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voestalpine AG — Earnings Release 2009
Nov 19, 2009
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Earnings Release
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Aktionärsbrief zum 1. Halbjahr 2009/10
voestalpine-Konzern in Zahlen1
1 Q 2009/10 vs. 2 Q 2009/10
| Mio. EUR | 1 Q 2009/10 | 2 Q 2009/10 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 01.04.– | 01.07.– | in % | |
| 30.06.2009 | 30.09.2009 | ||
| Umsatzerlöse | 2.073,6 | 2.067,6 | –0,3 |
| EBITDA | 134,9 | 234,2 | 73,6 |
| EBITDA-Marge | 6,5 % | 11,3 % | |
| EBIT | –24,0 | 70,4 | 393,3 |
| EBIT-Marge | –1,2 % | 3,4 % | |
| Ergebnis vor Steuern | –67,7 | 29,3 | 143,3 |
| Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche | –46,3 | 29,1 | 162,9 |
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)2 | –48,2 | 28,3 | 158,7 |
| Ergebnis je Aktie (EUR) | –0,40 | 0,05 | 112,5 |
| Investitionen | 140,2 | 136,0 | –3,0 |
| Abschreibungen | 159,0 | 163,8 | 3,0 |
| Capital Employed | 8.661,6 | 8.192,3 | –5,4 |
| Eigenkapital | 4.229,9 | 4.001,7 | –5,4 |
| Nettofinanzverschuldung | 3.810,0 | 3.601,8 | –5,5 |
| Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals | 90,1 % | 90,0 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 40.120 | 39.295 | –2,1 |
1 H 2008/09 vs. 1 H 2009/10
| Mio. EUR | 1 H 2008/09 | 1 H 2009/10 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 01.04.– | 01.04.– | in % | |
| 30.09.2008 | 30.09.2009 | ||
| Umsatzerlöse | 6.486,2 | 4.141,2 | –36,2 |
| EBITDA | 1.143,4 | 369,1 | –67,7 |
| EBITDA-Marge | 17,6 % | 8,9 % | |
| EBIT | 785,6 | 46,4 | –94,1 |
| EBIT-Marge | 12,1 % | 1,1 % | |
| Ergebnis vor Steuern | 658,9 | –38,4 | |
| Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche | 522,1 | –17,2 | |
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)2 | 518,8 | –19,9 | |
| Ergebnis je Aktie (EUR) | 2,94 | –0,35 | |
| Investitionen | 467,2 | 276,1 | –40,9 |
| Abschreibungen | 357,8 | 322,7 | –9,8 |
| Capital Employed | 8.701,5 | 8.192,3 | –5,9 |
| Eigenkapital | 4.211,6 | 4.001,7 | –5,0 |
| Nettofinanzverschuldung | 3.859,6 | 3.601,8 | –6,7 |
| Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals | 91,6 % | 90,0 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) | 42.325 | 39.295 | –7,2 |
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA). Nähere Erläuterungen zur PPA befinden sich auf der Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
2 Vor Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 krisenbedingt auch in der voestalpine AG zu einem – überschaubaren – negativen Ergebnis geführt hat, meldet sich der Konzern mit den Zahlen zum 2. Quartal wieder zurück in der Gewinnzone, und zwar deutlich: Denn neben einem EBITDA von über 230 Mio. EUR ist nicht nur das operative Ergebnis für die letzten drei Monate mit mehr als 70 Mio. EUR positiv, sondern auch in sämtlichen anderen Ergebniskategorien wurde der Turnaround geschafft – bis zu einem Gewinn nach Steuern von annähernd 30 Mio. EUR. Damit liegt auch das 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einem EBITDA von knapp 370 Mio. EUR bzw. einem EBIT von mehr als 45 Mio. EUR operativ in der Gewinnzone. Das Ergebnis vor bzw. nach Steuern blieb für diese Periode zwar noch negativ, der Verlust konnte aber in beiden Kategorien gegenüber dem 1. Quartal in etwa halbiert werden.
Mit den vorliegenden Zahlen wurde bereits zum Halbjahr das gemäß Ausblick im letzten Aktionärsbrief für das gesamte Geschäftsjahr 2009/10 angepeilte Ziel eines positiven operativen Ergebnisses erreicht.
Damit wird einmal mehr auch aus der Ergebnisentwicklung die unterschiedliche Strategie und damit Position des voestalpine-Konzerns im Vergleich zu den "klassischen" Stahlunternehmen deutlich. Die über die letzten 20 Jahre konsequent betriebene Verlängerung der Wertschöpfungskette in Richtung der Endkunden von technologisch und qualitativ anspruchsvollsten Nischenprodukten im High-End-Bereich des Werkstoffes Stahl macht das Unternehmen in seiner langfristigen Entwicklung wesentlich stabiler, weniger zyklisch und damit krisenresistenter als viele andere.
Was darüber hinaus aber nicht übersehen werden darf, ist die Tatsache, dass der voestalpine-Konzern in den vergangenen zwölf Monaten zur nachhaltigen Existenzsicherung auch tiefgreifende Krisenmaßnahmen gesetzt hat: von einem Abbau der Arbeitskapazitäten um rund 15 % über eine annähernd 50%ige Rücknahme der Investitionen und eine 30%ige Kürzung im Bereich der Overhead-Kosten bis zur Reduktion des Working Capital um rund 1 Mrd. EUR alleine in den vergangenen neun Monaten. Vor diesem Hintergrund sollte das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 das erste und letzte Verlustquartal des voestalpine-Konzerns gewesen sein. Mit dem vorliegenden 2. Quartal stehen die Zeichen – bei aller Unsicherheit und Vorsicht – wieder auf Wachstum und Gewinn.
Linz, 13. November 2009
Der Vorstand
Wolfgang Eder
Franz Hirschmanner Josef Mülner
Robert Ottel Claus J. Raidl
Wolfgang Spreitzer
Highlights 1
- Talsohle des wirtschaftlichen Abschwungs mit Sommer 2009 durchschritten, nachhaltiger konjunktureller Aufschwung aber noch nicht abgesichert.
- Extrem herausforderndes Marktumfeld führt im 6-Monats-Vergleich gegenüber dem Vorjahr zu einer Reduktion der Umsatzerlöse um 36,2 % von 6.486,2 Mio. EUR auf 4.141,2 Mio. EUR.
- Gemessen am unmittelbaren Vorquartal mit 2.067,6 Mio. EUR Stabilisierung der Umsatzerlöse auf niedrigem Niveau (Q 1 2009/10: 2.073,6 Mio. EUR).
- EBITDA im 1. Halbjahr verglichen mit Vorjahresperiode um 67,7 % von 1.143,4 Mio. EUR auf 369,1 Mio. EUR rückläufig, Division Bahnsysteme am krisenresistentesten, aber auch alle anderen Divisionen deutlich positiv.
- Erfolgreiches Krisenmanagement führt trotz Umsatzstagnation gegenüber 1. Quartal 2009/10 zu einer EBITDA-Steigerung um 73,6 % von 134,9 Mio. EUR auf 234,2 Mio. EUR.
- EBIT im Halbjahres-Periodenvergleich zwar um 94,1 % von 785,6 Mio. EUR auf 46,4 Mio. EUR eingebrochen, aber nach wie vor positiv.
- Im Vergleich zum 1. Quartal (–24,0 Mio. EUR) deutlicher EBIT-Anstieg im 2. Quartal 2009/10 auf 70,4 Mio. EUR, getragen von allen Divisionen, einzig die Division Edelstahl als Spätzykliker im 2. Quartal 2009/10 noch in der Verlustzone.
- EBITDA- und EBIT-Marge sinken im 1. Halbjahr auf 8,9 % (Vorjahr: 17,6 %) bzw. 1,1 % (Vorjahr: 12,1 %); allerdings: EBITDA- und EBIT-Marge im 2. Quartal 2009/10 mit 11,3 % bzw. 3,4 % gegenüber 1. Quartal (6,5 % bzw. –1,2 %) bereits wieder steigend.
- Ergebnis vor Steuern im 1. Halbjahr von 658,9 Mio. EUR im Vorjahr auf –38,4 Mio. EUR heuer und Ergebnis nach Steuern von 518,8 Mio. EUR auf –19,9 Mio. EUR stark rückläufig; sowohl Ergebnis vor Steuern als auch Ergebnis nach Steuern im 2. Quartal 2009/10 mit 29,3 Mio. EUR und 28,3 Mio. EUR wieder positiv und deutlich über 1. Quartal (–67,7 Mio. EUR vor bzw. –48,2 Mio. EUR nach Steuern).
- Ergebnis je Aktie mit –0,35 EUR für das 1. Halbjahr negativ (Vorjahr: 2,94 EUR je Aktie)2 , für das 2. Quartal mit 0,05 EUR allerdings bereits wieder positiv.
- Gearing Ratio trotz Dividendenausschüttung (einschließlich Hybridzinsen von 65,2 Mio. EUR) aufgrund eines konsequenten Investitions- und Working Capital-Managements mit 90,0 % sowohl gegenüber dem 31. März 2009 (88,2 %) als auch dem 30. Juni 2009 (90,1 %) weitgehend unverändert.
- Anzahl der Beschäftigten gegenüber All-Time-High vom 30. September 2008 um 7,2 % von 42.325 auf 39.295 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) gesunken; Anzahl der in Kurzarbeit befindlichen Mitarbeiter im Verlauf des 2. Quartals 2009/10 um 57 % bzw. 6.443 Beschäftigte reduziert.
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA). Nähere Erläuterungen zur PPA befinden sich auf der
Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
2 Basis der Berechnung ist das Ergebnis nach Steuern, im Aktionärsbrief zum 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 war mit 2,96 EUR je Aktie die Berechnungsgrundlage das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche.
Zwischenlagebericht
Wirtschaftliches Umfeld
Seit Ende des Sommers mehren sich die Anzeichen, dass die globale Konjunktur zumindest die Talsohle durchschritten haben sollte. Es wäre jedoch verfrüht, dies bereits als Indikation eines nachhaltigen Aufschwungs zu deuten.
