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Voltabox AG

Annual Report Nov 2, 2018

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Annual Report

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Voltabox AG

Delbrück

Jahresabschluss zum 31.12.2017

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Satzungsmäßiger Geschäftsgegenstand der Voltabox AG (nachfolgend auch "Unternehmen" oder "Gesellschaft") ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Lösungen für die Elektromobilität - insbesondere Li-Ionen-Batteriesysteme - sowie die Verwaltung von Patenten, Lizenzen und Gebrauchsmustern. Die Gesellschaft kann andere Gesellschaften im In- und Ausland erwerben oder sich an solchen beteiligen, Zweigniederlassungen errichten, die Geschäftsführung und Vertretung anderer Unternehmen übernehmen und Unternehmensverträge abschließen sowie alle sonstigen Maßnahmen ergreifen und Rechtsgeschäfte vornehmen, die zur Erreichung und Förderung des Gesellschaftszweckes zu dienen geeignet erscheinen, soweit sie keiner gesonderten Erlaubnis bedürfen.

Das Geschäftsmodell des Voltabox-Konzerns (nachfolgend auch " Voltabox") basiert auf der eigenständigen Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von hoch entwickelten Batteriesystemen im Wesentlichen für den industriellen Einsatz. Dabei profitiert Voltabox von der konsequenten Modularisierung und Skalierbarkeit der einzelnen Komponenten, einschließlich der Software für das Batteriemanagement. Die Modularität der Voltabox-Batteriesysteme und die Automation der Fertigung gewährleisten eine schnelle Markteinführung in den ausgewählten Märkten. Hardware und Software werden zur besseren Effizienz, Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Batteriesysteme regelmäßig aufeinander abgestimmt. Dem selbst entwickelten und ebenfalls modular aufgebauten Batteriemanagementsystem in der aktuell 4. Generation kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zu.

Neben dem Kerngeschäft entwickelt und fertigt Voltabox zunehmend auch hochwertige Lithium-Ionen-Batterien für ausgewählte Bereiche im Massenmarkt. Hier liegt derzeit der Fokus auf Starterbatterien für Hochleistungs-Motorräder und Sportwagen. Dabei ersetzen die Voltabox-Batterien herkömmliche Blei-Säure-Batterien. Daneben werden auch hochmoderne Batteriesysteme für 48-Volt-Mild-Hybrid-Anwendungen angeboten. Im Forschungs- und Entwicklungszentrum Aachen werden seit diesem Frühjahr elektrische Antriebssysteme mit dem Ziel entwickelt, Komplettanbieter für die Elektrifizierung von Fahrzeugen zu werden. Modernste Leistungselektronik und effiziente Elektromotoren ergänzen damit künftig die Hochleistungsbatteriesysteme des Kerngeschäfts.

Der Automatisierungsgrad der Serienfertigung wird laufend weiter erhöht, um hier über den Lebenszyklus der einzelnen Produktreihen hinweg die Kostenstruktur zu verbessern. In diesem Sinne stellt die Serienfertigung der diversen Batteriemodule mit unterschiedlichen Zellformaten und unterschiedlicher Zell-Chemie ein eigenständiges Innovationsfeld im Unternehmen dar. Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden bei Voltabox insgesamt sechs Industrieroboter in der Fertigung eingesetzt.

Das Geschäftsmodell umfasst drei Segmente. Im Segment "Voltapower" entwickelt, fertigt und vertreibt die Gesellschaft Hochleistungsbatterielösungen. Im Segment "Voltaforce" werden unter anderem Standardbatterien im Niederspannungsbereich entwickelt, gefertigt und vertrieben.

Im Segment "Voltamotion" werden Antriebskomponenten, wie beispielsweise Leistungselektronik, die die vollständige Elektrifizierung von Hochleistungsfahrzeugen ermöglicht u. ä. entwickelt.

Im Berichtsjahr entfielen über 99 % der Umsätze auf das Segment "Voltapower". Auf eine detailliertere Darstellung der Segmente im Segmentbericht (Note 36) wird daher aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Konzernstruktur

Die Voltabox AG (im Folgenden: Voltabox AG) mit Sitz in 33129 Delbrück, Artegastraße 1, Deutschland, ist eine nach deutschem Recht errichtete Aktiengesellschaft. Die Aktien der Voltabox AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Prime Standard gehandelt. Rund 60 % des Grundkapitals befindet sich im Eigentum der ebenfalls an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Prime Standard notierten paragon AG. Insofern stellt die Voltabox AG einen Teilkonzern ihrer Muttergesellschaft paragon AG dar. Die Voltabox AG hat ihren Verwaltungssitz in Delbrück und einen Standort in Aachen.

Zum Konsolidierungskreis des Voltabox Konzerns gehört die 100-prozentige Tochtergesellschaft Voltabox of Texas Inc. (Austin, Texas, USA).

Standort Aachen

In unserem Standort in Aachen betreiben wir ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Antriebskomponenten mit bereits drei hoch qualifizierten Mitarbeitern und 790 qm Fläche. Das Expertenteam entwickelt Antriebskomponenten inklusive Leistungselektronik, welche die komplette Elektrifizierung von Hochleistungsfahrzeugen und integrierten Lösungen ermöglichen. Ein starker Personalausbau ist im laufenden Geschäftsjahr vorgesehen. Damit werden künftig auch zusätzliche Einzelmärkte für Wechselrichter, Ladegeräte, DC / DC-Wandler, Elektromaschinen und Ähnliches adressiert.

Unternehmensstrategie

Der strategische Fokus liegt auf der frühen Besetzung bestimmter industrieller Teilmärkte der Elektromobilität, um schnell signifikante Marktanteile in diesem dynamischen Umfeld zu gewinnen. Hierzu zählen neben dem öffentlichen Personennahverkehr (insbesondere Trolleybusse), der Intralogistik (insbesondere Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme) und Bergbauanwendungen (insbesondere Fahrzeuge im Untertagebergbau) auch Fahrzeuge im Bereich Land- und Bauwirtschaft (insbesondere Hof-, Rad- und Teleradlader) sowie Starterbatterien (insbesondere für Motorräder).

Charakteristisch für diese Teilmärkte ist die Substitution von Blei-Säure-Batterien oder Diesel-Notstrom-Aggregaten durch moderne Lithium-Ionen-Batteriesysteme. Voltabox profitiert direkt von diesen anhaltenden Substitutionseffekten, die aus der Gesamtkostenbetrachtung (einschließlich der ökologischen Vorteile) der Anwender resultieren. Der weltweite Marktzugang erfolgt hier in der Regel durch führende Kooperationspartner in den jeweiligen Teilmärkten.

Zukünftig beschäftigt sich Voltabox auch mit weiteren Teilmärkten wie etwa der Elektrifizierung von Fahrzeugen der kommunalen Versorgung, Flughafen-Vorfeldfahrzeugen, etc. Im Rahmen des globalen Pkw-Massenmarktes wird Voltabox darüber hinaus das Segment der modernen 48V-Lithium-Ionen Batteriesysteme für Hybrid-Pkws adressieren. Schließlich wird Voltabox künftig noch Komponenten des Antriebsstrangs wie Elektromotoren sowie Leistungselektronik wie DC/DC-Konverter am Markt anbieten.

Voltabox hat sich in der Elektromobilität strategisch als Pionier für leistungsstarke Batteriesysteme positioniert. Die Marktposition beruht dabei auf vier Stärken:

Technologie: technologischer Vorsprung gegenüber Wettbewerbern
Modularisierung: schnelle und kosteneffiziente Entwicklung auf Basis eines Baukastenprinzips
Spezial-Applikationen: Optimale Systemanpassung für die jeweils beim Kunden relevante Applikation
Automation: kostengünstige und zuverlässige Produktion in Serie

Für das weitere Unternehmenswachstum hat die Gesellschaft zwei Ebenen definiert:

Ausbau der Marktposition in bereits besetzten Endmärkten sowie Erschließung neuer Endmärkte im Kerngeschäftsfeld der Batteriesysteme (horizontale Expansion)
Verbreiterung des Leistungsportfolios (insbesondere Antriebsstrang, Ladeinfrastruktur und Leistungselektronik) zur Erschließung ausgewählter Segmente des Massenmarktes (vertikale Expansion)

Die Wettbewerbsstrategie von Voltabox ist dabei im Wesentlichen in Form einer Nischenstrategie definiert.

Steuerungssystem

Neben einer hohen Innovationsdynamik prägen flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege die organisatorischen Grundlagen von Voltabox. Voltabox weist darüber hinaus den Charakter eines mittelständischen, inhabergeführten Unternehmens auf und verbindet damit eine langfristige, strategische Ausrichtung mit der Integrationskraft einer dynamisch wachsenden börsennotierten Gesellschaft.

Der Vorstand der Voltabox AG unterzieht seine Strategie einem regelmäßigen Abgleich mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung. Im Rahmen von Zielgesprächen werden auf Managementebene die daraus resultierenden Folgeaktivitäten festgelegt sowie optimierende Maßnahmen oder grundlegende Richtungsänderungen eingeleitet.

Zur besseren Beurteilung der wirtschaftlichen Lage sowie zur besseren Planung und Steuerung der betrieblichen Leistungsprozesse wird das ERP-System Microsoft Dynamics AX künftig konzernweit genutzt.

Die Voltabox AG verfügt über ein umfassendes Planungs- und Kontrollsystem, um die strategische Planung operativ umzusetzen. Dies beinhaltet unter anderem ein kontinuierliches Controlling der Wochen-, Monats- und Jahresplanungen. Der Vorstand sowie der Aufsichtsrat der Voltabox AG erhalten auf der Grundlage einer monatlichen Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung ein ausführliches Reporting. Diese Berichte dokumentieren mögliche Abweichungen von den Plangrößen in einem Soll-Ist-Vergleich und bilden die Basis für Entscheidungen. Ein weiteres wichtiges Steuerungsinstrument sind die regelmäßigen Zusammenkünfte der Führungskräfte, in denen die aktuelle geschäftliche Entwicklung und ein Ausblick auf die mittel- und langfristige Perspektive erörtert werden, sowie regelmäßige Projektstatusmeetings.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Der Vorstand bedient sich regelmäßig wesentlicher Kennzahlen, um den wirtschaftlichen Erfolg der operativen Umsetzung seiner Unternehmensstrategie messen zu können. Das Steuerungssystem berücksichtigt dabei in der Art und/oder Höhe einmalige bzw. außerordentliche Effekte auf die Leistungsindikatoren, die im Aufbau der Geschäftstätigkeit begründet sind. Aufgrund dieser Sondereinflüsse werden die internen Zielgrößen in der Regel - abhängig vom jeweiligen Planungshorizont - als Bandbreiten für die Messung und Steuerung der operativen Leistungsfähigkeit festgelegt. Auf Basis einer rollierenden mittelfristigen Planung wird die relative Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen Konzernumsatz, EBIT-Marge und Investitionen unter Berücksichtigung von Erfahrungskurveneffekten innerhalb eines Korridors betrachtet. Vor dem Hintergrund der dynamischen Wachstumsstrategie wird damit einer vorausschauenden Unternehmenssteuerung sowohl im Sinne einer risiko- als auch einer chancenorientierten Unternehmensführung Rechnung getragen.

Konzernumsatz

Die in Serie produzierten Batteriemodule und -systeme unter Nutzung unterschiedlicher Zellformate, unterschiedlicher Zellchemie und Leistungsspezifikationen stellen derzeit den wesentlichen Umsatzträger der Gesellschaft dar. Sie werden in verschiedene Endmärkte geliefert. Dies sind im Bereich der Intralogistik insbesondere Anwendungen in Gabelstaplern und fahrerlosen Transportfahrzeugen. Darüber hinaus werden vollständige Batteriesysteme in bestimmte Endmärkte geliefert, insbesondere zur Verwendung in Trolleybussen, Bergbaufahrzeugen und Fahrzeugen der Land- und Bauwirtschaft. Schließlich wird Umsatz noch in geringerem Ausmaß durch Leistungen im Rahmen der Entwicklung von Prototypen für neuartige Batteriesysteme sowie durch die Produktion von standardisierten Batterien (insbesondere Starterbatterien) generiert.

Der Umsatzbeitrag von einzelnen Produktreihen variiert grundsätzlich in den unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus. Daneben weist insbesondere die Anwendung von Trolleybussen den Charakter eines Projektgeschäfts mit jeweils definierten Stückzahlen für ein bestimmtes System auf.

Die in der Regel jungen Teilmärkte der Elektromobilität wachsen darüber hinaus mit unterschiedlicher Dynamik. Die künftigen jährlichen Steigerungsraten des Umsatzwachstums hängen dabei vom Mix des jeweiligen Anwendungsbereichs ab. Während für Trolleybusse und insbesondere für Bergbaufahrzeuge große und komplexe Batteriesysteme mit vielen Batteriemodulen im Rahmen eines Projektgeschäfts zum Einsatz kommen, weist die Serienherstellung von Batteriemodulen zur Verwendung in Gabelstaplern und fahrerlosen Transportfahrzeugen sowie von Starterbatterien für Motorräder eher die Grundzüge einer Massenproduktion auf.

Insofern unterliegt der Konzernumsatz einer Reihe nach Art, Ausmaß und Richtung unterschiedlichen Einflüssen, die in ihrer Summe regelmäßig bewertet werden. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch gegebenenfalls der Angabe eines Zielkorridors Rechnung getragen.

EBIT-Marge

Das EBIT stellt das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern dar und bildet allgemein die operative Ertragskraft bzw. die Effizienz der wirtschaftlichen Leistungserbringung eines Unternehmens ab. Die Profitabilität kann somit im Zeitablauf wie auch im internationalen Vergleich - unabhängig von der jeweiligen Finanzstruktur und den Ertragsteuern - betrachtet werden.

Im Rahmen der Unternehmenssteuerung wird das EBIT vom Vorstand allerdings nicht als ein eigenständiges monetäres Unternehmensziel (als Rentabilitätsziel absoluter Höhe) definiert. Vielmehr wird die Entwicklung der operativen Ertragskraft in der Weise gesteuert, dass der strategisch definierte Wachstumspfad mit einer angemessenen Profitabilität umgesetzt werden kann. Unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung fließen somit alle relevanten Aufwandspositionen in die vorausschauende Unternehmenssteuerung mit ein. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch die Angabe der EBIT-Marge als relativer Kennzahl Rechnung getragen. Dadurch werden auch im Rahmen der rollierenden mittelfristigen Planung die dynamischen Effekte berücksichtigt, die sich im Zeitablauf bei den Aufwands- und Ertragspositionen ergeben.

