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voestalpine AG Interim / Quarterly Report 2015

Nov 11, 2015

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Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2015/16

www.voestalpine.com

voestalpine-Konzern in Zahlen

1 H 2014/15 vs. 1 H 2015/16

Mio. EUR 1 H 2014/15
01.04.–30.09.2014
1 H 2015/16
01.04.–30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 5.561,1 5.786,7 4,1
EBITDA 756,9 892,3 17,9
EBITDA-Marge 13,6 % 15,4 %
EBIT 444,7 575,3 29,4
EBIT-Marge 8,0 % 9,9 %
Ergebnis vor Steuern (EBT) 391,7 505,7 29,1
Ergebnis nach Steuern1 315,6 420,6 33,3
Gewinn je Aktie (EUR) 1,65 2,29 38,8
Investitionen SAV, IAV und Beteiligungen 427,1 647,3 51,6
Abschreibungen 312,2 317,0 1,5
Capital Employed 8.747,82 9.768,7 11,7
Eigenkapital 4.932,1 5.509,4 11,7
Nettofinanzverschuldung 2.898,8 3.152,9 8,8
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 58,8 % 57,2 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 47.379 48.719 2,8

1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.

2 Ohne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte.

1 Q 2015/16 vs. 2 Q 2015/16

Mio. EUR 1 Q 2015/16
01.04.–30.06.2015
2 Q 2015/16
01.07.–30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 3.001,7 2.785,0 –7,2
EBITDA 526,7 365,6 –30,6
EBITDA-Marge 17,5 % 13,1 %
EBIT 368,5 206,8 –43,9
EBIT-Marge 12,3 % 7,4 %
Ergebnis vor Steuern (EBT) 328,8 176,9 –46,2
Ergebnis nach Steuern1 289,4 131,2 –54,7
Gewinn je Aktie (EUR) 1,61 0,68 –57,8
Investitionen SAV, IAV und Beteiligungen 333,1 314,2 –5,7
Abschreibungen 158,1 158,9 0,5
Capital Employed 9.695,9 9.768,7 0,8
Eigenkapital 5.559,3 5.509,4 –0,9
Nettofinanzverschuldung 2.978,0 3.152,9 5,9
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 53,6 % 57,2 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 48.653 48.719 0,1

1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

selten zuvor war nach einer sehr ansprechenden ersten Jahreshälfte das zweite Halbjahr eines Geschäftsjahres so schwer einzuschätzen wie diesmal – und dies gilt nicht nur für Europa, sondern auch für die meisten übrigen Wirtschaftsregionen dieser Welt. Um bei den einfacheren Prognosen zu beginnen: Es bedarf wohl nicht allzu großer prophetischer Begabung, um für Brasilien und Russland ein Anhalten der rezessiven Entwicklung vorherzusagen – zu groß sind im einen Fall die eigenen strukturellen, politischen und wirtschaftlichen Probleme, zu komplex im anderen politische Verhältnisse und Sanktionsmechanismen insbesondere in Relation zur Europäischen Union, um eine kurzfristige ökonomische Entspannung erwarten zu dürfen. Japan wird wohl weiterhin ein leichtes Wirtschaftswachstum schaffen, Indien sogar ein recht deutliches, und dennoch dürften von beiden Regionen eher keine nennenswerten Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft ausgehen – zu sehr werden sie, jedenfalls noch in nächster Zeit, mit sich selbst beschäftigt sein.

Amerika, China und Europa: Was ist von dort in den nächsten Monaten zu erwarten? Amerika – präziser gesagt die USA und Mexiko – wird sich seine Wachstumsdynamik für die nächste Zeit wohl weiter erhalten können, dies trotz Dollarkursaufwertung und zunehmenden Zinserhöhungserwartungen, aber die Luft nach oben wird auch hier dünner. In Bezug auf die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Nach rund zwölf Jahren permanenter Aufwärtsentwicklung in atemberaubendem Tempo ist eine Konsolidierungspause längst überfällig. Der wirtschaftliche Erfolg muss irgendwann einmal auch verdaut und vor allem sozial gerecht verteilt werden, sonst bleibt der angestrebte Umbau von einer Staatswirtschaft zu einem konsumgetriebenen Gemeinwesen Illusion und wird durch rasch zunehmende politische und soziale Spannungen ersetzt. Daran kann wohl niemand, weder außerhalb noch innerhalb Chinas, interessiert sein. Realistischerweise wird der chinesische Aufschwung damit im Interesse einer längerfristigen Absicherung seine Dynamik in nächster Zeit wohl etwas relativieren, und das gilt dann auch für die entsprechenden globalen Wachstumsimpulse. Und Europa? Ist es tatsächlich, wie immer mehr Ökonomen meinen, wieder so weit, um auf globaler Ebene – vielleicht im Verbund mit den USA – so etwas wie ökonomische Co-Leadership zu übernehmen? Jeder Beobachter, der sich ein gewisses Maß an Realitätssinn bewahrt hat, wird wohl erhebliche Probleme haben, solchen Gedanken zu folgen. Sind doch trotz unzweifelhafter wirtschaftlicher Fortschritte noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen, allen voran der endgültige Turnaround in Südeuropa, die Rekapitalisierung von Banken und Staatsfinanzen in einer Reihe von Ländern, das überbordende Flüchtlingsproblem, eine weiter zunehmende Eskalation in den Kriegs- und Krisengebieten gleichsam vor der Haustüre im Nahen und Mittleren Osten … Europa wird bei all diesen Problemen froh sein müssen, sich im nächsten Jahr ein bescheidenes Wachstum erhalten zu können. Wie wird es also wirklich weitergehen, in den nächsten sechs, neun oder zwölf Monaten? Die stärkeren Argumente liegen nach all dem Gesagten wohl eher bei jenen, die zur konjunkturellen Vorsicht mahnen, als bei den Optimisten. Denn da waren ja auch noch andere Gründe wie die anhaltende Krise der Öl- und Gasindustrie, ja des gesamten Energiebereiches, die ruinösen Überkapazitäten im weltweiten Bergbau genauso wie in der Stahlindustrie usw. Dies alles sieht eher nicht nach kurzfristigem Aufschwung, sondern nach der Notwendigkeit von neuerlichen Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen aus. Aber wie auch immer: Wir nehmen als voestalpine nicht zum ersten Mal unsere Zukunft in die Hand!

Linz, 9. November 2015

Der Vorstand

Wolfgang Eder Vorsitzender des Vorstandes

Robert Ottel Mitglied des Vorstandes

Herbert Eibensteiner Mitglied des Vorstandes

Franz Rotter Mitglied des Vorstandes

Franz Kainersdorfer Mitglied des Vorstandes

Peter Schwab Mitglied des Vorstandes

Highlights 1. Halbjahr 2015/16

  • Weiterhin moderate konjunkturelle Erholung in Europa, unverändert starke Nachfrage in Nordamerika, wachsende Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China, Belebung in Indien, Rezession in Brasilien und Russland.
  • voestalpine-Konzern mit deutlicher Steigerung bei Umsatzerlösen und Ergebnissen im 1. Halbjahr 2015/16.
  • Auch unter Ausschluss positiver Einmaleffekte1 Verbesserung des Umsatzes und deutliche Ergebnissteigerung.
  • Umsatzerlöse von 5.561,1 Mio. EUR um 4,1 % auf 5.786,7 Mio. EUR erhöht.
  • EBITDA im Jahresvergleich um 17,9 % von 756,9 Mio. EUR auf aktuell 892,3 Mio. EUR ausgeweitet (ohne Sondereffekte Steigerung um 9,3 % von 690,4 Mio. EUR auf 754,7 Mio. EUR).
  • EBIT um 29,4 % von 444,7 Mio. EUR auf 575,3 Mio. EUR verbessert (ohne Sondereffekte Steigerung um 12,7 % von 399,5 Mio. EUR auf 450,1 Mio. EUR).
  • EBITDA- und EBIT-Marge auch ohne Sondereffekte von 12,4 % auf 13,0 % bzw. von 7,2 % auf 7,8 % erhöht.
  • Ergebnis vor Steuern von 391,7 Mio. EUR um 29,1 % auf 505,7 Mio. EUR ausgeweitet (ohne Sondereffekte Steigerung 9,8 % auf 380,5 Mio. EUR).
  • Ergebnis nach Steuern um 33,3 % von 315,6 Mio. EUR im Vorjahr auf aktuell 420,6 Mio. EUR gestiegen (ohne Sondereffekte Steigerung um 6,6 % auf 290,2 Mio. EUR).
  • Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) mit 57,2 % sowohl gegenüber 30. September 2014 (58,8 %) als auch 31. März 2015 (58,4 %) trotz zwischenzeitlicher Dividendenausschüttung verbessert.
  • Bau der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi, Texas, weiterhin planmäßig in Umsetzung.

1 Positive Einmaleffekte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 durch Devestitionen sowie im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 durch Konsolidierungsänderungen.

Zwischenlagebericht

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Das Geschäftsjahr 2015/16 startete mit einer Fortsetzung der Vorjahrestrends: Europa trotz immer wieder aufflackernder Krise in Griechenland mit moderater Erholung, unverändert starke Konjunktur in Nordamerika, Rezession in Brasilien und Russland sowie zunehmende Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung Chinas. Während sich die Lage in Griechenland über den Sommer beruhigte, wird Europa seither im Gefolge einer eskalierenden militärischen Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten mit einem Flüchtlingsstrom bisher nicht gekannten Ausmaßes und zunehmend auch den damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen konfrontiert. Für China hingegen wird es immer mehr zunehmend zur Gewissheit, dass nach zwölf Jahren permanenter wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung eine gewisse Konsolidierungsphase unumgänglich ist, und die wirtschaftliche Lage Brasiliens und Russlands stellt sich unverändert prekär dar.

Europa

In Europa hat sich trotz Griechenland-bedingter Verunsicherung vor allem in der 1. Jahreshälfte der leichte Aufwärtstrend im weiteren Jahresverlauf fortgesetzt. Hauptverantwortlich dafür ist weiterhin der private Konsum, der durch gedrückte Energiepreise, geringe Inflation und niedrige Zinsen gestützt wird. Zusätzliche Unterstützung kommt aus einer wechselkursbedingten Verstärkung der Exporte vor allem in den USD-Raum. Eine langsame, aber stetige Verbesserung der gesamteuropäischen Arbeitsmarktdaten bestätigt diesen Trend.

Investitionen hingegen verlaufen nach wie vor schleppend, sie haben sich im Frühjahr 2015 gegenüber Jahresbeginn sogar leicht rückläufig entwickelt. Die Gründe dafür liegen neben den Unsicherheiten über die europäische Binnenmarktentwicklung spätestens seit Sommer in der Frage der weiteren Entwicklung Chinas. Waren

im bisherigen Verlauf des Jahres die Exporte Europas kontinuierlich angestiegen, wird für die nahe Zukunft eine Fortsetzung dieses Trends zunehmend in Frage gestellt.

In diesem europäischen Umfeld profitierte der voestalpine-Konzern von einer starken Nachfrage aus dem Automobilbereich sowie einer soliden Entwicklung in der Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie. Stark verlief auch die Nachfrage aus den Segmenten Luftfahrtindustrie sowie Eisenbahninfrastruktur, wo es nach einer Phase der staatlichen Budgetkonsolidierung in vielen Ländern bereits seit Ende des letzten Geschäftsjahres zu einer rasanten Marktbelebung kam. Insbesondere seit Sommer zunehmend volatiler stellt sich hingegen die Nachfrage aus dem Maschinenbausektor dar, wohingegen die Bauindustrie generell weiterhin unverändert schwach tendiert. Im Bereich Energie befindet sich der Kraftwerksbau in Europa bereits seit Jahren unter permanentem Druck, wohingegen der massive Einbruch in der Öl- und Gasindustrie die Konsequenz aus dem Ölpreisverfall der letzten zwölf Monate ist.

Insgesamt gesehen stellte sich die Entwicklung im 1. Halbjahr 2015/16 für die voestalpine in Europa aufgrund des stabil positiven Nachfrageverlaufes im strategischen Kernkundensegment Mobilität (Automobil, Eisenbahn und Luftfahrt) aber durchaus erfreulich dar.

Nordamerika

In Nordamerika setzte sich der schon seit zwei Jahren bestehende Wachstumstrend unverändert fort. Dabei wurden im Frühling 2015 die Erwartungen für das Gesamtjahr sogar nochmals angehoben. Diese positive Entwicklung wird sowohl durch den privaten Konsum als auch den Export, forcierte Investitionen sowie steigende Ausgaben der öffentlichen Hand getragen. Allerdings zeigen die jüngsten Frühindikatoren für die nächsten Monate ein tendenziell etwas gemischteres Bild: Während auf der Konsumseite ebenso wie im Dienstleistungssektor und Baubereich alle Zeichen unverändert auf eine Fortsetzung der robusten Entwicklung hindeuten, zeichnet sich für die produzierende Industrie eine Verlangsamung des Wachstums ab. Neben der anhaltenden Schwäche wichtiger internationaler Märkte setzt vor allem der anhaltend starke US-Dollar den Exporten spürbar zu.

Vor diesem konjunkturellen Hintergrund verlief die Geschäftsentwicklung des voestalpine-Konzerns im NAFTA-Raum in den ersten sechs Monates des aktuellen Geschäftsjahres ausgesprochen erfreulich. Mit Ausnahme des Energiesektors, der in Nordamerika besonders stark unter dem niedrigen Ölpreis leidet, tragen praktisch alle Marktsegmente zur positiven Entwicklung bei.

Asien/China

War das Wirtschaftswachstum Chinas bislang in hohem Maße von staatlich gesteuerten Infrastrukturinvestitionen getragen, erreicht die Volkswirtschaft dort mittlerweile einen Reifegrad, in dem die Wirtschaftsentwicklung zunehmend von privater Hand – und zwar sowohl in Bezug auf Konsum als auch Investitionen – getragen werden muss. Dass dieser Transformationsprozess nicht ohne konjunkturelle Rückschläge ablaufen kann, zeigte sich an der Entwicklung der letzten Monate. Vor allem schleppende Investitionstätigkeit, zunehmende internationale Konkurrenz und eine steigende Staatsverschuldung lasten auf den Wachstumsraten. Während der private Konsum sowie der Dienstleistungssektor sich relativ stabil darstellen, fiel die Entwicklung im güterproduzierenden Segment deutlich ab. Im Zuge der Industrialisierung des Landes hat China in vielen Bereichen der industriellen Fertigung massive Überkapazitäten aufgebaut, die nicht nur das weitere Gedeihen der eigenen Wirtschaft hemmen, sondern weltweit für Verwerfungen auf vielen Märkten sorgen.

