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voestalpine AG Interim / Quarterly Report 2012

Feb 15, 2012

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Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2011/12

www.voestalpine.com

voestalpine-Konzern in Zahlen

1 Q – 3 Q 2010/11 vs. 1 Q – 3 Q 2011/12

Mio. EUR 1 Q – 3 Q 2010/11
01.04.–
31.12.2010
1 Q – 3 Q 2011/12
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 7.936,6 8.877,2 11,9
EBITDA 1.107,0 1.118,0 1,0
EBITDA-Marge 13,9 % 12,6 %
EBIT 658,2 676,4 2,8
EBIT-Marge 8,3 % 7,6 %
Ergebnis vor Steuern 514,9 533,8 3,7
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)1 400,3 411,4 2,8
Ergebnis je Aktie (EUR) 2,02 2,09 3,5
Investitionen 276,1 353,8 28,1
Abschreibungen 448,9 441,5 –1,6
Capital Employed 8.066,8 8.456,9 4,8
Eigenkapital 4.553,4 4.873,9 7,0
Nettofinanzverschuldung 2.977,4 2.989,4 0,4
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals 65,4 % 61,3 %
Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 40.078 41.216 2,8

1 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2012 hat anders begonnen, als viele noch im vergangenen Herbst erwartet haben – nämlich mit Zuversicht, zunehmendem Optimismus und neuem Vertrauen in die Zukunft. Die Rede ist dabei allerdings nicht von Europa, sondern von den USA. Die Wirtschaft hat dort in den letzten Monaten eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, hat sich gleichsam einen Ruck gegeben und ist drauf und dran, den Glauben an die eigenen Stärken wieder zu gewinnen, und das trotz weiter zunehmender Staatsverschuldung und nach wie vor hoher Arbeitslosigkeit.

Was passiert gleichzeitig in Europa? Der alte Kontinent sieht dagegen aus, wie er heißt: alt! Sowohl politisch als auch gesellschaftlich tritt Europa auf der Stelle, nicht Mut und Zukunftsglaube, sondern Zögerlichkeit und Zweifel werden vermittelt. Wenn dann doch einzelne Politiker versuchen, die Initiative zu ergreifen, Lösungen zu finden, gilt dies schnell einmal als demokratiepolitisch bedenklich oder als Versuch, Europa zu dominieren. Dabei ist Europa mit der immer schneller fortschreitenden Globalisierung mehr denn je gefordert, seinen eigenen Weg, seine Linie zu finden, klar und ohne lähmende Kompromisse. Dazu braucht es Leadership, Führungs- und Umsetzungskompetenz – und vor allem auch einen Sinn für Machbarkeit und Realität. Für schwärmerische Utopien und Extrempositionen etwa in Fragen des Klimaschutzes oder der Ressourceneffizienz ist in der heutigen, hoch kompetitiven Zeit immer weniger Raum. Es gilt daher zügig Lösungen zu finden, die einerseits eine Weiterentwicklung im Sinne des im globalen Vergleich immer noch menschlichen, sozial orientierten europäischen Gesellschaftsmodells ermöglichen und andererseits nicht dessen Scheitern an der globalen Realität zur Folge haben.

Faktum ist, dass viele Länder Europas die Grenzen dessen, was sie sich an Kosten leisten können – und über Steuern und Abgaben an Menschen und Unternehmen überwälzen –, längst überschritten haben.

Nachhaltig erfolgreiche Unternehmen verschreiben sich im Interesse der Erhaltung ihrer Konkurrenzfähigkeit und damit der langfristigen Existenzsicherung seit Jahrzehnten "lean management" und permanenter Kostenkontrolle. Je erfolgreicher sie dabei sind, umso begehrter sind sie als Arbeitgeber, umso sicherer die Arbeitsplätze.

Europa wird sich an "lean management" auch im öffentlichen Sektor gewöhnen müssen, selbst wenn es noch immer nicht alle begreifen wollen. Alternativen dazu gibt es nicht, es sei denn, wir wollen unseren Lebensstandard, den sozialen Frieden und damit unsere Zukunft in Frage stellen. Dauerhaft auf Pump zu leben funktioniert weder im privaten noch im unternehmerischen, noch im öffentlichen Bereich.

Linz, 15. Februar 2012

Der Vorstand

Wolfgang Eder

Robert Ottel Franz Rotter

Franz Hirschmanner Franz Kainersdorfer

Wolfgang Spreitzer

Highlights

  • Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung des voestalpine Konzerns in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 von ambivalentem wirtschaftlichem Umfeld geprägt.
  • Quartalsweise Verschärfung der Rahmenbedingungen infolge von eskalierender Schulden- und Finanzmarktkrise sowie schrittweiser Zurücknahme der globalen Wachstumserwartungen.
  • Nachfragesituation in den für den voestalpine-Konzern wichtigen Industriesegmenten Automobil, Maschinenbau, Energie und Luftfahrt dennoch stabil auf gutem Niveau; Konsumgüterindustrie, Hausgeräteindustrie und insbesondere Bauwirtschaft mit schwacher Ordertätigkeit.
  • Verarbeitungsdivisionen (Edelstahl, Bahnsysteme, Profilform und Automotive) trotz schwierigen Umfelds des 3. Geschäftsquartals in ihrer Entwicklung weitgehend stabil, Division Stahl von kurzfristigem zyklischem Abschwung massiv betroffen.
  • Nachfrageeinbruch infolge Angst vor rezessiven Tendenzen führt in Verbindung mit deutlich sinkenden Rohstoffpreisen und massivem Lagerabbau im letzten Kalenderquartal 2011 europaweit zu Auslastungsproblemen und stark fallenden Stahlpreisen.
  • Dennoch schafft es der voestalpine-Konzern, bei Umsatz und allen Ergebniskategorien in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 die Vorjahreswerte zu übertreffen.

  • Steigerung der Umsatzerlöse um 11,9 % von 7.936,6 Mio. EUR auf 8.877,2 Mio. EUR.

  • Verbesserung des EBITDA um 1,0 % von 1.107,0 Mio. EUR auf 1.118,0 Mio. EUR sowie des EBIT um 2,8 % von 658,2 Mio. EUR auf 676,4 Mio. EUR.
  • Erhöhung des Jahresüberschusses um 2,8 % von 400,3 Mio. EUR auf 411,4 Mio. EUR.
  • Steigerung des bilanziellen Eigenkapitals von 4.553,4 Mio. EUR um 7,0 % auf 4.873,9 Mio. EUR per 31. Dezember 2011.
  • Nettofinanzverschuldung mit 2.989,4 Mio. EUR stabil (2.977,4 Mio. EUR per 31. Dezember 2010).
  • Gearing (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zu Eigenkapital) im Jahresvergleich von 65,4 % auf 61,3 % verringert, gegenüber Vorquartal (60,9 %) trotz Aufbaus des Rohstoff-Winterlagers weitgehend unverändert.
  • Anzahl der Stammbelegschaftsmitglieder (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) per 31. Dezember 2011 seit Beginn des Geschäftsjahres um 516 Mitarbeiter auf 41.216 Beschäftigte erhöht. Anstieg des Gesamtbeschäftigtenstandes (Stammpersonal, Leihpersonal, Lehrlinge) im gleichen Zeitraum von 46.066 auf 46.468 Mitarbeiter.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches Umfeld

Das wirtschaftliche Umfeld des Geschäftsjahres 2011/12 stellt sich sehr uneinheitlich und damit insgesamt äußerst herausfordernd dar. Nach einem konjunkturell starken Beginn haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab Sommer 2011 vor allem infolge der Turbulenzen an den internationalen Börsen und Finanzmärkten kontinuierlich verschlechtert.

Ausgelöst wurde diese Entwicklung von der in den USA, insbesondere aber in der Euro-Zone sich kontinuierlich verschärfenden Staatsschuldenproblematik und deren befürchtete Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. In weiterer Folge wurden nicht nur die für 2012 prognostizierten Wachstumserwartungen für praktisch alle Wirtschaftsräume schrittweise nach unten revidiert, sondern als unmittelbare Auswirkung der zunehmenden Verunsicherung stellte sich – in regional und branchenmäßig unterschiedlichem Ausmaß – auch das Verhalten der Konsumenten zunehmend vorsichtiger dar.

Dennoch ist hervorzuheben, dass sich die umsatzmäßig wichtigsten Abnehmerindustrien des voestalpine-Konzerns über den gesamten Zeitraum der ersten drei Geschäftsquartale überwiegend stabil auf gutem Niveau entwickelt haben. Dies gilt vor allem für die Automobilindustrie (insbesondere in Deutschland), den Maschinenbau, das Energiesegment im Bereich Öl- und Gasexploration, die Eisenbahninfrastruktur und die Luftfahrtindustrie, durchwegs Branchen, die 2011 von einer anhaltend dynamischen Marktentwicklung gekennzeichnet waren.

Seit Sommer deutlich abgeschwächt stellte sich hingegen die Nachfrage aus den Segmenten Hausgeräte, Konsumgüterindustrie und Steel Service Center dar. Unverändert auf schwachem Niveau mit auch nach wie vor wenig Aussicht auf Erholung tendiert die Bauindustrie; erste Anzeichen einer Erholung in Osteuropa im Frühjahr 2011 haben sich hier im weiteren Jahresverlauf nicht verfestigt.

Auf Grund der überwiegend positiven Entwicklung der wichtigsten Abnehmerindustrien konnten die Verarbeitungsdivisionen des voestalpine-Konzerns (Edelstahl, Bahnsysteme, Profilform und Automotive) das gute Umsatz- und Ergebnisniveau des Sommerquartals weitestgehend halten und demzufolge in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 eine im Wesentlichen stabile Gesamtperformance erzielen.