Investitionen

Die Investitionen sind für Voltabox beim Auf- und Ausbau der Geschäftstätigkeit ein wesentlicher Faktor im Rahmen der mittelfristigen Planung. Da es sich hierbei um die langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen und in immateriellen Vermögensgegenständen handelt, werden die Investitionsentscheidungen des Vorstands als Resultat eines strukturierten und sorgfältigen Entscheidungsprozesses getroffen. Dieser berücksichtigt insbesondere die Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf die nicht monetären Unternehmensziele, die sich aus der Unternehmensstrategie ergeben. Neben der frühen Besetzung ertragreicher Marktnischen ist hier insbesondere der hohe technologische Qualitätsanspruch bei der Serienfertigung von Batteriemodulen in großen Stückzahlen relevant.

Darüber hinaus dienen die Investitionsentscheidungen dazu, im Rahmen der dynamischen Wachstumsstrategie auf Marktentwicklungen zu reagieren und dadurch auch kurz- und mittelfristig Wachstumspotential optimal ausnutzen zu können. Schließlich berücksichtigen die Investitionsentscheidungen die die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E-Aktivitäten). In der Berichterstattung zur Prognose erfolgt daher die Angabe der geplanten Gesamtinvestitionen, um die mittelfristige Dynamik in der operativen Umsetzung der Wachstumsstrategie deutlich zu machen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte Voltabox in den weiteren Ausbau der Geschäftsaktivitäten. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrugen rund 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro), davon bezogen sich 5,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro) auf Eigenleistungen gem. IAS 38, die sich mit rund 78,7 % auf das Geschäftssegment Voltapower, mit rund 16,4 % auf das Geschäftssegment Voltaforce und etwa 4,9 % auf das Geschäftssegment Voltamotion verteilten.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Berichtsjahr rund 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro). Diese betrafen die Fertigungsanlage für Starterbatterien, End-of-Line Tester für Batteriesysteme und eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung als innovativer Anbieter technologisch anspruchsvoller und qualitativ hochwertiger Batterielösungen nutzt der Vorstand im Rahmen seiner Unternehmenssteuerung auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren. Die Mitarbeiter und der Bereich Qualität und Umwelt stellen insofern kritische Erfolgsfaktoren für Voltabox dar.

Mitarbeiter

Der global zunehmende Megatrend der Elektrifizierung von Fahrzeugen führt zu einem dynamisch wachsenden Personalbedarf mit spezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten für die Entwicklung und Konstruktion von modernen Batteriesystemen.

Die operative Umsetzung der Wachstumsstrategie von Voltabox macht darüber hinaus eine laufende Überprüfung und Anpassung der eigenen Aufbau- und Ablauforganisation notwendig. Gleichzeitig erfordert das Geschäftsmodell von Voltabox die gezielte Weiterentwicklung der bestehenden Innovationskultur im schnell wachsenden Unternehmen. Wesentliche Elemente hierfür sind die Verankerung von unternehmerischem Denken und eigenverantwortlichem Handeln sowie eine barrierefreie interne Kommunikation. Die Entwicklungsprozesse werden laufend optimiert, um neue maßgeschneiderte Batteriesysteme möglichst schnell anbieten zu können. Kreativität, Selbstvertrauen, Inspiration und Mut nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Die Bildung effizienter Projektteams - auch über verschiedene Standorte hinweg - nimmt an Bedeutung weiter zu.

Die erfolgreiche Rekrutierung, Entwicklung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter (unter dem Begriff werden nachfolgend einheitlich weibliche und männliche Mitarbeiter verstanden) sind daher von besonderer Bedeutung für eine erfolgreiche Umsetzung der Wachstumsstrategie. Im Geschäftsjahr 2017 wurden insgesamt 47 (Vorjahr: 20) neue Mitarbeiter eingestellt. Davon entfielen 12 (Vorjahr: 3) auf die Tochtergesellschaft Voltabox of Texas. In diesem Zusammenhang wurden insgesamt 35 (Vorjahr: 6) neue Stellen bei Voltabox in Deutschland geschaffen. Die Fluktuationsquote lag bei 5,2 % (Vorjahr: 12,2 %). Der Anteil der bei Voltabox beschäftigten weiblichen Mitarbeiter war mit 9,9 % rückläufig (Vorjahr: 14,9 %). Mit 49,7 % stieg dagegen die Akademikerquote leicht an (Vorjahr: 44,8 %). Das Durchschnittsalter reduzierte sich leicht auf 38,3 Jahre (Vorjahr: 39,5).

Die Anzahl der Voltabox-Mitarbeiter hat sich zum jeweiligen Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:

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2017 2016
Anzahl Mitarbeiter 99 67
Anzahl Leiharbeiterkräfte 22 21

Der Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: EUR 4,1 Mio. Euro). Dabei entfielen 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: EUR 3,1 Mio. Euro) auf Lohn- und Gehaltskosten, 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) auf soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sowie EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) auf Aufwendungen für Leiharbeitskräfte.

Qualität und Umwelt

Die Voltabox AG hat an ihren deutschen Standorten sowie bei der Voltabox of Texas ein Managementsystem nach dem Standard der IATF 16949 und der ISO 9001:2015 aufgebaut, welches im laufenden Geschäftsjahr zertifiziert werden soll.

Im Mittelpunkt für das Geschäftsjahr 2017 stand der Aufbau der kleinen Regelkreise in der Produktion wodurch eine laufende Prozessoptimierung in der Fertigung sichergestellt wird. In Verbindung mit dem großen Regelkreis zum Kunden wird eine konsequente Service- und Kundenorientierung und dadurch insgesamt eine laufende Verbesserung der Qualitätsstandards und Kundenzufriedenheit angestrebt.

Der Aufbau eines interaktiven Managementsystems sichert das konzernweite Wissensmanagement in allen Stufen der Produktentstehung und Produktrealisierung ab.

So konnten der Ausschuss und die kundenbezogenen Qualitätskosten um rund 50% gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden.

Die Anforderungen an den Umwelt- und Arbeitsschutz haben wir in unserem Managementsystem integriert und ist somit ein fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds. Die Wirksamkeit lassen wir uns jährliche durch eine Auditierung nach DIN EN ISO 14001 bestätigen.

Zudem verfolgt Voltabox durch den Einsatz modernster Fertigungstechnologien sowie den sorgsamen Umgang mit Rohstoffen und Energieressourcen das Konzept der Nachhaltigkeit. So war im abgelaufenen Geschäftsjahr der Stromverbrauch im Werk Delbrück bei steigendem Produktionsvolumen konstant gegenüber 2016.

Sonstige Steuerungsgrößen

Zur Steuerung von Voltabox werden neben den bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen verwendet. Diese sonstigen Steuerungsgrößen sind im Vergleich zu den Leistungsindikatoren von nachrangiger Bedeutung. Als Indikatoren zur Steuerung bzw. Gradmesser für die Fortentwicklung zieht der Vorstand insbesondere die Aktivitäten zur Forschung & Entwicklung, die Materialwirtschaft und die Liquidität heran.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2017 wandte Voltabox insgesamt 5,2 Mio. Euro (Vorjahr: EUR 6,1 Mio. Euro) für interne F&E-Aktivitäten auf. Dies entspricht einem Anteil von 19,1 % des Umsatzes (Vorjahr: 41,9 %). Die Quote der aktivierten Entwicklungskosten belief sich auf etwa 99,1 % (Vorjahr: 98,9 %) der gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten.

Über den Zeitraum von 2011 bis 2017 betrug die Quote der kumulierten aktivierten Entwicklungskosten im Verhältnis zu den gesamten Entwicklungskosten 92,3 %. Die entsprechende Aktivierung dieser Eigenleistungen sieht der Vorstand auch der Höhe nach im Branchenvergleich als angemessen an. Die Zahl der in der Forschung & Entwicklung eingesetzten Mitarbeiter erhöhte sich im Berichtsjahr um 39,3 % auf insgesamt 39 (Vorjahr: 28). Das entspricht einer Quote von rund 32,3 % (Vorjahr: 31,8 %).

Zum Hauptaufgabenfeld der Forschung und Entwicklung zählten die Erweiterung des Produktportfolios, und erfolgreich abgeschlossene Kundenprojekte. Für einen deutschen Hersteller wurde eine 5Ah und eine 10Ah Motorrad Starterbatterie aus der Entwicklung in die Serienproduktion überführt. Des Weiteren wurde für einen namhaften Hersteller von fahrerlosen Transportsystemen ein Batteriebaukasten entwickelt und in die Serienproduktion übergeben.

Das Produktportfolio wurde um folgende Module erweitert:

4x9 LFP Rundzellen Modul
Pouch Modul für NMC und LTO Chemie
Prismatisches LFP Modul
Finalisierung der 25 Ah Rennsport Batterie

Bei der Tochtergesellschaft Voltabox of Texas wurden am Standort Austin für einen Weltmarktführer im Bereich Bergbaufahrzeuge erste Prototypen sowie Vorserienbatterien ausgeliefert. Unter Einsatz der neuen 4x9 LFP Rundzellen Modulen konnte ein Batteriesystem für ein Schlepper-Fahrzeug für den Untertageeinsatz entwickelt und als Prototyp ausgeliefert werden. Des Weiteren wurde ein Prototypen Batteriesystem mit dem NMC Pouch Modul für den Einsatz in einem Untertage-Fahrlader entwickelt und ausgeliefert.

Der F&E-Aktivitäten erfolgten überwiegend intern und anwendungsbezogen.

Materialwirtschaft

Mit der zunehmend automatisierten Serienproduktion in Deutschland und den USA und einem breit gefächerten Portfolio an Batteriemodulen und -systemen nimmt die Materialwirtschaft bei Voltabox eine besondere Stellung ein. Im Berichtsjahr lag die Materialeinsatzquote bei 61,1 % (Vorjahr: 92,5 %).

Der Materialaufwand war in der Vergangenheit wesentlich durch hohe Einmalkosten für die Entwicklung von Prototypen und Werkzeugen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Produktportfolios beeinflusst.

Batteriezellen, die von den global führenden Zellherstellern in großen Stückzahlen eingekauft werden, stellen als Vorprodukte für die Batteriemodule den größten Anteil der Materialkosten dar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind den Batteriezellen rund 50 Prozent der gesamten Materialkosten zuzurechnen. Daher haben schwankende Weltmarktpreise für Rohstoffe, strategische Preisänderungen der Zulieferer für Vorprodukte sowie Wechselkursentwicklungen grundsätzlichen Einfluss auf die Produktionskosten der Voltabox-Batteriemodule.

Die Zellhersteller ersetzen die von uns verwendeten Batteriezellen entsprechend ihrem eigenen Innovationszyklus oftmals durch neue Versionen mit verbesserten Leistungsmerkmalen. In seltenen Fällen kann die Lieferung von bestimmten Zelltypen vollständig eingestellt werden, so dass die Gesellschaft das jeweilige System auf andere Zellen umstellen muss. In der Regel ist Voltabox frühzeitig in relevante Neuentwicklungen der Hersteller eingebunden. Dem Bereich Materialwirtschaft kommt in diesem Sinne die Funktion einer internen Steuerungsgröße zu.

Die enge Kooperation mit ausgewählten leistungsstarken Lieferanten und eine bedarfsorientierte Einkaufspolitik bildeten auch im Geschäftsjahr 2017 die Basis der Beschaffung.

Liquidität

Die Wachstumsstrategie der Voltabox AG beinhaltet neben dem organischen Ausbau des Angebotsportfolios und der entsprechenden Produktionskapazitäten die Akquisition von Unternehmen bzw. komplementärer Technologie. Teile des Emissionserlöses aus dem Börsengang der Gesellschaft werden somit in Form von Zukäufen verwendet. Die Liquidität stellt somit eine weitere Steuerungsgröße dar.

Die Liquidität gilt darüber hinaus als wichtige betriebswirtschaftliche Kenngröße zur vergleichenden Beurteilung der jeweiligen Geschäftssituation von Unternehmen durch Dritte. Schließlich trägt die Liquiditätsplanung der Gesellschaft zur internen Steuerung der Bilanzstruktur bei.

Die liquiden Mittel haben sich zum jeweiligen Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:

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TEUR 2017 2016
Liquide Mittel 102.679 940

Finanzmanagement

Das Finanzmanagement der Gesellschaft beinhaltet kein eigenständiges Zielsystem. Vielmehr nutzt der Vorstand das interne Finanzmanagement zur betriebswirtschaftlichen Planung und Kontrolle der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie. In diesem Zusammenhang wird eine umfassende Finanzplanung auf Basis der revolvierenden Absatzplanung betrieben, aus der sich dann jeweils die Investitions- und Liquiditätspläne für die operativen Segmente Voltapower, Voltaforce und Voltamotion ableiten. Darüber hinaus wird die Tochtergesellschaft Voltabox of Texas, Inc. monatlich auf Konzernebene konsolidiert. Die Einführung von Microsoft Dynamics AX als einheitliches ERP-System soll in diesem Zusammenhang den weiteren Ausbau zu einer integrierten Finanzplanung erleichtern.

Dividendenpolitik

Der Vorstand hat eine Dividendenpolitik formuliert, die dem strategischen Unternehmensziel des ertragreichen Wachstums gerecht werden soll. Damit soll einerseits den Voltabox-Aktionären mittelfristig die Wertsteigerung ihrer Anteile durch Dividendenzahlungen ermöglicht werden, um einen zusätzlichen Anreiz für langfristige Investitionsentscheidungen zu setzen. Andererseits soll gerade in der kapitalintensiven Wachstumsphase des Unternehmens die verfügbare Liquidität möglichst profitabel investiert werden. Künftige Unternehmensgewinne sollen daher überwiegend thesauriert werden. Mittelfristig hält der Vorstand eine Auszahlungsquote im Bereich von 20 bis 40 Prozent des im HGB-Einzelabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinns der Voltabox AG allerdings für angemessen.

Im Berichtsjahr wurde der im HGB-Einzelabschluss ermittelte Bilanzverlust der Voltabox AG noch von der Konzernmuttergesellschaft paragon AG im Rahmen des seit 1. Januar 2015 bestehenden Gewinnabführungsvertrages übernommen. Durch die eigenständige Börsennotierung der Voltabox AG entfällt die Ergebnisübernahme durch die paragon AG für künftige Berichtsperioden.

Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Daher haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen der Regierungskommission Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) im Vergütungsbericht zu verwenden.

Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet, sie setzt sich aus einer jährlichen Festvergütung, Nebenleistungen sowie einer variablen Vergütung zusammen. Für den variablen Vergütungsanteil ist sowohl eine jährliche Deckelung (Maximum) sowie ein mehrjähriger variabler Vergütungsanteil, der positiven und negativen Entwicklungen Rechnung trägt, vereinbart.

Die Gesamtvergütung des Vorstands enthält Gehälter und kurzfristige Leistungen in Höhe von TEUR 148 (Vorjahr: TEUR -) und umfasst feste Bestandteile in Höhe von TEUR 131 (Vorjahr: TEUR -) sowie variable Bestandteile in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr: TEUR -). Die wesentlichen variablen Vergütungsbestandteile orientieren sich am EBIT nach IFRS und der positiven Entwicklung des Aktienkurses des Unternehmens, verglichen jeweils am Bilanzstichtag (für 2017 ist der Vergleichskurs der Ausgabepreis von 24,00 EUR).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen der Mitglieder des Vorstands:

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Gewährte Zuwendungen Jürgen Pampel Vorstandsvorsitzender Eintrittsdatum: 09.08.2017 Andres Klasing Vorstand Finanzen Eintrittsdatum: 09.08.2017
EUR 2017 2016 2017 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 66.733,33 58.788,87
Nebenleistungen 2.376,00 2.699,52
Summe 69.109,33 61.488,39
Jährlicher Betrag anzurechnen auf die mehrjährige variable Vergütung* 9.100,00 8.017,00
Summe 78.209,33 69.505,39
Versorgungsaufwand 0,00 0,00
Gesamtvergütung 78.209,33 69.505,39

* Gedeckelt (Maximum) und in Teilen als mehrjähriger variabler Vergütungsanteil, der positiven und negativen Entwicklungen Rechnung trägt

Der Vorstand der Voltabox AG bestand ab dem Datum der Eintragung als Aktiengesellschaft am 18. Mai 2017 bis zum 8. August 2017 aus einer Person, dem Vorstand Klaus Dieter Frers. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 17. Mai 2017 hatte Herr Klaus Dieter Frers die Funktion des Geschäftsführers der Voltabox Deutschland GmbH inne. Er hat keine Vergütung für diese Funktion erhalten, seine Vergütung war mit den Bezügen als Vorstandsvorsitzender der paragon AG (als 100% Muttergesellschaft) abgegolten.

Darüber hinaus war Herr Klaus Dieter Frers im Berichtsjahr von Januar bis August als Chief Executive Officer (CEO) der Voltabox of Texas, Inc. tätig. Im September wechselte er als Chairman in den Board of Directors der Gesellschaft. Für diese Tätigkeiten in der Voltabox of Texas, Inc. hat Herr Klaus Dieter Frers im Berichtsjahr einen Betrag in Höhe von USD 75.000,00 erhalten.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr zugeflossenen Zuwendungen der Mitglieder des Vorstands:

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Jürgen Pampel Vorstandsvorsitzender Eintrittsdatum: 09.08.2017 Andres Klasing Vorstand Finanzen Eintrittsdatum: 09.08.2017
Gewährte Zuwendungen

EUR
2017 2016 2017 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 66.733,33 58.788,87
Nebenleistungen 2.376,00 2.699,52
Summe 69.109,33 61.488,39
Jährlicher Betrag anzurechnen auf die mehrjährige variable Vergütung* 0,00 0,00
Summe 69.109,33 61.488,39
Versorgungsaufwand 0,00 0,00
Gesamtvergütung 69.109,33 61.488,39

* Gedeckelt (Maximum) und in Teilen als mehrjähriger variabler Vergütungsanteil, der positiven und negativen Entwicklungen Rechnung trägt

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des ersten Aufsichtsrats wird satzungsgemäß von der Hauptversammlung festgelegt, die über die Entlastung der Mitglieder des ersten Aufsichtsrats beschließt.

Im Übrigen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats satzungsgemäß eine feste Vergütung in Höhe von TEUR 10. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält TEUR 20, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält TEUR 15 pro Geschäftsjahr. Gehört ein Mitglied dem Aufsichtsrat nur einen Teil des Geschäftsjahres an, bestimmt sich die Vergütung zeitanteilig. Soweit die Vergütung dem Quellensteuerabzug unterliegt, erfolgt die Auszahlung in Höhe des um die einzubehaltende Quellensteuer gekürzten Vergütungsbetrages.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in eine von der Gesellschaft zu Gunsten der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossene Vermögensschadenhaftpflichtversicherung einbezogen.

Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats Ersatz ihrer bei Wahrnehmung ihres Amts entstandenen angemessenen und nachgewiesenen Auslagen sowie des eventuell auf die Aufsichtsratsvergütung entfallenden Umsatzsteuerbetrages, soweit sie berechtigt sind, der Gesellschaft die Umsatzsteuer gesondert in Rechnung zu stellen und dieses Recht auszuüben.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr bisher keine feste Vergütung erhalten. Die dem Aufsichtsrat für das Berichtsjahr zustehende Vergütung stellt sich wie folgt dar:

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Vorsitzender des Aufsichtsrats Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats
TEUR 2017 2016 2017 2016 2017 2016
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 20,0 n.a. 15,0 n.a. 10,0 n.a.
Gesamtvergütung 20,0 n.a. 15,0 n.a. 10,0 n.a.

Dem Aufsichtsrat gehörte in der Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum 9. August 2017 Frau Brigitte Frers an, in der Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum 5. September 2017 Herr Walter Schäfers. Beide haben für diese Tätigkeit keine Bezüge erhalten.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Oktober 2017 wies der Internationale Währungsfonds ("IWF") in seinem Weltwirtschaftsausblick1 auf die weltweit gute konjunkturelle Lage hin, mit einem beschleunigten Wachstum in den Wirtschaftsregionen Europa, Japan, China und USA. Das weltweite Wirtschaftswachstum wurde für das Jahr 2017 auf 3,6 % geschätzt, nachdem das Vorjahr mit 3,2 % das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise aufwies. Die ungleiche Verteilung des Wirtschaftswachstums zwischen den entwickelten Volkswirtschaften (2,2 %) und den Schwellenländern (4,6 %) blieb zwar weiterhin bestehen. Insgesamt profitierte die Weltwirtschaft allerdings auf einer breiten Basis von dem Wachstum (rund 75 %). Im Einzelnen wurde das Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 in den USA auf 2,2 %, in Europa auf 2,1 %, in Deutschland auf 2,0 % und in China auf 6,8 % geschätzt.

In diesem guten konjunkturellen Umfeld hat sich die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr als sehr robust erwiesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ("Destatis")2 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2017 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,3 % gestiegen, nach einer Steigerung um 2,2 % im dritten Quartal, um 1,0 % im zweiten Quartal und 3,4 % im ersten Quartal. Die für die Automobilindustrie wichtigen privaten Konsumausgaben trugen auch im vierten Quartal mit einem bereinigten Wachstum von 0,7% überproportional zu den positiven Impulsen bei, nach 1,1 % im dritten Quartal, 1,1 % im zweiten Quartal und 1,2 % im ersten Quartal.

Als Hersteller von Batteriesystemen für industrielle Anwendungen erwirtschaftete Voltabox im Geschäftsjahr 2017 den Großteil ihrer Umsatzerlöse mit Unternehmen in den Marktsegmenten Intralogistik (insbesondere Gabelstapler und fahrerlose Transportfahrzeuge), Trolleybusse sowie Bergbaufahrzeuge, mit Sitz in Deutschland und der Europäischen Union. Diese wiederum verkaufen die von ihnen produzierten Fahrzeuge bzw. Systeme weltweit. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist für Voltabox damit insofern von Bedeutung, als sie sich auf die Absatzchancen der von ihr belieferten Fahrzeug- bzw. Systemhersteller und damit auch indirekt auf die Nachfrageentwicklung der jeweiligen Endanwender nach den Produkten von Voltabox auswirkt.

Marktentwicklung 2017

Das Berichtsjahr war von einem anhaltenden dynamischen Marktwachstum in den für Voltabox relevanten industriellen Teilmärkten geprägt. Diese Marktdynamik basierte auf den anhaltenden Substitutionseffekten, indem Diesel-Notstrom-Aggregate bzw. Blei-Säure-Batterien durch moderne Lithium-Ionen-Batteriesysteme ersetzt wurden.

Das Marktforschungsinstitut IDTecEx schätzt in seinem Bericht3 "Industrial and Commercial Electric Vehicles on Land 2017 - 2027" das Wachstum in den von Voltabox derzeit besetzten Marktsegmenten (Trolleybusse, Gabelstapler, Bergbaufahrzeuge) im Jahr 2017 auf 10 Prozent. Trolleybusse bilden ein Teilsegment innerhalb des Marktes für elektrische Busse, mit weltweit insgesamt 40 Tausend Fahrzeugen in 370 Städten und 47 Ländern.4 Ein Trolleybus wird über seine Oberleitung entlang einer vorgeschriebenen Strecke elektrisch betrieben. Die maßgeschneiderten Li-Ion-Batteriesysteme von Voltabox ermöglichen es den Trolleybussen, für eine begrenzte Zeit von der vorgeschriebenen Route und Oberleitung abzuweichen. Aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung von Bussen, profitieren auch Trolleybusse zunehmend von der rasanten Entwicklung der Antriebstechnik, der elektrischen Energiespeicher und der Ladeinfrastruktur.

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2017/09/19/world-economic-outlook-october-2017

2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23. Februar 2018 058/18

3 https://www.idtechex.com/research/reports/industrial-and-commercial-electric-vehicles-on-land-2017-2027-000505.asp

4 Quelle: www.trolleymotion.eu

Das Marktforschungsinstitut IDTecEx schätzt, dass im Jahr 2017 global rund 401.000 Gabelstapler mit internen Verbrennungsmotoren im Betrieb waren. Zwar stellt Asien den größten Absatzmarkt für Intralogistik - insbesondere Gabelstapler - dar. Allerdings ist der Trend zur Elektrifizierung in den westlichen Industrieländern am weitesten fortgeschritten, wobei Europa als der größte Einzelmarkt für elektrisch (mit Blei-Säure-Batterien) betriebene Gabelstapler gilt.

Expertenschätzungen5 zufolge sind derzeit im Untertage-Bergbau etwa 33.000 Fahrzeuge und Bohrgeräte im Einsatz. Hiervon stellen die so genannten Fahrlader ("Load Haul Dumps") mit rund 13.500 Einheiten die größte Fahrzeuggruppe stellen, gefolgt von Bergbaufahrzeugen mit geschätzten 8.400 Einheiten und Bohrmaschinen mit etwa 11.100 Einheiten.

5 Quelle: Mining Report 153, 2017, Nr. 2

Geschäftsverlauf

Maßgeblich verantwortlich für das Unternehmenswachstum im Geschäftsjahr 2017 war die sehr gute operative Geschäftsentwicklung mit Batteriemodulen für den Einsatz in Gabelstaplern sowie mit Batteriesystemen für den Einsatz in Trolleybussen. Insbesondere im vierten Quartal war ein Umsatzsprung mit Batteriemodulen für die Intralogistik zu verzeichnen.

Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf des Voltabox Konzerns war im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgeblich von der Entwicklung, der Produktion und dem Absatz von Lithium-Ionen-Batteriesystemen für industrielle Anwendungen im Segment Voltapower geprägt. Hierzu zählen insbesondere der öffentliche Personennahverkehr (Trolleybusse), Intralogistik (Gabelstapler und fahrerlose Transportfahrzeuge) sowie Bergbau- und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Gesellschaft profitierte dabei im Wesentlichen von Substitutionseffekten, da in den besetzten Marktsegmenten elektrische Antriebe mittels Blei-Säure-Batterien bereits seit längerer Zeit etabliert sind und eindeutige Nutzungsvorteile bieten. Der Geschäftsverlauf wurde im Berichtsjahr zunehmend von der automatisierten Serienproduktion einsatzfertiger Batteriemodule für die Intralogistik dominiert. Daneben ist im dritten Quartal die Serienproduktion für 5Ah- und 10Ah-Starterbatterien im Segment Voltaforce angelaufen. Im vierten Quartal wurden die ersten Serien-Batteriesysteme für die erste Anwendung im Bergbau ausgeliefert. Daneben war der Geschäftsverlauf vom Bau eines weiteren Prototyps für ein neu konzipiertes Großfahrzeug aus dem Bereich Untertage-Bergbau sowie von der Entwicklung von Leistungselektronik im Segment Voltamotion geprägt.

Die relative Zusammensetzung der Kundenstruktur veränderte sich im Jahresverlauf nur leicht durch den Einstieg in das Marktsegment Land- und Bauwirtschaft mit dem ersten Kunden Schäffer. Der Umsatzanteil der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Voltabox of Texas betrug im Berichtsjahr rund 12 %.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage des Voltabox Konzerns

Die Voltabox AG ist am 13. Oktober 2017 erfolgreich an der Börse gestartet. Sie erstellt in diesem Geschäftsjahr erstmals einen eigenen Konzernabschluss, in dem die Voltabox of Texas, Inc. einbezogen ist. Die Vorjahresvergleichszahlen sind den "Combined Financials 2016" entnommen, die für den Börsengang erstellt wurden. Sie sind im Wesentlichen vergleichbar.

Der Voltabox Konzern hat mit einem Umsatzwachstum von 88,2 % auf rund 27,3 Mio. Euro (Vorjahr: 14,5 Mio. Euro) die bestehende Wachstumsdynamik auch im Geschäftsjahr 2017 fortgesetzt. Mit einer Konzern-EBIT-Marge von 2,1 % wurde gleichzeitig die Ertragsprognose des Vorstands mit "leicht positivem" Ergebnis erreicht.

Der Materialaufwand erhöhte sich unterproportional um 24,3 % auf 16,7 Mio. Euro (Vorjahr: 13,4 Mio. Euro). Damit entwickelt sich die Materialquote planmäßig in einen eingeschwungenen Zustand, sie lag mit 61,1 % (Vorjahr: 92,5 %) deutlich unter dem Vorjahr. Die aktivierten Entwicklungsleistungen reduzierten sich um 12,8 % auf 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro), da im Vorjahr projektbedingt höhere Entwicklungsleistungen in den USA angefallen waren. Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2017 ein Rohertrag in Höhe von 14,6 Mio. Euro (Vorjahr: 7,0 Mio. Euro), was einer Rohertragsmarge von 53,6 % entspricht (Vorjahr: 48,3 %).

