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voestalpine AG Interim / Quarterly Report 2008

Sep 4, 2008

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Interim / Quarterly Report

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Neue Dimensionen erreichen. Gemeinsame Stärken verbinden und Perspektiven erweitern. Führende Positionen ausbauen und neue Märkte erschließen. Herausforderungen nutzen, um Werte zu schaffen.

Aktionärsbrief 1. Quartal 2008/09

voestalpine-Konzern in Zahlen

Mio. EUR 1 Q 2007/082
01.04.–
30.06.2007
1 Q 2008/09
01.04.–
30.06.2008
Veränderung
in %
1 Q 2008/09
(pro forma
ohne PPA)1
Umsatzerlöse 1.931,6 3.255,0 68,5 3.255,0
EBITDA 407,1 542,6 33,3 575,6
EBITDA-Marge (in %) 21,1 16,7 17,7
EBIT 314,3 357,7 13,8 448,0
EBIT-Marge (in %) 16,3 11,0 13,8
Ergebnis vor Steuern 303,0 302,8 –0,1 393,1
Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche 242,9 241,2 –0,7 305,5
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)3 242,1 240,3 –0,7 304,6
Ergebnis je Aktie der fortgeführten
Geschäftsbereiche (in EUR)
1,56 1,36 –12,8 1,72
Investitionen 2.291,3 202,2 –91,2
Abschreibungen 92,8 184,9 99,2 127,7
Eigenkapital 3.127,9 4.637,4 48,3
Nettofinanzverschuldung 2.716,7 3.571,0 31,4
Nettofinanzverschuldung in % des
Eigenkapitals (Gearing Ratio)
86,9 77,0
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 25.031 42.088 68,1
Capital Employed 4.176,5 8.946,5 114,2

1 Erläuterungen zur Purchase Price Allocation (PPA): Die BÖHLER-UDDEHOLM-Gruppe wird seit 1. Juli 2007 als Division Edelstahl der voestalpine AG konsolidiert. Im Zuge der Erstkonsolidierung wurde entsprechend den Vorschriften von IFRS 3 eine Kaufpreisallokation durchgeführt (siehe dazu auch die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2007/08 auf der Umschlaginnenseite).

Aus diesem Grund weicht der im vorliegenden Quartalsabschluss des voestalpine-Konzerns ausgewiesene Ergebnisbeitrag der Division Edelstahl vom zeitgleich vorgelegten Ergebnis der BÖHLER-UDDEHOLM AG erheblich ab. In den zukünftigen Berichtsperioden ergibt sich auf Grund des sukzessiven Wegfalls der kurzfristigen Effekte eine kontinuierlich abnehmende Ergebnisbeeinflussung. Der freie Cashflow der Division Edelstahl wird durch die bloß buchtechnische Wirksamkeit der PPA nicht beeinflusst.

Da die Aussagekraft über die tatsächliche Entwicklung durch Anwendung der PPA verzerrt wird, werden in der obigen Kennzahlentabelle auch die Pro-forma-Daten der voestalpine-Gruppe ohne Berücksichtigung der PPA und ihrer ausschließlich buchtechnischen Effekte dargestellt.

2 Vorjahreswerte rückwirkend angepasst.

3 Vor Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wer in den letzten Monaten die Berichterstattung in den internationalen Wirtschaftsmedien verfolgt, muss den Eindruck gewinnen, dass die Welt kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps steht. Es stimmt zweifellos, dass einzelne Wirtschaftsregionen – nicht zuletzt infolge mangelnden Risikobewusstseins ihrer Finanzmärkte – tatsächlich mit rezessiven Entwicklungen konfrontiert sind. Für den überwiegenden Teil der Weltwirtschaft ergibt sich bei rationaler Betrachtung jedoch ein deutlich anderer Befund, nämlich dass nach einigen Jahren unerwartet dynamischen Wachstums derzeit wieder so etwas wie Normalität einkehrt. Denn es wäre vermessen zu erwarten, dass etwa Westeuropa, die Region mit dem höchsten Lebensstandard der Welt, auf Jahre hinaus ein Wirtschaftswachstum von 3 % und mehr halten kann. Es zeigt daher nicht unbedingt von Realitätssinn und Verantwortungsbewusstsein, einen Rückgang des Wirtschaftswachstums auf – nachhaltig realistische – Größenordnungen von 1,5 % bis 2,5 % jährlich als Katastrophenszenario darzustellen, wie dies heute vielfach geschieht – und wie dies vor allem die Entwicklung der Kapitalmärkte derzeit vermittelt.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – es zeichnen sich zweifellos wieder größere Herausforderungen für die Unternehmen ab, als dies in den letzten Jahren der Fall war, aber es besteht kein Grund, in Depressionen zu verfallen. Die Rückkehr zur Normalität sollte vielmehr der Anlass sein, einmal mehr Strukturen und Kostenposition einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.

Der voestalpine-Konzern hat gerade auf der Kostenseite auch in den vergangenen Boomjahren nie die konsequente Weiterführung und Vertiefung seiner Optimierungsprogramme vernachlässigt. Allein für das laufende Geschäftsjahr ist daraus mit der Realisierung eines Einsparungsvolumens von über 180 Millionen Euro zu rechnen. Unter Berücksichtigung eines neuen, zusätzlichen Projekts zur Kostenoptimierung auf der Einkaufsseite sollten im Geschäftsjahr 2008/09 gegenüber dem Vorjahr Einsparungen von über 200 Millionen Euro möglich werden.

Ein Jahr nach Übernahme der BÖHLER-UDDEHOLM-Gruppe könnte jemand die Frage stellen, wie weit die Erfolgsgeschichte dieser Akquisition nicht möglicherweise Schwächen des "alten" voestalpine-Konzerns überdeckt. Derartige Befürchtungen sind unbegründet, wie eine "Stand-alone-Analyse" (Quartalsvergleich ohne Berücksichtigung von BÖHLER-UDDEHOLM) zeigt. Sowohl EBITDA als auch EBIT der "alten" voestalpine-Gruppe liegen heuer jeweils um rund 3 % über den Vergleichswerten des Vorjahres, das heißt, die damaligen Rekordziffern konnten auch ohne Berücksichtigung von BÖHLER-UDDEHOLM nochmals verbessert werden. Im Übrigen ist dies auch der überzeugendste Beweis dafür, dass die enormen Kostensteigerungen auf der Rohstoffseite einerseits durch die erwähnten Kostenverbesserungsprogramme und andererseits eine entsprechende Preisgestaltung am Markt mehr als wettgemacht werden konnten.

