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VERBUND AG Annual Report (ESEF) 2021

Apr 12, 2022

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Cover und Umschlagseiten 2021 Deutsch - T1 Master Teil1 IB21 Deutsch 20220128_VERBUND Konzernabschluss 2021_DE_nach Layoutcheck Master Teil2 IB21 Deutsch

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Cover und Umschlagseiten 2021 Deutsch - T2 Integrierter VERBUND-Geschäftsbericht

Im vorliegenden Bericht fassen wir unsere jährliche Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht- erstattung zusammen.

Wie nutze ich den Bericht?

Die Informationen in diesem Integrierten Bericht fokussieren auf wesentliche Aspekte in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Ergänzende Informationen zu den hier dargestellten Inhalten finden sich:

  • im „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen,
  • im GRI- und TCFD-Inhaltsindex auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen,
  • im NFI-Download auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen und
  • an anderen Stellen im Web, auf die gesondert verwiesen wird.

GRI-Indikatoren, SDGs und TCFD in der Marginalie weisen auf entsprechende Inhalte im Text hin.

Der Integrierte Geschäftsbericht steht Ihnen unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen auch online zur Verfügung.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Gestaltungskonzept

Diagramme und Tabellen

Säulen-/Balkenbreite
Breite Säulen oder Balken stellen physisch zählbare Messgrößen dar. Beispiele: MW, GWh, Mitarbeiter:innen
Mittelbreite Säulen oder Balken stellen aggregierte Werte dar. Beispiele: Tsd. €, Mio. €, Mrd. €
Schmale Säulen oder Balken stellen Werte in Euro pro Einheit dar. Beispiele: €/Aktie, €/MWh
Linien oder Punktlinien stellen Anteile, Quotienten oder Indizes dar. Beispiele: Dividendenrendite in %, Aktienkurs indexiert, BIP-Wachstum in %

Farben

Aktuelles Jahr
Neutral
Vorjahre
Planwerte
VERBUND
Hervorhebung

Wirtschaft

Einheit 2017 2018 2019 2020 2021
Umsatzerlöse 1 Mio. € 2.913,2 2.671,1 3.895,0 3.449,8
EBITDA Mio. € 922,3 864,2 1.183,5 1.292,8
Bereinigtes EBITDA 2 Mio. € 899,7 863,5 1.183,5 1.292,8
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. € 400,1 655,1 865,9 921,9
Operatives Ergebnis vor Werthaltigkeitsprüfungen Mio. € 581,0 536,9 819,3 914,0
Konzernergebnis Mio. € 301,4 433,2 554,8 631,4
Bereinigtes Konzernergebnis 2 Mio. € 354,5 342,2 549,0 610,4
Bilanzsumme 4 Mio. € 11.283,6 11.704,8 11.838,6 11.987,7
Eigenkapital 4 Mio. € 5.690,8 5.941,0 6.568,0 6.807,4
Nettoverschuldung (Net Debt) Mio. € 2.843,8 2.560,7 2.256,1 1.881,2
Zugänge zum Sachanlagevermögen Mio. € 231,0 292,5 438,9 628,5
Cashflow aus operativer Tätigkeit 4 Mio. € 640,6 664,1 1.204,3 1.182,1
Free Cashflow vor Dividende 4 Mio. € 416,1 415,3 817,4 582,1
Free Cashflow nach Dividende Mio. €

Umwelt

Einheit 2017 2018 2019 2020 2021
Erzeugung Wasserkraft ¹ GWh 29.687 28.684 30.660 31.525 29.340
Erzeugung Windkraft GWh 952 834 929 924 839
Erzeugung Photovoltaik GWh 1 2
Erzeugung Wärmekraft GWh 2.227 1.611 1.596 1.033 1.125
Anteil erneuerbare Erzeugung % 93 95 95 97 96
Spezifische THG-Emissionen (Scope 1/Gesamtstromerzeugung) ² g CO₂ e/kWh 41 34 32 19 14
Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ³ kt CO₂ 23.666 22.411 24.071 24.726 22.055

¹ inkl. Bezugsrechten
² Scope 1 exkl. GCA. Gesamtstromerzeugung inkl. Bezugsrechten ohne Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme. Vorläufige Daten vor Prüfung
³ Berechnung anhand des Anteils thermischer Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix

Soziales

Einheit 2017 2018 2019 2020 2021
Arbeitsrechtlicher Personalstand ⁴ Personen 2.819 2.784 2.843 2.980 3.497
Weiterbildung pro Mitarbeiter:in ⁵ Stunden 36,0 33,6 40,0 20,0 26,4
Lost Time Injury Frequency (LTIF) ⁶ Anzahl 10,1 5,4 6,4 5,6 6,8
Frauenanteil % 17,5 17,6 17,8 18,3 19,3
Durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit ⁷ Jahre 18,8 18,1 17,6 16,1 15,0
Fluktuationsrate ⁸ % 2,8 2,1 2,0 1,5 2,4

⁴ per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter:innen in Altersteilzeit
⁵ inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen
⁶ Anzahl Arbeitsunfälle ab dem ersten Krankentag, bezogen auf eine Million Arbeitsstunden, ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern, und ohne Unfälle mit Todesfolge. Die Grundlage für die Berechnung der Arbeitsstunden wird mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr branchenweit festgelegt; ab 2018 inkl. Fremdpersonal
⁷ Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt.
⁸ ohne Pensionierungen, inkl. Abgängen in der Probezeit

Basisinformationen

  • Grundkapital (€): 347.415.686
  • Aktien (Stück): 347.415.686
  • Börsennotierung: Wien
  • Bloomberg: VER
  • Reuters: VERB.VI
  • ISIN: AT0000746409
  • GRI 102-7

Kapitalmarktkalender 2022

Termin Datum
Jahresergebnis 2021 17.3.2022
Veröffentlichung Integrierter Geschäftsbericht 17.3.2022
Nachweisstichtag Hauptversammlung 15.4.2022
Hauptversammlung 25.4.2022
Ex-Dividendentag 2.5.2022
Nachweisstichtag Dividenden 3.5.2022
Dividendenzahltag 13.5.2022
Zwischenbericht Quartal 1/2022 12.5.2022
Zwischenbericht Quartale 1– 2/2022 28.7.2022
Zwischenbericht Quartale 1– 3/2022 3.11.2022

VERBUND Jahresfinanzbericht 2021

  • Teil 1 – Konzern ........................................................................................................................................................... 4
  • Konzernlagebericht ....................................................................................................................................................................... 43
  • Konzernabschluss ....................................................................................................................................................................... 189
  • Teil 2 – Mutterunternehmen ............................................................................................................................ 337
  • Lagebericht ................................................................................................................................................................................... 345
  • Jahresabschluss ........................................................................................................................................................................... 399
  • Teil 3 – Erklärung aller gesetzlichen Vertreter ....................................................................................... 437

Inhalt Teil 1 Konzern

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Der vorliegende Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht enthält den VERBUND-Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021, den konsolidierten Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) sowie den VERBUND-Konzernabschluss inklusive des Anhangs. Die Prinzipien des fairen Wirtschaftens von VERBUND werden im Corporate Governance Bericht angeführt. Damit umfasst dieser Integrierte Geschäftsbericht nicht nur die wirtschaftlichen und rechtlichen Informationen des Konzerns, sondern auch die darüber hinausgehenden Aspekte der Nachhaltigkeit und ordentlichen Geschäftsgebarung.

In diesem Bericht sind die Aktivitäten aller Gesellschaften enthalten, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind. Dies gilt auch für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Veränderungen innerhalb der Berichterstattung im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode sind in den jeweiligen Kapiteln angeführt. Wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen werden ebenfalls dargestellt, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben.

Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das abgeschlossene Kalenderjahr 2021. Der aktuellste vorausgehende Integrierte Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2020 erschien am 17. März 2021. Um die Aktualität zu gewährleisten, wird über besondere Ereignisse bei VERBUND nach dem 31. Dezember 2021 bis zur Freigabe zur Veröffentlichung am 17. Februar 2022 im Konzernlagebericht ebenfalls berichtet.

Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und auf der VERBUND-Website unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen.

Stakeholder-Interessen im Mittelpunkt der integrierten Berichterstattung

Unterschiedlichen Informationsansprüchen von Investor:innen, Eigentümer:innen, Kund:innen, Mitarbeiter:innen und weiteren Interessengruppen entspricht VERBUND mit den jeweils wesentlichen Inhalten, die 2019 im Zuge einer umfangreichen Stakeholder-Befragung erhoben und in der VERBUND-Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst wurden. Die Nachhaltigkeitsbeiträge für den Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht werden jährlich auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI), der Stakeholder-Befragung, der VERBUND-internen Medienanalyse und wichtiger Themen aus den Stakeholder-Dialogen festgelegt.

Berichterstattung gemäß dem österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) und Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung

Entsprechend der EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller sowie die Diversität betreffender Informationen (NFI-Richtlinie) und deren Umsetzung im österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) fasste VERBUND die geforderten Informationen im Kapitel „Bericht über nichtfinanzielle Informationen“ (NFI-Bericht gemäß § 267a UGB) in diesem Integrierten Geschäftsbericht zusammen. Dazu zählen insbesondere Umweltbelange, Sozial- und Arbeitnehmer:innenbelange, die Wahrung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Ab 2022 ist VERBUND zudem zur Offenlegung von Informationen zu ökologisch nachhaltigen Umsätzen, Investitionen und operativen Kosten laut der EU-Taxonomie-Verordnung für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtet. Dieser Berichtspflicht wird im Rahmen des nichtfinanziellen Berichts im Kapitel „Wesentlichkeit“ nachgekommen.

Der:die Abschlussprüfer:in prüfte die Vollständigkeit des NFI-Berichts und hielt das Ergebnis in Zum integrierten Bericht GRI 102-45 GRI 102-48 GRI 102-50 GRI 102-51 GRI 102-52 GRI 102-46 Die Wesentlichkeits- analyse ist im Kapitel „Wesentlichkeit“ dargestellt 102-56 einem unabhängigen Prüfungsbericht fest, der dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde. Ausgenommen vom Prüfungsumfang waren die Angaben zur EU-Taxonomie, da zum Zeitpunkt der Beauftragung der Prüfung die finalen Delegierten Rechtsakte noch nicht in Kraft gesetzt waren.

Der Aufsichtsrat prüfte den NFI-Bericht und berichtet darüber in der auf das Berichtsjahr folgenden Hauptversammlung.# Standards und Richtlinien

Alle Daten und Berechnungsgrundlagen dieses Integrierten Geschäftsberichts sind an nationalen und internationalen Standards sowie Leitlinien der Finanz- (u. a. den Rechnungslegungsstandards Interna- tional Financial Reporting Standards, IFRS) und der Nachhaltigkeitsberichterstattung (den Global Reporting Initiative Standards (GRI) und den G4 Sector Disclosures „Electric Utilities“) ausgerichtet. Dieser Bericht wurde in Überein- stimmung mit den GRI-Standards 2016, 2018 (betreffend GRI 303: Wasser und Abwasser und GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) und 2020 (betreffend GRI 306: Abfall), Option „Kern“, erstellt. Der aktuelle GRI-Inhaltsindex inkl. TCFD-Index ist auf der VERBUND-Website www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informa- tionen einsehbar. Die bei der Berechnung von Kennzahlen verwendeten Methoden, Standards und Faktoren sowie die getroffenen Annahmen können jederzeit im Unternehmen in den Bereichen Investor Relations und Corporate Responsibility nachgefragt werden. In den Marginalien dieses Berichts werden neben den Hinweisen auf die GRI-Angaben auch VERBUND-Beiträge zu den jeweiligen Sustainable Development Goals (SDGs) und den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN angeführt. Zusätzlich wird hier auf jene Inhalte verwiesen, bei denen VERBUND den Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) im Hinblick auf klimabezogene finanzielle Risiken folgt.

GRI 102-32 | GRI 102-54 | GRI 102-55

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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VERBUND ist Unterzeichner des UN Global Compact und unterstützt die Agenda 2030 für nach- haltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Dieser Integrierte Geschäftsbericht stellt zugleich den VERBUND-Fortschrittsbericht zum UN Global Compact (Communication on Progress) dar.

Externe Prüfung

Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der NFI-Bericht wurden inhaltlich einer externen Prüfung durch den unabhängigen Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH unter-
zogen.

VERBUND-Kraftwerks-App

Besuchen Sie mit Ihrem mobilen Gerät die virtuelle Welt von VERBUND. Die zugehörige App für Android und iOS erhalten Sie unter www.verbund.com/app. Wir laden Sie zu einem spannenden virtu-
ellen Einblick in die Welt von VERBUND ein, der Ihnen neue Perspektiven eröffnet. Mit dem QR-Code in der Marginalie können Sie ebenfalls direkt in die VERBUND-Welt eintauchen.

GRI 102-56

Siehe „Unabhängiger Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk“

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V orwort des Vorstands

Geschätzte Damen und Herren!

Die Geschäftsentwicklung des VERBUND-Konzerns verlief im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 sehr positiv. 2021 war von einem enormen Anstieg der europäischen Großhandelspreise für Strom, einem wesentlichen Werttreiber für die Geschäftsentwicklung von VERBUND, gekennzeichnet. Diese Entwick- lung ist auf zwei wesentliche Faktoren zurückzuführen. Das starke Bekenntnis der EU-Mitgliedstaaten zu einer umfassenden Dekarbonisierung des Energie- systems führte zu einer massiven Erhöhung der Preise für europäische CO 2 -Zertifikate. So hat die Euro- päische Kommission am 14. Juli 2021 im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets weitere klare Entscheidungen mit dem Ziel, bis 2030 eine Reduzierung der gesamten Treibhausgasemissionen der EU um 55 % ge-
genüber 1990 zu erreichen, getroffen. Weiters kam es 2021 zu einem massiven Anstieg der Preise für Primärenergieträger wie Erdgas und Kohle, die ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung der europäischen Großhandelspreise für Strom sind, sowie der Preise für CO 2 -Zertifkate. Die Ursachen für diese Preisanstiege waren der welt-
weite Energiehunger, vor allem der asiatischen Staaten, allen voran China, unterdurchschnittliche Gas- speicherbestände in Europa, ungünstige Wetterbedingungen sowie die Verzögerung der Inbetriebnah- me der Gaspipeline Nord Stream 2.

Von diesen Entwicklungen und von der starken Nachfrage nach klar nachhaltig positionierten Unternehmen hat VERBUND stark profitiert. Die Ergebnisentwicklung 2021 war daher deutlich positiv, und die Performance der VERBUND-Aktie zeigte mit einem Plus von 41,6 % die Attraktivität des Unternehmens in einem von Klimaschutz und Nachhaltigkeit geprägten Umfeld.

Überarbeitete VERBUND-Strategie 2021 als Antwort auf die globalen Dekarbonisierungs- bestrebungen.

VERBUND setzte sich 2021 intensiv mit der Überarbeitung seiner Unternehmensstrate-
gie als Antwort auf die nationalen sowie globalen Dekarbonisierungsbestrebungen auseinander. Im Zuge dessen wurden drei strategische Stoßrichtungen erarbeitet. Diese beinhalten die Stärkung der integrierten Positionierung im Heimmarkt von der erneuerbaren Stromerzeugung, über den Strom- transport bis zum Absatz von erneuerbarem Strom an Kund:innen, den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung in Europa sowie die Positionierung von VERBUND in der Entwicklung der europäi-
schen Wasserstoffwirtschaft.

Die integrierte Position im Heimmarkt stärken.

Die integrierte Position im Heimmarkt von VERBUND umfasst neben dem Kerngeschäft der effizienten, umweltfreundlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft den Transport und Vertrieb von Strom und Gas. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird VERBUND verstärkt mit Flexibilität für einen immer volatiler werdenden Strommarkt kombinieren. Mitte Juni 2021 erfolgte dahingehend der Baustart am Reißecker Seenplateau in Kärnten für das Pumpspeicherkraftwerk Reißecker II plus. Das Pumpspeicherkraftwerk Limberg III, dessen Baustart im September 2021 gefeiert wurde, wird einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der ambi-
tionierten österreichischen Klimaziele leisten. Um die Energiewende zu ermöglichen, investiert VERBUND zudem in den Ausbau der Übertragungs- netze wie die 380-kV-Salzburgleitung zwischen St. Peter in Oberösterreich und dem Netzknoten Tauern in Salzburg oder die 380-kV-Weinviertelleitung sowie in zahlreiche große Umspannwerke zur Gewähr- leistung der Versorgungssicherheit und zur weiteren Integration der neuen erneuerbaren Stromerzeu-
gung in das Energiesystem von morgen.

Unsere Tochtergesellschaft Austrian Power Grid AG (APG) setzt den 3,5 Mrd. € Netzentwicklungsplan für das Stromnetz über zehn Jahre um, da eine sichere Stromver- sorgung die Basis für eine moderne, nachhaltige und digitale Gesellschaft ist. Mit unserer Tochtergesell-

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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schaft Gas Connect Austria GmbH (GCA) machen wir das Gasnetz fit für die Zukunft und den zukünfti- gen Transport von grünem Wasserstoff, einem wesentlichen Element für die vollständige Dekarbonisie- rung des zukünftigen Energiesystems. Durch den Erwerb eines 51-%-Anteils an GCA gelang VERBUND eine Verbesserung des Risikoprofils durch die Stärkung des regulierten Geschäfts sowie eine optimale Positionierung in Bezug auf die Sektorkopplung und die Entwicklung eines grünen Wasserstoffsystems. Die bestens ausgebaute Transportinfrastruktur der GCA ist in Kombination mit dem erneuerbaren Erzeugungsportfolio von VERBUND in der Lage, einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele zu leisten.

Ausbau neue erneuerbare Stromerzeugung.

Ein weiteres Wachstumsfeld ist die Stromerzeugung aus Onshore-Windkraft und Photovoltaik in Europa. Um die Energiewende voranzutreiben, blicken wir auch über die Grenzen hinaus. VERBUND wird daher künftig auch Erneuerbare Projekte in weiteren europäischen Märkten zukaufen und entwickeln. In Summe wollen wir dadurch bis 2030 rund 20 % bis 25 % unserer Erzeugung aus neuen erneuerbaren Energien gewinnen. So startete VERBUND im Quar-
tal 2/2021 u. a. eine Energiekooperation mit der Visiolar GmbH in Deutschland. Erklärtes Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Energie nachhaltig und CO 2 -neutral zu produzieren. Zudem erwarb VERBUND Ende des Jahres 2021 das Photovoltaikprojekt Illora in Südspanien. Der Solarpark mit einer geplanten Gesamtleistung von rund 148 MWp soll im ersten Halbjahr 2022 in Betrieb gehen.

Zukunftsfeld Wasserstoff.

Grünstrom ist nicht die alleinige Lösung zur Dekarbonisierung. Ein gro-
ßer Teil der Treibhausgasemissionen stammt aus Sektoren, die sich nicht einfach elektrifizieren lassen. Ein Schlüssel dafür ist grüner Wasserstoff. Der klimaneutrale Energieträger ist zukünftig als Gas in industriellen Prozessen, als Treibstoff im Schwerverkehr sowie als Speicher einsetzbar. Ziel von VERBUND ist es, sich innerhalb einer sich entwickelnden europäischen Wasserstoffwirtschaft zu positi- onieren und seine Wertschöpfungskette zu erweitern: hin zur Erzeugung, dem Transport und der Spei- cherung sowie dem Vertrieb von grünem Wasserstoff. Um den Bedarf an grünem Wasserstoff decken zu können, braucht es jedoch die nötige Infrastruktur und zukünftig auch Wasserstoffimporte. Aktuell prüfen wir daher vielversprechende Projekte und beteiligen uns an Projekten zum Aufbau eines euro-
päischen Wasserstoffimportkorridors.

Nachhaltigkeitsschwerpunkte 2021 – Green Finance, neuer Verhaltenskodex, Gender Balance und Climate Impact Day.

Als langjähriger Pionier in Green Finance war VERBUND 2021 mit einer Weltneuheit auf dem Markt und war damit einmal mehr ein Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Finanzierung. Der in internationalen Medien als „Super Green Bond“ bezeichnete Green & Sustainabi-
lity-linked Bond kombinierte erstmals vier nachhaltige Elemente und traf damit auf eine enorme inter-
nationale Nachfrage in einem immer stärker von Nachhaltigkeitskriterien getriebenen Kapitalmarkt. Die Mittel der Anleihe werden ausschließlich nachhaltigen Projekten zugeordnet, das Unternehmen verpflichtet sich zusätzlich zur Erreichung langfristiger Nachhaltigkeitsziele, die Anleihe war erstmals EU-Taxonomie-konform und wurde ausschließlich bei nachhaltigen Investoren platziert.

Als Ausdruck seiner Unternehmensethik setzte sich VERBUND bereits vor Jahren zum Ziel, faire und transparente sowie nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Auf diesem Ziel basiert auch der komplett neu erstellte Verhaltenskodex von VERBUND, der im Dezember 2021 veröffentlicht wurde.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 11

2021 wurden zudem zahlreiche Maßnahmen im Rahmen des Gender-Balance-Projekts erarbeitet bzw. umgesetzt. So konnte u. a. ein Anstieg des Anteils weiblicher Führungskräfte von 9,0 % auf 13,5 % erzielt werden. Weiters wurde ein Gender-Balance-Netzwerk installiert und durch Initiativen zur Barrierefreiheit zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beigetragen. Am 21. September 2021 fand erstmals 10 der Climate Impact Day statt, an dem VERBUND als Kooperationspartner teilnahm. Ziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein in der Bevölkerung und in Unternehmen für die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimawandel zu schaffen. Ein Team der VERBUND-YoungStars – ein bestehendes Netzwerk für Mitarbeiter:innen unter 35 – organisierte dazu den internen Tag für alle VERBUND-Mitarbeiter:innen. VERBUND mit erfreulicher Geschäfts- und Aktienkursentwicklung im Jahr 2021. Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021 konnte deutlich gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 22,1 % auf 1.579,0 Mio. €. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 38,3 % auf 873,6 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,95 um 6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres und um 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke fiel in den Quartalen 1–4/2021 gegenüber 2020 um 6,9 %. Die Erzeugung aus Wasserkraft reduzierte sich somit im Vergleich zum Vorjahr um 2.185 GWh. Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten hingegen die deutlich gestiegenen Spotmarktpreise sowie die Preise für kurzfristige Futures auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Die Terminmarktpreise waren im relevanten Betrachtungszeitraum hingegen rückläufig. Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte somit deutlich um 10,2 €/MWh auf 54,8 €/MWh gesteigert werden. Ein positiver Ergebnisbeitrag resultierte darüber hinaus aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH (GCA), des regulierten Gasfernleitungs- und verteilnetzbetreibers in Österreich, die mit Wirkung vom 31. Mai 2021 erworben wurde. Die VERBUND-Aktie entwickelte sich im Geschäftsjahr 2021 sehr erfreulich. Mit einer Performance von +41,6 % entwickelte sich die Aktie besser als der ATX (+38,9 %) und der STOXX Europe 600 Utilities (+5,4 %).

Dividende und Ausblick

In der Hauptversammlung am 25. April 2022 werden wir für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von 1,05 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis, beträgt für 2021 somit 45,7 % (bezogen auf das berichtete Konzernergebnis 41,8 %).

Starkes Zeichen mit Unternehmensstrategie gesetzt

Mit unserer überarbeiteten Unternehmensstrategie wollen wir ein starkes Zeichen setzen und VERBUND zu weiteren Erfolgen tragen. Die aktive Gestaltung der Energiezukunft steht dabei im Mittelpunkt. Wir arbeiten stetig an Innovationen, neuen Geschäftsfeldern sowie Akquisitionen. Dies ist aber nur aufgrund des tatkräftigen Einsatzes unserer Mitarbeiter:innen möglich. Unser großer Dank gilt daher vor allem auch unseren Mitarbeiter:innen, die im anhaltend anspruchsvollen COVID-19-Umfeld und zu Zeiten des Umbruchs der Energiemärkte so aktiv mitarbeiten, sowie all unseren Kund:innen, unseren Investor:innen, Lieferant:innen und unseren Kooperationspartner:innen, die mit uns die kommenden Schritte in diesem so anspruchsvollen Jahrzehnt gehen!

Mag. Dr. Michael Strugl MBA
Dr. Peter F. Kollmann
Mag. Dr. Achim Kaspar

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 12

Als führendes Stromunternehmen Österreichs konnte VERBUND trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen und im Geschäftsjahr 2021 erneut ein hervorragendes Ergebnis erzielen. So gelang es, die Profitabilität zu stärken und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens erfolgreich fortzusetzen. Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt.

Erfüllung der Aufgaben

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 in sieben Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen, wobei die Sitzungen aufgrund der COVID-19-Präventionsmaßnahmen im Wege von Video- bzw. Telefonkonferenzen abgehalten wurden. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 98 %. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand in wesentlichen zukunftsorientierten Fragen, insbesondere zu Struktur und Strategie des Unternehmens, beraten und mit dem Vorstand regelmäßig die Umsetzung der Strategie erörtert. Zu den wichtigsten Punkten gehörten dabei unter anderen bedeutende Investitions- und Akquisitionsprojekte. Auf Basis der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands hat der Aufsichtsrat dessen Geschäftsführung laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle fand in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt und gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Die wesentlichen Beschlussfassungen des Aufsichtsrats sind im konsolidierten Corporate Governance Bericht 2021 dargestellt. Zwischen den Sitzungen gab es regelmäßig Gespräche zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorstandsvorsitzenden und einige Besprechungen auch mit einzelnen Mitgliedern des Vorstands.

Wechsel im Präsidium des Aufsichtsrats

MMag. Thomas Schmid hat am 8. Juni 2021 seine Funktion als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung zurücklegt. Sein Mandat wurde im Berichtsjahr nicht nachbesetzt. Der Aufsichtsrat hat in der Folge Mag. Martin Ohneberg zum Vorsitzenden und Mag. Christa Schlager zur 2. Vorsitzender-Stellvertreterin bestellt. Sonst gab es keine Änderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als eines der führenden börsennotierten Unternehmen bekannte sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und ist bestrebt, den Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden die Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, weitestgehend eingehalten. Im Zusammenhang mit der Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern nahestehen, setzte sich der Aufsichtsrat erneut auch mit möglichen Interessenkollisionen auseinander. Dabei stellte er keine Interessenkonflikte fest, die über einzelne Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 13

Bericht des Aufsichtsrats

GRI 102-26

Der Strategieausschuss des Aufsichtsrats ist vor allem zuständig für die Abstimmung der Unternehmensstrategie mit dem Vorstand sowie für die jährliche Überprüfung der Strategie und die Begleitung allfälliger Anpassungen. Im Berichtsjahr fanden für die Abstimmung der Umsetzung der Konzernstrategie sowie für einzelne strategisch relevante Themen drei Sitzungen statt. Zusätzlich gab es eine Sitzung des vom Strategieausschuss als Unterausschuss eingerichteten Projektausschusses. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr drei Sitzungen ab. Er befasste sich dabei vor allem mit den Quartalsabschlüssen, dem Budget und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Chancen- und Risikomanagement und der kaufmännischen Integration von Beteiligungen sowie mit den Prüfungen durch die Interne Revision. Der neu eingerichtete Nachhaltigkeitsausschuss befasst sich insbesondere mit den Themen Nachhaltigkeit, New Green Deal, Dekarbonisierung, Energiewende und Klima- und Umweltschutz. Ihm obliegen die Erarbeitung von geeigneten Strategien und Umsetzungsmaßnahmen sowie die jährliche Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele. Der Nachhaltigkeitsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2021 vier Sitzungen ab, in denen er neben grundlegenden Zielsetzungen und dem Reporting auch verschiedene konkrete Schwerpunktthemen behandelte. Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Dringlichkeitsausschuss sowie ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss eingerichtet. Der Vergütungsausschuss hielt zwei Sitzungen ab, welche insbesondere die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variable Vergütung des Vorstands sowie den Vergütungsbericht 2020 zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss und der Dringlichkeitsausschuss traten im Berichtsjahr nicht zusammen. Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind dem konsolidierten Corporate Governance Bericht 2021 zu entnehmen. Informationen über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder finden sich im Vergütungsbericht, den der Vorstand und der Aufsichtsrat zur Vorlage an die ordentliche Hauptversammlung im April 2022 gemäß § 78c Aktiengesetz (AktG) gemeinsam erstellt haben.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.Der Abschlussprüfer hat den zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss gemäß Artikel 11 der Abschlussprüfer-VO gelegt und über das Ergebnis der Abschlussprüfung schriftlich berichtet. Er hat festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärun- gen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buch- führung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er bestätigt, dass der Lagebericht und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen.

14 Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Auf- sichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2021 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Den Konzernabschluss sowie den Konzern- lagebericht hat der Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie den vom Vorstand vorgelegten konsolidierten Corporate Governance Bericht und den gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Es gab keinen Anlass zu wesentlichen Beanstandungen. Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiter:innen des Konzerns seinen besonderen Dank für ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2021 aus. Sie haben unter au- ßergewöhnlichen Umständen mit unermüdlichem Einsatz die ungestörte Stromversorgung in Öster- reich sichergestellt. Den Aktionär:innen, Kund:innen und Partner:innen dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Wien, im März 2022

Mag. Martin Ohneberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats

18 VERBUND-Strategie 2030

Die kommenden Jahre sind für die Klimawende entscheidend. VERBUND ist das Wohl unserer Erde ein wichtiges Anliegen. Mit unserer Vision „Mit unserer Kraft in eine grüne Zukunft“ wollen wir nicht nur unserer wirtschaftlichen, sondern auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung als führendes Ener- gieunternehmen Österreichs gerecht werden. Damit die Energiewende gelingen kann, braucht Europa einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Bedarf an Flexibilitäten steigt, Speicher und Netze müssen ausgebaut werden. Zudem gilt es, die Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund wurde 2021 eine Aktualisierung der Strategie durchgeführt und der Fokus auf drei strategische Stoßrichtungen gelegt – die Stärkung des integrierten Heimmarkts, den Ausbau neuer Erneuerbarer in Europa sowie die Positionierung als europäischer Wasserstoffplayer.

Stärkung des integrierten Heimmarkts

Stärkung der Position von VERBUND als integrierter Versorger (hinsichtlich der Erzeugung, des Trans- ports und des Absatzes) und führender Wasserkrafterzeuger als Basis für ein weiteres Wachstum sowie als Partner der Dekarbonisierung in Österreich und Deutschland durch:

  • Ausbau der Position als führender und effizienter Wasserkrafterzeuger durch Substanzerhalt und Optimierung des flexiblen Erzeugungsportfolios sowie Nutzung noch vorhandener Wasserkraft- potenziale
  • Ausbau der stabilen Strom- und Gasinfrastruktur
  • Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs durch die Zurverfügungstellung flexibler Produkte (u. a. Engpassmanagement und Regelenergie)
  • Kombination der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit Flexibilitäten, um eine zuverlässi- ge Versorgung mit erneuerbaren Energien rund um die Uhr zu sichern
  • Innovativer Partner für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Unternehmen, Gewerbe und Haushalte in den Bereichen Elektromobilität, Photovoltaik und Batteriespeicher

Ausbau Renewables in Europa

Signifikanter Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen in Europa zur technologischen und geografi- schen Risikodiversifizierung und zur Sicherung potenziell attraktiver Renditen (Ziel: Anteil an der Ge- samterzeugung 20 % bis 25 % bis 2030) durch:

  • Strukturiertes M&A und Partnerschaften in etablierten Märkten
  • Fokus auf Eigenentwicklung in Osteuropa
  • Stärkung der Rolle als führender Grünstromerzeuger durch die Errichtung von Photovoltaikanlagen in den Bereichen Industrie, Gewerbe und im Endkund:innensektor

TCFD JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 19

Positionierung als europäischer Wasserstoffplayer

Grüner Wasserstoff ist der Schlüssel zur Energiewende und Dekarbonisierung und ein Zukunftsfeld, auf das VERBUND setzt:

  • Vertiefung bestehender Kund:innenbeziehungen mit führenden Industrieunternehmen in der loka- len Wasserstoffproduktion
  • Mittelfristige Erweiterung der Wertschöpfungskette zur internationalen Wasserstofferzeugung, -vermarktung und dem Transport sowie dem Import von grünem Wasserstoff nach Zentraleuropa

Mit diesen strategischen Schwerpunkten positioniert sich VERBUND als ertragsstarkes Erzeugungs- unternehmen, das zugleich die Dekarbonisierung Europas maßgeblich vorantreibt. Zudem werden mit den einzelnen Stoßrichtungen die SDGs (Sustainable Development Goals) „Bezahlbare und saubere Energie“ (SDG 7), „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ (SDG 9), „Nachhaltige/r Konsum und Pro- duktion“ (SDG 12) sowie „Maßnahmen zum Klimaschutz“ (SDG 13) wesentlich unterstützt.

Die VERBUND-Strategie 2030 ist für den gesamten Konzern handlungsleitend. Dies ist durch die Definition verbindlicher, operativer Zielvorgaben für alle Wertschöpfungsstufen sichergestellt.

Unternehmensziele

Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse und der VERBUND-Strategie wurden folgende mittelfristige Unternehmensziele festgelegt:

| Wesentliche Themen | Unternehmensziele Belastend wirkten die steigenden Inflationsraten, insbesondere aufgrund massiv gestiegener Energiepreise, und geopolitische Konflikte zwischen Russland und den USA bzw. den USA und China.

Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial beendete das Jahr 2021 nach einem neuen Allzeithoch mit einem Plus in Höhe von 18,7 %. Der Eurostoxx 50 entwickelte sich sogar noch positiver und verzeichnete eine Performance von + 21,0 % im Vergleich zum Jahresultimo 2020. Die Entwicklung des japanischen Aktienindex Nikkei 225 verlief im Vergleich um einiges schlechter. Der Index beendete das Jahr mit einem Plus in Höhe von 4,9 %. In den Emerging Markets waren die Kursentwicklungen im Vergleich dazu deutlich schwächer. Der MSCI Emerging Markets Index beendete 2021 mit einem Minus von 4,6 % gegenüber seinem Letztstand von 2020. Der ATX legte 2021 hingegen nach dem massiven COVID-19-Einbruch 2020 eine beeindruckende Performance an den Tag und beendete das Jahr 2021 mit einem Plus von 38,9 %. Sein Letztstand zum Jahresultimo betrug 3.861,1 Punkte.

VERBUND-Aktie

Die VERBUND-Aktie entwickelte sich auch 2021 – trotz der weiter andauernden weltweiten COVID-19-Pandemie – sehr erfreulich und setzte damit die gute Entwicklung des Jahres 2020 fort. Im Quartal 1/2021 war die Entwicklung der VERBUND-Aktie von hohen Zu- bzw. Abflüssen in Exchange Traded Funds (ETFs) im Zusammenhang mit „Clean Energy“ gekennzeichnet. Im Quartal 2/2021 profitierte die Aktie von einer kontinuierlichen Verbesserung des energiewirtschaftlichen Umfelds. Dieser Trend setzte sich in den Quartalen 3–4/2021 fort, getrieben vor allem durch steigende Gas- und Kohlepreise sowie hohe Preise für CO₂-Zertifikate. Dadurch erreichte die VERBUND-Aktie per 22. Dezember 2021 ein neues Allzeithoch mit 106,2 €. Sie beendete das Geschäftsjahr 2021 mit einem Schlusskurs von 98,9 € und verzeichnete damit ein Plus von 41,6 % gegenüber dem Ultimokurs des Jahres 2020. Begründet wird dieser deutliche Anstieg neben dem stark verbesserten energiewirtschaftlichen Umfeld für Erneuerbare-Erzeuger mit der nachhaltigen Positionierung des Unternehmens. Die Performance der VERBUND-Aktie lag leicht über dem österreichischen Börsenindex ATX (Gesamtjahresperformance + 38,9 %) sowie weit über dem europäischen Branchenindex STOXX Europe 600 Utilities (Gesamtjahresentwicklung + 5,4 %). Mit einer Marktkapitalisierung von 34,4 Mrd. € war VERBUND Ende 2021 abermals das mit Abstand größte heimische börsennotierte Unternehmen.

Investor Relations

Nächste Termine:
* Nachweisstichtag Hauptversammlung: 15.4.2022
* Hauptversammlung: 25.4.2022
* Ex-Dividendentag: 2.5.2022
* Nachweisstichtag Dividenden: 3.5.2022
* Dividendenzahltag: 13.5.2022
* Ergebnis Quartal 1/2022: 12.5.2022

Schlusskurse VERBUND-Aktie in €/Aktie

Aktienkennzahlen Einheit 2020 2021 Veränderung
Höchstkurs 69,9 106,2 52,0 %
Tiefstkurs 29,0 59,6
Schlusskurs 69,9 98,9 41,6 %
Performance % 56,1 41,6
Marktkapitalisierung Mio. € 24.267,0 34.359,4 41,6 %
Gewichtung ATX % 10,7 11,0
Umsatz Wert Mio. € 4.742,1 7.753,0 63,5 %
Umsatz Stück/Tag Stück 417.949 401.333 – 4,0 %

Aktivitäten des Investor-Relations-Teams 2021

Die aktive und offene Kommunikation mit Investor:innen, Analyst:innen und Kleinaktionär:innen im Rahmen von Roadshows, Conference Calls und persönlichen Gesprächen ist VERBUND ein wichtiges Anliegen. Die nach wie vor andauernde COVID-19-Krise sowie starke Anstiege beim Großhandelspreis für Strom und den relevanten Preisen für Primärenergieträger erforderten verstärkte Kommunikationsaktivitäten, die fast ausschließlich in virtuellen Formaten erfolgten. So nahm das Investor-Relations-Team 2021 an diversen virtuellen Roadshows in Europa und den USA sowie an großen Investor:innenkonferenzen teil. Gemeinsam mit dem Vorstand informierte das Team Investor:innen aus aller Welt über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung von VERBUND.

Auf der Website www.verbund.com finden sich im Bereich Investor Relations umfangreiche Informationen wie die Geschäfts- und Zwischenberichte, die Finanztermine und Veranstaltungen, aktuelle Aussendungen, Präsentationen und Excel-Datensheets sowie die Dokumente zu den VERBUND-Hauptversammlungen der vergangenen Jahre.

Die Bekanntheit der VERBUND-Aktie am Kapitalmarkt wird aufgrund der Beobachtung durch 14 renommierte heimische und internationale Investmentbanken gesichert. Folgende Investmenthäuser analysierten VERBUND zum 31. Dezember 2021:

  • Alpha Value (Nicolas Bouthors)
  • Bank of America (Mikel Zabala)
  • Barclays (Peter Crampton)
  • Berenberg Bank (Lawson Steele)
  • Citigroup (Piotr Dzieciolowski)
  • Credit Suisse (Wanda Serwinowska)
  • Deutsche Bank (Olly Jeffery)
  • Erste Group (Petr Bártek)
  • HSBC (Adam Dickens)
  • Kepler Cheuvreux (Ingo Becker)
  • Oddo BHF (Louis Boujard)
  • Raiffeisen Bank International (Teresa Schinwald)
  • Société Générale (Lueder Schumacher)
  • Stifel (Martin Tessier)

VERBUND-Aktie: Relative Kursentwicklung 2021

IR-Kontakt:
Andreas Wollein
Leiter Finanzmanagement und Investor Relations
Tel.: +43 (0)50 313-52604
E-Mail: [email protected]

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 23

Aktuelle Ratings

Die Ratings von VERBUND zum 31. Dezember 2021 lauteten wie folgt:
* Standard & Poor’s: A/stable outlook
* Moody’s: A3/stable outlook

VERBUND in Nachhaltigkeitsindizes und -ratings

Auch 2021 verstärkte sich der Trend hin zu nachhaltigen Investments weiter. Einerseits ist dies zahlreichen europäischen und internationalen Initiativen zu Sustainable Finance wie der EU-Taxonomie, der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) oder der International Platform on Sustainable Finance (IPSF) geschuldet. Andererseits gelten nachhaltig agierende Unternehmen in den weiterhin turbulenten Zeiten (ausgelöst durch COVID-19, Produktionsengpässe, Lieferkettenrisiken) als resilienter und langfristig risikoresistenter. Das kam auch dem nachhaltigen Geschäftsmodell von VERBUND zugute und führte zu ausgezeichneten Ergebnissen bei Nachhaltigkeitsratings.

Beim ISS-ESG-Rating (vormals ISS-oekom) verbesserte sich VERBUND auf B+ und befindet sich damit unter den Top-drei-Unternehmen im Electric-Utility-Sektor. Erzielt wurde diese Verbesserung u. a. durch die weiterhin sehr gute Bewertung des Umweltmanagements und den starken Fokus von VERBUND auf erneuerbare Energie.

Das Umweltmanagement und die starken Corporate-Governance-Maßnahmen führten auch beim Rating des amerikanischen Finanzdienstleisters MSCI zu einer Verbesserung des VERBUND-Ratings auf „AAA“, die Bestnote.

Bei CDP konnte VERBUND 2021 ebenfalls wiederholt ein sehr gutes A– erreichen und liegt damit im österreichischen Spitzenfeld sowie über dem globalen und europäischen Durchschnitt (B–/B) und dem Energiesektordurchschnitt von B.

Bei EcoVadis erzielte VERBUND mit 70 von 100 Punkten, wie auch in den Jahren zuvor, den Gold-Standard.

Einzig beim Rating von Sustainalytics kam es aufgrund des von VERBUND nicht beeinflussbaren höheren Sektorrisikos für Electric Utilities zu einer leichten Verschlechterung auf 18,9 von 100 Punkten (2020: 18,1; Anmerkung: je niedriger, desto besser), was weiterhin einer Einstufung im Bereich „Low Risk“ entspricht. Aufgrund verbesserter interner Leistungen im Nachhaltigkeitsmanagement und eines daraus resultierenden geringeren Managementrisikos (von VERBUND beeinflussbar) konnte das erhöhte Risiko für den Sektor abgefedert werden. Nähere Informationen zum Rating sind im Kapitel „Finanzen“ > Finanzierung angeführt.

24

VERBUND ist das Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung im Jahr 2021 im Wiener Leitindex ATX.

VERBUND war per 31. Dezember 2021 Mitglied in folgenden Nachhaltigkeitsindizes:
* VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)
* Ethibel Sustainability Index (ESI) Excellence Europe
* FTSE4Good Index Series

Siehe auch: www.voenix.at

Konsolidierter Corporate Governance Bericht

Corporate Governance – Rahmen

Die VERBUND AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen und europäischen Recht, insbesondere aus dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, dem Unternehmensgesetzbuch und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Entsprechenserklärung

VERBUND bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK). Vorstand und Aufsichtsrat sehen es als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln.

Der Kodex wurde im Geschäftsjahr 2021 in seiner Fassung vom Jänner 2021 angewandt und nach Maßgabe der in diesem Bericht angeführten Erläuterungen eingehalten. Die aktive Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens sicherstellen und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder schaffen.

Auch im Geschäftsjahr 2022 wird VERBUND die Einhaltung des Kodex in seiner aktuellen Fassung aktiv fortsetzen. Seine möglichst lückenlose Umsetzung bildet einen wesentlichen Baustein zur Stärkung des Vertrauens der Aktionär:innen, Geschäftspartner:innen und Mitarbeiter:innen sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen.

Evaluierung

In Entsprechung der C-Regel 62 des ÖCGK werden die Einhaltung des Kodex und die Richtigkeit der damit verbundenen Berichterstattung regelmäßig von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer extern evaluiert. Die letzte derartige Evaluierung wurde für das Jahr 2019 durchgeführt und resultierte in einem positiven Bericht.

26# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 27

Die nächste Evaluierung ist für das Geschäftsjahr 2022 geplant.

Umfang der Berichterstattung

Den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend wird ein konsolidierter Corporate Governance Bericht vorgelegt, der als kombinierter Bericht auch den Bericht gemäß § 243c UGB mitumfasst und in wesentlichen Berichtspunkten über die börsennotierte Muttergesellschaft hinaus auch den gesamten Konzern miteinbezieht. Dabei wurde hinsichtlich der inhaltlichen Anforderungen der Stellungnahme 22 des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC) gefolgt.

Konsolidierter Corporate Governance Bericht gem. § 267b UGB

Der Österreichische Corporate Governance Kodex liegt in der aktuellen Fassung vor und ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar. Der vorliegende konsolidierte Corporate Governance Bericht enthält nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sondern auch die vom Corporate Governance Kodex zusätzlich vorgesehenen Inhalte. Darüber hinaus sind weitere Informationen zu den einschlägigen Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI), des internationalen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, angeführt. Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse finden sich in den Kapiteln „Vorstand“ und „Aufsichtsrat“. Informationen über die Vergütungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat sind nicht mehr in diesem Corporate Governance Bericht enthalten. Diesbezüglich wird auf den gesonderten Vergütungsbericht verwiesen, der der Hauptversammlung vorzulegen ist und auf der Website veröffentlicht wird. Für weitergehende Informationen zu den Organen Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung sowie zu ihrem Zusammenwirken siehe im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen.

Abweichungen

VERBUND befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der R-Regeln annähernd lückenlos. Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2021 sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Lediglich bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es eine etwas abweichende Handhabung, die zum Teil aus gesetzlichen Gegebenheiten resultiert und im Folgenden im Sinne des Grundsatzes „Comply or Explain“ erläutert und begründet wird:

  • C-Regel 2: Das Prinzip „one share – one vote“ wird bei der VERBUND-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im „Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden“, und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: „Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“
  • C-Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit zwei Ausnahmen von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Die zwei betreffenden Aufsichtsratsmitglieder üben jeweils leitende Organfunktionen in Unternehmen aus, die Aktionäre der VERBUND AG sind. Sollte bei ihnen in einem konkreten Anlassfall ein Interessenkonflikt bestehen, werden vom Vorsitzenden entsprechende Maßnahmen verfügt (wie z. B. Vorenthaltung bestimmter Unterlagen oder Informationen, Nichtteilnahme an Abstimmungen oder Verlassen der Sitzung). Dies war im Berichtsjahr einmal bei einem einzelnen Tagesordnungspunkt erforderlich.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 28

Vorstand

Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2021 aus drei Mitgliedern zusammen. Seit 1. Jänner 2021 besteht der Vorstand aus Mag. Dr. Michael Strugl MBA (Vorsitzender), Dr. Peter F. Kollmann und Mag. Dr. Achim Kaspar.

Der Vorstand Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode
Generaldirektor Mag. Dr. Michael Strugl MBA Vorsitzender 1963 1.1.2019 31.12.2023
Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1962 1.1.2014 31.12.2023
Vorstandsdirektor Mag. Dr. Achim Kaspar 1965 1.1.2019 31.12.2023

Konzerninterne Organfunktionen von Vorstandsmitgliedern

Name Konzerngesellschaft Funktion
Mag. Dr. Michael Strugl MBA VERBUND Energy4Business GmbH Aufsichtsrat
Austrian Power Grid AG Vorsitzender
VERBUND Hydro Power GmbH Aufsichtsrat
VERBUND Green Power GmbH Aufsichtsrat
VERBUND Energy4Customers GmbH Generalversammlung
VERBUND Thermal Power GmbH Generalversammlung
Ennskraftwerke AG Aufsichtsrat
Gas Connect Austria GmbH Vorsitzender
Dr. Peter F. Kollmann Austrian Power Grid AG Vorsitzender
VERBUND Hydro Power GmbH Aufsichtsrat
VERBUND Services GmbH Generalversammlung
VERBUND Energy4Business GmbH Aufsichtsrat
VERBUND Green Power GmbH Generalversammlung
Gas Connect Austria GmbH Aufsichtsrat
Mag. Dr. Achim Kaspar Ennskraftwerke AG Aufsichtsrat
VERBUND Hydro Power GmbH Aufsichtsrat
VERBUND Innkraftwerke GmbH Aufsichtsrat
Grenzkraftwerke GmbH Gesellschafter- versammlung
Innwerk AG Aufsichtsrat
Donaukraftwerk Jochenstein AG Vorsitzender
Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG Vorsitzender
VERBUND Thermal Power GmbH Vorsitzender
VERBUND Green Power GmbH Vorsitzender-Stv.
VERBUND Services GmbH Vorsitzender-Stv.

GRI 102-18 GRI 405-1 GRI 102-25

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 29

Konzerninterne Organfunktionen von Vorstandsmitgliedern

Name Konzerngesellschaft Funktion
Mag. Dr. Achim Kaspar Ennskraftwerke AG Mitglied
VERBUND Hydro Power GmbH Vorsitzender-Stv.
VERBUND Innkraftwerke GmbH Vorsitzender
Grenzkraftwerke GmbH Vorsitzender
Innwerk AG Vorsitzender
Donaukraftwerk Jochenstein AG Vorsitzender
Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG Vorsitzender
VERBUND Thermal Power GmbH Vorsitzender
VERBUND Green Power GmbH Vorsitzender-Stv.
VERBUND Services GmbH Vorsitzender-Stv.

Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern

Name Gesellschaft Funktion
Dr. Peter F. Kollmann Telekom Austria AG Mitglied
Mag. Dr. Achim Kaspar KELAG-Kärntner Elektrizitäts- AG¹ Mitglied

¹ VERBUND war per 31. Dezember 2021 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt.

Arbeitsweise und Geschäftsverteilung

Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt das Unternehmen nach außen. In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften. Die Geschäftsordnung wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 2021 hinsichtlich der Vertretung des Vorstandsvorsitzenden im Verhinderungsfall geringfügig ergänzt. Die Geschäftsverteilung des Vorstands bildet einen Bestandteil der Geschäftsordnung und legt die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands fest.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 30

Geschäftsverteilung

  • Mag. Dr. Michael Strugl MBA (Vorsitzender): Corporate Development (inkl. Mergers & Acquisitions), Corporate Office (inkl. Legal Affairs, Corporate Affairs, Compliance & Audit), Strategisches Personalmanagement, Corporate Innovation & New Business, Kommunikation, Geschäftsfeld Wasserstoff Business, Customers, Ventures
  • Dr. Peter F. Kollmann: Finanzmanagement und Investor Relations, Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement Services, Netz Strom und Netz Gas
  • Mag. Dr. Achim Kaspar: Digitalisierung, Informationssicherheit und IT, Corporate Responsibility Erneuerbare Erzeugung Wasserkraft, Neue Erneuerbare Erzeugung, Thermische Erzeugung, Tourismus

Aufsichtsrat

Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz und dem Unternehmensgesetzbuch, dem Arbeitsverfassungsgesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats geworden. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vor, dass sich der Aufsichtsrat aus den von der Hauptversammlung gemäß den Vorgaben des Aktiengesetzes gewählten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und aus den von der Arbeitnehmervertretung entsendeten Mitgliedern zusammensetzt.

Persönliche Angaben, Vorsitz und andere Organfunktionen

Der Aufsichtsrat wird vom Vorsitzenden geleitet. Der Vorsitzende und seine zwei Stellvertreter:innen werden vom Aufsichtsrat alljährlich aus seiner Mitte gewählt. Der Aufsichtsrat besteht per 31. Dezember 2021 aus insgesamt 14 Mitgliedern – neun von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertreter:innen und fünf vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertreter:innen. MMag. Thomas Schmid hat am 8. Juni 2021 seine Funktion als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung zurücklegt. Der Aufsichtsrat hat in der Folge Mag. Martin Ohneberg zum Vorsitzenden bestellt. Sonst gab es keine Änderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

GRI 102-18 GRI 102-22 GRI 102-23 GRI 102-24

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 31

Name Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode
MMag. Thomas Schmid Vorsitzender (bis 8.6.2021) 1975 30.4.2019 8.6.2021
Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender (ab 22.9.2021) 1. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 22.9.2021) Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co KG, der HENN GmbH bzw. der HENN GmbH & Co KG; Verwaltungsrat der Aluflexpack AG, Schweiz (Präsident) und der Montana Aerospace AG, Schweiz (Stv.
Name Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode
Mag. Dr. Christine Catasta 1971 30.4.2019 o. HV 2024
Mag. Christa Schlager 1958 16.6.2020 o. HV 2024
Dr. Susan Hennersdorf 1969 16.6.2020 o. HV 2023
Prof. Dr. Barbara Praetorius 1967 16.6.2020 o. HV 2022
Mag. Jürgen Roth 1964 16.6.2020 o. HV 2022
Dipl.-Ing. Eckhardt Rümmler 1964 22.4.2015 o. HV 2023
Mag. Stefan Szyszkowitz 1973 16.6.2020 o. HV 2024
Dipl.-Ing. Peter Weinelt 1960 23.4.2018 o. HV 2023

32 Name

Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode
Mag. Stefan Szyszkowitz 1964 23.4.2018
Dipl.-Ing. Peter Weinelt 1966 5.4.2017

Hinsichtlich der (Neben-)Funktionen sind Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in börsennotierten Gesellschaften und in anderen wesentlichen Gesellschaften angeführt. Soweit zutreffend, sind hauptberufliche Funktionen angegeben.

Arbeitnehmervertreter:innen

Name Geburtsjahr Datum der Entsendung
Kurt Christof 1964 seit 8.3.2004
Doris Dangl 1963 seit 5.4.2018
Dr. Isabella Hönlinger 1971 seit 1.9.2016
Ing. Wolfgang Liebscher 1966 seit 1.11.2013
Veronika Neugeboren 1967 seit 30.4.2019

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter:innen durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

21 % der Aufsichtsratsmitglieder sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, 79 % über 50 Jahre.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat bereits im Jahr 2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:

  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitende:r Angestellte:r der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer:in der Gesellschaft oder Beteiligte:r oder Angestellte:r der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner:in mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen von solchen Anteilseigner:innen vertreten.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein:e enge:r Familienangehörige:r (direkter Nachkomme, Ehegatt:in, Lebensgefährt:in, Elternteil, Onkel, Tante, Geschwister, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Auf Basis dieser Leitlinien für die Unabhängigkeit (Anlage zum Österreichischen Corporate Governance Kodex) haben alle neun Kapitalvertreter:innen eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit abgegeben. Sieben davon haben sich als unabhängig erklärt, zwei Aufsichtsratsmitglieder haben sich (lediglich hinsichtlich des Kriteriums „Geschäftsverhältnisse mit nahestehenden Unternehmen“) als nicht unabhängig eingestuft.

Die folgenden Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung von Anteilseigner:innen mit einer Beteiligung von mehr als 10 %): Ohneberg, Hennersdorf, Praetorius, Roth, Rümmler und Schlager. Damit werden beide in den Regeln 53 und 54 des Kodex geforderten Quoten für die Unabhängigkeit erfüllt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Das Plenum des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2021 sieben Sitzungen ab. Aufgrund der Präventionsmaßnahmen im Zuge der COVID-19-Pandemie waren bei den Sitzungen lediglich der Vorsitzende und einzelne Aufsichtsratsmitglieder physisch anwesend, während der Großteil der Aufsichtsratsmitglieder über Telefon- oder Videozuschaltung teilgenommen hat. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder (einschließlich der zugeschalteten) insgesamt 98 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich (wenn auch virtuell) teil.

Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder (einschließlich der zugeschalteten) insgesamt 98 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich (wenn auch virtuell) teil.

Neben der laufenden Abstimmung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit dem Vorstand sind als Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats im Berichtsjahr insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen zu nennen:

  • Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2020
  • Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung
  • Vorschlag für die Gewinnverteilung gemäß § 96 (1) AktG
  • Wahl des Aufsichtsratspräsidiums und Konstituierung der Ausschüsse
  • Prüfungsauftrag an die Abschlussprüfer
  • Bestellung von Geschäftsführer:innen in Tochtergesellschaften
  • Projekt Pumpspeicherkraftwerk Limberg III
  • Projekt Mur-Kraftwerk Gratkorn – Erhöhung der Gesamtprojektkosten
  • Windkraft- und Photovoltaikprojekte
  • Erwerb von Geschäftsanteilen an SMATRICS (EMPA) und Verkauf von 25,1 % an EnBW
  • Wasserstoffprojekt H2 Töging – Investitionsfreigabe
  • Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die Aufsichtsratsmitgliedern nahestehen
  • Genehmigung des Konzernbudgets für 2022 (siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrats)

Der Aufsichtsrat erhält jedes Jahr im Zuge der Abschlussprüfung einen gesonderten Bericht des Abschlussprüfers über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements. Darin sind auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt, ebenso wie in den schriftlichen Quartalsberichten über das operative Risikomanagement, die der Aufsichtsrat in jeder seiner Sitzungen behandelt.

Zusätzlich zu den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse (siehe unten) gab es regelmäßig Besprechungen oder Telefonkonferenzen des Vorsitzenden mit dem Vorstandsvorsitzenden und einige Besprechungen auch mit einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Eine Beurteilung der Leistung des Aufsichtsrats findet jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung statt, in der die Aktionär:innen über die Entlastung des Aufsichtsrats abstimmen. In der 74. Hauptversammlung vom 20. April 2021 wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern die Entlastung erteilt.

Im Hinblick auf die Ende 2020 sehr ausführlich unter externer Moderation durchgeführte Selbstevaluierung, mit Interviews mit allen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern und einer breiten Erörterung der Ergebnisse, wurde im Berichtsjahr nach dem Ausscheiden des Vorsitzenden keine formelle Evaluierung durchgeführt. Allerdings fanden in den Aufsichtsratssitzungen permanent Diskussionen über die Optimierung der Tätigkeit statt. Im Folgejahr ist wieder eine systematische Selbstevaluierung vorgesehen.

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse

Entsprechend den Bestimmungen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat (Fassung vom 16.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 35

Juni 2020) wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung die Mitglieder für einen Prüfungsausschuss, einen Strategieausschuss, einen Dringlichkeitsausschuss, einen Vergütungsausschuss, einen Nominierungsausschuss sowie einen Nachhaltigkeitsausschuss. Darüber hinaus kann er für bestimmte Vorhaben und Themenbereiche spezifische Ausschüsse dauernd oder vorübergehend einrichten. Jede:r Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm:ihr geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten. In dringenden Fällen berichtet der:die Vorsitzende eines Ausschusses dem:der Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorweg. GRI 102-28

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss ist gemäß § 92 Abs. 4a AktG eingerichtet und setzt sich gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat aus vier von den Aktionär:innen gewählten Aufsichtsratsmitgliedern und zwei Arbeitnehmervertreter:innen gemäß § 92 Abs. 4 AktG zusammen. Er wählt aus seiner Mitte den:die Vorsitzende:n und eine:n Stellvertreter:in. Der Prüfungsausschuss nimmt die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie gemäß Regel 40 des ÖCGK wahr. Er verfügt über die von Gesetz und Kodex geforderte Finanzexpertin, die auch den Vorsitz führt.

Mitglieder des Prüfungsausschusses

Name Funktion
Mag. Dr. Christine Catasta Vorsitzende
Mag. Martin Ohneberg stellvertretender Vorsitzender
Mag. Jürgen Roth Mitglied
Mag. Christa Schlager Mitglied
Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin
Kurt Christof Arbeitnehmervertreter

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2021 drei Sitzungen ab. Tätigkeits- schwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Beschlussfassung über den Konzernabschluss 2020 und den Jahresabschluss 2020 der VERBUND AG inkl. Gewinnverwendung
  • Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
  • Kenntnisnahme des Halbjahresabschlusses 2021
  • Prüfungsablauf und Prüfungsschwerpunkte 2021 (Abschlussprüfer)
  • Statusbericht SAP
  • Kaufmännische Integration von Gesellschaften/Beteiligungen
  • Abschlussprüfung und Nicht-Prüfungsleistungen des Abschlussprüfers
  • Kenntnisnahme der Berichte des Vorstands
  • Budget 2022 und Finanzbericht
  • Kenntnisnahme des Prüfprogramms und der Prüfungsberichte der Internen Revision
  • Chancen und Risiken

Strategieausschuss

Gemäß der geltenden Geschäftsordnung ist ein Strategieausschuss eingerichtet. Ihm gehören fünf von den Aktionär:innen gewählte Aufsichtsratsmitglieder und drei Arbeitnehmervertreter:innen gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte den:die Vorsitzende:n und eine:n Stellvertreter:in. Dem Strategieausschuss obliegen die Erarbeitung einer Unternehmensstrategie zusammen mit dem Vorstand und die jährliche Überprüfung der Strategie und Begleitung allfälliger Anpassungen sowie die Behandlung konkreter strategischer Themen. Weiters die Befassung mit Themen, die im Hinblick auf wettbewerbsrechtliche Aspekte sowie Interessenkonflikte nicht im Gesamtaufsichtsrat behandelt werden sollen.

Mitglieder des Strategieausschusses

Name Funktion
Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender
Dipl.-Ing. Eckhardt Rümmler stellvertretender Vorsitzender
Mag. Dr. Christine Catasta Mitglied
Dr. Susan Hennersdorf Mitglied
Prof. Dr. Barbara Praetorius Mitglied
Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin
Ing. Wolfgang Liebscher Arbeitnehmervertreter
Veronika Neugeboren Arbeitnehmervertreterin

Der Strategieausschuss hielt dafür im Berichtsjahr drei Sitzungen ab. Zusätzlich fand eine Sitzung des vom Strategieausschuss als Unterausschuss eingerichteten Projektausschusses statt.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 36

Dringlichkeitsausschuss

Der Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) ist ein Ausschuss zur Entscheidung in dringenden Fällen. Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der:die Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in all jenen Fällen, in denen zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Dem Dringlichkeitsausschuss gehören vier von den Aktionär:innen gewählte Aufsichtsratsmitglieder sowie zwei Arbeitnehmervertreter:innen gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte den:die Vorsitzende:n und eine:n Stellvertreter:in.

Mitglieder des Dringlichkeitsausschusses

Name Funktion
Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender
Mag. Dr. Christine Catasta stellvertretende Vorsitzende
Dipl.-Ing. Eckhardt Rümmler Mitglied
Mag. Christa Schlager Mitglied
Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin
Kurt Christof Arbeitnehmervertreter

Der Ausschuss trat im Berichtsjahr nicht zusammen.

Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt entsprechend seiner Geschäftsordnung einen Vergütungsausschuss gemäß ÖCGK, der sich aus dem:der Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinen:ihren beiden Stellvertreter:innen zusammensetzt. Diesem Ausschuss sind vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:

  • Vorstandsverträge
  • Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands
  • Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder
  • Regelmäßige Überprüfung der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder

Mitglieder des Vergütungsausschusses

Name Funktion
Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender
Mag. Dr. Christine Catasta stellvertretende Vorsitzende
Mag. Christa Schlager Mitglied

Der Vergütungsausschuss verfügt über den:die in Regel 43 ÖCGK geforderte:n Vergütungsexpert:in, da sowohl Mag. Martin Ohneberg als auch Mag. Dr. Christine Catasta diese Voraussetzungen erfüllen. Im Geschäftsjahr 2021 fanden zwei Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand der Sitzungen waren die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variable Vergütung des Vorstands sowie der Vergütungsbericht 2020 zur Vorlage an die Hauptversammlung.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 37

Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, dem der:die Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie drei weitere von den Aktionär:innen gewählte Aufsichtsratsmitglie- der und zwei Arbeitnehmervertreter:innen gemäß § 92 Abs. 4 AktG angehören. Den Vorsitz führt der:die Vorsitzende des Aufsichtsrats, dessen:deren Stellvertreter:in wird durch den Ausschuss gewählt. Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand und hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist.

Mitglieder des Nominierungsausschusses

Name Funktion
Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender
Mag. Dr. Christine Catasta stellvertretende Vorsitzende
Mag. Jürgen Roth Mitglied
Mag. Christa Schlager Mitglied
Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin
Ing. Wolfgang Liebscher Arbeitnehmervertreter

Der Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr nicht zusammen.

Nachhaltigkeitsausschuss

Mit einer Änderung der Geschäftsordnung am 16. Juni 2020 hat der Aufsichtsrat erstmals einen dauer- haften Nachhaltigkeitsausschuss eingerichtet. Ihm gehören gemäß der Geschäftsordnung vier von den Aktionär:innen gewählte Aufsichtsratsmitglieder und zwei Arbeitnehmervertreter:innen gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Der Ausschuss wählt aus seiner Mitte den:die Vorsitzende:n und eine:n Stellvertreter:in. Dem Nachhaltigkeitsausschuss obliegen insbesondere folgende Aufgaben:

  • Befassung mit den Themen Nachhaltigkeit, New Green Deal, Dekarbonisierung, Energiewende, Klima- und Umweltschutz
  • Erarbeitung von geeigneten Strategien und Umsetzungsmaßnahmen
  • Jährliche Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele und Begleitung allfälliger Anpassungen

Mitglieder des Nachhaltigkeitsausschusses

Name Funktion
Prof. Dr. Barbara Praetorius Vorsitzende
Dipl.-Ing. Eckhardt Rümmler stellvertretender Vorsitzender
Mag. Jürgen Roth Mitglied
Mag. Christa Schlager Mitglied
Doris Dangl Arbeitnehmervertreterin
Dr. Isabella Hönlinger Arbeitnehmervertreterin

Der Nachhaltigkeitsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2021 vier Sitzungen ab, in denen neben grund- legenden Zielsetzungen insbesondere das Reporting für Nachhaltigkeitsthemen sowie konkrete Schwerpunktthemen (z. B. Versorgungssicherheit und Klimaschutz, Arbeitssicherheit, Green Finance, Corporate Carbon Footprint) behandelt wurden.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 38

Zustimmungspflichtige Verträge – Interessenkollisionen

Im Geschäftsjahr 2021 lagen die nachfolgenden vom Aufsichtsrat der VERBUND AG entsprechend Aktiengesetz und Österreichischem Corporate Governance Kodex (Regel 49) genehmigten Verträge bzw. Geschäftsfälle zwischen dem VERBUND-Konzern und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen mit Nahebeziehungen zu Aufsichtsratsmitgliedern vor:

Aufsichtsratsmitglied Mag. Stefan Szyszkowitz

Zwischen VERBUND und dem Konzern der EVN, deren Vorstandssprecher Mag. Stefan Szyszkowitz ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits vor der Mitgliedschaft von Mag. Szyszkowitz im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung die- ser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2021 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 582 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Strom- und Netzbezüge durch verschiedene Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen betref- fend die VERBUND Innkraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, an der die EVN zu 45 % beteiligt ist.

Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Peter Weinelt

Zwischen VERBUND und dem Konzern der Wiener Stadtwerke, deren Geschäftsführer Dipl.-Ing.# Peter Weinelt

besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits vor der Mitgliedschaft von Dipl.-Ing. Peter Weinelt im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2021 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 818 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Netzbezüge durch Gesellschaften von VERBUND. Im Rahmen des zwischen VERBUND Energy4Business GmbH und Wien Energie bestehenden EFET Strom-Rahmenhandelsvertrags wurden zwei Einzelgeschäfte (< 210 Tsd. €) abgewickelt. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen betreffend die VERBUND Inn kraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, an der die Wiener Stadtwerke zu 45 % beteiligt sind. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat einen Kooperationsvertrag genehmigt, der der VERBUND Thermal Power GmbH gegen einen Kostenbeitrag von 1 Mio. € die Teilnahme an Wasserstofftests an einer Gasturbine der Wien Energie ermöglicht. Der Aufsichtsrat befasste sich auch im Geschäftsjahr 2021 mit möglichen (anderen) Interessenkollisionen bei Aufsichtsratsmitgliedern, die sich insbesondere aus Aktivitäten bzw. Beteiligungen im Energiebereich oder an Unternehmen, die in einem Konkurrenzverhältnis zum VERBUND-Konzern oder einzelnen Projekten stehen, ergeben könnten. Dabei wurden seitens der Aufsichtsratsmitglieder keine Interessenkonflikte gemeldet. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats besteht kein grundlegender Interessenkonflikt, der Maßnahmen nach sich ziehen müsste. Sollte es zu entsprechenden Konflikten kommen, werden rechtzeitig geeignete Maßnahmen, wie z. B. Stimmenthaltung oder Nichtteilnahme bei der Beratung und Abstimmung zu einzelnen Tagesordnungspunkten, zu setzen sein. Ein nach dem Rechnungshofbericht 2018 eingeholtes Gutachten bestätigt, dass seitens des Unternehmens ausreichende und angemessene Vorkehrungen getroffen wurden, damit mögliche Interessenkonflikte im Aufsichtsrat in angemessener Weise bewältigt werden.

Hauptversammlung

In der Hauptversammlung, die mindestens einmal jährlich stattfindet, nehmen die Aktionär:innen ihre Rechte wahr und üben ihr Stimmrecht aus. Dabei haben alle Aktionär:innen die Möglichkeit, im Rahmen ihres Auskunfts- und Antragsrechts mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Dialog zu treten und ihre Stellungnahmen abzugeben bzw. ihre Anliegen vorzubringen. Zu den wichtigsten Aufgaben bzw. Kompetenzen der Hauptversammlung gehören die Entscheidung über die Gewinnverwendung, die Wahl des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung. Die 74. o. Hauptversammlung der VERBUND AG wurde am 20. April 2021 aufgrund des COVID-19- bedingten Verbots von Präsenzveranstaltungen als virtuelle Hauptversammlung abgehalten. Die Tagesordnung und die gefassten Beschlüsse dieser Hauptversammlung sowie die Abstimmungsergebnisse können auf der Website unter www.verbund.com > Investor Relations > Hauptversammlung eingesehen werden. Nähere Informationen zur Hauptversammlung sind in den „Disclosures on Management Approach“ (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar.

Diversitätskonzept zur Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat (§ 243c Abs. 2 Z. 3 UGB)

Studien belegen, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen und über eine höhere Effektivität und Innovationskraft verfügen als homogen zusammengesetzte Gruppen. Das gilt auch für die Leitungsorgane von Unternehmen. Daher sollen bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats zusätzlich zu den allgemeinen und unternehmensspezifischen Anforderungen zur fachlichen und persönlichen Qualifikation auch die folgenden Grundsätze Anwendung finden, um die Vorteile unterschiedlicher Perspektiven für unternehmerische Entscheidungen optimal nutzen zu können:

Aufsichtsrat

Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats sind das Lebensalter seiner Mitglieder und die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, die ausgeglichene Vertretung der Geschlechter, die Internationalität sowie ein ausgewogener Ausbildungs- und Berufshintergrund der Mitglieder.

  • Alter: Angestrebt wird eine ausgewogene Altersstruktur der Mitglieder, wobei zwischen dem ältesten und dem jüngsten Mitglied ein Altersunterschied von rund zehn Jahren liegen soll, um die verschiedenen Sichtweisen der Generationen einfließen zu lassen. Kein Mitglied soll mehr als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Beide Grundsätze wurden im Berichtsjahr eingehalten.
  • Vertretung der Geschlechter: Seit der Neuwahl des Aufsichtsrats in der Hauptversammlung vom 16. Juni 2020 gehören dem Aufsichtsrat der VERBUND AG sieben Frauen an (vier Kapitalvertreterinnen und drei Arbeitnehmervertreterinnen). Mit diesem Anteil von 50 % wird nicht nur die gesetzliche Quote von 30 % des im Aufsichtsrat geringer vertretenen Geschlechts (bei VERBUND also Frauen) eingehalten (Gesamtbetrachtung), sondern auch dem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2011 entsprochen, wonach in Aufsichtsräten von Bundesbeteiligungen mindestens 35 % der Kapitalvertreter:innen Frauen sind.
  • Internationalität: Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern angehören (mindestens drei), die einen wesentlichen Teil ihrer beruflichen Tätigkeit im Ausland verbracht oder langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben. Dieser Anforderung wurde im Berichtsjahr entsprochen, wobei die Internationalität vor allem mit der Wahl von drei Mitgliedern aus Deutschland gestärkt wurde.
  • Ausbildungs- und Berufshintergrund: Angestrebt wird, dass die Aufsichtsratsmitglieder über möglichst breit gestreute Ausbildungen und Erfahrungen aus unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten verfügen. Im Aufsichtsrat soll ausgewiesene Kompetenz und Expertise in jedem der folgenden Bereiche von mindestens einem Aufsichtsratsmitglied eingebracht werden:
  • Rechtswissenschaften, Kapitalmarkt, Industrieexpertise, technische Fachkenntnisse, Finanzierungsexpertise, Expertise im Bereich Vertrieb, Digitalisierung und Innovation, Erfahrung mit regulierten Unternehmen, finanzwirtschaftliche Erfahrung sowie Erfahrung in strategischen Projekten (z. B. M&A), Erfahrung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt und Stakeholder Management.

Diese Diversitätskriterien wurden bei der Neuwahl des Aufsichtsrats in der Hauptversammlung vom 16. Juni 2020 in hohem Maß berücksichtigt, insbesondere die Aspekte Gender, Internationalität und Fachexpertise.

Vorstand

Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Vorstands sind ein ausgewogener Ausbildungs- und Berufshintergrund, die Internationalität sowie die Dauer der unveränderten Zusammensetzung.

  • Ausbildungs- und Berufshintergrund: Neben umfangreicher Managementerfahrung und umfassenden Branchenkenntnissen sollen Vorstandsmitglieder eine fundierte Ausbildung und einschlägige Berufserfahrung entweder im technischen oder im kaufmännisch-administrativen Bereich aufweisen.
  • Vertretung der Geschlechter: Es wird angestrebt, dass dem Vorstand mittelfristig eine Frau angehört.
  • Internationalität: Ein Teil der Vorstandsmitglieder soll einen wesentlichen Teil seiner beruflichen Tätigkeit im Ausland verbracht oder langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben.
  • Dauer der Zusammensetzung: Der Vorstand soll nicht länger als zehn Jahre in unveränderter Zusammensetzung bzw. Ressortverteilung arbeiten. Bei der Bestellung des Vorstands im Jahr 2018 hat der Aufsichtsrat diese Aspekte beachtet.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (§ 243c Abs. 2 Z. 2 UGB)

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich VERBUND gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. VERBUND behandelt seine Mitarbeiter:innen gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten. Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Hauptversammlung fällt bzw. von der Entsendung durch die Arbeitnehmervertretung abhängt. Mit Christine Catasta, Susan Hennersdorf, Barbara Praetorius und Christa Schlager sowie den Arbeitnehmervertreterinnen Doris Dangl, Isabella Hönlinger und Veronika Neugeboren gehören dem Aufsichtsrat der VERBUND AG sieben Frauen an, das entspricht einem Frauenanteil von 50 %. Per 31. Dezember 2021 sind konzernweit 15 Frauen in leitenden Positionen (erste und zweite Führungsebene) beschäftigt. Somit beträgt der Frauenanteil in leitenden Positionen 13,5 %. Der Frauenanteil am gesamten konzernweiten Personalstand beträgt 19,3 %. Seit 2012 übt eine weibliche Führungskraft ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Um die nachhaltige Verankerung und die Weiterentwicklung des betrieblichen Diversity Managements sicherzustellen, werden sämtliche Gleichbehandlungsagenden umfassend von der Diversity- und-Inclusion-Managerin wahrgenommen. Detaillierte Informationen zu den Frauenförderungsmaßnahmen finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel "Mitarbeiter:innen“.

VERBUND fördert Frauen durch verschiedene Maßnahmen, die hier exemplarisch aufgezählt werden:

  • Im Rahmen der VERBUND-Diversitätsstrategie ist die Dimension Geschlecht eine Schwerpunktdimension, für die Ziele und Maßnahmen vereinbart und umgesetzt werden.
  • Der Vorstand setzt einen Schwerpunkt für Gleichbehandlung im Unternehmen. Im Rahmen des Projekts Gender Balance wurden im Jahr 2021 zahlreiche Maßnahmen erarbeitet und bereits umgesetzt.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Der Konzernlagebericht bezieht sich auf den Konzernabschluss von VERBUND. Dieser wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Für Links und Verweise auf externe Quellen im Konzernlagebericht wird keine Haftung übernommen.

VERBUND entschied sich dazu, anstelle einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht laut § 267a UGB zu erstellen. Dieser Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) findet sich als separates Kapitel im Integrierten Geschäftsbericht.

Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2021 stiegen die Preise für Primärenergieträger stark. Trotzdem konnte sich die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr deutlich erholen. Der Ölpreis erhöhte sich um mehr als 60 %, der Gaspreis um 390 %, der Preis für Kohle um rund 65 %, und auch der Preis für CO 2 -Zertifikate verdoppelte sich 2021. Diese Entwicklungen führten dazu, dass auch die Preise für elektrische Energie sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt stark anstiegen. Die gesamte österreichische Stromnachfrage erhöhte sich 2021 aufgrund der wirtschaftlichen Erholung wieder. Gleichzeitig war die Inlandsstromerzeugung im Vergleich zu 2020 rückläufig, was zu einer Verschlechterung des Importsaldos führte. Die aktive Gestaltung der Energiezukunft steht im Mittelpunkt der neuen VERBUND-Strategie.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Deutliche Erholung der Weltwirtschaft 2021

Die Weltkonjunktur wuchs nach dem COVID-19-bedingten starken Einbruch 2020 im Jahr 2021 wieder deutlich. So lag laut dem Internationalem Währungsfonds (IWF) das globale Wachstum bei 5,9 %. Der IWF beobachtete aber auch eine Divergenz zwischen jenen Ländern, die Zugang zu Impfstoffen hatten, und jenen, die dies nicht hatten. Neben der COVID-19-Pandemie stellten Lieferkettenprobleme sowie die steigenden Commodity-Preise und die damit verbundene höhere Inflation das Wirtschaftswachstum vor große Herausforderungen. Der Anstieg der Wirtschaftsleistung lag für die USA laut dem IWF bei 5,6 % und für den Euroraum bei 5,2 %, wobei in Europa jene Länder mit den stärksten Wachstumseinbrüchen 2020 im Jahr 2021 ein vergleichsweise höheres Wachstum vorwiesen (u. a. Italien und Frankreich). Für Deutschland erwartete der IWF für 2021 eine vergleichsweise geringere Steigerung von 2,7 %. Für die kommenden Jahre hängt die wirtschaftliche Entwicklung neben den oben angeführten Themen v. a. von der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie ab. Bei aggressiveren Mutationen der Virusvariante und den damit verbundenen Lockdowns ist von einer Verschlechterung der Kennzahlen gegenüber 2021 auszugehen.

Für Österreich lagen die Prognosen des WIFO für das Wirtschaftswachstum bei 4,1 % für 2021 bzw. bei 5,2 % für 2022. Der Konjunkturaufschwung verlief sektoral heterogen, war insgesamt aber äußerst kräftig. Im zweiten Halbjahr 2021 wurde dieser aber durch Lieferengpässe, steigende Rohstoffpreise und neuerliche Lockdowns gebremst. Auch der Arbeitsmarkt erholte sich trotz schwächeren Wachstums im Tourismussektor zügig.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Höherer Stromverbrauch bei gleichzeitigem Rückgang der Stromerzeugung in Österreich

Österreichs Stromverbrauch (ohne Verbrauch für Pumpspeicherung, inklusive Netzverluste und Eigenbedarf der Kraftwerke) lag 2021 v. a. aufgrund der wirtschaftlichen Erholung mit 71,2 TWh um + 3,4 % über dem Vorjahr. Mit Ausnahme der Monate Jänner, Februar und Oktober lag der Stromverbrauch in den restlichen Monaten des Jahres 2021 über jenem des Vorjahres. Den stärksten Verbrauchsanstieg mit 15,2 % gab es im April 2021.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft verzeichnete mit – 5,5 % gegenüber 2020 einen deutlichen Rückgang. Die Erzeugung aus thermischen Kraftwerken in Österreich stieg hingegen 2021 um 2,1 % (+ 0,3 TWh) im Vergleich zum Vorjahr. Die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen ging aufgrund des geringeren Winddargebots nach 2020 auch im Jahr 2021 zurück. Im Jahr 2021 kam es zu einer um 1,0 % geringeren Erzeugungsmenge. Im Gegensatz zum Jahr 2020 gab es bei der „sonstige Erzeugung“ einen Rückgang (– 5,3 %). Darunter fallen sonstige erneuerbare Energieträger (ohne Biomasse, diese fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen. Insgesamt lag die Stromproduktion in Österreich 2021 mit 69,0 TWh um 3,3 % unter dem Vorjahreswert.

Der Importsaldo verschlechterte sich – beeinflusst durch die geringeren Erzeugungswerte bei gleichzeitig steigender Nachfrage – im Jahr 2021 ebenfalls gegenüber dem Vorjahr. Die Stromimporte stiegen 2021 um 7,8 %, die Stromexporte gingen um 15,2 % zurück, wodurch sich ein Importsaldo von – 7,5 TWh ergab.

Ölpreis: Preiserholung gegenüber dem Jahr 2020

Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2021 rund 71 $/bbl gegenüber rund 43 $/bbl im Jahr 2020. Dies entspricht einem Preisanstieg von mehr als 60 %. Nach dem starken Rückgang der Ölpreise im Zuge der COVID-19-Krise im Jahr 2020 (– 33 %) war der Ölmarkt im Jahr 2021 von einer ebenso starken Erholung der Preise geprägt. Hierbei traf eine wieder anziehende Nachfrage durch die wirtschaftliche Erholung auf eine nur zögerliche Angebotsausweitung vor allem durch die OPEC+. Auch die stark gestiegenen Preise für Gas und Kohle trieben die Ölpreise stark an, da Öl als Energieträger nun zunehmend als Substitut in Betracht kam.

Starker Preisanstieg bei Gas

Am europäischen Handelspunkt NCG (ab 1. Oktober 2020 THE – Trading Hub Europe) lagen die Preise am Spotmarkt im Jahresdurchschnitt 2021 bei rund 47 €/MWh und damit um 37 €/MWh bzw. 390 % über dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden 2021 Lieferkontrakte für das kommende Jahr (NCG- Frontjahr) mit rund 34 €/MWh abgerechnet. Das sind um rund 20 €/MWh bzw. 146 % mehr, als 2020 für das Frontjahr bezahlt werden musste. Vor allem die wieder anspringende Konjunktur mit vermehrter Gasnachfrage (vorrangig in Asien), aber auch Lieferschwierigkeiten und schlecht gefüllte Gasspeicher in Europa führten zu dieser Preisrallye. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine brachte zusätzlich Spannungen in den europäischen Gasmarkt.

Anstieg beim Preis für Kraftwerkskohle

In 2021 kam es gegenüber dem Vorjahr auch bei Kraftwerkskohle zu einem deutlichen Preisanstieg. Mit durchschnittlich 95 $/t lag der Kohlepreis am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 37 $/t bzw. 64 % über dem Vorjahreswert. Auch die Kohlepreise am Spotmarkt stiegen deutlich an. Diese lagen 2021 mit durchschnittlich 122 $/t um 144 % über den durchschnittlichen Notierungen des Vorjahres. Dieser Preisanstieg hatte mehrere Ursachen: In Europa führten die stark gestiegenen Gaspreise sowie eine schwache Erneuerbaren Stromerzeugung zu vermehrter Kohleverstromung, in Asien hatte die wirtschaftliche Erholung eine starke Nachfrageausweitung zur Folge. Diese traf vor allem in China auf ein stockendes Angebot. Nach mehreren katastrophalen Grubenunglücken wurde eine neue Sicherheitskampagne im Bergbau ausgerufen. Als Folge davon, aber auch durch Überschwemmungen in den kohleproduzierenden Regionen verlangsamte sich die Kohleproduktion deutlich.

Preisentwicklung Kohle, Öl und Gas in €/MWh thermisch
2017  2018  2019  2020  2021
Monatsdurchschnittspreise, Terminmarkt Frontjahr
Quelle: ICE, EEX
Heizöl  1,0%  Kohle ARA  Gas NCG

Steigender CO 2 -Preis

Nach dem durch die COVID-19-Krise gekennzeichneten Jahr 2020 kam es 2021 auch auf dem CO 2 - Markt zu einer deutlichen Erholung: Lagen die Preise zu Jahresbeginn bei etwas unter 35 €/t (Terminmarkt Frontjahr), so stiegen diese im Laufe des Jahres auf rund 80 €/t zu Jahresende. Die Gründe für diesen Preisanstieg lagen in den verschärften Klimazielen der EU, der wirtschaftlichen Erholung sowie vermehrten CO 2 -Emissionen im Zuge der stark zugenommenen Kohleverstromung aufgrund sehr hoher Gaspreise und einer schwachen Winderzeugung. 2021 lag der CO 2 -Preis mit durchschnittlich 54 €/t damit mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Niveau von 2020 mit 25 €/t.

Stark steigende Preise am Stromgroßhandelsmarkt

Der Stromgroßhandelsmarkt war 2021 geprägt von einem deutlichen Preisanstieg sowohl am Spotmarkt als auch am Terminmarkt. Beide Märkte waren beeinflusst von den stark steigenden CO 2 - und Primärenergiepreisen sowie der wieder anziehenden Stromnachfrage in Europa. Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX Spot für Grundlaststromlieferungen (Base) im Marktgebiet Österreich lag im Jahr 2021 mit 107 €/MWh um 222 % über jenem des Vorjahres.Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit 127 €/MWh zudem um 219 % über dem Mittelwert von 2020. Für das Marktgebiet Deutschland betrug der durchschnittliche Preis für sofortige Grundlaststromlieferungen (Base) im Jahr 2021 97 €/MWh (+ 218 % gegenüber dem Vorjahr), jener für Spitzenenergie (Peak) 116 €/MWh (+ 208 %). Ab September 2021 machte der Spotpreis für Base im deutschen Marktgebiet im Durchschnitt deutlich über 100 €/MWh aus, im Dezember 2021 sogar über 200 €/MWh. Dies markierte ein historisches Hoch. In Österreich lagen die Preise in diesem Zeitraum sogar noch deutlich höher. Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2021 für das Marktgebiet Österreich Grundlast für 2022 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 91 €/MWh und Spitzenenergie (Frontjahr-Peak) mit 110 €/MWh gehandelt. Das entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 110 %. Für das Marktgebiet Deutschland lagen die Preise für Frontjahr-Base im Jahr 2021 im Durchschnitt bei 88 €/MWh und für Frontjahr-Peak bei 107 €/MWh. Das entspricht einem Anstieg von rund 120 %.

Strompreisentwicklung am Spotmarkt (Base) in €/MWh

|           | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
| :-------- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Base AT   |      |      |      |      |      |
| Base DE   |      |      |      |      |      |

Bis 30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Monatsdurchschnittspreise Quelle: EPEX Spot

CO2-Zertifikatepreise in €/t CO2

|         | 2019 | 2020 | 2021 |
| :------ | :--- | :--- | :--- |
| EUA     | 25,1 | 54,0 | 25,2 |

Front-Year-Future; Jahresdurchschnittswerte Quelle: ICE

VERBUND vermarktet den Großteil der Stromerzeugung im Voraus am Terminmarkt, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2021 hatte nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode.

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen

EU-Energiepolitik

EU-Klimagesetz

Zentrales Vorhaben des bereits 2019 vorgestellten EU Green Deals – des zentralen europäischen Strategiedokuments für Energie und Klimapolitik – ist die Anhebung der Klimaambitionen der EU für 2030 und für 2050. Mit dem 2021 verabschiedeten EU-Klimagesetz wurde die ambitionierte Zielsetzung der Union auch gesetzlich festgelegt. Für 2030 hat die EU-Kommission das Ambitionsniveau von – 40 % Treibhausgasreduktion auf – 55 % (Vergleichsjahr 1990) angehoben, für 2050 erfolgte eine Anhebung des Reduktionsziels von bisher – 80 % bis – 95 % Treibhausgasreduktion auf das Ziel der Klimaneutralität (Vergleichsjahr 1990).

Legislativpaket „Fit for 55“

Mitte Juli 2021 hat die EU-Kommission in einem umfassenden Legislativpaket „Fit for 55“ die Umsetzung und die Ausgestaltung des Zielpfads für die angestrebte Treibhausgasreduktion weiter detailliert. Das Paket umfasst zwölf Legislativvorschläge und weitere nicht-legislative Mitteilungen. Zentral für die Zielerreichung ist die Reform des EU ETS, durch die der lineare Reduktionsfaktor (Kürzung der jährlich ausgegebenen CO2-Zertifikate) von 2,2 % p. a. auf 4,2 % p. a. angehoben werden und es zu einer einmaligen Gesamtreduktion der verfügbaren Emissionszertifikate kommen soll. Des Weiteren soll die Summe an zugeteilten Gratiszertifikaten schneller reduziert werden. Ab 2026 soll die Schifffahrt in das EU ETS integriert und ein separates Emissionshandelssystem für Verkehr und Gebäude eingeführt werden. Im Hinblick auf die Revision der Erneuerbaren-Richtlinie („RED3“) beabsichtigt die EU-Kommission, das EU-Endverbrauchsziel für erneuerbare Energien für 2030 von derzeit 32 % auf 40 % anzuheben. Hinzu kommen ambitioniertere 2030-Unterziele für erneuerbare Energien im Verkehrs- (13 % Treibhausgasreduktion) sowie Wärme- und Kältebereich (+ 1,1 % verbindliches jährliches Wachstum des Anteils erneuerbarer Energien). Für erneuerbaren Wasserstoff sieht der Vorschlag eine Ausweitung der unter der derzeit geltenden RED2 ausschließlich auf den Transportsektor anzuwendenden Regeln zur

Strompreisentwicklung am Terminmarkt (Base) in €/MWh

|                  | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
| :--------------- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Front-Year-Base AT |      |      |      |      |      |
| Front-Year-Base DE |      |      |      |      |      |

2017 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Achsenbezeichnung bezieht sich auf den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauffolgenden Jahr. Monatsdurchschnittspreise Quelle: EEX

Produktion von grünem Wasserstoff aus Elektrolyse auf alle Endverbrauchssektoren vor. Weiters sieht der Entwurf der RED3 bis 2030 auch eine Quote von 50 % für erneuerbaren Wasserstoff in der Industrie vor (bemessen an der Gesamtmenge des insgesamt verkauften Wasserstoffs). Auch in der Energieeffizienzrichtlinie ist eine erhebliche Zielanhebung für 2030 vorgesehen und zwar auf 39 % bzw. 36 % des Primär- bzw. Endenergieverbrauchs (derzeit jeweils 32,5 %). Dies schlägt sich in einer höheren jährlichen Energieeinsparverpflichtung für die Mitgliedstaaten von 1,5 % nieder (derzeit 0,8 %). Ein weiterer zentraler Bestandteil des Pakets ist der Vorschlag für einen Carbon Border Adjustment Mechanism, also eine Art CO2-Ausgleichszoll für kohlenstoffintensive Sektoren. Die EU-Kommission drängt auf eine Verabschiedung der Gesetze bis 2023, um genug Zeit für die Zielerreichung 2030 zu haben.

Sustainable Finance – Taxonomie-Verordnung

Im April veröffentlichte die EU-Kommission basierend auf der Sustainable-Finance-Taxonomie-Verordnung den delegierten Rechtsakt zu den technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Laut den technischen Bewertungskriterien ist die Stromerzeugung aus Windkraft und Solarenergie vollständig als nachhaltig im Sinne der Taxonomie anzusehen. Für die Stromerzeugung aus Wasserkraft gilt dies im Grundsatz ebenfalls, allerdings sieht der delegierte Rechtsakt einige weitere Nachweise zur Nachhaltigkeit von Wasserkraftwerken vor. Zum Zeitpunkt der Berichtsveröffentlichung lag ein Vorschlag der EU-Kommission vor, der Investitionen in die Stromerzeugung aus Atom- und Gaskraftwerken unter bestimmten Umständen als nachhaltig einstuft. Der Vorschlag wird derzeit durch den Europäischen Rat und das Europäische Parlament geprüft. Im Juli veröffentlichte die EU-Kommission zudem einen delegierten Rechtsakt mit Details zu Berichtspflichten, die aus der Taxonomie-Verordnung für Unternehmen ab 2022 erwachsen werden.

IPCEI Wasserstoff – Important Projects of Common European Interest

Im August 2021 hat Österreich eine Auswahl von österreichischen Wasserstoffprojekten im Rahmen der industriepolitischen IPCEI Initiative bei der EU-Kommission pränotifiziert. Im Falle einer Zuerkennung des IPCEI-Status durch die EU-Kommission können die Projekte beihilfenrechtlich bevorzugt behandelt werden. Österreich hat hierfür 125 Mio. € aus den Mitteln der EU-Wachstumsinitiative Recovery & Resilience Fund vorgesehen. Drei VERBUND-Projekte (Carbon2Product Austria sowie zwei modulare Teilprojekte von Green Hydrogen@Blue Danube) sind Teil des Pränotifizierungsdokuments. Eine Förderzusage ist aus der Pränotifizierung noch nicht ableitbar.

Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package

Mitte Dezember 2021 wurde von der EU-Kommission das sogenannte Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package (auch Gaspaket) vorgelegt. Dabei handelt es sich um das Schwesterpaket zum „Fit for 55“-Paket, das sich mit der Integration dekarbonisierter Gase (blauer Wasserstoff aus Erdgas plus CCS/CCU) sowie sogenannter Low-carbon-Gase (nuklearer Wasserstoff) beschäftigt. Mit dem Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package wird eine einheitliche Nomenklatur für Wasserstoff vorgestellt, die den Wasserstoff entlang der Herstellungsart (erneuerbar oder fossiler Ursprung) und seiner finalen CO2-Lebenszyklusemissionen einteilt. Weiters wird die Frage der zukünftigen Nutzung der Gasinfrastruktur behandelt. Außerdem werden konkrete Regelungen zum Bau und zum Betrieb von Wasserstoffnetzen vorgeschlagen. Diese werden um Regelungen zur Konversion bestehender Gasnetzinfrastruktur ergänzt.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen

Am 7. Juli 2021 wurde das EAG im Nationalrat beschlossen. Mit dem EAG soll das Ziel 100 % erneuerbarer Strom bis 2030 (national, bilanziell) umgesetzt werden. Dafür sind technologiespezifische Ausbaupfade vorgesehen. Das jährliche Fördervolumen soll (im Dreijahresmittel) 1 Mrd. € nicht übersteigen. Für einkommensschwache Haushalte wurde eine Kostendeckelung der Erneuerbaren-Beiträge vorgesehen. Für Wasserkraftanlagen sieht das EAG zum größten Teil eine Förderung mittels administrativ festgelegter Marktprämien vor, und zwar bis 25 MW (bzw. bei größeren Anlagen für die ersten 25 MW) für Neubau-, Erweiterungs- und Revitalisierungsprojekte. Das jährliche Vergabevolumen beträgt insgesamt 100 MW, wobei aufgrund beihilfenrechtlicher Einwände der EU-Kommission 20 MW gemeinsam mit den Windkraftprojekten ausgeschrieben werden. Um förderbar zu sein, müssen Revitalisierungsprojekte bei Anlagen bis 1 MW eine Steigerung von Regelarbeitsvermögen/Engpassleistung von 5 % erreichen, bei Anlagen über 1 MW ist eine Steigerung von 3 % vorgeschrieben. Photovoltaikanlagen ab 10 kWp werden über Ausschreibung von Marktprämien gefördert, für Anlagen bis 1 MWp sind auch Investitionszuschüsse möglich. Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Grünland oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sind (mit Ausnahmen) Abschläge von 25 % vorgesehen. Windkraftanlagen ab 1 MW werden 2022 über eine administrative Vergabe und ab 2023 über Ausschreibungen von Marktprämien gefördert. Um auch weniger ertragreiche Standorte ausbauen zu können, ist ein Standortdifferenzierungsmodell vorgesehen. Für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) sind ein Lokalbereich (NE 6, NE 7) und ein Regionalbereich (NE 5, teilweise NE 4) als räumliche Eingrenzung bestimmt. Damit verbunden ist insbesondere eine Befreiung von Netzentgelten der vorgelagerten Netzebenen, aber auch andere Begünstigungen.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

TCFD

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland

Mit dem im Sommer 2021 vom deutschen Bundestag beschlossenen Klimaschutzgesetz 2021 wurden die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 verbindlich verankert. Begleitend zum Gesetzesentwurf wurde von der deutschen Bundesregierung ein Sofortprogramm zur Unterstützung der ambitionierten Ziele verabschiedet. Bis 2030 sollen die Emissionen um 65 % gegenüber 1990 sinken. Für 2040 wird eine Zielmarke von 88 % weniger Treibhausgasen festgelegt. Auch in den einzelnen Wirtschaftssektoren wie Verkehr oder Energie werden neue, ambitioniertere Zielmarken fixiert. Den Ausbau der erneuerbaren Energien sollen neben ambitionierten Ausbauzielen auch Neuerungen bei Genehmigungsverfahren beschleunigen. Die Erneuerung von Kraftwerken soll künftig mit weniger Hürden verbunden sein. Dadurch könnten bestehende Windkraftanlagen leichter durch neue ersetzt werden. Für die Genehmigung wird künftig nur noch die Frage entscheidend sein, ob mit dem Ersetzen der Anlage eine Verbesserung für die Umwelt einhergeht. Die mit Dezember 2021 neu ins Amt gekommene Bundesregierung wird den eingeschlagenen Weg zur Klimaneutralität 2045 fortsetzen und will die Erreichung der Klimaziele mit einer weiteren Forcierung des Erneuerbaren-Ausbaus sowie einem Klimacheck für alle Gesetzesentwürfe erreichen. Anhand einer mehrjährigen Gesamtrechnung der Klimaschutzpolitik soll die Zielerreichung zukünftig überprüft werden.

TCFD

Finanzen

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Großhandelspreise für Strom

VERBUND kontrahierte den Großteil der eigenen Stromerzeugung des Jahres 2021 bereits 2019 und 2020 am Terminmarkt. Aufgrund der Trennung der gemeinsamen Preiszone Deutschland und Österreich stellten sich ab Oktober 2018 in Österreich eigene, höhere Preise ein. Die Preise für Frontjahr-Base AT 2021 (gehandelt 2020) erreichten im Jahresdurchschnitt 42,8 €/MWh, die Preise für Frontjahr-Base DE lagen bei 40,2 €/MWh. Damit sanken die Terminmarktpreise um 16,4 % bzw. 16,0 % gegenüber dem Vorjahr. Frontjahr-Peak AT wurde mit durchschnittlich 52,0 €/MWh, Frontjahr-Peak DE mit 49,0 €/MWh gehandelt. Damit lagen auch die Terminmarktpreise im Frontjahr-Peak-Bereich um 16,3 % bzw. 14,9 % unter dem Vorjahresniveau. Die Rückgänge sind im Wesentlichen auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

Am Spotmarkt AT sowie am Spotmarkt DE zogen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom in den Quartalen 1– 4/2021 nach dem COVID-19-bedingten starken Rückgang im Vorjahr dagegen deutlich an. Die Preise für Grundlast erhöhten sich in Österreich um durchschnittlich 222,4 % auf 106,8 €/MWh, in Deutschland um 217,9 % auf 96,8 €/MWh. Jene für Spitzenlast stiegen in Österreich um 218,7 % auf 127,3 €/MWh und in Deutschland um 208,3 % auf 115,5 €/MWh. Diese massiven Anstiege sind auf die stark gestiegenen CO2- und Primärenergiepreise zurückzuführen.

Entwicklung der Wasserführung

Die Wasserführung der Flüsse ist für VERBUND von besonderer Bedeutung, da rund 94 % des Stroms aus Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00 steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2021 lag der Erzeugungskoeffizient der Lauf- und Laufschwellkraftwerke mit 0,95 um 5 Prozentpunkte unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert (1,01). Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar: Quartal 1: 0,99 (Vorjahr: 1,09), Quartal 2: 0,93 (0,86), Quartal 3: 1,03 (1,05) und Quartal 4: 0,83 (1,11).

Futurespreise €/MWh                                
|                               | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
|---------------------------------|------|------|------|------|------|
| Frontjahr-Base DE               | 27   | 32   | 44   | 48   | 40   |
| Frontjahr-Base AT               | 17   | 18   | 19   | 20   | 21   |
| Frontjahr-Peak DE               | 34   | 44   | 38   | 30   | 97   |
| Frontjahr-Peak AT               | 21   | 21   | 21   | 21   | 21   |

Futurespreise im Jahr vor der Lieferung gehandelt. Die angegebenen Jahre sind jeweils die Lieferjahre.
2017 – 2018: Marktgebiet Deutschland/Österreich. Ab 2019: Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich.
Spotpreise: 1.1.2017 – 30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich. Durchschnittswerte.

Spotmarktpreise €/MWh                               
|                               | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
|---------------------------------|------|------|------|------|------|
| Spot Base DE                    | 27   | 32   | 47   | 51   | 43   |
| Spot Base AT                    | 34   | 44   | 38   | 30   | 97   |
| Spot Peak DE                    | 21   | 21   | 21   | 21   | 21   |
| Spot Peak AT                    | 21   | 21   | 21   | 21   | 21   |

Quelle: EEX, EPEX Spot

Stromaufbringung und -absatz

Die Eigenerzeugung von VERBUND fiel in den Quartalen 1– 4/2021 um 2.176 GWh bzw. 6,5 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 auf 31.306 GWh. Die Erzeugung aus Wasserkraft reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2.185 GWh. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,95 um 6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres und um 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke fiel in den Quartalen 1– 4/2021 gegenüber 2020 um 6,9 %. Dabei überstiegen die Auswirkungen aus Speicheraufbau und einem etwas geringeren Zufluss die höhere Erzeugung aus Wälzbetrieb. Die von den Windkraftanlagen von VERBUND in den Quartalen 1– 4/2021 produzierte Menge an Strom lag in der Berichtsperiode aufgrund des geringen Winddargebots in allen Märkten (Österreich, Deutschland, Rumänien) um 84 GWh unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung aus Photovoltaikanlagen lag im Jahr 2021 bei 2,1 GWh. Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg dagegen in den Quartalen 1– 4/2021 um 91 GWh. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach produzierte im Berichtszeitraum aufgrund des marktgetriebenen Einsatzes zur Fernwärmeproduktion im Quartal 4/2021, trotz geringerer Engpassmanagementmengen, um 437 GWh mehr Strom als in der Vorjahresberichtsperiode. Das Fernheizkraftwerk Mellach, das seit Ende des Quartals 1/2020 ausschließlich im Gasbetrieb eingesetzt wird, kam nur kurzzeitig zum Einsatz und wies eine um 345 GWh geringere Erzeugung aus. Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb fiel um 2.126 GWh. Der Fremdbezug von Strom zur Deckung von Verlust- und Regelenergie stieg hingegen um 587 GWh.

Stromaufbringung Konzern GWh                
|---------------------------------|---------|---------|----------|
|                                 | 2020    | 2021    | Veränderung|
| Wasserkraft 1                   | 31.525  | 29.340  | – 6,9 %  |
| Windkraft                       | 924     | 839     | – 9,1 %  |
| Photovoltaik 1                  | 2       | –       |          |
| Wärmekraft 1                    | 1.033   | 1.125   | 8,8 %    |
| Eigenerzeugung                  | 33.482  | 31.306  | – 6,5 %  |
| Fremdbezug Handel & Vertrieb    | 29.918  | 27.793  | – 7,1 %  |
| Fremdbezug Verlust- und Regelenergie | 3.588   | 4.175   | 16,4 %   |
| Stromaufbringung                | 66.989  | 63.274  | – 5,5 %  |

1 inkl. Bezugsrechten

Der Stromabsatz von VERBUND ist in den Quartalen 1– 4/2021 um 3.845 GWh gefallen. Die an Endkund:innen gelieferten Strommengen stiegen um 636 GWh. Nach dem COVID-19-bedingten Rückgang im Vorjahr stiegen sowohl die Mengen an Inlands- als auch Auslandskund:innen. Im Privatkund:innenbereich belief sich der Kund:innenstock per 31. Dezember 2021 auf rund 527.000 Strom- und Gaskund:innen. Der Absatz an Weiterverteiler sank hingegen im Vergleich zum Vorjahr um 2.116 GWh, hauptsächlich bedingt durch geringere Liefermengen im Inland. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen fielen bedingt durch ein geringeres Spothandelsvolumen um 2.366 GWh. Der Eigenbedarf an Strom stieg um 61 GWh. Diese Entwicklung ist vor allem dem höheren Einsatz der Kraftwerke im Wälzbetrieb geschuldet.

Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern GWh      
|---------------------------------|---------|---------|----------|
|                                 | 2020    | 2021    | Veränderung|
| Endkund:innen                   | 13.568  | 14.204  | 4,7 %    |
| Weiterverteiler                 | 29.009  | 26.893  | – 7,3 %  |
| Händler                          | 20.164  | 17.799  | – 11,7 % |
| Stromabsatz                     | 62.741  | 58.896  | – 6,1 %  |
| Eigenbedarf                     | 3.327   | 3.388   | 1,8 %    |
| Regelenergie                    | 921     | 990     | 7,5 %    |
| Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf | 66.989  | 63.274  | – 5,5 %  |

VERBUND setzte in den Quartalen 1– 4/2021 rund 56 % des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab (Vorjahr: rund 55 %). Der deutsche Markt bildete mit rund 81 % der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten im Jahr 2021.

Stromabsatz nach Ländern GWh               
|---------------------------------|---------|---------|----------|
|                                 | 2020    | 2021    | Veränderung|
| Österreich                      | 34.469  | 33.185  | – 3,7 %  |
| Deutschland                     | 23.098  | 20.798  | – 10,0 % |
| Frankreich                      | 4.284   | 4.191   | – 2,2 %  |
| Rumänien                        | 875     | 669     | – 23,5 % |
| Sonstige                        | 15      | 53      | –        |
| Stromabsatz                     | 62.741  | 58.896  | – 6,1 %  |

Ertragslage

Ergebnispositionen Mio.# Finanzbericht 2021

Ergebnisentwicklung

2020 2021 Veränderung
EBITDA 1.292,8 1.579,0 22,1 %
Bereinigtes EBITDA 1.292,8 1.579,0 22,1 %
Operatives Ergebnis 921,9 1.266,8 37,4 %
Konzernergebnis 631,4 873,6 38,3 %
Bereinigtes Konzernergebnis 610,4 798,6 30,8 %
Ergebnis je Aktie in € 1,82 2,51 38,3 %
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie in € 0,75 1,05 40,0 %

Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021 konnte deutlich gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 22,1 % auf 1.579,0 Mio. €. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 38,3 % auf 873,6 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,95 um 6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres und um 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke fiel in den Quartalen 1– 4/2021 gegenüber 2020 um 6,9 %. Die Erzeugung aus Wasserkraft reduzierte sich somit im Vergleich zum Vorjahr um 2.185 GWh.

Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten hingegen die deutlich gestiegenen Spotmarktpreise sowie die Preise für kurzfristige Futures auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Die Terminmarktpreise waren im relevanten Betrachtungszeitraum hingegen rückläufig. Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte somit deutlich um 10,2 €/MWh auf 54,8 €/MWh gesteigert werden.

Ein positiver Ergebnisbeitrag resultierte darüber hinaus aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH (GCA), des regulierten Gasfern- und verteilnetzbetreibers in Österreich, der mit Wirkung vom 31. Mai 2021 erworben wurde.

Die Konzernergebnisse der Geschäftsjahre 2020 und 2021 waren auch von Einmaleffekten beeinflusst. Diese betrafen insbesondere Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen sowie im Finanzergebnis die Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung. Insgesamt waren 2021 im Konzernergebnis positive Einmaleffekte in Höhe von 75,0 Mio. € (2020: 21,0 Mio. €) zu verzeichnen. Bereinigt um diese Einmaleffekte stieg das Konzernergebnis um 30,8 % auf 798,6 Mio. €.

Dividende

In der Hauptversammlung am 25. April 2022 wird eine Dividende von 1,05 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2021 vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 2021 41,8 %, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis 45,7 %. Im Jahr 2020 war eine Dividende von 0,75 € pro Aktie ausgeschüttet worden, die Ausschüttungsquote lag bei 41,3 % bezogen auf das berichtete Konzernergebnis bzw. bei 42,7 % bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis.

Erlöspositionen

Erlöspositionen Mio. € 2020 2021 Veränderung
Stromerlöse 2.814,0 3.833,3 36,2 %
Netzerlöse 497,3 735,0 47,8 %
Sonstige Erlöse 138,4 208,4 50,5 %
Umsatzerlöse 3.449,8 4.776,6 38,5 %

Stromerlöse

Die Stromerlöse von VERBUND stiegen 2021 um 1.019,2 Mio. € auf 3.833,3 Mio. €. Der starke Anstieg in den Stromerlösen ist auf die massive Erhöhung der Großhandelspreise für Strom zurückzuführen. Bezogen auf die Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte der durchschnittlich erzielte Absatzpreis deutlich um 10,2 €/MWh auf 54,8 €/MWh gesteigert werden. Dieser Anstieg resultierte aus den deutlich gestiegenen Spotmarktpreisen sowie den Preisen für kurzfristige Futures auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Die Terminmarktpreise waren im relevanten Betrachtungszeitraum hingegen rückläufig. Der mengenmäßige Stromabsatz ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3.845 GWh bzw. 6,1 % gesunken.

Netzerlöse

Im Jahr 2021 sind die Netzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 237,7 Mio. € auf 735,0 Mio. € gestiegen. Der Erlösanstieg der Austrian Power Grid AG (APG) in Höhe von 113,9 Mio. € ist maßgeblich auf einen Anstieg in der Ausgleichsenergieverrechnung sowie höhere Erlöse aus der Versteigerung von Grenzkapazitäten zurückzuführen. Darüber hinaus ist ein aus Mengeneffekten resultierender Anstieg bei den nationalen Tariferlösen zu verzeichnen. Rückläufig hingegen sind die internationalen Netznutzungserlöse aus der Inter-TSO-Compensation. Erhöhend auf die Netzerlöse wirkte darüber hinaus die erstmalige Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH (GCA), des regulierten Gasfern- und verteilnetzbetreibers in Österreich, der mit Wirkung vom 31. Mai 2021 erworben wurde.

Sonstige Erlöse und sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen Erlöse erhöhten sich um 69,9 Mio. € auf 208,4 Mio. €. Die Fernwärmeerlöse stiegen bedingt durch den Beginn des neuen Wärmeliefervertrags des Gas-Kombikraftwerks Mellach per 1. Oktober 2021 deutlich an. Positiv wirkten darüber hinaus höhere Erlöse aus Gaslieferungen und Emissionszertifikaten. Zusätzlich wirkte die Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH und der SMATRICS GmbH & Co KG positiv. Rückläufig waren hingegen die Erlöse aus dem Verkauf von Grünstromzertifikaten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 19,9 Mio. € auf 97,4 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die zugesagte Versicherungsentschädigung im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 12. Dezember 2017 in der Gasstation Baumgarten der Gas Connect Austria GmbH zurückzuführen. Darüber hinaus stiegen die aktivierten Eigenleistungen.

Dividende je Aktie in €

Aufwendungen

Aufwendungen Mio. € 2020 2021 Veränderung
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 1.404,4 2.612,6 86,0 %
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 78,8 250,1
Personalaufwand 347,6 383,7 10,4 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 276,3 318,3 15,2 %

Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

Die Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug stiegen um 1.208,2 Mio. € auf 2.612,6 Mio. €. Der Fremdstrombezug für das Handels- und Vertriebsgeschäft sowie für die Verlust- und Regelenergie verringerte sich insgesamt um 1.539 GWh. Deutlich aufwandserhöhend wirkten hingegen die höheren Beschaffungspreise, bedingt durch das insgesamt gestiegene Großhandelspreisniveau für Strom. Die Aufwendungen für den Strombezug stiegen daher gegenüber dem Vorjahr um 1.149,5 Mio. €. Die Aufwendungen für den Netzbezug sanken um 4,7 Mio. €, die Aufwendungen für den Gasbezug erhöhten sich um 54,9 Mio. €.

Brennstoffeinsatz

Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatz-/umsatzabhängigen Aufwendungen stiegen um 171,3 Mio. € auf 250,1 Mio. €. Der Gasaufwand erhöhte sich insbesondere aufgrund der stark gestiegenen Gaspreise deutlich, auch die Erzeugung lag über dem Vorjahresniveau (Details siehe Kapitel „Stromaufbringung und Absatz“). Aufwandserhöhend wirkten darüber hinaus die höheren Aufwendungen für Emissionszertifikate, ebenso bedingt durch den deutlichen Preisanstieg. Die Einstellung des Kohlebetriebs des Fernheizkraftwerks Mellach per 31. März 2020 führte hingegen zu einem Wegfall des Kohleaufwands.

Personalaufwand

Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 36,1 Mio. € auf 383,7 Mio. €. Der Anstieg ergab sich im Wesentlichen aus der Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH und der SMATRICS GmbH & Co KG mit in Summe 383 Mitarbeiter:innen. Darüber hinaus erhöhte die für die Umsetzung strategischer Wachstumsprojekte erforderliche Aufnahme weiterer Personalressourcen den Personalaufwand ebenso wie die Kollektivvertragserhöhung in Höhe von 1,5 %.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 42,1 Mio. € auf 318,3 Mio. €. Der Anstieg ergab sich im Wesentlichen aus der Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH. Des Weiteren ist der Anstieg auch auf gestiegene Fremdlieferungen und -leistungen für die Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte, höhere Informatikaufwendungen sowie gestiegene Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen zurückzuführen.

Bewertung und Realisierung von Energiederivaten

Ab der Berichtsperiode 2021 werden Ergebnisse aus der Bewertung von Energiederivaten sowie Realisierungen aus Futures, für die kein Hedge Accounting gemäß IFRS 9 angewendet wird, nicht mehr unter den Umsatzerlösen und dem Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug dargestellt, sondern in einer separaten Position als „Bewertung und Realisierung von Energiederivaten“ zusammengefasst. Das Berichtsjahr 2021 zeigt ein Ergebnis von 269,7 Mio. € (Vorjahr: – 127,4 Mio. €). Das positive Ergebnis resultierte vor allem aus einem Überhang von positiven Realisierungen von Future-Käufen an der Börse aufgrund der stark gestiegenen Strompreise. Als realisiert gilt ein Future bei Erfüllungen oder Kaskadierung des Kontrakts. Die Produkte werden dabei nach dem letzten Handelstag des jeweiligen Produkts durch gleichwertige Positionen in Quartals- bzw. Monatsfutures ersetzt.

EBITDA

Infolge dieser Entwicklungen stieg das EBITDA um 22,1 % auf 1.579,0 Mio. €.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen um 38,5 Mio. € auf 417,3 Mio. €. Dies ist neben der Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH insbesondere auf das gestiegene Investitionsvolumen zurückzuführen.

Wertminderungen

Die Wertminderungen in Höhe von 9,9 Mio. € betrafen im Wesentlichen den Firmenwert der Gas Connect Austria GmbH in Höhe von 8,8 Mio. €. Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 25,0 Mio. € betrafen im Wesentlichen das Gas-Kombikraftwerk Mellach in Höhe von 14,9 Mio. € und das Laufwasserkraftwerk Gries in Höhe von 5,6 Mio. €. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt.