Für die voestalpine hat diese Entwicklung in Europa eine stärkere Auswirkung als in China selbst; so fiel der europäische Stahl-Spotmarktpreis seit September 2015 infolge massiver Importe zu wirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Preisen aus China auf neue Tiefststände, was aufgrund der Premium-Philosophie zwar keine unmittelbaren Konsequenzen für den Konzern hat, sich aber indirekt auch auf die anstehenden Vertragsverhandlungen auswirken wird.

In China selbst verläuft die Geschäftsentwicklung der voestalpine-Gruppe unverändert positiv, allerdings leidet die Prognosefähigkeit zunehmend unter der generellen Verunsicherung im Land.

Die chinesische Zentralregierung reagierte auf die Verlangsamung des Wachstums mit forcierter Geldmengenpolitik und fiskalpolitischen Maßnahmen, was auf den internationalen Kapitalmärkten im Sommer 2015 für Verunsicherung sorgte, im Land selbst aber – zumindest vorläufig – stabilisierend wirkt.

Brasilien

In Brasilien setzten sich die wirtschaftlichen – und politischen – Probleme der jüngeren Vergangenheit weiter fort. In einem rezessiven Umfeld bei gleichzeitig hoher Inflation kämpfen die Unternehmen mit einer schwachen Inlandsnachfrage und – trotz Währungsabwertung – rückläufigen Exporten. Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand sowie jüngste Skandale im staatsnahen Wirtschaftsbereich wirken sich zusätzlich negativ auf die Entwicklung aus. Damit ist für 2015 mit einem weiteren BIP-Rückgang von rund 2,5 % auszugehen und auch 2016 scheint eine Erholung eher unwahrscheinlich.

Entsprechend schwierig gestaltet sich auch der Geschäftsverlauf für die voestalpine in diesem Umfeld. Zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit werden an allen brasilianischen Standorten umfangreiche und tiefgreifende Kostensenkungsund Effizienzsteigerungsprogramme umgesetzt. Damit gelingt es auch, die Ergebnisse weiterhin stabil im positiven Bereich zu halten.

Bericht über die finanziellen Leistungsindikatoren des voestalpine-Konzerns

Die Umsatzerlöse des voestalpine-Konzerns lagen im 1. Halbjahr 2015/16 mit 5.786,7 Mio. EUR um 4,1 % über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraumes (5.561,1 Mio. EUR). Zurückzuführen ist die Steigerung auf drei Faktoren: einen operativ bedingten Umsatzanstieg in einzelnen Divisionen, Umsatzbeiträge aus in der 2. Hälfte 2014/15 getätigten Akquisitionen in der Metal Engineering Division sowie eine Änderung der Konsolidierungsart bei zwei Unternehmen ebenfalls in der Metal Engineering Division per 1. April 2015 von "at equity"-Basis auf Vollkonsolidierung. Rein operativ betrachtet legten die Umsatzerlöse der Steel Division und der Special Steel Division trotz eines leichten Mengenrückgangs zu. Während in der Steel Division dafür ein Sonderprojekt im Geschäftsbereich Grobblech verantwortlich zeichnete, ist die Steigerung in der Special Steel Division auf einen verbesserten Produktmix im aktuellen Geschäftsjahr zurückzuführen. In der Metal Engineering Division trugen die Akquisitionen in der 2. Hälfte des vergangenen Geschäftsjahres, und zwar des italienischen Spezialdrahtherstellers Trafilerie Industriali S.p.A. und des Bathurst Rail Fabrication Centre (BRFC), einem australischen Spezialisten im Bereich Bahnsysteme, zur Umsatzausweitung bei. Zusätzlich wurden in dieser Division die Umsatzerlöse von voestalpine Tubulars GmbH & Co KG, Österreich, und CNTT Chinese New Turnout Technologies, Ltd., China im aktuellen Geschäftsjahr erstmals vollkonsolidiert. Negativ auf die Entwicklung der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2015/16 wirkte die im Vorjahr erfolgte Strukturbereinigung in der Metal Forming Division mit den Devestitionen der Flamco-Gruppe (2. Quartal 2014/15) und der Plastics-Gesellschaften (3. Quartal 2014/15) – alle mit Headquarters in Holland – sowie der Rotec AB, Schweden (4. Quartal 2014/15).

In den Ergebnisziffern für das 1. Halbjahr 2015/16 sind per 1. April 2015 wirksam gewordene Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Erlangen der Beherrschung an den vorher erwähnten Gesellschaften der Metal Engineering Division enthalten. Die Neubewertungen auf Basis der entsprechenden Zeitwerte abzüglich der Abschreibungen der stillen Reserven wirkten sich auf das EBITDA der voestalpine AG mit in Summe 137,6 Mio. EUR sowie auf das EBIT mit 125,2 Mio. EUR aus. Im 1. Halbjahr 2014/15 waren die Ergebnisse des voestalpine-Konzerns durch Einmaleffekte in der Metal Forming Division beeinflusst, die das EBITDA um 66,5 Mio. EUR und das EBIT um 45,2 Mio. EUR erhöhten. Unter Einschluss der Sondereffekte in beiden Vergleichsperioden beträgt das EBITDA im aktuellen Geschäftsjahr 892,3 Mio. EUR nach 756,9 Mio. EUR im Vorjahr, was einer Steigerung um 17,9 % entspricht. Nach Abzug der Einmaleffekte verbleibt für das 1. Halbjahr 2015/16 ein bereinigtes EBITDA von 754,7 Mio. EUR, das damit um 9,3 % über dem Vorjahreswert von 690,4 Mio. EUR zu liegen kam. Die angepasste EBITDA-Marge verbesserte sich von 12,4 % auf 13,0 %. Das EBIT fiel im aktuellen Geschäftsjahr

mit 575,3 Mio. EUR ebenfalls deutlich besser aus als im Vorjahr (444,7 Mio. EUR, ein Plus von 29,4 %). Korrigiert um die außerordentlichen Effekte ergibt sich ein Anstieg um 12,7 % von 399,5 Mio. EUR auf 450,1 Mio. EUR. Die korrespondierende EBIT-Marge dazu stieg von 7,2 % auf 7,8 %. Mit Ausnahme der Metal Engineering Division, die am stärksten den negativen Folgen des Konjunktureinbruchs im Energiesegment ausgesetzt war, konnten alle Divisionen nach Abzug von Sondereffekten die EBIT-Marge im laufenden Geschäftsjahr ausweiten.

Im Ergebnis vor Steuern sind im 1. Halbjahr 2015/16 Sondereffekte von 125,2 Mio. EUR (Vorjahr 45,2 Mio. EUR) und im Ergebnis nach Steuern aufgrund der spezifischen steuerlichen Behandlung der Sondereffekte solche von 130,4 Mio. EUR (Vorjahr 43,4 Mio. EUR) enthalten. Das Ergebnis vor Steuern wurde gegenüber dem Vorjahr um 29,1 % von 391,7 Mio. EUR auf 505,7 Mio. EUR ausgebaut, während das Ergebnis nach Steuern um ein Drittel von 315,6 Mio. EUR auf 420,6 Mio. EUR zulegte. Unter Außerachtlassung von Einmaleffekten liegt das Ergebnis vor Steuern im aktuellen Geschäftsjahr mit 380,5 Mio. EUR um 9,8 % über dem Vorjahreswert von 346,5 Mio. EUR, das Ergebnis nach Steuern legte um 6,6 % von 272,2 Mio. EUR auf 290,2 Mio. EUR zu.

Das Eigenkapital erhöhte sich im Jahresvergleich um 11,7 % von 4.932,1 Mio. EUR auf 5.509,3 Mio. EUR. Neben der soliden Ergebnisentwicklung der vergangenen Quartale trugen die bereits mehrfach angesprochenen Konsolidierungsänderungen (von Equity- auf Vollkonsolidierung) per 1. April 2015 ebenfalls zum Anstieg des Eigenkapitals bei. Zusätzlich positiv wirkte sich im 1. Halbjahr 2015/16 auch die Kapitalerhöhung im Ausmaß von 1,45 % des Grundkapitals zum Zwecke des weiteren Ausbaus des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms aus, die das Eigenkapital um insgesamt 85,3 Mio. EUR stärkte. In der Gegenüberstellung mit dem Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2014/15 stieg das Eigenkapital um 8,0 % von 5.102,5 Mio. EUR auf 5.509,3 Mio. EUR.

Die Nettofinanzverschuldung weitete sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 8,8 % von 2.898,8 Mio. EUR per 30. September 2014 auf 3.152,9 Mio. per 30. September 2015 aus. Verglichen mit dem Wert des Bilanzstichtages zum 31. März 2015 (2.978,1 Mio. EUR) veränderte sich die Nettofinanzverschuldung um plus 5,9 %. Neben der hohen Investitionstätigkeit des Konzerns im aktuellen Geschäftsjahr liegt die Zunahme gegenüber dem Bilanzstichtag auch in der Dividendenzahlung im 2. Quartal 2015/16 begründet.

Die Gearing Ratio konnte jedoch sowohl im 12-Monats-Vergleich als auch in der Gegenüberstellung mit dem Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2014/15 reduziert werden. Lag die Gearing Ratio per Ende September 2014 noch bei 58,8 %, verringerte sie sich per 31. März 2015 auf 58,4 % und beträgt nunmehr zum Ende des 1. Halbjahres 2015/16 57,2 %.

Zum Stichtag 30. September 2015 waren im voestalpine-Konzern 48.719 Mitarbeiter (FTE) beschäftigt, was im Jahresvergleich (47.379 FTE per 30. September 2014) einem Anstieg um 2,8 % entspricht. Gegenüber dem Bilanzstichtag 31. März 2015 (47.418 FTE) bedeutet dies eine Erhöhung um 2,7 %. Die Ausweitung des Mitarbeiterstandes gegenüber dem Vorjahr ist neben Akquisitionen in der Metal Engineering Division im vergangenen Geschäftsjahr primär auf die bereits mehrfach erwähnten erstmaligen Vollkonsolidierungsmaßnahmen ebenfalls in der Metal Engineering Division zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahresvergleichswert reduziert hat sich der Mitarbeiterstand in der Metal Forming Division durch die Abgabe der Plastics-Gesellschaften (3. Quartal 2014/15) und von Rotec AB (4. Quartal 2014/15).

Mio. EUR 1 Q 2 Q 1 H
2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16
01.04.–
30.06.2014
01.04.–
30.06.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 2.826,7 3.001,7 2.734,4 2.785,0 5.561,1 5.786,7 4,1
EBITDA 363,7 526,7 393,2 365,6 756,9 892,3 17,9
EBITDA-Marge 12,9 % 17,5 % 14,4 % 13,1 % 13,6 % 15,4 %
EBIT 218,4 368,5 226,3 206,8 444,7 575,3 29,4
EBIT-Marge 7,7 % 12,3 % 8,3 % 7,4 % 8,0 % 9,9 %
Ergebnis vor Steuern 192,9 328,8 198,8 176,9 391,7 505,7 29,1
Ergebnis nach Steuern1 150,0 289,4 165,7 131,2 315,6 420,6 33,3
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
47.463 48.653 47.379 48.719 47.379 48.719 2,8

Quartals- und Halbjahresentwicklung des voestalpine-Konzerns im Zahlenvergleich

1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen. In den unterjährigen Quartalen des Geschäftsjahres 2014/15 wurden unter Anwendung von IAS 8 die Steuereffekte auf Hybridkapitalzinsen und Hybridkapitalemissionskosten rückwirkend direkt im Eigenkapital erfasst.

Mio. EUR 1 Q 2 Q 1 H
2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16
01.04.–
30.06.2014
01.04.–
30.06.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 975,0 1.060,9 928,5 929,9 1.903,5 1.990,8 4,6
EBITDA 114,1 134,2 96,9 119,0 211,0 253,2 20,0
EBITDA-Marge 11,7 % 12,6 % 10,4 % 12,8 % 11,1 % 12,7 %
EBIT 56,8 74,7 38,3 58,0 95,1 132,7 39,5
EBIT-Marge 5,8 % 7,0 % 4,1 % 6,2 % 5,0 % 6,7 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent) 11.035 11.036 11.216 11.054 11.216 11.054 –1,4

Steel Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Die Rahmenbedingungen in der europäischen Stahlindustrie waren im 1. Halbjahr 2015/16 einerseits zwar durch eine ansprechende Nachfragesituation geprägt, andererseits aber auch durch permanent steigenden Importdruck, insbesondere aus China. Das Nachfragewachstum wurde damit weitestgehend von Produzenten aus Drittländern abgeschöpft. Durch die massive Einfuhr von Commodity-Stahlprodukten kam es gegen Ende des Sommers zu einem Einbruch der Stahlpreise am europäischen Spotmarkt. Eine Reihe asiatischer und amerikanischer Länder reagierte auf die auch bei ihnen erfolgende Überschwemmung mit chinesischem Stahl mit der Verhängung von Handelsbarrieren. In Europa wurden seitens der Europäischen Kommission in den vergangenen sechs Monaten Untersuchungen bezüglich möglicher Anti-Dumping-Maßnahmen bei kaltgewalztem Stahlband sowie einigen kleineren Produktgruppen von untergeordneter Bedeutung eingeleitet, nennenswerte darüber hinausgehende Schritte erfolgten bisher jedoch nicht. Insgesamt verblieb die Rohstahlproduktion in der Europäischen Union in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres auf dem Vorjahresniveau.

Auf der Rohstoffseite war im Verlauf der 1. Hälfte des Geschäftsjahres bei den Preisen für Eisenerz, Kohle und Koks vor dem Hintergrund eines bereits sehr niedrigen Ausgangsniveaus im Wesentlichen eine Seitwärtsbewegung mit zuletzt allerdings wieder leichter Abwärtstendenz zu verzeichnen, die Preiskurve bei Schrott zeigte vor dem Hintergrund eines rückläufigen globalen Schrottbedarfs nach unten.

