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Voltabox AG

Annual Report Oct 14, 2020

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Annual Report

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Finanzbericht: 26750384

Voltabox AG

Delbrück

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bericht des Aufsichtsrats

Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand

Vorstand und Aufsichtsrat der Voltabox AG bekennen sich zu der im Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") verdeutlichten Verpflichtung, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen (Unternehmensinteresse). Interessenskonflikte einzelner Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bestanden im Geschäftsjahr 2019 nicht. Eine Aufstellung aller Mandate der Aufsichtsratsmitglieder ist im Konzernanhang enthalten (Note (1)).

Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat der Voltabox AG die ihm nach Gesetz, Satzung, Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand laufend beaufsichtigt und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Darüber hinaus stand der Aufsichtsrat dem Vorstand durchweg beratend zur Seite und wurde bei Fragestellungen von grundlegender Bedeutung in die Diskussion und Entscheidungsfindung eingebunden. Dank der guten Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder konnten auch kurzfristig anstehende Entscheidungen direkt getroffen werden.

Im Februar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Investor Relations-Bereich der Internetseite der Voltabox AG dauerhaft zugänglich gemacht. Die Abweichungen von den Empfehlungen des Kodex und darüber hinausgehende Informationen zur Corporate Governance bei der Voltabox AG sind dort ebenfalls erläutert.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form in den Aufsichtsratssitzungen umfassend über alle Vorgänge von wesentlicher Bedeutung, die allgemeine Geschäftsentwicklung und die aktuelle Lage der Gesellschaft. Dabei ging er insbesondere auf Themen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und des Risikomanagements ein. Der Aufsichtsrat überprüfte die Berichte des Vorstands intensiv und erörterte diese im Gremium. Über die Aufsichtsratssitzungen und Telefonkonferenzen zwischen allen Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat hinaus diskutierten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand bei Bedarf über wichtige Themen. Über außergewöhnliche Ereignisse, die für die Beurteilung des Jahresergebnisses von Bedeutung sind, wurde der Aufsichtsrat in vollem Umfang informiert.

Besetzung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat der Voltabox AG gehörten im Geschäftsjahr 2019 drei Mitglieder an, dies waren in der Zeit vom 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 Klaus Dieter Frers (Vorsitzender), Prof. Dr. Martin Winter (stellvertretender Vorsitzender) und Hermann-Josef Börnemeier.

Prof. Dr. Martin Winter hat zum Geschäftsjahresende sein Amt als stellvertretender Vorsitzender und als Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt. Das Amtsgericht Paderborn hat als zuständiges Registergericht auf Antrag der Gesellschaft am 14. Januar 2020 Herrn Schäfers, Rechtsanwalt, zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2019 kam der Aufsichtsrat im Rahmen von vier ordentlichen Präsenzsitzungen sowie zwei außerordentlichen Telefonkonferenzen und zwecks einer schriftlichen Beschlussfassung zusammen. Der Aufsichtsrat war bei sämtlichen Zusammenkünften vollständig vertreten.

In einer außerordentlichen schriftlichen Beschlussfassung wurde am 15.02.2019 die Beschlussfassung zur Verschmelzung der Accurate - SMART BATTERY SYSTEMS - GmbH und der Voltabox AG getroffen. Die Beschlüsse lagen bis zum 19. Februar 2019 dem Aufsichtsratsvorsitzenden vor.

In der ersten ordentlichen Präsenzsitzung am 20. März 2019 wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand über den Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2018 unterrichtet. Der Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft hat in dieser Sitzung über das Prüfungsverfahren durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung DPR e. V. berichtet und die Auswirkungen auf die Vorjahresvergleichswerte 2017 erläutert. Zudem wurde der Aufsichtsrat über den Ablauf der Prüfung des Jahresabschlusses 2018 unterrichtet. Der Vorstand der Voltabox AG fasste die Wachstumsdynamik der letzten Jahre zusammen und stellte die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 vor. In der Sitzung wurde zudem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly GmbH & Co. KG als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss 2019 vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Am 27. März 2019 erfolgte im Rahmen einer außerordentlichen telefonischen Aufsichtsratssitzung, nach einem Bericht des Aufsichtsrates, die Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses 2018 sowie die Prüfung und Billigung des Konzernabschlusses 2018. Der Wirtschaftsprüfer erläuterte seinen unbeschränkten Bestätigungsvermerk für den Abschluss. Zudem beschloss der Aufsichtsrat, der Hauptversammlung die Ausschüttung eine Dividende in Höhe von 0,03 EUR je Aktie, insgesamt 474.750,00 EUR, aus dem Bilanzgewinn vorzuschlagen. Des Weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung und genehmigte die vom Vorstand vorgeschlagene Einladung.

In der zweiten ordentlichen Präsenzsitzung am 15. Mai 2019 ließ sich der Aufsichtsrat durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung, Auftrags- und Ertragslage des ersten Quartals 2019 informieren. Daneben stand die weitere Vorbereitung der Hauptversammlung im Mittelpunkt.

Am 29. Juni 2019 erfolgte eine außerordentliche telefonische Aufsichtsratssitzung zur einvernehmlichen Beendigung des Dienstvertrages des Vorstandsmitglieds Jörg Dorbandt. Am 02.07.2019 wurde Jörg Dorbandt als Vorstand auf Basis des gefassten Beschlusses abberufen.

In der dritten ordentlichen Präsenzsitzung am 5. September 2019 stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung, Auftrags- und Ertragslage des zweiten Quartals 2019 vor. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über Details der Prognoseanpassung für das Gesamtjahr 2019 und die getroffenen und angestrebten Maßnahmen zur Kostenanpassung.

In der vierten ordentlichen Präsenzsitzung am 17. Dezember 2019 informierte sich der Aufsichtsrat durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung, Auftrags- und Ertragslage des dritten Quartals 2019. Dabei stellte der Vorstand die Planung für das Geschäftsjahr 2020 vor, die vom Aufsichtsrat genehmigt worden ist. Zudem berichtete der Vorstand über die Beteiligung an dem Flottenmanagement- Start-Up ForkOn GmbH.

Bildung von Ausschüssen

Wie bereits in der Vergangenheit hat der dreiköpfige Aufsichtsrat der Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2019 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet und alle anstehenden Themen im Gesamtgremium behandelt.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019

Die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer des Geschäftsjahres vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 bestellt und durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates entsprechend beauftragt. Eine Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex liegt dem Aufsichtsrat vor.

Gegenstand der Abschlussprüfung war der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Voltabox AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019, der vom Vorstand gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019, der zusammengefasste Lagebericht des Voltabox-Konzerns und der Voltabox AG, sowie der Abhängigkeitsbericht.

Zum Abschluss der Prüfung hat die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht des Voltabox-Konzerns und der Voltabox AG jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat außerdem festgestellt, dass das vom Vorstand eingerichtete Informations- und Überwachungssystem geeignet ist, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Jedem Mitglied des Aufsichtsrats wurden vom Abschlussprüfer die zu prüfenden Unterlagen über den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht des Voltabox-Konzerns und der Voltabox AG, den Vorschlag über die Verwendung des Jahresüberschusses sowie der Bericht über die Abschlussprüfung zur Verfügung gestellt. Über die Prüfung wurde in der Aufsichtsratssitzung am 20. August 2020 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Aufsichtsrat ist in seiner Sitzung vom 20. August 2020 zudem dem Vorschlag des Vorstands gefolgt, angesichts des negativen Ergebnisses im Einzelabschluss nach HGB auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.

Dem Aufsichtsrat wurde eine Abhängigkeitsberichterstattung für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Dieser Bericht wurde durch den Vorstand der Voltabox AG aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat einen Bestätigungsvermerk für diesen Bericht erteilt und dem Aufsichtsrat die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Bericht geprüft und wird der Hauptversammlung darüber berichten und erklären, dass keine Einwände gegen den Bericht des Vorstandes vorliegen.

Von dem Recht zur Einsichtnahme in die Bücher und Schriften der Gesellschaft hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen Gebrauch gemacht.

Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die im Jahr 2019 sowie im bisherigen Jahr 2020 geleistete Arbeit aus.

Delbrück, 20. August 2020

Für den Aufsichtsrat

Klaus Dieter Frers, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Satzungsmäßiger Geschäftsgegenstand der Voltabox AG (nachfolgend auch "Unternehmen", "Gesellschaft" oder "Voltabox") ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Lösungen für die Elektromobilität - insbesondere Li-Ionen-Batteriesysteme - sowie die Verwaltung von Patenten, Lizenzen und Gebrauchsmustern. Die Gesellschaft kann andere Gesellschaften im In- und Ausland erwerben oder sich an solchen beteiligen, Zweigniederlassungen errichten, die Geschäftsführung und Vertretung anderer Unternehmen übernehmen und Unternehmensverträge abschließen sowie alle sonstigen Maßnahmen ergreifen und Rechtsgeschäfte vornehmen, die zur Erreichung und Förderung des Gesellschaftszweckes zu dienen geeignet erscheinen, soweit sie keiner gesonderten Erlaubnis bedürfen.

Das Geschäftsmodell des Voltabox-Konzerns (nachfolgend auch "Voltabox") basiert auf der eigenständigen Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von hoch entwickelten Batteriesystemen für den Einsatz in industriellen Teilmärkten sowie in margenstarken, ausgewählten Massenmärkten. Dabei profitiert Voltabox insbesondere von der konsequenten Modularisierung und Skalierbarkeit der einzelnen Komponenten, einschließlich der Software für das Batteriemanagement. Die Modularität der Voltabox-Batteriesysteme und die weitgehend automatisierte Fertigung ermöglichen eine zügige Markteinführung von gleichzeitig in hohem Maße auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Systeme.

Hardware und Software der Module wie auch der Batteriesysteme werden kontinuierlich weiterentwickelt und aufeinander abgestimmt, um die Effizienz, Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Produkte und somit den technologischen Vorsprung sicherzustellen. Dem selbst entwickelten und ebenfalls modular aufgebauten Batteriemanagementsystem kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zu, da dieses essentiell für die Leistungsfähigkeit des gesamten Batteriesystems ist.

Neben dem Kerngeschäft, das im Wesentlichen aus industriellen Anwendungen besteht, entwickelt und fertigt Voltabox auch hochwertige Lithium-Ionen-Batterien für ausgewählte Bereiche im Massenmarkt. Hier liegt der Fokus einerseits auf Starterbatterien für Hochleistungs- Motorräder und Sportwagen. Dabei ersetzen die Voltabox-Batterien herkömmliche Blei-Säure-Batterien. Weiterhin entwickelt, produziert und vertreibt Voltabox auch standardisierte Batteriesysteme, sogenannte Akku- Packs, die vornehmlich in Pedelecs und E-Bikes zum Einsatz kommen.

Der Automatisierungsgrad der Serienfertigung wird laufend weiter erhöht, um somit über den Lebenszyklus der einzelnen Produktreihen hinweg die Kostenstruktur zu verbessern. In diesem Sinne stellt die Serienfertigung der diversen Batteriemodule mit unterschiedlichen Zellformaten und unterschiedlicher Zellchemie ein eigenständiges Innovationsfeld im Unternehmen dar. Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden bei Voltabox insgesamt acht linienintegrierte Industrieroboter in der Fertigung eingesetzt.

Konzernstruktur

Die Voltabox Aktiengesellschaft (im Folgenden: Voltabox AG) mit Sitz in 33129 Delbrück, Artegastraße 1, Deutschland, ist eine nach deutschem Recht errichtete Aktiengesellschaft. Die Aktien der Voltabox AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Prime Standard gehandelt. Rund 58 % des Grundkapitals befindet sich bislang im Eigentum der ebenfalls an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Prime Standard notierten paragon GmbH & Co. KGaA. Insofern stellt die Voltabox AG einen Teilkonzern ihrer Muttergesellschaft paragon GmbH & Co. KGaA dar. Am 3. März 2020 gab die paragon GmbH & Co. KGaA bekannt, einen Prozess mit dem Ziel der Veräußerung der Tochtergesellschaft Voltabox angestoßen zu haben. Das Spektrum der Optionen reicht demnach von einem Teilverkauf bis hin zu einem Komplettverkauf. im Eigentum der ebenfalls an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Prime Standard notierten paragon GmbH & Co. KGaA. Insofern stellt die Voltabox AG einen Teilkonzern ihrer Muttergesellschaft paragon GmbH & Co. KGaA dar. Die Voltabox AG hat ihren Verwaltungssitz in Delbrück.

Zum Konsolidierungskreis des Voltabox-Konzerns gehören die 100-prozentigen Tochtergesellschaften Voltabox of Texas, Inc. (Cedar Park, Texas, USA), Voltabox of North America, Inc. (Cedar Park, Texas, USA) sowie die Voltabox Kunshan Co., Ltd. (Kunshan, China). An der ForkOn GmbH (Haltern am See) hält die Voltabox AG eine Beteiligung in Höhe von 9,45 %.

Die ACCURATE - SMART BATTERY SYSTEMS - GmbH (Korntal-Münchingen) wurde im Geschäftsjahr 2019 mit der Voltabox AG verschmolzen. Zudem wurde die Concurrent Design, Inc. (Texas) im Geschäftsjahr 2019 mit der Voltabox of Texas, Inc. verschmolzen.

Im zweiten Quartal 2020 wurde das Entwicklungszentrum Markgröningen an den Hauptsitz der Voltabox AG verlagert. Der Standort Aachen ist im Rahmen der inzwischen rückabgewickelten Veräußerung von Schutzrechten des Produktsegments Voltamotion abgestoßen worden.

Unternehmensstrategie

Der strategische Fokus der Voltabox AG liegt auf der Gewinnung strategisch bedeutender Kunden und Marktanteile in bestimmten schnell wachsenden industriellen Teilmärkten der Elektromobilität innerhalb des Investitionsgütermarktes. Hierzu zählen neben dem öffentlichen Personennahverkehr (insbesondere Trolleybusse sowie die Umrüstung von Diesel-Bussen auf Elektroantrieb), der Intralogistik (insbesondere Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme) und Bergbauanwendungen (insbesondere Fahrzeuge im Untertagebau) auch Fahrzeuge im Bereich Land- und Bauwirtschaft (insbesondere Hof-, Rad- und Teleradlader). Auf dieser Basis soll künftig auch der Konsumentenmarkt gezielt für einzelne Anwendungen erschlossen werden. Bereits heute ist Voltabox in ausgewählten Massenmärkten aktiv, unter anderem im Bereich von Starterbatterien (insbesondere für Motorräder) sowie von standardisierten Batteriesystemen und Akku-Packs (insbesondere für Pedelecs und E-Bikes). Für den Eintritt in den globalen Pkw-Massenmarkt adressiert Voltabox einzelne Nischen und beliefert zunächst ausgewählte Projekte und Modelle mit maßgeschneiderten Batteriesystemen.

Charakteristisch für die industriellen Teilmärkte ist die Substitution von Blei-Säure-Batterien oder Diesel-Notstrom-Aggregaten durch moderne Lithium-Ionen- Batteriesysteme - im Fall des Marktsegments ÖPNV auch die Umrüstung von einem herkömmlichen Verbrenner auf E-Antrieb. Voltabox profitiert direkt von diesen an- haltenden Substitutionseffekten, die aus der Gesamtkostenbetrachtung (einschließlich der ökologischen Vorteile) der Anwender sowie der Zunahme regulatorischer Treiber resultieren. Der weltweite Marktzugang erfolgt hier in der Regel durch führende Kooperationspartner in den jeweiligen Teilmärkten.

Zukünftig beschäftigt sich Voltabox auch mit weiteren Teilmärkten wie etwa der Elektrifizierung von Schienenfahrzeuganwendungen (Lokomotiven), EV-Busse sowie -Lkw und Automotive-Anwendungen.

