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voestalpine AG — Interim / Quarterly Report 2011
Aug 18, 2011
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Interim / Quarterly Report
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Aktionärsbrief 1. Quartal 2011/12
voestalpine-Konzern in Zahlen
| Mio. EUR1 | 1 Q 2010/11 01.04.– 30.06.2010 |
1 Q 2011/12 01.04.– 30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.556,1 | 3.051,5 | 19,4 |
| EBITDA | 350,9 | 462,9 | 31,9 |
| EBITDA-Marge | 13,7 % | 15,2 % | |
| EBIT | 203,3 | 317,6 | 56,2 |
| EBIT-Marge | 8,0 % | 10,4 % | |
| Ergebnis vor Steuern | 156,5 | 271,8 | 73,7 |
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)2 | 121,1 | 209,6 | 73,1 |
| Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,60 | 1,13 | 83,3 |
| Investitionen | 80,0 | 117,0 | 46,3 |
| Abschreibungen | 147,6 | 145,3 | –1,6 |
| Capital Employed | 7.990,0 | 8.245,6 | 3,2 |
| Eigenkapital | 4.435,9 | 4.878,3 | 10,0 |
| Nettofinanzverschuldung | 2.981,8 | 2.779,6 | –6,8 |
| Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals | 67,2 % | 57,0 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 39.595 | 40.939 | 3,4 |
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA). Nähere Erläuterungen zur PPA
befinden sich auf der Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
2 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
erinnern Sie sich noch: Es ist keine drei Jahre her, da tauchten plötzlich am Tiefpunkt der Weltwirtschaftskrise Analysen über die globalen Konjunkturerwartungen auf, in deren Mittelpunkt Buchstaben standen – vor allem V, U, L und W. Diverse Ökonomen ergingen sich in Voraussagen über den "shape" der weiteren Wirtschaftsentwicklung, vom optimistischen V bis zum dauerhaft Rezession verheißenden L. Die Mehrheit der Experten fand sich bei U und L wieder. Dennoch haben 2008 die Anhänger des V, die Optimisten, recht behalten – an den raschen Wirtschaftsaufschwung der letzten zwei Jahre haben damals nur wenige geglaubt.
Wenn heute im Gefolge der Staatsschuldenkrise in den USA und einigen europäischen Ländern wieder zunehmend vom "double dip", also dem W, die Rede ist, sollte nicht übersehen werden, dass die Ursachen der Krise von 2008/2009 und jener von heute weitgehend unterschiedliche sind: Waren es damals hoch spekulative, an oder über den Grenzen der Vernunft liegende Geschäfte im Bereich der Finanzwirtschaft, welche Kapitalmärkte und Banken sowie in der Folge auch die Realwirtschaft ins Wanken brachten, sind die aktuellen Probleme auf strukturelle Schwächen reifer Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika zurückzuführen. Sowohl die USA als auch Länder wie England, Portugal, Griechenland oder Spanien haben in den vergangenen Jahrzehnten über ihre volkswirtschaftlichen Möglichkeiten gelebt, auf grenzenloses Wachstum vertraut, statt in Zeiten der Hochkonjunktur Reserven aufzubauen und ihre nicht mehr zeitgemäßen Wirtschafts- und Sozialstrukturen den künftigen, im globalen Wettbewerb härter werdenden Anforderungen anzupassen.
Die daraus resultierenden heutigen Probleme haben damit – zumindest überwiegend – andere Wurzeln als der Einbruch von 2008/2009, und was wir derzeit erleben, ist daher auch nicht das Wiederaufleben der damaligen Krise im Sinne eines "double dip", sondern eine neue, eine andere Krise mit möglicherweise noch größeren Herausforderungen an alle Beteiligten.
Einmal mehr gelang es der Realwirtschaft bisher, sich in diesem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erfolgreich zu behaupten. Dennoch wäre es falsch, sich als im weltweiten Wettbewerb stehendes Unternehmen in Sicherheit zu wiegen. Die permanente, kritische Analyse aller zur Verfügung stehenden konjunkturellen Frühindikatoren, die forcierte Umsetzung sämtlicher Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogramme und der konsequente Ausbau von Qualitäts- und Innovationsführerschaft sollten aber auch für den Fall einer Verschärfung der realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen Garant für den "einen Schritt voraus" des voestalpine-Konzerns sein.
Linz, 17. August 2011
Der Vorstand
Wolfgang Eder
Robert Ottel Franz Rotter
Franz Hirschmanner Franz Kainersdorfer
Wolfgang Spreitzer
Highlights1, 2
- Stabile Konjunkturentwicklung in den für den voestalpine-Konzern wesentlichen Absatzmärkten, sowohl regional als auch branchenspezifisch.
- Unverändert gute Nachfrage der exportorientierten Volkswirtschaften in West-, Zentral- und Nordeuropa, leichte Erholung in Osteuropa. Verschärft durch die Schuldenproblematik keine wirtschaftliche Belebung in Südeuropa.
- Konjunkturbelebung in den USA leidet zunehmend unter dem Verschuldungsproblem, rückläufigen Konsum- und Investitionsausgaben und hoher Arbeitslosigkeit.
- Ausgezeichnete Nachfrage aus den wesentlichen Kundensegmenten, insbesondere Automobil- und Nutzfahrzeugbau, Maschinenbau und Energie, aber auch Eisenbahninfrastruktur und Luftfahrtindustrie.
- Hervorragende Gesamtauslastung, Rohstahlproduktion mit 2 Mio. Tonnen weiter auf Rekordniveau.
- Steigerung der Umsatzerlöse um 19,4 % von 2.556,1 Mio. EUR im 1. Quartal 2010/11 auf 3.051,5 Mio. EUR in den ersten drei Monaten 2011/12.
-
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) im 1. Quartal 2011/12 beinahe um ein Drittel von 350,9 Mio. EUR auf 462,9 Mio. EUR erhöht.
-
Anstieg des EBIT im Vorjahresvergleich um über 50 % von 203,3 Mio. EUR auf 317,6 Mio. EUR.
- Mit 10,4 % zweistellige EBIT-Marge im 1. Quartal 2011/12 (Vorjahresquartal 8,0 %), EBITDA-Marge von 13,7 % auf 15,2 % erhöht.
- Sowohl Ergebnis vor Steuern (von 156,5 Mio. EUR auf 271,8 Mio. EUR) als auch Ergebnis nach Steuern3 (von 121,1 Mio. EUR auf 209,6 Mio. EUR) um rund 75 % gesteigert.
- Umsatz, Ergebnis vor Steuern und Ergebnis nach Steuern auch gegenüber sehr gutem unmittelbarem Vorquartal neuerlich verbessert.
- Ergebnis je Aktie mit 1,13 EUR deutlich über dem Vorjahreswert (0,60 EUR).
- Weitere Reduzierung der Gearing Ratio von 57,8 % per 31. März 2011 auf 57,0 % per 30. Juni 2011 trotz betriebsbedingter Vorproduktion sowie gestiegener Rohstoffkosten und damit einhergehendem Aufbau des Working Capitals.
- Zunahme der Stammbeschäftigten (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) auf Grund guter Auftragslage von 40.700 Mitarbeitern per 31. März 2011 auf 40.939 per 30. Juni 2011.
2 Soweit nicht ausdrücklich ein anderweitiger Verweis erfolgt, beziehen sich alle Vergleichszahlen auf das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2010/11.
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA).
3 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
Zwischenlagebericht
Wirtschaftliches Umfeld
Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12 stellte sich die Konjunkturentwicklung in den für den voestalpine-Konzern wichtigsten Kundenbranchen und Absatzregionen anhaltend positiv und in der Grundtendenz weitgehend unverändert dar. Der im Wesentlichen nach wie vor von den Schwellenländern getriebene globale Aufschwung hat zu einer entsprechenden Belebung in West-, Zentral- und Nordeuropa geführt. Erste Erholungssignale in einzelnen Kundensegmenten in Osteuropa stehen jedoch einem nach wie vor schwierigen und durch die Budgetprobleme zusätzlich erschwerten Umfeld im Süden und äußersten Westen des Kontinents gegenüber. Konnte der Aufschwung in den USA zu Beginn des Jahres noch an Dynamik gewinnen, so zeigen sich seit Sommer erste konjunkturelle Abschwächungstendenzen auf Grund der nach wie vor nicht gelösten und politisch umstrittenen Verschuldungsproblematik, rückläufiger öffentlicher und privater Konsumausgaben und einer nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit.
Das positive gesamtwirtschaftliche Umfeld führte im 2. Kalenderquartal 2011 zu einer anhaltend hohen Nachfrage aus allen wichtigen Kundenbranchen. Die bereits im vergangenen Geschäftsjahr spürbare, solide Nachfrageentwicklung aus den Sektoren Automobil-, Bus- und Nutzfahrzeugbau, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie sowie dem Energiebereich, aber auch das stabile Umfeld in der Eisenbahninfrastruktur (mit der einzigen Ausnahme des Standardschienengeschäftes) haben sich fortgesetzt. Auch das Marktumfeld in der Luftfahrt hat sich weiter verbessert, wohingegen sich die Nachfragesituation in der Bau- und Bauzulieferindustrie nach wie vor gedämpft darstellt.
Geschäftsverlauf des voestalpine-Konzerns1
Der voestalpine-Konzern hat im 1. Quartal 2011/12 auf Grund der anhaltend positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zunehmenden Einsparungen im Gefolge der erfolgreich in Umsetzung befindlichen Effizienzsteigerungs- und Kosteneinsparungsprogramme gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sehr deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielt. Auch gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal (4. Quartal 2010/11) konnten der Umsatz, das Ergebnis nach Steuern und das Ergebnis vor Steuern nochmals gesteigert werden. Die operativen Ergebnisse lagen vor allem auf Grund der Vorbereitung umfangreicher Erweiterungsund Modernisierungsstillstände in der Division Stahl im 2. Geschäftsjahresquartal geringfügig unter dem direkten Vorquartal.
Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich im 1. Quartal 2011/12 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 495,4 Mio. EUR (+19,4 %) von 2.556,1 Mio. EUR auf 3.051,5 Mio. EUR. Mit einem Zuwachs um 182,1 Mio. EUR (+21,3 %) von 856,2 Mio. EUR auf 1.038,3 Mio. EUR weist die Division Stahl – vor allem bedingt durch Preiserhöhungen – absolut betrachtet die stärkste Steigerung aus. Relativ gesehen stellen sich die Zuwächse in den einzelnen Divisionen sehr einheitlich dar: Edelstahl +22,3 % von 613,8 Mio. EUR auf 750,7 Mio. EUR, Automotive +20,8 % von 242,6 Mio. EUR auf 293,1 Mio. EUR und Profilform +20,5 % von 273,5 Mio. EUR auf 329,6 Mio. EUR. Einzig in der Division Bahnsysteme fiel der Umsatzzuwachs auf Grund der vorangegangenen hohen Krisenresistenz mit 12,7 % von 667,9 Mio. EUR auf 752,8 Mio. EUR geringer aus.
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA).
Die positive Nachfrageentwicklung der vergangenen Quartale hat sich in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 auf hohem Niveau stabilisiert. Dies kommt auch im Vergleich des 1. Quartals 2011/12 mit dem unmittelbaren Vorquartal (4. Quartal 2010/11) deutlich zum Ausdruck. Der voestalpine-Konzern konnte gegenüber dieser Benchmark seinen Umsatz nochmals geringfügig um 1,1 % von 3.017,1 Mio. EUR auf 3.051,5 Mio. EUR steigern. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass in Vorbereitung der im 2. Quartal geplanten Modernisierungs- und Erweiterungsstillstände in der Division Stahl (Umbau Warmwalzstraße, Inbetriebnahme Stranggießanlage 7) dort die Versandmengen im 1. Quartal 2011/12 um über 10 % zurückgenommen werden mussten; nur so war der Aufbau eines entsprechenden Vormateriallagers für die Stillstandsperiode im 2. Quartal 2011/12 möglich.
Noch markanter als in der Darstellung der Umsatzerlöse spiegelt sich die gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verbesserte wirtschaftliche Lage in der Entwicklung der Ergebnisse wider. Aus einem Umsatzanstieg von 19,4 % resultiert beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zum 1. Quartal 2010/11 ein Zuwachs um 31,9 % von 350,9 Mio. EUR auf 462,9 Mio. EUR bzw. eine von 13,7 % auf 15,2 % gestiegene EBITDA-Marge. Mit einem sowohl absolut als auch relativ betrachtet stärksten Zuwachs um 43,5 Mio. EUR von 77,1 Mio. EUR auf 120,6 Mio. EUR konnte die Division Edelstahl ihr EBITDA gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte steigern. Deutlich verbessert stellten sich auch die EBITDA-Werte in den Divisionen Bahnsysteme (+32,6 % von 91,0 Mio. EUR auf 120,7 Mio. EUR) und Profilform (+30,9 % von 39,1 Mio. EUR auf 51,2 Mio. EUR) dar. Auf Grund des bereits hohen EBITDA-Niveaus im Vergleichszeitraum des Vorjahres und der erwähnten geringeren Versandmenge fiel die Steigerung in der Division Stahl (+16,3 % von 134,1 Mio. EUR auf 155,9 Mio. EUR) vergleichsweise geringer aus. Auf ähnlichem Niveau bewegen sich die Zuwächse in der
Division Automotive. Sie konnte beim EBITDA den Referenzwert des Vorjahres um +17,8 % (von 26,4 Mio. EUR auf 31,1 Mio. EUR) steigern.
Im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (4. Quartal 2010/11) reduzierte sich das EBITDA des voestalpine-Konzerns um 7,2 % von 498,6 Mio. EUR auf 462,9 Mio. EUR, was in erster Linie auf die schon dargestellten Sondermaßnahmen in der Division Stahl zurückzuführen ist. Auf Grund der bereits erwähnten niedrigeren Versandmenge lag das EBITDA dort im 1. Quartal 2011/12 mit 155,9 Mio. EUR um 13,3 % bzw. 24,0 Mio. EUR unter dem unmittelbaren Vorquartal (179,9 Mio. EUR). In der Division Edelstahl führten bewertungstechnische Sondereffekte im 4. Quartal 2010/11 zu einem sehr hohen EBITDA-Vergleichswert (140,2 Mio. EUR), sodass auch hier das EBITDA im 1. Quartal 2011/12 mit 120,6 Mio. EUR trotz divisional stabiler Mengen- und Preissituation um 14,0 % bzw. 19,6 Mio. EUR unter dem Vorquartal lag. Die Division Bahnsysteme konnte mit einem EBITDA von 120,7 Mio. EUR operativ nahezu an das unmittelbare Vorquartal (130,6 Mio. EUR) anschließen, da dessen Ergebnis durch den Einmaleffekt der ertragswirksamen Auflösung einer Rückstellung in der Höhe von 8,0 Mio. EUR positiv beeinflusst war. Das EBITDA der Division Profilform verbesserte sich infolge von Preissteigerungen im 1. Quartal 2011/12 um 16,1 % bzw. 7,1 Mio. EUR von 44,1 Mio. EUR auf 51,2 Mio. EUR. Saisonale Effekte in den Non-Automotive-Aktivitäten, Zuschreibungseffekte im 4. Quartal 2011/12 sowie negative temporäre Effekte in der Weitergabe von Vormaterialpreissteigerungen führten in der Division Automotive im 1. Quartal 2011/12 zu einem gegenüber dem Vorquartal um 17,9 % bzw. 6,8 Mio. EUR von 37,9 Mio. EUR auf 31,1 Mio. EUR reduzierten EBITDA.
Mit einem EBIT von 317,6 Mio. EUR konnte der voestalpine-Konzern in den ersten drei Monaten 2011/12 sein operatives Ergebnis gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (203,3 Mio. EUR) um 56,2 % steigern und seine EBIT-Marge von 8,0 % auf 10,4 % erhöhen. Im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (326,6 Mio. EUR) reduzierte sich das EBIT im 1. Quartal 2011/12 aus den bereits bei der Darstellung des EBITDA erläuterten Gründen geringfügig um 2,8 %.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte im 1. Quartal 2011/12 auf Grund des deutlich angestiegenen operativen Ergebnisses im Jahresvergleich um 115,3 Mio. EUR (+73,7 %) von 156,5 Mio. EUR auf 271,8 Mio. EUR gesteigert werden. Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)1 beläuft sich unter Berücksichtigung einer Steuerquote von 22,9 % auf 209,6 Mio. EUR (nach 121,1 Mio. EUR im Vorjahr). Ergebnis vor Steuern und Ergebnis nach Steuern liegen auch über dem jeweiligen Vergleichswert des unmittelbaren Vorquartals (266,1 Mio. EUR bzw. 194,3 Mio. EUR).
Das Ergebnis je Aktie (EPS) beträgt damit für die ersten drei Monate 2011/12 1,13 EUR (Vorjahr: 0,60 EUR).
Das Eigenkapital erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2011/12 gegenüber dem 31. März 2011 um 4,0 % von 4.691,1 Mio. EUR auf 4.878,3 Mio. EUR. Die Erhöhung ist auf das deutlich positive Ergebnis nach Steuern von 209,6 Mio. EUR zurückzuführen. Auf Grund eines temporären, saisonal- und betriebsbedingten Aufbaus des Working Capital erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung gegenüber dem 31. März 2011 geringfügig um 2,5 % von 2.713,1 Mio. EUR auf 2.779,6 Mio. EUR. Zum Ende des 1. Quartals 2011/12 ergibt sich damit für den voestalpine-Konzern eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) von 57,0 %. Sie liegt damit leicht unter jener vom 31. März 2011 (57,8 %).
Der voestalpine-Konzern konnte die Rohstahlproduktion im 1. Quartal 2011/12 gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 1,5 % von 1,96 Mio. Tonnen auf 1,99 Mio. Tonnen steigern. Davon entfielen auf die Division Stahl 1,36 Mio. Tonnen (+0,0 %), auf die Division Bahnsysteme 410.000 Tonnen (+5,1 %) und auf die Division Edelstahl 230.000 Tonnen (+9,5 %).
Nachfolgend eine Übersicht über die Quartalsentwicklung der wesentlichen Kennzahlen im Geschäftsjahr 2010/11 sowie im 1. Quartal 2011/12:
Quartalsentwicklung des voestalpine-Konzerns
| Mio. EUR2 | 1Q 2010/11 | 2 Q 2010/11 | 3 Q 2010/11 | 4 Q 2010/11 | 1Q 2011/12 |
|---|---|---|---|---|---|
| 01.04.–30.06.2010 | 01.07.–30.09.2010 | 01.10.–31.12.2010 | 01.01.–31.03.2011 | 01.04.–30.06.2011 | |
| Umsatzerlöse | 2.556,1 | 2.635,7 | 2.744,8 | 3.017,1 | 3.051,5 |
| EBITDA | 350,9 | 359,6 | 396,5 | 498,6 | 462,9 |
| EBITDA-Marge | 13,7 % | 13,6 % | 14,4 % | 16,5 % | 15,2 % |
| EBIT | 203,3 | 210,9 | 244,0 | 326,6 | 317,6 |
| EBIT-Marge | 8,0 % | 8,0 % | 8,9 % | 10,8 % | 10,4 % |
| Ergebnis vor Steuern | 156,5 | 161,0 | 197,4 | 266,1 | 271,8 |
| Ergebnis nach Steuern1 | 121,1 | 128,6 | 150,6 | 194,3 | 209,6 |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) |
39.595 | 39.862 | 40.078 | 40.700 | 40.939 |
1 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
2 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA).