Von den wesentlichen Kundensegmenten her konnte die Automobilindustrie den positiven Trend der Vorperioden fortschreiben. Sie blieb damit die tragende Säule eines insgesamt zufriedenstellenden Auftragseinganges in der Steel Division im 1. Halbjahr 2015/16, wobei neben dem anhaltend starken Premiumsegment auch die Volumenhersteller in den letzten Quartalen ihre Verkaufszahlen deutlich ausbauen konnten. Der Maschinenbausektor profitiert zwar etwas vom schwächeren Euro, dennoch bleibt das Auftragsverhalten weiter volatil. Die Nachfrage in den Marktsegmenten Hausgeräte und Konsumgüter bewegte sich auf stabilem Niveau. Nachdem die Elektroindustrie im vergangenen Geschäftsjahr mit einem schwierigen Wettbewerbsumfeld konfrontiert war, zeigte sich in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres ein leichter Aufwärtstrend. Weiterhin keine nennenswerten Wachstumsimpulse gingen hingegen von der Bauindustrie, dem wichtigsten Kundensegment für Massenstähle, aus.

Die Entwicklung am Energiesektor ist unverändert durch den niedrigen Ölpreis und eine entsprechend verhaltene Investitionstätigkeit geprägt. Eines der wenigen in den letzten sechs Monaten zur Vergabe gelangten Großprojekte im Pipelinebereich – hochwertige Röhrenbleche für ein Erdgasprojekt in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate – ging dabei an den Geschäftsbereich Grobblech der Steel Division. Die Abwicklung dieses Auftrages wird für eine zufriedenstellende Auslastung der entsprechenden Aggregate in der 2. Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sorgen.

Investitionsschwerpunkte der Division waren im 1. Halbjahr 2015/16 die Weiterführung der Errichtung der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi, Texas, sowie die weitgehende Fertigstellung der Sekundärmetallurgieanlage 4 in Linz, Österreich. Beim Projekt in Texas wurde mittlerweile die Hafenanlage komplett fertiggestellt und auch die Hauptanlage, der 137 Meter hohe Reduktionsturm, hat bereits seine endgültige Höhe erreicht. Der Produktionsstart wird unverändert für das 1. Kalenderquartal 2016 erwartet. In Linz befindet sich die Umsetzung des Investitionsprojekts Sekundärmetallurgieanlage 4 in der finalen Phase. Die stufenweise Inbetriebnahme sieht vor, dass zuerst die Vakuumanlage den Betrieb aufnehmen wird und im Anschluss daran der Pfannenofen. Bereits ab Jänner 2016 sollte die Gesamtanlage uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Im vergangenen Juli fand der Spatenstich für die neue Stranggießanlage CC8 am Standort Linz statt, mit deren Inbetriebnahme eine Reihe von Produktinnovationen möglich wird. Im Geschäftsbereich Grobblech, ebenfalls Linz, findet von Mitte Oktober bis Mitte November 2015 der Austausch des kompletten Quarto-Großgerüstes statt. Am 29. Oktober 2015 erfolgte die Wiederinbetriebnahme des Hochofens 5, der in den vergangenen viereinhalb Monaten ohne nennenswerte Zwischenfälle einer planmäßigen Großreparatur unterzogen wurde. Insgesamt investierte die Steel Division im 1. Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres 401,9 Mio. EUR (Vorjahr 189,3 Mio. EUR).

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steel Division konnte die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2015/16 im Vorjahresvergleich um 4,6 % von 1.903,5 Mio. EUR auf 1.990,8 Mio. EUR steigern. Der Grund dafür liegt in erster Linie in der Abarbeitung eines Großauftrages im Energiesegment durch den Geschäftsbereich Grobblech. Negativ auf die Entwicklung der Umsatzerlöse wirkten hingegen der Absatzrückgang im 2. Quartal 2015/16 infolge der Erneuerung eines Hochofens und das rezessive Preisniveau. In der operativen Performance konnte die Steel Division im 1. Halbjahr 2015/16 einen deutlichen Ergebnissprung verzeichnen. Die Steigerung basiert vor allem auf spürbaren Effekten aus dem laufenden Effizienz- und Kostenoptimierungsprogramm. In Summe nahm das operative Ergebnis (EBITDA) in den ersten sechs Monaten 2015/16 gegenüber dem 1. Halbjahr 2014/15 um 20,0 % von 211,0 Mio. EUR auf 253,2 Mio. EUR zu. Die EBITDA-Marge konnte von 11,1 % auf 12,7 % angehoben werden. Noch deutlicher legte das Betriebsergebnis (EBIT) zu, das um 39,5 % von 95,1 Mio. EUR auf 132,7 Mio. EUR gesteigert wurde. Die EBIT-Marge liegt damit im 1. Halbjahr 2015/16 mit 6,7 % doch deutlich über dem Vorjahr (Marge 5,0 %).

Im unmittelbaren Quartalsvergleich liegen die wesentlichen Kennziffern im 2. Quartal 2015/16 etwas unter denen des Vorquartals. Ursache dafür ist vorwiegend ein saisonal bedingter Mengenrückgang, noch verstärkt durch die gleichzeitige Hochofenzustellung. Als Konsequenz daraus gaben die Umsatzerlöse im direkten Quartalsvergleich um 12,3 % von 1.060,9 Mio. EUR auf 929,9 Mio. EUR nach. Das EBITDA verminderte sich vom 1. auf das 2. Quartal 2015/16 um 11,3 % von 134,2 Mio. EUR auf 119,0 Mio. EUR. Durch die niedrigere Umsatzbasis verbesserte sich hingegen die EBITDA-Marge im gleichen Zeitraum von 12,6 % auf 12,8 %. Das EBIT ging um 22,4 % von 74,7 Mio. EUR (Marge 7,0 %) auf 58,0 Mio. EUR (Marge 6,2 %) zurück. Die Zahl der Beschäftigten (FTE) in der Steel Division lag mit 11.054 zum Ende des 1. Halbjahres 2015/16 um 1,4 % unter dem Vorjahreswert bzw. um 0,4 % über dem Vergleichswert zum Ende des letzten Geschäftsjahres (11.103).

Mio. EUR 1 Q 2 Q 1 H
2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16
01.04.–
30.06.2014
01.04.–
30.06.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 675,9 709,0 674,5 659,8 1.350,4 1.368,8 1,4
EBITDA 96,1 100,0 87,3 86,3 183,4 186,3 1,6
EBITDA-Marge 14,2 % 14,1 % 12,9 % 13,1 % 13,6 % 13,6 %
EBIT 61,3 65,3 53,0 52,6 114,3 117,9 3,1
EBIT-Marge 9,1 % 9,2 % 7,9 % 8,0 % 8,5 % 8,6 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
12.958 13.411 13.086 13.434 13.086 13.434 2,7

Special Steel Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Das Marktumfeld im Edelstahlbereich präsentierte sich im 1. Halbjahr 2015/16 vor allem durch die seit Jahresbeginn 2015 anhaltend schwache Nachfrage im Segment Öl und Gas im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich abgeschwächt. Die Projekte zur Erschließung neuer Öl- und Gasreserven wurden aufgrund des niedrigen Preisniveaus bei gleichzeitig ständig steigender Produktivität massiv zurückgefahren, die gesamte Wertschöpfungskette reagiert mit Abbau der Materialbestände und Konsolidierungsmaßnahmen. Als positiv erweist sich in diesem Umfeld die Strategie der eigenen Lagerhaltung vor Ort in den USA und Asien, da so kurzfristige Bedarfsfälle von Kunden schneller, als dies vielen Konkurrenten möglich ist, bedient werden können. Während im 1. Quartal 2015/16 aufgrund des noch vorhandenen Auftragspolsters nur geringfügige Umsatzeinbußen im Öl-/Gassektor hingenommen werden mussten, waren die Auswirkungen des zurückhaltenden Bestellverhaltens im Folgequartal sehr deutlich spürbar. Dieser Effekt wird sich in den kommenden Quartalen noch weiter verstärken. Schon länger keine positiven Anzeichen mehr für eine Marktbelebung gibt es vom Energiemaschinenbau. Europa hält dennoch massive Kapazitäten vor, obwohl asiatische Endkunden immer mehr auf lokale Lieferanten, die in europäische Technologie investiert haben, zurückgreifen.

Positive Impulse kamen in der 1. Geschäftsjahreshälfte 2015/16 hingegen aus der Luftfahrtindustrie. Die Lieferungen der Division lagen sowohl mengen- als auch wertmäßig deutlich über jenen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Absatz in die Automobilindustrie hat sich ebenfalls weiter positiv entwickelt. Vor allem in China konnte die Special Steel Division mit ihrem umfangreichen Vor-Ort-Service erfolgreich die führende Position bei Edelstahl für hochanspruchsvolle Werkzeuge für die Automobilindustrie neuerlich ausbauen.

In regionaler Hinsicht stellte sich die Entwicklung in der Europäischen Union im 2. Quartal 2015/16 deutlich verhaltener als noch im Frühjahr dar, wobei dies überwiegend auf die stark verminderten Lieferungen an Großkunden im Ölund Gassektor zurückzuführen war. In Nordamerika konnten hingegen – auch unterstützt durch veränderte Wechselkursparitäten – Absatzsteigerungen erreicht werden. Rückläufige Auftragseingänge im Bereich Öl und Gas haben sich allerdings auch hier dämpfend auf die Umsatzerlöse ausgewirkt. In Südamerika waren insbesondere die Folgen der Krise in Brasilien noch deutlicher als bisher zu spüren. Durch die starke Exportorientierung des Edelstahlwerkes in Brasilien und umfangreiche Lean-Management-Maßnahmen konnten die negativen Auswirkungen allerdings weitgehend kompensiert werden. Das Marktumfeld in Asien entwickelte sich nach wie vor positiv, wenngleich die Unsicherheiten im zentralen Wachstumsmarkt China zugenommen haben.

Die Auslastung im Geschäftsbereich High Performance Metals (Produktion) war durch vorübergehende lokale Auslastungsdefizite an Standorten, die stark von der Öl- und Gasindustrie abhängig sind, gekennzeichnet. Insbesondere die BÖHLER Edelstahl GmbH in Kapfenberg, Österreich, konnte trotz verstärkter Vertriebsmaßnahmen in anderen Industriesegmenten den Mengenrückgang im Öl- und Gassektor nur teilweise kompensieren. Am stark von der Schwäche des Energiemaschinenbaus betroffenen Standort Wetzlar, Deutschland, läuft derzeit ein umfassendes Reengineering-Programm zur nachhaltigen Ergebnisoptimierung.

Der Geschäftsbereich Value Added Services profitiert zunehmend von Investitionen in Beschichtungs- bzw. Wärmebehandlungsdienstleistungen sowie in die mechanische Bearbeitung an einer Reihe von Standorten weltweit. Die Veränderung des Produktmix in Richtung umgeschmolzener Premiumgüten sowie pulvermetallurgisch hergestellter Werkzeug- und Schnellarbeitsstähle führt zu einem am Markt einmaligen Gesamtpaket aus hochwertigem Stahl sowie Premium-Services und sichert so die Positionierung als Premiumlieferant dauerhaft ab. Diese Differenzierung zum Mitbewerb führt in einem schwierigen Marktumfeld auch zu einer geringeren Preisvolatilität.

Auf der Investitionsseite wurde am Standort Hagfors in Schweden im 1. Quartal 2015/16 eine zusätzliche Elektroschlacke-Umschmelzanlage planmäßig in Betrieb genommen, um die Nachfrage nach Premium-Werkzeugstählen befriedigen zu können. Diese Anlage ist bereits derzeit zu 100 Prozent ausgelastet. Eine weitere Anlage wurde bestellt und wird Mitte nächsten Jahres in Betrieb gehen. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 investierte die Special Steel Division in Summe 68,7 Mio. EUR (Vorjahr 58,1 Mio. EUR).

Finanzielle Leistungsindikatoren

Das herausfordernde Umfeld führte in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr zwar zu Margenrückgängen, durch den verbesserten Produktmix konnten aber die Durchschnittspreise erhöht werden. Während die Versandmengen für die Öl- und Gasindustrie rückläufig waren, gelang es, den Absatz bei Sonderwerkstoffen für die Luftfahrtindustrie auszuweiten. In Summe steigerten sich die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2015/16 (1.368,8 Mio. EUR) im Vergleich zur Vorjahresperiode (1.350,4 Mio. EUR) um 1,4 %. In einer ähnlichen Größenordnung legte auch das operative Ergebnis (EBITDA) zu, das im 1. Halbjahr 2015/16 mit 186,3 Mio. EUR um 1,6 % über dem Vorjahresergebnis von 183,4 Mio. EUR zu liegen kam. Damit blieb die EBITDA-Marge unverändert auf 13,6 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im gleichen Zeitraum um 3,1 % von 114,3 Mio. EUR auf 117,9 Mio. EUR, wodurch auch die EBIT-Marge mit 8,6 % gegenüber den ersten sechs Monaten 2014/15 (EBIT-Marge 8,5%) praktisch konstant blieb.

Im direkten Quartalsvergleich sanken die Umsatzerlöse um 6,9 % von 709,0 Mio. EUR im 1. Quartal 2015/16 auf 659,8 Mio. EUR im 2. Quartal 2015/16. Der Rückgang ist einerseits saisonal bedingt, andererseits aber auch auf die rückläufige Absatzentwicklung im Öl- und Gasbereich zurückzuführen. Demzufolge verschlechterte sich das EBITDA um 13,7 % von 100,0 Mio. EUR auf 86,3 Mio. EUR und damit die EBITDA-Marge um einen Prozentpunkt von 14,1 % auf 13,1 %. Das EBIT ging um 19,4 % von 65,3 Mio. EUR (Marge von 9,2 %) auf 52,6 Mio. EUR (Marge von 8,0 %) zurück.

Die Zahl der in der Special Steel Division Beschäftigten (FTE) lag mit 13.434 zum Ende des 2. Quartals 2015/16 um 2,7 % über dem Wert des Vergleichsquartals des letzten Geschäftsjahres (13.086 FTE) bzw. um 0,4 % unter dem Vergleichswert zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 (13.490 FTE).