Voltabox hat sich in der Elektromobilität strategisch als Pionier für leistungsstarke Batteriesysteme positioniert. Die Marktposition beruht dabei auf vier Stärken:

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Technologie: technologischer Vorsprung gegenüber Wettbewerbern
Modularisierung: schnelle und kosteneffiziente Entwicklung auf Basis eines Baukastenprinzips
Spezial-Applikationen und Gesamtfahrzeugverständnis: Optimale Systemanpassung für die jeweils beim Kunden relevante Applikation
Automation: kostengünstige und skalierbare Produktion in Serie

Die Wettbewerbsstrategie von Voltabox ist dabei im Wesentlichen in Form einer Nischenstrategie definiert. Diese Nischenstrategie einer Diversifikation bietet mittelfristig auch große Absatzchancen in weiteren Teilmärkten, in denen ähnliche Substitutionseffekte zu erwarten sind bzw. einsetzen werden. Entscheidend hierfür sind regelmäßig die besonders hohen Anforderungen der Anwender an die Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit der von Voltabox entwickelten Lithium-Ionen-Batteriesysteme.

Für das weitere Unternehmenswachstum hat die Gesellschaft zwei Ebenen definiert:

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Ausbau der Marktposition in bereits besetzten Endmärkten (Marktdurchdringung) sowie Erschließung neuer Endmärkte (Marktentwicklung) im Kerngeschäftsfeld Voltapower sowie im Produktsegment Voltaforce
Erweiterung des bestehenden Produktportfolios durch standardisierte Batteriesysteme, um ausgewählte Segmente des Massenmarktes zu erschließen (horizontale Diversifikation)

Steuerungssystem

Neben einer hohen Innovationsdynamik prägen flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege die organisatorischen Grundlagen von Voltabox. Die Gesellschaft hat darüber hinaus den Charakter eines mittelständischen Unternehmens und verbindet eine langfristige, strategische Ausrichtung mit der Integrationskraft einer dynamisch wachsenden börsennotierten Gesellschaft.

Der Vorstand der Voltabox AG unterzieht seine Strategie einem regelmäßigen Abgleich mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung. Im Rahmen von Zielgesprächen werden auf Managementebene die daraus resultierenden Folgeaktivitäten festgelegt sowie optimierende Maßnahmen oder grundlegende Richtungsänderungen eingeleitet.

Zur besseren Beurteilung der wirtschaftlichen Lage sowie zur besseren Planung und Steuerung der betrieblichen Leistungsprozesse wird das ERP-System Microsoft Dynamics AX konzernweit genutzt.

Die Voltabox AG verfügt über ein umfassendes Planungs- und Kontrollsystem zur operativen Umsetzung der strategischen Planung. Dies beinhaltet unter anderem ein kontinuierliches Controlling der Monats- und Jahresplanungen. Der Vorstand sowie der Aufsichtsrat der Voltabox AG erhalten auf der Grundlage einer regelmäßigen Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung ein ausführliches Reporting. Diese Berichte dokumentieren mögliche Abweichungen von den Plangrößen in einem Soll-Ist-Vergleich und bilden die Basis für unternehmerische Entscheidungen. Ein weiteres wichtiges Steuerungsinstrument sind die regelmäßigen Zusammenkünfte der Führungskräfte, in denen die aktuelle geschäftliche Entwicklung und ein Ausblick auf die mittel- und langfristige Perspektive erörtert werden, sowie regelmäßige Projektstatusmeetings.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Der Vorstand bedient sich regelmäßig wesentlicher Kennzahlen, um den wirtschaftlichen Erfolg der operativen Umsetzung seiner Unternehmensstrategie messen zu können. Das Steuerungssystem berücksichtigt dabei in der Art und/​oder Höhe einmalige bzw. außerordentliche Effekte auf die Leistungsindikatoren, die im Aufbau der Geschäftstätigkeit begründet sind. Aufgrund der dynamischen Geschäftsentwicklung werden die internen Zielgrößen in der Regel - abhängig vom jeweiligen Planungshorizont - als Bandbreiten für die Messung und Steuerung der operativen Leistungsfähigkeit festgelegt.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 hat der Voltabox- Konzern eine Umstellung bei den finanziellen Leistungsindikatoren vorgenommen. Ursprüngliche Leistungsindikatoren waren Konzernumsatz, EBITMarge, Investitionen und zuletzt auch der Freie Cashflow. Unter anderem vor dem Hintergrund des seitens der Mehrheitsgesellschafterin angestoßenen Verkaufsprozesses richtet der Voltabox-Konzern seine interne Steuerung stärker auf marktwertorientierte Kennzahlen aus. Aus diesem Grund wird der Leistungsindikator EBIT-Marge durch die EBITDA-Marge ersetzt. Die Investitionen bilden in der aktuellen Unternehmenssituation keinen finanziellen Leistungsindikator mehr. Für die Voltabox AG gelten Umsatz und EBITDA-Marge ebenfalls als finanzielle Leistungsindikatoren.

Konzernumsatz

Der Umsatzbeitrag von einzelnen Produktreihen variiert grundsätzlich in den unterschiedlichen Phasen ihrer Produktlebenszyklen. Die in der Regel jungen Teilmärkte der Elektromobilität wachsen mit unterschiedlicher Dynamik. Die künftigen jährlichen Steigerungsraten des Umsatzwachstums hängen dabei vom Mix des jeweiligen Anwendungsbereichs ab. Insofern unterliegt der Konzernumsatz unterschiedlichen Einflussfaktoren, was in der Berichterstattung zur Prognose durch die Angabe eines Zielkorridors (Bandbreite) Rechnung getragen wird.

EBITDA-Marge

Die EBITDA-Marge zeigt die operative Ertragskraft der Voltabox AG und trägt zudem dem aktuellen Fokus auf die Cashflow-Entwicklung des Unternehmens Rechnung. Weiterhin stellt die Höhe der aktivierten Entwicklungsleistungen gem. IAS 38 (als Investitionen in immaterielle Vermögenswerte) eine wesentliche Einflussgröße in der Unternehmenssteuerung dar. In der Berichterstattung zur Prognose erfolgt die Angabe des EBITDA als relative Kennzahl.

Freier Cashflow

Der Freie Cashflow (FCF) spiegelt die Innenfinanzierungskraft des Voltabox-Konzerns wieder und ist damit aufgrund der bestehenden Expansionsziele ein entscheidender Leistungsindikator für den Unternehmenserfolg. Unter Berücksichtigung des parallelen Aufbaus von dynamischen Kundenprojekten und in diesem Kontext stetigen Optimierungen des Produktportfolios in Form von Investitionen in immaterielle Vermögenswerte verwendet der Vorstand im Rahmen der Prognose eine qualitative Angabe hinsichtlich des Niveaus des angestrebten Cashflows.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung als innovativer Anbieter technologisch anspruchsvoller und qualitativ hochwertiger Elektromobilitätslösungen nutzt der Vorstand im Rahmen seiner Unternehmenssteuerung auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren.

Diese sind für die Steuerung des Voltabox-Konzerns nicht wesentlich.

Mitarbeiter

Für den inmitten des Megatrends Elektromobilität positionierten Voltabox-Konzern bedeutet der hohe Bedarf an Fachkräften durch die dynamisch wachsende Branche, dass neben gut ausgebildeten Entwicklern ins- besondere auch solche Mitarbeiter gewonnen werden müssen, die Projekte managen, den Vertrieb aussteuern und die Nähe zum Kunden pflegen können.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden insgesamt 86 Stellen abgebaut (Vorjahr: 145 Neueinstellungen). Davon entfielen 31 (Vorjahr: 51 Neueinstellungen) auf die Tochtergesellschaft Voltabox of Texas. Die Fluktuationsquote stieg vor dem Hintergrund der Personalmaßnahmen auf 31,0 % (Vorjahr: 6,9 %). Der Anteil der bei Voltabox beschäftigten weiblichen Mitarbeiter hat sich mit 17,3 % erhöht (Vorjahr: 14,1 %). Mit 50,8 % ist zudem die Akademikerquote leicht gestiegen (Vorjahr: 45,5 %). Die Schwerbehindertenquote lag bei 0 % (Vorjahr: 0 %). Das Durchschnittsalter blieb quasi unverändert bei 38,5 Jahren (Vorjahr: 38,3) und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit ist auf 1,6 Jahre gestiegen (Vorjahr: 0,9 Jahre).

Entwicklung der Mitarbeiter im Voltabox Konzern:

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31.12.2019 31.12.2018 Veränderung

in
Anzahl Mitarbeiter 191 235 -18,7 %
davon in der Entwicklung beschäftigt 71 81 -12,3 %
Anzahl Leiharbeitskräfte 0 42 -100,0 %
davon in der Entwicklung beschäftigt 0 0 0,0 %

Der Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 13,6 Mio. Euro). Dabei entfielen 13,1 Mio. Euro (Vorjahr: 12,0 Mio. Euro) auf Lohn- und Gehaltskosten, 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) auf soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sowie 0,8 Mio. (Vorjahr: 1,7 Mio.) auf Aufwendungen für Leiharbeitskräfte.

Verteilung der fest angestellten Mitarbeiter auf die Konzern-Standorte:

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31.12.2019 31.12.2018 Veränderung
Delbrück (Konzernzentrale, Nordrhein-Westfalen) 134 139 -3,6 %
Aachen (Nordrhein-Westfalen); bis 31.12.2019 10 10 0,0 %
Markgröningen (Baden-Württemberg) 7 16 -56,3 %
Deutschland Gesamt 151 165 -8,5 %
Cedar Park (Texas, USA) 39 70 -44,3 %
Kunshan (China) 1 0 100,0 %
Ausland Gesamt 40 70 -42,9 %

Qualität und Umwelt

Die Voltabox AG hat an ihren deutschen Standorten sowie bei der Voltabox of Texas, Inc. ein Managementsystem nach dem Standard der IATF 16949 und der ISO 9001 aufgebaut. Der Standort Delbrück ist seit dem Jahr 2018 zertifiziert. Der Aufbau eines interaktiven und prozessorientierten Managementsystems sichert das konzernweite Wissensmanagement in allen Stufen der Produktentstehung und Produktrealisierung ab.

Die Anforderungen an den Umwelt- und Arbeitsschutz haben wir in unserem Managementsystem integriert und sind somit ein fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds. Die Wirksamkeit lassen wir uns jährlich durch eine Auditierung nach DIN EN ISO 14001 bestätigen.

Sonstige Steuerungsgrößen

Zur Steuerung von Voltabox werden neben den bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen verwendet. Diese sonstigen Steuerungsgrößen sind im Vergleich zu den Leistungsindikatoren von nachrangiger Bedeutung. Als Indikatoren zur Steuerung bzw. Gradmesser für die Fortentwicklung zieht der Vorstand insbesondere die Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung, die Materialwirtschaft und die Freie Liquidität heran.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2019 aktivierte Voltabox insgesamt 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: EUR 3,0 Mio. Euro) für Entwicklungsaufwendungen. Dies entspricht einem Anteil von 13,7 % des Umsatzes (Vorjahr: 4,5 %). Die Quote der aktivierten Entwicklungskosten belief sich auf etwa 75,5 % (Vorjahr: 37,9 %) der gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten. Über den Zeitraum von 2011 bis 2019 betrug die Quote der kumulierten aktivierten Entwicklungskosten im Verhältnis zu den gesamten Entwicklungskosten 81,5 %. Die entsprechende Aktivierung dieser Eigenleistungen sieht der Vorstand auch der Höhe nach im Branchenvergleich als angemessen an.

Die Zahl der in der Forschung & Entwicklung eingesetzten Mitarbeiter reduzierte sich im Berichtsjahr um 12,3 % auf insgesamt 71 (Vorjahr: 81). Hierzu trug die erhöhte Fluktuation aufgrund der Fokussierungsstrategie bei. Das entspricht einer Quote von rund 37,2 % (Vorjahr: 29,3 %) der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter zum Bilanzstichtag.

Materialwirtschaft

Mit der zunehmend automatisierten Serienproduktion und einem breit gefächerten Portfolio an Batteriemodulen und -systemen nimmt die Materialwirtschaft bei Voltabox eine besondere Stellung ein. Im Berichtsjahr lag die Materialeinsatzquote (ermittelt aus dem Verhältnis Materialaufwand zu Umsatz und Bestandsveränderung) bei 82,1 % (Vorjahr: 56,4 %). Batteriezellen, die von den global führenden Zellherstellern in großen Stückzahlen eingekauft werden, stellen als Vorprodukte für die Batteriemodule den größten Anteil der Materialkosten dar. Insbesondere aufgrund von kleineren Serienbelieferungen ergab sich eine hohe Materialeinsatzquote, da Skalierungseffekte nicht wie erforderlich genutzt werden konnten.

Liquidität

Die Wachstumsstrategie der Voltabox AG beinhaltet neben dem organischen Ausbau des Angebotsportfolios und der entsprechenden Produktionskapazitäten die Akquisition von Unternehmen bzw. komplementärer Technologie. Das Geschäftsmodell der Voltabox AG erfordert eine laufende Verfügbarkeit von liquiden Mitteln in hinreichendem Ausmaß. Schließlich trägt die Liquiditätsplanung der Gesellschaft zur internen Steuerung der Bilanzstruktur bei.

Die liquiden Mittel haben sich zum jeweiligen Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:

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[In TEUR] 2019 2018
Liquide Mittel 5.036 28.234

Finanzmanagement

Das Finanzmanagement der Gesellschaft beinhaltet kein eigenständiges Zielsystem. Vielmehr nutzt der Vorstand das interne Finanzmanagement zur betriebswirtschaftlichen Planung und Kontrolle der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie. In diesem Zusammenhang wird eine umfassende Finanzplanung auf Basis der revolvierenden Absatzplanung betrieben, aus der sich dann jeweils die Investitions- und Liquiditätspläne für die Produktsegmente Voltapower und Voltaforce ableiten. Darüber hinaus werden die Tochtergesellschaften monatlich auf Konzernebene konsolidiert.

Dividendenpolitik

Der Vorstand hat eine Dividendenpolitik formuliert, die dem strategischen Unternehmensziel des ertragreichen Wachstums gerecht werden soll. Damit soll einerseits den Voltabox-Aktionären mittelfristig die Wertsteigerung ihrer Anteile durch Dividendenzahlungen ermöglicht werden, um einen zusätzlichen Anreiz für langfristige Investitionsentscheidungen zu setzen. Andererseits soll gerade in der kapitalintensiven Wachstumsphase des Unternehmens die verfügbare Liquidität möglichst profitabel investiert werden. Künftige Unternehmensgewinne sollen daher thesauriert werden. Langfristig hält der Vorstand eine Auszahlungsquote im Bereich von 20 bis 40 % des im HGB-Einzelabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinns der Voltabox AG allerdings für angemessen.

Angesichts des negativen Ergebnisses gemäß HGB-Einzelabschluss der Voltabox AG verzichten Vorstand und Aufsichtsrat auf die Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2019. Sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind, wird die Ausschüttung einer Dividende wieder aufgenommen.

Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vergütung des Vorstands, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Daher haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vergütung des Vorstands vorgesehenen Mustertabellen der Regierungskommission Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) im Vergütungsbericht zu verwenden.

Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einer jährlichen Festvergütung, Nebenleistungen sowie einer einjährigen variablen Vergütung zusammen. Im Geschäftsjahr sind neben der Festvergütung und der Nebenleistung zugunsten eines ehemaligen Vorstandsmitgliedes Vergütungen aus Leistungen nach Beendigung des Anstellungsverhältnisses gewährt worden und im abgeschlossenen Geschäftsjahr teilweise zugeflossen. Für den variablen Vergütungsanteil ist eine Deckelung (Minimum/​Maximum) nicht vorgesehen. Ein mehrjähriger variabler Vergütungsanteil wurde nicht vereinbart. Schließlich umfasst die Gesamtvergütung noch einen Versorgungsaufwand nach IAS 19. Dieser wird gem. DCGK als Bestandteil der Gesamtvergütung mit aufgenommen, auch wenn es sich dabei nicht um eine neu gewährte Zuwendung im engeren Sinne handelt, sondern eine Entscheidung des Aufsichtsrats in der Vergangenheit weiterwirkt.