Der Personalaufwand stieg vor allem durch die Neueinstellungen im Zusammenhang mit dem operativen Wachstum an den vorhandenen Standorten und der Gründung eines Standortes in Aachen überproportional um 63,1 % auf 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: 4,1 Mio. Euro). Aufgrund des ebenfalls überproportionalen Umsatzwachstums reduzierte sich die Personalaufwandsquote auf 24,6 % (Vorjahr: 28,4 %). Darlehensgewährungen der Muttergesellschaft an die Voltabox of Texas wurden im Berichtsjahr als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb gewertet. Daraus entstandene Währungskurseffekte werden erstmalig erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Börsengang angefallen sind, wurden erfolgsneutral im Eigenkapital bilanziert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben dadurch mit 4,9 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (Vorjahr 5,0 Mio. Euro).

Damit erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: -2,1 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von 11,0 % entspricht (Vorjahr: -14,7 %).

Nach planmäßig erhöhten Abschreibungen von 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) aufgrund verstärkter Abschreibungen auf immaterielles Anlagevermögen durch Serienstarts stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: -3,7 Mio. Euro). Die EBIT-Marge erhöhte sich damit auf 2,1 % (Vorjahr: -25,4 %).

Trotz eines in Folge gesunkener Finanzerträge und höherer Finanzierungsaufwendungen reduzierten Finanzergebnisses in Höhe von -0,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,5 Mio. Euro) stieg das Ergebnis vor Steuern (EBT) damit auf -0,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,2 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung geringerer Ertragsteuern aufgrund der erstmaligen Erfassung latenter Steuer auf Verlustvorträge durch Beendigung des Ergebnisabführungsvertrags zum 1. Januar 2018 in Folge des Börsengangs von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) erwirtschaftete der Voltabox Konzern im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis vor Verlustübernahme durch die Muttergesellschaft in Höhe von -0,2 Mio. Euro (Vorjahr: -4,7 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Verlustübernahme beträgt 9,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,86 Euro.

Vermögenslage des Voltabox Konzerns

Die Vermögenswerte der Voltabox AG haben sich zum Bilanzstichtag hauptsächlich durch die in Folge des Börsengangs zugeflossenen liquiden Mittel deutlich auf 170,8 Mio. Euro erhöht (31. Dezember 2016: 39,0 Mio. Euro).

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen auf 31,1 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 25,5 Mio. €). Grund für diesen Anstieg sind anhaltende aktivierte Entwicklungskosten aufgrund einer Vielzahl von Neuprojekten im Berichtsjahr in Höhe von 16,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,7 Mio. Euro).

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich auf 139,6 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 13,6 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die in Folge des Börsengangs zugeflossenen flüssigen Mittel zurückzuführen. Die flüssigen Mittel betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 102,7 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 0,9 Mio. Euro). Aufgrund der veränderten Umsatzzusammensetzung sowie eines starken vierten Umsatzquartals erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund auf 22,1 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 5,8 Mio. Euro).

Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöhten sich um 2,4 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 6,0 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf den Anstieg der latenten Steuern als Folge der nicht mehr vorgenommenen Saldierung mit den aktiven latenten Steuern im Berichtsjahr zurückzuführen ist.

Gegenläufig sind die langfristigen Darlehen in Folge von planmäßigen Tilgungen auf 3,5 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 4,5 Mio. Euro) zurückgegangen. Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten verringerten sich ebenfalls deutlich auf 7,4 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 27,5 Mio. Euro). Wesentliche Ursache ist die im Zuge des Börsengangs angekündigte planmäßige Ablösung von Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Konzernmutter paragon AG. Der Rückgang kurzfristiger Darlehensverbindlichkeiten auf 0,5 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 0,7 Mio. Euro) ist durch planmäßige Rückführungen von Kontokorrentlinien bedingt, dagegen stiegen die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten auf 1,3 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 0,8 Mio. Euro) in Folge des Anstiegs des operativen Geschäftsbetriebs.

Das Eigenkapital der Voltabox AG erhöhte sich auf 155,0 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 5,5 Mio. Euro). Im Zuge des Börsengangs erhöhte sich sowohl das gezeichnete Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien als auch die Kapitalrücklage durch den realisierten Ausgabepreis neuer Aktien.

Vor diesem Hintergrund erhöhte sich die Bilanzsumme und die Eigenkapitalquote stieg zum Bilanzstichtag erwartungsgemäß auf 90,8 % (31. Dezember 2016: 14,0 %).

Finanzlage des Voltabox Konzerns

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit verringerte sich im Berichtszeitraum auf -15,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro). Ursachen sind die deutliche Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des starken vierten Umsatzquartals sowie die planmäßige Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen des Börsengangs.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit blieb mit 6,0 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro). Diese Entwicklung resultiert neben einem Zahlungseingang aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) und der Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) im Wesentlichen durch die Zunahme der Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte um 9,0 % auf 5,3 Mio. Euro zunahmen (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro).

Der stark gestiegene Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 122,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro) ist im Wesentlichen auf die Mittelzuflüsse aus dem Börsengang und den Rückführungen von Darlehensverbindlichkeiten zurückzuführen.

Der Finanzmittelbestand erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 102,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf die Mittelzuflüsse aus dem Börsengang zurückzuführen ist.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Voltabox Konzerns

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage stand im abgelaufenen Geschäftsjahr unter dem Zeichen eines starken Umsatzwachstums und des Börsengangs. Die Ertragslage hat im Wesentlichen vom Umsatzwachstum und der Normalisierung der Materialeinsatzquote profitiert. Darüber hinaus trugen die anhaltend und in ähnlicher Höhe aktivierten Entwicklungsleistungen und die konstanten sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie die unterproportional steigenden Personalaufwendungen vor dem Hintergrund der Ausweitung des Geschäftsbetriebs im Konzern zur Verbesserung der Ertragslage bei. Darüber hinaus ist die Vermögenslage insbesondere durch den Börsengang und die damit verbundenen Mittelzuflüsse bei gleichzeitigem Anstieg des Eigenkapitals positiv beeinflusst, ebenso verbesserte sich die Finanzlage zum Bilanzstichtag infolge des Barmittelzuflusses trotz der Rückführung von Darlehensverbindlichkeiten deutlich.

Ertragslage der Voltabox AG (Einzelabschluss)

Die Voltabox AG ist am 13. Oktober 2017 erfolgreich an der Börse gestartet. Sie veröffentlicht in diesem Geschäftsjahr erstmals einen eigenen Jahresabschluss.

Die Voltabox AG hat mit einem Umsatzwachstum von 73,2 % auf rund 24,6 Mio. Euro (Vorjahr: 14,2 Mio. Euro) die bestehende Wachstumsdynamik auch im Geschäftsjahr 2017 fortgesetzt. Die EBIT-Marge beträgt, beeinflusst im Wesentlichen durch die im Geschäftsjahr angefallenen Kosten des Börsengangs, -38,7 % (Vorjahr: -29,7 %).

Der Materialaufwand erhöhte sich um 43,1 % auf 16,0 Mio. Euro (Vorjahr: 11,2 Mio. Euro). Damit entwickelt sich die Materialquote planmäßig in einen eingeschwungenen Zustand, sie lag mit 65,0 % (Vorjahr: 78,8 %) deutlich unter dem Vorjahr. Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2017 ein Rohertrag in Höhe von 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro), was einer Rohertragsmarge von 33,3 % entspricht (Vorjahr: 21,0 %).

Der Personalaufwand stieg vor allem durch die Neueinstellungen im Zusammenhang mit dem operativen Wachstum an den vorhandenen Standorten und der Gründung einer Niederlassung in Aachen unterproportional zum Umsatzanstieg um 63,5 % auf 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro). Aufgrund des überproportionalen Umsatzwachstums reduzierte sich die Personalaufwandsquote auf 18,1 % (Vorjahr: 19,2 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen insbesondere durch die Kosten des Börsengangs in Höhe von 8,9 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro (Vorjahr 3,6 Mio. Euro).

Damit erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf -8,7 Mio. Euro (Vorjahr: -3,3 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von -35,5 % entspricht (Vorjahr: -23,6 %).

Nach leicht gesunkenen Abschreibungen von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro), reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -9,5 Mio. Euro (Vorjahr: -4,2 Mio. Euro). Ohne Berücksichtigung der Kosten für den Börsengang ergibt sich ein bereinigtes EBIT von -0,7 Mio (Vorjahr: -4,2 Mio. Euro) auf.

Die EBIT-Marge verringerte sich auf -38,7% (Vorjahr: -29,7 %).

In Folge höherer Finanzierungsaufwendungen reduzierte sich das Finanzergebnis in Höhe von -0,4 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich auf -9,9 Mio. Euro (Vorjahr: -4,5 Mio. Euro). Die Voltabox AG weist im Berichtszeitraum vor Ergebnisabführung einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -9,9 Mio. Euro (Vorjahr: -4,5 Mio. Euro) aus.

Vermögenslage der Voltabox AG

Die Vermögenswerte der Voltabox AG haben sich zum Bilanzstichtag hauptsächlich durch die, in Folge des Börsengangs, zugeflossenen liquiden Mittel deutlich auf 155,5 Mio. Euro erhöht (31. Dezember 2016: 19,3 Mio. Euro).

Die langfristigen Vermögenswerte gingen leicht auf 2,5 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 2,7 Mio. Euro) zurück. Die Finanzanlagen erhöhten sich durch die Übernahme eines Darlehens an die Voltabox of Texas, das bisher von der paragon AG begeben war, in Höhe von 18,6 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich auf 134,4 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 16,6 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die in Folge des Börsengangs zugeflossenen flüssigen Mittel zurückzuführen. Diese betragen nunmehr 102,7 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 0,9 Mio. Euro). Aufgrund der Umsatzzusammensetzung sowie Änderungen im Produktmix sowie eines starken vierten Umsatzquartals erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund auf 19,8 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 5,5 Mio. Euro). Dabei wurden bei einem wichtigen Kunden Zahlungsbedingungen geändert.

Die Rückstellungen stiegen um 1,1 Mio. Euro infolge der Ausweitung des Geschäfts auf 1,2 Mio. Euro an. Dies war auch die Ursache für den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 0,4 Mio. Euro auf 3,3 Mio. Euro. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen verringerten sich deutlich um 13,8 Mio Euro auf 0,1 Mio. Euro. Infolge des Börsengangs konnte die Darlehensverbindlichkeit gegenüber der Konzernmutter paragon AG planmäßig wie zum Börsengang angekündigt abgelöst werden.

Das Eigenkapital der Voltabox AG erhöhte sich auf 149,9 Mio. Euro (31. Dezember 2016: 0,2 Mio. Euro). Im Zuge des Börsengangs erhöhte sich sowohl das gezeichnete Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien als auch die Kapitalrücklage durch den realisierten Ausgabepreis neuer Aktien.

Vor diesem Hintergrund erhöhte sich die Bilanzsumme und die Eigenkapitalquote stieg zum Bilanzstichtag erwartungsgemäß auf 96,4 % (31. Dezember 2016: 1,1 %).

Finanzlage der Voltabox AG

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit verringerte sich im Berichtszeitraum auf -9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro). Ursachen sind die deutliche Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des starken vierten Umsatzquartals sowie die planmäßige Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen des Börsengangs.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist im Berichtszeitraum um 13,3 Mio. Euro auf 19,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro) gestiegen. Diese Entwicklung resultierte zum einen aus der Abnahme der Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen um 13,2 % auf 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) und aufgrund der Abnahme der Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte um 96,5 % auf 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro) zum anderen stiegen die Ausleihungen an die Tochtergesellschaft Voltabox of Texas, Inc. durch die Übernahme von der paragon AG deutlich auf 18,6 Mio. Euro.

Der Finanzmittelbestand erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 102,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf die Mittelzuflüsse aus dem Börsengang zurückzuführen ist. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten betrug in 2017 131,0 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro).

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Voltabox AG

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage stand im abgelaufenen Geschäftsjahr unter dem Zeichen eines starken Umsatzwachstums und des Börsengangs. Die Ertragslage hat im Wesentlichen vom Umsatzwachstum und der Normalisierung der Materialeinsatzquote profitiert. Darüber hinaus ist die Vermögenslage insbesondere durch den Börsengang und die damit verbundenen Mittelzuflüsse bei gleichzeitigem Anstieg des Eigenkapitals positiv beeinflusst, ebenso verbesserte sich die Finanzlage zum Bilanzstichtag infolge des Barmittelzuflusses trotz der Rückführung von Darlehensverbindlichkeiten deutlich.

Chancen- und Risikobericht

Zur Ermittlung von Chancen und Risiken in der Unternehmensentwicklung hat Voltabox ein umfangreiches Risikomanagementsystem etabliert, das sich an das seit Jahren bewährte System der Konzernmutter paragon AG anlehnt. Das nachfolgend erläuterte Risikomanagement bezieht sich gleichermaßen auf die Voltabox AG wie auch auf den Voltabox Konzern. In regelmäßig erstellten Risikoberichten aus allen Unternehmensbereichen wird die Unternehmensführung über Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadenshöhe der Risiken informiert. Die Risikoberichte enthalten eine Einschätzung zu den Risiken sowie Vorschläge für entsprechende Gegenmaßnahmen. Zu den Risikomanagementzielen und -methoden in Bezug auf die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Angaben im Anhang.

