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voestalpine AG Management Reports 2013

Feb 7, 2013

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Management Reports

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Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13

voestalpine-Konzern in Zahlen

1 Q – 3 Q 2011/12 vs. 1 Q – 3 Q 2012/13

Mio. EUR 1 Q – 3 Q 2011/12
01.04.–
31.12.2011
1 Q – 3 Q 2012/13
01.04.–
31.12.2012
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 8.877,2 8.652,5 –2,5
EBITDA 1.118,0 1.051,7 –5,9
EBITDA-Marge 12,6 % 12,2 %
EBIT 676,4 615,1 –9,1
EBIT-Marge 7,6 % 7,1 %
Ergebnis vor Steuern (EBT) 533,8 473,7 –11,3
Ergebnis nach Steuern1 411,4 369,5 –10,2
Gewinn je Aktie (EUR) 2,09 1,83 –12,4
Investitionen SAV, IAV und Beteiligungen 353,8 498,4 40,9
Abschreibungen 441,5 436,6 –1,1
Capital Employed 8.456,9 8.200,5 –3,0
Eigenkapital 4.873,9 5.041,5 3,4
Nettofinanzverschuldung 2.989,4 2.508,5 –16,1
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 61,3 % 49,8 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 45.144 44.696 –1,0

1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es war ein langer Weg, den der voestalpine-Konzern gegangen ist, um die Wandlung vom typischen Stahlunternehmen zum Technologie- und Industriegüterkonzern zu schaffen. Die ersten Schritte liegen 15 Jahre zurück, Spezialisierung auf anspruchsvolle Stähle und Stahlprodukte hieß es damals. Weg von Massenware und Commodities, deren Produktion auf Dauer in einer Wirtschaftsregion wie Europa mit global gesehen immer weniger konkurrenzfähigen Kosten, rückläufiger Bevölkerungsentwicklung und einem zunehmend industriekritischen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld keine Zukunft haben kann.

Vor etwas mehr als zehn Jahren dann, im Zuge des Strategieprozesses 2001/02, der endgültige Bruch mit den Zielen der Stahlindustrie: die Abkehr vom Tonnendenken der Stahlindustrie und die gezielte Ausrichtung des Konzerns auf Hightech-Produkte in anspruchsvollsten Industriesegmenten. Nicht mehr die Menge, sondern die Marge sollte ausschlaggebend sein für die Produktentscheidungen der Zukunft. Der Konzern erhielt eine neue Struktur, an die Stelle der zwei traditionellen Divisionen (Stahl-)"Flachprodukte" und (Stahl-)"Langprodukte" traten "Bahnsysteme", "Profilform", "Automotive"; "Stahl" blieb nur mehr eine von vier Divisionen. Der Schwerpunkt des Konzerns verlagerte sich rasch in Richtung der in den geänderten Divisionsnamen zum Ausdruck kommenden Kunden und Produkte. Und mit einer Vielzahl von Akquisitionen, deren größte die von BÖHLER-UDDEHOLM im Jahr 2007 war, wurde die Transformation des Unternehmens zum Technologie- und Industriegüterkonzern unwiderrufliche Realität.

Im in Kürze zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2012/13 erfolgte in konsequenter Fortsetzung dieser Strategie die Entscheidung, den Konzern mit den inhaltlich nochmals deutlich erweiterten Divisionen "Metal Engineering", "Metal Forming", "Special Steel" und "Steel" in den nächsten zehn Jahren noch konsequenter als bisher auf die Megatrends der Zukunft auszurichten – und das mit Produkten, die weitgehend am Ende einer möglichst langen Wertschöpfungskette stehen sollen, um auch in schwierigen Zeiten weiterhin wertsteigerndes Wachstum zu ermöglichen.

Schon heute entfallen auf klassische Stahlprodukte nur mehr rund 30 % unseres Konzernumsatzes – aber die gehören zum Besten, was in dieser Branche verfügbar ist, und wir benötigen sie als Basis für unsere Top-Position im Industriegüterbereich. Dort wird in den nächsten zehn Jahren noch mehr als bisher der Schwerpunkt unserer weiteren strategischen Ausrichtung liegen. Mobilität und Energie bilden dabei die Schlüsselsegmente der Strategie – und das nicht nur in Europa, sondern weltweit.

Mehr zur Strategie des voestalpine-Konzerns im Geschäftsbericht 2012/13 am 5. Juni 2013.

Linz, 7. Februar 2013

Der Vorstand

Wolfgang Eder Herbert Eibensteiner Franz Kainersdorfer Robert Ottel Franz Rotter

Highlights

  • Makroökonomisches Umfeld durch negative Entwicklung im Jahresverlauf geprägt.
  • Gegen Jahresende konjunkturelle Stabilisierung auf niedrigem Niveau im Gefolge schuldendämpfender Maßnahmen in Europa und den USA sowie Erholungstendenzen in China.
  • Verhaltene Nachfrage in den wichtigsten Industriesegmenten (Bau- und Bauzulieferindustrie, Automobilindustrie, Energiesektor), nur Luftfahrt und Bahninfrastruktur mit stabil positiver Entwicklung.
  • Langfristige Konzernstrategie im Dezember verabschiedet Fortsetzung des wertsteigernden Wachstums bis 2020 – Umsatzziel 20 Mrd. EUR.
  • Trotz anhaltend schwierigem Umfeld anhaltend solide Entwicklung in allen Geschäftsbereichen des Konzerns – weitestgehende Vollauslastung aller wesentlichen Produktionsanlagen.
  • Im Jahresvergleich nahezu stabile Umsatzentwicklung: aktuell 8.652,5 Mio. EUR nach 8.877,2 Mio. EUR in den ersten neun Monaten des Vorjahres (Rückgang um 2,5 %).
  • Ergebnisse aufgrund schwieriger Gesamtkonjunkturentwicklung leicht rückläufig: Operatives Ergebnis (EBITDA) nach 1.118,0 Mio. EUR im Vorjahr um 5,9 % auf 1.051,7 Mio. EUR gesunken, Betriebsergebnis (EBIT) mit 615,1 Mio. EUR um 9,1 % unter Vorjahr (676,4 Mio. EUR) und Jahresüberschuss (Ergebnis nach Steuern) mit 369,5 Mio. EUR um 10,2 % schwächer (411,4 Mio. EUR).
  • Eigenkapital per 31. Dezember 2012 gegenüber Beginn des Geschäftsjahres (4.836,3 Mio. EUR) um 4,2 % auf 5.041,5 Mio. EUR gesteigert, im gleichen Zeitraum Abbau der Nettofinanzverschuldung um 3,0 % von 2.585,7 Mio. EUR auf 2.508,5 Mio. EUR aufgrund deutlich positiver Cashflow-Entwicklung.
  • Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) sinkt damit um 3,7 Prozentpunkte von 53,5 % zu Beginn des Geschäftsjahres (31. März 2012) auf aktuell 49,8 % (31. Dezember 2012).
  • Anzahl der Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) seit Beginn des Geschäftsjahres (46.473 FTE) konjunkturbedingt um 3,8 % auf 44.696 FTE per 31. Dezember 2012 gesunken.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches Umfeld

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2012/13 waren von einer insgesamt schwierigen ökonomischen Situation sowohl in Europa als auch den wichtigsten außereuropäischen Wirtschaftsräumen geprägt, die sich in einzelnen Industriesegmenten im Herbst 2012 nochmals verschärfte. Vor allem in der europäischen Automobilindustrie war die Lage durch gegen Ende des Kalenderjahres nochmals verringerte Verkaufszahlen geprägt. Global gesehen stellte sich vor allem der Energiebereich zunehmend uneinheitlich dar: Während die Energieexploration ungebrochen hohe Dynamik zeigte, waren sowohl der Pipeline- als auch der Energiemaschinenbau (Kraftwerksbau) verstärkt von schwacher Nachfrage geprägt.

Der allgemeine Maschinenbau entwickelte sich über die ersten drei Quartale 2012/13 insgesamt auf durchaus solidem Niveau, die Bauindustrie tendierte dagegen unverändert schwach, und das auch mit wenig Aussicht auf kurzfristige Besserung.

Mit Ausnahme der Automobilindustrie positiver – nämlich vergleichsweise stabil – verlief die Entwicklung in Europa in jenen Abnehmerbranchen, welche weniger von den Investitionszyklen der Industrie bzw. der öffentlichen Hand, sondern direkt vom Verhalten der Endkonsumenten abhängen. Dies gilt insbesondere für die Segmente Haushaltsgeräte und Konsumgüter, wo sich zuletzt sogar Belebungstendenzen zeigten. Auch indirekt abhängige Branchen, wie etwa die Lagertechnik, konnten vom privaten Konsumverhalten profitieren.

Die europäische Automobilindustrie begann sich nach unterjährig teils stark rückläufiger Entwicklung gegen Ende des Kalenderjahres 2012 auf niedrigem Niveau zu stabilisieren.

Ungebrochen erfreulich entwickelten sich die Märkte im Bereich der Luftfahrt sowie – vor allem außerhalb Europas – der Eisenbahninfrastruktur. Regional betrachtet ist Europa für den voestalpineKonzern immer noch der eindeutig wichtigste Markt, wenngleich die auf die außereuropäischen Wachstumsmärkte fokussierte künftige Entwicklung des Konzerns diese Abhängigkeit in den nächsten Jahren schrittweise verringern wird. Das für Europa wirtschaftspolitisch wohl wichtigste Ereignis im bisherigen Geschäftsjahr 2012/13 war das klare Statement von EZB-Chef Mario Draghi zur europäischen Gemeinschaftswährung, mit dem er in zwei kurzen Sätzen die "Eurokrise" für beendet erklärte. Medial geht es seither "nur" mehr um die Verschuldungskrise, der Euro selbst wird nicht mehr in Frage gestellt. Die Kapitalmärkte haben darauf ausgesprochen positiv reagiert, wogegen der Funke bislang auf die Realwirtschaft noch nicht übergesprungen ist. Der Süden Europas zeigt nach wie vor keine Erholungstendenzen und bleibt wirtschaftlich unverändert auf schwachem Niveau. West-, Nordund Zentraleuropa waren nach einer leichten Erholungsphase zu Jahresbeginn 2012 in weiterer Folge ebenfalls von rückläufigen Konjunkturtendenzen gekennzeichnet. Vor allem die "Konjunkturlokomotive" Deutschland zeigte in einigen Wirtschaftsbereichen eine doch deutliche Abschwächung.

In Nordamerika sind die USA volkswirtschaftlich mit ähnlichen Herausforderungen wie Europa konfrontiert, mit dem Unterschied, dass die "fiscal cliff"-Problematik in immer kürzeren Zeitabständen aufgeschoben wird, ohne einem wirklichen Ausweg näher zu kommen. Die Realwirtschaft war in den USA über weite Strecken des Geschäftsjahres 2012/13 durchaus von positiver Dynamik geprägt, erst die Annäherung an die Schuldenobergrenze gegen Ende des Jahres 2012 brachte Verunsicherung in die Märkte.

Der südamerikanische Kontinent konnte 2012 nicht an die Dynamik der Vorjahre anknüpfen. Brasilien, der für den voestalpine-Konzern wichtigste Wirtschaftsraum in dieser Region, war von ökonomischen Unsicherheiten und rückläufiger Nachfrage in den meisten Abnehmerbranchen gekennzeichnet.