Die Gesamtvergütung des Vorstands enthält Gehälter und kurzfristige Leistungen in Höhe von TEUR 488 (Vorjahr: TEUR 596) und umfasst feste Bestandteile in Höhe von TEUR 488 (Vorjahr: TEUR 486) sowie variable Bestandteile in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 110). Die wesentlichen variablen Vergütungsbestandteile orientieren sich am EBIT nach IFRS und der positiven Entwicklung des Aktienkurses des Unternehmens, verglichen jeweils am Bilanzstichtag.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen der Mitglieder des Vorstands:

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Gewährte Zuwendungen [Angaben in Euro] Jürgen Pampel, Vorstandsvorsitzender, CEO Jörg Dorbandt, Vorstand, COO Andres Klasing, Vorstand, CFO
Eintrittsdatum: 09.08.2017 Eintrittsdatum: 01.12.2018 Austrittsdatum: 01.07.2019 Eintrittsdatum: 09.08.2017 Austrittsdatum: 29.11.2018
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2019 2018 2019 2018 2019 2018
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Festvergütung 210.000 168.000 85.000 17.000 0 135.667
Leistungen nach Beendigung des Anstellungsverhältnisses 0 0 135.000 928 0 136.333
Nebenleistungen 52.068 21.307 5.800 17.928 0 6.488
Summe 262.068 189.307 225.800 0 0 278.488
Jährlicher Betrag anzurechnen auf die mehrjährige variable Vergütung * 0 38.000 0 0 0 72.333
Gesamtvergütung 262.068 227.307 225.800 37.874 0 350.821

* Gedeckelt (Maximum) und in Teilen als mehrjähriger variabler Vergütungsanteil, der positiven und negativen Entwicklungen Rechnung trägt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr zugeflossenen Zuwendungen der Mitglieder des Vorstands:

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Zufluss [Angaben in Euro] Jürgen Pampel, Vorstandsvorsitzender, CEO Jörg Dorbandt, Vorstand, COO Andres Klasing, Vorstand, CFO
Eintrittsdatum: 09.08.2017 Eintrittsdatum: 01.12.2018 Austrittsdatum: 01.07.2019 Eintrittsdatum: 09.08.2017 Austrittsdatum: 29.11.2018
--- --- --- --- --- --- ---
2019 2018 2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 210.000 168.000 85.000 17.000 0 135.667
Leistungen nach Beendigung des Anstellungsverhältnisses 0 0 135.000 928 0 136.333
Nebenleistungen 52.068 21.307 5.800 17.928 0 6.488
Summe 262.068 189.307 225.800 0 0 278.488
Jährlicher Betrag anzurechnen auf die mehrjährige variable Vergütung * 0 38.000 0 0 0 72.333
Gesamtvergütung 262.068 227.307 225.800 37.874 0 350.821

* Gedeckelt (Maximum) und in Teilen als mehrjähriger variabler Vergütungsanteil, der positiven und negativen Entwicklungen Rechnung trägt.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des ersten Aufsichtsrats wird satzungsgemäß von der Hauptversammlung festgelegt, die über die Entlastung der Mitglieder des ersten Aufsichtsrats beschließt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten satzungsgemäß eine feste Vergütung in Höhe von TEUR 10. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält TEUR 20, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält TEUR 15 pro Geschäftsjahr. Gehört ein Mitglied dem Aufsichtsrat nur einen Teil des Geschäftsjahres an, bestimmt sich die Vergütung zeitanteilig. Soweit die Vergütung dem Quellensteuerabzug unterliegt, erfolgt die Auszahlung in Höhe des um die einzubehaltende Quellensteuer gekürzten Vergütungsbetrages.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in eine von der Gesellschaft zu Gunsten der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossene Vermögensschadenhaftpflichtversicherung einbezogen.

Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats Ersatz ihrer bei Wahrnehmung ihres Amts entstandenen angemessenen und nachgewiesenen Auslagen sowie des eventuell auf die Aufsichtsratsvergütung entfallenden Umsatzsteuerbetrages, soweit sie berechtigt sind, der Gesellschaft die Umsatzsteuer gesondert in Rechnung zu stellen und dieses Recht auszuüben.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr eine feste Vergütung in Höhe von TEUR 45 erhalten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder:

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[Angaben

in EUR]
Klaus Dieter Frers, Vorsitzender des Aufsichtsrats Prof. Dr. Martin Winter, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Hermann Börnemeier, Mitglied des Aufsichtsrats
2019 2018 2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 20.000 20.000 15.000 15.000 10.000 10.000
Gesamtvergütung 20.000 20.000 15.000 15.000 10.000 10.000

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Oktober 2019 wies der Internationale Währungsfonds ("IWF") in seinem Weltwirtschaftsausblick 1 darauf hin, dass sich das in den letzten drei Quartalen des Jahres 2018 deutlich verlangsamte globale Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2019 nur geringfügig stabilisiert habe. Die Wirtschaftsleistung sei in diesem Jahr insbesondere durch die nachlassende Dynamik in der Produktionstätigkeit geprägt. Die Ökonomen betonten, dass der Ausblick vor dem Hintergrund von zunehmenden Handelsstreitigkeiten und geopolitischen Spannungen prekär bleibt. Das Geschäftsklima und das globale Vertrauen in Politik und Märkte seien beeinträchtigt. Das weltweite Wirtschaftswachstum wurde für das Jahr 2019 auf 3,0 % geschätzt - dem niedrigsten Stand seit den Krisenjahren 2008 und 2009 und darüber hinaus ein signifikanter Rückgang gegenüber dem Wachstum von 2017 bis 2018. Noch im April war für das Jahr 2019 ein globales Wachstum von 3,3 % erwartet worden. Die ungleiche Verteilung des Wirtschaftswachstums zwischen den entwickelten Volkswirtschaften (1,7 %) und den Schwellenländern (3,9 %) blieb weiterhin bestehen - die Anpassung des erwarteten Wirtschaftswachstums fiel in beiden Klassen annähernd gleich scharf aus. Im Einzelnen wurde das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 in den USA auf 2,9 % (Vorjahr: 2,9 %), in den EURO-Staaten auf 1,2 % (Vorjahr: 1,9 %), in Deutschland auf 0,5 % (Vorjahr: 1,5 %) und in China auf 6,1 % (Vorjahr: 6,6 %) geschätzt.

In diesem noch guten weltwirtschaftlichen Umfeld ist die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr das neunte Jahr in Folge gewachsen, das Wachstum hat allerdings erneut an Schwung verloren und liegt deutlich unter dem Durchschnitt für die entwickelten Volkswirtschaften.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ("Destatis") 2 hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2019 preis-, saison- und kalenderbereinigt nicht verändert (Vorjahr: ± 0,9 %), nach einer Steigerung um 0,1 % (Vorjahr: 1,1 %) im dritten Quartal, einem Rückgang um 0,1 % (Vorjahr: 2,3 %) im zweiten Quartal und einer Steigerung um 0,4 % (Vorjahr: 1,4 %) im ersten Quartal. Die für die Automobilindustrie wichtigen privaten Konsumausgaben stützten auch im vierten Quartal mit einem bereinigten Wachstum von 1,2 % (Vorjahr: 1,0 %) neben den staatlichen Ausgaben das BIP, nach 0,4 % (Vorjahr: 0,2 %) im dritten Quartal, 0,1 % (Vorjahr: 1,0 %) im zweiten Quartal und 1,2 % (Vorjahr: 1,7 %) im ersten Quartal.

Als Hersteller von Batteriesystemen für industrielle Anwendungen erwirtschaftete Voltabox im Geschäftsjahr 2019 den Großteil der Umsatzerlöse im Marktsegment Intralogistik (insbesondere Gabelstapler und fahrerlose Transportfahrzeuge). Darüber hinaus wurden Umsätze vor allem auch mit Kunden in den Bereichen Trolleybusse, Pedelecs und E-Bikes, Anwendungen der Land- und Bauwirtschaft sowie Bergbaufahrzeuge realisiert. Die Aktivitäten von Voltabox konzentrieren sich auf Geschäftspartner in Deutschland, der Europäischen Union und den USA. Diese wiederum verkaufen die von ihnen produzierten Fahrzeuge bzw. Systeme weltweit.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist für Voltabox damit insofern von Bedeutung, als sie sich auf die Absatzchancen der von ihr belieferten Fahrzeug- bzw. Systemhersteller und damit auch indirekt auf die Nachfrageentwicklung der jeweiligen Endanwender nach den Produkten von Voltabox auswirkt.

1 https:/​/​www.imf.org/​en/​Publications/​WEO/​Issues/​2019/​10/​01/​world-economic-outlook-october-2019

2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15. Januar 2020 - 018/​2020

Marktentwicklung 2019

Das Berichtsjahr war, trotz der im Jahresverlauf weiter belastenden konjunkturellen Rahmenbedingungen, von einer anhaltenden Dynamik in den für Voltabox relevanten industriellen Teilmärkten und insbesondere auch in den adressierten Massenmärkten geprägt. Diese Entwicklung basierte neben den in der Industrie anhaltenden Substitutionseffekten, indem Diesel-Notstrom-Aggregate bzw. Blei-Säure-Batterien durch moderne Lithium-Ionen-Batteriesysteme ersetzt werden, auch durch den verstärkt gesellschaftlichen getriebenen Trend zur Elektromobilität in den Konsumgütermärkten.

Das Marktforschungsinstitut IDTechEx schätzt in seinem Bericht "Industrial and Commercial Electric Vehicles on Land 2017 - 2027" 3 das Wachstum in den von Voltabox derzeit besetzten Marktsegmenten (Trolleybusse, Gabelstapler und AGVs, Bergbaufahrzeuge, Fahrzeuge für die Bau- und Landwirtschaft, Pedelecs und E-Bikes, Golf Carts sowie Motorräder) im Jahr 2019 auf 11 %.

Trolleybusse, auch Oberleitungsbusse genannt, bilden ein Teilsegment innerhalb des Marktes für elektrische Busse, mit weltweit insgesamt rund 40.000 Fahrzeugen in 370 Städten und 47 Ländern. 4 Aufgrund der steigenden Elektrifizierung von Bussen profitieren auch Trolleybusse zunehmend von der rasanten Entwicklung der Antriebstechnik, der elektrischen Energiespeicher und der Ladeinfrastruktur.

Der Fachverband Fördertechnik und Intralogistik des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) 5 erwartet für das Jahr 2019 eine Stagnation der deutschen Intralogistikbranche. Nach einem ursprünglich avisierten Wachstum von 3 % wurde die Prognose aufgrund einer abgeschwächten Auftragslage angepasst. Asien stellt weiterhin den größten Absatzmarkt für Intra- logistik-Anwendungen - insbesondere Gabelstapler - dar. 6 Allerdings ist der Trend zur Elektrifizierung in den westlichen Industrieländern am weitesten fortgeschritten, wobei Europa als der größte Einzelmarkt für elektrisch (mit Blei-Säure-Batterien) betriebene Gabelstapler gilt. Im Jahr 2019 haben mehrere führende OEMs von Intralogistik- Anwendungen, beispielsweise Gabelstapler, sinkende Absatzzahlen 7 registriert. Im Replacement-Geschäft, das die Ausstattung von bereits im Feld befindlichen Flurförderzeugen bezeichnet und in dem Voltabox nahezu ausschließlich tätig ist, wurde hingegen keine signifikant veränderte Marktdynamik sichtbar.

Expertenschätzungen 8 zufolge sind derzeit im Untertage-Bergbau etwa 33.000 Fahrzeuge und Bohrgeräte im Einsatz. Hiervon stellen die sogenannten Fahrlader ("Load Haul Dumps") mit rund 13.500 Einheiten die größte Fahrzeuggruppe dar, gefolgt von Bergbaufahrzeugen mit geschätzten 8.400 Einheiten und Bohrmaschinen mit etwa 11.100 Einheiten. Der in diesem Marktsegment exklusiv belieferte Kunde Komatsu Mining Corp. erwartet für das am 31. März 2020 endende Geschäftsjahr 2019 einen temporären Rückgang der Nachfrage zwischen 10 % und 20 % 9 aufgrund des aktuell schwierigen indonesischen Marktes.

Der Kunde BMW-Motorrad, für den Voltabox exklusiv moderne und leichte Lithium-Ionen-Starterbatterien herstellt, erzielte im Jahr 2019 mit mehr als 175.000 verkauften Modellen einen Absatzrekord. 10 Der Konzern stattet aktuell sein Modellportfolio sukzessive mit der Angebotsoption für Li-Ion-Starterbatterien von Voltabox aus.

3 IDTechEx, Studie "Industrial and commercial electric vehicles on land 2017-2027": https:/​/​www.idtechex.com/​de/​research-report/​industrial-and-commercial-electric-vehicles-on-land-2017-2027/​505

4 www.trolleymotion.eu

5 VDMA, Pressemitteilung vom 9. Juli 2019: Intralogistikbranche wächst 2018 um 10 Prozent

6 IDTechEx, Studie "Industrial and commercial electric vehicles on land 2017-2027": https:/​/​www.idtechex.com/​de/​research-report/​industrial-and-commercial-electric-vehicles-on-land-2017-2027/​505

7 https:/​/​www.wallstreet-online.de/​nachricht/​12071492-kion-jungheinrich-kion-faellt-prognose-2020-aus/​all

8 Mining Report 153, 2017, Nr. 2

9 https:/​/​home.komatsu/​en/​ir/​library/​results/​_​_​icsFiles/​afieldfile/​2019/​05/​16/​epresentation184Qver2.pdf

10 BMW Group, Pressemitteilung vom 10. Januar 2019: BMW Group erzielt 2019 bei Auslieferungen Bestmarkt und bestätigt Position als weltweit führender Premiumhersteller

Auf Basis der Ergebnisse des ersten Halbjahres 2019 geht der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 11 davon aus, dass im Jahr 2019 ein neuer Absatzrekord für E-Bikes und Pedelecs erreicht wird. Von den rund 75 Millionen Fahrrädern in Deutschland seien bislang ca. 4,5 Millionen E-Bikes - gleichzeitig wächst der Anteil der Fahrräder mit elektrischem Unterstützungsmotor deutlich schneller als der Gesamtmarkt für Zweiräder. Für das Gesamtjahr 2019 nimmt der ZIV ein Wachstum von rund 12 % an.

Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2019 konnte der Voltabox-Konzern kein Unternehmenswachstum erzielen. Die Absatzvolumina im Bereich der Intralogistik mit dem Hauptkunden Triathlon waren im Gesamtjahr rückläufig. Ein größerer Projektauftrag in den USA, der für das Geschäftsjahr 2019 geplant war, konnte zudem nicht realisiert werden.

Als Folge dieser erheblichen und zum Teil projektbedingten Unsicherheiten bezüglich Umsatzgenerierung hat die Voltabox AG die Business Planung für die Folgejahre mit deutlich konservativeren Annahmen überarbeitet. Auf dieser Basis ergibt sich ein signifikanter Wertminderungsbedarf für einzelne Vermögenswerte. Der Konzern hat im Rahmen dieser Bereinigung zudem den künftigen Nutzenzufluss sämtlicher Vermögenswerte überprüft. Daraus resultiert für das Geschäftsjahr 2019 ein Wertminderungsbedarf von 86,9 Mio. Euro. Zudem belastet eine Drohverlustrückstellung für ein künftig verlustreiches Projekt das Ergebnis mit 3,0 Mio. Euro. Die Voltabox AG hat im Rahmen der Ausgliederung des Produktsegments Voltamotion mit dem Standort Aachen im Geschäftsjahr 2019 immaterielle Vermögenswerte veräußert. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie ist die Nutzung dieser Rechte durch die Käufer jedoch nur verzögert möglich, sodass die Vertragsgestaltung überarbeitet wurde. Daraus ergibt sich weiterhin ein rückwirkend zu erfassender EBIT-/​EBITDA-Effekt von 9,2 Mio. Euro. Der korrespondierende Umsatz wurde eliminiert.