Zum einen wird die Erholung überwiegend von konjunktureller Aufwärtsdynamik in Asien getrieben, während die Nachfragebelebung in Europa und Nordamerika primär aus der Normalisierung der im Jahresverlauf massiv reduzierten und damit auf einem sehr tiefen Stand befindlichen Lagerbestände bei Zwischenhändlern und Endkunden resultiert; in den industrialisierten Ländern beschränkt sich der "Aufschwung" bisher im Wesentlichen auf eine Bodenbildung.
Belastet wird die Entwicklung aktuell dadurch, dass im Verlauf des 2. Quartals 2009/10 auch Abschwächungstendenzen in Kundensegmenten spürbar wurden, die sich bislang weitgehend stabil entwickelt haben. Dies gilt mit Ausnahme der alternativen Energiesektoren für den gesamten Bereich der Energieförderung und Energieerzeugung, für die Luftfahrtindustrie sowie – wenn auch verzögert – für die Bahninfrastruktur in Osteuropa.
Zumindest im europäischen Kernbereich noch einigermaßen zufriedenstellend entwickelt sich die Bauwirtschaft – im Wesentlichen unterstützt von den umfangreichen staatlichen Konjunkturförderprogrammen –, während im Maschinenbau und in der Nutzfahrzeugindustrie bislang nur eine Konsolidierung auf sehr niedrigem Niveau festzustellen ist. Die im Jahresverlauf eingetretene Besserung der Nachfrage in der Automobilindustrie dürfte zu einem erheblichen Teil auf die (vor dem endgültigen Auslaufen stehenden) Verschrottungsprämien in einer Reihe von Ländern zurückzuführen sein. Kernfrage in diesem Segment ist damit die Entwicklung im Jahr 2010, wie weit es gelingen wird, die durch diese Prämien geschaffene künstliche Nachfrage im Bereich der Klein- und Kompaktwagenklasse durch eine erhöhte Nachfrage auf breiterer Front zu ersetzen.
Von den Rahmenbedingungen her anhaltend belastend für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkt sich im Euro-Raum die (exporthemmende) Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro aus.
Geschäftsverlauf des voestalpine-Konzerns1
Der voestalpine-Konzern musste in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 aufgrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr deutliche Rückgänge gegenüber den Umsatz- und Ergebnisrekordwerten des Vergleichszeitraums 2008/09 hinnehmen.
So reduzierte sich im 1. Halbjahr 2009/10 der Umsatz des Konzerns um 2.345 Mio. EUR (–36,2 %) von 6.486,2 Mio. EUR auf 4.141,2 Mio. EUR. Mit einem Rückgang um 862,9 Mio. EUR (–43,3 %) von 1.994,4 Mio. EUR auf 1.131,5 Mio. EUR weist die Division Edelstahl die absolut betrachtet stärkste Verrin-
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA). Nähere Erläuterungen zur PPA befinden sich auf der Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
gerung aus. Relativ am schwersten betroffen war die Division Profilform, die ihre Umsätze vor allem aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage des Nutzfahrzeugsektors sowie der westeuropäischen und russischen Bauund Bauzulieferindustrie um 48,8 % von 689,7 Mio. EUR auf 353 Mio. EUR nahezu halbierte. Mengen- und Preisrückgänge führten auch in der Division Stahl mit 1.513,4 Mio. EUR zu einem um 36,1 % niedrigeren Umsatz gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (2.368,6 Mio. EUR). Staatliche Anreize zur Ankurbelung des Automobilumsatzes bremsten zwar den Abwärtstrend, dennoch spiegelt sich in der Division Automotive mit einem Umsatzeinbruch um 29,7 % von 494,9 Mio. EUR auf 347,9 Mio. EUR die Entwicklung der europäischen Automobilproduktion wider. Im Divisionsvergleich am krisenresistentesten zeigte sich einmal mehr die Division Bahnsysteme, deren mit 23,3 % noch vergleichsweise überschaubarer Umsatzrückgang von 1.264,6 Mio. EUR auf 969,5 Mio. EUR ausschließlich aus der schwächeren Nachfrageentwicklung der beiden kleineren Segmente Draht und Nahtlosrohr resultiert.
Zur Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung ist der Vergleich des 2. Quartals 2009/10 zum unmittelbaren Vorquartal (1. Quartal 2009/10) allerdings wesentlich aussagekräftiger als der 6-Monats-Vergleich im Jahresabstand. Hierbei wird erkennbar, dass sich der Umsatz im 2. Quartal 2009/10 mit 2.067,6 Mio. EUR stabilisierte und nur noch 0,3 % unter dem Wert des direkten Vorquartals (2.073,6 Mio. EUR) lag. Auch divisional betrachtet bestätigt sich eine Stabilisierung der Entwicklung auf breiter Front, da die Bandbreite der Umsatzveränderung mit –1,8 % (Division Edelstahl), –1,7 % (Division Automotive), –0,9 % (Division Stahl), +1,3 % (Division Bahnsysteme) und +3,3 % (Division Profilform) sehr eng und der Trend damit sehr einheitlich war. In den Divisionen Stahl und Edelstahl trugen vor allem erste Mengensteigerungen zur Verstetigung des Umsatzes bei, da eine erste preisliche Bodenbildung aufgrund des hohen Anteils an Langfristverträgen in der Division Stahl erst im 2. Quartal 2009/10 eingesetzt hat und die Division Edelstahl noch etwas von rückläufigen Legierungspreisen betroffen war. Die Umsatzausweitung in der Division Profilform ist eher auf das Wiederbefüllen der stark reduzierten Kundenläger und erwartete Preiserhöhungen seitens der Abnehmer als auf eine tatsächliche Nachfragebelebung zurückzuführen. Wirkten in der Division Automotive die staatlichen Anreize stabilisierend, so fand in der Division Bahnsysteme im 2. Quartal 2009/10 eine deutliche Geschäftsbelebung im Bereich Draht statt.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) zeigte einen noch deutlicheren Rückgang als die Umsatzerlöse. Aus einem Umsatzrückgang im 1. Halbjahr 2009/10 von 36,2 % resultiert beim EBITDA im Vorjahres-Halbjahresvergleich ein Rückgang um 67,7 % von 1.143,4 Mio. EUR auf 369,1 Mio. EUR. Mit einer Verringerung um "nur" 26,7 % von 226,1 Mio. EUR auf 165,7 Mio. EUR zeigte die Division Bahnsysteme auch hier ihre Stabilität. Am stärksten betroffen mit einem Einbruch von 86 % von 274,7 Mio. EUR auf 38,5 Mio. EUR war die Division Edelstahl, in der Division Profilform fiel das EBITDA um 84,1 % von 115,7 Mio. EUR auf 18,4 Mio. EUR, in der Division Stahl um 73,4 % von 505,7 Mio. EUR auf 134,5 Mio. EUR und in der Division Automotive – die sich in einem nach wie vor sehr anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld vergleichsweise gut halten konnte – um 51 % von 55,3 Mio. EUR auf 27,1 Mio. EUR. Alle Divisionen weisen damit auch in der schwierigsten Phase der Krise ein deutlich positives EBITDA aus, sodass der voestalpine-Konzern immer noch über eine EBITDA-Marge von 8,9 % verfügt (Vergleichszeitraum des Vorjahres: 17,6 %).
Den nachhaltigen Erfolg des konsequent fortgesetzten, umfassenden Krisenmanagements des voestalpine-Konzerns im 2. Quartal 2009/10 verdeutlich erst der unmittelbare Vergleich des EBITDA zum 1. Quartal 2009/10. Aus einem bereits beschriebenen geringfügigen Umsatzrückgang von 0,3 % resultiert im direkten Quartalsvergleich beim EBITDA eine Steigerung um 73,6 % von 134,9 Mio. EUR auf 234,2 Mio. EUR, was im 2. Quartal einer EBITDA-Marge von 11,3 % entspricht. Mit einer Steigerung um 195,6 % von 34 Mio. EUR auf 100,5 Mio. EUR wies die Division Stahl sowohl relativ als auch absolut den höchsten Beitrag aus. Aber auch die übrigen vier Divisionen trugen wesentlich zum Anstieg des EBITDA bei. Sowohl die Division Profilform als auch die Division Edelstahl konnten das EBITDA mehr als verdoppeln, in der Division Profilform stieg das EBITDA um 122,8 % von 5,7 Mio. EUR auf 12,7 Mio. EUR und in der Division Edelstahl um 115,6 % von 12,2 Mio. EUR auf 26,3 Mio. EUR. Vor allem bedingt durch den stabilen Geschäftsverlauf in den Segmenten Schienen- und Weichentechnik
sowie aufgrund der Belebung im Segment Draht konnte das bereits "hohe" EBITDA des 1. Quartals 2009/10 in der Division Bahnsysteme nicht nur gehalten, sondern im 2. Quartal 2009/10 nochmals um 3,6 % von 81,4 Mio. EUR auf 84,3 Mio. EUR gesteigert werden.
Im Gegensatz zu einem operativen Rekordergebnis (EBIT) von 785,6 Mio. EUR im 1. Halbjahr 2008/09 weist der voestalpine-Konzern für das 1. Halbjahr 2009/10 ein zwar um 94,1 % auf 46,4 Mio. EUR reduziertes, trotz massiver Rezession aber immer noch positives operatives Ergebnis aus. Der Konzern weist im 1. Halbjahr 2009/10 eine EBIT-Marge von 1,1 % (nach 12,1 % im Vorjahr) aus.
War das EBIT im 1. Quartal 2009/10 mit –24 Mio. EUR noch geringfügig negativ, so fiel es im 2. Quartal 2009/10 mit 70,4 Mio. EUR (entspricht einer EBIT-Marge von 3,4 %) bereits deutlich positiv aus, und alle Divisionen konnten zu dieser erfreulichen Entwicklung beitragen. Waren Bahnsysteme und Automotive auch bereits im 1. Quartal positiv, weisen die Divisionen Stahl und Profilform nach damals noch negativen EBITs im 2. Quartal 2009/10 ebenfalls bereits deutlich positive Werte aus. Einzig die Division Edelstahl war als traditioneller konjunktureller Nachläufer mit –33,2 Mio. EUR im 2. Quartal 2009/10 noch negativ.
