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VERBUND AG Audit Report / Information 2009

Mar 2, 2010

765_10-k_2010-03-02_47817b90-1c02-43f5-bbee-b96a689ae37c.pdf

Audit Report / Information

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JETZT

FÜNF-JAHRES-VERGLEICH

MIO. €
UMSATZERLÖSE
3.483,1
3.744,7
3.038,3
2.878,2
2.134,4
MIO. €
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)
1.042,3
1.138,6
916,1
806,5
526,5
MIO. €
KONZERNERGEBNIS (OHNE ANTEILE ANDERER GES.)
644,4
686,6
579,2
501,1
349,3
MIO. €
BILANZSUMME
10.345,2
8.293,8
7.339,8
6.440,2
6.596,7
MIO. €
EIGENKAPITAL
3.409,7
3.128,1
2.674,6
2.292,7
1.904,9
MIO. €
NETTOVERSCHULDUNG (NET DEBT)1
4.714,8
2.508,4
1.868,7
1.729,3
1.891,8
MIO. €
INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN
471,9
440,3
249,4
201,2
117,7
MIO. €
CASHFLOW AUS OPERATIVER TÄTIGKEIT
968,0
934,2
807,6
753,9
680,5
MIO. €
FREE CASHFLOW
-1.075,7
-187,5
161,1
239,8
597,3
EBITDA-MARGE
%
35,9
35,3
36,2
34,2
33,1
UMSATZRENTABILITÄT (ROS; EBIT-MARGE)
%
29,9
30,4
30,2
28,0
24,7
RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)1
%
12,9
16,8
15,9
15,7
11,2
EIGENKAPITALRENTABILITÄT (ROE)
%
22,4
27,3
26,8
26,8
22,3
EIGENKAPITAL-QUOTE (BEREINIGT)
%
34,3
41,3
39,6
39,6
35,0
NETTOVERSCHULDUNGSGRAD (GEARING)1
%
138,3
80,2
69,9
75,4
99,3
GROSS DEBT COVERAGE (FFO)1
%
20,5
39,4
33,1
39,5
32,8
GROSS INTEREST COVER (FFO)1, 2
X
4,8
7,1
8,1
7,7
6,2

HÖCHSTKURS5
38,13
59,30
49,95
41,58
30,13

TIEFSTKURS5
23,73
29,74
31,21
30,05
16,39

LETZTKURS5
29,71
32,56
47,88
40,42
30,13
MIO. €
MARKTKAPITALISIERUNG
9.156,6
10.035,0
14.756,6
12.457,4
9.286,1

GEWINN JE AKTIE5
2,09
2,23
1,88
1,63
1,13

CASHFLOW JE AKTIE5
3,14
3,03
2,62
2,45
2,21

BUCHWERT JE AKTIE5
11,06
10,15
8,68
7,44
6,18
KURS/GEWINN-VERHÄLTNIS (ULTIMO)
X
14,21
14,61
25,48
24,86
26,59
KURS/CASHFLOW-VERHÄLTNIS
X
9,46
10,74
18,27
16,52
13,65
KURS/BUCHWERT-VERHÄLTNIS
X
2,69
3,21
5,52
5,43
4,87

(VORGESCHLAGENE) DIVIDENDE JE AKTIE5
1,00
1,05
0,90
0,75
0,50

(VORGESCHLAGENE) SONDERDIVIDENDE JE AKTIE5
0,25
-
-
-
-
DIVIDENDEN-RENDITE
%
4,21
3,22
1,88
1,86
1,66
PAY-OUT RATIO
%
59,79
47,13
47,89
46,13
44,12
EV/EBITDA1
X
11,08
9,49
15,14
14,42
15,83
BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHER PERSONALSTAND3
2.820
2.541
2.441
2.438
2.436
STROMABGABE4
GWh
111.962
92.525
102.191
102.898
95.407
ERZEUGUNGSKOEFFIZIENT
1,06
1,01
0,97
0,96
0,98
EINHEIT 2009 2008 2007 2006 2005

1 DIE KENNZAHL WURDE EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST. 2 ZINSAUFWENDUNGEN OHNE DEN KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE ERGEBNISANTEILE

3 DER BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE PERSONALSTAND FÜR Q1–4/2009 UMFASST EINE ERHÖHUNG VON 162 PERSONEN AUFGRUND DER ERWEITERUNG DES KONSOLIDIERUNGSKREISES.

4 STROMABGABE NACH FREMDSTROMHANDELSSALDIERUNG : Q1–4/2009: 51.289 GWH; Q1–4/2008: 56.057 GWH 5 DER AM 23. MAI 2006 ERFOLGTE AKTIENSPLIT IM VERHÄLTNIS 1:10 IST BERÜCKSICHTIGT

KONZERNSTRUKTUR

VERBUND Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft)

ERZEUGUNG VERBUND-Austrian
Hydro Power AG
VERBUND-Austrian
Thermal Power GmbH & Co KG
VERBUND-Austrian
Renewable Power GmbH
Umweltfreundliche und kostengünstige
Erzeugung bilden die Basis für den Erfolg
des Verbund in ganz Europa. Rund 90
Prozent des Verbund-Stroms in Öster
reich kommen aus Wasserkraft. Darüber
hinaus setzt der Verbund verstärkt auf
die Stromerzeugung aus Windkraft. Die
Wärmekraft-Tochter liefert die wichtige
Ergänzungsenergie.
HANDEL/
VERTRIEB
VERBUND-Austrian
Power Trading AG
VERBUND-Austrian
Power Sales GmbH
Der Verbund zählt zu den expansivsten
und erfolgreichsten Stromhändlern Euro
pas und ist in den meisten Mitgliedsstaaten
der EU tätig. Seit Juli 2005 ist der Verbund
auch im Direktvertrieb an österreichische
Endkunden höchst aktiv. Bisher konnten
in diesem Segment rund 225.000 Kunden
gewonnen werden.
ÜBERTRAGUNG VERBUND-Austrian Power Grid AG Der Verbund betreibt das überregionale
Hochspannungsnetz in Österreich, über
das rund 50 % des heimischen Stromver
brauchs transportiert werden. Mit seinen
Verbindungen zum internationalen Netz ist
der Verbund auch eine wichtige Schaltstelle
im europäischen Stromtransport.
BETEILIGUNGEN VERBUND-International GmbH Der Verbund hält zahlreiche Beteiligun
gen im In- und Ausland, überwiegend im
Kerngeschäft Energie. Diese erfolgreichen
Unternehmen liefern steigende Beiträge
zum Ergebnis des Verbund. Die VER
BUND-International GmbH hält alle Aus
landsbeteiligungen des Konzerns. Dagegen
wurden die Inlandsbeteiligungen anderen
Leitgesellschaften zugeordnet.

DATEN/FAKTEN

ERZEUGUNG

KONZERNAUFBRINGUNG TWh

*
WASSERKRAFT
27,1
WIND/SONNE 0,1
*
WÄRMEKRAFT
2,7
FREMDBEZUG 21,4
KONZERNAUFBRINGUNG 51,3

KENNZAHLEN KRAFTWERKE

EPL* RAV**
ANZAHL MW GWh
WASSERKRAFT*** 103 6.297 23.695
BEZUGSRECHTE WASSERKRAFT 20 590 3.030
WIND/SONNE 5 52
WÄRMEKRAFT*** 8 1.520
BEZUGSRECHTE WÄRMEKRAFT 1 165
SUMME 137 8.624 26.725
* ENGPASSLEISTUNG ** REGELARBEITSVERMÖGEN *** INKL. BEZUGSRECHTE

* INKL. BEZUGSRECHTE

HANDEL/VERTRIEB

KONZERNABSATZ TWh

LÄNDERVERTEILUNG

HÄNDLER 16,1
WEITERVERTEILER 23,2
ENDKUNDEN 10,3
EIGENBEDARF 1,7
KONZERNVERWENDUNG 51,3
TWh ANTEIL
ÖSTERREICH 25,2 49%
DEUTSCHLAND 19,7 38%
FRANKREICH 5,5 11%
ITALIEN 0,4 1%
BULGARIEN 0,2 0%
SONSTIGE 0,3 1%
SUMME 51,3 100%

ÜBERTRAGUNG

STROMTRANSPORT IM 220/380 KV NETZ TWh

EINSPEISUNG INLAND 21,7
EINSPEISUNG AUSLAND 16,3
VERLUSTE 0,5
ABGABE AUSLAND 17,0
ABGABE INLAND 20,5
SPANNUNGSEBENE TRASSENLÄNGE SYSTEMLÄNGE
380 kV 1.104 2.218
220 kV 1.661 3.313
110 kV 706 1.232
SUMME 3.471 6.763

NETZ km

OPERATIVES ERGEBNIS MIO. €

KONZERNERGEBNIS MIO. €

OPERATIVER CASHFLOW MIO. €

DIVIDENDE JE AKTIE €

STROM IST GEGENWÄRTIGE ENERGIE. ER WIRD ERZEUGT UND VERBRAUCHT – IN JEDEM AUGENBLICK. ENTSCHEIDEND IST, WIE WIR DIE ENERGIEQUELLEN NUTZEN. WAS WIR JETZT UNTERNEHMEN, UM ZUKUNFT ZU SICHERN.

INHALT

BERICHT DES VORSTANDES 4
BERICHT DES AUFSICHTSRATES 8
ORGANE DER GESELLSCHAFT 10
POSITIONIERUNG 14
STRATEGIE 15
AKTIE 18
KONZERNLAGEBERICHT 26
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
MARKT UND BRANCHE 27
GESCHÄFTSVERLAUF 32
GESCHÄFTSBEREICHE 46
FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 63
EREIGNISSE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG 73
BERICHT ÜBER DIE RISIKEN UND DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN 74
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS 77
BERICHT ÜBER DIE FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 79
BERICHTERSTATTUNG ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES
RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (§ 243A ABS. 2)
81
ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN
VERPFLICHTUNGEN (§ 243A ABS. 1) 87
KONZERNABSCHLUSS 90
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS 91
GESAMTERGEBNISRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS 92
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS DES VERBUND-KONZERNS 92
BILANZ DES VERBUND-KONZERNS 93
KAPITALFLUSSRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS 94
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 95
BESTÄTIGUNGSVERMERK 188
CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 198
GLOSSAR 211
IMPRESSUM/KONTAKT 213
AKTIENKENNZAHLEN 216

DISCLAIMER: DIESER GESCHÄFTSBERICHT ENTHÄLT ZUKUNFTSBEZOGENE AUSSAGEN, DIE ÜBLICHERWEISE MIT BEGRIFFEN WIE »ERWARTEN«, »PLANEN«, »RECHNEN« UND ÄHNLICHEN FORMULIERUNGEN UMSCHRIEBEN WERDEN. DIE TATSÄCHLICHEN EREIG-NISSE UND ERGEBNISSE KÖNNEN AUFGRUND VERSCHIEDENSTER FAKTOREN WESENTLICH VON DER ERWARTETEN ENTWICKLUNG ABWEICHEN. DIESER GESCHÄFTSBERICHT IST AUCH IN ENGLISCHER SPRACHE VERFÜGBAR. IM ZWEIFELSFALL GILT DIE DEUTSCH-SPRACHIGE VERSION. UM EINE LEICHTERE LESBARKEIT DES TEXTES ZU GEWÄHRLEISTEN, WURDE IM VORLIEGENDEN BERICHT AUF DIE EXPLIZITE GESCHLECHTSNEUTRALE SCHREIBWEISE VERZICHTET. ZUR VEREINFACHUNG WURDE STELLVERTRETEND FÜR BEIDE GESCHLECHTSFORMEN JEWEILS NUR DIE KÜRZERE MÄNNLICHE SCHREIBWEISE ANGEWANDT.

ES PASSIERT IN JEDEM AUGENBLICK. STROM WIRD ERZEUGT. UND VERBRAUCHT. MENSCHEN ARBEITEN DARAN, ZUKUNFT ZU SICHERN. DENN WAS DAS UNTERNEHMEN IN ZUKUNFT ERFOLGREICH MACHT, ENTSCHEIDET SICH

IN JEDEM AUGENBLICK. JETZT.

DEN AUGENBLICK ERLEBEN. MIT ALLEN SINNEN. EMOTIONAL, ELEMENTAR, UNMITTELBAR. HIER UND JETZT. ENERGIE SPÜREN. SONNE, SCHNEE, REGEN, WIND. ELEMENTE, AUS DENEN DER VERBUND DIE ENERGIE FÜR DEN ERFOLG DES UNTERNEHMENS GEWINNT.

IN JEDEM AUGENBLICK. JETZT.

DIPL.-ING. WOLFGANG ANZENGRUBER VORSITZENDER DES VORSTANDES

DR. JOHANN SEREINIG STV. VORSITZENDER DES VORSTANDES

BERICHT DES VORSTANDES

Wir blicken auf ein Jahr zurück, das trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise positiv für uns verlaufen ist. In einem schwierigen Umfeld konnten wir unsere Wachstumsprojekte im In- und Ausland weiter forcieren und die Marktposition des Verbund in den strategischen Kernmärkten ausbauen. Für das Geschäftsjahr 2009 können wir ein gutes Ergebnis präsentieren, das allerdings unter dem historischen Rekordergebnis von 2008 liegt.

Die Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr war im Wesentlichen von drei Faktoren geprägt: von niedrigen europäischen Großhandelspreisen für Strom, einer überdurchschnittlichen Wasserführung und bilanziellen Sondereffekten.

Die Großhandelspreise für Strom, insbesondere die kurzfristigen Forward- und die Spotmarktpreise, sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und notierten das gesamte Jahr über auf sehr niedrigem Niveau. Ursachen dafür waren deutlich niedrigere Preise für Primärenergieträger, die geringere Stromnachfrage und der gesunkene Preis für CO2-Zertifikate. Ein Gutteil der Verbund-Eigenerzeugung war jedoch im Rahmen der Hedging-Strategie bereits ein Jahr im Voraus zu noch deutlich höheren Strompreisen verkauft worden. So konnten die negativen Auswirkungen der schwachen kurzfristigen Strompreise gedämpft werden.

Die gute Wasserführung der heimischen Flüsse steigerte die Stromerzeugung aus heimischer Wasserkraft und wirkte sich positiv auf das Ergebnis aus. Der Erzeugungskoeffizient lag 2009 mit 1,06 um 6 % über dem vieljährigen Durchschnitt und um 5 % über dem Vorjahreswert.

Belastend auf die operative Ergebnisentwicklung wirkten hingegen negative bilanzielle Sondereffekte i.H.v. rd. 60 Mio. €, die vor allem durch außerordentliche Instandhaltungen, die Auswirkungen der Systemnutzungstarife-Verordnung sowie eine Abwertung der Kohlelagerbestände verursacht wurden.

Die Geschäftszahlen des Verbund entwickelten sich daher wie folgt: Die Umsatzerlöse fielen um 7,0 % auf 3.483,1 Mio. €, das Operative Ergebnis sank um 8,5 % auf 1.042,3 Mio. €, und das Konzernergebnis reduzierte sich um 6,2 % auf 644,4 Mio. €.

DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER MITGLIED DES VORSTANDES

MAG. CHRISTIAN KERN MITGLIED DES VORSTANDES

Trotz der gesunkenen Ergebnisse wollen wir das Vertrauen der Aktionäre in den Verbund stärken und werden daher der Hauptversammlung für das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte eine Anhebung der Dividende von 1,05 €/Aktie auf 1,25 €/Aktie – 1,00 €/Aktie Basisdividende und 0,25 €/Aktie Sonderdividende – vorschlagen.

»Wir blicken auf ein Jahr zurück, das trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise positiv für uns verlaufen ist.«

An der Wiener Börse war der Verbund-Konzern – bezogen auf die Marktkapitalisierung – über weite Strecken des Jahres 2009 das größte Unternehmen. Für die Aktionäre gab es im abgelaufenen Jahr ein Auf und Ab: Die Verluste im Quartal 1/2009 wurden von April bis Juni mehr als wettgemacht; zur Jahresmitte lag die Verbund-Aktie um 11,4 % über dem Schlusswert von 2008. Hingegen verlor die Aktie in den Quartalen 3 und 4 wieder leicht an Wert. Zum Jahresende schloss die Verbund-Aktie mit einem Kurs von 29,7 € und einer negativen Performance von 8,8 %.

Nun zu den Highlights für das Geschäftsjahr 2009: Mit dem Erwerb von 13 Wasserkraftwerken am bayerischen Inn vom deutschen Energiekonzern

E.ON vollzog der Verbund die größte Akquisition in seiner Firmengeschichte. Damit konnten wir die Position des Verbund als einer der bedeutendsten Wasserkrafterzeuger in Europa stärken und unsere starke Marktpräsenz in Deutschland, einem unserer wichtigsten Absatzmärkte im Ausland, festigen. Mit einer Gesamtleistung der erworbenen Kraftwerke von 312 MW steigert der Verbund seine jährliche Stromerzeugung aus erneuerbarer Wasserkraft um rund 1.850 GWh, – das entspricht etwa 7 % unserer heimischen Wasserkraftproduktion.

Im Inland haben wir, unserer Strategie folgend, in den Ausbau der Wasserkrafterzeugung, die Erweiterung des Hochspannungsnetzes sowie die Stärkung unserer Vertriebs- und Handelsaktivitäten investiert.

Im Sommer ging das Wasserkraftwerk Werfen/ Pfarrwerfen an der Salzach ans Netz. Die Erweiterung des Ennskraftwerks Hieflau wurde abgeschlossen, die Maschinenerneuerung im Donaukraftwerk Aschach fortgesetzt. Beim Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II in Kaprun begann der Einbau der Maschinensätze; ab 2011 wird sich die Kapazität des Standortes Kaprun auf 833 MW erhöhen. Auch alle anderen Kraftwerksprojekte laufen nach Plan. So soll das hochmoderne, 832 MW starke Gas- und Dampf-Kombikraftwerk Mellach in der Steiermark im Herbst 2011 seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Die Inbetriebnahme der 380-kV-Leitung in der Steiermark im Herbst war ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des heimischen Netzes. Nun wird mit Hochdruck am ersten Abschnitt der 380-kV-Leitung in Salzburg gearbeitet. Weiters wurde am 29.10. 2009 die neu errichtete, hochmoderne Steuerungszentrale für das österreichische Stromnetz eröffnet. Die Bauzeit für die "Power Grid Control" in Wien-Unterlaa betrug zwei Jahre, die Gesamtinvestition betrug rund 19 Mio. €.

2009 konnten wir zwei wichtige langfristige Stromlieferverträge abschließen und haben damit einen Teil unserer Eigenstromproduktion langfristig abgesichert. Zwischen 2010 und 2013 wird der Verbund 10 TWh Wasserkraftstrom an die Landesenergieversorger EVN und Wien Energie liefern. Durch den gemeinsamen Einkauf werden diese beiden Weiterverteiler zu unserem zweitgrößten Kunden.

Auch der Liefervertrag mit den Österreichischen Bundesbahnen wurde um weitere vier Jahre verlängert und umfasst insgesamt 4,4 TWh.

Im Ausland verstärkten wir unser Engagement in den Joint Ventures in Italien, der Türkei und Frankreich.

Am italienischen Markt vergrößerten wir durch eine weitere Kapitalerhöhung unseren Anteil an der Sorgenia Group, dem viertgrößten Strom- und Gasversorger in Italien, von 43 % auf rund 45 %. Sorgenia nahm im Dezember 2009 das Gaskraftwerk Modugno in Süditalien in Betrieb und verfügt nun über Kraftwerkskapazitäten im Ausmaß von 3.077 MW. 2012 soll Sorgenia – nach der Fertigstellung der beiden Gaskraftwerke Lodi und Aprilia – über rund 5.200 MW an installierter Kraftwerksleistung verfügen; das entspricht rund zwei Drittel der gesamten Kraftwerksleistung des Verbund in Österreich.

In der Türkei setzten wir im Rahmen unserer Partnerschaft mit der türkischen Sabanci-Gruppe das Investitionsprogramm in der Stromerzeugungsgesellschaft Enerjisa und die Restrukturierung in der Verteilgesellschaft Bakent EDAS zügig um: Als nächste Erzeugungsanlagen sollen ab Ende 2010 das 919-MW-Gaskraftwerk Bandırma und der Windpark Çanakkale Strom liefern, sechs Wasserkraftwerke folgen bis 2012. Bis 2015 wollen wir gemeinsam mit Sabanci einen Marktanteil von 10 % am türkischen Strommarkt erreichen.

In Frankreich konnten wir unsere Anteile an der Poweo S.A., dem größten unabhängigen Stromversorger in Frankreich, auf 46 % aufstocken und damit die operative Führung übernehmen. Ein wesentlicher Meilenstein in der Entwicklung der Gesellschaft zu einem vertikal integrierten Versorger in Frankreich war die Inbetriebnahme der ersten von POWEO errichteten Erzeugungsanlage, des 412-MW-Gaskraftwerks Pont-sur-Sambre, im Herbst 2009.

Als großen Erfolg betrachten wir auch die vorzeitige Auflösung des Großteils unserer Cross-Border-Leasing-Transaktionen. 2009 konnten wir rund 80 % unseres gesamten ursprünglich abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Volumens auflösen und dabei den überwiegenden Teil der erzielten Barwertvorteile erhalten.

STRATEGISCHE ENTWICKLUNG

2010 wird ein herausforderndes Jahr. Trotzdem können wir angesichts der hohen Innenfinanzierungskraft und starken Bonität des Verbund unsere bestehenden Investitionsprojekte im Inund Ausland fortführen. Dennoch haben auch wir unsere Strategie im vergangenen Jahr weiterentwickelt und dabei die geänderten Rahmenbedingungen berücksichtigt. Bis Ende 2010 planen wir eine Phase der Fokussierung und Konsolidierung.

Unser strategisches Hauptaugenmerk gilt der Wasserkraft. Hier wollen wir in den kommenden Jahren die starke Position des Verbund unter den größten Wasserkraft-Konzernen Europas weiter ausbauen. Um diese strategische Vision zu verwirklichen, planen wir den Ausbau dieser umweltfreundlichen Form der Stromerzeugung – dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch verträglich ist.

Unser Wasserkraft-Stromerzeugungsportfolio ergänzen wir durch Erdgas und Wind. Beispiele dafür sind das Erdgas-Kombi-Kraftwerk Mellach bei Graz und ähnliche Projekte im Ausland sowie die Planung und Errichtung weiterer Windkraftwerke an der rumänischen und an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Hingegen hat eine Erweiterung der Stromgewinnung aus Kohlekraftwerken und aus Photovoltaik für uns keine strategische Bedeutung.

Die Konzentration auf fünf Länder – Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und die Türkei – ist eine weitere wichtige Festlegung in unserer Strategie. In Österreich, Deutschland und Frankreich agieren wir in einer führenden Position, in Italien und in der Türkei gemeinsam mit regional stark verankerten Partnern.

Der Stärkung des Handels mit und der Vermarktung von elektrischer Energie gilt der nächste strategische Schwerpunkt: Schon jetzt ist der Verbund in mehr als 20 Ländern als Großhändler aktiv. Im österreichischen Endkundengeschäft wollen wir Wettbewerbsmotor bleiben und streben bis 2015 die Zahl von 400.000 Endkunden an, derzeit beliefern wir rund 225.000 Kunden.

Abgerundet wird die Verbund-Strategie durch unsere verstärkten Aktivitäten im Bereich "Innovation, Forschung & Entwicklung". Hier wollen wir bei neuen Anwendungen von Beginn an dabei sein, etwa beim Thema "Elektromobilität". Mitte 2009 wurde dazu unter unserer Federführung die Plattform "Austrian Mobile Power" gegründet und zum Jahresende durch eine operative Gesellschaft gleichen Namens ergänzt. Auch sollen verstärkte Anstrengungen im Bereich innovativer Lösungen zur Nutzung der Wasserkraftpotenziale an ökologisch sensiblen und technisch schwierigen Standorten unternommen werden.

Kompetente und engagierte Mitarbeiter sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig. Das hat sich im vergangenen Jahr erneut deutlich gezeigt. Daher gilt unser besonderer Dank allen Kolleginnen und Kollegen im Verbund!

AUSBLICK

Das Geschäftsjahr 2010 stellt an die gesamte europäische Energiebranche und damit auch an den Verbund große Herausforderungen. Die Nachfrage nach Strom, ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der europäischen Großhandelspreise für Elektrizität, wird aufgrund der prognostizierten Wirtschaftsentwicklung gedämpft bleiben. Ebenso zeichnet sich derzeit keine Erhöhung der Kosten für die Primärenergieträger Gas und Kohle ab, die ebenfalls wesentliche Einflussfaktoren für die europäische Großhandelspreisentwicklung und damit für unser Ergebnis darstellen.

Für das Geschäftsjahr 2010 erwarten wir ein Ergebnis, dass trotz Restrukturierungs- und Einsparungsprogrammen deutlich unter dem Niveau von 2009 zu liegen kommen wird. Trotzdem werden wir unser Investitionsprogramm in profitable In- und Auslandsprojekte weiterführen, da wir überzeugt sind, dass sich die Rahmenbedingungen für die Stromwirtschaft mittelfristig wieder verbessern werden und der Verbund davon profitieren wird.

DIPL.-ING. WOLFGANG ANZENGRUBER DR. JOHANN SEREINIG DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER MAG. CHRISTIAN KERN

BERICHT DES AUFSICHTSRATES 2009

Im Geschäftsjahr 2009 war der Verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, durch die
Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise mit überaus schwierigen Rahmenbedingungen konfron
tiert. Trotzdem gelang es dem Konzern, seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums
konsequent weiterzuverfolgen und ein gutes Ergebnis zu erzielen, das nur wenig unter dem Rekorder
gebnis des Vorjahres liegt.
Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in
fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrge
nommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt knapp 90 %. Der
Vorsitzende des Aufsichtsrates hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mit
gliedern des Aufsichtsrates gehalten und in Fällen von Abwesenheit einzelner Mitglieder deren Meinung
eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.
Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen
der Geschäftsentwicklung sowie über die Lage und Strategie des Unternehmens, einschließlich der
wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich
und schriftlich informiert.
Auch hat der Aufsichtsrat aufgrund der umfangreichen Berichterstattung des Vorstandes dessen Ge
schäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen
Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.
NEUE ZUSAMMENSETZUNG DES
VORSTANDES
Seit 2009 leitet Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber den Konzernvorstand als Vorsitzender und Finanzvor
stand. Zum selben Zeitpunkt trat eine neue Geschäftsverteilung im Vorstand in Kraft. Auch in der neuen
Zusammensetzung ist das harmonische Zusammenwirken innerhalb des Vorstands sichergestellt. Ebenso
konnte die gute und konstruktive Kooperation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand weiter ausgebaut werden.
STRATEGIE UND INVESTITIONEN Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde vom Vorstand die Unternehmensstrategie systematisch überar
beitet und sowohl mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates als auch mit dem gesamten Aufsichtsrat
abgestimmt. Die adaptierte Strategie bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Verbund und
für weiteres wertschaffendes Wachstum mit internationaler Ausrichtung.
Unter den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrates sind neben der Genehmigung des Konzern
budgets die Zustimmung zum Erwerb von 13 Wasserkraftwerken an der deutschen Strecke des Inn, zur
Akquisition eines Windparks in Bulgarien sowie zur Auflösung des Großteils der Cross-Border-Leasing
Verträge (rund 80 % des Volumens) hervorzuheben. Weitere wichtige Themen waren die strategische
Weiterentwicklung des Engagements in Frankreich und Beschlüsse zu Kapitalaufnahmen bzw. Garantie
übernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren und eine ausreichende Liquidität zu sichern. Auch
das Joint-Venture Enerjisa, Türkei, wurde gesondert behandelt. Den niedrigen Stromforwards entspre
chend ist im Jahr 2010 der Erlösseite besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
CORPORATE GOVERNANCE
KODEX, AUSSCHÜSSE DES AUF
SICHTSRATES
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Berichtsjahr fünfmal (insbesondere zur Vorbereitung
der Plenarsitzungen), der Prüfungsausschuss viermal. Dabei befasste sich der Prüfungsausschuss mit
dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw.

der Bestellung des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich entsprechend den mit dem Unternehmensrechts-Änderungsgesetz (URÄG) 2008 eingeführten neuen Anforderungen eingehend insbesondere mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.

Als führendes börsenotiertes Unternehmen seiner Branche hat sich der Verbund schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex gegenüber verpflichtet und bemüht sich, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrates mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen, begründeten Abweichung vollständig eingehalten.

Gemäß dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrates eingerichtet. Der Vergütungsausschuss, der mit dem Präsidium ident ist, hielt zwei Sitzungen ab, die die Vergütung des Vorstandes zum Gegenstand hatten. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Gemäß der Anforderung des Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrates, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seine Vergütung sind dem Corporate Governance-Bericht zu entnehmen.

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln sowie, dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2009 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstandes wurde genehmigt, und dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate Governance-Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für die im Geschäftsjahr 2009 geleistete erfolgreiche Arbeit aus.

Dr. Gilbert Frizberg, Vorsitzender des Aufsichtsrates Wien, im Februar 2010

JAHRESABSCHLUSS UND PRÜFUNGSAUSSCHUSS

ORGANE DER GESELLSCHAFT 2009

KURZDARSTELLUNG

VORSTAND

Sie im Corporate-Governance-Bericht

Nähere Angaben zum Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen finden Sie im Corporate-Governance-Bericht auf Seite 201 ff

Nähere Angaben zum Vorstand finden

auf Seite 199 ff

Dr. Johann Sereinig Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mitglied des Vorstandes

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstandes (ab 1. 1. 2009) Mag. Christian Kern Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. Stv. Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök 2. Stv. Vorsitzender
o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel
Dr. Burkhard Hofer
Mag. Herbert Kaufmann
Dr. Michael Losch
Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg
Ing. Siegfried Wolf
Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung
Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender
Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende
Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat

MIT DEM WASSER KOMMT DIE KRAFT.

WENN REGEN FÄLLT, FLIESSEN FLÜSSE. FÜLLEN SICH STAUSEEN. LAUFEN KRAFTWERKE. JETZT FLIESST STROM. SCHAFFT WÄRME, MACHT LICHT, BRINGT ALLES IN BEWEGUNG. SO WIRD DIE KRAFT DES WASSERS ZUR BASIS FÜR EINEN ÖSTERREICHISCHEN KONZERN VON INTERNATIONALEM FORMAT.

POSITIONIERUNGBERICHT ÜBER DEN

STRATEGIE

Sein Hauptaugenmerk legt der Verbund auch in Zukunft auf die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung und damit auf die CO2-freie Erzeugung von elektrischem Strom. Schon jetzt liegt der Verbund bei der Wasserkraftproduktion im europäischen Vergleich weit vorne. Mit dem Erwerb von 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn im abgelaufenen Wirtschaftsjahr rückt der Verbund seinem Ziel, einer der bedeutendsten Wasserkrafterzeuger in Europa zu werden, einen großen Schritt näher.

Im Jahr 2009 reagierte der Verbund auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und entwickelte seine Strategie weiter: Neben den unvermindert wichtigen Werten – wie wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein, profitables Wachstum und internationale Ausrichtung – wurden jetzt wesentliche Eckpfeiler definiert. Diese sollen gleichsam als Richtschnur für die Weiterentwicklung des Konzerns in den kommenden Jahren gelten.

Die starke Basis für die Zukunft liegt in der Wasserkraft. Ziel des Verbund ist es, in Europa in diesem Sektor ganz vorne mitzuspielen und zu einem der bedeutendsten Wasserkraft-Konzerne Europas aufzusteigen. Realisiert werden soll dieses ambitionierte Ziel einerseits durch den Ausbau und die Optimierung der Wasserkraft in Österreich und andererseits durch den Einsatz der Wasserkraft-Kompetenz des Verbund bei Investitionsprojekten im Ausland.

Im Heimmarkt Österreich will der Verbund deshalb die eigenen Wasserkraftprojekte zügig umsetzen. So wird derzeit das Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II errichtet, weitere derartige Projekte sind in Planung.

Wasserkraft-Kompetenz umfassend nutzen. Im Ausland zielt der Verbund darauf ab, seine Wasserkraft-Kompetenz umfassend zu nutzen. Hohen Wert legt der Verbund dabei auf die Einbindung lokaler Interessen und Bedürfnisse. Dadurch trägt der Verbund auch dem Nachhaltigkeitsgedanken vorbildlich Rechnung.

Darüber hinaus bringt der Verbund sein Wasserkraft-Know-how in Investitionsprojekte seiner großen Beteiligungen ein. So stellt Wasserkraft die Hälfte der in der Türkei vorgesehenen neuen Kraftwerkskapazitäten dar.

Eine CO2-arme Ergänzung für das primär auf die Wasserkraft ausgerichtete Erzeugungsportfolio des Verbund bilden diverse Projekte im In- und Ausland mit den Ressourcen Erdgas und Wind. Hier will der Verbund einerseits durch Diversifizierung eine optimale Erzeugungsstruktur erreichen und andererseits einen nachhaltigen Energiemix aus umweltfreundlicher Stromgewinnung sicherstellen.

Besonderes Augenmerk bei den Erdgas- und Windkraft-Projekten liegt auf der Ausgewogenheit des Gesamtportfolios hinsichtlich Erzeugungskapazitäten und Zielländern, um eine risikooptimale Ertragsposition für den Verbund gewährleisten zu können.

Eine Präzisierung der Verbund-Strategie erfolgte im Jahr 2009 auch hinsichtlich der primären Zielmärkte. Nunmehr stehen fünf Länder im Fokus: Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und die Türkei. Die Region Südosteuropa ist derzeit strategisch nachrangig.

WASSERKRAFT – AUSBAU UND OPTIMIERUNG

GAS- UND WINDKRAFTWERKE ALS ERGÄNZUNG

FÜNF LÄNDER IM FOKUS

Die folgenden Parameter beeinflussten die Weiterentwicklung unserer Strategie: Neben der Wirtschaftskrise und den damit einhergehenden sinkenden Börsepreisen für Strom war, nach der sehr erfreulichen und stark expansiven Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre, eine Bündelung der Kräfte auf bestehende Engagements erforderlich.

Der österreichische Markt ist von herausragender Bedeutung für den Verbund, weil hier die Ressource Wasserkraft eine vom Umfang her einzigartige und umweltfreundliche Form der Energiegewinnung bildet. Hier wollen wir unsere starke Position durch weitere Kraftwerksprojekte sowie forcierte Handelsund Vertriebsaktivitäten kräftigen.

Deutschland bleibt wichtigster Auslandsmarkt. Deutschland ist und bleibt der mit großem Abstand wichtigste Strommarkt des Verbund außerhalb Österreichs. Der Verbund tätigt rund 40 % seines Absatzes in Deutschland und ist in diesem Markt als umweltfreundlicher Stromanbieter gut positioniert. Hier wird der Verbund sein Engagement verstärken. Ein wichtiger Schritt dazu war die Übernahme von 13 Laufwasserkraftwerken der E.ON am bayerischen Inn im vergangenen Jahr. Diese bilden eine ideale Ergänzung der bestehenden Erzeugungsanlagen des Verbund und haben aufgrund der geografischen Nähe zum Heimmarkt Österreich einen besonderen strategischen Wert.

Die bestehenden Beteiligungen in Italien, Frankreich und in der Türkei wollen wir engagiert weiterentwickeln. Entscheidende Schritte im vergangenen Jahr waren die Anteilserhöhungen an POWEO S.A. von rund 30 % auf 46 % und bei Sorgenia von 42,7 % auf 44,8 % sowie die derzeit planmäßige Realisierung der Kraftwerksprojekte der EnerjiSA.

In diesen Fokusländern ist der Verbund – wie im Heimmarkt Österreich – weiterhin auf die Umsetzung eines ausgewogenen und nachhaltigen Energieerzeugungs-Mix ausgerichtet. Auch beabsichtigt der Verbund, sich an der für die kommenden Jahre geplanten Versteigerung von Wasserkraft-Konzessionen am französischen Energiemarkt zu beteiligen.

Mittel- und langfristig strebt der Verbund, in Ergänzung zu den genannten Beteiligungen, weiteres Wachstum vor allem durch eine regional fokussierte Marktbearbeitung mittels der Erzeugungstechnologien Wasser, Erdgas und Wind an. Attraktive Marktbedingungen sowie ein politisch, rechtlich und energiewirtschaftlich sicheres Umfeld werden dabei eine gewichtige Rolle spielen und die Ausrichtung auf profitables Wachstum leiten.

Beim Stromhandel wird der Verbund auch zukünftig auf eine risikooptimale Vermarktungsstrategie setzen, die vom Gedanken der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit getragen ist. Der Verbund ist heute über seine Stromhandelsaktivitäten in zahlreichen Märkten und an nahezu allen europäischen Strombörsen tätig. HANDEL UND VERMARKTUNG STÄRKEN

Die bestehenden Handelsaktivitäten sollen durch eine Erdgas-Beschaffung mit Fokus auf den künftigen Eigenbedarf ergänzt werden. Ziel ist es, entsprechendes Know-how im Erdgasmarkt aufzubauen: Dieses soll für eine Unabhängigkeit bei der Beschaffung sowohl für österreichische Erdgas-Kraftwerke (aktuell in Bau ist Mellach) als auch für Projekte in den strategischen Auslandsbeteiligungen gebündelt im Konzern genutzt werden.

Förderung des Wettbewerbs im Strommarkt. Bei der Vermarktung der erzeugten Energie setzt der Verbund weiterhin auf die Beibehaltung der Belieferung der heimischen Landesenergieunternehmen, ergänzt um primär österreichische Größtkunden. Im Kleinkundensegment (Haushalte) will der Verbund die Marktliberalisierung aktiv unterstützen: Der Konzern versteht sich auch als Förderer des Wettbewerbs. Ziel des Verbund ist es, die Zahl der belieferten Endkunden zu erhöhen und damit seine vertikal integrierte Position am österreichischen Markt auszubauen.

Aufgrund der ökologisch begünstigten Erzeugungsstruktur des Verbund stellt die Ausweitung und Optimierung des Verkaufs von Ökostrom-Zertifikaten in Österreich, Deutschland und Italien für den Verbund eine ideale strategische Option im Vertriebsbereich dar.

Neue Entwicklungen aktiv mitgestalten. Im Rahmen der neuen Anwendungen verfolgt der Verbund eine proaktive Strategie mit dem Ziel, neue Produkte und Entwicklungen am Markt von Beginn an mitzugestalten. Ein Schwerpunkt ist die Elektromobilität, wo unter Federführung des Verbund im Sommer 2009 die Plattform "Austrian Mobile Power" (AMP) gegründet wurde. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Thema Energiemanagement, vor allem der dezentralen Erzeugung und Speicherung von Strom sowie effizienten Energiegesamtlösungen für Endkunden. Von herausragendem Interesse sind Überlegungen und Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Smart Grids und des Smart Metering. Im Bereich der Versorgung von Endkunden mit elektrischer Energie erfahren Aspekte wie umfangreicher Kundenservice oder Produktdifferenzierung (Ökostrom-Labels) schon jetzt eine besondere Bedeutung.

Die gemeinsame Klammer der Verbund-Strategie besteht im klaren Bekenntnis zur wertorientierten Unternehmensführung und zu einem starken Rating. Im Rahmen der Investitions- und Akquisitionstätigkeit erfolgt die Umsetzung von Projekten nach wertorientierten und strategischen Kriterien. Der Erhalt eines starken Ratings ist gleichfalls eine wesentliche Prämisse in der Umsetzung der Verbund-Strategie. Ein starkes Rating sichert hohe Flexibilität in der Finanzierung und den Zugang zu den internationalen Finanzmärkten. Gerade in der Krise hat sich erneut gezeigt, wie stark Kapitalmärkte zwischen guten und weniger guten Unternehmensbewertungen unterscheiden.

INNOVATION UND NEUE ANWENDUNGEN

PROFITABLES WACHSTUM UND STABILITÄT IM RATING

AKTIE

Der Verbund-Konzern war über weite Strecken des Jahres 2009 – bezogen auf die Marktkapitalisierung – das höchstbewertete Unternehmen an der Wiener Börse. Die Performance der Verbund-Aktie war vor allem durch den Rückgang der Großhandelspreise für Strom beeinträchtigt – eine der Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Ende 2009 schloss die Verbund-Aktie nach einer negativen Performance von 8,8 % mit einem Kurs von 29,7 €. Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Hauptversammlung eine Dividende i.H.v. 1,00 €/Aktie plus einer Sonderdividende in Höhe von 0,25 €/Aktie vorgeschlagen.

BÖRSEJAHR 2009

Kursgewinne trotz Weltwirtschaftskrise. Das Jahr 2009 war gekennzeichnet durch die Folgewirkungen der Finanzmarktkrise, die sich im Jahr 2008 zur Weltwirtschaftskrise entwickelt hatte. Die ökonomische Talfahrt hatte bereits 2007 mit dem Platzen der Spekulationsblase bei den US-Immobilien begonnen.

Während die Mehrzahl der Börsen im Jahr 2007 aber noch eine knapp positive Entwicklung aufweisen konnte, kam es 2008 zu massiven Kursverlusten an den internationalen Finanzmärkten. Diese Entwicklung setzte sich auch in den ersten Wochen und Monaten des Jahres 2009 fort: Negative Wirtschaftsdaten, schlechte Konjunkturprognosen, anhaltende Probleme bei den Banken und vor allem in der Automobilindustrie beherrschten die Schlagzeilen und führten zu einer nachhaltigen Verunsicherung der Investoren.

Immer mehr schlug sich die Krise auch auf den Arbeitsmarkt nieder; die großen Volkswirtschaften schrumpften in Rekordtempo. Der Internationale Währungsfonds prophezeite Ende Jänner 2009 das schwärzeste Jahr für die Wirtschaft seit 1945. Alle Bemühungen der Regierungen und Notenbanken, mit ihren Maßnahmen eine Antwort auf die Finanz- und Weltwirtschaftskrise zu finden, konnten die Stimmung an den Börsen vorerst nicht verbessern. An zahlreichen Börsen wurden die Tiefstände von 2008 Anfang März noch einmal unterboten.

Eine kräftige Kurserholung begann schließlich Mitte März 2009 und setzte sich über weite Strecken des Jahres fort. Getragen wurde diese Erholung von relativ guten Ergebnissen im Finanzsektor, einer starken Entwicklung der Technologiewerte und vom steigenden Vertrauen der Investoren in die Wirksamkeit der geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen. Ausschlaggebend war vor allem auch die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft.

In der Realwirtschaft waren allerdings anfangs noch keine nachhaltigen Zeichen einer Erholung zu sehen. Unverändert beherrschten negative Meldungen – wie z. B. die Insolvenz der US-Autobauer Chrysler und General Motors, weitere Probleme bei der Hypo Real Estate sowie Jobabbauprogramme – die Schlagzeilen.

Die internationalen Börsen verzeichneten im Quartal 2/2009 durchwegs zweistellige Zuwachsraten: Sie konnten einen Großteil der Verluste aus dem Quartal 1/2009 egalisieren bzw. teilweise sogar überkompensieren.

Die positive Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten setzte sich auch im Quartal 3/2009 fort: Gestützt wurde diese Entwicklung, wie schon im Quartal 2/2009, einerseits durch massive

AKTIE

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 19

staatliche Ausgabenprogramme und eine expansive Politik der Notenbanken, andererseits aber auch durch verbesserte makroökonomische Indikatoren und – darauf beruhend – optimistischere Konjunkturprognosen.

Es mehrten sich im Quartal 3/2009 die Hinweise darauf, dass die großen Volkswirtschaften den Tiefpunkt der Rezession hinter sich gelassen haben. Zum Ende des Quartals 3/2009 wiesen alle bedeutenden Aktienindizes deutliche Steigerungsraten gegenüber den entsprechenden Schlusswerten von 2008 auf.

Nach volatilem Verlauf entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte auch im Quartal 4/2009 leicht positiv. Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft war allerdings unklar, da die Konjunkturdaten keine eindeutige Richtung zeigten. Die US-Arbeitslosigkeit stieg infolge der Wirtschaftskrise auf den höchsten Stand seit 1983; weltweit gab es weitere Jobabbau-Programme. Im Oktober veröffentlichte Zahlen zeigten jedoch auch, dass die US-Wirtschaft im Quartal 3/2009 erstmals seit einem Jahr wieder gewachsen ist. Ende November kam es kurzfristig zu Kursabschlägen an den Börsen, als das Emirat Dubai Finanzprobleme meldete. Bis zum Jahresende konnten diese Verluste aber wieder mehr als ausgeglichen werden.

Auf Jahressicht schlossen die großen Börseplätze mit deutlichen Kursgewinnen. Der US-Börseindex Dow Jones Industrial (DJI) konnte im Jahr 2009 um 18,8 % zulegen, der Euro Stoxx 50 um 21,0 %. Der japanische Börseindex Nikkei 225 stieg auf Jahressicht um 19,0 %. Die Emerging Markets entwickelten sich 2009 noch besser als die etablierten Marktplätze. Der in Euro berechnete Osteuropaindex CECE wies für das Gesamtjahr 2009 einen Anstieg um 40,5 % aus.

Performance ATX +42,5%. Der Wiener Leitindex ATX legte 2009 um beachtliche 42,5 % an Wert zu. Damit entwickelte sich die Wiener Börse deutlich besser als die meisten internationalen Börseplätze. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass in den Monaten der großen Unsicherheit an den Aktienmärkten die Kurse an der Wiener Börse stärker gesunken waren als an anderen Börseplätzen.

Jahresperformance –8,8%. Im Jahr 2008 hatte die Verbund-Aktie nach einer negativen Performance von –32,0 % (ATX –61,2 %), mit einem Kurs von 32,6 € geschlossen. Zu Beginn des neuen Handelsjahres verlor die Verbund-Aktie – im Einklang mit den internationalen Börsen – weiter deutlich an Wert. Begründet war dieser Rückgang, neben dem allgemein schwierigen Börseumfeld, im Wesentlichen durch das weitere Sinken der Großhandelspreise für Strom. Aufgrund der äußerst negativen Aussichten für die Weltwirtschaft nahmen darüber hinaus viele Investmentbanken im Quartal 1/2009 ihre Prognosen für die Primärenergiepreise und damit auch für die Großhandelspreise für Strom weiter zurück. Dies führte zu geringeren Ergebnisschätzungen und somit zu niedrigeren Kurszielen und Herabstufungen für die Verbund-Aktie. Zum Quartalsende konnte die Verbund-Aktie die Verluste etwas eingrenzen und schloss zum 31. 03. 2009 mit einem Kurs von 28,6 € und einer negativen Performance im Quartal 1/2009 von 12,2 %.

Im Quartal 2/2009 legte die Verbund-Aktie um beachtliche 26,9 % an Wert zu; damit waren die Verluste aus dem Quartal 1/2009 mehr als kompensiert. Dieser deutliche Anstieg war auf die leichte Erholung und erwartete Stabilisierung der Großhandelspreise für Strom, die wieder etwas positiveren Analystenkommentare für die Verbund-Aktie und den Utilities-Sektor und natürlich auf die insgesamt positive Entwicklung der Aktienmärkte im Quartal 2/2009 zurückzuführen. Zum 30. 06. 2009 schloss die Verbund-Aktie mit einem Kurs von 36,3 € und einer positiven Performance im ersten Halbjahr 2009 von 11,4 %.

Im Quartal 3/2009 verlor die Verbund-Aktie 4,8 % an Wert: Sie konnte somit nicht von dem sehr positiven internationalen und vor allem nationalen Börseumfeld profitieren. Belastend auf den Aktienkurs wirkten vor allem die weiterhin relativ niedrigen Großhandelspreise für Strom. Zum 30. 09. 2009 schloss die Aktie mit einem Kurs von 34,6 € und einer positiven Performance in den Quartalen 1–3/2009 von 6,1 %.

WIENER BÖRSE

VERBUND-AKTIE

Im Quartal 4/2009 verlor die Verbund-Aktie weitere 14,0 % an Wert und entwickelte sich wie schon im Quartal 3/2009 schwächer als der Gesamtmarkt. Die Gründe dafür sind mehrschichtig: So wurden Ende Oktober 2009 vom Verbund die Ergebnisse für die Quartale 1–3/2009 veröffentlicht, die leicht unter den Erwartungen der Analysten lagen. Darüber hinaus wurde im Zuge der Ergebnisveröffentlichung der Ausblick für das Gesamtjahr 2009 leicht zurückgenommen. Viele Analysten reduzierten daraufhin ihre Kursziele für die Verbund-Aktie. Auch der neuerliche Rückgang der Großhandelspreise für Strom wirkte sich negativ auf die Kursentwicklung aus.

Zum Jahresende schloss die Verbund-Aktie mit einem Kurs von 29,7 € und einer negativen Performance im Jahr 2009 von 8,8 %. Damit entwickelte sich die Verbund-Aktie deutlich schwächer als der ATX (+42,5 %) und schwächer als der Branchenindex DJ STOXX Utilities (+1,5%). Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass die Verbund-Aktie im sehr schwierigen Börsejahr 2008 weit weniger an Wert verloren hatte als eine Vielzahl anderer Aktien. Auch in den Jahren davor konnte sie jeweils stärker zulegen als der ATX.

RELATIVE KURSENTWICKLUNG (1 Jahr, 01.01.2009 = 100 %)

Der Verbund weist ein Grundkapital von 308.200.000 € aus, verteilt auf insgesamt 308.200.000 Aktien. 51 % der Aktien befinden sich im Besitz der Republik Österreich, 49 % sind an der Börse notiert. Großaktionäre sind die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG mit je > 10 % sowie die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG mit > 5 %. Die restlichen < 24 % befinden sich im Streubesitz. Die Verbund-Aktie notiert an der Wiener Börse. Außerdem kann sie in Frankfurt, an deutschen Regionalbörsen, in London und in den USA über ein American Depositary Receipt erworben werden.

AKTIONÄRSSTRUKTUR

AKTIE

Der Börsenumsatz in Verbund-Aktien erreichte einen Wert von 3.245,1 Mio. €. Durchschnittlich wuden 2009 täglich 416.640 Aktien gehandelt. Am 31. 12. 2009 betrug der sich aus der Marktkapitalisierung ergebende Gesamtwert des Unternehmens 9.156,6 Mio. €, die Gewichtung im ATX 6,2 %. Der Verbund-Konzern war über weite Strecken des Jahres 2009 – bezogen auf die Marktkapitalisierung – das höchstbewertete Unternehmen an der Wiener Börse.

EINHEIT 2006 2007 2008 2009
HÖCHSTKURS * 41,58 49,95 59,30 38,13
TIEFSTKURS * 30,05 31,21 29,74 23,73
LETZTKURS * 40,42 47,88 32,56 29,71
PERFORMANCE % 34,15 18,46 –32,00 –8,75
MARKTKAPITALISIERUNG MIO. € 12.457,44 14.756,62 10.034,99 9.156,62
GEWICHTUNG ATX % 4,59 5,36 10,14 6,20
UMSATZ WERT MIO. € 5.500,65 6.180,40 6.221,13 3.245,15
UMSATZ STÜCK/TAG * STÜCK 592.491 665.119 546.238 416.640
GEWINN/AKTIE * 1,63 1,88 2,23 2,09
CASHFLOW/AKTIE * 2,45 2,62 3,03 3,14
BUCHWERT/AKTIE * 7,44 8,68 10,15 11,06
KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS X 24,86 25,48 14,61 14,21
KURS-CASHFLOW-VERHÄLTNIS X 16,52 18,27 10,74 9,46
KURS/BUCHWERT X 5,43 5,52 3,21 2,69
VORGESCHLAGENE DIVIDENDE/AKTIE 0
/
1
**
0,75 0,90 1,05 1,25
DIVIDENDENRENDITE % 1,86 1,88 3,22 4,21
AUSSCHÜTTUNGSRATE % 46,13 47,89 47,13 59,79
EV/EBITDA ** X 14,42 15,13 9,49 11,08

AKTIENKENNZAHLEN

* DER AM 23.MAI 2006 ERFOLGTE AKTIENSPLIT IM VERHÄLTNIS 1 : 10 IST BERÜCKSICHTIGT.

** DIE KENNZAHLEN WURDEN EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

*** 2009 INKLUSIVE EINER SONDERDIVIDENDE VON 0,25 1.

Sonderdividende i.H.v. 0,25 € geplant. Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Hauptversammlung am 07. 04. 2010 die Ausschüttung einer Dividende i.H.v. 1,00 € je Aktie plus einer Sonderdividende von 0,25 € je Aktie vorgeschlagen. Für das Geschäftsjahr 2008 wurde eine Dividende von 1,05 € je Aktie ausgeschüttet. Die Pay-out-Ratio (Ausschüttungsrate) beträgt 59,8 %, die Dividendenrendite bezogen auf den Aktienkurs am 31. 12. 2009 liegt bei 4,2 %.

Umfassende, transparente und zeitgleiche Kommunikation mit Analysten und Investoren. Im Rahmen von umfangreichen Roadshows in Europa und den USA kommunizierte das Management die erzielten Ergebnisse sowie die strategischen Ziele des Unternehmens.

DIVIDENDE

INVESTOR RELATIONS

RESEARCH

Internationale Investmenthäuser covern den Verbund. Neben den bereits in regelmäßigen Abständen erscheinenden Research-Berichten großer Investmenthäuser und den Rating-Berichten der Agenturen Moody's und Standard & Poor's wurde die Verbund-Aktie 2009 zusätzlich von UBS, Cheuvreux, Macquarie, HSBC und MainFirst gecovert. Folgende Investmenthäuser veröffentlichten 2009 regelmäßig Research-Berichte über den Verbund:

CA Cheuvreux (Nina Nedialkova) Credit Suisse (Christopher Kuplent) Deutsche Bank (James Brand) Erste Group (Christoph Schultes) Goldman Sachs (Deborah Wilkens) HSBC (Adam Dickens) Kepler Research (Ingo Becker) Macquarie Research (Peter Gladkow) Morgan Stanley (Sean Lee) Nomura (John Musk) Natixis Securities (Philippe Ourpatian) Oddo Securities (Julien Benhamou) Raiffeisen Centrobank (Teresa Schinwald) Sal. Oppenheim (Gregor Kirstein) Société Générale (John Honoré) UBS (Peter Crampton) UniCredit (Harald Weghofer)

MainFirst (Andreas Thielen) Bank of America Merrill Lynch (Simon Flowers)

JETZT KOMMT DIE SONNE.

DIE SONNE BRINGT ALLES IN BEWEGUNG. WASSER VERDAMPFT UND STEIGT AUF. WOLKEN FORMEN SICH. WIND WEHT. REGEN FÄLLT. FLÜSSE FLIESSEN. SO BEGINNT DER KREISLAUF, DER ALLES IN BEWEGUNG HÄLT. STROM WIRD ERZEUGT. JETZT. UND SORGT FÜR DIE SUBSTANZIELLE WERTENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS. KONZERNLAGEBERICHT

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE

MARKT UND BRANCHE

Wenngleich es zunehmend Signale für eine Stabilisierung der globalen Wirtschaft gibt, werden die Auswirkungen der Rezession noch einige Zeit zu spüren sein – auch in Österreich. Im Jahr 2009 wirkte sich das Schrumpfen der österreichischen Wirtschaftsleistung um 3,4 % (nach der Prognose des WIFO vom Dezember 2009) auch auf den Stromverbrauch aus. Nach den Zahlen der E-Control sank dieser 2009 um 3,8 %. Mit der Erholung der Wirtschaft wird wieder ein Anstieg des Stromverbrauchs erwartet.

Kann die globalisierte Welt aufatmen? Die Weltwirtschaft befand sich 2009 in der schwersten Rezession seit 60 Jahren. Doch laut Experten stehen die Zeichen wieder auf Wachstum: Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen die weltweite Wirtschaft 2010 um 3,1 % expandieren. Dieser Aufschwung dürfte vorerst jedoch noch von vielen Risiken begleitet sein.

Ausgehend von den USA setzte Ende 2008 sowohl in den Industriestaaten als auch in den meisten Schwellenländern eine konjunkturelle Talfahrt ein. In der Folge nahm die Wirtschaftsleistung laut IWF in den USA im Jahr 2009 um prognostizierte 2,7 % ab, in der Euro-Zone lag der Einbruch nach vorläufigen Zahlen bei 4,2 %. Hingegen war China mit einem Wachstum von 8,5 % auch im abgelaufenen Jahr die Wirtschaftslokomotive der Welt.

Auch Österreich konnte sich der globalen Rezession nicht entziehen: Der weltweite Einbruch der Nachfrage nach Investitionsgütern schlug voll auf die Exportmärkte durch. Die geringere Nachfrage aus Deutschland sowie aus Ost- und Mitteleuropa nach österreichischen Waren führte zu einem Rückgang der Exporte um real 16,8 % (Prognose WIFO). Der Tiefpunkt der Warenexporte wurde im Quartal 2/2009 durchschritten, danach zeigte der Export Besserungstendenzen.

Insgesamt dürfte die österreichische Wirtschaftsleistung 2009 gemäß den Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) um 3,4 bis 3,7 % gesunken sein. Für 2010 sagen die Prognosen von WIFO und IHS in Österreich jedoch wieder ein Wachstum von bis zu 1,5 % voraus.

Gestützt wird die Wirtschaftsleistung in Österreich durch den privaten Konsum. Die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt wird sich allerdings auch 2010 noch nicht entspannen.

Im Sog der Weltrezession. Spürbare Auswirkungen zeigte der weltweite Wachstumseinbruch 2009 auf den Energieverbrauch. Alleine in Österreich sank nach ersten Schätzungen die Nachfrage nach Energieträgern um etwa 6 %. Dies war der stärkste Rückgang seit den 1970er Jahren.

Bis auf die erneuerbaren Energien nahm der Einsatz aller Energieträger ab. Besonders betroffen war Steinkohle, verursacht durch den stark verminderten Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie und einen deutlich reduzierten Einsatz in Wärmekraftwerken. Auch der Verbrauch an Mineralölprodukten sowie an Erdgas verringerte sich jeweils, allerdings weniger drastisch. Dabei sank der Erdgasverbrauch vornehmlich infolge verminderter Nachfrage aus der Industrie. Gestützt wurde der Erdgasverbrauch

KONJUNKTURELLE RAHMENBEDINGUNGEN

ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

MARKT UND BRANCHE

hingegen durch einen höheren Einsatz zur Stromerzeugung und durch die kühlere Witterung, vor allem zu Beginn des Jahres 2009.

Höher als 2008 war der Beitrag erneuerbarer Energien. Allein die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen stieg witterungsbedingt in den ersten elf Monaten 2009 um 5,5 %. Dennoch basierte auch 2009 mehr als 70 % der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also auf Erdöl, Kohle und Erdgas.

Kräftiger Einbruch beim Stromverbrauch. Die Rezession hinterließ auch deutliche Spuren im Stromabsatz. Etwas abgefedert wurde der negative Konjunktureffekt durch den vergleichsweise stabilen Strombedarf der Haushalte und des Dienstleistungssektors sowie durch witterungsbedingte Nachfrage-Impulse zu Jahresbeginn 2009. Nach den Zahlen von E-Control für 2009 sank der Stromverbrauch in Österreich um 3,8 % (gesamte Versorgung). Wenn die Industrieproduktion wieder wächst, wird auch der Stromverbrauch anziehen.

Die Wasserkrafterzeugung erhöhte sich in den ersten elf Monaten 2009 um 5,5 %. Die so genannte "sonstige Erzeugung" stieg um 14,2 %. In ihr sind die Zunahme der Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse − sie fällt in den Bereich kalorische Erzeugung) als auch die in der Statistik noch nicht aufteilbaren Anlagen enthalten. Der Einsatz der kalorischen Kraftwerke wurde um knapp 6 % zurückgenommen.

Insgesamt nahm in den ersten elf Monaten 2009 in Österreich die Stromproduktion um 3,1 % zu. Bei um 26,7 % höheren Exporten wurden zur Deckung der gesunkenen Inlandsnachfrage die Stromimporte um 1,9 % zurückgenommen. Damit war in den ersten elf Monaten des Jahres 2009 die Strom-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2008 musste Österreich rund 7 % seines Bedarfes netto importieren.

Primärenergiepreise deutlich unter Vorjahresniveau. Die dramatische Talfahrt der Preise an den internationalen Rohöl-Märkten kam im Quartal 1/2009 zum Stillstand; seither stiegen die Notierungen wieder. Den Ausschlag dafür gaben von den OPEC-Ländern beschlossene Produktionsdrosselungen und die aufkeimende Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung.

PREISENTWICKLUNG ROHÖL

Von den Spitzenständen des Jahres 2008 blieben die Ölpreise jedoch weit entfernt. So wurde das Barrel der Sorte Brent im Jahr 2009 mit durchschnittlich 63 US-Dollar (\$) gehandelt (Brent Front Month). 2008 waren es noch 98 \$/bbl gewesen, im Juli 2008 sogar zeitweise über 140 \$/bbl.

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 29

Die langfristigen Gaspreise standen infolge des anhaltenden Angebotsüberschusses unter Abwärtsdruck. Am EEX-Terminmarkt (NCG Frontjahr) war Erdgas im Jahresdurchschnitt 2009 um etwa 41 % billiger als im Durchschnitt des Jahres 2008.

Am internationalen Markt für Kraftwerkssteinkohle verringerte sich das Handelsvolumen gegenüber 2008 rezessionsbedingt deutlich. Der Rückgang wäre noch deutlicher ausgefallen, hätten sich im vergangenen Jahr nicht die Einfuhren nach China erhöht. Im Jahresdurchschnitt 2009 notierte Kohle am EEX-Terminmarkt (ARA-Frontjahr, Eurobasis) um etwa 37 % unter dem Durchschnittsniveau von 2008.

Verabschiedung des 3. EU-Energiebinnenmarktpakets. Am 03. 09. 2009 trat das 3. EU-Binnenmarktpaket in Kraft. Von den fünf verabschiedeten Rechtsakten betreffen drei den Stromsektor (Richtlinie 2009/72/EG über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt, Verordnung 714/2009 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel sowie Verordnung 713/2009 zur Gründung einer Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden).

Die EU stellt den Mitgliedsstaaten drei unterschiedliche Unbundling1-Varianten zur Auswahl: die vollständige eigentumsrechtliche Entflechtung (Full Ownership Unbundling), die Auslagerung des Netzbetriebs an einen unabhängigen Netzbetreiber (Independent System Operator) sowie die Sicherstellung der operativen Unabhängigkeit des Netzbetreibers durch ein umfassendes Maßnahmenbündel (Independent Transmission Operator-ITO).

Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun 18 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Für die Implementierung des unabhängigen Netzbetreibers ITO verbleibt den Unternehmen – so auch dem Verbund – in weiterer Folge eine Frist von einem Jahr: Innerhalb dieser Zeit muss dieser jedoch von der Regulierungsbehörde zertifiziert werden.

Verabschiedung des EU-Energie- und Klimapakets. Um die klimapolitischen Herausforderungen zu bewältigen, wurde im April 2009 auf EU-Ebene das Energie- und Klimapaket verabschiedet. Bis 2020 soll der Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 % steigen; die CO2-Emissionen will man um 20 % reduzieren und die Energieeffizienz um 20 % steigern.

Für Österreich wurde in der neuen Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien ein Ziel von 34 % bezogen auf den Endenergieverbrauch festgelegt. Die erforderlichen Maßnahmen werden im Rahmen der "Energiestrategie Österreich" ausgearbeitet.

Der Verbund ist durch seinen bedeutenden Wasserkraftanteil im Erzeugungsportfolio schon jetzt wesentlich für den hohen Anteil an erneuerbaren Energien in Österreich mitverantwortlich und kann bei einem weiteren Wasserkraftausbau auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des 34%-Ziels leisten.

Der für den Verbund bedeutende Handel mit Herkunftsnachweisen betreffend Erneuerbare Energien ist gemäß EU-Richtlinie auch in Zukunft möglich.

Im Bereich des CO2-Handels müssen die Stromerzeuger 100 % der benötigten CO2-Zertifikate ab dem Jahr 2013 selbst beschaffen und erhalten keine Gratiszuteilungen mehr – so auch der Verbund. Ausgenommen sind Kraftwerke in jenen Ländern, deren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf weniger als die Hälfte des EU-Durchschnitts beträgt. Eine EU-Verordnung, in der die genauen Auktionierungsmodalitäten geregelt werden, wird gegenwärtig in Brüssel vorbereitet.

Novelle des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVP-G). Eine umfassende Novelle zum Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-Novelle 2009) beschloss der österreichische Nationalrat im Juli 2009: Unmittelbarer Anlass für die Novelle waren EU-rechtlich erforderliche Anpassungen. Ziel der Regierungsparteien war jedoch eine umfassendere Reform, um die regelmäßig überlangen GenehmigungsREGULATORISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Entflechtung: Trennung des Übertragungsnetzes von den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen von vertikal integrierten Unternehmen

dauern bei Energieinfrastruktur-Projekten zu verkürzen und die Verfahren zu vereinfachen. Dieses Anliegen ist aus Sicht des Verbund im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und die Klimaschutzziele essenziell.

Die UVP-G-Novelle bringt für die Elektrizitätswirtschaft gewisse Verfahrenserleichterungen, beispielsweise die UVP-Befreiung bei Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Wasserkraft. Andererseits wurden auch neue Auflagen vorgesehen. So hat der Projektwerber künftig mit der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) ein so genanntes "Klima- und Energiekonzept" vorzulegen, in dem er Maßnahmen zur Energieeffizienz und Treibhausgasreduktion darstellen muss.

WETTBEWERBS-BESCHLEUNIGUNGSGESETZ

Ein vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend im Mai 2009 vorgelegter Begutachtungsentwurf zu einem Wettbewerbsbeschleunigungsgesetz für den Energiebereich wurde vom Verbund grundsätzlich begrüßt, insbesondere die der verbesserten Versorgungssicherheit dienende Feststellung des öffentlichen Interesses an der Errichtung bestimmter Leitungs- und Elektrizitätserzeugungsanlagen sowie die Feststellung der Bundeskompetenz für grenzüberschreitende Leitungsanlagen.

Der Entwurf wurde 2009 letztlich nicht im Parlament behandelt. Im Rahmen der 2010 anstehenden ElWOG-Novelle zur Umsetzung des 3. EU-Binnenmarktpakets soll ein Teil der vorgesehenen Bestimmungen aufgegriffen werden.

SYSTEMNUTZUNGS-TARIFE-VERORDNUNG Systemnutzungstarife-Verordnung belastet die Stromwirtschaft. Mit der Novelle 2009 zur Systemnutzungstarife-Verordnung 2006 erfolgte ein Systemwechsel in der Tarifierung. Einerseits wurde der Transport des Pumpstroms in die Systemnutzungstarife einbezogen, anderseits ist seither das Netzverlustentgelt auch von Erzeugern zu leisten. Insbesondere durch den Beginn der Netzentgelttarifierung der Pumpspeicherkraftwerke wurde die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte negativ beeinflusst.

Energiestrategie für Österreich. Die Bundesregierung arbeitet seit April 2009 an einer neuen Energiestrategie für Österreich, welche im Quartal 1/2010 finalisiert werden soll.

Unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurde 2009 unter breiter Einbindung der relevanten Stakeholder in Expertenarbeitsgruppen eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen erstellt. In einem zweiten Schritt erfolgt die Bewertung und Evaluierung dieser Vorschläge durch Fachinstitutionen, wie Umweltbundesamt, Österreichische Energieagentur und ein Projektkonsortium rund um das WIFO, bevor die Bundesregierung die neue Energiestrategie beschließt.

In Abstimmung mit beigezogenen Fachinstitutionen wird seitens der Bundesregierung die Stabilisierung des energetischen Endverbrauchs bei 1.100 Petajoule (PJ) angestrebt. Nur dann erscheint auch das 34-%-Erneuerbaren-Ziel bis 2020 erreichbar. Für eine Stabilisierung des energetischen Endverbrauchs müssten vor allem in den Bereichen Raumwärme/Klimatisierung und Mobilität grundlegende Trendänderungen gelingen.

Ein wirtschaftlich effizienter Ausbau bzw. eine Optimierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern sind in Österreich vor allem mit Wasser- und Windkraft möglich.

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele elektrische Energie zukünftig einen noch höheren Beitrag leisten muss. Nachfragesteigernde Effekte ergeben sich durch die Substitution fossiler Energieträger durch elektrische Energie. Das Thema "Elektromobilität" oder der Ersatz bestehender Heizanlagen durch Elektro-Wärmepumpen sind hier als Beispiele zu nennen. Ein höherer Stromeinsatz sorgt dabei für die nötige Effizienzsteigerung im gesamten Energiesystem.

UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen endet mit Minimalkonsens. Das erklärte Ziel der weltweiten Klimapolitik ist es, den Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen. Dies ist nach Studien des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) erforderlich, um den massivsten Folgen des globalen Klimawandels entgegenzuwirken. Auch die acht größten Industrienationen der Welt (G8) einigten sich im Juli 2009 in L'Aquila auf die 2-Grad-Grenze.

Zur Stabilisierung des weltweiten Temperaturanstiegs müssten die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 50 % im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Die G8-Staaten vereinbarten die Umgestaltung ihrer Volkswirtschaften, wodurch ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 % niedriger sein sollen als 1990.

Bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 konnte das beabsichtigte Ziel, ein Nachfolgeabkommen mit konkreten Emissionsreduktionszielen für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu beschließen, nicht erreicht werden.

Die Klimakonferenz endete mit einem Minimalkonsens einer politischen Erklärung, welche ein nichtverbindliches Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad beinhaltet, aber keine konkreten Vorgaben zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Industriestaaten ihre jeweiligen Reduktionsziele und Basisjahre zu Beginn 2010 festlegen und die Entwicklungsländer alle zwei Jahre über ihre geplanten nationalen Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion an die UN melden. Im Bereich der finanziellen Unterstützung für Entwicklungsländer lautet das Ergebnis die Bereitstellung von 30 Mrd. \$ kumuliert für die Jahre 2010 bis 2013, die Einrichtung eines "Copenhagen Green Climate Fund" ab 2020 mit jährlich 100 Mrd. \$ sowie die Einführung internationaler Monitoring-Maßnahmen für die Unterstützungsleistungen.

Ein rechtlich verbindlicher Rahmen für die Schaffung eines Kyoto-Nachfolgeabkommens soll nun für die nächste UN-Klimakonferenz Ende 2010 ausgearbeitet werden.

UN-KLIMASCHUTZKONFERENZ IN KOPENHAGEN

GESCHÄFTSVERLAUF

GESCHÄFTSVERLAUF

Für das Geschäftsjahr 2009 kann der Verbund ein gutes Ergebnis präsentieren, das allerdings unter dem historischen Rekordergebnis von 2008 liegt. Die Umsatzerlöse sanken von 3.744,7 Mio. € auf 3.483,1 Mio. € (–7,0%). Das Operative Ergebnis nahm von 1.138,6 Mio. € um 8,5 % auf 1.042,3 Mio. € ab, und das Konzernergebnis reduzierte sich um 6,2% auf 644,4 Mio. €. Die EBIT-Marge, das Verhältnis von Operativem Ergebnis zu Umsatzerlösen reduzierte sich geringfügig von 30,4% auf 29,9%.

EINFLUSSFAKTOREN

Im Jahr 2009 waren für die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Verbund vor allem folgende Einflussfaktoren maßgeblich:

  • Deutlich geringere Spotmarkt- und kurzfristige Forwardpreise/höhere langfristige Forwardpreise
  • Wasserführung deutlich über dem langjährigen Durchschnitt
  • Bilanzielle Sondereffekte

Durchschnittliche Absatzpreise unter Vorjahresniveau. Die Preise für im Jahr 2008 an der Energiebörse EEX gehandelte Forwardkontrakte Year Base 2009 für das Marktgebiet Deutschland/Österreich lagen im Schnitt mit 70,3 €/MWh um 26 % über dem Vorjahresniveau. Der Durchschnittspreis für das Front Year Peak 2009 betrug im Handelsjahr 2008 exakt 99,4 €/MWh und war damit um 25 % höher als ein Jahr zuvor. Dabei waren die Terminmarktpreise im ersten Halbjahr 2008 noch von der Rohstoffpreishausse getrieben. Erst ab der zweiten Jahreshälfte 2008 führte die Finanzmarktkrise zu einer Korrektur der Strom-Terminmarktpreise. Der Verbund profitierte von den deutlich gestiegenen Terminmarktpreisen, da rund 60 % seiner Eigenerzeugung im Rahmen der Hedging-Strategie bereits ein Jahr im Voraus zu den oben beschriebenen Preisen verkauft wurden.

Hingegen notierten die Quartals- und Monatsforwards im Vergleich zu 2008 deutlich schwächer. Auch das Spotmarktpreisniveau ging 2009 stark zurück. Die an der Strombörse EPEX gehandelten Grundlastkontrakte lagen mit 38,9 €/MWh um 41 % unter dem Vorjahreswert (Marktgebiet Deutschland/ Österreich). Die Preise für Spitzenenergie waren mit 51,2 €/MWh um 42 % niedriger als im Vorjahr.

Widergespiegelt werden in diesem Rückgang das gesunkene Niveau der CO2-Spotmarktpreise, die mittlerweile wieder wesentlich niedrigeren Preise für Primärenergieträger und die konjunkturbedingt geringere Nachfrage nach Strom. Der Verbund verkauft rund 40 % seiner Eigenerzeugung auf Basis von Spotmarktpreisen sowie Quartals- und Monatsforwards.

Insgesamt lagen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise 2009 geringfügig unter dem Vorjahresniveau.

Wasserführung über langjährigem Durchschnitt. Ein weiterer wesentlicher Einflussfaktor auf das Ergebnis ist die für die Wasserkrafterzeugung maßgebliche durchschnittliche Wasserführung der energiewirtschaftlich genutzten Flüsse. Der Erzeugungskoeffizient als Maßzahl für die Erzeugung aus Laufkraft und Laufschwellkraft lag 2009 mit einem Wert von 1,06 signifikant über dem langjährigen Mittel. Damit wurde der Koeffizient von 2008 um fünf, jener von 2007 sogar um neun Prozentpunkte übertroffen.

Die Entwicklung der Wasserführung im Jahresverlauf. Der Beginn des Jahres 2009 war durch unterdurchschnittliche Temperaturen und, besonders im Jänner, sehr geringe Niederschlagsmengen in den Nordstaulagen geprägt. Im März fiel hingegen überdurchschnittlich viel Niederschlag. Das Quartal 1/2009 wies einen Erzeugungswert von 0,97 auf. Auch in den Monaten April und Mai blieb die ausgezeichnete Wasserführung bestehen. Im Juni führten die teils extrem kräftigen Niederschläge zu Hochwasserereignissen, und es kam Ende des Quartals 2/2009 zu signifikanten Verlusten im Laufkraftsegment. Mit einem Erzeugungswert von 1,15 lag das Quartal 2/2009 trotzdem deutlich über dem Normjahr. Im Quartal 3/2009 setzte sich die tendenziell gute Wasserführung fort und wies einen Erzeugungskoeffizienten von 1,07 auf. Das Quartal 4/2009 führte mit einem Erzeugungskoeffizient von 1,02 die überdurchschnittliche Wasserführung der beiden vorangegangen Quartale des Jahres 2009 fort.

Belastung durch bilanzielle Sondereffekte. Die Ergebnisentwicklung des Verbund war, wie schon 2008, von bilanziellen Sondereffekten geprägt: Diese hatten in Summe negative Auswirkungen auf das Operative Ergebnis im Ausmaß von rund 60 Mio. € und auf das Finanzergebnis im Ausmaß von rund 10 Mio. €.

Die Einmaleffekte im Operativen Ergebnis resultierten vor allem aus den Auswirkungen der Novelle 2009 der Systemnutzungstarife-Verordnung 2006, mit der die Systemnutzungstarife im Elektrizitätsbereich ab 01. 01. 2009 neu bestimmt wurden. Darüber hinaus belasteten außerordentliche Instandhaltungen sowie eine Abwertung der Kohlelagerbestände das Operative Ergebnis.

Die negativen Einmaleffekte im Finanzergebnis resultierten in erster Linie aus dem negativen Beteiligungsergebnis der POWEO Group sowie aus Aufwendungen für Restrukturierungen im Beteiligungsbereich. Negativ wirkten darüber hinaus Wertberichtigungen von Wertpapieren auf Grund der Finanzmarktkrise. Demgegenüber standen die positiven bilanziellen Effekte aus der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen sowie realisierte Kursgewinne aus einem \$-Sicherungsgeschäft.

GESCHÄFTSVERLAUF

ERTRAGSLAGE

Die für die Ermittlung der Kennzahlen maßgeblichen Berechnungsmodalitäten sind im Glossar erläutert

KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG (KURZFASSUNG) MIO. 1
2007 2008 2009 ÄNDERUNG
UMSATZERLÖSE 3.038,3 3.744,7 3.483,1 –7,0 %
OPERATIVES ERGEBNIS 916,1 1.138,6 1.042,3 –8,5 %
KONZERNERGEBNIS 579,2 686,6 644,4 –6,2 %
ERGEBNIS JE AKTIE € 1,88 2,23 2,09 –6,2 %

Umsatzerlöse sanken um 7,0 %. Die Umsatzerlöse des Verbund-Konzerns gingen gegenüber dem Vorjahr um 7,0 % auf 3.483,1 Mio. € zurück.

Geringere Stromerlöse auf Grund schwacher Spotmarktpreise und geringerer Absatzmengen. Die Eigenerzeugung des Konzerns lag im Berichtsjahr 2009 mit 29.918 GWh um 4,4 % über dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die überdurchschnittlich gute Wasserführung der heimischen Flüsse stieg die Erzeugung der Laufwasserkraftwerke deutlich.

Wegen der vergleichsweise hohen Speicherstände zu Jahresbeginn und der hervorragenden Zuflussbedingungen aus der Schneeschmelze wurde auch die Erzeugung aus Speicherkraftwerken um rund 4 % erhöht. Hingegen verzeichnete die thermische Erzeugung aufgrund des gesunkenen Spotmarktpreisniveaus einen Rückgang um 638 GWh auf 2.714 GWh.

Trotz der gestiegenen Eigenstromproduktion sanken die Stromerlöse insgesamt um 6,9 % auf 3.164,9 Mio. €. Dies ist vor allem auf den Absatzrückgang mit ausländischen Weiterverteilern und Händlern zurückzuführen, die verstärkt auf standardisierte, in den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesene Forwardkontrakte umstellten. Darüber hinaus gingen die erzielten durchschnittlichen Absatzpreise auf Grund der schwachen Spotmarkt- und kurzfristigen Forwardpreise zurück.

Im Detail sanken die Stromerlöse 2009 von 3.400,0 Mio. € um 6,9 % auf 3.164,9 Mio. €.

Bei den Stromerlösen mit Endkunden (Haushalte, Gewerbebetriebe, Landwirtschaft sowie Industriekunden und deren Handelsunternehmen) verzeichnete der Verbund einen deutlichen Anstieg um 87,0 Mio. € oder 13,6 %: Dieser Zuwachs ist das Resultat von weiteren Akquisitionen bei den Industriekunden sowie von höheren Absatzmengen im Bereich Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft.

Die Stromerlöse mit Weiterverteilern im Inland stiegen um 10,1 % auf 838,9 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die wasserführungsbedingt höheren Lieferungen aus Bezugsrechten an Landesgesellschaften. Aufgrund des verstärkten Handels mit standardisierten Forwardkontrakten gingen hingegen die Stromerlöse mit Weiterverteilern im Ausland um 7,6 % auf 467,0 Mio. € zurück. Auch die Stromerlöse mit Händlern reduzierten sich vor allem durch den verstärkten Handel mit standardisierten,

in den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesenen Forwardkontrakten um 24,2 % auf 1.130,8 Mio. €. Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte – vor allem Deutschland und Frankreich – entfallenden Stromerlöse lag bei 55,4 % (Vorjahr: 60,8 %).

Der Stromumsatz nach Mengen verminderte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 4.768 GWh oder 8,5 %. Die in den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesenen Forwardkontrakte stiegen hingegen deutlich, und zwar um 66,4 % oder 24.205 GWh.

Netzerlöse geringer. Die Netzerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 % auf 268,5 Mio. € ab. Die verrechnungsrelevante transportierte Energiemenge im 220/380-kV-Netz sank im Jahr 2009 um 10,2 % auf 16.304 GWh (Vorjahr 18.163 GWh). Hauptursachen dafür waren insbesondere die Stromverbrauchsrückgänge sowie die hohe hydraulische Erzeugung, die zu geringeren Transportmengen im Hochspannungsnetz führte.

Der Rückgang der Netzerlöse ist darüber hinaus insbesondere auf die Novelle 2009 der Systemnutzungstarife-Verordnung 2006 zurückzuführen, mit der die Systemnutzungstarife im Elektrizitätsbereich ab 01. 01. 2009 neu bestimmt wurden. Der deutliche Rückgang der internationalen Erlöse aus Versteigerungen konnte durch höhere internationale ITC-Erlöse (Inter Transmission System Operator Compensation) abgeschwächt werden.

Sonstige Umsatzerlöse leicht gestiegen. In den sonstigen Umsatzerlösen werden unter anderem die Erlöse aus Fernwärmelieferungen ausgewiesen, die im Vergleich zum Vorjahr leicht zunahmen. In Summe stiegen die sonstigen Umsatzerlöse um 7,0 Mio. € auf 49,7 Mio. €.

Sonstige betriebliche Erträge deutlich geringer. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 45,2 % auf 52,7 Mio. €. Dieser deutliche Rückgang ist im Wesentlichen auf den im Jahr 2008 verbuchten Verwertungserlös aus dem Verkauf des Kraftwerksstandortes Voitsberg zurückzuführen, dem 2009 kein positiver Einmaleffekt gegenüberstand.

Strom- und Netzbezugsaufwand sank um 11,3%. Der Strom-, Netz- und Gasbezug sowie der Emissionszertifikatebezug (Handel) ging insgesamt um 11,3 % auf 1.608,3 Mio. € zurück. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Reduktion des Fremdstrombezugs, der im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres mengenmäßig um 6.026 GWh oder 22,0 % abnahm. Die Reduktion des Fremdstrombezugs ist großteils auf den verstärkten Handel mit standardisierten, in den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesenen Forwardkontrakten sowie auf den Anstieg der Eigenerzeugung aufgrund der überdurchschnittlich guten Wasserführung im Vergleich zum Vorjahr (Erzeugungskoeffizient: 1,06; 2008 1,01) zurückzuführen. Die Netzbezüge stiegen um 22,9 Mio. € oder 21,9 % an. Der Grund dafür lag in der deutlichen Ausweitung des Endkundengeschäfts im In- und Ausland.

Niedrigere Brennstoffkosten als Folge geringerer Erzeugung. Durch die Preissituation an den Stromabsatzmärkten war eine Abwertung der Kohlelagerbestände notwendig. Außerdem musste die Drohverlustrückstellung aufgrund höherer Lagerbestände entsprechend angepasst werden. Diese Gründe führten zu einer Erhöhung des Brennstoffaufwandes um 20,8 Mio. €. Hingegen wirkten geringere Verbräuche an Brennstoffen und CO2-Emissionszertifikaten infolge des verminderten Kraftwerkseinsatzes i.H.v. 39,3 Mio. € deutlich entlastend. Die thermische Erzeugung sank 2009 um 638 GWh auf 2.714 GWh (inklusive 363 GWh Bezugsrechte POWEO S.A.S.). Insgesamt sanken der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatzabhängigen Aufwendungen um 15,1 Mio. € auf 118,9 Mio €.

Personalaufwand auf Vorjahresniveau. Der Personalaufwand einschließlich des Aufwandes für Abfertigung und Altersversorgung sank im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 0,7 % auf 304,0 Mio. €. Der laufende Personalaufwand erhöhte sich um 6,9 % auf 255,1 Mio. €, der Aufwand für Abfertigungen und Altersversorgung sank um 27,6 % auf 48,9 Mio. €.

Erhöhend wirkte beim aktiven Personalaufwand die kollektivvertragliche Anpassung der Löhne, Gehälter und Nebenkosten sowie der Personalanstieg aufgrund der Wachstumsstrategie. Auch die Vollkonsolidierung der Verbund-Umwelttechnik GmbH und der Verbund-Tourismus GmbH sowie der Zukauf der Kraftwerksgruppe Inn waren für den erhöhten Personalaufwand ausschlaggebend. Insgesamt stieg der durchschnittliche Personalstand von 2.541 auf 2.820 Mitarbeiter.

Die positive Entwicklung auf den Kapitalmärkten im Jahr 2009 und der Entfall des aus den Veranlagungsverlusten des Pensionskassenvermögens 2008 resultierenden negativen Einmaleffekts führten zu geringeren Aufwendungen im Bereich der Altersversorgung. Positiv auf die Aufwendungen für Sozialkapital wirkte zusätzlich ein geringerer Erstdotationsaufwand für Vorruhestandantritte.

Höhere Abschreibungen durch Unternehmenserwerbe. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen um 14,2 % auf 209,2 Mio. €. Zurückzuführen ist dies im Wesentlichen auf den mit Wirkung zum 31. 08. 2009 erfolgten Erwerb von 99,7 % der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH) sowie auf den mit Wirkung zum 01. 01. 2009 erfolgten Erwerb von 100 % der Anteile der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum (nunmehr verschmolzen in der VERBUND-Austrian Delta Wind GmbH). Darüber hinaus wurde 2009 die Steiermarkleitung in Betrieb genommen.

AUFWENDUNGEN 2009 %

STROM-, NETZ- UND GASBEZUG SOWIE
EMISSIONSZERTIFIKATEBEZUG (HANDEL)
64,5
BRENNSTOFFEINSATZ UND SONSTIGE
EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
4,8
PERSONALAUFWAND 12,2
ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE
VERMÖGENSWERTE
8,4
SONSTIGE BETRIEBLICHE ANWENDUNGEN 10,2

Sonstige betriebliche Aufwendungen deutlich geringer. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden gegenüber dem Berichtszeitraum des Vorjahres um 4,4 % auf 253,1 Mio. € verringert. Wie schon 2008 wirkten auch im aktuellen Berichtsjahr außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen, wie die Abdichtung eines Speicherbeckens sowie Baggerungsarbeiten mit insgesamt 17,7 Mio. € aufwandserhöhend. Weiters erhöhte sich der sonstige betriebliche Aufwand durch die Errichtungsleistungen des Wasserkraftwerks Ashta, denen entsprechende Erlöse gegenüberstehen. Darüber hinaus wurde jedoch durch Kosteneinsparungsprogramme bei den anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen insgesamt eine deutliche Reduktion erreicht. 2008 war der sonstige betriebliche Aufwand außerdem durch eine Rückstellung für das Kraftwerk Voitsberg und eine Abbruchkostenrückstellung für das Kraftwerk St. Andrä belastet worden.

Operatives Ergebnis unter Vorjahresniveau. Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren und Entwicklungen verringerte sich das Operative Ergebnis von 1.138,6 Mio. € um 8,5 % auf 1.042,3 Mio. €.

ENTWICKLUNG OPERATIVES ERGEBNIS MIO. €

Finanzergebnis deutlich über Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis verbesserte sich 2009 deutlich von –113,7 Mio. € auf –60,6 Mio. €.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stieg um 17,8 Mio. € auf 51,9 Mio. €. Positiv auf das At-Equity-Ergebnis wirkten höhere Ergebnisse der KELAG und der STEWEAG-STEG GmbH, während die Ergebnisse der italienischen Sorgenia Group, der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. und der französischen POWEO Group rückläufig waren. Negativ wirkten sich einmalige Aufwendungen für Restrukturierungen aus.

Aus der erstmaligen Erfassung der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen mit ihrem anteiligen Ergebnis nach IFRSs (International Financial Reporting Standards) aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der Muttergesellschaft liegt, resultierte 2009 ein einmaliger positiver Ergebniseffekt i.H.v. 29,0 Mio. €.

Die Verbesserung im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen ist vor allem auch auf den im Rahmen des Impairmenttests festgestellten Abwertungsbedarf der Energie Klagenfurt GmbH i.H.v. 50,0 Mio. € im Berichtsjahr 2008 zurückzuführen.

Das sonstige Beteiligungsergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig um 1,3 Mio. € auf 9,5 Mio. €.

Der Zinsertrag verringerte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 45,1 Mio. € oder 47,7 % auf 49,5 Mio. €. Dies ist insbesondere auf niedrigere Erträge aus Geldmarktgeschäften aufgrund von geringeren Zwischenveranlagungen sowie auf geringere Zinserträge aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgrund der vorzeitigen Auflösung dieser Transaktionen zurückzuführen.

Der Zinsaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 % auf 216,7 Mio. €. Aufwandserhöhend wirkten insbesondere die in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführten Fremdmittelaufnahmen bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB) und der Europäischen Investitionsbank (EIB), die Aufnahme von Schuldscheindarlehen sowie die Begebung einer 500-Mio.-€-Anleihe im April 2009 bzw. einer 840-Mio.-€-Anleihe im Juli 2009.

Kompensierend wirkten dagegen die deutlich geringeren Ergebnisanteile der Kommanditgesellschafter der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG und der geringere Zinsaufwand infolge der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen.

Im Berichtsjahr 2009 betrug das übrige Finanzergebnis 45,2 Mio. €. Dies entspricht einer Verbesserung um 89,9 Mio. € gegenüber dem übrigen Finanzergebnis von 2008 i.H.v. –44,7 Mio. €. Das übrige Finanzergebnis war, wie schon im Jahr zuvor, durch einmalige Ergebniseffekte geprägt.

Die internationale Finanzmarktkrise bedingte eine ergebniswirksame Wertberichtigung von Wertpapieren und Investmentfonds i.H.v. 19,7 Mio. € (Vorjahr: 33,6 Mio. €). Demgegenüber stand ein Gewinn i.H.v. 20,2 Mio. € aus einem Kurssicherungsgeschäft in Zusammenhang mit dem Erwerb der Bakent Elektrik Dagitim A.S. Positive Ergebnisbeiträge lieferten weiters die vorzeitige Auflösung der Cross-Border-Leasing-Transaktionen Altenwörth, Wallsee/Mitterkirchen, Aschach, Abwinden/Asten, Ottensheim, Ybbs und Greifenstein i.H.v. 19,6 Mio. € sowie bewertungsbedingte Kursgewinne aus einer JPY-Anleihe i.H.v. 5,4 Mio. € (Vorjahr: Kursverlust i.H.v. 24,1 Mio. €).

Effektivsteuersatz betrug 23,3%. Hauptursache für den Effektivsteuersatz in Höhe von 23,3% (bei einem Körperschaftsteuersatz von 25%) waren im Wesentlichen nicht steuerwirksame Beteiligungserträge der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen.

