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voestalpine AG Annual Report 2021

Jun 9, 2021

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JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

www.voestalpine.com

ENTWICKLUNG DER KENNZAHLEN

Mio. EUR 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse 11.294,5 12.897,8 13.560,7 12.717,2 11.266,6
EBITDA 1.540,7 1.954,1 1.564,6 1.181,5 1.134,5
Abschreibungen 717,4 774,1 785,2 1.270,5 1.019,3
EBIT 823,3 1.180,0 779,4 –89,0 115,2
Ergebnis vor Steuern 699,9 1.042,5 645,7 –230,3 10,8
Ergebnis nach Steuern¹ 527,0 825,4 458,6 –216,5 31,7
Bilanz
Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen 1.011,4 895,2 1.011,8 776,7 612,1
Eigenkapital 6.060,3 6.554,3 6.709,8 5.614,9 5.649,9
Nettofinanzverschuldung 3.221,1 2.995,1 3.125,4 3.775,0 2.742,8
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 53,2 % 45,7 % 46,6 % 67,2 % 48,5 %
Finanzkennzahlen
EBITDA-Marge 13,6 % 15,2 % 11,5 % 9,3 % 10,1 %
EBIT-Marge 7,3 % 9,1 % 5,7 % –0,7 % 1,0 %
Return on Capital Employed (ROCE) 8,1 % 11,1 % 7,0 % –0,8 % 1,1 %
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 1.150,4 1.195,1 1.166,6 1.304,0 1.633,5
Aktienkennzahlen
Aktienkurs Ende Geschäftsjahr (EUR) 36,90 42,57 27,07 18,54 35,33
Dividende je Aktie (EUR) 1,10 1,40 1,10 0,20 0,50²
Börsenkapitalisierung Ende Geschäftsjahr 6.506,2 7.506,0 4.832,6 3.308,9 6.307,1
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.03. 176.320.566 176.320.566 178.520.566 178.520.566 178.520.616
Ergebnis je Aktie (EUR) 2,84 4,40 2,31 –1,24 0,24
Personal
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) Ende Geschäftsjahr 49.703 51.621 51.907 49.682 48.654

¹ Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
² Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.

HIGHLIGHTS 2020/21

  • Geschäftsjahr 2020/21 von COVID-19-Pandemie beherrscht.
  • Breiter Wirtschaftseinbruch zu Beginn des Geschäftsjahres insbesondere in Europa und Nordamerika im Zuge der Ausbreitung der Pandemie.
  • Schnelle Reaktion auf der Kapazitätsseite sowie rasche Implementierung von Effizienzsteigerungsprogrammen sicherte positives Ergebnis nach Steuern.
  • Teils unerwartet schnelle und starke wirtschaftliche Erholung im Verlauf des 2. Halbjahres 2020/21.
  • Umsatzerlöse verringerten sich im Geschäftsjahr 2020/21 im Jahresvergleich um 11,4 % auf 11.266,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12.717,2 Mio. EUR).
  • Operatives Ergebnis (EBITDA) lediglich um 4,0 % auf 1.134,5 Mio. EUR gesunken. Vorjahreswert von 1.181,5 Mio. EUR enthält negative Sondereffekte in Höhe von 83 Mio. EUR.
  • Sonderabschreibungen in Höhe von 197 Mio. EUR belasten das EBIT im Geschäftsjahr 2020/21. Auch im vorangegangenen Geschäftsjahr 2019/20 mussten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 402 Mio. EUR EBIT-wirksam vorgenommen werden.
  • Betriebsergebnis (EBIT) mit 115,2 Mio. EUR trotz Sonderabschreibungen positiv (Vorjahr: –89,0 Mio. EUR).
  • Ergebnis vor Steuern: 10,8 Mio. EUR (Vorjahr: –230,3 Mio. EUR).
  • Ergebnis nach Steuern: 31,7 Mio. EUR (Vorjahr: –216,5 Mio. EUR).
  • Eigenkapital mit 5.649,9 Mio. EUR im Jahresvergleich stabil (Vorjahr: 5.614,9 Mio. EUR).
  • Nettofinanzverschuldung aufgrund hervorragender Cashflow-Entwicklung im Geschäftsjahr 2020/21 um über 1 Mrd. EUR auf 2.742,8 Mio. EUR abgebaut (Vorjahreswert: 3.775,0 Mio. EUR).
  • Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung gemessen am Eigenkapital) mit 48,5 % gegenüber dem Vorjahr (67,2 %) signifikant verbessert.
  • Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung: 0,50 EUR je Aktie.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

INHALTSVERZEICHNIS

UNTERNEHMEN

  • Highlights
  • voestalpine – weltweite Präsenz
  • voestalpine – Konzern im Überblick
  • Steel Division
  • High Performance Metals Division
  • Metal Engineering Division
  • Metal Forming Division
  • Investitionen
  • Mitarbeiter
  • Rohstoffe
  • Forschung und Entwicklung
  • Umwelt
  • Bericht über die Risiken des Unternehmens
  • Bestand an eigenen Aktien
  • Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
  • Ausblick

KONZERNLAGEBERICHT

  • Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
  • Bericht über die finanziellen Leistungsindikatoren des voestalpine-Konzerns
  • Aufsichtsrat der voestalpine AG
  • Vorstand der voestalpine AG
  • Brief des Vorstandes
  • Investor Relations
  • Konsolidierter Corporate Governance-Bericht 2020/21
  • Compliance

KONZERNABSCHLUSS

  • Bericht des Aufsichtsrates
  • Lagebericht
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Kapitalflussrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Bestätigungsvermerk
  • Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018

SERVICE

  • Glossar
  • Kontakt, Impressum
  • Konzernabschluss
  • Bilanz zum 31.03.2021
  • Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2020 bis 31.03.2021
  • Anlagenspiegel zum 31.03.2021
  • Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2020/21
  • Anhang zum Konzernabschluss
  • Bestätigungsvermerk
  • Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
  • Beteiligungen

Aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit wurde von einer geschlechtsbezogenen Schreibweise der natürlichen Personen betreffenden Bezeichnungen Abstand genommen. Sämtliche in diesem Geschäftsbericht angeführte Mengenangaben in Tonnen beziehen sich auf metrische Tonnen (1.000 kg).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

voestalpine WELTWEITE PRÄSENZ

Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Öl- und Gasindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und arbeitet intensiv an Technologien zur Dekarbonisierung und langfristigen Reduktion ihrer CO₂-Emissionen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

voestalpine-KONZERN IM ÜBERBLICK

Der voestalpine-Konzern ist in vier Divisionen gegliedert, die mit ihren Produktportfolios jeweils zu den führenden Anbietern in Europa oder weltweit gehören.# STEEL DIVISION

WELTWEITE QUALITÄTSFÜHRERSCHAFT bei höchstwertigem Stahlband und führende Position bei anspruchsvollsten Energieanwendungen von Grobblech und Gießereiprodukten.

36% DES KONZERNUMSATZES

Mio. EUR
Umsatzerlöse 4.216,7
EBIT 9,2
EBIT-Marge 0,2 %
Beschätftigte (Vollzeitäquivalent) 10.461

Die Steel Division setzt in der Stahlerzeugung seit Jahren Umweltbenchmarks und arbeitet gleichzeitig an wasserstoffbasierten zukünftigen Optionen zur Verwirklichung einer CO2-neutralen Stahlproduktion. Mit ihren qualitativ hochwertigen Stahlbändern ist die Steel Division erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer weltweit. Darüber hinaus ist sie einer der wichtigsten Partner der europäischen Hausgeräte- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen unter schwierigsten Bedingungen, wobei neben dem Öl- und Gassegment auch die Gewinnung erneuerbarer Energie mit maßgeschneiderten Lösungen unterstützt wird.

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

WELTWEITE FÜHRERSCHAFT im Werkzeugstahl, führende Position bei Schnellarbeitsstahl, Luftfahrtwerkstoffen, Spezialschmiedeteilen und Pulvertechnologie. Innovationsführer im Bereich Additive Manufacturing.

19% DES KONZERNUMSATZES

Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.299,8
EBIT 48,8
EBIT-Marge 2,1 %
Beschätftigte (Vollzeitäquivalent) 12.586

Die High Performance Metals Division ist global führender Hersteller von metallischen Hochleistungswerkstoffen. Das einzigartige Produktportfolio wird im weltweiten Servicenetzwerk durch Bauteilfertigung, Wärmebehandlung, Coating und Additive Fertigung erweitert. Abnehmer dieser Produkte sind die Zulieferindustrie für die Automobil- und Konsumgüterbranche, Sondermaschinenbau, die Öl- und Gasindustrie sowie die Luftfahrtindustrie, in welcher die Division mit Schmiedeteilen eine führende Position einnimmt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 8

METAL ENGINEERING DIVISION

WELTWEITE FÜHRERSCHAFT bei Systemlösungen für die Bahninfrastruktur, globaler Anbieter von Schweißkomplettlösungen, europäischer Technologieführer für Premiumdrähte und bevorzugter Anbieter von Hightech-Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie sowie für industrielle Anwendungen.

23% DES KONZERNUMSATZES

Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.667,3
EBIT 16,3
EBIT-Marge 0,6 %
Beschätftigte (Vollzeitäquivalent) 13.145

Die Metal Engineering Division bietet im Geschäftsbereich Railway Systems als weltweit führender Anbieter von integrierten Fahrwegsystemen maßgeschneiderte Gesamtlösungen für sämtliche Bahninfrastruktursegmente – von Nah- über Mischverkehr- bis hin zu Schwerlast- und Hochgeschwindigkeitsnetzen. Darüber hinaus hat sie sich im Geschäftsbereich Industrial Systems als global agierender, integrierter Anbieter von Schweißkomplettlösungen etabliert und nimmt eine führende Rolle als Entwicklungspartner und Hersteller von Premiumdrähten und Hightech-Nahtlosrohren ein.

METAL FORMING DIVISION

WELTWEITE FÜHRERSCHAFT in definierten qualitativ und technologisch anspruchsvollsten Nischen für Metallverarbeitungslösungen mit einem globalen Netzwerk zur Generierung von bestmöglichem Kundennutzen.

22% DES KONZERNUMSATZES

Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.553,9
EBIT 124,0
EBIT-Marge 4,9 %
Beschätftigte (Vollzeitäquivalent) 11.525

Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen, die in einer Vielzahl von Branchen – insbesondere im Premium-Automotive-Bereich – Einsatz finden. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division der Partner erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kunden.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 9

AUFSICHTSRAT

voestalpine AG

  • Dr. Joachim Lemppenau
    Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004)
    Erstbestellung: 07.07.1999
    Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volksfürsorge Versicherungsgruppe, Hamburg

  • Dr. Heinrich Schaller
    Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012)
    Erstbestellung: 04.07.2012
    Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz

  • KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
    Mitglied des Aufsichtsrates, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 03.07.2019)
    Erstbestellung: 01.07.2004
    Generaldirektor der Oberbank AG, Linz

  • Dr. Wolfgang Eder
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstbestellung: 03.07.2019
    Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz

  • Mag. Ingrid Jörg
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstbestellung: 03.07.2019
    Präsidentin Aerospace and Transportation, Constellium Switzerland AG, Zürich

  • Dr. Florian Khol
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstbestellung: 03.07.2019
    Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien

  • Mag. Maria Kubitschek
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstbestellung: 03.07.2019
    Stellvertretende Direktorin der Bundesarbeiterkammer/Arbeiterkammer Wien, Wien

  • Prof. Elisabeth Stadler
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstbestellung: 03.07.2019
    Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 10

  • Vom Betriebsrat entsandt:

    • Josef Gritz
      Mitglied des Aufsichtsrates
      Erstentsendung: 01.01.2000
      Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Donawitz

    • Sandra Fritz
      Mitglied des Aufsichtsrates
      Erstentsendung: 15.06.2019
      Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz

    • Hans-Karl Schaller
      Mitglied des Aufsichtsrates
      Erstentsendung: 01.09.2005
      Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
      Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz

    • Gerhard Scheidreiter
      Mitglied des Aufsichtsrates
      Erstentsendung: 01.01.2012
      Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, Kapfenberg

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 11

VORSTAND

voestalpine AG

v.l.n.r.: Robert Ottel, Franz Kainersdorfer, Herbert Eibensteiner, Franz Rotter, Hubert Zajicek, Peter Schwab

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 12

  • Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner
    Vorsitzender des Vorstandes (seit 03.07.2019), Mitglied des Vorstandes (seit 01.04.2012), geboren 1963
    Zugeordnete Konzernfunktionen: Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Compliance; Recht; M&A; Strategisches Umweltmanagement; Investor Relations; Information Competence Center (Trade & Statistics); Revision

  • Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer
    Leitung der Metal Engineering Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.07.2011), geboren 1967
    Zugeordnete Konzernfunktion: Langfristige Energieversorgung des Konzerns

  • Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA
    Leitung des Ressorts Finanzen, Mitglied des Vorstandes (seit 01.04.2004), geboren 1967
    Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschlieβlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Informationstechnologie

  • Dipl.-Ing. Franz Rotter
    Leitung der High Performance Metals Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.01.2011), geboren 1957
    Zugeordnete Konzernfunktion: Health & Safety

  • Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA
    Leitung der Metal Forming Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.10.2014), geboren 1964
    Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie

  • Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA
    Leitung der Steel Division, Mitglied des Vorstandes (seit 04.07.2019), geboren 1968
    Zugeordnete Konzernfunktion: Rohstoffe

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 13

BRIEF DES VORSTANDES

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2020/21 war von einem Wirtschaftseinbruch historischen Ausmaßes geprägt, welcher durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie ausgelöst wurde. Im 1. Quartal brach die Nachfrage in beinahe allen Kundensegmenten der voestalpine massiv ein. Der Konzern reagierte rasch und wirkte der Krise mit Kapazitätsanpassungen, Kurzarbeit und umfassenden Kostensenkungsmaßnahmen entgegen. Die wirtschaftlichen Effekte sind aber nur eine Folgeerscheinung dieser Krise, die primär eine Gesundheitskrise war und immer noch ist. Die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht daher bei allen Maßnahmen an oberster Stelle. Seit Beginn der Pandemie wurden konzernweit umfassende Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingeführt und – wo möglich – auf Telearbeit umgestellt. Durch die Einsatzbereitschaft und Flexibilität unserer Belegschaft ist es dem Unternehmen gelungen, die Produktion in dieser herausfordernden Zeit aufrechtzuhalten und die Lieferfähigkeit für unsere Kunden sicherzustellen. Dafür möchten wir uns sehr herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit bedanken!

China überwand die Pandemie schneller als alle anderen Länder. Zu Beginn des Geschäftsjahres produzierten die chinesischen voestalpine-Standorte bereits wieder auf Normalniveau und trugen dazu bei, Einbrüche auf anderen Märkten teilweise zu kompensieren. Ab dem Sommer 2020 zeigte auch der produzierende Sektor in Europa erste Erholungstendenzen. Die Automobilindustrie kehrte überraschend schnell aus dem Coronatief zurück und ließ die Nachfrage nach hochqualitativen Stahlprodukten wieder deutlich ansteigen. Davon konnte vor allem die Steel Division profitieren, die im 2. Halbjahr eine Rekordauslastung an wesentlichen Produktionsanlagen verbuchte. Auch die für den Konzern wesentlichen Märkte in Nordamerika und Brasilien stabilisierten sich. Besonders schwer von der Krise getroffen wurden die Luftfahrt- sowie die Öl- und Gasindustrie. Die geänderten Marktbedingungen machten Kapazitätsanpassungen in den jeweiligen voestalpine-Unternehmen unumgänglich. Die Geschäftsbereiche Bahninfrastruktur- und Lagersysteme verzeichneten hingegen über den gesamten Geschäftsjahresverlauf eine stabile Entwicklung.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Die Lagertechnik erreichte aufgrund des boomenden Onlinehandels sogar ein All-Time-High beim Auftragseingang. Die breite regionale und technologische Aufstellung der voestalpine erwies sich somit als wichtiger Erfolgs- und Stabilitätsfaktor. Neben dem konjunkturellen Rückenwind ab Mitte der Berichtsperiode leisteten vor allem die internen Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung einen entscheidenden Beitrag zum positiven Jahresabschluss. Trotz Wirtschaftskrise verfügt die voestalpine heute über eine höhere Liquidität und weniger Schulden als noch vor einem Jahr. Das konsequente Working Capital- Management spiegelt sich in einem Free Cash Flow von über 1 Mrd. EUR wider, womit sich die Gearing Ratio von 67,2 % auf 48,5 % reduzierte. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) fiel mit etwa 1,1 Mrd. EUR deutlich besser aus, als noch zu Beginn des Berichtszeitraumes erwartet. In Anbetracht dieses Jahresergebnisses schlägt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2020/21 eine Dividende in Höhe von 0,50 EUR vor.

Das Geschäftsmodell der voestalpine hat in der COVID-19-Krise einmal mehr seine Stärken gezeigt. Wir werden uns daher weiterhin auf Hightech-Segmente mit höchstem Qualitätsanspruch konzentrieren und gemeinsam mit unseren Kunden Innovationen entwickeln. Dabei bleibt das erklärte Ziel, das wertsteigernde Wachstum des Unternehmens voranzutreiben. Verstärkt in den Fokus gerückt ist das Thema Nachhaltigkeit. Die voestalpine bekennt sich zu den Klimazielen und hat mit „greentec steel“ einen klaren Plan zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung vorgelegt. In einem ersten Schritt soll der teilweise Umstieg von der kohlebasierten Hochofenroute auf Elektrolichtbogentechnologie eine CO2-Reduktion um rund 30 % bis 2030 ermöglichen. Bis 2050 strebt der Konzern eine klimaneutrale Produktion unter Einsatz von grünem Strom und grünem Wasserstoff an. Klar ist, dass diese Transformation wirtschaftlich darstellbar sein muss. Die aktuelle konjunkturelle Entwicklung lässt uns durchaus optimistisch in das Geschäftsjahr 2021/22 blicken. Je mehr Menschen weltweit eine wirksame Impfung gegen das COVID-19-Virus erhalten, desto eher wird die Erholung der Wirtschaft weltweit an Fahrt aufnehmen. Die voestalpine ist sowohl strategisch, technologisch als auch mit ihren hochqualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr gut aufgestellt, um diese Dynamik zu nutzen.

Linz, am 31. Mai 2021
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.
Franz Kainersdorfer e. h.
Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h.
Peter Schwab e. h.
Hubert Zajicek e. h.

INVESTOR RELATIONS

voestalpine AG IM VERGLEICH ZU ATX UND INTERNATIONALEN INDIZES

KURSVERLAUF DER voestalpine-AKTIE

Im 4. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres gerieten die globalen Kapitalmärkte – und somit auch die voestalpine-Aktie – angesichts der zunehmenden Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in einen Abwärtssog. Noch gegen Ende des 4. Geschäftsquartals 2019/20 setzte bereits eine Erholung auf den Aktienmärkten ein, hervorgerufen durch Ankündigungen von Regierungen, die Wirtschaft mit umfangreichen Notfallpaketen zu unterstützen. In den ersten Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2020/21 reduzierte sich die Schwankungsbreite der voestalpine-Aktie maßgeblich. Die Seitwärtsbewegung des Wertpapiers hielt bis etwa Ende der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 an. Deutlich anders gelagert stellte sich die 2. Geschäftsjahreshälfte 2020/21 dar. Mit Anfang Oktober setzte ein Aufwärtstrend bei der Kursentwicklung ein, der praktisch bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres anhielt. Einerseits war die Nachfrage vor allem aus der Automobilindustrie nach dem Sommer signifikant angesprungen, was zu verbesserten Prognosen für die Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr führte. Andererseits gelang der Pharmaindustrie im November ein entscheidender Durchbruch bei der Entwicklung von wirksamen Impfstoffen gegen COVID-19. Die Aussicht auf eine weitgehende Rückkehr zur Normalisierung der globalen wirtschaftlichen Aktivitäten versetzte die Investoren in eine euphorische Stimmung. Besonders Aktien von konjunktursensiblen Unternehmen konnten davon stark profitieren. Geopolitische Themen, die in einem traditionellen Umfeld die Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten bestimmen, traten in den Hintergrund. So belastete die Abwahl des US-Präsidenten, der die US-Börsenindizes in den vergangenen Jahren mit wirtschaftsstimulierenden Maßnahmen in Form von Steuererleichterungen und Infrastrukturprogrammen beflügelte, nicht zu länger andauernden Kursrückgängen. Auch der Rücktritt der italienischen Regierung, die aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Verteilung des Wiederaufbaufonds der Europäischen Kommission gescheitert ist, wirkte sich an den Kapitalmärkten nur moderat aus. Generell waren in dieser Marktphase jene Investoren in der Überzahl, die eine prosperierende ökonomische Entwicklung erwarteten. Die Optimisten führten neben den stimulierenden Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken auch die hohen privaten Sparraten der Volkswirtschaften ins Treffen. Diese Effekte überwogen die Befürchtungen, dass drohende Insolvenzen sowie Einkommenseinbußen aufgrund von Kurzarbeit und hoher Arbeitslosenraten die wirtschaftliche Entwicklung hemmen könnten. Von der positiven Atmosphäre der Börsen konnte auch die voestalpine-Aktie stark profitieren. Darüber hinaus erhöhten die Analysten kontinuierlich die Ergebnisprognosen für den voestalpine-Konzern. So konnte das Wertpapier innerhalb eines Geschäftsjahres um 90,6 % von 18,54 EUR per 1. April 2020 auf 35,33 EUR per 31. März 2021 zulegen. Damit liegt der Wertzuwachs der Aktie signifikant über den Vergleichsindizes ATX und STOXX Index (Europe), die im gleichen Zeitraum nur um 62,4 % bzw. um 38,2 % stiegen. Auch gegenüber dem Dow Jones Industrial Index weist die voestalpine-Aktie im aktuellen Geschäftsjahr eine deutlich bessere Performance auf.

ANLEIHEN

Art der Anleihe ISIN-Nummer Emissions- volumen Zinssatz Kurs (31.03.2021)
Unternehmensanleihe 2014–2021 AT0000A19S18 400 Mio. EUR 2,25 % 101,3
Unternehmensanleihe 2017–2024 AT0000A1Y3P7 500 Mio. EUR 1,375 % 102,5
Unternehmensanleihe 2019–2026 AT0000A27LQ1 500 Mio. EUR 1,75 % 104,1

EIGENTÜMERSTRUKTUR

Die Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 folgendes (indikative) Bild:

EIGENTÜMERSTRUKTUR

GRÖSSTE EINZELAKTIONÄRE
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG < 15 %
voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung 14,8 %
Oberbank AG 8,0 %

Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Instituten erstellt:

  • Alpha Value, Paris
  • Baader Bank AG, München
  • Bank of America/Merrill Lynch, London
  • Citigroup, London
  • Commerzbank, Frankfurt
  • Credit Suisse, London
  • Deutsche Bank, London
  • Erste Bank, Wien
  • Exane BNP Paribas, Paris
  • Goldman Sachs, London
  • Jefferies, London
  • J.P. Morgan, London
  • Kepler Cheuvreux, Frankfurt
  • Morgan Stanley, London
  • Oddo BHF, Paris
  • Raiffeisen Centrobank, Wien
  • Société Générale, Paris
  • Wiener Privatbank, Wien

INFORMATIONEN ZUR AKTIE

Aktiennominale 324.391.840,99 EUR, zerlegt in 178.549.163 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. März 2021 28.547 Stück
Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber
Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)
ISIN AT0000937503
Reuters VOES.VI
Bloomberg VOE AV

KURSE (JEWEILS ZUM TAGESENDE)

  • Börsenhöchstkurs April 2020 bis März 2021: 35,54 EUR
  • Börsentiefstkurs April 2020 bis März 2021: 16,74 EUR
  • Kurs zum 31. März 2021: 35,33 EUR
  • Ausgabekurs IPO Oktober 1995: 5,18 EUR
  • All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007): 66,11 EUR
  • Börsenkapitalisierung zum 31. März 2021¹: 6.307.133.363,28 EUR

¹ Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.

GESCHÄFTSJAHR 2020/21

  • Gewinn/Aktie: 0,24 EUR
  • Dividende/Aktie: 0,50 EUR¹
  • Buchwert/Aktie, Kurs zum 31. März 2021: 30,95 EUR

¹ Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.

TERMINVORSCHAU

  • Nachweisstichtag zur Teilnahme an der Hauptversammlung: 27. Juni 2021
  • Hauptversammlung: 7. Juli 2021
  • Ex-Dividenden-Tag: 15. Juli 2021
  • Nachweisstichtag für Dividendenzahlungen (Record-Tag): 16. Juli 2021
  • Dividenden-Zahltag: 19. Juli 2021
  • Veröffentlichung 1. Quartal 2021/22: 4. August 2021
  • Veröffentlichung 2. Quartal 2021/22: 10. November 2021
  • Veröffentlichung 3. Quartal 2021/22: 9. Februar 2022
  • Geschäftsjahr 2021/22: 8. Juni 2022
  • Hauptversammlung: 6. Juli 2022

KONSOLIDIERTER CORPORATE GOVERNANCE BERICHT 2020/21

BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE-KODEX

Mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird inländischen Aktiengesellschaften ein Ordnungsrahmen für die Führung und Überwachung des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Der Kodex verfolgt das Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen. Damit soll ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder des Unternehmens erreicht werden. Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechtes, die EU-Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktoren sowie in ihren Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex wurde seit 2002 mehrfach überarbeitet. Der vorliegende Corporate Governance-Bericht basiert auf dem Status der Kodex-Revision vom Jänner 2021.

  • Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Er erlangt Geltung durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

20 ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES

» Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner
Vorsitzender des Vorstandes
geboren 1963; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012; Vorsitzender des Vorstandes seit 03.07.2019; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024

Zugeordnete Konzernfunktionen: Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Compliance; Recht; M&A; Strategisches Umweltmanagement; Investor Relations; Information Competence Center (Trade & Statistics); Revision

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns
voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates

» Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer
Leitung der Metal Engineering Division
geboren 1967; Mitglied des Vorstandes seit 01.07.2011; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024;
Mitglied des Aufsichtsrates der VA Erzberg GmbH, Eisenerz, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Virtual Vehicle Research GmbH, Graz, Österreich

Zugeordnete Konzernfunktion: Langfristige Energieversorgung des Konzerns

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Rail Technology GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Tubulars GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Texas LLC, Mitglied des Board of Directors;
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Stv. Vorsitzender des Beirates;
voestalpine Wire Rod Austria GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates

» Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA
Leitung des Ressorts Finanzen
geboren 1967; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2004; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024;
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der APK-Pensionskasse AG, Wien, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Josef Manner & Comp. AG, Wien, Österreich³;
Mitglied des Aufsichtsrates der Wiener Börse AG, Wien, Österreich

Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Informationstechnologie

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Stahl GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates

²Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
³Mit dem Ende der Funktionsperiode dieses Aufsichtsratsmandates am 25. Mai 2021 scheidet Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA aus dem Aufsichtsrat der Josef Manner & Comp. AG aus.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 21

» Dipl.-Ing. Franz Rotter
Leitung der High Performance Metals Division
geboren 1957; Mitglied des Vorstandes seit 01.01.2011; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024

Zugeordnete Konzernfunktion: Health & Safety

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns:
voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
Buderus Edelstahl GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
Uddeholms AB, Mitglied des Verwaltungsrates;
Villares Metals S.A., Mitglied des Aufsichtsrates;

» Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA
Leitung der Metal Forming Division
geboren 1964; Mitglied des Vorstandes seit 01.10.2014; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024;
Vorsitzender des Aufsichtsrates der AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Wien, Österreich⁴

Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co KG, Vorsitzender des Beirates

» Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA
Leitung der Steel Division
geboren 1968; Mitglied des Vorstandes seit 04.07.2019; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2024

Zugeordnete Konzernfunktion: Rohstoffe

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen² des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Grobblech GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Steel & Service Center GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
Logistik Service GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Texas LLC, Vorsitzender des Board of Directors;
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Vorsitzender des Beirates

² Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
⁴ Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA wurde am 6. Mai 2021 in den Aufsichtsrat der AIT Austrian Institute of Technology GmbH und in Folge mit selbem Datum vom Aufsichtsrat zum Vorsitzenden gewählt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 22

ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATES

» Dr. Joachim Lemppenau
geboren 1942
Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004)
Erstbestellung: 07.07.1999
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volksfürsorge Versicherungsgruppe, Hamburg, Deutschland

» Dr. Heinrich Schaller
geboren 1959
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012)
Erstbestellung: 04.07.2012
Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz, Österreich;
2. Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich;
Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen, Österreich

» KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
geboren 1959
Mitglied des Aufsichtsrates
Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 03.07.2019)
Erstbestellung: 01.07.2004
Generaldirektor der Oberbank AG, Linz, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, Innsbruck, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der BKS Bank AG, Klagenfurt, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Lenzing AG, Lenzing, Österreich

» Dr. Wolfgang Eder
geboren 1952
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz, Österreich;
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Infineon Technologies AG, Neubiberg/München, Deutschland

» Mag. Ingrid Jörg
geboren 1969
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Präsidentin Aerospace and Transportation, Constellium Switzerland AG, Zürich, Schweiz

» Dr. Florian Khol
geboren 1971
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien, Österreich

» Mag. Maria Kubitschek
geboren 1962
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Stellvertretende Direktorin der Bundesarbeiterkammer/Arbeiterkammer Wien, Wien, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien, Österreich⁵

» Prof. Elisabeth Stadler
geboren 1961
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der OMV Aktiengesellschaft, Wien, Österreich

⁵ Frau Mag. Maria Kubitschek hat ihr Aufsichtsratsmandat bei der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe mit Wirkung zum 25. September 2020 zurückgelegt.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Vom Betriebsrat entsandt:

  • » Josef Gritz
    geboren 1959
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstentsendung: 01.01.2000
    Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Donawitz, Österreich

  • » Sandra Fritz
    geboren 1977
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstentsendung: 15.06.2019
    Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich

  • » Hans-Karl Schaller
    geboren 1960
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstentsendung: 01.09.2005
    Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich

  • » Gerhard Scheidreiter
    geboren 1964
    Mitglied des Aufsichtsrates
    Erstentsendung: 01.01.2012
    Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, Kapfenberg, Österreich

Sämtliche Aufsichtsratsmandate der Kapitalvertreter enden mit Beendigung der Hauptversammlung der voestalpine AG, die über das Geschäftsjahr 2023/24 beschließt. Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat im abgelaufenen Geschäftsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrates gefehlt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 24

VERGÜTUNGSBERICHT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Corporate Governance-Kodex wurde im Jänner 2021 an die mit dem Aktienrechts-Änderungsgesetz 2019 im Aktiengesetz neu eingeführten Bestimmungen zur Vergütungspolitik und zum Vergütungsbericht angepasst. In Entsprechung dieser neuen Bestimmungen hat der Aufsichtsrat am 2. Juni 2020 eine Vergütungspolitik für die Mitglieder des Vorstandes und für die Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG beschlossen und der Hauptversammlung am 1. Juli 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die Berichterstattung über die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2020/21 erfolgt erstmalig im Rahmen des gemäß § 78c und § 98a AktG zu erstellenden Vergütungsberichts. Der Vergütungsbericht wird in der Hauptversammlung am 7. Juli 2021 zur Beschlussfassung vorgelegt und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Die bisherige Berichterstattung über die Vergütung im Konsolidierten Corporate Governance-Bericht entfällt daher.

ANGABEN ZUR UNABHÄNGIGKEIT DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

Gemäß Regel 53 des Corporate Governance-Kodex soll die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder des Aufsichtsrates von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig sein. Der Aufsichtsrat hat Kriterien für die Unabhängigkeit festzulegen und zu veröffentlichen (siehe www.voestalpine.com » Investoren » Corporate Governance). Auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterien haben sieben von acht von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder des Aufsichtsrates bestätigt, dass sie sich als unabhängig betrachten. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Wolfgang Eder hat in seiner Bestätigung darauf hingewiesen, dass er aufgrund seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG bis zum 3. Juli 2019 ein vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegtes Kriterium nicht erfüllt.

Mit Ausnahme von Dr. Heinrich Schaller, der den Anteilseigner Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG vertritt, und Mag. Maria Kubitschek, die die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung vertritt, sind sämtliche von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates solche Mitglieder, die nicht Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder Interessen solcher Anteilseigner vertreten (Regel 54).

Die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, bei der das Aufsichtsratsmitglied Dr. Florian Khol als Partner tätig ist, erbrachte als Rechtsberater der voestalpine AG sowie ihrer Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2020/21 Beratungsleistungen insbesondere im Zusammenhang mit gesellschafts- und börsenrechtlichen Themen. Die Abrechnung dieser Mandate erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2020/21 für die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH angefallenen Honorare betrug netto 23.930 EUR (2019/20: 52.434,33 EUR).

Das Aufsichtsratsmitglied Prof. Elisabeth Stadler ist Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG). Mit der VIG-Gruppe bestehen Versicherungsverträge des voestalpine-Konzerns im Wesentlichen für die Sparten Sach-/Betriebsunterbrechung, Betriebshaftpflicht und Transport zu markt- und branchenüblichen Konditionen. Der Anteil der VIG-Gruppe am Prämienaufkommen für voestalpine Konzernversicherungsprogramme betrug für das Geschäftsjahr 2020/21 rund 36,2% (2019/20: rund 33 %).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 25

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATES

Der Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt, aus seiner Mitte Ausschüsse zu bilden und deren Aufgaben und Rechte festzulegen. Den Ausschüssen kann auch das Recht zur Entscheidung übertragen werden. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben das Recht, für Ausschüsse des Aufsichtsrates Mitglieder mit Sitz und Stimme nach dem in § 110 Abs. 1 ArbVG festgelegten Verhältnis namhaft zu machen.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 2. Juni 2020 eine umfassende Änderung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beschlossen. Gemäß dieser Geschäftsordnung sind folgende Ausschüsse des Aufsichtsrates eingerichtet:

PRÄSIDIALAUSSCHUSS

Der Präsidialausschuss ist gleichzeitig Nominierungsausschuss im Sinne des Corporate Governance-Kodex. Dem Präsidialausschuss gehören der Vorsitzende des Aufsichtsrates und sein oder seine Stellvertreter an. Mit Ausnahme von Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes betreffen, gehören ihm entsprechend dem Verhältnis gemäß § 110 Abs. 1 ArbVG auch ein bis zwei Arbeitnehmervertreter an.

Der Präsidialausschuss ist für den Abschluss, die Änderung oder die Auflösung von Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern sowie für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aktienoptionsplänen für Vorstandsmitglieder zuständig. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und im Aufsichtsrat. Der Präsidialausschuss hat das Recht, in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen.

Mitglieder des Präsidialausschusses des Aufsichtsrates:

  • » Dr. Joachim Lemppenau (Vorsitzender)
  • » Dr. Heinrich Schaller
  • » Hans-Karl Schaller

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie Regel 40 des Corporate Governance-Kodex. Er ist somit für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Überwachung der Unabhängigkeit und Tätigkeit des Abschlussprüfers, die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Prüfung des Vorschlages für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und des Konsolidierten Corporate Governance-Berichts und die Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen zuständig. Er hat auch die Konzernrechnungslegung zu überwachen, den Konzernabschluss zu prüfen sowie einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers zu erstatten. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems zu überwachen und dem Aufsichtsrat über seine Prüfungsergebnisse zu berichten.

Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates:

  • » KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA (Vorsitzender)
  • » Dr. Wolfgang Eder
  • » Dr. Joachim Lemppenau
  • » Dr. Heinrich Schaller
  • » Hans-Karl Schaller
  • » Josef Gritz

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VERGÜTUNGSAUSSCHUSS

Der Vergütungsausschuss besteht aus mindestens zwei Kapitalvertretern, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Vergütungsausschuss erarbeitet Vorschläge für die Vergütungspolitik der Mitglieder des Vorstandes und überwacht die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes.

Mitglieder des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrates:

  • » Dr. Joachim Lemppenau (Vorsitzender)
  • » Dr. Heinrich Schaller
  • » Hans-Karl Schaller

ANZAHL UND WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATS- UND AUSSCHUSSSITZUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2020/21

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020/21 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von fünf Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses und fünf Sitzungen des Präsidialausschusses wahrgenommen. In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft gegeben.

Das Geschäftsjahr 2020/21 war geprägt von den wirtschaftlichen Verwerfungen durch die COVID-19-Pandemie. Der Aufsichtsrat hat sich daher mit den Auswirkungen dieser Pandemie auf die voestalpine und der vom Vorstand in diesem Zusammenhang geplanten und gesetzten Maßnahmen im Rahmen der laufenden Berichterstattung über die jeweils aktuelle geschäftliche und finanzielle Situation der Unternehmensgruppe intensiv auseinandergesetzt. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen insbesondere mit Szenarien für eine CO2-reduzierte Stahlerzeugung, der Strategie 2025+ sowie der Nachhaltigkeitsstrategie, der qualitativen Personalplanung des Konzerns inklusive Nachfolgeplanung und den Themen Innovationen und Informationstechnologie.

Der Präsidialausschuss sowie der Aufsichtsrat befassten sich insbesondere mit der Überarbeitung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Änderung der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Aufsichtsrates. Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der Gesellschaft, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie mit Themen des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision.Der Abschlussprüfer, die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, hat an allen drei Prüfungsausschusssitzungen im Geschäftsjahr 2020/21 teilgenommen und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat hat die für die Sitzung am 19. März 2020 vorgesehene Selbstevaluierung des Aufsichtsrates gemäß Regel 36 des Corporate Governance-Kodex auf die Sitzung am 2. Juni 2020 vertagt, da angesichts der COVID-19-Pandemie und der damit in Zusammenhang gestandenen Ausgangs- und Reisebeschränkungen nicht alle Mitglieder des Aufsichtsrates vor Ort waren und eine Selbstevaluierung sinnvollerweise in einer Versammlung durchgeführt wird, an der sämtliche teilnehmenden Mitglieder vor Ort anwesend sind. Im Geschäftsjahr 2020/21 fand demnach eine Selbstevaluierung sowohl in der Sitzung des Aufsichtsrates am 2. Juni 2020 als auch in der Sitzung am 18. März 2021 statt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 27

WESENTLICHE GRUNDSÄTZE DER VERGÜTUNGSPOLITIK IM voestalpine-KONZERN

Die Vergütung der Mitarbeiter erfolgt durch marktkonforme Fixgehälter, teilweise ergänzt durch variable Vergütungen. Die Höhe der Fixgehälter orientiert sich an der Tätigkeit, der Funktion und der Position sowie an der Erfahrung und dem Know-how der Mitarbeiter. Dabei werden – soweit vorhanden – entsprechende gesetzliche Bestimmungen und Vereinbarungen in Tarifverträgen oder betrieblichen Vereinbarungen eingehalten.

Im Falle von ergänzenden variablen Vergütungen ist die Höhe dieses Vergütungsbestandteiles abhängig von der Erreichung vereinbarter Ziele. Dabei werden je nach Funktion der Mitarbeiter sowohl qualitative als auch quantitative Ziele vereinbart. Die qualitativen Ziele werden üblicherweise für jeweils ein Geschäftsjahr, die quantitativen Ziele üblicherweise teils für jeweils ein Jahr und teils für jeweils einen Zeitraum von mindestens drei Jahren festgelegt.

Für Geschäftsführer und leitende Angestellte gibt es konzernweite Vorgaben betreffend die Höhe der maximal zu erreichenden variablen Vergütung und der Gewichtung der Ziele. Für alle übrigen Mitarbeiter werden die Vergütungspakete von den einzelnen Gesellschaften nach lokalen Gegebenheiten und Notwendigkeiten marktkonform festgelegt. Dabei sind verschiedene Vergütungselemente möglich, unter anderem auch nicht monetäre Bestandteile:

  • Pensionspläne (z. B. in Österreich Pensions-kasse)
  • Versicherungen (z. B. Unfallversicherung)
  • Essensvergünstigungen
  • Gutscheine

Für Geschäftsführer und leitende Angestellte enthalten die Vergütungspakete jedenfalls eine variable Vergütung (Bonifikation), teilweise einen Pensionsplan und ein Dienstauto.

BESETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Bei der Auswahl und Besetzung von Mitgliedern des Vorstandes dienen fachliche Eignung (das heißt das Vorhandensein der benö tigten Kompetenzen und Erfahrungen) und Persönlichkeitsmerkmale (wie z. B. persönliche Integrität) als maßgebliche Entscheidungskriterien. Darüber hinaus werden auch das Alter und das Geschlecht in einen Entscheidungsprozess eingebunden. Gegebenenfalls einzuholende unabhängige Management-Audits externer Berater stellen sicher, dass objektive Beurteilungen für Entscheidungen herangezogen werden.

Dem Vorstand der voestalpine AG gehört aktuell keine Frau an. Die Mitglieder des Vorstandes sind zwischen 52 und 63 Jahren alt, verfügen über einen unterschiedlichen Bildungshintergrund überwiegend im technischen Bereich sowie über unterschiedlichste Berufs- und internationale Managementerfahrung.

Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat werden von der Hauptversammlung gemäß den geltenden rechtlichen Bestimmungen gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören aktuell vier Frauen und zwei nicht österreichische Staatsangehörige an. Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat sind zwischen 50 und 78 Jahren alt und verfügen über unterschiedlichste fachliche Kompetenzen sowie Berufs- und Managementerfahrung.

MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN

Der Anteil weiblicher Führungskräfte lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei 13,6% und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (12,5%) leicht erhöht. Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 ist eine Frau in eine Divisionsvorstandsposition berufen.

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Im Rahmen der internen Führungskräfteentwicklung wird großer Wert darauf gelegt, den Anteil an weiblichen Teilnehmern weiter auszubauen. Aus diesem Grund wird darauf geachtet, dass Frauen auf jeder Ausbildungsstufe des Leadership Development-Programms („value:program“) vertreten sind.

Im Geschäftsjahr 2020/21 konnten angesichts der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden behördlichen Einschränkungen bzw. internen Sicherheitsmaßnahmen keine neuen Durchführungen des value:program gestartet werden. Bereits angelaufene Programme wurden im Laufe des Geschäftsjahres aber abgeschlossen, indem einzelne Module auf ein digitales Format umgestellt wurden.

Insgesamt lag der Frauenanteil im voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2020/21 bei 14,8 % (Vorjahr 14,7 %). Diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen nach wie vor niedrige Quote hat branchenspezifische, historische und kulturelle Hintergründe. Im öffentlichen Bewusstsein dominiert in Bezug auf einen Stahl- und Technologiekonzern nach wie vor das Bild der Schwerindustrie und entsprechend schwierig stellt sich auch die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen auf breiter Basis dar. Dennoch beträgt der Frauenanteil im voestalpine-Konzern bei den bis 30-Jährigen im Angestelltenbereich inzwischen rund 39,8 %, bei den Arbeitern liegt er allerdings trotz aller Bemühungen immer noch bei lediglich 7,9 %.

Explizite „Frauenquoten“ gibt es in keiner Konzerngesellschaft, aber es besteht das generelle Bestreben, den Anteil von Frauen im Konzern auf allen Ebenen nachhaltig mit geeigneten Maßnahmen zu steigern. Dies umfasst eine Reihe von teilweise auch länderspezifischen Aktivitäten wie die Teilnahme am „Girl’s Day“, die spezifische Förderung von Frauen in technischen Lehrberufen und/oder die verstärkte Einstellung von weiblichen Absolventen technischer Schulen und Universitäten. Außerdem wird der Auf- und Ausbau von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. von Kooperationen mit externen Einrichtungen forciert. Derartige Einrichtungen bzw. Kooperationen bestehen z. B. an den österreichischen Werksstandorten Linz und Leoben/Donawitz.

Ergänzt wird das Angebot um flexible Arbeits- und Schichtmodelle, verstärkte technische Trainings für Frauen, Aufqualifizierungen im Lehrlings- und Assistenzbereich, Mentorenprogramme, spezielle Gesundheitsprogramme, Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsrichtlinien etc. Mittlerweile sind aufgrund dieser Bemühungen auch in traditionell männerdominierten technischen Unternehmensbereichen Frauen in Führungspositionen tätig. Leitende Funktionen nehmen Frauen auch im Finanz-, Rechts-, Strategie-, Kommunikations- und Personalbereich in einer Reihe von Konzernunternehmen ein.

Im Rahmen des jährlichen Personalreportings wird zum Monitoring der Nachhaltigkeit aller Maßnahmen der Frauenanteil bei Führungskräften nach Qualifikationen und in Ausbildungsprogrammen regelmäßig erhoben und analysiert.

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EXTERNE EVALUIERUNG DER EINHALTUNG DES CORPORATE GOVERNANCE-KODEX

Der Corporate Governance-Kodex sieht eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung des Kodex durch das Unternehmen vor. Diese wurde im Zuge der Prüfung des Jahresabschlusses 2020/21 durch den Abschlussprüfer des Konzerns durchgeführt. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance-Kodex übereinstimmt.

Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüfung betreffenden „C-Regeln“ des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung der Regeln 77 bis 83 bestätigt. Die Prüfberichte der externen Evaluierung sind auf der Website www.voestalpine.com einsehbar.

Linz, am 20. Mai 2021

Der Vorstand

Herbert Eibensteiner e.h.

Franz Kainersdorfer e.h.

Robert Ottel e.h.

Franz Rotter e.h.

Peter Schwab e.h.

Hubert Zajicek e.h.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 30

COMPLIANCE VERHALTENSKODEX

Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit agierender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt und Öl- und Gasindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Als verlässlicher Partner macht die voestalpine die Herausforderungen der Kunden zu ihren eigenen und ist sich ihrer besonderen Verantwortung im Umgang mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern, aber gleichermaßen auch ihren Mitarbeitern und Aktionären bewusst. Bei allen geschäftlichen Handlungen und Entscheidungen sind daher von Management wie Mitarbeitern alle für die voestalpine AG und ihre Konzerngesellschaften anwendbaren gesetzlichen oder sonstigen externen Vorschriften genauso wie alle internen Regeln einzuhalten. Dieses Verständnis kommt im Verhaltenskodex der voestalpine AG zum Ausdruck, der die Basis für moralisch, ethisch und rechtlich einwandfreie Verhaltensweisen aller Mitarbeiter des Konzerns ist. Der Vorstand bekennt sich aus- und nachdrücklich zu diesem Kodex und einer Nulltoleranzpolitik im Falle des Verstoßes gegen dessen Inhalte.

COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde im voestalpine-Konzern ein neues, umfassendes Compliance Management System mit den Säulen Risikoanalyse/Prävention, Aufdeckung sowie Reaktion eingeführt und Compliance auf eine sehr breite konzernweite Basis gestellt.# COMPLIANCE

Neben einem Group Compliance Officer wurden auch Compliance Officers in allen Divisionen und einer Reihe von Business Units sowie größeren Gesellschaften des Konzerns bestellt. Der Group Compliance Officer ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt, er ist weisungsfrei. Der Compliance-Organisation obliegen die folgenden Themen: » Kartellrecht » Korruption » Kapitalmarkt-Compliance » Fraud (interne Fälle von Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Untreue) » Interessenkonflikte sowie » Sonderthemen, die den Compliance Officers vom Vorstand der voestalpine AG zugewiesen werden (z. B. UN- oder EU-Sanktionen) Alle anderen Compliance-Themen, wie z.B. Umwelt, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz, Datenschutz, gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich der Compliance Officers. Diese Compliance-Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen.

COMPLIANCE-RICHTLINIEN

Die Bestimmungen des Verhaltenskodex werden in Konzernrichtlinien ergänzt und konkretisiert, wie z. B:

KARTELLRECHT

Diese Richtlinie beschreibt das Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen, regelt den Umgang mit und in Verbänden, Standesvertretungen sowie sonstigen Branchenorganisationen und legt konkrete Verhaltensregeln für Mitarbeiter des voestalpine-Konzerns fest.

BUSINESS CONDUCT

Diese Richtlinie regelt etwa das Verhalten in Bezug auf Geschenke, Einladungen und andere Vorteile, Spenden, Sponsoring, Nebentätigkeiten und den privaten Bezug von Waren und Dienstleistungen von Kunden und Lieferanten durch Mitarbeiter.

RICHTLINIE BETREFFEND DEN UMGANG MIT GESCHÄFTSVERMITTLERN UND BERATERN

Diese Richtlinie legt die Vorgehensweise fest, welche vor der Beauftragung von Handelsvertretern, sonstigen vertriebsbezogenen Beratern, Konsulenten oder Lobbyisten einzuhalten ist. Auf Basis einer objektivierten Prüfung des Umfeldes und des Tätigkeitsrahmens des Geschäftspartners vor Aufnahme von Geschäftsbeziehungen soll sichergestellt werden, dass auch die Geschäftspartner die Gesetze und den Verhaltenskodex der voestalpine einhalten. Der Verhaltenskodex steht in 21 Sprachen und die ergänzenden Compliance-Richtlinien in 14 Sprachen zur Verfügung. Das gesamte Compliance-Regelwerk gilt konzernweit.

PRÄVENTION

Im Vordergrund eines effizienten Compliance Management System stehen präventive Maßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden in den letzten Jahren umfangreiche Schulungs- und Trainingsmaßnahmen im gesamten Konzern durchgeführt. Um eine möglichst breitflächige Schulungswirkung zu erzielen, wurden neben Präsenz- insbesondere E-Learning-Schulungen forciert. So wurden im Rahmen von webbasierten Kursen bislang rund 12.700 Mitarbeiter des Konzerns im Bereich Kartellrecht und 27.200 Mitarbeiter zum Verhaltenskodex geschult, wobei ihr Wissen in einem Abschlusstest überprüft wurde. Präsenzschulungen werden einerseits zielgruppenorientiert und andererseits allgemein im Rahmen der Führungskräfteausbildung sowie in spezifischen Ausbildungsprogrammen für Mitarbeiter im Verkauf und Einkauf durchgeführt, wobei diese Präsenzschulungen im Geschäftsjahr 2020/21 aufgrund der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden behördlichen Einschränkungen bzw. internen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen großteils nicht durchgeführt und nur teilweise durch Schulungen im Rahmen von Videokonferenzen ersetzt werden konnten. Neben diesen Maßnahmen wird das Thema Compliance den Mitarbeitern durch regelmäßige Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere durch Mitarbeitermagazine, Plakatkampagnen oder im Rahmen von Konzern- und Divisionsveranstaltungen, immer wieder nahegebracht.

» Informationen zum Thema Compliance im voestalpine-Konzern sind auch auf der Website der voestalpine AG sowie für Mitarbeiter im Intranet des Konzerns abrufbar.

WHISTLEBLOWING-SYSTEM

Im Jänner 2012 wurde ein webbasiertes Hinweisgebersystem eingeführt. Meldungen über Compliance-Verstöße sollen in erster Linie offen, das heißt unter Nennung des Namens des Hinweisgebers, erfolgen. Dieses webbasierte System bietet aber zusätzlich die Möglichkeit, Fälle von Fehlverhalten auch auf anonymer Basis zu melden und mit Hinweisgebern unter Wahrung ihrer vollkommenen Anonymität zu kommunizieren. Auf diese Weise sollen interne Informationen zur frühzeitigen und effektiven Aufdeckung von Compliance-Risiken im Konzern systematisch genutzt werden.

BERICHT DES VORSTANDES

KONZERNLAGEBERICHT 2020/21

Dieser Konzernlagebericht bezieht sich auf den IFRS-Konzernabschluss im Sinne des § 245a (1) UGB.

CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2020/21 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.

» Der exakte Pfad lautet http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance

BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsjahres 2020/21 stand weltweit im Zeichen der COVID-19-Pandemie. Insbesondere im 1. Quartal waren die maßgeblichen Volkswirtschaften mit starken ökonomischen Einbrüchen konfrontiert, ehe sich im weiteren Verlauf eine Erholung einstellte. Diese kam regional unterschiedlich rasch zum Durchbruch und hielt auch weiteren COVID-19-Wellen mit deutlich höheren Infektionszahlen als zu Beginn der Pandemie stand. Insbesondere die produzierende Wirtschaft erholte sich weltweit gut, wohingegen viele Bereiche des Dienstleistungssektors pandemiebedingt über das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 unter Druck blieben. Die weltweite Suche nach Impfstoffen gegen das COVID-19-Virus war im 3. Quartal 2020/21 von Erfolg gekrönt, und mehrere Pharmaunternehmen entwickelten wirksame Impfstoffe. Die damit beginnende Immunisierung der Bevölkerung machte je nach Region unterschiedliche Fortschritte. Gemeinsam mit der Anpassung des gesellschaftlichen Lebens an die Regeln zur Eindämmung der Pandemie hat sie jedoch gegen Ende des Geschäftsjahres in weiten Bereichen zu einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung geführt. So stieg der Global Composite PMITM in dieser Phase auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

EUROPA

Das 1. Quartal 2020/21 brachte einen wirtschaftlichen Schock, der Europa großflächig erfasste. Nahezu alle Staaten reagierten nach dem Auftreten von COVID-19 mit behördlich verordneten Lockdowns und schränkten das öffentliche Leben ein, um die Pandemie einzudämmen. Tatsächlich erlaubten es diese Maßnahmen vorerst, das Infektionsgeschehen relativ gut unter Kontrolle zu halten und sich über den Sommer unter Auflagen einer gewissen „Normalität“ anzunähern. Das schlug sich auch umgehend in einem starken Aufschwung des privaten Konsums nieder und zeitlich etwas nachgelagert in einer deutlichen Erholung der Industrieproduktion.

Nach dem Sommer stiegen die Infektionszahlen in so gut wie allen Ländern Europas wieder drastisch an. Bis zum Ende des Geschäftsjahres bauten sie sich zu einem wellenförmigen Verlauf auf, der sich bei allen Maßnahmen nicht mehr auf das Niveau des Sommers drücken ließ. Die meisten Länder reagierten neuerlich mit behördlich verordneten Einschränkungen der sozialen Kontakte sowie der Schließung weiter Teile des Handels und der Freizeitindustrie. Die produzierende Industrie und die Bauwirtschaft wurden – anders als zu Beginn – von den Beschränkungen nicht erfasst, wodurch sich dort die Aufschwungtendenzen vom Sommer im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres deutlich verfestigen konnten. Angesichts erheblicher wirtschaftlicher Konsequenzen der behördlich verordneten Einschränkungen brachten die Regierungen rasch unterstützende Programme auf den Weg, um eine breite Insolvenzwelle zu verhindern. Auch die europäische Zentralbank reagierte schnell und legte unter anderem neu ein Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) auf, welches im letzten Geschäftsquartal auf die enorme Summe von 1,85 Billionen EUR ausgeweitet wurde. Für die Nationalstaaten tat sich damit trotz steigender Verschuldung rasch finanzieller Spielraum auf. Um Investitionen anzukurbeln, wurde auf europäischer Ebene der „Recovery Fund“ im Volumen von 750 Mrd. EUR installiert. Erst gegen Ende des 3. Geschäftsquartals erreichten COVID-19-Impfstoffe in der Europäischen Union die Zulassung. Die Immunisierung der Bevölkerung mit diesen Impfstoffen begann im letzten Geschäftsquartal und war von vielen Rückschlägen begleitet. Trotz der von Verzögerungen und organisatorischen Schwierigkeiten geprägten Anlaufphase führte die Impfkampagne gegen Ende der Berichtsperiode zu einer deutlichen Verbesserung der Stimmung in der Öffentlichkeit wie auch in der Wirtschaft. Der voestalpine-Konzern, der etwa zwei Drittel seines Umsatzes in Europa generiert, hatte im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 massive geschäftliche Einbußen hinzunehmen. Der erste Lockdown führte vielerorts zu Kürzungen oder etwa in der europäischen Automobilindustrie auch zu wochenlangen Stillständen der Produktion. In diesem Umfeld hat die voestalpine staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen, unter denen sich insbesondere das Modell der Kurzarbeit als hocheffektiv erwies. Zu Beginn des Sommers konsolidierte sich die Wirtschaft schnell, und im Verlauf des 2. Geschäftsquartals belebten sich fast alle Märkte des voestalpine-Konzerns. In der 2. Hälfte des Geschäftsjahres stieg die Nachfrage nach Produkten der voestalpine trotz neuerlicher Lockdowns in vielen Märkten weiter an und konnte gegen Ende des Geschäftsjahres aufgrund der markant aufgebauten Sparquoten und der deutlich verbesserten Stimmung noch einmal signifikant zulegen. Ausgenommen von dieser positiven Entwicklung blieben die Luftfahrt- sowie die Öl- und Gasindustrie. Letztere ließ erst im 4. Geschäftsquartal Anzeichen einer Erholung erkennen.# NORDAMERIKA/USA

Auch in Nordamerika/USA führte die COVID-19-Pandemie im 1. Geschäftsquartal 2020/21 zu einer beispiellosen wirtschaftlichen Rezession. Anders als in Europa kam es jedoch nicht zu flächendeckenden Lockdowns. Ökonomische Stimmung und Dynamik blieben in der Folge etwas günstiger als in Europa. Gegen Ende des 1. Quartals erholte sich der private Konsum relativ schnell und gewann über das Geschäftsjahr weiter an Dynamik. Allerdings schwankte diese mit den Infektionszahlen und den regional unterschiedlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Verlauf des Geschäftsjahres. Auch der Arbeitsmarkt begann sich bereits relativ früh im Berichtsjahr zu erholen und zeigte trotz saisonaler Volatilität im weiteren Verlauf einen deutlich positiven Trend. Insgesamt litt die Serviceindustrie wirtschaftlich unter der COVID-19-Pandemie stärker als der produzierende Sektor, der sich im Berichtszeitraum deutlich positiv entwickeln konnte. Eine besonders robuste Entwicklung zeigte dabei die Bauindustrie.

Die erfolgreiche Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen durch US-amerikanische Pharmaunternehmen sowie die schnelle und äußerst effizient umgesetzte Immunisierungskampagne in den USA verbesserten die wirtschaftliche Stimmung gegen Ende des Geschäftsjahres noch einmal deutlich. Die US-Zentralbank FED (Federal Reserve) reagierte frühzeitig und stellte zu Beginn des Geschäftsjahres auf Krisenmodus mit massiven Lockerungen der Geldpolitik und der Implementierung von Notfallkrediten um. Darüber hinaus präsentierte sie neue Eckpfeiler ihrer Strategie, in der neben Inflations- und Stabilitätszielen erstmals auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes eine zentrale Rolle spielt. Auf politischer Seite war die wirtschaftliche Krisenbekämpfung zunächst vom Präsidentschaftswahlkampf bestimmt. Im Vergleich mit Europa bewegten sich Unterstützungsprogramme in einer eher überschaubaren Größenordnung. Nachdem die demokratische Partei sowohl das Präsidentenamt als auch die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments gewinnen konnte, folgte die Ankündigung des „American Rescue Plan“ im historischen Ausmaß von 1,9 Billionen USD. Begleitend dazu kommt das längerfristige Infrastrukturprogramm „American Jobs Plan“ zum Tragen, das mit einer Größenordnung von 2,3 Billionen USD auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit abzielt. Dieses Gemenge von erfolgreicher Impfkampagne, unterstützender Geldpolitik der FED, massiver staatlicher Unterstützungsprogramme sowie – ähnlich wie in Europa – deutlich gestiegener Sparquoten der Konsumenten brachte Bewegung: Es führte im letzten Geschäftsquartal zu einer weiteren deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung, aber auch erstmals seit vielen Jahren zu einer Diskussion über steigende Inflationserwartungen.

Auf die nordamerikanischen Standorte des voestalpine-Konzerns wirkte sich das skizzierte Umfeld nach Marktsegmenten unterschiedlich aus. Die amerikanische Automobilindustrie stellte wie in Europa die Produktion im 1. Geschäftsquartal für einige Wochen komplett ein. Sie fand allerdings im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres schnell wieder ihre Dynamik und konnte sich gegen Ende des Geschäftsjahres auf eine sehr gute Nachfrage stützten. Keine Erholungstendenzen im Verlauf der Berichtsperiode machten sich in den Bereichen Luftfahrt sowie Öl und Gas bemerkbar. An Konsum- und Kapitalgütern orientierte Konzernstandorte entwickelten sich über das gesamte Geschäftsjahr solide. Von der sehr guten Entwicklung der US-Bauindustrie konnte der voestalpine-Konzern insbesondere im Bereich der Lagertechnik profitieren.

SÜDAMERIKA/BRASILIEN

Brasilien als relevanteste Volkswirtschaft für den voestalpine-Konzern in Südamerika wurde zeitlich etwas nachgelagert von der COVID-19-Pandemie erfasst. Demgemäß waren die Wirtschaftsentwicklung insgesamt und auch die Auslastung der brasilianischen voestalpine-Standorte zu Beginn des Geschäftsjahres noch gut. Im Verlauf des 1. Quartals kam es auch hier zu einem Einbruch. Dabei zeigte sich die brasilianische Regierung beim Management der Pandemie bemüht, auf tiefgreifende behördliche Einschränkungen für die Wirtschaft zu verzichten. Unterstützungen von Regierungsseite für die Bevölkerung führten zu einer Abmilderung der Rezession. Im 2. Geschäftsquartal zeigte sich zusehends eine Belebung der Wirtschaft, die bis Ende des Geschäftsjahres weiter an Dynamik gewann. Selbst als in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres die COVID-19-Infektionszahlen neuerlich markant anstiegen, reagierte die Politik zunächst eher mit regionalen Einschränkungen. In der Folge hielt die wirtschaftliche Dynamik im 3. Geschäftsquartal ein solides Niveau. Sie flachte erst gegen Ende des 4. Quartals etwas ab, nachdem aufgrund der sehr hohen Infektionszahlen Wirtschaftsbetriebe zum Teil die Produktion einstellten.

Die brasilianischen Standorte des voestalpine-Konzerns waren von den Auswirkungen der Pandemie unterschiedlich stark betroffen und mussten zu Beginn die Produktion an die abgeschwächte Nachfrage anpassen. Die Auftragseingänge erholten sich jedoch nach dem Sommer und verbesserten sich sukzessive weiter. Erst im 4. Quartal des Berichtsjahres kam es aufgrund der extrem gestiegenen Infektionszahlen vereinzelt zu Produktionskürzungen bei Kunden sowie zu logistischen Einschränkungen.