Der Umsatz in Höhe von 56,6 Mio. Euro (Vorjahr: 66,9 Mio. Euro) wurde vollständig mit Dritten erzielt. Mit einer Veränderung von 15,4 % wies Voltabox einen Rückgang in der Umsatzentwicklung auf. Den größten Beitrag zur Umsatzgenerierung leistete die Serienproduktion und der Vorratsverkauf von Batteriemodulen für Intralogistik- Anwendungen, insbesondere für Gabelstapler. Weitere Umsatzträger waren Batteriesysteme für den Einsatz in Trolleybussen, in Bergbau-Fahrzeugen sowie in landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen. Daneben flossen Voltabox auch Erlöse aus dem Verkauf von Akku-Packs für Pedelecs und E-Bikes sowie von Starterbatterien für Motorräder zu.

Das EBIT des Voltabox-Konzerns betrug -107,6 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro), was einer EBIT-Marge von -190,0 % ohne Berücksichtigung von Bereinigungseffekten entspricht (Vorjahr: 8,4 %).

Das EBITDA des Voltabox-Konzerns betrug -14,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBITDAMarge von -25,4 % (Vorjahr: 14,3 %).

Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf des Voltabox Konzerns war im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgeblich von einer umfassenden Refokussierung geprägt. Auslöser waren Projektverschiebungen und Lieferunterbrechungen beim Zellbezug. Dies hat zu deutlich verzögerten Abläufen bei der Projektentwicklung und einer signifikant verschobenen Umsatzrealisation geführt. Gemäß dem ursprünglich geplanten Umsatzwachstum aufgebaute Fixkosten mussten im laufenden Geschäftsjahr deutlich angepasst werden. In diesem Zuge wurde auch die Veräußerung des Produktsegments Voltamotion geplant.

11 Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), Pressemitteilung vom 3. September 2019: Fahrrad- und E-Bike-Industrie startet erfolgreich in die Saison

Gleichzeitig erfolgten umfassende Entwicklungen, um die Serienaufträge des Geschäftsjahres 2020 vorzubereiten. Grundsätzlich standen im Geschäftsjahr 2019 die Handlungsfelder Kostenreduktion und Effizienzsteigerung, Optimierung des Produktmanagements sowie die Sicherung von Marktanteilen im Fokus des Voltabox-Konzerns. Zu den erreichten Meilensteinen zählen insbesondere die wertanalytische Überarbeitung modularer Baukastenkomponenten, die Entwicklung neuer innovativer Produktlösungen, der Ausbau der räumlichen Kapazitäten am US-Standort sowie die Erschließung weiterer Marktsegmente und die Gewinnung neuer Kunden.

Der Geschäftsverlauf wurde im Berichtsjahr von der automatisierten Serienproduktion einsatzfertiger Batteriemodule und -systeme sowie dem Verkauf von bereits vorproduzierten Produkten dieser Art für die Intralogistik dominiert. Weiterhin stand die Fertigung von Batteriesystemen für Trolleybusse für den Einsatz in verschiedenen ÖPNV-Netzen weltweit - u. a. für den in 2018 gewonnenen Auftrag in Dayton, Ohio - im Fokus. Darüber hinaus war der Geschäftsverlauf von der Entwicklung von Leistungselektronikkomponenten im Produktsegment Voltamotion geprägt.

Einen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatte die Projektverschiebung in den USA zur Ausstattung von Telekommunikationsfunkmasten mit Back-up- Batterien durch geänderte Anforderungen des Kunden, was eine Neuauslegung des Systems erforderte. Darüber hinaus wurde Voltabox mit einer Lieferunterbrechung eines wichtigen Zell-Herstellers konfrontiert, der infolge einer Technologie-Umstellung bei einer Zelle die Belieferung für einen Zeitraum von mehr als drei Monaten ausgesetzt hat. Die betroffene Zelle war für die Produktion von Batteriemodulen für das Marktsegment Intralogistik vorgesehen. Im Zeitraum der durch die verschobene Lieferung verursachten Produktionsunterbrechung konnte Voltabox nur in erheblich geringerem Umfang Umsatz generieren als ursprünglich geplant.

Die Entwicklung der Tochtergesellschaft Voltabox of Texas, Inc. war durch die Verschiebung eines Großauftrags und in der Folge ausgebliebener Umsätze im Berichtsjahr gekennzeichnet. Der Umsatzanteil der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Voltabox of Texas, Inc., betrug im Berichtsjahr dadurch lediglich 10,9 % (Vorjahr: 17,7 %).

Aufgrund der Umsatzverschiebungen im Berichtsjahr konnte die Kostenbasis des Konzerns nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Infolgedessen hat das Management ein Programm zur Kostenanpassung aufgesetzt. Der Forderungsbestand wurde im Jahresverlauf später als geplant, bis zum Jahresende allerdings der Höhe nach im Wesentlichen wie vereinbart und geplant reduziert. Die Vorräte haben sich im Berichtsjahr ebenfalls reduziert.

Im Rahmen der Umsatzverschiebungen und der damit einhergehenden Prognoseanpassung hat die Unternehmensführung im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen und der Neupositionierung verschiedene Szenarien für Desinvestitionen und Bilanzverkürzungen aufgestellt, um die wertschonende Verwendung der bevorrateten fertigen und unfertigen Produkte, insbesondere bestehend aus Zellen der alten Generation, in 2019 sicherzustellen. Im Ergebnis hat sich bestätigt, dass die marktseitige Nachfrage nach Modulen und Systemen mit Zellen der ersten Generation auch über das Jahr 2019 hinaus gegeben ist. Für einen großvolumigen Absatz sind jedoch inzwischen u.a. infolge der geänderten Preisgestaltung am Markt für Lithium-Ionen-Batteriemodule, deutliche Preisabschläge erforderlich. Aus diesem Grund wurden erhebliche Wertminderungen der Vorräte vorgenommen und eine Drohverlustrückstellung gebildet. Dabei wurde der Wert von Rohmaterialien und Handelswaren um 48,0 Mio. Euro gemindert.

Ebenso wurden immaterielle Vermögensgegenstände wertberichtigt. Eine genauere Erläuterung hierzu ist im Abschnitt "Ertragslage des Voltabox-Konzerns" zu finden.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage des Voltabox-Konzerns

Der Voltabox-Konzern hat mit einem Umsatzrückgang von 15,4 % auf rund 56,6 Mio. Euro (Vorjahr: 66,9 Mio. Euro) die bisherige Wachstumsdynamik im Geschäftsjahr 2019 aufgrund von Umsatzverschiebungen nicht fortsetzen können. Die am 12. August 2019 angepasste Umsatzprognose von 70 bis 80 Mio. Euro konnte in der Folge nicht erreicht werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich auf 1,8 Mio. Euro. (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro), darin enthalten sind im Wesentlichen die Veräußerung von Anlagevermögen und Fremdwährungseffekte. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen verringerten sich um 11,6 Mio. Euro nach einer Erhöhung um 8,0 Mio. Euro im Vorjahr. Die aktivierten Entwicklungsleistungen erhöhten sich aufgrund von neuen Projekten im Bereich der Belieferung von Batteriesystemen für den Öffentlichen Personennahverkehr um 158,8 % auf 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro). Der Materialaufwand erhöhte sich um 6,7 % auf 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 42,2 Mio. Euro). Aufgrund von im Berichtsjahr bestehenden mittelfristigen Vertragsbindungen bei einem wesentlichen Zellzulieferer konnten beobachtbare Preissenkungen im Zelleinkauf nicht realisiert werden. Die Materialeinsatzquote (ermittelt aus dem Verhältnis Materialaufwand zu Umsatz und Bestandsveränderung) stieg, überwiegend infolge von erhöhten Teilepreisen für Vorseriensysteme, auf 82,1 % (Vorjahr: 56,4 %). Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2019 ein Rohertrag in Höhe von 19,4 Mio. Euro (Vorjahr: 37,8 Mio. Euro), was einer Rohertragsmarge von 34,3 % entspricht (Vorjahr: 56,5 %).

Der Personalaufwand stieg vor allem durch Neueinstellungen zum Geschäftsjahresbeginn um 16,8 % auf 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 13,6 Mio. Euro). Aufgrund des ausbleibenden Umsatzanstieges erhöhte sich die Personalaufwandsquote auf 28,1 % (Vorjahr: 20,3 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 17,9 Mio. Euro (Vorjahr: 14,6 Mio. Euro). Wertminderungen von 86,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) belasten das Ergebnis deutlich. Diese setzen sich aus Wertanpassungen von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen in Höhe von 21,8 Mio. Euro, Abwertungen auf Firmenwerte in Höhe von 9,8 Mio. Euro und der Abwertung von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens in Höhe von 55,4 Mio. Euro zusammen.

Die Anpassung der immateriellen Vermögensgegenstände resultiert aus der Abwertungen von aktivierten Entwicklungskosten nach IAS 38 und eines Investitionszuschusses an die Triathlon Batterien GmbH. Die Abwertung von Firmenwerten resultiert aus den Wertanpassungen der ACCURATE - Smart Battery Systems - GmbH, der Concurrent Design, Inc. und des Goodwills der Voltabox of Texas, Inc. Die Anpassung des Umlaufvermögens ist im Wesentlichen auf Vorratsanpassungen in Höhe von 48,0 Mio. Euro und einer Wertminderung bezüglich IFRS 15 von 7,3 Mio. Euro. Damit verringerte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf -14,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von -25,4 % entspricht (Vorjahr: 14,3 %). Das adjustierte EBITDA in Höhe von -2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro) ergibt sich durch die Bereinigung der gebildeten Drohverlustrückstellung und des Verkaufs von IP-Rechten.

Nach erhöhten planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -107,6 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro). Die EBIT-Marge reduzierte sich damit deutlich auf -190,0 % (Vorjahr: 8,4 %). Aufgrund der einmaligen Wertminderungen im Zuge der Refokussierung in 2019 konnte die Ergebnisprognose damit nicht erreicht werden. Bereinigt um diese Wertminderungen beträgt die EBITMarge -15,0 %. Das EBIT bereinigt um die Wertberichtigung ohne regulären ECL, der gebildeten Drohverlustrückstellung und den Verkauf der IPRechte beträgt -8,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro).

Infolge höherer Finanzierungsaufwendungen reduzierte sich das Finanzergebnis auf -0,2 Mio. Euro (Vorjahr: -0,1 Mio. Euro). Damit ergibt sich eine deutliche Reduktion des Ergebnis vor Steuern (EBT) auf -107,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern in Höhe von 5,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) aufgrund von latenten Steuereffekten erwirtschaftete der Voltabox-Konzern im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis in Höhe von -101,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von -6,44 Euro.

Der Segmentumsatz Europa beträgt 65,2 Mio. Euro (Vorjahr: 56,9 Mio. Euro) und der Segmentumsatz Nordamerika beläuft sich auf 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 11,8 Mio. Euro). Das EBIT des Segments Europa liegt bei -82,0 Mio. Euro (Vorjahr: 7,4 Mio. Euro). Das Segment Nordamerika weist ein EBIT in Höhe von -25,0 Mio. Euro (Vorjahr: -2,0 Mio. Euro) aus.

Vermögenslage des Voltabox Konzerns

Die Vermögenswerte des Voltabox-Konzerns sind zum Bilanzstichtag hauptsächlich durch Wertminderungen der kurzfristigen und immateriellen Vermögenswerte auf 89,1 Mio. Euro gesunken (31. Dezember 2018: 181,5 Mio. Euro).

Die langfristigen Vermögenswerte sanken auf 31,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 51,9 Mio. Euro). Gründe für den Rückgang sind im Wesentlichen die reduzierten immateriellen Vermögenswerte von 10,7 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 28,0 Mio. Euro). Ebenso verringerten sich die sonstigen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag aufgrund der Reduzierung von Contract Assets und einer Fristigkeitsumgliederung einer Forderung (zuvor als Mietvorauszahlung behandelt) auf 2,1 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 5,0 Mio. Euro). Die Sachanlagen haben sich infolge von Effekten aus IFRS 16 auf 17,0 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 9,2 Mio. Euro) erhöht, während neue Finanzanlagen von 1,4 Mio. Euro hinzugekommen sind.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich auf 57,9 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 129,7 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der flüssigen Mittel sowie auf die Rückführung von Forderungen zurückzuführen. Die liquiden Mittel betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 5,0 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 28,2 Mio. Euro). Die Vorräte wurden auf 15,7 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 27,2 Mio. Euro) abgebaut. Der Wert der Vorräte reduzierte sich auch aufgrund der vorgenommenen Wertanpassungen. Diese resultieren im Wesentlichen daraus, dass Module, Bauteile und Komponenten einer alten Zellgeneration nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden können. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 24,9 Mio. Euro auf 31,1 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 56,0 Mio. Euro) infolge der Rückführung durch einen Kunden gesunken. Weiterhin verringerten sich die Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen auf 5,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 11,7 Mio. Euro). Die sonstigen Vermögenswerte verringerten sich auf 0,7 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 6,5 Mio. Euro).

Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten stiegen deutlich auf 15,4 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 7,8 Mio. Euro), was insbesondere auf den Anstieg der langfristigen Leasing-Verbindlichkeiten auf 12,6 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 0,0 Mio. Euro) vor dem Hintergrund der erstmaligen Erfassung gemäß IFRS 16 zurückzuführen ist. Während sich die langfristigen Darlehen auf 0,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 0,1 Mio. Euro) erhöhten, sanken die latenten Steuern auf 2,5 Mio. Euro an (31. Dezember 2018: 7,7 Mio. Euro).

Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 22,0 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 19,2 Mio. Euro). Wesentliche Ursache ist die Erfassung einer Drohverlustrückstellung von 3,0 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 0,0 Mio. Euro). Ertragssteuerschulden wurden zum Bilanzstichtag vollständig durch einen Verlustrücktrag ausgebucht, während sich die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten auf 3,4 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 4,8 Mio. Euro) reduzierten. Ebenfalls reduzierten sich die kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten auf 0,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 3,5 Mio. Euro).

Das Eigenkapital des Voltabox-Konzerns verringerte sich auf 51,8 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 154,5 Mio. Euro), was aus dem Konzernergebnis des Berichtsjahres 2019 resultiert.

Finanzlage des Voltabox-Konzerns

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit verbessert sich im Berichtszeitraum auf -10,9 Mio. Euro (Vorjahr: -54,8 Mio. Euro). Wesentliche Ursache ist die deutliche Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der Rückführung nach temporär verlängerten Zahlungszielen für einen wichtigen Kunden in der Intralogistik im dritten und vierten Quartal 2018 und einem Kauf von Ware, der mit ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verrechnet worden ist. Außerdem ist ein wesentlicher Teil auf die zahlungswirksame Wertberichtigung der Vorräte in Höhe von 48,0 Mio. Euro zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verbessert sich auf -8,5 Mio. Euro (Vorjahr: -19,1 Mio. Euro). Die Auszahlungen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) und in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 9,1 Mio. Euro (Vorjahr: 11,9 Mio. Euro) bilden die CAPEX-Investitionen von 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 13,6 Mio. Euro) ab, die damit von den vom Vorstand prognostizierten Planzahlen in Höhe von rund 14 Mio. Euro leicht abweichen. Der Investitions-Cashflow wird durch Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens von 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) und Einzahlungen aus Abgängen des Immateriellen Vermögens von 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro) positiv beeinflusst.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich auf -3,9 Mio. Euro (Vorjahr: -0,5 Mio. Euro).