Chancenbericht

Chancen

Der Internationale Währungsfond geht in seinem aktuellen Ausblick von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von bis zu 3,9% aus, für Deutschland werden 2,5% und für die USA 2,7% Wirtschaftswachstum erwartet. Vor diesem Hintergrund ergeben sich Chancen für Voltabox in den Geschäftssegmenten Voltapower, Voltaforce und Voltamotion. Der Vorstand verfolgt bereits seit Jahren das Ziel, durch gezielt akquirierte Aufträge mit Marktführern in den definierten Kern-Märkten Umsatz- / und Marktanteile zu sichern und auszubauen. Durch Anwendungsorientierte, kundenspezifische Systeme, entwickelt aus dem Baukastenprinzip und hergestellt in großen Serienstückzahlen wird dabei ein optimaler Kundennutzen, handfeste wirtschaftliche Vorteile beim Kunden mit einer kostenoptimierten Fertigung realisiert. Der Megatrend Elektromobilität hat im zurückliegenden Jahr weiter an Bedeutung und öffentlicher Aufmerksamkeit zugenommen. Voltabox in einzelnen Zielmärkten für Investitionsgüter - wie beispielsweise Trolleybusse für den öffentlichen Personennahverkehr, in der Intralogistik eingesetzte Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme in der vernetzten Produktion, Starterbatterien für den Motorradmarkt sowie im Untertageabbau eingesetzte Minenfahrzeuge - bereits zu ersten Anwendungen geführt. Zu den Zielmärkten gehören aktuell der öffentliche Personennahverkehr, in dem Voltabox bereits seit fast 5 Jahren Batteriesysteme für Trolleybusse liefert, sowie der Markt für Logistik (Gabelstapler, Fahrerlose Transportsysteme). Darüber hinaus ergeben sich für Voltabox im Geschäftssegment Elektromobilität große Chancen aus weiteren Anwendungsmöglichkeiten für die von den Voltabox-Tochtergesellschaften entwickelten Lithium-Ionen-Batteriesysteme.

Im Ergebnis bestehen für Voltabox insbesondere mittelfristig folgende bedeutsamen Chancen:

Voltapower

Ausweitung in den wachstumsstarken, bestehenden Märkten (Öffentlicher Personennahverkehr, Intralogistik (Gabelstapler und Fahrerlose Transportsysteme (FTS)), Bergbau und zuletzt auch Land- und Forstwirtschaft. Neue Marktchancen ergeben sich darüber hinaus in lukrativen Industriemärkten wie z.B. dem Markt für kommunale Fahrzeuge, Baufahrzeuge, Flughafenvorfeldfahrzeuge aufgrund des dynamischen Technologiewandels rund um den Megatrend Elektromobilität.
Voltaforce

Ausbau der bestehenden Marktposition bei Starterbatterien für Motorräder, im Bereich der Motorsport- und Rennsport-Batterien, Aufbau eines Fertigungs- und Vertriebsstandortes in China u.a. für Teile des wachstumsstarken weltweiten Massenmarkts für Standard-Batteriesysteme.
Voltamotion

Bedeutende Chancen zur vertikalen Erweiterung des Produktportfolios im wachstumsstarken industriellen Markt für Komplettsysteme, die neben dem Energiespeicher auch die Lade- und Antriebseinheiten umfassen.

Insgesamt kann Voltabox mithilfe starker Kunden und Kooperationspartner von den Substitutionseffekten partizipieren, die für die Anwender aus den ökonomischen Vorteilen gegenüber den bisher verwendeten Blei-Säure-Batterien oder Diesel-Aggregaten resultieren. In diesen schnell wachsenden Teilmärkten besteht für Voltabox die Chance, den relativen Marktanteil innerhalb kurzer Zeit signifikant zu steigern und somit eine jeweils führende Marktposition zu besetzen.

Die Nischenstrategie einer Diversifikation bietet mittelfristig auch große Absatzchancen in weiteren Teilmärkten, mit den dort einsetzenden, ähnlichen Substitutionseffekten. Hierzu gehören etwa Nutzfahrzeuge der öffentlichen Ver- und Entsorgung, Schienenfahrzeuge, sowie Fahrzeuge und Maschinen des Baugewerbes, Vorfeldfahrzeuge an Flughäfen, etc. Entscheidend hierfür sind regelmäßig die besonders hohen Anforderungen der Anwender an die Leistungskraft, Sicherheit und Zuverlässigkeit der von den Voltabox-Tochtergesellschaften entwickelten Lithium-Ionen-Batteriesysteme.

Schließlich hat Voltabox mit Starterbatterien für Motorräder bereits ein erstes Segment des weltweiten Marktes für konventionell und hybrid angetriebene Fahrzeuge erschlossen und mit der Entwicklung einer Batterie für den Motorsport seine Produktpalette erweitert. Eine frühe Marktbesetzung bietet auch hier die Chance, an der weiteren Marktdurchdringung von Lithium-Ionen-Batterien in diesem sehr großen Markt überproportional teilzuhaben. Im Rahmen des globalen Pkw-Massenmarktes besteht für Voltabox darüber hinaus die Chance, das Segment der modernen 48V-Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Hybrid-Pkws frühzeitig besetzen zu können.

Gesamtwürdigung der Chancenlage

Durch die regelmäßige und strukturierte Überwachung der Chancen im Voltabox Konzern und auf den relevanten Absatzmärkten sowie die interne barrierefreie Kommunikation auf den verschiedenen Führungsebenen ist die Unternehmensführung in der Lage, Chancen für den Konzern zu identifizieren. Die konsequente Nutzung von Geschäftschancen in Form von Planungsanpassungen kann einen erheblichen positiven Beitrag zur strategischen und operativen Absicherung des Unternehmenserfolgs leisten. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert, die im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich unverändert bestehen.

Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die für das Geschäftsjahr 2018 prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren - und somit auf die kurzfristige Entwicklung des Voltabox Konzerns insgesamt - wird zusammenfassend als gering eingestuft. Der Vorstand erwartet daher die im Prognosebericht erläuterte, positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs.

Risikobericht

Risikomanagement

Im Rahmen einer risikoorientierten Unternehmensführung nutzt die Voltabox AG und ihre Tochterunternehmen (zusammen auch "Voltabox" oder "Voltabox Konzern") ein umfassendes Risikomanagementsystem, das sich an das seit Jahren bewährte System der Konzernmutter paragon AG anlehnt. Die im Risikobericht dargestellten Ausführungen zum Risikomanagement, zu den Chancen und Risiken beziehen sich dabei sowohl auf die Voltabox AG als auch auf den Voltabox Konzern.

Risiken werden im Voltabox Konzern nicht nur als den Bestand des Unternehmens gefährdende, sondern auch als den Geschäftserfolg beeinflussende Aktivitäten, Ereignisse und Entwicklungen definiert. Besondere Berücksichtigung finden dabei Risiko-Konzentrationen, z.B. Abhängigkeiten von einzelnen Kunden, Lieferanten, Produkten oder Ländern. Bei den wesentlichen Risiken werden gegenseitige Abhängigkeiten und Einflussnahmen berücksichtigt, da sich einzelne Risiken gegenseitig verstärken können oder es zwischen ihnen zu Kompensationseffekten kommen kann. Darüber hinaus werden auch Chancen unter dem Risiko-Begriff subsumiert. Wir verstehen unter Geschäftserfolg messbare Größen, wie z.B. den Umsatz und das EBIT. In den Auswertungen der jeweiligen Prozesseigner werden die Risiken deshalb in diesen Größenordnungen dargestellt. Zur Risikobewertung wird immer das Ergebnisrisiko zu Grunde gelegt. Ein Risiko ist die Möglichkeit, dass eine Bedrohung unter Ausnutzung einer Schwachstelle Schaden an einem Objekt oder den Verlust eines Objektes und damit direkt oder indirekt einen Schaden verursachen kann. Ziel ist es, auch diese Risiken zu erkennen und zu bewerten, um auf dieser Basis geeignete und angemessene Sicherheitsmaßnahmen auswählen zu können.

Risiken sind eine Funktion folgender Parameter:

Wert der bedrohten Objekte (Schadensausmaß),
Möglichkeit, eine Schwachstelle durch eine Bedrohung auszunutzen,
Eintrittswahrscheinlichkeit einer Bedrohung.
Bereits existierende oder geplante Sicherheitsmaßnahmen, die diese Risiko reduzieren könnten.

Strategische Unternehmensführung und Risikomanagement

Zielsetzung des Risikomanagements ist es, den Fortbestand des Unternehmens, d.h. seine zukünftige Entwicklung und Ertragskraft zu sichern, sowie die Risiken zu reduzieren, die eine Verletzung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der verwendeten oder enthaltenen Informationen und Daten im Rahmen der Ausführung von Tätigkeiten zur Folge haben. Aufgabe des Risikomanagements ist es auch, Abweichungen von den Unternehmenszielen und somit das Verlassen des vorgezeichneten Rahmens frühzeitig anzuzeigen, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen. Die risikopolitischen Leitsätze hierzu sind im Risikohandbuch definiert.

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Das Risikomanagement der jeweiligen Standorte wird durch regelmäßige (Vorort-, Video- und Telefon-) Besprechungen mit den jeweiligen leitenden Führungskräften ausreichend abgedeckt und gesichert. Der Vorstand informiert sich so direkt und die entsprechenden Risiken werden durch den Vorstand kontinuierlich überwacht und gesteuert. Auch in Risikofeldern, in denen eine Quantifizierung nicht möglich oder sinnvoll ist, wird daran gearbeitet, Risikofaktoren zu identifizieren.

Zentrales Risikomanagement

Eine wichtige Rolle im Risikomanagement- und Steuerungsprozess kommt dem zentralen Risikomanagement zu. Im Rahmen der Verantwortung für die Risikosituation des Unternehmens überträgt der Vorstand die Aufgabe der Durchführung der permanenten Risikomanagement-Aktivitäten an das zentrale Risikomanagement. Die Zuständigkeit für das zentrale Risikomanagement liegt bei der kaufmännischen Leitung. Das zentrale Risikomanagement von Voltabox hat die Aufgabe, sämtliche Risikomanagementfunktionen des dezentralen Risikomanagements zu koordinieren, die Risikoanalysen auszuwerten und zum Risiko-Reporting zu verdichten, sowie das Risikomanagement-System weiterzuentwickeln. Das zentrale Risikomanagement bestimmt die Berichtszyklen und definiert, gemeinsam mit dem Vorstand die Schwellenwerte für die Risiken, bei deren Überschreiten ein Risikocontrolling-Bericht außerhalb der obligatorischen Berichtspflichten erstellt werden muss. Sowohl die Schwellenwerte als auch die Berichtszyklen orientieren sich an der Relevanz der Risiken.

Das zentrale Risikomanagement unterstützt die dezentralen Risiko-Manager bei der Erstellung der Risikoanalysen und überprüft deren Rücklauf und Plausibilität. Es fasst die einzelnen Risikoberichte in einem gemeinsamen Dokument zusammen. Somit können Wechselwirkungen zwischen den Risiken analysiert und die Gesamtrisiko-Situation der Voltabox erfasst, bewertet und kommentiert werden. Diese Zusammenfassung wird als Risiko-Reporting bezeichnet. Dieser Aufgabe wird besondere Bedeutung beigemessen, da die Zielsetzung eines integrierten Risikomanagement-Systems die ganzheitliche Betrachtung der Risikosituation eines Unternehmens ist. Das Risiko-Reporting dient als Basisinformation für die Aussagen zur Risikosituation der Voltabox im Lagebericht.

Gemeinsam mit den dezentralen Risiko-Managern werden neue Risikobewältigungsmaßnahmen entwickelt bzw. bereits existierende angepasst.

Dezentrales Risikomanagement

Das dezentrale Risikomanagement ist bei Voltabox in den Fachbereichen bzw. Standorten angesiedelt. Die Bereichs- und Prozessverantwortlichen als dezentrale Risiko-Manager sind verantwortlich für das Risikomanagement in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen. Das dezentrale Risikomanagement berichtet im Rahmen des Risiko-Controllings über die Entwicklung der Risiken in diesen Bereichen. Jeweils zum Berichtszyklus-Termin ist von den dezentralen Risikomanagern die Analyse der Risiken zu erstellen, für die sie verantwortlich sind. Dabei liegt der Fokus auf der Beschreibung der zu erwartenden Entwicklung des Risikos. In Abhängigkeit davon sind Maßnahmen zur künftigen Risikobewältigung oder der Verbesserung vorhandener Bewältigungsmaßnahmen zu entwickeln und als Vorschlag zur Umsetzung in den Controlling-Bericht aufzunehmen. Die Entscheidung über die Umsetzung obliegt dem Vorstand. Daneben ist der Vorstand während des gesamten Jahres unverzüglich über eingetretene Risiken zu informieren. (Sogenanntes Ad-hoc-Risiko-Reporting). In regelmäßigen Abständen werden Einzelgespräche mit den dezentralen Risikomanagern geführt.

Risiko-Monitoring

Das Risiko-Monitoring ist gemeinsame Aufgabe des dezentralen und des zentralen Risikomanagements. Dazu werden vom dezentralen Risikomanager Frühwarnindikatoren für die kritischen Erfolgsfaktoren definiert, die vom zentralen Risikomanagement überwacht werden. Sobald die definierten Schwellenwerte erreicht werden, wird ein Risiko-Reporting vom dezentralen Risikomanager erstellt, d.h. eine Prognose der zu erwartenden Auswirkungen des Risikoeintritts für Voltabox. Diese Prognosen sollen durch Szenario-Analysen ergänzt werden, die unterschiedliche Datenkonstellationen berücksichtigen. Das Risiko-Monitoring dient so als eine Art Wissensverstärker für Managemententscheidungen, da versucht wird, die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Unternehmensentwicklung bzw. Risikosituation zu reduzieren.

Anhand dieser Informationen und der Maßnahmenvorschläge der dezentralen Risiko-Manager sowie des zentralen Risikomanagements entscheidet der Vorstand, ob und in welchem Umfang Maßnahmen zur Risikobewältigung zu ergreifen sind oder ob eine Anpassung der Unternehmensziele erforderlich ist. Sowohl die Verfolgung der Frühwarnindikatoren, die Überwachung der zugehörigen Schwellenwerte als auch die Durchführung der Szenario-Analysen obliegt dem dezentralen Risikomanagement.

Risiko-Reporting

Der monatliche Bericht an den Vorstand enthält alle im Berichtsmonat neu aufgenommenen Risiken sowie die Risiken, deren Veränderungen zum Vormonat größer gleich 50% betragen haben.

Für Risiken, die eine Veränderung von 100% oder mehr im Vergleich zum Vormonat aufweisen, besteht eine ad-hoc-Berichtspflicht an den Vorstand durch das zentrale Risikomanagement und eine Berichtspflicht des Vorstandes innerhalb der folgenden 24 Stunden nach Kenntniserlangung des Risikos an den Aufsichtsrat.