Im wohl wichtigsten "Emerging Market" China kam es im letzten Quartal 2012 zu einem von langer Hand geplanten, geordneten Machtwechsel, wobei die Vorphase der Machtübergabe ökonomisch von einer Periode latenter Unsicherheit und Zurückhaltung – vor allem bei Investitionen – geprägt war. In der Zwischenzeit zeigt die chinesische Volkswirtschaft aber wieder eine deutlich positive Tendenz. Insgesamt verlief die wirtschaftliche Entwicklung in Asien im Herbst 2012 aber auf einem – im globalen Vergleich – immer noch ansprechenden Niveau.

Geschäftsverlauf des voestalpine-Konzerns

In diesem insgesamt herausfordernden konjunkturellen Umfeld konnte der voestalpine-Konzern die Umsatzerlöse im bisherigen Geschäftsjahr 2012/13 im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres weitestgehend konstant halten, in der Ergebnisentwicklung mussten jedoch – überschaubare – Abschläge hingenommen werden. Aufgrund des sowohl deutlich positiven Ergebnisses nach Steuern als auch einer soliden Entwicklung des Free Cash Flow konnte weiter Eigenkapital auf- und (Netto-)Verschuldung abgebaut werden. Damit konnte das Gearing weiter, und zwar unter 50 %, gesenkt werden.

Im Detail beläuft sich der Umsatz des Konzerns in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 8.652,5 Mio. EUR; dies bedeutet im Jahresvergleich (8.877,2 Mio. EUR) einen moderaten Rückgang von 2,5 %. In den einzelnen Divisionen ergibt sich aber durchaus ein differenziertes Bild. So konnte die Metal Engineering Division aufgrund ihres breiten und teilweise weniger konjunktursensiblen Geschäftsportfolios den Umsatz sogar geringfügig von 2.228,5 Mio. EUR um 0,5 % auf 2.239,2 Mio. EUR ausweiten, während die übrigen Divisionen mit Umsatzrückgängen von 4 % bis 5 % konfrontiert waren.

Entscheidend für die im Vergleich zum Vorjahr überwiegend schwächere Entwicklung war in allen Divisionen gleichermaßen ein nach dem Sommer – sprich im 3. Geschäftsquartal – einsetzender Abwärtstrend, der in wesentlichen Marktsegmenten des voestalpine-Konzerns zu sinkenden Verkaufsmengen und/oder -erlösen führte.

Das operative Ergebnis (EBITDA) für die ersten drei Quartale des aktuellen Geschäftsjahres übertraf zwar neuerlich die Milliardengrenze, kam jedoch mit 1.051,7 Mio. EUR um 5,9 % unter dem Vorjahreswert von 1.118,0 Mio. EUR zu liegen. Dies bedeutet aktuell eine EBITDA-Marge von 12,2 %, nach 12,6 % im letzten Jahr.

Die Entwicklung des Betriebsergebnisses (EBIT) verlief weitgehend analog, es beläuft sich nach einem Rückgang von 9,1 % im Jahresvergleich auf 615,1 Mio. EUR (Vorjahr: 676,4 Mio. EUR). Im Verhältnis zum Umsatz ergibt sich damit eine Marge von aktuell 7,1 % nach 7,6 % im Vorjahr. Während die Steel Division im Jahresvergleich beim operativen Ergebnis (EBITDA) eine stabile Entwicklung und die Metal Engineering Division nur eine marginale Verminderung auswiesen, fiel der Rückgang in der Special Steel Division mit 11,5 % und der Metal Forming Division mit 10,8 % jeweils deutlicher aus. Maßgeblich dafür waren wie im Bereich der Umsatzentwicklung auch hier die konjunkturellen Voraussetzungen des 3. Geschäftsquartals, welches nach dem saisonal schwächeren Sommerquartal keine nennenswerte Belebung mit sich brachte.

In der Betrachtung zum unmittelbaren Vorquartal zeigt sich die sequenzielle Abschwächung ganz deutlich: Der Konzernumsatz ging um 5,6 % von 2.882,2 Mio. EUR im 2. Quartal auf 2.719,9 Mio. EUR im vergangenen Geschäftsquartal zurück, wobei alle Divisionen in etwa zu gleichen Teilen zu der Entwicklung beitrugen. In Bezug auf die Profitabilität übersetzt sich die vergleichsweise überschaubare Umsatzabnahme von einem Quartal zum nächsten in einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBITDA) um 9,3 % und des Betriebsergebnisses (EBIT) um 17,0 %. Während aber die Metal Engineering Division im Quartalsvergleich deutlich zulegen konnte (EBITDA +9,5 %, EBIT +10,9 %), musste vor allem die Steel Division im Vergleich zum vorangegangenen Sommerquartal Einbußen von 22,2 % beim operativen Ergebnis (EBITDA) sowie 41,5 % beim Betriebsergebnis (EBIT) hinnehmen. Die Hintergründe für diese Entwicklung liegen einerseits in der schon erwähnten Abschwächung des wirtschaftlichen Umfeldes und andererseits in einem untypisch starken 2. Geschäftsquartal, welches von fallenden Rohstoffpreisen bei noch stabilen Verkaufserlösen gekennzeichnet war.

Aber auch die Special Steel Division und die Metal Engineering Division waren im 3. Geschäftsquartal gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal mit Rückgängen in allen Ergebniskategorien konfrontiert. Während in der Special Steel Division das generell schwierigere makroökonomische Umfeld vor allem auf die Absatzmengen drückte, war die Metal Forming Division in erster Linie mit den Folgen des Abschwungs in der europäischen Automobilindustrie konfrontiert.

Das Ergebnis vor bzw. nach Steuern entwickelte sich bei weitgehend stabilem Finanz- und Steuerergebnis jeweils analog zum Betriebsergebnis: Sie fielen gegenüber den ersten drei Quartalen

des Vorjahres um 11,3 % (Ergebnis vor Steuern: 473,7 Mio. EUR per 31. Dezember 2012) bzw. 10,2 % (Ergebnis nach Steuern: 369,5 Mio. EUR per 31. Dezember 2012).

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2012 auf 5.041,5 Mio. EUR, was eine Steigerung von 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr (4.873,9 Mio. EUR per 31. Dezember 2011) und um 4,2 % im Vergleich zum Beginn des Geschäftsjahres 2012/13 (4.836,3 Mio. EUR per 31. März 2012) bedeutet.

Die Nettofinanzverschuldung konnte mit einem Stand von 2.508,5 Mio. EUR per 31. Dezember 2012 im 12-Monats-Intervall um 16,1 % (2.989,4 Mio. EUR per 31. Dezember 2011) und auch gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres 2012/13 (2.585,7 Mio. EUR per 31. März 2012) um 3,0 % gesenkt werden.

Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) sank damit auf 49,8 %. Dies entspricht einem Rückgang um 3,7 Prozentpunkte gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres (53,5 % per 31. März 2012) sowie um 11,5 Prozentpunkte im Jahresvergleich (61,3 % per 31. Dezember 2011).

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12
01.04.–
30.06.2012
01.07.–
30.09.2012
01.10.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 3.050,6 2.882,2 2.719,7 8.652,5 8.877,2 –2,5
EBITDA 375,0 354,8 321,9 1.051,7 1.118,0 –5,9
EBITDA-Marge 12,3 % 12,3 % 11,8 % 12,2 % 12,6 %
EBIT 230,7 210,0 174,4 615,1 676,4 –9,1
EBIT-Marge 7,6 % 7,3 % 6,4 % 7,1 % 7,6 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
46.075 46.115 44.696 44.696 45.144 –1,0

Quartalsentwicklung des voestalpine-Konzerns

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12
01.04.–
30.06.2012
01.07.–
30.09.2012
01.10.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 999,8 979,8 926,4 2.906,0 3.011,6 –3,5
EBITDA 108,7 129,6 100,8 339,1 340,2 –0,3
EBITDA-Marge 10,9 % 13,2 % 10,9 % 11,7 % 11,3 %
EBIT 52,2 72,7 42,5 167,4 171,0 –2,1
EBIT-Marge 5,2 % 7,4 % 4,6 % 5,8 % 5,7 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
10.459 10.591 10.414 10.414 10.408 0,1

Steel Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Die generellen Marktbedingungen für die europäische Stahlindustrie stellen sich bereits seit Herbst 2011 anhaltend schwierig dar, haben sich nach dem Sommer 2012 noch weiter verschärft und etwa Mitte November ihren Tiefpunkt erreicht. Gegen Ende des Kalenderjahres 2012 kam es am Sportmarkt aufgrund lagerzyklischer Effekte zu einer leichten Belebung der Nachfrage mit vereinzelten Preiserhöhungen, wenngleich die Visibilität weiterhin gering bleibt. Bedingt durch das in der Steel Division dominierende Kontraktgeschäft werden diese Preisanstiege im voestalpine-Konzern jedoch erst zeitverzögert wirksam werden.

Das Marktumfeld wird in den letzten Quartalen nicht zuletzt auch durch eine bisher nicht gekannte kurzfristige Volatilität der Erzpreise bestimmt, die zunehmend zu einem diskontinuierlichen Auftragsverhalten der Kunden führt. In der europäischen Automobilindustrie, dem wichtigsten Kundensegment der Division, trat im Laufe der 2. Jahreshälfte eine gewisse Stabilisierung der Ordertätigkeit ein. Insgesamt aber verlor die im Frühjahr 2012 vorübergehend herrschende Marktdynamik im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2012/13 rasch wieder an Momentum. Neben der Automobil- und Automobilzulieferindustrie gilt dies vor allem auch für den Energiebereich. Verzögerungen bei größeren Line-pipe-Projekten sowohl in Europa als auch in Übersee führten zu rückläufigen Auftragsvolumina im Geschäftsbereich Grobblech. Auch der Bereich der alternativen Energien zeigte eine unverändert schwache Nachfrage.

Eine über das gesamte Kalenderjahr 2012 solide Entwicklung – allerdings vor allem in der 2. Jahreshälfte mit erheblicher Volatilität im Auftragseingang – nahm die europäische, insbesondere die deutsche Maschinenbauindustrie. Die Rohr- und Profilindustrie bewegte sich in den vergangenen Monaten eher seitwärts, wogegen die Nachfrageentwicklung in der Hausgeräte-, Konsumgüterund Elektroindustrie in den letzten Monaten eine gewisse Belebung erkennen ließ.

Durch die langjährigen Kundenbeziehungen einerseits und die Ausrichtung auf hochqualitative Produkte andererseits konnte die Steel Division in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ihre Kapazitäten aber trotz eines insgesamt herausfordernden Marktumfeldes weiterhin zur Gänze auslasten.

Entwicklung der Kennzahlen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 verringerten sich in der Steel Division trotz gestiegener Versandmengen die Umsatzerlöse gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 3,5 % von 3.011,6 Mio. EUR auf 2.906,0 Mio. EUR. Ausschlaggebend für den Rückgang war das gesunkene Preisniveau infolge der zum Teil stark rückläufigen Rohstoffkosten insbesondere im 3. Kalenderquartal 2012. Die Entwicklung des operativen Ergebnisses (EBITDA) ist mit 340,2 Mio. EUR ident mit dem Vorjahr (339,1 Mio. EUR), wobei die einzelnen Quartale ein stabileres Ergebnisniveau aufweisen als im Jahr zuvor, zurückzuführen auf eine noch schnellere Anpassung der internen Abläufe an geänderte Marktgegebenheiten. In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld konnte die Steel Division die EBITDA-Marge von 11,3 % auf 11,7 % erhöhen. Wenngleich sich das Betriebsergebnis (EBIT) in den ersten drei Quartalen des aktuellen Geschäftsjahres mit 167,4 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (171,0 Mio. EUR) leicht rückläufig darstellte, nahm die EBIT-Marge geringfügig von 5,7 % auf 5,8 % zu.