Mio. EUR 1 Q 2 Q 1 H
2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16
01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung
30.06.2014 30.06.2015 30.09.2014 30.09.2015 30.09.2014 30.09.2015 in %
Umsatzerlöse 679,3 774,0 650,5 751,3 1.329,8 1.525,3 14,7
EBITDA 106,7 236,1 97,0 100,0 203,7 336,1 65,0
EBITDA-Marge 15,7 % 30,5 % 14,9 % 13,3 % 15,3 % 22,0 %
EBIT 79,6 197,2 69,4 61,2 149,0 258,4 73,4
EBIT-Marge 11,7 % 25,5 % 10,7 % 8,1 % 11,2 % 16,9 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent) 11.250 13.097 11.351 13.080 11.351 13.080 15,2

Metal Engineering Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf der Metal Engineering Division war im 1. Halbjahr 2015/16 einerseits durch eine stabil hohe Bedarfsentwicklung aus dem Bereich Eisenbahninfrastruktur gekennzeichnet, andererseits aber auch durch eine wachsende Nachfrageschwäche im Energiesegment, hervorgerufen vor allem durch den rapiden Ölpreisverfall. In Summe konnte allerdings der positive Verlauf der vergangenen Quartale weitgehend fortgesetzt und damit die Stahlerzeugungskapazität am Standort Donawitz, Österreich, weiter voll ausgefahren werden.

Im Geschäftsbereich Rail Technology (Schienen) wird für das aktuelle Geschäftsjahr aufgrund der sehr guten Projektlandschaft eine Rekordschienenproduktion erwartet. Besonders die ambitionierten Vorhaben europäischer Eisenbahnbetreiber sollten dies möglich machen. Zusätzlich tragen auch Schwerlast- und Nahverkehrsprojekte in Übersee zur sehr zufriedenstellenden Nachfrageentwicklung bei Premiumschienen bei, wodurch in der Schienenfertigung mit Geschäftsjahresbeginn auch erstmals eine Umstellung von einem 3-Schicht- auf einen 4-Schicht-Betrieb möglich wurde.

Der weltweit produzierende Geschäftsbereich Turnout Systems (Weichensysteme) profitierte ebenfalls von der globalen Dynamik auf dem Gebiet der Eisenbahninfrastruktur. So befindet sich unter anderem in China derzeit eine Reihe von Projekten für Hochgeschwindigkeits- und Nahverkehrsstrecken in Umsetzung. Positive Impulse kamen in den ersten sechs Monaten 2015/16 auch weiterhin aus den USA und Südafrika, wenngleich zu erwarten ist, dass sich die Investitionen in den Eisenbahngütertransport in den USA aufgrund des Rückgangs von Getreide-, Öl- und Kohletransporten konjunkturbedingt etwas abschwächen werden. Eine zumindest teilweise Kompensation sollte sich durch die Realisierung von US-Nahverkehrsprojekten ergeben. Massive Bahninvestitionen in den MENA-Staaten, allen voran in Saudi-Arabien, trugen zusätzlich zur sehr guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsbereiches bei.

Der Geschäftsbereich Wire Technology (Draht) war im 1. Halbjahr 2015/16 durch eine solide Nachfragedynamik vor allem aus der Automobilindustrie geprägt. Durch den Absatzrückgang von Profildrähten für die Öl- und Gasindustrie lag die Auslastungssituation der Drahtziehkapazitäten in Bruck an der Mur, Österreich, jedoch etwas unter dem Niveau vergangener Perioden. Die Integration des im Vorjahr akquirierten italienischen Drahtherstellers Trafilerie Industriali S.p.A. verlief plangemäß, das Unternehmen lieferte bereits einen entsprechenden Beitrag zur positiven Entwicklung des Geschäftsbereiches. Der Geschäftsbereich Seamless Tubes (Nahtlosrohre) konnte sich der Investitionszurückhaltung vor allem der nordamerikanischen Öl- und Gasindustrie im abgelaufenen Quartal nicht mehr entziehen, während die Auftragsvergaben aus dem Mittleren Osten zwar mittlerweile stärker umkämpft sind, aber sich unverändert auf einem recht guten Niveau befinden. Der in diesem Segment deutlich kleinere Bereich der Industrierohre profitierte hingegen von der anhaltend guten Automobilkonjunktur. Als Konsequenz der Auftragsrückgänge aus dem Öl- und Gasbereich wurden mit Geschäftsjahresbeginn Kapazitätsanpassungen am Produktionsstandort Kindberg, Österreich, begonnen und mit Beginn des 2. Geschäftsquartals 2015/16 eine Schicht zur Gänze herausgenommen. Der angesichts des herausfordernden Marktumfeldes immer noch recht solide Auftragsbestand sollte den 3-Schicht-Betrieb für die nächsten Monate ausreichend absichern.

Der ebenfalls überproportional von der Entwicklung des Energiesegments abhängige Geschäftsbereich Welding Technology (Schweißtechnik) war im bisherigen Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres einem sehr schwierigen Marktumfeld ausgesetzt. Der Absatz von Schweißzusatzstoffen, die unter anderem im Kraftwerks- und Energiemaschinenbau, bei Linepipe-Projekten oder der Öl- und Gasexploration Verwendung finden, leidet bereits seit längerer Zeit unter der Nachfrageschwäche in diesem Segment. Diesen ausbleibenden Nachfrageimpulsen wird derzeit mit einem massiven Restrukturierungsprogramm begegnet.

Die für die Metal Engineering Division bedeutendsten Investitionsvorhaben liegen durchwegs auf Plan. Das von der Dimension her umfangreichste Projekt betrifft die Errichtung eines neuen, technologisch sehr anspruchsvollen Drahtwalzwerkes in Donawitz, Österreich. Der Bau ist bereits weit fortgeschritten, womit der planmäßige Fertigstellungszeitpunkt, nämlich Ende Geschäftsjahr 2015/16, gut abgesichert ist. Darüber hinaus wird im Herbst 2016 ein neuer Hubbalkenofen für die Schienenproduktion verfügbar sein, der eine zusätzliche Qualitätsverbesserung sowie eine weitere Durchsatzoptimierung bringen wird. Durch die exzellente Auftragslage bei Weichensystemen und die anhaltend positiven Zukunftsaussichten wird in Europa momentan in den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für die Bearbeitung von Weichenkomponenten investiert. Insgesamt investierte die Metal Engineering Division 95,3 Mio. EUR in der aktuellen Berichtsperiode (Vorjahr 87,8 Mio. EUR).

Finanzielle Leistungsindikatoren

Dass sich die Metal Engineering Division in einem durchaus ambivalenten Marktumfeld gut behaupten konnte, zeigt die Entwicklung der wesentlichen Kennziffern im 1. Halbjahr 2015/16. So wurden die Umsatzerlöse um 14,7 % von 1.329,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.525,3 Mio. EUR in der aktuellen Berichtsperiode gesteigert. Ausschlaggebend für diesen Anstieg ist neben der Ausweitung des Geschäftsvolumens bei Weichensystemen und den im 2. Halbjahr 2014/15 getätigten Akquisitionen von Bathurst Rail Fabrication Centre (Geschäftsbereich Turnout Systems) und Trafilerie Industriali S.p.A. (Geschäftsbereich Wire Technology) auch die erstmalige Vollkonsolidierung von voestalpine Tubulars GmbH & Co KG (Geschäftsbereich Seamless Tubes) und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. (Geschäftsbereich Turnout Systems) mit Geschäftsjahresbeginn. Die beiden Gesellschaften wurden bis einschließlich des Geschäftsjahres 2014/15 nach der Equity-Methode bilanziert und somit umsatzmäßig nicht im voestalpine-Konzernabschluss erfasst. Ergebnisseitig war das 1. Halbjahr 2015/16 stark beeinflusst durch Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Erwerb der Beherrschung an diesen beiden Unternehmen. Aus den Neubewertungen auf Zeitwertbasis abzüglich der Abschreibungen der stillen Reserven ergaben sich in der Metal Engineering Division im 1. Halbjahr 2015/16 positive Einmaleffekte von 126,5 Mio. EUR auf EBITDA- sowie von 114,1 Mio. EUR auf EBIT-Basis. Somit erhöhte sich das EBITDA beinahe um zwei Drittel von 203,7 Mio. EUR im 1. Halbjahr 2014/15 auf 336,1 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr. Korrigiert um außerordentliche Effekte verbleibt ein aktuelles EBITDA von 209,6 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 2,9 % bedeutet. Die bereinigte EBITDA-Marge ging von 15,3 % auf 13,7 % zurück. Das EBIT legte im gleichen Zeitraum um 73,4 % von 149,0 Mio. EUR auf 258,4 Mio. EUR zu. Nach Abzug der Sondereffekte verbleibt ein rein operatives EBIT von 144,3 Mio. EUR und somit ein leichter Rückgang um 3,2 %. Die EBIT-Marge verminderte sich von 11,2 % auf 9,5 %. Der Vergleich des 1. Quartals 2015/16 mit dem 2. Quartal 2015/16 zeigt eine Verminderung der Umsatzerlöse um 2,9 % von 774,0 Mio. EUR auf 751,3 Mio. EUR, was in erster Linie auf den Absatzrückgang von Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie zurückzuführen ist. Im direkten Quartalsvergleich ist die Ergebnisentwicklung ebenfalls durch Sondereffekte in Verbindung mit dem Erwerb der Beherrschung der beiden oben erwähnten Unternehmen geprägt, woraus im 1. Quartal 2015/16 ein positiver Beitrag zum EBITDA von 126,5 Mio. EUR und zum EBIT von 120,4 Mio. EUR resultierte. Im 2. Quartal 2015/16 waren aufgrund von Abschreibungen von stillen Reserven im Zusammenhang mit dem Beherrschungserwerb negative Einmaleffekte in Höhe von 6,3 Mio. EUR beim EBIT zu berücksichtigen. Das EBITDA verringerte sich im Quartalsvergleich um 57,6 % von 236,1 Mio. EUR auf 100,0 Mio. EUR. Reduziert um die außerordentlichen Effekte ging das EBITDA um 8,8 % von 109,6 Mio. EUR (Marge 14,2 %) auf 100,0 Mio. EUR (Marge 13,3 %) zurück. Abgesehen von saisonalen Effekten ist Hauptursache dafür die Schwäche im Energiesektor, der im Wesentlichen die Geschäftsbereiche Seamless Tubes und Welding Technology verstärkt ausgesetzt waren. Das EBIT sank vom 1. auf das 2. Quartal 2015/16 (unbereinigt) um 69,0 % von 197,2 Mio. EUR auf 61,2 Mio. EUR. Bereinigt um die Sondereffekte ergibt sich eine Reduktion um 12,1 % von 76,8 Mio. EUR (Marge 9,9 %) auf 67,5 Mio. EUR (Marge 9,0 %).

Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) in der Metal Engineering Division lag zum Ende des 2. Quartals 2015/16 mit 13.080 um 15,2 % über dem Vorjahresniveau (11.351). Der Anstieg resultiert aus der Miteinbeziehung der Beschäftigtenzahlen von voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. sowie den Akquisitionen von Bathurst Rail Fabrication Centre und Trafilerie Industriali S.p.A. Gegenüber dem Vergleichswert zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (11.685) erhöhte sich der Mitarbeiterstand um 11,9 %.

Mio. EUR 1 Q 2 Q 1 H
2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16
01.04.–
30.06.2014
01.04.–
30.06.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 601,9 565,5 578,9 540,9 1.180,8 1.106,4 –6,3
EBITDA 68,9 69,3 129,9 69,0 198,8 138,3 –30,4
EBITDA-Marge 11,5 % 12,3 % 22,4 % 12,8 % 16,8 % 12,5 %
EBIT 44,8 46,1 85,3 45,4 130,1 91,5 –29,7
EBIT-Marge 7,4 % 8,1 % 14,7 % 8,4 % 11,0 % 8,3 %
Beschäftigte
(Vollzeitäquivalent)
11.423 10.282 10.921 10.314 10.921 10.314 –5,6

Metal Forming Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf der Metal Forming Division zeichnete sich im 1. Halbjahr 2015/16 durch eine solide Entwicklung in den Industriezweigen Automobil und Lagertechnik aus. Demgegenüber tendierte die Nachfrage aus den Sektoren Bau sowie Maschinenbau mit einigen regionalen Ausnahmen auf einem weitgehend verhaltenen Niveau.

Die Bedarfsentwicklung im Geschäftsbereich Automotive Body Parts gestaltete sich unverändert stabil, wodurch eine solide Auslastung der Produktion gewährleistet war. Mit ein Grund dafür ist, dass im zunehmend wichtiger werdenden Absatzmarkt USA die Aufwärtstendenz der europäischen Premiumproduzenten alles in allem unvermindert anhält, wenngleich sich die Entwicklung je nach Hersteller und Modellpolitik durchaus differenziert darstellte. Mit zum positiven Bild in der Automobilindustrie tragen aber auch die steigenden Verkaufszahlen von Kleinund Kompaktautos auf dem europäischen Binnenmarkt bei.

Im Geschäftsbereich Tubes & Sections stellte sich die Dynamik nach Märkten und Regionen uneinheitlich dar. Dabei wiesen die europäischen Kernmärkte – abgesehen von Großbritannien – eine nur durchschnittliche Performance auf. Nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern auch in den zentraleuropäischen Ländern bewegte sich die Nachfrage auf einem relativ verhaltenen Niveau. Dagegen waren sowohl in Großbritannien als auch in den USA die Auftragseingänge unverändert robust, wiederum im Gegensatz dazu verschlechterte sich das Nachfrageverhalten in Brasilien im heurigen Geschäftsjahr nochmals markant, wobei dieser Entwicklung durch umfassende Kosteneinsparungen begegnet wird, um die Ergebniseinbußen so gering wie möglich zu halten. Durch rückläufige Investitionen im Bereich der chinesischen Infrastruktur fielen auch die Auftragsvergaben der internationalen Kunden in China (z.B. Baumaschinenindustrie) im Geschäftsbereich Tubes & Sections insgesamt schwach aus.

Sektoral betrachtet zeigte die europäische Bauindustrie kaum Aufwärtstendenzen. Durch die weltweit niedrigen Agrarpreise waren auch die Kunden aus der Landmaschinenindustrie in ihrem Bestellverhalten zurückhaltend, leicht verbessert stellte sich die Situation in der Nutzfahrzeugindustrie dar. Deutlich positiv hingegen verlief die Entwicklung in den Bereichen Präzisionsrohrkomponenten für sicherheitsrelevante Autoteile sowie Spezialprofile für die Flugzeugindustrie.