Wertaufholungen

Die Wertaufholungen in Höhe von 115,0 Mio. €, die vor allem auf gestiegene Strompreisannahmen zurückzuführen sind, resultierten im Wesentlichen aus der Wertaufholung der Windparks in Rumänien in Höhe von 58,3 Mio. €, des Gas-Kombikraftwerks Mellach in Höhe von 24,5 Mio. €, der Speicherkraftwerksgruppe Malta und Reißeck in Höhe von 11,7 Mio. € und der Speicherkraftwerksgruppe Zemm- Ziller in Höhe von 9,0 Mio. €. Die Wertaufholungen im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 32,9 Mio. € resultierten aus der Wertaufholung der Windparks in Rumänien.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

59 Finanzergebnis Mio. €

2020 2021 Veränderung
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 28,8 34,8 20,8 %
Sonstiges Beteiligungsergebnis 10,3 19,5 90,0 %
Zinsertrag 32,1 38,4 19,5 %
Zinsaufwand – 81,0 – 77,8 – 4,0 %
Übriges Finanzergebnis 32,8 – 15,8
Wertminderungen 0,0 – 18,3
Wertaufholungen 3,4 16,8
Finanzergebnis 26,4 – 2,4

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stieg um 6,0 Mio. € auf 34,8 Mio. €. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Ergebnisbeiträge der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft.

Sonstiges Beteiligungsergebnis

Das sonstige Beteiligungsergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Mio. € auf 19,5 Mio. €. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem Einmaleffekt aus der Übergangskonsolidierung der SMATRICS GmbH & Co KG. Weitere Details zur Vollkonsolidierung der SMATRICS GmbH & Co KG per 30. September 2021 sind im Anhang dargestellt.

Beteiligungs- ergebnis Inland in Mio. € nach der Equity-Methode 21 60

Zinsertrag und Zinsaufwand

Der Zinsertrag stieg gegenüber 2020 aufgrund der ergebniswirksamen Erfassung von Verzugszinsen um 6,3 Mio. € auf 38,4 Mio. €. Der Zinsaufwand sank um 3,2 Mio. € auf 77,8 Mio. €. Dies ist insbesondere auf den Rückgang von Zinszahlungen für Anleihen zurückzuführen. Die positiven Effekte aus den Tilgungen im Geschäftsjahr 2020 waren höher als die negativen Effekte aus der Anleihebegebung in Höhe von 500 Mio. € im April 2021. Darüber hinaus sank der Zinsaufwand aus Bankkrediten durch planmäßige Tilgungen.

Übriges Finanzergebnis

Das übrige Finanzergebnis verringerte sich um 48,6 Mio. € auf – 15,8 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung (– 56,2 Mio. €) betreffend das Donaukraftwerk Jochenstein. Positiv wirkte hingegen die erfolgswirksame Bewertung von Wertpapierfonds nach IFRS 9 (+ 9,4 Mio. €).

Wertminderungen und Wertaufholungen im Finanzergebnis

Die Wertminderung in Höhe von 18,3 Mio. € resultierte aus der Wertminderung der Trans Austria Gasleitung GmbH. Die Wertaufholung in Höhe von 16,8 Mio. € (2020: 3,4 Mio. €) resultierte wie im Vorjahr aus der Wertaufholung der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Weitere Details zu den Werthaltigkeits-prüfungen sind im Anhang dargestellt.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis veränderte sich somit von 26,4 Mio. € um – 28,8 Mio. € auf – 2,4 Mio. €.

Konzernergebnis

Nach Berücksichtigung eines Effektivsteuersatzes in Höhe von 22,1 % und der nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 111,5 Mio. € ergibt sich ein Konzernergebnis in Höhe von 873,6 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 38,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 2,51 € (2020: 1,82 €) bei einer Aktienstückzahl von 347.415.686. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis betrug 798,6 Mio. € und lag damit um 30,8 % über dem Wert der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis in Mio. € 21

61 Vermögenslage Konzernbilanz (Kurzfassung) Mio. €

2020 Anteil 2021 Anteil Veränderung
Langfristiges Vermögen 11.285,3 94 % 12.877,4 75 % 14,1 %
Kurzfristiges Vermögen 702,3 6 % 4.234,1 25 %
Aktiva 11.987,7 100 % 17.111,6 100 % 42,7 %
Eigenkapital 6.807,4 57 % 6.362,9 37 % – 6,5 %
Langfristige Schulden 4.045,4 34 % 4.404,4 26 % 8,9 %
Kurzfristige Schulden 1.134,8 9 % 6.344,2 37 %
Passiva 11.987,7 100 % 17.111,6 100 % 42,7 %

Aktiva

Der Anstieg des langfristigen Vermögens gegenüber dem 31. Dezember 2020 ist vor allem auf die Erhöhung des Sachanlagevermögens zurückzuführen, insbesondere durch die Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH zum 31. Mai 2021. Den übrigen Zugängen im Sachanlagevermögen in Höhe von 842,8 Mio. € standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 375,3 Mio. € gegenüber. Die wesentlichen Zugänge zum Sachanlagevermögen betrafen Investitionen in das österreichische Übertragungsnetz sowie Erneuerungsinvestitionen in österreichische und deutsche Wasserkraftwerksanlagen. Der Anstieg des kurzfristigen Vermögens resultierte vor allem aus stark gestiegenen positiven beizulegenden Zeitwerten von derivativen Absicherungsgeschäften im Stromgeschäft, die sich aus dem starken Anstieg der Großhandelspreise für Strom ergeben, sowie höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen für Sicherstellungen im Stromgeschäft.

Passiva

Der Rückgang des Eigenkapitals ist im Wesentlichen auf hohe negative Effekte aus der Bewertung von Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis, insbesondere aufgrund des starken Anstiegs der Großhandelspreise für Strom, sowie die Dividendenausschüttung der VERBUND AG zurückzuführen, denen das Periodenergebnis für die Quartale 1– 4/2021 und höhere den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnende Eigenkapitalanteile infolge der Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH eigenkapitalerhöhend gegenüberstehen. Der Anstieg der lang- und kurzfristigen Schulden resultierte vor allem aus stark gestiegenen negativen beizulegenden Zeitwerten von derivativen Absicherungsgeschäften im Stromgeschäft, hervorgerufen durch den starken Anstieg der Großhandelspreise, höheren kurzfristigen Fremdmittelaufnahmen bei Kreditinstituten, dem in den Quartalen 1– 4/2021 begebenen Green and Sustainability-linked Bond sowie höheren Finanzverbindlichkeiten im Zuge des Erwerbs der Gas Connect Austria GmbH.

SDG 8

62 Finanzlage Geldflussrechnung (Kurzfassung) Mio. €

2020 2021 Änderung
Cashflow aus operativer Tätigkeit 1.182,1 98,2 – 91,7 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit – 596,8 – 1.105,3 85,2 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 580,8 1.276,5
Veränderung der liquiden Mittel 4,6 269,4
Liquide Mittel am Ende der Periode 49,2 318,6

Cashflow aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2021 98,2 Mio. € und lag damit um 1.084,0 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Dieser Unterschied ist im Wesentlichen auf deutlich höhere Margining-Zahlungen für Absicherungsgeschäfte im Stromgeschäft, die als Sicherheitsleistung für offene Positionen beim Clearinghaus der Börse zu hinterlegen sind, Working-Capital-Veränderungen sowie deutlich höhere Ertragsteuerzahlungen zurückzuführen.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2021 – 1.105,3 Mio. € (2020: – 596,8 Mio. €). Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Anteilserwerbe der Gas Connect Austria GmbH (– 230,5 Mio. €) und der SMATRICS GmbH & Co KG (– 16,7 Mio. €) sowie gestiegene Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (– 251,7 Mio. €) zurückzuführen.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2021 1.276,5 Mio. € und veränderte sich somit um + 1.857,3 Mio. €. Die Veränderung ergab sich im Wesentlichen durch die höheren Nettoeinzahlungen aus Geldmarktgeschäften (+ 1.395,2 Mio. €) und die gestiegenen Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (+ 489,1 Mio. €). Gegenläufig wirkten die höheren Auszahlungen von Dividenden (– 36,8 Mio. €) sowie die gestiegenen Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (– 12,0 Mio. €).

63 Kennzahlen und Financial Governance

Die wesentlichen steuerungsrelevanten Kennzahlen von VERBUND sind das Net Debt/EBITDA und der Free Cashflow. Die Zielsetzung der Wertschaffung misst VERBUND über den ROCE. Seit der Berichtsperiode 2019 wird der ROCE, rückwirkend ab 2018, nur mehr für den nicht regulierten Bereich von VERBUND berechnet.

Net Debt/EBITDA und Free Cashflow

Die Entwicklung der Kennzahlen Net Debt/EBITDA bzw. Free Cashflow in 2021 ist wesentlich vom starken Anstieg der Großhandelspreise für Strom und den daraus resultierenden hohen Sicherheitsleistungen für die über die Strombörse gehandelten Futures-Kontrakte zur Absicherung der Eigenstromproduktion gekennzeichnet. Das Net Debt/EBITDA lag zum 31. Dezember 2021 bei 2,2 (2020: 1,5). Die Verschlechterung resultierte vor allem aus dem gestiegenen Net Debt. Dieser Anstieg ergab sich im Wesentlichen aus den höheren kurzfristigen Fremdmittelaufnahmen bei Kreditinstituten. Die Veränderung des EBITDA wird im Kapitel „Finanzen“ erläutert. Der Free Cashflow nach Dividende betrug zum Ende der Berichtsperiode –1.329,5 Mio. € (2020: 299,5 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf einen wesentlich geringeren operativen Cashflow (Details siehe Kapitel „Finanzen“), auf höhere Investitionen in das Sachanlagevermögen und in vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie auf im Vergleich zu 2020 höhere Dividendenzahlungen zurückzuführen.

ROCE

Der ROCE zeigt die Rentabilität des im Konzern betrieblich gebundenen Vermögens. So betrug der ROCE für den nicht regulierten Bereich von VERBUND Ende 2021 11,4 % (2020: 9,6 %). Der ROCE soll sich langfristig auf mehr als 9,0 % belaufen. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt durch Division des Net Operating Profit After Tax (NOPAT) durch das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Employed). Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern. Am Ende des Geschäftsjahres 2021 lag der NOPAT für den nicht regulierten Bereich von VERBUND bei 870,0 Mio. € (2020: 665,9 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Veränderung des Ergebnisses vor Ertragsteuern zurückzuführen und wird im Kapitel „Finanzen“ erläutert. Das Geschäftsvermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche nicht zur Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden.Das durchschnittliche Capital Employed für den nicht regulierten Bereich von VERBUND lag Ende 2021 bei 7.624,1 Mio. € (2020: 6.936,4 Mio. €). Die Konzernrendite lag im Jahr 2021 über den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des nicht regulierten Bereichs des Konzerns (Stichtag 31. Dezember 2021: 4,00 %). 1,9 1,5 2,2 19 20 21 Net Debt/EBITDA 21 7,8 9,6 11,4 19 20 21 ROCE 21 64 Nettoverschuldungsgrad Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich wie folgt:

Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung) Mio. € 2020 2021 Veränderung
Finanzverbindlichkeiten 858,5 2.849,4
Verzinsliche Rückstellungen 880,1 825,7 – 6,2 %
Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 322,3 345,4 7,2 %
Cross Border Leasing 0,1 0,1 5,0 %
Liquide Mittel 49,1 – 318,4
Wertpapiere 129,0 – 138,5
Sonstige liquide Finanzaktiva 1,7 – 52,8
Verzinsliche Nettoverschuldung 1.881,2 3.510,8 86,6 %
Eigenkapital 6.807,4 6.362,9 – 6,5 %
Nettoverschuldungsgrad (Gearing) 27,4 % 55,2 %

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 65

Finanzierung

Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von VERBUND basiert in einem volatilen energiewirtschaftlichen Umfeld auf drei Säulen:

  1. Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven,
  2. Absicherung eines langfristig soliden Ratings sowie
  3. Umsetzung innovativer Finanztransaktionen im Bereich Green Finance.

Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven

Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND oberste Priorität. Per 31. Dezember 2021 verfügte VERBUND über einen ESG-linked syndizierten Kredit (Environmental, Social, Governance) in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2023 mit zusätzlich zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit für je ein Jahr und wird von zwölf nationalen und internationalen Banken mit guter Bonität zur Verfügung gestellt. Zusätzlich standen VERBUND Ende 2021 kommittierte Kreditlinien in Höhe von 300 Mio. € und nicht-kommittierte Kreditlinien in Höhe von rund 2.345,0 Mio. € zur Verfügung. Diese Linien waren per 31. Dezember 2021 in Höhe von 1.430,0 Mio. € ausgenutzt.

VERBUND ist Innovationsführer im Bereich grüne Finanzierung und hat den Green-Finance-Markt maßgeblich mitentwickelt.

Absicherung eines langfristig soliden Ratings

Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet VERBUND am Kapitalmarkt u. a. unterschiedliche Finanzierungsinstrumente. Die Kreditwürdigkeit von VERBUND wurde zum 31. Dezember 2021 mit einem Langfrist-Rating von „A mit stabilem Ausblick“ (Standard & Poor’s/S&P) bzw. „A3 mit stabilem Ausblick“ (Moody’s) bewertet. Langfristig strebt VERBUND ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert sich VERBUND unter anderem auf die Optimierung des Free Cash- flows und auf die zwei wesentlichen Rating-relevanten Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Net Debt.

Umsetzung innovativer Finanztransaktionen im Bereich Green Finance

Der Bereich Green Finance hat bei VERBUND einen sehr hohen Stellenwert, weil die gesamte Strategie auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und dieser Bereich im internationalen Umfeld sowie in der nationalen Klimastrategie einen wesentlichen Eckpunkt darstellt. VERBUND wird sich weiterhin als Vorreiter einer zukünftig dekarbonisierten Energiewirtschaft positionieren. Nach einigen innovativen Transaktionen in den vergangenen Jahren, wie z. B. der Begebung des ersten Green Bond im deutschsprachigen Raum, dem ersten digitalen grünen Schuldschein weltweit (der über eine Plattform begeben wurde) und dem ersten syndizierten Kredit (dessen Margenstruktur während der Laufzeit ausschließlich an das ESG-Rating (Nachhaltigkeitsrating) von VERBUND gekoppelt ist), kam es in 2021 zu einer Emission eines Green & Sustainability-linked Bond, der alle vier verfügbaren nachhaltigen Komponenten von Green Finance in einer Transaktion vereint:

  • TCFD Stand 31.12.2021: S&P: A/ stable outlook Moody’s: A3/ stable outlook
  • Grüne Finanzierungsmaßnahmen: Green Bond, digitaler grüner Schuldschein, ESG-linked Kredit sowie Green & Sustainability-linked Bond
  • TCFD 66

    1. Use of Proceeds (klassische projektspezifische grüne Anleihe)
    2. EU Taxonomy aligned (die Projekte müssen im Einklang mit der EU-Taxonomie-Verordnung zum Zeitpunkt der Emission stehen)
    3. Sustainable-link (Margenabhängigkeit bzgl. der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens)
    4. UN Principles for Responsible Investments (starke Bevorzugung von nachhaltigen Investor:innen nach einem transparenten Kriterium beim Bookbuilding).

Konkret plant VERBUND, die Erlöse ausschließlich für „grüne“ Projekte zu verwenden, die dem VERBUND Green Financing Framework entsprechen. Dieses wurde Anfang 2021 entwickelt und steht im Einklang mit dem aktuellen (Stand zum Emissionszeitpunkt) Entwurf der Delegierten Rechtsakte der EU-Taxonomie und dem EU Green Bond Standard. Ebenso wurde es in Übereinstimmung mit den ICMA Green Bond Principles und den ICMA Sustainability-linked Bond Principles konzipiert. Mit den Mitteln dieser Anleihe werden die Revitalisierung und der Ausbau eines Wasserkraftwerks in Deutschland sowie Hochspannungsleitungsprojekte in Österreich finanziert.

ISS ESG, eine weltweit führende Nachhaltigkeitsratingagentur, bewertete die Qualität des Green Financing Frameworks in einer Second Party Opinion sehr positiv. Darüber hinaus verpflichtet sich VERBUND, sowohl die neu installierte Produktionsleistung ausschließlich in den Bereichen Wasser, Wind und Photovoltaik um mindestens 2.000 MW (KPI 1) als auch die Installation zusätzlicher Transformatorkapazität (notwendig, damit der erneuerbare Strom ins Hochspannungsnetz eingespeist werden kann) um mindestens 12.000 MVA (KPI 2) auszubauen. Beide Ziele sind sehr ambitioniert. Sollte eines der Ziele nicht bis zum 31. Dezember 2032 erreicht werden, erhöhen sich die Kuponzahlungen der Anleihe um 0,25 % p. a. für die restliche Laufzeit der Anleihe (wie auch in den Anleihebedingungen näher ausgeführt).

Im Zeitraum von 1. Jänner 2021 bis 31. Dezember 2021 erhöhten sich die Werte für den KPI 1 um 43 MW * auf gesamt 8.735 MW (Basis 31. Dezember 2020: 8.692 MW *) und für den KPI 2 um 1.150 MVA auf gesamt 31.960 MVA.

Das Fremdmittelportfolio von VERBUND setzte sich per 31. Dezember 2021 zu 34,7 % aus Anleihen und zu 65,3 % aus Krediten zusammen. Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten ohne ehemalige Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und exklusive Kommanditanteilen.

Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von VERBUND zum 31. Dezember 2021 betrug 2.849,4 Mio. €. Davon waren 100 % in Euro finanziert. 43,9 % dieser Finanzverbindlichkeiten waren fix und 56,1 % variabel verzinst. Für alle Verbindlichkeiten belief sich die Duration zum Stichtag 31. Dezember 2021 auf 4,4 Jahre. Die durchschnittliche Restlaufzeit betrug 4,7 Jahre. Die Effektivverzinsung lag bei 1,68 %.

Tilgungen und Tilgungsstruktur

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 30 Mio. € langfristige Fremdmittel getilgt. Für 2022 bestehen geplante Fälligkeiten im Ausmaß von 25 Mio. €. Im Jahr 2023 werden geplante Tilgungen in der Höhe von ebenfalls 25 Mio. € anfallen.

* korrigierte Werte

1,1 0,9 2,8 19 20 21
Finanz-
verbindlichkeiten
in Mrd. €
21
Buchwerte
2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
Tilgungen in Mio. € 25 25 672 20 12 10 110 10

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 67

68

Wasser

Im Segment Wasser wird über die Erzeugung aus Wasserkraft berichtet. VERBUND ist eines der großen Stromerzeugungsunternehmen aus Wasserkraft in Europa, und 2021 stammten rund 94 % der Gesamterzeugung von VERBUND aus Wasserkraft. Wasserkraft bildet speziell in Österreich die Basis der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern und bietet viele Vorteile: Sie ist erneuerbar, sauber, zuverlässig, flexibel und liefert sowohl wertvolle Spitzen- als auch Grundlast. Die starke Wasserkraft-Basis von VERBUND bietet mit einem sehr breiten Portfolio eine hervorragende Wettbewerbsbasis, um auf die Bedürfnisse des zukünftigen Energiemarkts wirtschaftlich reagieren zu können. Um die Integration der volatilen neuen Erneuerbaren in das Stromnetz sicherzustellen, sind flexibel einsetzbare Pumpspeicherkraftwerke unabdingbar.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen – Segment Wasser

Einheit 2020 2021 Veränderung
Gesamtumsatz Mio. € 1.267,4 1.465,5
EBITDA Mio. € 926,8 1.106,0
Equity-Ergebnis Mio. € 0,7 0,3
Capital Employed Mio. € 5.985,3 5.920,6

Der gestiegene Gesamtumsatz und das höhere EBITDA sind auf insgesamt höhere erzielte Durchschnittspreise zurückzuführen. Sowohl die Erzeugungsmenge aus Speicherkraft als auch aus Laufkraft waren rückläufig. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke betrug 0,95 (Quartale 1– 4/2020: 1,01). Die Reduktion des Capital Employed resultierte im Wesentlichen aus höheren passiven latenten Steuern und einem Rückgang des Sachanlagevermögens, denen gestiegene kurzfristige Forderungen gegenüberstehen.

Segmentbericht JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 69

Energieaufbringung

Überblick

Energieerzeugung

Anzahl Engpassleistung in MW Regelarbeitsvermögen in GWh Erzeugung in GWh 2019 Erzeugung in GWh 2020 Erzeugung in GWh 2021
Wasserkraft 2 129 8.307 29.141 30.660 31.525

1 per 31.12.2021
2 inkl. Bezugsrechten
3 Regelarbeitsvermögen berücksichtig Erzeugungsmengen basierend auf dem natürlichen Zufluss
4 Erzeugungsmengen aus natürlichem Zufluss (Laufwasser- und Speicherkraftwerke) sowie aus dem Pump-Wälz-Betrieb

VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammte mit Ende 2021 aus 92 Lauf- und 23 Speicherkraftwerken. Dazu kamen Bezugsrechte an 14 Laufwasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG.Das Regelarbeits- vermögen – die Erzeugungsmöglichkeit mit durchschnittlichem Wasserdargebot innerhalb eines Regel- jahres – belief sich auf 29.141 GWh. Im Berichtsjahr 2021 lag der Erzeugungskoeffizient der Lauf- und Laufschwellkraftwerke mit 0,95 un- ter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und auch unter dem Vorjahreswert von 1,01. Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar (Quartal 1: 0,99 (Vorjahr: 1,09), Quartal 2: 0,93 (0,86), Quartal 3: 1,03 (1,05) und Quartal 4: 0,83 (1,11)). Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke fiel in den Quartalen 1– 4/2021 gegenüber dem Vorjahr um 6,9 %. Dabei überstiegen die Auswirkungen aus dem Speicheraufbau und einem etwas geringeren Zufluss die höhere Erzeugung aus dem Wälzbetrieb. Die Wasserkraftwerke von VERBUND verfügten per 31. Dezember 2021 über eine Leistung von 8.307 MW (Engpassleistung = maximale Dauerleistung).

Kapazitätsentwicklung 2020 bis 2023

2020 2021 2022 2023
MW
Wasserkraft ¹ 8.267 8.307 8.417 8.467

¹ jeweils per 31.12. jeden Jahres // ² inkl. Bezugsrechten

Die Kapazitätsveränderungen im Bereich der Wasserkraft im Jahr 2021 beruhen auf den Inbetrieb- nahmen der abgeschlossenen Revitalisierungsprojekte der Kraftwerke Malta Oberstufe und Salza. Zu- sätzliche Steigerungen des Regelarbeitsvermögens und der Kapazität werden für die kommenden Jahre aufgrund der laufenden Neubauprojekte und Revitalisierungen erwartet.

Verfügbarkeit der Wasserkraftwerke

Die Verfügbarkeit der Wasserkraftwerke wurde im Jahr 2021 durch die große Anzahl an laufenden Revi- talisierungen bzw. Neubauprojekten beeinflusst. So lag die durchschnittliche Gesamtverfügbarkeit aller österreichischen Kraftwerke (Lauf- und Spei- cherkraftwerke) der VERBUND Hydro Power GmbH im Jahr 2021 bei 91,9 %. Dieser Verfügbarkeitswert ist niedriger als jener im Mittel der letzten fünf Jahre (93,7 %), wobei insbesondere die laufenden Maschinenerneuerungen bei den Speicherkraftwerken am deutlichsten zu Buche schlugen.

Die Grenzkraftwerke (Bayern/Österreich) an Inn und Donau erreichten 2021 eine Gesamtverfügbar- keit von 92,6 %, womit der Mittelwert der letzten fünf Jahre von 93,2 % nicht erreicht wurde. GRI EU1 GRI EU2 SDG 7 GRI EU10 GRI EU1 SDG 7 GRI EU30 SDG 7

Und die bayerischen Laufkraftwerke der VERBUND Innkraftwerke GmbH erreichten 2021 eine Gesamtverfügbarkeit von 85,6 %, welche deutlich unter dem Mittel von 91,2 % der letzten fünf Jahre zu liegen kam. Hauptverantwortlich dafür war die Stillsetzung des Bestandskraftwerks im Rahmen des Neubauprojekts Töging.

Betriebsführung unter COVID-19

Die Bewältigung der COVID-19-Pandemie stellte auch 2021 das übergeordnete Betriebsereignis dar. Das Krisenmanagement der VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) hat dazu eine eigene COVID-19- Maßnahmenmatrix mit vier Schutzstufen entwickelt. Je nach Schutzstufe sind damit Maßnahmen in Hinblick auf Maskenpflicht, Zutrittsregeln, Telearbeit, Vorgaben zur Organisation der Zusammenarbeit (Teamtrennung) oder zu Teilnahmebegrenzungen bei beruflichen Zusammenkünften verbunden. Damit war der sichere Betrieb der Wasserkraftanlagen jederzeit gewährleistet.

Neue Kraftwerksprojekte

Neubau Murkraftwerk Gratkorn

Für das Murkraftwerk Gratkorn, ein Partnerprojekt von VHP (50 %) und der Energie Steiermark Green Power GmbH (50 %) mit einer Engpassleistung von 11 MW und einem Regelarbeitsvermögen von 54,2 GWh, wurde im Dezember 2020 der Investitionsbeschluss gefasst. Mit dem Baubeschluss wurde begonnen, die Öffentlichkeit über das Projekt sowie die geplanten Baumaßnahmen zu informieren, und es wurde eine „Bauplattform“ zum regelmäßigen Austausch mit den Gemeinden installiert. Nach den Detailplanungen wurde im Herbst 2021 mit den ersten vorbereitenden Bautätigkeiten (u. a. den Rodungen) begonnen. Der tatsächliche Baustart wird im Quartal 1/2022 erfolgen. Die Inbetrieb- nahme ist für Anfang 2024 geplant. Für das Projekt wurden ein Investitionszuschuss gemäß Ökostrom- gesetz sowie eine COVID-19-Investitionsprämie zugesagt. Im Zuge der Kraftwerkserrichtung sind auch eine Reihe von Maßnahmen für die Region vorgesehen. Dazu zählen u. a. die Verbesserung des Hochwasserschutzes, die Verbesserung des Radwegenetzes, neue Mur-Querung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.

Neubau Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II plus

Für das Projekt Reißeck II plus wurde ebenfalls im Dezember 2020 der Investitionsbeschluss gefasst, und es wurde im Mai 2021 mit den Bauarbeiten begonnen. Die Bauarbeiten verliefen plangemäß, und so konnten 2021 u. a. sämtliche Vortriebe bereits vollständig aufgefahren und die Kaverne zur Gänze ausgebrochen werden. Die Inbetriebnahme ist für November 2023 geplant. Beim Projekt Reißeck II plus handelt es sich um eine Erweiterung und Optimierung des bestehenden Kraftwerksystems in der Reißeck-Gruppe durch Errichtung eines 45-MW-Pumpspeicherkraftwerks, wodurch eine Umlagerung des bestehenden Speicherinhalts vom Großen Mühldorfer See in die beste- henden oberen Speicher im Rahmen einer Systemoptimierung ermöglicht wird.

Neubau Pumpspeicherkraftwerk Limberg III

Beim Projekt Limberg III handelt es sich um ein „Zwillingsprojekt“ zum bereits bestehenden Pump- speicherkraftwerk Limberg II. In einer eigenen Kraftwerkskaverne werden zwei Pumpturbinen mit insgesamt 480 MW Leistung errichtet, außerdem wird die Limberg-Sperre erhöht, um neben der Flexi- bilität auch die Speicherkapazität zu steigern. GRI 413-1 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 71

Für dieses Projekt wurde im März 2021 der Investitionsbeschluss gefasst, und im April 2021 wurde be- reits mit den ersten Bautätigkeiten begonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant. Nach dem Baubeschluss informierte VERBUND die lokale Bevölkerung über die Baumaßnahmen und errichtete eine Kontaktstelle für laufende Anfragen. Die Bauarbeiten verliefen auch hier plangemäß. 2021 konnten u. a. bereits der Vortrieb am Entwässe- rungsstollen und der Ausbruch der Montagekaverne für die Tunnelbohrmaschine abgeschlossen werden. Im Zuge dieser Großbaustelle wird auch eine Reihe von ökologischen Maßnahmen umgesetzt, u. a. die Widmung des Europaschutzgebiets „Alpines Schwemmland Drossen“, die Renaturierung von Lager- flächen mittels eines speziellen Saat-Soden-Kombinationsverfahrens und die Renaturierung von Flä- chen aus der Bauzeit der 1950er-Jahre.

Weitere Neubauprojekte

Neben den bereits genannten Neubauprojekten führte VERBUND 2021 die Arbeiten am Kleinkraftwerk Spiegelwald im Zillertal weiter. Weitere Kraftwerksprojekte befinden sich in Planung. Die Einbeziehung der Öffentlichkeit erfolgt dabei gemäß den nachfolgend in „Nachhaltige Planung und Stakeholder Management“ beschriebenen Grundsätzen zum Stakeholder Management.

Beim geplanten Kraftwerk Stegenwald an der Mittleren Salzach mit einer Leistung von 14,5 MW und einem Regelarbeitsvermögen von 72 GWh, welches gemeinsam mit der Salzburg AG umgesetzt wird, konzentrierten sich die Arbeiten im Jahr 2021 auf die Fortführung des Genehmigungsverfahrens. Neben der wasserrechtlichen und der forstrechtlichen Genehmigung liegt nun auch der naturschutzrechtliche Genehmigungsbescheid der ersten Instanz vor. Dieser Bescheid wurde jedoch von der Landesumwelt- anwaltschaft Salzburg beeinsprucht. Das Verfahren ist nun beim Landesverwaltungsgericht anhängig.

Weitere Überlegungen gibt es an der Grenzsalzach im Tittmoninger Becken, wo ein ökologisches In- novationsprojekt in Form einer Kombination aus Flusssanierung zur Sohlstabilisierung und Flussauf- wertung zur Lebensraumschaffung sowie aus Energienutzung („Fließgewässerkraftwerk“) errichtet werden soll. Die Vorbereitungsarbeiten konzentrierten sich auch 2021 auf einen ersten Standort an der Unteren Salzach, um dort durch die Integration von innovativen Kompaktturbinen in das zur Sohlstabi- lisierung erforderliche Rampenbauwerk rund 30 GWh an ökologischer Stromerzeugung zu erzeugen.

Ebenfalls an der Grenze zwischen Bayern und Österreich arbeitet VERBUND weiterhin intensiv an der Genehmigung des Energiespeichers Riedl, eines effizienten Pumpspeicherkraftwerks mit 300 MW flexibler Leistung. Anfang Dezember konnten die vollständig überarbeiteten Genehmigungsunterlagen an das zuständige Landratsamt Passau übergeben werden. Nach der neuerlichen Vollständigkeits- prüfung sollten die Unterlagen 2022 für die Öffentlichkeit ausgelegt werden.

Projekte zur Erweiterung und Revitalisierung

Erneuerung und Erweiterung Innkraftwerk Töging/Jettenbach

Das Projekt umfasst den Neubau des Kraftwerks und der Wehranlage, die Erhöhung der Dichtung des Innkanals sowie Hochwasserschutzmaßnahmen im Stauraum Jettenbach. Nach Fertigstellung wird sich die Gesamterzeugung um 139 GWh auf insgesamt 696 GWh erhöhen und die installierte Kraftwerksleis- tung um 32,4 MW auf 117,7 MW steigen. Der Baubeginn erfolgte im Jahr 2018, und die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2022 geplant.

Der Betonbau am Wehr Jettenbach mit einer Brücke über dem Einlaufbauwerk und einem Betriebs- gebäude wurde bis Ende 2021 weitestgehend abgeschlossen. Im Herbst 2021 wurde mit der Montage 72 der Wehrverschlüsse gestartet, welche bis ins Frühjahr 2022 andauern wird. Der Rohbau am Pumpwerk Mittergars wurde ebenfalls im Jahr 2021 fertiggestellt. Im Baubereich Kraftwerk Töging wurde der Betonbau ebenfalls bis Ende des Jahres 2021 größtenteils fertiggestellt, die Maschinen 1 und 2 montiert und eine Druckprobe bereits im November 2021 erfolg- lich durchgeführt. An der Fertigmontage der Maschine 3 wird gearbeitet. Die Stillsetzung des beste- henden Kraftwerks erfolgte termingerecht im September 2021.

Zusätzlich wird dieses Projekt von einer Vielzahl ökologischer Schutz-, Vermeidungs- und Aus- gleichsmaßnahmen begleitet. Dazu zählen u. a.: Stillgewässer als Laichhabitate und Fischlebensräume, die Wiesenentwicklung an den Dammböschungen zur Förderung der Artenvielfalt, die Herstellung von Reptilienhabitaten sowie Struktur- und hydromorphologische Verbesserungen.# Die Maßnahmen für den dauerhaften Erhalt der ökologischen Funktion im Stauraum Jettenbach wurden im Sommer 2021 gestartet.

Auf Basis der Vereinbarung mit dem Freistaat Bayern werden in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft ergänzende Umweltmaßnahmen in der Ausleitungsstrecke entwickelt und umgesetzt. Die seit Baustart abwechselnd in Jettenbach und Töging durchgeführten Projektinformations- veranstaltungen mussten jedoch im März 2020 wegen der COVID-19-Einschränkungen aus Sicher- heitsgründen stark eingeschränkt werden. So fanden im Jahr 2021 Baustellenbesuche nur mit persönli- cher Einladung für z. B. Anwohner:innen, politische Vertreter:innen und für Lehranstalten statt. Das Bürgertelefon als erste Anlaufstelle für die Anwohner:innen stand ganzjährig zur Verfügung. Die Verhandlungen mit den von der Erhöhung des Grundwassers betroffenen Anlieger:innen wurden fortgeführt. Darüber hinaus laufen Verhandlungen mit Anlieger:innen im Bereich von Hochwasser- schutzmaßnahmen über eine Ablösevereinbarung.

Erneuerung Kraftwerk Bösdornau

Der im Zusammenhang mit der Errichtung der Unteren Tuxbachüberleitung stehende Umbau beim Kraftwerk Bösdornau wurde im Quartal 2/2021 begonnen. Aufgrund von Komplikationen mit einem:r angrenzenden Grundstückseigentümer:in verschob sich die für Ende 2021 angestrebte Inbetriebnahme in das Jahr 2022. Die Fertigstellung von weiteren Rückbau- und Ausgleichsmaßnahmen erfolgt in den Jahren 2022 und 2023.

Projekte zur Revitalisierung

Revitalisierung Ybbs-Persenbeug

Österreichs ältestes Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wird seit 2012 stufenweise modernisiert. Nach- dem bis 2018 die drei Hauptmaschinen im Nordkraftwerk erneuert wurden, begann im Herbst 2019 die Revitalisierung der noch verbliebenen drei Maschinensätze des Südkraftwerks. Der Umbau der Haupt- maschine 1 und damit der letzten der sechs zu erneuernden vertikalen Maschinensätze startete im September 2021. Nach Abschluss der Revitalisierungsmaßnahmen im Jahr 2022 wird sich das Regel- arbeitsvermögen um 77 GWh und die Engpassleistung um 18 MW erhöhen.

Revitalisierungsprojekt Ottensheim-Wilhering

Beim Revitalisierungsprojekt Ottensheim-Wilhering wurde im Juli 2021 mit Maschine 5 die erste von neun zu erneuernden Maschinen erfolgreich in Betrieb genommen. Im September 2021 starteten die Umbauarbeiten an Maschine 2. Nach Abschluss der Revitalisierungsmaßnahmen an allen neun Ma- schinensätzen im Jahr 2029 wird sich das Regelarbeitsvermögen um 56 GWh und die Engpassleistung um 45 MW erhöhen.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 73

Revitalisierungsprojekte Kaprun-Oberstufe

Beim Revitalisierungsprojekt Kaprun-Oberstufe wurde im Juli 2021 der erste von zwei zu erneuernden Maschinensätzen erfolgreich in Betrieb genommen. Anschließend wurde mit dem Umbau an der zwei- ten Maschine begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2022 wird sich die Turbinenleistung um 48 MW, die Pumpleistung um 30 MW und das Regelarbeitsvermögen um 10 GWh erhöhen.

Revitalisierungsprogramm Kraftwerksgruppe Malta

Das Revitalisierungsprojekt Malta besteht aus den Teilprojekten der Revitalisierung der Malta- Oberstufe und der Malta-Hauptstufe sowie dem Ersatz des bestehenden Pumpwerks Hattelberg durch ein neues Pumpwerk Reißeck. Nach Abschluss sämtlicher Arbeiten im Jahr 2022 wird sich die Turbinen- leistung dieser genannten Anlagen um 40 MW, die Pumpenleistung um 232,3 MW und das Regel- arbeitsvermögen um 2 GWh erhöhen. Das Teilprojekt Malta-Oberstufe wurde im Dezember 2021 mit der Inbetriebnahme der zweiten von insgesamt zwei Maschinen größtenteils abgeschlossen. Die Inbetriebnahme des im November 2020 mit dem Bau begonnen Pumpwerks Reißeck ist nun im Quartal 1/2022 geplant. Und beim Teilprojekt Malta-Hauptstufe wurde der Umbau der ersten von zwei Pumpen im Sommer 2021 abgeschlossen. Der Umbau der zweiten Pumpe ist im Jahr 2022 geplant.

Revitalisierungsprojekt Ering-Frauenstein

Beim Revitalisierungsprojekt Ering-Frauenstein wurde im September 2021 mit dem Umbau der ersten von drei zu erneuernden Maschinen (Maschine 3) begonnen. Nach Abschluss der Revitalisierungs- maßnahmen im Jahr 2024 wird sich das Regelarbeitsvermögen um 50 GWh und die Engpassleistung um 21 MW erhöhen.

Weitere in Umsetzung befindliche Projekte zur Revitalisierung

Bei den übrigen Revitalisierungsprojekten (u. a. in den Kraftwerken Gerlos I, Arnstein, Laufnitzdorf und Roßhag) wurden einerseits die Planungs- und Designarbeiten fortgesetzt, und andererseits wurde bereits mit Umsetzungsmaßnahmen begonnen.

Umweltmaßnahmen – weiterhin gute Fortschritte bei der Renaturierung

Für die Umsetzung der Vorgaben aus der geltenden EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) werden bei VERBUND Wasserkraft vom Start der Maßnahmen in 2001 bis zum Jahr 2027 Gesamtkosten von über 280 Mio. € erwartet. Dazu kommen noch laufende Aufwendungen beim Betrieb und der Instand- haltung (vor allem in Hinblick auf das Monitoring und die Erhaltung der errichteten Fischwander- hilfen). Ausgewählte Aktivitäten zum Naturschutz sind auf der VERBUND-Website dargestellt, und für die EU-geförderten LIFE-Projekte gibt es jeweils eigene Projekt-Websites mit öffentlichkeitsrelevanten Informationen.

Die größte Einzelmaßnahme im Jahr 2021 war die Fertigstellung der Arbeiten für das LIFE-Projekt „Durchgängigkeit und Lebensraumaufwertung am Kraftwerk Altenwörth“. Weiters erfolgte an der Drau die Fertigstellung der Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Ferlach-Maria Rain, die im Übrigen die höchste in Europa ist. Am Kraftwerk Feistritz-Ludmannsdorf begannen die technischen Hauptarbeiten zur Umsetzung der Durchgängigkeit. Mit der Fertigstellung dieser Maß- nahme wird die Drau auf ihrer Länge von der Staatsgrenze bis Paternion durchgehend durchgängig sein.

GRI EU13 GRI 304-1 Maßnahmen zum Naturschutz siehe Kapitel „Umwelt“ und www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt SDG 15 74

An der Mur ist die Fischpassierbarkeit ebenfalls nahezu vollständig erreicht. Außerdem wurden 2021 Fischwanderhilfen am Inn beim Kraftwerk Nußdorf und an der Enns beim Kraftwerk Staning (Enns- kraft) in Betrieb genommen. Mit Ende 2021 sind nun insgesamt 66 Kraftwerksstandorte fischdurchgän- gig, wodurch das Ziel der Steigerung der Anzahl der Fischwanderhilfen um 50 % im Zeitraum von 2015 bis 2021 erreicht wurde. Darüber hinaus konzentrierten sich die Arbeiten auf die Planung weiterer großzügig angelegter, überwiegend naturnaher Fischwanderhilfen an der Donau, dem Grenz-Inn und dem bayerischen Inn (welche u. a. in den beiden LIFE-Projekten Bluebelt Danube-Inn und Riverscape Lower Inn zusammengefasst sind) sowie auf das Monitoring bereits errichteter Aufstiegshilfen.

Fischwanderhilfen

2019 2020 2021
Standorte 54 62 66
Anzahl

Die technischen Möglichkeiten zur Schwalldämpfung bei den Speicher- und Pumpspeicherkraftwer- ken von VERBUND Wasserkraft werden derzeit in detaillierten Machbarkeitsstudien, im Besonderen an Salzach, Enns und Teigitsch, untersucht. In mehreren Forschungsprojekten werden offene Fragen aus den Vorgaben der EU-WRRL umfassend evaluiert. So werden im Christian Doppler Labor für Sediment- forschung und -management durch die Universität für Bodenkultur (Wien) über mehrere Jahre die Möglichkeiten einer Verbesserung des Sedimenthaushalts entlang der kraftwerksbeeinflussten Fließ- gewässer in Österreich systematisch untersucht. Im Projekt ÖkoResch werden von der Universität für Bodenkultur Möglichkeiten und Grenzen einer Restwasserabgabe im Hochgebirge an Pilotprojekten geprüft und die Schwalldämpfungsversuche wissenschaftlich begleitet. Erste konkrete Umsetzungs- projekte zur Reduktion der Schwallbeeinflussungen sind für 2022 geplant.

Nachhaltige Planung und Stakeholder Management

Bei allen größeren Projekten nimmt die VERBUND Wasserkraft schon in frühen Phasen die Verantwor- tung gegenüber den Menschen und der Umwelt wahr. In sämtlichen Planungs- und Umsetzungsschrit- ten wird auf eine möglichst rücksichtsvolle Bauausführung und einen umweltschonenden Betrieb Wert gelegt. Es wird bei allen Projekten stark auf den Dialog mit den Bürger:innen (schon beginnend in der Planungsphase) gesetzt. Nach Möglichkeit wird auch versucht, durch Synergien bei Planung und Ausfüh- rung direkte Vorteilswirkungen für die Betroffenen zu realisieren (z. B. durch Verbesserungen des lokalen Hochwasserschutzes bzw. durch eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur).

Dabei stand das Jahr 2021 leider weiterhin stark unter dem Eindruck der COVID-19-Pandemie. Ver- anstaltungen zum persönlichen Austausch, darunter Anrainer:inneninformationen, Treffen mit Bür- germeister:innen und Tourismusverbänden sowie Gemeinderatsinformationen und weitere Stakehol- der-Dialogformate, welche zu den üblichen VERBUND-Kommunikationsmitteln gehören, mussten 2021 erheblich eingeschränkt oder bis auf Weiteres verschoben werden. Darunter auch die Tage der offenen Tür, die für VERBUND Wasserkraft wichtige und tendenziell von Projekten unabhängige Kon- taktmöglichkeiten zwischen dem Unternehmen und der Bevölkerung vor Ort darstellen.

In der Projekt- und Stakeholder-Kommunikation haben viele Beteiligte mittlerweile Routine entwi- cket, den Austausch über Videokonferenzen zu pflegen. Wo unbedingt nötig bzw. sinnvoll, konnte auch 2021 unter entsprechenden Rahmenbedingungen in Kleinstgruppen dem Informationsbedürfnis ein- GRI 102-43 GRI 103-2 GRI 413-1 zelner Stakeholder Rechnung getragen werden – so konnte VERBUND auch zum INNsieme Flusserleb- nisstag beim Kraftwerk Ering-Frauenstein beitragen. Des Weiteren gibt es für die größeren Projekte Informationen auf der VERBUND-Website bzw. für die LIFE-Projekte eigene Projekt-Websites. Die dahingehenden Bemühungen wurden weiter intensiviert und die Kommunikation in den sozialen Medien verstärkt. Im laufenden Betrieb wird die Einhaltung höchster Umweltstandards durch interne und externe Auditor:innen regelmäßig überprüft.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 75# Aufarbeitung des Hochwassers an der Drau 2012

Nach wie vor sind aus dem Drauhochwasser 2012 wegen möglicher Schadenersatzforderungen noch insgesamt rund 90 Zivilverfahren in Österreich und Slowenien gerichtsanhängig und werden fortgesetzt. In Slowenien befinden sich die Verfahren nach wie vor im Stadium des Beweisverfahrens in erster Instanz.

Konstruktive Maßnahmen zur Reduktion der Schallemissionen beim Kraftwerk Malta-Hauptstufe

Die Lärmemissionen beim Pumpspeicherkraftwerk Malta-Hauptstufe konnten durch technische Maßnahmen bereits bis 2018 so weit reduziert werden, dass mögliche Gesundheitsgefährdungen auszuschließen waren und sind. Dies wurde im Jahr 2018 auch durch Messungen bei Anrainer:innen und in Folge durch Sachverständigengutachten bestätigt. Um dies noch weiter reduzieren zu können, werden im Zuge des in Umsetzung befindlichen Projekts Revitalisierung Malta-Hauptstufe die bestehenden Pumpen durch neue, effizientere und auch schalltechnisch optimierte Pumpen ersetzt. Im ersten Halbjahr 2021 wurde dazu die erste von zwei Pumpen erneuert. Bereits durchgeführte erste Messungen lassen eine weitere deutliche Verbesserung der Situation erkennen. Ein schalltechnisches Gutachten für die erste Pumpe wurde beauftragt. Der Umbau der zweiten Pumpe ist im Jahr 2022 geplant.

Hydro Consulting

Seit 2017 wurde auf Basis des umfassenden Expert:innen-Know-hows von VERBUND Wasserkraft stufenweise der Geschäftsbereich Hydro Consulting entwickelt und aufgebaut. Zielsetzungen der Aktivitäten sind neben einem Ergebnisbeitrag insbesondere der Erhalt bzw. der Ausbau der Wasserkraftkernkompetenzen in Verbindung mit der Gewinnung zusätzlicher Erkenntnisse für den eigenen Anlagenpark. Darüber hinaus trägt das spezielle Know-how von VERBUND Wasserkraft zur effizienten, sicheren und sozial wie ökologisch möglichst verträglichen Umsetzung von Projekten weltweit und damit zur nachhaltigen Entwicklung der Wasserkraft bei. Bei der Auswahl der Projekte wird auf die Einhaltung internationaler Standards (u. a. Weltbank, IHA) betreffend Nachhaltigkeit ebenfalls entsprechend Wert gelegt. Im Jahr 2021 wurden in Summe 14 Dienstleistungsaufträge mit einem Auftragsvorrat von rund 11 Mio. € (2021–2025) bearbeitet. Hervorzuheben sind dabei der laufende Auftrag zum technischen Projektmanagement für die Errichtung des 89-MW-Gemeinschaftskraftwerks Inn an der Grenze Tirol/Schweiz sowie mehrere Aufträge für die beiden Großkraftwerke Xayaburi und Luang Prabang am Mekong in Laos. GRI 102-44 GRI 413-1

Im Februar 2021 wurde außerdem der Betriebsführungsvertrag des zu errichtenden Pumpspeicherkraftwerks Manara (156 MW) unterzeichnet. Die VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) wird sich bei diesem Bauvorhaben mit ihrer Betreiberkompetenz einbringen. Darüber hinaus wurden mehrere kleinere Aufträge wie Beratungen für Erneuerungsmaßnahmen in Deutschland, eine Zustandsbewertung für ein Kraftwerk in Mexiko sowie Werksabnahmen für Kund:innen aus Australien, Neuseeland und Island bearbeitet.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 77

Neue Erneuerbare

VERBUND möchte einen signifikanten Beitrag zur österreichischen und europäischen Klima- und Energiestrategie leisten. Das Ziel ist daher, ein verstärkt profitables Wachstum im Bereich der Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 soll das Portfolio einen Anteil von rund 20 % bis 25 % an der Gesamterzeugung von VERBUND ausmachen (per 31. Dezember 2021 waren es rund 3 %). VERBUND hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 20 % bis 25 % der Gesamterzeugung des Konzerns aus neuen Erneuerbaren zu erzeugen.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen – Segment Neue Erneuerbare

Einheit 2020 2021 Veränderung
Gesamtumsatz Mio. € 110,6 126,4 14,3 %
EBITDA Mio. € 58,9 53,3 – 9,5 %
Equity-Ergebnis Mio. € 0,1 0,3
Capital Employed Mio. € 419,5 455,2 8,5 %

Das Segment Neue Erneuerbare wurde im Berichtsjahr 2021 um die VERBUND Green Power Photovoltaik GmbH in Deutschland sowie die im Quartal 4/2021 erworbenen, derzeit noch in Bau befindlichen Photovoltaikparks in Spanien erweitert. Der gestiegene Gesamtumsatz resultierte im Wesentlichen aus höheren erzielten Durchschnittspreisen trotz einer geringeren Erzeugungsmenge der Windparks. Der Rückgang des EBITDA ist – neben höheren Aufwendungen für Strombezug infolge stark gestiegener Bezugspreise – vor allem auf negative Ergebnisbeiträge der in 2021 neu in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Gesellschaften zurückzuführen. Der Erzeugungskoeffizient betrug 0,91 (Quartale 1–4/2020: 1,00). Die Veränderung des Capital Employed resultierte vor allem aus dem Anstieg des Sachanlagevermögens und höheren kurzfristigen Forderungen, denen höhere kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüberstanden.

Energieaufbringung

Überblick Energieerzeugung

Eigenstromerzeugung Anzahl¹ Engpassleistung in MW/MWp¹ 2019 Erzeugung in GWh 2020 Erzeugung in GWh 2021 Erzeugung in GWh
Windkraft 153² 418 929 924 839
Photovoltaik 3
Summe 422 929 925 841

¹ per 31.12.2021
² Anzahl bezieht sich auf die Anzahl der Windkraftanlagen
³ Anzahl bezieht sich auf die Anzahl der PV-Parks
⁴ ohne Leasing/Contracting-Anlagen

Mit 841 GWh lag die Erzeugung aus den erneuerbaren Energieträgern Windkraft und Sonnenenergie im Geschäftsjahr 2021 unter dem Vorjahreswert von 925 GWh. Die niedrigere Erzeugung (– 84 GWh) war auf ein schwächeres Winddargebot sowie auf einen Lagerschaden einer Anlage im Windpark Ellern (Deutschland) zurückzuführen. Durch Photovoltaikanlagen wurden im Jahr 2021 rund 2 GWh erzeugt. Die Windkraftanlagen von VERBUND verfügten per 31. Dezember 2021 über eine Leistung von 418 MW und die Photovoltaikanlagen über eine Leistung von 3,4 MWp (exklusive Anlagen im Industriekund:innenbereich).

Kapazitätsentwicklung 2020 bis 2023

2020 2021 2022 2023
Windkraft 418 418 418 418
Photovoltaik 2 3 155² 155
Summe 420 421 573 573

¹ jeweils per 31.12. jeden Jahres, exklusive B2B-Photovoltaikprojekte
² Ausbau 2022 enthält die Akquisition von PV-Flächenanlagen in Spanien iHv. 148 MW

Die Darstellung der Kapazitätsentwicklung der VERBUND-Windkraft- und -Photovoltaikprojekte beruht auf der aktuellen Investitionsplanung für das Folgejahr und berücksichtigt alle Bestandsanlagen, die bis zum 31. Dezember 2021 in Betrieb genommen wurden.

Photovoltaik und Windkraft

Mit Windkraft- und Photovoltaikanlagen in Österreich, Deutschland und Rumänien verfügt VERBUND über eine installierte Leistung von 421 MW. Die durchschnittliche technische Verfügbarkeit der Windkraftanlagen lag im Jahr 2021 bei 96,9 %, jene der Photovoltaikanlagen bei 100,0 %. Im Bereich der Betriebsführung wurde für das operative Personal der jährliche Sicherheitstag unter Einhaltung von strengen COVID-19-Maßnahmen abgehalten. Zusätzlich zu den Schwerpunktunterweisungen durch die Sicherheitsfachkraft (SFK) bzw. den:die Betriebsmeister:in wurde eine praktische Brandschutzübung vor Ort durchgeführt. Neben den aktuellen Bauprojekten (siehe unten) wurde im Bereich der Projektentwicklung und Bestandsakquise die Umsetzung der Windkraft- und Photovoltaik-Projektpipeline im In- und Ausland intensiv weiterverfolgt. In Österreich prüfte VERBUND im abgeschlossenen Geschäftsjahr Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstufen sowie mögliche Kooperationen mit Projektentwicklungspartner:innen bzw. schloss GRI EU1 GRI EU2 SDG 7 GRI EU10 GRI EU1 SDG 7 GRI EU30 GRI EU1 SDG 7 diese ab. Dadurch konnten weitere Flächen für Photovoltaikanlagen im Ausmaß von rund 59 ha gesichert werden. Eine weitere Projektkooperation zur Entwicklung großer Flächen-Photovoltaikanlagen in Brandenburg konnte mit JLW/Visiolar Ende 2020 vereinbart werden. Die Vertragsanlage über die zu entwickelnden Flächen von bis zu ca. 1.400 ha wurde im April 2021 unterzeichnet. In den letzten Monaten konnte die interne Projektstruktur aufgesetzt sowie die Projektentwicklung einzelner Projekte aus dem Portfolio vorangetrieben werden. Das erste Projekt soll in Abhängigkeit von den behördlichen Genehmigungen im Jahr 2024 in Betrieb gehen. In Spanien wurden im abgeschlossenen Geschäftsjahr ebenfalls mehrere Projekte geprüft. Einerseits fand eine Prüfung rund um den Kauf von Anlagen im Bau mit einer Leistung von rund 148 MWp statt. Hier konnte der Kaufvertrag Ende November 2021 unterschrieben werden. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist für das erste Halbjahr 2022 geplant. Andererseits handelte es sich dabei um einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung von Flächen-Photovoltaikanlagen mit einem Potenzial von bis zu 100 MWp. Zum Berichtszeitpunkt waren die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen.

Ausgewählte Investitionsprojekte

Im Mitterkirchen erfolgte Mitte September 2021 die Inbetriebnahme einer 1,7 MWp großen Flächen-Photovoltaikanlage. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine einachsig nachgeführte Photovoltaikdemonstrationsanlage im Megawattbereich zur optimierten Flächennutzung auf Flächen von VERBUND Hydro Power GmbH (VHP). Neben der optimierten Flächennutzung stehen die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit des Projekts, der Einfluss der mechanischen beweglichen Komponenten auf die Instandhaltungsmaßnahmen sowie der zukünftige Einsatz für Agri-Photovoltaikanwendungen im Fokus. Die Abnahme der Anlage ist spätestens im Jänner 2022 vorgesehen. Im Auftrag der VERBUND Energy4Business GmbH (VEB) war die VERBUND Green Power GmbH (VGP) auch im Jahr 2021 sowohl mit der Errichtung als auch mit der Wartung und dem Monitoring von Photovoltaik-Freiflächenanlagen wie auch -Dachflächenanlagen bei Industriekund:innen in Österreich betraut.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 79# Forschungs- und Sonderprojekte

Smart Operation of Wind Turbines under Icing Conditions (SOWINDIC)

Ziel des vorliegenden Forschungsprojekts SOWINDIC ist die signifikante Reduktion von ungeplanten vereisungsbedingten Produktionsverlusten sowie Ausgleichsenergiemengen durch die Erforschung einer vollkommen neuen, innovativen Betriebsweise der Rotorblattheizung von Windkraftanlagen.

Datenbankinformationssystem (DBIS)

Das Projekt DBIS hat die Entwicklung einer skalierbaren IT-Plattformlösung zur automatisierten Über- wachung aller in Betrieb befindlichen Wind- und Photovoltaikanlagen von VERBUND zum Inhalt. Das Ziel ist eine höchstmögliche Prozessautomatisierung des Datenstroms inklusive einer innovativen Datenverarbeitung von den einzelnen Assets bis hin zu validierten Endberichten bzw. erfolgten In- standhaltungseinsätzen. Damit wird zur Unterstützung eines effizienten Betriebs und einer wirkungs- vollen Instandhaltung beigetragen. Das Projekt befand sich Ende 2021 in der Umsetzungsphase. Der Start des operativen Betriebs ist mit Mai 2022 geplant.

GRI EU10 80 Umweltmaßnahmen

Im Windpark Bruck-Göttlesbrunn findet ein jährliches ornithologisches Monitoring durch eine:n Ex- perten:Expertin statt, um Auswirkungen auf das Habitat und das Brutverhalten verschiedener Vogelar- ten zu untersuchen. Beim letzten Monitoring gab es keine Auffälligkeiten. Schallemissions- und Schal- limmissionsmessungen an den Windkraftanlagen nach Inbetriebnahme stellten sicher, dass es zu keiner erhöhten Beeinträchtigung der Umgebung kommt. Die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und die Umweltzertifizierung des Betriebs der österreichischen Windparks gewährleisten zudem, dass über den gesamten Lebenszyklus der Windkraftanlagen höchste Umweltstandards eingehalten werden. Seit 2020 werden die in Österreich in Betrieb genommenen Photovoltaikanlagen in den Umfang des Umweltmanagementsystems aufgenommen und zertifiziert.

Stakeholder Management

VERBUND setzt bei der Entwicklung und dem Betrieb von Windparks und Photovoltaikanlagen stark auf den Dialog mit Bürger:innen. Im Windpark Bruck/Leitha werden geführte Besichtigungen auf ein Windrad mit Aussichtsplattform angeboten. Diese Maßnahme bietet Interessierten die einmalige Möglichkeit, das Thema Windkraft aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Außerdem arbeitet VERBUND derzeit an finanziellen Bürger:innenbeteiligungsmodellen für Österreich und Deutschland in Anlehnung an ein Modell, das bereits für die Windkraft entwickelt wurde.

SDG 15 GRI 304-1

Weitere Informationen zum Thema ökologische Maßnahmen siehe Kapitel „Umwelt“

GRI 413-1

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 81

Absatz

Im Segment Absatz sind alle Handels- und Vertriebsaktivitäten von VERBUND zusammengefasst. Durch den Handel mit Strom, Gas, Herkunftsnachweisen, CO 2 -Zertifikaten, Transportkapazitäten sowie innovativen Grünstrom- und Flexibilitätsprodukten nimmt VERBUND eine starke Präsenz auf den wichtigsten außerbörslichen Over-the-Counter-Märkten (OTC-Märkten) sowie auf den Börsenplätzen Europas ein. Dies stellt auch im Hinblick auf die optimale Vermarktung der VERBUND-Erzeugung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Das gewonnene Know-how stärkt die Position von VERBUND am Strommarkt und ermöglicht, auf Veränderungen am Markt unmittelbar zu reagieren. Dadurch ist VERBUND ein führender Anbieter von Flexibilitäts- und Grünstromprodukten sowie von umfassenden Dienstleistungen für die Energiewirtschaft in Österreich wie auch in Deutschland. Die VERBUND -Schwerpunkte im Stromhandel liegen in den folgenden Bereichen: im optimalen Ein- satz der eigenen Kraftwerke, in der bestmöglichen Vermarktung der konzerneigenen Erzeugung, in der optimalen Strombeschaffung und in der Absicherung des Vertriebs. Sein energiewirtschaftliches Know- how bietet VERBUND seinen Kund:innen in Form von neuen Produkten und Dienstleistungen an. So unterstützt VERBUND seine Kund:innen bei der Vermarktung ihrer Anlagen für erneuerbare Energien oder bietet ihnen beispielsweise Flexibilitätsprodukte zur Reduzierung ihrer Risiken aus Ausgleichs- energien an. Zusätzlich ermöglicht VERBUND seinen Kund:innen u. a. die direkte Teilnahme an den Regel- und Intraday-Märkten. Das Angebot wird zusätzlich um Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Photovoltaik, E-Mobilität, Batterien und Wasserstoff erweitert, wodurch VERBUND- Kund:innen dabei unterstützt werden, an der Energiewende aktiv teilzuhaben. Die Kernmärkte der VERBUND-Vertriebsaktivitäten liegen in Österreich und Deutschland. VERBUND beliefert das Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe in Österreich fast ausschließ- lich mit Strom aus Wasserkraft. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland beliefert VERBUND zudem Industrieunternehmen und Weiterverteiler.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen – Segment Absatz

Einheit 2020 2021 Veränderung
Gesamtumsatz Mio. € 2.738,5 3.865,5 41,2 %
EBITDA Mio. € 75,5 59,6 – 21,1 %
Equity-Ergebnis Mio. € – 0,2 – 2,0
Capital Employed Mio. € 168,2 1.609,0

Der Anstieg des Gesamtumsatzes resultierte im Wesentlichen aus den stark gestiegenen Preisen am Strommarkt, dem jedoch auch ein entsprechend höherer Strombezugsaufwand gegenüberstand. Die Reduktion des EBITDA ist unter anderem auf ein schlechteres Ergebnis aus der Bewertung der Derivate für den Strom- und Gasbereich sowie höhere Beschaffungspreise von Gas für Endkund:innen zurückzu- führen, während vor allem die Ergebnisbeiträge aus Flexibilitätsprodukten gestiegen sind. Ursachen für den Anstieg des Capital Employed sind vor allem höhere aktive latente Steuern, höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Sicherstellungen im Stromhandel.

TCFD 82

Stromhandel und -vertrieb

Anerkannter Partner am europäischen Energiemarkt

Die Veränderungen und Entwicklungen der europäischen Strommärkte und Rahmenbedingungen führen zu einer steigenden Komplexität der Vermarktung des Kraftwerksparks durch höhere Flexibili- tätsanforderungen, eine stärkere Dezentralisierung sowie durch höhere Anforderungen an eine opti- male Steuerung sowie die langfristige Vermarktung der Erzeugungsanlagen. Gleichzeitig steigen auch die Ansprüche der Handelspartner:innen und Kund:innen im Bereich Asset-Vermarktung, Flexibili- tätsmanagement, Belieferung von elektrischer Energie und der Grünstromvermarktung. VERBUND als Asset Optimizer bietet im Bereich der Energiewirtschaft eine umfassende Palette an maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen an. Das Spektrum dabei reicht von der Einsatz- optimierung und dem Marktzugang (Market Access) über flexible Vermarktungs- und Absicherungs- angebote bis hin zu Prognosedienstleistungen und regulatorischen Services. Zu den VERBUND-Kund:innen zählen vor allem europäische Großhandelspartner, andere Energie- handelsunternehmen, Weiterverteiler und Stadtwerke sowie große Endverbraucher:innen. Darüber hinaus gehören Netz- und Kraftwerksbetreiber bzw. Produzent:innen von Strom aus erneuerbaren Energien (insbesondere im Bereich der Windkraft, der Photovoltaik und der Kleinwasserkraft) zum Kund:innenportfolio der VERBUND Energy4Business GmbH (VEB).

Optimale Vermarktung der VERBUND-Eigenerzeugung

Im Hinblick auf die Dynamik der Energiemärkte und die Volatilität der Strompreise optimiert VEB für den Konzern die Vermarktungsaktivitäten, um so die bestmögliche Vermarktung und Preisabsicherung der Eigenerzeugung gewährleisten zu können. Die Vermarktung richtet sich dabei unter anderem nach der Charakteristik der Eigenerzeugungsanlagen. Weiters werden saisonale Schwankungen der Wasser- führung berücksichtigt und dynamische Absicherungskonzepte verfolgt, welche auf Marktpreisschwan- kungen reagieren. Dies soll eine stabile Ergebnisentwicklung gewährleisten. VEB stellt die marktgetriebene Steuerung und Optimierung des Einsatzes aller VERBUND-Kraftwerke sicher. Die dafür erforderlichen präzisen Zufluss- und Wetterprognosen werden anhand von zum Teil konzernintern entwickelten Modellen erstellt. Optimierungsrechnungen mit entsprechenden Strom- preismodellen vervollständigen die Systemlandschaft zur bestmöglichen Asset-Vermarktung. Alle Handelsaktivitäten finden innerhalb des Rahmens eines umfassenden, strengen und laufend aktualisierten Risikoregelwerks statt.

VERBUND-Expertise für die Vermarktung der erneuerbaren Energien

VERBUND verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs in den Bereichen Wind und Photovoltaik. Unterstützt werden soll dieses Wachstum durch die Vermarktung neuer erneuerbarer Energien für Drittanlagen. Dabei stehen vor allem die Wind- und Kleinwasserkraft sowie die Photovoltaik im Fokus. Die Marktanteile in Österreich und in Deutschland konnten trotz eines starken Preis- und Wettbe- werbsdrucks in den letzten Jahren gesteigert bzw. gehalten werden. In Luxemburg ist VERBUND weiterhin führend bei der Vermarktung von Strom aus Windkraft.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 83

Grünstromvermarktung – ein wichtiger Bestandteil des Produktportfolios

Das VERBUND-Produktportfolio umfasst den Handel mit Emissionszertifikaten und Herkunftsnach- weisen (Grünstrom). VERBUND zählt in Österreich und Deutschland zu den führenden Anbietern von zertifizierter Erneuerbarer Erzeugung (der Wasserkraft aus Österreich und aus Deutschland) und belie- fert in diesen Märkten mehr als 160 Stadtwerke und Weiterverteiler mit dem Premiumprodukt H2Ö.

Dynamische Märkte erfordern die Bereitstellung von Flexibilitäten

Mit den Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken ist VERBUND einer der führenden Anbieter von Produktionsflexibilitäten. Die hochflexiblen Kraftwerke bieten die Möglichkeit, kurzfristige Leistungs- anpassungen vorzunehmen, die der Markt mit steigendem Anteil volatiler neuer erneuerbarer Erzeu- gung benötigt. Zusätzlich werden Systemdienstleistungen wie Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung angeboten, die bei Abruf durch den Regelzonenführer Austrian Power Grid (APG) einen kurzfristigen Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch gewährleisten.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Stromvertrieb

Darüber hinaus stellt VERBUND auch Kraftwerksleistung für Netzdienstleistungen (wie die Blindleistungserbringung, das Störungsmanagement und die Schwarzstartfähigkeit) bereit. Gemeinsam mit dem Gas-Kombikraftwerk Mellach (GDK Mellach) werden die Pumpspeicherkraftwerke auch für das Engpassmanagement eingesetzt. Der Regelzonenführer APG fordert dazu bei den unterschiedlichen Kraftwerksbetreibern entsprechende Betriebsarten an, um ungünstige Lastflüsse im europäischen Hochspannungsnetz zu vermeiden bzw. ausgleichen zu können. Zudem bietet VERBUND den Kund:innen getrennt von der Erzeugungsvermarktung mit dem Produkt „Virtuelles Kraftwerk“ die Möglichkeit, die Flexibilität kleinerer Erzeugungsanlagen zu bündeln und kurzfristig zu vermarkten oder Portfolios gegen Schwankungen des Strompreises abzusichern.

Innovative Dienstleistungen und Produkte

VERBUND stellt den Kund:innen unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der Vermarktung und beim Kauf von elektrischer Energie zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem: der Market Access mit Börsenzugängen am Intraday-, Spot- und Terminmarkt, die Prognosedienstleistungen, das Bilanzgruppenmanagement, das integrierte Portfoliomanagement, die regulatorischen Services. Im Bereich des Kund:innenservice und der Energiedienstleistungen stellt VERBUND seit einigen Jahren die zentrale B2B-Kund:innenplattform VISION zur webbasierten Kommunikation mit seinen Großkund:innen zu Verfügung, die laufend erweitert und weiterentwickelt wird. Die Aktivitäten von VERBUND basieren auf einer konsequenten Weiterentwicklung der Digitalisierungs- und Automatisierungsstrategie für den Stromhandel. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf bedarfsorientierten Kund:innenlösungen (wie der Plattform VISION) und der Entwicklung innovativer Systeme und Projekte. Diese betreffen beispielsweise die Bereiche der neuen Speicher (grüner Wasserstoff, Batterien), der E-Mobilität oder der innovativen Energietechnologien.

Photovoltaik – die Kraft der Sonne und Basis für das weitere VERBUND-Wachstum

Gemeinsam mit Industriekund:innen entwickelt und errichtet VEB Photovoltaikanlagen zur Nutzung für den direkten Eigenverbrauch – entweder als Dach- oder als Freiflächenanlagen. Auf Basis dieses Konzepts wurden 2021 Photovoltaikprojekte mit rund 25 MWp abgeschlossen bzw. sind kurz vor Abschluss, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr war. Für die Folgejahre ist ein deutlicher Ausbau geplant. 84

Beeinflusst wurden die Aktivitäten im Photovoltaikbereich durch das Erneuerbaren Ausbaugesetz und die damit verbundenen Investitionsförderungen sowie die stark gestiegenen Preisen für Komponenten aufgrund höherer Kosten für Rohstoffe und Fracht.

Intelligente und flexible Lösungen für den Energiemarkt und die Kund:innen von VERBUND

Die Energiezukunft wird dezentraler, kleinteiliger und erneuerbar. Kurz gesagt: Sie wird flexibler. Dafür brauchen wir mehr intelligente und flexible Lösungen. Innovative, maßgeschneiderte Flexibilitätsprodukte von VERBUND eröffnen Versorgern, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Ökostromproduzenten den Zugang zum Energiemarkt und sichern gleichzeitig das Stromnetz. Mit dem VERBUND-Power-Pool, der das größte Portfolio von industriellen Lasten und Erzeugern sowie Ökostromanlagen in Österreich quer über alle Branchen bündelt, erfolgt die gesonderte Vermarktung industrieller Flexibilitäts-Assets am Regelenergie- und Intraday-Markt. VERBUND unterstützt Industrieunternehmen, bei voller Beibehaltung der betrieblichen Eigenkontrolle dabei, attraktive Zusatzerlöse zu erwirtschaften. Gleichzeitig wird dadurch das Stromnetz stabilisiert und ein wesentlicher Beitrag für die Integration der erneuerbaren Energien ins Energiesystem geleistet.

Die Neugestaltung der Energieinfrastruktur verlangt neue, intelligente und sektorübergreifende Lösungen mit höchsten Ansprüchen an Flexibilität und Verfügbarkeit. Batteriespeicher unterstützen konventionelle Energiespeicher (Pumpspeicher- und Speicherkraftwerke). Im Rahmen des EU-geförderten Projekts SYNERG-E wurden 2021 Großbatteriespeicher durch VEB an neun Hochleistungs-Ladestationen in Österreich und Deutschland in Betrieb genommen. Die Batterien werden zur Kappung von Leistungsspitzen der E-Mobility-Schnellladestandorte und zur Vermarktung von Regelenergie eingesetzt. Im Herbst 2020 erwarb VEB ein Batteriespeicherprojekt in Deutschland mit 10 MW, welches 2021 in Betrieb genommen wurde und zur Netzstützung beiträgt. Drei weitere Projekte dieser Art mit insgesamt 52,5 MW wurden 2021 akquiriert, die allesamt im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden. Ein weiteres Batterieprojekt bei einem:r Industriekunden:Industriekundin wird zudem in Quartal 1/2022 fertiggestellt.

E-Mobilität nimmt Fahrt auf – Ausweitung des Angebots

VEB hat 2021 das Angebot für Industriekund:innen weiter ausgebaut und ist im VERBUND-Konzern für die Ansprache der Business- und Industriekund:innen verantwortlich. SMATRICS unterstützt dabei durch den Betrieb des Ladesteuerungssystems und ist für die bauliche Projektumsetzung und den technischen Betrieb der Ladestellen zuständig. Neben den mit der E-Mobilität verbundenen Dienstleistungen liegt der besondere Fokus auf der Integration von Ladeinfrastruktur mit Photovoltaikanlagen, auf Speichersystemen sowie auf weiteren Großverbraucher:innen mittels eines intelligenten Energiemanagements an den jeweiligen Standorten der Industriekund:innen. Durch diese Bündelung bietet VEB ein umfassendes Produktportfolio über die eigentliche E-Mobilitätsdienstleistung hinaus an und kann sich dadurch von den Mitbewerber:innen abheben. Die Industriekund:innen haben eine:n Ansprechpartner:in für mehrere Themen, der für sie standortoptimiert die Umsetzung mehrerer Dienstleistungen und Produkte verantwortet.

Über das Business-Charging-Produkt bietet VEB den Industriekund:innen ein Contracting-Modell an, in dem von der bautechnischen Begehung über Planung und Bau bis hin zur monatlichen Abrechnung alle notwendigen Dienstleistungen übernommen werden. Mit diesem attraktiven Angebot konnten 2021 bereits Verträge mit einigen Kund:innen abgeschlossen und umgesetzt werden. Ein deutlicher Ausbau dieses Geschäftsbereichs ist 2022 geplant.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 85

Stromvertrieb

100 % Wasserkraft mit hoher Servicequalität für Endkund:innen

VERBUND erhielt 2021 zum siebenten Mal in Folge im Kund:innensegment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bei der Studie „Service-Champions“ die Kategorie „Gold“. Dabei konnte sich VERBUND gegen 46 andere Stromanbieter durchsetzen und den ersten Platz belegen. Auch im Rahmen der Studie „Branchen-Monitor 2021“ konnte VERBUND brillieren. Bei der umfangreichen Onlinebefragung wurden mehr als 325.000 Kund:innenurteile berücksichtigt. VERBUND konnte im Bereich Kund:innenzufriedenheit unter allen Strom- und Gasanbietern den ersten Platz und wurde damit zum Branchenchampion 2021 gekürt. Ebenso war VERBUND Gewinner des Energiewende Awards für Österreich im Bereich Strom. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung des Energiewende-Engagements der Energieversorger der DACH-Region.

Die andauernde COVID-19-Krise sowie die volatilen Aktivitäten am Energiemarkt spürte VERBUND auch in der Neukund:innenakquisition. Insbesondere im Direktvertrieb mussten Einschnitte festgestellt werden. Zum Jahresende bezogen im Kund:innensegment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe rund 447.000 Kund:innen VERBUND-Strom aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Im Haushaltskund:innensegment betrug der Marktanteil 2021 rund 8 %. Klimaneutrales Erdgas von VERBUND bezogen im Jahr 2021 im Kund:innensegment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe rund 80.000 Kund:innen.

Herkunftszertifizierung von Strom aus VERBUND-Kraftwerken

VERBUND ist Vorreiter bei der Herkunftszertifizierung von Strom. Seit 1999 lässt VERBUND als erstes österreichisches Stromunternehmen die gesamte Wasserkraftproduktion vom TÜV-SÜD zertifizieren und entwickelte damit die Kennzeichnung der Stromherkunft in Österreich wesentlich mit. Mit seinem Gütesiegel bestätigt der TÜV-SÜD als neutrale Institution, dass der von Endkund:innen (Industrie, Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe), Weiterverteilern (Stadtwerke, Energieversorger) oder Händler:innen bestellte Grünstrom in der entsprechenden Qualität und Menge in den Wasserkraftwerken von VERBUND erzeugt und ins Netz eingespeist wird. Der Wandel in der Energiebranche verlangt heute nach innovativen Lösungen für morgen.

Im Jahr 2020 lag die gesamte TÜV-SÜD-zertifizierte Wasserkrafterzeugung von VERBUND in Österreich bei 21.919 GWh und in Deutschland bei 4.028 GWh. Die Werte für 2021 liegen noch nicht vor, da die Berechnungen des TÜV-SÜD immer im Nachhinein (im zweiten Quartal des Folgejahres) erfolgen. Die TÜV-SÜD-Nettoberechnung entspricht im Wesentlichen der Bruttoerzeugung aus der Wasserkraft abzüglich des Eigenbedarfs, der Servitute und des Pumpaufwands. Mit Strom aus TÜV-SÜD-zertifiziertem Kraftwerken aus Österreich und Deutschland ist VERBUND einer der größten Anbieter von Grünstrom aus der Region.

GRI EU3 GRI 417-1 500 519 527 19 20 21

Endkund:innen in Tsd. Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe
21

86

Stromkennzeichnung in Österreich

Die Stromkennzeichnung in Österreich ist auf der Stromrechnung für Endkund:innen angegeben. Im Kund:innensegment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe lieferte VERBUND im Jahr 2020 99,98 % Strom aus Wasserkraft. Im Jahr 2020 belieferte VERBUND seine Kund:innen aus diesem Kund:innensegment auch mit Sonnenstrom aus Photovoltaikanlagen von anderen VERBUND-Kund:innen. Dieser Anteil liegt gerundet bei 0,02 % und wurde bei der Stromkennzeichnung getrennt ausgewiesen. Der an das Kund:innensegment Business und Industrie gelieferte Strom beruhte im Jahr 2020 zu 73,32 % auf erneuerbaren Energieträgern.# Die eingesetzten Herkunftsnachweise stammten zu 53,06 % aus Wasserkraftwerken, zu 9,35 % aus Windkraftanlagen, zu 5,75 % aus fester oder flüssiger Biomasse, zu 1,71 % aus Sonnenenergie, zu 3,41 % aus Biogas und 0,04 % aus sonstiger Ökoenergie. Die verbleibenden 26,68 % entfielen auf Erdgas.

Stromkennzeichnung in Österreich

In Österreich bilden das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und die Stromkennzeichnungsverordnung die Rechtsgrundlagen der Stromkennzeichnung. Das österreichische Stromkennzeichnungsmodell ist ein nachweisbasiertes System. Allen an Endverbraucher:innen in einem Kalenderjahr gelieferten Strommengen müssen gesetzeskonforme Nachweise zugeordnet werden („Graustromverbot“).

Stromkennzeichnung in Deutschland

VERBUND beliefert in Deutschland Industriekund:innen sowohl durch VERBUND Energy4Business (VEB) von Österreich als auch direkt über VERBUND Energy4Business Deutschland (VEB-DE). Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung sind in Deutschland in folgenden Gesetzen geregelt: im § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) für den gelieferten Strom und im § 78 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den zwingend auszuweisenden Anteil des nach EEG geförderten Stroms. Hinsichtlich des unten jeweils angeführten Strommix ist festzuhalten, dass Industriekund:innen in Deutschland überwiegend keinen zertifizierten Strom nachfragen. Daher hat der an deutsche Industriekund:innen gelieferte Strom den gesamtdeutschen Erzeugungsmix als Basis. Somit ist neben Strom aus Windkraft und Photovoltaikanlagen auch Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken beinhaltet.

VERBUND Energy4Business GmbH (VEB)

Die Herkunft der in Deutschland von Energy4Business GmbH im Jahr 2020 an Business- und Industriekund:innen gelieferten Strommengen setzte sich wie folgt zusammen:

  • 0 % erneuerbare Energien (finanziert aus der EEG-Umlage)
  • 22,7 % Strom aus erneuerbarer Energie mit Herkunftsnachweisen, nicht finanziert aus der EEG-Umlage
  • 3,5 % sonstige fossile Energieträger
  • 18,4 % Erdgas
  • 36,6 % Kohle
  • 18,8 % Kernenergie

VERBUND Energy4Business GmbH Deutschland (VEB-DE)

Die Herkunft der in Deutschland von VERBUND Energy4Business GmbH Deutschland (VEB-DE) im Jahr 2020 an Business- und Industriekund:innen gelieferten Strommengen setzte sich wie folgt zusammen:

  • 0 % erneuerbare Energien (finanziert aus der EEG-Umlage)
  • 25,5 % Strom aus erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweisen, nicht finanziert aus der EEG-Umlage
  • 2 % sonstige fossile Energieträger
  • 18 % Erdgas
  • 36 % Kohle
  • 18,5 % Kernenergie

GRI 417-1 SDG 12
GRI 417-1 SDG 12
GRI 417-1 SDG 12

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 87

Klimaneutrales Erdgas

VERBUND bietet als Komplettanbieter von Energie seit 2014 klimaneutrales Erdgas an. Die durch die Verwendung von Erdgas entstehenden Emissionen werden bei den klimaneutralen Erdgasprodukten durch die Förderung und den Ausbau von Erneuerbaren-Projekten kompensiert. Ein Beispiel dafür ist das Wasserkraftwerk Ashta in Albanien. Eine offizielle Bestätigung dafür erfolgt durch die unabhängige Prüfgesellschaft TÜV NORD aus Deutschland. In Summe wurden im Berichtsjahr 1,4 TWh Erdgas verkauft. Die Höhe der CO2-Kompensationen dafür lag bei 249 kt CO2e.

Attraktive Angebote für Photovoltaik und E-Mobilität

Privatkund:innen profitieren von der VERBUND-Expertise bei Photovoltaikanlagen für das Eigenheim. 2021 konnten rund 800 Neukund:innen für das Miet-Photovoltaik-Angebot akquiriert werden. Ende 2021 erzielte VERBUND zudem einen weiteren Erfolg mit dem E-Charging-Produktlaunch. Seit Oktober 2021 wird ein Lade-Komplettpaket für das Laden daheim und unterwegs und bequem aus einer Hand angeboten. Damit positioniert sich VERBUND als Komplettanbieter für alle Themen rund um die Schwerpunkte Energie und Nachhaltigkeit.

Kund:innenzufriedenheit und Kund:innenbeziehung

Weiterhin hohe Kund:innenzufriedenheit und Loyalität bei den VERBUND-Kund:innen

VERBUND führt jährlich mit einem Marktforschungsunternehmen eine Studie im Bereich Privat- und Gewerbekund:innen zum Thema Customer Experience Management durch. Die Befragung ist repräsentativ angelegt und untersucht eine Vielzahl an Themen. Dabei werden sowohl VERBUND-Kund:innen wie auch Kund:innen der Mitbewerber:innen im Energiemarkt befragt. Insgesamt waren die Endkonsument:innen 2021 in Österreich mit ihren derzeitigen Energieanbietern zufrieden – sei es bei der Bewertung der Gesamtzufriedenheit oder hinsichtlich der Aspekte Weiterempfehlung, Wiederwahlwahrscheinlichkeit oder der Bewertung, wie vertrauenswürdig die Unternehmen sind. Obwohl die Unterschiede nicht signifikant waren, beurteilten uns VERBUND-Kund:innen als Energieanbieter besser als andere Anbieter. Das gleiche Ergebnis sahen wir bei der Loyalität zu VERBUND: Der Loyalitäts-Index lag bei den Mitbewerber:innen bei ca. 71. VERBUND erreichte einen Wert von knapp über 74 von 100 Punkten im Privatkund:innenbereich. Ein ähnliches Bild zeigte sich im Gewerbekund:innenensegment: Die Konkurrenz lag bei rund 69, VERBUND schnitt mit 73 deutlich besser ab. Auch bei der Kund:innenbeziehung wurde VERBUND besser bewertet. Die Angaben zur wahrgenommenen Wertschätzung in den Kund:innensegmenten Haushalt und Gewerbe lag jeweils mit 2,2 im oberen Bereich. Die Gründe dafür waren u. a. das gute Kund:innenservice, die regelmäßige Bereitstellung von Information und die Gratisenergietage. VERBUND-Kund:innen bewerteten die Treueboni, Gewinnspiele und das Weiterempfehlungsprogramm besonders positiv.

Kund:innenbetreuung

Zum Selbstverständnis von VERBUND als führender Energieversorger Österreichs gehört es, ein umfangreiches Serviceangebot zur Verfügung zu stellen. Kompetente und freundliche Kund:innenberater:innen stehen Bestandskund:innen an der VERBUND-Serviceline unter 0800 210 210 österreichweit von Montag bis Freitag von 7:00 bis 20:00 Uhr für alle Fragen zur Verfügung und unterstützen potenzielle Kund:innen beim Strom- und Erdgasanbieterwechsel.

GRI 102-44

2020 2021
Gasverkäufe in GWh 1.083 1.211
Gasverkäufe in GWh 1.412 19
Gasverkäufe in GWh 20 21

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Die VERBUND-Onlineservices werden dem Trend zum Self-Service gerecht und ergänzen so das Serviceangebot von VERBUND. Die VERBUND-Website www.verbund.at bietet einen Überblick über das Produktportfolio, Details zum einfachen Wechsel zu VERBUND, Angebote für Bestandskund:innen und Antworten zu häufig gestellten Fragen.

Energieberatung

Geprüfte Energieberater:innen stehen kostenlos österreichweit Klient:innen der Caritas im Rahmen des VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas zur Seite. Durch wertvolle Energiespartipps unterstützen sie bedürftige Menschen dabei, ihre Energiekosten nachhaltig zu senken. Das Engagement im Rahmen des Stromhilfefonds der Caritas ist eines von vielen Beispielen, wie VERBUND gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Mehr dazu findet sich im Kapitel „Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung“.

Zahlungsverzögerungen

VERBUND hilft bei einer Zahlungsverzögerung mit einer Vereinbarung von Ratenzahlungen, die ohne Verzugszinsen verrechnet werden. Bei Zahlungsrückständen werden Kund:innen über ein dreistufiges Mahnsystem informiert, bevor es zu einer Kündigung des Energieliefervertrags aufgrund von Zahlungsverzögerungen kommt. Im Jahr 2021 musste bei rund 8.707 Haushalts- und Gewerbekund:innen eine Kündigung des Strom- oder Gasliefervertrags durchgeführt werden. Dies entspricht einer Reduktion der Vertragsauflösungen um 5 % im Vergleich zum Jahr 2020 (9.200).

GRI EU27

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 89

Netz

Das Segment Netz umfasst die Aktivitäten der Austrian Power Grid AG (APG) sowie der Gas Connect Austria GmbH (GCA).

Austrian Power Grid (APG)

APG betreibt als unabhängige Netztochter von VERBUND das überregionale Stromnetz Österreichs. Die Infrastruktur von APG sichert die Stromversorgung. Sie ist somit eine der Lebensadern Österreichs, der Bevölkerung und seiner Unternehmen. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.400 km und wird von einem Team mit rund 700 Spezialist:innen betrieben, instandgehalten und laufend den steigenden Anforderungen seitens der Wirtschaft und der Gesellschaft angepasst. Die Kapazitäten des APG-Netzes stellen die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende, für die Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie dar und sind ausschlaggebend für eine nachhaltige sichere Stromversorgung Österreichs. Somit ist APG für die Transformation des energiewirtschaftlichen Gesamtsystems mitverantwortlich. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 374 Mio. € für den Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur 2021 leistet APG für die heimische Wirtschaft einen kräftigen Impuls. Zu den wichtigsten Projekten zählen: die Salzburg-, die Weinviertel- und die Deutschlandleitung sowie der Zentralraum Oberösterreich.

Gas Connect Austria (GCA)

Gas Connect Austria (GCA) ist ein österreichischer Gasfernleitungs- und Verteilernetzbetreiber und nimmt als solcher eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung Österreichs und Mitteleuropas ein. Mit Wirkung vom 31. Mai 2021 hält VERBUND 51 % der Anteile am unabhängigen Netzbetreiber Gas Connect Austria. Vom Knoten Baumgarten ausgehend betreibt GCA ein modernes und leistungsstarkes Hochdrucknetz mit Verbindungen nach Deutschland, in die Slowakei, nach Slowenien und Ungarn sowie zu Speicher- und Produktionsanlagen im Inland. Entlang des rund 900 km langen Leitungssystems befinden sich fünf Verdichterstationen, 56 Mess- und Übergabestationen und über 100 Übergabemesspunkte. Kernaufgabe ist die Vermarktung von Transportkapazitäten für die Inlandsversorgung und an den internationalen Grenzpunkten. Gemeinsam mit der Trans Austria Gasleitung (TAG) GmbH betreibt GCA die Import- und Verteilstation Baumgarten an der March, über die jährlich rund 40 Mrd. m³ Gas fließen.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen – Segment Netz

Einheit 2020 2021 Veränderung
Gesamtumsatz 730,4 1.246,9 70,7 %
EBITDA 232,4 331,3 42,6 %
Equity-Ergebnis 0,1 0,2
Capital Employed

Das Segment Netz umfasst ab 31. Mai 2021 auch die Gas Connect Austria GmbH und die Austrian Gas Grid Management AG. Der Gesamtumsatz erhöhte sich – neben den erstmalig erfassten Gesellschaften – insbesondere aufgrund eines Anstiegs in der Ausgleichsenergieverrechnung, aufgrund gestiegener nationaler Netznutzungserlöse sowie höherer Erlöse aus der Versteigerung von Grenzkapazitäten. Der Anstieg des EBITDA ist vor allem auf die Ergebnisbeiträge der Gas Connect Austria GmbH und der Austrian Gas Grid Management AG zurückzuführen.

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Die Erhöhung des Capital Employed resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg des Sachanlagevermögens und der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Zuge der Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH sowie aus dem Anstieg des Sachanlagevermögens durch die Netzinvestitionen der APG, während höhere nicht verzinsliche Schulden gegenläufig wirkten.

AUSTRIAN POWER GRID AG (APG)

Technische Entwicklungen

Netzdaten APG

Spannungsebene Leitungen Trassenlänge/km Leitungen Systemlänge/km Umspannwerke/ Netzschaltanlagen
Freileitung
380-kV 1.156 2.584
220-kV 1.613 3.206
110-kV 654 1.167
Kabel
110-kV 6 11
Summe 3.428 6.966 65

Betriebliche Entwicklungen

Als Regelzonenführer in Österreich ist APG dafür verantwortlich, Engpässe im Übertragungsnetz zu ermitteln und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2021 waren hierfür netztechnische und kraftwerksseitige Maßnahmen (Redispatch) notwendig. Die dynamischen energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Europa – insbesondere in Verbindung mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik – führen zu volatilen Stromflüssen. Da der erforderliche Netzausbau aufgrund langer Behördenverfahren nicht mit diesen Entwicklungen Schritt hält, sind Engpässe (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Netzgebiets von APG) die Folge. Die oben genannten Eingriffe in den Kraftwerkspark (Redispatch) sind erforderlich, um Überlastungen der bestehenden Netzinfrastruktur zu vermeiden.

Im Jahr 2021 kam es im Netz von APG aufgrund geringerer weiträumiger Stromtransporte und aufgrund der sehr guten Wasserführung in den netztechnisch kritischen Monaten zu einem vergleichsweise geringen Redispatch-Bedarf. Die Kraftwerke in Österreich wurden 2021 umfangreich für die Beherrschung von Netzengpässen außerhalb Österreichs (vorwiegend in Deutschland) eingesetzt. Aus diesen Maßnahmen resultierte ein Großteil der Redispatch-Mengen im abgelaufenen Jahr (siehe unten stehende Tabelle „Redispatch-Mengen“).

Redispatch-Mengen

2019 2020 2021
Redispatch-Mengen (in GWh) 2.417,4 1.455,2 1.800,0
1 nur Mengen aus Leistungserhöhungen

GRI EU4 TCFD

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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Vertragliche Absicherung von systemrelevanten Kraftwerken – Vorhalteleistung zur Engpassvermeidung (EPV)

Die Systemsicherheit im Stromnetz von APG hängt wesentlich von der Verfügbarkeit von flexibel einsetzbaren Kraftwerken bzw. reduzierbaren Verbraucher:innen in Österreich ab. Aufgrund der marktwirtschaftlich schwierigen Situation ist diese Verfügbarkeit jedoch nicht ausreichend gegeben und muss vertraglich abgesichert werden, um die Einsetzbarkeit für notwendige Redispatch-Abrufe zu gewährleisten.

Zur Absicherung der notwendigen Redispatch-Kapazitäten wurde die Verfügbarkeit der erforderlichen Kraftwerke von APG in enger Abstimmung mit der E-Control vertraglich sichergestellt. Seit Oktober 2021 kommen diesbezüglich die neuen gesetzlichen Regelungen laut § 23a ff. ElWOG (i. d. F. BGBl. I Nr. 17/2021) zur Anwendung. Mit Mitte September 2021 konnte der Netzreservebedarf für den Zeitraum Oktober 2021 bis inklusive September 2022 in Höhe von bis zu 3.235 MW vertraglich gesichert werden. Im Jahr 2021 kam die kontrahierte Vorhalteleistung im Zuge des Redispatch regelmäßig zum Einsatz.

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf APG und den Netzbetrieb

Nach Abschluss der betrieblichen Impfaktion am 8. Juli 2021 wurde eine neue Phase der Bewältigung der COVID-19-Herausforderungen eingeläutet. Die Guideline zu den APG-Schutzmaßnahmen als integraler Teil einer neuen Betriebsvereinbarung wurde an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst, wobei die jeweils geltenden Maßnahmen sich weiterhin an der Ampelstellung der Bundesregierung für die Bundesländer orientieren.

Das Krisenmanagement von APG wurde am 9. Juli 2021 beendet. Die Weiterverfolgung der Angemessenheit der innerbetrieblichen Schutzmaßnahmen übernimmt nunmehr eine COVID-19-Taskforce. Für das Monitoring von positiv Getesteten, Vorsichts- und Verdachtsfällen wird die etablierte Struktur des Contact Tracing beibehalten. Sämtliche Kontaktketten zu positiv getesteten Personen oder zu Personen aus Risikogebieten werden dabei so weit wie möglich zurückverfolgt. Mitarbeiter:innen, für die sich Verdachtsmomente ergeben, werden umgehend informiert und arbeiten ausschließlich im Home Office.

Versorgungsunterbrechungen

2021 kam es im Netz von APG zu einer Versorgungsunterbrechung mit Auswirkungen auf Endverbraucher:innen im Ausmaß von etwa zehn Minuten. Die Auswirkungen eines Komponentenausfalls im Übertragungsnetz der APG auf Endverbraucher:innen werden anhand der „nicht gelieferten Megawatt- stunden (MWh)“ beziffert. Die Zählung der Versorgungsunterbrechungsdauer erfolgt ab dem Zeitpunkt der Nichtversorgung von Endverbraucher:innen, welche eindeutig auf einen vorangegangenen Fehler im Übertragungsnetz zurückgeführt werden kann.

Im Jahr 2021 transportierte APG rund 45.349 GWh auf der Netzebene 1 (380-kV und 220-kV). 1,9 MWh, also 0,000004 % der transportierten Menge, konnten nicht geliefert werden. Im Jahr 2020 gab es eine, 2019 zwei und 2018 eine Unterbrechung, von denen Endverbraucher:innen betroffen waren.

Stromtransport und Netzverluste

Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Transportmenge der Netzebene 1 (380-kV und 220-kV) im Geschäftsjahr 2021 um 1,1 %. Die Abgabemenge im Inland betrug 32.453 GWh. Die Regelzone APG importierte im Geschäftsjahr 2021 auf Basis der angemeldeten Fahrpläne österreichischer und internationaler Marktteilnehmer 29.292,5 GWh und exportierte 19.725,5 GWh. Dies ergibt einen Importüberschuss von 9.567,04 GWh.

GRI EU28 GRI EU29

Weitere Informationen zum Übertragungsnetz: www.apg.at

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Stromtransport und Verluste im Übertragungsnetz

Einheit 2019 2020 2021
Transportierte Strommenge 1 GWh 46.731 44.863 45.349
Netzverluste 1 GWh 758 731 674
Anteil der Netzverluste an der transportierten Menge % 1,62 1,63 1,49
1 Netzebene 1

Projekte und Stakeholder Management

APG als Übertragungsnetzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, die Stromnetzinfrastruktur vorausschauend und für die Erfordernisse der Versorgungssicherheit und des Strommarkts zu erhalten und auszubauen. Seit 2011 ist APG gesetzlich verpflichtet, einen Netzentwicklungsplan zu erstellen. Dieser weist aus, welche wichtigen Übertragungsinfrastrukturen in den nächsten zehn Jahren (gemäß § 37 ElWOG 2010) errichtet oder ausgebaut werden müssen.

Der APG-Netzentwicklungsplan 2021 (NEP 2021) sieht einen strukturierten Netzausbau in Österreich vor. Die darin enthaltenen Projekte und Maßnahmen zielen insbesondere darauf ab, die energiewirtschaftlichen Entwicklungen (v. a. die Netzintegration von erneuerbaren Energien (EE) und von neuen Kraftwerken, die Netzanschlüsse für Verteilernetzbetreiber, das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) und die Klimaschutzziele, die Marktintegration u. v. m.) zu bedienen. Neben 20 neuen („Green field“-) Umspannwerken sind weitere Ausbauten von bestehenden Schaltanlagen, Generalerneuerungen von 220-kV-Leitungen und weitere 380-kV-Netzausbauten (z. B. der 380-kV-Ringschluss) vorgesehen. Dies soll eine leistungsfähige Integration der EE-Erzeugung im Osten Österreichs und eine Stärkung der Anbindung von Westösterreich an die Pumpspeicherkraftwerke sowie eine starke Verbindung zu den Lastzentren in Österreich und zu den Nachbarstaaten sicherstellen.

Vier APG-Leitungsprojekte wurden seitens der Europäischen Kommission als TEN-Projekt (Trans- European Networks for Energy) sowie im Rahmen der europäischen Energieinfrastrukturverordnung als Project of Common Interest (PCI) klassifiziert und somit als besonders dringlich eingestuft. Weiters sind die Leitungsprojekte des NEP 2021 auch Teil des Zehn-Jahres-Netzausbauplans (Ten Year Network Development Plan, TYNDP) des Verbands der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) und europaweit abgestimmt.

Der APG-Netzentwicklungsplan 2021 beinhaltet bis 2031 ein Bruttoinvestitionsvolumen von rund 3,5 Mrd. €. Mit diesen Investitionen wird jene Netzinfrastruktur entwickelt, die in Österreich zukünftig den sicheren Stromtransport gewährleisten wird. 2021 wurden insgesamt 374,1 Mio. € (Brutto- investitionen) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen seitens APG investiert (2020: 379,7 Mio. €).

Die größten Investitionen im Jahr 2021 waren:

Erweiterungsinvestitionen

Mio. €
380-kV-Salzburgleitung 169,4
Netzknoten St. Peter–Tauern
Netzraum Weinviertel 59,5
Reschenpassprojekt 17,1

GRI EU12 GRI 413-1 SDG 8

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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Betriebsinvestitionen

Mio. €
Seiltausch der 220-kV-Leitung Tauern–Weißenbach 15,3
Ersatzneubau Umspannwerke 23,2
Erneuerung in der Sekundärtechnik (Leittechnik/Schutz/Zählung) 7,5

Zu den vorrangigen, bereits in Umsetzung befindlichen APG-Leitungsprojekten zählen die Salzburgleitung, die Weinviertelleitung, die Deutschlandleitung und das Reschenpassprojekt. Für das Projekt Zentralraum Oberösterreich wurde Ende November 2021 das Umweltverträglichkeitsprüfungs- verfahren (UVP-Verfahren) gestartet.

Projektumfeldbetreuung

Zielgruppenspezifische Ansprache ist eine wesentliche Säule in der Gesamtkommunikationsstrategie von APG. Mit dem Einsatz von 360-Grad-Kommunikationstools – vom Stakeholder Newsletter über spezifische Projekt-Webseiten bis hin zur Social-Media-Präsenz – setzen wir den Fokus auf absolute Kund:innenorientierung in allen Kommunikationsbereichen.# APG setzt Stakeholder-Dialog fort und investiert in die Zukunft

Dabei stehen inhaltlich die sichere Stromversorgung, die Erreichung der Klima- und Energieziele, die Integration neuer Akteure ins Energiesystem, die volkswirtschaftlichen Effekte des APG-Investitionsprogramms, spezifische Innovationsbereiche und natürlich auch unsere konkreten Investitionsprojekte im Vordergrund. APG setzt sich dabei intensiv mit den vielfältigen Erwartungshaltungen, Meinungen und Bedürfnissen der beteiligten Interessengruppen auseinander. Dabei werden auch modernste Instrumente der qualitativen und quantitativen Sozialforschung angewandt.

Die kommunikative Projektumfeldbegleitung erfolgte 2021 im Rahmen der COVID-19-bedingten Möglichkeiten. Das persönliche Gespräch – mitunter auch über Videokonferenzen – mit den beteiligten Stakeholdern in den jeweiligen Projektregionen (Gemeindevertreter, Grundeigentümer, Meinungsbildner, Bürgerinitiativen und andere Stakeholder) bildete die zentrale Säule zur Schaffung von Akzeptanz für das jeweilige Projekt. Akzeptanz in der regionalen Bevölkerung bzw. bei den beteiligten Parteien gemäß der gesetzlichen Grundlage ist die unabdingbare Basis für die zeitgerechte Genehmigung bzw. für die darauffolgende Durchführung der Projektumsetzung und somit essenziell für die sichere Stromversorgung bzw. die Erreichung der Klima- und Energieziele. Durch ein proaktives, rasches, zielgruppenspezifisches sowie transparentes Kommunizieren bzw. den respektvollen Umgang mit den verschiedensten Interessengruppen vor Ort konnte ein konstruktives Klima der Zusammenarbeit geschaffen werden. Insbesondere bei dem lang umstrittenen Projekt der Salzburgleitung zeigten sich die positiven Effekte dieser Vorgehensweise. Die Grundlage dafür wurde mittels einer eigenen Projektkommunikationsstrategie 2021, die auf den Grundsätzen der APG-Strategie basiert, gelegt. Diese bildet auch die Grundlage für die Projektkommunikation in den kommenden Jahren.

Salzburgleitung

Die Inbetriebnahme der 114 km langen 380-kV-Salzburgleitung zwischen den Umspannwerken Salzburg und Tauern leistet einen bedeutenden Beitrag zur leistungsfähigen Verbindung der Lastzentren und der Ballungsräume mit den großen (Pumpspeicher-)Kraftwerksstandorten in Österreich. Die Salzburgleitung ermöglicht die Interaktion der Erneuerbaren-Einspeiser im Osten Österreichs (insbesondere von Windkraft und Photovoltaik) mit den Pumpspeicherkraftwerken und damit die Speicherung von Erneuerbaren-Energien-Überschüssen bzw. die Ausregelung bei Prognoseabweichungen. Ohne die Salzburgleitung sind die Klimaschutzziele und die Ziele der Österreichischen Bundesregierung im Stromsektor nicht zu erreichen. Das Projekt befindet sich seit Oktober 2019 in Umsetzung und weist einen planmäßigen Baufortschritt auf. Im Oktober 2020 erfolgte die finale Genehmigung des Projekts durch den Verwaltungsgerichtshof. Die Inbetriebnahme der Salzburgleitung ist im Quartal 2/2025 geplant. Aufgrund der massiven Verzögerungen im Genehmigungsverfahren müssen seitens APG – zur Kompensation der sich ergebenden negativen Effekte durch die verzögerte Inbetriebnahme – zusätzliche Notmaßnahmen zur Erhöhung der Netzsicherheit und zur Reduktion von Engpassmanagement eingeleitet werden. Zusätzlich zu den bereits umgesetzten Maßnahmen erfolgte daher im Jahr 2021 ein Seiltausch auf der 220-kV-Leitung Tauern–Weißenbach, da sich mit den Verzögerungen der Salzburgleitung die geplante Generalerneuerung dieser bereits 70 Jahre alten Leitung ebenfalls verschiebt.

Deutschlandleitung

Mit der 380-kV-Deutschlandleitung St. Peter–Staatsgrenze wird eine leistungsfähige Kuppelleitung auf optimierter Trasse errichtet. Durch die Demontage der beiden bestehenden 220-kV-Leitungen kommt es zu nachhaltigen Entlastungen der lokalen Siedlungsgebiete. Das Projekt ermöglicht eine optimierte Interaktion von erneuerbaren Energien in Nordwesteuropa und Deutschland mit den österreichischen Lastzentren und Pumpspeicherkraftwerken. Die Deutschlandleitung stellt damit einen wichtigen Beitrag für die europäische Energiewende dar. Die Errichtung der knapp 3 km langen 380-kV-Leitung bis zur Staatsgrenze wurde von APG bereits gestartet. Aufgrund von Genehmigungsverzögerungen auf deutscher Seite ist die Inbetriebnahme jedoch erst im Jahr 2026/27 geplant.

Weinviertelleitung

Die Integration der erneuerbaren Energien – vor allem der Windkraft – im Weinviertel erfordert den Ersatzneubau der aus den 1950er-Jahren stammenden 220-kV-Leitung. Die neue Weinviertelleitung ist ein Schlüsselprojekt für den Ausbau der Windkraft im Osten Niederösterreichs. Dazu werden seitens APG seit 2019 auf optimierter Trasse eine neue, leistungsfähige 380-kV-Leitung vom Abzweigpunkt Seyring bis zum neuen Umspannwerk (UW) Zaya und eine 220-kV-Verbindung zur Staatsgrenze errichtet. Die baulichen Maßnahmen an der Leitung und am Umspannwerk verlaufen planmäßig, und die Inbetriebnahme der neuen Weinviertelleitung wird im Sommer 2022 erfolgen. Die alte, sanierungsbedürftige 220-kV-Leitung wird in weiterer Folge demontiert. Damit werden Siedlungsräume sowie hochwertiger Naturschutz- und Vogelschutzgebiete nachhaltig entlastet und können neu genutzt werden.

Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich

Aktuell wird der Zentralraum Oberösterreich über eine 110-kV-Anspeisung mit Strom versorgt. Diese Anspeisung ist jedoch für die zukünftigen Anforderungen in der Region und für den Großraum Linz nicht ausgelegt. Der Stromverbrauch im Zentralraum Oberösterreich wird in den nächsten Jahren aufgrund der dynamischen Entwicklungen in der Region steigen. Dazu zählen insbesondere: das Wachstum des Wirtschaftsraums, die voranschreitende Elektrifizierung sowie Prozessumstellungen der Industrie im Hinblick auf die Dekarbonisierung (v. a. hinsichtlich der strombasierten Stahlerzeugung) sowie eine steigende Anzahl an Verbraucher:innen. Weiters erfordern das Bekenntnis Österreichs zum EE-Ausbau mit dem EAG und der nötige Transport des grünen Stroms den Ausbau der Strominfrastruktur in der Region.

GRI 413-1 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 95

Als Ersatz für die 110-kV-Netzanspeisung ist die Errichtung eines 220-kV-Versorgungsrings geplant. Dieser 220-kV-Ring soll künftig die APG-Umspannwerke Ernsthofen, Pichling, Hütte Süd, Wegscheid und Kronstorf miteinander verbinden. Das Konzept der Netzbetreiber beinhaltet unter anderem den Ersatzneubau bestehender Leitungen, Spannungsumstellungen von 110 kV auf 220 kV auf bereits dafür ausgelegten Leitungsabschnitten sowie Aus- und Umbauarbeiten in insgesamt acht Umspannwerken. Durch den Wechsel auf die 220-kV-Spannungsebene kann künftig mehr elektrische Leistung und Energie übertragen und damit eine sichere, effiziente und leistungsfähige Stromversorgung für den Zentralraum Oberösterreich geschaffen werden. Das Projekt wurde Ende November 2021 zur UVP eingereicht. Die Umsetzung des Vorhabens soll – nach erfolgter Genehmigung – ab 2024 bis 2030/31 erfolgen. Teilinbetriebnahmen einzelner Bauabschnitte sind bereits ab 2026 geplant (z. B. des 220/110-kV-Umspannwerks Hütte Süd).

Reschenpassprojekt

Die derzeit bestehende Verbindungsleitung von APG aus dem Jahr 1953 zwischen Österreich (Lienz) und Italien (Soverzene) ist den Anforderungen des heutigen europäischen Strommarkts weitaus nicht mehr gewachsen. Die zunehmende Wasserkrafterzeugung in der westlichen Alpenregion Österreichs (mit vorwiegend Pumpspeicherkraftwerken), der weitere Ausbau der Windenergie und die energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Italien (inkl. massiver EE-Ausbauten) erfordern höhere Kapazitäten zwischen Österreich und Italien. Durch eine neue 220-kV-Verbindung von Nauders/Reschenpass nach Premadio (bzw. in die Lombardia-Region) kann eine weitere Verbindung zwischen den Übertragungsnetzen von APG und TERNA mit einer zusätzlichen Kapazität geschaffen werden. Die Errichtung erfolgt planmäßig und die Inbetriebnahme des Projekts soll im Spätherbst 2023 erfolgen.

Weitere Projekte und Betriebsinvestitionen

Weiters plant APG umfangreiche Betriebsinvestitionen zur Erneuerung und Verstärkung von Umspannwerken und Leitungen der 220- und 110-kV-Netzebene (siehe dazu auch den APG-Netzentwicklungsplan 2021). Überlegungen zur Verstärkung und Erweiterung bestehender Schaltanlagen führen besonders bei alten Anlagen zu umfangreichen Sanierungen oder im Rahmen einer technisch-wirtschaftlichen Optimierung oft zu Ersatzneubauten der Schaltanlagen. Zudem sind umfangreiche Sanierungen und v. a. Generalerneuerungen von alten 220-kV-Leitungen erforderlich. Die Betriebsinvestitionen und Netzerneuerungen für bestehende Schaltanlagen und Leitungen werden – neben den Erweiterungsinvestitionen der Netzausbauprojekte – in den kommenden Jahren ebenfalls einen hohen Ressourceneinsatz erfordern.

Nachhaltiges Habitatmanagement

APG legt bei Leitungsprojekten neben den technisch-wirtschaftlichen Kriterien auch einen Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dabei müssen teilweise divergierende Erwartungen und Anforderungen der Behörden, der Grundeigentümer:innen, der Bevölkerung, verschiedener Interessengruppen (z. B. der Land- und Forstwirtschaft, des Tourismus, des Umweltschutzes) sowie technische Anforderungen berücksichtigt werden. Bereits im Jahr 1997 initiierte APG das Forschungsprojekt „Ökologische und ökonomische Trasseninstandhaltung“. In diesem Projekt waren vier Mustertrassen von unterschiedlichen Fachdisziplinen auf ihren ökologischen und sozioökonomischen Wert sowie ihre ökologische Einbindung in die Landschaft untersucht worden. Mit dem „Nachhaltigen Habitatmanagement“ wurde diese Arbeit inhaltlich weiter-

GRI 102-43 Weitere Informationen zum Thema Naturschutz finden Sie unter www.apg.at

GRI 304-2 Details zum nachhaltigen Trassenmanagement siehe DMA

entwickelt, räumlich auf das gesamte Übertragungsnetz von APG ausgedehnt und in die operative Trasseninstandhaltung integriert.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 97

GAS CONNECT AUSTRIA GMBH (GCA)

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Das Geschäftsjahr 2021 war von starken Schwankungen bei den Energiepreisen für Strom und Gas sowie CO₂-Zertifikatspreisen geprägt. Durch geringe Preis-Spreads in den Europäischen Gas-Hubs war der Gastransport im Fernleitungsnetz der GCA für Kund:innen nur eingeschränkt attraktiv. Die noch ausständige Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2 übte zusätzlichen Druck auf den Gasmarkt in der EU aus. Aufgrund der Entscheidung der deutschen Bundesnetzagentur könnten positive Impulse aus Nord Stream 2 erst im ersten Halbjahr 2022 realisiert werden. Daraus resultierend blieben die Umsätze aus verkauften Transportkapazitäten in der Fernleitung im Jahr 2021 hinter den Erwartungen zurück. Positiv hingegen entwickelten sich die Umsatzerlöse aus den Verteilernetztätigkeiten sowie das Servicegeschäft. In diesen beiden Segmenten wurden die Erwartungen im abgeschlossenen Geschäftsjahr übertroffen.

Die Verdreifachung des Strom- und Gaspreises seit Jahresbeginn führte aufwandsseitig zu einer Verteuerung des für die Verdichtung benötigten Energieeinsatzes. Diverse Kostenoptimierungen sowie die durch COVID-19-bedingten Reise- und Versammlungsbeschränkungen und die damit einhergehenden geringeren Reise- und Weiterbildungsaufwendungen wirkten dem entgegen. Einen positiven Effekt in der Gewinn- und Verlustrechnung ergab die zugesagte Versicherungsentschädigung im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 12. Dezember 2017 in Baumgarten, deren Zahlungseingang im Jahr 2022 erwartet wird. Das Geschäftsergebnis der „at-equity“-konsolidierten Beteiligung an der TAG GmbH fiel insbesondere aufgrund der hohen Gaspreise schlechter aus als geplant.

Kapazitätsvermarktung

Gas Connect Austria hat die Zufriedenheit ihrer Kund:innen stets im Blick und arbeitet laufend daran, Produkte und Dienstleistungen an die Bedürfnisse des Markts anzupassen. Die Entwicklung innovativer und flexibler Transportlösungen stehen dabei ebenso im Fokus wie ein professionelles und kund:innenorientiertes Key-Account Management. Mit regelmäßigen Kund:innen-zufriedenheitsstudien wird die Qualität der Leistungen überprüft, um anschließend Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung einzuleiten.

2021 ist die Anzahl der Transportkund:innen auf der Fernleitung ähnlich hoch wie in den Vorjahren geblieben. Mit einer Rate von durchschnittlich 24 Auktionen pro Stunde wurden 2021 ähnlich viele Kapazitätsauktionen auf den Buchungsplattformen PRISMA und RBP (Regional Booking Platform) durchgeführt. Die vermarkteten Transportmengen für 2021 lagen leicht unter den Mengen für 2020. Im Wesentlichen liegt dieser Rückgang in einer geringeren Nachfrage, ausgelöst durch die allgemeine Gasflusssituation in Europa, sowie einige Insolvenzen von Transportkund:innen begründet.

Netzentwicklung

Mit der Netzentwicklungsplanung wird die Zukunft der Energiedrehscheibe Baumgarten gesichert. Im Jänner 2020 genehmigte die E-Control die Netzentwicklungsplanung erstmalig ohne Auflagen. Im neuen Netzentwicklungsplan setzt GCA einen Schwerpunkt auf Innovationsprojekte zu erneuerbaren Gasen, und gemeinsam mit Austrian Gas Grid Management AG (AGGM) und TAG wird ein zukünftig mögliches österreichisches Wasserstofftransportnetz skizziert.

Im Rahmen der europäischen Netzentwicklungsplanung für die nächsten zehn Jahre (TYNDP 2020) wurden ebenfalls die Zukunftsorientierung und die Bereitschaft für einen aktiven Beitrag zur Energiewende festgehalten. In ihrer Rolle als Verteilnetzbetreiber hat GCA das Projekt Power-to-Gas for Austria (P2G4A) im Hinblick auf den TYNDP 2020 eingereicht. Der TYNDP 2022 befindet sich aktuell in Ausarbeitung.