Im unterjährigen Vergleich reduzierten sich die Umsatzerlöse von 979,8 Mio. EUR im 2. Quartal 2012/13 auf 926,4 Mio. EUR im 3. Quartal 2012/13, d. h. um 5,5 %. Saisonal bedingte Mengenrücknahmen und ein regressives Preisniveau bei Quartalsverträgen in Verbindung mit einem verzögerten Wirksamwerden der gesunkenen Rohstoffkosten führten im 3. Quartal zu einem Rückgang des EBITDA um 22,2 % von 129,6 Mio. EUR auf 100,8 Mio. EUR. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit 42,5 Mio. EUR vor allem saisonal bedingt um 41,5 % unter dem Vorquartal (72,7 Mio. EUR). Dadurch ergibt sich für das 3. Quartal eine EBIT-Marge von 4,6 % verglichen mit 7,4 % im Vorquartal.

Zum 31. Dezember 2012 waren in der Steel Division 10.414 Beschäftigte (FTE) tätig, was fast exakt dem Stand des Vorjahres (10.408 Beschäftigte) entspricht.

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12
01.04.–
30.06.2012
01.07.–
30.09.2012
01.10.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 735,7 686,4 642,7 2.064,8 2.165,6 –4,7
EBITDA 104,9 90,6 79,7 275,2 311,1 –11,5
EBITDA-Marge 14,3 % 13,2 % 12,4 % 13,3 % 14,4 %
EBIT 68,8 54,2 43,8 166,8 196,8 –15,2
EBIT-Marge 9,3 % 7,9 % 6,8 % 8,1 % 9,1 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
12.348 12.322 12.144 12.144 12.060 0,7

Special Steel Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Auch in den Kernmärkten der Special Steel Division kam es im 3. Quartal 2012/13 zu deutlichen konjunkturellen Abkühlungstendenzen. Während sich der Energiemaschinenbau bereits seit mehreren Quartalen auf einem mäßigen Nachfrageniveau bewegt und weiterhin keine Erholung absehbar ist, hat sich im Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres auch der Bedarf aus den Sektoren Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie der Konsumgüterindustrie abgeschwächt. Die seit Geschäftsjahresbeginn ebenfalls deutlich rückläufige Nachfrage aus der Nutzfahrzeugindustrie machte in den letzten Monaten Kapazitätsanpassungen am Standort Wetzlar, Deutschland, notwendig.

Auf stabil zufriedenstellendem Niveau entwickeln sich hingegen nach wie vor die Luftfahrtindustrie sowie der Bereich der Öl- und Gasexploration, wodurch auch die Nachfrage nach den entsprechenden Spezialstählen im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres ungebrochen robust blieb. Neben der allgemeinen Konjunkturschwäche wirkte sich im Geschäftsbereich Werkzeugstahl und Edelbaustahl auch ein forcierter Lagerabbau negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Generell ist festzustellen, dass sich das Bestellverhalten der Kunden zunehmend kurzfristiger und vorsichtiger gestaltet.

Der Geschäftsbereich Special Forgings zeigt eine stabile Entwicklung auf gutem Niveau, welche vor allem auf eine anhaltend solide Nachfrage aus der Flugzeugindustrie zurückzuführen ist. Aus regionaler Sicht ergibt sich kein einheitliches Bild. In den wichtigsten Absatzmärkten Europas ist die Entwicklung seit Sommer 2012 rückläufig. Vor allem verstärkte sich in Deutschland – dem wichtigsten Markt der Division – zuletzt in einer Reihe von Industriesegmenten die Kaufzurückhaltung der Kunden. In den USA wurde der politische Streit um die "Fiscal Cliff" zwar vorübergehend entschärft, die Gesamtwirtschaftslage zeigt aber trotzdem bislang noch keinen deutlichen Aufwärtstrend. Hinzu kommt, dass die Wachstumsdynamik in den Märkten der Schwellenländer im Vergleich zur Vergangenheit deutlich nachgelassen hat. So ist etwa die aktuelle Entwicklung Brasiliens durch eine sinkende Automobilproduktion, einen generell rückläufigen Konsum und Verzögerungen bei Großprojekten aus der Öl- und Gasindustrie geprägt. In Asien – vor allem in China – stellt sich das wirtschaftliche Umfeld zwar insgesamt noch robuster dar, dennoch kam es im Verlauf des Jahres 2012 auch dort zu einer deutlichen Wachstumsverlangsamung.

Entwicklung der Kennzahlen

Ähnlich dem Stahlbereich musste auch die Special Steel Division in den ersten neun Monaten 2012/13 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum rückläufige Umsatzerlöse hinnehmen. Im Unterschied zur Steel Division ist hier aber das Preisniveau durch Produktmixverschiebung sogar leicht gestiegen, der rund 10%ige Rückgang bei den Versandmengen konnte damit aber nicht ausgeglichen werden. Somit reduzierten sich die Umsatzerlöse um 4,7 % von 2.165,6 Mio. EUR auf 2.064,8 Mio. EUR. Vor diesem Hintergrund sank das operative Ergebnis (EBITDA) gegenüber dem Vorjahreswert um 11,5 %. Während es sich in den ersten drei Quartalen 2011/12 noch auf 311,1 Mio. EUR (Marge 14,4 %) belief, liegt es in der aktuellen Berichtsperiode bei 275,2 Mio. EUR (Marge 13,3 %). Entsprechend stellte sich die Entwicklung des Betriebsergebnisses (EBIT) dar, das sich um 15,2 % von 196,8 Mio. EUR auf 166,8 Mio. EUR verschlechterte. Das entspricht einer EBIT-Marge von 8,1 % (Vorjahr 9,1 %).

Ein ähnliches Bild ergibt sich im unmittelbaren Quartalsvergleich, bei dem die Special Steel Division die Preise im letzten Quartal zwar sogar leicht erhöhen konnte, die Produktions- und Versandmengen – teilweise auch saisonal bedingt – jedoch um rund 10 % unter dem Vorquartalswert lagen. Damit fielen die Umsatzerlöse um 6,4 % von 686,4 Mio. EUR auf 642,7 Mio. EUR. Etwas deutlicher stellt sich der Rückgang auf der Ergebnisseite dar: Die Division weist im 3. Quartal ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 79,7 Mio. EUR aus, das entspricht einer Abnahme um 12,0 % verglichen mit dem Wert des Vorquartals (90,6 Mio. EUR). Daraus ergibt sich eine EBITDA-Marge von 12,4 % gegenüber vorher 13,2 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt im 3. Quartal 2012/13 mit 43,8 Mio. EUR um 19,2 % hinter dem Vorquartal (54,2 Mio. EUR) zurück, die EBIT-Marge reduzierte sich damit von 7,9 % auf 6,8 %. In der Special Steel Division waren per 31. Dezember 2012 12.144 Beschäftigte (FTE) tätig, das entspricht im Vergleich mit dem Stichtag des Vorjahres (12.060 Beschäftigte) einem leichten Anstieg von 0,7 %.

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12
01.04.–
30.06.2012
01.07.–
30.09.2012
01.10.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 805,6 740,3 693,3 2.239,2 2.228,5 0,5
EBITDA 111,4 95,0 104,0 310,4 320,1 –3,0
EBITDA-Marge 13,8 % 12,8 % 15,0 % 13,9 % 14,4 %
EBIT 83,8 67,2 74,5 225,5 235,2 –4,1
EBIT-Marge 10,4 % 9,1 % 10,7 % 10,1 % 10,6 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
11.291 11.426 11.137 11.137 11.080 0,5

Metal Engineering Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Die globale Ausrichtung und das diversifizierte Portfolio in Kundensegmenten mit vergleichsweise geringer Konjunkturabhängigkeit sind ausschlaggebend für die anhaltend erfreuliche Entwicklung der Metal Engineering Division.

Im Geschäftsbereich Schienentechnik konnte die teilweise rückläufige Investitionstätigkeit in die europäische Eisenbahninfrastruktur durch Exporte in rohstoffreiche Länder bzw. in Länder mit Hochgeschwindigkeitsprojekten wie etwa Russland, Südafrika, Australien und Brasilien ausgeglichen werden. Die am Standort Donawitz hergestellten wärmebehandelten Premiumschienen werden dabei unverändert erfolgreich für den Schwer-, Hochgeschwindigkeits- und Mischverkehr eingesetzt. Die Produktion von Standardqualitäten am Standort Duisburg ist dagegen seit Längerem einem intensiven, aus gravierenden Überkapazitäten resultierenden Wettbewerb ausgesetzt. Der Betrieb wird daher – wie bereits angekündigt – gegen Ende des Kalenderjahres 2013 eingestellt.

Die weltweite Aufstellung im Geschäftsbereich Weichentechnik unterstützt den stabilen Geschäftsverlauf der Division und kompensiert die teilweise rückläufige Entwicklung in Europa. Regional betrachtet blieb die Nachfrage im südeuropäischen Raum auf ein Minimum beschränkt, aber auch die Aktivitäten in Deutschland haben sich vor allem aufgrund der geringeren Exportaktivitäten abgeschwächt. Ein hoher Bedarf besteht nach wie vor in Nordamerika und Brasilien, auch die Länder des Mittleren Ostens entwickeln sich zufriedenstellend. Projekte in China wurden im Kalenderjahr 2012 wieder stärker vergeben, jedoch mit einer teilweisen Verlagerung von Hochgeschwindigkeitsstrecken hin zum Nahverkehr.

Die Nachfrage im Geschäftsbereich Draht war durch die Konjunkturschwäche der europäischen Autoindustrie und einen Lagerabbau der Kunden in Erwartung eines rückläufigen Preisniveaus beeinflusst. Gegen Ende des 3. Quartals 2012/13 hat sich die Lage allerdings wieder stabilisiert. Obwohl die Explorationstätigkeit in dem für den Geschäftsbereich Nahtlosrohre wichtigen Absatzmarkt Nordamerika rückläufig ist, blieb der Geschäftsverlauf in diesem Segment stabil auf hohem Niveau. Durch die Stärken in der Produktentwicklung und das Ausweichen auf andere Märkte wie Russland, den MENA-Raum oder Australien konnte der Rückgang in Nordamerika ausgeglichen werden. Auch die im Vergleich zu Mitbewerbern geringere Abhängigkeit von Standard-Industrierohren, die dem Konjunkturlauf stärker ausgesetzt sind, begünstigte die solide Entwicklung.

Der Geschäftsbereich Welding Consumables war in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 von einem zurückhaltenden Marktumfeld in Europa gekennzeichnet. Deutlich besser stellte sich die Nachfrage in Nordamerika dar. In Asien, insbesondere in China, blieb das konjunkturelle Umfeld aufgrund der schleppenden Entwicklung bei Kraftwerksprojekten verhalten. Dennoch war der Geschäftsverlauf auch in diesem Bereich zufriedenstellend.

