540.582 922.620 5.051.802
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmit-

glieder 2010
15.630.799
Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmit-

glieder 2009
9.881.863
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre

Hinterbliebenen 2010
791.559
Aufwand für frühere Vorstandsmitglieder und ihre

Hinterbliebenen 2009
791.510
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstands-

mitglieder und ihre Hinterbliebenen 2010
17.913.912
Pensionsrückstellungen für frühere Vorstands-

mitglieder und ihre Hinterbliebenen 2009
14.138.886
Aufsichtsratsvergütung 2010 717.000 656.250 1.373.250
Aufsichtsratsvergütung 2009 717.000 0 717.000

Der Anstieg des Aufwands für Altersversorgung ist im Wesentlichen durch die aufgrund des BilMoG geänderten Bewertungsvorschriften für Pensionsrückstellungen verursacht. Zum 1. Januar 2010 ergab sich hieraus eine einmalige Zuführung in Höhe von 4,2 Mio. Euro für die Vorstände der Wacker Chemie AG.

Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG und beinhaltet Angaben, die nach dem deutschen Handelsrecht Bestandteil des Anhangs sind.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind auf der Seite 30 bis 33 „Organe der Wacker Chemie AG“ aufgeführt.

31 Erstmalige Anwendung der BilMoG-Bestimmungen

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Anpassungen nach BilMoG
Mio. Euro Lfd. Gemäß

HGB (alt)
Gewinn-

rücklage
außerordentl.

Ergebnis
Umgliederung Gemäß

BilMoG
--- --- --- --- --- --- ---
Nr. 01.01.2010 01.01.2010
--- --- --- --- --- --- ---
AKTIVA
Anlagevermögen 2.417,9 0,0 0,0 0,0 2.417,9
Vorräte 272,4 - - - 272,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1) 271,1 - 0,9 - 272,0
Andere Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände
(1) 587,8 - 1,2 - 589,0
Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände
858,9 0,0 2,1 0,0 861,0
Wertpapiere (2) 73,6 - 0,2 -58,7 15,1
(davon eigene Anteile: 45,1 Mio. Euro)
Kassenbestand, Bundesbankguthaben,

Guthaben bei Kreditinstituten (Liquidität)
40,0 - - - 40,0
113,6 0,0 0,2 -58,7 55,1
Umlaufvermögen 1.244,9 0,0 2,3 -58,7 1.188,5
Rechnungsabgrenzungsposten 37,9 37,9
3.700,7 0,0 2,3 -58,7 3.644,3
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital (2) 260,8 - - -12,4 248,4
Kapitalrücklage 157,4 - - - 157,4
Rücklage für eigene Anteile (2) 45,1 - - -45,1 0,0
Andere Gewinnrücklagen (2) (3) 600,0 17,8 - 12,4 630,2
Bilanzgewinn 533,3 - - - 533,3
Außerordentliches Ergebnis (1) (2) (4) - - -97,0 - -97,0
Eigenkapital 1.596,6 17,8 -97,0 -45,1 1.472,3
Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen
(4) 318,8 - 94,2 - 413,0
Andere Rückstellungen (2) (3) (4) 412,1 -17,8 5,1 -13,6 385,8
Rückstellungen 730,9 -17,8 99,3 -13,6 798,8
Verbindlichkeiten 1.372,6 0,0 0,0 0,0 1.372,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,6 - - - 0,6
3.700,7 0,0 2,3 -58,7 3.644,3

In erstmaliger Anwendung der BilMoG-Bestimmungen bzw. der entsprechenden Übergangsregelungen ergaben sich nachfolgend dargestellte Anpassungen auf den 1. Januar 2010:

(1) Gemäß § 256a HGB hat die Bewertung von Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr mit dem Devisenkassamittelkurs zum Stichtag zu erfolgen. Aus der erstmaligen Anwendung der geänderten Vorschrift ergab sich eine Zuschreibung in Höhe von 2,1 Mio. Euro.

(2) Gemäß § 246 Abs. 2 HGB sind Vermögensgegenständen, die ausschließlich zur Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind mit den entsprechenden Verpflichtungen zu verrechnen. Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Aus der erstmaligen Anwendung der Vorschrift ergab sich aufgrund der geänderten Bewertung eine Zuschreibung in Höhe von 0,2 Mio. Euro.

Daneben wurden eigene Anteile in Höhe von 45,1 Mio. Euro in Anwendung von § 272 Abs. 1a HGB vom Eigenkapital abgesetzt.

(3) In Anwendung von § 253 Abs. 2 HGB sind Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr abzuzinsen. Aus der zum 1. Januar 2010 vorzunehmenden Abzinsung ergab sich eine Reduktion der Rückstellungen um 17,8 Mio. Euro.