ASIEN/CHINA

In Asien wurde China als erstes Land bereits in den letzten Monaten vor Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 von COVID-19 erfasst. Die politische Kultur des Landes erlaubte es, die Pandemie mit rigorosen Maßnahmen relativ schnell unter Kontrolle zu bringen, dies auch um den Preis massiver Einschränkungen der persönlichen Rechte der Bürger. Nach einigen Wochen kompletten Lockdowns in weiten Regionen konnte noch vor Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 damit begonnen werden, die Wirtschaft wieder koordiniert hochzufahren. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres kam es in China neuerlich zu vereinzelten Herden von COVID-19-Infektionen. Diese wurden jedoch rasch wieder unter Kontrolle gebracht und beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung nicht. Darüber hinaus verstärkte die chinesische Zentralregierung staatliche Investitionsprogramme im Bereich Infrastruktur und Immobilienentwicklung und brachte damit die Wirtschaft rasch wieder auf Wachstumskurs. Dieses positive Momentum wurde auch von der chinesischen Industrie und von privaten Konsumenten umgehend aufgegriffen. Im Gegensatz zu anderen großen Wirtschaftsregionen war die Dynamik nicht von der Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe abhängig, obwohl China frühzeitig selbst einen wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 entwickelt hatte. Vor diesem Hintergrund konnte China im Kalenderjahr 2020, in dem de facto die gesamte Welt in eine tiefe Rezession stürzte, insgesamt ein positives Wirtschaftswachstum von über 2 % erzielen.

Die chinesischen Standorte des voestalpine-Konzerns erreichten in diesem Umfeld bereits zu Beginn des Geschäftsjahres wieder Produktionsniveaus wie vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und konnten im Verlauf des Geschäftsjahres weiteres Wachstum generieren. Ein Folgeeffekt des umfangreichen Bau- und Infrastrukturprogramms war eine neuerliche Rekordproduktion an Rohstahl durch die chinesische Stahlindustrie. Damit trieb China als global mit Abstand größter Abnehmer auch die Nachfrage nach Eisenerz am Weltmarkt. Ungeachtet der weltweiten starken Rezession mit zeitweise stillgelegten Stahlkapazitäten in Europa und Nordamerika stieg der Preis für Eisenerz in der Folge im Geschäftsjahr 2020/21 rasant. Als verstärkender Effekt kam unter den Bedingungen der Pandemie das Risiko von Lieferausfällen in Eisenerz produzierenden Regionen wie Brasilien dazu. Nach einer kurzen Phase der preislichen Entspannung über den Sommer und im Zuge des neuerlichen Hochfahrens der Kapazitäten in der Stahlindustrie in Europa und Nordamerika zog der Eisenerzpreis im Verlauf der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 wieder stärker an und hatte zum Ende des Geschäftsjahres ein zehnjähriges Rekordhoch erreicht.

BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DES voestalpine-KONZERNS

UMSATZ

Die Anfangsphase des Geschäftsjahres 2020/21 war am stärksten von den negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Deutlich wird das in der Betrachtung der unterjährigen Umsatzentwicklung des voestalpine-Konzerns. Der Einbruch der Umsatzerlöse im 1. Quartal ist eine unmittelbare Folge der weltweit verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Mit der Steel Division sowie der Metal Forming Division hatten in dieser Phase jene Einheiten die größten Umsatzeinbußen hinzunehmen, die am stärksten auf das besonders betroffene Kundensegment der Automobilindustrie fokussieren. Zugleich haben diese beiden Divisionen die markanteste Erholung in den Folgequartalen innerhalb des voestalpine-Konzerns verzeichnet. Über das Gesamtjahr verbuchte mit der High Performance Metals Division jene Division den größten Umsatzrückgang, die zuvorderst den strukturellen Schwächen im Energiesektor sowie der Flugzeugindustrie ausgesetzt ist. Obwohl der Aufschwung nach den hochgradig schwierigen Bedingungen im 1. Quartal deutlich ausfiel, weist der voestalpine-Konzern 2020/21 bei den Umsatzerlösen im Jahresvergleich eine Verminderung um 11,4 % auf 11.266,6 Mio. EUR aus (2019/20: 12.717,2 Mio. EUR).

SONDEREFFEKTE

Die Ergebniszahlen der voestalpine waren sowohl im Vorjahr als auch im aktuellen Berichtszeitraum durch negative Sondereffekte beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2019/20 fielen neben außerplanmäßigen Abschreibungen („Impairments“) auch EBITDA-wirksame Einmaleffekte an. Diese belasteten das EBITDA im Vorjahr mit insgesamt 83 Mio. EUR, wobei der überwiegende Teil der High Performance Metals Division zuzurechnen ist.Die außerplanmäßigen Abschreibungen 2019/20 reduzierten darüber hinaus das EBIT des voestalpine-Konzerns mit 402 Mio. EUR. Von den Sonderabschreibungen waren alle vier Divisionen betroffen, wobei etwa 60 % bei der Steel Division zum Tragen kamen. Die Sonderabschreibungen in Höhe von 197 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21 verminderten das EBIT im Wesentlichen im 2. Quartal und verteilen sich auf die Gesellschaften voestalpine Texas (163 Mio. EUR), voestalpine Tubulars (25 Mio. EUR) und voestalpine Special Wire (9 Mio. EUR). Die Ad-hoc-Mitteilung des voestalpine-Konzerns vom 22. Oktober 2020 kommunizierte die Minderungen von Vermögenswerten auf Basis der erwarteten Ergebnisse zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21, die im Wesentlichen aus globalen Disparitäten im Zuge der COVID-19-Pandemie resultieren sowie aus notwendigen Anpassungen der mittelfristigen Ergebniserwartungen.

UMSATZ DES voestalpine-KONZERNS

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

37 UMSATZ NACH DIVISIONEN UMSATZ NACH BRANCHEN UMSATZ NACH REGIONEN

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

38 OPERATIVES ERGEBNIS

Ähnlich wie bei der Entwicklung der Umsatzerlöse verzeichnete der voestalpine-Konzern über die Quartale im Geschäftsjahr 2020/21 auch auf der Ergebnisseite einen markanten Aufschwung. Auf Jahressicht fiel der Rückgang des EBITDA mit 4,0 % auf 1.134,5 Mio. EUR (2019/20: 1.181,5 Mio. EUR) angesichts der nachteiligen Auswirkungen von COVID-19 nur moderat aus. Zurückzuführen ist das neben den negativen Einmaleffekten im Vorjahr besonders auf die rigorosen Kostenmaßnahmen in allen vier Divisionen. Zudem wurden nach Möglichkeit und Zweckmäßigkeit staatliche Förderungsprogramme, wie etwa Kurzarbeit, in Anspruch genommen. Damit erreichten zahlreiche Produktionsbetriebe, bei denen eine verringerte Auslastung auf begrenzte Zeit absehbar war, eine wirkungsvolle Flexibilisierung der Fixkosten. Strukturelle Einschnitte wurden hingegen an jenen Standorten umgesetzt, die den negativen Auswirkungen von COVID-19 längerfristig ausgesetzt sind.

Beim EBIT gelang dem voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr eine Rückkehr in den positiven Ergebnisbereich. Wurde im Vorjahr noch ein EBIT von –89,0 Mio. EUR (Marge –0,7 %) ausgewiesen, belief sich das EBIT 2020/21 auf 115,2 Mio. EUR (Marge 1,0 %). Das positive Ergebnis ist vor allem auf die robuste Erholung in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres zurückzuführen. Noch das 1. Halbjahr war angesichts hochgradig schwieriger Bedingungen zu Beginn des Geschäftsjahres sowie aufgrund von Sonderabschreibungen, die das EBIT im Wesentlichen im 2. Quartal belasteten, deutlich negativ ausgefallen.

ERGEBNIS VOR UND NACH STEUERN

Auf Basis eines Finanzergebnisses von –104,4 Mio. EUR (2019/20: –141,3 Mio. EUR) ergibt sich im Geschäftsjahr 2020/21 mit 10,8 Mio. EUR ein leicht positives Ergebnis vor Steuern (2019/20: –230,3 Mio. EUR). Auch beim Ergebnis nach Steuern konnte der voestalpine-Konzern mit 31,7 Mio. EUR (2019/20: –216,5 Mio. EUR) eine Verbesserung erreichen. Die Ertragsteuern in der Gewinn- und Verlustrechnung – im Vorjahr mit 13,8 Mio. EUR positiv ausgewiesen – beliefen sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf 20,9 Mio. EUR.

DIVIDENDENVORSCHLAG

Vorbehaltlich der Zustimmung der am 7. Juli 2021 stattfindenden Hauptversammlung der voestalpine AG wird an die Aktionäre eine Dividende von 0,50 EUR ausgeschüttet. Das entspricht einer Erhöhung um 150 % verglichen mit der Vorjahresdividende von 0,20 EUR je Aktie. Ungeachtet der widrigen Marktverhältnisse zu Beginn des Geschäftsjahres vor dem Hintergrund von COVID-19 konnte die Dividende damit im aktuellen Geschäftsjahr deutlich angehoben werden. Bezogen auf das Ergebnis je Aktie (auf IFRS-Basis) von 0,24 EUR (Vorjahr –1,24 EUR) entspricht dieser Vorschlag einer Ausschüttungsquote von 208,3 %. Gemessen am durchschnittlichen Börsenkurs der voestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2020/21 von 24,51 EUR ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,0 %.

CASHFLOW

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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Ausgesprochen positiv entwickelte sich die Cashflow-Generierung im Geschäftsjahr 2020/21. Das verdeutlicht das hohe Potenzial des voestalpine-Konzerns zur Innenfinanzierung selbst unter schwierigen Marktverhältnissen. So konnte 2020/21 der Cashflow aus der Betriebstätigkeit signifikant auf 1.633,5 Mio. EUR ausgebaut werden (2019/20: 1.304,0 Mio. EUR). Einen wesentlichen Faktor für die ausgezeichnete Performance bildet die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen, die im aktuellen Geschäftsjahr beim Working Capital einen Abbau um 633,3 Mio. EUR ermöglichten. Eine Reduktion um 433,9 Mio. EUR konnte bereits 2019/20 erreicht werden.

Investitionen wurden im Geschäftsjahr 2020/21 sehr selektiv umgesetzt. In der Folge reduzierten sich Investitionen in andere immaterielle Vermögenwerte und Sachanlagen in der Berichtsperiode auf –599,3 Mio. EUR (2019/20: von –747,9 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden keine nennenswerten Akquisitionen getätigt, nachdem sich bereits 2019/20 die Akquisitionstätigkeit des Konzerns auf sehr niedrigem Niveau bewegte. Während im Vorjahr die Kennzahl Investitionen/ Devestitionen in andere Finanzanlagen mit 108,8 Mio. EUR positiv ausgewiesen wurde, fiel sie im aktuellen Geschäftsjahr mit –84,1 Mio. EUR negativ aus. Auf Basis dieser Entwicklungen veränderte sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von –606,8 Mio. EUR für 2019/20 auf –665,8 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2020/21.

Aus der Finanzierungstätigkeit des voestalpine-Konzerns resultiert im aktuellen Geschäftsjahr ein Cashflow von –595,6 Mio. EUR (2019/20: –374,3 Mio. EUR). Damit ergibt sich eine Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 372,1 Mio. EUR (Erhöhung 2019/20: 322,9 Mio. EUR).

GEARING

Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) verbesserte sich im Jahresvergleich von 67,2 % per Ende März 2020 auf 48,5 % per Ende März 2021. Damit konnte die Zielgröße der Gearing Ratio von höchstens 50 % nicht nur erreicht, sondern geringfügig unterschritten werden. Angesichts der günstigen Entwicklung beim Working Capital und der geringen Ausgaben für Investitionen und Akquisitionen gelang es dem voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2020/21, die Nettofinanzverschuldung signifikant zu reduzieren. Mit einem Wert von 2.742,8 Mio. EUR per 31. März 2021 konnte die Verschuldungskennziffer gegenüber dem Vorjahresstichtag nicht nur markant abgebaut werden – sie markierte zudem den niedrigsten Wert seit dem Geschäftsjahr 2014/15. Das Eigenkapital entwickelte sich im Jahresvergleich relativ stabil auf 5.649,9 Mio. EUR per 31. März 2021 (31. März 2020: 5.614,9 Mio. EUR).

MITARBEITER

Bereits gegen Ende des Geschäftsjahres 2019/20 mussten Anpassungen auf der Personalseite als Reaktion auf COVID-19 vorgenommen werden. Weitere Einschnitte wurden zu Beginn des Geschäftsjahres infolge des herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes notwendig. Im 4. Quartal 2020/21 nahm der Beschäftigtenstand angesichts der wirtschaftlichen Erholung wieder etwas zu. Insgesamt reduzierte sich die Anzahl der Beschäftigten (FTE) des voestalpine-Konzerns zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 auf 48.654 und sank damit im Jahresvergleich um 2,1 % (2019/20: 49.682).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

40 EBITDA EBIT ERGEBNIS NACH STEUERN

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

41 ERGEBNIS JE AKTIE DIVIDENDE JE AKTIE NETTOFINANZVERSCHULDUNG, EIGENKAPITAL, GEARING

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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Die Nettofinanzverschuldung lässt sich wie folgt überleiten:

NETTOFINANZVERSCHULDUNG Mio. EUR 31.03.2020 31.03.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig 3.889,7 2.846,2
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig 754,1 1.220,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –794,7 –1.159,7
Andere Finanzanlagen –55,4 –145,3
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung –18,5 –19,1
Nettofinanzverschuldung 3.775,0 2.742,8

QUARTALSENTWICKLUNG DES voestalpine-KONZERNS

Mio. EUR GJ 2020/21 1. Quartal 2020/21 2. Quartal 2020/21 3. Quartal 2020/21 4. Quartal 2020/21 2019/20 Verände- rung in %
Umsatzerlöse 11.266,6 2.397,3 2.712,8 2.861,0 3.295,5 12.717,2 –11,4
EBITDA 1.134,5 157,8 237,2 287,9 451,6 1.181,5 –4,0
EBITDA-Marge 10,1 % 6,6 % 8,7 % 10,1 % 13,7 % 9,3 %
EBIT 115,2 –48,7 –166,3 81,3 248,9 –89,0
EBIT-Marge 1,0 % –2,0 % –6,1 % 2,8 % 7,6 % –0,7 %
Ergebnis vor Steuern 10,8 –74,4 –193,1 57,0 221,3 –230,3
Ergebnis nach Steuern1 31,7 –69,7 –206,1 116,5 191,0 –216,5
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 48.654 47.894 47.917 47.871 48.654 49.682 –2,1

1 Vor Abzug von Hybridkapitalzinsen (sofern relevant) und nicht beherrschenden Anteilen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

43 STEEL DIVISION MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF

Der Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 brachte für die Steel Division mit der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in Europa und den daraus resultierenden Lockdowns markante Nachfrageeinbrüche über nahezu alle Kundensegmente. Auf diese gravierende Entwicklung reagierte die Steel Division mit verstärkten Kosten- und Effizienzmaßnahmen, einer Vertriebsoffensive sowie der Reduktion der Produktionskapazität durch die temporäre Stilllegung eines Hochofens. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres stellte sich nach dem Sommer 2020 am europäischen Stahlmarkt eine Erholung der Nachfrage ein, die bis zum Ende der Berichtsperiode Züge eines Booms annahm. Die Industrie für Konsumgüter- und Hausgeräte konnte sich selbst in der schwierigen Phase zu Beginn des Geschäftsjahres gut behaupten und fand relativ schnell zu einem zufriedenstellenden Nachfrageniveau zurück. Nicht zuletzt lösten die Umstände des Lockdowns eine starke Nachfrage nach neuen Hausgeräten aus, die bis Ende des Geschäftsjahres ungebrochen anhielt. Ein ähnlicher Verlauf war in der Bauindustrie zu beobachten.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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Diese war während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 von Baustellenschließungen betroffen, konnte aber schon über den Sommer rasch wieder an die solide Entwicklung vor COVID-19 anschließen. Nach der leichten, saisonal bedingten Abschwächung über die Wintermonate zeigte sich die Nachfrage zu Ende des Geschäftsjahres bereits wieder auf hohem Niveau.

Die Automobilindustrie in Europa musste im April 2020 ihre Produktion zu weiten Teilen stilllegen, ehe diese im Mai bzw. Juni sukzessive wieder hochgefahren wurde. Die zunächst langsame Erholung gewann über den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres deutlich an Dynamik. So konnten im Automobilsegment bald wieder Auftragseingänge auf dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie verzeichnet werden. Die schnelle und starke Erholung war auch vom Bestreben zur Auffüllung der Supply Chain getrieben, nachdem die Lagerstände während der Sommerstillstände stark zurückgefahren worden waren. Diese Lagerstände erreichten jedoch bis zum Ende des Geschäftsjahres nicht mehr Normalniveau, da die Nachfrage nach Autos stärker und schneller als allgemein erwartet anzog. Insbesondere Premiumhersteller, die auch Märkte in Nordamerika und Asien bedienen, konnten von der dortigen positiven Marktdynamik profitieren. Die unerwartet starke Erholung der Nachfrage stellte die Halbleiterindustrie vor Lieferschwierigkeiten, wodurch in den letzten Monaten des Geschäftsjahres die Automobilproduktion aufgrund fehlender Elektronikteile etwas gebremst wurde. Die Nachfrage nach hochqualitativen Stählen im Kfz-Bau blieb dessen ungeachtet auf sehr hohem Niveau.

Der Maschinenbausektor war neben der stark rückläufigen Konjunktur in Europa von den Reisebeschränkungen in die traditionellen Exportmärkte schwer getroffen und büßte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 stark an Nachfrage ein. Dementsprechend setzte die Erholung erst später gegen Ende des Kalenderjahres ein. Im letzten Geschäftsquarter war die Marktsituation jedoch auch in diesem Segment als sehr gut zu bewerten.

Der Energiebereich als ein wesentlicher Markt für das Produktsegment Grobblech ist insgesamt schwer unter Druck geraten. Neben der Schwächung der Nachfrage durch COVID-19 liegt die Ursache primär in der ölpreisbedingt geringen Investitionstätigkeit in diesem Segment. Diese Situation hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2020/21 bisher nur unwesentlich entspannt. Mit dem Fokus auf Spezialanwendungen zeigt sich das Produktsegment Grobblech in der Lage, die Rückgänge angesichts dieser widrigen Marktphase teilweise zu kompensieren.

Mit dem Einbruch der Auftragseingänge im Zuge der Pandemie mussten in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 die Produktionskapazitäten des Werkes in Linz, Österreich, angepasst und ein kleiner Hochofen vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Dank einer konzentrierten Marktbearbeitung und der Flexibilität der Produktion konnte der Hochofen im September wieder voll in Betrieb genommen werden.

Trotz global tiefgreifender Marktverwerfungen unter dem Einfluss von COVID-19 stieg auf der Rohstoffseite der Preis für Eisenerz in der Berichtsperiode weiter an. Dies ist auf die expansive Entwicklung Chinas als weltweit größter Stahlproduzent zurückzuführen. China gelang es, die Pandemie relativ rasch einzudämmen und mit staatlichen Investitionsprojekten die Rohstahlproduktion auf neue Rekordwerte zu treiben. Zu den übrigen für die Stahlherstellung wesentlichen Einsatzstoffen zählen insbesondere Kohle, Schrott und Energie. Diese reagierten auf die gedrosselte Produktion außerhalb Chinas zunächst mit sinkenden Preisen. Mit der wieder gestiegenen Stahlproduktion in Europa und Nordamerika erhöhten sich gegen Ende der Berichtsperiode die Preise insbesondere für Schrott und Eisenerz deutlich.

Die Stahlpreise entwickelten sich am europäischen Spotmarkt zu Beginn des Geschäftsjahres entlang der reduzierten Nachfrage rückläufig. Nach einer Stabilisierung im Sommer stiegen sie im 3. Geschäftsquarter wieder rasch und deutlich an und gewannen im letzten Geschäftsquarter noch einmal an zusätzlicher Dynamik. Ausschlaggebend dafür war die unerwartet schnell zurückgekehrte Nachfrage für Stahl und eine Produktion, die angesichts stillgelegter Kapazitäten der europäischen Stahlhersteller nur verzögert und teilweise schleppend hochlief. Dazu kamen noch steigende Rohstoffkosten und die geringe Verfügbarkeit von Stahlimporten aufgrund einer ähnlichen Stahlknappheit in Nordamerika und einem sehr dynamischen Stahlmarkt in China.

Im kurz- und mittelfristigen Geschäft musste die Steel Division ebenfalls Preisrückgänge zu Beginn des Geschäftsjahres hinnehmen. Die Struktur der bestehenden Kontrakte ließ diese jedoch geringer ausfallen als auf den Spotmärkten und führte insgesamt dazu, dass die Preiserhöhungen in der 2. Hälfte der Berichtsperiode etwas zeitverzögert zu den Spotmärkten zum Tragen kamen.

Angesichts der gedrosselten Stahlproduktion in Nordamerika und Europa zeigte sich die Nachfrage für die Direktreduktionsanlage in Texas, USA, über weite Strecken des 1. Halbjahres 2020/21 deutlich gedämpft. Die Akquisition neuer Kunden in Fernost konnte diese Marktschwäche nur teilweise ausgleichen. Im 2. Halbjahr verbesserte sich das Marktumfeld signifikant mit der verstärkten Nachfrage nach Stahl in Nordamerika und der damit verbundenen Preissteigerung bei Einsatzstoffen wie HBI.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Die unterjährige Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren folgte dem Einbruch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 und erholte sich analog zur Geschäftsentwicklung im weiteren Verlauf.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 insgesamt reduzierten sich die Umsatzerlöse der Division um 7,7 % im Jahresvergleich auf 4.216,7 Mio. EUR (2019/20: 4.570,5 Mio. EUR). In etwa die Hälfte des Umsatzrückgangs im Geschäftsjahr 2020/21 ist auf verminderte Liefermengen zurückzuführen. Dazu kamen noch ein etwas niedrigeres Preisniveau sowie ein geringerer Produktmixanteil hochpreisiger Grobblechlieferungen im Vergleich zum Vorjahr.

Das EBITDA konnte die Steel Division im Geschäftsjahr 2020/21 mit 486,6 Mio. EUR (Marge 11,5 %) im Vergleich zum Vorjahr (494,0 Mio. EUR, Marge 10,8 %) annähernd stabil halten. Das Minus bei den Absatzzahlen sowie leicht niedrigere Kontraktpreise konnten durch striktes Kostenmanagement sowie etwas geringere Aufwendungen für Rohstoffe nahezu egalisiert werden. Unterstützend wirkte dabei auch die Inanspruchnahme von staatlichen Kurzarbeitsmodellen. Ebenso wie bei den Umsatzzahlen verbesserte sich 2020/21 auch das EBITDA der Steel Division nach dem Einbruch zu Beginn über den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres.

Die Entwicklung des EBIT in der Steel Division war sowohl im Vorjahr als auch in der aktuellen Berichtsperiode durch Einmaleffekte belastet. Im vorigen Geschäftsjahr 2019/20 waren außerordentliche Abschreibungen bei der Direktreduktionsanlage in Texas, USA, sowie bei der Foundry-Gruppe (Stahlguss) im Ausmaß von 240 Mio. EUR vorzunehmen. 2020/21 verringerten außerordentliche Abschreibungen bei der Direktreduktionsanlage in Texas das EBIT um 163 Mio. EUR. Trotzdem erreichte die Division für das Geschäftsjahr 2020/21 ein positives EBIT in der Höhe von 9,2 Mio. EUR (Marge 0,2 %). Im Vorjahr 2019/20 musste die Steel Division ein EBIT von –100,6 Mio. EUR (Marge –2,2 %) ausweisen.

Der unmittelbare Vergleich vom 3. auf das 4. Quartal 2020/21 bestätigt den deutlichen Aufwärtstrend in der Steel Division. So stiegen die Umsatzerlöse im 4. Quartal um 11,9 % auf 1.260,3 Mio. EUR (3. Quartal: 1.125,9 Mio. EUR). Da ein Großteil der Kundenverträge geschäftsüblich mit Jahreswechsel neu verhandelt wird, konnten im 4. Quartal höhere Preise realisiert werden. Die Preissteigerungen waren eine Folge der signifikanten Nachfragesteigerung nach Stahlprodukten der Steel Division nach dem Sommer, zusätzlich getrieben von markant gestiegenen Preisen für Eisenerz. Das positive Marktumfeld führte neben der Vollauslastung der Kapazitäten im 4. Quartal auch zu einer Steigerung der Versandmengen um 7 % im Vergleich zum Vorquartal. Im Ergebnis verbesserten sich das EBITDA im 4. Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 47,3 % auf 193,6 Mio. EUR (3. Quartal: 131,4 Mio. EUR) sowie die EBITDA-Marge von 11,7 % auf 15,4 %. Noch markanter fiel der Anstieg beim EBIT aus, das um 162,3 % von 49,1 Mio. EUR auf 128,8 Mio. EUR zunahm. Die EBIT-Marge erhöhte sich damit von 4,4 % auf 10,2 %.

Nach einem Rückgang der Beschäftigtenzahl (FTE) im 1. Quartal 2020/21 infolge des konjunkturell schwierigen Marktumfeldes stieg der Mitarbeiterstand parallel mit der verbesserten Auslastungssituation in den Folgequartalen wieder etwas an. Per 31. März 2021 lag die Beschäftigtenzahl mit 10.461 wieder in etwa auf dem Niveau zum 31. März 2020 (10.419).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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KUNDEN DER STEEL DIVISION

MÄRKTE DER STEEL DIVISION

QUARTALSENTWICKLUNG DER STEEL DIVISION

1. Quartal 2020/21 2. Quartal 2020/21 3. Quartal 2020/21 4. Quartal 2020/21 GJ 2020/21 2019/20 Veränderung in %
Umsatzerlöse 834,9 995,6 1.125,9 1.260,3 4.216,7 4.570,5 –7,7
EBITDA 68,2 93,4 131,4 193,6 486,6 494,0 –1,5
EBITDA-Marge 8,2 % 9,4 % 11,7 % 15,4 % 11,5 % 10,8 %
EBIT –13,5 –155,2 49,1 128,8 9,2 –100,6
EBIT-Marge –1,6 % –15,6 % 4,4 % 10,2 % 0,2 % –2,2 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.181 10.321 10.342 10.461 10.461 10.419 0,4

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

47

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF

Die COVID-19-Pandemie dämpfte die Nachfrage nach Werkzeugstahl und Sonderwerkstoffen über weite Teile des Geschäftsjahres 2020/21. Erst im Verlauf des 3. Geschäftsquarters zeichnete sich auf den Märkten eine leichte Erholung ab, die sich gegen Ende des Geschäftsjahres verfestigte.# Dementsprechend mussten die Produktionskapazitäten im Geschäftsbereich High Performance Metals Production (HPM) an die reduzierte Nachfrage angepasst werden. Produktionsstandorte und Gesellschaften mit starkem Bezug zur Luftfahrt- sowie Öl- und Gasindustrie waren dabei am deutlichsten betroffen. Um in diesem Umfeld Ergebnisse und Cashflow zu stabilisieren, wurden umfangreiche Maßnahmen auf der Kosten- und Effizienzseite eingeleitet. Dies betraf auch den Geschäftsbereich Value Added Services, der das internationale Vertriebsnetz der Gesellschaft umfasst. Neben den Kapazitätsanpassungen erfolgte hier punktuell auch eine Konzentration von Standorten. Wachstum verzeichnete die Division hingegen trotz des schwierigen Umfeldes im strategischen Zukunftsfeld 3D-Druck – sowohl bei der Herstellung von metallurgischem Pulver als auch bei additiv gefertigten Teilen und Komponenten. Die High Performance Metals Division verfügt mittlerweile über ein weltweites Netz an 3D-Druck-Standorten.

WERKZEUGSTAHL

Im Produktsegment Werkzeugstahl entwickelte sich der Bereich Medizintechnik infolge der COVID-19-Pandemie über das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 deutlich positiv. In den übrigen Märkten des Produktsegments kam es nach dem Einbruch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 im Verlauf des 2. Halbjahres zu einer Erholung am Markt, die gegen Ende der Berichtsperiode an Dynamik gewinnen konnte. Vor allem die Automobilindustrie, die zu Beginn des Geschäftsjahres die Produktion eingestellt hatte, erholte sich nach dem Wiederanfahren der Automobilwerke über den Sommer wieder. Jedoch bedeutete die verzögerte Freigabe von neuen Projekten und Modellen vorerst nur eine moderate Nachfragesteigerung nach Werkzeugstahl. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres zog die Nachfrage spürbar an. Der Bereich Konsumgüter war insgesamt etwas weniger volatil, nicht zuletzt aufgrund der relativ robusten Entwicklung Chinas über das gesamte Geschäftsjahr. In den anderen Wirtschaftsregionen setzte sich in der 2. Geschäftshälfte eine deutliche Erholung durch.

SONDERWERKSTOFFE

Im Produktsegment Sonderwerkstoffe war die Division über das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 mit massiven Einschnitten bei der Luftfahrtindustrie konfrontiert. Trotz einer Zunahme des Flugverkehrs in den kontinentalen Märkten in China und USA im Verlauf des Berichtsjahres blieb die Nachfrage der großen Flugzeugbauer stark reduziert. Neben der wesentlich verringerten Baurate trug dazu auch der schrittweise Abbau des Bestandes an fertigen Flugzeugen bei. Im Bereich Öl und Gas zeigte sich nach sehr herausfordernden Marktbedingungen zu Beginn des Geschäftsjahres im 2. Halbjahr eine leichte Belebung. So wurde etwa mit dem Ausbau erschlossener Ölfelder wieder begonnen, wobei die Division speziell im Bereich der Offshore-Projekte profitierte. Der im 3. Quartal leicht gestiegene Ölpreis führte auch zu einer beginnenden Erholung im Bereich der Exploration. Aufgrund hoher Lagerbestände erhöhte sich die Nachfrage nach Produkten der Division allerdings nur moderat.

Regionale Entwicklung

Europa

In der Europäischen Union führten insbesondere die Werksschließungen der Automobilindustrie zu Beginn des Geschäftsjahres zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Werkzeugstahl. Im weiteren Verlauf verbesserte sich der Autoabsatz in Europa, nicht zuletzt getrieben von Anreizprogrammen wie der gesenkten Mehrwertsteuer in Deutschland. Ab Mitte des Geschäftsjahres zeichnete sich für die Produkte der High Performance Metals Division eine leichte Belebung aus diesem Marktsegment ab, wirklich spürbar wurden die Erholungstendenzen aber erst gegen Ende der Berichtsperiode. Eine deutliche Belebung im Verlauf des Geschäftsjahres 2020/21 verzeichneten die schweren Nutzfahrzeuge aufgrund von Aufholeffekten und der gut laufenden Bauindustrie. Ebenfalls zulegen konnte der Maschinenbau. Auch die Nachfrage nach Schnellarbeitsstählen, z. B. für Bohrer, stieg angesichts der Lockdowns in Europa und damit intensivierter Heimwerkeraktivitäten an. Der insgesamt stärkste Rückgang am europäischen Markt kam aus dem Bereich Luftfahrt, wobei das 2. Halbjahr zumindest eine Stabilisierung brachte.

Nordamerika

In Nordamerika war die Division aufgrund des überproportionalen Anteils der Sektoren Luftfahrt sowie Öl und Gas im Produktportfolio am stärksten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie konfrontiert. Die Öl- und Gasindustrie war zu Beginn der Pandemie vom rasant fallenden Ölpreis besonders betroffen. Die Exploration wurde auf die effizientesten und kostengünstigsten Förderstätten beschränkt. Entsprechend negativ waren die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Equipment. Im Verlauf des Geschäftsjahres erholte sich der Ölpreis von den Tiefstständen im Frühjahr, woraufhin die Explorationstätigkeit wieder vorsichtig ausgeweitet wurde. Für die Sonderwerkstoffe der Division bedeutete dies aber trotz der Erholung im 2. Halbjahr 2020/21 eine Nachfrage auf insgesamt gesehen niedrigem Niveau. Auf Seiten der Automobilindustrie kam es wie in Europa zu Beginn des Geschäftsjahres zu Unterbrechungen in der Produktion. Nach dem Sommer stellte sich ebenso wie im breiten Segment des Werkzeugbaus eine Erholung der Nachfrage ein, die aber insgesamt ein moderates Niveau nicht überstieg. Zusätzlich erschwerend wirken sich für die Division nach wie vor die Zölle von 25 % (Section 232) auf alle Stahlprodukte aus.

Südamerika/Brasilien

In Brasilien waren die behördlichen Einschränkungen im Zuge der Pandemiebekämpfung wesentlich weniger umfangreich, verglichen mit anderen Wirtschaftsräumen. Zwar brach auch hier die Nachfrage zu Beginn des Geschäftsjahres ein, jedoch war rasch eine Markterholung spürbar. Neben der relativ stabilen Inlandsnachfrage bei Werkzeugstählen kam es im Verlauf des Geschäftsjahres auch zu einer Belebung der Nachfrage nach Sonderwerkstoffen für die Öl- und Gasindustrie. Die Währungsrelationen wirkten überdies belebend auf die brasilianische Wirtschaft und in weiterer Folge auf die Nachfrage nach Produkten der High Performance Metals Division.

Asien/China

Die Marktentwicklung in Asien zeigte sich uneinheitlich: Während China bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 rasch zu wirtschaftlicher Stärke zurückfand, litten die übrigen asiatischen Märkte spürbar unter der Pandemie. Die Nachfrage nach Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl war in China zu Beginn des Geschäftsjahres von den Märkten für Konsumgüter, insbesondere der Unterhaltungselektronik, sowie für Medizintechnik getragen. Im weiteren Verlauf stieg die Nachfrage nach Produkten der High Performance Metals Division auch von Seiten der Automobilindustrie. Insgesamt erwies sich damit China als robustester Markt im Geschäftsjahr 2020/21.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Im Geschäftsjahr 2020/21 verzeichnete die High Performance Metals Division im Jahresvergleich bei den Umsatzerlösen einen Rückgang um 20,4 % auf 2.299,8 Mio. EUR (2019/20: 2.891,0 Mio. EUR). Dabei verliefen die Umsatzeinbußen je nach Region und Branche unterschiedlich. Regional betrachtet entwickelten sich die Umsatzerlöse in China deutlich günstiger als in Europa und Nordamerika, wo das Geschäftsvolumen im Zuge der COVID-19-Pandemie deutlich abnahm. Insgesamt reduzierten sich die Absatzmengen im Geschäftsjahr 2020/21 um 13 %, wobei vor allem die Versandmengen von Sonderwerkstoffen für den Öl- und Gassektor bzw. für die Luftfahrtindustrie stark unter Druck kamen. Die Auslieferungen von Werkzeugstahl für die Auto- und Konsumgüterindustrie verminderten sich im Jahresvergleich nur in geringerem Ausmaß. Zusätzlich belasteten das leicht geringere Preisniveau bzw. nachteilige Faktoren im Produktmix die Umsatzentwicklung in der aktuellen Berichtsperiode.

Auf der Ergebnisseite war der Mengenrückgang neben dem etwas ungünstigeren Produktmix der wesentliche Treiber für die Abschwächung. Konsequent umgesetzte Kostenmaßnahmen konnten den Rückgang beim EBITDA dämpfen. Staatliche Kurzarbeitsmodelle wurden insbesondere an Standorten mit temporärer Nachfrageschwäche in Anspruch genommen. Strukturelle Einschnitte waren bei jenen Gesellschaften notwendig, die stark auf die Flugzeug- sowie Öl- und Gasindustrie ausgerichtet sind. Das EBITDA der Division verminderte sich für das Geschäftsjahr 2020/21 im Jahresvergleich um 22,3 % auf 214,4 Mio. EUR bei einer Marge von 9,3 % (2019/20: 276,0 Mio. EUR; Marge 9,5 %). Das EBIT sank im gleichen Zeitraum um mehr als ein Drittel auf 48,8 Mio. EUR 2020/21 bei einer Marge von 2,1 % (2019/20: 76,6 Mio. EUR; Marge 2,6 %). Zu berücksichtigen sind dabei die Einmaleffekte im Geschäftsjahr 2019/20: Im Vorjahr belasteten Sanierungsaufwendungen bei Buderus Edelstahl in Wetzlar, Deutschland, sowie Vorsorgen das EBITDA mit insgesamt 54 Mio. EUR. Auf das EBIT des Vorjahres wirkten sich zusätzlich Sonderabschreibungen beim deutschen Edelstahlwerk in Höhe von 26 Mio. EUR negativ aus.

Im direkten Vergleich vom 3. zum 4. Quartal 2020/21 spiegeln sich die Aufwärtstendenzen in wesentlichen Kundensegmenten wider. Die Absatzmengen konnten deutlich gesteigert werden. Ein geringfügig höheres Preisniveau infolge gestiegener Legierungskosten trug im 4. Quartal weiters zum Anstieg der Umsatzerlöse um 16,5 % auf 666,1 Mio. EUR bei (3. Quartal: 572,0 Mio. EUR). Die höheren Versandmengen sowie eine bessere Auslastung der Produktionsbetriebe bei unverändertem Fokus auf der Kostenseite führten in der Folge zu einer signifikanten Stärkung der Ergebnisse im 4. Quartal. Das EBITDA verbesserte sich um 50,6 % auf 82,7 Mio. EUR bei einer Marge von 12,4 % (3. Quartal: 54,9 Mio. EUR; Marge 9,6 %). Das EBIT stieg von 14,7 Mio. EUR (Marge 2,6 %) auf 40,3 Mio. EUR (Marge 6,1 %).

Zum 31. März 2021 waren in der High Performance Metals Division 12.586 Mitarbeiter (FTE) beschäftigt.Dies entspricht zum Vergleichstag des vorherigen Geschäftsjahres (13.404) einem Rückgang um 6,1 %. Dieser ist die Konsequenz der strukturellen Anpassungen des Personalstandes an Standorten, die mit längerfristigen Marktschwächen konfrontiert sind.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

51 KUNDEN DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

MÄRKTE DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

QUARTALSENTWICKLUNG DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

Mio. EUR 1. Quartal 2020/21 2. Quartal 2020/21 3. Quartal 2020/21 4. Quartal 2020/21 GJ 2020/21 GJ 2019/20 Veränderung in %
Umsatzerlöse 527,3 534,4 572,0 666,1 2.299,8 2.891,0 –20,4
EBITDA 40,4 36,4 54,9 82,7 214,4 276,0 –22,3
EBITDA-Marge 7,7 % 6,8 % 9,6 % 12,4 % 9,3 % 9,5 %
EBIT –1,5 –4,7 14,7 40,3 48,8 76,6 –36,3
EBIT-Marge –0,3 % –0,9 % 2,6 % 6,1 % 2,1 % 2,6 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 12.902 12.381 12.369 12.586 12.586 13.404 –6,1

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

52 METAL ENGINEERING DIVISION

MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF

Bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr hatten sich die beiden Geschäftsbereiche der Metal Engineering Division unterschiedlich entwickelt. Während Railway Systems eine stabil zufriedenstellende Tendenz aufwies, war Industrial Systems mit zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen konfrontiert. Die COVID-19-Pandemie verstärkte den negativen Trend bei Industrial Systems zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 nochmals deutlich. Erst in den Folgequartalen kam es zu einer leichten Belebung der Auftragseingänge.

Vor allem in den Produktsegmenten Wire Technology (Draht) und Tubulars (Nahtlosrohre) sank die Auslastung deutlich. Beide Segmente reagierten mit umfangreichen Programmen der Kostensenkung sowie mit der Umsetzung notwendiger Personalmaßnahmen einschließlich der Anmeldung von Mitarbeitern zu staatlichen Kurzarbeitsprogrammen.

Angesichts der rückläufigen Nachfrage nach Vormaterialien im Geschäftsbereich Industrial Systems wurde die geplante Instandhaltung eines der beiden Hochöfen am Standort Donawitz, Österreich, auf Mitte Juni 2020 vorgezogen.

Der Geschäftsbereich Railway Systems dagegen konnte trotz der Pandemie die zufriedenstellende Performance der Vorjahre über den gesamten Verlauf des Geschäftsjahres weitgehend fortsetzen. Der „systemrelevante“ Geschäftsbereich Railway Systems zeigte selbst unter den Bedingungen weitreichender COVID-19-Lockdowns zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 eine gute Performance. Trotz vereinzelter Projektverschiebungen entwickelte sich die Nachfrage für Bahninfrastruktur stabil. Das Produktsegment Rails (Schienen) zeichnete sich über das gesamte Geschäftsjahr durch eine gute Buchungslage in Europa aus. Vor allem die europäischen Kernmärkte in Westeuropa erwiesen sich als stabilisierender Faktor. Einzig die Abrufe der osteuropäischen Kunden blieben etwas unter dem Vorjahresniveau zurück. In außereuropäischen Märkten verzögerten sich fallweise Projekte, worauf der Wettbewerbsdruck für die verbliebenen Erhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen in der Bahninfrastruktur stieg. Abgesehen von den üblichen saisonalen Schwankungen infolge reduzierter Aktivitäten der Bahnbetreiber in den Wintermonaten bewegte sich die Auslastung der Schienenproduktion in Donawitz, Österreich, über das gesamte Geschäftsjahr hinweg auf einem soliden Niveau.

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Das Produktsegment Turnout Systems (Weichensysteme) ist weltweit mit Standorten in Kundennähe geografisch sehr breit aufgestellt. Selbst am Höhepunkt der COVID-19-Lockdowns profitierte das Segment von einer robusten Nachfrage in Europa und den Überseeregionen. In den wichtigsten europäischen Märkten kam es mit Ausnahme von einigen osteuropäischen Ländern kaum zu Projektverzögerungen. Außerhalb Europas waren die auf den Schwerlastverkehr ausgerichteten Märkte in Australien und Brasilien durch eine dynamische Bedarfsentwicklung gekennzeichnet. Auch die chinesischen Standorte konnten die staatlichen Infrastrukturmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft nutzen. Im 4. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres war dort die Weichenproduktion angesichts der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 noch für einige Wochen eingeschränkt. In den USA haben die großen, auf den Gütertransport fokussierten Bahngesellschaften („Class I“) ihre Investitionen in das Schienennetz infolge der konjunkturellen Eintrübung zurückgefahren. Etwas positiver gestaltete sich das Umfeld in den USA bei Bahnbetreibern im Nahverkehr.

Nachdem das Produktsegment Signaling (Signaltechnik) in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, kam es im Geschäftsjahr 2020/21 zu einer Konsolidierungsphase. Vor allem bei digitalisierten Weichendiagnosesystemen und Gefahrmeldeanlagen für das rollende Material zeigten sich in den Überseemärkten Brasilien und Australien die Projektaktivitäten infolge der COVID-19-Reisebeschränkungen eingeschränkt. Das 4. Quartal 2020/21 war auch in Europa durch eine saisonal abflachende Nachfrage geprägt.

Im Unterschied zur weitgehend stabilen Entwicklung des Geschäftsbereichs Railway Systems war der Geschäftsbereich Industrial Systems im Geschäftsjahr 2020/21 mit hochgradig herausfordernden Bedingungen konfrontiert. So war das Produktsegment Wire Technology (Draht) im 1. Quartal als Lieferant für die europäische Autozulieferindustrie von den mehrwöchigen Produktionsstopps der Autoproduzenten stark betroffen. Die Inanspruchnahme staatlicher Kurzarbeitsmodelle erlaubte es, den temporären Einbruch der Nachfrage im Zuge von COVID-19 personalseitig zu überbrücken. Nachdem zuerst die Bestände innerhalb der Wertschöpfungskette abgebaut wurden, setzte im Herbst 2020 eine deutliche Marktbelebung ein. Trotz bestehender Versorgungsschwierigkeiten mit Halbleitern und entsprechender Volatilität des Produktionsniveaus von Pkws in Europa entwickelten sich die Lieferungen von Walzdraht und gezogenem Draht im 4. Quartal robust.

Besonders herausfordernd gestalteten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre). Bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 waren die Bedingungen bei Nahtlosrohren für den Öl- und Gassektor schwieriger geworden. Darüber hinaus sind im wichtigen US-Markt Stahlimporte unverändert durch Schutzzölle von 25 % (Section 232) belastet. Die im Zuge der Pandemie einbrechenden Ölpreise führten dazu, dass Explorationstätigkeiten weltweit nahezu zum Stillstand kamen. Zu Beginn des Geschäftsjahres lag der „Rig Count“ in den USA, der die aktiven Bohrfelder umfasst, auf einem historisch niedrigen Niveau. Dementsprechend reduziert zeigte sich in den ersten drei Quartalen 2020/21 die Auslastung am Standort Kindberg, Österreich. Erst im 4. Quartal wurde mengenmäßig eine leichte Erholung sichtbar, während die Preise trotz stark steigender Vormaterialkosten noch niedrig blieben. Bereits ein Quartal früher setzte eine Trendumkehr bei Industrierohren ein, die unter anderem von der Autozulieferindustrie weiterverarbeitet werden. In diesem insgesamt widrigen ökonomischen Umfeld nutzte der Produktionsstandort Kindberg die staatlichen Kurzarbeitsmodelle und nahm darüber hinaus auch notwendige, strukturelle Einschnitte auf der Kostenseite vor. Um der weiter volatilen Buchungs- und Auslastungssituation Rechnung zu tragen, wurden flexible Schichtmodelle implementiert.

Auch das Produktsegment Welding (Schweißtechnik) wurde von den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Krise im Geschäftsjahr 2020/21 negativ beeinflusst. Etwas unter dem Niveau des Vorjahres, wies das Segment letztlich eine positive Tendenz auf: Gegen Ende des Geschäftsjahres erholten sich die Aktivitäten wieder signifikant. Mit ein Grund dafür ist die Entwicklung in China, wo die Lieferungen von Schweißzusatzstoffen für die Kranindustrie weiter zulegten. In den USA und im Mittleren Osten lag das Geschäftsvolumen als Konsequenz der Schwäche im Öl- und Gassektor deutlich unter dem Geschäftsjahr 2019/20. In Europa war mit der Eintrübung in der Autoindustrie vor allem Deutschland durch eine nachlassende Dynamik geprägt. In Südamerika gestaltete sich das Umfeld trotz der hohen COVID-19-Infektionsraten einigermaßen zufriedenstellend.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

54 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Dank der relativ stabilen Entwicklung im Geschäftsbereich Railway Systems konnte die Metal Engineering Division die negative Auswirkung von COVID-19 auf die Leistungsindikatoren in Grenzen halten. Nahezu der gesamte Rückgang der Umsatzerlöse um 9,3 % auf 2.667,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21 (2019/20: 2.941,7 Mio. EUR) ist dem Geschäftsbereich Industrial Systems zuzurechnen. Vor allem das Produktsegment Tubulars verzeichnete starke Einbußen. Auch das Produktsegment Wire Technology war aufgrund des Einbruches der europäischen Autozulieferindustrie im 1. Halbjahr 2020/21 mit einer Abschwächung des Absatzvolumens konfrontiert. In der 2. Hälfte des Geschäftsjahres konnte Wire Technology die Auslieferungen im Vorjahresvergleich wieder leicht steigern. Rasch implementierte Maßnahmen auf der Effizienz- und Kostenseite sowie staatliche Unterstützungsprogramme im Zusammenhang mit COVID-19 ermöglichten es, den ergebnismäßigen Abschwung bei Industrial Systems zu dämpfen.

Das EBITDA der Metal Engineering Division verminderte sich 2020/21 im Jahresvergleich um 23,7 % auf 229,7 Mio. EUR bei einer Marge von 8,6 % (2019/20: 301,1 Mio. EUR; Marge 10,2 %). Das EBIT ging im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte auf 16,3 Mio. EUR bei einer Marge von 0,6 % zurück (2019/20: 32,9 Mio. EUR; Marge 1,1 %).

Sowohl im Vorjahr wie auch im aktuellen Geschäftsjahr sind in den Ergebniszahlen Sondereffekte inkludiert. 2019/20 kamen 5 Mio. EUR EBITDA-wirksame negative Einmaleffekte zum Tragen. Darüber hinaus wurden in den Segmenten Tubulars und Welding außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, die das EBIT zusätzlich mit 83 Mio. EUR belasteten.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

55 KUNDEN DER METAL ENGINEERING DIVISION

MÄRKTE DER METAL ENGINEERING DIVISION

QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL ENGINEERING DIVISION

Mio. EUR 1. Quartal 2020/21 2. Quartal 2020/21 3. Quartal 2020/21 4. Quartal 2020/21 GJ 2020/21 GJ 2019/20 Veränderung in %
Umsatzerlöse 669,2 666,7 623,7 707,7 2.667,3 2.941,7 –9,3
EBITDA 54,6 55,7 47,2 72,2 229,7 301,1 –23,7
EBITDA-Marge 8,2 % 8,3 % 7,6 % 10,2 % 8,6 % 10,2 %
EBIT 10,3 –19,9 1,8 24,1 16,3 32,9 –50,5
EBIT-Marge 1,5 % –3,0 % 0,3 % 3,4 % 0,6 % 1,1 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 13.061 12.878 12.773 13.145 13.145 13.310 –1,2

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden 34 Mio. EUR an außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen, die überwiegend dem Produktsegment Tubulars zuzuordnen sind. Im Vergleich vom 3. zum 4. Quartal 2020/21 konnte die Metal Engineering Division ihre Leistungsindikatoren verbessern. So erhöhten sich im 4. Quartal die Umsatzerlöse um 13,5 % auf 707,7 Mio. EUR (3. Quartal: 623,7 Mio. EUR). Das Produktsegment Tubulars konnte die Versandmengen im Quartalsvergleich massiv steigern. Signifikant wachsendes Absatzvolumen wiesen auch Wire Technology und Welding aus. Auch Preisanstiege bei Draht- und Nahtlosrohren trugen zu den steigenden Umsatzerlösen im direkten Quartalsvergleich bei, während Railway Systems die insgesamt stabile Entwicklung auch gegen Ende des Geschäftsjahres fortsetzte. Mit dem zunehmenden Geschäftsvolumen ist auch eine Ausweitung auf der Ergebnisseite verbunden. Das EBITDA steigerte sich im 4. Quartal um mehr als die Hälfte auf 72,2 Mio. EUR (3. Quartal: 47,2 Mio. EUR), womit die EBITDA-Marge von 7,6 % auf 10,2 % anwuchs. Das EBIT vervielfachte sich vom 3. zum 4. Quartal 2020/21 von 1,8 Mio. EUR auf 24,1 Mio. EUR. Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) in der Metal Engineering Division verminderte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 um 1,2 % auf 13.145 (2019/20: 13.310). Die Reduktion des Personalstandes ergibt sich aus der abschwächenden Nachfrage in den Produktsegmenten Tubulars und Wire Technology.

56 METAL FORMING DIVISION

MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF

Herausfordernde Bedingungen am Beginn und in der Folge eine kontinuierliche Verbesserung des Umfeldes prägten die Entwicklung der Metal Forming Division im Geschäftsjahr 2020/21. Maßgeblich für diesen Trend waren in erster Linie die wirtschaftlichen Konsequenzen der COVID-19-Pandemie, die sich unterschiedlich auf die einzelnen Geschäftsbereiche der Division auswirkten. So kam das Geschäft bei Automotive Components im 1. Quartal aufgrund verbreiteter Produktionsstillstände der Automobilhersteller beinahe zum Erliegen. Im Gegensatz dazu konnte der Bereich Warehouse & Rack Solutions vom verstärkten Trend zum Onlinehandel im Verlauf der Pandemie profitieren.

Der Start ins Geschäftsjahr 2020/21 gestaltete sich für den Geschäftsbereich Automotive Components (Automobilkomponenten) unter durchwegs schwierigen Rahmenbedingungen. Der Einbruch der Verkaufszahlen als Folge von COVID-19 veranlasste die OEMs (Original Equipment Manufacturer), ihre Autowerke in Europa und Nordamerika für einige Wochen komplett stillzulegen. Dementsprechend wurden die Automobilkomponentenwerke der voestalpine in Europa und Nordamerika für etwa eineinhalb Monate heruntergefahren. Ausgenommen waren jene Betriebe, deren Fokus auf dem Ersatzteilgeschäft liegt. Betroffene Mitarbeiter wurden zur Kurzarbeit bzw. zu ähnlichen Modellen angemeldet.

Als Ende April 2020 die Autohersteller in Europa die Produktionsanlagen wieder schrittweise hochfuhren, erholte sich die Auslastung der europäischen Standorte im Bereich Automotive Components sukzessive. Kurz darauf starteten auch die OEMs in den USA und Mexiko ihre Autowerke, wobei die Hochlaufkurven dort steiler als in Europa ausfielen. Da COVID-19 in China um einige Wochen früher ausbrach, waren die chinesischen Standorte des Geschäftsbereiches Automotive Components schon im 4. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres vom Einbruch der Nachfrage betroffen. Im 1. Quartal 2020/21 belebten sich die Auftragseingänge in China bereits wieder. In den Folgequartalen wirkte sich auch im Rest der Welt die zunehmende Erholung der weltweiten Autoabsatzzahlen positiv auf die Fertigungszahlen der OEMs aus. Dementsprechend verbesserte sich die Auslastung der Automobilkomponentenwerke der voestalpine bis zum Ende des Kalenderjahres 2020 kontinuierlich.

Im 4. Quartal des Berichtsjahres erhöhte sich die Volatilität der Abrufe von Seiten der OEMs wieder etwas. Versorgungsengpässe bei Halbleitern, von denen die Autohersteller in unterschiedlichem Ausmaß betroffen waren, führten zu Schwankungen in der Produktion. Neben den Herausforderungen durch COVID-19 kam es in den vergangenen Jahren auch zu einer strukturellen Veränderung insbesondere im exportorientierten Premiumsegment. Diese Hersteller haben zunehmend Produktionsbetriebe in ihren Wachstumsmärkten aufgebaut, womit es zu einer Konsolidierung der Fertigung in Deutschland kam. Zusätzlich kam es auch zu verstärkten Insourcing-Strategien auf Seiten der OEMs. Der Geschäftsbereich Automotive Components reagierte auf diese Entwicklung mit der Redimensionierung einzelner Standorte.

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Einen starken Aufwärtstrend im Geschäftsjahr 2020/21 verzeichnete der Geschäftsbereich Tubes & Sections (Rohre & Profile). Die Bedingungen zu Beginn des Geschäftsjahres waren hier etwas weniger herausfordernd als bei Automotive Components. Während sich anfangs das Umfeld aus der Nutzfahrzeug- sowie der Automobilindustrie noch schwierig gezeigt hatte, sorgten solide Auftragseingänge für Rohre und Profile aus dem boomenden Onlinehandel für leichte Entspannung. Mit zunehmender Fortdauer des Geschäftsjahres erholten sich auch andere wesentliche Kundensegmente des Bereiches Tubes & Sections. So verbesserte sich das Umfeld in der Bauindustrie zusehends, nachdem im 1. Quartal aufgrund von COVID-19-Projekte teilweise verschoben worden waren. Die positive Entwicklung in der Baubranche beschleunigte auch den Aufwärtstrend in der Nutzfahrzeugindustrie. Bei Lieferungen von sicherheitsrelevanten Rohrkomponenten für die Automobilindustrie gestaltete sich die Erholungskurve im Vergleich zu Automotive Components etwas flacher. Das liegt vor allem daran, dass diese Produkte an die globale Autozulieferindustrie versendet werden und sich die Belebung durch Lagereffekte etwas verzögerte. Positive Impulse gingen für den Bereich Tubes & Sections auch vom Anziehen der Bestellungen aus der Solarindustrie im Verlauf des Geschäftsjahres aus.

Was die regionale Entwicklung betrifft, so konnten die kontinentaleuropäischen Standorte von Quartal zu Quartal eine verbesserte Buchungslage ausweisen. Deutlich verhaltener zeigte sich die Entwicklung in Großbritannien, wo sich die Brexit-Effekte negativ auf das wirtschaftliche Umfeld auswirkten. In den USA konnte die Hochkonjunktur im Onlinehandel die wegbrechenden Lieferungen in der Flugzeugindustrie kompensieren. Während sich die Gesundheitskrise in Brasilien infolge von COVID-19 zuspitzte, gestaltete sich das ökonomische Umfeld auf dem größten südamerikanischen Markt deutlich positiver. In China wiederum entwickelten sich die wirtschaftlichen Bedingungen im Berichtsjahr nach rigorosen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weitgehend unbeeinflusst von COVID-19.

Wenngleich die Folgen der Pandemie deutlich spürbar waren, wies der Geschäftsbereich Precision Strip (Präzisionsstahlbänder) zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 eine vergleichsweise zufriedenstellende Tendenz auf. Mit ein Grund waren vorgezogene Bestellungen einiger Kunden angesichts der Befürchtung, dass es aufgrund der Lockdowns zu Versorgungsproblemen kommen könnte. Vielfach blieben die Abrufe in wesentlichen Branchen, wie z. B. der Autozulieferindustrie, der Sägeindustrie oder der Papier- und Druckindustrie, jedoch unter Normalniveau. Eine spürbare Erholung bei den Bestelleingängen setzte erst im Herbst ein. Markant zeigte sich das verbesserte Umfeld in der Sägeindustrie in den USA, nachdem die Nachfrage nach Sägebandstahl in dieser Region zu Beginn des Geschäftsjahres eingebrochen war. Hier machte sich nach dem Sommer eine deutliche Entspannung bemerkbar. Im 4. Quartal bewegten sich die Aufträge bereits über dem Vorkrisenniveau. Auch in Europa und China profitierte der Geschäftsbereich Precision Strip von einer zunehmenden Erholung der Absatzmärkte im Verlauf des Geschäftsjahres.

Das Wachstum des Internethandels hat unter COVID-19 noch weiter an Dynamik gewonnen. Von der damit verknüpften Nachfrage nach automatisierten Lagersystemen konnte der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions (Regalsysteme) stark profitieren. Zum Höhepunkt der Lockdowns in Europa im Frühjahr 2020 bewegten sich die Auftragseingänge auf Rekordniveau. Die Abwicklung laufender Projekte verzögerte sich jedoch im 1. Quartal des Berichtsjahres leicht aufgrund der logistischen Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres und mit der zunehmenden Lockerung der Pandemieauflagen gewann das Geschäft wieder stark an Momentum. Neben dem Hauptmarkt Europa wurden die Aktivitäten vermehrt auch auf den nordamerikanischen Markt ausgedehnt. Der hohe Auftragsstand mit Ende März 2021 sichert bereits eine ausgezeichnete Auslastung der Standorte für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Im Geschäftsjahr 2020/21 reduzierten sich die Umsatzerlöse der Metal Forming Division im Jahresvergleich um 10,0 % auf 2.553,9 Mio. EUR (2019/20: 2.838,3 Mio. EUR). Maßgeblich dafür war der Einbruch der Kundennachfrage im 1. Quartal 2020/21 infolge der Ausbreitung von COVID-19. Im sich aufhellenden Umfeld der Folgequartale stiegen die Umsatzerlöse wieder kontinuierlich an. Im 4. Quartal lag das Umsatzniveau bereits wieder über dem entsprechenden Vorjahresquartal.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 58

Trotz der hochgradig schwierigen Bedingungen zu Beginn des Geschäftsjahres konnte die Metal Forming Division ihre Ergebnisse im Jahresvergleich steigern. Allerdings belasteten im vorangegangenen Geschäftsjahr 2019/20 Einmaleffekte überwiegend im Geschäftsbereich Automotive Components das EBITDA im Ausmaß von 24 Mio. EUR und darüber hinaus außerordentliche Abschreibungen das EBIT zusätzlich um 52 Mio. EUR.

In Summe verbesserte sich das EBITDA der Metal Forming Division 2020/21 im Jahresvergleich um 34,7 % auf 273,8 Mio. EUR bei einer Marge von 10,7 % (2019/20: 203,3 Mio. EUR; Marge 7,2 %). Die beiden umsatzstärksten Geschäftsbereiche der Division, Automotive Components und Tubes & Sections, konnten die operative Performance trotz des herausfordernden Umfelds im 1. Quartal 2020/21 noch steigern. Die Geschäftsbereiche Precision Strip und Warehouse & Rack Solutions weisen demgegenüber eine stabile Ergebnisentwicklung aus. Auch das EBIT konnte mit einer Steigerung auf 124,0 Mio. EUR bei einer Marge von 4,9 % im Geschäftsjahr 2020/21 markant zulegen (2019/20: 8,8 Mio. EUR; Marge 0,3 %).

Im Vergleich vom 3. zum 4. Quartal verdeutlicht sich der kontinuierliche Aufwärtstrend der Metal Forming Division im Verlauf des Geschäftsjahres 2020/21. Die Umsatzerlöse steigerten sich im 4. Quartal um 19,4 % auf 795,2 Mio. EUR (3. Quartal: 666,2 Mio. EUR). Erneut verzeichneten die Geschäftsbereiche Automotive Components sowie Tubes & Sections die deutlichsten Zuwächse. Neben den gesteigerten Mengen erhöhten sichAdditionally die Umsatzerlöse mit der Weitergabe höherer Vormaterialkosten. Auf der Ergebnisseite zeigt sich ein ähnliches Bild wie auf der Umsatzseite: Automotive Components sowie Tubes & Sections verbuchten die deutlichsten Steigerungen beim EBITDA. Auf Ebene der Division verbesserte sich das EBITDA im 4. Quartal um 77,9 % auf 124,0 Mio. EUR (3. Quartal: 69,7 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge weitete sich damit von 10,5 % auf 15,6 % aus. Für den gleichen Zeitraum weist das EBIT mit 79,7 Mio. EUR im 4. Quartal bei einer Marge von 10,0 % mehr als eine Verdoppelung aus (3. Quartal: 34,4 Mio. EUR; Marge 5,2 %).

Die Beschäftigtenzahl in der Metal Forming Division liegt mit 11.525 Mitarbeitern (FTE) per 31. März 2021 um 0,9 % unter dem Vorjahreswert von 11.633. Die Abnahme ist vor allem auf die Redimensionierung einzelner Werke im Geschäftsbereich Automotive Components zurückzuführen.