Technische Daten

Netzdaten

GCA Leitungen Systemlänge/km DN Stationen Anzahl
Fernleitung West-Austria Gasleitung (WAG) 384,3 DN 800-1200 3 VS, 1 UW, 9 MS/Üst
Penta-West Gasleitung 94,5 DN 700 1 VS, 3 MS/Üst
Hungary-Austria Gasleitung (HAG) 45,7 DN 700 1 MS/Üst
Süd-Ost Leitung (SOL) 26,1 DN 500 2 MS/Üst
Diverse, z. B. KIP 13,4 DN 500 1 MS/Üst
Verteilnetz
Primär-Verteilsystem (PVS) 309,7 DN 80-1200 1 VS, 40 MS/Üst
Summe 873,7

Abkürzungen: Umspannwerk (UW), Verdichterstation (VS), Mess- und Übergabestation (MS/ÜSt), Durchmesser (DN)

Installierte Verdichterleistung

System Standort Leistung in kW
WAG (West Austria Gasleitung) Baumgarten (NÖ) 43.480
WAG Kirchberg (NÖ) 25.000
WAG Rainbach (OÖ) 36.700
Penta-West Gasleitung Neustift (NÖ) 22.200
PVS Baumgarten VS OGG 17.700
Summe 145.080

Abkürzungen: Primär-Verteilerzentrum (PVS), Verdichterstation (VS)

Betriebliche Entwicklungen

Laufender Betrieb und Instandhaltung (Operations and Maintenance)

Die maximale technische Transportkapazität konnte im Jahr 2021 uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden. Die Verfügbarkeit des Maschinenparks (gemessen in Verdichtereinheiten) lag bei knapp 89 %. Die behördlichen und gesetzlichen Instandhaltungsvorgaben konnten zu 100 % durchgeführt werden. Erweitert auf alle Instandhaltungspläne der GCA ergibt sich ein Erfüllungsgrad von knapp 97 %. Dies stellt insbesondere unter den schwierigen Bedingungen der COVID-19-Pandemie eine sehr zufriedenstellende Leistungserbringung dar.

Dispatching (System Management)

Das Dispatching-Zentrum der GCA sorgt rund um die Uhr für die reibungslose und optimierte Gasflusssteuerung in den Leitungssystemen. Auch hier sorgte die COVID-19-Pandemie für besondere Herausforderungen im 24/7-Betrieb des kommerziellen und physikalischen Dispatching. Mit speziellen Sicherheitskonzepten konnten potenzielle Ansteckungen in den Teams vermieden und ein sicherer und zuverlässiger Betrieb gewährleistet werden.

Strenge Sicherheits- und Qualitätsvorgaben

Als Gasfernleitungsnetzbetreiber steht für Gas Connect Austria die sichere und zuverlässige Versorgung an oberster Stelle. Um dieser Verantwortung jeden Tag gerecht zu werden, arbeitet das Unternehmen mit strengen Sicherheits- und Qualitätsvorgaben. 2021 wurde GCA für die Informations- und IT-Sicherheit nach der Norm ISO 27001 rund um Cybersecurity zertifiziert. Gas Connect Austria baute bereits vor Jahren zur Qualitätssicherung ein integriertes Managementsystem in Übereinstimmung mit internationalen ISO-Normen auf, welches auch regelmäßig von einer externen Zertifizierungsstelle überprüft wird. Gas Connect Austria ist nach nachfolgenden Managementsystemen zertifiziert:

  • ISO 9001 Qualitätsmanagementsystem
  • ISO 14001 Umweltmanagementsystem
  • ISO 50001 Energiemanagementsystem
  • ISO 45001 Arbeitnehmerschutzmanagementsystem
  • ISO 27001 Informationssicherheitsmanagementsystem

Projekte und Stakeholder Management

Die wichtigsten Investitionen im Projektbereich betreffen Ersatzinvestitionen zur Erhaltung des bestehenden Gasnetzes. Abkürzungen: Messstation (MS), Primär-Verteilersystem (PVS). Im Segment der Fernleitung ist vor allem die komplette Neuerrichtung der Messstation Oberkappel relevant.# SDG 8 Betriebsinvestitionen Mio. €

Segment Fernleitung: MS Oberkappel Revamp 20,3
Segment Verteilnetz: PVS Knoten Neubau 19,1
Segment Verteilnetz: G00-011 Erneuerung Rohrleitung 29,6

Diese Übergabemessstation der West-Austria-Gasleitung gewährleistet den sicheren Gas- transport und die Messung am Grenzübergang zwischen Österreich und Deutschland. Im Zuge der aufgrund des Alters der Station notwendigen Erneuerung wurde die Messtechnik mit Ultraschallzählern inklusive neuer Gasqualitätsmessung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Auch notwendige Adaptionen für die Reinigung des Gases (neue Filterseparatoren), für die Sicherheit (neues Ausblase- system) und den Betrieb (neue Regelventile) wurden realisiert. Das Projekt wurde planmäßig im Quartal 3/2021 abgeschlossen.

Im Segment des Verteilgebiets ist vor allem der Wiederaufbau des Primär-Verteilersystem (PVS)- Knotens in der Gasstation Baumgarten zu nennen. Der PVS-Knoten verbindet die Fernleitungen mit dem österreichischen Verteilergebiet in der Station Baumgarten. Durch einen Zwischenfall im Dezem- ber 2017 wurden mehrere Anlagenteile durch mechanische und thermische Einwirkungen beeinträch- tigt. Nach einer eingehenden Studie wurde ein optimierter Neubau des PVS-Knotens nach neuestem Stand der Technik entschieden. Das Projekt wird planmäßig im Quartal 4/2022 abgeschlossen werden.

Gute Kontakte und ein gutes Einvernehmen mit Gemeinden, Grundeigentümer:innen und Bewirt- schafter:innen, welche direkt vom Projekt betroffen sind, sowie Anrainer:innen und Interessenvertre- tungen (z. B. Landwirtschaftskammern) an unseren Standorten (Stationen) und entlang unserer Leitungstrassen sind uns wichtig. GCA übernimmt Verantwortung für die erforderlichen Eingriffe in und Auswirkungen auf Natur, Um- welt und auf Menschen sowie die daraus resultierenden Begleit- und Ausgleichsmaßnahmen. Beim Bau umfasst das u. a. die Einhaltung der „Richtlinien für die sachgerechte Bodenrekultivierung land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen“, die Implementierung einer ökologischen baubegleitenden Bau- aufsicht und Neophytenbekämpfung.

Standpunkte und Darstellungen werden mit externen Ex- pert:innen oder durch Referenzprojekte untermauert. Die Ausgangslage eines Projekts und der Nutzen für die jeweiligen Interessengruppen oder die Allgemeinheit werden umfassend kommuniziert. Als allgemeine Kontaktstelle für Auskünfte aller Art, vom Besichtigungswunsch (Schadensmeldung) über Vorschläge bis zur Beschwerde, stehen die Mitarbeiter:innen der GCA Wegerechtsabteilung 24/7 zur Verfügung. Anrainer:innen und Interessierte erreichen GCA persönlich oder via Telefon, E-Mail, Brief oder über soziale Medien. Es finden eine jährliche Folgeschadensaufnahme (Aufwuchsschaden in Folge von Wärmeabstrah- lung) und Bewertung mit Vertreter:innen der zuständigen Landwirtschaftskammern sowie einzelnen Bewirtschafter:innen statt. Dabei ermittelte Schäden werden in der Folge größtenteils in Form von Flurschadensversammlungen abgerechnet. Bei komplexeren Schadensabwicklungen werden Hausbe- suche bei den Geschädigten durchgeführt.

Jugendförderung vor Ort

Seit 2010 hat Gas Connect Austria eine Partnerschaft mit dem Österreichischen Buchklub der Jugend. Über die Jahre wurden verschiedene Projekte wie „Kinder erforschen Geschichte“, „Lesegemeinde“ mit Lesetheater, Workshops und zahlreichen Büchergeschenken zur Förderung der Lesefreude von Kindern in den GCA-Anrainer:innengemeinden umgesetzt. 2021 wurde in der Gemeinde Strass in der Steier- mark das Projekt „Lesegemeinde“ umgesetzt (GCA betreibt in der Steiermark die Gasleitung SOL).

Nachhaltiges Trassenmanagement

Das Gasnetz der Gasnetztochter GCA führt durch unterschiedliche Landschaftsräume in Niederöster- reich, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten und Wien. Je nach Region, Klima, naturräumli- chen Gegebenheiten und menschlicher Nutzung finden sich entlang der GCA-Leitungstrassen unter- schiedliche Trassentypen, wie z. B. Wald, Grünland oder Ackerland. Die Leitungstrassen sind gleichzei- tig ein wertvoller Lebensraum für Fauna und Flora.

In der Planungsphase für die Errichtung neuer Leitungstrassen wird grundsätzlich versucht, die Tras- senführung außerhalb von sensiblen Bereichen (Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten, Biotopen, Sicherung von Natur- und Bodendenkmälern etc.) zu planen. Sofern dies nicht möglich ist, werden mit Sachverständigen aus verschiedenen Fachbereichen umfangreiche Maßnahmen zur Verminderung der Eingriffe in Natur und Umwelt festgelegt, z. B. ökologische Baubegleitung, Einhaltung der Richtlinien für

GRI 413-1 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 101

die sachgerechte Bodenrekultivierung, Ersatzaufforstungen, behördliches Monitoring, Neophyten- bekämpfung, Zieselumsiedelungen und Wildschneisen.

Innovation, Forschung & Entwicklung

Gas Connect Austria arbeitet kontinuierlich an neuen technischen Entwicklungen und Verbesserungen des Status quo. Daher werden laufend neue Technologien und Konzepte in Bezug auf die Erhöhung der Sicherheit, der Verfügbarkeit und der Effizienzsteigerung implementiert.

Sicherheit

Im Jahr 2021 wurde die Digitalisierung der Pipeline-Sicherheit in Form kontinuierlicher Überwachung auf Basis von Glasfasertechnologie gemeinsam mit einem:einer Technologiepartner:in weiter fortge- setzt. Eine Erweiterung um die Drohnenforschung, die zusätzlich zu stationären Kameras Anlagen überwachen können, sowie um ein satellitengestütztes Monitoring, fand statt. Außerdem untersucht Gas Connect Austria Möglichkeiten zur kontinuierlich verfügbaren Brander- kennung mittels Infrarotkamera und einem potenziellen Anschluss an eine zentrale Brandmeldeanlage. Parallel zum Branderkennungssystem wurde auch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Gasdetektion mittels Lasertechnologie in Pilotprojekten weiter untersucht. Eine weitere Innovation in Sachen Pipeline-Sicherheit ist die Trassenüberwachung via Satellitenbild- auswertung. In Kooperation mit externen Partner:innen wurde ein Pilotprojekt erfolgreich abgeschlos- sen und in weiterer Folge die Möglichkeiten dieser innovativen Technologie auf ausgesuchten Leitungsabschnitten ausgelotet und bewertet.

Zukunftsthema Wasserstoff

Um die Frage der Wasserstoffverträglichkeit des Transportsystems konkret zu adressieren, wurde im Jahr 2021 eine externe Beratungsfirma mit einer Studie beauftragt, einen konkreten Umstellungsplan bzw. die Umstellungskosten anhand von zwei konkreten Leitungen zu erarbeiten. Zusätzlich dazu ist GCA Mitglied bei Hydrogen Europe, bei der Clean Hydrogen Alliance und der Ini- tiative European Hydrogen Backbone, wo sie über zahlreiche Arbeitsgruppen das zukünftige Wasser- stoffnetz mitplant. Über den World Energy Council wurden auch zahlreiche Importrouten für Wasser- stoff nach Österreich eruiert. Darüber hinaus hat GCA ein IPCEI (Important Projects of Common European Interest) im Bereich Wasserstoff (H2EART) eingereicht. Schwerpunkte dabei sind die Umstellung des Leitungsnetzes in Richtung Wasserstoff, der Bau von Wasserstoffleitungen zu Großabnehmer:innen und die Etablierung der Station Baumgarten als europäische Wasserstoffdrehscheibe. Dieses Projekt ist seit 2021 Schlüs- selelement zahlreicher anderer europäischer IPCEIs. Außerdem ist eine Vorstudie zum Projekt Power2Gas4Austria in Arbeit, einem Sektorkopplungsprojekt zwischen GCA und APG.

SDG 9

Methanemissionsreduktion

GCA führt seit Jahren laufend Maßnahmen zur Reduktion von Methanemissionen durch und nimmt am internationalen Umweltprogramm der Vereinten Nationen teil, welches in der OGMP (Oil and Gas Methane Partnership) Initiative mündete. 2021 bescheinigte OGMP der Gas Connect Austria in Sachen Methanberichterstattung Gold-Standard (höchstes Level). Um Methanemissionen in den Anlagen von GCA weitestgehend zu minimieren, wurde in 2021 eine Schalldetektionskamera angeschafft. Die Kamera lieferte im Zuge betrieblicher Tests äußerst zufrieden- stellende Ergebnisse und konnte auch für die Detektion von Druckluftlecks eingesetzt werden. Begrün- det durch die positiven Ergebnisse werden weitere Kameras für andere Wartungsstandorte zugekauft, um im Zuge von Wartungstätigkeiten bzw. bei Inbetriebnahme von Neuanlagen die Dichtheit des Systems zu überprüfen. Dies stellt einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Methanemissionen dar. In der Verdichterstation Rainbach wird eine Machbarkeitsstudie für eine Re-Compression-Einheit zur Rückführung von Methan, welches bei der Außerbetriebnahme von Erdgasverdichtern ausgeblasen werden muss, erstellt. Ziel ist es, die Einsparung von Methanemissionen im Zuge von Wartungstätig- keiten weiter voranzutreiben.

Zukünftige Entwicklungen

Versorgungssicherheit – Energieträger mit Zukunft

Gasförmige Energie hat heute in Form von Erdgas, aber auch in Zukunft in Form von erneuerbaren Gasen eine wichtige Funktion für die Versorgungssicherheit. Gas wird in Haushalten, in Betrieben, der energieintensiven Industrie, der Mobilität und im Schwerverkehr eingesetzt. Es deckt über 20 % des heimischen Energiebedarfs und steht verlässlich 24 Stunden, 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Gas ist in großen Mengen speicherbar, kann somit die Schwankungen von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft aus- gleichen und entlastet bei Bedarf die Stromnetze. Gas kann in Form von Biogas, synthetischem Methan oder als grüner Wasserstoff auch erneuerbar produziert werden. In Zukunft wird gasförmige Energie unverzichtbar für die chemische Industrie und die Stahlindustrie sein.

GCA arbeitet aktiv daran, das Gasnetz fit für den Transport erneuerbarer Gase zu machen. Derzeit sind gesetzlich „nur“ 4 % Wasser- stoff (in geregelten Ausnahmesituationen auch bis zu zehn Prozent) im Gasstrom erlaubt, was im öster- reichischen Fernleitungsnetz 6 TWh entspricht. Dies soll in den kommenden Jahren europaweit schrittweise angehoben werden. GCA begrüßt diese Entwicklung und könnte bereits heute über geringe Modifikationen rasch eine 10%ige Verträglichkeit erreichen.# Beitrag zur Energiewende

GCA beschäftigt sich bereits seit Jahren damit, das Gasnetz zu dekarbonisieren. 2014 bis 2017 wurde am Standort Auersthal mit der Pilotanlage Wind2Hydrogen erprobt, wie Strom aus Windkraftanlagen mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist werden kann. Das Beimischen von Wasserstoff in das Gasnetz nennt man Blending. Gemeinsam mit der TU Wien wurde im Rahmen des Projekts HylyPure ein Verfahren entwickelt, das den Wasserstoff wieder in Reinform sehr energieeffizient aus der Gasleitung entnehmen kann – hierbei spricht man vom sogenannten De-Blending.

Entwicklung des Unternehmens

GCA wird auch 2022 Anstrengungen unternehmen, Österreich als die zentrale europäische Gasdrehscheibe zu stärken und nachhaltig zu positionieren. So werden die Aktivitäten fortgesetzt, um die in Durchführung befindlichen Projekte für ein zusätzliches Kapazitätsangebot einer verbindlichen Marktnachfrage zuzuführen. Europaweit wird in den nächsten Jahren mit einer anhaltenden Nachfrage nach Erdgas gerechnet – einerseits wegen des Ausstiegs aus Kohlekraftwerken und andererseits als Rückgrat für die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Energien („Dunkelflaute“). Die bevorstehenden Initiativen und Rahmengestaltungen auf europäischer und auch auf nationaler Ebene werden die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für die Gasinfrastruktur im Allgemeinen und die Rolle der Gas Connect Austria in der Energiewende am Weg zur Dekarbonisierung bis 2040 bzw. 2050 im Speziellen definieren.

Unterschiedliche Studien zeigen eindrucksvoll, dass die Nutzung von Pipelines die günstigste Möglichkeit für den Transport von Gasen (Biogas, Wasserstoff, synthetischem Methan) innerhalb Europas darstellt. Bei der Verwendung bestehender Leitungen ist der Transport nochmals um 50 % effizienter. Das GCA-Netz kann unterschiedliche erneuerbare Gase transportieren und ist damit nicht per Definition fossil, sondern im Gegenteil eine jetzt schon existierende Transportchance für erneuerbare Energien. Erneuerbare Gase wie Biogas und Wasserstoff aus „grünem“ Strom und synthetisches Methan (auch aus Importen) werden in diesem Zeitrahmen bis 2050 einen zusätzlichen Beitrag zur Auslastung der Gasinfrastruktur leisten.

Weiterhin gilt es für GCA, aufgrund des Transitcharakters ihrer Leitungen die Klima- und Energiepläne der Nachbarländer im Blick zu haben. Dadurch wird gewährleistet, dass die entsprechenden Angebote (für eine sich im Zeitverlauf ändernde Nachfrage) zur Verfügung stehen. Auch das derzeit ungenutzte Potenzial der Kohlenstoffabsonderung (Carbon Capture and Storage) am Verbrauchsort kann hier an Bedeutung gewinnen. Die Mitgestaltung der zukünftigen Rolle der Gasinfrastruktur in einem dekarbonisierten Umfeld und im Rahmen der internationalen Gasinfrastrukturvereinigungen ENTSOG und GIE sowie national im FGW wird für Gas Connect Austria ein Schwerpunkt in den kommenden Jahren sein. Damit sollen die Wahrnehmung und Bedeutung von GCA als kritisches Infrastrukturunternehmen und der Beitrag ihres Gasnetzes für die Energiewende bei relevanten Stakeholdern und Entscheidungsträger:innen verankert werden.

Die seit 2014 bestehende Partnerschaft mit dem tschechischen Netzbetreiber N4G wird fortgesetzt, indem die marktkonforme Entwicklung einer direkten Leitungsverbindung auf Fernleitungsebene zwischen Tschechien und Österreich vorangetrieben wird. Deren kommerzielle und technische Planung wurde durchgeführt und ein entsprechender Projektvorschlag betrachtet. Für 2022 ist die Durchführung einer verbindlichen Marktnachfrage in Form einer Auktion geplant. Zusätzlich arbeitet GCA gemeinsam mit FGSZ an Projekten zur Erhöhung des Verkaufspotenzials. Am ungarisch-österreichischen Kopplungspunkt Mosonmagyaróvár wird für Juli 2022 eine Vermarktung von verschiedenen Angebots-Levels für Transportkapazitäten vorbereitet.

Gas Connect Austria schloss sich zudem mit anderen Netz- und Speicherbetreibern sowie Erzeugern zum Projekt H2EU+Store zusammen, das erneuerbaren Wasserstoff in der Westukraine erzeugt und via Pipeline durch die Slowakei nach Österreich bringt, diesen hier speichert und an die deutsche Industrie weiterleitet. Erstmals ist damit die gesamte Wertschöpfungskette Erzeugung–Transport–Verbrauch in einem Projekt vereint. Via H2Global soll auch die Finanzierung für Erzeuger und Verbraucher durch langfristige Abnahmeverträge gesichert werden.

Alle sonstigen Segmente

Unter dem Sammelbegriff „Alle sonstigen Segmente“ werden (mangels Überschreitung der quantitativen Schwellenwerte) die Segmente Thermische Erzeugung, Services sowie Beteiligungen zusammengefasst. Das Segment Thermische Erzeugung umfasst die Strom- und Wärmeerzeugung mit dem Brennstoff Gas. Die überwiegend konzerninternen Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH werden im Segment Services berichtet. Das Segment Beteiligungen besteht aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, die keinem anderen Segment zugeordnet wurden. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 zählte dazu ausschließlich die Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitätsaktiengesellschaft.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen – Alle sonstigen Segmente Einheit 2020 2021 Veränderung
Gesamtumsatz Mio. € 184,8 383,4
EBITDA Mio. € 37,9 72,5 91,1 %
Equity-Ergebnis Mio. € 28,1 36,0 27,8 %
Capital Employed Mio. € 412,6 512,6 24,2 %

Der starke Anstieg des Gesamtumsatzes sowie des EBITDA resultierte vor allem aus dem im Quartal 4/2021 verstärkten Einsatz des Gas-Kombikraftwerks Mellach, der aufgrund der hohen Absatzpreise zu höheren Umsatzerlösen sowie einem entsprechend gestiegenen Gaseinsatz führte. Das Equity-Ergebnis wurde von der KELAG-Kärntner Elektrizitätsaktiengesellschaft generiert. Der Anstieg des Capital Employed ist im Wesentlichen auf die höhere Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitätsaktiengesellschaft durch das positive Equity-Ergebnis und das höhere Sachanlagevermögen, vor allem durch die Wertaufholung des Gas-Kombikraftwerks Mellach im Quartal 4/2021, sowie auf höhere kurzfristige Forderungen zurückzuführen.

Thermische Erzeugung

Ende 2021 betrieb VERBUND ein Wärmekraftwerk am Standort Mellach-Werndorf, ein Wärmekraftwerk und eine Heizkesselanlage sind betriebsunterbrochen. Zukünftig soll für den Standort Mellach mit Österreichs modernstem Gas-Kombikraftwerk der hohe Stellenwert zur Aufrechterhaltung der heimischen Versorgungssicherheit als Brückentechnologie in eine karbonärmere Energiezukunft erhalten bleiben.

Energieaufbringung

Überblick Energieerzeugung Eigenstromerzeugung Anzahl Engpassleistung in MW 2019 Erzeugung in GWh 2020 Erzeugung in GWh 2021 Erzeugung in GWh
GDK Mellach (Erdgas) 1 848 888 687 1.124
FHKW Mellach (Steinkohle) 681
FHKW Mellach (Steinkohle/Erdgas) 2 165 346 1
Summe 2 1.013 888 1.033 1.125

¹ per 31.12.2021 // ² Verringerung der Leistung aufgrund der Umstellung auf Erdgas von 246 MW auf 165 MW mit April 2020

Die thermische Erzeugung (netto) stieg im Berichtsjahr 2021 um 8,8 % auf 1.124,8 GWh. Die Steigerung war auf die zusätzliche Erzeugung im Gas-Kombikraftwerk Mellach zurückzuführen. Das Fernheizkraftwerk Mellach (FHKW Mellach) stellte die Kohleverstromung 2020 ein und erbrachte nur eine Erzeugung von 1 GWh für das Engpassmanagement. Die Fernwärmeerzeugung fiel 2021 mit 304,3 GWh um 37,3 % geringer aus als in der Berichtsperiode des Vorjahres. Im Winter 2020/21 gab es keine Fernwärmelieferungen.

Kapazitätsentwicklung

Die Engpassleistung der von VERBUND per 31. Dezember 2021 betriebenen Wärmekraftwerke – des Gas-Dampfkraftwerks (GDK) Mellach und des Fernheizkraftwerks (FHKW) Mellach – belief sich auf insgesamt 1.013 MW. Linie 10 des GDK Mellach wurde zur Engpassvermeidung kontrahiert. Linie 20 des GDK Mellach wurde ab 1. Oktober 2021 für die Fernwärmeversorgung von Graz und Umgebung durch die Energie Steiermark Wärme GmbH kontrahiert. Das FHKW Mellach war ab Oktober 2021 betriebsunterbrochen.

Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs

Die Rückbauarbeiten des ehemaligen Kraftwerksstandorts Werndorf wurden bis auf den Rückbau der Flugascheeinrichtung 2021 abgeschlossen. Am Standort Dürnrohr wurde 2021 mit der Anlagendemontage der ehemaligen VERBUND Thermal Power Anlagen begonnen. Ein kompletter Rückbau ist nicht geplant. Gemeinsam mit dem Kraftwerkspartner wurde an einem Konzept für die freiwillige Sicherung bzw. Sanierung der Altlast N64 Industriegelände Moosbierbaum gearbeitet. Bei allen in Schließung befindlichen oder bereits geschlossenen Standorten konnten sozialverträgliche Lösungen für die VERBUND-Mitarbeiter:innen gefunden werden.

Verfügbarkeit der bestehenden Wärmekraftwerke

Die durchschnittliche zeitliche Verfügbarkeit der thermischen Kraftwerke (GDK Mellach und FHKW Mellach) im Geschäftsjahr 2021 erreichte 92,6 %. Sie lag damit knapp unter dem Vorjahreswert von 92,7 %. Die Zuverlässigkeit betrug im Mittel 95,2 % und lag damit unter dem Vorjahreswert (2020: 98,1 %).

GRI EU1 GRI EU2 GRI EU1 GRI EU30

Weitere Projektthemen

Beim Projekt Gaskesselanlage Werndorf traten Ende 2020 erneut Schäden auf. 2021 erfolgte eine Schadens- und Ursachenanalyse, und es konnte weitgehend Einvernehmen mit dem Generalunternehmer über die weitere Vorgehensweise hergestellt werden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde das 2019 gestartete ambitionierte Forschungsprojekt HOTFLEX am Kraftwerkstandort Mellach fortgeführt. Auf dem Gasturbinenkraftwerksareal wurde eine Pilotanlage für die Hochtemperaturelektrolyse und den Brennstoffzellenbetrieb errichtet. In 2021 folgten ein Prüfprogramm und ein Betrieb im Elektrolysemodus. Das Projekt wird 2022 weitergeführt. Am Kraftwerksstandort Mellach-Werndorf sollen in Zukunft Projekte zur Dekarbonisierung der thermischen Erzeugung entwickelt, erprobt und umgesetzt werden.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Services

Von der VERBUND Services GmbH (VSE) als Shared-Service-Organisation von VERBUND wurden im Geschäftsjahr 2021 in wesentlichen Aufgabenbereichen die folgenden Services bereitgestellt:

  • Koordination des Konzernkrisenmanagements
  • Erbringung von IT- und Telekomdiensten (z. B. Festnetztelefonie, Mobilfunk, Schiffs- und Betriebsfunk, Richtfunk, Datennetze auf Basis von LWL-Verbindungen, Industrie-TV, Brandschutzanlagen, IT-Standardclient samt Datensicherung, Lizenzbereitstellung, Applikationsentwicklung, Helpdesk Services, Rechenzentrumsbetrieb etc.)
  • Allgemeine Services: Facility Management, Bürobetrieb, Reinigungsleistungen, Catering, Fuhrpark Wien
  • Beschaffung
  • Controlling und Operations: ERP-SAP-Systeme, Konzernorganisation, kaufmännische Services
  • Finanzbuchhaltung und
  • Personalservices und -verrechnung

In den Quartalen 1– 4/2021 stellte die COVID-19-Pandemie VERBUND konzernweit und damit auch die VERBUND Services GmbH vor Herausforderungen. Die VERBUND Services GmbH trägt mit ihren Kernkompetenzen zur Sicherstellung der Stromversorgung (als Teil der kritischen Infrastruktur) bei und liefert wesentliche Beiträge für das Konzernkrisenmanagement von VERBUND. Vom Konzernkrisen- management wurden verschiedene Dienstleistungen erbracht, wie insbesondere das Konzernlagebild, der Konzernlagebericht, die Schutzausrüstungen und die Selbsttests. Darüber hinaus erfolgen durch das Konzernkrisenmanagement die Koordination des Betriebs der COVID-19-Testraße am VERBUND- Hauptstandort Am Hof in Wien und die Koordination von betrieblichen Impfstationen für COVID-19- Impfungen – von Letzteren machten immerhin rund 1.700 Personen Gebrauch. Die VERBUND Services GmbH stellt sowohl für die Teststraße als auch für die Impfstationen Teile des Personals. Im Facility Management wurde die COVID-19-Prävention bestmöglich weiter fortgesetzt. Kritische Arbeitsbereiche an über 50 VERBUND-Kraftwerks- und Bürostandorten wurden regelmäßig desinfiziert und mit Schutzausrüstung versorgt. Im Einklang mit dem strategischen Sicherheitskonzept wurden Maßnahmen zur Erhöhung der Gebäudesicherheit in der Konzernzentrale umgesetzt. In den kaufmännischen Prozessen konnten die Stabilität und die Performance der Systemverfügbar- keit im SAP unterbrechungsfrei sichergestellt werden. Zudem wurden mit der erfolgreichen Umstellung der elektronischen Bearbeitung der Eingangspost sowie der Implementierung eines eigens entwickel- ten Tools zur Workflow-unterstützten Onlinevertragsgenerierung in SAP die kaufmännischen Prozesse weiter optimiert. Im Projekt SAP Excellence läuft die Umstellung auf SAP S/4 Hana planmäßig. Die Konzeptionsphase wurde unter Einhaltung des Projektzeitplans und des Projektbudgets erfolgreich abgeschlossen. Die Umsetzungsphase beginnt Anfang 2022 und wird vorrausichtlich bis Anfang 2024 (ERP) bzw. Anfang 2025 (BW) andauern. Im Bereich Personalservices wurden weiterhin die durch die COVID-19-Pandemie notwendigen Er- fordernisse umgesetzt. Hierzu zählen die Übernahme von Krisenstabsfunktionen sowie die laufende Abwicklung von Rückforderungen und öffentliche Zuschüsse aus COVID-19, wie zum Beispiel Sonderbetreuung und Risikogruppen, sowie die Bearbeitung von Quarantäne-, Vorsichts- und Abwesenheitsfällen. Zusätzlich wurden laufend gesetzliche Änderungen, wie die Neuregelung der Pendlerpauschalberechnung und die Home-Office-Pauschale, umgesetzt. Daneben lag der Fokus auf den Systemautomatisierungen, welche die Sicherheit bei Bankverbindungsänderungen erhöhten und voll automatisierte Berechnungen im Bereich des Arbeitszeitsverkürzungs-Handlings ermöglichten. Ferner wurden rund 270 Mitarbeiter:innen in Deutschland auf elektronische Gehaltsnachweise umge- stellt. Als neuer Kunde wurde die VUM Verfahren Umwelt Management GmbH für die Abwicklung der Personalverrechnung von rund 50 Beschäftigten gewonnen. Für einen weiteren Kunden wurde infolge eines Standortwechsels eine App-Lösung für die Bezuschussung von Mittagessen inkl. Abschluss einer Betriebsvereinbarung umgesetzt. Im Bereich der IT-Services wurden die erforderlichen Übersiedelungsmaßnahmen des neuen Re- chenzentrums planmäßig abgeschlossen, und die Produktivnahme wurde ohne Betriebsunterbrechun- gen fertiggestellt. Die Umsetzung weiterer Projekte aus der Informationssicherheit konnte ebenso weiter vorangetrieben werden. Die Erfahrungen aus dem Remote-Working im Home Office stellten die Basis für das ins Leben rufen von weiteren Vorhaben und Projekten zur Unterstützung der neuen Arbeitskultur dar. Im Telekombereich wurden für die VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) in den vorgegebenen Werksbereichen Telefonanlagen erneuert und erforderliche Zutrittskontrollsysteme eingerichtet, wel- che für die Umsetzung von Zonenkonzepten notwendig sind. Weiters startete zur Erhöhung der Performance sowie der IT-Security des Datennetzes das Projekt zur Erneuerung der Client Switches. Der Umbau des Dense-Wavelength-Division-Multiplexing-Netzes (DWDM-Netzes) wurde ebenfalls fortgesetzt sowie der Tausch der Übertragungstechnik für das Datenübertragungsnetz beauftragt bzw. gestartet.

Beteiligungen

KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Der Beitrag der KELAG zum Ergebnis aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in der Höhe von 36,0 Mio. € lag 2021 über dem Vorjahreswert (2020: 28,1 Mio. €) ¹. Die Erhöhung im Ver- gleich zum Vorjahr war u. a. auf deutlich höhere Vermarktungspreise sowie die gute Wasserführung zurückzuführen. Die anteilige Dividende für VERBUND für das Jahr 2021 betrug 17,6 Mio. €. VERBUND war per 31. Dezember 2021 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt. Die KELAG erzeugt Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien und gehört neben VERBUND zu den großen österreichischen Stromerzeugungsunternehmen aus Wasserkraft. Zusätzlich ist sie in der Wind- kraft tätig und realisiert ausgewählte Projekte im Bereich der Photovoltaik. Fernwärme wird bei der KELAG zum größten Teil aus industrieller Abwärme und Biomasse und der restliche Anteil aus Erdgas erzeugt.

¹ Die Bilanzierung der KELAG wurde gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

2019 2020 2021
Beteiligungs- ergebnis KELAG in Mio. € nach der Equity-Methode 39 28 36

Chancen- und Risikomanagement

Der Risikomanagementsystem von VERBUND basiert auf internationalen Normen wie COSO II und ISO 31000. Der Aufbau des VERBUND-Risikomanagementsystems gewährleistet eine umfassende Ab- deckung möglicher Chancen- und Risikobereiche, wobei konzernweit einheitliche Grundsätze die Basis für einen standardisierten Umgang mit Chancen und Risiken bilden. Insbesondere aufgrund der für die gesamte Energiebranche mit Herausforderungen verbundenen Energiewende werden sowohl Prozesse als auch Produkte des unternehmensweiten Risikomanage- mentsystems regelmäßig an die geänderten internen und externen Erfordernisse angepasst. Die Funk- tionsfähigkeit und der Entwicklungsgrad des unternehmensweiten Risikomanagements im Vergleich mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000 werden jährlich seitens des VERBUND- Wirtschaftsprüfers überprüft und bestätigt.# Weiterentwicklung

Die Arbeitsschwerpunkte des VERBUND-Risikomanagements im Geschäftsjahr 2021 lagen unter anderem auf den Weiterentwicklungen bei der Risk-Return-Betrachtung im Unternehmen (vor allem im Zusammenhang mit geplanten Projekten und Investitionen), der mehrjährigen Risikobetrachtung der Risiken des laufenden Geschäfts sowie auf der Identifikation und Bewertung von strategischen Risiken und der Erweiterung des Risikotragfähigkeitskonzepts. Zudem wurde eine Stresstestanalyse eingeführt, die zukünftig einmal jährlich bzw. im Anlassfall durchgeführt wird. Im Zuge dieser Entwicklungen wurde auch das Risikoreporting überarbeitet und erweitert. Damit umfassen die Risikomanagementagenden von VERBUND aktuell sowohl Tätigkeiten zur Unterstützung von strategischen Entscheidungsprozessen als auch das Projektmanagement sowie die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit.

Wesentliche Chancen und Risiken sowie Maßnahmen

Die nachfolgende Tabelle zeigt einen Überblick über die innerhalb von VERBUND identifizierten Hauptrisiken, deren Einordnung in Chancen- und Risikokategorien sowie mögliche Maßnahmen zur Risikominderung.

| Kategorie | Beschreibung/Maßnahmen # Projekt-Chance/Projektrisiko
Der anhaltende Bauboom, die Rohstoffknappheit, Lieferkettenschwierigkeiten sowie die Inflation führ- ten 2021 zu Preiserhöhungen, welche sich auch für VERBUND in gestiegenen Kosten bei diversen Bau- projekten niederschlugen. Teilweise konnten diese negativen Effekte jedoch durch abgeschlossene Fixpreisverträge abgefedert werden. Lieferkettenschwierigkeiten führten zudem auch bei der Umset- zung diverser anderer Projekte z. B. im Bereich IT-Infrastruktur zu Verzögerungen.

Finanzielle Chance/Finanzielles Risiko

Auslaufende staatliche COVID-19-Stützungsmaßnahmen, weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie neuerliche Lockdowns und Einschränkungen sowie Preisanstiege bei Konsumgütern und bei Energie führten in 2021 zu einem leichten Anstieg des Ausfalls- bzw. des Kontrahentenrisikos.

GRI 201-2 SDG 13 TCFD
GRI 201-2 TCFD

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 115

Um das Risikopotenzial möglichst gering zu halten, setzt VERBUND auf ein etabliertes Kreditlimit- system und ein stringentes Scoring der Geschäftspartner:innen auf Basis eines Bonitätsbewertungssys- tems sowie eines regelmäßigen Monitorings des Kreditrisikos.

Operationale Chance/Operationales Risiko

Die COVID-19-Krise führte in vielen Branchen und Bereichen zu einer Umstellung auf einen vermehr- ten Home-Office-Betrieb. Cyberkriminelle versuchen zunehmend, diese Situation auszunutzen, und so stieg auch dieses Bedrohungspotenzial im Jahr 2021. VERBUND begegnet den gestiegenen Herausfor- derungen (vor allem aus Sicht der kritischen Infrastruktur) durch eine stetige Weiterentwicklung der bestehenden Sicherheitseinrichtungen. Risiken aus dem Cyber-Bereich beugt VERBUND mit Sicher- heitsstrategien, internen Projekten zur Erhöhung der Sicherheit von IT-Systemen und IT-Infrastruktur sowie internen Richtlinien und entsprechend definierten und abgesicherten Prozessen vor.

Strategische Chancen und Risiken

Der Klimawandel, Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und Änderungen im Marktumfeld können (wie zum Teil auch bereits weiter oben ausgeführt) einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell und die Strategie eines Unternehmens haben. Eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit mittelfristigen und langfristigen strategischen Risi- ken ist also wichtig, um eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu gewährleisten. Die relevan- ten strategischen Risiken bei VERBUND werden daher laufend identifiziert und bewertet. Durch diesen aktiven Umgang mit langfristigen Risiken können deren Auswirkungen auf das Unternehmen entspre- chend limitiert bzw. Chancen für ein zusätzliches Wachstum bewusst wahrgenommen werden.

Risikotragfähigkeit

Ein Erfolgsfaktor ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Im Mittelpunkt des Risikotragfähigkeits- konzepts steht einerseits die Ermittlung der Auswirkungen von organischen oder anorganischen Projekten auf die Bonität des Konzerns sowie andererseits die Feststellung, ob zukünftige mittel- bis langfristige Szenarien das Bonitätsziel des Konzerns gefährden.

TCFD

116 Ausblick – Entwicklung Geschäftsjahr 2022 (Sensitivität)
Das geplante Konzernergebnis für 2022 verändert sich – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation der nachfolgend angeführten Faktoren (ausgehend vom Absicherungsstand zum 31. Dezember 2021 für Erzeugungsmengen bzw. Zinsen):

Faktor Änderung Betrag
+/– 1 % Erzeugung aus Wasserkraft +/- 24,5 Mio. €
+/– 1 % Erzeugung aus Windkraft +/- 1,0 Mio. €
+/– 1 €/MWh Großhandelspreise Strom (Erneuerbare Erzeugung) +/- 5,1 Mio. €
+/– 1 Prozentpunkt Zinsen +/- 12,0 Mio. €

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess sind nach § 243a Abs. 2 UGB zu beschreiben. Das interne Kontrollsystem von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Der Aufbau des Risikomanagementsystems wird im „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und die Risikolage im Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ dieses Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts 2021 ausführlich erläutert.

Organisatorischer Rahmen

Die Konzernführung von VERBUND handelt nach den im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzi- pien. Der Vorstand ist für die Einrichtung und Gestaltung des gesamten Internen Kontroll- und Risiko- managementsystems verantwortlich. Dessen Wirksamkeit wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichts- rats überwacht.

Grundlagen des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Die Durchführung, die Kontrolle und die Überwachung der Geschäftsvorgänge sind strukturell voneinander getrennt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein:e einzelne:r Mitarbeiter:in alle Prozessschritte eines Geschäftsfalls vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann. Eine Prüfung von Berechtigungen ist in den Prozess der systemtechnischen Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und die Wirksamkeit dieser Kontrollen werden periodisch überprüft. Auf Basis der Prozess- landkarte von VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert. Die Dokumentation der Ablau- forganisation, der Prozesslandkarte und der Kontrollen erfolgt regelmäßig in ARIS (dem Prozessmodel- lierungstool) und wird im Intranet (inklusive der Risiko-Kontroll-Matrix) veröffentlicht. VERBUND passt seine Organisation laufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an.

Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen

Die VERBUND-Quartalsberichte und der Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht vereinen Informatio- nen aus dem Controlling, der Unternehmensrechnung, dem Finanz- und Risikomanagement sowie aus dem Bereich Corporate Responsibility. Alle Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstel- lungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung

GRI 102-11 GRI 103-2 Unternehmensleitbild auf www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Unternehmensleitbild GRI 103-3

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 117

(das Unbundling) des Netzes von der Erzeugung, dem Handel und dem Vertrieb bei vormals integrier- ten Energieversorgungsunternehmen. Die VERBUND-Tochter APG tritt daher seit 2012 als unabhängi- ger Übertragungsnetzbetreiber am Strommarkt auf. Ein externer Gleichbehandlungsbeauftragter über- wacht die Einhaltung der vertraglich fixierten Unbundling-Bestimmungen. Per 31. Mai 2021 übernahm die VERBUND AG 51 % an GCA. Die VERBUND-Tochter GCA nimmt die Aufgaben eines unabhängigen Fernleitungsnetzbetreibers am Gasmarkt wahr und unterliegt weiterhin den gesetzlichen Unbundling- Bestimmungen. Deren Einhaltung wird durch eine externe Gleichbehandlungsbeauftragte überwacht.

Periodische Überwachung

Die Interne Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontroll- und Risi- komanagementsystem. Die einzelnen Prüfungen erfolgen auf Basis des vom VERBUND-Vorstand ver- abschiedeten Revisionsprogramms und werden um Sonderprüfungen ergänzt. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verfügen APG (seit März 2012) sowie GCA als unabhängiger Fernleitungsnetzbetreiber (seit Februar 2012) über eine eigene Revision.

118 Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital
Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das eingeforderte und eingezahlte Grundkapital der VERBUND AG setzte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen: 170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von der unter Punkt 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte und Pflichten.
  2. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: „Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes:jeder Aktionärs:Aktionärin in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“ Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt.
  3. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals befinden sich verfassungsrechtlich verankert im Eigen- tum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der Landesenergieunternehmen Wiener Stadtwerke GmbH und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20 % des Grundkapitals sind im Streubesitz.
  4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  5. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiter:innenbeteiligungsmodelle.
  6. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letzt- malig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den gesamten Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern inhaltlich vorbereitet.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

7. Corporate Governance Bericht

Die Regeln des ÖCGK betreffend die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden seitens der VERBUND AG eingehalten. Darüber hinaus bestehen keine, nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren, Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bezüglich der Änderung der Satzung.

GRI 102-25
Aktionärsstruktur in %

Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke Streubesitz Republik Österreich TIWAG
51 > 25 > 5 < 20
  1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 7 UGB.
  2. Es bestehen zudem keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich.
  3. Entschädigungsvereinbarungen i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Der im Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht 2021 enthaltene konsolidierte Corporate Governance Bericht ist auch auf der VERBUND-Website abrufbar.

Konsolidierter Corporate Governance Bericht abrufbar unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen

Innovation, Forschung und Entwicklung

Kennzahlen Innovation, Forschung & Entwicklung (IF&E)

Einheit 2019 2020 2021
Anzahl der IF&E-Projekte Anzahl 80 91
Projektvolumen gesamt 1 Mio. € 192,6 257,0
davon EU-Projekte 1 Mio. € 118,2 152,2
VERBUND-Anteil gesamt 1 Mio. € 58,7 77,6
Jährliche VERBUND-Aufwendungen 2 Mio. € 10,7 9,5
Jährliche VERBUND-Investitionen 2 Mio. € 6,8 4,1

1 über die gesamte Laufzeit der Projekte
2 Ab 2020 werden Aufwendungen und Investitionen getrennt ausgewiesen, die Vorjahre wurden angepasst.

Internationale Klimaschutzabkommen, das „Fit for 55“-Abkommen der Europäischen Kommission, nationale Strategien und Programme sowie das Engagement der Zivilgesellschaft zeigen sehr deutlich: Die Energiewende von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern ist voll im Gange – und dies trotz der andauernden COVID-19-Krise. Forschung, Entwicklung und Innovation tragen wesentlich dazu bei, klimaschutzrelevante Projekte und Initiativen umzusetzen. VERBUND übernimmt in diesem Kontext ebenfalls Verantwortung und zeigt dies mit seinem strategischen Engagement bei innovativen Technologien und Geschäftsmodellen zur Dekarbonisierung. Diese Bestrebungen werden dabei durch Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Start-ups in Österreich und im internationalen Umfeld unterstützt.

Fokus Elektromobilität: Grünstrom als Basis für klimafreundliche Mobilität

Für die neueste Generation an Elektroautos setzt VERBUND mit seiner Beteiligung SMATRICS-EnBW auf den Ausbau eines Hochleistungsladeinfrastruktur-Netzwerks. Gemeinsam mit Europäischen Partner:innen wird so ein Netz an Lademöglichkeiten entlang von europäischen Mobilitätskorridoren aufgebaut. Das interoperable Netz bietet somit grenzüberschreitende Mobilitätsservices auf Basis von Strom aus erneuerbaren Energien. Im Projekt CEUC (Central European Ultra Charging) wird – unterstützt von der Europäischen Kommission – das Hochleistungsladenetz in Österreich und mit Partner:innen in Italien und Südosteuropa errichtet. Im Forschungsprojekt eCharge4Drivers werden mit Mitteln des europäischen Forschungsprogramms Horizon 2020 Anwendungsmöglichkeiten für intelligente Ladeleistungen erprobt und demonstriert. Neben öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur legt VERBUND einen Schwerpunkt auf innovative Ladelösungen für Privatpersonen und Firmenkund:innen. Hier liegt der Fokus auf der smarten Verknüpfung von Energiebereitstellung und Energiemanagement mit Ladelösungen im jeweiligen Umfeld.

Fokus neue Speicher: Batterien als Bindeglied zwischen Erzeugung und Verbrauch

Mit zunehmendem Anteil an volatilen Erneuerbaren im Stromnetz und lokalen Abnehmern sowie zur regionalen Kombination verschiedener Erzeugungs- und Speichertechnologien setzt VERBUND auf Innovations- und Forschungsprojekte im Bereich neue Speicher. Mit dem im Jahr 2020 erfolgreich umgesetzten Forschungsprojekt Blue Battery wurde die Integration eines Großbatteriespeichers bei einem bestehenden Wasserkraftwerk durchgeführt mit dem Ziel,

GRI EU-DMA, vormals EU8
SDG 7
SDG 9
SDG 17
SDG 11

sekundenschnell Primärregelleistung anbieten zu können. Durch die damit einhergehende Erhöhung der Lebensdauer der Turbinen werden die Effizienz und die Verfügbarkeit des Kraftwerks deutlich verbessert. Im europäischen Innovationsprojekt SYNERG-E liegt der Fokus auf der Schnittstelle der Sektoren Energie und Mobilität. Mit zunehmend größer werdender Anschlussleistung von bis zu 1 MW für Hochleistungsladeinfrastruktur wird die Strominfrastruktur vor Herausforderungen gestellt. Mit der Umsetzung von lokalen Batteriespeichern an E-Mobilitäts-Ladeparks im Projekt SYNERG-E wird diese Herausforderung adressiert. Durch intelligentes Management der Batterie und der Ladevorgänge am jeweiligen Standort werden durch die Ladevorgänge der Elektrofahrzeuge erzeugte Lastspitzen ausgeglichen. Zusätzlich werden die stationären Batteriespeicher virtuell gebündelt, um Netzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. In diesem von der europäischen Kommission geförderten Projekt werden insgesamt neun Hochleistungsladestandorte in Österreich und Deutschland mit lokalen Batteriespeichern ausgestattet.

Fokus grüner Wasserstoff: ein Gamechanger im Energiesektor

VERBUND setzt gemeinsam mit Partner:innen auf grünen Wasserstoff mit dem Ziel, die Dekarbonisierung des Industrie- und Mobilitätssektors voranzutreiben. Im 2017 gestarteten H2FUTURE-Projekt, unterstützt durch das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU), wurde gemeinsam mit den Forschungsprojektpartner:innen ein 6-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM-Elektrolyseur) umgesetzt. 2019 wurde dann erstmalig grüner Wasserstoff mit der Demonstrationsanlage produziert. In weiterer Folge ließen sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten mit der Anlage demonstrieren. Eine dieser Anwendungsmöglichkeiten war die Bereitstellung von Netzdienstleistungen durch die Anlage. Zusätzlich wurden Tests zur Maximierung der Wasserstoffproduktion durchgeführt. Der grüne Wasserstoff wird primär für den Einsatz in der Stahlproduktion hergestellt. Mit Ende 2021 wurde das Forschungsprojekt H2FUTURE schlussendlich erfolgreich abgeschlossen und die daraus erzielten Erkenntnisse in Folgeprojekte eingebracht.

Auf nationaler Ebene ist VERBUND Partner in der vom Klima- und Energiefonds geförderten Vorzeige-region WIVA Power & Gas. Der Fokus der WIVA-Projekte, an denen VERBUND beteiligt ist, liegt auf der Produktion und dem Einsatz von grünem Wasserstoff in Industriebetrieben oder zur Speicherung in Lagerstätten. Mit dem WIVA-Projekt H2Pioneer koordiniert VERBUND ein Forschungsprojekt, das auf den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Halbleiterindustrie fokussiert. Beim Innovationsprojekt Carbon to Product Austria (C2PAT) setzt VERBUND auf die Kooperation mit den Industriepartner:innen Lafarge, Borealis und die OMV und auf die Erprobung des Einsatzes von grünem Wasserstoff in einem Kreislaufwirtschaftsprojekt. Einen weiteren Fokus auf neue Wasserstofftechnologien legt VERBUND mit dem Projekt HOTFLEX: Am VERBUND-Standort Mellach wird im Zuge dessen gemeinsam mit Partner:innen aus Forschung und Industrie und mit Unterstützung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) eine neue Wasserstofftechnologie getestet. Das Herzstück der Forschungsanlage bildet das Hochtemperaturelektrolyse-/Brennstoffzellen- system mit einer Nennleistung von 150 kW. Der Einsatz von Wasserstoff im Transportbereich ist das Ziel der Kooperation mit den Zillertaler Verkehrsbetrieben. Die Schmalspurbahn im Zillertal soll ab Ende 2023 mit Wasserstoffantrieb im Probebetrieb fahren. Der grüne Wasserstoff dafür wird aus erneuerbarem Strom von den VERBUND- Kraftwerken im Zillertal erzeugt. Einen großen Schritt in Richtung Internationalisierung der Wasserstoffaktivitäten geht VERBUND mit dem Innovationsprojekt Green Hydrogen@Blue Danube. Ziel ist es, eine europäische Wasserstoffwertschöpfungskette von der Produktion aus Erneuerbaren über den Transport bis hin zu den Abnehmer:innen gemeinsam mit internationalen Partner:innen aufzubauen. In 2021 liegt der Umsetzungsfokus im Projekt gemeinsam mit Abnehmer:innen auf der Entwicklung regionaler Wasserstoff-Hubs. Im Zuge dessen beteiligt sich VERBUND am laufenden IPCEI (Important Projects of Common European Interest) Prozess und vernetzt sich mit Wasserstoffinitiativen in Europa.

Fokus Biodiversität: Fischwanderhilfen sichern Barrierefreiheit bei Laufkraftwerken

Im Rahmen des Projekts LIFE Network Danube Plus wurden gemeinsam mit Partner:innen wertvolle Lebensräume entlang der VERBUND-Donaukraftwerke Altenwörth und Greifenstein miteinander verbunden, die Barrierefreiheit für im Fluss wandernden Fische und Wasserorganismen sichergestellt sowie neue Habitate in Krems und Kamp geschaffen. In Altenwörth entstand mit mehr als 12,5 km Länge Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe. Die Fischwanderhilfe verbindet Renaturierungsprojekte an der Donau mit ihren Zubringerflüssen und stärkt damit die Artenvielfalt der Donau. Insgesamt wurden bei den Arbeiten 575.000 m³ Kies und Feinsediment bewegt. Das Aushubmaterial wurde vor Ort im Bereich des Altarms genutzt. Zusätzlich zur Fischwanderhilfe verbesserte VERBUND als Kraftwerksbetreiber zusammen mit der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram die Badequalität am Altenwörther Altarm.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Am linken Ufer des Altarms wurde ein künstliches Biotop errichtet, um das Überangebot an Nährstoffen zu filtern und zu reduzieren. So wird das Algenwachstum auf ein natürliches Maß gesenkt. Bei der Errichtung des Kraftwerks Greifenstein wurde die benachbarte Au durch ein System künstlicher Stauhaltungen vor dem Austrocknen bewahrt. Dieser „Gießgang“ ist heute ein geschütztes Gebiet mit einer Fülle von typischen Tier- und Pflanzenarten. Mit insgesamt 4 Fischwanderhilfen ist der Gießgang für Fische nun barrierefrei, und die Flüsse Schmida und Göllersbach wurden wieder mit der Donau verbunden.

SDG 15

Fokus neue Erneuerbare: Wind- und Photovoltaikanlagen intelligent managen

Neue Erneuerbare und ganz konkret Photovoltaik (PV) und Windenergie stehen im Fokus von VERBUND. Im Zuge dessen werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte umgesetzt, die sich mit präventiver Instanthaltung und intelligentem Management von Anlagen befassen. Ziel des Forschungsprojekts Smart Operation of Wind Turbines under Icing Conditions (SOWINDIC) ist die signifikante Reduktion von ungeplanten vereisungsbedingten Produktionsverlusten und Ausgleichsenergiemengen durch die Erforschung einer vollkommen neuen, innovativen Betriebsweise der Rotorblattheizung von Windenergieanlagen. Das Projekt wird im Zuge der sechsten Ausschreibung des Energieforschungsprogramms des Klima- und Energiefonds gefördert und wird 36 Monate dauern. Projektpartner:innen des Forschungsprojekts sind das Austrian Institute of Technology (AIT), die Fakultät für Mathematik und die Forschungsplattform Data Science@Uni Wien an der Universität Wien sowie die Meteotest AG.

Das Projekt Datenbankinformationssystem (DBIS) hat zum Ziel, eine skalierbare IT-Plattformlösung zur automatisierten Überwachung aller in Betrieb befindlichen Wind- und Photovoltaikanlagen bei VERBUND Green Power zu entwickeln. Eine höchstmögliche Prozessautomatisierung des Datenstroms inklusive einer innovativen in-house entwickelten Datenverarbeitung der einzelnen Assets bis hin zu validierten Endberichten und erfolgten Instandhaltungseinsätzen sind Ergebnisse dieses Projekts. Damit unterstützt DBIS den effizienten Betrieb und die Instandhaltung bei VERBUND Green Power-Anlagen. 2021 startete die Umsetzungsphase. Der operative Betrieb soll mit Mai 2022 beginnen.

Im Projekt „Einachsig nachgeführte Photovoltaikanlage (Mitterkirchen)“ wird eine der ersten einachsig nachgeführten Photovoltaikdemonstrationsanlagen im Megawattbereich umgesetzt. Ziel ist es, eine optimierte Flächennutzung am VERBUND-Hydropower-Kraftwerksstandort Wallsee/Mitterkirchen zu erreichen. Neben der optimierten Flächennutzung stehen die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit des Projekts, der Einfluss der mechanischen beweglichen Komponenten auf die Instandhaltungsmaßnahmen sowie der zukünftige Einsatz für Agri-Photovoltaikanwendungen in der Landwirtschaft im Fokus.

Fokus Digitalisierung: digitale Wasserkraft – Hydropower 4.0

Das Projekt Digitales Wasserkraftwerk hat, vor dem Hintergrund vielversprechender weiterer Digitalisierungsmöglichkeiten in der Wasserkraft, die systematische Entwicklung und Bewertung von digitalen Testsystemen praxisnah im Pilotkraftwerk Rabenstein zum Ziel. Die Themenpalette reicht von Plattformlösungen für unterschiedlichste Bereiche, smarten Sensorikkonzepten, mobilen Assistenzsystemen, maschinellem Lernen, digitalen Zwillingen, Drohnen, 3D-Druck bis hin zu innovativen Inspektionsgeräten. Die digitalen Lösungen sollen einen Beitrag zu weiteren Verbesserungen im Bereich des Betriebs und der Instandhaltung von Wasserkraftwerken, der Übertragung und Erweiterung von Expertenwissen sowie der Personen- und Anlagensicherheit leisten. Erste Lösungen werden bereits über das Pilotkraftwerk hinaus genutzt. In 2021 wurden die vielfältigen, von VERBUND entwickelten Lösungen im Bereich digitale Wasserkraft im Zuge eines international besetzten Experten-Events präsentiert.

Innovation im Stromnetz: vertikale Marktintegration

Als Regelzonenführer ist die Austrian Power Grid (APG) dafür verantwortlich, dass österreichweit in jedem Moment gleich viel elektrische Energie in das Netz eingespeist wie abgenommen wird. Um das im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) verankerte Ziel, 100 % Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen national bilanziell bis 2030 erreichen zu können, nimmt der Anteil volatiler Erzeugungsanlagen massiv zu. Damit Einspeisung und Abnahme auch zukünftig im Gleichgewicht gehalten werden können, ist die umfassende Nutzung bereits vorhandener und neu hinzukommender Flexibilität essenziell. Im Rahmen der vertikalen Marktintegration schafft APG gemeinsam mit dem Umsetzungspartner EQUIGY eine niederschwellige, standardisierte, transparente und diskriminierungsfreie Einbindung von Flexibilitäten in die Sekundärregelreserve. Durch die Nutzung des EQUIGY-Ökosystems kann auf bereits vorhandene Funktionalitäten zurückgegriffen werden, und neue Entwicklungen werden in einer international standardisierten Weise umgesetzt. Dies erleichtert einen einheitlichen Marktzugang von Flexibilitätsanbietern in mehreren Ländern, was die effiziente Heranführung von neuen Anbietern an die Märkte unterstützt. Außerdem teilen sich bei EQUIGY mehrere Netzbetreiber die Entwicklung, was die Kosten für den Markt und damit folglich für den:die Endkunden:Endkundin niedrig hält. Diese innovative Anbindungsform für Sekundärregelreserve soll zukünftig auch als Grundstein für weitere Anwendungsfälle (z. B. das Engpassmanagement) dienen. Ein Konzept für eine umfassende Nutzung von Flexibilität wird parallel zusammen mit Branchenpartner:innen entwickelt. Ein erster Entwurf dieses gemeinsamen Konzepts wird noch 2021 mit der Regulierungsbehörde abgestimmt.

ABS fürs Stromnetz (ABS4TSO)

Große Schwungmasse von Turbinen und Generatoren in Wasserkraftwerken und thermischen Anlagen sorgen für eine gewisse Trägheit im Stromsystem, welche plötzlichen Veränderungen der Netzfrequenz entgegenwirkt. Mit einem stark wachsenden Anteil umrichterbasierter Einspeisung von Wind- und Photovoltaikanlagen ohne inhärente Trägheit braucht es neue Zugänge zur Netzfrequenzstabilisierung. Gemeinsam mit der TU Wien, dem Austrian Institute of Technology (AIT) und VERBUND wurde dafür ein 1-MW/500-kWh-Batteriespeichersystem entwickelt, das mit speziellen Parametrierungsmöglichkeiten des Wechselrichters hochdynamische Systemdienstleistungen erbringen kann. Nach eingehender Funktionsprüfung im AIT-Labor wurde 2021 der Feldtest im APG-Umspannwerk Wien-Südost gestartet.

BVLOS-Drohnenflüge zur schnellen Störinspektion

Es kommt vor, dass Hoch- und Höchstspannungsleitungen wegen eines Defekts kurzzeitig außer Betrieb genommen werden müssen. Vor der Wiederinbetriebnahme müssen Beschädigungen oder Fremdkörper in der Leitung ausgeschlossen werden können. Dahingehend können Langstreckendrohnen mit hochauflösenden Kameras eingesetzt werden, die ohne Sichtverbindung eines Piloten (Beyond Visual Line of Sight, BVLOS) automatisiert die Leitungs- trasse entlangfliegen. Das gesammelte Bildmaterial steht Expert:innen zur Beurteilung zu Verfügung und kann in Zukunft auch für die routinemäßige Inspektion genutzt werden. Im Jahr 2021 führte APG gemeinsam mit SmartDigital u. a. zwei weitere automatisierte Drohnenflüge über 100 km entlang einer 380-kV-Hochspannungsleitung durch. Der Flug konnte im Operation Center per Live-View bzw. Live-Radar mitverfolgt werden. Weiters wurde der Anwendungsfall eines zukünftigen Nachtflugs erprobt.

Ausblick

Die globale Wirtschaft erholte sich nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2021 trotz anhaltender COVID-19-Pandemie mit einem Wachstum von rund 5,9 % wieder deutlich. Auch für 2022 prognostiziert der IWF mit 4,4 % ein hohes Wachstum, welches auch deutlich über den Wachstumsraten von 2018 und 2019 liegt. Aufgrund der schwierigen Prognostizierbarkeit der weiteren Entwicklung der Pandemie sowie der Herausforderungen durch die Lieferkettenprobleme bei gleichzeitig hohen Commodity-Preisen und der damit auch verbundenen höheren Inflation sind die hohen Wachstumsraten allerdings mit hohen Unsicherheiten verbunden. Die Wirtschaft (+ 4,1 %) und der Arbeitsmarkt erholten sich 2021 auch in Österreich deutlich, und für 2022 prognostiziert das WIFO mit + 5,2 % sogar ein noch höheres Wachstum, wobei auch in Österreich die oben erwähnten Unsicherheiten zu berücksichtigen sind. Mit der Erholung der Wirtschaft und einer teilweise nur verzögerten Angebotsausweitung stiegen die Rohstoffpreise deutlich. Dies traf insbesondere auf den Gaspreis mit einer Steigerung von + 390 % gegenüber dem Vorjahr zu. Durch die verschärften Klimaziele der EU, die wirtschaftliche Erholung sowie vermehrte CO₂-Emissionen im Zuge der stark zugenommenen Kohleverstromung verdoppelten sich die durchschnittlichen CO₂-Preise für 2021 gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklungen spiegelten sich sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt in deutlichen Preissteigerungen wider. Die Bedeutung des Erzeugungsportfolios von VERBUND in den Kernmärkten steigt durch den geplanten Ausbau der volatilen neuen erneuerbaren Erzeugung: Grundlastkraftwerke (Laufwasserkraft), flexibel einsetzbare Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sowie ein hocheffizientes Gas-Kombikraftwerk (GDK Mellach) als Brückentechnologie zur Aufrechterhaltung der heimischen Versorgungssicherheit tragen dazu bei, den Ausbau neuer Erneuerbarer zu ermöglichen und die Zielsetzung von 100 % erneuerbarer Energie bis 2030 zu unterstützen. Durch organisches und anorganisches Wachstum bei neuen erneuerbaren Energien in neuen Märkten leistet VERBUND einen weiteren Beitrag zur Zielerreichung einer karbonfreien Stromerzeugung.# APG als 100-%-Tochter von VERBUND besitzt und betreibt das Übertragungsnetz in Österreich und nimmt damit eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der Netzsicherheit in Österreich und im europäischen Stromverbund ein. Gas Connect Austria (GCA), an der VERBUND mit Wirkung vom 31. Mai 2021 51 % der Anteile hält, ist ein unabhängiger österreichischer Gasfernleitungs- und -verteilernetzbetreiber und nimmt als solcher eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung Österreichs und Mitteleuropas ein. Als integriertes Energieunternehmen bietet VERBUND innovative Produkte und Dienstleistungen für Endkund:innen als Lösungen für die Energie- zukunft.

Investitionsplan 2022 bis 2024

Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2022 bis 2024 sieht 3.059 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 2.075 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 985 Mio. € auf Instandhaltungsinvestitionen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 831 Mio. €). Zudem investiert VERBUND vor allem in Projekte im Bereich der neuen Erneuerbaren, in ausgewählte Wasserkraftwerksprojekte sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerksanlagen. Die Investitionen betreffen im Wesentlichen die VERBUND-Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2022 plant VERBUND, insgesamt rund 877 Mio. € zu investieren – davon rund 507 Mio. € in Wachstum und rund 370 Mio. € in Instandhaltungen.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2021 plant VERBUND eine Dividende von 1,05 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt für 2021 somit 45,7 %.

Ergebnisausblick 2022

Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft, dem Ergebnisbeitrag der Flexibilitätsprodukte und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31. Dezember 2021 waren bereits rund 69 % der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2022 kontrahiert. Der dabei erzielte Preis lag rund 24,2 €/MWh über dem im Jahr 2021 erzielten Absatzpreis. Im Hinblick auf die nach wie vor in vielen Ländern sehr angespannte COVID-19-Situation, die geopolitischen Unsicherheiten und die hohe Volatilität der wesentlichen Einflussfaktoren auf das VERBUND-Ergebnis ist der Ausblick mit hoher Unsicherheit behaftet.

22E 23E 24E
SDG 8 877 1.142 1.041

Investitionsplan in Mio. €

24E
JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 127

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Nationalrat hat am 20. Jänner 2022 die Ökosoziale Steuerreform in dritter Lesung beschlossen. Der Körperschaftsteuersatz wird von derzeit 25 % auf 24 % ab dem Jahr 2023 und auf 23 % ab 2024 reduziert. Aus der damit notwendigen Umwertung der Steuerlatenzen resultiert ein Ertrag von voraussichtlich rund 60 Mio. €, welcher im vorliegenden Abschluss nicht berücksichtigt ist.

Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand
Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands der VERBUND AG

Peter F. Kollmann
CFO, Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht)

129 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

VERBUND nimmt seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt sehr ernst. Bereits im Jahr 1994 erstellte VERBUND als eines der ersten Unternehmen in Österreich einen Umweltbericht. Der Trend zur Darstellung von umweltrelevanten Faktoren wurde damit vorweggenommen. Dieser jährlichen Publikation folgte 2002 der erste VERBUND-Nachhaltigkeitsbericht. Dieser wurde seitdem jährlich bis zum Jahr 2014 als Ergänzung zum Geschäftsbericht veröffentlicht. Dem steigenden Bedarf der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen an ganzheitlichen Unternehmensinformationen entspricht VERBUND seit 2015 mit einem Integrierten Geschäftsbericht. Die jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung wird damit innerhalb des Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts weitergeführt.

Am 6. Dezember 2016 trat das österreichische Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz in Kraft, auf Basis dessen große Unternehmen von öffentlichem Interesse ab dem Geschäftsjahr 2017 Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten veröffentlichen müssen. VERBUND verwendet dazu das internationale Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI). So wurde auch der vorliegende Bericht in Übereinstimmung mit den GRI-Standards sowie den G4 Sector Disclosures „Electric Utilities“, Option Kern, erstellt. Ab 2022 ist VERBUND zudem zur Offenlegung von Informationen zu ökologisch nachhaltigen Umsätzen, Investitionen und operativen Kosten laut der EU-Taxonomie-Verordnung für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtet. Dieser Berichtspflicht wird im Rahmen des nichtfinanziellen Berichts im Kapitel „Wesentlichkeit“ nachgekommen.

In diesem Bericht erfolgt die Darstellung der Aktivitäten aller Gesellschaften, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind. Über wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen wird ebenfalls berichtet, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben. Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das abgeschlossene Kalenderjahr 2021. Angaben zur Nachhaltigkeit wurden in dem im unabhängigen Prüfungsbericht angegebenen Umfang extern überprüft. Der GRI- und TCFD-Index geben an, an welcher Stelle die VERBUND-Nachhaltigkeitsinformationen aufzufinden sind. Auf Angaben zu Themen von geringerer Relevanz wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Richtlinien in diesem Integrierten Geschäftsbericht verzichtet. Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und auf der VERBUND-Website.

Das Geschäftsmodell von VERBUND

VERBUND zählt zu den größten Stromerzeugungsunternehmen aus Wasserkraft in Europa und trägt wesentlich zur Versorgungssicherheit in Österreich bei. Seine Wertschöpfungskette umfasst die Erzeugung, den Transport, den Handel und den Vertrieb von elektrischer Energie und sonstiger Energie sowie Energiedienstleistungen. Den Kern des nachhaltigen Geschäftsmodells von VERBUND bilden die CO2-freie Stromerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik sowie das Strom- und Gasnetz. Details hierzu sind den Segmentberichten Wasser und Erneuerbare Erzeugung zu entnehmen. Auch im Segmentbericht Netz sind wichtige Nachhaltigkeitsinformationen enthalten.

Die aktuellen Projekte und Ereignisse aus dem Geschäftsjahr 2021 werden hier kompakt dargestellt und um Informationen zu ausgewählten Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich ergänzt. Für weitere Details und Hintergrundinformationen wird in den Marginalien auf zusätzliche Quellen verwiesen. Da VERBUND in Europa tätig ist, wird Europa als eine Region bzw. als ein regulatorisches System verstanden. Die Hauptgeschäftsstandorte von VERBUND befinden sich in Österreich und Deutschland.

Bericht über nichtfinanzielle Informationen
GRI 102-52 gem. § 267a UGB
GRI 102-54
GRI 102-45
GRI 102-50
GRI 102-56
Weitere Informationen unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen
GRI 102-2
GRI 102-4
GRI 102-6

130 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Eine Übersichtskarte mit den Kraftwerksstandorten und den Netzanlagen ist am Ende dieses Berichts abgebildet.

Wesentlichkeit

Wesentlichkeitsanalyse

Im Jahr 2019 führte VERBUND eine umfassende Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse durch. Ziel war es, die Meinungen und Ansprüche der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen in Österreich und Deutschland zu identifizieren und davon die wesentlichen Themen für die Geschäftstätigkeit von VERBUND abzuleiten. Im Jahr 2021 kam es aufgrund der Übernahme der Gas Connect Austria GmbH (GCA) zu einem Abgleich und einer Überprüfung der wesentlichen VERBUND-Themen mit jenen der GCA. Dies erfolgte in extern begleiteten Workshops mit Expert:innen von VERBUND und GCA. In den Workshops wurden 15 Themen aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Governance aus Sicht der Stakeholder sowie auf Basis des sozialen und ökologischen Impacts bewertet. Die dadurch ermittelten wesentlichen Themen der GCA wurden anschließend mit den wesentlichen VERBUND-Themen abgeglichen und überprüft. Die Workshop-Ergebnisse zeigten, dass die wesentlichen Themen von GCA mit jenen von VERBUND übereinstimmen. Besonders wichtig für beide Unternehmen sind die Themen Versorgungssicherheit, Arbeitssicherheit, Innovation, Compliance und Transparenz.

Für die Stakeholder-Befragung 2019 wurden die wesentlichen Themen aufgrund neuer internationaler Anforderungen durch Investor:innen und Nachhaltigkeitsratings, Trends und Technologien angepasst und von zwölf auf 20 Themen erweitert. Die 20 identifizierten Themen konnten vier Bereichen zugeordnet werden: Ökologie und Energie, Ökonomie, Soziales und Governance.

ÖKOLOGIE UND ENERGIE ÖKONOMIE SOZIALES GOVERNANCE
Abfälle und Abwasser Arbeitssicherheit und Gesundheit Attraktiver Arbeitgeber Corporate Governance
Biodiversität Compliance und Transparenz Kund:innenbeziehungen Diversität und Inklusion
Erneuerbare Energien Dialog mit Stakeholdern Gesellschaftliches Engagement Internationales Commitment
Klimawandel Wertsteigerung des Unternehmens Menschenrechte
Ressourcen- und Energieverbrauch
Versorgungssicherheit
Informationssicherheit und Datenschutz
Innovation
Nachhaltige Lieferkette

Die Untersuchung wurde in zwei Stufen (einer quantitativen Befragung und qualitativen Interviews) durchgeführt. Die Bewertung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Impacts wurde bewusst nicht mit abgefragt und nicht in der Wesentlichkeitsmatrix abgebildet. Aus Sicht von VERBUND ist es nicht zielführend, die Aspekte „Stakeholder-Interessen“ und „Impact“ zu vermischen, da unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe zugrunde liegen.# Der Mehrwert ist durch eine getrennte Berichterstattung der wesentlichen Themen und Stakeholder-Interessen in der Wesentlichkeitsmatrix und der bewerteten Impacts im Abschnitt „Auswirkungen der Geschäftstätigkeit“ größer. Damit wird die Komplexität der Thematik reduziert und ihrer hohen Relevanz Rechnung getragen.

GRI 102-46 GRI 102-49 GRI 102-47

131 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Die quantitative Befragung erfolgte mittels eines Fragebogens, durch den die Erwartungen der Stakeholder-Gruppen zu den 20 wesentlichen Themen abgefragt wurden. Sowohl die internen Stakeholder (Mitarbeiter:innen, Betriebsrat, Aufsichtsrat) als auch die externen (Geschäftskund:innen, Branchen- und Fachverbände, Anrainer:innengemeinden, Lieferant:innen, Wissenschaft und Forschung, Politik und Behörden, Kapitalmarkt, Medien) hatten die Möglichkeit, den Fragebogen zu beantworten. 255 Personen beantworteten die Fragen zum aktuellen Leistungsniveau von VERBUND in den wesentlichen Themen und zum zukünftigen Handlungsbedarf für VERBUND hinsichtlich dieser Themen.

Die qualitative Befragung wurde in Form von persönlichen Tiefeninterviews mit 46 Vertreter:innen aller internen und externen Stakeholder-Gruppen durchgeführt. Durch diese konnte eine größere Detailtiefe der Antworten und insbesondere ein individuelles Verständnis der einzelnen Themen erhoben werden. Inhalte der Interviews waren u. a. allgemeines Wissen zu Tätigkeiten von VERBUND im Bereich Nachhaltigkeit mit Fokus auf Soziales und Ökologie sowie die Rolle von VERBUND bei der Erreichung der österreichischen Klimaziele.

Die Ergebnisse der Befragung werden in der nachstehenden Grafik zusammengefasst. Diese stellt das aktuelle Leistungsniveau dem zukünftigen Handlungsbedarf von VERBUND aus Sicht der Stakeholder gegenüber. Je weiter außen ein Thema abgebildet ist, desto besser wird es bereits erfüllt bzw. desto wichtiger ist es für die Zukunft. Die Darstellung zeigt, dass alle Themen Potenziale für die Zukunft bieten. Insbesondere sollte der Fokus aus Sicht der Stakeholder auf die Themen erneuerbare Energien, Klimawandel, Innovation, Versorgungssicherheit, attraktiver Arbeitgeber sowie Compliance und Transparenz gelegt werden.

GRI 102-43 SDG 4 SDG 7 SDG 9 SDG 13 SDG 15 SDG 16

132

Konkret wünschen sich die Stakeholder verstärkte Investitionen in den Ausbau von neuen erneuerbaren Energieträgern (insbesondere Photovoltaik und Wind), innovative Kooperationsprojekte zur Entwicklung neuer Speichertechnologien (z. B. Wasserstoff) sowie eine dezentrale Stromversorgung inklusive digitaler Lösungen. Sie erwarten außerdem weiterhin die Sicherstellung der Versorgungssicherheit und dass VERBUND sich verstärkt dem gesellschaftlichen Engagement und der Bewusstseinsbildung zum Themenbereich Nachhaltigkeit widmet. Um fit für die Zukunft zu sein, soll sich VERBUND zudem noch weiter zu einem attraktiven, dynamischen und modernen Arbeitgeber entwickeln. Die Stakeholder sehen VERBUND als wichtiges Vorreiterunternehmen im Kampf gegen den Klimawandel, das einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Das kann VERBUND vor allem durch seine Positionierung als Pionierunternehmen im Bereich Nachhaltigkeit und durch die ökologische und sichere Umsetzung von Dienstleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien.

Im Folgenden sind die wesentlichen Themen für VERBUND und die ihnen zugeordneten SDGs und GRI-Angaben dargestellt. Alle wesentlichen Themen sind innerhalb der Organisation relevant.

GRI 102-44 SDG 4 SDG 9 SDG 13 SDG 15 SDG 17 GRI 102-47

133 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

WESENTLICHES VERBUND- THEMA/SDG GRI-STANDARDS SECTOR SUPPLEMENTS ZUSÄTZLICHE ANGABEN
Ökologie und Energie
Abfälle und Abwasser (SDG 6) GRI 303: Wasser und Abwasser GRI 306: Abfall
Biodiversität (SDG 15) GRI 304: Biodiversität Anzahl der Fischwanderhilfen
Erneuerbare Energien (SDG 7, SDG 13) GRI 201: Wirtschaftliche Leistung Ausbau und Effizienzsteigerung der Wasserkraft und der Photovoltaik
Klimawandel (SDG 13) GRI 305: Emissionen EU5 Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus Erneuerbaren
Ressourcen- und Energieverbrauch (SDG 7, SDG 12) GRI 301: Materialien GRI 302: Energie GRI 303: Wasser und Abwasser Anteil der ISO 14001- bzw. EMAS-zertifizierten Anlagen
Ökonomie
Informationssicherheit und Datenschutz GRI 418: Schutz der Kundendaten
Innovation (SDG 7, SDG 9, SDG 11, SDG 17) EU-DMA, vormals EU8 Anzahl der F&E-Projekte, jährlicher VERBUND- Aufwand
Kund:innenbeziehungen (SDG 12) GRI 102: Einbindung von Stakeholdern EU3, EU27
Versorgungssicherheit (SDG 7, SDG 9, SDG 12) EU1, EU2, EU4, EU10, EU28, EU29, EU30 Risiko- und Krisenmanagement
Wertsteigerung des Unternehmens (SDG 7, SDG 8) GRI 201: Wirtschaftliche Leistung GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen EU10, EU11, EU21
Financial Governance
Soziales
Arbeitssicherheit und Gesundheit (SDG 3) GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Attraktiver Arbeitgeber (SDG 4, SDG 8) GRI 102: Organisationsprofil GRI 201: Wirtschaftliche Leistung GRI 401: Beschäftigung GRI 402: Arbeitnehmer- Arbeitgeber-Verhältnis Akademikerquote, Mitarbeiter:innenbefragung
Diversität und Inklusion (SDG 5, SDG 10) GRI 405: Diversität und Chancengleichheit 1

134

WESENTLICHES VERBUND- THEMA/SDG GRI-STANDARDS SECTOR SUPPLEMENTS ZUSÄTZLICHE ANGABEN
Gesellschaftliches Engagement (SDG 1, SDG 4, SDG 11) GRI 203: Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen VERBUND-Empowerment- Fund der Diakonie VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas VERBUND-Klimaschule, VERBUND-Stromschule
Nachhaltige Lieferkette (SDG 12) GRI 204: Beschaffungspraktiken GRI 308: Umweltbewertung der Lieferant:innen GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferant:innen EU18
Governance
Compliance und Transparenz (SDG 16) GRI 205: Korruptionsbekämpfung GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten GRI 307: Umwelt-Compliance GRI 406: Diskriminierungsfreiheit GRI 415: Politische Einflussnahme GRI 419: Sozioökonomische Compliance
Corporate Governance (SDG 16) GRI 102: Erklärung der höchsten Entscheidungsträger:innen GRI 405: Diversität und Chancengleichheit
Dialog mit Stakeholdern (SDG 12, SDG 17) GRI 413: Lokale Gemeinschaften GRI 102: Einbindung von Stakeholdern
Internationales Commitment (SDG 17) Sustainable Development Goals, UN Global Compact
Menschenrechte (SDG 16) GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferant:innen Interne Menschenrechtsrichtlinie, Verpflichtung zum UN Global Compact
1 Bericht zu Informationen bzgl. Lohngleichheit nur im jeweiligen Jahr des Erscheinens des zweijährlichen Einkommensberichts

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit

VERBUND bekennt sich zum Vorsorgeprinzip mit dem Ziel der Vermeidung oder Verringerung von möglichen Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen. Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von VERBUND sowie die Handhabung der damit verbundenen Risiken im Sinne des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes. Dabei wurden die wesentlichen VERBUND-Themen den folgenden fünf Kategorien zugeordnet: Umweltbelange, Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen werden vom VERBUND-Nachhaltigkeitsteam in regelmäßigen Abständen (mindestens jedes zweite Jahr) bewertet. Die Ergebnisse der Bewertung werden an das Corporate Responsibility Committee berichtet. Detailliertere Informationen finden sich in den Kapiteln „Umwelt“, „Mitarbeiter:innen“, „Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung“, „Menschenrechte“, „Arbeitssicherheit und Gesundheit“ sowie „Lieferkette“.

GRI 102-11 GRI 102-15 siehe auch Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ TCFD

135 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Umweltbelange: Abfälle und Abwasser, Biodiversität, erneuerbare Energien, Klimawandel, Ressourcen- und Energieverbrauch

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Wesentliche Umweltauswirkungen im Normalbetrieb Wesentliche Risiken Handhabung der Risiken
vor allem durch Beeinflussung von Lebensräumen durch Wasserkraftwerke in Hinblick auf Gewässermorphologie und Biodiversität sowie bei thermischen Kraftwerken durch Emissionen in die Luft. Im Normalbetrieb keine wesentlichen Risiken der Anlagen mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Umwelt; durch die rechtskonforme Betriebsführung der Anlagen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken so gering wie möglich gehalten. Zertifizierte Umweltmanagementsysteme; für Extremereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein Krisenmanagementteam.

Sozialbelange: Versorgungssicherheit, Wertsteigerung des Unternehmens, Kund:innenbeziehungen, Innovation, Informationssicherheit und Datenschutz, Dialog mit Stakeholdern, gesellschaftliches Engagement, internationales Commitment

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Wesentliche Risiken Handhabung der Risiken
Systemsicherheit im österreichischen Übertragungsnetz; direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert (Löhne und Gehälter, Steuern, Dividenden, Zinsen, Investitionen); sichere und leistbare Produkte und Dienstleistungen für Kund:innen; Berücksichtigung von Anliegen der Anspruchsgruppen; langfristiges gesellschaftliches Engagement im Sozial- und Bildungsbereich. Ausfall kritischer Infrastruktur; Risiken für Informationssicherheit, Cybersecurity und Datenschutz. Konzernweite Organisationsstrukturen für Chancen- und Risikomanagement sowie Krisenmanagement; Umsetzung und Weiterentwicklung von konzernweiten Managementsystemen für Informationssicherheit und Datenschutz (ISMS/DSMS).

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit
Leistungsorientiertes, produktives und unternehmerisches Handeln zur nachhaltigen Absicherung des Kerngeschäfts und Nutzung neuer Geschäftschancen mit dem Ziel der Erhaltung und idealerweise Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen.

Wesentliche Risiken
Durch ein umfassendes Personalmanagement und die laufende Weiterentwicklung der hohen Arbeitssicherheitsstandards sowie durch die Erarbeitung von sozial- verträglichen Lösungen (im Fall von Stellenkürzungen) gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung können die Risiken gering gehalten werden.

Handhabung der Risiken
Konzernweite Managementsysteme für Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement; Einbindung der Arbeitnehmervertretung; Personalentwicklung; Diversitätsstrategie und -konzept; Projekt Gender Balance, Demografie- und Wissensmanagement; Employer Branding.

Achtung der Menschenrechte: Menschenrechte, nachhaltige Lieferkette, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Diversität und Inklusion

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit
Als Unterzeichner des UN Global Compact übt VERBUND sowohl einen positiven Einfluss auf seine Geschäftspartner:innen im In- und Ausland aus als auch auf seine Mitarbeiter:innen aus.

Wesentliche Risiken
Die Aspekte „Gleichbehandlung“ und „Vereinigungsfreiheit“ wurden als Menschenrechtsthemen im direkten Einflussbereich identifiziert, wobei hier keine wesentlichen Risiken bestehen. Durch Beratungstätigkeiten in Schwellenländern besteht das Risiko von Menschenrechtsverletzungen durch Dritte. Risiken in der vorgelagerten Lieferkette können nicht gänzlich ausgeschlossen werden, weshalb in der Beschaffung mit gebührender Sorgfalt vorzugehen ist.

Handhabung der Risiken
Verhaltenskodex gibt Gleichbehandlung vor; Sanktionen für Verstöße gegen den Verhaltenskodex sind vorgesehen; Diversity Management fördert die Gleichbehandlung aller Menschen; Schulungen bezüglich der Unternehmenswerte werden durchgeführt; Hotspot-Analyse der Lieferkette; regelmäßige Evaluierung der Konzernrichtlinien, Konzernrichtlinie für Menschenrechte und Arbeitsanweisungen für den Bereich Beschaffung, Supplier Code of Conduct als integraler Vertragsbestandteil, Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfung vor der Zusammenarbeit bei Projekten.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung: Compliance und Transparenz, Corporate Governance

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit
Die Anwendung fairer Geschäftspraktiken hat positive Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Wesentliche Risiken
In der jährlich durchgeführten konzernweiten Compliance-Risikoerhebung werden wesentliche Korruptionsrisiken erhoben.

Handhabung der Risiken
Konzernweites Managementsystem für Compliance und unternehmensweites Chancen- und Risikomanagement, Durchführung von Geschäftspartner:innen- Integritätsprüfungen, Compliance-Schulungen.

Angaben gemäß Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung

VERBUND hat auf Grundlage der Verordnung und der bisher veröffentlichten Delegierten Rechtsakte evaluiert, welche Tätigkeiten des Unternehmens mit Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, die als ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten einzustufen sind. In einem ersten Schritt wurden jene Tätigkeiten identifiziert, die in der Verordnung aufgelistet und als grundsätzlich taxonomiefähig klassifiziert sind. Taxonomiefähigkeit bedeutet, dass diese Wirtschaftstätigkeiten bei Einhaltung definierter Kriterien einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der sechs EU-Umweltziele leisten können, wobei erst für die ersten beiden EU-Umweltziele „Klimaschutz“ und „Klimawandelanpassung“ Kriterien veröffentlicht wurden. Die weiteren EU-Umweltziele betreffen die Themen „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“, „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“, „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ und „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“.

Auf Grundlage der durchgeführten Evaluierung zählen dazu folgende Tätigkeiten von VERBUND:
* Stromerzeugung mittels Photovoltaiktechnologie
* Stromerzeugung aus Windkraft
* Stromerzeugung aus Wasserkraft
* Übertragung und Verteilung von Elektrizität

Kurzbeschreibung der Tätigkeiten siehe Kapitel „VERBUND auf einen Blick“

  • Speicherung von Strom
  • Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare und CO2-arme Gase

Die genannten Tätigkeiten leisten potenziell einen wesentlichen Beitrag sowohl zum EU-Umweltziel „Klimaschutz“ als auch zum EU-Umweltziel „Klimawandelanpassung“. Für VERBUND steht der Kampf gegen den Klimawandel durch die Energiewende im Vordergrund, weshalb die Tätigkeiten dem EU-Umweltziel „Klimaschutz“ zugeordnet werden. Dadurch wird eine Doppelzählung der Zielbeiträge vermieden.

Für das Geschäftsjahr 2021 ist der Anteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten an den gesamten Umsatz- erlösen, den Investitionsausgaben (CAPEX) und den Betriebsausgaben (OPEX) auszuweisen. Ab dem Geschäftsjahr 2022 ist zusätzlich der Anteil der taxonomiekonformen Tätigkeiten zu berichten, die die technischen, ökologischen und sozialen Kriterien der Verordnung und der Delegierten Rechtsakte vollständig erfüllen.

Angaben zu den taxonomiefähigen Umsatzerlösen

Der Konzernumsatz wurde den einzelnen Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet:
* Die Umsätze des Segments Wasser wurden den Wirtschaftstätigkeiten „Stromerzeugung aus Wasserkraft“ (Laufkraftwerke sowie Tages- und Wochenspeicher, die keine Pumpspeicherkraftwerke sind) und „Speicherung von Strom“ (Pumpspeicherkraftwerke) zugeordnet.
* Die Umsätze des Segments Neue Erneuerbare wurden je Erzeugungstechnologie den Wirtschafts- tätigkeiten „Stromerzeugung mittels Photovoltaiktechnologie“ und „Stromerzeugung aus Windkraft“ zugeordnet.
* Die Umsätze des Segments Netz wurden der Wirtschaftstätigkeit „Übertragung und Verteilung von Elektrizität“ (Stromnetz von APG) und „Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare und CO2-arme Gase“ (Gasnetz von GCA) zugeordnet.
* Um eine Doppelzählung zu vermeiden, wurden Umsätze des Segments Absatz (Handel und Vertrieb von Strom) nicht berücksichtigt. Davon ausgenommen sind Tätigkeiten im Zusammenhang mit Batteriespeichern, die der Wirtschaftstätigkeit „Speicherung von Strom“ zugeordnet wurden.

Die Definition der Umsatzerlöse folgt der Definition gemäß IFRS 15.

Umsatz – Taxonomiefähige Tätigkeiten für das EU-Umweltziel „Klimaschutz“ Einheit 2021 Relativer Anteil
Stromerzeugung mittels Photovoltaiktechnologie Mio. € 0,1 0,0 %
Stromerzeugung aus Windkraft Mio. € 125,4 2,6 %
Stromerzeugung aus Wasserkraft Mio. € 1.068,6 22,4 %
Übertragung und Verteilung von Elektrizität (E) Mio. € 1.086,3 22,7 %
Speicherung von Strom (E) Mio. € 288,5 6,0 %
Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare und CO2-arme Gase Mio. € 129,1 2,7 %
Summe taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 2.698,1 56,5 %
Summe nicht taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 2.078,6 43,5 %
Gesamt Mio. € 4.776,6 100,0 %
E = ermöglichende Tätigkeit

Der größte Anteil der taxonomiefähigen Umsatzerlöse kommt aus dem Segment Wasser (betrifft die Kategorien Stromerzeugung aus Wasserkraft und Speicherung von Strom), gefolgt vom Segment Netz.

Angaben zu den taxonomiefähigen Investitionsausgaben (CAPEX)

Die Zuordnung der Investitionsausgaben zu Wirtschaftstätigkeiten ist konsistent mit jener der Umsatz- erlöse. Die Investitionsausgaben sind Teil des mehrjährigen VERBUND-Investitionsplans, der vom Konzernaufsichtsrat genehmigt wurde. Die Definition der Investitionsausgaben folgt der Definition gemäß IAS 16 bzw. IAS 38.

CAPEX – Taxonomiefähige Tätigkeiten für das EU-Umweltziel „Klimaschutz“ Einheit 2021 Relativer Anteil
Stromerzeugung mittels Photovoltaiktechnologie Mio. € 114,4 14,0 %
Stromerzeugung aus Windkraft Mio. € 0,2 0,0 %
Stromerzeugung aus Wasserkraft Mio. € 168,4 20,6 %
Übertragung und Verteilung von Elektrizität (E) Mio. € 338,6 41,3 %
Speicherung von Strom (E) Mio. € 133,0 16,2 %
Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare und CO2-arme Gase Mio. € 38,7 4,7 %
Summe taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 793,3 96,8 %
Summe nicht taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 25,9 3,2 %
Gesamt Mio. € 819,2 100,0 %
E = ermöglichende Tätigkeit

Der wesentliche Anteil des taxonomiefähigen CAPEX stammt aus dem Segment Netz, gefolgt vom Segment Wasser. Die Investitionen betreffen Erweiterungs- und Betriebsinvestitionen.

Unternehmen, die ökologisch nachhaltige Anleihen oder Schuldverschreibungen ausgegeben haben, um bestimmte festgelegte taxonomiekonforme Tätigkeiten zu finanzieren, müssen auch den CAPEX- KPI offenlegen, der um die mit diesen Anleihen oder Schuldverschreibungen finanzierten taxonomie- Informationen zum Investitionsplan siehe Kapitel „Ausblick“ Weitere Informationen zu Green Finance siehe Kapitel „Finanzierung“

Angaben zu den taxonomiefähigen Betriebsausgaben (OPEX)

Die Zuordnung der Betriebsausgaben zu Wirtschaftstätigkeiten ist konsistent mit jener der Umsatz- erlöse und Investitionsausgaben. Gemäß Verordnung können nur bestimmte Arten von Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Dazu zählen Instandhaltungsaufwendungen sowie direkt zuordenbare Forschungs- und Entwicklungsauf- wendungen, die keine Investitionsausgaben sind. Gemeinkosten dürfen nicht berücksichtigt werden. Beim Betrieb von Kraftwerken und Netzen stellen die Instandhaltungsaufwendungen den mit Abstand größten Teil der zurechenbaren Betriebsausgaben dar und wurden in die Berechnung der Kennzahl aufgenommen. Für die Zuordnung weiterer taxonomiefähiger Betriebsausgaben zu einzelnen Wirt- schaftstätigkeiten sind zusätzliche Analyse- und Auswertungsinstrumente in den Rechnungswesen- systemen erforderlich, die sich derzeit in Vorbereitung befinden.# H1
Die Definition der Betriebsausgaben folgt der Definition gemäß IAS 16 bzw. IAS 38.

OPEX – Taxonomiefähige Tätigkeiten für das EU-Umweltziel „Klimaschutz“

Einheit 2021 Relativer Anteil
Stromerzeugung mittels Photovoltaiktechnologie Mio. € 0,1 0,1 %
Stromerzeugung aus Windkraft Mio. € 5,6 5,4 %
Stromerzeugung aus Wasserkraft Mio. € 45,6 43,4 %
Übertragung und Verteilung von Elektrizität (E) Mio. € 22,7 21,6 %
Speicherung von Strom (E) Mio. € 16,9 16,1 %
Fernleitungs- und Verteilernetze für erneuerbare und CO 2 -arme Gase Mio. € 6,8 6,5 %
Summe taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 97,7 93,1 %
Summe nicht taxonomiefähige Tätigkeiten Mio. € 7,3 6,9 %
Gesamt Mio. € 104,9 100 %

E = ermöglichende Tätigkeit

Der größte Anteil der taxonomiefähigen OPEX kommt aus dem Segment Wasser, gefolgt vom Segment Netz.

H2

Nachhaltige Themen und Projekte

H3

Verhaltenskodex für nachhaltige Unternehmensführung

2021 kam es zu einer umfassenden Aktualisierung bzw. Neuerstellung des VERBUND-Verhaltenskodex sowie des Nachhaltigkeitsleitbilds. Damit wurde u. a. dem gestiegenen Interesse externer Stakeholder und internen Entwicklungen, wie z. B. der VERBUND-Strategie 2030, der Aktualisierung der Stakehol- der-Befragung 2019 und der Implementierung des Supplier Code of Conduct, Rechnung getragen. Das themenübergreifende Projektteam erkannte dabei zahlreiche Synergien zwischen dem bestehendem Verhaltenskodex und dem Nachhaltigkeitsleitbild. Deshalb wurde ein innovativer Ansatz gewählt, und die beiden Dokumente wurden nunmehr zum neuen „Verhaltenskodex für nachhaltige Unternehmens- führung“ zusammengeführt. Folgende Handlungsfelder werden vom Kodex abgedeckt: integere Unter- nehmensführung, Schutz von Klima und Umwelt, Arbeitsweise, ökonomische Verantwortung sowie gesellschaftliches Engagement. Mit einem klar definierten Meldeweg für Hinweise und Verstöße und mit konkreten Praxisbeispielen dient er dem Unternehmen, dem Vorstand, den Führungskräften und den Mitarbeiter:innen als Richtschnur für verantwortungsvolles Handeln. Nachhaltigkeit und verant- wortungsvolles Verhalten gegenüber der Gesellschaft, der Umwelt und der Wirtschaft gehen dabei Hand in Hand.

H3

Nachhaltige Lieferant:innenbewertung

VERBUND ist sich seiner Verantwortung innerhalb der Lieferkette bewusst, weshalb wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Als nächster Schritt in der Weiterentwicklung des nachhaltigen Lieferant:innenmanagements arbeitet VERBUND deshalb seit 2021 an der Implementierung eines neuen Bewertungssystems der Nachhaltigkeitsperformance von Lieferant:innen. Dahingehend arbeitet VERBUND mit einem externen Anbieter zusammen, dessen ESG-Ratings in Zukunft für die Nachhaltig- keitsbewertung herangezogen werden sollen. Die Ausrollung erfolgt zunächst auf die Top-100- Lieferant:innen von VERBUND. Mittelfristig werden weitere strategische Lieferant:innengruppen auf Basis eines risikoorientierten Ansatzes einbezogen werden.

H3

Climate Impact Day

2021 nahm VERBUND am Climate Impact Day (CID) teil, der erstmals vom Start-up Glacier organisiert wurde. Ziel des Tages ist es, das Thema Nachhaltigkeit zu unterstützen und sowohl in der Bevölkerung als auch in Unternehmen Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen. Auch VERBUND gestaltete für seine Mitarbeiter:innen einen Tag im Zeichen des Klimawandels/-schutzes. Die Mitarbeiter:innen konnten sich dabei zu VERBUND-Lösungen zum Klimaschutz, wie z. B. E-Mobilität, Photovoltaik, und zum Thema Klimawandelrisiken informieren sowie ihr Klimawissen in einem Quiz und Klima-Bingo testen.

H3

Festlegung der Berichtsinhalte

Aus jenen, mithilfe relevanter Stakeholder-Gruppen definierten wesentlichen Themen mit Nachhaltig- keitsbezug, ergänzt um die in der Öffentlichkeit über die Medien diskutierten Themen, stellt VERBUND jährlich die zu berichtenden nichtfinanziellen Inhalte im Integrierten Geschäftsbericht zusammen. Die Vollständigkeit der Themenauswahl überprüft VERBUND zusätzlich anhand der vom NaDiVeG und den GRI-Standards vorgegebenen Belange bzw. Standardangaben. GRI 102-46

H2

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

H3

Stakeholder-Dialog und gesellschaftliche Verantwortung

Die Basis für den Unternehmenserfolg von VERBUND bilden die guten Beziehungen zu seinen Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Anrainer:innen, Geschäftspartner:innen und Eigentümer:innen sowie zu politischen Stakeholdern, Behörden, Interessenvertretungen und NGOs. VERBUND bemüht sich um einen regelmäßigen Dialog mit allen relevanten Anspruchsgruppen. Da- bei informiert VERBUND auf verschiedenen Wegen über energie- und klimapolitische Entwicklungen, sucht den Diskurs über aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Energiewirtschaft und bietet konstruktive Lösungsvorschläge an. VERBUND bringt zudem Know-how in gesamtgesellschaftlich wichtige Prozesse ein. So wirkte VERBUND im Jahr 2021 insbesondere an den Debatten zum österreichischen Erneuerbaren-Ausbau- Paket, zum EU-Legislativpaket „Fit for 55“ sowie beim Thema Sustainable Finance mit. Die Planung und Steuerung der Beziehungen zu den VERBUND-Interessengruppen erfolgt zentral in der Holding. Die operative Umsetzung der Maßnahmen findet je nach Interessengruppe in den VERBUND-Fachbereichen und in den VERBUND-Tochtergesellschaften statt. Besonders sensibel sind Infrastrukturprojekte, die die Lebensräume von Menschen direkt berühren. Um die Qualität der Kommunikation bei diesen Projekten sicherzustellen, sind die VERBUND- Prinzipien in einer Unternehmensrichtlinie festgehalten. Diese Richtlinie ist bei allen öffentlichkeits- wirksamen Investitions- und Bauvorhaben bzw. Projekten, die von VERBUND in Österreich oder im Ausland umgesetzt werden, sowie bei Gemeinschaftsprojekten einzuhalten. Dabei stellen die frühzeiti- ge und ausführliche Information der Betroffenen sowie die Einladung zu einem offenen Dialog die zentralen Elemente dieser Richtlinie dar. VERBUND legt großen Wert darauf, dass die Betroffenen rechtzeitig und in allen Phasen des Projekts (Planungsphase, Umweltverträglichkeitsprüfung, Bauphase) informiert werden. So wird für jedes Projekt ein Kommunikationsfahrplan festgelegt, der von der Identifizierung der Betroffenen über den Zeitplan, die Verantwortlichkeiten bis zum Budget alle Aktivitäten hinsichtlich der Kommunikations- maßnahmen enthält. Auch große Lieferant:innen und Generalunternehmer:innen des Projekts werden in die Projektkommunikation eingebunden. Die Kontaktperson am Standort eines Projekts für Auskünfte aller Art (von Besichtigungswünschen über Vorschläge bis zu Beschwerden) ist entweder der:die regional zuständige Kommunikationsmana- ger:in oder die zuständige Projektleitung. Die Kontaktdaten der zuständigen Person werden dahinge- hend in allen Medien genannt.

H4

Ausgewählte Stakeholder-Aktivitäten im Jahr 2021

Die bereits etablierten VERBUND-Stakeholder-Formate wurden auch 2021 erfolgreich durchgeführt. Dazu zählten beispielsweise die MorgenGespräche, das VERBUND-Energiefrühstück, der Wasserkraft-Dialog mit bayerischen Landrät:innen, der Dialog mit Umweltorganisationen sowie die EU-Energieforen. Bedingt durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie wurden einzelne Formate je nach Pan- demielage teilweise auf Onlineveranstaltungen umgestellt, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder mussten gänzlich abgesagt werden wie etwa der VERBUND-Tag in Brüssel, Stakeholder-Besuche im Rahmen von „One day at VERBUND“ und alle geplanten Veranstaltungen im Rahmen des Energie-Club München. GRI 102-43

Grundlegendes zum Stakeholder Management siehe DMA Details dazu siehe DMA, Kapitel „Unterstützung externer Initiativen“ GRI 102-43 GRI 103-2 GRI 103-3 GRI 413-1

VERBUND informiert über energie- und klimapolitische Entwicklungen, sucht den Diskurs und bietet konstruktive Lösungsvorschläge. VERBUND steht zudem im laufenden Austausch mit betroffenen Anspruchsgruppen an seinen Standorten. Im gesamten Dialogprozess waren formaljuristische Standpunkte in den vergangenen Jahren bewusst in den Hintergrund gerückt worden. Unter den Einschränkungen infolge der COVID-19- Pandemie war der ansonsten übliche Bürger:innendialog jedoch deutlich erschwert. Nichtsdestotrotz wurden virtuelle Bürger:innensprechstunden erstmals eingesetzt und verstärkt mit einfachen Videos von Baustellen gearbeitet. Veranstaltungen bei Kraftwerken wie die beliebten „Tage der offenen Tür“ mussten jedoch abgesagt werden. Im Sommer 2021 wurden bei der Großbaustelle der Fischwanderhilfe Altenwörth Baustellenbesuche mit Kleingruppen von Anrainer:innen organisiert, um die örtlichen Belastungen durch Sperren der beliebten Radwege erklären zu können.

H3

Interessenvertretung

VERBUND setzte sich auch 2021 intensiv mit den regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf EU- Ebene als auch in Österreich und Deutschland auseinander. Inhaltlich standen 2021 folgende Themen im Vordergrund: die Begutachtung und Beschlussfassung des Erneuerbaren-Ausbau-Pakets in Öster- reich, das umfassende Legislativpaket „Fit for 55“ der EU-Kommission zur Umsetzung des Green Deals, Aktivitäten im Bereich Green Finance sowie die aktive Mitwirkung an zahlreichen Konsultationsprozes- sen zu europäischen Strategie- und Politikvorhaben im Bereich der Energie- und Klimapolitik. Weitere Informationen zu der Interessenvertretung, den Mitgliedschaften und der Unterstützung von externen Initiativen durch VERBUND sind im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) zu finden.

H3

Gesellschaftliche Verantwortung

VERBUND übernimmt Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft, die sauber erzeugten und verläss- lich verfügbaren Strom auch als Faktor der Lebensqualität wahrnimmt und auf die Versorgungssicher- heit vertraut. In seiner gesellschaftlichen Mitverantwortung unterstützt VERBUND darüber hinaus mehrere karitative Organisationen und stärkt das Bewusstsein von Kindern für den sorgsamen Umgang mit Energie.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

VERBUND-Positionen zu wichtigen Themen siehe unter www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Interessenvertretung SDG 1 SDG 4 SDG 7 SDG 17

143 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Caritas und Diakonie

Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas hilft rasch, unbürokratisch und vor allem dauerhaft durch finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, professionelle Energieberatung vor Ort und den gratis Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2009 profitierten insgesamt 6.075 Haushalte mit insgesamt 15.200 in den Haushalten lebenden Personen vom Angebot des VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas.

Kennzahlen VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas

Einheit 2019 2020 2021
Überbrückungsfinanzierungen Anzahl 345 320 510
Überbrückungsfinanzierungen € 55.500 45.000 35.000
Energieberatungen Anzahl 515 521 432
Ausgetauschte Geräte Anzahl 149 328 353

Im Jahr 2021 erhielten 96 Menschen mit Behinderung aus dem VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie eine Soforthilfe. Die von VERBUND bereitgestellte Summe betrug insgesamt 266.000 €. Der VERBUND Empowerment Fund der Diakonie hat es ermöglicht, in Zeiten größter Unsicherheit neue und innovative „Kommunikationsbrücken“ zu bauen und somit die LIFEtool-Beratung und -Unterstützung für Menschen ohne Lautsprache durchgehend anzubieten.

Kennzahlen VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie

Einheit 2019 2020 2021
Einzelförderungen Personen 105 95 96
Beratungen Anzahl 731 740 765

VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern

Die anhaltende Pandemie hat zu einem weitreichenden Rückgang der Buchungen des Präsenzangebots des Klimaunterrichts geführt. Daher wurde – auch im Lichte der Investitionen in digitale Unterrichtsmittel – das Online-Angebot unter www.klima.schule weiter optimiert und überarbeitet. Mit dem Ziel, Lehrpersonen ebenso wie Schüler:innen ein inhaltlich wertvolles und zugleich spannendes Angebot zur Auseinandersetzung mit den Themen Klima, Klimawandel und Klimaschutz zu bieten.

Die VERBUND-Stromschule macht Lust auf Technik

VERBUND unterstützt Lehrkräfte in der Gestaltung eines spannenden und interaktiven Physikunterrichts durch ein vielfältiges Angebot von Physik-Lernunterlagen. Die strikten Schutzmaßnahmen an den Kraftwerksstandorten ließen auch im Jahr 2021 kaum Kraftwerksführungen für Schulgruppen zu. Das Angebot bleibt mittelfristig aber weiterhin bestehen. Fortgeführt wird hingegen die Lehrredaktion mit der Tageszeitung „Die Presse“. Wie im Vorjahr beteiligten sich 30 Schulklassen aus ganz Österreich an der Aktion. VERBUND präsentiert dabei die Themenwelt Energie. Mehr zu den VERBUND-Initiativen mit Caritas und Diakonie unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Soziales > Corporate Citizenship GRI 203-1 SDG 7 SDG 11

VERBUND-Klimaschule im DMA und im Web: https://klima.schule/ GRI 203-1

VERBUND-Stromschule auf der VERBUND-Website und im DMA GRI 203-1

144 SAMMLUNG VERBUND

Die angesehene Kunstinstitution Photographer’s Gallery in London hat 2021 anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens die Ausstellung „Feministische Avantgarde“ der SAMMLUNG VERBUND als eine der fünf bedeutendsten Ausstellungen in ihrer Geschichte gekürt. Seit mehr als zehn Jahren tourt die gleichnamige Ausstellung durch Europa und war bereits in Rom, Madrid, Brüssel, Hamburg, London, Wien, Karlsruhe und Brünn zu Gast. Zu den Themen zählen die Reduktion der Frau auf die Rolle der Mutter/Hausfrau/Ehefrau, das Gefühl, eingesperrt zu sein und ausbrechen zu wollen, die Hinterfragung von Schönheitsidealen und weibliche Rollenspiele. Die Ausstellung war zuletzt im Lentos Kunstmuseum Linz von September 2021 bis Jänner 2022 zu sehen. Ab Mai 2022 wird die Schau im Museum of Contemporary Art Vojvodina in Novi Sad, Serbien, anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt, gezeigt.

Der zweite kuratorische Schwerpunkt der SAMMLUNG VERBUND beschäftigt sich mit Kunstwerken, die sich der „Wahrnehmung von Räumen und Orten“ widmen. Dieses Themenfeld umfasst 300 Werke von 71 Künstler:innen und war bereits im MAK in Wien, im BOZAR in Brüssel und im Museum der Moderne in Salzburg ausgestellt. Neben Museen zeigt die SAMMLUNG VERBUND ihre Werke auch in der Vertikalen Galerie im VERBUND-Hauptgebäude Am Hof.

Compliance

Neuer Verhaltenskodex als Basis für das Compliance-Management-System

Als Ausdruck seiner Unternehmensethik hat sich VERBUND zum Ziel gesetzt, faire und transparente sowie nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Aus diesem Grund wurde bereits vor Jahren ein unternehmensweites Compliance-Management-System (CMS) eingerichtet. Dieses basiert auf dem Verhaltenskodex von VERBUND und soll dazu beitragen, diesen umzusetzen und Vorschriften einzuhalten. Dieser Verhaltenskodex, der einen Teil des Unternehmensleitbilds darstellt, wurde im Berichtsjahr 2021 grundlegend überarbeitet und neu gefasst. Neben Aktualisierungen und verschiedenen Präzisierungen kam es dabei auch zu inhaltlichen Erweiterungen, und es wurden konkrete Beispiele für ein verantwortungsbewusstes Handeln der Mitarbeiter:innen ergänzt. Darüber hinaus wurde der Verhaltenskodex mit dem Nachhaltigkeitsleitbild zusammengeführt. Daraus ergibt sich auch die neue Bezeichnung „Verhaltenskodex für nachhaltige Unternehmensführung“, die die grundlegende Bedeutung der Nachhaltigkeit für den Konzern sehr gut zum Ausdruck bringt.

Compliance-Richtlinien präzisieren den Verhaltenskodex. Sie sehen zudem eine Compliance-Organisation für den gesamten VERBUND-Konzern vor. Diese Organisation umspannt den Konzern vollumfänglich und besteht aus einem unternehmensweiten Compliance-Team mit einem hauptamtlichen Chief Compliance Officer an der Spitze. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig schriftliche Compliance-Berichte und bei Bedarf auch mündliche Ad-hoc-Informationen.

Kommunikationsmaßnahmen und Hinweisgebersystem

An der Weiterentwicklung des CMS wurde trotz der COVID-19-bedingten Einschränkungen im Geschäftsjahr 2021 aktiv gearbeitet. Dieser Prozess der Weiterentwicklung wurde insbesondere durch unternehmensweite Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. standardisierte Compliance-Gespräche mit Führungskräften des Konzerns sowie durch einen ständigen internen und externen Erfahrungsaustausch unterstützt. Ein wirksames CMS braucht aber nicht nur Maßnahmen zur Prävention, sondern auch Einrichtungen, die helfen, dass das Unternehmen von Compliance-Verstößen erfährt und angemessen darauf reagieren kann. Nur so kann ein Schaden für das Unternehmen vermieden werden. Das bei VERBUND bestehende Hinweisgebersystem wird ab Anfang 2022 durch einen elektronischen Meldeweg ergänzt. Mit dieser neuen digitalen Hinweisgeber:innenplattform ist nun auch eine Zweiwegekommunikation mit anonymen Hinweisgeber:innen möglich. Sie steht den Mitarbeiter:innen wie auch externen Stakeholder:innen für bestimmte Themen offen.

GRI 103-1 GRI 103-2

Der VERBUND- Verhaltenskodex ist unter www.verbund.com > Über VERBUND > Unternehmen > Unternehmensleitbild abrufbar

Weitere Informationen zum Compliance- Management-System finden sich im DMA

145 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Compliance-Risikoerhebung

Wie in den Vorjahren wurde auch im Jahr 2021 eine systematische konzernweite Compliance-Risikoerhebung durchgeführt. Als Risikoeigner:innen waren alle Bereiche der VERBUND Holding sowie die wesentlichen konsolidierten Tochtergesellschaften eingebunden. Unter den 20 Risikoeigner:innen war auch die neue Tochtergesellschaft Gas Connect Austria GmbH (GCA) erfasst, die im Laufe des Berichtsjahrs in das Compliance Management integriert wurde. Die Risikoeigner:innen bewerteten die Compliance-Risikofelder qualitativ nach den Kriterien Wesentlichkeit, Eintrittswahrscheinlichkeit und Reifegrad der bestehenden Maßnahmen anhand eines standardisierten Fragebogens. Die COVID-19-Krise brachte im Ergebnis keine besonderen Auswirkungen auf die Compliance-Risikosituation bzw. wurden keine zusätzlichen Risiken festgestellt.

Im Anschluss an die Auswertung der Risikoanalysen wurde unter Anwendung eines risikoorientierten Ansatzes eine Gesamtbetrachtung vorgenommen. Diese bildete die Grundlage für die Definition jener Risikofelder, für die schwerpunktmäßig konkrete, zielgerichtete Compliance-Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. So sollen potenzielle Schäden für das Unternehmen vermieden werden. Die Ergebnisse der Compliance-Risikoerhebung flossen in das Konzernrisikomanagement ein. Ein jährliches Update der Risikoerhebung in den Folgejahren ist vorgesehen. Im Zuge dieses Prozesses wurden im Jahr 2021 insbesondere auch die Korruptionsrisiken in nahezu allen Teilen des Unternehmens geprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse zeigten keine erheblichen Korruptionsrisiken für VERBUND.

Schulung, Beratung und Information

Im Vordergrund des CMS von VERBUND stehen präventive Maßnahmen. In diesem Sinne bildeten Schulungen und Vorträge, zahlreiche individuelle Beratungen sowie Auskünfte zu konkreten Fragen auch im Jahr 2021 wichtige Schwerpunkte der Compliance-Arbeit von VERBUND. Zu allen der mehr als 210 Anfragen erteilten der Chief Compliance Officer und die Compliance-Beauftragten der Konzerngesellschaften persönlich, telefonisch oder per E-Mail Auskunft über das korrekte Verhalten. Häufigste Themen dabei waren: Einladungen, Teilnahmen an Veranstaltungen, Geschenke und andere Zuwendungen sowie die Behandlung vertraulicher Informationen und die Handhabung möglicher Interessenkonflikte. Wenn auch die Anzahl der Anfragen aufgrund der COVID-19-Situation (mit zeitweise abgesagten Veranstaltungen und einer geschlossenen Gastronomie) etwas geringer war, zeigte sich dennoch die hohe Sensibilität der Führungskräfte und Mitarbeiter:innen für Compliance-Themen. Um die Sicherheit im Umgang mit diesen Themen weiter zu stärken, wurden die Compliance-Regelungen in einem gezielten Schulungsprogramm im gesamten Konzern behandelt.# Der Chief Compliance Officer hielt im Berichtsjahr 17 Schulungen (COVID-19-bedingt überwiegend per Videokonferenz) ab. Zielgruppen waren verschiedene Holdingbereiche und Tochtergesellschaften von VERBUND sowie neue Mitarbeiter:innen und neue Führungskräfte. Daneben gab es auch spezielle Schulungen durch externe Referent:innen zum Thema Wettbewerbs- und Kartellrecht. Zusätzlich führten die Compliance-Beauftragten in den Tochtergesellschaften 46 Schulungen durch.