Das Ergebnis vor Steuern drehte sich im 1. Halbjahr 2009/10 aufgrund des rückläufigen operativen Ergebnisses und der Finanzierungsaufwendungen im Jahresvergleich von 658,9 Mio. EUR auf –38,4 Mio. EUR. Im Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)1
weist der Konzern –19,9 Mio. EUR (nach 518,8 Mio. EUR im Vorjahr) aus.
Waren das Vor- und Nachsteuerergebnis im Halbjahresvergleich zwar noch negativ, beweist die Entwicklung vom 1. zum 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres auch in diesen Ergebniskategorien eine Trendwende: So drehte das Ergebnis vor Steuern von –67,7 Mio. EUR in den ersten drei Monaten auf 29,3 Mio. EUR Gewinn im 2. Quartal, das Ergebnis nach Steuern stieg gleichzeitig von –48,2 Mio. EUR auf 28,3 Mio. EUR.
Das Ergebnis je Aktie (EPS) beträgt für die ersten sechs Monate 2009/10 –0,35 EUR je Aktie (Vorjahr: 2,94 EUR)1 bzw. für das 2. Quartal 2009/10 0,05 EUR je Aktie (Vorjahr: 1,59 EUR).
Das Eigenkapital reduzierte sich im 1. Halbjahr 2009/10 gegenüber dem 31. März 2009 um 6,1 % von 4.262,5 Mio. EUR auf 4.001,7 Mio. EUR. Diese Verringerung ist primär auf die Dividendenausschüttung an Anteilseigner und Hybridkapitalbesitzer in der Höhe von 241,1 Mio. EUR sowie das Ergebnis nach Steuern von –19,9 Mio. EUR zurückzuführen. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich aufgrund eines erstmals unter den Abschreibungen liegenden Investitionsaufwandes und eines deutlich rückläufigen Working Capital um 4,2 % von 3.761,6 Mio. EUR auf 3.601,8 Mio. EUR. Zum Ende des 1. Halbjahres 2009/10 ergibt sich für den voestalpine-Konzern damit eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) von 90 %. Sie liegt trotz Dividendenausschüttung und anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur marginal über jener vom 31. März 2009 (88,2 %), was die hohe Selbstfinanzierungskraft des Konzerns gerade auch in der Krise unter Beweis stellt.
Die Rohstahlproduktion der voestalpine-Gruppe betrug im 1. Halbjahr 2009/10 2,73 Mio. Tonnen und lag damit um 32,8 % unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres (4,06 Mio. Tonnen). Mit 55,2 % am deutlichsten (von 460.000 Tonnen auf 206.000 Tonnen) reduzierte die Division Edelstahl ihre Rohstahlproduktion, die Division Stahl wies mit 1,98 Mio. Tonnen einen Rückgang um 28,8 %, die Division Bahnsysteme mit einer Erzeugungsmenge von 545.000 Tonnen eine Verringerung des Ausstoßes um 34,3 % aus.
| Mio. EUR | 1Q | 2 Q | 1 H | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | ||
| 01.04.– 30.06.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
Veränderung in % |
|
| Umsatzerlöse | 3.255,0 | 2.073,6 | 3.231,2 | 2.067,6 | 6.486,2 | 4.141,2 | –36,2 |
| EBITDA | 542,6 | 134,9 | 600,8 | 234,2 | 1.143,4 | 369,1 | –67,7 |
| EBITDA-Marge | 16,7 % | 6,5 % | 18,6 % | 11,3 % | 17,6 % | 8,9 % | |
| EBIT | 357,7 | –24,0 | 427,9 | 70,4 | 785,6 | 46,4 | –94,1 |
| EBIT-Marge | 11,0 % | –1,2 % | 13,3 % | 3,4 % | 12,1 % | 1,1 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
|||||||
| Lehrlinge) | 42.088 | 40.120 | 42.325 | 39.295 | 42.325 | 39.295 | –7,2 |
voestalpine-Konzern Quartalsentwicklung*
* Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA).
Nähere Erläuterungen zur PPA befinden sich auf der Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
1 Basis der Berechnung ist das Ergebnis nach Steuern – im Aktionärsbrief zum 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 war mit 2,96 EUR je Aktie die Berechnungsgrundlage das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche.
| 1 H | 2 Q | 1Q | Mio. EUR | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | |||
| Veränderung in % |
01.04.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.04.– 30.06.2008 |
||
| –36,1 | 1.513,4 | 2.368,6 | 753,3 | 1.193,9 | 760,1 | 1.174,7 | Umsatzerlöse | |
| –73,4 | 134,5 | 505,7 | 100,5 | 264,9 | 34,0 | 240,8 | EBITDA | |
| 8,9 % | 21,4 % | 13,3 % | 22,2 % | 4,5 % | 20,5 % | EBITDA-Marge | ||
| –92,7 | 29,2 | 399,6 | 46,5 | 210,9 | –17,3 | 188,7 | EBIT | |
| 1,9 % | 16,9 % | 6,2 % | 17,7 % | –2,3 % | 16,1 % | EBIT-Marge | ||
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
||||||||
| –3,2 | 9.618 | 9.937 | 9.618 | 9.937 | 9.839 | 9.889 | Lehrlinge) | |
Division Stahl
Der Geschäftsbereich Qualitätsflachstahl, größtes Segment der Division Stahl, war im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 von sehr geringer Nachfrage und stark fallenden Preisen gekennzeichnet. Im Sommer wurde die Talsohle des Konjunktureinbruchs durchschritten, wobei die Nachfragebelebung insbesondere auf erhöhte Bedarfe aus der Automobilindustrie zurückzuführen war. Im Geschäftsbereich Grobblech kam es durch breitflächige Projektstillstände als Folge der Finanzkrise und des Ölpreisverfalls vor allem im Energiebereich zu massiven Bedarfs- und Preiseinbrüchen. Gegen Ende des 1. Halbjahres gewann die Nachfrage zwar wieder leicht an Dynamik, durch den starken Euro sind jedoch europäische Anbieter im globalen Wettbewerb benachteiligt. In der bisher sehr stabilen Gießereigruppe stellten sich die Auftragseingänge insbesondere im Turbinenbau ebenfalls deutlich rückläufig dar. Unverändert schwierig verläuft das Geschäftsjahr 2009/10 bisher auch für die Anarbeitungsaktivitäten der Division. Einzig im Geschäftsbereich Stahl Service Center (SSC) zog die Nachfrage seit Sommer spürbar an.
Die Dimension des konjunkturellen Einbruchs zeigt der Vergleich mit dem 1. Halbjahr 2008/09, welches von Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis geprägt war. So reduzierten sich die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2009/10 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 36,1 % von 2.368,6 Mio. EUR auf 1.513,4 Mio. EUR. Noch deutlicher rückläufig stellte sich die Ergebnissituation dar. Das EBITDA ging im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres um 73,4 % von 505,7 Mio. EUR auf 134,5 Mio. EUR zurück, das EBIT fiel um 92,7 % von 399,6 Mio. EUR auf 29,2 Mio. EUR. Die EBITDA- bzw. EBIT-Marge reduzierte sich von 21,4 % auf 8,9 % bzw. von 16,9 % auf 1,9 %.
Im unmittelbaren Vergleich zum 1. Quartal 2009/10 wurden im 2. Quartal jedoch erste – wenn auch nur leichte – konjunkturelle Erholungstendenzen erkennbar. So erhöhte sich die Liefermenge gegenüber dem 1. Quartal 2009/10 um 10,5 %, wogegen die preisliche Bodenbildung (–10 %) aufgrund des hohen Anteils an Langfristverträgen erst im 2. Quartal 2009/10 stattgefunden hat. Aufgrund unmittelbar und umfassend gesetzter Krisenmaßnahmen konnten trotz eines Umsatzrückgangs um 0,9 % von 760,1 Mio. EUR auf 753,3 Mio. EUR Zuwächse beim Ergebnis erzielt werden. So erhöhte sich das EBITDA im Vergleich zum 1. Quartal 2009/10 um 195,6 % von 34 Mio. EUR auf 100,5 Mio. EUR, das EBIT stieg von –17,3 Mio. EUR auf 46,5 Mio. EUR. Die EBITDAbzw. EBIT-Marge erhöhte sich von 4,5 % auf 13,3 % bzw. von –2,3 % auf 6,2 %.
| Mio. EUR | 1Q | 2 Q | 1 H | ||||
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| 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | ||
| 01.04.– 30.06.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
Veränderung in % |
|
| Umsatzerlöse | 1.017,1 | 570,8 | 977,3 | 560,7 | 1.994,4 | 1.131,5 | –43,3 |
| EBITDA | 122,2 | 12,2 | 152,5 | 26,3 | 274,7 | 38,5 | –86,0 |
| EBITDA-Marge | 12,0 % | 2,1 % | 15,6 % | 4,7 % | 13,8 % | 3,4 % | |
| EBIT | 33,8 | –47,6 | 78,5 | –33,2 | 112,3 | –80,8 | |
| EBIT-Marge | 3,3 % | –8,3 % | 8,0 % | –5,9 % | 5,6 % | –7,1 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
|||||||
| Lehrlinge) | 15.451 | 14.250 | 15.487 | 13.884 | 15.487 | 13.884 | –10,4 |
Division Edelstahl1
Im 1. Halbjahr 2009/10 stellte sich die Nachfrage in der Division Edelstahl aus allen wichtigen Abnehmerbranchen – einschließlich der im 1. Quartal 2009/10 noch einigermaßen stabilen Sektoren Energieerzeugung, Chemie/Petrochemie und Luftfahrt – rückläufig, in den Bereichen Automobil-, Nutzfahrzeug- und Bauindustrie sogar stark rückläufig dar.
Verschärft wurde diese Entwicklung durch einen massiven Lagerabbau über die gesamte Wertschöpfungskette, der in den Sommermonaten allerdings seinen Höhepunkt erreicht haben sollte. Die vorsichtige Belebung zum Ende des 2. Quartals 2009/10 liegt daher eher im teilweisen Wiederaufbau der Läger als in einer nachhaltigen Konjunkturerholung begründet, zumal sich diese fast ausschließlich auf China und Indien beschränkt, wogegen sich die nordamerikanischen und europäischen Kernmärkte der Division Edelstahl lediglich auf extrem niedrigem Niveau stabilisiert haben.