(4) In Anwendung von § 253 Abs. 1 HGB hat die Bewertung der Pensionsrückstellungen und langfristigen Personalrückstellungen mit dem Erfüllungsbetrag zu erfolgen. Bei der Bewertung sind auch hinreichend wahrscheinliche Entwicklungen wie Gehaltstrends und Rentenanpassungen zu berücksichtigen. Aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen und der sonstigen langfristigen Personalrückstellung zum 1. Januar 2010 ergab sich ein zusätzlicher Rückstellungsbetrag in Höhe von 94,2 Mio. Euro bzw. 5,1 Mio. Euro. Die Ausübung der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 1 EGHGB erfolgte nicht.

Insgesamt führte die erstmalige Anwendung der BilMoG-Bestimmungen bzw. der entsprechenden Übergangsregelungen zu einer ergebnisneutralen Einstellung von 17,8 Mio. Euro in die Gewinnrücklagen und zu einem außerordentlichen Aufwand von 97,0 Mio. Euro.

32 Aufstellung des Anteilsbesitzes

An den nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar mindestens 20 % der Anteile (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich um IFRS-Werte.

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Lfd.

Nr.
Ges.

Nr.
Stand 31.12.2010 Kenn-

zeichen
Eigen-

kapital

in T€
Jahres-

ergebnis
Verbundene Unternehmen
Deutschland
1 103 Alzwerke GmbH, München a), b) 8.379 -4.530
2 107 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Ottobrunn a), b) 5.257 105
3 110 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München 2) 170 -1
4 114 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München a), b) 67 33
5 120 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München 30 0
6 164 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz 27 1
7 127 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München 80 0
8 128 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München 36 0
9 129 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München a), b) 387.727 0
10 136 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München 27 0
11 150 Wacker Biotech GmbH, Jena a), b) -88 -237
12 151 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München 25 0
13 152 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München 15.717 0
14 400 Siltronic AG, München a) 794.642 17.301
Übriges Europa
15 203 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie/Amsterdam 174.844 46.394
16 204 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey 1.107 1.004
17 209 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo/Mailand 2.490 854
18 210 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie/Amsterdam 283 265
19 211 Wacker Chimie S.A.S., Lyon 374 194
20 212 Wacker-Kemi AB, Solna 492 395
21 213 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona 302 164
22 217 Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam 466.944 14.957
23 218 Wacker-Chemie S.r.o., Prag 3.372 94
24 219 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau 331 182
25 220 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest 331 122
26 224 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau 634 305
27 226 Wacker Chemicals Norway AS, Holla 10.740 -3.609
Amerika
28 308 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo 10.266 41
29 309 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F. 1.334 874
30 310 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan 190.502 30.771
31 347 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee 13.747 -1.122
32 440 Siltronic Corp., Portland, Oregon 64.428 27.148
Asien
33 304 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur 2.450 696
34 314 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong 4.251 -1.588
35 317 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas/Indien 24.373 7.163
36 319 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul 15.910 2.770
37 328 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio 574 254
38 331 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 5.950 863
39 334 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd.,

Singapur
47.898 -12
40 336 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang 26.036 5.880
41 337 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang 12.311 -18.300
42 338 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi 1.799 2.808
43 343 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding); Shanghai -38.973 -134.301
44 344 Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing 28.556 6.793
45 345 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai 3.460 104
46 410 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur 101.951 30.959
47 411 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur 2.987 2.839
48 412 Siltronic Japan Corp., Hikari 19.478 12.470
Übrige Regionen
49 306 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne 313 -37
50 346 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai 1.767 11
Gemeinschaftsunternehmen 3)
51 158 Thin Materials AG, Eichenau 6 -279
52 307 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio 14.239 2.476
53 335 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur 183.154 -16.758
54 340 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong (China) 13.154 3.009
55 415 Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd, Singapur 138.937 -47.591

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Lfd.

Nr.
Ges.

Nr.
Stand 31.12.2010 Kenn-

zeichen
Kapitalan-

teil in %
gehalten

über lfd.