Division Stahl1
| Mio. EUR | 1Q 2010/11 01.04.–30.06.2010 |
1Q 2011/12 01.04.–30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 856,2 | 1.038,3 | 21,3 |
| EBITDA | 134,1 | 155,9 | 16,3 |
| EBITDA-Marge | 15,7 % | 15,0 % | |
| EBIT | 80,7 | 101,3 | 25,5 |
| EBIT-Marge | 9,4 % | 9,8 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 9.497 | 9.544 | 0,5 |
1 Seit 1. April 2011 werden die beiden Konzernunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H auf Grund ihrer deutlich über die Division Stahl hinausgehenden Beschaffungsfunktion im Rahmen des Geschäftssegments "Sonstige" der voestalpine AG dargestellt (bisher Division Stahl). Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften daher erstmals nicht mehr der Division Stahl zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.
Marktumfeld und Geschäftsverlauf
Die Erholung der Stahlnachfrage setzte sich in Europa auch im 1. Quartal 2011/12 weiter fort, sodass sich auch die Rohstahlproduktion entsprechend erhöht hat. Während sie global in diesem Zeitraum um 2,4 % stieg, fiel der Zuwachs in der EU-27 mit 4,6 % (von 45,6 Mio. auf 47,7 Mio. Tonnen) annähernd doppelt so hoch aus. Das Auslastungsniveau der europäischen Stahlindustrie lag damit bei rund 85 % des Vorkrisenwerts (von etwa 56 Mio. Tonnen). Allerdings wiesen in den Monaten März bis Juni 2011 die Lagerstände der europäischen Stahlproduzenten und -verarbeiter gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal eine leicht steigende Tendenz auf. Vor allem in Südeuropa führten auch etwas höhere Importströme vorrangig aus Russland, der Ukraine, der Türkei und China in Verbindung mit der angespannten Konjunktursituation zu Preisrückgängen im kurzfristigen Commodity-Geschäft.
Wie bereits in den vorangegangen Quartalen konnte die Division Stahl die Kapazitäten auch im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 weiterhin zur Gänze auslasten. Unverändert günstig stellte sich in diesem Zeitraum die Entwicklung der Auftragseingänge, allen voran aus den Segmenten Automobil (einschließlich Nutzfahrzeugbau) sowie Energie und Maschinenbau, dar. Auch das Segment Rohr- und Profilindustrie war von stabiler Nachfrage und gutem Auftragseingang geprägt, wogegen sich das Bestellverhalten im Segment Hausgeräte- und Elektroindustrie auf Grund der bestehenden konjunkturellen Unsicherheit und von Finanzierungsengpässen bei Kunden (vor allem in Osteuropa) eher verhalten darstellte. Im Segment Anarbeitung und Distribution weist die Nachfrage konzernfremder Steel Service Center entsprechend der allgemeinen konjunkturellen Lage ein deutliches Nord-Süd-Gefälle aus, und nach wie vor verhalten tendierte auch im 1. Quartal 2011/12 das Segment Bauindustrie, ausgenommen die Haus- und Lagertechnik.
Entwicklung der Kennzahlen
Die Division Stahl konnte im 1. Quartal 2011/12 ihre Umsatz- und Ergebniswerte gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Geschäftsjahres markant steigern. Die Umsatzerlöse legten um 21,3 % von 856,2 Mio. EUR auf 1.038,3 Mio. EUR zu, wobei das über dem Vorjahr liegende Preisniveau den durch planmäßige Modernisierungs- und Erweiterungsstillstände an der Warmwalzstraße bedingten Versandmengenrückgang mehr als kompensieren konnte. In Verbindung mit den aus der konsequenten Umsetzung umfassender Kosten- und Effizienzoptimierungsprogramme resultierenden Ergebniseffekten ergibt sich daraus im 1. Quartal 2011/12 ein deutlicher Anstieg sowohl des EBITDA (um 16,3 % von 134,1 Mio. EUR auf 155,9 Mio. EUR) als auch des EBIT (um 25,5 % von 80,7 Mio. EUR auf 101,3 Mio. EUR). Dies entspricht für diesen Zeitraum einer EBIT-Marge von 9,8 % (Vorjahr: 9,4 %) bzw. einer EBITDA-Marge von 15,0 % (Vorjahr: 15,7 %).
Zum 30. Juni 2011 beschäftigte die Division Stahl 9.544 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) und erhöhte damit ihren Personalstand gegenüber dem Vorjahr (9.497) um 0,5 % bzw. 47 Mitarbeiter.
Division Edelstahl
| Mio. EUR | 1Q 2010/11 01.04.–30.06.2010 |
1Q 2011/12 01.04.–30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 613,8 | 750,7 | 22,3 |
| EBITDA | 77,1 | 120,6 | 56,4 |
| EBITDA-Marge | 12,6 % | 16,1 % | |
| EBIT | 36,6 | 82,7 | 126,0 |
| EBIT-Marge | 6,0 % | 11,0 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 11.097 | 11.443 | 3,1 |
Marktumfeld und Geschäftsverlauf
Die positive Nachfrageentwicklung der vergangenen Quartale hat sich in der Division Edelstahl in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 fortgesetzt. Allerdings ist die Überhitzung in einigen Marktsegmenten, die nicht zuletzt auch durch das Auffüllen von Lagerbeständen entlang der gesamten Wertschöpfungskette getrieben wurde, nunmehr einer Entwicklung auf gutem, "realem" Nachfrageniveau gewichen.
War der Geschäftsverlauf in den vergangenen Quartalen in regionaler Hinsicht primär von der Wachstumsdynamik in aufstrebenden Märkten wie China, Indien und Brasilien getragen, zeigte sich in den letzten drei Monaten eine darüber hinausgehende Nachfragebelebung auf breiter Front. Dies gilt für Nordamerika ebenso wie für den west- und nordeuropäischen Raum, insbesondere für Deutschland, wohingegen sich die Konjunkturentwicklung in Osteuropa, vor allem aber in Südeuropa, nach wie vor schwächer darstellt.
Das insgesamt günstige Wirtschaftsumfeld sorgt in den Produktionsgesellschaften der Division Edelstahl weiterhin für volle Kapazitätsauslastung. Diese Entwicklung ist vor allem getragen von einer stabil hohen Nachfrage nach Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Edelbaustahl, Ventilstahl und Spezialstählen. Hauptbedarfsträger sind nach wie vor die Segmente Automobil, Energie (Öl- und Gasexploration) sowie Elektronik und Maschinenbau; darüber hinaus hat sich auch die Nachfrage im Energiemaschinenbau und im Luftfahrtbereich weiter belebt.
Nach einem schwierigen Vorjahr konnte auch der Geschäftsbereich Special Forgings zwischenzeitlich deutlich an Dynamik gewinnen. Hervorzuheben sind dabei vor allem die deutlich gestiegenen Auftragseingänge aus der Nutzfahrzeugindustrie und dem Flugzeugbau sowie die beginnende Erholung im Energiesektor, die vor allem durch eine Nachfragebelebung bei Gasturbinen getrieben wird.
Entwicklung der Kennzahlen
Im Divisionsvergleich konnte die Division Edelstahl gegenüber dem Vorjahr die markantesten Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielen. Diese erfreuliche Entwicklung resultiert einerseits aus Mengen- und Preissteigerungen sowie andererseits aus den Einsparungseffekten der divisionalen Kostenoptimierungsprogramme. Im Einzelnen erhöhten sich die Umsatzerlöse um 22,3 % von 613,8 Mio. EUR auf 750,7 Mio. EUR. Noch deutlicher fiel die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bei den Ergebnissen aus: Das EBITDA stieg um 56,4 % von 77,1 Mio. EUR auf 120,6 Mio. EUR, das EBIT legte um 126,0 % von 36,6 Mio. EUR auf 82,7 Mio. EUR zu. Daraus resultieren für das 1. Quartal 2011/12 eine von 12,6 % auf 16,1 % verbesserte EBITDA-Marge und eine von 6,0 % auf 11,0 % gesteigerte EBIT-Marge. Das EBIT ist in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 durch die Effekte der PPA noch mit 9,3 Mio. EUR belastet. Vor Anwendung der PPA ergibt sich daher ein operatives Ergebnis von 92,0 Mio. EUR bzw. eine EBIT-Marge von 12,3 %.
Zum Ende des 1. Quartals 2011/12 waren in der Division Edelstahl 11.443 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) beschäftigt. Gegenüber dem 30. Juni 2010 (11.097) entspricht dies einem (konjunkturbedingten) Anstieg der Stammbelegschaft um 3,1 % bzw. 346 Personen.
Division Bahnsysteme
| Mio. EUR | 1Q 2010/11 01.04.–30.06.2010 |
1Q 2011/12 01.04.–30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 667,9 | 752,8 | 12,7 |
| EBITDA | 91,0 | 120,7 | 32,6 |
| EBITDA-Marge | 13,6 % | 16,0 % | |
| EBIT | 63,0 | 92,2 | 46,3 |
| EBIT-Marge | 9,4 % | 12,2 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 9.743 | 10.197 | 4,7 |
Marktumfeld und Geschäftsverlauf
Die Geschäftsentwicklung in der Division Bahnsysteme stellt sich mit Ausnahme des Segments "Standardschienen" unverändert günstig dar. So ermöglicht die anhaltend starke Nachfrage nach Premiumschienen aus heutiger Sicht für den Rest des Geschäftsjahres 2011/12 eine Vollauslastung der Produktionskapazitäten am Standort Donawitz. Im Werk Duisburg hingegen führen hohe Wettbewerbsintensität und ein niedriges Preisniveau bei Standardgütern bereits seit Längerem zu einer deutlichen Minderauslastung.