So führten im 1. Halbjahr 2009/10 die deutlichen Auftrags- und Mengenrückgänge in allen vier Geschäftsbereichen in Verbindung mit gesunkenen Legierungspreisen zu einer signifikanten Umsatz- und Ergebnisverschlechterung gegenüber den noch hervorragenden ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Umsatzerlöse gingen um 43,3 % von 1.994,4 Mio. EUR auf 1.131,5 Mio. EUR zurück. Das EBITDA sank um 86 % von 274,7 Mio. EUR auf 38,5 Mio. EUR und das EBIT drehte von einem Gewinn von 112,3 Mio. EUR auf 80,8 Mio. EUR Verlust. Die EBITDA-Marge lag im 1. Halbjahr 2009/10 somit bei 3,4 % (Vorjahr: 13,8 %), die EBIT-Marge bei –7,1 % (Vorjahr: 5,6 %).
Der direkte Vergleich des 2. Quartals mit dem unmittelbaren Vorquartal signalisiert auch in der Division Edelstahl gewisse Stabilisierungstendenzen: So reduzierten sich die Umsatzerlöse nur mehr geringfügig um 1,8 % von 570,8 Mio. EUR auf 560,7 Mio. EUR. Mengensteigerungen (+4 %) konnten dabei die noch rückläufigen Erlöse (–5,5 %) nahezu kompensieren. Durch das als Reaktion auf die Krise initiierte Maßnahmenpaket konnte das EBITDA um 115,6 % von 12,2 Mio. EUR auf 26,3 Mio. EUR gesteigert und das Ausmaß des operativen Verlustes (EBIT) von –47,6 Mio. EUR auf –33,2 Mio. EUR eingegrenzt werden. Die EBITDA-Marge lag damit im 2. Quartal 2009/10 bei 4,7 % (Vorjahr: 15,6 %), die EBIT-Marge bei –5,9 % (Vorjahr: 8,0 %).
1 Gemäß IFRS alle Werte nach Purchase Price Allocation (PPA). Nähere Erläuterungen zur PPA befinden sich auf der Umschlaginnenseite des Geschäftsberichtes 2007/08.
| Mio. EUR | 1Q | 2 Q | 1 H | ||||
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| 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | ||
| 01.04.– 30.06.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
Veränderung in % |
|
| Umsatzerlöse | 630,7 | 481,6 | 633,8 | 487,9 | 1.264,6 | 969,5 | –23,3 |
| EBITDA | 112,8 | 81,4 | 113,3 | 84,3 | 226,1 | 165,7 | –26,7 |
| EBITDA-Marge | 17,9 % | 16,9 % | 17,9 % | 17,3 % | 17,9 % | 17,1 % | |
| EBIT | 90,7 | 56,5 | 91,0 | 56,5 | 181,7 | 113,0 | –37,8 |
| EBIT-Marge | 14,4 % | 11,7 % | 14,3 % | 11,6 % | 14,4 % | 11,7 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
|||||||
| Lehrlinge) | 8.023 | 8.035 | 8.068 | 8.023 | 8.068 | 8.023 | –0,6 |
Division Bahnsysteme
Das Marktumfeld der Division Bahnsysteme stellte sich im Bereich der Bahninfrastruktur mit Ausnahme von Nordamerika und Osteuropa nach wie vor stabil dar, allerdings kommen sowohl Schienen als auch Weichen durch einen massiv gesteigerten Wettbewerb zunehmend unter Preisdruck. Im Geschäftsbereich Draht war seit Juli dieses Jahres eine deutliche Geschäftsbelebung durch Normalisierung der Kundenläger zu verzeichnen, die Preisentwicklung blieb aber – jedenfalls bis zum Ende des 1. Halbjahres 2009/10 – noch verhalten. Bei den Nahtlosrohren stellt sich die Marktsituation hingegen unverändert kritisch dar. Mit Beginn des 3. Quartals 2009/10 musste dort die Kapazität von einem 3-Schicht- auf einen 2-Schicht-Betrieb zurückgefahren und in Teilbereichen zusätzlich Kurzarbeit in Aussicht genommen werden. Durch den rückläufigen Bedarf bei Nahtlosrohren, die noch nicht gegebene Vollauslastung bei Draht und die schwache Nachfrage nach Halbzeug am externen Markt lag die Auslastung im Geschäftsbereich Stahl noch unter 70 %.
Trotz einer im Vergleich zu allen anderen Divisionen hervorragenden Entwicklung lagen auch in der Division Bahnsysteme sowohl die Umsatzerlöse als auch die Ergebnisse im 1. Halbjahr 2009/10 deutlich unter dem Rekordniveau der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Senkung der Rohstoffkosten sowie die forcierten Kostensenkungsprogramme konnten die Auswirkungen des Preisverfalls vor allem bei Nahtlosrohren und Draht sowie die spezifischen Fixkostensteigerungen durch die in diesen Segmenten verringerten Absatzmengen nicht vollständig kompensieren. Dennoch stellte sich der Umsatzrückgang im 1. Halbjahr 2009/10 gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres mit 23,3 % von 1.264,6 Mio. EUR auf 969,5 Mio. EUR im Divisionsvergleich noch überschaubar dar. Auch wenn sich das EBITDA um 26,7 % von 226,1 Mio. EUR auf 165,7 Mio. EUR und das EBIT um 37,8 % von 181,7 Mio. EUR auf 113 Mio. EUR reduzierte, konnte die Division Bahnsysteme die entsprechenden Margen im zweistelligen Bereich halten. Die EBITDA-Marge lag mit 17,1 % sogar auf Vorjahresniveau (17,9 %), die EBIT-Marge immer noch bei 11,7 % (Vorjahr: 14,4 %).
Der Vergleich des 2. Quartals 2009/10 mit dem direkten Vorquartal beweist die hohe Stabilität der Division Bahnsysteme auch in einem wirtschaftlich äußerst schwierigen Umfeld. So konnten die Umsatzerlöse um 1,3 % von 481,6 Mio. EUR auf 487,9 Mio. EUR und das EBITDA um 3,6 % von 81,4 Mio. EUR auf 84,3 Mio. EUR leicht gesteigert sowie das EBIT mit 56,5 Mio. EUR exakt auf dem Niveau des direkten Vorquartals gehalten werden. Die EBITDA-Marge erhöhte sich im direkten Quartalsvergleich von 16,9 % auf 17,3 %, die EBIT-Marge blieb mit 11,6 % (Vorquartal 11,7 %) praktisch unverändert.
| Mio. EUR | 1Q | 2 Q | 1 H | ||||
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| 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | ||
| 01.04.– 30.06.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
Veränderung in % |
|
| Umsatzerlöse | 341,2 | 173,6 | 348,5 | 179,4 | 689,7 | 353,0 | –48,8 |
| EBITDA | 57,3 | 5,7 | 58,4 | 12,7 | 115,7 | 18,4 | –84,1 |
| EBITDA-Marge | 16,8 % | 3,3 % | 16,8 % | 7,1 % | 16,8 % | 5,2 % | |
| EBIT | 49,4 | –2,3 | 50,4 | 4,7 | 99,8 | 2,4 | –97,6 |
| EBIT-Marge | 14,5 % | –1,3 % | 14,5 % | 2,6 % | 14,5 % | 0,7 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
|||||||
| Lehrlinge) | 3.839 | 3.319 | 3.859 | 3.159 | 3.859 | 3.159 | –18,1 |
Division Profilform
Die Geschäftsentwicklung der Division Profilform war im 2. Quartal 2009/10 von einer moderaten Verbesserung der Nachfrage in einigen Abnehmerbranchen gekennzeichnet. Hauptgrund für diese Belebung dürften angekündigte Preiserhöhungen für Warmbreitband und verzinktes Band gewesen sein, die zahlreiche Abnehmer zu höheren Bestellmengen im Geschäftsbereich Profile veranlassten. Ein hoher Anteil dieses Liefervolumens ging in die Auffüllung der in den letzten Quartalen stark reduzierten Läger. Neben diesen – durch erwartete Preiserhöhungen induzierten – Nachfrageimpulsen zeigten vor allem das Segment Solarenergie sowie der Geschäftsbereich Logistikund Lagertechnologie ein zufriedenstellendes Nachfrageniveau. Unverändert schwierig stellte sich hingegen der für die Division wichtige Baubereich dar, der keinerlei Erholungstendenzen zeigte. Sowohl im Bereich Nutz- und Baufahrzeuge als auch bei den Landmaschinen setzte sich die seit Herbst 2008 dramatisch gesunkene Nachfragesituation unverändert fort, und eine Belebung des Geschäftsvolumens zeichnet sich hier bis auf Weiteres auch nicht ab.
Obwohl der Nachfrageeinbruch mit dem 1. Quartal des Geschäftsjahres seinen Tiefpunkt erreicht hat und in einigen Bereichen eine leichte Erholung eingetreten ist, war die Auslastungssituation an allen Produktionsstandorten der Division in den vergangenen sechs Monaten anhaltend unbefriedigend.
Trotz des im 1. Halbjahr 2009/10 im Divisionsvergleich stärksten Umsatzeinbruchs um 48,8 % von 689,7 Mio. EUR auf 353 Mio. EUR konnten durch umfassende Kostensenkungsmaßnahmen, Kurzarbeit und Personalreduktion positive Ergebnisse erzielt werden. So wird für das 1. Halbjahr 2009/10 ein EBITDA von 18,4 Mio. EUR (Vorjahr: 115,7 Mio. EUR) und ein EBIT von 2,4 Mio. EUR (Vorjahr: 99,8 Mio. EUR) ausgewiesen. Die EBITDA-Marge reduzierte sich allerdings gegenüber dem Vorjahr von 16,8 % auf 5,2 %; die EBIT-Marge fiel von 14,5 % auf 0,7 %.