Eine wesentliche Säule des Schulungsprogramms bildete auch im Jahr 2021 wieder das E-Training- Programm im Intranet. Das Compliance-E-Learning-Programm besteht aus den Kursen Compliance-Grundlagen und Antikorruption sowie Finanzmarkt-Compliance und ist samt den entsprechenden Befragungen in das konzernweite Learning Management System (LMS) integriert. Alle Führungskräfte des Konzerns sowie alle Mitarbeiter:innen der Holding und aus besonders betroffenen Bereichen (z. B. dem Key Account Management, dem Handel und dem Einkauf) sind verpflichtet, jährlich die entsprechenden Onlinebefragungen zu absolvieren.

Ein weiteres sehr wirkungsvolles Instrument zur Stärkung der Compliance-Kultur war ein qualitatives nicht finanzielles Teilziel in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte. Dieses sah vor, dass die Führungskräfte mindestens einmal im laufenden Jahr wesentliche Compliance-Themen bzw. -Fragen mit ihren Mitarbeiter:innen, z. B. im Rahmen eines Jour fixe, eines Bereichs- oder Abteilungsmeetings, erörtern. Alle Führungskräfte des Konzerns haben diese Anforderung erfüllt.

VERBUND informiert nicht nur sämtliche Organe und Mitarbeiter:innen intern über Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, sondern über seine Website auch alle externen Stakeholder:innen. An Lieferant:innen werden zusätzlich Compliance- und Antikorruptionsthemen über die elektronische Lieferantenplattform ASTRAS sowie über die Bestellbedingungen kommuniziert. Seit 2020 ist zudem ein eigener Supplier Code of Conduct in Kraft, der die Anforderungen von VERBUND an seine Auftragnehmer:innen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Compliance formuliert und im Beschaffungsprozess neben den AGBs verbindlicher Bestandteil aller Bestellungen des Konzerns ist.

Umgekehrt wurden VERBUND auch im Berichtsjahr mehrfach Anfragen von Geschäftspartner:innen zur Akzeptanz von deren Verhaltenskodizes vorgelegt. Seitens des Bereichs Compliance wurden dabei jeweils die entsprechenden Anforderungen geprüft.

Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfungen

Integrität und Vertrauen bilden die Basis für die Zusammenarbeit mit allen Geschäftspartner:innen. Daher verpflichtet VERBUND nicht nur sich selbst, sondern auch seine Geschäftspartner:innen zu Fairness und Transparenz und bezieht sie in sein CMS ein. Zu den wichtigsten Maßnahmen der Geschäftspartner:innen-Compliance zählen standardisierte Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfungen, die bei VERBUND konzernweit implementiert sind. Mit ihnen werden Integritätsrisiken aktiv gesteuert. Neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen steht dabei die Sicherstellung der Unternehmensreputation im Vordergrund. Die Analyseergebnisse unterstützen die umfassendere Beurteilung von Geschäftspartner:innen.

Die Prozesse für die Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfungen wurden im Berichtsjahr weiterentwickelt und präzisiert. Im Jahr 2021 mussten keine Verträge mit Geschäftspartner:innen aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption beendet werden.

Korruptionsprävention und Compliance-Vorfälle

Die Vermeidung von Compliance-Vorfällen ist das Ziel von VERBUND. Daher spielt die Korruptionsprävention eine wesentliche Rolle im CMS von VERBUND. Das Thema Korruptionsprävention war deshalb im Geschäftsjahr 2021 auch Gegenstand der umfangreichen internen Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2.081 Personen (das sind rund 55 % aller Mitarbeiter:innen inkl. Führungskräfte) zum Thema Antikorruption geschult, davon etwa zwei Drittel mittels des Compliance-E-Learning-Programms. Von den Führungskräften absolvierten 74 Personen (das sind 100 %) die Onlineschulungen. Für den Aufsichtsrat fand neben der Berichterstattung über die Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung im Jahr 2021 keine zusätzliche Schulung statt.

Bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie achtet der Chief Compliance Officer insbesondere auf die genaue Einhaltung der Regelungen zur Annahme und Gewährung von Zuwendungen, Geschenken und Einladungen. Er überprüft, ob die vorgeschriebenen Wertgrenzen und Genehmigungsvorbehalte eingehalten und die verpflichtenden Dokumentationen geführt werden. Dabei wird er von den Beauftragten in den Konzerngesellschaften unterstützt. Im Berichtsjahr gab der Chief Compliance Officer in rund 30 Fällen die Annahme oder Gewährung von Einladungen und die Teilnahme an Veranstaltungen frei, in drei Fällen gab es keine Freigabe.

Vier Meldungen (davon zwei extern) über vermeintlich Compliance-relevante Verdachtsfälle sind 2021 im Konzern eingegangen und wurden jeweils, soweit möglich, umgehend untersucht. Bei zwei Meldungen waren jedoch die Behauptungen zu unsubstantiiert bzw. trotz Nachfrage zu unbestimmt, sodass eine inhaltliche Behandlung nicht möglich war. In den anderen Fällen konnten bei den Untersuchungen die Verdachtsmomente nicht verifiziert werden. Es wurden keine Verstöße oder Fälle von Korruption festgestellt. Klagen gegen das Unternehmen oder seine Mitarbeiter:innen gab es im Berichtsjahr ebenfalls keine.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde weiters ein Verdachtsfall von Diskriminierung an die Diversity- und-Inclusion-Managerin gemeldet. In diesem Fall wurde der Sachverhalt geprüft, und es wurde keine Diskriminierung festgestellt. Mit den Betroffenen bzw. Beteiligten wurden Gespräche geführt, Sachverhalte dargelegt bzw. Lösungen für die Betroffenen erarbeitet.

VERBUND ist offen für den Dialog mit allen politischen Parteien und deren Organisationen. Dieser Grundsatz umfasst jedoch keine Unterstützung von politischen Parteien und Abgeordneten oder von Kandidat:innen im Wahlkampf. VERBUND leistet keine finanziellen Zuwendungen an politische Parteien, politische Vorfeldorganisationen oder politische Funktionsträger:innen.

Finanzmarkt-Compliance und Marktmissbrauchsrecht

Zur Erfüllung des EU-Marktmissbrauchs- und Insiderrechts sowie der österreichischen Bestimmungen wie insbesondere des Aktien- und Börsenrechts verfügt VERBUND seit vielen Jahren über ein umfangreiches Regelwerk und eine interne Organisation. Damit soll die missbräuchliche Verwendung von Insiderinformationen verhindert werden. Im Berichtsjahr 2021 wurde aufgrund der Wachstumsstrategie des Unternehmens eine steigende Anzahl von projektbezogenen Vertraulichkeitsbereichen eingerichtet. Dreimal waren Insiderinformationen als Ad-hoc-Meldungen zu veröffentlichen.

Legal Compliance

Im Dezember 2020 wurde der VERBUND AG eine beim Handelsgericht Wien von einem:einer Mitbewerber:in eingebrachte Unterlassungsklage samt Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung zugestellt. Begründet wurde diese Unlauterwettbewerbsklage (UWG)-Klage mit behaupteter irreführender Preisvergleichswerbung (Darstellung einer Kostenersparnis als Beispielrechnung). Die VERBUND AG brachte dagegen fristgerecht die Klagebeantwortung sowie die Äußerung zum Antrag betreffend eine einstweilige Verfügung ein. Im August 2021 wurde der Antrag auf eine einstweilige Verfügung rechtskräftig abgewiesen, da nach Ansicht des Gerichts keine Irreführung vorlag. Das Hauptverfahren wurde mittels Ruhensvereinbarung beendet.

Fast exakt vier Jahre nach einem Unfall in Baumgarten/March am 12. Dezember 2017, bei welchem eine Person getötet, 22 weitere verletzt wurden und ein enormer Sachschaden entstand, begann am 13. Dezember 2021 am Landesgericht Korneuburg die Hauptverhandlung. Insgesamt zwölf Personen sind wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst mit Todesfolge angeklagt. Darunter befinden sich auch zwei Gas Connect Austria (GCA) Mitarbeiter:innen. Zudem beantragte der Staatsanwalt gegen vier Unternehmen Geldbußen auf Basis des Verbandverantwortlichkeitsgesetzes, darunter auch die GCA. Aufgrund von zahlreichen Einsprüchen gegen die von der Richterin gesetzten COVID-19-Maßnahmen wurden zunächst nur die Eröffnungsstatements der Anwält:innen vorgetragen. Anfang Jänner 2022 stand noch nicht fest, wann der Prozess weitergeführt wird.

Hinsichtlich folgender Angaben auf Basis des Standards der Global Reporting Initiative gab es im Berichtsjahr 2021 weder Verfahren noch Verstöße oder Beschwerden gegenüber VERBUND: GRI 206-1 (Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung), GRI 416-2 (Verstöße im Zusammenhang mit Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen), GRI 417-2 (Verstöße gegen Vorschriften zur Kennzeichnungspflicht) und GRI 419-1 (Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich).

Informationen über die Aufarbeitung des Hochwassers an der Drau im Jahr 2012 und über diesbezügliche Verfahren finden sich im Kapitel „Wasser“. Informationen zu GRI 307-1 (Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen) finden sich im Kapitel „Umwelt“.

Umwelt

VERBUND verpflichtet sich in all seinen Tätigkeitsbereichen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.# Umweltauswirkungen und Umweltmanagement

Mit dem VERBUND-Umweltleitbild und konzernweit gültigen Regelungen zum Umweltmanagement wird sichergestellt, dass die Anforderungen von internen und externen Stakeholdern an ein professionelles Umweltmanagement berücksichtigt werden. Die Executive Order „Umwelt“ und weitere Umweltregelungen definieren den Rahmen für die systematische Planung, Durchführung, Bewertung und Berichterstattung der Umweltleistungen von VERBUND. Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und unternehmenseigener Standards wird durch die im Umweltmanagement vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten sichergestellt. Dazu wurden ein Entscheidungsgremium auf oberster Managementebene und ein Arbeitsteam mit internen Umweltexpert:innen eingerichtet. Internationale Standards bilden die Basis für die konzernweite Erhebung und Berichterstattung der VERBUND-Umweltdaten. Detailinformationen zu den dabei verwendeten Standards und Faktoren können bei VERBUND in den Bereichen Investor Relations oder Corporate Responsibility angefordert werden.

Umweltauswirkungen

Sowohl die positiven als auch die nachteiligen Umweltauswirkungen des VERBUND-Erzeugungsportfolios sind zentrales Thema der VERBUND-Umweltmanagementsysteme. Die wesentlichen nachteiligen Umweltauswirkungen von VERBUND-Anlagen liegen im Normalbetrieb vor allem in zwei Bereichen: in der Beeinflussung von Lebensräumen durch die Wasserkraftwerke in Hinblick auf die Gewässermorphologie und die Biodiversität sowie bei den thermischen Kraftwerken durch die Emissionen in die Luft. Dabei gehen von den VERBUND-Anlagen keine wesentlichen Risiken mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Umwelt aus. Durch die rechtskonforme Betriebsführung der Anlagen hält VERBUND die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken zusätzlich so gering wie möglich. Für Extremereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein Krisenmanagementteam bei VERBUND.

Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen

VERBUND lässt bei allen Erzeugungs- und Netzanlagen sowie großen Verwaltungsstandorten Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 von externen Auditor:innen prüfen und zertifizieren. Dies gilt für Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit einem VERBUND-Anteil <51 %, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird. Die thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach werden zusätzlich nach der EMAS-Verordnung validiert. Für diese Anlagen wird jährlich eine eigene Umwelterklärung auf der VERBUND-Website veröffentlicht. Somit liegt der Anteil der zertifizierten Standorte bei VERBUND seit 2017 bei 100 %. Das Ziel ist die Weiterführung der ISO 14001-Zertifizierung bei bestehenden Standorten und die Aufnahme neuer Standorte. Neue Anlagen werden daher nach Inbetriebnahme möglichst rasch in das Umweltmanagementsystem eingebunden und beim darauffolgenden Audit in den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen.

GRI 103-2 Weitere Informationen zum Managementansatz siehe DMA und unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt
SDG 16
GRI 103-1
GRI 103-3 Siehe auch DMA, Kapitel „Krisenmanagement“
GRI 103-2 Zertifikate und Umwelterklärungen unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Umwelt > Umweltmanagement
Details siehe NFI- Download

Erzeugung und Energieeinsatz

Die Erzeugung von Strom bei VERBUND stammte 2021 zu 96,4 % aus Wasser-, Windkraft und Photovoltaik und zu 3,6 % aus thermischer Erzeugung. Der gesamte Energieverbrauch innerhalb von VERBUND sank im Jahr 2021 auf 18,9 Mio. Gigajoule (GJ) im Vergleich zu 2020 (19,5 Mio. GJ) bei ca. 6 % gesunkener Gesamterzeugungsmenge. Fossile Brenn- und Treibstoffe hatten einen Anteil von 42 % am Gesamtenergieeinsatz und lagen damit bei 8 Mio. GJ. Für die thermische Erzeugung wurde ausschließlich der fossile Energieträger Erdgas eingesetzt, um sowohl Strom zur Netzstützung im Rahmen des Engpassmanagements als auch Fernwärme zu erzeugen. Damit werden ab 2021 weder Steinkohle noch Klärschlamm (Biomasse als Ersatzbrennstoff) eingesetzt. Zudem wird Erdgas in den Gasverdichterstationen für den Betrieb des Gasnetzes der GCA eingesetzt. Im Jahr 2021 wurde um 51 % mehr Erdgas als 2020 eingesetzt (2020: 5,2 Mio. GJ, 2021: 7,9 Mio. GJ). Die für Fuhrpark und Geräte eingesetzte Menge an Treibstoffen entsprach mit 0,06 Mio. GJ (2020: 0,06 Mio. GJ) etwa 0,7 % der insgesamt eingesetzten Energie aus fossilen Brenn- und Treibstoffen. Der interne Stromverbrauch von VERBUND umfasst den Netzbezug für Verwaltung, Kraftwerke, Pumpen und Netzanlagen. Im Jahr 2021 betrug der Anteil des Strombezugs 58 % des Gesamtenergieeinsatzes. Vorwiegend für den Pump- und Wälzbetrieb und zum Ausgleich der Netzverluste wurde mit rund 10,9 Mio. GJ Strom eine geringfügig höhere Menge als im Geschäftsjahr 2020 aus dem Netz bezogen. Über 72 % dieser Strommenge stammten aus erneuerbaren Quellen. Die Kennzahl zur Energieintensität, die das Verhältnis vom Energieeinsatz innerhalb des Unternehmens zur erzeugten Menge Strom und Fernwärme darstellt, blieb 2021 mit 0,16 GWh/GWh auf gleicher Höhe wie 2020 (0,16 GWh/GWh). Das Ziel von VERBUND, die Energieintensität verglichen mit 2015 bis zum Jahr 2021 um 25 % zu verringern, konnte in den Jahren 2019 bis 2021 erreicht werden. Dies wurde vor allem durch den raschen Ausstieg aus der Erzeugung aus Steinkohle, durch die Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen und durch die Steigerung der Erneuerbaren Erzeugung ermöglicht.

GRI 302-1 Weitere Informationen zur Erzeugung siehe Kapitel „Wasser“, „Neue Erneuerbare“ und „Alle sonstigen Segmente“, zum Energieeinsatz siehe DMA und NFI-Download
SDG 12
GRI 302-3

Kennzahlen Erzeugung und Energie

Erzeugung Einheit 2019 2020 2021
Stromerzeugung (netto, gesamt)¹ GWh 33.159 33.482 31.306
Anteil erneuerbare Erzeugung % 95 97 96
Fernwärmeerzeugung (netto) GWh 789 486 304
Direkter Energieeinsatz gesamt² GJ 24.239.101 19.488.089 18.880.407
Brenn- und Treibstoffe aus nicht erneuerbaren Quellen gesamt GJ 14.277.133 9.161.226 7.983.925
Steinkohle GJ 7.305.244 3.861.230 0
Erdgas GJ 6.906.302 5.237.540 7.926.514
Treibstoffe³ GJ 65.587 62.456 57.410
Brenn- und Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen gesamt GJ 5.615 2.107 0
Strom (Netzbezug)⁴ GJ 9.950.037 10.318.314 10.888.822
Fernwärme/-kälte (Netzbezug) GJ 6.315 6.443 7.661
Energieintensität⁵ GWh/GWh 0,20 0,16 0,16

¹ inkl. Bezugsrechte
² Eigener Energieeinsatz in allen Geschäftsbereichen. Berechnung für Brenn- und Treibstoffe auf Basis der Heizwerte
³ 2020: Korrektur aufgrund von Nachmeldungen
⁴ aus dem Netz bezogene Menge für Verbrauch in Kraftwerken, Verwaltung, Gasnetz, Einsatz von Pumpstrom und Strombezug für Netzverluste im Übertragungsnetz (alle Netzebenen); 2019 und 2020: nachträgliche Anpassung der Daten
⁵ exkl. GCA

Materialeinsatz

Bei VERBUND kommen Hilfs- und Betriebsstoffe für die Abwasserreinigung, für die Energieerzeugung in den Kraftwerken sowie für die Netzanlagen zum Einsatz. Der gesamte Materialbedarf sank um 78 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang ist zum größten Teil auf den geringeren Einsatz an Hilfs- und Betriebsstoffen am Standort Mellach im Jahr 2021 zurückzuführen. Im Vergleich zu 2015 wurde die Materialintensität für die thermische Erzeugung um 97 % reduziert. VERBUND hat damit sein Ziel, diesen Wert bis 2021 um 80 % im Vergleich zu 2015 zu reduzieren, durch die Umstellung der Erzeugung von Steinkohle auf Erdgas und den Einsatz der neuen Abwasserreinigungsanlage erreicht.

Kennzahlen Materialeinsatz

Einsatz Materialien Einheit 2019 2020 2021
Einsatz Materialien gesamt t 5.026 1.889 421
Einsatz Hilfs- und Betriebsmittel t 5.006 1.879 406
Einsatz Kopierpapier t 20 10 15

GRI 302-1
GRI 302-3
GRI 301-1 Weitere Informationen zum Materialeinsatz siehe DMA und Umwelterklärungen
SDG 12

Treibhausgasemissionen

Die Konzentration auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist sowohl bei VERBUND als auch seinen Kund:innen entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Die Erzeugung von Strom stammte bei VERBUND im Jahr 2021 zu 96,4 % aus Wasser-, Sonnen- und Windkraft. Bedingt durch den für die Netzstützung und Fernwärmeversorgung noch immer erforderlichen Einsatz des thermischen Kraftwerks entfiel der verbleibende Anteil von 3,6 % auf die Erzeugung aus Wärmekraft. Seit April 2020 setzt VERBUND keine Steinkohle mehr ein, sondern ausschließlich Erdgas. Die THG-Berichterstattung von VERBUND erfüllt die Kriterien des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) und mit Veröffentlichung 2021 auch jene der EN ISO 14064-1:2018. Gemäß diesen beiden Standards werden THG-Emissionen in drei Scopes eingeteilt. Dabei umfasst Scope 1 alle direkten Emissionen, die durch firmeninterne Tätigkeiten und Aktivitäten bei VERBUND anfallen. Scope 2 Emissionen ergeben sich indirekt aus dem internen Strom- und Fernwärmeverbrauch und aus Netzverlusten. Unter Scope 3 fallen in der konsumbasierten Betrachtungsweise weitere indirekte THG-Emissionen in der vorgelagerten und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Im Jahr 2021 wurden im Rahmen des Projekts Corporate Carbon Footprint die Treibhausgasbilanz neu berechnet und der Berichtsumfang ausgeweitet. Die umfassende Neubewertung erfolgte aufgrund des weiterentwickelten Geschäftsmodells, neuer Geschäftsfelder, des Ausbaus von Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie und der Anwendung des ISO-Standards. Eine direkte Vergleichbarkeit jeglicher historischen Veröffentlichung von THG-bezogenen Daten ist nur für Scope-1-Emissionen von VERBUND gegeben, die dem EU-ETS unterliegen. Für weitere THG-Emissionen wurde teilweise eine Neuberechnung sowie partiell eine vollständige Erstberechnung vorgenommen.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Ab Juni 2021 wurden erstmalig THG-Emissionen aus dem Betrieb des Gasnetzes der GCA in die Datenerfassung aufgenommen. VERBUND hat die Brennstoffnutzung von Braunkohle (2006), Erdöl (2015) und Steinkohle (2020) bereits beendet und zählt damit zu den Early Movern unter den Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Seit 2005 konnte VERBUND die CO2-Emissionen aus thermischen Kraftwerken, die unter das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) fallen, kontinuierlich reduzieren. Die Reduktion der VERBUND-ETS-Emissionen von 2005 (3,8 Mio t CO2) bis 2021 (0,4 Mio t CO2) beträgt 88 %. Damit tragen wir sowohl zur Vermeidung und Verringerung von Emissionen als auch zum SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ bei. VERBUND konnte durch die Reduktion der thermischen Produktionsmenge und den Brennstoffwechsel auf Erdgas zusätzlich die Emissionen in die Luft (Staub, NOx, SO2) massiv verringern.

Das Reduktionsziel der VERBUND-spezifischen direkten THG-Emissionen (Scope 1) auf unter 10 g CO2 e pro kWh Gesamtstromerzeugung wurde mit 14 g CO2 e pro kWh nur knapp nicht erreicht. Durch die Transformation des Energiesektors und die Umsetzung der VERBUND-Strategie, dem sich damit weiterentwickelten Geschäftsmodell sowie durch neue Berechnungsmethoden ergibt sich für die kommenden Jahre eine neue THG-Emissionsprognose für VERBUND. So wurde und wird VERBUND in Österreich als verlässlicher Partner zur Sicherung der Versorgung wahrgenommen. Im Bereich der Versorgungssicherheit genießt VERBUND das Vertrauen der Bevölkerung und steht hier in der Verantwortung. Durch Erzeugung aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft bzw. mit dem Standort Mellach und als Netzbetreiber für Strom- und Gasübertragungsnetze versucht VERBUND bestmöglich diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Einsatz des modernen Gas-Kombikraftwerks Mellach ist daher auch weiterhin zur Bereitstellung und Aufrechterhaltung der heimischen Versorgungssicherheit notwendig. Zum einen wird das Kraftwerk Mellach für das notwendige Engpassmanagement als Netzreserve aufgerufen, zum anderen dient es der Fernwärmeversorgung für den Großraum Graz. Folglich sind der Einsatz des thermischen Kraftwerks und die damit entstehenden Emissionen abhängig von externen Faktoren und können von VERBUND nicht beeinflusst werden.

Die darauf basierenden Klimaziele lauten: Direkte THG-Emissionen in Scope 1 sollen im Vergleich zu 2015 (rund 1,8 Mio. t CO2 e) bis 2030 um 16 % auf rund 1,5 Mio. t CO2 e reduziert werden. Im Stromhandel trägt VERBUND durch seine Grünstromprodukte zur Emissionsvermeidung bei seinen Kund:innen bei, indem VERBUND Strom mit Herkunftsgarantie aus erneuerbaren Quellen verkauft beziehungsweise liefert. In diesem Zusammenhang berät VERBUND umfassend und sensibilisiert die Kund:innen für das Thema Grünstrom. Die vorgelagerten THG-Emissionen aus dem Verkauf von zugekauftem Strom an Endkund:innen will VERBUND im Vergleich zum Basisjahr 2020 (rund 3,7 Mio. t CO2 e) bis 2030 bei gleichzeitigem Wachstum um 5 % auf rund 3,5 Mio. t CO2 e reduzieren. VERBUND leistet damit auch einen Beitrag zum EU-weiten Ziel, die THG-Emissionen von 1990 bis 2030 um 55 % zu reduzieren.

Das VERBUND-Management setzte sich 2021 intensiv mit der Überarbeitung seiner Unternehmensstrategie als Antwort auf die nationalen wie globalen Dekarbonisierungsbestrebungen auseinander. Bei den direkten THG-Emissionen in Scope 1 werden seitens VERBUND CO2-, CH4- und SF6-Mengen berücksichtigt. Diese Menge sank 2021 von 0,65 Mio. t um etwa 31 % auf 0,45 Mio. t CO2 e aufgrund des ausgesetzten Fernwärmeliefervertrags. 95 % davon sind CO2-Emissionen aus dem Einsatz von Erdgas im Kraftwerk Mellach und 1,5 % aus Gasverdichterstationen im Gasnetz, die unter das EU-ETS fallen. Bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern kommt es zu keinen direkten Emissionen. Die restlichen Scope-1-Emissionen fallen nicht unter das EU-ETS. Der Anteil an Prozessemissionen betrug 1,5 %. Weniger als 1 % der Emissionen stammten aus dem Einsatz von Treibstoffen im eigenen Fuhrpark, und ebenfalls weniger als 1 % wurden durch flüchtige SF6- und CH4-Emissionen aus Netzanlagen verursacht.

Direkte THG-Emissionen aus dem Treibstoffverbrauch des Fuhrparks werden seit 2020 über CO2-Zertifikate kompensiert. VERBUND arbeitet schon seit Jahren an der Elektrifizierung seines Fuhrparks. 2021 trat eine interne Regelung in Kraft, die festlegt, dass zukünftig nur Fahrzeuge mit CO2-freien Antriebstechnologien, wie reine Elektroautos oder Wasserstofffahrzeuge, als Firmen-Kfz angeschafft werden dürfen.

Der spezifische Wert für eigene Emissionen aus der Strom- und Fernwärmeerzeugung und dem Stromtransport betrug im Jahr 2021 nur mehr 14 g CO2 e/kWh der Gesamtstromerzeugung. Die Treibhausgasintensität lag damit 2021 erneut deutlich unter dem spezifischen Wert für direkte CO2-Emissionen des österreichischen Produktionsmix 2020 laut AIB mit 111 g CO2/kWh. Noch weiter unterschreitet VERBUND damit den Wert des europäischen Erzeugungsmix laut IEA von 233 g CO2/kWh, der jedoch zu 21 % aus der Erzeugung von Atomstrom besteht. VERBUND hingegen erreicht seinen spezifischen Emissionswert zur Gänze ohne Erzeugung aus Kernkraft. Diese Vergleiche zeigen, wie erfolgreich VERBUND auf seinem Weg zur atomstromfreien Dekarbonisierung seiner Stromerzeugung ist. Die strategische Ausrichtung von VERBUND sieht eine weitere Steigerung der Erzeugung aus erneuerbaren Energien vor. Dadurch wird dieser Wert zusätzlich verbessert.

In der Kennzahl Emissionsvermeidung durch Erneuerbare Erzeugung wird dargestellt, welche Emissionen theoretisch entstehen würden, wenn die gesamte VERBUND-eigene Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern in thermischen Kraftwerken erzeugt würde. Die Berechnung erfolgte auf Basis des durchschnittlichen Emissionswerts der thermischen Erzeugung in Europa gemäß IEA von rund 731 g CO2/kWh. 2021 lagen die vermiedenen Emissionen bei rund 22 Mio. Tonnen CO2.

Kennzahlen THG-Emissionen Scope 1

Einheit 2019 2020 2021
Scope 1 direkte Emissionen 1.073 kt CO2 e 654 kt CO2 e 454 kt CO2 e
Spezifische Scope-1-Emissionen 32 g CO2 e/kWh 20 g CO2 e/kWh 14 g CO2 e/kWh
Emissionsvermeidung: Treibhausgasemissionen vermieden durch erneuerbare Erzeugung 24.071 kt CO2 24.726 kt CO2 22.055 kt CO2
  • 1 vorläufige Daten vor ETS-Prüfung; 2020: Korrektur aufgrund von Nachmeldungen
  • 2 aus Stromerzeugung und -transport (exkl. GCA) bezogen auf Gesamtstromerzeugung (inkl. Bezugsrechten ohne Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme); 2020: Korrektur aufgrund von Nachmeldungen
  • 3 Berechnung anhand der Emissionen aus thermischer Erzeugung in Europa basierend auf IEA-Werten

Indirekte Emissionen aus dem Strombezug in Scope 2 stammen aus Netzverlusten, aus Stromverbrauch (Netzbezug) und aus Fernwärme und -kälte. Diese werden mit zwei unterschiedlichen Werten angegeben: mit einem standortbasierten und einem marktbasierten Wert. Im Rahmen des Projekts Corporate Carbon Footprint wurden die Scope-2-Emissionen aufgrund der tatsächlich verbrauchten Pumpstrommengen neu berechnet, und entsprechende Emissionen gemäß Lebenszyklusbetrachtung werden in Scope 3 berücksichtigt.

Der standortbasierte Wert wird mit dem CO2-Emissionsfaktor des lokalen Stromnetzes berechnet. Dieser Wert kann sich daher über die Menge des bezogenen Stroms und/oder über Veränderungen in der europäischen Erzeugungslandschaft ändern. 2021 lag der standortbasierte Wert von VERBUND in Scope 2 bei 0,15 Mio. t CO2 e (2020: 0,18 Mio. t CO2 e).

Der marktbasierte Wert hingegen kann durch den gezielten Bezug von Strom aus der Erzeugung mit geringeren Emissionen pro bezogener kWh reduziert werden. VERBUND setzt seit mehreren Jahren für den Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100 % erneuerbarer Energie ein und konnte so seine marktbasierten Emissionen stark reduzieren. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Wert gleichbleibend niedrig und lag 2021 bei 0,26 Mio. t CO2 e.

Kennzahlen THG-Emissionen Scope 2

Einheit 2019 2020 2021
Scope 2 indirekte Emissionen (marktbasiert) 272 kt CO2 e 265 kt CO2 e 255 kt CO2 e
Scope 2 indirekte Emissionen (standortbasiert) 175 kt CO2 e 176 kt CO2 e 146 kt CO2 e
  • 1 2019 und 2020: Korrektur aufgrund neuer Berechnungsmethode

Im Rahmen des Projekts Corporate Carbon Footprint wurde eine Signifikanzbewertung aller Scope-3-Kategorien durchgeführt, um die für VERBUND signifikanten indirekten Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette zu ermitteln. Bei den vorgelagerten Emissionen von VERBUND werden ab 2020 gekaufte Güter und Dienstleistungen, Investitionsgüter, brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten und wie bisher Geschäftsreisen in der Berichterstattung umfasst. Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten setzen sich wie bisher aus vorgelagerten Emissionen aus dem Brennstoffeinsatz, ab 2020 zusätzlich aus standortbasierten Emissionen aus dem VERBUND-internen Stromverbrauch und aus dem Stromverkauf an Endkund:innen zusammen. Dieser Kategorie sind die meisten THG-Emissionen der Gesamtmenge vorgelagerter THG-Emissionen von 3,7 Mio. t CO2 e im Jahr 2021 (2020: 4,09 Mio. t CO2 e) zuzurechnen.

Als nachgelagerte Aktivitäten werden wie bisher die Emissionen aus der Verbrennung von Erdgas bei Kund:innen berichtet, die von VERBUND kompensiert werden. Diese lagen 2020 bei 0,22 und 2021 bei 0,25 Mio. t CO2 e.

Kennzahlen THG-Emissionen Scope 3

Einheit 2019 2020 2021
Scope 3 vorgelagerte indirekte Emissionen n.v. 3.700 kt CO2 e
Einheit 2019 2020 2021
kt CO₂ e 198 221 249

1 Ersterhebung und Neuberechnung Scope 3, 2020; Vorjahre nicht vergleichbar
2 vorläufige Daten vor TÜV-Prüfung

Emissionen in die Luft

Die Tabelle „Kennzahlen Emissionen in die Luft“ zeigt weitere Emissionen aus den Wärmekraftwerken von VERBUND und ab Juni 2021 zusätzlich aus dem Gasnetz der GCA in absoluten Werten. Der Ausstieg aus der thermischen Erzeugung aus Steinkohle am Standort Mellach führte zu einem Wegfall der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂-Emissionen) ab April 2020. Damit wurde das Reduktionsziel 2021 erreicht. Die Staubemissionen wurden ebenfalls auf null reduziert. Die Emissionen an Stickstoffoxiden (NOₓ) sanken um 57 %. Die Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) sanken um insgesamt 21 % im Vergleich zu 2020. Im Zeitraum von 2015 bis 2021 wurden die NOₓ-Emissionen um 85 % und die Staubemissionen um 100 % reduziert. Die Ziele der Reduktion von NOₓ-Emissionen um 80 % und von Staubemissionen um 90 % konnten damit erreicht werden.

Kennzahlen Emissionen in die Luft

Einheit 2019 2020 2021
CO t 65 47 37
SO₂ t 112 51 0
NOₓ t 475 285 122
Staub t 11 11 0

GRI 305-3 GRI 102-48 GRI 305-7
Weitere Informationen siehe DMA SDG 3 SDG 13

Naturschutz und Biodiversität

VERBUND-Kraftwerks- und Netzanlagen liegen teilweise in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten. Die folgende Tabelle enthält die Angaben zu den Anlagenflächen nach Schutzgebietsarten. Informationen zur geografischen Lage der Kraftwerke sind auf der VERBUND-Website veröffentlicht. Die Lage der Schutzgebiete ist auf den österreichischen und bayerischen Geodatenportalen zu finden.

Maßnahmen zur Renaturierung an Gewässern und der Bau von Fischwanderhilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern stellen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität dar. Aktuelle Beispiele für Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt im Bereich der VERBUND-Wasserkraftanlagen finden sich im Kapitel „Wasser“ und zu den Wind- und Photovoltaikprojekten im Kapitel „Neue Erneuerbare“. Die vielfältigen bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen von VERBUND in den Bereichen Naturschutz und Biodiversität werden auf den Webseiten der jeweiligen LIFE-Projekte, der Website der APG und auf der VERBUND-Website dargestellt.

Kennzahlen Naturschutz und Biodiversität (Stand 2020)

Einheit 2020
Anlagenflächen in Schutzgebieten ¹
Anlagenflächen in Natura-2000-Gebieten ha 3.656
Anlagenflächen in Ramsar-Gebieten ha 783
Anlagenflächen in Nationalparks ha 82
Anlagenflächen in Naturschutzgebieten ha 1.164

¹ exkl. GCA; Erhebung 2020, Aktualisierung 2022

GRI 304-1 GRI EU13
Mehr zum Thema Biodiversität siehe DMA und unter www.verbund.com ww.apg.at www.life-traisen.at www.life-netzwerk-donau.at

Aktuelle Projekte und Umweltmaßnahmen siehe Segmentberichte „Wasser“ und „Neue Erneuerbare“

SDG 15 GRI 303-3 (2018) GRI 303-4 (2018) GRI 303-4 EU-ADD GRI 303-5 (2018)

Wasser und Abwasser

Die Wasserentnahmen an den VERBUND-Standorten lagen im Jahr 2021 bei insgesamt 66,6 Mio. m³ und waren damit im Vergleich zu 116,7 Mio. m³ im Jahr 2020 um 43 % geringer. Etwa 87 % dieser Gesamtwassermenge wurde im Gasdampfkraftwerk Mellach als Kühlwasser verwendet. Dieser Anteil wird aus dem Oberflächengewässer entnommen, zur Kühlung eingesetzt und chemisch unverändert wieder dorthin rückgeführt. Etwa 13 % sind Brauchwassermengen. Nur 0,3 % der gesamten Wassermenge werden tatsächlich verbraucht. Details zu den angewandten Behandlungsverfahren und der Wasserqualität inklusive Betrachtung der wichtigen bedenklichen Stoffe und der einzuhaltenden Grenzwerte werden für die thermischen Kraftwerke in der jährlichen Umwelterklärung veröffentlicht. Die Einhaltung der Grenzwerte für Abwasserbehandlungsanlagen an allen anderen Standorten wird ebenfalls überwacht. 2021 wurden an fünf Standorten geringfügige Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt. Die Ursachen wurden analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen bereits gesetzt, um die Einhaltung wieder sicherzustellen.

Mehr zum Thema Wasser siehe DMA und unter www.verbund.com

SDG 6

Für die Bestimmung, ob Standorte in Gebieten mit einem Wasserstress-Level über 40 % liegen, wurde die Lage der VERBUND-Betriebsstandorte mit der Lage der Gebiete mit hohem oder sehr hohem Wasserstress im „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resource Institute (WRI) verglichen. Diese Überprüfung zeigte, dass alle VERBUND-Betriebsstandorte in Gebieten liegen, die unter dem Schwellenwert von 40 % lagen. Die Kennzahl der Wasserintensität bezogen auf die Gesamtstromerzeugung ist im Vergleich zu 2015 um 77 % gesunken. Der Zielwert für die Reduktion von 50 % bis 2021 wurde 2020 und 2021 unterschritten.

Kennzahlen Wasserinput und -output

Einheit 2019 2020 2021
Wasserentnahme nach Quellen gesamt 1.000 m³ 162.017 116.706 66.663
aus Oberflächengewässern 1.000 m³ 152.869 107.023 58.127
aus Grund- und Brunnenwasser 1.000 m³ 9.044 9.573 8.396
aus öffentlicher Wasserversorgung 1.000 m³ 104 110 140
Wasserrückführung gesamt 1.000 m³ 161.575 116.483 66.473
Rückführung von Kühlwasser aus Wärmekraftwerken in Oberflächengewässer 1.000 m³ 151.401 105.763 57.077
weitere Wasserrückführungen 1.000 m³ 10.173 10.720 9.396
Wasserrückführung nach Qualität ¹ 1.000 m³ 161.575 116.483 66.473
Rückführung Süßwasser <1.000 mg/l TDS 1.000 m³ 161.541 116.465 66.473
Rückführung anderes Wasser >1.000 mg/l TDS 1.000 m³ 34 18 0
Wasserverbrauch 1.000 m³ 443 223 191
Wasserintensität bezogen auf Gesamtstromerzeugung 1.000 m³ /GWh 4,9 3,5 2,1

¹ 2019 und 2020: Korrektur der Werte; TDS = Total Dissolved Solids/Filtrattrockenrückstand

Abfälle und Nebenprodukte

Die gesamte Abfallmenge lag im Jahr 2021 mit ca. 173 kt um 38,8 kt über der 2020 erfassten Menge. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die im Vergleich zum Vorjahr um etwa 52 % höhere Menge an nicht gefährlichen Abfällen aus Projekten zurückzuführen. Diese Kategorie hatte mit 79 % auch den höchsten Anteil an der Gesamtmenge und entstand durch vermehrte Projektaktivitäten. Entsorgungen wurden vorwiegend im Zuge der zahlreichen Bautätigkeiten sowie Baggerungen durchgeführt. Von der Gesamtmenge waren etwa 5 % den nicht gefährlichen Abfällen aus dem laufenden Betrieb zuzurechnen. Der Anteil der gefährlichen Abfälle an der Gesamtabfallmenge lag mit 1.500 t bei 1 %. In dieser Kategorie wurde mit 600 t in diesem Jahr ein niedrigerer Abfallanfall aus Projekten verzeichnet. Es entfielen 2,5 t auf PCB-haltige elektrische Betriebsmittel. Die Masse an gesammeltem Rechengut lag 2021 bei 26,7 kt und erreichte damit einen Anteil von 15 % der Gesamtabfallmenge. Diese Abfallmenge ist vor allem von der Wasserführung und den Hochwasserereignissen im Berichtszeitraum abhängig. Sie wird nicht durch den Kraftwerksbetrieb verursacht und ist von VERBUND weder zu verhindern noch zu beeinflussen.

Im Fernheizkraftwerk Mellach von VERBUND sind bei der bis zum 31. März 2020 eingesetzten Kohleverfeuerung die gemäß Abfallwirtschaftsgesetz qualifizierten Nebenprodukte Asche und Gips angefallen. Diese können nahezu vollständig als Sekundärrohstoffe verwertet werden. Der Gips wurde bereits 2020 verkauft. 2021 wurden weitere 20.000 t der in einem Silo zwischengelagerten Flugasche abgegeben, sodass mit Jahresende noch etwa 2.000 t vorrätig waren. Zudem fällt aus der Teilenthärtung der Aufbereitung des Kühlwassers im Gasdampfkraftwerk (GDK) Mellach Kalkschlamm an. Der Kalkschlamm geht als Rohstoffzusatz zum Zementwerk. 2021 lag die Menge an gelieferten Nebenprodukten mit ca. 20,1 kt um etwa 52 % unter dem Wert von 2020.

GRI 306-3 (2020) GRI 306 EU-ADD
Mehr zum Thema Abfall siehe DMA SDG 12

Kennzahlen Abfälle und Nebenprodukte

Einheit 2019 2020 2021
Abfälle gesamt kt 102,2 134,2 173,0
Gefährliche Abfälle gesamt kt 1,0 6,1 1,5
aus laufendem Betrieb kt 0,8 0,9 0,9
aus Projekten kt 0,3 5,2 0,6
Nicht gefährliche Abfälle gesamt kt 74,7 98,0 144,9
aus laufendem Betrieb kt 10,3 7,8 8,0
aus Projekten kt 64,4 90,1 136,9
Rechengut Wasserkraftwerke kt 26,4 30,2 26,7
Nebenprodukte Reststoffe Wärmekraftwerke kt 41,3 42,3 20,1

¹ 2020: Korrektur der Abfallmengen aufgrund von Nachmeldungen

Weitere Umweltkennzahlen

Im Jahr 2021 gab es keine Umweltstrafe. 2019 und 2020 fielen ebenfalls keine Umweltstrafen an. Weitere Details zu den Umweltkennzahlen sind im NFI-Download und im Bereich Umwelt auf der VERBUND-Website zu finden.

GRI 307-1 SDG 16

Mehr zum Thema Umwelt siehe NFI-Download und unter www.verbund.com

Mitarbeiter:innen

Die Mitarbeiter:innen von VERBUND tragen wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei. Ihr Engagement und ihr unternehmerisches Handeln ermöglichen eine laufende Weiterentwicklung und die Umsetzung der VERBUND-Strategie. Nach dem von der globalen COVID-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 zeigte auch das von der COVID-19-Krise bestimmte Jahr 2021, wie die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter:innen von VERBUND zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Durch ihr Engagement, ihre Flexibilität und ihr unternehmerisches Handeln meisterte VERBUND die Krise weiterhin gut. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie konnten der überwiegende Teil der VERBUND-Vorhaben umgesetzt und die VERBUND-Strategie somit konsequent weiterverfolgt werden.

Krisenbewältigung

Als österreichischer Leitbetrieb und als Betreiber kritischer Infrastruktur übernimmt VERBUND die Verantwortung, auf Krisensituationen bestmöglich vorbereitet zu sein und im Ernstfall schnell und angemessen zu reagieren. 2021 war (wie auch schon 2020) ein Ausnahmejahr und zeigte, dass sich die gute Vorbereitung des etablierten Krisenmanagements bezahlt machte. Neben der Gesundheit aller Mitarbeiter:innen lag die Priorität von VERBUND auf der Aufrechterhaltung der Stromversorgung und der notwendigen Geschäftsprozesse.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Wenngleich die Pandemie bereits das zweite Jahr in Folge eine globale Ausnahmesituation schuf, konnten die Herausforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 im abgeschlossenen Geschäftsjahr im Rahmen eines professionellen und flexiblen Krisenmanagements abermals erfolgreich bewältigt werden. Die Krisenstäbe tagten regelmäßig, und die Schutzkonzepte wurden jeweils an das Infektionsgeschehen angepasst. Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit den relevanten Stakeholder:innen und wurde von transparenter Kommunikation begleitet.

Neue Betriebsvereinbarung Home Office und Mobile Working

Auf Basis der umfassenden Erfahrungen mit Remote Working aus der COVID-19-Pandemie wurde die seit 2004 bestehende Konzernvereinbarung zur Telearbeit durch ein modernes Regelwerk zu Home Office und Mobile Working abgelöst. Mit der Neuregelung wurde in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Belegschaftsvertretung gemeinsam ein Meilenstein in Richtung modernes Arbeiten und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen – auch nach der Pandemie – gesetzt. Dadurch soll die Attraktivität des Arbeitgebers VERBUND auch künftig gestärkt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass mit Mobile Working eine weitere, neue, flexible und ortsungebundene Form der Arbeitserbringung eingerichtet wurde.

Personalplanung und -management

VERBUND setzt auf ein zeitgemäßes und nutzerfreundliches Planungs- und Reporting-Instrument für Personaldaten. Die integrierte Personalstands- und -aufwandsplanung stellt einen transparenten Planungsprozess sicher. Eine konsequente und straffe Personalplanung fördert zudem den optimalen Einsatz der Ressourcen.

Das zentrale Personalmanagement bei VERBUND verfügt über eine Richtlinienkompetenz in allen personalwirtschaftlichen Fragen des Unternehmens. Die Schwerpunkte der Tätigkeit liegen auf den folgenden Themen: Personalplanung und -entwicklung, Personalcontrolling, Recruiting, Personalmarketing und Arbeitgebermarke, Arbeits- und Sozialrecht, betriebliches Vorsorgemanagement, Vertretung des Arbeitgebers gegenüber der Arbeitnehmer:innenvertretung, Entlohnung und Sozialleistungen, Grundsatzfragen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie Diversitäts- und Inklusions-Management. VERBUND prüft diese Managementansätze mit verschiedenen Verfahren wie externen Auditierungen, internen Review-Prozessen bzw. Analysen von Kennzahlen inklusive der Betrachtung von internen und externen Benchmarks. Basierend auf den Ergebnissen dieser Rückmelde- und Leistungsbeurteilungsverfahren wird die Einhaltung der Richtlinien regelmäßig überprüft. Bei Bedarf werden diese adaptiert.

Beschäftigungsformen und Sozialleistungen

VERBUND ist beinahe ausschließlich in Mitteleuropa – einer Region mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards – tätig. Grundsätzlich beschäftigt VERBUND Mitarbeiter:innen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Befristete Arbeitsverträge werden nur mit sachlicher Begründung abgeschlossen (z. B. bei Karenzvertretung). VERBUND strebt eine langfristige Bindung der Mitarbeiter:innen an. Abseits von Probebefristungen kommen befristete Dienstverhältnisse nur in Ausnahmefällen zur Anwendung. Der überwiegende Teil der Dienstverhältnisse bei VERBUND ist daher von unbefristeter Dauer. Durch verschiedene Arbeitszeitmodelle wie Vollzeit, Teilzeit und Elternteilzeit können unterschiedliche Lebensphasen der Beschäftigten und Anforderungen des Arbeitsmarkts abgedeckt werden. Rund 25 % der Mitarbeiter:innen in Teilzeit sind Männer. Zur Überbrückung von Kapazitätsspitzen, im Zuge von Projektarbeiten und bei befristeten Karenzvertretungen werden auch Leiharbeitskräfte beschäftigt.

VERBUND bietet seinen Mitarbeiter:innen – unabhängig vom Arbeitszeitmodell – eine Reihe von freiwilligen oder kollektivvertraglich geregelten Sozialleistungen wie eine Pensionskasse, eine Krankenzusatzversicherung, ein vergünstigtes Mittagessen, eine Kinderzulage und eine Gesundheitsuntersuchung. Die Beschäftigung von hoch- und höchstqualifizierten Mitarbeiter:innen ist mit entsprechenden Personalkosten verbunden. Deshalb bietet VERBUND eine marktkonforme und leistungsgerechte Entlohnung. Ein auf individuelle Zielvorgaben und den Unternehmenserfolg ausgerichtetes, leistungsorientiertes Entgeltmodell sorgt daher seit 2010 auf allen Ebenen für eine faire Entlohnung.

Projekt Strategische Personalplanung

In der Strategischen Personalplanung wurden vielfältige Herausforderungen identifiziert und die Planung des langfristigen quantitativen Mengengerüsts betrachtet. Die Umsetzung der Unternehmensstrategie mit dem geplanten Wachstum und den Kapazitäten für die Digitalisierung stellt VERBUND ebenso vor Herausforderungen wie die Erschließung neuer Geschäftsfelder (wie beispielsweise im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und der E-Mobility). In diesem Zusammenhang ist ein verantwortungsbewusster Aufbau von Ressourcen erforderlich. Aber auch andere europäische Energieunternehmen stehen vor dieser Aufgabe.

GRI 103-2 SDG 5 SDG 8 SDG 16
GRI 103-3 Informationen zu Alter und Geschlecht siehe Kapitel „Diversity Management“
GRI 102-8 SDG 3
GRI 102-41 und EU-DMA: Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen sowie Kapitel „Menschenrechte“
GRI 401-2 Labour Management Relations inkl. Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen siehe DMA

Gleichzeitig muss sich VERBUND den Auswirkungen des demografischen Wandels im Konzern und am externen Markt stellen. Vor dem Hintergrund der sich rapide wandelnden Anforderungen an die Arbeitswelt lag der Fokus 2021 auch auf der qualitativen Veränderung der für VERBUND relevanten Berufsgruppen. In einer Langzeitbetrachtung bis 2030 wurden die Veränderungen der Tätigkeiten und Kompetenzen analysiert. Daraus resultierende längerfristige Handlungsbedarfe in den Bereichen Ausbildung, Potenzialanalyse und Personalentwicklung wurden ermittelt und berufsgruppenspezifische Deckungsstrategien erarbeitet. Somit wird sichergestellt, dass die erforderlichen Ressourcen unter Berücksichtigung der Demografie-, der Arbeitsmarktentwicklung und der Gender Balance gewährleistet werden können. Die konkreten Maßnahmen in den Bereichen Personalentwicklung, Arbeitgebermarke und Lehrlingsausbildung sind bereits in Umsetzung. Durch die frühzeitige Definition von Deckungsstrategien und die verantwortungsbewusste Steuerung von vorhandenen und zukünftigen Personalkapazitäten soll die Arbeitgeberattraktivität für Frauen und zukünftige Generationen erhalten und ausgebaut werden.

Kennzahlen

Mitarbeiter:innen Einheit 2019 2020 2021
Betriebswirtschaftlicher Personalstand Personen 2.772 2.870 3.184
Arbeitsrechtlicher Personalstand ¹ Personen 2.843 2.980 3.497
davon in Österreich Personen 2.476 2.602 3.118
davon in Deutschland Personen 355 366 367
davon in weiteren europäischen Ländern Personen 12 12 12
Vollzeitbeschäftigte Personen 2.663 2.790 3.282
Teilzeitbeschäftigte Personen 180 190 215
Neuaufnahmen Personen 205 296 326
Fluktuation ohne Pensionierungen Personen 58 45 83
Fluktuationsrate ohne Pensionierungen Prozent 2,0 1,5 2,4
Fluktuation inkl. Pensionierungen Personen 146 174 189
Fluktuationsrate inkl. Pensionierungen Prozent 5,1 5,8 5,4
Durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit Jahre 17,6 16,1 15,0
Akademikerquote Prozent 26,5 28,2 30,9

¹ per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter:innen in Altersteilzeit
² Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt.

GRI 102-8 GRI 401-1

Nachschärfung Arbeitgeberauftritt – Employer Branding

Demografische Effekte, die zunehmende Komplexität in den Berufsfeldern des Energiemarkts und die zukünftige kulturelle Transformation von VERBUND fordern auch im Bereich der Arbeitgeberpositionierung eine umfassende Nachschärfung. Von zentraler Bedeutung ist hierfür eine profilierte, differenzierte Arbeitgebermarke. Der Markenkern der aktuellen Arbeitgebermarke wurde 2020 geschärft, zentrale Positionierungsaussagen erarbeitet sowie ein klarer Hauptdifferenziator zu etablierten Unternehmen definiert mit dem Ziel, weiterhin effiziente und qualitativ hochwertige Besetzungen zu ermöglichen sowie die Mitarbeiter:innenbindung und Identifikation der eigenen Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen zu stärken. Die Reputation von VERBUND als attraktiver Arbeitgeber soll damit verbessert und die Anzahl der Passungen der Bewerbungen erhöht werden.

Mit dem neuen Slogan #vorangehen wurde 2021 eine neu angelegte Arbeitgeberkampagne ausgerollt, beginnend mit der Zielgruppe der Lehrlinge. Dazu wurden emotionale Job-Storys verfasst und Arbeitgebervideos rund um die Kraftwerke produziert. Durch die Ableitung klarer Kommunikationsbotschaften für die wichtigen Zielgruppen Schüler:innen (Lehrlinge), Absolvent:innen sowie Expert:innen konnte eine noch bessere Ansprache erzielt werden. Auch die interne Verankerung des Arbeitgeber-Slogans #vorangehen wurde durch Maßnahmen wie das Jobbotschafter:innen-Programm, laufende Schulungen sowie Publikationen im Intranet vorangetrieben. Die Umsetzung wurde auf die aktuelle COVID-19-Situation ausgerichtet und vorrangig auf digitale Medien zugeschnitten. Bestehende Maßnahmen, mit dem strategischem Schwerpunkt auf der langfristigen Netzwerkpflege mit Top-Studierenden der TU Wien und auf Frauenförderungsmaßnahmen, wurden 2021 weitergeführt. Die Durchführung von Veranstaltungen wie die Teilnahme am Wiener Töchtertag, die Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ und „Girls! Tech up“ wurden auch im Jahr 2021 durch COVID-19 erschwert. Für die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums wurde der Auswahlprozess virtuell gestaltet.# So konnte VERBUND auch im Jahr 2021 drei hoch qualifizierten und engagierten Techniker:innen eine zusätzliche persönliche und fachliche Weiterbildung über den Universitätsalltag hinaus ermöglichen.

Recruiting virtuell, aber nicht unpersönlich

Entwicklungen im Zusammenhang mit COVID-19 machten die gewohnte Durchführung des Re- cruitingprozesses auch bei VERBUND schwierig. Da der gewohnte physische Kontakt nicht möglich war, wurden andere Maßnahmen ergriffen, um Bewerber:innen weiterhin zu interviewen und für VERBUND auszuwählen. Im Zuge der Herausforderungen rund um COVID-19 wurde noch klarer, dass Recruiting-Prozesse flexibel sein müssen, und digitale Lösungen besonders in Krisenzeiten entschei- dende Vorteile bieten. Im Rahmen der COVID-19-Krise wurde es durch einen umfassenden digitalen Recruiting- und On- boardingprozess ermöglicht, ohne persönlichen Kontakt Mitarbeiter:innen für VERBUND zu rekrutie- ren. Unverändert wurden alle Bewerbungen bearbeitet und statt klassischer persönlicher Bewerbungs- gespräche Video-Interviews durchgeführt. Des Weiteren wurde ein Großteil der Karrieremessen virtuell abgehalten. Der neue, ausschließlich online abgehaltene Rahmen bot virtuelle Messestände, Videovorträge und viele unterschiedliche Mög- lichkeiten zum Netzwerken. Das kontinuierliche Bestreben, den hohen Professionalisierungsgrad der Recruitingqualität auch in dieser herausfordernden Zeit zu halten, wurde 2021 mit der wiederholten Auszeichnung der „Career’s Best Recruiters“-Studie mit dem Silbersiegel bestätigt. Diese Auszeichnung mit speziellem Fokus auf Krisenfestigkeit zeigte, dass VERBUND die Herausforderungen auch im Jahr 2021 professio- nell meistern konnte.

Personalentwicklung

Auch in der Personalentwicklung waren 2021 viele flexible Lösungen aufgrund der COVID19-Krise notwendig. Dennoch nahm 2021 jede:r VERBUND-Mitarbeiter:in durchschnittlich 26 Stunden an Bildungsmaßnahmen wahr. Schwerpunkte der Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2021 bildeten Schulungen in den Bereichen Sicherheit und Technik sowie verpflichtende Compliance-Schulungen. Im Jahr 2021 konnten aufgrund der pandemischen Lage viele Veranstaltungen nicht wie geplant in Präsenz durchgeführt werden. Maßnahmen, für die aufgrund der Beschaffenheit der Schulung ein virtuelles Format nicht umsetzbar war (wie z. B. Erste-Hilfe-Kurse, Höhenarbeit etc.), mussten entweder verschoben oder gar abgesagt werden. Der Großteil der Veranstaltungen wurde auf ein virtuelles Design umgestellt. Virtuelle Workshops und Webinare sind aufgrund des Online-Formats meist stark kompri- miert gestaltet und daher von der Dauer oftmals wesentlich kürzer als Präsenzveranstaltungen. Dies hatte auch im Jahr 2021 eine Auswirkung auf die Anzahl der Weiterbildungsstunden, die wie im Vorjahr nur bei rund 50 % eines Normaljahres lagen.

GRI 404-2 GRI 404-1 SDG 4

Kennzahlen Kompetenzentwicklung

Weiterbildung pro Mitarbeiter:in (Gesamtbelegschaft)
Einheit 2019 2020 2021
Stunden 40,0 20,0 26,4
Weiterbildung pro Mitarbeiter:in (ohne Führungsfunktion) Stunden 38,8 19,2
Weiterbildung pro Führungskraft Stunden 82,9 48,0
Weiterbildungsstunden Frauen Stunden 35,4 21,6
Weiterbildungsstunden Männer Stunden 41,6 19,2
Mitarbeiter:innengesprächsquote Prozent 88,4 94,5
Lehrlinge, gesamt Personen 156 164
davon neu aufgenommen Personen 45 51

1 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen

Digitales Lernen

Durch die in den vergangenen Jahren konsequente Digitalisierung des Lernens wurde eine optimale Basis geschaffen, um rasch und effizient auf die neuen Anforderungen durch das Coronavirus reagieren zu können. Mit dem Lern-Management-System (LMS), welches Anfang des Jahres 2020 online ging, war die Grundlage für die digitalen Lernformen gelegt und eine Plattform für die virtuelle Aus- und Weiter- bildung geschaffen. Schon bisher wurden digitale Weiterbildungsformate in Form von E-Trainings angeboten. Die Mitarbeiter:innen waren mit dem digitalen Lernen vertraut, sodass sie die Umstellung gut meisterten. Im Laufe der COVID-19-Krise wurden zahlreiche E-Trainings ergänzt, die den Mitarbei- ter:innen kostenlos zur Verfügung standen. Hinzu kamen hier sowohl Eigenproduktionen zu VER- BUND-spezifischen Themen und neuen Angeboten sowie Zukäufe und Kooperationen von diversen Anbieter:innen. Dadurch wurde das Portfolio um Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Software- programme und Digitalisierung ergänzt. Zahlreiche Veranstaltungen, die in Präsenz stattgefunden hätten, wurden ebenfalls auf das virtuelle Format Webinar umgestellt. Egal, ob es sich um die Einführung einer neuen Software, einen Team- workshop oder ein Gesundheitsthema handelt, VERBUND kann dazu Webinare konzipieren und veran- stalten. Die große Stärke liegt in diesem Zusammenhang darin, die Inhalte auch in kürzerer Zeit (als es in Präsenz der Fall ist) aufzubereiten und den Mitarbeiter:innen zur Verfügung zu stellen. In der „COVID-freien Zeit“ (Zeit der Lockerung der Maßnahmen) fanden zudem auch wieder vereinzelt Präsenzveranstaltungen unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorgaben statt. Der Schutz der Mitarbeiter:innen stand hier besonders im Fokus. Neue Umfeldbedingungen erfordern verschiedene neue Methoden. So stehen noch weitere Formate der Inhaltsvermittlung zur Verfügung, die auch stetig wachsen. Hier wurde vermehrt auf die Erklärung komplexer Inhalte mittels Erklärvideos im Comic-Stil gesetzt. Zudem wurden Zukäufe getätigt, die die Zusammenfassung von Sachbüchern beinhalten und den Mitarbeiter:innen die Möglichkeit geben, diese via Podcasts anzuhören. Das Onboarding neuer Mitarbeiter:innen wurde 2021 aufgrund der COVID-Situation hauptsächlich mittels virtueller Workshops durchgeführt. In der „COVID-freien Zeit“ konnte der Einführungs- workshop auch in Präsenz stattfinden, und auch einzelne Kraftwerksbesichtigungen für die neuen Mitarbeiter:innen waren in den Sommermonaten möglich.

GRI 404-1 GRI 404-3 SDG 4 GRI 404-2

165 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Die globale COVID-19-Pandemie schränkte im Jahr 2021 die Personalentwicklung, die Führungs- kräfte sowie die Mitarbeiter:innen im täglichen Leben ebenfalls ein und stellte sie vor neue Herausfor- derungen. Als Unternehmen fand VERBUND neue Wege. Die Menschen im Unternehmen wuchsen in dieser Zeit persönlich, aber auch fachlich zusammen und stehen damit zukünftigen Heraus- forderungen gut vorbereitet gegenüber.

Lehrlingsausbildung

Gerade in Zeiten einer Krise sind der sichere Betrieb und die laufende Instandhaltung der VERBUND- Anlagen eine unserer Kernaufgaben. Um den laufenden Generationenwechsel im Kraftwerksbetrieb optimal zu managen, bildet VERBUND seit 1983 Jahr für Jahr neue Lehrlinge aus. Als Lehrling bei VERBUND lernt man in vier Jahren gleich zwei Berufe – Elektrotechnik und Metalltechnik – mit ausge- zeichneten Zukunftschancen. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigt sich vor allem bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der Lehrabschlussprüfungen. Dass die Lehre bei VERBUND für Mädchen gleichermaßen attraktiv ist wie für Burschen, wird in der erneuten Verleihung des amaZone-Awards für hervorragende Leistung bei der Ausbildung von Mäd- chen und Frauen in der Technik sichtbar. Alljährlich zeigen die besten Betriebe, dass Frauen auf jedem Ausbildungsplatz ein Team bereichern und eine Selbstverständlichkeit zum Wohle aller sein können. Damit wird ein Zeichen für moderne, innovative Arbeitswelten abseits herkömmlicher Geschlechter- klischees gesetzt. Um den jungen Menschen einen noch emotionaleren und authentischeren Einblick in die Arbeits- welt der Kraftwerke von VERBUND zu geben, wurde die Arbeitgeberpositionierung gemeinsam mit den Lehrlingen nachgeschärft und eine neue Kampagne unter dem Motto #vorangehen entwickelt. Durch die intensive Einbindung verschiedener Standorte und der Mitarbeiter:innen bei der Entwicklung der Arbeitgeberwerte, durch regionale Job-Storys und die Content-Produktion wurden intern eine hohe Identifikation, Stolz und Bindung erreicht. Die Kampagne enthält Werbemittel wie z. B. Folder, Plakate und Social-Media-Beiträge sowie standortspezifische Landingpages.

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur

Mitarbeiter:innenbefragung – Great Place to Work

Great Place to Work zeichnet seit 30 Jahren die besten Arbeitgeber aus. Im Jahr 2020 hat VERBUND erstmals an der unternehmensweiten Trust Index©Mitarbeiter:innenbefragung von Gre- at Place to Work® teilgenommen. Die Trust Index© Mitarbeiter:innenbefragung bietet eine umfassende Standortbestimmung zur erlebten Qualität und Attraktivität der Arbeitsplatzkultur. Insgesamt haben rund 74 % der Mitarbeiter:innen unterschiedliche Fragestellungen zu den Themen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz, Teamgeist und Vertrauen beantwortet und VERBUND als durchwegs guten und attraktiven Arbeitgeber eingestuft. Anfang des Jahres wurde zusätzlich noch ein Culture Audit© durchgeführt. Hierbei galt es, offene Fragen zu allen relevanten Aspekten der Personal- und Kulturarbeit, die eine erfolgreiche Arbeitsplatz- kultur ausmachen, zu beantworten. Im Culture Audit© wurden diese Personalmaßnahmen und -programme im Vergleich zu den besten Arbeitgebern der aktuellen Benchmarkstudie bewertet. Bei der Analyse der eingesetzten Personal- instrumente identifizierte Great Place to Work® neun Themenfelder, durch die sich die besten Arbeitge- ber bei ihrer Personalarbeit von anderen Arbeitgebern unterscheiden: Einstellen und Integrieren, Mehr dazu unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Soziales > Mehrwert für Mitarbeiter:innen

166 Feiern/Teamaktivitäten, Beteiligen, Inspirieren (Ziele/Strategie/Werte), Informieren, Zuhören, Aner- kennen, Entwickeln, Fürsorge zeigen.# Die Kulturevaluierung durch das Culture Audit© zeigt, dass es bei VERBUND eine große Anzahl an qualitativ hochwertigen Programmen und Maßnahmen in der Personal- und Kulturarbeit gibt und VERBUND über eine mitarbeiter:innenorientierte Arbeitsplatzkultur verfügt. Die Personalmaßnahmen, die VERBUND zu den oben genannten Themenfeldern setzt, wurden im Vergleich zu allen Unter-nehmen, die an der Benchmarkstudie teilgenommen haben, überdurchschnittlich gut bewertet. Lediglich das Anerkennen von besonderen Leistungen der Mitarbeiter:innen liegt im Vergleich zu den anderen Benchmarkstudienteilnehmer:innen als einziges Themenfeld unter dem Durchschnitt. Bei den Themenfeldern Entwickeln, Fürsorge und Teamgeist lag VERBUND sogar weit über dem Durch-schnitt der besten Arbeitgeber. Wird die Culture Audit©-Bewertung direkt den Ergebnissen der Mitarbeiter:innenbefragung gegen-übergestellt, liefert diese einen Hinweis darauf, dass die Personalmaßnahmen im Alltag jedoch nur teilweise von den Mitarbeiter:innen wahrgenommen werden. Hier gilt es, diese Maßnahmen besser zu kommunizieren und die entsprechenden Prozesse transparenter zu gestalten.

## Auszeichnungen

Dank der hohen Beteiligung an der Befragung und der durchwegs positiven Bewertung durch die Mitarbeiter:innen sowie der positiven Kulturevaluierung durch das Culture Audit© wurde VERBUND dieses Jahr als „Great Place to Work“ zertifiziert. Darüber hinaus zählt VERBUND mit Platz sieben in der Kategorie X-Large zu den GREAT 40 und damit zu „Österreichs Beste Arbeitgeber 2021“ und ist auch auf der Liste der Best Workplaces in Europe™ 2021 auf Platz 40 in der Kategorie Large zu finden.

### 1. Ebene: Mindset-Projekt

Die Ergebnisse der Great Place to Work-Befragung sowie die Analyse im Zuge des Gender-Balance-Projekts zeigen, dass unter den Mitarbeiter:innen ein großer Wunsch nach Veränderung besteht. Die Führungskräfte der ersten Managementebene haben das zum Anlass genommen und gemeinsam einen Personal- und Teamentwicklungsprozess im Zuge des Projekts Mindset gestartet. Ziel ist es, die Identität sowie den Teamcharakter zu stärken und gemeinsam die persönliche Entwick-lung voranzutreiben. Beschleuniger und Träger der Veränderung zu sein, steht im Fokus dieses Pro-jekts: als agiles Team den Weg von VERBUND als Leitunternehmen der Energiewende zu unterstützen. Entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen werden die Zusammenarbeit fördern und eine gemeinsame inhaltliche und persönliche Ausrichtung herstellen. All das sind wichtige Voraussetzun-gen, um den kulturellen Wandel zu beschleunigen. Auch die diesjährige Managementtagung basierte auf diesem neuen Ansatz und stand ganz unter dem Motto #vorangehen mit dem Ziel, Klarheit zu fördern, Nähe aufzubauen und Vertrauen zu stiften. So wurde das Design der diesjährigen Managementtagung gemeinsam mit den Führungskräften der ersten Managementebene kreiert. Auf Basis des Mottos #vorangehen wurde die gesamte Tagung vom Vorstand zusammen mit der ersten Managementebene getragen. Die neue Kultur, entstanden aus den Initiativen des Vorstands und im Mindset-Projekt der ersten Managementebene, wurde bei der Tagung aktiv vorgelebt, und Erfahrungen aus diesen Projekten wurden geteilt. Neue Formate, viel gemeinsames Arbeiten in Breakouts und die Nutzung einer Rundbühne in der Mitte ermöglichten den direkten Kontakt und schufen somit Verbindung und Nähe, Vertrauen und Offenheit. Die Führungskräfte der ersten Managementebene nahmen während der gesamten Tagung in 167 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN verschiedenen Sessions eine leitende Rolle ein – auch als Sport-Coaches des morgendlichen Sport-programms. Neuerungen gab es auch bei der Kommunikation zur Tagung. So gab es gleich am ersten Tag der Tagung einen Beitrag im Intranet mit ersten Impressionen zur Tagung sowie einer Botschaft des Vorstandsvorsitzenden an die Mitarbeiter:innen zur strategischen Ausrichtung (CEO-Talk, aufgenom-men während der Tagung) und ein „Seitenblicke“-Video zur Managementtagung.

### Kompetenzmodell

Die Zukunft bei VERBUND gestalten bedeutet auch, eine Kompetenzzukunft zu gestalten. Dieser be-gegnet VERBUND mit dem grundlegend erneuerten Kompetenzmodell. Das Kompetenzmodell stellt den Rahmen für eine Vielzahl an Personalentwicklungsprozessen dar. Es ist somit ein Anliegen von VERBUND, gleich mehrere Neuerungen zu verankern, um auf diese Weise die Mitarbeiter:innen bei VERBUND zukunftsfit zu machen. Fünf Kompetenzfelder und insgesamt 30 Kompetenzen zeigen, worauf es in der Zusammenarbeit bei VERBUND ankommt. Daher unterscheidet das Kompetenzmodell zwischen Basiskompetenzen und Zukunftskompetenzen. Basiskompetenzen sind Kompetenzen, die eher der Leistungsfähigkeit im Hier und Jetzt dienen und kurzfristiger bzw. operativer angelegt sind. Sie sollen die effiziente und effektive Geschäftsabwicklung sichern. Für jeden:jede Mitarbeiter:in sind aber auch die Zukunftskompetenzen relevant. Diese fokus-sieren eher die (Neu-)Gestaltung in der mittel- und langfristigen Zukunft. Sie erhöhen die Lern- und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. Des Weiteren sind die Führungskräfte im Besonderen durch ein eigenes, zusätzliches Set an Kompe-tenzen berücksichtigt. Führungskräfte können im optimalen Fall als eine Art Katalysator oder Unter-stützer:in wirken. So begünstigen sie, dass die zuvor genannten Kompetenzen auch Realität werden können. Die strategische Ausrichtung in der Personalentwicklung wird durch die Umsetzung und stringente Anwendung des Kompetenzmodells in den diversen Prozessen der Personalentwicklung und Personal-arbeit gestärkt. Unter dem neuen Namen Kompetenzcheck werden nun die neuen Kompetenzen auch in die Leistungsbeurteilung aufgenommen. Des Weiteren werden alle Prozesse nachgezogen und an das neue Kompetenzmodell angepasst wie beispielsweise die Unterlagen für das Mitarbei-ter:innengespräch, die Aufnahme der Kompetenzfelder in die Auswahlentscheidung bei internen und externen Auditverfahren sowie erste Anpassungen beim 270-Grad-Feedback. Bei der Erstellung des Management-Development-Programms wird ebenso auf die gezielte Kompetenzentwicklung geachtet.

### Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

VERBUND legt zu jedem Zeitpunkt großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Be-reits seit 2009 macht VERBUND das Audit berufundfamilie. 2021 erhielt VERBUND die vierte Zertifizie-rung. Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie nimmt flexibles Arbeiten einen hohen Stellenwert ein. Mit dem Abschluss der neuen Betriebsvereinbarung zu Home Office und Mobile Working wurde eine gute Grundlage für diese Arbeitsformen geschaffen. Viele weitere Maßnahmen zur besseren Vereinbar-keit von Beruf und Familie wurden im Rahmen des konzernweitern Projekts Gender Balance geplant bzw. umgesetzt (siehe Gender Balance). Für den kommenden Auditzyklus hat VERBUND sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zu Leistungen und Angeboten weiter zu verbessern, das Thema Pflege von Angehörigen näher zu beleuchten sowie die flexible Arbeitskultur weiter zu fördern.

168

## Diversity Management

VERBUND betrachtet Diversity Management sowohl als Ganzes als auch in einzelnen Dimensionen und trägt beiden Aspekten Rechnung. Die 2016 festgelegte Diversity-Strategie wurde 2018 mit der Zerti-fizierung ZukunftVIELFALT® gefestigt und 2019 mit der Umsetzung geplanter Maßnahmen in den Schwerpunktdimensionen „Alter“, „Geschlecht“ und „Behinderung“ konsequent weiterverfolgt. Von 2020 bis 2021 lag der Fokus auf Gender Balance. Da Vielfalt jedoch keinesfalls auf das Geschlecht redu-ziert werden kann, wurde mit Herbst 2021 der Fokus auf einen anderen Teilbereich des Diversitäts-managements gelegt: Menschen mit Behinderung. Nicht nur die soziale und gesellschaftliche Verant-wortung, die VERBUND als Unternehmen ganz klar sieht, ist hier ausschlaggebend, sondern vor allem die feste Überzeugung, dass Vielfalt VERBUND erfolgreicher und auch resilienter macht. Das will VERBUND unterstützen, indem VERBUND barrierefreier wird (siehe dazu auch die Inhalte zum Acces-sibility Management) und auch weitere Anreize für jene bei VERBUND beschäftigten Menschen mit Behinderung schafft. So soll sich Stück für Stück der Kreis der Diversität erweitern und die Realität unserer Gesellschaft verstärkt abgebildet werden, denn als Unternehmen will VERBUND in keinerlei Hinsicht auf die Er-folgsfaktoren Diversität und Inklusion verzichten. Deshalb wurde 2021 auch die Zertifizierung Zukunft-VIELFALT® erneuert. In einem unternehmensweiten Prozess wurden die einzelnen Diversity- Dimensionen beleuchtet, Schwerpunkte gesetzt und neue Ziele im Einklang mit den laufenden Schwerpunktthemen vereinbart. So verfestigte sich auch das bereits erwähnte nächste Ziel – nämlich in den kommenden drei Jahren mehr Menschen mit Behinderung bei VERBUND zu beschäftigen. Dar-über hinaus erhalten die Führungskräfte weiterhin Diversity-Ziele, um eine kontinuierliche Umsetzung sicherzustellen. Zusätzlich wird die Kommunikation zu den anderen Dimensionen des Diversity Mana-gements weiter ausgebaut.

### Schwerpunkt „Geschlecht“

Kennzahlen Dimension Geschlecht Einheit 2019 2020 2021
Männer Personen 2.336 2.436 2.822
Frauen Personen 507 544 675
Frauenanteil gesamt Prozent 17,8 18,3 19,3
Frauenanteil bei Neuaufnahmen Prozent 22,9 20,6 26,4
Frauenanteil bei Führungskräften Prozent 9,0 9,0 13,5
Frauenanteil bei Lehrlingen Prozent 3,8 6,7 9,3

Obwohl der Anteil von Frauen in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditio-nell gering ist, setzte sich VERBUND schon in den letzten Jahren für mehr Gender Balance ein und erreichte diese auch. Die Entwicklung der Kennzahlen zeigte jedoch einen geringen Anstieg des Frau-enanteils in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Deshalb beschloss der Vorstand, dem Thema strategische Relevanz zuzuweisen und das renommierte Beratungsunternehmen Beekhuis Performance Culture zu engagieren, um 2020 das Projekt Gender Balance zu starten. Zunächst wurde eine mehrdimensionale Unternehmensanalyse durchgeführt.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

169

Diese Analyse bestand aus vier Teilen. Im Rahmen der Prozessanalyse wurden die VERBUND-Prozesse hinsichtlich Gleichstellung überprüft. Die Kennzahlenanalyse zeigte dann, wie sich Gender Balance in den Kennzahlen widerspiegelt. In einer Onlinebefragung konnten alle Mitarbeiter:innen ihre Sicht zu Gleichstellung bei VERBUND einbringen – über 1.100 nutzten die Gelegenheit. In den Fokusgruppenbefragungen (an denen über 170 Personen teilnahmen) wurde die VERBUND-Kultur hinsichtlich Gender Balance noch konkreter durchleuchtet. Als Ergebnis der Analyse wurden die Schlüsselthemen zur Veränderung der Unternehmenskultur aufgezeigt, die den größten und raschesten Mehrwert in der Umsetzung von Gender Balance bringen. Dies ist zum einen die Entwicklung der Kennzahlen und zum anderen die Entwicklung der Unternehmenskultur. Bis 2025 soll das Ziel, den aktuellen Frauenanteil von 19,3 % bis zum Jahr 2025 auf insgesamt 20 % zu erhöhen, erreicht werden. Auch der Frauenanteil in der Führungsebene soll auf 20 % gesteigert werden. Eine detaillierte Quotenberechnung zeigte auf Basis der strategischen Personalplanung sowie der Arbeitsmarktdaten, wie der Frauenanteil bis 2025 auf 20 % gesteigert werden kann, und bildet die Grundlage für die jährliche Zielsetzung für die einzelnen Geschäftsbereiche. Durch ein laufendes Monitoring wird die tatsächliche Entwicklung begleitet. Der aktuelle Zielerreichungskurs auf Basis des Status quo 2021 befindet sich im Plan. Eine Veränderung der Unternehmenskultur kann nur erreicht werden, indem andere Vorgehensweisen entwickelt werden. Konkret wurden 2021 in mehreren Arbeitsgruppen Maßnahmen zu den Schlüsselthemen für den ganzen Konzern erarbeitet. Eine klare Zielsetzung und die Vorgabe von Ergebniskriterien stellten eine effiziente Umsetzung sicher. So konnten bereits folgende Themenschwerpunkte umgesetzt werden: fixe Quoten für Neuaufnahmen, Projekte und Gremien, die Erweiterung der Flexibilität in Hinblick auf Arbeitszeiten und Home Office, die verstärkte Kommunikation zu Stellenbesetzungen, Tools und internen Prozessen, Webinare für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, neue Regeln des Genderns, die alle Geschlechter inkludieren. Durch ihre fixe Verankerung soll eine nachhaltige Veränderung der Unternehmenskultur herbeigeführt und folglich die unterschiedlichsten Talente verstärkt am Arbeitsmarkt angesprochen werden. Somit wird die Besetzung von qualifiziertem Personal langfristig gewährleistet.

VERBUND hat auch 2021 wieder einen Einkommensbericht erstellt, in dem die Gehälter von Männern und Frauen nach Beschäftigungsgruppen analysiert werden. Hier zeigen sich kaum Unterschiede in den Gehältern zwischen Männern und Frauen mit gleicher kollektivvertraglicher Einstufung. Das ist auf die strikte kollektivvertragliche Einstufung sowie die standardisierte Bezahlung auf Basis unseres Leistungsorientierten Gehaltsmodells zurückzuführen. Dennoch sind die gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, eine geringe Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit für Frauen, in höherbezahlte (Führungs-)Funktionen zu gelangen, nach wie vor auch bei VERBUND erkennbar. 2021 berichtet VERBUND keine Verhältniszahl der Gehälter von Männern und Frauen, da für 2022 eine detaillierte Analyse auf Basis neuer Rahmenbedingungen (neue Modellstruktur) geplant ist. Auf Basis dieser Neuberechnungen erwarten wir eine noch bessere Qualität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Schwerpunkt „Menschen mit Behinderungen“

VERBUND übernimmt soziale Verantwortung für Chancengleichheit und setzt sich zum Ziel, die Quoten gemäß Behinderteneinstellungsgesetz weiterhin zu erfüllen bzw. darüber hinaus Menschen mit Behinderung zu rekrutieren und zu beschäftigen. Das Diversity Management achtet gemeinsam mit dem Accessibility Management auf die laufende Weiterentwicklung der Beschäftigung von Personen mit Behinderung.

VERBUND erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen. Für VERBUND beträgt die Pflichtzahl 144. Per 31. Dezember 2021 waren 149 begünstigt Behinderte bei VERBUND beschäftigt. Da jedoch aufgrund von zahlreichen Pensionierungen in den nächsten Jahren mit einem weiteren Rückgang zu rechnen ist, soll das Jahr 2022 ganz im Zeichen von Menschen mit Behinderungen stehen – bestehende Mitarbeiter:innen sollen sensiblisiert und informiert und zusätzlich neue Talente gewonnen werden. Weitere Informationen zum Thema Accessibility finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“.

Schwerpunkt „Alter“

VERBUND strebt eine ausgewogene Altersstruktur an. Das Management des demografischen Wandels soll das Wissen im Unternehmen erhalten und Leistungsträger:innen an das Unternehmen binden.

Kennzahlen Dimension Alter – gesamt Einheit 2019 2020 2021
Durchschnittsalter gesamt Jahre 43,3 42,2 41,6
< 30 Jahre Prozent 19,3 21,1 21,5
30 – 50 Jahre Prozent 41,5 43,3 46,0
> 50 Jahre Prozent 39,2 35,6 32,5
Kennzahlen Dimension Alter – Führungskräfte Einheit 2019 2020 2021
< 30 Jahre Prozent 0,0 0,0 0,0
30 – 50 Jahre Prozent 47,2 48,3 50,5
> 50 Jahre Prozent 52,8 51,7 49,9

Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung fort. Rund 7 % der VERBUND-Mitarbeiter:innen werden in den nächsten fünf Jahren in Pension gehen. In den nächsten zehn Jahren werden es etwa 21 % sein. Weiterhin ist es VERBUND wichtig, den Generationenwechsel gut zu meistern und so das Wissen im Unternehmen zu erhalten und auszubauen. Im Rahmen der strategischen Personalplanung identifizierte VERBUND 2021 die kritischsten Bereiche und legte Deckungsstrategien für diese fest. Es wurden dabei quantitative und qualitative Veränderungsnotwendigkeiten berücksichtigt und konkrete Maßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung zum Großteil bereits gestartet wurde. Um Mitarbeiter:innen länger gesund im Arbeitsprozess zu halten, wird das Gesundheitsmanagement bei VERBUND weiter ausgebaut. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“.

2020 wurde das YoungStars-Netzwerk für Mitarbeiter:innen unter 35 von einer Gruppe junger Mitarbeiter:innen ins Leben gerufen. Es bietet Mitarbeiter:innen unter 35 die Möglichkeit, sich über das gesamte Unternehmen hinweg zu vernetzen, Ideen einzubringen, sich auszutauschen und die Unternehmenskultur gezielt mitzugestalten. Damit dies realisiert werden kann, gibt es regelmäßige (virtuelle) Veranstaltungen (um einander und die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder bei VERBUND besser kennenzulernen), Diskussionsrunden mit Führungskräften und Möglichkeiten zum Austausch bei ungezwungenen Afterworks. Im Jahr 2021 fand erstmals die YoungStars Convention statt, bei der die jungen Mitarbeiter:innen in direkten Dialog mit dem Vorstand und mit Führungskräften treten konnten und durch kurze Impulsvorträge inspiriert wurden.

172 Gesundheit und Sicherheit

Gesunde und motivierte Mitarbeiter:innen haben für den Erfolg eines Unternehmens eine große Bedeutung. Die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind somit auch wichtige Eckpfeiler von VERBUND. Mit gezieltem Arbeitnehmer:innenschutz wird Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen entgegengewirkt. Dabei wendet VERBUND hohe Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards zum Schutz der eigenen Mitarbeiter:innen sowie des beschäftigten Fremdpersonals an. Neben der Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen und Anforderungen wird großes Augenmerk auf die Bereitstellung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen, die Beseitigung von Gefahren und die Minimierung von Risiken gelegt.

Gesundheitsschutz in der COVID-19-Pandemie

Entsprechend den im Zusammenhang mit dem Kontinuitäts-, Notfall- und Krisenmanagement formulierten Schutzzielen von VERBUND hat der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter:innen während der COVID-19-Pandemie höchste Priorität. Zur Reduktion der Infektionsgefahr durch COVID-19 wurden neben den Regelungen aufgrund geltender Rechtsvorschriften auch entsprechende weiterführende Schutzmaßnahmen nach den Grundsätzen der Gefahrenverhütung definiert. Bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen wurde die Rangfolge nach dem sogenannten STOP-Prinzip zugrunde gelegt. Den Gefahren wird dabei mit Substitution bzw. Gefahrenvermeidung sowie technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen begegnet. Neben der Kontaktvermeidung durch eine zeitliche Staffelung von Diensten, eine Teamtrennung und die Umstellung auf Telearbeit wo möglich, der Installation von Plexiglastrennwänden, der Einhaltung der Mindestabstände sowie von Hygienemaßnahmen wurde je nach Erfordernis auf die Verwendung von Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz oder Filtermasken, Schutz- bzw. Korbbrillen, Einweghandschuhe und Schutzanzüge (die den Mitarbeiter:innen vonseiten des Unternehmens zur Verfügung gestellt wurden) gesetzt.

Das Thema Antigen- bzw. PCR-Tests wurde in Form einer Teststrategie ausgearbeitet. Antigen- bzw. PCR-Tests werden laufend situationsbezogen durchgeführt. Es wurden Regelungen für die wichtigsten beruflichen Situationen (wie Dienstreisen, den Besuch oder die Abhaltung von Veranstaltungen, Arbeiten auf Baustellen) aufgestellt sowie für größer besetzte Standorte entsprechende Schutzpläne entwickelt und laufend an die aktuelle Situation angepasst. Von den jeweiligen Regelungen und Schutzmaßnahmen waren auch die an VERBUND-Standorten tätigen Fremdfirmen umfasst.# Unfallgeschehen 2021

Zur Vermeidung einer Ansteckung und Weiterverbreitung wurde zudem in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst eine umfassende Teststrategie mit verschiedenen Testverfahren, von Abstrichtests im Zuge von Teststraßen und Screenings bis hin zu persönlichen Speicheltests, entwickelt. Diese COVID-19-Antigen-Schnelltestungen wurden als risikoreduzierende Begleitmaßnahmen seit November 2020 bei VERBUND durchgeführt. Wesentliche Eckpfeiler in der Bekämpfung der Pandemie waren 2021: das Angebot und die Durchführung betrieblicher COVID-19-Impfungen (zweiteilige Grundimmunisierung und dritte Schutzimpfung) sowie Testung auf neutralisierende Antikörper. Der Schwerpunkt der kostenlosen Impfaktion für Mitarbeiter:innen lag wie im Jahr 2020 auf Influenza- und Pneumokokken-Impfungen als Schutz vor zusätzlichen Infektionen. GRI 103-1 SDG 3 Weitere Details finden sich im Kapitel „Mitarbeiter:innen“ 173 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Kennzahlen Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit Einheit 2019 2020 2021
Unfälle mit Todesfolge (gesamt) Anzahl 0 0 0
Unfälle mit Todesfolge (Eigenpersonal) Anzahl 0 0 0
Unfälle mit Todesfolge (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Rate Unfälle mit Todesfolge (gesamt) 0,0 0,0 0,0
Rate Unfälle mit Todesfolge (Eigenpersonal) 0,0 0,0 0,0
Rate Unfälle mit Todesfolge (Fremdpersonal) 0,0 0,0 0,0
Unfälle mit schweren Folgen (gesamt) Anzahl 0 1 0
Unfälle mit schweren Folgen (Eigenpersonal) Anzahl 0 1 0
Unfälle mit schweren Folgen (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Rate Unfälle mit schweren Folgen (gesamt) 0,0 0,1 0,0
Rate Unfälle mit schweren Folgen (Eigenpersonal) 0,0 0,2 0,0
Rate Unfälle mit schweren Folgen (Fremdpersonal) 0,0 0,0 0,0
Unfälle (gesamt) Anzahl 56 55 75
Unfälle (Eigenpersonal) Anzahl 36 34 35
Unfälle (Fremdpersonal) Anzahl 20 21 40
Unfallrate/LTIF (gesamt)¹ 6,4 5,6 6,8
Unfallrate/LTIF (Eigenpersonal)¹ 6,1 5,6 5,3
Unfallrate/LTIF (Fremdpersonal)¹ 7,0 5,6 9,1
Anzahl gearbeiteter Stunden (gesamt) Stunden 8.802.247 9.861.859 11.021.160
Anzahl gearbeiteter Stunden (Eigenpersonal) Stunden 5.945.580 6.083.040 6.613.740
Anzahl gearbeiteter Stunden (Fremdpersonal) Stunden 2.856.667 3.778.819 4.407.420
Unfallschwere (gesamt)² 22,8 18,3 24,0
Summe unfallbedingter Ausfallskalendertage (gesamt) Tage 1.275 1.008 1.799

¹ Anzahl der Arbeitsunfälle ab dem 1. Krankentag, bezogen auf 1 Mio. Arbeitsstunden; ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern, und ohne Unfälle mit Todesfolge. Die Grundlage für die Berechnung der Arbeitsstunden wird mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr branchenweit festgelegt.
² durchschnittliche Ausfallstage je Unfall

Die Basis für die Berechnung der Arbeitssicherheitskennzahlen bildet der arbeitsrechtliche Personalstand von VERBUND inklusive Altersteilzeit, Leasingkräften sowie allen Mitarbeiter:innen von anteilig einbezogenen Beteiligungen unabhängig von der Konsolidierungsart, auf die VERBUND kontrollierenden Einfluss ausübt. Ende 2021 zählte VERBUND auf dieser Berechnungsbasis 3.801 Mitarbeiter:innen. In dieser Zahl waren auch enthalten: 176 Leasingkräfte, 173 Mitarbeiter:innen in Altersteilzeit sowie die gesamten Belegschaften der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, der VUM Verfahren Umwelt Management GmbH, der VERBUND Tourismus GmbH, der Lestin & Co. Tauch- Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H, der Energji Ashta Shpk sowie der neu konsolidierten Gesellschaften Gas Connect Austria GmbH und der SMATRICS GmbH & Co KG. Alle Mitarbeiter:innen sind durch entsprechende Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit umfasst, 25 % davon sind Mitarbeiter:innen, die in Gesellschaften mit extern zertifiziertem Managementsystem nach ISO 45001 arbeiten. Als internationale Kennzahl wird der LTIF herangezogen. Dieser ermöglicht einen Vergleich mit nationalen und internationalen Unternehmen. Um auch den Einsatz von Fremdfirmen bewerten zu können, erhebt VERBUND seit 2018 weiters an allen Arbeitsstätten deren Einsatzstunden und berichtet das Unfallgeschehen zudem in der Kennzahl „Unfallrate/LTIF (Fremdpersonal)“. So entwickelte sich das Unfallgeschehen im Geschäftsjahr 2021 im Bezug auf das Eigenpersonal weiterhin positiv. Die Unfallhäufigkeit blieb gegenüber 2020 trotz zunehmender Anzahl von Projekten konstant. Bei der Unfallschwere fielen die Werte gegenüber 2020 zudem deutlich. Die stark steigende Anzahl an Projekten mit erhöhtem Unfallrisiko, wie Effizienzsteigerungsprogramme und Neubauten von Kraftwerken, machte sich allerdings durch einen Anstieg des LTIF bei Fremdfirmen deutlich bemerkbar. Um das Unfallgeschehen entsprechend interpretieren zu können, müssen die absoluten Unfallzahlen in Relation zum Personalstand und zu den Ausfallstagen gesetzt werden. Daraus können die Unfallhäufigkeit und die Unfallschwere abgeleitet werden. Insbesondere bei abgegrenzten Bau-, Revisions- bzw. Instandhaltungsaufträgen gelten für die von VERBUND beauf- tragten Leiharbeitskräfte die gleichen Sicherheitsvorschriften wie für VERBUND-Personal. Diese Personen erhalten daher auch die gleichen Sicherheitsunterweisungen. Beauftragte Fremdfirmen für die Erstellung von Gewerken sind in der Arbeitsabwicklung eigenverantwortlich tätig. Sie müssen sich aber ebenfalls an die bei VERBUND festgeschriebenen Sicherheitsstandards halten und werden nach VERBUND-Regeln unterwiesen. Die Gesamtunfallhäufigkeit von 6,8 (LTIF inklusive Fremdfirmen) im Jahr 2021 zeigt im Vergleich mit anderen Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Österreich, dass sich VERBUND weiterhin auf einem guten Weg befindet. Als mittelfristiges Unternehmensziel wird ein LTIF ≤ 5 angestrebt. Aus der Analyse der Unfälle im Unternehmen und bei beschäftigten Fremdfirmen werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor konnte auch im Jahr 2021 bei keinem Arbeitsunfall ein Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursache identifiziert werden. Dies zeigt, dass die Sicherheitsstandards im Unternehmen sehr hoch sind und die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer:innen bestmöglich umgesetzt werden. GRI 403-9 (2018) GRI 103-3 GRI 102-8 175 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Art der Verletzungen

Art der Verletzungen Einheit 2019 2020 2021
Beeinträchtigung von Sinnesfunktionen (Eigenpersonal) Anzahl 2 0 1
Beeinträchtigung von Sinnesfunktionen (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen (Eigenpersonal) Anzahl 0 0 0
Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Elektrisierung (Eigenpersonal) Anzahl 1 1 0
Elektrisierung (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Fremdkörperverletzung (Eigenpersonal) Anzahl 0 2 1
Fremdkörperverletzung (Fremdpersonal) Anzahl 0 2 2
Hautverletzung, Wunde (Eigenpersonal) Anzahl 11 9 11
Hautverletzung, Wunde (Fremdpersonal) Anzahl 6 9 10
Knochenbruch (Eigenpersonal) Anzahl 5 6 5
Knochenbruch (Fremdpersonal) Anzahl 0 1 13
Mehrere Verletzungsarten (Eigenpersonal) Anzahl 2 0 2
Mehrere Verletzungsarten (Fremdpersonal) Anzahl 1 0 2
Quetschung, Prellung (Eigenpersonal) Anzahl 7 7 7
Quetschung, Prellung (Fremdpersonal) Anzahl 4 3 7
Übrige und unbekannte Verletzungsarten (Eigenpersonal) Anzahl 0 1 1
Übrige und unbekannte Verletzungsarten (Fremdpersonal) Anzahl 1 1 1
Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Erfrierung (Eigenpersonal) Anzahl 1 1 1
Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Erfrierung (Fremdpersonal) Anzahl 1 0 0
Vergiftung (Eigenpersonal) Anzahl 0 0 0
Vergiftung (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Verlust von Körperteilen (Eigenpersonal) Anzahl 0 0 0
Verlust von Körperteilen (Fremdpersonal) Anzahl 0 0 0
Verstauchung, Zerrung, Verrenkung, Bänderriss, Meniskusverletzung, Muskelriss (Eigenpersonal) Anzahl 7 7 6
Verstauchung, Zerrung, Verrenkung, Bänderriss, Meniskusverletzung, Muskelriss (Fremdpersonal) Anzahl 7 5 6

GRI 403-9 (2018) 176

Als Unfälle mit schweren Folgen werden Verletzungen gezählt, von denen sich Mitarbeiter:innen nicht innerhalb von sechs Monaten so weit erholen können, dass der Gesundheitszustand vor der Verletzung wieder erreicht wird. Das sind beispielsweise Frakturen mit Komplikationen bis hin zu Amputationen von Gliedmaßen. Als allgemeine arbeitsbedingte Gefahren mit Risiken, die zu sehr schweren Folgen, irreversiblen Gesundheitsschäden oder zum Tod führen können, wurden bei VERBUND folgende identifiziert: gefährliche Arbeitsstoffe, Atmosphären mit Sauerstoffmangel, Stürze in der Ebene und aus der Höhe, Stromschlag und Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen, Ertrinken, Schnitt- verletzungen durch handgeführte Kettensägen, Hochdruckstrahl, schädlicher Lärm und mechanische Verletzungen. Die häufigsten verletzungsbewirkenden Vorgänge bei schweren Unfällen der letzten Jahre waren: Einklemmen und Quetschen, Sturz in der Ebene, Absturz sowie fallende Gegenstände. Im Geschäftsjahr 2021 ereignete sich kein Arbeitsunfall mit schwerer Folge. Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum 13 Unfälle von VERBUND-Personal auf dem Weg zur oder von der Arbeit – einer davon aufgrund eines schweren Motorradunfalls – sowie ein Wegunfall bei Fremdpersonal verzeichnet. Die Ermittlung und Beurteilung der für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen bestehenden Gefahren erfolgen im Zuge der Arbeitsplatzevaluierung. Auf Basis dieser Evaluierung werden Maßnahmen zur Gefahrenverhütung festgelegt und die Umsetzung der Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit kontrolliert. Eine Überprüfung und erforderlichenfalls eine Anpassung der Evaluierung erfolgt aufgrund der sich ändernden Gegebenheiten, aber auch insbesondere nach Arbeitsunfällen. Über oftmals auftretende Unfallgefahren erfolgt eine entsprechende Unterweisung der Mitarbeiter:innen.

Unfallprävention

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Die jährlichen Weiterbildungsmaßnahmen für 2021 waren so wie 2020 auch sehr stark von COVID-19 beeinflusst. Das geplante Schwerpunktthema „Arbeiten am Wasser“ wurde regional abhängig teilweise durchgeführt und teilweise auf 2022 verschoben. GRI 403-8 GRI 103-3 175 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN# Die gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsunterweisungen werden jedes Jahr entweder persönlich oder über E-Learning mit anschließendem Test von nahezu 100 % der Belegschaft erfolgreich absolviert – so auch im Geschäftsjahr 2021. Im Bereich der Unterweisungen stellte COVID-19 für die einzelnen Veranstaltungen ebenfalls eine große Herausforderung dar. Die maximal erlaubte Teilnehmer:innenzahl musste stets den aktuellen COVID-19-Fallzahlen angepasst werden. Teilweise wurden die Unterweisungen auch über Videokonferenzen abgehalten.

Für den Bereich Arbeitssicherheit gibt es eine Vielzahl von internen und nationalen Regelungen, die laufend aktualisiert und bei gesetzlichen Änderungen rasch angepasst werden. Diese Regelungen betreffen beispielsweise die nachfolgenden Themen: Arbeitsstoffmanagement, Unfallmeldungen und Verhalten nach Unfällen, Information und Unterweisung, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstung, Koordinierung auf Baustellen und bei Projekten, Umgang mit Fremdfirmen, Sicherheits- und Gesundheitschutzdokumentation sowie Koordination und Aufgaben des Arbeitsmedizinischen Diensts. Mit diesen Regelungen soll gewährleistet werden, dass unternehmensweit derselbe Standard zur Verfügung steht und angewendet wird.

Sicherheitskultur

Arbeitnehmer:innenschutz und -sicherheit haben bei VERBUND dank der intensiven Bemühungen und umfangreichen Maßnahmen der letzten Jahre ein hohes technisches Niveau erreicht. Die Unfallkennzahlen der letzten fünf Jahre bis 2017 stagnierten auf einem LTIF-Wert von durchschnittlich zehn. Mit dem Projekt „Wir leben Sicherheit“ konnte dieser Wert deutlich unter sieben gesenkt werden. Ziel dieses Projekts ist es, neben dem technischen Arbeitnehmer:innenschutz in die Weiterentwicklung der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit zu investieren. Neben zahlreichen Workshops für Führungskräfte wurden 36 Sicherheits-Coaches aus allen Bereichen ausgebildet, welche die Aufgabe haben, den Gedanken der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit, aber auch die Bedeutung der Vorbildwirkung in den Kreis ihrer Kolleg:innen zu tragen. Seit 2020 wird das Projekt als Dauerprojekt weitergeführt. Kernbereiche sind zusätzlich zu laufenden Aktivitäten eine verstärkte Sicherheitskommunikation, die Installation und Anwendung verschiedenster Werkzeuge wie Vorfalldatenbank, Safety Walks durch Führungskräfte, Einführung eines Sicherheits-awards, Kalender zu Arbeitssicherheitsthemen für 2022, ein Teilprojekt „fünf Minuten Zeit für Sicherheit“ oder die Neuregelung der Evaluierung von Arbeitsunfällen und vieles mehr.

Gesunde und motivierte Mitarbeiter:innen haben für den Erfolg unseres Unternehmens große Bedeutung.

Gesundheitsförderung bei Mitarbeiter:innen

Mit der Initiative „Fit und Gesund bei VERBUND“ soll ein gesundheitsfördernder Lebensstil der Mitarbeiter:innen unterstützt werden. Einerseits soll das allgemeine Gesundheitsbewusstsein gestärkt werden, andererseits werden konkrete Maßnahmen angeboten, die es allen ermöglichen, für die eigene Gesundheit aktiv zu werden. Im Idealfall handelt es sich um kostenfreie Angebote, die die Mitarbeiter:innen direkt am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen können.

Im Jahr 2021 lag wie im Vorjahr ein weiterer Schwerpunkt auf den medizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Gemeinsam mit einem vorsorgemedizinischen Verein wurden während der Arbeitszeit Gesundheitsstraßen, bestehend aus einem Herz-Kreislauf-Check, einem Körper-Check und einem Ernährungs-Check, direkt an Außenstandorten in den Bundesländern Niederösterreich und Kärnten angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die psychische Gesundheit gelegt, da „Stress Awareness“ und Resilienz gerade in Zeiten einer Pandemie von Bedeutung sind. In Zusammenarbeit mit der Bildungsabteilung konnten unterschiedliche Webinare für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zum Thema mentale Gesundheit angeboten werden.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden Fitnesskurs-Angebote ausschließlich als Onlineformat angeboten. Mit Bodyweight-Übungen und Wirbelsäulengymnastik wurden abwechslungsreiche Online-Trainings mit Videoaufzeichnung zur späteren Verwendung abgehalten. Das Online-Angebot wurde zusätzlich um Webinare zum Thema gesunde Ernährung, um Online-Sehtrainings sowie um Präsenzworkshops zu richtigem Heben und Tragen ergänzt. Neu eingeführt wurde 2021 eine App-basierte Motivationsplattform, mit der regelmäßige Challenges zur Bewegungs- und Gesundheitsfördung sowie zur Bewusstseinsbildung für verschiedene Nachhaltigkeitsthemen durchgeführt wurden. VERBUND nahm über diese Plattform an der Firmen-Challenge Österreich 2021 teil, bei der Bewegungsminuten gesammelt werden mussten, und belegte hier den dritten Platz.

Accessibility

Der Abbau von Barrieren stellt einen wesentlichen Aspekt für die Inklusion von Menschen mit Behinderung dar. Das Accessibility Managemet bei VERBUND adressiert dabei die drei Themenschwerpunkte bauliche Barrierefreiheit, digitale Barrierefreiheit und gelebte Barrierefreiheit in den Köpfen.

Im Jahr 2021 wurden intern zudem Handlungsempfehlungen für barrierefreies Bauen bei VERBUND mit einem Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und Normen sowie Anleitungen zur Umsetzung baulicher Barrierefreiheit über gesetzliche Bestimmungen hinaus veröffentlicht. Mit der Installation eines Digital Accessibility Teams (DAT) lag ein weiterer Fokus im Jahr 2021 auf barrierefreien Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachabteilungen im Digital Accessibility Team soll entsprechendes Fachwissen aufgebaut, Verbesserungsbedarf identifiziert und bei der Umsetzung begleitet sowie konzernweite Standards erarbeitet werden.

Am 3. Dezember 2021 fand zudem der alljährliche Purple Light Up Day, der internationale Tag von Menschen mit Behinderung, statt. An diesem Tag wurden sowohl Teile der VERBUND-Konzernzentrale Am Hof in Wien als auch das Gemeinschaftskraftwerk Nußdorf in Wien violett beleuchtet, um die weltweite Kampagne zu unterstützen und ein sichtbares Zeichen für die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu setzen. Weitere Informationen zum Schwerpunkt „Menschen mit Behinderung“ finden sich im Kapitel „Mitarbeiter:innen“.

Digitalisierung, Informationssicherheit und Datenschutz

Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung steht bei VERBUND in allen Geschäftsbereichen im Mittelpunkt der Aktivitäten mit dem Ziel, interne und externe Dienstleistungen und Prozesse effizient zu gestalten. Digitale Innovationen, Kompetenzen und Fähigkeiten werden laufend geprüft und weiterentwickelt. In sämtlichen Bereichen – von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Vertrieb – werden Potenziale für eine verstärkte Digitalisierung erschlossen. Digitale Lösungen sind der Katalysator für eine gelungene Energiezukunft in Österreich.

So wurde im Geschäftsjahr 2021 der Masterplan Digitalisierung um weitere digitale Vorhaben erweitert und beinhaltet Projekte aus den Kategorien Digitalisierung, Auto-Machine-Learning, Big Data, Digitales Workforce Management, Digitalisierung in Kraftwerken sowie modernes Arbeiten. Damit umfasst dieser Masterplan sämtliche strategisch relevanten Projekte der Digitalisierung im Konzern und dient der Planung und Koordination digitaler Innovationen.

Die im Geschäftsjahr 2020 gestartete Initiative Digital Deep Dive wurde 2021 abgeschlossen. Ziel dieser Initiative war es, weitere Digitalisierungspotenziale innerhalb von VERBUND anhand von neuen Denkansätzen und dynamischen Methoden laufend zu erfassen. Aus diesem Vorhaben wurden weitere digitale Folgeprojekte, wie z. B. die Entwicklung einer Mitarbeiter:innen-App für VERBUND Thermal Power und die Etablierung einer Flugdrohnenstrategie, generiert. Über Projekte im Bereich der Hydropower 4.0 wie das „Digitale Wasserkraftwerk“ oder das „Digitale Workforce Management“ konnten weitere Technologien zur Digitalisierung der Energieerzeugung (wie unter anderem die Befliegung der Drossensperre Kaprun mittels einer Flugdrohne) getestet und implementiert werden.

Im Quartal 4/2020 wurden weiters die ersten Projekte zum Einsatz von Auto-Machine-Learning zur Automatisierung erfolgreich abgeschlossen. Im Back-Testing bestätigte sich der Erfolg dieser Methode. Im Dezember 2020 wurde zudem die erste Big-Data-Plattform bei VERBUND etabliert. Für das Management von Daten-Assets („Metadatenkatalog“) und die Erstellung einer Datenlandkarte wurden im Jahr 2021 notwendige Werkzeuge und ein strategisches Data-Governance-Gremium etabliert. Die Kombination aus den Big-Data und Auto-Machine-Learning-Technologien ermöglicht VERBUND einen in Zukunft höheren Automatisierungsgrad von Geschäftsprozessen.

Modern Work@VERBUND ist eine Initiative, die von einem bereichs- und gesellschaftsübergreifenden Kernteam mit dem Ziel angestoßen wurde, eine neue, offene, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeitskultur (Zusammenarbeit, Vernetzung und Austausch) im ganzen Unternehmen zu schaffen. So konnten in der Phase I nach Interviews und Managementabstimmungen die Handlungsfelder für konkrete Initiativen definiert werden. Danach wurden drei konkrete Initiativen ausgearbeitet und in Phase II umgesetzt. 2021 startete Phase III des Projekts. Hierbei soll das eingespielte Team weiterhin Ansprech- und Sparringspartner:in für Projekte und Maßnahmen im Umfeld Modern Work (z. B. Gender Balance, MS365, etc.) sein und die in Phase II umgesetzten Maßnahmen kommunizieren sowie weiter im Konzern etablieren und integrieren.

Informationssicherheit

Informationssicherheit hat bei VERBUND einen hohen Stellenwert und zieht sich durch alle Bereiche des Konzerns.# Sicherheitsmanagement und Risikomanagement

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Verpflichtungen, die sich für Unternehmen der kritischen Infrastruktur aus dem Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NIS-Gesetz) 180 ergeben. Im Sommer 2020 wurden mehrere Gesellschaften von VERBUND durch behördliche Bescheide als „Betreiber eines wesentlichen Diensts“ identifiziert. Im Berichtsjahr 2021 wurde das zentrale Informationssicherheits-Managementsystem erneut nach ISO 27001 und ISO 27019 erfolgreich zertifiziert. Zudem wurden erstmals auch die durch das NIS-Gesetz geforderten Sicherheitsmaßnahmen durch eine externe Stelle überprüft.

Digitalisierungsvorhaben werden bei VERBUND stets unter Berücksichtigung der Informationssicherheit durchgeführt. Die Informationssicherheit stellt damit eine wesentliche Treiberin für den Fortschritt dar und leistet einen essenziellen Beitrag zur Erreichung der Ziele aus der Konzernstrategie. Die 2019 etablierte Abteilung Informationssicherheit wurde ebenfalls ausgebaut. Neben der operativen Absicherung der Infrastruktur konnte damit auch 2021 die Umsetzung des im Jahr 2019 vom VERBUND-Vorstand beschlossenen Masterplan Informationssicherheit gewährleistet werden. Das Ziel des gesamten Programms ist sowohl die Aufrechterhaltung als auch eine kontinuierliche Steigerung des Reifegrads in allen Domänen der Informationssicherheit.

Das Security Operation Center (SOC) spielt eine zentrale Rolle, dieses Ziel zu erreichen und dem signifikanten Anstieg der Cyberkriminalität entgegenzutreten. Daher wurde das SOC weiter ausgebaut, die Sichtbarkeit von Angriffsversuchen auf VERBUND weiter erhöht und Notfallpläne wurden ausgearbeitet. Der Wirkungskreis umfasst dabei nicht nur die gesamte IT-Landschaft, sondern auch die Systeme zur Stromerzeugung.

Durch den schnellen Aufbau der Abteilung Informationssicherheit seit 2019 und das zügige Vorankommen bei den Projekten des Masterplans war VERBUND bestens für die COVID-19-Pandemie gerüstet. Bei der Umsetzung der Projekte wurde bereits auf neue und moderne Arbeitsweisen wie etwa Teleworking gesetzt. Daher war die Informationssicherheit auch mit Fortdauer der COVID-19-Pandemie zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Wie im Jahr 2020 waren trotz umfangreicher Zugangsbeschränkungen an VERBUND-Standorten mindestens zwei Personen aus der Abteilung Informationssicherheit am Hauptstandort präsent, um im Ernstfall vor Ort reagieren zu können. Auch das Security-Awareness-Programm wurde intensiv weitergeführt, um alle Mitarbeiter:innen auf die Sicherheitsrisiken in der Arbeitsumgebung zu Hause hinzuweisen und sie so vor möglichen Angriffen zu schützen.

Datenschutz

Die Umsetzung der in der Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) enthaltenen Bestimmungen wird bei VERBUND sehr ernst genommen. Intern ist ein integriertes Datenschutzmanagementsystem eingerichtet, in das alle Konzerngesellschaften einbezogen sind. Der Konzern-Datenschutzbeauftragte steuert und koordiniert sämtliche Datenschutzbelange des Unternehmens und wird dabei durch die Datenschutzbeauftragten in den einzelnen Gesellschaften unterstützt.

Das von VERBUND entwickelte Datenschutzwerkzeug TOM&PIA unterstützt die Datenschutzbeauftragten bei der Aktualisierung der Verarbeitungsverzeichnisse, der Wahrung der Betroffenenrechte und der Administration von Meldungen an die Datenschutzbehörde. Mittlerweile wird dieses Werkzeug als „Software as a Service“ auch anderen externen Unternehmen angeboten.

181 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 30 Anfragen Betroffener bearbeitet und beantwortet. Es gab keine bei der Datenschutzbehörde meldepflichtigen Fälle von Verletzung des Datenschutzes sowie keine Fälle von Datenlecks, Datendiebstahl oder Datenverlust im Zusammenhang mit Kund:innendaten. COVID-19-bedingt beschränkte sich das verpflichtende Awareness- und Schulungsprogramm auf Onlinekanäle und damit auf ein E-Training und die selbst erstellten Onlinekurse „Geschichten von TOM&PIA“.

Menschenrechte

VERBUND bekennt sich zu seiner Verantwortung, die Menschenrechte in allen Unternehmensbereichen und darüber hinaus in seinem Einflussbereich zu wahren. Diese umfassende Verantwortung wird in der internen Richtlinie zur Wahrung der Menschenrechte geregelt. VERBUND achtet im Zuge dessen alle Arten von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten. Die Einhaltung von Gesetzen und Standards in den Bereichen Umwelt, Arbeitssicherheit sowie Gesundheit und Compliance zählt für VERBUND ebenfalls zu den Menschenrechten. Inhalte zum Thema Menschenrechte finden sich deshalb auch in weiteren Kapiteln dieses Integrierten Geschäftsberichts.

Alle Führungskräfte und alle Mitarbeiter:innen bei VERBUND sind verantwortlich dafür, die Menschenrechte einzuhalten und etwaige Verstöße dem Chief Compliance Officer zu melden. Im Jahr 2021 wurde ein Verdachtsfall zu Diskriminierung gemeldet. Wesentliche Umweltverschmutzungen und erhebliche Mängel im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind dem:der Leiter:in der Abteilung Corporate Responsibility zu melden. 2021 gab es keine Meldungen.

Menschenrechte bei VERBUND

VERBUND verpflichtet sich dazu, in allen internen Unternehmensbereichen die Einhaltung der Menschenrechte mit gebührender Sorgfalt sicherzustellen. Dafür stellt VERBUND sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen bereit und setzt auf vorbeugende Maßnahmen zur Minimierung von Gefahren und Risiken im Arbeitsumfeld. Zwangs- und Pflichtarbeit und insbesondere Kinderarbeit sind verboten. Im Rahmen von Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen können Mitarbeiter:innen über Arbeitsbedingungen offen kommunizieren und haben das Recht, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Sie beziehen Löhne und Gehälter, die ihnen und ihrer Familie ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. VERBUND lehnt jegliche Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung ab und arbeitet mit allen Menschen ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Kultur, Hautfarbe, Bildung, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität zusammen. Auch der Schutz der Umwelt stellt für VERBUND einen wichtigen Teil der Menschenrechte dar. Menschenrechte, die durch Umweltschäden gefährdet werden, sind u. a. das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard oder das Recht auf Gesundheit.

Menschenrechte im Einflussbereich von VERBUND

VERBUND ist auch in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartner:innen und innerhalb seiner Lieferkette darauf bedacht, dass sämtliche Menschenrechte eingehalten werden. So sind die Menschenrechte ein wesentlicher Punkt im Supplier Code of Conduct. Durch die Tätigkeit von VERBUND in manchen Regionen können sich jedoch Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte ergeben.

Besondere GRI 418-1 GRI 103-2 SDG 1 SDG 4 SDG 10

Für detaillierte Informationen zu den Grundsätzen siehe DMA
Weitere Informationen zu Diskriminierungsfällen finden sich im Kapitel „Compliance“
Details dazu finden sich in den Kapiteln „Mitarbeiter:innen“ und „Compliance“ sowie im DMA
Das Compliance-Management-System ist ebenfalls im DMA dargestellt
GRI 414-1

182

Vorsicht ist bei Konflikten, politischer Instabilität, Versagen des Rechtsstaats und Fehlen von Bürger:innenrechten geboten. In einem Umfeld mit korrupten Strukturen, extremer Armut, Naturkatastrophen oder räumlicher Nähe zu schutzbedürftigen Gruppen ist beim Eingehen oder Aufrechterhalten von Geschäftsbeziehungen mit Kund:innen oder Lieferant:innen mit besonderer Sorgfalt vorzugehen. Dafür werden von VERBUND u. a. Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfungen vor Beginn der Zusammenarbeit bei Projekten, Lieferant:innengespräche sowie regelmäßige Hotspot-Analysen innerhalb der Lieferkette durchgeführt.