Entwicklung der Kennzahlen

Als einzige Division konnte die Metal Engineering Division ihre Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten 2012/13 in der Gegenüberstellung mit dem Vorjahr steigern. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf eine Ausweitung des Geschäftes im Kundensegment Eisenbahninfrastruktur. Leicht rückläufig stellte sich hingegen das generelle Preisniveau dar. Insgesamt erhöhten sich die Umsatzerlöse marginal um 0,5 % von 2.228,5 Mio. EUR auf 2.239,2 Mio. EUR. Auf einem sehr ansprechenden Niveau und nur leicht abgeschwächt gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich das operative Ergebnis (EBITDA) in den ersten drei Quartalen 2012/13. 310,4 Mio. EUR (EBITDA-Marge 13,9 %) bedeuten einen Rückgang um 3,0 % gegenüber dem Vorjahreswert von 320,1 Mio. EUR (EBITDA-Marge 14,4 %). Mit 225,5 Mio. EUR ging das Betriebsergebnis (EBIT) um 4,1 % zurück (Vorjahr 235,2 Mio. EUR). Die EBIT-Marge von 10,1 % ist damit immer noch zweistellig (10,6 % im Geschäftsjahr 2011/12). Im direkten Quartalsvergleich ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Während die hohen Auslieferungsmengen von Schienen des Vorquartals im aktuellen Berichtsquartal nicht erreicht wurden und der Absatz von Draht konjunkturell bedingt zurücklag, konnten die Versandmengen bei Nahtlosrohren deutlich gesteigert werden. Die Durchschnittspreise lagen im 3. Quartal 2012/13 bei gleichzeitig geringeren Vormaterialkosten über alle Produktgruppen mit Ausnahme der Nahtlosrohre unter dem Niveau des 2. Quartals. Somit ergibt sich bei den Umsatzerlösen ein Minus von 6,3 % von 740,3 Mio. EUR auf 693,3 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBITDA) konnte hingegen um 9,5 % von 95,0 Mio. EUR auf 104,0 Mio. EUR zulegen, womit auch die EBITDA-Marge von 12,8 % auf 15,0 % ausgeweitet werden konnte. In einer ähnlichen Größenordnung, und zwar um 10,9 % von 67,2 Mio. EUR auf 74,5 Mio. EUR, verbesserte sich das Betriebsergebnis (EBIT). Somit ergibt sich eine EBIT-Marge im 3. Quartal 2012/13 von 10,7 % (2. Quartal 9,1 %).

Zum 31. Dezember 2012 arbeiteten in der Metal Engineering Division 11.137 Beschäftigte (FTE). Im Vergleich zum 31. Dezember 2011 (11.080 Beschäftigte) bedeutet dies ein Plus von 0,5 % bzw. 57 Beschäftigten (11.080).

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12
01.04.–
30.06.2012
01.07.–
30.09.2012
01.10.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2012
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 611,1 567,0 548,2 1.726,3 1.813,5 –4,8
EBITDA 68,5 57,7 54,4 180,6 202,5 –10,8
EBITDA-Marge 11,2 % 10,2 % 9,9 % 10,5 % 11,2 %
EBIT 46,1 35,4 32,4 113,9 134,0 –15,0
EBIT-Marge 7,5 % 6,2 % 5,9 % 6,6 % 7,4 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
11.272 11.068 10.283 10.283 10.912 –5,8

Metal Forming Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Das wirtschaftliche Umfeld in der Metal Forming Division war in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 von einer zunehmend angespannten Nachfragesituation in den wesentlichen Kundensegmenten gekennzeichnet. Insbesondere in der 2. Hälfte des Kalenderjahres 2012 sind die Auftragseingänge unter den Erwartungen geblieben.

Im Geschäftsbereich Automotive Body Parts hat sich im 3. Quartal 2012/13 zusätzlich zu der saisonal bedingt geringeren Produktion aufgrund der Weihnachtsstillstände vor allem der Markt für Automobile der Premiumklasse eingetrübt. Im Volumensegment trat dagegen in den letzten Monaten eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ein. Die für die nächsten Jahre prognostizierten rückläufigen Absatzzahlen der Automobilindustrie in Europa bestätigen jedenfalls die Strategie der Metal Forming Division, Kunden in ihren Internationalisierungsschritten zu begleiten, um die Abhängigkeit vom stagnierenden europäischen Markt zu verringern.

Der Geschäftsbereich Tubes & Sections war im Laufe des Geschäftsjahres 2012/13 mit einer – teilweise auch saisonal bedingten – deutlich rückläufigen Geschäftsentwicklung im Segment Baumaschinen konfrontiert, während sich der Bereich Agrarmaschinen auf gutem Niveau konstant entwickelt hat. Differenziert ist die Betrachtung der Nutzfahrzeugindustrie zu sehen. Während regional ausgerichtete Hersteller unter der geringen Investitionstätigkeit in Europa leiden, partizipieren exportorientierte Produzenten am höheren Wirtschaftswachstum der Schwellenländer. Die Ausrichtung der Metal Forming Division auf exportstarke Unternehmen hat zu einer insgesamt zufriedenstellenden Entwicklung in diesem Industriezweig beigetragen.

Im Geschäftsbereich Precision Strip ergibt sich auf der Kundenseite ein differenziertes Bild. Während die Nachfrage aus dem Investitionsgütersektor unter Druck gekommen ist, befinden sich die Absatzzahlen im Umfeld der Konsumgüterindustrie auf stabil gutem Niveau.

Zufriedenstellende Auftragseingänge im Geschäftsbereich Material Handling resultierten ebenfalls in erster Linie aus dem konsumnahen Bereich, wo Bestellungen von Hochregallagern durch die Lebensmittel-, Getränke- und Bekleidungsindustrie sowie seitens des Versandhandels dominierten.

Aus regionaler Sicht waren die Nachfrageimpulse aus Europa überwiegend auf eher mäßigem Niveau. Dies gilt insbesondere für Südeuropa, zuletzt aber auch für Frankreich. Deutlich positiver stellte sich dagegen das Konsumverhalten in England dar. Außerhalb Europas verlief die Geschäftsentwicklung in Nordamerika auf einem durchaus ansprechenden Niveau, wogegen der brasilianische Markt von konjunkturellen Unsicherheiten geprägt war.

Entwicklung der Kennzahlen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 reduzierten sich die Umsatzerlöse in der Metal Forming Division um 4,8 % von 1.813,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.726,3 Mio. EUR, was auf ein im Jahresverlauf schwächer gewordenes Umfeld zurückzuführen ist. Demzufolge ist auch die Entwicklung des operativen Ergebnisses (EBITDA) mit 180,6 Mio. EUR im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr (202,5 Mio. EUR) mit einem Minus von 10,8 % rückläufig. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 11,2 % auf 10,5 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging um 15,0 % von 134,0 Mio. EUR (Marge von 7,4 %) auf 113,9 Mio. EUR (Marge von 6,6 %) zurück. Gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal gaben die Umsatzerlöse aufgrund eines vorwiegend saisonal bedingten Mengenrückgangs vor allem im Geschäftsbereich Tubes & Sections um 3,3 % von 567,0 Mio. EUR im 2. Quartal auf 548,2 Mio. EUR im 3. Quartal 2012/13 nach. Eine leichte Abschwächung um 5,7 % von 57,7 Mio. EUR auf 54,4 Mio. EUR zeigte sich auch beim operativen Ergebnis (EBITDA) bzw. bei der EBITDA-Marge von 10,2 % auf 9,9 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank von 35,4 Mio. EUR auf 32,4 Mio. EUR und somit um 8,5 %, während die EBIT-Marge geringfügig von 6,2 % auf 5,9 % zurückfiel.

In der Metal Forming Division arbeiteten zum Ende des 3. Quartals 2012/13 10.283 Beschäftigte (FTE), das bedeutet einen produktionsbedingten Rückgang von rund 6 % zum Vergleichstag des Geschäftsjahres 2011/12 (10.912 Beschäftigte).

Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial

Im Kartellverfahren betreffend Eisenbahn-Oberbaumaterial hat das deutsche Bundeskartellamt Anfang Juli 2012 Bußgelder in Höhe von insgesamt 124,5 Mio. EUR gegen vier Hersteller und Lieferanten von Schienen wegen wettbewerbswidriger Absprachen zu Lasten der Deutschen Bahn AG verhängt. Davon entfielen 8,5 Mio. EUR auf Gesellschaften des voestalpine-Konzerns. Dieses Ergebnis hat den angestrebten Kronzeugenstatus für den weitaus überwiegenden Teil des Verfahrens bestätigt, das vergleichsweise geringe Bußgeld betrifft lediglich Randbereiche. Damit ist dieses Verfahren zum Hauptkomplex Deutsche Bahn abgeschlossen. In weiterer Folge wird das Bundeskartellamt Lieferungen von Bahnoberbaumaterial an regionale und lokale Nachfrager untersuchen. Wann mit einer Entscheidung in diesen weiteren Sachverhaltskomplexen zu rechnen ist, ist aus heutiger Sicht nicht abschätzbar.

Die für den Themenkomplex Kartellverfahren sowie für die Schließung der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG im Jahresabschluss 2011/12 gebildete Rückstellung in Höhe von insgesamt 205,0 Mio. EUR wurde im Wesentlichen um die Bußgeldzahlung in Höhe von 8,5 Mio. EUR reduziert. Die verbleibende Rückstellung wird weiterhin als angemessen erachtet.

Schließung TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG

Nach dem Beschluss im März 2012, die Schienenproduktion der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG in Duisburg zu schließen, wurden die seit diesem Zeitpunkt geführten Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich am 4. Februar 2013 für gescheitert erklärt. Es wird nun der gesetzlich vorgesehene Weg beschritten und die Einigungsstelle angerufen, um die Verhandlungen dort weiterzuführen. Ungeachtet dessen werden parallel dazu Gespräche über einen Sozialplan aufgenommen. Die Schließung wird entsprechend der Abarbeitung noch verbliebener Aufträge gegen Ende des Kalenderjahres 2013 erfolgen (zur bilanziellen Rückstellung siehe Kapitel "Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial").

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen befinden sich in den erläuternden Anhangangaben.

Investitionen

Die Investitionstätigkeit des Konzerns wurde nach einer Phase der Konsolidierung im Gefolge der Großakquisition BÖHLER-UDDEHOLM sowie der Finanzkrise 2008/09 in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 wieder deutlich ausgeweitet. Die Zuwächse betreffen alle vier Divisionen, wobei die Metal Engineering Division aufgrund der seit Langem geplanten Hochofen-Großreparatur die prozentuell stärkste Zunahme aufweist. Insgesamt wurden die Investitionen im voestalpine-Konzern in den ersten neun Monaten 2012/13 gegenüber dem Vorjahr um 40,9 % von 353,8 Mio. EUR auf 498,4 Mio. EUR gesteigert.

In der Steel Division nahmen die Investitionsausgaben in den ersten drei Quartalen 2012/13 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel von 140,4 Mio. EUR auf 188,3 Mio. EUR zu. Im Fokus standen dabei neben einer Reihe von Ersatz- und Nachrüstinvestitionen die letzten Vorhaben des Investitionsprogramms "L6". Nach der plangemäßen Inbetriebnahme der DeNOX-Anlage am Sinterband gegen Jahresende 2012 wird "L6" im kommenden Geschäftsjahr mit der Fertigstellung der auf Elektroband fokussierten Kontiglühe 2 (Investitionsvolumen 150 Mio. EUR) abgeschlossen.