Obwohl sich das konjunkturelle Umfeld nur unwesentlich verbesserte, konnte im 2. Quartal 2009/10 durch konsequentes Krisenmanagement im Vergleich zum 1. Quartal bei nahezu gleichgebliebenem Umsatz das EBITDA mehr als verdoppelt und nach einem leicht negativen operativen Ergebnis in den ersten drei Monaten wieder ein positives EBIT ausgewiesen werden. So erhöhte sich bei einer Umsatzsteigerung um 3,3 % von 173,6 Mio. EUR auf 179,4 Mio. EUR das EBITDA um 122,8 % von 5,7 Mio. EUR auf 12,7 Mio. EUR, das EBIT konnte von –2,3 Mio. EUR auf 4,7 Mio. EUR gesteigert werden. Die EBITDA-Marge lag somit im 2. Quartal 2009/10 bei 7,1 %, die EBIT-Marge bei 2,6 %.
| Mio. EUR | 1Q | 2 Q | 1 H | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | 2008/09 | 2009/10 | ||
| 01.04.– 30.06.2008 |
01.04.– 30.06.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
Veränderung in % |
|
| Umsatzerlöse | 259,2 | 175,4 | 235,7 | 172,5 | 494,9 | 347,9 | –29,7 |
| EBITDA | 30,4 | 13,5 | 24,9 | 13,6 | 55,3 | 27,1 | –51,0 |
| EBITDA-Marge | 11,7 % | 7,7 % | 10,6 % | 7,9 % | 11,2 % | 7,8 % | |
| EBIT | 17,6 | 0,2 | 12,1 | 0,8 | 29,7 | 1,0 | –96,6 |
| EBIT-Marge | 6,8 % | 0,1 % | 5,2 % | 0,5 % | 6,0 % | 0,3 % | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und |
|||||||
| Lehrlinge) | 4.244 | 4.015 | 4.306 | 3.967 | 4.306 | 3.967 | –7,9 |
Division Automotive
Die positiven Impulse aus staatlichen Anreizen zur Ankurbelung des Automobilabsatzes vor allem in den großen Märkten Deutschland, Frankreich und Italien bremsten über die Sommermonate den Abwärtstrend der westeuropäischen Automobilproduktion. Da sich im selben Zeitraum die Entwicklung in Osteuropa jedoch noch weiter verschärft hat, blieb die gesamteuropäische Automobilproduktion im bisherigen Verlauf des Kalenderjahres 2009 nach wie vor um rund ein Viertel unter jener des Vorjahres, wobei die Einbußen im Hauptkundensegment – den Premiumherstellern – sogar überproportional hoch ausfielen.
Aktuell ist zwar eine leichte Verbesserung des Abrufverhaltens der Kunden in nahezu allen Geschäftsbereichen der Division Automotive festzustellen, in Anbetracht des nach Auslaufen der staatlichen Prämien zu erwartenden Rückfalls ist eine nachhaltige Marktstabilisierung aber noch nicht gewährleistet. Der Fokus der aktuellen Bemühungen liegt damit weiterhin auf der konsequenten Fortführung der eingeleiteten Maßnahmen zur bestmöglichen Anpassung der divisionalen Kostenstruktur an die massiv veränderte Auslastungs- und Erlössituation.
Das weiterhin schwierige Marktumfeld spiegelt sich auch in den Umsatzerlösen der Division Automotive im 1. Halbjahr 2009/10 wider, welche mit 347,9 Mio. EUR um 29,7 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres (494,9 Mio. EUR) lagen. Das EBITDA verschlechterte sich um 51 % von 55,3 Mio. EUR auf nunmehr 27,1 Mio. EUR, die EBITDA-Marge sank demnach von 11,2 % auf 7,8 %. Das operative Ergebnis (EBIT) im 1. Halbjahr 2009/10 ist knapp positiv, reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr allerdings um 96,6 % von 29,7 Mio. EUR auf nunmehr 1 Mio. EUR. Daraus ergibt sich eine EBIT-Marge von 0,3 % (Vorjahr: 6,0 %).
Im unmittelbaren Vergleich zum Vorquartal konnten im 2. Quartal 2009/10 Umsatz und Ergebnis nahezu konstant gehalten werden. Die Umsatzerlöse reduzierten sich nur geringfügig um 1,7 % von 175,4 Mio. EUR auf 172,5 Mio. EUR, EBITDA und EBIT konnten marginal von 13,5 Mio. EUR auf 13,6 Mio. EUR und von 0,2 Mio. EUR auf 0,8 Mio. EUR erhöht werden. Die EBITDA- bzw. EBIT-Marge lag damit im 2. Quartal 2009/10 bei 7,9 % bzw. 0,5 %.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit bestehen Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen mit assoziierten Gesellschaften des Konzerns. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.
Es gab keine Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und die die Finanzlage oder das Geschäftsergebnis des Unternehmens während der ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahres wesentlich beeinflusst haben.
Investitionen
Die Investitionen der Gruppe lagen im 1. Halbjahr 2009/10 bei 276,1 Mio. EUR. Der deutliche Rückgang um 40,9 % gegenüber dem Vorjahr (467,2 Mio. EUR) trägt den geänderten konjunkturellen Rahmenbedingungen Rechnung. Der voestalpine-Konzern hat damit im 1. Halbjahr 2009/10 erstmals seit vielen Jahren unter den Abschreibungen investiert. Trotz dieser sehr restriktiven Investitionspolitik ist jedoch festzuhalten, dass jene Vorhaben konsequent weiterverfolgt werden, die dem weiteren Ausbau der Technologie- und Qualitätsführerschaft dienen.
Im Detail stellt sich die Investitionstätigkeit der einzelnen Divisionen im 1. Halbjahr 2009/10 wie folgt dar:
Mit 149,8 Mio. EUR (–16,5 % gegenüber 179,4 Mio. EUR im Vorjahr) entfielen rund 54 % aller konzernalen Investitionen auf die Division Stahl. Schwerpunkt war dabei – wenn auch konjunkturbedingt zeitlich gestreckt – die Umsetzung noch offener Vorhaben des Projekts "L6 – Teil 1". Planmäßig verliefen die Fertigstellung der Haspelanlage an der Breitbandstraße und die Wiederinbetriebnahme eines der beiden kleineren Hochöfen nach einer planmäßigen Großreparatur, sodass bis zur – ebenfalls planmäßigen – Erneuerung des zweiten kleinen Hochofens (ab Anfang Dezember 2009) die volle Roheisenkapazität zur Verfügung steht.
Der Investitionsaufwand der Division Edelstahl betrug im 1. Halbjahr 2009/10 72,2 Mio. EUR. Er war damit 27,9 % niedriger als der Vergleichswert des Vorjahres (100,1 Mio. EUR). Vor allem die zeitliche Streckung der Erweiterungs- und Modernisierungsvorhaben im Bereich der Freiformschmieden bis in das Geschäftsjahr 2011/12 führte zu den stark rückläufigen Investitionsaufwendungen. In Angriff genommen wurde die erste Stufe des neuen Kaltwalzzentrums im Ybbstal (Österreich), die Inbetriebnahme wird ab Mitte 2010 schrittweise erfolgen. Die Entscheidung über die Realisierung der zweiten Ausbaustufe (Errichtung einer neuen Bandstahlfertigung) ist in Abhängigkeit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mittelfristig geplant.
Mit 28,7 Mio. EUR wies die Division Bahnsysteme für das 1. Halbjahr 2009/10 einen gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres (85,7 Mio. EUR) um 66,5 % reduzierten Investitionsaufwand aus. Vor allem der Abschluss von Großprojekten, aber auch die krisenbedingt geänderte Investitionspolitik führten zu dieser markanten Reduzierung. Planmäßig verlaufen sowohl die Errichtung einer dritten Säge- und Bohrlinie in der Schienenadjustage als auch die Investitionen zur Erhöhung der Entgasungskapazität im Stahlwerk am Standort Donawitz.
Mit einer Reduktion um 56 % von 25,7 Mio. EUR auf 11,3 Mio. EUR stellte sich der Investitionsaufwand der Division Profilform im 1. Halbjahr 2009/10 ebenfalls deutlich rückläufig dar, da die Kapazitätserweiterungsinvestitionen der ersten sechs Monate des Vorjahres nur eingeschränkt fortgeführt wurden.
Ähnliches gilt konjunkturbedingt auch für die Division Automotive, deren Investitionsvolumen im 1. Halbjahr 2009/10 mit 11,6 Mio. EUR um 60,4 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres (29,3 Mio. EUR) lag.
Akquisitionen und Devestitionen
Die mit Wirkung vom 1. April 2009 erfolgte Veräußerung der in der Produktion lasergeschweißter Platinen tätigen italienischen Gesellschaft Euroweld S.r.l. (Division Automotive) wurde bereits im Aktionärsbrief zum 1. Quartal 2009/10 dargestellt.
Im Zuge der Restrukturierung der Kunststoffaktivitäten kam es Ende August 2009 zur Schließung des Standortes St. Helens (Großbritannien) der voestalpine-Polynorm-Gruppe, ebenfalls Division Automotive. Darüber hinausgehend wurden im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2009/10 keine Akquisitionen oder Devestitionen getätigt.
Mitarbeiter
Zum 30. September 2009 beschäftigte der voestalpine-Konzern 39.295 (Stamm-) Mitarbeiter (ohne Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (42.325), der den bisherigen Mitarbeiter-Höchststand darstellte, einem Rückgang um 7,2 % oder 3.030 Beschäftigte. Zusätzlich zur Verringerung der Stammbelegschaft wurden konzernweit 1.559 Leasingmitarbeiter abgebaut.
Darüber hinaus befanden sich per 30. September 2009 4.851 Mitarbeiter in Kurzarbeit; gegenüber dem 30. Juni 2009 (11.294 Mitarbeiter) konnten damit bereits 6.443 Mitarbeiter aufgrund einer verbesserten Auftragslage wieder zu ihrer Normalarbeitszeit zurückkehren. Am deutlichsten fiel die Reduktion der in Kurzarbeit befindlichen Mitarbeiter mit 3.765 in der Division Stahl aus.