Die von Voltabox im Rahmen des Risiko-Monitoring laufend analysierten Risiken lassen sich folgenden Risiko-Kategorien zuordnen, die jeweils in Einzelrisiken unterteilt werden:

Strategische und Umfeld-Risiken
Marktrisiken
Operative Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Management- und Organisationsrisiken

Insgesamt waren zum Ende des Berichtsjahres im Voltabox Konzern 15 Einzelrisiken erfasst. Von diesen Einzelrisiken war nach Einschätzung der Voltabox AG keines bestandsgefährdend. Lediglich ein Risiko wurde von der Gesellschaft mit mehr als 1 Mio. Euro bewertet. Dieses betrifft mit rund 1,5 Mio. Euro einen Forderungsausfall aus Lieferungen und Leistungen.

Risiken

Strategische und Umfeld-Risiken

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird wegen ihres möglichen Einflusses auf das Nachfrageverhalten in den wesentlichen Märkten der Voltabox (wie dem öffentlichen Personennahverkehr, der Intralogistik und dem Bergbau) insbesondere in Deutschland und Europa, aber auf Grund seiner strategischen Bedeutung auch der amerikanische Markt im Rahmen des Risikomanagementsystems beobachtet. Daraus können sich grundlegende Veränderungen des Angebots- und Nachfrageverhaltens auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten für Voltabox ergeben. So könnte ein längerfristiger konjunktureller Abschwung, ggf. durch wirtschaftspolitische Maßnahmen einzelner Teilmärkte wie beispielsweise den USA ausgelöst, zu negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft führen. Insbesondere könnte eine politisch motivierte Abkehr vom regelbasierten internationalen Handelssystem oder dessen Störung durch vereinzelte protektionistische Maßnahmen zu Verwerfungen in den globalen Wertschöpfungsketten führen. Aufgrund der Präsenz des Voltabox Konzerns mit eigenen Produktionsstandorten in den USA sowie der spezifischen Kunden-/Produktstruktur schätzt der Vorstand das Gesamtrisiko protektionistischer Einflussnahmen auf die Ertragslage als gering ein.

Marktrisiken

Seit Jahren baut Voltabox seine wachsende Marktposition als etablierter und innovativer Lieferant von Batteriesystemen für den industriellen Einsatz aus, zunehmend auch für große Kunden im Bereich der Elektromobilität. Die beiden größten Absatzmärkte Westeuropa und USA sind dabei auch im Jahr 2017 erwartungsgemäß weiter gewachsen. Im Geschäftsjahr 2018 wird die Wachstumsdynamik der von Voltabox besetzten Teilmärkte und damit auch des globalen Absatzmarkts nach Ansicht des Marktforschungsinstituts IdTecEX6 voraussichtlich erhalten bleiben.

6 https://www.idtechex.com/research/reports/industrial-and-commercial-electric-vehicles-on-land-2017-2027-000505.asp

Aufgrund seiner spezifischen Kunden-/Produktstruktur konnte Voltabox im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 88,2 % deutlich schneller als der Markt wachsen. Das führt der Vorstand einerseits darauf zurück, dass die größten Kunden von Voltabox zu den Gewinnern innerhalb des Megatrends Elektromobilität zählen und darüber hinaus über sehr gute Zukunftsperspektiven verfügen. Die zunehmende Elektrifizierung von Mobilität in allen Bereichen des täglichen Lebens, wie auch der industriellen Produktion führt zu einer deutlich spürbar steigenden Nachfrage nach Batteriesystemen aber auch zunehmend nach integrierten Gesamtlösungen zur Elektrifizierung. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren unter den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter fortsetzen und voraussichtlich noch verstärken.

Die Konzentration auf spezifische Marktnischen sowie die enge Bindung an zentrale Kunden prägen die strategische Positionierung von Voltabox. Die Absatzchancen und -risiken werden über ein umfassendes operatives Vertriebscontrolling bewertet. Feste Bestandteile dieser Systematik sind die Analyse von Markt- und Wettbewerbsdaten, eine rollierende Planung für den kurz- und mittelfristigen Zeitraum sowie regelmäßige Abstimmungsgespräche zwischen Vertrieb, Entwicklung, Produktion und Einkauf. Das in den letzten Jahren entwickelte und perfektionierte Baukastensystem der Voltabox ermöglicht es, eine Vielzahl am Markt verfügbarer Zelltechnologien und Zellentypen anwendungsoptimiert einzusetzen und dokumentiert die grundsätzliche Unabhängigkeit von einzelnen Produktgruppen und Kunden. In sehr kurzen Entwicklungszeiten können so auf den jeweiligen Kundennutzen perfekt zugeschnittene Batteriesysteme angeboten werden.

Aufgrund der im Geschäftsjahr 2017 noch relativ großen Konzentration auf wenige Kunden könnte der Verlust eines bedeutenden Kunden mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Aufgrund der langjährigen Vertragslaufzeiten für die Rahmenverträge mit unseren Kunden würde sich der Verlust eines zentralen Kunden allerdings frühzeitig ankündigen. Diesem Risiko begegnet Voltabox durch umfassende Entwicklungsarbeit von Produktinnovationen sowie detaillierte permanente Auftragsbestandsanalysen im Rahmen der Risikofrüherkennung sowie durch die Verbreiterung der Kundenbasis durch umfassende Vertriebsaktivitäten in unseren definierten Kernmärkten.

Der Innovationsprozess von Voltabox wird durch eine eigenständige Produktentwicklung unter Berücksichtigung der ermittelten und erwarteten Trends und Tendenzen im Markt geprägt. Es wird also nicht nur auf Anfragen und Lastenhefte der Interessenten hin entwickelt, sondern insbesondere auch durch das im April 2017 in Aachen gegründete Entwicklerteam an der vertikalen Integration gearbeitet. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Anbieter von Komplettlösungen Voltabox entwickelt eigene, neuartige Lösungen, die gemeinsam mit Pilotkunden umgesetzt und anschließend einem breiteren Kundenkreis in sorgsam ausgewählten Zielmärkten angeboten werden. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass eine Produktentwicklung nicht die erwarteten Stückzahlen erreicht oder sich der wirtschaftliche Erfolg geringer oder später als ursprünglich geplant einstellt.

Operative Risiken

In der Gruppe der operativen Risiken stehen für Voltabox derzeit die Tätigkeiten im Bereich Forschung & Entwicklung, in der Materialwirtschaft und Produktion sowie in der Informationstechnologie im Mittelpunkt der Betrachtung.

Der Markt für Elektromobilität unterliegt einem disruptiven, dynamischen und technologischen Wandel. Der künftige wirtschaftliche Erfolg von Voltabox wird daher von der Fähigkeit abhängen, rechtzeitig und kontinuierlich neue, innovative Produkte zu entwickeln und diese erfolgreich im Markt einzuführen. Voraussetzung hierfür ist, dass neue technologische Entwicklungen rechtzeitig erkannt und zusammen mit den Kunden umgesetzt werden. Sollte Voltabox zukünftig nicht oder nicht rechtzeitig neue Trends, Kundenanforderungen oder die jeweilige technologische Weiterentwicklung erkennen, umsetzen und neue Produkte entwickeln und die bestehenden Produkte unter entsprechender Beachtung betriebswirtschaftlicher Grundsätze weiter entwickeln oder anpassen können, kann dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Darüber hinaus könnten Entwicklungsaufwendungen verloren sein, wenn die Kunden von Voltabox keine Aufträge für die Serienproduktion erteilen oder die von Voltabox absetzbaren Stückzahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück bleiben. Vor dem Hintergrund des Anteils aktivierter Entwicklungsleistungen in der Bilanz könnte sich eine entsprechende Wertberichtigung der immateriellen Vermögensgegenstände negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Im engen Austausch mit den Entwicklungsabteilungen der zentralen Kunden trägt Voltabox mit vielfältigen Entwicklungsprojekten und neuartigen Lösungen zu Produktinnovationen bei. Wesentliche Abweichungen von den Projektzielen in zeitlicher und monetärer Hinsicht können Kosten- und Rechtsrisiken (z.B. Vertragsstrafen) nach sich ziehen. Ein laufendes Entwicklungs- und Projektcontrolling soll damit verbundene Risiken begrenzen.

In den vergangenen Jahren ist es Voltabox gelungen, durch die Nutzung vorhandener und neuer Vertriebskanäle Zusatzgeschäfte mit neuen Produkten und Kunden zu generieren. Beispielsweise konnten mit Kunden wie Schäffer Maschinenfabrik GmbH, Erwitte erstmals auch auf dem Markt der Landmaschinen Kunden mit eigenen Produktentwicklungen gewonnen werden. Mit kontinuierlichen Investitionen in Maschinen und Anlagen stellt Voltabox sicher, dass die Produktionsanlagen an beiden Standorten den hohen Anforderungen der Elektromobilität entsprechen.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von steigenden Preisen für Aluminium, welches für die Produktion von Batteriemodulen verwendet wird, sowie für das Basismaterial zur Herstellung von Leiterplatten. Voltabox nutzte den weltweiten Preiswettbewerb auf allen relevanten Beschaffungsmärkten und sicherte durch Rahmenverträge, Jahresvereinbarungen und langfristige Lieferantenbeziehungen einen wesentlichen Teil der Beschaffungspreise ab. Voltabox bezog im Berichtsjahr rund 34 Prozent des Einkaufswertes von europäischen Vertragspartnern, der restliche Einkauf erfolgt direkt in Asien und in den USA. Die Zahlungsbedingungen werden vom Vorstand als im Branchenvergleich überdurchschnittlich angesehen. Reguläre Einkaufswährung ist der Euro, aber zu einem steigenden Anteil von 65 Prozent im Berichtsjahr auch der US-Dollar. Durch die erwarteten Umsatzsteigerungen wird das Einkaufsvolumen in US-Dollar weiterhin steigen. Währungsrisiken entstehen vorwiegend für Beschaffungen in US-Dollar, die für den europäischen Währungsraum bestimmt sind, sowie durch das in EUR begebene Darlehen an die Tochter in den USA. Diese Risiken werden beschaffungsseitig durch Preisgleitklauseln und insgesamt durch weitere geeignete Maßnahmen minimiert.

Voltabox hat im zurückliegenden Jahr wesentliche kaufmännische Funktionen aus der Muttergesellschaft paragon ausgegliedert und selbstständig besetzt. Zwei Funktionsbereiche werden zurzeit weiterhin von der paragon abgedeckt und zu marktüblichen Preisen an die Voltabox verkauft. Einerseits ist das der Bereich Investor Relations der durch den zentralen Bereich der paragon abgedeckt ist, andererseits der Bereich EDV, der insbesondere in Bezug auf das Netzwerk und dessen Betreuung in der Hand der zentralen IT-Abteilung der paragon liegt. Entsprechende Serviceverträge wurden geschlossen.

Durch eine weite Verbreitung der Informationstechnologie (IT) und eine umfangreiche Vernetzung mit Hilfe des Internets steigen IT-Risiken wie der Ausfall von Hardware oder der unbefugte Zugriff auf Daten und Informationen des Unternehmens. Um mögliche Gefahren abzuwenden, hat paragon, als Dienstleister der Voltabox, in Zusammenarbeit mit spezialisierten externen Fachunternehmen moderne Sicherheitslösungen etabliert, die Daten und IT-Infrastruktur schützen. Im Geschäftsjahr 2017 hat das Unternehmen die Modernisierung der IT-Infrastruktur weiter vorangetrieben und die Voltabox AG auf eine neue, integrierte Unternehmenssoftware-Software (ERP - Enterprise Ressource Planning) umgestellt sowie den neuen Standort in Aachen an die IT Landschaft angebunden. Hierbei kamen die in den letzten Jahren aufgebauten Server und Systeme zum Einsatz. Dadurch konnten Synergien in den Abläufen und in der Zusammenarbeit erzielt werden. Schließlich wurden verschiedene Sicherheitsmaßnahmen etabliert, um das Unternehmen vor Gefahren aus dem Internet (Cyber-Attacken) zu schützen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

In der Gruppe der finanzwirtschaftlichen Risiken beobachtet Voltabox neben Zinsänderungs-, Liquiditäts- und Währungsrisiken insbesondere Risiken durch Forderungsausfall sowie Bilanzrisiken und steuerliche Risiken. Von diesen Risiken hat die Gesellschaft mit rund 1,5 Mio. Euro nur einen Forderungsausfall aus Lieferungen und Leistungen als bedeutend identifiziert. Die übrigen Risiken werden von der Gesellschaft als gering bedeutend bewertet.

Zinsänderungsrisiken sind für Voltabox nahezu bedeutungslos, da nur für die Gebäudefinanzierung am Standort USA langfristige Verbindlichkeiten und diese mit festen Zinssätzen vereinbart sind. Vereinbarungen über die Einhaltung von Finanzkennzahlen (Financial Covenants) bestehen grundsätzlich mit keinem der Kreditinstitute, mit denen Voltabox zusammenarbeitet.

Die Zahlungsfähigkeit sichert die Gesellschaft grundsätzlich durch eine umfassende Planung und Kontrolle der Liquidität ab. Diese Planungen werden auf kurz-, mittel- und langfristiger Basis erstellt. Darüber hinaus verfügt Voltabox über ein konsequentes Debitorenmanagement, um einen zeitnahen Mittelzufluss sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil der Forderungen ist zusätzlich über eine Warenkreditversicherung oder über Debitoren-Bürgschaften abgesichert. Eine zusätzliche Möglichkeit zur kurzfristigen Finanzierung besteht in der Form von Factoring-Vereinbarungen.

Im Oktober ist die Voltabox AG erfolgreich an die Börse gegangen. Vom Grundkapital von 15.825.000 Aktien wurden 5.825.000 in den Handel gebracht. Hierdurch ist dem Unternehmen ein Bruttoemissionserlös von 139,8 Mio. Euro als Barmittel zugeflossen. In 2017 hat Voltabox damit die Liquidität und die Finanzkraft deutlich gestärkt. Weitere 500.000 Aktien hat die paragon AG im Rahmen des Börsengangs veräußert, zum 31. Dezember 2017 betrug der Anteil der paragon AG an der Voltabox AG 60 %.

Die Gesellschaft überwacht mögliche Währungsrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurserwartungen. Zurzeit setzt Voltabox keine Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken ein. Der Umfang der Risiken aus Finanzinstrumenten (wie z.B. Forderungen und Verbindlichkeiten) wird im Konzernanhang ausführlich dargestellt.