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KUNDEN DER METAL FORMING DIVISION

MÄRKTE DER METAL FORMING DIVISION

QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL FORMING DIVISION

Mio. EUR 1. Quartal 2020/21 2. Quartal 2020/21 3. Quartal 2020/21 4. Quartal 2020/21 GJ 2020/21 2019/20 Veränderung in %
Umsatzerlöse 456,0 636,5 666,2 795,2 2.553,9 2.838,3 –10,0
EBITDA 14,6 65,5 69,7 124,0 273,8 203,3 34,7
EBITDA-Marge 3,2 % 10,3 % 10,5 % 15,6 % 10,7 % 7,2 %
EBIT –20,7 30,6 34,4 79,7 124,0 8,8
EBIT-Marge –4,5 % 4,8 % 5,2 % 10,0 % 4,9 % 0,3 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.854 11.443 11.458 11.525 11.525 11.633 –0,9

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INVESTITIONEN

In den vergangenen Jahren konnte der voestalpine-Konzern eine Reihe zukunftsweisender Investitionen erfolgreich umsetzen. Mit diesen Wachstumskonzepten in technologisch anspruchsvollen Kundensegmenten ging eine verstärkte regionale Diversifikation einher, womit der voestalpine-Konzern in globaler Hinsicht heute breiter aufgestellt ist. Das Geschäftsjahr 2019/20 hatte den Start einer Konsolidierungsphase markiert, um die Anlagen der neuesten Generation im täglichen Betrieb zu optimieren. Im Geschäftsjahr 2020/21 hat der voestalpine-Konzern angesichts der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie die InvestitionstätigkeitAdditionally eingedämmt. Projekte von untergeordneter Dringlichkeit wurden zeitlich nach hinten gereiht. Das Augenmerk richtete sich in der aktuellen Berichtsperiode 2020/21 auf die Generierung von Kapitalzuflüssen sowie auf den Abbau der Finanzverschuldung. Davon unberührt bleibt die Ausrichtung der voestalpine, sich auch zukünftig im obersten Qualitätssegment sowie in der strategischen Vorreiterrolle zu positionieren.

Im Geschäftsjahr 2020/21 mit seinem von COVID-19 geprägten Umfeld blieb das Investitionsvolumen mit 612,1 Mio. EUR nicht nur um 21,2 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 776,7 Mio. EUR, sondern auch signifikant unter dem Niveau der planmäßigen Abschreibungen.

In der Steel Division blieb das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2020/21 mit 154,9 Mio. EUR im Vergleich mit dem Vorjahreswert von 151,6 Mio. EUR praktisch unverändert. Setzt man die Projektaktivitäten der letzten beiden Jahre in Relation zu den laufenden Abschreibungen, ergibt sich ein insgesamt geringes Investitionsniveau für diesem Zeitraum. Das resultiert nicht zuletzt daraus, dass die Steel Division den Anlagenpark bereits zuvor auf den neuesten Stand der Technik gebracht hat und sich derzeit auf die Prozessoptimierung konzentriert. Dennoch konnten auch in der aktuellen Berichtsperiode 2020/21 wichtige Vorhaben am Standort Linz, Österreich, finalisiert werden. So erfolgte im 1. Halbjahr 2020/21 im Grobblechbereich die Inbetriebnahme einer neuen Richtmaschine, die der Produktion von plattierten Blechen dient. Das Steel Service Center investierte in eine Längsteilanlage für hochfestes Warmband. Im Stahlwerk erfolgte gegen Ende des Kalenderjahres 2020 der Austausch der Kranbahnträger. Mit der Detailplanung der Beizanlage „BETA 3“ wurde im Geschäftsjahr 2020/21 ein zukunftsweisendes Großprojekt in Angriff genommen. Die „BETA 3“ wird in das bestehende Kaltwalzwerk 3 integriert und nach Fertigstellung eine Schlüsselanlage für den Produktmix der Zukunft darstellen.

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Auf die High Performance Metals Division entfällt mit dem Bau des neuen Edelstahlwerks in Kapfenberg, Österreich, die aktuell umfangreichste Einzelinvestition des voestalpine-Konzerns. Die Investitionen der Division fielen mit 219,3 Mio. EUR dennoch etwas geringer aus als im Vorjahr (259,1 Mio. EUR). Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen angesichts der COVID-19-Pandemie liegt der Baufortschritt etwas hinter dem Zeitplan. Dennoch konnten im aktuellen Berichtszeitraum 2020/21 wichtige Projektschritte umgesetzt werden. Nachdem bereits gegen Ende des letzten Geschäftsjahres der Hallenstahlbau abgeschlossen war, wurden 2020/21 die Anlagenfundamente errichtet. Im Anschluss daran erfolgte die Anlagenmontage für mechanische Komponenten, für die Medienversorgung wie Wasser, Gase etc. sowie für die Elektrik. Im kommenden Geschäftsjahr 2021/22 steht die Fertigstellung des Gießbereiches sowie des Schmelzbereiches an. Die Inbetriebnahme des hochmodernen Edelstahlwerkes ist nunmehr für Sommer 2022 vorgesehen. Ebenfalls in Kapfenberg wurde im Geschäftsjahr 2020/21 in eine Anlage zur Herstellung von Titanpulver für den 3D-Druck investiert. Titan hat auch Bedeutung als Werkstoff für voestalpine BÖHLER Bleche am Standort Mürzzuschlag, Österreich. Auf Basis eines Rahmenvertrages für die Luftfahrtindustrie wurde in die technologische Weiterentwicklung der Fertigungskapazitäten für die Titanblechproduktion investiert. Bei voestalpine BÖHLER Aerospace in Kapfenberg, Österreich, ist im Herbst 2020 die Hightech-Schnellschmiedepresse für höchstbeanspruchte Teile von Flugzeugturbinen in Betrieb gegangen. Bei Villares in Sumaré, Brasilien, wurde im aktuellen Geschäftsjahr 2020/21 die Kapazität im Bereich des Umschmelzens von Elektroschlacken erweitert. Die Anschaffung dient der weiteren Verbesserung des Produktspektrums bei hochqualitativem Werkzeugstahl sowie Nickelbasislegierungen.

Die Metal Engineering Division investierte mit 129,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21 um 28,4 % weniger als im Geschäftsjahr 2019/20 (181,0 Mio. EUR). Die Division konzentrierte sich bei ihren Investitionsvorhaben auf die Stärkung des metallurgischen Bereiches, der die Weiterverarbeitungsbetriebe mit hochqualitativem Vormaterial beliefert. Das umfangreichste Vorhaben konnte mit der Inbetriebnahme der Stranggussanlage 4 („CC4“) im Sommer 2020 erfolgreich realisiert werden. Die neue „CC4“ bildet nunmehr das Herzstück der Stahlproduktion in Donawitz, Österreich. Mit der einzigartigen Kombination aus hochmoderner Anlagen- und Prozesstechnologie ist künftig eine weitere Qualitätssteigerung bei der Herstellung von Stahlgüten möglich. Ebenfalls am Standort in Donawitz wurde eine geplante Hochofenzwischenreparatur („Zustellung“) vorgenommen und im Herbst 2020 erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes im Geschäftsbereich Industrial Systems wurde der neu zugestellte Hochofen in der Folge erst mit Anfang des Kalenderjahres 2021 wieder hochgefahren.

In der Metal Forming Division fiel der Investitionsaufwand im Jahresvergleich um 41,3 % von 170,0 Mio. EUR auf 99,8 Mio. EUR. Wenngleich der Fokus im Geschäftsbereich Automotive Components auf die Prozessoptimierung bestehender Anlagen gerichtet war, wurden punktuell wichtige Neuvorhaben umgesetzt. So errichtete der Standort in Schmölln, Deutschland, ein Digitalisierungscenter, das als Service Center für den gesamten Geschäftsbereich Automotive Components dienen wird. Der Standort East London, Südafrika, wurde erweitert und mit zusätzlichen Robotern und Schweißanlagen ausgestattet. Mit dem Baustart der bereits vierten „phs-ultraform®“-Linie in Shenyang, China, hat die Division im Berichtsjahr an einem zweiten internationalen Standort eine markante Investition gesetzt. Zur Begleitung des boomenden Onlinehandels wurde im Geschäftsbereich Tubes & Sections am Standort Krems, Österreich, in Schweiß- und Assemblierungsanlagen investiert. Bei voestalpine Precision Strip in Kematen, Österreich, wurde zum Ende des Kalenderjahres 2020 die bereits vierte Wasserstoffanlage in Betrieb genommen. Damit werden nachhaltige Prozessvorteile in der Bandstahlhärtung nutzbar.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 62

MITARBEITER

Zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 mit 31. März 2021 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 46.048 Mitarbeiter. Dies waren um 1.620 Beschäftigte oder 3,4 % weniger als zum 31. März 2020. Einschließlich 1.309 Lehrlingen und 3.116 Leasing-Mitarbeitern ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 48.654 Personenjahren, was gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung um 2,1 % (–1.028 FTE) bedeutet. 55,3 % der Mitarbeiter (26.920 FTE) sind an Konzernstandorten außerhalb Österreichs beschäftigt, 21.734 Mitarbeiter arbeiten in österreichischen voestalpine-Unternehmen. Von den 1.309 Lehrlingen wurden zum Stichtag 31. März 2021 64,6 % in österreichischen Gesellschaften ausgebildet und 35,4 % an internationalen Standorten. Insgesamt hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 28 Lehrlinge bzw. 2,1 % verringert.

MITARBEITERBETEILIGUNG

Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. In der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung werden die Stimmrechte aus den Mitarbeiteraktien gebündelt, womit diese stabiler Kernaktionär der voestalpine AG ist. Zum 31. März 2021 sind insgesamt rund 24.100 Mitarbeiter an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,2 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,1 % am Grundkapital des Unternehmens darstellen (Vorjahr: 12,9 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 1,1 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,6 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die Mitarbeiter nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2021 die Stimmrechte von 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.

STAHLSTIFTUNG

1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeitern der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeitern von konzernfremden Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung finanziert. Im Geschäftsjahr 2020/21 haben rund 76,3 % der arbeitsuchenden Teilnehmer mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20 um 10,6 %-Punkte gesunken ist, zählt zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Zum Stichtag 31. März 2021 befanden sich 546 Personen in der Betreuung der Stahlstiftung, davon stammten 73,1 % aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer im Geschäftsjahr 2020/21 lag bei 888 Personen und damit 62,6 % über jener des Vorjahres (546 Personen). Zusätzlich zu den Teilnehmern in der Stahlstiftung als klassischer Arbeitsstiftung wurden im Berichtszeitraum 68 Personen bei ihren Aktivitäten im Zuge einer Bildungskarenz unterstützt.

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LEHRLINGE & JUNGFACHARBEITER

Im Oktober 2020 fand der achte voestalpine-Konzernlehrlingstag statt. Diese jährlich abgehaltene Veranstaltung bietet den Lehrlingen einen Blick über den eigenen Arbeitsplatz hinaus und zeigt den hohen Stellenwert der Fachkräfteausbildung in der voestalpine. Aufgrund von COVID-19 wurde der diesjährige Konzernlehrlingstag als kompakter Online-Lehrlingstag veranstaltet. Während der Vorstand sowie ausgewählte Vertreter des Standortes Linz, Österreich, live zu Gast in der Stahlwelt waren, verfolgten rund 400 Lehrlinge und ihre Ausbilder aus Österreich, Deutschland und der Schweiz das Event an rund 40 Ausbildungsstandorten im interaktiven Livestream. Live-Zuschaltungen zu sechs Ausbildungsstandorten gewährten Einblicke in die aktuelle Situation der Lehrlinge und Ausbilder. Dem Gesamtvorstand des voestalpine-Konzerns sowie dem Konzernbetriebsrat war es ein Anliegen, den Kontakt zu den Lehrlingen und künftigen Jungfacharbeitern gerade in der aktuell herausfordernden Zeit aufrechtzuerhalten und ihnen für den geleisteten Einsatz zu danken. Die voestalpine bleibt der Ausbildung junger Menschen verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2021 sind rund 410 Ausbildungsplätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um potenzielle Lehrlinge effizient anzusprechen, wurden in den vergangenen Jahren die Social-Media-Aktivitäten über Facebook, Instagram und YouTube kontinuierlich ausgebaut. Da Messen, Tage der offenen Tür oder teilweise auch Bewerbungsgespräche aufgrund von COVID-19 nicht wie gewohnt stattfinden können, verändert sich die Art und Weise der Ansprache potenzieller Lehrlinge. Die voestalpine nutzt dazu verschiedene Aktivitäten: darunter einen digitalen Tag der offenen Tür, digitale Unternehmenspräsentationen an Schulen oder die Teilnahme an digitalen Messen. Im Zuge der laufenden Überprüfung der Situation in den jeweiligen Regionen wird gemeinsam mit den Bewerbern bewertet, ob die COVID-19-Situation ein persönliches Treffen zulässt. Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen des Konzerns schaffen eine solide Basis an Facharbeitern für die Zukunft: 94,3 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2020/21 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolventen haben 61,3 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt. Angesichts der aktuellen Umstände sind diese überzeugenden Abschlüsse besonders hervorzuheben: Die Berufsschule musste zu einem großen Teil im Distance Learning abgewickelt werden. Die Lehrlinge hatten Arbeitsaufträge selbstständig zu finalisieren und sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Die Ergebnisse bestätigen die Ambition und das Talent der Lehrlinge. Ebenso spiegeln sie das Engagement und den persönlichen Einsatz der Lehrlingsbetreuer und Lernbegleiter im voestalpine-Konzern.

FÜHRUNGSKRÄFTE-ENTWICKLUNG

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 64

Das Geschäftsjahr 2020/21 war im Zuge der weltweiten Pandemie von behördlichen Einschränkungen (z. B. Reiserestriktionen) bzw. internen Sicherheitskonzepten geprägt. Die gegebenen Einschränkungen erlaubten es im Berichtsjahr nicht, die konzernweite internationale Führungskräfteentwicklung über das bewährte „value:program“ im Präsenztraining durchzuführen. Um bereits begonnene Ausbildungsgänge abzuschließen, wurden einzelne Module auf digitale Formate umgestellt. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme für alle Führungsebenen sollen in Zukunft wieder auf Basis einer Kombination von Präsenz- und Onlineschulungen einschließlich der Ergänzung durch externe Post Graduates und Business Schools stattfinden. Eine generelle Umstellung des gesamten Programms auf ein Online-Format wird bei diesem sehr speziellen und erfolgreichen Programm nicht angedacht. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Experten erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertretern aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker, Projektbegleiter oder als „Sparringspartner“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Diese Mischung aus externem und internem Know-how und das umfassende Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“. An dem mehrstufigen Programm nehmen jährlich unter normalen Umständen knapp 200 internationale Mitarbeiter teil.

SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME

Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP). Auch bei diesen Programmen hat die voestalpine pandemiebedingt vermehrt neue, digitale Formate eingesetzt. Die positiven Erfahrungen mit dieser Art des „blended learnings“ im Sinne einer Kombination aus Präsenz- und Onlineschulungen erlauben einen nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung in der Entwicklung der Führungskräfte. Nach dem erfolgreichen Abschluss des letzten Programms zur internationalen Talententwicklung, dem „High Mobility Pool“ (HMP), gestatteten die Umstände 2020/21 kein neues internationales Recruiting. Stattdessen wurde das Programm neu konzipiert, um für die künftige Nachfolgeplanung und Talenteförderung gerüstet zu sein. In den einzelnen Divisionen und Business Units konnte das sehr umfangreiche Aus- und Weiterbildungsportfolio ebenfalls nur sehr eingeschränkt angeboten werden.

MITARBEITERBEFRAGUNG

Nach der im Herbst 2019 durchgeführten konzernweiten Mitarbeiterbefragung waren die Gesellschaften aufgefordert, die Ergebnisse mit ihren Mitarbeitern aufzuarbeiten und Maßnahmen abzuleiten. Die zwei wichtigsten Maßnahmen waren in der Folge an den Konzern zu berichten. Die ursprüngliche Frist für dieses Maßnahmenreporting verschob sich aufgrund der Pandemie von März auf September 2020. Insgesamt wurden 428 Maßnahmen rückgemeldet. Bei 88 % davon handelt es sich um kontinuierliche Maßnahmen, von denen sich die meisten auf die Handlungsfelder „Information & Kommunikation“, „Engagement“, „Zusammenarbeit zwischen Kollegen“ und „Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten“ beziehen.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 65

KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN

Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten im Zusammenwirken mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Um sich künftigen Mitarbeitern zu präsentieren, setzt die voestalpine auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen. So unterstützte die voestalpine etwa das „myAbility Talent® Program“, das Studierende und Jungakademiker mit Behinderung oder chronischer Erkrankung in Kontakt mit namhaften Unternehmen bringt. Anfang März engagierte sich die voestalpine als Gastgeber und Teilnehmer für die Recruiting-Veranstaltung „Matching Day“ in Linz, Österreich. Zahlreiche Ausbildungskooperationen bestehen auch mit der Montanuniversität Leoben, Österreich. Sie reichen von Sponsoringmaßnahmen, um Jugendliche für ein Technikstudium zu begeistern, über die „#voestalpinetalks“ als Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertretern bis zur Unterstützung der jährlichen Studentenmesse „teconomy“.

Die wirtschaftliche Situation und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie machten es zudem notwendig, die geplante Reduktion des Befragungsintervalls von drei auf zwei Jahre zu evaluieren. Vor dem Hintergrund der benötigten Vorlaufzeiten und Ressourcen wurde aufgrund der anhaltenden, durch COVID-19 bedingten Herausforderungen entschieden, die für Herbst 2021 geplante Mitarbeiterbefragung auf Herbst 2022 zu verschieben. Bis dahin können die Gesellschaften selbst Zwischenbefragungen durchführen.

MASSNAHMEN IM RAHMEN DER COVID-19-PANDEMIE

Innerhalb kürzester Zeit hat die COVID-19-Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 die voestalpine mit ihren Mitarbeitern weltweit in den Krisenmodus gezwungen. Es folgte ein noch nie dagewesener gesellschaftlicher, medizinischer und wirtschaftlicher Ausnahmezustand. Infolgedessen hat die voestalpine innerhalb der ersten sechs Monate der Pandemie mit fast allen Gesellschaften in Österreich auf das von der Bundesregierung angebotene Kurzarbeitsmodell zurückgegriffen. Dieses ermöglicht eine temporäre Verminderung der Normalarbeitszeit. International wurden, abhängig von der jeweiligen gesetzlichen Lage, vergleichbare Modelle genutzt. Zusätzlich wurden Empfehlungen für Teleworking ausgesprochen. Wo es der laufende Betrieb erlaubt, verrichten nach wie vor zahlreiche Mitarbeiter ihre Aufgaben von zu Hause. In diesem Zusammenhang wurden auch individuelle Lösungen für Mitarbeiter mit betreuungspflichtigen Kindern vereinbart. Weiterhin vor Ort eingesetzt waren Mitarbeiter, die systemkritische Anlagen am Laufen halten. Für sie hat die voestalpine umfassende Hygienemaßnahmen eingeführt und kostenlose Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Eine Neuorganisation des Schichtwechsels gewährleistete in diesen Bereichen die geforderten Mindestabstände. Auch die Speiseangebote sowie der Kantinenbetrieb wurden den geltenden Auflagen angepasst. Zahlreiche Betriebsstandorte bieten Testmöglichkeiten an: Diese reichen von Selbsttests bis zu Antigen- und PCR-Tests an Standorten mit betriebsmedizinischen Einrichtungen. Eine Harmonisierung der Maßnahmen über alle Standorte ist aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten sowie unterschiedlicher gesetzlicher und behördlicher Vorgaben nicht möglich. Allerdings hat eine bereits im Februar 2020 in der Konzernzentrale eingerichtete „Task Force Corona“ im Laufe der Pandemie in enger Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden und in Kooperation mit allen divisionalen Task Forces eine Reihe von COVID-19-Maßnahmen erarbeitet. Diese werden laufend bewertet, der jeweilige Lage angepasst und decken ein breites Spektrum ab: Dazu zählen der Selbstschutz, Mindestabstand, das Tragen von Schutzmasken sowie vorbeugende Hygienemaßnahmen (z. B. Händewaschen und Desinfektion), das Verhalten im Verdachtsfall, die weitgehende Vermeidung von Dienstreisen, der Umgang mit Kunden und Lieferanten sowie breitflächige Maßnahmen der Kommunikation quer über den Konzern. Es ist dem Einsatz und der Flexibilität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu danken, dass sich die voestalpine rasch an die außerordentlichen Herausforderungen des Geschäftsjahres 2020/21 angepasst hat.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 66

ROHSTOFFE

Divergierende Trends bestimmten die Preise der wichtigsten Rohstoffe für die Stahlproduktion im Geschäftsjahr 2020/21. Dahinter standen vor allem die Entwicklungen in China, dem weltweit mit Abstand mengenstärksten Stahlproduzenten. Als relevant für die Preisentwicklung der Einsatzmaterialien erwiesen sich vorrangig zwei Umstände: Zum einen hatten die COVID-19-Neuinfektionen in China schon im Frühjahr 2020 wieder einen sehr niedrigen Stand erreicht. In der Folge wurden dort die wirtschaftlichen Aktivitäten bereits wieder hochgefahren, als weltweit so gut wie alle anderen Regionen umfassende Lockdowns und zum Teil ein Herunterfahren der Industrieproduktion sahen. Zum anderen wurden in China auf staatlicher Seite Infrastrukturmaßnahmen ergriffen, die die Stahlproduktion ankurbelten und so den Bedarf nach Rohstoffen erhöhten. Da die chinesische Stahlindustrie großteils auf die Hochofentechnologie setzt, trieb das in erster Linie die Nachfrage nach Eisenerz und Kokskohle an, während Stahlschrott in dieser Produktionsroute nur ergänzend Verwendung findet. Innerhalb des voestalpine-Konzerns bilden Eisenerz und Kokskohle bzw. Koks die wesentlichen Einsatzmaterialien für die Steel Division und die Metal Engineering Division. Die metallurgischen Prozesse finden dort unter Verwendung der Hochofentechnologie statt, recycelter Stahlschrott und Legierungen werden im Stahlwerk ergänzend zu Roheisen verarbeitet. In der High Performance Metals Division wiederum kommen vorwiegend hochqualitativer recycelter Stahlschrott sowie verschiedene Legierungselemente im Bereich der Elektrolichtbogentechnologie zum Einsatz.

EISENERZ

Während Australien und Brasilien die weltweit größten Erzminen betreiben, ist China der wichtigste Abnehmer für diesen Rohstoff. Die rege Nachfrage aus China sowie Beschränkungen der weltweiten Seefracht haben die Eisenerzpreise im Verlauf des Geschäftsjahres nach oben getrieben. Von bereits hohem Niveau ist die chinesische Stahlproduktion im Kalenderjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um weitere 5 % gestiegen. Zu Beginn des Geschäftsjahres lag der Spotmarktpreis (CFR China, 62 % Eisengehalt) noch knapp über 80 USD je Tonne und somit unter dem Durchschnittsniveau von etwa 95 USD des vergangenen Geschäftsjahres. Bereits mit Anfang Juni 2020 erreichte der Eisenerzpreis ein Niveau von etwa 100 USD je Tonne und bewegte sich von Mitte August bis Ende November in einer Bandbreite von ca. 115 bis 130 USD je Tonne. Ab Anfang Dezember 2020 entwickelte sich der Preis für Eisenerz wieder signifikant volatiler und verteuerte sich bis Ende des Kalenderjahres auf etwa 165 USD je Tonne. Der steigende Trend hielt über den Jahreswechsel hinaus an und markierte Anfang März mit ca. 175 USD je Tonne den Höchststand im Berichtsjahr. Dieser Wert wurde in den letzten Jahren nicht entfernt erreicht und nähert sich dem All-Time-High vom Februar 2011 mit ca. 185 USD je Tonne. Der steile Preisanstieg in den Wintermonaten ist nicht allein die Konsequenz des chinesischen Wachstums der Stahlproduktion. Er ist auch auf eingeschränkte Kapazitäten von Eisenerzminen in Australien und Brasilien aufgrund ungünstiger Wetterverhältnisse zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhen die chinesischen Stahlstandorte traditionell ihre Vorratslager bei den wichtigsten Rohstoffen im Vorfeld von „Chinese New Year“, was die Nachfrage zusätzlich ankurbelt. Mit Ende des Geschäftsjahres 2020/21 notierte der Wert für eine Tonne Eisenerz bei etwa 165 USD.

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KOKSKOHLE & KOKS

Gänzlich anders zeigt sich der Preisverlauf im Geschäftsjahr 2020/21 bei Kokskohle. Diese bildet das Ausgangsmaterial für metallurgischen Koks, der im Hochofen eingesetzt wird und als Energiequelle, aber auch als Reduktionsmittel dient, indem er dem Eisenerz Sauerstoff entzieht. Dass sich der Preistrend bei Kokskohle zum Teil gegenläufig gegenüber Eisenerz verhielt, hat vielfältige Gründe. Zum einen weist China bei der metallurgischen Kohle einen höheren Grad der Selbstversorgung auf als bei Eisenerz. Vor allem aber hat der öffentlich ausgetragene Disput auf der politischen Ebene – anders als bei Eisenerz – zu Importbeschränkungen bei der Einfuhr von australischer Kohle nach China geführt. Als Konsequenz daraus verteuerte sich zwar der Preis für die heimische chinesische Kokskohle, an den internationalen Märkten entwickelte sich der Preis zunächst jedoch rückläufig. Bewegte sich der Preis für hochwertige Kokskohle im vorangegangenen Geschäftsjahr im Durchschnitt bei etwa 165 USD je Tonne (FOB Australien), lag er zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 mit ca. 150 USD je Tonne etwas darunter. Gegen Ende des Kalenderjahres 2020 fiel der internationale Kokskohlepreis auf knapp über 100 USD je Tonne. Erst mit dem neuen Kalenderjahr setzte eine Trendumkehr ein, da es ab Herbst 2020 auch in anderen globalen Regionen zu einer zunehmenden Erholung der Stahlproduktion kam. Nachdem China als Absatzmarkt weggefallen ist, wich Australien als der weltweit größte Produzent von Kokskohle verstärkt auf andere Regionen aus. Kurzfristig stieg der Preis auf etwa 155 USD je Tonne, schwächte sich in der Folge aber wieder etwas ab und notierte mit Ende des Geschäftsjahres 2020/21 schließlich bei etwa 115 USD je Tonne.

STAHLSCHROTT

Mit dem Ausbau der chinesischen Dominanz hat sich der Anteil der hochofenbasierten Stahlproduktion im Vergleich zur Elektrolichtbogentechnologie im Geschäftsjahr 2020/21 global markant erhöht.Damit haben sich auch die Preisrelationen bei den wichtigsten Einsatzstoffen verschoben. Während sich Eisenerz bereits in den ersten Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2020/21 signifikant verteuerte, bewegte sich der Preis von hochqualitativem Stahlschrott vergleichsweise nur moderat nach oben. So lag der Schrottpreis (Sorte E3, Deutschland) zu Beginn des Geschäftsjahres bei ca. 210 EUR je Tonne und stieg bis Ende November auf etwa 250 EUR je Tonne, was in etwa dem Durchschnittspreis im Geschäftsjahr 2019/20 entspricht. Eine markante Teuerung trat erst in den Folgemonaten ein, indem der Preis am Spotmarkt auf bis etwa 355 EUR je Tonne im Jänner 2021 kletterte. Gegen Ende des Geschäftsjahres erhöhte sich der Preis je Tonne Schrott weiter und notierte bei ca. 370 EUR.

LEGIERUNGEN

Nickel, das für die High Performance Metals Division die kostenmäßig bedeutendste Legierung darstellt, hat sich in den vergangenen Jahren sehr volatil entwickelt. Einen wesentlichen Anteil daran hat Indonesien, das über reiche Nickelvorkommen verfügt und einen Exportstopp verhängt hat, um das metallische Element im eigenen Land weiterzuverarbeiten. Neben der Edelstahlproduktion wird der Rohstoff im Rahmen der Batterieproduktion für die E-Mobilität immer stärker nachgefragt. Hatte rückläufiger Bedarf den Preis für Nickel zu Beginn des Geschäftsjahres noch am Tiefpunkt bei etwa 11.200 USD je Tonne ausgewiesen, erholte sich der Preis in der Folge sukzessive. China als weltweit wichtigster Abnehmer von Nickel hatte nach den COVID-19-bedingten Lockdowns die Industrieproduktion frühzeitig wieder hochgefahren und damit den Bedarf wieder angekurbelt. Bereits im August 2020 notierte Nickel an der London Metal Exchange (LME) bei über 15.000 USD je Tonne. Im Februar 2021 stieg der Preis bis auf ca. 19.700 USD je Tonne und fiel bis zum Ende des Geschäftsjahres wieder auf knapp unter 16.000 USD je Tonne.

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Einen ähnlichen Preisverlauf wie Nickel zeigte im Berichtsjahr Zink. Auch hier lag der Tiefpunkt bereits zu Beginn des Geschäftsjahres (ca. 1.850 USD je Tonne). Produktionsunterbrechungen in einigen Minen in Asien und Südamerika kompensierten die im Vorjahresvergleich schwächere Nachfrage, wodurch sich der Zinkpreis erholte. Infolge der kontinuierlich zunehmenden globalen Stahlproduktion stieg der Preis bis Ende März 2021 auf etwa 2.800 USD je Tonne. Etwas differenzierter entwickelten sich die Preise für das in der Werkzeugstahlproduktion eingesetzte Element Chrom. Nach einem länger andauernden Abwärtstrend erholte sich der Preis erst gegen Ende des Kalenderjahres 2020 wieder. Ebenfalls rückläufig tendierte in den ersten Monaten des Berichtsjahres der Wert für Molybdän, wobei jedoch bereits im Sommer 2020 eine Trendumkehr einsetzte.

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FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Führungsrolle im Hinblick auf Innovation, Technologie und Qualität bildet ein Kernelement der voestalpine-Unternehmensstrategie. Daraus leiten sich Forschung & Entwicklung (F&E) als Teil des voestalpine-Geschäftsmodells ab. Die kontinuierliche Entwicklung neuer Produkte und Produktionsprozesse ist für ein technologiegetriebenes Unternehmen notwendig, um sich im Wettbewerb abzuheben und am Markt weiterhin erfolgreich zu sein. Es sind Innovationen, die den künftigen Erfolg der voestalpine sichern.

AUFWENDUNGEN

Die Ausgaben für Forschung stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Lediglich im Geschäftsjahr 2020/21 ist aufgrund des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen wie beispielsweise Kurzarbeit der Wert etwas geringer. Jedoch konnte bereits für das Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Budgetwert von 185 Mio. EUR wieder an den mehrjährigen steigenden Trend angeschlossen werden, was den hohen Stellenwert von F&E im Konzern dokumentiert.

FORSCHUNGSAUFWENDUNGEN DES voestalpine-KONZERNS

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FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTE ZUR REDUKTION VON CO2

Die aktuelle Produktionsroute zur Stahlerzeugung via Hochofen wurde seit 1990 laufend im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Emissionen optimiert. Die CO2-Emissionen konnten dadurch um rund 20 % gesenkt werden. Damit gehören die Aggregate des voestalpine-Konzerns zu den CO2-effizientesten der Welt. Auf dieser Stufe sind die Potenziale zur CO2-Einsparung in der Stahlherstellung sehr weit ausgeschöpft. Um die EU-Vorgaben weiterer signifikanter Reduktionen zu erfüllen, ist aus heutiger Sicht der Einsatz neuer Technologien in der Produktion notwendig. Die voestalpine hat dafür eine Strategie zur direkten Vermeidung von CO2-Emissionen in der Stahlproduktion bis 2030 auf Basis eines Hybridkonzepts „greentec steel“ entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet einen schrittweisen Umstieg von der Hochofen- auf die Elektrolichtbogentechnologie und längerfristig bis 2050 eine CO2-neutrale Produktion auf Basis von grünem Wasserstoff. Weiters umfasst „greentec steel“ Elektrolichtbogentechnologie als Schmelzaggregate. Das zugrunde liegende Anlagenkonzept stellt große Herausforderungen an die Metallurgie. Legierungs- und Werkstoffkonzepte müssen angepasst werden, um trotz der unerwünschten Begleitelemente durch den Schrotteinsatz weiterhin Stahl von solch hoher Güte produzieren zu können, wie Kunden dies von der voestalpine erwarten. Dazu wurden bereits F&E-Projekte gestartet. In Vorbereitung für die längerfristigen wasserstoffbasierten Technologien wurde das EU-geförderte Projekt „H2FUTURE“ mit den Partnern VERBUND, Siemens, Austrian Power Grid, K1-MET und TNO gestartet. Am Werksgelände der voestalpine in Linz, Österreich, wurde die derzeit in der Stahlindustrie weltgrößte PEM-Elektrolyseanlage (proton exchange membrane) errichtet, um grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab zu erzeugen. Seit der Inbetriebnahme hat die 6-Megawatt-Anlage die geplanten Versuchsprogramme erfolgreich absolviert. Neben „H2FUTURE“ gibt es noch weitere zukunftsweisende voestalpine-Projekte, die auf Wasserstoff als Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Stahlerzeugung setzen. Am Standort Donawitz, Österreich, wurde im Rahmen des Grundlagenprojekts „SuSteel“ (Sustainable Steelmaking) in Kooperation mit K1-MET und der Montanuniversität Leoben eine Versuchsanlage in Betrieb genommen, in der Rohstahl mittels Wasserstoffplasmas direkt aus Eisenerz in einem einzigen Schritt ohne Roheisenstufe erzeugt wird. Ebenfalls in Donawitz läuft das Forschungsprojekt „Hyfor“ in Kooperation mit Primetals Technologies, der Montanuniversität Leoben, Österreich, und K1-MET. Im Fokus steht die wasserstoffbasierte Direktreduktion von Eisenerz zur Herstellung hochreinen Eisenschwamms als Einsatzmaterial zur Stahlherstellung. Technologien zur Pyrolyse von Erdgas evaluiert die voestalpine in Kooperation mit RAG Austria und der Montanuniversität Leoben. Dabei entstehen Wasserstoff und fester Kohlenstoff. Somit wäre eine CO2-neutrale Gewinnung des Wasserstoffs möglich, wobei der anfallende Kohlenstoff gleichzeitig als wertvoller industrieller Rohstoff gilt.

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DIGITALISIERUNG, SMART DATA UND VIRTUAL REALITY

Das breite Produktportfolio der Metal Engineering Division reicht von verschleißbeständigen Schienenstählen über hochreine Kugellagerstähle bis zu Federstählen der Güte „super-clean“. Dafür ist hochqualitatives Vormaterial notwendig. Die Abteilung Forschung & Entwicklung liefert mit ihrem umfangreichen metallurgischen Know-how die Basis für Produkte mit herausragenden Qualitäten. Die Digitalisierung im Sinne kompletter Automatisierung erlaubt die exakte Einstellung von Prozessparametern, welche die Reinheit und Homogenität des produzierten Stahlvormaterials beeinflussen. Auf dieser Basis können sehr reine Stähle mit optimalen Oberflächeneigenschaften erzeugt werden. Inkludiert ist dabei der Einsatz von numerischen Modellen an der eben in Betrieb genommenen Bloom-Stranggießanlage. Die im Konzern verfügbare kombinierte Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz wird im neuen voestalpine Welding Calculator um numerische Berechnungen erweitert, die exakte Schweißparameter liefern. Das ermöglicht eine vereinfachte Planung und Optimierung komplexer Schweißprozesse.

WERKSTOFFE DER ZUKUNFT, DIGITALE PRODUKTE UND ADDITIVE MANUFACTURING

Kunden aus der Automobilindustrie bringen laufend neue hoch- und höchstfeste Stähle zur Zulassung. Der damit ermöglichte Leichtbau im Bereich der Autokarosserie resultiert in geringeren Emissionen beim Betrieb mit Verbrennungskraftmotoren bzw. größeren Reichweiten bei elektrischen Antrieben. Zur Bearbeitung höchstfester Stähle werden hochqualitative Werkzeugstähle weiter entwickelt. Diese erlauben überdies wesentlich günstigere Standzeiten der Werkzeuge und eine Verringerung des Produktionsausschusses. Digitale Produkte vereinen den Werkstoff Stahl mit zusätzlichen Funktionalitäten und eröffnen damit ein breites Einsatzspektrum. Das Konzept des sogenannten „tailormade functional steel“ (tfs) wurde erfolgreich fertig entwickelt. Dabei werden in eine spezielle Lackschicht elektrische Leiterbahnen und die jeweils gewünschte elektronische Sensorik integriert. Das Bauteil ist umform- und weiter verarbeitbar. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. So können beispielsweise Oberflächen beheizt, das Beladungsgewicht von Regalen angezeigt oder der Füllstand in einem Tank gemessen werden. „tfs“ lässt sich sowohl direkt als Bedienelement einsetzen wie auch als integriertes Bauteil mit Monitoringfunktionen und ermöglicht eine vorausschauende Wartung. Auslastung und Belastung des Schienennetzes sind hoch und werden in Zukunft noch steigen. Damit gewinnt die digitale Überwachung der Infrastruktur im Bahnverkehr immer stärker an Bedeutung.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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Überwachungs- und Diagnosesysteme von rollendem Material (Zügen), ortsfesten Anlagen und Umweltbedingungen erlauben es, veränderte Zustände rechtzeitig zu erkennen und die Wartung vorausschauend zu gestalten. Daraus resultieren erhöhte Sicherheit und Verfügbarkeit im Bahnverkehr. Bereits entwickelt hat die voestalpine das Monitoringsystem „PHOENIX MDS“: Dabei werden die von verschiedenen Sensoren erfassten Daten ausgewertet, um Stehzeiten, Verzögerungen und Ausfälle von Zügen weiter zu minimieren. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der ÖBB Infrastruktur AG gestartet. Mit dem geplanten Abschluss im Jahr 2023 wird das österreichische Schienennetz über das ausgereifteste Zug-Monitoringsystem Europas verfügen.

Die ebenso innovative wie ressourcenschonende Technologie der additiven Fertigung (3D-Druck) ist optimal für die Herstellung komplexer Geometrien ohne Materialverlust geeignet. Sie wird beispielsweise für hochkomplexe Temperier- und Leichtbaulösungen sowie im Werkzeugbau für die Automobil- und Konsumgüterindustrie, aber auch für Anwendungen in der Medizintechnik eingesetzt. In den weltweit sieben Additive Manufacturing-Zentren des voestalpine-Konzerns werden aktuell mit 15 3D-Druckanlagen technisch anspruchsvolle Spezialanfertigungen produziert. Das Metallpulver von höchster Qualität, das als Vormaterial für den 3D-Druck zum Einsatz kommt, wird innerhalb des Konzerns an den Standorten in Kapfenberg (voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG), Österreich, und in Hagfors (Uddeholms AB), Schweden, hergestellt. Bauteilkonstruktion und Bauteilsimulation werden ebenfalls von der voestalpine nach Kundenbedarf bzw. in Zusammenarbeit mit dem Kunden erstellt.

Für die Weiterentwicklung von Ideen und neuen Geschäftsmodellen wurde der sogenannte „new business incubator“ (nbi) eingerichtet. Er dient der raschen und erfolgreichen Umsetzung innovativer Ideen außerhalb des Kerngeschäftes der voestalpine.

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UMWELT

UMWELTAUFWENDUNGEN

Dem konzernweiten Trend folgten im Ausnahmegeschäftsjahr 2020/21 auch die Umweltinvestitionen, indem sie von 35,0 Mio. EUR auf 15,3 Mio. EUR sanken. Dennoch hat die voestalpine auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an ihren weltweiten Standorten eine Vielzahl relevanter Umweltschutzvorhaben zur Umsetzung gebracht. Zudem wurden auch die im Bereich „Klimaschutz“ dargestellten Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte konsequent vorangetrieben. Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug blieben auf hohem Niveau: Nach dem Rekordwert im Vorjahr von 314,5 Mio. EUR liegen sie für das Geschäftsjahr 2020/21 immer noch bei 300,1 Mio. EUR, was vor allem auf die deutliche Preissteigerung bei EU-Emissionshandelszertifikaten zurückzuführen ist.

CO2-ZERTIFIKATE

Rund 60 % der Umweltaufwendungen gehen in die Luftreinhaltung. Die ergebniswirksame Belastung durch den EU-Emissionshandel lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei 76,7 Mio. EUR (Vorjahr: 90,0 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den gesunkenen Zukaufsbedarf an CO2-Zertifikaten aufgrund der reduzierten Produktion und den damit einhergehenden geringeren CO2-Emissionen zurückzuführen. Letztere sanken in den österreichischen Produktionsgesellschaften, denen der weitaus überwiegende Teil der emissionshandelsrelevanten CO2-Emissionen zuzurechnen ist, von 12 Mio. Tonnen im Kalenderjahr 2019 auf 11 Mio. Tonnen in 2020. Gleichzeitig ist der Preis für CO2-Zertifikate an der Börse im Verlauf des Berichtsjahres empfindlich angestiegen, weshalb sich der Rückgang des Zukaufsbedarfes an CO2-Zertifikaten nicht direkt proportional in der Verminderung der Ergebnisbelastung widerspiegelt. Wie im Schnitt der Vorjahre belief sich der Zukaufsbedarf von CO2-Zertifikaten in der Berichtsperiode auf knapp ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen und ergibt sich aus dem Gesamtbedarf abzüglich der zugeteilten Gratiszertifikate.

ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN

Position 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21
Investitionen Umwelt 36,8 22,8 28,4 28,1 35,0 15,3
davon Luftreinhaltung 18,3 9,7 12,8 11,0 13,0 6,6
davon Abfallwirtschaft 7,1 4,9 4,9 5,0 7,7 2,4
davon Gewässerschutz 5,0 4,1 5,7 6,1 7,1 4,4
davon Bodenschutz 1,6 1,6 1,6 1,6 1,4 0,5
davon übrige Umweltbereiche 4,8 2,5 3,4 4,4 5,8 1,4
Laufende Umweltschutzaufwendungen 224,9 220,9 227,7 254,1 314,5 300,1
davon Luftreinhaltung 166,5 163,3 169,0 187,8 222,7 210,2
davon Abfallwirtschaft 10,4 10,2 10,8 12,6 14,8 12,4
davon Gewässerschutz 20,5 17,5 17,1 19,5 22,8 21,2
davon Bodenschutz 17,7 17,5 17,1 16,3 17,6 17,3
davon übrige Umweltbereiche 9,8 12,4 13,7 17,9 36,6 38,8
Summe Umweltsaufwendungen (Investitionen + laufende Aufwendungen) 261,7 243,7 256,1 282,2 349,5 315,4
Ergebnisbelastung aus EU-Emissionshandel 35,1 34,8 33,0 39,7 90,0 76,7
davon Zukauf von Zertifikaten 30,5 26,2 27,1 34,4 82,3 68,4
davon Zuteilung von Gratiszertifikaten 4,6 8,6 5,9 5,3 7,7 8,3
1 Erstmals im Geschäftsjahr 2015/16 zusätzlich zu den emissionsintensiven österreichischen Konzernstandorten auch eine Reihe weiterer, vorwiegend internationaler Produktionsgesellschaften erfasst.

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BETRIEBLICHE UMWELTSCHWERPUNKTE UND -MASSNAHMEN

Der Fokus der umgesetzten Vorhaben lag konsequenterweise in den Bereichen CO2-Emissionen, Energieeffizienz einschließlich Abwärmenutzung und Ausbau erneuerbarer Eigenenergieerzeugung. In der Steel Division standen Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Ressourceneffizienz im Vordergrund. Sie verringern nachhaltig den Einsatz fossiler Brennstoffe, den Bedarf an elektrischer Energie sowie Wasser zur Kühlung von Aggregaten. Zudem wurden zur verbesserten Quantifizierung von Emissionen in der Kokerei über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende, wiederkehrende Emissionsmessungen geplant und durchgeführt. Die Arbeiten beim Altlastensanierungsprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich weitergeführt. Kontaminierter Boden wurde im östlichen Bereich der Altlast entfernt. Der Betrieb des „Funnel & Gate-Systems“ erlaubte es, die Schadstoffverfrachtung über das Grundwasser für einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren beinahe gänzlich zu unterbinden. Zur weiteren Schadstoffentfrachtung innerhalb der bebauten Flächen betreibt die voestalpine seit mehreren Jahren eine Bodenluftabsaugung und eine Phasenschöpfung. Weitere Mittel dienten der Aufrechterhaltung und Instandhaltung bestehender Umweltanlagen. Darunter fallen etwa Bagger und ähnliche Geräte im Betrieb der Deponie sowie neue Ladestationen für den Ausbau der werksinternen E-Mobilität.

Der Fokus der High Performance Metals Division liegt auf Energieeffizienz. Neben der flächendeckenden Implementierung zertifizierter Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 in allen Produktionsgesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2020/21 Optimierungen der Verbrennungstechnik, neue effiziente Beleuchtungssysteme, diverse Verbesserungen der Anlagensteuerung sowie zahlreiche Prozessinnovationen in der Produktion umgesetzt. Diese Maßnahmen erzielen kumuliert eine nachhaltige Einsparung von 85 GWh oder rund 2,4 Mio. EUR. Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Division im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft. Zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Sicherung der Versorgung mit Schlüsselrohstoffen sind strategische Projekte in Umsetzung. Dazu zählen die Rückgewinnung von Legierungselementen aus Nebenprodukten der Produktion, die Schließung von Materialkreisläufen mit Kunden, die Erschließung von alternativen (sekundären) Rohstoffquellen und die Substitution von primären Rohstoffen durch sekundäre Rohstoffe.

Die Investitionen der Metal Engineering Division flossen vor allem in ambitionierte Maßnahmen zur Einsparung und zur Erhöhung der Eigenerzeugung von Energie. So wurde in Donawitz zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 die Umstellung des Kraftwerksblocks 01 auf modifizierten Gleitdruckbetrieb abgeschlossen, was den Fremdstrombezug um rund 6.000 MWh pro Jahr verringert. Weitere mehr als 9.000 MWh an zusätzlicher Eigenstromerzeugung werden jährlich durch kombinierte Einzelmaßnahmen im Kraftwerk erzielt. Die Optimierung der Tiegelgasverwertung, die mit Beginn des neuen Geschäftsjahres in Betrieb geht, ermöglicht eine zusätzliche Steigerung der elektrischen Eigenerzeugung im Kraftwerk um jährlich rund 5.700 MWh. Maßnahmen zur signifikanten Energieeinsparung bzw. CO2-Verringerung wurden auch bei der Sinteranlage und anderen Aggregaten der Stahlproduktion umgesetzt sowie in anderen Geschäftsbereichen wie der Schienen- oder der Drahtfertigung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Optimierung von Kühlwasser- und Abwärmekreisläufen.

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In der Metal Forming Division wird zur Erwärmung bzw. Wärmebehandlung von Stahlbändern und -teilen zunehmend auf Induktion anstelle von Gasbrennern gesetzt. Der Einsatz von elektrischer Energie aus eigenen Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen spart damit nachhaltig CO2 ein. So verzeichnete der Standort Böhlerwerk, Niederösterreich, im Jahr 2020 einen neuen Höchstwert an Eigenstromerzeugung: Bereits 87 % der am Standort benötigten elektrischen Energie wurden aus den drei unternehmenseigenen Wasserkraftwerken am Fluss Ybbs gedeckt. Weiters wurden im Vorjahr rund 500 MWh an unterschiedlichen Energieformen durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eingespart. Davon entfielen alleine 260 MWh auf Strom sowie 20.500 m³ auf Erdgas im Äquivalent von insgesamt mehr als 40 Tonnen CO2. Wo es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht, leistet Stahl einen wachsenden Beitrag. Exemplarisch stand dafür an mehreren europäischen Standorten der Division die Produktentwicklung für Photovoltaikanlagen. Im anspruchsvollen Automobilleichtbau hat die voestalpine zudem eine Umweltproduktdeklaration für die innovative phs®-Technologie zur Fertigung presshärtender Bauteile für die Karosserie erstellt.

ENERGIE- UND KLIMAPOLITISCHER RAHMEN

Mit dem Ende 2019 initiierten „Green Deal“ der EU-Kommission werden die bis 2030 geltenden Ziele zur Emissionssenkung deutlich erhöht. Im April 2021 einigten sich Kommission, Rat und Parlament auf eine Verschärfung von bisher 40 % auf 55 % (jeweils gegenüber 1990). Welche höheren Vorgaben sich daraus konkret für die dem Emissionshandel unterliegenden Sektoren wie der Stahlindustrie ergeben, wird derzeit in den europäischen Richtlinien und Verordnungen zu den einzelnen Rechtsmaterien festgelegt. Aktuell liegt der Zielwert gemäß EU-ETS bei minus 43 % gegenüber 2005. Die österreichische Bundesregierung sieht ihrerseits die Klimaneutralität bereits bis spätestens 2040 und damit um ein Jahrzehnt früher als das Paris-Abkommen und die EU vor. Auch auf nationaler Ebene sind die dafür erforderlichen gesetzlichen Weichenstellungen noch im Gange.# DEKARBONISIERUNGSKONZEPT DER voestalpine

Die voestalpine verfolgt einen umfassenden Plan zur Dekarbonisierung ihrer Stahlproduktion. Dieser sieht vorerst Elektrifizierung aus erneuerbarer Energie und langfristig den Umstieg auf Wasserstoffmetallurgie vor. Der erste Meilenstein ermöglicht es, bis 2030 den prozessbedingten CO2-Ausstoß um rund 30 % dauerhaft zu senken. Das entspricht etwa 3 bis 4 Mio. Tonnen weniger Emissionen pro Jahr.

Das Projekt „greentec steel“ markiert den schrittweisen Umstieg von der kohlebasierten Hochofen- auf eine grünstrombasierte Elektrolichtbogentechnologie. Dabei sind neben Schrott auch flüssiges Roheisen und CO2-reduzierter Eisenschwamm (HBI) die wichtigsten Einsatzstoffe. Die innovative Herausforderung liegt darin, mit diesem Verfahren die gleichen höchstwertigen Qualitäten zu erzeugen wie mit der bestehenden Hochofen-/LD-Stahlwerksroute. Investitions- und höhere Betriebskosten aufgrund hoher Preise für grünen Strom können nicht von den Unternehmen alleine getragen werden. Die ausreichende Bereitstellung budgetärer Mittel für nationale und europäische Mechanismen in der Kofinanzierung ist – neben der Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit grüner Energien – Grundvoraussetzung für das Erreichen der ambitionierten Klimaziele.

Das Hybridkonzept „greentec steel“ bildet die Basis für die wasserstoffbasierte Transformation bis 2050. Indem erneuerbarer Strom und grüner Wasserstoff die Kohle als Reduktionsmittel von Eisenerz vollständig ersetzen, soll bis 2050 – vorbehaltlich der wirtschaftlichen Darstellbarkeit – CO2-neutral produziert werden.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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Um die langfristig wasserstoffbasierte Stahlerzeugung technologisch zu ermöglichen, arbeitet die voestalpine derzeit mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern intensiv an Forschungs- und Demonstrationsprojekten. Neben dem bis Ende 2021 am Standort Linz laufenden EU-Leuchtturmprojekt „H2FUTURE“ zur Erzeugung grünen Wasserstoffs laufen in Donawitz mit „Sustainable Steel“ (SuSteel) und „Hydrogen-based Fine Ore Reduction“ (Hyfor) zwei grundlegende Projekte zur Wasserstoffmetallurgie.

CIRCULAR ECONOMY UND PRODUCT SUSTAINABILITY

Die Umstellung des Wirtschaftssystems auf eine Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) erfordert eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfung, das heißt aller Phasen des Lebenszyklus. Circular Economy kommt auf Prozess- und Produktebene in vielen Bereichen der voestalpine seit Langem zur Umsetzung und zur Weiterentwicklung. Neben dem wesentlichen Beitrag des Werkstoffs Stahl an sich zählen dazu:

  • die Entwicklung und Schließung von Stoff- und Materialkreisläufen zur Steigerung der Ressourcen- und Materialeffizienz in den Herstellprozessen,
  • der Ausbau von Wertstoffkreisläufen für Produkte und Sekundärrohstoffe in den verschiedenen Lieferketten,
  • der Aufbau so genannter industrieller Symbiosen wie beispielsweise der Nutzung von Nebenprodukten aus der Stahlherstellung als Sekundärrohstoffe zur Herstellung von Produkten in anderen Industriesektoren,
  • die kontinuierliche Förderung von Entwicklungen zur effizienten Nutzung von alternativen bzw. sekundären Rohstoffquellen.

Ein Schwerpunkt liegt aktuell bei der Ermittlung der ökologischen Auswirkungen von Produkten (Product Sustainability) mittels Lebenszyklusanalyse (LCA, Life Cycle Assessment). In Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) werden Umweltauswirkungen von Produkten auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung ermittelt. EPD basieren auf den internationalen Normen EN15804 und ISO14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Der voestalpine-Konzern hat Umweltproduktdeklarationen etwa für feuerverzinktes Stahlband, Elektroband, colofer®, Grobbleche und Schienen im Rahmen des Deklarationsprogramms des Instituts „Bauen und Umwelt e.V.“ (IBU) gelistet und veröffentlicht. Weitere EPDs sind in Entwicklung.

Als Teil verschiedener Liefer- und Wertschöpfungsketten führt die voestalpine zu Dekarbonisierung und Produktnachhaltigkeit den regelmäßigen Dialog mit Kunden. Diese stammen aus unterschiedlichen Sektoren wie beispielsweise der Automobilindustrie, Elektroindustrie, Öl und Gas oder beteiligen sich als weitere Stakeholder aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Die voestalpine veröffentlicht Informationen zu Treibhausgasemissionen und Wasserverbrauch im Rahmen des „Carbon Disclosure Projects“ (CDP) und beteiligt sich an branchenübergreifenden Initiativen wie „Responsible Steel“.

UMWELTMANAGEMENTSYSTEME

Von den rund 130 im internen Umweltdatenmanagement erfassten Konzerngesellschaften weltweit – darunter alle größeren, umweltsensiblen Betriebsstandorte – verfügen mittlerweile bereits 70 % über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS. Weitere 8 % weisen andere Zertifizierungen wie Energiemanagement nach ISO 50001 aus.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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BERICHT ÜBER DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS

Aktives Risikomanagement, so wie es im voestalpine-Konzern verstanden und seit vielen Jahren regelmäßig angewandt wird, dient sowohl der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands als auch der Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die gesamte voestalpine-Gruppe dar. Das vorhandene Risikomanagementsystem ist in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert und wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt.

In der voestalpine AG ist ein Prüfungsausschuss eingerichtet, der sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. dessen Überwachung befasst. Sowohl Risikomanagement als auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision überwacht Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich.

Der systematische Risikomanagementprozess unterstützt das Management, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integrierter Bestandteil der Entscheidungs- und Geschäftsprozesse aller Unternehmensbereiche und Hierarchiestufen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl über die strategische als auch die operative Ebene und ist damit ein maßgebliches Element für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen.

Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess („erheben und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“), der mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich durchlaufen wird. Im Zuge des operativen Risikomanagements wird auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet. Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer 9-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dokumentiert werden im Wesentlichen Betriebs-, Umwelt-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Compliance- und IT-Risiken auf strategischer und operativer Ebene.

Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unterschiedliche Strategien (wie „vermeiden“, „vermindern“, „sichern“ sowie Kombinationen daraus und „tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements. In den operativen Einheiten sind Risikomanager nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten vorantreiben und auch dezentral verantworten. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG. Der Risikomanagementprozess wird durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt.

Design und Angemessenheit des Risikomanagementprozesses werden jährlich durch einen externen Auditor überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER

PANDEMIE, COVID-19-KRISE

Das Geschäftsjahr 2020/21 war weiterhin von der globalen COVID-19-Krise und dem damit einhergehenden medizinischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausnahmezustand sowie den entsprechenden Auswirkungen geprägt. Im Zuge des konzernalen Krisenmanagements sind seit Beginn der Pandemie Krisenteams auf drei Entscheidungsebenen (Konzern, Divisionen, Gesellschaften) eingerichtet, die in dieser nach wie vor schwierigen Zeit ein rasches und koordiniertes Vorgehen an allen Konzernstandorten sicherstellen.

Rasch eingeleitete Aktivitäten (wie z. B. Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Sicherheit und zur bestmöglichen Unterstützung der Mitarbeiter und deren Familien, sofern möglich Arbeit von zu Hause aus – Teleworking unter kurzfristiger Bereitstellung der dazu erforderlichen Infrastruktur – sowie die Berücksichtigung etwaiger Betreuungspflichten) und ergänzende Maßnahmen zur Krisenbewältigung (wie z. B. Sicherung der Liquidität, Kurzarbeit, Abbau von Zeitguthaben, vorgezogene Betriebsurlaube, an die vorherrschenden Lieferketten angepasste sowie eingeschränkte Produktionsaktivitäten bis hin zu vorübergehenden Produktionsstilllegungen, regelmäßiger Informationsaustausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr zur bestmöglichen Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Stabilität der Organisation beigetragen. Dank dieser Vorgehensweise konnte sich der voestalpine-Konzern gut an die völlig neue Situation anpassen.Angewandte Notfall- und Krisenpläne sowie festgelegte Maßnahmen werden weiterhin regelmäßig bewertet und im Bedarfsfall an neue Erkenntnisse adaptiert bzw. erweitert. Darüber hinaus haben die im Vorjahreslagebericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen nach wie vor Gültigkeit:

ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT UND ENERGIEVERSORGUNG

Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit einigen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Langfristige Lieferbeziehungen, die Ausweitung des Lieferantenportfolios sowie der Ausbau der Eigenversorgung bilden dabei die Kernelemente, die angesichts der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben (Näheres dazu im Kapitel „Rohstoffe“ dieses Lageberichts). Generell können durch die Pandemie globale Lieferketten weiterhin beeinträchtigt werden. Dabei kann es von Seite der Lieferanten, von Seite der Kunden oder durch Störungen in den Transportwegen zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und gleichzeitig eine Verbreiterung der logistischen Optionen erhöhten die Ausfallsicherheit bei Rohstofftransporten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich. Im Bereich der Energieversorgung werden laufend alternative Energieressourcen untersucht und vorangetrieben.

RICHTLINIE ZUR ROHSTOFFPREISABSICHERUNG

Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoffpreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Dem Rohstoffrisikomanagement unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2 und die Energien.

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CO2-THEMATIK

Risiken in Bezug auf CO2 und Dekarbonisierung werden gesondert im Kapitel „Umwelt“ dieses Lageberichts behandelt.

AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN

Zur Minimierung des Ausfallsrisikos bei kritischen Anlagen werden gezielte und umfangreiche Investitionen in die technische Optimierung sensibler Aggregate getätigt. Konsequente vorbeugende Instandhaltung, risikoorientierte Reserveteillagerung sowie Schulung der Mitarbeiter stellen ergänzende Maßnahmen dar.

AUSFALL VON IT-SYSTEMEN

Die Servicierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse, die größtenteils auf komplexen Systemen der Informationstechnologie basieren, wird an einem überwiegenden Teil der Konzernstandorte von einer zu 100 % im Eigentum der voestalpine AG stehenden und auf IT spezialisierten Tochtergesellschaft (der voestalpine group-IT GmbH) wahrgenommen. Aufgrund der Bedeutung von IT-Sicherheit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und Sicherheitsrisiken wurden in der Vergangenheit sicherheitstechnische IT-Mindeststandards erarbeitet, welche auch Vorgaben zum Business Continuity Management beinhalten. Diese Mindeststandards werden regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst. Die Einhaltung wird jährlich in Form von Audits überprüft. Um das Risiko des unautorisierten Eindringens in IT-Systeme und -Anwendungen weiter zu reduzieren, werden zusätzlich periodische Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten wieder breit angelegte Onlinekampagnen zur weiteren Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter hinsichtlich Sicherheitsthemen. Im Zuge dieser Onlinekampagnen wird verstärkt auf das Thema Cyber-Security und insbesondere im abgelaufenen Geschäftsjahr auch auf mögliche Gefahren beim Arbeiten von zu Hause aus (Teleworking) eingegangen. In einer Arbeitsgruppe werden etwaige Cyber-Fraud-Angriffe (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungsumleitung, Lieferumleitung) gesammelt und Maßnahmen zur Prävention entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung von möglichen Cyber-Fraud-Angriffen und zur weiteren Sensibilisierung der Mitarbeiter werden ebenfalls umfangreiche Onlinekampagnen durchgeführt sowie spezielle E-Learning-Initiativen gesetzt.

WISSENSMANAGEMENT/ PROJEKTMANAGEMENT

Zur nachhaltigen Sicherung des Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden schon in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte begonnen, die konsequent weiterentwickelt werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei. Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. Projektgeschäft, Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.

COMPLIANCE-RISIKEN

Compliance-Verstöße wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll insbesondere Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 80

RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZ- RECHTLICHER BESTIMMUNGEN

Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich nachteilig finanziell auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien wurde eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, ihre Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten.

RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN

Risiken aus Elementarereignissen wird durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen (wie z. B. Brandmelder, Sprinkleranlagen, Hochwasserschutz, regelmäßige Übungen sowie Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen) entgegengewirkt. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Services GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft.

RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT

Etwaige Risiken der Nachhaltigkeit und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen berücksichtigt. Nachhaltigkeitsthemen werden auch in einem eigenen Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) behandelt.

RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH

Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden. Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Um den zusätzlichen Risiken aus der COVID-19-Krise Rechnung zu tragen, wurde auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft hoher Wert gelegt.

Bonitätsrisiko

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Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt.# RISIKEN UND CHANCEN

RISIKEN

FINANZRISIKEN

Durch die Pandemie kam es in den Kundensegmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahenten gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallswahrscheinlichkeit allokiert.

» Währungsrisiko

Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) der nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate.

» Zinsrisiko

Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2021 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Erhöhung des Nettozinsaufwands im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 3,0 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.

» Preisrisiko

Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt, zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.

UNSICHERHEITEN IN DER GESETZGEBUNG

COVID-19-PANDEMIE

Durch die COVID-19-Pandemie können unterschiedliche gesetzliche Maßnahmen der jeweiligen Jurisdiktionen gesetzt werden, die Einfluss auf die Produktionsbedingungen und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der jeweiligen Tochtergesellschaften der voestalpine AG haben würden.