Unter Berücksichtigung aller gesetzten Maßnahmen im Stamm- und Leasingmitarbeiterbereich wurde der Personaleinsatz im Vergleich zum 30. September 2008 konzernweit um insgesamt rund 14,4 % reduziert, um die Kapazitäten an die geänderten konjunkturellen Rahmenbedingungen anzupassen. Die voestalpine-Gruppe hält zur langfristigen Know-how-Absicherung auch in Krisenzeiten bewusst am bisherigen Umfang der Lehrlingsausbildung fest. Zum 30. September 2009 bildete sie weltweit 1.717 Lehrlinge aus, davon rund ein Drittel an Standorten außerhalb Österreichs. Gegenüber dem Vorjahr (1.801) entspricht dies einem Rückgang von gerade einmal 4,7 %.
Umwelt
Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2009/10 wurden – ungeachtet der Konjunkturkrise – an einer Reihe von Konzernstandorten weitere umweltrelevante Maßnahmen realisiert, mit denen die bereits sehr hohen Standards der voestalpine-Gruppe in den Bereichen Energie- und Rohstoffeffizienz, Senkung der Luft- und Wasseremissionen sowie Abfallvermeidung weiter verbessert werden.
So wurde beispielsweise am Standort Linz (Division Stahl) ein neuer Abwassersammler fertiggestellt, durch den die Wärmebelastung des standorteigenen Donauhafenbeckens reduziert wird. Am Hochofen 6 wurde ein neuartiger Gichtgasverschluss in Betrieb genommen, der eine Reduktion der Staubemissionen um weitere rund 25 Tonnen pro Jahr bewirkt. Durch das Ersetzen der bisherigen Nassentstaubungsanlage durch eine Trockenentstaubung wird weiters im Bereich der Gießerei ein Rückgang der Staubemissionen um über 90 % erreicht.
Im Oktober 2009 nahm die Division Bahnsysteme am Standort Donawitz einen neuen Kraftwerksblock zur noch effizienteren Nutzung der Hüttengase in Betrieb. Bis Ende des Kalenderjahres 2009 wird an diesem Standort darüber hinaus das neue Wasserversorgungs- und -entsorgungskonzept umgesetzt sein, dessen Investitionsumfang sich auf rund 60 Mio. EUR beläuft.
Forschung und Entwicklung
Der voestalpine-Konzern hat in den letzten Monaten ausgehend von den globalen Megatrends in den Bereichen Technologie, Umwelt und Gesellschaft die daraus für ihn strategiebestimmenden langfristigen Entwicklungen ermittelt. Damit ist auch der Rahmen für die Forschungs- & Entwicklungstätigkeit bis 2020 vorgegeben. Die entsprechenden Detailausarbeitungen einschließlich Zeitschiene und Prioritätensetzungen werden im Verlauf des Jahres 2010 erfolgen.
Dem gerade im Forschungsbereich wichtigen Aspekt des Wissensaustausches wurde auch heuer wieder mit der zum dritten Mal abgehaltenen konzernweiten Forschertagung "Synergieplattform" Rechnung getragen. Gemäß den langfristigen Forschungsprioritäten standen auch hier die Themenbereiche Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.
Die wichtigsten Produkt- und Prozessentwicklungen, die im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres realisiert wurden, betrafen zum einen in der Division Stahl ein Messsystem zur zerstörungsfreien Bestimmung von Feinblecheigenschaften, das in der Feuerverzinkungsanlage 1 auch großtechnisch bereits implementiert wurde. Ebenfalls im Rahmen der Division Stahl hat die voestalpine Anarbeitung GmbH unter der Miteinbeziehung von "alphas" eine neue, patentierte Technologie entwickelt, welche die Fertigung von leichten und sicheren, dabei aber komplexen und dennoch kosteneffizienten Bauteilen aus hoch- und höchstfestem Warmband ermöglicht. Derzeit werden auf Basis dieser Technologie bereits etwa Sicherheitsbauteile für die Nutzfahrzeugindustrie hergestellt.
Im Rahmen der Böhler Schweißtechnik (Division Edelstahl) wurde im Zuge des Konzernprojekts "Welding of High Strength Steels" ein neues Inline-Laserschweißverfahren entwickelt und in den Fülldrahtherstellungsprozess integriert.
Risikodarstellung gemäß § 87 (4) Börsegesetz
In Bezug auf die Risiken und Ungewissheiten des Konzerns in den verbleibenden sechs Monaten des Geschäftsjahres ist festzuhalten, dass die voestalpine-Gruppe – wie jedes in der freien Marktwirtschaft agierende Unternehmen – positiven und negativen Konjunkturschwankungen und ihren entsprechenden Auswirkungen vor allem bezüglich Preis und Auslastung auf die Unternehmenstätigkeit ausgesetzt ist. Spezifische Risiken ergeben sich – auch aufgrund der globalen Aufstellung – im Bereich der Entwicklung von Wechselkursen (insbesondere EUR zu USD) und Rohstoffpreisen, wobei in beiden Segmenten in breitem Umfang Sicherungsinstrumente zur Anwendung gelangen.
Im Hinblick auf die anhaltende Enge der Finanzmärkte kommt der Aufrechterhaltung des finanziellen Handlungsspielraums derzeit besondere Priorität zu. Dabei stellt sich die Cashflow- bzw. Liquiditätsentwicklung des Konzerns so dar, dass trotz des Konjunktureinbruchs über ein Bündel an Maßnahmen eine weitgehend stabile Relation zwischen Eigenmitteln und Nettofinanzverschuldung gegeben ist. Mit der Anfang November erfolgten Zuzählung eines zu 70 % staatsgarantierten Kredits von 428 Mio. EUR verfügt das Unternehmen derzeit über eine Gesamtliquidität von über 1,5 Mrd. EUR, welche ausreichen würde, schon heute sämtliche Kreditverpflichtungen (Rückzahlungen und Zinsen) bis zum Geschäftsjahr 2011/12 abzudecken.
Zu den aktuellen Diskussionen im Zusammenhang mit geplanten Klimaschutzmaßnahmen in Nachfolge des 2012 auslaufenden "Kyoto-Vertrages" ist festzuhalten, dass die voestalpine-Gruppe bis einschließlich 2012 keinen Zusatzbedarf an "CO2-Zertifikaten" mehr hat, da sie sich neben den Freizertifikaten bereits frühzeitig mit der erforderlichen Menge an zuzukaufenden Zertifikaten eingedeckt hat. Im Zeitraum 2013 bis 2020 zeichnet sich in Europa für die Stahlindustrie als "carbon leakage"-Sektor grundsätzlich die Zuteilung von Gratiszertifikaten ab, allerdings in Verbindung mit einem "Benchmark-System", das heißt, nur jene Unternehmen, welche nachweislich in Bezug auf Umweltschutzmaßnahmen eine führende Position einnehmen, können von einer weitgehenden Freistellung vom Zertifikatszukauf ausgehen. Da die Stahlaktivitäten des voestalpine-Konzerns anerkanntermaßen zu den umwelteffizientesten in der Branche gehören, sollte das Risiko aus künftigen Klimaschutzmaßnahmen bis auf Weiteres überschaubar bleiben. Konkretere Aussagen werden frühestens nach der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 möglich sein.
Ausblick
Wie bereits im Rahmen der Erörterung des aktuellen wirtschaftlichen Umfeldes am Beginn dieses Aktionärsbriefes dargestellt, sollte zwar der Tiefpunkt des Einbruchs überwunden sein, dennoch ist der weitere Konjunkturverlauf nach wie vor nur schwer abschätzbar. Aufgrund aller vorliegenden Indikationen ist eine Erholung auf breiter Front auszuschließen. Es muss vielmehr von einer je nach Wirtschafts- und Industriebereich sehr differenzierten Entwicklung ausgegangen werden. Während sich die Lagersituation noch weitgehend einheitlich über alle Branchen insoferne günstig darstellt, als es in den letzten Monaten zu keinem markanten Lageraufbau gekommen ist, zeichnen sich in Bezug auf Nachfrage und Preise erhebliche Unterschiede ab: Ist in der Automobil- und Automobilzulieferindustrie von einer leichten Nachfragebelebung bei gleichzeitig stark umkämpften Preisen auszugehen, dürfte sich die Bau- und Bauzulieferindustrie bis auf Weiteres (abgesehen
von saisonalen Schwankungen) in den nächsten Monaten sowohl vom Bedarf als auch den Preisen her eher stabil, regional jedoch weiterhin auf sehr unterschiedlichem Niveau darstellen. Im Bereich der Eisenbahninfrastruktur sollte die Nachfrage mit Ausnahme Nordamerikas und Osteuropas überwiegend stabil verlaufen, allerdings ist dort mit einer weiteren Verstärkung des Preisdrucks zu rechnen. Im Bereich der konventionellen Energieförderung und -erzeugung (Öl, Gas etc.) zeichnet sich in den nächsten Monaten weder auf der Bedarfsnoch der Preisseite eine Entspannung ab, wogegen der Boom bei den Alternativenergien (Wind, Sonne etc.) weitgehend ungebrochen scheint. Auf sehr niedrigem Niveau stabilisiert hat sich die Entwicklung in den Segmenten Maschinenbau und Nutzfahrzeugindustrie, ein echter Erholungsprozess ist dort derzeit nicht absehbar. In den vergangenen Monaten am stärksten rückläufig stellte sich die Nachfrage in der Luftfahrtindustrie dar, eine kurzfristige Trendumkehr ist auszuschließen.
Auf Basis dieser immer noch äußerst herausfordernden Konjunktursituation in den wichtigsten Abnehmerbranchen ist unter Berücksichtigung von negativen saisonalen Effekten – insbesondere durch umfangreiche Weihnachtsstillstände bei vielen Kunden – für das 3. Quartal des Geschäftsjahres von einer ähnlichen Ergebnisentwicklung wie im 2. Quartal auszugehen. Im Einzelnen sollten sich die Divisionen Stahl und Automotive weitgehend stabil entwickeln, für die Divisionen Edelstahl und Profilform zeichnet sich eine erste – leichte – Verbesserung ab, und in der Division Bahnsysteme muss saisonal und wettbewerbsbedingt mit einem gewissen Mengen- und Ergebnisdruck gerechnet werden (allerdings auf nach wie vor gutem Niveau).
Für das Geschäftsjahr 2009/10 ist aus heutiger Sicht ein deutlich positives operatives Ergebnis (EBIT) zu erwarten. Gleichzeitig sollte auch ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) erreichbar sein.