GESCHÄFTSVERLAUF

Die Anteile anderer Gesellschafter am Gewinn (ohne Kommanditisten) nahmen, im Wesentlichen bedingt durch den höheren Gewinn bei der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP), um 4,4 Mio. € auf 108,5 Mio. € zu.

Konzernergebnis: –6,2 %. Das Konzernergebnis nach IFRS und damit das Ergebnis je Aktie sanken um 6,2% auf 644,4 Mio. € bzw. auf 2,09 €.

ENTWICKLUNG KONZERNERGEBNIS MIO. €

2007 2008 2009 579,2 686,6 644,4

VERMÖGENSLAGE

Langfristiges Vermögen auf Grund höherer Investitionen gestiegen. Das langfristige Vermögen stieg von 7.326,4 Mio. € zum 31. 12. 2008 um 27,8 % auf 9.364,1 Mio. € zum 31. 12. 2009 an. Die immateriellen Vermögenswerte nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 620,8 Mio. € auf 633,3 Mio. € zu. In den immateriellen Vermögenswerten sind zum 31. 12. 2009 Firmenwerte i.H.v. 605,7 Mio. € (31. 12. 2008: 0,0 Mio. €) enthalten. Diese stammen im Wesentlichen aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn.

KONZERNBILANZ (KURZFASSUNG) MIO. 1
2008 ANTEIL 2009 ANTEIL
AKTIVA 8.293,8 100 % 10.345,2 100 %
LANGFRISTIGES VERMÖGEN 7.326,4 88 % 9.364,1 91 %
KURZFRISTIGES VERMÖGEN 967,4 12 % 981,1 9 %
PASSIVA 8.293,8 100 % 10.345,2 100 %
EIGENKAPITAL 3.128,1 38 % 3.409,7 33 %
LANGFRISTIGE SCHULDEN 3.815,7 46 % 5.956,8 58 %
KURZFRISTIGE SCHULDEN 1.350,1 16 % 978,7 9 %

Die Sachanlagen nahmen um 1.163,8 Mio. € auf 5.553,8 Mio. € zu. Auch dieser Anstieg ist vor allem auf den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn zurückzuführen. Darüber hinaus lagen die Zugänge i.H.v. 471,9 Mio. € deutlich über den Abschreibungen.

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stiegen um 642,1 Mio. € oder 41,9 %. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Erstkonsolidierung der türkischen Verteilgesellschaft Bakent Elektrik Dagitim A.S. (270,4 Mio. €) sowie auf Kapitalerhöhungen des Verbund-Konzerns in der türkischen Erzeugungsgesellschaft Enerjisa Enerji Üretim A.S. i.H.v. 100,0 Mio. € und dem italienischen Joint-Venture Sorgenia Holding S.p.A. i.H.v. 150,5 Mio. € zurückzuführen. Darüber hinaus wurden insgesamt 105,4 Mio. € in die Beteiligung am französischen Versorger POWEO S.A. bzw. der Erzeugungsgesellschaft POWEO S.A.S. investiert.

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stiegen weiters um berücksichtigte Ergebnisanteile i.H.v. 51,9 Mio. €. Ausschüttungen i.H.v. 32,3 Mio. € sowie ergebnisneutrale Wertänderungen i.H.v. 30,0 Mio. € (davon 7,0 Mio. € aus Fremdwährungsdifferenzen) wirkten gegenläufig.

Der Rückgang der sonstigen Beteiligungen um 26,6 % auf 138,6 Mio. € ist im Wesentlichen auf Änderungen des Konsolidierungskreises zurückzuführen. Die langfristigen Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing – sanken auf Grund der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen um 268,4 Mio. € auf 322,0 Mio. €.

Die sonstigen Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen reduzierten sich im Wesentlichen durch den Abgang von Wertpapieren um 11,5 %.

Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich geringfügig von 967,4 Mio. € zum 31. 12. 2008 um 1,4 % auf 981,1 Mio. €. Höheren Vorräten aufgrund des Lageraufbaus von Primärenergieträgern sowie höheren liquiden Mitteln standen geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen gegenüber.

AKTIVA 2009 % 59,8 22,4 3,1 14,7 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN BETEILIGUNGEN LANGFRISTIGE FINANZANLAGEN - CROSS BORDER LEASING SONSTIGES LANG- UND KURZFRISTIGES VERMÖGEN

PASSIVA 2009 %

Eigenkapital stieg im Wesentlichen durch Gewinnthesaurierungen. Das Eigenkapital stieg von 3.128,1 um 281,6 Mio. € auf 3.409,7 Mio. €. Die um aktiv- und passivseitig geschlossene Bilanzpositionen bereinigte Eigenkapitalquote beträgt damit 34,3 % nach 41,3 % zum Vorjahresstichtag.

Finanzverbindlichkeiten gestiegen. Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen um 1.723,7 Mio. € auf 3.917,8 Mio. €. In den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing i.H.v. 3,0 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €) enthalten. Am 08. 04. 2009 und am 08. 07. 2009 begab die VERBUND-International Finance B.V. Anleihen i.H.v. 500 Mio. € bzw. 840 Mio. € im Rahmen des 3-Mrd.-€-EMTN-Programms (European Medium Term Note). Die Anleihen haben Laufzeiten von 6 bzw. 10 Jahren. Die Verzinsung beträgt in beiden Fällen 4,75 %. Die Ausgabepreise lagen bei 99,699 % bzw. 99,145 %. Weiters wurden 2009 ein Schuldscheindarlehen i.H.v. 200 Mio. € aufgenommen, ein OeKB-Kredit i.H.v. 260 Mio. € abgeschlossen sowie eine Privatplatzierung i.H.v. 200 Mio. € durchgeführt. Demgegenüber standen Tilgungen von Anleihen, Darlehen und langfristigen Krediten i.H.v. 302,4 Mio. €.

In den langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden auch die den Kommanditisten zurechenbaren Kapital- bzw. Ergebnisanteile der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG i.H.v. 125,9 Mio. € (Vorjahr: 138,7 Mio. €) ausgewiesen.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten – Cross-Border-Leasing sanken auf Grund der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen um 46,1 % auf 392,7 Mio. €. Auch die Abgrenzungen – Cross-Border-Leasing reduzierten sich auf Grund der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen um 170,7 Mio. € auf 74,1 Mio. €.

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen stiegen – im Wesentlichen bedingt durch höhere Rückstellungen für Stromlieferungen und ausstehende Investitionsrechnungen – um 8,3 % auf 956,5 Mio. €.

Der Anstieg der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten um 465,8 Mio. € ist vor allem auf die Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag zurückzuführen, der als Teil der Gegenleistung für den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn abgeschlossen wurde.

Insgesamt erhöhten sich die lang- und kurzfristigen Schulden um 1.769,8 Mio. € auf 6.935,5 Mio. €.

FINANZLAGE

KAPITALFLUSSRECHNUNG (KURZFASSUNG) MIO. 1
2007 2008 2009
CASHFLOW AUS OPERATIVER TÄTIGKEIT 807,6 934,2 968,0
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT –646,6 –1.121,7 –2.043,7
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT 81,1 –34,8 1.093,9
VERÄNDERUNG KASSENBESTAND UND LIQUIDE MITTEL 242,2 –222,3 18,2
KASSENBESTAND UND LIQUIDE MITTEL PER 31.12. 330,1 107,8 126,0

Cashflow aus operativer Tätigkeit gestiegen. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit stieg im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres um 33,8 Mio. € auf 968,0 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Veränderung des Deckungsbeitrages aus der Erzeugung (+286,6 Mio. €) sowie aus aperiodischen Zahlungsflüssen der eingesetzten Energiederivate (–93,9 Mio. €). Weiters erhöhten sich die Ertragsteuerzahlungen (–119,0 Mio. €), die Nettozinszahlungen (–50,5 Mio. €) sowie die Zahlungen aus dem Personalbereich (–23,9 Mio. €) im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich um –922,0 Mio. € auf –2.043,7 Mio. €. Dies ist insbesondere auf den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn (970,3 Mio. €) und der türkischen Verteilgesellschaft Bakent Elektrik Dagitim A.S. (270,4 Mio. €) sowie auf die Restzahlung für die Windparks Bruck/ Hollern/Petronell-Carnuntum (18,6 Mio. €) zurückzuführen. Darüber hinaus stiegen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sowie die Erlöse aus dem Abgang von Wertpapieren. Hingegen sind gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres geringere Investitionen in Beteiligungen, sowie geringere Investitionen in Wertpapiere zu berücksichtigen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit veränderte sich um +1.128,7 Mio. € auf +1.093,9 Mio. €. Den langfristigen Aufnahmen von Anleihen, Darlehen und langfristigen Krediten i.H.v. 2.107,2 (im Wesentlichen zwei Euro-Anleihen i.H.v. insgesamt 1.340,0 Mio. €, ein Schuldscheindarlehen i.H.v. 200 Mio. €, ein OeKB–Kredit i.H.v. 260 Mio. € sowie eine Privatplatzierung i.H.v. 200 Mio. €) standen Tilgungen von Anleihen, Darlehen und langfristigen Krediten i.H.v. 302,4 Mio. € gegenüber. Die vorzeitige Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen führte inklusive Nebenkosten zu Zahlungsmittelabflüssen i.H.v. 133,1 Mio. €. An Dividenden wurden 402,8 Mio. € ausgeschüttet.

Vorgeschlagene Dividende: 1,00 € plus Sonderdividende 0,25 €. Der für die Dividendenausschüttung maßgebliche Einzelabschluss der börsenotierten Verbundgesellschaft wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensrechtes (UGB) erstellt. Der darin ausgewiesene Jahresüberschuss nach UGB beträgt 515,2 Mio. €. Nach Rücklagenveränderung ergibt sich ein Bilanzgewinn von 385,3 Mio. €. Trotz der gesunkenen Ergebnisse wollen wir das Vertrauen der Aktionäre in den Verbund stärken und werden daher der Hauptversammlung für das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte eine Anhebung der Dividende von 1,05 €/Aktie auf 1,25 €/Aktie – 1,00 €/Aktie Basisdividende und 0,25 €/ Aktie Sonderdividende – vorschlagen.

DIVIDENDE UND AUS-SCHÜTTUNGSPOLITIK Investitionen deutlich gestiegen. Die Investitionen betrugen insgesamt 2.680,0 Mio. € und lagen damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres (1.215,2 Mio. €). Von den Gesamtinvestitionen entfielen 1.995,6 Mio. € auf Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie 684,4 Mio. € auf Investitionen in Finanzanlagen.

INVESTITIONEN

INVESTITIONEN MIO. € Investitionen in Sachanlagen Investitionen in Finanzanlagen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 2007 2008 2009 294,4 454,7 6,6 440,3 769,8 5,1 1.371,1 684,4 624,5 755,7 1.215,2 2.680,0

Die größten Investitionen in Sachanlagen (exkl. Zugänge Konsolidierungskreis) betrafen 2009 den Neubau des 832-MW-Gas-und Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks Mellach, den Bau des Kraftwerks Limberg II und die 380-kV-Leitung Kainachtal – Südburgenland.

FINANZIERUNG

FINANZIERUNG

FINANZSTRATEGIE

Der Verbund-Konzern verfolgt eine sehr konservative Finanzstrategie. Diese hat wesentlich dazu beigetragen, dass in dem sehr schwierigen Kapitalmarktumfeld seit Juli 2007 negative Auswirkungen auf die Ergebnisse des Konzerns weitgehend vermieden werden konnten. Zusätzlich konnte der Verbund-Konzern aufgrund seiner starken Stellung in den Kapitalmärkten und seines breiten Zugangs zu Finanzierungsquellen auch in einem schwierigen Marktumfeld seine Wachstumsstrategie finanzieren. Die bewährte Finanzstrategie basiert im Wesentlichen auf fünf Säulen, die strategisch seit Jahren unverändert weitergeführt, aber operativ auf die jeweilige aktuelle Marktsituation ausgerichtet wurden.

Die fünf Säulen umfassen die Absicherung einer starken Bonität; die Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve; die bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften; den Erhalt einer weit reichenden finanziellen Flexibilität und die Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limite.

Zur Finanzierung des Investitionsprogramms und der Akquisitionen im In- und Ausland hat der Verbund 2009 Fremdmittel i.H.v. 2 Mrd. € aufgenommen. Dabei wurde aus Diversifizierungsgründen ein möglichst breiter Mix an Fremdfinanzierungsinstrumenten in Eurowährung in Anspruch genommen. Der Schwerpunkt lag allerdings, bedingt durch die Kapitalmarktentwicklung, auf der Begebung von Anleihen. Aufgrund der historisch niedrigen Zinssätze wurde der Großteil der Fremdmittelaufnahmen fix verzinst bzw. in eine Fixverzinsung geswapt. Weiters wurden vor allem lange Laufzeiten zwischen 6 und 11 Jahren in Anspruch genommen. FREMDMITTELAUFNAHMEN UND FREMDMITTELPORTFOLIO

INSTRUMENT BETRAG KONDITION BEI
AUFNAHME*
LAUFZEIT ZIEHUNG
SCHULDSCHEINDARLEHEN 200 MIO. 1 NACH SWAP
4,4 %– 5,1 %
FIX VERZINST
BIS 2015 JÄNNER 2009
OEKB-FINANZIERUNG 260 MIO. 1 4,05 % VARIABEL
VERZINST
BIS 2017 APRIL 2009
ANLEIHE 500 MIO. 1 4,87 % FIX
VERZINST
BIS 2015 APRIL 2009
ANLEIHE 840 MIO. 1 4,91 % FIX
VERZINST
BIS 2019 JULI 2009
PRIVATPLATZIERUNG 200 MIO. 1 4,98 % FIX
VERZINST
BIS 2020 OKTOBER 2009

FREMDMITTELAUFNAHMEN UND FREMDMITTELPORTFOLIO

* DIE ANGEGEBENEN ZINSSÄTZE BEZIEHEN SICH AUF DIE EFFEKTIVVERZINSUNG.

Der Fair Value der Finanzverbindlichkeiten des Verbund-Konzerns per 31. 12. 2009 beträgt 3.958 Mio. €. Davon sind 97,1 % in Euro finanziert und 2,9 % in JPY. Die Duration per 31. 12. 2009 beträgt 4,1 Jahre, die durchschnittliche Restlaufzeit 6,6 Jahre. Die Effektivverzinsung der Finanzverbindlichkeiten beträgt 4,5 %. Per 31. 12. 2009 sind 85 % der Finanzverbindlichkeiten fix und 15 % variabel verzinst.

Die Tilgungsstruktur hat sich in 2009 deutlich verändert und zeigt Tilgungsspitzen in den Jahren 2014, 2015 sowie in 2019. Der Refinanzierungsbedarf im Zeitraum 2010 bis 2013 beträgt 541 Mio. € und kann aus den liquiden Mitteln und den kommittierten Linien gedeckt werden.

Oberste Priorität für Liqiditätssicherung. Die Absicherung der Liquidität hat im Verbund-Konzern oberste Priorität. Der Verbund-Konzern verfügt per 31. 12. 2009 über einen syndizierten Kredit im Ausmaß von 750 Mio. €, der der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Der syndizierte Kredit, der im Jänner 2005 mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Banken abgeschlossen wurde, hat eine Laufzeit bis Jänner 2012 und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt der Verbund-Konzern per 31. 12. 2009 über nicht- kommittierte Kreditlinien i.H.v. rd. 655 Mio. € vorwiegend bei heimischen Banken.

Die Bonität eines Unternehmens bestimmt die Finanzierungskosten und den Zugang zu Finanzierungsinstrumenten. Je besser die Bonität, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Durch die starke Differenzierung der Risikoaufschläge entsprechend der Rating-Kategorie der Unternehmen als Folge der Finanzmarktkrise kommt der langfristigen Absicherung des Ratings des Verbund hohe Bedeutung zu.

Das Bekenntnis zu einer nachhaltig stabilen und robusten Kapitalstruktur, die Einhaltung der wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen sowie eine regelmäßige intensive Kommunikation und Diskussion der strategischen Zielsetzungen des Konzerns mit den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's sind Grundvoraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen.

Das Rating der Verbundgesellschaft hat sich 2009 aufgrund der hohen Fremdmittelaufnahmen um eine Ratingstufe verschlechtert und liegt bei Standard & Poor's auf A–/negative outlook und bei Moody's auf A2/negative outlook.

Die Entwicklung der Finanzkennzahlen spiegelt die hohen Fremdmittelaufnahmen in 2009 wider.

FINANZKENNZAHLEN

FINANZKENNZAHLEN

EINHEIT 2007 2008 2009
NETTOVERSCHULDUNG/EBITDA X 1,7 1,9 3,8
GEARING ** % 69,9 80,2 138,3
GROSS INTEREST COVERAGE 0
/
1
*
X 8,1 7,1 4,8
GROSS DEBT COVERAGE % 33,1 39,4 20,5

*ZINSAUFWENDUNGEN OHNE DIE DEN KOMMANDITISTEN ZURECHENBAREN ERGEBNISANTEILE.

**KENNZAHL WURDE EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

TILGUNGSSTRUKTUR

BANKENLINIEN

RATINGENTWICKLUNG

WOHER DER WIND WEHT.

GERADE IN SCHWIERIGEN ZEITEN IST ES WICHTIG: ZU ERKENNEN, WOHER DER WIND WEHT. DASS ZUKUNFTSWEISENDE LÖSUNGEN GEFRAGT SIND. ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG. UND DIE NUTZUNG VON ERNEUERBAREN ENERGIEQUELLEN MIT ZUKUNFT. DENN WAS DIE MENSCHEN IM VER-BUND JETZT UNTERNEHMEN, IST ENTSCHEIDEND FÜR DIE ZUKUNFT.

GESCHÄFTSBEREICHE

GESCHÄFTSBEREICHE

STROM

Dank guter Produktionsverhältnisse und der langfristigen Hedging-Strategie steht das Leitunternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft trotz des negativen gesamtwirtschaftlichen Trends vergleichsweise sehr gut da. Ein Gutteil der 2009 erzeugten Strommenge war bereits vor dem Preisrückgang am Terminmarkt verkauft. Deshalb erzielte der Verbund Preise, die deutlich über dem Marktniveau von 2009 lagen. Die kurzfristige Entwicklung am Strommarkt belastete aber auch den Verbund, da die erzielbaren Preise für kurzfristige Vermarktung deutlich niedriger waren als in den Vorjahren. Andererseits profitierte der Verbund 2009 von einer überdurchschnittlichen Wasserführung. Die Umsatzerlöse mit inländischen Weiterverteilern stiegen um 10,1 % auf 838,9 Mio. €. Die Inlandserlöse im Endkundengeschäft nahmen um 12,1 % auf 527,1 Mio. € zu. Der Kundenstock im österreichischen Strom-Endkundenmarkt wurde signifikant auf 225.000 erhöht.

Die österreichische Stromerzeugung liegt bei etwa 70 Mrd. kWh jährlich. Rund 40 % davon stammen aus Kraftwerken des Verbund-Konzerns. Bei der Energieerzeugung legen wir seit Jahrzehnten großen Wert auf Nachhaltigkeit: 91 % des von Verbund insgesamt erzeugten Stroms stammten 2009 aus Wasserkraft. Durch die Nutzung von Windkraft und Photovoltaik wird das Engagement bei den erneuerbaren Energien verstärkt. Darüber hinaus betrachten wir mittelfristig Gaskraftwerke als Ersatz für bestehende Kohlekraftwerke als eine umweltfreundliche Brückentechnologie in eine Zukunft, die langfristig auf erneuerbaren Energien basiert.

der E.ON erworbenen Innkraftwerken stammt die Wasserkrafterzeugung des Konzerns aus 82 Laufkraft-

BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE
ENTWICKLUNG
Stabile operative Geschäftsentwicklung. Im Segment Strom, das die Erzeugung, den Handel und den
Vertrieb von Strom umfasst, lag der Außenumsatz mit 3.168,6 Mio. € um 7,5 % unter dem Wert von
2008. Im Segment Strom wurden rund 91 % des externen Gesamtumsatzes im Konzern erzielt.
Das Ergebnis des Jahres 2009 war wesentlich durch die schwierige Marktlage geprägt. Profitieren konnte
Verbund durch seine langfristige und bewährte Hedging-Strategie, auf Grund derer ein Gutteil der
Eigenerzeugung bereits ein Jahr im Voraus zu noch höheren Strompreisen verkauft wurde. Ebenfalls
positiv wirkte eine höhere Eigenerzeugung, bedingt durch die deutlich höhere Hydraulizität.
Das EBIT sank um 7,9 % auf 1.010,8 Mio. €. Dieser Ergebnisrückgang ist insbesondere auf negative
Einmaleffekte sowie auf gesunkene Spotmarktpreise zurückzuführen und konnte durch die überdurch
schnittliche Wasserführung nicht zur Gänze kompensiert werden.
Das Segment Strom erzielte rund 97 % des Konzern-EBIT.
Der Return on Capital Employed (ROCE), die Verzinsung des eingesetzten Kapitals, erreichte im Jahr
2009 18,7 %. Das Capital Employed erhöhte sich um 46,1 % auf 5.168,3 Mio. €. Hierin spiegelt sich der
Wachstumskurs bei den Erzeugungskapazitäten, insbesondere durch den Erwerb von 13 Laufkraft
werken am bayerischen Inn, wider.
AUFBRINGUNG Position unter den führenden Wasserkrafterzeugern Europas ausgebaut. Mit den mit 31. 08. 2009 von

KENNZAHLEN SEGMENT STROM*

EINHEIT 2007 2008 2009 ÄNDERUNG
AUSSENUMSATZ MIO. € 2.743,1 3.426,4 3.168,6 –7,5 %
EBITDA MIO. € 1.008,3 1.219,7 1.153,0 –5,5 %
EBIT MIO. € 884,6 1.097,2 1.010,8 –7,9 %
CAPITAL EMPLOYED MIO. € 3.181,1 3.526,6 5.168,3 +46,1 %
ROCE % 22,0 22,1 18,7
INVESTITIONEN MIO. € 169,1 253,3 1.816,2 +562,1 %

* DURCH DIE ERSTANWENDUNG DES IFRS 8 WURDEN DIE VORJAHRESWERTE ANGEPASST.

werken und 21 Speicherkraftwerken sowie aus Bezugsrechten an Wasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG, der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG, der Donaukraftwerke Jochenstein AG sowie der E.ON Wasserkraft GmbH (mit zusammen 20 Laufwasserkraftwerken).

Damit steht dem Verbund insgesamt eine Erzeugungskapazität aus Wasserkraft mit einer Engpassleistung (EPL) von 6.887 MW bzw. einem Regelarbeitsvermögen von 26.725 GWh zur Vermarktung zur Verfügung.

Die Konzernerzeugung wird durch drei einsatzbereite thermische Kraftwerke mit einer Engpassleistung von 815 MW ergänzt. 5 Wärmekraftwerke sind derzeit stillgelegt, konserviert oder verpachtet. Der kalorische Kraftwerkspark des Verbund ist hochflexibel und kann je nach Marktbedarf sowohl Grundlast als auch Spitzenstrom erzeugen.

Ende September 2009 wurde mit Pont-sur-Sambre das erste Gas- und Dampfkraftwerk der POWEO in Frankreich in Vollbetrieb genommen. Die Stromabnahme fällt zu 40 % direkt dem Verbund zur Vermarktung zu.

Startschuss für Windkraft-Engagement in Österreich und Osteuropa. Der Verbund baute im Jahr 2009 durch sein Engagement in Windkraft seine Position im Bereich erneuerbarer Energien weiter aus.

Seit Jänner 2009 besitzt und betreibt der Verbund drei Windparks in den niederösterreichischen Gemeinden Bruck an der Leitha, Hollern sowie Petronell-Carnuntum. Diese verfügen über eine Gesamtleistung von 49 MW; das entspricht rund 5 % der gesamten in Österreich installierten Windkraftleistung. Die Jahresstromproduktion beträgt in Summe etwa 100 GWh.

2009 begann der Verbund auch mit seinem Windkraft-Engagement in Osteuropa: Im Mai stieg die VERBUND-Austrian Renewable Power GmbH über ein Windkraftprojekt mit 16 MW installierter Leistung in den bulgarischen Markt ein. Dieser Windpark liegt an der Schwarzmeerküste; im Spätsommer begann die Errichtung der acht Anlagen. Die prognostizierte Jahresstromerzeugung beträgt rund 50 GWh.

In Rumänien entwickelt der Verbund seit 2009 mit einem lokalen Partner einen Windpark mit einer Leistung von bis zu 200 MW. Wie auch in Bulgarien liegt der rumänische Standort in der Nähe des Schwarzen Meeres. So wird nicht nur die Projektentwicklung sehr effizient durchgeführt, sondern man kann später auch Synergien im Betrieb nutzen.

Stromerzeugung deutlich gestiegen. Im Jahr 2009 erzeugte der Verbund 29.918 GWh; das sind um 1.258 GWh oder 4,4 % mehr als im Jahr davor. Der Strombezug wurde gegenüber 2008 um 6.026 GWh oder 22,0 % auf 21.371 GWh zurückgenommen. Die Konzernaufbringung erreichte damit 2009 51.289 GWh gegenüber 56.057 GWh noch ein Jahr zuvor (–4.768 GWh bzw. –8,5 %).

ABSATZ

KENNZAHLEN KRAFTWERKE

GESCHÄFTSBEREICHE

ANZAHL EPL RAV 2006 2007 2008 2009
MW GWH GWH GWH GWH GWH
WASSERKRAFT 103 6.297 23.695 20.836 21.406 22.221 23.858
BEZUGSRECHTE WASSERKRAFT 20 590 3.030 3.017 2.915 3.087 3.241
WIND/SONNE 5* 52* 106
WÄRMEKRAFT 8 1.520 4.233 3.986 3.352 2.351
BEZUGSRECHTE WÄRMEKRAFT 1 165 363
SUMME 137 8.624 26.725 28.086 28.307 28.660 29.918

* DREI WINDPARKS IN NÖ (BRUCK AN DER LEITHA, HOLLERN, PETRONELL-CARNUNTUM) MIT ZUSAMMEN 49 MW UND ZWEI PHOTOVOLTAIK-KRAFTWERKE IN SPANIEN MIT ZUSAMMEN 3 MW.

Der Anteil der Eigenerzeugung an der Konzernaufbringung lag im Berichtsjahr bei 58,3 %, jener des Fremdbezugs bei 41,7 %.

AUFBRINGUNG GWh
2008 2009 ÄNDERUNG
WASSERKRAFT*
25.308
27.099 +7,1 %
WIND/SONNE
106
WÄRMEKRAFT*
3.352
2.714 –19,0 %
EIGENERZEUGUNG
28.660
29.918 +4,4 %
FREMDBEZUG
27.397
21.371 –22,0 %
KONZERNAUFBRINGUNG
56.057
51.289 –8,5 %
FORWARDKONTRAKTE
36.468
60.673 +66,4 %

* INKL. BEZUGSRECHTE

Die Stromproduktion aus Laufkraftwerken stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 %. Der Erzeugungskoeffizient dieser Kraftwerke lag 2009 mit 1,06 deutlich über dem Vorjahreswert von 1,01. Zusätzlich wirkte der Erwerb der bayerischen Innkraftwerke ab September 2009 positiv auf die Laufkraftwerkserzeugung.

Die Erzeugung aus Speicherkraftwerken wurde in Folge der günstigen Zuflussbedingungen aus der Schneeschmelze sowie den höheren Niederschlagsmengen um knapp 4 % gesteigert.

Damit wurden 2009 rund 91 % der Konzernstromerzeugung aus Wasserkraftwerken aufgebracht. Sonstige erneuerbare Energien (Wind und Sonne) trugen im Berichtsjahr weitere 106 GWh bei.

In Wärmekraftwerken wurde 2009 preisbedingt um 19,0 % weniger elektrische Energie produziert als 2008. Die Zuverlässigkeit des Einsatzes der eigenen thermischen Anlagen erreichte 2009 den Rekordwert von 99,4 %.

Endkunden nehmen bereits 20% des Absatzes ein. Der Gesamtabsatz des Verbund-Konzerns (nach Fremdstromhandelssaldierung) belief sich 2009 auf 51.289 GWh. Dies entspricht einem Minus von 8,5 % gegenüber dem Vorjahr.

ABSATZ NACH KUNDENSEGMENTEN GWh

2008 2009 ÄNDERUNG
ENDKUNDEN 8.921 10.288 +15,3 %
WEITERVERTEILER 24.480 23.154 –5,4 %
HÄNDLER 20.816 16.128 –22,5 %
EIGENBEDARF 1.840 1.720 –6,5 %
KONZERNVERWENDUNG 56.057 51.289 –8,5 %
FORWARDKONTRAKTE 36.468 60.673 +66,4 %

Trotz der ungünstigen konjunkturellen Entwicklung wurde 2009 das Endkundengeschäft in Österreich weiter um 10,2 % auf 6.440 GWh ausgebaut.

Im Bereich Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft stieg die Zahl der Kunden von rund 180.000 Ende 2008 auf etwa 225.000 Ende 2009. Der Verbund ist heute somit der bei weitem erfolgreichste neue Stromanbieter in Österreich.

Mit 01. 05. 2009 wurde eine Preiserhöhung sowie eine Preisdifferenzierung zwischen den Segmenten Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe umgesetzt. Der Energiepreis exkl. USt. wurde von 6,0 Cent/kWh für das Segment Haushalt/Landwirtschaft auf 6,5 Cent/kWh und für das Gewerbesegment auf 7,5 Cent/ kWh angehoben. Auch nach der Preisanpassung blieb der Verbund einer der günstigsten Anbieter.

Der Verbund trug nicht nur zu einem Anstieg der Wechselbereitschaft, sondern auch zur Förderung des bewussten Umgangs mit Energie bei. Beispiel dafür ist das Verbund-Solar-Strom-Paket.

Durch die Energiepartnerschaft mit der EU-Leaderregion Almenland leistet der Verbund einen weiteren Beitrag in Richtung Imagefestigung als umweltfreundliches Unternehmen. Ziel der 12 Gemeinden in der Region ist eine nachhaltige Energiegewinnung durch die Errichtung von Kleinwasserkraftwerken und anderen erneuerbaren Bezugsquellen.

Auch im Business- und Industriekundensegment konnte der Verbund seine Marktposition in Österreich weiter ausbauen. So stieg die Belieferungsmenge in diesem Kundensegment in Österreich im Jahr 2009 auf 5,6 TWh. Die österreichische Industrie bezog 2009 bereits ein Viertel ihres Strombedarfs vom Verbund. Damit ist es dem Verbund mit innovativen maßgeschneiderten Lösungen und einer hochprofessionellen Kundenberatung gelungen, zum bedeutendsten Anbieter für Industriekunden aufzusteigen.

Mit den Erfolgen im Privat- und Business-/Industriekundenbereich zählt der Verbund mittlerweile zu den Top-5-Endkundenlieferanten auf dem österreichischen Markt.

Im Ausland wurden die an Endkunden abgesetzten Mengen mit 3.848 GWh um 25,0 % ausgeweitet. Allein in Deutschland wurden die Endkundenabsatzmengen mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden im Jahr 2009 bereits 10.288 GWh an in- und ausländische Endkunden geliefert (+15,3 %). Das Endkundengeschäft nahm damit im Berichtszeitraum rund 20 % des Gesamtabsatzes ein.

Position im europäischen Stromhandel gefestigt. Im Handel ist der Verbund bzw. seine Tochtergesellschaften und Joint Ventures an allen wichtigen europäischen Strombörsen genauso wie am bilateralen Over-the-Counter-Markt (OTC-Markt) in zahlreichen Ländern Zentraleuropas sowie in der Region Ost- und Südosteuropa (insgesamt knapp 20 Länder) aktiv.

Über die Handelstätigkeit wird der Kraftwerkseinsatz optimiert und die Eigenerzeugung bestmöglich vermarktet. Der Verbund handelte 2009 mit 112 TWh mehr als das Eineinhalbfache des physikalischen StromGESCHÄFTSBEREICHE

verbrauchs in Österreich und zählt mit diesem Handelsvolumen zu den führenden Stromhändlern Europas. Der Anteil des Geschäfts mit Weiterverteilern im Inland zeigte einen Anstieg von 1,2 %. Dies resultierte aus leicht gesteigerten Vertragsmengen und wasserführungsbedingt höheren Lieferungen aus Bezugsrechten an Landesgesellschaften. Rückläufig waren Absatzmengen an Weiterverteiler im Ausland. Hier wirkte sich vor allem der Trend von Verteilunternehmen zum Kauf standardisierter, in den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesener Forwardkontrakte aus. Rückläufig waren auch die Stromlieferungen an Handelsunternehmen, die ebenfalls verstärkt auf den Handel mit Forwardkontrakten umgestellt haben.

Partnerschaft mit österreichischen Weiterverteilern ausgebaut. Nach mehrmonatigen Verhandlungen wurde im Sommer 2009 zwischen dem Verbund als Lieferant und EVN gemeinsam mit Wien Energie als Käufer über deren Handelstochter e&t Einigung über Stromlieferungen ab 2010 erzielt. Rund 10 TWh an österreichischem Wasserkraftstrom werden bis 2013 vom Verbund an die beiden Unternehmen geliefert. Mit 3 TWh jährlich rücken EVN und Wien Energie durch den gemeinsamen Einkauf zum zweitgrößten Kunden des Verbund im Großhandelsmarkt auf. Diese Partnerschaft dient nicht zuletzt der österreichischen Wertschöpfung und sichert heimischen Strom aus Wasserkraft für österreichische Endkunden.

Inlandsgeschäft bringt deutliches Plus. Die regionale Absatzstruktur zeigt, dass mit 25.245 GWh (nach Saldierung des Fremdstromhandels) rund 49 % der vom Verbund abgegebenen Strommengen im Heimmarkt verkauft wurden. Auf Auslandsmärkten wurden mit 26.044 GWh rund 51 % des Gesamtabsatzes erzielt. Mit rund 76 % der im Ausland abgesetzten Mengen stellt der deutsche Markt den Schwerpunkt des Auslandsengagements dar.

ABSATZ NACH LÄNDERN GWh
2008 2009
ÖSTERREICH
25.098
25.245
DEUTSCHLAND
22.696
19.718
FRANKREICH
7.255
5.488
ITALIEN
238
396
BULGARIEN
283
151
SCHWEIZ
1
106
ALBANIEN
4
63
SONSTIGE
482
122
SUMME
56.057
51.289

PREISE

Rückläufige Preise an den europäischen Strommärkten. Der deutliche Preisrückgang bei den Brennstoffen und den Emissionsrechten spiegelte sich auf den europäischen Stromgroßhandelsmärkten wider.

Im Spothandel an der Pariser Strombörse EPEX lagen für das Marktgebiet Deutschland/Österreich sowohl die Base- als auch die Peak-Preise im Durchschnitt des Jahres 2009 deutlich unter den jeweiligen Vorjahresvergleichswerten: Die Preise für Bandenergie notierten mit 38,9 €/MWh um rund 41 %, jene für Spitzenenergie mit 51,2 €/MWh um rund 42 % unter den Mittelwerten von 2008.

Auch im Strom-Terminhandel gaben die Preise nach. Im Durchschnitt des Jahres 2009 lagen die Preise für das Front Year Base an der Leipziger Strombörse EEX für das Marktgebiet Deutschland/Österreich mit 49,2 €/MWh um 30 % unter dem Mittelwert von 2008. Die Preise für das Front Year Peak sanken im Durchschnitt des Jahres 2009 mit 69,8 €/MWh im Schnitt um ebenfalls 30 % gegenüber dem Durchschnittswert des Jahres 2008.

CO2-Emissionshandel: Zertifikate-Preise zeitweise unter 10-€-Marke. Der europäische Handel mit CO2-Emissionsrechten stand ebenfalls im Zeichen der Rezession. Wegen Produktionsausfällen bei energieintensiven Betrieben kamen in großem Umfang zusätzliche Zertifikate auf den Markt, was den Preis drückte. Emissionsrechte ("EU Allowances") für 2009 wurden im Februar an der ECX (European Climate Exchange) zeitweise mit weniger als 10 €/t CO2 gehandelt. Danach erholten sich die Preise etwas, ehe diese Ende des Jahres 2009 wegen des weitgehend erfolglos gebliebenen Klimagipfels in Kopenhagen vom Dezember 2009 neuerlich nachgaben. Da keine verbindlichen Reduktionsziele vereinbart wurden, fehlt der Anreiz für den Handel mit CO2-Zertifikaten. Für den EUA-Kontrakt mit Fälligkeit Dezember 2009 wurde am 14.12. 2009 (letzter Handelstag) ein Preis von rund 14 EUR/t erreicht.

Stark verbilligt haben sich auch "Certified Emission Reductions" (CER). Dabei handelt es sich um Zertifikate aus Emissionsreduktionen in Entwicklungs- und Schwellenländern im Rahmen des "Clean Development Mechanism". Die europäischen Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre heimischen Emissionen bis zu bestimmten Obergrenzen auch durch Einreichung von CERs abzudecken. Der Kontrakt CER mit Fälligkeit Dezember 2009 notierte am 14.12.2009 (letzter Handelstag) mit rund 13 €/t CO2. Die EUA-Kontrakte Dezember 2010 bis Dezember 2014 lagen Ende des Jahres 2009 bei 13 bis 16 €/t CO2.

Sauberes Wachstum mit erneuerbarer Wasserkraft. Als wichtigste Projekte im Bereich der Erzeugung aus erneuerbarer Wasserkraft sind für das Jahr 2009 zu nennen:

Der Verbund erwarb im Rahmen einer Verkaufsverpflichtung des E.ON-Konzerns in einem Bieterverfahren 13 Laufwasserkraftwerke mit einer Leistung von 312 MW am bayerischen Inn. Die jährliche Erzeugung der Kraftwerke beträgt rund 1.850 GWh, dies entspricht etwa neun Prozent der gesamten Laufwasserkrafterzeugung des Verbund.

Vollzogen wurde der Kaufvertrag am 31. 08. 2009. Die Kraftwerke werden durch eine eigenständige Gesellschaft – die VERBUND Innkraftwerke GmbH – betrieben.

AUSBAU DER ERZEUGUNG

GESCHÄFTSBEREICHE

Fertig gestellt wurde das Laufkraftwerk Werfen/Pfarrwerfen, mit dessen Bau 2006 gemeinsam mit der Salzburg AG begonnen worden war. Bei einer Leistung von 16 MW und einer jährlichen Erzeugungsmenge von 76,5 GWh versorgt das Kraftwerk seit Juni 2009 rund 22.000 Haushalte mit elektrischer Energie. Das Flusskraftwerk wurde als fünfte Stufe in der Kraftwerkskette an der mittleren Salzach errichtet und Ende Juli 2009 feierlich eröffnet.

Beim Erweiterungsprojekt Kraftwerk Hieflau wurden trotz teilweise widriger Wetterbedingungen die Anschlussarbeiten des zweiten Druckstollens im Sommer 2009 termingerecht fertig gestellt. Anfang Oktober konnte mit der Flutung des erweiterten Triebwasserweges begonnen werden. Durch die abschließende Inbetriebnahme der Restwasserturbine Ende des Jahres 2009 wurde die Erzeugungsmenge des Standortes um 108 GWh gesteigert.

Im Donaukraftwerk Aschach wurden die im Jahr 2006 begonnenen Maschinenerneuerungen weiter fortgesetzt. Die Revision der Maschinensätze erfolgt in den abflussarmen Monaten im Jahresrhythmus. 2009 wurde der Umbau des letzten Hauptmaschinensatzes gestartet. Nach Abschluss des Projektes im Frühjahr 2010 wird die Jahreserzeugungsmenge des Donaukraftwerkes Aschach um 45 GWh höher sein.

Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II schreitet rasch voran. Das Projekt Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II folgt dem verkürzten Bauzeitplan; die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für 2011 geplant. Im abgelaufenen Jahr wurde der Rohbau des Kraftwerks fertig gestellt, mit Mitte September begann der Einbau der Maschinensätze. Diese zusätzliche Anlage mit 480 MW erhöht die Leistungskapazität des Standortes Kaprun im Spitzenstromsektor auf 833 MW.

Im Rahmen der Revitalisierung des Mur-Kraftwerks Pernegg erfolgte im abgelaufenen Jahr die Detailplanung für die maschinenbaulichen und elektrotechnischen Einrichtungen. Die baulichen Veränderungen der unter Denkmalschutz stehenden Bauten wurden per Bescheid Mitte des Jahres genehmigt. Die Hauptbauarbeiten werden im zweiten Halbjahr 2010 bei Kraftwerksstillstand durchgeführt, wobei der erste neue Turbinensatz ab April 2011 wieder in Betrieb genommen werden kann. Der Umbau der beiden weiteren Maschinensätze erfolgt jeweils in den darauffolgenden Wintermonaten 2011 bzw. 2012.

Für das grenzübergreifende Gemeinschaftskraftwerk Inn (Projektpartner TIWAG und Engadiner Kraftwerke AG) fand im Oktober die Auflage des Umweltverträglichkeitsgutachtens und im Dezember die mündliche Verhandlung statt. Mit dem Genehmigungsbescheid 1. Instanz kann im Quartal 1/2010 gerechnet werden. Parallel dazu wurde in der Schweiz das Verfahren zur Konzessionserteilung abgewickelt. Ab der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2014 wird damit dem Verbund eine Jahreserzeugungsmenge von 207,3 GWh (das ist die Hälfte der Gesamterzeugung) zur Verfügung stehen.

Gemeinsame Wasserkraft-Projekte in der Steiermark. Im Rahmen der Wasserkraftkooperation zwischen Energie Steiermark/SSG und dem Verbund wurde vereinbart, künftig Wasserkraftprojekte in der Steiermark gemeinsam zu betreiben. Eines dieser Vorhaben ist die Doppelstufe Gössendorf und Kalsdorf, welche von der SSG federführend entwickelt wird. Im Jahr 2005 wurde mit den Projektierungen begonnen, Ende 2008 erging der UVP-Bescheid in 2. Instanz. Nachdem auch der Verwaltungsgerichtshof mehreren Beschwerden die aufschiebende Wirkung aberkannt hat, konnte im Spätwinter 2008/09 mit ersten Vorarbeiten für das Kraftwerk Gössendorf begonnen werden. Mit den Hauptbauarbeiten wurde im Herbst 2009 gestartet.

Nach vierwöchiger öffentlicher Auflage beim Amt der Kärntner Landesregierung sowie in den Gemeindeämtern der Gemeinden Mühldorf und Reißeck hat der Genehmigungsbescheid für das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II mit 12.Dezember 2009 Rechtsgültigkeit erlangt. Kontinuierlicher Dialog mit allen Beteiligten, Bürgerinformationsveranstaltungen und aktuelle Projektinformationen durch Postwurfsendungen sind fester Bestandteil während der gesamten Projektdauer und haben eine rasche und konsensorientierte Abwicklung des UVP-Verfahrens ermöglicht.

Stärkung der Erzeugungsposition auf Basis von umweltfreundlichem Erdgas – Erdgas ersetzt Kohle. Der Verbund ersetzt alte Kohlekraftwerke durch moderne Erdgas-Kombikraftwerke und spart damit CO2.

Um die Kosten des Einsatzes der thermischen Kraftwerksanlagen zu senken, wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Die Instandhaltungsstrategie wurde geändert, Personal effizienter eingesetzt, sodass sich Flexibilität, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Anlagen kontinuierlich verbesserten. Im Kohlekraftwerk Dürnrohr führte die Erneuerung der Leittechnik im Vorjahr zu Optimierungen beim Wirkungsgrad und beim Starten des Kraftwerks. 2005 wurde erstmalig mit dem Erdölkraftwerk Pernegg eine derartige Anlage abgebaut und die Liegenschaft vollständig rekultiviert. 2008 wurde das Braunkohlekraftwerk Voitsberg verkauft.

Nach dem im Vorjahr gefassten Baubeschluss für das Gas- und Dampfkombikraftwerk (GDK) Mellach wurden im Geschäftsjahr bei der Umsetzung des Bauvorhabens große Fortschritte erzielt. Der Beginn des kommerziellen Betriebes der Anlage, die eine Gesamtleistung von 832 MW aufweist, ist für Herbst 2011 vorgesehen.

Gleichzeitig wurde an der Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung für die Modernisierung des Kraftwerkes Werndorf-Neudorf sowie der Erlangung des UVP-Bescheids für das GDK Klagenfurt gearbeitet. Im Sinne des eingeschlagenen Weges für eine nachhaltige Energiezukunft wurden die Vorbereitungen für die endgültige Außerbetriebnahme des seit langem konservierten Kraftwerks St. Andrä getroffen.

Durch das GDK Mellach werden bei gleicher Erzeugung gegenüber herkömmlichen Kohlekraftwerken jährlich etwa zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht in etwa dem Erzeugungsäquivalent von 2,4 TWh an erneuerbaren Energien. Durch den Bau moderner Erdgaskraftwerke übernimmt der Verbund Verantwortung für die Stromversorgung in Österreich und trägt zur Reduzierung der Stromimporte bei.

Erdgasspeicher-Kapazitäten gebucht. Der Verbund hat Kapazitäten von insgesamt rd. 60 Mio. m3 in einem unterirdischen RAG-Erdgasspeicher in Oberösterreich/Salzburg gebucht. Am 14.12. 2009 wurde dazu ein langfristiger Speichervertrag mit der RAG (Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft) abgeschlossen.

Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Effizienz bereiteten den Weg für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens vor. Mit dem Schritt weg von alten Anlagen und hin zu modernen und hocheffizienten Kraftwerkstechnologien, die den strengen Anforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes entsprechen, ist der Verbund für die Zukunft gerüstet.

91 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der Verbund erzeugt Strom, den er heute zu rund 91 % aus erneuerbaren Energiequellen gewinnt. Mit den derzeit in Realisierung befindlichen bzw. geplanten Großinvestitionen wird der Wachstumskurs fortgesetzt. Den verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begegnet der Verbund mit einer Phase der Fokussierung und Konsolidierung bis Ende 2010, um eine solide Finanzierungskraft beizubehalten. Wachstumsoptionen werden dennoch im Auge behalten.

  • Die starke Basis für die Zukunft liegt in der Wasserkraft. Ziel des Verbund ist es, in Europa in diesem Sektor ganz vorne mitzuspielen und zu einem der bedeutendsten Wasserkraft-Konzerne Europas aufzusteigen. Dies bedeutet einen weiteren Ausbau und Optimierung der Wasserkraft in Österreich.
  • Das Erzeugungsportfolio soll durch Erdgas und Wind wirtschaftlich ergänzt werden. Kompetenzzentren für diese beiden Energiequellen schaffen Wettbewerbsvorteile für den gesamten Konzern.
  • Auf Basis der bestehenden sehr guten nationalen und internationalen Großhandelsposition sollen Handel und Vermarktung gestärkt werden. Das Kleinkundensegment in Österreich soll weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, bis 2015 mehr als 400.000 Kunden zu akquirieren.

AUSBLICK

GESCHÄFTSBEREICHE

NETZ

2009 hat die VERBUND-Austrian Power Grid AG, die unabhängige Netztochter des Verbund, wesentliche Ausbau-Projekte zur Verbesserung und langfristigen Gewährleistung der heimischen Versorgungssicherheit erfolgreich abgeschlossen bzw. gestartet: Die Inbetriebnahme der 380-kV-Steiermarkleitung Mitte des Jahres sichert nunmehr die Stromversorgung im Süden und Osten Österreichs nachhaltig ab und reduziert Stromverluste in Höhe des jährlichen Stromverbrauchs von 60.000 Haushalten. Mit dem Baubeginn der Salzburgleitung "Salzach neu-St. Peter" wurde ein weiterer Meilenstein für den Lückenschluss im Westen des 380-kV-Rings gesetzt. Weiters wurde mit der "Power Grid Control" die modernste Stromleitzentrale Europas eröffnet. Die Netz-Aussenumsätze gingen 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden geringeren Stromtransporte um 10,5 % auf 275,6 Mio. € zurück.

Das rund 3.500 Trassen-Kilometer lange Übertragungsnetz (Spannungsebenen 380 kV, 220 kV und 110 kV) der Verbund-Netztochter ist das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung und darüber hinaus Teil des gesamteuropäischen Übertragungsnetzes der Regional Group Continental Europe der ENTSO-E (vormals UCTE). Das Übertragungsnetz ist per gesetzlichem Auftrag sicher, effizient und kostengünstig zu betreiben, die Anforderungen des liberalisierten europäischen Strommarkts und die europäischen Sicherheits- und Qualitätskriterien sind zu erfüllen.

BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

KENNZAHLEN SEGMENT NETZ*

EINHEIT 2007 2008 2009 ÄNDERUNG
AUSSENUMSATZ MIO. € 285,4 307,9 275,6 –10,5 %
EBITDA MIO. € 115,8 141,7 127,6 –7,1 %
EBIT MIO. € 62,2 88,0 68,2 –18,5 %
CAPITAL EMPLOYED MIO. € 753,8 672,8 801,0 +23,3 %
ROCE % 8,1 10,1 7,0 –23,1 %
INVESTITIONEN MIO. € 76,0 159,1 143,3 –9,9 %

*DURCH DIE ERSTANWENDUNG DES IFRS 8 WURDEN DIE VORJAHRESWERTE ANGEPASST.

Sinkende Umsatzerlöse durch Wirtschaftskrise. Der Außenumsatz im Segment Netz sank 2009 um 10,5 % auf 275,6 Mio. €. Ausgelöst durch den niedrigen Verbrauch der Endkunden sowie die erhöhte Erzeugung und Einspeisung von Strom in die Verteilernetzebene wurden geringere Strommengen aus dem Übertragungsnetz an die Verteilernetze abgegeben. Dies wirkte sich sowohl auf die internationalen als auch nationalen Erlöse aus. Der Anteil der externen Umsätze aus dem Segment Netz am Gesamtumsatz lag 2009 bei 7,9 %.

Auf Grund gestiegener Marktpreise erhöhten sich die Aufwendungen für Strombezug (Sekundärregelung und Verluste), die Abschreibungen stiegen aufgrund der Inbetriebnahme der Steiermarkleitung. Das EBIT reduzierte sich somit um 18,5 % auf 68,2 Mio €. Das Segment Netz erzielte 6,5 % des Konzern-EBIT.

Der Return on Capital Employed (ROCE) ist aufgrund des geringeren Ergebnisses und des gestiegenen Capital Employed auf 7,0 % gesunken.

Investitionen weiterhin auf hohem Niveau. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen lagen im Berichtsjahr bei insgesamt rund 143,9 Mio. € und verbleiben somit weiterhin auf einem hohen Niveau. Dies ist insbesondere durch die im Berichtsjahr fertig gestellte 380-kV-Steiermarkleitung (39,9 Mio. €) und den Baubeginn der 380-kV-Salzburgleitung Salzach neu–St. Peter (25,6 Mio. €) begründet. INVESTITIONEN

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 55

Als weitere wesentliche Erweiterungsinvestitionen sind die Fertigstellung des neuen Stromnetz-Kontrollzentrums "Power Grid Control" (4,1 Mio. €) sowie die Anbindung des Kraftwerks Limberg II (5,0 Mio. €) anzuführen. Außerdem wurde mit den Arbeiten für die Erweiterung des Umspannwerks Bisamberg (3,3 Mio. €) und die Auflage des zweiten 380-kV-Systems Wien-Südost nach Györ (5,8 Mio. €) begonnen.

Bei den Betriebsinvestitionen lag der Schwerpunkt in der Umsetzung des Trafo-Konzepts mit dem Austausch der Transformatoren in den Umspannwerken Hessenberg, Ernsthofen und Dürnrohr (14,7 Mio. €). Weiters wurde mit dem Anlagenumbau in den Umspannwerken Ybbsfeld (5,9 Mio. €) und Bisamberg (1,8 Mio. €) begonnen.

Das international verpflichtend einzuhaltende Maß für die Versorgungssicherheit ist das (n-1)-Kriterium. Ein Stromnetz erfüllt dieses Kriterium, wenn ein beliebiges Betriebsmittel ausfallen kann, ohne dass es zur Überlastung anderer Betriebsmittel, zu Versorgungsunterbrechungen oder gar zu einem Blackout kommt.

In den vergangenen Jahren war es nicht möglich, dieses Kriterium durchgehend einzuhalten, sondern es mussten Engpassmanagementmaßnahmen gesetzt werden. Im Halbjahr 1/2009 mussten bei der ENTSO-E auch noch Ausnahmegenehmigungen für die Verletzung der (n-1)-Sicherheit in Anspruch genommen werden.

Während Anfang 2009 für den Nord-Süd-Engpass noch umfangreiches Engpassmanagement notwendig war, verbesserte sich die Situation dank der neuen 380-kV-Steiermarkleitung ab Mitte 2009 deutlich. Risiken, denen mit entsprechendem Engpassmanagement zu begegnen sein wird, bleiben bis zum Lückenschluss des 380-kV-Rings im Westen Österreichs weiter bestehen.

Die über das 220/380-kV-Netz (Netzebene 1) transportierte Energiemenge i.H.v. 37.569 GWh verringerte sich 2009 im Vergleich zum Vorjahr um rund 5,2 %. Ursache dafür war die Reduktion des internationalen Stromaustausches auf Grund der höheren Exporte, wobei die Abgabe an die unterlagerten Netze geringer war.

Besonders zu erwähnen ist die zunehmend hohe Schwankungsbreite der Energieflüsse zu den benachbarten nationalen und internationalen Netzpartnern. Der Austausch mit angrenzenden internationalen Netzbetreibern schwankte im Jahr 2009 zwischen einem maximalen Import von 3.112 MW und einem maximalen Export von 3.047 MW. Die Bewältigung dieser wechselnden Energieflüsse stellt für die VERBUND-Austrian Power Grid AG eine schwierige netzbetriebliche Herausforderung dar, die einer intensiven und vorausschauenden Kooperation auf europäischer Ebene bedarf.

Offizielle Inbetriebnahme der 380-kV-Steiermarkleitung. Die 98 km lange 380-kV-Steiermarkleitung von Rotenturm/Burgenland nach Kainachtal/Steiermark wurde nach rund 20-monatiger, in enger Abstimmung mit Anrainern und Gemeinden durchgeführten Bautätigkeit Mitte 2009 erfolgreich in Betrieb genommen.

Bis Ende Februar 2010 werden auch die Demontagen jener 110-kV-Leitungen abgeschlossen sein, die nun auf der 380-kV-Leitung mitgeführt werden.

Sämtliche Arbeiten wurden und werden durch ökologische und forstfachliche Bauaufsichten begleitet. Das gesamte Investitionsvolumen der 380-kV-Steiermarkleitung (Leitung und Umspannwerke) beträgt rund 179 Mio. €.

380-kV-Salzburgleitung. Die Salzburgleitung ist auf Grund ihrer aus europäischer Sicht hohen Bedeutung ein TEN-E-Projekt (Transeuropäische Netze). Sie ist die Voraussetzung für die langfristige Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Österreich, die Beseitigung von Engpässen für den Strommarkt und die ErVERSORGUNGSSICHERHEIT UND ENERGIETRANSPORT

LEITUNGSBAUPROJEKTE

möglichung des weiteren Ausbaus der Stromerzeugung – vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.

Nach Abweisung des Antrags auf aufschiebende Wirkung und Bestätigung des öffentlichen Interesses wurde Anfang August 2009 der Bau des ersten Teils der 380-kV-Salzburgleitung (Salzach neu-St. Peter) gestartet. Derzeit laufen die Bauarbeiten in intensivem und gutem Kontakt zu Anrainern und Gemeinden. Die Fertigstellung ist für Anfang 2011 vorgesehen, was einen weiteren wesentlichen Meilenstein in der Fertigstellung des österreichischen 380-kV-Rings darstellt.

Das Investitionsvolumen der 46 km langen Leitung liegt bei 119 Mio. €.

Für die Trassenfindung der 115 km langen 380-kV-Salzburgleitung "Tauern–Salzach neu" wurde im August 2009 ein intensiver Dialogprozess mit den potenziellen Anrainergemeinden gestartet. Die Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung ist frühestens 2011, eine Inbetriebnahme Mitte 2017 möglich.

UNBUNDLING

siehe "Markt und Branche", Seite 27

"POWER GRID CONTROL" ERÖFFNET

"MASTERPLAN NETZ 2009– 2020": AUSBAUPLAN BIS 2020 Drittes Energieliberalisierungspaket der EU. Das im Sommer 2009 beschlossene 3. Energieliberalisierungspaket erfordert im Bereich der Übertragungsnetze weitgehende Änderungen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Unabhängigkeit der Übertragungsnetzbetreiber gelegt. Der Verbund bleibt weiterhin Eigentümer der VERBUND-Austrian Power Grid AG bei gleichzeitiger Gewährleistung der operativen Unabhängigkeit der Netztochter.

Die Richtlinie ist binnen 18 Monaten von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umzusetzen, darüber hinaus stehen weitere 12 Monate für die Umsetzung der Unbundling-Bestimmungen zur Verfügung. Die Umsetzung wird durch den Regulator zertifiziert und in Brüssel kontrolliert.

Das im 3. Energieliberalisierungspaket der Europäischen Union vorgesehene europäische Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) hat am 01. 07. 2009 seine Tätigkeit aufgenommen. Die früheren Synchrongebietsverbände der Übertragungsnetzbetreiber (UCTE, NORDEL etc.) wurden mit 30. 06. 2009 aufgelöst, ihre Rechtsverbindlichkeiten und Tätigkeiten sind an die neue Organisation übertragen worden. Die Netztochter des Verbund hat Vertreter zur Entsendung in alle wesentlichen Gremien der ENTSO-E nominiert.

Das 3. Energieliberalisierungspaket führt auch zu Änderungen bei den nationalen Regulierungsbehörden: Diese sollen in Zukunft unabhängiger sein, um damit ihren Marktaufsichtsfunktionen besser nachkommen zu können. Dazu wird die Europäische Regulierungsagentur (ACER) in Ljubljana (Slowenien) ab 2011 Leitlinien zur Überprüfung der ENTSO-E-Netzkodizes erarbeiten. Die Netzkodizes werden anschließend im Rahmen eines von der Europäischen Kommission geleiteten Verfahrens rechtliche Verbindlichkeit erlangen.

Neues Stromnetz-Kontrollzentrum. Um den massiv steigenden Anforderungen an den Betrieb der "kritischen Infrastruktur" Übertragungsnetz nachhaltig und langfristig zu entsprechen, wurde seit Juli 2007 ein neues Stromnetz-Kontrollzentrum in Wien-Favoriten errichtet. Die "Power Grid Control" wurde im Oktober 2009 in Betrieb genommen und ist die modernste Leitzentrale Europas. Das Gebäude beherbergt auch das Safety- und Security-Center des Übertragungsnetzes, von dem aus rund um die Uhr alle Anlagen und Gebäude der VERBUND-Austrian Power Grid AG zur Gewährleistung der Netzsicherheit zentral überwacht werden.

Das Ziel eines einheitlichen europäischen Strommarktes und der geplante massive Ausbau der wetterabhängigen (und damit volatilen) erneuerbaren Energien wird zu stark steigenden Herausforderungen für die europäischen Übertragungsnetze führen. Um diesen Aufgaben durch die Schaffung einer entsprechenden Netzinfrastruktur langfristig gewachsen zu sein, hat die VERBUND-Austrian Power Grid AG unter Einbindung der TU Wien und der TU Graz im Berichtsjahr 2009 den "Masterplan Netz 2009–2020" erstellt.

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 57

Die darin dargestellten Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1 Mrd. € werden nicht nur die Versorgungssicherheit in Österreich und den Strommarkt langfristig sicherstellen, sondern sind die Voraussetzung für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Erreichung der Klimaziele. Darüber hinaus stellt das Investitionsvolumen mit einer heimischen Wertschöpfung von bis zu 80 % (Erfahrungswert bisheriger 380-kV-Leitungsprojekte) einen wichtigen Impuls in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dar.

Verbund betreibt künftig auch Übertragungsnetz in Tirol. Im November 2009 wurde ein weitreichender Kooperationsvertrag zwischen VERBUND-Austrian Power Grid AG und der TIWAG Netz AG unterzeichnet. Vereinbart wurde, dass die Verbund-Netztochter die Aufgaben des Regelzonenführers und des Betreibers des Übertragungsnetzes in Tirol übernimmt. Die Übertragungsanlagen verbleiben weiterhin im Eigentum der TIWAG Netz AG. Dadurch sollen eine Verbesserung der Situation auf den Regelenergiemärkten, eine verbesserte Entwicklung des österreichischen Strommarkts und administrative Erleichterungen für die Marktteilnehmer erzielt sowie Chancen auf bessere Marktpreise genutzt werden.

Auch für das Jahr 2010 ist noch mit Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu rechnen. Die im November und Dezember 2009 durchgeführten Jahresauktionen der Grenzkapazitäten für 2010 zeigten gegenüber dem Berichtsjahr eine signifikante Erlösverschlechterung, sodass nach heutiger Einschätzung, von einem schwierigen Geschäftsjahr 2010 ausgegangen wird.

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber müssen sich weiterhin intensiv auf die steigenden Herausforderungen im Netzbetrieb vorbereiten, die sich vor allem aus der Umsetzung eines einheitlichen europäischen Strommarkts und dem geplanten massiven Ausbau der volatilen Erneuerbaren Energien ergeben.

Netz-Masterplan bis 2020 mit Ausbauprogramm. Daher wird die VERBUND-Austrian Power Grid AG das im "Masterplan Netz 2009–2020" dargelegte Ausbauprogramm, das auf einer detaillierten energiewirtschaftlichen Analyse für den Zeitraum 2009 bis 2020 sowie auf einem Forecast bis 2030 basiert, weiterhin intensiv verfolgen. Die Projekte bis 2020 umfassen unter anderem die 380-kV-Salzburgleitung, die Auflage des zweiten 380-kV-Systems nach Ungarn, die Integration der Windenergie im Burgenland und in Niederösterreich sowie die Netzverstärkung nach Deutschland und im Raum Kärnten.

Der Masterplan wird künftig jährlich aktualisiert, um so Netzausbauplanung bedarfsgerecht und kostenminimierend zu optimieren. Im nächsten Schritt wird der Masterplan dahingehend weiterentwickelt, dass gemeinsam mit Landes-Netzgesellschaften abgestimmte Detail-Masterpläne unter Einbindung der jeweiligen regionalen Projekte erstellt werden sollen.

Der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2010 liegt in der Errichtung der 380-kV-Salzburgleitung Salzach neu–St. Peter, die im ersten Quartal 2011 in Betrieb gehen soll sowie im Vorantreiben des Planungsprozesses der 380-kV-Salzburgleitung Tauern-Salzach neu. Diese beiden Projekte stellen den dringend benötigten Lückenschluss im Westen des österreichischen 380-kV-Rings dar.

Auch die weiteren für 2010 vorgesehenen Projektarbeiten, Instandhaltungs-, Sicherheits- und Effizienzsteigerungsprogramme werden intensiv vorangetrieben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2010 liegt in der Vorbereitung der Verbund-Netztochter auf die Umsetzung des 3. Energieliberalisierungspakets.

Mit Anfang 2010 werden auch die Vorbereitungsarbeiten für die Umsetzung der Kooperationsvereinbarung mit der TIWAG Netz AG starten. Die Zusammenlegung der beiden Regelzonen ist für Anfang 2011 geplant.

Nach Abschluss der Implementierungsarbeiten soll im nächsten Geschäftsjahr das von VERBUND-Austrian Power Grid AG und sieben anderen Netzbetreibern gegründete "Central Allocation Office" (CAO) seinen operativen Betrieb aufnehmen.

KOOPERATIONSVERTRAG MIT TIWAG NETZ AG UNTERZEICHNET

AUSBLICK

BETEILIGUNGEN

GESCHÄFTSBEREICHE

Im Jahr 2009 konzentrierte sich der Verbund vor allem auf die Weiterentwicklung seiner bereits bestehenden Beteiligungen: In der Türkei wurde gemeinsam mit dem Partner Sabanci die Verteilnetzgesellschaft Bakent EDAS erworben sowie der Kraftwerksbau weiter forciert. In Frankreich wurden die Anteile an der POWEO Group erhöht, in Italien die Beteiligung an der Sorgenia Group ausgebaut. In Österreich liegt das Hauptaugenmerk nach wie vor auf den Beteiligungen bei STEWEAG-STEG GmbH, KELAG sowie Energie Klagenfurt.

Zu Beginn des Jahres 2009 wurde der Kauf der türkischen Verteilnetzgesellschaft Bakent EDAS gemeinsam mit dem türkischen Partner Sabanci abgeschlossen. Betrachtet man alle Beteiligungen, die mit Sabanci gehalten werden (Bakent EDAS, Enerjisa Genco und Enerjisa TradeCo), so konnte innerhalb kürzester Zeit ein Versorger geschaffen werden, der die gesamte Wertschöpfungskette von elektrischer Energie umfasst.

Ein weiterer Meilenstein des Jahres 2009 war das verstärkte Engagement des Verbund am französischen Strommarkt: Im Quartal 3/2009 erhöhte der Verbund seine bestehenden Anteile an der POWEO Group und ist seither deren größter Aktionär.

In Italien, wo mit dem Partner CIR das mittlerweile viertgrößte Energieunternehmen des Landes geschaffen wurde, wird der Ausbau der Kraftwerkskapazitäten zügig vorangetrieben. Der Fokus der Sorgenia liegt auf der Errichtung hochmoderner Erdgaskraftwerke. Zusätzlich wird künftig unter dem Slogan "L' energia sensibile" der Anteil an erneuerbaren Energien kontinuierlich ausgebaut. Erster Meilenstein war der Erwerb des französischen Windparkbetreibers Société Française d'Eoliennes (SFE) Ende 2007.

EINHEIT 2007 2008 2009 ÄNDERUNG
AUSSENUMSATZ MIO. € 9,8 10,4 38,9 274 %
EBITDA MIO. € –25,1 –35,3 –28,9 –18 %
EBIT MIO. € –30,7 –42,8 –37,5 –12 %
CAPITAL EMPLOYED MIO. € N.V 3.945,0 5.548,9 40 %
BETEILIGUNGSERGEBNIS MIO. € 54,9 42,3 61,4 45 %
INVESTITIONEN MIO. € 714,0 595,7 665,0 12 %

KENNZAHLEN SEGMENT BETEILIGUNGEN*

*DURCH DIE ERSTANWENDUNG DES IFRS 8 WURDEN DIE VORJAHRESWERTE ANGEPASST.

Das Beteiligungsergebnis im Jahr 2009 betrug 61,4 Mio €. Das Ergebnis wird im Wesentlichen von den inländischen Beteiligungen STEWEAG-STEG GmbH mit 30,7 Mio. € und der KELAG mit 49,3 Mio. € sowie der italienische Sorgenia Group mit 13,6 Mio € getragen. Die POWEO Group weist in 2009 auf Grund der allgegenwärtigen Wirtschaftskrise, der Aufbausituation sowie nötiger Restrukturierungen ein negatives Beteiligungsergebnis von –41,5 Mio. € aus. Mit einem nennenswerten positiven Ergebnis der türkischen Beteiligungen rechnet man erst ab 2011, da sich diese ebenfalls noch im Aufbau befinden.

AUSLANDSBETEILIGUNGEN

BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE

ENTWICKLUNG

Italien – weiter auf Erfolgskurs. Trotz schwierigen Marktumfelds befindet sich die italienische Sorgenia Group weiterhin auf Wachstumskurs. Die Sorgenia beliefert gegenwärtig rund 520.000 Kunden. Auf Grund der Wirtschaftskrise war die Performance der Sorgenia 2009 schwächer als 2008. Hauptprobleme waren Vorsorgen für Forderungsausfälle bei Privatkunden und Kleinunternehmen sowie die Verzögerung der Inbetriebnahme des CCGT Modugno. Das Operative Ergebnis lag in den ersten drei Quartalen mit 69,4 Mio. € unter Vorjahresniveau (94,4 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern betrug 21,1 Mio. € im Vergleich zu 39,8 Mio. € in den ersten drei Quartalen 2008. Hierbei ist allerdings 2009 das

Tremonti-Ter Gesetz, das die steuerliche Begünstigung von Investitionsprojekten zur Stärkung der italienischen Wirtschaft vorsieht, nicht berücksichtigt. Dieses wird das Ergebnis nach Steuern um 20–40 Mio. € erhöhen. Mit einer weiteren einseitigen Kapitalerhöhung erhöhte der Verbund im Juni 2009 seinen Anteil von rund 43 % auf nunmehr etwa 45 %. Damit baute der Verbund seine Position am italienischen Markt weiter aus und wird in Zukunft noch stärker am Wachstum der Sorgenia Group teilhaben.

Das 770-MW-Gaskraftwerk Modugno im Süden Italiens wurde im Dezember 2009 in Betrieb genommen. Dabei konnte sogar eine Kapazitätssteigerung von 770 auf 815 MW und eine Erhöhung der Effizienz um einen Prozentpunkt auf 57,5 % erreicht werden.

Der Bau des thermischen Kraftwerks in Lodi (805 MW), mit dem im Quartal 2/2008 begonnen wurde, schreitet zügig voran; die Inbetriebnahme ist im August 2010 vorgesehen. Das First Firing wird für Februar 2010 erwartet.

Im Bereich der erneuerbaren Energien sind umfangreiche Investitionen in Frankreich, Italien und Rumänien geplant. Im ersten Halbjahr 2009 gingen die Windkraftwerke Minervino Murge (Italien, 18 MW) und Castelnuovo di Conza (Italien, 10 MW) in Betrieb.

Türkei – erfolgreicher Ausbau der Kraftwerkskapazitäten. Im Juni 2007 übernahm der Verbund 50 % der Anteile an Enerjisa, der Stromerzeugungsgesellschaft der Sabanci Group in der Türkei. Enerjisa strebt bis 2015 einen Marktanteil von mindestens 10 % am türkischen Elektrizitätsmarkt und damit die Marktführerschaft an. Das Zielportfolio der Enerjisa, das 2015 fertig gestellt sein soll, sieht eine installierte Leistung von rd. 5.000 MW vor.

Die Umsetzung dieser Strategie erfolgt im ersten Schritt mit der Errichtung des Gaskraftwerks Bandırma (919 MW) und von neun Wasserkraftwerken mit einer installierten Gesamtleistung von 1.000 MW.

Fixiert wurde auch die Umsetzung des Windparks Çanakkale. In der ersten Ausbaustufe ist die Errichtung von 30 MW vorgesehen; eine Ausweitung auf 60 MW wird zurzeit intensiv geprüft. Der Windpark Çanakkale und das Gaskraftwerk Bandırma werden Ende 2010, die Wasserkraftwerke zwischen 2010 und 2012 ans Netz gehen.

Obwohl das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes in der Türkei aufgrund der Wirtschaftskrise zurückgegangen ist, entwickelte sich das Ergebnis der Enerjisa positiv.

Zum 30. 09. 2009 konnte Enerjisa einen Umsatz von 199,6 Mio. € erzielen. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 31,3 % im Vergleich zur Vorjahresperiode. Gründe hierfür sind die gesunkene Nachfrage seitens Grid Customers und der Preisrückgang am Spot Markt. Trotz gesunkenem Gross Profit konnte das Ergebnis nach Steuern im selben Zeitraum aufgrund von Wechselkurserträgen und gestiegenen Zinserträgen von –4,1 Mio. € auf 22,2 Mio. € verbessert werden. Für das Gesamtjahr 2009 wird ein Ergebnis i.H.v. 29,5 Mio. € erwartet.

Am 28. 01. 2009 erwarb der Verbund gemeinsam mit seinem türkischen Partner Sabanci die türkische Verteilnetzgesellschaft Bakent EDAS. Der Kaufpreis belief sich auf 1,225 Mrd. \$. Die Region Bakent rund um Ankara erstreckt sich vom Schwarzen Meer bis ins anatolische Gebirge und zählt mit einer Einwohnerzahl von 6,3 Mio. zu den größten Regionen der Türkei. Bakent EDAS beliefert bereits jetzt rund 3,1 Mio. Endkunden in dieser Region. Trotz eines Rückgangs des realen Bruttoinlandsproduktes in der Türkei erfüllte Bakent EDAS die Umsatzerwartungen weitgehend. Zum 30.09. 2009 wurden Umsatzerlöse von 564,4 Mio. € erwirtschaftet. Der TRY/\$-Wechselkurs erholte sich im Vergleich zum Jänner 2009. Aufgrund der \$-Verbindlichkeiten gegenüber der Privatization Autority und der daraus resultierenden Wechselkurserträge hat sich das Ergebnis nach Steuern verbessert. Für das Gesamtjahr 2009 wird ein Ergebnis i.H.v. 1,4 Mio. € erwartet.

Bis 2012 soll Bakent EDAS zu einem der führenden Verteilnetzunternehmen in der Türkei gemacht werden. Neben hoher Ertragskraft legen der Verbund und Sabanci dabei besonderen Wert auf Kundenzufriedenheit.

Frankreich – Verbund als größter Aktionär. Der Verbund baut sein Engagement im französischen Strommarkt aus. Nach einer Kapitalerhöhung i.H.v. 75 Mio. € wurden im Quartal 3/2009 zusätzlich die Anteile der bis dahin kontrollierenden Aktionäre erworben. Damit ist der Verbund nunmehr mit 46 % größter Aktionär der POWEO Group.

Der Umsatz in den ersten Quartalen 1–3/2009 betrug 375,6 Mio. €, das ist ein Anstieg von 2,4 % im Vergleich zu den Quartalen 1–3/2008. Dieses Wachstum kam durch die Erhöhung der Kundenzahl auf 270.000 zustande, auch die Struktur der Kunden hat sich verändert. In Zukunft wird man noch stärker auf ein ausgewogenes Kundenportfolio Wert legen.

Die nach der Übernahme der Aktien eingeleitete Restrukturierung, Forderungsausfälle, bedingt durch die allgemeine wirtschaftliche Lage , eine hohe Kundenabwanderungsrate, und die Neubewertung eines Gaslieferkontrakts führen zu einem im direkten Vergleich zu anderen Beteiligungen stark negativen Ergebnis. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, wurde bereits ein Reorganisationsprozess eingeleitet.

Mit dem Gas- und Dampfkraftwerk in Pont-sur-Sambre ging am 26. 09. 2009 das erste CCGT-Kraftwerk (Combined Cycle Gas Turbine) Frankreichs in Betrieb. Dieses passt mit einer Kapazität von 412 MW und einem Wirkungsgrad von 57,8 % in die Gesamtstrategie der POWEO.

Die durch die Kapitalerhöhung aufgebrachten Mittel sollen zum weiteren Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten sowie zur Weiterentwicklung der Marktposition in Frankreich verwendet werden.

Seit der erstmaligen Beteiligung des Verbund im April 2006 an POWEO S.A. und POWEO Production S.A.S., hat sich die POWEO Group als unabhängiger integrierter Strom- und Gasanbieter stark etabliert.

Albanien – Baubeginn steht bevor. Am 14. 09. 2009 wurde in Wien der Vertrag für die elektromechanische Ausrüstung des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien unterzeichnet. Beim Bau des ersten Projektes in diesem Land vertraut der Verbund auf österreichische Technologie und Know-how. Der Auftrag mit einem Gesamtvolumen von ca. 105 Mio. € wurde an den Technologiekonzern Andritz vergeben.

Bei diesem Projekt am Drin-Fluss im Norden Albaniens, nahe der Stadt Shkoder, werden die beiden Kraftwerksstufen mit jeweils 45 Turbinen-Generator-Einheiten der HYDROMATRIX®-Technologie ausgerüstet.

Die Gesamtleistung beider Anlagen beträgt über 50 MW. Jährlich sollen circa 230 Mio. kWh Strom erzeugt werden. Der Baubeginn erfolgt Anfang 2010; zwei Jahre später soll der erste Strom erzeugt werden. Langfristig will man durch den Betrieb von Ashta bis zu 100.000 albanische Haushalte mit umweltfreundlich produzierter Energie versorgen.

STEWEAG-STEG GMBH – zwei neue Murkraftwerke. Die STEWEAG-STEG GmbH (SSG) ist der größte Energieversorger in der Steiermark. Der Verbund ist mit 34,57 % an der SSG beteiligt. Die restlichen 65,43 % sind im Besitz der Energie Steiermark AG. INLANDSBETEILIGUNGEN

In den Quartalen 1–3/2009 stieg der Energieabsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % auf 6.062 GWh. Der Umsatz sank im Vergleichszeitraum auf 435,31 Mio. € (–3,6 %). Das Ergebnis nach Steuern der Quartale 1–3/2009 stieg im Vergleich zu 2008 von 39,13 Mio. € auf 49,16 Mio. € (+25,6 %).

Die SSG hat ein Effizienzsteigerungsprojekt namens W.E.ST. gestartet und dabei Einsparpotenziale in der Höhe von 20 Mio. € pro Jahr erarbeitet und 175 Verbesserungsmaßnahmen definiert, die sich in

allen Unternehmensprozessen niederschlagen. Einer der Eckpunkte dieses Projektes ist ein neues Vorpensionsmodell.

In Gössendorf und Kalsdorf errichtet die SSG gemeinsam mit dem Verbund zwei neue Laufkraftwerke an der Mur, die eine Gesamtleistung von knapp über 34 MW haben. Mit dem Bau soll 2011 bzw. 2012 begonnen werden.

KELAG – Erweiterung der Kraftwerkskapazitäten. Der Verbund hält 35,15 % der Aktien am größten Energieversorger Kärntens, der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (KELAG) und ist damit der größte Aktionär neben dem Land Kärnten und der RWE, die Anteile i.H.v. 63,3 % gemeinsam in der Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH halten.

Die Geschäftsfelder wurden in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Nachdem im Sommer 2009 der erste Maschinensatz im Pumpspeicherkraftwerk Feldsee in den Probebetrieb gegangen ist, wurde Ende Juni 2009 mit den Bauarbeiten für den zweiten Maschinensatz, der Anfang 2011 in Betrieb gehen soll, begonnen. Beim Kraftwerk Koralpe wurde am 22. September 2009 mit den Bauarbeiten für die Speicherpumpe begonnen. Die Wirtschaftskrise führt auch bei der KELAG zu einem Rückgang der Ergebnisse und einer Evaluierung der Investitions- und Expansionsoffensive die in einem hohen Umfang im Raum Südosteuropa geplant war.

ENERGIE KLAGENFURT GmbH – Kraftwerksprojekt in Planung. Die Energie Klagenfurt GmbH (EKG) ist in den Geschäftsfeldern Strom, Fernwärme und Erdgas tätig. An der Energie Klagenfurt sind die Stadtwerke Klagenfurt AG mit 51 % und der Verbund mit 49 % beteiligt.

Der Stromabsatz stieg in den Quartalen 1–3/2009 des Jahres 2009 leicht auf 462,5 GWh, der Wärmeabsatz auf 270,8 GWh (+5,3 %). Der Gasabsatz sank auf 100,9 GWh (–3,9 %). Der Gesamtumsatz der EKG lag in den Quartalen 1–3/2009 bei 77,4 Mio €.

Neben dem Rückgang der Margen infolge der gestiegenen Primärenergiekosten wirkte sich insbesondere der Wegfall der Kraft-Wärme-Kopplung-Förderung (KWK) negativ auf das Ergebnis aus. Zur Gegensteuerung wurde ein Restrukturierungsprogramm ausgearbeitet, das insbesondere im Personal- und sonstigen Aufwandsbereich Einsparungen vorsieht.

Die EKG plant die Errichtung eines Gas-Dampf-Kraftwerks in Klagenfurt: Das Investitionsvolumen beträgt 315 Mio. €; vorgesehen sind eine elektrische Leistung von 400 MW und eine thermische Leistung von 200 MW. Im Juli 2009 fand eine umfangreiche UVP-Verhandlung statt; der Bescheid erster Instanz wird für das Quartal 1/2010 erwartet.

Der Verbund hat in den vergangenen Jahren etliche Beteiligungen im In- und Ausland erworben und entwickelt. Im Jahr 2010 erfolgt in einer Vielzahl der Beteiligungen eine Restrukturierung. Insbesondere in den Auslandsbeteiligungen werden die begonnenen Investitionsprojekte fortgesetzt und die Profitabilität erhöht.

In den einzelnen Ländern bzw. Beteiligungen sind folgende Schwerpunkte gegeben:

Ausland

  • Türkei: Fortführung der ambitionierten Bauprojekte einschließlich der Inbetriebnahme des Erdgas-Kraftwerks Bandırma in der zweiten Jahreshälfte sowie die Entwicklung von Bakent EDAS zu einem der führenden Verteilunternehmen der Türkei
  • Italien: Inbetriebnahme des Erdgas-Kraftwerks Lodi in der ersten Jahreshälfte
  • Frankreich: Fortführung des 2009 begonnenen Reorganisationsprozesses bei POWEO

AUSBLICK

GESCHÄFTSBEREICHE

Inland

  • STEWEAG-STEG: Fortführung und Umsetzung des Projekts W.E.ST. zur Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung für die Folgejahre
  • KELAG: Fortsetzung der Investitionen in die Kraftwerke Feldsee und Koralpe
  • Energie Klagenfurt: Abschluss der Vorbereitungsaktivitäten für das Gas-Dampf-Kombikraftwerk Klagenfurt

FINANZIELLE UND NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

KENNZAHLEN

Die Kennzahlen zeigen die trotz des schwierigen Marktumfelds zufrieden stellende Ertragsentwicklung und die aufgrund fortschreitender Investitionstätigkeit gestiegene Verschuldung. Bei der Berechnung von Kennzahlen eliminiert der Verbund die Effekte von aktiv- und passivseitig geschlossenen Positionen.

Die für die Ermittlung der wesentlichen Kennzahlen maßgeblichen Berechnungsmodalitäten sind im Glossar erläutert.

WESENTLICHE STEUERUNGSRELEVANTE KENNZAHLEN

EINHEIT 2007 2008 2009
EBIT-MARGE % 30,2 30,4 29,9
GEARING* % 69,9 80,2 138,3
ECONOMIC VALUE ADDED* MIO. € 435,8 468,2 351,3

*KENNZAHL WURDE EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

EBIT-Marge weiterhin im europäischen Spitzenfeld. Die EBIT-Marge, das Verhältnis von Operativem Ergebnis zu Umsatzerlösen, reduzierte sich geringfügig gegenüber dem Vorjahr. Sie sank von 30,4 % auf 29,9 %. Dieser Rückgang ist vor allem auf deutlich geringere Spotmarkt- und kurzfristige Forwardpreise sowie das Operative Ergebnis belastende Sondereffekte zurückzuführen. Der Verbund liegt damit nichtsdestotrotz weiterhin im Spitzenfeld der europäischen Versorgerwerte.

Nettoverschuldungsgrad deutlich unter 150%. Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) erhöhte sich von 80,2 % zum 31.12. 2008 auf 138,3 % zum 31.12. 2009. Er ermittelt sich als Quotient aus Nettoverschuldung und Eigenkapital inklusive Minderheiten.

VERZINSLICHE NETTOVERSCHULDUNG (KURZFASSUNG)* MIO. 1
2007 2008 2009
KURZ- UND LANGFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN 1.856,3 2.054,2 3.788,9
FINANZVERBINDLICHKEITEN CROSS-BORDER-LEASING 604,6 729,7 395,7
KOMMANDISTEN ZURECHENBARES KAPITAL 125,7 138,7 125,9
SONSTIGE VERZINSLICHE SCHULDEN 704,9 677,7 1.133,5
GESCHLOSSENE POSITIONEN –581,5 –706,4 –382,4
VERZINSLICHE BRUTTOVERSCHULDUNG 2.710,0 2.893,9 5.061,6
KASSA/LIQUIDE MITTEL –328,9 –106,3 –121,7
WERTPAPIERE UND AUSLEIHUNGEN –497,9 –269,1 –216,9
SONSTIGE –14,5 –10,1 –8,2

*KENNZAHL WURDE EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

FINANZIELLE UND NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

VERZINSLICHE NETTOVERSCHULDUNG (KURZFASSUNG)* – FORTSETZUNG MIO. 1
2007 2008 2009
VERZINSLICHE NETTOVERSCHULDUNG 1.868,7 2.508,4 4.714,8
AKTIONÄREN DES MUTTERUNTERNEHMENS ZURECHENBARES EIGENKAPITAL 2.407,5 2.867,8 3.117,9
ANDEREN GESELLSCHAFTERN ZURECHENBARES EIGENKAPITEL 267,2 260,3 291,8
EIGENKAPITAL INKLUSIVE MINDERHEITEN 2.674,6 3.128,1 3.409,7
NETTOVERSCHULDUNGSGRAD (GEARING) IN % 69,9 80,2 138,3

*KENNZAHL WURDE EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

Der Anstieg des Nettoverschuldungsgrads (Gearing) war bedingt durch die aus der gestiegenen Investitionstätigkeit bedingten Anleihenbegebungen und den Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) liegt jedoch weiterhin unter 150 %.

EVA gesunken. Der EVA reduzierte sich von 468,2 Mio. € um 116,9 Mio. € auf 351,3 Mio. €. Diese Kennzahl zeigt die Überrendite, die nach Abzug aller Kostenelemente, einschließlich risikoadjustierter Eigenund Fremdkapitalkosten erwirtschaftet wird.

Die Veränderung des EVA resultiert zum einen aus der Verringerung des Net Operating Profit After Tax (NOPAT). Dieses betrug im Geschäftsjahr 2008 921,0 Mio. €, reduzierte sich jedoch im Geschäftsjahr 2009 auf 876,5 Mio. €. Maßgeblich hierfür war insbesondere der Rückgang des operativen Ergebnisses aufgrund deutlich geringerer Spotmarkt- und kurzfristiger Forwardpreise sowie bilanzieller Sondereffekte. Zum anderen erhöhte sich das Capital Employed infolge der gestiegenen Investitionstätigkeit um 1.289,4 Mio. € auf 6.777,3 Mio. € zum 31.12. 2009. Der hieraus resultierende Anstieg der Kapitalkosten konnte auch durch die Reduktion der Weighted Average Cost of Capital (WACC) von 8,25 % auf 7,75 % nur teilweise kompensiert werden.

AKTIENKENNZAHLEN

AKTIENKENNZAHLEN

EINHEIT 2007 2008 2009
VORGESCHLAGENE DIVIDENDE/AKTIE* 0,90 1,05 1,25
AUSSCHÜTTUNGSRATE % 47,89 47,13 59,79
DIVIDENDENRENDITE % 1,88 3,22 4,21

*2009 INKLUSIVE SONDERDIVIDENDE VON 0,25 1.

siehe"Wertorientierte Unternehmensführung", nächste Seite

WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSFÜHRUNG

WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Der Verbund konnte trotz der gestiegenen Investitionstätigkeit und der angespannten Situation auf den internationalen Finanz- und Energiemärkten einen Economic Value Added (EVA) von 351,3 Mio. € (Vorjahr: 468,2 Mio. € 1) erwirtschaften und damit einen positiven Wertbeitrag für seine Aktionäre leisten.

Die durchschnittlichen Kapitalkosten des Verbund wurden im Oktober 2009 aktualisiert und betragen seitdem 7,75 %.

Im Verbund wird seit mehreren Jahren der Fokus auf eine wertorientierte Unternehmensführung gelegt. Dazu wurde im Jahr 2003 ein Projekt zur wertorientierten Unternehmensführung zur Schaffung von mehr Transparenz über die Wertschaffung im Verbund durchgeführt und der (EVA) als Spitzenkennzahl festgelegt.

EVA als zentrales Steuerungskriterium. Die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ist die oberste Prämisse für Entscheidungen im Verbund. Aus diesem Grund ist der EVA die entscheidende Messgröße für alle Steuerungsmaßnahmen, da er im Gegensatz zu EBIT, Cashflow oder margenorientierten Kennzahlen auch die risikoadjustierten Kapitalkosten erfasst und dazu beiträgt, Fehlallokationen zu vermeiden. Der EVA wird in allen Unternehmensbereichen des Verbund als zentrales Steuerungskriterium eingesetzt.

Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes wird dann erzielt, wenn der EVA, der sich als Nettogröße aus dem Net Operating Profit After Tax (NOPAT) nach Abzug der Kosten für das Geschäftsvermögen (Capital Employed) ergibt, positiv ist.

Der NOPAT wird definiert als der operative Gewinn vor Finanzierungskosten, jedoch inklusive des Beteiligungsergebnisses und nach Berücksichtigung der Ertragssteuern.

Das Geschäftsvermögen entspricht dem Gesamtvermögen abzüglich der nicht in den Prozess der Leistungserstellung und -verwertung involvierten Teile und dem unverzinslich zur Verfügung gestellten Fremdkapital. Die Kosten für das Geschäftsvermögen (Capital Charge) werden durch Multiplikation des Capital Employed (als Summe aller zinstragenden Kapitalpositionen zu Buchwerten) mit den gewogenen durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital = WACC) errechnet.

Die gewogenen durchschnittlichen Kapitalkosten, die das gewichtete Mittel der Renditeforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber reflektieren, werden grundsätzlich anhand der am Kapitalmarkt beobachtbaren Rendite-Erwartungen abgeleitet. Mit Hilfe des Kapitalmarktpreisbildungsmodells (CAPM) werden Eigenkapitalrisikozuschläge ermittelt. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalkosten erfolgt anhand der Zielkapitalstruktur.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus beruht die Aktualisierung der Kapitalkosten im Wesentlichen auf einer Reduktion des risikofreien Zinssatzes und der Fremdkapitalkosten. Die Länderrisikozuschläge, die dem Investor für den Risikozuwachs in einem nicht bzw. unterentwickelten Kapitalmarkt entschädigen und im Wesentlichen durch das Ausfallrisiko bestimmt sind, weisen empirisch grundsätzlich ein gesunkenes Niveau auf. Der aktualisierte Konzern-WACC beträgt 7,75 % und stellt sich wie folgt dar:

¹ Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

KURZDARSTELLUNG WERT-ORIENTIERTE UNTERNEHMENS-FÜHRUNG IM VERBUND

WEIGHTED-AVERAGE-COST-OF-CAPITAL

MITARBEITER

GEWICHTETE KAPITALKOSTEN

MARKTRISIKOPRÄMIE 5,6 % RISIKOFREIER ZINSSATZ 4,3 %
X BETA-FAKTOR 0,99 + FREMDKAPITAL-SPREAD 1,6 %
= EIGENKAPITAL-RISIKOPRÄMIE 5,5 % = FREMDKAPITAL-KOSTENSATZ VOR STEUERN 5,9 %
+ RISIKOFREIER BASISZINSSATZ 4,3 % – ERTRAGSTEUERSATZ 23,1 %
= EIGENKAPITAL-KOSTENSATZ 9,8 % = FREMDKAPITAL-KOSTENSATZ NACH STEUERN 4,5 %
EIGENKAPITALQUOTE 60 % + FREMDKAPITALQUOTE 40 %
WACC = 7,75 %

VERWENDUNG IM OPERATIVEN BERICHTSWESEN UND BEI DER BEURTEILUNG VON PROJEKTEN

EVA

Zukünftige Investitions- und Akquisitionsprojekte werden nach einheitlich festgelegten Kriterien und Modellen beurteilt, wobei für die Segmente und Regionen unterschiedliche Kapitalkosten herangezogen werden. Für die unterschiedlichen Segmente variieren die Kapitalkosten je nach Region. Die Entscheidungsfindung erfolgt nach wertorientierten und strategischen Kriterien, um

• eine kapitalmarktorientierte Rendite für die Aktionäre,

• eine Steigerung des Marktwertes und

• ein nachhaltiges Unternehmensergebnis

zu gewährleisten.