ENERGIEABGABENRÜCKVERGÜTUNG IN ÖSTERREICH

Betreffend die österreichische Energieabgabenvergütung ist festzuhalten, dass durch das Urteil des EuGH vom 14.11.2019 feststeht, dass die mit dem BBG 2011 vorgenommene Einschränkung auf Produktionsbetriebe unionsrechtskonform zustande gekommen ist (EuGH 14.11.2019, CÂ585/17, Dilly´s Wellnesshotel II). Der österreichische Verwaltungsgerichtshof folgt in seiner Anschlussentscheidung vom 18.12.2019 (Ro 2016/15/0041) dem EuGH. Für den voestalpine-Konzern sind aus der das Verfahren abschließenden Entscheidung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes keine nachteiligen Auswirkungen entstanden.

KONJUNKTURELLE RISIKEN

Basierend auf den Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus der aktuellen COVID-19-Krise wurden zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt, die wie im vergangenen Geschäftsjahr auch in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt werden. Diese zielen insbesondere darauf ab,

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» die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung auf das Unternehmen durch entsprechende planerische Vorkehrungen zu minimieren,
» die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrecht zu erhalten,
» ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben sowie
» das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.

In einem nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeld werden etwaige Konsequenzen aus globalen Handelskonflikten wie z. B. (Straf-)Zöllen laufend beobachtet. Der weitere Verlauf der Pandemie und die von den jeweiligen Staaten beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung sowie die Aktivitäten zur Stimulation der Wirtschaft werden weiterhin einen massiven Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Weltregionen haben. Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die operativen Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden. Hinsichtlich der COVID-19-Krise und den damit verbundenen globalen Auswirkungen wird der voestalpine-Konzern auch künftig alles daransetzen, diese für jeden Einzelnen und für das Unternehmen sehr schwierige Situation bestmöglich zu bewältigen.

BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKO-MANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.

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Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzernunheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert. Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, Board oder Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG. Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern zusammen. Sie ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

BESTAND AN EIGENEN AKTIEN

Der Bestand an eigenen Aktien zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundene Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms stellt sich zum 31. März 2021 wie folgt dar:

Eigene Aktien 1.000 Stück Anteil am Grundkapital % Anteil am Grundkapital Tsd. EUR
Stand per 31.03.2020 28,6 0,0 52,0
Zugänge in 2020/21 0,0 0,0 0,0
Abgänge in 2020/21 0,1 0,0 0,1
Stand per 31.03.2021 28,5 0,0 51,9

Die eigenen Aktien befinden sich seit Jahren im Bestand der Gesellschaft.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN

Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2021 324.391.840,99 EUR (31. März 2020: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2020: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote).

Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionäre bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).

Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Dem Vorsitzenden des Beirates, der von der Arbeitnehmerseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.

Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 17 (Eigenkapital) des Anhangs zum Konzernabschluss 2020/21 verwiesen.

Die 400 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2014–2021, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2019–26, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 401 Mio. EUR und 320 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 444,5 Mio. EUR und 403,6 Mio. USD enthalten sogenannte Change of Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhabern der Anleihen bzw. den Kreditgebern im Falle des Eintritts eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

AUSBLICK

Nach dem Wirtschaftseinbruch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 stand die 2. Hälfte der Berichtsperiode ganz im Zeichen des Wiederaufschwungs der globalen Märkte. Aktuell verzeichnen beinahe alle wichtigen Kundenbranchen der voestalpine eine anhaltend hohe Nachfrage, wobei in manchen Bereichen nahezu eine durch Nachholeffekte ausgelöste Überhitzung feststellbar ist. Auch die von der Krise besonders stark getroffene Öl- und Gasindustrie beginnt sich schrittweise zu erholen. In der Luftfahrt hingegen kann bestenfalls eine leichte Verbesserung im Laufe des Geschäftsjahres 2021/22 erwartet werden.

Angesichts der positiven Nachfragesituation ist aus heutiger Sicht bis zumindest Ende des Kalenderjahres 2021 mit einer weiteren Erholung der Gesamtkonjunktur zu rechnen. Diese Einschätzung geht auch aus den Prognosen der Wirtschaftsforscher hervor. Wichtige Wachstumsimpulse werden zudem von den billionenschweren Konjunkturpaketen der EU und USA zur Belebung der Wirtschaft nach der COVID-19-Krise erwartet.

Die Krise ist jedoch noch nicht überwunden. Trotz der Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe gegen das COVID-19-Virus und einer steigenden Durchimpfungsrate sind die weitere Entwicklung der Pandemie und deren ökonomische Auswirkungen noch nicht endgültig absehbar. Der Fokus des voestalpine-Konzerns wird aber neben konsequenter Effizienzsteigerung und Cashflow-Optimierung auch wieder zunehmend auf wertsteigerndem Wachstum liegen.

Unter der Annahme, dass die aktuelle wirtschaftliche Dynamik anhält und keine unerwarteten Marktverwerfungen eintreten, geht der Vorstand der voestalpine AG für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22 aus heutiger Sicht von einem EBITDA in einer Bandbreite von 1.600 bis 1.900 Mio. EUR aus.

Linz, am 31. Mai 2021

Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.
Franz Kainersdorfer e. h.
Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h.
Peter Schwab e. h.
Hubert Zajicek e. h.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

voestalpine AG

KONZERNABSCHLUSS 2020/21

KONZERNABSCHLUSS

  • Bericht des Aufsichtsrates
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Kapitalflussrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Anhang zum Konzernabschluss
  • Bestätigungsvermerk
  • Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
  • Beteiligungen

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

BERICHT DES AUFSICHTSRATES ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2020/21

Im Geschäftsjahr 2020/21 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von fünf Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses und fünf Sitzungen des Präsidialausschusses wahrgenommen. In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft gegeben.

Das Geschäftsjahr 2020/21 war geprägt von den wirtschaftlichen Verwerfungen durch die COVID-19-Pandemie. Der Aufsichtsrat hat sich daher mit den Auswirkungen dieser Pandemie auf die voestalpine und der vom Vorstand in diesem Zusammenhang geplanten und gesetzten Maßnahmen im Rahmen der laufenden Berichterstattung über die jeweils aktuelle geschäftliche und finanzielle Situation der Unternehmensgruppe intensiv auseinandergesetzt. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen insbesondere mit Szenarien für eine CO2-reduzierte Stahlerzeugung, der Strategie 2025+ sowie der Nachhaltigkeitsstrategie, der qualitativen Personalplanung des Konzerns inklusive Nachfolgeplanung und den Themen Innovationen und Informationstechnologie.

Der Präsidialausschuss sowie der Aufsichtsrat befassten sich insbesondere mit der Überarbeitung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Änderung der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Aufsichtsrates. Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der Gesellschaft, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie mit Themen des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision. Für Details der Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse wird auf den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2020/21 verwiesen.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2021 wurden von dem in der Hauptversammlung am 1. Juli 2020 gewählten Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, geprüft. Die Abschlussprüferin nahm an allen drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt und ergeben, dass der Jahresabschluss sowie der gemäß § 245a UGB nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die Abschlussprüferin hat sowohl für den Jahresabschluss als auch den Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und bestätigt, dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Konzernabschluss stehen.

Nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses hat der Aufsichtsrat am 8. Juni 2021 den Jahresabschluss zum 31. März 2021 geprüft und gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt. Der Aufsichtsrat hat zudem nach vorheriger Befassung des Prüfungsausschusses den Lagebericht sowie den Konzernabschluss samt Konzernlagebericht und den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht jeweils des Geschäftsjahres 2020/21 geprüft und genehmigt.

In seiner Sitzung am 23. September 2020 hat der Aufsichtsrat den Konsolidierten nicht finanziellen Bericht (Corporate Responsibility Report) des Geschäftsjahres 2019/20 geprüft und genehmigt. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt.

Der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2020/21 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, im Rahmen der jährlich durchgeführten externen Evaluierung der Einhaltung des Corporate Governance-Kodex durch die voestalpine AG geprüft.Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance-Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüfung betreffenden C-Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung der Regeln 77 bis 83 bestätigt. Der Konsolidierte nicht finanzielle Bericht 2019/20 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, geprüft. Auf Basis der Prüfungshandlungen sind ebenfalls keine Sachverhalte bekannt geworden, die zu der Annahme veranlassen, dass der Bericht der voestalpine AG in wesentlichen Belangen nicht mit den gesetzlichen Vorschriften sowie den GRI-Standards übereinstimmt.

Festgestellt wird, dass das Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Bilanzgewinn von 90,0 Mio. EUR schließt; es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,50 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionäre auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Aufsichtsrat
Dr. Joachim Lemppenau e. h. (Vorsitzender)

Linz, am 8. Juni 2021

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 90

voestalpine AG

KONZERNBILANZ ZUM 31.03.2021

AKTIVA Anhang 01.04.2019 31.03.2020 31.03.2021
A. Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 9 6.580,2 6.558,8 6.120,0
Firmenwerte 10 1.548,3 1.494,9 1.469,2
Andere immaterielle Vermögenswerte 10 395,1 338,6 307,2
Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen 12 124,3 127,6 135,7
Andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile 12 50,6 65,9 66,2
Aktive latente Steuern 13 197,3 283,9 345,9
8.895,8 8.869,7 8.444,2
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 14 4.053,0 3.598,2 3.438,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 15 2.021,3 1.650,1 1.722,2
Andere Finanzanlagen 24 182,3 55,4 145,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16 485,9 794,7 1.159,7
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 9 13,3 0,0 0,0
6.755,8 6.098,4 6.466,0
Summe Aktiva 15.651,6 14.968,1 14.910,2

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 91

PASSIVA

Anhang 01.04.2019 31.03.2020 31.03.2021
A. Eigenkapital
Grundkapital 324,3 324,3 324,3
Kapitalrücklagen 667,0 660,3 661,2
Hybridkapital 497,9 0,0 0,0
Eigene Aktien –1,5 –1,5 –1,5
Andere Rücklagen –69,1 –165,8 –115,0
Gewinnrücklagen 5.125,4 4.660,9 4.655,6
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 6.544,0 5.478,2 5.524,6
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital 165,8 136,7 125,3
17 6.709,8 5.614,9 5.649,9
B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 18 1.276,9 1.277,9
Rückstellungen 19 167,3 92,4
Passive latente Steuern 13 110,5 92,5
Finanzverbindlichkeiten 20 2.661,8 3.889,7
4.216,5 5.352,5
C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen 19 642,9 646,9
Steuerschulden 101,6 38,8
Finanzverbindlichkeiten 20 1.142,3 754,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1 21 2.130,2 1.953,5
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring1 22 708,3 607,4
4.725,3 4.000,7
Summe Passiva 15.651,6 14.968,1

1 Aufgrund der klarstellenden Auslegung des IFRIC (Dezember 2020) zu Supply Chain Finance werden wechselmäßig verbriefte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring in der Bilanz separat ausgewiesen. Vorjahreszahlen der betroffenen Posten wurden retrospektiv angepasst.

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 92

voestalpine AG

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 2020/21

Anhang 2019/20 2020/21
Betriebstätigkeit
Ergebnis nach Steuern –216,5 31,7
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen 25 1.086,6
Veränderung Vorräte 408,6 133,5
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten 80,1 407,1
Veränderung Rückstellungen –54,8 92,7
Veränderung Working Capital 433,9 633,3
Cashflow aus der Betriebstätigkeit1 1.304,0 1.633,5
Investitionstätigkeit
Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –747,9 –599,3
Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen 43,7 19,7
Cashflow aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen 25 –11,2
Cashflow aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen 25 –0,2
Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen 108,8 –84,1
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –606,8 –665,8
Finanzierungstätigkeit
Dividenden –222,0 –35,7
Dividenden nicht beherrschende Gesellschafter –21,0 –14,5
Kapitalzuführung nicht beherrschende Gesellschafter 0,0 0,8
Anteilszukauf von nicht beherrschenden Gesellschaftern –4,8 0,0
Tilgung Hybridkapital –500,0 0,0
Aufnahme von langfristigen Finanzschulden 25 1.157,8
Tilgung von langfristigen Finanzschulden 25 –786,4
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 25 –53,5
Veränderung kurzfristiger Finanzschulden und übrige Finanzierungstätigkeiten 25 55,6
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –374,3 –595,6
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 322,9 372,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresanfang 485,9 794,7
Veränderungen aus Währungsumrechnungen –14,1 –7,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresende 16 794,7

1 Im Cashflow aus der Betriebstätigkeit sind erhaltene Zinsen in Höhe von 6,1 3,7 gezahlte Zinsen in Höhe von 129,3 88,2 gezahlte Steuern in Höhe von 137,9 31,4 und Dividendeneinnahmen in Höhe von 11,9 8,7 enthalten.

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 93

voestalpine AG

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG 2020/21

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Anhang 2019/20 2020/21
Umsatzerlöse 1, 2 12.717,2
Umsatzkosten –10.559,2 –9.412,2
Bruttoergebnis 2.158,0 1.854,4
Sonstige betriebliche Erträge 3 443,4
Vertriebskosten –1.174,5 –1.025,1
Verwaltungskosten –674,0 –649,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4 –852,8
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen 5 10,9
EBIT –89,0 115,2
Finanzerträge 6 36,8
Finanzaufwendungen 7 –178,1
Ergebnis vor Steuern –230,3 10,8
Ertragsteuern 8 13,8
Ergebnis nach Steuern –216,5 31,7
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens –222,0 42,1
Nicht beherrschenden Gesellschaftern –7,7 –10,4
Anteil Hybridkapitalbesitzer 13,2 0,0
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 31 –1,24

KONZERN-SONSTIGES ERGEBNIS

2019/20 2020/21
Ergebnis nach Steuern –216,5
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Cashflow-Hedges –37,8
Währungsumrechnung –61,3
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen –1,1
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden –100,2
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste –22,0
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden –22,0
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto –122,2
Gesamtergebnis in der Periode –338,7
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens –341,1
Nicht beherrschenden Gesellschaftern –10,8
Anteil Hybridkapitalbesitzer 13,2
Gesamtergebnis in der Periode –338,7

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 94

voestalpine AG

KONZERN-EIGENKAPITAL- VERÄNDERUNGSRECHNUNG 2020/21

Grund- kapital Kapital- rücklagen Hybrid- kapital Eigene Aktien Andere Rücklagen Gewinnrücklagen Summe Eigenkapital
Stand am 01.04.2019 324,3 667,0 497,9 –1,5 –69,1 5.125,4 6.544,0
Ergebnis nach Steuern – – – – – –222,0 –222,0
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Cashflow-Hedges – – – – – –37,8 –37,8
Währungsumrechnung – – – – – –61,3 –61,3
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen – – – – – –1,1 –1,1
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden – – – – – –100,2 –100,2
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste – – – – – –22,0 –22,0
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden – – – – – –22,0 –22,0
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto – – – – – –122,2 –122,2
Gesamtergebnis in der Periode – – – – – –344,2 –344,2
Dividendenausschüttung – – – – – – –
Tilgung Hybridkapital – – –500,0 – – – –500,0
Dividende Hybridkapital – – – – – – –
Anteilsbasierte Vergütungen – –1,1 – – –5,6 – –6,7
Sonstige Veränderungen – – – – – – –
Stand am 31.03.2020 = Stand am 01.04.2020 324,3 660,3 0,0 –1,5 –115,0 4.655,6 5.524,6
Ergebnis nach Steuern – – – – – 42,1 42,1
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Cashflow-Hedges – – – – – 38,9 38,9
Währungsumrechnung – – – – – 12,5 12,5
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen – – – – – 0,4 0,4
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden – – – – – 51,8 51,8
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste – – – – – –9,5 –9,5
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden – – – – – –9,5 –9,5
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto – – – – – 42,3 42,3
Gesamtergebnis in der Periode – – – – – 84,4 84,4
Dividendenausschüttung – – – – – –35,7 –35,7
Anteilsbasierte Vergütungen – 0,9 – – – – 0,9
Zugang aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen – – – – – – –
Sonstige Veränderungen – – – – – – –
Stand am 31.03.2021 324,3 661,2 0,0 –1,5 –115,0 4.642,2 5.511,2
Andere Rücklagen Währungs- umrechnung Cashflow Hedge-Rücklage Gewinnrücklagen Summe Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherr- schende Anteile am Eigenkapital Summe Eigenkapital
– – – – 324,3 0,0 324,3
661,2 – – – 661,2 –1,5 659,7
–74,7 5,6 5.125,4 6.544,0 165,8 6.709,8 –
–208,8 – – – –208,8 –7,7 –216,5
–37,8 – – – –37,8 – –37,8
–57,8 – – – –57,8 –3,5 –61,3
–1,1 – – – –1,1 – –1,1
–58,9 –37,8 – – –96,7 –3,5 –100,2
–22,4 – – – –22,4 0,4 –22,0
–22,4 – – – –22,4 0,4 –22,0
–58,9 –37,8 –22,4 – –119,1 –3,1 –122,2
–58,9 –37,8 –231,2 –327,9 –338,7 –10,8 –338,7
–196,4 – – – –196,4 –20,3 –216,7
–500,0 – – – –500,0 – –500,0
–25,6 – – – –25,6 – –25,6
–1,1 – – – –1,1 – –1,1
–11,3 –14,8 2,0 – –12,8 – –12,8
–233,3 –737,9 –18,3 – –756,2 –133,6 –756,2
4.660,9 5.478,2 136,7 5.614,9 – 42,1 42,1
–10,4 31,7 – – – 38,9 38,9
– 38,9 – – – 11,5 11,5
1,0 12,5 0,4 – – – 0,4
11,9 38,9 – –10,1 –10,1 0,6 –9,5
– –10,1 – – – – –9,5
11,9 38,9 –10,1 40,7 42,3 11,9 82,8
–8,8 74,0 – –35,7 –35,7 –15,9 –51,6
0,9 – – – 0,9 – 0,9
5,4 5,4 – –1,6 –1,6 7,9 6,3
–37,3 –36,4 –2,6 – –39,0 –121,7 –39,0
6,7 4.655,6 5.524,6 125,3 5.649,9 – 5.649,9

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 96

voestalpine AG

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2020/21

A. ALLGEMEINES UND UNTERNEHMENSZWECK

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein Stahl- und Technologiekonzern. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine AG ist oberstes Mutterunternehmen, welches einen Konzernabschluss erstellt. Die Eintragung ins Firmenbuch sowie der Sitz der Gesellschaft sind in Linz. Die Adresse der voestalpine AG lautet voestalpine-Straße 1, 4020 Linz, Österreich. Die Aktien der voestalpine AG sind an der Börse in Wien, Österreich, gelistet.

Der Konzernabschluss zum 31. März 2021 (einschließlich der Vorjahreszahlen zum 31. März 2020) wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS-IC), die 2020 verpflichtend anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss wird in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) dargestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Der Vorstand der voestalpine AG hat den Konzernabschluss am 31. Mai 2021 genehmigt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 97

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

AUSWIRKUNGEN DER COVID-19-PANDEMIE

Auswirkungen auf das Ergebnis und die Liquidität

Das Geschäftsjahr 2020/21 war weltweit und gesamtwirtschaftlich stark von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. Die Branchen Luftfahrt, Öl- und Gasindustrie sowie Automotive wurden durch den eingeschränkten Flugverkehr, den global gesunkenen Energiebedarf und aufgrund der Produktionsstillstände der Automobilhersteller vor allem im ersten Lockdown deutlich von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie getroffen. Während die Branchen Luftfahrt sowie Öl- und Gasindustrie nach wie vor besonders stark von der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt sind, hat sich der Bereich Automotive bereits wieder stabilisiert. Aufgrund der Produktionsunterbrechungen und -reduktionen vor allem in den oben beschriebenen Bereichen reduzierte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr.

Neben der konsequenten Umsetzung von Kostensenkungsprogrammen und Working Capital-Optimierungen liegt die Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2020/21 auf niedrigem Niveau und es wurden nicht unbedingt notwendige Investitionen verschoben. Diese Investitionsverschiebungen haben keine negative Auswirkung auf das laufende Geschäft des voestalpine-Konzerns. Aus den oben beschriebenen Maßnahmen ergibt sich zum 31. März 2021 eine sehr positive Liquiditätssituation (siehe dazu Konzern-Kapitalflussrechnung).

Als Folge der weltweiten COVID-19-Krise wurden im Geschäftsjahr 2020/21 diverse Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen. Zum Ende des Geschäftsjahres war in Österreich in einzelnen Konzerngesellschaften ein Kurzarbeitsmodell im Einsatz. An wenigen Standorten im Ausland wurden für einen Teil der Mitarbeiter der österreichischen Kurzarbeitsregelung vergleichbare Programme in Anspruch genommen. Daraus resultierende Vergütungen wurden zum 31. März 2021 in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag erfasst (siehe dazu Punkt 3. Sonstige betriebliche Erträge). Nach dem Ende des ersten Lockdowns konnte die Anzahl der Mitarbeiter in Kurzarbeit bis zum Ende des Geschäftsjahres wesentlich verringert werden.

Weiters wurden in in- und ausländischen Tochtergesellschaften unterjährig Stundungen von Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnnebenkosten und Steuern in Anspruch genommen, die größtenteils bereits im Geschäftsjahr 2020/21 wieder beglichen wurden. An einigen Standorten im In- und Ausland wurden Programme zur Personalreduktion vereinbart. Details hierzu siehe unter Punkt 19. Rückstellungen.

Auswirkungen auf Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen

In bilanzieller und bewertungstechnischer Hinsicht kann COVID-19 auf viele Bereiche des Konzernabschlusses der voestalpine AG Auswirkungen haben bzw. Schätzunsicherheiten erhöhen und Ermessensbeurteilungen erschweren.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 98

  • So kann die wirtschaftliche Situation ein Auslöser für die Prüfung der Notwendigkeit von außerplanmäßigen Wertminderungen und für die Durchführung von Wertminderungstests, insbesondere bei firmenwerttragenden Einheiten, zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und Anlagevermögen, sein. Siehe dazu auch Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
  • Durch die COVID-19-Krise kann es zu erhöhten Forderungsausfällen kommen. Allerdings wurden zum 31. März 2021 keine wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit Forderungsausfällen identifiziert. Siehe dazu auch Punkt 24. Finanzinstrumente.
  • COVID-19 kann Auswirkungen auf die Umsatzerlöserfassung haben. Allerdings wurden für das Geschäftsjahr keine Sachverhalte identifiziert, welche zu einer Anpassung der Erlösrealisierung oder zu einer Abwertung von bestehenden Vertragsvermögenswerten führen könnten. Im Bereich Aerospace gab es zum 31. März 2021 trotz der herausfordernden Situation keine Zahlungsschwierigkeiten von Kunden. Allerdings wurden bereits getätigte Bestellungen seitens der Flugzeughersteller teilweise verschoben, die jedoch keine Auswirkungen auf die bisherige Erlöserfassung nach IFRS 15 hatten.
  • Im Rahmen der Bewertung von Vorräten werden „Leerkosten“ aufgrund von Unterauslastungen, Produktionsstillständen und unterbrochenen Lieferketten nicht angesetzt. Siehe dazu auch Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Vorräte.
  • IFRS 16: Im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie hat die voestalpine überprüft, ob diese wesentlichen Einfluss auf die Einschätzung der Laufzeit von Leasingverhältnissen hat. Dies ist nicht der Fall. Durch das Erleichterungswahlrecht des IFRS 16 betreffend Mietkonzessionen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen.
  • Im Bereich der Rückstellungsbildung wurden aufgrund von COVID-19 keine wesentlichen neuen Verpflichtungen oder Sachverhalte, welche eine Rückstellungsbildung verlangen, identifiziert.
  • Aufgrund von COVID-19 fand eine vertiefte Überprüfung der Aktivierung von latenten Steueransprüchen aus temporären Differenzen oder Verlustvorträgen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit künftiger zu versteuernder Erträge statt. Es bestehen keine Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung für den voestalpine-Konzern. Zum 31. März 2021 verfügt der Konzern über ein Eigenkapital von 5.649,9 Mio. EUR. Weiters weist der Konzern eine sehr positive Liquiditätssituation (siehe dazu Konzern-Kapitalflussrechnung) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.159,7 Mio. EUR auf.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 99

AUSWIRKUNGEN NEUER UND GEÄNDERTER STANDARDS

Die für den Konzernabschluss geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit nachfolgend aufgelisteten Ausnahmen. Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2020/21 erstmals angewandt:

Standard Inhalt Inkrafttreten1
Rahmenkonzept, Änderung Überarbeitung Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung 1. Jänner 2020
IFRS 3, Änderung Definition eines Geschäftsbetriebes 1. Jänner 2020
IAS 1 und IAS 8, Änderung Definition von wesentlich 1. Jänner 2020
IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7, Änderung IBOR Reform 1. Jänner 2020
IFRS 16, Änderung COVID-19-bezogene Mietkonzessionen 1. Juni 2020

1 Die Standards sind gemäß EU-Endorsement für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Aus der Anwendung der genannten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.# Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring: Umgliederung nach IAS 1.41

Aufgrund der klarstellenden Auslegung des IFRIC (Dezember 2020) zu Supply Chain Finance werden wechselmäßig verbriefte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring in einem separaten Posten in der Bilanz dargestellt. Bislang waren diese Verbindlichkeiten innerhalb des Bilanzpostens Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten enthalten und in Punkt 21. als Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen angegeben und beschrieben. Vorjahreszahlen der betroffenen Posten wurden retrospektiv angepasst. Die Ausweisänderung wirkt sich nicht auf das Ergebnis je Aktie oder sonstige Positionen im Konzernabschluss aus.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 100

Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, aber für das Geschäftsjahr 2020/21 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. anwendbar oder von der EU noch nicht übernommen:

Standard Inhalt Inkrafttreten laut IASB¹
IFRS 4, Änderung Versicherungsverträge – Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 1. Jänner 2021
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16, Änderung IBOR Reform – Phase 2 1. Jänner 2021
IFRS 16, Änderung COVID-19-bezogene Mietkonzessionen 1. April 2021²
IFRS 3, Änderung Verweis auf das Rahmenkonzept 1. Jänner 2022²
IAS 16, Änderung Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 1. Jänner 2022²
IAS 37, Änderung Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 1. Jänner 2022²
Diverse Standards, Änderung Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (Improvements-Projekt 2018–2020) 1. Jänner 2022²
IAS 1, Änderung Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1. Jänner 2023²
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Jänner 2023²
IAS 1, Änderung Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1. Jänner 2023²
IAS 8, Änderung Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1. Jänner 2023²
IAS 12, Änderungen Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einer einzigen Transaktion 1. Jänner 2023²
IFRS 10 und IAS 28, Änderung Veräußerung/Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture Durch IASB verschoben

¹ Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
² EU-Endorsement ausstehend. Die angeführten Standards werden – sofern von der EU übernommen – nicht vorzeitig angewandt.

Es werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen aus den Änderungen und Neufassungen der Standards und Interpretationen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 101

KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

Die Jahresabschlüsse aller vollkonsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Bei nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften (assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) wurden bei Unwesentlichkeit die lokalen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie abweichende Bilanzstichtage (siehe dazu Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) aus zeitlichen Gründen und Aufwand-Nutzen-Überlegungen beibehalten. Bei Erstkonsolidierungen werden die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit dem Marktwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Betrag der Anschaffungskosten, der das Nettovermögen übersteigt, wird als Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten niedriger als das Nettovermögen, so wird die Differenz erfolgswirksam in der Erwerbsperiode erfasst. Die auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden stillen Reserven bzw. Lasten werden ebenfalls aufgedeckt. Alle konzerninternen Zwischenergebnisse, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden eliminiert.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Gemäß IAS 21 werden die in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Umrechnungskurs bewertet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage für Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen in die jeweilige funktionale Währung der Gesellschaft mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Wechselkursgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung zum Transaktionszeitpunkt und Bilanzstichtag werden grundsätzlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 102

Die Wechselkurse von wesentlichen Währungen (laut EZB-Fixing) haben sich wie folgt entwickelt:

USD GBP BRL SEK PLN
Stichtagskurs 31.03.2020 1,0956 0,8864 5,7001 11,0613 4,5506
31.03.2021 1,1725 0,8521 6,7409 10,2383 4,6508
Jahresdurchschnittskurs 2019/20 1,1113 0,8752 4,5727 10,6510 4,3033
2020/21 1,1675 0,8927 6,3121 10,3490 4,4981

UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND ANNAHMEN

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können. Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in zukünftigen Perioden führen können:

Werthaltigkeit von Vermögenswerten

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen zugrunde gelegt. In der laufenden Berichtsperiode erfolgte eine Verfeinerung im Hinblick auf eine exaktere Ableitung der Steuereffekte. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten des zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Unternehmensplans. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Impairmenttest von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, sowie die Punkte 9. Sachanlagen, 10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte und 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.

Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Finanzinstrumente, sowie Punkt 24. Finanzinstrumente.

Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen und des Diskontsatzes

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 103

Für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten wird eine Einschätzung der Vertragslaufzeit je Leasingvertrag und des zu verwendenden Diskontierungszinssatzes getroffen. Die eingeschätzte Vertragslaufzeit basiert auf der unkündbaren Laufzeit des Leasingvertrags. Leasingperioden, für die Kündigungs- und bzw. oder Verlängerungsoptionen bestehen, werden in die Betrachtung miteinbezogen, wenn deren Nichtausübung (bei Kündigungsoptionen) bzw. deren Ausübung (bei Verlängerungsoptionen) als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Dies bedarf einer Ermessensentscheidung durch das Unternehmen. Es finden dabei sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung darstellen, Berücksichtigung. Nach der erstmaligen Erfassung erfolgt eine Neubewertung der Laufzeit, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung der Umstände innerhalb der Kontrolle des Unternehmens eintritt, die sich auf die Ausübung oder Nichtausübung der Option auswirkt. Als Diskontierungszinssatz für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz als laufzeitabhängiger risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der jeweiligen Währung und der Bonität des Unternehmens bestimmt. Dies bedarf einer Schätzung, wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z. B. Tochterunternehmen, die keine Finanzierungstransaktionen abschließen) oder wenn diese angepasst werden müssen, um die Konditionen und Bedingungen des Leasingvertrags abzubilden (z. B. Berücksichtigung der Tilgungsstruktur).

Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen

Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Bezugserhöhungen verwendet. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen, sowie Punkt 18. Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen.# Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung beizulegender Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte, Schulden und möglicher bedingter Gegenleistungen erforderlich. Es werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Beizulegende Zeitwerte von Gebäuden und Grundstücken werden im Regelfall von externen Experten oder Experten im Konzern festgestellt. Immaterielle Vermögenswerte werden nach Art des Vermögenswerts und Verfügbarkeit der Informationen anhand geeigneter Bewertungsmethoden bewertet. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows sowie mit den verwendeten Abzinsungssätzen verbunden. Informationen zu im Berichtszeitraum stattgefundenen Erwerben sind unter Punkt D. Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis angeführt.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst. Details zu Rückstellungen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Sonstige Rückstellungen, sowie Punkt 19. Rückstellungen zu entnehmen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

104 Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt.

Ansatz und Bewertung der tatsächlichen und latenten Steuern unterliegen zahlreichen Unsicherheiten. Aufgrund der internationalen Tätigkeit des voestalpine-Konzerns unterliegt dieser unterschiedlichen steuerlichen Regelungen in den jeweils einschlägigen Steuerjurisdiktionen. Die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen steuerlichen Regelungen ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Da unterschiedliche Auslegungen von Steuergesetzen als Ergebnis von Betriebsprüfungen zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Jahre führen können, werden sie basierend auf der Einschätzung der Unternehmensleitung in die Betrachtung einbezogen.

Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der es wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse zu Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen Differenzen bzw. die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge verwendet werden können. Diese Beurteilung erfordert Annahmen über künftige steuerliche Ergebnisse und unterliegt daher Unsicherheiten. Sie erfolgt auf der Grundlage der Planung für einen Zeitraum von fünf Jahren. Änderungen der künftigen zu versteuernden Ergebnisse können zu einer Abnahme oder zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern führen. Weitere Informationen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Ertragsteuern, sowie den Punkten 8. Ertragsteuern und 13. Latente Steuern zu entnehmen.

Rechtliche Risiken

Der voestalpine-Konzern ist als international tätiges Unternehmen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Ergebnisse gegenwärtiger oder zukünftiger Rechtsstreitigkeiten sind in der Regel nicht vorhersagbar und können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen. Um mögliche Verpflichtungen verlässlich zu schätzen, werden die zugrunde liegenden Informationen und Annahmen fortlaufend durch das Unternehmen geprüft und für eine weitere Beurteilung interne als auch externe Rechtsberater eingesetzt. Für wahrscheinliche gegenwärtige Verpflichtungen einschließlich der zuverlässig geschätzten Rechtsberatungskosten werden Rückstellungen gebildet. Ist der zukünftige Nutzenabfluss nicht wahrscheinlich oder steht die Bestätigung der Ereignisse nicht unter der Kontrolle des Unternehmens, wird die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erwogen. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

105 ERTRAGSREALISIERUNG

Im voestalpine-Konzern werden Umsatzerlöse realisiert, wenn ein Kunde die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen erlangt. Zur Art der Dienstleistungen und Güter in den verschiedenen Geschäftsbereichen wird auf die Erläuterungen in Punkt 2. Geschäftssegmente verwiesen.

In der Regel erfolgt die Umsatzrealisierung im Zeitpunkt der Lieferung der Güter unter Berücksichtigung der vereinbarten Vertragsgrundlagen. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt des Übergangs von Chancen und Risiken nach Maßgabe der vereinbarten Incoterms. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 60 Tagen vor. Der Transaktionspreis entspricht der vertraglich vereinbarten Gegenleistung unter Berücksichtigung etwaiger variabler Bestandteile. Variable Gegenleistungen werden nur erfasst, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es künftig nicht zu einer wesentlichen Rücknahme der Umsatzerlöse kommt.

Bei Serienprodukten, welche die Erlöserfassungskriterien des IFRS 15.35 (c) erfüllen, kommt eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zur Anwendung. Hierbei handelt es sich vor allem um Produkte der Bereiche Automotive und Luftfahrt, die keine alternative Verwendungsmöglichkeit aufweisen, da sie konkret für einen Kunden anhand dessen spezifischer Anforderungen entwickelt und produziert werden und somit in der Regel für keinen anderen Zweck verwendet werden dürfen oder bei deren alternativer Verwendung ein wesentlicher Verlust eintreten würde. Für die in Produktion befindlichen Bauteile sowie für fertige Produkte besteht überdies ein rechtlich bzw. vertraglich durchsetzbarer Anspruch auf Kostenabgeltung inklusive einer angemessenen Marge, falls der Vertrag ohne Verschulden der Gesellschaft beendet wird.

Bei der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel anteilig auf Basis des Verhältnisses der angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten. Diese Methode spiegelt den Leistungsfortschritt am verlässlichsten wider. Erwartete Verluste aus einem Vertrag werden sofort realisiert. Die Zahlungsströme erfolgen entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.

Ansprüche des voestalpine-Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen ausgewiesen. Die unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten betreffen vor allem von Kunden erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Lieferungen und Leistungen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

106 Investitionszuschüsse

Investitionszuschüsse werden passiviert und über die Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes aufgelöst. Kostenzuschüsse werden periodengerecht entsprechend den zugehörigen Aufwendungen vereinnahmt. In der Berichtsperiode werden Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 138,0 Mio. EUR (2019/20: 27,3 Mio. EUR) für Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie arbeitsmarktfördernde Maßnahmen erfolgswirksam erfasst. Für die darin enthaltenen Erträge aus Kurzarbeitszuschüssen und sonstigen Personalkostenzuschüssen der öffentlichen Hand siehe Punkt 3. Sonstige betriebliche Erträge und Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.

AUFWANDSREALISIERUNG

Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Leistung bzw. dem Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Im Geschäftsjahr 2020/21 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 153,3 Mio. EUR (2019/20: 174,4 Mio. EUR).

SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Herstellungskosten bei selbst erstellten Sachanlagen beinhalten Einzelkosten sowie angemessene Teile der produktionsnotwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und bei qualifizierten Vermögenswerten auch Fremdkapitalkosten. Als Anfangszeitpunkt der Aktivierung gilt jener Tag, ab dem Ausgaben für den Vermögenswert sowie Fremdkapitalkosten anfallen und die erforderlichen Arbeiten durchgeführt werden, um den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf bereitzustellen. Die Abschreibungen werden über die erwartete Nutzungsdauer linear erfolgsmindernd erfasst. Grundstücke werden nicht abgeschrieben. Die erwarteten Abschreibungssätze je Anlagenkategorie stellen sich wie folgt dar:

Anlagenkategorie Abschreibungssätze
Gebäude 2,0 – 20,0 %
Technische Anlagen und Maschinen 3,3 – 25,0 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5,0 – 20,0 %

LEASING

Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit.Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Ist ein Eigentumsübergang vorgesehen oder ist die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht auf Wertminderung geprüft. Es werden überwiegend folgende Abschreibungsdauern für Nutzungsrechte angewendet:

  • Nutzungsrechte für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten: 13 – 600 Monate
  • Nutzungsrechte für Technische Anlagen und Maschinen: 13 – 72 Monate
  • Nutzungsrechte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 13 – 96 Monate

Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz bewertet, sofern der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die entsprechenden Zinsaufwendungen sind in den Finanzaufwendungen enthalten. Es erfolgt eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit, wenn sich z. B. künftige Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern oder wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Die Neubewertung führt in der Regel zu einer erfolgsneutralen Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts. In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus. Das Wahlrecht, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und für Leasingverhältnisse für Vermögenswerte über geringem Wert kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit anzusetzen, wird ausgeübt. Vermögenswerte von geringem Wert sind im voestalpine-Konzern jene Leasinggegenstände mit einem Anschaffungsneuwert von bis zu 5.000 EUR. Bei Verträgen, die neben Leasing-Komponenten auch Nicht-Leasing-Komponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen (davon ausgenommen sind Grundstücke und Gebäude). IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Der Konzern tritt nicht als Leasinggeber auf.

FIRMENWERTE

Alle Unternehmenserwerbe werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Firmenwerte entstehen bei Erwerben von Tochterunternehmen sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Firmenwerte werden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Bei Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet der ausgewiesene Buchwert auch den Buchwert des Firmenwerts. Negative Firmenwerte (Badwill) aus Unternehmenserwerben werden sofort erfolgswirksam erfasst. Bei der Veräußerung von Tochterunternehmen wird der darauf entfallende Firmenwert auf der Grundlage der relativen Werte nach IAS 36.86 bei der Berechnung des Veräußerungsgewinnes oder -verlustes berücksichtigt.

ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Forschungsaufwendungen zur Erlangung von neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Entsprechend IAS 38.57 werden Aufwendungen ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Voraussetzungen aktiviert. Somit wird eine Aktivierung von angefallenen Aufwendungen nicht nachgeholt, wenn sämtliche der oben genannten Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Aufwendungen für selbst erstellte Firmenwerte und Marken werden sofort erfolgswirksam erfasst. Andere immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses stellt der zum Erwerbsstichtag beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten dar. Die Abschreibungen werden erfolgsmindernd linear über die erwartete Nutzungsdauer erfasst. Die maximalen Nutzungsdauern auf Basis bisheriger Transaktionen betragen:

  • Auftragsstand: 1 Jahr
  • Kundenbeziehungen: 15 Jahre
  • Technologie: 10 Jahre
  • Software: 10 Jahre

IMPAIRMENTTEST VON ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDEN EINHEITEN MIT UND OHNE FIRMENWERT SOWIE SONSTIGEN VERMÖGENSWERTEN

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Firmenwerte zugeordnet sind, sowie andere immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Alle anderen Vermögenswerte und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf eine Wertminderung dahingehend überprüft. Die Durchführung des Impairmenttests erfolgt in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept. Für Zwecke des Impairmenttests werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cashflows generiert, zusammengefasst (zahlungsmittelgenerierende Einheit). Firmenwerte werden jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass diese Nutzen aus Synergien aus dem betreffenden Unternehmenserwerb ziehen, und es muss sich um die niedrigste Ebene handeln, auf der der jeweilige Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert. Wertminderungsaufwendungen bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welchen Firmenwerte zugeordnet sind, verringern vorrangig den Buchwert des Firmenwerts. Darüber hinausgehende Wertminderungsaufwendungen reduzieren anteilig die Buchwerte der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Sofern der Impairmenttest für Firmenwerte für eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt wird und sich daraus eine Wertminderung ergibt, werden zusätzlich die einzelnen enthaltenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Wertminderung überprüft und auf dieser Ebene zuerst eine etwaige Wertminderung von Vermögenswerten erfasst, um in der Folge eine erneute Überprüfung auf Ebene der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorzunehmen. Wenn ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert, eine zahlungsmittelgenerierende Einheit oder eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (mit Ausnahme von Firmenwerten) in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte, ist der erzielbare Betrag zu schätzen, auf welchen in Folge zuzuschreiben ist (Wertaufholung). Siehe dazu Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.

FINANZINSTRUMENTE

IFRS 9 enthält drei Bewertungskategorien, welche grundsätzlich – bis auf vereinzelte Wahlrechte – als Pflichtkategorien zu sehen sind:

  • zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Amortized Cost, AC)
  • zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVOCI)
  • zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL)

Die Bewertung zum FVOCI findet im voestalpine-Konzern derzeit keine Anwendung.

Andere Finanzanlagen

Die anderen Finanzanlagen enthalten langfristige Forderungen und Ausleihungen, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen) werden zum FVTPL bewertet, da das Wahlrecht zur Bewertung zum FVOCI nicht angewendet wurde. Alle übrigen lang- und kurzfristigen Finanzanlagen (insbesondere Wertpapiere) sind zwingend zum FVTPL zu bewerten, da diese entweder zu einem auf aktiven Kauf und Verkauf gerichteten Geschäftsmodell gehören oder das Zahlungsstromkriterium (Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen) nicht erfüllen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Erkennbaren Risiken wird zum Großteil durch den Abschluss von Kreditversicherungen Rechnung getragen. Nicht bzw. niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Verkaufte Forderungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 ausgebucht (siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Verkauf im Rahmen einer bestehenden Factoring-Vereinbarung bestimmt sind, werden aufgrund der Zuordnung zum Geschäftsmodell „Verkaufen“ zum FVTPL bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus dem Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks zusammen und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.# Wertberichtigungen

Für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und für Vertragsvermögenswerte sind im voestalpine-Konzern Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste berücksichtigt (Portfoliowertberichtigung, „Stufe 1“ und „Stufe 2“). Der Konzern macht von der vereinfachten Vorgehensweise für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Gebrauch, wonach für diese finanziellen Vermögenswerte unter bestimmten Voraussetzungen die Bemessung der Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfolgen hat. Als Grundlage für die geschätzten erwarteten Kreditausfälle dienen Erfahrungswerte von tatsächlichen historischen Kreditausfällen der letzten fünf Jahre. Dabei werden Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden Kreditversicherungen und einem durch sehr gute bis gute Bonität dominierten und diversifizierten Kundenportfolio besteht keine signifikante Konzentration von Ausfallsrisiken. Für Forderungen mit beeinträchtigter Bonität („Stufe 3“) werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Zusätzliche Informationen zu den Wertberichtigungen sind in Punkt 24. Finanzinstrumente enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden im voestalpine-Konzern nur zu Sicherungszwecken für Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken gehalten. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet. Auf einen Teil davon findet Hedge Accounting im Sinne des IFRS 9 Anwendung. Dementsprechend werden Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis (für den effektiven Teil eines Cashflow-Hedges) abgebildet. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen dargestellt. Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den derivativen Geschäften erfolgt täglich eine Bewertung nach der „Mark to Market“-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt wird (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen wird unter Einsatz allgemein anerkannter finanzmathematischer Formeln der Marktwert errechnet.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 111

Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus Sicherungsgeschäften werden wie folgt behandelt:

  • Ist der abzusichernde Vermögenswert oder Schuldposten bereits in der Bilanz angesetzt oder wird eine bilanzunwirksame Verpflichtung abgesichert, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem Sicherungsgeschäft erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig erfolgt der Wertansatz des gesicherten Postens unabhängig von dessen grundsätzlicher Bewertungsmethode ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Daraus entstehende unrealisierte Gewinne und Verluste werden mit den unrealisierten Ergebnissen aus dem Sicherungsgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet, sodass in Summe gesehen nur der nicht effektive Teil des Sicherungsgeschäftes in das Periodenergebnis einfließt (Fair Value-Hedges).
  • Wird eine geplante künftige Transaktion gesichert, erfolgt die Erfassung des effektiven Teils der bis zum Bilanzstichtag angesammelten unrealisierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis. Ineffektive Teile werden erfolgswirksam erfasst. Entsteht bei Ausführung der Transaktion ein nicht finanzieller Vermögenswert oder ein Schuldposten in der Bilanz, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag bei Ermittlung des Wertansatzes dieses Postens berücksichtigt. Anderenfalls wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag nach Maßgabe der Erfolgswirksamkeit der geplanten künftigen Transaktion oder der bestehenden Verpflichtung erfolgswirksam verrechnet (Cashflow-Hedges).

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten (mit Ausnahme von Derivateverbindlichkeiten) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und Anteile an assoziierten Unternehmen, welche in diesem Konzernabschluss nicht vollkonsolidiert oder nach der Equity-Methode einbezogen sind, werden unter den anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen ausgewiesen. Die Bewertung dieser sonstigen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

ERTRAGSTEUERN

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzernabschluss als latente Steuern erfasst. Latente Steuern für Verlustvorträge werden in jener Höhe aktiviert, als ausreichende zu versteuernde (passive) temporäre Buchwertdifferenzen bestehen oder aufgrund von Planungsrechnungen ausreichende zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verrechnet werden können. Latente Steuern aufgrund von Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 und IAS 12.44 grundsätzlich nicht angesetzt. Für geplante Dividenden, die der Quellensteuer unterliegen, werden passive Latenzen gebildet.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 112

Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn diese gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen und ein Anspruch auf Verrechnung gegeben ist.

VORRÄTE

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Vertriebs. In Ausnahmefällen können für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Einklang mit IAS 2.32 die Wiederbeschaffungskosten die Bewertungsgrundlage sein. Die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für gleichartige Vorräte erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach einem ähnlichen Verfahren. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten und alle anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung. Fremdkapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten werden nicht aktiviert.

EMISSIONSZERTIFIKATE

Gratiszertifikate werden aufgrund der unentgeltlichen Zuteilung über die gesamte Behaltedauer mit Anschaffungskosten von null bewertet. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden mit ihren tatsächlichen Anschaffungskosten im kurzfristigen Vermögen erfasst und zum Bilanzstichtag zum Fair Value bewertet (jedoch mit den Anschaffungskosten begrenzt). In den sonstigen Rückstellungen sind im Fall der Unterallokation Vorsorgen für CO2-Emissionszertifikate enthalten. Die Bewertung erfolgt mit dem Stichtagskurs (bzw. dem Buchwert) der dafür vorgesehenen Zertifikate.

PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN

Die Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beinhalten Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sowie Jubiläumsgelder und werden entsprechend IAS 19 nach der Barwertmethode („projected unit credit method“) bewertet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden im Jahr ihrer Entstehung ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste von Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Abfertigungsverpflichtungen

Arbeitnehmer von österreichischen Gesellschaften, deren Dienstverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben im Falle einer Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Arbeitgeber oder Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigungszahlung. Die Höhe dieser Zahlung ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und dem jeweiligen Lohn bzw. Gehalt zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses. Bei Arbeitnehmern, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, ist ein beitragsorientiertes System vorgesehen. Diese Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden als Aufwendungen erfasst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 113

Beitragsorientierte Pensionspläne

Nach der Einzahlung des Beitrages in die verwaltende Pensionskasse bzw. Versicherung treffen das Unternehmen im Rahmen von beitragsorientierten Plänen keine weiteren Verpflichtungen.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Im Rahmen von leistungsorientierten Pensionsplänen garantiert das Unternehmen dem Arbeitnehmer eine bestimmte Pensionshöhe. Die Pensionszahlung beginnt nach der Pensionierung (bzw. Berufsunfähigkeit oder Tod) und endet bei Ableben des ehemaligen Arbeitnehmers (bzw. seiner Hinterbliebenen). Witwen- und Witwerpensionen (in Höhe von 50 % bis 75 % der Eigenpension) werden an überlebende Ehegatten bis zu deren Ableben oder Wiederverheiratung geleistet. Waisenrenten (in Höhe von 10 % bis 20 % der Eigenpension) werden bis Vollendung der Ausbildung, maximal jedoch bis zum 27.Lebensjahr, an unterhaltspflichtige Kinder ausgezahlt. Demzufolge ist das Langlebigkeitsrisiko das wesentlichste Risiko in den leistungsorientierten Pensionsplänen im Konzern. Den Bewertungen werden die jeweils aktuellsten Sterbetafeln zugrunde gelegt. Bei einer 10%igen relativen Verringerung bzw. Erhöhung der Sterblichkeit verändert sich bei den Pensionen die DBO zum Stichtag um +4,1 % bzw. –3,6 %. Andere Risiken wie etwa die Teuerung medizinischer Leistungen beeinflussen den Umfang der Verpflichtung nicht materiell. Bei den Pensionsverpflichtungen im Konzern handelt es sich fast ausschließlich um bereits unverfallbare Anwartschaften.

Österreich
Die Pensionshöhe wird nach einem bestimmten Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre oder einem fix valorisierten Betrag pro Dienstjahr berechnet. Der überwiegende Teil der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist an eine Pensionskasse ausgelagert, wobei das Unternehmen die Verpflichtung zur Begleichung allfälliger Unterdeckungen trägt.

Deutschland
In Deutschland existieren verschiedene Pensionsordnungen, deren Leistungsordnungen sich folgendermaßen darstellen lassen:
* ein bestimmter Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre
* ein mit den Dienstjahren steigender Prozentsatz einer vereinbarten Zielpensionshöhe
* eine fix vereinbarte Rentenhöhe
* für jedes Dienstjahr ein fix valorisierter Betrag in Relation zum durchschnittlichen Gehalt im Unternehmen
* ein fix valorisierter Betrag pro Dienstjahr

Ein kleiner Teil der Pensionen wird über Versicherungen finanziert, wobei die Verpflichtungen selbst in den Unternehmen verbleiben.

Die Bewertung des Sozialkapitals erfolgt in den Ländern mit wesentlichen leistungsorientierten Verpflichtungen auf Basis der nachstehenden Parameter:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 114
| | 2019/20 | 2020/21 |
| :---------------------- | :------ | :------ |
| Zinssatz (%) | 1,50 | 0,80 |
| Lohn-/Gehaltserhöhungen (%)¹ | 3,00 | 3,00 |
| Pensionserhöhungen (%)¹ | 2,25 | 2,00 |
| Pensionsalter Männer/Frauen | | |
| Österreich | max. 62 Jahre | max. 62 Jahre |
| Deutschland | 63 – 67 Jahre | 63 – 67 Jahre |
| Sterbetafeln | | |
| Österreich | AVÖ 2018-P | AVÖ 2018-P |
| Deutschland | Heubeck- Richttafeln 2018 G | Heubeck- Richttafeln 2018 G |

¹ Ansatz nur für gehaltsabhängige bzw. wertgesicherte Zusagen.

Aus dem Sozialkapital resultierende Nettozinsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzaufwendungen erfasst.

Jubiläumsgeldverpflichtungen
In den meisten österreichischen Konzerngesellschaften haben die Arbeitnehmer einen Anspruch auf Auszahlung eines Jubiläumsgeldes, der entweder auf einer kollektivvertraglichen oder einer Regelung in einer Betriebsvereinbarung beruht. Es handelt sich hierbei um eine Einmalzahlung nach Erreichen des jeweiligen Dienstjubiläums und diese beträgt – in der Regel – je nach Dauer der Dienstzeit zwischen einem und drei Monatsbezügen.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst. Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst. Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß IAS 37.92 Angaben zu Rückstellungen dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 115

EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Eventualverbindlichkeiten sind gegenwärtige Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, für die der Abfluss von Ressourcen zur Regulierung der Verbindlichkeit unwahrscheinlich ist, oder mögliche Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, deren Existenz oder Nichtexistenz von weniger sicheren zukünftigen Ereignissen abhängt, welche nicht unter der vollständigen Kontrolle des Unternehmens stehen. Wenn in äußerst seltenen Fällen eine bestehende Schuld nicht in der Bilanz als Rückstellung angesetzt werden kann, weil keine verlässliche Schätzung der Schuld möglich ist, ist ebenfalls eine Eventualverbindlichkeit zu erfassen. Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen weisen wir darauf hin, dass gemäß IAS 37.92 Angaben zu Eventualverbindlichkeiten dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.

MITARBEITERBETEILIGUNGSPROGRAMM
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG. In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17 und 2017/18 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,43 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016 bzw. 2017 für die Beteiligung verwendet. Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht des Mitarbeiters an diesen übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.

Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2020/21 nahmen insgesamt 93 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 116

Zum 31. März 2021 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter rund 14,1 % (31. März 2020: 12,9 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 0,7 % (31. März 2020: 1,9 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2021 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2020: 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 117

C. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis (siehe Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) wird nach den Bestimmungen der IFRS festgelegt. Der Konzernabschluss beinhaltet neben dem Jahresabschluss der voestalpine AG auch die Abschlüsse der von der voestalpine AG (und ihren Tochtergesellschaften) beherrschten Unternehmen. Beherrschte Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind alleine und in Summe unwesentlich. Tochterunternehmen sind Gesellschaften, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht, wenn der voestalpine-Konzern Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund der Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch den Konzern endet, einbezogen.

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf welche der voestalpine-Konzern durch die Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen über maßgeblichen Einfluss verfügt, wobei weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vorliegt. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei der die Partnerunternehmen (voestalpine-Konzern und ein oder mehrere Partner), die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen des Unternehmens besitzen. Die Jahresabschlüsse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Veräußerungszeitpunkt einbezogen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 118

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Vollkonsolidierung Equity-Methode
Stand am 01.04.2020 279 10
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2
Änderung der Konsolidierungsmethode und Gründungen 12 1
Abgänge –3
Umgründungen –8
Abgänge oder Veräußerung –2
Stand am 31.03.2021 280 11
davon ausländische Gesellschaften 227 4

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden folgende Gesellschaften endkonsolidiert:

Name der Gesellschaft Datum der Endkonsolidierung Im Geschäftsjahr 2019/20
voestalpine Dienstleistungs- und Finanzierungs GmbH 01.01.2021 Vollkonsolidierung
Importkohle Gesellschaft m.b.H. 28.02.2021
voestalpine HR Services GmbH 31.03.2021
voestalpine Elmsteel Group Limited 31.03.2021
voestalpine Special Steels China Limited 31.03.2021

Umgründungen

Name der Gesellschaft Datum der Umgründung
Sturdell Industries Inc., CAN 01.04.2020
Sturdell Industries, Inc., USA 01.04.2020
Sermetal Barcelona, S.L. 01.04.2020
voestalpine VAE Italia S.r.l. 01.04.2020
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd Beteiligung GmbH 01.04.2020
voestalpine Railway Systems Nortrak I LLC 31.03.2021
voestalpine Bohler Welding USA I LLC 31.03.2021
voestalpine Precision Strip II (USA) LLC 31.03.2021

Die bislang vollkonsolidierten Gesellschaften voestalpine Dienstleistungs- und Finanzierungs GmbH, Importkohle Gesellschaft m.b.H., voestalpine HR Services GmbH, voestalpine Elmsteel Group Limited und voestalpine Special Steels China Limited wurden aufgrund Wegfall der Geschäftsgrundlage endkonsolidiert. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind als unwesentlich zu erachten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 119

D. UNTERNEHMENSERWERBE UND SONSTIGE ZUGÄNGE ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im Geschäftsjahr 2020/21 werden folgende Gesellschaften im Konzernabschluss erstmalig einbezogen:

Name der Gesellschaft Anteil in % Datum der Erstkonsolidierung
voestalpine Signaling China Co. Ltd. 100,000 % 29.04.2020
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd. 50,000 % 08.05.2020
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd. 100,000 % 01.06.2020
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. 70,000 % 01.10.2020
voestalpine Financial Services B.V. 100,000 % 29.10.2020
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. 51,000 % 16.11.2020
voestalpine Metal Engineering US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Nortrak-Damy US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Steel US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Metal Forming US Holding LLC 100,000 % 01.02.2021
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC 100,000 % 01.02.2021
voestalpine Precision Strip II (USA) LLC 100,000 % 12.02.2021
voestalpine Railway Systems Nortrak I LLC 100,000 % 12.03.2021
voestalpine Bohler Welding USA I LLC 100,000 % 15.03.2021

Vollkonsolidierung

Name der Gesellschaft Anteil in % Datum der Erstkonsolidierung
voestalpine Signaling China Co. Ltd. 100,000 % 29.04.2020
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd. 50,000 % 08.05.2020
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd. 100,000 % 01.06.2020
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. 70,000 % 01.10.2020
voestalpine Financial Services B.V. 100,000 % 29.10.2020
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. 51,000 % 16.11.2020
voestalpine Metal Engineering US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Nortrak-Damy US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Steel US LLC 100,000 % 11.12.2020
voestalpine Metal Forming US Holding LLC 100,000 % 01.02.2021
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC 100,000 % 01.02.2021
voestalpine Precision Strip II (USA) LLC 100,000 % 12.02.2021
voestalpine Railway Systems Nortrak I LLC 100,000 % 12.03.2021
voestalpine Bohler Welding USA I LLC 100,000 % 15.03.2021

At-equity-Konsolidierung

Name der Gesellschaft Anteil in % Datum der Erstkonsolidierung
TransAnt GmbH 50,000 % 01.12.2020

Bei den Konsolidierungskreiszugängen der vollkonsolidierten Gesellschaften handelt es sich um zwei Erwerbe und um zwölf neu gegründete Gesellschaften. Die Einbeziehung von akquirierten Gesellschaften in den Konzernabschluss erfolgt unter Fortführung der gemäß IFRS 3 zum Akquisitionsstichtag ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden unter Berücksichtigung der entsprechenden Abschreibungen. Der Bilanzwert der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den fortgeführten Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden. Aus zeitlichen Gründen bzw. aufgrund noch nicht endgültiger Bewertungen sind bei den erstmaligen Vollkonsolidierungen im Einklang mit IFRS 3 die Positionen Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände, Vorräte sowie Rückstellungen und infolgedessen die Position Firmenwerte als vorläufig zu erachten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 120

Die Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird als Transaktion zwischen Eigentümern behandelt. Die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile wird direkt im Eigenkapital erfasst. In der Berichtsperiode wurden für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0,0 Mio. EUR (2019/20: 4,8 Mio. EUR) bezahlt oder passiviert. Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2019/20: 1,1 Mio. EUR) wurden ausgebucht, der darüber hinausgehende Betrag in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2019/20: 5,9 Mio. EUR) wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.

Put-Optionen, welche nicht beherrschenden Gesellschaftern für ihre Anteile an Konzerngesellschaften eingeräumt wurden, werden mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit passiviert. Sofern für den Einzelfall ein Übergang der mit dem Eigentum am nicht beherrschenden Anteil verbundenen Chancen und Risiken bereits zum Zeitpunkt des Mehrheitserwerbs erfolgt ist, geht man von einem Erwerb von 100 % der Gesellschaft aus. Liegt hingegen kein Chancen- und Risikotransfer vor, werden die nicht beherrschenden Anteile weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird erfolgsneutral aus den Gewinnrücklagen dotiert („double credit approach“). Die Folgebewertung wird erfolgswirksam vorgenommen. Die Verbindlichkeiten für offene Put-Optionen betragen zum 31. März 2021 8,6 Mio. EUR (31. März 2020: 9,5 Mio. EUR). Im Rahmen der Bewertung wird die Discounted Cashflow-Methode unter Beachtung der vertraglichen Höchstgrenzen angewendet. Inputfaktoren in der Discounted Cashflow-Methode sind insbesondere die Mittelfristplanung sowie der Diskontierungszins.

Am 1. Oktober 2020 erlangte die voestalpine Railway Systems GmbH, Österreich, über die zuvor gegründete VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd., China, Beherrschung über 70 % der Anteile an der chinesischen Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. Die Akquisition erfolgte mit dem Ziel, die Aktivitäten am chinesischen Markt durch einen zweiten Standort auszubauen. Am 16. November 2020 erwarb die voestalpine Böhler Welding Group GmbH, Deutschland, einen Anteil von 51 % an der südafrikanischen voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd., einem Joint Venture mit Afrox Ltd. South Africa. Mit diesem Joint Venture stärkt die voestalpine Böhler Welding ihr weltweites Angebot an Stabelektroden für Joining sowie Maintenance- und Repair- Anwendungen.

Diese Unternehmenserwerbe haben folgende Auswirkung auf den Konzernabschluss:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 121

Betrag (Mio. EUR)
Angesetzte Werte
Langfristiges Vermögen 11,6
Kurzfristiges Vermögen 18,5
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –2,6
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten –8,3
Nettovermögen 19,2
Zugang nicht beherrschende Anteile –5,4
Firmenwerte 0,9
Anschaffungskosten 14,7
Kapitaleinzahlung (Minderheitsgesellschafter) 0,8
Zugang nicht beherrschende Anteile (Mutter) –7,6
Anschaffungskosten (Konzern) 7,9
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –0,9
Ausstehende Einlage –5,0
Nettozahlungsmittelabfluss 2,0

Die Firmenwerte in Höhe von 0,9 Mio. EUR beinhalten 0,5 Mio. EUR aus der Transaktion Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. sowie 0,4 Mio. EUR aus dem Share Deal voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. Beide aktive Unterschiedsbeträge resultieren aus dem Ergebnispotenzial der Gesellschaften und sind gemäß IFRS nicht individuell aktivierungsfähigen Positionen zuzuordnen. Der Firmenwert der Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. wird der firmenwerttragenden Einheit Railway Systems zugeordnet, jener der voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. der firmenwerttragenden Einheit Welding. Es wird nicht erwartet, dass Teile der erfassten Firmenwerte für körperschaftsteuerliche Zwecke abzugsfähig sind.