Der Geschäftsbereich Weichentechnik ist von einer nach wie vor stabilen Entwicklung der europäischen Kernmärkte und einem durch ungebrochen hohen Bedarf in den "Rohstoffländern" Australien, Brasilien und Südafrika sowie seit Jahresbeginn 2011 auch in den USA boomenden Markt geprägt. Auf Grund der schwierigen Budgetsituation bzw. der politischen Lage zeichnet sich für den südeuropäischen Raum und Nordafrika keine nennenswerte Konjunkturbelebung ab.
Durchwegs günstig stellte sich das Markt- und Konjunkturumfeld in den Geschäftsbereichen Draht, Nahtlosrohr und Welding Consumables (Schweißtechnik) dar, in denen die sehr gute Auftragslage in praktisch allen wesentlichen Segmenten und Regionen zu entsprechend hoher Auslastung der Produktionskapazitäten führte.
Entwicklung der Kennzahlen
Im 1. Quartal 2011/12 konnte sich die Division Bahnsysteme gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres weiter verbessern. Die Umsatzerlöse stiegen um 12,7 % von 667,9 Mio. EUR auf 752,8 Mio. EUR. Auf Grund der sehr guten Erlösentwicklung – allen voran in den Segmenten Premiumschiene, Draht und Welding Consumables –, der Effekte aus den konsequent umgesetzten Kostenverbesserungsprogrammen sowie der weiteren Optimierung des Working Capital stellte sich der Anstieg bei den Ergebnissen noch deutlicher dar: Das EBITDA legte in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 um 32,6 % von 91,0 Mio. EUR auf 120,7 Mio. EUR zu, das EBIT wurde gegenüber dem Vorjahr um 46,3 % von 63,0 Mio. EUR auf 92,2 Mio. EUR gesteigert. Daraus resultiert eine EBITDA-Marge von 16,0 % (Vorjahr: 13,6 %) bzw. eine EBIT-Marge von 12,2 % (Vorjahr: 9,4 %).
Zum 30. Juni 2011 waren in der Division Bahnsysteme 10.197 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) tätig, das sind um 4,7 % oder 454 Beschäftigte mehr als am entsprechenden Stichtag des Vorjahres (9.743 Mitarbeiter). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das weiter verbesserte konjunkturelle Umfeld sowie die Akquisitionen des letzten Geschäftsjahres zurückzuführen.
Division Profilform
| Mio. EUR | 1Q 2010/11 01.04.–30.06.2010 |
1Q 2011/12 01.04.–30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 273,5 | 329,6 | 20,5 |
| EBITDA | 39,1 | 51,2 | 30,9 |
| EBITDA-Marge | 14,3 % | 15,5 % | |
| EBIT | 28,4 | 41,1 | 44,7 |
| EBIT-Marge | 10,4 % | 12,5 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 4.032 | 4.232 | 5,0 |
Marktumfeld und Geschäftsverlauf
Die dynamische und robuste Konjunkturentwicklung des vergangenen Geschäftsjahres setzte sich auch im 1. Quartal 2011/12 fort.
Im Einzelnen war der Geschäftsverlauf im Bereich Rohre und Profile durch deutliche Nachfragesteigerungen aus allen Kundensegmenten – ausgenommen die Bau- und Bauzulieferindustrie – gekennzeichnet. Von der anhaltenden weltweiten Konjunkturerholung konnten insbesondere die Bereiche Nutzfahrzeuge, Bus, Solarenergie und Landwirtschaftsmaschinen profitieren. Aber auch abseits dieser traditionellen Kundensegmente langfristig interessante neue Projekte, etwa aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, wurden wahrgenommen. Die Produktionskapazitäten der Division waren vor diesem Hintergrund – bei kontinuierlichem Anstieg des Anteils neuer Produkte – hervorragend ausgelastet.
Ein wichtiger Umsatz- und Ergebnisträger war auch im 1. Quartal 2011/12 wieder der Geschäftsbereich Precision Strip. Die Nachfrage blieb in allen Produktgruppen stabil auf einem hervorragenden Niveau, kundenseitige Zusatzbedarfe können aus Kapazitäts- und Vormaterialknappheit teilweise nicht mehr bedient werden.
Der derzeit rege Projektmarkt in Europa und den USA führte im Bereich Lagertechnik zu einer deutlich dynamischeren Anfrage- und Vergabetätigkeit als in den Vorperioden. Zusätzlich wurden in diesem Segment Projekte zur weiteren Ergebnis- und Effizienzverbesserung initiiert bzw. befinden sich bereits in Umsetzung.
In regionaler Hinsicht war der Geschäftsverlauf in der Division Profilform durch eine fortgesetzte Marktbelebung in Europa und den USA geprägt. Besonders erfreulich stellte sich die Entwicklung der deutschen Wirtschaft mit den damit verbundenen Nachfrageimpulsen an anderen europäischen Divisionsstandorten dar. Einer ebenfalls positiven Grundstimmung am brasilianischen Markt und ersten Erholungstendenzen in Großbritannien stand in den vergangenen Monaten eine weiterhin unterdurchschnittliche Marktentwicklung in Russland gegenüber.
Entwicklung der Kennzahlen
Dem beschriebenen Geschäftsverlauf zufolge konnte die Division Profilform in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Umsatzzuwachs und einen noch markanteren Ergebnisanstieg erzielen. So legten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 20,5 % von 273,5 Mio. EUR auf 329,6 Mio. EUR zu. Das EBITDA stieg gegenüber dem 1. Quartal 2010/11 um 30,9 % von 39,1 Mio. EUR auf 51,2 Mio. EUR, das EBIT verbesserte sich sogar um 44,7 % von 28,4 Mio. EUR auf 41,1 Mio. EUR. Daraus resultieren eine EBITDA-Marge von 15,5 % (Vorjahr: 14,3 %) sowie eine EBIT-Marge von 12,5 % (Vorjahr: 10,4 %).
Die Division Profilform beschäftigte per 30. Juni 2011 4.232 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge). Sie erhöhte ihre Stammbelegschaft damit gegenüber dem Vorjahr (4.032 Personen) um 5,0 % oder 200 Mitarbeiter.
Division Automotive
| Mio. EUR | 1Q 2010/11 01.04.–30.06.2010 |
1Q 2011/12 01.04.–30.06.2011 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 242,6 | 293,1 | 20,8 |
| EBITDA | 26,4 | 31,1 | 17,8 |
| EBITDA-Marge | 10,9 % | 10,6 % | |
| EBIT | 12,8 | 18,5 | 44,5 |
| EBIT-Marge | 5,3 % | 6,3 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 4.555 | 4.863 | 6,8 |
Marktumfeld und Geschäftsverlauf
Getragen von einer unverändert hohen Nachfrage aus den BRIC-Staaten und einer weiteren Belebung in Nordamerika konnte die globale Automobilkonjunktur ihre positive Entwicklung auch im 1. Quartal 2011/12 fortsetzen.
In Europa ist der Nachfragerückgang nach dem Auslaufen der staatlichen Kaufanreize zwar insgesamt geringer ausgefallen als ursprünglich befürchtet, der größte Absatzmarkt der Division Automotive weist jedoch bei den Neuwagenverkäufen nach wie vor ein lediglich stagnierendes Niveau auf. Positive Signale kommen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in Bezug auf den Automobilabsatz aus Süd- und Osteuropa, allen voran ein mit 26 % sehr markanter Zuwachs in der Türkei.
Deutlich positiver als die Verkaufszahlen in Europa stellte sich hingegen die für die Division Automotive noch wichtigere Entwicklung der europäischen Automobilproduktion dar, die – vorwiegend auf Grund der Exportstärke des für den voestalpine-Konzern wichtigen Premiumsegments – im bisherigen Verlauf des Kalenderjahres 2011 um rund 7 % über jener des Vorjahres lag.
Weiterhin stark erholt zeigte sich zuletzt auch der Nutzfahrzeugbau, vor allem im von der Wirtschaftskrise am schwersten betroffenen Segment der schweren Lkw.
Entwicklung der Kennzahlen
Auf Grund der hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie sowie zusätzlich unterstützt durch die erfreuliche Bedarfsentwicklung in den divisionalen Non-Automotive-Aktivitäten, allen voran aus dem Energiesektor, konnte auch die Division Automotive ihre Vorjahreswerte bei Umsatz und Ergebnis deutlich verbessern.
Im Einzelnen stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem 1. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres um 20,8 % von 242,6 Mio. EUR auf 293,1 Mio. EUR. Das EBITDA legte um 17,8 % von 26,4 Mio. EUR auf 31,1 Mio. EUR zu, die EBITDA-Marge für das 1. Quartal 2011/12 beträgt demzufolge 10,6 % gegenüber 10,9 % im Jahr zuvor. Das EBIT erhöhte sich um 44,5 % von 12,8 Mio. EUR auf 18,5 Mio. EUR, was einem Anstieg der EBIT-Marge von 5,3 % auf 6,3 % entspricht. Diese deutliche Steigerung der Ergebnisse spiegelt auch die bereits über die vergangenen Jahre konsequent umgesetzten und zuletzt weiter forcierten Reorganisations-, Optimierungsund Effizienzsteigerungsprogramme wider.
Zum Ende des 1. Quartals 2011/12 waren in der Division Automotive 4.863 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) tätig, was gegenüber dem Vorjahr (4.555 Beschäftigte) einem Anstieg um 6,8 % (308 Personen) entspricht.
Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial
Nach Einleitung eines Kartellverfahrens durch das deutsche Bundeskartellamt im Zusammenhang mit dem Verdacht kartellrechtswidriger Verhaltensweisen im Markt für Bahnoberbaumaterial wurden in der Division Bahnsysteme insgesamt sechs leitende Mitarbeiter ihrer Funktionen enthoben. Zurzeit erfolgt die Aufarbeitung der betroffenen Sachverhalte in uneingeschränkter Kooperation mit den zuständigen Behörden. Darüber hinaus wurde die Division Bahnsysteme als Konsequenz aus diesem Verfahren einer umfassenden organisatorischen und führungsmäßigen Neuordnung unterzogen.
Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Informationen zu den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen befinden sich in den erläuternden Anhangangaben.
Investitionen
Im 1. Quartal 2011/12 beliefen sich die Investitionen des voestalpine-Konzerns auf 117,0 Mio. EUR. Gegenüber dem krisenbedingt noch niedrigeren Vorjahreswert (80,0 Mio. EUR) entspricht dies einem Anstieg des Investitionsaufwandes um 46,3 % bzw. um 37,0 Mio. EUR. Obwohl damit alle Vorhaben, deren Ziel dem weiteren Ausbau der Technologie- und Qualitätsführerschaft dienen, konsequent weiterverfolgt werden, liegen die Investitionsaufwendungen noch immer deutlich unter dem Abschreibungsniveau (145,3 Mio. EUR).
Im Detail stellt sich die Investitionstätigkeit der einzelnen Divisionen im 1. Quartal 2011/12 wie folgt dar:
Mit einer Verdopplung von 27,8 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 55,3 Mio. EUR entfiel rund die Hälfte aller konzernalen Investitionen auf die Division Stahl. Den Schwerpunkt bildete dabei die Realisierung der letzten Vorhaben des Investitionsprogramms "L6", im Rahmen dessen die Modernisierung der Warmbreitbandstraße im August 2011 endgültig abgeschlossen und die neue Stranggießanlage 7 mit September 2011 in Betrieb genommen wird. Die Fertigstellung des neuen Tiegelgasgasometers und des Stoßofens im Grobblechbereich erfolgt 2012. Darüber hinaus werden zurzeit auch Kapazitätserweiterungen in der Gießerei, in der Anarbeitung und im Steel Service Center (Errichtung eines Standortes in Rumänien) vorgenommen.
Auf Grund der bereits im Geschäftsjahr 2010/11 abgeschlossenen Kapazitätserweiterungen im Schmiedebereich halbierten sich die Investitionen in der Division Edelstahl im 1. Quartal 2011/12 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010/11 von 23,6 Mio. EUR auf 12,4 Mio. EUR. Der Schwerpunkt liegt im laufenden Geschäftsjahr auf der Beseitigung von Kapazitätsengpässen und in der Verkürzung von Durchlaufzeiten in der Produktion mit besonderem Fokus auf Aggregaten im Bereich pulvermetallurgisch hergestellter Stähle und umgeschmolzener Güten (ESU).
Die Investitionen der Division Bahnsysteme lagen im 1. Quartal 2011/12 mit 21,2 Mio. EUR um rund ein Drittel über dem Vorjahreswert (16,4 Mio. EUR). Nachdem die Division ihre umfangreichen Großinvestitionen, über die zuletzt im Geschäfts
bericht 2010/11 ausführlich berichtet wurde, mittlerweile erfolgreich abgeschlossen bzw. in Betrieb genommen hat, befinden sich hier derzeit keine größeren Einzelvorhaben in Umsetzung.
In der Division Profilform wurde der erste Teil des großen Erweiterungsprojekts im Geschäftsbereich Precision Strip in Kematen/Österreich (Konzentration und Erweiterung der Walzkapazitäten) im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Derzeit erfolgt noch die technische Feinabstimmung der Walzgerüste und Bandschleifmaschinen. Auf Grund der durch die hohe Nachfrage entstandenen Kapazitätsengpässe wurde bereits mit der Realisierung des zweiten Teils des Investitionsvorhabens (Bandfertigung, insbesondere für vergütete Sägebänder) begonnen. Die Investitionen der Division Profilform betrugen im 1. Quartal 2011/12 insgesamt 9,8 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahr (6,3 Mio. EUR) einem Zuwachs von 55,6 % entspricht.
Die Division Automotive weist für das 1. Quartal 2011/12 Investitionen in Höhe von 16,3 Mio. EUR aus und erhöhte damit ihre Ausgaben gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (4,5 Mio. EUR) am deutlichsten. Neben kleineren maschinellen Erneuerungen für die Herstellung von Rohrkomponenten hat die Division nunmehr auch in Linz mit der Herstellung gestanzter Bauteile begonnen. Dazu wurden zwei Servopressen und die erforderliche Infrastruktur in Betrieb genommen.
Akquisitionen
Im 1. Quartal 2011/12 tätigte die Division Bahnsysteme zwei kleinere, aber strategisch wichtige Akquisitionen im Geschäftsbereich Weichentechnik.
Die voestalpine BWG erwarb 71,0 % am deutschen Unternehmen Lasa Schienentechnik GmbH und baute damit ihren Servicebereich weiter aus. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen ist als Spezialdienstleister für das Instandhalten und Verschweißen von Straßenbahnweichen und -schienen seit 30 Jahren europaweit tätig. Mit der Lasa Schienentechnik GmbH wurden 4,0 Mio. EUR Jahresumsatz und 30 Mitarbeiter übernommen. Die restlichen 29,0 % am Unternehmen verbleiben in der Hand des geschäftsführenden Gesellschafters.
Darüber hinaus wurden vom niederländischen Unternehmen Baas B.V. das Anlagevermögen und Know-how des Entwicklungsbereiches zur Gänze übernommen, welcher auf die Entwicklung und Produktion von Radsatzdiagnose- und Achserkennungssystemen auf Glasfasertechnologiebasis spezialisiert ist. Mit dieser Akquisition wird das Technologiespektrum der Hytronics-Sparte weiter ausgebaut. Die voestalpine Hytronics GmbH bündelt die Aktivitäten des voestalpine-Konzerns im Bereich hochmoderner elektrohydraulischer Stell- und Sicherungssysteme für Weichen sowie Diagnosesysteme für Eisenbahnen. Das Unternehmen erwartet einen langfristig weiter steigenden Bedarf an Technologien, welche die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit sowohl der Schieneninfrastruktur als auch des rollenden Materials erhöhen. Organisatorisch wurde Baas R&D als Betriebsstätte der deutschen Gesellschaft SST Signal & System Technik GmbH (eine Gesellschaft der VAE-Gruppe) eingegliedert.
Mitarbeiter
Zum 30. Juni 2011 beschäftigte der voestalpine-Konzern 40.939 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (39.595) einem Anstieg der Stammbelegschaft um 3,4 % oder 1.344 Beschäftigte.
Weitere 3.998 Mitarbeiter befanden sich zum Ende des 1. Quartals 2011/12 in Leiharbeitsverhältnissen, das sind um 27,2 % bzw. 854 Personen mehr als im Jahr zuvor.
Mit 30. Juni 2011 bildete der voestalpine-Konzern weltweit 1.301 Lehrlinge und damit um 145 Jugendliche (oder 10,0 %) weniger als im Vorjahr (1.446) aus.
Forschung und Entwicklung
Der voestalpine-Konzern wendet im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 mehr als 120 Mio. EUR – und damit den höchsten Betrag in der Unternehmensgeschichte – für Forschung und Entwicklung auf.
Der Schwerpunkt der Innovationsaktivitäten liegt auf divisionsübergreifenden und längerfristig ausgerichteten Vorhaben in den Bereichen Mobilität und Energie, die bereits jetzt die beiden größten Kundensegmente der voestalpine-Gruppe darstellen. Neben der Weiterentwicklung von Leichtbauwerkstoffen für die Automobil- und Konsumgüterindustrie stehen technologisch höchst anspruchsvolle Anwendungen im Energiebereich wie etwa Hochtemperaturwerkstoffe im Mittelpunkt; damit werden vor allem im Kraftwerks- und Flugzeugturbinenbau deutlich höhere Wirkungsgrade als bisher ermöglicht. Ein weiterer Fokus liegt auf Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem sich der voestalpine-Konzern langfristig ebenfalls im obersten Technologie- und Qualitätssegment positionieren wird.
Neben der weiteren Forcierung der bereits im Geschäftsbericht 2010/11 ausführlich dargestellten Projekte steht im laufenden Geschäftsjahr die kundenspezifische Weiterentwicklung des Leichtbauprojekts "FutureSteelVehicle" im Mittelpunkt.
An dem 2008 begonnenen und nunmehr weitgehend abgeschlossenen Kooperationsprojekt waren im Rahmen der WorldAutoSteel, der automotiven Gruppe des Weltstahlverbandes worldsteel, 17 internationale Stahlhersteller, darunter die voestalpine Stahl GmbH, beteiligt. Projektziel war die gemeinschaftliche Entwicklung einer Stahl-Leichtbaukarosserie mit Zeithorizont 2020 durch Verwendung modernster Stähle und Verarbeitungstechnologien vor dem Hintergrund neuer Antriebskonzepte und CO2-Emissionsregelungen für Automobilhersteller bzw. der entsprechenden Auswirkungen auf Fahrzeugarchitektur, Werkstoffe und Bauteile.
Das nunmehr vorliegende Ergebnis ermöglicht an wesentlichen Verbesserungen vor allem eine Gewichtseinsparung gegenüber herkömmlichen Referenzkarosserien um rund 35 %, eine daraus resultierende Senkung der CO2-Emissionen auf den gesamten Lebenszyklus von etwa 70 %, die bereits jetzt gewährleistete Einhaltung der erst ab 2020 geltenden Crash-Sicherheitsstandards sowie den umfassenden Einsatz modernster hochund höchstfester Stahlsorten. Anders als bei alternativen Werkstoffen können die Gewichts- und Emissionseinsparungen darüber hinaus weitgehend kostenneutral erreicht werden.