Im Stahlbereich setzte hingegen als direkte Folge des unsicheren makroökonomischen Umfeldes nach dem Sommer 2011 ein massiver Lagerabbau verbunden mit zögerlichem Bestellverhalten der Kunden ein, der zuerst die Mengen und in weiterer Folge auch die Stahlpreise sowohl in Europa als auch global massiv unter Druck setzte. Die europäische Stahlindustrie begegnete dieser Entwicklung zwar vergleichsweise rasch mit Produktionskürzungen – auch die voestalpine AG nahm an ihrem Standort Linz die Mengen auf rund 90 % der verfügbaren Kapazitäten zurück –, konnte damit aber den Preisverfall nicht stoppen, da im selben Zeitraum die Rohstoffpreise (allen voran für Erz und Kohle) ebenfalls signifikant nachgaben, wodurch zusätzlich Druck auf die Preise entstand.

Die Spirale aus Kaufzurückhaltung und Preisrückgängen kam erst zu Beginn des Kalenderjahres 2012 zum Erliegen, sodass die Division Stahl im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 im Gegensatz zu den Verarbeitungsdivisionen eine gegenüber dem Sommer deutlich rückläufige Ergebnisentwicklung hinnehmen musste.

Geschäftsverlauf des voestalpine-Konzerns

Trotz des insgesamt sehr herausfordernden konjunkturellen Umfeldes konnte der voestalpine-Konzern in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 die Vergleichswerte des Vorjahres sowohl beim Umsatz als auch in allen Ergebniskategorien übertreffen. Die Umsatzerlöse legten, getragen von Zuwächsen in allen Divisionen, von 7.936,6 Mio. EUR um 11,9 % auf 8.877,2 Mio. EUR zu. In ergebnismäßiger Hinsicht erhöhte sich das EBITDA gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres um 1,0 % von 1.107,0 Mio. EUR auf 1.118,0 Mio. EUR, das EBIT stieg um 2,8 % von 658,2 Mio. EUR auf 676,4 Mio. EUR. Daraus ergibt sich für diesen Zeitraum eine EBITDA-Marge von 12,6 % bzw. eine EBIT-Marge von 7,6 %. Bedingt durch den überproportionalen Umsatzanstieg liegen die Margen damit

etwas unter dem Niveau der ersten neun Monate des letztes Geschäftsjahres (EBITDA-Marge 13,9 %, EBIT-Marge 8,3 %).

Die auflaufend insgesamt positive Entwicklung wurde allerdings hauptsächlich vom 1. Halbjahr getragen, wohingegen im 3. Quartal bei gleichem Umsatzniveau (2.899,5 Mio. EUR gegenüber 2.926,2 Mio. EUR im Vorquartal) konjunkturbedingt ein deutlich geringeres Ergebnis ausgewiesen wurde. Die stabile Entwicklung der Verarbeitungsdivisionen konnte den Ergebniseinbruch in der Division Stahl zwar nicht kompensieren, die Auswirkungen auf das konzernale Ergebnisniveau jedoch deutlich dämpfen. Im Einzelnen ergibt sich im 3. Geschäftsquartal 2011/12 ein Rückgang des EBITDA gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal (361,3 Mio. EUR) um 18,7 % auf 293,8 Mio. EUR (EBITDA-Marge: 10,1 %) bzw. ein um 32,2 % von 213,8 Mio. EUR auf 145,0 Mio. EUR rückläufiges EBIT (EBIT-Marge: 5,0 %).

Im 9-Monats-Vergleich konnte sowohl das Ergebnis vor Steuern (um 3,7 % von 514,9 Mio. EUR auf 533,8 Mio. EUR) als auch das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) (um 2,8 % von 400,3 Mio. EUR auf 411,4 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden.

Demgemäß erhöhte sich in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 im Jahresvergleich auch das Eigenkapital um 7,0 % von 4.553,4 Mio. EUR auf 4.873,9 Mio. EUR. Die Nettofinanzverschuldung blieb mit 2.989,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2.977,4 Mio. EUR) nahezu unverändert, woraus sich per 31. Dezember 2011 eine Verringerung der Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % vom Eigenkapital) gegenüber dem Vorjahreswert um 4,1 Prozentpunkte von 65,4 % auf 61,3 % ergibt.

Auf Grund der im 3. Quartal des Geschäftsjahres erfolgten Produktionsrücknahme in der Division Stahl stellt sich die Rohstahlproduktion des voestalpine-Konzerns in den ersten drei Quartalen 2011/12 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig dar. Während in den ersten beiden Quartalen (trotz der Umbauarbeiten am Warmwalzwerk in Linz) noch auf höchstem Niveau produziert wurde, ergibt sich für die 9-Monats-Periode ein Rückgang der Rohstahlmenge gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % von 5,71 Mio. Tonnen auf 5,63 Mio. Tonnen.

Quartals- und 9-Monats-Entwicklung des voestalpine-Konzerns

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 3 Q 2011/12 2010/11 2011/12
01.04.–
30.06.2011
01.07.–
30.09.2011
01.10.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 3.051,5 2.926,2 2.899,5 7.936,6 8.877,2 11,9
EBITDA 462,9 361,3 293,8 1.107,0 1.118,0 1,0
EBITDA-Marge 15,2 % 12,3 % 10,1 % 13,9 % 12,6 %
EBIT 317,6 213,8 145,0 658,2 676,4 2,8
EBIT-Marge 10,4 % 7,3 % 5,0 % 8,3 % 7,6 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
40.939 41.168 41.216 40.078 41.216 2,8

Division Stahl1

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12
01.04.–
30.06.2011
2 Q 2011/12
01.07.–
30.09.2011
3 Q 2011/12
01.10.–
31.12.2011
2010/11
01.04.–
31.12.2010
2011/12
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 1.038,3 978,1 995,2 2.741,1 3.011,6 9,9
EBITDA 155,9 116,1 68,2 414,8 340,2 –18,0
EBITDA-Marge 15,0 % 11,9 % 6,9 % 15,1 % 11,3 %
EBIT 101,3 59,8 9,9 250,0 171,0 –31,6
EBIT-Marge 9,8 % 6,1 % 1,0 % 9,1 % 5,7 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
9.544 9.499 9.516 9.456 9.516 0,6

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Der europäische Stahlmarkt war in den letzten drei Monaten des Kalenderjahres 2011 durch massiven Druck auf Mengen und Preise geprägt. Rückläufige globale Rohstoffpreise und eine infolge breiter konjunktureller Unsicherheit sinkende Nachfrage haben zu Überproduktion und einem erheblichen Rückgang der Preise auf breiter Front geführt. Die europäischen Stahlhersteller haben in der Folge ihre Produktionskapazitäten zwar an die rückläufige Nachfrage angepasst, da sich die gesunkenen Rohstoffpreise auf Grund der Vorratsreichweiten im letzten Kalenderquartal 2011 kostenmäßig noch kaum auswirkten, gleichzeitig im Spot- und Kurzfristgeschäft aber preisliche Einbußen hingenommen werden mussten, kam es in diesem Zeitraum zu einem zusätzlichen Margendruck.

Die Automobil- und Automobilzulieferindustrie hat sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 vor allem im Premiumsegment auf hohem Niveau sehr stabil entwickelt, wogegen im Volumensbereich und im Nutzfahrzeugbau vor allem gegen Ende der Periode eine leichte Abschwächung eingetreten ist.

Über das gesamte Jahr 2011 ebenfalls eine solide Entwicklung nahm die europäische, insbesondere die deutsche Maschinenbauindustrie.

Im für das Segment Grobblech wichtigen Energiebereich war der konventionelle Sektor (Öl, Gas) von anhaltend reger Dynamik insbesondere in Australien, Brasilien und dem Nahen Osten geprägt. Weiterhin gut ausgelastet waren in den vergangenen Monaten die Gießereien, während sich die ab Sommer 2011 tendenziell eine rückläufige Entwicklung nehmenden Geschäftsbereiche Stahl Service Center und Anarbeitung mittlerweile auf niedrigem Niveau stabilisieren konnten.

Die Hausgeräteindustrie sieht sich seit Frühjahr 2011 in Europa einem verstärkten Wettbewerb vor allem durch asiatische Importe ausgesetzt. Unverändert schwach verläuft die Konjunktur in der Bau- und Bauzulieferindurstrie.

Entwicklung der Kennzahlen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 erhöhte die Division Stahl – trotz rückläufiger Versandmengen auf Grund des (geplanten) Stillstands der Warmbreitbandstraße im 2. und der generell angespannten Nachfragesituation im 3. Quartal – ihre Umsatzerlöse gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres um knapp 10 % von 2.741,1 Mio. EUR auf 3.011,6 Mio. EUR. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Preiserhöhungen infolge der zum Teil stark

1 Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H nicht mehr im Rahmen der Division Stahl gesteuert und berichtet. Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften dem Geschäftsegment Sonstige zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.

gestiegenen Rohstoffkosten zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres. Die Entwicklung des operativen Ergebnisses stellte sich gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich rückläufig dar. Das seit Sommer 2011 insgesamt schwierige wirtschaftliche Umfeld führte zu einem Rückgang des EBIT um 31,6% von 250,0 Mio. EUR auf 171,0 Mio. EUR.

Während die Umsatzerlöse im 3. Quartal auf Grund einer lagerabbaubedingt um rund 5 % höheren Versandmenge geringfügig über dem unmittelbaren Vorquartal lagen (+1,7 % von 978,1 Mio. EUR auf 995,2 Mio. EUR), ist das EBIT der Division Stahl vom 2. Quartal auf das 3. Quartal eingebrochen. Negativ wirkte sich dabei neben der niedrigeren Rohstahlproduktion vor allem das verzögerte Wirksamwerden der seit September 2011 gesunkenen Rohstoffkosten bei gleichzeitig bereits spürbar niedrigeren Stahlpreisen bei Kurzfristverträgen aus. Das operative Ergebnis ging demzufolge verglichen mit dem Vorquartal im 3. Quartal um 83,4 % von 59,8 Mio. EUR auf 9,9 Mio. EUR zurück.

Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die Division Stahl 9.516 Mitarbeiter und erhöhte damit ihre Stammbelegschaft gegenüber dem Vorjahr (9.456) um 0,6 % bzw. um 60 Mitarbeiter.

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 3 Q 2011/12 2010/11 2011/12
01.04.–
30.06.2011
01.07.–
30.09.2011
01.10.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 750,7 713,0 701,9 1.895,1 2.165,6 14,3
EBITDA 120,6 97,1 93,4 247,9 311,1 25,5
EBITDA-Marge 16,1 % 13,6 % 13,3 % 13,1 % 14,4 %
EBIT 82,7 59,0 55,1 126,3 196,8 55,8
EBIT-Marge 11,0 % 8,3 % 7,8 % 6,7 % 9,1 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
11.443 11.502 11.417 11.207 11.417 1,9

Division Edelstahl

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf in der Division Edelstahl hat sich zwar auf Grund zunehmender konjunktureller Unsicherheiten und eines in der Folge tendenziell vorsichtigeren Bestellverhaltens auf Abnehmerseite gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres in den letzten beiden Quartalen etwas abgeschwächt, die Auftragseingänge liegen aber generell auf unverändert gutem Niveau.

Die über den gesamten Zeitraum der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres insgesamt sehr positive Entwicklung der Division Edelstahl war von einer soliden Nachfrage aus den Sektoren Automobil, Maschinenbau, Öl-/Gasexploration, Konsumgüterherstellung und Luftfahrt getragen, wohingegen sich der Energiemaschinenbau weiterhin auf bloß mäßigem Nachfrageniveau bewegt.

In geografischer Hinsicht stellte sich der Bedarf an Edelstahl und Edelstahlprodukten in allen Kernregionen ungebrochen und vor allem in Deutschland, dem bedeutendsten Einzelmarkt der Division, ausgesprochen robust dar. In den meisten europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien war im gesamten 9-Monats-Zeitraum trotz einer gewissen Zurückhaltung im Bestellverhalten infolge von Schuldendiskussion und Finanzmarktunsicherheiten insgesamt keine signifikante Abschwächung festzustellen. Die zu Beginn des Geschäftsjahres noch überhitzte Nachfragesituation in einigen Märkten hat sich in den vergangenen Monaten normalisiert.

Die Kapazitätsauslastung in den Produktionsbetrieben der Division Edelstahl stellte sich auch im 3. Quartal alles in allem sehr zufriedenstellend dar. Auftragseingang und der Auftragsstand lagen in den ersten drei Quartalen 2011/12 durchgehend über den Vergleichswerten des Vorjahres.

Entwicklung der Kennzahlen

Auf Grund des insgesamt positiven Marktumfeldes konnte die Division Edelstahl in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 gegenüber dem Vorjahr sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebnissen deutlich zulegen. Mengensteigerungen in den beiden Geschäftsbereichen High Performance Metals und Special Forgings sowie generelle Basispreiserhöhungen für Edelstahl haben zu einem Anstieg der Umsatzerlöse um 14,3 % von 1.895,1 Mio. EUR auf 2.165,6 Mio. EUR geführt. Noch markanter fiel die Verbesserung des EBIT aus, das sich um mehr als die Hälfte (55,8 %) von 126,3 Mio. EUR auf 196,8 Mio. EUR erhöhte.

Im Vergleich des 3. Quartals mit dem unmittelbaren Vorquartal weist die Division Edelstahl bei annähernd unveränderter Rohstahlproduktion und leicht gesunkener Versandmenge einen marginalen Rückgang der Umsatzerlöse um 1,6 % von 713,0 Mio. EUR auf 701,9 Mio. EUR aus. Aus demselben Grund stellte sich auch das EBIT im 3. Quartal leicht rückläufig dar, es fiel gegenüber dem 2. Quartal (59,0 Mio. EUR) um 6,6 % auf 55,1 Mio. EUR.

Per 31. Dezember 2011 waren in der Division Edelstahl 11.417 Mitarbeiter beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr (11.207 Beschäftigte) entspricht dies einem produktionsbedingten Anstieg der Stammbelegschaft um 1,9 % bzw. um 210 Mitarbeiter.

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 3 Q 2011/12 2010/11 2011/12
01.04.–
30.06.2011
01.07.–
30.09.2011
01.10.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 752,8 751,6 724,1 2.031,9 2.228,5 9,7
EBITDA 120,7 108,2 91,2 291,8 320,1 9,7
EBITDA-Marge 16,0 % 14,4 % 12,6 % 14,4 % 14,4 %
EBIT 92,2 79,7 63,3 207,4 235,2 13,4
EBIT-Marge 12,2 % 10,6 % 8,7 % 10,2 % 10,6 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
10.197 10.267 10.332 9.948 10.332 3,9

Division Bahnsysteme

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 stellte sich das konjunkturelle Umfeld der Division Bahnsysteme insgesamt günstig dar, schwächte sich im Laufe des 3. Quartals jedoch leicht ab.

Der Geschäftsbereich Schienentechnik war – zusätzlich zum sich weiter verschärfenden Wettbewerb bei Standardqualitäten mit Überkapazitäten und anhaltendem Preisverfall – mit saisonal bedingten Rückgängen bei der Versandmenge konfrontiert. Besonders davon betroffen war die Schienenproduktion am Standort Duisburg, die auf Grund dieser Entwicklung mit erheblichen Auslastungsproblemen zu kämpfen hat. Deutlich besser stellte sich demgegenüber die Lage bei den Premiumqualitäten am Standort Donawitz dar, wo sich die Nachfrage auf stabil hohem Niveau bewegte.

Die weiterhin gute Entwicklung im Geschäftsbereich Weichentechnik wird sowohl von den europäischen Kernmärkten als auch der anhaltenden Dynamik in Asien und Südamerika getragen, wenngleich sich in China die Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur seit Sommer 2011 rückläufig darstellen. In Südeuropa zeichnen sich auf Grund der angespannten öffentlichen Budgetsituation generell weiterhin keine Wachstumsimpulse ab.

Stabil positiv stellte sich in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auch das Konjunkturumfeld in den Bereichen Draht – getrieben von der guten Nachfrage aus der exportorientierten deutschen Automobilindustrie – und Schweißtechnik (Welding Consumables) dar. Die ungebrochen rege Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration führte im Geschäftsbereich Nahtlosrohr erneut zu einer exzellenten Bedarfs- und Ergebnisentwicklung.

Entwicklung der Kennzahlen

Gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres konnte die Division Bahnsysteme in den ersten drei Quartalen 2011/12 leichte Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Im Einzelnen stiegen die Umsatzerlöse um knapp 10 % von 2.031,9 Mio. EUR auf 2.228,5 Mio. EUR, das EBIT legte um etwas mehr als 13 % von 207,4 Mio. EUR auf 235,2 Mio. EUR zu. Auf Grund des insgesamt höheren Preisniveaus, vor allem bedingt durch die positive Nachfrageentwicklung in den Geschäftsbereichen Draht und Schweißtechnik sowie das ausgezeichnete wirtschaftliche Umfeld bei Nahtlosrohren, konnten die Folgen des deutlichen Mengenrückgangs bei Standardschienen weitgehend kompensiert werden. Abgesehen von diesem Bereich lag die divisionale Kapazitätsauslastung auf einem stabil hohen Niveau. Gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal ergab sich im 3. Quartal des Geschäftsjahres hingegen ein 3,7%iger Umsatzrückgang von 751,6 Mio. EUR auf 724,1 Mio. EUR, der primär aus saisonalen Effekten resultiert. Im selben Zeitraum sank das EBIT um 20,6 % von 79,7 Mio. EUR auf 63,3 Mio. EUR, wofür ein – mit Ausnahme der Nahtlosrohre – infolge der Rohstoffkostenverbilligung tendenziell rückläufiges Preisniveau bei gleichzeitig lagerreichweitenbedingt überwiegend immer noch hohen Rohstoffkosten verantwortlich ist. Zum 31. Dezember 2011 waren in der Division Bahnsysteme 10.332 Mitarbeiter tätig, das sind – vorwiegend akquisitionsbedingt – um 3,9 % oder 384 Beschäftigte mehr im Bereich des Stammpersonals als zum Vergleichsstichtag des Vorjahres (9.948 Mitarbeiter).

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 3 Q 2011/12 2010/11 2011/12
01.04.–
30.06.2011
01.07.–
30.09.2011
01.10.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 329,6 302,4 295,1 831,9 927,1 11,4
EBITDA 51,2 33,2 36,7 115,4 121,1 4,9
EBITDA-Marge 15,5 % 11,0 % 12,4 % 13,9 % 13,1 %
EBIT 41,1 23,1 26,7 83,6 90,9 8,7
EBIT-Marge 12,5 % 7,6 % 9,0 % 10,0 % 9,8 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
4.232 4.260 4.244 4.144 4.244 2,4

Division Profilform

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Trotz des anspruchsvollen makroökonomischen Umfeldes stellte sich die Marktentwicklung in den für die Division Profilform wichtigen Abnehmersegmenten auch im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 durchaus zufriedenstellend dar. So verzeichnete der Geschäftsbereich Rohre und Profile in diesem Zeitraum eine stabile Nachfrage auf allerdings leicht niedrigerem Niveau als noch im Quartal zuvor, was im Wesentlichen auf eine etwas gedämpfte Händlernachfrage im Standardsegment zurückzuführen war. Wie bereits seit längerer Zeit zeigte sich die Nachfrage aus der Bau- und Bauzulieferindustrie auch zuletzt nach wie vor verhalten, wohingegen die Branchen Nutzfahrzeuge und landwirtschaftliche Maschinen, aber auch die Solarindustrie ihre positive Entwicklung aus den Vorperioden fortsetzen konnten.