Der Finanzmittelbestand reduzierte sich zum Bilanzstichtag auf 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 28,2 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf die Verlustsituation im operativen Bereich zurückzuführen ist. Die Zahlungsfähigkeit des Voltabox-Konzerns war im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt gegeben.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Voltabox-Konzerns

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Voltabox- Konzerns stand im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zeichen signifikanter Umsatzverschiebungen und einer damit einhergehenden Belastung des Ergebnisses infolge der Unterdeckung der Fixkosten. Zudem belasten Wertminderungseffekte das Konzernergebnis in erheblichem Umfang. Die Ertragslage war daher im Wesentlichen durch die deutlichen Kostenanpassungen und strukturellen Adjustierungen innerhalb der Organisation beeinflusst. Dabei war der Anstieg der Personal- und Materialkosten ein wesentlicher Faktor. Die ergriffenen Gegenmaßnahmen konnten die hohe Kostenbelastung im Geschäftsjahr 2019 noch nicht vollständig kompensieren. Die Vermögenslage war im Berichtsjahr insbesondere durch signifikante Bewegungen im Umlaufvermögen, insbesondere die Reduzierung der Forderungen bei gleichzeitigem Abbau der Vorräte, geprägt. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich auf 58,1 % (31. Dezember 2018: 85,1 %). Durch die verhältnismäßig hohe Eigenkapitalquote ist die Finanzlage von Voltabox noch gefestigt. Weiterhin ausstehende Forderungen haben zum Geschäftsjahresende dafür gesorgt, dass die Liquiditätssituation die Bilanz des Voltabox-Konzerns unverändert belastet hat.

Ertragslage der Voltabox AG (Einzelabschluss)

Die Voltabox AG hat mit einem Umsatzwachstum von 21,5 % im Einzelabschluss auf rund 63,3 Mio. Euro (Vorjahr: 52,1 Mio. Euro) die bisherige Wachstumsdynamik im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Hierin enthalten sind Umsätze, die aufgrund der Verschmelzung mit der Accurate - Smart Battery Systems - GmbH im Geschäftsjahr 2019 erstmals bei der Voltabox AG realisiert wurden. Aufgrund von neuen Projekten im Bereich der Belieferung von Batteriesystemen für den Öffentlichen Personennahverkehr erhöhten sich die aktivierten Entwicklungsleistungen auf 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich vor allem durch den Verkauf von Anlagevermögen auf 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro). Die EBIT-Marge hat sich, beeinflusst im Wesentlichen durch Abschreibungen der Forderung und Ausleihungen gegenüber der Voltabox of Texas, Inc. auf -171,3 % (Vorjahr: 6,4 %) erheblich verschlechtert. Auch bei der EBITDA-Marge ist ein erheblicher Rückgang von 9,6 % im Jahr 2018 auf -133,2 % im Berichtsjahr 2019 zu verzeichnen.

Der Materialaufwand erhöhte sich um 141,4 % auf 93,0 Mio. Euro (Vorjahr: 38,5 Mio. Euro). Beeinflusst durch den Umsatzanstieg und erhöhte Teilepreise für Vorserienbelieferungen sowie durch die erhebliche Margenreduktion stieg die Materialeinsatzquote (ermittelt aus dem Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz und der Bestandsveränderung) auf 151,5 % (Vorjahr: 64,4 %). Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2019 ein Rohertrag in Höhe von -27,9 Mio. Euro (Vorjahr: 22,9 Mio. Euro), was einer Rohertragsmarge von -44,0 % entspricht (Vorjahr: 43,9 %).

Der Personalaufwand stieg vor allem durch Neueinstellungen zum Geschäftsjahresbeginn proportional zum Umsatzanstieg um 42,2 % auf 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 7,5 Mio. Euro). Die Personalaufwandsquote konnte nahezu stabil gehalten werden und beträgt 16,9 % (Vorjahr: 14,5 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich deutlich auf 45,8 Mio. Euro (Vorjahr: 10,3 Mio. Euro), da Forderungen und Ausleihungen gegenüber der Voltabox of Texas, Inc. wertberichtigt wurden.

Damit verringerte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf -84,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von -133,2 % entspricht (Vorjahr: 9,6 %).

Bei erhöhten Abschreibungen von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) durch eine außerplanmäßige Abschreibung des Investitionszuschusses an Triathlon in den immateriellen Vermögensgegenständen und planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen verschlechterte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) deutlich auf -109,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro). Die EBIT-Marge reduzierte sich entsprechend auf -173,3 % (Vorjahr: 6,5 %).

Infolge von Tilgungen verbessert sich das Finanzergebnis auf 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: -0,1 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich auf -109,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro). Die Voltabox AG weist im Berichtszeitraum ein Jahresdefizit in Höhe von -108,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) aus.

Vermögenslage der Voltabox AG

Die Vermögenswerte der Voltabox AG haben sich zum Bilanzstichtag hauptsächlich durch eine Reduzierung der Forderungen sowie eine Ausbuchung von Forderungen um 104 Mio. Euro auf 61,8 Mio. Euro verringert (31. Dezember 2018: 165,8 Mio. Euro).

Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 30,8 Mio. Euro auf 17,0 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 47,8 Mio. Euro). Die Finanzanlagen verringerten sich überwiegend durch die Wertminderungen auf Ausleihungen und Beteiligungen um 24,6 Mio. Euro auf nun 13,0 Mio. Euro (Vorjahr: 37,6 Mio. Euro), was insbesondere auf die Wertberichtigung der Ausleihung Texas zurückzuführen ist, die als nicht werthaltig eingeschätzt wird. Der Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände auf 1,4 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 7,9 Mio. Euro) ist insbesondere auf eine außerplanmäßige Abschreibung des Investitionszuschusses an Triathlon zurückzuführen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 73,3 Mio. Euro auf 44,7 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 118,0 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die Reduzierung der Forderungen zurückzuführen. Die flüssigen Mittel betragen nunmehr 1,4 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 26,8 Mio. Euro). Insbesondere aufgrund der planmäßigen Rückführung nach temporär verlängerten Zahlungszielen für einen Kunden im Jahr 2018 verringerten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 48,4 % auf 26,1 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 50,5 Mio. Euro).

Der Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 0,1 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 3,7 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert aus der vollständigen Auflösung einer Mietvorauszahlung.

Auf der Passiv-Seite stiegen die Rückstellungen aufgrund der Bildung einer Drohverlustrückstellung auf 4,2 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 1,7 Mio. Euro) an. Ebenfalls erhöhten sich die Verbindlichkeiten auf 14,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 11,5 Mio. Euro). Vor allem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 3,9 Mio. Euro auf 11,4 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 7,5 Mio. Euro) an, was primär auf das gezielte Working Capital-Management zurückzuführen ist. Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken auf 1,7 Mio Euro (31. Dezember 2018: 3,1 Mio. Euro) aufgrund des Rückgangs von Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern.

Das Eigenkapital der Voltabox AG reduzierte sich auf 43,3 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 152,5 Mio. Euro). Vor diesem Hintergrund verringerte sich Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag auf 70,0 % (31. Dezember 2018: 92,0 %).

Finanzlage der Voltabox AG

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit verbesserte sich leicht im Berichtszeitraum auf -22,8 Mio. Euro (Vorjahr: -47,0 Mio. Euro). Wesentliche Ursache ist die Reduzierung der Forderungen um 24,8 Mio. Euro.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist im Berichtszeitraum um 31,3 Mio. Euro auf -2,9 Mio. Euro (Vorjahr: 28,4 Mio. Euro) gesunken. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus reduzierten Investitionen und verringerten M&A-Tätigkeiten.

Der Finanzmittelbestand reduzierte sich zum Bilanzstichtag auf 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 26,8 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf die erhebliche Belastung des Working Capitals und die Verlustfinanzierung des laufenden Geschäftsjahres zurückzuführen ist. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten betrug im Berichtsjahr 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro).

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Voltabox AG

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage stand im abgelaufenen Geschäftsjahr unter dem Zeichen einer umfassenden Refokussierung und diverser Einzelthemen mit zum Teil erheblicher Belastung. Die Ertragslage hat sich im Wesentlichen durch den gestiegenen Materialaufwand und Wertberichtigungen deutlich verschlechtert. Darüber hinaus ist die Vermögenslage insbesondere durch Wertminderungseffekte beeinflusst, ebenso veränderte sich die Finanzlage zum Bilanzstichtag infolge der kurzfristigen Kapitalbindung deutlich.

Chancen- und Risikobericht

Zur Ermittlung von Chancen und Risiken in der Unternehmensentwicklung hat Voltabox ein umfangreiches automatisiertes Risikomanagementsystem etabliert. Das nachfolgend erläuterte Risikomanagement bezieht sich gleichermaßen auf die Voltabox AG wie auch auf den Voltabox-Konzern. In regelmäßig erstellten Risikoberichten aus allen Unternehmensbereichen wird die Unternehmensführung über Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadenshöhe der Risiken informiert. Die Risikoberichte enthalten eine Einschätzung zu den Risiken sowie Vorschläge für entsprechende Gegenmaßnahmen. Zu den Risikomanagementzielen und -methoden in Bezug auf die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Angaben im Anhang (Note (35)).

Chancenbericht

Chancen

Der Internationale Währungsfonds geht in seinem aktuellen Ausblick 12 von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von bis zu 3,3 % aus, für Deutschland werden 1,1 % und für die USA 2,0 % Wirtschaftswachstum erwartet. Vor diesem Hintergrund ergeben sich Chancen für Voltabox in den Produktsegmenten Voltapower und Voltaforce. Der Vorstand verfolgt bereits seit Jahren das Ziel, durch gezielt akquirierte Aufträge mit Marktführern und bedeutenden Marktteilnehmern in den definierten Kernmärkten Umsatz- /​ und Marktanteile zu sichern und auszubauen. Durch anwendungsorientierte, kundenspezifische Systeme, entwickelt aus dem Baukastenprinzip und hergestellt in großen Serienstückzahlen, werden dabei ein optimaler Kundennutzen und handfeste wirtschaftliche Vorteile beim Kunden im Zuge einer kostenoptimierten Fertigung realisiert. In der öffentlichen Wahrnehmung der Privathaushalte hat die Elektromobilität erneut deutlich an Interesse gewonnen. Auch im industriellen Bereich gewinnt der Megatrend zunehmend an Bedeutung. Davon profitiert Voltabox in einzelnen Zielmärkten für Investitionsgüter, wie beispielsweise Trolleybusse für den öffentlichen Personennahverkehr, in der Intralogistik eingesetzte Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme in der vernetzten Produktion, Starterbatterien für den Motorradmarkt sowie im Untertageabbau eingesetzte Minenfahrzeuge. Zu den weiteren Zielmärkten gehören die Märkte für Agrar- und Baumaschinen sowie Pedelecs und E-Bikes.

Das Marktforschungsinstitut IDTechEx 13 erwartet für das Jahr 2020 ein Marktwachstum von rund 7 % bei Batteriesystemen in den von Voltabox bisher besetzten und neu adressierten industriellen Teilmärkten sowie Massenmärkten. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bis zum Jahr 2024 wird in diesen Teilmärkten auf rund 6 % geschätzt (Basisjahr: 2019). Die zum Vorjahr reduzierten Werte ergeben sich durch den Einstieg in Märkte wie Busse und Automobile, die zwar ein großes Volumen aufweisen, aber deren Wachstum weniger stark als die der industriellen Teilmärkte ist.

Im Ergebnis bestehen für die Produktsegmente von Voltabox insbesondere mittelfristig folgende Chancen, welche die Gesellschaft wie im Vorjahr einheitlich als signifikant einschätzt:

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Voltapower

In einzelnen Teilmärkten für Investitionsgüter - wie Trolleybusse und E-Busse des öffentlichen Personennahverkehrs, in der Intralogistik eingesetzte Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme in der vernetzten Produktion sowie im Untertageabbau eingesetzte Minenfahrzeuge - wurden die vertrieblichen Aktivitäten weiter forciert und neue Kunden gewonnen. Voltabox kann hier mit Hilfe starker Kooperationspartner an den Substitutionseffekten partizipieren, die für die Anwender aus den ökonomischen und ökologischen Vorteilen gegenüber den bisher verwendeten Blei-Säure-Batterien oder Diesel- Aggregaten resultieren. In diesen schnell wachsenden Teilmärkten besteht für Voltabox die Chance, den relativen Marktanteil von Voltabox innerhalb kurzer Zeit signifikant zu steigern und somit eine jeweils führende Marktposition zu besetzen (Marktdurchdringung bzw. Marktentwicklung).
Voltaforce

Die Nischenstrategie einer horizontalen und vertikalen Diversifikation bietet mittelfristig große Absatzchancen in weiteren Teilmärkten. Hierzu gehören beispielsweise der bereits erfolgte Ausbau der bestehenden Marktposition bei Starterbatterien für Motorräder und Starter- sowie Traktionsbatterien für Pkw. Entscheidend sind regelmäßig die besonders hohen Anforderungen der Anwender an die Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit der von Voltabox entwickelten Lithium-Ionen-Batteriesysteme.

Der Vorstand der Muttergesellschaft paragon GmbH & Co. KGaA hat zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 beschlossen, die Anteile an der Voltabox AG ganz oder teilweise zu veräußern. Daraus können sich potenziell Chancen für Voltabox ergeben. Der Vorstand der Voltabox AG kann diese Chancen bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses nicht verifizieren.

Gesamtwürdigung der Chancenlage

Durch die regelmäßige und strukturierte Überwachung der Chancen im Voltabox-Konzern und auf den relevanten Absatzmärkten sowie die interne barrierefreie Kommunikation auf den verschiedenen Führungsebenen ist die Unternehmensführung in der Lage, Chancen für den Konzern zu identifizieren. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert. Externe und interne Chancen aus dem Vorjahr bleiben grundsätzlich unverändert bestehen.

Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die für das Geschäftsjahr 2020 prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren - und somit auf die kurzfristige Entwicklung des Voltabox-Konzerns insgesamt - wird zusammenfassend als gering eingestuft. Der Vorstand erwartet daher die im Prognosebericht erläuterte Entwicklung des Geschäftsverlaufs.

Risikobericht

Risikomanagement

Im Rahmen einer risikoorientierten Unternehmensführung nutzt Voltabox ein umfassendes Risikomanagementsystem.

Risiken werden im Voltabox-Konzern nicht nur als den Bestand des Unternehmens gefährdende, sondern auch als den Geschäftserfolg beeinflussende Aktivitäten, Ereignisse und Entwicklungen definiert. Besondere Berücksichtigung finden dabei Risiko-Konzentrationen, z.B. Abhängigkeiten von einzelnen Kunden, Lieferanten, Produkten oder Ländern. Bei den wesentlichen Risiken werden gegenseitige Abhängigkeiten und Einflussnahmen berücksichtigt, da sich einzelne Risiken gegenseitig verstärken können oder es zwischen ihnen zu Kompensationseffekten kommen kann. Darüber hinaus werden auch Chancen unter dem Risiko-Begriff subsumiert. Wir verstehen unter Geschäftserfolg messbare Größen, wie z.B. den Umsatz, EBITDA und den Freien Cashflow. In den Auswertungen der jeweiligen Prozesseigner werden die Risiken deshalb in diesen Größenordnungen dargestellt. Zur Risikobewertung wird immer das Ergebnisrisiko zu Grunde gelegt. Ein Risiko ist die Möglichkeit, dass eine Bedrohung unter Ausnutzung einer Schwachstelle Schaden an einem Objekt oder den Verlust eines Objektes und damit direkt oder indirekt einen Schaden verursachen kann. Ziel ist es, auch diese Risiken zu erkennen und zu bewerten, um auf dieser Basis geeignete und angemessene Sicherheitsmaßnahmen auswählen zu können.