Der Werkstoff Stahl hat damit seine führende Position im Automobilbau auch vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen an die Mobilität nachdrücklich unter Beweis gestellt. Dies umso mehr, als die im Rahmen von "FutureSteelVehicle" gewonnenen Erkenntnisse und Entwicklungen über den ursprünglichen Rahmen der E-Mobilität hinaus eingesetzt werden können.
Umwelt
Der von der Europäischen Kommission im Dezember 2010 erstellte Entwurf des Zuteilungsmechanismus für CO2-Emissionszertifikate, der für den Zeitraum von 2013 bis 2020 gelten und auf EU-eigenen Benchmark-Werten basieren soll, ist nach Beschlussfassung durch den EU-Ministerrat und das Europäische Parlament zwischenzeitlich rechtskräftig geworden. Wie bereits im Kapitel "Umwelt" des Geschäftsberichtes 2010/11 ausführlich dargestellt, wird diese Regelung jedoch vom europäischen Stahlverband EUROFER und einer Reihe von Mitgliedsunternehmen angefochten. Die entsprechenden Klagen, die im Juli 2011 beim EU-Gerichtshof eingebracht wurden, sind insbesondere gegen mit heutigem technischen Stand nicht erreichbare Emissionsvorgaben gerichtet.
Auf der Grundlage der europäischen REACH-Verordnung (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien) ist derzeit die Evaluierung aller rund 25.000 eingereichten Registrierungen durch die Europäische Chemikalienagentur im Gange. Das Zulassungsverfahren zur Autorisierung wird künftig erheblich an Bedeutung gewinnen; wird ein Stoff ins Zulassungsverfahren aufgenommen, ist er langfristig mittels geeigneter Alternativen zu substituieren bzw. darf er bis dahin nur mit einer gültigen Stoffzulassung eingesetzt werden. Betroffen davon sind besonders gefährliche, etwa krebserregende Stoffe. Durch die stufenweise Einführung des Zulassungsverfahrens ist die mögliche Betroffenheit laufend zu prüfen, gleichzeitig ist gegebenenfalls eine Mitwirkung bei der nun bis 2012 laufenden Revision der REACH-Verordnung erforderlich.
Die Industrieemissionsrichtlinie (IE-RL) 2010/75/ EU ist am 6. Jänner 2011 in Kraft getreten, sie ersetzt die IVU-Richtlinie (Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung). Neben zahlreichen inhaltlichen Weiterentwicklungen liegt der Hauptschwerpunkt in einer europaweiten Vereinheitlichung der anlagenbezogenen Grenzwerte und Maßnahmen. Zukünftig sollen diese in den BAT (Best Available Technique) Conclusions der Europäischen Kommission über die umwelttechnisch bestverfügbaren Techniken in der Eisenund Stahlindustrie festgeschrieben werden, welche ihrerseits wiederum aus den sogenannten BREFs (Best Available Technique Reference Documents) abgeleitet werden, die sich derzeit teilweise noch im Revisionsstadium befinden. Die Veröffentlichung von Referenzdokumenten und deren verbindlichen Schlussfolgerungen wird voraussichtlich noch 2011 erfolgen. Sie müssen dann innerhalb von vier Jahren europaweit umgesetzt werden. Im voestalpine-Konzern werden die entsprechenden Betriebsanlagen in Bezug auf einen etwaigen Anpassungsbedarf überprüft, um in Umsetzung der Vorgaben der Industrieemissionsrichtlinie notwendige Maßnahmen und Änderungen planen und realisieren zu können.
Das langfristig wohl auf europäischer Ebene bedeutsamste und im Hinblick auf die Zukunft der energieintensiven Industrien in Europa sensibelste Thema stellt die von der EU-Kommission skizzierte "Roadmap 2050" dar. Zur Position des voestalpine-Konzerns im Zusammenhang mit der nachhaltigen Umgestaltung und Ökologisierung der europäischen Wirtschaftsordnung wird auf die ausführliche Darstellung im Geschäftsbericht 2011/12 verwiesen.
Ausblick
Die aktuelle weltwirtschaftliche Entwicklung stellt sich einmal mehr alles andere als homogen dar. Die drei das globale konjunkturelle Sentiment bestimmenden Grundsegmente – die Realwirtschaft, die Kapital- und Finanzmärkte sowie die makroökonomische Position der großen Weltwirtschaften – haben in den letzten zwölf Monaten einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsverlauf genommen. Einer sich überwiegend solide entwickelnden Realwirtschaft steht ein hoch volatiler Finanzsektor gegenüber, dessen weitere Tendenz in hohem Maße dadurch bestimmt sein wird, wie rasch es den zum Teil hoch verschuldeten reifen Volkswirtschaften dies- und jenseits des Atlantiks gelingt, ihre Staatsfinanzen wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Ein stabilisierendes Element der globalen Wirtschaftsentwicklung stellen nach wie vor die asiatischen Märkte – allen voran China – und Teile Südamerikas dar. An diesem Bild sollte sich kurzfristig nichts ändern, das heißt, die Jahre 2011 und 2012 werden vor allem durch das Bemühen um eine Stabilisierung der Staatsfinanzen in den USA und den reifen Volkswirtschaften in Europa geprägt sein, verbunden mit dem Bestreben der Schwellenländer, ein Ausbreiten der Probleme auf ihre Regionen zu verhindern.
Abgesehen vom Süden und äußersten Westen Europas sowie Teilen der USA und (erdbebenbedingt) Japans blieb die Realwirtschaft global betrachtet bisher von einem Übergreifen der Probleme weitgehend verschont. Daran sollte sich für den voestalpine-Konzern auch bis zum Jahresende 2011 nichts ändern; die Bedarfsindikationen aus den wichtigsten Kundenbranchen – Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Eisenbahninfrastruktur und Luftfahrt – signalisieren für die nächsten Monate, abgesehen von üblichen saisonalen Effekten im Sommerquartal, eine weitgehend stabile Bedarfsentwicklung und auch im Bereich der Kundenläger sind derzeit keine kritischen Tendenzen erkennbar.
Allerdings wird auch im 2. Quartal 2011/12 die Rohstahlproduktion in der Division Stahl auf Grund des letzten Schrittes des Ausbaus und der umfassenden Erneuerung der Warmbreitbandstraße sowie der Inbetriebnahme der neuen Stranggießanlage 7 um etwa 12 % zurückgenommen werden müssen. Dies wird in dieser Periode ergebnismäßige Einmaleffekte nach sich ziehen. Vor dem Hintergrund einer anhaltend guten Auslastungssituation in allen fünf Divisionen des Konzerns ist jedoch in Verbindung mit der Realisierung weiterer positiver Effekte aus den in Umsetzung befindlichen Effizienzsteigerungs- und Kostenoptimierungsprogrammen für das Geschäftsjahr 2011/12 dennoch unverändert von einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem letzten Geschäftsjahr auszugehen. Ein erheblicher Risikofaktor bleibt dabei allerdings das mögliche Übergreifen der einleitend angesprochenen Schuldenkrise und der Nervosität der Finanzmärkte auf die Realwirtschaft.
Investor Relations
Veränderungen gegenüber Ultimo März 2011 in % voestalpine ATX STOXX Index (Europa) DJ Industrial Index 1. April 2011 30. Juni 2011 120 115 110 105 100 95 90 85
voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes
Kursverlauf der voestalpine-Aktie
Die voestalpine-Aktie entwickelte sich in den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 zunächst noch in weitgehender Übereinstimmung mit dem österreichischen Leitindex ATX und den internationalen Vergleichsindizes STOXX Index (Europe) und Dow Jones Industrial Index. Im Zuge der Veröffentlichung der erfreulichen Ergebnisse über das Geschäftsjahr 2010/11 rückte die Aktie jedoch wieder verstärkt in den Fokus der Anleger und konnte in weiterer Folge trotz schwieriger werdendem Sentiment deutlich an Wert gewinnen. Mit einem Kursanstieg von 33,13 EUR auf 38,07 EUR legte sie im 1. Quartal 2011/12 schließlich insgesamt um 14,9 % zu und schnitt damit markant besser ab als die Indizes. Ungeachtet der erfreulichen Entwicklung der voestalpine-Aktie im 1. Quartal des Geschäftsjahres ist aber kurzfristig keine nachhaltige Beruhigung des anhaltend äußerst volatilen Umfeldes auf den internationalen Kapitalmärkten zu erwarten. Neben den Unsicherheiten der weiteren globalen Konjunkturentwicklung, die vor allem von Befürchtungen einer beginnenden Überhitzung der Wachstumstreiber China und Brasilien geprägt ist, stellt insbesondere die weitere Zuspitzung der Staatsverschuldungsthematik sowohl in der Euro-Zone als auch in den USA den zentralen Unsicherheitsfaktor für das Börsengeschehen in den kommenden Monaten dar.
Anleihen
Hybridanleihe (2007–2014)
Die Hybridanleihe wurde im Oktober 2007 mit einem Volumen von 1.000 Mio. EUR zur teilweisen Refinanzierung des Erwerbs der BÖHLER-UDDEHOLM AG begeben. Nach den Turbulenzen auf den Finanzmärkten ab Herbst 2008 verringerte sich der Anleihenkurs bis Ende des Geschäftsjahres 2008/09 auf 75 (% des Face Value). Seit April 2009 hat sich der Preis der Anleihe jedoch sehr deutlich erholt, notierte im Jänner 2010 bereits erstmals wieder über 100 (% des Face Value) und lag zum Ende des 1. Quartals 2011/12 bei 103 (% des Face Value).