Der Geschäftsbereich Precision Strip war in den letzten Monaten mit einer anhaltenden Nachfrageschwäche in China konfrontiert. Der europäische Markt entwickelte sich in diesem Bereich zwar ebenfalls eher verhalten, durch die Herausnahme von Kapazitäten eines Mitbewerbers entspannte sich der Angebotsüberhang in Teilbereichen allerdings leicht. Unverändert gut stellte sich hingegen das Marktumfeld in den USA dar. Im Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions verharrte der Auftragseingang auf stabil hohem Niveau, wodurch die hervorragende operative Performance der letzten Jahre weiter anhielt.

Der Schwerpunkt der Investitionen in der Metal Forming Division lag im 1. Halbjahr 2015/16 in der Begleitung der Wachstumsstrategie des Bereiches Automotive Body Parts. In Shenyang, China, wurde im Herbst 2015 die siebente Fertigungsanlage zur Warmumformung von presshärtenden Stählen auf Basis "phs"-Technologie eröffnet. Am Standort Cartersville, USA, wird die neue "phs"- Linie im 1. Kalenderquartal 2016 starten, womit bis Ende des Geschäftsjahres 2015/16 weltweit dann insgesamt acht Anlagen für den indirekten Warmumformprozess von presshärtenden Stählen zur Verfügung stehen werden. Eine erste Pilotanlage für den direkten Prozess von "phs" wird ebenfalls noch im Geschäftsjahr 2015/16 fertiggestellt. Am 2. Juli 2015 erfolgte in Linz, Österreich, der Spatenstich für das zweite Werk der voestalpine-Europlatinen zur Produktion von hochqualitativen Platinen für den Automobilbau. Der Umbau der Pressenlinie 5 in Bunschoten, Holland, konnte gegen Ende des 1. Halbjahres 2015/16 erfolgreich abgeschlossen werden, womit in Zukunft auch an dieser Anlage die Verarbeitung von Aluminium möglich sein wird. Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 investierte die Metal Forming Division insgesamt 78,4 Mio. EUR (Vorjahr 88,1 Mio. EUR).

Finanzielle Leistungsindikatoren

Vor dem Hintergrund eines tendenziell rückläufigen Preisniveaus auf Basis sinkender Vormaterialkosten sowie einer Portfoliobereinigung im vergangenen Geschäftsjahr (Devestition der Flamco-Gruppe, der Plastics-Gesellschaften und von Rotec AB) verringerten sich die Umsatzerlöse der Metal Forming Division um 6,3 % von 1.180,8 Mio. EUR im 1. Halbjahr 2014/15 auf 1.106,4 Mio. EUR im 1. Halbjahr 2015/16. Ergebnisseitig wurden im 2. Quartal 2014/15 aufgrund der Strukturbereinigung positive Einmaleffekte beim EBITDA in Höhe von 66,5 Mio. EUR und beim EBIT von 45,2 Mio. EUR wirksam. Aufgrund dieser Vorjahres-Sondereffekte liegen sowohl das operative Ergebnis (EBITDA) als auch das Betriebsergebnis (EBIT) im aktuellen Geschäftsjahr deutlich unter den damaligen Werten. Während sich das EBITDA im Halbjahresvergleich um 30,4 % von 198,8 Mio. EUR auf 138,3 Mio. EUR verminderte, ging das EBIT um 29,7 % von 130,1 Mio. EUR auf 91,5 Mio. EUR zurück. Unter Außerachtlassung der Sondereffekte ergibt sich jedoch eine positive Tendenz, die einerseits auf Kostenoptimierungsmaßnahmen, andererseits aber auch auf die zunehmenden Internationalisierungsaktivitäten im Geschäftsbereich Automotive Body Parts zurückzuführen ist. Das bereinigte EBITDA entwickelte sich von 132,3 Mio. EUR (Marge 11,2 %) im Vorjahr auf heuer 138,3 Mio. EUR (Marge 12,5 %), was einer Steigerung um 4,5 % entspricht. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 7,8 % von 84,9 Mio. EUR (Marge 7,2 %) auf 91,5 Mio. EUR (Marge 8,3 %).

Der direkte Vergleich von 1. und 2. Quartal zeigt bei der Entwicklung der Umsatzerlöse eine leichte Abschwächung, auf der Ergebnisseite zeigt sich trotz der Saisonalität des Sommerquartals eine weitgehend stabile Performance. Insgesamt gingen die Umsatzerlöse um 4,4 % von 565,5 Mio. EUR im 1. Quartal 2015/16 auf 540,9 Mio. EUR im Folgequartal zurück. Das operative Ergebnis (EBITDA) blieb mit 69,0 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsquartal auf dem Niveau des Vorquartals (69,3 Mio. EUR). Durch die geringere Umsatzbasis verbesserte sich aber die EBITDA-Marge in diesem Zeitraum von 12,3 % auf 12,8 %. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) blieb im 2. Quartal 2015/16 mit 45,4 Mio. EUR nahezu konstant (1. Quartal 46,1 Mio. EUR). Die EBIT-Marge erhöhte sich ebenfalls leicht von 8,1 % auf 8,4 %.

Zum 30. September 2015 waren in der Metal Forming Division 10.314 Mitarbeiter (FTE) beschäftigt, das sind devestitionsbedingt um 5,6 % weniger als zum Vergleichsstichtag des vergangenen Geschäftsjahres (10.921), verglichen mit dem Stand zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 (10.328) ergibt sich keine nennenswerte Veränderung.

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen befinden sich in den erläuternden Anhangangaben.

Bericht über die Risiken des Unternehmens

Aktives Risikomanagement, so wie es im voestalpine-Konzern verstanden und seit vielen Jahren praktiziert wird, dient sowohl der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestandes als auch der Wertsteigerung und stellt somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die gesamte voestalpine-Gruppe dar. Im Rahmen des systematischen Risikomanagementprozesses, welcher mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich durchlaufen wird, und im Zuge interner Kontrollsysteme, welche ebenfalls integrale Bestandteile der Aufbauund Ablauforganisation sind, werden wesentliche Risiken systematisch und frühzeitig erfasst, analysiert, bewertet und permanent überwacht, sodass dann geeignete Vorsorgemaßnahmen umgesetzt werden können.

Das Risikoumfeld des voestalpine-Konzerns blieb in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres – auch im Vergleich zum Vorjahr – alles in allem unverändert. Die wesentlichen Risikofelder (wie etwa Rohstoffverfügbarkeit in den erforderlichen Mengen und Qualitäten, Ausfall von kritischen Produktionsanlagen bzw. von IT-Systemen, Wissensmanagement oder Risiken des Finanzbereichs) samt den dazugehörigen Vorsorgemaßnahmen stellen sich somit weitestgehend insgesamt stabil dar. Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass sich das mittel- und längerfristige Risiko aus der EU-Klimaschutzgesetzgebung inhaltlich zwar ebenfalls nicht verändert, formal aber durch zwischenzeitlich bestätigende Beschlüsse der Organe der Europäischen Union gegenüber dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres verschärft hat. Die Beschreibung der wesentlichen übrigen Risikofelder und der entsprechenden Vorsorgemaßnahmen, welche im Geschäftsbericht 2014/15 des voestalpine-Konzerns ausführlich erfolgt ist (Geschäftsbericht 2014/15, "Bericht über die Risiken des Unternehmens"), hat auch zum Halbjahreslagebericht nach wie vor unverändert Gültigkeit.

In Ergänzung zu den Ausführungen des Lageberichtes für das Geschäftsjahr 2014/15 zur steuerrechtlichen Firmenwertabschreibung im Rahmen der Gruppenbesteuerung in Österreich ist festzuhalten, dass der Europäische Gerichtshof mit seinem Urteil 6.10.2015, C-66/14, ausgesprochen hat, dass die Einschränkung der Firmenwertabschreibung auf unbeschränkt steuerpflichtige Gruppenmitglieder mit der Niederlassungsfreiheit des Art 49 AEUV nicht vereinbar ist. Die erste Vorlagefrage, die die Frage des Vorliegens einer verbotenen Beihilfe zum Gegenstand hat, ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes hingegen unzulässig, da sie offensichtlich in keinem Zusammenhang mit dem Gegenstand des Ausgangsrechtsstreites steht. Diese Vorlagefrage ist somit inhaltlich nicht behandelt worden. Im Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof hat die Generalanwältin (GA Kokott) in ihrem Schlussantrag vom 16.4.2015, C-66/14, die Rechtsauffassung vertreten, dass die österreichische Firmenwertabschreibung keine verbotene Beihilfe darstellt. Nun ist die Entscheidung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes noch abzuwarten. Vor dem Hintergrund des zitierten Urteils des Europäischen Gerichtshofes sowie des Schlussantrages der Generalanwältin in diesem Verfahren hat sich das Risiko des Eintrittes einer Rückabwicklung noch weiter reduziert und wird als sehr unwahrscheinlich angesehen.

Ergänzende risikominimierende Maßnahmen, welche aufbauend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der jüngsten Vergangenheit in den vergangenen Jahren gesetzt wurden und ebenfalls ausführlich im Geschäftsbericht 2014/15 beschrieben sind, werden und wurden auch im laufenden Geschäftsjahr konsequent weiterverfolgt.

Die zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren gesetzten Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/ oder eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab.

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass auch zum Zeitpunkt der Vorlage des Halbjahreslageberichtes zum Geschäftsjahr 2015/16 die Risiken und die daraus abzuleitenden Unsicherheiten im und für den voestalpine-Konzern begrenzt und überschaubar sind und der Fortbestand des Unternehmens daher nicht gefährdet ist. Auch Risiken einer zukünftigen Bestandsgefährdung sind zum Halbjahresstichtag nicht erkennbar.

Ausblick

Die 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2015/16 war für den voestalpine-Konzern zunächst durch eine relativ stabile Entwicklung auf durchaus zufriedenstellendem Niveau geprägt. Im Verlauf des Sommers machte sich dann allerdings zunehmend die weltweite Marktschwäche im Bereich Energie, insbesondere bei Öl und Gas, bemerkbar. Begleitet wurde die Entwicklung von einem massiven generellen Verfall der Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten. Ursache dafür waren zum einen die seit Jahren anhaltende Schwäche des europäischen Bausektors als Hauptabnehmer der Stahlindustrie, zum anderen – und vor allem – aber massiv zunehmende Importe von Stahl-Commodities aus China bei gleichzeitigen erheblichen Überkapazitäten in Europa.

Die voestalpine war bisher durch die Konzentration auf Premiumprodukte sowohl im Energie- als auch im Stahlbereich von diesen Entwicklungen nur am Rande betroffen und konnte sie durch Forcierung anderer Industriesegmente und Wirtschaftsregionen weitestgehend kompensieren. Dies wird aufgrund der seit Ende des Sommers weiter verschärften Konjunktursituation in beiden Industriesektoren in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres trotz eines leichten gesamtkonjunkturellen Aufwärtstrends in Europa und einer weitgehend stabilen Entwicklung in Nordamerika wesentlich schwieriger werden, da aus den übrigen Weltregionen keine nennenswerte Nachfrageunterstützung zu erwarten ist.

Aus heutiger Sicht zeichnet sich vor diesem Hintergrund daher für das 3. und 4. Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine gegenüber der 1. Jahreshälfte schwächere Ergebnisentwicklung ab. Im Einzelnen sind operatives Ergebnis (EBITDA) und Betriebsergebnis (EBIT) für das Gesamtjahr unter Einbeziehung der außerordentlichen Effekte bzw. von Konsolidierungsveränderungen zwar unverändert über den Werten des Vorjahres zu erwarten, die bereinigten Ergebnisse werden im Hinblick auf das zuletzt zunehmend schwieriger gewordene Marktumfeld allerdings unter jenen des Vorjahres zu liegen kommen.

Investor Relations

voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes

Veränderungen gegenüber Ultimo März 2015 in %

Kursverlauf der voestalpine-Aktie

Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2015/16 zeigten sich durch eine erhebliche Volatilität auf den internationalen Aktienmärkten geprägt. War der Kursanstieg der voestalpine-Aktie zu Beginn des Geschäftsjahres zunächst auf positive Konjunkturaussichten in Europa aufgrund einer Mischung aus schwachem Euro, niedrigem Ölpreis und geringen Zinsen zurückzuführen, unterstützte im weiteren Verlauf die Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2014/15 den positiven Trend.

So löste die Bekanntgabe der Jahresergebnisse am 3. Juni 2015 ein unmittelbares Kursplus von über 8 % aus. In der Folge verlor die voestalpine-Aktie jedoch deutlich an Wert. Neben geopolitischen Unsicherheiten lag ein wesentlicher Grund auch in den makroökonomischen Entwicklungen einst aufstrebender Volkswirtschaften, die aus unterschiedlichen Gründen die Wachstumsperspektiven zurücknehmen mussten. Während die Russische Föderation aufgrund der Sanktionspolitik im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise bereits 2014 in eine Rezession schlitterte, fiel die Wirtschaftsleistung in Brasilien durch eine Vielzahl hausgemachter Probleme kontinuierlich ab. Global noch wesentlich stärker wirkten sich jedoch die im Sommer 2015 erneut aufkeimenden Zweifel an der Robustheit der chinesischen Volkswirtschaft aus. Gleichzeitig gelangte die "Griechenland-Problematik" wieder mehr in den Fokus der europäischen Kapitalmärkte und damit neuerliche Befürchtungen, dass die Schuldenthematik auf die europäische Realwirtschaft übergreifen könnte. Diese durchwegs kritischen Entwicklungen führten letztlich im 3. Kalenderquartal zu einem permanenten Druck auf die internationalen Kapitalmärkte und damit auch den Kurs der voestalpine-Aktie.

Mit einem Minus von 10,6 % per 30. September 2015 entwickelte sie sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 insgesamt etwa auf dem Niveau der Vergleichsindizes ATX, STOXX Index Europe und Dow Jones Industrial. Lag der Wert der Aktie zu Beginn des Geschäftsjahres bei 34,34 EUR, notierte sie Ende September bei 30,70 EUR.

Anleihen

Art der Anleihe ISIN-Nummer Volumen Zinssatz Kurs
(30.09.2015)
Unternehmensanleihe 2011–2018 AT0000A0MS58 500 Mio. EUR 4,75 % 107,5
Unternehmensanleihe 2012–2018 XS0838764685 500 Mio. EUR 4,0 % 107,5
Hybridanleihe 2013 AT0000A0ZHF1 500 Mio. EUR 7,125 %1 108,5
Unternehmensanleihe 2014–2021 AT0000A19S18 400 Mio. EUR 2,25 % 103,0

1 Zinssatz: 7,125 % p. a. vom Emissionsdatum bis zum 31.10.2014; 6 % p. a. vom 31.10.2014 bis zum 31.10.2019; 5-Jahres-Swapsatz (vom 29.10.2019) +4,93 % p. a. vom 31.10.2019 bis zum 31.10.2024; danach 3-Monats- EURIBOR +4,93 % p. a. + Step-up von 1 % p. a. ab 31.10.2024.

Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:

  • Alpha Value, Paris
  • Baader Bank AG, München
  • Barclays, London
  • Bank of America/Merrill Lynch, London
  • Berenberg, London
  • Citigroup, London
  • Commerzbank, Frankfurt
  • Credit Suisse, London
  • Deutsche Bank, London
  • Erste Bank, Wien
  • Exane BNP Paribas, Paris

  • Goldman Sachs, London

  • HSBC, London
  • Jefferies, London
  • Kepler Cheuvreux, Frankfurt
  • Macquarie, London
  • Raiffeisen Centrobank, Wien
  • Royal Bank of Canada Europe Ltd., London
  • Redburn, London
  • Société Générale, Paris
  • Steubing, Frankfurt
  • UBS, London

Informationen zur Aktie

Aktiennominale 317.851.287,79 EUR,
zerlegt in 174.949.163 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 30. September 2015 28.597 Stück
Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber
Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)
ISIN AT0000937503
Reuters VOES.VI
Bloomberg VOE AV
Kurse (jeweils zum Tagesende)
Börsenhöchstkurs April 2015 bis September 2015 41,58 EUR
Börsentiefstkurs April 2015 bis September 2015 29,17 EUR
Kurs zum 30. September 2015 30,70 EUR
Ausgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EUR
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EUR
Börsenkapitalisierung zum 30. September 2015* 5.370.061.376,20 EUR
* Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.
Geschäftsjahr 2014/15
Gewinn/Aktie 3,11 EUR
Dividende/Aktie 1,00 EUR
Buchwert/Aktie 29,22 EUR
Terminvorschau 2015/16
------------------------ --
Veröffentlichung 3. Quartal 2015/16 10. Februar 2016
Geschäftsbericht 2015/16 2. Juni 2016
Nachweisstichtag zur Teilnahme an der HV 26. Juni 2016
Hauptversammlung 6. Juli 2016
Ex-Dividenden-Tag 14. Juli 2016
Nachweisstichtag für Dividendenzahlung 15. Juli 2016
Dividenden-Zahltag 18. Juli 2016
Veröffentlichung 1. Quartal 2016/17 9. August 2016
Veröffentlichung 2. Quartal 2016/17 9. November 2016

voestalpine AG Finanzdaten zum 30.09.2015

Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Konzernbilanz

Aktiva

31.03.2015 30.09.2015
A. Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 5.328,4 5.713,1
Firmenwert 1.472,9 1.539,0
Andere immaterielle Vermögenswerte 345,3 443,8
Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen 219,1 123,2
Andere Finanzanlagen 77,6 76,6
Latente Steuern 328,9 339,9
7.772,2 8.235,6
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 2.977,5 3.057,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.667,9 1.519,1
Andere Finanzanlagen 412,8 407,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 464,5 329,1
5.522,7 5.313,3
Summe Aktiva 13.294,9 13.548,9

Passiva

A. Eigenkapital
Grundkapital
313,3
317,9
Kapitalrücklagen
471,9
551,7
Hybridkapital
497,9
497,9
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen
3.755,0
3.937,8
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens
5.038,1
5.305,3
Nicht beherrschende Anteile
64,4
204,1
5.102,5 5.509,4
B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen
1.252,1
1.202,2
Rückstellungen
70,4
68,2
Latente Steuern
181,0
234,9
Finanzverbindlichkeiten
3.004,6
3.180,0
4.508,1 4.685,3
C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen
513,6
535,4
Steuerschulden
77,2
110,2
Finanzverbindlichkeiten
890,2
735,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
2.203,3
1.972,8
3.684,3 3.354,2
Summe Passiva
13.294,9
13.548,9

Konzern-Kapitalflussrechnung

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Betriebstätigkeit
Ergebnis nach Steuern 315,6 420,6
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 280,4 169,6
Veränderung Working Capital
Veränderung Vorräte –9,1 –12,8
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten –13,2 –71,0
Veränderung Rückstellungen –40,3 41,3
–62,6 –42,5
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 533,4 547,7
Investitionstätigkeit
Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
–473,1 –691,9
Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen 27,6 3,3
Cashflow aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen 0,0 23,4
Cashflow aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen 111,0 0,1
Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen 30,5 –0,6
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –304,0 –665,7
Finanzierungstätigkeit
Dividenden –163,8 –174,8
Dividenden/Kapitalerhöhung
nicht beherrschende Gesellschafter
Anteilszukauf von nicht beherrschenden Gesellschaftern
–14,2
–6,0
–37,3
–0,9
Kapitalerhöhung 0,0 85,3
Veränderung langfristige Finanzverbindlichkeiten 269,7 182,9
Veränderung kurzfristige Finanzverbindlichkeiten –2,2 –64,2
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 83,5 –9,0
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente 312,9 –127,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresanfang 532,4 464,5
Veränderungen von Währungsdifferenzen 7,4 –8,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende 852,7 329,1

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
Umsatzerlöse 5.561,1 5.786,7 2.734,4 2.785,0
Umsatzkosten –4.442,2 –4.513,5 –2.201,9 –2.167,1
Bruttoergebnis 1.118,9 1.273,2 532,5 617,9
Sonstige betriebliche Erträge 215,1 166,5 147,9 81,4
Vertriebskosten –487,2 –514,6 –243,1 –250,5
Verwaltungskosten –297,5 –308,9 –139,3 –153,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –133,8 –193,3 –82,1 –92,1
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen 29,2 152,4 10,4 3,1
EBIT 444,7 575,3 226,3 206,8
Finanzerträge 34,4 15,3 17,9 5,7
Finanzaufwendungen –87,4 –84,9 –45,4 –35,6
Ergebnis vor Steuern (EBT) 391,7 505,7 198,8 176,9
Ertragsteuern –76,1 –85,1 –33,2 –45,7
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 315,6 420,6 165,6 131,2
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 284,7 401,0 151,4 119,8
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 5,6 8,3 2,4 5,7
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 25,3 11,3 11,8 5,7
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis
je Aktie (EUR)
1,65 2,29 0,88 0,68

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Sonstiges Ergebnis

01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.07.–
30.09.2014
01.07.–
30.09.2015
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 315,6 420,6 165,6 131,2
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich
in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Cashflow-Hedges 5,7 –19,4 6,4 –1,3
Net Investment-Hedges 0,0 –7,6 0,0 –2,0
Währungsumrechnung 47,8 –96,9 32,3 –63,5
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen 5,9 –3,7 6,0 1,1
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses,
die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert
werden
59,4 –127,6 44,7 –67,8
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich
in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 0,0 59,9 0,0 59,9
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses,
die nicht nachträglich in das Periodenergebnis
umgegliedert werden
0,0 59,9 0,0 59,9
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto 59,4 –67,7 44,7 –7,9
Gesamtergebnis in der Periode 375,0 352,9 210,3 123,3
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 343,0 337,9 195,3 114,0
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 6,7 3,7 3,2 3,6
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 25,3 11,3 11,8 5,7
Gesamtergebnis in der Periode 375,0 352,9 210,3 123,3

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

1H 2014/15 1H 2015/16
Nicht be
herrschende
Konzern
Anteile
Gesamt Konzern Nicht be
herrschende
Anteile
Gesamt
Eigenkapital zum 01.04. 5.196,7 64,9 5.261,6 5.038,1 64,4 5.102,5
Gesamtergebnis
in der Periode
368,3 6,7 375,0 349,2 3,7 352,9
Dividendenausschüttung –163,8 –6,3 –170,1 –174,8 –38,7 –213,5
Tilgung Hybridkapital –500,0 –500,0
Dividende Hybridkapital –30,5 –30,5
Steuereffekte auf
Transaktionen mit
Hybridkapitalbesitzer
8,4 8,4 3,8 3,8
Kapitalerhöhung 85,3 85,3
Anteilsbasierte
Vergütungen
–1,0 –1,0
Zugang aus der Über
nahme der Beherrschung
von Anteilen
173,2 173,2
Sonstige Veränderungen 0,7 –13,0 –12,3 4,7 1,5 6,2
Eigenkapital zum 30.09. 4.879,8 52,3 4.932,1 5.305,3 204,1 5.509,4

voestalpine AG Erläuternde Anhangangaben

Allgemeines/Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. September 2015 für das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen des IAS 34 – Interim Financial Reporting erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2014/15 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden mit folgenden Ausnahmen unverändert fortgeführt:

Im Geschäftsjahr 2015/16 erstmals angewandte Änderungen oder Neufassungen von Standards

Standard Inhalt Inkrafttreten1

IAS 19, Änderung Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 1. Juli 2014
diverse Standards,
Änderung
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards
(Improvements-Projekt 2010–2012)
1. Juli 2014
diverse Standards,
Änderung
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards
(Improvements-Projekt 2011–2013)
1. Juli 2014

1 Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die Anwendung der neuen Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss.

Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, aber für das Geschäftsjahr 2015/16 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. anwendbar oder von der EU noch nicht übernommen:

Standard Inhalt Inkrafttreten
laut IASB1
IAS 1, Änderung Angabeninitiative 1. Jänner 2016
IAS 16 und IAS 38,
Änderung
Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 1. Jänner 2016
IAS 16 und IAS 41,
Änderung
Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen 1. Jänner 2016
IAS 27, Änderung Equity-Methode im separaten Abschluss 1. Jänner 2016
diverse Standards,
Änderung
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards
(Improvements-Projekt 2012–2014)
1. Jänner 2016
IFRS 10, IFRS 12
und IAS 28, Änderung
Investmentgesellschaften:
Anwendung der Konsolidierungsausnahme
1. Jänner 2016
IFRS 11, Änderung Bilanzierung von Erwerben von Anteilen
an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit
1. Jänner 2016
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 1. Jänner 2016
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1. Jänner 2018
IFRS 9 Finanzinstrumente 1. Jänner 2018

Zum Bilanzstichtag vom IASB herausgegeben, aber von der EU noch nicht übernommen

1 Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die angeführten Standards werden – sofern von der EU übernommen – nicht vorzeitig angewandt. Es werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen aus den neuen bzw. überarbeiteten Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet.

Für Fragen zu den übrigen verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2015 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.

Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 (Stichtag: 30. September 2014).

Im Aktionärsbrief des 1. Quartals 2015/16 ist aufgrund der rückwirkenden Anpassung in der Vergleichsperiode 1. Quartal 2014/15 ein unwesentlicher Fehler in der Ergebniszurechnung an Anteilseigner des Mutterunternehmens und an Hybridkapitalbesitzer aufgetreten, welcher im aktuellen Konzernzwischenabschluss in der Fortrechnung entsprechend korrigiert wurde.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis/Unternehmenserwerbe

Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Voll
konsolidierung
Equity
Methode
Stand am 01.04.2015 274 11
Zugänge aus Unternehmenserwerben 1
Änderung der Konsolidierungsmethode
Zugänge 3
Abgänge –3
Umgründungen –2
Abgänge oder Veräußerung –2
Stand am 30.09.2015 273 9
davon ausländische Gesellschaften 214 4

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 wurden folgende Gesellschaften endkonsolidiert:

Im Geschäftsjahr 2014/15 Vollkonsolidierung Aktiebolaget Finansa Associated Swedish Steels Aktiebolag Umgründungen – im Geschäftsjahr 2014/15 Vollkonsolidierung voestalpine Stahl Service Center GmbH BÖHLERSTAHL Vertriebsgesellschaft m.b.H.

Im Geschäftsjahr 2014/15 Equity-Methode

voestalpine Tubulars GmbH

Name der Gesellschaft

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG

CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.

Der voestalpine-Konzern hat am 4. September 2015 sämtliche Anteile an der Aktiebolaget Finansa und Associated Swedish Steels Aktiebolag zum Buchwert von 0,0 Mio. EUR verkauft.

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 werden folgende Gesellschaften im Konzernzwischenabschluss erstmalig einbezogen:

Name der Gesellschaft Anteil in %
Vollkonsolidierung
voestalpine Tubulars GmbH 57,500 %
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG 49,600 %
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. 50,000 %
Equity-Methode
WS Service GmbH 49,000 %

Unter Berücksichtigung der Anteile der voestalpine Tubulars GmbH an der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG ergibt sich ein durchgerechneter Konzernanteil an der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG in Höhe von 49,8875 %.

Die bisherigen Gemeinschaftsunternehmen voestalpine Tubulars GmbH, voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. wurden bis zum 31. März 2015 nach der Equity-Methode einbezogen und aufgrund der Übernahme der Beherrschung ab 1. April 2015 auf Vollkonsolidierung umgestellt.

Die Unternehmensbewertungen der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und voestalpine Tubulars GmbH sowie der CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. wurden durch einen unabhängigen Gutachter durchgeführt. Die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden. Bei Kundenbeziehungen, Technologie, Sachanlagen sowie Vorräten wurden gemäß IFRS 3 wesentliche Zeitwertanpassungen durchgeführt. Die Bilanzierung der nicht beherrschenden Anteile erfolgt entsprechend der Partial Goodwill-Methode, sodass für nicht beherrschende Anteile kein Goodwill aufgedeckt wird.

Die Einbeziehung von akquirierten Gesellschaften in den Konzernzwischenabschluss erfolgt unter Fortführung der gemäß IFRS 3 zum Akquisitionsstichtag ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden unter Berücksichtigung der entsprechenden Abschreibungen. Der Bilanzwert der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den fortgeführten Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden.

Am 8. April 2015 haben die voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH und Grant Prideco European Holding LLC eine grundlegende Überarbeitung nahezu aller bestehenden Vertragsvereinbarungen in Bezug auf die Kontroll- und Steuerungsstruktur der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG fixiert, die ab 1. April 2015 wirksam ist. Gleichzeitig wurde eine Anteilserhöhung der voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH an der geschäftsführenden Komplementär-GmbH von 50,0 % auf 57,5 % vereinbart.

Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2014/15 als Gemeinschaftsunternehmen zwischen Grant Prideco European Holding LLC (Tochterunternehmen des in den USA ansässigen Konzerns National Oilwell Varco, Inc. mit Expertise in den Segmenten Bohrgestänge und Premiumrohrverbindungen) und der voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH, die über ihre Tochtergesellschaft, die voestalpine Stahl Donawitz GmbH, eine entsprechende Stahlexpertise und das den hohen Qualitätsanforderungen entsprechende Vormaterial bereitstellt, dargestellt. Sitz und Produktionsstandort der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG ist in Kindberg, Österreich. Zur Gesellschaft gehören Vertriebsniederlassungen in den USA und im Nahen Osten.

Durch die grundlegende Überarbeitung der wesentlichen Vertragsvereinbarungen in Verbindung mit der deutlichen Anteilsverschiebung in der Komplementär-GmbH ist ab April 2015 der Tatbestand der Beherrschung gemäß IFRS 10.6. erfüllt, da die operative Steuerung entsprechend den Interessen der voestalpine damit möglich ist.

Dazu gehört die Budgethoheit (im Sinne der Fixierung der maßgeblichen operativen Vorgaben an das Management) – einschließlich der Vormaterialversorgung, der Steuer- und Finanzpolitik sowie grundlegender Marketingmaßnahmen. Nach den Änderungen der Vertragsvereinbarungen hat die voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH künftig sowohl in der Geschäftsführung als auch im Aufsichtsrat (in Verbindung mit dem Dirimierungsrecht des Vorsitzenden) die Möglichkeit, in allen maßgeblichen operativen Angelegenheiten ihre Interessen durchzusetzen.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und voestalpine Tubulars GmbH stellen sich bei Erlangung der Beherrschung wie folgt dar:

Angesetzte Werte
Langfristiges Vermögen 232,5
Kurzfristiges Vermögen 212,9
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –80,4
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –77,8
Nettovermögen 287,2
Zugang nicht beherrschende Anteile –143,8
Firmenwerte 67,1
Anschaffungskosten 210,5
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,4
Fair Value der bisher als Gemeinschaftsunternehmen bilanzierten Anteile –198,2
Nicht zahlungswirksame Gegenleistung –12,3
Nettozahlungsmittelzugang 0,4
Mio. EUR

Der Firmenwert in Höhe von 67,1 Mio. EUR ergibt sich aus dem Ergebnispotenzial der Gesellschaft, welches gemäß IFRS nicht individuell aktivierungsfähigen Positionen zuzuordnen ist, insbesondere dem umfassenden technischen Know-how und der exzellenten Vertriebsexpertise der Mitarbeiter. Der Firmenwert wird in voller Höhe der firmenwerttragenden Einheit "Tubulars" zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass Teile des erfassten Firmenwertes für körperschaftsteuerliche Zwecke abzugsfähig sind.

Die bisherigen Anteile wurden als Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen der Equity-Methode einbezogen. Unmittelbar vor Erlangen der Beherrschung wurden die bisherigen Anteile mit deren beizulegendem Zeitwert neu bewertet. Hieraus ergibt sich ein Ertrag von 133,6 Mio. EUR (inklusive recycling von Cashflow-Hedges), der im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 in den Ergebnissen von equitykonsolidierten Unternehmen enthalten ist. Aus der Abschreibung der aufgedeckten stillen Reserven ergab sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 ein Aufwand in Höhe von 29,8 Mio. EUR.

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und voestalpine Tubulars GmbH trugen seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 191,5 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug 2,5 Mio. EUR (nach Abschreibung der im Zuge der Purchase Price Allocation angesetzten stillen Reserven). voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und voestalpine Tubulars GmbH wurden zum 1. April 2015 erstkonsolidiert.

Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und voestalpine Tubulars GmbH werden beizulegende Zeitwerte für Lieferforderungen in Höhe von 46,3 Mio. EUR (Bruttobuchwert 46,3 Mio. EUR), Forderungen aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 56,9 Mio. EUR (Bruttobuchwert 56,9 Mio. EUR) und sonstige Forderungen in Höhe von 8,0 Mio. EUR (Bruttobuchwert 8,0 Mio. EUR) übernommen. Die voraussichtlich uneinbringlichen Forderungen sind als unwesentlich zu betrachten.

Mit Wirksamkeit vom 1. April 2015 wurde für die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. durch die grundlegende Überarbeitung der wesentlichen Vertragsvereinbarungen der Tatbestand der Beherrschung gemäß IFRS 10.6. erfüllt. Die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. wird zu 50 % von zwei Gesellschaften des voestalpine-Konzerns gehalten. Aufgrund des bisher wechselnden Nominierungsrechts für den CEO (zwischen dem Joint Venture-Partner und voestalpine), der in wesentlichen Belangen die Entscheidungsmacht hat, wurde die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. bisher als Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung behandelt und bis 31. März 2015 nach der Equity-Methode in den voestalpine-Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund der Änderung des Gesellschaftsvertrages hat in wesentlichen Belangen nunmehr das "Board of directors" die Entscheidungsmacht, welches mehrheitlich von Vertretern der voestalpine besetzt ist. Daher wurde die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. ab 1. April 2015 vollkonsolidiert. Das Unternehmen produziert Weichen und Schienenauszugsvorrichtungen für den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes in China.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. stellen sich bei Erlangung der Beherrschung wie folgt dar:

Angesetzte Werte
Langfristiges Vermögen 27,2
Kurzfristiges Vermögen 79,2
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –1,5
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –46,1
Nettovermögen 58,8
Zugang nicht beherrschende Anteile –29,4
Firmenwerte 0,2
Anschaffungskosten 29,6
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 23,9
Fair Value der bisher als Gemeinschaftsunternehmen bilanzierten Anteile –29,6
Nettozahlungsmittelzugang 23,9

Der Firmenwert in Höhe von 0,2 Mio. EUR ergibt sich aus dem Ergebnispotenzial der Gesellschaft, welches gemäß IFRS nicht individuell aktivierungsfähigen Positionen zuzuordnen ist. Der Firmenwert wird in voller Höhe der firmenwerttragenden Einheit "Turnout Systems" zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass Teile des erfassten Firmenwertes für körperschaftsteuerliche Zwecke abzugsfähig sind.

Die bisherigen Anteile wurden als Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen der Equity-Methode einbezogen. Unmittelbar vor Erlangen der Beherrschung wurden die bisherigen Anteile mit deren beizulegendem Zeitwert neu bewertet. Hieraus ergibt sich ein Ertrag (inklusive recycling von Währungsumrechnungsdifferenzen) von 12,2 Mio. EUR, der im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 in den Ergebnissen von equitykonsolidierten Unternehmen enthalten ist. Aus der Abschreibung der aufgedeckten stillen Reserven ergab sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 ein Aufwand in Höhe von 1,4 Mio. EUR.

CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. trug seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 45,9 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug 8,2 Mio. EUR. CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. wurde zum 1. April 2015 erstkonsolidiert.

Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. wurden beizulegende Zeitwerte für Lieferforderungen in Höhe von 23,3 Mio. EUR (Bruttobuchwert 28,5 Mio. EUR) und sonstige Forderungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Bruttobuchwert 0,1 Mio. EUR) übernommen.

Aus zeitlichen Gründen bzw. aufgrund noch nicht endgültiger Bewertungen sind bei den erstmaligen Vollkonsolidierungen im Einklang mit IFRS 3 die Positionen Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände, Vorräte sowie Rückstellungen und infolgedessen die Position Firmenwerte als vorläufig zu erachten.

Die Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird als Transaktion zwischen Eigentümern behandelt. Die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile wird direkt im Eigenkapital erfasst. Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 wurden für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0,9 Mio. EUR (2014/15: 9,9 Mio. EUR) bezahlt oder vorgesorgt. Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 0,9 Mio. EUR (2014/15: 7,6 Mio. EUR) wurden ausgebucht, der darüber hinausgehende Betrag in Höhe von 0,0 Mio. EUR (2014/15: 2,3 Mio. EUR) wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.

Die Abstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird als Transaktion zwischen Eigentümern behandelt. Die Differenz zwischen dem Fair Value und der nicht beherrschenden Anteile wird direkt im Eigenkapital erfasst. Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 wurden nicht beherrschende Anteile zum Fair Value von 4,9 Mio. EUR (2014/15: 0,0 Mio. EUR) getauscht (siehe Abschnitt "Anteile an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen"). Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 1,1 Mio. EUR (2014/15: 0,0 Mio. EUR) wurden ausgebucht, der darüber hinausgehende Betrag in Höhe von 3,8 Mio. EUR (2014/15: 0,0 Mio. EUR) wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.

Put-Optionen, welche nicht beherrschenden Gesellschaftern für ihre Anteile an Konzerngesellschaften eingeräumt wurden, werden mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit passiviert. Sofern für den Einzelfall ein Übergang der mit dem Eigentum am nicht beherrschenden Anteil verbundenen Chancen und Risiken bereits zum Zeitpunkt des Mehrheitserwerbs erfolgt ist, geht man von einem Erwerb von 100 % der Gesellschaft aus. Liegt hingegen kein Chancen- und Risikotransfer vor, werden die nicht beherrschenden Anteile weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird erfolgsneutral aus den Gewinnrücklagen dotiert ("double credit approach").

Der Fair Value der im Eigenkapital verrechneten offenen Put-Optionen beträgt zum 30. September 2015 0,6 Mio. EUR (31. März 2015: 0,6 Mio. EUR).

Im Rahmen eines Asset-Deals erwarb die voestalpine WBN B.V. Niederlande, ein Unternehmen der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns, die Rail Service Netherlands (RSN) mit Sitz in Alkmaar. Diese fertigt mit rund zehn Mitarbeitern Weichenantriebe sowie Antriebsschnittstellenteile (Stell- und Prüferstangen) für den niederländischen Markt. Die wesentlichen strategischen Überlegungen des Asset Deals sind eine Stärkung und Absicherung der Marktposition von voestalpine WBN B.V. durch die Integration von Antriebs- und Stelltechnologie (holländische Systemweiche), der Aufbau eines Signaltechnik-Kompetenzzentrums für die Niederlande sowie den Ausbau des bestehenden Servicegeschäfts, die Beschleunigung des Markteintritts für andere Signaling-Produkte durch Nutzung der guten Reputation von RSN sowie die schnellere Marktausbreitung der RSN-Weichenantriebe aufgrund exzellenter Marktposition von voestalpine am niederländischen Bahnmarkt.

Angesetzte Werte
Langfristiges Vermögen 0,5
Kurzfristiges Vermögen 0,4
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0,0
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0,0
Nettovermögen 0,9
Firmenwerte 0,0
Anschaffungskosten 0,9
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,0
Nettozahlungsmittelabgang 0,9

Mio. EUR

Der Unternehmenserwerb trug seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 0,1 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug 0,0 Mio. EUR. Wäre der Unternehmenserwerb schon zum 1. April 2015 konsolidiert worden, wären die berichteten Konzernumsatzerlöse um 0,6 Mio. EUR höher und das berichtete Ergebnis nach Steuern des Konzerns um 0,1 Mio. EUR höher.

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Name des Tochterunternehmens Sitz 30.09.2015
Eigentumsanteil Beteiligungsquote
der Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG Kindberg, Österreich 49,8875 % 50,1125 %
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
Qinhuangdao, China 50,000 % 50,000 %

Die gesamten nicht beherrschenden Anteile der Periode betragen 204,1 Mio. EUR, wovon 113,3 Mio. EUR auf die voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und 31,7 Mio. EUR auf die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. entfallen. Die weiteren nicht beherrschenden Anteile sind einzeln für den Konzern als unwesentlich anzusehen.

Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für jedes Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, die für den Konzern wesentlich sind, dargestellt. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen.

Zusammengefasste Bilanz

voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
30.09.2015 30.09.2015
Langfristiges Vermögen 83,0 19,4
Kurzfristiges Vermögen 120,9 97,5
Langfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
34,6 0,1
Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten
50,2 56,6
Nettovermögen (100 %) 119,1 60,2

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung

voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
01.04.–30.09.2015 01.04.–30.09.2015
Umsatzerlöse 197,6 45,9
EBIT 20,8 12,3
Ergebnis nach Steuern 24,9 9,3
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 12,4 4,7
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 12,5 4,7
An nicht beherrschende Gesellschafter
gezahlte Dividenden 31,0 0,0
Mio. EUR

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung

voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
01.04.–30.09.2015 01.04.–30.09.2015
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 26,0 5,9
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 34,4 –0,3
davon Investitionen/Devestitionen
in andere Finanzanlagen
53,6 0,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –60,5 0,0
Verminderung/Erhöhung der Zahlungs
mittel und Zahlungsmitteläquivalente
–0,1 5,6

Mio. EUR

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Anteile an nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen

Zum 30. September 2015 ist einzig die Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd als Gemeinschaftsunternehmen erfasst. Die bisherigen Gemeinschaftsunternehmen voestalpine Tubulars GmbH & Co KG (bisher als wesentliches Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert), voestalpine Tubulars GmbH und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. (bisher als nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert) wurden bis zum 31. März 2015 nach der Equity-Methode einbezogen und aufgrund der Übernahme der Beherrschung ab 1. April 2015 auf Vollkonsolidierung umgestellt. Zu den daraus entstandenen Beträgen auf Ergebnissen von equitykonsolidierten Unternehmen und auf das sonstige Ergebnis siehe Abschnitt "Konsolidierungskreis/Unternehmenserwerbe".

Die Ergebnisse aus den Gemeinschaftsunternehmen, welche für den voestalpine-Konzernzwischenabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und stellen sich wie folgt dar:

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Anteil des Konzerns am
Ergebnis nach Steuern 4,3 0,0
Sonstigen Ergebnis 2,6 –0,2
Gesamtergebnis 6,9 –0,2
Buchwert nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen 26,2 3,3

Mio. EUR

Anteile an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen

Die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, welche für den voestalpine-Konzernzwischenabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den assoziierten Unternehmen und stellen sich wie folgt dar:

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Anteil des Konzerns am
Ergebnis nach Steuern 6,3 6,5
Sonstigen Ergebnis 3,3 –2,5
Gesamtergebnis 9,6 4,0
Buchwert nicht wesentliche assoziierte Unternehmen 114,0 119,9

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 wurde die WS Service GmbH, welche auf Inspektion, Wartung und Instandsetzung von Weichen spezialisiert ist, erstmalig als assoziiertes Unternehmen im Konzernzwischenabschluss einbezogen. Die voestalpine Weichensysteme GmbH (Metal Engineering Division) hält durch Anteilstausch 49,0 % an der WS Service GmbH (Bilanzstichtag 31.12.). Im Rahmen dieses Anteilstausches sind 13,05 % von der Weichenwerk Wörth GmbH ab- und 49,0 % von der WS Service GmbH zugegangen.