Strategische Unternehmensführung und Risikomanagement

Zielsetzung des Risikomanagements ist es, den Fortbestand des Unternehmens, d.h. seine zukünftige Entwicklung und Ertragskraft zu sichern, sowie die Risiken zu reduzieren, die eine Verletzung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der verwendeten oder enthaltenen Informationen und Daten im Rahmen der Ausführung von Tätigkeiten zur Folge haben. Aufgabe des Risikomanagements ist es auch, Abweichungen von den Unternehmenszielen und somit das Verlassen des vorgezeichneten Rahmens frühzeitig anzuzeigen, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen. Die risikopolitischen Leitsätze hierzu sind im Risikohandbuch definiert.

Die konzernweite Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Das Risikomanagement der jeweiligen Standorte wird durch regelmäßige (Vorort-, Video- und Telefon-) Besprechungen mit den jeweiligen leitenden Führungskräften ausreichend abgedeckt und gesichert. Der Vorstand informiert sich so direkt und die entsprechenden Risiken werden durch den Vorstand kontinuierlich überwacht und gesteuert. Auch in Risikofeldern, in denen eine Quantifizierung nicht möglich oder sinnvoll ist, wird daran gearbeitet, Risikofaktoren zu identifizieren.

Zentrales Risikomanagement

Eine wichtige Rolle im Risikomanagement- und Steuerungsprozess kommt dem zentralen Risikomanagement zu. Im Rahmen der Verantwortung für die Risikosituation des Unternehmens überträgt der Vorstand die Aufgabe der Durchführung der permanenten Risikomanagement- Aktivitäten an das zentrale Risikomanagement. Die Zuständigkeit für das zentrale Risikomanagement liegt unmittelbar beim Bereichsvorstand für Finanzen der Voltabox AG. Das zentrale Risikomanagement von Voltabox hat die Aufgabe, sämtliche Risikomanagementfunktionen des dezentralen Risikomanagements zu koordinieren, die Risikoanalysen auszuwerten und zum Risiko-Reporting zu verdichten sowie das Risikomanagement-System weiterzuentwickeln. Das zentrale Risikomanagement bestimmt die Berichtszyklen und definiert gemeinsam mit dem Vorstand die Schwellenwerte für die Risiken, bei deren Überschreiten ein Risikocontrolling-Bericht außerhalb der obligatorischen Berichtspflichten erstellt werden muss. Sowohl die Schwellenwerte als auch die Berichtszyklen orientieren sich an der Relevanz der Risiken.

Das zentrale Risikomanagement unterstützt die dezentralen Risiko-Manager bei der Erstellung der Risikoanalysen und überprüft deren Rücklauf und Plausibilität. Es fasst die einzelnen Risikoberichte in einem gemeinsamen Dokument zusammen. Somit können Wechselwirkungen zwischen den Risiken analysiert und die Gesamtrisikosituation der Voltabox erfasst, bewertet und kommentiert werden. Diese Zusammenfassung wird als Risiko-Reporting bezeichnet. Dieser Aufgabe wird besondere Bedeutung beigemessen, da die Zielsetzung eines integrierten Risikomanagement-Systems die ganzheitliche Betrachtung der Risikosituation eines Unternehmens ist. Das Risiko-Reporting dient als Basisinformation für die Aussagen zur Risikosituation der Voltabox AG im zusammengefassten Lagebericht.

Gemeinsam mit den dezentralen Risiko-Managern werden neue Risikobewältigungsmaßnahmen entwickelt bzw. bereits existierende angepasst.

Dezentrales Risikomanagement

Das dezentrale Risikomanagement ist bei Voltabox in den Fachbereichen bzw. Standorten angesiedelt. Die Bereichs- und Prozessverantwortlichen als dezentrale Risiko-Manager sind verantwortlich für das Risikomanagement in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen. Das dezentrale Risikomanagement berichtet im Rahmen des Risiko-Controllings über die Entwicklung der Risiken in diesen Bereichen. Jeweils zum quartalsweisen Berichtszyklus-Termin ist von den dezentralen Risikomanagern die Analyse der Risiken zu erstellen, für die sie verantwortlich sind. Dabei liegt der Fokus auf der Beschreibung der zu erwartenden Entwicklung des Risikos. In Abhängigkeit davon sind Maßnahmen zur künftigen Risikobewältigung oder der Verbesserung vorhandener Bewältigungsmaßnahmen zu entwickeln und als Vorschlag zur Umsetzung in den Controlling-Bericht aufzunehmen. Die Entscheidung über die Umsetzung obliegt dem Vorstand. Daneben ist der Vorstand während des gesamten Jahres unverzüglich über eingetretene Risiken zu informieren (sogenanntes Ad-hoc-Risiko-Reporting).

Risiko-Monitoring

Das Risiko-Monitoring ist gemeinsame Aufgabe des dezentralen und des zentralen Risikomanagements. Dazu werden vom dezentralen Risikomanager Frühwarnindikatoren für die kritischen Erfolgsfaktoren definiert, die vom zentralen Risikomanagement überwacht werden. Sobald die definierten Schwellenwerte erreicht werden, wird ein Risiko-Reporting vom dezentralen Risikomanager erstellt, d.h. eine Prognose der zu erwartenden Auswirkungen des Risikoeintritts für Voltabox. Diese Prognosen sollen durch Szenario-Analysen ergänzt werden, die unterschiedliche Datenkonstellationen berücksichtigen.

Anhand dieser Informationen und der Maßnahmenvorschläge der dezentralen Risiko-Manager sowie des zentralen Risikomanagements entscheidet der Vorstand, ob und in welchem Umfang Maßnahmen zur Risikobewältigung zu ergreifen sind oder ob eine Anpassung der Unternehmensziele erforderlich ist.

Risiko-Reporting

Der vierteljährliche Bericht an den Vorstand enthält alle im Berichtsmonat neu aufgenommenen Risiken sowie solche Risiken, deren Veränderungen zum Vorbericht größer gleich 50 % betragen haben.

Für Risiken, die eine Veränderung von 100 % oder mehr im Vergleich zum Vormonat aufweisen, besteht eine ad-hoc-Berichtspflicht an den Vorstand durch das zentrale Risikomanagement und eine Berichtspflicht des Vorstandes innerhalb der folgenden 24 Stunden nach Kenntniserlangung des Risikos an den Aufsichtsrat.

Die von Voltabox im Rahmen des Risiko-Monitoring laufend analysierten Risiken lassen sich folgenden Risiko-Kategorien zuordnen, die jeweils in Einzelrisiken unterteilt werden:

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Strategische und Umfeld-Risiken
Marktrisiken
Operative Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Management- und Organisationsrisiken

Insgesamt waren zum Ende des Berichtsjahres im Voltabox-Konzern 15 Einzelrisiken erfasst. Von diesen Einzelrisiken war nach Einschätzung der Voltabox AG eines bestandsgefährdend.

Risiken

Strategische und Umfeld-Risiken

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird wegen ihres möglichen Einflusses auf das Nachfrageverhalten in den wesentlichen Märkten der Voltabox AG (wie dem öffentlichen Personennahverkehr, der Intralogistik und dem Bergbau) insbesondere in Deutschland und Europa, aber auf Grund seiner strategischen Bedeutung insbesondere auch der amerikanische Markt im Rahmen des Risikomanagementsystems beobachtet. Daraus können sich grundlegende Veränderungen des Angebots- und Nachfrageverhaltens auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten für Voltabox ergeben. Aufgrund der Präsenz des Voltabox-Konzerns mit einem eigenen Produktionsstandort in den USA sowie der spezifischen Kunden-/​Produktstruktur schätzt der Vorstand das Gesamtrisiko protektionistischer Einflussnahmen auf die Ertragslage als gering ein.

Ein relativ junges gesamtwirtschaftliches Risiko stellt der Ausbruch des sogenannten Coronavirus (SARS-CoV-2) und den damit einhergehenden COVID-19-Erkrankungen dar. Die daraus resultierenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und zur Verhinderung einer Pandemie können zu signifikanten Rückgängen des weltweiten Wirtschaftswachstums führen. In diesem Fall könnte dies Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft von Voltabox-Kunden haben. In Abhängigkeit der Entwicklung der Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung der Produktivität von Zulieferfirmen könnte zukünftig ein Risiko für die Beschaffung von essentiellen Materialien wie beispielsweise Zellen entstehen. Im Fall eines pandemischen Ausbreitungsprozesses könnte auch eine langfristige Unterbrechung der Betriebsabläufe beispielsweise infolge von behördlichen Maßnahmen ein Risiko für die Produktionsleistung von Voltabox darstellen. Dieses durch die COVID-19-Pandemie bedingte Risiko wird als bestandsgefährdend eingestuft.

Durch die Ankündigung der Muttergesellschaft, die Anteile an der Voltabox AG ganz oder teilweise veräußern zu wollen, können sich Risiken im Bereich des strategischen Umfeldes ergeben. Der Vorstand kann diese Risiken bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses jedoch nicht quantitativ bewerten.

Marktrisiken

Seit Jahren baut Voltabox seine wachsende Marktposition als etablierter und innovativer Lieferant von Batteriesystemen für den industriellen Einsatz aus, zunehmend auch für große Kunden im Bereich der Elektromobilität. Die beiden größten Absatzmärkte Westeuropa und USA sind dabei auch im Jahr 2019 erwartungsgemäß weiter gewachsen. Im Geschäftsjahr 2020 wird die Wachstumsdynamik der von Voltabox besetzten Teilmärkten und damit auch des globalen Absatzmarkts nach Ansicht des Marktforschungsinstituts IDTechEx voraussichtlich erhalten bleiben. 12

Aufgrund der im Geschäftsjahr 2019 noch relativ großen Konzentration auf wenige Kunden könnte der Verlust eines bedeutenden Kunden mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Diesem Risiko begegnet Voltabox durch umfassende Entwicklungsarbeit von Produktinnovationen sowie detaillierte permanente Auftragsbestandsanalysen im Rahmen der Risikofrüherkennung sowie durch die Verbreiterung der Kundenbasis durch umfassende Vertriebsaktivitäten in unseren definierten Kernmärkten.

Voltabox entwickelt eigene, neuartige Lösungen, die gemeinsam mit Pilotkunden umgesetzt und anschließend einem breiteren Kundenkreis in sorgsam ausgewählten Zielmärkten angeboten werden. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass eine Produktentwicklung nicht die erwarteten Stückzahlen erreicht oder sich der wirtschaftliche Erfolg geringer oder später als ursprünglich geplant einstellt. Das könnte negativen Einfluss auf die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns haben. Der Vorstand schätzt das Risiko insgesamt als moderat ein.

12 IDTechEx, Studie "Electric Vehicles 2020-2030": https:/​/​www.idtechex.com/​de/​research-report/​electric-vehicles-2020-2030/​670

Operative Risiken

In der Gruppe der operativen Risiken stehen für Voltabox derzeit die Tätigkeiten im Bereich Forschung & Entwicklung, in der Materialwirtschaft und Produktion sowie in der Informationstechnologie im Mittelpunkt der Betrachtung.

Der künftige wirtschaftliche Erfolg von Voltabox wird von der Fähigkeit abhängen, rechtzeitig und kontinuierlich neue, innovative Produkte zu entwickeln und diese erfolgreich im Markt einzuführen. Voraussetzung hierfür ist, dass neue technologische Entwicklungen rechtzeitig erkannt und zusammen mit den Kunden umgesetzt werden. Sollte Voltabox zukünftig nicht oder nicht rechtzeitig neue Trends, Kundenanforderungen oder die jeweilige technologische Weiterentwicklung erkennen, umsetzen und neue Produkte entwickeln und die bestehenden Produkte unter entsprechender Beachtung betriebswirtschaftlicher Grundsätze weiter entwickeln oder anpassen können, kann dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Darüber hinaus könnten Entwicklungsaufwendungen verloren sein, wenn die Kunden von Voltabox anschließend keine Aufträge für die Serienproduktion erteilen oder die von Voltabox absetzbaren Stückzahlen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Vor dem Hintergrund des hohen Anteils aktivierter Entwicklungsleistungen in der Bilanz könnte sich eine entsprechende Wertberichtigung der immateriellen Vermögensgegenstände negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Die reguläre Einkaufswährung ist der Euro, wobei der Anteil der Einkäufe in US-Dollar im Berichtsjahr rund 64 % betrug. Durch die erwarteten Umsatzsteigerungen wird das Einkaufsvolumen in US-Dollar weiterhin steigen. Währungsrisiken entstehen vorwiegend für Beschaffungen in US-Dollar, die für den europäischen Währungsraum bestimmt sind, sowie durch das in Euro begebene Darlehen an die Tochter in den USA. Die Voltabox AG schätzt das Währungsrisiko derzeit als moderat ein.

Voltabox hat wesentliche kaufmännische Funktionen aus der Muttergesellschaft paragon ausgegliedert und selbstständig besetzt. Ein Funktionsbereich wird zurzeit weiterhin von der paragon abgedeckt und zu marktüblichen Preisen an die Voltabox AG verkauft. Der Bereich EDV liegt insbesondere in Bezug auf das Netzwerk und dessen Betreuung in der Hand der zentralen ITAbteilung der paragon. Entsprechende Serviceverträge wurden geschlossen.

Durch eine weite Verbreitung der Informationstechnologie (IT) und eine umfangreiche Vernetzung mit Hilfe des Internets steigen IT-Risiken wie der Ausfall von Systemen oder der unbefugte Zugriff auf Daten und Informationen des Unternehmens. Um mögliche Gefahren abzuwenden, hat paragon als Dienstleister der Voltabox AG in Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistungsunternehmen moderne Sicherheitsleistungen etabliert, die Daten und IT-Infrastruktur zu schützen.

Im Zuge der bekannt gemachten Absicht der paragon GmbH & Co. KGaA, die Beteiligung an der Voltabox AG in einem Teil- oder Komplettverkauf zu veräußern, hat der Voltabox-Konzern beschlossen, die Bestrebungen zur Etablierung einer eigenständigen IT voranzutreiben. Hierzu werden in einem ersten Schritt Konzepte für die Hard- und Software-Infrastruktur sowie deren kontinuierliches Management erstellt.

Durch die Ankündigung der Muttergesellschaft, die Anteile an der Voltabox AG ganz oder teilweise veräußern zu wollen, können sich darüber hinaus operative Risiken aus der Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden ergeben. Dem Vorstand sind keine Indizien bekannt, die darauf schließen lassen, dass der Verkaufsprozess ein konkretes operatives Risiko darstellen würde.

Finanzwirtschaftliche Risiken

In der Gruppe der finanzwirtschaftlichen Risiken beobachtet Voltabox neben Zinsänderungs-, Liquiditäts- und Währungsrisiken insbesondere Risiken durch Forderungsausfall sowie Bilanzrisiken und steuerliche Risiken. Keine Risiken wurden von der Gesellschaft mit mehr als 0,5 Mio. Euro bewertet.

Zinsänderungsrisiken sind für Voltabox nur von untergeordneter Bedeutung, da ausschließlich Festzinsvereinbarungen ohne Financial Covernants vorliegen.

Grundsätzlich ergibt sich für verhältnismäßig junge und dynamisch wachsende Unternehmen aufgrund der Coronavirus- Pandemie ein Risiko in Bezug auf die Bereitschaft von Kapitalgebern, Wachstumsfinanzierungen zu gewähren.

Die Zahlungsfähigkeit sichert die Gesellschaft grundsätzlich durch eine umfassende Planung und Kontrolle der Liquidität ab. Diese Planungen werden auf kurz-, mittel- und langfristiger Basis erstellt. Darüber hinaus verfügt Voltabox über ein konsequentes Debitorenmanagement, um einen zeitnahen Mittelzufluss sicherzustellen. Ein wachsender Teil der Forderungen ist zusätzlich über eine Warenkreditversicherung abgesichert. Eine zusätzliche Möglichkeit zur kurzfristigen Finanzierung besteht in der Form von Factoring-Vereinbarungen. Eine erhöhte Relevanz des Adressausfallrisikos aus verlängerten Zahlungszielen gegenüber einem Kunden hat sich im Geschäftsjahr 2019 signifikant reduziert.