Das Investitionsprogramm "Linz 2020", welches das Projekt "L6" ablöst, sieht grundsätzlich keine weitere Mengenausweitung am Standort Linz vor, sondern dient der Absicherung der Technologie- und Qualitätsführerschaft sowie der Produktmixverbesserung. Darüber hinaus hat "Linz 2020" – neben den in den nächsten Jahren planmäßig vorzunehmenden Großreparaturen an allen drei Hochöfen – umfangreiche Maßnahmen zur weiteren Optimierung der Wirtschaftlichkeit, unter anderem auch im Bereich der Rohstoffversorgung, zum Gegenstand. Aus diesem Programm bereits in Umsetzung befindet sich der Neubau des Walzgerüstes im Segment Grobblech (Abschluss im Geschäftsjahr 2014/15), der in erster Linie der Erschließung neuer Produktqualitäten dient.

Die Special Steel Division investierte in den ersten neun Monaten 2012/13 insgesamt 91,9 Mio. EUR und damit um 44,7 % mehr als im Vorjahr (63,5 Mio. EUR). Zu den wesentlichsten Investitionen im Produktionsbereich zählte im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres die Erweiterung der Kapazitäten zur Herstellung pulvermetallurgischer Stähle am Standort Kapfenberg /Österreich. Ein weiterer Fokus liegt derzeit auf der Neukonzeption des Stahlwerkes in Wetzlar/Deutschland, das im Zuge eines vierjährigen Programms noch stärker in Richtung Produktivität, Qualität sowie Umweltschutz und Arbeitssicherheit ausgelegt wird. Laufende Investitionen finden darüber hinaus auch in den Vertriebsgesellschaften statt, wobei es primär um Erweiterungen und Ergänzungen in den Bereichen An- und Bearbeitung geht – nicht nur zur Verlängerung der Wertschöpfungskette, sondern auch zur generellen Erhöhung der Schlagkraft im Kundenservice.

Die Metal Engineering Division wendete im Laufe des bisherigen Geschäftsjahres 123,0 Mio. EUR für Investitionen auf und liegt damit annähernd beim Doppelten des Vorjahreswertes von 67,0 Mio. EUR. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Hochofen-Großreparatur ("Zustellung") am österreichischen Standort Donawitz. Durch Vorproduktion von Knüppeln und Blöcken konnte die Versorgung der nachgelagerten Betriebe auch während der Zustellung ausreichend gesichert

werden. Nach dreimonatigen Arbeiten ging der erneuerte Hochofen Anfang Oktober wieder in Betrieb. Auf der Drahtseite wurde bei der vor rund acht Monaten mehrheitlich übernommenen CPA Filament GmbH die Errichtung einer Produktionsanlage zur Herstellung von ultrafesten Feinstdrähten weitergeführt (siehe auch Kapitel "Akquisitionen").

Die Metal Forming Division weist im Hinblick auf die Investitionstätigkeit im aktuellen Geschäftsjahr mit einem Zuwachs von 17,3 % auf 89,3 Mio. EUR zwar den prozentuell niedrigsten Wert aller vier Divisionen aus, setzt dabei aber auf ein bereits sehr hohes Vorjahresniveau (76,1 Mio. EUR) auf. Mitte November 2012 fand der Spatenstich für die Errichtung eines Werkes zur Herstellung von Automobilkomponenten in Cartersville, Georgia/USA statt. Der Produktionsbeginn ist bereits für die 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2013/14 geplant. Als Teil der Globalisierungsstrategie im Automotive-Bereich werden parallel dazu ähnliche Investments auch in China und Südafrika umgesetzt.

Ebenfalls in China wurde im 3. Quartal des aktuellen Geschäftsjahres der Auftrag für die Errichtung einer Halle und des Maschinenparks zur Produktion von Sonderprofilen vergeben. Im Geschäftsbereich Precision Strip befindet sich das neue Walz- und Bandbearbeitungszentrum am Standort Kematen/Österreich kurz vor der Fertigstellung.

Akquisitionen

Im 1. Quartal 2012/13 erfolgte eine von der Größenordnung relativ überschaubare, aber von der strategischen Bedeutung her wichtige Akquisition in der Metal Engineering Division. Die voestalpine Austria Draht GmbH erweiterte ihre Aktivitäten in der Drahtweiterverarbeitung durch den Erwerb von 54 % an der CPA Filament GmbH von der österreichischen Steinklauber-Gruppe. Zusammen mit dem Partner wird eine neue Produktionsanlage für die Herstellung von ultrahochfesten Feinstdrähten (bis 0,08 mm) errichtet.

In den nächsten Jahren sind weitere Ausbaustufen geplant. Beide Partner bringen ihr jeweiliges Know-how in die Zusammenarbeit ein: voestalpine verfügt über umfassende Werkstoffkompetenz, metallurgisch-technologische Erfahrung und profitiert zudem von der Nähe des eigenen Stahlwerkes in Donawitz und den breiten Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe. Die Kompetenz der Steinklauber-Gruppe als Anlagenbauer und Technologieführer liegt in der Herstellung hochfester Feinstdrähte und Korde. Im Endausbau sollte der Umsatz des neuen Unternehmens in einer Größenordnung von 70 bis 80 Mio. EUR liegen.

Im 3. Quartal 2012/13 hat die Special Steel Division mit der Übernahme der Sturdell Industries Inc. durch die Böhler-Uddeholm Canada Ltd. ihre Serviceaktivitäten im Bereich mechanische Bearbeitung von Formenstählen in Kanada und im Nordosten der USA erweitert. Durch diese Anarbeitungsaktivitäten im Werkzeugstahlbereich, insbesondere Sägen, Fräsen, Schleifen und Bohren, sowie durch die hohe Serviceorientierung von Sturdell Industries wird die Special Steel Division ihre Marktposition in Nordamerika in diesem Segment weiter ausbauen. Die Akquisition entspricht exakt der langfristigen Strategie des voestalpine-Konzerns, die auf eine kontinuierliche Ausweitung der Wertschöpfungskette ausgerichtet ist. Insgesamt wurden mit dem Kauf zwei Standorte übernommen, die sich in der Nähe bestehender Vertriebsniederlassungen der Special Steel Division befinden, wodurch sich Synergien im Bereich des Marktes ergeben und auch die Kostenstrukturen optimiert werden können. Zuletzt erzielte die Sturdell Industries Inc. bei einem positiven Ergebnis einen Jahresumsatz von 19 Mio. EUR.

Mitarbeiter

Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren im voestalpine-Konzern 44.696 Beschäftigte (Vollzeitäquivalent, kurz FTE, für Englisch "Full Time Equivalent") tätig. Gegenüber dem Vergleichsstichtag des Vorjahres entspricht dies einem leichten Rückgang von 1,0 % oder 448 Beschäftigten (FTE), gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres (46.473) bedeutet es eine Verringerung um 3,8 % bzw. 1.777 Beschäftigte.

2.993 Beschäftigte (FTE) befanden sich zum Ende des 3. Quartals 2012/13 in einem Leiharbeitsverhältnis, dies entspricht gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres einem Minus von 1.312 Beschäftigten (FTE) bzw. 30,5 %. Die Zahl der Lehrlinge, die im voestalpine-Konzern ausgebildet werden, ist mit 1.594 Jugendlichen zum Stichtag 31. Dezember 2012 nahezu auf dem Stand des Vorjahres (1.603).

Forschung und Entwicklung

Einer der zentralen Forschungsschwerpunkte im voestalpine-Konzern liegt in der Weiterentwicklung von innovativen Stahlgüten und Werkstoffqualitäten, die vor allem im Automobilbau zum Einsatz kommen und dort einerseits zur Gewichtsreduzierung und damit Treibstoffersparnis beitragen sowie andererseits die Entwicklung von alternativen Antriebskonzepten unterstützen. Mit der Genehmigung des Projekts ALIVE (Advanced High Volume Affordable Lightweighting for Future Electric Vehicles) der "green car"- Initiative, eingereicht im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union, konnte Anfang 2013 der entsprechende Vertrag unterzeichnet und das Projekt damit gestartet werden. Ein Konsortium aus 23 Partnern – bedeutenden Automobilherstellern, namhaften Automobilzulieferern, wissenschaftlichen Partnern sowie der voestalpine als einzigem Werkstoffunternehmen – hat sich zum Ziel gesetzt, ein großserientaugliches, stark gewichtsreduziertes Elektrofahrzeug in Multimaterialbauweise zu entwickeln.

Im Sinne der spezifischen Anforderungen des automobilen Leichtbaus ist es jüngst mit der Fertigung von maßgeschneiderten Profilen ("tailored profiles") gelungen, Sonderprofile für den Automobilbau herzustellen, die optimal an die jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst sind. Dabei werden unterschiedliche Stahlgüten und Blechdicken mittels Laserschweißungen zusammengesetzt, Ausnehmungen maßgenau vorgestanzt und die Bauteile anschließend rollprofiliert. Diese "tailored profiles" ermöglichen günstigste Materialausnutzung bei gleichzeitig größtmöglicher Gewichtsreduktion. Sie kommen bereits als Längsträger in Autobussen zum Einsatz.

Von Herstellern von Hybrid- und Elektrofahrzeugen verstärkt nachgefragt wird höherfestes Elektroband mit sehr guten magnetischen Eigenschaften, welches höhere Drehzahlen der Motoren ermöglicht, ohne dass die Fliehkräfte ein Versagen des Rotors verursachen. Auf Basis neuartiger Motorbaukonzepte kann durch die damit erzielte Materialersparnis der Motor effizienter als in der Vergangenheit betrieben werden. Nicht nur im Fahrzeugbau, sondern auch beim Einsatz großer Generatoren, z. B. bei Pumpspeicherkraftwerken, wird damit ein Versagen der Rotoren, bedingt durch große Rotordurchmesser und hohe Drehzahlen, verhindert. Nach kleintechnischen Versuchsserien an Simulatoren und einer anschließenden großtechnischen Versuchsanwendung an Produktionsanlagen erfolgten zwischenzeitlich bereits erste Probelieferungen an Kunden.

Sowohl offshore als auch onshore werden flexible Rohrleitungen für korrosionsbeständige Hochdruck-Pipelines im Bereich der Öl- und Gasexploration, aber auch für den Transport von Wasser und Gasen eingesetzt.

Diese flexiblen Rohrleitungen bestehen aus mehreren metallischen Schichten, gewickelt aus hochqualitativen Flach- und Profildrähten, welche hohe Zug- und Druckbelastungen aufnehmen können und darüber hinaus üblicherweise auch sauergasbeständig sein müssen. Eine neue Generation dieser Drähte weist eine deutliche Verbesserung der Sauergasbeständigkeit auf und wurde darüber hinaus im Kaltumformverhalten optimiert.

Mit dem Böhler MC90 INTERMET wurde in der Special Steel Division ein neuer Werkstoff entwickelt, der optimal für das Schneiden von schwierig zu bearbeitenden Materialien wie Titanlegierungen, rostfreier Stahl oder Nickellegierungen geeignet ist und eine ideale Alternative zu den bisher dafür eingesetzten Zementcarbiden darstellt. Der MC90 INTERMET wird

auf pulvermetallurgischem Weg hergestellt und ist in den thermischen Eigenschaften den herkömmlichen Schnellarbeitsstählen überlegen, was in weitaus höheren Standzeiten des Werkzeugs resultiert.