Investor Relations
voestalpine AG im Vergleich zu internationalen Indizes
Kursverlauf der voestalpine-Aktie
Die nach einem massiven, krisenbedingten Kurseinbruch im letzten Jahr mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres einsetzende Aufwärtsbewegung der Aktie hielt auch im 2. Quartal 2009/10 an, sodass sich für den Zeitraum vom 31. März bis 30. September 2009 ein Kursanstieg von 9,85 EUR auf 24,39 EUR bzw. 148 % ergibt. Dies entspricht jenem Niveau, auf dem sich die voestalpine-Aktie zuletzt im März 2006 bewegt hat, und ist nach wie vor weit vom bisherigen Höchstkurs von 66,11 EUR (Juli 2007) entfernt.
Übertragung eigener Aktien
Die voestalpine AG hat im Laufe des 1. Halbjahres 2009/10 keine eigenen Aktien gekauft. Es wurden jedoch im 2. Quartal 234.451 Stück an die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung übertragen, sodass sich der Bestand an eigenen Aktien per 30. September 2009 gegenüber dem Ende des letzten Geschäftsjahres auf 660.875 reduziert hat.
Anleihen
Wandelschuldverschreibung 2005
Im Rahmen der von der voestalpine AG im Juli 2005 begebenen Wandelschuldverschreibungen wurde in den ersten beiden Quartalen 2009/10 keine Wandlung in Aktien vorgenommen. Damit sind per 30. September 2009 unverändert 8,6 % der Wandelschuldverschreibungen ausstehend.
Hybridanleihe (2007–2014)
Die im Oktober 2007 von der voestalpine AG begebene Hybridanleihe konnte sich nach den Abwärtsbewegungen gegen Ende des Geschäftsjahres 2008/09 deutlich erholen und stieg in den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres um 18,0 % auf einen Kurs von 90,88 (% des Face Value).
Unternehmensanleihe (2009–2013)
Die unter schwierigsten Marktbedingungen im März 2009 von der voestalpine AG sehr erfolgreich begebene Unternehmensanleihe entwickelte sich auch im 1. Halbjahr 2009/10 weiter positiv. Zur Kurssteigerung per Ende März 2009 auf 104 (% des Face Value) konnte ein weiterer Zuwachs um 5,71 Prozentpunkte verzeichnet werden. Per 30. September 2009 stand die Anleihe damit bei einem Kurs von 109,71 (% des Face Value).
Eigentümerstruktur
Gegenüber den im Aktionärsbrief zum 1. Quartal 2009/10 (indikativ) dargestellten Beteiligungsverhältnissen traten im 2. Quartal des Geschäftsjahres keine gravierenden Änderungen ein; es wird daher auf die Darstellung der Eigentümerstruktur im Aktionärsbrief zum 30. Juni 2009 verwiesen.
Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Instituten erstellt:
Berenberg, Hamburg BHF-BANK, Frankfurt Cheuvreux, Wien/Paris Citigroup, London Credit Suisse, London Deutsche Bank, Frankfurt/London Erste Bank, Wien Exane BNP Paribas, Paris Goldman Sachs, London HSBC, London JP Morgan, London Merrill Lynch, London Morgan Stanley, London Nomura, London Nord LB, Hannover Raiffeisen Centrobank, Wien Sal. Oppenheim, Frankfurt Steubing AG, Frankfurt UBS, London UniCredit, Wien
Informationen zur Aktie
| Aktiennominale | 305.042.462,76 EUR, zerlegt in 167.899.032 Stückaktien |
|---|---|
| Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 30. September 2009: 660.875 Stk. |
|
| Aktiengattung | Stammaktien lautend auf Inhaber |
| Wertpapierkennnummer | 93750 (Börse Wien) |
| ISIN | AT0000937503 |
| Reuters | VOES.VI |
| Bloomberg | VOE AV |
| Kurse (jeweils zum Tagesende) | |
| Börsenhöchstkurs April 2009 bis September 2009 | 24,39 EUR |
| Börsentiefstkurs April 2009 bis September 2009 | 10,23 EUR |
| Kurs zum 30. September 2009 | 24,39 EUR |
| Ausgabekurs IPO Oktober 1995 | 5,18 EUR |
| All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) | 66,11 EUR |
| Börsenkapitalisierung zum 30. September 2009* | 4.078.938.649,2 EUR |
| * Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien. | |
| Geschäftsjahr 2008/09 | |
| Gewinn/Aktie | 3,41 EUR |
| Dividende/Aktie | 1,05 EUR |
| Buchwert/Aktie | 25,06 EUR |
| Terminvorschau 2009/10 | |
| Aktionärsbrief zum Verlauf des 3. Quartals 2009/10 | 25. Februar 2010 |
| Geschäftsbericht 2009/10 | 1. Juni 2010 |
| Hauptversammlung | 7. Juli 2010 |
| Ex-Dividenden-Tag | 12. Juli 2010 |
Dividenden-Zahltag 19. Juli 2010
voestalpine AG Finanzdaten zum 30.09.2009
Nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
Konzernbilanz
Aktiva
| 31.03.2009 | 30.09.2009 | |
|---|---|---|
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| Sachanlagen | 4.378,3 | 4.429,9 |
| Firmenwert | 1.420,9 | 1.419,1 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 596,7 | 530,0 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 129,1 | 115,5 |
| Andere Finanzanlagen | 141,5 | 144,7 |
| Latente Steuern | 409,0 | 446,9 |
| 7.075,5 | 7.086,1 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 2.909,7 | 2.321,2 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 1.785,5 | 1.475,6 |
| Andere Finanzanlagen | 218,0 | 232,8 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 857,8 | 567,2 |
| 5.771,0 | 4.596,8 | |
| Summe Aktiva | 12.846,5 | 11.682,9 |
| Mio. EUR |
Passiva
| 31.03.2009 | 30.09.2009 | |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 305,0 | 305,0 |
| Kapitalrücklagen | 402,1 | 394,1 |
| Hybridkapital | 992,1 | 992,1 |
| Gewinnrücklagen und andere Rücklagen | 2.486,7 | 2.236,5 |
| Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 4.185,9 | 3.927,7 |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | 76,6 | 74,0 |
| 4.262,5 | 4.001,7 | |
| B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | ||
| Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen | 854,6 | 846,4 |
| Rückstellungen | 58,2 | 62,0 |
| Latente Steuern | 312,1 | 288,3 |
| Finanzverbindlichkeiten | 3.500,5 | 3.121,1 |
| 4.725,4 | 4.317,8 | |
| C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | ||
| Rückstellungen | 396,7 | 354,3 |
| Steuerschulden | 117,5 | 66,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.445,0 | 1.363,4 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
1.899,4 | 1.579,1 |
| 3.858,6 | 3.363,4 | |
| Summe Passiva | 12.846,5 | 11.682,9 |
| Mio. EUR |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| 01.04.–30.09.2008 | 01.04.–30.09.2009 | |
|---|---|---|
| Betriebstätigkeit | ||
| Ergebnis nach Steuern | 518,8 | –19,9 |
| Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 310,1 | 243,9 |
| Veränderungen des Working Capital | –338,4 | 487,9 |
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 490,5 | 711,9 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –460,0 | –341,2 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 318,8 | –667,2 |
| Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
349,3 | –296,5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang | 331,9 | 857,7 |
| Veränderungen von Währungsdifferenzen | –21,9 | 6,0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende | 659,3 | 567,2 |
| Mio. EUR |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 01.04.– 30.09.2008 |
01.04.– 30.09.2009 |
01.07.– 30.09.2008 |
01.07.– 30.09.2009 |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 6.486,2 | 4.141,2 | 3.231,2 | 2.067,6 |
| Umsatzkosten | –4.857,5 | –3.436,8 | –2.381,5 | –1.672,2 |
| Bruttoergebnis | 1.628,7 | 704,4 | 849,7 | 395,4 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 175,0 | 177,4 | 96,1 | 93,0 |
| Vertriebskosten | –524,3 | –425,1 | –258,7 | –211,5 |
| Verwaltungskosten | –289,7 | –238,1 | –146,7 | –119,4 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –204,1 | –172,2 | –112,6 | –87,1 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 785,6 | 46,4 | 427,8 | 70,4 |
| Ergebnisse von assoziierten Unternehmen | 19,9 | 6,6 | 13,3 | 4,6 |
| Finanzerträge | 37,8 | 57,8 | 18,3 | 17,1 |
| Finanzaufwendungen | –184,4 | –149,2 | –103,3 | –62,8 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 658,9 | –38,4 | 356,1 | 29,3 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –136,8 | 21,2 | –75,2 | –0,2 |
| Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche | 522,1 | –17,2 | 280,9 | 29,1 |
| Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs | –3,3 | –2,7 | –2,4 | –0,8 |
| Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) | 518,8 | –19,9 | 278,5 | 28,3 |
| x Zuzurechnen den: |
||||
| Anteilseignern des Mutterunternehmens | 475,1 | –58,9 | 257,6 | 8,4 |
| Minderheitsgesellschaftern | 8,1 | 3,0 | 3,1 | 1,9 |
| Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer | 35,6 | 36,0 | 17,8 | 18,0 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 2,94 | –0,35 | ||
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 2,92 | –0,35 |
Mio. EUR
Gesamtergebnisrechnung
| 01.04.–30.09.2008 | 01.04.–30.09.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzern | Minderheiten | Gesamt | Konzern | Minderheiten | Gesamt | |
| Ergebnis nach Steuern | 511,1 | 7,7 | 518,8 | –22,4 | 2,5 | –19,9 |
| Sonstiges Ergebnis | ||||||
| Hedge Accounting | 43,4 | – | 43,4 | –20,4 | – | –20,4 |
| Latente Steuerung auf Hedge Accounting |
–4,7 | – | –4,7 | 4,4 | – | 4,4 |
| Währungsumrechnung | 16,4 | 1,7 | 18,1 | 26,1 | 1,6 | 27,7 |
| Zwischensumme | 55,1 | 1,7 | 56,8 | 10,1 | 1,6 | 11,7 |
| Gesamtergebnis | 566,2 | 9,4 | 575,6 | –12,3 | 4,1 | –8,2 |
| Mio. EUR |
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
| 1 H 2008/09 | 1 H 2009/10 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzern | Minderheiten | Gesamt | Konzern | Minderheiten | Gesamt | |
| Eigenkapital zum 01.04. | 4.035,4 | 253,9 | 4.289,3 | 4.185,9 | 76,6 | 4.262,5 |
| Gesamtergebnis | 566,2 | 9,4 | 575,6 | –12,3 | 4,1 | –8,2 |
| Dividendenausschüttung | –341,5 | –3,7 | –345,2 | –175,9 | –7,3 | –183,2 |
| Rückkauf/Verkauf von eigenen Aktien |
85,3 | – | 85,3 | 4,1 | – | 4,1 |
| Zukauf Minderheitenanteile | –159,3 | –176,3 | –335,6 | – | – | – |
| Dividendenausschüttung an Hybridkapitalbesitzer |
–65,2 | – | –65,2 | –65,2 | – | –65,2 |
| Stock Options | 3,0 | – | 3,0 | – | – | – |
| Sonstige Veränderungen | 15,3 | –10,9 | 4,4 | –8,9 | 0,6 | –8,3 |
| Eigenkapital zum 30.09. | 4.139,2 | 72,4 | 4.211,6 | 3.927,7 | 74,0 | 4.001,7 |
| Mio. EUR |
Erläuternde Anhangangaben
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. September 2009 für das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 der voestalpine AG wurde nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), insbesondere des IAS 34 – Interim Financial Reporting, erstellt. Die für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2008/09 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden mit zwei Ausnahmen unverändert fortgeführt. Die überarbeitete Fassung des IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" sowie des IFRS 8 "Geschäftssegmente" werden neu angewendet. Für Fragen zu den verwendeten Aufstellungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. März 2009 verwiesen, welcher die Basis für diesen Zwischenabschluss darstellt.