Im Sinne einer optimalen Kapitalallokation werden jene Projekte realisiert, die den höchsten Barwert aufweisen. Durch die Integration des EVA in die Entscheidungsfindung wird sichergestellt, dass die Überprüfung der periodischen Wertbeiträge von realisierten Projekten nach den gleichen Grundsätzen wie bei der Entscheidung über die Projekte erfolgt.

Der EVA-Berechnung liegen ein Net Operating Profit After Tax (NOPAT) von 876,5 Mio. € (Vorjahr: 921,0 Mio. €) sowie ein durchschnittliches Capital Employed von 6.777,3 Mio. € (Vorjahr: 5.487,9 Mio. €) zugrunde.

MITARBEITER

Der Verbund führt konzernweit ein neues, leistungsorientiertes Gehaltssystem für alle Mitarbeiter ein; das Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben soll optimiert werden. Außerdem wollen wir den Mitarbeitern als Projektleiter oder Experten neue Karrieremöglichkeiten bieten.

Die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie und der Erfolg unseres Unternehmens sind abhängig von der individuellen Leistung, dem Engagement und der Motivation der Mitarbeiter. Daher soll Leistung zukünftig verstärkt individuell honoriert werden. Diese Investition sichert langfristig die Produktivität und Qualität des Konzerns.

Das neue Modell baut auf den erfolgreichen Erfahrungen mit dem bisherigen leistungsorientierten Schema auf, das rund 500 Mitarbeiter umfasste und nun entsprechend den modernen Anforderungen weiterentwickelt wurde.

Individuelle Leistung plus Unternehmenserfolg. Die Prämien werden mit dem neuen leistungsorientierten Gehaltssystem sowohl aus der individuellen Leistung als auch aus dem Unternehmenserfolg errechnet – nach objektiven und fairen Kriterien. Die Leistung jedes Mitarbeiters fließt also direkt in das variable Gehalt ein. Das Mitarbeitergespräch bekommt einen neuen Stellenwert und wird ein wesentliches Instrument für die Vereinbarung, Verfolgung und Beurteilung von Zielen.

Die Arbeitnehmervertretung war und ist permanent in dieses neue Gehaltsmodell eingebunden: In Stufen werden zunächst alle Angestellten und später alle Arbeiter an diesem Prämiensystem teilhaben können. Damit ist der Verbund eines der ersten Unternehmen, das ein einheitliches Modell über alle Belegschaftsgruppen hinweg einführt.

Nicht nur die Mitarbeiter, sondern in besonderem Maße auch die Führungskräfte sind für die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie und damit auch für den Erfolg unseres Unternehmens mitverantwortlich.

So wurde, ebenso wie für die Mitarbeiter, auch für das Management unseres Unternehmens eine neue Struktur für deren Auswahl und gehaltliche Einstufung geschaffen. Die Entlohnungsmodelle wurden standardisiert, wodurch eine einheitliche und transparente Systematik eingeführt werden konnte. Durch den Vergleich mit anderen Unternehmen am Markt wird eine faire und kostenbewusste Entlohnung sichergestellt.

Die Abstimmung der Modelle für Mitarbeiter und Führungskräfte gewährleisten eine durchgängige Leistungsorientierung und sichern somit die Qualität und Produktivität des Konzerns.

Kosten senken, Nachwuchs ausbilden. Im Lichte der Weltwirtschaftskrise haben wir ein strukturiertes Kostensenkungsprogramm umgesetzt, das die Reduktion von Überstunden sowie den Abbau der Urlaubsrückstellungen umfasste. Neben einer Vielzahl von Maßnahmen zur Einsparung wurde die Wachstumsstrategie unseres Unternehmens jedoch nicht vernachlässigt. Die erforderlichen Personalaufnahmen wurden mit größtem Kostenbewusstsein durchgeführt, die Mitarbeiter zielgerichtet weitergebildet. Auch die Anzahl der Lehrlinge wurde aufgestockt, um die reibungslose Übernahme unserer Kraftwerke durch eine neue Generation sicherzustellen.

Für ein Unternehmen wie den Verbund stellt das Halten von Schlüsselkräften mit spezifischem Know-how und hoher fachlicher Verantwortung einen erfolgskritischen Faktor dar. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Schaffung von zusätzlichen Karriereperspektiven als Alternative zur Führungslaufbahn. Der Verbund hat hier für Experten und Großbauprojektleiter neue Karrierewege geschaffen.

Die Unterstützung der Mitarbeiter bezüglich ihrer Work-Life-Balance bringt auch betriebswirtschaftlich Vorteile: Schwierigkeiten können rascher gemeistert werden; die Mitarbeiter stehen schneller wieder mit voller Kraft zur Verfügung – die Produktivität wird gesteigert.

Im Rahmen der Zertifizierung für das "Audit Beruf und Familie" wurden alle bereits bestehenden Maßnahmen und Angebote im Konzern erhoben, die die Mitarbeiter dabei unterstützen, Berufs- und Privatleben gut vereinbaren zu können. Hier zeigte sich, dass der Verbund bereits ein hohes Niveau bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht hat, das nicht nur gehalten, sondern weiter ausgebaut werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden weiterführende Maßnahmen erarbeitet, die im Laufe der kommenden drei Jahre umgesetzt werden. So sollen eine Intranetplattform sowie der Erfahrungsaustausch unter Führungskräften das Bewusstsein um das Thema "Beruf und Familie" erhöhen.

Im November 2009 wurde dem Verbund das Grundzertifikat für das "Audit Beruf und Familie" verliehen.

KENNZAHLEN

EINHEIT 2007 2008 2009
BETRIEBSWIRKSAMER PERSONALSTAND PER 31. 12. PERSONEN 2.441 2.541 2.820
DAVON LEHRLINGE PERSONEN 98 98 118
NEUAUFNAHMEN PERSONEN 165 211 232
WEITERBILDUNG PRO MITARBEITER STUNDEN 48,5 46,1 37,5
DIREKTER BILDUNGSAUFWAND PRO MITARBEITER 1 1.455 1.345 927
DURCHSCHNITTSALTER DER MITARBEITER JAHRE 44,5 44,2 44,2

EXECUTIVE COMPENSATION

KOSTENBEWUSSTSEIN

PERSPEKTIVEN

WORK-LIFE-BALANCE

NACHHALTIGKEIT

NACHHALTIGKEIT

Wie man bei der Errichtung und beim Betrieb von Kraftwerken wirtschaftliche Interessen mit Ökologie und sozialen Aspekten verbindet, wissen wir im Verbund seit langem. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt ist Nachhaltigkeit besonders wichtig. Umweltmanagement und Klimaschutz, Compliance und Stakeholderdialog – der Verbund setzt auf volle Transparenz. Im sozialen Bereich intensivierten wir unsere Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf und starteten Projekte mit der Caritas und der Diakonie.

Die herrschende Krise wirkt sich natürlich auch auf den Verbund aus: Wir treffen Vorkehrungen, beobachten die Entwicklungen auf dem Markt besonders genau und gehen jetzt mit noch mehr wirtschaftlichem Weitblick vor.

Der Verbund erwirtschaftet nach wie vor gute Ergebnisse und verfolgt konsequent seine Ziele auch im Bereich der Nachhaltigkeit. Es ist für den Verbund nach wie vor wichtig, dass bei der Umsetzung von Projekten und Maßnahmen nicht nur in einer Dimension der Nachhaltigkeit ein Nutzen erzielt wird, sondern dass sich eine gesamthaft positive Bilanz ergibt.

Laufende Investitionen in unseren umweltfreundlichen Erzeugungsmix und die Steigerung der CO2 freien und energieeffizienten Stromerzeugung sind unsere Stärke und sichern einen langfristigen Wettbewerbsvorteil in einer sich wandelnden Welt.

Die gegenwärtige Diskussion um die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft und die Frage, welche Ziele und Werte in Unternehmen beachtet werden sollen, sind uns Bestätigung und Ansporn, unsere unternehmerische Verantwortung weiterhin mit dieser nachhaltigen Orientierung wahrzunehmen.

Seit dem Jahr 2002 bringt der Verbund jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht heraus. Damit wollen wir nicht nur externe Stakeholdergruppen informieren: Der Bericht führt auch zu einer intensiven internen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Alle Mitarbeiter und Führungskräfte sind eingeladen, ihre Sichtweisen nachhaltigen Handelns zu diskutieren und in ihren Arbeitsalltag einzubringen.

Zwei Gremien sind in diesem Bereich aktiv: der Nachhaltigkeitsrat, der die strategischen Vorgaben festlegt, und das Nachhaltigkeitsarbeitsteam, das Maßnahmen und Projekte umsetzt und auch für die Erstellung des bereits erwähnten Berichts zuständig ist.

Werte sollen auch gelebt werden. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt darin, dafür Sorge zu tragen, dass die Werte, die im Unternehmensleitbild und im Verhaltenskodex verankert sind, auch gelebt werden. Mit unternehmensinternen Systemen unterstützen wir Führungskräfte und Mitarbeiter bei der Einhaltung dieser Grundsätze.

Ein Beispiel dafür ist die Erarbeitung einer internen Richtlinie für faire Geschäftspraktiken, insbesondere gegen Korruption und Bestechung: Diese haben wir bereits 2008 abgeschlossen. Anschließend wurden von diesem Thema besonders betroffene Unternehmensbereiche identifiziert und ein umfangreiches Schulungsprogramm gestartet.

Internes Compliance-System etabliert. Der Umsetzung der Werte und Verpflichtungen des Unternehmens dient auch ein internes Compliance-System, das im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeführt wurde.

Das Compliance-System unterstützt alle Mitarbeiter des Verbund bei der Einhaltung und Umsetzung der Bestimmungen der Anti-Korruptions-Richtlinie, der Finanzmarkt-Compliance, des Österreichischen Corporate Governance Kodex sowie des Unternehmensleitbildes, insbesondere des Verhaltenskodex.

Darüber hinaus stellen wir damit die Weichen dafür, dass das unternehmerische Handeln auch mit den Wertvorstellungen des Unternehmens sowie mit den Grundsätzen von Moral und Ethik übereinstimmt.

Ein Compliance-Team im Konzern bearbeitet alle entstehenden Fragen und entwirft Lösungen für konkrete Compliance-relevante Vorkommnisse.

Die umweltschonende Nutzung des heimischen Wasserkraftpotenzials ist in der Energiestrategie zur Sicherung der österreichischen Versorgung ein wesentliches Element. Um einen Konsens zu erreichen, sind wir in intensivem Kontakt mit allen relevanten Stakeholdern. Eine zufriedenstellende Lösung ist nicht zuletzt für den Klimaschutz von großer Bedeutung.

Darüber hinaus diskutieren wir mit unseren Stakeholdern mehrmals pro Jahr übergeordnete Fragen der Energieversorgung. Gemeinsam arbeiten wir an nachhaltigen Antworten auf die offenen Energiefragen.

Mitarbeit an österreichischem Leitbild. Um das Thema Nachhaltigkeit einem größeren Publikum zugänglich zu machen, engagieren wir uns auch in der öffentlichen Diskussion. So arbeitete der Verbund 2009 am Nachhaltigkeits-Leitbild für österreichische Unternehmen mit, das die Nachhaltigkeits-Plattform respACT in einem groß angelegten Stakeholder-Prozess mit wissenschaftlicher Begleitung und großer Zustimmung von allen Beteiligten erstellt hat.

Ganz besonders freut uns, dass unsere positive Unternehmensentwicklung und unser konsequenter Weg eine österreichische Bankengruppe dazu bewogen hat, uns zu einer Roadshow im Zuge der Begebung eines "Responsible Investment" einzuladen, wo wir über unsere Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich berichteten.

Obwohl wir unseren Nachhaltigkeitsbericht 2008 gar nicht zum Austrian Sustainability Reporting Award eingereicht hatten, erhielten wir dennoch einen Preis: als "Long Term Winner" mit drei Umweltund fünf Nachhaltigkeitsberichten, die seit 1999 ausgezeichnet wurden.

Im Verbund wird bereits seit den 1970er-Jahren ein integrierter Umweltschutz aufgebaut. Seit 1995 werden Umweltmanagementsysteme (UMS) nach EMAS bzw. ISO 14001 extern begutachtet und in den Anlagen implementiert. Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der Zertifizierungen ihrer Arbeitsorte wesentlich bewusster mit ihrer Umwelt und den Ressourcen umgehen. Jede Zertifizierung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

Viele Anlagen sind bereits zertifiziert. Alle drei in Betrieb befindlichen Wärmekraftwerke des Verbund sind nach EMAS und ISO 14001 zertifiziert. Seit 2008 sind auch alle Standorte und Leitungen des überregionalen Netzes nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, OHSAS 18001 und EMAS zertifiziert.

Von den 103 Wasserkraftwerken sind 44 nach EMAS (72 % des Regelarbeitsvermögens RAV) auditiert und 75 nach ISO 14001 (80 % des RAV) zertifiziert.

Auch der Verbund-Strom wird zertifiziert: Verbund-Haushaltskunden erhalten Strom, der zu 100 % aus heimischer Wasserkraft stammt.

Seit 2009 sind alle thermischen und hydraulischen Erzeugungsanlagen auch TÜV-zertifiziert. 2009 betrug die TÜV-zertifizierte Menge beispielsweise bei der Wasserkrafterzeugung 21.175 GWh.

Der Verbund nimmt regelmäßig am Carbon Disclosure Project (CDP) teil und veröffentlicht als eines von weltweit mehr als 2.200 Unternehmen seine CO2-Emissionen, mögliche Klimarisiken und Reduktionsziele. Über die Verpflichtungen aus EU-Regelungen hinaus werden Emissionswerte nach dem Greenhouse Gas Protocol, einem weltweiten Standard zur Berechnung von Emissionsdaten, berichtet.

DIALOG MIT STAKEHOLDERN

UMWELT

NACHHALTIGKEIT

Der Verbund unterstützt aktiv die internationale Energie- und Klimapolitik Österreichs sowie der EU. Gemeinsam mit zahlreichen europäischen Unternehmenschefs aus dem Stromsektor unterzeichnete Vorstandsvorsitzender Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber im März 2009 eine Erklärung, in der sich die Elektrizitätswirtschaft zu ihrer Verantwortung und zentralen Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels bekennt und als Ziel für 2050 die Reduktion der CO2-Emissionen auf Null festlegt.

Spezifische CO2-Emissionen sinken. Der Verbund ist für die CO2-neutrale Zukunft der europäischen Elektrizitätsversorgung bestens vorbereitet und zählt aufgrund seiner umweltfreundlichen Stromerzeugung – zu rund 90 % aus Wasserkraft – zu den Top-Unternehmen am europäischen Markt für erneuerbare Energien. Das zeigt sich auch bei Betrachtung der spezifischen Emissionen (t CO2 pro GWh) aus der Gesamterzeugung: 74 t/GWh (2008: 101 t/GWh, 2007: 120 t/GWh). Der Rückgang der spezifischen Emissionen ist einerseits auf den Anstieg der Erzeugung aus Wasserkraft sowie Windenergie, andererseits auf die rückläufige thermische Erzeugung (Steinkohle, Öl, Gas) zurückzuführen. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wird in den kommenden Jahren in den Bereichen Wasserkraft und Windenergie weiter zunehmen. Die Entwicklung der Erzeugung aus thermischen Kraftwerken wird u. a. von Witterungsbedingungen abhängen.

Die spezifischen Emissionen im Bereich der thermischen Erzeugung liegen im Jahr 2009 bei 811 t/GWh. Nach Inbetriebnahme der Gas-und-Dampf-Projekte in Klagenfurt (400 MW geplant) und Mellach (832 MW in Bau) sowie der Modernisierung des Kraftwerkes Neudorf/Werndorf werden die spezifischen Emissionen der thermischen Erzeugung in Zukunft sinken.

Der Verbund optimiert auch sein Windkraft-Portfolio in Österreich und ausgewählten europäischen Ländern. Seit Jänner 2009 ist der Verbund Eigentümer und Betreiber von drei Windparks in Niederösterreich. Diese erzeugen 105 GWh pro Jahr; damit können rund 29.000 Durchschnittshaushalte in Österreich mit elektrischer Energie versorgt werden. Das bedeutet eine Einsparung an CO2-Emissionen von jährlich 84.000 Tonnen.

Als einer der günstigsten Stromanbieter in Österreich bietet der Verbund seit Juli 2009 ein Solar-Strom-Paket für private Haushalte an. Wir übernehmen alle Aufgaben – von der technischen Planung über die Förderabwicklung und Montage bis hin zur Lieferung und Abnahme von Strom. Die Förderung der netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen mit einer maximalen Modul-Spitzenleistung von 5 kWpeak erfolgt aus den jeweiligen Landesbudgets und dem Klima- und Energiefonds (KLIEN).

EINHEIT 2007 2008 2009
ERZEUGUNG (NETTO, OHNE EIGENVERBRAUCH) GWh 28.307 28.660 29.918
DAVON WASSER GWh 24.321 25.308 27.099
DAVON WÄRME (EIGENE ERZEUGUNG) GWh 3.986 3.352 2.351
DAVON WÄRME (BEZUGSRECHTE) GWh 363
DAVON WIND UND PHOTOVOLTAIK GWh 106
ANTEIL VON WASSER-, WINDKRAFT UND PHOTOVOLTAIK % 85,9 88,3 90,9

KENNZAHLEN UMWELT

BRENNSTOFFEINSATZ WÄRMEKRAFTWERKE

EINHEIT 2007 2008 2009
STEINKOHLE $^{\dagger}$ 1.190.889 1.022.090 731.391
BRAUNKOHLE t -
HEIZÖL SCHWER $^{\dagger}$ 83.973 70.029 69.697
GAS $1.000 \text{ m}^3$ 25.156 13.532 9.838
BIOMASSE UND ERSATZBRENNSTOFFE (KLÄRSCHLAMM) $^{\dagger}$ 19.186 21.184 13.643
DAVON BIOGENER ANTEIL $^{\dagger}$ 19.186 21.184 13.643
DAVON FOSSILER ANTEIL t

EMISSIONEN IN DIE LUFT (WÄRMEKRAFTWERKE)

EINHEIT 2007 2008 2009
CO 2 FOSSIL (EIGENE ERZEUGUNG) kt 3.407 2.885 2.074
CO 2 FOSSIL (BEZUGSRECHTE)* kt 127
CO2 SPEZIFISCH (GESAMTERZEUGUNG) t/GWh 120 101 74
CO2 SPEZIFISCH (WÄRMEKRAFT INKL. BEZUGSRECHTE) t/GWh 855 861 811

EMISSIONSVERMEIDUNG DURCH WASSER-, WINDKRAFT UND PHOTOVOLTAIK (VERGLEICHSBASIS: KW DÜRNROHR)

EINHEIT 2007 2008 2009
CO 2 kt 19.895 20.702 21.737

ÜBERTRAGUNGSNETZ

EINHEIT 2007 2008 2009
TRANSPORTIERTE STROMMENGE IM NETZ DER APG GWh 36 977 35 707 37.569
NETZVERLUSTE GWh 493 454 480
ANTEIL DER NETZVERLUSTE AN DER GESAMTEN TRANSPORTIERTEN MENGE $\frac{0}{0}$ 1.3 1.3

*ANMERKUNG: ÜBER BEZUGSRECHTE FÜR DIE THERMISCHE ERZEUGUNG LIEGEN DIE EXAKTEN CO2 EMISSIONEN NICHT VOR, DA DIE BETRIEBSFÜHRUNG NICHT BEIM VERBUND LIEGT. DIE EMISSIONEN WÜRDEN DAHER UNTER ANNAHME EINER SPEZIFISCHEN ERZEUGUNG BERECHNET, DIE DER MITTLEREN THERMISCHEN ERZEUGUNG IN VERBUND-KRAFTWERKEN ENTSPRICHT (882T/GWH).

Auch 2009 wurden "Österreichs Klimaschutzgemeinden" gekürt. Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden innovative Projekte der Gemeinden in den Bereichen Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz bewertet. Aus den rund 100 teilnehmenden Gemeinden wurden in unterschiedlichen Kategorien Strem (Burgenland), Virgen (Osttirol) und Gleisdorf (Steiermark) zu Siegern gewählt. Diese Initiative wurde 2008 vom Verbund in Kooperation mit dem Lebensministerium und dem Gemeindebund gestartet.

Traditionelles soziales Engagement wird verstärkt. Wir fühlen uns verantwortlich für jene, die in unserer Gesellschaft Unterstützung brauchen. 2009 erweiterte der Verbund seine traditionellen Engagements für das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl und für die Hans-Radl-Schule für Kinder mit körperlicher Behinderung in Wien. Mit kompetenten Partnern sorgen wir dafür, dass Energie auch jenen zur Verfügung steht, die an oder unter der Armutsgrenze leben oder besondere Bedürfnisse haben.

Gerade Menschen mit geringem Einkommen müssen einen überproportional hohen Anteil ihrer Mittel für Energie aufwenden. Arbeitslose oder Kranke verbringen meist die gesamte Zeit in ihrer Wohnung. Diese

SOZIALES

ist oft nicht ausreichend gedämmt, sodass ein großer Teil der Wärmeenergie verlorengeht. Außerdem verwenden diese Menschen meist ältere, oft ineffiziente Geräte, die den Verbrauch in die Höhe treiben. Der 2009 neu geschaffene "Verbund-Stromhilfefonds der Caritas" bietet akute Überbrückungsfinanzierung für Stromrechnungen und Beratung für den effizienten Einsatz der Energie. Außerdem hilft er – gemeinsam mit der Industrie – bei der Anschaffung von effizienten Geräten, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Strom als "Lebensmittel". Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist Strom eine Voraussetzung für die Teilnahme am Leben. Er ermöglicht Technologien, mit deren Hilfe Menschen mit Behinderung die Kommunikation mit anderen Menschen möglich wird. Er ist gleichsam die Lebensader für ein selbstbestimmtes Leben. Mit dem "Verbund Empowerment Fund der Diakonie" kann das Diakonie-Beratungsnetzwerk für Assistierende Technologien weiter ausgebaut werden. Außerdem wird das Angebot im Bereich Frühförderung verstärkt und über Soforthilfe finanziert. Langfristiges Ziel dieser Kooperation ist es, das öffentliche Bewusstsein für die Anliegen dieser Bevölkerungsgruppe zu erhöhen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. An die 40.000 Österreicherinnen und Österreicher werden davon profitieren.

Für diese beiden Projekte mit der Diakonie und der Caritas stellen wir jährlich rund 0,5 Mio. € zur Verfügung.

EREIGNISSE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG

EREIGNISSE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG

Zwischen dem Bilanzstichtag am 31.12. 2009 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 28. 01. 2010 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

UND RISIKEN

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

VORAUSSICHTLICHE RISIKEN UND ENTWICKLUNG

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Sei es die Wirtschaftskrise mit gesunkenen Großhandelspreisen, sei es die schwieriger gewordene Finanzierung bei Projekten oder eine geringere Wasserführung der Flüsse: Ein Konzern wie der Verbund hat viele Risiken zu tragen. Um diese möglichst zu minimieren, gibt es eine eigene Abteilung für das Risikomanagement. Hier setzt man sich aber auch mit der zukünftigen Wahrung von Chancen im Konzern auseinander.

Das Jahr 2009 hat gezeigt, wie wichtig gutes Risikomanagement in einem großen Konzern ist. Mittels einer eigenen Software werden im Verbund alle relevanten Chancen und Risiken regelmäßig erfasst, aktualisiert und bewertet, und notwendige bzw. mögliche damit zusammenhängende Maßnahmen werden dokumentiert. An Vorstand und Aufsichtsrat wird mindestens quartalsweise Bericht erstattet, wobei den möglichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis besonderes Augenmerk geschenkt wird.

CHANCEN UND RISIKEN FÜR 2010

MENGEN- UND PREISRISIKO Am stärksten wird das Konzernergebnis durch das Mengen- und Preisrisiko im Stromgeschäft be
einflusst. Die Produktion des Verbund hängt sehr stark von den meteorologischen Gegebenheiten der
Wasserführung und damit der hydraulischen Erzeugung ab. Eine Mehr- bzw. Mindererzeugung aus
Wasserkraft im Ausmaß von 1 % gegenüber dem geplanten Erzeugungswert würde für das Jahr 2010
einen Ergebniseffekt von 10,3 Mio. € nach sich ziehen.
Die Veränderung der Großhandelspreise ist ein weiteres großes Chancen-Risiko-Potenzial. Ein Plus bzw.
Minus von 1 % zeigt in Bezug auf das Jahr 2010 eine Sensitivität von ca. 4,8 Mio. €.
Langfristig ist mit steigenden Brennstoff-Kosten zu rechnen. Aus dem Bedarf an den Primärenergie
trägern Heizöl, Erdgas oder Steinkohle sowie aus dem ausreichenden Bestand an Emissionszertifikaten
ergibt sich ein weiteres wesentliches Risikofeld. Wegen der unklaren konjunkturellen Trends existieren
Unsicherheiten bezüglich der Nachfrage-Entwicklung. Langfristig ist jedoch auch mit Preissteigerungen
bei den Brennstoffen zu rechnen.
REGULATORISCHE RISIKEN Im Laufe des Jahres 2009 gab es sowohl auf EU- als auch nationaler Ebene rechtliche Entwicklungen, die
für den Verbund wesentliche Änderungen der Rahmenbedingungen mit sich bringen könnten.
Im Zuge der fortschreitenden Liberalisierung des europäischen Elektrizitätsbinnenmarktes müssen sich
alle EVU, die Eigentümer eines Übertragungsnetzes sind, so umstrukturieren, dass die größtmögliche
Unabhängigkeit des Netzes vom Mutterunternehmen sichergestellt ist ("eigentumsrechtliche Entflech
tung"). Von den drei möglichen Entflechtungsvarianten hat sich der Verbund für jene des "unabhän
gigen Übertragungsnetz- und Fernleitungsbetreibers" bzw. des "Dritten Weges" entschieden. Doch ist
dessen Implementierung mit zahlreichen Auflagen verbunden, was – trotz der im September 2009 von
der Kommission veröffentlichten "Interpretative Notes" – eine korrekte operative Umsetzung nicht
einfach macht.

UND RISIKEN

Die internationale Wachstumsstrategie des Verbund mit den Beteiligungen in Italien, Frankreich, der Türkei, Albanien und zuletzt auch in Deutschland erhöht in Zukunft sowohl die Risiken, als auch die Chancen. Unter den Beteiligungsrisiken werden grundsätzlich die Schwankungen der Beteiligungserträge, die Veränderungen des Beteiligungsansatzes (auch in Abhängigkeit von Fremdwährungsdifferenzen) und übernommene Haftungen und Garantien subsumiert.

Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass Finanzierungen grundsätzlich teurer und schwieriger geworden sind. Der Verbund ist jedoch hinsichtlich der Liquidität gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven.

Konservative Veranlagungsstrategie. Die Veranlagungsstrategie des Verbund sieht eine grundsätzlich konservative Veranlagung in einem gestreuten Veranlagungsportfolio bei Banken mit einem guten bis erstklassigen Rating vor. Darüber hinaus wird in geldmarktnahen Wertpapieren und Anleihen als Sicherheit für die Stromhandelsaktivitäten veranlagt. Das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten ist durch die Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen gestiegen. Das Wertpapierportfolio des Verbund wird regelmäßig auf Werthaltigkeit gemäß IFRS überprüft. Kursverluste/-gewinne werden, sofern sie nicht nachhaltig sind, gegen das Eigenkapital gebucht, bei Nachhaltigkeit in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.

In den Jahren 1999 bis 2001 hat der Verbund Lease-and-Lease-back-Verträge über Wasserkraftwerke abgeschlossen. Dabei erzielte der Verbund einen Nettobarwertvorteil von insgesamt 300 Mio. €. Im Rahmen dieser Cross-Border-Leasing-Verträge, die sehr konservativ ausgestaltet sind, kam es zu keinem Wechsel der Eigentumsverhältnisse an den Wasserkraftwerken. Der Verbund hat im Jahr 2009 77 % seiner Cross-Border-Leasing-Verträge erfolgreich vorzeitig aufgelöst und dabei einen positiven Effekt auf das Konzernergebnis 2009 i.H.v. 19,6 Mio. € erzielen können.

Im Geschäftsjahr 2009 haben die Ratingagenturen Moody's und Standard&Poor's das Rating der Verbundgesellschaft um eine Stufe auf A2/negative outlook bzw. A–/negative outlook zurückgestuft. Die Herabstufung der Bonität ist Ergebnis der sich verschlechternden Marktbedingungen für europäische Versorger. VERBUND (ÖSTERREICHISCHE ELEKTRIZITÄTSWIRTSCHAFTS-AG)

BETEILIGUNGSRISIKEN

LIQUIDITÄTSRISIKO

VERANLAGUNGSRISIKO

RISIKEN AUS CROSS-BORDER-LEASING-TRANSAKTIONEN

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND RISIKEN

HAUPTRISIKEN FÜR 2010

FREMDWÄHRUNGSRISIKO Resultiert vordergründig aus Finanzierung in JPY und TRY. Risikominimierung durch etwaige Absicherungsstrategien, Limite und Monitoring.

ERZEUGUNG

EIGENSTROM

Dieses Risiko setzt sich aus dem Mengenrisiko aufgrund volatiler Wasserführung und dem damit verknüpften Preisrisiko zusammen. Risikominimierung durch Analyse, Wasserführungsprognosen und langfristigen Verkauf.

ANLAGENRISIKO

Resultiert aus Schäden an den Anlagen. Risikominimierung durch optimierte Instandhaltungsstrategie und Versicherung.

BRENNSTOFFRISIKO Verlustrisiko aufgrund von Veränderungen der Rohstoffpreise. Optimierung durch Preisprognosen, mengenmäßiger Vorausplanung und Absicherungsstrategien.

KURSRISIKO WERTPAPIERE Schwankungsrisiko der gehaltenen Wertpapiere. Risikominimierung durch Anlagestrategievorgaben, Monitoring und Quantifizierung.

HANDEL/VERTRIEB

KONTRAHENTENRISIKO Die Gefahr, dass die Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht oder erst verspätet nachkommen. Risikobegrenzung durch Funktionstrennung, internes Scoring, Limitsystem und Monitoring.

Verlustrisiko aufgrund der Preisvolatilität am Strommarkt. Zur Überwachung des Risikos besteht ein eigenes Rulebook für den Stromhandel mit Funktionstrennung, Verantwortungszuweisung, Limitsystem (u.A. VaR). Das Risiko wird mit Hilfe von Strom-

termingeschäften minimiert.

PREISRISIKO FREMDSTROM

RATINGÄNDERUNGSRISIKO Risikobegrenzung durch Ausrichtung auf eine angemessene Kapitalzielstruktur sowie laufende Kontakte zu Ratingagenturen.

ÜBERTRAGUNG

ANLAGENRISIKO Resultiert aus Schäden an den Anlagen. Risikominimierung durch optimierte Instandhaltungsstrategie und Versicherung.

GESETZLICHE

RAHMENBEDINGUNGEN Verlustrisiko aufgrund von Gesetzeseinführungen oder -änderungen. Minimierung durch Monitoring und verstärktes Lobbying.

ZINSÄNDERUNGSRISIKO Hervorgerufen durch Zinssatzänderungen. Risikoabsicherung durch etwaige Absicherungsstrategien, Limite und Monitoring.

BETEILIGUNGEN

BETEILIGUNGSRISIKO Resultiert aus Schwankungen des Beteiligungsansatzes, Dividenden bzw. Gewinnausschüttungen und Risiken der Eventualverbindlichkeiten bzw. Forderungen. Risikooptimierung durch Identifikation, Analyse, Quantifizierung und Monitoring.

IN ALLEN GESELLSCHAFTEN

INFORMATIKRISIKO Zur Risikominimierung wird moderne Hard- und Software eingesetzt.

PERSONALRISIKO Dazu sind Risiken wie Änderungen der arbeitsrechtlichen Gesetzeslage und der Mitarbeiterausfall zu nennen.

PROZESS- /RECHTSRISIKO Dazu sind etwaige Risiken aus Rechtsstreitigkeiten zu nennen. Absicherung erfolgt durch laufendes Monitoring.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Das Geschäftsjahr 2009 war von äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt, hervorgerufen durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Die vor allem im Industriebereich gesunkene Nachfrage nach Strom, die niedrigeren Preise für Primärenergieträger, insbesondere für Erdgas, sowie die gefallenen Preise für CO2-Zertifikate bewirkten ein starkes Absinken der europäischen Großhandelspreise für Strom. Trotzdem kann der Verbund, Österreichs größtes Elektrizitätsunternehmen, für 2009 ein gutes Ergebnis präsentieren, das nur leicht unter dem Rekordergebnis von 2008 liegt.

Für das Geschäftsjahr 2010 werden die Rahmenbedingungen weiterhin schwierig bleiben. Trotz leichter Verbesserung der Wirtschaftsdaten und eines prognostizierten Wachstums der Realwirtschaft in Europa sind die Herausforderungen groß. Die Nachfrage nach Strom wird voraussichtlich nur geringfügig steigen, die Preise für Erdgas, welche die europäischen Strom-Großhandelspreise wesentlich beeinflussen, werden durch das Überangebot weiterhin tief bleiben, und die Kosten für die CO2-Zertifikate werden durch die geringere Stromnachfrage ebenfalls auf niedrigem Niveau verharren.

Erschwerter Zugang zu günstigem Kapital. Zudem erschweren die Auswirkungen der Finanzmarktkrise vor allem im Kredit- und Projektfinanzierungsbereich den Zugang zu günstigem Kapital, sodass die Realisierung der Wachstumsprojekte deutlich schwieriger ist als vor Ausbruch der Finanzmarktkrise.

Mittel- und langfristig blicken wir allerdings positiv in die Zukunft. Die Reduktion der Stromnachfrage führt dazu, dass viele Stromversorger ihre Investitionspläne im Rahmen der Restrukturierung angepasst und viele Investitionsprojekte verschoben oder gestrichen haben. Viele europäische Versorger sind zudem mit der dringend erforderlichen Reinvestition in den teilweise veralteten thermischen Kraftwerkspark konfrontiert. Dadurch wird es in Europa mittelfristig wieder zu Kapazitätsengpässen kommen, die dazu führen werden, dass die Großhandelspreise für Strom steigen und somit langfristige Investitionen in den Kraftwerksausbau wertschaffend getätigt werden können.

Zusätzlich erfordert der massive Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, in Europa hohe Investitionen in flexible Kraftwerkskapazitäten, welche die volatile Windkrafterzeugung ausgleichen können. Auch die Hochspannungsnetze müssen ausgebaut werden, damit die erzeugte Energie über große Distanzen transportiert werden kann.

Stromnachfrage in Europa: für 2010 leichte Steigerung prognostiziert. Die globale Wirtschaftskrise führte konjunkturbedingt zu einer Abschwächung der Nachfrage nach Strom. Diese ist in Österreich 2009 insgesamt um 3,8 % (Quelle: E-Control) gesunken. Der ungewöhnlich kräftige Rückgang des Stromverbrauches spiegelt wider, wie stark die österreichische Industrie ihre Produktion wegen der Wirtschaftskrise gedrosselt hat. Da rund die Hälfte des Stromverbrauches auf die Privathaushalte und den Dienstleistungssektor entfallen, deren Strombedarf vergleichsweise stabil ist, lässt sich abschätzen, wie kräftig das Minus im Industriesektor war.

Mit der erwarteten Erholung der Wirtschaft im Jahr 2010 wird es wieder zu einem Anstieg der Stromnachfrage kommen. Gemäß der Prognose der Europäischen Kommission liegt das langfristig durchschnittliche Stromverbrauchswachstum in Europa bei etwas über 1 % p.a. (EU-27, bis 2020).

Europäische Großhandelspreise schwächer, Absatzpreise sinken. Die Großhandelspreise für Strom haben im Geschäftsjahr 2009 deutlich nachgegeben. Die Gründe dafür lagen in den gesunkenen Energiepreisen Heizöl (Frontyear-Heizölpreise loco Rotterdam, Eurobasis –20 %), Kohle (ARA-Frontjahr, Eurobasis –37 %) VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

und Gas (NCG Frontjahr –41 %), in den gesunkenen Preisen für CO2-Zertifikate (–42 %) sowie in der gesunkenen Nachfrage nach Strom (allein für Österreich in den ersten elf Monaten 2009 –4,4 %).

Auch 2010 zeigen die Monats- und Quartalsforwards, sowohl für Grund- als auch für Spitzenlast, keine deutliche Erholung. Die Forward-Notierungen für Strom an der deutschen Strombörse zeigen allerdings für die Jahre nach 2010 wieder steigende Preise.

Der Verbund-Konzern wird 2010 vom gesunkenen Preisniveau an den europäischen Strombörsen negativ betroffen sein. Auf Basis der Absicherungsstrategie im Verkauf der eigenen Stromerzeugung – knapp 64 % der vermarktbaren Plan-Eigenerzeugung wurden per 31. 12. 2009 auf Basis von Forward-Preisen bereits verkauft – liegen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise für 2010 am Jahresende 2009 unter dem durchschnittlich erzielten Preis für 2009.

Finanzmarktkrise erschwert die Finanzierung von Wachstumsprojekten. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2009 hat sich die Entwicklung auf den Finanz- und Kapitalmärkten wieder leicht stabilisiert. Der Zugang zu Kapital war insbesondere für Unternehmen mit guter Bonität und einem breiten Zugang zu unterschiedlichen Finanzierungsquellen deutlich besser als 2008. Insbesondere die Anleihenmärkte entwickelten sich positiv, während die Kreditmärkte durch die höheren Refinanzierungskosten der Banken weiterhin angespannt blieben. Der Verbund-Konzern hat für die Finanzierung seiner Wachstumsprojekte im Jahr 2009 Fremdmittel im Ausmaß von 2 Mrd. €, vorwiegend am Anleihenmarkt, zu günstigen Konditionen aufgenommen.

2010 erwarten wir auf den Finanz- und Kapitalmärkten ein ähnliches Bild wie 2009.

Profitables Wachstum durch Investitionen und Akquisitionen in Europa. Der Verbund hat im Geschäftsjahr 2009 auf die Wirtschaftskrise reagiert und sein Investitionsprogramm von 2010 bis 2015 auf 2,7 Mrd. € deutlich reduziert. Trotzdem werden wir die Investitionen in den Ausbau der heimischen Wasserkraft und die Hochspannungsnetze sowie in die bestehenden Auslandsaktivitäten in der Türkei, in Italien und Frankreich weiterführen. Ziel ist es, die Kraftwerke im operativen Betrieb zu haben, wenn die Wirtschaft in Europa wieder nachhaltig wächst, um von den steigenden Großhandelspreisen zu profitieren.

Für 2010 sinkende Ergebnisse und Dividenden erwartet. Auf Basis der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftjahr 2010, trotz Restrukturierungsmaßnahmen und reduziertem Investitionsprogramm, ein deutlich geringeres Operatives Ergebnis und Konzernergebnis.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Damit der Verbund bei neuen Entwicklungen im Energiesektor "am Ball" bleibt, werden jetzt alle Forschungsaktivitäten des Konzerns von einer zentralen Stelle aus gesteuert.

Die Welt steht energiepolitisch vor der wohl größten Herausforderung aller Zeiten: Wege, die bisher als zielführend gegolten hatten, müssen teilweise verlassen und neue Pfade eingeschlagen werden. Das hat nicht zuletzt die Umweltkonferenz in Kopenhagen im Dezember gezeigt. Doch nicht nur Regierungen müssen jetzt umdenken, sondern auch Konzerne sind gefragt, neue Ideen zu entwickeln, wie der CO2- Ausstoß gesenkt werden kann.

Neuer Konzernbereich gegründet. Zwar ist der Verbund mit seinem hohen Anteil an Wasserkraftwerken seit jeher sehr gut aufgestellt, doch wir wollen für die neuen Herausforderungen in der Energiewirtschaft noch besser gerüstet sein. Jetzt ist die beste Zeit, um die Forschungsaktivitäten im Konzern zu stärken: Daher gründete der Verbund im vergangenen Jahr den Bereich "Innovation, Research & Development", dessen Aufgabe es ist, Chancen für den Verbund in neuen Geschäftsfeldern in den kommenden fünf bis zehn Jahren aufzuzeigen und strategische Forschungsschwerpunkte festzulegen.

Drei für den Konzern wichtige Zukunftstrends in der Energieversorgung wurden identifiziert:

  • Erstens das Gesamtsystem Elektromobilität, wo unter Federführung des Verbund im Sommer 2009 die offene Plattform Austrian Mobile Power (AMP) gegründet wurde, die seit Jahresende als Verein organisiert ist: Das ehrgeizige Ziel dieser Initiative ist es, dass in Österreich im Jahr 2013 schon 10.000 Elektrofahrzeuge in mehreren Modellregionen mobil sind. Bis 2020 sollen die Voraussetzungen für den Einsatz von bis zu 250.000 Elektrofahrzeugen geschaffen werden. Ziel des Vereins ist es, dass der dafür erforderliche Strom ausschließlich aus erneuerbarer Energie gewonnen und die Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Ein intelligentes Lademanagement sorgt für eine optimale Versorgung mit Strom, und ein Informationsmanagementsystem ermöglicht dem Kunden eine individuelle, flexible Nutzung des Systems.
  • Zweitens das Thema Energiemanagement: Hier beschäftigen sich Forscher mit der dezentralen Erzeugung und Speicherung von Strom, den so genannten Smart Grids, und effizienten Energiegesamtlösungen für Endkunden. Viele heutige Stromkunden könnten sich in Zukunft zu selbständigen Produzenten, so genannten "Prosumers", wandeln, die abwechselnd Strom in das Verteilnetz einspeisen oder beziehen. Außerdem könnte man Kunden in Zukunft effiziente Gesamtlösungen für Heiz- und Kühlbedarf, Beleuchtung sowie Geräte zur Verfügung stellen. Ein Teil dieser Lösung sind dezentrale Erzeugungsanlagen für Strom und Wärme.
  • Drittens die Weiterentwicklung von großtechnischen Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energien, die Übertragungsnetze eingeschlossen. Hier könnte der Verbund gemeinsam mit Technologieunternehmen eine führende Rolle bei der Entwicklung und Optimierung von zukunftsweisenden Technologien sowie bei der Entwicklung von innovativen Lösungen zur Nutzung der Wasserkraftpotenziale an ökologisch sensiblen und technisch schwierigen Standorten übernehmen. Die Netzintegration von fluktuierendem Wind- und Solarstrom sowie der Einsatz von Speichern zur optimalen Einbindung stehen ebenfalls im Zentrum.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Internationale Kooperationen werden angestrebt. Weiters will der Verbund internationale Forschungsund Industriekooperationen initiieren und umsetzen. So will sich der Verbund frühzeitig den Zugang zu künftigen zentralen Erzeugungstechnologien sichern. Natürlich wird dabei größter Wert auf jene Staaten gelegt, in denen der Verbund schon jetzt aktiv ist. Zur Steuerung inhaltlicher Forschungsschwerpunkte sind strategische Kooperationen mit Universitäten oder eine Beteiligung an führenden europäischen Initiativen angedacht. Die Anbindung an Projekte mit europäischer Dimension ist ein weiterer Fokus.

Um Zugang zu zukunftsträchtigen Projekten im Energiebereich zu bekommen, will der Verbund in den kommenden Jahren auch verstärkt Beziehungen zu Venture-Capital- und Private-Equity-Unternehmen im Clean-Energy-Bereich aufbauen. Als Ausdruck seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung will der Verbund – wie schon bisher – auch die Energieforschung in Österreich stärken.

ANGABEN GEMÄSS 243a ABS. 2

ANGABEN GEMÄSS § 243a ABS. 2 UGB

Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale, der Überwachung und Kontrolle des internen Kontrollsystem (IKS) und des Risikomanagementsystems (RMS), erfolgt in Anlehnung an die fünf Komponenten des COSO-Rahmenwerks 1.

KONTROLLUMFELD

Die Konzernführung des Verbund hat einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) unterzeichnet. "Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Aktionären, unseren Mitarbeitern, unseren Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst und handeln nach den folgenden Prinzipien" (gekürzt):

Die Zusammenarbeit mit allen unseren Anspruchsgruppen ist kooperativ, fair und zuverlässig. Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ist uns wichtig.

Klare und offene Kommunikation. Wir führen einen offenen und sachlichen Dialog mit unseren Anspruchsgruppen. Wir sorgen dafür, dass unser Handeln verständlich und nachvollziehbar ist.

Vertraulichkeit. Als börsennotiertes Unternehmen unterliegen wir den strengen Richtlinien der Finanzmärkte, deren Einhaltung durch den Compliance-Verantwortlichen sichergestellt wird.

Verantwortungsvolles Handeln. Wir tolerieren keine unlauteren Geschäftspraktiken und lehnen jede Form von Korruption und Bestechung (wie z. B. Schmiergeldzahlungen) ab. Wir treten für die Menschenrechte ein und achten die Würde jedes Einzelnen. Wir lehnen jede Form von Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab. Die Einhaltung dieser Werte erwarten wir auch von unseren Geschäftspartnern.

Gesetzes- und Vertragstreue. Wir beachten geltendes Recht und erfüllen unsere Vereinbarungen und Verträge. Wir bekennen uns zum Österreichischen Corporate Governance Codex sowie zu den Vorschriften des Unbundling.

Mitarbeiter. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter bilden die Grundlage für unseren Erfolg. Beste Qualifikation, persönliches Engagement und Identifikation mit den Unternehmenszielen und -grundsätzen zeichnen unsere Mitarbeiter aus.

Wettbewerb. Wir bekennen uns zum fairen Wettbewerb. Wir lehnen jede Form der kartellrechtlichen Absprache ab – über Preise, Marktanteile, Kapazitäten, die Aufteilung regionaler Märkte und Preisbindung.

Der Bereich Konzerncontrolling dient mit seinen Abteilungen als betriebswirtschaftliches Kompetenzzentrum im Konzern und geht dabei nach den wirtschaftlichen Grundsätzen Wertorientierung und Ergebnissteuerung vor. Das Operative Ergebnis wird von den Gesellschaften, das Finanzierungsergebnis vom Holding-Finanzmanagement und das Beteiligungsergebnis von der jeweils beteiligungshaltenden Gesellschaft verantwortet.

Dem Konzerncontrolling obliegt eine Regelungskompetenz zu allen Fragen des Controllings und Rechnungswesens sowie die fachliche Anordnungsbefugnis zur Sicherstellung der Anwendung konzerneinheitlicher methodischer Standards. Zur Unterstützung der operativen Umsetzung wurden in ¹ Das Committee of Sponsored Organisations (COSO) hat einen von der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) anerkannten Standard für interne Kontrollen, das COSO-Modell erstellt, das zur Beschreibung des internen Kontrollsystems (IKS) im Lagebericht vom Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC) empfohlen wird.

CODE OF CONDUCT

KONZERNCONTROLLING

siehe "Beteiligungen" Seite 58

ERWARTUNGSPLAN, BUDGETIERUNG UND MITTELFRISTPLANUNG

Form von Konzernrichtlinien Verfahrenshandbücher erstellt, z. B. Handbuch für Beteiligungscontrolling Konzern, Kennzahlenhandbuch, Konzernbilanzierungshandbuch, Planungshandbuch, alle in aktueller Fassung 2009. Diese gelten für alle Gesellschaften, an denen der Verbund eine direkte Mehrheit hält oder indirekt über Beteiligungen oder Verträge einen bestimmenden Einfluss ausübt. Bei allen übrigen Beteiligungen (z. B. At Equity) ist die Einhaltung dieser Grundlagen und Standards soweit wie möglich sichergestellt.

Der Verbund-Konzern wird über das Konzernergebnis und daraus abgeleitete Kennzahlen, gesteuert. Er verfügt über eine detaillierte Kurz- und Mittelfristplanung. Basis für die Planung ist der Controllingterminkalender, der sämtliche für das Controlling relevanten Termine und erforderlichen Inhalte (Planungstiefe) regelt. Daneben gibt es für die Budgetierung und Mittelfristplanung den sogenannten Workflow, der die detaillierten Planungsschritte abbildet. Durch die Festlegung der Verantwortlichkeiten im Workflow wird auch klar dargelegt, ob es sich bei dem jeweiligen Planungsschritt um eine zentrale (z. B. Finanz- und Liquiditätsplanung u. a.) oder dezentrale Planung handelt. Der verantwortliche Planer bestätigt mit der Fertigstellung eines Planungsschrittes auch die inhaltliche Richtigkeit.

Der Controllingterminkalender hält die Planungstermine fest. Die Rollierung des laufenden Jahres (Erwartungsplan) wird monatlich aktualisiert und konsolidiert. In der Regel wird nur die Gewinn-und-Verlust-Rechnung rolliert. Wird der Erwartungsplan quartalsweise im Aufsichtsratsbericht dargestellt, so erfolgt auch die Planung der Bilanz und des Cashflow sowie die Berechnung von Plankennzahlen. Die Budgetierung des Folgegeschäftsjahres beginnt im Juli mit der Aussendung der Prämissen und endet mit der Versionierung Mitte Oktober. Im Rahmen der Budgetierung wird gleichzeitig eine Mittelfristplanung erstellt.

Das Team Unternehmensrechnung und Reporting berichtet dem Verbundvorstand regelmäßig "als Lotsen des Konzerns" über die betriebswirtschaftliche Entwicklung des Verbund. Monitored und begleitet werden die Prozesse der Planung, Budgetierung, Berichterstattung, Abweichungsanalysen und Zielerreichungskontrollen, der Jahresabschluss, die Quartals- und Monatsabschlüsse und At-Equity-Konsolidierungen. Daher ist in Unternehmensrechnung und Reporting das IFRS-Competence-Center beheimatet.

Wer seine Zahlen schneller vorlegt, zeigt gut funktionierende kaufmännische Abläufe. Der Verbund macht daher alljährlich ein Fast-Close-Programm zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS und der einzelnen Jahresabschlüsse nach UGB und IFRS. Die VERBUND Management Service GmbH (VMSG) erbringt die für den Rechnungslegungsprozess wichtigen Dienstleistungen der Finanzbuchhaltung, Beschaffung und Informatik. FINANZBERICHZERSTATTUNG

FINANZBUCHHALTUNG

¹ Projektstrukturplanelemente

Die Finanzbuchhaltung wird in SAP abgebildet. Die Bewirtschaftung des Anlagevermögens erfolgt in einem weitestgehend automatisierten Ablauf. Die Zugänge im Anlagevermögen erfolgen über SAP "Investitionsmaßnahmen" (PSP-Elemente1), wie auch die Planung der Investitionen für die Budgetierung und Mittelfristplanung (Plan-Anlagenspiegel). Die Anlageninventarisierung und Abgangsmeldungen obliegen dezentral den Inventarführern an den Betriebsstandorten, deren Aufgaben in der Inventarordnung festgelegt sind.

Die Verbuchung der Banken erfolgt tagesaktuell. Kreditor-Zahlungslisten aller in SAP geführten Gesellschaften werden zweimal wöchentlich erstellt, geprüft und durch die Finanzabteilung mittels Telebanking überwiesen. Zahlungen ohne SAP-Bestellbezug müssen doppelt gezeichnet ausnahmslos mittels Veranlassung erst der Abteilung Finanzbuchhaltung zum Buchen übermittelt werden, danach kann die Auszahlung erfolgen. Zur Optimierung des Zahlungsverkehrs erfolgt das Cash-Pooling über die VERBUND-Finanzierungsservice GmbH.

Die Hauptbelegerfassung ist für die Prüfung, Erfassung und Zahlungsvorbereitung aller Eingangsrechnungen (die nicht mit dem Stromgeschäft zu tun haben) zuständig. In der Kreditorenbuchhaltung werden Rechnungen mit und ohne SAP-Bestellung, Zahlungsaufträge diverser Bereiche und Anzahlungsanforderungen erfasst. Auf die Kontrolle der gesetzlichen Erfordernisse, der umsatz- und körperschaftsteuerlichen Tatbestände und der Verbund-internen Regelungen, wie der Zahlungsordnung zu Zeichnungsberechtigungen und Wertgrenzen, wird in diesem Arbeitsbereich besonderer Wert gelegt.

Die VERBUND-Austrian Power Trading AG (APT) ist die operative Leitgesellschaft für den Handel und Vertrieb von Strom des Verbund und führt im Namen und auf Rechnung der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft den Stromhandel und -verkauf an Weiterverteiler im In- und Ausland mit allen dazu erforderlichen Absicherungsgeschäften durch. Zur Verbuchung stehen dafür das Stromhandelssystem ETRM (Endur) und das Kundenbuchhaltungssystem Eulvis als Vorsysteme zur Verfügung, dessen Salden in SAP automatisiert über Schnittstellen übernommen werden.

Die Geschäfte der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH (APS), der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden (Haushalts-, Gewerbe-, Business- und Industriekunden) werden zunächst im Kundenbuch haltungssystem Eulvis abgewickelt und die Salden in SAP automatisiert über Schnittstellen übernommen. Die Stromgeschäftsaktivitäten für das Standardlastprofilsegment (SLP) werden im Namen und auf Rechnung der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft durchgeführt. Die APS tritt als Makler auf und erhält für ihre Aufwendungen eine Provision der Verbundgesellschaft in Höhe der angefallenen Vollkosten. Das Business- und Industriekundengeschäft wird im eigenen Namen durchgeführt.

Die Bilanzierung der Konzerngesellschaften nach UGB und IFRS wird durch Bilanzverantwortliche in der Buchhaltungsabteilung in enger Abstimmung mit dem Konzerncontrolling ausgeführt. Zur Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften die Werte aus den Einzelbilanzen in das SAP-Modul EC-CS zur Konsolidierung nach IFRS übernommen. Die Fortschreibung der Beteiligungsbuchwerte bei At Equity einbezogenen Unternehmen erfolgt bereits auf Group Level in SAP EC-CS.

Zur Optimierung der Personalressourcen und zur Absicherung der fachlichen Kompetenz in dem für den Rechnungslegungsprozess verantwortlichen Management und seinen Mitarbeitern verfolgt das "Strategische Personalmanagement" Personalentwicklungsprojekte, die die Aus- und Weiterbildung zum Inhalt haben. Im Konzerncontrolling des Verbund sind vier geprüfte Wirtschaftstreuhänder tätig.

RISIKOBEURTEILUNG

Der Verbund verfügt schon seit vielen Jahren über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, in dessen Rahmen alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt werden. Eine eigens dafür in der Holding eingerichtete Abteilung, Holding Risk Management, koordiniert und überwacht diese Prozesse, aggregiert sämtliche dezentral erfassten Daten und berichtet an Konzernvorstand sowie Aufsichtsrat quartalsweise über das konzernweite Risiko-Chancen-Portfolio, wobei besonderes Augenmerk auf mögliche Abweichungen vom Konzernergebnis gelegt wird.

Die Schwerpunkte des unternehmensweit agierenden Risikomanagements liegen auf den für den Verbund maßgeblichen Bereichen Commodities, Finanzen, Informationssicherheit, Übertragungsnetz, Anlagerisiken und Beteiligungen.

Für alle wesentlichen, mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche – beispielsweise Cross-Border-Leasing-Transaktionen und Informationssicherheit – bestehen eigene "Risk Management Committees" (RMC), die regelmäßig unter der Leitung des strategischen Risikomanagements tagen und deren Hauptaufgabe in der Koordination aller risikorelevanten Themenstellungen in den einzelnen Bereichen besteht. Besonderes Augenmerk legen die RMC daher auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken, die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen und die Verstärkung des Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern des Konzerns.

siehe "Risikomanagement" Seite 74

ANGABEN GEMÄSS 243a ABS. 2

KONTROLLMASSNAHMEN

Damit das IKS regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert werden kann und damit überwachbar wird, dass regelmäßige Kontrollaktivitäten nachweislich erbracht werden, wurden im Rahmen des Projekts "Rechnungslegungsprozess – URÄG" die Ist-Prozesse erhoben, eine Risiko-Einschätzung vorgenommen, dazu die internen Schlüsselkontrollen identifiziert, die Periodizität der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und mit den Prozessablaufdiagrammen aus der "Prozesslandkarte Verbund" in einem Prozesshandbuch zusammengefasst.

Im Rahmen des laufenden Risikomanagements werden einmal jährlich alle Process Owner zur Überprüfung und Aktualisierung ihrer Prozesse im URÄG-Prozesshandbuch aufgefordert. Darüber hinaus sichert die interne Revision fortlaufende Überprüfung in Teilbereichen im Rahmen ihrer Prüfungsaufträge. Einmal jährlich ist eine aktualisierte Version des gesamten Prozesshandbuchs verfügbar, unterjährige Korrekturen und Ergänzungen werden in einer Online-Version angemerkt.

Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, liegt im Verbund-Konzern ein ausgeprägtes Regelungssystem vor, das aus Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen besteht. Das Team Holding Organisation sorgt dafür, dass die Regelungen durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess aktuell sind und auf das notwendige Ausmaß beschränkt bleiben. Nachstehende Executive Orders sind im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess anzuführen:

  • Aufbauorganisation und Aufgabenbeschreibungen (die Gliederung des Unternehmens in Organisationseinheiten)
  • Informationssicherheit im Verbund (definiert die Grundsätze und Verantwortlichkeiten des Informationssicherheitsmanagements)
  • IT-Security Policy Internes Kontrollsystem (IKS) (legt allgemein gültige Mindeststandards des IKS fest und hebt speziell die Verantwortung aller Führungskräfte zur Sicherung und Gewährleistung regelkonformer und zielorientierter Prozessabläufe hervor.)

Als Konzern-Richtlinien, den Rechnungslegungsprozess betreffend, sind verpflichtend anzuwenden: die Richtlinien zu Stammdatenmanagement, SAP-Competence Center, Ertragssteuerfragen im Konzern, Sozialkapital, Operative Grundlagen Controlling, Rechnungswesen und Bilanzierung (Handbücher), wirtschaftliche Beurteilung von Investitionsprojekten, Rechenzinssätze, Kontrahentenrisiko sowie die Anti-Korruptions-Richtlinie.

Ergänzend dazu bestehen, sofern erforderlich, Arbeitsanweisungen, die die Prozesse und Vorgangsweisen aus den Richtlinien konkretisieren und für die jeweiligen Fachabteilungen "Anwendungsvorschriften" darstellen (z. B. Inventur, Umsatzsteuerhandbuch, SAP-Berechtigungen).

Zusätzlich anzuführen ist die Richtlinie Rulebook Commodities, die die Grundsätze und Ziele des Risikomanagements für den Handel mit Rohstoffen regelt. Darüber hinaus werden Transaktionsgrundsätze, Aufträge der Gesellschaften und Gesamtmandate, Aufgabenzuordnung und Verantwortlichkeiten, genehmigte Märkte, der Markt- und Produktgenehmigungsprozess, Risikogrenzen (Limite) und die Vorgangsweise bei Limitverletzungen, die wesentlichen Verfahren für die Risikomessung und der Rahmen für das Risiko-Berichtswesen festgelegt.

Als Ergänzung zum Rulebook Commodities detailliert die Richtlinie Risikomanagement APT vorwiegend die mit dem Stromhandel verbundenen Risiken und zu setzende Maßnahmen. Sie setzt die Kompetenzen für die einzelnen Trader und Key Account Manager, regelt zusätzliche operative Limite, definiert die Portfoliostruktur, legt Grundsätze der Bepreisung und die Preisabsicherung fest, definiert die Einzelmandate für die Front-Offices, regelt das geschäftsfeldinterne Risiko-Reporting und setzt den

PROZESSHANDBUCH "RECHNUNGSLEGUNGS-PROZESS – URÄG 2008"

EXECUTIVE ORDERS, KONZERNRICHTLINIEN, ARBEITSANWEISUNGEN POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 85

Rahmen für die Technologie-Systeme fest.

Innerhalb des Mandates der VERBUND-Austrian Power Trading AG ist zur wirksamen Risikosteuerung und zuverlässigen Abwicklung und Abrechnung ein separates Berichtssystem eingerichtet. Es besteht aus Fahrplanmanagement- und Energie-Positionsberichten (tägliche Meldung offener Positionen in Sales und Trading für die Asset-Optimierung, tägliche Fahrpläne gemäß Marktregeln für die Bilanzgruppe Verbund – Bilanzkreis Verbund), tägliche Transaktionsberichte (Auflistung der Geschäfte, Bericht über Optionsausübung, Bericht über korrigierte Geschäftsdaten) sowie periodische Risikomanagement- und Positionsberichte (Credit Risk Report, Market Risk Report, Risikowarnungen und andere). Damit ist im Geschäftsablauf der APT ein tagesaktuelles Monitoring gewährleistet.

Als führende technische Systeme kommen für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung SAP-Systeme zum Einsatz. Die Rollierung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) des laufenden Jahres sowie des Budgets erfolgt in SAP ERP (Enterprise Ressource Planning – Core System), die Bilanzplanung, Cashflow-Planung sowie die Planung der GuV für die Perioden der Mittelfristplanung erfolgen in SAP BW (Business Warehouse).

Daneben steht für die VERBUND-Austrian Power Trading AG für die Wholesale- und Tradinggeschäfte die ETRM-Softwarelösung Endur sowie das Kundenbuchhaltungssystem Eulvis zur Verfügung. Auch die Geschäfte der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH werden zunächst im Kundenbuchhaltungssystem Eulvis abgewickelt. Als Budgetierungs- und Planungslösung für die Auslandsbeteiligungen steht ab 2010 der Professional Planner zur Verfügung.

Die Archivierung der Originalbelege erfolgt in SAP direkt, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen kommen im Dokumentenmanagementsystem (DMS) zur Ablage.

INFORMATION UND KOMMUNIKATION

Aus den Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte an die Vorstände und Geschäftsführer sowie nach Genehmigung an den Bereich Konzerncontrolling zur Aggregation und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Monatsberichte enthalten Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach IFRS auf Basis Year to Date (YtD) und Jahressicht im Vergleich zum Vorjahr und Budget mit Abweichungsanalysen, ergänzt um berichtenswerte Highlights. Der Bericht des Finanzmanagements enthält die Themen Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.

Die Quartalsberichterstattung erbringt eine Reihe von Zusatzinformationen. Es werden durch das Controlling die GuV sowie Bilanz je Quartal, YtD und Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr gegenübergestellt, die Abweichungsanalyse zum E-Plan und Budget im Detail erläutert sowie die Geldflussrechnung und Kennzahlen erstellt. Ergänzt wird der Bericht um die Segmentberichterstattung mit Deckungsbeiträgen sowie um die Darstellung der Ergebnispotenziale und Zielerreichung. Das Finanzmanagement berichtet neben Liquidität und Finanzverbindlichkeiten über die Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie über Risikomonitoring Finanzierung. Das Riskmanagement gibt einen Überblick über den Risikohorizont des laufenden und des Folgejahres sowie über die Ergebnisse aus den Risk Management Comittees und die Auswirkungen der Top-Einzelrisken der Gesellschaften mit ihrem Erwartungswert.

Das quartalsweise externe Berichtswesen an den Aufsichtsrat entspricht, den Rechnungslegungsprozess betreffend, im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um einen allgemeinen Bericht über energiewirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie eine wesentlich detailreichere Darstellung der Segmentberichterstattung und anderes.

EDV-SYSTEME

INTERNES BERICHTSWESEN

EXTERNES BERICHTSWESEN

Weitere externe Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche Beteiligungsbericht des Verbund-Konzerns sowie der Bericht des Vorstandes über das Jahresbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan, Personalplan und Investitionsplan.

Für alle Mitarbeiter des Konzerns dient das tagesaktuelle Intranet als wesentliche Informationsquelle und Kommunikationsplattform.

Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen Konzerngesellschaften und der VERBUND-Austrian Power Grid AG infolge des "Legal Unbundling" besteht mit Ausnahme der Bereiche in den Shared Services (Konzerncontrolling, Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Informatik u. ä.) eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung, sodass keine Sicht auf sensible Daten der Netzgesellschaft durch Konzernunternehmen und vice versa gegeben ist. Neben den SAP-Systemen ist dies auch im Dokumentenmanagementsystem und allen anderen EDV-Systemen gewährleistet. LEGAL UNBUNDLING

ÜBERWACHUNG

Die interne Revision, organisatorisch als Bereich direkt dem Vorstandsvorsitzenden und seinem Stellvertreter unterstellt, überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontrollsystem (Art. 18 Österreichischer Corporate Governance Kodex). Die Prüfungen erfolgen nach dem vom Konzernvorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach Umsetzungsbeauftragung durch den Konzernvorstand einem halbjährlichen Follow-up unterzogen werden.

Besonderer Fokus der internen Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, aber auch mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der einzelnen Gesellschaften sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden die Thematiken der Aufgaben- und der Funktionstrennung sowie die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips fokussiert. Um Risiken zu reduzieren, darf es einem einzelnen Mitarbeiter dem Grundsatz nach nicht möglich sein, alle Prozessschritte eines Geschäftsfalles vom Beginn bis zum Ende alleine durchzuführen. Die interne Revision überprüft speziell auch beim Einsatz von Informationstechnologien, ob entsprechende Berechtigungssysteme oder zusätzliche Kontrollen in dokumentierter Form vorliegen.

Die Prüfungstätigkeit der internen Revision erfolgt unabhängig nach internationalen Standards für die berufliche Praxis, auf Basis einer Geschäftsordnung unter Wahrung der Rechtschaffenheit, Objektivität, Vertraulichkeit und Fachkompetenz.

ANGABEN GEMÄSS § 243a ABS. 1 UGB

  1. Das Grundkapital setzt sich wie folgt zusammen:

151.018.000 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 157.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 308.200.000 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft) ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals der Verbundgesellschaft befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Jeweils mehr als 10 % des Grundkapitals befinden sich im Eigentum der Landesenergieunternehmen Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 24 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Beim Verbund bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet (siehe dazu im Übrigen den Corporate-Governance-Bericht 2009). Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.
    1. Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25.März 2009 dem Vorstand gem. § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf läuft bis 25. September 2011. Bisher wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.
    1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist unseres Erachtens ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes derzeit nicht möglich.
    1. Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.

SCHNEE VON HEUTE – STROM VON MORGEN

WAS FÄLLT HEUTE GEFROREN VOM HIMMEL – UND STRÖMT MORGEN FLÜSSIG DURCH TURBINEN? REINE ENERGIE, DIE GANZ ÖSTERREICH MIT WÄRME, LICHT UND KRAFT VERSORGT. JETZT UND SOFORT. UND DAUERHAFT, NACHHALTIG, JAHREIN, JAHRAUS. IM DIENSTE VON UMWELT UND GESELLSCHAFT.

KONZERNABSCHLUSS

GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS

GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS NACH IFRSs IN TSD. 1
ANHANG 2009 2008
UMSATZERLÖSE
1
3.483.110 3.744.749
STROMERLÖSE 3.164.905 3.400.032
NETZERLÖSE 268.523 301.987
SONSTIGE 49.682 42.730
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2
52.675 96.111
STROM-, NETZ- UND GASBEZUG SOWIE EMISSIONSZERTIFIKATEBEZUG (HANDEL)
3
–1.608.253 –1.813.916
BRENNSTOFFEINSATZ UND SONSTIGE EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
4
–118.874 –133.999
PERSONALAUFWAND
5
–303.988 –306.224
ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN
14
–209.226 –183.229
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
6
–253.135 –264.915
OPERATIVES ERGEBNIS 1.042.311 1.138.577
ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN
7
51.914 34.090
BETEILIGUNGSERGEBNIS – SONSTIGE
7
9.466 8.215
ZINSERTRAG
8
49.485 94.623
ZINSAUFWAND
9
–216.657 –205.876
ÜBRIGES FINANZERGEBNIS
10
45.243 –44.747
FINANZERGEBNIS –60.549 –113.694
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 981.762 1.024.883
ERTRAGSTEUERN
11
–228.914 –234.142
PERIODENERGEBNIS 752.848 790.741
ZUZURECHNEN DEN AKTIONÄREN DES MUTTERUNTERNEHMENS (KONZERNERGEBNIS) 644.382 686.639
ZUZURECHNEN DEN ANTEILEN ANDERER GESELLSCHAFTER 108.466 104.102
ERGEBNIS JE AKTIE ¹ 2,09 2,23 ¹ Verwässert ist gleich

unverwässert

GESAMTERGEBNISRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS

GESAMTERGEBNISRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS NACH IFRSs IN TSD. 1
2009 2008
PERIODENERGEBNIS 752.848 790.741
SONSTIGE (IM EIGENKAPITAL ERFASSTE) ERGEBNISSE AUS
WÄHRUNGSDIFFERENZEN –7.009 –52.459
ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBAREN FINANZINSTRUMENTEN 34.498 –12.387
CASHFLOW HEDGES –112.538 150.775
NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN –28.373 –174
SUMME SONSTIGER (IM EIGENKAPITAL ERFASSTER) ERGEBNISSE VOR STEUERN –113.422 85.754
– STEUERN DARAUF 25.316 –35.004
SUMME SONSTIGER (IM EIGENKAPITAL ERFASSTER) ERGEBNISSE NACH STEUERN ¹ –88.106 50.750
GESAMTPERIODENERGEBNIS 664.742 841.491
ZUZURECHNEN DEN AKTIONÄREN DES MUTTERUNTERNEHMENS 555.266 737.766
ZUZURECHNEN DEN ANTEILEN ANDERER GESELLSCHAFTER 109.476 103.725

ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS DES VERBUND-KONZERNS

ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS DES VERBUND-KONZERNS NACH IFRSs IN TSD. 1
AKTIONÄREN DES MUTTERUNTERNEHMENS ZURECHENBARES EIGENKAPITAL
SONSTIGE (IM EIGENKAPITAL
ERFASSTE) ERGEBNISSE AUS
GRUNDKAPITAL KAPITALRÜCKLAGEN ANGESAMMELTE
ERGEBNISSE
WÄHRUNGS-
DIFFERENZEN
ZUR VERÄUSSERUNG
VERFÜGBAREN FINANZ-
INSTRUMENTEN
CASHFLOW-HEDGES SONSTIGEN
RÜCKLAGEN
SUMME ANDEREN GESELL-
SCHAFTERN ZURECHEN-
BARES EIGENKAPITAL
GESAMTSUMME
EIGENKAPITAL
ANHANG 21 22 23 24 25
STAND PER 01.01.2008 308.200 10.936 2.096.254 0 –11.566 1.628 2.004 2.407.456 267.169 2.674.625
ÄNDERUNG
KONSOLIDIERUNGSKREIS
0 0 –56 0 0 0 0 –56 0 –56
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0 0 686.639 –52.459 –8.913 112.674 –174 737.766 103.725 841.491
DIVIDENDE 0 0 –277.380 0 0 0 0 –277.380 –110.594 –387.974
STAND PER 31.12.2008 308.200 10.936 2.505.457 –52.459 –20.480 114.302 1.830 2.867.786 260.299 3.128.085
STAND PER 01.01.2009 308.200 10.936 2.505.457 –52.459 –20.480 114.302 1.830 2.867.786 260.299 3.128.085
ÄNDERUNG
KONSOLIDIERUNGSKREIS
0 0 18.877 0 86 –488 0 18.474 1.175 19.649
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0 0 644.382 –7.348 24.013 –109.156 3.375 555.266 109.476 664.742
DIVIDENDE 0 0 –323.610 0 0 0 0 –323.610 –79.175 –402.785
STAND PER 31.12.2009 308.200 10.936 2.845.105 –59.808 3.619 4.658 5.205 3.117.916 291.775 3.409.691

¹ Von der Summe sonstiger (im Eigenkapital erfasster) Ergebnisse nach Steuern sind 1.010 Tsd. 1 (Vorjahr: –377 Tsd. 1) den Anteilen anderer Gesellschafter zuzurechnen.

BILANZ DES VERBUND-KONZERNS

BILANZ DES VERBUND-KONZERNS NACH IFRSs IN TSD. 1
ANHANG 31.12.2009 31.12.2008
LANGFRISTIGES VERMÖGEN 9.364.094 7.326.417
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 12 633.344 12.542
SACHANLAGEN 13 5.553.841 4.390.012
NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN 15 2.174.290 1.532.157
SONSTIGE BETEILIGUNGEN 15 138.553 188.696
FINANZANLAGEN - CROSS-BORDER-LEASING 16 322.048 590.441
SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN 17, 19 542.018 612.569
KURZFRISTIGES VERMÖGEN 981.122 967.422
VORRÄTE 18 127.080 66.448
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN 19 728.058 793.192
LIQUIDE MITTEL 20 125.984 107.782
AKTIVA 10.345.216 8.293.839
ANHANG 31.12.2009 31.12.2008
AKTIONÄREN DES MUTTERUNTERNEHMENS ZURECHENBARES EIGENKAPITAL 21–24, 26 3.117.916 2.867.786
ANDEREN GESELLSCHAFTERN ZURECHENBARES EIGENKAPITAL 25 291.775 260.299
LANGFRISTIGE SCHULDEN 5.956.847 3.815.679
FINANZVERBINDLICHKEITEN 27 3.761.020 1.597.984
FINANZVERBINDLICHKEITEN – CROSS-BORDER-LEASING 27 392.695 728.581
RÜCKSTELLUNGEN 29 672.047 647.914
LATENTE STEUERSCHULDEN 11 174.081 179.247
BAUKOSTENBEITRÄGE 31 401.864 401.883
ABGRENZUNGEN – CROSS-BORDER-LEASING 32 74.129 244.816
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN 33 481.011 15.254
KURZFRISTIGE SCHULDEN 978.678 1.350.075
FINANZVERBINDLICHKEITEN 27 156.741 596.094
RÜCKSTELLUNGEN 29 284.451 235.115
LAUFENDE STEUERSCHULDEN 30 151.391 166.725
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN 34 386.095 352.141
PASSIVA 10.345.216 8.293.839

GELDFLUSSRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS

GELDFLUSSRECHNUNG DES VERBUND-KONZERNS NACH IFRSs IN TSD. 1
ANHANG 2009 2008
PERIODENERGEBNIS 752.848 790.741
GEWINNANTEIL FÜR KOMMANDITISTEN 8.913 40.914
ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND
SACHANLAGEN (ABZGL. AUFLÖSUNG BAUKOSTENBEITRÄGE)
192.384 168.194
ERTRÄGE AUS DER AUFLÖSUNG DES PASSIVEN RECHNUNGSABGRENZUNGS
POSTENS SOWIE ERGEBNIS AUS DER AUFLÖSUNG VON CROSS-BORDER-LEASING
–21.630 –5.943
ZU- UND ABSCHREIBUNGEN AUF FINANZANLAGEN SOWIE AT-EQUITY-VERÄNDERUNGEN 5.140 45.750
ERGEBNIS AUS DEM ABGANG VON ANLAGEN –9.592 –28.537
VERÄNDERUNG VON VORRÄTEN –60.604 –17.634
VERÄNDERUNG VON KURZFRISTIGEN FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN
UND LEISTUNGEN UND SONSTIGEN FORDERUNGEN
84.544 –201.341
VERÄNDERUNG VON BEWERTUNGSBEDINGTEN FREMDWÄHRUNGSSCHWANKUNGEN,
ZINSABGRENZUNGEN UND DISAGIO
23.231 27.965
VERÄNDERUNG VON RÜCKSTELLUNGEN UND LATENTEN STEUERSCHULDEN 15.390 128.241
VERÄNDERUNG VON KURZFRISTIGEN VERBINDLICHKEITEN MIT AUSNAHME
DER FINANZVERBINDLICHKEITEN
–22.608 –14.183
CASHFLOW AUS OPERATIVER TÄTIGKEIT 968.018 934.168
INVESTITIONEN IN IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN –460.986 –423.141
ABGÄNGE VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND SACHANLAGEN 3.147 29.908
INVESTITIONEN IN FINANZANLAGEN –684.360 –769.793
ABGÄNGE VON FINANZANLAGEN 103.585 38.744
ZUGANG/ABGANG VON KONSOLIDIERTEN TOCHTERUNTERNEHMEN, GESCHÄFTS
BEREICHEN – KONSOLIDIERUNGSKREISÄNDERUNG
–992.493 0
VERÄNDERUNG VON LANGFRISTIGEN FORDERUNGEN –12.618 2.608
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT –2.043.724 –1.121.674
VERÄNDERUNG VON KURZFRISTIGEN AUFNAHMEN –121.440 316.372
AUFNAHME VON ANLEIHEN, DARLEHEN UND LANGFRISTIGEN KREDITEN 2.107.111 402.000
VERANLAGUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT CROSS-BORDER-LEASING –48.487 0
TILGUNG VON ANLEIHEN, DARLEHEN UND LANGFRISTIGEN KREDITEN –328.971 –363.153
TILGUNG UND FINANZANLAGENABGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT CROSS-BORDER-LEASING –133.094 –463
BAUKOSTENBEITRÄGE 16.820 –2.481
VERÄNDERUNG VON VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGEN VERBINDLICHKEITEN
4.754 867
DIVIDENDENAUSSCHÜTTUNG UND ENTNAHMEN –402.785 –387.974
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT 1.093.908 –34.832
VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL 18.202 –222.338
LIQUIDE MITTEL ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE 107.782 330.120
LIQUIDE MITTEL AM ENDE DER BERICHTSPERIODE
20
125.984 107.782

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2009

Die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft) mit Sitz Am Hof 6a, A-1010 Wien, Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien (FN 76023z), bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften den Verbund-Konzern, für den der nachfolgende Konzernabschluss 2009 nach den IFRSs erstellt wurde.

Der Verbund-Konzern erzeugt, handelt und vertreibt elektrische Energie an Abnehmer von Börsen, Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen, Haushalts- und Gewerbekunden und hält Beteiligungen an Unternehmen mit dem zuvor beschriebenen Geschäftszweck. Weiters betreibt der Verbund-Konzern das österreichische Hochspannungsnetz.

I. GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG

GRUNDLAGEN

Der Konzernabschluss der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft) wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt.

Den Jahresabschlüssen der in den Verbund-Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Der Bilanzstichtag sämtlicher vollkonsolidierter Unternehmen ist der 31. 12. 2009.

Der Verbund-Konzernabschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) (Gewinn- und Verlust-Rechnung des Verbund-Konzerns, Gesamtergebnisrechnung des Verbund-Konzerns, Bilanz des Verbund-Konzerns, Geldflussrechnung des Verbund-Konzerns und Entwicklung des Eigenkapitals des Verbund-Konzerns) beziehungsweise in Millionen Euro (Mio. €) (Anhangsangaben) aufgestellt. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

KONSOLIDIERUNGSKREIS UND -METHODEN

Muttergesellschaft ist die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft). In den Konzernabschluss sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss (Control) der Muttergesellschaft stehen (Tochtergesellschaften), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Ein beherrschender Einfluss besteht, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen. Die Einbeziehung beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und endet bei dessen Wegfall.

KONSOLIDIERUNGS-GRUNDSÄTZE

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), sowie Unternehmen, auf die die Muttergesellschaft direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Ein maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn dem Verbund-Konzern direkt oder indirekt ein Stimmrechtsanteil von mindestens 20% aber weniger als 50% zusteht. Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRSs-Ergebnis aus einem Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag des Verbund-Konzerns liegt. Treten bei einem nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen bedeutende Ereignisse oder Geschäftsfälle zwischen diesem Stichtag und dem Bilanzstichtag des Verbund-Konzerns ein, so werden entsprechende Berichtigungen berücksichtigt.

Die erstmalige Einbeziehung einer Tochtergesellschaft erfolgt im Erwerbsfall mithilfe der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaffungskosten auf die zum erworbenen Unternehmen gehörigen, identifizierbaren materiellen und immateriellen Vermögenswerte und (Eventual-)Schulden. Jener Betrag, um den die Anschaffungskosten den (anteiligen) beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens übersteigen, wird als Firmenwert ausgewiesen.

Konzerninterne Transaktionen, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert.

Eine Auflistung aller voll- und nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen ist in der Tabelle »Konzernunternehmen« am Ende des Anhangs dargestellt. Der Konsolidierungskreis der in den Verbund-Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich im Berichtsjahr 2009 wie folgt entwickelt: KONSOLIDIERUNGSKREIS

VOLLKONSOLIDIERUNG BILANZIERUNG NACH DER
EQUITY-METHODE
STAND 31.12.2008 17 16
WECHSEL DER KONSOLIDIERUNGSMETHODE 2 3
ERWORBENE BZW. NEU GEGRÜNDETE UNTERNEHMEN 7 0
STAND 31.12.2009 26 19
DAVON INLÄNDISCHE UNTERNEHMEN 18 9
DAVON AUSLÄNDISCHE UNTERNEHMEN 8 10

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Die Wechsel der Konsolidierungsmethode beziehen sich auf Konzernunternehmen, die mangels Wesentlichkeit bislang nicht, in der Berichtsperiode 2009 aber vollkonsolidiert beziehungsweise nach der Equity-Methode in den Verbund-Konzernabschluss einbezogen wurden. Die VERBUND-Umwelttechnik GmbH und die VERBUND-Tourismus GmbH wurden mit 01. 01. 2009 erstmals vollkonsolidiert. Die Beteiligungen an der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH, an der Gletscherbahnen Kaprun AG und an der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG wurden mit 01. 01. 2009 erstmals nach der Equity-Methode bilanziert.

Mit Wirkung vom 01. 01. 2009 erfolgte der Unternehmenserwerb von 100% der Anteile an den Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum (nunmehr verschmolzen in die VERBUND-Austrian Delta Wind GmbH) zu Anschaffungskosten in Höhe von 55,4 Mio. €. Die insgesamt 25 Windkraftanlagen verfügen über eine installierte Leistung von 49 Megawatt und eine jährliche Erzeugung von 105 Gigawattstunden. UNTERNEHMENSERWERBE

Bei der Kaufpreisallokation wurden stille Reserven im Sachanlagevermögen in Höhe von 38,3 Mio. €

identifiziert und unter Berücksichtigung von Steuereffekten aktiviert. Der festgestellte Firmenwert in Höhe von 25,3 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus nicht separierbaren Werten wie dem Know-how in der Betriebsführung von Windparks, dem Standortpotenzial und dem circa 5%igen Marktanteil infolge des Eintritts in den Heimatmarkt für Windenergie. Der Firmenwert wird auf der Ebene der in der VERBUND-Austrian Delta Wind GmbH enthaltenen Windparks auf Werthaltigkeit getestet (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Die Vermögenswerte und Schulden der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum stellen sich zum Erwerbszeitpunkt insgesamt wie folgt dar (in Mio. €):

VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN DER WINDPARKS BRUCK/HOLLERN/PETRONELL–CARNUNTUM IN MIO. 1

BUCHWERTE VOR
ERSTKONSOLIDIERUNG
KAUFPREISALLOKATION ZEITWERTE IM
ERWERBSZEITPUNKT
MASCHINELLE ANLAGEN 32,6 38,3 70,9
ELEKTRISCHE ANLAGEN 0,1 0,0 0,1
SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE
FORDERUNGEN
0,2 0,0 0,2
SUMME LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 32,9 38,3 71,2
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
1,3 0,0 1,3
LIQUIDE MITTEL 2,0 0,0 2,0
SUMME KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3,3 0,0 3,3
FINANZVERBINDLICHKEITEN 0,7 0,0 0,7
RÜCKSTELLUNGEN 0,4 0,1 0,5
LATENTE STEUERSCHULDEN 0,0 9,4 9,4
BAUKOSTENBEITRÄGE 0,3 0,0 0,3
SUMME LANGFRISTIGE SCHULDEN 1,4 9,5 10,9
FINANZVERBINDLICHKEITEN 31,7 0,0 31,7
RÜCKSTELLUNGEN 0,3 0,0 0,3
LAUFENDE STEUERSCHULDEN 0,3 0,0 0,3
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
1,2 0,0 1,2
SUMME KURZFRISTIGE SCHULDEN 33,5 0,0 33,5
EIGENKAPITAL (OHNE FIRMENWERT) 1,3 28,8 30,1

Die Buchwerte vor Erstkonsolidierung stellen UGB-Buchwerte dar; IFRSs-Buchwerte waren mangels einer IFRSs-Bilanzierung der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum vor dem Unternehmenserwerb nicht verfügbar.

Die Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum haben mit Umsatzerlösen in Höhe von 7,8 Mio. € und einem anteiligen Ergebnis nach Steuern in Höhe von 0,1 Mio. € zu den entsprechenden Posten in der GuV des Verbund-Konzerns beigetragen.

Mit Wirkung vom 31. 08. 2009 erfolgte der Unternehmenserwerb von 99,7% der Anteile an der Kraft-

werksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH), die 13 Laufkraftwerke am bayrischen Inn betreibt, zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.430,3 Mio. €. Die bislang im Eigentum der E.ON Wasserkraft GmbH stehende Kraftwerksgruppe Inn GmbH verfügt insgesamt über eine installierte Leistung von 312 Megawatt und eine jährliche Erzeugung von 1.850 Gigawattstunden. Die Anschaffungskosten für 100 % der Unternehmensanteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH – 0,3% davon entfielen auf Anteile anderer Gesellschafter – setzen sich wie folgt zusammen:

ANSCHAFFUNGSKOSTEN FÜR DIE KRAFTWERKSGRUPPE INN GMBH IN MIO. 1

KAUFPREIS IN BAR 915,0
ZINSEN FÜR DEN ZEITRAUM VON 01.01.2009 BIS 31.08.2009 41,4
GEGENLEISTUNG IN FORM EINER STROMLIEFERVERPFLICHTUNG 460,0
NEBENKOSTEN 13,9
ANSCHAFFUNGSKOSTEN DES UNTERNEHMENSERWERBS 1.430,3

Der Kaufpreis wurde zum Teil in bar geleistet, zum Teil wird er in Form eines 20-jährigen Stromliefervertrags aus der Speicherkraftwerksgruppe Zemm/Ziller erbracht. Die Anschaffungsnebenkosten umfassen im Wesentlichen eine vertragliche Steuererstattung und Rechts- und Beratungskosten. Den Anschaffungsnebenkosten und den vertraglich zu leistenden Zinsen steht das im Zeitraum 01. 01. 2009 bis 31. 08. 2009 thesaurierte Ergebnis der Kraftwerksgruppe Inn GmbH in Höhe von 45,8 Mio. € gegenüber, sodass die Anschaffungskosten aus betriebswirtschaftlicher Sicht 1.384,5 Mio. € betragen.

Bei der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden stille Reserven im Sachanlagevermögen in Höhe von 765,5 Mio. € identifiziert und unter Berücksichtigung von Steuereffekten aktiviert. Der beteiligungsproportional (für 99,7%) festgestellte Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. € resultiert überwiegend aus nicht separierbaren Werten wie einem Mitarbeiterstamm, zukünftigen Ertragspotenzialen, Portfoliosynergieeffekten durch die Möglichkeit, die Produktionskapazitäten zu optimieren, und aus Größensynergieeffekten. Bedeutsam sind insbesondere auch die nicht bilanzierungsfähigen abschreibungsbedingten Steuervorteile aus dem Unternehmenserwerb. Gegenüber dem im Zwischenabschluss Q1–3/2009 vorläufig festgestellten Firmenwert von 590,4 Mio. € ergab sich im Wesentlichen aufgrund der Präzisierung der Kaufpreisallokation eine Anpassung des Firmenwerts um –10,0 Mio. €. Diese resultierte insbesondere aus einer Modifikation der abschreibungsbedingten Steuervorteile (Tax Amortisation Benefits) bei der Zeitbewertung der übernommenen Vermögenswerte infolge der Fertigstellung der für steuerliche Zwecke erstellten Kaufpreisallokation.

280,4 Mio. € des Firmenwerts werden für Zwecke der Unternehmenssteuerung und des Werthaltigkeitstests den in der VERBUND-Innkraftwerke GmbH enthaltenen 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn zugeordnet, die verbleibenden 300 Mio. € an Firmenwert dem Geschäftssegment »Strom« (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Aufgrund der Größe und Komplexität der Akquisition ist die Kaufpreisallokation zum 31. 12. 2009 noch nicht als finalisiert zu betrachten. Die Vermögenswerte und Schulden der Kraftwerksgruppe Inn GmbH stellen sich zum Erwerbszeitpunkt (vorläufig) insgesamt wie folgt dar:

VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN DER KRAFTWERKSGRUPPE INN GMBH
BUCHWERTE VOR
ERSTKONSOLIDIERUNG
KAUFPREISALLOKATION ZEITWERTE IM
ERWERBSZEITPUNKT
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 0,1 0,0 0,1
GRUNDSTÜCKE UND BAUTEN 3,2 51,4 54,6
MASCHINELLE ANLAGEN 21,7 636,7 658,4
ELEKTRISCHE ANLAGEN 4,3 65,5 69,8
LEITUNGEN 0,0 0,4 0,4
BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG 1,3 11,5 12,8
GELEISTETE ANZAHLUNGEN UND
ANLAGEN IN BAU
15,0 0,0 15,0
SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE
FORDERUNGEN
5,0 0,0 5,0
SUMME LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 50,6 765,5 816,1
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
53,8 0,0 53,8
LIQUIDE MITTEL 0,8 0,0 0,8
SUMME KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 54,6 0,0 54,6
RÜCKSTELLUNGEN 12,1 – 0,8 11,3
BAUKOSTENBEITRÄGE 0,1 0,0 0,1
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN 0,0 0,0 0,0
SUMME LANGFRISTIGE SCHULDEN 12,2 – 0,8 11,4
RÜCKSTELLUNGEN 45,1 – 36,1 9,0
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
2,0 0,0 2,0
SUMME KURZFRISTIGE SCHULDEN 47,1 – 36,1 11,0
EIGENKAPITAL (OHNE FIRMENWERT) 45,9 802,4 848,3

Die Buchwerte vor Erstkonsolidierung stellen deutsche HGB-Buchwerte dar; IFRSs-Buchwerte waren mangels IFRSs-Bilanzierung auf Einzelabschlussebene der Kraftwerksgruppe Inn GmbH für die Verbundgesellschaft nicht verfügbar.