Management- und Organisationsrisiken

In dieser Risikogruppe beobachtet Voltabox derzeit insbesondere die sich aus der Wachstumsstrategie ergebenden Risikofelder. Hierzu gehören insbesondere personalwirtschaftliche und organisatorische Risiken wie auch Management- und Kommunikationsrisiken. Mit klaren Zuordnungen und Abgrenzungen in den jeweiligen Verantwortungsbereichen der Unternehmensführung sollen fehlende Schnittstellen oder Funktionsüberschneidungen vermieden werden. Derzeit sieht der Vorstand hier keine wesentlichen Risiken für Voltabox.

Allerdings ist die Gesellschaft grundsätzlich von der Bindung von qualifiziertem Personal und Personen in Schlüsselpositionen abhängig. Der zukünftige wirtschaftliche Erfolg von Voltabox hängt in erheblichem Umfang von der weiteren Mitwirkung ihrer Führungskräfte, leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen ab. Dies gilt insbesondere für die qualifizierten Mitarbeiter in den Bereichen Management, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb. Die Gesellschaft kann nicht gewährleisten, dass sie zukünftig in der Lage sein wird, ihre Führungskräfte, leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen zu halten bzw. neue Führungskräfte und Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen zu gewinnen. Es besteht ein zunehmender Wettbewerb um solche qualifizierten Mitarbeiter und der Personalmarkt insbesondere in Regionen außerhalb deutscher Ballungsräume ist vergleichsweise klein, so dass einzelne Know-how-Träger nur schwer oder gar nicht ersetzt werden könnten. Sollte Voltabox in Zukunft kein qualifiziertes Personal in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, könnten die strategischen und wirtschaftlichen Ziele der Gesellschaft möglicherweise nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erreicht werden, was nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnte.

Gesamtwürdigung der Risikolage

Das Risikomanagement der Gesellschaft wird im laufenden Jahr weiter an die dynamische Entwicklung der Voltabox angepasst werden. Dabei wird der neue organisatorische Aufbau mit den operativen Geschäftssegmenten Voltapower, Voltaforce und Voltamotion entsprechend der internen Steuerung berücksichtigt. Der Vorstand geht aktuell davon aus, dass im Zuge der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten insbesondere die laufende konzernweite Beobachtung der operativen Risiken an Bedeutung zunehmen wird.

Auch in Zukunft muss und wird sich Voltabox gegen allgemeine Marktrisiken im Bereich der Elektromobilität absichern. Im Berichtsjahr betrug der Umsatzanteil mit den größten fünf Kunden noch rund 96 % (Vorjahr: 96 %) davon beträgt der Umsatzanteil mit einem Kunden 67,2 % (Vorjahr: 41,1 %). Die strategische Positionierung als etablierter Lieferant von Hochleistungs-Batteriesystemen für industrielle Anwendungen mit mehrjährigen, erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu namhaften Kunden in ausgesuchten Märkten, die horizontale und vertikale Wachstumsstrategie, mit der Gewinnung neuer Kunden in bestehenden Märkten, dem begonnenen Eintritt in neuen Märkte, wie beispielsweise in den Bereich Landmaschinen, oder auch den Markt für Hochleistungs-Motorsportfahrzeuge und nicht zuletzt die Entwicklung von Leistungselektronik um als Komplettanbieter im Markt agieren zu können, schwächt das Risiko kontinuierlich und nachhaltig weiter ab. Daher wird zukünftig auch die relative Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen auf den globalen Absatzmärkten sinken. Die vorhandenen Kundenkontakte beinhalten zudem erhebliche Chancen, neue Produktinnovationen in allen drei Geschäftssegmenten Voltapower, Voltaforce und Voltamotion zu platzieren.

Die Stärkung der mittelfristigen Finanzierungsstruktur der Voltabox durch den im Herbst erfolgreich umgesetzten Börsengang hat das finanzwirtschaftliche Gesamtrisiko im Geschäftsjahr 2017 deutlich reduziert und gibt Voltabox den finanziellen Rahmen durch gezielte Zukäufe, Personalaufbau und Ausbau der Entwicklungs- und Produktionskapazitäten schnell weiter zu wachsen.

Allerdings bleibt die wirtschaftliche Gesamtentwicklung von Voltabox vor dem Hintergrund der kapitalintensiven Wachstumsstrategie auch weiterhin noch mit der konjunkturellen Entwicklung in den wesentlichen Märkten Deutschland, Europa und den USA und insbesondere der zentralen Kunden verbunden.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der Voltabox sowie die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2018 werden vom Vorstand insgesamt als gering eingeschätzt. Entsprechend erwartet der Vorstand, dass die im Prognosebericht erläuterte Geschäftsentwicklung nicht wesentlich durch die aufgezeigten Risiken beeinträchtigt wird.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems

im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Da das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem gesetzlich nicht definiert ist, lehnt sich Voltabox an die Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem an (IDW PS 261).

Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind. Dabei werden folgende Zielsetzungen angestrebt:

a) Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (inkl. Schutz des Vermögens, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),

b) Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

c) Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen und satzungsmäßigen Regelungen.

Das Risikomanagementsystem des Konzerns beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Der Vorstand der Voltabox AG trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Die Grundsätze, Verfahrensanweisungen, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden.

In Anbetracht der Größe und Komplexität des Rechnungslegungsprozesses hat das Management den Umfang und die Ausgestaltung der Kontrollaktivitäten bestimmt und in diesen Prozess implementiert. Daneben wurden prozessunabhängige Kontrollen eingerichtet. Die Kontrollaktivitäten adressieren diejenigen Kontrollrisiken, die hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Zu den wesentlichen Grundsätzen, Verfahren und Maßnahmen sowie Kontrollaktivitäten gehören:

Identifikation der wesentlichen Kontrollrisiken mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess
Prozessunabhängige Kontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und deren Ergebnisse auf Ebene des Vorstands der Voltabox AG
Kontrollaktivitäten im Rechnungswesen und im Controlling der Voltabox AG, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahresabschlusses einschließlich des Lageberichts bereitstellen, inklusive der erforderlichen Funktionstrennung und eingerichteter Genehmigungsprozesse,
Maßnahmen, die die ordnungsgemäße EDV-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Informationen sicherstellen.

Prognosebericht

Marktentwicklung 2018

Der Internationale Währungsfonds ("IWF") hat im Oktober 2017 seine Prognose7 für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Demnach rechnet er mit einer weiteren Beschleunigung des globalen Wachstums auf 3,7 %. Wirtschaftspolitische Risiken werden insbesondere in den unterproportionalen Nominallohnsteigerungen und den Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung auf den Arbeitsmarkt gesehen. Daneben weist der IWF auf geopolitische Risiken und die volkswirtschaftlichen Anpassungskosten des Klimawandels hin. Als Folge der weltweiten ökonomischen Konvergenz wird das mittel- und langfristige Wirtschaftswachstum schließlich abnehmen.

Der IWF erwartet auch für 2018 eine ungleiche Verteilung des Wirtschaftswachstums zwischen den entwickelten Volkswirtschaften (2,0 %) und den Schwellenländern (4,9 %). Im Einzelnen soll das Wirtschaftswachstum in den USA 2,3 %, in Europa 1,9 %, in Deutschland 1,8 % und in China 6,5 % betragen.

7 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2017/09/19/world-economic-outlook-october-2017

Voltabox ist ganz überwiegend in ausgewählten industriellen Teilmärkten tätig. Hierzu zählen aktuell:

Trolleybusse aus dem Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs
Gabelstapler und automatische Flurförderfahrzeuge aus dem Bereich Intralogistik bzw. vernetzten Produktionsumgebungen
Bergbaufahrzeuge im Untertageabbau

Die Entwicklung in diesen Teilmärkten ist wesentlich durch einen Substitutionsprozess von Blei-Säure-Batterien - im Falle der Trolleybusse von Diesel-Notstrom-Aggregaten - durch Lithium-Ionen-Batterien geprägt, von dem Voltabox mit ihrem modularen Produktportfolio profitiert. Hierbei handelt es sich um Trends, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren Bestand haben und mit zunehmender Marktdurchdringung typischerweise eine Sättigungskurve aufweisen. Diese Trends werden im Wesentlichen durch eine Bewertung der so genannten Eigentumsgesamtkosten bestimmt, welche neben den Anschaffungs- und Betriebskosten auch die Transaktionskosten und Opportunitätskosten berücksichtigt.

Das Marktforschungsinstitut IDTechEx8 erwartet für das Jahr 2018 ein Marktwachstum von rund 11 Prozent bei Batteriesystemen in den von Voltabox bisher besetzten Teilmärkten. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bis zum Jahr 2027 wird in diesen Teilmärkten auf 17 % geschätzt (Basisjahr: 2017).

8 https://www.idtechex.com/research/reports/industrial-and-commercial-electric-vehicles-on-land-2017-2027-000505.asp

Im Ergebnis werden insbesondere folgende Annahmen für die Ableitung der Prognose des paragon Konzerns als wesentlich angesehen:

Positives konjunkturelles Umfeld mit einem beschleunigten globalen Wirtschaftswachstum
Anhaltende Substitution von Blei-Säure-Batterien bzw. Diesel-Aggregaten durch Lithium-Ionen Batterien in bisher besetzten Teilmärkten
Globales Marktwachstum für Batteriesysteme in den von Voltabox besetzten Teilmärkten von rund 11 %

Voltabox Konzern

Die Unternehmensplanung des Konzerns basiert auf einer detaillierten Absatz- und Umsatzplanung und wird kundenspezifisch bis auf die Produktebene heruntergebrochen. Die wesentlichen Kostenkomponenten werden über Einzelplanungsmodelle für einen Zeitraum von mehreren Jahren geplant und dann proportional zur Umsatzentwicklung fortgeschrieben.

Wesentliche Parameter wie Preisänderungen im Einkauf oder im Vertrieb sowie mögliche Kostensteigerungen im Personalbereich oder Änderungen der Besteuerungsgrundlage werden in die Planung integriert. Das fortlaufend aktualisierte Risikomanagementsystem erlaubt es dem Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und, wenn notwendig, entsprechend gegenzusteuern. Angesichts der guten Auftragssituation für 2018 erwartet der Vorstand, dass Voltabox in den bisher besetzten Marktsegmenten bei zunehmender Profitabilität signifikant stärker als der Markt wächst. Demnach soll sich der Konzernumsatz im laufenden Jahr auf rund 60 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Dabei wird eine EBIT-Marge von ca. 10 Prozent erwartet. Neben der Intralogistik wird das Marktsegment Bergbau ein wesentlicher Wachstumstreiber sein.

Die Prognose wurde auf Basis des Auftragsbestands (Orderbacklog) erstellt. Der Auftragsbestand definiert sich als "unterschriebene Aufträge" und "Rahmenverträge" die jeweils mit einer Auftragswahrscheinlichkeit von 100% gewertet werden. Zusätzlich umfasst der Auftragsbestand (Orderbacklog) auch Aufträge die mit einer Auftragswahrscheinlichkeit zwischen 90 %-30 % bewertet sind. Bei manchen Rahmenverträgen handelt es sich um Nominierungen, Vorverträge und Verpflichtungserklärungen zur Zusammenarbeit, die später noch durch Abrufe konkretisiert werden müssen, sowie um Angebotschancen, die entsprechend Ihrer Wahrscheinlichkeit eingestellt werden.

Der Vorstand geht im laufenden Jahr von einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 13,4 Mio. Euro aus. Die aktivierten Eigenleistungen werden im laufenden Jahr planmäßig rund 43 % der Investitionssumme betragen.

Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren:

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Prognose
In TEUR bzw. lt. Angabe 2016 2017 Veränd.

in %
2017 2018
--- --- --- --- --- ---
Finanzielle Leistungsindikatoren
Konzernumsatz 14.493 27.273 88,2 25 Mio. Euro 60 Mio. Euro
EBIT-Marge -25,4 % 2,1 % n. a. leicht positiv rund 10 %
Investitionen 6.210 6.328 1,9 n. a. rund 13,4 Mio. Euro

Voltabox AG

Der Vorstand erwartet im laufenden Geschäftsjahr für die Voltabox AG einen Umsatz in Höhe von rund 33 Mio. Euro. Dabei wird eine EBIT-Marge von ca. 10 Prozent erwartet, die geplanten Investitionen betragen 10,9 Mio. Euro. Als wesentlicher Wachstumstreiber wird das Marktsegment Intralogistik angesehen.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand der Voltabox AG geht auf Grundlage des bestehenden Auftragsbestands, des aktuellen Produktportfolios sowie der eingeleiteten Maßnahmen zur operativen Umsetzung der Wachstumsstrategie von einer positiven Gesamtentwicklung des Voltabox Konzerns aus. Voltabox wird bei der weiteren Markterschließung die Entwicklung neuer Batteriesysteme auf Basis des bestehenden Baukasten-Prinzips fortsetzen, um den strategischen Wettbewerbsvorteil im schnell wachsenden Markt für Li-Ionen-Batteriesysteme weiter auszubauen. Die Wertschöpfungstiefe wird bei allen Voltabox-Produkten insbesondere durch einen hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung weiter optimiert, um die operative Ertragskraft des Voltabox Konzerns nachhaltig zu steigern.

Dynamisches Unternehmenswachstum bei Sicherung und Ausbau einer nachhaltigen Profitabilität sind die Kernelemente dieser Geschäftsausrichtung. Darüber hinaus wird die weitere organische und anorganische Erschließung zusätzlicher Handlungsfelder bezüglich Portfolio-Erweiterung angestrebt, nahe am Kerngeschäft und unter engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben.

Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Voltabox AG beträgt 15.825.000,00 Euro und ist eingeteilt in 15.825.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stammaktien (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro. Sämtliche Aktien sind gewinnanteilsberechtigt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.

Aktienstimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Zum 31. Dezember 2017 hielt die paragon AG, Delbrück, 9.500.000 Aktien der Gesellschaft. Das entspricht rund 60 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Änderung der Satzung

Bezüglich der Regelungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 84 und 85 AktG verwiesen.

Bezüglich der Regelungen zur Änderung der Satzung wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 133 und 179 AktG verwiesen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. September 2017 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 21. September 2022 einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 6.675.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.675.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017).