W. Eder

R. Ottel C. J. Raidl

Linz, am 27. August 2008

Der Vorstand

F. Hirschmanner J. Mülner

W. Spreitzer

Geschäftsverlauf im Überblick1,2

Der voestalpine-Konzern erreichte im abgelaufenen Quartal neue Höchstwerte bei Umsatz, Ergebnis und Mitarbeitern. Im Einzelnen haben sich die wichtigsten Kennzahlen in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres wie folgt entwickelt:

  • Die Umsatzerlöse stiegen um 68,5 % von 1.931,6 Mio. EUR auf 3.255 Mio. EUR.
  • Das von der Purchase Price Allocation (PPA) infolge der BÖHLER-UDDEHOLM-Akquisition unbeeinflusste EBITDA (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen) verbesserte sich um 41,4 % von 407,1 Mio. EUR auf 575,6 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der PPA ergibt sich ein Anstieg um 33,3 % auf 542,6 Mio. EUR. Das EBITDA wurde durch die PPA im 1. Quartal zum letzten Mal mit 33 Mio. EUR belastet. Die EBITDA-Marge ging gegenüber dem Vorjahr – vor allem infolge des höheren Umsatzes auf Grund der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten – von 21,1 % auf 17,7 % zurück. Die PPA-Auswirkungen führten zu einem weiteren Rückgang auf 16,7%.
  • Das von der PPA unbeeinflusste EBIT (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit) stieg in den ersten drei Monaten um 42,5 % von 314,3 Mio. EUR auf 448,0 Mio. EUR. Der Rückgang der EBIT-Marge von 16,3 % auf 13,8 % resultiert ebenfalls überwiegend aus der Weiterverrechnung der gestiegenen Rohstoffpreise. Unter Berücksichtigung der PPA ergibt sich für das 1. Quartal ein Anstieg des operativen Ergebnisses um 13,8 % auf 357,7 Mio. EUR und damit eine EBIT-Marge von 11,0 %.
  • Das Ergebnis vor Steuern (EBT) legte in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 ohne Berücksichtigung der PPA-Auswirkungen von 303 Mio. EUR um 29,7 % auf 393,1 Mio. EUR zu. Der entsprechende Wert nach PPA beträgt 302,8 Mio. EUR.
  • Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)3 lag mit 304,6 Mio. EUR um 25,8 % über dem Vorjahreswert (242,1 Mio. EUR), unter Berücksichtigung der PPA beträgt der Jahresüberschuss 240,3 Mio. EUR.

1 Siehe dazu auch die Erläuterung zur Purchase Price Allocation (PPA) auf der Umschlaginnenseite.

2 Vorjahreswerte rückwirkend angepasst.

3 Vor Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen.

  • Das Ergebnis je Aktie für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres beläuft sich auf 1,72 EUR (bzw. 1,36 EUR nach PPA) und erhöhte sich damit gegenüber dem 1. Quartal 2007/08 um 10,3 % (bzw. reduzierte sich um 12,8 % nach PPA).
  • Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 48,3 % von 3.127,9 Mio. EUR auf 4.637,4 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist größtenteils durch die im Oktober 2007 zur Refinanzierung der BÖHLER-UDDE-HOLM-Übernahme emittierte Hybridanleihe mit einem Volumen von 1 Mrd. EUR bedingt, welche im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 gemäß IAS 32 (Eigenkapitalcharakter von derartigen Anleihen) wirksam wurde. Gleichzeitig erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung auf Grund des Zukaufs weiterer Anteile an der BÖHLER-UDDEHOLM AG von 2.716,7 Mio. EUR auf 3.571 Mio. EUR. Zum Ende des 1. Quartals 2008/09 ergab sich demnach eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) von 77 %. Sie liegt damit knapp zehn Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres (86,9 %).
  • Zum 30. Juni 2008 beschäftigte der voestalpine-Konzern 42.088 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (25.031) einem – überwiegend durch die Akquisition der BÖHLER-UDDE-HOLM-Gruppe bedingten – Anstieg um 68,1 % oder 17.057 Beschäftigte.
  • Die Rohstahlproduktion des voestalpine-Konzerns betrug im 1. Quartal 2008/09 2,03 Mio. Tonnen. Der Anstieg um 17,3 % gegenüber dem Vorjahr (1,73 Mio. Tonnen) resultiert hauptsächlich aus der Einbeziehung der Division Edelstahl (240.000 Tonnen). Darüber hinaus wiesen aber auch die Divisionen Stahl mit 1,38 Mio. Tonnen (plus 3,0 %) und Bahnsysteme mit 410.000. Tonnen (plus 2,5 %) jeweils über dem Vorjahreswert liegende Produktionsziffern aus.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches Umfeld

Die Konjunkturentwicklung in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 stellte sich in nahezu allen für den voestalpine-Konzern wesentlichen Märkten und Kundenbranchen unverändert positiv dar. Die anhaltend gute Nachfrage aus den wichtigsten Kundensegmenten – insbesondere der Automobilindustrie, dem Nutzfahrzeugbau, dem Bahnbau, der Energieindustrie sowie dem Stahl- und Maschinenbau – setzte sich im 1. Quartal uneingeschränkt fort. In geografischer Hinsicht wurde die Entwicklung von der nach wie vor intakten Konjunktur in Deutschland, den Beneluxstaaten und Nordeuropa, insbesondere aber dem stabilen Wachstum in den zentral- und osteuropäischen Ländern getragen. Die deutliche Konjunkturabschwächung in den westlichen und südlichen EU-Mitgliedsländern (Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien) wirkte sich bisher auf den voestalpine-Konzern nur in Einzelfällen aus. Von den wesentlichen außereuropäischen Absatzmärkten stellt sich die Konjunktur in den USA und Japan im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer dar, wogegen in Brasilien der Wirtschaftsaufschwung eine nochmalige Verstärkung erfahren hat.

Den Nachteilen der Dollarschwäche gegenüber dem Euro bei Direktexporten von Konzernunternehmen in den Dollarraum stehen konzernal betrachtet entsprechende Vorteile aus in Dollar getätigten Rohstoffeinkäufen gegenüber. Dennoch stellen die kontinuierlich steigenden Rohstoffkosten neben der Sorge über eine globale Abschwächung der Konjunktur und ein verstärktes Inflationsrisiko aktuell die größten Bedrohungsfaktoren für die kommenden Quartale dar.

Geschäftsverlauf des voestalpine-Konzerns1, 2

Der voestalpine-Konzern konnte in den ersten drei Monaten gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres seinen Wachstumskurs weiter fortsetzen und Umsatz, Ergebnis und Mitarbeiter abermals auf ein neues Rekordniveau steigern.

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 legte der Umsatz des voestalpine-Konzerns um 1.323,4 Mio. EUR (+68,5 %) von 1.931,6 Mio. EUR auf 3.255 Mio. EUR zu. Vom Umsatzzuwachs entfallen 1.017,1 Mio. EUR auf die seit 1. Juli 2007 konsolidierte Division Edelstahl. Aber auch alle anderen Divisionen konnten Umsatzausweitungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Auf Grund neuerlicher Erlös- und Mengensteigerungen verzeichnet die Division Stahl mit 21,8 % die deutlichste Umsatzerhöhung, und zwar auf 1.174,7 Mio. EUR, dicht gefolgt mit einem Plus von 21,6 % von der Division Profilform, deren Umsätze von 280,6 Mio. EUR auf 341,2 Mio. EUR stiegen. Davon entfallen rund 40 Mio. EUR akquisitionsbedingt auf die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Nord- und Südamerika. Die Division Automotive konnte ihre Umsätze auf Grund der sehr hohen Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 12,4 % auf 259,2 Mio. EUR steigern. Vor allem die Weitergabe der gestiegenen Rohstoffpreise führte in der Division Bahnsysteme zu einem Umsatzanstieg von 7,7 % auf 630,7 Mio. EUR.

Das unbeeinflusste Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen (EBITDA) erreichte mit 575,6 Mio. EUR ein neues All-Time-High. Dies entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (407,1 Mio. EUR) um 41,4 %, die aus einem EBITDA der Division Bahnsysteme auf Vorjahresniveau und Steigerungen in allen anderen Divisionen resultiert. Selbst unter Berücksichtigung der BÖHLER-UDDEHOLM-PPA ergibt sich eine Steigerung um 33,3 % auf 542,6 Mio. EUR. Das EBITDA wurde durch die Kaufpreisallokation im 1. Quartal letztmalig mit 33 Mio. EUR belastet.