Im Geschäftsbereich Precision Strip setzte sich die seit dem Sommer stabile Nachfrage auf gutem Niveau fort.

Der Geschäftsbereich Lagertechnik war im abgelaufenen Quartal durch eine anhaltend günstige Marktentwicklung und eine deutliche Erhöhung der Auftragseingänge gekennzeichnet. In regionaler Hinsicht hat sich der Geschäftsverlauf in West- und Mitteleuropa auf solidem Niveau stabilisiert, während Osteuropa, insbesondere Russland, auf Grund der hohen Abhängigkeit vom Bausegment weiterhin unter den Erwartungen blieb. Anhaltend positive Nachfrageimpulse kamen aus den USA, allen voran aus der Solarindustrie und dem Kabinenbau.

Insgesamt wiesen die Produktionsgesellschaften der Division Profilform im 3. Quartal des Geschäftsjahres eine stabile Auslastung auf gutem Niveau aus. Durch sinkende Vormaterialkosten kam es im Quartalsverlauf allerdings zu einem sich verstärkenden Preisdruck.

Entwicklung der Kennzahlen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 konnte die Division Profilform im Vergleich zum Vorjahr sowohl ihren Umsatz als auch ihr Ergebnis steigern.

Die Erhöhung der Umsatzerlöse um 11,4 % von 831,9 Mio. EUR auf 927,1 Mio. EUR war von allen drei Geschäftsbereichen gleichermaßen getragen. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 8,7 % von 83,6 Mio. EUR auf 90,9 Mio. EUR. Während der Bereich Rohre und Profile annähernd auf Vorjahresniveau blieb, konnte das Geschäftsfeld Precision Strip seine bereits sehr erfreulichen Vergleichswerte sogar nochmals übertreffen. Den prozentuell stärksten, jedoch von eher mäßigem Niveau ausgehenden Zuwachs gegenüber dem Vorjahr wies der Geschäftsbereich Lagertechnik auf. Die EBIT-Marge der Division blieb in den ersten drei Quartalen 2011/12 mit 9,8 % gegenüber dem Vorjahr (10,0 %) nahezu unverändert. Gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal stand einem leichten Rückgang der Umsatzerlöse (um 2,4 % von 302,4 Mio. EUR auf 295,1 Mio. EUR) eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses (nämlich um 15,6 % bzw. von 23,1 Mio. EUR auf 26,7 Mio. EUR) gegenüber. Während die Geschäftsbereiche Lagertechnik und Precision Strip im 3. Quartal sowohl umsatz- als auch ergebnismäßig leicht zulegten, konnte im Segment Rohre und Profile das Ergebnis – trotz eines rund 5%igen Rückgangs der Versandmenge – gegenüber dem 2. Quartal auf gleichbleibendem Niveau gehalten werden.

Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die Division Profilform 4.244 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr (4.144 Mitarbeiter) einer leichten Erhöhung der Stammbelegschaft um 2,4 % bzw. um 100 Mitarbeiter.

Division Automotive

Mio. EUR 1 Q – 3 Q
1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 3 Q 2011/12 2010/11 2011/12
01.04.–
30.06.2011
01.07.–
30.09.2011
01.10.–
31.12.2011
01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 293,1 291,7 302,1 742,5 886,9 19,4
EBITDA 31,1 24,1 26,3 83,2 81,5 –2,0
EBITDA-Marge 10,6 % 8,3 % 8,7 % 11,2 % 9,2 %
EBIT 18,5 11,1 13,5 41,5 43,1 3,9
EBIT-Marge 6,3 % 3,8 % 4,5 % 5,6 % 4,9 %
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal
und Lehrlinge)
4.863 4.978 5.036 4.658 5.036 8,1

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Von saisonalen Effekten abgesehen, waren die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2011/12 in der Division Automotive von einer insgesamt guten Marktentwicklung und einer hervorragenden Auslastungssituation gekennzeichnet.

Hintergrund dafür war ein Anstieg der weltweiten Automobilproduktion im Kalenderjahr 2011 gegenüber dem Jahr zuvor um 6 %. Auch wenn im Zeitraum von Oktober bis Dezember eine gewisse Abschwächung spürbar war, ergab sich im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 im Vergleich zum Vorjahresniveau immer noch ein Produktionsanstieg um 3 %. Vom Wachstum des globalen Automobilmarktes profitierten die deutschen Hersteller, insbesondere die weiterhin überproportional für den voestalpine-Konzern wichtigen Premiumhersteller.

Auch im Nutzfahrzeugbereich war 2011 ein anhaltender Aufwärtstrend erkennbar, selbst wenn das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht werden konnte und auch in diesem Segment in den letzten Monaten eine gewisse Abflachung eingetreten ist. Die insgesamt positive Entwicklung im Nutzfahrzeugbau sollte sich aber auch 2012 fortsetzen, wobei insbesondere im Segment schwerer Lkws weiteres Wachstum zu erwarten ist.

Weiterhin sehr erfreulich haben sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 die Non-Automotive-Aktivitäten der Division, insbesondere der Energiebereich (Solar/Photovoltaik), entwickelt.

Entwicklung der Kennzahlen

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres konnte die Division Automotive gegenüber den ersten neun Monaten 2010/11 sowohl Umsatz als auch Ergebnis steigern. So legten die Umsatzerlöse um 19,4 % von 742,5 Mio. EUR auf 886,9 Mio. EUR zu. Das EBIT verbesserte sich – trotz höherer Vormaterialkosten – um 3,9 % von 41,5 Mio. EUR auf 43,1 Mio. EUR. Im 3. Quartal 2011/12 wies die Division sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal ebenfalls einen Anstieg aus; einer leichten Zunahme der Umsatzerlöse um 3,6 % (von 291,7 Mio. EUR auf 302,1 Mio. EUR) stand in diesem Zeitraum eine Erhöhung des EBIT um sogar 21,6 % (von 11,1 Mio. EUR auf 13,5 Mio. EUR) gegenüber. Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die Division Automotive 5.036 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge). Gegenüber dem Vorjahr (4.658) wies sie damit einen (produktions- und auslastungsbedingten) Anstieg ihrer Stammbelegschaft um 378 Beschäftigte oder um 8,1 % aus.

Straffung der Konzernstruktur

Im Dezember 2011 hat der Aufsichtsrat der voestalpine AG zur Unterstützung und Stärkung der langfristigen Wachstumsstrategie einstimmig die Weichen für eine teilweise Neuorganisation des Konzerns gestellt. Die bisher getrennt geführten Divisionen Automotive und Profilform werden künftig in einer Division zusammengeführt. Damit geht auch ein seit Längerem vorbereiteter Wechsel im Vorstand einher, demzufolge Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner die Leitung der neuen Division übernehmen und in dieser Funktion Mag. Wolfgang Spreitzer (bisher Leitung Division Profilform) und Dipl.-Ing. Franz Hirschmanner (bisher Leitung Division Automotive) nachfolgen wird.

Gemäß Beschluss des Aufsichtsrates werden die organisatorischen und personellen Veränderungen mit Beginn des Geschäftsjahres 2012/13, d. h. per 1. April 2012, wirksam. Zukünftig werden die Kräfte des Konzerns somit nicht mehr in fünf sehr unterschiedlich großen, sondern in vier annähernd gleich großen Divisionen gebündelt. Neben der Konzentration von Know-how sowie von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insbesondere im Bereich der Kaltverformung hoch- und höchstfester Stahlsorten sowie von Nichteisenmetallen wird künftig auch die einheitliche Betreuung wichtiger Kundensegmente, insbesondere der Automobilindustrie und des Energiesektors, noch wesentlich effizienter und umfassender wahrgenommen werden können. Die neue Division kann zudem auf die globale Präsenz der bisherigen Division Profilform bei Umsetzung der Internationalisierungsstrategie im Automotive-Geschäft zurückgreifen.

Squeeze-out BÖHLER-UDDEHOLM AG – Überprüfung der Barabfindung

Im Verfahren zur Überprüfung der Barabfindung der Minderheitsaktionäre der BÖHLER-UDDEHOLM AG, das beim Handelsgericht Wien anhängig ist, wurde am 24. November 2011 ein Vergleich abgeschlossen. In diesem Vergleich verpflichtet sich die voestalpine AG zur Nachzahlung eines Betrages von EUR 6,50 je Aktie samt Zinsen in Höhe von 5,19 % ab 24. Juni 2008 (Tag des Squeeze-out-Beschlusses in der Hauptversammlung der BÖHLER-UDDEHOLM AG). Weiters verpflichtet sich die voestalpine AG zur Zahlung der Verfahrenskosten und der Anwaltskosten der Antragsteller. Der Vergleich bedarf zu seiner Wirksamkeit noch der Genehmigung durch das Handelsgericht Wien, die zum Berichtszeitpunkt noch nicht erfolgt ist.

Die Gesamtkosten für die Barabfindung waren bereits im letzten Quartal fast zur Gänze rückgestellt. Der Basisbetrag wurde direkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Der damit verbundene Zinsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Finanzaufwendungen erfasst.

Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial

Nach Einleitung eines Kartellverfahrens im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres durch das deutsche Bundeskartellamt im Zusammenhang mit dem Verdacht kartellrechtswidriger Verhaltensweisen im Markt für Bahnoberbaumaterial wurden in der Division Bahnsysteme insgesamt sechs leitende Mitarbeiter ihrer Funktionen enthoben. Zurzeit erfolgt die Aufarbeitung der betroffenen Sachverhalte in uneingeschränkter Kooperation mit den zuständigen Behörden. Darüber hinaus wurde die Division Bahnsysteme als Konsequenz aus diesem Verfahren einer umfassenden organisatorischen und führungsmäßigen Neuordnung unterzogen.

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen befinden sich in den erläuternden Anhangangaben.

Investitionen

Die Investitionstätigkeit des voestalpine-Konzerns stellt sich 2011/12 deutlich dynamischer als im Vorjahr dar: In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres stieg das Investitionsvolumen – getragen von einer Zunahme in allen Divisionen – um 28,1 % von 276,1 Mio. EUR auf 353,8 Mio. EUR.

Mit einem Anstieg ihrer Investitionen um 23,9 % von 113,3 Mio. EUR auf 140,4 Mio. EUR (das entspricht rund 40 % des Konzernvolumens) weist die Division Stahl die höchste Zunahme – in absoluten Zahlen – gegenüber dem Vorjahr auf. Diese Entwicklung ist vor allem auf die weitgehende Fertigstellung des umfangreichen, auf die langfristige Erschließung neuer Produktdimensionen und -qualitäten ausgerichteten Investitionsprogramms "L6" am Hauptstandort Linz zurückzuführen. Nach der jeweils bereits im Sommer 2011 erfolgten Wiederinbetriebnahme der umfassend erneuerten und sowohl vom Kapazitäts- als auch Breitenspektrum erweiterten Warmbreitbandstraße sowie der neuen Stranggießanlage 7 befinden sich zurzeit noch die Fertigstellung eines neuen Tiegelgas-Gasometers sowie die Errichtung eines weiteren Stoßofens in der Grobblechfertigung und einer DeNOx-Anlage am Sinterband plangemäß in Umsetzung. Darüber hinaus wurde im 3. Quartal 2011/12 mit der Bautätigkeit für die neue Kontiglühe 2 (Fokus auf Elektroband) begonnen.

Weiters wurden bzw. werden auch in den Geschäftsbereichen Anarbeitung, Stahl Service Center und Gießerei jeweils erhebliche Investitionsvorhaben planmäßig realisiert.

Die Division Edelstahl erhöhte ihre Investitionen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 53,2 Mio. EUR auf 63,5 Mio. EUR. Diese Steigerung um 19,4 % resultiert aus der forcierten Umsetzung von auf die Beseitigung von Kapazitätsengpässen und die Verkürzung betrieblicher Durchlaufzeiten ausgerichteten Maßnahmen, vor allem bei Aggregaten zur Erzeugung umgeschmolzener Güten (ESU) und pulvermetallurgisch hergestellter Stähle. So wird am Standort Kapfenberg (Österreich) ein auf zwei Jahre angelegtes Investitionsprojekt mit einem Volumen von rund 16 Mio. EUR realisiert, das unter anderem die Errichtung einer neuen Produktionshalle, die Installation einer zweiten heißisostatischen Presse und die Erhöhung der Schmelz- und Verdüsungskapazität durch eine entsprechende Modifikation der Anlagenkonfiguration beinhaltet.

Mit einer Steigerung um 22,0 % von 54,9 Mio. EUR auf 67,0 Mio. EUR lag auch die Division Bahnsysteme deutlich über dem Investitionsvolumen des Vorjahres. Nachdem die bereits in den letzten Veröffentlichungen ausführlich dargestellten Großvorhaben zwischenzeitlich erfolgreich in Betrieb gegangen sind, befindet sich hier derzeit eine Vielzahl kleinerer Projekte plangemäß in Umsetzung.

Die Division Profilform wendete in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 39,2 Mio. EUR für Investitionen auf, das entspricht gegenüber dem Vorjahreswert (36,5 Mio. EUR) einer Steigerung um 7,4 %. Der überwiegende Teil entfiel auf die weitere planmäßige Umsetzung des Großinvestitionsprojekts im Geschäftsbereich Precision Strip am Standort Kematen (Niederösterreich). Die erste Ausbaustufe (bestehend aus Walzanlagen, Längsteilanlage sowie Glüh- und Bandschleifanlagen) wurde mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der wesentlichen Aggregate bereits fertiggestellt.

Mit einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 149,3 % wies die Division Automotive die prozentuell mit Abstand markanteste Steigerung auf. Sie erhöhte ihre Investitionen von 14,8 Mio. EUR auf 36,9 Mio. EUR, die – neben kleineren Vorhaben im Bereich Präzisionsrohrkomponenten – zum überwiegenden Teil für den Aufbau einer Produktion von gestanzten Bauteilen am bestehenden Divisionsstandort in Linz und die dafür erforderlichen Pressenanlagen einschließlich der entsprechenden Infrastruktur aufgewendet wurden.

Akquisitionen

Wie bereits in den vergangenen beiden Aktionärsbriefen zum laufenden Geschäftsjahr ausführlich dargestellt, erfolgten bislang zwei kleinere, strategisch jedoch bedeutsame Akquisitionen in Deutschland und den Niederlanden (jeweils Division Bahnsysteme).

Darüber hinausgehend hat der voestalpine-Konzern im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12 keine weiteren Akquisitionen oder Devestitionen getätigt.

Mitarbeiter

Zum Ende des 3. Quartals 2011/12 beschäftigte der voestalpine-Konzern 41.216 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge und Leihpersonal). Gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (40.078) entspricht dies einem Anstieg der Stammbelegschaft um 2,8 % oder um 1.138 Beschäftigte.

Weitere 3.649 Mitarbeiter befanden sich per 31. Dezember 2011 in Leiharbeitsverhältnissen, das waren um 12,7 % oder um 412 Personen mehr als zum selben Stichtag des Vorjahres (3.237). Darüber hinaus standen am Ende des 3. Quartals weltweit 1.603 Jugendliche in Ausbildung; der Lehrlingsstand blieb damit gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr (1.648) nahezu unverändert.

Zum 31. Dezember 2011 wies der voestalpine-Konzern demnach eine Gesamtbelegschaft (Stammpersonal, Leihpersonal und Lehrlinge) von 46.468 Mitarbeitern aus. Sie lag damit um 3,3 % bzw. um 1.505 Personen über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des voestalpine-Konzerns ist auf die Entwicklung innovativer Komplettlösungen ausgerichtet, wobei die Optimierung des Kundennutzens bei gleichzeitiger Verringerung der gesamten Lebenszykluskosten im Vordergrund steht.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die bestmögliche Nutzung und Vernetzung der in der gesamten Unternehmensgruppe vorhandenen Kompetenzen. So wird beispielsweise die Entwicklung von Werkstoffen stets eng mit jener von Verarbeitungstechnologien (etwa Umformen und verschiedene Fügeprozesse) sowie von adäquaten Werkzeugstahlqualitäten und Schweißzusatzwerkstoffen verbunden.

Neben intensiver Grundlagenforschung, mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Partner betrieben, wird auch die weitere Effizienzsteigerung der ohnehin bereits auf sehr hohem Niveau tätigen F&E-Organisation kontinuierlich vorangetrieben. So fand im Frühherbst 2011 zum bereits fünften Mal die "Synergieplattform", das konzernweite Treffen der Forschungsmitarbeiter, statt. Die Veranstaltung, die vorrangig auf Informations- und Erfahrungsaustausch unter Einbeziehung externer Fachexperten ausgerichtet ist, befasste sich diesmal mit dem sowohl für die Werkstoff- als auch die Verfahrensentwicklung zentralen Thema "numerische Simulation".

An herausragenden Produkt- und Verfahrensinnovationen der jüngeren Vergangenheit ist die "phs-ultraform®"-Technologie hervorzuheben, die – erst seit Kurzem im sogenannten "direkten" Verfahren sehr erfolgreich am Markt – inzwischen bereits wieder entscheidend weiterentwickelt wurde. Es handelt sich dabei um einen speziellen feuerverzinkten Karosseriestahl, dessen Verformung nunmehr auch im Wege des neuen Prozesses "Presshärten im indirekten Verfahren" erfolgt. Die zunächst kaltgepressten Bauteile werden dabei in einem Folgeschritt auf 900 Grad Celsius erhitzt und dann innerhalb von wenigen Sekunden auf 70 Grad abgekühlt und damit gehärtet. Die so erzeugten korrosionsgeschützten Bauteile zeichnen sich durch eine deutlich höhere Festigkeit bei gleichzeitiger erheblicher Gewichtseinsparung aus. Die neue Technologie leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei gleichzeitig signifikanter Erhöhung der Insassensicherheit. Der Werkstoff Stahl stellt sich damit in sehr erfolgreicher und zukunftsweisender Form der Herausforderung durch Alternativwerkstoffe.

Umwelt

Sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene gehen derzeit eine Reihe von umweltpolitisch hochsensiblen Vorhaben in ihre entscheidende Phase: Das langfristig auf EU-Ebene mit Abstand bedeutsamste und im Hinblick auf die Zukunft der energieintensiven Industrie in Europa zweifellos sensibelste Thema stellt dabei die von der EU-Kommission skizzierte "Roadmap 2050" dar. Diese sieht bis zu diesem Zeitpunkt eine weitgehend kohlenstofffreie Energieerzeugung und Realwirtschaft in Europa vor. Die konkrete Festlegung der Reduktionspfade zur Erreichung dieses Zieles sowie die Beurteilung auf sektoraler Ebene stehen noch aus. Der europäische Stahlverband EUROFER wird sich im Rahmen der diesbezüglichen Meinungsbildung entsprechend einbringen.