Erläuterung der Bilanz

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 haben die tatsächlichen Investitionen in Höhe von 642,2 Mio. EUR die Abschreibungen in Höhe von 317,0 Mio. EUR überstiegen. Daneben führten die Anlagenzugänge durch die erstmalige Vollkonsolidierung der voestalpine Tubulars GmbH, voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. in Höhe von 326,9 Mio. EUR zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte von 7.772,2 Mio. EUR auf 8.235,6 Mio. EUR. Neben einem operativen Anstieg des Vorrätebestands (siehe Konzern-Kapitalflussrechnung) ist der Bilanzwert der Vorräte zum Stichtag vor allem aufgrund der beschriebenen erstmaligen Vollkonsolidierung der voestalpine Tubulars GmbH, voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. gegenüber dem 31. März 2015 um 80,3 Mio. EUR gestiegen.

Das Grundkapital der voestalpine AG betrug zum 30. September 2015 317.851.287,79 EUR (31. März 2015: 313.309.235,65 EUR) und ist in 174.949.163 Aktien zerlegt (31. März 2015: 172.449.163). Die am 9. März 2015 vom Vorstand beschlossene und am 26. März 2015 vom Aufsichtsrat genehmigte Kapitalerhöhung im Ausmaß von 2,5 Mio. Stück Aktien wurde mit 25. April 2015 eingetragen und ist somit mit diesem Datum wirksam. Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 28.597 Stück eigene Aktien. Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 wurden keine eigenen Aktien ge- oder verkauft.

Im Geschäftsjahr 2012/13 begab die voestalpine AG eine neue nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridanleihe 2013) im Umfang von 500 Mio. EUR. Der Erlös aus der Begebung der Hybridanleihe wird als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital nach IAS 32 erfüllt. Entsprechend werden auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung dargestellt. Die Begebungskosten der Hybridanleihe 2013 beliefen sich auf 2,8 Mio. EUR abzüglich 0,7 Mio. EUR Steuereffekt. Das Eigenkapital erhöhte sich deshalb um einen Wert von 497,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2012/13.

Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 420,6 Mio. EUR hat zu einer Erhöhung des Eigenkapitals beigetragen. In der Hauptversammlung am 1. Juli 2015 wurde für das Geschäftsjahr 2014/15 eine Dividende in Höhe von 1,00 EUR je Aktie beschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr wurde daher von der voestalpine AG eine Dividende in Höhe von 174,8 Mio. EUR an Anteilseigner ausgeschüttet.

Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sowie Jubiläumsgelder werden für den Konzernzwischenabschluss auf Basis eines Vorschaugutachtens für das gesamte laufende Geschäftsjahr 2015/16 berücksichtigt. Sind unterjährig wesentliche Änderungen der Parameter eingetreten, wird eine Neubewertung der Nettoschuld durchgeführt.

Zum 30. September 2015 führten eine Erhöhung des Diskontierungszinses von 1,5 % auf 2,0 % sowie eine negative Pensionskassenperformance von –3,05 % insgesamt zu einer Reduktion der Pensionsund Abfertigungsrückstellungen und folglich zu einem versicherungsmathematischen Gewinn in Höhe von 59,9 Mio. EUR (nach latenten Steuern).

Im Zusammenhang mit der Jubiläumsgeldrückstellung ergibt sich ein weiterer Anpassungsbedarf aufgrund der letzten österreichischen Steuerreform. Anlässlich der zukünftigen Gesetzeslage ab 1. Jänner 2016 (welche bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu berücksichtigen ist) wird für das Jubiläumsgeld auch ein Sozialversicherungs-Arbeitgeberanteil fällig, der ebenfalls in der Jubiläumsgeldrückstellung zu erfassen ist. Diese Anpassung und die Erhöhung des Diskontierungszinses von 1,5 % auf 2,0 % führten zu einer Reduktion der Jubiläumsgeldrückstellung in Höhe von 1,6 Mio. EUR und zu einem ergebniswirksamen Ertrag (nach latenten Steuern) in Höhe von 1,2 Mio. EUR.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

Der Umsatz vom 1. April bis 30. September 2015 in Höhe von 5.786,7 Mio. EUR ist im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres (5.561,1 Mio. EUR) um 4,1 % gestiegen. Das EBIT belief sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 auf 575,3 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 444,7 Mio. EUR. Bezogen auf das 2. Quartal wurde ein EBIT in Höhe von 206,8 Mio. EUR erzielt, verglichen mit 226,3 Mio. EUR im selben Zeitraum des Vorjahres. Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges sowie der Steuern ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 420,6 Mio. EUR gegenüber 315,6 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Anteilseigner des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR)
284,7 401,0
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der
ausgegebenen Aktien (Mio.)
172,4 174,9
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,65 2,29

Geschäftssegmente

Die folgende Tabelle enthält Informationen zu den Geschäftssegmenten des voestalpine-Konzerns für das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 bzw. 2014/15:

Geschäftssegmente

Steel
Division
Special Steel
Division
Division Metal Engineering
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
Segmentumsätze 1.903,5 1.990,8 1.350,4 1.368,8 1.329,8 1.525,3
davon Umsatzerlöse
mit externen Kunden
1.754,2 1.841,1 1.323,1 1.342,1 1.316,3 1.504,9
davon Umsatzerlöse
mit anderen Segmenten
149,3 149,7 27,3 26,7 13,5 20,4
EBITDA 211,0 253,2 183,4 186,3 203,7 336,1
EBIT 95,1 132,7 114,3 117,9 149,0 258,4
EBIT-Marge 5,0 % 6,7 % 8,5 % 8,6 % 11,2 % 16,9 %
Segmentvermögen 3.976,8 4.562,6 3.898,1 3.864,4 2.526,4 3.144,0
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 11.216 11.054 13.086 13.434 11.351 13.080
Metal Forming
Division
Sonstige Überleitung Summe Konzern
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
01.04.–
30.09.2014
01.04.–
30.09.2015
1.180,8 1.106,4 592,9 471,8 –796,3 –676,4 5.561,1 5.786,7
1.164,5 1.091,9 3,0 6,7 0,0 0,0 5.561,1 5.786,7
16,3 14,5 589,9 465,1 –796,3 –676,4 0,0 0,0
198,8 138,3 –41,8 –31,5 1,8 9,9 756,9 892,3
130,1 91,5 –45,6 –35,1 1,8 9,9 444,7 575,3
11,0 % 8,3 % 8,0 % 9,9 %
1.986,1 2.000,4 10.336,6 10.181,1 –9.698,0 –10.203,6 13.026,0 13.548,9
10.921 10.314 805 837 0 0 47.379 48.719

In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:

EBITDA

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung 1,8 12,2
Konsolidierung 0,0 –2,3
EBITDA – Summe Überleitung 1,8 9,9

Mio. EUR

EBIT

01.04.– 30.09.2014 01.04.– 30.09.2015
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung 1,8 12,2
Konsolidierung 0,0 –2,3
EBIT – Summe Überleitung 1,8 9,9

Mio. EUR

Alle übrigen Kennzahlen enthalten nur Konsolidierungseffekte.

Erläuterung der Kapitalflussrechnung

In den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen sind u. a. Abschreibungen (inklusive Finanzanlagevermögen) in Höhe von 325,3 Mio. EUR abzüglich nicht zahlungswirksamer Erträge in Höhe von 145,8 Mio. EUR aus der beschriebenen erstmaligen Vollkonsolidierung der voestalpine Tubulars GmbH, voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. enthalten. Unter Berücksichtigung der Working Capital-Veränderung ergibt sich ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von 547,7 Mio. EUR – gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (533,4 Mio. EUR) bedeutet dies eine Verbesserung von rund 3 %. Nach Abzug des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 665,7 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –9,0 Mio. EUR (im Wesentlichen Fremdkapitalaufnahmen, Kapitalerhöhung und Dividende) ergibt sich eine Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vor Währungsdifferenzen) von –127,0 Mio. EUR.

Erläuterung zu Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten je Klasse der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenüber:

30.09.2014 30.09.2015
Buchwerte Zeitwerte Buchwerte Zeitwerte
Aktiva
Finanzinstrumente, welche zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden
2.474,8 2.474,8 1.869,0 1.869,0
Finanzinstrumente, die zum Zeitwert bewertet werden 484,0 484,0 462,0 462,0
2.958,8 2.958,8 2.331,0 2.331,0
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten
6.246,3 6.331,0 5.875,4 5.979,4
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Zeitwerten 27,7 27,7 17,1 17,1
6.274,0 6.358,7 5.892,5 5.996,5
Mio. EUR

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten, deren beizulegender Zeitwert angegeben wird, fallen in Stufe 2. Die Bewertung erfolgt nach der "Mark to Market"-Methode, wobei die Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte am Markt beobachtbare Währungskurse, Zinssätze und Creditspreads sind. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.

Die folgende Tabelle analysiert die regelmäßigen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Diesen Bewertungen ist eine Hierarchie für den beizulegenden Zeitwert zugrunde gelegt, welche die in die Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eingehenden Eingangsparameter drei Stufen zuordnet. Die drei Stufen sind wie folgt definiert:

Stufe 1 umfasst die an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten
(unverändert übernommenen) Preise, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag
zugreifen kann.
Stufe 2 umfasst andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für
den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Stufe 3 umfasst nicht beobachtbare Eingangsparameter für den Vermögenswert oder die Schuld.

Eingangsparameter

Hierarchiestufen für regelmäßige Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
30.09.2015
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Held for Trading (Derivate) 15,1 15,1
Fair Value-Option (Wertpapiere) 410,2 410,2
Available for sale at fair value 36,7 36,7
410,2 15,1 36,7 462,0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (Derivate)
17,1 17,1
0,0 17,1 0,0 17,1
30.09.2014
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Held for Trading (Derivate) 44,0 44,0
Fair Value-Option (Wertpapiere) 398,9 398,9
Available for sale at fair value 41,1 41,1
398,9 44,0 41,1 484,0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (Derivate)
27,7 27,7
0,0 27,7 0,0 27,7

Die zugrunde liegenden Vermögenswerte des Wertpapierdachfonds werden im Rahmen der "Fair Value-Option" ausgewiesen. Die Designation zum beizulegenden Zeitwert wurde gewählt, um zweckdienlichere Informationen zu vermitteln, weil diese Gruppe von finanziellen Vermögenswerten gemäß der dokumentierten Risikomanagement- und Anlagestrategie nach deren Fair Value gesteuert und ihre Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwerts beobachtet und berichtet wird.

Bei den derivativen Geschäften (Stufe 2) erfolgt eine Bewertung nach der "Mark to Market"-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt wird (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen Stufe 1 und Stufe 2 sowie keine Umgruppierungen in oder aus Stufe 3 vorgenommen. In der folgenden Tabelle wird die Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 von der Eröffnungs- zur Schlussbilanz dargestellt:

01.04.–
30.09.2014
Anfangsbestand 41,1 36,7
Endbestand 41,1 36,7

Stufe 3 – Available for sale at fair value

Mio. EUR

In Stufe 3 ist die nicht konsolidierte Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich, die nach "available for sale at fair value" zum Fair Value bewertet wird, enthalten. Für diese kann der beizulegende Zeitwert aufgrund des Vorliegens eines einmal jährlich erstellten Bewertungsgutachtens der Energie AG Oberösterreich als Ganzes verlässlich ermittelt werden.

Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte können sich aus Veränderungen der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze, Langfristprognosen, Planungsdaten etc.) ergeben.

Saison- und Konjunktureinflüsse

Wir verweisen auf die entsprechenden Erläuterungen im Zwischenlagebericht.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit bestehen Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen mit assoziierten Gesellschaften des Konzerns. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.

Es gab keine Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und die die Finanzlage oder das Geschäftsergebnis des Unternehmens während der ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahres wesentlich beeinflusst haben.

Kartellverfahren

Die für den Themenkomplex Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial sowie für die Schließung der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG im Jahresabschluss 2014/15 ausgewiesene Rückstellung in Höhe von insgesamt 53,6 Mio. EUR wurde zum 30. September 2015 durch den Verbrauch auf 47,8 Mio. EUR reduziert.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nun im Zusammenhang mit dem europäischen Spannstahlkartell die von der EU-Kommission (im Oktober 2010) verhängten Bußgelder herabgesetzt. Davon profitiert auch die voestalpine, deren Bußgeld von ursprünglich 22 Mio. EUR auf 7,5 Mio. EUR reduziert wurde. Das Bußgeld wurde im 2. Quartal 2015/16 bezahlt und die verbleibende Rückstellung (inkl. Zinsvorsorgen) in Höhe von 10,6 Mio. EUR wurde erfolgswirksam aufgelöst.

Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß IAS 37.92 detaillierte Angaben zu Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.

Ereignisse nach der Berichtsperiode

Die voestalpine Precision Strip GmbH, eine Gesellschaft der Metal Forming Division, erwirbt mit Anfang November 2015 das US-Unternehmen Wickeder Steel Company mit Sitz in Pleasant Prairie, Wisconsin. Der Betrieb beschäftigt 50 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von umgerechnet rund 13 Mio. EUR. Für die voestalpine bedeutet der Zukauf eine zusätzliche Stärkung des Produktportfolios im Bereich gehärteter Spezialbandstähle für hochqualitative Anwendungen wie z. B. Bandsägeblätter für den Lebensmittelbereich.

Erklärung gemäß § 87 (1) BörseG

Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Linz, 9. November 2015

Der Vorstand

Wolfgang Eder Vorsitzender des Vorstandes

Robert Ottel Mitglied des Vorstandes

Herbert Eibensteiner Mitglied des Vorstandes

Franz Kainersdorfer Mitglied des Vorstandes

Peter Schwab Mitglied des Vorstandes

Franz Rotter Mitglied des Vorstandes

Impressum

Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1, 4020 Linz Herausgeber und Redaktion: voestalpine AG, Investor Relations T. +43/50304/15-9949, F. +43/50304/55-5581, [email protected], www.voestalpine.com Gestaltung, Realisierung: gugler* brand & digital, 3100 St. Pölten

voestalpine AG

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