Die Unternehmenserwerbe trugen seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 12,6 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug 1,2 Mio. EUR. Wären die Unternehmenserwerbe schon zum 1. April 2020 konsolidiert worden, wären die berichteten Konzernumsatzerlöse um 19,3 Mio. EUR höher und das berichtete Ergebnis nach Steuern des Konzerns um 1,1 Mio. EUR höher.

Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd., China, wurden beizulegende Zeitwerte für Lieferforderungen in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Bruttobuchwert 4,6 Mio. EUR) und sonstige Forderungen in Höhe von 5,1 Mio. EUR (Bruttobuchwert 5,1 Mio. EUR) übernommen. Die voraussichtlich uneinbringlichen Forderungen sind als unwesentlich zu betrachten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 122

E. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN

Name des Tochterunternehmens Sitz 31.03.2020 31.03.2021
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG Kindberg, Österreich
Eigentumsanteil 49,8875 % 49,8875 %
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss 50,1125 % 50,1125 %
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. Qinhuangdao, China
Eigentumsanteil 50,0000 % 50,0000 %
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss 50,0000 % 50,0000 %

Die gesamten nicht beherrschenden Anteile der Periode betragen 125,3 Mio. EUR (31. März 2020: 136,7 Mio. EUR), wovon 37,2 Mio. EUR (31. März 2020: 63,6 Mio. EUR) auf die voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und 27,6 Mio. EUR (31. März 2020: 29,9 Mio. EUR) auf die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. entfallen. Die weiteren nicht beherrschenden Anteile sind einzeln für den Konzern als unwesentlich anzusehen. Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für jedes Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, die für den Konzern wesentlich sind, dargestellt. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen.

ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG

CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021
Langfristiges Vermögen 120,2 111,3 14,8
Kurzfristiges Vermögen 134,1 102,6 97,6
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 29,7 24,6 1,9
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 116,4 130,1 50,7
Nettovermögen (100 %) 108,2 59,2 59,8

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

123

ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.
---|---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
Umsatzerlöse | 380,5 | 213,9 | 53,2 | 91,0
EBIT | –15,9 | –48,9 | 17,4 | 15,6
Ergebnis nach Steuern | –17,9 | –50,1 | 15,2 | 13,8
Zuzurechnen den: | | | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens | –8,9 | –25,0 | 7,6 | 6,9
Nicht beherrschenden Gesellschaftern | –9,0 | –25,1 | 7,6 | 6,9
An nicht beherrschende Gesellschafter gezahlte Dividenden | 1,7 | 0,0 | 9,0 | 9,5

Mio. EUR

ZUSAMMENGEFASSTE KAPITALFLUSSRECHNUNG

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.
---|---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 9,6 | 1,7 | 21,5 | 17,0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –12,6 | –6,8 | –2,4 | –0,1
davon Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 2,8 | 5,2 | –19,4 | –17,0
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –0,1 | 0,1 | –0,3 | –0,1

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

124

F. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

Die Ergebnisse aus den Gemeinschaftsunternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Anteilshöhen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und stellen sich wie folgt dar:

2019/20 2020/21
Anteil des Konzerns am Ergebnis nach Steuern 0,8 0,2
Sonstigen Ergebnis –0,1 0,0
Gesamtergebnis 0,7 0,2
Buchwert nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen 4,5 5,2

Mio. EUR

Die voestalpine Giesserei Linz GmbH hält an Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd 51,0 %. Der Gesellschaftsvertrag verlangt für alle wesentlichen Entscheidungen (Budget, Investitionen) zumindest eine Stimme des jeweils anderen Partners. Daraus wird abgeleitet, dass die Beteiligung trotz eines Anteils in Höhe von 51,0 % nicht beherrscht wird.

ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

Die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den assoziierten Unternehmen und stellen sich wie folgt dar:

2019/20 2020/21
Anteil des Konzerns am Ergebnis nach Steuern 10,1 13,5
Sonstigen Ergebnis –1,0 –0,2
Gesamtergebnis 9,1 13,3
Buchwert nicht wesentliche assoziierte Unternehmen 123,1 130,5

Mio. EUR

Die assoziierten Unternehmen inklusive Anteilshöhe sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

125

G. ERLÄUTERUNGEN UND SONSTIGE ANGABEN

  1. UMSATZERLÖSE

Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) und enthalten alle Erträge, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns resultieren. In Übereinstimmung mit IFRS 15.121 werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. März 2021 gemacht, da alle Leistungsverpflichtungen eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

126

Die folgende Tabelle enthält Informationen zur Aufteilung des Außenumsatzes des voestalpine-Konzerns nach Regionen und Branchen für das Geschäftsjahr 2020/21 bzw. 2019/20:

UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN

Steel Division | High Performance Metals Division
---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
Europäische Union (ohne Österreich) | 2.755,6 | 2.387,6 | 1.213,5 | 967,2
Österreich | 464,6 | 447,9 | 110,2 | 79,9
USMCA | 484,3 | 372,0 | 449,9 | 292,9
Asien | 118,7 | 263,7 | 517,6 | 477,3
Südamerika | 28,6 | 13,9 | 230,0 | 173,3
Übrige Welt | 294,2 | 354,4 | 334,8 | 276,7
Summe Umsatz nach Regionen | 4.146,0 | 3.839,5 | 2.856,0 | 2.267,3

UMSATZAUFTEILUNG NACH BRANCHEN

Steel Division | High Performance Metals Division
---|---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
Automobilindustrie | 1.548,7 | 1.299,6 | 705,6 | 609,9
Energieindustrie | 602,3 | 501,5 | 479,5 | 368,6
Bahnsysteme | 9,3 | 8,7 | 14,0 | 10,3
Bauindustrie | 390,5 | 383,2 | 93,1 | 81,8
Maschinen- und Stahlbau | 226,5 | 182,4 | 593,2 | 494,9
Haushaltsgeräte/Konsumgüter | 129,0 | 132,6 | 322,1 | 329,7
Luftfahrt | 0,0 | 0,0 | 391,5 | 164,8
Sonstige | 1.239,7 | 1.331,5 | 257,0 | 207,3
Summe Umsatz nach Branchen | 4.146,0 | 3.839,5 | 2.856,0 | 2.267,3

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

127

Metal Engineering Division | Metal Forming Division | Sonstige | Summe Konzern
---|---|---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
| 1.372,1 | 1.270,9 | 1.658,3 | 1.491,0 | 2,6 | 6,9 | 7.002,1 | 6.123,6
| 201,0 | 206,8 | 104,2 | 93,4 | 3,6 | 1,9 | 883,6 | 829,9
| 494,3 | 376,3 | 593,9 | 526,9 | 0,1 | 0,1 | 2.022,5 | 1.568,2
| 329,4 | 359,9 | 126,7 | 141,3 | 0,5 | 0,5 | 1.092,9 | 1.242,7
| 56,7 | 47,3 | 75,4 | 77,8 | 0,0 | 0,0 | 390,7 | 312,3
| 450,3 | 365,6 | 246,1 | 193,2 | 0,0 | 0,0 | 1.325,4 | 1.189,9
| 2.903,8 | 2.626,8 | 2.804,6 | 2.523,6 | 6,8 | 9,4 | 12.717,2 | 11.266,6

Mio. EUR

Metal Engineering Division | Metal Forming Division | Sonstige | Summe Konzern
---|---|---|---|---
| 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21
| 392,9 | 344,6 | 1.587,2 | 1.372,7 | 0,0 | 0,0 | 4.234,4 | 3.626,8
| 593,7 | 382,0 | 46,5 | 35,1 | 0,0 | 0,0 | 1.722,0 | 1.287,2
| 1.458,3 | 1.444,4 | 1,9 | 0,6 | 0,0 | 0,0 | 1.483,5 | 1.464,0
| 77,5 | 73,5 | 634,3 | 623,8 | 0,0 | 0,0 | 1.195,4 | 1.162,3
| 143,0 | 131,1 | 220,9 | 201,6 | 0,0 | 0,0 | 1.183,6 | 1.010,0
| 30,1 | 30,2 | 110,7 | 98,2 | 0,0 | 0,0 | 591,9 | 590,7
| 0,0 | 0,0 | 25,2 | 13,1 | 0,0 | 0,0 | 416,7 | 177,9
| 208,3 | 221,0 | 177,9 | 178,5 | 6,8 | 9,4 | 1.889,7 | 1.947,7
| 2.903,8 | 2.626,8 | 2.804,6 | 2.523,6 | 6,8 | 9,4 | 12.717,2 | 11.266,6

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

128

  1. GESCHÄFTSSEGMENTE

Der voestalpine-Konzern verfügt über fünf berichtspflichtige Segmente: Steel Division, High Performance Metals Division, Metal Engineering Division, Metal Forming Division sowie Sonstige. Das Berichtssystem spiegelt das interne Finanzberichtswesen, die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen der Gesellschaft wider und orientiert sich im Wesentlichen an der Art der angebotenen Produkte.

Die Steel Division des voestalpine-Konzerns übernimmt als global agierender Hersteller hochqualitativer Stahlprodukte eine treibende Rolle bei der Gestaltung einer sauberen und lebenswerten Zukunft. Bei der Stahlerzeugung setzt die Steel Division Benchmarks bei der aktuellen Produktionsroute und arbeitet gleichzeitig an zukünftigen Optionen auf Basis Wasserstoff zur Verwirklichung einer CO2-armen Stahlproduktion. Zur Steel Division zählt die Produktion von anspruchsvollen warm- und kaltgewalzten sowie elektrolytisch verzinkten, feuerverzinkten und organisch beschichteten Stahlbändern. Hinzu kommen Elektroband, Grobblech- und Gießereiprodukte sowie die nachgelagerten Bereiche Steel & Service Center und Logistik Service. Die Division betreibt in Corpus Christi, Texas, USA, die weltweit modernste Direktreduktionsanlage, welche für Eigen- und Fremdbedarf höchstwertiges Vormaterial (HBI) für die Stahlproduktion herstellt. Die Division ist erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer für strategische Produktentwicklungen und begleitet ihre Kunden global. Darüber hinaus ist sie einer der wichtigsten Partner der europäischen Haus- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen in schwierigsten Bedingungen, wobei neben dem traditionellen Öl- und Gassegment auch die erneuerbare Energie mit maßgeschneiderten Lösungen versorgt wird.

Die High Performance Metals Division ist globaler Marktführer im Bereich Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl. Im Segment der Sonderlegierungen für die Öl- und Gasindustrie, Luftfahrtindustrie und den Energiemaschinenbau besetzt die High Performance Metals Division eine führende Position am Weltmarkt, wobei auch Nickelbasis- und Titanwerkstoffe zum Einsatz kommen. Die Division verfügt über ein weltweites Netz an Servicecentern mit Fokus auf Werkzeugbau, wo neben der Lagerhaltung und Vorbearbeitung der Spezialstähle auch Bauteilbearbeitung, Wärmebehandlungs- und Beschichtungsdienstleistungen angeboten werden. Speziell für die Öl- und Gasindustrie bietet die Division in Houston, Texas, USA, Singapur und Birmingham, Großbritannien, ein breites Leistungsspektrum in Form von Logistik, Distribution und Bearbeitung an, womit die technologisch führende Rolle durch eine One-Stop-Shop-Lösung für die Kunden untermauert wird. Als Geschäftsfeld mit großer Bedeutung für die Zukunft wird Additive Manufacturing gesehen. An den Standorten in Düsseldorf, Deutschland, Toronto, Kanada, Houston, Texas, USA, Singapur, Shanghai, China, Dongguan, China und Nantou, Taiwan, werden Teile aus metallischem Pulver erzeugt. Durch die Fertigung des Pulvers in den Werken in Hagfors, Schweden und Kapfenberg, Österreich, deckt die Division die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom Pulver bis zum fertig „gedruckten“ Teil.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

129

In der Metal Engineering Division werden die Kompetenzen als Weltmarktführer im Bereich der Weichentechnologie und als führender Anbieter von Premiumschienen und digitalen Überwachungssystemen sowie von Services im Bereich der Bahninfrastruktur gebündelt. Außerdem bietet die Division ein breites Sortiment an hochqualitativem Walzdraht und gezogenem Draht, an Premiumnahtlosrohren für Spezialanwendungen sowie an hochqualitativen Schweißzusatzwerkstoffen und Schweißmaschinen an. Die Metal Engineering Division verfügt zudem über eine eigene Stahlbasis, durch die eine Vormaterialversorgung innerhalb der Division auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt ist.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Die Geschäftssegmente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

GESCHÄFTSSEGMENTE

Steel Division High Performance Metals Division Metal Engineering Division Metal Forming Division Sonstige Überleitung Summe Konzern
2019/20 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20
Segmentumsätze 4.570,5 4.216,7 2.891,0 2.299,8 2.941,7 2.667,3 2.838,3
davon Umsatzerlöse mit externen Kunden 4.146,0 3.839,5 2.856,0 2.267,4 2.903,8 2.626,7 2.804,6
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 424,5 377,2 35,0 32,4 37,9 40,6 33,7
EBITDA 494,0 486,6 276,0 214,4 301,1 229,7 203,3
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 594,6 477,4 199,5 165,5 268,2 213,4 194,5
davon Wertminderungen 239,8 163,1 27,2 2,0 82,9 34,0 51,8
Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen 9,4 9,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
EBIT –100,6 9,2 76,6 48,8 0,0 0,0 0,0
EBIT-Marge –2,2 % 0,2 % 2,6 % 2,1 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Zinsen und ähnliche Erträge 1,4 0,9 17,2 7,4 198,3 165,7 –197,7
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 70,1 45,5 63,0 50,2 166,2 125,5 –204,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 24,7 8,0 –38,2 3,7 12,0 2,5 0,2
Ergebnis nach Steuern –139,0 –25,3 –8,1 11,2 1,4 3,6 10,9
Segmentvermögen 4.777,2 4.757,6 4.244,7 4.193,3 10.698,3 10.632,6 –10.737,6
davon Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen 101,0 105,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Nettofinanzverschuldung 1.941,1 1.402,0 1.472,2 1.365,8 1.182,6 1.051,9 1.042,0
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 151,6 153,6 258,9 219,3 180,1 129,1 170,0
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.419 10.461 13.404 12.586 13.310 13.145 11.633

Mio. EUR

EBITDA

2019/20 2020/21
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung –7,4 –3,8
Konsolidierung 1,5 3,8
EBITDA – Summe –5,9 0,0

Mio. EUR

EBIT

2019/20 2020/21
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung –7,4 –3,8
Konsolidierung 1,5 3,8
EBIT – Summe –5,9 0,0

Mio. EUR

Alle übrigen Kennzahlen enthalten ausschließlich Konsolidierungseffekte.

Geografische Informationen

In der folgenden Tabelle werden ausgewählte Finanzinformationen nach den wesentlichen geografischen Regionen zusammengefasst dargestellt. Segmenterlöse von externen Kunden sind nach geografischen Regionen auf der Grundlage des Standorts der Kunden angegeben. Langfristige Vermögenswerte und Investitionen sind nach Unternehmensstandorten zugeordnet.

Österreich Europäische Union Übrige Länder
2019/20 2020/21 2019/20
Außenumsätze 883,6 829,9 7.002,1
Langfristige Vermögenswerte 5.376,1 5.235,0 1.622,7
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 486,4 390,0 166,5

Mio. EUR

Der voestalpine-Konzern weist keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem einzigen externen Kunden auf, die sich auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen.

3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

2019/20 2020/21
Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 19,2 8,3
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 54,9 40,5
Kursgewinne 82,0 117,5
Erträge aus der Bewertung von Derivaten 49,7 7,7
Gewinne aus Endkonsolidierung 0,0 0,1
Übrige betriebliche Erträge 237,6 319,6
443,4 493,7

Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 88,6 Mio. EUR (2019/20: 98,6 Mio. EUR) betriebliche Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, die nicht Hauptzweck des Unternehmens sind (Nebenprodukte), enthalten. Weiters sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 104,5 Mio. EUR Erträge aus Kurzarbeitszuschüssen und sonstigen Personalkostenzuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

4. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

2019/20 2020/21
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen 15,8 15,8
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen 3,1 4,0
Kursverluste 136,3 112,4
Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten 6,2 23,2
Verluste aus Endkonsolidierung 0,5 1,2
Übrige betriebliche Aufwendungen 690,9 415,7
852,8 572,3

Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 206,8 Mio. EUR (2019/20: 401,7 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Firmenwerte enthalten. Weiters sind Aufwendungen in Höhe von 113,7 Mio. EUR (2019/20: 121,1 Mio. EUR) in den übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, welche dem sonstigen Funktionsbereich zuzuordnen sind. Diese betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus den in den sonstigen betrieblichen Erträgen angeführten Nebenprodukten.

5. ERGEBNISSE VON EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN

2019/20 2020/21
Erträge aus assoziierten Unternehmen 10,2 13,6
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen –0,1 –0,2
Erträge aus Gemeinschaftsunternehmen 0,8 0,3
Aufwendungen aus Gemeinschaftsunternehmen 0,0 –0,1
10,9 13,6

Mio. EUR

Die Erträge aus assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus der METALSERVICE S.P.A., der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft, der Industrie-Logistik-Linz GmbH, der Scholz Austria GmbH und der Kocel Steel Foundry Co., Ltd. Sämtliche Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen betreffen die anteiligen Jahresüberschüsse.

6. FINANZERTRÄGE

2019/20 2020/21
Erträge aus Beteiligungen 5,1 2,2
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen 1,2 1,3
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 24,2 11,4
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens 6,3 6,3
36,8 21,2

Mio. EUR

7. FINANZAUFWENDUNGEN

2019/20 2020/21
Aufwendungen aus dem Abgang und der Bewertung von Wertpapieren 10,5 0,0
Sonstige Aufwendungen 1,4 0,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 166,2 125,5
178,1 125,6

Mio. EUR

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind negative Zinserträge in Höhe von 1,9 Mio. EUR enthalten.

8. ERTRAGSTEUERN

Die Ertragsteuern beinhalten die gezahlten und geschuldeten Ertragsteuern sowie die latenten Steuern (+Steueraufwand/–Steuerertrag).

2019/20 2020/21
Ertragsteuern 74,2 54,2
Tatsächlicher Steueraufwand 82,0 85,9
Steueranpassungen aus Vorjahren –6,3 –27,8
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden –1,5 –3,9
Latente Steuern –88,0 –75,1
Entstehung/Umkehrung temporärer Differenzen –92,1 –71,6
Steueranpassungen aus Vorjahren 4,4 31,8
Auswirkungen Steuersatzänderungen 1,9 –1,2
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden –2,2 –34,1
–13,8 –20,9

Mio. EUR

Die Auswirkungen der Steuersatzänderungen in Höhe von –1,2 Mio. EUR (2019/20: 1,9 Mio. EUR) betreffen ausschließlich ausländische Steuern. Im Vorjahr wurde der tatsächliche Ertragsteuereffekt aus Hybridkapitalzahlungen mit 6,4 Mio. EUR gemindert. Die Steueranpassungen aus Vorjahren betreffen insbesondere Verlustrückträge von Vorjahresverlusten.Die folgende Überleitung zeigt die Differenz zwischen dem österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25 % und dem effektiven Konzernsteuersatz:

2019/20 2020/21
Ergebnis vor Steuern –230,3 10,8
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (–) auf Basis des österreichischen Körperschaftsteuersatzes 25,0 % –57,6 2,7
Differenz zu ausländischen Steuersätzen –2,6 % 6,1 22,2
Steuerfreie Erträge 13,1 % –30,3 –156,5
Steuerfreie Erträge von Beteiligungen 1,6 % –3,7 –3,9
Auswirkungen von Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen und Nutzung bisher nicht berücksichtigter Verlustvorträge bzw. Nichtansatz von Verlustvorträgen –11,7 % 26,9 –324,1
Steuern aus Vorperioden 0,8 % –1,9 4,0
Hybridanleihe 2,8 % –6,4 0,0
Nicht steuerwirksame Wertminderung auf Firmenwerte –7,3 % 16,9 58,3
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Differenzen –15,7 % 36,2 180,6
Effektiver Konzernsteuersatz (%)/-steueraufwand (+)/-steuerertrag (–) 6,0 % –13,8 –193,6

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 137

9. SACHANLAGEN

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten 3.903,9 12.415,1 1.356,9 519,7 18.195,6
Kumulierte Abschreibungen –1.722,4 –8.504,9 –949,2 –2,5 –11.179,0
Buchwerte am 01.04.2019 2.181,5 3.910,2 407,7 517,2 7.016,6
Anschaffungs- und Herstellungskosten 3.995,9 12.692,9 1.416,4 609,9 18.715,1
Kumulierte Abschreibungen –1.918,0 –9.223,6 –1.012,1 –2,6 –12.156,3
Buchwerte am 31.03.2020 2.077,9 3.469,3 404,3 607,3 6.558,8
Anschaffungs- und Herstellungskosten 4.047,7 12.897,0 1.453,2 667,5 19.065,4
Kumulierte Abschreibungen –2.062,9 –9.806,8 –1.073,1 –2,6 –12.945,4
Buchwerte am 31.03.2021 1.984,8 3.090,2 380,1 664,9 6.120,0

Mio. EUR

Die Buchwerte der Sachanlagen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Summe
Buchwerte am 01.04.2019 2.181,5 3.910,2 407,7 517,2 7.016,6
Konsolidierungskreisänderungen 6,0 0,5 0,3 0,9 7,7
Zugänge 83,4 204,3 84,4 369,5 741,6
Umbuchungen 28,3 208,6 30,8 –272,5 –4,8
Abgänge –14,8 –7,1 –5,3 –1,7 –28,9
Abschreibungen –120,4 –590,1 –103,6 0,0 –814,1
Wertminderungen –72,8 –238,7 –5,2 –0,2 –316,9
Wertaufholungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Währungsdifferenzen –13,3 –18,4 –4,8 –5,9 –42,4
Buchwerte am 31.03.2020 2.077,9 3.469,3 404,3 607,3 6.558,8
Konsolidierungskreisänderungen 8,6 2,5 0,1 0,1 11,3
Zugänge 30,8 146,1 64,0 344,3 585,2
Umbuchungen 48,8 206,8 21,6 –280,7 –3,5
Abgänge –9,8 –8,4 –5,3 –1,4 –24,9
Abschreibungen –118,9 –545,3 –102,7 –0,1 –767,0
Wertminderungen –36,0 –144,8 –1,0 0,0 –181,8
Wertaufholungen 0,0 1,4 0,0 0,0 1,4
Währungsdifferenzen –16,6 –37,4 –0,9 –4,6 –59,5
Buchwerte am 31.03.2021 1.984,8 3.090,2 380,1 664,9 6.120,0

Mio. EUR

Zum 31. März 2021 bestehen Verfügungsbeschränkungen bei Sachanlagen in Höhe von 0,5 Mio. EUR (31. März 2020: 0,6 Mio. EUR). Weiters bestehen zum 31. März 2021 Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 293,0 Mio. EUR (31. März 2020: 389,4 Mio. EUR).

In der Berichtsperiode wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögensgegenstände in Höhe von 2,9 Mio. EUR (2019/20: 3,5 Mio. EUR) aktiviert. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Fremdkapitalkostensatz von 1,4 % (2019/20: 1,8 %) zugrunde gelegt.

Im Geschäftsjahr 2018/19 beschloss die Geschäftsführung und genehmigte der Aufsichtsrat den Verkauf von unbebauten, nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften in Meerbusch, Deutschland, mit einem Buchwert in Höhe von 13,3 Mio. EUR. Diese Liegenschaften wurden im Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Veräußerungserlös in Höhe von 25,8 Mio. EUR verkauft.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 139

Nutzungsrechte gemäß IFRS 16

Der Konzern mietet im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude- und Fertigungsanlagen sowie Fuhrpark einschließlich Lokomotiven. Die Vielzahl der Verträge enthält Verlängerungsoptionen und Kündigungsrechte, die auch in Kombination mit unkündbaren Mietzeiten vereinbart werden. Der Konzern hat teilweise die Möglichkeit, die Vermögenswerte am Ende des vertraglich vereinbarten Zeitraums zu erwerben. Die Leasingraten sind typischerweise fix oder basieren auf Marktzinssätzen oder Indizes (z. B. Verbraucherpreisindex). In geringem Umfang liegen auch variable Leasingraten (z. B. nutzungsabhängige Mieten) vor.

Die Buchwerte für jede Gruppe von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16, die in den Sachanlagen enthalten sind, stellen sich wie folgt dar:

Sachanlagen Summe Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung
Buchwerte am 01.04.2019 461,1 393,9 19,6 47,6
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,1 0,0 0,1
Zugänge 32,8 24,2 3,5 5,1
Umbuchungen –16,6 –16,3 –1,6 1,3
Abgänge –15,0 –13,5 0,0 –1,5
Abschreibungen –49,1 –33,3 –4,7 –11,1
Wertminderungen –0,3 –0,3 0,0 0,0
Währungsdifferenzen –2,8 –2,6 –0,1 –0,1
Buchwerte am 31.03.2020 410,3 352,2 16,7 41,4
Konsolidierungskreisänderungen 1,3 1,3 0,0 0,0
Zugänge 29,1 16,6 1,1 11,4
Umbuchungen –0,8 –0,1 –0,4 –0,3
Abgänge –9,5 –8,3 –0,1 –1,1
Abschreibungen –46,0 –32,2 –3,8 –10,0
Wertminderungen –2,9 –2,9 0,0 0,0
Währungsdifferenzen –3,2 –3,1 –0,1 0,0
Buchwerte am 31.03.2021 378,3 323,5 13,4 41,4

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 140

Aufwendungen aus Leasing in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2019/20 2020/21
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten (nicht zahlungswirksam) 9,5 8,4
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 14,7 8,6
Aufwendungen für Leasinggegenstände mit geringem Wert 5,2 6,4
Aufwendungen für variable Leasingraten 0,9 2,9

Mio. EUR

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 63,5 Mio. EUR (2019/20: 74,2 Mio. EUR). Hierin sind neben Tilgungen auch Zahlungsmittelabflüsse aus kurzfristigen Leasingverhältnissen, Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert und variable Leasingzahlungen enthalten. Der Konzern geht davon aus, dass die variablen Leasingraten in den kommenden Jahren weitgehend gleich bleiben werden.

Per 31. März 2021 bestehen keine wesentlichen Verträge, die noch nicht bereitgestellt waren und folglich nicht bilanziert wurden. Die Auswirkung der Einschätzung von Restwertgarantien und Kaufoptionen auf den Bilanzansatz wird als gering eingestuft.

Auswirkung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen

Verlängerungsoptionen und Kündigungsoptionen können ohne die Zustimmung des Leasinggebers in Anspruch genommen werden. Aufgrund der in den Verträgen vorkommenden Kündigungs- und Verlängerungsoptionen besteht eine hohe operative Flexibilität hinsichtlich der Nutzung der Vermögenswerte, die im voestalpine-Konzern den operativen Einheiten obliegt. Dementsprechend ist die Flexibilität und damit auch die Bandbreite möglicher künftiger noch nicht bilanzierter Leasingzahlungen hoch. Die voestalpine geht in der Regel davon aus, dass Verlängerungsoptionen in Anspruch genommen werden. Zur Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten siehe Punkt 20. Finanzverbindlichkeiten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 141

AUFGLIEDERUNG DER ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN AUF SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE NACH FUNKTIONSBEREICHEN

2019/20 2020/21
Umsatzkosten 751,3 697,9
Vertriebskosten 45,3 43,8
Verwaltungskosten 46,4 47,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 427,5 229,9
Summe 1.270,5 1.019,3

Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 206,8 Mio. EUR (2019/20: 401,7 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Firmenwerte enthalten.

10. FIRMENWERTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

FIRMENWERTE

31.03.2019 31.03.2020 31.03.2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.560,6 1.563,6 1.563,0
Wertminderungen –12,3 –68,7 –93,8
Buchwerte 1.548,3 1.494,9 1.469,2

Mio. EUR

Die Buchwerte der Firmenwerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:

Firmenwert
Buchwerte am 01.04.2019 1.548,3
Zugänge 2,6
Wertminderungen –56,5
Währungsdifferenzen 0,4
Buchwerte am 31.03.2020 1.494,9
Zugänge 0,9
Wertminderungen –25,0
Währungsdifferenzen –1,6
Buchwerte am 31.03.2021 1.469,2

Mio. EUR

Details zu den Wertminderungen der Firmenwerte werden im Kapitel 11. Wertminderungen und Wertaufholungen erläutert.

ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Marken Sonstige Geleistete Anzahlungen oder in Erstellung Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten 227,6 1.362,6 49,2 1.639,4
Kumulierte Abschreibungen –42,3 –1.202,0 0,0 –1.244,3
Buchwerte am 01.04.2019 185,3 160,6 49,2 395,1
Anschaffungs- und Herstellungskosten 227,6 1.437,3 3,3 1.668,2
Kumulierte Abschreibungen –48,0 –1.281,6 0,0 –1.329,6
Buchwerte am 31.03.2020 179,6 155,7 3,3 338,6
Anschaffungs- und Herstellungskosten 227,6 1.436,3 5,1 1.669,0
Kumulierte Abschreibungen –53,7 –1.308,1 0,0 –1.361,8
Buchwerte am 31.03.2021 173,9 128,2 5,1 307,2

Mio. EUR

In der Spalte „Marken“ sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 170,6 Mio. EUR enthalten. Darüber hinaus ist ein Kapitalmarktfinanzierungsvorteil enthalten, der sich auf den Markennamen Böhler-Uddeholm bezieht. Der Kapitalmarktfinanzierungsvorteil wird auf zehn Jahre abgeschrieben.JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 143

Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer

In folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfasst:

2019/20 2020/21
High Performance Metals Division 155,4 155,4
Welding 12,6 12,6
Summe Metal Engineering Division 12,6 12,6
Precision Strip 2,6 2,6
Summe Metal Forming Division 2,6 2,6
voestalpine-Konzern 170,6 170,6

Mio. EUR

Der Zeitraum, in der diese Markenrechte voraussichtlich Cashflows generieren werden, unterliegt keiner vorhersehbaren Begrenzung. Die Markenrechte unterliegen daher keiner Abnutzung und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Wertminderungen sind keine angefallen.

Die Buchwerte der anderen immateriellen Vermögenswerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 144

Marken Sonstige Geleistete Anzahlungen oder in Erstellung Summe
Buchwerte am 01.04.2019 185,3 160,6 49,2
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,9 0,0
Zugänge 0,0 19,2 3,6
Umbuchungen 0,0 54,3 –49,5
Abgänge 0,0 –1,2 0,0
Abschreibungen –5,7 –49,1 0,0
Wertminderungen 0,0 –28,3 0,0
Währungsdifferenzen 0,0 –0,7 0,0
Buchwerte am 31.03.2020 179,6 155,7 3,3
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,2 0,0
Zugänge 0,0 8,5 4,3
Umbuchungen 0,0 5,8 –2,4
Abgänge 0,0 –1,1 –0,1
Abschreibungen –5,7 –39,7 0,0
Wertminderungen 0,0 0,0 0,0
Währungsdifferenzen 0,0 –1,2 0,0
Buchwerte am 31.03.2021 173,9 128,2 5,1

Mio. EUR

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte können in den Funktionsbereichen Umsatzkosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten sein.

Zum 31. März 2021 bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,0 Mio. EUR (31. März 2020: 0,1 Mio. EUR).

In den anderen immateriellen Vermögenswerten ist ein Softwareprojekt zur Darstellung von gesellschaftsübergreifenden und divisional harmonisierten Geschäftsprozessen in der Steel Division zum 31. März 2021 mit einem Buchwert von 59,3 Mio. EUR (31. März 2020: 74,2 Mio. EUR) enthalten, die Restnutzungsdauer beträgt vier Jahre.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 145

11. WERTMINDERUNGEN UND WERTAUFHOLUNGEN

Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten

Firmenwerte werden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

2019/20 2020/21
Steel Division 160,1 160,1
HPM Production 378,8 378,8
Value Added Services 313,9 312,4
Summe High Performance Metals Division 692,7 691,2
Steel 25,8 0,0
Wire Technology 7,1 12,2
Railway Systems 157,0 174,9
Tubulars 50,3 28,5
Welding 132,9 133,3
Summe Metal Engineering Division 373,1 348,9
Tubes & Sections 70,0 70,0
Automotive Components 84,0 84,0
Precision Strip 103,8 103,8
Warehouse & Rack Solutions 11,2 11,2
Summe Metal Forming Division 269,0 269,0
voestalpine-Konzern 1.494,9 1.469,2

Mio. EUR

Aufgrund der Änderung einer Reportingstruktur im Geschäftsjahr 2020/21 wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Steel (Metal Engineering Division) auf andere zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Metal Engineering Division aufgeteilt.

Die Firmenwerte werden im Hinblick auf den Nutzungswert unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode auf Werthaltigkeit überprüft. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung zumindest einmal jährlich Anfang März sowie zusätzlich auch unterjährig, wenn eine Indikation für eine Wertminderung vorliegt. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten und nach dem Capital Asset Pricing Model berechnet (Weighted Average Costs of Capital – WACC). Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter wurden auf objektivierter Basis ermittelt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 146

Schätzungen und Annahmen, die zur Bewertung der erzielbaren Beträge von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit signifikantem Anteil am Gesamtfirmenwert des voestalpine-Konzerns herangezogen werden, sind wie folgt:

Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Steel Division liegt auf der Erzeugung und Verarbeitung von Stahlprodukten für die Segmente Automobilindustrie, Hausindustrie, Elektroindustrie, Verarbeitende Industrie sowie Energie und Maschinenbauindustrie. Zusätzlich erzeugt die Steel Division in Texas, USA, hochqualitatives Einsatzmaterial (Hot Briquetted Iron) für die Stahlerzeugung. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung der Steel Division wurde einerseits auf Basis von externen Konjunkturprognosen für die Eurozone, USA, China, Russland und Mexiko (auf Basis World Economic Outlook des IMF2) und andererseits unter Berücksichtigung des erwarteten Stahlverbrauchs3 erstellt. Für die Erlösplanung der Flachprodukte wurde der CRU-Index berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einzelnen Kundensegmenten positive qualitätsbedingte Anpassungen vorgenommen. Der Produktionsplan spiegelt die Absatzprognosen wider. Beschaffungsseitig wurden die Rohstoffannahmen laut Weltmarktprognosen (basierend unter anderem auf Plattsnotierungen4) der Planung zugrunde gelegt. Basierend auf diesen Annahmen wird nach dem durch COVID-19 geprägten Geschäftsjahr 2020/21 wieder eine steigende Entwicklung der Bruttomarge in der Mittelfristplanung erwartet. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,29 % (2019/20: 1,33 %) gerechnet. Der WACC beträgt 6,27 % nach Steuern (2019/20: 6,08 %), vor Steuern 7,96 % (2019/20: 7,76 %).

Der 5-Jahres-Mittelfristplanung der High Performance Metals Division mit ihren beiden firmenwerttragenden Einheiten High Performance Metals (HPM) Production und Value Added Services wurden sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der relevanten Industriesegmente (insbesondere der Automobil5-, Öl- und Gas-Industrie6 sowie Luftfahrtindustrie7) als auch die Wachstumsprognosen8 in den regionalen Absatzmärkten der Kernmärkte, insbesondere der Eurozone, USA, China und Brasilien, zugrunde gelegt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 147

In der HPM Production werden sieben Produktionsstandorte weltweit zusammengefasst. Die Produktion umfasst ein hochkomplexes, höchst anspruchsvolles Produktionsspektrum: Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Ventilstahl, Edelbaustahl, pulvermetallurgisch hergestellte Stähle, Pulver für die Additive Fertigung, Sonderstähle und Nickelbasislegierungen. Die Herstellung der Produkte erstreckt sich vom Erschmelzen über die Transformation (Walzen, Schmieden, Warm- und Kaltband) bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung sowie zur Erfüllung der von Kunden gewünschten Eigenschaften und Spezifikationen. In den weiterverarbeitenden Gesellschaften werden Bleche, Profile und Spezialschmiedeteile aus Titanlegierungen, Nickelbasislegierungen und hoch-, mittel- und niedriglegierten Stählen hergestellt. Die internen Prognosen und Einschätzungen der HPM Production – insbesondere was das auf metallurgisch anspruchsvolle Anwendungsgebiete in Luftfahrt-, Öl- und Gas-, Energiemaschinenbau- sowie Automobilindustrie ausgerichtete Geschäft betrifft – stützen sich auf externe Informationsquellen und stimmen mit diesen überein. Im Segment Automobil wird eine moderate Entwicklung angenommen. Das Segment Öl und Gas ist ein strategischer Wachstumsmarkt für die Division. Im Segment Luftfahrtindustrie wurde marktmäßig der Tiefpunkt durchschritten und mittel- und langfristig wiederum eine Normalisierung der Produktionsraten auf dem Niveau der Vorjahre eingeplant. Dies führt im Planungszeitraum insgesamt zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge, nicht zuletzt aufgrund des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg. Legierungspreisbedingte Vormaterialveränderungen können teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,47 % (2019/20: 1,61 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,34 % nach Steuern (2019/20: 6,97 %), vor Steuern 9,50 % (2019/20: 9,10 %).

Bei Value Added Services führt der weitere konsequente Ausbau der Servicedienstleistungen im Planungszeitraum zu einer engeren Kundenbindung und einer Vertiefung der Wertschöpfung. Es wurden hier bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Akzente gesetzt. Auch die Bereiche Anarbeitung, Wärmebehandlung und Beschichtung – die Value Added Services betreibt mittlerweile global 18 Beschichtungszentren für Kunden – werden den Kundenbedürfnissen entsprechend erweitert. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Additiven Fertigung – in Abstimmung mit der Pulverstrategie des Geschäftsbereiches HPM Production – zur Kernkompetenz der Division forciert. Das konsequente Weitertreiben bereits bewährter Einsparungs- und Optimierungsprogramme sowie neue Initiativen, insbesondere im Bereich Digitalisierung der Abläufe, stellen weitere Schwerpunkte der laufenden Aktivitäten dar, die im Planungszeitraum zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge führen werden.Legierungspreisbedingte Vormaterialveränderungen können teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,45 % (2019/20: 1,65 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,70 % nach Steuern (2019/20: 7,19 %), vor Steuern 9,93 % (2019/20: 9,23 %).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 148

Railway Systems

Im Geschäftsbereich Railway Systems werden die Kompetenzen als führender Anbieter von Premiumschienen, High-Tech-Weichen und digitalen Überwachungssystemen sowie damit verbundene Services gebündelt und die weltweite Präsenz als Anbieter von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter ausgebaut. Der Mittelfristplanung von Railway Systems für die nächsten fünf Jahre liegen Markterwartungen9 und Projektplanungen für die Bahninfrastruktur zugrunde, unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches und der weiter voranschreitenden Digitalisierung im Eisenbahnbereich. Dabei wurde auch der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Regionen Rechnung getragen.10 Im Hinblick auf die wesentlichen Faktorkostenentwicklungen sind allgemeine Prognosen über Personalkostenentwicklungen und interne Annahmen über Stahlpreisentwicklungen in die Planungen eingearbeitet worden. In der Planung wurde davon ausgegangen, dass die Bruttomargen über den Planungszeitraum relativ konstant gehalten werden und sich mögliche Schwankungen in einzelnen Märkten aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Geschäftsbereiches ausgleichen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,41 % (2019/20: 1,53 %) gerechnet. Der WACC beträgt 6,72 % nach Steuern (2019/20: 6,73 %), vor Steuern 8,44 % (2019/20: 8,46 %).

Welding

Für die 5-Jahres-Mittelfristplanung des Geschäftsbereiches Welding, der sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten im Bereich Schweiß- und Fügetechnik beschäftigt, wurden sowohl die jeweiligen regionalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen11 als auch die erwarteten Entwicklungen der relevanten Industriesegmente berücksichtigt. Hinsichtlich der Rohstoffpreise, insbesondere für Legierungen, wurden ausgehend von den derzeit gültigen Marktnotierungen sowie verfügbaren Prognosen erwartete Preisentwicklungen abgeleitet. Entsprechend der eingeleiteten und in Umsetzung befindlichen organisatorischen Maßnahmen und Optimierungsprogramme, welche auch im Planungszeitraum konsequent weiterverfolgt werden, sowie den Markterwartungen wird im Planungszeitraum von einem Volumenswachstum und einer leicht steigenden Bruttomarge, welche unter anderem auch positive Effekte aufgrund der Entwicklung zum „Full-Welding Solution-Provider“ widerspiegelt, ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,25 % (2019/20: 1,37 %) gerechnet. Der WACC beträgt 6,69 % nach Steuern (2019/20: 6,54 %), vor Steuern 8,60 % (2019/20: 8,35 %).

Automotive Components

Die Cashflow-Prognosen von Automotive Components orientieren sich an den mittelfristigen Marktwachstums- und Produktionsprognosen für den globalen Automobilmarkt, basierend auf den Prognosen von LMC Automotive12, hier im Speziellen für die wichtigsten Märkte in Europa, im USMCA-Raum und in Asien und für die wichtigsten Kunden – die europäischen Premiumhersteller. Die internen Einschätzungen spiegeln die Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie der Automotive Components wider. Die konzernexternen Indikatoren sowie die Marktdynamik wurden entsprechend dem aktuellen Modellportfolio der Automotive Components-Kunden angepasst. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung der Automotive Components. Dies führt in der 5-Jahres-Mittelfristplanung zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,20 % (2019/20: 1,41 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,88 % nach Steuern (2019/20: 7,24 %), vor Steuern 10,49 % (2019/20: 9,35 %).

Precision Strip

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 149

Der Tätigkeitsinhalt von Precision Strip ist die Produktion von weltweit verfügbaren, technologisch komplexen kaltgewalzten Bandstahlprodukten mit exakter Maßgenauigkeit, exzellenter Oberflächenqualität und einzigartigen Kantengeometrien für höchste Kundenanforderungen in der Prozessindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung von Precision Strip wurde unter Berücksichtigung der regionalen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten und unter Einbeziehung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der für die Gesellschaften wichtigsten Industriesegmente erstellt. Die aktuellen Marktbedingungen sind geprägt von starkem Wettbewerb und Margendruck. Das in der Planung unterlegte Wachstum basiert überwiegend auf Absicherung der Marktführerschaft in Nischenmärkten, Ausbau von Marktanteilen und Erschließung neuer Märkte. Externe Prognosen flossen in die internen Einschätzungen ein und wurden tendenziell vorsichtig leicht nach unten angepasst. Bei diesen externen Prognosen handelt es sich um länderspezifische Werte des zu erwartenden Wirtschaftswachstums (BIP-Prognosen)13, diese wurden um branchenspezifische Erfahrungen in den betreffenden Märkten für die jeweiligen Produktsegmente ergänzt. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung von Precision Strip. Im Planungszeitraum wird deshalb von steigenden Umsätzen bei stabiler Entwicklung der Bruttomarge ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,28 % (2019/20: 1,33 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,77 % nach Steuern (2019/20: 7,13 %), vor Steuern 9,93 % (2019/20: 9,02 %).

Wertminderungen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten

Wertminderung 31.03.2021 31.03.2020
Tubulars 25,0 Mio. EUR 16,8 Mio. EUR
Welding 39,6 Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 150

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde in der Metal Engineering Division bei der firmenwerttragenden Einheit Tubulars, welche hochqualitative Nahtlosrohre herstellt, zum 30. September 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 25,0 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Negative absatzmarktseitige Entwicklungen, insbesondere die stark gesunkenen Ölpreise und Ölfördermengen, deren Entwicklung sich infolge der COVID-19-Krise weiter verschärfte, führten zu deutlich reduzierten Umsatz- und Ergebniseinschätzungen, wodurch die erwarteten zukünftigen Cashflows, welche im Impairmenttest zum 30. September 2020 hinterlegt wurden – insbesondere im Detailplanungszeitraum –, unter jenen liegen, die dem Impairmenttest zum 31. März 2020 zugrunde gelegt wurden. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit beträgt zum 30. September 2020 249,7 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Zum 30. September 2020 wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,33 % gerechnet. Der WACC beträgt 6,21 % nach Steuern, vor Steuern 7,58 %. Im 2. Halbjahr 2020/21 ist absatzseitig bereits wieder eine Erholung eingetreten, die zum 31. März 2021 zu einer deutlichen Überdeckung der Buchwerte führt. In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurde in der Metal Engineering Division bei der firmenwerttragenden Einheit Tubulars, welche hauptsächlich hochqualitative Nahtlosrohre herstellt, aufgrund negativer absatzmarktseitiger Entwicklungen, welche insbesondere durch die stark gesunkenen Ölpreise und die gesunkenen Ölfördermengen, die erheblichen Belastungen aus den von der US-Administration verhängten Strafzöllen auf die Einfuhr von Stahlrohren (Section 232) sowie der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der COVID-19-Krise, eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 16,8 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug 341,1 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Zum 31. März 2020 wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,36 % gerechnet. Der WACC betrug 6,19 % nach Steuern, vor Steuern 7,68 %. In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurde in der Metal Engineering Division bei der firmenwerttragenden Einheit Welding aufgrund der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der COVID-19-Krise und dadurch bedingter rückläufiger Absatzmengen sowie einer herausfordernden Margenentwicklung eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 39,6 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 460,3 Mio. EUR. Die Werthaltigkeit aller anderen Firmenwerte wurde durch die Impairmenttests bestätigt. Eine Sensitivitätsanalyse der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten hat ergeben, dass bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt bis auf die firmenwerttragenden Einheiten High Performance Metals Production, Welding, Automotive Components und Precision Strip sämtliche Buchwerte noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist. Weiters hat die Cashflow-Sensitivitätsbetrachtung ergeben, dass bei einer Verringerung der Cashflows um 10 % mit zwei Ausnahmen (High Performance Metals Production und Precision Strip) sämtliche Buchwerte ebenfalls noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist.# Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwert

Werden im Rahmen einer kombinierten Sensitivitätsbetrachtung sowohl der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt erhöht als auch die Cashflows um 10 % verringert, sind bis auf die firmenwerttragenden Einheiten High Performance Metals Production, Welding, Automotive Components und Precision Strip die Buchwerte der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten noch immer gedeckt.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwertüberdeckung sowie den Betrag, um die sich die beiden wesentlichen Annahmen ändern müssten, damit der geschätzte erzielbare Betrag gleich dem Buchwert ist (Break-even-Analyse), sowie den Buchwertrückgang bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. einer Reduktion der Cashflows um 10 % (Allgemeine Sensitivitätsanalyse):

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 151

Break-even-Analyse Allgemeine Sensitivitätsanalyse

Buchwert- Überdeckung Abzinsungssatz in %-Punkten Cashflow in % Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt Cashflow Änderung –10 %
31.03.2021
HPM Production 70,2 0,2 –3,4 –256,3 –138,2
Automotive Components 106,4 0,9 –11,6 –5,7 0,0
Precision Strip 33,8 0,7 –9,6 –14,2 –1,5
Welding 73,7 0,9 –14,9 –7,2 0,0
Mio. EUR

Break-even-Analyse Allgemeine Sensitivitätsanalyse

Buchwert- Überdeckung Abzinsungssatz in %-Punkten Cashflow in % Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt Cashflow Änderung –10 %
31.03.2020
HPM Production 58,6 0,1 –2,8 –302,1 –154,3
Value Added Services 351,0 1,6 –23,1 0,0 0,0
Automotive Components 201,8 1,3 –18,5 0,0 0,0
Precision Strip 45,1 0,8 –12,0 –11,5 0,0
Mio. EUR

Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und von sonstigen Vermögenswerten

Wertminderung 31.03.2021

Texas 163,1
Special Wire 8,6
Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 152

Wertminderung 31.03.2020

Hot Forming 45,8
Texas 209,1
Foundry 30,7
Buderus Edelstahl ohne Schmiede 15,0
Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden in der Steel Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 163,1 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die wirtschaftliche Entwicklung, geprägt durch die COVID-19-Krise, führte im Vergleich zum 31. März 2020 zu einer weiteren Anpassung der kurzfristigen Ertragserwartungen. Aufgrund des verschlechterten Schrott-/Erzpreisverhältnisses verfiel der HBI-Spotmarktpreis in wesentlich stärkerem Ausmaß als erwartet. Diese hohe Preissensitivität der HBI-Spotmarktpreise sowie die Erwartung auch weiterhin bestehender Rohstoffpreisvolatilitäten führten auch zu einer Rücknahme insbesondere der mittelfristigen Ertragserwartungen sowie der Cashflows für die Einheit Texas.

Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit beträgt zum 30. September 2020 447,8 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz liegt bei 6,79 % nach Steuern, vor Steuern 7,98 %.

In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurden in der Steel Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 209,1 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst (davon wurden 177,3 Mio. EUR bereits zum 31. Dezember 2019 erfasst).

Grund für diese Wertminderung war zunächst die ab dem Sommer 2019 in zunehmend starkem Ausmaß sichtbare Abhängigkeit des HBI-Marktes vom allgemeinen Schrottpreisniveau, da vor allem Spotmarkt-Kunden im unteren und mittleren Qualitätssegment HBI als Eisentrager und Substitut für eher minderqualitativen Schrott einsetzen. Bei anhaltend hohen Erzpreisen verringerte sich der Schrottpreis deutlich. Aufgrund dieses verschlechterten Schrott-/Erzpreisverhältnisses verfiel der HBI-Spotmarktpreis in wesentlich stärkerem Ausmaß als erwartet. Diese hohe Preissensitivität der HBI-Spotmarktpreise sowie die Erwartung auch weiterhin bestehender Rohstoffpreisvolatilitäten führte im Dezember 2019 zu einer Rücknahme der nachhaltigen Ertragserwartungen (Reduktion der nachhaltigen Absatzmenge) für die Einheit Texas. Zusätzlich führte in Folge die letztjährige wirtschaftliche Entwicklung geprägt durch die COVID-19-Krise zu einer weiteren, noch darüber hinausgehenden Anpassung der kurzfristigen Ertragserwartungen, welche damit die der beschriebenen Wertminderung zugrunde liegenden Einschätzungen komplettierte.

Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 666,2 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 6,34 % nach Steuern, vor Steuern 7,85 %.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 153

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden in der Metal Engineering Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Special Wire (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Spezialdrähten (Feinstdrähten) beschäftigt, zum 31. März 2021 Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 8,6 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Grund für diese Wertminderung war zunächst der – zum Teil auch COVID-19-bedingte – Rückgang der Abnahmemengen durch den Hauptkunden. Dies bedingte eine verminderte Auslastung sowie einen erhöhten Preisdruck, wodurch sich die Abnahmemengen und die zukünftigen Ergebnis- und Cashflow-Prognosen weiter reduzierten.

Der erzielbare Betrag für diese Einheit beträgt 18,0 Mio. EUR und wurde auf Basis geschätzter Nettoveräußerungserlöse abgeleitet. Diese umfassen die aktuellen Einzelveräußerungserlöse der Anlagen sowie den Buchwert des Working Capital.

In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurden in der Metal Forming Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Hot Forming (bestehend aus zwei Werken in Deutschland und USA), welche Pressteile aus Metall durch Warmumformung für die Automobilindustrie entwickelt, aufgrund veränderter absatzseitiger Entwicklungen sowie einer vom vorjährigen Businessplan abweichenden Personalausstattung und der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der COVID-19-Krise Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“, „Technische Anlagen und Maschinen“ und „Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung“ in Höhe von insgesamt 45,8 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst (davon wurden 37,5 Mio. EUR bereits zum 31. Dezember 2019 erfasst).

Die letztjährige Planung für das Budgetjahr 2020/21 der Hot Forming wurde aufgrund der COVID-19-Krise revidiert, die Anpassungen bei Umsatz und EBIT wurden unter Heranziehung diverser externer Marktstudien sowie der übermittelten Abrufprognosen unserer Kunden eingeschätzt.

Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 232,7 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 7,19 % nach Steuern, vor Steuern 9,26 %.

In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurden in der Steel Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Foundry (bestehend aus drei Werken), welche sich mit der Herstellung von Stahlguss beschäftigt, aufgrund negativer absatzmarktseitiger Entwicklungen sowie einer dadurch bedingten Reduktion der Ertragserwartungen und der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der COVID-19-Krise Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 30,7 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst (davon wurden 22,5 Mio. EUR bereits zum 31. Dezember 2019 erfasst).

Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 77,2 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 5,98 % nach Steuern, vor Steuern 7,30 %.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 154

In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurden in der High Performance Metals Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Buderus Edelstahl ohne Schmiede (bestehend aus den Teilbereichen Stahlwerk, Walzlinien und Gesenkschmiede), welche sich mit der Herstellung von Gesenkschmiedeteilen, Halbzeug sowie warm- und kaltgewalztem Stahl beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Technische Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung“ in Höhe von 15,0 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Abwertung ergab sich aufgrund negativer absatzmarktseitiger Entwicklungen vor allem in den Bereichen Automotive und Maschinenbau sowie einer dadurch bedingten Anpassung der strategischen Ausrichtung und reduzierter Ergebniserwartungen aufgrund der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der COVID-19-Krise.

Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 156,2 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 6,44 % nach Steuern, vor Steuern 8,38 %.

Zum 31. März 2021 durchgeführte Analysen ergaben keinen Anpassungsbedarf.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sind Abzinsungssatz und Cashflows. Eine Änderung dieser Annahmen birgt ein Risiko, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte erforderlich werden könnte. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. Reduktion der Cashflows um 10 % würde folgende Buchwertrückgänge nach sich ziehen:

Buchwert- Überdeckung

Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt Cashflow Änderung –10 %
31.03.2021
Texas 0,0 –62,8
Mio. EUR
–36,0
EUR Buchwert-überdeckung Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt Cashflow Änderung –10 %
31.03.2020 Hot Forming 0,0 –33,0 –23,3
Texas 0,0 –85,1 –65,7
Foundry 0,0 –14,9 –7,7
Buderus Edelstahl ohne Schmiede 0,0 –33,9 –15,6

Mio. EUR

In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2019/20) wurden in der Metal Engineering Division für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit, welche sich mit der Produktion von Nahtlosrohren beschäftigt, Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 26,4 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Im Vorjahr kam es zu einer vertraglichen Änderung beim der Kundenbeziehung Green Pipes zugrunde liegenden Liefervertrag, welche zu einer vollständigen Abwertung führte. Die Abwertung der Kundenbeziehungen, welche dem Bereich OCTG zugeordnet sind, resultierte aus den negativen Entwicklungen im Öl- und Gasbereich sowie den Auswirkungen aus Section 232. Der erzielbare Betrag für diese Vermögenswerte betrug 0,0 Mio. EUR. Die angewendeten Abzinsungssätze lagen zwischen 4,73 % und 4,93 % nach Steuern, vor Steuern zwischen 6,30 % und 6,58 %.

Weiteres wurde im Geschäftsjahr 2019/20 beschlossen, den Produktionsschritt des Warmwalzens (zahlungsmittelgenerierende Einheit Buderus Edelstahl ohne Schmiede) fremd zu vergeben. Aufgrund dessen wurde die Warmwalzroute geschlossen und Vermögenswerte in Höhe von 11,0 Mio. EUR abgewertet. Eine zusätzliche Wertminderung für einzelne Anlagen wurde aufgrund fehlender Nachnutzung in Höhe von 10,1 Mio. EUR (2019/20: 7,2 Mio. EUR) vorgenommen.

12. ANTEILE AN EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN, ANDERE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE

Anteile an verbundenen Unternehmen Anteile an assoziierten Unternehmen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen Sonstige Beteiligungen und Unternehmensanteile Wertpapiere Ausleihungen Geleistete Anzahlungen Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten 23,4 120,5 4,5 47,9 0,9 2,7 0,2 200,1
Kumulierte Abschreibungen/Zuschreibungen –12,4 –0,7 0,0 –11,9 0,3 –0,5 0,0 –25,2
Buchwerte am 01.04.2019 11,0 119,8 4,5 36,0 1,2 2,2 0,2 174,9
Anschaffungs- und Herstellungskosten 23,4 123,8 4,5 47,9 13,5 4,4 0,2 217,7
Kumulierte Abschreibungen/Zuschreibungen –13,9 –0,7 0,0 –7,7 –1,4 –0,6 0,0 –24,3
Buchwerte am 31.03.2020 9,5 123,1 4,5 40,2 12,1 3,8 0,2 193,4
Anschaffungs- und Herstellungskosten 23,8 131,2 5,2 48,1 13,6 2,4 0,1 224,4
Kumulierte Abschreibungen/Zuschreibungen –14,2 –0,7 0,0 –7,7 0,6 –0,5 0,0 –22,5
Buchwerte am 31.03.2021 9,6 130,5 5,2 40,4 14,2 1,9 0,1 201,9

Mio. EUR

Die Buchwerte der Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 156

Anteile an verbundenen Unternehmen Anteile an assoziierten Unternehmen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen Sonstige Beteiligungen und Unternehmensanteile Wertpapiere Ausleihungen Geleistete Anzahlungen Summe
Buchwerte am 01.04.2019 11,0 119,8 4,5 36,0 1,2 2,2 0,2 174,9
Konsolidierungskreis-änderungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zugänge 0,2 10,6 0,8 0,0 12,7 2,0 0,0 26,3
Umbuchungen –0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,3
Abgänge 0,0 –6,3 –0,7 0,0 –0,1 –0,3 0,0 –7,4
Abschreibungen/ Wertminderungen –1,4 0,0 0,0 0,0 –1,7 0,0 0,0 –3,1
Zuschreibungen 0,0 0,0 0,0 4,2 0,0 0,0 0,0 4,2
Währungsdifferenzen 0,0 –1,0 –0,1 0,0 0,0 –0,1 0,0 –1,2
Buchwerte am 31.03.2020 9,5 123,1 4,5 40,2 12,1 3,8 0,2 193,4
Konsolidierungskreis-änderungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zugänge 0,1 13,6 1,4 0,2 0,3 0,1 0,0 15,7
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,2 0,0 0,0 –0,2
Abgänge 0,0 –6,6 –0,7 0,0 –0,1 –2,0 –0,1 –9,5
Abschreibungen/ Wertminderungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zuschreibungen 0,0 0,0 0,0 0,0 2,1 0,0 0,0 2,1
Währungsdifferenzen 0,0 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4
Buchwerte am 31.03.2021 9,6 130,5 5,2 40,4 14,2 1,9 0,1 201,9

Mio. EUR

Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.03.2019 31.03.2020 31.03.2021
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,1 0,0 0,0
Sonstige Ausleihungen 2,0 1,9 1,8
Sonstige Forderungen Finanzierung 0,1 1,9 0,1
Summe 2,2 3,8 1,9

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 157

13. LATENTE STEUERN

Die steuerlichen Auswirkungen der temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften, die zum Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern führen, setzen sich wie folgt zusammen:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.03.2020 31.03.2021
Langfristiges Vermögen 166,9 211,4
Kurzfristiges Vermögen 101,1 95,8
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 295,3 302,7
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 83,0 77,8
Verlustvorträge 126,5 136,6
Zwischensumme 772,8 824,3
Zwischengewinneliminierungen (saldiert) 14,2 16,5
Stille Reserven (saldiert) 0,0 0,0
Akquisitionsbedingter Steuervorteil 18,1 0,0
Sonstige 28,3 28,8
Saldierung der latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde –549,5 –523,7
Saldierte latente Steuern 283,9 345,9

Mio. EUR

Der Steuervorteil aus der Akquisition BÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft wird unter Anwendung von IAS 12.34 als noch nicht genutzte Steuergutschrift bilanziert und über eine Laufzeit von 14 Jahren mit einem Betrag von 18,1 Mio. EUR pro Jahr als latenter Steueraufwand aufgelöst. Dem steht eine tatsächliche Steuerersparnis gegenüber. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 136,6 Mio. EUR (31. März 2020: 126,5 Mio. EUR) wurden erfasst. Zum 31. März 2021 bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste in Höhe von rund 1.219,3 Mio. EUR (Körperschaftsteuer) (31. März 2020: rund 1.187,0 Mio. EUR), für welche kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde. Zeitlich beschränkt nutzbar sind rund 537,8 Mio. EUR (31. März 2020: rund 478,3 Mio. EUR) der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge. Für Konzernunternehmen, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet haben, wurden aktive latente Steuern in Höhe von 239,2 Mio. EUR (Vorjahr: 197,1 Mio. EUR) angesetzt, für welche die Realisierung von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender, zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz beruht auf einer steuerlichen Planungsrechnung für das jeweilige Unternehmen bzw. für die Steuergruppe.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 158

Für zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 2.433,1 Mio. EUR (31. März 2020: 2.334,5 Mio. EUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehrung der temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Der Saldo zwischen den aktiven und passiven latenten Steuern ändert sich um 60,7 Mio. EUR (31. März 2020: 104,5 Mio. EUR). Dies entspricht im Wesentlichen dem latenten Steuerertrag in Höhe von 75,1 Mio. EUR (31. März 2020: Steuerertrag 88,0 Mio. EUR), der im sonstigen Ergebnis verbuchten Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von –10,2 Mio. EUR (31. März 2020: 20,8 Mio. EUR), der Veränderung latenter Steuern aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von –4,0 Mio. EUR (31. März 2020: –4,1 Mio. EUR) und der Veränderung latenter Steuern aus Erst- und Endkonsolidierungen in Höhe von –0,3 Mio. EUR (31. März 2020: –0,2 Mio. EUR).

Zusatzangaben nach IAS 12.81 (ab):

Veränderung 2019/20 31.03.2020 Veränderung 2020/21 31.03.2021
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 8,2 185,2 2,7 187,9
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges 12,6 10,7 –12,9 –2,2
Summe im sonstigen Ergebnis erfasster latenter Steuern 20,8 195,9 –10,2 185,7

Mio. EUR

14. VORRÄTE

31.03.2020 31.03.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.293,2 1.314,0
Unfertige Erzeugnisse 914,0 884,8
Fertige Erzeugnisse 1.205,2 1.091,0
Handelswaren 137,3 105,7
Noch nicht abrechenbare Leistungen 4,4 9,6
Geleistete Anzahlungen 44,1 33,7
Summe 3.598,2 3.438,8

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 159

Wertberichtigungen auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert sind in Höhe von 193,2 Mio. EUR (31. März 2020: 187,6 Mio. EUR) im Konzernabschluss enthalten. Der Buchwert der auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte beträgt 674,4 Mio. EUR (31. März 2020: 865,0 Mio. EUR). Zum 31. März 2021 wurden wie in der Vergleichsperiode keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. 6.101,4 Mio. EUR (31. März 2020: 6.846,4 Mio. EUR) wurden als Materialaufwand erfasst.