Die 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn haben mit Umsatzerlösen in Höhe von 27,0 Mio. € und einem anteiligen Ergebnis nach Steuern in Höhe von –0,1 Mio. € zu den entsprechenden Posten in der GuV des Verbund-Konzerns beigetragen. Wären diese Laufkraftwerke bereits mit Wirkung vom 01. 01. 2009 in den Verbund-Konzernabschluss einbezogen worden, beliefen sich die Umsatzerlöse beziehungsweise das Ergebnis nach Steuern auf 95,7 Mio. € bzw. auf 25,0 Mio. €.

Im Rahmen des so genannten »Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts« hat sich der Verbund-Konzern bereit erklärt, bis zu 30% der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH an bayerische Gebietskörperschaften, Stadtwerke, Stromversorger und ausgewählte Institutionen abzutreten. Diese Beteiligung würde pro rata zu den gleichen Bedingungen wie der Erwerb durch den Verbund-Konzern von der E.ON Wasserkraft GmbH erfolgen (zuzüglich Verzinsung ab dem Erwerbsstichtag). Zum Bilanzstichtag befinden sich die Verhandlungen mit der als Holding geführten Innkraft Bayern GmbH & Co. KG in der finalen Phase. Die Veräußerung der Anteile soll in der 1. Jahreshälfte 2010 erfolgen.

ANHANG

Zur Durchführung des Erwerbs der Kraftwerksgruppe Inn GmbH wurden im Juni 2009 die VERBUND-Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH sowie die VERBUND-Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG erworben beziehungsweise gegründet. Diese beiden Gesellschaften wurden in der Berichtsperiode erstmals vollkonsolidiert.

Ebenfalls erstmals vollkonsolidiert wurden darüber hinaus drei neu erworbene Gesellschaften zur Entwicklung von Windkraftprojekten an der Schwarzmeerküste. In allen drei Fällen wurden Gruppen von Vermögenswerten erworben, die (noch) keinen Geschäftsbetrieb bilden. Die Transaktionen waren daher nicht nach den Bilanzierungsregeln für Unternehmenszusammenschlüsse, sondern nach den übrigen IFRSs abzubilden. Firmenwerte kamen folglich nicht zum Ansatz.

Der im Dezember 2008 um 2,0 Mio. € erworbene 50,07%ige Anteil an der rumänischen Alpha Wind S.R.L. wurden mit 01. 01. 2009 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die geplante installierte Leistung dieses Windkraftprojekts in der Region Casimcea beträgt 150 Megawatt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden Sachanlagen in Höhe von 3,7 Mio. € und langfristige Schulden in Höhe von 6,0 Mio. € erfasst.

Im Mai 2009 erfolgte der Erwerb von 100 % der Anteile an der bulgarischen Haos Invest EAD, die derzeit einen Windpark mit einer installierten Leistung von 16 Megawatt in der Region Mogilishte errichtet, zu einem Kaufpreis von 2,4 Mio. €. Ferner wurde der Haos Invest EAD Eigenkapital in Höhe von 9,3 Mio. € zugeführt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden Sachanlagen in Höhe von 2,4 Mio. € erfasst.

Im Dezember 2009 erfolgte der Erwerb von 100 % der Anteile an der rumänischen CAS Regenerabile S.R.L. zu einem Kaufpreis von 3,4 Mio. €. Des Weiteren wurde der Projektgesellschaft Eigenkapital in Höhe von 2,6 Mio. € zugeführt. Die CAS Regenerabile S.R.L. soll das geplante Windkraftprojekt in der Region Casimcea um zusätzlich 50 Megawatt erweitern. Infolge der zeitlichen Nähe der Transaktion zum Bilanzstichtag kann die Aufteilung des Kaufpreises auf die übernommenen Vermögenswerte und Schulden erst in 2010 erfolgen.

Mit Wirkung vom 28. 01. 2009 erfolgte der Erwerb der staatlichen türkischen Verteilnetzgesellschaft Başkent Elektrik Dagitim A.S., für den der Verbund-Konzern gemeinsam mit der Sabanci Holding A.S. im Juli 2008 zu einem Kaufpreis von 1.225,0 Mio. \$ den Zuschlag erhalten hatte. Die Anteile wurden durch die Enerjisa Elektrik Dagitim A.S., ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Sabanci Holding A.S., erworben. Der direkte Anteil des Verbund-Konzerns an der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. betrug 49%; 2% wurden indirekt über das Gemeinschaftsunternehmen Enerjisa Enerji Üretim A.S. gehalten. Für die Finanzierung des Kaufpreises wurde im Jänner 2009 eine Kapitalerhöhung in der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. durchgeführt. Der Anteil des Verbund-Konzerns betrug 265,7 Mio. €. Durch Wechselkursdifferenzen infolge unterschiedlicher Zahlungstage der Joint-Venture-Partner kam es aus Sicht des Verbund-Konzerns zu einer positiven Verwässerung der Anteile, die im Ergebnis aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst wurde. Im Oktober 2009 erwarb der Verbund-Konzern 1% der Anteile an der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. von der Enerjisa Enerji Üretim A.S. um 4,8 Mio. €, wodurch die (durchgerechnete) Beteiligungsquote an der türkischen Verteilnetzgesellschaft auf 50% anstieg.

In den Monaten April, Oktober und Dezember 2009 wurden Kapitalerhöhungen an der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. durchgeführt. Der Anteil des Verbund-Konzerns an diesen Kapitalerhöhungen beträgt insgesamt 100,0 Mio. €. Die Beteiligungsquote des Verbund-Konzerns an der

ERWERBE UND AUF-STOCKUNGEN MASSGEBLICHER BETEILIGUNGEN

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 101

gemeinschaftlich mit der Sabanci Holding A.S. geführten Enerjisa Enerji Üretim A.S. beträgt 50%. Im Juni 2009 wurde eine nicht verhältniswahrende Kapitalerhöhung an der italienischen Sorgenia S.p.A. in Höhe von 150,0 Mio. € durchgeführt. Der Verbund-Konzern hat damit seine Beteiligungsquote auf 44,8% erhöht.

In den Monaten August und September 2009 hat der Verbund-Konzern seinen Anteil an der französischen POWEO S.A. durch eine nicht verhältniswahrende Kapitalerhöhung und durch Erwerbe von Aktienpaketen von 31,4 % auf 46,1% erhöht. Die Anschaffungskosten betrugen insgesamt 85,4 Mio. €.

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Zugangszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt zum Kurs des jeweiligen Bilanzstichtags. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die funktionale Währung der Verbundgesellschaft sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Mit Ausnahme der rumänischen Alpha Wind S.R.L., der rumänischen CAS Regenerabile S.R.L. und der bulgarischen Haos Invest EAD ist die funktionale Währung der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ebenfalls der Euro. Im Verbund-Konzernabschluss werden die Jahresabschlüsse dieser ausländischen Tochtergesellschaften gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung ausländischer Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wird entsprechend verfahren. Die funktionale Methode der Währungsumrechnung wird demnach auch auf die Zwischen- und Jahresabschlüsse der türkischen Gemeinschaftsunternehmen angewendet.

Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Jahres- (vollkonsolidierte Unternehmen) beziehungsweise zu Quartalsdurchschnittskursen (nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen). Stichtagsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral erfasst und innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen.

Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

DER WÄHRUNGSUMRECHNUNG ZUGRUNDE GELEGTE WECHSELKURSE

EZB DEVISENREFERENZKURS
LAND WÄHRUNGSEINHEIT 31.12.2009 31.12.2008 DURCHSCHNITTSKURS 2009
BULGARIEN 0
1
1 1 = BGN 1,9558 1,9558 1,9558
RUMÄNIEN 1 1 = RON 4,2363 4,0225 4,2249
TÜRKEI 1 1 = TRY 2,1547 2,1488 2,1665

1 Der bulgarische Lew (BGN) ist fest an den Euro gekoppelt; es gibt daher keine Wechselkursschwankungen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle zum 31. 12. 2009 verpflichtend anzuwendenden IASs (International Accounting Standards), IFRSs (International Financial Reporting Standards) sowie all jene Interpretationen des SIC (Standing Interpretations Committee) und des IFRIC (International Financial Reporting Interpretations Committee), die in den Rechtsrahmen der Europäischen Union übernommen worden sind, beachtet. Darunter befinden sich geänderte oder neue Standards und Interpretationen, die in der Berichtsperiode 2009 erstmals verpflichtend anzuwenden waren beziehungsweise vom Verbund-Konzern freiwillig angewendet wurden:

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

NEU ANGEWANDTE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

NEU ANGEWANDTE IFRSs UND IFRICs

STANDARD BZW. INTERPRETATION VERÖFFENTLICHT
DURCH DAS IASB
(ÜBERNOMMEN
VON DER EU)
PFLICHT ZUR
ANWENDUNG
IM VERBUND-
KONZERN
AUSWIRKUNGEN AUF DEN
VERBUND-KONZERN
IAS 1 ÄNDERUNGEN:
DARSTELLUNG DES
ABSCHLUSSES
06.09.2007
(17.12.2008)
01.01.2009 NEUE BEZEICHNUNG UND STRUK
TURIERUNG VON ABSCHLUSSBE
STANDTEILEN; EINFÜHRUNG EINER
GESAMTERGEBNISRECHNUNG
IAS 23 ÄNDERUNGEN:
FREMDKAPITALKOSTEN
29.03.2007
(10.12.2008)
01.01.2009 AKTIVIERUNG VON FREMDKAPI
TALKOSTEN BEI DER ANSCHAFFUNG
BZW. DER HERSTELLUNG QUALIFI
ZIERTER VERMÖGENSWERTE
IAS 32 /
IAS 1
ÄNDERUNGEN: KÜNDBARE
FINANZINSTRUMENTE UND BEI
LIQUIDATION BESTEHENDE
VERPFLICHTUNGEN
14.02.2008
(21.01.2009)
01.01.2009 KEINE
IAS 39 /
IFRS 7
ÄNDERUNGEN: UMKLASSI-
FIZIERUNG FINANZIELLER
VERMÖGENSWERTE – AUS
ÜBUNGSBEDINGUNGEN UND
ANNULIERUNGEN
13.10.2008
(09.09.2009)
01.01.2009 KEINE
IFRS 2 ÄNDERUNGEN: ANTEILS-
BASIERTE VERGÜTUNG –
AUSÜBUNGSBEDINGUNGEN
UND ANNULIERUNGEN
17.01.2008
(16.12.2008)
01.01.2009 KEINE
IFRS 7 /
IFRS 4
ÄNDERUNG: FINANZ-
INSTRUMENTE – ANGABEN /
VERSICHERUNGSVERTRÄGE
05.03.2009
(27.11.2009)
01.01.2009 ERWEITERUNG DER ANHANGS
ANGABEN UM EINE 3-STUFIGE
BEWERTUNGSHIERARCHIE FÜR FAIR
VALUES; ERWEITERUNG DER AN
HANGSANGABEN ZU LIQUIDITÄTS
RISIKEN
IFRS 8 GESCHÄFTSSEGMENTE 30.11.2006
(21.11.2007)
01.01.2009 ANPASSUNG DER BERICHTSIN-
HALTE DER SEGMENTSBERICHT
ERSTATTUNG
IFRIC 9 /
IAS 39
ÄNDERUNG: NEUBEURTEILUNG
EINGEBETTETER DERIVATE /
FINANZINSTRUMENTE – ANSATZ
UND BEWERTUNG
12.03.2009
(30.11.2009)
01.01.2009 KEINE
IFRIC 12 DIENSTLEISTUNGSKONZESSIONS-
VEREINBARUNGEN
30.11.2006
(25.03.2009)
01.01.2010 BILANZIERUNG EINER ALBANI
SCHEN WASSERKRAFTWERKS
KONZESSION
IFRIC 13 KUNDENTREUEPROGRAMME 05.07.2007
(16.12.2008)
01.01.2009 KEINE
IFRIC 15 VERTRÄGE ÜBER DIE ERRICHTUNG
VON IMMOBILIEN
03.07.2008
(22.07.2008)
01.01.2010 KEINE
IFRIC 16 ABSICHERUNG DER NETTOIN-
VESTITION IN EINEN AUS-
LÄNDISCHEN GESCHÄFTS
BETRIEB
03.07.2008
(04.06.2009)
01.01.2010 KEINE
IFRIC 17 SACHDIVIDENDEN AN
EIGENTÜMER
27.11.2008
(25.11.2009)
01.01.2010 KEINE
DIVERSE VERBESSERUNGEN AN DEN
IFRSs
22.05.2008
(23.09.2009)
01.01.2009
BZW. 01.01.2010
KEINE
WESENTLICHEN

Infolge der Änderungen zu IAS 1 »Darstellung des Abschlusses« wurden die Abschlussbestandteile zum Teil neu strukturiert und mit neuen Bezeichnungen versehen. Die direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen – diese werden nun als sonstiges Ergebnis (Other Comprehensive Income, OCI) bezeichnet – sind nicht mehr in der Entwicklung des Eigenkapitals, sondern in einer separaten Gesamtergebnisrechnung darzustellen. Diese leitet das Periodenergebnis durch eine ergebnisneutrale Teilrechnung auf das Gesamtperiodenergebnis über. Die Posten des sonstigen (direkt im Eigenkapital erfassten) Ergebnisses werden nach Berücksichtigung von Umgliederungsbeträgen in die GuV (Reclassification Adjustments) und vor Berücksichtigung zurechenbarer Steuereffekte dargestellt. Die Steuereffekte werden in der Gesamtergebnisrechnung in einer Summe ausgewiesen. Ergänzt wird die Gesamtergebnisrechnung durch tabellarische Darstellungen im Anhang, in denen die Umgliederungsbeträge in die GuV sowie die zurechenbaren Steuereffekte je Posten des sonstigen Ergebnisses angegeben werden. Die Entwicklung des Eigenkapitals präsentiert sich infolgedessen in ihrer Darstellung eingekürzt. Sie dient nunmehr vor allem der Darstellung von Transaktionen mit den Eigentümern sowie von Auswirkungen geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Durch die Änderungen zu IAS 23 »Fremdkapitalkosten« wurde das Wahlrecht der aufwandsmäßigen Erfassung von Fremdkapitalkosten, die dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines so genannten qualifizierten Vermögenswerts direkt zugerechnet werden können, abgeschafft. Da im Verbund-Konzern die Steuerung der Konzernfinanzierung grundsätzlich auf zentraler Ebene erfolgt, ergeben sich die zu aktivierenden Fremdkapitalkosten aus einem monatsgenau ermittelten gewogenen Durchschnitt der gesamten Finanzierungskosten multipliziert mit dem projektbezogenen Liquiditätssaldo. Etwaige Erträge aus Zwischenveranlagungen reduzieren die aktivierungspflichtigen Fremdkapitalkosten.

Als Konsequenz der Änderungen zu IFRS 7 »Finanzinstrumente – Angaben« sind in einer tabellarischen Darstellung Angaben zur Ermittlung der Fair Values zu machen. Hierzu wird zwischen Bewertungen unterschiedlicher »Levels« differenziert: Level-1-Bewertungen setzen Börsenkurse auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte und Schulden voraus. Level-2-Bewertungen verwenden beobachtbare Inputdaten, die direkt (oder indirekt) marktbasiert sind. Level-3-Bewertungen bauen schließlich auf am Markt nicht beobachtbaren Inputdaten auf. Für Finanzinstrumente, deren Fair Values durch eine Level-3-Bewertung ermittelt werden, sind detaillierte Anhangsangaben inklusive einer Überleitungsrechnung des Buchwerts vom Beginn der Berichtsperiode zu deren Ende anzugeben. Ferner wurden die Anhangsangaben zum Liquiditätsrisiko klargestellt und erweitert.

Infolge von IFRS 8 »Geschäftssegmente« waren die Berichtsinhalte der Segmentberichterstattung anzupassen; die Segmentabgrenzung blieb – abgesehen von den Veränderungen des Konsolidierungskreises – im Wesentlichen unverändert (siehe: Segmentberichterstattung). Die Segmentabgrenzung und die offenzulegenden Informationen sind gemäß IFRS 8 an der internen Steuerung und Berichterstattung auszurichten (Management Approach). Die Segmentabgrenzung im Verbund-Konzern in »Strom«, »Netz« sowie »Beteiligungen & Services« entspricht der internen Berichtsstruktur an den Vorstand als Hauptentscheidungsträger. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das operative Ergebnis herangezogen; für das Segment »Beteiligungen & Services« ist darüber hinaus das Beteiligungsergebnis relevant. Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital Employed. Die Bewertung der Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRSs.

IFRIC 12 »Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen« regelt die Bilanzierung von Infrastrukturprojekten, die in Form von Partnerschaften zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen und der öffentlichen Hand (Public Private Partnerships, PPPs) durchgeführt werden. Der Verbund-Konzern hat mit Wirkung vom 17. 10. 2008 eine solche Vereinbarung mit dem albanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Energie (METE) abgeschlossen, auf die in der Berichtsperiode 2009 (vorzeitig) IFRIC 12 angewendet wurde. Diese Wasserkraftwerkskonzession umfasst die Planung, die Errichtung, die Finanzierung, den Betrieb, die Instandhaltung und die Übertragung eines 2-stufigen Hydromatrix-Kraftwerks am Drin im Norden Albaniens mit einer installierten Leistung von mindestens 48 Megawatt. Für dieses

1 Grundlage: Endorsement Status Report

vom 07.01.2010

ANHANG

Infrastrukturprojekt wurde im Dezember 2008 die Energji Ashta Shpk als Projektgesellschaft gegründet. In Zusammenhang mit der Wasserkraftwerkskonzession werden der Energji Ashta Shpk das Baugrundstück, bestehende Anlagen (unter anderem das Wehr und der Kraftwerkseinlauf in Spathare, Erd- und Steinschüttdämme) sowie Wege- und Wasserrechte überlassen. Das Infrastrukturprojekt ist als Betreibermodell (Build Own Operate Transfer, BOOT) ausgestaltet und läuft über 35 Jahre. Danach ist das Wasserkraftwerk samt allen zugehörigen Betriebsmitteln, Rechten und Verträgen an METE kostenfrei zu übertragen. Ein ordentliches Kündigungsrecht des Verbund-Konzerns besteht nicht. Für die ersten 15 Jahre ab Inbetriebnahme besteht ein fester Stromabnahmevertrag (Take-or-Pay Off-Take Agreement) mit der Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH), dem staatlichen albanischen Stromversorger. Nach Ablauf des Stromabnahmevertrags ist der Verbund-Konzern dazu berechtigt, diesen zu verlängern oder die erzeugten Elektrizitätsmengen am freien Markt zu verkaufen. Für die Berichtsperiode 2010 ist ein 50%iger Einstieg der EVN AG in die Energji Ashta Shpk geplant; die Projektgesellschaft würde dadurch zu einem Gemeinschaftsunternehmen werden.

Alle übrigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber der Berichtsperiode 2008 unverändert.

Das IASB und das IFRIC haben weiters Standards und Interpretationen verabschiedet, die in der Berichtsperiode 2009 nicht angewendet worden sind, weil entweder die Anerkennung in der Europäischen Union noch aussteht oder die Standards und Interpretationen noch nicht verpflichtend anzuwenden sind:

STANDARD BZW. INTERPRETATION VERÖFFENTLICHT
DURCH DAS IASB
(ÜBERNOMMEN
VON DER EU) 0
1
PFLICHT ZUR
ANWENDUNG
IM VERBUND-
KONZERN
AUSWIRKUNGEN AUF DEN
VERBUND-KONZERN
IAS 24 ÄNDERUNGEN:
ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN
ZU NAHESTEHENDEN UNTER-
NEHMEN UND PERSONEN
04.11.2009
(FÜR Q2/2010
ERWARTET)
01.01.2011 VEREINFACHUNG DER ANHANGS
ANGABEN ZU GESCHÄFTEN MIT
VON DER REPUBLIK ÖSTERREICH
BEHERRSCHTEN ODER MASSGEB
LICH BEEINFLUSSENDEN
UNTERNEHMEN
IAS 27 ÄNDERUNGEN:
KONZERN- UND EINZEL-
ABSCHLÜSSE
10.01.2008
(03.06.2009)
01.01.2010 VEREINFACHUNG DER BILANZIE
RUNG SUKZESSIVER UNTERNEH
MENSERWERBE; BILANZIERUNG
VON ANTEILSKÄUFEN UND -VER
KÄUFEN BEI UNVERÄNDERTER
BEHERRSCHUNG ALS REINE
EIGENKAPITALTRANSAKTION
IAS 32 ÄNDERUNGEN:
KLASSIFIZIERUNG VON
BEZUGSRECHTEN
08.10.2009
(23.12.2009)
01.01.2011 KEINE
IAS 39 ÄNDERUNGEN: ZULÄSSIGE
GRUNDGESCHÄFTE IM
RAHMEN VON SICHE
RUNGSBEZIEHUNGEN
31.07.2008
(15.09.2009)
01.01.2010 KEINE
IFRS 1 ÄNDERUNGEN: ERSTMALIGE
ANWENDUNG DER IFRSs
27.11.2008
(25.11.2009)
01.01.2010 KEINE
IFRS 1 ÄNDERUNGEN: ZUSÄTZLICHE
AUSNAHME FÜR ERSTMALIGE
ANWENDER DER IFRSs
23.07.2009
(FÜR Q2/2010
ERWARTET)
01.01.2010 KEINE

NOCH NICHT ANGEWANDTE IFRSs UND IFRICs

NOCH NICHT ANGEWANDTE IFRSs UND IFRICs – FORTSETZUNG

STANDARD BZW. INTERPRETATION VERÖFFENTLICHT PFLICHT ZUR AUSWIRKUNGEN AUF DEN DURCH DAS IASB ANWENDUNG VERBUND-KONZERN (ÜBERNOMMEN IM VERBUND- VON DER EU) 0 1 KONZERN IFRS 2 ÄNDERUNGEN: KONZERN- 18.06.2009 01.01.2010 KEINE WEITE ANTEILSBASIERTE VER- (FÜR Q1/2010 GÜTUNGSTRANSAKTIONEN ERWARTET) MIT BARAUSGLEICH IFRS 3 ÄNDERUNGEN: UNTERNEHMENS- 10.01.2008 01.01.2010 WAHLRECHT ZWISCHEN BETEILI-ZUSAMMENSCHLÜSSE (03.06.2009) GUNGSPROPORTIONALER FIRMEN-WERTBILANZIERUNG UND FULL-GOODWILL-METHODE; VOLLSTÄN-DIGE AUFWANDSVERRECHNUNG VON ANSCHAFFUNGSNEBENKOSTEN IFRS 9 FINANZINSTRUMENTE 12.11.2009 01.01.2013 NEUKATEGORISIERUNG DER FINANZ- (ZURÜCK- INSTRUMENTE IN »AT AMORTISED GESTELLT) COST« UND »AT FAIR VALUE« IFRIC 14 ÄNDERUNGEN: VORAUSZAHLUNG 26.11.2009 01.01.2011 KEINE AUF MINDESTDOTIERUNGSVER- (FÜR Q2/2010 PFLICHTUNGEN ERWARTET) IFRIC 18 ÜBERTRAGUNG VON VERMÖGENS- 29.01.2009 01.01.2010 WERDEN DERZEIT WERTEN DURCH DEN KUNDEN (27.11.2009) UNTERSUCHT IFRIC 19 TILGUNG FINANZIELLER VER- 26.11.2009 01.01.2011 KEINE BINDLICHKEITEN MIT EIGEN- (FÜR Q2/2010 KAPITALINSTRUMENTEN ERWARTET) DIVERSE VERBESSERUNGEN AN DEN 16.04.2009 01.01.2009 WERDEN DERZEIT IFRSs (FÜR Q1/2010 BZW. UNTERSUCHT ERWARTET) 01.01.2010

Durch die Änderungen von IAS 24 wurde die Definition nahe stehender Unternehmen oder Personen (Related Parties) überarbeitet. Ferner sehen die Standardänderungen einige Vereinfachungen bei den Anhangsangaben für Unternehmen wie die Verbundgesellschaft vor, die vom Staat beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden. Bis dato müssen solche »State Controlled Entities« Informationen zu allen Geschäftsfällen mit eben solchen Unternehmen angeben. In Hinkunft kann aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten auf solche Anhangsangaben verzichtet werden. Derzeit wird untersucht, ob diese Vereinfachungen zu einer übersichtlicheren Informationsaufbereitung der Anhangsangaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen beitragen.

Was die Änderungen zu IAS 27 betrifft, so hat sich der Verbund-Konzern dagegen entschieden, die Standardänderungen in der Berichtsperiode 2009 frühzeitig anzuwenden. Im Unterschied zur alten Fassung ist insbesondere vorgesehen, dass Anteilskäufe und -verkäufe bei unveränderter Beherrschung durch das Mutterunternehmen in Zukunft als reine Eigenkapitaltransaktionen abzubilden sind. Dies würde beispielsweise auf die Veräußerung von Anteilen an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH im Rahmen des so genannten »Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts« zutreffen. Ferner gibt es wesentliche Standardänderungen in puncto Ansatz und Bewertung verbleibender Anteile beim Verlust der Beherrschung an einem ehemaligen Tochterunternehmen sowie bei der Erfassung von auf Anteile anderer Gesellschafter entfallender Verluste.

Durch die Änderungen zu IAS 32 wird klargestellt, dass Bezugsrechtsemissionen in Fremdwährung beim Emittenten bilanziell als Eigenkapital auszuweisen sind, sofern sowohl Anzahl als auch Fremdwährungsbetrag der zu beziehenden Eigenkapitalinstrumente fixiert sind und die Rechte allen Inhabern von Eigenkapitalinstrumenten (derselben Klasse) anteilig gewährt werden. Aus dieser Standardänderung werden sich für den Verbund-Konzernabschluss keine Auswirkungen ergeben.

1 Grundlage: Endorsement Status Report vom 07.01.2010

Durch die Änderungen von IAS 39 werden die Voraussetzungen, unter denen Inflationsrisiken im Rahmen von Sicherungsgeschäften als Grundgeschäft abgesichert werden können, und die Möglichkeit, einseitige Risiken durch Optionen abzusichern, erläutert. In puncto Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft wird klargestellt, dass diese grundsätzlich nicht als abzusichernde Risiken bestimmt werden können. Sofern allerdings die Inflationskomponente vertraglich festgelegte Teile von Zahlungsströmen eines Finanzinstruments repräsentiert, kann eine Absicherung der Inflation erfolgen. Aus heutiger Sicht ergeben sich aus diesen Standardänderungen keine Auswirkungen auf den Verbund-Konzernabschluss.

Durch die Überarbeitungen von IFRS 1 sollte die Nutzung des Standards erleichtert werden. Veraltete Übergangsleitlinien wurden gestrichen; geringfügige Textänderungen wurden vorgenommen. Ferner wurden 2009 zusätzliche Ausnahmen im Hinblick auf die retrospektive Anwendung der IFRSs für Erstanwender eingearbeitet. Da die Verbundgesellschaft bereits einen IFRSs-Konzernabschluss erstellt, sind diese Standardänderungen nicht relevant.

Durch die Änderungen zu IFRS 2 wird festgehalten, dass nicht nur konzernweite anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten, sondern auch jene mit Barausgleich in einem IFRSs-Einzelabschluss eines Tochterunternehmens dazustellen sind. Ein Tochterunternehmen hat demnach Güter oder Dienstleistungen, die es in einer anteilsbasierten Vergütungstransaktion erhält, in einem IFRSs-Einzelabschluss gemäß IFRS 2 zu bilanzieren, unabhängig davon, welches Konzernunternehmen den Ausgleich (in bar oder in Eigenkapitalinstrumenten) leistet. Darüber hinaus wurden IFRIC 8 und IFRIC 11 in den Standard eingearbeitet. Aus dieser Standardänderung werden sich für den Verbund-Konzernabschluss keine Auswirkungen ergeben.

Was die Änderungen zu IFRS 3 betrifft, so hat sich der Verbund-Konzern dagegen entschieden, die Standardänderungen in der Berichtsperiode 2009 frühzeitig anzuwenden. Im Falle von IFRS 3 beziehen sich die wesentlichen Änderungen gegenüber der alten Fassung auf die Einführung der Full-Goodwill-Methode als Alternative zur beteiligungsproportionalen Firmenwertbilanzierung, die zwingende aufwandsmäßige Verrechnung von Nebenkosten eines Unternehmenszusammenschlusses und die Bilanzierung von bedingten Kaufpreisbestandteilen. In seiner neuen Fassung enthält IFRS 3 ferner Konkretisierungen zu Ansatz und Bewertung übernommener Vermögenswerte und Schulden sowie zur Bilanzierung bestehender Beziehungen mit dem erworbenen Unternehmen und zurückerworbener Rechte. Darüber hinaus werden Vereinfachungen bei der Bilanzierung sukzessiver Erwerbe normiert. Es sind keine Erstkonsolidierungen je Anteilstranche mehr durchzuführen, sondern es erfolgt eine Erstkonsolidierung sämtlicher Anteile mit einheitlichen Wertansätzen im Erwerbszeitpunkt. Was bestehende Anteile am erworbenen Unternehmen betrifft, so hat der Erwerber nunmehr die Differenz zwischen Buchwert und Zeitwert im Erwerbszeitpunkt ergebniswirksam zu erfassen. Aufgrund der prospektiven Anwendbarkeit der Standardänderungen und des transaktionsbezogen auszuübenden Wahlrechts der Full-Goodwill-Methode kann derzeit keine Aussage über die künftigen Auswirkungen auf den Verbund-Konzernabschluss getätigt werden.

Durch den Standard IFRS 9 wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten neu geregelt. Dieser Standard stellt das Ende des ersten Teils eines 3-phasigen Projekts mit dem Ziel dar, IAS 39 in seiner derzeitigen Form zu ersetzen. IFRS 9 kennt nur mehr zwei Klassifizierungskategorien finanzieller Vermögenswerte: Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden, und Eigenkapitalinstrumente, die über die GuV (oder zum Teil wahlweise über das sonstige Ergebnis) zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die künftigen Auswirkungen dieses neuen Standards auf den Verbund-Konzernabschluss werden derzeit untersucht. Eine endgültige Beurteilung kann allerdings erst erfolgen, sobald auch die künftige Bilanzierung von finanziellen Schulden geklärt ist und die Phasen II (»Impairment Methodology«) und III (»Hedge Accounting«) abgeschlossen sind. Aus derzeitiger Sicht ist mit der Finalisierung der Phasen II und III in der 2. Jahreshälfte 2010 zu rechnen.

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 107

Durch die Änderungen zu IFRIC 14 wird es Unternehmen, die im Zusammenhang mit Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen haben, ermöglicht, den Nutzen aus darauf geleisteten Vorauszahlungen als Vermögenswert anzusetzen. Aus dieser Standardänderung werden sich für den Verbund-Konzernabschluss keine Auswirkungen ergeben.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geklärt, bei denen ein Unternehmen von seinen Kunden einen Vermögenswert (oder die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen) erhält, um diesen im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Dies trifft insbesondere auf Verteilnetzbetreiber zu, die ihren Kunden durch die Erstellung von Hausanschlüssen den Bezug von Elektrizität ermöglichen. Gemäß IFRIC 18 führt die Übertragung von Vermögenswerten zu einem gemäß IAS 18 zu erfassenden Ertrag. Ob dieser sofort oder anteilig über einen zu bestimmenden Zeitraum zu realisieren ist, hängt davon ab, ob letzten Endes eine Verbindungs- oder eine Versorgungsleistung erbracht wird. Die künftigen Auswirkungen dieser Interpretation auf den Verbund-Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Durch IFRIC 19 wird die Bilanzierung von sogenannten »Debt for Equity Swaps« geklärt. Wenn ein Unternehmen eine finanzielle Schuld teilweise oder vollständig durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten tilgt, so sind Letztere mit dem Fair Value zu bewerten. Die Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten finanziellen Schuld und dem erstmaligen Wertansatz der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente ist in der GuV zu erfassen. Aus heutiger Sicht ergeben sich aus dieser Interpretation keine Auswirkungen auf den Verbund-Konzernabschluss.

Durch die jährlichen Verbesserungen an den IFRSs werden kleinere Änderungen an verschiedenen Standards und Interpretationen in einem Sammelstandard veröffentlicht. Die künftigen Auswirkungen dieser Änderungen auf den Verbund-Konzernabschluss werden derzeit untersucht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Leitlinien zur Bestimmung von Auftraggeber und -nehmer in Umsatzerlös generierenden Geschäftsfällen. Aus diesen Leitlinien können sich Fragestellungen der Bruttoversus-Netto-Darstellung von Ein- und Verkaufstransaktionen ergeben.

Bei Unternehmenszusammenschlüssen können Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Reinvermögen entstehen. Ist die Differenz negativ, so sind die Ermittlung der Anschaffungskosten und die Kaufpreisallokation erneut zu überprüfen. Sollte danach ein negativer Unterschiedsbetrag verbleiben, so ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.

Ist die Differenz positiv, so handelt es sich um einen Firmenwert. Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck sind Firmenwerte auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu verteilen, die erwartungsgemäß von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management den Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht. Die Werthaltigkeitsprüfung eines Firmenwerts erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert verglichen wird. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, so ist zunächst der Firmenwert abzuschreiben; gegebenenfalls verbleibende Wertminderungen reduzieren pro rata die Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Firmenwertabschreibungen dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt im Verbund-Konzern aufbauend auf der Mittelfristplanung im 4. Quartal der Berichtsperiode.

FIRMENWERTE UND SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENS-WERTE

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre; Software wird über 4 Jahre abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sind im Verbund-Konzern allerdings unwesentlich.

Entwicklungskosten werden im Verbund-Konzernabschluss mangels Erfüllung der Ansatzkriterien gemäß IAS 38 oder aufgrund betragsmäßiger Unwesentlichkeit in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Im Zusammenhang mit Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen kann es gemäß IFRIC 12 dennoch zur Bilanzierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte kommen (siehe: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen). Die Fremdkapitalkosten, die auf den Zeitraum der Herstellung eines solchen immateriellen Vermögenswerts entfallen, sind, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt (siehe: Sachanlagen), zu aktivieren. Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht zum Gebrauch verfügbar sind, ist deren Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.

SACHANLAGEN

Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln des Verbund-Konzerns entsprechend, entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens 12 Monate und das Volumen (exklusive Fremdkapitalkosten) mindestens 7,0 Mio. € beträgt. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten des Verbund-Konzerns betrugen in der Berichtsperiode zwischen 4,21% und 4,85%.

Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten im Verbund-Konzern. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:

NUTZUNGSDAUER JAHRE
BAUTEN
WOHN-, GESCHÄFTS- UND BETRIEBSGEBÄUDE, SONSTIGE BETRIEBLICHE BAULICHKEITEN 20–50
WASSERBAUTEN 75
MASCHINELLE ANLAGEN 6–75
ELEKTRISCHE ANLAGEN 5–33
LEITUNGEN 50
BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG 4–10

VERMIETETE UND GEMIETETE VERMÖGENSWERTE

Gehen bei einem vermieteten oder verleasten Vermögenswert alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem auf den Leasingnehmer über (Finanzierungsleasing), so wird gemäß IAS 17 beim Verbund-Konzern als Leasinggeber nicht der Vermögenswert selbst, sondern der Barwert der zukünftig zu erhaltenden Mindestleasingzahlungen (inklusive nicht garantierter Restwerte) nach Verrechnung mit erhaltenen Anzahlungen bilanziert. Der Unterschiedsbetrag zwischen dieser sogenannten Nettoinvestition in das Leasingverhältnis und der Summe der nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen (inklusive eines nicht garantierten Restwerts) stellt einen abgegrenzten Zinsertrag dar. Dieser wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses nach Maßgabe des ausstehenden Forderungsbetrags vereinnahmt (Effektivzinssatzmethode).

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 109

Spiegelbildlich wird bei einem gemieteten oder geleasten Vermögenswert, bei dem der Verbund-Konzern alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem trägt, der Vermögenswert mit den Barwerten der Mindestleasingzahlungen (oder seinem gegebenenfalls niedrigeren Fair Value) innerhalb des langfristigen Vermögens bilanziert. In gleicher Höhe wird eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird über die erwartete Nutzungsdauer oder gegebenenfalls über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode fortgeführt.

Alle übrigen Mietverträge, bei denen der Verbund-Konzern als Leasinggeber beziehungsweise als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating-Leasing-Verhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Ertrag beziehungsweise als Aufwand erfasst.

Die in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession erbrachten Errichtungsleistungen wurden gemäß IFRIC 12 entsprechend den in IAS 11 enthaltenen Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Fertigungsaufträge bilanziert. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt zum beizulegenden Zeitwert des Gegenleistungsanspruchs erfasst (Percentage-of-Completion-Methode, POC); der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Errichtungsleistungen führten in der Berichtsperiode zu Umsatzerlösen in Höhe von 28,2 Mio. €; das Periodenergebnis aus der Bilanzierung der Kraftwerkskonzession beträgt 0,2 Mio. €. Die Erträge aus der in der Zukunft zu erbringenden Betreiberleistung werden gemäß IAS 18 nutzungsabhängig realisiert werden.

Die Gegenleistungsansprüche des Verbund-Konzerns aus der Kraftwerkskonzession werden, soweit sie aus dem 15-jährigen festen Stromabnahmevertrag mit der KESH resultieren, als finanzieller Vermögenswert bilanziert. Für die einem Nachfragerisiko unterliegenden Gegenleistungsansprüche, die aus dem etwa 18-jährigen Zeitraum resultieren, in dem die erzeugten Elektrizitätsmengen voraussichtlich am freien Markt verkauft werden, wird ein immaterieller Vermögenswert angesetzt (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte).

Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten bei Vorliegen eines Anhaltspunkts für eine Wertminderung die Werthaltigkeit der Buchwerte dieser nichtfinanziellen Vermögenswerte geprüft (Impairment Test). Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich ein Werthaltigkeitstest durchzuführen, unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt oder nicht. Ein Vermögenswert (oder eine zahlungsmittelgenerierende Einheit) ist wertgemindert, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) übersteigt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere aus Nutzungswert (Value in Use) und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value Less Cost to Sell). Beizulegende Zeitwerte sind primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können, der Bewertungshierarchie in IAS 36 entsprechend, beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung. Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren bestimmt. Hierbei kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, von der Unternehmensleitung genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. In Einklang mit IAS 36 wird sichergestellt, dass künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben (ohne bestehender Verpflichtung) nicht in die Nutzungswertberechnung einbezogen werden. Der Kapitalisierungszinssatz ist ein Vor-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittel-

DIENSTLEISTUNGSKON-ZESSIONSVEREINBARUNGEN

WERTHALTIGKEIT VON NICHT-FINANZIELLEN VERMÖGENS-WERTEN

generierenden Einheit) widerspiegelt. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst und in der GuV sowie in der Segmentberichterstattung gesondert ausgewiesen. Entfällt gegebenenfalls die Wertminderung in einer Folgeperiode, so ist, Firmenwerte ausgenommen, die Wertaufholung ergebniswirksam zu erfassen.

BETEILIGUNGEN

Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for Sale, AfS) klassifiziert und grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige (direkt im Eigenkapital erfasste) Ergebnis bewertet.

Jene Beteiligungen, für die der beizulegende Zeitwert nicht aus vergleichbaren zeitnahen Transaktionen in der Berichtsperiode abgeleitet werden kann beziehungsweise für die eine Fair-Value-Bewertung mittels DCF-Methode aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cashflows zu unterlassen ist, werden zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen bilanziert.

Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden gemäß IAS 28 entsprechend der Beteiligungsquote des Verbund-Konzerns spiegelbildlich zu den Eigenkapitalveränderungen beim Beteiligungsunternehmen fortgeführt. Dies erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein. Die Beteiligungsbuchwerte werden dabei um die dem Verbund-Konzern zustehenden Anteile am Periodenergebnis und am sonstigen Ergebnis sowie um Ausschüttungen, wesentliche Zwischenergebniseliminierungen und Fair-Value-Anpassungen aus Anteilserwerben, die nach Maßgabe von IFRS 3 bilanziert wurden, erhöht oder vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet.

WERTHALTIGKEIT VON BETEILIGUNGEN

Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sowie für sonstige Beteiligungen überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung im Sinne von IAS 39 vorliegen (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte). Wenn ein solcher vorliegt, so ist für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit erfolgt anhand des erzielbaren Betrags, welcher der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile werden vorrangig marktpreisorientierte Verfahren und alternativ kapitalwertorientierte Verfahren verwendet. Sofern Letztere zur Anwendung kommen, werden der Fair-Value-Bewertung im Verbund-Konzern die besten verfügbaren Informationen zugrunde gelegt, die ein (hypothetischer) Erwerber in einer Transaktion zu Marktbedingungen heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird vorrangig der auf den Verbund-Konzern entfallende Barwert der geschätzten, zukünftig vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen als Ganzem erzielbaren Cashflows herangezogen; alternativ könnte gemäß IAS 28 auch der anteilige Barwert geschätzter zukünftiger Dividenden und Liquidationserlöse herangezogen werden.

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wird grundsätzlich jedes nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen für sich betrachtet, es sei denn, das assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen erzeugt keine Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung, die von jenen anderer Vermögenswerte des Verbund-Konzerns weitgehend unabhängig sind. Im Falle der zusammen mit der Sabanci Holding A.S. geführten Gemeinschaftsunternehmen ist dieser Sachverhalt im Zuge der Liberalisierung der türkischen Elektrizitätswirtschaft wahrscheinlich.

In der Berichtsperiode 2009 lag lediglich für die POWEO S.A. (Group) ein Anhaltspunkt für eine möglicherweise vorzunehmende Wertminderung vor: Der Börsekurs des an der Euronext Paris notierten

Unternehmens lag während der gesamten Berichtsperiode unter den (durchschnittlichen) Anschaffungskosten pro Aktie. Zum Jahresultimo betrug der Börsenkurs 13,90 € pro Aktie. Aus dem Werthaltigkeitstest resultierte keine Wertminderung (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Die sonstigen Finanzanlagen umfassen im Wesentlichen Schuldtitel und Investmentfondsanteile. Diese Wertpapiere sind – ausgenommen jene, die im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen angeschafft worden sind – als zur Veräußerung verfügbar (Available for Sale, AfS) klassifiziert. In diese Kategorie fallen Finanzinstrumente grundsätzlich dann, wenn sie weder Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, LaR) darstellen, noch bis zur Endfälligkeit gehalten werden (Held to Maturity, HtM), noch ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at Fair Value through Profit and Loss, aFVPL) bewertet werden.

Käufe und Verkäufe sonstiger Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz in der Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der auf Basis von Börsekursen ermittelt wird. Es handelt sich somit um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7. Marktinduzierte Wertänderungen werden gemäß IAS 39 bis zur Veräußerung oder bis zu allfälligen Wertminderungen im sonstigen Ergebnis (und damit gesondert im Eigenkapital) erfasst; Wertminderungen werden hingegen ergebniswirksam in der GuV gebucht (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte).

Die im Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen erworbenen Medium-Term-Notes sind als Kredite und Forderungen klassifiziert und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode bewertet.

In der Berichtsperiode erfolgte im Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen der Austausch eines Equity Payment Undertaking Agreements gegen US-Treasuries. Diese US-Treasuries werden als bis zur Endfälligkeit zu halten klassifiziert und folglich zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinssatzmethode bewertet.

Verzinsliche Ausleihungen (einschließlich jener im Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen) werden ebenfalls als Kredite und Forderungen klassifiziert und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode bewertet. Im Falle von Wertminderungen erfolgt die Bewertung mit dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten Rückzahlungen.

Mithilfe der Effektivzinssatzmethode ermittelte Zinserträge werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sowie Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden als Kredite und Forderungen klassifiziert und gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile bilanziert.

Im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung werden oben genannte Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert und gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die lang- und kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten Leasingforderungen (siehe: Vermietete und gemietete Vermögenswerte) sowie Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Ener-

SONSTIGE FINANZANLAGEN UND AUSLEIHUNGEN

FORDERUNGEN AUS LIEFERUN-GEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

giebereich. Die in den lang- und kurzfristigen sonstigen Forderungen enthaltenen sonstigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert; Wertminderungen sind gegebenenfalls vorzunehmen.

In den kurzfristigen sonstigen Forderungen sind weiters die Bestände an Emissionszertifikaten enthalten (siehe: Emissionszertifikate).

WERTHALTIGKEIT
FINANZIELLER
VERMÖGENSWERTE
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht ergebnis
wirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, daraufhin untersucht, ob objektive substanzi
elle Hinweise im Sinne von IAS 39 auf eine Wertminderung hindeuten. Solche Anhaltspunkte wären
beispielsweise erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Emittenten, die hohe Wahr
scheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner oder Emittenten, der Wegfall eines akti
ven Marktes für den finanziellen Vermögenswert oder eine bedeutende nachteilige Veränderung
des technologischen, ökonomischen, rechtlichen Umfelds beziehungsweise des Marktumfelds des
Schuldners oder Emittenten. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfüg
bar klassifiziert werden, ist insbesondere ein signifikanter (mehr als 20%iger) oder länger (mehr als
9 Monate) anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als
objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Liegt eine Wertminderung vor, so wird diese
ergebniswirksam erfasst.
FINANZVERBINDLICHKEITEN Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags, das heißt
abzüglich Transaktionskosten, erfasst. Ein allfälliges Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen
dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird unter Verwendung der Effektivzins
methode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und im Zinsaufwand ausgewiesen.
Einzelne Verbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden mithilfe der so genannten
Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifi
ziert. Durch diese Klassifikation konnten Inkongruenzen bei der Bewertung beseitigt werden, die sich
andernfalls ergeben hätten. Für weitere Details siehe: Risikomanagement.
EMISSIONSZERTIFIKATE Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten, die zum Verbrauch im Zusammenhang mit dem CO2-Aus
stoß thermischer Kraftwerke gehalten werden, wird unter Beachtung der Bilanzierungsregeln in IAS 38,
IAS 20 und IAS 37 vorgenommen.
Die Emissionszertifikate werden am Tag der Zuteilung beziehungsweise Anschaffung mit dem beizu
legenden Zeitwert (bei unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten) oder den Anschaffungskosten (bei
entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten) aktiviert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate
wird in Höhe des beizulegenden Zeitwerts – hierfür ist der Börsekurs an der European Energy Exchange
(EEX) maßgeblich – ein passiver Abgrenzungsposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der mit Ver
brauch, Abschreibung oder Veräußerung der Emissionszertifikate ergebniswirksam aufgelöst wird. Der
CO2-Ausstoß führt zu einem »Verbrauch« der Emissionszertifikate, der nach dem gewogenen Durch
schnittspreisverfahren erfasst wird. Der Rückgabeverpflichtung wird durch eine Rückstellungsbildung
in korrespondierender Höhe Rechnung getragen. Im Falle einer Unterdeckung erfolgt eine zusätzliche
Rückstellungsbildung im Ausmaß des Fair Values der fehlenden Emissionszertifikate.
Emissionszertifikate, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden gemäß IAS 2 ergebniswirksam mit
dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet.
VORRÄTE Die Bewertung der Vorräte an Primärenergie (Kohle, Heizöl) sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt
zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Letzterer ergibt
sich aus den geplanten Stromerlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Die Ermittlung des
Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach dem gleitenden
Durchschnittspreisverfahren.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG (Pensionskasse) gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der in der Berichtsperiode erworbenen Kraftwerksgruppe Inn GmbH wurde über die Landesbank Hessen-Thüringen eine Treuhandlösung (Contractual Trust Arrangement, CTA) mit der Helaba Pension Trust e.V. eingerichtet. Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung seitens des Arbeitgebers; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch das CTA werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen saldiert.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste – dabei handelt es sich um Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichen Pensionsaufwand – werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) in der GuV erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10% des höheren Betrages aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20% der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, wird der diesen Prozentsatz übersteigende Teil der versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam erfasst. Sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen werden als Personalaufwand erfasst.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten für die Stichtage 01. 01. 2009 und 31. 12. 2009; als Rechnungsgrundlagen werden die »AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler« herangezogen.

Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes. Die Veranlagung des Treuhandvermögens durch den Pension Trust erfolgt ebenfalls in Form von Investmentfondsanteilen.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.

Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31. 12. 2002 begann, erhalten auf Basis österreichischer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Die Höhe dieser Zahlung ist von der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezuges abhängig. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam realisiert werden. Soweit die Rechnungsannahmen von den für die Pensionsrückstellung angewendeten Annahmen abweichen, werden sie unter den Erläuterungen zur Bilanz an entsprechender Stelle dargestellt.

Für alle nach dem 31. 12. 2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Entgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Bei diesem Abfertigungsmodell ist der

PENSIONSVERPFLICHTUNGEN, PENSIONSÄHNLICHE VER-PFLICHTUNGEN UND GESETZ-LICHE ABFERTIGUNGEN

Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet, und es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.

Im Rahmen von Altersteilzeitmodellen wird Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruches unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich geregelten Pensionsantrittsalter aus dem Unternehmen auszuscheiden. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (das heißt ohne Anwendung der Korridormethode) realisiert werden. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen.

Zum Zwecke der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der in der Berichtsperiode erworbenen Kraftwerksgruppe Inn GmbH wurde über die Landesbank Hessen-Thüringen ebenfalls ein Contractual Trust Arrangement (CTA) bei der Helaba Pension Trust e.V. eingerichtet. Entsprechend dem erarbeitetem Wertguthaben erfolgt zweimal jährlich eine aliquote Zuführung; eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.

RÜCKSTELLUNGEN

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der Erfüllungsbetrag stellt die bestmögliche Schätzung jener Ausgabe dar, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von thermischen Kraftwerken und Windkraftanlagen resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung – dies ist regelmäßig bei der Anschaffung beziehungsweise Herstellung der Fall – mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung für Abbruchkosten passiviert; zugleich erhöhen sich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe: Sachanlagen). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die voraussichtliche (Rest-)Nutzungsdauer der Kraftwerksanlage abgeschrieben; die Rückstellung wird jährlich aufgezinst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus so genannten »belasteten« Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln des Verbund-Konzerns entsprechend, werden grundsätzlich sämtliche Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als 12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Die Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vor-Steuer-Zinssatz. Aufzinsungsbeträge sowie Zinsänderungseffekte werden im Finanzergebnis erfasst.

SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Die sonstigen Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies gilt auch für die aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH entstandene Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag. Diese wird durch periodische Verzinsung fortgeführt und fortschreitend in jenem Ausmaß getilgt, in dem der Verbund-Konzern durch Lieferung (oder Zeitablauf) von der Stromlieferverpflichtung aus der Kraftwerksgruppe Zemm/Ziller frei wird.

Zuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte, sondern werden passivisch abgegrenzt. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wenn es hinreichend sicher ist, dass der Verbund-Konzern die Voraussetzungen für den Erhalt des Zuschusses erfüllt und der Zuschuss wirklich gewährt wird. Erhaltene Baukostenbeiträge werden gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Verbund-Konzerns analog zu Zuschüssen der öffentlichen Hand bilanziert.

Erhaltene Baukostenbeiträge und Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand werden als Passivposten in den Schulden erfasst und über die Nutzungsdauer der entsprechenden Kraftwerksanlagen ergebniswirksam aufgelöst. Die Bilanzierung von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten erfolgt in vergleichbarer Form (siehe: Emissionszertifikate).

Die VERBUND-Austrian Hydro Power AG hat in den Jahren 1999 bis 2001 mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Dabei wurden Kraftwerke an US-Investoren verleast und gleichzeitig wieder mittels eines Finanzierungsleasingvertrags zurückgeleast. Damit verbleibt das zivilrechtliche Eigentum bei der VERBUND-Austrian Hydro Power AG. Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen 48 und 56 Jahren.

Die aus dem Verleasen erhaltenen Finanzmittel wurden bis auf den bei der VERBUND-Austrian Hydro Power AG verbleibenden Barwertvorteil zur Deckung der künftigen Leasingraten in hochklassige Wertpapiere (Zero Coupons, Medium Term Notes) investiert oder als Ausleihungen bei Finanzinstituten von ursprünglich ausschließlich erstklassiger Bonität (A-Rating von Moody's und Standard & Poor's) veranlagt. Der Barwertvorteil wird über die Vertragsdauer in den sonstigen betrieblichen Erträgen aufgelöst. Der Verbund-Konzern erzielte durch den Abschluss dieser Transaktionen einen Nettobarwertvorteil von rund 300 Mio. €.

Bei den bis Ende 2000 abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen, sowohl für die Equity-Teile als auch für die Loan-Teile, durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren (Zero Coupons, Medium Term Notes) oder durch Ausleihungen an Finanzinstitute gegeben. Bei diesen Ausleihungen handelt es sich um abgeschlossene Schuldbeitrittsverträge mit Finanzinstituten guter und erstklassiger Bonität. Für den nicht getilgten Teil aus den Leasingverbindlichkeiten besteht eine subsidiäre Haftung der Verbundgesellschaft. Neben den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner bestehen Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftung). Entsprechend den damaligen Übergangsbestimmungen zu IAS 39 wurde die Ausbuchung dieser Beträge beibehalten. Die Abstimmung der Laufzeiten und der Nominalbeträge der Veranlagungen beziehungsweise der Ausleihungen erfolgte genau entsprechend den jeweiligen Verpflichtungen. Die Bewertung der in Fremdwährung (ausschließlich \$) bestehenden Salden erfolgt zum \$-Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet.

Bei einer 2001 abgeschlossenen Transaktion wurden vorerst weder entsprechende Wertpapiere angeschafft noch Zahlungen an Finanzinstitute geleistet. Die zugeflossenen Mittel wurden zur Gänze als Finanzierungsmittel verwendet. Um das Fremdwährungsrisiko aus dieser Transaktion zu vermeiden, wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen durch die Bonitätsverschlechterung von Vertragsparteien – im Wesentlichen der Banken und Versicherungen (siehe: Risikomanagement).

Durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie aufgrund von Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der

BAUKOSTENBEITRÄGE UND ZUSCHÜSSE ÖFFENTLICHER HAND

CROSS-BORDER-LEASING

anzuerkennenden Steuervorteile aus den Transaktionen erhöhte sich die Bereitschaft dieser Investoren zur vorzeitigen Beendigung einzelner Transaktionen.

In der Berichtsperiode wurden insgesamt rund 77 % des ursprünglichen Transaktionsvolumens aufgelöst. Infolgedessen verbesserte sich das Risikoprofil des Portfolios deutlich. Es erfolgten dabei zum Teil vollständige Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen, das heißt, es wurden auch alle zugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) sowie die dazugehörigen Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber auf die VERBUND-Austrian Hydro Power AG übertragen wurden. Die entsprechenden B-Payment Undertaking Agreements beziehungsweise die entsprechenden Veranlagungen werden in der Folge daher auch entsprechend weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist weiterhin gegeben. Die Nettoergebnisse aus den vollständigen und partiellen Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden im Finanzergebnis erfasst.

Bei einer nicht aufgelösten Transaktion erfolgte der Austausch eines Equity Payment Undertaking Agreements in der Form, dass anstatt einer Veranlagung bei einem Finanzinstitut ersatzweise US-Treasuries angeschafft wurden, was ebenfalls zu einer Verbesserung des Risikoprofils führte (siehe: Sonstige Finanzanlagen und Ausleihungen).

ERTRAGSTEUERN

Der für die Berichtsperiode in der GuV ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode zur Steuerabgrenzung in IAS 12 werden latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRSs-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Gesellschaftsebene gebildet. Latente Steuerschulden und -ansprüche werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung von zu versteuernden Einkommen zukünftiger Berichtsperioden führen. Wahrscheinlich realisierbare Steuervorteile aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen werden in die Ermittlung der Steuerabgrenzungen miteinbezogen. Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen entstehen, führen zu keinen Steuerabgrenzungen; temporäre Differenzen, die aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folgeperioden entstehen beziehungsweise sich verändern, werden hingegen latenziert. Eine weitere Ausnahme von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden temporäre Unterschiede in Bezug auf die Wertansätze von Beteiligungen, sofern diese nicht aus steuerwirksamen Abschreibungen resultieren.

Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß zu dem Zeitpunkt gelten werden, in dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich wieder ausgleichen werden. Der auf die Verbundgesellschaft anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25%. Für die Tochtergesellschaften wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet:

ERTRAGSTEUERSÄTZE FÜR DIE VOLLKONSOLIDIERTEN GESELLSCHAFTEN %

2009 2008
ÖSTERREICH 25 25
ALBANIEN 10 10
BULGARIEN 0
1
10
DEUTSCHLAND 0
2
27
ITALIEN 0
3
27,5 (+4,8176) 27,5 (+4,8176)
NIEDERLANDE 0
4
20 / 25,5 20 / 25,5
RUMÄNIEN 16 16
SPANIEN 0
4
25 / 30 25 / 30

Der Verbund-Konzern hat seit dem Wirtschaftsjahr 2005 die vom Gesetzgeber mit dem Steuerreformgesetz 2005 eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen. Der Gruppenträger ist die Verbundgesellschaft.

In der Steuergruppe werden die Gruppenmitglieder mit den auf sie entfallenden Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet; im Verlustfall erfolgt auf diesem Wege eine Gutschrift. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine entsprechende Korrektur des Steueraufwands in der GuV des Gruppenträgers. Die Steuerumlagen werden nur bei wesentlichen Abweichungen im Nachhinein angepasst.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne beziehungsweise -verluste erfolgt grundsätzlich in der GuV, außer die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) gemäß IAS 39 sind erfüllt. In diesem Fall werden diese speziellen Bilanzierungsregeln angewendet. Die Anforderungen gemäß IAS 39 an das Hedge Accounting umfassen insbesondere die Dokumentation der Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und der Sicherungsstrategie sowie die regelmäßige retrospektive und prospektive Effizienzmessung. Ein Sicherungsgeschäft gilt als effizient, wenn sich die Fair-Value-Änderung des Sicherungsinstruments in einer Bandbreite von 80% bis 125% der gegenläufigen Fair-Value-Änderung des Grundgeschäfts bewegt.

Im Falle eines so genannten Fair Value Hedge Accountings werden sowohl das derivative Sicherungsinstrument als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsgeschäft im Rahmen eines Cashflow Hedges eingesetzt, so werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen (direkt im Eigenkapital erfassten) Ergebnis bilanziert. Sie werden erst dann in die GuV umgegliedert, wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Werden hoch wahrscheinliche zukünftige Transaktionen gesichert und führen diese Transaktionen in späteren Perioden zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so sind gemäß IAS 39 die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen (direkt im Eigenkapital erfassten) Ergebnis bilanzierten Beträge in jener Periode ergebniswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die Transaktion zum Ansatz von nichtfinanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, werden die im sonstigen (direkt im Eigenkapital erfassten) Ergebnis bilanzierten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts beziehungsweise der Verbindlichkeit verrechnet (Basis Adjustment), was im Wesentlichen zu keiner Ergebnisauswirkung führt.

1 In der Berichtsperiode 2008 gab es keine bulgarischen Konzerngesellschaften.

2 Dieser Steuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist. In der Berichtsperiode 2008 gab es keine deutschen Konzerngesellschaften.

3 Neben der Körperschaftsteuer existiert zusätzlich die Imposta regionale sulle attività produttive (IRAP) als regionale Steuer. 4 In den Niederlanden und Spanien existieren

gestaffelte Steuersätze.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, solche mit negativem beizulegenden Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.

So genannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Verbund-Konzerns abgeschlossen und in diesem Sinn gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own-Use Exemption). Falls ein solcher Eigenverbrauchsvertrag »belastend« im Sinne von IAS 37 wird, so ist dafür eine Rückstellung zu bilden.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken werden im Finanzbereich einzelne derivative Finanzinstrumente (vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) eingesetzt. Abgesehen von den Derivativgeschäften im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden Zinsswaps (Swaps von variabler auf fixe Verzinsung) abgeschlossen, um das derzeit bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Cashflow Hedges designiert. Im Zusammenhang mit der Auktion von Grenzkapazitäten wurde eine Reihe von Devisentermingeschäften in Ungarischen Forint (HUF) abgeschlossen, um eine wirtschaftliche Absicherung gegen HUF-Wechselkursschwankungen zu erreichen. Diese Termingeschäfte werden als offene Derivate behandelt; die Bilanzierungsregeln für Hedge Accounting werden hierbei nicht angewendet. SICHERUNGSGESCHÄFTE IM

Bei einzelnen Cross-Border-Leasing-Transaktionen führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixierte Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden auf die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Derivativgeschäfte (Zinsswaps) abgeschlossen. Da die den Swaps zurechenbaren Posten ein im Hinblick auf das Zins- und Währungsrisiko exakt entgegengesetztes Risikoprofil aufweisen, erfolgt im Ausgleich zur Fair-Value-Bewertung der Derivate eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der Finanzverbindlichkeiten.

Im Gegensatz zu den zuvor angeführten Transaktionen ist bei einer 2001 abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktion vorerst keine Währungskongruenz von Aktiv- und Passivseite gegeben. Um das daraus entstehende Fremdwährungsrisiko auszuschalten, wurden entsprechende Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den Kursen (Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Hierbei handelt es sich um Level-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.

Der Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den der Verbund-Konzern bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse (vor allem die aktuellen Zinsniveaus und Yield-Kurven) berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Level-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.

Der Verbund-Konzern setzt im Rahmen des Cashflow Hedge Accountings gemäß IAS 39 derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Preisrisikos aus zukünftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäften ein. Als Sicherungsinstrumente werden Forward- oder Futurekontrakte als Derivate im Sinne von IAS 39.9 eingesetzt.

Es wird monatlich getestet, ob die kumulierte Wertänderung des Grundgeschäfts im Verhältnis zu der des Sicherungsgeschäfts in der von IAS 39 zur Anwendung von Cashflow Hedge Accounting geforderten Bandbreite von 80% bis 125% liegt. Ein allfälliger in dieser Bandbreite liegender, jedoch von 100% abweichender ineffektiver Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird ergebniswirksam erfasst.

FINANZBEREICH

ERMITTLUNG DER FAIR VALUES DERIVATIVER FINANZINSTRU-MENTE IM FINANZBEREICH

SICHERUNGSGESCHÄFTE IM ENERGIEBEREICH; STROM- UND GASKONTRAKTE IM WHOLE-SALE-PORTFOLIO

Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom- sowie Gasderivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet und zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) über die GuV bewertet.

Die Marktwertbewertung der im Rahmen von Cashflow Hedges eingesetzten Sicherungsinstrumente beträgt zum 31. 12. 2009 42,7 Mio. € (Vorjahr: 148,2 Mio. €). Diese wird bis zur Realisierung des Grundgeschäfts im sonstigen Ergebnis und damit ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. In der Folge werden die Bewertungseffekte mit dem Ergebnis aus dem Grundgeschäft verrechnet. In Summe ist somit kein Ergebniseffekt zu erwarten.

Die ergebniswirksame Marktwertbewertung von Strom- sowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, beträgt zum 31. 12. 2009 8,7 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €).

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben der wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromvermarktung unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft betrieben. Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich (Future- und Forwardkontrakte für Strom, Gas und CO2) erfolgt ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktbewertung der Derivate im Trading-Portfolio beträgt zum 31. 12. 2009 9,0 Mio. € (Vorjahr: 5,5 Mio. €). Das Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung dieser derivativen Energiehandelskontrakte wird saldiert (netto) in den Strom- oder Gaserlösen beziehungsweise den sonstigen Umsatzerlösen (CO2) ausgewiesen.

Die Fair Values der im Verbund-Konzern eingesetzten Future- und Forwardkontrakte können zu jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden, da entsprechende Börsenkurse an den jeweiligen Börsen (European Energy Exchange [EEX], Intercontinental Exchange [CE]) vorliegen (Futurekontrakte) beziehungsweise die Bewertung mit einer von Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preis-Kurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierten Diskontierung erfolgt (Forwardkontrakte).

Bei den Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten handelt es sich folglich um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7; bei den Strom-, Gas- und CO2-Forwardkontrakten handelt es sich um Level-2- Bewertungen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden beziehungsweise mit Erfüllung der Leistung. Eine Lieferung gilt als erbracht, wenn gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt – dies ist der Fair Value der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung – vertraglich festgelegt und die Erfüllung der Forderung aus Lieferungen und Leistungen wahrscheinlich ist.

Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom an Industrie- und Haushaltskunden, Energieversorgungsunternehmen und Strombörsen sowie von Netzleistungen. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen an Großkunden werden ebenso wie die Erlöse aus dem Energiehandel und Netzleistungen zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert. Im Kleinkundensegment werden Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Lieferung erbracht worden ist. Die (sonstigen) Erlöse aus Personalbeistellungen und Consulting- und Projektierungsleistungen werden auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden erfasst.

Die Erstellung eines IFRSs-Konzernabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.

ENERGIEHANDELSKONTRAKTE

ERMITTLUNG DER FAIR VALUES VON DERIVATIVEN FINANZ-INSTRUMENTEN IM ENERGIE-BEREICH

UMSATZREALISIERUNG

ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND ZUKUNFTSBEZOGENE ANNAHMEN

Insbesondere bei den folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass es in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden kommen kann.

• Die Kaufpreisallokation für den am 01. 01. 2009 durchgeführten Erwerb von 100% der Anteile an den Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum umfasste den Prozess des Identifizierens und Bewertens von im Wege des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Vermögenswerten, übernommenen Schulden und Eventualschulden. Die identifizierten Vermögenswerte umfassen die Windkraftanlagen, die im Wesentlichen als maschinelle Anlagen erfasst wurden. Die Fair Values wurden mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Die marktbezogenen Parameter zur Bestimmung der gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten in Höhe von 8% wurden aus einer Peer Group abgeleitet.

Für die identifizierten Windkraftanlagen wurden standortindividuelle ökonomische Restnutzungsdauern ermittelt. Die ökonomischen Restnutzungsdauern wurden als maßgeblich für den Planungszeitraum angenommen, über den die derzeit bestehenden Windkraftanlagen Cashflows generieren können (Run-off Approach). Die Planungszeiträume betragen je nach Windpark zwischen 17 und 21 Jahren. Für die Bewertung wurde von einer auf Erfahrungswerten beruhenden durchschnittlichen jährlichen Leistung ausgegangen; die Preiserwartungen entsprechen grundsätzlich jenen in der Mittelfristplanung des Verbund-Konzerns. Für die ersten Jahre des Planungszeitraums wurden dabei die vom Gesetzgeber fixierten Einspeisetarife verwendet. Die Aufwendungen resultieren vorwiegend aus der Wartung und Instandhaltung der Windkraftanlagen und aus Mieten. Die jährlichen Aufwendungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2% extrapoliert.

Im Bereich der bestehenden Schulden und Eventualschulden gab es keine wesentlichen Differenzen zwischen den Buch- und den beizulegenden Zeitwerten.

• Was den am 31. 08. 2009 durchgeführten Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH betrifft, so konnte die Kaufpreisallokation auf den Erstkonsolidierungszeitpunkt aufgrund der Größe und Komplexität der Akquisition sowie aufgrund der Vielzahl der zu beurteilenden Einzelsachverhalte bislang nicht finalisiert werden. Trotz des mittlerweile hohen Fertigstellungsgrads ist sie als vorläufig im Sinne von IFRS 3 zu betrachten.

Die vorläufige Kaufpreisallokation umfasste den Prozess des Identifizierens und Bewertens von im Wege des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Vermögenswerten, übernommenen Schulden und Eventualschulden. Im Zuge von Besichtigungen der Standorte wurden gemeinsam mit technischen Experten die wesentlichen Komponenten der Kraftwerksanlagen identifiziert und anschließend neu bewertet. Diese Komponenten umfassen im Wesentlichen technische und bauliche Anlagen, Turbinenhäuser, Krananlagen, Krafthäuser, Wehranlagen, Dammanlagen, Kanäle, Leittechniken und Unterwasserbauten. Immaterielle Vermögenswerte wurden im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation nur in unwesentlichem Umfang identifiziert; der Mitarbeiterstamm blieb mangels Bilanzierungsfähigkeit außer Ansatz. Die Konzessionen für den Betrieb der 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn stellen keine separaten Vermögenswerte dar; sie bestimmen letztendlich die beizulegenden Zeitwerte der Kraftwerkskomponenten mit. Zukünftige Auszahlungen in Zusammenhang mit der Erhaltung eines konzessionsgerechten (»guten«) Zustands, mit der theoretisch möglichen Ausübung von Heimfallsrechten durch den Freistaat Bayern und mit Hochwasserschutzmaßnahmen wurden ebenfalls bei der Fair-Value-Ermittlung berücksichtigt.

Für die identifizierten Kraftwerkskomponenten wurden standortindividuelle ökonomische Restnutzungsdauern ermittelt. Der gewichtete Durchschnitt dieser ökonomischen Restnutzungsdauern wurde als maßgeblich für den Planungszeitraum angenommen, über den die derzeit bestehenden Kraftwerkskomponenten Cashflows generieren können (Run-off Approach). Die Planungszeit-

räume betragen je nach Kraftwerk zwischen 18 und 69 Jahren. Die Umsatzerlöse im Planungszeitraum wurden mithilfe eines auf dem Regelarbeitsvermögen (RAV) der Kraftwerke basierenden Schlüssels auf die Kraftwerksanlagen alloziert. Für die vorläufige Kaufpreisallokation wurde von einer gleichbleibenden Leistung über den jeweiligen Planungszeitraum ausgegangen; die Marktpreiserwartungen entsprechen jenen in der Mittelfristplanung des Verbund-Konzerns. Die geplanten Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden mit dem Run-off Approach abgestimmt und dadurch an die Restnutzungsdauern der Kraftwerkskomponenten angepasst. Die Fair Values wurden mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Die marktbezogenen Parameter zur Bestimmung der gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten in Höhe von 7,25% wurden aus einer Peer Group abgeleitet. Die Fair Values der Laufkraftwerke wurden im Verhältnis der Wiederbeschaffungszeitwerte auf die jeweils identifizierten Kraftwerkskomponenten verteilt. Im Bereich der bestehenden Schulden und Eventualschulden gab es keine wesentlichen Differenzen zwischen den Buch- und den beizulegenden Zeitwerten.

Was den unbaren Kaufpreisanteil – dieser stellt eine Sachleistungsverpflichtung in Form eines 20 jährigen Stromliefervertrags aus der Speicherkraftwerksgruppe Zemm/Ziller dar – betrifft, so erfolgte auch hier die Bewertung anhand der DCF-Methode. Der Bewertung liegt als Mengengerüst ein Teil der jährlichen Erzeugung der Speicherkraftwerksgruppe zugrunde; das Preisgerüst basiert wiederum auf der Mittelfristplanung des Verbund-Konzerns. Als bewertungsrelevanter Preis wurde der entsprechende Peakload-Tarif zuzüglich eines Wertigkeitsaufschlags für den zu liefernden Spitzenstrom herangezogen. Zur Diskontierung wurden Vor-Steuer-Kapitalkosten in Höhe von 10,6% verwendet. Betriebskosten und Netznutzungsgebühren werden anteilig von der E.ON Wasserkraft GmbH mitgetragen und mit einer 2%igen Preissteigerungsrate angepasst.

  • In den Jahren 1998 und 1999 wurden aufgrund der Strommarktliberalisierung Wertminderungen in Höhe von 732,3 Mio. € und 145,4 Mio. € erfasst und Drohverlustrückstellungen für schwebende Geschäfte in Höhe von 321,1 Mio. € gebildet. Die Beurteilung der Werthaltigkeit ehemals wertberichtigter hydraulischer und thermischer Kraftwerke beziehungsweise Kraftwerksgruppen (Buchwert abzüglich Baukostenbeiträge: 1.045,9 Mio. €; Vorjahr: 1.037,2 Mio. €) erfolgt bei Vorliegen eines Anhaltspunkts für eine Wertminderung- oder Wertaufholung primär mithilfe des Nutzungswertkonzeptes durch Anwendung der DCF-Methode. Die Diskontierungssätze betragen von 8,75% bis 9%; es handelt sich dabei um Vor-Steuer-Kapitalkosten. Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden auf Basis der aktuellen, von der Unternehmensleitung genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. Zu jedem Bilanzstichtag ist zu prüfen, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Grund für eine in einer früheren Berichtsperiode vorgenommene Wertminderung nicht mehr besteht. Angesichts der negativen Strompreisentwicklung auf den Energiemärkten in der Berichtsperiode und aufgrund anhaltender Unsicherheiten über deren zukünftigen Verlauf wurde bislang keine Wertaufholung erfasst. Im Bereich der hydraulischen Erzeugung waren die von Netzeinspeisern zu entrichtenden Entgelte, die Erzeugungswertigkeit, Prognose- und Verfügbarkeitsrisiken sowie die Gefährdungspotenziale in puncto anlagenspezifischer Abgaben wesentliche Einflussfaktoren. Der Bereich der thermischen Erzeugung wurde neben dem Emissionszertifikatehandel durch die von den Netzeinspeisern zu entrichtenden Entgelte wesentlich beeinflusst.
  • Die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) mit einem Buchwert in Höhe von 126,6 Mio. € (Vorjahr: 76,6 Mio. €) wurde nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (siehe: Werthaltigkeit von Beteiligungen) auf Werthaltigkeit getestet.

Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags der Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) – dieser schließt ihren 60%igen Anteil an der POWEO Production S.A.S. ein – wurde zunächst der Börsenkurs der POWEO S.A. (Group) als Fair Value herangezogen. Da dieser unter dem Buchwert lag, wurde daraufhin der Nutzungswert mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wurde der auf den Verbund-Konzern entfallende Barwert der geschätzten, zukünf-

tig von der POWEO S.A. (Group) als Ganzem erzielbaren Cashflows herangezogen. Die Cashflows wurden aus den aktuellen Finanzplänen der POWEO S.A. (Group) abgeleitet. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Zur Diskontierung wurden nach Geschäftsbereichen differenzierte Vor-Steuer-Kapitalkosten von 8,25% bis 9,5% verwendet.

Der Planungszeitraum für Vertriebsaktivitäten umfasst eine 5-jährige Detailplanungsphase mit einer Erweiterung der Kundenbasis und eine Fortführungsphase mit einer Fortentwicklung der Vertriebsaktivitäten ab Erreichen der angestrebten Kundenbasis. In Betrieb beziehungsweise in Bau befindliche (oder vollumfänglich genehmigte) Produktionskapazitäten der POWEO Production S.A.S. wurden anteilig bei der Bewertung berücksichtigt. Der Planungszeitraum für diese Produktionskapazitäten ist abhängig von der eingesetzten Technologie (Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerke, Windkraft- und Solaranlagen, Wasser- und Biomassekraftwerke) und umfasst einen Zeitraum von 20 bis 35 Jahren. Projekte in einer sehr frühen Entwicklungsphase blieben bei der Nutzungswertermittlung unberücksichtigt. Der Planungszeitraum gliedert sich in eine Detailplanungs-, eine Grobplanungs- und eine Fortführungsphase. Die 5-jährige Detailplanungsphase umfasst die Errichtung und Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten. In der Grobplanungsphase werden die produktionstechnologieabhängigen Cashflows über die jeweilige Nutzungsdauer der Kraftwerksanlagen berücksichtigt. In der anschließenden Fortführungsphase wird von einer unendlichen Reinvestitionskette in die Kraftwerksanlagen ausgegangen. Die in dieser Phase nachhaltig und regelmäßig zu erzielenden Zahlungsmittelüberschüsse werden aus den produktionstechnologieabhängigen Nettobarwerten über einen typischen Kraftwerksanlagenzyklus abgeleitet; dabei wird von einer nachhaltigen jährlichen Wachstumsrate von 0,5% ausgegangen.

Für die Berichtsperiode 2009 konnte mithilfe des Nutzungswerts die Werthaltigkeit der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) bestätigt werden. Die im Vertriebsbereich angestrebte Kundenbasis und die durchschnittliche Wachstumsrate der Cashflows in der Grobplanungsphase stellen dabei die wesentlichen Werttreiber der Nutzungswertermittlung dar.

• Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wurden die im Verbund-Konzern entstandenen Firmenwerte wie folgt auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) alloziert:

FIRMENWERT IM VERBUND-KONZERN 605,7
GESCHÄFTSSEGMENT »STROM« 300,0
KRAFTWERKSGRUPPE INN 280,4
WINDPARKS BRUCK/HOLLERN/PETRONELL-CARNUNTUM 25,3
FIRMENWERTE MIO. 1

Der Firmenwert, der den Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zugeordnet wurde, entstand aus dem Erwerb selbiger Windparks (siehe: Unternehmenserwerbe). Der erzielbare Betrag für die Windparks wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Ein abgeschlossener Kaufvertrag beziehungsweise ein bindendes Kaufangebot lag nicht vor. Da Marktpreise für die Anteile an der VERBUND-Austrian Delta Wind GmbH nicht existieren und Analogieverfahren mangels zeitnaher vergleichbarer Transaktionen nicht anwendbar waren, wurde der Fair Value mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgt nach der DCF-Methode. Die marktbezogenen Parameter zur Bestimmung der gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten in Höhe von 7,5 % wurden aus einer Peer Group abgeleitet.

Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Der mittelfristig geplante Ausbau der Windparks auf die vom Verbund-Konzern angestrebte Größe – entsprechende Vorprojekte wurden bereits initiiert – wurde in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Der Planungszeitraum gliedert sich in eine Detailplanungs- und eine Fortführungsphase. Die Detailplanungsphase erstreckt sich bis zum Ende der Nutzungsdauer der Windkraftanlagen und umfasst einen Zeitraum von 17 bis 25 Jahren; der mittelfristige Ausbau der Windparks ist darin berücksichtigt. In der darauffolgenden Fortführungsphase wird von einer unendlichen Reinvestitionskette in vergleichbare Windkraftanlagen ausgegangen. Der Bewertung liegt als Mengengerüst wie auch bei der Kaufpreisallokation eine auf Erwartungswerten beruhende durchschnittliche jährliche Leistung zugrunde; das Preisgerüst wurde für Zwecke des Werthaltigkeitstests allerdings anhand durchschnittlicher Strompreisprognosen renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Für die ersten Jahre des Planungszeitraums wurden jedoch die vom Gesetzgeber fixierten Einspeisetarife verwendet. Für die Extrapolation der jährlichen Erträge (ab 2030) und der wesentlichen jährlichen Aufwendungen wurde generell von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2% ausgegangen.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zuzüglich Firmenwert gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2009 konnte derart die Werthaltigkeit des den Windparks zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Die derzeitigen Planungsgrundlagen führen dazu, dass der erzielbare Betrag der Windparks deren Buchwert zuzüglich Firmenwert um 0,3 Mio. € übersteigt. Ein Planungsszenario mit um 0,2% niedrigeren Umsatzerlösen würde beispielsweise ergeben, dass sich der erzielbare Betrag der Windparks und deren Buchwert zuzüglich Firmenwert entsprechen.

Der Firmenwert, der den 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn zugeordnet wurde, entstand aus dem Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (siehe: Unternehmenserwerbe). Der erzielbare Betrag für die Kraftwerksgruppe Inn wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Ein abgeschlossener Kaufvertrag beziehungsweise ein bindendes Kaufangebot lag nicht vor; das im Rahmen des »Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts« (siehe: Unternehmenserwerbe) verhandelte Share-Purchase Agreement wurde bis zum Jahresultimo noch nicht abgeschlossen. Da Marktpreise für die Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH nicht existieren und Analogieverfahren mangels zeitnaher vergleichbarer Transaktionen nicht anwendbar waren, wurde der Fair Value mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach DCF-Methode. Die marktbezogenen Parameter zur Bestimmung der gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten in Höhe von 7% wurden aus einer Peer Group abgeleitet.

Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Der Planungszeitraum hat einen (annähernd unendlichen) Horizont von mehr als 100 Jahren. Dadurch wird den sehr langfristigen Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen der Laufkraftwerke Rechnung getragen; die theoretisch mögliche Ausübung von Heimfallsrechten durch den Freistaat Bayern wurde analog zur Kaufpreisallokation berücksichtigt. Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wird als Mengengerüst von einer über den Planungszeitraum gleichbleibenden, dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechenden Leistung ausgegangen; das Preisgerüst wurde für Zwecke des Werthaltigkeitstests anhand durchschnittlicher Strompreisprognosen renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Für die Extrapolation der jährlichen Erträge (ab 2030) und der wesentlichen jährlichen Aufwendungen wurde generell von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2% ausgegangen. Hydrologische Prognoserisiken und Abflusscharakteristika wurden mittels eines auf Erfahrungswerten beruhenden, pauschalen Preisabschlags berücksichtigt.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der in der VERBUND-Innkraftwerke GmbH enthaltenen 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn zuzüglich Firmenwert gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2009 konnte derart die Werthaltigkeit des der Kraftwerksgruppe zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Nach Auffassung der Unternehmensleitung führen denkbare Änderungen der bewertungsrelevanten Grundannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Kraftwerksgruppe zuzüglich Firmenwert den erzielbaren Betrag übersteigt.

ANHANG

Der dem Geschäftssegment »Strom« zugeordnete Firmenwert entstand aus dem Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (siehe: Unternehmenserwerbe). Der erzielbare Betrag für das Geschäftssegment »Strom« wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Das Geschäftssegment »Strom« umfasst das gesamte Erzeugungsportfolio des Verbund-Konzerns sowie den Stromhandel und -vertrieb (siehe: Segmentberichterstattung), wodurch letztendlich in einem Top-down-Test der gesamte Firmenwert aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH auf Werthaltigkeit getestet wurde. Der Fair Value für das Geschäftssegment »Strom« wurde mithilfe eines markpreisorientierten Verfahrens ermittelt. Es wird dabei vom Börsenkurs des Verbund-Konzerns – dieser betrug zum Jahresultimo 29,71 € pro Aktie – ausgegangen. Durch das In-Beziehung-Setzen operativer beziehungsweise wertorientierter Performancegrößen zum Gesamtunternehmenswert des Verbund-Konzerns (Marktkapitalisierung zuzüglich Net Debt) wurde mittels Analogieverfahren auf den beizulegenden Zeitwert des Geschäftssegments »Strom« geschlossen.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert zuzüglich der Firmenwerte gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2009 konnte derart die Werthaltigkeit der dem Geschäftssegment »Strom« zugeordneten Firmenwerte bestätigt werden. Nach Auffassung der Unternehmensleitung führen denkbare Änderungen der bewertungsrelevanten Grundannahmen nicht dazu, dass der Buchwert des Geschäftssegments »Strom« zuzüglich Firmenwerte den erzielbaren Betrag übersteigt.

  • Zur Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen, Abfertigungsverpflichtungen sowie Altersteilzeitprogramme (Buchwert 507,5 Mio. €, Vorjahr: 538,0 Mio. €) wurden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen herangezogen.
  • Die Bewertung der Rückstellungen für Abbruchkosten (Buchwert: 30,0 Mio. €, Vorjahr: 29,5 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Abbruchzeitpunkte, etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruchkosten, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 5,5% (Vorjahr: 6,25%).
  • Die Bewertung der Drohverlustrückstellungen (Buchwert: 102,4 Mio. €, Vorjahr: 82,0 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die Drohverlustrückstellungen wurden für belastete Mietverträge, belastete Stromlieferverträge und insbesondere in Zusammenhang mit der Verpflichtung, Fernwärme an die Steirische Gas-Wärme GmbH zu liefern, gebildet. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Strom- und Primärenergiepreise sowie die Kosten für Emissionszertifikate und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 5,5% (Vorjahr: 6,25%).
  • Die in der Konzernbilanz nicht erfassten Eventualschulden (exklusive Cross-Border-Leasing) in Höhe von 24,4 Mio. € sowie aus Cross-Border-Leasing in Höhe von 827,2 Mio. € (Vorjahr: 22,7 Mio. € und 3.976,2 Mio. €) werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist die Wahrscheinlichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichen Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, dass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch unwahrscheinlich, so sind die betreffenden Verpflichtungen als Eventualschulden erfasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.

II. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

In der Segmentberichterstattung des Verbund-Konzerns sind die Geschäftstätigkeiten den Segmenten »Strom«, »Netz« sowie »Beteiligungen & Services« zugeordnet. Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen der internen Berichtsstruktur an den Vorstand als Hauptentscheidungsträger.

Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandelsund Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung des Verbund-Konzerns ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (Management Approach) auszurichten, wodurch sich die folgende Abgrenzung der Geschäftssegmente ergibt:

  • Das Geschäftssegment »Strom« umfasst sämtliche Gesellschaften des Verbund-Konzerns, die für den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung hydraulischer, thermischer und solar- oder windenergetischer Kraftanlagen verantwortlich sind. Das Geschäftssegment »Strom« umfasst darüber hinaus den Energiehandel sowie den Vertrieb von Strom an Endkunden (Haushalts-, Gewerbe-, Business- und Industriekunden).
  • Das Geschäftssegment »Netz« entspricht der VERBUND-Austrian Power Grid AG, die als gesellschaftsrechtlich eigenständiger und unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber und Regelzonenführer den Netzbereich Österreich, den Großteil des 220/380-kV-Hochspannungsnetzes sowie Teile des 110-kV-Netzes betreibt und erhält.
  • Das Geschäftssegment »Beteiligungen & Services« umfasst insbesondere die Leitungs- und Steuerungsfunktionen in Bezug auf die Inlands- und die überwiegend von der VERBUND-International GmbH gehaltenen Auslandsbeteiligungen. Darüber hinaus enthält es die Projektgesellschaften des Verbund-Konzerns bis zur Inbetriebnahme ihrer Produktionskapazitäten. Die VERBUND-Austrian Renewable Power GmbH – sie ist die Leitgesellschaft für Projektentwicklungen im Bereich erneuerbarer Energien – wird daher ebenfalls im Geschäftssegment »Beteiligungen & Services« erfasst. Ferner sind in diesem Segment auch jene Gesellschaften enthalten, die typische Konzernfunktionen wie beispielsweise die Erbringung von Finanzierungsleistungen, von Shared-Service-Center-Leistungen und Telekommunikationsdienstleistungen erbringen.

Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das operative Ergebnis herangezogen. Das operative Ergebnis je Geschäftssegment entspricht der Summe der operativen Ergebnisse der in das jeweilige Geschäftssegment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen. Die Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet.

Für das Geschäftssegment »Beteiligungen & Services« ist ferner das Beteiligungsergebnis, welches zur Gänze diesem Geschäftssegment zugerechnet wird, von Relevanz. Da einige Beteiligungen von zu den Geschäftssegmenten »Strom« und »Netz« gehörigen Gesellschaften gehalten werden, kommt es zu einer (vernachlässigbaren) asymmetrischen Allokation von Vermögen und Ergebnissen.

SEGMENTABGRENZUNG

ERLÄUTERUNG DER GE-SCHÄFTSSEGMENTDATEN

Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital Employed. Das Capital Employed entspricht dem Gesamtvermögen eines Geschäftssegments abzüglich jener Vermögenswerte, die im Verbund-Konzern nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen (zum Beispiel Anzahlungen, Anlagen in Bau, aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen), sowie unverzinslicher Schulden. Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten, die neben den Abschreibungen auf immaterielles und Sachanlagevermögen in das operative Ergebnis eingehen, umfassen insbesondere Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften im Energiebereich, Abschreibungen auf Primärenergievorräte und unbare Rückstellungsveränderungen.

Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen sowie zu (nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen) Beteiligungen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen infolge von Unternehmenserwerben.

Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRSs:

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG MIO. 1
STROM NETZ BETEILI-
GUNGEN &
SERVICES
ELIMI-
NIERUNG
SUMME
KONZERN
QUARTALE 1–4/2009
AUSSENUMSATZ 3.168,6 275,6 38,9 0,0 3.483,1
INNENUMSATZ 144,4 74,9 83,3 –302,6 0,0
GESAMTUMSATZ 3.313,0 350,5 122,2 –302,6 3.483,1
OPERATIVES ERGEBNIS 1.010,8 68,2 –37,5 0,8 1.042,3
ABSCHREIBUNGEN –142,2 –59,4 –8,6 1,0 –209,2
DAVON WERTMINDERUNGEN –1,2 0,0 0,0 0,0 –1,2
ANDERE WESENTLICHE NICHT ZAHLUNGS
WIRKSAME POSTEN 97,1 –0,1 –1,9 –0,3 94,9
BETEILIGUNGSERGEBNIS 0,0 0,0 61,4 0,0 61,4
DAVON ERGEBNIS NACH DER EQUITY
METHODE BILANZIERTER BETEILIGUNGEN 0,0 0,0 51,9 0,0 51,9
CAPITAL EMPLOYED 5.168,3 801,0 5.548,9 –4.072,4 7.445,8
DAVON BUCHWERT DER NACH DER EQUITY
METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN 2,3 1,3 2.170,7 0,0 2.174,3
ZUGÄNGE ZU IMMATERIELLEM UND SACHANLAGEVERMÖGEN 1.816,2 143,3 36,2 0,0 1.995,7
ZUGÄNGE ZU BETEILIGUNGEN 0,0 0,0 628,8 0,0 628,8

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG MIO. 1

STROM NETZ BETEILI-
GUNGEN &
SERVICES
ELIMI-
NIERUNG
SUMME
KONZERN
QUARTALE 1–4/2008
AUSSENUMSATZ 3.426,5 307,9 10,4 0,0 3.744,7
INNENUMSATZ 126,9 43,6 79,1 –249,6 0,0
GESAMTUMSATZ 3.553,5 351,5 89,4 –249,6 3.744,7
OPERATIVES ERGEBNIS 1.097,1 83,7 –42,8 0,6 1.138,6
ABSCHREIBUNGEN –123,2 –53,7 –7,5 1,2 –183,2
DAVON WERTMINDERUNGEN –1,9 0,0 0,0 0,0 –1,9
ANDERE WESENTLICHE NICHT ZAHLUNGS
WIRKSAME POSTEN
165,9 3,4 2,4 –0,2 171,5
BETEILIGUNGSERGEBNIS 0,0 0,0 42,3 0,0 42,3
DAVON ERGEBNIS NACH DER EQUITY
METHODE BILANZIERTER BETEILIGUNGEN 0,0 0,0 34,1 0,0 34,1
CAPITAL EMPLOYED 3.537,4 649,6 3.945,0 –2.501,3 5.630,6
DAVON BUCHWERT DER NACH DER EQUITY

Das operative Ergebnis in der Summenspalte entspricht jenem in der GuV. Die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann der GuV entnommen werden.

METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN 2,0 0,0 1.530,2 0,0 1.532,2 ZUGÄNGE ZU IMMATERIELLEM UND SACHANLAGEVERMÖGEN 274,3 159,0 12,1 0,0 445,4 ZUGÄNGE ZU BETEILIGUNGEN 0,0 0,0 546,9 0,0 546,9

ÜBERLEITUNGSRECHNUNGEN

Die Überleitungsrechnung des Gesamtbetrags für das Capital Employed zur Bilanzsumme des Verbund-Konzerns ist wie folgt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG ZUR BILANZSUMME MIO. 1
2009 2008
CAPITAL EMPLOYED 7.445,8 5.630,6
NICHT IM PROZESS DER LEISTUNGSERSTELLUNG
UND -VERWERTUNG EINGESETZTES VERMÖGEN
1.028,6 1.340,1
UNVERZINSLICHE SCHULDEN 1.870,8 1.323,1
SUMME DER VERMÖGENSWERTE DES VERBUND-KONZERNS 10.345,2 8.293,8

Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geographische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich.

UNTERNEHMENSWEITE ANGABEN

GEOGRAPHISCHE SEGMENTBERICHTERSTATTUNG – UMSÄTZE MIO. 1

2009 2008
STROMLIEFERUNGEN IM INLAND 1.410,4 1.332,4
DAVON AN WEITERVERTEILER 838,9 762,1
DAVON AN ENDKUNDEN 527,1 470,3
DAVON AN HÄNDLER 44,4 100,1
STROMLIEFERUNGEN IM AUSLAND 1.754,5 2.067,6
DAVON NACH DEUTSCHLAND 1.364,3 1.542,0
DAVON NACH FRANKREICH 309,4 443,0
DAVON IN RESTLICHE EU-STAATEN 41,4 77,4
DAVON IN ANDERE STAATEN 39,4 5,2
SUMME DER STROMERLÖSE 3.164,9 3.400,0
SUMME DER NETZLEISTUNGEN 268,5 302,0
SUMME DER SONSTIGEN UMSATZERLÖSE 49,7 42,7
UMSATZERLÖSE 3.483,1 3.744,7
DAVON UMSATZERLÖSE IM INLAND 1.728,6 1.677,1
DAVON UMSATZERLÖSE IM AUSLAND 1.754,5 2.067,6
GEOGRAPHISCHE SEGMENTBERICHTERSTATTUNG – LANGFRISTIGES VERMÖGEN MIO. 1
2009 2008
IMMATERIELLES UND SACHANLAGEVERMÖGEN 6.187,2 4.402,6
DAVON IN ÖSTERREICH 4.738,0 4.382,0
DAVON IN DEUTSCHLAND 1.381,9 0,0
DAVON IN RESTLICHEN EU-STAATEN 53,9 20,6
DAVON IN ANDEREN STAATEN 13,4 0,0
NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN 2.174,3 1.532,2
DAVON IN ÖSTERREICH 572,6 502,1
DAVON IN DEUTSCHLAND 30,3 28,7
DAVON IN FRANKREICH 221,4 159,3
DAVON IN ITALIEN 664,7 507,4
DAVON IN DER TÜRKEI 685,3 334,7

Im Verbund-Konzern gibt es keinen einzelnen Kunden, mit dem die Umsatzerlöse 10% der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG

STROMERLÖSE NACH KUNDENSEGMENTEN MIO. 1
2009 2008
KUNDENSEGMENT
ENDKUNDEN 728,2 641,2
WEITERVERTEILER 1.305,9 1.267,7
HÄNDLER 1.130,8 1.491,1
SUMME STROMERLÖSE 3.164,9 3.400,0
SONSTIGE UMSATZERLÖSE MIO. 1
2009 2008
UMSATZERLÖSE AUS FERNWÄRMELIEFERUNGEN 15,3 14,1
UMSATZERLÖSE FÜR CONSULTING- UND PROJEKTIERUNGSLEISTUNGEN
SOWIE FÜR SONSTIGE LEISTUNGSVERRECHNUNGEN
14,3 11,6
PERSONALBEISTELLUNG 9,1 10,0
BENÜTZUNGS- UND BETRIEBSFÜHRUNGSENTGELTE 5,1 5,3
UMSATZERLÖSE AUS VERKAUF VON ABFALLPRODUKTEN/KOHLE/HEIZÖL 1,6 1,2
SONSTIGES 4,3 0,5
SONSTIGE UMSATZERLÖSE 49,7 42,7
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE MIO. 1
2009 2008
BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN 16,8 19,9
ZEITANTEILIGE AUFLÖSUNG VON BAUKOSTENBEITRÄGEN 16,8 15,0
ERLÖSE AUS DIVERSEN LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 6,8 8,9
ERTRÄGE AUS FORDERUNGSZUSCHREIBUNGEN 3,0 0,4
ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON UND DER ZUSCHREIBUNG ZU
SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN
2,3 36,1
MIET- UND PACHTERTRÄGE 1,3 1,0
ERTRÄGE AUS DER AUFLÖSUNG VON RÜCKSTELLUNGEN 0,9 3,3
VERSICHERUNGSENTSCHÄDIGUNGEN 0,6 3,1
ERLÖSE AUS MATERIALVERKÄUFEN 0,3 1,0
ERLÖSE AUS SOZIALEINRICHTUNGEN 0,2 0,6
ÜBRIGE 3,7 6,8
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 52,7 96,1

(1) UMSATZERLÖSE

(2) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

(3) STROM-, NETZ- UND GASBE
ZUG SOWIE EMISSIONSZERTIFI
KATEBEZUG (HANDEL)
STROM-, NETZ- UND GASBEZUG SOWIE EMISSIONSZERTIFIKATEBEZUG MIO. 1
2009 2008
AUFWENDUNGEN FÜR STROMBEZUG 1.479,5 1.709,5
AUFWENDUNGEN FÜR SYSTEMNUTZUNG 127,3 104,4
AUFWENDUNGEN FÜR GASBEZUG –0,3 0,0
EMISSIONSZERTIFIKATEBEZUG 1,8 0,0
STROM-, NETZ- UND GASBEZUG SOWIE EMISSIONSZERTIFIKATEBEZUG 1.608,3 1.813,9

(4) BRENNSTOFFEINSATZ UND SONSTIGE EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN

BRENNSTOFFEINSATZ UND SONSTIGE EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN MIO. 1
2009 2008
BRENNSTOFFEINSATZ 113,9 110,1
ENTGELTLICH ERWORBENE EMISSIONSZERTIFIKATE –1,3 15,9
SONSTIGE EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN 6,3 8,0
BRENNSTOFFEINSATZ UND SONSTIGE EINSATZABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN 118,9 134,0

(5) PERSONALAUFWAND

PERSONALAUFWAND MIO. 1

2009 2008
LÖHNE UND GEHÄLTER 206,4 192,9
AUFWENDUNGEN FÜR GESETZLICH VORGESCHRIEBENE SOZIALABGABEN
SOWIE VOM ENTGELT ABHÄNGIGE ABGABEN UND PFLICHTBEITRÄGE
45,3 42,5
SONSTIGE SOZIALAUFWENDUNGEN 3,4 3,2
ZWISCHENSUMME 255,1 238,6
AUFWENDUNGEN FÜR ALTERSVERSORGUNG 34,9 55,5
AUFWENDUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN 14,0 12,1
PERSONALAUFWAND 304,0 306,2

Der Anstieg des Aufwands im Bereich der Abfertigungen ist auf höhere Bemessungsgrundlagen zurückzuführen. Der Entfall der aus den Veranlagungsverlusten resultierenden Einmaleffekte der vorigen Berichtsperiode und der geringere Dotationsaufwand im Vorruhestandsbereich führten zu einer Entlastung des Aufwands für Altersversorgung. Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen 7,2 Mio. € (Vorjahr: 6,7 Mio. €).

Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse.

SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN MIO. 1

(6) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Diese Leistungen durch Dritte stehen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten Wasserkraftwerkskonzession in Albanien. Diesen sonstigen betrieblichen Aufwendungen stehen gemäß IAS 11 erfasste Umsatzerlöse aus der Errichtungsleistung gegenüber.

2008
79,3 74,0
28,0 0,0
22,6 35,5
18,7 24,0
14,3 15,5
11,5 14,2
11,0 12,5
9,5 10,9
9,3 6,4
7,1 6,6
4,4 0,9
4,2 3,6
4,0 3,7
3,9 3,1
3,9 3,1
3,7 4,3
3,6 16,9
2,7 3,1
1,0 1,5
0,9 0,9
0,0 17,6
9,5 6,6
253,1 264,9

BETEILIGUNGSERGEBNIS MIO. 1

2009 2008
ERTRÄGE AUS NACH DER EQUITY-METHODE
BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN 51,9 34,1
BETEILIGUNGSERTRÄGE AUS NICHT KONSOLIDIERTEN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN 5,2 5,5
ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN AN SONSTIGEN UNTERNEHMEN 3,9 5,0
ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON FINANZANLAGEN/BETEILIGUNGEN 0,8 0,0
AUFWENDUNGEN AUS NICHT KONSOLIDIERTEN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN 0,0 –2,3
AUFWENDUNGEN AUS SONSTIGEN BETEILIGUNGEN –0,4 0,0
BETEILIGUNGSERGEBNIS 61,4 42,3

(7) BETEILIGUNGSERGEBNIS

Sämtliche nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden erstmals mit ihrem anteiligen IFRSs-Ergebnis aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der Muttergesellschaft liegt. Aus dieser Umstellung resultiert in den

Quartalen 1–4/2009 ein einmaliger positiver Ergebniseffekt in Höhe von 29,0 Mio. €. Bei vollumfängli
cher Anwendung bereits zum 31.12. 2008 hätte das Beteiligungsergebnis für die Berichtsperiode 2008 aus
den nach der Equity-Methode einbezogenen Beteiligungen 13,4 Mio. € statt 34,1 Mio. € betragen.
(8) ZINSERTRAG Dieser Posten enthält Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von 49,5 Mio. € (Vorjahr: 94,6 Mio. €).
Davon betreffen 43,9 Mio. € (Vorjahr: 61,4 Mio. €) Zinserträge aus Veranlagungen in Wertpapiere und
Ausleihungen im Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen.
(9) ZINSAUFWAND Dieser Posten enthält im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 213,9 Mio. €
(Vorjahr: 165,0 Mio. €). Davon entfallen 46,3 Mio. € (Vorjahr: 63,6 Mio. €) auf Verbindlichkeiten in
Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen. Weiters sind in diesem Posten die den
Kommanditisten an der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG zurechenbaren Anteile
am Ergebnis in Höhe von 8,9 Mio. € (Vorjahr: 40,9 Mio. €) enthalten. Von den Fremdkapitalkosten
waren in der Berichtsperiode 6,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) gemäß IAS 23 zu aktivieren.
(10) ÜBRIGES FINANZERGEBNIS Dieser Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Ausschüttung von Investmentfonds, Erträge aus
Wertpapierveranlagungen, Erträge aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen sowie
ergebniswirksame Bewertungsergebnisse. Die Veranlagungen in Investmentfonds wurden ursprünglich
insbesondere zur Deckung der Pensionsrückstellungen durchgeführt; mittlerweile enthalten sie aber
auch Veranlagungen, die zum Zwecke der Bildung von Liquiditätsreserven erfolgt sind. Darüber hinaus
werden im übrigen Finanzergebnis Erträge aus Ausleihungen sowie Fremdwährungskursgewinne und
-verluste erfasst.
ÜBRIGES FINANZERGEBNIS MIO. 1
2009 2008
ERTRÄGE AUS FINANZINSTRUMENTEN 31,4 16,3
FREMDWÄHRUNGSKURSGEWINNE 27,0 27,2
ERGEBNIS AUS DER AUFLÖSUNG VON CROSS-BORDER-LEASING-TRANSAKTIONEN 19,6 0,0
ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON FINANZINSTRUMENTEN 10,1 0,8
FREMDWÄHRUNGSKURSVERLUSTE –1,5 –48,6
RÜCKSTELLUNGSDOTIERUNG FÜR ZINSDIFFERENZEN AUS FINANZANLAGEN IN
ZUSAMMENHANG MIT CROSS-BORDER-LEASING-TRANSAKTIONEN
–13,3 0,0
WERTMINDERUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN –27,8 –38,8
SONSTIGER AUFWAND AUS FINANZINSTRUMENTEN –0,3 –1,7
ÜBRIGES FINANZERGEBNIS 45,2 –44,8

Die Rückstellungsdotierung für Zinsdifferenzen aus Finanzanlagen steht in Zusammenhang mit einer weiterhin bestehenden Cross-Border-Leasing-Transaktion, bei der in der Berichtsperiode die Veranlagung bei einem Finanzinstitut durch US-Treasuries ersetzt wurde.

Die Wertänderungen der mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehenden Derivaten und der zum beizulegenden Zeitwert über die GuV bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht mit einbezogen.

(11) ERTRAGSTEUERN

ERTRAGSTEUERN MIO. 1
2009 2008
AUFWAND FÜR LAUFENDE ERTRAGSTEUERN
(DAVON APERIODISCHER ERTRAG 0,8 MIO. 1, VORJAHR: AUFWAND 0,9 MIO. 1)
219,1 241,7
VERÄNDERUNG LATENTER ERTRAGSTEUERN 9,8 –7,6
ERTRAGSTEUERN 228,9 234,1

Der Steueraufwand der Berichtsperiode 2009 von 228,9 Mio. € ist um 16,5 Mio. € geringer als der rechnerische Steueraufwand von 245,4 Mio. €, der sich unter Anwendung des Steuersatzes von 25% auf den Gewinn vor Ertragsteuern (981,8 Mio. €) ergeben würde. Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Steueraufwand im Verbund-Konzern stellen sich wie folgt dar:

STEUERÜBERLEITUNGSRECHNUNG MIO. 1
2009 2008
RECHNERISCHER ERTRAGSTEUERAUFWAND 245,4 256,2
UNTERSCHIEDLICHE AUSLÄNDISCHE STEUERSÄTZE 0,2 0,3
STEUERMINDERUNGEN AUFGRUND VON
STEUERFREIEN BETEILIGUNGSERTRÄGEN –16,2 –23,7
STEUERFREIEN PRÄMIEN –0,2 –0,8
FIRMENWERTABSCHREIBUNG GEM. § 9 ABS. 7 KSTG –0,5 0,0
SONSTIGEN POSTEN –0,5 –0,5
STEUERMEHRUNGEN AUFGRUND VON
SONSTIGEN POSTEN 1,8 1,6
ERTRAGSTEUERAUFWAND DER PERIODE 230,0 233,1
APERIODISCHER ERTRAGSTEUERERTRAG / -AUFWAND (LAUFEND UND LATENT) –1,1 1,0
AUSGEWIESENER ERTRAGSTEUERAUFWAND 228,9 234,1
EFFEKTIVSTEUERSATZ 23,3 % 22,8 %

Die direkt im Eigenkapital verrechneten latenten Steuern betragen +14,9 Mio. €.

Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRSs-Bilanz wirken sich mit folgender Steuerlatenz aus:

STEUERLATENZ MIO. 1
2009 2008
PENSIONS- UND ABFERTIGUNGSRÜCKSTELLUNGEN 59,7 55,9
WERTMINDERUNGEN AUS BETEILIGUNGEN 0,0 11,3
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE 0,7 0,0
SONSTIGE 3,0 0,0
AKTIVE LATENTE STEUERN 63,4 67,2
STEUERLATENZ – FORTSETZUNG MIO. 1
2009 2008
SACHANLAGEN (UNTERSCHIEDLICHE NUTZUNGSDAUERN, BEWERTUNG IFRS 3) –124,7 –115,9
STEUERLICHE SONDERABSCHREIBUNGEN –94,6 –81,4
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE –17,4 –38,0
SONSTIGE –0,8 –11,1
PASSIVE LATENTE STEUERN –237,5 –246,4
AKTIVE (+)/PASSIVE (-) ABGRENZUNG FÜR LATENTE STEUERN (SALDIERT) –174,1 –179,2

Die Nettoposition für latente Steuern hat sich in der Berichtsperiode 2009 wie folgt verändert:

STEUERLATENZ MIO. 1
ANFANGSBESTAND 01.01.2009 –179,2
ERGEBNISNEUTRALE VERÄNDERUNG +14,9
ERGEBNISWIRKSAME VERÄNDERUNG –9,8
ENDBESTAND 31.12.2009 –174,1

Die ergebnisneutrale Veränderung bezieht sich im Wesentlichen auf direkt im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten und Cashflow Hedges, auf latente Steuern aus der Geltendmachung der vorzeitigen Abschreibung sowie den erstmaligen Ansatz infolge von Konsolidierungskreisänderungen.

Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die vor allem aus einbehaltenen Gewinnen und nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem anteiligen Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen im Wesentlichen steuerfrei bleiben werden. Daher wurde dafür keine Steuerabgrenzung vorgenommen.

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 135

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG

SONSTIGE (IM EIGENKAPITAL ERFASSTE) ERGEBNISSE – UMGLIEDERUNGEN MIO. 1 2009 2008 AUS WÄHRUNGSDIFFERENZEN 0 1 –7,0 –52,4 AUS ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBAREN FINANZINSTRUMENTEN BEWERTUNGSERGEBNIS IM EIGENKAPITAL 56,4 –1,9 UMGLIEDERUNGSBETRAG IN DIE GUV –21,9 34,5 –10,5 –12,4 AUS CASHFLOW HEDGES 0 BEWERTUNGSERGEBNIS IM EIGENKAPITAL 236,0 79,1 UMGLIEDERUNGSBETRAG IN DIE GUV –357,8 74,6 VERRECHNUNG MIT DEM ERSTMALIGEN WERTANSATZ VON BILANZPOSTEN 9,3 –112,5 –2,9 150,8 AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN BEWERTUNGSERGEBNIS IM EIGENKAPITAL –24,9 –0,2 UMGLIEDERUNGSBETRAG IN DIE GUV –3,5 –28,4 0,0 –0,2 SUMME SONSTIGER (IM EIGENKAPITAL ERFASSTER) ERGEBNISSE –113,4 85,8

BESTANDTEILE DES SONSTIGEN (IM EIGENKAPITAL ERFASSTEN) ERGEBNISSES; UMGLIEDERUN-GEN IN DIE GUV

In der Berichtsperiode wurden keine Tochtergesellschaften oder nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen veräußert; aus dem Posten resultieren daher keine Umgliederungsbeträge in die GuV.

SONSTIGE (IM EIGENKAPITAL ERFASSTE) ERGEBNISSE – STEUERN MIO. 1

VOR
STEUERN
2009
STEUERN
NACH
STEUERN
VOR
STEUERN
2008
STEUERN
NACH
STEUERN
AUS WÄHRUNGSDIFFERENZEN –7,0 0,0 –7,0 –52,4 0,0 –52,4
AUS ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBAREN
FINANZINSTRUMENTEN
34,5 –8,6 25,9 –12,4 3,1 –9,3
AUS CASHFLOW HEDGES –112,5 28,1 –84,4 150,8 –38,1 112,7
AUS NACH DER EQUITY-METHODE
BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN
–28,4 5,8 –22,6 –0,2 0,0 –0,2
SUMME SONSTIGER (IM EIGENKAPITAL
ERFASSTER) ERGEBNISSE
–113,4 25,3 –88,1 85,8 –35,0 50,8

BESTANDTEILE DES SONSTIGEN (IM EIGENKAPITAL ERFASSTEN) ERGEBNISSES; STEUERN

V. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

LANGFRISTIGES VERMÖGEN

(12) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Als immaterielle Vermögenswerte werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Wasserrechte, Software, Nutzungsrechte für Fremdanlagen sowie daraus abgeleitete Lizenzen und Firmenwerte ausgewiesen.

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 2009 MIO. 1

KONZESSIONEN,
RECHTE, LIZENZEN
FIRMENWERTE SUMME
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2009 52,7 0,0 52,7
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,7 605,7 606,4
ZUGÄNGE 18,6 0,0 18,6
ABGÄNGE –1,1 0,0 –1,1
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2009 71,0 605,7 676,7
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 01.01.2009 40,2 0,0 40,2
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,4 0,0 0,4
ABSCHREIBUNGEN 3,9 0,0 3,9
ABGÄNGE –1,1 0,0 –1,1
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 31.12.2009 43,4 0,0 43,4
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 27,6 605,7 633,3
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 2008 MIO. 1
KONZESSIONEN,
RECHTE, LIZENZEN
FIRMENWERTE SUMME
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2008 50,4 0,0 50,4
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 0,0 0,0
ZUGÄNGE 5,1 0,0 5,1
ABGÄNGE –2,7 0,0 –2,7
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2008 52,7 0,0 52,7

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 2008 – FORTSETZUNG MIO. 1

KONZESSIONEN,
RECHTE, LIZENZEN
FIRMENWERTE SUMME
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 01.01.2008 39,4 0,0 39,4
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 0,0 0,0
ABSCHREIBUNGEN 3,5 0,0 3,5
ABGÄNGE –2,7 0,0 –2,7
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 31.12.2008 40,2 0,0 40,2
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 12,5 0,0 12,5

SACHANLAGEN MIO. 1

GRUNDSTÜCKE
UND BAUTEN
MASCHINELLE
ANLAGEN
ELEKTRISCHE
ANLAGEN
LEITUNGEN BETRIEBS- UND
AUSSTATTUNG
GESCHÄFTS
ANLAGEN IN BAU
ANZAHLUNGEN,
UND PROJEKTE
GELEISTETE
SUMME
2009
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGS
KOSTEN STAND 01.01.2009
5.262,1 1.744,1 1.980,7 949,0 112,9 596,4 10.645,1
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 63,0 779,4 70,0 0,4 17,6 30,7 961,1
ZUGÄNGE 29,6 28,2 57,6 33,3 13,3 310,0 471,9
ABGÄNGE –29,7 –12,2 –26,4 0,0 –5,0 0,0 –73,3
UMBUCHUNGEN 83,7 12,0 86,0 114,5 1,0 –297,3 0,0
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGS
KOSTEN STAND 31.12.2009
5.408,7 2.551,5 2.167,9 1.097,1 139,8 639,8 12.004,8
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
STAND 01.01.2009
2.623,0 1.499,4 1.564,7 474,6 83,3 10,1 6.255,1
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 6,7 50,1 0,1 0,0 4,1 0,0 61,0
ABSCHREIBUNGEN 2009 67,7 39,1 66,1 23,2 8,1 0,0 204,2
WERTMINDERUNGEN 0,0 0,5 0,2 0,0 0,0 0,5 1,2
ABGÄNGE –28,9 –11,7 –25,2 0,0 –4,7 0,0 –70,5
UMBUCHUNGEN 4,9 0,0 0,5 0,0 0,0 –5,4 0,0
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
STAND 31.12.2009
2.673,5 1.577,3 1.606,5 497,7 90,8 5,2 6.451,0
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 2.735,2 974,2 561,4 599,4 49,0 634,6 5.553,8
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 2.639,1 244,7 416,0 474,4 29,6 586,3 4.390,0

(13) SACHANLAGEN

SACHANLAGEN MIO. 1 2008 ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGS-KOSTEN STAND 01.01.2008 5.314,6 1.960,4 2.016,3 931,7 114,6 290,6 10.628,2 ZUGÄNGE 10,7 10,3 39,3 16,8 9,2 354,1 440,3 ABGÄNGE –71,2 –233,7 –106,8 0,0 –11,7 0,0 –423,4 UMBUCHUNGEN 8,0 7,1 31,9 0,5 0,7 –48,3 0,0 ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGS-KOSTEN STAND 31.12.2008 5.262,1 1.744,1 1.980,7 949,0 112,9 596,4 10.645,1 KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 01.01.2008 2.626,4 1.705,9 1.611,8 454,5 88,1 9,6 6.496,2 ABSCHREIBUNGEN 2008 66,4 26,6 57,5 20,1 6,7 0,5 177,8 WERTMINDERUNGEN 0,7 0,5 0,6 0,0 0,0 0,0 1,9 ABGÄNGE –70,5 –233,6 –105,2 0,0 –11,5 0,0 –420,8 UMBUCHUNGEN 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN STAND 31.12.2008 2.623,0 1.499,4 1.564,7 474,6 83,3 10,1 6.255,1 NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 2.639,1 244,7 416,0 474,4 29,6 586,3 4.390,0 NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2007 2.688,2 254,5 404,5 477,2 26,5 281,0 4.132,0 SUMME 471,9 440,3 GRUNDSTÜCKE UND BAUTEN MASCHINELLE ANLAGEN ELEKTRISCHE ANLAGEN LEITUNGEN BETRIEBS- UND GESCHÄFTS- AUSSTATTUNG GELEISTETE ANZAHLUNGEN, ANLAGEN IN BAU UND PROJEKTE SUMME

Die Zugänge 2009 stellen sich im Detail wie folgt dar:

ZUGÄNGE MIO. 1
2009 2008
GAS-UND-DAMPFTURBINEN-KOMBINATIONSKRAFTWERK MELLACH 104,3 64,5
KRAFTWERK KAPRUN LIMBERG II 84,4 78,3
380-KV-LEITUNG KAINACHTAL – SÜDBURGENLAND 39,9 90,3
380-KV-LEITUNG TAUERN–PONGAU–SALZACH–ST. PETER 29,7 2,6
KRAFTWERK HIEFLAU – ERWEITERUNG 20,4 31,5
WINDKRAFTWERKE IN BULGARIEN 17,2 0,0
AUTOMATISIERUNG VON WASSERKRAFTWERKEN 12,1 12,5
KRAFTWERK WERFEN/PFARRWERFEN 5,0 13,0
UMSPANNWERK WIEN-SÜDOST – ERRICHTUNG DER NEUEN HAUPTSCHALTLEITUNG 4,1 13,8
SOLARKRAFTWERKE IN SPANIEN 0,0 21,0
SONSTIGE MIT EINZELBETRÄGEN UNTER 10 MIO. 1 154,8 112,8

In der Berichtsperiode 2002 wurde auf Basis eines Finanzierungsleasingverhältnisses das Kraftwerk Triebenbach übernommen. Dieses ist zum 31.12. 2009 mit einem Restbuchwert von 16,9 Mio. € (Vorjahr: 17,9 Mio. €) im Sachanlagevermögen enthalten.

Die Konsolidierungskreisänderungen betreffen im Wesentlichen die Unternehmenserwerbe der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum und der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung, Unternehmenserwerbe).

ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN MIO. 1

2009 2008
PLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN 208,0 181,3
WERTMINDERUNGEN 1,2 1,9
ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN 209,2 183,2

Die Wertminderungen betreffen im Wesentlichen das in Betrieb befindliche Dampfkraftwerk Mellach.

NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN UND SONSTIGE BETEILIGUNGEN MIO. 1 2009 (FORTGESCHRIEBENE) ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2009 1.582,2 12,5 152,6 36,7 1.784,0 ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 26,1 –6,0 –12,5 –36,7 –29,1 ZUGÄNGE AUS ANTEILSERWERBEN UND -ERHÖHUNGEN 626,6 0,0 2,2 0,0 628,8 ZUGÄNGE AUS ERGEBNIS 101,2 0,0 0,0 0,0 101,2 ABGÄNGE AUS ERGEBNIS –79,1 0,0 0,0 0,0 –79,1 ABGÄNGE –0,3 –3,9 –3,9 0,0 –8,1 DIVIDENDENZAHLUNGEN –32,3 0,0 0,0 0,0 –32,3 (FORTGESCHRIEBENE) ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2009 2.224,3 2,7 138,4 0,0 2.365,4 KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 01.01.2009 50,0 2,3 10,8 0,0 63,2 ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 0,0 –4,9 0,0 –4,9 WERTMINDERUNGEN 0,0 0,0 0,5 0,0 0,5 ABGÄNGE 0,0 –2,3 –3,9 0,0 –6,2 KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 31.12.2009 50,0 0,0 2,5 0,0 52,5 NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 2.174,3 2,7 135,9 0,0 2.312,8 NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 1.532,2 10,2 141,8 36,7 1.720,8 NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BE-TEILIGUNGEN ANTEILE AN NICHT KONSOLIDIERTEN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN SONSTIGE BETEILIGUNGEN GELEISTETE AN-ZAHLUNGEN AUF BETEILIGUNGEN SUMME

(14) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

(15) NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BE-TEILIGUNGEN UND SONSTIGE BETEILIGUNGEN (INKLUSIVE ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN)

NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN UND SONSTIGE BETEILIGUNGEN
EQUITY-METHODE
BILANZIERTE BE-
TEILIGUNGEN
NACH DER
ANTEILE AN NICHT
KONSOLIDIERTEN
UNTERNEHMEN
VERBUNDENEN
BETEILIGUNGEN
SONSTIGE
ZAHLUNGEN AUF
GELEISTETE AN-
BETEILIGUNGEN
SUMME
2008
(FORTGESCHRIEBENE) ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2008 1.156,3 8,5 42,3 0,0 1.207,0
ZUGÄNGE AUS ANTEILSERWERBEN UND -ERHÖHUNGEN 432,9 4,1 110,8 36,7 584,6
ZUGÄNGE AUS ERGEBNIS 95,9 0,0 0,0 0,0 95,9
ABGÄNGE AUS ERGEBNIS –64,5 0,0 0,0 0,0 –64,5
ABGÄNGE 0,0 0,0 –0,5 0,0 –0,5
DIVIDENDENZAHLUNGEN –38,5 0,0 0,0 0,0 –38,5
(FORTGESCHRIEBENE) ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2008 1.582,2 12,5 152,6 36,7 1.784,0
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 01.01.2008 0,0 0,0 11,0 0,0 11,0
WERTMINDERUNGEN 50,0 2,3 0,0 0,0 52,3
ABGÄNGE 0,0 0,0 –0,1 0,0 –0,1
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 31.12.2008 50,0 2,3 10,8 0,0 63,2
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 1.532,2 10,2 141,8 36,7 1.720,8
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2007 1.156,3 8,5 31,3 0,0 1.196,0
Die Zugänge bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betreffen Anteilserwerbe,
Kapitalerhöhungen und Zuschüsse. Die Zugänge in der Berichtsperiode 2009 resultieren im Wesent
lichen aus der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. (270,4 Mio. €), Enerjisa Enerji Üretim A.S. (100,0 Mio. €),
der POWEO S.A. (85,4 Mio. €), der POWEO Production S.A.S. (20,0 Mio. €) und der Sorgenia S.p.A.
(Group) (150,5 Mio. €).
Die Veränderung im Wertansatz der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen wird als Zu
oder Abgang ausgewiesen.

FINANZANLAGEN – CROSS-BORDER-LEASING MIO. 1

BORDER-LEASING
(WERTRECHTE)
WERTPAPIERE
AUS CROSS
CROSS-BORDER
LEIHUNGEN AUS
SONSTIGE AUS
LEASING
SUMME
FORTGESCHRIEBENE ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2009 47,1 543,3 590,4
FREMDWÄHRUNGSBEWERTUNG –0,3 –11,1 –11,4
ZUGÄNGE 41,8 3,7 45,5
KAPITALISIERTE ZINSEN 0,2 26,3 26,5
ABGÄNGE 0,0 –326,0 –326,0
FORTGESCHRIEBENE ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2009 88,8 236,2 325,0
DAVON LANGFRISTIGES VERMÖGEN 88,8 233,2 322,0
DAVON KURZFRISTIGES VERMÖGEN 0,0 3,0 3,0

Erläuterungen zu den Cross-Border-Leasing-Transaktionen finden sich im Anhangsteil zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die kurzfristigen Ausleihungen aus Cross-Border-Leasing sind im Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen enthalten.

Die Wertpapiere bestehen aus Medium Term Notes mit einem Nominale in Höhe von 64,8 Mio. \$ (Vorjahr: 64,3 Mio. \$) beziehungsweise 46,3 Mio. € (Vorjahr: 47,1 Mio. €) und aus US-Treasury Strips in Höhe von 61,3 Mio. \$ beziehungsweise 42,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Die US-Treasury Strips wurden ersatzweise anstelle einer Ausleihung angeschafft.

Was die Wertpapiere betrifft, so ist ein Betrag von 88,8 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) verpfändet; Ausleihungen sind im Wert von 236,2 Mio. € (Vorjahr: 409,6 Mio. €) verpfändet. Insgesamt sind 101,6 Mio. € (Vorjahr: 295,3 Mio. €) an US-Investoren und 223,4 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) an Banken zur Besicherung von Krediten verpfändet. Verpflichtungen gegenüber Banken zur Besicherung von Bankgarantien bestehen zum 31.12. 2009 keine mehr (Vorjahr: 114,3 Mio. €).

(16) FINANZANLAGEN –

CROSS-BORDER-LEASING

ANHANG

(17) SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN

SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN MIO. 1
-------------------------------------------------------------- --------
MIO.
AN
UNTERNEHMEN,
AUSLEIHUNGEN
BETEILIGUNGS
MIT DENEN EIN
VERHÄLTNIS
BESTEHT
BORDER-LEASING
(WERTRECHTE)
WERTPAPIERE
OHNE CROSS
BORDER-LEASING
AUSLEIHUNGEN
OHNE CROSS
SONSTIGE
SUMME
2009
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2009 40,6 355,6 157,8 554,0
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 0,3 0,0 0,3
ZUGÄNGE 0,0 29,7 26,0 55,8
ABGÄNGE –0,1 –118,6 0,0 –118,7
UMBUCHUNGEN –0,6 0,0 –0,6 –1,2
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2009 39,9 267,0 183,2 490,2
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 01.01.2009 0,0 89,1 0,0 89,1
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 0,1 0,0 0,1
WERTMINDERUNG ÜBER GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG 0,0 27,7 0,0 27,7
WERTMINDERUNGEN ÜBER EIGENKAPITAL 0,0 0,0 0,0 0,0
WERTERHÖHUNGEN 0,0 –15,1 0,0 –15,1
RECLASSIFICATION ADJUSTMENTS 0,0 –21,9 0,0 –21,9
ABGÄNGE 0,0 –24,9 0,0 –24,9
UMBUCHUNGEN 0,0 0,0 0,0 0,0
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 31.12.2009 0,0 55,0 0,0 55,0
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 39,9 212,1 183,2 435,2
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 40,6 266,5 157,8 464,9
SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 106,8
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 147,6
GESAMT
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2009 542,0
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 612,6
2008
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2008 41,3 289,4 74,0 404,7
ZUGÄNGE 0,1 104,9 87,9 192,9
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 01.01.2008 41,3 289,4 74,0 404,7
ZUGÄNGE 0,1 104,9 87,9 192,9
ABGÄNGE –0,2 –38,6 0,0 –38,8
UMBUCHUNGEN –0,7 0,0 –4,0 –4,7
ANSCHAFFUNGSKOSTEN STAND 31.12.2008 40,6 355,6 157,8 554,0
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 01.01.2008 0,0 38,6 0,0 38,6
WERTMINDERUNG ÜBER GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG 0,0 38,8 0,0 38,8
WERTMINDERUNGEN ÜBER EIGENKAPITAL 0,0 25,8 0,0 25,8
WERTERHÖHUNGEN 0,0 –4,0 0,0 –4,0
RECLASSIFICATION ADJUSTMENTS 0,0 –10,5 0,0 –10,5
ABGÄNGE 0,0 0,4 0,0 0,4
UMBUCHUNGEN 0,0 0,0 0,0 0,0
KUMULIERTE WERTANPASSUNGEN STAND 31.12.2008 0,0 89,1 0,0 89,1
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 40,6 266,5 157,8 464,9
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2007 41,3 250,8 74,0 366,1
SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 147,6
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2007 80,4
GESAMT
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2008 612,6
NETTOBUCHWERT STAND 31.12.2007 446,5

Die Umbuchungen der Anschaffungskosten betreffen Umgliederungen in das kurzfristige Vermögen.

Die Zugänge bei den sonstigen Ausleihungen ohne Cross-Border-Leasing (26,0 Mio. €) betreffen im Wesentlichen eine Ausleihung an die POWEO Pont-sur-Sambre S.A.S. (26,0 Mio. €).

Die Wertpapiere (212,1 Mio. €, Vorjahr: 266,5 Mio. €) bestehen überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds sowie Anleihen und sind als zur Veräußerung verfügbar eingestuft.

Von den Wertpapieren wurden 100,6 Mio. € (Vorjahr: 136,9 Mio. €) als Sicherheit vor allem in Zusammenhang mit dem Handel an Strombörsen und der Ausgleichsenergiebewirtschaftung verpfändet.

Die sonstigen Ausleihungen von 183,2 Mio. € (Vorjahr: 157,8 Mio. €) bestehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung von POWEO Pont-sur-Sambre S.A.S. (183,0 Mio. €).

Die in den sonstigen langfristigen Forderungen erfasste Stromkostenvorauszahlung an die Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft (25,9 Mio. €, Vorjahr: 27,8 Mio. €) verminderte sich 2009 um 1,9 Mio. €.

Die sonstigen langfristigen Forderungen enthalten nach Verrechnung mit den erhaltenen Anzahlungen 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) als Barwert künftiger Leasingraten für vom Verbund-Konzern an einen Großkunden in Bestand gegebene Anlagen (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17). Die Leasingverträge enden am 30. 09. 2010. Die Summe der nicht abgezinsten künftigen Leasingraten beträgt 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €). Die innerhalb eines Jahres fälligen Tilgungen betragen 0,7 Mio. €.

In den sonstigen langfristigen Forderungen sind Forderungen aus den beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente des Finanzbereichs im Zusammenhang mit dem Cross-Border-Leasing in Höhe von 64,6 Mio. € (Vorjahr: 117,9 Mio. €) enthalten.

KURZFRISTIGES VERMÖGEN

Als kurzfristiges Vermögen werden sämtliche Vermögenswerte ausgewiesen, von denen erwartet wird, dass sie innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten oder innerhalb des normalen Verlaufs des Geschäftszyklus realisiert (verbraucht) werden.

VORRÄTE MIO. 1
2009 2008 ÄNDERUNG
PRIMÄRENERGIETRÄGER 124,1 63,6 60,5
ABZÜGLICH WERTBERICHTIGUNGEN –0,1 –0,1 0,0
ZWISCHENSUMME 124,0 63,5 60,5
HILFS- UND BETRIEBSSTOFFE 3,1 2,9 0,2
VORRÄTE 127,1 66,4 60,7

Die Primärenergieträger betreffen Kohle- und Ölvorräte.

(18) VORRÄTE

(19) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN MIO. 1
KURZFRISTIG LANGFRISTIG
2009 2008 2009 2008
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 248,3 281,1 0,0 0,0
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN,
MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
41,8 30,9 0,0 0,0
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN 7,2 2,0 0,0 0,0
AUSLEIHUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN,
MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
0,6 0,6 0,0 0,0
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
1,6 5,5 0,0 0,0
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE 428,6 473,1 106,8 147,6
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE FORDERUNGEN
728,1 793,2 106,8 147,6

In den sonstigen Ausleihungen sind kurzfristige sonstige Ausleihungen aus Cross-Border-Leasing in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) enthalten.

Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr sind in der Bilanz des Verbund-Konzerns unter dem langfristigen Posten der sonstigen Finanzanlagen und sonstigen Forderungen ausgewiesen.

SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE MIO. 1
KURZFRISTIG LANGFRISTIG
2009 2008 2009 2008
ZEITWERTE DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE
IM ENERGIEBEREICH 367,3 383,7 0,0 0,0
IM FINANZBEREICH 0,1 0,0 64,6 117,9
EMISSIONSZERTIFIKATE 20,0 43,0 0,0 0,0
STROMKOSTENVORAUSZAHLUNG ÖBK 0,0 0,0 25,9 27,8
FORDERUNGEN AUS PPPs (GEMÄSS IFRIC 12) 0,0 0,0 15,4 0,0
FORDERUNGEN AUS VERRECHNUNGEN VON STEUERN 5,2 4,0 0,0 0,0
FORDERUNGEN AUS ZINSABGRENZUNGEN 4,3 5,6 0,0 0,0
SICHERSTELLUNGEN IM STROMHANDEL 3,5 4,2 0,0 0,0
SONSTIGE FORDERUNGEN AUS DER PERSONALVERRECHNUNG 0,5 0,4 0,0 0,0
FORDERUNGEN AUS SCHLEUSENBETRIEB UND -INSTANDHALTUNG 4,5 3,6 0,0 0,0
FORDERUNGEN FINANZIERUNGSLEASING 0,0 0,0 0,7 1,6
FORDERUNGEN REPUBLIK ÖSTERREICH 0,0 7,2 0,0 0,0
GELEISTETE ANZAHLUNGEN AUS AUKTIONEN 0,0 0,1 0,0 0,0
SONSTIGE 23,2 21,3 0,2 0,3
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE 428,6 473,1 106,8 147,6

Die als Sicherstellungen angeführten Beträge von insgesamt 3,5 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €) sind vor allem in Zusammenhang mit dem Handel an Strombörsen und mit der Ausgleichsenergiebewirtschaftung verpfändet.

Wesentliche Wertberichtigungen beziehungsweise Zahlungsstörungen (Überfälligkeiten) bestanden zum 31.12. 2009 bei den folgenden Forderungen:

WERTBERICHTIGUNGEN MIO. 1

BUCHWERT DAVON: ZUM AB-
SCHLUSSSTICH-
TAG WERT-
GEMINDERT
WERTBE-
RICHTIGUNG
BRUTTO
2009
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 248,3 26,5 11,6 259,9
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
41,8 0,0 1,4 43,2
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
1,6 0,0 0,0 1,6
AUSLEIHUNGEN 7,8 0,0 0,0 7,8
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE 428,6 0,1 0,0 428,6
SUMME 728,1 26,6 13,0 741,1
2008
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 281,1 35,0 12,4 293,5
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
30,9 0,0 1,4 32,3
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
5,5 0,0 0,0 5,5
AUSLEIHUNGEN 2,6 0,0 0,0 2,6
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE 473,1 0,1 2,3 475,4
SUMME 793,2 35,1 16,1 809,3

ÜBERFÄLLIGKEITEN MIO. 1

DAVON: ZUM BILANZSTICHTAG NICHT WERTGEMINDERT
UND IN DEN FOLGENDEN ZEITBÄNDERN ÜBERFÄLLIG
BUCHWERT BILANZSTICHTAG
WEDER WERTGE
MINDERT NOCH
ÜBERFÄLLIG
DAVON: ZUM
WENIGER
30 TAGE
ALS
31 UND 120
ZWISCHEN
TAGE
121 UND 360
ZWISCHEN
TAGE
360 TAGE
MEHR
ALS
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 248,3 208,1 3,7 0,8 8,9 0,3
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
41,8 40,6 0,8 0,3 0,0 0,1
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
1,6 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0
AUSLEIHUNGEN 7,8 7,8 0,0 0,0 0,0 0,0
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE 428,6 419,3 5,1 2,0 1,7 0,4
SUMME 728,1 677,4 9,6 3,1 10,6 0,8

Die Wertberichtigungen zu Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Ausmaß von 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) nahe stehende Unternehmen gemäß IAS 24 (nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen).

(20) LIQUIDE MITTEL

2009 2008
0,0 0,0
125,8 107,7
0,2 0,1
126,0 107,8

LIQUIDE MITTEL MIO. 1

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristiger Finanzveranlagungen betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate.

Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der flüssigen Mittel in der Geldflussrechnung.

EIGENKAPITAL

Die Zusammensetzung und die Veränderungen sind in der Entwicklung des Eigenkapitals des Verbund-Konzerns nach IFRSs dargestellt.

Das Grundkapital setzt sich wie folgt zusammen: (21) GRUNDKAPITAL

151.018.000 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49% des Aktienkapitals, und 157.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51% des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt.

Zum Bilanzstichtag befinden sich 308.200.000 Aktien (Vorjahr: 308.200.000) in Umlauf.

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Konzernergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Jahr 2009 im Umlauf befindlichen Aktien (308.200.000, Vorjahr: 308.200.000) dividiert wird. Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien oder andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestehen nicht.

Unter den Kapitalrücklagen wird mit 10,9 Mio. € (Vorjahr: 10,9 Mio. €) jener Teil der Rücklage ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Jahre gebildet wurde. (22) KAPITALRÜCKLAGEN

Die angesammelten Ergebnisse umfassen die innerhalb des Konzerns thesaurierten Gewinne. Von diesen Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der Muttergesellschaft ausgeschüttet werden, der in dem nach österreichischen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Einzelabschluss der Muttergesellschaft als »Bilanzgewinn« zum 31.12. 2009 ausgewiesen ist. (23) ANGESAMMELTE ERGEBNISSE

(24) RÜCKLAGE FÜR WÄHRUNGSDIFFERENZ

(25) ANDEREN GESELLSCHAF-TERN ZURECHENBARES EIGENKAPITAL

Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen mit der türkischen Sabanci Holding A.S. Diese beträgt zum 31.12. 2009 –7,3 Mio. €. Die Anteile anderer Gesellschafter umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochtergesellschaften. Fremdanteile bestehen an der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (19,7%) und

Die Währungsrücklage enthält im Wesentlichen das Ergebnis der Währungsumrechnung der nach der

an der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH (40,5%). Weiters werden ab dem Berichtsjahr auch Fremdanteile am Eigenkapital der in den Konsolidierungskreis neu aufgenommenen Gesellschaften VERBUND-Tourismus GmbH (16,1%), Alpha Wind S.R.L. (49,9%), VERBUND-Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG (5,1%) und VERBUND-Innkraftwerke GmbH (0,3%) ausgewiesen.

Die Entwicklung der Anteile anderer Gesellschafter ist in der Entwicklung des Eigenkapitals des Verbund-Konzerns nach IFRSs dargestellt.

Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG (44,35%) werden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Einzelabschluss der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser noch nicht festgestellte Bilanzgewinn beträgt für das Geschäftsjahr 2009 385,3 Mio. € (Vorjahr: 323,6 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 1,00 € pro Aktie (Vorjahr: 1,05 €) zuzüglich einer Sonderdividende von 0,25 € pro Aktie (Vorjahr: 0,00 €) vorzunehmen.

(26) DIVIDENDE

LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN

LANG- UND KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN MIO. 1
KURZFRISTIG LANGFRISTIG
2009 2008 2009 2008
ANLEIHEN 52,9 16,7 2.190,9 670,8
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 98,8 448,0 1.319,7 770,6
FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN 2,0 131,4 124,5 17,9
KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE 0,0 0,0 125,9 138,7
SUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN (EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING) 153,7 596,1 3.761,0 1.598,0
FINANZVERBINDLICHKEITEN AUS CROSS-BORDER-LEASING: KREDITINSTITUTE 3,0 0,0 298,6 0,0
FINANZVERBINDLICHKEITEN AUS CROSS-BORDER-LEASING: SONSTIGE 0,0 0,0 94,1 728,6
LANG- UND KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN 156,7 596,1 4.153,7 2.326,6

(27) LANG- UND KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN

Die Finanzverbindlichkeiten (exklusive Cross-Border-Leasing-Verbindlichkeiten) entwickelten sich wie folgt:

FINANZVERBINDLICHKEITEN (EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING) MIO. 1
2009 2008
STAND ZUM 01.01. (LANG- UND KURZFRISTIG) 2.194,1 1.982,0
ÄNDERUNG IM KONSOLIDIERUNGSKREIS 32,4 0,0
NETTOVERÄNDERUNG DER GELDMARKTGESCHÄFTE –116,8 103,2
VERÄNDERUNG DER ZINSABGRENZUNG 35,3 1,0
PLANMÄSSIGE TILGUNGEN –302,4 –341,0
AUFNAHMEN 2.092,4 402,0
VERÄNDERUNG DER DEN KOMMANDITISTEN ZURECHENBAREN KAPITALANTEILE –12,8 13,0
KURSGEWINNE / -VERLUSTE –7,5 33,9
STAND ZUM 31.12. (LANG- UND KURZFRISTIG) 3.914,7 2.194,1

Die den Kommanditisten an der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG zurechenbaren Kapital- beziehungsweise Ergebnisanteile werden ebenfalls in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Diese entwickelten sich wie folgt:

DEN KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE MIO. 1
2009 2008
STAND ZUM 01.01. 138,7 125,7
ERGEBNISNEUTRALE VERÄNDERUNGEN 4,9 –5,7
KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE ERGEBNISANTEILE 8,9 40,9
AUSSCHÜTTUNG –26,6 –22,2
STAND ZUM 31.12. 125,9 138,7

Die Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing entwickelten sich wie folgt:

CROSS-BORDER-LEASING-FINANZVERBINDLICHKEITEN MIO. 1
2009 2008
STAND ZUM 01.01. 728,6 604,6
KURSGEWINNE / -VERLUSTE –15,1 19,9
KAPITALISIERUNG 46,3 63,6
TILGUNGEN BEZIEHUNGSWEISE ABGÄNGE –310,0 –30,4
MARKTWERTVERÄNDERUNGEN –54,1 70,9
STAND ZUM 31.12. 395,7 728,6
DAVON LANGFRISTIGE SCHULDEN 392,7 728,6
DAVON KURZFRISTIGE SCHULDEN 3,0 0,0

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing sind in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.

In der Berichtsperiode 2009 wurden Aufnahmen von neuen langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 2.107,2 Mio. € (nach Abzug von Geldbeschaffungskosten und Disagien: 2.092,4 Mio. €) getätigt. Davon betrafen 260,0 Mio. € Aufnahmen, die im Rahmen des Refinanzierungsverfahrens der Oesterreichischen Kontrollbank AG für ausländische Beteiligungserwerbe vorgenommen wurden. Weitere 27,5 Mio. € stammen vom Fonds zur Förderung der Wasserkraftregion Oberkärnten.

Die übrigen Aufnahmen in Höhe von 1.780,7 Mio. € erfolgten durch die vollkonsolidierte Tochtergesellschaft VERBUND-International Finance B.V. in den Niederlanden, bei der die Fremdkapitalaufnahmen des Verbund-Konzerns grundsätzlich konzentriert werden. Diese Aufnahmen erfolgten mit 1.540,0 Mio. € in Form von Anleihen im Rahmen des 3 Mrd. € EMTN-Programms (European Medium Term Note). Weitere 200,0 Mio. € wurden im Rahmen eines Schuldscheindarlehens und 40,7 Mio. € in Form von Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen aufgenommen.

Von den gesamten Neuaufnahmen sind 344,0 Mio. € variabel und 1.763,2 Mio. € fix verzinst.

Die Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten exklusive Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten in Höhe von 302,4 Mio. € plangemäß; außerplanmäßige Tilgungen erfolgten nicht. Bei den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (Barvorlagen) wurden 116,9 Mio. € getilgt und 0,1 Mio. € am Geldmarkt neu aufgenommen.

Bei den zugrundeliegenden Konditionen der bestehenden Finanzverbindlichkeiten ergaben sich keine Änderungen hinsichtlich der Zinssätze oder der Laufzeiten.

Bei den Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden Kapitalisierungen in Höhe von 46,3 Mio. € (Vorjahr: 63,6 Mio. €) vorgenommen. Tilgungen beziehungsweise Abgänge (zum Teil durch vorzeitige Auflösungen) erfolgten insgesamt in Höhe von 310,0 Mio. € (Vorjahr: 30,4 Mio. €).

Die aus dem Finanzierungsleasingverhältnis des Kraftwerks Triebenbach resultierende Verbindlichkeit wird innerhalb eines Jahres mit 1,0 Mio. €, in den darauffolgenden vier Jahren mit 4,4 Mio. € und danach mit insgesamt 12,4 Mio. € getilgt. Die Summe der nicht abgezinsten Leasingraten beträgt inklusive der Restwertzahlung 21,6 Mio. € (Vorjahr: 23,5 Mio. €). Das Leasingverhältnis endet am 30. 04. 2015.

Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.

Weitere Angaben zu den Finanzverbindlichkeiten können den folgenden Tabellen entnommen werden:

LANG- UND KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN 2009 IN MIO. 1

BIS EMISSIONS AUSHAFTUNG
LAUFZEIT VOLUMEN 31.12.2009
1. ANLEIHEN
EUROWÄHRUNGEN 2020 2.112,7 2.144,7
FREMDWÄHRUNGEN (JPY) 2015 126,1 99,1
SUMME ANLEIHEN 2.238,8 2.243,8
DAVON FIX VERZINST 2020 2.238,8 2.243,8
DAVON VARIABEL VERZINST 0,0 0,0
2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN
EUROWÄHRUNGEN 2026 1.482,1 1.418,5
FREMDWÄHRUNGEN 0,0 0,0
SUMME VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 1.482,1 1.418,5
DAVON FIX VERZINST 2026 867,7 864,2
DAVON VARIABEL VERZINST 2020 614,4 554,3
3. FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN
EUROWÄHRUNGEN 2021 132,0 126,4
FREMDWÄHRUNGEN (JPY) 2009 0,0 0,0
3A. SUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN
EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING
132,0 126,4
DAVON FIX VERZINST 2021 108,0 108,6
DAVON VARIABEL VERZINST 2015 24,0 17,8
3B. KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE ANTEILE 125,9
3C. CROSS-BORDER-LEASING * 395,7
KREDITINSTITUTE 301,6
SONSTIGE 94,1
SUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN 346,4
GESAMTSUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING 3.852,9 3.914,7
GESAMTSUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN INKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING 4.310,4
IN MIO. 1
RESTLAUFZEIT
GEWICHTETER
EFFEKTIVER
ZINSSATZ
NOMINALZINSSATZ
GEWICHTETER
JAHRE
ÜBER
5
4 BIS 5 JAHRE
3 BIS 4 JAHRE
2 BIS 3 JAHRE
1 BIS 2 JAHRE
BIS INKLUSIVE
JAHR
1
4,95 % 1.597,6 496,5 0,0 0,0 0,0 50,6
3,43 % 96,8 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3
4,71 % 4,61 % 1.694,4 496,5 0,0 0,0 0,0 52,9
4,71 % 4,10 % 1.694,4 496,5 0,0 0,0 0,0 52,9
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
4,03 % 3,44 % 820,3 57,4 157,4 227,2 57,4 98,8
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
4,03 % 3,44 % 820,3 57,4 157,4 227,2 57,4 98,8
4,24 % 3,81 % 524,1 14,6 114,6 184,3 14,5 12,2
3,63 % 2,87 % 296,3 42,8 42,8 42,9 42,9 86,6
4,43 % 3,16 % 12,5 69,8 1,1 1,1 40,0 2,0
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
4,43 % 3,16 % 12,5 69,8 1,1 1,1 40,0 2,0
4,30 % 2,89 % 0,1 68,6 0,0 0,0 39,0 1,0
4,54 % 4,77 % 12,4 1,2 1,1 1,1 1,0 1,0
0,0 0,0 0,0 0,0 125,9 0,0
391,4 0,0 1,3 0,0 0,0 3,0
298,4 0,0 0,2 0,0 0,0 3,0
93,0 0,0 1,1 0,0 0,0 0,0
105,5 69,8 2,4 2,2 165,9 2,0
4,48 % 4,11 % 2.527,2 623,7 158,5 228,3 223,3 153,7
2.918,6 623,7 159,8 228,3 223,3 156,7

* Diesen Angaben entsprechen gleich hohe Aktivposten, teilweise Angaben daher nicht sinnvoll.

LANG- UND KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN 2008 IN MIO. 1

BIS
LAUFZEIT
EMISSIONS
VOLUMEN
AUSHAFTUNG
31.12.2008
1. ANLEIHEN
EUROWÄHRUNGEN 2017 589,4 582,9
FREMDWÄHRUNGEN (JPY) 2015 126,1 104,6
SUMME ANLEIHEN 715,5 687,5
DAVON FIX VERZINST 2017 715,5 687,5
DAVON VARIABEL VERZINST 0,0 0,0
2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN
EUROWÄHRUNGEN 2026 1.243,9 1.218,6
FREMDWÄHRUNGEN 0,0 0,0
SUMME VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 1.243,9 1.218,6
DAVON FIX VERZINST 2023 446,3 441,6
DAVON VARIABEL VERZINST 2026 797,6 777,0
3. FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN
EUROWÄHRUNGEN 2021 114,6 109,3
FREMDWÄHRUNGEN (JPY) 2009 34,8 40,0
3A. SUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN
EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING
149,4 149,3
DAVON FIX VERZINST 2021 34,9 40,0
DAVON VARIABEL VERZINST 2015 114,5 109,3
3B. KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE ANTEILE 138,7
3C. CROSS-BORDER-LEASING * 728,6
SUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN 1.016,6
GESAMTSUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN EXKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING 2.108,8 2.194,0
GESAMTSUMME FINANZVERBINDLICHKEITEN INKLUSIVE CROSS-BORDER-LEASING 2.922,7
IN MIO. 1
RESTLAUFZEIT
BIS INKLUSIVE
JAHR
1
1 BIS 2 JAHRE
2 BIS 3 JAHRE
3 BIS 4 JAHRE
4 BIS 5 JAHRE
JAHRE
ÜBER
5
NOMINALZINSSATZ
GEWICHTETER
GEWICHTETER
EFFEKTIVER
ZINSSATZ
FAIR VALUE
31.12.2008
14,3 0,0 0,0 0,0 0,0 568,6 4,00 % 5,25 % 580,5
2,5 0,0 0,0 0,0 0,0 102,2 4,10 % 3,64 % 111,9
16,7 0,0 0,0 0,0 0,0 670,8 4,02 % 4,54 % 692,4
16,8 0,0 0,0 0,0 0,0 670,8 4,02 % 4,54 % 700,3
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
448,0 22,2 24,3 194,7 47,9 481,5 4,61 % 3,85 % 1.161,6
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
448,0 22,2 24,3 194,7 47,9 481,5 4,61 % 3,85 % 1.161,6
125,1 11,8 9,0 178,7 16,3 100,3 3,71 % 3,97 % 432,6
322,9 10,4 15,3 16,0 31,6 381,2 5,12 % 3,79 % 729,0
91,5 1,0 1,0 1,1 1,1 13,6 2,50 % 3,51 % 109,3
40,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,90 % 4,70 %
131,5 1,0 1,0 1,1 1,1 13,6 2,34 % 4,69 % 149,2
40,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,90 % 4,70 %
91,5 1,0 1,0 1,1 1,1 13,6 2,50 % 4,44 %
0,0 138,7 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 3,6 0,0 0,8 0,0 724,2
131,5 143,3 1,0 1,9 1,1 737,8 1.058,3
596,2 161,9 25,3 195,8 49,0 1.165,9 4,25 % 4,28 % 2.003,2
596,2 165,5 25,3 196,6 49,0 1.890,1 2.912,3

* Diesen Angaben entsprechen gleich hohe Aktivposten, teilweise Angaben daher nicht sinnvoll.

(28) ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN NACH IFRS 7

BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND FAIR VALUES NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN 2009 MIO. 1
AKTIVA – BILANZPOSTEN NACH ANDEREM IAS/
BEWERTUNGSKATE
GORIE NACH IAS 39
ODER BEWERTUNG
IFRS
LEVEL BUCHWERT ZUM
31.12.2009
FAIR VALUE ZUM
31.12.2009
ANTEILE AN NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
SONSTIGE BETEILIGUNGEN
FAAC
FAAC
2,7
135,9

SONSTIGE BETEILIGUNGEN 138,6
WERTPAPIERE CBL (MEDIUM TERM NOTES, US-TREASURIES) LAR 88,8 74,5
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN CBL LAR 236,2 179,0
FINANZANLAGEN CBL 325,0
AUSLEIHUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
LAR 39,9 40,3
WERTPAPIERE (EXKLUSIVE CBL) FAAFS 1 212,1 212,1
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN (EXKLUSIVE CBL) LAR 183,2 193,1
DERIVATE IM FINANZBEREICH (CBL) FAHFT 2 64,6 64,6
BARWERT LEASINGRATEN (FINANZIERUNGSLEASING) LAR 0,7
FORDERUNG AUS PPPs (GEMÄSS IFRIC 12) LAR 15,4
SONSTIGE 26,1
SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN 106,8
SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE
FORDERUNGEN (LANGFRISTIG)
542,0
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN LAR 248,3 248,3
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
LAR 41,8 41,8
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
LAR 1,6 1,6
AUSLEIHUNGEN (EXKLUSIVE CBL) LAR 4,2 4,4
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH FAHFT 1,2 367,3 367,6
DERIVATE IM FINANZBEREICH FAHFT 2 0,1 0,1
SICHERSTELLUNGEN IM STROMHANDEL LAR 3,5 3,2
EMISSIONSZERTIFIKATE IAS 38
BZW. IAS 2
20,0
SONSTIGE 37,6
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND
SONSTIGE FORDERUNGEN (KURZFRISTIG)
724,4
LIQUIDE MITTEL LAR 126,0 126,0
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
FINANCIAL ASSETS AT COST FAAC 138,6
LOANS AND RECEIVABLES LAR 989,6
FINANCIAL ASSETS AVAILABLE FOR SALE FAAFS 212,1
FINANCIAL ASSETS HELD FOR TRADING FAHFT 432,0
PASSIVA – BILANZPOSTEN NACH ANDEREM IAS/
BEWERTUNGSKATE
GORIE NACH IAS 39
ODER BEWERTUNG
IFRS
LEVEL BUCHWERT ZUM
31.12.2009
FAIR VALUE ZUM
31.12.2009
ANLEIHEN FLAAC 2.243,8 2.371,4
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDIT
INSTITUTEN UND SONSTIGEN
FLAAC 1.544,9 1.586,7
FINANZVERBINDLICHKEITEN (LANG- UND KURZFRISTIG) 3.788,8
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDIT
INSTITUTEN UND SONSTIGEN
FLAAC 152,7 190,2
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN FLAFVPL 2 243,0 243,0
FINANZVERBINDLICHKEITEN CBL (LANG- UND KURZFRISTIG) 395,7
KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE IAS 32 125,9
DERIVATE IM FINANZBEREICH (CBL) FLHFT 2 11,6 11,6
STROMLIEFERVERPFLICHTUNG 465,0
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN FLAAC 1,3 1,3
SONSTIGE FLAAC 3,1 3,1
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (LANGFRISTIG) 481,0
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN FLAAC 115,0 115,0
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH FLHFT 1,2 163,7 163,7
DERIVATE IM FINANZBEREICH FLHFT 2 2,9 2,9
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN,
MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
FLAAC 13,8 13,8
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
FLAAC 2,6 2,6
SONSTIGE FLAAC 6,7 6,7
SONSTIGE 81,4
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
386,1
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
FINANCIAL LIABILITIES AT AMORTISED COST FLAAC 4.083,9
FINANCIAL LIABILITES AT FAIR VALUE THROUGH
PROFIT AND LOSS (FAIR VALUE OPTION)
FLAFVPL 243,0
FINANCIAL LIABILITIES HELD FOR TRADING FLHFT 178,2

BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND FAIR VALUES NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN 2009 MIO. 1

BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND FAIR VALUES NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN 2008 MIO. 1

ANHANG

AKTIVA – BILANZPOSTEN NACH ANDEREM IAS/
BEWERTUNGSKATE
GORIE NACH IAS 39
ODER BEWERTUNG
IFRS
BUCHWERT ZUM
31.12.2008
FAIR VALUE ZUM
31.12.2008
ANTEILE AN NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
FAAC 9,2
SONSTIGE BETEILIGUNGEN FAAC 142,8
GELEISTETE ANZAHLUNGEN AUF BETEILIGUNGEN FAAC 36,7
SONSTIGE BETEILIGUNGEN 188,7
WERTPAPIERE CBL (MEDIUM TERM NOTES) LAR 47,1 48,1
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN CBL LAR 543,4 629,8
FINANZANLAGEN CBL 590,5
AUSLEIHUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
LAR 40,6 41,3
WERTPAPIERE (EXKLUSIVE CBL) FAAFS 266,5 266,5
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN (EXKLUSIVE CBL) LAR 157,8 154,2
DERIVATE IM FINANZBEREICH (CBL) FAHFT 117,9 117,9
BARWERT LEASINGRATEN (FINANZIERUNGSLEASING) LAR 1,6
SONSTIGE 28,1
SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN 147,6
SONSTIGE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE
FORDERUNGEN (LANGFRISTIG)
612,5
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN LAR 281,1 281,1
FORDERUNGEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
LAR 30,9 30,9
FORDERUNGEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
LAR 5,5 5,5
AUSLEIHUNGEN LAR 2,6 2,6
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH FAHFT 383,3 383,6
SICHERSTELLUNGEN IM STROMHANDEL LAR 4,5 4,2
SONSTIGE LAR 7,3 7,3
EMISSIONSZERTIFIKATE IAS 38
BZW. IAS 2
43,3
SONSTIGE 35,0
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND
SONSTIGE FORDERUNGEN (KURZFRISTIG)
793,2
LIQUIDE MITTEL LAR 107,8 107,8
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
FINANCIAL ASSETS AT COST FAAC 188,7
LOANS AND RECEIVABLES LAR 1.229,9
FINANCIAL ASSETS AVAILABLE FOR SALE FAAFS 266,5
FINANCIAL ASSETS HELD FOR TRADING FAHFT 501,5

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 157

BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND FAIR VALUES NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN 2008 MIO. 1
PASSIVA – BILANZPOSTEN NACH ANDEREM IAS/
BEWERTUNGSKATE-
GORIE NACH IAS 39
ODER BEWERTUNG
IFRS
BUCHWERT ZUM
31.12.2008
FAIR VALUE ZUM
31.12.2008
ANLEIHEN FLAAC 687,5 692,4
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDIT
INSTITUTEN UND SONSTIGEN
FLAAC 1.343,4 1.286,3
DERIVATE IM FINANZBEREICH FLHFT 24,5 24,5
FINANZVERBINDLICHKEITEN (LANG- UND KURZFRISTIG) 2.055,4
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN FLAAC 429,8 610,3
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN FLAFVPL 298,8 298,8
FINANZVERBINDLICHKEITEN CBL (LANG- UND KURZFRISTIG) 728,6
KOMMANDITISTEN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE IAS 32 138,7
DERIVATE IM FINANZBEREICH (CBL) FLHFT 10,7 10,7
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN FLAAC 2,0 2,0
SONSTIGE FLAAC 2,6 2,6
SONSTIGE 0,1
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (LANGFRISTIG) 15,3
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN FLAAC 59,5 59,5
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH FLHFT 156,5 156,5
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN,
MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
FLAAC 23,5 23,5
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
FLAAC 7,8 7,8
SONSTIGE FLAAC 10,9 10,9
SONSTIGE 93,9
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
352,1
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
FINANCIAL LIABILITIES AT AMORTISED COST FLAAC 2.566,9
FINANCIAL LIABILITES AT FAIR VALUE THROUGH
PROFIT AND LOSS (FAIR VALUE OPTION)
FLAFVPL 298,8
FINANCIAL LIABILITIES HELD FOR TRADING FLHFT 191,7

Für jene Finanzinstrumente, die systematisch zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet werden, sind gemäß IFRS 7 ab der Berichtsperiode 2009 zusätzlich die so genannten »Levels« der Bewertung anzugeben.

ANHANG

Die beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) von Vermögenswerten oder Schulden entsprechen grundsätzlich den Marktpreisen für gleichartige Vermögenswerte oder Schulden (Level-1-Bewertung). Soweit Finanzinstrumente an einem aktiven Markt notiert sind, stellt im Verbund-Konzern die jeweilige Preisnotierung an diesem den Fair Value dar.

Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die Fair Values mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) ermittelt werden (Level-2-Bewertung).

Erfolgt eine Fair-Value-Bewertung von Vermögenswerten anhand von am Markt nicht beobachtbaren Inputparametern, so entspricht dies einer Level-3-Bewertung. Für Finanzinstrumente, die systematisch zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, kommen im Verbund-Konzern derzeit keine Level-3- Bewertungen zum Einsatz.

Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Wertpapiere entsprechen den Nominalwerten multipliziert mit den Kursnotierungen zum Abschlussstichtag. Die Fair Values beruhen damit auf Level-1- Bewertungen.

Für alle anderen systematisch zum Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden im Finanzbereich werden Level-2-Bewertungen vorgenommen. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward-Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Somit entspricht der Fair Value von Zinsswaps jenem Betrag, den der Verbund-Konzern bei Auflösung des Geschäftes am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste; dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus und Yield-Kurven, berücksichtigt.

Die in der obigen Tabelle weiters angeführten beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Ausleihungen entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene (Credit Default Swaps, CDS) Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Für die Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und für die sonstigen Beteiligungen wird auf die Angabe von beizulegenden Zeitwerten verzichtet, da eine verlässliche Ermittlung der zukünftigen Cashflows nicht möglich war; mangels vergleichbarer Transaktionen konnten Fair Values auch nicht mithilfe von Analogieverfahren ermittelt werden.

Für die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für kurzfristige sonstige Forderungen gelten aufgrund der kurzen Restlaufzeit die Buchwerte als realistische Schätzung ihrer beizulegenden Zeitwerte.

Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Kurve ermittelt.

Die beizulegenden Zeitwerte von Geldaufnahmen im Rahmen der kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie von kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden angesichts der kurzen Laufzeiten dem Buchwert gleichgesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Energietermingeschäfte entsprechen den börsetäglich festgestellten Abrechnungspreisen zum Bilanzstichtag, die von der jeweiligen Börse veröffentlicht werden. Die Fair Values von Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten basieren damit auf Level-1-Bewertungen. Die beizulegenden Zeitwerte von nicht börsenotierten Energietermingeschäften werden mit einer von den Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preis-Kurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierenden Diskontierung ermittelt. Die Fair Values von Strom-, Gas- und CO2-Forwardkontrakten basieren damit auf Level-2-Bewertungen gemäß IFRS 7.

Von den in obiger Tabelle als »FAHfT« beziehungsweise »FLHfT« klassifizierten Energiederivaten betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 153,7 Mio. € (Vorjahr: 212,6 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 111,0 Mio. € (Vorjahr: 64,4 Mio. €) als Cashflow Hedges bilanzierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht »genettete« Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln des Verbund-Konzerns vorgenommenen Inter-Portfolio-Netting (siehe: Risiken/Risikomanagement, Energiebereich) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar.

Darstellung der vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7:

ANALYSE DER VEREINBARTEN MITTELABFLÜSSE

MITTELABFLÜSSE ZUM 31.12.2009 MIO. 1

FÄLLIGKEIT
2010 2011 2012–14 AB 2015
ANLEIHEN 102,7 105,9 817,9 2.006,1
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 148,5 107,1 561,9 895,6
FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN 2,4 3,0 37,1 12,7
KOMMANDITGESELLSCHAFTERN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE 0,0 125,9 0,0 0,0
CROSS-BORDER-LEASING 3,0 0,0 1,1 391,6
MITTELABFLÜSSE AUS FINANZVERBINDLICHKEITEN 256,6 341,9 1.418,0 3.306,0
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 115,0 0,3 0,1 1,0
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT
13,8 0,0 0,1 0,0
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
2,6 0,0 0,0 0,0
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH (MIT UND OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG) 736,2 361,0 112,0 0,0
DERIVATE IM FINANZBEREICH (MIT UND OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG) 0,0 34,5 0,0 0,0
SONSTIGE 45,9 0,2 0,1 2,6
MITTELABFLÜSSE AUS VERBINDLICHKEITEN, AUS LIEFERUNGEN
UND LEISTUNGEN UND AUS SONSTIGEN VERBINDLICHKEITEN 913,5 396,0 112,3 3,6
MITTELABFLÜSSE AUS VERBINDLICHKEITEN GEMÄSS IFRS 7 1.170,1 737,9 1.530,3 3.309,6

MITTELABFLÜSSE ZUM 31.12.2008 MIO. 1

FÄLLIGKEIT
2009 2010 2011–13 AB 2014
ANLEIHEN 33,6 32,8 98,4 722,8
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 462,4 50,3 337,1 549,9
FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER SONSTIGEN 132,7 1,8 5,4 14,5
KOMMANDITGESELLSCHAFTERN ZURECHENBARE KAPITALANTEILE 0,0 138,7 0,0 0,0
DERIVATE IM FINANZBEREICH 24,5 0,0 0,0 0,0
CROSS-BORDER-LEASING 1,8 5,2 0,8 724,3
MITTELABFLÜSSE AUS FINANZVERBINDLICHKEITEN 655,0 228,8 441,7 2.011,5
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 59,5 0,4 1,5 0,1
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT
DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT 23,5 0,0 0,0 0,0
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NICHT KONSOLIDIERTEN
VERBUNDENEN UNTERNEHMEN 7,8 0,0 0,0 0,0
DERIVATE IM ENERGIEBEREICH (MIT UND OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG) 413,6 195,7 72,0 0,0
DERIVATE IM FINANZBEREICH (MIT UND OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG) 0,0 0,0 34,5 0,0
SONSTIGE 104,6 0,0 0,0 2,6
MITTELABFLÜSSE AUS VERBINDLICHKEITEN, AUS LIEFERUNGEN
UND LEISTUNGEN UND AUS SONSTIGEN VERBINDLICHKEITEN 609,0 196,1 108,0 2,7
MITTELABFLÜSSE AUS VERBINDLICHKEITEN GEMÄSS IFRS 7 1.264,0 424,9 549,7 2.014,2

Den Mittelabflüssen aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus Veranlagungen gegenüber.

Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.

NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN MIO. 1
2009 2008
NETTO-
ERGEBNIS
DAVON WERT-
MINDERUNG
ERGEBNIS NETTO- DAVON WERT-
MINDERUNG
FINANCIAL ASSETS AT COST 0,9 0,0 –2,3 –2,3
FINANCIAL ASSETS AVAILABLE FOR SALE –4,4 –27,7 –69,9 –38,8
LOANS AND RECEIVABLES 11,2 –4,4 –8,3 –8,7
FINANCIAL LIABILITIES AT AMORTIZED COST 5,4 0,0 –24,0 0,0
FINANCIAL LIABILITIES AT FAIR VALUE THROUGH
PROFIT AND LOSS (FAIR VALUE OPTION)
55,8 0,0 –70,9 0,0
FINANCIAL ASSETS/LIABILITIES HELD FOR TRADING –49,2 0,0 70,0 0,0
GESAMTZINSAUFWENDUNGEN –183,6 –162,7
GESAMTZINSERTRÄGE 80,9 110,9
ERGEBNISNEUTRAL ÜBER DAS SONSTIGE ERGEBNIS
IN DER AFS-RÜCKLAGE ERFASST
13,3 –21,8
ERGEBNISWIRKSAM AUS DER AFS-RÜCKLAGE IN DIE GUV UMGEGLIEDERT –21,9 –10,5

NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIE GEMÄSS IAS 39

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 161

Das Nettoergebnis der Kategorie »Financial Assets at Amortized Cost« ist im Beteiligungsergebnis erfasst; Dividendenerträge wurden in die Nettoergebnisse nicht mit einbezogen.

Das Nettoergebnis der Kategorie »Loans and Receivables« ist, insoweit es Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthält, im operativen Ergebnis enthalten; Fremdwährungskurseffekte aus Ausleihungen in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen sind im übrigen Finanzergebnis enthalten.

Die Nettoergebnisse der »Financial Liabilities at Amortized Cost« und der »Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (Fair Value Option)« umfassen Fremdwährungskursverluste im Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten und sind im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Das Nettoergebnis der »Financial Assets/Liabilities Held for Trading« betrifft die Bewertung zum Fair Value der Derivate aus dem Wholesale- und Trading-Bereich des Stromgeschäftes und ist demgemäß im Operativen Ergebnis (Umsatzerlöse) enthalten; die Bewertung der Derivate aus dem Finanzbereich ist im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Der Nettoergebniseffekt aus der vollständigen beziehungsweise partiellen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen beträgt insgesamt 19,6 Mio. € und ist im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Er resultiert aus dem Verkauf von Finanzanlagen, der Tilgung von Verbindlichkeiten sowie der Auflösung der passiven Rechnungsabgrenzung aus dem ursprünglich erzielten Nettobarwertvorteil. Letztgenannter Ergebniseffekt ist nicht Bestandteil der Nettoergebnisse gemäß IFRS 7. Um hier den wirtschaftlichen Gehalt der Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen nicht unvollständig abzubilden, wurde auf die Einbeziehung einzelner Bestandteile dieser Auflösungen in die obige Tabelle verzichtet.

Die Gesamtzinsaufwendungen und -erträge sind im Zinsaufwand und Zinsertrag erfasst.

LANG- UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN MIO. 1
KURZFRISTIG LANGFRISTIG
2009 2008 2009 2008
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN 0,0 0,0 207,9 230,9
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONSÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN 0,0 0,0 126,5 121,2
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN 0,0 0,0 141,9 140,7
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ALTERSTEILZEIT 14,3 14,8 16,9 30,4
SONSTIGE PERSONALBEZOGENE RÜCKSTELLUNGEN 51,4 52,0 8,5 3,4
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN 218,8 168,3 170,3 121,3
LANG- UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN 284,5 235,1 672,0 647,9

(29) LANG- UND KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die Rückstellungen für Pensionen, pensionsähnliche Verpflichtungen (Prämien zur Krankenzusatzversicherung) und Abfertigungen werden zur Gänze als langfristig angesehen. Zu den Fristen der sonstigen Rückstellungen siehe unten.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND PENSIONSÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN MIO. 1

ÜBERLEITUNG DER IN DER BILANZ
AUSGEWIESENEN RÜCKSTELLUNGEN
PENSIONS-
VERPFLICHTUNGEN
PENSIONS
ÄHNLICHE
VERPFLICHTUNGEN
2009 2008 2009 2008
BARWERT (DBO) DER DURCH FONDSVERMÖGEN GEDECKTEN
VERPFLICHTUNGEN
175,6 173,8
BEIZULEGENDER ZEITWERT DES PLANVERMÖGENS –162,1 –132,7
NETTOWERT DER DURCH FONDSVERMÖGEN GEDECKTEN
VERPFLICHTUNGEN
13,5 41,1
BARWERT (DBO) DER NICHT DURCH FONDSVERMÖGEN GEDECKTEN
VERPFLICHTUNGEN
226,7 231,9 115,7 114,5
KUMULIERTE VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (+)/ VERLUSTE (–) –32,3 –42,1 10,7 6,7
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 31.12. 207,9 230,9 126,5 121,2
DER PERSONALAUFWAND ENTHÄLT 2009 2008 2009 2008
DIENSTZEITAUFWAND (ERWORBENE ANSPRÜCHE) 0,7 0,5 2,1 1,8
ZINSAUFWAND 19,4 19,9 5,7 5,8
ERWARTETER VERANLAGUNGSGEWINN (–)/-VERLUST (+) –2,7 –5,9
AMORTISIERTE VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE
GEWINNE (–)/ VERLUSTE (+)
1,5 18,7 0,0 –0,1
IM PERSONALAUFWAND ERFASSTER PENSIONSAUFWAND 18,9 33,2 7,8 7,5
ENTWICKLUNG DES BARWERTES DER VERPFLICHTUNG (DBO) 2009 2008 2009 2008
BARWERT (DBO) 01.01. 405,7 418,3 114,5 116,3
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 10,3
DIENSTZEITAUFWAND (ERWORBENE ANSPRÜCHE) 0,7 0,5 2,1 1,8
ZINSAUFWAND 19,4 19,9 5,7 5,8
PENSIONSZAHLUNGEN/KZV-ZUSCHUSSZAHLUNGEN –32,6 –33,6 –2,5 –2,3
VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (–)/ VERLUSTE (+) –1,3 0,6 -4,0 –7,1
TATSÄCHLICHE DBO 31.12. 402,3 405,7 115,7 114,5
ENTWICKLUNG DES FONDSVERMÖGENS 2009 2008 2009 2008
PLANVERMÖGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT 01.01. 132,6 151,2
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 5,0
FONDS-BEITRAGSZAHLUNGEN 23,7 2,1
FONDS-AUSZAHLUNGEN –9,5 –9,1
ERWARTETER ERTRAG DES PLANVERMÖGENS 2,7 5,9
VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (+)/VERLUSTE (–) 7,5 –17,5
PLANVERMÖGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT 31.12. 162,1 132,69
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND PENSIONSÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN – FORTSETZUNG MIO. 1
ENTWICKLUNG DER NICHT REALISIERTEN VERSICHERUNGS
MATHEMATISCHEN GEWINNE BZW. VERLUSTE
2009 2008 2009 2008
KUMULIERTE VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (+)
BZW. VERLUSTE (–) 01.01.
–42,2 –42,8 6,7 –0,3
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0
VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (+) BZW.
VERLUSTE (–) DES JAHRES
1,3 –0,6 4,0 7,1
VERANLAGUNGSGEWINNE (+) BZW. -VERLUSTE (–) DES JAHRES 7,5 –17,5
AMORTISATION DES JAHRES 1,1 18,7 0,0 –0,1
KUMULIERTE VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GEWINNE (+)
BZW. VERLUSTE (–) 31.12.
–32,3 –42,2 10,7 6,7

Die Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2009 einen Ertrag von 10,2 Mio. € (Vorjahr: –11,6 Mio. €).

Den Berechnungen zum 31.12. 2009 und zum 31.12. 2008 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE ANNAHMEN

2009 2008
PENSION
ABZINSUNGSSATZ BANDBREITE 5,00–5,25 % BANDBREITE 5,00–5,25 %
PENSIONSSTEIGERUNGEN 2,50 % 2,50 %
GEHALTSSTEIGERUNGEN 3,00 % 3,00 %
FLUKTUATION KEINE KEINE
PENSIONSALTER FRAUEN 56,5–65 56,5–65
PENSIONSALTER MÄNNER 61,5–65 61,5–65
ERWARTETE LANGFRISTIGE VERZINSUNG DES FONDS
VERMÖGENS (ERMITTELT AUF BASIS DER SEKUNDÄR
MARKTRENDITE FESTVERZINSLICHER ÖSTER
REICHISCHER BUNDESANLEIHEN)
2,0 % 2,0 %
PENSIONSÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
(PRÄMIEN ZUR KRANKENZUSATZVERSICHERUNG)
ABZINSUNGSSATZ BANDBREITE 5,00–5,25 % BANDBREITE 5,00–5,25 %
FLUKTUATION (IN ABHÄNGIGKEIT VON DER
UNTERNEHMENSZUGEHÖRIGKEIT)
0,0-4,0 % 0,0–4,0 %
TREND DER ZUSCHUSSZAHLUNGEN AUF BASIS
SPITALSKOSTENINDIZES:
NEUVERTRÄGE (MIT SELBSTBEHALT) 4,5 % 4,5 %
ALTVERTRÄGE (OHNE SELBSTBEHALT) 7,5 % 7,5 %
GESETZLICHE ABFERTIGUNG
ABZINSUNGSSATZ 5,00 % 5,00 %
FLUKTUATION (IN ABHÄNGIGKEIT VON DER
UNTERNEHMENSZUGEHÖRIGKEIT)
0,0–4,0 % 0,0–4,0 %

Die geschätzte Kostensteigerung der medizinischen Versorgung hat einen maßgeblichen Einfluss auf den im Personalaufwand enthaltenen Prämienaufwand für Krankenzusatzversicherungen. Die Veränderung der Kostensteigerung um einen Prozentpunkt hat auf Basis des Barwerts der Verpflichtung (DBO) in Höhe von 115,7 Mio. € die folgenden Effekte:

ANHANG

EINFLUSS DER KOSTENSTEIGERUNG IN DER MEDIZINISCHEN VERSORGUNG MIO. 1
1 %-PUNKT
STEIGERUNG
1 %-PUNKT
SENKUNG
EFFEKT AUF DIENSTZEIT- UND ZINSAUFWAND +1,9 –1,5
EFFEKT AUF DBO +24,1 –18,8

ERFAHRUNGSBEDINGTE ANPASSUNGEN DER LETZTEN 5 JAHRE

2005 2006 2007 2008 2009
PENSIONSÄHNLICHE VERPFLICHTUNG (DBO) ZUM 31.12. IN MIO. 1 103,1 128,3 116,3 114,5 115,7
ERFAHRUNGSBEDINGTE ANPASSUNGEN (+) GEWINN / (-) VERLUST –
IN % DES BARWERTS DER VERPFLICHTUNG (DBO) ZUM PERIODENENDE 1,03 % –3,67 % 5,26 % 0,30 % 3,46 %

Erfahrungsbedingte Anpassungen sind jene versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die durch Abweichungen individueller personenbezogener Parameterannahmen zum Unterschied zur Abweichung der auf den Gesamtbestand anzuwendenden Parameter verursacht sind. Dies betrifft unter anderem Gehaltsentwicklungen, Anzahl der Todesfälle, vorzeitige Pensionierungen sowie Austritte.

ERFAHRUNGSBEDINGTE ANPASSUNGEN DER LETZTEN 5 JAHRE

2005 2006 2007 2008 2009
PENSIONSVERPFLICHTUNG (DBO) ZUM 31.12. 426,5 427,5 418,3 405,7 402,3
PLANVERMÖGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT –156,5 –157,6 –151,2 –132,6 –162,1
UNTERDECKUNG (+) / ÜBERSCHUSS (-) 270,0 269,9 267,1 273,1 240,1
ERFAHRUNGSBEDINGTE ANPASSUNGEN (+) GEWINN / (-) VERLUST
IN % DES BARWERTS DER VERPFLICHTUNG (DBO) ZUM PERIODENENDE 0,40 % –3,56 % –1,16 % –2,11 % 0,32 %
IN % DES PLANVERMÖGENS ZUM PERIODENENDE 7,28 % 1,21 % –3,28 % –53,9 % 22,96 %

Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar. Dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher.

Im Jahr 2010 werden laufende Zahlungen an die beitragsorientierte Pensionskasse in Höhe von 7,1 Mio. € erwartet.

Das Fondvermögen besteht aus:

FONDSVERMÖGEN ANTEILE IN %

2009 2008
RENTEN – EURO 44,63 % 26,71 %
RENTEN – EURO CORPORATES 8,60 % 2,16 %
RENTEN – NICHT EURO 0,00 % 6,62 %
AKTIEN – EURO 4,99 % 6,53 %
AKTIEN – NICHT EURO 10,01 % 9,01 %
AKTIEN – EMERGING MARKETS 1,69 % 0,24 %
ALTERNATIVE INVESTMENTS 7,54 % 2,07 %
IMMOBILIENFONDSANTEILE 1,03 % 0,00 %
BARGELD 16,75 % 17,66 %
BONDS – EURO MONEY MARKET 0,00 % 29,00 %
BONDS – EURO HIGH YIELD 4,76 % 0,00 %
GESAMT 100,00 % 100,00%

Das Pensionskassenvermögen beziehungsweise das Altersteilzeit-Wertguthaben der Innkraftwerke ist in einem Rentenfonds (HI-Renten Euro-Fonds) angelegt.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN MIO. 1
2009 2008
RÜCKSTELLUNG FÜR GESETZLICHE ABFERTIGUNGEN 136,0 134,6
RÜCKSTELLUNG FÜR ABFERTIGUNGEN AUS SONDERVEREINBARUNGEN GEMÄSS SOZIALPLAN 5,9 6,1
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 31.12. 140,7
RÜCKSTELLUNGEN FÜR GESETZLICHE ABFERTIGUNGEN MIO. 1
2009 2008 2007
ÜBERLEITUNG DER IN DER BILANZ AUSGEWIESENEN RÜCKSTELLUNGEN
BARWERT (DBO) DER VERPFLICHTUNGEN 136,0 134,6 135,3
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 31.12. 136,0 134,6 135,3
DER PERSONALAUFWAND ENTHÄLT
DIENSTZEITAUFWAND 2,2 2,5 2,6
ZINSAUFWAND 6,6 6,2 5,8
ERFASSTER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHER GEWINN (-) BZW.VERLUST (+) 3,4 2,0 –2,7
IM PERSONALAUFWAND ERFASSTER ABFERTIGUNGSAUFWAND 12,2 10,7 5,7
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 01.01. 134,6 135,3 140,7
VERÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,4 0,0 0,0
ERFOLGSWIRKSAM ERFASSTER NETTOAUFWAND 12,2 10,7 5,7
ABFERTIGUNGSZAHLUNGEN –11,2 –11,4 –11,1
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 31.12. 136,0 134,6 135,3
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ALTERSTEILZEIT MIO. 1
2009 2008 2007
ÜBERLEITUNG DER IN DER BILANZ AUSGEWIESENEN RÜCKSTELLUNGEN
BARWERT (DBO) DER VERPFLICHTUNGEN 32,5 45,2 50,5
BEIZULEGENDER ZEITWERT DES PLANVERMÖGENS 1,2
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 31.12. 31,3 45,2 50,5
DER PERSONALAUFWAND ENTHÄLT
DIENSTZEITAUFWAND 0,4 0,0 0,0
ZINSAUFWAND 1,6 1,9 2,3
ENTLASTUNG AUS DROHVERLUSTRÜCKSTELLUNG 0,0 –2,4 –1,2
ERFASSTER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHER GEWINN (–) BZW. VERLUST (+) –6,4 7,6 –4,1
IM PERSONALAUFWAND ERFASSTER AUFWAND –4,4 7,1 –3,1
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG
BILANZIERTE RÜCKSTELLUNG 01.01. 45,2 50,5 72,2
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 1,1
UMGLIEDERUNG AUS DER DROHVERLUSTRÜCKSTELLUNG 0,1 2,4 1,2
ERGEBNISWIRKSAM ERFASSTER NETTOAUFWAND –4,4 7,1 –3,1
VORRUHESTANDSZAHLUNGEN –10,7 –14,8 –19,8
RÜCKSTELLUNG 31.12. 31,3 45,2 50,5

Mit der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle wird für Überbrückungszahlungen im Rahmen der Altersteilzeit in Höhe von 31,3 Mio. € (Vorjahr: 45,2 Mio. € ) vorgesorgt. Diese Modelle ermöglichen dem Unternehmen eine sozial verträgliche Personalreduktion.

SONSTIGE PERSONALBEZOGENE RÜCKSTELLUNGEN
BUCHWERT 01.01.2009
DAVON › 1 JAHR 3,4
DAVON ‹ 1 JAHR 52,0
SUMME 01.01.2009 55,4
NEUBILDUNG 54,4
AUFZINSUNG 0,3
VERWENDUNG –49,7
AUFLÖSUNG –0,5
UMGLIEDERUNG –0,1
BUCHWERT 31.12.2009 59,9
DAVON › 1 JAHR 8,5
DAVON ‹ 1 JAHR 51,4

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen für Urlaubsansprüche (19,9 Mio. €; Vorjahr: 22,7 Mio. €), Gleitzeitsalden (2,6 Mio. €; Vorjahr: 2,5 Mio. €), Reorganisationsrückstellungen (3,9 Mio. €; Vorjahr: 3,9 Mio. €), Urlaubszuschüsse (8,2 Mio. €; Vorjahr: 8,5 Mio. €), Prämien für das leistungsorientierte Gehaltssystem (15,3 Mio. €; Vorjahr: 13,2 Mio. €) und Jubiläumsgelder (4,5 Mio. €; Vorjahr: 3,4 Mio. €).