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Auswirkungen der Pandemie auf die globale Wirtschaft haben die Gesamtrisikosituation der Voltabox AG gegenüber dem Vorjahr signifikant verändert. Das Erlösrisiko ist aufgrund der globalen Risikofaktoren und möglicher Produktionsstörungen gestiegen. Der Konzern wirkt dem mit der Reduzierung von Ausgaben auf das betriebsnotwendige Minimum und der Flexibilisierung von Kosten entgegen. Allerdings ist eine abschließende Risikoeinschätzung zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt möglich. Grundsätzlich ist der Vorstand von der Wirksamkeit seines Chancen- und Risikomanagements sowie der getroffenen Maßnahmen weiterhin überzeugt.

Die Liquiditätssituation ist im Geschäftsjahr 2020 durch die rückläufigen Umsatzerlöse und die in weiten Teilen infolge der Auswirkungen durch die COVID-19-Pandemie bestehende erhebliche Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung angespannt. Investitionsvorhaben können zur Zeit nicht realisiert werden, laufende Entwicklungsprojekte sind zum Teil auch kundenseitig gestoppt worden. Die Beschaffung von Vorprodukten ist in der Regel nur gegen Vorauszahlungen möglich. Die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit hat erhebliche Effekte auf die Planbarkeit der Umsatzgenerierung. Diese Effekte können den Bestand des Unternehmens gefährden und stellen daher ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Aus diesem Grund hat die Voltabox AG mit dem Ziel der Sicherung der Kostenbasis für das Geschäftsjahr 2020 in weiten Teilen der Organisation Kurzarbeit angeordnet, einen Standort geschlossen und den Fokus auf möglichst sichere Umsatzprojekte gelegt. Die Gesellschaft überwacht mögliche Währungsrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurserwartungen. Zurzeit setzt Voltabox keine Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken ein.

Management- und Organisationsrisiken

In dieser Risikogruppe beobachtet Voltabox derzeit insbesondere die sich aus der dynamischen Wachstumsstrategie ergebenden Risikofelder. Hierzu gehören vor allem personalwirtschaftliche und organisatorische Risiken wie auch Management- und Kommunikationsrisiken. Mit klaren Zuordnungen und Abgrenzungen in den jeweiligen Verantwortungsbereichen der Unternehmensführung sollen fehlende Schnittstellen sowie Funktionsüberschneidungen vermieden werden. Derzeit sieht der Vorstand hier keine wesentlichen Risiken für Voltabox. Allerdings ist die Gesellschaft grundsätzlich von der Gewinnung und langfristigen Bindung von qualifiziertem Personal und Personen in Schlüsselpositionen abhängig. Der zukünftige wirtschaftliche Erfolg von Voltabox hängt in erheblichem Umfang von der weiteren Mitwirkung ihrer Führungskräfte, leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen ab. Die Gesellschaft kann nicht gewährleisten, dass sie zukünftig in der Lage sein wird, ihre Führungskräfte, leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen zu halten bzw. neue Führungskräfte und Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen zu gewinnen.

Sollte Voltabox in Zukunft kein qualifiziertes Personal in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, könnten die strategischen und wirtschaftlichen Ziele der Gesellschaft möglicherweise nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erreicht werden, was nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnte.

Gesamtwürdigung der Risikolage

Auch in Zukunft wird sich Voltabox gegen allgemeine Marktrisiken im Bereich der Elektromobilität absichern. Im Geschäftsjahr 2019 überschritten zwei Kunden die Schwelle von 10 % am Umsatz nach IFRS 8.34. Auf die Kunden entfallen Umsätze von 27,3 Mio. Euro (38,4 %) bzw. 11,0 Mio. Euro (15,5 %). Beide sind dem Produktsegment Voltapower zuzuordnen.

Die strategische Positionierung als etablierter Lieferant für Hochleistungs-Batteriesysteme für industrielle Anwendungen mit mehrjährigen, erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu namhaften Kunden in ausgesuchten Märkten, die horizontale und vertikale Wachstumsstrategie mit der Gewinnung neuer Kunden in bestehenden Märkten schwächt das Risiko kontinuierlich und nachhaltig weiter ab. Daher wird zukünftig auch die relative Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen auf den globalen Absatzmärkten sinken. Die vorhandenen Kundenkontakte beinhalten zudem erhebliche Chancen, neue Produktinnovationen in den beiden Geschäftssegmenten Voltapower und Voltaforce zu platzieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie muss die Abbildung der Risiken für den Voltabox-Konzern deutlich adjustiert werden. Nach dem 31. Dezember 2019 ist die Ausbreitung des Coronavirus zeitlich und räumlich schnell voran geschritten. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf den Voltabox-Konzern. Zunächst waren nur Zulieferer aus China, dem vermeintlichen Ursprungsland des Virus, kurz darauf jedoch auch zunehmend Regionen und ganze Staaten in Europa von den Auswirkungen betroffen. Für den Voltabox-Konzern hatte dies zur Folge, dass notwendige Lieferungen ausblieben. Darüber hinaus haben die Kunden, die ebenfalls von der Krise betroffen sind, weniger bis keine Waren mehr abgenommen. Ausfuhren über Ländergrenzen hinweg und Arbeiten in Menschengruppen wurden deutlich eingeschränkt oder verboten. In der Folge hat die Voltabox AG für weite Teile des Unternehmens Kurzarbeit angemeldet. Der Vorstand traf diese Maßnahme mit dem Ziel, die bestehenden Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Potentielle Folgen der Coronakrise können sein, dass Lieferanten und Kunden komplett ihre Betriebstätigkeit aufgeben, da eine Fortführung des Unternehmens aus Gründen fehlender Liquidität, fehlender Aufträge, etc. nicht mehr möglich ist. Für die Voltabox AG bedeutet das die Notwendigkeit der Schaffung neuer Einkaufswege und Absatzmöglichkeiten. Durch die Pandemie wird die Voltabox AG Umsatzeinbußen verzeichnen, sodass die ursprünglich und bereits im vergangenen Geschäftsjahr bekanntgegebenen Unternehmensziele nicht erreicht werden können. Eine exakte Festlegung der quantitativen Folgen ist aufgrund der hohen Unsicherheit über den weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie nicht möglich. Es ist nicht abzusehen, wie lange die gesamte Wirtschaft durch das Coronavirus beeinträchtigt wird. Durch die Corona Pandemie ergeben sich für die Gesellschaft weiterhin nicht absehbare Folgen, wobei die Gesellschaft davon ausgeht, im weiteren Jahresverlauf die konkreten Auswirkungen präziser bewerten zu können.

Die Voltabox AG wird unverändert einen starken Fokus auf die Liquiditätsplanung legen, um das weitere Bestehen des Konzerns zu gewährleisten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts sind die Risiken durch die aktuelle Pandemie und ihre Auswirkungen so weitreichend, dass sie eine Bestandsgefährdung darstellen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts sind, abgesehen von den im vorhergehenden Abschnitt dargestellten finanzwirtschaftlichen Risiken sowie der angespannten Liquiditätslage, keine sonstigen Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Ein differenzierter Blick auf die Entwicklung der Elektromobilität zeigt, dass das Unternehmen in zukunftsweisenden Marktsegmenten bzw. Teilmärkten positioniert ist, erfolgversprechende Kundenbeziehungen unterhält und über ein Produktportfolio verfügt, das in dieser Form nur von wenigen oder gar keinen weiteren Wettbewerbern angeboten wird.

Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung des Voltabox-Konzerns sowie die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2020 werden vom Vorstand insgesamt als bestandsgefährdend eingeschätzt. Entsprechend erwartet der Vorstand, dass die im Prognosebericht erläuterte Geschäftsentwicklung durch die aufgezeigten Risiken wesentlich beeinträchtigt wird.

Die Voltabox AG ordnet die Risiken im Konzern als gleichwertig ein.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§315 Abs. 4 HGB)

Da das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem gesetzlich nicht definiert ist, lehnt sich Voltabox an die Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem an (IDW PS 261). Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind. Dabei werden folgende Zielsetzungen angestrebt:

a) Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (inkl. Schutz des Vermögens, einschließlich der Aufdeckung und Verhinderung von Vermögensschädigungen),

b) Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

c) Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen und satzungsmäßigen Regelungen.

Das Risikomanagementsystem des Konzerns beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Der Vorstand der Voltabox AG trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Die Grundsätze, Verfahrensanweisungen, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden.

In Anbetracht der Größe und Komplexität des Rechnungslegungsprozesses hat das Management den Umfang und die Ausgestaltung der Kontrollaktivitäten bestimmt und in diesen Prozess implementiert. Daneben wurden prozessunabhängige Kontrollen eingerichtet. Die Kontrollaktivitäten adressieren diejenigen Kontrollrisiken, die hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich zusammengefasstem Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Zu den wesentlichen Grundsätzen, Verfahren und Maßnahmen sowie Kontrollaktivitäten gehören:

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Identifikation der wesentlichen Kontrollrisiken mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess
Prozessunabhängige Kontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und deren Ergebnisse auf Ebene des Vorstands der Voltabox AG
Kontrollaktivitäten im Finanzwesen der Voltabox AG, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahresabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts bereitstellen, inklusive der erforderlichen Funktionstrennung und eingerichteter Genehmigungsprozesse
Maßnahmen, die die ordnungsgemäße EDV-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Informationen sicherstellen.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten (§315 Abs. 2 Nr. 1 HGB)

Aus der Verwendung von Finanzinstrumenten entstehen dem Voltabox Konzern folgende Risiken:

Zinsänderungsrisiken sind für Voltabox nur von untergeordneter Bedeutung, da ausschließlich Festzinsvereinbarungen ohne Financial Covernants vorliegen.

Die Zahlungsfähigkeit sichert die Gesellschaft grundsätzlich durch eine umfassende Planung und Kontrolle der Liquidität ab. Diese Planungen werden auf kurz-, mittel- und langfristiger Basis erstellt. Darüber hinaus verfügt Voltabox über ein konsequentes Debitorenmanagement, um einen zeitnahen Mittelzufluss sicherzustellen. Ein wachsender Teil der Forderungen ist zusätzlich über eine Warenkreditversicherung abgesichert. Eine zusätzliche Möglichkeit zur kurzfristigen Finanzierung besteht in der Form von Factoring-Vereinbarungen. Eine erhöhte Relevanz des Adressausfallrisikos aus verlängerten Zahlungszielen gegenüber einem Kunden hat sich im Geschäftsjahr 2019 signifikant reduziert.

Die Gesellschaft überwacht mögliche Währungsrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurserwartungen. Zurzeit setzt Voltabox keine Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken ein. Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Factoring-Vertrag abgeschlossen. Dieser wurde 2019 erstmals genutzt. Im Rahmen dieses stillen Factorings verbleibt das Adressausfallrisiko bei der Voltabox AG.

Prognosebericht

Marktentwicklung 2020

Der Internationale Währungsfonds ("IWF") hat im Oktober 2019 seine Prognose für die Weltwirtschaft im Jahr 2020 veröffentlicht. 15 In diesem Zusammenhang wies er auf die erwartete Verbesserung der Wirtschaftsleistung in mehreren aufstrebenden Märkten in Lateinamerika, im Nahen Osten sowie in Schwellen- und Entwicklungsländern in Europa hin. Insgesamt wurde eine Bewegung des Wirtschaftswachstums auf einem niedrigen Niveau erwartet. Dieses könne aber trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf Impulse für einen leichten Aufschwung hoffen.

Für gänzlich veränderte Voraussetzungen sorgte die ungefähr ab der zweiten Januar-Hälfte rasant zunehmende Ausbreitung des sogenannten neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) und den damit einhergehenden COVID-19- Erkrankungen. Über einen Zeitraum von zwei Monaten verlagerten sich die Infektionsherde ausgehend vom vermeintlichen Ursprungsland der Epidemie nach Mitteleuropa und Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt änderte die Weltgesundheitsorganisation ihre Einstufung der Epidemie und wertete diese fortan als Pandemie aufgrund der weltweiten Verbreitung. Mit dem Ziel der Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 reagierten die Nationalstaaten sukzessive mit drastischen Maßnahmen für den Schutz der Bevölkerung. Diese hatten schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistungen der Länder. Infolgedessen reduzierte der IWF am 6. April seine Prognose für das Jahr 2020 auf eine globale Wirtschaftsentwicklung von -3 %. 16 Dies würde einen deutlich schärferen Rückgang der Weltwirtschaft als während der Finanzkrise 2008/​2009 bedeuten. Die Wachstumsprognose ist damit gegenüber den Prognosen des Weltwirtschaftsausblicks vom Oktober 2019 und dem Update im Januar 2020 um mehr als 6 Prozentpunkte nach unten korrigiert worden, was eine außergewöhnliche Korrektur in einem so kurzen Zeitraum darstelle. Gemäß einem Basis-Szenario, das eine Entschärfung der Pandemie in der zweiten Jahreshälfte zugrunde legt, geht der IWF für 2021 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 5,8 % aus. Voraussetzung dafür ist, bei weiterhin bestehenden und gemäß ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bedeutsamen Risiken für einen noch schwerwiegenderen Verlauf der Ausbreitung des Virus, dass sich die Wirtschaftsaktivität normalisiert. Angesichts dessen herrsche eine extreme Unsicherheit über die globalen Wachstumsaussichten.

Der IWF erwartet auch weiterhin eine ungleiche Verteilung des Wirtschaftswachstums zwischen den entwickelten Volkswirtschaften (-6,1 % in 2020 und 4,5 % in 2021) und den Schwellenländern (-1,0 % in 2020 und 6,6 % in 2021). Auf Basis der veröffentlichten Berechnungen zur Ermittlung des Weltwirtschaftsausblicks im April 2020 ging das IWF im Einzelnen davon aus, dass die Entwicklung der Wirtschaft in den USA -5,9 % in 2020 und 4,7 % in 2021, in den EURO-Staaten -7,5 % in 2020 und 4,7 % in 2021, in Deutschland -7,0 % in 2020 und 5,2 % in 2021 sowie in China 1,2 % in 2020 und 9,2 % in 2021 betragen wird.

Voltabox ist überwiegend in industriellen Teilmärkten sowie in ausgewählten Massenmärkten tätig. Hierzu zählen aktuell vor allem:

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Trolleybusse und die Umrüstung herkömmlicher Diesel-Busse aus dem Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs
Gabelstapler und automatische Flurförderfahrzeuge aus dem Bereich Intralogistik bzw. vernetzten Produktionsumgebungen
Bergbaufahrzeuge im Untertageabbau
Fahrzeuge der Land- und Bauwirtschaft
Starterbatterien für Motorräder
Pedelecs und E-Bikes

Die Entwicklung in diesen Teilmärkten ist wesentlich durch einen Substitutionsprozess von Blei-Säure-Batterien - im Falle der Trolleybusse von Diesel-Notstrom- Aggregaten und im Fall der Diesel-Busse vom gesamten Antriebsstrang - durch Lithium-Ionen-Batterien geprägt, von dem Voltabox mit ihrem modularen Produktportfolio profitiert. Hierbei handelt es sich um Trends, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren Bestand haben und mit zunehmender Marktdurchdringung typischerweise eine Sättigungskurve aufweisen. Darüber hinaus sind einzelne industrielle als auch Massenmärkte getrieben von dem allgemeinen Trend zur Elektrifizierung.

Das Marktforschungsinstitut IDTechEx 13 erwartete für das Jahr 2020 ursprünglich ein Marktwachstum von rund 7 % bei Batteriesystemen in den von Voltabox bisher besetzten und neu adressierten industriellen Teilmärkten und Massenmärkten. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bis zum Jahr 2024 wird in diesen Teilmärkten auf rund 6 % geschätzt (Basisjahr: 2019). Die zum Vorjahr reduzierten Werte ergeben sich durch den Einstieg in Märkte wie Busse und Automobile, die zwar ein großes Volumen aufweisen, aber deren Wachstum weniger stark als die der industriellen Teilmärkte ist. Die Schätzungen von IDTechEx berücksichtigen selbstverständlich keine konjunkturellen Einflussgrößen und somit beispielsweise auch nicht die entsprechenden Auswirkungen aus der Verbreitung des Coronavirus.