Das unbeeinflusste operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 42,5 % von 314,3 Mio. EUR auf 448,0 Mio. EUR. Nach Anwendung der PPA ergibt sich eine Steigerung um nur 13,8 % auf 357,7 Mio. EUR, da sich dadurch das EBIT der Division Edelstahl gegenüber 124,1 Mio. EUR auf Stand-alone-Basis auf 33,8 Mio. EUR reduziert. Die dennoch zu verzeichnende Verbesserung des operativen Ergebnisses wurde durch neue Rekordwerte in den Divisionen Stahl, Edelstahl, Profilform und Automotive möglich. Auch die Division Bahnsysteme konnte annähernd an das Rekordquartalsergebnis des Vorjahres anschließen.

Der Rückgang der EBITDA- und EBIT-Marge vor PPA von 21,1 % auf 17,7 % bzw. von 16,3 % auf 13,8 % resultiert primär aus der Weitergabe der sehr stark gestiegenen Rohstoffkosten an den Markt und den damit gestiegenen Umsatzerlösen. Unter Berücksichtigung der (nur buchmäßigen) Effekte der PPA ergibt sich für die EBTIDA- und EBIT-Marge ein Rückgang von 21,1 % auf 16,7 % bzw. von 16,3 % auf 11,0 %.

Das unbeeinflusste Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte auf Grund des stark gestiegenen operativen Ergebnisses um 29,7 % von 303 Mio. EUR auf 393,1 Mio. EUR kräftig zulegen. Selbst unter Berücksichtigung der PPA lag das EBT mit 302,8 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Auch das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)3 stieg vor PPA um 25,8 % von 242,1 Mio. EUR auf 304,6 Mio. EUR. Nach Anwendung der PPA blieb es mit 240,3 Mio. EUR nahezu konstant.

Das unbeeinflusste Ergebnis je Aktie (EPS) beläuft sich für die ersten drei Monate auf 1,72 EUR je Aktie (nach PPA: 1,36 EUR je Aktie) und liegt damit um 10,3 % über (bzw. nach PPA um 12,8 % unter) jenem der ersten drei Monate des Vorjahres (1,56 EUR).

1 Siehe dazu auch die Erläuterung zur Purchase Price Allocation (PPA) auf der Umschlaginnenseite.

2 Vorjahreswerte rückwirkend angepasst.

3 Vor Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen.

Im Einzelnen stellte sich das 1. Quartal 2008/09 in den fünf Divisionen des Konzerns wie folgt dar:

Division Stahl

Mio. EUR 1 Q 2007/08
01.04.–
30.06.2007
1 Q 2008/09
01.04.–
30.06.2008
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 964,7 1.174,7 21,8
EBITDA 235,8 240,8 2,1
EBITDA-Marge (in %) 24,4 20,5
EBIT 186,8 188,7 1,0
EBIT-Marge (in %) 19,4 16,1
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 9.621 9.889 2,8

Der Geschäftsverlauf der Division Stahl war von stabil hoher Nachfrage aus allen Abnehmerbranchen bei gleichzeitig niedrigen Lagerbeständen und nur geringen Importen geprägt. Innerhalb der Division haben sich im 1. Quartal des Geschäftsjahres neben dem größten Bereich Qualitäts-Flachstahl auch sämtliche anderen Segmente – Grobblech, Gießerei, Stahl Service Center und kundenspezifische Anarbeitung – anhaltend positiv entwickelt.

Die mit 1. April enorm gestiegenen Rohstoffkosten konnten überwiegend – auf Grund der zum Teil langfristig abgeschlossenen Lieferverträge jedoch noch nicht in vollem Umfang im 1. Quartal – an den Markt weitergegeben werden. Entsprechende Preiserhöhungen auch bei den Langfristverträgen werden aber im Wesentlichen im Laufe des 2. Quartals umgesetzt.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 konnte die Division Stahl ihre Umsatz- und Ergebniswerte gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres – dem bis dahin mit Abstand besten Einzelquartal seit ihrem Bestehen – nochmals übertreffen.

Die Umsatzerlöse erreichten mit einem Anstieg um 21,8 % von 964,7 Mio. EUR auf 1.174,7 Mio. EUR ebenso ein neues Rekordniveau wie das EBITDA und EBIT, die sich gegenüber dem sehr guten Vorjahresquartal nochmals um 2,1 % von 235,8 Mio. EUR auf 240,8 Mio. EUR bzw. um 1 % von 186,8 Mio. EUR auf 188,7 Mio. EUR erhöhten. Die EBITDA- und EBIT-Marge gingen auf Grund der Umsatzsteigerung infolge der rohstoffkostenbedingten Preisanpassungen von 24,4 % auf 20,5 % bzw. von 19,4 % auf 16,1 % zurück.

Division Edelstahl1

Mio. EUR 1 Q 2007/082
01.04.–
30.06.2007
1 Q 2008/09
01.04.–
30.06.2008
(pro forma,
vor PPA)
Veränderung
in %
1 Q 2008/09
01.04.–
30.06.2008
(nach PPA)
Umsatzerlöse 926,0 1.017,1 9,8 1.017,1
EBITDA 147,4 155,2 5,3 122,2
EBITDA-Marge (in %) 15,9 15,3 12,0
EBIT 119,1 124,1 4,2 33,8
EBIT-Marge (in %) 12,9 12,2 3,3
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 14.772 15.451 4,6 15.451

1 Siehe dazu auch die Erläuterung zur Purchase Price Allocation (PPA) auf der Umschlaginnenseite.

2 Das 1. Quartal 2007/08 (01.04.–30.06.2007) der Division Edelstahl wird aus rein informativen Gründen zur besseren Vergleichbarkeit des Geschäftsverlaufes dargestellt; diese Zahlen entsprechen dem damals veröffentlichten Zahlenwerk der BÖHLER-UDDEHOLM AG, waren aber nie Bestandteil des voestalpine-Konzernabschlusses, da Erstkonsolidierungszeitpunkt der 1. Juli 2007 war.

Die Geschäftsentwicklung der seit dem 2. Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 als Division Edelstahl konsolidierten BÖHLER-UDDEHOLM-Gruppe war im 1. Quartal 2008/09 von einer stabilen Nachfrage auf hohem Niveau und neuen Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis geprägt. Dabei stellte sich speziell der Bedarf im Bereich Energieerzeugung unverändert dynamisch dar, aber auch die anderen wichtigen Abnehmerbranchen (Maschinenbau, Offshore, Petrochemie, Automobil- und Flugzeugbau) waren durch eine anhaltend solide Nachfrage geprägt.

Der anhaltend erfreulichen Entwicklung am Markt stand allerdings auch ein weiterer Anstieg der Kosten für Energie, Spezialschrott und einzelne Legierungsmetalle gegenüber. Bereits seit Längerem belastend wirken sich die ungünstigen Währungsrelationen in Bezug auf US-Dollar, brasilianischen Real und schwedische Krone aus (wobei sich in jüngster Zeit durch einen wieder etwas stärker werdenden US-Dollar eine Trendwende abzeichnen könnte).