15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

31.03.2020 Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 31.03.2021 Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 928,4 6,1 973,2 7,6
Vertragsvermögenswerte 240,3 10,6 234,7 15,5
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 481,4 43,9 514,3 20,0
davon Forderungen aus Ertragsteuern 39,7 0,0 29,7 0,0
davon sonstige Steuerforderungen 186,0 12,0 207,8 1,3
davon erworbene Emissionszertifikate 61,8 0,0 63,9 0,0
Summe 1.650,1 60,6 1.722,2 43,1

Mio. EUR

Weitere Informationen zu den Vertragssalden sind unter Punkt 1. Umsatzerlöse enthalten.

16. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

31.03.2020 31.03.2021
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks 794,7 1.159,7

Mio. EUR

17. EIGENKAPITAL

Grundkapital (inklusive Angaben gemäß § 241 UGB)

Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2021 324.391.840,99 EUR (31.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

178.549.163 (31. März 2020: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt. Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zur Begebung von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG bislang keinen Gebrauch gemacht.

In der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufpreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bislang nicht Gebrauch gemacht.

Die Kapitalrücklagen beinhalten im Wesentlichen das Agio (abzüglich Kosten der Eigenkapitalbeschaffung), Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von eigenen Aktien sowie anteilsbasierte Vergütungen. Die Rücklagen für eigene Aktien beinhalten die abgesetzten Anschaffungskosten bzw. die Eigenkapitalerhöhung aus den Abgängen zu Anschaffungskosten für verkaufte eigene Aktien. Die Gewinnrücklagen beinhalten das Ergebnis nach Steuern abzüglich Dividendenausschüttungen. Bei der Auf- bzw. Abstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden in der Periode, in der sie anfallen, zur Gänze in den Gewinnrücklagen erfasst. Die Rücklage für Währungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.

Die Hedging-Rücklage umfasst Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges. Der kumulierte, in die Rücklage eingestellte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsgeschäft wird erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn auch das gesicherte Geschäft das Ergebnis beeinflusst.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien hat sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:

Anzahl Stückaktien Anzahl eigene Aktien Anzahl im Umlauf befindliche Aktien
Stand zum 01.04.2019 178.549.163 28.597
Stand zum 31.03.2020 178.549.163 28.597
Entnahme eigener Aktien 0 –50
Stand zum 31.03.2021 178.549.163 28.547

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden für ein Gewinnspiel aus den eigenen Aktien 50 Stück entnommen.

Hybridkapital

Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 begab die voestalpine AG infolge einer Einladung an die Inhaber der Hybridanleihe 2007, diese in einem Verhältnis von 1:1 in eine neue Hybridanleihe umzutauschen, eine neue nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridanleihe 2013) im Umfang von 500,0 Mio. EUR. Das ausstehende Nominale der später zum 31. Oktober 2014 vollständig gekündigten und getilgten Hybridanleihe 2007 betrug durch diesen Umtausch somit 500,0 Mio. EUR. Der Kupon der Hybridanleihe 2013 betrug 7,125 % bis zum 31. Oktober 2014 und 6 % vom 31. Oktober 2014 bis zum 31. Oktober 2019. Die Hybridanleihe 2013 konnte durch die voestalpine AG, nicht aber durch die Gläubiger erstmalig am 31. Oktober 2019 gekündigt und getilgt werden. Der Vorstand hat am 9. September 2019 beschlossen, die Hybridanleihe 2013 mit Wirkung zur ersten Kündigungsmöglichkeit, also zum 31. Oktober 2019, vollständig zu kündigen. Der Rückzahlungsbetrag betrug 1.060 EUR (einschließlich der aufgelaufenen Zinsen) pro Inhaberschuldverschreibung im Nominale von 1.000 EUR. Im Vorjahr wurden für die Hybridanleihe 2013 am 31. Oktober 2019 somit insgesamt 30,0 Mio. EUR an Zinsen ausbezahlt. Die Erlöse aus der Begebung der Hybridanleihe wurden als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital nach IAS 32 erfüllte. Entsprechend wurden auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung dargestellt.

Anteilsbasierte Vergütungen

Aufgrund der Gewährung von voestalpine-Aktien an Mitarbeiter im Rahmen der jährlichen Erfolgsprämie wurden 2,0 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 0,0 Mio. EUR (2019/20: 1,2 Mio. EUR) anlässlich der Zahlung aus dem Eigenkapital entnommen, 30,3 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 1,0 Mio. EUR (2019/20: 0,1 Mio. EUR) wurden dem Eigenkapital zugeführt.

18. PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN

31.03.2020 31.03.2021
Rückstellungen für Abfertigungen 577,0 569,4
Rückstellungen für Pensionen 540,3 531,5
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 160,6 156,3
Gesamt 1.277,9 1.257,2
Mio. EUR

RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN

2019/20 2020/21
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 01.04. 603,8 577,0
Dienstzeitaufwand der Periode 11,9 10,3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,0 0,0
Zinsaufwand der Periode 8,7 8,3
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen 0,0 –0,1
Konsolidierungskreisänderungen 1,0 0,0
Abfertigungszahlungen –44,5 –44,3
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen 0,2 40,7
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen 0,0 0,0
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen –4,8 –23,5
Planabgeltungen 0,0 0,0
Sonstige 0,7 1,0
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 31.03. 577,0 569,4
Mio. EUR

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Abfertigungszahlungen an externe Mitarbeitervorsorgekassen betragen 13,1 Mio. EUR (2019/20: 13,4 Mio. EUR).

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN

Barwert der Pensionsverpflichtungen Planvermögen Rückstellung
Stand am 01.04.2019 803,0 –289,4 513,6
Dienstzeitaufwand der Periode 9,1 0,0 9,1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –0,5 0,0 –0,5
Nettozinsen der Periode 14,0 –5,0 9,0
Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) 0,0 24,9 24,9
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen –0,5 0,0 –0,5
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,0 0,0
Pensionszahlungen –34,8 19,9 –14,9
Kursdifferenzen –8,4 1,2 –7,2
Arbeitgebereinzahlungen/-rückzahlungen 0,0 –2,2 –2,2
Arbeitnehmereinzahlungen 0,0 –0,9 –0,9
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen 7,2 0,0 7,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen 0,2 0,0 0,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 2,2 0,0 2,2
Planabgeltungen 0,0 0,0 0,0
Sonstige 0,4 –0,1 0,3
Stand am 31.03.2020 791,9 –251,6 540,3
Mio. EUR

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN

Barwert der Pensionsverpflichtungen Planvermögen Rückstellung
Stand am 01.04.2020 791,9 –251,6 540,3
Dienstzeitaufwand der Periode 8,6 0,0 8,6
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –0,1 0,0 –0,1
Nettozinsen der Periode 13,2 –4,3 8,9
Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) 0,0 –51,7 –51,7
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen –0,1 0,0 –0,1
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,0 0,0
Pensionszahlungen –34,7 20,3 –14,4
Kursdifferenzen 2,1 –1,7 0,4
Arbeitgebereinzahlungen/-rückzahlungen 0,0 –2,0 –2,0
Arbeitnehmereinzahlungen 0,0 –0,9 –0,9
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen 52,5 0,0 52,5
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen –0,4 0,0 –0,4
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen –7,1 0,0 –7,1

Vermögensanlagen des Planvermögens

Die wesentlichen Anlagekategorien des Planvermögens stellen sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2021 dargestellten Perioden wie folgt dar:

2019/20

Kategorie Vermögenswerte mit Marktpreis an einem aktiven Markt Vermögenswerte ohne Marktpreis an einem aktiven Markt Summe Vermögenswerte
Schuldinstrumente 43,6 % 0,0 % 43,6 %
Eigenkapitalinstrumente 27,4 % 0,0 % 27,4 %
Immobilien 0,0 % 3,1 % 3,1 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5,9 % 0,1 % 6,0 %
Versicherungsverträge 0,4 % 11,3 % 11,7 %
Sonstige Vermögenswerte 8,2 % 0,0 % 8,2 %
Summe 85,5 % 14,5 % 100,0 %

2020/21

Kategorie Vermögenswerte mit Marktpreis an einem aktiven Markt Vermögenswerte ohne Marktpreis an einem aktiven Markt Summe Vermögenswerte
Schuldinstrumente 42,2 % 0,0 % 42,2 %
Eigenkapitalinstrumente 30,1 % 0,0 % 30,1 %
Immobilien 0,0 % 3,1 % 3,1 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6,3 % 0,1 % 6,4 %
Versicherungsverträge 0,4 % 9,9 % 10,3 %
Sonstige Vermögenswerte 7,9 % 0,0 % 7,9 %
Summe 86,9 % 13,1 % 100,0 %

Im Planvermögen sind eigene Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von 1,0 Mio. EUR (31. März 2020: 0,6 Mio. EUR) enthalten.

Der durchschnittlich erwartete Veranlagungsertrag ist durch die Portfoliostruktur des Planvermögens, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie zukünftig zu erwartende Renditen bestimmt. Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgte auf Basis einer erwarteten (durchschnittlichen) Verzinsung des Planvermögens von 1,7 %. Die tatsächliche Verzinsung lag bei 22,3 % (2019/20: –6,9 %).

Die Pensionsverpflichtungen aus den österreichischen Konzerngesellschaften sind in die APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft ausgelagert. Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 166

Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft unter anderem die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogemeinschaft VRG 15 ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (beispielsweise Immobilien und Private Equity) sowie Geldmarktveranlagungen investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG 15 ist es, die Benchmark (30 % globale Aktien, 55 % globale Anleihen, 5 % Cash, 5 % Alternatives, 5 % Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG 15 ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG 15 zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset-Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftig erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Assetklassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-Nutzen-Erwägungen begründet werden kann.

Der Großteil des Vermögens der VRG 15 wird in liquiden Märkten investiert, an denen regelmäßige Preisnotierungen festgestellt werden. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z. B. bestimmte Immobilien und Private Equity-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass Volatilität und vor allem Downside-Risiken niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionen betragen 42,6 Mio. EUR (2019/20: 41,5 Mio. EUR).

Die Sensitivitätsanalyse der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung leistungsorientierter Verpflichtungen genutzt werden, ergibt folgende Auswirkungen auf die DBO:

SENSITIVITÄTEN

Zinssatz Lohn-/ Gehaltserhöhungen Pensionserhöhungen
+1,0 % –1,0 % +0,5 % –0,5 % +0,25 % –0,25 %
Pensionen –13,6 % +17,3 % +0,8 % –0,7 % +3,0 % –2,9 %
Abfertigungen –10,0 % +11,8 % +5,5 % –5,1 % 0,0 % 0,0 %

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 167

Für den Einfluss des Zinssatzes, der Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie der Pensionserhöhungen wurden konzernale Werte ermittelt. Die Sensitivitäten werden nicht durch Schätzungen oder Näherungen, sondern durch vollständige Bewertungen unter Variation der jeweiligen Parameter ermittelt.

Die erwarteten Beitragszahlungen für leistungsorientierte Pensionspläne für das Geschäftsjahr 2021/22 betragen 21,6 Mio. EUR. Die durchschnittliche zinsgewichtete Duration für Pensionspläne beträgt 15,3 Jahre und für Abfertigungen 10,9 Jahre.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR JUBILÄUMSGELDER

2019/20 2020/21
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 01.04. 159,5 160,6
Dienstzeitaufwand der Periode 10,7 10,6
Zinsaufwand der Periode 2,3 2,3
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,0
Jubiläumsgeldzahlungen –9,9 –11,6
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung von Annahmen 0,0 0,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen –2,4 –5,6
Sonstige 0,4 –0,2
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 31.03. 160,6 156,3
Mio. EUR

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen/Erträge für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gliedern sich wie folgt:

2019/20 2020/21
Dienstzeitaufwand der Periode und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 31,2 29,4
Nettozinsen der Periode 20,0 19,5
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen –0,5 –0,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus Jubiläumsgeldverpflichtungen –2,4 –5,4
Aufwands-/ertragswirksam erfasste Positionen 48,3 43,3
Mio. EUR

Die Nettozinsen der Periode sind in den Finanzaufwendungen erfasst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 168

19. RÜCKSTELLUNGEN

Stand 01.04.2020 Konsolidierungskreisänderungen Währungsdifferenzen Verbrauch Auflösungen Umbuchung Zuweisungen Stand 31.03.2021
Langfristige Rückstellungen
Sonstige Personalaufwendungen 12,7 0,0 0,0 –4,2 0,0 0,3 2,9 11,7
Garantien und sonstige Wagnisse 4,1 0,0 0,0 –0,6 –0,3 0,8 0,3 4,3
Übrige langfristige Rückstellungen 75,6 0,0 –2,9 –3,9 –4,8 27,7 11,6 103,3
Summe langfristige Rückstellungen 92,4 0,0 –2,9 –8,7 –5,1 28,8 14,8 119,3
Kurzfristige Rückstellungen
Nicht konsumierte Urlaube 136,7 0,1 0,3 –86,7 –0,2 0,3 87,0 137,5
Sonstige Personalaufwendungen 157,9 0,1 –1,7 –122,5 –4,8 1,8 155,6 186,4
Garantien und sonstige Wagnisse 66,7 0,0 0,1 –11,5 –6,2 –19,4 40,4 70,1
Belastende Verträge 55,2 0,0 0,0 –42,3 –3,4 1,0 33,4 43,9
Übrige kurzfristige Rückstellungen 230,4 –0,2 –1,0 –129,8 –19,3 –19,4 202,0 262,7
Summe kurzfristige Rückstellungen 646,9 0,0 –2,3 –392,8 –33,9 –35,7 518,4 700,6
Gesamtsumme Rückstellungen 739,3 0,0 –5,2 –401,5 –39,0 –6,9 533,2 819,9
Mio. EUR

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten insbesondere Prämien und Bonifikationen. Die Rückstellungen für Garantien und sonstige Wagnisse sowie die Rückstellungen für belastende Verträge betreffen die laufende Geschäftstätigkeit. Die übrigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für Vertriebsprovisionen, Rechtsstreitigkeiten, Prozess- und Beratungskosten sowie Umweltschutzverpflichtungen.

In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind zum 31. März 2021 22,5 Mio. EUR für Personalreduktionsprogramme enthalten.

Die Rückstellungshöhe von Garantien und sonstigen Wagnissen bemisst sich am zuverlässigsten Schätzwert jenes Betrages, der zur Begleichung dieser Verpflichtungen am Bilanzstichtag nötig wäre. Als statistische Messgröße wird der Erwartungswert herangezogen. Dieser wiederum basiert auf einer für die Vergangenheit nachweisbaren Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses.

Rückstellungen für belastende Verträge werden angesetzt, wenn die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlichen unvermeidbaren Kosten die erwarteten Erlöse übersteigen. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag gebildet wird, erfasst ein Unternehmen den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 169

Die durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine im Jahr 2011 ausgelösten Kartellverfahren des deutschen Bundeskartellamtes im Bereich Bahnoberbaumaterial wurden gegen die voestalpine 2013 abgeschlossen. Das gegen die voestalpine verhängte Bußgeld in diesen Verfahren betrug gesamt 14,9 Mio. EUR. Ebenfalls durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine wurde ein Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes gegen Edelstahlunternehmen ausgelöst, welches gegenüber der voestalpine im Juli 2018 beendet wurde. Als Kronzeuge wurde gegen die voestalpine in diesem Verfahren kein Bußgeld verhängt.In Zusammenhang mit dem durch eine Hausdurchsuchung im September 2017 eingeleiteten Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes wegen des Verdachtes kartellrechtswidriger Absprachen im Bereich Grobblech hat die voestalpine im Dezember 2019 einem Vergleich mit einem Bußgeld in Höhe von 65,5 Mio. EUR zugestimmt. Auch dieses Verfahren ist somit beendet. Sofern relevant, hat die voestalpine zum Stichtag 31. März 2021 für allfällige negative finanzielle Auswirkungen aus diesen Kartellverfahren vorgesorgt. In der Berichtsperiode sind Rückstellungserhöhungen aufgrund der Aufzinsung und aufgrund von Änderungen des Abzinsungssatzes in Höhe von insgesamt 1,5 Mio. EUR (2019/20: 0,6 Mio. EUR) enthalten.

20. FINANZVERBINDLICHKEITEN

Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
31.03.2020 31.03.2021
Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 642,5 1.130,6
Verbindlichkeiten aus Leasing 44,1 44,1
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9,1 9,8
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 58,4 36,2
754,1 1.220,7

Mio. EUR

Am 14. Oktober 2014 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 400,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im Oktober 2021 zurückgezahlt und mit 2,25 % jährlich verzinst. Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst. Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst. Im Geschäftsjahr 2020/21 erfolgten laufende Rückkäufe der Unternehmensanleihe 2014–2021. Vom Gesamtnominale der Unternehmensanleihe 2014–2021 wurden 5,9 Mio. EUR rückgekauft.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 170

21. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

31.03.2020 31.03.2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.261,5 1.441,2
Vertragsverbindlichkeiten 141,4 208,6
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern 91,5 115,9
Sonstige Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 60,4 59,6
Sonstige Verbindlichkeiten 398,7 363,5
1.953,51 2.188,8

1 Aufgrund der klarstellenden Auslegung des IFRIC (Dezember 2020) zu Supply Chain Finance werden wechselmäßig verbriefte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring unter Punkt 22. Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring ausgewiesen. Vorjahreszahlen der betroffenen Posten wurden retrospektiv angepasst.

Mio. EUR

Weitere Informationen zu den Vertragssalden sind unter Punkt 1. Umsatzerlöse enthalten.

22. WECHSELVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS REVERSE FACTORING

31.03.2020 31.03.2021
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 600,5 755,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen 6,9 27,1
607,4 782,1

Mio. EUR

Die voestalpine ermöglicht ausgewählten Lieferanten die Teilnahme an unterschiedlichen Supply Chain Finance-Modellen. Überwiegend kommen Wechselverbindlichkeiten, aber auch Reverse Factoring-Modelle zur Anwendung. Den Lieferanten wird dabei die Möglichkeit geboten, durch Diskontierung der Forderungen bei der Vertragsbank eine vorgezogene Zahlung zu erhalten. Die voestalpine bezahlt zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Wechsels bzw. zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Faktura der Reverse Factoring-Vereinbarung. Die Rechnungsbeträge resultieren aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Sie stellen einen Teil des Working Capital dar. Zinsaufwendungen, die der voestalpine aus diesen Modellen erwachsen, wurden in Höhe von 1,8 Mio. EUR bezahlt. Es werden zusätzlich Konzerngarantien gegenüber den Banken abgegeben. Die Zahlungsziele verlängern sich in unterschiedlichem Maße in der Regel auf bis zu 135 Tage.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 171

23. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

31.03.2020 31.03.2021
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 0,8 0,0
Bürgschaften, Garantien 0,5 0,8
1,3 0,8

Mio. EUR

Betreffend der österreichischen Energieabgabenvergütung ist festzuhalten, dass durch das Urteil des EuGH vom 14.11.2019 feststeht, dass die mit dem BBG 2011 vorgenommene Einschränkung auf Produktionsbetriebe unionsrechtskonform zustande gekommen ist (EuGH 14.11.2019, C-585/17, Dilly´s Wellnesshotel II). Der österreichische Verwaltungsgerichtshof folgt in seiner Anschlussentscheidung vom 18.12.2019 (Ro 2016/15/0041) dem EuGH. Für den voestalpine-Konzern sind aus der das Verfahren abschließenden Entscheidung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes keine nachteiligen Auswirkungen entstanden.

24. FINANZINSTRUMENTE

Allgemeines

Die wesentlichen durch den voestalpine-Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Bankdarlehen, Anleihen, Schuldscheine und Schulden aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck der Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen und langfristige Veranlagungen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Des Weiteren nutzt der Konzern auch derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Zins-Swaps, Devisentermingeschäfte und Commodity-Swaps. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken sowie gegen Risiken aufgrund der Schwankungen von Rohstoffpreisen, welche aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.

Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass neben der Verfügbarkeit über die notwendige Liquidität zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value eine angemessene Bonität und eine ausreichende Eigenkapitalquote aufrechterhalten werden.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 172

Der voestalpine-Konzern steuert sein Kapital mithilfe der Kennzahlen Nettofinanzverschuldung/EBITDA sowie der Gearing Ratio, dem Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum Eigenkapital. Die Nettofinanzverschuldung umfasst verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich Finanzierungsforderungen, Ausleihungen, Wertpapiere sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Eigenkapital inkludiert nicht beherrschende Anteile an Konzernunternehmen. Die Zielgröße für die Gearing Ratio liegt bei 50 % und kann nur für einen befristeten Zeitraum bis maximal 75 % überschritten werden. Die Kennzahl Nettofinanzverschuldung/EBITDA soll maximal bei 3,0 liegen und darf nur für einen befristeten Zeitraum überschritten werden. Alle Wachstumsmaßnahmen und Kapitalmarkttransaktionen werden darauf ausgerichtet.

In der Berichtsperiode entwickelten sich die beiden Kennzahlen wie folgt:

31.03.2020 31.03.2021
Gearing Ratio in % 67,2 % 48,5 %
Nettofinanzverschuldung/EBITDA 3,2 2,4

Finanzielles Risikomanagement – Corporate Finance-Organisation

Das finanzielle Risikomanagement umfasst auch den Bereich Rohstoffrisikomanagement. Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für die einzelnen Konzerngesellschaften. Weiters werden die Themen Pooling, Geldmarkt, Kredit- und Wertpapiermanagement, Fremdwährungs-, Zins-, Liquiditäts- und Rohstoffrisiko sowie das Berichtswesen geregelt. Für die Umsetzung ist das Konzern-Treasury verantwortlich, das als Dienstleistungscenter fungiert. Geschäftsabschluss, Abwicklung und Verbuchung erfolgen in drei organisatorisch getrennten Einheiten, wodurch ein Sechsaugenprinzip gewährleistet wird. Die Richtlinien und deren Einhaltung sowie die IKS-Konformität der Geschäftsprozesse werden in regelmäßigen Abständen zusätzlich durch einen externen Auditor überprüft.

Teil der Unternehmenspolitik des voestalpine-Konzerns ist es, die finanziellen Risiken ständig zu beobachten, zu quantifizieren und – wo sinnvoll – abzusichern. Die Risikobereitschaft ist eher gering. Die Strategie zielt auf die Erzielung von Natural Hedges und eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und Erträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt auch mit derivativen Finanzinstrumenten. Die voestalpine AG verwendet zur Quantifizierung des Zinsrisikos die Kenngröße Zinsänderungsrisiko. Das Zinsänderungsrisiko quantifiziert die Auswirkung auf den Zinsertrag bzw. Zinsaufwand bei einer Änderung des Marktzinsniveaus um einen Prozentpunkt. Durch die Implementierung eines Nettingprozesses werden die Fremdwährungs-Cashflows im Konzern zusammengeführt und ausgeglichen. Dadurch wird eine Natural Hedge erzielt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 173

Für die Quantifizierung des Währungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber den anderen Währungen zum 31. März um 10 % darstellt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben.# Liquiditätsrisiko – Finanzierung

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, weil man nicht über ausreichend Zahlungsmittel verfügt. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise,
revolvierend von den operativen Gesellschaften direkt an das Konzern-Treasury der voestalpine AG übermittelt wird. Um der aktuellen Situation aufgrund der COVID-19-Krise Rechnung zu tragen, fanden zusätzliche Abfragen durch das Konzern-Treasury statt. Anhand der
konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. Die Betriebsmittelfinanzierung erfolgt über das Konzern-Treasury.
Durch ein zentrales Clearing wird ein täglicher konzerninterner Finanzausgleich durchgeführt. Gesellschaften mit Liquiditätsüberschüssen stellen diese indirekt Gesellschaften mit Liquiditätsbedarf zur Verfügung. Die Differenz wird vom Konzern-Treasury bei seinen
Hausbanken positioniert. Dadurch werden eine Verminderung des Fremdfinanzierungsvolumens und eine Optimierung des Zinsergebnisses erreicht. Finanzierungen erfolgen zur Vermeidung von Wechselkursrisiken in der lokalen Währung des jeweiligen Kreditnehmers oder
sind durch Devisen- und Währungs-Swaps währungsgesichert.

Als Liquiditätsreserve hält die voestalpine AG vertraglich zugesicherte Kreditlinien im Ausmaß von 1.080,0 Mio. EUR (2019/20: 780,0 Mio. EUR). Darüber hinaus besteht zur Abdeckung von unerwarteten Liquiditätsbedarfen eine Aktivposition in Form
von Wertpapieren und kurzfristigen Veranlagungen. Per 31. März 2021 betrug die Summe an frei veräußerbaren Wertpapieren 145,3 Mio. EUR (31. März 2020: 55,4 Mio. EUR). Diese beinhalten Wertpapierpensionsgeschäfte in Form von CO2 Repos (Kauf von
CO2-Zertifikaten mit gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung) in der Höhe von 84,2 Mio. EUR (31. März 2020: 0,0 Mio. EUR). Weiters sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.159,7 Mio. EUR (31. März 2020: 794,7 Mio. EUR) im
Konzernabschluss ausgewiesen.

Die Wechselverbindlichkeiten der voestalpine Gruppe können zu einer Risikokonzentration führen, da die zuvor auf eine Vielzahl von Gläubigern gestreuten Verbindlichkeiten damit auf die involvierten Banken konzentriert werden. Ein einseitiger Widerruf der
Vereinbarungen von einer oder mehreren Banken für zukünftige Geschäfte würde zu einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf führen. Dem Konzentrationsrisiko begegnet die voestalpine-Gruppe durch eine breite Streuung der Finanzinstrumente auf verschiedene Banken.
Das Risiko wird weiters durch die bestehende Liquiditätsreserve und Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.239,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1.574,7 Mio. EUR) reduziert. Von den Wechselverbindlichkeiten entfallen auf den größten der neun
Gläubiger nur 279,1 Mio. EUR. Im Vergleich zur Liquiditätsreserve und den Zahlungsmitteläquivalenten sind das 12,5 %. Das Liquiditätsrisiko aus Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring ist aufgrund des geringen Volumens von untergeordneter Bedeutung.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 174

Die Finanzierungsquellen werden nach dem Grundsatz der Bankenunabhängigkeit gesteuert. Derzeit bestehen Finanzierungen bei etwa 20 unterschiedlichen in- und ausländischen Banken. Darüber hinaus wird der Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle genutzt. Im
Geschäftsjahr 2019/20 wurden folgende Kapitalmarkttransaktionen durchgeführt:

  • Emission Senior Bond 2026 500,0 Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden keine Kapitalmarkttransaktionen durchgeführt. Eine Fälligkeitsanalyse aller zum Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

VERBINDLICHKEITEN Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.03. 2020 Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.03. 2021 Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre 31.03. 2020 Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre 31.03. 2021 Restlaufzeit über 5 Jahre 31.03. 2020 Restlaufzeit über 5 Jahre 31.03. 2021
Anleihen 121,3 482,1 895,7 498,2 547,8 548,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 521,2 648,5 1.763,4 1.351,3 278,0 70,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.261,5 1.440,8 0,0 0,4 0,0 0,0
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring 607,4 782,1 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Leasing 44,1 44,1 154,1 143,9 214,9 197,2
Verbindlichkeiten aus Fremdwährungssicherungen und Rohstoffsicherungen 41,3 16,6 14,6 1,0 0,0 0,0
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet 30,1 8,7 14,2 0,8 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,0
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 67,5 46,0 35,8 36,9 0,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 132,8 136,3 25,1 19,8 0,0 0,0
Summe Verbindlichkeiten 2.797,1 3.596,5 2.888,7 2.051,7 1.040,7 815,8
Mio. EUR

Mit diesen bestehenden Verbindlichkeiten korrespondieren folgende (prospektive) Zinsbelastungen, wie sie zum Bilanzstichtag geschätzt wurden:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 175

Restlaufzeit bis 1 Jahr 2019/20 Restlaufzeit bis 1 Jahr 2020/21 Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre 2019/20 Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre 2020/21 Restlaufzeit über 5 Jahre 2019/20 Restlaufzeit über 5 Jahre 2020/21
Zinsen für Anleihen 25,5 25,5 75,1 59,2 23,8 14,2
Zinsen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38,4 20,5 78,8 33,6 13,5 6,0
Zinsen für Verbindlichkeiten aus Leasing 8,3 7,1 25,9 22,2 74,0 67,8
Zinsen aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) 2,3 1,9 0,1 0,9 0,0 0,0
Zinsen für sonstige Finanzverbindlichkeiten 1,8 1,2 3,0 2,3 0,0 0,0
Summe Zinslast 76,4 56,2 183,0 118,2 111,4 88,0
Mio. EUR

Kredit-/Bonitätsrisiko

Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das Management des Bonitätsrisikos von Veranlagungs- und Derivatgeschäften wird in internen
Richtlinien reglementiert. Es sind alle Veranlagungen und Derivatgeschäfte je Kontrahent limitiert, wobei die Höhe des Limits vom Rating der Bank abhängt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen überwiegend gegenüber
Banken mit guten Bonitäten. Die Bestände sind in der Regel kurzfristig veranlagt. Das Kreditrisiko ist daher von untergeordneter Bedeutung.

GLIEDERUNG DER VERANLAGUNGEN BEI FINANZINSTITUTIONEN IN RATINGKLASSEN

AAA AA A BBB <BBB/NR
Geldmarktveranlagungen exkl. Habensalden auf Konten 0,0 528,0 59,0 0,0 0,0
Derivate¹ 0,0 31,9 4,6 1,5 3,4
¹ nur positive Marktwerte
Mio. EUR

Bei den derivativen Finanzinstrumenten beschränkt sich das Bonitätsrisiko auf Geschäfte mit positivem Marktwert und bei diesen auf die Höhe des Marktwerts. Aus diesem Grund werden Derivatgeschäfte nur mit dem positiven Marktwert auf das Limit
angerechnet. Derivate werden ausschließlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte abgeschlossen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 176

Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte
Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner von finanziellen Kontrakten wird durch ein regelmäßiges Monitoring des Ratings und der Veränderung
der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahenten gesteuert. Je nach Kundenstruktur und Geschäftsfeld gelten finanzielle Vermögenswerte zumeist als ausgefallen, wenn sie mehr als 180 Tage überfällig sind oder nicht mehr davon auszugehen
ist, dass sie ohne Verwertung von Sicherheiten in voller Höhe beglichen werden. Forderungen werden dann als finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität eingestuft, wenn konkrete Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen
(insbesondere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Zahlungsverzug, erhöhtes Insolvenzrisiko). Eine Abschreibung (Ausbuchung) erfolgt dann, wenn nicht mehr mit dem Eingang zu rechnen ist (insbesondere bei Insolvenz des
Vertragspartners). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Das maximale theoretische Ausfallsrisiko entspricht den in der Bilanz angesetzten Forderungen. Die
erwarteten Verlustraten werden auf Basis der historischen Ausfallsraten der letzten fünf Jahre berechnet. Da der Großteil der Forderungen versichert ist, ist das Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Aufgrund der guten Diversifikation
des Kundenportfolios besteht keine Konzentration von Ausfallsrisiken.

Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

2019/20 2020/21
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 1.194,4 1.241,3
Abzgl. Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte mit Bonitätsbeeinträchtigung –44,6 –48,6
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte ohne Bonitätsbeeinträchtigung 1.149,8 1.192,8
Abzgl. Portfoliowertberichtigung –0,6 –0,6
Nettobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte ohne Bonitätsbeeinträchtigung 1.149,2 1.192,1
Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 177

ÜBERFÄLLIGE UND NICHT BONITÄTSBEEINTRÄCHTIGTE FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTEN

2019/20 2020/21
Bis 30 Tage überfällig 163,7 128,6
31 Tage bis 60 Tage überfällig 45,6 34,0
61 Tage bis 90 Tage überfällig 16,9 10,3
91 Tage bis 120 Tage überfällig 8,1 4,7
Mehr als 120 Tage überfällig 57,2 30,4
Summe 291,5 208,0
Mio. EUR
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität haben sich wie folgt entwickelt:

WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN MIT BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (EINZELWERTBERICHTIGUNGEN)

2019/20 2020/21
Anfangsbestand zum 01.04. 29,7 25,2
Zugang 7,1 13,1
Währungsdifferenzen –1,1 –0,5
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 0,2
Auflösung –5,4 –2,8
Verbrauch –5,2 –2,4
Endbestand zum 31.03. 25,2 32,8

Mio. EUR

WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN OHNE BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (PORTFOLIOWERTBERICHTIGUNGEN)

2019/20 2020/21
Anfangsbestand zum 01.04. 0,7 0,6
Veränderung –0,1 0,0
Endbestand zum 31.03. 0,6 0,6

Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2020/21 ergaben sich keine wesentlichen Einzelveränderungen mit Einfluss auf die Portfoliowertberichtigung.

Die voestalpine hat die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die erwarteten Kreditverluste zum Bilanzstichtag auf Basis konzernexterner und -interner Informationen analysiert und darauf basierend beurteilt, ob eine Anpassung der Schätzung der Kreditverluste erforderlich ist. Grundlage für die Beurteilung waren dabei insbesondere aktuell verfügbare Informationen zur Änderung der Ausfallswahrscheinlichkeiten aufgrund der Pandemie sowie interne Einschätzungen zum Zahlungsverhalten und zum Ausfallsrisiko von Kontrahenten. Angesichts der aktuell sehr gering eingeschätzten Ausfallsrisiken geht die voestalpine davon aus, dass die Erhöhung des Kreditrisikos aufgrund der COVID-19-Pandemie keinen wesentlichen Einfluss auf das Konzernergebnis hat.

Währungsrisiko

Die größte Währungsposition im Konzern entsteht durch Einkäufe von Rohstoffen in US-Dollar, durch die weltweite Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns ergeben sich jedoch auch Währungsexposure in diversen anderen Währungen. Durch die Implementierung eines rollierenden Multi-Currency-Netting werden ein- und ausgehende Cashflows in den jeweiligen Währungen gegengerechnet. Durch den dadurch erzielten Natural Hedge wird Risiko vermindert. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich aus der Nutzung von derivativen Sicherungsinstrumenten. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme bis maximal der nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 %. Je weiter der Cashflow in der Zukunft liegt, desto geringer ist die Sicherungsquote. Der Nettobedarf an US-Dollar des voestalpine-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei 434,7 Mio. USD. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (492,5 Mio. USD) ist insbesondere auf geringere USD-Bedarfe für den Rohstoffeinkauf zurückzuführen. Das restliche Fremdwährungsexposure, das insbesondere aus Exporten in den „Nicht-EUR-Raum“ und Rohstoffzukäufen resultiert, ist deutlich geringer als das USD-Risiko.

FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO 2020/21

Anhand der Sensitivitätsanalyse ergeben sich per 31. März 2021 auf alle offenen Positionen im Vergleich zur Konzernwährung folgende Risiken für das nächste Geschäftsjahr:

FREMDWÄHRUNGS PORTFOLIO 2020/21

Budgetierte Position (EUR) Kurs 31.03.2021 Budgetierte Position (EUR) +10% Delta (EUR) Budgetierte Position (EUR) –10% Delta (EUR)
USD –748,5 1,1725 –638,4 –580,4 58,0
GBP 51,7 0,8521 60,7 55,2 –5,5
PLN 276,6 4,6508 59,5 54,1 –5,4
CNY 444,3 7,7066 57,7 52,4 –5,2
SEK –472,6 10,2383 –46,2 –42,0 4,2
CAD 37,2 1,4782 25,2 22,9 –2,3
RON 111,7 4,9223 22,7 20,6 –2,1
Sonstige 39,0 35,4 –3,5
Summe 38,2 –46,7

Mio. EUR

Zinsrisiko

Die voestalpine AG unterliegt primär einem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten. Der dargestellte Bestand umfasst alle zinsreagiblen Finanzinstrumente (Kredite, Money Market, begebene und gekaufte Wertpapiere sowie Zinsderivate). Das primäre Ziel des Zinsmanagements ist die Optimierung des Zinsaufwands unter Berücksichtigung des Risikos. Die variabel verzinsten Bestände der Passivseite übersteigen die Bestände der Aktivseite deutlich, sodass ein Anstieg der Geldmarktzinsen um einen Prozentpunkt das Zinsergebnis um 3,0 Mio. EUR belastet (2019/20: 10,9 Mio. EUR). Ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt entlastet das Zinsergebnis um –1,6 Mio. EUR (2019/20: –7,0 Mio. EUR). Bei einer Zinsbindung von 0,00 Jahren (2019/20: 0,00 Jahre) – inklusive Money Market-Veranlagungen – liegt der gewichtete Durchschnittszinssatz aktivseitig bei –0,29 % (2019/20: –0,07 %) und auf der Passivseite bei einer Zinsbindung von 2,09 Jahren (2019/20: 2,40 Jahre) bei 1,27 % (2019/20: 1,42 %).

Bestand1 Gewichteter Durchschnitts zinssatz Duration (Jahre) Durchschnittliche Kapital bindung (Jahre)2 Cashflow-Risiko +1 %-Punkt1 Cashflow-Risiko –1 %-Punkt1
aktiv 1.151,9 –0,29 % 0,00 0,00 –11,5 11,5
passiv 3.677,5 1,27 % 2,09 3,20 14,6 –13,1
netto –2.525,7 3,0 –1,6

1 Angaben in Mio. EUR
2 exklusive revolvierender Exportkredite in Höhe von 241,0 Mio. EUR

Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde Hedge Accounting gemäß IFRS 9 zur Absicherung von Fremdwährungszahlungsströmen, von zinstragenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für die Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen angewandt. Dabei werden die abzusichernden Geschäfte in den Bereichen Fremdwährungs- und Zinssicherungen jeweils in ihrer Gesamtheit abgesichert. Bei der Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen wird ausschließlich die Rohstoffindexkomponente abgesichert. Die Sicherungsquote wird dabei im Ausmaß von 100 % festgelegt. Die Absicherungen stellen Cashflow-Hedges dar. Hedge Accounting wird nur für einen Teil der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte angewendet. Die folgenden derivativen Finanzinstrumente sind als Cashflow-Hedge eingestuft:

Derivative Finanzinstrumente (Cashflow-Hedge)

Nominale1 Marktwert Vermögenswerte Verbindlichkeiten
31.03. 2020 31.03. 2021 31.03. 2020 31.03. 2021
Cashflow-Hedge
Fremdwährungssicherungen 545,9 560,7 0,5 8,4
Rohstoffsicherungen 207,4 188,2 1,0 9,9
Summe 753,3 748,9 1,5 18,3

1 Die als Cashflow-Hedge eingestuften derivativen Finanzinstrumente sind in Höhe von 583,4 (2019/20: 508,8 Mio. EUR) kurzfristig. Die Laufzeit des darüber hinausgehenden Teils beträgt überwiegend zwei bis drei Jahre (2019/20: zwei bis drei Jahre).

Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument enthalten ist

Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität Ineffektivität
2019/20 2020/21
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten) –20,8 5,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten) –22,1 3,1
–42,9 8,9

Mio. EUR

Gesicherte Volumina bei wesentlichen Fremdwährungssicherungen

Nominale (Mio. EUR) Durchschnittskurs
31.03.2020 31.03.2021
Cashflow-Hedge
Fremdwährungssicherungen
USD 412,6 428,3

Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:

Wertänderung des gesicherten Grundgeschäftes als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität Cashflow-Hedge-Rücklage
31.03.2020 31.03.2021
Cashflow-Hedge Fremdwährungsrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) 20,8 –5,8
Rohstoffpreisrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) 22,1 –3,1
Summe 42,9 –8,9

Mio. EUR

CASHFLOW-HEDGE 2019/20 2020/21

2019/20 2020/21
Anfangsbestand zum 01.04. 5,6 –32,2
Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/-verluste –40,5 23,1
Fremdwährungssicherungen –18,5 20,0
Rohstoffsicherungen –22,0 3,1
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust (Umsatzerlöse) 1,7 5,2
Fremdwährungssicherungen 1,7 5,2
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte –11,6 23,5
Fremdwährungssicherungen –2,8 1,5
Rohstoffsicherungen –8,8 22,0
Latente Steuern auf Veränderungen der Cashflow-Hedge-Rücklage 12,6 –12,9
Endbestand zum 31.03. –32,2 6,7

Mio. EUR

Folgende derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ihre Wertänderungen werden über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht:

Nominale Marktwert Vermögenswerte Verbindlichkeiten
31.03. 2020 31.03. 2021 31.03. 2020 31.03. 2021
Fremdwährungssicherungen 970,9 763,1 9,7 6,4
Cross Currency Swaps 153,6 111,5 41,2 16,6
Rohstoffsicherungen 3,1 4,8 0,0 0,0
Summe 1.127,6 879,4 50,9 23,0

Mio. EUR

Derivate, die als Cashflow-Hedge abgebildet werden, haben auf die Cashflows und das Periodenergebnis folgende Auswirkung:

Summe vertrag- liche Cashflows Vertragliche Cashflows bis 1 Jahr über 1 Jahr und bis 5 Jahre über 5 Jahre
31.03. 2020 31.03. 2021 31.03. 2020 31.03. 2021
31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021
:------------ :-------- :-------- :-------- :--------
Vermögenswerte 0,5 8,4 0,5 8,0
Verbindlichkeiten –21,2 –2,6 –7,1 –2,1
–20,7 5,8 –6,6 5,9

Rohstoffsicherungen

31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021
Vermögenswerte 0,9 9,9 0,9 9,9 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten –23,0 –6,8 –22,9 –6,5 –0,1 –0,3 0,0 0,0
–22,1 3,1 –22,0 3,4 –0,1 –0,3 0,0 0,0

Mio. EUR

Die Nominalbeträge verteilen sich auf die zuvor angeführten Laufzeitbänder wie folgt:

Summe Nominale Nominale bis 1 Jahr Über 1 Jahr und bis 5 Jahre Über 5 Jahre
31.03.2020 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2021
Fremdwährungssicherungen
Vermögenswerte 39,3 358,8 38,0 299,1
Verbindlichkeiten 506,6 201,9 265,0 99,3
Summe 545,9 560,7 303,0 398,4
Rohstoffsicherungen
Vermögenswerte 21,9 49,7 21,1 49,7
Verbindlichkeiten 185,6 138,5 184,7 135,3
Summe 207,5 188,2 205,8 185,0

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 186

Einteilung von Finanzinstrumenten

Kategorien Finanzinstrumente, welche AC bewertet werden¹

Hedge Accounting Finanzinstrumente, welche FVTPL bewertet werden Summe
Aktiva 31.03.2020
Andere Finanzanlagen langfristig 4,1 0,0 48,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 901,4 1,5 162,6
Andere Finanzanlagen kurzfristig 0,0 0,0 55,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 794,7 0,0 0,0
Buchwerte 1.700,2 1,5 266,5

¹ Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Mio. EUR

Kategorien Finanzinstrumente, welche AC bewertet werden¹

Hedge Accounting Finanzinstrumente, welche FVTPL bewertet werden Summe
Aktiva 31.03.2021
Andere Finanzanlagen langfristig 2,1 0,0 50,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 888,8 18,3 215,5
Andere Finanzanlagen kurzfristig 0,0 0,0 145,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.159,7 0,0 0,0
Buchwerte 2.050,6 18,3 411,4

¹ Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 187

Kategorien Finanzielle Verbindlichkeiten, welche AC bewertet werden

Hedge Accounting Finanzielle Verbindlichkeiten, welche FVTPL bewertet werden Summe Buchwerte Summe Zeitwerte
Buchwerte Zeitwerte Buchwerte (= Zeitwerte) Buchwerte (= Zeitwerte)
Passiva 31.03.2020
Finanzverbindlichkeiten langfristig 3.889,6 3.707,1 3.889,6 3.707,1
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig 754,1 752,2 754,1 752,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten¹ 1.419,4 1.419,4 44,3 11,7
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring¹ 607,4 607,4 0,0 0,0
Summe 6.670,5 6.486,1 44,3 11,7

¹ Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Mio. EUR

Kategorien Finanzielle Verbindlichkeiten, welche AC bewertet werden

Hedge Accounting Finanzielle Verbindlichkeiten, welche FVTPL bewertet werden Summe Buchwerte Summe Zeitwerte
Buchwerte Zeitwerte Buchwerte (= Zeitwerte) Buchwerte (= Zeitwerte)
Passiva 31.03.2021
Finanzverbindlichkeiten langfristig 2.846,2 2.883,2 2.846,2 2.883,2
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig 1.220,7 1.225,1 1.220,7 1.225,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten¹ 1.597,4 1.597,4 9,4 8,2
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring¹ 782,1 782,1 0,0 0,0
Summe 6.446,4 6.487,8 9,4 8,2

¹ Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 188

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzverbindlichkeiten fallen, mit Ausnahme der emittierten Anleihen, in Stufe 2. Die Bewertung erfolgt nach der Discounted Cashflow-Methode, wobei die Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte am Markt beobachtbare Währungskurse, Zinssätze und Creditspreads sind. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet. Die Bewertung der emittierten Anleihen erfolgt nach Stufe 1 mit dem Börsenkurs zum Stichtag.

Die folgende Tabelle analysiert die regelmäßigen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Diesen Bewertungen ist eine Hierarchie für den beizulegenden Zeitwert zugrunde gelegt, welche die in die Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eingehenden Eingangsparameter drei Stufen zuordnet. Die drei Stufen sind wie folgt definiert:

EINGANGSPARAMETER

  • Stufe 1 umfasst die an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten (unverändert übernommenen) Preise, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann.
  • Stufe 2 umfasst andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
  • Stufe 3 umfasst nicht beobachtbare Eingangsparameter für den Vermögenswert oder die Schuld.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 189

HIERARCHIESTUFEN FÜR REGELMÄSSIGE BEWERTUNGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT

31.03.2020

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Andere Finanzanlagen langfristig 12,0 0,0 36,4 48,4
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting 0,0 1,5 0,0 1,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 0,0 50,9 111,7 162,6
Andere Finanzanlagen kurzfristig 55,5 0,0 0,0 55,5
Summe 67,5 52,4 148,1 268,0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting 0,0 44,3 0,0 44,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0,0 11,7 0,0 11,7
Summe 0,0 56,0 0,0 56,0

31.03.2021

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Andere Finanzanlagen langfristig 14,2 0,0 36,4 50,6
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting 0,0 18,3 0,0 18,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 0,0 23,1 192,4 215,5
Andere Finanzanlagen kurzfristig 145,3 0,0 0,0 145,3
Summe 159,5 41,4 228,8 429,7
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting 0,0 9,4 0,0 9,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0,0 8,2 0,0 8,2
Summe 0,0 17,6 0,0 17,6

Mio. EUR

Bei den derivativen Geschäften (Stufe 2) erfolgt eine Bewertung nach der Discounted Cashflow-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt würde (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 190

Der voestalpine-Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. In den Geschäftsjahren 2019/20 und 2020/21 fanden keine Umgruppierungen statt.

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 von der Eröffnungs- zur Schlussbilanz dargestellt:

STUFE 3 – FVTPL – ANDERE FINANZANLAGEN

2019/20 2020/21
Anfangsbestand 32,1 36,4
Summe der in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzten Gewinne/Verluste:
Finanzaufwendungen/-erträge 4,3 0,0
Endbestand 36,4 36,4

Mio. EUR

In Stufe 3 ist die Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich, die zum Fair Value bewertet wird, enthalten. Für diese kann der beizulegende Zeitwert aufgrund des Vorliegens eines einmal jährlich erstellten Bewertungsgutachtens der Energie AG Oberösterreich unter Berücksichtigung werterhellender Informationen als Ganzes verlässlich ermittelt werden. Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte können sich aus Veränderungen der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze, Langfristprognosen, Planungsdaten etc.) ergeben.

STUFE 3 – FVTPL – FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (GESCHÄFTSMODELL VERKAUFEN)

2019/20 2020/21
Anfangsbestand zum 01.04. 143,3 111,7
Abgänge –143,3 –111,7
Zugänge 111,7 192,4
Endbestand zum 31.03. 111,7 192,4

Mio. EUR

Die Forderungen in diesem Portfolio werden monatlich rollierend im Rahmen der Factoring-Programme des Konzerns verkauft. Die auf dieses Portfolio entfallenden Bewertungsergebnisse sind von untergeordneter Bedeutung.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 191

Bei der Ermittlung des Fair Value für das Portfolio „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Factoring gewidmet“ stellt das Kreditrisiko des jeweiligen Debitors den wesentlichsten Einflussfaktor dar. Eine Erhöhung/Verringerung der angesetzten Ausfallsraten um 1 % würde daher maximal eine Veränderung des Fair Value dieses Portfolios in gleicher Höhe bewirken, die Veränderung des Fair Value fällt allerdings in der Regel deutlich unterproportional aus, da für wesentliche Teile des Portfolios Kreditversicherungen vorliegen.# 25. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks. Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen wurden eliminiert und sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.

NICHT ZAHLUNGSWIRKSAME AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE SOWIE NICHT AUFWANDS- ODER ERTRAGSWIRKSAME EIN- UND AUSZAHLUNGEN

2019/20 2020/21
Abschreibungen/Zuschreibungen 1.278,8 1.011,0
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen –15,9 –2,9
Veränderung von Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen, langfristigen Rückstellungen sowie latenten Steuern –181,0 –106,9
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen 4,7 67,3
Summe 1.086,6 968,5
Mio. EUR

Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sind aus Unternehmenserwerben Zugänge an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 0,9 Mio. EUR (2019/20: 2,3 Mio. EUR) enthalten und ein Kaufpreis in Höhe von 2,9 Mio. EUR (2019/20: 13,4 Mio. EUR) ist abgegangen (Details siehe Kapitel D. Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis). Aufgrund des Abganges von Tochtergesellschaften sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit 0,6 Mio. EUR (2019/20: 0,2 Mio. EUR) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abgeflossen. Aus dem Verkauf einer Tochtergesellschaft im Vorjahr ist der Verkaufspreis in Höhe von 0,5 Mio. EUR (2019/20: 0,0 Mio. EUR) zugegangen.

Die zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzschulden stellen sich wie folgt dar:

Finanzschulden 2019/20

Stand 01.04. Aufnahme von langfristigen Finanzschulden Tilgung von langfristigen Finanzschulden (einschlieẞlich kurzfristig gewordener Anteile) Tilgung von Leasing- verbindlich- keiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.654,3 1.157,8 –150,7 0,0
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.134,4 0,0 –635,7 0,0
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 400,4 0,0 0,0 –0,9
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 51,3 0,0 0,0 –52,6
Summe Finanzverbindlichkeiten 4.240,4 1.157,8 –786,4 –53,5

Finanzschulden 2020/21

Stand 01.04. Aufnahme von langfristigen Finanzschulden Tilgung von langfristigen Finanzschulden (einschlieẞlich kurzfristig gewordener Anteile) Tilgung von Leasing- verbindlich- keiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 3.520,7 154,7 –451,0 0,0
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 709,9 0,0 –152,7 0,0
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 369,1 0,0 0,0 –1,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 44,1 0,0 0,0 –43,7
Summe Finanzverbindlichkeiten 4.643,8 154,7 –603,7 –45,5

Die Zugänge im Anlagevermögen enthalten nicht zahlungswirksame Investitionen aufgrund von Finanzierungsleasing-Aktivitäten in Höhe von 29,1 Mio. EUR (2019/20: 32,8 Mio. EUR).

Cashflows

Stand 31.03.2020 Nicht zahlungswirksame Veränderungen Veränderung kurzfristiger Finanzschulden und übrige Finanzierungs- tätigkeiten Konsoli- dierungskreis- änderungen Wechsel- kurseffekte Umgliederungen Sonstige Veränderungen Stand 31.03.2021
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.505,1 –159,7 3,0 –0,6 0,0 16,6 –0,6 3.520,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.176,6 4,5 20,8 –1,6 1,0 –50,6 –672,2 709,9
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 341,1 0,3 0,0 –0,4 0,0 –0,4 44,2 369,1
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 44,1 0,0 0,0 –0,4 0,0 –0,4 44,2 44,1
Summe Finanzverbindlichkeiten 4.066,9 –155,0 23,8 –1,4 1,0 –17,6 –582,8 4.643,8
Mio. EUR

26. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Geschäftsbeziehungen zwischen dem Konzern und nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie assoziierten Unternehmen bzw. deren Tochterunternehmen als auch Gemeinschaftsunternehmen werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen und sind in folgenden Posten des Konzernabschlusses enthalten:

mit Gemeinschaftsunternehmen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen mit Gemeinschaftsunternehmen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen
2019/20 2019/20 2020/21 2020/21
Umsatzerlöse 0,5 164,9 0,1 160,4
Materialaufwand 3,7 121,6 1,1 136,9
Sonstiger betrieblicher Ertrag 0,6 5,0 0,3 5,1
Sonstiger betrieblicher Aufwand 0,0 21,8 0,0 20,1
31.03.2020 31.03.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 0,1 40,0 0,1 45,4
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0,0 32,8 0,1 56,6
Mio. EUR

In den Forderungen und Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind sowohl direkte als auch indirekte Beziehungen enthalten. Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zu Kernaktionären, die aufgrund der Equity-Konsolidierung der voestalpine-Anteile einen maßgeblichen Einfluss dokumentieren. Geschäftsfälle werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen und stellen sich wie folgt dar:

31.03.2020 31.03.2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 53,1 2,9
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 114,0 94,0
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring 67,6 53,8
Erhaltene Garantien 0,8 0,4
Mio. EUR

Im Zusammenhang mit den oben angeführten Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 1,5 Mio. EUR (2019/20: 1,8 Mio. EUR) erfasst. Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps (für eine Beschreibung siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften) werden seit dem Geschäftsjahr 2019/20 Forderungen zu fremdüblichen Bedingungen an Kernaktionäre verkauft. Zum 31. März 2021 betrug der Wert dieser Forderungen insgesamt 204,2 Mio. EUR (2019/20: 244,1 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden in diesem Zusammenhang Zinsaufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (2019/20: 1,0 Mio. EUR) erfasst.

Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzernabschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Vorstand

Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen. Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE) und das Working Capital in Prozent vom Umsatz. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das Working Capital in Prozent vom Umsatz wurde sowohl für das Geschäftsjahr 2019/20 als auch für das Geschäftsjahr 2020/21 für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2020/21 wurden erstens die Erstellung eines Reviews der Strategie 2025+ und deren Vorlage an den Aufsichtsrat und zweitens die Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie und deren Vorlage an den Aufsichtsrat vereinbart.

Die Höhe der vertraglich zugesagten Firmenpension bemisst sich für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner und Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogehalts (ohne variable Bezüge) nicht übersteigen. Für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage (mit einem Beitrag in Höhe von 15 % des Jahresbruttogehalts ohne Bonifikation, welcher vom Unternehmen in die Pensionskasse einbezahlt wird). Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer und Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA eine außerordentliche Zuzahlung in das beitragsorientierte Pensionssystem beschlossen.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 198

Die Zahlung an die Pensionskasse erfolgt in fünf jährlichen gleichen Raten, beginnend mit 31. März 2020. Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird. Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2020/21 wie folgt zusammen:

Lfd. Bezüge fix Lfd. Bezüge variabel Summe
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner 1,11 1,11 2,22
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer 0,95 0,72 1,67
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA 0,91 0,72 1,63
Dipl.-Ing. Franz Rotter 0,91 0,72 1,63
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA 0,91 0,72 1,63
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA 0,91 0,72 1,63
2020/21 5,70 4,71 10,41
2019/20 5,30 2,67 7,97

Mio. EUR

In den fixen Bezügen des Geschäftsjahres 2020/21 sind aus Anlass der 25-jährigen Unternehmenszugehörigkeit von Herrn Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer Jubiläumsgeldzahlungen in Höhe von 0,04 Mio. EUR enthalten.

Weiters sind zusätzlich für Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen im Konzernabschluss folgende Service Costs (Personalaufwand) erfasst: Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA 0,41 Mio. EUR (2019/20: 0,42 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner 0,51 Mio. EUR (2019/20: 0,40 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2020/21 werden für die Vorstandsmitglieder mit beitragsorientierten Pensionsverträgen Zahlungen für laufende Pensionskassenbeiträge sowie – sofern relevant – Zahlungen für die oben beschriebene beitragsorientierte Zuzahlung im Konzernabschluss wie folgt berücksichtigt: Dipl.-Ing. Franz Rotter 0,60 Mio. EUR (2019/20: 0,59 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer 0,52 Mio. EUR (2019/20: 0,52 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA 0,70 Mio. EUR (2019/20: 0,69 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA 0,13 Mio. EUR (2019/20: 0,06 Mio. EUR); für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 1,54 Mio. EUR (2019/20: 1,52 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet.

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden im Rahmen der bestehenden Abfertigungsregelung für vier Vorstandsmitglieder Zahlungen an eine Vorsorgekasse in Höhe von insgesamt 0,08 Mio. EUR (2019/20: 0,10 Mio. EUR) geleistet. Zum Bilanzstichtag waren 4,21 Mio. EUR (2019/20: 1,57 Mio. EUR) der variablen Bezüge noch nicht ausbezahlt.

An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Aufsichtsrat

Gemäß § 15 der Satzung erhalten die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der voestalpine AG als Vergütung für ihre Tätigkeit einen Betrag von einem Promille des Jahresüberschusses gemäß festgestelltem Konzern-Jahresabschluss. Die Aufteilung des Gesamtbetrages erfolgt unter Zugrundelegung eines Aufteilungsschlüssels von 100 % für den Vorsitzenden, 75 % für den Stellvertretenden Vorsitzenden und jeweils 50 % für alle anderen Mitglieder, wobei dem Vorsitzenden gemäß der in der Hauptversammlung 2016 beschlossenen Änderung des § 15 der Satzung jedenfalls eine Mindestvergütung von 27,0 Tsd. EUR, dem Stellvertretenden Vorsitzenden eine Mindestvergütung von 20,0 Tsd. EUR und allen anderen Mitgliedern des Aufsichtsrates eine Mindestvergütung von 13,0 Tsd. EUR zusteht. Begrenzt ist die Aufsichtsratsvergütung mit dem Vierfachen der genannten Beträge. Die von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Aufsichtsratsvergütung.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten ein Sitzungsgeld in Höhe von 500 EUR pro Sitzung. Für Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrates erfolgt keine gesonderte Vergütung, es wird jedoch ebenfalls ein Sitzungsgeld in Höhe von 500 EUR gewährt.

Nach dieser Regelung erhalten die Kapitalvertreter des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2020/21 folgende Vergütungen:

  • Dr. Joachim Lemppenau (Vorsitzender): 27 Tsd. EUR (2019/20: 27 Tsd. EUR);
  • Dr. Heinrich Schaller (Stellvertretender Vorsitzender): 20 Tsd. EUR (2019/20: 20 Tsd. EUR) und
  • alle übrigen Kapitalvertreter jeweils 13 Tsd. EUR (2019/20: 13 Tsd. EUR).

Die jährliche Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates und deren Berechnungsweise sind seit der Hauptversammlung 2006 in der Satzung abschließend festgelegt. Sie bedarf damit keiner gesonderten jährlichen Beschlussfassung in der Hauptversammlung.

Die Aufsichtsratsvergütungen (inklusive Sitzungsgelder) betragen für das Geschäftsjahr 2020/21 insgesamt 0,18 Mio. EUR (2019/20: 0,18 Mio. EUR). Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2020/21 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 7. Juli 2021 stattfindenden Hauptversammlung.

An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 199

27. ANGABEN ZU ARBEITNEHMERN

MITARBEITERSTAND

Bilanzstichtag 31.03.2020 Bilanzstichtag 31.03.2021 Durchschnitt 2019/20 Durchschnitt 2020/21
Arbeiter 29.476 28.286 30.050 28.432
Angestellte 18.192 17.762 18.207 17.897
Lehrlinge 1.337 1.309 1.443 1.407
Gesamt 49.005 47.357 49.700 47.736

Der im vorliegenden Konzernabschluss enthaltene Personalaufwand beträgt 2.947,4 Mio. EUR (2019/20: 3.086,6 Mio. EUR).

28. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer gliedern sich wie folgt:

2019/20 2020/21
Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses der voestalpine AG 0,25 0,25
Aufwendungen für die Prüfung der Tochterunternehmen der voestalpine AG 0,96 0,93
Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen 0,02 0,05
Aufwendungen für Steuerberatungsleistungen 0,00 0,00
Aufwendungen für sonstige Leistungen 0,18 0,03
Gesamt 1,41 1,26

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 200

29. ANGABEN ZU AUSSERBILANZIELLEN GESCHÄFTEN

Im voestalpine-Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an verschiedene Kreditinstitute monatlich revolvierend verkauft. In diesem Zusammenhang bestehen vier verschiedene Factoringvertragstypen.

Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 760,7 Mio. EUR (31. März 2020: 832,1 Mio. EUR) an verschiedene Kreditinstitute verkauft. Dabei werden kreditversicherte Forderungen um 100 % des Nennwerts an Kreditinstitute abgetreten, wobei die erwerbenden Kreditinstitute das Ausfallsrisiko übernehmen. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Die verkaufende Konzerngesellschaft übernimmt lediglich eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehaltes von – in der Regel – 10 % aus der Kreditversicherung. Zum Bilanzstichtag beträgt das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung 76,1 Mio. EUR (31. März 2020: 83,2 Mio. EUR). Die Ausfallshaftung entspricht dem theoretischen Maximalverlust. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der Zeitwert dieses Risikos wird mit 0,0 Mio. EUR (31. März 2020: 0,0 Mio. EUR) bewertet. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.

Im Rahmen des zweiten Factoringvertragstyps werden nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 241,6 Mio. EUR (31. März 2020: 248,3 Mio. EUR) verkauft. Das Ausfallsrisiko wird zu 100 % an das erwerbende Kreditinstitut übertragen. Die Forderungen werden vollständig ausgebucht. Mit Ausnahme der nachfolgend angeführten passivierten Service Fee für die Forderungsverwaltung besteht kein anhaltendes Engagement.