Nummer
1)
Verbundene Unternehmen
Deutschland
1 103 Alzwerke GmbH, München a), b) 100,00 0
2 107 DRAWIN Vertriebs-GmbH, Ottobrunn a), b) 100,00 0
3 110 W.E.L.T. Reisebüro GmbH, München 2) 51,00 0
4 114 Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH, München a), b) 100,00 0
5 120 Wacker-Chemie Beteiligungsfinanzierungs GmbH, München 100,00 22
6 164 Wacker Polysilicon Geschäftsführungs GmbH, Nünchritz 100,00 0
7 127 Wacker-Chemie Erste Venture GmbH, München 100,00 22
8 128 Wacker-Chemie Zweite Venture GmbH, München 100,00 0
9 129 Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München a), b) 100,00 0
10 136 Wacker-Chemie Sechste Venture GmbH, München 100,00 0
11 150 Wacker Biotech GmbH, Jena a), b) 100,00 0
12 151 Wacker-Chemie Siebte Venture GmbH, München 100,00 0
13 152 Wacker-Chemie Achte Venture GmbH, München 100,00 0
14 400 Siltronic AG, München a) 90,00 9
10,00 0
Übriges Europa
15 203 Wacker Chemicals Finance B.V., Krommenie/Amsterdam 100,00 0
16 204 Wacker-Chemicals Ltd., Egham, Surrey 100,00 0
17 209 Wacker-Chemie Italia S.r.L., Peschiera Borromeo/Mailand 100,00 0
18 210 Wacker-Chemie Benelux B.V., Krommenie/Amsterdam 100,00 15
19 211 Wacker Chimie S.A.S., Lyon 100,00 0
20 212 Wacker-Kemi AB, Solna 100,00 0
21 213 Wacker Química Ibérica, S.A., Barcelona 100,00 0
22 217 Siltronic Holding International B.V., Krommenie/Amsterdam 100,00 14
23 218 Wacker-Chemie S.r.o., Prag 100,00 0
24 219 Wacker-Chemie Polska Sp. z o.o., Warschau 100,00 0
25 220 Wacker-Chemie Hungária Kft., Budapest 100,00 0
26 224 OOO Wacker Chemie RUS, Moskau 100,00 0
27 226 Wacker Chemicals Norway AS, Holla 100,00 15
Amerika
28 308 Wacker Quimica do Brasil Ltda., Sao Paulo 100,00 0
29 309 Wacker Mexicana S.A. de C.V., Mexiko, D.F. 100,00 0
30 310 Wacker Chemical Corp., Adrian, Michigan 100,00 15
31 347 Wacker Polysilicon North America L.L.C., Cleveland, Tennessee 100,00 13
32 440 Siltronic Corp., Portland, Oregon 100,00 22
Asien
33 304 Wacker Chemicals (South Asia) Pte. Ltd., Singapur 100,00 0
34 314 Wacker Chemicals Hongkong Ltd., Hongkong 100,00 0
35 317 Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., Parganas/Indien 51,00 0
36 319 Wacker Chemicals Korea Inc., Seoul 100,00 15
37 328 Wacker Chemicals East Asia Ltd., Tokio 100,00 0
38 331 Wacker Chemicals Trading (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 100,00 33
39 334 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Holding Co. Private Ltd.,

Singapur
51,00 0
40 336 Wacker Chemicals Fumed Silica (ZJG) Co. Ltd., Zhangjiagang 51,00 38
41 337 Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd., Zhangjiagang 100,00 43
42 338 Wacker Polymer Systems (WUXI) Co. Ltd., Wuxi 100,00 43
43 343 Wacker Chemicals (China) Company Ltd. (Holding); Shanghai 100,00 0
44 344 Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd., Nanjing 100,00 43
45 345 Wacker Chemicals India Ltd., Mumbai 100,00 15
46 410 Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur 100,00 22
47 411 Siltronic Asia Pte. Ltd., Singapur 100,00 22
48 412 Siltronic Japan Corp., Hikari 100,00 22
Übrige Regionen
49 306 Wacker Chemicals Australia Pty. Ltd., Melbourne 100,00 0
50 346 Wacker Chemicals Middle East Ltd., Dubai 100,00 0
Gemeinschaftsunternehmen 3)
51 158 Thin Materials AG, Eichenau 34,74 0
52 307 Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio 50,00 0
53 335 Dow Corning (ZJG) Holding Co. Private Ltd., Singapur 25,00 0
54 340 Wacker Dymatic (Shunde) Co. Ltd., Guangdong (China) 50,00 43
55 415 Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd, Singapur 50,00 22

Kennzeichen

a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen.

b) Für diese Gesellschaften hat der Vorstand der Wacker Chemie AG zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).

1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG

2) Zahlen des Vorjahres

3) Aufgeführt sind nur die direkten Beteiligungen an der jeweiligen Muttergesellschaft

33 Veröffentlichung

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen.

München, den 21. Februar 2011

Wacker Chemie AG

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Rudolf Staudigl Wilhelm Sittenthaler
Joachim Rauhut Auguste Willems

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.