Lieferkette

Der Neubau von Kraftwerken und die Investitions-, Betriebsführungs- und Erhaltungsmaßnahmen für bestehende Objekte und technische Anlagen prägen die Lieferkette von VERBUND. Die bezogenen Hauptleistungen betreffen dabei – abhängig von den jeweils geplanten Investitions- bzw. Instandhaltungsprogrammen – das Bau- und Baunebengewerbe sowie die elektromaschinelle Anlagentechnik. Zusätzlich werden Leistungen unter anderem in den folgenden Bereichen zugekauft: sonstige Leistungen für Wartungen, Informations- und Kommunikationstechnik, Dienstleistungen, Kommunikation und Marketing. Die Beschaffung von Primärenergie (Gas) für die thermische Erzeugung stellt einen weiteren Bestandteil innerhalb der Lieferkette dar.

Der Großteil des Beschaffungsvolumens von VERBUND wird durch formalisierte Ausschreibungen über ein elektronisches Lieferant:innen- und Ausschreibungsportal abgewickelt. Im Zuge der Registrierung auf diesem Portal müssen potenzielle Lieferant:innen auch einen Fragebogen zu den Themen Nachhaltigkeit, Compliance, Umweltschutz und Arbeitssicherheit ausfüllen. Diese und weitere Themen wie Organisationsführung, Antikorruption, fairer Wettbewerb, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Gesundheit, Informationssicherheit und Datenschutz, Schutz von geistigem Eigentum sowie Lieferkette sind zusätzlich in einem Supplier Code of Conduct (SCoC) geregelt. Per Ende 2021 waren insgesamt rund 6.000 potenzielle Lieferant:innen auf dem Lieferant:innenportal hinterlegt. Im Berichtsjahr kamen rund 600 hinzu, wovon 52 % den Fragebogen bereits bis zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2021 beantworteten. Die vollständige Beantwortung des Fragebogens stellt die Voraussetzung dar, um an einem Ausschreibungsverfahren von VERBUND teilnehmen zu können.

Beschaffungsstatistik

1 Die Anzahl der von VERBUND beauftragten Lieferant:innen belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf rund 5.100. Der Anteil des VERBUND-Bestellvolumens in den Kernmärkten Österreich und Deutschland betrug 95 %. Die restlichen 5 % der Bestellungen wurden an Lieferant:innen aus anderen Ländern (vorwiegend aus dem EU-Raum) vergeben. Insgesamt wurden 2021 Aufträge in Höhe von rund 815 Mio. € an Lieferant:innen in 32 Ländern erteilt.# Kapitel „Lieferkette“ exkl. APG, GCA GRI 102-9 GRI 102-10

Details zur Lieferkette und zur Lieferant:innen- bewertung finden sich im DMA GRI 308-1 GRI 414-1 SDG 12 GRI 204-1

Beschaffungsstatistik

Einheit 2019 2020 2021
Beauftragte Lieferant:innen (Anzahl gerundet) 4.700 4.800 5.100
Bestellvolumen Mio. € 480 430 815
davon Anteil in Österreich % 58 80 76
davon Anteil in Deutschland % 34 15 19
davon aus dem Rest der Welt % 8 5 5

1 exkl. APG, GCA

Wir übernehmen Verantwortung in unserer Lieferkette und fordern das auch von unseren Lieferant:innen.

Nachhaltiges Lieferant:innen-Management

Nachhaltiges Wirtschaften endet nicht an der Tür von VERBUND, weshalb sich VERBUND auch innerhalb seiner Lieferkette an hohen ökonomischen, sozialen und ökologischen Standards orientiert. Darauf wird in der Zusammenarbeit mit Lieferant:innen und innerhalb der Beschaffungsprozesse geachtet. Mithilfe des SCoC als Vertragsbestandteil für Lieferant:innen werden VERBUND-Lieferant:innen zu verantwortungsvollem und ethischem Verhalten angehalten. In Lieferant:innengesprächen tritt VERBUND in den Dialog mit ausgewählten Lieferant:innen, um Risiken zu identifizieren und gegenseitiges Verständnis für Nachhaltigkeitsthemen wie Arbeitssicherheit, Umwelt, Compliance oder Menschenrechte aufzubauen. 2021 gab es Gespräche mit Lieferant:innen zu den Themenbereichen Arbeitsschutz und Photovoltaik. Zudem möchte VERBUND in Zukunft den Fokus noch mehr auf die Nachhaltigkeitsperformance seiner Lieferant:innen richten. Deshalb arbeitet VERBUND seit 2021 an der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsbewertung seiner Lieferant:innen, die in Zukunft mithilfe der ESG-Ratings einer renommierten Ratingagentur erfolgen soll. Den Lieferant:innen werden dadurch auch mögliche Entwicklungspotenziale und Verbesserungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsaspekte in ihrer Lieferkette aufgezeigt. Die Ausrollung erfolgt zunächst auf die Top-100-Lieferant:innen. Mittelfristig werden weitere strategische Lieferant:innengruppen auf Basis eines risikoorientierten Ansatzes einbezogen werden. Zur Minimierung der Risiken in der Lieferkette werden Lieferant:innen von VERBUND außerdem durch sogenannte Integritäts-Checks (IC) überprüft. Diese IC werden vor einer möglichen Beauftragung ab Überschreiten definierter Wertgrenzen durchgeführt. Ziel der IC ist es, unionsrechtliche und gesetzliche Anforderungen auf nationaler Ebene zu erfüllen und gleichzeitig die Unternehmensreputation von VERBUND sicherzustellen. Mit den IC nimmt VERBUND die unternehmerischen Sorgfaltspflichten wahr und trifft aktiv präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Wirtschaftskriminalität, Korruption oder Geldwäsche. Weiters werden zur Sicherstellung der Vorgaben des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NISG) bei relevanten Vorhaben die Lieferant:innen hinsichtlich des Schutzbedarfs evaluiert, und ein Cyber-Risk-Rating eingeholt.

GRI 103-2

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JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand
Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands der VERBUND AG
Peter F. Kollmann
CFO, Mitglied des Vorstands der VERBUND AG
Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung

GRI 102-56

Einleitung

Wir haben Prüfungshandlungen zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit („Limited Assurance“) dahingehend durchgeführt, ob der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht zum 31.12.2021 in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB (NaDiVeG) genannten Anforderungen an den Bericht.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der VERBUND AG sind verantwortlich für die Erstellung des Berichtsinhaltes in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien sowie für die Auswahl der zu überprüfenden Angaben. Die Berichtskriterien umfassen die in den vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB (NaDiVeG) genannten Anforderungen an den Bericht. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines konsolidierten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Verantwortung des Prüfers

Unsere Aufgabe besteht darin, auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit („Limited Assurance“) dahingehend abzugeben, ob die konsolidierte nichtfinanzielle Berichterstattung in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB (NaDiVeG) genannten Anforderungen an den Bericht. Festzuhalten ist, dass wir auftragsgemäß keine Prüfungshandlungen hinsichtlich Angaben gem. Art. 8 TaxonomieVO durchgeführt haben. Wir haben die Prüfungshandlungen entsprechend dem International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000 (Revised), Assurance Engagements Other Than Audits or Reviews of Historical Financial Information, herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit aussagen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards Option: Kern aufgestellt worden ist und nicht alle in § 267a UGB (NaDiVeG) geforderten Angaben enthalten sind.

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JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt, soweit sie für die Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit relevant sind:

  • Befragung der von der VERBUND AG genannten Mitarbeiter:innen hinsichtlich der Nachhaltigkeits- strategie, der Nachhaltigkeitsgrundsätze und des Nachhaltigkeitsmanagements
  • Befragung von Mitarbeiter:innen der VERBUND AG zur Beurteilung der Methoden der Datengewin- nung und -aufbereitung, sowie der internen Kontrollen
  • Abgleich der im konsolidierten nichtfinanziellen Bericht abgebildeten nichtfinanziellen Leistungsin- dikatoren mit den zur Verfügung gestellten Dokumenten und Unterlagen
  • Site-Visit im Windpark Bruck an der Leitha
  • Durchführung einer Medienanalyse
  • Des Weiteren erfolgten Prüfungshandlungen dahingehend, ob im konsolidierten nichtfinanziellen Bericht sämtliche gemäß § 267a UGB (NaDiVeG) geforderten Informationen offengelegt werden.

Gegenstand unseres Auftrages ist weder eine Abschlussprüfung noch eine prüferische Durchsicht von Abschlüssen. Ebenso ist weder die Aufdeckung und Aufklärung strafrechtlicher Tatbestände, wie z. B. von Unterschlagungen oder sonstigen Untreuehandlungen und Ordnungswidrigkeiten, noch die Beurteilung der Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung Gegenstand unseres Auftrages.

Zusammenfassende Beurteilung

Auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards Option: Kern aufgestellt worden ist. Des Weiteren sind uns auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen keine Sachverhalte bekannt ge- worden, dass nicht sämtliche gemäß § 267a UGB (NaDiVeG) geforderten Informationen im konsolidier- ten nichtfinanziellen Bericht offengelegt worden sind. Festzuhalten ist, dass wir auftragsgemäß keine Prüfungshandlungen hinsichtlich Angaben gem. Art. 8 TaxonomieVO durchgeführt haben.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

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Auftragsbedingungen

Die „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“ (laut Anlage), herausgegeben von der Österreichischen Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sind Grundlage dieses Auftrags. Unsere Haftung ist gemäß Kapitel 7 dieser Auftragsbedingungen auf Vorsatz und grobe Fahr- lässigkeit beschränkt. Im Falle grober Fahrlässigkeit beträgt die maximale Haftungssumme das Fünf- fache des vereinnahmten Honorars. Dieser Betrag bildet den Haftungshöchstbetrag, der nur einmal bis zu diesem Maximalbetrag ausgenutzt werden kann, dies auch, wenn es mehrere Anspruchsberechtigte gibt oder mehrere Ansprüche behauptet werden.

Wien, 25. Februar 2022

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Walter Müller
Wirtschaftsprüfer

Konzernabschluss

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Gewinn- und Verlustrechnung ......................................................................................

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Gesamtergebnisrechnung .............................................................................................# Jahresfinanzbericht - Konzern

Inhalt des Konzernabschlusses von VERBUND

in Tsd. € Nach IFRS Anhang 2020 2021
Umsatzerlöse 3.449.789 4.776.633
Stromerlöse 3.2.1 2.814.033 3.833.260
Netzerlöse 3.2.1 497.310 734.988
Sonstige Erlöse 3.2.2 138.446 208.386
Sonstige betriebliche Erträge 3.2.3 77.536 97.414
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 3.2.4 – 1.404.388 –2.612.555
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 3.2.5 – 78.788 – 250.134
Personalaufwand 3.2.6 – 347.634 – 383.733
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.2.7 – 276.279 – 318.332
Bewertung und Realisierung von Energiederivaten 3.2.8 – 127.443 269.667
EBITDA 1. 292.793 1.578.959
Planmäßige Abschreibungen 3.2.9 – 378.767 – 417.269
Wertminderungen 2 3.2.10 – 24.964 – 9.869
Wertaufholungen 2 3.2.10 32.876 115.009
Operatives Ergebnis 921.938 1.266.830
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3.2.11 28.835 34.837
Sonstiges Beteiligungsergebnis 3.2.12 10.279 19.534
Zinsertrag 3.2.13 32.127 38.381
Zinsaufwand 3.2.14 – 81.030 – 77.814
Übriges Finanzergebnis 3.2.15 32.803 – 15.836
Wertminderungen 3.2.16 0 – 18.297
Wertaufholungen 3.2.16 3.386 16.817
Finanzergebnis 26.400 – 2.378
Ergebnis vor Ertragsteuern 948.338 1.264.452
Ertragsteuern 3.2.17 – 238.874 – 279.365
Periodenergebnis 709.464 985.087
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) 631.427 873.556
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 78.036 111.531
Ergebnis je Aktie in € 3 3.2.18 1,82 2,51

1 Die Vergleichszahlen für die Periode von 1. Jänner bis 31. Dezember 2020 wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.
2 Die Wertminderungen und Wertaufholungen wurden um etwaige Veränderungen von dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträgen und Zuschüssen der öffentlichen Hand gekürzt.
3 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander.

Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND

in Tsd. € Nach IFRS Anhang 2020 2021
Periodenergebnis 709.464 985.087
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen 9.2 13.804 8.042
Bewertungen von Finanzinstrumenten 3.3.1, 5.1 6.040 23.471
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 2 4.5.1 – 9.005 5.365
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 10.839 114.878
Differenzen aus der Währungsumrechnung 3.3.1 – 3.585 – 3.466
Bewertungen von Cashflow Hedges 3.3.1, 5.1 – 171.406 –1.819.916
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 3.3.1 – 644 – 11.937
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden – 175.634 – 1.835.319
Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern – 164.795 – 1.720.441
Ertragsteuern auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 3.3.2 – 4.793 – 27.754
Ertragsteuern auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 3.3.2 42.851 454.979
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern –126.737 – 1.293.217
Gesamtperiodenergebnis 582.726 – 308.129
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) 503.047 – 428.019
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 79.679 119.889

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.
2 darin enthaltene latente Steuern in der Berichtsperiode 2021: – 2,0 Mio. € (Vorjahr: – 3,0 Mio. €)
3 darin enthaltene latente Steuern in der Berichtsperiode 2021: 4 ,0 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €)

Gesamtergebnisrechnung von VERBUND

in Tsd. € Nach IFRS Anhang 1.1.2020 31.12.2020 31.12.2021
Langfristiges Vermögen 11.001.064 11.285.338 12.877.427
Immaterielle Vermögenswerte 4.1 652.045 668.157 788.750
Sachanlagen 4.2 9.110.760 9.407.623 10.672.047
Nutzungsrechte 4.3 133.425 110.663 103.826
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.5 271.313 282.724 404.053
Sonstige Beteiligungen 4.6, 5.1 138.103 145.748 177.128
Finanzanlagen und sonstige Forderungen 4.7, 5.1 695.418 670.422 695.813
Aktive latente Steuern 10.0 0 0 35.811
Kurzfristiges Vermögen 776.723 702.331 4.234.145
Vorräte 6.1 34.320 33.036 49.918
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 6.2, 5.1 697.768 620.091 3.865.664
Liquide Mittel 6.3 44.635 49.203 318.562
Aktiva 11.777.787 11.987.668 17.111.572
in Tsd. € Nach IFRS Anhang 1.1.2020 31.12.2020 31.12.2021
Eigenkapital 6.507.168 6.807.399 6.362.949
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen 7.1– 7.4 5.887.804 6.151.179 5.461.640
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 7.5 619.364 656.220 901.309
Langfristige Schulden 4.107.390 4.045.421 4.404.426
Finanzverbindlichkeiten 5.1, 8.1 1.256.572 1.202.154 1.834.155
Rückstellungen 9.0 912.247 886.219 832.928
Latente Steuerschulden 10.2 757.299 797.055 486.851
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 4.2.2 754.107 760.992 788.378
Sonstige Verbindlichkeiten 5.1, 8.2 427.164 399.001 462.114
Kurzfristige Schulden 1.163.229 1.134.848 6.344.197
Finanzverbindlichkeiten 5.1, 8.1 310.804 84.056 1.462.453
Rückstellungen 9.0 38.589 39.586 44.650
Laufende Steuerschulden 10.1 106.104 197.407 222.384
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 5.1, 6.4 707.732 813.798 4.614.709
Passiva 11.777.787 11.987.668 17.111.572

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

Bilanz von VERBUND

in Tsd. € Nach IFRS Anhang 2020 2021
Periodenergebnis 709.464 985.087
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) immaterielle(n) Vermögenswerte(n) und Sachanlagen 372.210 301.551
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) Finanzanlagen – 590 – 6.533
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (gekürzt um erhaltene Dividenden) – 19.766 – 29.393
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen 2.852 – 2.901
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuerschulden 63.933 – 2.943
Veränderung der Baukostenbeiträge und Zuschüsse 6.884 27.386
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge – 74.411 – 81
Zwischensumme 1.060.577 1.272.174
Veränderung der Vorräte 1.284 – 9.895
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen – 10.962 –2.696.192
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten 38.949 1.513.183
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und der laufenden Steuerschulden 92.300 18.893
Cashflow aus operativer Tätigkeit 2 1.182.148 908.162

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.
2 Im Cashflow aus operativer Tätigkeit sind 238 ,2 Mio. € gezahlte Ertragsteuern (Vorjahr: 68,5 Mio. €), 17,9 Mio. € gezahlte Zinsen (Vorjahr: 28,5 Mio. €), 2,1 Mio. € erhaltene Zinsen (Vorjahr: 0,1 Mio. €) und 13,1 Mio. € erhaltene Dividenden (Vorjahr: 15,6 Mio. €) enthalten.

Geldflussrechnung von VERBUND# Nach IFRS Anhang 2020 | 2021

| | |
| :----------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | – 602.357 | – 854.044 |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 2.284 | 2.749 |
| Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen | – 83.458 | – 4.462 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen | 86.721 | 7.437 |
| Ein- bzw. Auszahlungen für Investitionen in vollkonsolidierte Tochterunternehmen | 0 | – 247.203 |
| Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen | 0 | – 9.800 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | – 596.810 | – 1.105.324 |
| Einzahlungen aus Geldmarktgeschäften | 0 | 1.430.235 |
| Auszahlungen für Geldmarktgeschäfte | – 14.961 | – 50.000 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) | 0 | 489.075 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) | – 233.908 | – 245.942 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | – 49.361 | – 27.523 |
| Gezahlte Dividenden 3.4.1 | – 282.540 | – 319.324 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | – 580.769 | 1.276.520 |
| Veränderung der liquiden Mittel | 4.569 | 269.359 |
| Liquide Mittel zum 1.1. | 44.635 | 49.203 |
| Veränderung der liquiden Mittel | 4.569 | 269.359 |
| Liquide Mittel zum 31.12. | 49.203 | 318.562 |

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

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Nach IFRS

Eingefordertes und ein- gezahltes Grundkapital Kapital- rücklagen Ange- sammelte Ergebnisse Neu- bewertungen der Netto- schuld aus leistungs- orientierten Verpflich- tungen Anhang 7.0 7.0 7.0 9.2
Stand per 1.1.2020 347.416 954.327 4.933.750 – 388.655
Anpassung IAS 8 1 0
Angepasster Stand per 1.1.2020 347.416 954.327 4.933.750 – 388.655
Periodenergebnis 631.427
Sonstiges Ergebnis 0 – 98
Gesamtperiodenergebnis 631.427 – 98
Änderung Konsolidierungskreis 139 0
Dividende – 239.717
Übrige Eigenkapitalveränderungen – 94 0
Stand per 31.12.2020 347.416 954.327 5.325.505 – 388.753
Stand per 1.1.2021 347.416 954.327 5.325.505 – 388.753
Periodenergebnis 873.556
Sonstiges Ergebnis 0 60.931
Gesamtperiodenergebnis 873.556 60.931
Änderung Konsolidierungskreis 1.104
Dividende – 260.562
Übrige Eigenkapitalveränderungen 59 0
Stand per 31.12.2021 347.416 954.327 5.937.454 – 327.822

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

Entwicklung des Eigenkapitals von VERBUND

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JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

in Tsd. €

Differenzen aus der Währungs- umrechnung Bewertungen von Finanz- instrumenten Bewertungen von Cashflow Hedges Den Aktionären der VERBUND AG zuzurech- nendes Eigenkapital Den nicht beherrschen- den Anteilen zuzurech- nendes Eigenkapital Gesamt- summe Eigenkapital
7.0 3.3, 4.5 – 4.7, 5.1 3.3, 5.1 7.0
– 11.694 3.165 49.497 5.887.804 680.205 6.568.010
0 60.842 60.842
– 11.694 3.165 49.497 5.887.804 619.364 6.507.168
631.427 78.036 709.464
– 3.547 4.530 – 129.265
– 3.547 4.530 – 129.265 503.047 79.679 582.726
0 0 0 139 0 139
– 239.717 – 42.823 – 282.540
0 0 0 – 94 – 15.241 – 7.694
– 15.241 7.694 – 79.768 6.151.179 656.220 6.807.399
6.151.179 656.220 6.807.399
873.556 111.531 985.087
– 3.352 17.834 – 1.376.988 – 1.301.575 8.358 – 1.293.217
– 3.352 17.834 – 1.376.988 – 428.019 119.889 – 308.129
86 0 0 1.017 183.962 182.944
– 260.562 – 58.762 – 319.324
0 0 0 59 – 18.507 25.528
– 1.456.756 5.461.640 901.309 5.461.640 901.309 6.362.949

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1. Allgemeine Informationen zur Abschlusserstellung

1.1 Berichtendes Unternehmen

Die VERBUND AG mit Sitz Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich, ist das Mutterunternehmen des national wie international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen. VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt Strom an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Darüber hinaus handelt und vertreibt VERBUND Gas an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler sowie Haushaltskunden und erbringt energienahe Dienstleistungen. Weiters betreibt VERBUND durch die Austrian Power Grid AG (APG) das österreichische Stromübertragungsnetz bzw. durch die Gas Connect Austria GmbH (GCA) das Gasfernleitungs- sowie -verteilnetz. VERBUND hält außerdem Beteiligungen an in- und ausländischen Energieversorgungsunternehmen.

1.2 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a (1) Unternehmensgesetzbuch (UGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a (1) UGB erfüllt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31. Dezember 2021. Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt (mit Ausnahme des Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €)). Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten.

In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall. Die Erstkonsolidierung eines Tochterunternehmens erfolgt mithilfe der Erwerbsmethode. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, auf welche die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRS-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Konzerninterne Geschäfte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert. Bei konzerninternen Unternehmenserwerben und Zusammenführungen von Gemeinschaftsunternehmen werden die Buchwerte des übertragenen Unternehmens fortgeführt. Wenn VERBUND bei Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem anderen gemeinschaftlich Tätigen geführt werden, Rechte an den dem Beteiligungsunternehmen zuzurechnenden Vermögens-

Konzernanhang v on VERBUND

Grundlagen

Konsolidierungs- methoden

199

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

werten sowie Verpflichtungen für dessen Schulden hat, bilanziert VERBUND seinen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen. Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist im Kapitel „Konzernunternehmen“ dargestellt.

Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2021 wie folgt geändert:

Konsolidierungskreis Voll- konsolidierung Bilanzierung nach der Equity-Methode Bilanzierung als gemeinschaftliche Tätigkeit
Stand per 31.12.2020 24 8 1
Wechsel der Konsolidierungsmethode 1 – 1 0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2 2 0
Sonstige Zugänge 3 0 0
Stand per 31.12.2021 30 9 1
davon inländische Unternehmen 15 8 1
davon ausländische Unternehmen 15 1 0

Im Zuge eines Unternehmenserwerbs wurden 51 % der Anteile an der GCA erworben und mit 31. Mai 2021 erstmalig vollkonsolidiert (siehe „Unternehmenserwerbe“). Im Rahmen dieser Transaktion wurde eine Tochtergesellschaft der GCA, die Austrian Gas Grid Management AG (AGGM), ebenso erstmalig vollkonsolidiert. Die von GCA gehaltene Beteiligung an der Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG) wurde aufgrund des maßgeblichen Einflusses nach der Equity-Methode konsolidiert. Die bisher nach der Equity-Methode konsolidierte SMATRICS GmbH & Co KG (SMATRICS) wurde nach dem Erwerb des 20 %-Anteils von der Siemens Aktiengesellschaft Österreich per 30. Juli 2021 sowie des 40 %-Anteils von der OMV Downstream GmbH per 30. September 2021 vollkonsolidiert (siehe „Unternehmenserwerbe“). Die im Rahmen dieser Transaktionen ebenfalls erworbene Komplementärgesellschaft der SMATRICS, die E-Mobility Provider Austria GmbH, wurde aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidiert. Die von SMATRICS gehaltene 49 %-Beteiligung an der SMATRICS EnBW GmbH wurde aufgrund des maßgeblichen Einflusses nach der Equity-Methode konsolidiert. Die bislang wegen Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Gesellschaft VERBUND Green Power Deutschland Photovoltaik GmbH wurde im Quartal 1/2021 erstmalig vollkonsolidiert. Die sonstigen Zugänge beziehen sich auf drei spanische Gesellschaften – Watt Development SPV 5 S.L.U., Watt Development SPV 6 S.L.U. und Watt Development SPV 7 S.L.U. –, die per 30. November 2021 erstmalig vollkonsolidiert wurden. Die bislang vollkonsolidierte Tochtergesellschaft VERBUND Trading Romania S.R.L. wurde mit 1. Juli 2021 aufgrund der Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

Konsolidierungskreis

200

Erwerb eines 51 %-Anteils an der Gas Connect Austria GmbH

Mit Wirkung vom 31. Mai 2021 erwarb VERBUND 51 % der Anteile an der GCA von der OMV Gas Logistics Holding GmbH. Der vereinbarte Kaufpreis für den 51-%-Anteil der OMV an der GCA beträgt 238,7 Mio. €. Zusätzlich übernahm VERBUND die ausstehenden Verbindlichkeiten von GCA gegenüber der OMV in Höhe von rund 212,2 Mio. €. GCA ist für den Betrieb und die Errichtung von Erdgashochdruckleitungen in Österreich verantwortlich. Das Unternehmen ist außerdem für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten und von Transportkapazitäten für im Inland benötigtes Erdgas zuständig.# Als Eigentümer und Betreiber von kritischer Infrastruktur soll der Erwerb der Anteile für VERBUND neben einer Verbesserung des Business-Profils sowie einer positiven Kennzahlenentwicklung vor allem eine optimale Positionierung in Bezug auf die Sektorkopplung mit der Option für eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft bewirken. Die Transportinfrastruktur von GCA kann in Kombination mit dem Portfolio Erneuerbarer Erzeugung von VERBUND einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele leisten. Die Gesellschaft wird dem Segment Netz zugeordnet. Die finalen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des GCA- Teilkonzerns stellten sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

Erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden in Mio. €

Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Konzessionen, Rechte, Lizenzen 25,9
Grundstücke und Bauten 100,3
Maschinelle Anlagen 88,7
Gasleitungen 412,6
Betriebs- und Geschäftsausstattung 57,3
Anlagen in Bau und Projekte 37,4
Nutzungsrechte 4,3
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 94,7
Sonstige Beteiligungen 5,2
Sonstige Finanzanlagen 7,9
Langfristige sonstige Forderungen ¹ 46,7
Vorräte 6,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Forderungen ² 22,4
Liquide Mittel 8,2
Summe der erworbenen Vermögenswerte 918,0

Unternehmenserwerbe 201

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden in Mio. € Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 147,0
Langfristige Rückstellungen 61,8
Latente Steuerschulden 62,1
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 153,0
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 11,9
Kurzfristige Rückstellungen 7,4
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 60,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 40,4
Summe der übernommenen Schulden 544,2
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert (100 %) 373,8
Anteilige Nettovermögenswerte (51 %) 190,6
Firmenwert ³ 48,1
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung 238,7
davon in bar 238,7

¹ Das TAG-Substanzgenussrecht wurde per 31. Dezember 2021 einer Werthaltigkeitsüberprüfung unterzogen und in weiterer Folge um 3,5 Mio. € abgewertet.

² Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die kurzfristigen sonstigen Forderungen stellten (aufgrund der kurzen Restlaufzeiten) die Buchwerte – diese entsprechen außerdem den Bruttobeträgen der Forderungen – eine realistische Schätzung ihrer beizulegenden Werte dar.

³ Der Firmenwert in Höhe von 48,1 Mio. € wurde per 31. Dezember 2021 einer Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 unterzogen und in weiterer Folge um 8,8 Mio. € abgewertet (siehe Kapitel 4.4.1 „Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten“). Der aus der Transaktion resultierende Firmenwert bezieht sich im Wesentlichen auf das Potenzial aus dem Transport von Wasserstoff.

Die neuen Tochterunternehmen von VERBUND lieferten vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum Stichtag 31. Dezember 2021 einen Beitrag zu den Umsatzerlösen von VERBUND in Höhe von 129,1 Mio. €; der Beitrag zum Periodenergebnis von VERBUND betrug 14,2 Mio. €. Wäre der Unternehmenserwerb bereits zu Beginn der Berichtsperiode erfolgt, hätten die neuen Tochterunternehmen mit 215,1 Mio. € an Umsatzerlösen und 38,3 Mio. € an Periodenergebnissen zu den entsprechenden Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND beigetragen. Vor dem Hintergrund der Komplexität der Bilanzierungs- und Bewertungsfragen in Zusammenhang mit dieser gesamthaft zu beurteilenden Transaktion wurde die erstmalige Bilanzierung dieses Unternehmenserwerbs in den seit dem 31. Mai 2021 veröffentlichten Konzernzwischenabschlüssen als „vorläufig“ eingestuft. Zum 31. Dezember 2021 wurden Anpassungen bei der Bewertung des erworbenen Vermögens, den latenten Steuerschulden sowie dem Ausweis von Beteiligungen vorgenommen.

202

Auswirkung der Anpassung auf die als „vorläufig“ eingestuften erworbenen Vermögenswerte und Schulden in Mio. €

Immaterielle Vermögenswerte 18,2
Sachanlagen – 17,2
Nutzungsrechte – 16,4
Assoziierte Unternehmen – 46,7
Sonstige langfristige Forderungen 46,7
Beteiligung – 0,3
Summe der erworbenen Vermögenswerte – 15,8
Latente Steuerschulden 37,3
Summe der übernommenen Schulden 37,3
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 21,5
Firmenwert 27,1

Erwerb des 100 %- Anteils an der SMATRICS GmbH & Co KG

Mit Wirkung vom 30. September 2021 erwarb VERBUND 40 % der Anteile an SMATRICS von der OMV Downstream GmbH. Nach dem bereits per 30. Juli 2021 durchgeführten Erwerb des 20 %-Anteils von der SIEMENS Aktiengesellschaft stockte VERBUND somit die Beteiligung an SMATRICS auf 100 % auf. Der vereinbarte Kaufpreis für den 40-%-Anteil der OMV an SMATRICS betrug 19,6 Mio. €. Zusätzlich übernahm VERBUND die ausstehenden Verbindlichkeiten von SMATRICS gegenüber der OMV in Höhe von rund 3,6 Mio. €. SMATRICS ist ein führender Komplettanbieter für Ladelösungen, Softwareangebote und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der E-Mobilität. Der Erwerb der Anteile an SMATRICS soll die Positionierung von VERBUND im Elektromobilitätsmarkt stärken. Darüber hinaus sollen die Konzentration und der weitere Ausbau von SMATRICS in der Rolle als IT-Tech- und Service- Company vorangetrieben werden. Die Gesellschaft ist dem Segment Absatz zugeordnet.

203

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden von SMATRICS stellten sich zum Erwerbszeitpunkt der OMV-Anteile wie folgt dar:

Erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden in Mio. € Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Konzessionen, Rechte, Lizenzen 0,0
Maschinelle Anlagen 0,0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 12,5
Vorräte 0,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Forderungen ¹ 4,1
Liquide Mittel 2,9
Summe der erworbenen Vermögenswerte 20,4
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 0,0
Kurzfristige Rückstellungen 2,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 2,6
Summe der übernommenen Schulden 11,9
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert (100 %) 8,5
Übertragene Gegenleistung (40 % Anteil) ² 19,6
Fair Value Equity-Beteiligung 29,4
Zwischensumme 49,0
Firmenwert (100 %) 40,5

¹ Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die kurzfristigen sonstigen Forderungen stellten (aufgrund der kurzen Restlaufzeiten) die Buchwerte – diese entsprechen außerdem den Bruttobeträgen der Forderungen – eine realistische Schätzung ihrer beizulegenden Werte dar.

² Die Gegenleistung wurde vollständig in bar übertragen

Der aus der Transaktion resultierende Firmenwert bezieht sich im Wesentlichen auf die sich im Aufbau befindenden Geschäftstätigkeiten im Bereich der Elektromobilität. Mit Zunahme des Geschäftsvolumens mit neuen Kunden erzielt SMATRICS Skaleneffekte und soll mittelfristig in die Gewinnzone kommen. Der im Zuge der Übergangskonsolidierung entstandene Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und Fair Value des bisher gehaltenen Anteils an SMATRICS in Höhe von rund 11,9 Mio. € wurde als Ertrag im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasst.

204

Das neue Tochterunternehmen von VERBUND lieferte vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum Stichtag 31. Dezember 2021 einen Beitrag zu den Umsatzerlösen von VERBUND in Höhe von 10,0 Mio. €; der Beitrag zum Periodenergebnis von VERBUND betrug – 51 Tsd. €. Wäre der Unternehmenserwerb bereits zu Beginn der Berichtsperiode erfolgt, so hätte das neue Tochterunternehmen SMATRICS mit rund 18,8 Mio. € an Umsatzerlösen und – 2,9 Mio. € an Periodenergebnissen zu den entsprechenden Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND beigetragen.

In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Die funktionale Währung der VERBUND AG, der vollkonsolidierten Tochterunternehmen (mit Ausnahme von VERBUND Wind Power Romania SRL) sowie aller nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen ist der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND wird der Jahresabschluss des rumänischen Tochterunternehmens nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. mit von lokalen Nationalbanken veröffentlichten Kursen umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monatsdurchschnittskursen. Differenzen aus der Umrechnung zu Stichtagskursen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen.

Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt:

Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse

Land Währungseinheit Stichtagskurs 31.12.2020 Stichtagskurs 31.12.2021 Durchschnittskurs 2020 Durchschnittskurs 2021
Rumänien 1 € = RON 4,8694 4,9481 4,8370 4,9202

Regulatorische Vermögenswerte und Schulden resultieren aus temporären Mehr-/Mindererlösen aufgrund der vom Regulator festgelegten Netztarife. VERBUND ist mit seinem Geschäftssegment Netz einem solchen durch die Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) regulierten Tarifregime unterworfen.# Im Konzernabschluss von VERBUND werden, so die allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht erfüllt sind, weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regulatorische Schulden passiviert.

Regulatorische Vermögenswerte und Schulden

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

In der Berichtsperiode 2021 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden bzw. wurden von VERBUND frühzeitig angewendet:

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch das IASB (übernommen von der EU) Pflicht zur Anwendung für VERBUND Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND
IFRS 4 Verlängerung des Zeitraums für die vorübergehende Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 25.6.2020 (15.12.2020) 1.1.2021 Keine
IFRS 16 Auf die COVID-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 30.8.2021 (31.8.2021) 1.4.2021 Keine
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Interest Rate Benchmark Reform – Phase 2 27.8.2020 (13.1.2021) 1.1.2021 Keine

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Das IASB hat weiters Standards verabschiedet, die von VERBUND in der Berichtsperiode 2021 noch nicht angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch das IASB (Übernahme durch die EU) Pflicht zur Anwendung für VERBUND Voraussichtliche wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND
IAS 1 Änderung: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 23.1.2020 (offen) 1.1.2023 Keine
IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 Änderung: Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Anwendung des Konzepts der Wesentlichkeit 12.2.2021 (offen) 1.1.2023 Keine
IAS 8 Definition von rechnungslegungs-bezogenen Schätzungen 12.2.2021 (offen) 1.1.2023 Keine

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch das IASB (Übernahme durch die EU) Pflicht zur Anwendung für VERBUND Voraussichtliche wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND
IAS 12 Änderung: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion stammen 7.5.2021 (offen) 1.1.2023 Keine
IFRS 17 Versicherungsverträge 9.12.2021 (offen) 1.1.2023 Keine
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 14.5.2020 (28.6.2021) 1.1.2022 Keine
IAS 16 Änderungen: Sachanlagen — Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 14.5.2020 (28.6.2021) 1.1.2022 Keine
IAS 37 Änderung: Belastende Verträge — Kosten für die Erfüllung eines Vertrags 14.5.2020 (28.6.2021) 1.1.2022 Keine
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Zyklus 2018– 2020 14.5.2020 (28.6.2021) 1.1.2022 Keine

1 Grundlage: EU Endorsement Status Report vom 28. Dezember 2021

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bewertung von Vermögenswerten von VERBUND wird in regelmäßigen Intervallen evaluiert. Dabei arbeitet VERBUND mit Szenarien, die auf Meteorologie und Hydrologie fokussieren. Die klimabezogene Szenarienanalyse wirkt sich direkt auf die Strategie von VERBUND aus, indem der Fokus der Investitionsprogramme vor allem auf die Konstruktion regenerativer Kraftwerke, den Ausbau der Übertragungsnetze und Effizienzmaßnahmen bei bestehenden Kraftwerken gelegt wird. Im Rahmen der evaluierten Klimaszenarien wurden bislang keine signifikanten Bewertungsauswirkungen durch Veränderung der für die Energieerzeugung relevanten Mengen identifiziert. Im Gasbereich beeinflussen Einschätzungen und Annahmen zum Zeitpunkt der politischen Umsetzung der angestrebten CO2-Neutralität die Bewertung diesbezüglicher Vermögenswerte.

Auswirkungen des Klimawandels

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Bewertungseffekte von Energiederivaten

Aufgrund der signifikant angestiegenen Preise am Strom- sowie am Gasmarkt im zweiten Halbjahr 2021 kam es durch die daraus resultierenden hohen Bewertungseffekte sowohl in den Umsatzerlösen als auch in den Bezugsaufwendungen zu deutlichen Verzerrungen in der Darstellung dieser Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Um weiterhin eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung und darüber hinaus die Vergleichbarkeit zu Abschlüssen von Unternehmen aus derselben bzw. ähnlichen Branchen zu gewährleisten, wird die Darstellung der Bewertungsergebnisse von Energiederivaten, die nach IFRS 9 über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, angepasst. Die bislang in den Umsatzerlösen und Bezugsaufwendungen dargestellten Bewertungsergebnisse aus Energiederivaten werden separat in der neuen Position „Bewertung und Realisierung von Energiederivaten“ ausgewiesen. Die Änderung der Bilanzierungsmethode erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv durch Anpassung sämtlicher Vergleichsinformationen.

Anpassungsbeträge in Mio. €

2020 vor Anpassung Anpassung 2020 nach Anpassung
Umsatzerlöse 3.234,6 215,2 3.449,8
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 1.316,6 – 87,8 – 1.404,4
Bewertung und Realisierung von Energiederivaten 0,0 – 127,4 – 127,4
Auswirkung der Anpassung auf das EBITDA 0,0 0,0 0,0

Anpassungsbeträge in Mio. €

2021 vor Anpassung Anpassung 2021 nach Anpassung
Umsatzerlöse 896,9 3.879,8 4.776,6
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 1.536,9 – 4.149,4 – 2.612,6
Bewertung und Realisierung von Energiederivaten 0,0 269,7 269,7
Auswirkung der Anpassung auf das EBITDA 0,0 0,0 0,0

At-Equity-Beteiligungsansatz

KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Die VERBUND AG hält eine direkte Beteiligung (80,54 %) an der VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) sowie gleichzeitig eine indirekte Beteiligung an ebendieser Gesellschaft über den At-Equity konsolidierten Beteiligungsansatz der KELAG. Aufgrund dieser Kreuzbeteiligung und der damit verbundenen wechselseitigen Beziehung („reciprocal interests“) wurde dieser Anteil an VHP, der mittelbar über die Beteiligung an KELAG (entspricht 3,52 %) wieder in den VERBUND-Konzern zurückfließt, eliminiert, um eine doppelte Erfassung dieses Anteils im nach der Equity-Methode bilanzierten Ergebnis zu vermeiden. Die Änderung erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv durch Anpassung sämtlicher Vergleichsinformationen.

Anpassungen gemäß IAS 8

Anpassungsbeträge in Mio. €

1.1.2020 vor Anpassung Anpassung 1.1.2020 nach Anpassung
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen (Bilanz) 332,2 – 60,8 271,3
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen (Bilanz) 680,2 – 60,8 619,4
Auswirkung der Anpassung auf das Konzernergebnis 0,0 0,0 0,0

Anpassungsbeträge in Mio. €

31.12.2020 vor Anpassung Anpassung 31.12.2020 nach Anpassung
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (GuV) 43,3 – 14,5 28,8
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen (GuV) – 92,5 14,5 – 78,0
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen (Bilanz) 722,8 – 66,5 656,2
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen (Bilanz) 349,3 – 66,5 282,7
Auswirkung der Anpassung auf das Periodenergebnis 723,9 – 14,5 709,5
Auswirkung der Anpassung auf das Konzernergebnis 0,0 0,0 0,0

2. Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen

Im Rahmen der Anwendung der IFRS werden dem Abschlussersteller diverse Wahlrechte eingeräumt. Aus diesem Grund muss das Management Ermessensentscheidungen sowie Einschätzungen und Annahmen über künftige Entwicklungen treffen, die Beträge im vorliegenden Konzernabschluss signifikant beeinflussen können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den auf Basis der getroffenen Einschätzungen und Annahmen angesetzten Beträgen abweichen. Die Einschätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die folgenden Ermessensentscheidungen und zukunftsbezogenen Annahmen haben wesentlichen Einfluss auf den Abschluss:

Ermessensentscheidungen und zukunftsbezogene Annahmen

  • Einschätzung der Laufzeit von Leasingverhältnissen (Kapitel 4.3)
  • Bestimmung des Diskontierungszinssatzes für Werthaltigkeitsprüfungen (Kapitel 4.4)
  • Bestimmung der erwarteten Cashflows für Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten (Kapitel 4.4.1)
  • Bestimmung der erwarteten Cashflows für Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken (Kapitel 4.4.2)
  • Bestimmung des Diskontierungszinssatzes für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungen (Kapitel 9.2)
  • Bestimmung der Bewertungsparameter von sonstigen Rückstellungen (Kapitel 9.3)
  • Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeiten von Eventualverbindlichkeiten (Kapitel 13.1)
  • Beurteilung, ob andere Unternehmen von VERBUND beherrscht bzw. gemeinschaftlich geführt werden oder ob VERBUND maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann bzw. ob ein Unternehmen eine gemeinschaftliche Tätigkeit von VERBUND darstellt (Kapitel 13.4)

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

3. Performance im Geschäftsjahr

3.1 Segmentberichterstattung

Gemäß § 8 Abs. 3 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandels- und Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (Management Approach) auszurichten.# Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen daher der internen Berichtsstruktur an den Gesamtvorstand als Hauptentscheidungsträger, wodurch sich die folgende Abgrenzung ergibt:

Abgrenzung der Geschäftssegmente

  • Wasser
  • Erzeugungstechnologie Wasser
  • Neue Erneuerbare Erzeugungstechnologien
    • Wind und Photovoltaik
  • Absatz
    • Handels- und Vertriebsaktivitäten
  • Netz
    • Aktivitäten der Austrian Power Grid AG (APG), Gas Connect Austria GmbH (GCA) sowie Austrian Gas Grid Management AG (AGGM)
  • Alle sonstigen Segmente
    • Thermische Erzeugung
      • Strom- und Wärmeerzeugung der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG aus dem Brennstoff Gas
    • Services
      • Konzerninterne Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH
    • Beteiligungen
      • Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Segmente, die die quantitativen Schwellenwerte nicht überschreiten, werden in der Kategorie „Alle sonstigen Segmente“ zusammengefasst.

Die Spalte „Überleitung/Konsolidierung“ enthält die Aktivitäten der VERBUND AG und der VERBUND Finanzierungsservice GmbH sowie nicht konsolidierte Beteiligungen, die keinem Segment zugeordnet wurden, und auf Konzernebene durchzuführende Konsolidierungen.

Zur Kontrolle und Steuerung der Geschäftssegmente werden die folgenden Kennzahlen berichtet:

Kennzahlen – Segmentberichterstattung

  • EBITDA
    • Interne Performancemessung je Geschäftssegment.
    • Transaktionen zwischen Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet
  • Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
    • Beurteilung des Segments „Beteiligungen“
  • Capital Employed
    • Gesamtvermögen abzüglich Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden

Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten beinhalten Bewertungseffekte aus Energiedividenten, die Auflösung von Baukostenbeiträgen, unbare Rückstellungsveränderungen sowie Abschreibungen auf Primärenergievorräte. Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRS.

Geschäftssegmentdaten in Mio. €

Wasser Neue Erneuerbare Absatz Netz Alle sonstigen Segmente Überleitung/ Konsolidierung Summe Konzern
2021
Außenumsatz 101,2 96,0 3.316,8 1.215,4 44,1 3,1 4.776,6
Innenumsatz 1.364,3 30,4 548,7 31,5 339,3 2.314,1
Gesamtumsatz 1.465,5 126,4 3.865,5 1.246,9 383,4 4.776,6
EBITDA 1.106,0 53,3 59,6 331,3 72,5 1.579,0
Abschreibungen – 217,6 – 26,6 – 2,0 – 153,4 – 417,3
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (operatives Ergebnis) 32,2 57,7 0,0 0,0 24,0 105,1
Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten 35,3 0,1 31,3 11,2 0,8
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,3 0,3 2,0 0,2 36,0 0,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Finanzergebnis) 16,8 0,0 0,0 18,3 0,0 0,0
Capital Employed 5.920,6 455,2 1.609,0 2.647,8 512,6 31,9 11.177,0
davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 22,1 1,5 12,5 77,9 289,9 0,0 404,1
Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen 1 320,5 114,4 12,1 405,4 12,9 3,1 868,3
Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 2 0,0 0,0 9,8 0,0 0,0 0,0 9,8

1 exkl. Zugänge aus Unternehmenserwerben in Höhe von 722,5 Mio. €
2 exkl. Zugänge aus Unternehmenserwerben in Höhe von 107,2 Mio. €

Geschäftssegmentdaten in Mio. €

Wasser Neue Erneuerbare Absatz Netz Alle sonstigen Segmente Überleitung/ Konsolidierung Summe Konzern
2020
Außenumsatz 109,6 85,8 2.529,1 701,1 21,2 3,0 3.449,8
Innenumsatz 1.157,7 24,8 209,5 29,3 163,6 1.584,9
Gesamtumsatz 1.267,4 110,6 2.738,5 730,4 184,8 3.449,8
EBITDA 926,8 58,9 75,5 232,4 37,9 1.292,8
Abschreibungen – 214,5 – 24,7 1,6 – 118,4 – 378,8
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (operatives Ergebnis) – 8,8 32,9 0,0 0,0 – 16,1 0,0 7,9
Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten 56,0 0,0 2,6 7,9 5,5 1,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,7 0,1 0,2 0,1 28,1 0,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Finanzergebnis) 3,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Capital Employed 5.985,3 419,5 168,2 1.651,6 412,6 44,7 8.681,9
davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 5,0 1,3 9,7 1,4 265,4 0,0 282,7
Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen 251,9 5,6 10,1 371,7 13,1 3,9 656,3
Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

Das EBITDA in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND. Die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden.

Überleitungsrechnung vom Capital Employed zur Bilanzsumme in Mio. €

2020 2021
Capital Employed 8.681,9 11.177,0
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes Vermögen 929,6 3.599,6
Unverzinsliche Schulden 2.376,2 2.335,0
Summe der Vermögenswerte von VERBUND 11.987,7 17.111,6

Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich. Die Angaben sind im Kapitel 3.2.1 „Umsatzerlöse“ dargestellt. Es gibt keinen einzelnen Kunden von VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10 % der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.

Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen in Mio. €

2020 2021
Immaterielles und Sachanlagevermögen 10.075,8 11.460,8
davon in Österreich 7.287,6 8.476,4
davon in Deutschland 2.627,0 2.673,0
davon in restlichen EU-Staaten 161,2 311,5
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 282,7 404,1
davon in Österreich 280,7 385,1
davon in anderen Staaten 1 2,0 19,0

1 Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die die Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk hält.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

VERBUND erzielt im Wesentlichen Erlöse aus Verträgen mit Kunden aus der Lieferung von Strom und Gas, durch den Betrieb des österreichischen Stromübertragungsnetzes sowie des Gasfernleitungs- bzw. –verteilnetzes. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dieser Erlöse werden in den folgenden Tabellen dargestellt:

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Zahlungsziel Signifikante Finanzierungskomponente
Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler sowie Energieversorgungsunternehmen 20 Tage Nein
Industriekunden 14– 60 Tage Nein
Gewerbekunden 14 Tage Nein
Haushaltskunden 14 Tage Nein
Erlöse durch den Betrieb des österreichischen Gasfernleitungs- bzw. -verteilnetzes 15 Tage Nein
Erlöse durch den Betrieb des österreichischen Stromübertragungsnetzes 14 Tage Nein

Bewertung von Verträgen mit Kunden nach IFRS 15

Art des Vertrags Leistung/ Gegenleistung Umsatzrealisierung Besonderheiten
Verträge mit Kunden zur Lieferung von Strom und Gas Bei den Verträgen zur Lieferung von Strom und Gas setzt sich die erhaltene Gegenleistung in der Regel aus einem Leistungs- und einem Arbeitspreis zusammen. Während der Arbeitspreis von der bezogenen Menge an Strom und Gas abhängt, ist der Leistungspreis davon unabhängig. Die Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND seinen Bemühungen hinsichtlich der Lieferung von Strom und Gas nachgekommen ist (der Kunde also jederzeit Strom bzw. Gas beziehen konnte bzw. bezogen hat) und ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung besteht. Zum Teil werden bei Verträgen zur Lieferung von Strom und Gas dem Kunden auch Netzkosten in Rechnung gestellt. Da VERBUND die Kontrolle über die Netzdienstleistungen vor Übertragung an den Kunden nicht kontrolliert, ist VERBUND in Bezug auf diese Leistungen als Agent anzusehen. Für die Netzdienstleistungen erfolgt daher keine Umsatzrealisierung.
Verträge mit Kunden durch den Betrieb des österreichischen Stromübertragungsnetzes Die Leistungen umfassen im Wesentlichen System-, Regel- und Ausgleichsenergie- sowie Engpassmanagement- und Redispatch-Dienstleistungen. Die erhaltene Gegenleistung für diese Leistungen hängt überwiegend vom Stromverbrauch der Kunden bzw. den Kosten, die für die jeweiligen Leistungen bei VERBUND entstanden sind, ab. Die Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung hat. Die Übertragung der Kontrolle erfolgt über den Zeitraum der Leistungserbringung. keine
Verträge mit Kunden durch den Betrieb des österreichischen Gasfernleitungs- bzw. -verteilnetzes Die Leistungen umfassen die Vermarktung und die Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten, sogenannte Entry- und Exit-Kapazitäten, von Transportkapazitäten für im Inland benötigtes Erdgas sowie Dispatching- und sonstige Dienstleistungen. Die Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung hat. Die Übertragung der Kontrolle erfolgt über den Zeitraum der Leistungserbringung. keine

Umsatzerlöse nach Segmenten in Mio.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

3.2.1 Stromerlöse

€ 2020 2021 2020 2021 2020 2021
Inland Inland Ausland Ausland Summe Summe
Stromerlöse Weiterverteiler 64,2 56,3 35,2 35,4 99,5 91,8
Stromerlöse Händler 0,2 0,4 3,6 2,9 3,8 3,2
Stromerlöse – Segment Wasser 64,4 56,7 38,8 38,3 103,2 95,0
Stromerlöse Weiterverteiler 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stromerlöse Händler 14,2 11,3 0,2 29,1 14,4 40,4
Stromerlöse Endkunden 0,0 0,0 40,7 38,5 40,7 38,5
Stromerlöse – Segment Neue Erneuerbare 14,2 11,3 40,9 67,6 55,1 78,9
Stromerlöse Weiterverteiler 521,8 801,1 401,0 527,3 922,8 1.328,5
Stromerlöse Händler 308,2 740,1 677,5 143,0 985,7 883,0
Stromerlöse Endkunden 290,5 560,0 265,7 425,5 556,2 985,5
Stromerlöse – Segment Absatz 1.120,5 2.101,2 1.344,2 1.095,8 2.464,7 3.197,0
Stromerlöse Weiterverteiler 127,1 115,2 57,1 331,5 184,2 446,7
Stromerlöse Händler 6,3 7,7 0,6 7,9 6,8 15,6
Stromerlöse – Segment Netz 133,4 122,9 57,7 339,4 191,0 462,3
Stromerlöse – Alle sonstigen Segmente 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stromerlöse – Überleitung 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe der Stromerlöse 1.332,5 2.292,2 1.481,5 1.541,1 2.814,0 3.833,3
Netzerlöse Energie- versorgungsunternehmen 322,0 442,0 22,0 8,3 344,0 450,3
Netzerlöse Industriekunden 3,9 7,1 0,0 0,0 3,9 7,1
Netzerlöse Übrige 39,8 105,8 109,7 171,8 149,4 277,6
Summe der Netzerlöse – Segment Netz 365,7 554,9 131,6 180,1 497,3 735,0
Sonstige Erlöse – Segment Wasser 6,4 6,2
Sonstige Erlöse – Segment Neue Erneuerbare 30,7 17,1
Sonstige Erlöse – Segment Absatz 64,4 119,7
Sonstige Erlöse – Segment Netz 12,8 18,1
Sonstige Erlöse – Alle sonstigen Segmente 21,2 44,1
Sonstige Erlöse – Überleitung 3,0 3,1
Summe der sonstigen Erlöse 138,4 208,4
Summe der Umsatzerlöse 3.449,8 4.776,6

In der Berichtsperiode 2021 wurden 4,4 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €) an Bewertungen und Realisierungen von derivativen Finanzinstrumenten im Trading-Bereich als Umsatzerlös erfasst. Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, werden die Energiehandelsumsätze netto ausgewiesen, d. h. Realisierungen und Bewertungen werden jeweils saldiert dargestellt. In den Stromerlösen wurden dadurch – 1.718,6 Mio. € (Vorjahr: 2.258,3 Mio. €) an Aufwendungen saldiert dargestellt, in den sonstigen Erlösen 663,4 Mio. € (Vorjahr: 572,1 Mio. €).

3.2.2 Sonstige Erlöse

Sonstige Erlöse in Mio. € 2020 2021
Verkauf von Gas 41,9 75,0
Verkauf von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten 45,4 39,8
Fernwärmelieferungen 16,2 39,7
Consulting- und Projektierungsleistungen sowie sonstige Leistungsverrechnungen 17,4 20,0
Übrige 17,5 33,9
Sonstige Erlöse 138,4 208,4

3.2.3 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge in Mio. € 2020 2021
Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen 41,8 54,9
(Versicherungs-)Entschädigungen ¹ 1,8 20,3
Diverse Lieferungen und Leistungen 7,0 10,8
Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1,7 2,6
Miet- und Pachterträge 4,5 2,1
Übrige 20,8 6,9
Sonstige betriebliche Erträge 77,5 97,4

¹ In der Berichtsperiode 2021 wurden Versicherungsentschädigungen in Höhe von rund 17,5 Mio. €, aufgrund von Sachschäden infolge eines Unfalls auf dem Gelände der Erdgasstation Baumgarten im Jahr 2017 erfasst.

3.2.4 Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug in Mio. € 2020 2021
Aufwendungen für Strombezug 1.314,2 2.463,7
Aufwendungen für Gasbezug 28,2 83,2
Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung) 59,5 54,8
Aufwendungen für den Bezug von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten 2,0 1,7
Emissionszertifikatebezug (Handel) 0,4 9,3
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 1.404,4 2.612,6

3.2.5 Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen

Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen in Mio. € 2020 2021
Erdgaseinsatz 27,4 192,8
Sonstige umsatzabhängige Aufwendungen 19,0 24,8
Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate 14,9 23,9
Kohleeinsatz 16,8 0,0
Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 0,8 8,6
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen 78,8 250,1

3.2.6 Personalaufwand

Personalaufwand in Mio. € 2020 2021
Löhne und Gehälter 264,0 290,3
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 58,2 65,2
Sonstige Sozialaufwendungen 3,4 5,2
Zwischensumme 325,6 360,7
Aufwendungen für Altersversorgung 17,9 18,7
Aufwendungen für Abfertigungen 4,2 4,3
Personalaufwand 347,6 383,7

Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen in der Berichtsperiode 2021 insgesamt 7,6 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €). Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten insgesamt 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeiter- vorsorgekasse.

3.2.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen in Mio. € 2020 2021
Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte 87,8 104,9
Sonstige Leistungen durch Dritte 29,9 45,4
Informatikaufwand 25,9 34,9
Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen 19,2 19,9
Werbeaufwendungen 15,4 16,1
Kosten für beigestelltes Personal 14,9 14,1
Entschädigungsleistungen 12,9 10,2
Materialaufwand für Instandhaltung und Kfz-Betrieb 6,0 6,7
Aufwand für Aufsicht durch E-Control 11,7 14,1
Reisespesen, Fortbildung 6,3 7,5
Betriebskosten 5,0 5,3
Bezogene Telekommunikationsdienstleistungen 4,9 4,0
Gebühren 4,4 7,6
Versicherungen 4,0 4,9
Mitgliedsbeiträge 2,9 3,1
Konzessionsabgaben 2,7 2,7
Benützungsentgelte 2,3 3,3
Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1,2 1,6
Übrige 18,9 12,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 276,3 318,3

3.2.8 Bewertung von Energiederivaten

Bewertung und Realisierung von Energiederivaten in Mio. € 2020 2021
Realisierungen Futures – 49,7 1.041,7
davon positiv 174,5 2.129,7
davon negativ – 224,2 – 1.088,0
Bewertungen – 77,7 – 772,0
davon positiv 297,4 3.030,7
davon negativ – 375,1 – 3.802,7
Bewertung und Realisierung von Energiederivaten – 127,4 269,7

3.2.9 Planmäßige Abschreibungen

Planmäßige Abschreibungen in Mio. € 2020 2021
Abschreibungen auf Sachanlagen 334,7 375,3
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 35,5 29,6
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 8,7 12,4
Planmäßige Abschreibungen 378,8 417,3

3.2.10 Wertminderungen und Wertaufholungen

Wertminderungen und Wertaufholungen in Mio. € 2020 2021
Windparks Rumänien ¹ 32,9 58,3
Gas-Kombikraftwerk Mellach ¹ – 15,3 25,2
Abgegrenzte Zuschüsse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach ¹ 0,4 – 0,7
Speichergruppe Malta und Reisseck ² 0,0 11,7
Speichergruppe Zemm Ziller ² 0,0 9,0
Laufwasserkraftwerk Gries ² – 6,6 6,6
Abgegrenzte Baukostenbeiträge für das Laufwasserkraftwerk Gries ² 1,0 – 1,1
Baukostenbeiträge Murkraftwerk Graz ² – 3,2 6,0
Firmenwert Gas Connect Austria ³ 0,0 – 8,8
Übrige – 1,2 – 1,1
Wertminderungen und Wertaufholungen 7,9 105,1

¹ siehe Kapitel 4.4.2 „Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerken“ für Details zu den Wertänderungen der Windparks Rumänien sowie des Gas-Kombikraftwerks Mellach
² In der Berichtsperiode 2021 war die Werthaltigkeit der Laufwasserkraftwerke, der Baukostenbeiträge für die Laufwasserkraftwerke Gries und Graz sowie der Speichergruppen Malta- Reißeck und Zemm-Ziller aufgrund aktualisierter Strompreisprognosen sowie des aktualisierten Diskontierungszinssatzes zu überprüfen
³ siehe Kapitel 4.4.1 „Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten“ für Details zur Wertänderung des Firmenwerts Gas Connect Austria

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen resultiert im Wesentlichen aus der KELAG, die in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme tätig ist.

3.2.11 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Sonstiges Beteiligungsergebnis in Mio. € 2020 2021
Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 4,3 12,0
Erträge aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 6,5 8,1
Aufwendungen aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen – 0,6 – 0,5
Sonstiges Beteiligungsergebnis 10,3 19,5

Zinsertrag

Zinsertrag in Mio. € 2020 2021
Zinsen aus Finanzanlagen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen 30,3 30,9
Zinsen aus Geldmarktgeschäften 0,3 0,7
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,6 6,7
Zinsertrag 32,1 38,4

Zinsaufwand

Zinsaufwand in Mio. € 2020 2021
Zinsen für Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen 30,3 30,9
Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferverpflichtungen 14,6 13,7
Zinsen für Anleihen 12,1 10,9
Zinsen für Bankkredite 8,4 7,5
Zinsen für eine Anteilsrückgabeverpflichtung 7,7 6,5
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen 6,3 5,6
Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen 1,2 1,2
Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten – 5,1 – 4,9
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5,7 6,4
Zinsaufwand 81,0 77,8

Übriges Finanzergebnis

Übriges Finanzergebnis in Mio. € 2020 2021
Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung ¹ 32,9 – 23,3
Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen 2,2 3,7
Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten im Finanzbereich 1,4 2,4
Fremdwährungskursgewinne 0,0 0,1
Fremdwährungskursverluste – 0,2 – 0,1
Bewertung von nicht derivativen Finanzinstrumenten – 4,2 0,0
Übrige 0,6 1,4
Übriges Finanzergebnis 32,8 – 15,8

¹ Die Verpflichtung zur unentgeltlichen Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an den Freistaat Bayern wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der erwartete beizulegende Zeitwert der Anteile zum Rückübertragungszeitpunkt (31. Dezember 2050) wird periodisch ermittelt und unter Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes (dieser entspricht den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zum Erwerbszeitpunkt) diskontiert. Änderungen bezüglich des erwarteten beizulegenden Zeitwerts der Anteile werden im übrigen Finanzergebnis erfasst.## 3.2.12 Sonstiges Beteiligungsergebnis

3.2.13 Zinsertrag

3.2.14 Zinsaufwand

3.2.15 Übriges Finanzergebnis

Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen.

Die Wertaufholung im Finanzergebnis betraf sowohl in der Berichtsperiode 2021 als auch im Vorjahr die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Die Aktualisierung der Strompreisprognosen sowie die per 31. Dezember 2021 angepassten Diskontierungszinssätze waren Anlass für eine Werthaltigkeitsprüfung.

Werthaltigkeitsprüfung Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH

31.12.2020 31.12.2021
Zahlungsmittel- generierende Einheit Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und EVN AG, das eine 100 %ige Beteiligung an der Energji Ashta Shpk hält, die wiederum ein 2-stufiges Hydromatrix- Kraftwerk (installierte Leistung: 53 MW) in Albanien betreibt Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und EVN AG, das eine 100 %ige Beteiligung an der Energji Ashta Shpk hält, die wiederum ein 2-stufiges Hydromatrix-Kraftwerk (installierte Leistung: 53 MW) in Albanien betreibt
Anhaltspunkte für eine (Verringerung der) Wertminderung Aktualisierte Strompreisprognosen sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz Aktualisierte Strompreisprognosen sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der Energji Ashta Shpk Planungen der Energji Ashta Shpk
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 242 GWh Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 242 GWh
Preisgerüst 2021– 2028: Strompreise gemäß Abnahmevertrag mit KESH
2029– 2043: interne Preisprognosen
2022– 2028: Strompreise gemäß Abnahmevertrag mit KESH
2029– 2043: interne Preisprognosen
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 1 Jahr; Grobplanungsphase: 22 Jahre (langfristige Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen bei Wasserkraftwerken) Detailplanungsphase: 1 Jahr; Grobplanungsphase: 21 Jahre (langfristige Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen bei Wasserkraftwerken)
Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreisprognosen und Diskontierungszinssatz Strompreisprognosen und Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern ¹ WACC nach Steuern (2021– 2028): 9,75 %
WACC nach Steuern (2029– 2043): 10,75 %
WACC nach Steuern (2022– 2028): 7,75 %
WACC nach Steuern (2029– 2043): 8,50 %
Erzielbarer Betrag 2,0 Mio. € 18,9 Mio. €
Wertaufholung der Periode 3,4 Mio. € 16,8 Mio. €

¹ In der Berichtsperiode 2021 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 9,37 % (Vorjahr: 11,60 %).

Sensitivitätsanalyse für Astha Beteiligungsverwaltung GmbH

31.12.2021
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme
Strompreis ² 73,2 € pro MWh ± 5 %
Diskontierungszinssatz nach Steuern 7,75 % (8,5 %) ± 0,25 PP

¹ In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen.
² Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Sensitivitätsanalyse für Astha Beteiligungsverwaltung GmbH

31.12.2020
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme
Strompreis ² 62,2 € pro MWh ± 5 %
Diskontierungszinssatz nach Steuern 9,75 % (10,75 %) ± 0,25 PP

¹ In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen.
² Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Die Wertminderung im Finanzergebnis betraf in der Berichtsperiode 2021 die nach der Equity- Methode bilanzierte Beteiligung an TAG. Wesentliche Veränderungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der signifikante Anstieg der Strom- und Gaspreise, waren Anlass für eine Werthaltigkeitsprüfung.

Werthaltigkeitsprüfung Trans Austria Gasleitung GmbH

31.12.2021
Zahlungsmittel- generierende Einheit Trans Austria Gasleitung GmbH, österreichischer Fernleitungsnetzbetreiber
Basis für erzielbaren Betrag Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der Trans Austria Gasleitung GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Kapazitätsbuchungen
Preisgerüst Per Verordnung vom Regulator veröffentlichte Tarife
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 5 Jahre; Grobplanungsphase: 5 Jahre zuzüglich Regulatory Asset Base (RAB) als Exit Value
Wesentliche Bewertungsannahmen Regulatorische Verzinsung der RAB
Diskontierungszinssatz nach Steuern
Die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes erfolgt auf Basis der regulatorischen Rahmenbedingungen
Erzielbarer Betrag 51,6 Mio. €
Wertminderung der Periode – 18,3 Mio. €

¹ Impairmenttest per 31. Dezember 2021, nach erstmaliger Erfassung der Trans Austria Gasleitung GmbH im Rahmen des Erwerbs der Gas Connect Austria GmbH per 31. Mai 2021

Sensitivitätsanalyse für Trans Austria Gasleitung GmbH

31.12.2021
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme
Diskontierungszinssatz nach Steuern (siehe Tabelle oben) ± 0,25 PP

Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25,0 %. Von den vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet:

Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen in % 2020 2021
Österreich 25,0 25,0
Deutschland – Personengesellschaften ¹ 28,6 28,6
Spanien 25,0
Deutschland – Kapitalgesellschaften ¹ 24,23– 32,98 24,23– 32,43
Rumänien 16,0 16,0

¹ Der angegebene Ertragsteuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist.

Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen; der Gruppenträger ist die VERBUND AG. Der Steuervorteil aus einer Firmenwertabschreibung (§ 9 Abs. 7 Körperschaftsteuergesetz (KStG) 1988) innerhalb der Unternehmensgruppe wird als temporäre Differenz bei Anteilen an Tochterunternehmen (Outside Basis Difference) behandelt.

Ertragsteuern in Mio. € 2020 2021
Aufwand für laufende Ertragsteuern ¹ 155,1 250,0
Aufwand für zukünftige Nachversteuerungen von Verlustübernahmen ausländischer Gruppenmitglieder 4,2 5,2
Aufwand für latente Ertragsteuern 79,6 24,1
Ertragsteuern 238,9 279,4

¹ Im Aufwand für laufende Ertragsteuern sind aperiodische Anpassungen in Höhe von – 1,2 Mio. € (Vorjahr: – 4,6 Mio. €) enthalten.

3.2.17 Ertragsteuern

Steuerüberleitungsrechnung in Mio. € 2020 2021
Rechnerischer Ertragsteueraufwand 237,1 316,1
Steuerfreie Beteiligungserträge – 6,1 – 9,4
Abweichende Steuersätze – 4,5 – 8,9
Unterschiede aus Personengesellschaften 0,9 – 6,5
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – 2,7 – 4,3
Werthaltigkeitsprüfungen von nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen Beteiligungen – 0,8 – 4,2
Mangels Verwertbarkeit nicht besteuerte Ergebnisse – 4,6 1,5
Steuerliche Firmenwertabschreibungen – 2,9 – 2,9
Firmenwertabschreibung IFRS 0,0 2,2
Sonstige Posten < 2 Mio. € 1,7 – 1,2
Ertragsteueraufwand der Periode 218,0 282,3
Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) 20,9 – 2,9
Erfasster Ertragsteueraufwand 238,9 279,4
Effektivsteuersatz 25,2 % 22,1 %
Ermittlung des Ergebnisses je Aktie in Mio. € 2020 2021
Periodenergebnis 709,5 985,1
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis – 78,0 – 111,5
Konzernergebnis 631,4 873,6
Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl 347.415.686 347.415.686
Ergebnis je Aktie in € ¹ 1,82 2,51

¹ Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander.

3.2.18 Ergebnis je Aktie

3.3 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung in Mio.# € 2020 2021 Bewertungsergebnis im Eigenkapital – 3,6 – 3,5 Differenzen aus der Währungsumrechnung – 3,6 – 3,5 Bewertungsergebnis im Eigenkapital 1 – 92,7 – 1.897,4 Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung – 78,7 77,5 Bewertungen von Cashflow Hedges – 171,4 – 1.819,9 Bewertungsergebnis im Eigenkapital – 0,6 – 11,9 Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 0,6 – 11,9 Sonstiges Ergebnis – 175,6 – 1.835,3 1 Davon betreffen – 4,9 Mio. € (Vorjahr: – 2,8 Mio. €) Kosten aus der Absicherung mit Optionen (siehe Kapitel 5.2 „Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen“).

Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis in Mio. €

Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen 13,8 – 3,3 10,5 86,5 – 22,0 64,4
Bewertungen von Finanzinstrumenten 6,0 – 1,5 4,5 23,5 – 5,9 17,6
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 9,0 – 9,0 5,1 5,1
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 10,9 – 4,8 6,0 115,0 – 27,9 87,1
Differenzen aus der Währungsumrechnung – 3,6 – 3,6 – 3,5 – 3,5
Bewertungen von Cashflow Hedges – 171,4 42,9 – 128,6 – 1.819,9 455,0 – 1.364,9
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 0,6 – 0,6 – 11,9 – 11,9
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden – 175,6 42,9 – 132,8 – 1.835,3 455,0 – 1.380,3
Sonstiges Ergebnis – 164,8 38,0 – 126,7 – 1.720,3 427,1 – 1.293,2

3.3.1 Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung

3.3.2 Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis

226

3.4 Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammen-
setzung des Fonds der liquiden Mittel ist in Kapitel 6 „Working Capital“ ersichtlich. In Zusammenhang mit Zugängen zu immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden offene Posten an kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 137,5 Mio. € (Vorjahr: 127,3 Mio. €).

Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. €

2020 2021
Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG – 239,7 – 260,6
Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile – 42,8 – 58,8

4. Langfristige Vermögenswerte

4.1 Immaterielle Vermögenswerte

Firmenwerte
Firmenwerte sind nicht planmäßig abzuschreiben, sondern gemäß IAS 36 mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen (siehe Kapitel 4.4.1 „Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten“). Zusätzlich erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Konzernzwischenabschlusses eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre. Software wird über 4 Jahre abgeschrieben.

Forschungs- und Entwicklungskosten
Gemäß IAS 38 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 2,4 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) aktiviert. In der Berichtsperiode 2021 wurden Ausgaben für Forschung in Höhe von insgesamt 11,3 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €) ergebniswirksam erfasst.

3.4.1 Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungs-

tätigkeit
227JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Emissionszertifikate
Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 38, IAS 20 und IAS 37. Die Emissionszertifikate werden zum beizulegenden Zeitwert (unentgeltlich zugeteilte Zertifikate) oder zu den Anschaffungskosten (entgeltlich erworbene Zertifikate) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts ein Passivposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird durch eine sonstige Verbindlichkeit berücksichtigt. Bei einer Unter-
deckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der fehlenden Emissionszertifikate. Die Bewertung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Immaterielle Vermögenswerte in Mio. €

Konzessionen, Rechte, Lizenzen Firmenwerte Summe
2021
Anschaffungskosten zum 1.1. 183,0 766,8 949,8
Währungsdifferenzen – 0,1 0,0 – 0,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 63,4 88,5 151,9
Zugänge 25,5 0,0 25,5
Abgänge – 6,9 0,0 – 6,9
Umbuchungen 0,9 0,0 0,9
Anschaffungskosten zum 31.12. 265,8 855,3 1.121,1
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 102,5 179,1 281,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 37,4 0,0 37,4
Abschreibungen 12,4 0,0 12,4
Wertminderungen 0,0 8,8 8,8
Wertaufholungen – 6,6 0,0 – 6,6
Abgänge – 1,2 0,0 – 1,2
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 144,5 187,9 332,4
Nettobuchwert zum 31.12. 121,3 667,4 788,7
Nettobuchwert zum 1.1. 80,5 587,7 668,1

4.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

228

Immaterielle Vermögenswerte in Mio. €

Konzessionen, Rechte, Lizenzen Firmenwerte Summe
2020
Anschaffungskosten zum 1.1. 162,5 766,8 929,3
Währungsdifferenzen – 0,1 0,0 – 0,1
Zugänge 27,8 0,0 27,8
Abgänge – 7,1 0,0 – 7,1
Umbuchungen – 0,1 0,0 – 0,1
Anschaffungskosten zum 31.12. 183,0 766,8 949,8
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 98,1 179,1 277,2
Abschreibungen 8,7 0,0 8,7
Wertminderungen 3,2 0,0 3,2
Wertaufholungen – 0,4 0,0 – 0,4
Abgänge – 7,0 0,0 – 7,0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 102,5 179,1 281,7
Nettobuchwert zum 31.12. 80,5 587,7 668,1
Nettobuchwert zum 1.1. 64,4 587,7 652,1

4.2 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2021 rund 1,9 % (Vorjahr: rund 2,5 %). Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:

Nutzungsdauer in Jahren

  • Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten: 10 – 50
  • Wasserbauten: 20 – 100
  • Gasleitungen: 30
  • Maschinelle Anlagen: 10 – 80
  • Elektrische Anlagen: 3 – 50
  • Leitungen: 50
  • Betriebs- und Geschäftsausstattung: 4 – 10

Die erwartete Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken wird unabhängig von den Laufzeiten wasserrechtlicher Bewilligungen bestimmt, weil davon auszugehen ist, dass diese Bewilligungen nach Ablauf wieder erteilt werden. Dies gilt aufgrund von Erfahrungswerten auch für jene bayerischen
229JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Laufwasserkraftwerke, bei denen ein Heimfallsrecht zugunsten des Freistaats Bayern besteht. Auch die erwartete Nutzungsdauer des Donaukraftwerks Jochenstein wurde unabhängig von der bestehenden Rückgabeverpflichtung im Jahr 2050 (siehe Kapitel 8.2 „Langfristige sonstige Verbindlichkeiten“) bestimmt, da erwartet wird, dass VERBUND auch über das Jahr 2050 hinaus Eigentümer und Betreiber des Donaukraftwerks Jochenstein sein wird. Gemäß IAS 36 wird bei Sachanlagen die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhalts-
punkte für eine Wertminderung erkannt werden (siehe Kapitel 4.4 „Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte“).

Sachanlagen in Mio. €

Grund- stücke und Bauten Maschi- nelle Anlagen Elektri- sche Anlagen Lei- tungen Betriebs - und Ge- schäfts- aus- stattung Gas- lei- tungen Anlagen in Bau und Projekte Summe
2021
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. 7.788,3 4.603,6 3.696,2 1.535,9 202,8 0,0 856,5 18.683,0
Währungsdifferenzen – 0,5 – 4,5 – 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 – 5,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 149,1 182,6 7,8 0,0 187,8 754,5 39,3 1.321,0
Zugänge 21,6 32,9 65,9 19,4 21,2 10,7 671,2 842,8
Abgänge – 9,9 – 33,4 – 51,6 – 0,9 – 8,5 – 0,4 – 0,6 – 105,3
Umbuchungen 44,3 112,5 193,0 3,8 – 151,6 – 4,1 – 198,4 – 0,4
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. 7.992,8 4.893,6 3.911,1 1.558,2 251,7 760,8 1.367,9 20.735,9
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 3.280,5 2.675,6 2.343,9 825,8 149,4 0,0 0,3 9.275,4
Währungsdifferenzen 0,0 – 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 – 2,3
Zugänge aus Unternehmenserwerben 48,8 101,4 0,2 0,0 130,3 341,9 1,9 624,5
Abschreibungen 96,2 98,7 121,9 30,1 13,6 14,8 0,0 375,3
Wertminderungen 0,3 0,2 0,1 0,0 0,0 0,0 0,5 1,1
Wertaufholungen – 46,4 – 53,1 – 9,3 – 1,0 0,0 0,0 – 0,4 – 110,2
Abgänge – 9,5 – 30,6 – 51,0 0,0 – 8,4 – 0,3 0,0 – 99,8
Umbuchungen 0,1 65,8 44,5 0,0 – 109,8 – 4,5 3,9 0,0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 3.370,0 2.855,6 2.450,2 854,9 175,1 351,9 6,2 10.063,8
Nettobuchwert zum 31.12. 4.622,8 2.038,0 1.461,0 703,3 76,5 408,9 1.361,6 10.672,1
Nettobuchwert zum 1.1. 4.507,8 1.928,0 1.352,3 710,1 53,4 0,0 856,2 9.407,6

4.2.1 Sachanlagen

230

Sachanlagen in Mio. €

Grund- stücke und Bauten Maschi- nelle Anlagen Elektri- sche Anlagen Lei- tungen Betriebs- und Ge- schäfts- aus- stattung Anlagen in Bau und Projekte Summe
2020
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. 7.788,3 4.603,6 3.696,2 1.535,9 202,8 856,5 18.683,0
# 7.678,9 4.566,4 3.614,2 1.398,6 191,6 639,0 18.088,5
Währungsdifferenzen – 0,6 – 5,3 – 0,1 0,0 0,0 0,0 – 6,0
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3 0,0 0,3
Zugänge 42,3 22,2 53,9 37,6 15,7 456,7 628,5
Abgänge – 5,2 – 1,2 – 14,8 0,0 – 5,3 – 1,8 – 28,4
Umbuchungen 72,8 21,4 43,0 99,8 0,4 – 237,4 0,1
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. 7.788,3 4.603,6 3.696,2 1.535,9 202,8 856,5 18.683,0
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 3.189,2 2.608,8 2.242,0 797,5 139,3 0,9 8.977,7
Währungsdifferenzen – 0,2 – 3,1 – 0,1 0,0 0,0 0,0 – 3,4
Abschreibungen 91,9 87,3 112,7 27,8 14,9 0,0 334,7
Wertminderungen 8,3 10,7 3,2 0,5 0,0 0,4 23,1
Wertaufholungen – 4,1 – 27,7 – 0,8 0,0 0,0 0,0 – 32,5
Abgänge – 4,7 – 0,4 – 13,2 0,0 – 5,2 – 1,0 – 24,4
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 3.280,5 2.675,6 2.343,9 825,8 149,4 0,3 9.275,4
Nettobuchwert zum 31.12. 4.507,8 1.928,0 1.352,3 710,1 53,4 856,2 9.407,6
Nettobuchwert zum 1.1. 4.489,7 1.957,6 1.372,1 601,0 52,3 638,0 9.110,8

231

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Zugänge in Mio. €

2020 2021
380-kV-Salzburgleitung 109,6 166,2
Kraftwerk Töging neu 66,4 78,4
Netzraum Weinviertel 64,7 59,5
Kraftwerk Kaprun - Limberg III 14,4 41,8
Kraftwerk Malta: Effizienzsteigerung 15,7 28,7
Pumpkraftwerk Reißeck 2,3 21,2
Reschenpassleitung 7,0 17,1
Generalsanierung Leitungen 3,0 15,4
Generalerneuerung Umspannwerke 23,2 14,3
Automatisierung Wasserkraftwerke 35,6 13,9
Kraftwerk Ybbs Erneuerungen 14,0 13,0
Kraftwerk Kaprun Effizienzsteigerung 14,4 11,8
Effizienzsteigerung Ottensheim 2,1 9,1
Generalerneuerung 220-kV-Leitung St. Peter – Ernsthofen 33,8 0,0
Kraftwerk Mayrhofen: Erneuerung Laufräder, Untere-Tuxbach-Überleitung 17,8 0,0
Umspannwerk Villach Süd: 220/110-kV-Netzabstützung 13,6 0,0
Sonstige Zugänge jeweils < 10,0 Mio. € 190,9 352,4
Zugänge zu den Sachanlagen 628,5 842,8

Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand

Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst.

Baukostenbeiträge

Baukostenbeiträge, die insbesondere von strombezugsberechtigten Landesenergiegesellschaften z. B. für Kraftwerksprojekte geleistet werden, führen zur Bildung eines Passivpostens. Mit der Leistung des Baukostenbeitrags erhalten die Strombezugsberechtigten die Möglichkeit, im Ausmaß ihres Anteils Strom gegen Ersatz der Produktionskosten zu beziehen. Der Passivposten wird daher entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam in den Umsatzerlösen aufgelöst. Der Auflösungsbetrag in den Umsatzerlösen belief sich in der Berichts- periode auf 25,1 Mio. € (Vorjahr: 25,8 Mio. €).

Baukostenbeiträge und Zuschüsse in Mio. €

2020 2021
Baukostenbeiträge 719,8 744,1
Zuschüsse der öffentlichen Hand 41,2 44,2
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 761,0 788,4

232

4.2.2 Baukostenbeiträge und Zuschüsse

4.3 Leasingverhältnisse

Die Leasingverhältnisse von VERBUND umfassen im Wesentlichen Vereinbarungen über die Bereit- stellung von Kraftwerken, Gebäuden, Grundstücken, Leitungen und Fahrzeugen.

Erstansatz von Leasingverhältnissen

VERBUND beurteilt zu Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Handelt es sich um ein Leasingverhältnis, wird zu Beginn ein Nutzungsrecht aktiviert sowie eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Die Höhe des Nutzungsrechts entspricht zum Zeitpunkt der Erst- erfassung des Vertrags dem Betrag der Leasingverbindlichkeit, angepasst u. a. um etwaige anfängliche direkte Kosten des Leasingnehmers, Vorauszahlungen, Leasinganreize (Lease Incentives) oder Rückbauverpflichtungen. Der Buchwert der Leasingverbindlichkeit ergibt sich durch die Abzinsung der während der Laufzeit erwarteten Leasingzahlungen, der erwarteten Zahlungen aus abgegebenen Restwertgarantien, der Ausübungspreise von Kaufoptionen (sofern deren Ausübung hinreichend wahrscheinlich ist) sowie der etwaigen Zahlungen anlässlich einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags (sofern die vorzeitige Beendigung wahrscheinlich ist). Die Abzinsung erfolgt mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Andernfalls wird für die Abzinsung der Grenzfremdkapitalzinssatz von VERBUND herangezogen.

Ermittlung der Laufzeit von Leasingverhältnissen

Die Ermittlung der Laufzeit eines Leasingverhältnisses kann bei nicht eindeutig fix vereinbarten Laufzeiten ermessensbehaftet sein. Bei der Bestimmung der Laufzeit werden sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz für die Ausübung einer Verlängerungsoption bzw. Nichtausübung einer Kündigungsoption darstellen, berücksichtigt. Vor allem bei Grundstücksleasingverträgen werden Verträge häufig auf Bestandsdauer der jeweils dazugehörigen Kraftwerksanlage bzw. Leitung oder in Form eines unbefristeten Vertragsverhältnisses abgeschlossen. In diesen Fällen orientiert sich die angenommene Leasingvertragsdauer an der erwarteten Nutzungsdauer der Kraftwerksanlage bzw. Leitung.

Folgebewertung von Leasingverhältnissen

Das Nutzungsrecht wird im Rahmen der Folgebewertung planmäßig auf den kürzeren Zeitraum aus Nutzungsdauer und Restlaufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird aufgezinst und vermindert sich um die Tilgung.

Nutzungsrechte in Mio. €

Grundstücke und Gebäude Elektrische Anlagen Leitungen Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Summe
Stand zum 1.1.2021 85,9 7,8 14,0 3,0 110,7
Zugänge 15,6 0,4 5,5 2,0 23,5
Abschreibung – 27,7 – 0,5 0,0 – 1,4 – 29,6
Abgänge – 0,7 0,0 0,0 – 0,1 – 0,7
Stand zum 31.12.2021 73,1 7,7 19,5 3,6 103,8

Nutzungsrechte in Mio. €

Grundstücke und Gebäude Elektrische Anlagen Leitungen Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Summe
Stand zum 1.1.2020 115,9 8,1 6,3 3,1 133,4
Zugänge 5,3 0,2 7,7 1,4 14,6
Abschreibung – 33,7 – 0,5 0,0 – 1,2 – 35,5
Abgänge – 1,6 0,0 0,0 – 0,2 – 1,9
Stand zum 31.12.2020 85,9 7,8 14,0 3,0 110,7

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen in Mio. €

2020 2021
Aufwand aus Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit 1,0 1,0
Variable Leasingzahlungen, die nicht in der Leasingverbindlichkeit erfasst wurden 0,5 0,1
Aufwendungen aus geringwertigen Leasinggegenständen 0,1 0,1

Variable Zahlungen, die gemäß IFRS 16 bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberück- sichtigt geblieben sind, betreffen insbesondere Leasingverträge für Windparks in Österreich. Diese werden in den Folgejahren in ähnlichem Ausmaß wie in der Berichtsperiode erwartet.

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2021 in Mio. €

2022 2023 2023– 2025 ab 2026
Leasingverbindlichkeiten 9,3 8,2 17,2 78,4
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 9,3 8,2 17,2 78,4

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2020 in Mio. €

2021 2022 2022– 2024 ab 2025
Leasingverbindlichkeiten 23,9 7,0 15,2 76,3
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 23,9 7,0 15,2 76,3

234

4.4 Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte

Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen die Wert- haltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden. Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen (siehe Kapitel 4.4.1 „Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten“).

Bestimmung des Diskontierungszinssatzes

Der Diskontierungszinssatz ist ein Nachsteuerzinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Gelds und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittel- generierenden Einheit) widerspiegelt. Die Ermittlung des entsprechenden Vorsteuerzinssatzes erfolgt iterativ. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) verwendet. Die Gewichtung von Eigen- und Fremd- kapitalverzinsung wurde aus einer adäquaten Peergroup abgeleitet. Die Eigenkapitalverzinsung wird mithilfe des Capital-Asset-Pricing-Modells (CAPM) aus Basiszins, Marktrisikoprämie und Betafaktor bestimmt. Die Fremdkapitalverzinsung vor Steuern entspricht der Rendite von am Markt gehandelten Schuldtiteln mit äquivalentem Ausfallsrisiko und äquivalenter Laufzeit. Um das Länderrisiko entsprechend abzubilden, werden entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) kontinuierlich beobachtet.

Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

Beizulegende Zeitwerte sind gemäß der Bewertungshierarchie in IFRS 13 primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapital- wertorientierte Verfahren (Discounted-Cashflow-Methode) zur Anwendung. Künftige Erweiterungs- investitionen und Restrukturierungsausgaben werden dabei in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen. Als Preisgerüst werden Preisnotierungen für Energiefutures herangezogen, solange ein liquider Markt existiert. Danach werden die letzten Preisnotierungen durch lineare Inter- polation an die durchschnittlichen Preisprognosen zweier renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft herangeführt.
```# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Die finanziellen Überschüsse, die im Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen in der Energiewirtschaft erwartet werden (= Rentenphase), werden mittels Terminal-Value-Berechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe von 2 % ausgegangen.

Bestimmung der Nutzungswerte

Die Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren (Discounted- Cashflow-Methode) bestimmt. Das Preisgerüst wird durch Preisnotierungen für Energiefutures und das VERBUND-Energy-Market-Model (VEMM) determiniert. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strom- und Erdgaspreisszenarien für Energiemärkte. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. Die finanziellen Überschüsse, die im Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen des VEMM erwartet werden (= Rentenphase), werden mittels Terminal-Value-Berechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe von 2 % ausgegangen.

Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen

Wenn eine Wertminderung in einer Folgeperiode nicht mehr gegeben ist, ist eine ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen. Sowohl Wertminderungen als auch Wertaufholungen werden ergebniswirksam erfasst, in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung als Wertminderungen bzw. Wertaufholungen ausgewiesen und im Anhang erläutert.

4.4.1 Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfungen wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

Firmenwerte in Mio. € 2020 2021
Geschäftssegment Wasser 287,0 287,0
Geschäftssegment Absatz 13,0 13,0
Kraftwerksgruppe Inn 126,6 126,6
Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke 161,1 161,1
Gas Connect Austria 1 39,3
SMATRICS GmbH & Co KG 1 40,5
Firmenwerte 587,7 667,4

1 Details zu den in der Berichtsperiode 2021 erstmalig erfassten Firmenwerten sind im Kapitel „Unternehmenserwerbe“ zu finden.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Wasser

31.12.2020 31.12.2021
Gruppe von zahlungsmittel- generierenden Einheiten Alle hydraulischen Erzeugungsanlagen von VERBUND zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Alle hydraulischen Erzeugungsanlagen von VERBUND zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts-Bewertung (DCF-Methode) Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts-Bewertung (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Durchschnittlich erwartete Erzeugung der jeweiligen Kraftwerke Durchschnittlich erwartete Erzeugung der jeweiligen Kraftwerke
Preisgerüst Interne Preisprognosen und kraftwerksspezifische Zu- bzw. Abschläge (z. B. für den Verkauf von Herkunftsnachweis- zertifikaten) Interne Preisprognosen und kraftwerksspezifische Zu- bzw. Abschläge (z. B. für den Verkauf von Herkunftsnachweis- zertifikaten)
Planungszeitraum Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 24 Jahre; kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase anschließende Rentenphase Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch bis maximal 23 Jahre; kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase anschließende Rentenphase
Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC: 4,00 % bis 8,50 % in Abhängigkeit vom Standort ¹ WACC: 4,00 % bis 8,50 % in Abhängigkeit vom Standort ¹
Wertminderung der Periode 2 – 2 –

¹ In der Berichtsperiode 2021 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 4,82 %– 9,37 % (Vorjahr: 4,37 %– 11,60 %).
² Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Wasser zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Absatz

31.12.2020 31.12.2021
Gruppe von zahlungsmittel- generierenden Einheiten Alle Absatzaktivitäten von VERBUND zuzüglich Firmenwert Alle Absatzaktivitäten von VERBUND zuzüglich Firmenwert
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts-Bewertung (DCF-Methode) Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts-Bewertung (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen von VERBUND (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Erwartete Handels- und Vertriebsmengen Erwartete Handels- und Vertriebsmengen
Preisgerüst Erwartete Handels- und Vertriebsmargen Erwartete Handels- und Vertriebsmargen
Planungszeitraum Detailplanungsphase von 6 Jahren und daran anschließende Rentenphase Detailplanungsphase von 6 Jahren und daran anschließende Rentenphase
Wesentliche Bewertungsannahmen Erwartete Handels- und Absatzmengen sowie Handels- und Absatzmargen Erwartete Handels- und Absatzmengen sowie Handels- und Absatzmargen
Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC nach Steuern: 4,00 % WACC nach Steuern: 4,00 %– 10,00 % ¹
Wertminderung der Periode 2 – 2 –

¹ Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,60 %–12,00 % (Vorjahr: 5,29 %).
² Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Absatz zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn

31.12.2020 31.12.2021
Gruppe von zahlungsmittel- generierenden Einheiten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks- gruppe Inn ¹, die jeweils ebenfalls eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks- gruppe Inn ¹, die jeweils ebenfalls eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich Firmenwert und latenter Steuerabgrenzungsposten
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Innkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der VERBUND Innkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungs- menge in Höhe von 1.855 bzw. 1.975 GWh (nach Abschluss des Erneuerungsprojekts Töging) Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungs- menge in Höhe von 1.855 bzw. 1.994 GWh (nach Abschluss des Erneuerungsprojekts Töging)
Preisgerüst Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr- erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts- nachweis- zertifikaten (abgeleitet aus Preis- notierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden; Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr- erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts- nachweis- zertifikaten (abgeleitet aus Preis- notierungen); Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden; Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 24 Jahre und daran anschließende Rentenphase Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 23 Jahre und daran anschließende Rentenphase
Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC: 3,75 % ² WACC: 4,00 % ²
Wertminderung der Periode 3 – 3 –

¹ Die Kraftwerksgruppe Inn setzt sich aus folgenden Laufwasserkraftwerken zusammen: Aubach, Feldkirchen, Gars, Jettenbach II, Neuötting, Perach, Rosenheim, Stammham, Teufelsbruck, Töging und Wasserburg.
² Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 4,82 % (Vorjahr: 4,37 %).
³ Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke

31.12.2020 31.12.2021
Gruppe von zahlungsmittel- generierenden Einheiten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks- gruppe Grenzkraftwerke 2, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und latenter Steuerabgrenzungsposten Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks- gruppe Grenzkraftwerke 2, die jeweils eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und latenter Steuerabgrenzungsposten
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der Grenzkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der Grenzkraftwerke GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungs- menge in Höhe von 3.957 GWh Dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entsprechende jährliche Erzeugungs- menge in Höhe von 3.957 GWh
Preisgerüst Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik Interne Preisprognosen; Abschläge für Erzeugungscharakteristik

4.4.1 Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerksgruppen

Werthaltigkeitsprüfung der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke

Dies sind die Anhaltspunkte für eine Wertänderung:

  • Abschläge für Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko;
  • Zuschlag für Mehr-erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts-nachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen);
  • Berücksichtigung des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden (D);
  • Schätzung von Instandhaltungskosten durch Fachverantwortliche.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen sind:

31.12.2020 31.12.2021
Planungszeitraum
Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 24 Jahre und daran anschließende Rentenphase
Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 23 Jahre und daran anschließende Rentenphase
Wesentliche Bewertungsannahmen
Strompreis, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern
Österreich: WACC: 4,00 % 3
Deutschland: WACC: 3,75 %
Österreich: WACC: 4,25 % 3
Deutschland: WACC: 4,00 %
Wertminderung der Periode 4
  1. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf die zweite Stufe der 2-stufigen Werthaltigkeitsprüfung der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke. Auf der ersten Stufe wurde die Werthaltigkeit der einzelnen Laufwasserkraftwerke getestet.
  2. Die Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke setzt sich aus folgenden Kraftwerken zusammen: Braunau-Simbach, Egglfing-Obernberg, Ering-Frauenstein, Jochenstein, Nußdorf, Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus.
  3. In der Berichtsperiode 2021 betrug der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz 5,16 %– 5,24 % (Vorjahr: 4,70 %– 4,78 %).
  4. Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Gas Connect Austria

31.12.2021

Gruppe von zahlungsmittel- generierenden Einheiten
Gas Connect Austria GmbH (GCA), Austrian Gas Grid Management AG (AGGM), Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG), TAG-Substanzgenussrecht zuzüglich Firmenwert abzüglich latenter Steuerabgrenzungsposten
Basis für erzielbaren Betrag
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren
Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung
Planungen der Gas Connect Austria GmbH (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst
Kapazitätsbuchungen
Preisgerüst
Per Verordnung vom Regulator veröffentlichte Tarife
Planungszeitraum
Detailplanungsphase: 6 Jahre; Grobplanungsphase: 33 Jahre zuzüglich Regulatory Asset Base (RAB) als Exit Value
Wesentliche Bewertungsannahmen
Regulatorische Verzinsung der RAB
Diskontierungszinssatz nach Steuern
Die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes erfolgt auf Basis der regulatorischen Rahmenbedingungen
Erzielbarer Betrag
852,7 Mio. €
Wertminderung der Periode
– 8,8 Mio. €
  1. Goodwill-Impairmenttest per 31. Dezember 2021, nach Erwerb der Gas Connect Austria GmbH per 31. Mai 2021.
  2. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf die zweite Stufe der 2-stufigen Werthaltigkeitsprüfung der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Gas Connect Austria. Auf der ersten Stufe wurde die Werthaltigkeit der Einheiten GCA inklusive AGGM, TAG-Beteiligung sowie TAG-Substanzgenussrecht getestet.

Sensitivitätsanalyse für Gas Connect Austria

31.12.2021

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte
Diskontierungszinssatz nach Steuern (siehe Tabelle oben) ± 0,25 PP – 10,0 Mio. € + 10,0 Mio. €

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der SMATRICS GmbH & Co KG

31.12.2021

Zahlungsmittel- generierende Einheit
SMATRICS GmbH & Co KG, Komplettanbieter für E-Mobility-Ladelösungen
Basis für erzielbaren Betrag
Nutzungswert
Bewertungsverfahren
Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung
Planungen der SMATRICS GmbH & Co KG (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst
E-Fahrzeug-Hochlauf
Preisgerüst
Ladetarife
Planungszeitraum
Detailplanungsphase: 9 Jahre zuzüglich anschließender Rentenphase
Wesentliche Bewertungsannahmen
E-Fahrzeug-Hochlauf, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern
WACC: 10,00 % 2
Wertminderung der Periode
– 1
  1. Goodwill-Impairmenttest per 31. Dezember 2021, nach Aufstockung der Anteile an SMATRICS auf 100 % und damit verbundener Erlangung der Kontrolle per 30. September 2021.
  2. Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 12,0 %.

Sensitivitätsanalyse für SMATRICS GmbH & Co KG

31.12.2021

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte
Diskontierungszinssatz nach Steuern 10,00 % ± 0,25 PP – 3,8 Mio. € + 3,8 Mio. €

4.4.2 Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerken

Werthaltigkeitsprüfung des Windparks Rumänien

31.12.2020 31.12.2021
Zahlungsmittel- generierende Einheit Windpark an der rumänischen Schwarzmeerküste (installierte Leistung: 226 MW) Windpark an der rumänischen Schwarzmeerküste (installierte Leistung: 226 MW)
Anhaltspunkte für eine Wertänderung Aktualisierte Strompreisprognosen, Verlängerung der angenommenen Nutzungsdauer und aktualisierter Diskontierungszinssatz Aktualisierte Strompreisprognosen und aktualisierter Diskontierungszinssatz
Basis für erzielbaren Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Wind Power Romania SRL (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der VERBUND Wind Power Romania SRL (beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Jährlich erwartete Stromerzeugungs- mengen von 477 GWh bzw. erwartete Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten Jährlich erwartete Stromerzeugungs- mengen von 477 GWh bzw. erwartete Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten
Preisgerüst Interne Preisprognosen; Schätzung von Instandhaltungskosten auf Basis abgeschlossener Instandhaltungsverträge Interne Preisprognosen; Schätzung von Instandhaltungskosten auf Basis abgeschlossener Instandhaltungsverträge
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre Grobplanungsphase: 17 Jahre Detailplanungsphase: 6 Jahre Grobplanungsphase: 16 Jahre
Wesentliche Bewertungsannahmen Strompreis, Absatzmöglichkeiten von Grünstromzertifikaten, Diskontierungszinssatz Strompreis, Absatzmöglichkeiten von Grünstromzertifikaten, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz nach Steuern WACC: 8,00 % 1 WACC: 9,00 % 1
Erzielbarer Betrag 162,4 Mio. € 245,1 Mio. €
Wertaufholung der Periode 32,9 Mio. € 58,3 Mio. €
  1. Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 10,86 % (Vorjahr: 8,89 %).

Sensitivitätsanalyse für den Windpark Rumänien

31.12.2021

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte
Strompreis 2 71,6 € pro MWh ± 5,00 % + 11,6 Mio. € – 11,1 Mio. €
Erlöse aus rumänischen Grünstromzertifikaten 3 17,6 € pro MWh ± 5,00 % + 1,6 Mio. € – 1,5 Mio. €
Diskontierungszinssatz nach Steuern 9,00 % ± 0,25 PP + 3,6 Mio. € – 3,5 Mio. €
  1. In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen.
  2. Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.
  3. Die angegebenen Erlöse aus dem Verkauf rumänischer Grünstromzertifikate beziehen sich auf den Durchschnitt während des gesamten Planungszeitraums.

Sensitivitätsanalyse für den Windpark Rumänien

31.12.2020

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme Veränderung der wesentlichen Bewertungsannahme Auswirkungen auf die Buchwerte der Vermögenswerte
Strompreis 2 62,6 € pro MWh ± 5,00 % + 11,1 Mio. € – 11,1 Mio. €
Erlöse aus rumänischen Grünstromzertifikaten 3 5,8 € pro MWh ± 5,00 % + 2,2 Mio. € – 2,2 Mio. €
Diskontierungszinssatz nach Steuern 8,00 % ± 0,25 PP + 3,0 Mio. € – 2,9 Mio. €
  1. In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen.
  2. Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.
  3. Die angegebenen Erlöse aus dem Verkauf rumänischer Grünstromzertifikate beziehen sich auf den Durchschnitt während des gesamten Planungszeitraums.

Werthaltigkeitsprüfung Gas-Kombikraftwerk Mellach

31.12.2020 31.12.2021
Zahlungsmittel- generierende Einheit Gas-Kombikraftwerk (installierte Leistung elektrisch: 838 MW) Gas-Kombikraftwerk (installierte Leistung elektrisch: 838 MW)
Anhaltspunkte für eine Wertänderung Aktualisierte Strom- bzw. Gaspreisprognosen sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz Aktualisierte Strom- bzw.

Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß IAS 28 spiegelbildlich zur Reinvermögensänderung des Beteiligungsunternehmens fortgeführt. Dies erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein. Wenn der Anteil von VERBUND an Verlusten einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung dem Buchwert der Beteiligung entspricht bzw. diesen übersteigt, werden weitere Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen oder Zahlungen für die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung geleistet wurden. Der Buchwert der Beteiligung umfasst dabei den nach der Equity-Methode ermittelten Anteil zuzüglich sämtlicher langfristiger Anteile, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition in die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung zuzuordnen sind. Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn solche vorliegen, ist für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

in Mio. € 2020 2021
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 286,5 294,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 107,2
Zugänge 0,0 9,8
Dividenden – 9,1 – 5,4
Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 28,8 34,8
Sonstiges Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode – 11,6 – 6,1
Abgänge 0,0 – 17,5
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 294,7 417,5
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. – 15,2 – 11,8
Wertminderungen 0,0 – 18,3
Wertaufholungen 3,4 16,8
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. – 11,8 – 13,3
Nettobuchwert zum 31.12. 282,8 404,1
Nettobuchwert zum 1.1. 271,3 282,8
Nettobuchwert zum 31.12. 282,8 404,1
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 282,8 404,1

Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst. Eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen ist im Kapitel 13.4 „Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND“ dargestellt.

4.6 Sonstige Beteiligungen

Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der Equity- Methode bilanzierte assoziierte bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IFRS 9 bilanziert. Werden diese Beteiligungen aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig gehalten, werden sie als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert. Andernfalls werden sie als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVPL) klassifiziert. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen wird in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation aus Marktnotierungen, vergleichbaren zeitnahen Transaktionen, Bewertungen nach der Discounted-Cashflow- oder Multiplikatormethode bzw. den Anschaffungskosten abgeleitet.

Sonstige Beteiligungen

in Mio. € Anteile an nicht konsolidierten Tochter- unternehmen Sonstige Beteiligungen Summe
2021
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. 5,3 133,9 139,2
Änderung Konsolidierungskreis – 0,3 8,6 8,3
Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen 0,0 0,6 0,6
Abgänge – 0,2 0,0 – 0,2
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. 4,8 143,1 147,9
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 6,5 0,1 6,6
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 2,8 19,8 22,6
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 9,3 19,9 29,2
Nettobuchwert zum 31.12. 14,1 163,0 177,1
Nettobuchwert zum 1.1. 11,9 134,0 145,8
in Mio. € Anteile an nicht konsolidierten Tochter- unternehmen Sonstige Beteiligungen Summe
2020
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. 6,2 132,8 139,0
Änderung Konsolidierungskreis – 0,1 0,0 – 0,1
Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen 0,6 1,1 1,7
Abgänge – 1,4 0,0 – 1,4
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. 5,3 133,9 139,2
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 7,5 – 8,4 – 0,9
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis – 1,9 8,5 6,6
Abgänge 0,9 0,0 0,9
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 6,5 0,1 6,6
Nettobuchwert zum 31.12. 11,9 134,0 145,8
Nettobuchwert zum 1.1. 13,8 124,4 138,1

4.7 Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

Finanzanlagen und Ausleihungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 klassifiziert. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten wird nach der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen ermittelt. Der Wertansatz von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten in der Bilanz ergibt sich gemäß der IFRS-13- Bewertungshierarchie (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). Die Erläuterungen zu den bilanziell geschlossenen Positionen finden Sie in Kapitel 8.1 „Finanzverbindlichkeiten“ sowie Kapitel 11 „Risiko- management“.

Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

in Mio. € 2020 2021
Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen 340,0 376,9
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen 87,7 70,3
Übrige Finanzanlagen und sonstige Forderungen 242,9 248,7
Summe 670,5 695,8
Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
in Mio. € Summe
Wertpapiere (Wertrechte) aus bilanziell geschlossenen Positionen Sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen
2021
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 60,7 279,3 340,0
Fremdwährungsbewertung 4,8 20,1 24,8
Zugänge 2,6 4,8 7,4
Kapitalisierte Zinsen 0,1 11,1 11,2
Veränderung erwartete Kreditverluste 0,0 0,0 0,0
Abgänge – 0,4 – 6,1 – 6,5
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 67,7 309,2 376,9
davon langfristiges Vermögen 67,7 309,2 376,9
davon kurzfristiges Vermögen 0,0 0,0 0,0
2020
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 65,4 303,2 368,6
Fremdwährungsbewertung – 5,8 – 28,3 – 34,1
Zugänge 2,6 4,0 6,5
Kapitalisierte Zinsen 0,0 10,9 10,9
Veränderung erwartete Kreditverluste 0,0 0,1 0,0
Abgänge – 1,4 – 10,6 – 12,0
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 60,7 279,3 340,0
davon langfristiges Vermögen 60,7 279,3 340,0
davon kurzfristiges Vermögen 0,0 0,0 0,0

Die Wertpapiere bestanden zum 31. Dezember 2021 aus Medium Term Notes mit einem Nominale in Höhe von 74,0 Mio. $ (Vorjahr: 71,9 Mio. $) bzw. fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 67,7 Mio. € (Vorjahr: 60,7 Mio. €). Wertpapiere in Höhe von 67,7 Mio. € (Vorjahr: 60,7 Mio. €) und Ausleihungen in Höhe von 309,2 Mio. € (Vorjahr: 279,3 Mio. €) sind verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen dienen Banken zur Besicherung von Krediten.

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. €

Ausleihungen an Beteiligungs- unternehmen Wertpapiere (Wertrechte) Sonstige Ausleihungen Summe
2021
Anschaffungskosten zum 1.1. 73,7 147,5 5,4 226,8
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 7,1 0,0 7,1
Zugänge 0,0 0,0 0,2 0,2
Abgänge 0,0 – 1,5 0,0 – 1,5
Umbuchungen – 49,1 – 4,3 0,0 – 53,4
Anschaffungskosten zum 31.12. 24,6 148,8 5,6 179,1
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 0,0 – 18,5 0,0 – 18,5
Wertaufholungen 0,0 5,6 0,0 5,6
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 0,9 0,0 0,9
Abgänge 0,0 1,6 0,0 1,6
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 0,0 – 10,4 0,0 – 10,4
Nettobuchwert zum 31.12. 24,6 138,4 5,6 168,7
Nettobuchwert zum 1.1. 73,7 129,0 5,4 208,2
Nettobuchwert der sonstigen lang- fristigen Forderungen zum 31.12. 1 150,2
Nettobuchwert der sonstigen lang- fristigen Forderungen zum 1.1. 1 122,3
Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 318,9
Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 330,5
1 inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. €

Ausleihungen an Beteiligungs- unternehmen Wertpapiere (Wertrechte) Sonstige Ausleihungen Summe
2020
Anschaffungskosten zum 1.1. 77,2 163,9 5,3 246,6
Zugänge 0,0 0,3 0,1 0,4
Abgänge 0,0 – 16,7 0,0 – 16,7
Umbuchungen – 3,5 0,0 0,0 – 3,5
Anschaffungskosten zum 31.12. 73,7 147,5 5,4 226,8
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. – 2,0 – 30,8 0,0 – 32,8
Wertminderungen 0,0 – 1,3 0,0 – 1,3
Wertaufholungen 0,0 0,5 0,0 0,5
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 – 0,7 0,0 – 0,7
Wertminderung von nach der Equity- Methode bilanzierten Beteiligungen 2,0 0,0 0,0 2,0
Abgänge 0,0 13,8 0,0 13,8
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 0,0 – 18,5 0,0 – 18,5
Nettobuchwert zum 31.12. 73,7 129,0 5,4 208,2
Nettobuchwert zum 1.1. 75,2 133,1 5,3 213,7
Nettobuchwert der sonstigen lang- fristigen Forderungen zum 31.12. 1 122,3
Nettobuchwert der sonstigen lang- fristigen Forderungen zum 1.1. 1 116,1
Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 330,5
Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 329,8
1 inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

Die Wertpapiere in Höhe von 138,4 Mio. € (Vorjahr: 129,0 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds zur Deckung von Sozialkapitalverpflichtungen und wurden als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert. In den langfristigen sonstigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehen, in Höhe von 70,3 Mio. € (Vorjahr: 87,7 Mio. €) enthalten.

5. Finanzinstrumente

5.1 Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Originäre Finanzinstrumente

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden originärer Finanzinstrumente siehe:

  • Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – Kapitel 4.5
  • Sonstige Beteiligungen – Kapitel 4.6
  • Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen – Kapitel 4.7
  • Working Capital – Kapitel 6
  • Verbindlichkeiten – Kapitel 8

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) gemäß IFRS 9 erfüllt sind (siehe Kapitel 5.2 „Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen“).

Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen und Wertpapieren, solche mit negativem beizulegendem Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für entsprechende Zeiträume für Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist.

Sogenannte Eigenverbrauchsverträge werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Kommt es bei Lieferverträgen, die bis dato Eigenverbrauchsverträge darstellten, zu einem Nettoausgleich im Sinne von IFRS 9, sind sie als frei- stehende Derivate zu qualifizieren und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2021 in Mio. €

Aktiva – Bilanzposten Bewertungs- kategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizu- legender Zeitwert zum 31.12.
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI 2 13,4 13,4
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI AC 0,6 0,6
Sonstige Beteiligungen FVOCI 1 29,7 29,7
Sonstige Beteiligungen FVOCI 2 117,0 117,0
Sonstige Beteiligungen FVOCI AC 16,4 16,4
Sonstige Beteiligungen 177,1
Wertpapiere FVPL 1 130,4 130,4
Wertpapiere FVOCI 3 6,7 6,7
Wertpapiere FVOCI AC 1,3 1,3
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 67,7 65,4
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 309,2 328,9
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen FVPL 2 70,3 70,3
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 24,6 23,8
Sonstige Ausleihungen AC 2 5,6 6,0
Sonstige FVPL 3 43,5 43,5
Sonstige 36,5
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 695,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 818,4
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen AC 57,6
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 49,1 49,6
Sonstige Ausleihungen AC 2 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 31,3 31,3
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 2.226,5 2.226,5
Wertpapiere FVPL 1 4,3 4,3
Emissionszertifikate 31,2
Sonstige AC 609,3
Sonstige 38,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 3.865,7
Liquide Mittel AC 318,6

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 2.260,0
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVPL 2.506,2
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVOCI 185,2
5.1.1 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2021 in Mio. €

Passiva – Bilanzposten Bewertungs- kategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizu- legender Zeitwert zum 31.12.
Anleihen AC 2 990,6 1.019,8
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstigen AC 2 1.858,8 1.740,2
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 117,1 150,9
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen FVPL - D 2 330,1 330,1
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.296,6
Stromlieferverpflichtung 126,5
Anteilsrückgabeverpflichtung AC 3 140,4 243,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 2,1
Leasingverbindlichkeiten 86,0
Sonstige AC 107,2
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 462,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 293,6
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 117,4 117,4
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 3.755,1 3.755,1
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FVPL 2 5,9 5,9
Leasingverbindlichkeiten 8,3
Sonstige AC 324,8
Sonstige 109,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 4.614,7

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 3.834,5
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVPL 3.878,3
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert – designiert FVPL – D 330,1

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2020 in Mio.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

2020 in Mio. €

Aktiva – Bilanzposten

Bewertungs-kategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizu- legender Zeitwert zum 31.12.
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI 2 10,6 10,6
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVPL 3 0,0 0,0
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FVOCI AC 1,1 1,1
Sonstige Beteiligungen FVOCI 1 24,9 24,9
Sonstige Beteiligungen FVOCI 2 101,5 101,5
Sonstige Beteiligungen FVOCI AC 7,7 7,7
Sonstige Beteiligungen 145,7
Wertpapiere FVPL 1 121,8 121,8
Wertpapiere FVOCI 3 5,8 5,8
Wertpapiere FVOCI AC 1,3 1,3
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 60,7 58,5
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 279,3 309,3
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen FVPL 2 87,7 87,7
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 73,7 75,4
Sonstige Ausleihungen AC 2 5,4 6,1
Sonstige 34,7
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 670,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 342,7
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen AC 39,8
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen AC 2 3,5 3,6
Sonstige Ausleihungen AC 2 0,1 0,1
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 2,3 2,3
Emissionszertifikate 15,6
Sonstige AC 42,8
Sonstige 23,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 620,1
Liquide Mittel AC 49,2

Aggregiert nach Bewertungskategorien

  • Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten AC: 897,1
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVPL: 361,7
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVOCI: 152,9

255 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

2020 in Mio. €

Passiva – Bilanzposten

Bewertungs-kategorie nach IFRS 9 Stufe Buchwert zum 31.12. Beizu- legender Zeitwert zum 31.12.
Anleihen AC 2 496,8 532,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstigen AC 2 361,9 405,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen AC 2 106,4 148,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen FVPL D 2 321,3 321,3
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.286,3
Stromlieferverpflichtung 138,0
Anteilsrückgabeverpflichtung AC 3 110,5 209,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 1,7
Leasingverbindlichkeiten 75,3
Sonstige AC 73,5
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 399,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 224,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 1 5,4 5,4
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FVPL 2 236,0 236,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FVPL 2 10,7 10,7
Leasingverbindlichkeiten 22,9
Sonstige AC 241,8
Sonstige 73,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 813,8

Aggregiert nach Bewertungskategorien

  • Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten AC: 1.616,5
  • Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVPL: 252,0
  • Finanzielle Schulden im Handelsbestand FVPL – D: 321,3

Für die in obiger Tabelle als FVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) beträgt die Differenz zwischen dem Buchwert zum 31. Dezember 2021 und dem Betrag, den VERBUND bei Fälligkeit zahlen müsste, 2,9 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Die Umrechnung des Fälligkeitsbetrags erfolgte dabei zum Kurs (1 € = 1 $) am Bilanzstichtag in Höhe von 1,1326 (Vorjahr: 1,2271). Die derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich (aus bilanziell geschlossenen Positionen) können im Insolvenzfall mit den als FVPL klassifizierten Finanz- verbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) aufgerechnet werden (siehe Kapitel 11 „Risikomanagement“).

256
Von den in obiger Tabelle als FVPL klassifizierten derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 504,1 Mio. € (Vorjahr: 29,2 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 2.425,8 Mio. € (Vorjahr: 129,1 Mio. €) als Cashflow Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND vorgenommenen Inter Portfolio Netting (siehe Kapitel 11.2 „Risikomanagement im Energiebereich“) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar.

Die in obiger Tabelle als FVOCI klassifizierten Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere werden aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig gehalten. Details zum beizulegenden Zeitwert und den Dividendenausschüttungen der einzelnen als FVOCI klassifizierten Finanzinstrumente können nachfolgender Tabelle entnommen werden:

Details zu FVOCI-Beteiligungen

2021 in Mio. €
Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2020 Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2021 Dividende 31.12.2020 Dividende 31.12.2021
Energie AG Oberösterreich 101,5 117,0 2,8 3,5
Burgenland Holding Aktiengesellschaft 24,9 29,7 1,0 1,0
Verfahren Umwelt Management GmbH 7,0 9,8 0,8 0,8
Wiener Börse AG 5,8 6,7 0,5 0,7
Gestionnaires de Réseau de Transport d’Électricité (RTE) 4,8 4,8 0,5 0,6
CISMO 3,7 0,4
Übrige 8,9 13,3 1,0 1,2

257

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte

Stufe Finanzinstrumente Bewertungsverfahren Inputfaktoren
1 Energietermingeschäfte Marktwertorientiert An der Börse festgestellter Abrechnungspreis
1 Wertpapiere, sonstige Beteiligung an der Burgenland Holding AG Marktwertorientiert Börsenpreis
2 Wertpapiere bzw. sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen, langfristige Ausleihungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten verbundene Zahlungen, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner (Credit Default Swaps bzw. Credit-Spread-Kurven)
2 Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige Beteiligungen an der Energie AG Oberösterreich und der RTE Marktwertorientiert Trading Multiple, Transaktionswert
2 Nicht börsennotierte Energietermingeschäfte Kapitalwertorientiert Von Börsenpreisen abgeleitete Forward- Preiskurve, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner
2 Übrige zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden im Finanzbereich Kapitalwertorientiert Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner
3 Anteilsrückgabeverpflichtung (Verpflichtung zur Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG) Kapitalwertorientiert Preisprognosen für Strom, gewichtete durchschnittliche Nach-Steuer- Kapitalkosten
3 Wertpapiere (Anteile an der Wiener Börse AG) Kapitalwertorientiert Erwartete Gewinnausschüttungen, Eigenkapitalkosten
3 Sonstige langfristige Forderungen (TAG-Substanzgenussrecht) Kapitalwertorientiert Erwartete Gewinnausschüttungen, Eigenkapitalkosten
AC Übrige Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapieren Anschaffungskosten als beste Schätzung des beizulegenden Zeitwerts
Liquide Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige sonstige Forderungen, sonstige Geldaufnahmen im Rahmen der kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten Buchwerte als beste Schätzung des beizulegenden Zeitwerts

258

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2021 in Mio. €

Fälligkeit 2022 2023 2024– 2026 ab 2027
Anleihen 12,0 12,0 521,0 567,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29,4 29,2 68,7 182,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 1,3 1,3 148,3 0,0
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen 1 20,8 19,9 395,3 58,9
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0 0,0 0,0 0,0
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 63,5 62,5 1.133,3 809,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 293,6 0,3 1,4 0,5
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 780,3 301,5 80,1 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 2 3,1 1,7 1,5
Sonstige 331,2 80,0 11,6 156,0
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten 1.408,1 383,5 94,6 156,4
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.471,7 446,0 1.227,9 965,5

1 Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber.
2 Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2020 in Mio. €

Fälligkeit 2021 2022 2023– 2025 ab 2026
Anleihen 7,5 7,5 515,0 0,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 84,8 29,4 82,1 198,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 0,0 0,0 0,0 0,0
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen 1 16,9 19,2 117,2 320,4
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0 0,0 0,0 0,0
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 109,3 56,1 714,3 518,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 224,0 0,2 1,4 0,3
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 567,5 166,2 60,9 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 2 4,3 3,1 3,8
Sonstige 241,8 25,8 12,3 145,9
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten 1.037,7 195,3 78,4 146,2
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.146,9 251,4 792,7 665,1

1 Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber.
2 Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertauf- holungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
In Mio. €
| | 2020 | 2021 |
| :------------------------------------------------------------------------ | :--- | :---- |
| Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 8,4 | – 41,8 |
| Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert | 21,6 | 20,6 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 45,0 | – 21,1 |
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | – 36,8 | – 11,3 |
| Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 5,9 | 23,5 |
| Gesamtzinsaufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten | – 64,1 | – 62,1 |
| Gesamtzinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten | 33,9 | 40,0 |

Bestandteile der Nettoergebnisse

Bewertungskategorie Erläuterung
Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Die Nettoergebnisse resultierten aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente im Energiebereich (Wholesale und Trading) im operativen Ergebnis (Stromerlöse) sowie aus der Bewertung der (sonstigen) derivativen und nicht derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich im übrigen Finanzergebnis.
Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert Die Nettoergebnisse resultierten aus der Bewertung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (bilanziell geschlossene Positionen). Dem stehen gegenläufige Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, in gleicher Höhe gegenüber.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bewertet Die Nettoergebnisse betreffen im Wesentlichen Finanzinstrumente in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen im übrigen Finanzergebnis sowie Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im operativen Ergebnis. Die Gesamtzinsaufwendungen wurden im Zinsaufwand erfasst; die Gesamtzinserträge wurden zum Teil im Zinsertrag und zum Teil im übrigen Finanzergebnis erfasst.

5.2 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Spezielle Bilanzierungsregelungen für Sicherungsbeziehungen kommen bei VERBUND im Energiebereich sowie im Finanzbereich zur Anwendung.

5.2.1 Sicherungsgeschäfte im Energiebereich

Im Rahmen der Sicherungsgeschäfte (Cashflow Hedges) im Energiebereich werden bei VERBUND Stromforward- und Strom-Future-Kontrakte sowie Optionen als Derivate im Sinne des IFRS 9 eingesetzt. Seit dem Geschäftsjahr 2020 werden Optionen im Rahmen einer Collar-Strategie eingesetzt, in der ein bestimmtes Preisband für zukünftige Stromverkäufe abgesichert werden soll. Das Ziel der Sicherungsbeziehungen ist die Verringerung der aus Marktpreisschwankungen resultierenden Cashflow-Volatilität durch Absicherung der Preise für folgende Geschäfte:
(1) Verkauf der Eigenerzeugung und Stromvermarktung aus VERBUND-fremden Anlagen aus erneuerbarer Energie
(2) Rückdeckung der Stromlieferungen an Kunden
(3) Rückdeckung der Gaslieferungen an Kunden

Der Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung zukünftiger Stromlieferungen hängen von den jeweiligen aktuellen Preisentwicklungen ab. Grundsätzlich erfolgt die Absicherung hierzu sukzessive. Entsprechend der Risikomanagementstrategie wird ein Teil des gesamten erwarteten Volumens abgesichert.

Nachdem die relevanten Vertragsbedingungen der abgeschlossenen Stromfutures und -forwards sowie Optionen mit jenen der Grundgeschäfte in der Regel übereinstimmen, wird eine qualitative Effektivitätsmessung durchgeführt. Hierbei kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Ausgenommen davon sind Absicherungen von Stromlieferungen auf einem vom Lieferort abweichenden Markt. Derartige Absicherungen bestehen infolge der Beschränkung des unbegrenzten Handels am deutsch-österreichischen Strommarkt seit dem 1. Oktober 2018. Aufgrund der höheren Liquidität werden österreichische Stromlieferungen zum Großteil mit DE-Terminprodukten abgesichert. Der österreichische Preis setzt sich aus dem deutschen Preis zuzüglich eines DE/AT-Spreads zusammen. Mit DE-Terminprodukten wird daher die DE-Preiskomponente von österreichischen Stromlieferungen abgesichert, weshalb auch in diesen Fällen die wesentlichen Konditionen zwischen den Sicherungs- instrumenten und den geplanten Zahlungsströmen übereinstimmen. Da das gesamte Risiko einer Veränderung des Marktpreises für Strom in Bezug auf das Grundgeschäft bzw. die Komponente des Grundgeschäfts abgesichert wird, beträgt die Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können aus Änderungen des Kreditrisikos der Gegenpartei und von VERBUND und einem reduzierten Volumen der erwarteten Stromlieferung resultieren.

Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Energiebereich

Bei derivativen Finanzinstrumenten, die nach IFRS 9 als Cashflow Hedge designiert sind, wird jener Teil der unrealisierten Gewinne oder Verluste, der als wirksame Absicherung bestimmt wird, im sonstigen Ergebnis erfasst. Unwirksame Teile der Absicherung werden hingegen erfolgswirksam erfasst. Bei Einsatz von Optionen wird nur der innere Wert dieser im Rahmen der Sicherungsbeziehung designiert und die Veränderung des Zeitwerts als Kosten der Absicherung gesondert im sonstigen Ergebnis erfasst. Unrealisierte Gewinne oder Verluste werden erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“), wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird.

Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom-, Gas- sowie CO 2 -Derivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet. Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Strom- sowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung.

5.2.2 Sicherungsgeschäfte im Finanzbereich

Abgesehen von den Derivativgeschäften in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen werden mittels Zinsswaps künftige Zahlungen aus variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten abgesichert, um das mit einem Anstieg der Marktzinsen einhergehende Cashflow-Risiko zu verringern. Nachdem die relevanten Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz etc.) der abgeschlossenen Zinsswaps mit jenen der Grundgeschäfte übereinstimmen, führt VERBUND eine qualitative Effektivitätsmessung durch. Es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Da das gesamte Risiko eines Anstiegs der Marktzinsen in Bezug auf die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten abgesichert wird, beträgt die Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können nur aus Änderungen des Kreditrisikos der Gegenpartei und von VERBUND resultieren.

Bei den Zinsswaps kommt es halbjährlich zu Zahlungen. Der zugrunde liegende variable Marktzinssatz ist der Sechs-Monats-EURIBOR. Die durch die Zinsswaps abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden fünf Jahren (2022 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Finanzbereich

Die Zinsswaps werden zum Teil gemäß IFRS 9 als Cashflow Hedges designiert. Jene Zinsswaps, die auf der Ebene von Tochterunternehmen konzerninterne Finanzierungen absichern, werden im Konzernabschluss von VERBUND als Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bilanziert. Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe Kapitel 8.1 „Finanz- verbindlichkeiten“ sowie Kapitel 11 „Risikomanagement“) führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden für die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen. Diese Zinsswaps weisen ein Risikoprofil auf, das jenem der dazugehörigen Bilanzposten genau entgegengesetzt ist. Deswegen erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus, Yield-Kurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner, berücksichtigt (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“).

5.2.3 Angaben zu Sicherungsbeziehungen im Energie- und Finanzbereich

Absicherung von Cashflows – Sicherungsinstrumente
31.12.2021 in Mio. €
| Bilanzposten | Nominalbetrag | Buchwert | Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität | Im sonstigen Ergebnis erfasste Kosten der Absicherung |
| :---------------------------------- | :------------ | :------- | :--------------------------------------------------------------- | :--------------------------------------------------- |
| Stromfutures/-forwards und Optionen – Absatz | 16,1 GWh | 52,4 | – 2,7 | – 2.419,8 |
| Stromfutures/-forwards und Optionen – Absatz | 23.573 GWh | – 2.418,0 | – 2,2 | – |
| Stromfutures und -forwards – Beschaffung | 4.756 GWh | 460,2 | 0,0 | 468,7 |
| Stromfutures und -forwards – Beschaffung | – 302 GWh | – 6,1 | 0,0 | – 6,1 |
| Gasforwards – Beschaffung | – 343 GWh | 18,5 | 0,0 | 18,9 |
| Gasforwards – Beschaffung | 0,0 GWh | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zinsswaps | 56,8 | 2,4 | 0,0 | – 3,6 |

Absicherung von Cashflows – Grundgeschäfte
31.12.2021 in Mio. €€ Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Stand der Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges Darin enthaltene Rücklage für Kosten der Absicherung Zukünftiger Stromabsatz 2.365,3 – 2.404,0 – 4,9 Zukünftiger Strombezug – 454,0 462,6 0,0 Zukünftiger Gasbezug – 18,5 18,9 0,0 Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten – 2,4 – 3,6 0,0

263 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Absicherung von Cashflows - Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung und Bilanz 2021 in Mio. €

Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungs- gewinne/ -verluste Im sonstigen Ergebnis erfasste Kosten der Absicherung Erfolgs- wirksam erfasste Unwirksamkeit der Absicherung Posten der Gesamt- ergebnis- rechnung, in dem die Unwirksamkeit erfasst wurde Umglieder- ungen von der Rücklage in die Gewinn- und Verlust- rechnung Posten der Gesamt- ergebnis- rechnung, in dem die Umgliederung erfasst wurde
Stromfutures/ -forwards und Optionen – Absatz 2.365,6 4,9 0,3 Umsatzerlöse
– 91,7 Umsatzerlöse
Stromfutures und -forwards – Beschaffung 454,0 0,0 0,1 Strombezug
Gasforwards – Beschaffung 18,5 0,0 0,0 1,0 Gasbezug
Zinsswaps – 0,5 0,0 0,0 Übriges Finanzergebnis
– 2,0 Zinsaufwand

Nominalbetrag und durchschnittlicher Preis bzw. Zinssatz zum 31.12.2021 in Mio. €

2022 2023 2024 2025 > 2025
Stromfutures/-forwards und Optionen – Absatz
Nominalbetrag 15.167 GWh 5.712 GWh, 1.752 GWh mittels Collar- Optionen 543 GWh, 1.757 GWh mittels Collar- Optionen 130 GWh 900 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 67,7 €/MWh 63,2 €/MWh, Collar 38-60 €/MWh 79,1 €/MWh, Collar 60-140 €/MWh 39,3 €/MWh 39,3 €/MWh
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag – 2.792 GWh – 1.550 GWh – 613 GWh – 103 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 77,0 €/MWh 67,1 €/MWh 69,8 €/MWh 68,7 €/MWh
Gasforwards – Beschaffung
Nominalbetrag – 235 GWh – 109 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 15,6 €/MWh 16,3 €/MWh
Zinsswaps
Durchschnittlicher Nominalbetrag 49,5 34,9 20,3 7,9 1,4
Durchschnittlicher fixer Zinssatz 2,6 % 2,6 % 2,8 % 3,1 % 3,6 %

264 Absicherung von Cashflows – Sicherungsinstrumente 31.12.2020 in Mio. €

Buchwert Bilanzposten Nominalbetrag Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Im sonstigen Ergebnis erfasste Kosten der Absicherung
Stromfutures/-forwards und Optionen – Absatz 3,5 Sonstige Forderungen 3.384 GWh 0,0 – 1,157
– 128,4 Sonstige Verbindlichkeiten 15.845 GWh – 117,3 – 1,692
Stromfutures und -forwards – Beschaffung 24,3 Sonstige Forderungen – 3.795 GWh 26,5 0,0
– 0,7 Sonstige Verbindlichkeiten – 1.063 GWh 0,0 0,0
Gasforwards – Beschaffung 1,5 Sonstige Forderungen – 625 GWh 1,5 0,0
0,0 Sonstige Verbindlichkeiten – 0,4 GWh 0,0 0,0
Zinsswaps – 6,0 Sonstige Verbindlichkeiten 71,4 1,6 0,0

Absicherung von Cashflows – Grundgeschäfte 31.12.2020 in Mio. €

Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität Stand der Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges Darin enthaltene Rücklage für Kosten der Absicherung
Zukünftiger Stromabsatz 117,3 – 124,9 – 2,8
Zukünftiger Strombezug – 26,5 23,6 0,0
Zukünftiger Gasbezug – 1,5 1,5 0,0
Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten 1,6 – 6,0 0,0

265 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Absicherung von Cashflows – Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung und Bilanz 2020 in Mio. €

Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungs- gewinne/ -verluste Im sonstigen Ergebnis erfasste Kosten der Absicherung Erfolgs- wirksam erfasste Unwirksamkeit der Absicherung Posten der Gesamt- ergebnis- rechnung, in dem die Unwirksamkeit erfasst wurde Umglieder- ungen von der Rücklage in die Gewinn- und Verlust- rechnung Posten der Gesamt- ergebnis- rechnung, in dem die Umgliederung erfasst wurde
Stromfutures/ -forwards und Optionen – Absatz 117,3 2,8 0,0 Umsatzerlöse
88,8 Umsatzerlöse
Stromfutures und -forwards – Beschaffung 26,5 0,0 0,0 Strombezug
Gasforwards – Beschaffung 1,5 0,0 0,0 0,0 Gasbezug
Zinsswaps – 0,5 0,0 0,0 Übriges Finanzergebnis
– 2,1 Zinsaufwand

Nominalbetrag und durchschnittlicher Preis bzw. Zinssatz zum 31.12.2020 in Mio. €

2021 2022 2023 2024 > 2024
Stromfutures/-forwards und Optionen – Absatz
Nominalbetrag 14.038 GWh 3.439 GWh 1.752 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 41,8 €/MWh 41,5 €/MWh Collar 38– 60
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag – 2.748 GWh – 1.399 GWh 637 GWh – 74 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 43,7 €/MWh 46,7 €/MWh 48,1 €/MWh 49,8 €/MWh
Gasforwards – Beschaffung
Nominalbetrag – 282 GWh – 235 GWh – 109 GWh
Durchschnittlicher abgesicherter Preis 14,2 €/MWh 15,6 €/MWh 16,3 €/MWh
Zinsswaps
Durchschnittlicher Nominalbetrag 64,1 49,5 34,9 20,3 5,8
Durchschnittlicher fixer Zinssatz 2,6 % 2,6 % 2,6 % 2,8 % 2,9 %

266

5.3 Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste für finanzielle Vermögenswerte, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) klassifiziert wurden, bzw. für Schuldinstrumente, die als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert wurden, für Forderungen aus Leasingverhältnissen, Vertragsvermögenswerte sowie für finanzielle Garantien erfasst. Die erwarteten Kreditverluste werden in den folgenden Stufen berücksichtigt (quantitative Angaben erfolgen in Kapitel 11 „Risikomanagement“):

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Kreditrisiko: Niedriges Kreditrisiko - (Kreditrisiko hat sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht) Erhöhtes Kreditrisiko - (Kreditrisiko hat sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht) Signifikante finanzielle Schwierigkeiten beim Kreditnehmer oder Emittenten (Vertragsbruch)
Erfassung der Risikovorsorge: Wertminderung in Höhe der erwarteten 12-Monats- Verluste Wertminderung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Verluste Wertminderung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Verluste
Berechnung des Zinsertrages: Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert Auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Nettobuchwert
  • Von einem niedrigen Kreditrisiko wird ausgegangen, wenn das interne Rating einem externen Rating im Investment-Grade-Bereich entspricht (Standard & Poor’s: > BBB–; Moody’s: > Baa3).
  • Von einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos wird ausgegangen, wenn der finanzielle Vermögenswert mehr als 30 Tage überfällig ist. Umgliederungen in Stufe 3 erfolgen, sobald eine beeinträchtigte Bonität vorliegt, finanzielle Vermögenswerte mehr als 90 Tage überfällig sind oder ein Vertragsbruch festgestellt wird.
  • Zur Ermittlung der Höhe der zu erfassenden Wertminderungen dienen von der Ratingkategorie abhängige Ausfallswahrscheinlichkeiten und Einbringungsquoten. Die Wertberichtigung wird in Höhe des Barwerts der erwarteten Kreditverluste erfasst. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Forderungen aus Leasingverhältnissen wird eine vereinfachte Vorgehensweise zur Bemessung der Wertberichtigung angewandt. Bei diesen Forderungen und Vermögenswerten wird immer anhand einer Wertberichtigungstabelle eine Wertberichtigung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst.

267 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

6. Working Capital

Das Working Capital umfasst die folgenden Bilanzpositionen:

  • Vorräte
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere
  • Liquide Mittel
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

6.1 Vorräte und Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate

Die Bewertung der Vorräte an Primärenergieträgern sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren. Die Bewertung von Vorräten an Erdgas, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert (Stufe 1) abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Börsenpreis für Frontmonat-Gasforwards am Central European Gas Hub (CEGH) bzw. an der NetConnect Germany (NCG). Die Bilanzierung von gewährten Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, erfolgt gemäß IAS 2 und IAS 20. Die Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate werden bei Erwerb des Rechtsanspruchs (in der Regel Produktion von Strom in zertifizierten Kraftwerken) als Vorrat erfasst. Der Ertrag aus der Zuteilung der Zertifikate wird saldiert mit der Bestandsveränderung aus dem Abgang von Zertifikaten in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt gegebenenfalls zum niedrigeren Nettoveräußerungspreis. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweis- oder Grünstromzertifikaten werden in den sonstigen Umsatzerlösen erfasst.

Vorräte in Mio. €

2020 2021
Erdgas 2,6 23,1
Kohle 0,8 0,0
Vorräte an Primärenergieträgern zu Erzeugungszwecken 3,4 23,1
Emissionszertifikate zu Handelszwecken 14,8 4,8
Bewertungen von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken 7,8 8,6
Beizulegender Zeitwert von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken 22,5 13,3
Herkunftsnachweis- bzw.# 6. Working Capital

6.1 Vorräte

Vorräte in Mio. € 2020 2021
Grünstromzertifikate 0,3 1,7
Hilfs- und Betriebsstoffe 6,5 11,0
Sonstige 0,3 0,9
Vorräte 33,0 49,9

6.1.1 Vorräte

6.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere

Forderungen aus Lieferung und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere in Mio. €

Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig
2020 2021 2020 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,0 0,0 342,7 818,4
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 0,0 0,0 39,8 57,6
Sonstige Ausleihungen 0,1 0,0
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen 3,5 49,1
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 122,3 150,2 234,0 2.940,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 122,3 150,2 620,1 3.865,7

Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten im Wesentlichen Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Darüber hinaus beinhalten die kurzfristigen sonstigen Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe Kapitel 4.1 „Immaterielle Vermögenswerte“). Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr werden unter den Finanzanlagen und langfristigen sonstigen Forderungen ausgewiesen.

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte in Mio. €

Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig
2020 2021 2020 2021
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 0,0 0,0 152,2 2.257,8
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 87,7 70,3 0,0 0,0
Wertpapiere 0,0 0,0 0,0 4,3
Sicherstellungen im Stromhandel 0,0 0,0 32,9 597,2
Geldmarktgeschäfte 0,0 0,0 0,0 0,0
Emissionszertifikate 15,6 31,2
Forderungen aus Verrechnungen von Steuern 0,0 0,0 10,2 22,9
Forderungen aus Zinsabgrenzungen 0,0 0,0 0,3 0,3
Sonstige 34,7 80,0 22,8 26,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 122,3 150,2 234,0 2.940,5

6.2.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere

6.3 Liquide Mittel

Liquide Mittel in Mio. €

2020 2021
Guthaben bei Kreditinstituten 49,2 318,5
Kassenbestand 0,0 0,0
Liquide Mittel 49,2 318,6

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar.

6.3.1 Liquide Mittel

6.4 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten in Mio. €

2020 2021
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 241,3 3.872,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 224,0 293,6
Ausstehende Rechnungen für Investitionen 127,3 137,5
Sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferungen und Netzleistungen 37,0 76,8
Sonstige Verbindlichkeiten für Erhaltungsaufwendungen 45,5 48,6
Sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten 37,5 41,2
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 4,7 35,4
Verbindlichkeiten gegenüber dem Emissionsrechtsregister 15,6 26,5
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochter- und Beteiligungsunternehmen 5,3 21,6
Stromlieferverpflichtung 9,7 11,6
Leasingverbindlichkeiten 22,9 8,3
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 10,7 5,9
Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit (unter anderem Sozialversicherungsinstitute) 5,0 5,8
Sonstige Verbindlichkeiten für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 4,0 4,1
Sonstige 23,1 25,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 813,8 4.614,7

6.4.1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

7. Eigenkapital

Das Grundkapital setzt sich wie auch im Vorjahr aus 170.233.686 Stückaktien in Form von Inhaberaktien (Kategorie A) und 177.182.000 Stückaktien in Form von Namensaktien (Kategorie B) zusammen. Die Kategorie B repräsentiert 51 % des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt. In den Kapitalrücklagen wird mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 954,3 Mio. €) jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist. Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne sowie die Effekte auf das den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Eigenkapital aus der Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen. Von den angesammelten Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß UGB aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2021 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2021 betrug 364,8 Mio. € (Vorjahr: 260,6 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 1,05 € pro Aktie (Vorjahr: 0,75 € pro Aktie) vorzunehmen. Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die Währungsumrechnung des vollkonsolidierten rumänischen Tochterunternehmens VERBUND Wind Power Romania SRL.

Nicht beherrschende Anteile in %

2020 2021
Gas Connect Austria GmbH 49,0
Austrian Gas Grid Management AG 74,00
VERBUND Innkraftwerke GmbH 29,73 29,73
VERBUND Hydro Power GmbH 15,94 15,94
VERBUND Wind Power Austria GmbH 19,46 19,46
1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.
  • Grundkapital
  • Kapitalrücklagen
  • Angesammelte Ergebnisse
  • Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung
  • Nicht beherrschende Anteile

8. Verbindlichkeiten

Die Erläuterungen in diesem Kapitel beziehen sich auf lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie langfristige sonstige Verbindlichkeiten. Details zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 6 „Working Capital“ angegeben.

8.1 Finanzverbindlichkeiten

Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Dieser entspricht in der Regel dem tatsächlich zugeflossenen Betrag. Etwaige Agien oder Disagien werden durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen. Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstanden sind, wurden mithilfe der sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden. Die in den Finanzverbindlichkeiten sowie Finanzanlagen ausgewiesenen bilanziell geschlossenen Positionen betreffen die in den Jahren 2009 und 2010 vorzeitig aufgelösten Cross-Border-Leasing-Transaktionen. Die Auflösung erfolgte zum Teil vollständig, das heißt, es wurden sämtliche Veranlagungen und Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die bestehenden B-Loans und die entsprechenden Veranlagungen fortgeführt wurden. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (US-Dollar) bestehenden Salden erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten weiterhin gesondert dargestellt; sämtliche Positionen sind mit Ausnahme der erfassten Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste bilanziell geschlossen (siehe Kapitel 11 und 13).

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig
2020 2021 2020 2021
Anleihen 496,0 986,5 0,8 4,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 278,6 253,4 83,3 1.458,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0 147,0 0,0 0,0
Zwischensumme 774,5 1.386,9 84,1 1.462,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen 427,7 447,2 0,0 0,0
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.202,2 1.834,1 84,1 1.462,5

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

2020 2021
Buchwert zum 1.1. 1.111,5 858,5
Aufnahmen 0,0 489,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 147,6
Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte – 15,0 1.380,2
Veränderung der den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile 0,0 0,1
Veränderung der Zinsabgrenzung – 4,1 4,0
Planmäßige Tilgungen – 233,9 – 30,1
Buchwert zum 31.12. 858,5 2.849,4
davon langfristige Schulden 774,5 1.386,9
davon kurzfristige Schulden 84,1 1.462,5
1 exkl. Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen

8.1.1 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen in Mio. €

2020 2021
Buchwert zum 1.1. 455,9 427,7
Kursgewinne bzw. -verluste – 35,1 22,9
Kapitalisierung 30,3 30,9
Tilgungen bzw. Abgänge – 23,8 – 16,9
Marktwertveränderungen 0,5 – 17,4
Buchwert zum 31.12. 427,7 447,2
davon langfristige Schulden 427,7 447,2

Zum 31. Dezember 2021 und im Vorjahr bestanden bei VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.# 8.2 Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und betreffen im Wesentlichen die folgenden Geschäftsfälle:

  • Verpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) entstanden ist. Im Zuge des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten erfolgte 2013 eine außer- planmäßige Tilgung von 60 % der Verpflichtung.
  • Verpflichtung zur unentgeltlichen Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an den Freistaat Bayern, die im Rahmen des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten eingegangen wurde.
  • Passivierung von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 (siehe Kapitel 4.3 „Leasingverhältnisse“)

Langfristige sonstige Verbindlichkeiten in Mio. €

2020 2021
Stromlieferverpflichtung 138,0 126,5
Anteilsrückgabeverpflichtung 110,5 140,4
Leasingverbindlichkeiten 75,3 86,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,7 2,1
Sonstige 73,5 107,2
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 399,0 462,1

9. Rückstellungen

9.1 Rückstellungen im Konzern

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden können. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Langfristige Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als zwölf Monate in der Zukunft liegt, werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vorsteuerzinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zins- änderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.

9.1.1 Lang- und kurzfristige Rückstellungen

Lang- und kurzfristige Rückstellungen in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig
Rückstellungen für Pensionen 455,5 429,7
Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen 170,6 143,9
Rückstellungen für Abfertigungen 125,1 120,1
Rückstellungen für Altersteilzeit 3,5 3,4 1,5 1,5
Sonstige personalbezogene Rückstellungen 22,0 25,2 21,5 26,9
Sonstige Rückstellungen 109,5 110,7 16,6 16,3
Lang- und kurzfristige Rückstellungen 886,2 832,9 39,6 44,7

9.2 Personalbezogene Rückstellungen

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei Neubewertungen der Nettoschuld im Entstehungsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen als Personalaufwand erfasst. Der Nettozinsaufwand wird im Zinsaufwand ausgewiesen. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes Pensionskassen- vermögen der APK Pensionskasse AG gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter:innen der VERBUND Innkraftwerke GmbH, der Innwerk AG und der Grenzkraftwerke GmbH bestehen Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA). Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschuss- verpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch die Treuhandlösungen werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen saldiert. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes bzw. der entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA). Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.

Die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensionsverpflichtungen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert zum 31. Dezember 2021: 693,6 Mio. €; Vorjahr: 751,2 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Abzinsungszinssatz, das geschätzte Pensionsantrittsalter und die geschätzte Lebenserwartung sowie künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen:

Versicherungsmathematische Annahmen zu Pensionsverpflichtungen

2020 2021
Abzinsungssatz bzw. erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 0,75 % 1,00 %
Pensionssteigerungen 1-2 % 1-2 %
Gehaltssteigerungen 2,75 % / 2,75 % 2,75 % / 2,75 %
Fluktuation keine keine
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G

Versicherungsmathematische Annahmen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen

2020 2021
Abzinsungssatz 0,75 % 1,25 %
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0 %-4,1 % 0,0 % - 4,1 %
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex 2,75 %-6,0 % 2,75 %-5,5 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G

Versicherungsmathematische Annahmen zu Abfertigungsverpflichtungen

2020 2021
Abzinsungssatz 0,50 % 0,75 %
Gehaltssteigerungen 2,75 % / 2,75 % 2,75 % / 2,75 %
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0 %– 1,3 % 0,0 %– 1,3 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G AVÖ 2018- P/Heubeck- Richttafeln 2018 G

Die bestehenden Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen# 9.2.1 Bewertung von Pensions- verpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungen

Die Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungsverpflichtungen setzen VERBUND Investitions-, Zinsänderungs-, Lebenserwartungs-, Gehalts-, Preissteigerungs- und Fluktuationsrisiken aus. In den nachfolgenden Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgt analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung nach der PUC-Methode gemäß IAS 19.

Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2021

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Nettoschuld um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Nettoschuld um
Abzinsungssatz 0,25 % – 3,10 % 3,27 %
Pensionssteigerungen 0,50 % 6,65 % – 6,01 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 1 Jahr 5,65 % – 5,54 %

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2021

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um
Abzinsungssatz 0,25 % – 3,94 % 4,20 %
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Neuverträge 0,50 % 8,35 % – 7,46 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 1 Jahr 7,00 % – 6,66 %

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2021

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um
Abzinsungssatz 0,25 % – 1,91 % 1,97 %
Gehaltssteigerungen 0,50 % 3,87 % – 3,68 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel 1 Jahr 0,03 % – 0,04 %

Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2020

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Nettoschuld um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Nettoschuld um
Abzinsungssatz ± 0,25 – 3,27 % 3,46 %
Pensionssteigerungen ± 0,50 7,01 % – 6,31 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ± 1 Jahr 5,83 % – 5,70 %

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2020

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um
Abzinsungssatz ± 0,25 – 4,27 % 4,56 %
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Neuverträge ± 0,50 9,01 % – 8,00 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ± 1 Jahr 7,51 % – 7,09 %

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2020

Änderung der Annahme in Prozentpunkten bzw. Jahren Bei Anstieg der Annahme Veränderung der Verpflichtung um Bei Verringerung der Annahme Veränderung der Verpflichtung um
Abzinsungssatz ± 0,25 – 2,01 % 2,08 %
Gehaltssteigerungen ± 0,50 4,07 % – 3,86 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ± 1 Jahr 0,11 % – 0,12 %

Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Pensions- verpflichtungen Pensions- verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen
Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 275,2 298,9
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 157,1 190,9
Nettowert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 118,1 108,0
Anwartschaftsbarwert der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 337,4 321,6 170,6 143,8
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 455,5 429,6 170,6 143,8

Pensionsaufwand in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Pensions- verpflichtungen Pensions- verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 4,9 4,3 2,9 2,7
Nettozinsaufwand 3,5 3,6 1,7 1,3
Pensionsaufwand (im Periodenergebnis erfasst) 8,4 7,9 4,6 4,0
Neubewertungen der Nettoschuld – 16,3 – 56,5 – 0,5 – 26,3
Pensionsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst) – 7,9 – 48,6 4,1 – 22,3

9.2.2 Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Pensions- verpflichtungen Pensions- verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen
Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 643,2 612,6 170,9 170,6
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 75,3 0,0 0,0
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 4,9 4,3 2,9 2,7
Pensionszahlungen bzw. KZV-Zuschusszahlungen (Leistungszahlungen) – 32,5 – 36,0 – 4,4 – 4,5
Zinsaufwand 4,7 4,9 1,7 1,3
Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen – 4,2 – 12,0 – 7,1 – 8,3
Neubewertungen aus Veränderungen bei demografischen Annahmen 0,0 0,0 0,0 0,0
Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen – 3,5 – 28,6 6,6 – 18,0
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 612,6 620,4 170,6 143,8

Zum 31. Dezember 2021 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensions- verpflichtungen 13 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 17 Jahre (Vorjahr: 18 Jahre).

Entwicklung des Planvermögens in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Pensions- verpflichtungen Pensions- verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen Pensions- ähnliche Verpflichtungen
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 158,7 157,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 30,4
Beitragszahlungen von VERBUND 0,0 0,2
Auszahlungen (Leistungszahlungen) – 11,4 – 14,1
Zinserträge 1,2 1,4
Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) 8,6 15,9
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 157,1 190,9

Die VERBUND zurechenbare Veranlagungs- und Risikogemeinschaft in der Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2021 einen Gewinn in Höhe von 17,3 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 9,8 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensions- zusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher. Für die Berichtsperiode 2021 werden keine laufenden Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung leistungsorientierter Pläne erwartet (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Fondsvermögen in %

2020 2021
aktiver Markt kein aktiver Markt Summe aktiver Markt kein aktiver Markt Summe
Aktien 41,5 0,0 41,5 41,7 0,0 41,7
Anleihen 34,9 0,0 34,9 33,6 0,0 33,6
Geldmarkt 11,6 0,0 11,6 7,0 0,0 7,0
Sonstige Investments 12,0 0,0 12,0 17,7 0,0 17,7
Gesamt 100,0 0,0 100,0 100,0 0,0 100,0

VERBUND stimmt die allgemeinen Veranlagungsrichtlinien regelmäßig mit der APK Pensionskasse AG ab. Das Risikomanagement in der APK Pensionskasse AG orientiert sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. an den entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Mitarbeiter:innen, deren Dienstverhältnis bis zum 31. Dezember 2002 begonnen hat, haben aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Anspruch auf eine Einmalzahlung, insbesondere bei Pensionsantritt. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Für alle nach dem 31. Dezember 2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird daher als beitrags- orientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Bruttoentgelts in eine Mitarbeiter:innenvorsorgekasse. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Abfertigungs- verpflichtungen 8 Jahre (Vorjahr: 8 Jahre).

Zusammensetzung der Rückstellungen für Abfertigungen in Mio. €

2020 2021
Rückstellungen für gesetzliche Abfertigungen 123,8 119,1
Rückstellungen für Abfertigungen aus Sondervereinbarungen gemäß Sozialplan 1,3 0,9
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 125,1 120,0

Abfertigungsaufwand in Mio. €

2020 2021
Dienstzeitaufwand 0,8 1,0
Nettozinsaufwand 1,0 0,6
Abfertigungsaufwand (im Periodenergebnis erfasst) 1,8 1,6
Neubewertungen der Abfertigungsverpflichtung 2,8 – 3,3
Abfertigungsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst) 4,6 – 1,7

9.2.3 Rückstellung für Abfertigungen

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts für gesetzliche Abfertigungen in Mio. €

2020 2021
Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 136,3 123,8
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 10,5
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,8 1,0
Zinsaufwand 1,0 0,6
Abfertigungszahlungen (Leistungszahlungen) – 17,1 – 13,5
Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 0,0 – 1,0
Neubewertungen aus Veränderungen bei demografischen Annahmen 0,5 0,0
Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen 2,3 – 2,3
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 123,8 119,1

Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort ergebniswirksam realisiert werden. Die zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen. Zum Zweck der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter:innen der VERBUND Innkraftwerke GmbH und der Innwerk AG bestehen ebenfalls Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA). Eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.

Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung in Mio. €

2020 2021
Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 7,8 7,9
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 2,7 – 3,1
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 5,1 4,8

Aufwand für Altersteilzeit in Mio. €

2020 2021
Dienstzeitaufwand 0,8 1,5
Nettozinsaufwand 0,0 0,0
Neubewertungen 0,4 0,2
Aufwand für Altersteilzeit (im Periodenergebnis erfasst) 1,2 1,7

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts in Mio. €

2020 2021
Anwartschaftsbarwert zum 1.1.
2020 2021
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 7,8 7,9
Änderungen Konsolidierungskreis 0,0 0,3
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,8 1,5
Nettozinsaufwand 0,0 0,0
Vorruhestandszahlungen – 2,3 – 3,7
Neubewertungen 0,5 0,6

9.2.4 Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen

Entwicklung des Planvermögens in Mio. €

2020 2021
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 2,6 2,7
Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) 0,1 0,4
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 2,7 3,1

Fondsvermögen in %

2020 2021
Anleihen 100,0 100,0
Gesamt 100,0 100,0

Zusammensetzung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig
Rückstellung für Prämien aus dem leistungsorientierten Gehaltssystem 21,3 26,4
Rückstellung für Jubiläumsgelder 16,5 20,0
Übrige 5,5 5,2 0,2 0,5
Sonstige personalbezogene Rückstellungen 22,0 25,2 21,5 26,9

Entwicklung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen in Mio. €

2020 2021
Buchwert zum 1.1. 42,2 43,5
davon langfristig 21,3 22,0
davon kurzfristig 20,9 21,5
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 5,9
Neubildung 19,2 20,6
Aufzinsung 0,2 0,2
Verwendung – 17,6 – 17,6
Auflösung – 0,4 – 0,5
Buchwert zum 31.12. 43,5 52,1
davon langfristig 22,0 25,2
davon kurzfristig 21,5 26,9

9.3 Sonstige Rückstellungen

Rückbau- und Stilllegungsverpflichtungen

Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von Kraftwerken resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung passiviert; zugleich erhöhen sich grundsätzlich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe Kapitel 4.2 „Sachanlagen“). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder

Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Anlagen abgeschrieben; die Rückstellungen werden jährlich aufgezinst. Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die erwarteten Abbruchzeitpunkte, etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruch- und Dekontaminationskosten bzw. Schrotterlöse, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 0,25 % bis 5,43 % (Vorjahr: 0,50 % bis 3,73 %).

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2021 in Mio. €

Abbruch- und Dekontaminationskosten Sonstige Summe
Buchwert zum 1.1.2021 35,9 90,2 126,1
davon langfristig 33,3 76,2 109,5
davon kurzfristig 2,6 14,0 16,6
Änderung Konsolidierungskreis 4,0 2,7 6,6
Neubildung 1,3 7,2 8,4
Aufzinsung 0,3 0,4
Verwendung – 0,9 – 7,6 – 8,5
Auflösung – 3,5 – 2,1 – 5,6
Währungsumrechnung – 0,1 0,0 – 0,1
Buchwert zum 31.12.2021 36,3 90,7 127,0
davon langfristig 34,4 76,3 110,7
davon kurzfristig 1,9 14,4 16,3

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2020 in Mio. €

Abbruch- und Dekontaminationskosten Sonstige Summe
Buchwert zum 1.1.2020 30,9 76,9 107,8
davon langfristig 27,8 65,2 93,0
davon kurzfristig 3,1 11,7 14,8
Neubildung 5,0 20,3 25,3
Aufzinsung 0,4 0,7 1,1
Verwendung – 0,1 – 5,8 – 5,9
Auflösung – 0,2 – 1,9 – 2,1
Währungsumrechnung – 0,1 0,0 – 0,1
Buchwert zum 31.12.2020 35,9 90,2 126,1
davon langfristig 33,3 76,2 109,5
davon kurzfristig 2,6 14,0 16,6

10. Steuern

Die laufenden Steuerschulden in der Berichtsperiode 2021 setzten sich wie folgt zusammen:

Laufende Steuerschulden in Mio. €

2020 2021
Ertragsteuern 196,1 219,5
Sonstige Steuern 1,3 2,9
Laufende Steuerschulden 197,4 222,4

Eine Saldierung von latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde wurde wie folgt vorgenommen:

Saldierte aktive und passive latente Steuern in Mio. €

2020 2021 2020 2021
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Sachanlagen 1,2 835,3 0,3 936,5
Steuerlich abzugsfähige Firmenwerte 0,0 68,7 0,0 82,0
Finanzinstrumente 25,5 1,8 492,4 7,0
Steuerliche Sonderabschreibungen 0,0 89,1 0,0 87,9
Sozialkapital 135,6 0,3 121,0 0,8
Regulatorische Verpflichtungen 0,0 91,7 0,0 98,4
Steuerliche Verlustvorträge 120,0 0,0 136,2 0,0
Sonstige Posten 36,7 29,2 46,1 34,4
Aktive/passive latente Steuern 319,0 1.116,1 795,9 1.247,0
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde – 319,0 – 319,0 – 760,1 – 760,1
Saldierte aktive und passive latente Steuern 0,0 797,1 35,8 486,9

Outside Basis Differences

Zum 31. Dezember 2021 (und im Vorjahr) war davon auszugehen, dass aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen die insbesondere aus einbehaltenen Gewinnen bzw. nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital (Outside Basis Differences) der in den IFRS-Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen, assoziierten Unternehmen und gemeinsamen Vereinbarungen in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden. Zum 31. Dezember 2021 wurde daher für temporäre Differenzen in Höhe von 5.189,5 Mio. € (Vorjahr: 4.783,2 Mio. €) in Zusammenhang mit diesen Anteilen keine Steuerschuld angesetzt.

11. Risikomanagement

VERBUND nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für Zwecke des Risikomanagements.

11.1 Risikomanagement im Finanzbereich

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen. Im Finanzbereich von VERBUND stellen daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen einen Schwerpunkt dar. Im Rahmen von Konzernrichtlinien wurden eigene Regeln festgelegt, um die finanziellen Risiken auch entsprechend zu überwachen und zu steuern. Die Maßnahmen zur Überwachung und Steuerung finanzieller Risiken umfassen insbesondere:

  • Berechnung und Bewertung marktüblicher Kennzahlen hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten.
  • Erstellung einer kontinuierlichen Liquiditätsplanung, auf deren Basis jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt wird.

Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den angeführten Bilanzposten erfasst:

Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Forderungen in Mio. €

Referenzwert¹ Positive Zeitwerte 31.12.2020 Positive Zeitwerte 31.12.2021
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen (Fixzinsempfänger) 276,7 Mio. $ (Vorjahr: 269,6 Mio. $) 87,7 70,3
Devisentermingeschäfte 0,0 Mio. $ (Vorjahr: 0,0 Mio. $) 0,0 0,0

¹ Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Verbindlichkeiten in Mio. €

Referenzwert¹ Negative Zeitwerte 31.12.2020 Negative Zeitwerte 31.12.2021
Zinsswaps – Hedges (Fixzinszahler) 56,8 Mio. € (Vorjahr: 71,4 Mio. €) 6,0 3,6
Zinsswaps – Finanzverbindlichkeiten (ohne designierte Sicherungsbeziehung) 90,8 Mio. € (Vorjahr: 106,8 Mio. €) 4,7 2,3

¹ Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken (siehe „Zinsänderungrisiko“ für Erläuterungen zu den abgeschlossenen Zinsswaps für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten sowie für konzerninterne Projektfinanzierungen). Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, wurde in der Berichtsperiode 2018 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. € mit zweimaliger jeweils einjähriger Verlängerungsoption abgeschlossen. Dies erfolgte im Rahmen eines internationalen Bankensyndikats über die VERBUND AG. Diese Kreditlinie wurde nicht ausgenützt. Um die Liquiditätsreserve vor dem Hintergrund der höheren Volatilitäten in den Strompreisen vorsorglich weiter zu erhöhen, wurde im Dezember 2021 ein Vertrag über einen kurzfristigen, revolvierend ausnutzbaren Kredit in Höhe von maximal 300,0 Mio. € abgeschlossen. Diese Linie war am Jahresultimo voll ausgenutzt. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds. Für die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 siehe Kapitel 5.1 „Bilanzierung von Finanzinstrumenten“. Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht.

Maßnahmen zur Reduktion des Kontrahentenrisikos:

Maßnahmen Reduktion Kontrahentenrisiko
Geschäfte sowie Veranlagung werden prinzipiell nur mit Kunden mit ausreichender Bonität abgeschlossen (d. h.

Kreditrisiko

  1. Vergabe individueller Limits je Kontrahent auf Basis der Bonitätsbeurteilung (mit externen Investment Grade Ratings einer internationalen Ratingagentur oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung)
  2. Vergabe individueller Limits je Kontrahent auf Basis der Bonitätsbeurteilung
  3. Konzernweite Überwachung der individuellen Kontrahentenlimits
  4. Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportfolios auf Basis der von internationalen Ratingagenturen veröffentlichten Ausfallswahrscheinlichkeiten
  5. Sicherstellung ausreichender Besicherung (z. B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) eingegangener Geschäfte
  6. Risikoreduktion durch Abschließung von Aufrechnungsvereinbarungen (Mit Ausnahme von Geschäftstätigkeit im regulierten Segment Netz: Dort bestehen aufgrund von Kontrahierungs- und Abschlusszwängen zum Teil auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bei denen der Schuldner die Anforderungen nicht erfüllt.)

Liquiditätsrisiko

In der Berichtsperiode 2021 bestand im Bereich des Endkundengeschäfts eine Kreditversicherung für Österreich und Deutschland mit 10 %igem Selbstbehalt. Zum 31. Dezember 2021 sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 114,1 Mio. € (Vorjahr: 34,2 Mio. €) durch diese Versicherung umfasst, wobei allerdings eine Höchstdeckungsquote von 10,0 Mio. € pro Jahr besteht.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen:

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2021

Bonitäts- gruppe Äquivalent Moody’s- Rating Finanz- instrumente - bilanziell geschlos-sene Po- sitionen Wert- papiere Langfristige und kurz- fristige sonstige Forde- rungen¹ Forde- rungen aus Lieferungen und Leis- tungen Derivate im Energie- bereich Veran- lagungen und liquide Mittel²
A bis Aa3 247,9 0,0 0,0 20,9 1.034,9 2,4
B bis A3 199,2 7,1 26,6 372,4 428,1 299,2
C1–C3 bis Baa3 0,0 0,0 43,5 203,3 757,2 17,0
D1–D5 unter Baa3 0,0 0,0 0,0 20,6 37,6 0,0
Ohne Rating 0,0 135,7 726,0 201,2 0,0 0,0
Summe 447,2 142,8 796,0 818,4 2.257,8 318,6

¹ inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen
² Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarktgeschäfte zusammengefasst.

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2020

Bonitäts- gruppe Äquivalent Moody’s- Rating Finanz- instrumente - bilanziell geschlos-sene Po- sitionen Wert- papiere Langfristige und kurz- fristige sonstige Forde- rungen¹ Forde- rungen aus Lieferungen und Leis- tungen Derivate im Energie- bereich Veran- lagungen und liquide Mittel²
A bis Aa3 223,8 0,0 0,0 16,8 4,0 0,0
B bis A3 203,9 0,0 26,6 109,7 47,3 33,3
C1–C3 bis Baa3 0,0 0,0 0,0 120,6 91,6 21,2
D1–D5 unter Baa3 0,0 0,0 0,0 4,3 9,3 0,0
Ohne Rating 0,0 129,0 133,2 91,2 0,0 0,2
Summe 427,6 129,0 159,8 342,7 152,2 54,7

¹ inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen
² Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarktgeschäfte zusammengefasst.

  • Wertpapiere und Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen
    Aus Sicht von VERBUND besteht kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Die Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivate den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Bonitätsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind, wurde minimiert, indem nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde.

  • Sonstige Wertpapiere
    Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung personalbezogener Rückstellungen angeschafft wurden.

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
    Die als „nicht geratet“ ausgewiesenen Beträge ergeben sich einerseits aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, das zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,2 Mio. €) liegen. Andererseits sind darin auch Forderungen enthalten, für die aufgrund besonderer Umstände keine Bonitätseinstufung erfolgte (z. B. gesetzliche Kontrahierungszwänge).

Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallsrisiko und die erfassten erwarteten Kreditverluste für Finanzinstrumente, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert wurden, mit Ausnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen, die im Wesentlichen auch in Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen stehen. Bei allen Finanzinstrumenten wurde die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts erfasst, weil ein niedriges Risiko eines Kreditausfalls besteht.

Erwartete Kreditverluste 2021

Äqui- valent Moody’s- Rating Ausfalls- wahr- schein- lichkeit Verlust- quote Brutto- buchwert Wert- berich- tigung Netto- buchwert
A bis Aa3 0,02 % 0,60 % 247,9 0,0 248,0
B bis A3 0,06 % 0,70 % 155,6 0,1 155,6
C1–C3 bis Baa3 0,10 % - 0,26 % 0,80 % 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen Teil einer Nettoinvestition¹ 47,1 0,0 47,1
Keine Erfassung von erwarteten Kreditverlusten² 939,7
Summe 1.390,4

¹ Die langfristigen Ausleihungen stellen ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH dar (siehe Kapitel 4.5 "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen").
² Die Sicherstellungen im Energiehandel in Höhe von 597,2 Mio. € werden als Sondervermögen geführt, weshalb kein Ausfallsrisiko existiert. Bei den übrigen Finanzinstrumenten werden aufgrund der geringen Ausfallskredithöhe, der geringen Laufzeit bzw. der guten Bonität der Schuldner keine erwarteten Kreditverluste erfasst.

Erwartete Kreditverluste 2020

Äqui- valent Moody’s- Rating Ausfalls- wahr- schein- lichkeit Verlust- quote Brutto- buchwert Wert- berich- tigung Netto- buchwert
A bis Aa3 0,02 % 0,60 % 223,8 0,0 223,8
B bis A3 0,07 % 0,70 % 142,8 0,1 142,8
C1-C3 bis Baa3 0,12 % - 0,26 % 0,80 % 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen Teil einer Nettoinvestition¹ 50,6 0,0 50,6
Keine Erfassung von erwarteten Kreditverlusten² 97,3
Summe 514,6

¹ Die langfristigen Ausleihungen stellen ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH dar (siehe Kapitel 4.5 "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen").
² Die Sicherstellungen im Energiehandel in Höhe von 33,2 Mio. € werden als Sondervermögen geführt, weshalb kein Ausfallsrisiko existiert. Bei den übrigen Finanzinstrumenten werden aufgrund der geringen Ausfallskredithöhe, der geringen Laufzeit bzw. der guten Bonität der Schuldner keine erwarteten Kreditverluste erfasst.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen, die sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen, werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste unter Verwendung einer Wertberichtigungsmatrix bemessen:

Erwartete Kreditverluste 2021

Verlustrate Bruttobuchwert Wert- berichtigung Nettobuchwert
Nicht überfällig 0 % 837,7 0,0 837,7
1– 30 Tage überfällig 0 % 4,2 0,0 4,2
31– 120 Tage überfällig 10– 50 % 4,4 – 0,3 4,1
> 120 Tage überfällig 90 % 35,7 – 5,8 29,9
Summe 882,0 – 6,1 876,0

Erwartete Kreditverluste 2020

Verlustrate Bruttobuchwert Wert- berichtigung Nettobuchwert
Nicht überfällig 0 % 375,3 0,0 375,3
1– 30 Tage überfällig 0 % 4,0 0,0 4,0
31– 120 Tage überfällig 10– 50 % 1,4 – 0,3 1,1
> 120 Tage überfällig 90 % 5,6 – 3,4 2,2
Summe 386,2 – 3,7 382,5

Zinsänderungs- risiko

Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen. Zum 31. Dezember 2021 belief sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 56,0 % (Vorjahr: 9,0 %). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf höhere Sicherheiten (Marginingzahlungen) im Zusammenhang mit Stromhandelsaktivitäten aufgrund gestiegener Strompreise zurückzuführen, die durch kurzfristige, variabel verzinste Geldmarktlinien finanziert wurden. Ein Zinsanstieg um 1,0 % würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportfolio inklusive der Geldmarktgeschäfte zu einem um 16,0 Mio. € p. a. (Vorjahr: 0,8 Mio. € p. a.) geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern. Zum 31. Dezember 2021 bestanden Zinsswaps (Nominale: 276,7 Mio. $, Vorjahr: 269,6 Mio. $) in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivate bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2021 bestanden weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 56,8 Mio. € (Vorjahr: 71,4 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges gemäß IFRS 9 designiert. Darüber hinaus bestanden Zinsswaps (von variabler auf fixe Verzinsung), die im Rahmen von konzerninternen Projektfinanzierungen mit einem Nominale von 90,8 Mio. € (Vorjahr: 106,8 Mio.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

€) abgeschlossen wurden und für die aus Konzernsicht keine Sicherungsbeziehung darstellbar war (siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“). Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportfolios beträgt 4,7 Jahre (Vorjahr: 4,3 Jahre). Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente. Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazu- gehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko.

Von den in den Jahren 1999 bis 2001 ursprünglich abgeschlossenen Cross-Border-Leasing- Transaktionen wurden in den vergangenen Geschäftsjahren rund 85 % vorzeitig aufgelöst. Hinsichtlich der letzten noch aufrechten Transaktion (Freudenau), die eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur hatte, wurde 2019 die Lessee Purchase Option gemäß Lease Agreement Section 19 („Early Buy-Out Option“) ausgeübt. Sämtliche damit in Zusammenhang stehenden erforderlichen vertraglichen Beendigungsvereinbarungen wurden per 11. Dezember 2020 final unterschrieben. Die Transaktion wurde per 4. Jänner 2021 beendet und per 15. Dezember 2021 final abgewickelt.

Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige und zum Teil als partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden (siehe Kapitel 8.1 „Finanzverbindlichkeiten“). Für die fortgeführten Anteile ist die bilanzielle Deckung weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 276,7 Mio. $ (Vorjahr: 269,6 Mio. $).

Währungsänderungsrisiko

Risiko aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen

Bilanziell kommt es zu keiner Aufrechnung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die die bilanziell geschlossenen Positionen betreffen. Im Insolvenzfall können die Zinsswaps (70,3 Mio. €, Vorjahr: 87,7 Mio. €) und die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (330,1 Mio. €, Vorjahr: 321,3 Mio. €) aufgerechnet werden. Die Nettoverbindlichkeit aus diesen beiden Positionen beträgt zum 31. Dezember 2021 daher 259,8 Mio. € (Vorjahr: 233,6 Mio. €).

Für zwei vorzeitig beendete Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, besteht weiterhin das Risiko, dass bei einer Ratingverschlechterung der veranlagenden Finanzinstitute oder von VERBUND unter einen bestimmten Schwellenwert die veranlagenden Finanzinstitute ausgetauscht oder zusätzliche Sicherheiten bereitgestellt sind. Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND lagen zum 31. Dezember 2021 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungen auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch gemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen.

Risikomanagement im Energiebereich

Im Kerngeschäft ist VERBUND auf internationalen Energiemärkten tätig und dabei Markt-, Kontrahenten- und operationalen Risiken ausgesetzt, denen entsprechende Chancen gegenüberstehen. Der Umgang mit den Marktrisiken wird durch Regelbücher und darin festgelegte Limits gemanagt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch separate Richtlinien sowohl auf Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen begegnet. Für das Management der operationalen Risiken existiert ein Prozesshandbuch. Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value-at-Risk, Stresslimit, Stop- Loss- und Positionslimits) wird ebenso wie die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im Energiebereich tagesaktuell überwacht, gesteuert und berichtet.

Zum 31. Dezember 2021 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Strom- futures und Stromforwards sowie Gasfutures und Gasforwards, CO 2 -Futures und CO 2 -Forwards) wie folgt zusammen:

Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2021 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 267,6 1.334,8 – 1.067,2
Forwards 229,1 973,7 – 744,5
Optionen 7,3 117,4 – 110,1
Swaps 0,0 0,0 0,0
Summe vor Netting 504,1 2.425,8 – 1.921,8
davon kurzfristig 450,9 2.243,2 – 1.792,3
davon langfristig 53,2 182,7 – 129,5
davon im sonstigen Ergebnis 0,0 0,0 – 1.921,8

Wholesale zum 31.12.2021 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 1.489,9 595,6 894,3
Forwards 2.435,8 3.209,9 – 774,1
Swaps 7,4 0,0 7,4
Summe vor Netting 3.933,1 3.805,5 127,6
davon kurzfristig 3.464,1 3.174,3 289,8
davon langfristig 469,0 631,3 – 162,3
Bereits realisierte Futures 914,8 1.093,7 – 178,8
Summe 0,0 0,0 – 51,3

Trading zum 31.12.2021 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 222,7 207,6 15,1
Forwards 4.019,8 4.037,1 – 17,3
Summe vor Netting 4.242,5 4.244,7 – 2,2
davon kurzfristig 3.824,0 3.824,6 – 0,6
davon langfristig 418,5 420,1 – 1,6

Gesamt zum 31.12.2021 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 1.980,2 2.138,0 – 157,8
Forwards 6.684,8 8.220,7 – 1.535,9
Optionen 7,3 117,4 – 110,1
Swaps 7,4 0,0 7,4
Summe vor Netting 8.679,6 10.476,1 – 1.796,4
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen – 6.421,8 – 6.421,8 0,0
Summe nach Netting 2.257,8 4.054,2 – 1.796,4
EEX/ECX-Abrechnung
Variation Margins zu Futures 0,0 – 181,8 181,8
Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten 2.257,8 3.872,5 – 1.614,6

Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2020 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 18,1 77,2 – 59,1
Forwards 8,9 46,9 – 38,0
Optionen 2,3 5,0 – 2,8
Summe vor Netting 29,2 129,1 – 99,9
davon kurzfristig 23,8 114,2 – 90,4
davon langfristig 5,4 14,9 – 9,5
davon im sonstigen Ergebnis 0,0 0,0 – 99,9

Wholesale zum 31.12.2020 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 75,0 33,7 41,3
Forwards 129,9 177,3 – 47,4
Swaps 0,1 0,1 – 0,1
Summe vor Netting 205,0 211,2 – 6,1
davon kurzfristig 159,2 145,1 14,1
davon langfristig 45,9 66,1 – 20,2
Bereits realisierte Futures 31,6 22,7 9,0
Summe 2,8

Trading zum 31.12.2020 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 38,1 39,4 – 1,3
Forwards 478,8 479,4 – 0,6
Summe vor Netting 516,9 518,9 – 1,9
davon kurzfristig 475,6 477,2 – 1,6
davon langfristig 41,3 41,6 – 0,3

Gesamt zum 31.12.2020 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 131,2 150,4 – 19,1
Forwards 617,7 703,6 – 86,0
Optionen 2,3 5,0 – 2,8
Swaps 0,1 0,1 – 0,1
Summe vor Netting 751,2 859,1 – 107,9
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen – 599,0 – 599,0 0,0
Summe nach Netting 152,2 260,1 – 107,9
EEX/ECX-Abrechnung
Variation Margins zu Futures 0,0 – 18,8 18,8
Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten 152,2 241,3 – 89,1

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlich- keiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist.

Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am Strommarkt (– 10,0 % bis + 10,0 %) gemessen:

Sensitivität – Marktpreisschwankung um + 10 % in Mio. € 2020 2021
Auswirkung auf operatives Ergebnis (Wholesale- und Trading-Portfolio) 3,6 – 40,6
Auswirkung auf Eigenkapital (Bewertungsrücklage von Cashflow Hedges) – 60,9 – 294,3
Sensitivität – Marktpreisschwankung um – 10 % in Mio. € 2020 2021
Auswirkung auf operatives Ergebnis (Wholesale- und Trading-Portfolio) – 3,6 40,6
Auswirkung auf Eigenkapital (Bewertungsrücklage von Cashflow Hedges) 60,9 294,3

Die durch Cashflow Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden zehn Jahren (2022 bis 2032) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Für weitere Details zu den als Absicherung von Zahlungsströmen designierten Stromfutures und -forwards siehe Kapitel 5 „Finanzinstrumente“.

Kapitalmanagement

Die Ziele des Kapitalmanagements von VERBUND sind:

  • Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven
  • Optimierung der Kapitalstruktur
  • Absicherung eines langfristigen soliden Ratings

Im Zuge des Kapitalmanagements überwacht der Vorstand regelmäßig die folgenden Kennzahlen: Net Debt/EBITDA, Free Cashflow (nach Dividende) sowie ROCE der nicht regulierten Geschäfts- bereiche. Der Konzern strebt zur Absicherung des Ratings ein Net Debt/EBITDA von < 3,0, einen Free Cashflow (nach Dividende) von > 0,0 Mio. € und einen ROCE der nicht regulierten Geschäftsbereiche von > 9,0 % an. Diese Zielwerte beruhen auf der bestehenden Asset- und Wertschöpfungsstruktur.

Net Debt/EBITDA

2020 2021
Net Debt 1 1.881,2 3.510,8
EBITDA 1.292,8 1.579,0
Net Debt/EBITDA 1 1,5 2,2

Free Cashflow nach Dividende 1 in Mio. €

2020 2021
Cashflow aus operativer Tätigkeit 1.182,1 98,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw.
# Abgängen in Finanzanlagen – 600,1 – 1.108,3
# Free Cashflow vor Dividende 582,1 – 1.010,1
# Dividende – 282,5 – 319,3
# Free Cashflow nach Dividende 299,5 – 1.329,5

Return on Capital Employed (ROCE) der nicht regulierten Geschäftsbereiche 1 in Mio. €

2020 2021
NOPAT 665,9 870,0
Durchschnittliches Capital Employed 6.936,4 7.624,1
Return on Capital Employed (ROCE) der nicht regulierten Geschäftsbereiche 9,6 % 11,4 %

1 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

13. Sonstiges

13.1 Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken

Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2021 waren 100 % des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing- Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion hatte eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Diese Transaktion wurde per 4. Jänner 2021 beendet und per 15. Dezember 2021 final abgewickelt. Somit bestehen für VERBUND auf Konzernebene keinerlei Haftungen mehr.

Die anhängigen Verfahren betreffen im Wesentlichen die folgenden Sachverhalte:

  • Drau-Hochwasser 2012: Die zivilrechtlich beanspruchten Schadenersatzforderungen belaufen sich auf rund 109,3 Mio. € (Vorjahr: 109,5 Mio. €). Diese Forderungen werden von VERBUND dem Grunde und der Höhe nach bestritten. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen in Zusammenhang mit diesen Schadenersatzansprüchen unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangangaben die Lage von VERBUND in den Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
  • Schiedsverfahren GCA: Im Jänner 2020 wurde GCA über die Einleitung eines Schiedsverfahrens durch einen Transportkunden gemäß Artikel 4 der Schiedsgerichtsordnung der International Chamber of Commerce ICC informiert. Gegenstand des Verfahrens sind Verträge über die Bereitstellung von Kapazitäten für den Transport von Erdgas. Der Streitwert beträgt rund 194,0 Mio. €. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangangaben die Lage von GCA in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
  • Steuerliche Geltendmachung der Firmenwertabschreibung für die Beteiligung an der VERBUND Innkraftwerke GmbH für die Jahre 2014 bis 2023: Die Bescheidbeschwerde gegen den Feststellungsbescheid ist weiterhin anhängig. Der Steuervorteil für diese Jahre (Reduktion von Steuerzahlungen in Höhe von 7,9 Mio. € pro Jahr) wird bei hinreichender Wahrscheinlichkeit gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND erfasst.

Bestellobligo für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie sonstige Verpflichtungen in Mio. €

Bis inklusive 1 Jahr › 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamtverpflichtung
867,2 405,3 0,0

Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die im Wesentlichen Stromlieferverträge beinhalten. Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke haben Landesenergiegesellschaften (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist dadurch verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die Landesenergiegesellschaften zu liefern.

13.2 Sonstige Angaben

Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand

2020 2021 Veränderung
Angestellte 2.715 3.018 303
Lehrlinge 155 166 11
Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand 1 2.870 3.184 314

1 Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf die vollkonsolidierten Tochterunternehmen von VERBUND, die vom Konzernabschlussprüfer bzw. dessen Netzwerk geprüft wurden; die entsprechenden Aufwendungen bei mangels Wesentlichkeit nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind hierin nicht enthalten. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2021 ebenso wie 2020 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers in Tsd. €

Deloitte 1 Deloitte 1 2020 2021
Konzern- und Jahresabschlussprüfungsleistungen 327,3 391,2
Sonstige Bestätigungsleistungen 186,1 285,9
Sonstige Beratungsleistungen 69,0 44,0
Gesamtaufwendungen 582,4 721,1

1 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Für Konzern- und Jahresabschlussprüfungsleistungen durch das Deloitte-Netzwerk sind zusätzlich 185,6 Tsd. € (Vorjahr: 164,5 Tsd. €) an Honoraren angefallen.

Bei den Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND sind die folgenden Aufwendungen für Leistungen (des Netzwerks) des Konzernabschlussprüfers angefallen: 27,2 Tsd. € (Vorjahr: 26,8 Tsd. €) an Konzern- und Jahresabschlussprüfungsleistungen (davon Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH: 27,2 Tsd. €; Vorjahr: 26,8 Tsd. €).

13.3 Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties) von VERBUND zählen:

  • Alle Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen
  • Die Vorstände und Aufsichtsräte von VERBUND sowie von ihnen oder ihren nahen Angehörigen beherrschte oder maßgeblich beeinflusste Unternehmen
  • Die Republik Österreich aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin
  • Unter beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen

Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet. Die Geschäftstransaktionen mit mangels Wesentlichkeit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. €

2020 2021
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 0,6 0,1
Sonstige Erlöse 0,9 0,7
Sonstige betriebliche Erträge 0,8 0,2
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 0,4 – 0,5
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen – 0,7 – 1,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 0,3 – 1,5
Zinsertrag 1,1 1,1
Übriges Finanzergebnis 1,8 1,6

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. €

31.12.2020 31.12.2021
Bilanz
Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 47,1 5,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 7,3 41,8
Baukostenbeiträge 0,9 0,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 4,0 7,2

Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31. Dezember 2021 eine in den Finanzanlagen enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 5,7 Mio. € (Vorjahr: 47,1 Mio. €) und eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 41,5 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €). Beide dienten im Wesentlichen der Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession.

Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppen Malta und Reißeck hat die KELAG (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die KELAG zu liefern.

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. €

2020 2021
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 60,6 59,5
Netzerlöse 32,3 36,2
Sonstige Erlöse 3,3 5,9
Sonstige betriebliche Erträge 10,8 8,9
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 25,3 – 24,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 0,9 – 7,7
Zinsertrag 0,2 0,2

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. €

31.12.2020 31.12.2021
Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere 28,9 24,9
Baukostenbeiträge 270,0 260,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0,1 0,6

Details zu den wesentlichen Geschäftsbeziehungen:

  • Die Stromerlöse wurden mit der KELAG (53,4 Mio. €; Vorjahr: 45,4 Mio. €) sowie mit der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (6,1 Mio. €; Vorjahr: 15,2 Mio. €) erzielt.
  • Die Strombezüge bestehen im Ausmaß von 23,6 Mio. € (Vorjahr: 24,4 Mio. €) im Wesentlichen gegenüber der KELAG.
  • Netzerlöse wurden ausschließlich mit der KNG-Kärnten Netz GmbH erzielt.
  • Von den Baukostenbeiträgen wurden im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 8,7 Mio. € (Vorjahr: 10,2 Mio. €) von der KELAG geleistet.

Die Stromerlöse mit Unternehmen, die unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehen, betrugen in der Berichtsperiode 2021 insgesamt 80,0 Mio. € (Vorjahr: 66,2 Mio. €). Die Stromabnehmer waren dabei im Wesentlichen die ÖBB, die OMV und die Telekom Austria. Der Strombezug von unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen betrug in der Berichtsperiode 2021 insgesamt 11,5 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Die Stromlieferungen erfolgten im Wesentlichen durch die ÖBB.
```Aus Gashandelskontrakten mit bzw. aus Gaslieferungen durch die OMV resultierte in den sonstigen Umsatzerlösen bzw. dem Gasbezug ein Aufwand in Höhe von insgesamt 69,1 Mio. € (Vorjahr: 9,6 Mio. €). Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch E-Control betrug in der Berichtsperiode 2021 insgesamt 14,1 Mio. € (Vorjahr: 11,7 Mio. €).

Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate Governance Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variabler Bezüge) in €

2020 2020 2021 2021
Fixe Bezüge Variable Bezüge Fixe Bezüge Variable Bezüge
Dr. Michael Strugl 685.000 444.935 750.000 480.910
Dr. Peter F. Kollmann 620.000 403.233 620.000 435.813
Dr. Achim Kaspar 475.000 307.563 475.000 332.500

Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2021 insgesamt 3.128.810 € (Vorjahr: 4.231.454 €); darin enthalten sind 34.587 € (Vorjahr: 51.387 €) an Sachbezügen. Weiters gelangten im Jahr 2021 für ein ausgeschiedenes Mitglied des Vorstands 525.000 € (Vorjahr: 494.336 €) an kurzfristigen variablen Bezügen, 412.500 € (Vorjahr: 0 €) an langfristigen variablen Bezügen (LTIP; Laufzeit 2 Jahre) sowie 318.069 € (Vorjahr: 0 €) an Urlaubsersatzleistung zur Auszahlung. Dies betrifft Ansprüche für die aktive Vorstandstätigkeit, die erst im Jahr 2021 endabgerechnet wurden. Die Auszahlung der kurzfristigen variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die aktiven Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2021 gewährten kurzfristigen variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2020.

Ab der Berichtsperiode 2019 wurde das System der variablen Bezüge neu geregelt und neben der kurzfristigen Remuneration (einjährige Ziele) ein grundsätzlich dreijähriges Long Term Incentive Program (LTIP) vereinbart.

Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz im Geschäftsjahr 2020 bei voller Zielerreichung einheitlich 70 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2020 zu 60 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 40 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Ausbau Erneuerbare Erzeugung (15 %), Reduktion spezifischer THG- Emissionen (5 %), strategische Personalplanung und Frauenförderung sowie Mitarbeiter:innen- zufriedenheit (10 %), Anlagenverfügbarkeit Wasserkraft (10 %). Die festgestellte Gesamtzielerreichung für 2020 betrug 100 %.

Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz ab dem Geschäftsjahr 2021 bei voller Zielerreichung einheitlich 60 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2021 zu 70 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 30 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Ausbau Erneuerbare Erzeugung (20 %) und Abschluss Culture Audit (10 %).

Bei den LTI-Plänen 2019 bis 2021 und 2020 bis 2022 können maximal 55 % der jeweiligen Fixbezüge (maximale Zielerreichung 100 %, variabler Anteil 55 %) als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristiger Performancekriterien zur Auszahlung gelangen. Der konkrete Betrag ist nicht nur von der Zielerreichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurteilungszeitraums (Durchschnitt der Tageskurse der VERBUND-Aktie des ersten Quartals nach Beendigung des Plans) erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein. Für den LTIP 2019 (Laufzeit bis 2021) wurden folgende Performancekriterien festgelegt: Total Shareholder Return (25 %), EBITDA aus Wachstumsprojekten (25 %), Free Cashflow (FCF) vor Dividende (25 %), Produktivitätssteigerung (25 %); für den LTIP 2020 (Laufzeit bis 2022) kommen Total Shareholder Return (30 %), FCF vor Dividende (35 %) und Net Debt/EBITDA (35 %) zur Anwendung. Abweichend wurden die LTI-Pläne für das Ende 2020 ausgeschiedene Mitglied des Vorstands mit jeweils 2-jähriger Laufzeit abgeschlossen.

Ab der Berichtsperiode 2021 können maximal 78 % der jeweiligen Fixbezüge (maximale Zielerreichung 120 %, variabler Anteil 65 %) als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristiger Performancekriterien zur Auszahlung gelangen. Der konkrete Betrag ist nicht nur von der Zielerreichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurteilungszeitraums (durchschnittlicher Aktienkurs der VERBUND-Aktie bezogen auf die dreijährige Laufzeitdauer des jeweiligen LTI-Plans) erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein. Für den LTIP 2021 (Laufzeit bis 2023) wurden folgende Performancekriterien festgelegt: Total Shareholder Return (30 %), FCF vor Dividende (35 %), Overhead-Kosten (35 %).

Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2021 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 184.500 € (Vorjahr: 253.000 €) bezahlt. In der Berichtsperiode 2021 sind 391.533 € (Vorjahr: 389.323 €) für Pensionen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 28.897 € (Vorjahr: 33.108 €). Darüber hinaus wurden Aufwendungen in Höhe von 3.914 € (Vorjahr: 107.516 €) im Zusammenhang mit Neubewertungen im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inklusive Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 391.778 € (Vorjahr: 320.010 €). An die Leitungsorgane des Konzerns und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

13.4 Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND

Die nachfolgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen in zusammengefasster Form zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Anpassungen:

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €

2020 2020 2020 2021 2021 2021
VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft- VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft-
GmbH GmbH 1 werke GmbH GmbH GmbH 1 werke GmbH
Umsatzerlöse 954,9 94,1 1.137,9 141,3 81,0
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 435,4 23,9 584,3 13,3 18,3
Periodenergebnis 435,4 23,9 584,3 13,3 18,3
Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile 15,94 % 29,73 % 15,94 % 49,00 % 29,73 %
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis 69,4 7,1 93,1 6,5 5,5
Sonstiges Ergebnis 6,7 2,1 32,5 4,3 2,1
Gesamtperiodenergebnis 442,2 25,9 616,8 17,5 20,4
Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile 15,94 % 29,73 % 15,94 % 49,00 % 29,73 %
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 70,5 7,7 98,3 8,6 6,1

1 Die Gas Connect Austria GmbH wurde im Zuge eines Unternehmenserwerbs erstmalig per 31. Mai 2021 erfasst.

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Bilanz in Mio. €

31.12.2020 31.12.2020 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021
VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft- VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft-
GmbH GmbH 1 werke GmbH GmbH GmbH 1 werke GmbH
Langfristige Vermögenswerte 4.669,2 846,6 4.804,4 856,0 915,8
Kurzfristige Vermögenswerte 63,2 20,4 251,9 44,1 2,8
Langfristige Schulden 2.096,1 56,4
2.089,2 428,0 62,7
Kurzfristige Schulden 92,4 20,7
156,6 80,2 55,6
Nettovermögen 2.543,8 789,9 2.810,6 391,8 800,3
Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile 15,94 % 29,73 % 15,94 % 49,00 % 29,73 %
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Nettovermögen 405,5 234,9 448,0 192,0 238,0

1 Die Gas Connect Austria GmbH wurde im Zuge eines Unternehmenserwerbs erstmalig per 31. Mai 2021 erfasst.

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Cashflow in Mio. €

31.12.2020 31.12.2020 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021
VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft- VERBUND Hydro Power Gas Connect Austria VERBUND Innkraft-
GmbH GmbH 1 werke GmbH GmbH GmbH 1 werke GmbH
Cashflow aus operativer Tätigkeit 466,7 59,5 738,0 68,0 49,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 146,7 70,5
188,8 28,4 80,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 320,0 549,2
11,0 39,6 31,0
Veränderung der liquiden Mittel 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 48,7 3,0 55,8 0,0 3,0

1 Die Gas Connect Austria GmbH wurde im Zuge eines Unternehmenserwerbs erstmalig per 31. Mai 2021 erfasst.

Bei der VERBUND Innkraftwerke GmbH existiert eine Gesellschaftervereinbarung, die vorsieht, dass außer in folgenden Fällen der gesamte Jahresüberschuss als Bilanzgewinn festzustellen und an die Gesellschafter auszuschütten ist:
* Die Gesellschafter einigen sich einstimmig auf eine abweichende Ausschüttungsquote.
* Die Vollausschüttung verstößt gegen gesetzliche Vorschriften.
* Durch die Vollausschüttung wird eine Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 25 % unterschritten.
* Es stehen nicht ausreichend liquide Mittel zur Vollausschüttung zur Verfügung.# H1

H2

H3

• Nach der Vollausschüttung stehen nicht genügend liquide Mittel für genehmigte Investitions-, Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen, die aufgrund von höherer Gewalt zu treffen sind, zur Verfügung, oder es ist eine Wertaufholungsrücklage zu bilden.
308 Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND, getrennt nach wesentlichen und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen. Die Finanzinformationen der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2021 (siehe Kapitel 1.2 „Grundsätze der Rechnungslegung“); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €

2020 2021
Ashta Beteiligungs- verwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG
1 Umsatzerlöse 0,2 6,3
Planmäßige Abschreibungen 0,1
Zinserträge 9,3 0,0
Zinsaufwendungen 5,9
Ertragsteuern 0,5
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 1,2 5,6
Beteiligungsquote von VERBUND 50,01 % 40,00 %
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 0,6 2,2
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0
Ergebnis aus nach der Equity- Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 0,6
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 1,2 5,6
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis 1,2 5,6
Beteiligungsquote von VERBUND 50,01 % 40,00 %
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 0,6 2,2
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0
Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 0,6
Vom Gemeinschaftsunternehmen erhaltene Dividende 0,0 0,0
1 Die SMATRICS GmbH & Co KG wird seit Aufstockung der Anteile per 30. September 2021 vollkonsolidiert. Bei der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH sind Ausschüttungsbeschlüsse einstimmig mit dem Joint-Venture-Partner zu fassen.
309 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz in Mio. €

31.12.2020 31.12.2021
Ashta Beteiligungs- verwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG
1 Langfristige Vermögenswerte 116,6 12,9
Kurzfristige Vermögenswerte 7,1 5,1
Langfristige Schulden 87,9
Kurzfristige Schulden 7,9
Nettovermögen 27,9 11,2
Beteiligungsquote von VERBUND 50,01 % 40,00 %
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 14,0 4,5
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 12,0
Buchwert des nach der Equity- Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmens 2,0 9,7
1 Die SMATRICS GmbH & Co KG wird seit Aufstockung der Anteile per 30. September 2021 vollkonsolidiert.

Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Details zum Nettovermögen in Mio. €

31.12.2020 31.12.2021
Ashta Beteiligungs- verwaltung GmbH SMATRICS GmbH & Co KG
1 Liquide Mittel 0,5 1,6
Langfristige finanzielle Schulden 96,0 0,0
Kurzfristige finanzielle Schulden 7,6 0,0
1 Die SMATRICS GmbH & Co KG wird seit Aufstockung der Anteile per 30. September 2021 vollkonsolidiert.

Zwischen VERBUND und der Energji Ashta Shpk (100 %iges Tochterunternehmen der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH) besteht bis auf Weiteres ein Cash-Management-Vertrag mit einem Rahmen von 9,0 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €). Zum 31. Dezember 2021 weist VERBUND eine Verbindlichkeit gegenüber Energji Ashta ShpK in Höhe von 5,2 Mio. € auf (Vorjahr: Verbindlichkeit in Höhe von 2,7 Mio. €).

Die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft (Kapitalbeteiligung VERBUND und Energie AG Oberösterreich im Verhältnis 50:50) ist gemäß den Vorschriften in IFRS 11 als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen. Dies hat zur Folge, dass die Ennskraftwerke Aktiengesellschaft mit dem VERBUND zuzurechnenden Anteil an Vermögen und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen in den Konzernabschluss aufgenommen wird. Maßgeblich für die Höhe des Anteils ist dabei das Verhältnis der Stromlieferungen an die beiden Parteien. Aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten werden die Vermögenswerte und Schulden bzw. Erlöse und Aufwendungen der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft auf Basis des durchschnittlichen Verhältnisses der gesamten Stromlieferungen (VERBUND 62 % und Energie AG Oberösterreich 38 %) in den Konzernabschluss von VERBUND aufgenommen.

Gemeinschaftliche Tätigkeit: Ennskraftwerke Aktiengesellschaft

310 Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen von VERBUND, getrennt nach wesentlichen und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen. Die Finanzinformationen der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2021 (siehe Kapitel 1.2 „Grundsätze der Rechnungslegung“); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €

2020 2021
Trans Austria Gasleitung GmbH 1 KELAG-Kärntner Elektrizitäts- Aktien- gesellschaft 2
Umsatzerlöse 1.144,1
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 121,1
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 42,6
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode
Ergebnis aus nach der Equity- Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 28,1
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 121,1
Sonstiges Ergebnis
Gesamtperiodenergebnis 93,5
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 32,9
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode
Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen 18,4
Vom assoziierten Unternehmen erhaltene Dividende 8,8
1 Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde im Zuge eines Unternehmenserwerbs erstmalig per 31. Mai 2021 erfasst. // 2 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst. Bei der KELAG sind Ausschüttungsbeschlüsse mit einfacher Mehrheit zu fassen. Die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH hält 51 % der Anteile an der KELAG und bestimmt damit deren Ausschüttungspolitik.

Assoziierte Unternehmen

311 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz in Mio. €

31.12.2020 31.12.2021
Trans Austria Gasleitung GmbH 1 KELAG-Kärntner Elektrizitäts- Aktien- gesellschaft 2
Langfristige Vermögenswerte 1.802,6
Kurzfristige Vermögenswerte 396,3
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital
Nettovermögen 943,0
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 331,6
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode
Buchwert des nach der Equity- Methode bilanzierten assoziierten Unternehmens 265,4
1 Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde im Zuge eines Unternehmenserwerbs erstmalig per 31. Mai 2021 erfasst. // 2 Die Vergleichszahlen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

Die nachfolgende, gemäß § 245a (1) UGB in Verbindung mit § 265 (2) UGB erstellte Liste der Konzernunternehmen umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. In dieser Liste sind außerdem nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen von VERBUND mit einem Anteil  20 % enthalten.

Liste der Konzernunternehmen

312

Segment: Wasser

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
2020 2021
VERBUND AG (VH) Wien VK Wien VK
Innwerk AG (VHP-IW) Stammham VK VH 100,00 % Stammham VK VH 100,00 %
VERBUND Hydro Power GmbH (VHP) Wien VK VH 80,54 % Wien VK VH 80,54 %
VERBUND Innkraftwerke GmbH Töging VK VH 70,27 % Töging VK VH 70,27 %
Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft Passau VK VHP-IW 50,00 % Passau VK VHP-IW 50,00 %
Grenzkraftwerke GmbH Simbach VK VHP-IW 50,00 % Simbach VK VHP-IW 50,00 %
Österreichisch- Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft Simbach VK VHP-IW 50,00 % Simbach VK VHP-IW 50,00 %
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft Steyr GT VH 50,00 % Steyr GT VH 50,00 %
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG Wien EQ 1 VHP 33,33 % Wien EQ 1 VHP 33,33 %
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH Wien EQ 1 VHP 33,33 % Wien EQ 1 VHP 33,33 %
Ashta Beteiligungs- verwaltung GmbH (VHP-AL-HII) Wien EQ 1 VHP 50,01 % Wien EQ 1 VHP 50,01 %
Energji

Segment: Neue Erneuerbare

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND Wind Power Austria GmbH (VRP-AT) Wien VK VHP 100,00 % Wien VK VHP 100,00 %
VERBUND Green Power Deutschland GmbH (VGP-DE) Wörr- stadt VK VH 100,00 % Wörr- stadt VK VH 100,00 %
VERBUND Green Power GmbH (VGP) Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Wind Power Romania SRL Bukarest VK VH 100,00 % Bukarest VK VGP 100,00 %
VERBUND Green Power Hunsrück GmbH & Co. KG Wörr- stadt VK VH 100,00 % Wörr- stadt VK VH 100,00 %
Infrastruktur Oberheimbach I GmbH & Co. KG Wörr- stadt VK VH 85,00 % Wörr- stadt VK VH 85,00 %
Infrastrukturgesell- schaft Bischheim GmbH & Co. KG Wörr- stadt VK VH 65,29 % Wörr- stadt VK VH 65,29 %
VERBUND Green Power Deutschland Photovoltaik GmbH (VGP-DE-PV) Unter- föhring NK VGP 100,00 % Schöne- feld VK VGP 100,00 %
Watt Development SPV 5 S.L.U. (VGP-ES-IL1) Pinos Puente VK VH 100,00 %
Watt Development SPV 6 S.L.U. (VGP-ES-IL2) Pinos Puente VK VH 100,00 %
Watt Development SPV 7 S.L.U. (VGP-ES-IL3) Valenica VK VH 100,00 %
Infraestructuras Comunes de Illora S.L. Barce- lona NK VGP-IL1 VGP-IL2 VGP-IL3 20,00 % 20,00 % 20,00 %
SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH Sankt Marga- rethen im Bgld. EQ VGP 50,00 % Sankt Marga- rethen im Bgld. EQ VGP 50,00 %

Segment: Absatz

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND AG (VH) – Teil Absatz Wien VK Wien VK
VERBUND Energy4Business Germany GmbH München VK VEB 100,00 % München VK VEB 100,00 %
VERBUND Energy4Business GmbH (VEB) Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Trading Romania S.R.L. Bukarest VK VEB VH 99,00 % 1,00 % Bukarest NK VEB VH 99,00 % 1,00 %
VERBUND Energy4Customers GmbH (VEC) Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Energy4Flex GmbH (VEF) Wien VK VEB 100,00 % Wien VK VEB 100,00 %
VERBUND Energy4Future GmbH (VEE) Wien VK VEB 100,00 % Wien VK VEB 100,00 %
SMATRICS GmbH & Co KG Wien EQ 1 VEB 40,00 % Wien VK VEB 100,00 %
SMATRICS EnBW GmbH Wien EQ SMATRICS 49,00 %
VERBUND Trading Czech Republic s.r.o., v likvidaci Prag NK VEB 100,00 %
VERBUND Trading Serbia d.o.o. - u likvidaciji Belgrad NK VEB 100,00 % Belgrad NK VEB 100,00 %
E-Mobility Provider Austria GmbH Wien NK VEB 40,00 % Wien NK VEB 100,00 %
smart Energy Services GmbH Wien NK VEC 50,00 % Wien NK VEC 50,00 %

Segment: Netz

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
Austrian Power Grid AG (APG) Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %
Gas Connect Austria GmbH (GCA) Wien VK VH 51,00 %
Austrian Gas Grid Management AG (AGGM) Wien VK GCA 51,00 %
Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG) Wien EQ GCA 15,53 %
AGCS Gas Clearing and Settlement AG Wien NK GCA 23,13 %
OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG Wien EQ APG 24,40 % Wien EQ APG 24,40 %
VUM Verfahren Umwelt Manage- ment GmbH Klagen- furt NK APG 100,00 % Klagen- furt NK APG 100,00 %

Alle sonstigen Segmente: Thermische Erzeugung

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG Neudorf ob Wildon VK VH VTP GmbH 100,00 % 0,00 % 2 Neudorf ob Wildon VK VH VTP GmbH 100,00 % 0,00 % 2
VERBUND Thermal Power GmbH (VTP GmbH) Neudorf ob Wildon VK VH 100,00 % Neudorf ob Wildon VK VH 100,00 %

Alle sonstigen Segmente: Services

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND Services GmbH Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %

Alle sonstigen Segmente: Beteiligungen

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND AG (VH) – Teil Beteiligungen Wien VK Wien VK
KELAG-Kärntner Elektrizitäts- Aktiengesellschaft Klagen- furt EQ VH 35,17 % Klagen- furt EQ VH 35,17 %

Übrige Konzerngesellschaften

Gesellschaft Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital Sitz Konsolidierungsart Obergesellschaft Anteil der Obergesellschaft am Kapital
VERBUND AG (VH) – Übriger Anteil Wien VK Wien VK
VERBUND Finanzierungs- service GmbH Wien VK VH 100,00 % Wien VK VH 100,00 %
  • VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen
  • EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen
  • GT = Gemeinschaftliche Tätigkeit, anteilsmäßiger Einbezug von Vermögenswerten bzw. Schulden und Erträgen bzw. Aufwendungen
  • NK = wegen Unwesentlichkeit oder mangels Beherrschung bzw. maßgeblichen Einflusses nicht konsolidiertes Unternehmen
    1 Gemeinschaftsunternehmen
    2 Die VERBUND Thermal Power GmbH hält als Kommanditist der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG einen Anteil von < 0,01 %.

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

13.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Nationalrat hat am 20. Jänner 2022 die Ökosoziale Steuerreform in dritter Lesung beschlossen. Der Körperschaftsteuersatz wird von derzeit 25 % auf 24 % ab dem Jahr 2023 und auf 23 % ab 2024 reduziert. Aus der damit notwendigen Umwertung der Steuerlatenzen resultiert ein Ertrag von voraussichtlich rund 60 Mio. €, welcher im vorliegenden Abschluss nicht berücksichtigt ist.

Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand
Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands der VERBUND AG

Peter F. Kollmann
CFO, Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND vermittelt. Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist.

Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand
Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands der VERBUND AG

Peter F. Kollmann
CFO, Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.# Bestätigungsvermerk

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der VERBUND AG und ihrer Tochtergesellschaften (der „Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzernveränderung der Eigenkapitalübersicht, der Konzern-Kapitalflussrechnung für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr und einem zusammenfassenden Überblick über die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden und sonstigen erläuternden Angaben, geprüft.

Nach unserem Urteil hat der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den zusätzlichen nationalen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§ 245a UGB) unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Rechnungslegungsvorschriften einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung im Rahmen dieser Standards ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks näher beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europäischen und nationalen berufsrechtlichen und ethischen Anforderungen sowie den Anforderungen der International Ethics Standards Board for Accountants' International Code of Ethics for Professional Accountants (IESBA Code) und wir haben unsere Verpflichtungen in Bezug auf diese Anforderungen in Übereinstimmung mit diesen erfüllt. Wir sind davon überzeugt, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssach- verhalte

Folgende Sachverhalte waren am bedeutsamsten für unsere Prüfung:

  • Ausweisänderung in der Gewinn- und Verlustrechnung für Energiederivate
  • Akquisition der Gas Connect Austria GmbH – Kaufpreisallokation und Folgebewertung
  • Wertaufholungen im Anlagevermögen

Ausweisänderung in der Gewinn- und Verlustrechnung für Energiederivate

Sachverhalt und Problemstellung
Bewertungseffekte aus Energiederivaten wurden bislang in Abhängigkeit ihrer wirtschaftlichen Zuordenbarkeit entweder in den Umsatzerlösen oder in den Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug ausgewiesen. Die hohen Volatilitäten auf den Energiemärkten in 2021 verursachten einerseits signifikante Verzerrungen in den angeführten Positionen, andererseits resultierte dieser Ausweis in einer erheblich eingeschränkten Vergleichbarkeit mit IFRS-Abschlüssen anderer großer Energiekonzerne. Die Gesellschaft hat daher beschlossen, die Bilanzierungsmethode hinsichtlich des Ausweises von Energiederivaten in der Gewinn- und Verlustrechnung im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 zu ändern. Die IFRS lassen eine solche Änderung dann zu, wenn diese zu verlässlichen und relevanteren Informationen über die Ertragslage des Konzerns führt. Die Bewertungseffekte aus Energiederivaten werden nunmehr saldiert im Rahmen einer gesonderten Position „Bewertung und Realisierung von Energiederivaten“ in Höhe von 269,6 Mio. € ausgewiesen, wodurch sich gegenüber dem bislang erfolgten Ausweis die Umsatzerlöse um 3.879,8 Mio. € und die Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug um 4.149,4 Mio. € erhöhen. Die Vorjahresbeträge wurden entsprechend angepasst. Auf die Angaben in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die detaillierteren Erläuterungen im Abschnitt „Änderung Bilanzierungsmethoden - Bewertungseffekte von Energiederivaten“ im Konzernanhang wird verwiesen.

Aufgrund der Signifikanz der Anpassungen, des damit verbundenen Einflusses auf die Darstellung der Ertragslage des Konzerns sowie der Auswirkungen auf bedeutende, mit den angepassten Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung verbundenen Kennzahlen haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen
Wir haben das Vorliegen der in den IFRS vorgesehenen Voraussetzungen für die durchgeführte Ausweisänderung und dabei vor allem nachfolgende Bereiche evaluiert:
* die Bedeutung für die Darstellung der Ertragslage im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung;
* die Verlässlichkeit der im Rahmen des geänderten Ausweises präsentierten Informationen;
* die Erhöhung der Relevanz der präsentierten Informationen;
* die Anpassung der Vorjahresbeträge;
* die diesbezüglichen Angaben im Anhang.

Akquisition der Gas Connect Austria GmbH – Kaufpreisallokation und Folgebewertung

Sachverhalt und Problemstellung
Am 31. Mai 2021 hat die VERBUND AG 51 % der Anteile an der Gas Connect Austria GmbH um 238,7 Mio. € erworben. Die Gas Connect Austria GmbH betreibt ein Erdgasfernleitungs- und verteilernetz innerhalb Österreichs und hält Beteiligungen an weiteren Erdgasinfrastruktur- und- systemgesellschaften. Zum Erwerbszeitpunkt wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt und ein Firmenwert in Höhe von 48,1 Mio. € erfasst. Dieser sowie die im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzten langfristigen Vermögenswerte waren in weiterer Folge auf etwaige Wertminderung zu prüfen. Weitere Ausführungen dazu sind im Konzernanhang im Abschnitt „Unternehmenserwerbe - Erwerb 51 % Anteil Gas Connect Austria GmbH“ dargestellt. Sowohl in die für die Durchführung der Kaufpreisallokation herangezogenen Bewertungsmodelle als auch in jene zur Beurteilung etwaiger Wertminderungen im Rahmen der Folgebewertung fließen zahlreiche Inputfaktoren und Annahmen ein. Aufgrund der Komplexität der Bewertungsmodelle und der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktentwicklungen durch die gesetzlichen Vertreter handelt es sich um einen besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen
Wir haben die durchgeführte Kaufpreisallokation und die Folgebewertung vor allem in nachfolgenden Bereichen evaluiert:
* methodische Würdigung der im Rahmen der Kaufpreisallokation und der Folgebewertung durchgeführten Berechnungen;
* Korrektheit der Datenübernahmen und die rechnerische Richtigkeit der Bewertungen;
* Plausibilisierung der operativen Planung, einschließlich der darin enthaltenen Annahmen, sowie relevanten Marktdaten aus externen und internen Quellen des Konzerns, welche in die Bewertungen eingeflossen sind;
* Beurteilung der bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter.

Wertaufholungen im Anlagevermögen

Sachverhalt und Problemstellung
Der Konzern weist zum 31. Dezember 2021 Sachanlagen von 10.672,0 Mio. € aus, die unter anderem hydraulische, thermische und windenergetische Kraftanlagen umfassen. Aufgrund der in 2021 stark gestiegenen Strompreise liegen Anhaltspunkte vor, dass in der Vergangenheit erfasste Wertminderungen nicht länger bestehen oder sich vermindert haben. Auf Basis der finanz- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Konzern zum Stichtag eingeschätzt, ob Anhaltspunkte für eine Wertaufholung vorliegen und demzufolge den erzielbaren Betrag einzelner Anlagengruppen geschätzt und Wertaufholungen von insgesamt 115,0 Mio. € in 2021 erfasst. Details dazu sind im Konzernanhang in den Abschnitten 3.2.10 „Wertminderungen und Wertaufholungen“ und 4.4.2 „Werthaltigkeitsprüfung von Kraftwerken“ dargestellt. In die zur Überprüfung der Wertansätze herangezogenen Bewertungsmodelle auf Basis kapitalwertorientierter Verfahren fließen zahlreiche Inputfaktoren ein. Dazu zählen insbesondere die künftige Entwicklung der Strom- und Primärenergiepreise, Annahmen über Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sowie die Auswirkungen aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Aufgrund der Komplexität der Bewertungsmodelle und der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktentwicklungen durch die gesetzlichen Vertreter handelt es sich um einen besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen
Wir haben die durchgeführten Bewertungen und ermittelten Wertaufholungen vor allem in nachfolgenden Bereichen evaluiert:
* die Einschätzungen des Unternehmens zur Identifikation von Zuschreibungspotenzialen (sog. Triggering Events);
* Plausibilisierung der im Rahmen der Bewertungsmodelle angesetzten Cashflows mit unternehmensspezifischen Informationen, vertraglichen Rahmenbedingungen sowie relevanten Marktdaten aus externen und internen Quellen des Konzerns;
* die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle;
* Beurteilung der bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Integrierten Geschäftsbericht und in der Ergänzung zum Integrierten Geschäftsbericht (Disclosures on Management Approach - im Folgenden kurz „DMA“ genannt), ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht, den Bestätigungsvermerk und den Bericht über die unabhängige Prüfung des Berichts über nichtfinanzielle Informationen. Den Integrierten Geschäftsbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrats) und die zugehörige Ergänzung haben wir bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrats wird uns nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, auf der Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.# JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

324 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus, oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt. Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss. Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Urteil

Erklärung

325 JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. April 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und am 25. Mai 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. Dezember 2007 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Walter Müller.

Wien, am 18. Februar 2022

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Walter Müller
Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.


VERBUND-Kraftwerke und APG-Stromnetzanlagen sowie GCA-Gasnetzanlagen

  • Anlage zertifiziert nach ISO 14001
    ** Anlage zertifiziert nach EMAS und ISO 14001
Italien Schweiz Deutschland Slowenien Kroatien Ungarn Slowakei Tschechien
VERBUND-Kraftwerke
Liechtenstein
Italien
Schweiz
Deutschland
Slowenien
Kroatien
Ungarn
Slowakei
Tschechien
380-kV-Leitung
Projekt 380-kV-Leitung
220-kV-Leitung
Projekt 220-kV-Leitung
110-kV-Leitung
Kein Eigentum von APG
Übertragungsnetzbetreiber
Umspannwerk
Projekt Umspannwerk
APG-Netzknoten
Phasenschieber-Transformator (APG)
Rüthi
Prati
Merchant Line
Tarvisio
Glorenza
Vöhringen
Leupolz
swissgrid
TransnetBW
ceps
MAVIR
ELES

APG-Stromnetzanlagen

Liechtenstein Italien Schweiz Deutschland Slowenien Kroatien Ungarn Tschechien Slowakei
Verdichterstation
Abzweigstation
Competence Center
Entry/Exit Punkt
WAG, HAG, SOL, Penta West
Primärverteilersystem PVS
TAG
Arnreit
Gr. Göttfritz
Weitendorf
Rainbach
Kirchberg
Auersthal
Süd Ost Leitung (SOL)
Penta West Kittsee-Petrzalka
Gasleitung West Austria Gasleitung (WAG)
Hungaria Austria Gasleitung (HAG)
Bad Leonfelden
Neustift
Oberkappel
Baumgarten
Trans Austria Gasleitung (TAG)

GCA-Gasnetzanlagen

Glossar

JAHRESFINANZBERICHT - KONZERN 333

ACER Agency for the Cooperation of Energy Regulators/Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden.

Arbeitsrechtlicher Personalstand (APS) Alle arbeitsrechtlichen Dienstverhältnisse der Gesellschaft. Der APS wird zum Monatsletzten stichtagsbezogen erhoben. Berechnung nach Köpfen inklusive Karenzierungen und exklusive Vorstand, Vorruhestand und Ferialpraktikant:innen.# Glossar

Base (Baseload, Grundlast)

Base kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über 24 Stunden eines jeden Tages der Lieferperiode.

Bereinigtes EBITDA

Zu den Bereinigungen zählen Auswirkungen aus Restrukturierungsaufwendungen aus konzernweiten Einsparungsprogrammen sowie sonstige Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter im EBITDA. Darüber hinaus wird beim bereinigten EBITDA das EBITDA aus etwaigen nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt. Das EBITDA ist die wichtigste interne Ergebniskennzahl bei VERBUND und Indikator für die nachhaltige Ertragskraft seiner Geschäfte.

Bereinigtes Konzernergebnis

Zu den Bereinigungen zählen neben den Effekten, die beim bereinigten EBITDA bereinigt werden, Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen und Effekte aus Unternehmenserwerben sowie sonstige Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter (nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen). Darüber hinaus werden beim bereinigten Konzernergebnis außergewöhnliche Steuereffekte nicht berücksichtigt.

Bilanziell geschlossene Positionen

Bilanziell geschlossene Positionen umfassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen. Vormals wurden Finanzverbindlichkeiten aus Cross Border Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die dazugehörigen Veranlagungen ebenso behandelt.

Bruttoverschuldung

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich geschlossener Positionen.

Capital Employed

Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen (i.W. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau (ausgenommen jene des Segments Netz), liquide Mittel, derivative Finanzinstrumente im Energiebereich, Finanzanlagen und derivative Finanzinstrumente im Energiebereich aus bilanziell geschlossenen Positionen), und abzüglich der Baukostenbeiträge sowie sonstiger unverzinslicher Schulden. Die Berechnung erfolgt ab 2019 nur mehr für den nicht regulierten Geschäftsbereich von VERBUND.

Cashflow

Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit zusammen.

Clean Spark Spread

Erzeugungsmarge bei Strom aus Gaskraftwerken, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennkosten (Gas) für die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate entspricht.

CO 2 -Äquivalent (CO 2 e)

Zur besseren Vergleichbarkeit des Beitrags unterschiedlicher Treibhausgase (z. B. Methan, Lachgas) zum Klimawandel werden diese mit dem Faktor des Global Warming Potential (GWP) in die Angabe CO 2 -Äquivalente bzw. Kohlendioxid-Äquivalente (CO 2 e) umgerechnet. Kohlendioxid ist die Referenzeinheit für Treibhauspotenzial und hat den Wert 1 CO 2 e. Methan (CH 4 ) hat ein CO 2 -Äquivalent von 28, es trägt auf einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet 28-mal so stark wie Kohlendioxid zur Erderwärmung bei.

Corporate Carbon Footprint (CCF)

Transparente Darstellung der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen, die durch die Geschäftstätigkeiten einer Organisation verursacht werden.

Corporate Responsibility (CR)

Dieses Konzept zielt auf eine nachhaltige Entwicklung auf Unternehmensebene ab und bezieht ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im Kerngeschäft mit ein. Zudem wird auf die Auswirkungen aufgrund der Geschäfts- tätigkeiten und der Anforderungen der Stakeholder innerhalb aller Unternehmensprozesse geachtet.

Cross Border Leasing

Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber:innen und -nehmer:innen haben ihren Standort in unterschiedlichen Ländern.

Disclosures on Management Approach (DMA)

Die Veröffentlichung von Managementansätzen ist eine Anforderung der Global Reporting Initiative (GRI). Sie erläutern, wie wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die als wesentlich identifizierten Aspekte gehandhabt werden. VERBUND fasst diese Prozesse und Managementsysteme in einem Dokument zusammen und veröffentlicht dieses auf der Website www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen.

Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand

Berechnung nach tatsächlichen Stichtagen der Ein- und Austritte sowie dem Beschäftigungsausmaß.

Earnings before Interest and Tax (EBIT)

Operatives Ergebnis.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen.

EBIT-Marge

Earnings before Interest and Tax (EBIT) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

E-Control (Energie-Control Austria)

2001 wurde die Energie-Control GmbH (E-Control) gegründet. Mit 3. März 2011 wurde die E-Control in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt (§ 2, § 43 Energie-Control-Gesetz). Die E-Control hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote (bereinigt)

Eigenkapital im Verhältnis zum um bilanziell geschlossene Positionen bereinigten Gesamtkapital.

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Periodenergebnis im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital.

ElWOG

Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz. Durch das ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt.

Engpassleistung (EPL)

Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann.

Engpassmanagement (EPM)

Der Begriff Engpassmanagement umfasst sämtliche Maßnahmen, die ein Übertragungsnetzbetreiber einsetzen kann, um Überlastungen durch Netzengpässe in seinem Netz zu vermeiden oder zu beheben. Dies reicht von netzseitigen (z. B. Steuerung von Phasenschiebertransformatoren) bis hin zu marktbezogenen Maßnahmen (z. B. Redispatch).

Equity-Methode

Methode zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Bei der Equity-Methode wird der Beteiligungsansatz im Grunde an die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine „Einzeilenkonsolidierung“. Die Veränderungen werden entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (das heißt direkt im Eigenkapital) erfasst.

Erzeugungskoeffizient

Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines Wasserkraftwerks oder einer Reihe von Wasserkraftwerken in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus historischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses Wasserkraftwerks bzw. dieser Wasserkraftwerke im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet beispielsweise ein Erzeugungskoeffizient von 1,1 eine 10%ige Mehrproduktion.

ESG-Rating

ESG steht für „Environmental, Social and Governance“, also „Umwelt, Soziales und Unternehmensführung“, und bezeichnet die Analyse und Bewertung von Unternehmen nach ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Aspekten sowie der Art der Unternehmensführung im Unterschied zu einem Rating nach rein finanziellen Aspekten.

Fluktuationsrate

Die Fluktuationsrate ist der Anteil der Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der Probezeit verlassen haben. Der Anteil wird im Verhältnis zum Mitarbeiter:innenstand zum Bilanzstichtag berechnet.

Free Cashflow nach Dividende

Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen, abzüglich der Auszahlungen für Dividenden; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z. B. Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten) sowie Ein- und Auszahlungen in Finanzanlagen zur Verfügung.

Funds from Operations (FFO)

EBITDA zuzüglich Zinserträge abzüglich Zinsaufwand und laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

Gearing

Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

GRI entwickelt seit 1997 in internationalen partizipativen Verfahren Richtlinien und Standards für Unternehmen zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten.

Gross Debt Coverage

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zur Bruttoverschuldung.

Gross Interest Cover

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zum Zinsaufwand (bereinigt um aktivierte Fremdkapitalzinsen, Zinsaufwand für Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen und Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile).

Inter TSO Compensation (ITC)

Inter TSO Compensation (ITC) ist die Kompensation für die Kosten für Transitströme in Übertragungsnetzen.

Klimaneutrales Erdgas

Durch die Verwendung von Erdgas entstehen CO 2 -Emissionen bei unseren Kund:innen. Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen diese Emissionen an einem anderen Ort wieder eingespart werden. VERBUND fördert daher nachhaltige, saubere Energiegewinnung, wie zum Beispiel mit dem Wasserkraftwerk Ashta in Albanien, und gleicht so die CO 2 -Emissionen für VERBUND-Erdgas aus. Es wird also genau die Menge an CO 2 durch die nachhaltige Förderung sauberer Energiegewinnung wieder ausgeglichen, die durch die Verwendung von VERBUND-Erdgas freigesetzt wird.

NaDiVeG

Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz zur nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/95/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen. Siehe auch NFI-Richtlinie.Nettoverschuldung (Net Debt)
Bruttoverschuldung abzüglich liquider Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und Ausleihungen sowie der Wertpapiere im kurzfristigen und langfristigen Vermögen.

NFI-Richtlinie
Die EU-Richtlinie 2014/95/EU für die Angabe von nichtfinanziellen Informationen – kurz NFI-Richtlinie – wurde von der österreichischen Bundesregierung mit dem Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) umgesetzt und gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen. Es verpflichtet große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen (u. a. börsennotierte Unternehmen, Versicherungen und Banken) dazu, eine nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufzunehmen oder einen eigenständigen nichtfinanziellen Bericht zu legen. Diese Erklärung bzw. dieser nichtfinanzielle Bericht umfasst Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmer:innenbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung. Zusätzlich haben Unternehmen, die einen Corporate Governance Bericht erstellen müssen, diesen um Angaben zum Diversitätskonzept zu erweitern.

Pay-out-Ratio (Vorgeschlagene)
Dividendenzahlung im Verhältnis zum Konzernergebnis.

Peak (Peakload, Spitzenlast)
Peak kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über zwölf Stunden von 8 Uhr bis 20 Uhr eines jeden Werktags der Lieferperiode.

Performance
Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios, z. B. über ein Jahr.

Primär-Verteilersystem (PVS)
Das PVS verbindet das Verteilernetz mit den Fernleitungen und den Speichern und dient der Inlandsversorgung Österreichs mit Erdgas (Länge ca. 300 km).

RCF/Net Debt
Retained Cashflow (RCF): Funds from Operations (FFO) abzüglich gezahlter Dividende.

Redispatch
Der Begriff Redispatch bezeichnet die kurzfristige Änderung des Kraftwerkseinsatzes zur Vermeidung oder Behebung von Netzengpässen.

Regelarbeitsvermögen (RAV)
Durchschnittliche, aus historischen Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks.

Regelreservemarkt
Regelenergie ist nötig, wenn plötzlich große Lastschwankungen – zu viel oder zu wenig Strom im Netz – auftreten. Dafür werden bestimmte Anteile der Kraftwerkskapazitäten als Reserve bereitgehalten, um das Netz rasch stabilisieren zu können. Die benötigten Kapazitäten werden vom Regelzonenführer über Marktmechanismen beschafft und die tatsächlich abgerufenen Strommengen ebenso von diesem vergütet.

Return on Capital Employed (ROCE)
Um die steuerbereinigten Zinserträge aus Finanzanlagen im Zusammenhang mit geschlossenen Positionen und Zinsaufwendungen erhöhtes Periodenergebnis (Net Operating Profit after Tax, NOPAT) im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed. Die Berechnung erfolgt ab 2019 nur mehr für die nicht regulierten Geschäftsbereiche von VERBUND.

Schwankungsmarge (Variation Margin)
Die Variation Margin stellt bei Futures die täglich zu bezahlenden oder zu erhaltenden Cash-Beträge dar, die sich aus der Bewertung der offenen Positionen an der Börse ergeben. Somit werden durch die Variation Margin Gewinne und Verluste der offenen Positionen, die durch Kursveränderungen gegenüber dem Vortag entstehen, täglich ausgeglichen. Die Variation Margin entspricht somit den unrealisierten Gewinnen/Verlusten des Portfolios, die beim Glattstellen der Positionen fällig werden würden. Durch die Variation Margin und die Initial Margin wird das Kreditrisiko für die Handelsteilnehmer:innen an der Börse ausgeschlossen.

Standardlastprofile Strom
Bei Stromkund:innen ohne registrierende Leistungsmessung werden vom Energieversorger Standardlastprofile (SLP) eingesetzt. Diese SLP ersetzen die nicht vorhandene Lastganglinie von Letztverbraucher:innen durch eine errechnete, hinreichend genaue Prognose der Stromabnahme im Viertelstundentakt. SLP sind repräsentative Lastprofile, die für die Kundengruppen Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 kWh im Jahr angewendet werden, bei denen jeweils ein ähnliches Abnahmeverhalten anzunehmen ist.

Sustainable Development Goals (SDGs)
Von den Mitgliedstaaten der UN erarbeitete 17 Ziele und 169 Unterziele der nachhaltigen Entwicklung, gültig seit 2016 für alle Staaten weltweit. Bis Ende 2030 soll damit unter anderem Armut beseitigt, die Gleichstellung von Frauen vorangetrieben, die Gesundheitsversorgung verbessert und dem Klimawandel gegengesteuert werden.

Systemnutzungstarife- Verordnung (SNT-VO)
Die Systemnutzungstarife-Verordnung bestimmte die Grundsätze für die Ermittlung und die Zuordnung der Kosten, die Kriterien für die Tarifbestimmung sowie die Tarife für die zur Netznutzung zu entrichtenden Entgelte. Die Verordnung wurde jährlich von der Energie-Control-Kommission erlassen. Seit 2012 wird die Systemnutzungsentgelte-Verordnung von der Regulierungskommission der E-Control erlassen.

Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)
TCFD wurde 2015 vom Financial Stability Board ins Leben gerufen. Die Taskforce wurde damit beauftragt, Empfehlungen zu entwickeln, mit denen Unternehmen ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel für den Kapitalmarkt offenlegen können. Diese Empfehlungen richten sich an vier verschiedene Bereiche (Governance, Strategie, Risikomanagement, Kennzahlen & Ziele) und haben das Ziel, klimabezogene Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und darüber zu berichten.

UN Global Compact
Der Global Compact der Vereinten Nationen ist die weltweit größte Initiative zu Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltiger Entwicklung. Das Ziel der weltumspannenden Bewegung aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft: die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten. Als zentrales Element des UN Global Compact gelten die zehn universellen Prinzipien und die Unterstützung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

Value-at-Risk (VaR)
Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials, das unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z. B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen.