Trotz der Belastungen bei Kosten und Wechselkursparitäten konnte die Division Edelstahl im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 gegenüber den hohen Werten des Vorjahres (auf Stand-alone-Basis) weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielen und damit ihre nachhaltige Ertragsstärke bestätigen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im 1. Quartal 2008/09 auf 1.017,1 Mio. EUR und lagen damit um 9,8 % über dem Vorjahreswert von 926,0 Mio. EUR. Das EBITDA betrug vor Berücksichtigung der PPA 155,2 Mio. EUR, was gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres (147,4 Mio. EUR) eine Verbesserung um 5,3 % darstellt. Nach Berücksichtigung (der rein buchtechnischen Effekte) der PPA ergibt sich ein EBITDA von 122,2 Mio. EUR. Das EBITDA wurde durch die Kaufpreisallokation im 1. Quartal letztmalig mit 33 Mio. EUR belastet. Das EBIT der Division Edelstahl lag mit 124,1 Mio. EUR vor PPA um 4,2 % über dem Vorjahreswert von 119,1 Mio. EUR, nach PPA beläuft es sich auf 33,8 Mio. EUR. Die Abschreibung der im Zuge der PPA aktivierten Vermögensgegenstände bewirkt damit im vorliegenden Quartalsabschluss eine Minderung des operativen Ergebnisses der Division Edelstahl um rund 90 Mio. EUR. Die EBITDA-

Marge liegt vor PPA bei 15,3 %, nach PPA bei 12,0 %; die Werte für die EBIT-Marge belaufen sich auf 12,2 % vor PPA bzw. 3,3 % nach PPA.

In der folgenden Grafik ist die Ergebnisauswirkung der PPA auf die einzelnen Geschäftsjahre dargestellt (wobei es sich für die Zukunft um voraussichtliche Werte handelt). Auf Grund des Wegfalls der kurzfristigen Effekte im Bereich der Vorräte und des Auftragsbestandes ergibt sich ab dem Geschäftsjahr 2009/10 nur mehr im Bereich des EBITs eine im Übrigen deutlich degressive Ergebnisbeeinflussung.

EBIT- und EBITDA-Auswirkungen der PPA

Mio. EUR 1 Q 2007/08 1 Q 2008/09 Veränderung
01.04.– 01.04.– in %
30.06.2007 30.06.2008
Umsatzerlöse 585,5 630,7 7,7
EBITDA 115,1 112,8 –2,0
EBITDA-Marge (in %) 19,7 17,9
EBIT 93,7 90,7 –3,2
EBIT-Marge (in %) 16,0 14,4
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 7.656 8.023 4,8

Division Bahnsysteme

Der Geschäftsverlauf der Division Bahnsysteme war im 1. Quartal durch ein sehr gutes Marktumfeld vor allem in den Segmenten Schienen und Draht sowie bei Stahl-Halbfertigprodukten (Knüppel, Blooms) geprägt. Vor diesem Hintergrund konnte die Division an das All-Time-High-Ergebnis des 1. Quartals des Vorjahres weitgehend anschließen.

Die neuerliche Steigerung der Umsatzerlöse um 7,7 % von 585,5 Mio. EUR auf 630,7 Mio. EUR gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres spiegelt überwiegend die bereits an den Markt weitergegebenen Rohstoffkostensteigerungen wider. Sowohl in den Segmenten Schiene und Weiche als auch bei den Nahtlosrohren ist zum Teil jedoch nur eine zeitversetzte Weitergabe möglich. Obwohl damit die Rohstoffkostensteigerungen noch nicht zur Gänze eingepreist werden konnten, erreichte das EBITDA mit 112,8 Mio. EUR neuerlich fast den Rekordwert des Vorjahres von 115,1 Mio. EUR. Der nur geringfügige Rückgang um 2,0 % zeigt auch die hohe Effizienz des sehr erfolgreichen, seit Jahren laufenden ständigen Verbesserungsprozesses ("CIP"). Auch das EBIT verzeichnete nur einen minimalen Rückgang um 3,2 % von 93,7 Mio. EUR auf 90,7 Mio. EUR. Die EBITDA- und EBIT-Marge reduzierten sich geringfügig von 19,7 % auf 17,9 % bzw. von 16,0 % auf 14,4 %.

Mio. EUR 1 Q 2007/08
01.04.–
30.06.2007
1 Q 2008/09
01.04.–
30.06.2008
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 280,6 341,2 21,6
EBITDA 44,6 57,3 28,5
EBITDA-Marge (in %) 15,9 16,8
EBIT 38,1 49,4 29,7
EBIT-Marge (in %) 13,6 14,5
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 3.343 3.839 14,8

Division Profilform

In der Division Profilform hielt das günstige Konjunktur- und Marktumfeld des vergangenen Geschäftsjahres auch im 1. Quartal 2008/09 unvermindert an. Die Nachfrage aus allen Abnehmersegmenten der Division blieb im gesamten kontinentaleuropäischen Raum einschließlich Zentral- und Osteuropas auf stabil hohem Niveau. In branchenmäßiger Hinsicht besonders hervorzuheben sind die Land- und Baumaschinenindustrie – nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika – sowie der europäische Nutzfahrzeugbau.

Starke Nachfrageimpulse kamen darüber hinaus aus den Bereichen Solarenergie (insbesondere in Südeuropa) sowie Bau, Infrastruktur, Lagertechnik und Logistik (vor allem in Osteuropa und Russland). In Brasilien profitierte die im vergangenen Geschäftsjahr akquirierte Tochtergesellschaft Meincol Distribuidora de Aços S.A. von einem anhaltend positiven Konjunkturumfeld.

Ungünstig entwickelte sich hingegen die Bauindustrie in Großbritannien, die unter den Folgen eines Konjunktureinbruches im Immobilienbereich leidet.

Das anhaltend gute Marktumfeld ermöglichte der Division Profilform im 1. Quartal 2008/09 bei Umsatz und Ergebnis eine weitere deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse stiegen um 21,6 % von 280,6 Mio. EUR auf 341,2 Mio. EUR (darin enthalten ist im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres ein akquisitionsbedingter Mehrumsatz von rund 40 Mio. EUR aus der Konsolidierung der im Jahresverlauf übernommenen Gesellschaften in den USA und Brasilien).

Noch markanter fiel die Erhöhung des EBITDA und EBIT mit einer Steigerung um 28,5 % von 44,6 Mio. EUR auf 57,3 Mio. EUR bzw. um 29,7 % von 38,1 Mio. EUR auf 49,4 Mio. EUR aus. Die EBITDA- und EBIT-Marge verbesserte sich demnach gegenüber dem Vorjahr von 15,9 % auf 16,8 % bzw. von 13,6 % auf 14,5 %. Ein wesentlicher Grund dafür war der Umstand, dass die weiter gestiegenen Vormaterialpreise auf Grund des insgesamt guten Konjunkturumfeldes erneut an den Markt weitergegeben werden konnten.

Mio. EUR 1 Q 2007/08
01.04.–
1 Q 2008/09
01.04.–
Veränderung
in %
30.06.2007 30.06.2008
Umsatzerlöse 230,6 259,2 12,4
EBITDA 28,0 30,4 8,6
EBITDA-Marge (in %) 12,1 11,7
EBIT 13,4 17,6 31,3
EBIT-Marge (in %) 5,8 6,8
Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) 3.987 4.244 6,4
1
Vorjahreswerte rückwirkend angepasst.

Division Automotive1

Das Umfeld der Division Automotive entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr mit einer im 1. Kalenderhalbjahr noch leicht gestiegenen europäischen Automobilproduktion grundsätzlich positiv. Dem stand allerdings die anhaltende Verteuerung des Vormaterials Stahl für die Zulieferindustrie gegenüber. Diese Preissteigerungen konnten auf Grund des wegen negativer Konjunkturerwartungen verschärften Kostendrucks seitens der Automobilhersteller nicht in vollem Umfang an den Markt weitergegeben werden.