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN MIO. 1
DROHVERLUST-
RÜCKSTELLUNGEN
ÜBRIGE SUMME
BUCHWERT 01.01.2009
DAVON › 1 JAHR 81,0 40,3 121,3
DAVON ‹ 1 JAHR 1,0 167,3 168,3
SUMME 01.01.2009 82,0 207,6 289,6
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,0 6,4 6,4
NEUBILDUNG 8,8 211,1 219,9
AUFZINSUNG 14,2 0,9 15,1
VERWENDUNG –1,9 –137,8 –139,7
AUFLÖSUNG –0,7 –1,5 –2,2
UMGLIEDERUNG 0,0 0,0 0,0
BUCHWERT 31.12.2009 102,4 286,7 389,1
DAVON › 1 JAHR 100,7 69,6 170,3
DAVON ‹ 1 JAHR 1,7 217,1 218,8

Aus der Anpassung des Diskontierungssatzes auf 5,5 % (Vorjahr: 6,25 %) ergaben sich zum 31.12. 2009 um rund 9,1 Mio. € höhere Drohverlustrückstellungen.

ÜBRIGE SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN MIO. 1
ABBRUCHKOSTEN FÜR
INVESTITIONEN
AUSSTEHENDE
RECHNUNGEN
AUFWENDUNGEN
ERHALTUNGS-
FUNGS- UND BE
PRÜ
RATUNGSAUF
WENDUNGEN
RECHTS-,
STROM-/NETZ-
LIEFERUNGEN
BORDER-LEASING
-
ZINSAUFWENDUN
TRANSAKTIONEN
GEN AUS CROSS
SONSTIGE SUMME
BUCHWERT 01.01.2009
DAVON › 1 JAHR 29,5 0,0 10,2 0,0 0,0 0,0 0,6 40,3
DAVON ‹ 1 JAHR 0,0 64,6 40,5 6,1 28,0 0,0 28,1 167,3
SUMME 01.01.2009 29,5 64,6 50,7 6,1 28,0 0,0 28,7 207,6
ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS 0,5 0,0 5,4 0,0 0,0 0,0 0,5 6,4
NEUBILDUNG 0,2 88,1 57,2 7,2 38,1 13,8 6,5 211,1
AUFZINSUNG –0,2 0,0 1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9
VERWENDUNG 0,0 –64,4 –40,7 –7,2 –12,5 0,0 –13,0 –137,8
AUFLÖSUNG 0,0 –0,1 –0,6 –0,7 0,0 0,0 –0,1 –1,5
BUCHWERT 31.12.2009 30,0 88,2 73,1 5,4 53,6 13,8 22,6 286,7
DAVON › 1 JAHR 30,0 0,0 16,6 0,0 8,6 13,7 0,7 69,6
DAVON ‹ 1 JAHR 0,0 88,2 56,5 5,4 45,0 0,1 21,9 217,1
(30) LAUFENDE LAUFENDE STEUERSCHULDEN MIO. 1
STEUERSCHULDEN 2009 2008
KÖRPERSCHAFTSTEUER 151,4 166,7
SONSTIGE STEUERN 0,0 0,0
LAUFENDE STEUERSCHULDEN 151,4 166,7
Die laufenden Steuerschulden wurden zur Gänze als kurzfristig angesetzt.
(31) BAUKOSTENBEITRÄGE Im Rahmen dieser Position werden vor allem von Landesgesellschaften an den Verbund-Konzern
geleistete und nicht rückzahlbare Baukostenbeiträge in Höhe von 401,9 Mio. € (Vorjahr: 401,9 Mio. €)
passiviert. Diese räumen Strombezugs- und Benützungsrechte an Kraftwerken und sonstigen Anlagen
des Verbund-Konzerns auf deren Nutzungsdauer ein. Die Auflösung der Baukostenbeiträge erfolgt
analog zur Abschreibung der betroffenen Anlagen.
(32) ABGRENZUNGEN –
CROSS-BORDER-LEASING
In diesem Posten wird der abgegrenzte Mittelzufluss aus den Cross-Border-Leasing-Transaktionen
in Höhe von insgesamt 74,1 Mio. € (Vorjahr: 244,8 Mio. €) erfasst. Der in der Berichtsperiode ergeb
niswirksam aufgelöste Anteil beträgt 170,7 Mio. € (Vorjahr 6,0 Mio. €). Die planmäßigen Auflösungen
betrugen dabei 2,1 Mio. €; der Rest der Auflösungen resultiert aus partiellen beziehungsweise vollständi
gen Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen und aus dem Tausch der Finanzanlagen bei
einer weiterhin bestehenden Transaktion.
(33) SONSTIGE VERBINDLICH SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (LANGFRISTIG) MIO. 1
KEITEN (LANGFRISTIG) 2009 2008
STROMLIEFERVERPFLICHTUNG 465,0 0,0
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN 0,1 0,0
ZEITWERT VON DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN (FINANZBEREICH) 11,6 10,7
VERBINDLICHKEITEN AUS WASSERNUTZUNGSRECHTEN 2,6 2,6
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 1,3 2,0
SONSTIGE 0,4 0,0
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (LANGFRISTIG) 481,0 15,3

Die Stromlieferverpflichtung entspricht der Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die als (unbarer) Teil der Gegenleistung für den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH eingegangen wurde.

VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (KURZFRISTIG) MIO. 1
2009 2008
ZEITWERTE DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE
IM ENERGIEBEREICH 163,7 156,7
IM FINANZBEREICH 2,9 0,0
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 115,0 59,5
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER DEM FINANZAMT 33,4 26,5
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER DER ECRA 19,7 41,5
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN MIT BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS 13,8 23,5
ERHALTENE ANZAHLUNGEN AUS AUKTIONEN 6,7 10,9
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NICHTKONSOLIDIERTEN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN 2,6 7,8
SOZIALE SICHERHEIT (UNTER ANDEREM SOZIALVERSICHERUNGSINSTITUTE) 4,5 4,2
ABGRENZUNGEN VON STROMVORAUSZAHLUNGEN 2,4 2,6
VERBINDLICHKEITEN AUS WASSERNUTZUNGSRECHTEN 1,7 0,0
ERHALTENE MIETVORAUSZAHLUNGEN 0,1 2,4
ERHALTENE ANZAHLUNGEN FÜR IN FOLGEPERIODEN WIRKSAME ERTRÄGE 0,0 0,0
SONSTIGE 19,6 16,5
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (KURZFRISTIG) 386,1 352,1

(34) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUN-GEN UND SONSTIGE VERBIND-LICHKEITEN (KURZFRISTIG)

VI. RISIKEN/RISIKOMANAGEMENT

CROSS-BORDER-LEASING-TRANSAKTIONEN

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen durch die Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien, im Wesentlichen von Banken und Versicherungen.

Durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf einzelner amerikanischer Cross-Border-Leasing-Investoren sowie durch die teilweise Einigung dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der anzuerkennenden Steuervorteile aus den Transaktionen erhöhte sich auch die Bereitschaft einzelner Investoren zur vorzeitigen Beendigung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen.

Der Verbund-Konzern nutzte diese Möglichkeit und trat bereits im September 2008 in Verhandlungen mit einzelnen Investoren ein. Dabei wurde das Ziel verfolgt, Cross-Border-Leasing-Transaktionen vorzeitig zu beenden, sofern ein Teil des erzielten, aufgezinsten Nettobarwertvorteils (und damit ein Teil des ursprünglich erzielten wirtschaftlichen Erfolgs) beim Verbund-Konzern verbleibt.

Innerhalb eines Jahres konnte ein Volumen von insgesamt etwa 4,7 Mrd. € – das sind rund 77% des gesamten ursprünglichen Transaktionsvolumens – aufgelöst werden. Das Risikoprofil des Verbund-Konzerns verbesserte sich dadurch deutlich. Dabei konnte vom ursprünglich erzielten Barwertvorteil dieser Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von 199,0 Mio. € (aufgezinst mit der durchschnittlichen Sekundärmarktrendite: 286,0 Mio. €) ein Barwertvorteil von rund 67,0 Mio. € (aufgezinst: 154,0 Mio. €) erhalten werden. Nach Abzug aller zugehörigen Kosten verblieben rund 19,6 Mio. € als positives übriges Finanzergebnis – siehe (10).

Die Auflösungen erfolgten zum Teil als Gesamtauflösung, das heißt, es wurden auch alle zuordenbaren Verträge (Equity, Equity Payment Undertaking Agreement, A-Loan, A-Loan Payment Undertaking Agreement, B-Loan, B-Loan Payment Undertaking Agreement) mit aufgelöst, oder es erfolgten Teilauflösungen in der Form, dass die Transaktion mit dem Equity-Investor sowie die entsprechenden A-Loans und A-Loan Payment Undertaking Agreements aufgelöst, die zugehörigen B-Loans aber auf den Verbund-Konzern übertragen wurden. Die entsprechenden B-Loan Payment Undertaking Agreements beziehungsweise die entsprechenden Veranlagungen werden ebenfalls entsprechend weitergeführt; die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Den variablen Erträgen aus diesen übertragenen Verträgen stehen die fixen Zinsen aus den auf den Verbund-Konzern übertragenen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gegenüber. Zur Risikovermeidung, das heißt, dass den zu leistenden Zahlungen aus den Verpflichtungen auch die exakt korrespondierenden Erträge gegenüberstehen, wurden auch die auf die Finanzverbindlichkeiten abgeschlossenen Derivativgeschäfte (Zinsswaps, Fair Value Hedges) mit einem Referenzwert von 241,0 Mio. \$ weitergeführt. Diese erreichen per 31. 12. 2009 einen positiven Zeitwert in Höhe von 64,6 Mio. €.

Im Portfolio verbleibt eine Cross-Border-Leasing-Transaktion sowie zwei Rest-Tranchen von bereits aufgelösten Transaktionen. Das verbleibende Transaktionsvolumen beträgt insgesamt rund 1,5 Mrd. € und entspricht 23% des gesamten ursprünglich abgeschlossenen Transaktionsvolumens. Der ursprünglich erzielte Nettobarwertvorteil dieser Transaktionen betrug etwa 100,0 Mio. €.

Bei den übrig gebliebenen Transaktionen bleiben die ursprünglichen Risiken, insbesondere das Risiko in Bezug auf das Rating weiter bestehen. Im Falle einer Verschlechterung des Ratings eines Vertragspartners oder des Verbund-Konzerns unter ein vertraglich festgelegtes Mindest-Rating muss der Verbund-Konzern die Cross-Border-Leasing-Transaktion entweder zusätzlich besichern oder den Payment Undertaker gegen einen Vertragspartner mit entsprechendem Rating austauschen. Die Ratings der Vertragsparteien beziehungsweise des Verbund-Konzerns liegen zum 31. 12. 2009 über den vertraglich erforderlichen Grenzen für das Rating. Für den Verbund-Konzern besteht daher aktuell kein zusätzlicher Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungsinstrumente in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen auszutauschen. Sehr stark abgemindert ist dieses Risiko auch dadurch, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen. Um das Risiko der weiterhin bestehenden Tranchen weiter zu reduzieren, wurde in der Berichtsperiode 2009 die Veranlagung bei einem Finanzinstitut durch die Anschaffung von US-Treasuries, die mit der höchsten Bonität bewertet sind, ersetzt. Der Rückkauf dieses Equity Payment Undertaking Agreements durch den Emittenten und die Veranlagung der Mittel in US-Treasuries führte zu einem Tausch von mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehenden Finanzanlagen. Die neu angeschafften US-Treasuries wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Passivseitig wurde die Bewertung der entsprechenden Verbindlichkeiten zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten fortgeführt.

Aus dem Tausch von mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehenden Finanzanlagen resultierte das Erfordernis, eine Rückstellung für Zinsdifferenzen zu dotieren. Der Dotierungsaufwand wurde durch den Buchgewinn aus dem Rückkauf des Payment Undertaking Agreements durch den Emittenten und die anteilige Auflösung der passiven Rechnungsabgrenzung aus dem ursprünglich erzielten Nettobarwertvorteil kompensiert.

Auf einzelne Komponenten der mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen zusammenhängenden Risiken wird in der Folge noch eingegangen.

FINANZINSTRUMENTE

Zu den im Konzern bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

FINANZBEREICH

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den folgenden Bilanzposten erfasst:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIO. 1
REFERENZWERT ZEITWERT
31.12.2009
POSITIVER NEGATIVER
ZEITWERT
31.12.2009
ZEITWERT POSITIVER NEGATIVER
ZEITWERT
31.12.2008 31.12.2008
SONSTIGE FORDERUNGEN
ZINSSWAP CROSS-BORDER-LEASING 241,0 MIO. \$
(FIXZINSEMPFÄNGER) (VJ: 236,0 MIO. \$) 64,6 117,9
DEVISENTERMINGESCHÄFT 642,9 MIO. HUF
STROMHANDEL (VJ: 0,0 MIO. HUF) 0,1
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
ZINSSWAP 428,0 MIO. 1
FINANZVERBINDLICHKEITEN (VJ: 0,0 MIO. 1) 2,9
DEVISENTERMINGESCHÄFT 28,6 MIO. \$
CROSS-BORDER-LEASING (VJ: 28,2 MIO. \$) 11,6 10,7
SONSTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN
\$-DEVISENTERMINGESCHÄFT 105,0 MIO. \$ 6,4
\$-DEVISENTERMINGESCHÄFT 245,0 MIO. \$ 18,0

Alle angeführten Derivativgeschäfte dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken.

Die Wertschwankungen der Derivate in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen dienen dem Ausgleich der Wertschwankungen der gesicherten Verbindlichkeiten, die ergebniswirksam zum Fair Value bewertet werden.

Die Wertänderungen der \$-Devisentermingeschäfte wurden ergebniswirksam in der GuV erfasst; in der Berichtsperiode bestehen, von den Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgesehen, keine weiteren Absicherungen von \$ mehr. Zur Absicherung von Stromhandelsgeschäften beziehungsweise für Grenzkapazitäten wurden HUF-Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 428,0 Mio. € wurden in der Berichtsperiode Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen vorgenommen. Diese werden als Cashflow Hedges bilanziert. Die durch Cashflow Hedge Accounting abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden 17 Jahren (2010 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der zum Bilanzstichtag offenen derivativen Instrumente; die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Der Verbund-Konzern ist in der Berichtsperiode all seinen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgungen) aus Darlehensverbindlichkeiten pünktlich und ordnungsgemäß nachgekommen. Dies gilt auch für alle anderen Verbindlichkeiten, soweit nicht rechtliche oder inhaltliche Einwendungen bestanden haben.

Aus Gebühren- und Kostengründen bestehen zum 31. 12. 2009 keine kontrahierten Kreditlinien mit inländischen Finanzinstituten. Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, besteht seit Anfang 2005 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie mit zweimaliger Verlängerungsoption über 750,0 Mio. €. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen eines europäischen Bankensyndikats über die Finanzierungsgesellschaft

in den Niederlanden. Die möglichen Verlängerungsoptionen wurden in Anspruch genommen; die bis Anfang 2012 bestehende Linie wurde nicht ausgenützt. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds.

Zur Darstellung der vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IFRS 7 siehe (28).

KREDITRISIKO

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität entweder auf Basis eines externen Investment-Grade-Ratings einer internationalen Ratingagentur (Moody's, Standard & Poor's) oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung, die ein Ratingäquivalent ermittelt, abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten, berechnet von internationalen Rating-Agenturen, erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportefeuilles. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten Anforderungen – das heißt, es wird kein Investment-Grade-Rating erreicht – werden Geschäfte nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (zum Beispiel Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken minimiert. Durch abgeschlossene Aufrechnungsvereinbarungen erfolgt eine weitere Risikoreduzierung.

In der Regel wurde in der Vergangenheit das Kontrahentenrisiko nicht versichert. Im Berichtsjahr wurde im Bereich des Endkundengeschäftes erstmals eine Kreditversicherung abgeschlossen. Zum 31. 12. 2009 sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18,4 Mio. € durch eine Kreditversicherung gedeckt, wobei allerdings eine Höchstdeckungsquote pro Jahr von 10,0 Mio. € besteht.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der wesentlichsten Posten für Finanzinstrumente mit

BONITÄTS-
GRUPPE
MOODY'S RATING
ÄQUIVALENT
UND AUSLEIHUN-
WERTPAPIERE
GEN BEI CBL
SONSTIGE WERT-
INVESTMENT-
PAPIERE UND
FONDS
SONSTIGE LANG-
DERUNGEN UND
AUSLEIHUNGEN
FRISTIGE FOR-
FINANZDERIVATE FORDERUNGEN
RUNGEN UND
LEISTUNGEN
AUS LIEFE-
ENERGIEDERIVATE GELDMARKTGE-
LIQUIDE MITTEL
SCHÄFTE UND
A BIS Aa3 238,1 106,6 0,7 24,1 74,8 4,2
B BIS A3 86,9 25,1 25,9 64,6 120,2 169,0 116,3
C BIS Baa3 0,0 50,9 104,5 1,3
D UNTER Baa3 1,7 15,4 0,8 19,2 0,0
OHNE
RATING
78,7 223,1 52,3 4,0
SUMME 325,0 212,1 265,1 64,6 248,3 367,3 125,8
Bei den Wertpapieren und Ausleihungen im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Trans
aktionen besteht aus Sicht des Verbund-Konzerns kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Diese
Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende

Kreditrisiko und den zugeordneten Bonitätsgruppen:

Derivativgeschäfte den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Risiko ist somit ein Bonitätsrisiko beziehungsweise Ausfallsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind. Dieses wurde wiederum minimiert, als nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde, wobei eine laufende Beobachtung der Bonitätseinstufung und der Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner erfolgt, um bei drohenden Ausfällen rasch, zeitgerecht und vertragsgemäß reagieren zu können. Diesbezüglich wird auch auf den obigen separaten Teil zu den Cross-Border-Leasing-Transaktionen sowie auf den Anhangsteil zu sonstigen Verpflichtungen und Risiken verwiesen.

Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die einerseits zur Deckung der Sozialkapitalrückstellung und andererseits als Liquiditätsreserve angeschafft wurden.

Die im Bereich der sonstigen langfristigen Forderungen und Ausleihungen als »nicht geratet« ausgewiesenen Beträge beinhalten neben diversen Kleinbeträgen im Wesentlichen Ausleihungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (39,9 Mio. € gegenüber der Ennskraftwerke AG und der Kraftwerk Nussdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG) sowie den Fremdkapitalanteil an Projektfinanzierungen (183,0 Mio. €) der POWEO Pont-sur-Sambre S.A.S. Aufgrund der engen Verflechtung mit dem Verbund-Konzern erscheint eine Bonitätsbewertung in diesem Bereich nicht sinnvoll.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich die nicht bewerteten Werte insbesondere aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäftes, welches zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (0,1 Mio. €) liegen. Außerdem sind darin auch Unternehmen enthalten, für die zwar keine Bonitätsbewertungen durchgeführt wurden, aber aufgrund besonderer Umstände (zum Beispiel gesetzlicher Kontrahierungszwänge oder besondere strategische Zielsetzungen) doch Kreditlimits vergeben wurden.

ZINSÄNDERUNGSRISIKO

Der Verbund-Konzern betrachtet Schwankungen des Zinssatzes als wesentliches Cashflow-Risiko. Die Risikomanagementregelungen sehen vor, dass maximal 45% der Finanzverbindlichkeiten inklusive Geldmarktgeschäften variabel verzinst sein dürfen. Zum 31. 12. 2009 beläuft sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen der Verbund-Konzern ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 15,5% (Vorjahr: 42,9%).

Ein Zinsanstieg um 1% würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportefeuille zu einem um 5,7 Mio. € p.a. (Vorjahr: 7,6 Mio. € p.a.) geringeren Ergebnis (vor Ertragsteuern) führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.

Zinsswaps bestehen zum 31. 12. 2009 im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen. Der Zeitwert dieser Derivativgeschäfte bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten Fair Value der Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Wertschwankungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den mit dem Fair Value verbuchten Finanzverbindlichkeiten.

Weitere Zinsswaps wurden in der Berichtsperiode für einen Nominalbetrag von insgesamt 428,0 Mio. € abgeschlossen. Es erfolgte dabei ein Austausch von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Cashflow Hedges gemäß IAS 39 designiert. Eine detaillierte Darstellung der Finanzverbindlichkeiten samt Fair Values kann

der Tabelle unter (28) entnommen werden. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportefeuilles beträgt 6,6 Jahre (Vorjahr: 5,0 Jahre).

WÄHRUNGSÄNDERUNGSRISIKO

Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf €-Währungsbasis abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Da die mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte (Finanzanlagen und Ausleihungen) und Verpflichtungen ausschließlich in \$ notieren beziehungsweise entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen wurden, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten (exklusive Cross-Border-Leasing-Transaktionen) sehen die Risikomanagementregelungen im Verbund-Konzern für die Fremdwährungsanteile Höchstwerte für die jeweiligen Währungsanteile (maximal 5,0% für JPY) vor; es erfolgten keine Überschreitungen dieser Grenzen.

Zum 31. 12. 2009 stellt sich das Fremdwährungsrisiko der gesamten Finanzverbindlichkeiten (JPY) wie folgt dar; eine im Vorjahr noch bestehende Absicherung des Währungsrisikos eines geplanten Beteiligungserwerbs durch \$-Devisentermingeschäfte wurde in der Berichtsperiode erfüllt.

AUSHAFTUNGEN

31.12.2009 31.12.2008
FREMDWÄHRUNG IN MIO. 1 FREMDWÄHRUNG IN MIO. 1
12.900,0 MIO. JPY 99,1 12.900,0 MIO. JPY 104,6
350,0 MIO. \$ 24,4 0
1

Marktwert der Derivate

ZEITWERTE IM ENERGIEBEREICH

Ein ungesichertes Fremdwährungsänderungsrisiko besteht bei der angeführten Verbindlichkeit in JPY. Bei einem Anstieg des Verhältnisses von JPY zum € um 1% verschlechtert sich das Ergebnis (vor Ertragsteuern) um rund 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €).

ENERGIEBEREICH

Die derivativen Finanzinstrumente (Stromfutures und Stromforwards, Kohleswaps, Gasforwards, CO2- Futures und CO2-Forwards) im Energiebereich setzen sich wie folgt zusammen:

CASHFLOW HEDGES (ABSATZ UND BESCHAFFUNG) ZUM 31.12.2009 MIO. 1

POSITIVE
ZEITWERTE
NEGATIVE
ZEITWERTE
NETTO
ZEITWERTE
FUTURES 93,2 89,2 4,0
FORWARDS 60,5 21,8 38,7
TOTAL VOR NETTING 153,7 111,0 42,7
DAVON KURZFRISTIG 152,7 111,0 41,8
DAVON LANGFRISTIG 0,9 0,0 0,9
DAVON IM EIGENKAPITAL (CASHFLOW-HEDGE-RÜCKLAGE) 42,7

WHOLESALE ZUM 31.12.2009 MIO. 1

POSITIVE
ZEITWERTE
NEGATIVE
ZEITWERTE
NETTO
ZEITWERTE
FUTURES 105,7 166,0 –60,3
FORWARDS 420,6 265,4 155,2
TOTAL VOR NETTING 526,3 431,5 94,8
DAVON KURZFRISTIG 417,3 359,9 57,4
DAVON LANGFRISTIG 109,0 71,5 37,5
BEREITS REALISIERTE FUTURES –86,1
SUMME 8,7
TRADING INKLUSIVE CO 20ZUM 31.12.2009 MIO. 1
POSITIVE
ZEITWERTE
NEGATIVE
ZEITWERTE
NETTO
ZEITWERTE
FUTURES 1,0 1,7 –0,6
FORWARDS 522,7 513,0 9,7
TOTAL VOR NETTING 523,7 514,7 9,0
DAVON KURZFRISTIG 495,5 487,4 8,0
DAVON LANGFRISTIG 28,3 27,2 1,0
GESAMT ZUM 31.12.2009 MIO. 1
POSITIVE
ZEITWERTE
NEGATIVE
ZEITWERTE
NETTO
ZEITWERTE
FUTURES 199,9 256,9 –57,0
FORWARDS 1.003,8 800,2 203,6
TOTAL VOR NETTING 1.203,7 1.057,1 146,6
BERÜCKSICHTIGUNG VON NETTINGVEREINBARUNGEN -836,4 -836,4 0,0
TOTAL NACH NETTING 367,3 220,7 146,6
EEX/ECX-ABRECHNUNG VARIATION MARGINS ZU FUTURES -57,0
ERFASST IN DEN KURZFRISTIGEN SONSTIGEN FORDERUNGEN
BEZIEHUNGSWEISE SONSTIGEN VERBINDLICHKEITEN
367,3 163,7 203,6

Positive Zeitwerte sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; negative Zeitwerte finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von potenziellen Marktpreisschwankungen (–10% bis +10%) auf das operative Ergebnis (Wholesale-Portfolio, Trading-Portfolio) sowie auf das Eigenkapital (Cashflow Hedge Accounting) gemessen. Aktuell hätte eine Marktpreissteigerung um +10% eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von –3,0 Mio. € (beziehungsweise ein Absinken des Marktpreises um –10% eine Auswirkung in Höhe von +3,0 Mio. €) und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von +12,4 Mio. € (beziehungsweise ein Absinken des Marktpreises um –10% eine Auswirkung in Höhe von –12,4 Mio. €).

Die im Rahmen von durch Cashflow Hedge Accounting abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier Jahren (2010 bis 2013) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Zum 31. 12. 2009 ergaben sich keine ergebniswirksam zu erfassenden ineffektiven Teile aus dem Cashflow Hedge Accounting gemäß IAS 39.

In der Berichtsperiode 2009 wurde ein Betrag in Höhe von 239,0 Mio. € (Vorjahr: 73,8 Mio. €) über das sonstige (im Eigenkapital erfasste) Ergebnis der Cashflow-Hedge-Rücklage zugeführt. Im gleichen Zeitraum wurden 353,8 Mio. € (Vorjahr: –71,4 Mio. €) ergebniswirksam in die GuV umgegliedert. Aus Basis Adjustments in Zusammenhang mit Kohlevorräten resultierte in der Berichtsperiode 2009 ein Effekt in der GuV in Höhe von –8,3 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €).

ZIELE DES KAPITALMANAGEMENTS

Die Ziele des Kapitalmanagements sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung, eine adäquate Verzinsung des Eigenkapitals und eine kontinuierliche Dividendenpolitik mit einer Pay-out-Ratio von 45% bis 50% des Konzernergebnisses. Das Kapital wird ins Verhältnis zum Risiko gesetzt und mittels des Verhältnisses der Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Nettoverschuldungsgrad) gesteuert. Die Nettoverschuldung entspricht den um die verzinslichen Aktiva saldierten verzinslichen Schulden. Das Eigenkapital ist das in der Konzernbilanz ausgewiesene, dem Mutterunternehmen sowie anderen Gesellschaftern zurechenbare Eigenkapital. Der Nettoverschuldungsgrad ist 2009 von 80,2% auf 138,3% gestiegen. Das Ziel, einen Nettoverschuldungsgrad von unter 150% bei gleichzeitigem Erzielen einer Eigenkapitalrentabilität von über 20% zu erhalten, ist in der Berichtsperiode 2009 erreicht worden.

RISIKOMANAGEMENT

Schon seit vielen Jahren ist im Verbund-Konzern ein unternehmensweites Risikomanagementsystem installiert, in dessen Rahmen alle Risiken und Chancen des Konzerns softwareunterstützt erfasst und mit Maßnahmen hinterlegt werden. Eine eigene strategische Holdingabteilung zeichnet für die Koordination dieses Prozesses verantwortlich, wobei die Risikodaten regelmäßig aggregiert und quartalsweise über die gesamte Risiko-Chancen-Situation an den Konzernvorstand und den Aufsichtsrat berichtet werden.

Im zentralen Fokus des unternehmensweiten Risikomanagements stehen alle für den Verbund-Konzern maßgeblichen Bereiche wie Commodities, Finanzen, Informationssicherheit, Übertragungsnetz und, angesichts seiner Wachstumsstrategie, insbesondere auch die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen des Verbund-Konzerns.

Für die genannten Schwerpunkte sowie auch für weitere maßgebliche Themenstellungen wie beispielsweise Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden eigene »Risk Management Committees« eingerichtet, die regelmäßig unter der Leitung des zentralen Risikomanagements tagen. Die Hauptaufgabe dieser Risk Management Committees ist die Gesamtkoordination aller risikorelevanten Themen für den jeweiligen Bereich. Dies betrifft insbesondere die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken, die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen und die Verstärkung des Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern und in allen Konzerngesellschaften.

Im Rahmen seines Kerngeschäfts ist der Verbund-Konzern auf den internationalen Märkten mit entsprechenden Chancen und Risiken (vor allem Marktrisiken, Kontrahentenrisiken und operationalen Risiken) konfrontiert. Aus diesem Grund sind strikte Richtlinien die wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Agieren auf diesen Märkten. Sicherheit im Umgang mit Marktrisiken wird durch RuleCOMMODITIES

books und darin festgelegten Limits gewährleistet. Ebenso wird das Kontrahentenrisiko durch eigene
Richtlinien auf Konzern- und Tochtergesellschaftsebene geregelt. Darüber hinaus wurde für das Hand
ling der operationalen Risiken ein eigenes Prozesshandbuch erstellt.
Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value at Risk, Stress-Limit, Stop
Loss- und Positionslimits) wird täglich überwacht und berichtet.
Durch eine dokumentierte Aufbau- und Ablauforganisation sowie durch die Erstellung von Notfall
plänen für Systemausfälle werden entsprechende Maßnahmen zur Steuerung des operationalen Risikos
im Energiegeschäft gesetzt. Eine jährliche Überprüfung gewährleistet die Aktualität von Dokumenten
und Maßnahmen.
FINANZBEREICH Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit und den damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unter
liegt der Verbund-Konzern insbesondere durch die Finanzmarktkrise umfangreichen Finanzrisiken.
Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken
aus Wertpapieren, Währungsrisiken sowie dem Risiko einer Veränderung des Ratings des Verbund
Konzerns zusammen.
Ein periodisch zusammentretendes Risk Management Committee für Cross-Border-Leasing dient der
Überwachung der vom Verbund-Konzern abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen.
Im Finanzbereich des Verbund-Konzerns stellt daher die Identifizierung, Analyse und Bewertung von
Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen
einen Schwerpunkt dar, was im Eintrittsfall zu einer Gewinnabsicherung beziehungsweise Schadens
begrenzung führen kann.
Für den Finanzbereich wurden eigene Regelungen im Rahmen von Konzernrichtlinien entwickelt, um
die finanziellen Risiken auch entsprechend managen zu können. Zusätzlich dazu wurden Positions
limits hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten defi
niert, die regelmäßig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Durch eine in der Regel auf das
laufende und das darauffolgende Geschäftsjahr ausgerichtete Liquiditätsplanung und daraus resultierend
entsprechende Veranlagungen und Aufnahmen wird jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt.
INFORMATIONSSICHERHEIT Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Verbund-Konzern ist in sämtlichen Bereichen der Informations
technologie (IT) von der Informatik über die Leittechnik bis hin zur Telekommunikation zu sehen.
Um eine entsprechende Sensibilität in der Nutzung dieser Technologien sowie im Umgang mit Unter
nehmensinformationen bei den Mitarbeitern zu schaffen und zu sichern, werden regelmäßig umfang
reiche Informationsveranstaltungen und Schulungen abgehalten sowie moderne Medien zur Unter
stützung und Fortführung des Informationssicherheitsbewusstseins (Awareness) eingesetzt.
Ergänzend dazu verfügt der Verbund-Konzern über eine ausgeprägte Informationssicherheitsorganisa
tion. Ihr Aufbau ist in einer konzernweit gültigen »Information Security Policy« festgelegt, welche auch
die damit einhergehenden Verantwortlichkeiten und Kompetenzen festlegt. Sie bildet die Grundlage zur
Schaffung des einheitlichen Informationssicherheitsbewusstseins und legt einen Standard für risikoge
rechte und wirtschaftlich angemessene Maßnahmen fest. Der Chief Information Security Officer (CISO)
plant und steuert laufend sämtliche Informationssicherheitsbelange des Verbund-Konzerns. Ausgestattet
mit einer direkten Weisungsbefugnis, stellt der CISO die Einhaltung der einschlägigen externen und
internen Vorgaben sicher, übergeordnet wird die Gesamtkoordination der Informationssicherheit vom
Risk Management Committee für Informationssicherheit wahrgenommen.
NETZBEREICH Im quartalsweise zusammentretenden Risk Management Committee für das Netz werden sämtliche für
den Netzbereich maßgeblichen Chancen und Risiken diskutiert und gesteuert. Schwerpunkte bilden

dabei Leitungsprojekte (insbesondere jene zur Schließung des 380-kV-Ringes), Handelsrisiken (Kontrahentenrisiken), regulatorische und rechtliche Risiken. Das Risk Management des Verbund-Konzern ist außerdem in zahlreichen Sonderprojekten wie beispielsweise der Umsetzung des »Unbundling« oder der Analyse und Bewertung von potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf das Übertragungsnetz involviert.

Einhergehend mit der weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie – durch Erwerb beziehungsweise Gründung von Tochtergesellschaften in Albanien und Deutschland sowie durch verstärkte Investitionstätigkeit in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen in Frankreich, Italien und in der Türkei – werden (insbesondere im Bereich der ausländischen Beteiligungen) höhere Risiken eingegangen, denen aber auch größere Chancen gegenüberstehen.

Risiken sind in der starken Schwankung der Beteiligungserträge (inklusive Fremdwährungseffekte) vor allem zu Beginn der Investments sowie durch Veränderungen in der Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes zu sehen. Ebenso können sich Haftungen und Garantien, die vom Verbund-Konzern übernommen wurden, negativ auswirken. Chancen ergeben sich aus der langfristigen Investition in aufstrebende Märkte mit steigendem Preisniveau sowie aus möglichen günstigen Fremdwährungseffekten.

Da sich die Investitionen in (nach der Equity-Methode bilanzierte) Beteiligungen im Wesentlichen auf das Kerngeschäft des Verbund-Konzerns mit Wertschöpfungsstufen wie etwa Erzeugung und Handel beziehungsweise Vertrieb beziehen, weist die Struktur der Beteiligungsrisiken ein ähnliches Bild wie das Risikoportfolio des Verbund-Konzerns im Inland auf. Ein regelmäßiges Reporting und Monitoring sowie der Auf- und Ausbau eines adäquaten Risikomanagementsystems in den entsprechenden Beteiligungen gewährleistet die nachhaltige Sicherung unseres Engagements im Rahmen der internationalen Wachstumsstrategie. Weiters veranschaulicht ein neu entwickeltes risikobasiertes Portfoliomanagement zukünftig das Risiko-Rendite-Portfolio des Verbund-Konzerns.

BETEILIGUNGEN

VII. SONSTIGE ANGABEN

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG

Für die Geldflussrechnung wurde die indirekte Methode angewandt. Die Zusammensetzung des Fonds der flüssigen Mittel kann der Anhangsangabe in (20) entnommen werden.

Dividendeneinzahlungen sowie Zinsenein- und -auszahlungen werden der operativen Tätigkeit zugeordnet. Davon entfallen 31,5 Mio. € (Vorjahr: 33,2 Mio. €) auf Zinseneinzahlungen sowie 103,5 Mio. € (Vorjahr: 97,4 Mio. €) auf Zinsenauszahlungen. Die Dividendeneinzahlungen von nicht vollkonsolidierten Unternehmen betrugen 41,4 Mio. € (Vorjahr: 49,0 Mio. €).

Dividendenauszahlungen werden unter der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die Ertragsteuerzahlungen betragen 237,8 Mio. € (Vorjahr: 118,8 Mio. €) und betreffen im Wesentlichen Geldflüsse der operativen Tätigkeit.

Im Rahmen der in der Berichtsperiode 2009 durchgeführten Unternehmenserwerbe und Erwerbe sonstiger Geschäftseinheiten wurde insgesamt folgender Kaufpreis entrichtet:

KAUFPREIS GESAMT 1.493,5
OFFENE VERBINDLICHKEIT 461,0
BEREITS IN 2008 GELEISTETE ANZAHLUNG 36,7
IN BAR 995,8
ENTRICHTETER KAUFPREIS FÜR UNTERNEHMENSERWERBE UND SONSTIGE ERWERBE MIO. 1

Der bei diesen Unternehmen erworbene Bestand an Vermögenswerten betrug 963,7 Mio. € sowie 68,2 Mio. € an Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN UND RISIKEN

EVENTUALSCHULDEN

Bei den bis Ende 2000 abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen ist grundsätzlich eine vollständige Deckung der daraus erwachsenden Verpflichtungen durch Ausleihungen an Finanzinstitute, Zero Coupons und Medium Term Notes gegeben. Bei den Ausleihungen handelt es sich um abgeschlossene Schuldbeitrittsverträge mit Finanzinstituten guter und erstklassiger Bonität. Bestimmte Verpflichtungen aus den Cross-Border-Leasing-Verträgen wurden, wie auch die zu ihrer Besicherung dienenden Ausleihungen und Zero Coupons, ausgebucht. Für den nicht getilgten Teil aus diesen Leasingverbindlichkeiten besteht zum 31.12.2009 eine subsidiäre Haftung des Verbund-Konzerns in Höhe von 827,2 Mio. € (Vorjahr: 3.976,2 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 722,1 Mio. € (Vorjahr: 3.193,0 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und GebietsPOSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 181

körperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber hinaus sind 140,3 Mio. € (Vorjahr: 479,2 Mio. €) durch Veranlagungen in Zero Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt.

Zum 31. 12. 2009 bestanden aus sonstigen Haftungsverhältnissen Eventualschulden in Höhe von 24,4 Mio. € (Vorjahr: 22,7 Mio. €). Dabei handelt es sich um Garantien, die die VERBUND-Austrian Hydro Power AG für die Verbundplan Birecik Baraji Isletme Ltd. Sti. (VBOC), an der sie zu 70,0 % beteiligt ist, abgegeben hat. Die nichtkonsolidierte VBOC ist im Rahmen eines Betreibermodells (Build Operate Transfer, BOT) über 15 Jahre mit der Betriebsführung des Wasserkraftwerks Birecik am Euphrat in der Türkei betraut. Die Garantien beziehen sich auf Haftungen der VBOC aus ihrer Betriebsführungstätigkeit für die Birecik Baraj ve Hidroelektrik Santrali Tesis ve Isletme Anonim Sirkreti in der Türkei.

VERTRÄGE UND BESTELLOBLIGOS 31.12.2009
GESAMTVERPFLICHTUNG INNERHALB
EINES JAHRES
INNERHALB VON
FÜNF JAHREN
MIET-, LEASING- UND VERSICHERUNGSVERTRÄGE K.A. 0
1
15,5 61,6
BESTELLOBLIGOS FÜR SACHANLAGEN, IMMATERIELLE
VERMÖGENSWERTE UND SONSTIGE LEISTUNGEN
780,9 578,8 780,8

Für das Kraftwerk Voitsberg III wurde im Jahr 2001 von der Europäischen Kommission eine positive Entscheidung für eine Beihilfe zur Abdeckung von sogenannten »Stranded Costs« getroffen. Gemäß dieser Entscheidung sind in den Jahren 2001 bis 2008 Leistungen von der Energie-Control GmbH erfolgt und der noch ausstehende Restbetrag an die VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG überwiesen worden; damit ist diese Forderung beglichen.

Mit der Änderung des § 69 Absatz 6 ElWOG hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei Entstehen eines Anspruches auf Rückerstattung von bereits gewährten Betriebsbeihilfen die Republik Österreich oder die E-Control berechtigt werden, diese von der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG als Begünstigte inklusive Verzinsung zurückzufordern. Angesichts laufender Verfahren besteht für dieses Risiko eine Rückstellung.

Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, gemäß dem die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner von der Verbundgesellschaft gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abgenommen werden muss.

Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferungsverträge, gemäß denen die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Energie von der Verbundgesellschaft gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abgenommen werden muss.

Gemäß einem Stromlieferungsvertrag ist die E.ON Wasserkraft GmbH (EWK) verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der Verbundgesellschaft zu den um einen vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern. Im Gegenzug ist die Verbundgesellschaft gegenüber der EWK zur Abnahme des gelieferten Stroms verpflichtet.

Mit der Kraftwerksgesellschaft POWEO Pont-sur-Sambre S.A.S. besteht ein mindestens bis 2025 laufendes Strombezugsrecht, gemäß dem 40% des vom Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Pont-sur-Sambre produzierten Stroms von der VERBUND-International GmbH gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen (zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals) abzunehmen sind.

Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht bestimmbar.

BETRIEBSBEIHILFE

BEZUGSVERTRÄGE

SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN Die Weglokoks S.A. bietet im Rahmen eines am 06. 08. 2007 geschlossenen jährlich kündbaren Basis
vertrags der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG jährlich mindestens 450.000 t Stein
kohle zu verhandelbaren Preisen an. Für die Lieferung in 2010 wurden bislang weder Mengen noch
Preise vereinbart.
Der Liefervertrag mit OMV Refining & Marketing GmbH vom 03. 12. 2008 über 72.000 t Heizöl schwer
pro Jahr wurde mit Wirkung zum 01. 01. 2010 gekündigt.
Mit der EconGas GmbH besteht ein 15 Jahre nach Lieferbeginn kündbarer Erdgasliefervertrag über
rund 750 Mio. Nm3 Erdgas pro Jahr für das in Bau befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinations
kraftwerk in Mellach.
Mit der Gasnetz Steiermark GmbH besteht ein für die Belieferung des Gas-und-Dampfturbinen-Kom
binationskraftwerk in Mellach notwendiger Kapazitätserweiterungsvertrag über die Zur-Verfügung
Stellung von Transportkapazitäten in Höhe von maximal 150.400 Nm3 pro Stunde.
Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die vor allem die
Lieferung von Primärenergieträgern und Strom umfassen.
Im Beteiligungsbereich (vornehmlich bei der Enerjisa Enerji Üretim A.S.) sowie in Zusammenhang mit
den Windkraftprojekten an der Schwarzmeerküste, die von der VERBUND-Austrian Renewable Power
GmbH geleitet werden, bestehen für den Zeitraum 2010 bis 2014 offene Einzahlungsverpflichtungen in
Höhe von 435,0 Mio. €. Im Vorjahr betrugen die offenen Einzahlungsverpflichtungen 789,8 Mio. €.
Für Kraftwerks- und Leitungsbauten werden – dies ist typisch für die Energiewirtschaft – laufend Ent
schädigungszahlungen an Grundeigentümer für wirtschaftliche Nachteile geleistet. Der Barwert dieser
Verpflichtungen ist jedoch insgesamt für den Verbund-Konzern nicht wesentlich.
Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der BAV Pensionskassen AG zur Ab
deckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen keine Nachschussverpflichtung (Vorjahr: rund
28,6 Mio. €) gemeldet. Da die Erfüllung dieser Verpflichtung nach den IFRSs nur einen Vermögens
tausch zugunsten des Planvermögens darstellt, ist diese nicht ergebniswirksam und wird erst mit den
PERSONALSTAND endgültigen Vorschreibungen erfasst.
PERSONALSTAND (DURCHSCHNITT)
(DURCHSCHNITT) 2009 2008 ÄNDERUNG
ANGESTELLTE 2.590 2.414 +176
ARBEITER 112 29 +83
LEHRLINGE 118 98 +20
PERSONALSTAND (DURCHSCHNITT) 2.820 2.541 +279

Teilzeitbeschäftigte sind arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

Zum Bilanzstichtag hatten 476 (Vorjahr: 535) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür war eine zumindest 20-jährige Tätigkeit im Verbund-Konzern und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

Durchschnittlich 71 (Vorjahr: 74) Dienstnehmer waren an die Pöyry Energy GmbH (ehemals Verbundplan GmbH), an der der Verbund-Konzern einen Anteil von 25,1% hält, für die Erfüllung verschie-PERSONALBEREITSTELLUNG

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 183

denster Engineering- und Consultingaufgaben abgestellt. Die Abstellung erfolgt zu standardisierten Verrechnungssätzen, wobei die Abrechnung einerseits von der Qualifikation und andererseits von marktkonformen Stundensätzen abhängt.

Darüber hinaus gab es im Jahr 2009 durchschnittlich insgesamt 1 Abstellung (Vorjahr: 20 Abstellungen) an sonstige nicht konsolidierte verbundene Unternehmen des Verbund-Konzerns.

Für Prüfungs- und prüfungsnahe Leistungen des Konzernabschlussprüfers wurden vom Verbund-Konzern 1.143,8 Tsd. € aufgewendet. Weiters hat der Konzernabschlussprüfer sonstige Beratungsleistungen im Wert von 104,0 Tsd. € für den Verbund-Konzern erbracht.

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Zu den nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties) des Verbund-Konzerns zählen alle verbundenen oder assoziierten Unternehmen. Darüber hinaus zählen die Vorstände und Mitglieder des Aufsichtsrates der Verbundgesellschaft und deren nahe Angehörige zu den nahe stehenden Unternehmen und Personen. Die Republik Österreich ist aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin eine Related Party. Ebenso gelten auch unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen als Related Party. Zu diesen zählen insbesondere der ÖBB-Konzern, die Bundesbeschaffung GmbH sowie die E-Control.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist im Tabellenteil enthalten.

Die wesentlichen Geschäftstransaktionen mit den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stellen sich wie folgt dar:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN MIO. 1
2009 2008
UMSATZERLÖSE 559,6 625,5
SONSTIGE ERTRÄGE 6,2 4,6
STROM- UND NETZBEZUG 166,5 229,8
SONSTIGE AUFWENDUNGEN 6,9 5,3
FORDERUNGEN 46,7 31,8
VERBINDLICHKEITEN 13,4 23,6
AUSLEIHUNGEN 40,4 41,1

Der Kreis der nahe stehenden Unternehmen und Personen erweiterte sich gegenüber dem letzten Konzernabschluss um die Kärntner Restmüllverwertungs GmbH, die Gletscherbahnen Kaprun AG sowie die OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG.

Zu erwähnen ist einzig der Erwerb von 1 % der Anteile an der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. durch den Verbund-Konzern von der Enerjisa Enerji Üretim A.S. um 4,8 Mio. € (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung, Erwerbe und Aufstockungen maßgeblicher Beteiligungen).

Zur Wertberichtigung von Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, siehe (19).

AUFWENDUNGEN FÜR LEISTUN-GEN DES KONZERNABSCHLUSS-PRÜFERS

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT ASSOZIIERTEN UND NICHT KONSOLIDIERTEN VERBUNDE-NEN UNTERNEHMEN

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT DER REPUBLIK ÖSTERREICH UND UNTER DEM BEHERR-SCHENDEN EINFLUSS DER REPUBLIK ÖSTERREICH STEHENDEN UNTERNEHMEN

ANGABEN ZU DEN ORGANEN

ANHANG

Die Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Die Stromlieferungen an die Republik Österreich betrugen in der Berichtsperiode 0,4 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €), die Stromlieferungen an unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen beliefen sich 2009 auf 87,1 Mio. € (Vorjahr: 77,2 Mio. €). Diesen Stromlieferungen steht in der Berichtsperiode 2009 ein Strombezug von unter dem herrschenden Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen in Höhe von 32,2 Mio. € (Vorjahr: 38,7 Mio. €) gegenüber. Der Aufwand für die Aufsicht durch die E-Control beläuft sich in der Berichtsperiode 2009 auf 9,3 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €).

Die Angaben über die Organe der Verbundgesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind in der Anlage angeführt.

BEZÜGE DES VORSTANDES – KURZFRISTIG FÄLLIGE VERGÜTUNGEN 1
FIXE
BEZÜGE
VARIABLE
BEZÜGE
SUMME
DI WOLFGANG ANZENGRUBER 601.815 00
1
601.815
DR. JOHANN SEREINIG 572.069 389.903 961.972
DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER 395.198 185.744 580.942
MAG. CHRISTIAN KERN 399.955 185.744 585.699

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen im Jahr 2009 insgesamt 2.730.427 € (Vorjahr: 3.325.327 €).

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2008 betrug dieser Prozentsatz 90% für den Vorstandsvorsitzenden (Hinweis: Diese Regelung hat bis 31. 12. 2008 für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Pistauer gegolten und hatte aufgrund des Auszahlungsmodus im Geschäftsjahr 2009 keine Wirkung mehr.), 80% für dessen Stellvertreter und 50% für die anderen Vorstandsmitglieder. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2008 zu 50% auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50% auf spezifischen quantitativen und qualitativen Zielen. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstandes waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstandes im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2009 wurden für 3 Mitglieder des Vorstandes Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 135.850 € bezahlt (Vorjahr: 74.118 € für 2 Vorstandsmitglieder).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder beziehungsweise deren Hinterbliebene wurden 722.204 € (Vorjahr: 2.027.403 €) für Abfertigungen und Pensionen ausbezahlt.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen für den Vorstand 212.106 € (Vorjahr: 598.630 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene 97.549 € (Vorjahr: 20.837 €).

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen insgesamt 203.560 € (Vorjahr 213.424 €).

An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

¹ Die Auszahlungen der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahres, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder im Jahr 2009 ausbezahlten variablen Bezüge für das Geschäftsjahr 2008, wobei DI Anzengruber noch keine variable Ver-

gütung zugeflossen ist

Im Geschäftsjahr 2009 wurden die nachstehenden Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern beziehungsweise Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahe stehen, abgeschlossen. Die Leistungen wurden für verschiedene Konzerngesellschaften des Verbund-Konzerns erbracht. Die Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt.

VERTRÄGE MIT AUFSICHTSRATSMITGLIEDERN BZW. UNTERNEHMEN, DIE EINZELNEN MITGLIEDERN DES AUFSICHTSRATES NAHE STEHEN TSD. 1

VERTRAGSPARTNER GEGENSTAND
INSTITUT FÜR ELEKTRISCHE STUDIE STROMVERSORGUNGSSTRUKTUREN 68,5
ANLAGEN UND ENERGIE- UND PUMPSPEICHERKRAFTWERKE, SICHERHEITS
WIRTSCHAFT DER TU WIEN 0
1
MONITORING, ENERGIEWIRTSCHAFTSTAGUNG
»SMART TECHNOLOGIES« MANAGEMENT LIEFERUNG UND WARTUNG VON SOFTWARE FÜR APG UND VMSG 332,5 3
BERATUNGS- UND BETEILIGUNGS
GESELLSCHAFT M.B.H. 0
2

TRANSAKTIONEN MIT NAHE STEHENDEN PERSONEN

Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern beziehungsweise mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahe stehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex).

1 Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner ist Vorstand des Institutes für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft.

2 Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg ist geschäftsführender Gesellschafter der »smart technologies« Management Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.

Erfasst ist der gesamte im Jahr 2009 beauftragte Bestellwert; davon wurden im Jahr 2009 Leistungen in Höhe von insgesamt 332,5 Tsd. 1 erbracht. Zur Verrechnung gelangten 120,5 Tsd. 1 netto.

VERGÜTUNGSSCHEMA FÜR AUFSICHTSRATSMITGLIEDER (GEM. REGEL 51 DES ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX) 1

2009 2008
VORSITZENDER 15.000 15.000
VORSITZENDER STELLVERTRETER (ZWEI) 11.250 11.250
MITGLIEDER 7.500 7.500
SITZUNGSGELD 400 400

Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates analog Anwendung.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Zwischen dem Bilanzstichtag am 31. 12. 2009 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 28. 01. 2010 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Wien, am 28.Jänner 2010

Der Vorstand

Generaldirektor Generaldirektor-Stv. DI Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig (Vorsitzender) (Stv. Vorsitzender)

Vorstandsdirektorin Vorstandsdirektor Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mag. Christian Kern (Mitglied) (Mitglied)

ERKLÄRUNG DES VORSTANDES GEMÄSS § 82 (4) BÖRSEGESETZ

Der Vorstand erklärt, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellte Jahresabschluss des Verbund-Konzerns nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt.

Ebenso vermittelt der Lagebericht ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Verbund-Konzerns und gibt Auskunft über den Geschäftsverlauf und die Auswirkung bestehender beziehungsweise künftiger Risiken auf die Geschäftstätigkeit des Verbund-Konzerns.

Wien, am 28.Jänner 2010

Der Vorstand

Generaldirektor Generaldirektor-Stv. DI Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig (Vorsitzender) (Stv. Vorsitzender)

Vorstandsdirektorin Vorstandsdirektor Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mag. Christian Kern (Mitglied) (Mitglied)

BESTÄTIGUNGSVERMERK

BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.Jänner 2009 bis 31.Dezember 2009 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31.Dezember 2009, die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung, die Konzerngesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das am 31.Dezember 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

VERANTWORTUNG DER GESETZ-LICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND FÜR DIE BUCHFÜHRUNG

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND BESCHREIBUNG VON ART UND UMFANG DER GESETZLICHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt.

Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss.

Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern.

Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 189

Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.Dezember 2009 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1.Jänner 2009 bis zum 31.Dezember 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 28.Jänner 2010

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer MMag. Dr. Klaus-Bernhard Gröhs

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten

PRÜFUNGSURTEIL

KONZERNUNTERNEHMEN

KONZERNUNTERNEHMEN TSD. 1 KONSOLIDIERUNGSKREIS ÖSTERREICHISCHE ELEKTRIZITÄTSWIRT-SCHAFTS-AKTIENGESELLSCHAFT WIEN VK 31.12.2009 1.844.217 506.067 1 VERBUND-AUSTRIAN POWER GRID AG WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 330.128 42.103 1 VERBUND ITALIA S.P.A. MAILAND VK 100,00 % 31.12.2009 644.963 4.753 1 VERBUND-TELEKOM SERVICE GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 4.695 6.307 1 VERBUND-INTERNATIONAL FINANCE B.V. AMSTERDAM VK 100,00 % 31.12.2009 3.264 3.392 1 VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING AG WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 1.624 1.378 1 VERBUND-FINANZIERUNGSSERVICE GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 228 2.629 1 VERBUND MANAGEMENT SERVICE GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 1.198 5.416 1 VERBUND-AUSTRIAN POWER SALES GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 11.318 4.982 1 VERBUND-INTERNATIONAL GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 982.470 –25.758 1 VERBUND-AUSTRIAN RENEWABLE POWER GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 45.173 945 1 VERBUND-BETEILIGUNGSHOLDING GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 1.038.580 –24.827 1 VERBUND-PHOTOVOLTAICS IBÉRICA, S.L . (GROUP) MADRID VK 100,00 % 31.12.2009 4.683 772 1 ENERGJI ASHTA SHPK TIRANA VK 100,00 % 31.12.2009 10.203 227 1 VERBUND-INNKRAFTWERKE GMBH TÖGING VK 99,74 % 31.12.2009 1.430.184 –52 1, 5 HAOS INVEST EAD SOFIA VK 100,00 % 31.12.2009 11.583 –169 1, 5 VERBUND-AUSTRIAN DELTA WIND GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 31.099 66 1, 5 VERBUND-KRAFTWERKE BETEILIGUNG-HOLDING GMBH WIEN VK 100,00 % 31.12.2009 36 –3 1, 4 VERBUND-UMWELTTECHNIK GMBH KLAGENFURT VK 100,00 % 31.12.2009 682 582 1 CAS REGENERABILE SRL BUKAREST VK 100,00 % 31.12.2009 6.000 0 1, 5 VERBUND-KRAFTWERKE BETEILIGUNGS-HOLDING GMBH & CO KG WIEN VK 94,90 % 31.12.2009 14.788 –214 1, 4 VERBUND-TOURISMUS GMBH KAPRUN VK 83,89 % 31.12.2009 4.371 666 1 VERBUND-AUSTRIAN HYDRO POWER AG WIEN VK 80,33 % 31.12.2009 1.554.901 551.836 1 VERBUND-AUSTRIAN THERMAL POWER GMBH GRAZ VK 59,49 % 31.12.2009 1.351 927 1 VERBUND-AUSTRIAN THERMAL POWER GMBH & CO KG GRAZ VK 55,65 % 31.12.2009 284.136 20.376 1 ALPHA WIND SRL BUKAREST VK 50,07 % 31.12.2008 836 –407 1, 5 ÖSTERREICHISCH-BAYERISCHE KRAFTWERKE AKTIENGESELLSCHAFT SIMBACH EQ 50,00 % 31.12.2008 51.361 3.272 3 GESELLSCHAFT SITZ KONSOLIDIE-RUNGSART DURCHGERECH-NETE BETEILI-GUNGSQUOTE ZUM BILANZSTICHTAG BILANZSTICHTAG EIGENKAPITAL JAHRES-ÜBERSCHUSS/ -FEHLBETRAG ANMERKUNG

ENNSKRAFTWERKE AKTIENGESELLSCHAFT STEYR EQ 50,00 % 31.12.2008 14.130 500 1,3

1 Einzelabschluss nach IFRSs

  • 2 (Teil-)Konzernabschluss nach IFRSs
  • 3 Gemeinschaftsunternehmen
  • 4 Gründung 2009
  • 5 Erwerb 2009
  • 6 derzeit noch in Gründung
  • VK Vollkonsolidierung EQ Equitybewertung
  • NK nichtkonsolidiert

Alle Wertangaben erfolgen, soweit keine IFRSs-Daten vorliegen, nach nationalem Handelsrecht.

KONZERNUNTERNEHMEN – FORTSETZUNG TSD. 1

GESELLSCHAFT SITZ KONSOLIDIE
RUNGSART
GUNGSQUOTE ZUM
BILANZSTICHTAG
DURCHGERECH
NETE BETEILI
BILANZSTICHTAG EIGENKAPITAL ÜBERSCHUSS/
-FEHLBETRAG
JAHRES
ANMERKUNG
KONSOLIDIERUNGSKREIS
DONAUKRAFTWERK JOCHENSTEIN
AKTIENGESELLSCHAFT
PASSAU EQ 50,00 % 31.12.2008 13.171 818 3
ENERJISA ENERJI ÜRETIM A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 31.12.2008 568.594 –14.331 1, 3
ENERJISA ELEKTRIK ENERJISI TOPTAN SATIS A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 31.12.2008 1.249 –1.417 1, 3
ENERJISA DOGALGAZ TOPTAN SATIS A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 31.12.2008 348 3 1, 3
ENERJISA ELEKTRIK DAGITIM A.S. (GROUP) ISTANBUL EQ 49,00 % 31.12.2008 –225 –281 2, 3
ENERGIE KLAGENFURT GMBH KLAGENFURT EQ 49,00 % 31.12.2008 70.417 6.156 1, 3
GLETSCHERBAHNEN KAPRUN
AKTIENGESELLSCHAFT
KAPRUN EQ 45,00 % 30.09.2008 40.080 31
KÄRNTNER RESTMÜLLVERWERTUNGS GMBH ARNOLDSTEIN EQ 42,87 % 31.12.2008 14.504 2.005
SORGENIA S.P.A. (GROUP) MAILAND EQ 42,65 % 31.12.2008 817.941 79.478 2
GRENZKRAFTWERKE GESELLSCHAFT MIT
BESCHRÄNKTER HAFTUNG
SIMBACH EQ 40,17 % 31.12.2008 127 77
KELAG-KÄRNTNER ELEKTRIZITÄTS
AKTIENGESELLSCHAFT
KLAGENFURT EQ 35,15 % 31.12.2008 438.585 69.147 2
STEWEAG-STEG GMBH GRAZ EQ 34,57 % 31.12.2008 549.471 79.986 2
POWEO S.A. (GROUP) PARIS EQ 46,04 % 31.12.2008 286.274 –20.468 2
DAVON POWEO PRODUCTION S.A.S 40,00 %
KRAFTWERK NUSSDORF ERRICHTUNGS
UND BETRIEBS GMBH
WIEN EQ 26,77 % 31.12.2008 53 4
KRAFTWERK NUSSDORF ERRICHTUNGS- UND
BETRIEBS GMBH & CO KG
WIEN EQ 26,77 % 31.12.2008 36 271
OEMAG ABWICKLUNGSSTELLE FÜR ÖKOSTROM AG WIEN EQ 24,40 % 31.12.2008 5.693 647
STROM
VERBUND ROMANIA S.R.L. BUKAREST NK 99,00 % 31.12.2008 –1 –5
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING
CZECH REPUBLIC S.R.O.
PRAG NK 100,00 % 31.12.2008 463 297
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING
SLOVAKIA, S.R.O.
BRATISLAVA NK 100,00 % 31.12.2008 538 205
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING
DEUTSCHLAND GMBH
MÜNCHEN NK 100,00 % 31.12.2008 203 95
  • 1 Einzelabschluss nach IFRSs
  • 2 (Teil-)Konzernabschluss nach IFRSs
  • 3 Gemeinschaftsunternehmen
  • 4 Gründung 2009
  • 5 Erwerb 2009
  • 6 derzeit noch in Gründung
  • VK Vollkonsolidierung
  • EQ Equitybewertung
  • NK nichtkonsolidiert

Alle Wertangaben erfolgen, soweit keine IFRSs-Daten vorliegen, nach nationalem Handelsrecht.

KONZERNUNTERNEHMEN – FORTSETZUNG TSD. 1
---------------------------------- --------
GESELLSCHAFT SITZ KONSOLIDIE
RUNGSART
GUNGSQUOTE ZUM
BILANZSTICHTAG
DURCHGERECH
NETE BETEILI
BILANZSTICHTAG EIGENKAPITAL ÜBERSCHUSS/
-FEHLBETRAG
JAHRES
ANMERKUNG
KONSOLIDIERUNGSKREIS
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING
HUNGÁRIA KFT.
BUDAPEST NK 100,00 % 31.12.2008 805 1
VERBUND AUSTRIAN POWER TRADING SL,
TRGOVANJE Z ELEKTRICˇNO ENERGIJO D.O.O.
LAIBACH NK 100,00 % 31.12.2008 1.538 564
APT AUSTRIAN POWER TRADING
POLSKA SP.Z O.O.
WARSCHAU NK 100,00 % 31.12.2008 81 11
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING D.O.O. ZAGREB NK 100,00 % 31.12.2008 39 7
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING SR D.O.O. BELGRAD NK 100,00 % 31.12.2008 45 33
VERBUND-POWER TRADING MACEDONIA DOOEL SKOPJE NK 100,00 % 31.12.2008 63 39
RIECADO REGIONAL ENERGY CAPACITY AUCTION
DATA OPERATOR GMBH
WIEN NK 74,80 % 31.12.2008 63 34
VERBUND-AUSTRIAN POWER TRADING ENERGA
HELLAS ELECTRICITY SUPPLY AND TRADE S.A.
ATHEN NK 55,00 % 31.12.2008 1.719 1.678
ENERGIE AUSTRIA GMBH WIEN NK 68,75 % 31.12.2008 53 –2
ALMENLAND ENERGIE GMBH FLADNITZ NK 50,00 % 31.12.2008 13 –5 3
GEMEINSCHAFTSKRAFTWERK INN GMBH LANDECK NK 50,00 % 31.12.2008 214 5 3
CEMP D.O.O. ZAGREB NK 50,00 % 31.12.2008 72 –127 3
PLINSKO PARNA ELEKTRARNA, D.O.O. KIDRICˇEVO NK 40,00 % 31.12.2008 1.223 15
SAVA IZRABLJANJE NARAVNEGA VIRA D.O.O. MEDVODE NK 35,00 % 31.12.2008 24 0
ENGINEERING
VERBUNDPLAN BIRECIK
BARAJI ISLETME LTD. STI.
BIRECIK NK 56,23 % 31.12.2008 6.198 6.610
PÖYRY ENERGY GMBH WIEN NK 25,10 % 31.12.2008 13.675 2.906
SONSTIGE
AUSTRIAN MOBILE POWER MANAGEMENT GMBH WIEN NK 33,33 % 6
AUSTRIAN MOBILE POWER MANAGEMENT
GMBH & CO KG
WIEN NK 33,33 % 6
LESTIN & CO. TAUCH-, BERGUNGS- UND
SPRENGUNTERNEHMEN GESELLSCHAFT M.B.H.
WIEN NK 82,35 % 31.12.2008 563 79
LESTIN & CO. TAUCH- UND BERGUNGSUNTER
NEHMEN GESELLSCHAFT M.B.H.
PASSAU NK 82,35 % 31.12.2008 77 –143
  • 1 Einzelabschluss nach IFRSs
  • 2 (Teil-)Konzernabschluss nach IFRSs 3 Gemeinschaftsunternehmen

  • 4 Gründung 2009 5 Erwerb 2009

  • 6 derzeit noch in Gründung

VK Vollkonsolidierung

  • EQ Equitybewertung
  • NK nichtkonsolidiert

Alle Wertangaben erfolgen, soweit keine IFRSs-Daten vorliegen, nach nationalem Handelsrecht.

FINANZINFORMATIONEN ZU ASSOZIIERTEN UNTER NEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

FINANZINFORMATIONEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN TSD. 1

SITZ KONSOLIDIERUNGSART BETEILIGUNGSQUOTE
DURCHGERECHNETE
STICHTAG
AM
STICHTAG
SIMBACH EQ 40,17 % 31.12.2008
MAILAND EQ 44,79 % 30.09.2009
KLAGENFURT EQ 35,15 % 30.09.2009
GRAZ EQ 34,57 % 30.06.2009
PARIS EQ 46,04 % 30.09.2009
40,00 %
WIEN EQ 26,77 % 30.09.2009
WIEN EQ 26,77 % 30.09.2009
FLADNITZ NK 50,00 % 31.12.2008
ZAGREB NK 50,00 % 31.12.2008
LANDECK NK 50,00 % 31.12.2008
KAPRUN EQ 45,00 % 30.09.2009
ARNOLDSTEIN EQ 42,87 % 30.09.2009
KIDRICEVO NK 40,00 % 31.12.2008
MEDVODE NK 35,00 % 31.12.2008
WIEN NK 25,10 % 31.12.2008
WIEN EQ 24,40 % 31.12.2008
SIMBACH EQ 50,00 % 31.12.2008
STEYR EQ 50,00 % 30.09.2009

1 IFRSs-Anpassung

2 Für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden in dieser Tabelle die in den Verbund-Konzernabschluss zum 31.12.2009 einbezogenen (Zwischen-)Abschlussdaten dargestellt.

FINANZINFORMATIONEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN TSD. 1

FINANZINFORMATIONEN ZU ASSOZIIERTEN UNTER NEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

GESAMT
VERMÖGENS
WERTE
SCHUSS/-FEHL
JAHRESÜBER
BETRAG
UMSATZ
ERLÖSE
SCHULDEN VERMÖGENS
WERTE
20.623 77 21.140 51.216 51.343
1.313.397 13.974 1.733.750 1.959.440 2.932.344
463.453 71.100 839.900 811.900 1.318.500
342.050 26.138 467.322 464.547 989.443
470.143 –74.668 350.947 728.109 1.021.162
3.489 522 1.103 6.867 13.033
10 1 3 0 37
15 –5 0 16 29
1 –127 1 1.076 1.148
4.188 5 0 8.163 8.376
29.254 64 21.285 23.731 65.009
32.406 2.421 12.175 63.571 75.592
489 15 0 4 1.223
8 0 0 0 24
8.467 2.906 41.197 20.058 33.732
35.913 647 679.395 141.492 147.185
67.827 3.272 34.703 84.292 135.653
61.978 74.817 123.955
5.849 9.475 11.698
62.507 –268 26.265 84.342 125.014
60.793 74.139 121.585
1.714 10.204 3.429

FINANZINFORMATIONEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN TSD. 1

GESELLSCHAFT SITZ KONSOLIDIERUNGSART BETEILIGUNGSQUOTE
DURCHGERECHNETE
STICHTAG
AM
STICHTAG
DONAUKRAFTWERK JOCHENSTEIN AKTIENGESELLSCHAFT PASSAU EQ 50,00 % 31.12.2008
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
ENERJISA ENERJI ÜRETIM A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 30.09.2009
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
ENERJISA ELEKTRIK ENERJISI TOPTAN SATIS A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 30.09.2009
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
ENERJISA DOGALGAZ TOPTAN SATIS A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 30.09.2009
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
ENERJISA ELEKTRIK DAGITIM A.S. ISTANBUL EQ 50,00 % 30.09.2009
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
ENERGIE KLAGENFURT GMBH KLAGENFURT EQ 49,00 % 31.12.2008
LANGFR. VERMÖGEN/SCHULDEN
KURZFR. VERMÖGEN/SCHULDEN

1 IFRSs-Anpassung

2 Für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden in dieser Tabelle die in den Verbund-Konzernabschluss zum 31.12.2009 einbezogenen (Zwischen-)Abschlussdaten dargestellt.

GESAMT
VERMÖGENS
WERTE
SCHUSS/-FEHL
JAHRESÜBER
BETRAG
UMSATZ
ERLÖSE
SCHULDEN VERMÖGENS
WERTE
7.905 14.491 818 13.881 15.810 28.981
5.852 10.913 11.703 21.826
2.054 3.578 4.107 7.155
250.984 628.180 7.966 198.471 501.968 1.256.361
211.101 525.344 422.202 1.050.690
39.883 102.835 79.766 205.671
2.336 3.125 333 25.856 4.672 6.250
150 19 300
2.327 2.975 4.653 5.950
174 1 0 1 348
0 0 0
174 1 348
392.869 662.856 2.948 560.956 785.737 1.325.713
214.702 542.623 429.404 1.085.247
178.166 120.233 356.333 240.466
51.921 117.087 6.156 111.570 105.961 238.953
34.558 79.445 70.527 162.133
17.363 37.641 35.434 76.819

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 2009 GEMÄSS § 243b UGB

CORPORATE GOVERNANCE – RAHMEN

Die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, aus der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (ÖCGK)

ALLGEMEINES

WESENTLICHE EREIGNISSE 2009 Der Verbund bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Mit der aktiven Umsetzung des Kodex soll eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Konzerns sichergestellt und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder geschaffen werden.

Auch im Geschäftsjahr 2009 sahen es Vorstand und Aufsichtsrat als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln.

Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar.

Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie seiner Ausschüsse finden sich unter den Punkten "Vorstand" und "Aufsichtsrat".

Die wichtigsten Ereignisse im Bereich der Corporate Governance im Geschäftsjahr 2009 waren der Amtsantritt eines neuen Vorstandsvorsitzenden, die Überarbeitung der Geschäftsordnung für den Vorstand und die Ausweitung der Tätigkeit des Prüfungsausschusses gemäß dem Unternehmensrechts-Änderungsgesetz (URÄG) 2008.

Seit Jänner 2009 leitet Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber den Konzernvorstand als Vorsitzender und Finanzvorstand. Im Zusammenhang mit dieser Änderung im Vorstand trat zum selben Zeitpunkt eine neue Geschäftsverteilung für den Vorstand in Kraft.

Die Geschäftsordnung für den Vorstand regelt die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstandes, das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat, die Informations- und Berichtspflichten des Vorstandes und die Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrates, die sich auch auf die wesentlichen Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften erstrecken. Insbesondere bei der Handhabung der zustimmungspflichtigen Geschäfte der Tochtergesellschaften hat sich ein Bedarf an Klarstellungen und Anpassungen ergeben, die im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführt wurden. Die geänderte Geschäftsordnung trat im September 2009 in Kraft.

POSITIONIERUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT VERBUND GESCHÄFTSBERICHT 2009 199

Bei der Umsetzung des URÄG 2008 waren insbesondere auch neue Anforderungen hinsichtlich des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates zu beachten. Neben seinen bisherigen Kompetenzen (Jahresabschluss, Bestellung des Abschlussprüfers etc.) befasste sich der Prüfungsausschuss in vier Sitzungen eingehend mit seinen neuen Aufgaben, insbesondere mit der Überwachung des Kontroll-, Revisionsund Risikomanagementsystems.

Der Verbund befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der R-Regeln annähernd lückenlos. Die Anzahl der Abweichungen konnte neuerlich reduziert werden. Nur bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex (Fassung vom Jänner 2009) bestand im Geschäftsjahr 2009 teilweise eine etwas abweichende Handhabung, die im Folgenden im Sinne des Grundsatzes "Comply or Explain" erläutert wird:

  • C-Regel 2: Das Prinzip "one share one vote" wird bei der Verbund-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden, und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt."
  • C-Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wird mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrates eingehalten.

Ende 2009 wurde eine Neufassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex beschlossen, die im Wesentlichen eine Anpassung an gesetzliche Änderungen und die Umsetzung von Vergütungsempfehlungen vorsieht. Diese Neufassung des Kodex gilt ab 01. 01. 2010 und wird im Verbund ohne größeren Änderungsaufwand umgesetzt werden können.

VORSTAND

Der Vorstand des Verbund setzte sich im Geschäftsjahr 2009 aus vier Mitgliedern zusammen:

ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES

DER VORSTAND

NAME GEBURTSJAHR DATUM DER
ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
GENERALDIREKTOR
DIPL.-ING. WOLFGANG ANZENGRUBER
VORSITZENDER
1956 01.01.2009 31.12.2013
GENERALDIREKTOR-STELLVERTRETER
DR. JOHANN SEREINIG
VORSITZENDER-STELLVERTRETER
1952 01.01.1994 31.12.2013
VORSTANDSDIREKTORIN
DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER
1957 01.01.2007 31.12.2011
VORSTANDSDIREKTOR
MAG. CHRISTIAN KERN
1966 11.05.2007 31.12.2011

ABWEICHUNGEN

KONZERNEXTERNE AUFSICHTSRATSMANDATE VON VORSTANDSMITGLIEDERN

NAME GESELLSCHAFT FUNKTION
DR. JOHANN SEREINIG WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG AG MITGLIED
MAG. CHRISTIAN KERN FK AUSTRIA WIEN AG MITGLIED

ARBEITSWEISE UND GESCHÄFTSVERTEILUNG

In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstandes geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstandes sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bzw. durch seinen Arbeitsausschuss bedürfen.

DIE AUFGABENBEREICHE DER VORSTANDSMITGLIEDER WURDEN VOM AUFSICHTSRAT UNBESCHADET DER GESAMTVERANTWORTUNG DES VORSTANDES WIE FOLGT FESTGELEGT

DIPL.-ING. WOLFGANG ANZENGRUBER UNTERNEHMENSSTRATEGIE & CORP. DEVELOPMENT, M&A, CORPORATE
AFFAIRS, FINANZEN, CONTROLLING, RISKMANAGEMENT, KOMMUNIKATION,
F&E-INNOVATION, REVISION, PERSONALAUSSCHUSS, THERMISCHE ER-
ZEUGUNG, ERNEUERBARE ENERGIEN, BESCHAFFUNG
DR. JOHANN SEREINIG GESCHÄFTSSTEUERUNG & MARKETING, HANDEL/VERTRIEB, PERSONAL-
MANAGEMENT, REVISION, PERSONALAUSSCHUSS, HANDEL, VERTRIEB,
SERVICES
DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER RECHT, EU-LOBBYING, HYDRAULISCHE ERZEUGUNG
MAG. CHRISTIAN KERN M&A AUSLAND (FÜR VERBUND INTERNATIONAL – VI), BETEILIGUNGS-
MANAGEMENT UND BETEILIGUNGSENTWICKLUNG FÜR VI, BETEILIGUNGEN
IN VI, ÜBERTRAGUNG

VERGÜTUNG FÜR DEN VORSTAND

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen im Jahr 2009 insgesamt 2.730.427 € (Vorjahr: 3.325.327 €).

VERGÜTUNG FÜR DEN VORSTAND

NAME FIXE BEZÜGE
IN €
VARIABLE BEZÜGE
IN €
GESAMT
IN €
DIPL.-ING. WOLFGANG ANZENGRUBER 601.815 0 601.815
DR. JOHANN SEREINIG 572.069 389.903 961.972
DR. ULRIKE BAUMGARTNER-GABITZER 395.198 185.744 580.941
MAG. CHRISTIAN KERN 399.955 185.744 585.698

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder im Jahr 2009 ausbezahlten variablen Bezüge für das Geschäftsjahr 2008. Da Dipl.-Ing. Anzengruber erst seit Beginn des Jahres 2009 dem Vorstand angehört, kam für ihn für das Geschäftsjahr 2008 noch kein variabler Bezug zur Auszahlung.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2008 betrug dieser Prozentsatz 90 % für den Vorstandsvorsitzenden (Hinweis: diese Regelung hat bis 31. 12. 2008 für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Pistauer gegolten und hatte aufgrund des Auszahlungsmodus im Geschäftsjahr 2009 keine Wirkung mehr), 80 % für dessen Stellvertreter und 50 % für die anderen Vorstandsmitglieder. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2008 zu 50 % auf der Erreichung des geplanten

Konzernergebnisses und zu 50 % auf qualitativen Zielen. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstandes waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Es gibt keine Aktien-Optionen für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstandes im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung.

An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 722.204 € (Vorjahr: 2.027.403 €) für Abfertigungen und Pensionen ausbezahlt.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen im Geschäftsjahr 2009 für den Vorstand 212.106 € (Vorjahr: 598.630 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene 97.549 € (Vorjahr: 20.837 €). An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

Im Verbund besteht eine Vermögensschadenhaftpflicht – Versicherung zugunsten der leitenden Organe. Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Verbundgesellschaft sowie alle Mitglieder des Vorstandes, Aufsichtsrates, Beirates und der Geschäftsführung sowie die Prokuristen und sonstigen leitenden Angestellten der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen.

AUFSICHTSRAT

Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrates geworden.

Der Aufsichtsrat besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern – 10 von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und 5 vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern. Im Geschäftsjahr 2009 gab es keine personellen Änderungen im Aufsichtsrat.

AUFSICHTSRAT – PERSÖNLICHE ANGABEN, VORSITZ UND ORGANFUNKTIONEN

NAME GEBURTSJAHR DATUM DER
ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
DR. GILBERT FRIZBERG
VORSITZENDER
GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER DER
HERESCHWERKE GMBH, VORSTAND DER FI BE
TEILIGUNGS- UND FINANZIERUNGS AG, AUF
SICHTSRATSVORSITZENDER DER ICS INTER
NATIONALISIERUNGSCENTER STEIERMARK GMBH
1956 16.03.2000 O. HV 2010
DR. MAXIMILIAN EISELSBERG
1. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
RECHTSANWALT, AUFSICHTSRATSVORSITZENDER
VIVAG VORSORGE IMMOBILIENVERANLAGUNGS AG,
AUFSICHTSRAT DER KURIER BETEILIGUNGS
AKTIENGESELLSCHAFT
1947 23.02.1993 O. HV 2010

D&O-VERSICHERUNG

PERSÖNLICHE ANGABEN, VORSITZ UND ORGAN-FUNKTIONEN

AUFSICHTSRAT – PERSÖNLICHE ANGABEN, VORSITZ UND ORGANFUNKTIONEN – FORTSETZUNG

NAME GEBURTSJAHR DATUM DER
ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
DKFM. PETER PÜSPÖK
2. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
1946 16.03.2000 O. HV 2010
O.UNIV.-PROF. DIPL.-ING. DR. GÜNTHER BRAUNER
UNIVERSITÄTSPROFESSOR, VORSTAND DES
INSTITUTS FÜR ELEKTRISCHE ANLAGEN UND
ENERGIEWIRTSCHAFT DER TU WIEN
1942 16.03.2000 O. HV 2010
DIPL.-BETRIEBSWIRT ALFRED H. HEINZEL
GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER DER
HEINZEL HOLDING GMBH, AUFSICHTSRAT DER
MIBA AG, DER ALLIANZ ELEMENTAR VERSICHE
RUNGS AG, DER ZELLSTOFF PÖLS AG, DER WIL
FRIED HEINZEL AG, BIOCEL PASKOV AS, CZECH
REPUBLIC UND DER ESTONIAN CELL AS, KUNDA,
ESTONIA, GENERALRAT DER ÖSTERREICHISCHEN
NATIONALBANK
1947 16.03.2000 O. HV 2010
DR. BURKHARD HOFER
SPRECHER DES VORSTANDES DER EVN AG, AUF
SICHTSRAT DER BEWAG BURGENLÄNDISCHE
ELEKTRIZITÄTSWIRTSCHAFTS AG, DER BEGAS
BURGENLÄNDISCHE GASWIRTSCHAFTS AG, DER
BURGENLAND HOLDING AG, DER RAG-BETEILI
GUNGS AG, DER RAG ROHÖL-AUFSUCHUNGS AG,
DER FLUGHAFEN WIEN AG UND DER HYPO INVEST
MENTBANK AG
1944 27.05.1999 O. HV 2010
MAG. HERBERT KAUFMANN
VORSTANDSDIREKTOR UND SPRECHER DES VOR
STANDES DER FLUGHAFEN WIEN AG, AUFSICHTS
RAT DER RAIL CARGO AUSTRIA AG , DER FIMBAG
UND DER AUSTRO CONTROL ÖSTERREICHISCHE
GESELLSCHAFT FÜR ZIVILLUFTFAHRT MBH
1949 26.03.2008 O. HV 2010
DR. MICHAEL LOSCH
SEKTIONSCHEF IM BUNDESMINISTERIUM
FÜR WIRTSCHAFT, FAMILIE UND JUGEND,
CENTER 1 – WIRTSCHAFTSPOLITIK, INNO
VATION UND TECHNOLOGIE
1968 10.03.2005 O. HV 2010
DIPL.-ING. HANSJÖRG TENGG
GESCHÄFTSFÜHRER DER SMART TECHNOLOGIES
MANAGEMENT BERATUNGS- UND BETEILIGUNGS-
GESELLSCHAFT MBH, DER VKS SMART BETEILI
GUNGS- UND MANAGEMENT GMBH, DER TENGG
UND PARTNER GMBH UND DER HANSJÖRG TENGG
MANAGEMENT GMBH, AUFSICHTSRATSVORSITZEN
DER DER EXXA AG, DER SAUBERMACHER DIENST
LEISTUNGS AG, DER KONSUM ÖSTERREICH REG.GEN.
UND DER EURO BIO FUELS AG, AUFSICHTSRATSVOR
SITZENDER-STV. DER APCS AG, DER AGCS AG, DER
OEMAG AG, DER CISMO GMBH UND DER ECRA GMBH
1947 15.11.1983–
20.05.1986,
SEIT 10.03.2005
O. HV 2010
ING. SIEGFRIED WOLF
VORSTANDSVORSITZENDER DER MAGNA INTER
NATIONAL EUROPE AG, CO-CEO MAGNA INTER
NATIONAL INC., AUFSICHTSRAT DER ÖIAG,
SIEMENS AG ÖSTERREICH, STRABAG SE SOWIE
DER GAZ GROUP
1957 16.03.2000 O. HV 2010

ARBEITNEHMERVERTRETER

NAME GEBURTSJAHR
ANTON AICHINGER
VORSITZENDER DER KONZERNVERTRETUNG
DER ARBEITNEHMER DES VERBUND
1955 SEIT 25.10.2006 VON DER ARBEITNEHMER
VERTRETUNG ENTSENDET
KURT CHRISTOF
ZENTRALBETRIEBSRATSVORSITZENDER
AUFSICHTSRAT DER SPARKASSE VOITSBERG/
KÖFLACH BANKAKTIENGESELLSCHAFT
1964 SEIT 08.03.2004 VON DER ARBEITNEHMER
VERTRETUNG ENTSENDET
HARALD NOVAK
ZENTRALBETRIEBSRATSVORSITZENDER
1952 27.09. 1991–09.05.1993
SEIT 25.10.2006
VON DER ARBEITNEHMER
VERTRETUNG ENTSENDET
DIPL.-ING. INGEBORG OBERREINER
BETRIEBSRATSVORSITZENDE
1951 SEIT 29.08.2006 VON DER ARBEITNEHMER
VERTRETUNG ENTSENDET
ING. JOACHIM SALAMON
ZENTRALBETRIEBSRAT
1956 SEIT 25.10.2006 VON DER ARBEITNEHMER
VERTRETUNG ENTSENDET

Kriterien für die Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der Verbundgesellschaft hat folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gem. C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:

  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstandes oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsrat ist.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Sämtliche gewählte Mitglieder des Aufsichtsrates haben schriftlich erklärt, dass sie im Sinne der Regel 53 als unabhängig anzusehen sind. Das Aufsichtsratsmitglied Hofer hat erklärt, im Sinne von Punkt 2 der Leitlinien für die Unabhängigkeit nicht dem Erfordernis zu entsprechen (Geschäftsverhältnisse zum Unternehmen).

Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als 10 %): Frizberg, Eiselsberg, Püspök, Brauner, Heinzel, Kaufmann, Tengg und Wolf.

Das Plenum des Aufsichtsrates hielt im Geschäftsjahr 2009 fünf Sitzungen ab. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt knapp 90 %. Ein Mitglied des Aufsichtsrates konnte wegen unverschiebbarer beruflicher Verpflichtungen an mehr als der Hälfte der Sitzungen nicht persönlich teilnehmen.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrates waren insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen:

UNABHÄNGIGKEIT

SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATES

  • Feststellung des Jahresabschlusses
  • Erwerb eines Windparks in Bulgarien
  • Erwerb von 13 Wasserkraftwerken an der deutschen Strecke des Inn
  • Stilllegung der Dampfkraftwerke St. Andrä und Zeltweg
  • Auflösung des Großteils der Cross-Border-Leasing-Verträge
  • Weiterentwicklung der Beteiligung in Frankreich (Poweo)
  • Überarbeitung der Unternehmensstrategie
  • Anpassung der Geschäftsordnung für den Vorstand
  • Prokuraerteilungen
  • Abschluss eines Gasspeichervertrags mit RAG
  • Garantie- und Haftungsübernahmen sowie Fremdmittelaufnahmen
  • Genehmigung des Konzernbudgets für 2010.

(siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrates.)

Selbstevaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrates

Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrates, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert:

ZUSAMMENSETZUNG UND AR-BEITSWEISE DER AUSSCHÜSSE Gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung folgende Ausschüsse.

a) Arbeitsausschuss, gleichzeitig Prüfungsausschuss

Der Arbeits-, Prüfungs- und Dringlichkeitsausschuss (im Folgenden kurz der Arbeitsausschuss genannt) setzt sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und drei weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrates zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Arbeitsausschuss

  • hat die Sitzungen des Aufsichtsrates vorzubereiten und den Aufsichtsrat bei der ständigen Überwachung der Geschäftsführung unbeschadet der Rechte des Aufsichtsrates gemäß § 95 AktG zu unterstützen,
  • ist als Prüfungsausschuss gemäß § 92 Abs 4a AktG und
  • als Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK)

tätig.

Dem Arbeitsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig die in Anhang 2 der Geschäftsordnung des Vorstandes angeführten zustimmungspflichtigen Angelegenheiten übertragen.

Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Arbeitsausschuss kann bei Bedarf und in einem bestimmten Einzelfall dem Vorsitzenden die Entscheidungsbefugnis übertragen.

Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in allen jenen Fällen, wo zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrates erforderlich ist.

Den Vorsitz im Arbeitsausschuss führt der Vorsitzende des Aufsichtsrates, im Falle seiner Verhinderung die Stellvertreter in der gewählten Reihenfolge.

MITGLIEDER DES ARBEITSAUSSCHUSSES

NAME FUNKTION
DR. GILBERT FRIZBERG VORSITZENDER
DR. MAXIMILIAN EISELSBERG 1. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER
DKFM. PETER PÜSPÖK 2. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER
UNIV.-PROF. DIPL.-ING. DR. GÜNTHER BRAUNER MITGLIED
DR. MICHAEL LOSCH MITGLIED
ING. SIEGFRIED WOLF MITGLIED
ANTON AICHINGER ARBEITNEHMERVERTRETER
HARALD NOVAK ARBEITNEHMERVERTRETER
DIPL.-ING. INGEBORG OBERREINER ARBEITNEHMERVERTRETER

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Geschäftsjahr 2009 fünfmal und der Prüfungsausschuss viermal. Der Dringlichkeitsausschuss wurde nicht einberufen.

Tätigkeitsschwerpunkte des Arbeitsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen
  • Erteilung von Zeichnungsberechtigungen
  • Standorterweiterung eines Windkraftprojektes in Rumänien
  • Energielieferverträge mit e&t für EVN und Wien Energie
  • Bezugsrechtsausübung bei der Kapitalerhöhung der Wiener Börse AG
  • Elektromobilität: Gründung der Austrian Mobile Power Management GmbH

Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2008
  • Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
  • Halbjahresabschluss 2009
  • Überwachung der Rechnungslegungsprozesse
  • Internes Kontrollsystem, Revisions- und Risikomanagementsystem
  • Abstimmung der Prüfungsschwerpunkte 2009 mit dem Abschlussprüfer
  • Prüfprogramm und Prüfungsberichte der Internen Revision

b) Präsidial- und Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Präsidial- und Vergütungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt.

Dem Vergütungsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:

  • Abschluss oder Abänderung von Vorstandsverträgen,
  • Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstandes,
  • Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder.

MITGLIEDER DES PRÄSIDIAL- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSSES

NAME FUNKTION
DR. GILBERT FRIZBERG VORSITZENDER
DR. MAXIMILIAN EISELSBERG 1. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER
DKFM. PETER PÜSPÖK 2. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER

Im Geschäftsjahr 2009 fanden zwei Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand waren insbesondere die Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der variablen Vergütungsbestandteile. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

c) Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Bezüglich der Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung gilt § 92 Abs 4 AktG.

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist, und er hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrates vorzubereiten.

MITGLIEDER DES NOMINIERUNGSAUSSCHUSSES

NAME FUNKTION
DR. GILBERT FRIZBERG VORSITZENDER
DR. MAXIMILIAN EISELSBERG 1. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER
DKFM. PETER PÜSPÖK 2. STELLVERTRETENDER VORSITZENDER
ANTON AICHINGER ARBEITNEHMERVERTRETER
DIPL.-ING. INGEBORG OBERREINER ARBEITNEHMERVERTRETER

Der Nominierungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2009 nicht zusammen, da weder Mitglieder des Vorstandes noch des Aufsichtsrates zu bestellen waren.

Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten; in dringenden Fällen berichtet der Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates vorweg.

Im Geschäftsjahr 2009 wurden die nachstehenden Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, an denen ein Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, abgeschlossen. Die Leistungen wurden für verschiedene Konzerngesellschaften des Verbund erbracht. Die Verträge wurden entsprechend dem Aktiengesetz und dem Österreichischen Corporate Governance Kodex vom

ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGE VERTRÄGE

ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGE VERTRÄGE

¹ Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner ist Vorstand des Institutes für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien.

² Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg ist geschäftsführender Gesellschafter der »smart technologies« Management Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.

³ Erfasst ist der gesamte im Jahr 2009 beauftragte Bestellwert, davon wurden im Jahr 2009 Leistungen in Höhe von insgesamt 332,5 T1 erbracht, zur Verrechnung gelangten 120,5 T1 netto.

ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGE VERTRÄGE

Aufsichtsrat genehmigt.

VERTRAGSPARTNER GEGENSTAND T1
INSTITUT FÜR ELEKTRISCHE ANLAGEN UND
ENERGIEWIRTSCHAFT DER TU WIEN 1
STUDIE STROMVERSORGUNGSSTRUKTUREN UND
PUMPSPEICHERKRAFTWERKE, SICHERHEITS
MONITORING, ENERGIEWIRTSCHAFTSTAGUNG
68,5
»SMART TECHNOLOGIES« 2
MANAGEMENT BERATUNGS- UND
BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT M.B.H.
LIEFERUNG UND WARTUNG VON
SOFTWARE FÜR APG UND VMSG
332,5 3

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2009 insgesamt 203.560 € (Vorjahr: 213.424 €). Darin ist auch der Ersatz von verrechneten Spesen (Reisekosten) enthalten.

In der 59. o. Hauptversammlung am 20. 3. 2006 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die Mitglieder des Aufsichtsrates beschlossen, wobei die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festgesetzt wurden. Dieses Vergütungsschema galt auch für das Geschäftsjahr 2009:

SITZUNGSGELD 400
MITGLIED 7.500
VORSITZENDER-STELLVERTRETER 11.250
VORSITZENDER 15.000
JÄHRLICHE AUFWANDSENTSCHÄDIGUNG
VERGÜTUNGSSCHEMA IN €

Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates analog Anwendung.

Für das Geschäftsjahr 2009 wurden im einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrates folgende Vergütungen ausbezahlt (Angaben in €):

VERGÜTUNG AN DIE MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATES IN €
NAME (OHNE TITEL) JÄHRLICHE
AUFWANDSENT-
SCHÄDIGUNG
SITZUNGSGELDER
GILBERT FRIZBERG, VORS. 30.000,– 4.000,–
MAXIMILIAN EISELSBERG, VORS.-STV. 22.500,– 3.600,–
PETER PÜSPÖK, VORS.-STV. 22.500,– 4.000,–
GÜNTHER BRAUNER 15.000,– 4.000,–
ALFRED HEINZEL 7.500,– 1.600,–
BURKHARD HOFER 7.500,– 1.600,–
HERBERT KAUFMANN 7.500,– 1.600,–
MICHAEL LOSCH 15.000,– 3.600,–
HANSJÖRG TENGG 7.500,– 2.000,–
SIEGFRIED WOLF 15.000,– 800,–
ARBEITNEHMERVERTRETER
ANTON AICHINGER 4.000,–
KURT CHRISTOF 2.000,–
HARALD NOVAK 3.600,–
INGEBORG OBERREINER 4.000,–
JOACHIM SALAMON 2.000,–

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates sind in die im Verbund bestehende D&O-Versicherung einbezogen.

siehe dazu oben auf Seite 201

VERGÜTUNG DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

EVALUIERUNGSBERICHT

Zur mittlerweile zum siebenten Mal durchgeführten Evaluierung erklärt der Vorstand: »Der Österreichische Corporate Governance Kodex wurde im Geschäftsjahr 2009 in der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG angewandt und nach Maßgabe der oben angeführten Erläuterungen eingehalten. Lediglich bei zwei Kodex-Regeln gab es teilweise Abweichungen, die vor allem aus gesetzlichen Gegebenheiten resultieren und entsprechend erklärt und begründet werden. Auch im Geschäftsjahr 2010 wird der Verbund die Einhaltung des Kodex in seiner geänderten Fassung fortsetzen, wobei weiterhin die möglichst lückenlose Umsetzung sämtlicher Regeln angestrebt wird. Die Anwendung des Corporate Governance Kodex hat für den Verbund von Beginn an einen sehr hohen Stellenwert und bildet einen wesentlichen Baustein im Hinblick auf die Stärkung des Vertrauens der Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in das Unternehmen.« Wie in den vergangenen Jahren wurde auch für das Geschäftsjahr 2009 eine freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer vorgenommen. Zusammenfassendes Ergebnis des Berichts über die Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr 2009 Wir haben die Einhaltung der Empfehlungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2009 (ÖCGK – herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance) im Geschäftsjahr 2009 bei der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG evaluiert. Für die Berichterstattung über die Umsetzung und Einhaltung der Corporate-Governance-Grundsätze im Unternehmen (»Entsprechenserklärung«) ist der Vorstand verantwortlich. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Evaluierung festzustellen, ob die Darstellungen in der Entsprechenserklärung zutreffend sind. Wir haben unsere Evaluierung auf Basis des Fragebogens für die freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance, mit der berufsüblichen Sorgfalt durchgeführt. Die Evaluierung erfolgte durch Befragung der Organe und der von diesen namhaft gemachten Mitarbeiter der Gesellschaft sowie durch Einsichtnahme in die uns von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Unterlagen. Unsere Evaluierung beinhaltete auch eine stichprobenweise Überprüfung der uns vorgelegten Nachweise und gegebenen Angaben. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfungshandlungen eine hinreichend sichere Grundlage für die Evaluierung und die Beurteilung der Angemessenheit der Entsprechenserklärung darstellen. Nach unserer Überzeugung stellt die Entsprechenserklärung des Vorstandes die Umsetzung der Empfehlungen des ÖCGK bei der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG im Geschäftsjahr 2009 zutreffend dar. Wien, am 12.Februar 2010 Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. Mag. Helmut Maukner Mag. Elfriede Baumann (Wirtschaftsprüfer) (Wirtschaftsprüferin) ENTSPRECHENSERKLÄRUNG DES VORSTANDES ZUM ÖCGK EXTERNE ÜBERPRÜFUNG

FRAUEN-FÖRDERUNG (§ 243b ABS. 2 Z.2 UGB)

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich der Verbund gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. Der Verbund behandelt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich – ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten.

Im Verbund bestehen keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und gleicher Ausbildung. Frauen werden schon bei Stellenausschreibungen konkret angesprochen. Mit Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer wurde per 1. 1. 2007 erstmals in der Geschichte des Verbund eine Frau in den Vorstand berufen. Der Verbund ist damit eines der wenigen börsenotierten Unternehmen mit einer Frau in verantwortlicher Führungsposition.

Auf eine Aufnahme von Frauen in den Aufsichtsrat der Verbundgesellschaft hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Aktionäre (bzw. der Hauptversammlung) fällt. Mit Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner gehört dem Aufsichtsrat jedenfalls seit Jahren eine Frau als Arbeitnehmervertreterin an.

Per 31. 1. 2010 sind 11 Frauen konzernweit in leitenden Positionen (inkl. Vorstand, 1. und 2. Führungsebene). Das sind 8,5 % der Führungskräfte.

Als konkrete Maßnahmen seien erwähnt:

• Teilnahme am Führungskräfteprogramm »Zukunft.Frauen«

Dieses, vom Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftskammer Österreich und der Industriellenvereinigung initiierte Programm soll Frauen bei ihrem Weg an die Spitze unterstützen und sie in ihrem Selbstvertrauen im Hinblick auf die Übernahme von Führungspositionen stärken.

• Verbund-Frauenstipendium der TU Wien

Um die Gleichberechtigung aktiv voranzutreiben, bekennt sich der Verbund zu einer gezielten Förderung hochqualifizierter Frauen. Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen, darunter auch Technikerinnen, als Mitarbeiterinnen für das Unternehmen zu gewinnen. Daher hat der Verbund im Frühjahr 2009 das erste Frauenstipendium an eine herausragende Studentin der TU Wien vergeben. Von einer Jury wurde eine Elektrotechnikstudentin ausgewählt, die mit einem maßgeschneiderten Förderungspaket im Wert von 6.500 Euro unterstützt wird.

Zusätzlich nimmt der Verbund alljährlich am Töchtertag teil, um eine weibliche Zielgruppe bereits in sehr jungen Jahren anzusprechen, und sie für technische Berufe zu begeistern. Außerdem freut sich das Unternehmen über die steigende Anzahl weiblicher Lehrlinge, die jährlich die Ausbildung zum einzigartigen und chancenreichen Doppelberuf Elektrobetriebs-/MaschinenbautechnikerIn beginnen.

• Audit Beruf und Familie

Im Rahmen der Zertifizierung für das »Audit Beruf und Familie« wurden alle bereits bestehenden Maßnahmen und Angebote im Konzern erhoben, die die Mitarbeiter dabei unterstützen, Berufs- und Privatleben gut vereinbaren zu können. Hier zeigte sich, dass der Verbund bereits ein hohes Niveau bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht hat, welches nicht nur gehalten sondern weiter ausgebaut werden soll. Eine der weiterführenden Maßnahmen ist die Einbindung der Karenzierten in die interne Kommunikation. Dadurch wird besonders Frauen der Wiedereinstieg nach der Karenz erleichtert.

Um vorhandenes Potential im Unternehmen zu fördern und bereits bestehende Personalmarketingmaßnahmen im Bereich Diversity Management zu ergänzen, sind weitere Initiativen geplant.

Wien, am 12.Februar 2010

Der Vorstand

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender Vorsitzender-Stellvertreter

Vorstandsdirektorin Vorstandsdirektor Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mag. Christian Kern Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes

GLOSSAR

GLOSSAR

Baseload/Grundlast 1 Konstante elektrische Leistung über alle Stunden eines Tages. zitiert nach EEX-Glossar
1
Benchmark Bezeichnung für eine Vergleichsgröße, die einem Fonds oder Portfolio als Orientierungsgröße
gegenübergestellt wird.
Betreibermodell Betreibermodelle bezeichnen Public Private Partnerships, bei denen Planung, Finanzierung,
Bau und eigenständiger Betrieb anlagentechnischer Infrastruktur an eine Betreibergesellschaft
vergeben werden.
Bruttoverschuldung Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und
sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich geschlossener Positionen.
Capital Employed Gesamtvermögen abzüglich nicht in den Prozess der Leistungserstellung und -verwertung
involvierter Teile (i.e. Anzahlungen, Anlagen in Bau sowie aktiv- und passivseitig geschlossene
Positionen) sowie unverzinslicher Schulden.
Cashflow Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; wird üblicherweise gegliedert in
Cashflow aus der operativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.
Contractual Trust Arrangement
(CTA)
Pensionsforderungen und -zahlungen (oder pensionsähnliche Forderungen und Zahlungen)
werden an eine Treuhandgesellschaft, in der Regel einen rechtlich selbständigen Verein, über
tragen. Das Vermögen der Treuhandgesellschaft darf ausschließlich zum Zwecke der Erfüllung
der genannten Verpflichtungen verwendet werden.
Corporate-Governance-Kodex »Verhaltensregelkodex« für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze guter Unternehmensfüh
rung festschreibt. Der Inhalt stellt allerdings kein gesatztes Recht dar, sondern ist ein Regelwerk,
dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.
Cross-Border-Leasing Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber und -nehmer haben ihren Standort in unter
schiedlichen Ländern.
Discounted-Cashflow-Verfahren Ermittlung des Unternehmenswerts durch Kapitalisierung von Cashflows, die je nach Verfahren
unterschiedlich definiert werden. Im Verbund wird das Bruttoverfahren (Entity-Ansatz) angewendet.
Earnings before Interest
and Tax (EBIT)
Operatives Ergebnis.
Earnings before Interest,
Taxes, Depreciation and
Amortization (EBITDA)
Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und im
materielle Vermögensgegenstände.
EBIT-Marge Siehe Umsatzrentabilität.
Economic Value Added (EVA®) Differenz zwischen dem vom Unternehmen erzielten Ertrag auf das im Leistungsprozess einge
setzte Vermögen und den gesamten Kapitalkosten;
EVA ® = NOPAT – (Capital Employed * WACC)
E-Control
(Energie-Control GmbH)
Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtet; ihre Aufgabe
ist, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarktes zu über-
wachen und eventuell regulierend einzuschreiten.
ECRA (Emission Certificate
Registry Austria GmbH)
Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Emissionszertifikategesetzes als Registerstelle eingerichtet;
ihre Aufgabe ist, die Vergabe, den Besitz, die Übertragung und die Löschung von Emissions-
zertifikaten technisch zu administrieren.
Eigenkapitalquote (bereinigt) Eigenkapital im Verhältnis zum um aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen bereinigten
Gesamtkapital.
Eigenkapitalrentabilität (ROE) Gewinn nach Ertragsteuern im Verhältnis zum durchschnittlichen, um aktiv- und passivseitig
geschlossene Positionen bereinigten Eigenkapital.
ElWOG Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz.
Engpassleistung (EPL) Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann.
Enterprise Value (EV) Der Enterprise Value entspricht der Marktkapitalisierung zuzüglich der Nettoverschuldung; gibt
den Gesamtunternehmenswert zu Marktwerten wieder.
GLOSSAR
Equity-Methode Methode zur Berücksichtigung von Beteiligungsgesellschaften, die nicht auf Basis einer Vollkon
solidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Hierbei
wird der Beteiligungsbuchwert um die Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals der Beteiligung
fortgeschrieben. Diese Veränderung geht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bzw. direkt ins
Eigenkapital der Eigentümergesellschaft ein.
Erzeugungskoeffizient Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines (oder
einer Reihe von) Wasserkraftwerkes(n) in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus his
torischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses(r) Wasserkraftwerke(s)
im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet 1,1 eine
10%ige Mehrproduktion.
Free Cashflow Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit; steht für
Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z.B. Dividendenzahlungen oder Kredittilgungen) zur
Verfügung.
Funds from Operations (FFO) Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektive Steuern
Gearing Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.
Geschlossene Positionen Aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen beinhalten Verbindlichkeiten aus Cross-Border
Leasing und die entsprechenden Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten gegenüber der
Republik Österreich und die entsprechenden Ausleihungen und Forderungen.
Gross Debt Coverage Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zur Bruttoverschuldung.
Gross Interest Cover Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personal
bereich).
IASs/IFRSs International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards; die Bezeich
nung IASs wurde 2001 auf IFRSs geändert, wobei jedoch bis dahin veröffentlichte IASs unter
diesem Namen weiterlaufen.
Kyoto-Protokoll Internationales Abkommen zum Klimaschutz der UN-Organisation UNFCCC. Definiert die
Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, die als Auslöser der globalen
Erwärmung gelten. 1997 verabschiedet, trat das Kyoto-Protokoll offiziell am 16. 02. 2005 in Kraft.
(n-1)-Kriterium Regel, nach der der Ausfall eines einzigen Betriebsmittels, z. B. einer Leitung, die Sicherheit des
Netzbetriebes nicht gefährden darf.
Nettoverschuldung (Net Debt) Bruttoverschuldung abzüglich Finanzaktiva; Finanzaktiva umfassen liquide Mittel, kurzfristige Ver
anlagungen und Ausleihungen sowie Wertpapiere des kurzfristigen und langfristigen Vermögens.
Pay-out-Ratio Vorgeschlagene Dividende je Aktie im Verhältnis zum Gewinn je Aktie.
Peakload/Spitzenlast1 Kennzeichnet den Lasttyp für Stromlieferung oder Strombezug konstanter Leistung über 12 Stun
den von 08:00 bis 20:00 Uhr eines jeden Wochentages (Montag bis Freitag) einer Lieferperiode.
Performance Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios z.B. über ein Jahr,
bezogen auf ein bestimmtes Risikomaß.
Phasenschiebertransformatoren Regelbare Transformatoren, über die der Lastfluss beeinflusst bzw. gesteuert werden kann. Die
Belastung zwischen parallelen Leitungen kann verteilt und die vorhandene Leitungskapazität
besser genutzt werden.
Portfolio Gesamtbestand an Wertpapieren, die ein Kunde oder Investmentfonds besitzt; dient der Risi
kostreuung.
Public Private Partnership (PPP) Partnerschaftliches Zusammenwirken von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft zur Erfüllung
öffentlicher Aufgaben (z.B. im Infrastrukturbereich).
Regelarbeitsvermögen (RAV) Gibt an, wie viel Strom in einem bestimmten Zeitraum (meist einem Jahr) von einem Kraftwerk
geliefert werden kann.
Return on Capital Employed
(ROCE)
Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen (inklusive Zinsen im Personalbereich) erhöhtes
Ergebnis nach Steuern (Net Operating Profit after Tax – NOPAT) im Verhältnis zum durch-
schnittlichen Capital Employed kann.
Risikomanagement Systematische Vorgehensweise, um potenzielle Risiken zu identifizieren, zu bewerten und Maß
nahmen zur Risikohandhabung auszuwählen und umzusetzen.
Umsatzrentabilität Die Umsatzrentabilität entspricht dem Quotienten aus den Earnings before Interest and Tax
(EBIT) und den Umsatzerlösen.
Value-at-Risk (VaR) Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition
angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials, das unter Annahme einer bestimm
ten Wahrscheinlichkeit (z.B. 98 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisän
derungen vorgenommen.
Volatilität Intensität der Kursschwankung von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massen
gütern im Vergleich zur Marktentwicklung.
Weighted Average
Cost of Capital (WACC)
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten für Eigen- und Fremdkapital.

zitiert nach EEX-Glossar

IMPRESSUM

IMPRESSUM

Herausgeber: Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft)

Am Hof 6a, A-1010 Wien

Projektteam: Hubert Margl, Mag. Winnie Matzenauer, Mag. Martin Weikl, Mag. Andreas Wollein

Design: AHA design / planetx

Text: Verbund; Mag. Heinz Müller

Imagefotos: Severin Wurnig

Bildbearbeitung: Severin Wurnig

Vorstandsportraits: Lukas Beck

Druck: Manz Crossmedia GmbH & Co KG

Kontakt: Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft)

Am Hof 6a, A-1010 Wien

Telefon: +43(0)50313-0

Fax: +43(0)50313-54191

E-Mail: [email protected]

Homepage: www.verbund.at

Investor Relations: Mag. Andreas Wollein

Telefon: +43(0)50313-52604

E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation: Mag. Beate McGinn

Telefon: +43(0)50313-53702

E-Mail: [email protected]

AKTIENKENNZAHLEN

EINHEIT 2006 2007 2008 2009
HÖCHSTKURS* 41,58 49,95 59,30 38,13
TIEFSTKURS* 30,05 31,21 29,74 23,73
LETZTKURS* 40,42 47,88 32,56 29,71
PERFORMANCE % 34,15 18,46 –32,00 –8,75
MARKTKAPITALISIERUNG MIO. € 12.457,4 14.756,6 10.035,0 9.156,6
GEWICHTUNG ATX % 4,59 5,36 10,14 6,20
UMSATZ WERT MIO. € 5.500,65 6.180,40 6.221,13 3.245,15
UMSATZ STÜCK/TAG* STÜCK 592.491 665.119 546.238 416.640
GEWINN/AKTIE* 1,63 1,88 2,23 2,09
CASH-FLOW/AKTIE* 2,45 2,62 3,03 3,14
BUCHWERT/AKTIE* 7,44 8,68 10,15 11,06
KURS/GEWINN-VERHÄLTNIS X 24,86 25,48 14,61 14,21
KURS/CASH-FLOW-VERHÄLTNIS X 16,52 18,27 10,74 9,46
KURS/BUCHWERT X 5,43 5,52 3,21 2,69
VORGESCHLAGENE DIVIDENDE/AKTIE0
/
1
**
0,75 0,90 1,05 1,25
DIVIDENDENRENDITE % 1,86 1,88 3,22 4,21
AUSSCHÜTTUNGSRATE % 46,13 47,89 47,13 59,79
EV/EBITDA** X 14,42 15,13 9,49 11,08

* DER AM 23. MAI 2006 ERFOLGTE AKTIENSPLITT IM VERHÄLTNIS 1:10 IST BERÜCKSICHTIGT

** DIE KENNZAHLEN WURDEN EINER ÜBERARBEITUNG UNTERZOGEN. DIE VORJAHRESWERTE WURDEN ANGEPASST.

*** 2009 INKLUSIVE EINER SONDERDIVIDENDE VON € 0,25

KAPITALMARKTKALENDER 2010

TERMIN DATUM
JAHRESERGEBNIS 2009 02.03.2010
VERÖFFENTLICHUNG GESCHÄFTSBERICHT 02.03.2010
HAUPTVERSAMMLUNG 07.04.2010
DIVIDENDEN-EX-TAG 14.04.2010
DIVIDENDEN-ZAHLTAG 27.04.2010
ZWISCHENBERICHT QUARTAL 1/2010 27.04.2010
ZWISCHENBERICHT QUARTAL 1–2/2010 27.07.2010
ZWISCHENBERICHT QUARTAL 1–3/2010 28.10.2010
REPLEUK
INCIDENTIAL
51
EVN AG >10
WIS NER STADTIVER KE
POLIZING AG
> 10 摄影
TYAAA S ۰.
STREUGES 12 4.26

BASISINFORMATIONEN

GRUNDKAPITAL (€) 308.200.000
AKTIEN (STÜCK) 308.200.000
BÖRSENNOTIERUNGEN
WIEN 877738
FRANKFURT 877738
BERLIN 877738
STUTTGART 877738
MÜNCHEN 877738
LONDON 4661607
AMERICAN DEPOSITARY RECEIPT OEZVY

INFORMATIONSSYSTEME

BLOOMBERG VER AV
REUTERS VERB.VI
ISIN AT0000746409
RATINGAGENTUREN
STANDARD & POOR'S A-/NEGATIVE OUTLOOK
MOODY'S A2/NEGATIVE OUTLOOK

inhalt

Drei-Jahres-Vergleich 2
Organe der Gesellschaft 3
Lagebericht 4
Bericht über den Geschäftsverlauf und d
ie wirtschaftliche Lage
xx
Bericht über Forschung, Entwicklung und Umwelt xx
Bericht über Zweigniederlassungen xx
Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten xx
Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems xx
in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess xx
Angaben gemäSS § 243a UGB xx
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens xx
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag xx
Jahresabschluss 22
Bilanz xx
Gewinn- und Verlustrechnung xx
Entwicklung des Anlagevermögens xx
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen xx
Fristigkeitenspiegel xx
Anhang – Erläuterungen xx
Angaben zu den Beteiligungen gemäSS § 238 Z 2 UGB xx
Glossar xx
Bestätigungsvermerk xx
Bericht des Aufsichtsrates xx
Gewinnverwendungsvorschlag xx
Stromkennzeichnungsdokumentation xx

Rundungshinweis: Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Drei-Jahres-Vergleich

Drei-Jahres-Vergleich Mio. E 2009 2008 2007 Umsatzerlöse 3.181,3 3.498,5 2.833,2 Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) 648,3 734,9 419,2 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 574,3 651,6 378,5 Jahresüberschuss 515,2 621,5 333,1 Bilanzgewinn 382,3 323,6 277,4 Bilanzsumme 5.055,5 3.448,8 2.979,7 Anlagevermögen 4.282,5 2.503,4 2.311,6 Investitionen in Sachanlagen 1,6 1,9 3,1 planmäSSige Abschreibungen auf Sachanlagen 2,7 3,4 3,4 Eigenkapital 1.837,8 1.645,9 1.298,7 Umsatzrentabilität (ROS) 20,4 % 21,0 % 14,8 % Eigenkapitalrentabilität (ROE) 33,2 % 49,9 % 31,5 % Gesamtkapitalrentabilität (ROI) 18,8 % 24,7 % 17,5 % ROCE 13,1 % 18,9 % 13,2 % Eigenkapitalquote 36,4 % 47,8 % 43,8 % Schuldentilgungsdauer 6,2 2,5 4,7 Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit 495,1 596,0 341,9 Gearing 133,1 % 90,6 % 105,7 % Höchstkurs 38,9 59,3 49,9 Tiefstkurs 23,0 29,7 31,2 Letztkurs 29,7 32,6 47,9 (vorgeschlagene) Dividende je Aktie 1,00 1,05 0,90 (vorgeschlagene) SonderDividende je Aktie 0,25 0,00 0,00 Dividenden-Rendite 4,21 % 3,22 % 1,88 % betriebswirtschaftlicher Personalstand 187 170 139 ¹ inklusive Systembedarf Stromabgabe (GWh)¹ 51.289 56.057 57.038

Organe der Gesellschaft

Der Vorstand

NAME Geburtsjahr Datum
der
Erstbestell
ung
Ende der laufenden
Funktionsperiode
Generaldirektor
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender
1956 01.01.2009 31.12.2013
Generaldirektor-Stellvertreter
Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender-Stellvertreter
1952 01.01.1994 31.12.2013
Vorstandsdirektorin
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer
1957 01.01.2007 31.12.2011
Vorstandsdirektor
Mag. Christian Kern
1966 11.05.2007 31.12.2011

Aufsichtsrat – Persönliche Angaben, Vorsitz und Organfunktionen

NAME Geburtsjahr Datum
der
Erstbestell
ung
Ende der laufenden
Funktionsperiode
Dr. Gilbert Frizberg
Vorsitzender
Geschäftsführender Gesellschafter der
Hereschwerke GmbH, Vorstand d
er FI Be
teiligungs- und Finanzierungs AG, Auf
sichtsratsvorsitzender der ICS I
nter
nationalisierungscenter Steiermark GmbH
1956 16.03.2000 o. HV 2010
Dr. Maximilian Eiselsberg
1. Vorsitzender-Stellvertreter
Rechtsanwalt, Aufsichtsratsvorsitzender
VIVAG Vorsorge Immobilienveranlagungs AG,
Aufsichtsrat der Kurier Beteiligungs
Aktiengesellschaft
1947 23.02.1993 o. HV 2010
Dkfm. Peter Püspök
2. Vorsitzender-Stellvertreter
1946 16.03.2000 o. HV 2010
o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner
Universitätsprofessor, Vorstand d
es
Instituts für Elektrische Anlagen und
Energiewirtschaft der TU W
ien
1942 16.03.2000 o. HV 2010
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel
Geschäftsführender Gesellschafter der
Heinzel Holding GmbH, Aufsichtsrat der
MIBA AG
, der Allianz Elementar Versiche
rungs AG, der Zellstoff Pöls AG, der Wil
fried Heinzel AG, Biocel Paskov A
s, Czech
Republic und d
er Estonian Cell AS, Kunda,
Estonia, Generalrat der Österreichischen
Nationalbank
1947 16.03.2000 o. HV 2010

Aufsichtsrat – Persönliche Angaben, Vorsitz und Organfunktionen

NAME Geburtsjahr Datum
der
Erstbestell
ung
Ende der laufenden
Funktionsperiode
Dr. Burkhard Hofer
Sprecher des Vorstandes der EVN AG
, Auf
sichtsrat der BEWAG
Burgenländische
Elektrizitätswirtschafts AG, der BEGAS
Burgenländische Gaswirtschafts AG, der
Burgenland Ho
lding AG, der RAG
-Beteili
gungs AG, der RAG Ro
höl-Aufsuchungs AG,
der Flughafen Wien AG
und d
er HYP
O Invest
mentbank AG
1944 27.05.1999 o. HV 2010
Mag. Herbert Kaufmann
Vorstandsdirektor und Sprecher des Vor
standes der Flughafen Wien AG, Aufsichts
rat der Rail Cargo Austria AG
, der FIM
BAG
und d
er Austro Co
ntrol Österreichische
Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH
1949 26.03.2008 o. HV 2010
Dr. Michael Losch
SektionsCHEF
im Bundesministerium
für Wirtschaft, Familie und Jugend,
Center 1 – Wirtschaftspolitik, Inno
vation und Technologie
1968 10.03.2005 o. HV 2010
Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg
GeschäftsführeR der smart technologies
Management Beratungs- und Beteiligungs-
gesellschaft mbH, der VKS S
mart Beteili
gungs- und Management GmbH, der Tengg
und P
artner GmbH und d
er Hansjörg Tengg
Management GmbH, Aufsichtsratsvorsitzen
der der EXXA AG
, der Saubermacher Dienst
leistungs AG, der Konsum Österreich reg.Gen.
und d
er Euro Bio Fuels AG, Aufsichtsratsvor
sitzender-Stv. der APCS AG
, der AGCS AG
, der
OeMAG AG
, der Cismo GmbH und d
er ECRA G
mbH
1947 15.11.1983–
20.05.1986,
SEIT
10.03.2005
o. HV 2010
Ing. Siegfried W
olf
Vorstandsvorsitzender der Magna Internatio
nal Europe AG, Co-CEO Magna International Inc.,
Aufsichtsrat der ÖIAG
, Siemens AG Ö
sterreich,
Strabag SE
sowie der GAZ GROUP
1957 16.03.2000 o. HV 2010

ARBEITNEHMERVERTRETER

NAME Geburtsjahr
Anton Aichinger
Vorsitzender der Konzernvertretung
der Arbeitnehmer des Verbund
1955 seit 25.10.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Kurt Christof
Zentralbetriebsratsvorsitzender
Aufsichtsrat der Sparkasse Voitsberg/
Köflach Bankaktiengesellschaft
1964 seit 08.03.2004 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Harald Novak
Zentralbetriebsratsvorsitzender
1952 27.09. 1991–09.05.1993
seit 25.10.2006
von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner
Betriebsratsvorsitzende
1951 seit 29.08.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Ing. Joachim S
alamon
Zentralbetriebsrat
1956 seit 25.10.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet

Lagebericht Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Markt und Branche

Wenngleich es zunehmend Signale für eine Stabilisierung der globalen Wirtschaft gibt, werden die Auswirkungen der Rezession noch einige Zeit zu spüren sein – auch in Österreich. Im Jahr 2009 wirkte sich das Schrumpfen der österreichischen Wirtschaftsleistung um 3,4 % (nach der Prognose des WIFO1 vom Dezember 2009) auch auf den Stromverbrauch aus. Nach vorläufigen Zahlen der E-Control2 sank dieser über die ersten elf Monate um 4,4 %. Mit der Erholung der Wirtschaft wird wieder ein Anstieg des Stromverbrauchs erwartet..

Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft befand sich 2009 in der schwersten Rezession seit 60 Jahren. Doch laut Experten stehen die Zeichen wieder auf Wachstum: Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen die weltweite Wirtschaft 2010 um 3,1 % expandieren. Dieser Aufschwung dürfte vorerst jedoch noch von vielen Risiken begleitet sein.

Ausgehend von den USA setzte Ende 2008 sowohl in den Industriestaaten als auch in den meisten Schwellenländern eine konjunkturelle Talfahrt ein. In der Folge nahm die Wirtschaftsleistung laut IWF in den USA im Jahr 2009 um prognostizierte 2,7 % ab, in der Euro-Zone lag der Einbruch nach vorläufigen Zahlen bei 4,2 %. Hingegen war China mit einem Wachstum von 8,5 % auch im abgelaufenen Jahr die Wirtschaftslokomotive der Welt.

Auch Österreich konnte sich der globalen Rezession nicht entziehen: Der weltweite Einbruch der Nachfrage nach Investitionsgütern schlug voll auf die Exportmärkte durch. Die geringere Nachfrage aus Deutschland sowie aus Ost- und Mitteleuropa nach österreichischen Waren führte zu einem Rückgang der Exporte um real 15,1 %. Der Tiefpunkt der Warenexporte wurde im Quartal 2/2009 durchschritten, danach zeigte der Export Besserungsten-denzen.

Insgesamt dürfte die österreichische Wirtschaftsleistung 2009 gemäß den Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) um 3,4 bis 3,7 % gesunken sein. Für 2010 sagen die Prognosen von WIFO und IHS in Österreich jedoch wieder ein Wachstum von bis zu 1,5 % voraus.

Gestützt wird die Wirtschaftsleistung in Österreich durch den privaten Konsum. Die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt wird sich allerdings auch 2010 noch nicht entspannen.

1 Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)

² Energie-Control Österreichische Gesellschaft für die Regulierung in der Elektrizitätsund Erdgaswirtschaft mit beschränkter Haftung (E-Control))

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Spürbare Auswirkungen zeigte der weltweite Wachstumseinbruch 2009 auf den Energieverbrauch. Alleine in Österreich sank nach ersten Schätzungen die Nachfrage nach Energieträgern um etwa 6 %. Dies war der stärkste Rückgang seit den 1970er Jahren. Bis auf die erneuerbaren Energien nahm der Einsatz aller Energieträger ab. Besonders betroffen war Steinkohle, verursacht durch den stark verminderten Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie und einen deutlich reduzierten Einsatz in Wärmekraftwerken. Auch der Verbrauch an Mineralölprodukten sowie an Erdgas verringerte sich jeweils, allerdings weniger drastisch. Dabei sank der Erdgasverbrauch vornehmlich infolge verminderter Nachfrage aus der Industrie. Gestützt wurde der Erdgasverbrauch hingegen durch einen höheren Einsatz zur Stromerzeugung und durch die kühlere Witterung, vor allem zu Anfang des Jahres 2009. Höher als 2008 war der Beitrag erneuerbarer Energien. Allein die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen stieg witterungsbedingt in den ersten elf Monaten 2009 um 5,5 %. Dennoch basierte auch 2009 mehr als 70 % der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also auf Erdöl, Kohle und Erdgas. Die Rezession hinterließ auch deutliche Spuren im Stromabsatz. Etwas abgefedert wurde der negative Konjunktureffekt durch den vergleichsweise stabilen Strombedarf der Haushalte und des Dienstleistungssektors sowie durch witterungsbedingte Nachfrage-Impulse zu Jahresbeginn 2009. Nach vorläufigen Zahlen von E-Control über die ersten elf Monate 2009 sank der Stromverbrauch in Österreich um 4,4 % (gesamte Versorgung). Wenn die Industrieproduktion wieder wächst, wird auch der Stromverbrauch anziehen. Die Wasserkrafterzeugung erhöhte sich in den ersten elf Monaten 2009 um 5,5 %. Die so genannte "sonstige Erzeugung" stieg um 14,2 %. In ihr sind die Zunahme der Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse − sie fällt in den Bereich kalorische Erzeugung) als auch die in der Statistik noch nicht aufteilbaren Anlagen enthalten. Der Einsatz der kalorischen Kraftwerke wurde um knapp 6 % zurückgenommen. Insgesamt nahm in den ersten elf Monaten 2009 in Österreich die Stromproduktion um 3,1 % zu. Bei um 26,7% höheren Exporten wurden zur Deckung der gesunkenen Inlandsnachfrage die Stromimporte um 1,9 % zurückgenommen. Damit war in den ersten elf Monaten des Jahres 2009 die Strom-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2008 musste Österreich rund 7 % seines Bedarfes netto importieren. Die dramatische Talfahrt der Preise an den internationalen Rohöl-Märkten kam im Quartal 1/2009 zum Stillstand; seither stiegen die Notierungen wieder. Den Ausschlag dafür gaben von den OPEC-Ländern beschlossene Produktionsdrosselungen und die aufkeimende Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Von den Spitzenständen des Jahres 2008 blieben die Ölpreise aber weit entfernt. So wurde das Barrel der Sorte Brent im Jahr 2009 mit durchschnittlich 63 US-Dollar (\$) gehandelt (Brent Front Month). 2008 waren es noch 98 \$/bbl gewesen, im Juli 2008 sogar zeitweise über 140 \$/bbl. Die langfristigen Gaspreise standen infolge des anhaltenden Angebotsüberschusses unter Abwärtsdruck. Am EEX-Terminmarkt (NCG Frontjahr) war Erdgas im Jahresdurchschnitt 2009 um etwa 41 % billiger als im Durchschnitt des Jahres 2008. Am internationalen Markt für Kraftwerks-Steinkohle verringerte sich das Handelsvolumen gegenüber IM SOG DER WELTREZESSION KRÄFTIGER EINBRUCH BEIM STROMVERBRAUCH PRIMÄRENERGIEPREISE DEUT-LICH UNTER VORJAHRESNIVEAU

2008 rezessionsbedingt deutlich. Der Rückgang wäre noch deutlicher ausgefallen, hätten sich im

vergangenen Jahr nicht die Einfuhren nach China erhöht. Im Jahresdurchschnitt 2009 notierte Kohle am EEX-Terminmarkt (ARA-Frontjahr, Eurobasis) um etwa 37 % unter dem Durchschnittsniveau von 2008.

Regulatorische Rahmenbedingungen

Am 03. 09. 2009 trat das 3. EU-Binnenmarktpaket in Kraft. Von den fünf verabschiedeten Rechtsakten betreffen drei den Stromsektor (Richtlinie 2009/72/EG über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt, Verordnung 714/2009 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel sowie Verordnung 713/2009 zur Gründung einer Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden).

Die EU stellt den Mitgliedsstaaten drei unterschiedliche Unbundling1 Varianten zur Auswahl: die vollständige eigentumsrechtliche Entflechtung (Full Ownership Unbundling), die Auslagerung des Netzbetriebs an einen unabhängigen Netzbetreiber (Independent System Operator) sowie die Sicherstellung der operativen Unabhängigkeit des Netzbetreibers durch ein umfassendes Maßnahmenbündel (Independent Transmission Operator – ITO).

Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun 18 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Für die Implementierung des unabhängigen Netzbetreibers ITO verbleibt den Unternehmen – so auch dem Verbund – in weiterer Folge eine Frist von einem Jahr: Innerhalb dieser Zeit muss dieser jedoch von der Regulierungsbehörde zertifiziert werden.

Um die klimapolitischen Herausforderungen zu bewältigen, wurde im April 2009 auf EU-Ebene das Energie- und Klimapaket verabschiedet. Bis 2020 soll der Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 % steigen; die CO2-Emissionen will man um 20 % reduzieren und die Energieeffizienz um 20 % steigern.

Für Österreich wurde in der neuen Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien ein Ziel von 34 % bezogen auf den Endenergieverbrauch festgelegt. Die erforderlichen Maßnahmen werden im Rahmen der "Energiestrategie Österreich" ausgearbeitet.

Der Verbund ist durch seinen bedeutenden Wasserkraftanteil im Erzeugungsportfolio schon jetzt wesentlich für den hohen Anteil an erneuerbaren Energien in Österreich mitverantwortlich und kann bei einem weiteren Wasserkraftausbau auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des 34 %-Ziels leisten.

Der für den Verbund bedeutende Handel mit Herkunftsnachweisen betreffend Erneuerbare Energien ist gemäß EU-Richtlinie auch in Zukunft möglich.

Im Bereich des CO2-Handels müssen die Stromerzeuger 100 % der benötigten CO2-Zertifikate ab dem Jahr 2013 selbst beschaffen und erhalten keine Gratiszuteilungen mehr – so auch der Verbund. Ausgenommen sind Kraftwerke in jenen Ländern, deren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf weniger als die Hälfte des EU-Durchschnitts beträgt. Eine EU-Verordnung, in der die genauen Auktionierungsmodalitäten geregelt werden, wird gegenwärtig in Brüssel vorbereitet.

Eine umfassende Novelle zum Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-Novelle 2009) beschloss der österreichische Nationalrat im Juli 2009: Unmittelbarer Anlass für die Novelle waren EU-rechtlich erforderliche Anpassungen. Ziel der Regierungsparteien war jedoch eine umfassendere Reform, um die regelmäßig überlangen Genehmigungsdauern bei Energieinfrastruktur-Projekten zu verkürzen und die Verfahren zu vereinfachen. Dieses Anliegen ist aus Sicht des Verbund im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und die Klimaschutzziele essentiell.

Die UVP-G Novelle bringt für die Elektrizitätswirtschaft gewisse Verfahrenserleichterungen, beispiels-

VERABSCHIEDUNG DES 3. EU-ENERGIEBINNENMARKTPAKETS

1 Entflechtung: Trennung des Übertragungsnetzes von den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen von vertikal integrierten Unternehmen

VERABSCHIEDUNG DES EU ENERGIE- UND KLIMAPAKETS

NOVELLE DES UMWELTVER-TRÄGLICHKEITSPRÜFUNGSGE-SETZES (UVP-G)

weise die UVP-Befreiung bei Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Wasserkraft. Andererseits wurden auch neue Auflagen vorgesehen. So hat der Projektwerber künftig mit der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) ein so genanntes "Klima- und Energiekonzept" vorzulegen, in dem er Maßnahmen zur Energieeffizienz und Treibhausgasreduktion darstellen muss. Ein vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend im Mai 2009 vorgelegter Begutachtungsentwurf zu einem Wettbewerbsbeschleunigungsgesetz für den Energiebereich wurde vom Verbund grundsätzlich begrüßt, insbesondere die der verbesserten Versorgungssicherheit dienende Feststellung des öffentlichen Interesses an der Errichtung bestimmter Leitungs- und Elektrizitätserzeugungsanlagen sowie die Feststellung der Bundeskompetenz für grenzüberschreitende Leitungsanlagen. Der Entwurf wurde 2009 letztlich nicht im Parlament behandelt. Im Rahmen der 2010 anstehenden ElWOG-Novelle zur Umsetzung des 3. EU-Binnenmarktpakets soll ein Teil der vorgesehenen Bestimmungen aufgegriffen werden. Mit der Novelle 2009 zur Systemnutzungstarife-Verordnung 2006 erfolgte ein Systemwechsel in der Tarifierung. Einerseits wurde der Transport des Pumpstroms in die Systemnutzungstarife einbezogen, anderseits ist seither das Netzverlustentgelt auch von Erzeugern zu leisten. Insbesondere durch den Beginn der Netzentgelttarifierung der Pumpspeicherkraftwerke wurde die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte negativ beeinflusst. Die Bundesregierung arbeitet seit April 2009 an einer neuen Energiestrategie für Österreich, welche im Quartal 1/2010 finalisiert werden soll. Unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurde 2009 unter breiter Einbindung der relevanten Stakeholder in Expertenarbeitsgruppen eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen erstellt. In einem zweiten Schritt erfolgt die Bewertung und Evaluierung dieser Vorschläge durch Fachinstitutionen, wie dem Umweltbundesamt, der Österreichischen Energieagentur und einem Projektkonsortium rund um das WIFO, bevor die Bundesregierung die neue Energiestrategie beschließt. In Abstimmung mit beigezogenen Fachinstitutionen wird seitens der Bundesregierung die Stabilisierung des energetischen Endverbrauchs bei 1.100 Petajoule (PJ) angestrebt. Nur dann erscheint auch das 34%-Erneuerbaren-Ziel bis 2020 erreichbar. Für eine Stabilisierung des energetischen Endverbrauchs müssten vor allem in den Bereichen Raumwärme/Klimatisierung und Mobilität grundlegende Trendänderungen gelingen. Ein wirtschaftlich effizienter Ausbau bzw. eine Optimierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern sind in Österreich vor allem mit Wasser- und Windkraft möglich. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele elektrische Energie zukünftig einen noch höheren Beitrag leisten muss. Nachfragesteigernde Effekte ergeben sich durch die Substitution fossiler Energieträger durch elektrische Energie. Das Thema "Elektromobilität" oder der Ersatz bestehender Heizanlagen durch Elektro-Wärmepumpen sind hier als Beispiele zu nennen. Ein höherer Stromeinsatz sorgt dabei für die nötige Effizienzsteigerung im gesamten Energiesystem. Das erklärte Ziel der weltweiten Klimapolitik ist es, den Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen. Dies ist nach Studien des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) erforderlich, um den massivsten Folgen des globalen Klimawandels entgegenzuwirken. Auch die acht größten Industrienationen der Welt (G8) einigten sich im Juli 2009 in LἉquila auf die 2-Grad-Grenze. WETTBEWERBS-BESCHLEUNIGUNGSGESETZ SYSTEMNUTZUNGSTARIFE-VERORDNUNG BELASTET DIE STROMWIRTSCHAFT ENERGIESTRATEGIE FÜR ÖSTERREICH UN KLIMASCHUTZKONFERENZ IN KOPENHAGEN ENDET MIT MINIMALKONSENS

Zur Stabilisierung des weltweiten Temperaturanstiegs müssten die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 50 % im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Die G8-Staaten vereinbarten die Umgestaltung ihrer Volkswirtschaften, wodurch ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 % niedriger sein sollen als 1990.

Bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 konnte das beabsichtigte Ziel, ein Nachfolgeab-kommen mit konkreten Emissionsreduktionszielen für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu beschließen, nicht erreicht werden.

Die Klimakonferenz endete mit einem Minimalkonsens einer politischen Erklärung, welches ein nichtverbindliches Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad beinhaltet, aber keine konkreten Vorgaben zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Industriestaaten ihre jeweiligen Reduktionsziele und Basisjahre zu Beginn 2010 festlegen und die Entwicklungsländer alle zwei Jahre über ihre geplanten nationalen Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion an die UN melden. Im Bereich der finanziellen Unterstützung für Entwicklungsländer lautet das Ergebnis die Bereitstellung von 30 Mrd. \$ kumuliert für die Jahre 2010 bis 2013, die Einrichtung eines "Copenhagen Green Climate Fund" ab 2020 mit jährlich 100 Mrd. \$ sowie die Einführung internationaler Monitoring-Maßnahmen für die Unterstützungsleistungen.

Ein rechtlich verbindlicher Rahmen für die Schaffung eines Kyoto-Nachfolgeabkommens soll nun für die nächste UN Klimakonferenz Ende 2010 ausgearbeitet werden.

Geschäftsentwicklung

Für das Geschäftsjahr 2009 kann die Verbundgesellschaft ein gutes Ergebnis präsentieren, das allerdings unter dem historischen Rekordergebnis von 2008 liegt. Die Umsatzerlöse sanken von 3.498,5 Mio. € auf 3.181,3 Mio. € (–9,1 %). Das EBIT nahm von 734,9 Mio. € um 11,7 % auf 648,3 Mio. € ab, und der Jahresüberschuss reduzierte sich um 17,1 % auf 515,2 Mio. €. Die EBIT-Marge, das Verhältnis von EBIT zu Umsatzerlösen reduzierte sich geringfügig von 21,0 % auf 20,4 %.

Einflussfaktoren

Im Jahr 2009 waren für die Gewinn- und Verlustrechnung des Verbund vor allem folgende Einflussfaktoren maßgeblich:

  • Deutlich geringere Spotmarkt- und kurzfristige Forwardpreise/höhere langfristige Forwardpreise
  • Wasserführung deutlich über dem langjährigen Durchschnitt
DURCHSCHNITT
LICHE ABSATZ

PREISE UNTER
VORJAHRES

NIVEAU
Die Preise für im Jahr 2008 an der Energiebörse EEX gehandelte Forwardkontrakte Year Base 2009 für
das Marktgebiet Deutschland/Österreich lagen im Schnitt mit 70,3 €/MWh um 26 % über dem Vor
jahresniveau. Der Durchschnittspreis für das Front Year Peak 2009 betrug im Handelsjahr 2008 exakt
99,4 €/MWh und war damit um 25 % höher als ein Jahr zuvor. Dabei waren die Terminmarktpreise im
ersten Halbjahr 2008 noch von der Rohstoffpreishausse getrieben. Erst ab der zweiten Jahreshälfte 2008
führte die Finanzmarktkrise zu einer Korrektur der Strom-Terminmarktpreise. Der Verbund profitierte
von den deutlich gestiegenen Terminmarktpreisen, da rund 60 % seiner Eigenerzeugung im Rahmen der
Hedging-Strategie bereits ein Jahr im Voraus zu den oben beschriebenen Preisen verkauft wurden.
Hingegen notierten die Quartals- und Monatsforwards im Vergleich zu 2008 deutlich schwächer. Auch
das Spotmarktpreisniveau ging 2009 stark zurück. Die an der Strombörse EPEX gehandelten Grund
lastkontrakte lagen mit 38,9 €/MWh um 41 % unter dem Vorjahreswert (Marktgebiet Deutschland/
Österreich). Die Preise für Spitzenenergie waren mit 51,2 €/MWh um 42 % niedriger als im Vorjahr.
Widergespiegelt werden in diesem Rück-gang das gesunkene Niveau der CO2-Spotmarktpreise, die
mittlerweile wieder wesentlich niedrigeren Preise für Primärenergieträger und die konjunkturbedingt
geringere Nachfrage nach Strom. Der Verbund verkauft rund 40 % seiner Eigenerzeugung auf Basis von
Spotmarktpreisen sowie Quartals- und Monatsforwards.
WASSERFÜHRUNG ÜBER
LANG

JÄHRIGE
M DURCHSCHNITT
Ein weiterer wesentlicher Einflussfaktor auf das Ergebnis ist die für die Wasserkrafterzeugung maßgeb
liche durchschnittliche Wasserführung der energiewirtschaftlich genutzten Flüsse. Der Erzeugungs
koeffizient als Maß-zahl für die Erzeugung aus Laufkraft und Laufschwellkraft lag 2009 mit einem Wert
von 1,06 signifikant über dem langjährigen Mittel. Damit wurde der Koeffizient von 2008 um fünf, jener
von 2007 sogar um neun Prozentpunkte übertroffen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

UMSATZ UND ergebnis

UMSATZ UND ergebnis

Einheit 2009 2008
Umsatzerlöse TE 3.181.325,6 3.498.505,1
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) TE 648.293,6 734.907,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT
)
TE 547.262,0 651.550,8
Jahresüberschuss TE 515.183,7 621.517,5
Bilanzgewinn TE 385.250,0 323.610,0
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 33,2 49,9
Gesamtkapitalrentabilität (ROI) % 18,8 24,7
ROCE % 13,1 18,9
Umsatzrentabilität (ROS) % 20,4 21,0

Die Eigenerzeugung des Konzerns lag im Berichtsjahr 2009 mit 29.918 GWh um 4,4 % über dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die überdurchschnittlich gute Wasserführung der heimischen Flüsse stieg die Erzeugung der Laufwasserkraftwerke deutlich.

UMSATZERLÖSE

Trotz der gestiegenen Eigenerzeugung des Konzerns sanken die Umsatzerlöse der Verbundgesellschaft gegen-über dem Vorjahr um 9,1 % auf 3.181,3 Mio. €.

Dies ist vor allem auf den Absatzrückgang mit ausländischen Weiterverteilern und Händlern zurückzuführen, die verstärkt auf standardisierte, nicht umsatzmäßig erfasste Forwardkontrakte umstellten. Darüber hinaus gingen die erzielten durchschnittlichen Absatzpreise auf Grund der schwachen Spotmarkt- und kurzfristigen Forwardpreise zurück.

Bei den Stromerlösen mit Industrie- und Endkunden verzeichnete die Verbundgesellschaft einen Rückgang um 51,1 Mio. € oder 15,8 %:

Die Stromerlöse mit Energieversorgungsunternehmen (EVU) im Inland stiegen um 9,4 % auf 1.213,1 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die wasserführungsbedingt höheren Lieferungen aus Bezugsrechten an Landesgesellschaften. Aufgrund des verstärkten Handels mit standardisierten Forwardkontrakten – diese werden im Trading saldiert mit den Strombezügen erfasst – gingen hingegen die Stromerlöse mit EVU im Ausland um 15,9 % auf 424,9 Mio. € zurück. Auch die Stromerlöse mit Händlern reduzierten sich vor allem durch den ver-stärkten Handel mit standardisierten Forwardkontrakten um 18,8 % auf 1.247,2 Mio. €.

Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte - vor allem Deutschland und Frankreich – entfallenden Stromerlöse lag bei 54,2 % (Vorjahr: 59,5 %).

Der Stromumsatz nach Mengen verminderte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um
5.061 GWh oder 9,0 %. Die nicht umsatzmäßig erfassten Forwardkontrakte stiegen hingegen deutlich,
und zwar um 66,4 % oder 24.205 GWh.
SONSTIGE BETRIEB
LICHE
ERTR
ÄGE
Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um 33,7 % auf 32,5 Mio. € zurück. Dies ist im Wesentlichen
auf den Wegfall von Einmaleffekten aus dem Vorjahr (höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellun
gen, höhere Erträge aus dem Verkauf eines Umformerwerkes aufgrund Vertragsablauf) zurückzuführen.
AUFWAND FÜR BEZOGENE
LEISTUNGEN
Der Strombezugsaufwand sank um 9,0 % auf 2.835,5 Mio. €.
Der Strom- und Netzbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) ging um 9,0 % auf 2.913,1 Mio. €
zurück. Haupteinflussfaktor dafür war das im Vorjahr zum Vergleich deutlich höhere Spotmarktpreis
niveau. Der Netzbezug sank um 2,7 Mio. € auf 66,4 Mio. €. Ausschlaggebend dafür war die Übernahme
von Kunden durch die VERBUND-Austrian Power Sales GmbH (APS) Mitte des Vorjahres und dem
damit verbundenen Entfall der Netzkosten. Dieser Effekt wurde teilweise durch den Anstieg im End
kundensegment geschmälert.
PERSONA
LAUFWAND
Trotz erhöhtem Personaleinsatz aufgrund der anhaltenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeit
in der Verbundgesellschaft blieb der laufende Personalaufwand mit 19,8 Mio. € annähernd konstant
Erhöhend wirkte auch die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter und Nebenkosten um 3,7 %,
dem stehen der Abbau im Bereich der Urlaubsrückstellungen und geringere Kosten für Prämien und
Remunerationen gegenüber. Der Aufwand für Abfertigung und Altersversorgung stieg aufgrund höherer
Pensionskassenbeiträge und höheren Bemessungsgrundlagen insgesamt um 20,0 % auf 5,3 Mio. €. Der
betriebswirtschaftliche Personalstand stieg um 17 auf 187 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
SONSTIGER BETRIEB
LICHER
AUFWAND
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sank um 10,9 Mio. € auf 58,3 Mio. €. Dieser Rückgang ist
im Wesentlichen durch das Kosteneinsparungsprogramm 2009 sowie niedrigere Kostenerstattungen aus
den für die Verbundgesellschaft erbrachten Dienstleistungen der VERBUND-Austrian Renewable Power
GmbH (ARP) im Renewable- und Beteiligungsbereich und dem Wegfall erbrachter Dienstleistungen der
VERBUND-International GmbH (VI) im Beteiligungsbereich bedingt.
ERGEBNIS DER GEWÖHN
LICHEN
GESCH
ÄFTST
ÄTIGKEIT
(EGT
)
Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren und Entwicklungen und des gesunkenen Finanzer
gebnisses verringerte sich das EGT von 651,6 Mio. € um 16,0 % auf 547,3 Mio. €.
VERMÖGENS
LAGE
VERMÖGENSLAGE
Einheit 2009 2008
Anlagevermögen TE 4.282.497,8 2.503.416,6
Umlaufvermögen TE 609.832,4 776.130,4
Nettoumlaufvermögen (working capital) TE 232.990,5 237.140,2
Nettoverschuldung (net debt) TE 2.450.520,0 1.495.275,6
Eigenkapital TE 1.837.839,6 1.645.891,0
kurzfristige Schulden TE 416.938,6 737.887,9
kurzfristiges Vermögen TE 649.929,0 975.028,1
Eigenkapitalquote % 36,4 47,8
ANLAGE
VERMÖGEN
Die Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sanken im Wesentlichen durch die

Abschreibungen in Höhe von 3,8 Mio. €, denen Zugänge in Höhe von 2,7 Mio. € gegenüberstanden.

Die Position der Finanzanlagen veränderte sich vor allem im Beteiligungsbereich (+1.772,5 Mio. €) durch

Erwerb der VERBUND-Innkraftwerke GmbH (IKW) und Erhöhung des Beteiligungsansatzes an der VERBUND-Beteiligungsholding GmbH (VBH) im Zuge von Einbringungen und Kapitalzuführungen. Dieser Wert ist um die Umstrukturierungen bereinigt und stellt den Saldo aus Zugängen in Höhe von 2.221,3 Mio. € und Abgängen in Höhe von 448,8 Mio. € dar. Des Weiteren wird auf die Erläuterungen im Anhang zum gesellschaftsrechtlichen Teil verwiesen.

Die sonstigen Finanzanlagen stiegen in der Position der Ausleihungen in Höhe von 76,9 Mio. € und aufgrund von Zukäufen von Wertpapieren in Höhe von 27,3 Mio. €, denen Abgänge in Höhe von 96,5 Mio. € gegenüberstanden.

Der Rückgang beim Umlaufvermögen um rund 21,43 % auf 609,8 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 187,4 Mio. € und der Abnahme der Leistungsforderungen in Höhe von 41,4 Mio. €. Die Sonstigen Forderungen aus dem Stromhandelsgeschäft, den Strombörsen, dem Emissionszertifikathandel und Sicherheiten aus dem Stromgeschäft erhöhten sich um 55,2 Mio. €.

Das Eigenkapital konnte aufgrund des guten Jahresergebnisses um 191,9 Mio. EUR auf 1.837,8 Mio. € erhöht werden. Die Eigenkapitalquote ist wegen der hohen Investitionen in Finanzanlagen und in Folge der Mittelaufbringung hauptsächlich über Konzernfinanzierung (VERBUND-International Finance B.V. – VIF) von 47,8 % auf 36,4 % gesunken.

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen per Saldo um 1.416,9 Mio. € auf 2.965,6 Mio. €. Im Jahr 2009 wurden Aufnahmen/Tilgungen bei Kreditinstituten per Saldo in Höhe von 216,9 Mio. € getätigt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben zum Bilanzstichtag annähernd gleich, die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Stromhandelsgeschäft sanken um 103,4 Mio. € auf 22,5 Mio. €. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es zu einem Anstieg um 914,9 Mio. € auf 1.429,3 Mio. €.

FinanzLAge

Der Verbund-Konzern verfolgt eine sehr konservative Finanzstrategie, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass in dem sehr schwierigen Kapitalmarktumfeld seit Juli 2007 negative Auswirkungen auf die Ergebnisse des Konzerns weitgehend vermieden werden konnten. Zusätzlich konnte der Verbund-Konzern aufgrund seiner starken Stellung in den Kapitalmärkten und seines breiten Zugangs zu Finanzierungsquellen auch in einem schwierigen Marktumfeld seine Wachstumsstrategie finanzieren. Die bewährte Finanzstrategie basiert im Wesentlichen auf fünf Säulen, die strategisch seit Jahren unverändert weitergeführt wurden, aber operativ auf die jeweilige aktuelle Marktsituation ausgerichtet wurden.

Die fünf Säulen umfassen die Absicherung einer starken Bonität; die Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve; die bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften; den Erhalt einer weitreichenden finanziellen Flexibilität und die Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limite.

DZur Finanzierung des Investitionsprogramms und der Akquisitionen im In- und Ausland hat der Verbund-Konzern 2009 Fremdmittel in Höhe von 2 Mrd. € aufgenommen. Dabei wurde aus Diversifizierungsgründen ein möglichst breiter Mix an Fremdfinanzierungsinstrumenten in €-Währung in Anspruch genommen. Der Schwerpunkt lag allerdings, bedingt durch die Kapitalmarktentwicklung, auf der Begebung von Anleihen. Aufgrund der historisch niedrigen Zinssätze wurde der Großteil der Fremdmittelaufnahmen fix verzinst bzw. in eine Fixverzin-sung geswapt. Weiters wurden vor allem lange Laufzeiten zwischen 6 und 11 Jahren in Anspruch genommen.

Die Absicherung der Liquidität hat im Verbund-Konzern oberste Priorität. Der Verbund-Konzern verfügt per 31. 12. 2009 über einen syndizierten Kredit im Ausmaß von 750 Mio. €, der der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Der syndizierte Kredit, der im Jänner 2005 mit einer Vielzahl UMLAUFVERMÖGEN

EIGENKAPITAL

VERBINDLICHKEITEN

FINANZSTRATEGIE UND FINANZIERUNG

FREMDMITTELAUFNAHMEN UND FREMDMITTELPORTFOLIO

BANKENLINIEN

von nationalen und internationalen Banken abgeschlossen wurde hat eine Laufzeit bis Jänner 2012 und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt der Verbund-Konzern per 31. 12. 2009 über nicht kommittierte Linien in Höhe von rd. 655 Mio. € vorwiegend bei heimischen Banken.

Die Bonität eines Unternehmens bestimmt die Finanzierungskosten und den Zugang zu Finanzierungsinstrumenten. Je besser die Bonität, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Durch die starke Differenzierung der Risikoaufschläge entsprechend der Rating-Kategorie der Unternehmen als Folge der Finanzmarktkrise kommt der langfristigen Absicherung des Ratings des Verbund hohe Bedeutung zu. Das Bekenntnis zu einer nachhaltig stabilen und robusten Kapitalstruktur, die Einhaltung der wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen sowie eine regelmäßige intensive Kommunikation und Diskussion der strategischen Zielsetzungen des Konzerns mit den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's sind Grundvoraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen. Das Rating der Verbundgesellschaft hat sich 2009 aufgrund der hohen Fremdmittelaufnahmen um eine Ratingstufe verschlechtert und liegt bei Standard & Poor´s auf A–/negative outlook und bei Moody´s auf A2/negative outlook. RATINGENTWICKLUNG

Finanzkennzahlen

Einheit 2009 2008
TE
Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit
495.077,2 595.971,4
TE
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit
–1.317.124,4 –293.494,7
TE
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
822.544,3 –302.252,0
TE
Finanzergebnis
379.013,5 441.863,7
Gearing (Nettoverschuldungsgrad)
%
133,1 90,6
Schuldentilgungsdauer
Jahre
6,2 2,5

Das sehr gute Finanzergebnis des Vorjahres verringerte sich um rund 62,8 Mio. € auf 379,0 Mio. €. Hauptverantwortlich dafür war das geringere Beteiligungsergebnis. Zusätzlich stiegen die Zinsaufwendungen um 17,8 Mio. € bei gleichzeitig geringeren Zinserträgen von 30,0 Mio. €. Im Geschäftsjahr gab es keine Wertberichtigungen von Wertpapieren, während im Vorjahr Wertpapiere in Höhe von 42,1 Mio. € wertberichtigt wurden.

Der Anstieg der verzinslichen Nettoverschuldung um 955,3 Mio. € gegenüber dem geringeren Aufbau des be-reinigten Eigenkapitals um 192,0 Mio. € führte zu einer Erhöhung des Gearing um 42,5 %-Punkte auf 133,1 %. Bei Rückgang des Mittelüberschusses aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um mehr als 100,9 Mio. € und stark steigenden Verbindlichkeiten um 1.416,9 Mio. € erhöhte sich die Schuldentilgungsdauer von 2,5 auf 6,2 Jahre.

Im April nahm die Verbundgesellschaft eine Beteiligungsfinanzierung der Österreichische Kontrollbank AG (OeKB) zur Refinanzierung des Beteiligungserwerbes an der türkischen Verteilnetzgesellschaft EnerjiSA Elektrim Dagitim A.S, (Baskent) in Höhe von 260 Mio. € auf. Der Kredit mit Ratentilgung und mit einer Laufzeit bis 31. 03. 2017 weist eine variable Verzinsung auf Basis des variablen Verfahrenszinssatzes der OeKB plus einer Marge von 154 Basispunkten auf.

Außerdem erfolgte im Juni eine fix verzinste Kreditaufnahme beim Fonds zur Förderung der Wasserkraftregion Oberkärnten in Höhe von 27,5 Mio. €. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 30. 06. 2014. Die Geldflüsse des Geschäftsjahres sind nachfolgend in einer separaten Aufstellung dargestellt. Die Zusammensetzung des Kassenbestandes und der Guthaben bei Kreditinstituten (Fonds der flüssigen Mittel) kann der Anhangerläuterung (5) entnommen werden.

Geldflussrechnung

Der Netto-Geldfluss aus der operativen Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt und beläuft sich auf 495.077,2 tausend € (Vorjahr: 595.971,4 tausend €).

Die Veränderung der Leistungsforderungen ergibt sich aus dem Rückgang im Stromhandel.

Die Veränderung der sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände ist vor allem durch Sicherheitsleistungen für den Stromderivathandel und für Ausgleichsenergie bedingt.

Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen wird durch den Zugang der Rückstellungen aus dem Stromgeschäft um 6.168,4 tausend €, den Anstieg der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 973,8 tausend € sowie den Abbau der Steuerrückstellungen um 15.372,7 tausend € bedingt.

Die Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten resultiert aus den unterschiedlichen Fowardpreisen im Stromgeschäft.

Die Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten ergibt sich aus Zahlungen aus dem bewerteten Stromgeschäft und dem Anstieg der Verbindlichkeit aus Umsatzsteuer, sowie dem Aufbau der Passiven Rechnungsabgrenzung aus den Garantieentgelten und dem Stromgeschäft.

Der Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit je Aktie beläuft sich auf 1,61 € (Vorjahr: 1,93 €, das Verhältnis zu den Umsatzerlösen beträgt 15,6 % (Vorjahr: 17,0 %).

Beim Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von 1.317.124,4 tausend € (Vorjahr: Mittelabfluss 293.494,7 tausend €), der insbesondere aus dem Zugang von Beteiligungen in Höhe von 1.312.549,6 tausend €, Ausleihungen in Höhe von 272.550,0 tausend € und Wertpapieren in der Höhe von 27.273,4 tausend € resultiert. Dem stehen die Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 195.601,9 tausend €, Abgänge von Wertpapieren in Höhe von 96.511,5 tausend € mit einem Abgangsgewinn von 4.920,6 tausend € gegenüber.

Im Rahmen der für 2008 beschlossenen Dividendenausschüttung wurden 323.610,0 tausend € an die Aktionäre zur Auszahlung gebracht.

Im Rahmen des Konzernclearings kam es zu einem Mittelzufluss in Höhe von 207.833,9 tausend € (Vorjahr: Mittelabfluss 513.583,6 tausend €).

Langfristige Kreditaufnahmen erfolgten in Höhe von 287.500,0 tausend €, Geldmarktaufnahmen in Höhe von 117,6 tausend €. Zusätzlich kam es zur Rückzahlung einer kurzfristigen Veranlagung aus 2008 in Höhe von 25.250,9 tausend €.

Über Begebung von Anleihen durch die VIF kam es zu einem Mittelzufluss in der Konzernfinanzierung in Höhe von 890.000,0 tausend €.

Tilgungen von Krediten erfolgten in Höhe von 219.183,3 tausend €.

(1) NETTO-GELDFLUSS AUS OPERATIVER TÄTIGKEIT

(2) NETTO-GELDFLUSS AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT

(3) NETTO-GELDFLUSS AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT

Geldflussrechnung D E
TAUSEN
2009 2008
Jahresüberschuss 515.183,7 621.517,5
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände und Sachanlagen
3.801,9 4.450,1
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,0 92.068,7
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens
–4.939,3 3.362,5
Veränderung der Vorräte 3.524,8 –3.120,3
Veränderung der Leistungsforderungen 38.407,0 –33.449,3
Veränderung der sonstigen Forderungen und VermögensgegenständE 0
1
–59.228,6 –56.741,9
Veränderung der latenten Steuern 4.006,2 –19.791,1
Veränderung der LANGFRISTIGEN R
ückstellungen
–1.319,4 –1.664,7
Veränderung der KurzFRISTIGEN R
ückstellungen
–8.230,5 93.408,8
Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten 12.655,9 –6.519,0
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten 0
1
–9.253,1 –98.118,5
Veränderung der Zinsenabgrenzungen 468,6 568,4
Netto-Geldfluss aus operativer Geschäftstätigkeit
(1)
495.077,2 595.971,4
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen –1.833,4 –4.723,7
Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen 48,0 5.908,2
Investitionen in Finanzanlagen –1.612.373,0 –683.396,1
Abgänge von Finanzanlagen 297.034,0 388.716,9
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit (2) –1.317.124,4 –293.494,7
Dividendenausschüttung –323.610,0 –277.380,0
Veränderung der Konzernclearingsalden 207.833,9 –513.583,6
Veränderung der kurzfristigen Aufnahmen/Veranlagungen –25.133,3 471.552,1
Aufnahme von langfristigen Krediten 287.500,0 22.000,0
Tilgung von langfristigen Krediten –219.183,3 –5.112,9
Veränderung der Konzernfinanzierung 890.000,0 0,0
Veränderung der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten 5.136,9 272,4
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
(3)
822.544,3 –302.252,0
Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel 497,0 224,7
Kassenbestand und liquide Mittel per 01. 01. 1.428,3 1.203,6
Kassenbestand und liquide Mittel per 31. 12. 0
2
1.925,3 1.428,3

¹ inklusive Rechnungsabgrenzungsposten

2 siehe auch Anhang – Erläuterungen (5)

Mitarbeiter

Der Verbund-Konzern führt konzernweit ein neues, leistungsorientiertes Gehaltssystem für alle MitarbeiterInnen ein; das Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben soll optimiert werden. Außerdem wollen wir den MitarbeiterInnen als Projektleiter oder Experten neue Karrieremöglichkeiten bieten.

Die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie und der Erfolg unseres Unternehmens sind abhängig von der individuellen Leistung, dem Engagement und der Motivation der MitarbeiterInnen. Daher soll Leistung zukünftig verstärkt individuell honoriert werden. Diese Investition sichert langfristig die Produktivität und Qualität des Konzerns.

Das neue Modell baut auf den erfolgreichen Erfahrungen mit dem bisherigen leistungsorientierten Schema auf, das rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern umfasste und nun entsprechend den modernen Anforderungen weiter entwickelt wurde.

Die Prämien werden mit dem neuen leistungsorientierten Gehaltssystem sowohl aus der individuellen Leistung als auch aus dem Unternehmenserfolg errechnet – nach objektiven und fairen Kriterien. Die Leistung jedes Mitarbeiters fließt also direkt in das variable Gehalt ein. Das Mitarbeitergespräch bekommt einen neuen Stellenwert und wird ein wesentliches Instrument für die Vereinbarung, Verfolgung und Beurteilung von Zielen.

Die Arbeitnehmervertretung war und ist permanent in dieses neue Gehaltsmodell eingebunden: In Stufen werden zunächst alle Angestellten und später alle Arbeiter an diesem Prämiensystem teilhaben können. Damit ist der Verbund eines der ersten Unternehmen, das ein einheitliches Modell über alle Belegschaftsgruppen hinweg einführt.

Nicht nur die Mitarbeiter, sondern in besonderem Maße auch die Führungskräfte sind für die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie und damit auch für den Erfolg unseres Unternehmens mit-verantwortlich. EXECUTIVE COMPENSATION

So wurde, ebenso wie für die Mitarbeiter, auch für das Management unseres Unternehmens eine neue Struktur für deren Auswahl und gehaltliche Einstufung geschaffen. Die Entlohnungsmodelle wurden standardisiert, wodurch eine einheitliche und transparente Systematik eingeführt werden konnte. Durch den Vergleich mit anderen Unternehmen am Markt wird eine faire und kostenbewusste Entlohnung sichergestellt.

Die Abstimmung der Modelle für Mitarbeiter und Führungskräfte gewährleisten eine durchgängige Leistungsorientierung und sichern somit die Qualität und Produktivität des Konzerns..

Im Lichte der Weltwirtschaftskrise haben wir ein strukturiertes Kostensenkungsprogramm umgesetzt, das die Senkung von Überstunden sowie den Abbau der Urlaubsrückstellungen umfasste. Neben einer Vielzahl von Maßnahmen zur Einsparung wurde die Wachstumsstrategie unseres Unternehmen jedoch nicht vernachlässigt. Die erforderlichen Personalaufnahmen wurden mit größtem Kostenbewusstsein durchgeführt, die Mitarbeiter zielgerichtet weitergebildet. Auch die Anzahl der Lehrlinge wurde aufgestockt um die reibungslose Übernahme unserer Kraftwerke durch eine neue Generation sicherzustellen. KOSTENBEWUSSTSEIN

Für einen Konzern wie den Verbund stellt das Halten von Schlüsselkräften mit spezifischem Know-how und hoher fachlicher Verantwortung einen erfolgskritischen Faktor dar. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Schaffung von zusätzlichen Karriereperspektiven als Alternative zur Führungslaufbahn. Der Verbund-Konzern hat hier für Experten und Großbauprojektleiter neue Karrierewege geschaffen. PERSPEKTIVEN

Die Unterstützung der Mitarbeiter bezüglich ihrer Work-Life-Balance bringt auch betriebswirtschaftlich Vorteile: Schwierigkeiten können rascher gemeistert werden; die Mitarbeiter stehen schneller wieder mit voller Kraft zur Verfügung: die Produktivität wird gesteigert. WORK-LIFE-BALANCE .

Im Rahmen der Zertifizierung für das "Audit Beruf und Familie" wurden alle bereits bestehenden Maßnahmen und Angebote im Konzern erhoben, die die Mitarbeiter dabei unterstützen, Berufs- und Privatleben gut vereinbaren zu können. Hier zeigte sich, dass der Verbund bereits ein hohes Niveau bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht hat, welches nicht nur gehalten, sondern weiter ausgebaut werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden weiterführende Maßnahmen erarbeitet, die im Laufe der kommenden drei Jahre umgesetzt werden. So soll eine Intranetplattform sowie der Erfahrungsaustausch unter Führungskräften das Bewusstsein um das Thema "Beruf und Familie" erhöhen

Im November 2009 wurde der Verbundgesellschaft das Grundzertifikat für das "Audit Beruf und Familie" verliehen.

Bericht über Forschung, Entwicklung und Umwelt

Nachhaltigkeit

Wie man bei der Errichtung und beim Betrieb von Kraftwerken wirtschaftliche Interessen mit Ökologie und gesellschaftlichen Aspekten verbindet, wissen wir im Verbund seit langem. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt ist Nachhaltigkeit besonders wichtig. Umweltmanagement und Klimaschutz, Compliance und Stakeholderdialog – der Verbund setzt auf volle Transparenz. Im sozialen Bereich intensivierten wir unsere Kooperation mit "SOS-Kinderdorf " und starten Projekte mit der Caritas und der Diakonie.

Die herrschende Krise wirkt sich natürlich auch auf den Verbund aus: Wir treffen Vorkehrungen, beobachten die Entwicklungen auf dem Markt besonders genau und gehen jetzt mit noch mehr wirtschaftlichem Weitblick vor.

Der Verbund erwirtschaftet nach wie vor gute Ergebnisse und verfolgt konsequent seine Ziele auch im Bereich der Nachhaltigkeit. Es ist für den Verbund nach wie vor wichtig, dass bei der Umsetzung von Projekten und Maßnahmen nicht nur in einer Dimension der Nachhaltigkeit ein Nutzen erzielt wird, sondern dass sich eine gesamthaft positive Bilanz ergibt.

Die gegenwärtige Diskussion um die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft und die Frage, welche Ziele und Werte in Unternehmen beachtet werden sollen, sind uns Bestätigung und Ansporn, unsere unternehmerische Verantwortung weiterhin mit dieser nachhaltigen Orientierung wahrzunehmen.

Seit dem Jahr 2002 bringt der Verbund jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht heraus. Damit wollen wir nicht nur externe Stakeholdergruppen informieren: Der Bericht führt auch zu einer intensiven internen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Alle Mitarbeiter und Führungskräfte sind eingeladen, ihre Sichtweisen nachhaltigen Handelns zu diskutieren und in ihren Arbeitsalltag einzubringen.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt darin, dafür Sorge zu tragen, dass die Werte, die im Unternehmensleitbild und im Verhaltenskodex verankert sind, auch gelebt werden. Mit unternehmensinternen Systemen unterstützen wir Führungskräfte und Mitarbeiter bei der Einhaltung dieser Grundsätze.

Ein Beispiel dafür ist die Erarbeitung einer internen Richtlinie für faire Geschäftspraktiken, insbesondere gegen Korruption und Bestechung: Diese haben wir bereits 2008 abgeschlossen. Anschließend wurden von diesem Thema besonders betroffene Unternehmensbereiche identifiziert und ein umfangreiches Schulungsprogramm gestartet.

Der Umsetzung der Werte und Verpflichtungen des Unternehmens dient auch ein internes Compliance-System, das im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeführt wurde. Es unterstützt alle Mitarbeiter des Verbund bei der Einhaltung und Umsetzung der Bestimmungen der Anti-Korruptions-Richtlinie, der Finanzmarkt-Compliance, des Österreichischen Corporate-Governance-Kodex sowie des Unternehmensleitbilds, insbesondere des Verhaltenskodex.

Darüber hinaus stellen wir damit die Weichen dafür, dass das unternehmerische Handeln auch mit den

Wertvorstellungen des Unternehmens sowie mit den Grundsätzen von Moral und Ethik übereinstimmt. Ein Compliance-Team im Konzern bearbeitet alle entstehenden Fragen und entwirft Lösungen für konkrete Compliance-relevante Vorkommnisse.

Die umweltschonende Nutzung des heimischen Wasserkraftpotenzials ist in der Energiestrategie zur Sicherung der österreichischen Versorgung ein wesentliches Element. Um einen Konsens zu erreichen, sind wir in intensivem Kontakt mit allen relevanten Stakeholdern. Eine zufriedenstellende Lösung ist nicht zuletzt für den Klimaschutz von großer Bedeutung.

Darüber hinaus diskutieren wir mit unseren Stakeholdern mehrmals pro Jahr übergeordnete Fragen der Energie-versorgung. Gemeinsam arbeiten wir an nachhaltigen Antworten auf die offenen Energiefragen.

Um das Thema "Nachhaltigkeit" einem größeren Publikum zugänglich zu machen, engagieren wir uns auch in der öffentlichen Diskussion. So arbeitete der Verbund 2009 am Nachhaltigkeits-Leitbild für österreichische Unternehmen mit, das die Nachhaltigkeits-Plattform respACT in einem groß angelegten Stakeholder-Prozess mit wissenschaftlicher Begleitung und großer Zustimmung von allen Beteiligten erstellt hat.

Ganz besonders freut uns, dass unsere positive Unternehmensentwicklung und unser konsequenter Weg eine österreichische Bankengruppe dazu bewogen hat, uns zu einer Roadshow im Zuge der Begebung eines "Responsible Investment" einzuladen, wo wir über unsere Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich berichteten.

Obwohl wir unseren Nachhaltigkeitsbericht 2008 gar nicht zum Austrian Sustainability Reporting Award einge-reicht hatten, erhielten wir doch einen Preis: Der Verbund wurde als "Long Term Winner" ausgezeichnet. Seit 1999 hatte das Unternehmen Preise für drei Umwelt- und fünf Nachhaltigkeitsberichte erhalten.

Umwelt

Im Verbund wird bereits seit den 1970er Jahren ein integrierter Umweltschutz aufgebaut. Seit 1995 werden Umweltmanagementsysteme (UMS) nach EMAS bzw. ISO 14001 extern begutachtet und in den Anlagen implementiert. Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der Zertifizierungen ihrer Arbeitsorte wesentlich bewusster mit ihrer Umwelt und den Ressourcen umgehen. Jede Zertifizierung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

Auch der Verbund-Strom wird zertifiziert: Verbund-Haushaltskunden beziehen Strom, der zu 100 % aus heimischer Wasserkraft stammt.

Seit 2009 sind alle thermischen und hydraulischen Erzeugungsanlagen der Tochtergesellschaften auch TÜV-zertifiziert. 2009 betrug die TÜV-zertifizierte Menge beispielsweise bei der Wasserkrafterzeugung 21.175 GWh .

Die Verbundgesellschaft unterstützt aktiv die internationale Energie- und Klimapolitik Österreichs sowie der EU. Gemeinsam mit zahlreichen europäischen Vorstandsvorsitzenden aus dem Stromsektor unterzeichnete Verbund-CEO Wolfgang Anzengruber im März 2009 eine Erklärung, in der sich die Elektrizitätswirtschaft zu ihrer Verantwortung und zentralen Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels bekennt und als Ziel für 2050 die Reduktion der CO2-Emissionen auf Null festlegt.

Als einer der günstigsten Stromanbieter in Österreich bietet die Verbundgesellschaft seit Juli 2009 ein Solar-Strom-Paket für private Haushalte an. Wir übernehmen alle Aufgaben – von der technischen Planung über die Förderabwicklung und Montage bis hin zur Lieferung und Abnahme von Strom. Die Förderung

der netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen mit einer maximalen Modul-Spitzenleistung von 5 kWpeak erfolgt aus den jeweiligen Landesbudgets und dem Klima- und Energiefonds (KLIEN).

Auch 2009 wurden "Österreichs Klimaschutzgemeinden" gekürt. Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden innovative Projekte der Gemeinden in den Bereichen Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz bewertet. Aus den rund 100 teilnehmenden Gemeinden wurden in unterschiedlichen Kategorien Strem (Burgenland), Virgen (Osttirol) und Gleisdorf (Steiermark) zu Siegern gewählt. Diese Initiative wurde 2008 vom Verbund in Kooperation mit dem Lebensministerium, und dem Gemeindebund gestartet

Forschung und Entwicklung

Die Welt steht energiepolitisch vor der wohl größten Herausforderung aller Zeiten: Wege, die bisher als zielführend gegolten hatten, müssen teilweise verlassen und neue Pfade eingeschlagen werden. Das hat nicht zuletzt die Umweltkonferenz in Kopenhagen im Dezember gezeigt. Doch nicht nur Regierungen müssen jetzt umdenken, sondern auch Konzerne sind gefragt, neue Ideen zu entwickeln, wie der CO2- Ausstoß gesenkt werden kann.

Zwar ist der Verbund-Konzern mit seinem hohen Anteil an Wasserkraftwerken seit jeher sehr gut aufgestellt, doch wir wollen für die neuen Herausforderungen in der Energiewirtschaft noch besser gerüstet sein. Jetzt ist die beste Zeit, um die Forschungsaktivitäten im Konzern zu stärken: Daher gründete die Verbundgesellschaft im vergangenen Jahr den Bereich "Innovation, Research & Development", dessen Aufgabe es ist, Chancen für den Verbund in neuen Geschäftsfeldern in den kommenden fünf bis zehn Jahren aufzuzeigen und strategische Forschungsschwerpunkte festzulegen.

Zur Steuerung inhaltlicher Forschungsschwerpunkte sind strategische Kooperationen mit Universitäten oder eine Beteiligung an führenden europäischen Initiativen angedacht. Die Anbindung an Projekte mit europäischer Dimension ist ein weiterer Fokus.

Um Zugang zu zukunftsträchtigen Projekten im Energiebereich zu bekommen, will der Verbund in den kommen-den Jahren auch verstärkt Beziehungen zu Venture Capital & Private Equity-Unternehmen im Clean-Energy-Bereich aufbauen.

Als Ausdruck seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung will der Verbund-Konzern – wie bisher – auch die Energieforschung in Österreich stärken.

Gesellschaft

Wir fühlen uns verantwortlich für jene, die in unserer Gesellschaft Unterstützung brauchen. 2009 erweiterte die Verbundgesellschaft ihre traditionellen Engagements für das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl und für die Hans-Radl-Schule für Kinder mit körperlicher Behinderung in Wien. Mit kompetenten Partnern sorgen wir dafür, dass Energie auch jenen zur Verfügung steht, die an oder unter der Armutsgrenze leben oder besondere Bedürfnisse haben.

Der 2009 neu geschaffene "Verbund-Stromhilfefonds der Caritas" bietet akute Überbrückungsfinanzierung für Stromrechnungen und Beratung für den effizienten Einsatz der Energie. Außerdem hilft er - gemeinsam mit der Industrie - bei der Anschaffung von effizienten Geräten, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist Strom eine Voraussetzung für die Teilnahme am Leben. Er ermöglicht Technologien, mit Hilfe derer Menschen mit Behinderung die Kommunikation mit anderen Menschen möglich wird. Er ist gleichsam die Lebensader für ein selbstbestimmtes Leben. Mit dem

"Verbund Empowerment Fund der Diakonie" kann das Diakonie-Beratungsnetzwerk für Assistierende Technologien weiter ausgebaut wer-den. Außerdem wird das Angebot im Bereich Frühförderung verstärkt und Soforthilfe finanziert. Langfristiges Ziel dieser Kooperation ist es, das öffentliche Bewusstsein für die Anliegen dieser Bevölkerungsgruppe zu erhöhen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. An die 40.000 Österreicherinnen und Österreicher werden davon profitieren.

Für diese beiden Projekte mit der Diakonie und der Caritas stellen wir jährlich rund eine halbe Million Euro zur Verfügung

Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen.

Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten

Risikomanagement Risikominimierung zur Chancenwahrung

Sei es die Wirtschaftskrise mit gesunkenen Großhandelspreisen, sei es die schwieriger gewordene Finanzierung bei Projekten oder eine niedrigere Wasserführung der Flüsse: Ein Konzern wie der Verbund hat viele Risiken zu tragen. Um diese möglichst zu minimieren, gibt es eine eigene Abteilung für das Risikomanagement. Hier setzt man sich aber auch mit der zukünftigen Wahrung von Chancen im Konzern auseinander.

Das Jahr 2009 hat gezeigt, wie wichtig gutes Risikomanagement in einem großen Konzern ist. Mittels einer eige-nen Software werden im Verbund-Konzern alle relevanten Chancen und Risiken regelmäßig erfasst, aktualisiert, bewertet und notwendige bzw. mögliche damit zusammenhängende Maßnahmen dokumentiert. An Vorstand und Aufsichtsrat wird mindestens quartalsweise Bericht erstattet, wobei den möglichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis besonderes Augenmerk geschenkt wird.

Chancen und Risiken für 2010

Am stärksten wird das Ergebnis durch das Mengen- und Preisrisiko im Stromgeschäft beeinflusst. Die Produktion des Verbund-Konzern hängt sehr stark von den meteorologischen Gegebenheiten der Wasserführung und damit der hydraulischen Erzeugung ab. Eine Mehr- bzw. Mindererzeugung aus Wasserkraft im Ausmaß von 1 % gegenüber dem geplanten Erzeugungswert würde für das Jahr 2010 einen Ergebniseffekt von 10,3 Mio. € nach sich ziehen.

Die Veränderung der Großhandelspreise ist ein weiteres großes Chancen-/Risiko-Potenzial. Eine Plus bzw. Minus von 1 % zeigt in Bezug auf das Jahr 2010 eine Sensitivität von ca. 4,8 Mio. €.

Aus dem Bedarf an den Primärenergieträgern Heizöl, Erdgas oder Steinkohle sowie aus dem ausreichenden Bestand an Emissionszertifikaten ergibt sich ein weiteres wesentliches Risikofeld. Wegen der unklaren konjunkturellen Trends existieren Unsicherheiten bezüglich der Nachfrage-Entwicklung. Langfristig ist jedoch auch mit Preissteigerungen bei den Brennstoffen zu rechnen.

Im Laufe des Jahres 2009 gab es sowohl auf EU- als auch nationaler Ebene rechtliche Entwicklungen, die für den Verbund-Konzern wesentliche Änderungen der Rahmenbedingungen mit sich bringen könnten.

Im Zuge der fortschreitenden Liberalisierung des europäischen Elektrizitätsbinnenmarktes müssen sich alle EVU, die Eigentümer eines Übertragungsnetzes sind, so umstrukturieren, dass die größtmögliche Unabhängigkeit des Netzes vom Mutterunternehmen sichergestellt ist ("eigentumsrechtliche Entflechtung"). Von den drei möglichen Entflechtungs-Varianten hat sich der Verbund für jene des "unabhängigen Übertragungsnetz- und Fernleitungsbetreibers" bzw. "Dritten Weges" entschieden. Doch ist dessen Implementierung mit zahlreichen Auflagen verbunden, was – trotz der im September 2009 von der Kommission veröffentlichten "interpretative notes" – eine korrekte operative Umsetzung nicht einfach macht.

MENGEN- UND PREISRISIKO

REGULATORISCHE RISIKEN

BETEI
LIGUNGSRISIKEN
Die internationale Wachstumsstrategie im Konzern mit den Beteiligungen in den Schwerpunktländern
Italien, Frankreich, der Türkei und zuletzt auch in Deutschland erhöht in Zukunft sowohl die Risiken,
als auch die Chancen. Unter den Beteiligungsrisiken werden grundsätzlich die Schwankungen der Be
teiligungserträge, die Veränderungen des Beteiligungsansatzes (auch in Abhängigkeit von Fremdwäh
rungsdifferenzen) und übernommene Haftungen und Garantien subsumiert.
LIQUIDIT
ÄTSRISIKO
Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass Finanzierungen grundsätzlich teurer und schwieriger
geworden sind. Der Verbund-Konzern ist jedoch hinsichtlich der Liquidität gut positioniert und verfügt
über ausreichende Liquiditätsreserven.
VERAN
LAGUNGSRISIKO
Die Veranlagungsstrategie der Verbundgesellschaft sieht eine grundsätzlich konservative Veranlagung in
einem gestreuten Veranlagungsportfolio bei Banken mit einem guten bis erstklassigen Rating vor. Da
rüber hinaus wird in geldmarktnahen Wertpapieren und Anleihen als Sicherheit für die Stromhandels
aktivitäten veranlagt. Das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten ist durch die Finanzmarktkrise und deren
Auswirkungen gestiegen. Das Wertpapierportfolio wird regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft.
RATING
ÄNDERUNGS
-RISIKO
Im Geschäftsjahr 2009 haben die Ratingagenturen Moody's und Standard&Poor's das Rating der Verbund
gesellschaft um eine Stufe auf A–/negative outlook bzw. A/negative outlook zurückgestuft. Die Herabstu
fung der Bonität ist Ergebnis der sich verschlechternden Marktbedingungen für europäische Versorger.

Finanzinstrumente

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzbereich

Derivativgeschäfte dienen grundsätzlich ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.

Strombereich

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Stromgeschäft umfassen Stromfutures, Stromforwards und Swaps. Zweck der derivativen Sicherungsgeschäfte im Strombereich ist die Schließung von Stromgeschäften, die physikalisch nicht rückgedeckt sind.

Positive und negative Zeitwerte werden getrennt dargestellt. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von potentiellen Marktpreisschwankungen (–10 % bis +10 %) auf das Gesamtportfolio oder getrennt nach Forwards und Futures im Trading gemessen.

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.

Für das Jahr 2010 sind per 28. 01. 2010 keine Risiken zu erkennen, die für die Verbundgesellschaft einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanage-mentsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale, der Überwachung und Kontrolle des Internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagementsystems (RMS), erfolgt in Anlehnung an die fünf Komponenten des COSO1-Rahmenwerks.