Umwelt

Einmal mehr steht aktuell das Thema CO2-Zertifikate im Zentrum der Umweltagenda: Die Zuteilung von kostenfreien Emissionszertifikaten erfolgt gemäß der EU-Emissionshandelsrichtlinie sowie dem österreichischen Emissionszertifikategesetz am 28. Februar jeden Jahres. Daher wird spätestens am 28. Februar 2013 die Jahreszuteilung für 2013 erfolgen. Dieser Vorgang wiederholt sich bis 2020 (3. Handelsperiode 2013 bis 2020). Der Entwurf der Zuteilungsmengen, das österreichische NIM-Verzeichnis (National Implementation Measures), wurde national bereits am 5. März 2012 veröffentlicht und der EU-Kommission zugestellt. Allerdings haben andere Mitgliedstaaten ihre Unterlagen erst später übermittelt, sodass die Prüfung dieser Verzeichnisse derzeit noch andauert. Da erst nach Abschluss aller Prüfungen der sektorübergreifende Korrekturfaktor CSCF (Cross-Sectoral Correction-Factor) zum Abgleich der Zuteilungen mit dem EU-weiten Cap durch die EU-Kommission festgelegt werden kann, können auch die einzelnen Zuteilungen erst nach Abschluss der Prüfungen aller EU-weiten Daten finalisiert werden. Aussagen zur konkreten CO2-Kostenbelastung der nächsten Jahre sind damit derzeit noch nicht möglich.

Die "2050-Fahrpläne" ("roadmaps") der Europäischen Union stellen das zentrale Element ihrer Strategie für die Entwicklung einer "Low-Carbon-Economy" dar. Diese Fahrpläne streben u. a. bis zum Jahr 2050 vor allem die Verringerung der CO2-Emissionen innerhalb der EU um 80 % bis 95 %, gemessen am Niveau von 1990, an. Ermöglichen sollen dies in erster Linie ein Umstieg auf eine CO2-freie Stromerzeugung, eine drastisch gesteigerte Energie- und Ressourceneffizienz sowie ein weitgehender Umbau von Infrastruktur und Transportflotten. Um den Beitrag der Werkstoff erzeugenden Industrie zu diskutieren, hat die Kommission die einzelnen industriellen Sektoren dazu aufgerufen, sektorielle Fahrpläne zu erarbeiten. Der europäische Stahlverband EU-ROFER hat 2012 die Arbeit an einem eigenen Fahrplan für die Stahlindustrie aufgenommen. Dieser wird die Bedeutung des Werkstoffes Stahl für die europäische Gesellschaft sowie dessen Beitrag zum Klimaschutz aufzeigen.

In diesem Zusammenhang erscheint es vom Grundsatz her sinnvoller, den Weg zur Erreichung der Klimaziele der EU nicht durch die derzeitige Praxis der Bepreisung bzw. Pönalisierung von CO2 anzustreben, sondern die politischen Weichen dafür zu stellen, dass nach 2020 für die Werkstoff erzeugende Industrie eine technologieorientierte Klimapolitik Platz greift. Eine solche würde die Industrie emissionsseitig über technologiebezogene Emissionswerte regulieren, Technologieentwicklung und Investitionen unterstützen, die entsprechenden Rohstoffe und Energiequellen verfügbar machen und rezyklierbare Werkstoffe sowie recyclinggerechtes Konstruieren in allen Lebensbereichen vorantreiben.

Die neue Fassung der Industrieemissionsrichtlinie (IE-RL) 2010/75/ EU ist Anfang 2011 als Ersatz für die IVU-Richtlinie (Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) in Kraft getreten. Es handelt sich dabei um eine Regelung zur Gewährleistung einer europaweiten Vereinheitlichung der anlagenbezogenen Grenzwerte und Maßnahmen für bestimmte industrielle Tätigkeiten. Derzeit erfolgt die Umsetzung in nationales Recht sowie auch in einzelne Materienrechte, wie etwa AWG (Abfallwirtschaftsgesetz), GewO (Gewerbeordnung) und WRG (Wasserrechtsgesetz). Im voestalpine-Konzern werden derzeit die entsprechenden Betriebsanlagen in Bezug auf einen etwaigen Anpassungsbedarf überprüft, um die aus diesen europäischen Reglementierungen notwendigen Maßnahmen und Änderungen zeitgerecht planen und realisieren zu können. Zur Gewährleistung einer ökoeffizienten Implementierung der Vorgaben der Industrieemissionsrichtlinie auf nationaler Ebene ist der Konzern in den laufenden Umsetzungsprozess aktiv eingebunden.

Ausblick

Nach eineinhalb Jahren negativer Konjunkturerfahrungen – unterbrochen nur von einer kurzen Phase der Entspannung zu Jahresbeginn 2012 – mehren sich in den letzten Wochen die Stimmen, die von einer sich abzeichnenden konjunkturellen Trendwende sprechen. War das 4. Quartal 2012 noch von zurückhaltender Erwartung dominiert, kommen in letzter Zeit vor allem aus Politik und ökonomischen Think Tanks unter Hinweis auf eine wirtschaftliche Erholung Chinas und Fortschritte in der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise verstärkt optimistische Töne. Faktum ist allerdings, dass die Nachhaltigkeit eines Aufschwungs in China genauso erst im weiteren Jahresverlauf beurteilt werden kann wie die Frage einer beginnenden Entspannung im europäischen Schuldendilemma. Darüber hinaus sollte nicht übersehen werden, dass aus wichtigen Wirtschaftsregionen wie Indien und Südamerika keine nennenswerten Wachstumsimpulse zu erwarten sind und – was noch schwerer wiegt – das "fiscal cliff-Problem" der USA nach wie vor nicht dauerhaft gelöst ist.

Vor diesem Hintergrund scheint ein erster echter Schritt in Richtung einer globalen Konjunkturentspannung vor der 2. Jahreshälfte 2013 wenig wahrscheinlich. Kurzfristig könnte es allerdings in einzelnen Industriesegmenten aus lagerzyklischen Gründen zu einer gewissen Belebung der Nachfrage kommen.

In den wichtigsten Kundenbranchen zeichnet sich für die nächsten Monate überwiegend eine weiterhin eher verhaltene Bedarfsentwicklung ab, wobei es regional betrachtet durchaus zu erheblichen Unterschieden kommen kann: So wird die Bau- und Bauzulieferindustrie in Europa und den USA weiterhin überwiegend unter den Budgetrestriktionen der öffentlichen Hand leiden, wogegen sich in China bedingt durch die Konjunkturförderprogramme der neuen Regierung in diesem Segment ein Aufschwung abzeichnet. Ähnliches gilt für die Automobilindustrie, wo die Erwartungen für Europa stark zurückgenommen wurden; China und auch die USA sollten sich 2013 in diesem Bereich dagegen weiterhin als konjunkturstabil erweisen. Auf der Energieseite zeichnet sich im Jahresverlauf bei Öl und Gas weltweit eine Belebung der Projekttätigkeit ab, der übrige konventionelle Energiebereich dürfte sich hingegen auch in nächster Zeit auf eher mäßigem Niveau entwickeln; Ähnliches gilt für die Alternativenergie, welche vor allem unter der Kürzung von Subventionen in einer Reihe von Ländern leidet. Im Bereich der Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie ebenso wie in der Elektroindustrie sollte es im Jahresverlauf 2013 zu einer gewissen Belebung kommen. Im Maschinenbau und in der Luftfahrt dürfte die vergleichsweise immer noch solide Entwicklung anhalten. Gleiches gilt in Bezug auf den für den voestalpine-Konzern wichtigen Sektor Eisenbahninfrastruktur, wo gewisse Schwächen in Europa durch eine anhaltend solide Entwicklung in allen übrigen Teilen der Welt kompensiert werden.

Im Licht dieser nach wie vor inhomogenen Entwicklung der einzelnen Branchen und Regionen erscheint es derzeit noch zu früh, von einer beginnenden Erholung der Weltwirtschaft zu sprechen. Allerdings deutet doch einiges darauf hin, dass der breite konjunkturelle Abwärtstrend der letzten Quartale mit dem Jahreswechsel 2012/13 zum Stillstand gekommen ist.

Für den voestalpine-Konzern zeichnet sich im letzten Quartal des Geschäftsjahres eine sehr ähnliche Entwicklung wie im unmittelbaren Vorquartal ab, wobei beide Quartale traditionell durch erhebliche saisonale Effekte geprägt sind. Im Einzelnen stellt sich die aktuelle Lage in den vier Divisionen wie folgt dar:

  • Metal Engineering Division: anhaltend sehr gute Entwicklung bei solider Nachfrage, Vollauslastung und weitgehend stabilem Preisniveau in allen Geschäftsbereichen
  • Metal Forming Division: Nachfrage und Preise seit Sommer 2012 zunehmend unter Druck, dennoch gute Auslastung sowohl bei tubes and sections als auch automotive body parts

  • Special Steel Division: etwas schwächere Bedarfssituation insbesondere in der EU bei weitgehend stabilem Preisniveau sowohl im Segment Tool Steel als auch bei Special Forgings

  • Steel Division: Vollauslastung bei Rohstahlerzeugung und Bandprodukten, gleichzeitig anhaltender Preisdruck in Europa und steigende Rohstoffpreise

Einmal mehr macht die aktuelle Entwicklung der voestalpine-Gruppe im Konkurrenzvergleich die Richtigkeit der strategischen Grundausrichtung der vergangenen zehn Jahre deutlich: Mit der Strategie "Weg vom klassischen Stahlunternehmen, hin zum spezialisierten Technologie- und Industriegüterkonzern mit langer Wertschöpfungskette und anspruchsvollen Nischenprodukten" differenziert sich der Konzern gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten durch eine vergleichsweise stabile Ergebnisentwicklung auf nach wie vor attraktivem Niveau.

Trotz des anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes bleibt der Vorstand auch aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2012/13 bei der schon anlässlich des Halbjahresberichtes dargelegten Ergebniserwartung, d. h. einem operativen Ergebnis (EBITDA) in einer Größenordnung von etwa 1,4 Mrd. EUR und einem Betriebsergebnis (EBIT) von rund 800 Mio. EUR, wobei sich die Voraussetzungen für ein Erreichen dieser Zielwerte in den letzten Monaten deutlich verschärft haben.

Investor Relations

voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes

Kursverlauf der voestalpine-Aktie

Die Entwicklung der europäischen Kapitalmärkte war in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 weiterhin eng mit den Themen Schuldenkrise der öffentlichen Hand und globale Konjunkturerwartungen verbunden. Vor allem im ersten Drittel des Geschäftsjahres wurde eine

starke Verunsicherung der Anleger spürbar, die dadurch gerade zyklische Sektoren eher gemieden haben. Die (überschaubare) Revision der Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr kurz vor Veröffentlichung der Halbjahresresultate hatte nur einen kurzfristigen Einfluss auf den Aktienkurs zur Folge. Getragen von den über den Erwartungen der Analysten gelegenen Konzernergebnissen des 2. Quartals 2012/13 und einer zunehmend positiven Grundstimmung am Kapitalmarkt konnte in der Folge binnen weniger Wochen ein Kursplus von über 20 % erzielt werden. Über den gesamten Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 31. Dezember 2012 weisen sowohl die Aktie der voestalpine AG als auch der ATX, der Leitindex der Wiener Börse, eine Steigerung von etwa 10 % aus. Der Index der wichtigsten europäischen Aktien (Stoxx Index Europe) hat sich im gleichen Zeitabschnitt etwas schwächer entwickelt, während der amerikanische Dow Jones Industrial Index eine sogar deutlich schlechtere Performance zeigte. Der Aktienkurs der voestalpine AG per Ende Dezember 2012 erreichte einen Wert von EUR 27,66 und liegt damit nur geringfügig hinter dem Höchstkurs (EUR 27,76) des aktuellen Berichtzeitraums zurück.