Auf Grund der hohen Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten fast alle Segmente der Division im 1. Quartal 2008/09 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Umsätze. Besonders hervorzuheben sind dabei qualitativ anspruchsvolle Strukturkomponenten sowie der Ersatzteilmarkt für Großpressteile.

Die Umsatzerlöse der Division erhöhten sich vor diesem Hintergrund um 12,4 % von 230,6 Mio. EUR auf 259,2 Mio. EUR. Das EBITDA erreichte mit 30,4 Mio. EUR einen neuen Höchststand und konnte den Vorjahreswert (28,0 Mio. EUR) um 8,6 % übertreffen. Ebenso verbesserte sich das operative Ergebnis von 13,4 Mio. EUR auf einen neuen Quartals-Rekordwert von 17,6 Mio. EUR. Diese EBIT-Steigerung um 31,3 % resultiert zum einen aus der konsequenten Portfoliostraffung in den vergangenen Jahren sowie zum anderen aus umfassenden Kostenoptimierungsmaßnahmen in allen Bereichen. Mit einer EBIT-Marge von 6,8 % wurde der Vergleichswert des letzten Jahres (5,8 %) deutlich übertroffen.

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Der Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG blieb gegenüber dem letzten Jahresabschluss im Wesentlichen unverändert.

Investitionen

Die Investitionen des voestalpine-Konzerns lagen im 1. Quartal 2008/09 bei 202,2 Mio. EUR. Der Vergleichswert des Vorjahres (2.291,3 Mrd. EUR) ist insoferne wenig aussagekräftig, als er den Aufwand für den Erwerb der Mehrheit an der BÖHLER-UDDEHOLM AG enthält (zum aktuellen Status der Akquisition bzw. des Squeeze-out-Verfahrens siehe Kapitel "Akquisitionen").

Mit 91,3 Mio. EUR (+35,1 % gegenüber 67,6 Mio. EUR im Vorjahr) entfiel nahezu die Hälfte aller Investitionen auf die Division Stahl. Die Schwerpunkte lagen dabei auf dem letzten Einzelprojekt des Investitionsprogramms "Linz 2010" – der Errichtung der Feuerverzinkungsanlage 5 – sowie auf der Umsetzung des Folgeprojekts "L 6 – Teil 1". Im Rahmen dieses Projekts erfolgen derzeit unter anderem die Erweiterung des unternehmenseigenen Kraftwerkes um einen zusätzlichen Block, der Bau einer neuen Stranggießanlage im Stahlwerk und eine weitere technologische Optimierung der Grobblechfertigung.

Im laufenden Geschäftsjahr wird auch in der Division Edelstahl ein weiteres, umfassendes Investitionsprogramm in Angriff genommen, für das insgesamt ein Volumen von rund 300 Mio. EUR vorgesehen ist. Im 1. Quartal beliefen sich die Investitionen dieser Division auf 53,6 Mio. EUR. Der Fokus liegt dabei auf der Kapazitätserweiterung der Freiformschmieden an den Standorten Kapfenberg (Österreich), Hagfors (Schweden), Sumaré (Brasilien) und Wetzlar (Deutschland). Zusätzlich wird auch die Umschmelzkapazität für Spezialwerkstoffe erhöht sowie die Produktionskapazität für Bandstahl ausgebaut.

Mit 34,9 Mio. EUR weist die Division Bahnsysteme für das 1. Quartal einen um 27 % geringeren Investitionsaufwand als in den ersten drei Monaten des Vorjahres (47,8 Mio. EUR) aus. Im Mittelpunkt standen dabei – wie schon in den Vorquartalen – die Errichtung des neuen Kraftwerksblockes zur Sicherstellung der vollständigen Energie-Eigenversorgung sowie die Realisierung eines umfassenden neuen Kühlwasserkonzepts. Beide Großprojekte werden planmäßig mit Ende des Jahres fertig gestellt.

In der Division Profilform befinden sich die auf den erhöhten Bedarf ausgerichteten Investitionen in Kapazitätserweiterungen an einer Reihe von Standorten plangemäß in Umsetzung. In den ersten drei Monaten stiegen die Investitionsaufwendungen um knapp 54,7 % von 7,5 Mio. EUR auf 11,6 Mio. EUR.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in der Division Automotive lag nach wie vor auf der Inbetriebnahme von sechs neuen Pressen an verschiedenen Standorten, mit denen eine den Kundenbedürfnissen entsprechende, deutliche Erhöhung der Presskapazitäten für anspruchsvolle Strukturteile und Komponenten verbunden sein wird. Die Investitionen im 1. Quartal lagen mit 14,6 Mio. EUR deutlich unter dem akquisitionsbedingt höheren Vorjahreswert von 41,9 Mio. EUR.

Akquisitionen

Nachdem der voestalpine-Konzern im Vorjahr mit der mehrheitlichen Übernahme der BÖHLER-UDDEHOLM AG die größte je erfolgte Akquisition eines österreichischen Unternehmens erfolgreich umgesetzt hat (zum laufenden Squeeze-out-Verfahren siehe in der Folge), stellen sich die akquisitorischen Aktivitäten im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres vergleichsweise gering dar.

Die beiden im 1. Quartal 2008/09 getätigten Akquisitionen betreffen jeweils die Division Bahnsysteme und zielen auf den weiteren Ausbau der Weichentechnologie des Konzerns ab. So wurde im Frühjahr das britische Unternehmen Control & Display Systems Ltd. (CDS Rail) zu 60 % übernommen, das auf Monitoring sowie Datenaufzeichnung und -übertragung von ortsgebundenen Anlagen auf Bahnstrecken spezialisiert ist. CDS Rail ist überwiegend in Großbritannien tätig, beschäftigt am Sitz in Südengland rund 20 Mitarbeiter und setzt jährlich umgerechnet etwa 6 Mio. EUR um. Die britische Gesellschaft ist eine strategisch wertvolle Ergänzung im technologisch sehr anspruchsvollen Weichen-Produktbereich "Hytronics", in dem die Aktivitäten bei elektronischen Überwachungsanlagen und hydraulischen Umstellsystemen des Bahnfahrweges zusammengefasst sind. Weiters konnte die Division Bahnsysteme am 18. April 2008 die mehrheitliche Übernahme des mexikanischen Weichenbauunternehmens DAMY Cambios de Vía, S.A. de C.V. abschließen und damit den Markteinstieg in Mittelamerika bekannt geben. Diese Akquisition wurde bereits im Geschäftsbericht 2007/08 dargestellt.

Weiters erfolgte ebenfalls im Segment Weiche die Gründung eines Joint Venture mit einer österreichischen Industriegruppe, an dem die Division Bahnsysteme 50,1 % hält. Das Gemeinschaftsunternehmen erleichtert über die Eigenfertigung von spezifischen Weichenbetonschwellen die "just in time"- Lieferung komplett vormontierter Weichensysteme aus einer Hand.