Der Konzernzwischenabschluss ist in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Die vergleichenden Angaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (Stichtag: 30. September 2008).
Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Abschlussprüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Wirtschaftsprüfer unterzogen.
Konsolidierungskreis/ Unternehmenserwerbe
Am Ende des Geschäftsjahres 2008/09 wurde die bisher at-equity konsolidierte Gesellschaft Rene Prinsen Spoorwegmaterialen B.V. mehrheitlich erworben. Diese Gesellschaft wird ab 1. April 2009 vollkonsolidiert.
Die voestalpine Euroweld S.r.l. wurde im 1. Geschäftsquartal 2009/10 an den bisherigen Minderheitseigentümer Stola S.p.A. verkauft und schied deshalb aus dem Konsolidierungskreis aus.
Der Konsolidierungskreis hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
| Voll- konsolidierung |
Quoten- konsolidierung |
Equity- Methode |
|
|---|---|---|---|
| Stand am 01.04.2009 | 320 | 2 | 15 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | |||
| Änderung der Konsolidierungsmethode | |||
| Zugänge | 2 | ||
| Abgänge | –1 | ||
| Umgründungen | –3 | ||
| Abgänge oder Veräußerung | –1 | ||
| Stand am 30.09.2009 | 318 | 2 | 14 |
| davon ausländische Gesellschaften | 259 | 0 | 5 |
Erläuterung der Bilanz
Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 haben die Abschreibungen in Höhe von 322,7 Mio. EUR die Investitionen in Höhe von 276,1 Mio. EUR überschritten. Aufgrund von positiven Wechselkurseffekten blieb das langfristige Vermögen im Wesentlichen unverändert. Der Vorrätebestand sank gegenüber dem 31. März 2009 überwiegend mengenbedingt um 588,5 Mio. EUR.
Das Grundkapital der voestalpine AG betrug zum 30. September 2009 305.042.462,76 EUR (167.899.032 Stück Aktien). Zum Stichtag hielt die Gesellschaft 660.875 Stück eigene Aktien. Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 wurden 234.451 Stück eigene Aktien verkauft.
Die voestalpine AG hat am 16. Oktober 2007 eine gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangige unbefristete Anleihe im Umfang von 1 Mrd. EUR mit einem Kupon von 7,125 % begeben, welcher bei Entfall der Dividende auch ausgesetzt werden kann. Nach sieben Jahren Laufzeit hat die voestalpine AG, nicht aber die Gläubiger, erstmalig die Möglichkeit zur Tilgung der Anleihe oder der Fortsetzung zu einem höheren, aber variablen Zinssatz. Diese Hybridanleihe wird gem. IAS 32 als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen.
Das Eigenkapital beträgt am Ende der Berichtsperiode 4.001,7 Mio. EUR. In der Hauptversammlung am 1. Juli 2009 wurde für das Geschäftsjahr 2008/09 eine Dividende in Höhe von 1,05 EUR je Aktie beschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr wurde daher von der voestalpine AG eine Dividende in Höhe von 175,5 Mio. EUR an Anteilseigner ausgeschüttet. Zinsen für das Hybridkapital in Höhe von 65,2 Mio. EUR wurden zusätzlich als Dividende verbucht.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich von 850,0 Mio. EUR auf 765,7 Mio. EUR vermindert.
Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung
Der Umsatz vom 1. April bis 30. September 2009 in Höhe von 4.141,2 Mio. EUR sank gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres (6.486,2 Mio. EUR) um 36,2 %. Der Betriebserfolg (EBIT) belief sich im selben Zeitraum kumuliert auf 46,4 Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 785,6 Mio. EUR. Bezogen auf das 2. Quartal wurde ein EBIT in Höhe von 70,4 Mio. EUR erzielt, 83,5 % weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres (427,9 Mio. EUR). Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges sowie Steuern ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von –19,9 Mio. EUR gegenüber 518,8 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:
| 01.04.–30.09.2008 | 01.04.–30.09.2009 | |
|---|---|---|
| Anteilseigner des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis |
475,1 | –58,9 |
| Anteilseigner des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen |
478,4 | –56,2 |
| Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien (Mio.) |
161,6 | 167,1 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 2,94 | –0,35 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche (EUR) |
2,96 | –0,34 |
Das verwässerte Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:
| 01.04.–30.09.2008 | 01.04.–30.09.2009 | |
|---|---|---|
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 2,92 | –0,35 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche (EUR) |
2,94 | –0,33 |
Segmentberichterstattung
Die (verkürzte) Segmentberichterstattung des voestalpine-Konzerns stellt sich wie folgt dar:
1. Halbjahr 2009/10
| Division Stahl 01.04.–30.09.2009 |
Division Edelstahl 01.04.–30.09.2009 |
Division Bahnsysteme 01.04.–30.09.2009 |
||
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 1.513,4 | 1.131,5 | 969,5 | |
| EBITDA | 134,5 | 38,5 | 165,7 | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 29,2 | –80,8 | 113,0 | |
| Capital Employed | 2.315,9 | 3.662,8 | 1.202,2 | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) |
9.618 | 13.884 | 8.023 | |
1. Halbjahr 2008/09
| Division Stahl 01.04.–30.09.2008 |
Division Edelstahl 01.04.–30.09.2008 |
Division Bahnsysteme 01.04.–30.09.2008 |
||
|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 2.368,6 | 1.994,4 | 1.264,6 | |
| EBITDA | 505,7 | 274,7 | 226,1 | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 399,6 | 112,3 | 181,7 | |
| Capital Employed | 2.458,4 | 4.046,0 | 1.215,6 | |
| Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) |
9.937 | 15.487 | 8.068 |
| Summe Konzern 01.04.–30.09.2009 |
Konsolidierung 01.04.–30.09.2009 |
Sonstige 01.04.–30.09.2009 |
Division Automotive 01.04.–30.09.2009 |
Division Profilform 01.04.–30.09.2009 |
|---|---|---|---|---|
| 4.141,2 | –217,0 | 42,9 | 347,9 | 353,0 |
| 369,1 | 37,9 | –53,0 | 27,1 | 18,4 |
| 46,4 | 38,1 | –56,5 | 1,0 | 2,4 |
| 8.192,3 | –5,5 | –20,0 | 649,0 | 387,9 |
| 39.295 | 0 | 644 | 3.967 | 3.159 |
| Mio. EUR |
| Summe Konzern 01.04.–30.09.2008 |
Konsolidierung 01.04.–30.09.2008 |
Sonstige 01.04.–30.09.2008 |
Division Automotive 01.04.–30.09.2008 |
Division Profilform 01.04.–30.09.2008 |
|---|---|---|---|---|
| 6.486,2 | –376,0 | 50,0 | 494,9 | 689,7 |
| 1.143,4 | –0,4 | –33,7 | 55,3 | 115,7 |
| 785,6 | –0,4 | –37,1 | 29,7 | 99,8 |
| 8.701,5 | –7,4 | –277,0 | 758,6 | 507,3 |
| 42.325 | 0 | 668 | 4.306 | 3.859 |
| Mio. EUR |
Erläuterung der Kapitalflussrechnung
Bedingt durch die Veränderung der konjunkturellen Situation sank der Cashflow aus dem Ergebnis von 828,9 Mio. EUR um 73,0 % auf 224,0 Mio. EUR. Der deutliche Rückgang des Working Capital führte in weiterer Folge zu einem Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von 711,9 Mio. EUR – gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (490,5 Mio. EUR) bedeutet dies einen Anstieg von 45,1 %. Nach Abzug des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 341,2 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –667,2 Mio. EUR (im Wesentlichen Kredittilgungen und Dividende) ergibt sich eine Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vor Währungsdifferenzen) von –296,5 Mio. EUR.
Erklärung gemäß § 87 (1) Börsegesetz
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.
Linz, 13. November 2009
Der Vorstand
Wolfgang Eder
Franz Hirschmanner Josef Mülner
Robert Ottel Claus J. Raidl
Wolfgang Spreitzer
Impressum
Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1, 4020 Linz Herausgeber und Redaktion: voestalpine AG, Konzernkommunikation, Gerhard Kürner T. +43/50304/15-2090, F. +43/50304/55-8981, [email protected], www.voestalpine.com Gestaltung, Realisierung: Living Office Kommunikationsberatung GmbH, St. Pölten
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