Etwa 20 Analysten berichten regelmäßig über die Entwicklung des voestalpine-Konzerns. Die Analystenempfehlungen sind zum aktuellen Zeitpunkt überwiegend positiv – bei keiner einzigen Verkaufsempfehlung.

Kapitalerhöhung um 2 % zum weiteren Ausbau des Mitarbeiterprogramms

Der Vorstand der voestalpine AG hat am 12. September 2012 beschlossen, von seiner Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung Gebrauch zu machen und das Grundkapital der voestalpine AG durch Ausgabe von 3.400.000 neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien, somit um rund 2 %, zu erhöhen. Der Ausgabebetrag pro Stückaktie wurde mit EUR 23,51 festgelegt. Der Ausgabebetrag entspricht dem Durchschnitt der Börsenschlusskurse der voestalpine-Aktie in den letzten zehn Handelstagen vor Beschlussfassung durch den Vorstand am 12. September 2012.

Die jungen Aktien dienen dem Ausbau und der Absicherung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms der voestalpine AG. Im Konzern wurde bereits im Jahr 2000 ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm eingeführt, das seither kontinuierlich ausgebaut wird. Die Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital wurde am 24. November 2012 im Firmenbuch der Gesellschaft eingetragen. Damit beträgt das Grundkapital der voestalpine AG nunmehr EUR 313.309.235,65 und ist zerlegt in 172.449.163 Aktien. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Anleihen

Hybridanleihe (2007–2014)

Im Zuge der Finanzierung des Erwerbs der BÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft wurde im Oktober 2007 eine nachrangige Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von 1.000 Mio. EUR und einem Kupon von 7,125 % begeben. Die frühestmögliche Call-Option seitens der voestalpine AG besteht im Oktober 2014. Die Hybridanleihe notierte in den ersten beiden Jahren aufgrund der damals generell schwierigen Finanz- und Wirtschaftslage fast stets unter dem Ausgabekurs mit einem Tiefstkurs von 75 (% des Face Value) im Frühjahr 2009. In weiterer Folge entwickelte sich die Anleihe ab Beginn des Kalenderjahres 2010 äußerst positiv und schloss mit Ende des 3. Quartals 2012/13 bei etwa 105,5 (% des Face Value).

Unternehmensanleihe 1 (2009–2013)

Im März 2009 hat die voestalpine AG zur Sicherung der Liquidität eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 400 Mio. EUR und einem Kupon von 8,75 % begeben. Die Tilgung der Anleihe wird im Frühjahr 2013 erfolgen. Die Anleihe war gleich zu Beginn stark nachgefragt und erreichte etwa ein Jahr nach Begebung einen Höchstwert von über 114 (% des Face Value). Nachdem der Rückzahlungszeitpunkt näher rückt, ist auch der Kursverlauf der Anleihe rückläufig. Ende Dezember 2012 lag der Kurs bei etwa 101,5 (% des Face Value).

Unternehmensanleihe 2 (2011–2018)

Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpine AG eine siebenjährige Anleihe mit einem Kupon von 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Nachfrage seitens der Anleger war von Beginn an sehr stark, was sich in einer positiven Kursentwicklung manifestierte. Insbesondere im Kalenderjahr 2012 konnten signifikante Steigerungen verzeichnet werden. Zum Ende des 3. Quartals 2012/13 lag der Kurs dieser Anleihe bei ca. 108,5 (% des Face Value).

Unternehmensanleihe 3 (2012–2018)

Ende September 2012 hat die voestalpine AG erfolgreich eine weitere Anleihe, und zwar mit einem Volumen von 500 Mio. EUR und einer Verzinsung von 4 %, am Kapitalmarkt begeben. Die Anleihe wurde weitaus überwiegend von internationalen Investoren, vor allem aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien, gezeichnet. Das Orderbuch hatte eine Größenordnung von 1,7 Mrd. EUR und umfasste 270 verschiedene Investoren. Die Ausgabe und Handelsaufnahme der Anleihe an der Luxemburger Börse erfolgte am 5. Oktober 2012. Wie groß das Vertrauen seitens der Anleihegläubiger in das Unternehmen ist, zeigt die Kursentwicklung am Sekundärmarkt. Bis Ende Dezember 2012 stieg der Kurs dieser Anleihe auf etwa 105 (% des Face Value).

Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Instituten erstellt:

  • Baader Bank AG, München
  • Bank of America/Merrill Lynch, London
  • Citigroup, London
  • Commerzbank, Frankfurt
  • Credit Suisse, London
  • Davy, Dublin
  • Deutsche Bank, London
  • Erste Bank, Wien
  • Exane BNP Paribas, Paris
  • Goldman Sachs, London
  • HSBC, London
  • Jefferies, London
  • JP Morgan, London
  • Kepler, Frankfurt
  • MainFirst, Frankfurt
  • Morgan Stanley, London
  • Raiffeisen Centrobank, Wien
  • Steubing, Frankfurt
  • UBS, London

Informationen zur Aktie

Aktiennominale 313.309.235,65 EUR,
zerlegt in 172.449.163 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. Dezember 2012 90.629 Stück
Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber
Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)
ISIN AT0000937503
Reuters VOES.VI
Bloomberg VOE AV
Kurse (jeweils zum Tagesende)
Börsenhöchstkurs April 2012 bis Dezember 2012 27,76 EUR
Börsentiefstkurs April 2012 bis Dezember 2012 19,98 EUR
Kurs zum 31. Dezember 2012 27,66 EUR
Ausgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EUR
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EUR
Börsenkapitalisierung zum 31. Dezember 2012* 4.767.437.050,44 EUR
* Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.
Geschäftsjahr 2011/12
Gewinn/Aktie 1,98 EUR
Dividende/Aktie 0,80 EUR
Buchwert/Aktie 28,24 EUR
Terminvorschau 2013
Geschäftsbericht 2012/13 5. Juni 2013
Hauptversammlung 3. Juli 2013
Ex-Dividenden-Tag 8. Juli 2013
Dividenden-Zahltag 15. Juli 2013
Veröffentlichung 1. Quartal 2013/14 7. August 2013
Veröffentlichung 1. Halbjahr 2013/14 6. November 2013
Veröffentlichung 3. Quartal 2013/14 11. Februar 2014

voestalpine AG Finanzdaten zum 31.12.2012

Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Konzernbilanz

Aktiva

31.03.2012 31.12.2012
A. Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 4.378,3 4.421,8
Firmenwert 1.421,2 1.421,5
Andere immaterielle Vermögenswerte 322,0 298,9
Anteile an assoziierten Unternehmen 149,4 151,4
Andere Finanzanlagen 160,5 124,8
Latente Steuern 369,8 339,3
6.801,2 6.757,7
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 2.952,7 2.992,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.774,4 1.544,7
Andere Finanzanlagen 406,6 479,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 677,2 490,2
5.810,9 5.506,8
Summe Aktiva 12.612,1 12.264,5

Passiva

31.03.2012 31.12.2012
A. Eigenkapital
Grundkapital 307,1 313,3
Kapitalrücklagen 405,7 473,3
Hybridkapital 992,1 990,6
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen 3.061,0 3.194,6
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 4.765,9 4.971,8
Nicht beherrschende Anteile 70,4 69,7
4.836,3 5.041,5
B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 852,9 848,8
Rückstellungen 131,3 126,1
Latente Steuern 204,0 216,5
Finanzverbindlichkeiten 1.970,6 2.007,8
3.158,8 3.199,2
C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen 631,1 560,7
Steuerschulden 78,8 57,5
Finanzverbindlichkeiten 1.799,2 1.531,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 2.107,9 1.874,0
4.617,0 4.023,8
Summe Passiva 12.612,1 12.264,5

Konzern-Kapitalflussrechnung

01.04.–31.12.2011 01.04.–31.12.2012
Betriebstätigkeit
Ergebnis nach Steuern 411,4 369,5
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 445,8 455,5
Veränderungen des Working Capital –563,7 –93,8
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 293,5 731,2
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –321,3 –532,1
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –777,4 –381,4
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente –805,2 –182,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang 1.233,4 677,2
Veränderungen von Währungsdifferenzen –1,3 –4,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende 426,9 490,2

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.04.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2012
01.10.–
31.12.2011
01.10.–
31.12.2012
Umsatzerlöse 8.877,2 8.652,5 2.899,5 2.719,7
Umsatzkosten –7.065,1 –6.907,9 –2.367,5 –2.177,1
Bruttoergebnis 1.812,1 1.744,6 532,0 542,6
Sonstige betriebliche Erträge 260,7 235,1 92,7 90,9
Vertriebskosten –713,0 –728,4 –237,4 –239,9
Verwaltungskosten –444,4 –429,5 –151,0 –138,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –239,0 –206,7 –91,3 –80,7
EBIT 676,4 615,1 145,0 174,4
Ergebnisse von assoziierten Unternehmen 14,8 12,0 3,9 3,4
Finanzerträge 68,0 51,9 17,8 16,0
Finanzaufwendungen –225,4 –205,3 –76,2 –67,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) 533,8 473,7 90,5 125,9
Ertragsteuern –122,4 –104,2 –25,2 –25,9
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 411,4 369,5 65,3 100,0
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 352,9 310,4 46,4 80,4
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 4,5 5,1 0,9 1,6
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 54,0 54,0 18,0 18,0
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis
je Aktie (EUR)
2,09 1,83 0,27 0,47
Mio. EUR

Gesamtergebnisrechnung

01.04.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2012
01.10.–
31.12.2011
01.10.–
31.12.2012
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 411,4 369,5 65,3 100,0
Sonstiges Ergebnis
Hedge Accounting 21,4 –7,8 8,1 0,2
Währungsumrechnung 11,2 –20,3 35,2 –18,5
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto 32,6 –28,1 43,3 –18,3
Gesamtergebnis in der Periode 444,0 341,4 108,6 81,7
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 387,0 283,1 91,2 62,9
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 3,0 4,3 –0,6 0,8
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 54,0 54,0 18,0 18,0
Gesamtergebnis in der Periode 444,0 341,4 108,6 81,7

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

1 Q – 3 Q 2011/12 1 Q – 3 Q 2012/13
Konzern Nicht be
herrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht be
herrschende
Anteile
Gesamt
Eigenkapital zum 01.04. 4.617,8 73,3 4.691,1 4.765,9 70,4 4.836,3
Gesamtergebnis
in der Periode
441,0 3,0 444,0 337,1 4,3 341,4
Dividendenausschüttung –135,0 –8,7 –143,7 –135,0 –7,7 –142,7
Kapitalerhöhung 79,9 79,9
Rückkauf/Verkauf
von eigenen Aktien
5,6 5,6 4,9 4,9
Zukauf nicht
beherrschender Anteile
10,5 10,5
Dividendenausschüttung
an Hybridkapitalbesitzer
–71,3 –71,3 –71,3 –71,3
Anteilsbasierte
Vergütungen
–15,5 –0,1 –15,6
Sonstige Veränderungen –38,2 2,0 –36,2 –9,7 –7,8 –17,5
Eigenkapital zum 31.12. 4.804,4 69,5 4.873,9 4.971,8 69,7 5.041,5

Erläuternde Anhangangaben

Der Konzernzwischenabschluss zum 31. Dezember 2012 für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2012/13 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen des IAS 34 – Interim Financial Reporting erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2011/12 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden mit folgender Ausnahme unverändert fortgeführt. Die überarbeitete Fassung des IFRS 7 (2010) "Finanzinstrumente: Angaben – Übertragung finanzieller Vermögenswerte" wird erstmals angewendet. Die Anwendung dieses neuen Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss. Für Fragen zu den verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2012 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.