Status Squeeze-out-Verfahren BÖHLER-UDDEHOLM

Nach Überschreiten der Stimmrechtsschwelle von 90% bei der BÖHLER-UDDE-HOLM AG im März 2008 hat die voestalpine AG die notwendigen Schritte für den Ausschluss der Minderheitsaktionäre nach dem Gesellschafterausschlussgesetz eingeleitet ("Squeeze-out"). In der am 23. Juni 2008 abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung der BÖHLER-UDDEHOLM AG wurde der Squeeze-out-Beschluss gefasst, der die Voraussetzung für die Übernahme sämtlicher BÖHLER-UDDEHOLM-Aktien durch die voestalpine AG darstellt. Gegen diesen Beschluss der Hauptversammlung der BÖHLER-UDDEHOLM AG hat die Convisor Consulting Ltd., eine auf den Turks and Caicos Islands registrierte Gesellschaft, eine Klage wegen Anfechtung und Nichtigkeit dieses Ausschlussbeschlusses beim Handelsgericht Wien eingebracht. Zur voraussichtlichen Dauer dieses Gerichtsverfahrens können aus heutiger Sicht noch keine Aussagen getroffen werden.

Voraussetzung für die Bezahlung des von der Hauptversammlung der BÖHLER-UDDEHOLM AG beschlossenen Abfindungsbetrages von EUR 70,26 je Aktie an die Minderheitsaktionäre ist die Eintragung des Ausschlussbeschlusses in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien. Auf Grund der Anfechtungsklage der Convisor Consulting Ltd. hat nunmehr das zuständige Gericht zu entscheiden, ob eine Eintragung des Ausschlussbeschlusses in das Firmenbuch vor rechtskräftiger Entscheidung über diese Klage erfolgt oder nicht. Wie weit es zu einer Unterbrechung des Eintragungsverfahrens über den Squeeze-out kommt oder nicht, entscheidet das Firmenbuchgericht voraussichtlich im September 2008.

Devestitionen

Der bereits im Geschäftsbericht 2007/08 dargestellte Devestitionsprozess hinsichtlich jener Unternehmen, deren Verkauf im Zuge der Maßnahmen zur Portfoliooptimierung der Division Automotive im abgelaufenen Geschäftsjahr beschlossen wurde, verläuft plangemäß, das heißt, die Verkaufsverhandlungen bezüglich der betroffenen Unternehmen befinden sich in einem – naturgemäß – unterschiedlich weit fortgeschrittenen Stadium.

Mitarbeiter1

Zum 30. Juni 2008 beschäftigte der voestalpine-Konzern 42.088 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge). Dies entspricht einem – vor allem durch die erstmalige Konsolidierung der Division Edelstahl bedingten – Anstieg gegenüber dem Vorjahr (25.031) um 68,1 % bzw. 17.057 Beschäftigte.

Mit 22.350 Mitarbeitern ist der überwiegende Teil der Belegschaft (53,1 %) außerhalb Österreichs in 360 Produktions- und Vertriebsunternehmen auf allen Kontinenten beschäftigt. Der Belegschaftsstand der inländischen Konzerngesellschaften beläuft sich auf 19.738 Mitarbeiter (46,9 %).

Die voestalpine-Gruppe bildete mit 30. Juni weltweit 1.377 Lehrlinge aus, davon rund ein Drittel an internationalen Standorten. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (861) um 59,9 % bzw. 516 Lehrlinge ist vorrangig durch den Erwerb der Division Edelstahl bedingt.

Umwelt

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 standen nach wie vor die Themenbereiche CO2/Klimaschutz und REACH (EU-weite Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien) im Fokus der Umweltaktivitäten des Konzerns.

Mit 1. Juni 2007 trat die EU-Verordnung zu REACH in Kraft, deren Auswirkungen bereits in den vorangegangenen Quartalsund Geschäftsberichten dargestellt wurden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die gemäß der Verordnung erforderliche Vorregistrierung von Stoffen; sie muss im Zeitraum von 1. Juni bis 1. Dezember 2008 erfolgen.

Im Jänner 2008 wurden die Klimaschutzpläne der EU-Kommission für die Zeit nach Ablauf des mit 2012 befristeten Kyoto-Protokolls veröffentlicht. Bis zur Beschlussfassung durch das Europäische Parlament besteht hier noch ein erheblicher Klärungsbedarf über die künftigen Regelungen für energieintensive Industrien. Im Zusammenhang mit dem vom voestalpine-Konzern favorisierten branchenweiten Benchmark-System, in dem sich die Zuteilung der CO2-Freizertifikate am jeweils umweltfreundlichsten Unternehmen orientiert und Vorleistungen im Klimaschutz anerkannt werden, erarbeitet der europäische Branchenverband EUROFER einen entsprechenden Vorschlag. Dieser wird bis Herbst dieses Jahres fertig gestellt und soll als Basis für die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission dienen.

Forschung und Entwicklung

Intern steht nach der bereits im vergangenen Geschäftsjahr weitgehend abgeschlossenen Integration von BÖHLER-UDDEHOLM in die Forschungsorganisation der voestalpine-Gruppe nun die konkrete Umsetzung konzernaler F&E-Projekte im Vordergrund. Intensive konzernweite Kooperationen bestehen etwa im Bereich von Prüf- und Simulationseinrichtungen, aber auch im Rahmen der Kompetenzzentren des österreichischen Förderprogramms COMET arbeiten mehrere Divisionen des Konzerns in den Bereichen Metallurgie, Werkstoffentwicklung und Mechatronik – zum Teil auch unter Einbindung von Partnern aus Wissenschaft und Industrie – eng zusammen.

Divisionsübergreifend werden aber auch neue Schweißverfahren verfolgt, so etwa

im Projekt "Welding of high strength steels", welches das Know-how aller fünf Divisionen auf höchstem Anspruchsniveau verknüpft.

In enger Verbindung mit dem forcierten Wissensaustausch und der Kompetenzverknüpfung quer über alle Konzernbereiche stand auch die "voestalpine Synergie-Plattform 2008", die im Juni zum Thema Fügeund Schweißtechnik am BÖHLER-UDDE-HOLM-Standort Kapfenberg unter Beteiligung von über 100 Teilnehmern sowohl aus dem F&E-Bereich als auch der Produktion abgehalten wurde.

Um die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft als einen der wesentlichen Treiber für Innovationen weiter zu forcieren, wurde im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 die bereits seit vielen Jahren bestehende strategische Partnerschaft zwischen der voestalpine Stahl GmbH und der Johannes Kepler Universität, Linz, ausgebaut. Das neue Zentrum für Oberflächenund Nanoanalytik bündelt die Kompetenzen beider Partner und dient insbesondere der Entwicklung oberflächenveredelter Stähle auf höchstem Qualitätsniveau.

Wie auch bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr bildeten die Bereiche Prozesstechnik sowie Entwicklung neuer Werkstoffe und Beschichtungen die operativen F&E-Schwerpunkte im Konzern. Neben der Ausrichtung auf konkrete kundenspezifische Produktinnovationen stehen in diesen Bereichen auch umweltrelevante Verbesserungen im Mittelpunkt der Entwicklungstätigkeit.

Ausblick

Der voestalpine-Konzern ist in den nächsten Monaten weiterhin durch eine stabile Vollauslastung in allen wesentlichen Geschäftsbereichen geprägt.

Darüber hinaus erscheint auch das aktuelle Erlösniveau jedenfalls bis zum Ende des Kalenderjahres in allen fünf Divisionen gut abgesichert; die Division Stahl wird auf Grund erfolgreicher Neuverhandlungen des überwiegenden Teiles der längerfristigen Verträge gegenüber dem 1. Quartal sogar leicht steigende Erlöse ausweisen.

Abgesehen von saisonalen Effekten während der Sommermonate erwartet auch die Division Edelstahl bis auf Weiteres ein Anhalten der Geschäftsentwicklung auf dem sehr guten Niveau der letzten Quartale.