Im Ergebnis werden insbesondere folgende Annahmen für die Ableitung der Prognose des Voltabox Konzerns als wesentlich angesehen:

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Außerordentlicher, temporärer Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Aufrechterhaltung der Wertschöpfungsketten bei Voltabox und innerhalb der industriellen Teilmärkte sowie auf die Nachfragesituation und Investitionsbereitschaft seitens der Kunden
Fortgesetzter Trend zur Elektromobilität, vor allem durch die Substitution von Blei-Säure-Batterien bzw. Diesel-Notstrom-Aggregaten durch Lithium-Ionen Batterien in den bisher besetzten Teilmärkten
Zunahme der regulatorischen Treiber für nachhaltige Mobilität, insbesondere im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr

Voltabox-Konzern

Die Unternehmensplanung des Konzerns basiert auf einer detaillierten Absatz- und Umsatzplanung und wird kundenspezifisch bis auf die Produktebene heruntergebrochen und nach einem Bottom-up-Prinzip geplant. Die wesentlichen Kostenkomponenten werden über Einzelplanungsmodelle für einen Zeitraum von mehreren Jahren geplant und dann proportional zur Umsatzentwicklung fortgeschrieben.

Wesentliche Parameter wie Preisänderungen im Einkauf oder im Vertrieb sowie mögliche Kostensteigerungen im Personalbereich oder Änderungen der Besteuerungsgrundlage werden in die Planung integriert. Das fortlaufend aktualisierte Risikomanagementsystem erlaubt es dem Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und, wenn notwendig, entsprechend gegenzusteuern.

Im Geschäftsjahr 2019 hat der Konzern seine Planungsmethodik unter dem Eindruck der Umsatzverschiebungen im gleichen Jahr an das spezifische Voltabox-Geschäftsmodell angepasst. Die Planung nimmt nun deutlich stärker Rücksicht auf den Projektcharakter zahlreicher Kundenbeziehungen. Gemäß der ursprünglich guten Auftragssituation für 2020 erwartete der Vorstand, dass Voltabox gegenüber dem Vorjahr nachhaltig wächst und dabei einen wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zum angestrebten Profitabilitätsniveau macht. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie haben sich die Geschäftsaussichten für den Voltabox-Konzern jedoch für das laufende Jahr deutlich eingetrübt.

Weiterhin konnten im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres aufgrund der geringen Ausbringungsmengen keine positiven Margeneffekte erzielt werden. Dies hat eine zunehmende Belastung der freien Liquidität zur Folge. Die Prognose der Voltabox AG im Einzel- und Konzernabschluss steht in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung der zur Verfügung stehenden freien Liquidität. Für den Fall, dass die freie Liquidität im weiteren Jahresverlauf keine Verbesserung erfährt, erwartet die Gesellschaft das Erreichen des unteren Rands der Bandbreite. Mit einem erwarteten Konzernumsatz zwischen 25 und 45 Mio. Euro, was einem Rückgang um rund ein Viertel bis zu mehr als die Hälfte des Vorjahresniveaus entspricht, und einer Konzern-EBITDA-Marge von höchstens -6 % betrachtet die Gesellschaft das laufende Geschäftsjahr als außerordentlich und als Übergangsjahr für eine Rückkehr zu einem nachhaltigen Wachstum bei entsprechender Profitabilität in den kommenden Jahren.

Neben der Intralogistik wird insbesondere das bestehende Marktsegment Öffentlicher Personennahverkehr (Trolleybusse sowie Umrüstung von Diesel-Bussen) fokussiert. Darüber hinaus werden erstmals die neuen Marktsegmente mobile und stationäre Energiespeicher zum Umsatz beitragen. Allgemein hat Voltabox im vergangenen Geschäftsjahr einen besonderen Fokus darauf gelegt, seine Kundenbasis und damit auch die Umsatzverteilung zu diversifizieren.

Der Vorstand geht im laufenden Jahr von einem ausgeglichenen Free Cashflow aus.

Weiterhin plant der Vorstand im Fall einer überdurchschnittlichen Geschäftsentwicklung mit einem leichten Aufbau der Mitarbeiter mit Augenmaß.

Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren:

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In TEUR bzw. lt. Angabe 2018 2019 Veränd. Prognose 2020
Finanzielle Leistungsindikatoren
Konzernumsatz 66.909 56.617 -15,4 % 25 - 45 Mio. Euro
EBIT-Marge 8,4 % -190,0 % n.a. n.a.
EBITDA-Marge 14,3 % -25,4 % n.a. höchstens -6 %
Free Cashflow -68.386 -26.304 61,5 % leicht negativ

Voltabox AG

Der Vorstand der Voltabox AG erwartet im Geschäftsjahr 2020 auf Einzelabschlussebene einen deutlich verminderten Jahresumsatz und ein negatives Jahresergebnis.

Der erwartete Jahresfehlbetrag soll durch den Gewinnvortrag und die Kapitalrücklage finanziert werden. Die Liquidität soll durch positive Effekte des Working Capitals in Form von Abbau der Forderungen und der Nutzung von Vorräten gesichert werden.

Vor dem Hintergrund der weiterhin eingeschränkten Visibilität in den von Voltabox besetzten industriellen Teilmärkten infolge der COVID-19-Pandemie sowie deren Auswirkungen ist die Abgabe einer exakten Prognose zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Berichts nicht hinreichend verlässlich.

Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren:

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In TEUR bzw. lt. Angabe 2018 2019 Veränd. Prognose 2020
Finanzielle Leistungsindikatoren
Konzernumsatz 52.136 63.335 21,5 % 15 - 35 Mio. Euro
EBIT-Marge 6,5 % -173,3 % n.a. n.a.
EBITDA-Marge 9,6 % -161,0 % n.a. höchstens -6 %

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand der Voltabox AG geht abseits der finanziellen Leistungsindikatoren wie Umsatz und EBITDA, die in erheblichem Maße infolge der drastischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie von den ursprünglichen Planungen für das Geschäftsjahr 2020 abweichen, von einer positiven strategischen Weiterentwicklung des Voltabox- Konzerns aus. Grundlage dafür sind das gemäß den Marktanforderungen optimierte Produktportfolio, die eingeleiteten Maßnahmen zur Straffung der Kostenstruktur sowie ein erfolgversprechender Verlauf bei der Neuausrichtung der Vertriebsaktivitäten. Voltabox wird bei der weiteren Markterschließung und -durchdringung bestehender Marktsegmente mithilfe des bestehenden modularen Baukasten-Prinzips auf den bewährten Batteriesystemen aufsetzen bzw. neue leistungsfähige Systeme entwickeln, um die gute strategische Ausgangsposition im schnell wachsenden Markt für Li-Ionen- Batteriesysteme weiter auszubauen. Die Wertschöpfungstiefe wird bei allen Voltabox-Produkten insbesondere durch einen hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung weiter optimiert, um die operative Ertragskraft des Voltabox-Konzerns nachhaltig zu steigern. Die Sicherung und der Ausbau einer nachhaltigen Profitabilität stehen im Mittelpunkt dieser Geschäftsausrichtung. Darüber hinaus wird die weitere organische und anorganische Erschließung zusätzlicher Handlungsfelder bezüglich Portfolio-Erweiterung angestrebt, nahe am Kerngeschäft und unter engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben.

Die potenziellen Auswirkungen aufgrund des seitens der Muttergesellschaft angestrebten Verkaufsprozesses hat der Vorstand nicht in die Planung einfließen lassen.

Übernahmerechtliche Angaben nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Voltabox AG beträgt 15.825.000,00 Euro und ist eingeteilt in 15.825.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stammaktien (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro. Sämtliche Aktien sind gewinnanteilsberechtigt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.

Aktienstimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Zum 31. Dezember 2019 hielt die paragon GmbH & Co. KGaA, Delbrück, 9.500.000 Aktien der Gesellschaft. Das entspricht rund 60 % des Grundkapitals der Gesellschaft.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Änderung der Satzung

Bezüglich der Regelungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 84 und 85 AktG verwiesen.

Bezüglich der Regelungen zur Änderung der Satzung wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 133 und 179 AktG verwiesen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. September 2017 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 21. September 2022 einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 6.675.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.675.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017).

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. diesen gemäß § 186 Absatz 5 AktG gleichgestellten Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre in den in Punkt 4.5 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom Oktober 2017 genannten Fällen auszuschließen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 22. September 2017 ist das Grundkapital um bis zu 5.000.000,00 Euro eingeteilt in bis zu 5.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 22. September 2017 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gewinnberechtigt für alle Geschäftsjahre, für die die Hauptversammlung noch keinen Gewinnverwendungsbeschluss gefasst hat. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Kontrollwechsel und Entschädigungsvereinbarungen

Besondere Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control) oder besondere Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht.

Erklärung über die Abhängigkeitsberichterstattung gem. § 312 Abs. 3 HGB

Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklärt der Vorstand, dass die Voltabox AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, eine angemessene Gegenleistung erhielt. Maßnahmen, die getroffen oder unterlassen wurden, führten zu keiner unausgeglichenen Benachteiligung der Voltabox AG.

Der Vorstand der Voltabox AG hat diesen Bericht dem Abschlussprüfer vorgelegt. Dieser hat einen Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht wurde anschließend dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung sein Ergebnis über die Prüfung des Abhängigkeitsberichts berichten.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Voltabox AG hat für das Geschäftsjahr 2019 eine Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgenommen. Dieser Bericht stellt keinen Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts dar. Der Vorstand hat diese Berichterstattung gesondert vorgenommen und auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht (https:/​/​ir.voltabox.ag/​websites/​voltabox/​German/​0/​investor-relations.html).

Die Voltabox AG nimmt die gesetzlich vorgesehenen Bestandteile in die Berichterstattung auf und erweitert diese um weitergehende Erläuterungen, soweit es dem Verständnis dienlich ist. Die Voltabox AG wendet für die Nachhaltigkeitsberichterstattung das Rahmenwerk des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) an.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d i.V.m. 289f Abs. 1 HGB

Vorstand und Aufsichtsrat der Voltabox AG sind den Grundsätzen einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet. Sie messen den Standards guter und ordentlicher Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei. Vor dem Hintergrund des mehrheitlichen Anteilsbesitzes des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Dieter Frers an der Muttergesellschaft paragon GmbH & Co. KGaA und dem daraus resultierenden indirekt beherrschenden Einfluss auf die Voltabox AG ist die Arbeitsweise des Vorstands im Rahmen seiner unternehmerischen Verantwortung in besonderer Weise vom Leitbild des ehrbaren Kaufmanns geprägt. Hierzu gehört die Verpflichtung, im Einklang mit rechtlichen Rahmenbedingungen und den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen (Unternehmensinteresse).

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d i.V.m. 289f Abs. 1 HGB kann dauerhaft auf der Voltbox- Homepage unter https:/​/​ir.voltabox.ag eingesehen werden. Sie enthält die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") gemäß § 161 AktG sowie den Corporate Governance Bericht gemäß Ziffer 3.10 DCGK.

Die Unternehmensführung der Voltabox AG als deutsche Aktiengesellschaft wird durch das Aktiengesetz, die Satzung des Unternehmens, die freiwillige Verpflichtung auf die Vorgaben des DCGK in seiner jeweils aktuellen Fassung sowie die jeweils aktuellen Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat bestimmt.

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften verfügt die Voltabox AG über ein so genanntes duales Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen. Der Vorstand führt das Unternehmen nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung in eigener Verantwortung.

Die Geschäftsordnung enthält unter anderem Regelungen zur Ressortverteilung, zu Entscheidungsbefugnissen des Gesamtvorstands, zu Rechten und Pflichten des Vorstandsvorsitzenden sowie zu Beschlussfassung und Sitzungen. Der Vorstand der Voltabox AG besteht aktuell mit Jürgen Pampel aus einer Person. Mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 wurde Jörg Dorbandt (Vorstand Operations und Finance) auf seinen persönlichen Wunsch hin als Mitglied des Vorstands abbestellt. Gleichzeitig erweiterte und stärkte Voltabox die Führungsmannschaft auf der Ebene der Bereichsvorstände, um die agile strategische und operative Weiterentwicklung des Unternehmens zu fördern.

Der Aufsichtsrat beaufsichtigt den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und steht ihm beratend zur Seite. Er bestellt und entlässt die Vorstandsmitglieder, bestimmt die zustimmungspflichtigen Geschäfte, beschließt das Vergütungssystem für den Vorstand und setzt dessen jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Voltabox AG, die das Aktiengesetz und die Geschäftsordnung vorsehen, eingebunden. Der Aufsichtsrat setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrats regelt die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Darin sind insbesondere die Beschlussfassung und die Schweigepflicht festgelegt. Nach eigener Einschätzung arbeitet der Aufsichtsrat mit der Gesamtheit seiner drei Mitglieder effizient. Aufgrund der geringen Größe des Aufsichtsrats wurde von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.

Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat der Voltabox AG die ihm nach Gesetz, Satzung, DCGK und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand laufend beaufsichtigt und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Darüber hinaus stand der Aufsichtsrat dem Vorstand durchweg beratend zur Seite und wurde bei Fragestellungen von grundlegender Bedeutung in die Diskussion und Entscheidungsfindung eingebunden. Dank der guten Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder konnten auch situativ anstehende Entscheidungen angemessen erörtert und zeitnah getroffen werden.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form in den Aufsichtsratssitzungen umfassend über alle Vorgänge von wesentlicher Bedeutung, die allgemeine Geschäftsentwicklung und die aktuelle Lage der Gesellschaft. Dabei ging er insbesondere auf Themen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und des Risikomanagements ein. Der Aufsichtsrat überprüfte die Berichte des Vorstands intensiv und erörterte diese im Gremium. Über die Aufsichtsratssitzungen und Telefonkonferenzen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer Gesamtheit hinaus diskutierten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Vorstands bei Bedarf über wichtige Themen. Über außergewöhnliche Ereignisse, die für die Beurteilung des Jahresergebnisses von Bedeutung sind, wurde der Aufsichtsrat in vollem Umfang informiert.

Mit Blick auf § 76 Absatz 4 und § 111 Absatz 5 des Aktiengesetzes sowie Punkt 4.1.5 und 5.1.2 des Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zum Thema "Diversity" wurden 2018 von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam sowohl der aktuelle Stand des Frauenanteils festgestellt als auch Zielgrößen definiert. Für beide Gremien beträgt der aktuelle Frauenanteil der Voltabox AG Null. Die Zielgrößen in beiden Gremien wurden ebenfalls mit Null festgelegt. Eine mögliche Erweiterung des Vorstands ist derzeit nicht geplant. Bei den nachgelagerten Führungsebenen des Unternehmens beträgt der derzeitige Frauenanteil 23,8 % (Vorjahr: 17,9 %). Die aktuelle Zielgröße des Frauenanteils beträgt 25 %.

Bei der Voltabox AG ist unternehmerisches Handeln eng mit der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, der Umwelt und der Gesellschaft verbunden. Werte, wie die Übernahme von Verantwortung, Teamgeist, Integrität, Toleranz sowie Leidenschaft und ein von Respekt geprägter wertschätzender Umgang im täglichen Miteinander spielen für die Voltabox AG eine entscheidende Rolle und bilden den Kern ihrer Unternehmenskultur. Der Vorstand ist sich seiner eigenen Vorbildfunktion bewusst und legt darüber hinaus ein besonderes Augenmerk darauf, dass alle Führungskräfte des Unternehmens durch vorbildliches Verhalten die zuvor genannten Werte vorleben.

Delbrück, im August 2020

Der Vorstand

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