Teil 2
Mutterunternehmen
338

in Mio. €, % 2019 2020 2021
Umsatzerlöse 313,9 350,9 392,6
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) 682,7 476,3 689,4
Ergebnis vor Steuern 622,4 437,2 649,3
Jahresüberschuss 619,5 420,5 610,6
Bilanzgewinn 239,7 260,6 364,8
Bilanzsumme 5.157,6 5.202,3 6.020,0
Anlagevermögen 4.907,8 5.044,5 5.809,9
Investitionen in Sachanlagen 1,2 3,5 2,9
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 1,6 2,5 2,2
Eigenkapital 3.088,1 3.268,8 3.618,9
Umsatzrentabilität (ROS) 217,5 % 135,8 % 175,6 %
Eigenkapitalrentabilität (ROE) 23,8 % 14,2 % 19,9 %
Gesamtkapitalrentabilität (ROI) 13,9 % 9,2 % 13,3 %
Return on Capital Employed (ROCE) 10,4 % 7,2 % 9,7 %
Eigenkapitalquote 59,9 % 62,8 % 60,1 %
Schuldentilgungsdauer 7,3 4,6 4,7
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit 293,4 564,3 473,6
Gearing 61,7 % 51,2 % 58,4 %
Nettoumlaufvermögen (Working Capital) – 742,0 – 870,1 – 756,3
Nettoverschuldung 1.905,5 1.673,7 2.112,8
Kurzfristige Schulden 1.085,7 981,9 978,9
Kurzfristiges Vermögen 343,7 111,8 222,6
Höchstkurs 55,3 69,9 106,2
Tiefstkurs 38,0 29,0 59,6
Letztkurs 44,7 69,9 98,9
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie 0,69 0,75 1,05
Dividendenrendite 1,54 % 1,07 % 1,06 %
Betriebswirtschaftlicher Personalstand 132 148 156,8
Stromabgabe Konzern (GWh) ¹ 66.292 66.989 63.274
¹ inkl. Systembedarf

Drei-Jahres-Vergleich
JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN
339

Vorstand
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung | Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Generaldirektor Mag. Dr. Michael Strugl MBA Vorsitzender (seit 1.1.2021) | 1963 | 1.1.2019 | 31.12.2023 |
| Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann | 1962 | 1.1.2014 | 31.12.2023 |
| Vorstandsdirektor Mag. Dr. Achim Kaspar | 1965 | 1.1.2019 | 31.12.2023 |

Aufsichtsrat
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung | Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| MMag. Thomas Schmid Vorsitzender (bis 8.6.2021) | 1975 | 30.4.2019 | 8.6.2021 |
| Mag. Martin Ohneberg Vorsitzender (ab 22.9.2021) 1. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 22.9.2021) Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co KG, der HENN GmbH bzw. der HENN GmbH & Co KG; Verwaltungsrat der Aluflexpack AG, Schweiz (Präsident), und der Montana Aerospace AG, Schweiz (Stv.-Präsident); Aufsichtsrat der VARTA AG, Deutschland, und der Getzner Werkstoffe Holding GmbH, Österreich | 1971 | 30.4.2019 | o. HV 2024 |
| Mag. Dr. Christine Catasta 1. Vorsitzender-Stellvertreterin (ab 22.9.2021) 2. Vorsitzender-Stellvertreterin (bis 22.9.2021) Vorstand bzw. Direktorin (Prokuristin) der Österreichische Beteiligungs AG (bis 31.1.2022); Aufsichtsrat der OMV AG (Stv. Vorsitzende), der Telekom Austria AG (Mitglied), der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (Vorsitzende), der ARE Austrian Real Estate GmbH (Vorsitzende), der Austrian Airlines AG (Mitglied), der ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH (Mitglied) und der Casinos Austria AG (Mitglied) | 1958 | 16.6.2020 | o. HV 2024 |
| Mag. Christa Schlager 2. Vorsitzender-Stellvertreterin (ab 22.9.2021) Leitung Abteilung Wirtschaftspolitik AK Wien; Aufsichtsrat der Forschungsförderungsgesellschaft mbH (Mitglied) | 1969 | 16.6.2020 | o. HV 2023 |
| Dr. Susan Hennersdorf CEO cresc. gmbh., Aufsichtsrat Tele Columbus AG (Mitglied bis Juni 2021) | 1967 | 16.6.2020 | o. HV 2022 |
| Prof. Dr. Barbara Praetorius Professorin Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe (BWB) AöR (Mitglied) | 1964 | 16.6.2020 | o. HV 2022 |

Organe der Gesellschaft
340

Name Geburtsjahr Datum der Erstbestellung Ende der laufenden Funktionsperiode
Mag.

Arbeitnehmervertreter:innen

Name Geburtsjahr Datum der Entsendung
Kurt Christof 1964 seit 8.3.2004 von der Arbeitnehmer- vertretung entsendet
Doris Dangl 1963 seit 5.4.2018 von der Arbeitnehmer- vertretung entsendet
Dr. Isabella Hönlinger 1971 seit 1.9.2016 von der Arbeitnehmer- vertretung entsendet
Ing. Wolfgang Liebscher 1966 seit 1.11.2013 von der Arbeitnehmer- vertretung entsendet
Veronika Neugeboren 1967 seit 30.4.2019 von der Arbeitnehmer- vertretung entsendet

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter:innen durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 342

Als führendes Stromunternehmen Österreichs konnte VERBUND trotz der anhaltenden COVID-19- Pandemie die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen und im Geschäftsjahr 2021 erneut ein hervorragendes Ergebnis erzielen. So gelang es, die Profitabilität zu stärken und die nachhaltige Entwick- lung des Unternehmens erfolgreich fortzusetzen. Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt.

Erfüllung der Aufgaben

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 in sieben Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen, wobei die Sitzungen aufgrund der COVID-19- Präventionsmaßnahmen im Wege von Video- bzw. Telefonkonferenzen abgehalten wurden. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 98 %. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand in wesentlichen zukunftsorientierten Fragen, insbesondere zu Struk- tur und Strategie des Unternehmens, beraten und mit dem Vorstand regelmäßig die Umsetzung der Strategie erörtert. Zu den wichtigsten Punkten gehörten dabei unter anderen bedeutende Investitions- und Akquisitionsprojekte.

Auf Basis der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands hat der Auf- sichtsrat dessen Geschäftsführung laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle fand in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt und gab keinen Anlass zu Beanstandungen.

Die wesentlichen Beschlussfassungen des Aufsichtsrats sind im konsoli- dierten Corporate Governance Bericht 2021 dargestellt. Zwischen den Sitzungen gab es regelmäßig Gespräche zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorstandsvorsitzenden und einige Besprechungen auch mit einzelnen Mitgliedern des Vorstands.

Wechsel im Präsidium des Aufsichtsrats

MMag. Thomas Schmid hat am 8. Juni 2021 seine Funktion als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Sein Mandat wurde im Berichtsjahr nicht nachbesetzt. Der Aufsichts- rat hat in der Folge Mag. Martin Ohneberg zum Vorsitzenden und Mag. Christa Schlager zur 2. Vorsitzen- der-Stellvertreterin bestellt. Sonst gab es keine Änderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als eines der führenden börsennotierten Unternehmen bekannte sich VERBUND schon früh zur Einhal- tung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex ver- pflichtet und ist bestrebt, den Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entspre- chen. In diesem Sinn werden die Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vor- stand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, weitestgehend eingehalten.

Im Zusammenhang mit der Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die einzelnen Mitglie- dern nahestehen, setzte sich der Aufsichtsrat erneut auch mit möglichen Interessenkollisionen ausei- nander. Dabei stellte er keine Interessenkonflikte fest, die über einzelne Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern.

Bericht des Aufsichtsrats

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 343

Der Strategieausschuss des Aufsichtsrats ist vor allem zuständig für die Abstimmung der Unterneh- mensstrategie mit dem Vorstand sowie für die jährliche Überprüfung der Strategie und die Begleitung allfälliger Anpassungen. Im Berichtsjahr fanden für die Abstimmung der Umsetzung der Konzern- strategie sowie für einzelne strategisch relevante Themen drei Sitzungen statt. Zusätzlich gab es eine Sitzung des vom Strategieausschuss als Unterausschuss eingerichteten Projektausschusses.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr drei Sitzungen ab. Er befasste sich dabei vor allem mit den Quartalsabschlüssen, dem Budget und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschluss- prüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Chancen- und Risikomanagement und der kaufmännischen Integration von Beteiligungen sowie mit den Prüfungen durch die Interne Revision.

Der neu eingerichtete Nachhaltigkeitsausschuss befasst sich insbesondere mit den Themen Nachhal- tigkeit, New Green Deal, Dekarbonisierung, Energiewende und Klima- und Umweltschutz. Ihm obliegen die Erarbeitung von geeigneten Strategien und Umsetzungsmaßnahmen sowie die jährliche Überprü- fung der Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele. Der Nachhaltigkeitsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2021 vier Sitzungen ab, in denen er neben grundlegenden Zielsetzungen und dem Reporting auch verschie- dene konkrete Schwerpunktthemen behandelte.

Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelau- fenen Geschäftsjahr ein Dringlichkeitsausschuss sowie ein Nominierungsausschuss und ein Vergü- tungsausschuss eingerichtet. Der Vergütungsausschuss hielt zwei Sitzungen ab, die insbesondere die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variable Vergütung des Vorstands sowie den Vergü- tungsbericht 2020 zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss und der Dringlichkeitsaus- schuss traten im Berichtsjahr nicht zusammen.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Auf- sichtsrats und seiner Ausschüsse sind dem konsolidierten Corporate Governance Bericht 2021 zu ent- nehmen. Informationen über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder finden sich im Vergütungs- bericht, den der Vorstand und der Aufsichtsrat zur Vorlage an die ordentliche Hauptversammlung im April 2022 gemäß § 78c Aktiengesetz (AktG) gemeinsam erstellt haben.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat den zusätzlichen Bericht dem Prüfungsausschuss gemäß Artikel 11 der Abschlussprüferverordnung vorgelegt und über das Ergebnis der Abschlussprüfung schriftlich berichtet. Er hat festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er bestätigt, dass der Lagebericht und der Konzernlage- bericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2021 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) AktG festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde geneh- migt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt.# Lagebericht

Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2021 stiegen die Preise für Primärenergieträger stark. Trotzdem konnte sich die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr deutlich erholen. Der Ölpreis erhöhte sich um mehr als 60 %, der Gaspreis um 390 %, der Preis für Kohle um rund 65 %, und auch der Preis für CO₂-Zertifikate verdoppelte sich 2021. Diese Entwicklungen führten dazu, dass auch die Preise für elektrische Energie sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt stark anstiegen. Die gesamte österreichische Stromnachfrage erhöhte sich 2021 aufgrund der wirtschaftlichen Erholung wieder. Gleichzeitig war die Inlandsstromerzeugung im Vergleich zu 2020 rückläufig, was zu einer Verschlechterung des Importsaldos führte.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Deutliche Erholung der Weltwirtschaft 2021

Die Weltkonjunktur wuchs nach dem COVID-19-bedingten starken Einbruch 2020 im Jahr 2021 wieder deutlich. So lag laut Internationalen Währungsfonds (IWF) das globale Wachstum bei 5,9 %. Der IWF beobachtete aber auch eine Divergenz zwischen jenen Ländern, die Zugang zu Impfstoffen hatten, und jenen, die dies nicht hatten. Neben der COVID-19-Pandemie stellten Lieferkettenprobleme sowie die steigenden Commodity-Preise und die damit verbundene höhere Inflation das Wirtschaftswachstum vor große Herausforderungen. Der Anstieg der Wirtschaftsleistung lag für die USA laut dem IWF bei 5,6 % und für den Euroraum bei 5,2 %, wobei in Europa jene Länder mit den stärksten Wachstumseinbrüchen 2020 im Jahr 2021 ein vergleichsweise höheres Wachstum vorwiesen (u. a. Italien und Frankreich). Für Deutschland erwartete der IWF für 2021 eine vergleichsweise geringere Steigerung von 2,7 %. Für die kommenden Jahre hängt die wirtschaftliche Entwicklung neben den oben angeführten Themen v. a. von der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie ab. Bei aggressiveren Mutationen der Virusvariante und den damit verbundenen Lockdowns ist von einer Verschlechterung der Kennzahlen gegenüber 2021 auszugehen. Für Österreich lagen die Prognosen des WIFO für das Wirtschaftswachstum bei 4,1 % für 2021 bzw. bei 5,2 % für 2022. Der Konjunkturaufschwung verlief sektoral heterogen, war insgesamt aber äußerst kräftig. Im zweiten Halbjahr 2021 wurde dieser aber durch Lieferengpässe, steigende Rohstoffpreise und neuerliche Lockdowns gebremst. Auch der Arbeitsmarkt erholte sich trotz schwächeren Wachstums im Tourismussektor zügig.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Höherer Stromverbrauch bei gleichzeitigem Rückgang der Stromerzeugung in Österreich

Österreichs Stromverbrauch (ohne Verbrauch für Pumpspeicherung, inklusive Netzverluste und Eigenbedarf der Kraftwerke) lag 2021 v. a. aufgrund der wirtschaftlichen Erholung mit 71,2 TWh um + 3,4 % über dem Vorjahr. Mit Ausnahme der Monate Jänner, Februar und Oktober lag der Stromverbrauch in den restlichen Monaten des Jahres 2021 über jenem des Vorjahres. Den stärksten Verbrauchsanstieg mit 15,2 % gab es im April 2021. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft verzeichnete mit – 5,5 % gegenüber 2020 einen deutlichen Rückgang. Die Erzeugung aus thermischen Kraftwerken in Österreich stieg hingegen 2021 um 2,1 % (+ 0,3 TWh) im Vergleich zum Vorjahr.

Die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen ging aufgrund des geringeren Winddargebots nach 2020 auch im Jahr 2021 zurück. Im Jahr 2021 kam es zu einer um 1,0 % geringeren Erzeugungsmenge. Im Gegensatz zum Jahr 2020 gab es bei der „sonstige Erzeugung“ einen Rückgang (– 5,3 %). Darunter fallen sonstige erneuerbare Energieträger (ohne Biomasse, diese fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen. Insgesamt lag die Stromproduktion in Österreich 2021 mit 69,0 TWh um 3,3 % unter dem Vorjahreswert. Der Importsaldo verschlechterte sich – beeinflusst durch die geringeren Erzeugungswerte bei gleichzeitig steigender Nachfrage – im Jahr 2021 ebenfalls gegenüber dem Vorjahr. Die Stromimporte stiegen 2021 um 7,8 %, die Stromexporte gingen um 15,2 % zurück, wodurch sich ein Importsaldo von – 7,5 TWh ergab.

Ölpreis: Preiserholung gegenüber dem Jahr 2020

Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2021 rund 71 $/bbl gegenüber rund 43 $/bbl im Jahr 2020. Dies entspricht einem Preisanstieg von mehr als 60 %. Nach dem starken Rückgang der Ölpreise im Zuge der COVID-19-Krise im Jahr 2020 (– 33 %) war der Ölmarkt im Jahr 2021 von einer ebenso starken Erholung der Preise geprägt. Hierbei traf eine wieder anziehende Nachfrage durch die wirtschaftliche Erholung auf eine nur zögerliche Angebotsausweitung vor allem durch die OPEC+. Auch die stark gestiegenen Preise für Gas und Kohle trieben die Ölpreise stark an, da Öl als Energieträger nun zunehmend als Substitut in Betracht kam.

Starker Preisanstieg bei Gas

Am europäischen Handelspunkt NCG (ab 1. Oktober 2020 THE – Trading Hub Europe) lagen die Preise am Spotmarkt im Jahresdurchschnitt 2021 bei rund 47 €/MWh und damit um 37 €/MWh bzw. 390 % über dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden 2021 Lieferkontrakte für das kommende Jahr (NCG-Frontjahr) mit rund 34 €/MWh abgerechnet. Das sind um rund 20 €/MWh bzw. 146 % mehr, als 2020 für das Frontjahr bezahlt werden musste. Vor allem die wieder anspringende Konjunktur mit vermehrter Gasnachfrage (vorrangig in Asien), aber auch Lieferschwierigkeiten und schlecht gefüllte Gasspeicher in Europa führten zu dieser Preisrallye. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine brachte zusätzlich Spannungen in den europäischen Gasmarkt.

Anstieg beim Preis für Kraftwerkskohle

In 2021 kam es gegenüber dem Vorjahr auch bei Kraftwerkskohle zu einem deutlichen Preisanstieg. Mit durchschnittlich 95 $/t lag der Kohlepreis am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 37 $/t bzw. 64 % über dem Vorjahreswert. Auch die Kohlepreise am Spotmarkt stiegen deutlich an. Diese lagen 2021 mit durchschnittlich 122 $/t um 144 % über den durchschnittlichen Notierungen des Vorjahres. Dieser Preisanstieg hatte mehrere Ursachen: In Europa führten die stark gestiegenen Gaspreise sowie eine schwache Erneuerbaren Stromerzeugung zu vermehrter Kohleverstromung, in Asien hatte die wirtschaftliche Erholung eine starke Nachfrageausweitung zur Folge. Diese traf vor allem in China auf ein stockendes Angebot. Nach mehreren katastrophalen Grubenunglücken wurde eine neue Sicherheitskampagne im Bergbau ausgerufen. Als Folge davon, aber auch durch Überschwemmungen in den kohleproduzierenden Regionen verlangsamte sich die Kohleproduktion deutlich.

Steigender CO₂-Preis

Nach dem durch die COVID-19-Krise gekennzeichneten Jahr 2020 kam es 2021 auch auf dem CO₂-Markt zu einer deutlichen Erholung: Lagen die Preise zu Jahresbeginn bei etwas unter 35 €/t (Terminmarkt Frontjahr), so stiegen diese im Laufe des Jahres auf rund 80 €/t zu Jahresende. Die Gründe für diesen Preisanstieg lagen in den verschärften Klimazielen der EU, der wirtschaftlichen Erholung sowie vermehrten CO₂-Emissionen im Zuge der stark zugenommenen Kohleverstromung aufgrund sehr hoher Gaspreise und einer schwachen Winderzeugung. 2021 lag der CO₂-Preis mit durchschnittlich 54 €/t damit mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Niveau von 2020 mit 25 €/t.

Stark steigende Preise am Stromgroßhandelsmarkt

Der Stromgroßhandelsmarkt war 2021 geprägt von einem deutlichen Preisanstieg sowohl am Spotmarkt als auch am Terminmarkt. Beide Märkte waren beeinflusst von den stark steigenden CO₂- und Primärenergiepreisen sowie der wieder anziehenden Stromnachfrage in Europa. Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX SPOT für Grundlaststromlieferungen (Base) im Marktgebiet Österreich lag im Jahr 2021 mit 107 €/MWh um 222 % über jenem des Vorjahres. Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit 127 €/MWh zudem um 219 % über dem Mittelwert von 2020. Für das Marktgebiet Deutschland betrug der durchschnittliche Preis für sofortige Grundlaststromlieferungen (Base) im Jahr 2021 97 €/MWh (+ 218 % gegenüber dem Vorjahr), jener für Spitzenenergie (Peak) 116 €/MWh (+ 208 %). Ab September 2021 machte der Spotpreis für Base im deutschen Marktgebiet im Durchschnitt deutlich über 100 €/MWh aus, im Dezember 2021 sogar über 200 €/MWh. Dies markierte ein historisches Hoch. In Österreich lagen die Preise in diesem Zeitraum sogar noch deutlich höher. Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2021 für das Marktgebiet Österreich Grundlast für 2022 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 91 €/MWh und Spitzenenergie (Frontjahr-Peak) mit 110 €/MWh gehandelt. Das entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 110 %. Für das Marktgebiet Deutschland lagen die Preise für Frontjahr-Base im Jahr 2021 im Durchschnitt bei 88 €/MWh und für Frontjahr-Peak bei 107 €/MWh. Das entspricht einem Anstieg von rund 120 %. VERBUND vermarktet den Großteil der Stromerzeugung im Voraus am Terminmarkt, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2021 hatte nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode.# Politische und regulatorische Rahmenbedingungen

EU-Energiepolitik

EU-Klimagesetz

Zentrales Vorhaben des bereits 2019 vorgestellten EU Green Deals – des zentralen europäischen Strategiedokuments für Energie und Klimapolitik – ist die Anhebung der Klimaambitionen der EU für 2030 und für 2050. Mit dem 2021 verabschiedeten EU-Klimagesetz wurde die ambitionierte Zielsetzung der Union auch gesetzlich festgelegt. Für 2030 hat die EU-Kommission das Ambitionsniveau von – 40 % Treibhausgasreduktion auf – 55 % (Vergleichsjahr 1990) angehoben, für 2050 erfolgte eine Anhebung des Reduktionsziels von bisher – 80 % bis – 95 % Treibhausgasreduktion auf das Ziel der Klimaneutralität (Vergleichsjahr 1990).

Legislativpaket „Fit for 55“

Mitte Juli 2021 hat die EU-Kommission in einem umfassenden Legislativpaket „Fit for 55“ die Umsetzung und die Ausgestaltung des Zielpfads für die angestrebte Treibhausgasreduktion weiter detailliert. Das Paket umfasst zwölf Legislativvorschläge und weitere nicht-legislative Mitteilungen. Zentral für die Zielerreichung ist die Reform des EU-ETS, durch die der lineare Reduktionsfaktor (Kürzung der jährlich ausgegebenen CO2-Zertifikate) von 2,2 % p. a. auf 4,2 % p. a. angehoben werden und es zu einer einmaligen Gesamtreduktion der verfügbaren Emissionszertifikate kommen soll. Des Weiteren soll die Summe an zugeteilten Gratiszertifikaten schneller reduziert werden. Ab 2026 soll die Schifffahrt in das EU-TS integriert und ein separates Emissionshandelssystem für Verkehr und Gebäude eingeführt werden.

Im Hinblick auf die Revision der Erneuerbaren-Richtlinie („RED3“) beabsichtigt die EU-Kommission, das EU-Endverbrauchsziel für erneuerbare Energien für 2030 von derzeit 32 % auf 40 % anzuheben. Hinzu kommen ambitioniertere 2030-Unterziele für erneuerbare Energien im Verkehrs- (13 % Treibhausgasreduktion) sowie Wärme- und Kältebereich (+ 1,1 % verbindliches jährliches Wachstum des Anteils erneuerbarer Energien). Für erneuerbaren Wasserstoff sieht der Vorschlag eine Ausweitung der unter der derzeit geltenden RED2 ausschließlich auf den Transportsektor anzuwendenden Regeln zur Produktion von grünem Wasserstoff aus Elektrolyse auf alle Endverbrauchssektoren vor. Weiters sieht der Entwurf der RED3 bis 2030 auch eine Quote von 50 % für erneuerbaren Wasserstoff in der Industrie vor (bemessen an der Gesamtmenge des insgesamt verkauften Wasserstoffs).

Auch in der Energieeffizienz- richtlinie ist eine erhebliche Zielanhebung für 2030 vorgesehen, und zwar auf 39 % bzw. 36 % des Primär- bzw. Endenergieverbrauchs (derzeit jeweils 32,5 %). Dies schlägt sich in einer höheren jährlichen Energieeinsparverpflichtung für die Mitgliedstaaten von 1,5 % nieder (derzeit 0,8 %). Ein weiterer zentraler Bestandteil des Pakets ist der Vorschlag für einen Carbon Border Adjustment Mechanism, also eine Art CO2-Ausgleichszoll für kohlenstoffintensive Sektoren. Die EU-Kommission drängt auf eine Verabschiedung der Gesetze bis 2023, um genug Zeit für die Zielerreichung 2030 zu haben.

Sustainable Finance – Taxonomie-Verordnung

Im April veröffentlichte die EU-Kommission basierend auf der Sustainable-Finance-Taxonomie- Verordnung den delegierten Rechtsakt zu den technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Laut den technischen Bewertungskriterien ist die Stromerzeugung aus Windkraft und Solarenergie vollständig als nachhaltig im Sinne der Taxonomie anzusehen. Für die Stromerzeugung aus Wasserkraft gilt dies im Grundsatz ebenfalls, allerdings sieht der delegierte Rechtsakt einige weitere Nachweise zur Nachhaltigkeit von Wasserkraftwerken vor. Zum Zeitpunkt der Berichtsveröffentlichung lag ein Vorschlag der EU-Kommission vor, der Investitionen in die Stromerzeugung aus Atom- und Gaskraftwerken unter bestimmten Umständen als nachhaltig einstuft. Der Vorschlag wird derzeit durch den Europäischen Rat und das Europäische Parlament geprüft. Im Juli veröffentlichte die EU-Kommission zudem einen delegierten Rechtsakt mit Details zu Berichtspflichten, die aus der Taxonomie-Verordnung für Unternehmen ab 2022 erwachsen werden.

IPCEI Wasserstoff – Important Projects of Common European Interest

Im August 2021 hat Österreich eine Auswahl von österreichischen Wasserstoffprojekten im Rahmen der industriepolitischen IPCEI-Initiative bei der EU-Kommission pränotifiziert. Im Falle einer Zuerkennung des IPCEI-Status durch die EU-Kommission können die Projekte beihilfenrechtlich bevorzugt behandelt werden. Österreich hat hierfür 125 Mio. € aus den Mitteln der EU-Wachstumsinitiative Recovery & Resilience Fund vorgesehen. Drei VERBUND-Projekte (Carbon2Product Austria sowie zwei modulare Teilprojekte von Green Hydrogen@Blue Danube) sind Teil des Pränotifizierungsdokuments. Eine Förderzusage ist aus der Pränotifizierung noch nicht ableitbar.

Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package

Mitte Dezember 2021 wurde von der EU-Kommission das sogenannte Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package (auch Gaspaket) vorgelegt. Dabei handelt es sich um das Schwesterpaket zum „Fit for 55“- Paket, das sich mit der Integration dekarbonisierter Gase (blauer Wasserstoff aus Erdgas plus CCS/CCU) sowie sogenannter Low-carbon-Gase (nuklearer Wasserstoff) beschäftigt. Mit dem Hydrogen and Decarbonised Gas Market Package wird eine einheitliche Nomenklatur für Wasserstoff vorgestellt, die den Wasserstoff entlang der Herstellungsart (erneuerbar oder fossiler Ursprung) und seiner finalen CO2-Lebenszyklusemissionen einteilt. Weiters wird die Frage der zukünftigen Nutzung der Gasinfrastruktur behandelt. Außerdem werden konkrete Regelungen zum Bau und zum Betrieb von Wasserstoffnetzen vorgeschlagen. Diese werden um Regelungen zur Konversion bestehender Gasnetzinfrastruktur ergänzt.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen

Am 7. Juli 2021 wurde das EAG im Nationalrat beschlossen. Mit dem EAG soll das Ziel 100 % erneuerbarer Strom bis 2030 (national, bilanziell) umgesetzt werden. Dafür sind technologiespezifische Ausbaupfade vorgesehen. Das jährliche Fördervolumen soll (im Dreijahresmittel) 1 Mrd. € nicht übersteigen. Für einkommensschwache Haushalte wurde eine Kostendeckelung der Erneuerbaren-Beiträge vorgesehen.

Für Wasserkraftanlagen sieht das EAG zum größten Teil eine Förderung mittels administrativ festgelegter Marktprämien vor, und zwar bis 25 MW (bzw. bei größeren Anlagen für die ersten 25 MW) für Neubau-, Erweiterungs- und Revitalisierungsprojekte. Das jährliche Vergabevolumen beträgt insgesamt 100 MW, wobei aufgrund beihilfenrechtlicher Einwände der EU-Kommission 20 MW gemeinsam mit den Windkraftprojekten ausgeschrieben werden. Um förderbar zu sein, müssen Revitalisierungsprojekte bei Anlagen bis 1 MW eine Steigerung von Regelarbeitsvermögen/Engpassleistung von 5 % erreichen, bei Anlagen über 1 MW ist eine Steigerung von 3 % vorgeschrieben.

Photovoltaikanlagen ab 10 kWp werden über Ausschreibung von Marktprämien gefördert, für Anlagen bis 1 MWp sind auch Investitionszuschüsse möglich. Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Grünland oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sind (mit Ausnahmen) Abschläge von 25 % vorgesehen.

Windkraftanlagen ab 1 MW werden 2022 über eine administrative Vergabe und ab 2023 über Ausschreibungen von Marktprämien gefördert. Um auch weniger ertragreiche Standorte ausbauen zu können, ist ein Standortdifferenzierungsmodell vorgesehen.

Für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) sind ein Lokalbereich (NE 6, NE 7) und ein Regionalbereich (NE 5, teilweise 4) als räumliche Eingrenzung bestimmt. Damit verbunden ist insbesondere eine Befreiung von Netzentgelten der vorgelagerten Netzebenen, aber auch andere Begünstigungen.

Im Bereich der erneuerbaren Gase sieht das EAG ebenfalls Fördermöglichkeiten für Erzeugungsanlagen vor. Jährlich werden u. a. 40 Mio. € für Investitionsförderungen für Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff bereitgestellt. Weiters wurden Tarifentlastungen sowie Befreiungen von Endverbraucher- abgaben für Elektrolysen (analog zur Befreiung von Tarifen und Endverbraucherabgaben für Pumpspeicher, die in Zukunft für 15 Jahre gewährt wird) festgelegt.

Ökosoziale Steuerreform

Im Herbst 2021 wurde ein Vorschlag zur ökosozialen Steuerreform vorgelegt. Das im Regierungsprogramm vorgesehene Vorhaben sieht ab 1. Juli 2022 eine schrittweise nationale CO2-Bepreisung von Sektoren außerhalb des EU-Emissionshandels (Gebäude, Verkehr, Teile der Industrie) vor, der ein erheblicher Entlastungsmechanismus gegenübersteht. Im Juli 2022 soll der CO2-Preis 30 €/t betragen, der bis 2025 auf 55 €/t ansteigt. 2026 soll der Preis dem EU-ETS angeglichen werden. Die Rückvergütung soll über eine Entlastung des Faktors Arbeit bzw. der Pensionen (u. a. Lohnsteuersenkung), eine Entlastung der Wirtschaft (u. a. Körperschaftsteuersenkung) sowie durch weitere Kompensationsmechanismen wie bsp. Regionalboni erfolgen.

Nicht vorgelegt wurden 2021 die Novelle des Energieeffizienzgesetzes und des ElWOG zur Umsetzung des Clean Energy Packages. Auch das Klimaschutzgesetz sowie die UVP-G Novelle werden erst 2022 erwartet. Ebenso zu keinem Beschluss in 2021 kam es bei der österreichischen Wasserstoffstrategie.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland

Mit dem im Sommer 2021 vom deutschen Bundestag beschlossenen Klimaschutzgesetz 2021 wurden die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 verbindlich verankert. Begleitend zum Gesetzesentwurf wurde von der deutschen Bundesregierung ein Sofortprogramm zur Unterstützung der ambitionierten Ziele verabschiedet. Bis 2030 sollen die Emissionen um 65 % gegenüber 1990 sinken. Für 2040 wird eine Zielmarke von 88 % weniger Treibhausgasen festgelegt.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

Auch in den einzelnen Wirtschaftssektoren wie Verkehr oder Energie werden neue, ambitioniertere Zielmarken fixiert. Den Ausbau der erneuerbaren Energien sollen neben ambitionierten Ausbauzielen auch Neuerungen bei Genehmigungsverfahren beschleunigen. Die Erneuerung von Kraftwerken soll künftig mit weniger Hürden verbunden sein. Dadurch könnten bestehende Windkraftanlagen leichter durch neue ersetzt werden. Für die Genehmigung wird künftig nur noch die Frage entscheidend sein, ob mit dem Ersetzen der Anlage eine Verbesserung für die Umwelt einhergeht. Die mit Dezember 2021 neu ins Amt gekommene Bundesregierung wird den eingeschlagenen Weg zur Klimaneutralität 2045 fortsetzen und will die Erreichung der Klimaziele mit einer weiteren Forcierung des Erneuerbaren-Ausbaus sowie einem Klimacheck für alle Gesetzesentwürfe erreichen. Anhand einer mehrjährigen Gesamtrechnung der Klimaschutzpolitik soll die Zielerreichung zukünftig überprüft werden.

Finanzen

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Großhandelspreise für Strom

VERBUND kontrahierte den Großteil der eigenen Stromerzeugung des Jahres 2021 bereits 2019 und 2020 am Terminmarkt. Aufgrund der Trennung der gemeinsamen Preiszone Deutschland und Österreich stellten sich ab Oktober 2018 in Österreich eigene, höhere Preise ein. Die Preise für Frontjahr-Base AT 2021 (gehandelt 2020) erreichten im Jahresdurchschnitt 42,8 €/MWh, die Preise für Frontjahr-Base DE lagen bei 40,2 €/MWh. Damit sanken die Terminmarktpreise um 16,4 % bzw. 16,0 % gegenüber dem Vorjahr. Frontjahr-Peak AT wurde mit durchschnittlich 52,0 €/MWh, Frontjahr-Peak DE mit 49,0 €/MWh gehandelt. Damit lagen auch die Terminmarktpreise im Frontjahr-Peak-Bereich um 16,3 % bzw. 14,9 % unter dem Vorjahresniveau. Die Rückgänge sind im Wesentlichen auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

Am Spotmarkt AT sowie am Spotmarkt DE zogen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom in den Quartalen 1 – 4/2021 nach dem COVID-19-bedingten starken Rückgang im Vorjahr dagegen deutlich an. Die Preise für Grundlast erhöhten sich in Österreich um durchschnittlich 222,4 % auf 106,8 €/MWh, in Deutschland um 217,9 % auf 96,8 €/MWh. Jene für Spitzenlast stiegen in Österreich um 218,7 % auf 127,3 €/MWh und in Deutschland um 208,3 % auf 115,5 €/MWh. Diese massiven Anstiege sind auf die stark gestiegenen CO2- und Primärenergiepreise zurückzuführen.

Entwicklung der Wasserführung

Die Wasserführung der Flüsse ist für VERBUND von besonderer Bedeutung, da rund 94 % des Stroms aus Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00 steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2021 lag der Erzeugungskoeffizient der Lauf- und Laufschwellkraftwerke mit 0,95 um 5 Prozentpunkte unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert (1,01). Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar: Quartal 1: 0,99 (Vorjahr: 1,09), Quartal 2: 0,93 (0,86), Quartal 3: 1,03 (1,05) und Quartal 4: 0,83 (1,11).

Stromaufbringung und -absatz

Die Eigenerzeugung von VERBUND fiel in den Quartalen 1 – 4/2021 um 2.176 GWh bzw. 6,5 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 auf 31.306 GWh. Die Erzeugung aus Wasserkraft reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2.185 GWh. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,95 um 6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres und um 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke fiel in den Quartalen 1 – 4/2021 gegenüber 2020 um 6,9 %. Dabei überstiegen die Auswirkungen aus Speicheraufbau und einem etwas geringeren Zufluss die höhere Erzeugung aus Wälzbetrieb.

Die von den Windkraftanlagen von VERBUND in den Quartalen 1 – 4/2021 produzierte Menge an Strom lag in der Berichtsperiode aufgrund des geringen Winddargebots in allen Märkten (Österreich, Deutschland, Rumänien) um 84 GWh unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung aus Photovoltaikanlagen lag im Jahr 2021 bei 2,1 GWh. Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg dagegen in den Quartalen 1 – 4/2021 um 91 GWh. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach produzierte im Berichtszeitraum aufgrund des marktgetriebenen Einsatzes zur Fernwärmeproduktion im Quartal 4/2021, trotz geringerer Engpassmanagementmengen, um 437 GWh mehr Strom als in der Vorjahresberichtsperiode. Das Fernheizkraftwerk Mellach, das seit Ende des Quartals 1/2020 ausschließlich im Gasbetrieb eingesetzt wird, kam nur kurzzeitig zum Einsatz und wies eine um 345 GWh geringere Erzeugung aus. Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb fiel um 2.126 GWh. Der Fremdbezug von Strom zur Deckung von Verlust- und Regelenergie stieg hingegen um 587 GWh.

352

Stromaufbringung Konzern in GWh

2020 2021 Veränderung
Wasserkraft 1 31.525 29.340 – 6,9 %
Windkraft 924 839 – 9,1 %
Photovoltaik 1 2 2
Wärmekraft 1 1.033 1.125 8,8 %
Eigenerzeugung 33.482 31.306 – 6,5 %
Fremdbezug Handel & Vertrieb 29.918 27.793 – 7,1 %
Fremdbezug Verlust- und Regelenergie 3.588 4.175 16,4 %
Stromaufbringung 66.989 63.274 – 5,5 %

¹ inkl. Bezugsrechten

Der Stromabsatz von VERBUND ist in den Quartalen 1 – 4/2021 um 3.845 GWh gefallen. Die an Endkund:innen gelieferten Strommengen stiegen um 636 GWh. Nach dem COVID-19-bedingten Rückgang im Vorjahr stiegen sowohl die Mengen an Inlands- als auch Auslandskund:innen. Im Privatkund:innenbereich belief sich der Kund:innenstock per 31. Dezember 2021 auf rund 527.000 Strom- und Gaskund:innen. Der Absatz an Weiterverteiler sank hingegen im Vergleich zum Vorjahr um 2.116 GWh, hauptsächlich bedingt durch geringere Liefermengen im Inland. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen fielen bedingt durch ein geringeres Spothandelsvolumen um 2.366 GWh. Der Eigenbedarf an Strom stieg um 61 GWh. Diese Entwicklung ist vor allem dem höheren Einsatz der Kraftwerke im Wälzbetrieb geschuldet.

Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern in GWh

2020 2021 Veränderung
Endkund:innen 13.568 14.204 4,7 %
Weiterverteiler 29.009 26.893 – 7,3 %
Händler 20.164 17.799 – 11,7 %
Stromabsatz 62.741 58.896 – 6,1 %
Eigenbedarf 3.327 3.388 1,8 %
Regelenergie 921 990 7,5 %
Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 66.989 63.274 – 5,5 %

VERBUND setzte in den Quartalen 1 – 4/2021 rund 56 % des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab (Vorjahr: rund 55 %). Der deutsche Markt bildete mit rund 81 % der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten im Jahr 2021.

353

Stromabsatz nach Ländern in GWh

2020 2021 Veränderung
Österreich 34.469 33.185 – 3,7 %
Deutschland 23.098 20.798 – 10,0 %
Frankreich 4.284 4.191 – 2,2 %
Rumänien 875 669 – 23,5 %
Sonstige 15 53
Stromabsatz 62.741 58.896 – 6,1 %

Ertragslage

Einheit 2020 2021
Umsatzerlöse Tsd. € 350.880,6 Tsd. € 392.639,9
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) Tsd. € 476.339,3 Tsd. € 689.381,4
Ergebnis vor Steuern Tsd. € 437.188,5 Tsd. € 649.348,3
Jahresüberschuss Tsd. € 420.453,1 Tsd. € 610.569,6
Bilanzgewinn Tsd. € 260.561,8 Tsd. € 364.786,5
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 14,2 % 19,9
Gesamtkapitalrentabilität (ROI) % 9,2 % 13,3
Return on Capital Employed (ROCE) % 7,2 % 9,7
Umsatzrentabilität (ROS) % 135,8 % 175,6

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse aus Stromlieferungen stiegen um 10,1 % oder um 28.042,7 Tsd. €. Die durchschnittlich erzielten Terminmarktpreise für langfristig abgesicherte Mengen für das Lieferjahr 2021 liegen unter dem Vorjahresniveau, wohingegen die durchschnittlichen Spotmarktpreise wieder angezogen haben. Im Berichtsjahr 2021 lag der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke um 5 Prozentpunkte unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Dies führte insgesamt zu niedrigeren Stromerlösen aus der Vermarktung von Bezugsrechten in Höhe von etwa 1.838,4 Tsd. €. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2021 erfolgte die Umstellung der Verrechnung von einem Strombezugsberechtigten direkt durch die VERBUND Hydro Power GmbH (VHP). Im Vorjahr befanden sich daraus noch 3.769,9 Tsd. € in den Stromerlösen. Insgesamt sanken die Erlöse aus Verrechnung an Strombezugsberechtigte um 4.403,8 Tsd. €. Der Anstieg im Endkund:innensegment betrug 16.312,6 Tsd. € oder 14,1 % und ist im Wesentlichen auf die positive Absatzentwicklung bei erhöhten Strompreisen zurückzuführen. Der Umsatz aus der Vermarktung von freien Mengen, die im Wesentlichen von der ÖMAG für das Endkund:innensegment zugewiesen wurden, stieg um 17.972,3 Tsd. € oder 172,4 % auf 28.398,3 Tsd. €.

Bei den Erlösen aus Gaslieferungen kam es zu einer Preisanpassung Mitte 2020, somit ergibt sich in 2021 ein höherer durchschnittlicher Absatzpreis im Vergleich zum Jahr 2020. Darüber hinaus kam es zu

354

einer Erweiterung des Kund:innenstocks und damit zu einer gestiegenen Liefermenge. Dies führte zu einem Anstieg der Umsatzerlöse aus Gaslieferungen von 10.393,5 Tsd. € auf 46.102,4 Tsd. € bzw. um 29,1 %. In Summe ergab sich somit eine Steigerung der Umsatzerlöse um 41.759,3 Tsd. € bzw. 11,9 %.

Aufwand für Strombezug

Der Strombezugsaufwand stieg um 20,5 % von 156.905,6 Tsd. € auf 189.022,6 Tsd. €. Die Strombezüge aus den Bezugsrechten beruhen auf Kostenersatz und sind deshalb trotz variierender Mengen geringfügig unter den Werten des Vorjahres (2.288,9 Tsd. €). Der Strombezug für das Endkund:innengeschäft erfolgt zu Marktpreisen und stieg deshalb im Geschäftsjahr 2021 neben gestiegenen Absatzmengen um 39,0 %. Die Umstellung der Verrechnung von Strombezugsberechtigten direkt durch die VHP bedingte analog zu den Stromerlösen auch eine Reduktion der Strombezüge. Im Vorjahr befanden sich daraus noch 3.769,9 Tsd. € in den Strombezügen.

Aufwand für Gasbezug

Die Erweiterung des Endkund:innengeschäfts bei einem deutlich höheren Preisniveau steigerte den Gasbezugsaufwand um 77,3 % von 23.213,7 Tsd. € auf 41.167,0 Tsd. €.

355Im Vorjahr hatte noch ein gesunkenes Preisniveau, trotz Steigerung des Kund:innenstocks, zu einer Verringerung des Gasbezugsaufwands geführt.

Personalaufwand

Der Personalaufwand sank um 1.510,2 Tsd. € bzw. 5,2 % auf 27.310,5 Tsd. €. Erhöhend wirkten sich die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter und Nebenkosten um 1,5 % und die kollektivvertraglich vorgeschriebenen Biennien aus, erhöhend wirkte auch der Aufbau beim betriebswirtschaftlichen Personalstand um 8,8 auf 156,8 Mitarbeiter:innen. Die Aufwendungen für das Sozialkapital sanken um 3.164,4 Tsd. €, was wiederum primär aus dem positiven Effekt aus der Umstellung der zugrunde liegenden Berechnungsparameter in der Höhe von 2.206,5 Tsd. € (Vorjahr negativer Effekt: 467,9 Tsd. €) resultierte.

Sonstiger betrieblicher Aufwand

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 3.091,1 Tsd. € bzw. 6,5 % auf 50.338,5 Tsd. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch erhöhten Aufwand für Informatik (1.430,6 Tsd. €), Kosten für Werbung und Markterschließung in Höhe von 732,2 Tsd. € und den Anstieg der übrigen Posten im sonstigen betrieblichen Aufwand von Höhe von 2.441,5 Tsd. € zustande gekommen. Dem stehen geringere Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von Höhe von € 1.513,2 Tsd. € gegenüber.

Ergebnis vor Steuern

Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren und des im Vergleich zum Vorjahr höheren Finanz ergebnisses in Höhe von 596.084,7 Tsd. € (Vorjahr: 376.093,3 Tsd. €) stieg das Ergebnis vor Steuern um 212.159,8 Tsd. € von 437.188,5 Tsd. € auf 649.348,3 Tsd. €. Die Veränderung des Finanzergebnisses resultiert im Wesentlichen aus der höheren Zuschreibungen von Beteiligungen in Höhe von 135.558,6 Tsd. € (Vorjahr: 36.262,7 Tsd. €). Die Beteiligungserträge gekürzt um negative Ergebnisübernahmen stiegen um 153.556,4 Tsd. € von 333.574,1 Tsd. € auf 487.130,5 Tsd. €. Der Zinsaufwand reduzierte sich von 36.104,0 Tsd. € auf 33.608,9 Tsd. € um 2.495,1 Tsd. € im Wesentlichen durch den Abbau der Zinsen für Anleihen und Kredite in Höhe von 1.581,3 Tsd. € und den Rückgang der Zinsen aus der Konzernfinanzierung in Höhe von 859,9 Tsd. €. Im Finanzergebnis sind Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 4,5 Tsd. € (Vorjahr: 4.692,3 Tsd. €) enthalten. Die Geldbeschaffungskosten stiegen durch die Aufnahme einer neuen Anleihe um 3.377,4 Tsd. € von 3.046,8 Tsd. € auf 6.424,2 Tsd. €.

Vermögenslage

Vermögenskennzahlen

Einheit 2020 2021
Anlagevermögen Tsd. € 5.044.498,0
Umlaufvermögen Tsd. € 62.830,2
Nettoumlaufvermögen (Working Capital) Tsd. € – 870.142,6
Nettoverschuldung (Net Debt) Tsd. € 1.673.709,3
Eigenkapital Tsd. € 3.268.845,0
Kurzfristige Schulden Tsd. € 981.938,4
Kurzfristiges Vermögen Tsd. € 111.795,8
Durchschnittlich eingesetztes Kapital Tsd. € 4.967.150,0
Eigenkapitalquote % 62,8

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen stiegen um 331,4 Tsd. €. Die Zugänge betrafen immaterielle Vermögensgegenstände (Software) in Höhe von 216,1 Tsd. €, Betriebs- und Geschäftsausstattung und elektrische Anlagen in Höhe von 2.060,5 Tsd. € sowie Investitionen in Gebäude in Höhe von 797,7 Tsd. €. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2.710,4 Tsd. €. Im Geschäftsjahr sind Buchwerte in Höhe von 32,6 Tsd. € abgegangen. Die Position der Finanzanlagen erhöhte sich im Beteiligungsbereich um 420.382,0 Tsd. €. Einerseits gab es Zugänge bei inländischen Beteiligungen in Höhe von 434.301,6 Tsd. € und bei ausländischen Beteiligungen in der Höhe von 69.261,5 Tsd. €. Außerdem gab es Zuschreibungen der Ansätze an inländischen Beteiligungen in Höhe von 135.558,6 Tsd. € und die Abschreibung einer inländischen Beteiligung in Höhe von 28.555,5 Tsd. €. Es gab den Abgang einer ausländischen Beteiligung in Höhe von 190.184,2 Tsd. €. Die sonstigen Finanzanlagen stiegen in Summe um 344.736,0 €. Den Gewährungen von Ausleihungen im Ausmaß von 430.338,6 Tsd. € standen Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 86.939,0 Tsd. € gegenüber. Der Wertansatz der Wertpapiere des Anlagevermögens erhöhte sich um 1.336,4 Tsd. € durch Zuschreibungen in Höhe von 1.444,2 Tsd. €, denen Abgänge in Höhe von 107,8 Tsd. € gegenüberstanden.

Umlaufvermögen

Der Aufbau des Umlaufvermögens um 56.911,9 Tsd. € resultierte überwiegend aus dem Anstieg der übrigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 53.979,7 Tsd. € (bereinigt um den Vorjahressaldo aus dem Zukauf einer Tochtergesellschaft), wovon 52.795,3 Tsd. € die Erhöhung noch nicht fälliger Körperschaftsteuerumlagen und 1.000 Tsd. € die zusätzliche Gewährung eines kurzfristigen Darlehens betrafen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 8.109,3 Tsd. €. Dem steht der Abbau der Forderung aus einem Beteiligungsabgang in Höhe von 4.336,3 Tsd. € gegenüber.

Eigenkapital

Das Eigenkapital stieg aufgrund des Jahresüberschusses in Höhe von 610.569,6 Tsd. €, dem die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 260.561,8 Tsd. € gegenüberstand, auf 3.618.852,9 Tsd. €. Die Eigenkapitalquote sank vorwiegend durch die Aufnahme einer externen Finanzierung geringfügig von 62,8 % auf 60,1 %.

Verbindlichkeiten

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 469.916,0 Tsd. € auf 2.150.220,6 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine neue Kreditaufnahme in Höhe von 500.000,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) getätigt. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten Tilgungen bei Kreditinstituten in Höhe von 30.125,0 Tsd. €. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es im Zuge der konzerninternen Verrechnungen zu einem Abbau in Höhe von 31.351,1 Tsd. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 6.713,9 Tsd. € auf 48.406,4 Tsd. €. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen insgesamt um 21.385,4 Tsd. €, vor allem durch die Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern um 21.146,7 Tsd. €.

Finanzlage

Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von VERBUND basiert in einem volatilen energiewirtschaftlichen Umfeld auf drei Säulen:
1. Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven,
2. Absicherung eines langfristig soliden Ratings sowie
3. Umsetzung innovativer Finanztransaktionen im Bereich Green Finance.

Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven

Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND oberste Priorität. Per 31. Dezember 2021 verfügte VERBUND über einen ESG-linked syndizierten Kredit (Environmental, Social, Governance) in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2023 mit zusätzlich zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit für je ein Jahr und wird von zwölf nationalen und internationalen Banken mit guter Bonität zur Verfügung gestellt. Zusätzlich standen VERBUND Ende 2021 kommittierte Kreditlinien in Höhe von 300 Mio. € und nicht kommittierte Kreditlinien in Höhe von rund 2.345,0 Mio. € zur Verfügung. Diese Linien waren per 31. Dezember 2021 in Höhe von 1.430,0 Mio. € ausgenutzt.

Absicherung eines langfristig soliden Ratings

Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet VERBUND am Kapitalmarkt u. a. unterschiedliche Finanzierungsinstrumente. Die Kreditwürdigkeit von VERBUND wurde zum 31. Dezember 2021 mit einem Langfrist-Rating von „A mit stabilem Ausblick“ (Standard & Poor’s/S&P) bzw. „A3 mit stabilem Ausblick“ (Moody’s) bewertet. Langfristig strebt VERBUND ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert sich VERBUND unter anderem auf die Optimierung des Free Cash-flows und auf die zwei wesentlichen Rating-relevanten Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Net Debt.

Umsetzung innovativer Finanztransaktionen im Bereich Green Finance

Der Bereich Green Finance hat bei VERBUND einen sehr hohen Stellenwert, weil die gesamte Strategie auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und dieser Bereich im internationalen Umfeld sowie in der nationalen Klimastrategie einen wesentlichen Eckpunkt darstellt. VERBUND wird sich weiterhin als Vorreiter einer zukünftig dekarbonisierten Energiewirtschaft positionieren. Nach einigen innovativen Transaktionen in den vergangenen Jahren, wie z. B. der Begebung des ersten Green Bond im deutschsprachigen Raum, dem ersten digitalen grünen Schuldschein weltweit (der über eine Plattform begeben wurde) und dem ersten syndizierten Kredit (dessen Margenstruktur während der Laufzeit ausschließlich an das ESG-Rating (Nachhaltigkeitsrating) von VERBUND gekoppelt ist), kam es in 2021 zu einer Emission eines Green & Sustainability-linked Bond, der alle vier verfügbaren nachhaltigen Komponenten von Green Finance in einer Transaktion vereint:
1. Use of Proceeds (klassische projektspezifische grüne Anleihe)
2. EU Taxonomy aligned (die Projekte müssen im Einklang mit der EU-Taxonomie-Verordnung zum Zeitpunkt der Emission stehen)
3. Sustainable-link (Margenabhängigkeit bzgl. der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens)
4. UN Principles for Responsible Investments (starke Bevorzugung von nachhaltigen Investor:innen nach einem transparenten Kriterium beim Bookbuilding)

Konkret plant VERBUND, die Erlöse ausschließlich für „grüne“ Projekte zu verwenden, die dem VERBUND Green Financing Framework entsprechen. Dieses wurde Anfang 2021 entwickelt und steht im Einklang mit dem aktuellen (Stand zum Emissionszeitpunkt) Entwurf der Delegierten Rechtsakte der EU-Taxonomie und dem EU Green Bond Standard. Ebenso wurde es in Übereinstimmung mit den ICMA Green Bond Principles und den ICMA Sustainability-linked Bond Principles konzipiert.Mit den Mitteln dieser Anleihe werden die Revitalisierung und der Ausbau eines Wasserkraftwerks in Deutschland sowie Hochspannungsleitungsprojekte in Österreich finanziert. ISS ESG, eine weltweit führende Nachhaltigkeitsratingagentur, bewertete die Qualität des Green Financing Frameworks in einer Second Party Opinion sehr positiv. Darüber hinaus verpflichtet sich VERBUND, sowohl die neu installierte Produktionsleistung ausschließlich in den Bereichen Wasser, Wind und Photovoltaik um mindestens 2.000 MW (KPI 1) als auch die Installation zusätzlicher Transformatorkapazität (notwendig, damit der erneuerbare Strom ins Hochspannungsnetz eingespeist werden kann) um mindestens 12.000 MVA (KPI 2) auszubauen. Beide Ziele sind sehr ambitioniert. Sollte eines der Ziele nicht bis zum 31. Dezember 2032 erreicht werden, erhöhen sich die Kuponzahlungen der Anleihe um 0,25 % p. a. für die restliche Laufzeit der Anleihe.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

Finanzkennzahlen

Finanzkennzahlen Einheit 2020 2021
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit Tsd. € 564.286,7 473.615,4
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit Tsd. € – 61.719,0 – 613.008,5
Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit Tsd. € – 502.567,7 139.393,1
Finanzergebnis Tsd. € 376.093,3 596.084,7
Gearing (Nettoverschuldungsgrad) % 51,2 58,4
Schuldentilgungsdauer Jahre 4,6 4,7

Das Finanzergebnis steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 219.991,4 Tsd. € auf 596.084,7 Tsd. €. Hauptverantwortlich dafür war, dass es im Geschäftsjahr 2021 zu hohen Zuschreibungen von Beteiligungen in Höhe von 135.558,6 Tsd. € kam, während im Geschäftsjahr 2020 nur Zuschreibungen von Beteiligungen in Höhe von 39.262,7 Tsd. € zum Ansatz kamen. Die Beteiligungserträge gekürzt um Verlustübernahmen stiegen um 153.556,4 Tsd. € auf 487.130,5 Tsd. €. Das Zinsergebnis blieb annähernd gleich (Veränderung: – 21,3 Tsd. €). Die Erträge aus Ausleihungen stiegen um 1.123,2 Tsd. € auf 36.259,4 Tsd. €. Im Geschäftsjahr kam es zu Erträgen aus dem Abgang von Beteiligungen in Höhe von 4,5 Tsd. € (Vorjahr: 4.692,3 Tsd. €). Im Jahr 2021 kam es zu Ausschüttungen bei den Wertpapieren in Höhe von 924,5 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €). Die Zuschreibungen bei den Wertpapieren betrugen 1.444,2 Tsd. € (Vorjahr: Abschreibungen 100,9 Tsd. €). Der starke Aufbau der verzinslichen Nettoverschuldung um 439.094,7 Tsd. € und der gegengleich starke Aufbau des Eigenkapitals um 350.007,8 Tsd. € führten zu einer gemäßigten Erhöhung des Gearings um 7,2 Prozentpunkte auf 58,4 %. Durch den gesteigerten Mittelzufluss aus dem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 510.657,5 Tsd. € (Vorjahr: 417.638,3 Tsd. €) bei gleichzeitig starkem Aufbau der Schulden um 24,2 % (Vorjahr: Abbau 6,6 %) blieb die Schuldentilgungsdauer mit 4,7 Jahre (Vorjahr: 4,6 Jahre) annähernd gleich.

Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung wird gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 (Geldflussrechnung UGB) aufgestellt. Da die VERBUND AG auch als operativ wirkende Holding tätig ist, wurden die Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen im Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit belassen.

(1) Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit

Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt und führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von 473.615,4 Tsd. € (Vorjahr: 564.286,7 Tsd. €). Im Periodenergebnis sind zahlungswirksame Beteiligungserträge saldiert um Verlustübernahmen in Höhe von 487.130,5 Tsd. € (Vorjahr: 333.584,1 Tsd. €) enthalten. Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen ist vor allem auf den Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 8.109,3 Tsd. €, dem der Abbau der sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 2.888,4 Tsd. € gegenübersteht, zurückzuführen.

Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten resultierte hauptsächlich aus dem Aufbau der Verbindlichkeiten aus dem Strom- und Gasgeschäft in Höhe von 6.391,2 Tsd. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, ausgenommen dem Strom- und Gasgeschäft, stiegen um 322,8 Tsd. €. Im Bereich der sonstigen Verbindlichkeiten kam es zu einem Abbau von 544,9 Tsd. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt, vorwiegend aus der Umsatzsteuer, stiegen um 21.148,1 Tsd. €. Die Leistungsverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken um 1.048,4 Tsd. €. Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen ist vorwiegend durch den Verbrauch und die teilweise Auflösung einer Vorsorge für das Endkund:innengeschäft in Höhe von 8.525,6 Tsd. € und der geringeren Vorsorge für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von 802,8 Tsd. € bedingt. Die Vorsorgen für das Personal stiegen um 109,7 €. Der negative Überhang aus den Ertragsteuerzahlungen in der Höhe von 72.705,8 Tsd. € (Vorjahr: Zufluss 166.956,7 Tsd. €) resultierte einerseits aus Vorauszahlungen an das Finanzamt in Höhe von 214.339,0 Tsd. € und sonstigen Ertragsteuern wie z. B. Kapitalertragsteuer in Höhe von 1.165,0 Tsd. €. Dem standen Veranlagungen der Vorjahre mit einem Mittelzufluss von saldiert 1.127,4 Tsd. € den saldierten Gutschriften von Steuerumlagen von Gruppenmitgliedern in Höhe von 141.670,8 Tsd. € gegenüber.

(2) Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit

Beim Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von 613.008,5 Tsd. € (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von 61.719,0 Tsd. €), insbesondere aus der Tilgung von Ausleihungen in Höhe von 86.939,0 Tsd. € (davon Ausleihungen an verbundene Unternehmen: 83.438,3 Tsd. €). Dem standen vorwiegend die Gewährungen von Ausleihungen in Höhe von 430.338,6 Tsd. € (davon verbundene Unternehmen: 430.327,9 Tsd. €) und Investitionen in verbundene Unternehmen in Höhe von 311.732,9 Tsd. € gegenüber. Zusätzlich wurde ein nachträglicher Erlös für den Abgang einer Beteiligung in Höhe von 4.336,3 Tsd. € im Konzern vereinnahmt. Aus dem konzerninternen Verkauf von Wertpapieren wurden 112,3 Tsd. € erzielt. Bei den Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen handelte es sich um Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 1.476,3 Tsd. €, Investitionen in Gebäude in Höhe von 797,7 Tsd. €, in elektrische Anlagen in Höhe von 478,5 Tsd. € und Investitionen in Software in Höhe von 216,1 Tsd. €. Ausschüttungen von Wertpapieren erbrachten einen Zufluss in Höhe von 924,5 Tsd. €.

(3) Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der für das Geschäftsjahr 2020 beschlossenen Dividendenausschüttung wurden 260.561,8 Tsd. € an die Aktionär:innen zur Auszahlung gebracht. Das entsprach einer Dividende von 0,75 € je Aktie. Im Rahmen des Konzernclearings kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 30.302,7 Tsd. € (Vorjahr: Mittelzufluss 9.731,8 Tsd. €). Durch die in den Vorjahren erfolgte Entschuldung der VERBUND AG konnten die Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 39.617,5 Tsd. € (Vorjahr: 38.679,9 Tsd. €) auf dem annähernd selben Niveau wie im Geschäftsjahr 2020 gehalten werden. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 30.125,0 Tsd. €. Es wurde eine Kreditaufnahme in Höhe von 500.000,0 Tsd. € getätigt (Vorjahr: 0,0 Tsd. €).

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

Geldflussrechnung in Tsd. €

Erläuterung 2020 2021
Ergebnis vor Steuern 437.188,5 649.348,3
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 2.925,7 2.710,4
Abschreibungen und Zuschreibungen auf Finanzanlagen – 39.363,6 – 108.447,3
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen – 11,3 – 7,4
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 3.473,8 – 770,4
Veränderung der langfristigen Rückstellungen – 1.913,5 – 3.770,4
Erträge aus der Auflösung von Baukostenbeiträgen – 35,1 – 35,1
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge – 4.881,5 – 4.629,9
Veränderung der Vorräte – 158,2 – 332,2
Veränderung der Leistungsforderungen sowie der sonstigen Forderungen 1 – 5.277,2 – 5.416,5
Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten 2 2.382,2 26.890,5
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen 9.947,8 – 9.218,7
Zahlungen für Ertragsteuern 166.956,7 – 72.705,8
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit (1) 564.286,7 473.615,4
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – 3.739,4 – 2.968,7
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 28,0 40,0
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen – 322.764,3 – 742.071,6
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 226.716,7 91.387,6
Einzahlungen aus Beteiligungs- und Wertpapiererträgen 0,0 924,5
Einzahlungen aus Zinsen 38.040,0 39.679,6
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit (2) – 61.719,0 – 613.008,5
Aufnahme von langfristigen Krediten 0,0 500.000,0
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) – 233.902,8 – 30.125,0
Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zu- bzw. Abnahme der Konzernclearingsalden 9.731,8 – 30.302,7
Gezahlte Dividenden und Ergebnisverrechnungen – 239.716,8 – 260.561,8
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 38.679,9 – 39.617,5
Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit (3) – 502.567,7 139.393,1
Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel 0,0 0,0
Kassenbestand und liquide Mittel per 1.1. 0,0 0,0
Kassenbestand und liquide Mittel per 31.12. 0,0 0,0

1 inkl. aktiver Rechnungsabgrenzungsposten und aktiver latenter Steuern
2 inkl. sonstiger passiver Rechnungsabgrenzungsposten

VERBUND nimmt seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt sehr ernst. Bereits im Jahr 1994 erstellte VERBUND als eines der ersten Unternehmen in Österreich einen Umweltbericht. Der Trend zur Darstellung von umweltrelevanten Faktoren wurde damit vorweggenommen.# Nachhaltige Themen und Projekte 2021

Verhaltenskodex für nachhaltige Unternehmensführung

Im Jahr 2021 kam es zu einer umfassenden Aktualisierung bzw. Neuerstellung des VERBUND- Verhaltenskodex sowie des Nachhaltigkeitsleitbilds. Damit wurde u. a. dem gestiegenen Interesse externer Stakeholder und internen Entwicklungen, wie z. B. der VERBUND-Strategie 2030, der Aktuali- sierung der Stakeholder-Befragung 2019 und der Implementierung des Supplier Code of Conduct, Rechnung getragen. Das themenübergreifende Projektteam erkannte dabei zahlreiche Synergien zwi- schen dem bestehenden Verhaltenskodex und dem Nachhaltigkeitsleitbild. Deshalb wurde ein innova- tiver Ansatz gewählt, und die beiden Dokumente wurden nunmehr zum neuen „Verhaltenskodex für nachhaltige Unternehmensführung“ zusammengeführt. Folgende Handlungsfelder werden vom Kodex abgedeckt: integere Unternehmensführung, Schutz von Klima und Umwelt, Arbeitsweise, ökonomische Verantwortung sowie gesellschaftliches Engagement. Mit einem klar definierten Meldeweg für Hinweise und Verstöße und mit konkreten Praxisbeispielen dient er dem Unternehmen, dem Vorstand, den Füh- rungskräften und den Mitarbeiter:innen als Richtschnur für verantwortungsvolles Handeln. Nachhaltig- keit und verantwortungsvolles Verhalten gegenüber der Gesellschaft, der Umwelt und der Wirtschaft gehen dabei Hand in Hand.

Nachhaltige Lieferant:innenbewertung

VERBUND ist sich seiner Verantwortung innerhalb der Lieferkette bewusst, weshalb wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Als nächster Schritt in der Weiterentwicklung des nachhaltigen Bericht über Umwelt, Forschung, Entwicklung und Soziales JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 363 Lieferant:innenmanagements arbeitet VERBUND deshalb seit 2021 an der Implementierung eines neu- en Bewertungssystems der Nachhaltigkeitsperformance von Lieferant:innen. Dahingehend arbeitet VERBUND mit einem externen Anbieter zusammen, dessen ESG-Ratings in Zukunft für die Nachhaltig- keitsbewertung herangezogen werden sollen. Die Ausrollung erfolgt zunächst auf die Top-100- Lieferant:innen von VERBUND. Mittelfristig werden weitere strategische Lieferant:innengruppen auf Basis eines risikoorientierten Ansatzes einbezogen werden.

Climate Impact Day

2021 nahm VERBUND am Climate Impact Day (CID) teil, der erstmals vom Start-up Glacier organisiert wurde. Ziel des Tages ist es, das Thema Nachhaltigkeit zu unterstützen und sowohl in der Bevölkerung als auch in Unternehmen Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen. Auch VERBUND gestaltete für seine Mitarbeiter:innen einen Tag im Zeichen des Klimawandels/-schutzes. Die Mitarbeiter:innen konnten sich dabei zu VERBUND-Lösungen zum Klimaschutz, wie z. B. E-Mobilität und Photovoltaik, und zum Thema Klimawandelrisiken informieren sowie ihr Klimawissen in einem Quiz und Klima- Bingo testen.

Umwelt

VERBUND verpflichtet sich in all seinen Tätigkeitsbereichen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. Mit dem VERBUND-Umweltleitbild und konzernweit gültigen Regelungen zum Um- weltmanagement wird sichergestellt, dass die Anforderungen von internen und externen Stakeholdern an ein professionelles Umweltmanagement berücksichtigt werden. Die Executive Order „Umwelt“ und weitere Umweltregelungen definieren den Rahmen für die systema- tische Planung, Durchführung, Bewertung und Berichterstattung der Umweltleistungen von VERBUND. Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und unternehmenseigener Standards wird durch die im Umweltmanagement vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten sichergestellt. Dazu wurden ein Entscheidungsgremium auf oberster Managementebene und ein Arbeitsteam mit internen Umweltexpert:innen eingerichtet. Internationale Standards bilden die Basis für die konzernweite Erhebung und Berichterstattung der VERBUND-Umweltdaten. Detailinformationen zu den dabei verwendeten Standards und Faktoren können bei VERBUND in den Bereichen Investor Relations oder Corporate Responsibility angefordert werden.

Umweltauswirkungen

Sowohl die positiven als auch die nachteiligen Umweltauswirkungen des VERBUND-Erzeugungs- portfolios sind zentrales Thema der VERBUND-Umweltmanagementsysteme. Die wesentlichen nachtei- ligen Umweltauswirkungen von VERBUND-Anlagen liegen im Normalbetrieb vor allem in zwei Be- reichen: in der Beeinflussung von Lebensräumen durch die Wasserkraftwerke in Hinblick auf die Gewässermorphologie und die Biodiversität sowie bei den thermischen Kraftwerken durch die Emissio- nen in die Luft. Dabei gehen von den VERBUND-Anlagen keine wesentlichen Risiken mit potenziell nega- tiven Auswirkungen auf die Umwelt aus. Durch die rechtskonforme Betriebsführung der Anlagen hält VERBUND die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken zusätzlich so gering wie möglich. Für Extrem- ereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein Krisenmanage- mentteam bei VERBUND.

Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen

VERBUND lässt bei allen Erzeugungs- und Netzanlagen sowie großen Verwaltungsstandorten Um- weltmanagementsysteme nach ISO 14001 von externen Auditor:innen prüfen und zertifizieren. Dies gilt für Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit einem VERBUND-Anteil <51 %, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird. Die thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach werden zusätzlich nach der EMAS-Verordnung validiert. Für diese Anla- gen wird jährlich eine eigene Umwelterklärung auf der VERBUND-Website veröffentlicht. Somit liegt der Anteil der zertifizierten Standorte bei VERBUND seit 2017 bei 100 %. Das Ziel ist die Weiterführung der ISO 14001-Zertifizierung bei bestehenden Standorten und die Aufnahme neuer Standorte. Neue Anlagen werden daher nach Inbetriebnahme möglichst rasch in das Umweltmanagementsystem einge- bunden und beim darauffolgenden Audit in den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen.

Erzeugung und Energieeinsatz

Die Erzeugung von Strom bei VERBUND stammte 2021 zu 96,4 % aus Wasser-, Windkraft und Photovol- taik und zu 3,6 % aus thermischer Erzeugung. Der gesamte Energieverbrauch innerhalb von VERBUND sank im Jahr 2021 auf 18,9 Mio. Gigajoule (GJ) im Vergleich zu 2020 (19,5 Mio. GJ) bei ca. 6 % gesunkener Gesamterzeugungsmenge. Fossile Brenn- und Treibstoffe hatten einen Anteil von 42 % am Gesamtenergieeinsatz und lagen damit bei 8 Mio. GJ. Für die thermische Erzeugung wurde ausschließlich der fossile Energieträger Erd- gas eingesetzt, um sowohl Strom zur Netzstützung im Rahmen des Engpassmanagements als auch Fernwärme zu erzeugen. Damit werden ab 2021 weder Steinkohle noch Klärschlamm (Biomasse als Ersatzbrennstoff) eingesetzt. Zudem wird Erdgas in den Gasverdichterstationen für den Betrieb des Gasnetzes der Gas Connect Austria GmbH (GCA) eingesetzt. Im Jahr 2021 wurde um 51 % mehr Erdgas als 2020 eingesetzt (2020: 5,2 Mio. GJ, 2021: 7,9 Mio. GJ). Die für Fuhrpark und Geräte eingesetzte Menge an Treibstoffen entsprach mit 0,06 Mio. GJ (2020: 0,06 Mio. GJ) etwa 0,7 % der insgesamt eingesetzten Energie aus fossilen Brenn- und Treibstoffen. Der interne Stromverbrauch von VERBUND umfasst den Netzbezug für Verwaltung, Kraftwerke, Pumpen und Netzanlagen. Im Jahr 2021 betrug der Anteil des Strombezugs 58 % des Gesamtenergie- einsatzes. Vorwiegend für den Pump- und Wälzbetrieb und zum Ausgleich der Netzverluste wurde mit rund 10,9 Mio. GJ Strom eine geringfügig höhere Menge als im Geschäftsjahr 2020 aus dem Netz bezogen. Über 72 % dieser Strommenge stammten aus erneuerbaren Quellen. Die Kennzahl zur Energieintensität, die das Verhältnis vom Energieeinsatz innerhalb des Unterneh- mens zur erzeugten Menge Strom und Fernwärme darstellt, blieb 2021 mit 0,16 GWh/GWh auf gleicher Höhe wie 2020 (0,16 GWh/GWh). Das Ziel von VERBUND, die Energieintensität verglichen mit 2015 bis zum Jahr 2021 um 25 % zu verringern, konnte in den Jahren 2019 bis 2021 erreicht werden. Dies wurde vor allem durch den raschen Ausstieg aus der Erzeugung aus Steinkohle, durch die Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen und durch die Steigerung der Erneuerbaren Erzeugung ermöglicht.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 365

Materialeinsatz

An Materialien kommen bei VERBUND Hilfs- und Betriebsstoffe für die Abwasserreinigung, für die Energieerzeugung in den Kraftwerken sowie für die Netzanlagen zum Einsatz. Der gesamte Materialbedarf sank um 78 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang ist zum größten Teil auf den geringeren Einsatz an Hilfs- und Betriebsstoffen am Standort Mellach im Jahr 2021 zurückzuführen. Im Vergleich zu 2015 wurde die Materialintensität für die thermische Erzeugung um 97 % reduziert. VERBUND hat damit sein Ziel, diesen Wert bis 2021 um 80 % im Vergleich zu 2015 zu reduzieren, durch die Umstellung der Erzeugung von Steinkohle auf Erdgas und den Einsatz der neuen Abwasserreinigungsanlage erreicht.

Treibhausgasemissionen

Die Konzentration auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist sowohl bei VERBUND als auch seinen Kund:innen entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Die Erzeugung von Strom stammte bei VERBUND im Jahr 2021 zu 96,4 % aus Wasserkraft, Sonnenkraft und Windkraft. Bedingt durch den für die Netzstützung und Fernwärmeversorgung noch immer erforderlichen Einsatz des thermischen Kraftwerks entfiel der verbleibende Anteil von 3,6 % auf die Erzeugung aus Wärmekraft. Seit April 2020 setzt VERBUND keine Steinkohle mehr ein, sondern ausschließlich Erdgas.

Die THG-Berichterstattung von VERBUND erfüllt die Kriterien des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) und mit Veröffentlichung 2021 auch jene der EN ISO 14064-1:2018. Gemäß diesen beiden Standards werden THG-Emissionen in drei Scopes eingeteilt. Dabei umfasst Scope 1 alle direkten Emissionen, die durch firmeninterne Tätigkeiten und Aktivitäten bei VERBUND anfallen. Scope-2-Emissionen ergeben sich indirekt aus dem internen Strom- und Fernwärmeverbrauch und aus Netzverlusten. Unter Scope 3 fallen in der konsumbasierten Betrachtungsweise weitere indirekte THG-Emissionen in der vorgelagerten und nachgelagerten Wertschöpfungskette.

Im Jahr 2021 wurden im Rahmen des Projekts Corporate Carbon Footprint die Treibhausgasbilanz neu berechnet und der Berichtsumfang ausgeweitet. Die umfassende Neubewertung erfolgte aufgrund des weiterentwickelten Geschäftsmodells, neuer Geschäftsfelder, des Ausbaus von Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie und der Anwendung des ISO-Standards. Eine direkte Vergleichbarkeit jeglicher historischen Veröffentlichung von THG-bezogenen Daten ist nur für Scope-1-Emissionen von VERBUND gegeben, die dem EU-ETS unterliegen. Für weitere THG-Emissionen wurde teilweise eine Neuberechnung sowie partiell eine vollständige Erstberechnung vorgenommen. Ab Juni 2021 wurden erstmalig THG-Emissionen aus dem Betrieb des Gasnetzes der GCA in die Datenerfassung aufgenommen.

VERBUND hat die Brennstoffnutzung von Braunkohle (2006), Erdöl (2015) und Steinkohle (2020) bereits beendet und zählt damit zu den Early Movern unter den Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Seit 2005 konnte VERBUND die CO₂-Emissionen aus thermischen Kraftwerken, die unter das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) fallen, kontinuierlich reduzieren. Die Reduktion der VERBUND-ETS-Emissionen von 2005 (3,8 Mio t CO₂) bis 2021 (0,4 Mio t CO₂) beträgt 88 %. Damit tragen wir sowohl zur Vermeidung und Verringerung von Emissionen als auch zum SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ bei. VERBUND konnte durch die Reduktion der thermischen Produktionsmenge und den Brennstoffwechsel auf Erdgas zusätzlich die Emissionen in die Luft (Staub, NOx, SO₂) massiv verringern.

Das Reduktionsziel der VERBUND-spezifischen direkten THG-Emissionen (Scope 1) auf unter 10 g CO₂e pro kWh Gesamtstromerzeugung wurde mit 14 g CO₂e pro kWh nur knapp nicht erreicht. Durch die Transformation des Energiesektors und die Umsetzung der VERBUND-Strategie, dem sich damit weiterentwickelten Geschäftsmodell sowie durch neue Berechnungsmethoden ergibt sich für die kommenden Jahre eine neue THG-Emissionsprognose für VERBUND. So wurde und wird VERBUND in Österreich als verlässlicher Partner zur Sicherung der Versorgung wahrgenommen. Im Bereich der Versorgungssicherheit genießt VERBUND das Vertrauen der Bevölkerung und steht hier in der Verantwortung. Durch Erzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Sonnenkraft bzw. mit dem Standort Mellach 366 und als Netzbetreiber für Strom- und Gasübertragungsnetze versucht VERBUND bestmöglich diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Einsatz des modernen Gas-Kombikraftwerks Mellach ist daher auch weiterhin zur Bereitstellung und Aufrechterhaltung der heimischen Versorgungssicherheit notwendig.

Naturschutz und Biodiversität

VERBUND-Kraftwerks- und Netzanlagen liegen teilweise in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten. Die folgende Tabelle enthält die Angaben zu den Anlagenflächen nach Schutzgebietsarten. Informationen zur geografischen Lage der Kraftwerke sind auf der VERBUND-Website veröffentlicht. Die Lage der Schutzgebiete ist auf den österreichischen und bayerischen Geodatenportalen zu finden.

Maßnahmen zur Renaturierung an Gewässern und der Bau von Fischwanderhilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern stellen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität dar. Aktuelle Beispiele für Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt im Bereich der VERBUND-Wasserkraftanlagen finden sich im Kapitel „Wasser“ und zu den Wind- und Photovoltaikprojekten im Kapitel „Neue Erneuerbare“. Die vielfältigen bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen von VERBUND in den Bereichen Naturschutz und Biodiversität werden auf den Webseiten der jeweiligen LIFE-Projekte, der Website der Austrian Power Grid AG (APG) und auf der VERBUND-Website dargestellt.

Wasser und Abwasser

Die Wasserentnahmen an den VERBUND-Standorten lagen im Jahr 2021 bei insgesamt 66,6 Mio. m³ und waren damit im Vergleich zu 116,7 Mio. m³ im Jahr 2020 um 43 % geringer. Etwa 87 % dieser Gesamtwassermenge wurde im Gasdampfkraftwerk Mellach als Kühlwasser verwendet. Dieser Anteil wird aus dem Oberflächengewässer entnommen, zur Kühlung eingesetzt und chemisch unverändert wieder dorthin rückgeführt. Etwa 13 % sind Brauchwassermengen. Nur 0,3 % der gesamten Wassermenge werden tatsächlich verbraucht.

Details zu den angewandten Behandlungsverfahren und der Wasserqualität inklusive Betrachtung der wichtigen bedenklichen Stoffe und der einzuhaltenden Grenzwerte werden für die thermischen Kraftwerke in der jährlichen Umwelterklärung veröffentlicht. Die Einhaltung der Grenzwerte für Abwasserbehandlungsanlagen an allen anderen Standorten wird ebenfalls überwacht. 2021 wurden an fünf Standorten geringfügige Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt. Die Ursachen wurden analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen bereits gesetzt, um die Einhaltung wieder sicherzustellen.

Für die Bestimmung, ob Standorte in Gebieten mit einem Wasserstress-Level über 40 % liegen, wurde die Lage der VERBUND-Betriebsstandorte mit der Lage der Gebiete mit hohem oder sehr hohem Wasserstress im „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resource Institute (WRI) verglichen. Diese Überprüfung zeigte, dass alle VERBUND-Betriebsstandorte in Gebieten liegen, die unter dem Schwellenwert von 40 % lagen. Die Kennzahl der Wasserintensität bezogen auf die Gesamtstromerzeugung ist im Vergleich zu 2015 um 77 % gesunken. Der Zielwert für die Reduktion von 50 % bis 2021 wurde 2020 und 2021 unterschritten.

Bezüglich detaillierter Umweltinformationen sowie weiterer Angaben zu Erzeugung, Materialeinsatz, Energieverbrauch, Abfällen und Nebenprodukten und weiterer Umweltkennzahlen verweisen wir auf den Integrierten Konzerngeschäftsbericht 2021 (NFI-Bericht) sowie auf die VERBUND-Website.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 367

Innovation, Forschung und Entwicklung

Kennzahlen IF&E Einheit 2019 2020 2021
Anzahl der IF&E-Projekte Anzahl 80 91 127
Projektvolumen gesamt 1 Mio. € 192,6 257,0 266,4
davon EU-Projekte 1 Mio. € 118,2 152,2 103,5
VERBUND-Anteil gesamt 1 Mio. € 58,7 77,6 110,4
Jährliche VERBUND-Aufwendungen 2 Mio. € 10,7 9,5 11,3
Jährliche VERBUND-Investitionen 2 Mio. € 6,8 4,1 2,4

1 über die gesamte Laufzeit der Projekte
2 Ab 2020 werden Aufwendungen und Investitionen getrennt ausgewiesen, die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Internationale Klimaschutzabkommen, das „Fit for 55“-Abkommen der Europäischen Kommission, nationale Strategien und Programme sowie das Engagement der Zivilgesellschaft zeigen sehr deutlich: Die Energiewende von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern ist voll im Gange – und dies trotz der andauernden COVID-19-Krise. Forschung, Entwicklung und Innovation tragen wesentlich dazu bei, klimaschutzrelevante Projekte und Initiativen umzusetzen.

VERBUND übernimmt in diesem Kontext ebenfalls Verantwortung und zeigt dies mit seinem strategischen Engagement bei innovativen Technologien und Geschäftsmodellen zur Dekarbonisierung. Diese Bestrebungen werden dabei durch Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Start-ups in Österreich und im internationalen Umfeld unterstützt.

Fokus Elektromobilität: Grünstrom als Basis für klimafreundliche Mobilität

Für die neueste Generation an Elektroautos setzt VERBUND mit seiner Beteiligung SMATRICS-EnBW auf den Ausbau eines Hochleistungsladeinfrastruktur-Netzwerks. Gemeinsam mit europäischen Partner:innen wird so ein Netz an Lademöglichkeiten entlang von europäischen Mobilitätskorridoren aufgebaut. Das interoperable Netz bietet somit grenzüberschreitende Mobilitätsservices auf Basis von Strom aus erneuerbaren Energien. Im Projekt CEUC (Central European Ultra Charging) wird – unterstützt durch die Europäische Kommission – das Hochleistungsladenetz in Österreich und mit Partner:innen in Italien und Südosteuropa errichtet. Im Forschungsprojekt eCharge4Drivers werden mit Mitteln des europäischen Forschungsprogramms Horizon 2020 Anwendungsmöglichkeiten für intelligente Ladeleistungen erprobt und demonstriert.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

368

Neben öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur legt VERBUND einen Schwerpunkt auf innovative Ladelösungen für Privatpersonen und Firmenkund:innen. Hier liegt der Fokus auf der smarten Verknüpfung von Energiebereitstellung und -management mit Ladelösungen im jeweiligen Umfeld.

Fokus neue Speicher: Batterien als Bindeglied zwischen Erzeugung und Verbrauch

Mit zunehmendem Anteil an volatilen Erneuerbaren im Stromnetz und lokalen Abnehmern sowie zur regionalen Kombination verschiedener Erzeugungs- und Speichertechnologien setzt VERBUND auf Innovations- und Forschungsprojekte im Bereich neue Speicher. Mit dem im Jahr 2020 erfolgreich umgesetzten Forschungsprojekt Blue Battery wurde die Integration eines Großbatteriespeichers bei einem bestehenden Wasserkraftwerk durchgeführt mit dem Ziel, sekundenschnell Primärregelleistung anbieten zu können. Durch die damit einhergehende Erhöhung der Lebensdauer der Turbinen werden die Effizienz und die Verfügbarkeit des Kraftwerks deutlich verbessert.

Im europäischen Innovationsprojekt SYNERG-E liegt der Fokus auf der Schnittstelle der Sektoren Energie und Mobilität. Mit zunehmend größer werdender Anschlussleistung von bis zu 1 MW für Hochleistungs-ladeinfrastruktur wird die Strominfrastruktur vor Herausforderungen gestellt. Mit der Umsetzung von lokalen Batteriespeichern an E-Mobilitäts-Ladeparks im Projekt SYNERG-E wird diese Herausforderung adressiert. Durch intelligentes Management der Batterie und der Ladevorgänge am jeweiligen Standort werden durch die Ladevorgänge der Elektrofahrzeuge erzeugte Lastspitzen ausgeglichen. Zusätzlich werden die stationären Batteriespeicher virtuell gebündelt, um Netzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. In diesem von der europäischen Kommission geförderten Projekt werden insgesamt neun Hochleistungsladestandorte in Österreich und Deutschland mit lokalen Batteriespeichern ausgestattet.

Fokus grüner Wasserstoff: ein Gamechanger im Energiesektor

VERBUND setzt gemeinsam mit Partner:innen auf grünen Wasserstoff mit dem Ziel, die Dekarbonisierung des Industrie- und Mobilitätssektors voranzutreiben. Im 2017 gestarteten H2FUTURE-Projekt, unterstützt durch das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU), wurde gemeinsam mit den Forschungsprojektpartner:innen ein 6-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM-Elektrolyseur) umgesetzt. 2019 wurde dann erstmalig grüner Wasserstoff mit der Demonstrationsanlage produziert. In weiterer Folge ließen sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten mit der Anlage demonstrieren. Eine dieser Anwendungsmöglichkeiten war die Bereitstellung von Netzdienstleistungen durch die Anlage. Zusätzlich wurden Tests zur Maximierung der Wasserstoffproduktion durchgeführt. Der grüne Wasserstoff wird primär für den Einsatz in der Stahlproduktion hergestellt. Mit Ende 2021 wurde das Forschungsprojekt H2FUTURE schlussendlich erfolgreich abgeschlossen und die daraus erzielten Erkenntnisse in Folgeprojekte eingebracht.

Auf nationaler Ebene ist VERBUND Partner in der vom Klima- und Energiefonds geförderten Vorzeige-region WIVA Power & Gas. Der Fokus der WIVA-Projekte, an denen VERBUND beteiligt ist, liegt auf der Produktion und dem Einsatz von grünem Wasserstoff in Industriebetrieben oder zur Speicherung in Lagerstätten. Mit dem WIVA-Projekt H2Pioneer koordiniert VERBUND ein Forschungsprojekt, das auf den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Halbleiterindustrie fokussiert. Beim Innovationsprojekt Carbon to Product Austria (C2PAT) setzt VERBUND auf die Kooperation mit den Industriepartner:innen Lafarge, Borealis und die OMV und auf die Erprobung des Einsatzes von grünem Wasserstoff in einem Kreislaufwirtschaftsprojekt.

Einen weiteren Fokus auf neue Wasserstofftechnologien legt VERBUND mit dem Projekt HOTFLEX: Am VERBUND-Standort Mellach wird im Zuge dessen gemeinsam mit Partner:innen aus Forschung und Industrie und mit Unterstützung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) eine neue Wasserstofftechnologie getestet. Das Herzstück der Forschungsanlage bildet das Hochtemperaturelektrolyse-/Brennstoffzellensystem mit einer Nennleistung von 150 kW. Der Einsatz von Wasserstoff im Transportbereich ist das Ziel der Kooperation mit den Zillertaler Verkehrsbetrieben. Die Schmalspurbahn im Zillertal soll ab Ende 2023 mit Wasserstoffantrieb im Probebetrieb fahren. Der grüne Wasserstoff dafür wird aus erneuerbarem Strom von den VERBUND- Kraftwerken im Zillertal erzeugt.

Einen großen Schritt in Richtung Internationalisierung der Wasserstoffaktivitäten geht VERBUND mit dem Innovationsprojekt Green Hydrogen@Blue Danube. Ziel ist es, eine europäische Wasserstoffwertschöpfungskette von der Produktion aus Erneuerbaren über den Transport bis hin zu den Abnehmer:innen gemeinsam mit internationalen Partner:innen aufzubauen. In 2021 liegt der Umsetzungsfokus im Projekt gemeinsam mit Abnehmer:innen auf der Entwicklung regionaler Wasserstoff-Hubs. Im Zuge dessen beteiligt sich VERBUND am laufenden IPCEI (Important Projects of Common European Interest) Prozess und vernetzt sich mit Wasserstoffinitiativen in Europa.

Fokus Biodiversität: Fischwanderhilfen sichern Barrierefreiheit bei Laufkraftwerken

Im Rahmen des Projekts LIFE Network Danube Plus wurden gemeinsam mit Partner:innen wertvolle Lebensräume entlang der VERBUND-Donaukraftwerke Altenwörth und Greifenstein miteinander verbunden, die Barrierefreiheit für im Fluss wandernde Fische und Wasserorganismen sichergestellt sowie neue Habitate in Krems und Kamp geschaffen. In Altenwörth entstand mit mehr als 12,5 km Länge Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe. Die Fischwanderhilfe verbindet Renaturierungsprojekte an der Donau mit ihren Zubringerflüssen und stärkt damit die Artenvielfalt der Donau. Insgesamt wurden bei den Arbeiten 575.000 m 3 Kies und Feinsediment bewegt. Das Aushubmaterial wurde vor Ort im Bereich des Altarms genutzt. Zusätzlich zur Fischwanderhilfe verbesserte VERBUND als Kraftwerksbetreiber zusammen mit der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram die Badequalität am Altenwörther Altarm. Am linken Ufer des Altarms wurde ein künstliches Biotop errichtet, um das Überangebot an Nährstoffen zu filtern und zu reduzieren. So wird das Algenwachstum auf ein natürliches Maß gesenkt. Bei der Errichtung des Kraftwerks Greifenstein wurde die benachbarte Au durch ein System künstlicher Stauhaltungen vor dem Austrocknen bewahrt. Dieser „Gießgang“ ist heute ein geschütztes Gebiet mit einer Fülle von typischen Tier- und Pflanzenarten. Mit insgesamt vier Fischwanderhilfen ist der Gießgang für Fische nun barrierefrei, und die Flüsse Schmida und Göllersbach wurden wieder mit der Donau verbunden.

Fokus neue Erneuerbare: Wind- und Photovoltaikanlagen intelligent managen

Neue Erneuerbare und ganz konkret Photovoltaik (PV) und Windenergie stehen im Fokus von VERBUND. Im Zuge dessen werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte umgesetzt, die sich mit präventiver Instanthaltung und intelligentem Management von Anlagen befassen. Ziel des Forschungsprojekts Smart Operation of Wind Turbines under Icing Conditions (SOWINDIC) ist die signifikante Reduktion von ungeplanten vereisungsbedingten Produktionsverlusten und Ausgleichsenergiemengen durch die Erforschung einer vollkommen neuen, innovativen Betriebsweise der Rotorblattheizung von Windenergieanlagen. Das Projekt wird im Zuge der sechsten Ausschreibung des Energieforschungsprogramms des Klima- und Energiefonds gefördert und wird 36 Monate dauern. Projektpartner:innen des Forschungsprojekts sind das Austrian Institute of Technology (AIT), die Fakultät für Mathematik und die Forschungsplattform Data Science@Uni Wien an der Universität Wien sowie die Meteotest AG.

Das Projekt Datenbankinformationssystem (DBIS) hat zum Ziel, eine skalierbare IT-Plattformlösung zur automatisierten Überwachung aller in Betrieb befindlichen Wind- und Photovoltaikanlagen bei VERBUND Green Power zu entwickeln. Eine höchstmögliche Prozessautomatisierung des Datenstroms inklusive einer innovativen in-house entwickelten Datenverarbeitung der einzelnen Assets bis hin zu validierten Endberichten und erfolgten Instandhaltungseinsätzen sind Ergebnisse dieses Projekts. Damit unterstützt DBIS den effizienten Betrieb und die Instandhaltung bei VERBUND Green Power-Anlagen. 2021 startete die Umsetzungsphase. Der operative Betrieb soll mit Mai 2022 beginnen.

Im Projekt „Einachsig nachgeführte Photovoltaikanlage (Mitterkirchen)“ wird eine der ersten einachsig nachgeführten Photovoltaikdemonstrationsanlagen im Megawattbereich umgesetzt. Ziel ist es, eine optimierte Flächennutzung am VERBUND-Hydropower-Kraftwerksstandort Wallsee/Mitterkirchen zu erreichen. Neben der optimierten Flächennutzung stehen die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit des Projekts, der Einfluss der mechanischen beweglichen Komponenten auf die Instandhaltungsmaßnahmen sowie der zukünftige Einsatz für Agri-Photovoltaikanwendungen in der Landwirtschaft im Fokus.

Fokus Digitalisierung: digitale Wasserkraft – Hydropower 4.0

Das Projekt Digitales Wasserkraftwerk hat, vor dem Hintergrund vielversprechender weiterer Digitalisierungsmöglichkeiten in der Wasserkraft, die systematische Entwicklung und Bewertung von digitalen Testsystemen praxisnah im Pilotkraftwerk Rabenstein zum Ziel. Die Themenpalette reicht von Plattformlösungen für unterschiedlichste Bereiche, smarten Sensorikkonzepten, mobilen Assistenzsystemen, maschinellem Lernen, digitalen Zwillingen, Drohnen, 3D-Druck bis hin zu innovativen Inspektionsgeräten. Die digitalen Lösungen sollen einen Beitrag zu weiteren Verbesserungen im Bereich des Betriebs und der Instandhaltung von Wasserkraftwerken, der Übertragung und Erweiterung von Expertenwissen sowie der Personen- und Anlagensicherheit leisten. Erste Lösungen werden bereits über das Pilotkraftwerk hinaus genutzt.

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ABS fürs Stromnetz (ABS4TSO)

Große Schwungmaße von Turbinen und Generatoren in Wasserkraftwerken und thermischen Anlagen sorgen für eine gewisse Trägheit im Stromsystem, welche plötzlichen Veränderungen der Netzfrequenz entgegenwirkt. Mit einem stark wachsenden Anteil umrichterbasierter Einspeisung von Wind- und Photovoltaikanlagen ohne inhärente Trägheit braucht es neue Zugänge zur Netzfrequenzstabilisierung. Gemeinsam mit der TU Wien, dem Austrian Institute of Technology (AIT) und VERBUND wurde dafür ein 1-MW/500-kWh-Batteriespeichersystem entwickelt, das mit speziellen Parametrierungsmöglichkeiten des Wechselrichters hochdynamische Systemdienstleistungen erbringen kann. Nach eingehender Funktionsprüfung im AIT-Labor wurde 2021 der Feldtest im APG-Umspannwerk Wien-Südost gestartet.

BVLOS-Drohnenflüge zur schnellen Störinspektion

Es kommt vor, dass Hoch- und Höchstspannungsleitungen wegen eines Defekts kurzzeitig außer Betrieb genommen werden müssen. Vor der Wiederinbetriebnahme müssen Beschädigungen oder Fremdkörper in der Leitung ausgeschlossen werden können. Dahingehend können Langstreckendrohnen mit hochauflösenden Kameras eingesetzt werden, die ohne Sichtverbindung eines Piloten (Beyond Visual Line of Sight, BVLOS) automatisiert die Leitungs- trasse entlangfliegen. Das gesammelte Bildmaterial steht Expert:innen zur Beurteilung zu Verfügung und kann in Zukunft auch für die routinemäßige Inspektion genutzt werden. Im Jahr 2021 führte APG gemeinsam mit SmartDigital u. a. zwei weitere automatisierte Drohnenflüge über 100 km entlang einer 380-kV-Hochspannungsleitung durch. Der Flug konnte im Operation Center per Live-View bzw. Live-Radar mitverfolgt werden. Weiters wurde der Anwendungsfall eines zukünfti- gen Nachtflugs erprobt. Bezüglich weiterer Informationen sowie weiterer Angaben zu Innovation, Forschung und Entwicklung verweisen wir auf den Integrierten Konzerngeschäftsbericht 2021.

Digitalisierung, Informationssicherheit und Datenschutz

Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung steht bei VERBUND in allen Geschäftsbereichen im Mittelpunkt der Aktivitä- ten mit dem Ziel, interne und externe Dienstleistungen und Prozesse effizient zu gestalten. Digitale Innovationen, Kompetenzen und Fähigkeiten werden laufend geprüft und weiterentwickelt. In sämtli- chen Bereichen – von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Vertrieb – werden Potenziale für eine verstärkte Digitalisierung erschlossen. Digitale Lösungen sind der Katalysator für eine gelungene Energie- zukunft in Österreich. So wurde im Geschäftsjahr 2021 der Masterplan Digitalisierung um weitere digitale Vorhaben erwei- tert und beinhaltet Projekte aus den Kategorien Digitalisierung, Auto Machine Learning, Big Data, Digi- tales Workforce Management, Digitalisierung in Kraftwerken sowie modernes Arbeiten. Damit umfasst dieser Masterplan sämtliche strategisch relevanten Projekte der Digitalisierung im Konzern und dient der Planung und Koordination digitaler Innovationen.

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Die im Geschäftsjahr 2020 gestartete Initiative Digital Deep Dive wurde 2021 abgeschlossen. Ziel dieser Initiative war es, weitere Digitalisierungspotenziale innerhalb von VERBUND anhand von neuen Denk- ansätzen und dynamischen Methoden laufend zu erfassen. Aus diesem Vorhaben wurden weitere digi- tale Folgeprojekte, wie z. B. die Entwicklung einer Mitarbeiter:innen-App für VERBUND Thermal Power und die Etablierung einer Flugdrohnenstrategie, generiert. Über Projekte im Bereich der Hydropower 4.0 wie das „Digitale Wasserkraftwerk“ oder das „Digitale Workforce Management“ konnten weitere Technologien zur Digitalisierung der Energieerzeugung (wie unter anderem die Befliegung der Drossensperre Kaprun mittels einer Flugdrohne) getestet und im- plementiert werden. Im Quartal 4/2020 wurden weiters die ersten Projekte zum Einsatz von Auto Machine Learning zur Automatisierung erfolgreich abgeschlossen. Im Back-Testing bestätigte sich der Erfolg dieser Methode. Im Dezember 2020 wurde zudem die erste Big-Data-Plattform bei VERBUND etabliert. Für das Management von Daten-Assets („Metadatenkatalog“) und die Erstellung einer Datenlandkarte wurden im Jahr 2021 notwendige Werkzeuge und ein strategisches Data-Governance-Gremium etabliert. Die Kombination aus den Big-Data und Auto-Machine-Learning-Technologien ermöglicht VERBUND einen in Zukunft höheren Automatisierungsgrad von Geschäftsprozessen.

Modern Work@VERBUND ist eine Initiative, die von einem bereichs- und gesellschaftsübergreifen- den Kernteam mit dem Ziel angestoßen wurde, eine neue, offene, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeitskultur (Zusammenarbeit, Vernetzung und Austausch) im ganzen Unternehmen zu schaffen. So konnten in der Phase I nach Interviews und Managementabstimmungen die Handlungs- felder für konkrete Initiativen definiert werden. Danach wurden drei konkrete Initiativen ausgearbeitet und in Phase II umgesetzt. 2021 startete Phase III des Projekts. Hierbei soll das eingespielte Team wei- terhin Ansprech- und Sparringspartner:in für Projekte und Maßnahmen im Umfeld Modern Work (z. B. Gender Balance, MS365 etc.) sein und die in Phase II umgesetzten Maßnahmen kommunizieren sowie weiter im Konzern etablieren und integrieren.

Informationssicherheit

Informationssicherheit hat bei VERBUND einen hohen Stellenwert und zieht sich durch alle Bereiche des Konzerns. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Verpflichtungen, die sich für Unternehmen der kritischen Infrastruktur aus dem Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NIS-Gesetz) ergeben. Im Sommer 2020 wurden mehrere Gesellschaften von VERBUND durch behördliche Bescheide als „Betreiber eines wesentlichen Diensts“ identifiziert. Im Berichtsjahr 2021 wurde das zentrale Informations- sicherheits-Managementsystem erneut nach ISO 27001 und ISO 27019 erfolgreich zertifiziert. Zudem wurden erstmals auch die durch das NIS-Gesetz geforderten Sicherheitsmaßnahmen durch eine externe Stelle überprüft. Digitalisierungsvorhaben werden bei VERBUND stets unter Berücksichtigung der Informations- sicherheit durchgeführt. Die Informationssicherheit stellt damit eine wesentliche Treiberin für den Fortschritt dar und leistet einen essenziellen Beitrag zur Erreichung der Ziele aus der Konzernstrategie. Die 2019 etablierte Abteilung Informationssicherheit wurde ebenfalls ausgebaut. Neben der operati- ven Absicherung der Infrastruktur konnte damit auch 2021 die Umsetzung des im Jahr 2019 vom VERBUND-Vorstand beschlossenen Masterplans Informationssicherheit gewährleistet werden. Das Ziel des gesamten Programms ist sowohl die Aufrechterhaltung, als auch eine kontinuierliche Steigerung des Reifegrads in allen Domänen der Informationssicherheit.

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Das Security Operation Center (SOC) spielt eine zentrale Rolle, dieses Ziel zu erreichen und um dem signifikanten Anstieg der Cyberkriminalität entgegenzutreten. Daher wurde das SOC weiter ausgebaut, die Sichtbarkeit von Angriffsversuchen auf VERBUND weiter erhöht, und Notfallpläne ausgearbeitet. Der Wirkungskreis umfasst dabei nicht nur die gesamte IT-Landschaft, sondern auch die Systeme zur Stromerzeugung. Durch den schnellen Aufbau der Abteilung Informationssicherheit seit 2019 und das zügige Voran- kommen bei den Projekten des Masterplans war VERBUND bestens für die COVID-19-Pandemie gerüstet. Bei der Umsetzung der Projekte wurde bereits auf neue und moderne Arbeitsweisen wie etwa Tele- working gesetzt. Daher war die Informationssicherheit auch mit Fortdauer der COVID-19-Pandemie zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Wie im Jahr 2020 waren trotz umfangreicher Zugangsbeschränkungen an VERBUND-Standorten mindesten zwei Personen aus der Abteilung Informationssicherheit am Haupt- standort präsent, um im Ernstfall vor Ort reagieren zu können. Auch das Security-Awareness-Programm wurde intensiv weiterführt, um alle Mitarbeiter:innen auf die Sicherheitsrisiken in der Arbeits- umgebung zu Hause hinzuweisen und sie so vor möglichen Angriffen zu schützen.# Datenschutz

Die Umsetzung der in der Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) enthaltenen Bestimmungen wird bei VERBUND sehr ernst genommen. Intern ist ein integriertes Datenschutzmanagementsystem eingerichtet, in das alle Konzerngesellschaften einbezogen sind. Der Konzern-Datenschutzbeauftragte steuert und koordiniert sämtliche Datenschutzbelange des Unternehmens und wird dabei durch die Datenschutzbeauftragten in den einzelnen Gesellschaften unterstützt. Das von VERBUND entwickelte Datenschutzwerkzeug TOM&PIA unterstützt die Datenschutzbeauftragten bei der Aktualisierung der Verarbeitungsverzeichnisse, der Wahrung der Betroffenenrechte und der Administration von Meldungen an die Datenschutzbehörde. Mittlerweile wird dieses Werkzeug als „Software as a Service“ auch anderen externen Unternehmen angeboten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden 30 Anfragen Betroffener bearbeitet und beantwortet. Es gab keine bei der Datenschutzbehörde meldepflichtigen Fälle von Verletzung des Datenschutzes sowie keine Fälle von Datenlecks, Datendiebstahl oder Datenverlust im Zusammenhang mit Kund:innendaten. COVID-19-bedingt beschränkte sich das verpflichtende Awareness- und Schulungsprogramm auf Onlinekanäle und damit auf ein E-Training und die selbst erstellten Onlinekurse „Geschichten von TOM&PIA“.

374 Mitarbeiter:innen

Die Mitarbeiter:innen von VERBUND tragen wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei. Ihr Engagement und ihr unternehmerisches Handeln ermöglichen eine laufende Weiterentwicklung und die Umsetzung der VERBUND-Strategie. Nach dem von der globalen COVID-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 zeigte auch das von der COVID-19-Krise bestimmte Jahr 2021, wie die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter:innen von VERBUND zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Durch ihr Engagement, ihre Flexibiltät und ihr unternehmerisches Handeln meisterte VERBUND die Krise weiterhin gut. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie konnten der überwiegende Teil der VERBUND-Vorhaben umgesetzt und die VERBUND-Strategie somit konsequent weiterverfolgt werden.

Krisenbewältigung

Als österreichischer Leitbetrieb und als Betreiber kritischer Infrastruktur übernimmt VERBUND die Verantwortung, auf Krisensituationen bestmöglich vorbereitet zu sein und im Ernstfall schnell und angemessen zu reagieren. 2021 war (wie auch schon 2020) ein Ausnahmejahr und zeigte, dass sich die gute Vorbereitung des etablierten Krisenmanagements bezahlt machte. Neben der Gesundheit aller Mitarbeiter:innen lag die Priorität von VERBUND auf der Aufrechterhaltung der Stromversorgung und der notwendigen Geschäftsprozesse. Wenngleich die Pandemie bereits das zweite Jahr in Folge eine globale Ausnahmesituation schuf, konnten die Herausforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 im abgeschlossenen Geschäftsjahr im Rahmen eines professionellen und flexiblen Krisenmanagements abermals erfolgreich bewältigt werden. Die Krisenstäbe tagten regelmäßig, und die Schutzkonzepte wurden jeweils an das Infektionsgeschehen angepasst. Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit den relevanten Stakeholder:innen und wurde von transparenter Kommunikation begleitet.

Neue Betriebsvereinbarung Home Office und Mobile Working

Auf Basis der umfassenden Erfahrungen mit Remote Working aus der COVID-19-Pandemie wurde die seit 2004 bestehende Konzernbetriebsvereinbarung zur Telearbeit durch ein modernes Regelwerk zu Home Office und Mobile Working abgelöst. Mit der Neuregelung wurde in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Belegschaftsvertretung gemeinsam ein Meilenstein in Richtung modernes Arbeiten und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen – auch nach der Pandemie – gesetzt. Dadurch soll die Attraktivität des Arbeitgebers VERBUND auch künftig gestärkt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass mit Mobile Working eine weitere, neue, flexible und ortsungebundene Form der Arbeitserbringung eingerichtet wurde.

Personalplanung und -management

VERBUND setzt auf ein zeitgemäßes und nutzerfreundliches Planungs- und Reporting-Instrument für Personaldaten. Die integrierte Personalstands- und -aufwandsplanung stellt einen transparenten Planungsprozess sicher. Eine konsequente und straffe Personalplanung fördert zudem den optimalen Einsatz der Ressourcen. Das zentrale Personalmanagement bei VERBUND verfügt über eine Richtlinienkompetenz in allen personalwirtschaftlichen Fragen des Unternehmens. Die Schwerpunkte der Tätigkeit liegen auf den folgenden Themen: Personalplanung und -entwicklung, Personalcontrolling, Recruiting, Personalmarketing und

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Arbeitgebermarke, Arbeits- und Sozialrecht, betriebliches Vorsorgemanagement, Vertretung des Arbeitgebers gegenüber der Arbeitnehmer:innenvertretung, Entlohnung und Sozialleistungen, Grundsatzfragen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie Diversitäts- und Inklusions-Management. VERBUND prüft diese Managementansätze mit verschiedenen Verfahren wie externen Auditierungen, internen Review-Prozessen bzw. Analysen von Kennzahlen inklusive der Betrachtung von internen und externen Benchmarks. Basierend auf den Ergebnissen dieser Rückmelde- und Leistungsbeurteilungsverfahren wird die Einhaltung der Richtlinien regelmäßig überprüft. Bei Bedarf werden diese adaptiert.

Beschäftigungsformen und Sozialleistungen

VERBUND ist beinahe ausschließlich in Mitteleuropa – einer Region mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards – tätig. Grundsätzlich beschäftigt VERBUND Mitarbeiter:innen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Befristete Arbeitsverträge werden nur mit sachlicher Begründung abgeschlossen (z. B. bei Karenzvertretung). VERBUND strebt eine langfristige Bindung der Mitarbeiter:innen an. Abseits von Probebefristungen kommen befristete Dienstverhältnisse nur in Ausnahmefällen zur Anwendung. Der überwiegende Teil der Dienstverhältnisse bei VERBUND ist daher von unbefristeter Dauer. Durch verschiedene Arbeitszeitmodelle wie Vollzeit, Teilzeit und Elternteilzeit können unterschiedliche Lebensphasen der Beschäftigten und Anforderungen des Arbeitsmarkts abgedeckt werden. Rund 25 % der Mitarbeiter:innen in Teilzeit sind Männer. Zur Überbrückung von Kapazitätsspitzen, im Zuge von Projektarbeiten und bei befristeten Karenzvertretungen werden auch Leiharbeitskräfte beschäftigt. VERBUND bietet seinen Mitarbeiter:innen – unabhängig vom Arbeitszeitmodell – eine Reihe von freiwilligen oder kollektivvertraglich geregelten Sozialleistungen wie eine Pensionskasse, eine Kranken-zusatzversicherung, ein vergünstigtes Mittagessen, eine Kinderzulage und eine Gesundenuntersuchung. Die Beschäftigung von hoch- und höchstqualifizierten Mitarbeiter:innen ist mit entsprechenden Personalkosten verbunden. Deshalb bietet VERBUND eine marktkonforme und leistungsgerechte Entlohnung. Ein auf individuelle Zielvorgaben und den Unternehmenserfolg ausgerichtetes, leistungsorientiertes Entgeltmodell sorgt daher seit 2010 auf allen Ebenen für eine faire Entlohnung.

Projekt Strategische Personalplanung

In der Strategischen Personalplanung wurden vielfältige Herausforderungen identifiziert und die Planung des langfristigen quantitativen Mengengerüsts betrachtet. Die Umsetzung der Unternehmensstrategie mit dem geplanten Wachstum und den Kapazitäten für die Digitalisierung stellt VERBUND ebenso vor Herausforderungen wie die Erschließung neuer Geschäftsfelder (wie beispielsweise im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und der E-Mobility). In diesem Zusammenhang ist ein verantwortungsbewusster Aufbau von Ressourcen erforderlich. Aber auch andere europäische Energieunternehmen stehen vor dieser Aufgabe. Gleichzeitig muss sich VERBUND den Auswirkungen des demografischen Wandels im Konzern und am externen Markt stellen. Vor dem Hintergrund der sich rapide wandelnden Anforderungen an die Arbeitswelt lag der Fokus 2021 auch auf der qualitativen Veränderung der für VERBUND relevanten Berufsgruppen. In einer Langzeitbetrachtung bis 2030 wurden die Veränderungen der Tätigkeiten und Kompetenzen analysiert. Daraus resultierende längerfristige Handlungsbedarfe in den Bereichen Ausbildung, Potenzialanalyse und Personalentwicklung wurden ermittelt und berufsgruppenspezifische Deckungsstrategien erarbeitet. Somit wird sichergestellt, dass die erforderlichen Ressourcen unter Berücksichtigung der Demografie-, der Arbeitsmarktentwicklung und der Gender Balance

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gewährleistet werden können. Die konkreten Maßnahmen in den Bereichen Personalentwicklung, Arbeitgebermarke und Lehrlingsausbildung sind bereits in Umsetzung. Durch die frühzeitige Definition von Deckungsstrategien und die verantwortungsbewusste Steuerung von vorhandenen und zukünftigen Personalkapazitäten soll die Arbeitgeberattraktivität für Frauen und zukünftige Generation erhalten und ausgebaut werden.

Nachschärfung Arbeitgeberauftritt – Employer Branding

Demografische Effekte, die zunehmende Komplexität in den Berufsfeldern des Energiemarkts und die zukünftige kulturelle Transformation von VERBUND fordern auch im Bereich der Arbeitgeberpositio-nierung eine umfassende Nachschärfung. Von zentraler Bedeutung ist hierfür eine profilierte, differenzierte Arbeitgebermarke. Der Markenkern der aktuellen Arbeitgebermarke wurde 2020 geschärft, zentrale Positionierungsaus-sagen erarbeitet sowie ein klarer Hauptdifferenziator zu etablierten Unternehmen definiert mit dem Ziel, weiterhin effiziente und qualitativ hochwertige Besetzungen zu ermöglichen sowie die Mitarbeiter:innenbindung und Identifikation der eigenen Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen zu stärken. Die Reputation von VERBUND als attraktiver Arbeitgeber soll damit verbessert und die Anzahl der Passungen der Bewerbungen erhöht werden. Mit dem neuen Slogan #vorangehen wurde 2021 eine neu angelegte Arbeitgeberkampagne ausgerollt, beginnend mit der Zielgruppe der Lehrlinge. Dazu wurden emotionale Job-Storys verfasst und Arbeit-gebervideos rund um die Kraftwerke produziert.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 377

Durch die Ableitung klarer Kommunikationsbotschaften für die wichtigen Zielgruppen Schüler:innen (Lehrlinge), Absolvent:innen sowie Expert:innen konnte eine noch bessere Ansprache erzielt werden. Auch die interne Verankerung des Arbeitgeber-Slogans #vorangehen wurde durch Maßnahmen wie das Jobbotschafter:innen-Programm, laufende Schulungen sowie Publikationen im Intranet vorangetrieben. Die Umsetzung wurde auf die aktuelle COVID-19-Situation ausgerichtet und vorrangig auf digitale Medien zugeschnitten. Bestehende Maßnahmen, mit dem strategischem Schwerpunkt auf der langfristigen Netzwerkpflege mit Top-Studierenden der TU Wien und auf Frauenförderungsmaßnahmen, wurden 2021 weitergeführt.

Die Durchführung von Veranstaltungen wie die Teilnahme am Wiener Töchtertag, die Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ und „Girls! Tech up“ wurden auch im Jahr 2021 durch COVID-19 erschwert. Für die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums wurde der Auswahlprozess virtuell gestaltet. So konnte VERBUND auch im Jahr 2021 drei hoch qualifizierten und engagierten Techniker:innen eine zusätzliche persönliche und fachliche Weiterbildung über den Universitätsalltag hinaus ermöglichen.

Recruiting virtuell, aber nicht unpersönlich

Entwicklungen im Zusammenhang mit COVID-19 machten die gewohnte Durchführung des Recruiting- prozesses auch bei VERBUND schwierig. Da der gewohnte physische Kontakt nicht möglich war, wurden andere Maßnahmen ergriffen, um Bewerber:innen weiterhin zu interviewen und für VERBUND auszuwählen. Im Zuge der Herausforderungen rund um COVID-19 wurde noch klarer, dass Recruiting-Prozesse flexibel sein müssen, und digitale Lösungen besonders in Krisenzeiten entscheidende Vorteile bieten. Im Rahmen der COVID-19-Krise wurde es durch einen umfassenden digitalen Recruiting- und Onboardingprozess ermöglicht, ohne persönlichen Kontakt Mitarbeiter:innen für VERBUND zu rekrutieren. Unverändert wurden alle Bewerbungen bearbeitet und statt klassischer persönlicher Bewerbungsgespräche Videointerviews durchgeführt. Des Weiteren wurde ein Großteil der Karrieremessen virtuell abgehalten. Der neue, ausschließlich online abgehaltene Rahmen bot virtuelle Messestände, Videovorträge und viele unterschiedliche Möglichkeiten zum Netzwerken. Das kontinuierliche Bestreben, den hohen Professionalisierungsgrad der Recruitingqualität auch in dieser herausfordernden Zeit zu halten, wurde 2021 mit der wiederholten Auszeichnung der „Career‘s Best Recruiters“-Studie mit dem Silbersiegel bestätigt. Diese Auszeichnung mit speziellem Fokus auf Krisenfestigkeit zeigte, dass VERBUND die Herausforderungen auch im Jahr 2021 professionell meistern konnte.

Personalentwicklung

Auch in der Personalentwicklung waren 2021 viele flexible Lösungen aufgrund der COVID-19-Krise notwendig. Dennoch nahm 2021 jede:r VERBUND-Mitarbeiter:in durchschnittlich 26 Stunden an Bildungsmaßnahmen wahr. Schwerpunkte der Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2021 bildeten Schulungen in den Bereichen Sicherheit und Technik sowie verpflichtende Compliance-Schulungen. Im Jahr 2021 konnten aufgrund der pandemischen Lage viele Veranstaltungen nicht wie geplant in Präsenz durchgeführt werden. Maßnahmen, für die aufgrund der Beschaffenheit der Schulung ein virtuelles Format nicht umsetzbar war (wie z. B. Erste-Hilfe-Kurse, Höhenarbeit etc.), mussten entweder verschoben oder gar abgesagt werden. Der Großteil der Veranstaltungen wurde auf ein virtuelles Design umgestellt. Virtuelle Workshops und Webinare sind aufgrund des Online-Formats meist stark komprimiert gestaltet und daher von der Dauer oftmals wesentlich kürzer als Präsenzveranstaltungen. Dies hatte auch im Jahr 2021 eine Auswirkung auf die Anzahl der Weiterbildungsstunden, die wie im Vorjahr nur bei rund 50 % eines Normaljahres lagen.