Für die Division Bahnsysteme stellt sich die Situation ähnlich dar, allerdings wird dort das gänzliche Durchstellen der Rohstoffkostenerhöhungen des vergangenen Frühjahres an die Kunden in einzelnen Geschäftssegmenten erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres möglich sein.

In ihren Kernmärkten (mit Ausnahme Großbritanniens) ebenfalls anhaltend dynamisch verläuft die Geschäftsentwicklung der Division Profilform, in der die rohstoffkostenbedingte Erhöhung der Stahlpreise zügig an den Markt weitergegeben werden konnte.

Die Division Automotive sieht trotz der stark gestiegenen Vormaterialpreise und des Kostendrucks seitens der Automobilindustrie ihr Ziel einer weiteren Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr nicht in Frage gestellt.

Vor dem Hintergrund einer für den voestalpine-Konzern stabilen Entwicklung in den Divisionen Edelstahl, Bahnsysteme und Profilform sowie tendenziell steigenden Ergebnissen in den Divisionen Stahl und Automotive erscheint trotz einer gewissen Unsicherheit in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im letzten Quartal des Geschäftsjahres (1. Kalenderquartal 2009) das Wiedererreichen des Vorjahresergebnisses aus heutiger Sicht gut abgesichert.

Investor Relations

voestalpine AG im Vergleich zu internationalen Indizes

Kursverlauf der voestalpine-Aktie

Wie bereits in der 2. Hälfte des letzten Geschäftsjahres wurde die Entwicklung der internationalen Börsen auch im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2008/09 von massiven Inflations- und Rezessionsängsten geprägt. Die Bewertung der voestalpine-Aktie war davon nicht ausgenommen und spiegelt bereits seit Herbst 2007 weder die Fundamentaldaten des Konzerns noch seine mittelfristigen Wachstums- und Ergebnisperspektiven wider.

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres konnte die voestalpine-Aktie zwar vorübergehend einen Kursanstieg um rund 18 % erzielen, diesen Trend im weiteren Verlauf jedoch auf Grund irrationaler Volatilität an den Börsen nicht behaupten.

Hauptversammlung beschloss Rekorddividende

Im Rahmen der 16. ordentlichen Hauptversammlung der voestalpine AG wurde am 2. Juli 2008 eine neue Rekorddividende in Höhe von 2,10 EUR je dividendenberechtigter Aktie beschlossen. Sie liegt damit fast um die Hälfte über dem Betrag des vergangenen Jahres (1,45 EUR je Aktie).

Die Hauptversammlung hat den Vorstand überdies zum Rückerwerb eigener Aktien im Ausmaß von höchstens 10 % des Grundkapitals der voestalpine AG ermächtigt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Erneuerung der bereits in den vergangenen Jahren erteilten Rückkaufermächtigungen, die unter anderem zur Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen und des Stock-Option-Programms sowie der im Jahr 2005 begebenen Wandelanleihe herangezogen wurden bzw. werden.

Die Geltungsdauer der Rückkaufermächtigung beträgt 30 Monate. In diesem Zusammenhang wurde der Vorstand darüber hinaus grundsätzlich auch zur Einziehung eigener Aktien und somit zur Herabsetzung des Grundkapitals ermächtigt.

Wandelschuldverschreibung 2005

Im Rahmen der von der voestalpine AG im Juli 2005 begebenen Wandelschuldverschreibung haben zwischenzeitlich weitere Inhaber von der Ausübung ihres Wandlungsrechtes in voestalpine-Aktien Gebrauch gemacht. Diese Wandlungen wurden ausschließlich durch eigene Aktien bedient. Mit 2. Juli 2008 befanden sich nur noch 15,3 % der Wandelschuldverschreibung in Umlauf.

Übertragung eigener Aktien

Die voestalpine AG hat im Laufe des 1. Quartals 2008/09 im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 944.915 Stück eigene Aktien (dies entspricht 0,58 % des Grundkapitals) an Mitarbeiter des Konzerns bzw. an die voestalpine-Arbeitnehmer-Privatstiftung übertragen.

Eigentümerstruktur

Der von den Mitarbeitern über ihre Stiftung gehaltene Anteil an der voestalpine AG beträgt nunmehr 11,3 %. Dies entspricht gegenüber dem im Geschäftsbericht 2007/08 ausgewiesenen Anteil (10,8 %) einem Anstieg um 0,5 Prozentpunkte. Abgesehen von einem leichten weiteren Rückgang der von amerikanischen Investoren gehaltenen Anteile als Folge der US-Kapitalmarktkrise – der durch ein entsprechend stärkeres Engagement aus anderen Ländern kompensiert wurde – trat im 1. Quartal 2008/09 keine nennenswerte Verschiebung der Beteiligungsverhältnisse ein. Sie stellen sich demnach indikativ derzeit wie folgt dar:

Beteiligungsstruktur

Größte Einzelaktionäre

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG > 15 %
Mitarbeiterstiftung 11,3 %
Oberbank AG > 5 %

Informationen zur Aktie

Aktiennominale 298.756.264,42 EUR
zerlegt in 164.439.033 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz
zum 30. Juni 2008: 2.311.930 Stk.
Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber
Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)
ISIN AT0000937503
Reuters VOES.VI
Bloomberg VOE AV

Aktiengattung

55,03 EUR
44,14 EUR
52,15 EUR
8.454.928.421,45 EUR

* Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.

Geschäftsjahr 2007/08

Gewinn/Aktie 4,69 EUR
Dividende/Aktie 2,1 EUR
Buchwert/Aktie 25,34 EUR

Terminvorschau 2008/09

Aktionärsbrief zum Verlauf des 1. Halbjahres 2008/09 20. November 2008
Aktionärsbrief zum Verlauf des 3. Quartals 2008/09 25. Februar 2009
Geschäftsbericht 2008/09 4. Juni 2009
Hauptversammlung 1. Juli 2009
Ex-Dividenden-Tag 6. Juli 2009
Dividenden-Zahltag 13. Juli 2009

Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:

BHF-BANK, Frankfurt Citigroup, London Credit Suisse, London Deutsche Bank, Wien/London Erste Bank, Wien Exane BNP Paribas, Paris Goldman Sachs,

  • London HSBC, London JP Morgan, London Morgan Stanley, London
  • Nord LB, Hannover Raiffeisen Centrobank, Wien Sal. Oppenheim, Frankfurt
  • Steubing AG, Frankfurt UBS, London UniCredit, Wien

voestalpine AG Finanzdaten zum 30.06.2008

Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Konzernbilanz

Aktiva

31.03.2008 30.06.2008
A. Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 4.001,7 4.079,0
Firmenwert 1.403,4 1.403,8
Andere immaterielle Vermögenswerte 768,4 711,4
Anteile an assoziierten Unternehmen 108,0 99,9
Andere Finanzanlagen 103,7 106,9
Latente Steuern 393,2 390,0
6.778,4 6.791,0
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 3.011,1 3.240,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 2.232,8 2.505,5
Andere Finanzanlagen 247,6 243,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 331,9 730,7
5.823,4 6.719,9
Summe Aktiva 12.601,8 13.510,9
Mio. EUR