Im Rahmen des dritten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 99,5 Mio. EUR (31. März 2020: 108,4 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Zum Zeitpunkt des Forderungsverkaufs werden eine Verlustreserve von 0,9 % und eine Verwässerungsreserve von 1,6 % (bezogen auf die verkauften Forderungen) vom Kaufpreis abgezogen. Die Verwässerungsreserve in Höhe von 1,6 Mio. EUR (31. März 2020: 1,7 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen dient der allfälligen Inanspruchnahme von Skonti, Boni etc. und wird als sonstige Forderung verbucht. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Eine Verlustreserve zur Deckung von allfälligen Zahlungsausfällen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (31. März 2020: 1,0 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen wurde als Aufwand verbucht und wird bei Nichtinanspruchnahme wieder ausgekehrt. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Verlustreserve begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.

Im Rahmen des vierten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 40,0 Mio. EUR (31. März 2020: 28,6 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Für allfällige Forderungsausfälle wurde von der verkaufenden Konzerngesellschaft ein „First-Loss Reserve Account“ in der Höhe von 0,3 Mio. EUR für zwölf Monate dotiert. Der „First-Loss Reserve Account“ beträgt zum Bilanzstichtag 0,3 Mio. EUR (31. März 2020: 0,3 Mio. EUR) und wird als Zahlungsmittel erfasst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 201# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Höhe des „First-Loss Reserve Account“ begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht. Bei sämtlichen Factoringvertragstypen werden im voestalpine-Konzern die von Kunden im Zeitraum zwischen dem letzten Forderungsverkauf und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) abgegrenzt. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei sämtlichen Factoringvertragstypen bei den jeweiligen Konzerngesellschaften. Für die verkauften Forderungen wird zum 31. März 2021 insgesamt eine Service Fee von 0,15 % des verkauften Forderungsvolumens in Höhe von 1,7 Mio. EUR (31. März 2020: 1,8 Mio. EUR) als sonstige Rückstellung erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert des anhaltenden Engagements.

30. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt.

31. ERGEBNIS JE AKTIE

Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich gemäß IAS 33 wie folgt:

2019/20 2020/21
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR) –222,0 42,1
Durchschnittlich ausgegebene Aktien 178.549.163 178.549.163
Durchschnittlich gehaltene eigene Aktien –28.597 –28.568
Durchschnittliche gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien 178.520.566 178.520.595
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) –1,24 0,24

32. GEWINNVERWENDUNG

Basis für die Gewinnverwendung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der voestalpine AG zum 31. März 2021. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 90,0 Mio. EUR. Der Vorstand schlägt eine Dividende in Höhe von 0,50 EUR (2019/20: 0,20 EUR) je Aktie vor.

Linz, am 31. Mai 2021

Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.
Franz Kainersdorfer e. h.
Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h.
Peter Schwab e. h.
Hubert Zajicek e. h.

Der Konzernabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.

Anlage zum Anhang: Beteiligungen

BESTÄTIGUNGSVERMERK

BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

PRÜFUNGSURTEIL

Wir haben den Konzernabschluss der voestalpine AG, Linz, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Wertminderungen von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

  • Sachverhalt und Problemstellung
    Die Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden in der Konzernbilanz der voestalpine AG mit 1.469,2 Mio. EUR, 307,2 Mio. EUR bzw. 6.120,0 Mio. EUR ausgewiesen und umfassen insgesamt mehr als die Hälfte der Vermögenswerte des Konzerns. Im Geschäftsjahr wurden auf diese Vermögenswerte Wertminderungen im Ausmaß von insgesamt 206,8 Mio. EUR erfasst. Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Für Details zur Bestimmung des Wertminderungsaufwandes und weitere Ausführungen verweisen wir auf die Erläuterungen unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitte „Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen“ und „Impairmenttests von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit und ohne Firmenwert sowie sonstigen Vermögenswerten“, sowie die Punkte „9. Sachanlagen“, „10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte“ und „11. Wertminderungen und Wertaufholungen“ im Konzernanhang.
    Die Beurteilung der Werthaltigkeit basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Zahlungsmittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, die durch die globale COVID-19-Krise noch verstärkt werden. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und in hohem Maße von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter bzw. von Marktdaten abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen bei den erfassten Wertminderungen führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie der erfassten Wertminderungen für den Konzernabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.

  • Prüferisches Vorgehen
    Wir haben den seitens des Managements eingerichteten Prozess zur Identifikation von Indikatoren für Wertminderungen und Wertaufholungen geprüft. Hinsichtlich der durchgeführten Wertminderungstests haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen und von den gesetzlichen Vertretern der Divisionen vorgenommenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working Capital Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit verfügbaren branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt. Weiters haben wir das Berechnungsmodell unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit beurteilt. Die verwendeten Abzinsungssätze haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk, sowie im konsolidierten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (Corporate Responsibility Report). Den Geschäftsbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates und der Corporate Responsibility Report werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.# VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 206

VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 207

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 208

URTEIL

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

ERKLÄRUNG

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Juli 2020 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und am 8. Juli 2020 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin

Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.

Wien 31. Mai 2021

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Marieluise Krimmel e. h.
ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 209

ERKLÄRUNG DES VORSTANDES GEM.# § 124 (1) BÖRSEG 2018

Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Linz, am 31. Mai 2021

Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.
Vorsitzender des Vorstandes

Franz Kainersdorfer e. h.
Mitglied des Vorstandes

Robert Ottel e. h.
Mitglied des Vorstandes

Franz Rotter e. h.
Mitglied des Vorstandes

Peter Schwab e. h.
Mitglied des Vorstandes

Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des Vorstandes

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 210

voestalpine AG

BETEILIGUNGEN

Erläuterungen:
KV Vollkonsolidierung
KEA Equity-Methode assoziiertes Unternehmen
KEG Equity-Methode Gemeinschaftsunternehmen
K0 Keine Konsolidierung

Firmenwortlaute geben den Stand vom 16. April 2021 wieder.

STEEL DIVISION

31.03.2021 31.03.2020 Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine Stahl GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
Cargo Service GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
Caseli GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
Logistik Service GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
VAPS GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Camtec GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Eurostahl GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Giesserei Linz GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Giesserei Traisen GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Grobblech GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Standortservice GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Steel & Service Center GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Steel Service Center Polska Sp. z o.o. POL 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Steel Service Center Romania SRL ROU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd. CHN 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Steel US LLC USA 100,000 % KV
voestalpine Texas Holding LLC USA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Texas LLC USA 100,000 % KV 100,000 % KV
GEORG FISCHER FITTINGS GmbH¹ AUT 49,000 % KEA 49,000 % KEA
Industrie-Logistik-Linz GmbH¹ AUT 49,000 % KEA 49,000 % KEA
Kocel Steel Foundry Co., Ltd.¹ CHN 49,000 % KEA 49,000 % KEA
Kühne + Nagel Euroshipping GmbH¹ DEU 49,000 % KEA 49,000 % KEA
METALSERVICE S.P.A.¹ ITA 40,000 % KEA 40,000 % KEA
Scholz Austria GmbH¹ AUT 34,011 % KEA 34,011 % KEA
TransAnt GmbH¹ AUT 50,000 % KEA
Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd¹ CHN 51,000 % KEG 51,000 % KEG

¹ Für die gekennzeichneten equitykonsolidierten Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 211

STEEL DIVISION (Fortsetzung)

31.03.2021 31.03.2020 Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
Energie AG Oberösterreich AUT 2,061 % K0 2,061 % K0
K1-MET GmbH AUT 35,000 % K0 35,000 % K0
Linzer Schlackenaufbereitungs- und vertriebsgesellschaft m.b.H. AUT 33,333 % K0 33,333 % K0
vivo Mitarbeiter-Service GmbH AUT 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Belgium NV/SA BEL 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Camtec Corp. CAN 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine CR, s.r.o. CZE 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine d.o.o. HRV 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine d.o.o. SRB 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine d.o.o. SVN 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Deutschland GmbH DEU 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine France SAS FRA 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Hungaria Kft. HUN 99,000 % K0 99,000 % K0
voestalpine Iberia S.L. ESP 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Italia S.r.l. ITA 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Nederland B.V. NLD 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Polska Sp. z o. o. POL 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Romania S.R.L. ROU 100,000 % K0
voestalpine Scandinavia AB SWE 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Schweiz GmbH CHE 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Slovakia, s.r.o. SVK 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Stahlwelt GmbH AUT 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Turkey Celik Limited Sirketi TUR 100,000 % K0
voestalpine UK Ltd. GBR 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine USA LLC USA 100,000 % K0 100,000 % K0
Werksgärtnerei Gesellschaft m.b.H. AUT 100,000 % K0 100,000 % K0

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 212

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

31.03.2021 31.03.2020 Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine High Performance Metals GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
AÇOS BÖHLER-UDDEHOLM DO BRASIL LTDA. BRA 100,000 % KV 100,000 % KV
Advanced Tooling Tek (Shanghai) Co., Ltd. CHN 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Japan KK JPN 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Steels (HK) Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
ASSAB Steels (Malaysia) Sdn Bhd MYS 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Steels (Taiwan) Ltd. TWN 94,500 % KV 94,500 % KV
ASSAB Steels (Thailand) Ltd. THA 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Steels Korea Co., Ltd KOR 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Steels Singapore (Pte) Ltd. SGP 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Steels Vietnam Company Limited VNM 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Tooling (Beijing) Co., Ltd. CHN 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Tooling (Dong Guan) Co., Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
ASSAB Tooling (Qing Dao) Co., Ltd. CHN 100,000 % KV 100,000 % KV
ASSAB Tooling (Xiamen) Co., Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
ASSAB Tooling Technology (Chongqing) Co., Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
ASSAB Tooling Technology (Ningbo) Co., Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
ASSAB Tooling Technology (Shanghai) Co., Ltd. CHN 95,000 % KV 95,000 % KV
Bohlasia Steels Sdn. Bhd. MYS 80,000 % KV 80,000 % KV
BÖHLER GRUNDSTÜCKS BETEILIGUNGS GMBH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
Bohler Special Steels (Shanghai) Co., Ltd. CHN 100,000 % KV 100,000 % KV
Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft¹ DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
Buderus Edelstahl GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
Densam Industrial Co. Ltd. TWN 97,305 % KV 97,305 % KV
Deville Rectification S.A.S.U. FRA 100,000 % KV 100,000 % KV
EDRO Engineering, Inc. USA 100,000 % KV 100,000 % KV
EDRO Specialty Steels GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
EDRO Specialty Steels, Inc. USA 100,000 % KV 100,000 % KV
ENPAR Sonderwerkstoffe GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
Eschmann Textures India Private Limited IND 100,000 % KV 100,000 % KV

¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die Böhler Grundstücke GmbH & Co. Kommanditgesellschaft als befreiend.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 213

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION (Fortsetzung)

31.03.2021 31.03.2020 Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
Eschmann Textura Internacional - Transformacao de Ferramentas, Unipessoal, LDA PRT 100,000 % KV 100,000 % KV
Eschmann Textures International GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
EschmannStahl GmbH DEU 100,000 % KV 51,000 % KV
GMV Eschmann International SAS FRA 100,000 % KV 100,000 % KV
Gravutex Eschmann International Limited GBR 100,000 % KV 100,000 % KV
Jing Ying Industrial Co. Ltd. TWN 97,305 % KV 97,305 % KV
OOO voestalpine High Performance Metals RUS RUS 100,000 % KV 100,000 % KV
PT Assab Steels Indonesia IDN 100,000 % KV 100,000 % KV
Sermetal Barcelona, S.L. ESP 100,000 % KV
Sturdell Industries Inc. CAN 100,000 % KV
Sturdell Industries, Inc. USA 100,000 % KV
Uddeholm Eiendom AS NOR 100,000 % KV 100,000 % KV
Uddeholms AB SWE 100,000 % KV 100,000 % KV
Villares Metals International B.V. NLD 100,000 % KV 100,000 % KV
Villares Metals S.A. BRA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Additive Manufacturing Center Singapore Pte. Ltd. SGP 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Additive Manufacturing Centre Ltd. CAN 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH & Co KG AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine BÖHLER Profil GmbH AUT 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Edelstahl Wärmebehandlung GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine eifeler Coating GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine eifeler Coatings, Inc. USA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine eifeler Lasertechnik GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 214

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION (Fortsetzung)

31.03.2021 31.03.2020 Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine eifeler Vacotec GmbH DEU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metal Anonim Sirketi TUR 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals (Australia) Pty Ltd AUS 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Africa (Pty) Ltd ZAF 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Argentina S.A. ARG 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals B.V. NLD 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Colombia S.A. COL 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Corporation USA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals CZ s.r.o. CZE 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals del Ecuador S.A. ECU 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals del Peru S.A. # JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION

31.03.2021 31.03.2020

Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Deutschland Holding GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Finland Oy Ab 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals France S.A.S. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Hungary Kft. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Iberica, S.A.U. 100,000 % KV 100,000 % KV
VOESTALPINE HIGH PERFORMANCE METALS INDIA PRIVATE LIMITED 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals International GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Italia S.p.A. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Norway AS 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Pacific Pte. Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Polska Sp. z o. o. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Portugal, Unipessoal, Lda 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Romania S.R.L. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals S.A. de C.V. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Schweiz AG 99,833 % KV 99,833 % KV
voestalpine High Performance Metals Slovakia, s.r.o. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals Sweden AB 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine High Performance Metals UK Limited 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine HPM Denmark A/S 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd. 100,000 % KV
voestalpine Specialty Metals Pte. Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Technology Institute (Asia) Co. Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
BöHLER-UDDEHOLM Immobilien GmbH 100,000 % K0 100,000 % K0
BöHLER-UDDEHOLM UKRAINE LLC (in Liquidation) 100,000 % K0 100,000 % K0
EDRO Limited 100,000 % K0 100,000 % K0
Eschmann Beteiligungsgesellschaft mbH 100,000 % K0 50,977 % K0
Grundstück-Verwaltungsgesellschaft Gewerbehof Sendling mbH & Co. KG (in Liquidation) 62,916 % K0 62,916 % K0
HOTEL BöHLERSTERN Gesellschaft m.b.H. 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine HPM Zagreb d.o.o. 100,000 % K0 100,000 % K0
voestalpine Special Steels China Limited (in Liquidation) 100,000 % K0 100,000 % KV

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

METAL ENGINEERING DIVISION

31.03.2021 31.03.2020

Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine Metal Engineering GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. 50,000 % KV 50,000 % KV
Nortrak-Damy, Cambios de Via, S.A.P.I. de C.V. 51,007 % KV 51,007 % KV
OOO voestalpine Bohler Welding Russia 100,000 % KV 100,000 % KV
PTÂ voestalpine Bohler Welding Asia Pacific 100,000 % KV 100,000 % KV
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. 35,000 % KV
Travertec S.R.L. 60,000 % KV 60,000 % KV
TSF-A GmbH 50,100 % KV 50,100 % KV
TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG¹ 100,000 % KV 100,000 % KV
TSTG Schienen Technik Verwaltungs GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd. 50,000 % KV
VAMAV Vasúti Berendezések Kft. 50,000 % KV 50,000 % KV
voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding (China) Co., Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. 51,000 % KV
voestalpine Bohler Welding Asia Pacific Pte. Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Austria Vertriebs-GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Automation GmbH 100,000 % KV 70,040 % KV
voestalpine Böhler Welding Belgium S.A. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding Canada Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding CEE GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Fileur SRL 90,000 % KV 90,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Fontargen GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding France SAS 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Group GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Hellas S.A. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding India Private Limited 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding India Technology Private Limited 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Italia S.r.l. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding Mexico S.A. de C.V. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding Middle East FZE 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Nederland B.V. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Nordic AB 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Northeast Asia Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding Romania SRLÂ 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Selco Invest S.R.L. 90,000 % KV 90,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Selco S.r.l. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Soldas do Brasil Ltda. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Spain, S.A. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Trading (Shanghai) Co., Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding USA LLC 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding USA Technology LLC 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding UTP Maintenance GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Austria GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs-GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler weldCare AB 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Schweiz AG 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Böhler Welding Germany GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Bohler Welding UK Limited 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz GmbH 93,986 % KV 93,986 % KV
voestalpine Kardemir Demiryolu Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi 59,935 % KV 59,935 % KV
voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC 100,000 % KV
voestalpine Metal Engineering US LLC 100,000 % KV
voestalpine Nortrak-Damy US LLC 100,000 % KV
voestalpine Rail Technology GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railpro B.V. 70,000 % KV 70,000 % KV
voestalpine Railway Systems (Thailand) Co., Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Australia Pty Ltd 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Beijing Co. Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Bulgaria OOD 51,000 % KV 51,000 % KV
voestalpine Railway Systems France SAS 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems JEZ, S.L. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Latvia SIA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Lietuva, UAB 66,000 % KV 66,000 % KV
voestalpine Railway Systems MFA SASU FRA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Nortrak LLC 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Nortrak Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV

¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG als befreiend.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

METAL ENGINEERING DIVISION

31.03.2021 31.03.2020

Sitz der Gesellschaft Anteils- höhe Konsoli- dierungsart Anteils- höhe Konsoli- dierungsart
voestalpine Railway Systems Polska Sp. z o. o. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Romania SA 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Railway Systems Saudi Arabia Limited 51,000 % KV 51,000 % KV
voestalpine Signaling Austria GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Signaling China Co. Ltd. 100,000 % KV
voestalpine Signaling Poland Sp. z o.o. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Signaling Sainerholz GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Signaling Siershahn GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Signaling UK Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Signaling USA LLC 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Special Wire GmbHÂ 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Stahl Donawitz GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Track Solutions Germany GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Track Solutions Königsborn GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
VOEST-ALPINE TUBULAR CORP. 57,500 % KV 57,500 % KV
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG 49,888 % KV 49,888 % KV
voestalpine Tubulars Al Bassam Company Limited (in Liquidation) 57,500 % KV 57,500 % KV
voestalpine Tubulars GmbH 57,500 % KV 57,500 % KV
voestalpine Turnout Technology Germany GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Turnout Technology Netherlands B.V. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Turnout Technology UK Limited 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine VAE Africa (Pty) Ltd. 100,000 % KV 100,000 % KV
voestalpine VAE Brasil Produtos Ferroviários Ltda.
31.03.2021 31.03.2020
Sitz der Gesellschaft Anteils-höhe
voestalpine VAE Italia S.r.l. ITA
voestalpine VAE SA (Pty) Ltd. ZAF
voestalpine VAE VKN India Private Limited IND
voestalpine Wire (Suzhou) Co., Ltd. CHN
voestalpine Wire Austria GmbH AUT
voestalpine Wire Germany GmbH DEU
voestalpine Wire Italy s.r.l. ITA
voestalpine Wire Rod Austria GmbH AUT
Weichenwerk Wörth GmbH AUT
SBI GmbH¹ AUT

¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.

METAL FORMING DIVISION

31.03.2021 31.03.2020
Sitz der Gesellschaft Anteils-höhe
WS Service GmbH¹ AUT
Burbiola S.A. ESP
Casedo GmbH AUT
KW PenzVAEE GmbH AUT
Liegenschaftsverwaltungs GmbH AUT
Parkwood Way Holdings Ltd. CAN
Royal Fortune Holding Limited HKG
Sistemas Ferroviarios Argentinos S.R.L. ARG
Virtual Vehicle Research GmbH AUT
voestalpine Tubulars Middle East DMCC ARE

¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.

METAL FORMING DIVISION

31.03.2021 31.03.2020
Sitz der Gesellschaft Anteils-höhe
voestalpine Metal Forming GmbH AUT
Nedcon B.V. NLD
Nedcon Bohemia, s.r.o. CZE
Nedcon France SASU FRA
Nedcon Lagertechnik GmbH DEU
Nedcon USA LLC USA
Polynorm Leasing B.V. NLD
RFC LLC USA
RFC-Sharon LLC USA
STAMPTEC France SAS FRA
voestalpine Automotive Components (Tianjin) Co., Ltd. CHN
voestalpine Automotive Components Aguascalientes S. de R.L. de C.V. MEX
voestalpine Automotive Components Arad Beteiligung GmbH DEU
voestalpine Automotive Components Arad SRL ROU
voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V. NLD
voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH DEU
voestalpine Automotive Components Cartersville LLC USA
voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Automotive Components East London (Pty) Ltd. ZAF
voestalpine Automotive Components Fontaine FRA
voestalpine Automotive Components Hungaria Kft. HUN
voestalpine Automotive Components Linz GmbH AUT
voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH DEU
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd Beteiligung GmbH DEU
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Automotive Components Shenyang Co., Ltd. CHN
voestalpine Elmsteel Group Limited GBR
voestalpine HTI Beteiligungs GmbH AUT
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH AUT
voestalpine Krems GmbH AUT
VOEST-ALPINE KREMS U.K. plc GBR
voestalpine Meincol S.A. BRA
voestalpine Metal Forming Netherlands Holding B.V. NLD
voestalpine Metal Forming US Holding LLC USA
voestalpine Metal Forming US LLC USA
voestalpine Metsec plc GBR
voestalpine Präzisionsprofil GmbH DEU
voestalpine Precision Strip GmbH AUT
voestalpine Precision Strip LLC USA
voestalpine Precision Strip, S.A.U. ESP
voestalpine Profilafroid FRA
voestalpine Profilform (China) Co., Ltd. CHN
voestalpine Profilform s.r.o. CZE
voestalpine Rotec Coating SRL ROU
voestalpine Rotec GmbH AUT
voestalpine Rotec GmbH & Co. KG¹ DEU
voestalpine Rotec Iberica S.A. ESP

¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG und voestalpine Rotec GmbH & Co. KG als befreiend.

METAL FORMING DIVISION

31.03.2021 31.03.2020
Sitz der Gesellschaft Anteils-höhe
voestalpine Rotec Limited GBR
voestalpine Rotec LLC USA
voestalpine Rotec North America Corp. CAN
voestalpine Rotec Sp. z o. o. POL
voestalpine Rotec Summo de Mexico S. de R.L. de C.V. MEX
voestalpine S.A.P. FRA
voestalpine Sadef nv BEL
voestalpine Stamptec Holding GmbH AUT
voestalpine Precision Strip Trading (Suzhou) Co., Ltd CHN
voestalpine Precision Strip AB SWE
Entwicklungsgesellschaft Gügling Ost GmbH & Co. KG DEU
Entwicklungsgesellschaft Gügling Verwaltungs GmbH DEU
EURACIER FRA
Hinckley Precision Tubes Limited GBR
Metal Sections Limited GBR
Munkfors Energi AB SWE
SADEF FRANCE S.A.R.L. FRA
voestalpine Automotive Components Dettingen Verwaltungs GmbH DEU
voestalpine Beteiligungsgesellschaft Schwäbisch Gmünd mbH DEU
voestalpine Stamptec Beteiligungs GmbH DEU

SONSTIGE

31.03.2021 31.03.2020
Sitz der Gesellschaft Anteils-höhe
Importkohle Gesellschaft m.b.H. (in Liquidation) AUT
voestalpine Financial Services B.V. NLD
voestalpine Funding International GmbH AUT
voestalpine group-IT AB SWE
voestalpine group-IT GmbH AUT
voestalpine group-IT GmbH DEU
voestalpine group-IT Tecnologia da Informacao Ltda. BRA
voestalpine Personal Services GmbH AUT
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH AUT
APK Pensionskasse AG¹ AUT
AC styria Mobilitätscluster GmbH AUT
Danube Equity GmbH AUT
Donauländische Baugesellschaft m.b.H. AUT
voestalpine Dienstleistungs- und Finanzierungs GmbH (in Liquidation) DEU
voestalpine group-IT (Suzhou) Co., Ltd. CHN
voestalpine HR Services GmbH (in Liquidation) DEU
voestalpine Insurance Services GmbH AUT

¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

voestalpine AG JAHRESABSCHLUSS 2020/21

Lagebericht 250

Bilanz zum 31.03.2021 252

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2020 bis 31.03.2021 254

Anlagenspiegel zum 31.03.2021 256

Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2020/21 273

Bestätigungsvermerk 278

Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018

BERICHT DES VORSTANDES LAGEBERICHT 2020/21

CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2020/21 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
» Der exakte Pfad lautet http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance

BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsjahres 2020/21 stand weltweit im Zeichen der COVID-19Pandemie. Insbesondere im 1. Quartal waren die maßgeblichen Volkswirtschaften mit starken ökonomischen Einbrüchen konfrontiert, ehe sich im weiteren Verlauf eine Erholung einstellte. Diese kam regional unterschiedlich rasch zum Durchbruch und hielt auch weiteren COVID-19-Wellen mit deutlich höheren Infektionszahlen als zu Beginn der Pandemie stand.Insbesondere die produzierende Wirtschaft erholte sich weltweit gut, wohingegen viele Bereiche des Dienstleistungssektors pandemiebedingt über das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 unter Druck blieben. Die weltweite Suche nach Impfstoffen gegen das COVID-19-Virus war im 3. Quartal 2020/21 von Erfolg gekrönt, und mehrere Pharmaunternehmen entwickelten wirksame Impfstoffe. Die damit beginnende Immunisierung der Bevölkerung machte je nach Region unterschiedliche Fortschritte. Gemeinsam mit der Anpassung des gesellschaftlichen Lebens an die Regeln zur Eindämmung der Pandemie hat sie jedoch gegen Ende des Geschäftsjahres in weiten Bereichen zu einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung geführt. So stieg der Global Composite PMITM in dieser Phase auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

EUROPA

Das 1. Quartal 2020/21 brachte einen wirtschaftlichen Schock, der Europa großflächig erfasste. Nahezu alle Staaten reagierten nach dem Auftreten von COVID-19 mit behördlich verordneten Lockdowns und schränkten das öffentliche Leben ein, um die Pandemie einzudämmen. Tatsächlich erlaubten es diese Maßnahmen vorerst, das Infektionsgeschehen relativ gut unter Kontrolle zu halten und sich über den Sommer unter Auflagen einer gewissen „Normalität“ anzunähern. Das schlug sich auch umgehend in einem starken Aufschwung des privaten Konsums nieder und zeitlich etwas nachgelagert in einer deutlichen Erholung der Industrieproduktion. Nach dem Sommer stiegen die Infektionszahlen in so gut wie allen Ländern Europas wieder drastisch an. Bis zum Ende des Geschäftsjahres bauten sie sich zu einem wellenförmigen Verlauf auf, der sich bei allen Maßnahmen nicht mehr auf das Niveau des Sommers drücken ließ. Die meisten Länder reagierten neuerlich mit behördlich verordneten Einschränkungen der sozialen Kontakte sowie der Schließung weiter Teile des Handels und der Freizeitindustrie. Die produzierende Industrie und die Bauwirtschaft wurden – anders als zu Beginn – von den Beschränkungen nicht erfasst, wodurch sich dort die Aufschwungtendenzen vom Sommer im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres deutlich verfestigen konnten.

Angesichts erheblicher wirtschaftlicher Konsequenzen der behördlich verordneten Einschränkungen brachten die Regierungen rasch unterstützende Programme auf den Weg, um eine breite Insolvenzwelle zu verhindern. Auch die europäische Zentralbank reagierte schnell und legte unter anderem neu ein Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) auf, welches im letzten Geschäftsquartal auf die enorme Summe von 1,85 Billionen EUR ausgeweitet wurde. Für die Nationalstaaten tat sich damit trotz steigender Verschuldung rasch finanzieller Spielraum auf. Um Investitionen anzukurbeln, wurde auf europäischer Ebene der „Recovery Fund“ im Volumen von 750 Mrd. EUR installiert. Erst gegen Ende des 3. Geschäftsquartals erreichten COVID-19-Impfstoffe in der Europäischen Union die Zulassung. Die Immunisierung der Bevölkerung mit diesen Impfstoffen begann im letzten Geschäftsquartal und war von vielen Rückschlägen begleitet. Trotz der von Verzögerungen und organisatorischen Schwierigkeiten geprägten Anlaufphase führte die Impfkampagne gegen Ende der Berichtsperiode zu einer deutlichen Verbesserung der Stimmung in der Öffentlichkeit wie auch in der Wirtschaft.

Der voestalpine-Konzern, der etwa zwei Drittel seines Umsatzes in Europa generiert, hatte im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 massive geschäftliche Einbußen hinzunehmen. Der erste Lockdown führte vielerorts zu Kürzungen oder etwa in der europäischen Automobilindustrie auch zu wochenlangen Stillständen der Produktion. In diesem Umfeld hat die voestalpine staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen, unter denen sich insbesondere das Modell der Kurzarbeit als hocheffektiv erwies. Zu Beginn des Sommers konsolidierte sich die Wirtschaft schnell, und im Verlauf des 2. Geschäftsquartals belebten sich fast alle Märkte des voestalpine-Konzerns. In der 2. Hälfte des Geschäftsjahres stieg die Nachfrage nach Produkten der voestalpine trotz neuerlicher Lockdowns in vielen Märkten weiter an und konnte gegen Ende des Geschäftsjahres aufgrund der markant aufgebauten Sparquoten und der deutlich verbesserten Stimmung noch einmal signifikant zulegen. Ausgenommen von dieser positiven Entwicklung blieben die Luftfahrt- sowie die Öl- und Gasindustrie. Letztere ließ erst im 4. Geschäftsquartal Anzeichen einer Erholung erkennen.

NORDAMERIKA/USA

Auch in Nordamerika/USA führte die COVID-19-Pandemie im 1. Geschäftsquartal 2020/21 zu einer beispiellosen wirtschaftlichen Rezession. Anders als in Europa kam es jedoch nicht zu flächendeckenden Lockdowns. Ökonomische Stimmung und Dynamik blieben in der Folge etwas günstiger als in Europa. Gegen Ende des 1. Quartals erholte sich der private Konsum relativ schnell und gewann über das Geschäftsjahr weiter an Dynamik. Allerdings schwankte diese mit den Infektionszahlen und den regional unterschiedlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Verlauf des Geschäftsjahres. Auch der Arbeitsmarkt begann sich bereits relativ früh im Berichtsjahr zu erholen und zeigte trotz saisonaler Volatilität im weiteren Verlauf einen deutlich positiven Trend. Insgesamt litt die Serviceindustrie wirtschaftlich unter der COVID-19-Pandemie stärker als der produzierende Sektor, der sich im Berichtszeitraum deutlich positiv entwickeln konnte. Eine besonders robuste Entwicklung zeigte dabei die Bauindustrie. Die erfolgreiche Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen durch US-amerikanische Pharmaunternehmen sowie die schnelle und äußerst effizient umgesetzte Immunisierungskampagne in den USA verbesserten die wirtschaftliche Stimmung gegen Ende des Geschäftsjahres noch einmal deutlich.

Die US-Zentralbank FED (Federal Reserve) reagierte frühzeitig und stellte zu Beginn des Geschäftsjahres auf Krisenmodus mit massiven Lockerungen der Geldpolitik und der Implementierung von Notfallkrediten um. Darüber hinaus präsentierte sie neue Eckpfeiler ihrer Strategie, in der neben Inflations- und Stabilitätszielen erstmals auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes eine zentrale Rolle spielt. Auf politischer Seite war die wirtschaftliche Krisenbekämpfung zunächst vom Präsidentschaftswahlkampf bestimmt. Im Vergleich mit Europa bewegten sich Unterstützungsprogramme in einer eher überschaubaren Größenordnung. Nachdem die demokratische Partei sowohl das Präsidentenamt als auch die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments gewinnen konnte, folgte die Ankündigung des „American Rescue Plan“ im historischen Ausmaß von 1,9 Billionen USD. Begleitend dazu kommt das längerfristige Infrastrukturprogramm „American Jobs Plan“ zum Tragen, das mit einer Größenordnung von 2,3 Billionen USD auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit abzielt. Dieses Gemenge von erfolgreicher Impfkampagne, unterstützender Geldpolitik der FED, massiver staatlicher Unterstützungsprogramme sowie – ähnlich wie in Europa – deutlich gestiegener Sparquoten der Konsumenten brachte Bewegung: Es führte im letzten Geschäftsquartal zu einer weiteren deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung, aber auch erstmals seit vielen Jahren zu einer Diskussion über steigende Inflationserwartungen.

Auf die nordamerikanischen Standorte des voestalpine-Konzerns wirkte sich das skizzierte Umfeld nach Marktsegmenten unterschiedlich aus. Die amerikanische Automobilindustrie stellte wie in Europa die Produktion im 1. Geschäftsquartal für einige Wochen komplett ein. Sie fand allerdings im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres schnell wieder ihre Dynamik und konnte sich gegen Ende des Geschäftsjahres auf eine sehr gute Nachfrage stützen. Keine Erholungstendenzen im Verlauf der Berichtsperiode machten sich in den Bereichen Luftfahrt sowie Öl und Gas bemerkbar. An Konsum- und Kapitalgütern orientierte Konzernstandorte entwickelten sich über das gesamte Geschäftsjahr solide. Von der sehr guten Entwicklung der US-Bauindustrie konnte der voestalpine-Konzern insbesondere im Bereich der Lagertechnik profitieren.

SÜDAMERIKA/BRASILIEN

Brasilien als relevanteste Volkswirtschaft für den voestalpine-Konzern in Südamerika wurde zeitlich etwas nachgelagert von der COVID-19-Pandemie erfasst. Demgemäß waren die Wirtschaftsentwicklung insgesamt und auch die Auslastung der brasilianischen voestalpine-Standorte zu Beginn des Geschäftsjahres noch gut. Im Verlauf des 1. Quartals kam es auch hier zu einem Einbruch. Dabei zeigte sich die brasilianische Regierung beim Management der Pandemie bemüht, auf tiefgreifende behördliche Einschränkungen für die Wirtschaft zu verzichten. Unterstützungen von Regierungsseite für die Bevölkerung führten zu einer Abmilderung der Rezession. Im 2. Geschäftsquartal zeigte sich zusehends eine Belebung der Wirtschaft, die bis Ende des Geschäftsjahres weiter an Dynamik gewann. Selbst als in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres die COVID-19-Infektionszahlen neuerlich markant anstiegen, reagierte die Politik zunächst eher mit regionalen Einschränkungen. In der Folge hielt die wirtschaftliche Dynamik im 3. Geschäftsquartal ein solides Niveau. Sie flachte erst gegen Ende des 4. Quartals etwas ab, nachdem aufgrund der sehr hohen Infektionszahlen Wirtschaftsbetriebe zum Teil die Produktion einstellten.

Die brasilianischen Standorte des voestalpine-Konzerns waren von den Auswirkungen der Pandemie unterschiedlich stark betroffen und mussten zu Beginn die Produktion an die abgeschwächte Nachfrage anpassen. Die Auftragseingänge erholten sich jedoch nach dem Sommer und verbesserten sich sukzessive weiter. Erst im 4. Quartal des Berichtsjahres kam es aufgrund der extrem gestiegenen Infektionszahlen vereinzelt zu Produktionskürzungen bei Kunden sowie zu logistischen Einschränkungen.# ASIEN/CHINA JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

In Asien wurde China als erstes Land bereits in den letzten Monaten vor Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 von COVID-19 erfasst. Die politische Kultur des Landes erlaubte es, die Pandemie mit rigorosen Maßnahmen relativ schnell unter Kontrolle zu bringen, dies auch um den Preis massiver Einschränkungen der persönlichen Rechte der Bürger. Nach einigen Wochen kompletten Lockdowns in weiten Regionen konnte noch vor Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 damit begonnen werden, die Wirtschaft wieder koordiniert hochzufahren. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres kam es in China neuerlich zu vereinzelten Herden von COVID-19-Infektionen. Diese wurden jedoch rasch wieder unter Kontrolle gebracht und beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung nicht. Darüber hinaus verstärkte die chinesische Zentralregierung staatliche Investitionsprogramme im Bereich Infrastruktur und Immobilienentwicklung und brachte damit die Wirtschaft rasch wieder auf Wachstumskurs. Dieses positive Momentum wurde auch von der chinesischen Industrie und von privaten Konsumenten umgehend aufgegriffen. Im Gegensatz zu anderen großen Wirtschaftsregionen war die Dynamik nicht von der Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe abhängig, obwohl China frühzeitig selbst einen wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 entwickelt hatte. Vor diesem Hintergrund konnte China im Kalenderjahr 2020, in dem de facto die gesamte Welt in eine tiefe Rezession stürzte, insgesamt ein positives Wirtschaftswachstum von über 2 % erzielen. Die chinesischen Standorte des voestalpine-Konzerns erreichten in diesem Umfeld bereits zu Beginn des Geschäftsjahres wieder Produktionsniveaus wie vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und konnten im Verlauf des Geschäftsjahres weiteres Wachstum generieren. Ein Folgeeffekt des umfangreichen Bau- und Infrastrukturprogramms war eine neuerliche Rekordproduktion an Rohstahl durch die chinesische Stahlindustrie. Damit trieb China als global mit Abstand größter Abnehmer auch die Nachfrage nach Eisenerz am Weltmarkt. Ungeachtet der weltweiten starken Rezession mit zeitweise stillgelegten Stahlkapazitäten in Europa und Nordamerika stieg der Preis für Eisenerz in der Folge im Geschäftsjahr 2020/21 rasant. Als verstärkender Effekt kam unter den Bedingungen der Pandemie das Risiko von Lieferausfällen in Eisenerz produzierenden Regionen wie Brasilien dazu. Nach einer kurzen Phase der preislichen Entspannung über den Sommer und im Zuge des neuerlichen Hochfahrens der Kapazitäten in der Stahlindustrie in Europa und Nordamerika zog der Eisenerzpreis im Verlauf der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 wieder stärker an und hatte zum Ende des Geschäftsjahres ein zehnjähriges Rekordhoch erreicht.

BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DER voestalpine AG JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

Die Umsatzerlöse der voestalpine AG bestehen neben der Weiterverrechnung von Aufwendungen für CO2-Emissionszertifikate hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen, bestehend aus Management Fees und Markenlizenzen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf 181.864,5 Tsd. EUR (Vorjahr 219.511,4 Tsd. EUR). Das Finanzergebnis veränderte sich von –488,9 Mio. EUR im Vorjahr auf –205,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21. Das Finanzergebnis der voestalpine AG setzt sich überwiegend aus Beteiligungserträgen, Bewertungseffekten aus Finanzanlagen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Zinsergebnis sind Negativzinsen in Höhe von 1.862,4 Tsd. EUR inkludiert. Im Geschäftsjahr 2020/21 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 0,0 Mio. EUR (Vorjahr 5,4 Mio. EUR). Es erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen von zwei Beteiligungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 123,0 Mio. EUR (Vorjahr 501,4 Mio. EUR) sowie von Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 104,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Der Zinsensaldo belief sich auf 5,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR). Im Berichtsjahr betrug das Ergebnis aus den Steuerumlagen der Steuergruppe –3,2 Mio. EUR (Vorjahr –7,4 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Geschäftsjahr auf –144,4 Mio. EUR (Vorjahr –460,7 Mio. EUR). Die Eigenkapitalrentabilität (= Jahresüberschuss x 100 / Eigenkapital Vorjahr) ist im Berichtsjahr negativ (Vorjahr negativ). Die Anlagendeckung (= Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen) beträgt im Berichtsjahr 111,3 % (Vorjahr 109,0 %). Das Eigenkapital beträgt 5.003,3 Mio. EUR (Vorjahr 5.183,4 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote (= Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital) beträgt im Berichtsjahr 51,1 % (Vorjahr 51,9 %). Das Gearing (= Nettofinanzverschuldung x 100 / Eigenmittel) beläuft sich auf –23,7 % (Vorjahr –25,6 %). Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit (erwirtschaftete liquide Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst) für das Geschäftsjahr 2020/21 beträgt 45,6 Mio. EUR (Vorjahr 477,1 Mio. EUR), aus der Investitionstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Investitionsbereich) 424,6 Mio. EUR (Vorjahr Mio. 1,3 EUR), freier Cashflow (Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel vor Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen) daher 470,2 Mio. EUR (Vorjahr 478,4 Mio. EUR) und aus der Finanzierungstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Finanzbereich) –133,7 Mio. EUR (Vorjahr –172,6 Mio. EUR). Die Nettofinanzverschuldung (verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen) – im Falle eines negativen Vorzeichens liegt ein Nettofinanzguthaben vor – beträgt –1.187,3 Mio. EUR (Vorjahr –1.328,2 Mio. EUR). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug im Berichtsjahr 128 (Vorjahr 135).

UMSATZERLÖSE

2019/20 2020/21
Konzernumlagen 128.240,4 115.534,4
Sonstiger Konzernumsatz 91.082,7 66.257,1
Fremdumsatz 188,3 73,0
Summe 219.511,4 181.864,5

Tsd. EUR

ERGEBNIS NACH STEUERN = JAHRESFEHLBETRAG

2019/20 2020/21
Finanzergebnis –488.857,6 –205.234,1
Ergebnis vor Steuern –475.796,4 –177.672,9
Steuern 15.048,9 33.300,9
Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag –460.747,5 –144.372,0

Tsd. EUR

Die Nettofinanzverschuldung wird wie folgt definiert:

NETTOFINANZVERSCHULDUNG

2019/20 2020/21
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig 3.446,9 2.503,9
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig 1.116,8 1.989,1
Liquide Mittel –545,8 –882,3
Sonstige Wertpapiere und Anteile –16,3 –18,1
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung –5.329,8 –4.779,9
Nettofinanzverschuldung –1.328,2 –1.187,3

Mio. EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

MITARBEITER

Zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 mit 31. März 2021 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 46.048 Mitarbeiter. Dies waren um 1.620 Beschäftigte oder 3,4 % weniger als zum 31. März 2020. Einschließlich 1.309 Lehrlingen und 3.116 Leasing-Mitarbeitern ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 48.654 Personenjahren, was gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung um 2,1 % (–1.028 FTE) bedeutet. 55,3 % der Mitarbeiter (26.920 FTE) sind an Konzernstandorten außerhalb Österreichs beschäftigt, 21.734 Mitarbeiter arbeiten in österreichischen voestalpine-Unternehmen. Von den 1.309 Lehrlingen wurden zum Stichtag 31. März 2021 64,6 % in österreichischen Gesellschaften ausgebildet und 35,4 % an internationalen Standorten. Insgesamt hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 28 Lehrlinge bzw. 2,1 % verringert.

MITARBEITERBETEILIGUNG

Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. In der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung werden die Stimmrechte aus den Mitarbeiteraktien gebündelt, womit diese stabiler Kernaktionär der voestalpine AG ist. Zum 31. März 2021 sind insgesamt rund 24.100 Mitarbeiter an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,2 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,1 % am Grundkapital des Unternehmens darstellen (Vorjahr: 12,9 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 1,1 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,6 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die Mitarbeiter nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2021 die Stimmrechte von 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.

STAHLSTIFTUNG

1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeitern der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeitern von konzernfremden Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung finanziert. Im Geschäftsjahr 2020/21 haben rund 76,3 % der arbeitsuchenden Teilnehmer mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20 um 10,6 %-Punkte gesunken ist, zählt zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Zum Stichtag 31. März 2021 befanden sich 546 Personen in der Betreuung der Stahlstiftung, davon stammten 73,1 % aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer im Geschäftsjahr 2020/21 lag bei 888 Personen und damit 62,6 % über jener des Vorjahres (546 Personen).# LEHRLINGE & JUNFACHARBEITER

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 231

Im Oktober 2020 fand der achte voestalpine-Konzernlehrlingstag statt. Diese jährlich abgehaltene Veranstaltung bietet den Lehrlingen einen Blick über den eigenen Arbeitsplatz hinaus und zeigt den hohen Stellenwert der Fachkrafteausbildung in der voestalpine. Aufgrund von COVID-19 wurde der diesjährige Konzernlehrlingstag als kompakter Online-Lehrlingstag veranstaltet. Während der Vorstand sowie ausgewählte Vertreter des Standortes Linz, Österreich, live zu Gast in der Stahlwelt waren, verfolgten rund 400 Lehrlinge und ihre Ausbilder aus Österreich, Deutschland und der Schweiz das Event an rund 40 Ausbildungsstandorten im interaktiven Livestream. Live-Zuschaltungen zu sechs Ausbildungsstandorten gewährten Einblicke in die aktuelle Situation der Lehrlinge und Ausbilder. Dem Gesamtvorstand des voestalpine-Konzerns sowie dem Konzernbetriebsrat war es ein Anliegen, den Kontakt zu den Lehrlingen und künftigen Jungfacharbeitern gerade in der aktuell herausfordernden Zeit aufrechtzuerhalten und ihnen für den geleisteten Einsatz zu danken.

Die voestalpine bleibt der Ausbildung junger Menschen verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2021 sind rund 410 Ausbildungsplätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um potenzielle Lehrlinge effizient anzusprechen, wurden in den vergangenen Jahren die Social-Media-Aktivitäten über Facebook, Instagram und YouTube kontinuierlich ausgebaut. Da Messen, Tage der offenen Tür oder teilweise auch Bewerbungsgespräche aufgrund von COVID-19 nicht wie gewohnt stattfinden können, verändert sich die Art und Weise der Ansprache potenzieller Lehrlinge. Die voestalpine nutzt dazu verschiedene Aktivitäten: darunter einen digitalen Tag der offenen Tür, digitale Unternehmenspräsentationen an Schulen oder die Teilnahme an digitalen Messen. Im Zuge der laufenden Überprüfung der Situation in den jeweiligen Regionen wird gemeinsam mit den Bewerbern bewertet, ob die COVID-19-Situation ein persönliches Treffen zulässt.

Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen des Konzerns schaffen eine solide Basis an Facharbeitern für die Zukunft: 94,3 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2020/21 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolventen haben 61,3 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt. Angesichts der aktuellen Umstände sind diese überzeugenden Abschlüsse besonders hervorzuheben: Die Berufsschule musste zu einem großen Teil im Distance Learning abgewickelt werden. Die Lehrlinge hatten Arbeitsaufträge selbstständig zu finalisieren und sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Die Ergebnisse bestätigen die Ambition und das Talent der Lehrlinge. Ebenso spiegeln sie das Engagement und den persönlichen Einsatz der Lehrlingsbetreuer und Lernbegleiter im voestalpine-Konzern.

FÜHRUNGSKRÄFTE-ENTWICKLUNG

Das Geschäftsjahr 2020/21 war im Zuge der weltweiten Pandemie von behördlichen Einschränkungen (z. B. Reiserestriktionen) bzw. internen Sicherheitskonzepten geprägt. Die gegebenen Einschränkungen erlaubten es im Berichtsjahr nicht, die konzernweite internationale Führungskräfteentwicklung über das bewährte „value:program“ im Präsenztraining durchzuführen. Um bereits begonnene Ausbildungsgänge abzuschließen, wurden einzelne Module auf digitale Formate umgestellt. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme für alle Führungsebenen sollen in Zukunft wieder auf Basis einer Kombination von Präsenz- und Onlineschulungen einschließlich der Ergänzung durch externe Post Graduates und Business Schools stattfinden. Eine generelle Umstellung des gesamten Programms auf ein Onlineformat wird bei diesem sehr speziellen und erfolgreichen Programm nicht angedacht. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Experten erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertretern aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker, Projektbegleiter oder als „Sparringspartner“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Diese Mischung aus externem und internem Know-how und das umfassende Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“. An dem mehrstufigen Programm nehmen jährlich unter normalen Umständen knapp 200 internationale Mitarbeiter teil.

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SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME

Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP). Auch bei diesen Programmen hat die voestalpine pandemiebedingt vermehrt neue, digitale Formate eingesetzt. Die positiven Erfahrungen mit dieser Art des „blended learnings“ im Sinne einer Kombination aus Präsenz- und Onlineschulungen erlauben einen nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung in der Entwicklung der Führungskräfte. Nach dem erfolgreichen Abschluss des letzten Programms zur internationalen Talenteentwicklung, dem „High Mobility Pool“ (HMP), gestatteten die Umstände 2020/21 kein neues internationales Recruiting. Stattdessen wurde das Programm neu konzipiert, um für die künftige Nachfolgeplanung und Talenteförderung gerüstet zu sein. In den einzelnen Divisionen und Business Units konnte das sehr umfangreiche Aus- und Weiterbildungsportfolio ebenfalls nur sehr eingeschränkt angeboten werden.

MITARBEITERBEFRAGUNG

Nach der im Herbst 2019 durchgeführten konzernweiten Mitarbeiterbefragung waren die Gesellschaften aufgefordert, die Ergebnisse mit ihren Mitarbeitern aufzuarbeiten und Maßnahmen abzuleiten. Die zwei wichtigsten Maßnahmen waren in der Folge an den Konzern zu berichten. Die ursprüngliche Frist für dieses Maßnahmenreporting verschob sich aufgrund der Pandemie von März auf September 2020. Insgesamt wurden 428 Maßnahmen rückgemeldet. Bei 88 % davon handelt es sich um kontinuierliche Maßnahmen, von denen sich die meisten auf die Handlungsfelder „Information & Kommunikation“, „Engagement“, „Zusammenarbeit zwischen Kollegen“ und „Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten“ beziehen. Die wirtschaftliche Situation und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie machten es zudem notwendig, die geplante Reduktion des Befragungsintervalls von drei auf zwei Jahre zu evaluieren. Vor dem Hintergrund der benötigten Vorlaufzeiten und Ressourcen wurde aufgrund der anhaltenden, durch COVID-19 bedingten Herausforderungen entschieden, die für Herbst 2021 geplante Mitarbeiterbefragung auf Herbst 2022 zu verschieben. Bis dahin können die Gesellschaften selbst Zwischenbefragungen durchführen.

KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN

Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten im Zusammenwirken mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Um sich künftigen Mitarbeitern zu präsentieren, setzt die voestalpine auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen. So unterstützte die voestalpine etwa das „myAbility Talent® Program“, das Studierende und Jungakademiker mit Behinderung oder chronischer Erkrankung in Kontakt mit namhaften Unternehmen bringt. Anfang März engagierte sich die voestalpine als Gastgeber und Teilnehmer für die Recruiting-Veranstaltung „Matching Day“ in Linz, Österreich. Zahlreiche Ausbildungskooperationen bestehen auch mit der Montanuniversität Leoben, Österreich. Sie reichen von Sponsoringmaßnahmen, um Jugendliche für ein Technikstudium zu begeistern, über die „#voestalpinetalks“ als Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertretern bis zur Unterstützung der jährlichen Studentenmesse „teconomy“.

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MASSNAHMEN IM RAHMEN DER COVID-19-PANDEMIE

Innerhalb kürzester Zeit hat die COVID-19-Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 die voestalpine mit ihren Mitarbeitern weltweit in den Krisenmodus gezwungen. Es folgte ein noch nie dagewesener gesellschaftlicher, medizinischer und wirtschaftlicher Ausnahmezustand. Infolgedessen hat die voestalpine innerhalb der ersten sechs Monate der Pandemie mit fast allen Gesellschaften in Österreich auf das von der Bundesregierung angebotene Kurzarbeitsmodell zurückgegriffen. Dieses ermöglicht eine temporäre Verminderung der Normalarbeitszeit. International wurden, abhängig von der jeweiligen gesetzlichen Lage, vergleichbare Modelle genutzt. Zusätzlich wurden Empfehlungen für Teleworking ausgesprochen. Wo es der laufende Betrieb erlaubt, verrichten nach wie vor zahlreiche Mitarbeiter ihre Aufgaben von zu Hause. In diesem Zusammenhang wurden auch individuelle Lösungen für Mitarbeiter mit betreuungspflichtigen Kindern vereinbart. Weiterhin vor Ort eingesetzt waren Mitarbeiter, die systemkritische Anlagen am Laufen halten. Für sie hat die voestalpine umfassende Hygienemaßnahmen eingeführt und kostenlose Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Eine Neuorganisation des Schichtwechsels gewährleistete in diesen Bereichen die geforderten Mindestabstände. Auch die Speiseangebote sowie der Kantinenbetrieb wurden den geltenden Auflagen angepasst.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 234

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die voestalpine AG betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

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UMWELT

UMWELTAUFWENDUNGEN

Dem konzernweiten Trend folgten im Ausnahmegeschäftsjahr 2020/21 auch die Umweltinvestitionen, indem sie von 35,0 Mio. EUR auf 15,3 Mio. EUR sanken. Dennoch hat die voestalpine auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an ihren weltweiten Standorten eine Vielzahl relevanter Umweltschutzvorhaben zur Umsetzung gebracht. Zudem wurden auch die im Bereich „Klimaschutz“ dargestellten Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte konsequent vorangetrieben.

Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug blieben auf hohem Niveau: Nach dem Rekordwert im Vorjahr von 314,5 Mio. EUR liegen sie für das Geschäftsjahr 2020/21 immer noch bei 300,1 Mio. EUR, was vor allem auf die deutliche Preissteigerung bei EU-Emissionshandelszertifikaten zurückzuführen ist.

CO2-ZERTIFIKATE

Rund 60 % der Umweltaufwendungen gehen in die Luftreinhaltung. Die ergebniswirksame Belastung durch den EU-Emissionshandel lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei 76,7 Mio. EUR (Vorjahr: 90,0 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den gesunkenen Zukaufsbedarf an CO2-Zertifikaten aufgrund der reduzierten Produktion und den damit einhergehenden geringeren CO2-Emissionen zurückzuführen. Letztere sanken in den österreichischen Produktionsgesellschaften, denen der weitaus überwiegende Teil der emissionshandelsrelevanten CO2-Emissionen zuzurechnen ist, von 12 Mio. Tonnen im Kalenderjahr 2019 auf 11 Mio. Tonnen in 2020. Gleichzeitig ist der Preis für CO2-Zertifikate an der Börse im Verlauf des Berichtsjahres empfindlich angestiegen, weshalb sich der Rückgang des Zukaufsbedarfes an CO2-Zertifikaten nicht direkt proportional in der Verminderung der Ergebnisbelastung widerspiegelt.

Wie im Schnitt der Vorjahre belief sich der Zukaufsbedarf von CO2-Zertifikaten in der Berichtsperiode auf knapp ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen und ergibt sich aus dem Gesamtbedarf abzüglich der zugeteilten Gratiszertifikate.

ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN

Geschäftsjahr 2020/21 (Mio. EUR) Geschäftsjahr 2019/20 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Umweltinvestitionen davon für Klimaschutz 15,3 7,3 35,0 19,0 -56,3 -61,6
Laufende Umweltbetriebsaufwendungen (davon Emissionshandel) 300,1 (76,7) 314,5 (90,0) -4,6 -14,8
Gesamte Umweltaufwendungen 315,4 349,5 -9,8

1 Erstmals wurde im Geschäftsjahr 2015/16 zusätzlich zu den emissionsintensiven österreichischen Konzernstandorten auch eine Reihe weiterer, vorwiegend internationaler Produktionsgesellschaften erfasst.

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BETRIEBLICHE UMWELTSCHWERPUNKTE UND -MASSNAHMEN

Der Fokus der umgesetzten Vorhaben lag konsequenterweise in den Bereichen CO2-Emissionen, Energieeffizienz einschließlich Abwärmenutzung und Ausbau erneuerbarer Eigenenergieerzeugung.

In der Steel Division standen Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Ressourceneffizienz im Vordergrund. Sie verringern nachhaltig den Einsatz fossiler Brennstoffe, den Bedarf an elektrischer Energie sowie Wasser zur Kühlung von Aggregaten. Zudem wurden zur verbesserten Quantifizierung von Emissionen in der Kokerei über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende, wiederkehrende Emissionsmessungen geplant und durchgeführt.

Die Arbeiten beim Altlastensanierungsprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich weitergeführt. Kontaminierter Boden wurde im östlichen Bereich der Altlast entfernt. Der Betrieb des „Funnel & Gate-Systems“ erlaubte es, die Schadstoffverfrachtung über das Grundwasser für einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren beinahe gänzlich zu unterbinden. Zur weiteren Schadstoffentfrachtung innerhalb der bebauten Flächen betreibt die voestalpine seit mehreren Jahren eine Bodenluftabsaugung und eine Phasenschöpfung.

Weitere Mittel dienten der Aufrechthaltung und Instandhaltung bestehender Umweltanlagen. Darunter fallen etwa Bagger und ähnliche Geräte im Betrieb der Deponie sowie neue Ladestationen für den Ausbau der werksinternen E-Mobilität.

Der Fokus der High Performance Metals Division liegt auf Energieeffizienz. Neben der flächendeckenden Implementierung zertifizierter Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 in allen Produktionsgesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2020/21 Optimierungen der Verbrennungstechnik, neue effiziente Beleuchtungssysteme, diverse Verbesserungen der Anlagensteuerung sowie zahlreiche Prozessinnovationen in der Produktion umgesetzt. Diese Maßnahmen erzielen kumuliert eine nachhaltige Einsparung von 85 GWh oder rund 2,4 Mio. EUR. Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Division im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft. Zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Sicherung der Versorgung mit Schlüsselrohstoffen sind strategische Projekte in Umsetzung. Dazu zählen die Rückgewinnung von Legierungselementen aus Nebenprodukten der Produktion, die Schließung von Materialkreisläufen mit Kunden, die Erschließung von alternativen (sekundären) Rohstoffquellen und die Substitution von primären Rohstoffen durch sekundäre Rohstoffe.

Die Investitionen der Metal Engineering Division flossen vor allem in ambitionierte Maßnahmen zur Einsparung und zur Erhöhung der Eigenerzeugung von Energie. So wurde in Donawitz zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 die Umstellung des Kraftwerksblocks 01 auf modifizierten Gleitdruckbetrieb abgeschlossen, was den Fremdstrombezug um rund 6.000 MWh pro Jahr verringert. Weitere mehr als 9.000 MWh an zusätzlicher Eigenstromerzeugung werden jährlich durch kombinierte Einzelmaßnahmen im Kraftwerk erzielt. Die Optimierung der Tiegelgasverwertung, die mit Beginn des neuen Geschäftsjahres in Betrieb geht, ermöglicht eine zusätzliche Steigerung der elektrischen Eigenerzeugung im Kraftwerk um jährlich rund 5.700 MWh.

Maßnahmen zur signifikanten Energieeinsparung bzw. CO2-Verringerung wurden auch bei der Sinteranlage und anderen Aggregaten der Stahlproduktion umgesetzt sowie in anderen Geschäftsbereichen wie der Schienen- oder der Drahtfertigung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Optimierung von Kühlwasser- und Abwärmekreisläufen.

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In der Metal Forming Division wird zur Erwärmung bzw. Wärmebehandlung von Stahlbändern und -teilen zunehmend auf Induktion anstelle von Gasbrennern gesetzt. Der Einsatz von elektrischer Energie aus eigenen Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen spart damit nachhaltig CO2 ein. So verzeichnete der Standort Böhlerwerk, Niederösterreich, im Jahr 2020 einen neuen Höchstwert an Eigenstromerzeugung: Bereits 87 % der am Standort benötigten elektrischen Energie wurden aus den drei unternehmenseigenen Wasserkraftwerken am Fluss Ybbs gedeckt.

Weiters wurden im Vorjahr rund 500 MWh an unterschiedlichen Energieformen durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eingespart. Davon entfielen alleine 260 MWh auf Strom sowie 20.500 m3 auf Erdgas im Äquivalent von insgesamt mehr als 40 Tonnen CO2. Wo es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht, leistet Stahl einen wachsenden Beitrag. Exemplarisch stand dafür an mehreren europäischen Standorten der Division die Produktentwicklung für Photovoltaikanlagen. Im anspruchsvollen Automobilleichtbau hat die voestalpine zudem eine Umweltproduktdeklaration für die innovative phs®-Technologie zur Fertigung presshärtender Bauteile für die Karosserie erstellt.

ENERGIE- UND KLIMAPOLITISCHER RAHMEN

Mit dem Ende 2019 initiierten „Green Deal“ der EU-Kommission werden die bis 2030 geltenden Ziele zur Emissionssenkung deutlich erhöht. Im April 2021 einigten sich Kommission, Rat und Parlament auf eine Verschärfung von bisher 40 % auf 55 % (jeweils gegenüber 1990). Welche höheren Vorgaben sich daraus konkret für die dem Emissionshandel unterliegenden Sektoren wie der Stahlindustrie ergeben, wird derzeit in den europäischen Richtlinien und Verordnungen zu den einzelnen Rechtsmaterien festgelegt. Aktuell liegt der Zielwert gemäß EU-ETS bei minus 43 % gegenüber 2005.

Die österreichische Bundesregierung sieht ihrerseits die Klimaneutralität bereits bis spätestens 2040 und damit um ein Jahrzehnt früher als das Paris-Abkommen und die EU vor. Auch auf nationaler Ebene sind die dafür erforderlichen gesetzlichen Weichenstellungen noch im Gange.

DEKARBONISIERUNGSKONZEPT DER voestalpine

Die voestalpine verfolgt einen umfassenden Plan zur Dekarbonisierung ihrer Stahlproduktion. Dieser sieht vorerst Elektrifizierung aus erneuerbarer Energie und langfristig den Umstieg auf Wasserstoffmetallurgie vor. Der erste Meilenstein ermöglicht es, bis 2030 den prozessbedingten CO2-Ausstoß um rund 30 % dauerhaft zu senken. Das entspricht etwa 3 bis 4 Mio. Tonnen weniger Emissionen pro Jahr.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 238

Das Projekt „greentec steel“ markiert den schrittweisen Umstieg von der kohlebasierten Hochofen- auf eine grünstrombasierte Elektrolichtbogentechnologie. Dabei sind neben Schrott auch flüssiges Roheisen und CO2-reduzierter Eisenschwamm (HBI) die wichtigsten Einsatzstoffe. Die innovative Herausforderung liegt darin, mit diesem Verfahren die gleichen höchstwertigen Qualitäten zu erzeugen wie mit der bestehenden Hochofen-/LD-Stahlwerksroute. Investitions- und höhere Betriebskosten aufgrund hoher Preise für grünen Strom können nicht von den Unternehmen alleine getragen werden. Die ausreichende Bereitstellung budgetärer Mittel für nationale und europäische Mechanismen in der Kofinanzierung ist – neben der Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit grüner Energien – Grundvoraussetzung für das Erreichen der ambitionierten Klimaziele. Das Hybridkonzept „greentec steel“ bildet die Basis für die wasserstoffbasierte Transformation bis 2050. Indem erneuerbarer Strom und grüner Wasserstoff die Kohle als Reduktionsmittel von Eisenerz vollständig ersetzen, soll bis 2050 – vorbehaltlich der wirtschaftlichen Darstellbarkeit – CO2-neutral produziert werden.