Zum 1. April 2012 wurden die beiden Divisionen Automotive und Profilform zur Metal Forming Division zusammengeführt. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.

Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2011/12 (Stichtag: 31. Dezember 2011).

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis/Unternehmenserwerbe

Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Voll
konsolidierung
Quoten
konsolidierung
Equity
Methode
Stand am 01.04.2012 278 2 12
Zugänge aus Unternehmenserwerben 1
Änderung der Konsolidierungsmethode
Zugänge 6
Abgänge
Umgründungen –6
Abgänge oder Veräußerung –1
Stand am 31.12.2012 278 2 12
davon ausländische Gesellschaften 222 0 5

Erläuterung der Bilanz

Die Investitionen in Höhe von 498,4 Mio. EUR haben in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 die Abschreibungen in Höhe von 436,6 Mio. EUR überschritten. Das langfristige Vermögen hat sich im Wesentlichen bedingt durch einen Rückgang der langfristigen Finanzanlagen von 6.801,2 Mio. EUR auf 6.757,7 Mio. EUR vermindert. Der Vorrätebestand erhöhte sich vor allem aufgrund von höheren Bestandsmengen gegenüber dem 31. März 2012 um 39,3 Mio. EUR. Einerseits sind aus der laufenden Geschäftstätigkeit und durch Kreditaufnahmen liquide Mittel zugeflossen, andererseits haben sich diese aufgrund von Kredittilgungen und der Dividendenausschüttung an Anteilseigner von 677,2 Mio. EUR auf 490,2 Mio. EUR vermindert.

Der Vorstand der voestalpine AG hat am 12. September 2012 beschlossen, von seiner Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung Gebrauch zu machen und das Grundkapital der voestalpine AG durch Ausgabe von 3.400.000 neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien und somit um rund 2 % zu erhöhen. Diese Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital wurde am 24. November 2012 im Firmenbuch der Gesellschaft eingetragen. Das Grundkapital der voestalpine AG betrug somit zum 31. Dezember 2012 313.309.235,65 EUR und ist zerlegt in 172.449.163 Aktien. Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 90.629 Stück eigene Aktien. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden 209.099 Stück eigene Aktien verkauft.

Die voestalpine AG hat am 16. Oktober 2007 eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige unbefristete Anleihe im Umfang von 1 Mrd. EUR mit einem Kupon von 7,125 % begeben, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach sieben Jahren Laufzeit hat die voestalpine AG, nicht aber die Gläubiger, erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Anleihe oder der Fortsetzung zu einem höheren, aber variablen Zinssatz. Diese Hybridanleihe wird gem. IAS 32 als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen.

Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 369,5 Mio. EUR hat zu einer Erhöhung des Eigenkapitals beigetragen. In der Hauptversammlung am 4. Juli 2012 wurde für das Geschäftsjahr 2011/12 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie beschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr wurde daher von der voestalpine AG eine Dividende in Höhe von 135,0 Mio. EUR an Anteilseigner ausgeschüttet. Zinsen für das Hybridkapital in Höhe von 71,3 Mio. EUR wurden ebenfalls ausbezahlt und als Dividende verbucht.

Trotz der Abreifung von langfristigen Krediten und vorzeitigen Kredittilgungen haben sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Kredit- und Kapitalmarktaufnahmen auf 2.007,8 Mio. EUR leicht erhöht.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

Der Umsatz vom 1. April bis 31. Dezember 2012 in Höhe von 8.652,5 Mio. EUR ist annähernd gleichbleibend im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres (8.877,2 Mio. EUR). Das EBIT belief sich im selben Zeitraum kumuliert auf 615,1 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 676,4 Mio. EUR. Bezogen auf das 3. Quartal wurde ein EBIT in Höhe von 174,4 Mio. EUR erzielt, verglichen mit 145,0 Mio. EUR im selben Zeitraum des Vorjahres. Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges sowie Steuern ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 369,5 Mio. EUR gegenüber 411,4 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

01.04.– 31.12.2011 01.04.– 31.12.2012
Anteilseigner des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR) 352,9 310,4
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der
ausgegebenen Aktien (Mio.)
168,7 170,0
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 2,09 1,83

Geschäftssegmente

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu den Geschäftssegmenten des voestalpine-Konzerns für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2012/13 bzw. 2011/121 :

1.– 3. Quartal 2012/13

Steel
Division
01.04.–31.12.2012
Special Steel
Division
01.04.–31.12.2012
Segmentumsätze 2.906,0 2.064,8
davon Umsatzerlöse mit externen Kunden 2.706,5 2.027,9
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 199,5 36,9
EBITDA 339,1 275,2
EBIT 167,4 166,8
EBIT-Marge 5,8 % 8,1 %
Segmentvermögen 3.668,9 3.847,9
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.414 12.144

1.– 3. Quartal 2011/12

Steel
Division
01.04.–31.12.2011
Special Steel
Division
01.04.–31.12.2011
Segmentumsätze 3.011,6 2.165,6
davon Umsatzerlöse mit externen Kunden 2.774,0 2.114,2
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 237,6 51,4
EBITDA 340,2 311,1
EBIT 171,0 196,8
EBIT-Marge 5,7 % 9,1 %
Segmentvermögen 3.783,5 4.011,4
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.408 12.060

1 Zum 1. April 2012 wurden die beiden Divisionen Automotive und Profilform zur Metal Forming Division zusammengeführt. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst. Weiters wurden zum 1. April 2012 die Divisionen wie folgt umbenannt: Steel Division (bis 31. März 2012 Division Stahl), Special Steel Division (bis 31. März 2012 Division Edelstahl) und Metal Engineering Division (bis 31. März 2012 Division Bahnsysteme).

Summe Konzern
01.04.–31.12.2012
Überleitung
01.04.–31.12.2012
Sonstige
01.04.–31.12.2012
Metal Forming
Division
01.04.–31.12.2012
Metal Engineering
Division
01.04.–31.12.2012
8.652,5 –1.328,5 1.044,7 1.726,3 2.239,2
8.652,5 0,0 3,0 1.703,0 2.212,1
0,0 –1.328,5 1.041,7 23,3 27,1
1.051,7 2,6 –56,2 180,6 310,4
615,1 2,5 –61,0 113,9 225,5
7,1 % 6,6 % 10,1 %
12.264,5 –9.056,8 9.391,9 1.897,2 2.515,4
44.696 0 718 10.283 11.137

Mio. EUR

Summe Konzern
01.04.–31.12.2011
Überleitung
01.04.–31.12.2011
Sonstige
01.04.–31.12.2011
Metal Forming
Division
01.04.–31.12.2011
Metal Engineering
Division
01.04.–31.12.2011
8.877,2 –1.719,6 1.377,6 1.813,5 2.228,5
8.877,2 0,0 3,8 1.789,0 2.196,2
0,0 –1.719,6 1.373,8 24,5 32,3
1.118,0 –1,4 –54,5 202,5 320,1
676,4 –1,5 –59,1 134,0 235,2
7,6 % 7,4 % 10,6 %
12.439,6 –8.603,5 8.859,6 1.938,4 2.450,2
45.144 0 684 10.912 11.080

In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:

EBITDA

01.04.– 31.12.2011 01.04.– 31.12.2012
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung –4,5 2,3
Konsolidierung 3,7 –0,1
Sonstiges –0,6 0,4
EBITDA – Summe Überleitung –1,4 2,6

Mio. EUR

EBIT

01.04.– 31.12.2011 01.04.– 31.12.2012
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung –4,5 2,3
Konsolidierung 3,7 –0,1
Sonstiges –0,7 0,3
EBIT – Summe Überleitung –1,5 2,5

Mio. EUR

Alle übrigen Kennzahlen enthalten im Wesentlichen nur Konsolidierungseffekte.

Erläuterung der Kapitalflussrechnung

Aufgrund des gesunkenen operativen Ergebnisses sank der Cashflow aus dem Ergebnis von 857,2 Mio. EUR auf 825,0 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Working Capital-Veränderung ergibt sich ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von 731,2 Mio. EUR – gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (293,5 Mio. EUR) bedeutet dies einen signifikanten Anstieg. Nach Abzug des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 532,1 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –381,4 Mio. EUR (im Wesentlichen Kredittilgungen und Dividende) ergibt sich eine Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vor Währungsdifferenzen) von –182,3 Mio. EUR.

Saison- und Konjunktureinflüsse

Wir verweisen auf die entsprechenden Erläuterungen im Zwischenlagebericht.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit bestehen Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen mit assoziierten Gesellschaften des Konzerns. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.

Es gab keine Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und die die Finanzlage oder das Geschäftsergebnis des Unternehmens während der ersten neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres wesentlich beeinflusst haben.

Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial

Im Kartellverfahren betreffend Eisenbahn-Oberbaumaterial hat das deutsche Bundeskartellamt Anfang Juli 2012 Bußgelder in Höhe von insgesamt 124,5 Mio. EUR gegen vier Hersteller und Lieferanten von Schienen wegen wettbewerbswidriger Absprachen zu Lasten der Deutschen Bahn AG verhängt. Davon entfielen 8,5 Mio. EUR auf Gesellschaften des voestalpine-Konzerns. Damit wurde der angestrebte Kronzeugenstatus für den weitaus überwiegenden Teil des Verfahrens vom Bundeskartellamt bestätigt, das vergleichsweise geringe Bußgeld betrifft lediglich Randbereiche. Damit ist dieses Verfahren zum Hauptkomplex Deutsche Bahn abgeschlossen. In weiterer Folge wird das Bundeskartellamt Lieferungen von Bahnoberbaumaterial an regionale und lokale Nachfrager untersuchen. Wann mit einer Entscheidung in diesen weiteren Sachverhaltskomplexen zu rechnen ist, ist aus heutiger Sicht nicht abschätzbar. Die für den Themenkomplex Kartellverfahren sowie für die Schließung der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG (siehe auch Erläuterungen im Zwischenlagebericht) im Jahresabschluss 2011/12 gebildete Rückstellung in Höhe von insgesamt 205,0 Mio. EUR wurde im Wesentlichen um die Bußgeldzahlung in Höhe von 8,5 Mio. EUR reduziert. Die verbleibende Rückstellung wird weiterhin als angemessen erachtet.

Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel detaillierte Angaben zu Rückstellungen dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.

Ereignisse nach der Berichtsperiode

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach der Berichtsperiode bekannt.

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