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. diesen gemäß § 186 Absatz 5 AktG gleichgestellten Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre in den in Punkt 4.5 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom Oktober 2017 genannten Fällen auszuschließen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 22. September 2017 ist das Grundkapital um bis zu 5.000.000,00 Euro eingeteilt in bis zu Stück 5.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 22. September 2017 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gewinnberechtigt für alle Geschäftsjahre, für die die Hauptversammlung noch keinen Gewinnverwendungsbeschluss gefasst hat. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Kontrollwechsel und Entschädigungsvereinbarungen

Besondere Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control) oder besondere Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d i.V.m. 289f Abs. 1 HGB

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Voltabox AG sind den Grundsätzen einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet. Sie messen den Standards guter Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei. Vor dem Hintergrund des mehrheitlichen Anteilsbesitzes des Vorstandsvorsitzenden der Muttergesellschaft paragon AG ist die Arbeitsweise des Vorstands im Rahmen seiner unternehmerischen Verantwortung in besonderer Weise vom Leitbild des ehrbaren Kaufmanns geprägt. Hierzu gehört die Verpflichtung, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen (Unternehmensinteresse).

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d i.V.m. 289f Abs. 1 HGB kann dauerhaft auf der Voltabox-Homepage unter http://ir.voltabox.ag/ websites/voltabox/German/7200/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.html eingesehen werden. Sie enthält die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") gemäß § 161 AktG sowie den Corporate Governance Bericht gemäß Ziffer 3.10 DCGK.

Die Unternehmensführung der Voltabox AG als deutsche Aktiengesellschaft wird durch das Aktiengesetz, die Satzung des Unternehmens, die freiwillige Verpflichtung auf die Vorgaben des DCGK in seiner jeweils aktuellen Fassung sowie die jeweils aktuellen Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat bestimmt.

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften verfügt die Voltabox AG über ein so genanntes duales Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen. Der Vorstand führt das Unternehmen nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung enthält unter anderem Regelungen zur Ressortverteilung, zu Entscheidungsbefugnissen des Gesamtvorstands, zu Rechten und Pflichten des Vorstandsvorsitzenden sowie zu Beschlussfassung und Sitzungen. Der Vorstand der Voltabox AG besteht aus zwei Personen, Jürgen Pampel (Vorstandsvorsitzender) und Andres Klasing (Vorstand Finanzen).

Der Aufsichtsrat beaufsichtigt den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und steht ihm beratend zur Seite. Er bestellt und entlässt die Vorstandsmitglieder, bestimmt die zustimmungspflichtigen Geschäfte, beschließt das Vergütungssystem für den Vorstand und setzt dessen jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Voltabox AG, die das Aktiengesetz und die Geschäftsordnung vorsehen, eingebunden. Der Aufsichtsrat setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrats regelt die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Darin sind insbesondere die Beschlussfassung und die Schweigepflicht festgelegt. Nach eigener Einschätzung arbeitet der Aufsichtsrat mit der Gesamtheit seiner drei Mitglieder effizient. Aufgrund der geringen Größe des Aufsichtsrats wurde von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat der Voltabox AG die ihm nach Gesetz, Satzung, DCGK und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung laufend beaufsichtigt und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Darüber hinaus stand der Aufsichtsrat dem Vorstand durchweg beratend zur Seite und wurde bei Fragestellungen von grundlegender Bedeutung in die Diskussion und Entscheidungsfindung eingebunden. Dank der guten Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder konnten auch kurzfristig anstehende Entscheidungen angemessen erörtert und zeitnah getroffen werden.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form in den Aufsichtsratssitzungen umfassend über alle Vorgänge von wesentlicher Bedeutung, die allgemeine Geschäftsentwicklung und die aktuelle Lage der Gesellschaft. Dabei ging er insbesondere auf Themen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und des Risikomanagements ein. Der Aufsichtsrat überprüfte die Berichte des Vorstands intensiv und erörterte diese im Gremium. Über die Aufsichtsratssitzungen und Telefonkonferenzen zwischen allen Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat hinaus diskutierten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand bei Bedarf über wichtige Themen. Über außergewöhnliche Ereignisse, die für die Beurteilung des Jahresergebnisses von Bedeutung sind, wurde der Aufsichtsrat in vollem Umfang informiert.

Mit Blick auf § 76 Absatz 4 und § 111 Absatz 5 des Aktiengesetzes sowie Punkt 4.1.5 und 5.1.2 des Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 07. Februar 2017 zum Thema "Diversity" wurden 2018 von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam sowohl der aktuelle Stand des Frauenanteils festgestellt als auch Zielgrößen definiert. Für beide Gremien beträgt der aktuelle Frauanteil der Voltabox AG Null. Die Zielgrößen in beiden Gremien wurden ebenfalls mit Null festgelegt. Eine mögliche Erweiterung des Vorstands ist derzeit nicht geplant. Bei den nachgelagerten Führungsebenen des Unternehmens beträgt der derzeitige Frauenanteil 14,3 %. Die aktuelle Zielgröße des Frauenanteils beträgt 25 %.

Bei der Voltabox AG ist unternehmerisches Handeln eng mit der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, der Umwelt und der Gesellschaft verbunden. Werte, wie die Übernahme von Verantwortung, Teamgeist, Integrität sowie Leidenschaft und ein von Respekt geprägter wertschätzender Umgang im täglichen Miteinander spielen für die Voltabox AG eine entscheidende Rolle und bilden den Kern ihrer Unternehmenskultur. Der Vorstand der Voltabox AG legt ein besonderes Augenmerk darauf, dass alle Führungskräfte des Unternehmens durch vorbildliches Verhalten die zuvor genannten Werte vorleben.

Delbrück, im März 2018

Der Vorstand

Bericht des Aufsichtsrats

Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand

Vorstand und Aufsichtsrat der Voltabox AG bekennen sich zu der im Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") verdeutlichten Verpflichtung, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen (Unternehmensinteresse). Interessenskonflikte einzelner Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bestanden im Geschäftsjahr 2017 nicht. Eine Aufstellung aller Mandate der Aufsichtsratsmitglieder ist im Konzernanhang enthalten (Note 37).

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat der Voltabox AG die ihm nach Gesetz, Satzung, Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dabei hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung laufend beaufsichtigt und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Darüber hinaus stand der Aufsichtsrat dem Vorstand durchweg beratend zur Seite und wurde bei Fragestellungen von grundlegender Bedeutung in die Diskussion und Entscheidungsfindung eingebunden. Dank der guten Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder konnten auch kurzfristig anstehende Entscheidungen direkt getroffen werden.

Im März 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Investor-Relations-Bereich der Internetseite der Voltabox AG dauerhaft zugänglich gemacht. Die Abweichungen von den Empfehlungen des Kodex und darüber hinausgehende Informationen zur Corporate Governance bei der Voltabox AG sind dort ebenfalls erläutert.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form in den Aufsichtsratssitzungen umfassend über alle Vorgänge von wesentlicher Bedeutung, die allgemeine Geschäftsentwicklung und die aktuelle Lage der Gesellschaft. Dabei ging er insbesondere auf Themen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und des Risikomanagements ein. Der Aufsichtsrat überprüfte die Berichte des Vorstands intensiv und erörterte diese im Gremium. Über die Aufsichtsratssitzungen und Telefonkonferenzen zwischen allen Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat hinaus diskutierten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand bei Bedarf über wichtige Themen. Über außergewöhnliche Ereignisse, die für die Beurteilung des Jahresergebnisses von Bedeutung sind, wurde der Aufsichtsrat in vollem Umfang informiert.

Besetzung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat der Voltabox AG gehörten im Geschäftsjahr 2017 jeweils drei Mitglieder an, in der Zeit vom 01. Januar 2017 bis zum 09. August 2017 waren dies Herr Hermann Börnemeier, Vorsitzender, Herr Walter Schäfers, stellvertretender Vorsitzender und Frau Brigitte Frers. In der Zeit vom 10. August 2017 bis zum 5. September 2017 waren dies Herr Klaus Dieter Frers, Vorsitzender, Herr Hermann Börnemeier, stellvertretender Vorsitzender und Herr Walter Schäfers. Seit dem 6. September 2017 sind dies Herr Klaus Dieter Frers (Vorsitzender), Herr Prof. Dr. Martin Winter, stellvertretender Vorsitzender und Herr Hermann Börnemeier.

Der Aufsichtsrat beaufsichtigte die Arbeit des Vorstands und stand diesem darüber hinaus auch beratend zur Seite.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2017 kam der Aufsichtsrat im Rahmen von einer ersten ordentlichen sowie drei außerordentlichen Präsenzsitzungen und drei außerordentlichen Telefonkonferenzen zusammen. Bei sämtlichen Zusammenkünften und Telefonkonferenzen des Aufsichtsrates war jeweils der gesamte Aufsichtsrat vollständig vertreten.

Die Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses der Voltabox Deutschland GmbH (in Umwandlung) für das Geschäftsjahr 2016 ist durch die Gesellschafterversammlung der Voltabox Deutschland GmbH am 23.02.2017 erfolgt und festgestellt worden. Im Mittelpunkt der ersten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 24. April 2017 in Delbrück stand die Bestellung von Herrn Klaus Dieter Frers zum Alleinvorstand der Voltabox AG.

Darüber hinaus wurde ein möglicher Börsengang der Gesellschaft erörtert und der Aufsichtsrat ließ sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung informieren.

Die Umwandlung der Voltabox Deutschland GmbH in die Voltabox AG ist am 18. Mai. 2017 in das Handelsregister eingetragen worden.

In seiner ersten außerordentlichen Sitzung am 09. August 2017 in Delbrück bestellte der Aufsichtsrat Herrn Jürgen Pampel zum Mitglied des Vorstands und zum Vorstandsvorsitzenden, er übernimmt das Ressort Technik. Außerdem wird Herr Andres Klasing zum Mitglied des Vorstand bestellt, er übernimmt das Ressort Finanzen. Herr Klaus Dieter Frers erklärt, in dieser Sitzung den Vorstand der Gesellschaft verlassen und in den Aufsichtsrat wechseln zu wollen; er wird daher im gegenseitigen Einvernehmen als Vorstand abberufen. Außerdem ließ sich der Aufsichtsrat über die geschäftliche Entwicklung im ersten Halbjahr sowie die aktuellen Geschäftsaussichten informieren.

In der zweiten außerordentlichen Sitzung am 10. August 2017 in Delbrück wählte der Aufsichtsrat Herrn Klaus Dieter Frers zu seinem Vorsitzenden sowie Herrn Hermann Josef Börnemeier zum stellvertretenden Vorsitzenden.

In seiner dritten außerordentlichen Sitzung am 06. September 2017 in Delbrück wählte der Aufsichtsrat Herrn Prof. Dr. Winter, zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Herr Prof. Dr. Winter war zuvor nach dem von Herrn Schäfers erklärten Rücktritt vom Aufsichtsrat durch eine Hauptversammlung zum Aufsichtsrat gewählt worden.

In der ersten Telefonkonferenz am 25. September 2017 wurde vom Aufsichtsrat der Beschluss des Vorstands zur Umsetzung der Erhöhung des Grundkapitals durch Bareinlage um bis zu 5.000.000,- EUR im Wege des erstmaligen öffentlichen Angebots und der Börseneinführung der Aktien der Gesellschaft, zusammen mit bis zu 500.000 Umplatzierungsaktien sowie bis zu 825.000 Leihaktien genehmigt. Der Platzierungspreis wurde auf eine Spanne zwischen 20,- und 24,- EUR festgesetzt, der Wertpapierübernahme- und Platzierungsvertrag sowie der Wertpapierprospekt vom 25.September 2017 wurden genehmigt.

In der zweiten Telefonkonferenz am 10. Oktober 2017 wurde vom Aufsichtsrat der Beschluss des Vorstands zur Festsetzung der Anzahl neuer Aktien der am 22. September 2017 beschlossenen Kapitalerhöhung genehmigt. Die in vollem Umfang ausgeschöpfte Anzahl der Aktien mit 5.000.000 neuen Aktien, 500.000 Umplatzierungsaktien sowie 825.000 Leihaktien sowie der festgesetzte Platzierungspreis von 24,- EUR pro Aktie wurde genehmigt.

In der dritten Telefonkonferenz am 26. Oktober 2017 genehmigte der Aufsichtsrat den Beschluss des Vorstands zur teilweisen Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt nunmehr 15.825.000,- EUR und ist eingeteilt in 15.8250.000 auf den Inhaber lautende Aktien. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 21. September 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 6.675.000,- EUR durch Ausgabe von bis zu 6.675.000 auf den Inhaber lautenden Aktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Außerdem beschloss der Aufsichtsrat die Satzung in der aktuellen Fassung.

In diesem Zusammenhang beschäftigte sich der Aufsichtsrat auch mit dem Wahlvorschlag für den Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer des Geschäftsjahres 2017 und schlug dabei die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, als neuen Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer vor. In der ersten ordentlichen Aufsichtsratssitzung 2018 am 19. Januar 2018 in Delbrück beschäftigte sich der Aufsichtsrat neben der geschäftlichen Entwicklung in den ersten neun Monaten sowie der aktuellen Geschäftsaussichten insbesondere mit der vom Vorstand präsentierten Planung für das Geschäftsjahr 2018 sowie dem Finanzkalender 2018.

Bildung von Ausschüssen

Wie bereits in der Vergangenheit hat der dreiköpfige Aufsichtsrat der Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2017 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet und alle anstehenden Themen im Gesamtgremium behandelt.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017

Die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, wurde durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 22. September 2017 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer des Geschäftsjahres vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 bestellt und durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates entsprechend beauftragt. Eine Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex liegt dem Aufsichtsrat vor.

Gegenstand der Abschlussprüfung war der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Voltabox AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017, der vom Vorstand gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 sowie der zusammengefasste Lagebericht des Voltabox Konzerns und der Voltabox AG.

Zum Abschluss der Prüfung hat die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht des Voltabox Konzerns und der Voltabox AG jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat außerdem festgestellt, dass das vom Vorstand eingerichtete Informations- und Überwachungssystem geeignet ist, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Jedem Mitglied des Aufsichtsrats wurden vom Abschlussprüfer die zu prüfenden Unterlagen über den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht des Voltabox Konzerns und der Voltabox AG, den Vorschlag über die Verwendung des Jahresüberschusses sowie der Bericht über die Abschlussprüfung zur Verfügung gestellt. Über die Prüfung wurde in der Aufsichtsratssitzung am 12. März 2018 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 12. März 2018 zudem den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Daran anschließend hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.

Von dem Recht zur Einsichtnahme in die Bücher und Schriften der Gesellschaft hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen Gebrauch gemacht.

Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die im Jahr 2017 geleistete Arbeit aus.

Delbrück, 12. März 2018

Für den Aufsichtsrat

Klaus Dieter Frers, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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