Der von den EU-Gremien bereits beschlossene Zuteilungsmechanismus für CO2-Emissionszertifikate, der für den Zeitraum von 2013 bis 2020 EU-weit einheitliche Benchmarkwerte festlegt, wird derzeit EU-weit in nationales Recht umgesetzt. Die Regelung wird jedoch vom europäischen Stahlverband EUROFER und einer Reihe von dessen Mitgliedsunternehmen angefochten. Im Juli vergangenen Jahres wurden beim Europäischen Gerichtshof entsprechende Klagen, insbesondere gegen die mit dem heutigen Stand der Technik nicht erreichbaren Emissionsvorgaben, eingebracht. Ein konkreter Entscheidungszeitpunkt ist derzeit noch nicht absehbar.

Bei der UN-Weltklimakonferenz in Durban konnte Anfang Dezember 2011 kein global umfassendes und rechtlich verbindliches Abkommen zum künftigen Klimaschutz erzielt werden. Statt weltweit einheitlicher und fairer Rahmenbedingungen wurde lediglich ein Prozess zur Entwicklung eines verbindlichen Übereinkommens bis 2015 begonnen, das ab 2020 in Kraft treten soll. Zu beachten dabei ist auch, dass die Parteien (Regierungen) lediglich einer "Intention" zugestimmt haben, ein diesbezügliches Abkommen bis spätestens 2015 zu unterzeichnen. Es ist überdies noch völlig offen, ob ein solches Abkommen für alle Parteien verbindliche Emissionsobergrenzen festlegen wird. Mit diesem unverbindlichen Konferenzergebnis scheint die Strategie der EU-Kommission, sich zu einer weiteren Kyoto-Periode zu verpflichten, wenn im Gegenzug auch alle anderen Weltregionen bis 2015 einem verbindlichen Abkommen beitreten, gescheitert. Es ist ihr lediglich gelungen, den Status quo durch Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis zumindest 2018, vermutlich sogar bis 2020 fortzuschreiben und den Abschluss eines rechtlich verbindlichen Abkommens bis 2015 in Aussicht zu stellen.

Auf Grundlage der europäischen REACH-Verordnung (zur Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien) ist bereits seit Ende 2010 die Evaluierung aller rund 25.000 eingereichten Registrierungen durch die Europäische Chemikalienagentur im Gange. Das Zulassungsverfahren zur Autorisierung gewinnt immer mehr an Bedeutung; wird ein Stoff ins Zulassungsverfahren aufgenommen, ist er langfristig mittels geeigneter Alternativen zu substituieren bzw. darf er auch bis dahin nur noch mit einer gültigen Stoffzulassung eingesetzt werden. Davon betroffen sind besonders gefährliche, etwa krebserregende Stoffe. Durch die stufenweise Einführung des Zulassungsverfahrens ist die mögliche Betroffenheit laufend zu prüfen. Gleichzeitig sind im Rahmen der noch bis 1. Juni 2012 laufenden Revision der REACH-Verordnung gegebenenfalls zusätzliche Aktivitäten zu setzen.

Der Schwerpunkt der im Jänner 2011 in Kraft getretenen Industrieemissionsrichtlinie (2010/75/ EU) liegt unter anderem in einer europaweiten Vereinheitlichung der anlagenbezogenen Grenzwerte und Maßnahmen. Zukünftig sollen diese in den BAT (Best Available Technique) Conclusions der Europäischen Kommission über die umwelttechnisch bestverfügbaren Techniken in der Eisen- und Stahlindustrie festgeschrieben werden, welche ihrerseits wiederum aus den sogenannten BREFs (Best Available Technique Reference Documents) abgeleitet werden, die sich derzeit noch im Revisionsstadium befinden. Die Veröffentlichung der Eisen- und Stahl-BREFs und deren verbindlicher Schlussfolgerungen für Kokereien, Sinteranlagen, Hochöfen sowie Sauerstoff- und Elektrostahlwerke wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2012 erfolgen, die Umsetzung muss europaweit innerhalb von vier Jahren abgeschlossen sein. Im voestalpine-Konzern werden derzeit die entsprechenden Betriebsanlagen auf etwaigen Anpassungsbedarf überprüft, um in Umsetzung der Vorgaben der Industrieemissionsrichtlinie notwendige Maßnahmen und Änderungen rechtzeitig planen und realisieren zu können.

An den einzelnen Konzernstandorten wurde im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12 wieder eine Vielzahl umweltrelevanter Maßnahmen verwirklicht, mit denen der – im internationalen Branchenvergleich – bereits überdurchschnittlich hohe Standard der voestalpine-Gruppe in den Bereichen Energie- und Rohstoffeffizienz, Senkung der Luft- und Wasseremissionen sowie Abfallvermeidung und -verwertung weiter nachhaltig verbessert wird. Zu den Details wird auf die ausführliche Darstellung der einzelnen Vorhaben im Aktionärsbrief zum 1. Halbjahr verwiesen.

Ausblick

Die im Aktionärsbrief vom November 2011 zum 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres zum Ausdruck gebrachte Erwartung, dass mit den damaligen Regierungswechseln in Italien und Griechenland sowie den Beschlüssen der Europäischen Union über die Erweiterung des "Rettungsschirms" und ein restriktives Regelwerk im Zusammenhang mit der notwendigen Haushaltsdisziplin der Mitgliedsländer auch eine gewisse Beruhigung der ökonomischen Entwicklung in Europa einhergehen sollte, hat sich weitgehend erfüllt. Es ist in der Zwischenzeit daher auch nicht mehr von einer Wiederkehr der "Krise" im Sinne eines "double dip" die Rede, und selbst die für Europa erwartete Rezession sollte sich in Grenzen halten.

Dennoch war das 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres (4. Kalenderquartal 2011) vor allem in der Division Stahl durch ein extrem vorsichtiges Kundenverhalten mit entsprechenden Auswirkungen sowohl auf der Nachfrage- als auch der Preisseite geprägt. Die an sich schon schwierige Entwicklung wurde durch hoch volatile Erzund Kohlepreise noch verschärft. Weitgehend stabil stellten sich hingegen alle vier Verarbeitungsdivisionen dar. Insgesamt sollte aber die zyklische Abkühlung der letzten neun Monate auch im Stahlbereich mit dem Jahreswechsel 2011/12 ihren Tiefpunkt erreicht haben, da mit Beginn des 4. Geschäftsjahresquartals (1. Kalenderquartal 2012) eine Erholung der Nachfrage, verbunden mit ersten Preiserhöhungen im Quartalsverlauf, spürbar wurde. Nicht zuletzt allein schon auf Grund lagerzyklischer Effekte sollte diese Marktbelebung jedenfalls bis Sommer 2012 anhalten. Wie weit sie bis dahin durch einen selbsttragenden, nachhaltigeren Aufschwung abgelöst wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob die derzeitige wirtschaftliche Belebung in den USA weiter an Dynamik gewinnt, die Konjunkturentwicklung in China 2012 einigermaßen stabil verläuft und Europa seine Schuldenprobleme in den Griff bekommt. In jedem Fall werden die – gemessen an der Division Stahl – wesentlich weniger konjunktursensiblen Verarbeitungsdivisionen weiterhin für eine im Branchenvergleich hohe Ergebnisstabilität des voestalpine-Konzerns sorgen.

Für das 4. Quartal des Geschäftsjahres zeichnet sich auf Basis der Entwicklung in den ersten Wochen des Jahres 2012 gegenüber dem 3. Quartal eine ergebnismäßige Trendwende ab, sodass sich aus heutiger Sicht der Ausblick für das Gesamtjahr 2011/12 (ohne Berücksichtigung allfälliger Einmaleffekte aus dem Bahnzulieferbereich) gegenüber dem letzten Quartalsbericht weitgehend unverändert darstellt. Dies bedeutet, dass für 2011/12 mit einem gegenüber dem Vorjahr etwas schwächeren operativen Ergebnis zu rechnen ist.

Investor Relations

voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes

Kursverlauf der voestalpine-Aktie

Der Kursverlauf der voestalpine-Aktie war in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 vor allem durch den Einbruch der internationalen Börsen und Finanzmärkte im Sommer 2011 geprägt. Die Aktie konnte sich der allgemeinen Talfahrt nicht nur nicht entziehen, sondern wurde vielmehr auf Grund ihrer Einstufung als zyklischer Wert überproportional in Mitleidenschaft gezogen. Vor diesem Hintergrund verzeichnete sie in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 insgesamt einen Kursrückgang um 35 % von 33,13 EUR auf 21,67 EUR. Vom Höchststand Anfang Juli (38,90 EUR) bis zum Tiefstwert Ende November 2011 (18,38 EUR) verlor sie sogar mehr als 50 % ihres Wertes.

Mit dieser Entwicklung bewegte sich die voestalpine-Aktie seit Ende August 2011 praktisch im Gleichklang mit dem österreichischen Leitindex ATX, auch der 9-Monats-Trend von April bis Dezember 2011 ist mit einem Wertverlust von einem Drittel nahezu ident. Im Vergleich dazu stellt sich die Performance des Stoxx Index Europe und des Dow Jones Industrial Index in diesem Zeitraum ungleich besser dar. Abgesehen von einer deutlich optimistischeren Konjunkturtendenz in den USA gegenüber jener in Europa ist die allgemein schlechtere Performance des ATX auch ein Indiz dafür, dass die Wiener Börse auf Grund ihrer vergleichsweise immer noch geringen Liquidität, der starken Gewichtung von Finanzwerten sowie ihrer von internationalen Investoren zunehmend kritisch gesehenen Nähe zu Osteuropa gegenüber anderen Börsenplätzen an Attraktivität verloren hat.

Hervorzuheben ist, dass sich die voestalpine-Aktie seit Jahresbeginn deutlich erholt und im Jänner 2012 einen markanten Kursanstieg verzeichnet hat.

Anleihen

Hybridanleihe (2007–2014)

Die Hybridanleihe wurde im Oktober 2007 zur Refinanzierung des Erwerbs der BÖHLER-UDDEHOLM AG mit einem Volumen von 1.000 Mio. EUR begeben. Nach den Turbulenzen auf den Finanzmärkten ab Herbst 2008 verringerte sich der Anleihekurs gegen Ende des Geschäftsjahres 2008/09 bis auf 75 (% des Face Value). Seit April 2009 hat sich der Preis der Anleihe dann allerdings relativ rasch erholt, sie notierte im Jänner 2010 erstmals wieder über 100 (% des Face Value) und lag zum Ende des 3. Quartals 2011/12 bei 102 (% des Face Value).

Unternehmensanleihe 1 (2009–2013)

Die im März 2009 zum Höhepunkt der Kreditkrise aus Gründen der Liquiditätssicherung begebene Unternehmensanleihe (Volumen 400 Mio. EUR, Kupon 8,75 %) hat seit ihrer Emission deutliche Kursgewinne verzeichnet. Verglichen zum Höchstkurs von über 114 (% des Face Value) im März 2010 notierte die Anleihe mit Ende des 3. Quartals 2011/12 aber wieder niedriger bei etwa 106 (% des Face Value).

Unternehmensanleihe 2 (2011–2018)

Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpine AG eine siebenjährige Anleihe mit einem Kupon von 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Lag der Kurs der Anleihe, die im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse gehandelt wird, Anfang April noch knapp unter dem Ausgabekurs, gab es bis Ende Dezember 2011 deutliche Zugewinne. Das Wertpapier schloss am 31. Dezember 2011 bei 103 (% des Face Value).

Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Instituten erstellt:

  • Bank of America/Merrill Lynch, London
  • Barclays Capital, London
  • BHF-BANK, Frankfurt
  • CA Cheuvreux, Frankfurt/Paris
  • Citigroup, London
  • Commerzbank, Frankfurt
  • Credit Suisse, London
  • Davy, Dublin
  • Deutsche Bank, London
  • Erste Bank, Wien
  • Exane BNP Paribas, Paris
  • HSBC, London
  • JP Morgan, London
  • MainFirst, Frankfurt
  • Nomura, London
  • Raiffeisen Centrobank, Wien
  • Steubing, Frankfurt
  • UBS, London.

Informationen zur Aktie

Aktiennominale 307.132.044,75 EUR,
zerlegt in 169.049.163 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. Dezember 2011 299.728 Stk.
Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber
Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)
ISIN AT0000937503
Reuters VOES.VI
Bloomberg VOE AV
Kurse (jeweils zum Tagesende)
Börsenhöchstkurs April 2011 bis Dezember 2011 38,90 EUR
Börsentiefstkurs April 2011 bis Dezember 2011 18,38 EUR
Kurs zum 31. Dezember 2011 21,67 EUR
Ausgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EUR
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EUR
Börsenkapitalisierung zum 31. Dezember 2011* 3.656.800.256,45 EUR
* Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.

Geschäftsjahr 2010/11

Gewinn/Aktie 3,04 EUR
Dividende/Aktie 0,80 EUR
Buchwert/Aktie 27,39 EUR

Terminvorschau 2011/12

Geschäftsbericht 2011/12 30. Mai 2012
Hauptversammlung 4. Juli 2012
Ex-Dividenden-Tag 9. Juli 2012
Dividenden-Zahltag 16. Juli 2012
Veröffentlichung 1. Quartal 2012/13 7. August 2012
Veröffentlichung 2. Quartal 2012/13 7. November 2012

voestalpine AG Finanzdaten zum 31.12.2011

Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Konzernbilanz

Aktiva

31.03.2011 31.12.2011
A. Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 4.371,4 4.308,6
Firmenwert 1.419,5 1.421,8
Andere immaterielle Vermögenswerte 379,9 337,8
Anteile an assoziierten Unternehmen 142,8 147,4
Andere Finanzanlagen 158,7 161,1
Latente Steuern 383,2 355,7
6.855,5 6.732,4
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 2.824,1 3.246,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.709,8 1.635,4
Andere Finanzanlagen 453,6 398,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.233,4 426,9
6.220,9 5.707,2
Summe Aktiva 13.076,4 12.439,6

Passiva

31.03.2011 31.12.2011
A. Eigenkapital
Grundkapital 307,1 307,1
Kapitalrücklagen 421,1 405,7
Hybridkapital 992,1 992,1
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen 2.897,5 3.099,5
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 4.617,8 4.804,4
Nicht beherrschende Anteile 73,3 69,5
4.691,1 4.873,9
B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 833,2 834,1
Rückstellungen 83,3 78,2
Latente Steuern 237,0 259,4
Finanzverbindlichkeiten 3.070,5 2.617,2
4.224,0 3.788,9
C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen 402,1 415,9
Steuerschulden 134,7 101,7
Finanzverbindlichkeiten 1.427,9 1.313,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 2.196,6 1.945,7
4.161,3 3.776,8
Summe Passiva 13.076,4 12.439,6

Konzern-Kapitalflussrechnung

01.04.–31.12.2010 01.04.–31.12.2011
Betriebstätigkeit
Ergebnis nach Steuern 400,3 411,4
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 399,9 445,8
Veränderungen des Working Capital –235,1 –563,7
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 565,1 293,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –204,2 –324,3
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –796,7 –774,4
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
–435,8 –805,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang 1.028,6 1.233,4
Veränderungen von Währungsdifferenzen 12,5 –1,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende 605,3 426,9

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.04.–
31.12.2010
01.04.–
31.12.2011
01.10.–
31.12.2010
01.10.–
31.12.2011
Umsatzerlöse 7.936,6 8.877,2 2.744,8 2.899,5
Umsatzkosten –6.200,5 –7.065,1 –2.136,3 –2.367,5
Bruttoergebnis 1.736,1 1.812,1 608,5 532,0
Sonstige betriebliche Erträge 235,2 260,7 68,9 92,7
Vertriebskosten –708,2 –713,0 –240,3 –237,4
Verwaltungskosten –403,0 –444,4 –137,9 –151,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –201,9 –239,0 –55,2 –91,3
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 658,2 676,4 244,0 145,0
Ergebnisse von assoziierten Unternehmen 25,0 14,8 9,0 3,9
Finanzerträge 40,9 68,0 12,2 17,8
Finanzaufwendungen –209,2 –225,4 –67,7 –76,2
Ergebnis vor Steuern (EBT) 514,9 533,8 197,5 90,5
Ertragsteuern –114,6 –122,4 –46,9 –25,2
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 400,3 411,4 150,6 65,3
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 340,3 352,9 131,2 46,4
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 6,0 4,5 1,4 0,9
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 54,0 54,0 18,0 18,0
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis
je Aktie (EUR)
2,02 2,09 0,78 0,27
Gesamtergebnisrechnung:
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 400,3 411,4 150,6 65,3
Sonstiges Ergebnis
Hedge Accounting 1,5 28,6 13,8 10,9
Latente Steuern auf Hedge Accounting 0,1 –7,2 –3,5 –2,8
Währungsumrechnung 45,1 11,2 26,9 35,2
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto 46,7 32,6 37,2 43,3
Gesamtergebnis in der Periode 447,0 444,0 187,8 108,6
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 386,4 387,0 167,8 91,2
Nicht beherrschenden Gesellschaftern 6,6 3,0 2,0 –0,6
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 54,0 54,0 18,0 18,0
Gesamtergebnis in der Periode 447,0 444,0 187,8 108,6

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

1 Q – 3 Q 2010/11 1 Q – 3 Q 2011/12
Konzern Nicht be
herrschende
Anteile
Gesamt Konzern Nicht be
herrschende
Anteile
Gesamt
Eigenkapital zum 01.04. 4.189,6 72,8 4.262,4 4.617,8 73,3 4.691,1
Gesamtergebnis
in der Periode
440,4 6,6 447,0 441,0 3,0 444,0
Dividendenausschüttung –84,3 –6,4 –90,7 –135,0 –8,7 –143,7
Rückkauf/Verkauf
von eigenen Aktien
5,2 5,2 5,6 5,6
Zukauf nicht
beherrschender Anteile
2,4 2,4
Dividendenausschüttung
an Hybridkapitalbesitzer
–71,3 –71,3 –71,3 –71,3
Anteilsbasierte
Vergütungen
–15,5 –0,1 –15,6
Sonstige Veränderungen –3,1 1,5 –1,6 –38,2 2,0 –36,2
Eigenkapital zum 31.12. 4.476,5 76,9 4.553,4 4.804,4 69,5 4.873,9

Erläuternde Anhangangaben

Der Konzernzwischenabschluss zum 31. Dezember 2011 für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2011/12 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen des IAS 34 – Interim Financial Reporting erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2010/11 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden mit folgender Ausnahme unverändert fortgeführt. Die überarbeitete Fassung des IAS 24 (2009) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" wird erstmals angewendet. Die Anwendung dieses neuen Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss. Für Fragen zu den verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2011 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.

Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H nicht mehr im Rahmen der Division Stahl gesteuert und berichtet. Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften dem Geschäftsegment Sonstige zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.

Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2010/11 (Stichtag: 31. Dezember 2010).