München, den 21.Februar 2011

Wacker Chemie AG

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Rudolf Staudigl Wilhelm Sittenthaler
Joachim Rauhut Auguste Willems

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Wacker Chemie AG, München, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

München, den 21. Februar 2011

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Organe der Wacker Chemie AG

Stand: 31. Dezember 2010

Aufsichtsrat

Dr. Peter-Alexander Wacker 1, 2, 3

Vorsitzender

Starnberg

Diplom-Kaufmann

Geschäftsführer

Dr. Alexander Wacker

Familiengesellschaft mbH

Vorsitzender des Aufsichtsrats und Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Anton Eisenacker * 1, 2, 3

stv. Vorsitzender

Perach

Industriemeister Chemie

Peter Áldozó *

Burghausen

Personalfachkaufmann

Dr. Konrad Bachhuber *

Shanghai, China

Werkleiter Zhangjiagang, China

Vorsitzender des Board of Directors

Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Co. Ltd.**

Wacker Chemicals Fumed Silica (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd.**

Wacker Polymer Systems (Zhangjiagang) Co. Ltd.** (bis 30. September 2010)

Wacker Polymer Systems (Wuxi) Co. Ltd.**

Mitglied des Board of Directors

Wacker Chemicals (Zhangjiagang) Co. Ltd.***

Wacker Polymer Materials (Shanghai) Co. Ltd.** (bis 30. September 2010)

Wacker Polymer Systems (Nanjing) Co. Ltd.**

Matthias Biebl

München

Rechtsanwalt und Banksyndikus

UniCredit Bank AG

Dr. Werner Biebl

München

Generalstaatsanwalt a. D.

Geschäftsführer

Dr. Alexander Wacker

Familiengesellschaft mbH

Marko Fartelj *

Kirchdorf

Anlagenfahrer

Uwe Fritz * 1

Julbach

Bezirksleiter IG Bergbau Chemie Energie

Bezirk Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Eduard-Harald Klein *

Neuötting

Operator

Manfred Köppl *

Kirchdorf

Industriemechaniker

Franz-Josef Kortüm 1, 2

München

Vorsitzender des Vorstands

Webasto AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Schaeffler GmbH (seit 19. September 2010)

Mitglied des Beirats

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co.KG

ERGO Versicherungsgruppe AG

Seppel Kraus *

Olching

Landesbezirksleiter IG Bergbau Chemie Energie, Bayern

Mitglied des Aufsichtsrats

Hexal AG

Novartis Deutschland GmbH

Dr. Thomas Strüngmann

Tegernsee

Diplom-Kaufmann

Co-Geschäftsführer der Athos Service GmbH

Dr. Bernd W. Voss 3

Kronberg i. T.

Mitglied des Board of Directors

ABB Ltd.

Mitglied des Aufsichtsrats

Continental AG

Dr. Susanne Weiss

München

Rechtsanwältin

Vorsitzende des Aufsichtsrats

ROFA AG

Mitglied des Aufsichtsrats

UniCredit Bank AG

Strenesse AG (seit 1. Dezember 2010)

Mitglied des Aufsichtsrats und Beirats

Giesecke & Devrient GmbH

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

München

Professor emeritus für Biochemie an der LMU, München

Secretary General HFSP Human Frontier Science Program, Strasbourg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

MediGene AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Bayer AG

* Arbeitnehmervertreter

** Verbundene Unternehmen

1 Ständiger Ausschuss: Vorsitzender Dr. Peter-Alexander Wacker

2 Präsidialausschuss: Vorsitzender Dr. Peter-Alexander Wacker

3 Prüfungsausschuss: Vorsitzender Dr. Bernd W. Voss

Vorstand

Dr. Rudolf Staudigl

Vorsitzender

SILTRONIC

Obere Führungskräfte Konzernentwicklung

Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht und Versicherungen

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Mitglied des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Mitglied des Beirats

Deutsche Bank AG

Vorsitzender der Bayerischen Chemieverbände

Dr. Joachim Rauhut

WACKER POLYSILICON

Bilanzierung Konzerncontrolling Finanzen Information Technology Einkauf Rohstoffe Einkauf Technik und Logistik Steuern Region Amerika

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG**

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

MTU Aero Engines Holding AG

MTU Aero Engines GmbH

Mitglied des Beirats

J. Heinrich Kramer Holding GmbH

Dr. Wilhelm Sittenthaler

WACKER SILICONES

Personal/Soziales (Arbeitsdirektor) Forschung und Entwicklung Intellectual Property

Regionen Indien, Asien/Pazifik

Vorsitzender des Vorstands

Siltronic AG** (bis 30. September 2010)

Mitglied des Aufsichtsrats

Siltronic AG (seit 1. Oktober 2010)

Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Chairman of the Board of Directors

Siltronic Samsung Wafer Pte. Ltd.***

Auguste Willems

WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS

Zentrale Ingenieurtechnik

Regionenkoordination

Corporate Security

Werkleitungen

Umwelt/Gesundheit/Safety Product Stewardship

Regionen Europa, Middle East

Mitglied des Beirats

Bayern TÜV Süd AG (seit 11. Februar 2010)

** Verbundene Unternehmen

*** Joint Venture Unternehmen