Digitales Lernen

Durch die in den vergangenen Jahren konsequente Digitalisierung des Lernens wurde eine optimale Basis geschaffen, um rasch und effizient auf die neuen Anforderungen durch das Coronavirus reagieren zu können. Mit dem Lern-Management-System (LMS), welches Anfang des Jahres 2020 online ging, war die Grundlage für die digitalen Lernformen gelegt und eine Plattform für die virtuelle Aus- und Weiterbildung geschaffen. Schon bisher wurden digitale Weiterbildungsformate in Form von E-Trainings angeboten. Die Mitarbeiter:innen waren mit dem digitalen Lernen vertraut, sodass sie die Umstellung gut meisterten. Im Laufe der COVID-19-Krise wurden zahlreiche E-Trainings ergänzt, die den Mitarbeiter:innen kostenlos zur Verfügung standen. Hinzu kamen hier sowohl Eigenproduktionen zu VERBUND-spezifischen Themen und neuen Angeboten sowie Zukäufe und Kooperationen von diversen Anbieter:innen. Dadurch wurde das Portfolio um Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Softwareprogramme und Digitalisierung ergänzt. Zahlreiche Veranstaltungen, die in Präsenz stattgefunden hätten, wurden ebenfalls auf das virtuelle Format Webinar umgestellt. Egal, ob es sich um die Einführung einer neuen Software, einen Teamworkshop oder ein Gesundheitsthema handelt, VERBUND kann dazu Webinare konzipieren und veranstalten. Die große Stärke liegt in diesem Zusammenhang darin, die Inhalte auch in kürzerer Zeit (als es in Präsenz der Fall ist) aufzubereiten und den Mitarbeiter:innen zur Verfügung zu stellen.

In der „COVID-freien Zeit“ (Zeit der Lockerung der Maßnahmen) fanden zudem auch wieder vereinzelt Präsenzveranstaltungen unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorgaben statt. Der Schutz der Mitarbeiter:innen stand hier besonders im Fokus. Neue Umfeldbedingungen erfordern verschiedene neue Methoden. So stehen noch weitere Formate der Inhaltsvermittlung zur Verfügung, die auch stetig wachsen. Hier wurde vermehrt auf die Erklärung komplexer Inhalte mittels Erklärvideos im Comic-Stil gesetzt. Zudem wurden Zukäufe getätigt, die die Zusammenfassung von Sachbüchern beinhalten und den Mitarbeiter:innen die Möglichkeit geben, diese via Podcasts anzuhören.

Das Onboarding neuer Mitarbeiter:innen wurde 2021 aufgrund der COVID-Situation hauptsächlich mittels virtueller Workshops durchgeführt. In der „COVID-freien Zeit“ konnte der Einführungs-workshop auch in Präsenz stattfinden, und auch einzelne Kraftwerksbesichtigungen für die neuen Mitarbeiter:innen waren in den Sommermonaten möglich.

Die globale COVID-19-Pandemie schränkte im Jahr 2021 die Personalentwicklung, die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter:innen im täglichen Leben ebenfalls ein und stellte sie vor neue Herausforderungen. Als Unternehmen fand VERBUND neue Wege. Die Menschen im Unternehmen wuchsen in dieser Zeit persönlich, aber auch fachlich zusammen und stehen damit zukünftigen Herausforderungen gut vorbereitet gegenüber.

Lehrlingsausbildung

Gerade in Zeiten einer Krise sind der sichere Betrieb und die laufende Instandhaltung der VERBUND-Anlagen eine unserer Kernaufgaben. Um den laufenden Generationenwechsel im Kraftwerksbetrieb optimal zu managen, bildet VERBUND seit 1983 Jahr für Jahr neue Lehrlinge aus. Als Lehrling bei VERBUND lernt man in vier Jahren gleich zwei Berufe – Elektrotechnik und Metalltechnik – mit ausgezeichneten Zukunftschancen. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigt sich vor allem bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der Lehrabschlussprüfungen. Dass die Lehre bei VERBUND für Mädchen gleichermaßen attraktiv ist wie für Burschen, wird in der erneuten Verleihung des amaZone-Awards für hervorragende Leistung bei der Ausbildung von Mädchen und Frauen in der Technik sichtbar. Alljährlich zeigen die besten Betriebe, dass Frauen auf jedem Ausbildungsplatz ein Team bereichern und eine Selbstverständlichkeit zum Wohle aller sein können. Damit wird ein Zeichen für moderne, innovative Arbeitswelten abseits herkömmlicher Geschlechterklischees gesetzt. Um den jungen Menschen einen noch emotionaleren und authentischeren Einblick in die Arbeitswelt der Kraftwerke von VERBUND zu geben, wurde die Arbeitgeberpositionierung gemeinsam mit den Lehrlingen nachgeschärft und eine neue Kampagne unter dem Motto #vorangehen entwickelt. Durch die intensive Einbindung verschiedener Standorte und der Mitarbeiter:innen bei der Entwicklung der Arbeitgeberwerte, durch regionale Job-Storys und die Content-Produktion wurden intern eine hohe Identifikation, Stolz und Bindung erreicht. Die Kampagne enthält Werbemittel wie z. B. Folder, Plakate und Social-Media-Beiträge sowie standortspezifische Landingpages.

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur

Mitarbeiter:innenbefragung – Great Place to Work

Great Place to Work zeichnet seit 30 Jahren die besten Arbeitgeber aus. Im Jahr 2020 hat VERBUND erstmals an der unternehmensweiten Trust Index© Mitarbeiter:innenbefragung von Great Place to Work® teilgenommen. Die Trust Index© Mitarbeiterinnenbefragung bietet eine umfassende Standortbestimmung zur erlebten Qualität und Attraktivität der Arbeitsplatzkultur. Insgesamt haben rund 74 % der Mitarbeiter:innen unterschiedliche Fragestellungen zu den Themen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz, Teamgeist und Vertrauen beantwortet und VERBUND als durchwegs guten und attraktiven Arbeitgeber eingestuft. Anfang des Jahres wurde zusätzlich noch ein Culture Audit© durchgeführt. Hierbei galt es, offene Fragen zu allen relevanten Aspekten der Personal- und Kulturarbeit, die eine erfolgreiche Arbeitsplatzkultur ausmachen, zu beantworten. Im Culture Audit© wurden diese Personalmaßnahmen und -programme im Vergleich zu den besten Arbeitgebern der aktuellen Benchmarkstudie bewertet. Bei der Analyse der eingesetzten Personal- instrumente identifizierte Great Place to Work® neun Themenfelder, durch die sich die besten Arbeitgeber bei ihrer Personalarbeit von anderen Arbeitgebern unterscheiden: Einstellen und Integrieren, Feiern/Teamaktivitäten, Beteiligen, Inspirieren (Ziele/Strategie/Werte), Informieren, Zuhören, Anerkennen, Entwickeln, Fürsorge zeigen.# Die Kulturevaluierung durch das Culture Audit© zeigt, dass es bei VERBUND eine große Anzahl an qualitativ hochwertigen Programmen und Maßnahmen in der Personal- und Kulturarbeit gibt und VERBUND über eine mitarbeiter:innenorientierte Arbeitsplatzkultur verfügt.

Die Personalmaßnahmen, die VERBUND zu den oben genannten Themenfeldern setzt, wurden im Vergleich zu allen Unter-nehmen, die an der Benchmarkstudie teilgenommen haben, überdurchschnittlich gut bewertet. Lediglich das Anerkennen von besonderen Leistungen der Mitarbeiter:innen liegt im Vergleich zu den anderen Benchmarkstudienteilnehmer:innen als einziges Themenfeld unter dem Durchschnitt. Bei den Themenfeldern Entwickeln, Fürsorge und Teamgeist lag VERBUND sogar weit über dem Durch-schnitt der besten Arbeitgeber. Wird die Culture Audit©-Bewertung direkt den Ergebnissen der Mitarbeiter:innenbefragung gegen-übergestellt, liefert diese einen Hinweis darauf, dass die Personalmaßnahmen im Alltag jedoch nur teilweise von den Mitarbeiter:innen wahrgenommen werden. Hier gilt es, diese Maßnahmen besser zu kommunizieren und die entsprechenden Prozesse transparenter zu gestalten.

Auszeichnungen

Dank der hohen Beteiligung an der Befragung und der durchwegs positiven Bewertung durch die Mitarbeiter:innen sowie der positiven Kulturevaluierung durch das Culture Audit© wurde VERBUND dieses Jahr als „Great Place to Work“ zertifiziert. Darüber hinaus zählt VERBUND mit Platz sieben in der Kategorie X-Large zu den GREAT 40 und damit zu „Österreichs Beste Arbeitgeber 2021“ und ist auch auf der Liste der Best Workplaces in Europe™ 2021 auf Platz 40 in der Kategorie Large zu finden.

Kompetenzmodell

Die Zukunft bei VERBUND gestalten bedeutet auch, eine Kompetenzzukunft zu gestalten. Dieser begegnet VERBUND mit dem grundlegend erneuerten Kompetenzmodell. Das Kompetenzmodell stellt den Rahmen für eine Vielzahl an Personalentwicklungsprozessen dar. Es ist somit ein Anliegen von VERBUND, gleich mehrere Neuerungen zu verankern, um auf diese Weise die Mitarbeiter:innen bei VERBUND zukunftsfit zu machen.

Fünf Kompetenzfelder und insgesamt 30 Kompetenzen zeigen, worauf es in der Zusammenarbeit bei VERBUND ankommt. Die strategische Ausrichtung in der Personalentwicklung wird durch die Umsetzung und stringente An-wendung des Kompetenzmodells in den diversen Prozessen der Personalentwicklung und Personalarbeit gestärkt. Unter dem neuen Namen Kompetenzcheck werden nun die neuen Kompetenzen auch in die Leistungsbeurteilung aufgenommen. Des Weiteren werden alle Prozesse nachgezogen und an das neue Kompetenzmodell angepasst wie beispielsweise die Unterlagen für das Mitarbeiter:innengespräch, die Aufnahme der Kompetenzfelder in die Auswahlentscheidung bei internen und externen Auditverfahren sowie erste Anpassungen beim 270-Grad-Feedback. Bei der Erstellung des Management-Development-Programms wird ebenso auf die gezielte Kompetenzentwicklung geachtet.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

VERBUND legt zu jedem Zeitpunkt großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Bereits seit 2009 macht VERBUND das Audit „berufundfamilie“. 2021 erhielt VERBUND die vierte Zertifizierung. Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie nimmt flexibles Arbeiten einen hohen Stellenwert ein. Mit dem Abschluss der neuen Betriebsvereinbarung zu Home Office und Mobile Working wurde eine gute Grundlage für diese Arbeitsformen geschaffen. Viele weitere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden im Rahmen des konzernweitern Projekts Gender Balance geplant bzw. umgesetzt (siehe Gender Balance).

Für den kommenden Auditzyklus hat VERBUND sich unter ande-rem zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zu Leistungen und Angeboten weiter zu verbessern, das Thema Pflege von Angehörigen näher zu beleuchten sowie die flexible Arbeitskultur weiter zu fördern.

Diversity Management

VERBUND betrachtet Diversity Management sowohl als Ganzes als auch in einzelnen Dimensionen und trägt beiden Aspekten Rechnung. Die 2016 festgelegte Diversity-Strategie wurde 2018 mit der Zerti-fizierung ZukunftVIELFALT® gefestigt und 2019 mit der Umsetzung geplanter Maßnahmen in den Schwerpunktdimensionen „Alter“, „Geschlecht“ und „Behinderung“ konsequent weiterverfolgt.

Von 2020 bis 2021 lag der Fokus auf Gender Balance. Da Vielfalt jedoch keinesfalls auf das Geschlecht redu-ziert werden kann, wurde mit Herbst 2021 der Fokus auf einen anderen Teilbereich des Diversitäts-managements gelegt: Menschen mit Behinderung. Nicht nur die soziale und gesellschaftliche Verant-wortung, die VERBUND als Unternehmen ganz klar sieht, ist hier ausschlaggebend, sondern vor allem die feste Überzeugung, dass Vielfalt VERBUND erfolgreicher und auch resilienter macht. Das will VERBUND unterstützen, indem VERBUND barrierefreier wird (siehe dazu auch die Inhalte zum Acces-sibility Management) und auch weitere Anreize für jene bei VERBUND beschäftigten Menschen mit Behinderung schafft. So soll sich Stück für Stück der Kreis der Diversität erweitern und die Realität unserer Gesellschaft verstärkt abgebildet werden, denn als Unternehmen will VERBUND in keinerlei Hinsicht auf die Erfolgs-faktoren Diversität und Inklusion verzichten.

Deshalb wurde 2021 auch die Zertifizierung ZukunftVIEL-FALT® erneuert. In einem unternehmensweiten Prozess wurden die einzelnen Diversity-Dimensionen beleuchtet, Schwerpunkte gesetzt und neue Ziele im Einklang mit den laufenden Schwerpunktthemen vereinbart. So verfestigte sich auch das bereits erwähnte nächste Ziel – nämlich in den kommenden drei Jahren mehr Menschen mit Behinderung bei VERBUND zu beschäftigen. Darüber hinaus erhalten die Führungskräfte weiterhin Diversity-Ziele, um eine kontinuierliche Umsetzung sicherzustellen. Zusätzlich wird die Kommunikation zu den anderen Dimensionen des Diversity Managements weiter ausgebaut.

Schwerpunkt „Geschlecht“

Obwohl der Anteil von Frauen in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditionell gering ist, setzte sich VERBUND schon in den letzten Jahren für mehr Gender Balance ein und erreichte diese auch. Die Entwicklung der Kennzahlen zeigte jedoch einen geringen Anstieg des Frauenanteils in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Deshalb beschloss der Vorstand, dem Thema strategische JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 381 Relevanz zuzuweisen und das renommierte Beratungsunternehmen Beekhuis Performance Culture zu engagieren, um 2020 das Projekt Gender Balance zu starten.

Eine Veränderung der Unternehmenskultur kann nur erreicht werden, indem andere Vorgehensweisen entwickelt werden. Konkret wurden 2021 in mehreren Arbeitsgruppen Maßnahmen zu den Schlüssel-themen für den ganzen Konzern erarbeitet. Eine klare Zielsetzung und die Vorgabe von Ergebniskriterien stellten eine effiziente Umsetzung sicher. So konnten bereits folgende Themenschwerpunkte umgesetzt werden: fixe Quoten für Neuaufnahmen, Projekte und Gremien, die Erweiterung der Flexibilität in Hin-blick auf Arbeitszeiten und Home Office, die verstärkte Kommunikation zu Stellenbesetzungen, Tools und internen Prozessen, Webinare für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, neue Regeln des Genderns, die alle Geschlechter inkludieren.

Durch ihre fixe Verankerung soll eine nachhaltige Verän-derung der Unternehmenskultur herbeigeführt und folglich die unterschiedlichsten Talente verstärkt am Arbeitsmarkt angesprochen werden. Somit wird die Besetzung von qualifiziertem Personal langfristig gewährleistet.

Schwerpunkt „Menschen mit Behinderungen“

VERBUND übernimmt soziale Verantwortung für Chancengleichheit und setzt sich zum Ziel, die Quo-ten gemäß Behinderteneinstellungsgesetz weiterhin zu erfüllen bzw. darüber hinaus Menschen mit Behinderung zu rekrutieren und zu beschäftigen. Das Diversity Management achtet gemeinsam mit dem Accessibility Management auf die laufende Weiterentwicklung der Beschäftigung von Personen mit Behinderung.

VERBUND erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behin-derungen. Für VERBUND beträgt die Pflichtzahl 144. Per 31. Dezember 2021 waren 149 begünstigt Be-hinderte bei VERBUND beschäftigt. Da jedoch aufgrund von zahlreichen Pensionierungen in den nächsten Jahren mit einem weiteren Rückgang zu rechnen ist, soll das Jahr 2022 ganz im Zeichen von Menschen mit Behinderungen stehen – bestehende Mitarbeiter:innen sollen sensiblisiert und infor-miert und zusätzlich neue Talente gewonnen werden. Weitere Informationen zum Thema Accessibility finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“.

Schwerpunkt „Alter“

VERBUND strebt eine ausgewogene Altersstruktur an. Das Management des demografischen Wandels soll das Wissen im Unternehmen erhalten und Leistungsträger:innen an das Unternehmen binden. Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung fort. Rund 7 % der VERBUND-Mitarbeiter:innen werden in den nächsten fünf Jahren in Pension gehen. In den nächsten zehn Jahren werden es etwa 21 % sein.

Weiterhin ist es VERBUND wichtig, den Generationenwechsel gut zu meistern und so das Wissen im Unternehmen zu erhalten und auszubauen. Im Rahmen der strategischen Personalplanung identifizierte VERBUND 2021 die kritischsten Bereiche und legte Deckungsstrategien für diese fest. Es wurden dabei quantitative und qualitative Veränderungsnotwendigkeiten berücksichtigt und konkrete Maßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung zum Großteil bereits gestartet wurde. Um Mitarbeiter:innen länger gesund im Arbeitsprozess zu halten, wird das Gesundheitsmanagement bei VERBUND weiter ausgebaut. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Gesundheit und Sicherheit“.

Gesundheit und Sicherheit

Gesunde und motivierte Mitarbeiter:innen haben für den Erfolg eines Unternehmens eine große Bedeutung. Die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind somit auch wichtige Eckpfeiler von VERBUND.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

Mit gezieltem Arbeitnehmer:innenschutz wird Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen entgegengewirkt. Dabei wendet VERBUND hohe Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards zum Schutz der eigenen Mitarbeiter:innen sowie des beschäftigten Fremdpersonals an. Neben der Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen und Anforderungen wird hohes Augenmerk auf die Bereitstellung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen, die Beseitigung von Gefahren und die Minimierung von Risiken gelegt.

Gesundheitsschutz in der COVID-19-Pandemie

Entsprechend den im Zusammenhang mit dem Kontinuitäts-, Notfall- und Krisenmanagement formulierten Schutzzielen von VERBUND hat der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter:innen während der COVID-19-Pandemie höchste Priorität. Zur Reduktion der Infektionsgefahr durch COVID-19 wurden neben den Regelungen aufgrund geltender Rechtsvorschriften auch entsprechende weiterführende Schutzmaßnahmen nach den Grundsätzen der Gefahrenverhütung definiert. Bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen wurde die Rangfolge nach dem sogenannten STOP-Prinzip zugrunde gelegt. Den Gefahren wird dabei mit Substitution bzw. Gefahrenvermeidung sowie technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen begegnet. Neben der Kontaktvermeidung durch eine zeitliche Staffelung von Diensten, eine Teamtrennung und die Umstellung auf Telearbeit wo möglich, der Installation von Plexiglastrennwänden, der Einhaltung der Mindestabstände sowie von Hygienemaßnahmen wurde je nach Erfordernis auf die Verwendung von Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz oder Filtermasken, Schutz- bzw. Korbbrillen, Einweghandschuhe und Schutzanzüge (die den Mitarbeiter:innen vonseiten des Unternehmens zur Verfügung gestellt wurden) gesetzt.

Das Thema Antigen- bzw. PCR-Tests wurde in Form einer Teststrategie ausgearbeitet. Antigen- bzw. PCR-Tests werden laufend situationsbezogen durchgeführt. Es wurden Regelungen für die wichtigsten beruflichen Situationen (wie Dienstreisen, den Besuch oder die Abhaltung von Veranstaltungen, Arbeiten auf Baustellen) aufgestellt sowie für größer besetzte Standorte entsprechende Schutzpläne entwickelt und laufend an die aktuelle Situation angepasst. Von den jeweiligen Regelungen und Schutzmaßnahmen waren auch die an VERBUND-Standorten tätigen Fremdfirmen umfasst. Zur Vermeidung einer Ansteckung und Weiterverbreitung wurde zudem in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst eine umfassende Teststrategie mit verschiedenen Testverfahren, von Abstrichtests im Zuge von Teststraßen und Screenings bis hin zu persönlichen Speicheltests, entwickelt. Diese COVID-19-Antigen-Schnelltestungen wurden als risikoreduzierende Begleitmaßnahmen seit November 2020 bei VERBUND durchgeführt. Wesentliche Eckpfeiler in der Bekämpfung der Pandemie waren 2021: das Angebot und die Durchführung betrieblicher COVID-19-Impfungen (zweiteilige Grundimmunisierung und dritte Schutzimpfung) sowie Testung auf neutralisierende Antikörper. Der Schwerpunkt der kostenlosen Impfaktion für Mitarbeiter:innen lag wie im Jahr 2020 auf Influenza- und Pneumokokken-Impfungen als Schutz vor zusätzlichen Infektionen.

Unfallgeschehen 2021

Die Basis für die Berechnung der Arbeitssicherheitskennzahlen bildet der arbeitsrechtliche Personalstand von VERBUND inklusive Altersteilzeit, Leasingkräften sowie allen Mitarbeiter:innen von anteilig einbezogenen Beteiligungen unabhängig von der Konsolidierungsart, auf die VERBUND kontrollierenden Einfluss ausübt. Ende 2021 zählte VERBUND auf dieser Berechnungsbasis 3.801 Mitarbeiter:innen. In dieser Zahl waren auch enthalten: 176 Leasingkräfte, 173 Mitarbeiter:innen in Altersteilzeit sowie die gesamten Belegschaften der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, der VUM Verfahren Umwelt Management GmbH, der VERBUND Tourismus GmbH, der Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H, der Energji Ashta Shpk sowie der neu konsolidierten Gesellschaften Gas Connect Austria GmbH und der SMATRICS GmbH & Co KG. Alle Mitarbeiter:innen sind durch entsprechende Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit umfasst, 25 % davon sind Mitarbeiter:innen, die in Gesellschaften mit extern zertifiziertem Managementsystem nach ISO 45001 arbeiten.

Als internationale Kennzahl wird der LTIF herangezogen. Dieser ermöglicht einen Vergleich mit nationalen und internationalen Unternehmen. Um auch den Einsatz von Fremdfirmen bewerten zu können, erhebt VERBUND seit 2018 weiters an allen Arbeitsstätten deren Einsatzstunden und berichtet das Unfallgeschehen zudem in der Kennzahl „Unfallrate/LTIF (Fremdpersonal)“. So entwickelte sich das Unfallgeschehen im Geschäftsjahr 2021 in Bezug auf das Eigenpersonal weiterhin positiv. Die Unfallhäufigkeit blieb gegenüber 2020 trotz zunehmender Anzahl von Projekten konstant. Bei der Unfallschwere fielen die Werte gegenüber 2020 zudem deutlich. Die stark steigende Anzahl an Projekten mit erhöhtem Unfallrisiko, wie Effizienzsteigerungsprogramme und Neubauten von Kraftwerken, machte sich allerdings durch einen Anstieg des LTIF bei Fremdfirmen deutlich bemerkbar.

Um das Unfallgeschehen entsprechend interpretieren zu können, müssen die absoluten Unfallzahlen in Relation zum Personalstand und zu den Ausfallstagen gesetzt werden. Daraus können die Unfallhäufigkeit und die Unfallschwere abgeleitet werden. Insbesondere bei abgegrenzten Bau-, Revisions- bzw. Instandhaltungsaufträgen gelten für die von VERBUND beauftragten Leiharbeitskräfte die gleichen Sicherheitsvorschriften wie für VERBUND-Personal. Diese Personen erhalten daher auch die gleichen Sicherheitsunterweisungen. Beauftragte Fremdfirmen für die Erstellung von Gewerken sind in der Arbeitsabwicklung eigenverantwortlich tätig. Sie müssen sich aber ebenfalls an die bei VERBUND festgeschriebenen Sicherheitsstandards halten und werden nach VERBUND-Regeln unterwiesen.

Die Gesamtunfallhäufigkeit von 6,8 (LTIF inklusive Fremdfirmen) im Jahr 2021 zeigt im Vergleich mit anderen Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Österreich, dass sich VERBUND weiterhin auf einem guten Weg befindet. Als mittelfristiges Unternehmensziel wird ein LTIF ≤ 5 angestrebt. Aus der Analyse der Unfälle im Unternehmen und bei beschäftigten Fremdfirmen werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor konnte auch im Jahr 2021 bei keinem Arbeitsunfall ein Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursache identifiziert werden. Dies zeigt, dass die Sicherheitsstandards im Unternehmen sehr hoch sind und die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer:innen bestmöglich umgesetzt werden.

Als Unfälle mit schweren Folgen werden Verletzungen gezählt, von denen sich Mitarbeiter:innen nicht innerhalb von sechs Monaten so weit erholen können, dass der Gesundheitszustand vor der Verletzung wieder erreicht wird. Das sind beispielsweise Frakturen mit Komplikationen bis hin zu Amputationen von Gliedmaßen.

Als allgemeine arbeitsbedingte Gefahren mit Risiken, die zu sehr schweren Folgen, irreversiblen Gesundheitsschäden oder zum Tod führen können, wurden bei VERBUND folgende identifiziert: gefährliche Arbeitsstoffe, Atmosphären mit Sauerstoffmangel, Stürze in der Ebene und aus der Höhe, Stromschlag und Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen, Ertrinken, Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen, Hochdruckstrahl, schädlicher Lärm und mechanische Verletzungen. Die häufigsten verletzungsbewirkenden Vorgänge bei schweren Unfällen der letzten Jahre waren: Einklemmen und Quetschen, Sturz in der Ebene, Absturz sowie fallende Gegenstände. Im Geschäftsjahr 2021 ereignete sich kein Arbeitsunfall mit schwerer Folge. Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum 13 Unfälle von VERBUND-Personal auf dem Weg zur oder von der Arbeit – einer davon aufgrund eines schweren Motorradunfalls – sowie ein Wegunfall bei Fremdpersonal verzeichnet.

Die Ermittlung und Beurteilung der für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen bestehenden Gefahren erfolgen im Zuge der Arbeitsplatzevaluierung. Auf Basis dieser Evaluierung werden Maßnahmen zur Gefahrenverhütung festgelegt und die Umsetzung der Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit kontrolliert. Eine Überprüfung und erforderlichenfalls eine Anpassung der Evaluierung erfolgt aufgrund der sich ändernden Gegebenheiten, aber auch insbesondere nach Arbeitsunfällen. Über oftmals auftretende Unfallgefahren erfolgt eine entsprechende Unterweisung der Mitarbeiter:innen.

Unfallprävention

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Die jährlichen Weiterbildungsmaßnahmen für 2021 waren so wie 2020 auch sehr stark von COVID-19 beeinflusst. Das geplante Schwerpunktthema „Arbeiten am Wasser“ wurde regional abhängig teilweise durchgeführt und teilweise auf 2021 verschoben. Die gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsunterweisungen werden jedes Jahr entweder persönlich oder über E-Learning mit anschließendem Test von nahezu 100 % der Belegschaft erfolgreich absolviert – so auch im Geschäftsjahr 2021. Im Bereich der Unterweisungen stellte COVID-19 für die einzelnen Veranstaltungen ebenfalls eine große Herausforderung dar. Die maximal erlaubte Teilnehmer:innenzahl musste stets den aktuellen COVID-19-Fallzahlen angepasst werden. Teilweise wurden die Unterweisungen auch über Videokonferenzen abgehalten.

Für den Bereich Arbeitssicherheit gibt es eine Vielzahl von internen und nationalen Regelungen, die laufend aktualisiert und bei gesetzlichen Änderungen rasch angepasst werden. Diese Regelungen betreffen beispielsweise die nachfolgenden Themen: Arbeitsstoffmanagement, Unfallmeldungen und Verhalten nach Unfällen, Information und Unterweisung, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstung, Koordinierung auf Baustellen und bei Projekten, Umgang mit Fremdfirmen, Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumentation sowie Koordination und Aufgaben des Arbeitsmedizinischen Diensts.Mit diesen Regelungen soll gewährleistet werden, dass unternehmensweit derselbe Standard zur Verfügung steht und angewendet wird.

Sicherheitskultur

Arbeitnehmer:innenschutz und -sicherheit haben bei VERBUND dank der intensiven Bemühungen und umfangreichen Maßnahmen der letzten Jahre ein hohes technisches Niveau erreicht. Die Unfallkenn- zahlen der letzten fünf Jahre bis 2017 stagnierten auf einem LTIF-Wert von durchschnittlich zehn. Mit dem Projekt „Wir leben Sicherheit“ konnte dieser Wert deutlich unter sieben gesenkt werden. Ziel dieses Projekts ist es, neben dem technischen Arbeitnehmer:innenschutz in die Weiterentwicklung der verhal-tensorientierten Arbeitssicherheit zu investieren.

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Neben zahlreichen Workshops für Führungskräfte wurden 36 Sicherheits-Coaches aus allen Bereichen ausgebildet, welche die Aufgabe haben, den Gedanken der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit, aber auch die Bedeutung der Vorbildwirkung in den Kreis ihrer Kolleg:innen zu tragen. Seit 2020 wird das Projekt als Dauerprojekt weitergeführt. Kernbereiche sind zusätzlich zu laufenden Aktivitäten eine verstärkte Sicherheitskommunikation, die Installation und Anwendung verschiedenster Werkzeuge wie Vorfalldatenbank, Safety Walks durch Führungskräfte, Einführung eines Sicherheits- awards, Kalender zu Arbeitssicherheitsthemen für 2022, ein Teilprojekt „fünf Minuten Zeit für Sicher-heit“ oder die Neuregelung der Evaluierung von Arbeitsunfällen und vieles mehr.

Gesundheitsförderung bei Mitarbeiter:innen

Mit der Initiative „Fit und Gesund bei VERBUND“ soll ein gesundheitsfördernder Lebensstil der Mitar-beiter:innen unterstützt werden. Einerseits soll das allgemeine Gesundheitsbewusstsein gestärkt werden, andererseits werden konkrete Maßnahmen angeboten, die es allen ermöglichen, für die eigene Gesund-heit aktiv zu werden. Im Idealfall handelt es sich um kostenfreie Angebote, die die Mitarbeiter:innen direkt am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen können. Im Jahr 2021 lag wie im Vorjahr ein weiterer Schwerpunkt auf den medizinischen Vorsorgeunter-suchungen. Gemeinsam mit einem vorsorgemedizinischen Verein wurden während der Arbeitszeit Gesundheitsstraßen, bestehend aus einem Herz-Kreislauf-Check, einem Körper-Check und einem Ernährungs-Check, direkt an Außenstandorten in den Bundesländern Niederösterreich und Kärnten ange-boten. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die psychische Gesundheit gelegt, da „Stress Awareness“ und Resilienz gerade in Zeiten einer Pandemie von Bedeutung sind. In Zusammenarbeit mit der Bildungs-abteilung konnten unterschiedliche Webinare für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zum Thema mentale Gesundheit angeboten werden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden Fitnesskurs-Angebote ausschließlich als Onlineformat angeboten. Mit Bodyweight-Übungen und Wirbelsäulengymnastik wurden abwechslungsreiche Online-Trainings mit Videoaufzeichnung zur späteren Verwendung abgehalten. Das Online-Angebot wurde zusätzlich um Webinare zum Thema gesunde Ernährung, um Online-Sehtrainings sowie um Präsenz- workshops zu richtigem Heben und Tragen ergänzt. Neu eingeführt wurde 2021 eine App-basierte Motivationsplattform, mit der regelmäßige Challenges zur Bewegungs- und Gesundheitsfördung sowie zur Bewusstseinsbildung für verschiedene Nachhaltig-keitsthemen durchgeführt wurden. VERBUND nahm über diese Plattform an der Firmen-Challenge Österreich 2021 teil, bei der Bewegungsminuten gesammelt werden mussten, und belegte hier den dritten Platz.

Accessibility

Der Abbau von Barrieren stellt einen wesentlichen Aspekt für die Inklusion von Menschen mit Behinde-rung dar. Das Accessibility Managemet bei VERBUND adressiert dabei die drei Themenschwerpunkte bauliche Barrierefreiheit, digitale Barrierefreiheit und gelebte Barrierefreiheit in den Köpfen. Im Jahr 2021 wurden intern zudem Handlungsempfehlungen für barrierefreies Bauen bei VERBUND mit einem Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und Normen sowie Anleitungen zur Umsetzung baulicher Barrierefreiheit über gesetzliche Bestimmungen hinaus veröffentlicht. Mit der Installation eines Digital Accessibility Teams (DAT) lag ein weiterer Fokus im Jahr 2021 auf barrierefreien Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch den Austausch und die Zu-sammenarbeit unterschiedlicher Fachabteilungen im Digital Accessibility Team soll entsprechendes

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Fachwissen aufgebaut, Verbesserungsbedarf identifiziert und bei der Umsetzung begleitet sowie konzernweite Standards erarbeitet werden. Am 3. Dezember 2021 fand zudem der alljährliche Purple Light Up Day, der internationale Tag von Menschen mit Behinderung, statt. An diesem Tag wurden sowohl Teile der VERBUND-Konzernzentrale Am Hof in Wien als auch das Gemeinschaftskraftwerk Nußdorf in Wien violett beleuchtet, um die welt-weite Kampagne zu unterstützen und ein sichtbares Zeichen für die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu setzen. Weitere Informationen zum Schwerpunkt „Menschen mit Behinderung“ finden sich im Kapitel „Mitarbeiter:innen“.

Menschenrechte

VERBUND bekennt sich zu seiner Verantwortung, die Menschenrechte in allen Unternehmensberei-chen und darüber hinaus in seinem Einflussbereich zu wahren. Diese umfassende Verantwortung wird in der internen Richtlinie zur Wahrung der Menschenrechte geregelt. VERBUND achtet im Zuge dessen alle Arten von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten. Die Einhal-tung von Gesetzen und Standards in den Bereichen Umwelt, Arbeitssicherheit sowie Gesundheit und Compliance zählt für VERBUND ebenfalls zu den Menschenrechten. Inhalte zum Thema Menschen-rechte finden sich deshalb auch in weiteren Kapiteln dieses Integrierten Geschäftsberichts. Alle Führungskräfte und alle Mitarbeiter:innen bei VERBUND sind verantwortlich dafür, die Men-schenrechte einzuhalten und etwaige Verstöße dem Chief Compliance Officer zu melden. Im Jahr 2021 wurde ein Verdachtsfall zu Diskriminierung gemeldet. Wesentliche Umweltverschmutzungen und erhebliche Mängel im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind dem:der Leiter:in der Abteilung Corporate Responsibility zu melden. 2021 gab es keine Meldungen.

Menschenrechte bei VERBUND

VERBUND verpflichtet sich, in allen internen Unternehmensbereichen die Einhaltung der Menschen-rechte mit gebührender Sorgfalt sicherzustellen. Dafür stellt VERBUND sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen bereit und setzt auf vorbeugende Maßnahmen zur Minimierung von Gefahren und Risiken im Arbeitsumfeld. Zwangs- und Pflichtarbeit und insbesondere Kinderarbeit sind verboten. Im Rahmen von Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen können Mitarbeiter:innen über Arbeitsbedingungen offen kommunizieren und haben das Recht, sich einer Gewerkschaft anzu-schließen. Sie beziehen Löhne und Gehälter, die ihnen und ihrer Familie ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. VERBUND lehnt jegliche Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung ab und arbeitet mit allen Menschen ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Kultur, Hautfarbe, Bildung, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität zusammen. Auch der Schutz der Umwelt stellt für VERBUND einen wichtigen Teil der Menschenrechte dar. Men-schenrechte, die durch Umweltschäden gefährdet werden, sind u. a. das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard oder das Recht auf Gesundheit.

Menschenrechte im Einflussbereich von VERBUND

VERBUND ist auch in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartner:innen und innerhalb seiner Liefer-kette darauf bedacht, dass sämtliche Menschenrechte eingehalten werden. So sind die Menschenrechte ein wesentlicher Punkt im Supplier Code of Conduct. Durch die Tätigkeit von VERBUND in manchen

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

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Regionen können sich jedoch Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte ergeben. Besondere Vorsicht ist bei Konflikten, politischer Instabilität, Versagen des Rechtsstaats und Fehlen von Bürger:innenrechten geboten. In einem Umfeld mit korrupten Strukturen, extremer Armut, Natur-katastrophen oder räumlicher Nähe zu schutzbedürftigen Gruppen ist beim Eingehen oder Aufrecht-erhalten von Geschäftsbeziehungen mit Kund:innen oder Lieferant:innen mit besonderer Sorgfalt vorzu-gehen. Dafür werden von VERBUND u. a. Geschäftspartner:innen-Integritätsprüfungen vor Beginn der Zusammenarbeit bei Projekten, Lieferant:innengespräche sowie regelmäßige Hotspot-Analysen innerhalb der Lieferkette durchgeführt. Bezüglich weiterer Informationen sowie weiterer Angaben zu Mitarbeiter:innen, Gesundheit und Sicherheit sowie Menschenrechten verweisen wir auf den Integrierten Konzerngeschäftsbericht 2021 (NFI-Bericht).

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Chancen- und Risikomanagement

Das Risikomanagementsystem von VERBUND basiert auf internationalen Normen wie COSO II und ISO 31000. Der Aufbau des VERBUND-Risikomanagementsystems gewährleistet eine umfassende Ab-deckung möglicher Chancen- und Risikobereiche, wobei konzernweit einheitliche Grundsätze die Basis für einen standardisierten Umgang mit Chancen und Risiken bilden. Insbesondere aufgrund der für die gesamte Energiebranche mit Herausforderungen verbundenen Energiewende werden sowohl Prozesse als auch Produkte des unternehmensweiten Risikomanage-mentsystems regelmäßig an die geänderten internen und externen Erfordernisse angepasst. Die Funktionsfähigkeit und der Entwicklungsgrad des unternehmensweiten Risikomanagements im Vergleich mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000 werden jährlich seitens des VERBUND-Wirtschaftsprüfers überprüft und bestätigt.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 389

Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten

Weiterentwicklung

Die Arbeitsschwerpunkte des VERBUND-Risikomanagements im Geschäftsjahr 2021 lagen unter anderem auf den Weiterentwicklungen bei der Risk-Return-Betrachtung im Unternehmen (vor allem im Zusammenhang mit geplanten Projekten und Investitionen), der mehrjährigen Risikobetrachtung der Risiken des laufenden Geschäfts sowie auf der Identifikation und Bewertung von strategischen Risiken und der Erweiterung des Risikotragfähigkeitskonzepts. Zudem wurde eine Stresstestanalyse eingeführt, die zukünftig einmal jährlich bzw. im Anlassfall durchgeführt wird. Im Zuge dieser Entwicklungen wurde auch das Risikoreporting überarbeitet und erweitert. Damit umfassen die Risikomanagementagenden von VERBUND aktuell sowohl Tätigkeiten zur Unterstützung von strategischen Entscheidungsprozessen als auch das Projektmanagement sowie die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit.

Aktuelle Chancen- und Risikolage 2021

Die wesentlichen Chancen- und Risikotreiber im Geschäftsjahr 2021 zeigten sich in den folgenden Risikokategorien: Mengenrisiko, Strompreisrisiko, Projektrisiko, Finanzielles Risiko sowie Operationales Risiko.

Mengen-Chance/Mengenrisiko

VERBUND-Anlagen sind nicht beeinflussbaren Wetterereignissen stark ausgesetzt. Dies trifft insbesondere auf die VERBUND-Wasser-, -Wind- und -Photovoltaikkraftwerke sowie auf die APG-Hochspannungsleitungen zu. Die Erzeugung der Wasserkraft unterliegt dem saisonal schwankenden Wasserdargebot der Einzugsgebiete. Eine ausgleichende Gegensteuerung kann nur in sehr begrenztem Umfang durch die (Jahres-) Speicher der VERBUND Hydro Power (VHP) erfolgen. Besonders das Quartal 4/2021 war durch geringen Niederschlag und eine daraus resultierende schlechte Wasserführung gekennzeichnet. Die Erzeugungsmenge lag in den Monaten Oktober bis Dezember 2021 daher unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Erzeugung aus Windkraft lag über das Jahr 2021 hinweg aufgrund des niedrigen Winddargebots unter dem langjährigen Schnitt. Langfristig betrachtet können klimatische Änderungen das Wasser-, Wind- und Photovoltaikdargebot nachhaltig beeinflussen, womit es zukünftig zu größeren saisonalen bzw. jährlichen Abweichungen der Erzeugung kommen könnte. Um diesem Trend entgegenzuwirken und potenzielle Risiken zu diversifizieren, setzt VERBUND auf den Substanzerhalt sowie den Ausbau von aussichtsreichen Wasserkraftanlagen in Verbindung mit der Erhöhung der Erzeugung aus Wind- und Photovoltaikanlagen.

Strompreis-Chance/Strompreisrisiko

Neben den Risiken aus schwankenden Erzeugungsmengen ist auch die Entwicklung der Strompreise ein wesentlicher Risiko- und Chancenfaktor für VERBUND. Um das Risikopotenzial zu reduzieren, wurden teilweise langfristige Verträge mit Kund:innen abgeschlossen. Sich ändernde Rahmenbedingungen können jedoch vor allem auf langfristige Sicht die Wirtschaftlichkeit einiger dieser Vereinbarungen beeinflussen und Adaptionen notwendig machen. Im Jahr 2021 zeigten sich generell steigende Strompreise, wobei vor allem ab der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Anstieg der Volatilität an den Strombörsen erkennbar war. Durch die gestiegenen Strompreise konnten die negativen Effekte aus der geringeren Erzeugungsmenge mehr als ausgeglichen werden. Neben anderen Faktoren hatten im Geschäftsjahr 2021 auch die steigenden CO₂-Preise einen deutlichen Effekt auf die Strompreise. Rund 96 % der Erzeugungsmenge von VERBUND stammten aus CO₂-freien, erneuerbaren Energiequellen, welche somit nicht unter das Emissions Trading System (ETS) der Europäischen Union fallen. Dementsprechend wirken sich steigende/fallende ETS-Preise auch positiv/negativ auf die Ertragslage von VERBUND aus.

Projekt-Chance/Projektrisiko

Der anhaltende Bauboom, die Rohstoffknappheit, Lieferkettenschwierigkeiten sowie die Inflation führten 2021 zu Preiserhöhungen, welche sich auch für VERBUND in gestiegenen Kosten bei diversen Bauprojekten niederschlugen. Teilweise konnten diese negativen Effekte jedoch durch abgeschlossene Fixpreisverträge abgefedert werden. Lieferkettenschwierigkeiten führten zudem auch bei der Umsetzung diverser anderer Projekte z. B. im Bereich IT-Infrastruktur zu Verzögerungen.

Finanzielle Chance/Finanzielles Risiko

Auslaufende staatliche COVID-19-Stützungsmaßnahmen, weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie neuerliche Lockdowns und Einschränkungen als auch Preisanstiege bei Konsumgütern und bei Energie führten in 2021 zu einem leichten Anstieg des Ausfalls- bzw. des Kontrahentenrisikos. Um das Risikopotenzial möglichst gering zu halten, setzt VERBUND auf ein etabliertes Kreditlimitsystem und ein stringentes Scoring der Geschäftspartner:innen auf Basis eines Bonitätsbewertungssystems sowie eines regelmäßigen Monitorings des Kreditrisikos.

Operationale Chance/Operationales Risiko

Die COVID-19-Krise führte in vielen Branchen und Bereichen zu einer Umstellung auf einen vermehrten Home-Office-Betrieb. Cyberkriminelle versuchen zunehmend, diese Situation auszunutzen, und so stieg auch dieses Bedrohungspotenzial im Jahr 2021. VERBUND begegnet den gestiegenen Herausforderungen (vor allem aus Sicht der kritischen Infrastruktur) durch eine stetige Weiterentwicklung der bestehenden Sicherheitseinrichtungen. Risiken aus dem Cyber-Bereich beugt VERBUND mit Sicherheitsstrategien, internen Projekten zur Erhöhung der Sicherheit von IT-Systemen und IT-Infrastruktur sowie internen Richtlinien und entsprechend definierten und abgesicherten Prozessen vor.

Strategische Chancen und Risiken

Der Klimawandel, Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und Änderungen im Marktumfeld können (wie zum Teil auch bereits weiter oben ausgeführt) einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell und die Strategie eines Unternehmens haben. Eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit mittelfristigen und langfristigen strategischen Risiken ist also wichtig, um eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu gewährleisten. Die relevanten strategischen Risiken bei VERBUND werden daher laufend identifiziert und bewertet. Durch diesen aktiven Umgang mit langfristigen Risiken können deren Auswirkungen auf das Unternehmen entsprechend limitiert bzw. Chancen für ein zusätzliches Wachstum bewusst wahrgenommen werden.

Risikotragfähigkeit

Ein Erfolgsfaktor ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Im Mittelpunkt des Risikotragfähigkeitskonzepts steht einerseits die Ermittlung der Auswirkungen von organischen oder anorganischen Projekten auf die Bonität des Konzerns sowie andererseits die Feststellung, ob zukünftige mittel- bis langfristige Szenarien das Bonitätsziel des Konzerns gefährden.

Finanzinstrumente

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Derivativgeschäfte dienen grundsätzlich ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten finden sich im Kapitel IV (2) des Anhangs. Bezüglich weiterer Informationen sowie weiterer Angaben zu den wesentlichen Chancen und Risiken sowie Maßnahmen verweisen wir auf den Integrierten Konzerngeschäftsbericht 2021.

Für das Jahr 2022 sind per 17. Februar 2022 keine Risiken zu erkennen, die für die VERBUND AG einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 391

Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 392

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess sind nach § 243a Abs. 2 UGB zu beschreiben. Das interne Kontrollsystem von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Der Aufbau des Risikomanagementsystems wird im „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und die Risikolage im Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ dieses Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts 2021 ausführlich erläutert.

Organisatorischer Rahmen

Die Konzernführung von VERBUND handelt nach den im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzipien. Der Vorstand ist für die Einrichtung und Gestaltung des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems verantwortlich. Dessen Wirksamkeit wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht.

Grundlagen des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Der umfassende Rechnungslegungsprozess von VERBUND ist durch konzernweite Richtlinien und Vorgaben geregelt. Die Durchführung, die Kontrolle und die Überwachung der Geschäftsvorgänge sind strukturell voneinander getrennt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein:e einzelne:er Mitarbeiter:in alle Prozessschritte eines Geschäftsfalls vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann. Eine Prüfung von Berechtigungen ist in den Prozess der systemtechnischen Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und die Wirksamkeit dieser Kontrollen werden periodisch überprüft. Auf Basis der Prozesslandkarte von VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 393

Die Dokumentation der Ablauf- organisation, der Prozesslandkarte und der Kontrollen erfolgt regelmäßig in ARIS (dem Prozess- modellierungstool) und wird im Intranet (inklusive Risiko-Kontroll-Matrix) veröffentlicht. VERBUND passt seine Organisation laufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an.

Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen

Die VERBUND-Quartalsberichte und der Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht vereinen Informatio- nen aus dem Controlling, der Unternehmensrechnung, dem Finanz- und Risikomanagement sowie aus dem Bereich Corporate Responsibility. Alle Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstellungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung (das Unbundling) des Netzes von der Erzeugung, dem Handel und dem Vertrieb bei vormals integrierten Energieversorgungsunternehmen. Die VERBUND-Tochter APG tritt daher seit 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber am Strommarkt auf. Ein externer Gleichbehandlungsbeauftragter überwacht die Einhaltung der vertraglich fixierten Unbundling-Bestimmungen. Per 31. Mai 2021 übernahm die VERBUND AG 51 % an der GCA. Die VERBUND-Tochter GCA nimmt die Aufgaben eines unabhängigen Fernleitungsnetzbetreibers am Gasmarkt wahr und unterliegt weiterhin den gesetzlichen Unbundling-Bestimmungen. Deren Einhaltung wird durch eine externe Gleichbehandlungsbeauftragte überwacht.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem nach § 243a Abs. 2 UGB

Periodische Überwachung

Die Interne Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontroll- und Risiko- managementsystem. Die einzelnen Prüfungen erfolgen auf Basis des vom VERBUND-Vorstand verab- schiedeten Revisionsprogramms und werden um Sonderprüfungen ergänzt. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verfügen APG (seit März 2012) sowie GCA als unabhängiger Fernleitungsnetzbetreiber (seit Februar 2012) über eine eigene Revision.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 394

  1. Das eingeforderte und eingezahlte Grundkapital der VERBUND AG setzte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen: 170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von der unter Punkt 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte und Pflichten.

  2. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: „Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes:jeder Aktionärs:Aktionärin in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“ Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt.

  3. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der Landes- energieunternehmen Wiener Stadtwerke GmbH und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im Eigen- tum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20 % des Grundkapitals sind im Streubesitz.

  4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

  5. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiter:innenbeteiligungsmodelle.

  6. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letzt- malig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den gesamten Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern inhaltlich vorbereitet. Die Regeln des ÖCGK betreffend die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden seitens der VERBUND AG eingehalten. Darüber hinaus bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bezüglich der Änderung der Satzung.

Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 395

  1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 7 UGB.

  2. Es bestehen zudem keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich.

  3. Entschädigungsvereinbarungen i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Der im Integrierten Konzerngeschäftsbericht 2021 enthaltene konsolidierte Corporate Governance Bericht ist auch auf der VERBUND-Website abrufbar.

396

Ausblick

Die globale Wirtschaft erholte sich nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2021 trotz anhaltender COVID-19-Pandemie mit einem Wachstum von rund 5,9 % wieder deutlich. Auch für 2022 prognostiziert der IWF mit 4,4 % ein hohes Wachstum, welches auch deutlich über den Wachstumsraten von 2018 und 2019 liegt. Aufgrund der schwierigen Prognostizierbarkeit der weiteren Entwicklung der Pandemie sowie der Herausforderungen durch die Lieferkettenprobleme bei gleich- zeitig hohen Commodity-Preisen und der damit auch verbundenen höheren Inflation sind die hohen Wachstumsraten allerdings mit hohen Unsicherheiten verbunden. Die Wirtschaft (+ 4,1 %) und der Arbeitsmarkt erholten sich 2021 auch in Österreich deutlich, und für 2022 prognostiziert das WIFO mit + 5,2 % sogar ein noch höheres Wachstum, wobei auch in Österreich die oben erwähnten Unsicherheiten zu berücksichtigen sind. Mit der Erholung der Wirtschaft und einer teilweise nur verzögerten Angebotsausweitung stiegen die Rohstoffpreise deutlich. Dies traf insbesondere auf den Gaspreis mit einer Steigerung von + 390 % ge- genüber dem Vorjahr zu. Durch die verschärften Klimaziele der EU, die wirtschaftliche Erholung sowie vermehrte CO 2 -Emissionen im Zuge der stark zugenommenen Kohleverstromung verdoppelten sich die durchschnittlichen CO 2 -Preise für 2021 gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklungen spiegelten sich sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt in deutlichen Preissteigerungen wider.

Die Bedeutung des Erzeugungsportfolios von VERBUND in den Kernmärkten steigt durch den geplan- ten Ausbau der volatilen neuen erneuerbaren Erzeugung: Grundlastkraftwerke (Laufwasserkraft), flexi- bel einsetzbare Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sowie ein hocheffizientes Gas-Kombikraftwerk (GDK Mellach) als Brückentechnologie zur Aufrechterhaltung der heimischen Versorgungssicherheit tragen dazu bei, den Ausbau neuer Erneuerbarer zu ermöglichen und die Zielsetzung von 100 % erneu- erbarer Energie bis 2030 zu unterstützen. Durch organisches und anorganisches Wachstum bei neuen erneuerbaren Energien in neuen Märkten leistet VERBUND einen weiteren Beitrag zur Zielerreichung einer karbonfreien Stromerzeugung. APG als 100-%-Tochter von VERBUND besitzt und betreibt das Übertragungsnetz in Österreich und nimmt damit eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der Netzsicherheit in Österreich und im europäischen Stromverbund ein. GCA, an der die VERBUND AG mit Wirkung vom 31. Mai 2021 51 % der Anteile hält, ist ein unabhängiger österreichischer Gasfernlei- tungs- und -verteilernetzbetreiber und nimmt als solcher eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung Österreichs und Mitteleuropas ein. Als integriertes Energieunternehmen bietet VERBUND innovative Produkte und Dienstleistungen für Endkund:innen als Lösungen für die Energiezukunft.

Investitionsplan 2022 bis 2024

Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2022 bis 2024 sieht 3.059 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 2.075 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 985 Mio. € auf Instandhaltungsinvestitionen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 831 Mio. €). Zudem investiert VERBUND vor allem in Projekte im Bereich der neuen Erneuerbaren, in ausgewählte Wasserkraftwerksprojekte sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerksanlagen. Die Investitionen betreffen im Wesentlichen die VERBUND-Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2022 plant VERBUND, insge- samt rund 877 Mio. € zu investieren – davon rund 507 Mio. € in Wachstum und rund 370 Mio. € in Instand- haltungen.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 397

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2021 plant die VERBUND AG eine Dividende von 1,05 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt für 2021 somit 45,7 %.

Ergebnisausblick 2022

Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Groß- handelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft, dem Ergebnisbeitrag der Flexibilitätsprodukte und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31. Dezember 2021 waren bereits rund 69 % der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2022 kontrahiert. Der dabei erzielte Preis lag rund 24,2 €/MWh über dem im 2021er-zielten Absatzpreis.# Anhang zum Jahresabschluss

Im Hinblick auf die nach wie vor in vielen Ländern sehr angespannte COVID-19-Situation, den geo- politischen Unsicherheiten und der hohen Volatilität in den wesentlichen Einflussfaktoren auf das VERBUND-Ergebnis, ist der Ausblick mit hoher Unsicherheit behaftet. Auf Basis der Vorschau zu Jahresbeginn erwartet die VERBUND AG für das Geschäftsjahr 2021 ein klar positives Ergebnis vor Steuern.

Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand
Mag. Dr. Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands


Jahresabschluss

Bilanz

AKTIVA in Tsd. €

Erläuterung im Anhang 2020 2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 857,8 534,9
II. Sachanlagen 23.592,2 24.246,5
III. Finanzanlagen (2) 5.020.048,0 5.785.166,0
5.044.498,0 5.809.947,4
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (3) 202,0 534,2
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4) 62.628,2 119.207,9
davon mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 97,8 929,8
62.830,2 119.742,1
C. Rechnungsabgrenzungsposten (5) 60.525,1 64.181,3
D. Aktive latente Steuern (6) 34.466,7 26.130,2
5.202.319,9 6.020.000,9
Rückgriffsrechte (7) 1.116.440,1 641.007,6
ab Rückhaftungen Cross Border Leasing – 324.079,5 – 68.884,7
792.360,6 572.122,9

PASSIVA in Tsd. €

Erläuterung im Anhang 2020 2021
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital (8) 347.415,7 347.415,7
II. Kapitalrücklagen (9) 971.720,3 971.720,3
III. Gewinnrücklagen (10) 1.689.147,3 1.934.930,4
IV. Bilanzgewinn (11) 260.561,8 364.786,5
davon Gewinnvortrag 0,0 0,0
3.268.845,0 3.618.852,9
B. Rückstellungen (12) 252.422,7 250.361,2
C. Verbindlichkeiten (13) 1.680.304,6 2.150.220,6
davon mit Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 774.072,2 769.056,9
davon mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 906.232,4 1.381.163,7
D. Rechnungsabgrenzungsposten (14) 747,6 566,3
5.202.319,9 6.020.000,9
Eventualverbindlichkeiten (15) 1.116.440,1 641.007,6
ab Rückhaftungen Cross Border Leasing – 324.079,5 – 68.884,7
792.360,6 572.122,9

Gewinn- und Verlustrechnung

MUTTERUNTERNEHMEN

Erläuterung im Anhang 2020 2021
1. Umsatzerlöse (16) 350.880,6 392.639,9
2. Veränderung des Bestands an noch nicht abrechenbaren Leistungen 52,6 75,1
3. Sonstige betriebliche Erträge (17) 912,7 5.324,3
4. Betriebsleistung (Zwischensumme aus Z. 1 bis 3) 351.845,9 398.039,4
5. Aufwendungen für Strom-/Gas-/Netz-/ Emissionszertifikatebezug und sonstige bezogene Herstellungs- und Dienstleistungen – 211.757,0 – 264.416,4
6. Personalaufwand (18) – 28.820,7 – 27.310,5
7. Abschreibungen (19) – 2.925,7 – 2.710,4
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (20) – 47.247,4 – 50.338,5
9. Betriebserfolg (Zwischensumme aus Z. 4 bis 8) 61.095,2 53.263,6
10. Erträge aus Beteiligungen 337.815,5 486.851,5
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 35.136,1 37.183,8
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.490,8 3.351,7
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 44.055,9 137.007,3
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen – 4.254,2 – 28.276,5
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 39.150,9 – 40.033,1
16. Finanzergebnis (Zwischensumme aus Z. 10 bis 15) (21) 376.093,3 596.084,7
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z. 9 und Z. 16) 437.188,5 649.348,3
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (22) – 16.735,4 – 38.778,7
19. Jahresüberschuss 420.453,1 610.569,6
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen – 159.891,3 – 245.783,1
21. Bilanzgewinn 260.561,8 364.786,5

Entwicklung des Anlagevermögens

MUTTERUNTERNEHMEN

Stand 1.1.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2021 Kumulierte Abschreibungen 31.12.2021 Restbuchwert 31.12.2021 Kumulierte Abschreibungen 31.12.2020 Restbuchwert 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Benützungsentgelte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 8.348,9 216,1 21,5 0,0 8.543,6 8.008,7 534,9 7.528,8 820,1
2. Geleistete Anzahlungen 37,7 0,0 0,0 – 37,7 0,0 0,0 0,0 0,0 37,7
8.386,6 216,1 21,5 – 37,7 8.543,6 8.008,7 534,9 7.528,8 857,8
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a. mit Wohngebäuden 77,6 0,0 0,0 0,0 77,6 77,6 0,0 77,6 0,0
b. mit Betriebsgebäuden und anderen Baulichkeiten 28.427,2 797,7 33,2 1.280,2 30.471,8 20.758,1 9.713,8 20.139,3 8.287,9
2. Elektrische Anlagen 6.355,7 478,5 35,0 434,8 7.234,1 5.227,5 2.006,6 4.793,0 1.562,7
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.008,0 1.518,3 936,8 105,8 23.695,3 11.232,9 12.462,4 11.049,6 11.958,5
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.783,1 63,8 0,0 – 1.783,1 63,8 0,0 63,8 0,0 1.783,1
59.651,6 2.858,2 1.005,0 37,7 61.542,5 37.296,0 24.246,5 36.059,4 23.592,2
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 68.038,2 3.074,4 1.026,5 0,0 70.086,1 45.304,7 24.781,4 43.588,2 24.450,0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.630.837,2 503.563,1 316.231,8 0,0 3.818.168,5 121.119,3 3.697.049,2 344.947,6 3.285.889,6
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.266.618,6 430.327,9 83.438,3 0,0 1.613.508,3 0,0 1.613.508,3 0,0 1.266.618,6
3. Beteiligungen 282.643,0 0,0 0,0 0,0 282.643,0 0,0 282.643,0 9.222,4 273.420,6
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 70.000,0 0,0 0,0 0,0 70.000,0 0,0 70.000,0 0,0 70.000,0
5. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 74.920,4 0,0 110,8 0,0 74.809,6 1.447,2 73.473,2 1.447,2 73.473,2
6. Sonstige Ausleihungen 50.646,0 10,7 3.500,8 0,0 47.155,9 0,0 47.155,9 0,0 50.646,0
5.375.665,2 933.901,7 403.281,6 0,0 5.906.285,3 121.119,3 5.785.166,0 355.617,2 5.020.048,0
Anlagevermögen 5.443.703,4 936.976,1 404.308,1 0,0 5.976.371,4 166.424,0 5.809.947,4 399.205,4 5.044.498,0

Entwicklung der Abschreibungen des Anlagevermögens

MUTTERUNTERNEHMEN

Kumulierte Abschreibungen 1.1.2021 Zugänge aus planmäßigen Abschreibungen Abgänge Zuschreibungen Kumulierte Abschreibungen 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Benützungsentgelte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 7.528,8 497,1 17,2 0,0 8.008,7
2. Geleistete Anzahlungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
7.528,8 497,1 17,2 0,0 8.008,7
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a. mit Wohngebäuden 77,6 0,0 0,0 0,0 77,6
b. mit Betriebsgebäuden und anderen Baulichkeiten 20.139,3 625,7 6,9 0,0 20.758,1
2. Elektrische Anlagen 4.793,0 469,1 34,6 0,0 5.227,5
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.049,6 1.118,4 935,1 0,0 11.232,9
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
36.059,4 2.213,3 976,7 0,0 37.296,0
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 43.588,2 2.710,4 993,9 0,0 45.304,7
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 344.947,6 0,0 126.047,6 126.336,2 121.119,3
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
3. Beteiligungen 9.222,4 0,0 0,0 0,0 9.222,4
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
5. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 1.447,2 0,0 3,0 0,0 1.444,2
6. Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
355.617,2 0,0 126.050,6 137.002,8 131.785,9
Anlagevermögen 399.205,4 2.710,4 127.044,5 137.002,8 177.090,6

Fristigkeitenspiegel 2021

in Tsd. €

Restlaufzeit zum 31.12.2021
bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Summe
Ausleihungen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 37.804,2 595.690,8 980.013,3 1.613.508,3
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.000,0 50.000,0 0,0 70.000,0
3. Sonstige Ausleihungen 41.466,9 1.844,4 3.844,6 47.155,9
99.271,1 647.535,2 983.857,9 1.730.664,2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 45.639,4 929,8 0,0 46.569,1
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 71.776,3 0,0 0,0 71.776,3
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 124,0 0,0 0,0 124,0
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 738,5 0,0 0,0 738,5
118.278,1 929,8 0,0 119.207,9
Verbindlichkeiten
1. Anleihen 4.253,4 500.000,0 627.823,0 1.132.076,4
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.939,4 82.529,2 170.750,0 281.218,6
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 48.406,4 0,0 0,0 48.406,4
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 662.242,2 0,0 0,0 662.242,2
5. Sonstige Verbindlichkeiten 26.215,4 61,6 0,0 26.277,0
769.056,9 582.590,8 798.573,0 2.150.220,6

Fristigkeitenspiegel 2020

in Tsd. €

Restlaufzeit zum 31.12.2020
bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Summe
Ausleihungen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 41.438,3 461.455,1 763.725,3 1.266.618,6
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 70.000,0 0,0 70.000,0
3. Sonstige Ausleihungen 3.500,0 42.847,4 4.298,5 50.646,0
44.938,3 574.302,5 768.023,8 1.387.264,6
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 38.362,0 97,8 0,0 38.459,8
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 16.247,5 0,0 0,0 16.247,5
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 123,7 0,0 0,0 123,7
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 7.797,1 0,0 0,0 7.797,1
62.530,4 97,8 0,0 62.628,2
Verbindlichkeiten
1. Anleihen 863,0 500.000,0 127.823,0 628.686,0
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33.129,5 95.255,1 183.056,6 311.441,3
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 41.642,1 50,4 0,0 41.692,5
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 693.593,3 0,0 0,0 693.593,3
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.844,2 47,3 0,0 4.891,6
774.072,2 595.352,9 310.879,6 1.680.304,6

Anhang zum Jahresabschluss# Allgemeine Erläuterungen

Der vorliegende Jahresabschluss wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Im Interesse einer klaren Darstellung werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert.

Der Ausweis der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Form und Inhalt entsprechend den konzerneinheitlichen Erfordernissen von VERBUND vorgenommen.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag aufwiesen, wurden gemäß § 223 Abs. 7 UGB nicht angeführt.

Die Postenbezeichnungen wurden gemäß § 223 Abs. 4 UGB auf die tatsächlichen Inhalte verkürzt bzw. erweitert, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses zweckmäßig erschien.

Werden im Vergleich zum Vorjahr Änderungen im Ausweis vorgenommen oder sind die Vorjahresbeträge nicht vergleichbar, so werden die Vorjahresbeträge gemäß § 223 Abs. 2 UGB angepasst und in der entsprechenden Position erläutert.

Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten, dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen.

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen, die im Wirtschaftsjahr länger als sechs Monate genutzt werden, erfolgt die Abschreibung mit einer vollen Jahresrate, bei solchen, die kürzer als sechs Monate genutzt werden, mit einer halben Jahresrate.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und –soweit abnutzbar – entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene mittelbar zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten aktiviert.

Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechts hinsichtlich Einbeziehung der sozialen Aufwendungen, Abfertigungen und betrieblichen Altersversorgung im Sinne des § 203 Abs. 3 UGB sowie die Aktivierung der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) wird verzichtet.

Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und im Folgejahr als Anlagenabgang dargestellt.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt. Die Ermittlung der beizulegenden Werte wird in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation aus Marktnotierungen, vergleichbaren zeitnahen

Anhang – Erläuterungen Anlagevermögen

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 411

Transaktionen, Bewertungen nach der Discounted-Cashflow- oder Multiplikatormethode abgeleitet. Bei Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) wird das Preisgerüst durch Preisnotierungen für Energiefutures und langfristige Strompreisprognosen determiniert. Der Diskontierungszinssatz ist ein Nachsteuerzinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken der Beteiligung widerspiegelt.

Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten bewertet.

Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nennwert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden – mit Ausnahme von Ratenverkäufen – als Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.

Der Katalog über die einheitlichen Abschreibungssätze bei VERBUND sieht für die VERBUND AG im Wesentlichen folgende Abschreibungssätze vor:

Abschreibungssatz in % Nutzungsdauer in Jahren
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte an Telekomanlagen 10 10
Rechte an Softwareprodukten 25 4
Sonstige Rechte 2 – 25 4 – 50
Bauten
Wohn- und Geschäftsgebäude 2 bzw. 3 33,3 bzw. 50
Betriebsgebäude 3 – 5 20 – 33,3
Technische Anlagen und Maschinen
Maschinelle Anlagen 3 – 10 10 – 33,3
Elektrische Anlagen 3 – 14,3 7 – 33,3
Telekomanlagen 4 – 33,3 3 – 25
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 – 25 4 – 10

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene mittelbar zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechts hinsichtlich der Einbeziehung von sozialen Aufwendungen sowie Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 3 und 4 UGB) wird verzichtet.

Die Bewertung der nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren erfassten Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Falle erkennbarer Einzelrisiken ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen ist.

Forderungen in Fremdwährungen sind mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. zum niedrigeren Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) des Bilanzstichtags (sofern nicht anderweitig kursgesichert) bewertet.

Umlaufvermögen

412

Auf Fremdwährung lautende Guthaben bei Kreditinstituten sind ebenso mit dem Devisenreferenzkurs der EZB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Soweit in Folgejahren Steuerentlastungen zu erwarten sind, werden gemäß § 198 Abs. 9 UGB seit dem Geschäftsjahr 2004 Abgrenzungsposten für latente Steuern auf der Aktivseite der Bilanz gebildet, wobei die auf die Gruppenmitglieder entfallenden Steuerlatenzen entsprechend den Steuerumlagen beim laufenden Ergebnis in deren Bilanz ausgewiesen sind.

Vom Wahlrecht zur Bildung einer Steuerlatenz auf Verlustvorträge wird ab dem Geschäftsjahr 2016 Gebrauch gemacht. Dieser Abgrenzungsposten resultiert aus Unterschieden zwischen der Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Der zugrunde liegende Steuersatz beträgt für in Österreich anfallende Steuern 25 % und für in Deutschland anfallende Steuern 15,83 %.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, die einem bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, und umfassen jene Beträge, die nach bestmöglicher Schätzung des Erfüllungsbetrags notwendig waren. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst.

Die Rückstellungen für Abfertigungen sind unter Zugrundelegung der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode im vollen versicherungsmathematischen Ausmaß dotiert. Der Ansparzeitraum bei den Abfertigungsrückstellungen beträgt 25 Jahre. Für alle nach dem 31.12.2002 beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des:der Arbeitnehmers:Arbeitnehmerin auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Entgelts in eine Mitarbeiter:innenvorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des:der Arbeitnehmers:Arbeitsnehmerin veranlagt werden. Über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende Bestimmungen des EVU-Kollektivvertrags werden in den Rückstellungen für Abfertigungen berücksichtigt.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter:innen unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der APK Pensionskasse AG gegenüber. Die gemäß der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode ermittelte Rückstellung wird mit dem Pensionskassenvermögen saldiert ausgewiesen. Soweit diese leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch die APK Pensionskasse AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt. Der Zinsaufwand wird, wie international üblich, im Finanzergebnis ausgewiesen. Als Rechnungsgrundlagen werden die aktualisierten „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ herangezogen.

Aktive latente Steuern

Den Berechnungen zum 31.12.2021 und 2020 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

in % 2020 2021
Zinssatz:
Pensionen 0,75 1,00
Pensionsähnliche Verpflichtungen 0,75 1,25
Abfertigungen 0,50 0,75
Trend:
Pensionssteigerungen 2,00 1,75
Gehaltssteigerungen 2,75 2,75
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Altverträge 6,00 5,50
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Neuverträge 3,75 3,75
Fluktuation 0,00 – 4,10 0,00 – 4,10
Pensionsalter
Frauen 56,5 – 65 J. 56,5 – 65 J.
Männer 61,5 – 69 J. 61,5 – 69 J.
Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 0,75 1,00

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 413

Für die erwartete Rendite des Planvermögens wird derselbe Zinssatz herangezogen, der für die Berechnung der dazugehörigen Rückstellung verwendet wird. Die Abzinsungssätze werden sowohl entsprechend den Restlaufzeiten der Verpflichtungen als auch äquivalent zu dem darin enthaltenen Bestand (Aktive und Pensionisten) differenziert.Die Auswirkungen der Parameteränderungen sind im Personalaufwand dargestellt. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zum Devisenreferenzkurs der EZB des Bilanzstichtags – sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt – bewertet. Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsanleihen und -krediten werden zu dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der EZB bewertet, sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt. Das Ergebnis dieser Bewertung wird unter den entsprechenden Verbindlichkeiten ausgewiesen. Disagios bzw. Geldbeschaffungskosten und Bereitstellungsprovisionen wurden in den Geschäftsjahren 1994 und 2014 aktiviert und werden planmäßig getilgt. Die im Zuge der Verschmelzung der VERBUND International Finance GmbH im Geschäftsjahr 2014 übernommenen Disagios und Geldbeschaffungskosten werden bei den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen und getilgt. Bei einzelnen externen Finanzierungen wurden zur Absicherung des Zahlungsstroms Zinsswaps (variabel auf fix) abgeschlossen. Für konzerninterne Absicherungen von Zahlungsströmen und Wertansätzen wurden ebenfalls einzelne Zinsswaps vereinbart (variabel auf fix).

Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

414
Die VERBUND AG ist Gruppenträger im Sinne des § 9 Abs. 8 Körperschaftsteuergesetz (KStG) 1988. Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträge mittels Steuerumlagen belastet (Steuerumlagesatz 25 %) bzw. im Verlustfall gutgeschrieben (Steuerumlagesatz im Ausmaß von 25 %, 20 % bzw. 15 %, abhängig vom voraussichtlichen Zeitpunkt zukünftiger Gewinne des Gruppenmitglieds). Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine Kürzung bzw. Erhöhung des Steueraufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers. Bei nachträglichen Abweichungen werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern nur bei Wesentlichkeit angepasst.

III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Mit dem Sacheinlage- und Einbringungsvertrag vom 1.10.2021 wurden die Gesellschaftsanteile der VERBUND Windpower Romania SRL in die VERBUND Green Power GmbH eingebracht.

A. Anlagevermögen

Details siehe gesonderte Aufstellung „Entwicklung des Anlagevermögens“. Der Grundwert der Grundstücke beträgt 3.340,7 Tsd. €. (Vorjahr: 3.340,7 Tsd. €).

(1) I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Der Restbuchwert der von verbundenen Unternehmen erworbenen Benützungsrechte an Anlagen beträgt 0,0 Tsd. €. (Vorjahr: 0,0 Tsd. €).

(2) III. Finanzanlagen

Die Angaben gemäß § 238 Abs. 1 Z. 4 UGB sind in einer gesonderten Aufstellung „Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Abs. 1 Z. 4 UGB“ dargestellt. Die Entwicklung und Struktur der Beteiligungen, Ausleihungen und der Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens ist der gesonderten Anlage „Entwicklung des Anlagevermögens“ zu entnehmen.

  • Ausleihungen: Details siehe gesonderte Aufstellung „Fristigkeitenspiegel“.
  • Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens: Diese bestehen überwiegend aus österreichischen Investmentfondsanteilen und Anleihen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind in Höhe von 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verpfändet.

B. Umlaufvermögen

(3) I. Vorräte

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :------ | :---- | :---- |
| Handelswaren | 34,3 | 291,3 |
| Noch nicht abrechenbare Leistungen | 167,7 | 242,8 |
| Gesamt | 202,0 | 534,2 |

Steuern vom Einkommen
Gesellschaftsrechtliches Erläuterungen zu Aktiva
JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 415

(4) II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Details siehe gesonderte Aufstellung „Fristigkeitenspiegel“. In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 71.776,3 Tsd. € (Vorjahr: 16.247,5 Tsd. €) sonstige Forderungen. In den Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen 15,3 Tsd. € (Vorjahr: 15,0 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 108,7 Tsd. € (Vorjahr: 108,7 Tsd. €) sonstige Forderungen.

in Tsd. €
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 2020 | 2021 |
| :-------------------------------------------- | :---- | :---- |
| Forderungen aus Beteiligungsabgängen | 4.336,3 | 0,0 |
| Darlehen und Zinsabgrenzungen aus Ausleihungen und aus Darlehen | 2.941,7 | 315,1 |
| Finanzierungsbeiträge | 317,3 | 0,0 |
| Geleistete Anzahlungen | 47,7 | 27,2 |
| Finanzämter | 33,0 | 301,8 |
| Personalverrechnung | 18,6 | 4,9 |
| Sonstige | 102,6 | 89,4 |
| Gesamt | 7.797,1 | 738,5 |

(5) C. Rechnungsabgrenzungsposten

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :-------------- | :------- | :------- |
| Strombezugsakontierungen | 17.680,7 | 16.347,5 |
| Disagio, Begebungs- und Bereitstellungskosten bei Anleihen und langfristigen Krediten | 4.322,1 | 10.866,7 |
| Sonstige | 38.522,3 | 36.967,1 |
| Gesamt | 60.525,1 | 64.181,3 |

(6) D. Aktive latente Steuern

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :---------------------------------------------------------------- | :------- | :------- |
| Sozialkapital | 6.501,0 | 5.410,3 |
| Wertansätze Sachanlagevermögen | – 25,2 | – 105,4 |
| Steuerliche Sonderabschreibungen | – 233,4 | – 233,4 |
| Sonstige | 28.224,3 | 21.058,7 |
| Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert | 34.466,7 | 26.130,2 |

Die aktive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerlichen Ergebnissen bei Posten, deren Aufwandsbe- oder -entlastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 25 % zugrunde gelegt. Die sonstigen Steuerlatenzen betreffen Unterschiede im unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Ansatz bei Geldbeschaffungskosten, langfristigen Rückstellungen und im Beteiligungsbereich.

416

(7) Rückgriffsrechte

Die Rückgriffsrechte betragen insgesamt 641.007,6 Tsd. €. (Vorjahr: 1.116.440,1 Tsd. €). Neben den Rückgriffsrechten gegenüber Konzernunternehmen bestehen vorwiegend Rückgriffsrechte gegenüber Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften aus den bei der VERBUND Hydro Power GmbH abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von 68.884,7 Tsd. € (Vorjahr: 324.079,5 Tsd. €). Siehe: (15) Eventualverbindlichkeiten.

A. Eigenkapital

(8) I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital

Zum Bilanzstichtag befinden sich 347.415.686 Aktien im Umlauf.

Zusammensetzung
| | Stück | Anteil |
| :------------ | :---------- | :----- |
| Inhaberaktien Kategorie A | 170.233.686 | 49 % |
| Namensaktien Kategorie B | 177.182.000 | 51 % |
| beurkundet durch Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich (hinterlegt beim Bundesministerium für Finanzen) | 347.415.686 | 100 % |

Es bestehen keine wechselseitigen Beteiligungen gemäß § 241 Z. 6 UGB.

(9) II. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen bestehen zur Gänze aus gebundenen Kapitalrücklagen. Die gebundenen Kapitalrücklagen und die gesetzliche Gewinnrücklage ergeben in Summe 991.604,3 Tsd. €, das sind mehr als 10 % des Grundkapitals.

(10) III. Gewinnrücklagen

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :------------- | :---------- | :---------- |
| Gesetzliche Rücklage | 19.884,0 | 19.884,0 |
| Freie Rücklagen | 1.669.263,3 | 1.915.046,4 |
| Gesamt | 1.689.147,3 | 1.934.930,4 |

(11) IV. Bilanzgewinn

in Tsd. €
| | |
| :------------------- | :---- |
| Zum 31.12.2020 | 260.561,8 |
| Ausschüttung | – 260.561,8 |
| Gewinnvortrag | 0,0 |
| Jahresgewinn | 610.569,6 |
| Rücklagenveränderungen | – 245.783,1 |
| Zum 31.12.2021 | 364.786,5 |

Erläuterungen zu Passiva
JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 417

B. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Abfertigungen

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :---------------------------------- | :---- | :---- |
| Deckungskapital aufgrund versicherungsmathematischer Berechnung | 6.430,4 | 6.063,2 |
| Versteuerter Teil der Rückstellungen | 6.430,4 | 6.063,2 |

Im Jahr 2002 wurde die Rückstellung gemäß § 14 EStG auf eine als versteuert geltende Rücklage steuerfrei übertragen (§ 124b Z. 68 EStG).

2. Rückstellungen für Pensionen

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :------------------------ | :------- | :------- |
| Pensionsrückstellung brutto | 40.778,7 | 37.033,4 |
| Pensionskassenvermögen | – 9.936,6 | – 10.216,8 |
| Pensionsrückstellung saldiert | 30.842,0 | 26.816,6 |
| davon pensionsähnliche Verpflichtungen | 7.401,1 | 6.437,4 |

3. Steuerrückstellungen

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :------------------------------ | :------- | :------- |
| Körperschaftsteuer Inland (inklusive Vorperioden) | 182.682,1 | 194.558,0 |
| Körperschaftsteuer Ausland (inklusive Vorperioden) | 652,8 | 0,0 |
| Sonstige Steuerrückstellungen | 1.219,1 | 1.219,1 |
| Passive latente Steuern | 3.611,1 | 3.209,9 |
| Gesamt | 188.165,2 | 198.987,1 |

Die passive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerlichen Ergebnissen bei Posten, deren Aufwandsbe- oder -entlastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Die zuständigen Finanzämter befinden sich in Deutschland, wodurch für die Berechnung ein Steuersatz von 15,83 % zugrunde gelegt wurde.

4. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :------------------------- | :------- | :------- |
| Strom-/Netzbezug | 8.525,6 | 0,0 |
| Noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen | 5.015,2 | 4.318,1 |
| Gesamt | 13.540,8 | 4.318,1 |

In den Rückstellungen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verbundene Unternehmen.

418
in Tsd. €
| Sonstige personalbezogene Rückstellungen | 2020 | 2021 |
| :--------------------------------------- | :------- | :------- |
| Prämien | 7.025,3 | 8.099,3 |
| Nicht konsumierte Urlaube | 3.477,5 | 3.066,4 |
| Urlaubszuschüsse | 1.049,3 | 1.055,0 |
| Sterbegeld | 506,3 | 427,9 |
| Zeitguthaben | 221,0 | 254,4 |
| Sonstige | 1.164,8 | 1.273,1 |
| Gesamt | 13.444,2 | 14.176,2 |

(13) C. Verbindlichkeiten

Details siehe gesonderte Aufstellung „Fristigkeitenspiegel“. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 662.118,2 Tsd. € (Vorjahr: 692.420,9 Tsd. €) Finanzverbindlichkeiten sowie 124,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 1.172,4 Tsd. €) sonstige Verbindlichkeiten.

in Tsd. €
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2020 | 2021 |
| :--------------------------------- | :------ | :------- |
| Aus Steuern | 2.410,0 | 23.556,6 |
| Im Rahmen der sozialen Sicherheit | 373,1 | 374,5 |
| Personalverrechnung | 86,4 | 226,3 |
| Aus Finanzierungsbeiträgen | 65,3 | 6,2 |
| Sonstige | 1.956,8 | 2.113,3 |
| Gesamt | 4.891,6 | 26.277,0 |

(14) D. Rechnungsabgrenzungsposten

in Tsd. €
| | 2020 | 2021 |
| :----------- | :---- | :---- |
| Baukostenbeiträge | 561,3 | 526,2 |
| Aus dem Stromgeschäft | 53,4 | 40,0 |
| Sonstige | 132,9 | 0,0 |
| Gesamt | 747,6 | 566,3 |

In den Rechnungsabgrenzungsposten betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verbundene Unternehmen.# (15) Eventualverbindlichkeiten

Bei den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Patronatserklärungen und Haftungen für Tochtergesellschaften im Rahmen der zentralen Finanzierung durch die VERBUND AG sowie um sonstige Haftungsübernahmen exklusive der Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von insgesamt 264.033,9 Tsd. € (Vorjahr: 310.706,7 Tsd. €). Von diesen betreffen 14.030,4 Tsd. € (Vorjahr: 60.703,2 Tsd. €) verbundene Unternehmen und 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 419

Die Tochtergesellschaft VERBUND Hydro Power GmbH hat in den Geschäftsjahren 1999 bis 2001 mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Die in der Bilanz der VERBUND Hydro Power GmbH ausgewiesenen Werte notieren zur Gänze in USD. Bei allen Transaktionen ist eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren oder durch Ausleihungen an Finanzinstitutionen gegeben. Beginnend im Jahr 2009 und in der Berichtsperiode 2010 wurden rund 85 % des ursprünglichen Volumens der Transaktionen wieder aufgelöst. Die Auflösung der Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten getilgt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investor:innen und die dazu- gehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans sowie die entsprechenden Veranlagungen aber von VERBUND Hydro Power GmbH fortgeführt werden. Hinsichtlich der letzten noch aufrechten Transaktion (Freudenau), die eine bilanzexterne Finanzie- rungsstruktur hatte, wurde 2019 die Lessee Purchase Option gemäß Lease Agreement Section 19 („Early Buy-Out Option“) ausgeübt. Sämtliche damit in Zusammenhang stehenden erforderlichen vertragli- chen Beendigungsvereinbarungen wurden per 11.12.2020 final unterschrieben. Die Transaktion wurde per 4.1.2021 beendet und per 15.12.2021 final abgewickelt. Die VERBUND AG hat im Zusammenhang mit diesen Cross-Border-Leasing-Transaktionen Garantie- erklärungen für die VHP abgegeben, welche im Wesentlichen für die an die VHP übertragenen Verbind- lichkeiten weiterhin in Höhe von insgesamt 376.973,7 Tsd. € (Vorjahr: 805.733,4 Tsd. €) bestehen. Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 68.884,7 Tsd. € (Vorjahr: 324.079,5 Tsd. €) durch Rück- haftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaf- tung) gesichert. Diese Rückhaftungen sind unter den gesamten Rückgriffsrechten (siehe Erläuterung 8) ausgewiesen. Als Eventualverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen nach Abzug dieser Rückhaftungen verbleiben somit insgesamt 308.089,0 Tsd. € (Vorjahr: 481.653,9 Tsd. €). In den Verträ- gen mit den Kreditgebern bzw. mit dem Eigenkapitalinvestor sind für den Garanten Mindestratings vorgesehen. Für zwei vorzeitig beendete Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, besteht weiterhin das Risiko, dass bei einer Ratingverschlechterung von veranlagenden Finanz- instituten oder der VERBUND AG unter einen bestimmten Schwellenwert die veranlagenden Finanz- institute auszutauschen oder zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen sind. Die Ratings der Vertragspartner:innen bzw. das Rating der VERBUND AG lagen zum 31.12.2021 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für die VERBUND AG bzw. die VERBUND Hydro Power GmbH besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner:innen oder Veranlagungen auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch gemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftun- gen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen. Die VERBUND AG hat sich gegenüber der VERBUND Thermal Power GmbH & Co. KG verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die Gesellschaft so mit finanziellen Mitteln ausgestattet wird, dass diese ihren Ver- bindlichkeiten fristgerecht nachkommen kann. Die Verpflichtung ist auf einen Betrag von maximal 250,00 Mio. € begrenzt und kann erstmals zum 31.12.2025 gekündigt werden. Im Zuge der Umstrukturierungen des Telekombereichs bei VERBUND wurden Haftungen gegen- über der ehemaligen tele.ring Telekom Service GmbH und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktien- gesellschaft übernommen.

420

(16) 1. Umsatzerlöse in Tsd. €

2020 2021
Erlöse aus Stromlieferungen Inland
Energieversorgungsunternehmen 9.418,9 4.997,5
Endkunden 115.544,4 132.144,2
Sonstige Kunden 152.494,5 168.358,9
277.457,9 305.500,6
Netztarifverrechnung; Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 3.030,7 3.054,4
Sonstige Erlöse (inkl. Gashandel) 70.392,0 84.085,0
350.880,6 392.639,9

(17) 3. Sonstige betriebliche Erträge in Tsd. €

2020 2021
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 17,2 8,5
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 13,0 4.274,7
c) Übrige 882,5 1.041,2
912,7 5.324,3

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 421

(18) 6. Personalaufwand in Tsd. €

2020 2021
a) Gehälter 24.056,9 23.755,4
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
Abfertigungszahlungen 285,3 542,9
Beitragszahlungen Mitarbeitervorsorgekasse 254,0 272,4
Veränderung der Abfertigungsrückstellung 148,7
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern – 186,4 – 149,1
501,6 268,4
c) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorpensionen und Pensionszahlungen 2.237,4 2.110,9
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen – 3.189,5 – 4.246,0
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern – 63,0 – 28,6
Veränderung der Rückstellungen für Vorpensionen – 30,7 0,0
Pensionskassenbeiträge 943,2 877,5
– 102,6 – 1.286,2
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 4.130,8 4.266,3
e) Sonstige Sozialaufwendungen 234,1 306,6
28.820,7 27.310,5

Die Zinssatzänderungen bei Vorsorgen für Abfertigungen und Altersvorsorge führten im Geschäfts-jahr zu einem positiven Effekt in Höhe von 2.206,5 Tsd. €, im Vorjahr zu einem negativen Effekt in Höhe von 467,9 Tsd. €. Das Ergebnis der Parameteränderungen wurde im Geschäftsjahr in voller Höhe bilan- ziert.

(19) 7. Abschreibungen in Tsd. €

2020 2021
a) Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 1.993,0 2.341,4
Sofortabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG 932,7 368,9
2.925,7 2.710,4

422

(20) 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen in Tsd. €

2020 2021
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen 345,4 622,6
b) Übrige
Werbungs- und Markterschließungskosten 9.527,8 10.259,9
Informatikaufwand 4.207,1 5.637,7
Übriger Verwaltungsaufwand für Administration 5.403,2 5.628,8
Betriebskosten für Baulichkeiten, Mieten und Leasing 3.488,6 3.787,9
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 8.959,0 7.445,8
Aushilfsarbeiten und Personalabstellungen 1.658,5 1.783,3
Mitgliedsbeiträge 843,4 882,2
Telekomleistungen, Datendienste 564,5 593,6
Aus- und Weiterbildung 507,5 690,3
Sonstige 11.742,5 13.006,5
46.902,0 49.715,9
47.247,4 50.338,5

(21) 16. Finanzergebnis in Tsd. €

2020 2021
Erträge aus Beteiligungen aus verbundenen Unternehmen 316.032,0 464.068,9
davon aus Gewinngemeinschaften 30.749,7 99.977,2
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens aus verbundenen Unternehmen 32.881,1 34.136,5
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen 2.386,4 3.203,7
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 356,0 0,0
Zuschreibung zu Anteilen an verbundenen Unternehmen 31.638,0 126.336,2
Aufwendungen aus Finanzanlagen
Abschreibungen verbundene Unternehmen 0,0 28.555,5
Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 4.241,4 – 279,0
davon aus Gewinngemeinschaften 4.241,4 – 279,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon Zinsenkomponente für langfristige Personalrückstellungen 318,2 263,5
aus verbundenen Unternehmen 15.717,1 14.857,2

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 423

(22) 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Tsd. €

2020 2021
Steuern vom Einkommen der Unternehmensgruppe 132.672,6 216.084,5
Steuern an Gruppenmitglieder weiterbelastet – 151.958,2 – 192.948,1
Aufwand für künftige Nachversteuerungen von Verlustübernahmen ausländischer Gruppenmitglieder – 3.663,2 7.553,2
Nachträge/Gutschriften aus Vorperioden 9.955,7 153,8
Veränderung latenter Steuern 29.728,5 7.935,3
16.735,4 38.778,7

1 Steuersatz 15,83 % bzw. 25 % // 2 Steuerumlagesatz 24,25 % bzw. 25 %

IV. Sonstige Angaben in Tsd. €

Wesentliche Posten Gesamtverpflichtung 2022 Gesamtverpflichtung 2022 – 2026
Miet- und Leasingverträge, Versicherungen und Sonstige 4.442,4 21.558,1
Bestellobligo 7.636,5 6.649,1
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 3,8 19,1

1 Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht ermittelbar. Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, wonach die in ihren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner:innen an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist. Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferverträge, wonach die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Energie an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemes- senen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.# JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

2. Angaben zu Finanzinstrumenten

Gemäß einem Stromliefervertrag ist die Innwerk AG verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der VERBUND AG zu den um den vereinbarten Gewinnzu- schlag erhöhten Selbstkosten zu liefern. Mit der VERBUND Services GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen in den Bereichen Informatik, Beschaffung, Finanzbuchhaltung, Personalverrechnung, Telekommunikation sowie administrative Services. Mit der VERBUND Finanzierungsservice GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienst- leistungen bezüglich Zahlungsverkehrsabwicklung und Cash Management. Im Segment Absatz bestehen Auftragsverträge mit der VERBUND Energy4Business GmbH. Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter:innen unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Soweit diese Pensionsverpflichtungen durch die APK Pensionskasse AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers. Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der APK Pensionskasse AG zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) gemeldet. Zum 31.12.2021 hatte ein:e Dienstnehmer:in einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür waren eine 20-jährige Tätigkeit bei VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres. Es bestehen offene Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich in Höhe von 8.394,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €).

Finanzbereich

Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten mit einem zum 31.12.2021 aushaftenden Nominal- betrag in Höhe von 56.812,5 Tsd. € (Vorjahr: 71.437,5 Tsd. €) bestehen Sicherungsgeschäfte zur Absiche- rung gegen Zinssatzsteigerungen. Diese Zinssicherungsgeschäfte bilden eine Bewertungseinheit mit den zugrunde liegenden Krediten. Da eine dokumentierte Sicherungsstrategie und eine ausführliche Hedge-Dokumentation vorliegen sowie laufend Effektivitätsmessungen vorgenommen werden, kann eine gesonderte Bilanzierung einer Drohverlustrückstellung für negative Zeitwerte in Höhe von 3.579,9 Tsd. € (Vorjahr: 5.991,1 Tsd. €) unterbleiben. Die durch diese Sicherungsgeschäfte abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden fünf Jahren (2022 bis 2026) eintreten und dabei ent- sprechend ergebniswirksam werden.

Zur Vermeidung von Schwankungen der künftigen Zins-Cashflows von an Konzernunternehmen gewährten Ausleihungen mit variabler Zinsvereinbarung in Höhe von insgesamt Nominale 90.825,0 Tsd. € (Vorjahr: 106.750,0 Tsd. €) wurden Ende 2012 und im ersten Halbjahr 2013 mit Kreditin- stituten Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Gleichzeitig wurden die aushaftenden Kreditverträge mit den an diesem Absicherungsgeschäft beteiligten Konzernunternehmen auf die mit dem jeweiligen Kreditinstitut vertraglich fixierte Fixzinskondition umgestellt. Da auch hier eine dokumentierte Siche- rungsstrategie und eine ausführliche Hedge-Dokumentation vorliegen sowie laufend Effektivitätsmes- sungen vorgenommen werden, darf auf eine gesonderte Bilanzierung einer Drohverlustrückstellung für negative Zeitwerte verzichtet werden. Die Stichtagsbewertung dieser Geschäfte ergab zum 31.12.2021 einen negativen Zeitwert in Höhe von 2.293,2 Tsd. € (Vorjahr: 4.740,6 Tsd. €).

3. Personalstand

Durchschnitt 2020 2021
Angestellte 148 156,8
in Tsd. € 2020 2021
Vorstandsmitglieder, ausgeschiedene Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene 782,9 608,8
Andere Arbeitnehmer – 383,9 – 1.626,6
Summe 399,0 – 1.017,8

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitrags- orientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2021 wurden für den Vorstand Pensionskassen- beiträge in der Höhe von 184.500 € (Vorjahr: 253.000 €) bezahlt.

4. Aufwand für Abfertigungen und Pensionen

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK, Regel 27a) zur Anwendung. Im Geschäftsjahr 2021 sind 391.533 € (Vorjahr: 389.323 €) für Pensionen zur Auszahlung gelangt. Die Aufwendungen für Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinter- bliebene betrugen im Geschäftsjahr 32.812 € (Vorjahr 140.624 €).

Die Angaben über die Organe der Gesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind vor dem Lagebericht angeführt.

Laufende Bezüge des Vorstands (inklusive variabler Bezüge) in € Fixe Bezüge 2020 Variable Bezüge 2020 Fixe Bezüge 2021 Variable Bezüge 2021
Mag. Dr. Michael Strugl 685.000 444.935 750.000 480.910
Mag. Dr. Achim Kaspar 475.000 307.563 475.000 332.500
Dr. Peter F. Kollmann 620.000 403.233 620.000 435.813

Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2021 insgesamt 3.128.810 € (Vor-jahr: 4.231.454 €), darin enthalten sind 34.587 € (Vorjahr: 51.387 €) an Sachbezügen. Weiters gelangten im Jahr 2021 für ein ausgeschiedenes Mitglied des Vorstands 525.000 € (Vorjahr: 494.336 €) an kurzfristi- gen variablen Bezügen, 412.500 € (Vorjahr: 0 €) an langfristigen variablen Bezügen (LTIP; Laufzeit zwei Jahre) sowie 318.069 € (Vorjahr: 0 €) an Urlaubsersatzleistung zur Auszahlung. Dies betrifft Ansprüche für die aktive Vorstandstätigkeit, welche erst im Jahr 2021 endabgerechnet wurden.

Die Auszahlung der kurzfristigen variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten, sind daher die an die aktiven Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2021 gewährten kurzfristigen variablen Bezüge für die Be- richtsperiode 2020.

Ab der Berichtsperiode 2019 wurde das System der variablen Bezüge neu geregelt und neben der kurzfristigen Remuneration (einjährige Ziele) ein grundsätzlich dreijähriges Long Term Incentive Program (LTIP) vereinbart.

Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz im Geschäftsjahr 2020 bei voller Zielerreichung einheitlich 70 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichts- periode 2020 zu 60 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 40 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Ausbau Erneuerbare Erzeugung (15 %), Reduktion spezifischer THG-Emissionen (5 %), strategische Personalplanung und Frauenförderung sowie Mitarbeiter:innenzufriedenheit (10 %), Anlagenverfügbarkeit Wasserkraft (10 %). Die festgestellte Gesamtzielerreichung für 2020 betrug 100 %.

Für die einjährigen Ziele beträgt der Prozentsatz ab dem Geschäftsjahr 2021 bei voller Ziel- erreichung einheitlich 60 % der jeweiligen Fixbezüge. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichts- periode 2021 zu 70 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses und zu 30 % auf nicht finanziellen Zielen (einjährig): Ausbau Erneuerbare Erzeugung (20 %) und Abschluss Culture Audit (10 %).

Bei den LTI-Plänen 2019–2021 und 2020–2022 können maximal 55 % der jeweiligen Fixbezüge (max. Zielerreichung 100 %, variabler Anteil 55 %) als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristi- ger Performancekriterien zur Auszahlung gelangen. Der konkrete Betrag ist nicht nur von der Zieler- reichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurtei- lungszeitraums (Durchschnitt der Tageskurse der VERBUND-Aktie des ersten Quartals nach Beendi- gung des Plans) erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein.

Für den LTIP 2019 (Laufzeit bis 2021) wurden folgende Performancekriterien festgelegt: Total Shareholder Return (25 %), EBITDA aus Wachstumsprojekten (25 %), FCF vor Dividende (25 %), Pro- duktivitätssteigerung (25 %); für den LTIP 2020 (Laufzeit bis 2022) kommen Total Shareholder Return (30 %), FCF vor Dividende (35 %) und Net Debt/EBITDA (35 %) zur Anwendung. Abweichend wurden die LTI- Pläne für das Ende 2020 ausgeschiedene Mitglied des Vorstands mit jeweils 2-jähriger Laufzeit abge- schlossen.

Ab der Berichtsperiode 2021 können maximal 78 % der jeweiligen Fixbezüge (max. Zielerreichung 120 %, variabler Anteil 65 %) als langfristige Remuneration auf Basis mittelfristiger Performancekrite- rien zur Auszahlung gelangen. Der konkrete Betrag ist nicht nur von der Zielerreichung, sondern auch von der Kursentwicklung der VERBUND-Aktie abhängig. Die Laufzeit des LTIP beträgt drei Jahre. Der Maximalwert wird zu Beginn in virtuellen Aktien zum aktuellen Kurs abgebildet, abhängig von der Zielerreichung und dem Aktienkurs am Ende des dreijährigen Beurteilungszeitraums (durchschnittlicher Aktienkurs der VERBUND-Aktie bezogen auf die dreijährige Laufzeitdauer des jeweiligen LTI-Plans) erfolgt die Auszahlung ohne Akontierung im Nachhinein.

Für den LTIP 2021 (Laufzeit bis 2023) wurden folgende Performancekriterien festgelegt: Total Shareholder Return (30 %), FCF vor Dividende (35 %), Overhead-Kosten (35 %).

An die Leitungsorgane des Konzerns und deren Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats (inklusive Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 391.778 € (Vorjahr: 320.010 €).

5. Organe der Gesellschaft# Vergütungsschema für Aufsichtsratsmitglieder (gemäß Regel 51 des Österreichischen Corporate Governance Kodex)

in € 2020 2021
Vorsitzende:r 25.000 25.000
Vorsitzende:r-Stellvertreter:in 15.000 15.000
Mitglied 10.000 10.000
Sitzungsgeld 500 500

Diese Höhe der Vergütung kommt jeweils auch für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss und im Strategieausschuss zur Anwendung. Für die Tätigkeit in anderen Ausschüssen erfolgt wie bisher keine gesonderte Vergütung. An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind in die bei VERBUND bestehende D&O-Versicherung einbezogen.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 427

Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahestehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex)

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine nicht fremdüblichen Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahestehen, abgeschlossen. Es wurden Leistungen für verschiedene Konzerngesellschaften von VERBUND erbracht, diese Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt.

Die VERBUND AG ist das konsolidierungspflichtige Mutterunternehmen von VERBUND. Gemäß § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB nimmt die Gesellschaft die Befreiung von den Angaben zu den Aufwendungen für den Abschlussprüfer in Anspruch. Mit der VERBUND Energy4Business GmbH, der VERBUND Energy4Customers GmbH, der VERBUND Finanzierungsservice GmbH, der VERBUND Green Power GmbH und der VERBUND Services GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge.

VERBUND hat die bereits bestehende Aufteilung in Geschäftsfelder (formales Unbundling) im Geschäftsjahr 1999 durch ein rechtliches Unbundling ergänzt, d. h. durch die weitere Errichtung von gesellschaftsrechtlich eigenständigen Unternehmen mit getrennten Geschäftsleitungen und Rechnungswesen.

Geschäfte im Sinne des § 8 Abs. 3 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) werden insbesondere mit folgenden Gesellschaften getätigt:

  • Stromlieferungen
    • Ennskraftwerke Aktiengesellschaft
    • Innwerk AG
    • Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft
    • Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft
    • KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft
  • Strom-/Gasvertrieb
    • VERBUND Energy4Business GmbH
    • VERBUND Energy4Customers GmbH
  • Telekommunikation
    • VERBUND Services GmbH
  • Dienstleistungen
    • VERBUND Services GmbH
  • Finanzierung
    • VERBUND Finanzierungsservice GmbH
  • Personalabstellungen
    • VERBUND Hydro Power GmbH
    • VERBUND Energy4Business GmbH
    • VERBUND Services GmbH
    • VERBUND Energy4Customers GmbH

Der Vorstand stellt den Antrag (gemäß § 96 Abs. 1 AktG), zulasten des verteilungsfähigen Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2021 auf die 347.415.686 Stückaktien eine Dividende von 1,05 € pro Aktie, das sind in Summe 364.786.470,30 €, auszuschütten.

Der Nationalrat hat am 20. Jänner 2022 die Ökosoziale Steuerreform in dritter Lesung beschlossen. Daraus resultiert ein Ertrag aus der Anpassung der Steuerlatenzen von voraussichtlich rund 4,5 Mio. €.

  1. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
  2. Konzernbeziehungen
  3. Angaben gemäß § 8 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz
  4. Gewinnverwendungsvorschlag
  5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ergebnis der Stromkennzeichnung

Anteil 2021 kWh
Wasserkraft 99,9 %
Sonnenenergie 0,1 %
Windkraft 0,0 %
Summe der in Österreich an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebenen Strommenge 100,0 %

1.919.464.099
2.328.713
28.742
1.921.821.554

100 % der für die Stromkennzeichnung verwendeten Herkunftsnachweise stammen aus Österreich.

Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge

2021
Radioaktiver Abfall mg/kWh
CO 2 -Emissionen g/kWh

0,0
0,0

Wien, am 17. Februar 2022

Der Vorstand

Mag. Dr. Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

  1. Angaben gem. § 78 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 429

in Tsd. € Sitz Kapitalanteil in % per 31.12.2021 letzter Jahresabschluss (+) (–) Jahresüber- schuss/ -fehlbetrag Eigenkapital
1 Verbundene Unternehmen konsolidiert
Austrian Power Grid AG Wien 100,00 2021 + 73.922,7
Innwerk AG Stammham 100,00 2021 + 63.494,6
VERBUND Energy4Business GmbH Wien 100,00 2021 + 53.291,4
VERBUND Energy4Customers GmbH Wien 100,00 2021 + 1.945,5
VERBUND Finanzierungsservice GmbH Wien 100,00 2021 + 1.160,4
VERBUND Green Power GmbH Wien 100,00 2021 + 66.785,2
VERBUND Green Power Hunsrück GmbH & Co. KG Wörrstadt 100,00 2021 – 163,2
VERBUND Services GmbH Wien 100,00 2021 + 9.894,8
VERBUND Thermal Power GmbH Fernitz- Mellach 100,00 2021 + 94,1
VERBUND Green Power Deutschland GmbH Wörrstadt 100,00 2021 – 476,3
WATT DEVELOPMENT SPV 5, S.L.U. 3 Granada 100,00 2021 – 3.764,5
WATT DEVELOPMENT SPV 6, S.L.U. 3 Granada 100,00 2021 – 3.787,5
WATT DEVELOPMENT SPV 7, S.L.U. 3 Granada 100,00 2021 – 3.658,7
VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG Fernitz- Mellach 99,99 2021 + 85.565,0
Infrastruktur Oberheimbach I GmbH & Co. KG Wörrstadt 85,00 2021 + 0,0
VERBUND Hydro Power GmbH Wien 80,54 2021 + 564.815,7
VERBUND Innkraftwerke GmbH Töging 70,27 2021 + 30.734,9
Infrastrukturgesellschaft Bischheim GmbH & Co. KG Wörrstadt 65,29 2021 + 0,0
Gas Connect Austria GmbH Wien 51,00 2021 + 48.798,2
Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft Passau 50,00 2021 + 858,7
Grenzkraftwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung Simbach 50,00 2021 + 2.426,8
Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft Simbach 50,00 2021 + 3.180,2
Assoziierte Unternehmen
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft 4 Steyr 50,00 2021 – 1.115,1
KELAG-Kärntner Elektrizitäts- Aktiengesellschaft 5 Klagenfurt 35,17 2020 + 88.802,3

1 Eigenkapitalbegriff entsprechend § 224 Abs. 3 lit. a UGB, IFRS oder lokalem Recht
2 Vollkonsolidierung gemäß § 253–261 UGB
3 Jahresabschluss nach IFRS
4 anteilsmäßige Konsolidierung gemäß § 262 UGB
5 „at equity“ gemäß § 263–264 UGB

A ngaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Abs. 1 Z. 4 UGB

430 Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der VERBUND AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und dem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG).

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Wertansätze der Anteile an verbundenen Unternehmen

Sachverhalt und Problemstellung

Die VERBUND AG weist zum 31. Dezember 2021 Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 3.697,0 Mio. € (Vorjahr: 3.285,9 Mio. €) aus. Aufgrund der aktuellen finanz- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat die Gesellschaft die Bewertung der Beteiligungen an diesen verbundenen Unternehmen untersucht. Wir verweisen diesbezüglich auf die Erläuterungen zu den Werthaltigkeitsprüfungen in den Abschnitten „II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ und „(21) 16. Finanzergebnis“ des Anhangs.

In die zur Überprüfung der Wertansätze herangezogenen Bewertungsmodelle auf Basis kapitalwertorientierter Verfahren fließen zahlreiche Inputfaktoren ein. Dazu zählen insbesondere die künftige Entwicklung der Strom- und Primärenergiepreise, Annahmen über Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sowie die Auswirkungen aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Aufgrund der Komplexität der Bewertungsmodelle und der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktentwicklungen durch die gesetzlichen Vertreter handelt es sich um einen besonders bedeutsamen Prüfungsachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die durchgeführten Bewertungen vor allem in nachfolgenden Bereichen evaluiert:

  • die Einschätzungen des Unternehmens zur Identifikation von Wertminderungs- bzw.

Bestätigungsvermerk JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN 431# Zuschreibungs- potentialen;

• Plausibilisierung der im Rahmen der Bewertungsmodelle angesetzten Cash Flows mit unternehmens- spezifischen Informationen, vertraglichen Rahmenbedingungen, sowie relevanten Marktdaten aus ex- ternen und internen Quellen des Konzerns;
• die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle;
• Beurteilung der bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informati- onen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lage- bericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt werden. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben. Bezüglich der Informationen im Lagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Lagebericht“. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen, sobald sie vorhanden sind, zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und dem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwort- lich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahres- abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

432

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftiger- weise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolo- sen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Ri- siken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resul- tierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Un- vollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen be- inhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs- legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungs- grundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammen- hang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesell- schaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungs- vermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolge- rungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs- nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

JAHRESFINANZBERICHT - MUTTERUNTERNEHMEN

433

• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließ- lich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereig- nisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsame Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Ver- haltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutz- maßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftiger- weise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lage- berichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

434

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. April 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und am 25. Mai 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. Dezember 2007 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzli- chen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.# Glossar

EBIT (Earnings before Interest and Tax) Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern.
Eigenkapitalquote Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital.
FFO (Funds from Operations) Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern.
Fiktive Schulden- tilgungsdauer Verhältnis der Schulden zum Mittelüberschuss aus dem Ergebnis nach Steuern.
Gearing Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.
Nettogeldfluss Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; wird üblicherweise gegliedert in Nettogeldflüsse aus der operativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.
Nettoumlaufvermögen Kurzfristiges Vermögen (inkl. kurzfristiger Ausleihungen und kurzfristiger Rechnungsabgrenzungsposten) abzüglich kurzfristiger Schulden (inkl. kurzfristiger Rechnungsabgrenzungen).
Nettoverschuldung Zinsbelastetes Fremdkapital abzüglich liquider Mittel (inkl. Pos. Wertpapiere und Anteile des Umlaufvermögens), bereinigt um aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen (z. B. bei Cross-Border-Leasing-Geschäften).
RCF (Retained Cashflow) Funds from Operations (FFO) abzüglich gezahlter Dividende.
ROCE (Return on Capital Employed) Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) abzüglich darauf entfallender Steuern im Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital.
ROE (Return on Equity) Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres.
ROI (Return on Investment) Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern im Verhältnis zum Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres.
ROS (Return on Sales) Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

Glossar Teil 3

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, im April 2022

Der Vorstand

Michael Strugl
Vorsitzender des Vorstands der VERBUND AG

Peter F. Kollmann
CFO, Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands der VERBUND AG

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter gemäß § 124 (1) Börsegesetz

VERBUND Wind Power Romania S.R.L.
VERBUND Green Power GmbH
SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH
Innwerk AG
Grenzkraftwerke GmbH
Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft
Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft
SMATRICS GmbH & Co KG
E-Mobility Provider Austria GmbH
VERBUND Energy4Business GmbH
VERBUND Trading Romania S.R.L.
VERBUND Trading Serbia d.o.o. - u likvidaciji )
VERBUND Energy4Flex GmbH
VERBUND Energy4Business Germany GmbH
VERBUND Energy4Future GmbH
VERBUND Green Power Deutschland Photovoltaik GmbH
C2PAT GmbH & Co KG
C2PAT GmbH
VERBUND AG
Murkraftwerk Graz Errichtungs- und BetriebsgmbH
VERBUND Hydro Power GmbH
Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H.
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG
VERBUND Tourismus GmbH
Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH
)
VERBUND Wind Power Austria GmbH
Austrian Power Grid AG
OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG
VUM Verfahren Umwelt Management GmbH
VERBUND Energy4Customers GmbH
smart Energy Services GmbH
Equigy B.V.
Gas Connect Austria GmbH
AGGM Austrian Gas Grid Management AG
Trans Austria Gasleitung GmbH
AGCS Gas Clearing and Settlement AG
Watt Development SPV7 S.L.U.
Watt Development SPV6 S.L.U.
Watt Development SPV5 S.L.U.
Infraestructuras Comunes de Illora S.L.
Infrastrukturgesellschaft Bischheim GmbH & Co. KG
Infrastruktur Oberheimbach I GmbH & Co. KG
VERBUND Green Power Deutschland GmbH
VERBUND Innkraftwerke GmbH
VERBUND Thermal Power GmbH
VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft
VERBUND Finanzierungsservice GmbH
SMATRICS EnBW GmbH
VERBUND Services GmbH
Energji Ashta Shpk
Lestin & Co. Tauch- und Bergungsunter-nehmen Gesellschaft m.b.H. in Liqu.
)
VERBUND Green Power Hunsrück GmbH & Co. KG *)
VERBUND Green Power Deutschland GmbH

Vollkonsolidierung Gemeinschafts- unternehmen, Equitybewertung Anteilige Konsolidierung Ergebnis- abfuhrvertrag Equitybewertung
100,00%
50,00%
100,00%
50,00%
50,00%
50,00%
50,00%
50,00%
100,00%
100,00%
100,00%
99,00%
1,00%
100,00%
100,00%
100,00%
25,00%
25,00%
49,00%
100,00%
33,33%
33,33%
100,00%
80,54%
50,01%
100,00%
24,40%
100,00%
100,00%
50,00%
100,00%
51,00%
51,00%
15,53%
23,13%
100,00%
100,00%
100,00%
20,00%
20,00%
20,00%
100,00%
100,00%
100,00%
100,00%
100,00%
100,00%
35,17%
70,27%
50,00%
100,00%
100,00%
0,00%
100,00%

VERBUND AG Aktionärsstruktur in %

Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke Streubesitz Republik Österreich TIWAG
51 > 25 > 5 < 20

) in liquidation
*) die Gesellschaft hat gegenüber ihren Gesellschafter(n) eine anteilige Verlustabdeckungsvereinbarung
1) Die VERBUND AG hält an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG einen Anteil von rd. 99,9972 % und die VERBUND Thermal Power GmbH einen Anteil von rd. 0,0028 %.

IMPRESSUM & OFFENLEGUNG

Herausgeber: VERBUND AG
Am Hof 6a, 1010 Wien

Dieser Integrierte Geschäftsbericht wurde inhouse mit firesys produziert.
Diagramm- und Tabellenkonzept: Roman Griesfelder, aspektum gmbh
Kreativkonzept: Brainds Marken und Design GmbH
Grafik: Kathi Reidelshöfer, Schreibagentur
Beratung: Ute Greutter, UKcom Finance
Übersetzung und Sprachberatung: ASI GmbH
Produktion: Lindenau Productions GmbH

Kontakt:
VERBUND AG
Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich
Telefon: + 43 (0)50 313-0
Fax: + 43 (0)50 313-54191
E-Mail: [email protected]
Homepage: www.verbund.com

Firmenbuchnummer: FN 76023z
Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien
UID-Nr.: ATU14703908
DVR-Nr.: 0040771
Unternehmenssitz: Wien, Österreich

Investor Relations:
Andreas Wollein
Telefon: + 43 (0)50 313-52604
E-Mail: [email protected]

Unternehmenskommunikation:
Corinna Tinkler
Telefon: + 43 (0)50 313-53702
E-Mail: [email protected]

Aktionärsstruktur:
– Republik Österreich (51,0 %)
– Syndikat (> 25,0 %) bestehend aus EVN AG (deren Aktionäre sind: Niederösterreichische Landes-Beteiligungsholding GmbH, 51 %, und Wiener Stadtwerke GmbH, 28,4 %) und Wiener Stadtwerke GmbH (deren Alleingesellschafter die Stadt Wien ist)
– TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (> 5,0 %, deren Alleinaktionär das Land Tirol ist)
– Streubesitz (< 20,0 %): Zu den Eigentümern der Aktien, die sich im Streubesitz befinden, sind uns keine näheren Daten bekannt.

Hinweis zu gesetzlichen bzw. satzungsmäßigen Stimmrechtsbeschränkungen: Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.

Aufsichtsbehörde/Berufsverband:
E-Control GmbH/E-Control Kommission
Wirtschaftskammer Österreich
Oesterreichs Energie

Unternehmensgegenstand: Der Unternehmensgegenstand liegt schwerpunktmäßig in Erzeugung, Transport, Handel und Vertrieb von elektrischer Energie und sonstigen Energieträgern sowie im Anbieten und Durchführen von Energiedienstleistungen.

Vorstand: Michael Strugl (Vorsitzender), Peter F. Kollmann, Achim Kaspar

Aufsichtsrat: Martin Ohneberg (Vorsitzender), Christine Catasta (stv. Vorsitzende), Christa Schlager (stv. Vorsitzende), Susan Hennersdorf, Barbara Praetorius, Jürgen Roth, Eckhardt Rümmler, Stefan Szyszkowitz, Peter Weinelt, Kurt Christof, Doris Dangl, Isabella Hönlinger, Wolfgang Liebscher, Veronika Neugeboren

Besondere gesetzliche Grundlagen: Österreichisches Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz mit den dazugehörigen Verordnungen und Ausführungsgesetzen. Die angeführten gesetzlichen Grundlagen können über das Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts unter www.ris.bka.gv.at abgerufen werden.

Dieses Druckwerk wurde nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Bösmüller Print Management GesmbH & Co KG (UW-Nr. 779) gedruckt.