Kontrollumfeld

  • Die Konzernführung des Verbund hat einen Verhaltenskodex (Code Of Conduct) unterzeichnet. "Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren AktionärInnen, unseren MitarbeiterInnen, unseren GeschäftspartnerInnen, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst und handeln nach den folgenden Prinzipien" (gekürzt):
  • Die Zusammenarbeit mit allen unseren Anspruchsgruppen ist kooperativ, fair und zuverlässig. Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ist uns wichtig.
  • Klare und offene Kommunikation. Wir führen einen offenen und sachlichen Dialog mit unseren Anspruchsgruppen. Wir sorgen dafür, dass unser Handeln verständlich und nachvollziehbar ist.
  • Vertraulichkeit. Als börsennotiertes Unternehmen unterliegen wir den strengen Richtlinien der Finanzmärkte, deren Einhaltung durch den Compliance-Verantwortlichen sichergestellt wird.
  • Verantwortungsvolles Handeln. Wir tolerieren keine unlauteren Geschäftspraktiken und lehnen jede Form von Korruption und Bestechung ab. Wir treten für die Menschenrechte ein und achten die Würde jedes Einzelnen. Wir lehnen jede Form von Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab. Die Einhaltung dieser Werte erwarten wir auch von unseren GeschäftspartnerInnen.
  • Gesetzes- und Vertragstreue. Wir beachten geltendes Recht und erfüllen unsere Vereinbarungen und Verträge. Wir bekennen uns zum Österreichischen Corporate Governance Codex sowie zu den Vorschriften des Unbundling.
  • MitarbeiterInnen. Qualifizierte und motivierte MitarbeiterInnen bilden die Grundlage für unseren Erfolg. Beste Qualifikation, persönliches Engagement und Identifikation mit den Unternehmenszielen und -grundsätzen zeichnen unsere MitarbeiterInnen aus.
  • Wettbewerb. Wir bekennen uns zum fairen Wettbewerb. Wir lehnen jede Form der kartellrechtlichen Absprache ab – über Preise, Marktanteile, Kapazitäten, die Aufteilung regionaler Märkte und Preisbindung.

Der Bereich Konzerncontrolling dient mit seinen Abteilungen als betriebswirtschaftliches Kompetenzzentrum im Konzern und geht dabei nach den wirtschaftlichen Grundsätzen Wertorientierung und Ergebnissteuerung vor. Das operative Ergebnis wird von den Gesellschaften, das Finanzierungsergebnis von Holding Finanzmanagement und das Beteiligungsergebnis von der jeweils beteiligungshaltenden Gesellschaft verantwortet.

Dem Konzerncontrolling obliegt eine Regelungskompetenz zu allen Fragen des Controllings und Rechnungswesens sowie die fachliche Anordnungsbefugnis zur Sicherstellung der Anwendung konzerneinheitlicher methodischer Standards. Zur Unterstützung der operativen Umsetzung wurden in Form von

¹ Das Committee of Sponsored Organisations – COSO – hat einen von der U.S. Security and Exchange Commission (SEC) anerkannten Standard für interne Kontrollen, das COSO-Modell erstellt, das zur Beschreibung des IKS im Lagebericht vom AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee) empfohlen wird.

Konzernrichtlinien Verfahrenshandbücher erstellt, z. B. Handbuch für Beteiligungscontrolling Konzern, Kennzahlenhandbuch, Konzernbilanzierungshandbuch, Planungshandbuch, alle in aktueller Fassung 2009. Diese gelten für alle Gesellschaften, an denen die Verbundgesellschaft eine direkte Mehrheit hält oder indirekt über Beteiligungen oder Verträge einen bestimmenden Einfluss ausübt. Bei allen übrigen Beteiligungen (z. B. At Equity) ist die Einhaltung dieser Grundlagen und Standards soweit als möglich sichergestellt.

Erwartungsplan, Budgetierung und Mittelfristplanung

Der Verbund-Konzern wird über das Konzernergebnis, aber auch daraus abgeleiteten Kennzahlen, gesteuert. Er verfügt über eine detaillierte Kurz- und Mittelfristplanung. Basis für die Planung ist der Controllingterminkalender, der sämtliche für das Controlling relevanten Termine und erforderlichen Inhalte (Planungstiefe) regelt. Daneben gibt es für die Budgetierung und Mittelfristplanung den sogenannte Workflow, der die detaillierten Planungsschritte abbildet. Durch die Festlegung der Verantwortlichkeiten im Workflow wird auch klar dargelegt, ob es sich bei dem jeweiligen Planungsschritt um eine zentrale (z. B. Finanz- und Liquiditätsplanung u. a.) oder dezentrale Planung handelt. Der verantwortliche Planer bestätigt mit der Fertigstellung eines Planungsschrittes auch die inhaltliche Richtigkeit.

Der Controllingterminkalender hält die Planungstermine fest. Die Rollierung des laufenden Jahres (Erwartungsplan) wird monatlich aktualisiert und konsolidiert. In der Regel wird nur die Gewinn- und Verlustrechnung rolliert. Wird der Erwartungsplan quartalsweise im Aufsichtsratsbericht dargestellt, so erfolgt auch die Planung der Bilanz und des Cashflow sowie die Berechnung von Plankennzahlen. Die Budgetierung des Folgegeschäftsjahres beginnt im Juli mit der Aussendung der Prämissen und endet mit der Versionierung Mitte Oktober. Im Rahmen der Budgetierung wird gleichzeitig eine Mittelfristplanung erstellt.

Das Team Unternehmensrechnung und Reporting berichtet dem Verbundvorstand regelmäßig "als Lotsen des Konzerns" über die betriebswirtschaftliche Entwicklung des Verbund. Monitored und begleitet werden die Prozesse der Planung, Budgetierung, Berichterstattung, Abweichungsanalysen und Zielerreichungskontrollen, der Jahresabschluss, die Quartals- und Monatsabschlüsse und At Equity-Konsolidierungen. Daher ist in Unternehmensrechnung und Reporting das IFRS-Competence-Center beheimatet

Finanzberichterstattung

"Wer seine Zahlen schneller vorlegt, zeigt gut funktionierende kaufmännische Abläufe". Der Verbund macht daher alljährlich ein Fast Close Programm zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS und der einzelnen Jahresabschlüsse nach UGB und IFRS. Die VERBUND Management Service GmbH (VMSG) erbringt die für den Rechnungslegungsprozess wichtigen Dienstleistungen der Finanzbuchhaltung, Beschaffung und Informatik.

Finanzbuchhaltung

Die Finanzbuchhaltung wird in SAP abgebildet. Die Bewirtschaftung des Anlagevermögens erfolgt in einem weitestgehend automatisierten Ablauf. Die Zugänge im Anlagevermögen erfolgen über "SAP-Investitionsmaßnahmen" (PSP-Elemente1 ), wie auch die Planung der Investitionen für die Budgetierung und Mittelfristplanung (Plan-Anlagenspiegel). Die Anlageninventarisierung und Abgangsmeldungen obliegen dezentral den Inventarführern an den Betriebsstandorten, deren Aufgaben in der Inventarordnung festgelegt sind.

Die Verbuchung der Banken erfolgt tagesaktuell. Kreditor-Zahlungslisten aller in SAP geführten Gesellschaften werden zweimal wöchentlich erstellt, geprüft und durch die Finanzabteilung mittels Teleban1 Projekt-Strukturplanelemente (PSP) king überwiesen. Zahlungen ohne SAP-Bestellbezug müssen doppelt gezeichnet ausnahmslos mittels Veranlassung erst der Abteilung Finanzbuchhaltung zum Buchen übermittelt werden, danach kann die Auszahlung erfolgen. Zur Optimierung des Zahlungsverkehrs erfolgt das Cash-Pooling über die VERBUND-Finanzierungsservice GmbH.

Die Hauptbelegerfassung ist für die Prüfung, Erfassung und Zahlungsvorbereitung aller Eingangsrechnungen (die nicht mit dem Stromgeschäft zu tun haben) zuständig. In der Kreditorenbuchhaltung werden Rechnungen mit und ohne SAP-Bestellung, Zahlungsaufträge diverser Bereiche, und Anzahlungsanforderungen erfasst. Auf die Kontrolle der gesetzlichen Erfordernisse, den umsatz- und körperschaftsteuerlichen Tatbeständen und Verbund-internen Regelungen wie der Zahlungsordnung zu Zeichnungsberechtigungen und Wertgrenzen, wird in diesem Arbeitsbereich besonderer Wert gelegt.

Die VERBUND-Austrian Power Trading AG (APT) ist die operative Leitgesellschaft für den Handel und Vertrieb von Strom des Verbund und führt im Namen und auf Rechnung der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft den Stromhandel und -verkauf an Weiterverteiler im In- und Ausland mit allen dazu erforderlichen Absicherungsgeschäften durch. Zur Verbuchung stehen dafür das Stromhandelssystem ETRM (Endur) und das Kundenbuchhaltungssystem Eulvis als Vorsysteme zur Verfügung, dessen Salden in SAP automatisiert über Schnittstellen übernommen werden.

Die Geschäfte der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH (APS), der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden (Haushalts-, Gewerbe-, Business- und Industriekunden) werden zunächst im Kundenbuchhaltungssystem Eulvis abgewickelt und die Salden in SAP automatisiert über Schnittstellen übernommen. Die Stromgeschäftsaktivitäten für das Standardlastprofilsegment (SLP) werden im Namen und auf Rechnung der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft durchgeführt. Die APS tritt als Makler auf und erhält für ihre Aufwendungen eine Provision der Verbundgesellschaft in Höhe der angefallenen Vollkosten. Das Business- und Industriekundengeschäft wird im eigenen Namen durchgeführt.

Die Bilanzierung der Konzerngesellschaften nach UGB und IFRS wird durch Bilanzverantwortliche in der Buchhaltungsabteilung in enger Abstimmung mit dem Konzerncontrolling ausgeführt. Zur Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften die Werte aus den Einzelbilanzen in das SAP-Modul EC-CS zur Konsolidierung nach IFRS übernommen. Die Fortschreibung der Beteiligungsbuchwerte bei At Equity einbezogenen Unternehmen erfolgt bereits auf Group Level in SAP EC-CS.

Zur Optimierung der Personalressourcen und zur Absicherung der fachlichen Kompetenz in dem für den Rechnungslegungsprozess verantwortlichen Management und seinen Mitarbeitern verfolgt das "Strategische Personalmanagement" Personalentwicklungsprojekte, die die Aus- und Weiterbildung zum Inhalt haben. Im Konzerncontrolling des Verbund sind vier geprüfte Wirtschaftstreuhänder tätig.

Risikobeurteilung

Der Verbund-Konzern verfügt schon seit vielen Jahren über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, in dessen Rahmen alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt werden. Eine eigens dafür in der Holding eingerichtete Abteilung Holding Risk Management koordiniert und überwacht diese Prozesse, aggregiert sämtliche dezentral erfassten Daten und berichtet an Konzernvorstand und Aufsichtsrat quartalsweise über das konzernweite Risiko-/Chancenportfolio, wobei besonderes Augenmerk auf mögliche Abweichungen vom Konzernergebnis gelegt wird.

Die Schwerpunkte des unternehmensweit agierenden Risikomanagements liegen auf den für den Verbund-Konzern maßgeblichen Bereichen Commodities, Finanzen, Informationssicherheit, Übertragungsnetz, Anlagerisiken und internationale Beteiligungen.

Für alle wesentlichen, mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche – beispielsweise Cross-Border-Leasing-Transaktionen und Informationssicherheit – bestehen eigene "Risk Management Committees" (RMCs), die regelmäßig unter der Leitung des strategischen Risikomanagements tagen und deren Hauptaufgabe in der Koordination aller risikorelevanten Themenstellungen in den einzelnen Bereichen besteht. Besonderes Augenmerk legen die RMCs daher auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken, die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen und die Verstärkung des Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern des Konzerns.

KontrollmaSSnahmen Prozesshandbuch "Rechnungslegungsprozess – URÄG 2008"

Damit das IKS regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert werden kann und überwachbar wird, dass regelmäßige Kontrollaktivitäten nachweislich erbracht werden, wurden im Rahmen des Projekts "Rechnungslegungsprozess – URÄG" die Ist-Prozesse erhoben, eine Risiko-Einschätzung vorgenommen, dazu die internen Schlüsselkontrollen identifiziert, die Periodizität der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und mit den Prozessablaufdiagrammen aus der "Prozesslandkarte Verbund", in einem Prozesshandbuch zusammengefasst.

Im Rahmen des laufenden Risikomanagements werden einmal jährlich alle Process Owner zur Überprüfung und Aktualisierung ihrer Prozesse im URÄG-Prozesshandbuch aufgefordert. Darüber hinaus sichert die interne Revision fortlaufende Überprüfung in Teilbereichen im Rahmen ihrer Prüfungsaufträge. Ein Mal jährlich wird eine aktualisierte Version des gesamten Prozesshandbuchs verfügbar sein, unterjährige Korrekturen und Ergänzungen werden in einer Online-Version angemerkt.

Executive Orders, Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen

Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, liegt im Verbund-Konzern ein ausgeprägtes Regelungssystem vor, das aus Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen besteht. Das Team Holding Organisation sorgt dafür, dass die Regelungen durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess aktuell sind und auf das notwendige Ausmaß beschränkt bleiben.

Nachstehende Executive Orders sind im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess anzuführen. Aufbauorganisation und Aufgabenbeschreibungen – die Gliederung des Unternehmens in Organisationseinheiten, Informationssicherheit im Verbund – definiert die Grundsätze und Verantwortlichkeiten des Informationssicherheitsmanagements und die IT-Security Policy, Internes Kontrollsystem (IKS) – legt allgemein gültige Mindeststandards des IKS fest und hebt speziell die Verantwortung aller Führungskräfte zur Sicherung und Gewährleistung von regelkonformen und zielorientierten Prozessabläufen hervor.

Als Konzern-Richtlinien, den Rechnungslegungsprozess betreffend, sind verpflichtend anzuwenden die Richtlinien zu Stammdatenmanagement, SAP-Competence Center, Ertragssteuerfragen im Konzern, Sozialkapital, Operative Grundlagen Controlling, Rechnungswesen und Bilanzierung (Handbücher), wirtschaftliche Beurteilung von Investitionsprojekten, Rechenzinssätze, Kontrahentenrisiko sowie die Anti-Korruptionsrichtlinie.

Ergänzend dazu bestehen Arbeitsanweisungen sofern erforderlich, die die Prozesse und Vorgangsweisen aus den Richtlinien konkretisieren und für die jeweiligen Fachabteilungen "Anwendungsvorschriften" darstellen (z. B. Inventur, Umsatzsteuerhandbuch, SAP-Berechtigungen).

Zusätzlich anzuführen ist die Richtlinie Rulebook Commodities, die die Grundsätze und Ziele des Risikomanagements für den Handel mit Rohstoffen regelt. Darüber hinaus werden Transaktionsgrundsätze, Aufträge der Gesellschaften und Gesamtmandate, Aufgabenzuordnung und Verantwortlichkeiten, genehmigte Märkte, der Markt- und Produktgenehmigungs-Prozess, Risikogrenzen (Limite) und die Vorgangsweise bei Limitverletzungen, die wesentlichen Verfahren für die Risikomessung und der Rahmen für das Risiko-Berichtswesen festgelegt.

Als Ergänzung zum Rulebook Commodities detailliert die Richtlinie Risikomanagement APT vorwiegend die mit dem Stromhandel verbundenen Risiken und zu setzende Maßnahmen. Sie setzt die Kompetenzen für die einzelnen Trader und Key Account Manager, regelt zusätzliche operative Limite, definiert die Portfoliostruktur, legt Grundsätze der Bepreisung und die Preisabsicherung fest, definiert die Einzelmandate für die Front-Offices, regelt das geschäftsfeldinterne Risiko-Reporting und setzt den Rahmen für die Technologie-Systeme fest.

Innerhalb des VERBUND-Austrian Power Trading AG Mandates ist zur wirksamen Risikosteuerung und zuverlässigen Abwicklung und Abrechnung ein separates Berichtssystem eingerichtet. Es besteht aus Fahrplanmanagement- und Energie-Positionsberichten (tägliche Meldung offener Positionen in Sales und Trading für die Asset-Optimierung, tägliche Fahrpläne gemäß Marktregeln für die Bilanzgruppe Verbund – Bilanzkreis Verbund), tägliche Transaktionsberichte (Auflistung der Geschäfte, Bericht über Optionsausübung, Bericht über korrigierte Geschäftsdaten) sowie periodische Risikomanagement- und Positionsberichte (Credit Risk Report, Market Risk Report, Risikowarnungen und andere). Damit ist im Geschäftsablauf der APT ein tagesaktuelles Monitoring gewährleistet.

EDV Systeme

Als führende technische Systeme kommen für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung SAP-Systeme zum Einsatz. Die Rollierung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) des laufenden Jahres sowie des Budgets erfolgt in SAP ERP (Enterprise Ressource Planning – Core System), die Bilanzplanung, Cashflow Planung, sowie die Planung der GuV für die Perioden der Mittelfristplanung (5 Jahre) erfolgt in SAP BW (Business Warehouse).

Daneben steht für die VERBUND-Austrian Power Trading AG für die Wholesale- und Tradinggeschäfte die ETRM Softwarelösung Endur, sowie das Kundenbuchhaltungssystem Eulvis zur Verfügung. Auch die Geschäfte der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH werden zunächst im Kundenbuchhaltungssystem Eulvis abgewickelt. Als Budgetierungs- und Planungslösung für die Auslandsbeteiligungen steht ab 2010 der Professional Planner zur Verfügung.

Die Archivierung der Originalbelege erfolgt in SAP direkt, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen kommen im Dokumentenmanagementsystem (DMS) zur Ablage.

Information und Kommunikation

Internes Berichtswesen

Aus den Controlling Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte an die Vorstände und Geschäftsführer sowie nach Genehmigung an den Konzerncontrolling zur Aggregation und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Monatsberichte beinhalten Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS auf Basis Year to Date (YtD) und Jahressicht im Vergleich zum Vorjahr und Budget mit Abweichungsanalysen, ergänzt um berichtenswerte Highlights. Der Bericht des Finanzmanagements beinhaltet die Themen Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.

Die Quartalsberichterstattung erbringt eine Reihe von Zusatzinformationen. Es werden durch das Controlling die GuV sowie Bilanz je Quartal, YtD und Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr gegenübergestellt, die Abweichungsanalyse zum E-Plan und Budget im Detail erläutert sowie die Geldflussrechnung und Kennzahlen erstellt. Ergänzt wird der Bericht um die Segmentberichterstattung mit

Deckungsbeiträgen sowie um die Darstellung der Ergebnispotenziale, Zielerreichung und anderes. Das Finanzmanagement berichtet neben Liquidität und Finanzverbindlichkeiten über die Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie über Risikomonitoring Finanzierung. Das Riskmanagement gibt einen Überblick über den Risikohorizont des laufenden und des Folgejahres sowie über die Ergebnisse aus den Risk Management Comittees und die Auswirkungen der Top-Einzelrisken der Gesellschaften mit ihrem Erwartungswert.

Externes Berichtswesen

Das quartalsweise externe Berichtswesen an den Aufsichtsrat entspricht den Rechnungslegungsprozess betreffend, im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um einen allgemeinen Bericht über energiewirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie eine wesentlich detailreichere Darstellung der Segmentberichterstattung und anderes.

Weitere externe Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche Beteiligungsbericht des Verbund-Konzerns sowie der Bericht des Vorstandes über das Jahresbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan, Personalplan und Investitionsplan.

Für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Konzerns dient das tagesaktuelle Intranet als wesentliche Informationsquelle und Kommunikationsplattform.

Legal Unbundling

Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen Konzerngesellschaften und der VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG) infolge des "Legal Unbundling", besteht mit Ausnahme der Bereiche in den Shared Services (Konzerncontrolling, Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Informatik u. ä.) eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung, sodass keine Sicht auf sensible Daten der Netzgesellschaft durch Konzernunternehmen und vice versa gegeben ist. Neben den SAP-Systemen ist dies auch im Dokumentenmanagementsystem und allen anderen EDV Systemen gewährleistet.

Überwachung

Die interne Revision, organisatorisch als Bereich direkt dem Vorstandsvorsitzenden und seinem Stellvertreter unterstellt, überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontrollsystem (Art 18 Österreichischer Corporate Governance Kodex). Die Prüfungen erfolgen nach dem vom Konzernvorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach Umsetzungsbeauftragung durch den Konzernvorstand einem halbjährlichen Follow-Up unterzogen werden.

Besonderer Focus der Internen Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, aber auch mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der einzelnen Gesellschaften sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden die Thematiken der Aufgaben- und der Funktionstrennung sowie die Einhaltung des 4-Augenprinzips fokussiert. Um Risiken zu reduzieren, darf es einem einzelnen Mitarbeiter dem Grundsatz nach nicht möglich sein, alle Prozessschritte eines Geschäftsfalles vom Beginn bis zum Ende alleine durchzuführen. Die interne Revision überprüft speziell auch beim Einsatz von Informationstechnologien, ob entsprechende Berechtigungssysteme oder zusätzliche Kontrollen in dokumentierter Form vorliegen.

Die Prüfungstätigkeit der Internen Revision erfolgt unabhängig nach internationalen Standards für die berufliche Praxis, auf Basis einer Geschäftsordnung unter Wahrung der Rechtschaffenheit, Objektivität, Vertraulichkeit und Fachkompetenz.

Angaben gem. § 243a (1) UGB

1. Das Grundkapital setzt sich wie folgt zusammen:

151.018.000 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 157.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 308.200.000 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt". Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft) ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals der Verbundgesellschaft befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Jeweils mehr als 10 % des Grundkapitals befinden sich im Eigentum der Landesenergieversorger Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 24 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechen.
    1. Beim Verbund bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet (Siehe dazu im übrigen den Corporate Governance-Bericht 2009). Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.
    1. Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25. März 2009 dem Vorstand gem. § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf läuft bis 25. September 2011. Bisher wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstandes iSd § 243a Z. 7 UGB.
    1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im übrigen ist unseres Erachtens nach ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes derzeit nicht möglich.
    1. Entschädigungsvereinbarungen iSd § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Das 2009 war von äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt, hervorgerufen durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Die vor allem im Industriebereich gesunkene Nachfrage nach Strom, die niedrigeren Preise für Primärenergieträger, insbesondere für Erdgas, sowie die gefallenen Preise für CO2- Zertifikate bewirkten ein starkes Absinken der europäischen Großhandelspreise für Strom. Trotzdem kann die Verbundgesellschaft, Österreichs größtes Elektrizitätsunternehmen, für 2009 ein gutes Ergebnis präsentieren, das nur leicht unter dem Rekordergebnis von 2008 liegt.

Für das Geschäftsjahr 2010 werden die Rahmenbedingungen weiterhin schwierig bleiben. Trotz leichter Verbesserung der Wirtschaftsdaten und eines prognostizierten Wachstums der Realwirtschaft in Europa sind die Herausforderungen groß. Die Nachfrage nach Strom wird voraussichtlich nur geringfügig steigen, die Preise für Erdgas, welche die europäischen Strom-Großhandelspreise wesentlich beeinflussen, werden durch das Überangebot weiterhin tief bleiben, und die Kosten für die CO2-Zertifikate werden durch die geringere Stromnachfrage ebenfalls auf niedrigem Niveau verharren.

Zudem erschweren die Auswirkungen der Finanzmarktkrise vor allem im Kredit- und Projektfinanzierungsbereich den Zugang zu günstigem Kapital, sodass die Realisierung der Wachstumsprojekte deutlich schwieriger ist als vor Ausbruch der Finanzmarktkrise.

Mittel- und langfristig blicken wir allerdings positiv in die Zukunft. Die Reduktion der Stromnachfrage führt dazu, dass viele Stromversorger ihre Investitionspläne im Rahmen der Restrukturierung angepasst haben und viele Investitionsprojekte verschoben oder gestrichen haben. Viele europäische Versorger sind zudem mit der dringend erforderlichen Reinvestition in den teilweise veralteten thermischen Kraftwerkspark konfrontiert. Dadurch wird es mittelfristig in Europa wieder zu Kapazitätsengpässen kommen, die dazu führen werden, dass die Großhandelspreise für Strom steigen und somit langfristige Investitionen in den Kraftwerksausbau wertschaffend getätigt werden können.

Zusätzlich erfordert der massive Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, in Europa hohe Investitionen in flexible Kraftwerkskapazitäten, welche die volatile Windkrafterzeugung ausgleichen können. Auch die Hochspannungsnetze müssen ausgebaut werden, damit die erzeugte Energie über große Distanzen transportiert werden kann.

Die globale Wirtschaftskrise führte konjunkturbedingt zu einer Abschwächung der Nachfrage nach Strom. Diese ist in Österreich allein in den ersten elf Monaten 2009 insgesamt um 4,4 % gesunken. Der ungewöhnlich kräftige Rückgang des Stromverbrauches spiegelt wider, wie stark die österreichische Industrie ihre Produktion wegen der Wirtschaftskrise gedrosselt hat. Da rund die Hälfte des Stromverbrauches auf die Privathaushalte und den Dienstleistungssektor entfallen, deren Strombedarf vergleichsweise stabil ist, lässt sich abschätzen, wie kräftig das Minus im Industriesektor war.

Mit der erwarteten Erholung der Wirtschaft im Jahr 2010 wird es wieder zu einem Anstieg der Stromnachfrage kommen. Gemäß der Prognose der Europäischen Kommission liegt das langfristig durchschnittliche Stromverbrauchswachstum in Europa bei etwas über 1 % p.a. (EU-27, bis 2020).

STROMNACHFRAGE IN EUROPA: FÜR 2010 LEICHTE STEIGERUNG PROGNOSTIZIERT

Die Großhandelspreise für Strom haben im Geschäftsjahr 2009 deutlich nachgegeben. Die Gründe dafür lagen in den gesunkenen Energiepreisen Heizöl (Frontyear-Heizölpreise loco Rotterdam, Eurobasis –20 %), Kohle (ARA-Frontjahr, Eurobasis –37 %) und Gas (NCG Frontjahr –41 %), in den gesunkenen Preisen für CO2-Zertifikate (-42 %) sowie in der gesunkenen Nachfrage nach Strom (allein für Österreich in den ersten elf Monaten 2009 –4,4 %). Auch 2010 zeigen die Monats- und Quartalsforwards, sowohl für Grund- als auch für Spitzenlast, keine deutliche Erholung. Die Forward-Notierungen für Strom an der deutschen Strombörse zeigen allerdings für die Jahre nach 2010 wieder steigende Preise. Die Verbundgesellschaft wird 2010 vom gesunkenen Preisniveau an den europäischen Strombörsen negativ betroffen sein. Auf Basis der Absicherungsstrategie im Verkauf der eigenen Stromerzeugung – knapp 64 % der vermarktbaren Plan-Eigenerzeugung wurden per 31. 12. 2009 auf Basis von Forward-Preisen bereits verkauft – liegen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise für 2010 am Jahresende 2009 unter dem durchschnittlich erzielten Preis für 2009. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2009 hat sich die Entwicklung auf den Finanz- und Kapitalmärkten wieder leicht stabilisiert. Der Zugang zu Kapital war insbesondere für Unternehmen mit guter Bonität und einem breiten Zugang zu unterschiedlichen Finanzierungsquellen deutlich besser als 2008. Insbesondere die Anleihenmärkte entwickelten sich positiv, während die Kreditmärkte durch die höheren Refinanzierungskosten der Banken weiterhin angespannt blieben. Der Verbund-Konzern hat für die Finanzierung seiner Wachstumsprojekte im Jahr 2009 Fremdmittel im Ausmaß von 2 Mrd. €, vorwiegend am Anleihenmarkt, zu günstigen Konditionen aufgenommen. 2010 erwarten wir auf den Finanz- und Kapitalmärkten ein ähnliches Bild wie 2009. Der Verbund-Konzern hat im Geschäftsjahr 2009 auf die Wirtschaftskrise reagiert und sein Investitionsprogramm von 2010 bis 2015 auf 2,7 Mrd. € deutlich reduziert. Trotzdem werden wir die Investitionen in den Ausbau der heimischen Wasserkraft und die Hochspannungsnetze sowie in die bestehenden Auslandsaktivitäten in der Türkei, in Italien und Frankreich weiterführen. Ziel ist es, die Kraftwerke im operativen Betrieb zu haben, wenn die Wirtschaft in Europa wieder nachhaltig wächst, um von den steigenden Großhandelspreisen zu profitieren. Auf Basis der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftjahr 2010, trotz Restrukturierungsmaßnahmen und reduziertem Investitionsprogramm, ein deutlich geringeres Operati-EUROPÄISCHE GROSSHANDELS-PREISE SCHWÄCHER, ABSATZ-PREISE SINKEN FINANZMARKTKRISE ER-SCHWERT DIE FINANZIERUNG VON WACHSTUMSPROJEKTEN PROFITABLES WACHSTUM DURCH INVESTITIONEN UND AKQUISITIONEN IN EUROPA FÜR 2010 SINKENDE ERGEBNIS-SE UND DIVIDENDEN ERWARTET

ves Ergebnis und einen geringeren Jahresüberschuss.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gibt keine Vorkommnisse über die gesondert zu berichten wäre.

Wien, am 28. 01. 2010

Der Vorstand

Generaldirektor Generaldirektor-Stv. Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber e.h. Dr. Johann Sereinig e.h. (Vorsitzender) (Stv. Vorsitzender)

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer e.h. Mag. Christian Kern e.h. (Mitglied) (Mitglied)

Jahresabschluss Bilanz

Bilanz D E
TAUSEN
Anhang 31. 12. 2009 31. 12. 2008
AKTI
VA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
(1)
4.935,2 4.982,5
II. Sachanlagen 27.572,9 28.704,0
III. Finanzanlagen
(2)
4.249.989,7 2.469.730,1
4.282.497,8 2.503.416,6
B. Uml
aufvermögen
I. Vorräte
(3)
87,5 3.612,2
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
(4)
607.819,6 771.089,9
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
(5)
1.925,3 1.428,3
609.832,4 776.130,4
C. Rechnungsabgrenzungsposten
(6)
163.178,5 169.271,3
5.055.508,7 3.448.818,3
Rückgriffsrechte
(7)
3.847.319,2 6.462.120,1
ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing –785.520,2 –3.588.757,9
3.061.799,0 2.873.362,2
Passiva
A. Eigenkapital
I. Grundkapital
(8)
308.200,0 308.200,0
II. Kapitalrücklagen
(9)
10.936,0 10.936,0
III. Gewinnrücklagen
(10)
1.133.453,6 1.003.145,0
IV. Bilanzgewinn (davon Gewinnvortrag 0,0 tausend E,
Vorjahr: 0,0 tausend E)
(11)
385.250,0 323.610,0
1.837.839,6 1.645.891,0
B. Unversteuerte Rücklagen
(12)
4.743,6 5.118,6
C. Rückstell
ungen
(13)
237.549,3 246.279,7
D. Verbindlichkeiten
(14)
2.965.588,0 1.548.689,7
E. Rechnungsabgrenzungsposten
(15)
9.788,2 2.839,3
5.055.508,7 3.448.818,3
Eventualverbindlichkeiten
(16)
3.847.319,2 6.462.120,1
ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing –785.520,2 –3.588.757,9
3.061.799,0 2.873.362,2

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung D E
TAUSEN
Anhang 2009 2008
1. Umsatzerlöse
(17)
3.181.325,6 3.498.505,1
2. Veränderung des Bestands an noch nicht abrechenbaren Leistungen –3.524,7 3.120,2
3. sonstige betriebliche Erträge
(18)
32.454,5 48.966,2
4. Betriebsleistung (Zwischensumm
e aus Z 1 bis 3)
3.210.255,4 3.550.591,5
5. Aufwendungen für Strom-/Netz-/Emissionszertifikatebezug
und sonstige bezogene Herstellungs- und Dienstleistungen
–2.950.948,3 –3.239.402,9
6. Personalaufwand
(19)
–28.985,7 –27.907,8
7. Abschreibungen
(20)
–3.801,9 –4.450,1
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
(21)
–58.271,1 –69.143,7
9. Betriebserfolg (Zwischensumm
e aus Z 4 bis 8)
168.248,4 209.687,0
10. Erträge aus Beteiligungen 432.694,4 543.429,5
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 31.524,3 29.151,7
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 33.247,5 63.284,2
13. Erträge aus dem Abgang von und d
er Zuschreibung zu Finanzanlagen
7.187,2 1.722,8
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen –27.093,8 –114.985,3
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –98.546,0 –80.739,2
16. Finanzergebnis (Zwischensumm
e aus Z 10 bis 15)
(22)
379.013,5 441.863,7
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 547.262,0 651.550,7
18. Steuern vom Einkommen
(23)
–32.078,3 –30.033,3
19. Jahresüberschuss 515.183,7 621.517,4
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 493,5 3.008,1
21. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen –118,5 0,0
22. Zuweisung zu Gewinnrücklagen –130.308,7 –300.915,5
23. Bilanzgewinn 385.250,0 323.610,0

Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung des Anlagevermögens TAUSEND E

Stand
01. 01. 2009
Zugänge Abgänge
I. Imm
ateriell
e Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte, Strom-
bezugsrechte, Benützungsentgelte
und ähnliche Rechte und Vorteile
sowie daraus abgeleitete Lizenzen
328.854,9 1.028,8 108,0
328.854,9 1.028,8 108,0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschliesslich
der Bauten auf fremdem Grund
a. mit Wohngebäuden 109,1 0,0 0,0
b. mit Betriebsgebäuden und
anderen Baulichkeiten
38.878,2 82,6 14,8
c. unbebaute Grundstücke 58,0 0,0 0,0
2. elektrische Anlagen 21.949,4 60,0 210,7
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.316,7 1.139,7 250,7
4. geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
768,6 341,9 0,0
75.079,9 1.624,2 476,2
Sachanlagen und Imm
ateriell
e
Vermögensgegenstände
403.934,8 2.653,0 584,2
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 955.351,7 1.868.009,7 0,0
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 365.350,0 243.750,0 195.600,0
3. Beteiligungen 824.623,1 353.332,8 448.792,8
4. Wertpapiere (Wertrechte)
des Anlagevermögens
270.233,1 27.273,4 113.382,6
5. sonstige Ausleihungen 157.003,5 28.800,0 1,9
2.572.561,4 2.521.165,9 757.777,3
Anlagevermögen 2.976.496,2 2.523.818,9 758.361,5

Der Grundwert der Grundstücke beträgt zum 31.12.2009 3.697,5 tausend 1 (Vorjahr: 3.697,5 tausend 1).

D E
TAUSEN
planmässige
Abschrei-
bungen 2009
Restbuchwert
31. 12. 2008
Restbuchwert
31. 12. 2009
kumulierte
Abschreibungen
Stand
31. 12. 2009
Umbu-
chungen
1.076,1 4.982,5 4.935,2 324.840,6 329.775,8 0,0
1.076,1 4.982,5 4.935,2 324.840,6 329.775,8 0,0
0,9 10,8 9,9 99,3 109,1 0,0
1.716,6 18.390,3 16.756,2 22.189,7 38.945,9 0,0
0,0 28,5 28,5 29,4 58,0 0,0
158,1 637,2 513,5 21.285,2 21.798,7 0,0
850,2 9.637,3 9.922,9 4.282,8 14.205,7 0,0
0,0 341,9 768,6 1.110,5 0,0
2.725,8 28.704,0 27.572,9 48.654,9 76.227,8 0,0
3.801,9 33.686,5 32.508,1 373.495,5 406.003,6 0,0
955.331,7 2.823.341,4 20,0 2.823.361,4 0,0
365.350,0 413.500,0 0,0 413.500,0 0,0
774.611,8 679.151,7 50.011,4 729.163,1 0,0
217.433,2 148.195,0 35.928,9 184.123,9 0,0
157.003,5 185.801,6 0,0 185.801,6 0,0
2.469.730,1 4.249.989,7 85.960,2 4.335.949,9 0,0
3.801,9 2.503.416,6 4.282.497,8 459.455,7 4.741.953,6 0,0

Entwicklung der unversteuerten Rücklagen

Unversteuerte Rücklagen 5.118.587,60 118.512,42 493.533,28 4.743.566,74
5.118.587,60 0,00 493.533,28 4.625.054,32
2.5. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.811.072,65 0,00 0,00 1.811.072,65
2.4. Wertpapiere 32.443,70 0,00 0,00 32.443,70
2.3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.977.312,40 0,00 249.107,77 1.728.204,63
2.2. elektrische Anlagen 35.406,91 0,00 16.018,28 19.388,63
2.1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschliesslich der Bauten auf fremdem Grund
1.262.351,94 0,00 228.407,23 1.033.944,71
2. Übertragung still
er Reserven gem. § 12 EStG
0,00 118.512,42 0,00 118.512,42
1.3. Anlagen in Bau 0,00 41.100,99 0,00 41.100,99
1.2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 64.812,56 0,00 64.812,56
1.1. ELEKTRISCHE ANLAGEN 0,00 12.598,87 0,00 12.598,87
1. vorzeitige Abschreibung gem. § 7a EStG 1988
Bewertungsreserve aufGrund von Sonderabschreibungen
01. 01. 2009 Umbuchung Abgang 31. 12. 2009
Stand Zuführung Auflösung Stand
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen D E
TAUSEN

Fristigkeitenspiegel

Fristigkeitenspiegel D E
TAUSEN
Restlaufzeit zum 31. 12. 2009 Restlaufzeit zum 31. 12. 2008
1 Jahr 1 Jahr bis zu mehr als mehr als
5 Jahre
Summe 1 Jahr bis zu mehr als mehr als
1 Jahr
5 Jahre Summe
Ausleihungen
1. Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
32.500,0 299.750,0 81.250,0 413.500,0 195.600,0 169.750,0 0,0 365.350,0
2. sonstige Ausleihungen 2.827,0 52.306,9 130.667,7 185.801,6 1,9 36.667,2 120.334,3 157.003,5
35.327,0 352.056,9 211.917,6 599.301,6 195.601,9 206.417,2 120.334,3 522.353,4
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
165.139,9 0,0 0,0 165.139,9 206.549,8 0,0 0,0 206.549,8
2. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
255.927,3 0,0 0,0 255.927,3 443.365,1 0,0 0,0 443.365,1
3. Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis
besteht
28.047,9 0,0 0,0 28.047,9 23.785,6 0,0 0,0 23.785,6
4. sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
158.704,5 0,0 0,0 158.704,5 97.389,3 0,0 0,0 97.389,3
607.819,6 0,0 0,0 607.819,6 771.089,9 0,0 0,0 771.089,9
Verbindlichkeiten
1. Anleihen 2.372,1 0,0 236.242,5 238.614,6 2.504,1 0,0 236.242,5 238.746,6
2. verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
79.951,0 329.083,3 307.250,0 716.284,3 428.184,3 199.083,3 73.333,3 700.600,9
3. verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
600,6 27.500,0 0,0 28.100,6 0,0 0,0 0,0 0,0
4. erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen
8.296,0 0,0 0,0 8.296,0 0,0 8.095,6 0,0 8.095,6
5. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen
und Leistungen
56.641,3 0,0 0,0 56.641,3 38.659,6 72,0 0,0 38.731,6
6. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
39.265,8 500.000,0 890.000,0 1.429.265,8 14.399,9 0,0 500.000,0 514.399,9
7. Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis
besteht
0,0 0,0 0,0 0,0 8.536,2 0,0 0,0 8.536,2
8. sonstige Verbindlichkeiten 23.376,8 0,0 465.008,5 488.385,3 39.578,8 0,0 0,0 39.578,8
210.503,7 856.583,3 1.898.501,0 2.965.588,0 531.863,0 207.250,9 809.575,8 1.548.689,7

Anhang I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Vorbemerkungen

Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Anlagevermögen

Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Der Katalog über die einheitlichen Abschreibungssätze im Verbund sieht im Wesentlichen folgende Abschreibungssätze vor:

Abschreibungssatz in % Nutzungsdauer in Jahren
Imm
ateriell
e Vermögensgegenstände
Rechte an Telekomanlagen 10 10
Rechte an Softwareprodukten 25 4
sonstige Rechte 5 20
Bauten
Wohn- und Geschäftsgebäude 2 bzw. 3 33,3 bzw. 50
Betriebsgebäude 3 33,3
technische Anlagen und Maschinen
maschinelle Anlagen 4 bzw. 5 20 bzw. 25
elektrische Anlagen 5 20
Telekomanlagen 10 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10–25 4–10

Abschreibungssätze

Bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen, die im Wirtschaftsjahr länger als 6 Monate genutzt werden, erfolgt die Abschreibung mit einer vollen Jahresrate, bei solchen, die kürzer als 6 Monate genutzt werden, mit einer halben Jahresrate.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und – soweit abnutzbar – entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

In den Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten aktiviert. Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechtes hinsichtlich Einbeziehung der sozialen Aufwendungen, Abfertigungen und betrieblichen Altersversorgung im Sinne des § 203 Abs. 3 UGB sowie die Aktivierung der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) wird verzichtet.

Die geringwertigen Vermögensgegenstände gemäß § 226 Abs. 3 UGB werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt; bei nur vorübergehender Wertminderung sind die Wertpapiere des Anlagevermögens mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nennwert bilanziert. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden als Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Auf das Bewertungswahlrecht hinsichtlich der Einbeziehung der sozialen Aufwendungen sowie der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 3 und 4 UGB) wird verzichtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Falle erkennbarer Einzelrisiken ein niedrigerer Wert anzusetzen ist. Forderungen in Fremdwährungen sind mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. zum niedrigeren Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) des Bilanzstichtages (sofern nicht anderweitig kursgesichert) bewertet.

Auf Fremdwährung lautende Guthaben bei Kreditinstituten sind ebenso mit dem Devisenreferenzkurs der EZB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Soweit in Folgejahren Steuerentlastungen zu erwarten sind, wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, einen Abgrenzungsposten für latente Steuern auf der Aktivseite der Bilanz zu bilden, wobei die auf die Gruppenmitglieder entfallenden Steuerlatenzen entsprechend den Steuerumlagen beim laufenden Ergebnis in deren Bilanz ausgewiesen sind.

Dieser Abgrenzungsposten resultiert aus Unterschieden zwischen der Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, die einem bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, und umfassen jene Beträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig waren.

Die Rückstellungen für Abfertigungen sind unter Zugrundelegung der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected Unit Credit-Methode im vollen versicherungsmathematischen Ausmaß dotiert. Der Ansparzeitraum bei den Abfertigungsrückstellungen beträgt 25 Jahre. Für alle nach dem 31.12.2002 beginnenden Arbeits-verhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Entgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende Bestimmungen des EVU-Kollektivvertrages werden in den Rückstellungen für Abfertigungen berücksichtigt.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten.

Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG gegenüber. Die gemäß der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected Unit Credit-Methode ermittelte Rückstellung wird mit dem Pensionskassenvermögen saldiert ausgewiesen. Soweit diese leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung von Seiten des Arbeitgebers.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected Unit Credit-Methode ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, das sind Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichen Pensionsaufwand, werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) im Aufwand erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10 % des höheren Betrages aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20 % der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, werden diese sofort ergebniswirksam erfasst.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellung. Aufgrund einer Reorganisation des KZV-Systems in den Vorjahren werden Neuverträge derzeit nur mehr mit Selbstbehalt abgeschlossen. Für Inhaber von Altverträgen mit Ausschluss eines Selbstbehaltes besteht laufend die Möglichkeit zum Übertritt ins neue System.

Als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Den Berechnungen zum 31. Dezember 2009 und 2008 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

2009 2008
Zinssatz
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 5,00–5,25 % 5,00–5,25 %
Abfertigungen 5,00 % 5,00 %
Trend
Pensionssteigerungen 2,50 % 2,50 %
Gehaltssteigerungen 3,00 % 3,00 %
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Altverträge 7,50 % 7,50 %
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Neuverträge 4,50 % 4,50 %
Fluktuation 0,00–4,00 % 0,00–4,00 %
Pensionsalter Frauen 56,5–65 56,5–65
Pensionsalter Männer 61,5–65 61,5–65
erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 2,00 % 2,00 %

Parameter

Die Abzinsungssätze werden sowohl entsprechend den Restlaufzeiten der Verpflichtungen als auch äquivalent zu dem darin enthaltenen Bestand (Aktive und Pensionisten) differenziert.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zum Devisenreferenzkurs der EZB des Bilanzstichtages - sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt - bewertet.

Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsanleihen und -krediten wurden zu dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der EZB bewertet, sofern dieser über dem Entstehungskurs lag. Das Ergebnis dieser Bewertung wird unter den entsprechenden Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geldbeschaffungskosten und Disagios wurden bis 1983 und in den Geschäftsjahren 1994 bis 1997 gemäß § 198 Abs. 7 UGB aktiviert und planmäßig getilgt.

Derivative Finanzinstrumente

Zweck der derivativen Sicherungsgeschäfte im Strombereich ist die Schließung von Stromgeschäften, die physikalisch nicht rückgedeckt sind. Die effektiven Sicherungsgeschäfte werden mit den entsprechenden Grundgeschäften ständig als geschlossene Position geführt.

Die Geschlossenheit der Position ermöglicht die Bilanzierung einer Bewertungseinheit nach österreichischem Unternehmensrecht. Die Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäften erfolgt zu Zeitwerten. Allfällige negative Überhänge, bedingt durch eine nicht 100 %ige Sicherungswirkung, werden als Drohverlustrückstellung bilanziert.

Die Realisierungen der derivativen Sicherungsgeschäfte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben dem wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromhandel unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft (Stromfutures, Stromforwards, Stromoptionen und Swaps auf Energiederivate) betrieben.

Die Energiehandelskontrakte werden nach österreichischem Unternehmensrecht in Portfolios unterteilt. Die Portfolios umfassen Jahres-, Quartals- und Monatsprodukte. Saisonale Schwankungen im Stromverbrauch und in der Erzeugung führen zu unterschiedlich hohen Preisen während eines Kalenderjahres. Aufgrund der hohen Korrela-tion von Jahres-, Quartals- und Monatspreisen werden Jahresportfolios gebildet.

Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich erfolgt zu beizulegenden Zeitwerten. Die Ergebnisse aus derivativen Energiehandelskontrakten werden netto ausgewiesen. Eine Drohverlustrückstellung ist nur dann zu bilanzieren, wenn die Bewertung des jeweiligen Jahresportfolios insgesamt negativ ist.

Prämien für erworbene Optionen aus Energiehandelskontrakten werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Bei Ausübung der Option wird der Buchwert der Optionsprämie auf die Laufzeit des Grundgeschäfts verteilt, bei Nichtausübung erfolgt die Realisierung zum Verfallszeitpunkt.

Erhaltene Prämien für geschriebene Optionen auf Energiehandelskontrakte werden ab dem Zeitpunkt des Abschlusses der Option laufzeitabhängig abgegrenzt. Drohende Verluste aus derartigen Geschäften werden rückgestellt.

SICHERUNGSGESCHÄFTE

ENERGIEHANDELSKONTRAKTE

Steuern vor einkommen

Die Verbundgesellschaft ist Gruppenträger im Sinne des § 9 Abs. 8 KStG 1988.

Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträge mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine Kürzung bzw. Erhöhung des Steueraufwandes in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers.

Bei nachträglichen Abweichungen werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern nur bei Wesentlichkeit angepasst.

II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Gesellschaftsrechtliches

Mit Aktienkaufvertrag vom 26. 02. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft 1.500 Stückaktien der KELAG – Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft.

Mit Kaufvertrag vom 24. 03. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft 15,95% der Anteile an der Energie Austria GmbH.

Mit Kaufvertrag vom 05. 06. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft 94,5 % der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH) von der E.ON Wasserkraft GmbH.

Im Zuge der von der Hauptversammlung am 19. 06. 2009 beschlossenen Kapitalerhöhung bei der Wiener Börse AG erwarb die Verbundgesellschaft 7.000 Stück neuer Aktien der Wiener Börse AG.

Mit Kaufvertrag vom 21. 08. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft 13,4% der Anteile an der POWEO SA. Mit Kaufvertrag vom 23. 09. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft weitere 1,3% der Anteile an der POWEO SA.

Im Zuge einer Einbringung wurden rückwirkend mit 30.09.2009 die Kapitalanteile der POWEO SA von der Verbundgesellschaft als einbringende Gesellschaft in die VERBUND-International GmbH (VI) als übernehmende Gesellschaft eingebracht. Der Wert des gemäß § 14 Abs. 1 UmgrStG eingebrachten Vermögens der Verbundgesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Einbringungsbilanz D E
TAUSEN
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlage 183.094,7
Passiva
A. Einbringungskapital 183.094,7

Mit Kaufvertrag vom 28. 01. 2009 erwarb die Verbundgesellschaft 49% der Anteile an der EnerjiSA Elektrik Dagitim A.S.

Im Zuge einer Einbringung wurden rückwirkend mit 30. 09. 2009 die Kapitalanteile der EnerjiSA Elektrik Dagitim A.S. von der Verbundgesellschaft als einbringende Gesellschaft in die VI als übernehmende Gesellschaft eingebracht. Der Wert des gemäß § 14 Abs. 1 UmgrStG eingebrachten Vermögens der Verbundgesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Einbringungsbilanz D E
TAUSEN
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlage 265.698,1
Passiva
A. Einbringungskapital 265.698,1

Mit Gesellschaftsvertrag vom 10. 12. 2009 wurde die Verbundgesellschaft Anteilseigner von 33,33 % der Anteile an der neuerrichteten Austrian Mobile Power Managment GmbH.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 10. 12. 2009 wurde die Verbundgesellschaft Anteilseigner von 33,33 % der Anteile an der neuerrichteten Austrian Mobile Power Managment GmbH & Co KG.

Allgemeines

Im Interesse einer klaren Darstellung werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Der Ausweis der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Form und Inhalt entsprechend den konzerneinheitlichen Erfordernissen des Verbund vorgenommen.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag aufwiesen, wurden gemäß § 223 Abs. 7 UGB nicht angeführt. Die Postenbezeichnungen wurden gemäß § 223 Abs. 4 UGB auf die tatsächlichen Inhalte verkürzt bzw. erweitert, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses zweckmäßig erschien.

Werden im Vergleich zum Vorjahr Änderungen im Ausweis vorgenommen, so werden grundsätzlich die Vorjahresbeträge gemäß § 223 Abs. 2 UGB angepasst.

Erläuterungen zu Aktiva

A. Anlagevermögen

Details siehe gesonderte Aufstellung »Entwicklung des Anlagevermögens«.

Der der von verbundenen Unternehmen erworbenen Benützungsrechte an Anlagen beträgt 2.864,5 tausend € (Vorjahr: 3.150,9 tausend €). (1) I. IMMATERIELLE VER-MÖGENSGEGENSTÄNDE

(2) III. SACHANLAGEN

Die Angaben gemäß § 238 Z 2 UGB sind in einer gesonderten Aufstellung "Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z 2 UGB" dargestellt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel"

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens Diese bestehen überwiegend aus österreichischen Investmentfondsanteilen und Anleihen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind in Höhe von 94.206,1 tausend € (Vorjahr: 132.852,0 tausend €) verpfändet.

Die unterlassenen Zuschreibungen betragen 7.265,0 tausend € (Vorjahr: 63,5 tausend €).

B. Umlaufvermögen

Vorräte D E
TAUSEN
2009 2008
noch nicht abrechenbare Leistungen 87,5 3.612,2

Details siehe gesonderte Aufstellung »Fristigkeitenspiegel«.

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 255.927.3 tausend € (Vorjahr 443.365,1 tausend €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

sonstige Fo
rderungen und Vermögensgegenstände
D E
TAUSEN
2009 2008
Stromhandelsgeschäfte 143.393,4 82.192,6
Verrechnung Joint Venture 7.000,0 0,0
Zinsabgrenzungen und P
rovisionen aus Anleihen und Darlehen
4.169,7 4.964,9
Kautionen Stromgeschäft 3.222.9 4.216,5
Emissionzertifikathandel 321,3 5.373,8
Finanzämter 58,3 40,8
Personalverrechnung 46,6 56,6
Finanzierungsbeiträge 41,1 35,2
geleistete Anzahlungen 1,4 1,5
sonstige 449,8 507,4
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 158.704,5 97.389,3
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.925,3 1.428,3
Guthaben bei Kreditinstituten 1.921,5 1.420,9
Kassenbestand 3,8 7,4
2009 2008
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten D E
TAUSEN

(5) III. KASSENBESTAND, GUT-HABEN BEI KREDITINSTITUTEN

Rechnungsabgrenzungsposten 166.271,3 163.178,5
sonstige 57.914,8 56.218,1
Grenzkapazitätsauktionen 137,6 942,0
Disagio, Begebungskosten und Kursdifferenzen bei Anleihen und langfristigen Krediten 1.124,4 1.073,6
Strombezugsakontierungen 29.169,5 28.026,0
Aktive Steuerlatenz 80.925,0 76.918,8
2008 2009
Rechnungsabgrenzungsposten D E
TAUSEN

(6) C. RECHNUNGSAB-GRENZUNGSPOSTEN

(3) I. VORRÄTE

(4) II. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENS-GEGENSTÄNDE

(7) RÜCKGRIFFSRECHTE Die Aktive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrechtlichen und steu
erlichen Ereignissen bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein
wird. Der Berech-nung wurde ein Steuersatz von 25 % zugrunde gelegt.
Die Rückgriffsrechte betragen insgesamt 3.847.319,2 tausend € (Vorjahr: 6.462.120,1 tausend €). Neben
den Rückgriffsrechten gegenüber Konzernunternehmen bestehen vorwiegend Rückgriffsrechte gegen
über Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften aus den bei der VERBUND
Austrian Hydro Power AG (AHP) abgeschlossenen Cross Border Leasing-Transaktionen in Höhe von
785.520,2 tausend € (Vor-jahr: 3.588.757,9 tausend €).
Siehe auch Erläuterungen 16, Eventualverbindlichkeiten.
Erläuterungen zu P
assiva
A. Eigenkapital
(8) I. GRUNDKAPITA
L
Zum Bilanzstichtag befinden sich 308.200.000 Aktien im Umlauf.
Zusammensetzung Grundkapital D E
TAUSEN
nhaberaktien Kategorie A Stück
151.018.000
Anteil
49 %
Namensaktien Kategorie B
beurkundet durch Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich
157.182.000 51 %
(hinterlegt beim Bundesministerium für Finanzen)
Grundkapital
308.200.000 100 %
(9) II. KAPITA
LRÜCK
LAGEN
Die Kapitalrücklagen bestehen ausschließlich aus gebundenen Rücklagen.
(10) III
. GEWINNRÜCK
LAGEN
Gewinnrücklagen D E
TAUSEN
2009 2008
gesetzliche Rücklage 19.884,0 19.884,0
freie Rücklagen 1.113.569,6 983.261,0
Gewinnrücklagen 1.133.453,6 1.003.145,0
Die gebundenen Kapitalrücklagen und die gesetzliche Gewinnrücklage ergeben in Summe
30.820,0 tausend €, das sind 10 % des Grundkapitals.
(11) IV. BILANZGEWINN Bilanzgewinn D E
TAUSEN
zum 31. 12. 2008 323.610,0
Ausschüttung –323.610,0
gewinnvortrag 0,0
Jahresüberschuss 515.183,7
Rücklagenveränderung –129.933,7
zum
31. 12. 2009
385.250,0
(12) B. UN
VERSTEUERTE
RÜCK
LAGEN
Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung der unversteuerten Rücklagen".

Die Veränderung unversteuerter Rücklagen in der Unternehmensgruppe (i.S.d. § 9 Abs. 8 KStG) führte zu einer Steuerentlastung in Höhe von 13.229,0 tausend € (Vorjahr Steuerbelastung: 2.088,5 tausend €).

1. Rückstellungen für Ab
fertigungen
D E
TAUSEN
2009 2008
Deckungskapital aufgrund versicherungsmathematischer Berechnung 7.729,7 7.697,7
versteuerter Teil der Rückstellungen 7.729,7 7.697,7

In 2002 wurde die Rückstellung gemäß § 14 EStG auf eine als versteuert geltende Rücklage steuerfrei übertragen (§ 124 b Z 68 EStG).

2. Rückstellungen für P
ensionen
D E
TAUSEN
2009 2008
Pensionsrückstellung 28.579,8 29.523,8
davon pensionsähnliche Verpflichtungen 5.010,5 4.663,7

Die nicht realisierten versicherungsmathematischen Verluste aus der Anwendung der Korridormethode betragen zum Bilanzstichtag 4.348,6 tausend € (Vorjahr: 4.420,7 tausend €).

3. Steuerrückstellungen D E
TAUSEN
2009 2008
Körperschaftsteuer (inklusive Vorperioden) 151.154,6 166.527,4
drohende Verluste 7.499,7 8.979,0
noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen5 6.803.5 5.182,
Zinsen für erhaltene Anzahlungen 871,7 871,7
sonstige Rückstell
ungen
42.004,1 34.214,6

In den Rückstellungen betreffen 0,0 tausend EUR (Vorjahr: 0,0 tausend EUR) verbundene Unternehmen.

sonstige personalbezogene Rückstellungen D E
TAUSEN
2009 2008
nicht konsumierte Urlaube 2.532,5 2.770,7
Prämien 3.967,1 3.714,5
Urlaubszuschuss 721,3 705,6
Vorpensionen und freiwillige Abfertigungen 553,6 890,1
Zeitguthaben 231,9 173,7
Sonstige 74,7 61,6
sonstige personalbezogene Rückstell
ungen
8.081,1 8.316,2

Details siehe gesonderte Aufstellung »Fristigkeitenspiegel«.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 1.424.211,5 tausend € (Vorjahr: 513.404,1 tausend €) Finanzverbindlichkeiten, 5.054,3 tausend € (Vorjahr: 995,8 tausend €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

(14) D. VERBINDLICHKEITEN

(13) C. RÜCKSTELLUNGEN

In den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen 0,0 tausend EUR (Vorjahr: 8.160,4 tausend €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und 0,0 tausend EUR (Vorjahr: 375,8 tausend €) sonstige Verbindlichkeiten.

sonstige Verbindlichkeiten D E
TAUSEN
2009 2008
langfristige Stromlieferverpflichtung 465.008,5 0,0
aus Steuern 20.953,3 15.764,0
Personalverrechnung 615,2 438,4
im Rahmen der sozialen Sicherheit 308,5 280,6
Erhaltene Zahlungen aus dem bewerteten Stromgeschäft 111,4 22.520,9
sonstige 1.388,4 574,9
sonstige Verbindlichkeiten 488.385,3 39.578,8
Rechnungsabgrenzungsposten 9.788,2 2.839,3
aus dem Stromgeschäft 2.518,5 236,1
Garantieentgelte verbundene Unternehmen 7.269,7 2.603,2
2009 2008
Rechnungsabgrenzungsposten D E
TAUSEN

(16) EVENTUAL-VERBINDLICHKEITEN

(15) E. RECHNUNGSAB-

GRENZUNGSPOSTEN

Bei den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um Bürgschaften für sonstige Anleihen und Kredite einschließlich der erforderlichen Zinsenabgrenzungen sowie um sonstige Haftungsübernahmen exkl. der Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Cross Border Leasing-Transaktionen in Höhe von insgesamt 2.689.111,60 tausend € (Vorjahr: 1.875.245,7 tausend €), von denen 2.261.846,5 tausend € (Vorjahr: 1.871.878,7 tausend €) verbundene Unternehmen und 2.594,1 tausend € (Vorjahr: 3.367,0 tausend EUR) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen. Diesen Eventualverbindlichkeiten stehen Rückgriffsrechte in gleicher Höhe gegenüber.

Die Tochtergesellschaft VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) hat in den Geschäftsjahren 1999 bis 2001 mehrere Cross Border Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Die in der Bilanz der AHP ausgewiesenen Werte notieren zur Gänze in USD. Die Leasingverbindlichkeiten wurden teilweise durch Abschluss von Schuldübernahmeverträgen an Finanzinstitute guter und erstklassiger Bonität übertragen. Zu diesem Zweck wurden von der AHP Zahlungen in Höhe der Verbindlichkeiten geleistet. Sollte bei einem der Finanzinstitute eine Bonitätsverschlechterung eintreten, hat die AHP darüber hinaus das Recht, dieses Finanzinstitut gegen ein anderes mit der vertraglich vereinbarten Bonität auszutauschen. Für eine in 2001 abgeschlossene Transaktion wurden zur Vermeidung eines Fremdwährungsrisikos entsprechende Termingeschäfte abgeschlossen, für die Abdeckung der restlichen Leasingverbindlichkeiten wurde durch Anschaffung von Wertpapieren und Ausleihungen in vollem Umfang vorgesorgt.

Die Verbundgesellschaft hat in diesem Zusammenhang Garantieerklärungen in Höhe von insgesamt 1.158.207,7 tausend € (Vorjahr: 4.586.874,4 tausend €) für die Verbindlichkeiten aus den Cross Border Leasing-Transaktionen der AHP abgegeben. Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 785.520,2 tausend € (Vorjahr: 3.588.757,9 tausend €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftung) gesichert. Diese Rückhaftungen sind unter den gesamten Rückgriffsrechten (siehe Erläuterung 7) ausgewiesen. Als Eventualverbindlichkeiten aus Cross Border Leasing-Transaktionen nach Abzug dieser Rückhaftungen verbleiben somit insgesamt 372.687,4 tausend € (Vorjahr: 998.116,5 tausend €). Darüber hinaus sind 140.306,0 tausend € (Vorjahr: 479.253,3 tausend €) durch Veranlagungen in Zero Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch Garantie der Financial Secu-rity Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt.

Im Zuge der Umstrukturierungen des Telekombereiches im Verbund wurden Haftungen gegenüber der tele.ring Telekom Service GmbH und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft übernommen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse D E
TAUSEN
2009 2008
Erlöse aus Stromlieferungen
Inland
¹0
Energieversorgungsunternehmen 1.108.912,2 1.213.116,3
Industrie- und Endkunden 198.612,5 188.111,3
sonstige Kunden 100.071,0 44.263,6
1.407.595,7 1.445.491,2
EU Energieversorgungsunternehmen 505.436,5 424.865,6
Industrie- und Endkunden 124.266,7 83.694,4
sonstige Kunden 1.429.354,2 1.191.784,3
2.059.057,4 1.700.344,3
Drittländer sonstige Kunden 6.264,4 11.195,6
3.472.917,5 3.157.031,1
Netztarifverrechnung; Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 2.636,9 2.653,6
sonstige Erlöse (inkl. Emissionszertifikate und Gashandel) 22.950,7 21.640,9
3.498.505,1 3.181.325,6

(17) 1. UMSATZERLÖSE

1 davon aus weiterverrechneten Netzgebühren 63.201,8 tausend 1 (Vorjahr: 65.027,9 tausend 1)

sonstige betriebliche Erträge 32.454,5 48.966,2
c) übrige 32.091,0 28.334,7
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 342,5 19.052,1
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 21,0 1.579,4
2009 2008
sonstige betriebliche Erträge D E
TAUSEN

(18) 3. SONSTIGE

BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Personalaufwand D E
TAUSEN
2009 2008
a) Gehälter 19.754,8 19.699,5
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
Abfertigungszahlungen 1.041,8 1.709,4
Beitragszahlungen Mitarbeitervorsorgekasse 106,9 65,8
Veränderung der Abfertigungsrückstellung 32,1 –517,2
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern –26,4 116,7
1.154,4 1.374,7

(19) 6. PERSONALAUFWAND

Personalaufwand – Fortsetzung D E
TAUSEN
2009 2008
c) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorpensionen, Pensionszahlungen und pensionsähnliche Verpflichtungen 3.335,4 3.526,4
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen
und pensionsähnliche Verpflichtungen
–1.010,6
–918,3
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern –14,5 2,7
Veränderung der Rückstellung für Vorpensionen –336,5 –350,6
Vorsorgen für Übertragungen an die beitragsorientierte Pensionskasse 0,0
Pensionskassenbeiträge (einschliesslich Nachschussverpflichtungen) 2.152,4 765,7
4.126,2 3.025,9
D) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Soz
ialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und P
flichtbeiträge
3.732,3 3.616,3
f) sonstige Soz
ialaufwendungen
218,0 191,4
Personalaufwand
28.985,7
27.907,8

Die Zinsen im Personalaufwand für langfristige Personalrückstellungen betragen 2.485,7 tausend € (Vorjahr: 2.617,8 tausend €).

(20) 7. ABSCHREIBUNGEN Abschreibungen D E
TAUSEN
2009 2008
a) Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
planmässige Abschreibungen 3.756,0 4.400,7
Sofortabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände gemäss § 13 EStG 45,9 49,4
Abschreibungen 3.801,9 4.450,1
(21) 8. SONSTIGE BETRIEB
LICHE
sonstige betriebliche Aufwendungen D E
TAUSEN
AUFWENDUNGEN 2009 2008
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen (Z 18) fallen 46,1 51,2
b) übrige
übriger Verwaltungsaufwand für Administration 12.811,1 9.008,5
Werbungs- und MarkterschlieSSungskosten 11.875,3 13.565,2
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 7.757,2 9.243,2
Kostenerstattung für Dienstleistungen 4.268,0 13.907,0
IT-Support, EDV 3.155,5 3.440,0
Betriebskosten für Baulichkeiten, Mieten und Leasing 2.409,2 2.172,6
Aushilfsarbeiten und P
ersonalabstellungen
1.287,2 660,6
Mitgliedsbeiträge 1.231,8 1.554,0
Telekomleistungen, Datendienste 1.128,8 1.150,4
Aus- und Weiterbildung 797,5 1.146,6
sonstige Aufwendungen 11.503,4 13.244,3
58.225,0 69.092,5
sonstige betriebliche Aufwendungen 58.271,1 69.143,7
FINAN
ZERGE
BNIS
D E
TAUSEN
2008
2009
Erträge aus Beteiligungen
aus verbundenen Unternehmen 403.483,9 505.583,1
davon aus Gewinngemeinschaften 47.594,9 26.946,3
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
aus verbundenen Unternehmen 16.528,2 16.637,3
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
aus verbundenen Unternehmen 12.850,5 24.479,5
Erträge aus dem Abgang von und d
er Zuschreibung zu Finanzanlagen
Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 228,6 0,0
Aufwendungen aus Finanzanlagen
auSSerplanmäSSige Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens 0,0 42.068,7
aus verbundenen Unternehmen 24.827,2 14.704,4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
aus verbundenen Unternehmen 47.264,9 30.781,4
Steuern vo
m Einkommen
D E
TAUSEN
2009 2008
Steuern vom Einkommen der Unternehmensgruppe 224.403,3 238.140,7
- davon an Gruppenmitglieder weiterbelastet –195.840,9 –189.333,1
Nachträge/Gutschriften aus Vorperioden –490,3 1.016,8
latente Steuern 4.006,2 –19.791,1
Steuern vom Einkommen 32.078,3 30.033,3

(22) 16. FINANZERGEBNIS

(23) 18. STEUERN VOM EINKOMMEN

III. Sonstige Angaben

1. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Wesentliche Po
sten
D E
TAUSEN
Gesamtverpflichtung 2010 2010–2014
Miet- und Leasingverträge 1
0
768,3 2.935,1
Bestellobligo 4.117,9 3.801,0 4.080,7
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1
0
8,2 39,9

Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, wonach die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner an die Verbundgesellschaft gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferungsverträge, wonach die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugte Energie an die Verbundgesellschaft gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Gemäß einem Stromlieferungsvertrag ist die E.ON Wasserkraft GmbH (EWK) verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der Verbundgesellschaft zu den um den vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern.

Mit der VERBUND Management Service GmbH (VMSG) besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen in den Bereichen Informatik, Versicherung, Liegenschaftsrecht und -verwaltung, Beschaffung, Finanzbuchhaltung, Personalverrechnung sowie administrative Services.

Mit der VERBUND-Finanzierungsservice GmbH (VFG) besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen bezüglich Zahlungsverkehrabwicklung und Cash Management.

Im Bereich Stromvertrieb und -handel bestehen Auftragsverträge mit der VERBUND-Austrian Power Trading AG (APT) und der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH (APS).

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Soweit diese Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung von Seiten des Arbeitgebers. Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der BAV Pensionskassen AG zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 0,0 tausend € (Vorjahr: 1.558,2 tausend €) gemeldet.

Zum Bilanzstichtag hatten 9 Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür war eine zwanzigjährige Tätigkeit im Verbund und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

1 die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht ermittelbar

Es bestehen offene Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich in Höhe 0,0 tausend € (Vorjahr: 471.500,0 tausend €).

2. Angaben zu Finanzinstrumenten

Im Zusammenhang mit Strom-Transitgeschäften bzw. der Versteigerung von Grenzkapazitäten wurden zur Absicherung des Wechselkursänderungs-Risikos aus dem ungarische Forint-Bereich mehrere Devisentermingeschäfte über insgesamt 642,9 Mio. HUF abgeschlossen. Die Stichtagsbewertung dieser Geschäfte ergab zum 31. 12. 2009 einen positiven Marktwert in Höhe von insgesamt 0,1 Mio. €, welche nach dem imparitätischen Realisationsprinzip nicht erfolgswirksam verbucht wurden.

Die derivativen Finanzinstrumente (Stromfutures und Stromforwards) aus dem Stromgeschäft setzen sich wie folgt zusammen: STROMGESCHÄFT

derivative Finanzinstrumente D E
TAUSEN
positiver
ZeitwertE
negativer
ZeitwertE
NETT
O
ZeitwertE
Trading
Futures 1,0 1,7 –0,7
Forwards 522,7 513,0 9,7
Total v
or Netting
523,7 514,7 9,0
derivative Finanzinstrumente D E
TAUSEN
positiver
ZeitwertE
negativer
ZeitwertE
NETT
O
ZEITWERTE
Sales
Futures 198,9 255,2 –56,3
Forwards ¹ 477,5 287,1 190,4
Total v
or Netting
676,4 542,3 134,1
derivative Finanzinstrumente D E
TAUSEN
positiver
ZeitwertE ²
negativer
ZeitwertE ²
NETT
O
ZEITWERTE
²
Gesamt
Futures 198,9 255,2 –56,3
Forwards ¹ 477,5 287,1 190,4
Total v
or Netting
676,4 542,3 134,1

BERÜCKSICHTIGUNG DER Nettingverträge ³ 676,4 542,3 134,1

In den Zeitwerten der positiven Forwards betreffen 31,6 Mio. 1 und in denen der negativen Forwards 0,0 Mio. 1 verbundene Unternehmen.

² Der positive Zeitwert in Höhe von 143,1 Mio. 1 für die Jahresportfolien 2010 bis 2012 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz.

³ Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

EMISSIONSZERTIFIKATE

Die derivativen Finanzinstrumente (CO2-Futures und CO2-Forwards) aus dem Emissionshandel setzen sich wie folgt zusammen:n:

Emissionszertifikate D E
TAUSEN
positiver
ZeitwertE
negativer
ZeitwertE
NETT
O
ZeitwertE
CO
2
Futures 0,0 0,0 0,0
Forwards 0,6 0,6 0,0
Total v
or Netting
0,6 0,6 0,0
Berücksichtigung der Nettingverträge ¹ 0,6 0,6 0,0
Total v
or Netting
0,0 0,0 0,0

Die derivativen Finanzinstrumente (CO2-Futures und CO2-Forwards) aus dem Emissionshandel des Vorjahres setzten sich wie folgt zusammen:

Emissionszertifikate D E
TAUSEN
positiver
ZeitwertE ¹
negativer
ZeitwertE ¹
NETT
O
ZeitwertE ¹
CO
2
Futures 0,0 5,4 –5,4
Forwards 9,7 3,4 6,3
Total v
or Netting
9,7 8,8 0,9
Berücksichtigung der Nettingverträge ² 0,9 0,9 0,0
Total v
or Netting
8,8 7,9 0,9

3. Personalstand

Angestell
te
187 170
2009 2008
Durchschnitt

4. Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufwand für Ab
fertigungen, P
ensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
D E
TAUSEN
2009 2008
Vorstandsmitglieder, ehemalige Vorstandsmitglieder und d
eren Hinterbliebene
309.7 619,5
andere Arbeitnehmer 4.970,9 3.781,1
Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 5.280,6 4.400,6

Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

¹ Der positive Zeitwert in Höhe von 0,9 Mio. 1 für das Jahresportfolio 2009 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz.

² Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstandes im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2009 wurden für 3 Mitglieder des Vorstandes Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 135.850 € bezahlt (Vorjahr: 74.118 € für 2 Vorstandsmitglieder).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung betrugen für den Vorstand 212.106 € (Vorjahr: 598.630 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterblieben 97.549 € (Vorjahr: 20.837 €).

5. Organe der Gesellschaft

Die Angaben über die Organe der Gesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind vor dem Lagebericht angeführt.

Vergütung für den Vorstand

NAME Fixe Bezüge
in 1
Variable Bezüge
in 1 ¹
Gesamt
in 1
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 601.815 0 601.815
Dr. Johann Sereinig 572.069 389.903 961.972
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer 395.198 185.744 580.941
Mag. Christian Kern 399.955 185.744 585.698

1 Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahres, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an alle Vorstandsmitglieder im Jahr 2009 ausbezahlten variablen Bezüge des Geschäftsjahres 2008, womit dem Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber noch keine variable Vergütung zugeflossen ist.

Die Bezüge der vier Mitglieder des Vorstandes betrugen insgesamt 2.730.427 € (Vorjahr: 3.325.327 €).

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2008 betrug dieser Prozentsatz 90 % für den Vorstandsvorsitzenden (Hinweis: diese Regelung hat bis 31. 12. 2008 für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Pistauer gegolten und hatte aufgrund des Auszahlungsmodus im Geschäftsjahr 2009 keine Wirkung mehr), 80 % für dessen Stellvertreter und 50 % für die anderen Vorstandsmitglieder. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2008 zu 50 % auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50 % auf quantitativen und qualitativen Zielen. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstandes waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

An Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 722.204 € (Vorjahr: 2.027.403 €) für Abfertigungen und Pensionen ausbezahlt.

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen insgesamt 203.560 € (Vorjahr: 213.424 €).

Vergütungsschema für Aufsichtsratsmitglieder (gemäß Regel 51 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

Vergütungsschema in 1
Jährliche Aufwandsentschädigung 2009 2008
Vorsitzender 15.000 15.000
Vorsitzender-Stellvertreter 11.250 11.250
Mitglied 7.500 7.500
Sitzungsgeld 400 400

6. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahe stehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

Im Geschäftsjahr 2009 wurden die nachstehenden Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahe stehen, abgeschlossen. Die Leistungen wurden für verschiedene Konzerngesellschaften des Verbund erbracht. Die Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt:

Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Vertragspartner Gegenstand T1
Technische Universität Wien, Institut für
elektrische Anlagen und
Energiewirtschaft ¹
Studie Stromversorgungsstrukturen und
Pumpspeicherkraftwerke, Sicherheits-
monitoring, Energiewirtschaftstagung
68,5
»smart technologies« ²
Management Beratungs- und
Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Lieferung und Wartung von
Software für APG
und VMSG
332,5 3

Darüber hinaus bestanden Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen (siehe auch Punkt 8. Unbundling) die zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden sind.

7. Konzernbeziehungen

Die Verbundgesellschaft ist das konsolidierungspflichtige Mutterunternehmen des Verbund.

Mit der VERBUND-Austrian Power Grid AG, der VERBUND-Telekom Service GmbH, der VERBUND Manage-ment Service GmbH, der VERBUND-Austrian Power Trading AG, der VERBUND-Austrian Power Sales GmbH und der VERBUND-Beteiligungsholding GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge.

8. Unbundling

Der Verbund hat die bereits bestehende Aufteilung in Geschäftsfelder (formales Unbundling) im Geschäftsjahr 1999 durch ein rechtliches Unbundling ergänzt, d.h. durch die weitere Errichtung von gesellschaftsrechtlich eigenständigen Unternehmen mit getrennten Geschäftsleitungen und Rechnungswesen.

Geschäfte im Sinne des § 8 Abs. 2 ElWOG werden insbesondere mit folgenden Gesellschaften getätigt:

¹ Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner ist Vorstand des Institutes für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien.

² Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg ist geschäftsführender Gesellschafter der »smart technologies« Management Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.

³ Erfasst ist der gesamte im Jahr 2009 beauftragte Bestellwert, davon wurden im Jahr 2009 Leistungen in Höhe von insgesamt 332,5 T1 erbracht, zur Verrechnung gelangten 120,5 tausend T1 netto.

Stromlieferungen VERBUND-Austrian Hydro Power AG, VERBUND-Austrian Thermal
Power GmbH & Co KG, VERBUND-Innkraftwerke GmbH, Ennskraftwer
ke Aktiengesellschaft, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesell
schaft, Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft, KELAG-Kärntner
Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, STEWEAG-STEG GmbH, VERBUND
Austrian Power Grid AG, Energie Klagenfurt GmbH, POWEO S.A.
Stromhandel/-vertrieb VERBUND-Austrian Power Trading AG, VERBUND-Austrian Power
Sales GmbH, VERBUND-Austrian Power Trading Deutschland GmbH,
VERBUND-Austrian Power Trading Slowenien SL, trgovanje z električno
energijo d.o.o., VERBUND-Austrian Power Trading Hungária Energia
kereskedelmi Korlátolt Felelösségü Társaság, VER-BUND-Austrian Power
Trading Czech Republic s.r.o., VERBUND-Austrian Power Tra-ding
Slovakia s.r.o., VERBUND-Austrian Power Trading ENERGA Hellas
Electricity Supply and Trade S.A., VERBUND-International GmbH
Netzdienstleistungen VERBUND-Austrian Power Grid AG
Telekommunikation VERBUND-Telekom Service GmbH
Dienstleistungen VERBUND Management Service GmbH (für Informatik, Versicherung,
Liegenschaftsrecht und -verwaltung, Beschaffung, Finanzbuchhaltung,
Personalverrechnung, allgemeine Services), VERBUND-Austrian Power
Grid AG
Finanzierung VERBUND-Finanzierungsservice GmbH, VERBUND-International Finance B.V.
Personalabstellungen VERBUND-Austrian Power Trading AG, VERBUND-International GmbH

9. Angaben gem. § 45a Abs. 10 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

Angaben gem. § 45a Abs. 10 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2009

Anteil kWh
Wasserkraft 100,0 % 878.740.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren
eigene Verwendung abgegebene Strommenge
100,0 % 878.740.000
Umweltauswirkung der Stromproduktion g/kWh
Radioaktiver Abfall 0,0
CO -Emissionen 0,0

Wien, am 28. 01. 2010

Der Vorstand

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender Vorsitzender-Stellvertreter

Vorstandsdirektorin Vorstandsdirektor Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mag. Christian Kern Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes

Angaben zu den Beteiligungen gemäSS § 238 Z 2 UGB

A0ngaben zu den Beteiligungen gemäSS § 238 Z 2 UGB TAUSEND E

¹ Eigenkapitalbegriff entsprechend § 224 Abs. 3 lit. a UGB oder lokalem Recht

v0erbundene Unternehmen konsolidiert ² VERBUND-Austrian Power Grid AG Wien 100,00 2009 + 48.151,8³ 278.127,6 VERBUND-Telekom Service GmbH Wien 100,00 2009 + 6.607,3³ 3.668,0 VERBUND-International Finance B.V. Amsterdam 100,00 2009 + 3.391,7 3.264,5 VERBUND-Austrian Power Trading AG Wien 100,00 2009 + 1.403,1³ 1.609,0 VERBUND Management Service GmbH Wien 100,00 2009 + 5.468,4³ 20.204,9 VERBUND-Austrian Power Sales GmbH Wien 100,00 2009 + 2.840,1³ 7.354,1 VERBUND-Beteiligungsholding GmbH Wien 100,00 2009 - 24.827,2³ 1.038.577,8 VERBUND-Innkraftwerke GmbH Töging 94,90 2009 + 60.021,0 60.071,0 VERBUND-Austrian Hydro Power AG Wien 80,33 2009 + 539.439,3 1.126.510,3 VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH Graz 59,49 2009 + 946,0 1.339,2 VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG Graz 55,65 2009 + 17.647,3 179.696,2 verbundene Unternehmen nicht konsolidiert APT Austrian Power Trading Polska Sp.z.o.o PLN Warschau 100,00 2008 + 44.599,0 330.589,0 Energie Austria GmbH Wien 68,75 2008 – 2,1 53,4 assoziierte Unternehmen Ö0sterreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft 0 5 Simbach 50,00 2008 + 3.272,0 51.361,0 Ennskraftwerke Aktiengesellschaft 0 Steyr 50,00 2008 + 499,6 14.129,6 Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft 0 5 .Passau 50,00 2008 + 818,1 13.171,0 Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH Landeck 50,00 2008 + 5,4 213,6 Energie Klagenfurt GmbH 0 Klagenfurt 49,00 2008 + 6.155,6 70.416,6 KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft 0 5 Klagenfurt 35,13 2008 + 69.146,6 438.585,5

Sitz Kapitalanteil LETZTER (+)/(–) JahresÜber- Eigenkapital¹

SAVA Izrabljane naravnega vira d.o.o. Medvode 35,00 2008 0,0 24,3

5 Graz 34,57 2008 + 63.842,8 348.940,3

Wien 33,33 – – 36,0

Wien 33,33 – – 36,0

² Vollkonsolidierung gemäß § 253–261 UGBt

³ mit der Gesellschaft besteht ein Ergebnisübernahmevertrag

Gründung in 2009

5

§ 263–264 UGB

Konsolidierung "at equity" gemäß

STEWEAG-STEG GmbH 0

A0ustrian Mobile Power Management GmbH 0

Austrian Mobile Power Management GmbH & Co KG 0

4

4

Eigenkapital¹ JahresÜber-
Überschuss/
Fehbetrag
(+)/(–) LETZTER
Jahres-
abschluss
Kapitalanteil
in% per
31. 12 2009
278.127,6 48.151,8³ + 2009 100,00
3.668,0 6.607,3³ + 2009 100,00
3.264,5 3.391,7 + 2009 100,00
1.609,0 1.403,1³ + 2009 100,00
20.204,9 5.468,4³ + 2009 100,00
7.354,1 2.840,1³ + 2009 100,00
1.038.577,8 24.827,2³ - 2009 100,00
60.071,0 60.021,0 + 2009 94,90
1.126.510,3 539.439,3 + 2009 80,33
1.339,2 946,0 + 2009 59,49
179.696,2 17.647,3 + 2009 55,65
330.589,0 44.599,0 + 2008 100,00
2,1 2008 68,75
51.361,0 3.272,0 + 2008 50,00
14.129,6 499,6 + 2008 50,00
13.171,0 818,1 + 2008 50,00
5,4 + 2008 50,00
70.416,6 6.155,6 + 2008 49,00
438.585,5 69.146,6 + 2008 35,13
0,0 2008 35,00
348.940,3 63.842,8 + 2008 34,57
33,33
33,33

A0ngaben zu den Beteiligungen gemäSS § 238 Z 2 UGB TAUSEND E

Glossar

EBIT Earnings before Interest and Taxes: Ergebnis vor Zinsaufwen
dungen (inklusive personalbezogene Zinsen) und Steuern.
Eigenkapital-Quote Eigenkapital zuzüglich die um die latenten Steuern bereinig
ten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse, im
Verhältnis zum Gesamtkapital.
Fiktive Schuldentilgungsdauer Verhältnis der Schulden zum Mittelüberschuss aus der ge
wöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Gearing Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich
die, um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rück
lagen und Investitionszuschüsse.
Netto-Geldfluss Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln;
wird üblicherweise gegliedert in Netto-Geldflüsse aus der ope
rativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzie
rungstätigkeit.
Nettoumlaufvermögen Kurzfristiges Vermögen (inklusive kurzfristige Ausleihungen
und kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten) abzüglich
kurzfristige Schulden (inklusive kurzfristige Rechnungsab
grenzungen).
Nettoverschuldung Zinsbelastetes Fremdkapital abzüglich flüssige Mittel (inklusive
Wertpapiere und Anteile des Umlaufvermögens) bereinigt um
aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen (z.B. bei Cross
Border-Leasing-Geschäften).
ROE Return on Equity: Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätig
keit im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich die um die
latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und
Investitionszuschüsse, am Beginn des Geschäftsjahres.
ROI Return on Investment: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (in
klusive personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis
zum Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres.
ROCE Return on Capital Employed: Ergebnis vor Zinsaufwendungen
(inklusive personalbezogene Zinsen) abzüglich darauf entfal
lende Steuern im Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten
Kapital.
ROS Return on Sales: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inklusive
personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis zu den
Umsatzerlösen.

Bestätigungsvermerk

BERICHT ZUM JAHRESAB-SCHLUSS

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft; Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2009 bis 31. Dezember 2009 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2009, die Gewinnund Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

VERANTWORTUNG DER/S GE-SETZLICHEN VERTRETER(S) FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND FÜR DIE BUCHFÜHRUNG

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND BESCHREIBUNG VON ART UND UMFANG DER GESETZLICHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die/Der gesetzliche(n) Vertreter der Gesellschaft sind/ist für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt des Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den/vom gesetzlichen Vertreter(n) vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2009 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2009 bis zum 31. Dezember 2009 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungs¬mäßiger Buchführung.

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Wien, am 28. 01. 2010

Deloitte Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer e.h. MMag. Dr. Klaus-Bernhard Gröhs e.h.

PRÜFUNGSURTEIL

AUSSAGEN ZUM LAGEBERICHT

DIE VERÖFFENTLICHUNG ODER WEITERGABE DES JAHRESABSCHLUSSES MIT UNSEREM BESTÄTIGUNGSVERMERK DARF NUR IN DER VON UNS BESTÄTIGTEN FASSUNG ERFOLGEN. DIESER BESTÄTIGUNGSVERMERK BEZIEHT SICH AUSSCHLIESSLICH AUF DEN DEUTSCHSPRACHIGEN UND VOLLSTÄNDIGEN JAHRESAB-SCHLUSS SAMT LAGEBERICHT. FÜR ABWEICHENDE FASSUNGEN SIND DIE VORSCHRIFTEN DES § 281 ABS 2 UGB ZU BEACHTEN.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand stellt den Antrag (gemäß § 96 Abs. 1 AktG), zu Lasten des verteilungsfähigen Bilanzgewinnes des Geschäftsjahres 2009 auf die 308,20 Mio. Stückaktien eine Dividende von 1,00 € pro Aktie und eine Sonderdividende in Höhe von 0,25 € pro Aktie, das sind in Summe 385.250.000 €, auszuschütten.

Bericht des Aufsichtsrates

Im Geschäftsjahr 2009 war der Verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, durch die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise mit überaus schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Trotzdem gelang es dem Konzern, seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums konsequent weiterzuverfolgen und ein gutes Ergebnis zu erzielen, das nur wenig unter den Rekordergebnissen der Vorjahre liegt.

Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt knapp 90 %. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrates gehalten und in Fällen von Abwesenheiten einzelner Mitglieder deren Meinung eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung sowie über die Lage und Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert.

Der Aufsichtsrat hat aufgrund der umfangreichen Berichterstattung des Vorstandes dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.

Seit Jänner 2009 leitet Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber den Konzernvorstand als Vorsitzender und Finanzvorstand. Zum selben Zeitpunkt trat eine neue Geschäftsverteilung im Vorstand in Kraft. Auch in der neuen Zusammensetzung ist das harmonische Zusammenwirken innerhalb des Vorstands sichergestellt. Ebenso konnte die gute und konstruktive Kooperation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand weiter ausgebaut werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde vom Vorstand die Unternehmensstrategie systematisch überarbeitet und sowohl mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates als auch mit dem gesamten Aufsichtsrat abgestimmt. Die adap-tierte Strategie bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Verbund und für weiteres wertschaffendes Wachstum mit internationaler Ausrichtung.

Unter den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrates sind neben der Genehmigung des Konzernbudgets die Zustimmung zum Erwerb von 13 Wasserkraftwerken an der deutschen Strecke des Inn, zur Akquisition eines Windparks in Bulgarien sowie zur Auflösung des Großteils der Cross-Border-Leasing-Verträge (rund 80 % des Volumens) hervorzuheben. Weitere wichtige Themen waren insbesondere die strategische Weiterentwicklung des Engagements in Frankreich und Beschlüsse zu Kapitalaufnahmen bzw. Garantieübernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren und eine ausreichende Liquidität zu sichern. Auch das Joint-Venture Enerjisa, Türkei, wurde gesondert behandelt. Den niedrigen Stromforwards entsprechend ist im Jahr 2010 der Erlösseite besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

NEUE ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDEs

STRATEGIE UND INVESTITIONEN

CORPORATE GOVERNANCE KODEX, AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATES

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Berichtsjahr fünfmal (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen) und der Prüfungsausschuss viermal. Dabei befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. der Bestellung des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich entsprechend den mit dem URÄG 2008 eingeführten neuen Anforderungen eingehend, insbesondere mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.

Als führendes börsenotiertes Unternehmen seiner Branche hat sich der Verbund schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex gegenüber verpflichtet und bemüht sich, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrates mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen, begründeten Abweichung vollständig eingehalten.

Gemäß dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrates eingerichtet. Der Vergütungsausschuss, der mit dem Präsidium ident ist, hielt zwei Sitzungen ab, die die Vergütung des Vorstandes zum Gegenstand hatten. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Gemäß der Anforderung des Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrates, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seine Vergütung sind dem Corporate Governance-Bericht zu entnehmen.

JAHRESABSCHLUSS UND PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln sowie, dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2009 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstandes wurde genehmigt und dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate Governance-Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für die im Geschäftsjahr 2009 geleistete erfolgreiche Arbeit aus.

Dr. Gilbert Frizberg, Vorsitzender des Aufsichtsrates Wien, im Februar 2010

Stromkennzeichnungsdokumentation

Ergebnis der Stromkennzeichnungsdokumentation 2009

ANTEIL kwh
Wasserkraft 100,0 % 878.740.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren
eigene Verwendung abgegebene Strommenge 49,4 45,9
Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden
für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge g/kwh
Radioaktiver Abfall 0,0
CO -Emissionen
2
0,0

Infolge kommen wir unserer Prüfungspflicht gemäß § 45a Abs. 6 ElWOG nach und haben die von der Österreichische Elektrizitätwirtschafts-Aktiengesellschaft Wien, erstellte Dokumentation gem. § 45a Abs. 10 ElWOG für das Geschäftsjahr 2009 geprüft.

Die für die Stromkennzeichnung verwendeten gesetzlichen Nachweise wurden von der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft erbracht. Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind wir nicht auf Tatsachen gestoßen, die uns zu der Annahme veranlassen würden, dass die vorgelegte Dokumentation im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Wien, am 28. 01. 2010

Deloitte Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer e.h. MMag. Dr. Klaus-Bernhard Gröhs e.h.

PRÜFUNGSVERMERK

DOKUMENTATION GEM. § 45A ABS. 10 ELEKTRIZITÄTS-WIRTSCHAFTS- UND -ORGANISATIONSGESETZ

Impressum

Herausgeber: Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbundgesellschaft) Am Hof 6a, A-1010 Wien

Kontakt: www.verbund.at E-Mail: [email protected]

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