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis/Unternehmenserwerbe

Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Voll
konsolidierung
Quoten
konsolidierung
Equity
Methode
288 2 12
3
–5
–4
282 2 12
225 0 5

Erläuterung der Bilanz

Der Rückgang im langfristigen Vermögen in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 ist im Wesentlichen auf die niedrige Investitionstätigkeit zurückzuführen. Die Abschreibungen in Höhe von 441,5 Mio. EUR haben die Investitionen in Höhe von 353,8 Mio. EUR überschritten. Der Vorrätebestand erhöhte sich zum Großteil auf Grund von Mengensteigerungen gegenüber dem 31. März 2011 um 422,2 Mio. EUR. Einerseits sind aus der laufenden Geschäftstätigkeit liquide Mittel zugeflossen, andererseits haben sich diese auf Grund von Kredittilgungen, Kapitalbindung im Working Capital und der Dividendenausschüttung an Anteilseigner auf 426,9 Mio. EUR vermindert.

Das Grundkapital der voestalpine AG betrug zum 31. Dezember 2011 307.132.044,75 EUR (169.049.163 Stück Stückaktien). Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 299.728 Stück eigene Aktien. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 wurden 168.146 Stück eigene Aktien verkauft.

Die voestalpine AG hat am 16. Oktober 2007 eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige unbefristete Anleihe im Umfang von 1 Mrd. EUR mit einem Kupon von 7,125 % begeben, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach sieben Jahren Laufzeit hat die voestalpine AG, nicht aber die Gläubiger, erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Anleihe oder der Fortsetzung zu einem höheren, aber variablen Zinssatz. Diese Hybridanleihe wird gem. IAS 32 als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen.

Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 411,4 Mio. EUR hat zu einer Erhöhung des Eigenkapitals beigetragen. In der Hauptversammlung am 6. Juli 2011 wurde für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie beschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr wurde daher von der voestalpine AG eine Dividende in Höhe von 135,0 Mio. EUR an Anteilseigner ausgeschüttet. Zinsen für das Hybridkapital in Höhe von 71,3 Mio. EUR wurden ebenfalls ausbezahlt und als Dividende verbucht.

In den sonstigen Veränderungen des Eigenkapitals sind im Wesentlichen Aufwendungen für die Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen enthalten, die direkt mit dem Eigenkapital verrechnet wurden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um den Nachzahlungsbetrag aus dem Überprüfungsverfahren der Barabfindung an die Minderheitsaktionäre der BÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft (siehe auch Seite 15). Mit dem Nachzahlungsbetrag verbundene Zinsen werden aufwandswirksam verbucht.

Durch die Abreifung von langfristigen Krediten haben sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 2.617,2 Mio. EUR verringert.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

Der Umsatz vom 1. April bis 31. Dezember 2011 in Höhe von 8.877,2 Mio. EUR konnte den Vergleichswert für denselben Zeitraum des Vorjahres (7.936,6 Mio. EUR) um 11,9 % übertreffen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) belief sich im selben Zeitraum kumuliert auf 676,4 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 658,2 Mio. EUR. Bezogen auf das 3. Quartal wurde ein EBIT in Höhe von 145,0 Mio. EUR erzielt, verglichen mit 244,0 Mio. EUR im selben Zeitraum des Vorjahres. Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges sowie der Steuern ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 411,4 Mio. EUR gegenüber 400,3 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

01.04.– 31.12.2010 01.04.– 31.12.2011
Anteilseigner des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR)
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der
340,3 352,9
ausgegebenen Aktien (Mio.) 168,5 168,7
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 2,02 2,09

Geschäftssegmente

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu den Geschäftssegmenten des voestalpine-Konzerns für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2011/12 bzw. 2010/111 :

1.– 3. Quartal 2011/12

Division
Stahl
01.04.–31.12.2011
Division
Edelstahl
01.04.–31.12.2011
Division
Bahnsysteme
01.04.–31.12.2011
Segmentumsätze 3.011,6 2.165,6 2.228,5
davon Umsatzerlöse
mit externen Kunden
2.774,0 2.114,2 2.196,2
davon Umsatzerlöse
mit anderen Segmenten
237,6 51,4 32,3
EBITDA 340,2 311,1 320,1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 171,0 196,8 235,2
EBIT-Marge 5,7 % 9,1 % 10,6 %
Segmentvermögen 3.783,5 4.011,4 2.450,2
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal und Lehrlinge)
9.516 11.417 10.332

1.– 3. Quartal 2010/11

Division
Stahl
Division
Edelstahl
Division
Bahnsysteme
01.04.–31.12.2010 01.04.–31.12.2010 01.04.–31.12.2010
Segmentumsätze 2.741,1 1.895,1 2.031,9
davon Umsatzerlöse
mit externen Kunden
2.526,5 1.849,0 2.005,6
davon Umsatzerlöse
mit anderen Segmenten
214,6 46,1 26,3
EBITDA 414,8 247,9 291,8
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 250,0 126,3 207,4
EBIT-Marge 9,1 % 6,7 % 10,2 %
Segmentvermögen 3.597,9 4.022,1 2.345,9
Mitarbeiter
(ohne Leihpersonal und Lehrlinge)
9.456 11.207 9.948
Summe Konzern
01.04.–31.12.2011
Überleitung
01.04.–31.12.2011
Sonstige
01.04.–31.12.2011
Division
Automotive
01.04.–31.12.2011
Division
Profilform
01.04.–31.12.2011
8.877,2 –1.720,1 1.377,6 886,9 927,1
8.877,2 0,0 3,8 884,3 904,7
0,0 –1.720,1 1.373,8 2,6 22,4
1.118,0 –1,5 –54,5 81,5 121,1
676,4 –1,5 –59,1 43,1 90,9
7,6 % 4,9 % 9,8 %
12.439,6 –8.603,6 8.859,6 871,7 1.066,8
41.216 0 671 5.036 4.244

Mio. EUR

Summe Konzern
01.04.–31.12.2010
Überleitung
01.04.–31.12.2010
Sonstige
01.04.–31.12.2010
Division
Automotive
01.04.–31.12.2010
Division
Profilform
01.04.–31.12.2010
7.936,6 –1.499,6 1.193,7 742,5 831,9
7.936,6 0,0 4,4 740,7 810,4
0,0 –1.499,6 1.189,3 1,8 21,5
1.107,0 –3,7 –42,4 83,2 115,4
658,2 –3,8 –46,8 41,5 83,6
8,3 % 5,6 % 10,0 %
12.331,4 –7.877,3 8.309,9 886,3 1.046,6
40.078 0 665 4.658 4.144
Mio. EUR

1 Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H nicht mehr im Rahmen der Division Stahl gesteuert und berichtet. Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften dem Geschäftsegment Sonstige zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.

In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:

EBITDA

01.04.– 31.12.2010 01.04.– 31.12.2011
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung 0,9 –4,5
Forderungswertberichtigungen/-verzicht –0,4 –0,9
Konsolidierung –5,4 3,7
Sonstiges 1,2 0,2
EBITDA – Summe Überleitung –3,7 –1,5

Mio. EUR

EBIT

01.04.– 31.12.2010 01.04.– 31.12.2011
Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung 0,9 –4,5
Forderungswertberichtigungen/-verzicht –0,4 –0,9
Konsolidierung –5,4 3,7
Sonstiges 1,1 0,2
EBIT – Summe Überleitung –3,8 –1,5

Mio. EUR

Alle übrigen Kennzahlen enthalten im Wesentlichen nur Konsolidierungseffekte.

Erläuterung der Kapitalflussrechnung

Auf Grund des besseren operativen Ergebnisses stieg der Cashflow aus dem Ergebnis von 800,2 Mio. EUR auf 857,2 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Working Capital-Veränderung (im Wesentlichen der Aufbau von Vorräten) ergibt sich ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von 293,5 Mio. EUR – gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (565,1 Mio. EUR) bedeutet dies einen Rückgang von 48,1 %. Nach Abzug des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 324,3 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –774,4 Mio. EUR (im Wesentlichen Kredittilgungen und Dividende) ergibt sich eine Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vor Währungsdifferenzen) von –805,2 Mio. EUR.

Saison- und Konjunktureinflüsse

Wir verweisen auf die entsprechenden Erläuterungen im Zwischenlagebericht.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit bestehen Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen mit assoziierten Gesellschaften des Konzerns. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.

Es gab keine Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und die die Finanzlage oder das Geschäftsergebnis des Unternehmens während der ersten neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres wesentlich beeinflusst haben.

Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial

Im Mai 2011 haben Durchsuchungen des deutschen Bundeskartellamtes (siehe Geschäftsbericht 2010/11) in den Geschäftsräumen der voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH und der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG stattgefunden. Grund für die Hausdurchsuchungen ist der Verdacht kartellrechtswidriger Verhaltensweisen am deutschen Schienenmarkt. Auf Grund eines Kronzeugenantrags geht das Unternehmen von einer Bußgeldbefreiung aus.

Am 12. Juli 2011 hat eine weitere Hausdurchsuchung des deutschen Bundeskartellamtes bei der voestalpine BWG GmbH & Co. KG in Butzbach, Deutschland, stattgefunden.

Weitergehende Informationen sowie eine Einschätzung der Konsequenzen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen wird unter Inanspruchnahme der Schutzklausel darauf hingewiesen, dass Angaben zu Eventualverbindlichkeiten nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.

Ereignisse nach der Berichtsperiode

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach der Berichtsperiode bekannt.

Impressum

Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1, 4020 Linz Herausgeber und Redaktion: voestalpine AG, Corporate Communications T. +43/50304/15-2090, F. +43/50304/55-8981, [email protected], www.voestalpine.com Gestaltung, Realisierung: Living Office Kommunikationsberatung GmbH, St. Pölten

voestalpine AG

voestalpine-Straße 1 4020 Linz, Austria T. +43/503 04/15-0 F. +43/503 04/55-DW www.voestalpine.com