Unternehmensanleihe 1 (2009–2013)
Die im März 2009 zum Höhepunkt der Kreditkrise aus Gründen der Liquiditätssicherung begebene Unternehmensanleihe (Volumen 400 Mio. EUR, Kupon 8,75 %) hat seit ihrer Emission deutliche Kursgewinne verzeichnet. Verglichen zum Höchstkurs von über 114 (% des Face Value) im März 2010 notierte die Anleihe gegen Ende des 1. Quartals 2011/12 mit knapp über 109 (% des Face Value) jedoch etwas niedriger.
Unternehmensanleihe 2 (2011–2018)
Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpine AG eine siebenjährige Anleihe mit einem Kupon von 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Das Interesse an dieser Schuldverschreibung war überdurchschnittlich hoch, sodass das Orderbuch (für die ursprünglich mit einem Betrag von 300 bis 400 Mio. EUR geplante Transaktion) ein Volumen von über 700 Mio. EUR erreichte. Am 3. Februar 2011 erfolgte die Handelsaufnahme im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse. Lag die Anleihe Anfang April noch knapp unter dem Ausgabekurs, konnten bis Ende Juni kontinuierliche Zugewinne erzielt werden. Das Wertpapier schloss am 30. Juni 2011 bei 103 (% des Face Value).
Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Instituten erstellt:
- Bank of America/Merrill Lynch, London
- Berenberg, London
- BHF-BANK, Frankfurt
- Cheuvreux, Frankfurt/Paris
- Citigroup, London
- Commerzbank, Frankfurt
- Credit Suisse, London
- Deutsche Bank, Frankfurt/London
- Erste Bank, Wien
- Exane BNP Paribas, Paris
- Goldman Sachs, London
- HSBC, London
- JP Morgan, London
- Main First, Frankfurt
- Morgan Stanley, London
- Nomura, London
- Raiffeisen Centrobank, Wien
- Steubing AG, Frankfurt
- UBS, London
- UniCredit, München.
Eigentümerstruktur
Die (indikative) Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt per 1. April 2011 folgendes Bild:
Eigentümerstruktur
Unverändert blieb der Kreis der (meldepflichtigen) Kernaktionäre der voestalpine AG, deren Anteilsbestand sich zum Ende des Geschäftsjahres 2010/11 wie folgt darstellt:
Größte Einzelaktionäre
| Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG | > 15 % |
|---|---|
| voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung | 13,0 % |
| Oberbank AG | 7,9 % |
Informationen zur Aktie
| Aktiennominale | 307.132.044,75 EUR, zerlegt in 169.049.163 Stückaktien |
|---|---|
| Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 30. Juni 2011: 427.332 Stk. |
|
| Aktiengattung | Stammaktien lautend auf Inhaber |
| Wertpapierkennnummer | 93750 (Börse Wien) |
| ISIN | AT0000937503 |
| Reuters | VOES.VI |
| Bloomberg | VOE AV |
Kurse (jeweils zum Tagesende)
| Börsenhöchstkurs April 2011 bis Juni 2011 | 38,07 EUR |
|---|---|
| Börsentiefstkurs April 2011 bis Juni 2011 | 31,77 EUR |
| Kurs zum 30. Juni 2011 | 38,07 EUR |
| Ausgabekurs IPO Oktober 1995 | 5,18 EUR |
| All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) | 66,11 EUR |
| Börsenkapitalisierung zum 30. Juni 2011* | 6.418.589.997,02 EUR |
| * Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien. |
Geschäftsjahr 2010/11
| Gewinn/Aktie | 3,04 EUR |
|---|---|
| Dividende/Aktie | 0,80 EUR |
| Buchwert/Aktie | 27,39 EUR |
Terminvorschau 2011/12
| Veröffentlichung 2. Quartal 2011/12 | 17. November 2011 |
|---|---|
| Veröffentlichung 3. Quartal 2011/12 | 15. Februar 2012 |
| Geschäftsbericht 2011/12 | 30. Mai 2012 |
| Hauptversammlung | 4. Juli 2012 |
| Ex-Dividenden-Tag | 9. Juli 2012 |
| Dividenden-Zahltag | 16. Juli 2012 |
voestalpine AG Finanzdaten zum 30.06.2011
Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
Konzernbilanz
Aktiva
| 31.03.2011 | 30.06.2011 | |
|---|---|---|
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| Sachanlagen | 4.371,4 | 4.350,8 |
| Firmenwert | 1.419,5 | 1.419,2 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 379,9 | 365,4 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 142,8 | 138,8 |
| Andere Finanzanlagen | 158,7 | 159,5 |
| Latente Steuern | 383,2 | 373,5 |
| 6.855,5 | 6.807,2 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 2.824,1 | 3.132,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 1.709,8 | 1.821,5 |
| Andere Finanzanlagen | 453,6 | 409,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.233,4 | 839,1 |
| 6.220,9 | 6.202,8 | |
| Summe Aktiva | 13.076,4 | 13.010,0 |
Passiva
| 31.03.2011 | 30.06.2011 | |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 307,1 | 307,1 |
| Kapitalrücklagen | 421,1 | 405,4 |
| Hybridkapital | 992,1 | 992,1 |
| Gewinnrücklagen und andere Rücklagen | 2.897,5 | 3.099,0 |
| Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 4.617,8 | 4.803,6 |
| Nicht beherrschende Anteile | 73,3 | 74,7 |
| 4.691,1 | 4.878,3 | |
| B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | ||
| Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen | 833,2 | 826,0 |
| Rückstellungen | 83,3 | 81,3 |
| Latente Steuern | 237,0 | 237,8 |
| Finanzverbindlichkeiten | 3.070,5 | 2.730,3 |
| 4.224,0 | 3.875,4 | |
| C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | ||
| Rückstellungen | 402,1 | 365,0 |
| Steuerschulden | 134,7 | 154,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.427,9 | 1.435,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||
| und sonstige Verbindlichkeiten | 2.196,6 | 2.301,4 |
| 4.161,3 | 4.256,3 | |
| Summe Passiva | 13.076,4 | 13.010,0 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| 01.04.–30.06.2010 | 01.04.–30.06.2011 | |
|---|---|---|
| Betriebstätigkeit | ||
| Ergebnis nach Steuern | 121,1 | 209,6 |
| Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 143,0 | 136,8 |
| Veränderungen des Working Capital | –58,5 | –288,9 |
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 205,6 | 57,5 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –141,8 | –114,8 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –397,5 | –337,1 |
| Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
–333,7 | –394,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang | 1.028,6 | 1.233,4 |
| Veränderungen von Währungsdifferenzen | 10,9 | 0,1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende | 705,8 | 839,1 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 01.04.–30.06.2010 | 01.04.–30.06.2011 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.556,1 | 3.051,5 |
| Umsatzkosten | –1.997,6 | –2.363,1 |
| Bruttoergebnis | 558,5 | 688,4 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 111,5 | 81,7 |
| Vertriebskosten | –233,3 | –245,4 |
| Verwaltungskosten | –141,9 | –148,2 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –91,5 | –58,9 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 203,3 | 317,6 |
| Ergebnisse von assoziierten Unternehmen | 5,9 | 5,5 |
| Finanzerträge | 15,7 | 23,3 |
| Finanzaufwendungen | –68,4 | –74,6 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 156,5 | 271,8 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –35,4 | –62,2 |
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) | 121,1 | 209,6 |
| Zuzurechnen den: | ||
| Anteilseignern des Mutterunternehmens | 100,7 | 189,9 |
| Nicht beherrschenden Gesellschaftern | 2,4 | 1,7 |
| Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer | 18,0 | 18,0 |
| Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,60 | 1,13 |
| Gesamtergebnisrechnung: | ||
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) | 121,1 | 209,6 |
| Sonstiges Ergebnis | ||
| Hedge Accounting | 4,3 | –2,2 |
| Latente Steuern auf Hedge Accounting | –0,5 | 0,5 |
| Währungsumrechnung | 52,8 | –2,0 |
| Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | 56,6 | –3,7 |
| Gesamtergebnis in der Periode | 177,7 | 205,9 |
| Zuzurechnen den: | ||
| Anteilseignern des Mutterunternehmens | 156,8 | 186,6 |
| Nicht beherrschenden Gesellschaftern | 2,9 | 1,3 |
| Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer | 18,0 | 18,0 |
| Gesamtergebnis in der Periode | 177,7 | 205,9 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| 1Q 2010/11 | 1Q 2011/12 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzern | Nicht be herrschende Anteile |
Gesamt | Konzern | Nicht be herrschende Anteile |
Gesamt | ||
| Eigenkapital zum 01.04. | 4.189,6 | 72,8 | 4.262,4 | 4.617,8 | 73,3 | 4.691,1 | |
| Gesamtergebnis in der Periode |
174,8 | 2,9 | 177,7 | 204,6 | 1,3 | 205,9 | |
| Dividendenausschüttung | – | –5,1 | –5,1 | – | –6,5 | –6,5 | |
| Rückkauf/Verkauf von eigenen Aktien |
1,1 | – | 1,1 | 1,4 | – | 1,4 | |
| Anteilsbasierte Vergütungen |
– | – | – | –15,8 | –0,2 | –16,0 | |
| Sonstige Veränderungen | –1,4 | 1,2 | –0,2 | –4,4 | 6,8 | 2,4 | |
| Eigenkapital zum 30.06. | 4.364,1 | 71,8 | 4.435,9 | 4.803,6 | 74,7 | 4.878,3 |
Erläuternde Anhangangaben
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2011 für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen des IAS 34 – Interim Financial Reporting erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2010/11 geltenden Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze wurden mit folgender Ausnahme unverändert fortgeführt. Die überarbeitete Fassung des IAS 24 (2009) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" wird erstmals angewendet. Die Anwendung dieses neuen Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss. Für Fragen zu den verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2011 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.
Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H im Rahmen des Geschäftssegments Sonstige gesteuert und berichtet (bisher Division Stahl). Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften daher erstmals dem Geschäftssegment Sonstige zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.
Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 (Stichtag: 30. Juni 2010).
Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.
Konsolidierungskreis/Unternehmenserwerbe
Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
| Voll konsolidierung |
Quoten konsolidierung |
Equity Methode |
|
|---|---|---|---|
| Stand am 01.04.2011 | 288 | 2 | 12 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | |||
| Änderung der Konsolidierungsmethode | |||
| Zugänge | 3 | ||
| Abgänge | |||
| Umgründungen | –2 | ||
| Abgänge oder Veräußerung | –1 | ||
| Stand am 30.06.2011 | 288 | 2 | 12 |
| davon ausländische Gesellschaften | 229 | 0 | 5 |
Erläuterung der Bilanz
Der Rückgang im langfristigen Vermögen im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 ist im Wesentlichen auf die niedrige Investitionstätigkeit zurückzuführen. Die Abschreibungen in Höhe von 145,3 Mio. EUR haben die Investitionen in Höhe von 117,0 Mio. EUR überschritten. Der Vorrätebestand erhöhte sich zum Großteil auf Grund von Mengensteigerungen gegenüber dem 31. März 2011 um 308,7 Mio. EUR. Stichtagsbezogene (Konsolidierungs-)Effekte sind die wesentliche Ursache für den Anstieg des Forderungsbestands. Die liquiden Mittel sind im Wesentlichen auf Grund von Kredittilgungen um 394,3 Mio. EUR gesunken.
Das Grundkapital der voestalpine AG betrug zum 30. Juni 2011 307.132.044,75 EUR (169.049.163 Stück Stückaktien). Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 427.332 Stück eigene Aktien. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 wurden 40.542 Stück eigene Aktien verkauft.
Die voestalpine AG hat am 16. Oktober 2007 eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige unbefristete Anleihe im Umfang von 1 Mrd. EUR mit einem Kupon von 7,125 % begeben, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach sieben Jahren Laufzeit hat die voestalpine AG, nicht aber die Gläubiger, erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Anleihe oder der Fortsetzung zu einem höheren, aber variablen Zinssatz. Diese Hybridanleihe wird gem. IAS 32 als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen.
Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 209,6 Mio. EUR hat zu einer Erhöhung des Eigenkapitals beigetragen. In der Hauptversammlung am 6. Juli 2011 wurde für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie beschlossen, welche im 2. Quartal des Geschäftjahres 2011/12 zahlungswirksam wird.
Durch die Abreifung von langfristigen Krediten haben sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 2.730,3 Mio. EUR verringert.
Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung
Der Umsatz vom 1. April bis 30. Juni 2011 in Höhe von 3.051,5 Mio. EUR konnte den Vergleichswert für denselben Zeitraum des Vorjahres (2.556,1 Mio. EUR) um 19,4 % übertreffen. Der Betriebserfolg (EBIT) belief sich im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 auf 317,6 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 203,3 Mio. EUR. Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges sowie Steuern ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 209,6 Mio. EUR gegenüber 121,1 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:
| 01.04.– 30.06.2010 | 01.04.– 30.06.2011 | |
|---|---|---|
| Anteilseigner des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR) |
100,7 | 189,9 |
| Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (Mio.) |
168,4 | 168,6 |
| Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,60 | 1,13 |
Geschäftssegmente
Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu den Geschäftssegmenten des voestalpine-Konzerns für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 bzw. 2010/111 :
1. Quartal 2011/12
| Division Stahl 01.04.–30.06.2011 |
Division Edelstahl 01.04.–30.06.2011 |
Division Bahnsysteme 01.04.–30.06.2011 |
||
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 1.038,3 | 750,7 | 752,8 | |
| davon Umsatzerlöse mit externen Kunden |
961,6 | 733,6 | 742,0 | |
| davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten |
76,7 | 17,1 | 10,8 | |
| EBITDA | 155,9 | 120,6 | 120,7 | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 101,3 | 82,7 | 92,2 | |
| EBIT-Marge | 9,8 % | 11,0 % | 12,2 % | |
| Segmentvermögen | 3.785,7 | 4.111,4 | 2.511,8 | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) |
9.544 | 11.443 | 10.197 |
1. Quartal 2010/11
| Division Stahl 01.04.–30.06.2010 |
Division Edelstahl 01.04.–30.06.2010 |
Division Bahnsysteme 01.04.–30.06.2010 |
||
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 856,2 | 613,8 | 667,9 | |
| davon Umsatzerlöse mit externen Kunden |
790,2 | 598,3 | 658,4 | |
| davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten |
66,0 | 15,5 | 9,5 | |
| EBITDA | 134,1 | 77,1 | 91,0 | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 80,7 | 36,6 | 63,0 | |
| EBIT-Marge | 9,4 % | 6,0 % | 9,4 % | |
| Segmentvermögen | 3.491,5 | 3.992,3 | 2.403,1 | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) |
9.497 | 11.097 | 9.743 |
1 Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H im Rahmen des Geschäftsegments Sonstige gesteuert und berichtet (bisher Division Stahl). Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften daher erstmals dem Geschäftssegment Sonstige zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.
| Summe Konzern 01.04.–30.06.2011 |
Überleitung 01.04.–30.06.2011 |
Sonstige 01.04.–30.06.2011 |
Division Automotive 01.04.–30.06.2011 |
Division Profilform 01.04.–30.06.2011 |
|---|---|---|---|---|
| 3.051,5 | –559,7 | 446,7 | 293,1 | 329,6 |
| 3.051,5 | 0,0 | 1,2 | 292,4 | 320,7 |
| 0,0 | –559,7 | 445,5 | 0,7 | 8,9 |
| 462,9 | 1,2 | –17,8 | 31,1 | 51,2 |
| 317,6 | 1,1 | –19,3 | 18,5 | 41,1 |
| 10,4 % | 6,3 % | 12,5 % | ||
| 13.010,0 | –8.575,0 | 9.223,4 | 877,0 | 1.075,7 |
| 40.939 | 0 | 660 | 4.863 | 4.232 |
Mio. EUR
| Profilform Automotive Sonstige Überleitung 01.04.–30.06.2010 01.04.–30.06.2010 01.04.–30.06.2010 01.04.–30.06.2010 |
Summe Konzern 01.04.–30.06.2010 |
|---|---|
| 273,5 242,6 314,7 –412,6 |
2.556,1 |
| 266,1 242,0 1,1 0,0 |
2.556,1 |
| 7,4 0,6 313,6 –412,6 |
0,0 |
| 39,1 26,4 –12,0 –4,8 |
350,9 |
| 28,4 12,8 –13,5 –4,7 |
203,3 |
| 10,4 % 5,3 % |
8,0 % |
| 1.055,2 844,6 8.509,4 –7.744,0 |
12.552,1 |
| 4.032 4.555 671 0 |
39.595 |
In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:
EBITDA
| 01.04.– 30.06.2010 | 01.04.– 30.06.2011 | |
|---|---|---|
| Währungsdifferenzen inkl. Ergebnis aus Derivatebewertung | –0,9 | 1,3 |
| Forderungswertberichtigungen/-verzicht | –2,4 | 0,1 |
| Konsolidierung | –1,7 | –0,3 |
| Sonstiges | 0,2 | 0,1 |
| EBITDA – Summe Überleitung | –4,8 | 1,2 |
Mio. EUR
EBIT
| 01.04.– 30.06.2011 | |
|---|---|
| –0,9 | 1,3 |
| –2,4 | 0,1 |
| –1,7 | –0,3 |
| 0,3 | 0,0 |
| –4,7 | 1,1 |
Mio. EUR
Alle übrigen Kennzahlen enthalten im Wesentlichen nur Konsolidierungseffekte.
Erläuterung der Kapitalflussrechnung
Auf Grund des besseren operativen Ergebnisses stieg der Cashflow aus dem Ergebnis von 264,1 Mio. EUR auf 346,4 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Working Capital-Veränderung (im Wesentlichen der Aufbau von Vorräten) ergibt sich ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von 57,5 Mio. EUR – gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (205,6 Mio. EUR) bedeutet dies einen Rückgang von 72,0 %. Nach Abzug des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 114,8 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –337,1 Mio. EUR (im Wesentlichen Kredittilgungen) ergibt sich eine Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vor Währungsdifferenzen) von –394,4 Mio. EUR.
Saison- und Konjunktureinflüsse
Wir verweisen auf die entsprechenden Erläuterungen im Zwischenlagebericht.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit bestehen Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen mit assoziierten Gesellschaften des Konzerns. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.
Es gab keine Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und die die Finanzlage oder das Geschäftsergebnis des Unternehmens während der ersten drei Monate des aktuellen Geschäftsjahres wesentlich beeinflusst haben.
Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial
Im Mai 2011 haben Durchsuchungen des deutschen Bundeskartellamtes (siehe Geschäftsbericht 2010/11) in den Geschäftsräumen der voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH und der TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG stattgefunden. Grund für die Hausdurchsuchungen ist der Verdacht kartellrechtswidriger Verhaltensweisen am deutschen Schienenmarkt. Auf Grund eines Kronzeugenantrages geht das Unternehmen von einer Bußgeldbefreiung aus.
Am 12. Juli 2011 hat eine weitere Hausdurchsuchung des deutschen Bundeskartellamtes bei der voestalpine BWG GmbH & Co. KG in Butzbach, Deutschland, stattgefunden.
Weitergehende Informationen sowie eine Einschätzung der Konsequenzen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen wird unter Inanspruchnahme der Schutzklausel darauf hingewiesen, dass Angaben zu Eventualverbindlichkeiten nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
Impressum
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