Passiva

31.03.2008 30.06.2008
A. Eigenkapital
Grundkapital 298,8 298,8
Kapitalrücklagen 470,6 393,9
Hybridkapital 992,1 992,4
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen 2.273,9 2.694,8
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 4.035,4 4.379,9
Minderheitsanteile am Eigenkapital 253,9 257,5
4.289,3 4.637,4
B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 839,3 842,6
Rückstellungen 69,0 69,5
Latente Steuern 361,1 341,3
Finanzverbindlichkeiten 1.262,9 2.835,7
2.532,3 4.089,1
C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen 403,1 410,6
Steuerschulden 198,6 215,8
Finanzverbindlichkeiten 3.031,7 1.840,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
2.146,8 2.317,8
5.780,2 4.784,4
Summe Passiva 12.601,8 13.510,9

Mio. EUR

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.04.–30.06.2007* 01.04.–30.06.2008
Umsatzerlöse 1.931,6 3.255,0
Umsatzkosten –1.415,9 –2.476,0
Bruttoergebnis 515,7 779,0
Sonstige betriebliche Erträge 46,9 78,9
Vertriebskosten –124,4 –265,6
Verwaltungskosten –78,2 –143,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen –45,7 –91,5
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 314,3 357,7
Ergebnisse von assoziierten Unternehmen 5,3 6,7
Finanzerträge 13,5 19,6
Finanzaufwendungen –30,1 –81,2
Ergebnis vor Steuern (EBT) 303,0 302,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –60,1 –61,6
Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche 242,9 241,2
Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs –0,8 –0,9
Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 242,1 240,3
x
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens 239,7 217,5
Minderheitsgesellschaftern 2,4 5,0
Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 0,0 17,8
Unverwässertes Ergebnis je Aktie
der fortgeführten Geschäftsbereiche (EUR)
1,56 1,36
Verwässertes Ergebnis je Aktie
der fortgeführten Geschäftsbereiche (EUR)
1,45 1,33
* Rückwirkend angepasst. Mio. EUR

Konzern-Kapitalflussrechnung

01.04.–30.06.2007 01.04.–30.06.2008
Betriebstätigkeit
Ergebnis nach Steuern 242,1 240,3
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 117,0 177,7
Veränderungen des Working Capital –112,2 –293,3
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 246,9 124,7
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –2.447,0 –172,7
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.948,3 453,3
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
–251,8 405,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang 356,1 331,9
Veränderungen von Währungsdifferenzen –0,1 –6,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende 104,2 730,7
Mio. EUR

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

01.04.–30.06.2007* 01.04.–30.06.2008
Eigenkapital zum 01.04. 2.882,3 4.289,3
Ergebnis nach Steuern 242,1 240,3
Dividendenausschüttung –0,8 –2,2
Rückkauf/Verkauf von Eigenen Aktien 7,2 73,0
Zukauf Minderheitenanteile 0,0 –7,2
Währungsumrechnung 0,8 32,2
Hedge Accounting 1,1 11,4
Stock Options 2,9 3,0
Sonstige Veränderungen –7,7 –2,4
Eigenkapital zum 30.06. 3.127,9 4.637,4
* Rückwirkend angepasst. Mio. EUR

Erläuternde Anhangangaben

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2008 für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), insbesondere des IAS 34 – Interim Financial Reporting, erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2007/08 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden unverändert fortgeführt. Für Fragen zu den verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2008 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.

Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 (Stichtag: 30. Juni 2007).

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer ordentlichen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis/ Unternehmenserwerbe

Die Division Bahnsysteme hat am 18. April 2008 die Übernahme der Mehrheit an der DAMY Cambios de Vía, S.A. de C.V. bekannt gegeben. Die Akquisition dieses mexikanischen Unternehmens dient der Steigerung der Präsenz als Anbieter von Weichentechnologie auf dem lateinamerikanischen Markt.

Am 2. Mai 2008 wurde von der Division Bahnsysteme der Erwerb eines Anteils von 60 % an dem britischen Unternehmen Control & Display Systems Ltd. (CDS Rail) bekannt gegeben. Diese Akquisition dient dem Ausbau des Produktbereichs "Hydronics".

Die Auswirkung dieser Unternehmenserwerbe auf den Konzernabschluss ist unwesentlich. Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Voll-
konsolidierung
Quoten-
konsolidierung
Equity-
Methode
Stand am 01.04.2008 322 3 14
Änderung der Konsolidierungsmethode
Zugänge 1
Abgänge
Umgründungen –3
Abgänge oder Veräußerung –2
Zugänge 2
Stand am 30.06.2008 320 3 14
davon ausländische Gesellschaften 264 1 5

Auf der ordentliche Hauptversammlung der BÖHLER-UDDEHOLM AG am 23. Juni 2008 hat die voestalpine AG als Hauptgesellschafterin dieser Gesellschaft den Antrag gestellt, die Aktien aller anderen Aktionäre gemäß dem Gesellschafter-Ausschlussgesetz und gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung in Höhe von 70,26 EUR pro Stückaktie an sie als Hauptgesellschafterin zu übertragen ("Squeeze-out"). Ein entsprechender Beschluss erfolgte auf der besagten Hauptversammlung mit der notwendigen Mehrheit von mehr als 90 % des abstimmenden Kapitals.

Erläuterung der Bilanz

Das Grundkapital der voestalpine AG betrug zum 30. Juni 2008 EUR 298.756.264,42 (31. März 2008: EUR 298.756.264,42) und war in 164.439.033 Stück Aktien zerlegt (31. März 2008: 164.439.033). In der Berichtsperiode wurden Wandelanleihen mit einem Nominale von 36,5 Mio. EUR mit zurückgekauften eigenen Aktien bedient. Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 2.311.930 Stück eigene Aktien.

Die voestalpine AG hat am 16. Oktober 2007 eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige unbefristete Anleihe im Umfang von 1 Mrd. EUR mit einem Kupon von 7,125 % begeben, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach sieben Jahren Laufzeit hat die voestalpine AG, nicht aber die Gläubiger, erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Anleihe oder deren Fortsetzung zu einem höheren, aber variablen Zinssatz. Diese Hybridanleihe wurde gem. IAS 32 als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen.

Der Großteil der Bridge-Finanzierung für den BÖHLER-UDDEHOLM Erwerb wurde im 1. Quartal 2008/09 längerfristig refinanziert.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

Der deutliche Anstieg der GuV-Positionen erklärt sich zu einem wesentlichen Teil aus der Tatsache, dass in der Vergleichsperiode des Vorjahres die BÖHLER UDDEHOLM AG und ihre Tochtergesellschaften noch nicht enthalten waren.

Auf Grund der Fair Value-Anpassungen im Rahmen der Kaufpreisallokation wird der Ergebnisbeitrag der Division Edelstahl wesentlich beeinträchtigt.

Erläuterung der Kapitalflussrechnung

In der Vergleichsperiode 01. April 2007 bis 30. Juni 2007 sind die Akquisitionskosten für den Mehrheitserwerb der BÖHLER-UDDEHOLM AG und ihrer Tochterunternehmen sowie deren Finanzierung enthalten.

Wichtige Ereignisse nach dem 30. Juni 2008

Im Rahmen der 16. ordentlichen Hauptversammlung der voestalpine AG am 2. Juli 2008 wurde auf Antrag des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2007/08 eine Dividende von 2,10 EUR je dividendenberechtigter Aktie (2006/07: 1,45 EUR je Aktie) beschlossen.

Erklärung gemäß § 87 (1) Börsegesetz

Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Lagebericht zum 1. Quartal 2008/09 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten drei Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen neun Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offengelegten wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Linz, 27. August 2008

Der Vorstand

W. Eder

F. Hirschmanner J. Mülner

R. Ottel C. J. Raidl

W. Spreitzer

Impressum

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