Um die langfristig wasserstoffbasierte Stahlerzeugung technologisch zu ermöglichen, arbeitet die voestalpine derzeit mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern intensiv an Forschungs- und Demonstrationsprojekten. Neben dem bis Ende 2021 am Standort Linz laufenden EU-Leuchtturmprojekt „H2FUTURE“ zur Erzeugung grünen Wasserstoffs laufen in Donawitz mit „Sustainable Steel“ (SuSteel) und „Hydrogen-based Fine Ore Reduction“ (Hyfor) zwei grundlegende Projekte zur Wasserstoffmetallurgie.

CIRCULAR ECONOMY UND PRODUCT SUSTAINABILITY

Die Umstellung des Wirtschaftssystems auf eine Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) erfordert eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfung, das heißt aller Phasen des Lebenszyklus. Circular Economy kommt auf Prozess- und Produktebene in vielen Bereichen der voestalpine seit Langem zur Umsetzung und zur Weiterentwicklung. Neben dem wesentlichen Beitrag des Werkstoffs Stahl an sich zählen dazu:
* die Entwicklung und Schließung von Stoff- und Materialkreisläufen zur Steigerung der Ressourcen- und Materialeffizienz in den Herstellprozessen,
* der Ausbau von Wertstoffkreisläufen für Produkte und Sekundärrohstoffe in den verschiedenen Lieferketten,
* der Aufbau so genannter industrieller Symbiosen wie beispielsweise der Nutzung von Nebenprodukten aus der Stahlherstellung als Sekundärrohstoffe zur Herstellung von Produkten in anderen Industriesektoren,
* die kontinuierliche Förderung von Entwicklungen zur effizienten Nutzung von alternativen bzw. sekundären Rohstoffquellen.

Ein Schwerpunkt liegt aktuell bei der Ermittlung der ökologischen Auswirkungen von Produkten (Product Sustainability) mittels Lebenszyklusanalyse (LCA, Life Cycle Assessment). In Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) werden Umweltauswirkungen von Produkten auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung ermittelt. EPD basieren auf den internationalen Normen EN15804 und ISO14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Der voestalpine-Konzern hat Umweltproduktdeklarationen etwa für feuerverzinktes Stahlband, Elektroband, colofer®, Grobbleche und Schienen im Rahmen des Deklarationsprogramms des Instituts „Bauen und Umwelt e.V.“ (IBU) gelistet und veröffentlicht. Weitere EPDs sind in Entwicklung. Als Teil verschiedener Liefer- und Wertschöpfungsketten führt die voestalpine zu Dekarbonisierung und Produktnachhaltigkeit den regelmäßigen Dialog mit Kunden. Diese stammen aus unterschiedlichen Sektoren wie beispielsweise der Automobilindustrie, Elektroindustrie, Öl und Gas oder beteiligen sich als weitere Stakeholder aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die voestalpine veröffentlicht Informationen zu Treibhausgasemissionen und Wasserverbrauch im Rahmen des „Carbon Disclosure Projects“ (CDP) und beteiligt sich an branchenübergreifenden Initiativen wie „Responsible Steel“.

UMWELTMANAGEMENTSYSTEME

Von den rund 130 im internen Umweltdatenmanagement erfassten Konzerngesellschaften weltweit – darunter alle größeren, umweltsensiblen Betriebsstandorte – verfügen mittlerweile bereits 70 % über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS. Weitere 8 % weisen andere Zertifizierungen wie Energiemanagement nach ISO 50001 aus.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 239

BERICHT ÜBER DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS

Aktives Risikomanagement, so wie es im voestalpine-Konzern verstanden und seit vielen Jahren regelmäßig angewandt wird, dient sowohl der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands als auch der Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die gesamte voestalpine-Gruppe dar. Das vorhandene Risikomanagementsystem ist in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert und wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt.

In der voestalpine AG ist ein Prüfungsausschuss eingerichtet, der sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. dessen Überwachung befasst. Sowohl Risikomanagement als auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision überwacht Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich.

Der systematische Risikomanagementprozess unterstützt das Management, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integrierter Bestandteil der Entscheidungs- und Geschäftsprozesse aller Unternehmensbereiche und Hierarchiestufen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl über die strategische als auch die operative Ebene und ist damit ein maßgebliches Element für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen.

Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess („erheben und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“), der mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich durchlaufen wird. Im Zuge des operativen Risikomanagements wird auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet. Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer 9-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dokumentiert werden im Wesentlichen Betriebs-, Umwelt-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Compliance- und IT-Risiken auf strategischer und operativer Ebene. Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unterschiedliche Strategien (wie „vermeiden“, „vermindern“, „sichern“ sowie Kombinationen daraus und „tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements.

In den operativen Einheiten sind Risikomanager nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten vorantreiben und auch dezentral verantworten. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG. Der Risikomanagementprozess wird durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt. Design und Angemessenheit des Risikomanagementprozesses werden jährlich durch einen externen Auditor überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 240

BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER

PANDEMIE, COVID-19-KRISE

Das Geschäftsjahr 2020/21 war weiterhin von der globalen COVID-19-Krise und dem damit einhergehenden medizinischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausnahmezustand sowie den entsprechenden Auswirkungen geprägt. Im Zuge des konzernalen Krisenmanagements sind seit Beginn der Pandemie Krisenteams auf drei Entscheidungsebenen (Konzern, Divisionen, Gesellschaften) eingerichtet, die in dieser nach wie vor schwierigen Zeit ein rasches und koordiniertes Vorgehen an allen Konzernstandorten sicherstellen.

Rasch eingeleitete Aktivitäten (wie z. B. Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Sicherheit und zur bestmöglichen Unterstützung der Mitarbeiter und deren Familien, sofern möglich Arbeit von zu Hause aus – Teleworking unter kurzfristiger Bereitstellung der dazu erforderlichen Infrastruktur – sowie die Berücksichtigung etwaiger Betreuungspflichten) und ergänzende Maßnahmen zur Krisenbewältigung (wie z. B. Sicherung der Liquidität, Kurzarbeit, Abbau von Zeitguthaben, vorgezogene Betriebsurlaube, an die vorherrschenden Lieferketten angepasste sowie eingeschränkte Produktionsaktivitäten bis hin zu vorübergehenden Produktionsstilllegungen, regelmäßiger Informationsaustausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr zur bestmöglichen Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Stabilität der Organisation beigetragen. Dank dieser Vorgehensweise konnte sich der voestalpine-Konzern gut an die völlig neue Situation anpassen. Angewandte Notfall- und Krisenpläne sowie festgelegte Maßnahmen werden weiterhin regelmäßig bewertet und im Bedarfsfall an neue Erkenntnisse adaptiert bzw. erweitert.# Darüber hinaus haben die im Vorjahreslagebericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen nach wie vor Gültigkeit:

» ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT UND ENERGIEVERSORGUNG

Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit einigen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Langfristige Lieferbeziehungen, die Ausweitung des Lieferantenportfolios sowie der Ausbau der Eigenversorgung bilden dabei die Kernelemente, die angesichts der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben (Näheres dazu im Kapitel „Rohstoffe“ dieses Lageberichts). Generell können durch die Pandemie globale Lieferketten weiterhin beeinträchtigt werden. Dabei kann es von Seite der Lieferanten, von Seite der Kunden oder durch Störungen in den Transportwegen zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und gleichzeitig eine Verbreiterung der logistischen Optionen erhöhten die Ausfallsicherheit bei Rohstofftransporten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich. Im Bereich der Energieversorgung werden laufend alternative Energieressourcen untersucht und vorangetrieben.

» RICHTLINIE ZUR ROHSTOFFPREISABSICHERUNG

Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoffpreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Dem Rohstoffrisikomanagement unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2 und die Energien.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 241

» CO2-THEMATIK

Risiken in Bezug auf CO2 und Dekarbonisierung werden gesondert im Kapitel „Umwelt“ dieses Lageberichts behandelt.

» AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN

Zur Minimierung des Ausfallsrisikos bei kritischen Anlagen werden gezielte und umfangreiche Investitionen in die technische Optimierung sensibler Aggregate getätigt. Konsequente vorbeugende Instandhaltung, risikoorientierte Reserveteillagerung sowie Schulung der Mitarbeiter stellen ergänzende Maßnahmen dar.

» AUSFALL VON IT-SYSTEMEN

Die Servicierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse, die großteils auf komplexen Systemen der Informationstechnologie basieren, wird an einem überwiegenden Teil der Konzernstandorte von einer zu 100 % im Eigentum der voestalpine AG stehenden und auf IT spezialisierten Tochtergesellschaft (der voestalpine group-IT GmbH) wahrgenommen. Aufgrund der Bedeutung von IT-Sicherheit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und Sicherheitsrisiken wurden in der Vergangenheit sicherheitstechnische IT-Mindeststandards erarbeitet, welche auch Vorgaben zum Business Continuity Management beinhalten. Diese Mindeststandards werden regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst. Die Einhaltung wird jährlich in Form von Audits überprüft. Um das Risiko des unautorisierten Eindringens in IT-Systeme und -Anwendungen weiter zu reduzieren, werden zusätzlich periodische Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten wieder breit angelegte Onlinekampagnen zur weiteren Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter hinsichtlich Sicherheitsthemen. Im Zuge dieser Onlinekampagnen wird verstärkt auf das Thema Cyber-Security und insbesondere im abgelaufenen Geschäftsjahr auch auf mögliche Gefahren beim Arbeiten von zu Hause aus (Teleworking) eingegangen. In einer Arbeitsgruppe werden etwaige Cyber-Fraud-Angriffe (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungsumleitung, Lieferumleitung) gesammelt und Maßnahmen zur Prävention entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung von möglichen Cyber-Fraud-Angriffen und zur weiteren Sensibilisierung der Mitarbeiter werden ebenfalls umfangreiche Onlinekampagnen durchgeführt sowie spezielle E-Learning-Initiativen gesetzt.

» WISSENSMANAGEMENT/ PROJEKTMANAGEMENT

Zur nachhaltigen Sicherung des Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden schon in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte begonnen, die konsequent weiterentwickelt werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei. Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. Projektgeschäft, Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.

» COMPLIANCE-RISIKEN

Compliance-Verstöße wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll insbesondere Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 242

» RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZRECHTLICHER BESTIMMUNGEN

Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich nachteilig finanziell auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien wurde eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, ihre Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten.

» RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN

Risiken aus Elementarereignissen wird durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen (wie z. B. Brandmelder, Sprinkleranlagen, Hochwasserschutz, regelmäßige Übungen sowie Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen) entgegengewirkt. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Services GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft.

» RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT

Etwaige Risiken der Nachhaltigkeit und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen berücksichtigt. Nachhaltigkeitsthemen werden auch in einem eigenen Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) behandelt.

» RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH

Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden. Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:

» Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Um den zusätzlichen Risiken aus der COVID-19-Krise Rechnung zu tragen, wurde auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft hoher Wert gelegt.

» Bonitätsrisiko

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 243

Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch die Pandemie kam es in den Kundensegmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen.# BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 245

Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzern-einheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip).

Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt.

Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzern-einheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften.

Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten.

Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, Board oder Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.

Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind.

Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern zusammen. Sie ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 246

BESTAND AN EIGENEN AKTIEN

Der Bestand an eigenen Aktien zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundene Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms stellt sich zum 31.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 247

ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN

Die eigenen Aktien befinden sich seit Jahren im Bestand der Gesellschaft.

Eigene Aktien 1.000 Stück Anteil am Grundkapital % Anteil am Grundkapital Tsd. EUR
Stand per 31.03.2020 28,6 0,0 52,0
Zugänge in 2020/21 0,0 0,0 0,0
Abgänge in 2020/21 0,1 0,0 0,1
Stand per 31.03.2021 28,5 0,0 51,9

Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2021 324.391.840,99 EUR (31. März 2020: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2020: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionäre bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %). Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Dem Vorsitzenden des Beirates, der von der Arbeitnehmerseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu. Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 7 Grundkapital des Anhangs zum Einzelabschluss 2020/21 verwiesen.

Die 400 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2014–2021, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2019–26, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 401 Mio. EUR und 320 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 444,5 Mio. EUR und 403,6 Mio. USD enthalten sogenannte Change of Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhabern der Anleihen bzw. den Kreditgebern im Falle des Eintritts eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands-und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 248

AUSBLICK

Nach dem Wirtschaftseinbruch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020/21 stand die 2. Hälfte der Berichtsperiode ganz im Zeichen des Wiederaufschwungs der globalen Märkte. Aktuell verzeichnen beinahe alle wichtigen Kundenbranchen der voestalpine eine anhaltend hohe Nachfrage, wobei in manchen Bereichen nahezu eine durch Nachholeffekte ausgelöste Überhitzung feststellbar ist. Auch die von der Krise besonders stark getroffene Öl- und Gasindustrie beginnt sich schrittweise zu erholen. In der Luftfahrt hingegen kann bestenfalls eine leichte Verbesserung im Laufe des Geschäftsjahres 2021/22 erwartet werden. Angesichts der positiven Nachfragesituation ist aus heutiger Sicht bis zumindest Ende des Kalenderjahres 2021 mit einer weiteren Erholung der Gesamtkonjunktur zu rechnen. Diese Einschätzung geht auch aus den Prognosen der Wirtschaftsforscher hervor. Wichtige Wachstumsimpulse werden zudem von den billionenschweren Konjunkturpaketen der EU und USA zur Belebung der Wirtschaft nach der COVID-19-Krise erwartet. Die Krise ist jedoch noch nicht überwunden. Trotz der Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe gegen das COVID-19-Virus und einer steigenden Durchimpfungsrate sind die weitere Entwicklung der Pandemie und deren ökonomische Auswirkungen noch nicht endgültig absehbar. Der Fokus des voestalpine-Konzerns wird aber neben konsequenter Effizienzsteigerung und Cashflow-Optimierung auch wieder zunehmend auf wertsteigerndem Wachstum liegen. Unter der Annahme, dass die aktuelle wirtschaftliche Dynamik anhält und keine unerwarteten Marktverwerfungen eintreten, geht der Vorstand der voestalpine AG für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22 aus heutiger Sicht von einem EBITDA in einer Bandbreite von 1.600 bis 1.900 Mio. EUR aus.

Linz, am 31. Mai 2021

Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.
Franz Kainersdorfer e. h.
Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h.
Peter Schwab e. h.
Hubert Zajicek e. h.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 249

voestalpine AG

BILANZ ZUM 31.03.2021

AKTIVA

31.03.2020 31.03.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 571.969,28 523.463,16
2. Noch nicht in Verwendung stehende Software 225.351,29 175.450,62
797.320,57 698.913,78
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.429.332,17 1.127.899,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.938.020.325,57 3.815.495.325,57
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 813.102.748,36 674.577.483,53
3. Beteiligungen 2.561.274,06 2.561.274,06
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 494.917,78 494.917,78
4.754.179.265,77 4.493.129.000,94
4.756.405.918,51 4.494.955.813,72
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,00 270,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4.545.697.962,77 4.156.314.424,86
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 52.595.582,16 168.504.451,76
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
4.598.293.544,93 4.324.819.146,62
II. Wertpapiere und Anteile
1. Sonstige Wertpapiere und Anteile 16.290.208,22 18.062.219,02
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
1. Kassenbestand 79,18 41,45
2. Guthaben bei Kreditinstituten 545.814.046,22 882.346.193,34
545.814.125,40 882.346.234,79
5.160.397.878,55 5.225.227.600,43
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.829.134,18 4.245.408,74
D. Aktive Latente Steuern 57.417.885,88 70.537.737,47
Summe Aktiva 9.978.050.817,12 9.794.966.560,36

EUR

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 250

PASSIVA

31.03.2020 31.03.2021
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Grundkapital 324.391.840,99 324.391.840,99
davon übernommen und einbezahlt 324.391.840,99 324.391.840,99
Abzgl. Nennbetrag eigene Aktien –51.955,63 –51.864,79
324.339.885,36 324.339.976,20
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 812.086.878,90 812.086.788,06
2. Nicht gebundene 90.227.645,14 90.227.645,14
902.314.524,04 902.314.433,20
III. Gewinnrücklagen
1. Andere freie Rücklagen 3.856.746.608,50 3.686.671.898,06
IV. Bilanzgewinn 100.000.000,00 90.000.000,00
davon Gewinnvortrag 628.711,10 64.297.284,02
5.183.401.017,90 5.003.326.307,46
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 15.029.508,00 14.271.343,00
2. Rückstellungen für Pensionen 50.048.538,00 52.801.297,00
3. Rückstellungen für Urlaube und Jubiläumsgelder 4.238.226,42 3.913.541,66
4. Steuerrückstellungen 2.382.875,87 2.382.875,87
5. Sonstige Rückstellungen 14.242.689,29 9.397.888,38
85.941.837,58 82.766.945,91
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 1.571.300.000,00 1.532.778.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 121.300.000,00 482.778.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.450.000.000,00 1.050.000.000,00
2. Andere langfristige Verbindlichkeiten 50.086.166,65 25.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 25.086.166,65 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 25.000.000,00 25.000.000,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.168.791.220,31 1.759.783.116,23
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 196.857.276,58 330.892.238,14
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.971.933.943,73 1.428.890.878,09
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.638.928,79 840.843,07
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.638.928,79 840.843,07
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 889.043.354,90 1.360.645.389,03
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 889.043.354,90 1.360.645.389,03
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 27.835.286,00 29.825.958,66
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 27.835.286,00 29.825.958,66
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
davon aus Steuern 599.664,56 637.359,48
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 346.037,99 342.056,12
4.708.694.956,65 4.708.873.306,99
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.261.761.012,92 2.204.982.428,90
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 3.446.933.943,73 2.503.890.878,09
D.
13.004,99 0,00

Summe Passiva: 9.978.050.817,12 9.794.966.560,36

EUR JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 251

voestalpine AG

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01.04.2020 BIS 31.03.2021

GESAMTKOSTENVERFAHREN

2019/20 2020/21
1. Umsatzerlöse 219.511.355,65 181.864.475,64
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 1,00 0,00
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 74.836,44 984.786,02
c) Übrige 366.430,93 804.577,21
441.268,37 1.789.363,23
3. Personalaufwand
a) Gehälter –20.676.697,47 –22.026.782,85
b) Soziale Aufwendungen
ba) Aufwendungen für Altersversorgung –9.927.745,85 –3.769.165,72
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen –1.777.238,94 –170.177,93
bc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge –3.219.419,09 –3.379.016,27
bd) Sonstige Sozialaufwendungen –124.854,00 –121.070,44
–35.725.955,35 –29.466.213,21
4. Abschreibungen
a) Auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –772.880,46 –855.997,43
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z. 15 fallen –40.148,99 –37.639,91
b) Übrige –170.352.411,84 –125.732.797,64
–170.392.560,83 –125.770.437,55
6. Zwischensumme aus Z. 1 bis 5 (Betriebserfolg) 13.061.227,38 27.561.190,68
7. Erträge aus Beteiligungen 5.362.950,67 0,00
(davon aus verbundenen Unternehmen) (5.138.005,67) (0,00)
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.557.642,33 16.340.576,89
(davon aus verbundenen Unternehmen) (1.315.442,33) (16.038.176,89)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 126.312.753,30 80.693.895,24
(davon aus verbundenen Unternehmen) (121.232.734,44) (74.226.219,01)
10. Negative Zinserträge 0,00 –1.862.436,09
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 5.233.713,93 186.000,00

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 252

2019/20 2020/21
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
a) Abschreibungen –501.571.101,65 –227.161.460,55
(davon aus verbundenen Unternehmen) (–501.427.101,65) (–227.161.460,55)
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –125.753.589,91 –73.430.707,05
(davon betreffend verbundene Unternehmen) (–17.188.441,67) (–2.952.624,36)
14. Zwischensumme aus Z. 7 bis 13 (Finanzerfolg) –488.857.631,33 –205.234.131,56
15. Ergebnis vor Steuern –475.796.403,95 –177.672.940,88
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15.048.897,65 33.300.946,42
(davon latente Steuern) (17.007.438,25) (13.119.851,59)
17. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag –460.747.506,30 –144.371.994,46
18. Auflösung Gewinnrücklagen
a) Andere freie Rücklagen 560.118.795,20 170.074.710,44
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 628.711,10 64.297.284,02
20. Bilanzgewinn 100.000.000,00 90.000.000,00

EUR JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 253

voestalpine AG

ANLAGENSPIEGEL ZUM 31.03.2021

Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand 01.04.2020 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.03.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software 1.800.630,93 149.390,64 150.028,17 46.472,29 2.053.577,45
2. Software – noch nicht in Verwendung 225.351,29 100.127,50 –150.028,17 0,00 175.450,62
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 2.025.982,22 249.518,14 0,00 46.472,29 2.229.028,07
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.597.497,55 206.671,04 0,00 24.372,72 2.779.795,87
2. Anlagen in Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 2.597.497,55 206.671,04 0,00 24.372,72 2.779.795,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.331.042.509,42 500.000,00 0,00 0,00 5.331.542.509,42
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 813.102.748,36 1.166.427,49 0,00 0,00 814.269.175,85
3. Beteiligungen 2.561.274,06 0,00 0,00 0,00 2.561.274,06
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
a) Sonstige Wertpapiere und Wertrechte 494.917,78 0,00 0,00 0,00 494.917,78
Summe Finanzanlagen 6.147.201.449,62 1.666.427,49 0,00 0,00 6.148.867.877,11
Summe Anlagevermögen 6.151.824.929,39 2.122.616,67 0,00 70.845,01 6.153.876.701,05

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 254

Entwicklung der kumulierten Abschreibungen

Stand 01.04.2020 Zugänge Abschreibung Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge Stand 31.03.2021 Buchwert 31.03.2020 Buchwert 31.03.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software 1.228.661,65 347.924,93 0,00 0,00 0,00 46.472,29 1.530.114,29 571.969,28 523.463,16
2. Software – noch nicht in Verwendung 225.351,3 175.450,62 0,00 0,00 0,00 0,00 225.351,3 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.228.661,65 347.924,93 0,00 0,00 0,00 46.472,29 1.530.114,29 571.969,28 523.463,16
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.168.165,38 508.072,50 0,00 0,00 0,00 24.341,01 1.651.896,87 1.429.332,17 1.127.899,00
2. Anlagen in Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 1.168.165,38 508.072,50 0,00 0,00 0,00 24.341,01 1.651.896,87 1.429.332,17 1.127.899,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.393.022.183,85 123.025.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.516.047.183,85 3.938.020.325,57 3.815.495.325,57
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 813.102.748,36 674.577.483,53 0,00 0,00 0,00 0,00 813.102.748,36 0,00 0,00
3. Beteiligungen 2.561.274,06 2.561.274,06 0,00 0,00 0,00 0,00 2.561.274,06 0,00 0,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
a) Sonstige Wertpapiere und Wertrechte 494.917,78 494.917,78 0,00 0,00 0,00 0,00 494.917,78 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 1.393.022.183,85 262.716.692,32 0,00 0,00 0,00 0,00 1.655.738.876,17 4.754.179.265,77 4.493.129.000,94
Summe Anlagevermögen 1.395.419.010,88 263.572.689,75 0,00 0,00 0,00 70.813,30 1.658.920.887,33 4.756.405.918,51 4.494.955.813,72

EUR JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 255

voestalpine AG

ANHANG ZUM UGB-ABSCHLUSS DER voestalpine AG 2020/21

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Die voestalpine AG ist eine große Aktiengesellschaft im Sinne des § 221 UGB. Der Jahresabschluss zum 31. März 2021 ist nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen des voestalpine-Konzerns. Der Konzernabschluss des voestalpine-Konzerns ist am Sitz der Gesellschaft in Linz, Österreich, erhältlich und ist auf der voestalpine-Website www.voestalpine.com abrufbar.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Bilanzierung und Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden beibehalten. Etwaige Negativzinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN

Die Entwicklung dieser Posten ist im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt. Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und nach der linearen Methode planmäßig abgeschrieben. Die verwendeten Abschreibungssätze betragen 25,0 % bis 33,3 %. Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die nach der linearen Methode ermittelt werden. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 800,00 EUR werden im Zugangsjahr zur Gänze abgeschrieben. Beim abnutzbaren Sachanlagevermögen kommen bei den planmäßigen Abschreibungen folgende Sätze zur Anwendung:

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12,0 – 20,0 %

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 256

An Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Betrag von 1.746,5 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.649,1 Tsd. EUR), (Vorjahr 1.740,7 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.649,1 Tsd. EUR), für die nächsten fünf Geschäftsjahre beläuft sich die Gesamtverpflichtung auf ca. 8.805,8 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 8.245,5 Tsd. EUR), (Vorjahr ca. 8.414,3 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen ca. 8.245,5 Tsd. EUR).

2. FINANZANLAGEN

Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren beizulegenden Werten zum Bilanzstichtag bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt). Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen und Ausleihungen wird jeweils ein Discounted Cashflow-Verfahren herangezogen. Die Berechnungen erfolgen auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung jeweils Anfang März. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt. Die Beurteilung der der Werthaltigkeit von Beteiligungen erfolgt nach dem Capital Asset Pricing Model. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten (Weighted Average Costs of Capital – WACC) ermittelt. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider. Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter wurden auf objektiver Basis ermittelt.# Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften der voestalpine AG

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN DER voestalpine AG Anteil am Kapital in % Eigenkapital zum 31.03.2021 Jahres-überschuss/ -fehlbetrag 2020/21
voestalpine Stahl GmbH, Linz 99,00 596.381,0 118.370,0
voestalpine Metal Forming GmbH, Krems 100,00 676.963,1 38.300,5
voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien 100,00 440.194,1 7.386,7
voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben 100,00 627.952,5 100.955,8
voestalpine group-IT GmbH, Linz 100,00 7.154,1 3.175,0
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Linz 100,00 1.457,3 43,8
voestalpine Personal Services GmbH, Linz 100,00 1.702,2 52,9
Donauländische Baugesellschaft m.b.H., Linz 100,00 902,1 –9,0
voestalpine Funding International GmbH, Linz 100,00 352.932,2 2.027,3
voestalpine Stahlwelt GmbH, Linz1 50,00 1.136,3 14,8
Danube Equity GmbH, Linz 100,00 1.826,4 19,1
APK Pensionskasse AG, Wien2 19,11 61.902,9 9.145,2
voestalpine Insurance Services GmbH, Linz1 100,00 1.314,0 405,0
voestalpine HR Services GmbH, Meerbusch, Deutschland (in Liquidation) 100,00 82,5 –916,8

1 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2020
2 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2019

Tsd. EUR

Unter den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens werden sonstige Anteilsrechte ausgewiesen. Es besteht eine Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen, welches unter Anwendung des APV- Verfahrens (Adjusted Present Value-Verfahren) mit dem beizulegenden Wert bewertet wurde. Dabei werden unter der Annahme vollständiger Eigenfinanzierung die Free Cash Flows mit den Eigenkapitalkosten des unverschuldeten Unternehmens diskontiert. Der Marktwert des unverschuldeten Unternehmens wird um die durch die Verschuldung bewirkten diskontierten Steuersparnisse aus den Fremdkapitalzinsen (Tax Shields) erhöht. Die Summe aus Marktwert des unverschuldeten Unternehmens und Wertbeitrag der Tax Shields ergibt den Marktwert des Gesamtkapitals. Nach Abzug des Marktwerts des Fremdkapitals verbleibt der Marktwert des Eigenkapitals (Equity Value). Die Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen hat eine Restlaufzeit von größer als einem Jahr, vorzeitige Tilgungen sind aber möglich und im April 2021 wurden 149.053,6 Tsd. EUR vorzeitig zurückgeführt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Die Aktivierung der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten. Fremdwährungsforderungen werden zum Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Bilanzwert 31.03.2020 Bilanzwert 31.03.2021 Davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,0 0,3 0,3 0,0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4.545.698,0 4.156.314,4 4.156.314,4 0,0
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 52.595,5 168.504,5 168.504,5 0,0
SUMME 4.598.293,5 4.324.819,1 4.324.819,1 0,0

Tsd. EUR

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,0 Tsd. EUR (Vorjahr 211,4 Tsd. EUR), aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 4.105.313,4 Tsd. EUR (Vorjahr 4.516.676,6 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von 46.337,7 Tsd. EUR (Vorjahr 21.234,3 Tsd. EUR) und sonstigen Forderungen in Höhe von 4.663,3 Tsd. EUR (Vorjahr 7.575,7 Tsd. EUR). Unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Erträge im Ausmaß von 11.188,8 Tsd. EUR (Vorjahr 1.538,0 Tsd. EUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

4. WERTPAPIERE UND ANTEILE

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden dem strengen Niederstwertprinzip gem. § 207 UGB entsprechend mit den Anschaffungskosten oder jenem Wert, der aus einem am Abschlussstichtag niedrigeren Börsenkurs oder Marktpreis bzw. aus dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert resultiert, bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt). Die ausgewiesenen Wertpapiere bestehen im Wesentlichen aus börsennotierten Aktien. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zuschreibungen und Abschreibungen bzw. Erträge und Aufwendungen aus der Zuschreibungsrücklage unter den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens und Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen.

5. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die Disagien der Anleihen 2014–2021 (23,7 Tsd. EUR, Vorjahr 71,4 Tsd. EUR), 2017–2024 (1.107,5 Tsd. EUR, Vorjahr 1.423,9 Tsd. EUR) und 2019–2026 (860,7 Tsd. EUR, Vorjahr 1.032,9 Tsd. EUR) ausgewiesen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

6. AKTIVE LATENTE STEUERN

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögengegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latenten Steuern bzw. in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Die aktiven und passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:

31.03.2020 31.03.2021
Sachanlagevermögen 54,4 104,5
Beteiligungen 77.220,9 60.508,5
Rückstellungen Sozialkapital 50.508,2 57.585,5
Verbindlichkeiten 5.549,3 4.239,1
Verlustvortrag 96.338,7 256.052,0
Verlustrücktrag 0,0 –96.338,7
Summe Differenzen 229.671,5 282.150,9
daraus resultierende latente Steuern (25 %) 57.417,9 70.537,7

Tsd. EUR

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

2020/21
Stand am 01.04.2020 57.417,9
Erfolgswirksame Veränderung 13.119,8
Stand am 31.03.2021 70.537,7

Tsd. EUR

Der gesamte Verlustvortrag aus dem Geschäftsjahr 2019/20 wurde im Rahmen der COVID-19-Verlustrücktragsmöglichkeit mit dem steuerlichen Ergebnis aus dem Geschäftsjahr 2018/19 verrechnet. Die erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuern macht im Geschäftsjahr 13.119,8 Tsd. EUR (Vorjahr 17.007,5 Tsd. EUR Aufwand) aus. Für die aktivierte Steuer in Höhe von 70.537,7 Tsd. EUR (Vorjahr 57.417,9 Tsd. EUR) besteht gemäß § 235 Abs. 2 UGB eine Ausschüttungssperre. Anhand der Plandaten ist in den nächsten zwei Geschäftsjahren mit einer Verwertung des Großteils des Verlustvortrages zu rechnen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

7. GRUNDKAPITAL

Das eingeforderte Grundkapital beträgt zum 31. März 2021 324.391.840,99 EUR (31. März 2020: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2020: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt. Die Gesellschaft hält zum 31. März 2021 einen Nennbetrag an eigenen Aktien in Höhe von 51.864,79 EUR (31. März 2020: 51.955,63 EUR).

Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zur Begebung von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG bislang keinen Gebrauch gemacht.

In der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bislang nicht Gebrauch gemacht.

8. GEWINNRÜCKLAGEN

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden 170.074,7 Tsd.9. RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet. Die Rückstellung wird mit dem Barwert der erworbenen Abfertigungsansprüche unter Verwendung der Projected Unit Credit-Methode bewertet. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 14.271,3 Tsd. EUR (Vorjahr 15.029,5 Tsd. EUR).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 261

Die Rückstellungen für Pensionen wurden wie in den Vorjahren gemäß IAS 19 mit dem Barwert der erworbenen Pensionsansprüche bewertet. Von diesem Barwert (89.367,9 Tsd. EUR) wird das Pensionskassenkapital (36.566,6 Tsd. EUR) abgezogen. Diese Nettoverpflichtung wird als Rückstellung für Pensionen ausgewiesen. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 52.801,3 Tsd. EUR (Vorjahr 50.048,5 Tsd. EUR).

Die Rückstellungen für Jubiläumsgelder wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet. Die Jubiläumsgeldrückstellung wurde mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaften bewertet. Der Bilanzwert beträgt 1.540,5 Tsd. EUR (Vorjahr 1.618,3 Tsd. EUR).

Die versicherungsmathematischen Berechnungen für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen erfolgen mit einem Zinssatz von 0,80 % (Vorjahr 1,50 %), Bezugserhöhungen von 3,00 % (Vorjahr 3,00 %) bzw. Pensionserhöhungen von 2,00 % (Vorjahr 2,25 %). Es kommen die Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P sowie die Pensionsantrittsalter gemäß APG 2004 zur Anwendung.

Bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung wird wie im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag angesetzt. Bei der Jubiläumsgeldrückstellung wird die Fluktuation durch dienstzeitabhängige Ausscheidewahrscheinlichkeiten berücksichtigt. In den ersten vier Dienstjahren mit 8,00 % p. a., vom 5. bis zum 9. Dienstjahr mit 4,00 % p. a., vom 10. bis zum 14. Dienstjahr mit 2,00 % p. a. und ab dem 15. Dienstjahr mit 1,00 % (Vorjahr pauschaler Abschlag 5,00 % p. a.).

Im Übrigen werden Rückstellungen mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der bestmöglich zu schätzen ist. Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für sonstige Personalaufwendungen, insbesondere Rückstellung für Bonifikationen und Prämien in Höhe von 5.409,9 Tsd. EUR (Vorjahr 2.524,1 Tsd. EUR), für Prüfungs- und Bilanzveröffentlichungskosten in Höhe von 299,8 Tsd. EUR (Vorjahr 393,8 Tsd. EUR), für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 485,6 Tsd. EUR (Vorjahr 5.233,6 Tsd. EUR) sowie Vorsorgen für zu zahlende Versicherungsprämien in Höhe von 0,0 Tsd. EUR (Vorjahr 2.650,0 Tsd. EUR).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 262

  1. VERBINDLICHKEITEN

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem höheren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Bilanzwert 31.03.2020 Bilanzwert 31.03.2021 Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren
Anleihe 2014–2021 400.000,0 394.128,0 394.128,0 0,0 0,0
Anleihe 2017–2024 500.000,0 500.000,0 0,0 500.000,0 0,0
Anleihe 2019–2024 121.300,0 88.650,0 88.650,0 0,0 0,0
Anleihe 2019–2026 500.000,0 500.000,0 0,0 0,0 500.000,0
Anleihe 2019–2031 50.000,0 50.000,0 0,0 0,0 50.000,0
Darlehen FFG 86,2 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Darlehen 50.000,0 25.000,0 0,0 25.000,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.168.791,2 1.759.783,1 330.892,2 1.366.890,9 62.000,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.638,9 840,8 840,8 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 889.043,4 1.360.645,4 1.360.645,4 0,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 27.835,3 29.826,0 29.826,0 0,0 0,0
Gesamt 4.708.695,0 4.708.873,3 2.204.982,4 1.891.890,9 612.000,0

Tsd. EUR

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 1.175.474,9 Tsd. EUR (Vorjahr 773.520,3 Tsd. EUR), aus Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von 123.948,0 Tsd. EUR (Vorjahr 67.116,2 Tsd. EUR) und aus Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 61.222,4 Tsd. EUR (Vorjahr 48.406,8 Tsd. EUR).

Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in Höhe von 25.662,7 Tsd. EUR (Vorjahr 27.181,4 Tsd. EUR), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Am 14. Oktober 2014 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 400.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im Oktober 2021 zurückgezahlt und mit 2,25 % jährlich verzinst.

Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst.

Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.

Am 19. August 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 50.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im August 2031 zurückgezahlt und mit 1,81 % jährlich verzinst.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 263

Am 25. Juni 2019 gab es ein Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 150.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 88.650,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2019–2024 ist monatlich kündbar und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr ausgewiesen.

  1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
31.03.2020 31.03.2021 Davon gegenüber verbundenen Unternehmen
Garantien 998.297,0 1.507.962,1 0,0
Patronatserklärungen 25,0 25,0 0,0
Gesamt 998.322,0 1.507.987,1 0,0

Tsd. EUR

Die Haftungsverhältnisse bestehen im Wesentlichen aus Finanzierungsgarantien (inklusive Umbrella Facility China) in Höhe von 1.296.363,1 Tsd. EUR. Der Rest setzt sich aus Zahlungsgarantien, Rückgarantien, Liefer- und Leistungsgarantien und Zollgarantien zusammen.

Weiters wurden Patronatserklärungen gegenüber Kreditinstituten für einzelne verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit abgeschlossenen Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte und Forderungszessionen abgegeben. Für zwei Gesellschaften wurde eine Patronatserklärung gegenüber der Gesellschaft abgegeben.

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

  1. UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse betreffen in erster Linie von Konzernunternehmen für erbrachte Leistungen erhaltene Konzernumlagen in Höhe von 115.534,4 Tsd. EUR (Vorjahr 128.240,4 Tsd. EUR), Weiterverrechnungen von Leistungen und zentralen Beschaffungen der Gesellschaft an Konzerngesellschaften in Höhe von 66.257,2 Tsd. EUR (Vorjahr 91.082,7 Tsd. EUR), davon CO2-Emissionszertifikate 63.566,0 Tsd. EUR (Vorjahr 87.468,4 Tsd. EUR), und an Dritte in Höhe von 73,0 Tsd. EUR (Vorjahr 188,3 Tsd. EUR).

  1. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2019/20 2020/21
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 74,9 984,8
Übrige sonstige betriebliche Erträge 366,4 804,6
Summe 441,3 1.789,4

Tsd. EUR

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Personalressourcen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 264

  1. PERSONALAUFWAND

In der Abschlussperiode waren durchschnittlich 127,6 (Vorjahr: 135,3) Angestellte in der Gesellschaft beschäftigt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung gliedern sich wie folgt:

2019/20 2020/21
Abfertigungen Altersversorgung
Vorstand
Zahlungen 3.412,4 0,0
Dotierung/Verbrauch Rückstellung³ –1.973,7 7.228,5¹
Konzernale Überrechnungen 0,0 0,0
Beiträge MVK 0,0 0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse 0,0 1.100,2
Leitende Angestellte
Zahlungen 0,0 0,0
Dotierung/Verbrauch Rückstellung³ 47,6 0,0
Konzernale Überrechnungen 0,0 0,0
Beiträge MVK 0,0 0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse 0,0 89,7
Sonstige Arbeitnehmer
Zahlungen 124,2 0,0
Dotierung/Verbrauch Rückstellung³ 213,0 1.151,8
Konzernale Überrechnungen –152,2 0,0
Beiträge MVK 105,9 0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse 0,0 357,5
Summe 1.777,2 9.927,7
Zinskomponente 204,9 615,8
davon Vorstand 135,3 484,6²
davon leitende Angestellte 10,5 0,0
davon sonstige Arbeitnehmer 59,1 131,2

¹ Davon betreffen ehemalige Vorstände –2.104,2 Tsd. EUR (2019/20: 2.848,3 Tsd. EUR).
² Davon betreffen ehemalige Vorstände 302,0 Tsd. EUR (2019/20: 255,5 Tsd. EUR).
³ Auflösung Rückstellung erfolgt unter der Position "Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen"

Tsd. EUR

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 265

In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %.In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17 und 2017/18 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,43 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016 bzw. 2017 für die Beteiligung verwendet. Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht des Mitarbeiters an diesen übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung. Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2020/21 nahmen insgesamt 93 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil. Zum 31. März 2021 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter rund 14,1 % (31. März 2020: 12,9 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 0,7 % (31. März 2020: 1,9 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2021 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2020 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.

15. ÜBRIGE SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 125.732,8 Tsd. EUR sind unter anderem folgende wesentliche Posten enthalten: Reallokation an Divisionsleitgesellschaften in Höhe von 38.199,0 Tsd. EUR (Vorjahr 47.680,7 Tsd. EUR), Emissionszertifikate in Höhe von 63.566,0 Tsd. EUR (Vorjahr 87.468,4 Tsd. EUR), Honoraraufwendungen für Konsulenten und Gutachter in Höhe von 2.851,1 Tsd. EUR (Vorjahr 3.056,9 Tsd. EUR), Personalkosten für fremde Arbeitskräfte in Höhe von 617,8 Tsd. EUR (Vorjahr 877,4 Tsd. EUR), Werbeaufwendungen in Höhe von 2.107,4 Tsd. EUR (Vorjahr 7.706,8 Tsd. EUR), Beiträge an sonstige Verbände und Vereine in Höhe von 1.179,0 Tsd. EUR (Vorjahr 1.232,0 Tsd. EUR), Mieten und Pachten in Höhe von 1.876,3 Tsd. EUR (Vorjahr 2.217,9 Tsd. EUR), EDV in Höhe von 3.967,7 Tsd. EUR (Vorjahr 3.733,2 Tsd. EUR), sonstige fremde Dienstleistungen in Höhe von 3.524,0 Tsd. EUR (Vorjahr 4.058,5 Tsd. EUR) und für Reiseaufwendungen in Höhe von 134,1 Tsd. EUR (Vorjahr 1.584,7 Tsd. EUR).

16. ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN

Die Beteiligungserträge betragen 0,0 Mio. EUR (davon 0,0 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen), (Vorjahr 5,4 Mio. EUR davon 5,1 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen).

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 266

17. ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON UND DER ZUSCHREIBUNG ZU FINANZANLAGEN UND WERTPAPIEREN DES UMLAUFVERMÖGENS

Es wurden in der Berichtsperiode börsennotierte Aktien mit einem Ertrag in Höhe von 62,0 Tsd. EUR veräußert und 0,0 Tsd. EUR (Vorjahr 5.692,1 Tsd. EUR) der Zuschreibungsrücklage aufgelöst.

18. AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN UND AUS WERTPAPIEREN DES UMLAUFVERMÖGENS

In dieser Position ist die außerplanmäßige Abschreibung von zwei Beteiligungen an verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 123.025,0 Tsd. EUR (Vorjahr 501.427,1 Tsd. EUR) enthalten. Das verbundene Unternehmen voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien, wurde um 120.000,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 500.000,0 Tsd. EUR) abgewertet. Die voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien ist die Muttergesellschaft der High Performance Metals Division mit ihren beiden Business Units High Performance Metals Production und Value Added Services. Weiters ist in dieser Position die außerplanmäßige Abschreibung der Ausleihung an das Konzernunternehmen voestalpine Texas LLC, Portland, USA in Höhe von 104.136,5 Tsd. EUR (Vorjahr 0,0 Tsd. EUR) enthalten.

19. ZINSERTRÄGE, ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN UND NEGATIVZINSEN

Der Saldo aus „Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen“, „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ und „Negativzinsen“ ergibt für das Geschäftsjahr 2020/21 einen Ertrag in Höhe von 5.400,8 Tsd. EUR (Vorjahr 559,2 Tsd. EUR). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Kursdifferenzen zurückzuführen 2.122,3 Tsd. EUR. Die Zinserträge bestehen großteils aus Zinsen aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, aus Darlehenszinsen von verbundenen Unternehmen und aus Swapzinsen. Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinsen von verbundenen Unternehmen, Swapzinsen, Anleihezinsen und sonstige Aufwandszinsen sowie Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in den Zuweisungen zu den Rückstellungen für Abfertigungen (203,9 Tsd. EUR, Vorjahr 204,8 Tsd. EUR), Pensionen (750,7 Tsd. EUR, Vorjahr 615,7 Tsd. EUR) und Jubiläumsgelder (23,1 Tsd. EUR, Vorjahr 23,0 Tsd. EUR) enthaltenen Zinskomponenten sind analog zum Vorjahr ebenfalls im Zinsaufwand enthalten.

20. AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer betragen 296,8 Tsd. EUR (Vorjahr 399,8 Tsd. EUR) und betreffen mit 244,3 Tsd. EUR (Vorjahr 244,3 Tsd. EUR) die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2020/21. Sonstige Bestätigungsleistungen wurden in Höhe von 41,1 Tsd. EUR (Vorjahr 23,0 Tsd. EUR) erbracht und sonstige Leistungen in Höhe von 11,4 Tsd. EUR (Vorjahr 132,5 Tsd. EUR).

21. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Die voestalpine AG ist Gruppenträger der Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG, welche insbesondere die wesentlichen inländischen Konzerngesellschaften als Gruppenmitglieder umfasst. Der Gruppenträger hat die Körperschaftsteuer für die Unternehmensgruppe an das zuständige Finanzamt zu leisten. Zwischen dem Gruppenmitglied und dem Gruppenträger besteht eine Regelung über den Steuerausgleich. Danach hat das Gruppenmitglied im Falle eines positiven Ergebnisses eine Steuerumlage an den Gruppenträger zu entrichten. Im Falle eines Verlustes eines Gruppenmitgliedes hat der Gruppenträger eine Steuerumlage an das Gruppenmitglied zu leisten. Der Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 267

Aufwand (+), Ertrag (–) 31.03.2020 31.03.2021
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung 52,5 54,3
Körperschaftsteuer für Vorperioden -9.774,6 -24.476,0
Ausländische Steuern 398,4 374,6
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder 7.408,3 3.209,8
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder für Vorperiode 3.874,0 656,2
Steuerlatenzen -17.222,1 -37.204,5
Steuerlatenzen für Vorperioden 214,6 24.084,7
Summe -15.048,9 -33.300,9

Tsd. EUR

Die Körperschaftsteuer für Vorperioden betreffen großteils und die Steuerlatenzen für Vorperioden aussschließlich den Verlustrücktrag 2019/20 in Höhe von 24.084,7 Tsd. EUR, der im Punkt 6. Aktive latente Steuern beschrieben wird.

E. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für Devisentermingeschäfte in Höhe von 485,6 Tsd. EUR (Vorjahr 5.233,6 Tsd. EUR) aufgrund von Marktwertveränderungen enthalten. Die Bewertung erfolgt nach der „Mark to Market-Methode“. Es wird das Ergebnis rückgestellt, das bei Glattstellung des Sicherungsgeschäftes am Bilanzstichtag realisiert werden würde. Die verwendeten Marktdaten sind, wenn vorhanden, Fixings (EZB, EURIBOR, Swapfixing), ansonsten Contributors wie beispielsweise Tullet & Tokyo Liberty. Umfang der derivativen Finanzinstrumente und Fair Value in Summe zum Bilanzstichtag sind in folgender Tabelle dargestellt:

BESTAND AN DERIVATEN

Nominale Fair Value Laufzeit
1.956,56 –0,41 100 % ≤ 4 Jahre
386,03 0,00 100 % < 3 Jahre
2.342,59 –0,41 Mio. EUR

Der Fair Value stellt positive und negative Marktwerte dar.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 268

F. SONSTIGE ANGABEN

Als Vorstandsmitglieder der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2020/21 folgende Herren bestellt:

  • Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner, Vorsitzender
  • Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Mitglied
  • Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA, Mitglied
  • Dipl.-Ing. Franz Rotter, Mitglied
  • Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA, Mitglied
  • Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA, Mitglied

Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen. Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt.# Quantitative and Qualitative Goals and Compensation of the Management Board and Supervisory Board

Quantitative targets are "Earnings before interest and taxes" (EBIT), "Return on Capital Employed" (ROCE) and Working Capital as a percentage of sales. The specific targets for EBIT and ROCE are agreed periodically for a three-year period between the Presidential Committee of the Supervisory Board and the Management Board. The target value for Working Capital as a percentage of sales was agreed for the 2019/20 financial year and the 2020/21 financial year, respectively, for each financial year. The calculation basis of the respective targets is independent of the respective budget or medium-term plan, meaning that budget fulfillment does not equate to bonus achievement. The qualitative goals for the 2020/21 financial year were, firstly, the preparation of a review of the Strategy 2025+ and its submission to the Supervisory Board, and secondly, the preparation of a sustainability strategy and its submission to the Supervisory Board.

The amount of the contractually promised company pension for Management Board members Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner and Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA is based on the duration of service. For each year of service, the amount of the annual pension is 1.2% of the last gross annual salary. However, the pension benefit may not exceed 40% of the last gross annual salary (excluding variable compensation). For Management Board members Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA, and Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA, there is a contribution-oriented pension commitment (with a contribution of 15% of the gross annual salary without bonus, which is paid by the company into the pension fund). In the 2018/19 financial year, an extraordinary supplementary payment into the contribution-oriented pension system was decided for Management Board members Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, and Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA. Payment to the pension fund will be made in five equal annual installments, commencing on March 31, 2020.

Upon termination of employment, the Management Board members receive severance pay that is modeled on the system of the Austrian Employees Act, without exceeding the maximum amount stipulated by the Employees Act. For members of the Management Board (as well as for all executive employees of the Group) and the Supervisory Board, there is D&O insurance, the costs of which are borne by the company.

ANNUAL FINANCIAL REPORT 2020/21 269

The compensation of the members of the Management Board of voestalpine AG for the 2020/21 financial year is as follows:

Name Fixed Compensation Variable Compensation Total
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner 1.11 1.11 2.22
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer 0.95 0.72 1.67
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA 0.91 0.72 1.63
Dipl.-Ing. Franz Rotter 0.91 0.72 1.63
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA 0.91 0.72 1.63
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA 0.91 0.72 1.63
2020/21 5.70 4.71 10.41
2019/20 5.30 2.67 7.97

Mio. EUR

The fixed compensation for the 2020/21 financial year includes anniversary payments totaling €0.04 million on the occasion of Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer's 25 years of service to the company. Furthermore, the following service costs (personnel expenses) are recognized for Management Board members with performance-oriented pension contracts: Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA €0.41 million (2019/20: €0.42 million) and Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner €0.51 million (2019/20: €0.40 million).

In the 2020/21 financial year, for Management Board members with contribution-oriented pension contracts, payments for ongoing pension fund contributions and – where applicable – payments for the aforementioned contribution-oriented supplementary payments are accounted for as follows: Dipl.-Ing. Franz Rotter €0.60 million (2019/20: €0.59 million), Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer €0.52 million (2019/20: €0.52 million), Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA €0.70 million (2019/20: €0.69 million), and Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA €0.13 million (2019/20: €0.06 million); for former Management Board members with performance-oriented pension contracts, pension payments totaling €1.54 million (2019/20: €1.52 million) were made by the pension fund.

In the 2020/21 financial year, payments to a pension fund totaling €0.08 million (2019/20: €0.10 million) were made for four Management Board members under the existing severance pay scheme. As of the balance sheet date, €4.21 million (2019/20: €1.57 million) of variable compensation had not yet been paid out. No advances or loans were granted to members of the Management Board of voestalpine AG.

The Supervisory Board in the reporting period included the following members:

  • Dr. Joachim Lemppenau, Chairman
  • Dr. Heinrich Schaller, Deputy Chairman
  • KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA, Member
  • Dr. Wolfgang Eder, Member
  • Mag. Ingrid Jörg, Member
  • Dr. Florian Khol, Member
  • Mag. Maria Kubitschek, Member
  • Prof. Elisabeth Stadler, Member
  • BR Sandra Fritz, Member
  • Arb.BRV Josef Gritz, Member
  • Arb.BRV Gerhard Scheidreiter, Member
  • BRV Hans-Karl Schaller, Member

ANNUAL FINANCIAL REPORT 2020/21 270

In accordance with Section 15 of the Articles of Association, capital representatives on the Supervisory Board of voestalpine AG receive, as remuneration for their activities, an amount equal to one per mille of the annual surplus as per the approved consolidated financial statements. The total amount is divided based on a distribution key of 100% for the Chairman, 75% for the Deputy Chairman, and 50% for all other members. According to the amendment to Section 15 of the Articles of Association resolved at the 2016 Annual General Meeting, the Chairman is guaranteed a minimum remuneration of €27.0 thousand, the Deputy Chairman a minimum remuneration of €20.0 thousand, and all other members of the Supervisory Board a minimum remuneration of €13.0 thousand. The Supervisory Board remuneration is capped at four times the stated amounts. Supervisory Board members nominated by employee representatives receive no Supervisory Board remuneration. All members of the Supervisory Board receive a meeting fee of €500 per meeting. No separate remuneration is paid for meetings of Supervisory Board committees; however, a meeting fee of €500 is also granted.

Under this regulation, the capital representatives of the Supervisory Board receive the following remuneration for the 2020/21 financial year: Dr. Joachim Lemppenau (Chairman): €27 thousand (2019/20: €27 thousand); Dr. Heinrich Schaller (Deputy Chairman): €20 thousand (2019/20: €20 thousand), and all other capital representatives €13 thousand each (2019/20: €13 thousand).

The annual remuneration of the Supervisory Board members and their calculation method have been finally determined in the Articles of Association since the 2006 Annual General Meeting. Therefore, no separate annual resolution by the Annual General Meeting is required. The Supervisory Board remuneration (including meeting fees) totals €0.18 million (2019/20: €0.18 million) for the 2020/21 financial year. The payment of Supervisory Board remuneration for the 2019/20 financial year will occur no later than 14 days after the Annual General Meeting on July 7, 2021. No advances or loans were granted to members of the Supervisory Board of voestalpine AG.

The annual financial statements of voestalpine AG, along with the related documents, are filed with the Commercial Register of the Linz Regional Court under company registration number FN 66209 t. Accounting and HR services are provided to voestalpine AG by voestalpine Stahl Linz GmbH and voestalpine Personalservices GmbH under shared service agreements. voestalpine AG acts as a management holding company for the entire voestalpine Group. All services are rendered to optimize resource allocation within the voestalpine Group for the benefit of all Group companies and shareholders. These services include functions in strategic human resources management, planning and strategy, controlling, accounting, treasury, legal, audit, and strategic IT management. In this context, there is a management and service agreement between voestalpine AG and the affected Group companies. A brand license agreement exists for the use of the voestalpine word and image marks. Both items are charged to the affected Group companies under the heading "Group Allocation."

ANNUAL FINANCIAL REPORT 2020/21 271

Cash pooling is carried out by voestalpine AG for the purpose of internal group liquidity compensation. Liquidity surpluses and deficits from different Group companies are offset against each other. voestalpine AG acts as the responsible entity for a VAT group according to § 2 para. 2 of the Austrian Value Added Tax Act (UStG 1994). Furthermore, voestalpine AG is the group leader of a corporate group according to § 9 para. 8 of the Austrian Corporate Tax Act (KStG 1988) (see Item 21. Taxes on Income and Earnings).

G. SIGNIFICANT EVENTS AFTER THE END OF THE FINANCIAL YEAR

No significant events have occurred after the balance sheet date that have not been reflected in the balance sheet and income statement.

H. ALLOCATION OF EARNINGS

The 2020/21 financial year closes with a net profit of €90,000,000.00. It is proposed to distribute a dividend of €0.50 per dividend-entitled share to shareholders and to carry forward the remaining amount to new account.

Linz, May 31, 2021

The Management Board

Herbert Eibensteiner e. h.
Franz Kainersdorfer e. h.
Robert Ottel e.# Franz Rotter e. h. Peter Schwab e. h. Hubert Zajicek e. h.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 272

voestalpine AG

BESTÄTIGUNGSVERMERK BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS PRÜFUNGSURTEIL

Wir haben den Jahresabschluss der voestalpine AG, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bewertung Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen

» Sachverhalt und Problemstellung

Im Jahresabschluss der voestalpine AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen mit 3.815,5 Mio. EUR und Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit 674,6 Mio. EUR ausgewiesen und stellen damit bedeutende Vermögenswerte der Gesellschaft dar. Finanzanlagen werden von der Gesellschaft auf den beizulegenden Wert abgeschrieben, wenn dieser niedriger als der bisherige Buchwert ist. Demgemäß wurden im Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 123,0 Mio. EUR (davon betreffend die voestalpine High Performance Metals GmbH 120,0 Mio. EUR) und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen im Ausmaß von 104,1 Mio. EUR (zur Gänze betreffend die voestalpine Texas LLC) vorgenommen. Der beizulegende Wert wird mit einem Discounted Cashflow-Verfahren unter Einbeziehung der Cashflows aus der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung ermittelt.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 273

Für weitere Ausführungen verweisen wir auf die Kapitel „2. Finanzanlagen“ und „18. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens" im Anhang.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung des beizulegenden Wertes werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Zahlungsmittelüberschüsse und den Abzinsungssatz zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, die durch die globale COVID-19-Krise noch verstärkt werden. Die Herleitung der Kapitalkosten ist komplex und von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter bzw. von Marktdaten abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu einer wesentlichen Abweichung des beizulegenden Wertes führen. Aufgrund der im Geschäftsjahr erfassten außerplanmäßigen Abschreibungen sind davon insbesondere der Anteil an der voestalpine High Performance Metals GmbH sowie die Ausleihung an die voestalpine Texas LLC betroffen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen für den Jahresabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.

» Prüferisches Vorgehen

Wir haben den seitens des Managements eingerichteten Prozess zur Identifikation von Indikatoren für außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen geprüft. Hinsichtlich der durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibungen des Anteils an der voestalpine High Performance Metals GmbH und der Ausleihung an die voestalpine Texas LLC haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen und von den gesetzlichen Vertretern der Divisionen vorgenommenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Berechnungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working-Capital-Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit verfügbaren branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt. Weiters haben wir die Berechnungsmodelle auch unter Einbindung interner Experten hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Die verwendeten Abzinsungssätze haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahres- und Konzernabschluss, die Lageberichte zum Jahres- und Konzernabschluss und die jeweiligen Bestätigungsvermerke. Den Jahresfinanzbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Lagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Lagebericht“. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21 274

Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.# BERICHT ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

URTEIL

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

ERKLÄRUNG

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Juli 2020 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und am 8. Juli 2020 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin

Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.

Wien 31. Mai 2021

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

e. h. ppa. Mag. Monika Viertlmayer
Wirtschaftsprüferin

Mag. Marieluise Krimmel
e. h.
Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDES GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018

Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der voestalpine AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Linz, am 31. Mai 2021

Der Vorstand

Herbert Eibensteiner
Vorsitzender des Vorstandes
e. h.

Franz Kainersdorfer
Mitglied des Vorstandes
e. h.

Robert Ottel
Mitglied des Vorstandes
e. h.

Franz Rotter
Mitglied des Vorstandes
e. h.

Peter Schwab
Mitglied des Vorstandes
e. h.

Hubert Zajicek
Mitglied des Vorstandes
e. h.

GLOSSAR

Akquisition. Übernahme oder Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen.
Asset-Deal. Firmenübernahme durch Kauf der einzelnen Wirtschaftsgüter (anstelle der Anteile).
ATX. „Austrian Traded Index“, Leitindex der Wiener Börse, der die 20 wichtigsten Aktien des Prime Market beinhaltet.
Bruttoergebnis. Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten.
Capital Employed. Das gesamte eingesetzte verzinsliche Kapital.
Cashflow
» aus Investitionstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Investitionen/Desinvestitionen;
» aus der Betriebstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst;
» aus der Finanzierungstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen.
EBIT (Earnings before Interest, Taxes). Der Betriebserfolg: Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und Finanzergebnis.
EBIT-Marge. EBIT/Umsatz.
EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen.
EBITDA-Marge. EBITDA/Umsatz.
Eigenkapital. Mittel, die dem Unternehmen von den Eigentümern durch Einzahlung und/oder Einlage bzw. aus einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung gestellt werden.
Eigenkapitalquote. Eigenkapital/Summe Passiva.
Eigenkapitalrentabilität. Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)/Eigenkapital der Vorperiode.
Free Float (oder Streubesitz). Teil des Aktienkapitals, der sich im Streubesitz befindet, d.h. an der Börse frei gehandelt wird.
Gearing (Ratio). Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital.
IFRS („International Financial Reporting Standards“). Rechnungslegungsnormen, die eine international vergleichbare Bilanzierung und Publizität gewährleisten sollen.
Marktkapitalisierung.# JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

KONTAKT & IMPRESSUM

KONTAKT

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T. +43/50304/15-2090, F. +43/50304/55-8981
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Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1, 4020 Linz.
Herausgeber und Redaktion: voestalpine AG, Investor Relations, T. +43/50304/15-9949, F. +43/50304/55-5581, [email protected], www.voestalpine.com
Gestaltung, Realisierung: gugler* MarkenSinn, 3100 St.Pölten

JAHRESFINANZBERICHT 2020/21

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F. +43/50304/55-DW
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1 Im Corporate Governance-Kodex sind folgende Regeln vorgesehen: „L-Regeln“ (= Legal), das sind gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen; „C-Regeln“ (Comply or Explain), deren Nichteinhaltung begründet werden muss; „R-Regeln“ (Recommendations), das sind Empfehlungen.
2 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
3 EUROFER – Dachverband der europäischen Stahlindustrie für Stahlverbrauch Europa; über Europa hinausgehend World Steel Association
4 S&P Global Platts
5 McKinsey, Automotive Strategy, 10.11.2020; VDA Verband der Automobilindustrie (VDA) – Monthly Figures; GBI Automotive Powertrain FC, 10/2019
6 Rystad 147233, Oil Market Outlook – October 2020; Global Service Report November 2020
7 Roland Berger September 2020
8 International Monetary Fund (IMF), Standard Chartered Research, Angus Maddison, World Bank (WB), World Economic Forum (WEF)
9 UNIFE Annual Report
10 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
11 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
12 LMCA GAPF Data
13 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund


Die Marktkapitalisierung spiegelt den aktuellen Börsenwert einer börsennotierten Firma wider. Nettofinanzverschuldung. Verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen. Rating. Eine auf den internationalen Kapitalmärkten anerkannte Einstufung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. ROCE (Return on Capital Employed). EBIT/Durchschnittliches Capital Employed, die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Volatilität. Intensität der Kursschwankungen von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern im Vergleich zur Marktentwicklung. Vollzeitäquivalent (FTE). Ein Vollzeitmitarbeiter entspricht einem Vollzeitäquivalent von eins, teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter werden mit einer ihrem Beschäftigungsausmaß entsprechenden Quote berücksichtigt. WACC (Weighted Average Cost of Capital). Durchschnittliche Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital.