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VERBUND AG Annual Report 2015

Mar 30, 2016

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Annual Report

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Gestern, heute, morgen. Wir geben der Zukunft Energie.

Integrierter VERBUND-Geschäftsbericht

Im vorliegenden Bericht fassen wir unsere jährliche Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammen.

Wie nutze ich den Bericht?

Die Informationen in diesem Integrierten Bericht fokussieren auf wesentliche Aspekte in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Ergänzende Informationen zu den hier dargestellten Inhalten finden sich

  • im Disclosures on Management Approach (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen
  • im Ergänzenden Dokument (EDO) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen oder
  • an anderen Stellen im Web, auf die gesondert verwiesen wird.

Der Integrierte Geschäftsbericht steht Ihnen unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen auch online zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie unter www.verbund.com > Verantwortung.

Corporate Magazine "flow"

Wollen Sie mehr zum Thema Energiezukunft erfahren? Dann lesen Sie die neue Ausgabe von flow. Das Corporate Magazine von VERBUND ist auch online auf www.verbund.com/flow unter "flow to go" kostenlos verfügbar.

Gestaltungskonzept Diagramme und Tabellen

Säulen-/Balkenbreite

Breite Säulen oder Balken stellen physisch zählbare Messgrößen dar. Beispiele: MW, GWh, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mittelbreite Säulen oder Balken stellen aggregierte Werte dar. Beispiele: Tsd. €, Mio. €, Mrd. €

Schmale Säulen oder Balken stellen Werte in Euro pro Einheit dar. Beispiele: €/Aktie, €/MWh

Quotienten oder Indizes dar.

Beispiele: Dividendenrendite in %,

Aktienkurs indexiert, BIP-Wachstum in %

Farben

  • Aktuelles Jahr
  • Neutral
  • Vorjahre
  • Planwerte
  • VERBUND
  • Hervorhebung

VERBUND ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen. In diesem Bericht werden daher wesentliche Teile geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit wird an anderen Stellen des Berichts nur die männliche Form angeführt, stets sind aber Männer wie Frauen angesprochen.

Fünf-Jahres-Vergleich

Wirtschaft

Einheit 2011 20126 20136 20146 2015
Umsatzerlöse1 Mio. € 3.027,7 3.174,3 3.266,5 2.880,4 2.969,6
EBITDA Mio. € 1.069,5 1.235,4 1.301,4 808,8 888,7
Bereinigtes EBITDA2 Mio. € 1.277,9 1.159,6 889,6 838,8
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. € 1.030,0 900,2 148,3 384,4 410,6
Operatives Ergebnis vor
Werthaltigkeitsprüfungen
Mio. € 827,8 955,9 932,7 423,5 528,6
Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht
fortzuführenden Aktivitäten3
Mio. € 0,2 – 364,2 25,1
Konzernergebnis Mio. € 355,8 389,3 579,6 126,1 207,7
Bereinigtes Konzernergebnis2 Mio. € 625,4 384,2 216,0 268,9
Bilanzsumme Mio. € 11.859,3 12.387,3 12.883,4 12.247,3 11.763,0
Eigenkapital Mio. € 4.919,1 5.099,4 5.552,9 5.280,5 5.433,3
Nettoverschuldung (Net Debt) Mio. € 4.050,1 3.311,7 3.706,3 4.059,6 3.685,4
Zugänge zum Sachanlagevermögen
(ohne Unternehmenserwerb)
Mio. € 581,4 680,3 579,1 412,3 269,3
Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 829,9 1.034,7 841,4 717,6 674,0
Free Cashflow vor Dividende Mio. € 56,1 95,0 852,2 284,7 551,4
Free Cashflow nach Dividende4 Mio. € – 195,7 – 164,4 546,7 – 133,6 392,7
EBITDA-Marge1 % 35,3 38,9 39,8 28,1 29,9
EBIT-Marge1 % 34,0 28,4 4,5 13,3 13,8
Return on Capital Employed (ROCE) % 6,9 6,3 4,8 3,2 3,9
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 10,0 10,0 12,1 3,3 4,7
Eigenkapitalquote (bereinigt) % 43,0 42,6 44,5 44,7 48,2
Nettoverschuldungsgrad % 82,3 64,9 66,7 76,9 67,8
Net Debt/EBITDA X 3,8 2,7 2,8 5,0 4,1
FFO/Net Debt (Net Debt Coverage) % 24,0 32,1 33,6 18,2 23,9
Gross Debt Coverage (FFO) % 19,5 20,6 26,0 16,1 22,8
Gross Interest Cover (FFO)5 X 3,9 4,5 5,5 2,8 5,2
Schlusskurs 20,74 18,76 15,52 15,30 11,86
Marktkapitalisierung Mio. € 7.203,7 6.517,5 5.390,2 5.313,7 4.120,4
Ergebnis je Aktie 1,02 1,12 1,67 0,36 0,60
Cashflow je Aktie 2,39 2,98 2,42 2,07 1,94
Buchwert je Aktie 12,42 12,83 14,24 13,50 13,99
Kurs/Gewinn-Verhältnis (Ultimo) X 20,25 16,74 9,30 42,14 19,83
Kurs/Cashflow-Verhältnis X 8,68 6,30 6,41 7,41 6,11
Kurs/Buchwert-Verhältnis X 1,67 1,46 1,09 1,13 0,85
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie 0,55 0,60 0,55 0,29 0,35
(Vorgeschlagene) Sonderdividende je Aktie 0,45
Dividendenrendite % 2,7 3,2 6,4 1,9 3,0
Ausschüttungsquote vom Konzernergebnis % 53,7 53,5 59,9 79,9 58,5
Entity Value/EBITDA X 10,5 8,0 7,0 11,6 8,8
Ø Betriebswirtschaftlicher Personalstand 3.045 3.100 3.351 3.245 3.089
Stromabsatz GWh 46.887 47.483 50.276 50.823 51.375
Erzeugungskoeffizient 0,89 1,11 1,07 1,02 0,93

Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2015 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2014 retrospektiv angepasst. // 2 Bereinigt um außergewöhnliche Effekte. // 3 Das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten entspricht dem Ergebnis nach Ertragsteuern, das den als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften französischen Beteiligungen Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. bis zur Entkonsolidierung am 13.10.2014 zuzurechnen war. // 4 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2013 retrospektiv angepasst. // 5 Zinsaufwendungen ohne den Kommanditisten zurechenbare Ergebnisanteile. // 6 Für die Berechnung der Kennzahlen wurde das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten miteinbezogen.

Umwelt

Einheit 2011 2012 2013 2014 2015
Erzeugung Wasserkraft1 GWh 24.216 30.485 30.943 31.188 28.098
Erzeugung Wind und Photovoltaik GWh 127 242 565 811 882
Erzeugung Wärmekraft GWh 5.410 4.500 4.031 2.031 2.259
Spezifische THG-Emissionen
(Scope 1– 3, Gesamterzeugung)2
g CO2e/kWh 151 131 118 74 74
Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus
erneuerbaren Energieträgern3
kt CO2 19.718 24.890 25.523 25.921 24.167
Anteil ISO-14001- und EMAS-Standorte4 % 69 78 90 92 93
Soziales
Einheit 2011 2012 2013 2014 2015
Arbeitsrechtlicher Personalstand5 Personen 3.139 3.200 3.339 3.265 3.098
Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in 6 Stunden 48,2 36,8 38,4 29,6 33,6
Unfallrate7 12 9 13 14 12
Frauenanteil % 18,3 19,0 18,4 17,8 17,8
durchschnittliche Dauer der
Unternehmenszugehörigkeit8
Jahre 19,0 17,3 17,7 17,0 19,2
Fluktuationsrate9 % 1,6 2,0 2,6 2,7 2,7

inkl. Bezugsrechten // 2 Emissionen werden sowohl für Eigenerzeugung als auch für Bezugsrechte ausgewiesen; vorläufige Werte vor Prüfung. 2015: "Emissionen aus Netzbezug" wurden für 2014 unter Berücksichtigung der Strommenge mit Herkunftsnachweisen aus 100 % Wasserkraft neu berechnet. Vorgelagerte Emissionen aus Gewinnung und Transport von Brennstoffen sind ab 2012 berücksichtigt. // 3 Die Berechnung der vermiedenen Emissionen erfolgte bis 2014 auf Basis der Emissionswerte eines Steinkohlekraftwerks (Typ Dürnrohr). Ab 2015 erfolgt die Ermittlung aufgrund des durchschnittlichen Emissionswerts der thermischen Erzeugung nach ENTSO-E. // 4 Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Solaranlagen, Windkraft unter 20 MW sowie Standorte mit <51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12. // 5 Arbeitsrechtlicher Personalstand per 31.12.2015, ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Vorruhestand, Anstieg 2013 v.a. durch Zukauf Grenzkraftwerke GmbH und Innwerk AG. // 6 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen. //7 Anzahl Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen an VERBUND-Standorten in Österreich, inkl. Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH // 8 Änderung der Berechnungsmethodik, Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt. // inkl. Abgängen in der Probezeit.

Basisinformationen
Grundkapital (€) 347.415.686
Aktien (Stück) 347.415.686
Börsennotierung
Wien VER
Informationssysteme
Bloomberg VER AV
Reuters VERB.VI
ISIN AT0000746409

Kapitalmarktkalender 2016

Termin Datum
Jahresergebnis 2015 9.3.2016
Veröffentlichung Integrierter Geschäftsbericht 9.3.2016
Nachweisstichtag Hauptversammlung 3.4.2016
Hauptversammlung 13.4.2016
Ex-Dividenden-Tag 20.4.2016
Nachweisstichtag Dividenden 21.4.2016
Dividenden-Zahltag 3.5.2016
Zwischenbericht Quartal 1/2016 4.5.2016
Zwischenbericht Quartale 1– 2/2016 28.7.2016
Zwischenbericht Quartale 1– 3/2016 9.11.2016

VERBUND Jahresfinanzbericht 2015

Teil 1 – Konzern 6
Konzernlagebericht 47
Konzernabschluss 130
Teil 2 – Mutterunternehmen 271
Lagebericht 279
Jahresabschluss 319
Teil 3 – Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 353

Teil 1 Konzern

Zum integrierten Bericht

Als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt nehmen wir unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft sehr ernst. Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang das Erkennen von Stakeholder-Bedürfnissen, welche sich im Laufe der Zeit verändern und weiterentwickeln.

So haben wir bereits im Jahr 1994 als eines der ersten Unternehmen in Österreich einen "Umweltbericht" erstellt und den Trend zur Darstellung von umweltrelevanten Faktoren vorweggenommen. Dieser Publikation folgte 2002 der erste "VERBUND-Nachhaltigkeitsbericht", den wir seitdem jährlich als Ergänzung zum Geschäftsbericht veröffentlicht haben. Der letzte Bericht innerhalb des VERBUND Sustainability Reportings war der "VERBUND Nachhaltigkeitsbericht 2014". Dieser erschien im April 2015.

Den steigenden Bedarf an ganzheitlichen Unternehmensinformationen unserer Anspruchsgruppen versuchen wir nun mit diesem ersten integrierten Geschäftsbericht zu decken. Die seit 2002 erfolgte jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung wird auch in Zukunft innerhalb des Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts weitergeführt werden.

Stakeholderinteressen im Mittelpunkt der integrierten Berichterstattung

Die unterschiedlichen Informationsansprüche von Investoren, Eigentümern, Kunden, Mitarbeitern und weiteren Interessengruppen sind durch die jeweils wesentlichen Inhalte zu bedienen. Wir haben deshalb unseren Geschäftsbericht neu konzipiert und die Wertschöpfung von VERBUND unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte dargestellt. Die Berichtsinhalte entsprechen den gesetzlichen Vorschriften und decken die wichtigsten Unternehmensthemen ab, die wir in der VERBUND-Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst haben. Bei der Entwicklung dieser Matrix wurden jene Bereiche identifiziert, welche die größten Chancen, aber auch Risiken für VERBUND und seine Stakeholder in sich bergen. Auf Angaben von geringerer Relevanz wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Berichtsstandards in diesem integrierten Geschäftsbericht verzichtet. Mit dem Fokus auf die Wesentlichkeit von Themen soll eine möglichst hohe Aussagekraft und Transparenz des Berichts gewährleistet werden. Im GRI-Index am Ende dieses Berichts sind alle für VERBUND relevanten Nachhaltigkeitsindikatoren angeführt.

Unternehmensstrategie und Vision als Basis

Die Vision von VERBUND lautet: "Mit sauberem Strom und innovativen Lösungen geben wir der Zukunft Energie." Ausgehend davon und von der VERBUND-Unternehmensstrategie möchten wir unseren Stakeholdern mit diesem Bericht aufzeigen, wie integriertes Denken und Wirtschaften bei VERBUND umgesetzt wird. Wir streben auf allen Wertschöpfungsstufen von der Energieaufbringung und -übertragung über den Energiehandel und -vertrieb bis hin zu unseren energienahen Angeboten nach ökonomischer und ökologischer Exzellenz. Damit möchten wir einen Mehrwert – sowohl für unsere Kunden als auch alle anderen Stakeholder – schaffen.

Unser Erfolg hängt von zukunftsfähigen Managemententscheidungen unter den sich stetig wandelnden wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Daher steuern wir nicht nur anhand finanzieller Kennzahlen, sondern berücksichtigen auch nichtfinanzielle Faktoren.

Standards und Richtlinien

Wir haben unsere Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung verknüpft, die Inhalte der in den Vorjahren veröffentlichten zwei getrennten Berichte – Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitsbericht – fokussiert und besonderen Wert auf eine verständliche und nachvollziehbare Erläuterung der Unternehmensentwicklung gelegt. Alle Daten und Berechnungsgrundlagen dieses integrierten Geschäftsberichts sind an nationalen und internationalen Standards sowie Leitlinien der Finanz- (u.a. den Rechnungslegungsstandards IFRS) und Nachhaltigkeitsberichterstattung (den G4-Richtlinien (Option "Kern") und den Sector Disclosures für Electric Utilities der Global Reporting Initiative) ausgerichtet. Angaben zur Nachhaltigkeit wurden in dem im GRI-Index angegebenen Umfang extern überprüft.

Bei der Berechnung von Kennzahlen verwendete Methoden, Standards und Faktoren sowie getroffene Annahmen können jederzeit im Unternehmen nachgefragt werden.

Prinzipien und Aufbau des Berichts

Der vorliegende Integrierte Geschäftsbericht enthält im Wesentlichen den VERBUND-Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 inkl. der Beschreibung der Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich sowie den VERBUND-Konzernabschluss inkl. Anhang und den GRI-Index. Die Prinzipien unseres fairen Wirtschaftens werden im Corporate Governance Bericht angeführt. Damit umfasst dieser Integrierte Geschäftsbericht nicht nur die wirtschaftlichen und rechtlichen Informationen des Konzerns, sondern auch die darüber hinausgehenden Aspekte der Nachhaltigkeit. Wir möchten unseren Stakeholdern damit die Gesamtzusammenhänge unseres nachhaltigen Geschäftsmodells noch klarer vermitteln.

Die aktuellen Projekte und Ereignisse werden kompakt dargestellt. Für weitere Details und Hintergrundinformationen verweisen wir auf zusätzliche Quellen. Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich unter anderem im Dokument "DMA – Disclosures on Management Approach" sowie dem Ergänzungsdokument "EDO".

Den Kern unseres nachhaltigen Geschäftsmodells bildet die CO2-freie Stromerzeugung aus Wasserkraft. Details hierzu sind dem Segmentbericht Energie zu entnehmen. Auch im Segmentbericht Netz sind wichtige Nachhaltigkeitsinformationen enthalten. Weitere Details zum Thema Nachhaltigkeit finden sich in den Kapiteln "Umwelt", "Chancen- und Risikomanagement" und "Stakeholder Relations".

Informationen über VERBUND als verantwortungsbewussten Arbeitgeber sind im Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung" enthalten. Das Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung" stellt innovative nachhaltige Produkte und Dienstleistungen vor.

Da VERBUND vor allem nur in Europa tätig ist, wird dies als eine Region bzw. als ein regulatorisches Regime verstanden.

Am Berichtsende sind im GRI-Index die grundlegenden Informationen über die ausgewählten nachhaltigen Aspekte in diesem Bericht zu finden sowie die beiden Bestätigungsberichte des Wirtschaftsprüfers für die Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung.

VERBUND ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen. In diesem Bericht werden daher wesentliche Teile geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit wird an anderen Stellen des Berichts nur die männliche Form angeführt, stets sind aber Männer wie Frauen angesprochen.

Die ergänzenden Dokumente DMA und EDO sind unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar

Vorwort des Vorstands

Geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre!

Der gesamte Stromsektor befindet sich weiterhin im Umbruch. Dies erfordert tiefgreifende Änderungen der Geschäftsmodelle von klassischen Stromversorgungsunternehmen. Die Wertigkeit der im freien Markt verkaufbaren konventionellen Stromerzeugung sinkt stark, die Bedeutung der geförderten erneuerbaren Energie, der flexiblen Stromerzeugung bzw. der regulierten Netze steigt. Kundenbedürfnisse und neue, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen rücken vermehrt in den Fokus.

VERBUND hat seine Neuausrichtung im Geschäftsjahr 2015 zügig vorangetrieben und sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt. Im Sinne eines integrierten Managementansatzes haben wir uns mit diesem Bericht auch erstmalig für die "integrierte Berichterstattung" entschieden, welche die Aspekte der Wirtschaftlichkeit und jene der Nachhaltigkeit in einem Bericht vereint.

Rahmenbedingungen am Markt weiterhin herausfordernd Die Gründe für den Umbruch am europäischen Strommarkt sind vielfältig. Stromversorgungsunternehmen finden langfristig geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen am Markt vor. Geringes Wirtschaftswachstum und steigende Energieeffizienz drücken auf den Stromverbrauch. Die Stromerzeugungskapazitäten steigen hingegen durch geförderte Investitionen, vor allem in erneuerbare Energieträger, weiter an. Die Primärenergiepreise sind massiv zurückgegangen, entsprechend ist der Großhandelspreis für Strom in den letzten Jahren erheblich gefallen. Die Umsetzung der Energiewende in Richtung CO2-freie Erzeugung schreitet voran, und der Anteil der thermischen Erzeugung an der Gesamtstromproduktion in Europa sinkt. Aufgrund der volatilen Energieerzeugung aus Kraftwerken im Bereich der erneuerbaren Energieträger ist zudem mehr Flexibilität in der Stromerzeugung und im Netzbetrieb erforderlich.

VERBUND wird CO2-frei VERBUND zählt mit einem erneuerbaren Anteil an der Stromerzeugung von rund 93% bereits heute zu den umweltfreundlichsten Stromversorgern in Europa. Unseren Kurs hin zu einem CO2-freien, kostengünstigen und innovativen Strom- und Dienstleistungsanbieter konnten wir 2015 innerhalb der anspruchsvollen Rahmenbedingungen fortsetzen. Großinvestitionen in Wasserkraft wurden fokussiert an Standorten wie Reißeck II oder dem Gemeinschaftskraftwerk Inn getätigt. Der österreichische Windpark Bruck-Göttlesbrunn konnte 2015 fertiggestellt werden. Auf dem Weg zur Vollzertifizierung haben bereits mehr als 90% unserer Standorte ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem.

Einen wesentlichen Beitrag hin zu einer CO2-freien Stromerzeugung leistete die konsequente Restrukturierung des thermischen Bereichs. VERBUND schloss im ersten Quartal 2015 sowohl den Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul als auch den Ausstieg aus der italienischen Beteiligung Sorgenia ab. Beim Steinkohlekraftwerk Dürnrohr wurden die Maßnahmen zur Schließung im zweiten Quartal 2015 plangemäß durchgeführt. Für den Kraftwerkestandort Mellach werden sämtliche Optionen geprüft. Die Schließung des Kohlekraftwerks Mellach ist für Sommer 2020 geplant.

Gesicherte Erträge aus dem regulierten Hochspannungsnetz Das VERBUND-Hochspannungsnetz spielt sowohl in Österreich als auch zunehmend in Europa eine bedeutende Rolle bei der Integration der volatilen, neuen erneuerbaren Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Eine wesentliche Rolle spielt hier die Umsetzung des österreichischen Netzentwicklungsplans. Für die darin definierten Investitionen erhalten wir eine gesicherte regulatorische Rendite, die einen stabilen Ausgleich zum sinkenden Ergebnis aus der Stromerzeugung darstellt.

Innovative Produkte und steigende Zahl an Endkunden Mit flexiblen Produkten aus dem Stromhandel, insbesondere Regelenergie und Engpassmanagement, konnte VERBUND 2015 wesentliche zusätzliche Erträge erwirtschaften. Zudem bauten wir 2015 die kundennahen Services für Haushaltskunden weiter aus und haben neue Produkte wie "plusGas", "Eco-Home" bzw. unsere "Eco-Pakete" auf den Markt gebracht. Weiters schlossen wir eine Energiepartnerschaft mit SOLAVOLTA, einem führenden österreichischen Anbieter für Photovoltaiklösungen. Mit dieser 50-%-Beteiligung bietet VERBUND seinen Kundinnen und Kunden zukünftig zusätzliche attraktive Angebote wie die Powerwall von Tesla Energy an. Die Vertriebsaktivitäten in Österreich und Deutschland wurden ebenfalls verstärkt. Die stetig steigenden Kundenzahlen zeigen, dass die breite Produktpalette und unsere Marktoffensive positiv angenommen werden. So belief sich die Anzahl der Stromkunden im Kundensegment Haushalt/ Landwirtschaft und Gewerbe zum 31.12.2015 bereits auf rund 341.000 und jene der Gaskunden auf rund 23.000.

Effizienzsteigerungsprogramm 2013–2015 großteils abgeschlossen, Investitionen fokussiert Ende 2015 wurde das interne Effizienzsteigerungsprogramm großteils abgeschlossen, mit dem kumuliert über die vergangenen drei Jahre 177 Mio. € eingespart werden konnten. Das sind um 47 Mio. € mehr als ursprünglich geplant. Der Investitionsplan für die Jahre 2016 bis 2018 sieht in Summe 632 Mio. € für Investitionen in das weitere Wachstum und 427 Mio. € für Maßnahmen der Instandhaltung vor.

Gute Ergebnisentwicklung geprägt durch Einmaleffekte Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2015 war positiv. Das EBITDA stieg um 9,9% auf 888,7 Mio. €, das Konzernergebnis lag mit 207,7 Mio. € um 64,7% über dem Vorjahreswert. Die Ergebnisentwicklung war jedoch in beiden Jahren massiv von Einmaleffekten beeinflusst. Bereinigt um Einmaleffekte sank das EBITDA, trotz der gesunkenen Absatzpreise und einer im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte geringeren Wasserführung, um 5,7% auf 838,8 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die Zusatzerträge aus der Vermarktung von Regelenergie und dem Engpassmanagement sowie auf Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen zurückzuführen. Das bereinigte Konzernergebnis konnte um 24,5% auf 268,9 Mio. € gesteigert werden.

Dividende und Ausblick Bei der Hauptversammlung am 13.4.2016 werden wir für das Geschäftsjahr 2015 entsprechend unserer Dividendenpolitik eine Dividende von 0,35 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt 2015 somit 45,2%. Auch für das Geschäftsjahr 2016 planen wir bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis eine Ausschüttungsquote von rund 50%. Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft erwarten wir für das Geschäftsjahr 2016 ein EBITDA von rund 750 Mio. € und ein Konzernergebnis von rund 230 Mio. €.

Wir danken allen unseren Kundinnen und Kunden für ihre Entscheidung für Strom aus unserer nachhaltigen Erzeugung und für ihr Vertrauen in unsere Zuverlässigkeit und Innovationskraft. Allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir in diesen Zeiten der starken Veränderungen besonders, denn sie tragen den Wandel mit und ermöglichen den Unternehmenserfolg.

Bericht des Aufsichtsrats

Die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen haben für VERBUND, Österreichs führendes Stromunternehmen, auch das Geschäftsjahr 2015 geprägt. Mit der Umsetzung eines Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogramms und einer fokussierten strategischen Ausrichtung gelang es VERBUND dennoch, die profitable und nachhaltige Entwicklung fortzusetzen. So konnte trotz eines durch Eingriffe in den Strommarkt bedingten negativen Umfeldes und der nach wie vor vorherrschenden volatilen wirtschaftlichen Tendenzen sowie einer unterdurchschnittlichen Wasserführung ein relativ gutes Ergebnis erzielt werden. Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt.

Erfüllung der Aufgaben Der Aufsichtsrat hat in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 92%. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten, sodass stets alle Mitglieder involviert waren. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand in wesentlichen zukunftsorientierten Fragen, insbesondere zu Struktur und Strategie des Unternehmens, beraten und entsprechend der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Zudem fanden regelmäßig Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Mitgliedern des Vorstands, insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden, statt.

Unter den wichtigsten Entscheidungen des Aufsichtsrats sind neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des Konzernbudgets vor allem die Zustimmung zu Großinvestitionen wie dem Bau des Wasserkraftwerks Gries und Änderungen beim Kraftwerk Reißeck II hervorzuheben.

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats Nach dem turnusmäßigen Ablauf der Funktionsperiode kam es in der ordentlichen Hauptversammlung am 22.4.2015 zur Neuwahl des gesamten Aufsichtsrats. Dabei wurden fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt, die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder blieb unverändert. Zum Vorsitzenden wurde wiederum Dr. Gilbert Frizberg gewählt, zu seinen Stellvertretern Dr. Michael Süß und Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß.

Den ausgeschiedenen Mitgliedern Dkfm. Peter Püspök, Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher, Dipl.- Betriebswirt Alfred H. Heinzel und Mag. Herbert Kaufmann dankt der Aufsichtsrat für ihr langjähriges, erfolgreiches Wirken im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats Als führendes börsennotiertes Unternehmen hat sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und ist bestrebt, den Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden die Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, fast vollständig eingehalten. Wie im Corporate Governance Kodex vorgesehen, fanden Sitzungen bei Bedarf auch ohne Teilnahme des Vorstands statt. Der Aufsichtsrat hat sich erneut auch eingehend mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt. Dabei hat er keine Konflikte festgestellt, die über einzelne Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hatte im Berichtsjahr drei Sitzungen (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen). Der Prüfungsausschuss, der vom Arbeitsausschuss losgelöst als eigener Ausschuss eingerichtet ist, hielt ebenfalls drei Sitzungen ab: Er befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem und mit den Prüfungen durch die Interne Revision. Mit einer Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats erhöht sich ab 2016 die Anzahl der Mitglieder des Arbeitsausschusses und des Prüfungsausschusses.

Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet, die ihre in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben wahrnahmen. Der Präsidial- und Vergütungsausschuss trat zu vier Sitzungen zusammen, welche die Zielvereinbarungen und die variable Vergütung des Vorstands sowie die Geschäftsverteilung des Vorstands und aktuelle Schwerpunktthemen zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss hielt zwei Sitzungen ab, in denen er sich mit der Vorbereitung der Neuwahl des Aufsichtsrats befasste.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem Corporate Governance Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er bestätigt, dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2015 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht hat der Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie den vom Vorstand vorgelegten Corporate Governance Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2015 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Wien, im März 2016

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender des Aufsichtsrats

UNSERE MARKE

verbund strebt auf allen Wertschöpfungsstufen der elektrischen Energie und mit energienahen Angeboten nach ökonomischen und ökologischen Spitzenleistungen und schafft dadurch Mehrwert für Kunden und andere Stakeholder.

AKTIONÄRSSTRUKTUR

Kontakt

VERBUND AG, Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich +43(0)50313-0 [email protected] www.verbund.com

VERBUND auf einen Blick. Am Strom der Zukunft.

Mit sauberem Strom und innovativen Lösungen geben wir der Zukunft Energie, das ist unsere Mission. VERBUND ist einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Die Wertschöpfungskette von VERBUND umfasst Erzeugung, Transport, Handel und Vertrieb von elektrischer Energie sowie sonstige Energieträger und Energiedienstleistungen. Das Unternehmen erzielte 2015 mit rund 3.100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 3,0 Mrd. €. Seit 1988 notiert VERBUND an der Börse Wien, 51 % des Aktienkapitals besitzt die Republik Österreich.

TRANSPORT

Austrian Power Grid (APG) ist die 100%ige Netztochter der VERBUND AG und betreibt das österreichische Übertragungsnetz mit einer Trassenlänge von rund 3.500 km sowie 63 Umspannwerken und Schaltanlagen. Im Herzen Europas integriert es Strom aus erneuerbaren Energien in die europäische wie österreichische Stromversorgung und hilft maßgeblich mit, die Energiewende zu verwirklichen. Das leistungsfähige Netz gewährleistet die Versorgungssicherheit und ist eine Grundlage für die Entwicklung eines EU-weit liberalisierten Strommarkts.

HANDEL UND VERTRIEB

Alle Werte 2015

Das VERBUND-Management

Der Vorstand
Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 1956 1.1.2009 31.12.2018
Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig 1952 1.1.1994 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1962 1.1.2014 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 1953 1.4.2011 31.12.2018

Der Aufsichtsrat – Kapitalvertreter

Name Datum der Erstbestellung Ende der laufenden
Funktionsperiode
Dr. Gilbert Frizberg
Vorsitzender 16.3.2000 o. HV 2020
Dkfm. Peter Püspök
1. Vorsitzender-Stellvertreter
16.3.2000 22.4.2015
Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß
1. Vorsitzender-Stellvertreter
22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher
2. Vorsitzender-Stellvertreter
7.4.2010 22.4.2015
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß
2. Vorsitzender-Stellvertreterin
22.4.2015 o. HV 2020
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel 16.3.2000 22.4.2015
Mag. Harald Kaszanits 7.4.2010 o. HV 2020
Mag. Herbert Kaufmann 26.3.2008 22.4.2015
Mag. Dr. Martin Krajcsir 9.4.2014 o. HV 2020
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 13.4.2011 o. HV 2020
Mag. Werner Muhm 22.4.2015 o. HV 2020
Dr. Susanne Riess 22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Jürgen Roth 22.4.2015 o. HV 2020
Christa Wagner 7.4.2010 o. HV 2020

Der Aufsichtsrat – Arbeitnehmervertreter

Name Datum der Erstbestellung Entsendet von der
Anton Aichinger
Vorsitzender der Konzernvertretung
der Arbeitnehmer/-innen
seit 25.10.2006 Arbeitnehmervertretung
Kurt Christof
Zentralbetriebsratsvorsitzender
seit 8.3.2004 Arbeitnehmervertretung
Ing. Wolfgang Liebscher
Zentralbetriebsratsvorsitzender
seit 1.11.2013 Arbeitnehmervertretung
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner
Betriebsratsvorsitzende
seit 29.8.2006 Arbeitnehmervertretung
Ing. Joachim Salamon
Zentralbetriebsrat
seit 25.10.2006 Arbeitnehmervertretung

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

Integrierte VERBUND-Unternehmensstrategie

Die Strategie von VERBUND zeigt den Weg für eine erfolgreiche Steigerung des Unternehmenswertes in einer sich disruptiv entwickelnden, neuen Energiewelt: Wir richten uns auf 100% erneuerbare Stromerzeugung aus Wasserkraft aus, ergänzt um Windkraft, mit striktem Fokus auf effiziente Erzeugungskosten.

Wir verstehen uns als verlässlicher, kompetenter und international anerkannter Netzbetreiber und entwickeln unser Hochspannungsnetz entsprechend den europäischen Anforderungen weiter.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind tragende Grundsätze für unsere Investitionen, die wir auch verstärkt im regulierten Bereich tätigen.

Wir stärken unsere Position als führender Flexibilitäts- und Grünstromvermarkter und legen im Vertrieb den Schwerpunkt auf den Ausbau der Endkundenbasis für Strom und Gas in Österreich und Deutschland. Unser traditionelles Stromgeschäft ergänzen wir um zukunftsweisende, profitable Geschäftsmodelle und Dienstleistungen für eine effiziente Energienutzung.

Investitionen in Forschung und Entwicklung, eigenverantwortliches Handeln unserer Mitarbeiter sowie eine dynamische Innovationskultur bilden die starke Basis für den zukünftigen Erfolg von VERBUND.

Integrierte VERBUND-Unternehmensstrategie

CO2-freier Low-Cost-Erzeuger Verlässlicher Netzbetreiber Kundenorientierter Lösungsanbieter Wasser- und Windkraft sind unsere wichtigsten Erzeugungstechnologien und bilden die Basis für die Positionierung der Marke VERBUND als CO2-freier Low-Cost-Erzeuger. Zudem bildet unser Erzeugungsportfolio die Grundlage für attraktive Flexibilitätsprodukte, die wir optimal auf die Bedürfnisse eines modernen Energiemarktes ausrichten. Wir investieren zukünftig ausschließlich in CO2-freie Erzeugungstechnologien. Unser Ziel ist eine 100% CO2-freie Stromerzeugung bis 2020. Als verlässlicher und stabiler Netzbetreiber sichern wir mit unserem leistungsfähigen Übertragungsnetz die Stromversorgung Österreichs und bekennen uns zum nationalen Netzentwicklungsplan. Die geografisch günstige Lage unseres Übertragungsnetzes im Zentrum des europäischen Binnenmarktes unterstützt unsere strategische Positionierung als kompetenter Partner in internationalen Kooperationen. Unsere Aktivitäten im Stromhandel dienen vorwiegend der optimierten Vermarktung der Eigenerzeugung. Innovative Grünstrom- und Flexibilitätsprodukte steigern dabei die Wertigkeit unseres Stroms. Zudem entwickeln wir neue kundennahe Handelsprodukte und bauen unsere Dienstleistungen konsequent aus. Unsere Endkunden erhalten sauberen Strom und Gas sowie energienahe Angebote und innovative Lösungen zur effizienten Energienutzung.

Österreich und Deutschland sind unsere geografischen Kernmärkte.

Märkte Investitionsfokus

Unser Geschäftsmodell fokussiert auf profitable Asset-Investments im regulierten Bereich und auf Effizienzsteigerungen sowie auf die optimale Erfüllung der Bedürfnisse unserer Kunden im verantwortungsvollen Umgang mit Energie.

Unternehmensziele

Details zur Wesentlichkeitsanalyse und zu den Zielen von VERBUND siehe EDO Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse der Global Reporting Initiative (GRI) und der VERBUND-Strategie wurden folgende Unternehmensziele bis 2020 für VERBUND festgelegt:

Wesentliche Themen Unternehmensziele
Wertsteigerung des Unternehmens Finanzielle Stabilität: Net Debt/EBITDA < 3,0
Kapitalrentabilität: ROCE >7,0%
Profitables Wachstum in allen Wertschöpfungsstufen
Erzeugung Fokus auf Wasser- und Windkraft
Positionierung als effizientester Stromerzeuger in der Peergroup
Ausstieg aus der thermischen Erzeugung bis 2020
Netzbetrieb Systemsicherheit im österreichischen Übertragungsnetz
Umsetzung des Netzentwicklungsplans
Kundenorientierte Lösungen Optimierte Vermarktung der Eigenerzeugung
Starker Ausbau energienaher Dienstleistungen
Umwelt- und Klimaschutz Klima- und umweltschonende Stromerzeugung
zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern
Verringerung der spezifischen Emissionen <10 g CO2e/kWh
Zertifizierung aller VERBUND-Standorte nach ISO 14001
Dialog mit Stakeholdern Aktive und offene Kommunikation mit allen relevanten
Stakeholder-Gruppen
Verantwortung für Mitarbeiter Unfallrate im Konzern unter 12 pro 1.000 Mitarbeiter pro Jahr
Attraktive und sichere Arbeitsplätze: Fluktuationsrate <5%
Umsetzung des Effizienzsteigerungsprogramms
40 Bildungsstunden pro Mitarbeiter pro Jahr
35 neue Lehrlinge pro Jahr
Förderung von Frauen im Unternehmen Frauenanteil 20%
Compliance und Transparenz Faire Geschäftspraktiken auf allen Wertschöpfungsstufen
Gesellschaftliches Engagement Kontinuierliches Engagement im Sozial- und Bildungsbereich

Zusätzlich wird ein Rating im A-Bereich angestrebt.

Relations-Management

Stakeholder Relations

Wenn wir die Bedürfnisse und Erwartungen unserer internen und externen Interessengruppen kennen, können wir unsere unternehmerischen Entscheidungen besser an ihren Interessen ausrichten. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Anregungen und Expertise der Stakeholder wichtige Impulse für unsere Arbeit geben.

Die Planung und Steuerung der Beziehungen zu unseren Interessengruppen erfolgt zentral in der Holding, die operative Umsetzung der Beziehungspflege erfolgt je nach Interessengruppe in den Fachbereichen und den Tochtergesellschaften.

Unser Stakeholder-Management orientiert sich an den Prinzipien Inklusivität, Wesentlichkeit und Reaktivität.

Ausgewählte Dialogformate 2015

Ideen-Werkstatt: Innovatives Veranstaltungsformat, bei dem ausgewählte Stakeholder mit Unterstützung von Energieexperten an konkreten Fragestellungen der Energie- und Umweltpolitik arbeiten. 2015 wurden im Rahmen einer Ideenwerkstatt neue Energiedienstleistungen für Kunden erarbeitet.

energyLAB2050: Workshop in der Design-Thinking-Methode, bei dem sich Teilnehmer zentraler energiepolitischer Institutionen und von Parlamentsparteien zwei Tage lang mit Fragen zur Energiezukunft beschäftigten und mit innovativen Methoden Lösungen erarbeiteten. Die Ergebnisse wurden im Rahmen von energy2050, der VERBUND-Energiekonferenz in Fuschl, präsentiert.

Round Table mit Umweltorganisationen: Die zentralen Umweltorganisationen Österreichs werden zweimal pro Jahr zu einer Diskussion mit VERBUND-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber eingeladen. Dabei wird über umwelt- und energiepolitische Herausforderungen diskutiert, und es werden gemeinsame Aktivitäten und Allianzen vereinbart. 2015 wurde unter anderem im Vorfeld der Weltklima-konferenz in Paris ein gemeinsames Positionspapier zum Klimaschutz erstellt und an die Bundesregierung kommuniziert.

Energie-Frühstück "VERBUND im Dialog": Das Energie-Frühstück ist eine Diskussionsveranstaltung, die VERBUND dreimal im Jahr organisiert. Zielgruppe sind die energiepolitischen Entscheidungsträger und die führenden Energieexperten in Österreich. Zu aktuellen energiepolitischen Fragestellungen gibt es jeweils eine Keynote, gefolgt von einer Diskussionsrunde unter Beteiligung des VERBUND-Vorstands. Teilnehmer sind jeweils 60 bis 80 Personen, darunter auch Medienvertreter. Themen 2015 waren der Klimaschutz, der Wert der Wasserkraft in Europa sowie die Digitalisierung der Energiebranche.

Energie-Club München: Gemeinsam mit dem Bayernwerk und der Rhein-Main-Donau AG (RMD) hat VERBUND 2015 den Energie-Club München mit dem Ziel gegründet, eine Plattform zum regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden bezüglich der bayerischen Energiepolitik und -wirtschaft zu schaffen. Damit soll auch ein Beitrag zum gegenseitigen Verständnis für die energiepolitischen Herausforderungen und zur Findung geeigneter Lösungswege geleistet werden.

Wasserkraft-Dialog: 2015 wurde der bereits dritte Wasserkraft-Dialog mit den bayerischen Landräten durchgeführt. Der Dialog fand dabei erstmals in Salzburg statt, um die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu betonen.

EU-Energieforen: Im Jahr 2015 hat VERBUND zwölf EU-Energieforen veranstaltet. Im Rahmen dieser Veranstaltungen werden energiepolitisch relevante Themen – vornehmlich mit Europabezug – mit Details zu Stakeholder Relations siehe DMA und EDO

Vertretern aus Politik, von Interessenvertretungen und der Branche diskutiert. Im Durchschnitt kommen 25 bis 30 Teilnehmer zu diesem Veranstaltungsformat.

Die unabhängige Netztochter APG führte im Jahr 2015 für die Weinviertel-Leitung Informationsveranstaltungen für die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden durch.

Zweimal jährlich treffen sich im Rahmen des APG-Nachhaltigkeitsbeirats Experten zum Austausch über aktuelle Nachhaltigkeitsthemen und zur Beratung des Vorstandes durch Beiträge und Diskussionsanmerkungen.

Anrainer

Speziell für die Stakeholder-Gruppe der Anrainer fanden 2015 zwei Tage der offenen Tür an den Kraftwerksstandorten Zillertal/Tirol und Feldkirchen/Bayern statt.

Zum Genehmigungsprojekt des Neubaus beim Kraftwerk Töging wurden im Zuge des Bürgerdialogprozesses monatliche Sprechstunden mit der Projektleitung eingerichtet.

Im Zuge der Fertigstellung des Windkraftprojekts in Bruck an der Leitha besuchten die neuen VERBUND-Ansprechpersonen die Anrainergemeinden.

Beim Renaturierungsprojekt LIFE+ Netzwerk Donau konnten in einem beispielhaften Dialogprozess in persönlichen Gesprächen die Bedenken zu möglichen Auswirkungen der Bautätigkeit auf Hochwässer ausgeräumt werden.

Aufarbeitung der Hochwässer an Donau und Drau

Die nach dem Jahrhunderthochwasser an der Donau 2013 begonnenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen VERBUND wurden mittlerweile ebenso eingestellt wie die verwaltungsstrafrechtlichen Untersuchungen wegen eines angenommenen Verstoßes gegen die Wehrbetriebsordnung. Zwei zivilrechtliche Klagen in Niederösterreich sind noch anhängig, in diesen Fällen wurde ein externer Gutachter bestellt. Die Überarbeitung der Wehrbetriebsordnungen wurde im Zuge des Genehmigungsverfahrens öffentlich mit Anrainern und der Genehmigungsbehörde diskutiert.

Zur Aufarbeitung des Drauhochwassers vom November 2012 wurde im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Erhebungen ein externer Gutachter beauftragt. In Kärnten wie auch in Slowenien sind in diesem Zusammenhang auch mehrere Zivilverfahren gerichtsanhängig. Die Wehrbetriebsordnung der Draukraftwerke wurde auf Basis der im Endgutachten der Obersten Wasserrechtsbehörde festgehaltenen Erkenntnisse angepasst und sieht nun eine vorausschauende Absenkung bei einer Hochwasserprognose mit zeitgleicher Kommunikation auf der VERBUND-Website vor.

Aktionäre

Für Aktivitäten im Bereich Investor Relations und den Dialog mit Aktionären und Analysten wird auf die diesbezüglichen Ausführungen im Kapitel "Investor Relations" verwiesen.

Kunden

Exklusive Angebote und Veranstaltungen für VERBUND-Kunden tragen zur positiven Kundenbeziehung bei:

VERBUND-Eco-Club: Privathaushalte und Kleingewerbebetriebe können durch eine kostenlose Mitgliedschaft im VERBUND-Eco-Club von exklusiven Vorteilsleistungen ausgewählter Kooperationspartner profitieren.

"Kunden-werben-Kunden"-Programm: Dieses Programm bietet VERBUND-Kunden die Möglichkeit, ihre Strom- oder Gasrechnung zu reduzieren, indem sie VERBUND weiterempfehlen.

VERBUND-Business Breakfast: VERBUND veranstaltet für seine Geschäftskunden in regelmäßigen Abständen Informationsveranstaltungen, bei denen aktuelle Entwicklungen in der Energiewirtschaft und neue Produkte und Services von VERBUND thematisiert werden.

So fand 2015 wieder das VERBUND-Business-Breakfast mit Vertretern des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft statt. Diese referierten über die Grundzüge des Bundes-Energieeffizienzgesetzes und seine Auswirkungen auf Unternehmen.

Gemeinsam mit den Leitbetrieben Austria veranstaltete VERBUND 2015 das Event "Energiewende und Innovation" und zusammen mit der WU Excecutive Academy die Abendveranstaltung "Global Energy Outlook and Energy Policy", bei der detaillierte Informationen zur Entwicklung des Ölpreises sowie ein Überblick über den "World Energy Outlook 2015" gegeben wurden.

Mitarbeiter

Managementtagung: Bei dieser einmal jährlich stattfindenden Veranstaltung informiert der Vorstand die Führungskräfte über aktuelle Themen von VERBUND.

Erste-Ebene-Meeting: Dieses Treffen findet zweimal jährlich statt und dient dem Informationsaustausch der Führungskräfte der ersten Managementebene, bei dem auch personalwirtschaftliche Themen besprochen werden.

Club der Führungskräfte: Im Rahmen des Clubs der Führungskräfte, der drei- bis viermal im Jahr stattfindet, werden mittels Impulsvorträgen verschiedene unternehmensrelevante Themen von externen Referenten präsentiert und diskutiert.

VERBUND-Frauennetzwerk: 2015 veranstaltete das VERBUND-Frauennetzwerk erstmals einen Workshop für Frauen bei VERBUND, bei dem Vorschläge zur Verbesserung der Frauenförderung erarbeitet wurden.

Weitere Aktivitäten: Zusätzliche Aktivitäten wie beispielsweise Personalentwicklungsmaßnahmen, Teilnahme am Girl's Day und Karrieremessen werden im Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung" beschrieben.

Geschäftspartner/Lieferanten

Die Mitarbeiter der Beschaffung stehen laufend im Kontakt mit den Lieferanten des Konzerns. Üblicherweise sind es anlassbezogene Gespräche aufgrund von Angebotsbesprechungen, Ausschreibungen, Verhandlungen oder zur Abklärung von Leistungsstörungen oder Jahresrückblicks- bzw. Vorausschaugespräche sowie Gespräche zu Themen wie Nachhaltigkeit und Compliance. Im Fokus stehen dabei die Top-A-Lieferanten mit ihren Angaben im Nachhaltigkeits- und Compliance-Fragebogen auf der elektronischen Ausschreibungsplattform. Ziel ist die Abklärung offener Fragen, unklarer Formulierungen bzw. die Verifizierung der übermittelten Daten.

Interessenvertretung

VERBUND ist in nationalen Interessenvertretungen ebenso vertreten wie in wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachverbänden. Bei der Interessenvertretung sind für uns Transparenz, Klarheit und Verantwortung von besonderer Bedeutung. VERBUND ist sowohl auf nationaler Ebene als auch auf EU-Ebene im Lobbying-Register eingetragen.

Weitere Informationen zur Interessenvertretung durch VERBUND siehe DMA

VERBUND-Positionen zu wichtigen Themen siehe unter www.verbund.com > Über uns > Interessenvertretung

Zu Mitgliedschaften und Unterstützung von externen Initiativen siehe auch DMA VERBUND hat sich auch 2015 intensiv mit den regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf EU-Ebene als auch national auseinandergesetzt. Wesentliche Themen im Berichtsjahr waren die Bemühungen um die Aufrechterhaltung der deutsch-österreichischen Preiszone, die Reform des Emissionshandels, die neue Strategie für eine europäische Energie-Union, die Bemühungen um ein zukunftsfähiges Strommarktdesign sowie die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen zu Wasserkraftaktivitäten in Natura-2000-Gebieten.

Die praktische Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes, das Infrastrukturgesetz sowie das Strafrechtsänderungsgesetz waren auf nationaler Ebene wichtige Themen.

Mit dem Abschluss der Studie "Makroökonomischer Wert der Wasserkraft für Europa", welche von DNV GL im Auftrag von VERBUND gemeinsam mit über 20 Partnerorganisationen beauftragt wurde, war die Kommunikation der Studienergebnisse an die energiepolitischen Entscheidungsträger 2015 ein wesentlicher Bestandteil der Stakeholder-Aktivitäten von VERBUND.

Darüber hinaus stand mit dem Zweiten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan eine zentrale Materie für die Wasserkraft auf der Agenda. Bezogen auf Deutschland waren das Strommarktdesign und die dazugehörigen Themengebiete sowie die Herausforderungen rund um das neue Bayerische Energieprogramm wesentliche Themen.

Rahmenbedingungen für E-Mobilität und Themen der Digitalisierung wurden intensiv bearbeitet.

Mitgliedschaften von VERBUND haben mit dem Unternehmensleitbild und den Grundsätzen für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung in Einklang zu stehen.

Nach den Grundsätzen arbeitet VERBUND aktiv mit dem Branchenverband Oesterreichs Energie, der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer Österreich, der Arbeiterkammer sowie weiteren Interessenvertretungen und Verbänden zusammen.

Auf europäischer Ebene steht VERBUND mit seinem Verbindungsbüro in regelmäßigem Kontakt mit EU-Kommission, Parlament und diversen europäischen Interessenvertretungen und Verbänden im Energiebereich.

Zu den Mitgliedschaften, die VERBUND im Jahr 2015 neu eingegangen ist, zählen unter anderem der Wirtschaftsrat Deutschland und die Plattform Leitbetriebe Austria.

Investor Relations

Internationales Kapitalmarktumfeld

Die nationalen und internationalen Börsen waren 2015 von hoher Volatilität geprägt, welche die unsichere politische und wirtschaftliche Lage im abgeschlossenen Geschäftsjahr widerspiegelte. Nach Jahreshöchstständen der wichtigsten Indizes in den Monaten April und Mai 2015 führten schwache Wirtschaftsdaten Mitte des Jahres zu weltweiten Kursrückgängen, die im dritten Quartal 2015 durch die Abwertung der chinesischen Währung noch verstärkt wurden. Im vierten Quartal 2015 kam es anfangs zu einer Kurserholung, jedoch folgte im Dezember aufgrund des starken Ölpreisverfalls und der US-Notenbankpolitik eine weitere Korrekturphase. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial schloss nach sechs Jahren in Folge mit höheren Indexständen um 2,2% unter seinem Vorjahresstand. Die Aktienmärkte in Europa waren 2015 von einem generell positiven Wirtschaftsumfeld, den niedrigen Ölpreisen und einer expansiven EZB-Geldpolitik geprägt, was sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkte. Gegenläufig wirkten diverse Krisen im wirtschaftlich-politischen Umfeld. Der Eurostoxx 50 legte in der Jahresbetrachtung 2015 um 3,8% zu, und der japanische Aktienindex Nikkei 225 konnte – trotz der Turbulenzen um die Abwertung der chinesischen Währung, aber bedingt durch eine günstige Wechselkursentwicklung sowie die expansive Notenbankpolitik – mit einer Kurssteigerung von 9,1% aufwarten. Die Kursentwicklung in den Emerging Markets war hingegen rückläufig. Der MSCI Emerging Markets fiel um 17,2% und befand sich damit zum Stichtag 31.12.2015 auf dem tiefsten Niveau seit 2009.

Der ATX stieg aufgrund der günstigen Ertragsentwicklung österreichischer Unternehmen, einer verbesserten Wirtschaftslage mit erhöhten Exportchancen sowie der expansiven EZB-Geldpolitik bis Mitte Mai 2015 von 2.160,08 auf 2.681,44 Punkte. Ein Großteil dieses Indexanstieges wurde jedoch aufgrund von Konjunktursorgen, Krisen und den Turbulenzen in China in den Folgemonaten wieder abgegeben. Dank der guten Performance des ATX im vierten Quartal 2015 konnte auf Jahressicht allerdings eine Steigerung von 11,0% bei einem Ultimostand von 2.396,94 Punkten erzielt werden.

VERBUND-Aktie

Die VERBUND-Aktie entwickelte sich 2015 negativ und sehr volatil. Das schwierige Marktumfeld im Versorgerbereich, insbesondere für solche mit einem hohen Anteil an nicht regulierter Erzeugung, war hierfür ausschlaggebend. Nach einem kurzen Aufwärtstrend bis einige Tage vor Veröffentlichung der Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2014 am 11.3.2015 fiel der Kurs bis Anfang Juli. Im Juli 2015 erholte sich der Aktienkurs von VERBUND dann aufgrund der Erhöhung der Guidance für das Geschäftsjahr 2015 vorübergehend, bevor er ab August angesichts der weltweiten Kurskorrekturen wieder fiel. Das vierte Quartal 2015 war von einer Kurserholung geprägt, die sich im Dezember nicht fortsetzte. Dadurch schloss die VERBUND-Aktie zum 31.12.2015 mit einem Kurs von 11,9 € und lag damit um 22,5% unter dem Aktienkurs vom 31.12.2014. Der Branchenindex DJ STOXX Utilities verzeichnete im Vergleich dazu einen moderaten Kursverfall von –3,7%.

Nächste Termine:

Nachweisstichtag Hauptversammlung: 3.4.2016 Hauptversammlung: 13.4.2016 Ex-Dividendentag: 20.4.2016 Nachweisstichtag Dividenden: 21.4.2016 Dividendenzahltag: 3.5.2016 Ergebnis Quartal 1/2016: 4.5.2016

Schlusskurse

VERBUND-Aktie: Relative Kursentwicklung 2015

Aktienkennzahlen

Einheit 2014 2015 Veränderung
Höchstkurs 16,7 17,3 3,6%
Tiefstkurs 13,7 11,6 – 15,1%
Schlusskurs 15,3 11,9 – 22,5%
Performance % – 1,4 – 22,5
Marktkapitalisierung Mio. € 5.313,7 4.120,4 – 22,5%
Gewichtung ATX % 3,2 2,4
Umsatz Wert Mio. € 1.160,4 1.267,0 9,2%
Umsatz Stück/Tag Stück 312.922 365.299 16,7%

Aktivitäten des VERBUND-Investor-Relations-Teams 2015

Die aktive und offene Kommunikation mit unseren Investoren, Analysten und Kleinaktionären im Rahmen von Roadshows, Conference Calls und persönlichen Gesprächen ist uns ein wichtiges Anliegen. Im Jahr 2015 war das VERBUND-Investor-Relations-Team auf Roadshows in Europa und den USA und nahm an mehreren großen Investorenkonferenzen teil. Gemeinsam mit dem Vorstand traf das Team Investoren aus aller Welt. Diese wurden über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung von VERBUND informiert.

Auf der Website www.verbund.com finden sich im Bereich "Investor Relations" umfangreiche Informationen wie unsere Geschäfts- und Zwischenberichte, Termine und Veranstaltungen, aktuelle Aussendungen, Präsentationen und Excel-Datensheets sowie die Dokumente zu den Hauptversammlungen der vergangenen Jahre.

IR-Kontakt: Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement und Investor Relations Tel.: +43(0)50313-52604 [email protected]

Die Beobachtung durch 19 renommierte heimische und internationale Investmentbanken sichert die Bekanntheit der VERBUND-Aktie am Kapitalmarkt. Folgende Investmenthäuser analysierten unser Unternehmen zum 31.12.2015:

Berenberg Bank (Lawson Steele) Citigroup (Antonella Bianchessi) Commerzbank (Tanja Markloff) Concorde Securities (Daniel Tunkli) Credit Suisse (Vincent Gilles) Deutsche Bank (Martin Brough) Erste Group (Petr Bartek) Exane BNP Paribas (Olivier van Doosselaere) Goldman Sachs (Deborah Wilkens) HSBC (Adam Dickens)

Kepler Cheuvreux (Ingo Becker) Macquarie Research (Peter Crampton) Mainfirst (Andreas Thielen) Morgan Stanley (Anne Azzola Lim) Oddo Securities (Louis Boujard) Raiffeisen Centrobank (Teresa Schinwald) Raymond James (Emmanuel Retif) Société Générale (Lueder Schumacher) UBS (Sam Arie)

Aktuelle Ratings

Die Ratings von VERBUND zum 31.12.2015 lauteten wie folgt:

  • Standard & Poor's: BBB+/stable outlook
  • Moody's: Baa1/negative outlook

VERBUND in Nachhaltigkeitsindizes

Im aktuellen Unternehmensrating von oekom research wurde VERBUND mit der Gesamtnote B bewertet. Das ist eine Verbesserung um eine Stufe gegenüber der Vorjahresbewertung und bestätigt die Empfehlung als Prime Investment für Investoren mit Nachhaltigkeitsanspruch. Besonders positiv wurde die umfangreiche Berichterstattung von Umweltkennzahlen hervorgehoben. VERBUND ist mit diesem Rating unter den drei bestplatzierten von insgesamt 163 Unternehmen aus der Branche.

VERBUND war per 31.12.2015 Mitglied in folgenden Nachhaltigkeitsindizes:

  • VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)
  • FTSE4Good Europe Index and Global Index

Berichterstattung im Carbon Disclosure Project

Unsere Ziele im Klimaschutz und unsere Erfolge bei der Emissionsreduktion in der Stromerzeugung stellen wir transparent und öffentlich bei CDP (früher Carbon Disclosure Project) dar. Die internationale gemeinnützige Organisation CDP, die über die weltweit umfangreichste Sammlung unternehmensbezogener Klimadaten verfügt, publizierte am 4.11. ihren jährlichen Klimawandelbericht 2015.

Bei diesem aktuellen Klimarating konnte VERBUND wieder Spitzenplätze im Ranking erzielen: zweitbestes Unternehmen der Energiebranche in der D-A-CH-Region. Damit erreichten wir den Status Sector leader Utilities gemeinsam mit den fünf besten Utilities in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Österreich-Vergleich war VERBUND wieder Sector Leader und Country Leader. Wir zählen damit zu den sechs besten Unternehmen im Jahr 2015 und lagen 15 Punkte über dem österreichischen Durchschnitt. Seinen Unternehmensstandpunkt zum Klimaschutz dokumentiert VERBUND zusätzlich mit einem Statement zur Klimakonferenz COP 21 im DACH-350-Report 2015.

Nähere Informationen zum Rating finden Sie im Kapitel "Finanzierung"

Siehe auch: www.voenix.at www.ftse.com

Nähere Information finden Sie im Kapitel "Umwelt"

Corporate Governance Bericht

Corporate Governance Bericht

gemäß § 243b UGB

Corporate Governance – Rahmen

Die VERBUND AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen Recht, insbesondere aus dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, dem Unternehmensgesetzbuch und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

VERBUND bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat sehen es als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Die aktive Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens sicherstellen und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder schaffen. Anwendung und Einhaltung des Kodex werden regelmäßig von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer extern evaluiert. Die letzte derartige Evaluierung fand für das Jahr 2013 statt.

Der vorliegende Corporate Governance Bericht enthält nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sondern auch die vom Corporate Governance Kodex zusätzlich vorgesehenen Inhalte und darüber hinaus weitere Informationen zu den einschlägigen Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI), dem internationalen Standard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse finden sich unter den Punkten "Vorstand" und "Aufsichtsrat".

Der Österreichische Corporate Governance Kodex liegt aktuell in der Fassung vom Jänner 2015 vor und ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar.

Auch im Geschäftsjahr 2016 wird VERBUND die Einhaltung des Kodex fortsetzen. Seine möglichst lückenlose Umsetzung bildet einen wesentlichen Baustein zur Stärkung des Vertrauens der Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen.

Abweichungen

VERBUND befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der R-Regeln annähernd lückenlos. Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2015 sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es teilweise eine etwas abweichende Handhabung, die im Folgenden im Sinne des Grundsatzes "Comply or Explain" erläutert und begründet wird:

C-Regel 2:

Das Prinzip "one share – one vote" wird bei der VERBUND-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im "Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden", und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt."

C-Regel 45:

Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit zwei Ausnahmen von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten.

Die zwei betreffenden Aufsichtsratsmitglieder üben jeweils leitende Organfunktionen in Unternehmen aus, die Aktionäre der VERBUND AG sind. Sollte bei ihnen in einem konkreten Anlassfall ein Interessenkonflikt bestehen, werden vom Vorsitzenden entsprechende Maßnahmen verfügt (wie z.B. Vorenthaltung bestimmter Informationen oder Unterlagen, Nichtteilnahme an Abstimmungen oder Verlassen der Sitzung). Dies war im Berichtsjahr einmal bei einem Tagesordnungspunkt erforderlich.

Vorstand

Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2015 unverändert aus vier Mitgliedern zusammen.

Der Vorstand
Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender
1956 1.1.2009 31.12.2018
Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender-Stellvertreter
1952 1.1.1994 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1962 1.1.2014 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther
Rabensteiner
1953 1.4.2011 31.12.2018

Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern

Name Gesellschaft Funktion
Dr. Johann Sereinig FK Austria Wien AG Mitglied

Arbeitsweise und Geschäftsverteilung

Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt das Unternehmen nach außen. Zu seiner Unterstützung erteilt er mit Zustimmung des Aufsichtsrats an leitende Angestellte eine Vertretungsvollmacht, die gesetzlich geregelt ist und umfassenden Inhalt hat (Prokura) oder auf einen bestimmten Wirkungskreis beschränkt ist (Handlungsvollmacht). In der Konzernobergesellschaft VERBUND AG gibt es derzeit sieben Prokuristen und fünf Handlungsbevollmächtigte.

In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bzw. durch seinen Arbeitsausschuss bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften.

Die Geschäftsverteilung des Vorstands bildet einen Bestandteil der Geschäftsordnung und legt die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands fest.

Geschäftsverteilung

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender; Corporate Development (Strategie, Innovation), Corporate
Office (inkl. Revision1 & Compliance), Kommunikation, Recht
New Business Solutions
Dr. Johann Sereinig Vorsitzender-Stellvertreter; Energiewirtschaft und Geschäftssteuerung,
Strategisches Personalmanagement
Trading, Sales, Services
Dr. Peter F. Kollmann Finanzmanagement und Investor Relations,
Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement, M&A
Netz
Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Erzeugung Wasserkraft, Wärmekraft, Windkraft/Photovoltaik
(Österreich und Ausland)
Tourismus

Revision (Audit) und Personalausschuss werden vom Vorsitzenden und vom Vorsitzenden-Stellvertreter gemeinsam wahrgenommen.

Die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung von VERBUND wird im Rahmen einer konzernweiten Nachhaltigkeitsorganisation wahrgenommen. An deren Spitze steht der Konzernvorstand, der auch bezüglich des Nachhaltigkeitsmanagements die Letztverantwortung trägt. Weitere wichtige Organe sind der Nachhaltigkeitsbeauftragte, der Nachhaltigkeitsrat und das Nachhaltigkeitsarbeitsteam. Weitere Informationen sind im Disclosures on Management Approach (DMA) auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar.

Vergütung für den Vorstand

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2015 insgesamt 4.143.855 € (Vorjahr: 3.810.420 €), darin enthalten 105.924 € (Vorjahr: 106.279 €) an Sachbezügen.

Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge)
in €
2014 (davon variabler
Anteil)
2015 (davon variabler
Anteil)
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 1.158.513 (366.601) 1.187.058 (381.175)
Dr. Johann Sereinig 1.057.908 (302.104) 1.135.638 (365.262)
Dipl.-Ing. Dr. Günter Rabensteiner 737.720 (175.336) 734.879 (162.887)
Dr. Peter F. Kollmann 750.000 (0) 980.357 (217.125)

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2015 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2014.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2014 betrug dieser Prozentsatz zwischen 30% und 50%, dieser Prozentsatz gilt auch für die aktuelle Berichtsperiode 2015. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2014 zu 50% auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 15% auf der Erreichung der Zielsetzungen im thermischen Bereich (Ausstieg aus Frankreich und Italien, Schließung von unrentablen thermischen Kraftwerken) und zu 35% auf mittelfristigen (2-jährigen, zum Teil qualitativen) Zielen, beispielsweise die Erreichung spezifischer Kostenziele in Verbindung mit den internen Effizienzsteigerungsprogrammen sowie die Marktoffensive (z.B. die Steigerung des Marktanteils, neue Dienstleistungen und Produkte, die Erweiterung der B2B-Aktivitäten). Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2015 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 213.975 € (Vorjahr: 172.675 €) bezahlt.

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur Anwendung. In der Berichtsperiode 2015 sind 384.644 € (Vorjahr: 525.892 €) für Pensionen und 0 € (Vorjahr: 0 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.

Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 68.313 € (Vorjahr: 83.689 €) erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 100.629 € (Vorjahr: 151.640 €). Darüber hinaus wurden Erträge in Höhe von 1.203.027 € (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 1.036.706 €) im Zusammenhang mit Neubewertungen im sonstigen Ergebnis erfasst.

An die Leitungsorgane des Konzerns und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

D&O-Versicherung

Bei VERBUND besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zugunsten der leitenden Organe. Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und die leitenden Angestellten der VERBUND AG sowie alle Mitglieder des Vorstands, Aufsichtsrats, Beirats und der Geschäftsführung sowie die Prokuristen und sonstigen leitenden Angestellten der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen.

Aufsichtsrat

Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz und dem Unternehmensgesetzbuch, dem Arbeitsverfassungsgesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats geworden.

Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vor, dass sich der Aufsichtsrat aus von der Hauptversammlung gemäß den Vorgaben des Aktiengesetzes gewählten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und aus den von der Arbeitnehmervertretung entsendeten Mitgliedern zusammensetzt. Für die Wahl der Kapitalvertreter hat der Aufsichtsrat der Hauptversammlung einen Vorschlag vorzulegen, der rechtzeitig öffentlich bekannt zu machen ist. Im Jahr 2015 wurde der gesamte Aufsichtsrat der VERBUND AG nach Ablauf der Funktionsperiode neu gewählt. Der Nominierungsausschuss hat dazu einen entsprechenden Vorschlag ausgearbeitet, den der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorgelegt hat.

Persönliche Angaben, Vorsitz und andere Organfunktionen

Der Aufsichtsrat wird vom Vorsitzenden geleitet, den der Aufsichtsrat gemeinsam mit seinen zwei Stellvertretern alljährlich aus seiner Mitte wählt.

Der Aufsichtsrat besteht per 31.12.2015 aus insgesamt 15 Mitgliedern – zehn von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und fünf vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern.

Bei den Wahlen in den Aufsichtsrat anlässlich der Hauptversammlung am 22.4.2015 wurden Dr. Michael Süß, Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Mag. Werner Muhm, Dr. Susanne Riess und Mag. Jürgen Roth zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrates gewählt. Dkfm. Peter Püspök, Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher, Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel und Mag. Herbert Kaufmann schieden aus dem Aufsichtsrat aus. Dr. Gilbert Frizberg, Mag. Harald Kaszanits, Mag. Dr. Martin Krajcsir, Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr und Christa Wagner wurden für eine weitere Funktionsperiode wiedergewählt.

Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Dr. Gilbert Frizberg
Vorsitzender
Geschäftsführer der FI Beteiligungs- und Finanzierungs
GmbH, Geschäftsführer der Transfer Industries GmbH,
Geschäftsführer der Hereschwerke GmbH,
Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Heresch & Co
GmbH
1956 16.3.2000 o. HV 2020
Dkfm. Peter Püspök
1. Vorsitzender-Stellvertreter
1946 16.3.2000 22.4.2015
Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß
1. Vorsitzender-Stellvertreter
Vorsitzender der Geschäftsführung der Georgsmarienhütte
Holding GmbH; Aufsichtsrat der Herrenknecht AG (Mitglied)
und der Oerlikon AG (Verwaltungsratspräsident); Renova AG
(Manager); Süß Management Systems und Süß Film
(Gesellschafter)
1963 22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher
2. Vorsitzender-Stellvertreter
1949 7.4.2010 22.4.2015
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß
2. Vorsitzender-Stellvertreterin
CEO der Fronius International GmbH
1970 22.4.2015 o. HV 2020
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel
Geschäftsführender Gesellschafter in mehreren
Gesellschaften der Heinzel Gruppe
1947 16.3.2000 22.4.2015
Mag. Harald Kaszanits
Kabinettchef des Vizekanzlers und Bundesministers,
Generalsekretär Bundesministerium für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft
1963 7.4.2010 o. HV 2020
Mag. Herbert Kaufmann
ehem. Vorstandsmitglied der Flughafen Wien AG
1949 26.3.2008 22.4.2015
Mag. Dr. Martin Krajcsir
Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Holding AG;
Aufsichtsrat der Wiener Stadtwerke Finanzierungs-Services
GmbH (Vorsitzender), der IWS TownTown AG (Vorsitzender),
der B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe GmbH
(Vorsitzender), der Wien Energie GmbH (Vorsitzender-Stv.)
und der Wiener Netze GmbH
1963 9.4.2014 o. HV 2020
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr
Sprecher des Vorstands der EVN AG;
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Netz Niederösterreich
GmbH, der Rohöl-Aufsuchungs AG und der RAG
Beteiligungs-AG
1953 13.4.2011 o. HV 2020
Ende der
Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
laufenden
Funktionsperiode
Mag. Werner Muhm
Direktor der Arbeiterkammer Wien und der
Bundesarbeitskammer;
Aufsichtsrat der Wiener Städtischen Versicherung,
der AWH Beteiligungsges.m.b.H., der Kommunalkredit und
der KA Finanz; Generalrat der OeNB; Vorstand der Leopold
Museum Privatstiftung
1950 22.4.2015 o. HV 2020
Dr. Susanne Riess
Vorsitzende des Vorstands der Bausparkasse Wüstenrot AG;
Aufsichtsrat der Wüstenrot Versicherungs-AG (Vorsitzende),
der Wüstenrot stambena štedionica d.d., Kroatien
(Vorsitzende), der Wüstenrot životno osiguranje d.d., Kroatien
(Vorsitzende), der Wüstenrot Fundamenta-Lakáskassza Zrt.,
Ungarn (Stv. Vorsitzende), der Wüstenrot stavebná sporitel´ňa
a.s., Slowakei (Stv. Vorsitzende), der Wüstenrot poist´ovňa
a.s., Slowakei (Stv. Vorsitzende) und in der IHAG Privatbank
Zürich (Verwaltungsratsmitglied)
1961 22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Jürgen Roth
Geschäftsführer der Roth Heizöle GmbH (bis September
2015), Geschäftsführender Gesellschafter der Tank Roth
GmbH (ab September 2015);
Aufsichtsrat der ICS Internationalisierungscenter Steiermark
GmbH (Vorsitzender) und der ELG (Erdöllagergesellschaft)
1973 22.4.2015 o. HV 2020
Christa Wagner
Gesellschafterin der Josko Fenster und Türen GmbH,
Alleinige Gesellschafterin der Josko Immobilien GmbH,
Gesellschafterin der Eurosun AG
1960 7.4.2010 o. HV 2020

Hinsichtlich der (Neben-)Funktionen sind Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Gesellschaften und in anderen wesentlichen Gesellschaften angeführt. Soweit zutreffend, sind hauptberufliche Funktionen angegeben.

Arbeitnehmervertreter

Name Geburtsjahr
Anton Aichinger
Vorsitzender der Konzernvertretung der
Arbeitnehmer
1955 seit 25.10.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Kurt Christof
Zentralbetriebsratsvorsitzender
Aufsichtsrat der Stadtwerke Voitsberg GmbH
(Vorsitzender-Stv.) und der Sparkasse
Voitsberg/Köflach Bankaktiengesellschaft
1964 seit 8.3.2004 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Ing. Wolfgang Liebscher
Zentralbetriebsratsvorsitzender
1966 seit 1.11.2013 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner
Betriebsratsvorsitzende
1951 seit 29.8.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet
Ing. Joachim Salamon
Zentralbetriebsrat
1956 seit 25.10.2006 von der Arbeitnehmer
vertretung entsendet

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat im Jahr 2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gem. C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:

  • "Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden."

Auf Basis dieser Leitlinien für die Unabhängigkeit (Anlage zum Österreichischen Corporate Governance Kodex) haben alle zehn Kapitalvertreter eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit abgegeben. Sieben davon haben sich als unabhängig erklärt, drei Aufsichtsratsmitglieder haben sich (jeweils nur hinsichtlich eines Kriteriums) als nicht unabhängig eingestuft (Frizberg hinsichtlich der Länge der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, Krajcsir und Layr hinsichtlich des Kriteriums "Geschäftsverhältnisse mit nahestehenden Unternehmen"). Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als 10%): Frizberg, Süß, Engelbrechtsmüller-Strauß, Muhm, Riess, Roth und Wagner. Damit werden beide in den Regeln 53 und 54 des Kodex geforderten Quoten für die Unabhängigkeit erfüllt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Das Plenum des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2015 fünf Sitzungen ab. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 92%. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil.

Neben der laufenden Abstimmung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit dem Vorstand sind als Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen zu nennen:

  • Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2014
  • Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung
  • Wahl des Aufsichtsratspräsidiums und Konstituierung der Ausschüsse
  • Prüfungsauftrag an die Abschlussprüfer
  • Änderung des Investitionsplans für das Kraftwerk Reißeck II
  • Bau des Salzach-Kraftwerks Gries
  • Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die Aufsichtsratsmitgliedern nahestehen
  • Änderung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
  • Genehmigung des Konzernbudgets für 2016

(siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrats)

Der Aufsichtsrat erhält jedes Jahr im Zuge der Abschlussprüfung einen gesonderten Bericht des Abschlussprüfers über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements. Darin sind Nachhaltigkeitsrisiken ebenso berücksichtigt wie in den schriftlichen Quartalsberichten über das operative Risikomanagement, die der Aufsichtsrat in jeder seiner Sitzungen behandelt.

Zusätzlich zu den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse (siehe unten) erfolgten wöchentlich Besprechungen oder Telefonkonferenzen des Vorsitzenden mit dem Vorstandsvorsitzenden und einzelne Besprechungen auch mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Eine Beurteilung der Leistung des Aufsichtsrats findet jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung statt, in der die Aktionäre über die Entlastung des Aufsichtsrats abstimmen. In der 68. Hauptversammlung vom 22.4.2015 wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern die Entlastung erteilt.

Darüber hinaus evaluiert der Aufsichtsrat seine Tätigkeit gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) auch selbst. Im Jahr 2015 war aufgrund der neuen Zusammensetzung des Aufsichtsrates eine solche Selbstevaluierung mit externer Unterstützung nicht vorgesehen. Für das folgende Jahr ist aber wieder eine Selbstevaluierung auf Basis eines Fragebogens geplant.

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse

Gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung einen Arbeitsausschuss, der zugleich als Dringlichkeitsausschuss fungiert, einen Prüfungsausschuss, einen Präsidial- und Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss.

Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten. In dringenden Fällen berichtet der Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorweg.

Arbeitsausschuss / Dringlichkeitsausschuss

Der Arbeitsausschuss setzt sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und einem weiteren Mitglied des Aufsichtsrats, das der Aufsichtsrat auswählt, zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Arbeitsausschuss

  • hat die Sitzungen des Aufsichtsrats vorzubereiten und den Aufsichtsrat bei der ständigen Überwachung der Geschäftsführung unbeschadet der Rechte des Aufsichtsrats gemäß § 95 AktG zu unterstützen und
  • ist als Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) tätig.

Dem Arbeitsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig die in Anlage 2 der Geschäftsordnung des Vorstands angeführten zustimmungspflichtigen Angelegenheiten übertragen.

Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Arbeitsausschuss kann bei Bedarf und in einem bestimmten Einzelfall dem Vorsitzenden die Entscheidungsbefugnis übertragen.

Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in all jenen Fällen, in denen zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrats erforderlich ist.

Den Vorsitz im Arbeitsausschuss führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats, im Fall seiner Verhinderung die Stellvertreter in der gewählten Reihenfolge.

Name Funktion
Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök (bis 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß (ab 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (bis 22.4.2015) 2. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (ab 22.4.2015) 2. stellvertretende Vorsitzende
Mag. Harald Kaszanits Mitglied
Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin

Mitglieder des Arbeitsausschusses

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hatte im Geschäftsjahr 2015 drei Sitzungen. Tätigkeitsschwerpunkte des Arbeitsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen
  • Berichte des Vorstands gemäß Geschäftsordnung

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 2.12.2015 eine Änderung seiner Geschäftsordnung beschlossen, wonach die Anzahl der gewählten Mitglieder im Arbeitsausschuss von vier auf sechs erweitert wird. Die Änderung der Geschäftsordnung wurde per 1.1.2016 wirksam.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss ist gemäß § 92 Abs. 4a AktG eingerichtet und wurde 2013 in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats als eigener Ausschuss des Aufsichtsrats (losgelöst vom Arbeitsausschuss) verankert. Er setzt sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und einem weiteren Mitglied des Aufsichtsrats, das der Aufsichtsrat auswählt, zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Prüfungsausschuss nimmt die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie gemäß Regel 40 des ÖCGK wahr. Er verfügt über den von Gesetz und Kodex geforderten Finanzexperten, der auch den Vorsitz führt.

Name Funktion
Dkfm. Peter Püspök (bis 22.4.2015) Vorsitzender
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (ab 22.4.2015) Vorsitzende
Dr. Gilbert Frizberg 1. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (bis 22.4.2015) 2. stellvertretender Vorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß (ab 22.4.2015) 2. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Harald Kaszanits Mitglied
Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin

Mitglieder des Prüfungsausschusses

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2015 drei Sitzungen ab. Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2014 inkl. Gewinnverwendung
  • Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
  • Halbjahresabschluss 2015
  • Überwachung der Rechnungslegungsprozesse
  • Internes Kontrollsystem, Revisions- und Risikomanagementsystem
  • Abstimmung der Prüfungsschwerpunkte 2015 mit dem Abschlussprüfer
  • Prüfprogramm und Prüfungsberichte der Internen Revision

Die beim Arbeitsausschuss erwähnte Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht auch für den Prüfungsausschuss eine Anhebung der Anzahl der gewählten Mitglieder von vier auf sechs vor.

Präsidial- und Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Präsidial- und Vergütungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Diesem Ausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:

  • Abschluss oder Abänderung von Vorstandsverträgen
  • Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands
  • Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder

Mitglieder des Präsidial- und Vergütungsausschusses

Name Funktion
Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök (bis 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß (ab 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (bis 22.4.2015) 2. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (ab 22.4.2015) 2. stellvertretende Vorsitzende

Der Vergütungsausschuss verfügt mit Dr. Frizberg über den in Regel 43 ÖCGK geforderten Experten. Im Geschäftsjahr 2015 fanden vier Sitzungen des Präsidial- und Vergütungsausschusses statt, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern. Gegenstand der Sitzungen waren die Zielvereinbarungen und die variable Vergütung des Vorstands, die Geschäftsverteilung des Vorstands, die Vorbereitung von Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen sowie die Erörterung aktueller Schwerpunktthemen, insbesondere des Strategiereviews.

Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Bezüglich der Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist, und er hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten.

Mitglieder des Nominierungsausschusses
Name Funktion
Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök (bis 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß (ab 22.4.2015) 1. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (bis 22.4.2015) 2. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (ab 22.4.2015) 2. stellvertretende Vorsitzende
Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin

Der Nominierungsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2015 zwei Sitzungen ab. Gegenstand war die Vorbereitung der Neuwahl des Aufsichtsrats in der ordentlichen Hauptversammlung.

Zustimmungspflichtige Verträge – Interessenkollisionen

Im Geschäftsjahr 2015 lagen die nachfolgenden vom Aufsichtsrat der VERBUND AG entsprechend Aktiengesetz und Österreichischem Corporate Governance Kodex (Regel 49) genehmigten Verträge bzw. Geschäftsfälle zwischen dem VERBUND-Konzern und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen mit Nahebeziehungen zu Aufsichtsratsmitgliedern vor:

Aufsichtsratsmitglied Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Der Aufsichtsrat erteilte im Berichtsjahr eine Rahmengenehmigung für die Lieferung von Wechselrichtern durch die Fronius Gruppe, deren CEO Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß ist, in Höhe von 600 Tsd. € pro Jahr. Die Geräte werden über SOLAVOLTA (an der VERBUND seit dem Vorjahr mit 50% beteiligt ist) und über konzernfremde Zwischenhändler für den Konzern geliefert. Zusätzlich wurde ein Rahmen von jährlich 60 Tsd. € für die direkte Lieferung von Kleingeräten an Gesellschaften von VERBUND genehmigt. Über die jährliche Ausnutzung ist dem Aufsichtsrat zu berichten.

Aufsichtsratsmitglied Mag. Dr. Martin Krajcsir

Zwischen VERBUND und dem Konzern der Wiener Stadtwerke, deren Vorstandsvorsitzender Mag. Dr. Martin Krajcsir ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die bereits vor der Mitgliedschaft von Mag. Dr. Krajcsir im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2015 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 940 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Stromrechnungen, Gas- und Fernwärmebezug und Netzgebühren für Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der e&t Energie HandelsgmbH, an der die Wiener Stadtwerke zu 45% beteiligt sind.

Aufsichtsratsmitglied Dr. Peter Layr

Zwischen VERBUND und dem Konzern der EVN, deren Vorstandssprecher Dr. Peter Layr ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die bereits vor der Mitgliedschaft von Dr. Layr im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2015 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 3,69 Mio. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Strom-, Gas- oder Netzbezüge, Benützungsgebühren, Netzzutrittsentgelte sowie sonstige Leistungen und Weiterverrechnungen für verschiedene Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der e&t Energie HandelsgmbH, an der die EVN zu 45% beteiligt ist.

Der Aufsichtsrat genehmigte 2015 weiters den Verkauf von Kohle aus dem Kraftwerk Dürnrohr durch die VTP an die EVN zum Preis von 8,54 Mio. €.

Aufsichtsratsmitglied Mag. Jürgen Roth

Der Aufsichtsrat genehmigte im Berichtsjahr einen Vertrag über Stromlieferungen der VSA für Tankstellen der Tank Roth GmbH mit einem geschätzten Auftragsvolumen von 170 Tsd. € pro Jahr ab 2016. Der Vertrag läuft bis Ende 2018. Mag. Jürgen Roth ist geschäftsführender Gesellschafter der Tank Roth GmbH.

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Geschäftsjahr 2015 eingehend mit möglichen (anderen) Interessenkollisionen bei Aufsichtsratsmitgliedern befasst, die sich insbesondere aus Aktivitäten bzw. Beteiligungen im Energiebereich ergeben könnten. Dabei wurde von einzelnen Mitgliedern auf die bereits im Vorjahr offengelegten Engagements oder Beteiligungen, vor allem im Kleinwasserkraftbereich, verwiesen, wobei es keine Änderungen gab. Sonst erfolgten keine Meldungen bzw. Offenlegungen. Bei den neuen Aufsichtsratsmitgliedern liegen nach ihren Angaben keine Interessenkonflikte vor. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats besteht bei den offengelegten Aktivitäten kein grundlegender Interessenkonflikt, der Maßnahmen nach sich ziehen müsste. Sollte es in Zukunft zu entsprechenden Konflikten kommen, werden rechtzeitig geeignete Maßnahmen, wie z.B. Stimmenthaltung oder Nichtteilnahme bei der Beratung und Abstimmung zu einzelnen Tagesordnungspunkten, zu setzen sein.

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen im Jahr 2015 insgesamt 312.665 € (Vorjahr: 318.543 €).

In der Hauptversammlung am 17.4.2013 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, welches die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festlegt.

Vergütungsschema Aufsichtsrat in €
Jährliche Aufwandsentschädigung
Vorsitzender 25.000
Vorsitzender-Stellvertreter 15.000
Mitglied 10.000
Sitzungsgeld 500

Diese Höhe der Vergütung kommt auch für die Tätigkeit im Arbeitsausschuss und für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss zur Anwendung. Für die Tätigkeit in anderen Ausschüssen erfolgt wie bisher keine gesonderte Vergütung.

Für das Geschäftsjahr 2015 wurden im Einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrats folgende Vergütungen ausbezahlt:

Vergütung an die Mitglieder des Aufsichtsrats
in €
Name (ohne Titel) Jährliche
Aufwandsentschädigung
Sitzungsgelder
Gilbert Frizberg, Vors. 65.000 5.500
Peter Püspök, Vors.-Stv. (bis 22.4.2015) 18.333 1.000
Michael Süß, Vors.-Stv. (ab 22.4.2015) 30.000 2.500
Reinhold Süßenbacher, Vors.-Stv. (bis 22.4.2015) 15.000 1.000
Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Vors.-Stv.
(ab 22.4.2015)
36.667 4.000
Alfred Heinzel (bis 22.4.2015) 3.333 500
Harald Kaszanits 30.000 5.500
Herbert Kaufmann (bis 22.4.2015) 3.333 500
Martin Krajcsir 10.000 2.500
Peter Layr 10.000 2.500
Werner Muhm (ab 22.4.2015) 6.667 2.000
Susanne Riess (ab 22.4.2015) 6.667 1.500
Jürgen Roth (ab 22.4.2015) 6.667 2.000
Christa Wagner 10.000 2.000
Arbeitnehmervertreter
Anton Aichinger 5.500
Kurt Christof 2.500
Wolfgang Liebscher 2.500
Ingeborg Oberreiner 5.500
Joachim Salamon 2.500

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind in die bei VERBUND bestehende D&O-Versicherung einbezogen.

Hauptversammlung

In der Hauptversammlung, die mindestens einmal jährlich stattfindet, nehmen die Aktionäre ihre Rechte wahr und üben ihr Stimmrecht aus. Dabei haben alle Aktionäre die Möglichkeit, im Rahmen ihres Auskunfts- und Antragsrechts mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Dialog zu treten und ihre Stellungnahmen abzugeben bzw. ihre Anliegen vorzubringen. Das gilt auch für NGOs, die als Aktionäre an der Hauptversammlung teilnehmen.

Zu den wichtigsten Aufgaben bzw. Kompetenzen der Hauptversammlung gehören die Entscheidung über die Gewinnverwendung, die Wahl des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung.

Nähere Informationen zur Hauptversammlung sind im Dokument DMA auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar.

Die Tagesordnung und die gefassten Beschlüsse der 68. o. Hauptversammlung vom 22.4.2015 sowie die Abstimmungsergebnisse können auf der Website unter www.verbund.com > Investor Relations > Hauptversammlung eingesehen werden.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen

(§ 243b Abs. 2 Z. 2 UGB)

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich VERBUND gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. VERBUND behandelt seine Mitarbeiter gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten.

Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Hauptversammlung fällt. Mit Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Susanne Riess, Christa Wagner und Ingeborg Oberreiner (als Arbeitnehmervertreterin) gehören dem Aufsichtsrat der VERBUND AG vier Frauen an, das entspricht einem Frauenanteil von 26,7%.

Per 31.12.2015 sind sieben Frauen konzernweit in leitenden Positionen (erste und zweite Führungsebene) beschäftigt. Somit beträgt der Frauenanteil in leitenden Positionen 7,4%. Der Frauenanteil am gesamten konzernweiten Mitarbeiterstand beträgt 17,8%. Seit 2012 wird einer weiblichen Führungskraft ermöglicht, ihre Aufgaben in Teilzeit auszuüben.

Um die nachhaltige Verankerung und den Aufbau des betrieblichen Diversity-Managements sicherzustellen, werden sämtliche Gleichbehandlungsagenden umfassend vom Diversity-&-Inclusion-Manager wahrgenommen.

VERBUND fördert Frauen durch verschiedene Maßnahmen, die hier exemplarisch aufgezählt werden:

  • Das VERBUND-Frauennetzwerk setzt sich mit der laufenden Entwicklung einer nachhaltigen Strategie zum Thema VERBUND-Frauenförderung auseinander.
  • VERBUND vergibt jährlich ein Stipendium an hochqualifizierte Technik-Studentinnen.
  • VERBUND wurde 2015 mit der amaZone-Urkunde in der Kategorie "Öffentliche und Öffentlichkeitsnahe Unternehmen" ausgezeichnet.
  • VERBUND nimmt jährlich am Töchtertag teil, um bereits früh Schülerinnen anzusprechen und sie für die spannenden technischen Berufe zu begeistern.
  • VERBUND hat 2015 bereits zum dritten Mal das Zertifikat "Audit berufundfamilie" erhalten.
  • VERBUND erstellt regelmäßig den Einkommensbericht zum Vergleich der Gehälter von Männern und Frauen.
  • Eine weitere konkrete Maßnahme stellt die Teilnahme am Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" dar. Dieses vom Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftskammer Österreich und der Industriellenvereinigung initiierte Programm soll Frauen auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen und sie in ihrem Selbstvertrauen im Hinblick auf die Übernahme von Führungspositionen stärken.

Detaillierte Informationen zu den Frauenförderungsmaßnahmen finden Sie auch in den Kapiteln "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie "gesellschaftliche Verantwortung".

Compliance

Compliance-Management-System, Verhaltenskodex

Als Ausdruck unserer Unternehmensethik haben wir uns zum Ziel gesetzt, faire, transparente und nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Aus diesem Grund wurde schon vor einigen Jahren ein konzernweites Compliance-Managements-System eingerichtet. Basis dieses Systems ist der Verhaltenskodex von VERBUND. In diesem Teil des Leitbilds legen wir die wesentlichen Werte und Prinzipien fest und definieren unser Verhalten gegenüber Stakeholder-Gruppen. Das Compliance-Management-System soll helfen, diesen Verhaltenskodex umzusetzen und Vorschriften einzuhalten. Es enthält Compliance-Richtlinien, die den Verhaltenskodex präzisieren. Außerdem sieht es eine Compliance-Organisation für den gesamten Konzern vor. Darin werden Informations- und Meldestellen, Kommunikationsmaßnahmen sowie Verfahren für Berichte und Meldungen festgelegt, um Fehlverhalten zu vermeiden. Diese Organisation wird von einem konzernweiten Compliance-Team mit einem hauptamtlichen Chief Compliance Officer an der Spitze getragen.

Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig schriftliche Compliance-Berichte. Im Berichtsjahr fand darüber hinaus für den neu gewählten Aufsichtsrat eine Präsentation des Compliance-Management-Systems durch den Chief Compliance Officer statt.

Nähere Informationen zum Compliance-Management-System finden Sie im Dokument DMA auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen. Der Verhaltenskodex von VERBUND ist auf der Website unter www.verbund.com > Über Uns > Unternehmensleitbild abrufbar.

Compliance-Risikoerhebung

Entsprechend der Empfehlung aus einem externen Compliance-Check 2014 wurde im Berichtsjahr gemeinsam mit dem Risk-Management erstmals eine konzernweite systematische Compliance-Risikoerhebung unter Einbindung der Risikoeigner durchgeführt. Als Risikoeigner waren alle Bereichsleiter der Holding sowie die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften eingebunden. Sie haben anhand eines standardisierten Fragebogens die Compliance-Risiken nach den Kriterien Wesentlichkeit, Eintrittswahrscheinlichkeit und Reifegrad der bestehenden Maßnahmen qualitativ bewertet.

Diese Risikoanalysen wurden anschließend in sog. Compliance-Gesprächen des Chief Compliance Officer mit allen Risikoeignern ausführlich erörtert. Dabei wurden auch zielgerichtete Maßnahmen zur Vermeidung potenzieller Schäden für das Unternehmen diskutiert. Auf diese Weise wurden insbesondere die Korruptionsrisiken in allen Teilen des Konzerns geprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse zeigen keine erheblichen Korruptionsrisiken. Ein jährliches Update der Risikoerhebungen ist vorgesehen.

Schulung, Beratung und Information

Im Vordergrund unseres Compliance-Management-Systems stehen präventive Maßnahmen. In diesem Sinn bildeten auch 2015 wiederum Schulungen und Vorträge, viele individuelle Beratungen sowie Auskünfte zu konkreten Fragen wichtige Schwerpunkte unserer Compliance-Arbeit. Zu mehr als 300 Anfragen haben der Chief Compliance Officer und die Compliance-Beauftragten der Konzerngesellschaften Auskunft über das korrekte Verhalten erteilt. Häufigste Themen dabei waren Einladungen, Teilnahmen an Veranstaltungen, Geschenke und andere Zuwendungen und auch Fragen zu Interessenkollisionen. Daran zeigt sich, wie sensibel Führungskräfte sowie Mitarbeiter mit Compliance-Themen umgehen.

Um die Sicherheit im Umgang damit weiter zu stärken, wurden die Compliance-Regelungen in einem umfangreichen Schulungsprogramm im gesamten Konzern behandelt. Der Chief Compliance Officer hat im Berichtsjahr 19 Präsenzschulungen abgehalten, an denen insgesamt rund 490 Mitarbeiter aus dem ganzen Konzern teilnahmen. Neben allgemeinen Compliance-Schulungen (z.B. für Tochtergesellschaften) gab es bereichsspezifische Workshops (insb. in verschiedenen Holdingbereichen und für die Assistenz des Konzernvorstands), Veranstaltungen mit Schwerpunkt Korruptionsprävention, spezielle Workshops zum Thema Kartellrecht (v.a. für Führungskräfte und besonders betroffene Bereiche wie Vertrieb und Handel) und je eine Schulung für neue Mitarbeiter sowie für neue Führungskräfte. Zusätzlich haben auch die Compliance-Beauftragten in den Tochtergesellschaften neun Präsenzschulungen abgehalten.

Ergänzt wurde dieses Schulungsprogramm auch im Berichtsjahr durch das E-Learning-Programm im Intranet, das zwei Compliance-Kurse (Anti-Korruption und Finanzmarkt-Compliance) enthält. Alle Führungskräfte sowie alle Mitarbeiter der Holding und aus besonders betroffenen Bereichen (z.B. Key-Account-Management, Handel, Einkauf) sind verpflichtet, jährlich die entsprechenden Online-Befragungen zu absolvieren.

Korruptionsprävention, Compliance-Vorfälle

Die Vermeidung von Compliance-Vorfällen ist unser Ziel. Daher spielt die Korruptionsprävention eine wesentliche Rolle in unserem Compliance-Management. Aus diesem Grund gab es auch im Berichtsjahr eine umfangreiche interne Kommunikation und eine ganze Reihe von Schulungsmaßnahmen zum Thema Korruptionsprävention. Insgesamt wurden im Berichtsjahr somit 40% aller Konzernmitarbeiter zum Thema Anti-Korruption geschult, bei den Führungskräften waren es 88%.

Weiters wurden die Meldewege für Compliance-Vorfälle sowie die Grundsätze und Abläufe für die Behandlung solcher Meldungen schriftlich festgelegt und konzernweit kommuniziert. Auch für externe Hinweise fungiert der Chief Compliance Officer als Ansprechstelle. Bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie achtet der Chief Compliance Officer insbesondere auf die genaue Einhaltung der Regelungen zur Annahme und Gewährung von Zuwendungen, Geschenken und Einladungen. Er überprüft, ob die vorgeschriebenen Wertgrenzen und Genehmigungsvorbehalte eingehalten und die verpflichtenden Dokumentationen geführt werden. Dabei wird er von den Beauftragten in den Konzerngesellschaften unterstützt. Im Jahr 2015 gab der Chief Compliance Officer in mehr als 150 Fällen die Annahme oder Gewährung von Einladungen und die Teilnahme an Veranstaltungen frei beziehungsweise lehnte er diese in zehn Fällen ab.

Sechs Compliance-relevante Verdachtsfälle wurden gemeldet und eingehend untersucht. Fälle von Korruption wurden dabei nicht festgestellt. In drei Fällen hat sich Fehlverhalten (durch Missachtung interner Vorschriften) herausgestellt, worauf mit disziplinären Schritten und organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung künftigen Fehlverhaltens reagiert wurde.

2015 ereignete sich ein Vorfall, der als Fall von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts einzustufen ist. Es wurden unmittelbar Maßnahmen eingeleitet. Für 2016 sind weitere Maßnahmen als Prävention geplant.

Legal Compliance

Zu den GRI-Kennzahlen mit Rechtsbezug wird über nachstehende Verfahren berichtet: Im Jänner 2015 wurde ein von Wien Energie angestrengtes UWG-Verfahren gegen VERBUND durch Vergleich beendet.

In den Verfahren der Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen Vorstandsmitglieder von VERBUND ist das Straferkenntnis gegen GD Anzengruber wegen Marktmanipulation nach dem Erkenntnis der zweiten Instanz rechtskräftig. Im Verfahren gegen mehrere Vorstandsmitglieder von VERBUND wegen unterlassener Ad-hoc-Meldung im Juni 2012 ist gemäß rechtskräftigem Erkenntnis der zweiten Instanz das Straferkenntnis zur Gänze aufgehoben. In letzterem Verfahren ist über die außerordentliche Revision der FMA vom Verwaltungsgerichtshof noch nicht entschieden.

Weiters hat eine Privatperson gegen GD Anzengruber in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstands von VERBUND Anzeige gemäß § 108 StGB (Täuschung) wegen der Verwendung der Bezeichnung "klimaneutrales Erdgas" in der Werbung von VERBUND erstattet. Bislang ist nicht abzusehen, ob die Angelegenheit von der Staatsanwaltschaft Wien aufgegriffen wird.

Geschäftspartner-Compliance

Wir verpflichten uns nicht nur selbst zu hohen Standards für ein sauberes und faires Verhalten – auch von unseren Geschäftspartnern erwarten wir die Einhaltung unserer Grundsätze. Um den hohen Integritätsanspruch von VERBUND zu dokumentieren, enthalten alle Verträge eine entsprechende Korruptionsklausel. Auch in den Bestellbedingungen von VERBUND haben wir für die Lieferanten die Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter Compliance-Grundsätze noch stärker verankert.

Unsere Handelstochter VERBUND Trading GmbH führt seit 2014 systematische Checks sämtlicher Handelspartner mithilfe einer externen Software durch. In einigen Fällen wurde in der Folge die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen abgelehnt.

Für eine konzernweite Ausrollung solcher Integritätsprüfungen wurden auf der Basis eines risikoorientierten Ansatzes "Grundsätze für Geschäftspartner-Compliance" ausgearbeitet. Diese legen fest, welche Geschäftspartner auf welche Weise und nach welchen Kriterien geprüft werden. Neben den Handelspartnern geht es dabei vor allem um sehr große Lieferanten und Kunden, Projekt- und Kooperationspartner und Berater. Die schrittweise Einführung in den anderen Konzerngesellschaften begann im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Mit den Geschäftspartnerprüfungen sollen gesetzliche Anforderungen erfüllt und die Unternehmensreputation sichergestellt werden.

Wien, am 11.2.2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig

Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht bezieht sich auf den Konzernabschluss von VERBUND. Dieser wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Für Links und Verweise auf externe Quellen im Konzernlagebericht wird keine Haftung übernommen.

Rahmenbedingungen

Der Geschäftsverlauf von VERBUND wird von zahlreichen externen Faktoren beeinflusst. Von besonderer Bedeutung für die Unternehmensentwicklung sind die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Preisentwicklung an den Märkten für Strom, Brennstoffe und CO2-Zertifikate sowie die politischen und regulatorischen Entscheidungen.

Dabei hat sich im Geschäftsjahr 2015 an den schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen am europäischen Strommarkt wenig verändert. Das Umfeld bleibt herausfordernd. Niedrige Großhandelspreise und Margen, verursacht durch niedrige Preise für Primärenergieträger, insbesondere für Kohle, sowie ein nicht funktionierender CO2-Markt erhöhen den Druck auf die Erträge von Energieunternehmen.

Gleichzeitig steigen die Stromerzeugungskapazitäten weiter an – vor allem durch die nach wie vor stark subventionierte Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik. Zusätzlich wirken Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und eine weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung dämpfend auf die Stromnachfrage.

VERBUND setzte innerhalb dieser Rahmenbedingungen seinen eingeschlagenen Weg hin zu einem CO2 freien, kostengünstigen und innovativen Stromerzeugungsunternehmen im Jahr 2015 konsequent fort.

VERBUND verfolgt konsequent seinen Weg hin zum CO2-freien, kostengünstigen und innovativen Stromerzeugungsunternehmen.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Konjunkturschwäche hält an

Im Jahr 2015 entwickelte sich die Weltwirtschaft immer noch verhalten. Der globale Handel wies ebenfalls eine geringe Dynamik auf. In den Schwellenländern wie China hat das Wachstum an Schwung verloren. Die Wirtschaft in den Industrieländern entwickelte sich hingegen durchwegs positiver.

Auch hat die Konjunktur im Euroraum Tritt gefasst, wenngleich die Erholung moderat blieb. Positive Impulse gingen dabei von den deutlich niedrigeren Rohstoff- und Primärenergiepreisen, dem schwächeren Euro-Dollar-Wechselkurs sowie der expansiven Geldpolitik aus.

Gemäß der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Jänner 2016 stieg das reale Wirtschaftswachstum in den Industrieländern 2015 um 1,9% nach 1,8% im Vorjahr. Im Euroraum stieg die Wirtschaftsleistung 2015 laut IWF-Experten um 1,5% (2014: +0,9%). Der Wachstumsmotor war weiterhin Deutschland, wenngleich sich hier die Dynamik verlangsamte (2015: +1,5%).

Das Wirtschaftswachstum in Österreich blieb das zweite Jahr in Folge merklich hinter jenem im Euroraum zurück. Die österreichische Wirtschaft büßte aufgrund schwächerer Export- und Investitionstätigkeit erheblich an Schwung ein und expandierte laut WIFO-Konjunkturprognose im Jahr 2015 um 0,8%.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Zuwachs beim Energieverbrauch

Die gegenüber dem außergewöhnlich milden Vorjahr kühlere Witterung sorgte im Jahr 2015 für einen Anstieg beim Energieverbrauch in Österreich. Von der schwachen Konjunktur gingen hingegen kaum verbrauchssteigernde Impulse auf die Energienachfrage aus.

Der Erdgasverbrauch stieg um 7,1%. Hauptursache des Verbrauchsanstiegs war der witterungsbedingt höhere Wärmebedarf. Erhöht haben sich sowohl der Einsatz von Erdgas zur Wärmeerzeugung wie auch der Erdgaseinsatz in Kraft-Wärme-Kopplungsprozessen.

Auch der Mineralölverbrauch verzeichnete 2015 einen Anstieg. Gestiegen sind sowohl die Nachfrage nach Kraftstoffen wie auch die Nachfrage nach Heizöl Extraleicht.

Der Verbrauch von Steinkohle sank. Verantwortlich dafür ist die Konjunkturlage im Bereich Stahl, die sich seit Ende des Sommers 2015 deutlich verschlechtert hat. Der Einsatz von Steinkohle in der Elektrizitätswirtschaft war im Jahr 2015 geringfügig höher als noch ein Jahr zuvor.

Die Erneuerbaren konnten ihren Anteil am Gesamtenergieverbrauch annähernd halten. Zwar gab es bei Wasserkraft dargebotsbedingt einen deutlichen Rückgang, neue erneuerbare Energien (Windkraft, Photovoltaik, Biomasse) konnten jedoch ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Stromverbrauch legte nach vier Jahren der Stagnation 2015 wieder zu

Erstmals seit Langem sind beim Stromverbrauch wieder Zuwächse zu beobachten. Im Jahr 2015 stieg Österreichs Stromverbrauch (gesamte Elektrizitätsversorgung) nach Angaben der E-Control um 1,7%. Auch hier machte sich die kühlere Witterung im Vergleich zum sehr milden Vorjahr bemerkbar.

Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Wasserdargebots lieferten Wasserkraftwerke 2015 um 8,9% weniger Strom. Demgegenüber wurde in Wärmekraftwerken um 21,7% mehr Strom erzeugt, die "sonstige Erzeugung" nahm um 4,6% zu. Die "sonstige Erzeugung" umfasst die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse – diese fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen. Insgesamt gesehen stagnierte die Stromproduktion in Österreich 2015 auf Vorjahresniveau.

Die Netto-Stromimporte (Importe minus Exporte) stiegen mit 8,4% kräftig. Damit lag die Auslandsabhängigkeit der österreichischen Stromversorgung im Jahr 2015 bei etwa 13%.

Rasante Talfahrt der Ölpreise

Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2015 durchschnittlich 53,6 \$/bbl, gegenüber 99,4 \$/bbl im Jahr 2014 (– 46,1%).

Zu Jahresanfang 2015 haben die Ölpreise ihre Mitte 2014 begonnene Talfahrt fortgesetzt. Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) fiel im Jänner 2015 unter die 50-\$/bbl-Marke. In Folge verteuerte sich das Rohöl unter starken Schwankungen auf etwa 65 US-\$/bbl Ende Juni 2015. Zum Preisanstieg trugen vor allem Meldungen aus den USA über eine geringere Anzahl von eingesetzten Ölbohranlagen und weltweit rückläufige Investitionen in neue Ölprojekte bei.

Danach brachen die Ölpreise regelrecht ein. Am 22.12.2015 wurde mit nur mehr 36 US-\$/bbl der niedrigste Stand seit 2004 erreicht. Die Erwartung steigender Ölexporte aus dem Iran nach Aufhebung der Sanktionen und eine steigende OPEC-Ölproduktion bei doch weiterhin hohen US-Produktionszahlen lieferten den Nährboden für die Preisrückgänge. Hinzu kamen die Sorgen um die globale Ölnachfrage ausgehend von den Schwellenländern, insbesondere China. Der Preisverfall verstärkte sich nach dem OPEC-Treffen vom 4.12.2015. Dort wurden nicht nur keine Fördersenkungen beschlossen, sondern erstmals seit Langem auch das Thema der Förderobergrenzen gar nicht erörtert. Ende 2015 notierte das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) bei 37,3 \$/bbl.

Preisentwicklung Rohöl (Brent-Frontmonat)

Weitere Preisrückgänge auch bei Gas und Kohle

Die Preise im europäischen Gashandel gaben 2015 aufgrund des aktuellen Überangebots weiter nach. Vor allem deutlich gestiegene LNG-Lieferungen in die EU sorgten für Preisdruck nach unten. Am europäischen Handelspunkt NCG lagen die Spotnotierungen im Jahresdurchschnitt 2015 bei 20,0 €/MWh und damit um 1,1 €/MWh unter dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden Lieferkontrakte für das kommende Jahr (NCG-Frontjahr) mit 20,3 €/MWh abgerechnet. Das sind 4,2 €/MWh weniger, als 2014 für das NCG-Frontjahr bezahlt werden mussten.

Die schwache Nachfrage nach Kohle löste auch hier einen Preisrückgang aus. China, der weltgrößte Kohleverbraucher, drosselte die Kohleimporte deutlich, und die Nachfrage in den Industrieländern schrumpfte. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen 2015 um 9,9% und jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 16,9% unter jenen des Vorjahres (jeweils Eurobasis).

Schwache CO2-Preisentwicklung

Seitdem sich im Mai 2015 Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission auf die Einführung der Marktstabilitätsreserve und eine Überführung der Backloading-Zertifikate in diese Reserve verständigt haben, ist der Preis für CO2-Emissionsrechte (EUA – European Union Allowance) moderat gestiegen.

Ein Standardzertifikat für 2015, das zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde 2015 mit durchschnittlich 7,7 €/Tonne CO2 gehandelt. Der Vergleichswert für 2014 lag bei 6,0 €/Tonne CO2. Das ist jedoch nach Meinung vieler Experten weiterhin zu niedrig, um unternehmerische Entscheidungen über Produktionsweisen und Investitionen von emissionsintensiven Brennstoffen, Technologien oder Verfahren in Richtung emissionsärmerer Produktionsweisen zu lenken.

Strom-Großhandelspreise gaben neuerlich nach

Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX SPOT für Grundlast-Stromlieferungen (Base) im Marktgebiet Deutschland/Österreich lag im Jahr 2015 mit 31,6 €/MWh um 3,5% unter jenem des Vorjahres. Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit 39,1 €/MWh um 4,7% unter dem Mittelwert von 2014.

Wesentliche Faktoren, die weiteren Druck auf Preise ausübten, waren der Preisrückgang bei Steinkohle sowie ein überversorgter Strommarkt. Der fortgesetzte Ausbau subventionierter Windkraft- und Photovoltaikanlagen und ein überdurchschnittliches Windaufkommen trugen zum großen Stromangebot bei.

Lediglich in den Monaten Februar, Juli und Oktober 2015 gingen die Preise am Spotmarkt kurzfristig nach oben. Gründe dafür waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich tieferen Temperaturen im Februar 2015 und die Hitzewelle im Juli 2015. Im Oktober 2015 wiederum sorgte ein sehr geringes Aufkommen von Wind- und Solarstrom für den Preisanstieg.

CO2- Zertifikatepreise in €/t CO2

Strompreisentwicklung am Spotmarkt in €/MWh

Marktgebiet Deutschland/Österreich, Monatsdurchschnittswerte Quelle: EPEX Spot

Quelle: EEX

Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2015 für das Marktgebiet Deutschland/Österreich Grundlast für 2016 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 31,0 €/MWh gehandelt und Spitzenenergie (Frontjahr-Peak) mit 39,0 €/MWh. Im Jahr 2014 waren für Frontjahr-Base-Kontrakte durchschnittlich 35,1 €/MWh und für Frontjahr-Peak 44,4 €/MWh zu zahlen.

Zum einen wurde die leichte Preiserholung bei CO2-Emissionsrechten durch den Rückgang von Kohleund Gaspreisen überkompensiert. Zum anderen spiegeln die sinkenden Preise die Erwartung eines fortgesetzten Zubaus geförderter Wind- und Photovoltaikanlagen in den kommenden Jahren wider.

Strompreisentwicklung am Terminmarkt in €/MWh

Marktgebiet Deutschland/Österreich. Achsenbezeichnung bezieht sich auf den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauffolgenden Jahr. Monatsdurchschnittswerte

VERBUND vermarktet den Großteil der Stromerzeugung am Terminmarkt, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2015 hatte nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode. Sie wird sich jedoch vor allem auf die Ergebnisse der Folgeperioden auswirken.

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen

2015 standen auf EU-Ebene Themen der Ausgestaltung des Energie- und Strommarktes und des Klimaschutzes ganz oben auf der politischen Agenda. In Deutschland widmete sich die Politik insbesondere Fragen des künftigen Strommarktdesigns. In Österreich war die energiepolitische Agenda vor allem durch die Aufspaltung der Preiszone Deutschland/Österreich sowie die Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes geprägt.

EU-Energiepolitik

Energieunion- und Klimaschutzstrategie

Die EU-Kommission veröffentlichte am 25.2.2015 ihre Energieunion-Strategie, die darlegt, wie man die fünf Hauptziele (Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung, Energiebinnenmarkt, Nachfragereduzierung und Forschung & Innovation) erreichen will. Eine erste Konkretisierung der Ziele erfolgte mit Veröffentlichung des sogenannten Sommerpakets im Juli 2015, in dem die EU-Kommission einen Legislativvorschlag zur Änderung der Emissionshandelsrichtlinie sowie Mitteilungen zum Marktdesign und zu Endkundenmärkten vorlegte. VERBUND äußerte seine Positionen sowohl zur Energieunion-Strategie als auch zum Vorschlag für eine überarbeitete ETS-Richtlinie sowie im Rahmen der jeweiligen Konsultationen zum künftigen Energiemarktdesign und zur Versorgungssicherheit.

Die Vorschläge der EU-Kommission begrüßte VERBUND und unterstrich die Bedeutung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes (insb. im Zusammenhang mit dem Abbau von Förderungen, einem fairen Wettbewerb für alle Technologien, keiner Notwendigkeit von Kapazitätsmechanismen, einem ambitionierten Emissionshandelssystem).

Emissionshandel

Der EU-Emissionshandel ist aufgrund des enormen Überangebots an CO2-Zertifikaten derzeit nicht in der Lage, seinen Lenkungseffekt in Richtung CO2-arme Technologien zu erfüllen. Um dieses Überangebot zu reduzieren, wurde in einem ersten Schritt mit der Einführung der sogenannten Marktstabilitätsreserve ein Instrument geschaffen, mit dem vorübergehend überschüssige CO2-Zertifikate vom Markt genommen werden können. Parallel dazu legte die EU-Kommission im Sommer 2015 einen Richtlinienvorschlag zur Neuausrichtung des Emissionshandelssystems nach 2020 vor: Primär sollen Maßnahmen wie die Anhebung des jährlichen Reduktionsfaktors (von bisher 1,7% auf 2,2%) zu einer Verringerung des Zertifikateangebots führen. Gleichzeitig soll die energieintensive europäische Industrie durch wirksame Carbon-Leakage-Maßnahmen vor Wettbewerbsnachteilen, die zu Unternehmensabsiedelungen und Investitionsverlagerungen führen könnten, geschützt werden.

VERBUND befürwortet die ETS-Reform. Diese stellt einen wichtigen Schritt hin zur Wiederbelebung des Emissionshandels und zu verlässlicheren Rahmenbedingungen dar.

Deutsch-Österreichische Strompreiszone

Die Europäische Regulierungsbehörde ACER (Agency for the Cooperation of Energy Regulators) hat am 23.9.2015 eine unverbindliche Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Auftrennung des gemeinsamen Marktgebiets Deutschland/Österreich empfiehlt. Als Grund für diesen Schritt werden "loop flows", also ungeplante Stromflüsse, insbesondere über Polen und Tschechien aufgrund von temporären innerdeutschen Netzengpässen genannt. E-Control und APG, unterstützt durch sämtliche österreichischen Interessenvertretungen und Unternehmen wie VERBUND, haben gegen diese Stellungnahme rechtliche Beschwerde eingebracht. Diese wurde jedoch vom ACER Board of Appeal zurückgewiesen, da es sich lediglich um eine unverbindliche Meinung von ACER handelt.

Gleichzeitig läuft ein europaweiter Review der bestehenden Preiszonen. Im Zuge dieser Analyse steht auch die gemeinsame deutsch-österreichische Preiszone auf dem Prüfstand. Ergebnisse dieser Analyse werden 2017 erwartet.

VERBUND setzt sich jedenfalls mit Vehemenz gegen eine etwaige Trennung der gemeinsamen deutschösterreichischen Preiszone ein, da

  • damit ein großer volkswirtschaftlicher Schaden verbunden wäre,
  • es keinen sachlichen Grund für diese Handelsbeschränkung gibt,
  • gegen Energiebinnenmarktprinzipien verstoßen wird und
  • zudem gelindere Alternativen verfügbar wären (insb. Redispatch-Maßnahmen).

Natura-2000-Leitlinien zu Wasserkraft

Die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission hat im Laufe des Jahres 2015 den Prozess zur Entwicklung von Natura-2000-Leitlinien zu Wasserkraft vorangetrieben. Ziel der Leitlinien ist es aufzuzeigen, dass Projekte in Natura-2000-Gebieten grundsätzlich – wenn auch mit Einschränkungen – möglich sind. VERBUND bringt sich aktiv in den Prozess ein.

VERBUND bringt sich aktiv in die Gesetzgebung für eine bessere Energiezukunft ein.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland

Energiepolitische Beschlüsse

Mit der Vorlage des deutschen Strommarktgesetzes – das Gesetzgebungsverfahren zum Strommarktgesetz soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen werden – hat das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wichtige Weichenstellungen zur Weiterentwicklung des Strommarkts vorgenommen.

Der Strommarkt soll in Richtung eines Strommarktes 2.0 mit Fokus auf die Sicherung der fairen Preisbildung, die Stärkung der Bilanzkreistreue, den Wettbewerb der Flexibilitätsoptionen, die unbefristete Verlängerung der Netzreserve und die Reduktion der Kosten des Netzausbaus weiterentwickelt werden.

VERBUND hat sich dazu in ausführlichen Stellungnahmen laufend in den Prozess eingebracht.

Auch wurden vom BMWi bereits erste Vorarbeiten zur EEG-Novelle 2016 vorgestellt, insbesondere das neue Ausschreibungsdesign für erneuerbare Energien. Eine Entscheidung dazu wird 2016 getroffen werden.

Parallel dazu wurde auch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vom BMWi in den Entscheidungsprozess eingebracht. Damit wird der Rollout-Ansatz für Smart Meter komplettiert und gleichzeitig eingeschränkt, da kein Rollout um jeden Preis erfolgen soll. Ab 2017 erhalten Großverbraucher und Erzeuger ab 7 kW installierter Leistung ein intelligentes Messsystem. Der haushaltsnahe Bereich folgt ab 2020 mit einem verpflichtenden Einbau bei über 6.000 kWh Jahresverbrauch, darunter optional. Darüber hinaus wird geregelt, wer welche Daten erheben und zu welchem Zweck verwenden darf.

Bayerisches Energieprogramm basierend auf den Energiedialog-Ergebnissen

Die bayerische Staatsregierung organisierte zu Jahresbeginn 2015 den Energiedialog Bayern. Dabei wurde in Arbeitsgruppen mit bayerischen Stakeholdern an den zentralen energiepolitischen Fragen und möglichen Antworten gearbeitet. Das im Februar 2015 präsentierte Ergebnis stellte fest, dass die für 2023 prognostizierte Lücke bei der gesicherten Leistung 5 GW und bei der Stromproduktion 40 TWh beträgt.

Basierend auf den Ausarbeitungen des Energiedialogs und unter Berücksichtigung der bundespolitischen Entscheidungen hat das bayerische Wirtschaftsministerium (StMWi) das neue bayerische Energieprogramm erstellt, welches im Oktober 2015 vorgelegt wurde.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich

Energieeffizienzgesetz

Eine Lieferantenverpflichtung aus dem Energieeffizienzgesetz, die jährliche Energieeinsparmaßnahmen von 0,6% des Vorjahresabsatzes vorschreibt, ist seit 1.1.2015 in Kraft. Für große Unternehmen sieht das Gesetz zudem die obligatorische Durchführung von Energie-Audits vor. Erst Ende 2015 hatte das Wirtschaftsministerium nach langwierigen Verhandlungen eine Richtlinienverordnung für die Tätigkeit der nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle inklusive Methodendokument erlassen, das seit 1.1.2016 anzuwenden ist. Darin werden u.a. mögliche Energieeffizienzmaßnahmen bei Kunden und deren Anrechenbarkeit (z.B. Gerätetauschaktionen, Stromsparpakete, Heizungsoptimierung, LED-Lampen-Aktionen etc.) aufgelistet, was für die betroffenen Stakeholder insbesondere aus Gründen der Rechtssicherheit von enormer Bedeutung war.

Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2015

Am 21.1.2015 wurde der Entwurf des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wissenschaft (BMLFUW) vorgestellt. Spätestens im März 2016 muss der "Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan 2015" an die GD Umwelt übermittelt werden. Bis dahin muss auch die Veröffentlichung auf nationaler Ebene erfolgen.

Für die Wasserkraft, und somit auch für VERBUND, bleibt die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ein essenzielles Thema und stellt unter den derzeit und zukünftig sehr schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar. Der NGP 2015 ist eine Fortführung der bisherigen Umsetzungsstrategie Österreichs und stellt einen guten Kompromiss zwischen den ökologischen Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie und der für Österreich unverzichtbaren Gewässernutzung dar. In der Stellungnahme von Österreichs Energie unter Mitwirkung von VERBUND wurde einerseits auf die Bedeutung der Wasserkraft für eine sichere Stromversorgung in Europa hingewiesen, andererseits aber betont, dass die Umsetzung der geforderten Maßnahmen eine große Herausforderung unter schwierigen Rahmenbedingungen darstellt.

Finanzen

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Großhandelspreise für Strom

VERBUND kontrahierte den Großteil der eigenen Erzeugung des Jahres 2015 bereits 2014 am Terminmarkt. Die Strompreise für Grundlast lagen mit durchschnittlich 35,1 €/MWh um 10,2% und jene für Spitzenlast mit durchschnittlich 44,4 €/MWh um 10,6% unter dem Vorjahresniveau. Die schwache Konjunktur, die niedrigen Preise für Kohle und CO2-Zertifikate, Überkapazitäten auf dem europäischen Strommarkt sowie eine höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien durch den Anlagenzubau übten anhaltenden Druck auf den Terminmarkt aus.

Für sofortige Lieferungen (Spotmarkt) lagen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom im Jahr 2015 ebenfalls unter Vorjahresniveau. Die Preise für Grundlast sanken um durchschnittlich 3,5% auf 31,6 €/MWh, jene für Spitzenlast um 4,7% auf 39,1 €/MWh.

Futurespreise im Jahr vor der Lieferung gehandelt. Die angegebenen Jahre sind jeweils die Lieferjahre. Durchschnittswerte. Quelle: EEX, EPEX Spot

Entwicklung der Wasserführung

Die Wasserführung der Flüsse ist für VERBUND von besonderer Bedeutung, da rund 90% des Stroms aus Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00 steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2015 lag der Erzeugungskoeffizient der Laufund Laufschwellkraftwerke mit 0,93 um 7% unter dem langjährigen Durchschnitt und um 9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Berichtsjahr lag die Wasserführung lediglich in den Monaten Jänner, April und Mai über dem langjährigen Durchschnitt. In allen anderen Monaten lag die Wasserführung zum Teil deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Die einzelnen Quartale stellten sich wie folgt dar: Quartal 1: 1,03, Quartal 2: 1,03, Quartal 3: 0,80 und Quartal 4: 0,86.

Erzeugungskoeffizient (Monatsdurchschnittswerte)

Stromaufbringung und -absatz

Stromaufbringung und -absatz in TWh

Im Jahr 2012 wurde eine Bilanzierungsänderung vorgenommen.

Die Eigenerzeugung von VERBUND war mit 31.239 GWh um 2.792 GWh bzw. 8,2% geringer als im Vorjahr. Die Erzeugung aus Wasserkraft verringerte sich um 3.090 GWh bzw. 9,9% im Vergleich zu 2014. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,93 um 7% unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 9 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke lag trotz stärkerem Einsatz im Wälzbetrieb wegen geringerer Zuflüsse und geringerem Abstau um 7,2% unter dem Wert von 2014.

Die Windkraft- und Photovoltaikanlagen produzierten hingegen trotz des Verkaufs der bulgarischen Erzeugungsanlagen (Erzeugung 2014: 31 GWh) um 71 GWh mehr Strom. Diese Steigerung ist vor allem auf erhöhte Windkraftkapazitäten in Österreich sowie auf das höhere Windaufkommen in Rumänien und Deutschland zurückzuführen.

Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg im Berichtszeitraum um 228 GWh. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach produzierte 2015, bedingt durch den höheren Einsatz für Engpassmanagement, um 663 GWh mehr Strom. Die Erzeugung der weiteren thermischen Kraftwerke von VERBUND in Österreich verringerte sich um 293 GWh. Dies ist im Wesentlichen auf die Stilllegung des Kraftwerks Dürnrohr mit 30.4.2015 zurückzuführen. In Frankreich produzierten die beiden mittlerweile verkauften Wärmekraftwerke 2014 142 GWh Strom.

Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb erhöhte sich um 2.872 GWh. Der Fremdbezug für Verlust- und Regelenergie inklusive Engpassmanagement stieg um 799 GWh.

Stromaufbringung Konzern GWh
2014 2015 Veränderung
Wasserkraft1 31.188 28.098 – 9,9%
Wind/Sonne 811 882 8,8%
Wärmekraft 2.031 2.259 11,2%
Eigenerzeugung 34.030 31.239 – 8,2 %
Fremdbezug Handel 16.801 19.673 17,1%
Fremdbezug Verlust- und Regelenergie 3.527 4.326 22,7%
Stromaufbringung 54.359 55.238 1,6 %

inkl. Bezugsrechten

Der Stromabsatz stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 552 GWh. Die an Endkunden gelieferten Strommengen reduzierten sich um 539 GWh. Die Absatzmengen waren sowohl im Inland (–370 GWh) als auch im Ausland (–169 GWh) rückläufig. Der gestiegene Absatz an Weiterverteiler (+2.212 GWh) resultierte im Wesentlichen aus der höheren Nachfrage im Inland, insbesondere aufgrund des gestiegenen Engpassmanagements. Letzteres wird auch bei Erbringung für deutsche Netzbetreiber loco Österreich ausgewiesen. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen nahmen um 1.121 GWh ab. Der geringere Absatz über Börsen aufgrund der niedrigeren Erzeugungsmengen im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres war der Hauptgrund dafür. Der Eigenbedarf an Strom erhöhte sich um 158 GWh. Dies ist vor allem auf die höhere Erzeugung aus dem Wälzbetrieb zurückzuführen.

Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern GWh
2014 2015 Veränderung
Endkunden 9.485 8.946 – 5,7%
Weiterverteiler 22.105 24.317 10,0%
Händler 19.232 18.112 – 5,8%
Stromabsatz 50.823 51.375 1,1 %
Eigenbedarf 2.943 3.100 5,4%
Regelenergie 593 762 28,6%
Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 54.359 55.238 1,6 %

VERBUND setzte 2015 rund 53% des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab. In Frankreich kam es aufgrund der Vermarktung für Dritte und der gestiegenen Abgaben an Weiterverteiler und Händler zu einem deutlichen Absatzanstieg (+136%). Der deutsche Markt bildete mit rund 82% der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten.

Stromabsatz nach Ländern GWh
2014 2015 Veränderung
Österreich 25.891 27.366 5,7%
Deutschland 22.491 19.628 – 12,7%
Frankreich 1.541 3.641 136,3%
Rumänien 451 473 4,9%
Italien 118 48 – 59,8%
Sonstige 331 219 – 34,0%
Stromabsatz 50.823 51.375 1,1 %

Ertragslage

Obwohl das den verkauften französischen Gas-Kombikraftwerken in Pont-sur-Sambre und Toul zuzurechnende Ergebnis getrennt von den fortzuführenden Aktivitäten darzustellen ist (Details siehe Anhang), bezieht sich die Analyse der Ertragslage auf das zusammengefasste Ergebnis aus fortzuführenden und nicht fortzuführenden Aktivitäten des Konzerns. Das Ergebnis aus nicht fortzuführenden Aktivitäten entspricht dem Ergebnis, das den 100%igen Beteiligungen Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. bis zur Entkonsolidierung im Vorjahr zuzurechnen war. Mit Wirkung vom 6.3.2015 wurde der Verkauf der nach der Entkonsolidierung verbliebenen sonstigen Beteiligungen abgeschlossen.

Ergebnispositionen Mio. €
2014 2015 Veränderung
EBITDA 808,8 888,7 9,9%
Bereinigtes EBITDA 889,6 838,8 – 5,7%
Operatives Ergebnis 384,4 410,6 6,8%
Konzernergebnis 126,1 207,7 64,7%
Bereinigtes Konzernergebnis 216,0 268,9 24,5%
Ergebnis je Aktie 0,36 0,60 64,7%
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie in € 0,29 0,35 20,7%

Ergebnisentwicklung

Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2015 war positiv. Das EBITDA stieg um 9,9% auf 888,7 Mio. €, das Konzernergebnis lag mit 207,7 Mio. € um 64,7% über dem Vorjahreswert. Die Ergebnisentwicklung war jedoch in beiden Jahren massiv von Einmaleffekten beeinflusst. Im Jahr 2015 waren dies insbesondere die Wertminderung des Gas-Kombikraftwerks Mellach sowie die Auflösung von Rückstellungen aufgrund von Verfahrensbereinigungen im Netzbereich. Bereinigt um Einmaleffekte sank das EBITDA, trotz der gesunkenen Absatzpreise und einer im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozentpunkte geringeren Wasserführung, nur auf 838,8 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die Zusatzerträge aus der Vermarktung von Regelenergie und das Engpassmanagement sowie auf Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen zurückzuführen. Das bereinigte Konzernergebnis konnte im Wesentlichen aufgrund eines verbesserten Finanzergebnisses und geringerer Ertragsteuern um 24,5% auf 268,9 Mio. € gesteigert werden.

Dividende

In der Hauptversammlung am 13.4.2016 wird eine Dividende von 0,35 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2015 vorgeschlagen. Die Dividende orientiert sich an einer Ausschüttungsquote von rund 50% (für 2015 45,2%), bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 2015 58,5%. Im Jahr 2014 war eine Dividende von 0,29 € pro Aktie ausgeschüttet worden, die Ausschüttungsquote lag bei 79,9%.

Erlöspositionen Mio. €
2014 2015 Veränderung
Stromerlöse 2.427,4 2.336,4 – 3,7%
Netzerlöse 351,4 439,6 25,1%
Sonstige Erlöse 101,6 193,6 90,5%
Umsatzerlöse 2.880,4 2.969,6 3,1 %

Stromerlöse

Die Stromerlöse von VERBUND sanken 2015 gegenüber dem Vorjahr um 3,7% auf 2.336,4 Mio. €. Der mengenmäßige Stromabsatz stieg um 1,1% bzw. 552 GWh. Der Rückgang der Stromerlöse ist auf gesunkene durchschnittlich erzielte Absatzpreise infolge der gesunkenen Großhandelspreise für Strom zurückzuführen. Die durchschnittlichen Absatzpreise fielen von 39,1 €/MWh auf 35,1 €/MWh.

2013: 0,55 € Basisdividende, 0,45 € Sonderdividende

Netzerlöse

Im Jahr 2015 sind die Netzerlöse gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres von 351,4 um 88,2 Mio. € auf 439,6 Mio. € gestiegen. Die in den Vorjahren gebildeten Rückstellungen und Wertberichtigungen für die Systemnutzungstarife-Verordnungen (SNT-VO) und die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-VO) wurden aufgrund von Verfahrensbereinigungen großteils aufgelöst. Dies führte 2015 zu einem positiven Effekt in Höhe von 40,4 Mio. €. Zusätzlich waren gestiegene internationale Netzerlöse aus Versteigerungen von Grenzkapazitäten und gestiegene nationale Netzerlöse aufgrund höherer Tariferlöse zu verzeichnen.

Sonstige Erlöse und sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen Erlöse stiegen um 92,0 Mio. € auf 193,6 Mio. €. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Erlöse aus Gaslieferungen zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 14,8 Mio. € auf 70,5 Mio. €. Dies resultierte unter anderem aus dem Veräußerungsgewinn des bulgarischen Windparks sowie dem Weiterverkauf von Brennstoffen der stillgelegten Kraftwerke Dürnrohr und Neudorf-Werndorf.

Aufwendungen Mio. €
2014 2015 Veränderung
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 1.328,7 1.415,8 6,6%
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige
Aufwendungen
149,1 138,7 –7,0%
Personalaufwand 361,6 332,9 –7,9%
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen
392,9 360,0 –8,4%
Sonstige betriebliche Aufwendungen 280,2 264,1 –5,7%

Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

Die Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug stiegen um 6,6% auf 1.415,8 Mio. €. Der Fremdstrombezug für das Handels- und Vertriebsgeschäft sowie für die Verlust- und Regelenergie erhöhte sich insgesamt um 3.671 GWh. Dieser mengenmäßige Anstieg wurde jedoch durch gesunkene Beschaffungspreise fast zur Gänze kompensiert. Die Aufwendungen für den Strombezug stiegen daher gegenüber 2014 geringfügig um 2,9 Mio. €. Die Aufwendungen für Netzbezug erhöhten sich um 4,2 Mio. €, die Aufwendungen für den Gasbezug stiegen um 77,7 Mio. €. Der Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach ist seit dem Quartal 3/2012 ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Im Jahr 2015 betrug der daraus resultierende Ergebniseffekt –8,4 Mio. € (2014: +2,1 Mio. €).

Brennstoffeinsatz

Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatzabhängigen Aufwendungen sanken um 7,0% auf 138,7 Mio. €. Aufwandserhöhend wirkten der höhere Einsatz der thermischen Kraftwerke in Österreich (Details siehe Kapitel "Stromaufbringung und Absatz") und die damit einhergehenden höheren Aufwendungen für Emissionszertifikate. Aufwandsmindernd war hingegen der Wegfall der Aufwendungen der verkauften französischen Kraftwerksgesellschaften Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. Darüber hinaus wirkten im Vorjahr die Abschreibungen von Kohlevorräten aufgrund der laufenden Bewertung deutlich negativ.

Personalaufwand

Der Personalaufwand sank um 28,7 Mio. € auf 332,9 Mio. €. Der Aufwand im Bereich des aktiven Personals ist im Geschäftsjahr 2015 um 6,0 Mio. € gesunken. Dies ist insbesondere auf die konsequente Umsetzung personalwirtschaftlicher Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm sowie auf den Verkauf der französischen Kraftwerksgesellschaften Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. zurückzuführen. Der Aufwand für Abfertigungen und Altersversorgung verringerte sich um 22,7 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall von bereits 2014 gebildeten Vorsorgen für Altersteilzeit und Restrukturierung.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken um 32,9 Mio. € auf 360,0 Mio. €. Dies resultierte unter anderem aus einer im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Abschreibungsbasis des Sachanlagevermögens, im Wesentlichen aufgrund von Anlagenabgängen und Wertminderungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 16,1 Mio. € auf 264,1 Mio. €. Die Reduktion resultierte insbesondere aus dem Wegfall der im Geschäftsjahr 2014 verbuchten Aufwendungen im Zusammenhang mit einem ICC-Schiedsgerichtsurteil betreffend den 2012 aufgelösten Erdgasliefervertrag zwischen der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und der ENI S.p.A. sowie aus dem Wegfall der operativen Aufwendungen der verkauften französischen Kraftwerksgesellschaften Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. Darüber hinaus sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aufgrund des konzernweiten Kostensenkungsprogramms. Demgegenüber stand eine Entlastung im Jahr 2014 durch eine Rückstellungsauflösung in Zusammenhang mit dem Kraftwerk Töging.

Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen in Höhe von –118,0 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus der Wertminderung des Gas-Kombikraftwerks Mellach (–112,6 Mio. €) und eines Windparks in Rumänien (–5,3 Mio. €). Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen des Vorjahres (--39,1 Mio. €) resultierten im Wesentlichen aus der Wertminderung der Windparks in Rumänien (--155,7 Mio. €) und Bulgarien (--7,1 Mio. €) und des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr (--8,9 Mio. €) bzw. aus der Wertaufholung der Gas-Kombikraftwerke Mellach (+11,7 Mio. €), Pont-sur-Sambre (+13,1 Mio. €) und Toul (+3,7 Mio. €) sowie einzelner Laufwasserkraftwerke (+113,4 Mio. €). Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt.

–39,1 –118,0

in Mio. €

Werthaltigkeitsprüfungen

–784,4

Operatives Ergebnis

Infolge der zuvor genannten Entwicklungen stieg das operative Ergebnis um 26,2 Mio. € auf 410,6 Mio. €. Das operative Ergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen erhöhte sich um 105,1 Mio. € auf 528,6 Mio. €.

Finanzergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen Mio. €
2014 2015 Veränderung
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen 33,0 27,3 –17,5%
Sonstiges Beteiligungsergebnis –2,9 6,9
Zinsertrag 37,4 31,7 –15,3%
Zinsaufwand –276,2 –184,2 –33,3%
Übriges Finanzergebnis –15,0 –1,7 –88,7%
Finanzergebnis vor Effekten aus
Werthaltigkeitsprüfungen – 223,7 – 120,1 – 46,3%

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sank um 5,8 Mio. € auf 27,3 Mio. €. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Ergebnisbeiträge der KELAG in Höhe von 27,3 Mio. € (2014: +33,9 Mio. €) und der Shkodra Region Beteiligungsholding in Höhe von 0,8 Mio. € (2014: –1,2 Mio. €).

Zinsertrag und Zinsaufwand

Der Zinsertrag sank gegenüber 2014 um 5,7 Mio. € auf 31,7 Mio. €. Der Zinsaufwand reduzierte sich um 92,0 Mio. € auf 184,2 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2014 wurden im Zuge der Veräußerung von 100% der Anteile an der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. aufgrund vertraglicher Verpflichtungen vor dem Abschluss der Transaktion Kredite für die Finanzierung der französischen Gaskraftwerke vorzeitig getilgt. Dies führte 2014 zu Aufwendungen in Höhe von 68,5 Mio. €. Positiv wirkte 2015 außerdem der deutliche Rückgang der Zinsen für Anleihen und Bankkredite. Aufwandserhöhend wirkten hingegen die Effekte aus dem teilweisen Rückkauf von Anleihen der Emission aus dem Jahr 2009 in Höhe von 156,5 Mio. € (–23,8 Mio. €).

Übriges Finanzergebnis

Das übrige Finanzergebnis verbesserte sich 2015 um 13,3 Mio. € auf –1,7 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Bewertung von Zinsabsicherungsgeschäften (+16,3 Mio. €) und der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung (+12,6 Mio. €). Negativ wirkte die Bewertung einer Inhaberposition im Zusammenhang mit dem VERBUND-Anteil am Gemeinschaftskraftwerk Inn (–16,3 Mio. €) sowie der im Vergleich zum Vorjahr negative Saldo aus Fremdwährungskursgewinnen bzw. -verlusten (–4,5 Mio. €).

Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen im Finanzergebnis

Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen in Höhe von 13,3 Mio. € (2014: –13,3 Mio. €) resultierten aus der Wertaufholung der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH. Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen im Jahr 2014 resultierten aus den Wertminderungen der Beteiligungen an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH und an der Energie AG Oberösterreich. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt.

Beteiligungsergebnis Inland in Mio. €

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verbesserte sich somit von –237,0 Mio. € um 130,2 Mio. € auf –106,8 Mio. €. Das Finanzergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen verbesserte sich um 103,6 Mio. € auf –120,1 Mio. €.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern veränderten sich von +33,1 Mio. € auf –53,5 Mio. €. Der Aufwand für laufende Ertragsteuern reduzierte sich um 67,3 Mio. € auf –10,5 Mio. €. Der wesentlichste Effekt resultierte aus den Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen. Die latenten Steuern verminderten sich um 153,9 Mio. € auf –43,0 Mio. €. Die Veränderung der latenten Steuern resultierte vor allem aus dem Wegfall von Effekten der Berichtsperiode 2014 im Zusammenhang mit dem Verkauf der französischen Beteiligungen Pontsur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S.

Konzernergebnis

Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 42,6 Mio. € ergibt sich ein Konzernergebnis in Höhe von 207,7 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 64,7% im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,60 € (2014: 0,36 €) bei einer Aktienstückzahl von 347.415.686. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis betrug 268,9 Mio. € und lag damit um 24,5% über dem Wert der Vergleichsperiode.

Vermögenslage

Werte in Klammern sind Vorjahreswerte.

Konzernbilanz (Kurzfassung) Mio. €
2014 Anteil 2015 Anteil Veränderung
Langfristiges Vermögen 11.166,6 91% 11.085,0 94 % – 0,7%
Kurzfristiges Vermögen 1.070,7 9% 678,0 6% –36,7%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte
10,0 0% 0,0 0%
Aktiva 12.247,3 100 % 11.763,0 100 % – 4,0 %
Eigenkapital 5.280,5 43% 5.433,3 46 % 2,9%
Langfristige Schulden 5.394,2 44% 5.349,8 45% –0,8%
Kurzfristige Schulden 1.572,5 13% 979,9 8% –37,7%
Passiva 12.247,3 100 % 11.763,0 100 % – 4,0 %

Aktiva

Das Vermögen von VERBUND verminderte sich 2015 um 4,0%. Im Sachanlagevermögen standen Zugängen in Höhe von 269,3 Mio. € planmäßige Abschreibungen in Höhe von 353,0 Mio. € gegenüber. Werthaltigkeitsprüfungen des Gas-Kombikraftwerks Mellach und der Windparks in Rumänien ergaben –nach Abzug allfälliger unmittelbar damit in Zusammenhang stehender Investitionszuschüsse– einen Abwertungsbedarf von 118,0 Mio. €. Die wesentlichsten Zugänge zum Sachanlagevermögen betrafen Investitionen in das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II/Kärnten und in die Windparks in Österreich und Rumänien. Die Erhöhung der Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen resultierte im Wesentlichen aus dem Erwerb von Wertpapieren zur Deckung von Verpflichtungen aus Sozialkapitalrückstellungen sowie aus Bewertungseffekten von geschlossenen Positionen, denen Effekte in entsprechender Höhe in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüberstehen.

Der Rückgang der kurzfristigen Forderungen ist zu einem großen Teil auf die Zahlungseingänge der Kaufpreise aus der Veräußerung der französischen Kraftwerksgesellschaften Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. sowie auf die Rückführung kurzfristiger Veranlagungen von Finanzmitteln zurückzuführen, die in weiterer Folge zur Tilgung von Anleihen verwendet worden sind.

Passiva

Das Eigenkapital ist gegenüber dem 31.12.2014 leicht gestiegen, vor allem aufgrund des Periodenergebnisses für die Quartale 1–4/2015. Gegenläufig wirkte die Dividendenausschüttung der VERBUND AG für 2014.

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verminderten sich im Wesentlichen aufgrund von planmäßigen und außerplanmäßigen Tilgungen von Anleihen. Erhöhend wirkten (kurzfristige) Aufnahmen bei Kreditinstituten. Der Rückgang der übrigen kurzfristigen Schulden ist vor allem auf geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus ausstehenden Investitionsrechnungen und Erhaltungsaufwendungen zurückzuführen. Weiters wurden in den Vorjahren gebildete Rückstellungen für die Systemnutzungstarife-Verordnungen (SNT-VO) und die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-VO) aufgrund der Verfahrensbereinigungen großteils aufgelöst.

Finanzlage

Geldflussrechnung in Mio. €

Geldflussrechnung (Kurzfassung) Mio. €
2014 2015 Änderung
Cashflow aus operativer Tätigkeit 717,6 674,0 –6,1%
Cashflow aus Investitionstätigkeit 18,2 78,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –776,8 –765,5 –1,5%
Veränderung der liquiden Mittel – 41,0 – 12,8 – 68,8 %
Liquide Mittel am Ende der Periode 41,7 28,9 –30,7%

Cashflow aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2015 +674,0 Mio. € und verschlechterte sich damit um 43,6 Mio. €. Dies resultierte vor allem aus gesunkenen Nettoeinzahlungen im Segment Energie, u.a. aufgrund gesunkener Absatzpreise und der geringeren Wasserführung. Gegenläufig wirkten gestiegene Nettoeinzahlungen im Segment Netz.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2015 +78,7 Mio. € und veränderte sich somit um +60,5 Mio. €. Ursache für diese Entwicklung waren höhere Einzahlungen (+175,8 Mio. €) aus Abgängen sonstiger Beteiligungen (Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S.) und vollkonsolidierter Tochterunternehmen (Haos Invest EAD). Außerdem lagen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 172,3 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Gegenläufig wirkten geringere Nettoeinzahlungen aus kurz- und langfristigen Finanzanlagen (–249,8 Mio. €) und um 19,4 Mio. € gestiegene Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen (im Jahr 2015 betrafen diese Investitionen im Wesentlichen die SMATRICS GmbH & Co KG und die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH).

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2015 –765,5 Mio. € und veränderte sich somit um +11,4 Mio. €. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus einer geringeren Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (–590,1 Mio. €) bei einer gleichzeitig geringeren Dividendenausschüttung (+259,7 Mio. €), höheren Einzahlungen aus Geldmarktgeschäften (+256,3 Mio. €) und geringeren Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten (+86,0 Mio. €).

Kennzahlen und Financial Governance

Die wesentlichen Kennzahlen zur Darstellung der Geschäftstätigkeit von VERBUND sind: Net Debt/EBITDA und damit einhergehend die Verbesserung des Free Cashflows und der spezifischen Kosten. Die Zielsetzung der Wertschaffung misst VERBUND über den ROCE.

Net Debt/EBITDA, Free Cashflow und spezifische Kosten

VERBUND hat sich die Schuldenreduktion zum Ziel gesetzt und strebt bis 2020 ein Net Debt/EBITDA von < 3,0 an. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Augenmerk insbesondere auf die Verbesserung des Free Cashflow gelegt.

Das Net Debt/EBITDA lag Ende 2015 bei 4,1 (2014: 5,0). Die Verbesserung des EBITDA resultierte 2015 im Wesentlichen aus höheren Netzerlösen in den Bereichen der Regelenergie, dem Engpassmanagement und der Einigung zur SNT-/SNE-VO. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte zudem die Nettoverschuldung verringert werden, da ein positiver Free Cashflow erzielt wurde.

Der Free Cashflow vor Dividende betrug zum Ende der Berichtsperiode 551,4 Mio. € (31.12.2014: 284,7 Mio. €). Die Verbesserung des Free Cashflows ist primär auf Einzahlungen aus den Abgängen von vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie auf geringere Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen.

Die spezifischen Kosten von VERBUND umfassen Grenzkosten, Fixkosten und kapitalbezogene Kosten des Konzerns. Es erfolgt eine Bereinigung von Einmaleffekten. Somit werden mit dieser Kennzahl die nachhaltigen Kosten dargestellt. Aus regulatorischen Gründen finden die Kosten der Netztochter APG keine Berücksichtigung. Zur Ermittlung der spezifischen Größe wird die geplante Nettoerzeugungsmenge herangezogen. Im Geschäftsjahr 2015 konnten die spezifischen Kosten im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahrs gesenkt werden. Die kapitalbezogenen Kosten sanken im Vergleich zum Vorjahr insbesondere aufgrund der geringeren Abschreibungen leicht. Die Werthaltigkeitsprüfungen des Vorjahres (gesunkene Abschreibungsbasis) waren der Grund hierfür. Ebenso sanken die Fixkosten aufgrund der umgesetzten Restrukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen.

ROCE

Der ROCE zeigt die Rentabilität des im Konzern betrieblich gebundenen Vermögens. So betrug der ROCE Ende 2015 3,9% (31.12.2014: 3,2%). Bis Ende 2020 soll sich der ROCE auf mehr als 7,0% belaufen. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt durch Division des Net Operating Profit After Tax (NOPAT) durch das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Employed).

Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern. Ende des Geschäftsjahres 2015 lag der NOPAT bei 348,7 Mio. € (31.12.2014: 304,1 Mio. €). Der Anstieg ist auf die gleichen Effekte zurückzuführen, welche bereits für das EBITDA angeführt wurden.

Das Geschäftsvermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche noch nicht zur Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden. Das durchschnittliche Capital Employed lag Ende 2015 ge-

samt bei 8.958,7 Mio. € (31.12.2014: 9.499,2 Mio. €). Die Konzernrendite blieb damit im Jahr 2015 deutlich unter jener der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des Konzerns (derzeit 5,25%).

Nettoverschuldungsgrad

Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich wie folgt:

Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung) Mio. €
2014 2015 Veränderung
Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten 3.273,6 2.645,7 – 19,2%
Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten – bilanziell
geschlossene Positionen
431,0 481,3 11,7%
Kommanditisten zurechenbares Kapital 2,3 2,5 8,9%
Sonstige verzinsliche Schulden 1.299,8 1.218,4 – 6,3%
Finanzaktiva – bilanziell geschlossene Positionen – 431,0 – 481,3 11,7%
Verzinsliche Bruttoverschuldung 4.575,7 3.866,5 – 15,5 %
Liquide Mittel – 41,7 – 28,7 – 31,0%
Kurzfristige Geldmarktgeschäfte – 265,2 0,0 – 100,0%
Wertpapiere und Ausleihungen – 119,2 – 138,3 16,0%
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte – 9,8 0,0 – 100,0%
Sonstige – 80,3 – 14,1 – 82,5%
Verzinsliche Nettoverschuldung 4.059,6 3.685,4 – 9,2 %
Nettoverschuldungsgrad (Gearing) 76,9 % 67,8 %

Finanzierung

Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von VERBUND setzt in einem volatilen und wenig planbaren energiewirtschaftlichen Umfeld, welches Druck auf die zukünftige Ergebnis- und Cashflow-Entwicklung des Konzerns ausübt, auf drei Säulen: die Absicherung der Liquidität und die Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven, die Absicherung eines langfristig soliden Ratings sowie die Optimierung der Kapitalstruktur.

VERBUND verfügt über eine klare Finanzierungsstrategie, die auf drei Säulen basiert.

Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven

Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND in einem schwierigen Marktumfeld oberste Priorität. Per 31.12.2015 verfügte VERBUND über einen syndizierten Kredit in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2021. Er wurde am 15.10.2014 mit zwölf nationalen und internationalen Banken mit guter Bonität abgeschlossen. VERBUND verfügte Ende 2015 zusätzlich über nicht kommittierte Linien in Höhe von rund 800,0 Mio. €. Davon wurden per 31.12.2015 305,5 Mio. € in Form von kurzfristigen Geldmarkttransaktionen in Anspruch genommen.

Absicherung eines langfristig soliden Ratings

Stand zum 31.12.2015: S&P: BBB+/ stable outlook Moody's: Baa1/ negative outlook Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet VERBUND unterschiedliche Finanzierungsinstrumente – auch am Kapitalmarkt. Die Kreditwürdigkeit von VERBUND wird mit einem Langfristrating von BBB+ mit stabilem Ausblick (Standard & Poor's/S&P) bzw. Baa1 mit negativem Ausblick (Moody's) bewertet. Die Ratingeinstufung bei S&P wurde im Jänner 2016 bestätigt. Moody's hat das Rating im Jahr 2015 unverändert bei Baa1 mit Ausblick negativ belassen.

Obwohl die aktuellen energiewirtschaftlichen Entwicklungen nicht ratingunterstützend sind, strebt VERBUND langfristig ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert VERBUND bei der Konzernsteuerung unter anderem auf die Optimierung des Free Cashflows und auf die zwei wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen: FFO/Net Debt und RCF/Net Debt.

Optimierung der Kapitalstruktur

Nettoverschuldungsgrad in %

VERBUND steuert seine Kapitalstruktur durch den Nettoverschuldungsgrad (Gearing): die Nettoverschuldung dividiert durch das Eigenkapital. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus der Bruttoverschuldung abzüglich der liquiden Mittel, der kurzfristigen Veranlagungen sowie der Wertpapiere im kurz- und langfristigen Vermögen. Ziel von VERBUND ist es, das Gearing bis 2020 auf 50% zu senken. Dahingehend hat VERBUND in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Im Rahmen von Desinvestitionen haben wir uns von nicht strategischen Aktivitäten sowie von nicht mehrheitlichen Beteiligungen getrennt.

Finanzierungsmaßnahmen

Zur Finanzierung des laufenden Investitionsprogramms und zur weiteren Entschuldung des Konzerns konnte VERBUND auch 2015 auf die starke Innenfinanzierungkraft zurückgreifen. Der operative Cashflow belief sich auf 674,0 Mio. €, der Free Cashflow nach Dividende auf 392,7 Mio. €. Im Jahr 2015 wurden keine langfristigen Mittel aufgenommen. Zur Optimierung des zukünftigen Zinsaufwandes wurde im Jahr 2015 im Rahmen eines Liability-Managements ein teilweiser vorzeitiger Anleiherückkauf durchgeführt. Dabei konnte insgesamt ein Nominale von 156,5 Mio. € einer 2019 endfälligen Anleihe, das sind 18,6% des ausstehenden Nominales, zu einem Kurs von 115,8% vorzeitig rückgekauft werden.

Das Fremdmittelportfolio von VERBUND setzte sich per 31.12.2015 wie folgt zusammen: 53,1% Anleihen, 46,9% Kredite und 0,0% sonstige Finanzverbindlichkeiten.

Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten ohne ehemalige Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und Kommanditanteile. Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von VERBUND zum 31.12.2015 betrug 2.645,7 Mio. €. Davon waren 100% in Euro finanziert. 79,7% dieser Finanzverbindlichkeiten waren fix und 20,3% variabel verzinst. Für alle Verbindlichkeiten belief sich die Duration per 31.12.2015 auf 4,1 Jahre, die durchschnittliche Restlaufzeit betrug 4,3 Jahre. Die Effektivverzinsung lag bei 3,7%.

Tilgungen und Tilgungsstruktur

Im Jahr 2015 wurden 893,2 Mio. € langfristige Fremdmittel getilgt – davon 156,5 Mio. € außerordentlich. Die außerordentlichen Tilgungen betrafen den erfolgreichen vorzeitigen Teilrückkauf einer Anleihe zur Entlastung des zukünftigen Zinsaufwands. Für 2016 bestehen Fälligkeiten im Ausmaß von 53,4 Mio. €, 2017 fallen Tilgungen in der Höhe von 298,4 Mio. € an.

Segmentbericht

Energie

VERBUND ist als eines der klimafreundlichsten Energieunternehmen Europas Vorreiter bei der Dekarbonisierung der Stromerzeugung. Neben einer nachhaltigen Energieerzeugung – nahezu ausschließlich aus Wasser- und Windkraft – setzt VERBUND auf den Absatz, Handel, Vertrieb und Transport von Strom. Der Vertrieb von klimaneutralem Gas und energienahen Dienstleistungen spielt ebenfalls eine immer größere Rolle. Das Geschäftssegment Energie umfasst sämtliche Tochterunternehmen bzw. Profit-Center von VERBUND, die mit dem Bau, dem Betrieb und der Instandhaltung hydraulischer, thermischer und photovoltaischer oder windenergetischer Kraftanlagen befasst sind. Das Geschäftssegment Energie umfasst darüber hinaus den Energiehandel sowie den Vertrieb von Strom und Gas an Endkunden. Die Kernmärkte unserer Geschäftstätigkeit sind Österreich und Deutschland.

Das strategische Ziel von VERBUND ist, bis Ende 2020 die Erzeugung auf 100% erneuerbare Energie umzustellen.

Energieerzeugung

VERBUND ist in Österreich mit Abstand der größte Stromerzeuger. Mit unseren österreichischen Anlagen können wir rund 40% des heimischen Strombedarfs decken. Im Geschäftsjahr 2015 wurden rund 90% unserer Erzeugungsmenge aus klimafreundlicher, erneuerbarer Wasserkraft gewonnen. In dem derzeit vorherrschenden herausfordernden Marktumfeld stellt die starke Wasserkraftbasis von VERBUND einen absoluten Wettbewerbsvorteil dar.

Energiehandel und -vertrieb

VERBUND beliefert das Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe (Standardlastprofilkunden) in Österreich und Deutschland ausschließlich mit Strom aus Wasserkraft. Auch Industrieunternehmen und Weiterverteiler schätzen unsere Kompetenz. Wir handeln mit Strom und Zertifikaten an den großen Börsen Europas. Der im Inland gelieferte Strom machte 2015 rund 53% des Gesamtabsatzes (inkl. Eigenbedarf) aus. Der mit Abstand größte Teil der im Ausland abgesetzten Mengen entfiel auf Deutschland.

Energiedienstleistungen

VERBUND bietet Energiedienstleistungen für alle Kundensegmente. Das Angebot reicht von Convenience-Services über dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung bis hin zur Energieoptimierung sowohl für Haushalts- als auch Gewerbe- und Industriekunden.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung im Segment Energie

Der Außenumsatz im Segment Energie sank 2015 um 5,8% auf 2.229,6 Mio. €. 75,1% des Außenumsatzes im Konzern wurden 2015 im Segment Energie erwirtschaftet. Das operative Ergebnis in diesem Segment sank um 35,2% auf 277,9 Mio. €. Dies lag vor allem am weiterhin schwierigen energiewirtschaftlichen Umfeld, der geringeren Wasserführung und dem anhaltenden Druck auf die europäischen Stromgroßhandelspreise.

Energieaufbringung

Überblick Energieerzeugung

Eigenstromerzeugung

Anzahl Engpass
leistung in
MW
Regelarbeits
vermögen in
GWh
2013
Erzeugung in
GWh
2014
Erzeugung in
GWh
2015
Erzeugung in
GWh
Wasserkraft1 126 7.757 28.785 30.943 31.188 28.098
Wind/Sonne 21 421 565 811 882
Wärmekraft 2 1.094 4.031 2.031 2.259
Summe 149 9.272 28.785 35.539 34.030 31.239

inkl. Bezugsrechten

Die Strom-Eigenerzeugung von VERBUND lag 2015 mit 31.239 GWh um 8,2% unter dem Vorjahreswert. Die Erzeugung aus Wasserkraftwerken ging um 9,9% zurück und erreichte 28.098 GWh. Der Erzeugungskoeffizient – die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken – lag im Jahr 2015 mit 0,93 um 7% unter dem langjährigen Durchschnitt und um 9 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahrs. Die Erzeugung von Lauf-, Lauf/Schwell- und Tagesspeicherkraftwerken lag daher um 10,4% unter dem Vorjahresniveau. Trotz stärkerem Einsatz im Wälzbetrieb verringerte sich auch die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke wegen geringerer Zuflüsse und eines geringeren Abstaus um 7,2% im Vergleich zum Vorjahreswert. Im Jahr 2015 stammten rund 90% des von VERBUND erzeugten Stroms aus Wasserkraftwerken.

Die Erzeugung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen konnte 2015 trotz des Verkaufs der bulgarischen Erzeugungsanlagen um 8,8% auf 882 GWh erhöht werden. Diese Steigerung ist zum einen auf die vollumfängliche Verfügbarkeit der im Jahr 2014 in Betrieb gegangenen Windanlagen Hollern II und Petronell-Carnuntum II in Niederösterreich zurückzuführen. Zum anderen trugen die Inbetriebnahme des Windparks Bruck-Göttlesbrunn (Niederösterreich) und ein höheres Windaufkommen in Rumänien und Deutschland zur höheren Produktionsmenge bei.

Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg im Berichtsjahr um 11,2% auf 2.259 GWh. Maßgebend dafür war der verstärkte Einsatz des Gaskombikraftwerks Mellach für das Engpassmanagement. Die Erzeugung der weiteren thermischen Kraftwerke sank aufgrund der Stilllegung des Kraftwerks Dürnrohr mit 30.4.2015. Mit der Schließung des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr hat VERBUND seinen im Jahr 2014 eingeschlagenen Weg hin zu einem CO2-freien, kostengünstigen und innovativen Stromdienstleister konsequent fortgesetzt.

Neben der eigenen Erzeugung bezieht VERBUND Strom von externen Anbietern zur Deckung von Stromlieferverträgen. Im Jahr 2015 erhöhte sich die extern bezogene Strommenge um 17,1% auf 19.673 GWh.

Stromaufbringung GWh
2014 2015 Veränderung
Wasserkraft1 31.188 28.098 – 9,9%
Wind/Sonne 811 882 8,8%
Wärmekraft 2.031 2.259 11,2%
Eigenerzeugung 34.030 31.239 – 8,2 %
Fremdbezug Handel 16.801 19.673 17,1%
Konzernintern 171 138 – 19,4%
Stromaufbringung 51.002 51.049 0,1 %
1
inkl. Bezugsrechten

Die Entwicklung unseres Kraftwerksparks bis 2017 ist nachstehender Tabelle zu entnehmen:

Kapazitätsentwicklung 2014 bis 2017 MW
2014 2015 2016 2017
Wasserkraft1 7.746 7.757 8.227 8.227
Wind/Sonne 416 421 421 421
Wärmekraft2 1.499 1.094 1.094 1.094
Summe 9.661 9.272 9.742 9.742

inkl. Bezugsrechten // 2 falls nicht zwischenzeitig eine Verwertung der Assets erfolgt

Investitionsplan

Im Segment Energie investieren wir in Zukunft vor allem in die Fertigstellung von Wasserkraftwerken sowie in die Effizienz bestehender Anlagen. Zu nennen sind hier insbesondere das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Österreich und das Laufwasserkraftwerk Töging in Deutschland (beides Wachstumsinvestitionen). Auch die weiteren Investitionen betreffen fast ausschließlich unsere Heimmärkte Österreich und Deutschland. Weitere Informationen zum Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2016 bis 2018 finden Sie im Kapitel "Ausblick".

Treibhausgasemissionen

Das strategische Ziel von VERBUND ist, bis Ende 2020 die Erzeugung auf 100% erneuerbare Energie umzustellen. Der absolute Ausstoß von Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3) verringerte sich von 2.531 kt CO2e auf 2.339 kt CO2e und somit im Vergleich zum Vorjahr um 8%. Die Menge an direkten Emissionen in Scope 1 blieb in etwa auf gleichem Niveau. Da für den Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100% Wasserkraft eingesetzt wird, konnten wir unsere indirekten Emissionen aus Eigenbedarf in Scope 2 um 35% reduzieren.

Die spezifischen Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3) lagen im Jahr 2015 bei 74 t CO2e pro GWh erzeugte Strommenge. Durch die Umstellung auf 100% erneuerbare Erzeugung wollen wir diesen Wert in den kommenden fünf Jahren auf weniger als 10 t CO2e pro GWh reduzieren.

Weitere Zahlen und Details zu THG-Emissionen sind im Kapitel "Umwelt" angeführt

Wasserkraft

Wasserkraft – die Basis unseres Erzeugungsportfolios

VERBUND zählt heute zu den größten Stromerzeugern aus Wasserkraft in Europa. 2015 wurden rund 90% unserer Erzeugungsmenge aus Wasserkraft generiert. Wasserkraft hat im Zusammenhang mit der Stromerzeugung viele Vorteile: Sie ist erneuerbar, sauber, zuverlässig und flexibel. Wasserkraft stellt zudem eine kostengünstige Form der Stromerzeugung aus regenerativen Energien dar.

VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammte 2015 aus 93 Lauf- und 21 Speicherkraftwerken. Dazu kamen Bezugsrechte an zwölf Laufwasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG. Per 31.12.2015 betrug die Engpassleistung (maximale Dauerleistung) der Stromerzeugung aus Wasserkraft 7.757 MW. Das Regelarbeitsvermögen – die Erzeugungsmöglichkeit mit durchschnittlichem Wasserdargebot innerhalb eines Jahres (Regeljahr) – belief sich auf 28.785 GWh.

Die durchschnittliche Verfügbarkeit der österreichischen Kraftwerke der VERBUND Hydro Power GmbH (Lauf- und Speicherkraftwerke) lag im Jahr 2015 bei hohen 93,5%. Dieser Verfügbarkeitswert ist deutlich besser als jener im Mittel der Jahre 2010 bis 2014 (89,3%). Im Jahr 2014 wurden 90,4% verzeichnet. Bei den Laufkraftwerken (Inn und Donau) der zweistaatlichen Grenzkraftwerke GmbH (Bayern/Österreich) konnte für 2015 ebenfalls eine gute Verfügbarkeit in Höhe von 93,1% erzielt werden. Diese lag beinahe auf Höhe des Mittelwerts der letzten fünf Jahre (93,6%). Die bayerischen Laufkraftwerke der VERBUND Innkraftwerke GmbH hatten 2015 eine Verfügbarkeit von 90,6%. Vor allem die zahlreichen größeren geplanten Maßnahmen wie Erneuerungen von Leittechnik, Erregereinrichtungen, Turbinenregelungen und Gleichspannungsversorgungen waren der Grund hierfür. Der Wert 2015 lag damit deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 2010 bis 2014 (93,4%). Im Jahr 2014 betrug die Verfügbarkeit 91,7%. Die Entwicklung des Wasserdargebots im abgeschlossenen Geschäftsjahr mit ihrer Auswirkung auf den Geschäftserfolg wird im Kapitel "Finanzen" genauer erläutert.

Neue Kraftwerksprojekte

Das äußerst herausfordernde Marktumfeld mit weiter gesunkenen Großhandelspreisen zwingt VERBUND, das Wachstumstempo zu drosseln und den Fokus auf Effizienzsteigerungen bei den bestehenden Kraftwerken zu legen. Im Jahr 2015 konnten wir folgende wichtige Projekte fortführen und abschließen:

Die im Sommer 2014 gestarteten Arbeiten zum Bau des grenzüberschreitenden Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI) – an dem VERBUND eine 10-%-Beteiligung hält – schritten im Berichtsjahr planmäßig voran. Die erste Tunnelvortriebsmaschine nahm im Sommer 2015 am Ausgangspunkt des Stollenbaus in Maria Stein ihren Betrieb auf. Die Maschine übernimmt nicht nur den unterirdischen Vortrieb, sondern auch die Sicherung des Stollens durch Ringe aus Stahlbeton-Tübbingen. Die Produktion der Tübbinge erfolgt durch Verwendung des anfallenden Ausbruchmaterials und wird direkt vor Ort geräuscharm und ressourcenschonend durchgeführt. Seit Oktober 2015 findet in konventioneller Bauweise der Gegenvortrieb vom Krafthaus Prutz/Ried aus statt. Die Montagearbeiten an der zweiten Tunnelvortriebsmaschine sollen voraussichtlich im Quartal 1/2016 abgeschlossen werden.

Mit der Umsetzung des Projekts GKI und der daraus resultierenden Schwallreduktion geht eine Verbesserung des ökologischen Zustands des Inn beziehungsweise seiner Ufer einher. Durch zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen und Rekultivierungen erfolgt eine weitere Verbesserung des ökologischen Zustands des Flusses.

Die neue Kraftwerksanlage wird nach der Fertigstellung jährlich mehr als 440 GWh erzeugen.

inkl. Bezugsrechten

Für das Laufkraftwerk Gries an der Salzach mit einem Regelarbeitsvermögen von 42 GWh fassten die beiden Projektpartner VERBUND und Salzburg AG im Herbst 2015 die erforderlichen Baubeschlüsse. Das kostenoptimierte Projekt soll in Partnerschaft mit dem Land und der Gemeinde Bruck/Gries Mitte 2016 gestartet und bis 2019 realisiert werden.

Projekte zur Erweiterung und Effizienzsteigerung

Beim Bau des Pumpspeicher-Kraftwerks Reißeck II – als Erweiterung der bestehenden Speicherkraftwerksgruppe Malta/Reißeck in Kärnten – erforderten die unerwarteten geologischen Gebirgskennwerte eine Ausweitung der im März 2015 gestarteten Arbeiten zur Verbesserung der Dichtheit im Oberwasserbereich. Um einen dauerhaft sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten, wird eine zusätzliche Innenabdichtung in Teilbereichen des Oberwasserstollens und in der Unterkammer des Wasserschlosses Schoberboden aufgebracht. Damit verlängert sich das Inbetriebsetzungsprogramm bis Herbst 2016. Im Zuge der Errichtung von Reißeck II konnten zudem zusätzliche ökologische Maßnahmen gesetzt werden: ein drei Kilometer langer Themenweg "Wasserkraft-Natur-Fischerei" wurde fertiggestellt, und an der Einmündung der Möll in den Stausee Rottau wurde ein neues Stillgewässer errichtet. Als weitere öko-logische Maßnahme erhielt der Oberwasserkanal des Kraftwerks Malta-Unterstufe – ursprünglich als betoniertes Trapezgerinne ausgeführt – naturnah gestaltete Dammböschungen. Durch den Rückbau der Kanalufer wurde zusätzlich ausreichend Platz für eine standorttypische Ufervegetation und wertvolle Rückzugsbereiche für Wasservögel, Amphibien, Reptilien und auch Libellen geschaffen. Das Stillgewässer Reißeck wurde Anfang Oktober 2014 mit dem "Lebensraum-Wasser-Zeichen" des Landes Kärnten ausgezeichnet. Die neue Kraftwerksanlage wird nach der Fertigstellung die Turbinenleistung der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck um 430 MW auf 1.459 MW und die Pumpenleistung um 430 MW auf 855 MW erhöhen.

Beim bestehenden Innkraftwerk Töging in Deutschland wurden mögliche technische und ökologische Maßnahmen zur Erneuerung und Erweiterung evaluiert. Ende Oktober 2015 erfolgte nach einer umfangreichen Planung und Datenerhebung die Einreichung der Genehmigungsunterlagen bei der bayerischen Behörde. Das beantragte Projekt zur Erneuerung des Kraftwerks Töging soll nach der Fertigstellung im Jahr 2021 zu einer Erhöhung der Gesamterzeugung um 120 GWh auf in Summe 677 GWh führen. Zusätzlich wird dieses Projekt von einer Vielzahl ökologischer Maßnahmen begleitet. Dazu zählen: Stillgewässer als Laichhabitate und Fischlebensraum, Wiesenentwicklung an den Dammböschungen zur Förderung der Artenvielfalt, Herstellung von Reptilienhabitaten, Struktur- und hydromorphologische Verbesserungen.

Im Programm zur Effizienzsteigerung von bestehenden VERBUND-Kraftwerken konnten 2015 wesentliche Meilensteine erreicht werden: Im Zillertal wurden im Kraftwerk Mayrhofen fünf Pelton-Turbinen und im Kraftwerk Roßhag vier Francis-Turbinen bis März 2015 auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Im steirischen Kraftwerk Weinzödl konnte im Sommer 2015 die Erneuerung beider Maschinensätze abgeschlossen werden.

Im Kraftwerk Kaprun-Hauptstufe soll nach Beendigung des bis Ende 2016 laufenden Erneuerungsprojekts die Kraftwerksleistung um insgesamt 40 MW auf 263 MW erhöht werden. Damit entspricht das Kraftwerk wieder dem modernsten Stand der Technik.

Österreichs ältestes Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug/Niederösterreich wird seit 2012 modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2022 erhöht sich das Regelarbeitsvermögen um rund 77 GWh.

Umweltmaßnahmen: Gute Fortschritte bei der Renaturierung erzielt

Im Zuge der Umsetzung der Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie investierte VERBUND allein im Berichtsjahr 2015 etwa 27 Mio. € (2014: 23 Mio. €) in die Errichtung von Fischwanderhilfen zur Herstellung der Durchgängigkeit sowie in umfangreiche ökologische Strukturierungsmaßnahmen an den Laufkraftwerken in Österreich und Deutschland.

Die teuerste und umfangreichste Einzelmaßnahme stellt dabei die laufende Renaturierung der Traisen im Rahmen eines LIFE+ Projekts dar. Bei diesem Projekt wird der Traisen-Fluss, als zukünftig eng mit der Au in Verbindung stehender vielfältiger Lebensraum, auf einer Strecke von sieben Kilometern renaturiert.

In Summe werden allein bei den Laufwasserkraftwerken von VERBUND Gesamtkosten von rund 280 Mio. € bis 2027 für die vollständige Umsetzung der bisherigen Vorgaben aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie erwartet. Dazu kommen die laufenden Auswirkungen beim Betrieb und der Instandhaltung. Ausgewählte Naturschutzaktivitäten sind auf der VERBUND-Website dargestellt.

Nachhaltige Planung und Stakeholder-Management

Bei allen diesen Projekten nimmt VERBUND schon in frühen Phasen seine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahr. In sämtlichen Planungs- und Umsetzungsschritten wird dabei auf eine möglichst rücksichtsvolle Bauausführung und den schonenden Einfluss des zukünftigen Betriebs Wert gelegt.

VERBUND setzt bei seinen Projekten zudem sehr stark auf den Dialog mit den Bürgern. In regelmäßigen Abständen wird die Bevölkerung informiert, und es finden Gemeinderatsinformationen, Stakeholder-Meetings mit Bürgermeistern und Tourismusverbänden statt.

Windkraft und Photovoltaik (PV)

Windkraftanlagen in Österreich, Deutschland und Rumänien sowie PV-Anlagen in Spanien Im Jahr 2015 kam es bei VERBUND zu einem weiteren Zuwachs in der Erzeugung aus Windkraft in Österreich: Im Quartal 3/2015 ging der Windpark Bruck-Göttlesbrunn (21 MW) erfolgreich ans Netz.

Der Windpark in Bulgarien wurde im Quartal 1/2015 verkauft (16 MW). Damit verfügt VERBUND nunmehr über eine installierte Leistung von 418 MW in drei Ländern. Zwei Photovoltaikparks in Spanien (3 MW) runden das erneuerbare Erzeugungsportfolio ab. Die durchschnittliche Verfügbarkeit der Windkraftanlagen lag im Jahr 2015 bei 97,6% gegenüber 91,8% noch ein Jahr zuvor.

Weiterer Ausbau

Mit der Inbetriebnahme des Windparks Bruck-Göttlesbrunn ist das derzeitige Ausbauprogramm im Brucker Becken abgeschlossen, und es sind zurzeit keine weiteren Investitionen im Wind- oder Photovoltaikbereich geplant. Im Jahr 2015 wurde für die Windkraftanlagen des Windparks Bruck/Leitha die Instandhaltung durch VERBUND-Personal übernommen. Dieser Schritt der vertikalen Integration in der Wertschöpfungskette bietet sowohl Kostensenkungs- als auch Effizienzsteigerungspotenziale.

Maßnahmen zum Naturschutz bei VERBUND sind unter www.verbund.com > Verantwortung > Umwelt abrufbar

Projekte zur Effizienzsteigerung

Die VERBUND-Windkraftanlagen können bereits mehr als 280.000 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen. Vor allem bei jenen Anlagen, für die VERBUND 2015 selbst die Wartung und Störungsbehebung übernommen hat, kann in Zukunft mittels zustandsorientierter Instandhaltung und gezielter Wartungseinsatzplanung die Energieproduktion weiter optimiert werden. Die dafür nötigen Softwaretools wurden in Zusammenarbeit mit Partnern entwickelt.

Umweltmaßnahmen

Für sämtliche neue Windkraftprojekte von VERBUND in Österreich wurden Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt, und eine Vielzahl von Umweltmaßnahmen wurden im Bau und im Betrieb umgesetzt. Bei den Windparks Hollern II, Petronell-Carnuntum II und Bruck-Göttlesbrunn wurden die Auflagen hinsichtlich Anzahl und Zeitfenster der Transportfahrten während der Bauphase, des Einsatzes von emissionsarmen Lkws und lärmreduzierten Baustromgeneratoren sowie des Rückbaus von Lager- und Abstellflächen penibel eingehalten.

Bei allen seinen Projekten nimmt VERBUND schon in frühen Phasen seine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahr.

Während der Betriebsphase erfolgt in den Windparks Hollern II und Bruck-Göttlesbrunn ein jährliches bzw. zweijährliches ornithologisches Monitoring durch einen Experten, um Auswirkungen auf das Habitat und das Brutverhalten verschiedener Vogelarten zu untersuchen. Schallemissions- und immissionsmessungen der Windkraftanlagen nach Inbetriebnahme stellen sicher, dass es zu keiner erhöhten Beeinträchtigung der Umgebung kommt.

Die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und die Umweltzertifizierung des Betriebs der österreichischen Windparks stellen sicher, dass über den gesamten Lebenszyklus der Windkraftanlagen höchste Umweltstandards eingehalten werden.

Stakeholder-Management

VERBUND setzt bei der Errichtung von Windparks ebenfalls sehr stark auf den Dialog mit den Bürgern. Bei dem 2015 in Betrieb genommenen Windpark Bruck-Göttlesbrunn wurden u.a. folgende Maßnahmen umgesetzt: Gemeinderatsinformationen, Stakeholder-Meetings mit Bürgermeistern, Jägern, Förstern und Abstimmungsgespräche mit Gemeinden und Tourismusverband über die Einbindung der Standorte in den touristischen Erlebnisweg "Wein und Windenergie".

Wärmekraft

Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs

Mit der Schließung des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr hat VERBUND seine im Jahr 2014 eingeschlagene Restrukturierung des thermischen Bereichs fortgesetzt. VERBUND betreibt aktuell nur mehr zwei Wärmekraftwerke am Standort Mellach, deren Engpassleistung sich per 31.12.2015 auf insgesamt 1.094 MW belief.

Das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr wurde mit 30.4.2015 endgültig außer Betrieb genommen. Die Stilllegung wurde den Behörden zur Anzeige gebracht. Seither wird an den Maßnahmen zur Stilllegung gearbeitet. Das Steinkohlekraftwerk Mellach dient der vertraglich bis 2020 vereinbarten Wärmelieferung für die Stadt Graz. Aufgrund einer einstweiligen gerichtlichen Verfügung musste das Gas-Kombikraftwerk Mellach als zusätzliche Ausfallsreserve während der Heizperiode 2014/15 für die Fernwärmeversorgung bereitgehalten werden.

Bei allen in Schließung befindlichen oder bereits geschlossenen Standorten konnten sozial verträgliche Lösungen für Mitarbeiter und Anrainer gefunden werden.

Verfahren im Zusammenhang mit der Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs

Mit der Schließung des Kraftwerks Dürnrohr hat VERBUND den mit EVN im Jahr 1980 abgeschlossenen Errichtungs-, Bestands- und Betriebsführungsvertrag für das Kraftwerk Dürnrohr mit Wirksamkeit zum 30.6.2015 gekündigt. Nach Einstellung des Betriebs wurde von EVN gegen VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. (VTP) Klage auf Feststellung eingebracht, dass die Kündigung unwirksam und das Betriebsführungsübereinkommen unverändert aufrecht sei.

Bezüglich der zukünftigen Fernwärmeversorgung von Graz liegen bei VERBUND und Energie Steiermark unterschiedliche Ansichten vor. Mittlerweile liegt der rechtskräftige Entscheid des Schiedsgerichts vor, der feststellt, dass keine Verpflichtung seitens VERBUND zur Bereithaltung einer Ausfallsreserve für den Wärmeliefervertrag besteht. Damit wurde auch die einstweilige Verfügung aufgehoben und der Rechtsstandpunkt von VERBUND bestätigt, wonach die Verantwortung für die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Graz bei der Energie Steiermark liegt. Die Verhandlungen betreffend eine langfristige Lösung zur Fernwärmeversorgung von Graz – welche auf einem ausgewogenen Fernwärmeliefervertrag beruht – haben vorerst zu keinem Ergebnis geführt. Es wurde daher am 18.12.2015 gegen die Energie Steiermark Wärme GmbH eine Schiedsklage zur Geltendmachung bereicherungsrechtlicher Ansprüche wegen der gemäß einstweiliger Verfügung zu Unrecht geleisteten Ausfallsreserve eingebracht.

Im Zusammenhang mit dem EconGas-Gasliefervertrag ist zwischen VERBUND und EconGas seit 2013 beim österreichischen Kartellgericht ein Verfahren zur Abstellung des wettbewerbswidrigen Verhaltens durch EconGas anhängig. Im Jänner 2015 fand eine Tagsatzung zur Einvernahme von Zeugen statt. Im April 2015 hat das Gericht einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens zu den Beweisthemen "Marktabschottung" und "marktbeherrschende Stellung" beauftragt, welches Ende 2015 vorgelegt wurde. EconGas wiederum hat gegen VTP ebenfalls 2013 ein Schiedsverfahren auf Zahlung und Feststellung des aufrechten Bestehens des Gasliefervertrags eingeleitet. Hier wurde von VTP eine Widerklage unter dem Gesichtspunkt eines bereicherungsrechtlichen Rückforderungsanspruchs eingebracht.

Wärmekraft Leistung in MW

Effizienz der bestehenden Wärmekraftwerke

Die durchschnittliche Verfügbarkeit der thermischen Kraftwerke lag bei 86% (2014: 86%). Bei den Wirkungsgraden wurden bei den bestehenden Kraftwerken folgende Werte erreicht:

Mellach: durchschnittlicher Nettowirkungsgrad elektrisch: 38,9% (2014: 39,0%)
mit Fernwärme: max. Brennstoffnutzungsgrad 71,4% (2014: 70,0%) bei
max. 230 MW thermisch
GDK Mellach1
:
durchschnittlicher Nettowirkungsgrad elektrisch 58,8% für Linie 10
bis 58,0 für Linie 20 (im Vergleich zu 2014 beim Volllastpunkt gleichbleibend)
mit Fernwärme: max. Brennstoffnutzungsgrad 79,5% für Linie 10
bis 81,6% für Linie 20 bei jeweils max. 200 MW thermisch (im Vergleich zu 2014
beim Volllastpunkt gleichbleibend)

Projekte zur Effizienzsteigerung und weitere Projektthemen

Die Linie 20 der GDK Mellach wurde 2015 um einen Reduzierstationsbetrieb erweitert. Ziel ist es, die maximale Fernwärmeleistung von 230 MW bei gleichzeitig minimalem Brennstoffeinsatz auszukoppeln. Dabei wird die Dampfturbine gebypasst, wodurch die elektrische Erzeugung (nur aus der Gasturbine) auf rund 120 MW sinkt. Der Brennstoffnutzungsgrad der Anlage steigt in diesem besonderen Betriebsfall auf knapp 91% an.

Im Jahr 2014 wurde ein innovatives Verfahren zur Regenerierung der Entstickungskatalysatoren großtechnisch im eingebauten Zustand beim steinkohlebefeuerten Block Mellach erprobt. In einem anschließenden Forschungsprojekt im Jahr 2015 wurde dann die Optimierung der zugesetzten Aktivkomponente Vanadium im Zusammenhang mit der Katalysatoraktivität systematisch an einem Prüfstand untersucht.

In zunehmendem Ausmaß sind umfassende und detaillierte – auch umweltrelevante – Jahresberichte über das elektronische Internetportal (EDM = Elektronisches Datenmanagement) des Bundeskanzleramts zu legen. Diese umfassen Emissionserklärungen, Abwasser- und Abfalldaten bis hin zu den Jahresfrachten an fossilem und biogenem Kohlenstoffdioxid. Einflüsse zukünftiger rechtlicher Rahmenbedingungen wie z.B. die Neudefinition der Leistungskriterien für den Stand der Technik infolge der Revision der Large Combustion Plant Directive (Richtlinie für Großfeuerungsanlagen) sind sorgfältig zu verfolgen.

Emissionsrechte für Wärmekraftwerke

Im Jahr 2015 wurden durch den Betrieb der thermischen Kraftwerke von VERBUND 1.730 kt CO2 emittiert. Die gratis zugeteilten Emissionsrechte beliefen sich im Jahr 2015 auf lediglich 101 kt CO2, da in der dritten Phase des Emissionshandels – die mit dem Kalenderjahr 2013 begann (Emissionszertifikategesetz 2011, EZG 2011) – lediglich eine geringe Gratiszuteilung für Kraft-Wärme-Kopplung-Erzeugungsanlagen erfolgt. Der Großteil der Zertifikate ist im Rahmen von Auktionen oder am Markt zu erwerben.

Genauere Informationen zu den CO2-Emissionen finden sich im Kapitel "Umwelt".

Kennzahlen CO2-Emissionsrechte1

Einheit 2013 2014 2015
CO2-Emissionen gesamt kt CO2 2.299 1.709 1.730
hiervon gratis zugeteilt kt CO2 136 116 101

für Wärmekraftwerke der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG. in Liqu., vorläufige Werte 2015 vor Prüfung

Energiehandel und -vertrieb

Stromabsatz auf Vorjahreshöhe

Im Jahr 2015 setzte VERBUND insgesamt 51.049 GWh Strom (inkl. Eigenbedarf) ab, gegenüber 51.002 GWh ein Jahr zuvor (+0,1%). Während die Abgabemengen an Weiterverteiler um 1,0% gesteigert werden konnten, verringerten sich die an Endkunden gelieferten Strommengen um 5,7%. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen sanken gegenüber 2014 um 5,8%.

Am Heimmarkt Österreich stiegen die Liefermengen von VERBUND im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% auf 27.040 GWh (inkl. Eigenbedarf). An Handelsunternehmen wurde um knapp ein Drittel mehr Strom geliefert. Die an Weiterverteiler gelieferten Strommengen gingen im Berichtsjahr um 2,1% zurück. Die Lieferungen an heimische Endkunden nahmen – bedingt durch den Rückgang im Business- und Industriekundensegment – um 6,2% ab. Der im Inland gelieferte Strom machte 53% des Gesamtabsatzes (inkl. Eigenbedarf) aus.

In unsere Auslandsmärkte wurde mit 24.009 GWh um 3,7% weniger Strom geliefert. Dabei führte die niedrigere Eigenerzeugung im Jahr 2015 zu einem deutlich geringeren Absatz über ausländische Börsen. Im Business- und Industriekundensegment mussten wir wiederum wettbewerbsbedingte Absatzeinbußen hinnehmen. Bei der Belieferung von Weiterverteilern konnte VERBUND um 18,1% zulegen.

Mit 82% entfiel der größte Teil der im Ausland abgesetzten Mengen auf Deutschland – unseren mit Abstand wichtigsten ausländischen Absatzmarkt.

Stromabsatz und Eigenbedarf – Segment Energie GWh
2014 2015 Veränderung
Endkunden 9.485 8.946 – 5,7%
Weiterverteiler 19.462 19.665 1,0%
Händler 19.047 17.946 – 5,8%
Konzernintern 858 2.203 156,6%
Stromabsatz 48.853 48.760 – 0,2 %
Eigenbedarf 2.149 2.288 6,5%
Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 51.002 51.049 0,1 %

Stromhandel

Wirtschaftliche Drehscheibe für den Konzern

Mit der fortschreitenden Integration der europäischen Strommärkte und dem Anstieg erneuerbarer Energien erhält der Stromhandel immer mehr Bedeutung. Der Energiemarkt verändert sich laufend und wird dynamischer. Daher werden sowohl die kurzfristige Vermarktung als auch die optimale Steuerung der Kraftwerkskapazitäten zunehmend wichtiger. Der Spotmarkt und besonders der kurzfristige Intraday-Handel sowie der Regelreservemarkt rücken verstärkt in den Fokus der Handelsaktivitäten.

VERBUND hat im Hinblick darauf die Vermarktung der Eigenerzeugung weiter optimiert und bereits Anfang 2012 den Intraday-Handel personell verstärkt. 2015 wurden die Aktivitäten weiter ausgebaut, die 24/7-Präsenz (24 Stunden am Tag/7 Tage die Woche) an den Handelsmärkten wird nun mit zwei Intraday-Trader-Teams wahrgenommen. Die Entwicklung auf den Energiemärkten und an den Börsen hin zu immer kurzfristigeren Geschäften und die steigende Volatilität der Preise bestätigen die Richtigkeit dieses Schritts.

Die Vermarktung von Flexibilität in den Bereichen Erzeugungsmanagement (z.B. über virtuelle Kraftwerke und Demand-Side-Management), Ausgleichsenergieoptimierung, Intraday Trading und Regelreservevermarktung stellt somit eine Herausforderung und gleichzeitig zentrale Aufgabe des Strom- bzw. Energiehandels dar.

Unsere Schwerpunkte im Stromhandel liegen im optimalen Einsatz der VERBUND-Kraftwerke, in der bestmöglichen Vermarktung der konzerneigenen Erzeugung (Asset Based Trading) und der optimalen Strombeschaffung sowie Absicherung für den Vertrieb. Dazu kommt das Proprietary Trading (Eigenhandel), welches unter strengen Risikorichtlinien erfolgt. Durch den Handel mit Strom, Gas und Transportkapazitäten hat VERBUND eine starke Präsenz auf den wichtigsten außerbörslichen OTC-Märkten (Over the Counter) sowie auf den Börsenplätzen Europas. Dies stellt auch für unser Kerngeschäft, die Stromerzeugung, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Das gewonnene Know-how stärkt unsere Position am Strommarkt und ermöglicht uns, auf Veränderungen am Markt unmittelbar zu reagieren.

Im Rahmen des Stromhandels bietet VERBUND als Asset Optimizer eine umfassende Palette an maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Energiewirtschaft an, welche laufend an die geänderten Marktanforderungen anpasst werden. Das Spektrum reicht von Einsatzoptimierung und Marktzugang (Market Access) über flexible Vermarktungs- und Absicherungsangebote bis zu Prognosedienstleistungen und regulatorischen Services. Besonders wichtig sind uns innovative, maßgeschneiderte Produkte, welche den individuellen Kundenanforderungen entsprechen. Beispiele dafür sind Optionsprodukte, virtuelle Kraftwerke und die Direktvermarktung erneuerbarer Energien, die als neues Wachstumsfeld im Mittelpunkt der zukünftigen Aktivitäten stehen. Das Produktportfolio umfasst zudem den Handel mit Emissionszertifikaten und Herkunftsnachweisen (Grünstrom). Damit tragen wir dem steigenden Bewusstsein für die Produktionsart und den Ursprung der Energie Rechnung. Dies unterstützt den Trend hin zu erneuerbaren Energien und nachhaltigen Erzeugungstechnologien.

Zu unseren Kunden zählen vor allem europäische Großhandelspartner, andere Energiehandelsunternehmen sowie Weiterverteiler und Stadtwerke, weiters Netz- und Kraftwerksbetreiber bzw. Produzenten erneuerbarer Energien – insbesondere im Bereich Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft.

Stromvertrieb

Kundenstamm weiter ausgebaut

Der Markt im Business- und Industriekundensegment blieb im Geschäftsjahr 2015 weiterhin sehr kompetitiv. In Österreich stellte das neue Energieeffizienzgesetz eine große Herausforderung für die Geschäftsbeziehung zwischen Energiekunden und Energielieferanten dar. Durch die langjährigen guten Kundenbeziehungen sowie durch die aktive Herangehensweise an dieses Thema ist es VERBUND gelungen, die Kundenbeziehungen zu intensivieren und die führende Marktposition im österreichischen Industriekundensegment weiter auszubauen. VERBUND ist mit neuen Dienstleistungen und innovativen Produkten als erfahrener und zuverlässiger Dienstleister am Markt positioniert.

Die Gesamtzufriedenheit unserer Kunden lag 2015 über alle Segmente auf einem sehr guten Niveau und bildet eine ideale Basis für den weiteren Ausbau des Kundenstocks.

VERBUND erreichte bei der Studie "Service-Champions 2015", welche das "erlebte Kundenservice" anhand des Service Experience Score (SES) misst, die Kategorie Gold. Insgesamt wurden branchenübergreifend 140 Unternehmen untersucht. Im Branchenvergleich der Energieversorger wurden acht Unternehmen geprüft. VERBUND erzielte Platz eins und wurde somit Branchengewinner. Diese Auszeichnung bestätigt die Qualität unseres Serviceauftritts.

Auch in Zukunft gilt es, diese sehr guten Ergebnisse abzusichern bzw. noch weiter zu verbessern. Die Anzahl der Kunden ist 2015 mit 13% weiter gestiegen: Zum Jahresende bezogen im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 341.000 Kunden VERBUND-Strom aus 100% österreichischer Wasserkraft. Im Haushaltskundensegment betrug der Marktanteil 2015 rund 7%. Klimaneutrales Gas von VERBUND bezogen im Jahr 2015 im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits 23.000 Kunden.

Verantwortlich für diesen Erfolg war die im Herbst 2015 durchgeführte Vertriebsoffensive mit attraktiven Neukundenangeboten und der aufmerksamkeitsstarken Werbekampagne "Danke, Wasserkraft!".

Der Ausbau des Gewerbekundenstocks < 100.000 kWh wurde im Frühjahr und im Herbst 2015 weiter intensiviert. Einfache und attraktive Preismodelle sowie eine individuelle Kundenansprache und -betreuung standen dabei im Mittelpunkt. VERBUND konnte dadurch seine Position im Gewerbesegment weiter stärken.

Herkunftszertifizierung von Strom aus VERBUND-Kraftwerken

VERBUND ist Vorreiter bei der Strom-Herkunftszertifizierung. Seit 1999 lässt VERBUND als erstes österreichisches Stromunternehmen die gesamte Wasserkraftproduktion von TÜV SÜD zertifizieren. Damit entwickelten wir die Kennzeichnung der Stromherkunft in Österreich wesentlich mit. Mit seinem Gütesiegel bestätigt TÜV SÜD als neutrale Institution, dass der von Endkunden bestellte Grünstrom in der entsprechenden Qualität und Menge in den Wasserkraftwerken von VERBUND erzeugt und ins Netz eingespeist wird.

Stromkunden in Tsd.

VERBUND ist Vorreiter bei der Strom-Herkunftszertifizierung.

Die Erzeugungszertifizierung des TÜV SÜD bezieht sich auf konkrete Erzeugungsquellen. Sie garantiert dem Kunden die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Energien. Insgesamt 126 Wasserkraftwerke in Österreich und in Bayern erfüllen die Kriterien EE und EE+. Der Standard "Erzeugung EE" teilt sich in "allgemeine Anforderungen" an das Unternehmen des Zertifikatnehmers, in "spezielle Anforderungen" an die Produktion und Produktionserfassung der Anlagen und in "optionale Anforderungen" auf. Letztere sind für die Zusicherung von Arbeits- und Leistungszusagen (Modul "Erzeugung EE+") sowie für den Nachweis als Neuanlage (Modul "Erzeugung EEneu") definiert.

Im Jahr 2015 standen VERBUND 21.873 GWh Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierter Wasserkraft zur Verfügung.2 Die TÜV-SÜD-Erzeugungs- bzw. Herkunftszertifizierung ist ein in vielen Ländern gebräuchlicher Herkunftsnachweis und wird auch von der E-Control für die Stromkennzeichnung anerkannt. Seit 2004 sind auch die Wärmekraftwerke von VERBUND in Österreich von TÜV SÜD hinsichtlich der Ausstellung von Herkunftsnachweisen zertifiziert.

Zertifizierung Anlagenart Anzahl
Anlagen
Engpass
leistung
in MW
Für Vermarktung
2015 zur
Verfügung
gestandene
Erzeugung in
GWh
TÜV SÜD
100% Wasserkraft
Wasserkraftwerke 126 21.8732
TÜV-SÜD
Energieherkunftsnachweis
Wärmekraftwerke 2 1.094

Energie-Zertifizierung bei VERBUND

Vorläufiger Wert auf Basis der Fast-Close-Daten des Geschäftsberichts 2015, da die Berechnung des TÜV SÜD immer im Nachhinein (zweites Quartal des Folgejahres) erfolgt. Wert gemäß TÜV-SÜD-Nettoberechnung (im Wesentlichen Bruttoerzeugung Wasserkraft minus Eigenbedarf minus Servitute minus Lieferung an Kraftwerksbeteiligte minus Pump- und Wälzaufwand).

Unsere innovativen Produkte

  • H2Ö-Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten österreichischen Wasserkraftanlagen und
  • Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten deutschen Wasserkraftwerken

sind seit Jahren erfolgreich am Markt. Mit ihnen haben wir uns frühzeitig auf die Energiewende eingestellt, wovon unsere Kunden – Stadtwerke, Weiterverteiler, Industrie-, Gewerbe- und Haushaltskunden – bereits

Vorläufiger Wert auf Basis der Fast-Close-Daten des Geschäftsberichts 2015, da die Berechnung des TÜV SÜD immer im Nachhinein (zweites Quartal des Folgejahres) erfolgt. Wert gemäß TÜV-SÜD-Nettoberechnung (im Wesentlichen Bruttoerzeugung Wasserkraft minus Eigenbedarf minus Servitute minus Lieferung an Kraftwerksbeteiligte minus Pump- und Wälzaufwand).

heute profitieren. Unsere führende Rolle als Grünstromanbieter in Österreich und Deutschland werden wir auch zukünftig weiter ausbauen.

Stromkennzeichnung in Österreich

Die Stromkennzeichnung für Österreich ist auf der Stromrechnung für Endkunden angegeben: Im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe liefern wir Strom seit jeher aus 100% Wasserkraft. Der an das Segment Business und Industrie gelieferte Strom stammte im Jahr 2014 zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern (der Gesetzgeber sieht vor, dass die Stromkennzeichnung innerhalb von vier Monaten nach Ende des Kalender- bzw. Wirtschaftsjahres zu erstellen ist). Die eingesetzten Herkunftsnachweise stammen zu 86% aus Wasserkraftwerken, zu 8% aus Windkraftanlagen und zu 6% aus fester oder flüssiger Biomasse, Biogas bzw. sonstiger Ökoenergie.

In Österreich bilden das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und die Stromkennzeichnungsverordnung die Rechtsgrundlagen der Stromkennzeichnung. Das österreichische Stromkennzeichnungsmodell ist ein nachweisbasiertes System. Allen an Endverbraucher in einem Kalenderjahr gelieferten Strommengen müssen gesetzeskonforme Nachweise zugeordnet werden ("Graustromverbot"). Auch muss Strom gekennzeichnet werden, der an Pumpspeicherkraftwerke geliefert wird.

Stromherkunft in Deutschland

In Deutschland werden Standardlastprofilkunden (Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe) ebenfalls zu 100% mit Strom aus Wasserkraft beliefert. Die Herkunft der in Deutschland an Business- und Industriekunden im Jahr 2014 gelieferten Strommengen setzte sich wie folgt zusammen: 11,0% erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG, 1,9% erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweisen, 3,5% sonstige fossile Energieträger, 7,9% Erdgas, 56,2% Kohle und 19,5% Kernenergie.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung sind in Deutschland in folgenden Gesetzen geregelt: im § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) für den gelieferten Strom und im § 78 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den zwingend auszuweisenden Anteil des nach EEG geförderten Stroms.

Grünstromlösungen für Deutschland

AQUANTO, ein 50%iges Joint Venture von VERBUND und EnBW mit Firmensitz in Unterföhring bei München, vertreibt Grünstromlösungen für B2B-Kunden in Deutschland. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen in erster Linie die Lieferung von Grünstrom aus zertifizierten Anlagen sowie spezifische Energiedienstleistungen im Bereich der Energieeffizienz. AQUANTO baut das Produktangebot für umfassende Energiemanagementlösungen und IT-basierte Energieeffizienzwerkzeuge mit deutschen Industriekunden sukzessive aus. Web-Plattformen unterstützen die Kunden bei der flexiblen Energiebeschaffung und -optimierung.

Gasverkäufe in GWh

Vertrieb von Erdgas

Klimaneutrales Gas und Strom aus 100% Wasserkraft für ganz Österreich

VERBUND erweiterte sein Haushaltsportfolio um das Kombiprodukt Strom und Gas. Somit ist VERBUND einer der ersten Energiedienstleister in Österreich, der seinen Haushaltskunden klimaneutrales Gas und Strom aus 100% österreichischer Wasserkraft aus einer Hand anbietet.

Bei der günstigen Strom-Gas-Kombination können Privatkunden – analog zu den anderen Strom- und Gasprodukten – zwischen den Kombi-Web- und den Kombi-Komplett-Angeboten wählen.

Die durch die Verwendung von Erdgas entstehenden Emissionen werden bei den klimaneutralen Gasprodukten durch die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien im Wasserkraftwerk Ashta in Albanien kompensiert. Das wird offiziell von TÜV Nord, einer unabhängigen renommierten Prüfgesellschaft aus Deutschland, bestätigt.

In Summe wurden im Jahr 2015 159 GWh Erdgas verkauft. Die Höhe der CO2-Kompensationen für Erdgasvertrieb lag bei 32 kt CO2e.

Kundenzufriedenheit und Kundenbeziehung

Hohe Zufriedenheit wirkt sich positiv auf Kundenbindung aus

Die Zufriedenheit unserer Kunden – welche wir jährlich systematisch durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut messen lassen – stieg 2015 deutlich an und lag weiterhin auf einem Topniveau. Dies hatte 2015 auch einen positiven Einfluss auf den Loyalitätsindex, unsere wichtigste Messgröße für Kundenbindung. Der Index kann zwischen 0 und 100 Punkten liegen. Im Berichtsjahr 2015 erreichten wir 74 Punkte nach 69 Punkten im Vorjahr. Dies sind für VERBUND wichtige Erfolge. Wir wissen, dass zufriedene Kunden die Grundlage unseres Geschäfts bilden und uns ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen.

Kundenclub

VERBUND-Kunden können Mitglieder des VERBUND-EcoClub werden. Dabei können sie Punkte sammeln und verschiedene Vorteilsleistungen von Kooperationspartnern in Anspruch nehmen. Mitte September wurde die Bewerbung des Kundenclubs mittels Direkt-Marketing-Maßnahmen forciert.

Kundenbetreuung

Die kostenlose VERBUND-Serviceline 0800 210 210 steht Bestandskunden in Österreich für alle Fragen zur Verfügung und bietet potenziellen Kunden Beratung zum Thema Strom- und Gasanbieterwechsel.

Die VERBUND-Website www.verbund.at bietet einen Überblick über das Produktportfolio, individuelle Preisvergleiche, Details zum einfachen Wechsel zu VERBUND und Antworten zu häufig gestellten Fragen.

Energieberatung

In allen österreichischen Bundesländern stehen geprüfte Energieberater Menschen kostenlos zur Verfügung, die bei der Caritas Hilfe suchen. Sie beraten, wie und wodurch Energie eingespart werden kann. Mehr dazu findet sich in dem Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung".

Datensicherheit

Personenbezogene Daten werden ausschließlich gemäß Datenschutzgesetz 2000 (DSG 2000) entsprechend der "Standard- und Muster-Verordnung 2004" (StMV 2004) auf Basis und entsprechend dem Zweck der darin geregelten Standardanwendung SA001 "Rechnungswesen und Logistik" verarbeitet. Darüber hinausgehende Verarbeitungen (z.B. Archivierung, Aufbewahrung) erfolgen ebenso ausschließlich auf gesetzlicher Grundlage (z.B. § 212 UGB).

Zahlungsverzögerungen

Eine Zahlungsverzögerung kann jeden treffen. Deshalb hilft VERBUND mit einer Vereinbarung von Ratenzahlungen, die ohne Verzugszinsen verrechnet werden. Bei Zahlungsrückständen wird der Kunde über ein dreistufiges Mahnsystem informiert, bevor es zu einer Kündigung des Energieliefervertrags aufgrund von Zahlungsverzögerungen kommt. Kommt der Kunde der Zahlungsaufforderung in einer der Stufen nach, wird die Belieferung fortgesetzt.

Energiedienstleistungen

Energiedienstleistungen für die Energiezukunft

Energiedienstleistungen bilden die Basis für neue Geschäftsmodelle. VERBUND entwickelt mit seinem jahrzehntelangen, energiewirtschaftlichen Know-how innovative, auf die individuellen Bedürfnisse aller Kundengruppen zugeschnittene Produkte.

Mit innovativen Lösungen und schlauen Services setzt die VERBUND Solutions GmbH seit Mitte 2014 neue Maßstäbe und gestaltet die Energiewende mit. Das junge Unternehmen entwickelt mit energiewirtschaftlichem Know-how und aufmerksamem Blick auf individuelle Kundenbedürfnisse maßgeschneiderte Produkte für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden.

Das neue Energieeffizienzgesetz

Das Energieeffizienzpaket des Bundes wurde im Juli 2014 mit Zweidrittelmehrheit im Parlament beschlossen. Die Eckpunkte des Gesetzes sind: eine jährliche Einsparungsverpflichtung für Energielieferanten in Höhe von 0,6% des Vorjahresabsatzes sowie die verpflichtende Durchführung von Energie-Audits für große Unternehmen. Darüber hinaus sieht der Gesetzgeber vor, dass eine Quote von zumindest 40% der Energieeffizienzmaßnahmen bei Haushalten zu erreichen ist. Die Einsparverpflichtung der Energiebranche (die über die gesamte Periode ein Gesamteinsparziel von 159 PJ hat) kann vom Wirtschaftsminister in Abhängigkeit von der Entwicklung des Zielerreichungspfades jährlich angepasst werden. Die Lieferantenverpflichtung wurde mit 1.1.2015 wirksam.

Zur Erfüllung der Auflagen des Energieeffizienzgesetzes setzte VERBUND diverse endkundenbezogene Energieeffizienzaktionen um. Diese Effizienzmaßnahmen werden aus den in der Folge dargestellten Energiedienstleistungen generiert.

Smarte Komplettpakete für Privatkunden

ECO-Pakete: www.verbund.at > Haushalt VERBUND-Eco-Pakete machen österreichische Haushaltskunden zu Prosumern. Die Kombination aus Photovoltaikanlage plus Speicher inklusive Wärmepumpe macht die effiziente und günstige Nutzung selbst erzeugter Energie möglich.

Für Photovoltaikkunden, die ihren selbst produzierten Sonnenstrom nicht nur intelligent, sondern auch in extravagantem Design speichern wollen, bringt VERBUND die Powerwall von TESLA Energy nach Österreich.

Seit Sommer 2015 ist die VERBUND Solutions mit 50% an SOLAVOLTA, einem führenden Full-Service-Anbieter für Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen beteiligt.

Die VERBUND Solutions brachte 2015 weitere energiesparende, maßgeschneiderte Energiemanagement- und Convenience-Lösungen auf den heimischen Markt. Eco-Home macht Wohnungen und Häuser jetzt schlauer und effizienter. Einfach und ohne neue Kabel verlegen zu müssen, werden Geräte von unterwegs oder automatisch gesteuert, Stromfresser erkannt und dadurch Geld und Energie gespart. Die Energieflüsse von der Photovoltaikanlage bis zum einzelnen Stromverbraucher werden sichtbar. VERBUND-Eco-Home gibt es seit September 2015 am Markt.

Der schlaue Thermostat von tado° bringt auch bestehende Heizungen nachträglich in eine Energieklasse bis A+++. Damit werden bis zu einem Drittel Heizkosten gespart.

Im LED-Bereich konnte erfolgreich mit den Kooperationspartnern REWE und Philips die LED-Lampen-Aktion "1+1 gratis" in allen REWE-Filialen durchgeführt werden. Im Bereich Weißware bot VERBUND gemeinsam mit MIELE auf ausgewählte A++ und A+++ Kühl- und Gefriergeräte einen Energiebonus an. Eine weitere große Aktion setzte VERBUND mit der Gasbrennwertgeräte-Förderung für den Austausch einer bestehenden Heizungsanlage auf ein Gasbrennwertgerät.

E-Mobilität als Treiber für Energieeffizienz

Durch die Mehrheitsbeteiligung an der SMATRICS GmbH & Co KG dynamisiert VERBUND die Ökologisierung des Verkehrssektors. Elektromobilität wird zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz leisten und zur Ausbalancierung dezentraler (Photovoltaik-)Erzeugung und damit zur Stabilisierung der Netze beitragen. Die Integration von Ladeinfrastruktur und die Bereitstellung von Mobilitätsservices sind sektorübergreifende Zukunftsaufgaben für Transport und Energie. So betreibt unsere im Herbst 2012 gemeinsam mit Siemens gegründete Firma SMATRICS heute ein Hochleistungsladenetz für E-Autos. Dieses umfasste Ende 2015 bereits mehr als 200 Ladepunkte in ganz Österreich. Die Stationen befinden sich in allen Bundesländern an Topstandorten in einer Distanz von jeweils maximal 60 Kilometern.

Energiedienstleistungen bei Industriekunden

Mit dem VERBUND-Power-Pool geht die VERBUND Solutions seit 2014 neue Wege und ergänzt das klassische Portfolio für Industriekunden. Im Power-Pool werden Flexibilitäten von Erzeugern und Verbrauchern automatisiert, intelligent gebündelt und am Regelenergiemarkt vermarktet. Die Pool-Partner generieren durch die flexible Steuerung ihrer Erzeugung und Produktion attraktive Zusatzerlöse. Allein für die Bereitschaft, im Bedarfsfall flexibel zu reagieren, werden Erlöse erzielt. Zu Jahresbeginn 2015 wurde der Power-Pool von der Austrian Power Grid AG als Regelzonenführer präqualifiziert und am Regelenergiemarkt zugelassen. Das innovative Geschäftsmodell stützt gleichzeitig die Stabilität des Stromnetzes und damit die Versorgungssicherheit.

VERBUND-Eco-Net ist ein Energieeffizienznetzwerk für Industriebetriebe und Großverbraucher, das auf einer Entwicklung des Fraunhofer-Instituts basiert. Das erste Netzwerk startete im Herbst 2014 mit acht Teilnehmern. Gemeinsam mit VERBUND können die Unternehmen innerhalb von vier Jahren eine zweibis dreimal höhere Effizienzsteigerung als der Industriedurchschnitt erreichen. Die bessere Energiebilanz bringt deutliche Wettbewerbsvorteile. Darauf aufbauend kann auch die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 durchgeführt werden.

Seit Anfang 2015 tritt ein neuer Energie-Contracter am österreichischen Markt auf: Die VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH, ein 50%iges Joint Venture von VERBUND und GETEC, bietet maßgeschneiderte Energiekonzepte an. Der Technologiepartner GETEC ist Marktführer für Energiecontracting-Dienstleistungen in Deutschland und hat mehr als 20 Jahre Markterfahrung. Das junge Joint Venture übernimmt die Entwicklung, Planung und Finanzierung sowie den Bau und Betrieb von Wärme-, Kälte-, Dampf-, Strom-, Druckluft- oder anderen Erzeugungsanlagen. Davon profitieren speziell energieintensive Industrie- und Gewerbebetriebe, aber auch Kommunen, die ihre Anlagentechnik modernisieren möchten oder den Umstieg auf CO2-neutrale Brennstoffe planen.

Energiedienstleistungen: www.verbund.at > Business

Netz

Überblick Netzdaten

Die Austrian Power Grid AG (APG) ist die unabhängige und eigenständig agierende Netztochter von VERBUND. Sie betreibt das überregionale heimische Stromtransportnetz. Mit ihren Leitungsverbindungen zu den Nachbarstaaten schafft sie die physische Grundlage für die Einbindung Österreichs in den europäischen Strommarkt.

In ihrer Rolle als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber (Independent Transmission Operator) ist die APG zwei zentralen Zielen verpflichtet: zum einen eine sichere und effiziente Netzinfrastruktur zur Verfügung zu stellen und diese laufend an die Bedürfnisse des europäischen Strommarkts anzupassen und zum anderen alle notwendigen Maßnahmen zu setzen, um den barrierefreien grenzüberschreitenden Stromhandel zu ermöglichen.

Diesen Zielen folgend, setzt die APG zwei zentrale Schwerpunkte in ihrer Geschäftstätigkeit: Mit der Modernisierung und der Verstärkung ihrer Anlagen reagiert die APG auf den aktuellen Umbau des europäischen Kraftwerksparks in Richtung erneuerbarer Energien. Projekte wie etwa die Salzburgleitung bilden die Basis für einen weiteren Ausbau von Wind- und Sonnenkraftwerken und stärken das System für die Zukunft.

Mit dem Umbau des Kraftwerksparks verändern sich auch die Anforderungen an das Systemmanagement sowie die Bedürfnisse der Akteure am Strommarkt. Hier setzt die APG den zweiten Schwerpunkt mit Investitionen in die Systemintelligenz und der Entwicklung neuer Systemdienstleistungen für mehr Flexibilität.

Netzdaten
Spannungsebene Leitungen Leitungen Umspannwerke/
Trassenlänge/km Systemlänge/km Netzschaltanlagen
Freileitung
380 kV 1.153 2.577
220 kV 1.615 3.212
110 kV 659 1.174
Kabel
110 kV 4 8
Summe 3.431 6.971 63

Technische Entwicklungen

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2015 stieg das operative Ergebnis im Segment Netz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 58,0 Mio. € um 122,1 Mio. € auf 180,1 Mio. €. Die in Vorjahren gebildeten Rückstellungen und Wertberichtigungen für die Systemnutzungstarife-Verordnungen (SNT-VO) und die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-VO) wurden aufgrund der Verfahrensbereinigungen großteils aufgelöst. Zusätzlich waren im Geschäftsjahr 2015 gestiegene internationale Netzerlöse aus Versteigerungen von Grenzkapazitäten und gestiegene nationale Netzerlöse aufgrund höherer Tariferlöse zu verzeichnen.

Stromaufbringung Segment Netz GWh
2014 2015 Veränderung
Fremdbezug Verlust- und Regelenergie 3.527 4.326 22,7%
Konzernintern 858 2.203 156,6%
Stromaufbringung 4.386 6.529 48,9 %
Stromabsatz und Eigenbedarf Segment Netz 2014 2015 GWh
Veränderung
Weiterverteiler 2.643 4.652 76,0%
Händler 185 165 – 10,7%
Konzernintern 171 138 – 19,4%
Stromabsatz 2.999 4.955 65,2 %
Eigenbedarf 794 812 2,3%

Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 4.386 6.529 48,9 %

Das Stromgeschäft im Segment Netz war vor allem durch das deutlich gestiegene Ausmaß an Engpassmanagementlieferungen geprägt.

Regelenergie 593 762 28,6%

Betriebliche Entwicklungen

Die APG ist für den sicheren Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes verantwortlich. Um diesen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, setzte die APG 2015 zahlreiche Maßnahmen im koordinierten Netzbetrieb um. Zur Bewältigung von Engpässen waren im abgeschlossenen Geschäftsjahr massive kraftwerksseitige Engpassmanagementmaßnahmen (Redispatch) erforderlich, um die Netzsicherheit in Österreich und im europäischen Übertragungsnetz zu gewährleisten.

Ursache der Engpässe im APG-Netz waren starke Nord-Süd- sowie West-Ost-Stromflüsse – teils im Zusammenhang mit notwendigen instandhaltungsbedingten Leitungsabschaltungen. Die genannten weiträumigen Stromflüsse entstanden in Verbindung mit der zunehmenden Wind- und Photovoltaikerzeugung in Deutschland bzw. Nordeuropa und wurden während der diesjährigen Sommermonate durch die geringe Wasserkrafterzeugung in Zentral- und Südosteuropa verstärkt. Kraftwerke in der Regelzone APG wurden 2015 zudem häufig für die Beherrschung von Netzengpässen außerhalb Österreichs – hauptsächlich in Polen und Deutschland – eingesetzt.

Mit einem starken Netz starten wir in die Energiezukunft.

Im Sommer 2015 sicherte sich die APG die kurzfristige Verfügbarkeit ausgewählter thermischer Kraftwerke für Redispatch gegen Kostenabgeltung vertraglich ab (Netzreserve 2015 mit 800 MW). Diese Netzreserve war notwendig, um den sicheren Netzbetrieb während der Sommermonate zu gewährleisten.

Das Volumen der insgesamt abgerufenen Redispatch-Mengen (Netzreserve plus weitere Kraftwerke) betrug im Jahr 2015 2.266,5 GWh.

Eine begleitende Maßnahme zum Redispatch ist der Eingriff in den kurzfristigen Stromhandel. Mit jeder grenzüberschreitenden Redispatch-Maßnahme ist auch unmittelbar ein Aussetzen des Intraday-Marktes verbunden, was 2015 in insgesamt 3.251 Stunden der Fall war.

Intraday-Stopps und Redispatch-Mengen

2013 2014 2015
Intraday-Stopps (in h) 817 1.245 3.251
Redispatch-Mengen (in GWh) 342,8 261,7 2.266,5

Im Jahr 2015 kam es im Netz der APG zu keiner einzigen Versorgungsunterbrechung mit Auswirkungen auf Endverbraucher. Die Auswirkung eines Versorgungsausfalls im APG-Netz kann nur über die "nicht gelieferten MWh" vergleichbar gemacht werden. Im Jahr 2015 transportierte die APG rund 46.164 GWh auf Netzebene 1, nicht geliefert werden konnten 0 MWh, also 0% der transportierten Menge (2014 keine Unterbrechung; 2013 eine Unterbrechung: 1,19 MWh nicht geliefert, das sind 0,000003% der transportierten Menge).

Stromtransport und Netzverluste

Weitere Informationen zum Übertragungsnetz: www.apg.at Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Transportmenge der Netzebene 1 (380 kV und 220 kV) im Geschäftsjahr 2015 um 5,0%. Die Abgabemenge im Inland betrug 31.624 GWh. Die Regelzone APG hat im Jahr 2015 auf Basis der angemeldeten Fahrpläne österreichischer und internationaler Marktteilnehmer 49.606 GWh importiert und 36.659 GWh exportiert. Das ergibt per Saldo einen Importüberhang von 12.947 GWh.

Stromtransport in TWh

Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Verluste um 6,1%, was auf die um 5,0% höhere Transportmenge (siehe Stromtransport) zurückzuführen ist.

Verluste im Übertragungsnetz

Einheit 2013 2014 2015
Transportierte Strommenge1 GWh 43.137 43.957 46.164
Netzverluste1 GWh 595 602 638
Anteil der Netzverluste an der
transportierten Menge % 1,38 1,37 1,38

1 Netzebene 1

Projektstatus und Projektentwicklung

Die APG ist gesetzlich dazu verpflichtet, jährlich einen Netzentwicklungsplan (NEP) zu erstellen, der Regulierungsbehörde zur Genehmigung vorzulegen und zu veröffentlichen. Dieser enthält alle Netzinfrastrukturprojekte, die in den kommenden zehn Jahren realisiert werden müssen. Mit der Genehmigung des NEP wird insbesondere der Umsetzungszeitplan für die angeführten Projekte behördlich bewilligt. Ein vorgelagerter öffentlicher Konsultationsprozess dient der Information aller Marktteilnehmer.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 114,0 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert. Dabei entfielen 18,6 Mio. € auf den Netzraum Kaprun. Weitere große Investitionen für Netzerweiterungen flossen in den dritten und vierten 380-/110-kV-Umspanner im Umspannwerk Bisamberg (9,3 Mio. €) sowie die Neuerrichtung des Umspannwerks Zeltweg (7,7 Mio. €). Im Vergleich dazu wurden 2014 138,5 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert.

Mit Abschluss der Projekte "380-kV-Umstellung Donauschiene St. Peter–Ernsthofen" und "380-kV-Leitung Dürnrohr–Sarasdorf 3./4. System" wurden im Jahr 2015 insgesamt 220 Kilometer 380-kV-Leitungen fertiggestellt sowie rund vier Kilometer 110-kV-Leitungen (Ernsthofen–Steyr) neu errichtet. Wesentliche Umspannwerkserweiterungen bzw. -ausbauten erfolgten für die Netzintegration von Windparks im Umspannwerk Zurndorf (dritter 380-/110-kV-Umspanner), im Umspannwerk Bisamberg (dritter 380-/110-kV-Umspanner), im Umspannwerk Sarasdorf (zweiter 380-/110-kV-Umspanner) sowie durch die Neuerrichtung der 380-/110-kV-Anlage Umspannwerk Schwarzenbach in Salzburg und die 110-kV-Anlage Leonding im Raum Linz.

Zu den derzeit vorrangigen APG-Leitungsbauprojekten gehören: die Salzburgleitung, die Deutschlandleitung sowie der Ersatzneubau der Weinviertelleitung.

Im Projekt Salzburgleitung sind der APG im Berichtszeitraum wichtige Umsetzungsfortschritte gelungen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) der im Jahr 2012 eingereichten 380-kV-Salzburgleitung wurde mit Genehmigungsbescheid vom 14.12.2015 abgeschlossen. Damit wurde dem Projekt von der Salzburger Landesregierung als UVP-Behörde die Genehmigung erster Instanz erteilt. Der Bau der 114 Kilometer langen 380-kV-Leitungsverbindung zwischen dem Umspannwerk Salzburg und dem Umspannwerk Tauern leistet einen wichtigen Beitrag zur Netzintegration von Photovoltaik und Windkraft sowie für die leistungsfähige Verbindung der Lastzentren mit den großen Kraftwerksstandorten in Österreich. Mit der Salzburgleitung wird aber auch die Stromversorgung in den Bundesländern Salzburg sowie Oberösterreich deutlich sicherer. Sie stellt außerdem die Grundvoraussetzung für eine umfassende Bereinigung und Neugestaltung der Stromnetzinfrastruktur in Salzburg dar. So kommt es zur Demontage von 193 Kilometer Freileitungen auf der 220-kV- und 110-kV-Spannungsebene. Das betrifft unter anderem die 220-kV-Leitungen von Tauern bis Salzburg sowie von Tauern bis in den Bereich Reitdorf/Wagrain. Dadurch werden wertvolle Flächen in den Talböden frei, und das Natura-2000-Gebiet im Hagengebirge wird nachhaltig entlastet. Vor und während des Baus sind umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen vorgesehen. Nach Abschluss der Arbeiten ist daher mit einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Bedingungen im Bereich der Strominfrastruktur in Salzburg zu rechnen.

Die aktuellen Netzprojekte sind ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der Energiewende.

Die Umsetzung der geplanten Deutschlandleitung ist ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung der Energiewende. Durch die Errichtung der neuen 2,6 Kilometer langen Leitung im von der Gemeinde bereits seit Jahren gesicherten Infrastrukturkorridor – können zwei bestehende 220-kV-Leitungen zwischen dem Umspannwerk St. Peter am Hart und der Staatsgrenze demontiert werden. Dadurch wird das Siedlungsgebiet der Gemeinde St. Peter am Hart nachhaltig entlastet. Vor und während der Errichtung der neuen Leitung sind umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen vorgesehen, welche die Einhaltung aller Schutzinteressen sicherstellen. Die zuständige UVP-Behörde in Oberösterreich hat in ihrem Genehmigungsbescheid vom Dezember 2015 die Umweltverträglichkeit der Deutschlandleitung festgestellt.

Weitere Informationen zum Thema Naturschutz finden Sie unter www.apg.at.

Im Berichtsjahr 2015 erfolgte weiters der Start für das dritte zentrale Projekt: die Weinviertelleitung. Um die Versorgung im nordöstlichen Weinviertel und die Netzintegration der Windkraft langfristig abzusichern, soll die bereits aus den 1950er-Jahren stammende 220-kV-Leitung vom Umspannwerk Bisamberg in Richtung der windreichen Regionen des nördlichen Weinviertels durch eine leistungsfähige 380-kV-Verbindung ersetzt werden. Durch die Entwicklung einer neuen Trassenführung unter größtmöglicher Nutzung bereits bestehender Infrastrukturräume (OMV-Explorationsgebiet, Windparks etc.) im Projektgebiet kann mit dem Ersatzneubau der APG-Weinviertelleitung eine deutliche Verbesserung für Mensch und Natur in der Region erzielt werden.

Beteiligungen und Services

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Europas Energieversorger haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. In der Folge haben wir unsere Strategie geschärft und bereits 2012 mit der Bereinigung unseres Beteiligungsportfolios begonnen.

VERBUND startet mit bereinigtem Beteiligungsportfolio in die Energiezukunft.

Auslandsbeteiligungen

Italien: Restrukturierung und Ausstieg

Die Beteiligung an der italienischen Sorgenia wurde im Jahr 2015 im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses zur Gänze abgegeben. Nachdem die Anteile an Sorgenia SpA verkauft und die Aktien am 27.3.2015 an das Bankenkonsortium übertragen worden waren, beschloss die Generalversammlung der Sorgenia Holding SpA (aufgrund der Empfehlung des Verwaltungsrats der Gesellschaft) am 15.4.2015 die Liquidation der Gesellschaft. Mit 30.7.2015 erfolgte die Auskehrung des Earn-out-Rechts an der CIR SpA und der VERBUND AG. Die endgültige Löschung der Sorgenia Holding SpA im Firmenbuch fand am 26.8.2015 statt.

Inlandsbeteiligungen

KELAG – Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Der Beitrag der KELAG zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in Höhe von 27,3 Mio. € liegt leicht unter den Vorjahreswerten (2014: 33,9 Mio. €). Die anteilige Dividende für VERBUND für das Jahr 2015 betrug 14,1 Mio. €. VERBUND war per 31.12.2015 mit 35,17% an der KELAG beteiligt.

Services

Die VERBUND Services GmbH setzte im Jahr 2015 konsequent die beschlossenen Maßnahmen aus dem Effizienzsteigerungsprogramm fort. Nachhaltige Kostensenkungen im Ausmaß von rund 1,5 Mio. € jährlich konnten in den Bereichen Versicherungen, Kfz-Einsatz und Facility-Management erzielt werden. Gleichzeitig traten – insbesondere in den kundennahen Vertriebswegen (Online-Kundenportal etc.) – neue Anforderungen wie die zeitgerechte Umsetzung des Kundenportals Bayern auf. Die IT- und Telekom-Infrastruktur wurde weiter modernisiert und den aktuellen Bedürfnissen des Konzerns angepasst.

Beteiligungsergebnis KELAG in Mio. €

Risikomanagement als integraler Bestandteil des Führungs- und Steuerungssystems

Chancen- und Risiken besprechen, bewerten

berichten

Chancen- und Risikomanagement

Seit dem Geschäftsjahr 2000 ist das Chancen- und Risikomanagement integraler Bestandteil des umfassenden Steuerungskonzepts von VERBUND. Heute werden sämtliche wesentlichen Managemententscheidungen auch aus einer "Risk-Return-Sicht" diskutiert und getroffen. Damit durchdringt dieser Ansatz das strategische Management, das Projektmanagement sowie die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit. Der Wirtschaftsprüfer vergleicht die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements von VERBUND regelmäßig mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000:2009 ohne Beanstandungen.

Zweck des Chancen- und Risikomanagements

Mit dem Chancen- und Risikomanagement wollen wir das langfristige Bestehen von VERBUND absichern. Dazu werden folgende Aktivitäten gesetzt:

  • Berichterstattung über steuerungsrelevante Chancen- und Risikoinformationen
  • Analyse, Modellierung und Bewertung von externen und internen Entwicklungen
  • Bereitstellung von Foren zur Diskussion von bzw. Entscheidung über Chancen und Risiken

Organe des Chancen- und Risikomanagements

Das Chancen- und Risikomanagement bildet die Klammer über folgende, dem Risikomanagement nahestehende Funktionen von VERBUND: Internes Kontrollsystem, Compliance-Management, interne Revision, Informationssicherheit und Datenschutz sowie gesonderte Risikoorganisationen in den Bereichen Netz, Handel und Finanzen. Im Lagebericht ist zwingend eine Beschreibung des internen Kontrollsystems zu geben (siehe dazu Kapitel "Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem"). Die Beschreibung der sonstigen angesprochenen Bereiche findet sich im Corporate Governance Bericht. Die VERBUND-Tochter APG wurde 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber zertifiziert und verfügt seither über eine eigenständige Risikoorganisation.

Der Chief Risk Officer (CRO) steuert das Chancen- und Risikomanagement von VERBUND.Er ist im Bereich Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement Konzern angesiedelt und mit fachlicher Weisungsbefugnis ausgestattet. Ebenso steuern Chief Officer die Themen Compliance (Chief Compliance Officer, CCO) sowie interne Revision (Chief Audit Officer, CAO). Die Bereiche Handel und Finanzierung verfügen über eigene operative Risikomanagementeinheiten. Die Risiken des laufenden Geschäfts werden durch Risk Management Committees (RMCs) gemanagt. Risiken aus dem Bereich Informationssicherheit und Datenschutz werden zusätzlich durch einen Chief Information Security Officer überwacht (CISO). Die RMCs beschäftigen sich unter der Leitung des CRO mit den inhaltlichen Schwerpunkten Energie-, Betriebs- und Finanzwirtschaft, regulatorische Rahmenbedingungen sowie Informationssicherheit und Datenschutz. Quartalsweise bzw. im Anlassfall werden risikospezifische Fragen mit operativ betroffenen Einheiten erörtert und Entscheidungen getroffen.

Zur Bewältigung außerordentlicher Ereignisse hat VERBUND ein Konzern-Krisenmanagement etabliert. Dieses orientiert sich an den Strukturen des staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements. Dies erleichtert im Krisenfall die Zusammenarbeit mit Bundes- bzw. Blaulichtorganisationen.

Die geschulten Krisenstäbe von VERBUND üben die Bewältigung konkreter Bedrohungsszenarien periodisch.

Strukturen laufend an die Erfordernisse des Geschäftsmodells anpassen

Das Management von Chancen und Risiken

Wir verstehen unter Chancen- und Risikomanagement die Steuerung der folgenden in regelmäßiger Abfolge durchlaufenen Prozesse: Risikoidentifikation, Analyse, Bewertung, Erhebung möglicher Ursachen für Abweichungen, Ableitung von Bewertungsvorschriften sowie die Beauftragung und Überwachung von Gegenmaßnahmen. Dieser Ablauf ist sowohl in die periodischen Planungs- und Berichtsprozesse als auch in die Entscheidungsprozesse betreffend Investitionen und Desinvestitionen integriert.

Das Chancen- und Risikomanagement von VERBUND orientiert sich an übergeordneten Zielen wie Wertsteigerung, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Für das laufende Geschäft fügt es sich nahtlos in das kennzahlenorientierte Steuerungskonzept auf IFRS-Basis ein. Grundsätzlich werden Risiken entweder aus dem Blickwinkel der Ursache oder der Auswirkung betrachtet. Die Kenntnis von Ursachen beim Identifizieren, Klassifizieren und Modellieren von Risiken steht im Vordergrund. Die Erhebung von Auswirkungen bzw. die Bewertung von Risiken erfolgt in einem nächsten Schritt, die Ableitung von Gegenmaßnahmen in einem übernächsten.

Die Risikoidentifikation stellt die systematische Suche nach "unbekannten Einflussfaktoren" auf das Geschäftsmodell dar. Ursachen für Risiken stammen aus nachfolgenden Gebieten der energiewirtschaftlichen Risikolandschaft. Die Gebiete werden durch einen strategischen Überbegriff repräsentiert und in Klammern durch eine maßgebende Ausprägung für die laufende Geschäftstätigkeit dargestellt:

    1. Umweltfaktoren: Regulierung (Gesetz, Verordnung), Klima (Wetter) und Sonstiges (Anschläge)
    1. Marktfaktoren: Marktteilnehmer (Kunden, Lieferanten), Bedarfsentwicklung, Technologie
    1. Interne Faktoren: wie Personalstrategie (Fluktuation), Anlagenstrategie (Verfügbarkeit), Strukturen und Prozesse (Compliance) sowie Vertragsmanagement (rechtlich & kommerziell)

Die Wirksamkeit der Risikoidentifikation von VERBUND betreffend Ansprüche seitens der Mitarbeiter, der Gesellschaft, der Umwelt oder der Geschäftspartner (Wettbewerb, Korruption) beruht im Wesentlichen auf einer transparenten Aufgabenzuordnung, einem strikten Terminkalender, einer sachgerechten Dokumentation möglicher Abweichungen sowie einer konsequenten Nachverfolgung der Themen.

Die Bewertung der Risikolage liefert als Ergebnis mögliche Abweichungen zu Zielwerten. Wir bezeichnen negative Abweichungen als "Risiko im engeren Sinne", positive Abweichungen als "Chance". Statistische Bewertungsverfahren werden dort angewendet, wo eine Modellierung der Wirkungszusammenhänge praktisch unmöglich ist und aussagekräftige Zeitreihen vorliegen (z.B. im Bereich der Umweltrisiken mit der Entwicklung des Wasser- und Winddargebots; im Bereich der Marktrisiken mit der Entwicklung von Zinsen und Großhandelspreisen). In Bereichen, in denen dies nicht zutrifft, erfolgt die Bewertung mittels Expertenschätzung (z.B. beim Hochwasser, dem Ausgang laufender Rechtsverfahren, den ungeplanten Reparaturen). Bewertungsmodelle sind, soweit möglich, in den IFRS-Controlling-Prozess eingebunden (Stichwort Planungsunsicherheit). Darüber hinaus werden auch Einflussfaktoren, welche aufgrund geringer Eintrittswahrscheinlichkeit nicht im Geschäftsplan enthalten sind, berücksichtigt (Ereignisrisiken wie z.B. Hochwasser, strittige Rechtsverfahren usw.).

Umbrüche erkennen und Veränderungen rasch umsetzen

Übergeordnete Ziele: Wertsteigerung, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit

Komplexe Risikolandschaft der Energiewirtschaft

Risikobewertung macht Veränderungen sichtbar Operative Steuerung zielt auf die Beherrschung hochwahrscheinlicher Ereignisse ab

Das Risikoausmaß dient als wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Begründung von Gegenmaßnahmen. Existenzgefährdende Risiken sind zu vermeiden, bedrohliche Risiken zu überwälzen (Versicherung) und geschäftsspezifische Risiken zu tragen (managen). Das Risikoausmaß erklärt sich durch die Wahl der Bezugskennzahl (EBITDA, Konzernergebnis, Free Cashflow, Eigenkapital) sowie das betrachtete Konfidenzniveau. Betreffend die Bezugskennzahlen vermitteln im Anhang dargestellte Berichtstabellen ein Bild über realisierte absolute Ausmaße und Abweichungen. Betreffend Konfidenzniveau zeigt die Erfahrung, dass die Bandbreite einer mit hoher Sicherheit gegebenen Zusage regelmäßig um ein Vielfaches größer ist als eine Zusage mit geringer Sicherheit. Ein hohes Sicherheitsniveau berücksichtigt auch "niedrig-wahrscheinliche Ereignisse" (Jahrhundertereignisse) und umgekehrt.

Chancen und Risiken des VERBUND-Geschäftsmodells

Die Geschäftstätigkeit von VERBUND ist langfristig ausgelegt und bindet hohe Finanzmittel. Sie erfordert den Einsatz und die Verfügbarkeit technisch komplexer Anlagen und Betriebsabläufe. Zudem ist sie Thema der gesellschaftspolitischen Diskussion. Die VERBUND-Anlagen genügen höchsten umwelttechnischen Anforderungen. Ihrer Errichtung gehen regelmäßig lange Genehmigungsverfahren voraus. Die erfolgreiche Umsetzung von VERBUND-Projekten baut auf eine frühzeitige Einbindung der Anspruchsgruppen, die Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie ein effektives Projektmanagement. Der Betrieb und die Erhaltung dieser über lange Jahre genutzten Vermögenswerte erfordern hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für kapitalintensive Unternehmen ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Der mehrheitliche Eigentümer, die Republik Österreich, sowie das integrierte Geschäftsmodell von VERBUND (Erzeugung, Netz, Handel, Vertrieb, energienahe Lösungen) werden auch von Ratingagenturen als wesentliches stabilisierendes Element gewertet und sichern derart die gegenwärtige Bonitätseinstufung (Investmentgrade) ab.

Der Umbau des europäischen Energiesystems führt zur Verschlechterung der externen – also nicht direkt beeinflussbaren – Risikofaktoren aus den Bereichen Politik, Volkswirtschaft, Energiewirtschaft und Soziales. Der Verlust der Planungssicherheit zwingt Energieversorgungsunternehmen zur Anpassung der Geschäftsmodelle, verzögert bzw. verhindert Investitionsentscheidungen und verursacht hohe Wertanpassungen (d.h. sprunghafte Veränderungen bilanzierter Vermögenswerte bzw. Schulden, siehe dazu Risikoportfolio "Wertanpassung"). Wirtschaftskrise und fehlgeleitete Regulierung haben marktwirtschaftliche Regeln der Preisbildung außer Kraft gesetzt. Der Vorrang für Wind und Photovoltaik zur Netzeinspeisung hat die ehemalige Reihung nach variablen Produktionskosten außer Kraft gesetzt. Dies gilt gleichermaßen für die Unterscheidung zwischen Grundlast (Base) und Spitzenlast (Peak). Mit der Erweiterung des Geschäftsmodells um energienahe Dienstleistungen betritt VERBUND neue Risikogebiete. Diese unterliegen insbesondere auch informationstechnischen Schutzbestimmungen für Endkunden.

Ressourcenintensives, langfristig ausgelegtes Geschäftsmodell im Wandel begriffen

Fehlgeleitete Regulierung setzt traditionelle Erzeuger unter Druck

Chancen- und Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung.

Als führender Stromerzeuger aus regenerativen Quellen ist VERBUND stark von der nicht beeinflussbaren Entwicklung des Wetters abhängig (Wasser und Wind). Die VERBUND-Speicherkraftwerke und teilweise auch Höchstspannungsleitungen befinden sich im hochalpinen Gebiet. Der Klimawandel kann langfristig sowohl das saisonale als auch das jährliche Wasser-/Winddargebot beeinflussen. Zusätzlich können sich geologische Rahmenbedingungen verändern (Permafrost). Naturereignisse wie Hochwasser, Sturm oder Lawinen können einen ungeplanten Ausfall von Anlagen zur Stromerzeugung oder -übertragung verursachen sowie Folgeschäden nach sich ziehen. Die Erzeugung aus Laufkraftwerken kann in nur sehr geringem Ausmaß gesteuert werden (Schwellbetrieb). Demgegenüber werden Speicherkraftwerke mit spezifischen Rückhaltezeiten pro Tag, Monat oder Jahr eingesetzt. Die Wirtschaftlichkeit der Pumpspeicher von VERBUND begründet sich durch die Flexibilität des über Jahrzehnte aufgebauten Gesamtsystems. Ertragschancen ergeben sich aus zusätzlichen Einsatzstunden zur Abdeckung kurzfristiger Bedarfe aufgrund der volatilen Erzeugung aus Wind und Photovoltaik: D.h. Energiemengen müssen zusätzlich erzeugt bzw. in Pumpspeichern "zwischengelagert" und Netze durch flexible Kraftwerksleistung stabilisiert werden. Diese flexiblen Ergebnisbeiträge hängen wesentlich von der Häufigkeit und dem absoluten Ausmaß kurzfristiger Preisschwankungen auf den Strommärkten ab, können den Verfall der Stromgroßhandelspreise jedoch nicht annähernd kompensieren.

Informations- und Kommunikationssysteme bilden das Rückgrat der Geschäftstätigkeit von VERBUND. Den steigenden Risiken aus dem Cyberbereich begegnet VERBUND mit vorbeugenden Informationssicherheitsstrategien, -prozessen und internen Richtlinien. Neben der internen Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen engagieren wir uns in gegenständlichen nationalen und internationalen Gremien (z.B. energy-CERT). Hohes Augenmerk legt VERBUND auf die Sicherheit der leittechnischen Systeme. Diese werden aus Sicherheitsgründen weitgehend unabhängig von administrativen Netzwerken betrieben. Der Schutz unserer Verwaltungsgebäude und der dezentralen Werke erfolgt durch bauliche Maßnahmen und elektronische Überwachungssysteme.

Leistungs- und Zahlungsausfälle unserer Geschäftspartner (Kontrahentenrisiko) minimieren wir durch effektives Finanzmanagement. Unter Wahrung des Vieraugenprinzips werden Kontrahentenlimits zentral gesteuert (Vergabe, Überwachung) und im Zuge der Geschäftsprozessabwicklung umgesetzt. Stabile Geldflüsse aus dem operativen Geschäft gewährleisten eine gesicherte Bedienung des Fremdkapitals. Darüber hinaus verfügt VERBUND über ausreichende Kreditlinien, mit denen sich liquide Mittel kurzfristig bereitstellen lassen.

Zur Abwicklung des Geschäfts hat VERBUND langfristige Verträge mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie Miteigentümern bzw. Mitbenutzern einzelner Kraftwerke abgeschlossen. Geänderte Rahmenbedingungen haben die Wirtschaftlichkeit einiger dieser Vereinbarungen beeinflusst. Die Anpassung von Verträgen erhöht das Risiko möglicher Gegenmaßnahmen seitens der Gegenparteien. In einem laufenden Projekt zur Effizienzsteigerung passt VERBUND seine Struktur an. Dies erfordert u.a. die Schließung von Standorten, die Kündigung von Abnahme- bzw. Lieferverträgen sowie auch die Umsetzung sozial verträglicher Personalprogramme. VERBUND bildet in Übereinstimmung mit den Mengenrisiko aufgrund Schwankung des Wasser-/Winddargebots

Wertschöpfungsanteil der Informationstechnik und damit auch Cyberrisiken steigen

Effektives Monitoring von Finanzrisiken unterstützt durch Finanzmanagement

Neues Geschäftsmodell führt zur Anpassung langfristiger Verträge

internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) Rückstellungen für vertraglich vereinbarte Aufwendungen aus laufenden Reorganisationsprogrammen, für Pensionen und Abfertigungen sowie für den Zeitraum nach der Stilllegung von Erzeugungsanlagen (z.B. Kosten für den Abbruch). Weicht die aktuelle Situation von den Annahmen für die Bildung dieser Vorsorgen ab, kann dies zu Ergebnisschwankungen führen. Dem möglichen Schlagendwerden gegebener Sicherheiten wird laufend gegengesteuert. Dazu zählen auch mögliche Auswirkungen einer weiteren Änderung des Ratings der VERBUND AG auf die außerbücherlich geführte Cross-Border-Leasing-Transaktion.

Das geplante Konzernergebnis für 2016 verändert sich – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation der nachfolgend angeführten Faktoren (ausgehend vom Absicherungsstand zum 31.12.2015 für Erzeugungsmengen bzw. Zinsen):

  • +/–1% Erzeugung aus Wasserkraft: +/–4,5 Mio. €
  • +/–1% Erzeugung aus Windkraft +/– 0,4 Mio. €
  • +/–1 €/MWh Großhandelspreise Strom (Wasser- und Wärmekraftwerke): +/–5,0 Mio. €
  • +/–1 Prozentpunkt Zinsen: +/–4,1 Mio. €

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Nach § 243a Abs. 2 UGB sind die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das Interne Kontrollsystem (IKS) von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Das Risikomanagementsystem wird im Kapitel "Chancen- und Risikomanagement" ausführlich erläutert.

Organisatorischer Rahmen

VERBUND trägt Verantwortung gegenüber zahlreichen Anspruchsgruppen und der Umwelt. Die Konzernführung handelt nach jenen im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzipien. Der Vorstand ist für die Einrichtung und Gestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems verantwortlich, dessen Wirksamkeit vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht wird.

Grundlagen des Internen Kontrollsystems

Der Rechnungslegungsprozess von VERBUND ist durch konzernweite Richtlinien und Vorgaben geregelt. In der praktischen Umsetzung sind die Durchführung, Kontrolle und Überwachung der Geschäftsvorgänge strukturell voneinander getrennt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass kein einzelner Mitarbeiter alle Prozessschritte eines Geschäftsfalles vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann.

Die Prüfung von Berechtigungen ist in die systemtechnische Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und Wirksamkeit dieser Kontrollen wird periodisch überprüft. Ausgehend von der Prozesslandkarte von VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert. Die Dokumentation der zeitlichen Abfolge der Kontrollen, der Ablaufdiagramme und der Prozesslandkarte erfolgt im regelmäßig aktualisierten Prozesshandbuch. Die Organisation von VERBUND passt sich fortlaufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an.

Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen

Die VERBUND-Quartals- und Jahresberichte vereinen Informationen aus Controlling, Finanz- und Risikomanagement. Alle Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstellungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung (Unbundling) des Netzbetriebs von Erzeugung, Handel und Vertrieb von vormals integrierten Energieversorgungsunternehmen. Die VERBUND-Tochter APG tritt seit 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber am Markt auf. Ein externer Gleichbehandlungsbeauftragter überwacht die Einhaltung der vertraglich fixierten Unbundling-Bestimmungen.

Periodische Überwachung

Die Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom VERBUND-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm ergänzt durch Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Im Jahr 2015 wurden von den derzeit 28 seitens der Revision prüfbaren Gesellschaften rund 50% einem Audit unterzogen. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verfügt APG seit März 2012 über eine eigene Revision.

Unternehmensleitbild von VERBUND: www.verbund.com > Über uns

Republik Österreich Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke Streubesitz 51 > 25 > 5 < 20 TIWAG

Aktionärsstruktur in %

Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49% des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51% des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von der unter Punkt 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte und Pflichten.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51% des Grundkapitals befinden sich verfassungsrechtlich verankert im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25% des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der Landes-Energieunternehmen Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG. Mehr als 5% befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20% des Grundkapitals sind im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet. Die Regeln des ÖCGK betreffend Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden eingehalten (siehe dazu den VERBUND Corporate Governance Bericht 2015). Darüber hinaus bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung.
    1. Genehmigtes Kapital: Die außerordentliche Hauptversammlung vom 24.9.2010 ermächtigte den Vorstand gemäß § 169 AktG, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Ausgabebetrag, Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der

Kapitalerhöhung sind mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen. Voraussetzung ist, dass die Republik Österreich im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dass dadurch ihr Anteil aus der Beteiligung an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer solchen Kapitalerhöhung nicht unter 51% des Grundkapitals fällt.

In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung bestand die Ermächtigung des Vorstands, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686 € um bis zu 114.884.314 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde nicht Gebrauch gemacht.

Aktienrückerwerb: Die 66. ordentliche Hauptversammlung der VERBUND AG vom 17.4.2013 hat den Vorstand gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab 17.4.2013 sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben. Der Gegenwert darf dabei nicht mehr als 15% unter bzw. über dem durchschnittlichen Börsenkurs der letzten fünf Börsentage vor Erwerb der Aktien liegen. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen oder auf Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Von dieser Ermächtigung wurde nicht Gebrauch gemacht.

Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine andere Art der Veräußerung eigener Aktien als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufsrechts (umgekehrtes Bezugsrecht) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Schließlich wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen.

Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstands i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

  1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich.

  2. Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.

Der in diesem integrierten Geschäftsbericht enthaltene Corporate Governance Bericht ist auf unserer Website unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung

Einheit 2013 2014 2015
Ø Betriebswirtschaftlicher
Personalstand1 Personen 3.351 3.245 3.089
Arbeitsrechtlicher Personalstand1 Personen 3.339 3.265 3.098
davon in Österreich Personen 2.897 2.860 2.711
davon in Deutschland Personen 407 394 376
davon in weiteren europäischen
Ländern Personen 35 11 11

Kennzahlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Personalstand per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Vorruhestand

Zielsetzungen

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Lage auf den europäischen Energiemärkten und den damit verbundenen veränderten Rahmenbedingungen steht für die kommenden Jahre die konsequente Fortsetzung des Restrukturierungs- und Kostenmanagementkurses klar im Vordergrund. Dabei wird nicht nur die Reduktion der Personalstände sozial verträglich umgesetzt, sondern auch das Vorhaben verfolgt, die Entlohnungsstrukturen auf betrieblicher und kollektivvertraglicher Ebene mit den Sozialpartnern zu modernisieren.

In den kommenden zehn Jahren werden rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Regelpensionsalter erreichen. Dieses Faktum macht Demografiemanagement unerlässlich und bestätigt unsere langjährige Schwerpunktsetzung im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Der Erhalt des Wissens unserer hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Weiterführung der Lehrlingsoffensive in unseren Lehrwerkstätten sind zwei wichtige Stellschrauben im Rahmen unserer diesbezüglichen Bemühungen.

Die rasante Entwicklung unserer Kerngeschäftsbereiche erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Themen Führungskultur und Vielfalt im Unternehmen.

Seit Jahrzehnten sind der Arbeitnehmerschutz und die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns unverändert äußerst wichtige Anliegen. So haben wir bei VERBUND das Ziel, die Unfallrate stabil auf niedrigem Niveau von unter zwölf Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitnehmer zu halten bzw. zu verbessern.

Konsequente Kostenreduktion und nachhaltiges Kostenmanagement

Um das Unternehmen für die Zukunft zu stärken, wurde der 2013 begonnene Kurs der Kostenreduktion im Geschäftsjahr 2015 konsequent fortgesetzt. Die wesentlichen personalwirtschaftlichen Maßnahmen der Effizienzsteigerungsprogramme der vergangenen Jahre konnten 2015 großteils abgeschlossen werden. Die Reduktion der Organisationseinheiten konzernweit um 40% sowie die Verflachung der Hierarchieebenen in der Holding wurden umgesetzt. Restrukturierungen bzw. Desinvestitionen im thermischen Kraftwerksbereich im ln- und Ausland wurden ebenso durchgeführt wie die beschlossene Zusammenführung von Gesellschaften und die Anpassung der Organisationsformen. Die Anzahl der Leasingkapazitäten konnte zudem deutlich reduziert werden: Ende 2015 beschäftigte VERBUND noch rund 66 Dauerleasingkräfte, die überwiegend für befristete Karenzvertretungen und als Ausgleich für Kapazitätsspitzen eingesetzt werden.

Die personalwirtschaftlichen Maßnahmen zeigen deutlich Wirkung: Gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 sank der arbeitsrechtliche Personalstand um 167 auf 3.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch für das Jahr 2016 wird sich dieser Trend fortsetzen. Die festgelegten Stellenreduktionen werden planmäßig bis Ende 2020 unter Berücksichtigung der Regelungen des Sozialplans durchgeführt. Der Sozialplan sieht neben den gesetzlich festgelegten Modellen zur Altersteilzeit auch weiterführende Maßnahmen wie Aussteigerregelungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Weitere interne Um- und Weiterbildungsangebote – teilweise unter Nutzung der gesetzlichen Bildungskarenz – ermöglichen über den internen Arbeitsmarkt eine Weiterbeschäftigung in neuen Funktionen. Zusätzlich werden in einer eigens eingerichteten Kapazitätenbörse die freien Personalressourcen aktiv gemanagt und für kurz- und mittelfristige Aufgaben eingesetzt.

VERBUND ist praktisch ausschließlich in Mitteleuropa mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards tätig. Die Beschäftigung von hoch und höchst qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mit entsprechend hohen Personalkosten verbunden. Neben den oben angeführten Effizienzsteigerungsprogrammen ist es daher für VERBUND unerlässlich, dass die bestehenden Entlohnungsstrukturen auf Betriebs- und Branchenebene modernisiert und an die Marktgegebenheiten angepasst werden. Zusätzlich zu einer Adaptierung der internen Richtlinien zur Gehaltsfindung beteiligt sich der Konzern auf Branchenebene federführend an der Neugestaltung des Kollektivvertrags für Elektrizitätsunternehmen in Österreich. Ziel ist es, einen fairen und gleichzeitig dem modernen Arbeitsleben angepassten Kollektivvertrag zu gestalten.

Demografische Herausforderungen

Kennzahlen Aus- und Weiterbildung

Einheit 2013 2014 2015
Neuaufnahmen Personen 144 110 93
Fluktuation ohne Pensionierungen Personen 88 88 85
Fluktuationsrate ohne Pensionierungen Prozent 2,6 2,7 2,7
Fluktuation inkl. Pensionierungen Personen 210 223 260
Fluktuationsrate inkl. Pensionierungen Prozent 6,3 6,8 8,4
Dauer der Unternehmenszugehörigkeit1 Jahre 17,7 17,0 19,2
Akademikerquote Prozent 21,6 21,4 21,9
Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in2 Stunden 38,4 29,6 33,6
Weiterbildung pro Führungskraft Stunden 81,4 64,0 74,4
Mitarbeitergesprächsquote Prozent 93,7 93,4 96,4
Lehrlinge, gesamt Personen 198 188 175
davon neu aufgenommen Personen 51 35 40

Labour-Management-Relations inkl. Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen siehe DMA

Aus- und Weiterbildung siehe auch DMA

Änderung der Berechnungsmethodik: Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt. // 2 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen.

Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung fort. Rund 7,3% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in den nächsten fünf Jahren in Pension, in den nächsten zehn Jahren werden es 28,2% sein. Teilweise werden diese Abgänge im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme nicht nachbesetzt. Ein erheblicher Teil betrifft aber betriebsnotwendige Stellen, welche nachbesetzt werden müssen.

Für die kommenden Jahre bleibt deshalb die Stärkung der Wettbewerbsposition von VERBUND auf dem Arbeitsmarkt weiterhin eine wesentliche Aufgabe, um für unser Unternehmen die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten ansprechen und gewinnen zu können.

Mittels zielgerichteter Personalentwicklung sollen gleichzeitig die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehalten und motiviert werden. Den demografischen Wandel begleiten wir mit strukturiertem Wissenstransfer, und wir sichern die Nachfolge unter anderem durch die Fortsetzung unserer Lehrlingsinitiative.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die starke Basis zur Umsetzung unserer Mission Energiezukunft.

Stärkung der Position auf dem Arbeitsmarkt – Employer Branding

Um die bereits bestehende attraktive Arbeitgebermarke von VERBUND weiterhin zu erhalten, investierte VERBUND auch 2015 – angepasst an die aktuellen Effizienzsteigerungsprogramme – in ausgewählte Employer-Branding-Maßnahmen. VERBUND zeigte mit sparsamem Mitteleinsatz weiterhin klare Präsenz auf dem Arbeitsmarkt – konkret beispielsweise auf Messen sowie in Print- und Onlinemedien. 2015 lagen die strategischen Schwerpunkte auf Frauenförderungsmaßnahmen wie der jährlichen Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums an der TU Wien sowie auf gezielten Kommunikationsmaßnahmen für die Zielgruppe der Lehrlinge. Damit bleibt VERBUND für interne und externe Schlüsselkräfte auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber.

Recruiting

Die starke Employer Brand von VERBUND und eine weiterhin starke Wettbewerbsposition zeigen sich auch bei der Besetzung von qualitativ hochwertigen Ersatzpositionen. 93 betriebsnotwendige Positionen wurden 2015 nachbesetzt, mehr als 40% davon sind Lehrlingspositionen.

Um den Anforderungen des demografischen Wandels sowie den technologischen Entwicklungen und Erfordernissen in der Personalbeschaffung gerecht zu werden, wurden 2015 Maßnahmen zur Optimierung des Recruiting-Prozesses eingeleitet. Das bestehende E-Recruiting Tool wurde den aktuellen Erfordernissen angepasst und mobil adaptiert. Die Employer Brand wurde in Image- und Stellen-Inseraten verstärkt integriert. Im Rahmen des geplanten Webseiten-Relaunchs 2016 wird der Karriereauftritt von VERBUND optimal eingebunden.

Zum Managementansatz im Recruiting siehe DMA

Personalentwicklung

Sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst bei VERBUND beschäftigt, so ist uns ihre fachliche und persönliche Weiterentwicklung ein Anliegen. 2015 nahm jede Mitarbeiterin bzw. jeder Mitarbeiter durchschnittlich 4,2 Tage an Bildungsmaßnahmen teil. Schwerpunkte der Personalentwicklung bildeten die technische und sicherheitstechnische Qualifizierung sowie SAP- und IT-Schulungen.

Im Rahmen des internen Effizienzsteigerungsprogramms ist die Weiterbildung für die sozial verträgliche Umsetzung der Maßnahmen wesentlich. Unter anderem schaffen gezielte Umschulungen Perspektiven und neue Aufgabenfelder für die von der Restrukturierung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wissenstransfer

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, der Resultate der Effizienzsteigerungsprogramme und dem demografischen Wandel kommt es darauf an, nicht nur das Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln, sondern dieses bei Ausscheiden von Beschäftigten für das Unternehmen zu erhalten. Besonders kritisch ist der Verlust an personenspezifischem Wissen und wertvollen Erfahrungen. Dieses Wissen im Unternehmen zu bewahren, ist eine essenzielle Aufgabe. Die strategische Personalentwicklung unterstützt die Führungskräfte deshalb bei allen Prozessen des Wissenstransfers. Neben der persönlichen Beratung stehen auch einfach anwendbare Werkzeuge wie z.B. Checklisten und strukturierte Fragebögen zur Verfügung.

Lehrlingsausbildung

Gerade im gewerblichen Bereich ist es wesentlich, den reibungslosen Betrieb langfristig zu sichern. Unser Fokus liegt auf der Weiterführung der Lehrlingsoffensive in unseren Lehrwerkstätten. VERBUND bietet bereits seit 1983 als eines der ersten Unternehmen in Österreich eine vierjährige Doppellehre für Elektro- und Metalltechnik an. Derzeit können Lehrlinge bei VERBUND eine Lehre zum Elektro- und Metalltechniker bzw. zum Elektronik- und Elektrotechniker absolvieren. Dabei handelt es sich um gefragte Doppelberufe mit ausgezeichneten Zukunftschancen. Im Jahr 2015 wurden in Österreich und Deutschland 40 Lehrlinge aufgenommen. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigte sich nicht nur bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der Lehrabschlussprüfungen. Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zeichnete VERBUND als staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb aus.

Managementansatz in der Aus- und Weiterbildung siehe DMA

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur

Mehr dazu unter www.verbund.com > Verantwortung > Soziales > Mehrwert für Mitarbeiter/-innen Mitarbeiterbefragung – wir beziehen die Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Um ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu schaffen, wollen wir die vorhandenen Belastungen und das Potenzial für Verbesserungen kennen. 2015 haben wir die dritte unternehmensweite Mitarbeiterbefragung unter dem Titel "Wie geht's Ihnen bei VERBUND?" durchgeführt. Etwa 50% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an der Befragung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zufriedenheit mit innerbetrieblichen Karriereaussichten und die Einschätzung der Arbeitsmarktchancen leicht zurückgegangen sind. Diese Ergebnisse führt VERBUND auf die vergangenen Effizienzsteigerungsprogramme bzw. auf die aktuelle Wirtschaftslage zurück. Trotz aller Veränderungen im Konzern wurden das Arbeitsklima und die Motivation weiterhin hoch bewertet. Auch die Loyalität zur Führung und die Bindung an das Unternehmen sind weiterhin hoch. Im Vergleich mit anderen Unternehmen schnitt VERBUND aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Arbeitsplatzsicherheit, Bezahlung, Arbeitsklima und Arbeitsbedingungen weiterhin mit Abstand besser ab. 2016 werden in Abstimmung mit dem Vorstand und den Geschäftsführungen der Gesellschaften und unter Einbeziehung der Ergebnisse der Befragung zur psychischen Belastung konkrete Maßnahmen festgelegt.

Führungsfeedback

Ein wesentlicher Bestandteil der Kulturentwicklung ist die laufende Entwicklung der Führungskultur. Der Pilotversuch "VERBUND-Führungsfeedback" war erfolgreich. Seit Juni 2015 wird das VERBUND-Führungsfeedback nun nach und nach in allen Gesellschaften für alle Führungskräfte der ersten und zweiten Managementebene durchgeführt. 2015 waren es zwei VERBUND-Gesellschaften, 2016 folgen die restlichen VERBUND-Gesellschaften. Durch das Führungsfeedback erhält jede Führungskraft eine ganzheitliche und strukturierte Rückmeldung zur eigenen Person und den eigenen Kompetenzen aus unterschiedlichen Perspektiven. Befragt wird das direkte Arbeitsumfeld: direkte Vorgesetzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kolleginnen und Kollegen. Ziel ist es, durch Abweichungen im Selbst- und Fremdbild Stärken und Handlungsfelder der einzelnen Führungskräfte aufzuzeigen. Daraus werden individuelle, an die Bedürfnisse angepasste Entwicklungsmaßnahmen abgeleitet. Die entsprechenden Folgemaßnahmen im Rahmen der Führungskräfteentwicklung dienen der weiteren Steigerung der Führungsqualität und somit der Sicherstellung des Unternehmenserfolgs. Nach dieser ersten Nullmessung wird eine Wiederholung der Befragung etwa alle zwei Jahre angestrebt, um einen Entwicklungserfolg messen zu können.

Work-Life-Balance

2015 erhielt VERBUND bereits zum dritten Mal das Zertifikat für das Audit "berufundfamilie" des Bundesministeriums für Familien und Jugend. Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat bei VERBUND Tradition. Viele Maßnahmen sind umgesetzt und haben lange Praxis: die Möglichkeit eines dritten Karenzjahrs, eine Betriebsvereinbarung zur Telearbeit, unterschiedliche Zeitmodelle, Pensionsvorsorge, Kinderzulage und mehr. Seit 2009 ermöglicht uns das Audit "berufundfamilie" eine bessere Strukturierung der Maßnahmen, sodass wir bedarfsorientiert weitere Möglichkeiten schaffen können, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. In den letzten Jahren haben wir beispielweise eine kostenlose Beratungshotline für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in schwierigen Situationen, Kinderbetreuungsmöglichkeiten in den Ferien oder Familienzimmer in Wien bereitgestellt. Seit 2015 nehmen wir an der Initiative "Unternehmen für Familien" des Bundesministeriums für Familien und Jugend teil und unterstützen so weiter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die aktuelle Mitarbeiterbefragung bestätigt: Seit 2008 steigt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie laufend.

Diversity-Management

Kennzahlen Frauen

Einheit 2013 2014 2015
Frauenanteil gesamt Prozent 18,4 17,8 17,8
Frauenanteil bei Neuaufnahmen Prozent 25,7 22,7 12,9
Frauenanteil bei Führungskräften Prozent 11,8 9,6 7,4
Frauenanteil bei Lehrlingen Prozent 8,6 10,1 9,7
Durchschnittsalter Jahre 44,1 44,2 44,2

Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt 2012 zeigt VERBUND, dass Vielfalt ein wesentliches Thema für das Unternehmen darstellt. Zunächst liegt der Fokus auf Diversitätsdimensionen, die traditionell im betrieblichen VERBUND-Alltag im Vordergrund stehen: Geschlecht, Behinderung und Alter. Mittel- und langfristig werden schrittweise weitere Dimensionen einbezogen. VERBUND übernimmt auch hier durch Kooperationen mit überbetrieblichen Initiativen wie dem Integrationsfonds, dem AMS, der Wirtschaftskammer Österreich sowie diversen Bundesministerien gesellschaftspolitische Verantwortung. Seit 2011 gibt es bei VERBUND eine Gleichbehandlungsbeauftragte, 2014 wurde ein Diversity- und Inclusion-Management eingeführt. In diesem Bereich werden alle Aktivitäten im Konzern gebündelt und die Entwicklung, Implementierung und Umsetzung der Gleichstellungsziele und -maßnahmen wahrgenommen und dokumentiert.

Schwerpunkt Menschen mit Behinderungen

VERBUND übererfüllt die in Österreich und Deutschland vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen. In Österreich beträgt die Pflichtzahl 113, und es werden 154 begünstigt Behinderte gemäß Behinderteneinstellungsgesetz beschäftigt. In Deutschland beträgt die Pflichtzahl 18, und es werden 26 Menschen mit Behinderung beschäftigt. In Abstimmung mit dem Diversity- und Inclusion-Management wirkt das 2014 eingeführte Access-Management: Es erhebt die Zugänglichkeit unserer Standorte und unserer Unternehmensinformationen und schlägt Verbesserungen vor.

Schwerpunkt Frauenförderung

Der Anteil von Frauen ist in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditionell eher gering. Deshalb setzen wir Maßnahmen, um den aktuellen Anteil von 17,8% bis zum Jahr 2020 auf 20% zu erhöhen.

2015 lag der Frauenanteil an den Neuaufnahmen mit 12,9% unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, da aufgrund der restriktiven Aufnahmepolitik überwiegend Positionen im gewerblichen und technischen Bereich extern besetzt wurden und in diesem Arbeitsmarktsegment traditionell nur wenige Frauen tätig sind. Dazu kommt die Verflachung der Unternehmensstruktur im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme, die vor allem die Anzahl kaufmännischer und administrativer Führungsfunktionen reduziert hat. Dies hat den Frauenanteil bei Führungskräften reduziert.

Im Bereich der Lehrlinge jedoch greifen die Frauenförderungsmaßnahmen bereits: Hier erhöhte sich der Anteil der weiblichen Lehrlinge seit 2010 von 5,0% auf 9,7%. Das bereits 2012 gegründete VERBUND-

Frauennetzwerk setzt sich für die Förderung von Frauen ein. In einem vom Frauennetzwerk organisierten Workshop haben rund 70 Frauen intensiv diskutiert und Vorschläge zur Verbesserung der Frauenförderung eingebracht.

VERBUND hat auch 2015 wieder einen Einkommensbericht erstellt, welcher Aufschluss über die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen gibt. Die Ergebnisse des Einkommensberichts zeigen keine unmittelbaren Diskriminierungen von Frauen. Das belegt auch das Verhältnis der Grundgehälter von Frauen und Männern von 1:1,08. Dies ist auf die strikte kollektivvertragliche Einstufung sowie die Einführung des leistungsorientierten Gehaltsmodells zurückzuführen. Dennoch sind die gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, geringe Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit von Frauen, in höher bezahlte (Führungs-)Funktionen zu gelangen, auch bei VERBUND erkennbar.

Die Anliegen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind uns wichtig.

VERBUND ist es ein Anliegen, Frauen für technische Berufe zu begeistern. Daher beteiligt sich VERBUND seit zwölf Jahren am Wiener Töchtertag. Diese Aktion der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien und des Wiener Stadtschulrats will das Interesse von Mädchen für Technikberufe wecken. 2015 nahmen insgesamt 21 Mädchen an unterschiedlichen Workshops teil und lernten im Rahmen einer Führung das Kraftwerk Freudenau kennen. VERBUND wurde 2015 zudem vom Verein Sprungbrett mit der amaZone-Urkunde in der Kategorie "Öffentliche und Öffentlichkeitsnahe Unternehmen" ausgezeichnet. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, die junge Frauen in handwerklichen und technischen Berufen ausbilden.

Seit 2009 fördern wir durch die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums vielseitig engagierte Studentinnen bei ihrer technischen Ausbildung. Ein zusätzliches Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen – darunter vor allem Technikerinnen – für das Unternehmen zu begeistern und im Idealfall als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. 2015 wurde das VERBUND-Frauenstipendium zum siebenten Mal vergeben. Die Gewinnerinnen erhielten ein Stipendium im Wert von jeweils 5.000 € für ein Studienjahr, um sich eine zusätzliche persönliche und fachliche Weiterbildung über den Uni-Alltag hinaus finanzieren zu können.

Gesundheit & Sicherheit

Kennzahlen Arbeitssicherheit

Einheit 2013 2014 2015
Meldepflichtige Arbeitsunfälle1 Anzahl 37 43 38
Summe Krankentage infolge von
meldepflichtigen Arbeitsunfällen
Anzahl 750 1.064 806
Unfallrate2 13 14 12
Unfallschwere3 Tage 20,3 24,7 21,2
Unfallhäufigkeit4 9 11 12

1 Unfälle mit mehr als 3 Ausfallstagen // 2 Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an VERBUND-Standorten in Österreich, inkl. Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH // 3 Krankentage pro meldepflichtigem Arbeitsunfall // 4 Unfälle ab 1 Krankentag pro 1 Mio. Arbeitsstunden

Weitere äußerst wichtige Anliegen von VERBUND sind der Arbeitnehmerschutz und die Sicherheit. So haben wir das Ziel, die Unfallrate stabil auf niedrigem Niveau von unter zwölf Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitnehmer zu halten.

1 Abweichungen zum arbeitsrechtlichen Personalstand 2013 und 2014 aufgrund unterschiedlicher Einbeziehung von Gesellschaften // 2 Anzahl Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen // 3 Unfälle ab 1 Krankentag pro 1 Mio. Arbeitsstunden // 4 Kalendertage // 5 Krankentage pro meldepflichtigem Unfall // 6 Unfälle mit mehr als 3 Krankentagen – leicht: 4– 19 Krankentage, mittel: 20– 45 Krankentage, schwer: > 45 Krankentage

Unfallgeschehen 2015

Nachdem mit 1.1.2014 die Grenzkraftwerke GmbH und die Innkraftwerk AG in die konsolidierte Unfallstatistik des Konzerns aufgenommen wurden, sind seit 1.1.2015 nun auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ennskraftwerke und der Alpha Wind S.R.L in Rumänien erfasst. Leasingkräfte sind ebenfalls in der Unfallstatistik enthalten. Der arbeitsrechtliche Personalstand 2015 beträgt damit 3.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erfreulicherweise reduzierte sich die Anzahl der Unfälle trotzdem um fünf Ereignisse und die Ausfallstage sanken um 258.

Das Unfallgeschehen bei VERBUND liegt damit 2015 nach wie vor stabil auf niedrigem Niveau. Die Unfallkennwerte im Konzern entsprechen in etwa dem Mittelwert der Kennwerte der österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen.

Für die Interpretation des Unfallgeschehens müssen die absoluten Zahlen der Unfälle in Relation zum Personalstand (Unfallrate) und zu den Ausfallstagen je Unfall (Unfallschwere) gesetzt werden.

Ein Vergleich der VERBUND-Unfallrate von zwölf mit den Werten des Bauwesens (40) und der Metallund Elektroindustrie (30) zeigt die hohen Sicherheitsstandards bei VERBUND. Jedoch ist zu bemerken, dass in den erwähnten Branchen in den letzten fünf Jahren Verbesserungen um bis zu 25% erzielt wurden. Auch im Branchenvergleich schneidet VERBUND gut ab: Die österreichischen Energieversorger weisen im Durchschnitt mit 16 Unfällen pro 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenfalls einen höheren Wert als VERBUND aus (Quelle: Unfallstatistik Oesterreichs Energie).

Aus der Analyse jedes einzelnen Unfalls im Konzern werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor, konnte auch im Jahr 2015 bei keinem Unfall Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursachen identifiziert werden. Dies zeigt, dass die Sicherheitsstandards im Konzern sehr hoch sind und die Arbeitnehmer/-innenschutzmaßnahmen optimal umgesetzt werden.

Studien zeigen jedoch, dass ab einer Unfallrate, die etwa jener unseres Unternehmens entspricht, Verbesserungen nur mehr bei intensiven Investitionen in die Sicherheitskultur möglich sind. Ein wichtiges Element stellt dabei die Vorbildwirkung der Führungskräfte für das sicherheitsbewusste Denken und Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Ab 2016 wird daher ein Projekt gestartet, welches darauf abzielt, diese Sicherheitskultur innerhalb von VERBUND zu etablieren und das Verständnis für die persönliche Sicherheit weiter auszubauen.

Unfallprävention

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Den Schwerpunkt der jährlichen Schulungen bildete 2015 das Thema "mechanische Gefährdungen". Bei diesen Unterweisungen wurde mittels Vorträgen und praktischen Übungen der Umgang mit gefährlichen Betriebsmitteln, Werkzeugen und persönlicher Schutzausrüstung trainiert.

Um der Gefahrenquelle "Wasser" speziell in unseren Wasserkraftanlagen Rechnung zu tragen, wurde eine Auffrischung zum Thema "Gefährdungen an und über Wasser" durchgeführt. Eine umfassende Schulung hatte zum Ziel, die Kolleginnen und Kollegen durch praktisches Üben zu sensibilisieren. An sieben Standorten wurden insgesamt 411 Kolleginnen und Kollegen geschult. Der Teilnehmerkreis bestand aus Personal aus den Werksgruppen und aus den Fachgruppen Hydrologie und Vermessung sowie den Bootsführern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VERBUND Service GmbH.

An den Bürostandorten Am Hof, Westbahnhof/Wien, Peggau/Steiermark, Villach/Kärnten, Schwarzach/Salzburg, Töging und Simbach/Bayern ist die jährliche Sicherheitsunterweisung von allen Mitar-

Weitere Informationen zu Arbeitssicherheit, auch von Fremdfirmen, siehe DMA beiterinnen und Mitarbeitern über E-Learning zu absolvieren. Bei positiver Absolvierung der Fragenbeantwortung im Intranet wird ein Zertifikat über die Unterweisung ausgestellt. Diese Unterweisung wird jedes Jahr von nahezu 100% der Belegschaft erfolgreich absolviert.

Gesundheitsförderung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Die Initiative "Fit & Gesund" bei VERBUND fördert einen gesunden Lebensstil. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden motiviert, auf freiwilliger Basis etwas für ihre Gesundheit zu tun. Mit Seminaren zum Thema "Mentale Fitness" rückte die psychosoziale Gesundheit 2015 weiter in den Vordergrund.

Darüber hinaus waren Ernährung und Bewegung, Stressmanagement und aktives Muskelcoaching wichtige Schwerpunkte im Gesundheitsmanagement. Der direkte Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit in einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld wird dabei ins Bewusstsein gerufen.

Psychische Belastungen

Nach der schriftlichen Befragung im Jahr 2014 ist die "Evaluierung psychischer Belastungen" nun in der Umsetzungsphase. Im Berichtsjahr wurden konzernweit in 34 Workshops mehr als 160 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Die Vorschläge wurden teils direkt in den Gesellschaften umgesetzt, teil wurden schon konkrete Arbeitsgruppen gebildet. Nicht befürwortete Maßnahmenvorschläge werden mit Begründung dokumentiert.

2016 werden in Abstimmung mit den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung weitere Maßnahmen konkretisiert und durchgeführt.

Soziales Engagement

VERBUND übernimmt Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft, die sauber erzeugten, verlässlich verfügbaren Strom auch als Faktor von Lebensqualität wahrnimmt.

In unserer gesellschaftlichen Mitverantwortung unterstützen wir mehrere karitative Organisationen und geben unser Wissen in Schulen und an Universitäten weiter.

Caritas und Diakonie

Energiearmut und ihre negativen Folgeerscheinungen treten dort am ehesten auf, wo Einkommen sehr niedrig und Wohnverhältnisse schlecht sind. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas hilft rasch, unbürokratisch und vor allem dauerhaft durch finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, professionelle Energieberatung vor Ort und gratis Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte.

Seit Beginn des Projekts hat der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mio. € unterstützt. In unserer Verantwortung für die Gesellschaft setzen wir unser Engagement zur Bekämpfung von Energiearmut in Österreich mit rund 350 Beratungsgesprächen pro Jahr und Unterstützung für rund 500 Haushalte pro Jahr auch in Zukunft fort.

Weitere Informationen zum Gesundheitsmanagement siehe DMA

Mehr zu den VERBUND-Projekten mit Caritas und Diakonie unter www.verbund.com > Verantwortung > Soziales > Corporate Citizenship

Kennzahlen VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas

Einheit 2014 2015
Überbrückungsfinanzierung Anzahl 540 540
54.000 54.000
Energieberatungen Anzahl 258 357
Ausgetauschte Geräte Anzahl 255 209

In Österreich leben mehr als 60.000 Personen mit Beeinträchtigungen beim Sprechen. Mithilfe des VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie wurde in den vergangenen fünf Jahren rund 9.000 Menschen durch Einsatz modernster Technologien geholfen, ein deutlich selbstbestimmteres Leben zu führen.

Kennzahlen VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie

Einheit 2014 2015
Einzelförderungen Personen 80 84
Beratungen Anzahl 330 460

Insgesamt konnten in den Jahren 2009 bis 2015 Hilfsmittel und assistierende Technologien im Wert von 1,5 Mio. € für mehr als 2.000 Menschen angeschafft werden. Auch diese Kooperation mit der Diakonie werden wir in den nächsten Jahren im selben Umfang fortführen.

VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern

Die VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern fördert das Bewusstsein für Klima und Klimaschutz, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Im Jahr 2015 konnten 3.120 Kinder (2014: 3.482) der Schulstufen vier bis zehn in den Nationalpark-Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol vom kostenlosen Projektunterricht profitieren. Zum Fest der VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern kamen 1.100 Schülerinnen und Schüler aus 24 Schulen nach St. Johann/Defreggen. In Summe wurden seit 2010 rund 13.000 Schülerinnen und Schüler so zu Botschaftern für den Klimaschutz.

Die VERBUND-Stromschule macht Lust auf Technik

Mit aktuellsten Lernunterlagen, einem state-of-the-art Game und Angeboten rund um das Thema erneuerbare Energien ermöglichen wir einen spannenden und interaktiven Physikunterricht für die nächste Generation.

Mehr als 600 Schulklassen nutzten die Angebote zur aktiven Unterrichtsgestaltung. Im Rahmen der VERBUND-Stromschule besuchten 2015 mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Das Angebot ist für Schulen kostenlos. Im Bereich der Speicherkraftwerke nutzten 2.500 Schülerinnen und Schüler das Angebot.

Weitere Informationen zur VERBUND-Klimaschule und zur VERBUND-Stromschule siehe DMA

VERBUND-Stromschule im Web: www.stromschule.at

Volunteering

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen zunehmend soziale Verantwortung mit höchstem persönlichen Engagement. 2015 fanden bereits drei Teamseminare mit sozialem Hintergrund statt.

  • Die Abteilung "Strategische Personalentwicklung/Aus- und Weiterbildung" leistete für den Verein e.motion wichtige Arbeiten am Lichtblickhof.
  • Der Bereich "IT-Anforderungsmanagement/IT-Demand-Management" der Verbund Sales GmbH beschäftigte sich im ZIS – Zentrum für Inklusion und Sonderpädagogik mit der Schulhofgestaltung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
  • Der Bereich "Portfolio-Management" der VERBUND Trading GmbH (VTR) gestaltete für den Therapiehof Regenbogental den Erlebnispädagogischen Weg neu.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VTR kochten in der Gruft Essen für Obdachlose und sozial Schwache.

Unter Anleitung von Profis wurden in allen Fällen dringend benötigte Arbeiten erledigt. Insgesamt waren diese Tage für alle Beteiligten der Teams ein unvergessliches Erlebnis und eine große Bereicherung.

Flüchtlingshilfe

VERBUND hat 2015 dem Innenministerium Grundstücke für Flüchtlingscontainer angeboten sowie den Partnern Caritas und Diakonie Wohnräumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Am Standort Westbahnhof nutzen derzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Hilfsorganisationen kostenlos Büroräume als Rückzugsmöglichkeit und um freiwillige Helferinnen und Helfer zu schulen. Für die Ausbildung von jungen anerkannten Flüchtlingen wurden mehrere Lehrstellen im Konzern angeboten. Die Unterstützung im Rahmen der VERBUND-Flüchtlingshilfe wird auch 2016 fortgesetzt.

Umwelt

Managementansatz zu Umweltmanagement siehe DMA VERBUND trägt Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Umwelt und arbeitet kontinuierlich an der Verringerung der Umweltauswirkungen aller unternehmerischen Aktivitäten, Anlagen, Produkte und Services. In unserem Umweltleitbild sind die Umweltgrundsätze von VERBUND festgelegt.

Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und darüber hinausgehender unternehmenseigener Standards wird durch die vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten im Umweltmanagement sichergestellt.

Umweltmanagementsysteme

Unser Ziel ist es, in den Erzeugungs- und Netzanlagen unserer vollkonsolidierten Gesellschaften Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 zertifizieren zu lassen.

Die Wasserkraftwerke Malta/Reißeck und unsere thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach und Dürnrohr sind zusätzlich nach der EMAS-III-Verordnung validiert. Für diese Anlagen wurde 2015 jeweils eine eigene Umwelterklärung veröffentlicht, die auf der VERBUND-Website zugänglich ist.

Mittlerweile wurden schon bei 93% der Standorte Umweltmanagementsysteme zertifiziert. Neue Anlagen werden nach Inbetriebnahme möglichst bald in das Umweltmanagementsystem eingebunden und beim folgenden Audit in den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen.

Standorte mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS1

Einheit 2013 2014 2015
Zertifizierte Standorte gesamt % 90 92 93
Summe der zertifizierten Standorte Anzahl 184 187 188
Wasserkraftwerke Anzahl 114 114 113
Wärmekraftwerke Anzahl 4 3 2
Windkraftwerke Anzahl 0 3 6
Umspannwerke und
Netzschaltanlagen Anzahl 62 63 63
Bürostandorte2 Anzahl 4 4 4

1 Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Solaranlagen, Windkraft unter 20 MW sowie Standorte mit < 51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand jeweils zum 31.12. // 2 VERBUND- und APG-Zentrale Wien; Power Grid Control, Wien; VERBUND Umwelttechnik, Klagenfurt

Energieeinsatz und Treibhausgasemissionen

Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien an der Erzeugung (93%) gehört VERBUND zu den umweltfreundlichsten Energieunternehmen in Europa. Die Konzentration auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Emissionen. Unser strategisches Ziel ist die Umstellung der Erzeugung auf 100% erneuerbare Energieträger bis zum Ende des Jahres 2020.

Alle ISO-14001- Zertifikate und Umwelterklärungen unter www.verbund.com > Verantwortung > Umwelt > Audits und Zertifizierungen

Der absolute Ausstoß an THG-Emissionen (Scope 1 bis 3) verringerte sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf rund 2,3 Mio. Tonnen CO2e (2014: 2,5 Mio. t CO2e). Vom Gesamtemissionswert sind 75% (1,7 Mio. t CO2e) den THG-Emissionen in Scope 1, 13% zu Scope 2 und 12% zu Scope 3 zuzurechnen. Eine starke Reduktion um 44% ist verglichen mit 2013 (4,2 Mio. t CO2e) zu verzeichnen. Dieser Vergleich mit 2013 ist entscheidend, da die bei VERBUND für den eigenen Stromverbrauch zu berücksichtigenden indirekten Emissionen in Scope 2 für das Jahr 2014 neu berechnet wurden. Für den Betrieb unserer Pumpspeicher wird seit April 2014 ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100% Wasserkraft eingesetzt, der im Jahr 2014 unberücksichtigt blieb. Der Wert für Scope-2-Emissionen sank von 2013 auf 2014 um 50% (2013: 985 kt CO2e; 2014: 491 kt CO2e) und auf 2015 nochmals um 39% auf 300 kt CO2e.

Die spezifischen direkten und indirekten Treibhausgasemissionen Scope 1 bis 3 blieben 2015 mit 74 Tonnen pro GWh im Vergleich zum Vorjahr (2014: 74) auf gleichem Niveau. Dies war bedingt durch die Neuberechnung von Scope 2 und den höheren Anteil thermischer Erzeugung 2015. Die signifikante Reduktion der spezifischen Gesamtemissionen, nämlich von 118 Tonnen pro GWh auf 74 Tonnen pro GWh, ist im Vergleich zum Jahr 2013 zu erkennen. VERBUND setzt sich auf seinem Weg zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung das Ziel, diesen Wert bis zum Jahr 2021 auf weniger als 10 Tonnen pro GWh zu senken.

Berichterstattung an CDP

Unsere Ziele im Klimaschutz und unsere Erfolge bei der Reduktion von Emissionen bei der Stromerzeugung stellen wir transparent und öffentlich im CDP (früher Carbon Disclosure Project) dar.

Beim CDP-Klimarating 2015 konnte VERBUND wieder Spitzenplätze im Ranking erzielen. VERBUND war im Jahr 2015 zweitbestes Unternehmen der Energiebranche in der D-A-CH-Region hinter E.ON SE und vor Solarworld und EnBW. Damit erreichten wir den Status Sector leader Utilities gemeinsam mit den fünf besten Utilities in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Österreich-Vergleich war VERBUND 2015 wieder Sector Leader und Country Leader. Wir zählten damit zu den sechs besten Unternehmen im Jahr 2015 und lagen 15 Punkte über dem österreichischen Durchschnitt.

VERBUND verdeutlichte seinen Standpunkt zum Klimaschutz zusätzlich mit einem Statement zur Klimakonferenz COP 21 im DACH-350-Report 2015.

Energie-Audits als Verpflichtung aus §9 des Energieeffizienzgesetzes

Mit Beginn des Jahres wurden alle großen Unternehmen in Österreich nach §9 des Bundes-Energieeffizienzgesetzes dazu verpflichtet, bis Ende November 2015 ein erstes Energie-Audit durchzuführen. Bei VERBUND sind alle Beteiligungen in Österreich, an denen die VERBUND AG mehr als 50% hält, vom Energie-Audit umfasst. Aufgrund der zertifizierten Umweltmanagementsysteme konnten interne Energie-Auditoren die Energie-Audits durchführen. Die neue gesetzliche Verpflichtung wurde mit einer Gesamtmeldung des Konzerns und einer separaten Meldung der unabhängigen Netztochter APG erfüllt. In Deutschland wurden nach den entsprechenden Gesetzesvorgaben ebenfalls Energie-Audits vorgenommen. Gemäß den europäischen Vorgaben werden die Energie-Audits in vier Jahren wiederholt.

Detaillierte Werte zu Treibhausgasemissionen und Energie siehe EDO

Details unter www.cdp.net

Kennzahlen Umwelt

Einheit 2013 2014 2015
Stromerzeugung
Stromerzeugung (netto, gesamt)1 GWh 35.539 34.030 31.239
Anteil erneuerbarer Erzeugung
(Wasser, Wind, Sonne, Biomasse)
% 89 94 93
Direkter Energieeinsatz2
Steinkohle GJ 20.801.275 17.686.331 15.290.024
Öl GJ 169.636 59.640 0
Erdgas GJ 11.221.064 1.938.823 5.144.378
Biomasse (Klärschlamm) GJ 14.065 17.463 16.475
Strom (Netzbezug)3 GWh 2.543 2.798 2.941
Treibhausgasemissionen
Gesamtemissionen (Scope 1– 3 nach
Greenhouse Gas Protocol)
kt CO2e 4.208 2.531 2.321
davon Scope 1 (direkte Emissionen) kt CO2e 2.782 1.765 1.737
davon Scope 2 (indirekte
Emissionen)4
kt CO2e 985 491 300
davon Scope 3 (sonstige indirekte
Emissionen)
kt CO2e 441 276 284
Spezifische Emissionen bezogen auf
Gesamterzeugung (Scope 1– 3)
t/GWh 118 74 74
Spezifische Emissionen bezogen auf
Gesamterzeugung (Scope 1: nur
direkte Emissionen)
t/GWh 78 52 55
Emissionsvermeidung durch
erneuerbare Erzeugung5
CO2 1.000 t CO2 25.523 25.921 24.168

inkl. Bezugsrechten // 2 Eigener Energieeinsatz in allen Geschäftsbereichen. Die Mengenangaben beziehen sich auf den Anlieferungszustand, d.h. bei Biomasse auf feuchtes Material. // 3 Aus dem Netz bezogene Menge für Kraftwerksbetrieb, Pumpaufwand und Netzverluste, d.h. Strombezug der Austrian Power Grid AG (APG) für das gesamte von der APG betriebene Übertragungsnetz (alle Netzebenen) // 4 2015: Neuberechnung Scope 2 der "Emissionen aus Eigenbedarf" 2014 unter Berücksichtigung der Strommengen mit Herkunftsnachweisen aus 100 % Wasserkraft; Daten vorläufige Werte vor Prüfung // 5 Berechnung bis 2014 auf Basis der Emissionswerte des Steinkohlekraftwerks Typ Dürnrohr, ab 2015 mit dem Anteil thermische Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix.

Naturschutz und Biodiversität

Unsere vielfältigen Maßnahmen, die wir im Bereich Naturschutz und Biodiversität setzen, beschreiben wir auf der VERBUND-Website bei unseren Projekt- und Kraftwerksdarstellungen sowie auf den Web-Seiten der Life-Projekte. Hier geben wir einen Überblick über die Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt, wie beispielsweise den Bau von Fischaufstiegshilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern. Unsere Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern stellen wir umfangreich im Kapitel "Energie" dar.

Wassernutzung

Die VERBUND-Standorte führen über den Einsatz von Wasser Aufzeichnungen. Die Wasserentnahme wird nach Quellen, der Nutzungsart und der Wasserabgabe nach Senken berichtet. Die Reduktion unserer Anlagen im Bereich der thermischen Erzeugung ist Hauptgrund für die in den letzten Jahren gesunkenen Mengen an Wasserentnahmen und -abgaben.

Details zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und deren Auswirkungen sind in diesem Bericht im Kapitel "Erzeugung" zu finden.

Umweltkosten und weitere Umweltkennzahlen

Die gesamten Umweltkosten betrugen bei VERBUND im letzten Jahr ca. 67 Mio. €. Es wurden im Jahr 2015 keine Umweltstrafen verhängt.

Detaillierte Umweltinformationen wie weitere Angaben zu Erzeugung, Materialeinsatz, Energieverbrauch, Anlagenflächen in Schutzgebieten, Abfällen etc. sind im EDO in den Tabellen zur Umwelt zu finden.

Mehr zum Aspekt "Biodiversität" siehe DMA und unter www.life-traisen.at > netzwerk-donau

Mehr zum Aspekt "Wasser" siehe DMA und EDO

Weitere Umweltkennzahlen siehe EDO

Innovation, Forschung und Entwicklung

Kennzahlen IF&E

Einheit 2013 20142 2015
Anzahl der IF&E-Projekte Anzahl 82 75 65
Projektvolumen gesamt1 Mio. € 203,2 138,1 144,53
davon EU-Projekte1 Mio. € 125,4 97,5 92,2
VERBUND-Anteil gesamt1 Mio. € 15,8 19,2 16,2
Jährliche VERBUND-Aufwendungen Mio. € 6,1 5,4 4,2

1 über die gesamte Laufzeit der Projekte // 2 ab 2014 inklusive Innovationsprojekten der VERBUND Solutions GmbH // 3 inkl. Beiträgen nicht vollkonsolidierter Gesellschaften, z.B. SMATRICS

Die Transformation des europäischen Energiesystems in Richtung CO2-Neutralität schreitet voran. Unsere Mission für die Energiezukunft sehen wir daher in der entschlossenen Fortsetzung der Umstellung unseres Geschäftsmodells.

Privatpersonen als Stromerzeuger, branchenfremde Stromanbieter, ein Überangebot an Strom in Europa, sinkende Großhandelspreise, ein beginnender Ausstieg aus fossilen Energieträgern, eine schrittweise Etablierung klimafreundlicher Systeme: All diese Aspekte sehen wir als Vorboten einer Energiezukunft, die wir als großer Stromkonzern aktiv mitgestalten.

So entwickeln wir uns kontinuierlich weiter zum innovativen Energiedienstleister und steigen in das Geschäftsfeld der Vermarktung von elektrisch betriebenen Systemen und Energiedienstleistungen ein. Ebenso intensiv arbeiten wir an der Digitalisierung der Elektrizitätswirtschaft sowie der Dekarbonisierung industrieller Prozesse mit. Denn Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern ist die Energieform der Zukunft.

Wir gestalten als großer Stromkonzern die Energiezukunft aktiv mit.

Beteiligung an Europas Forschung

In unserer strategischen Innovationsarbeit verfolgen wir die Entwicklung von Technologien und beteiligen uns an europäischen und österreichischen Forschungsprojekten, welche sich mit der Zukunft der elektrischen Energie befassen und zu konkreten Energiesystemen und -produkten führen sollen.

Bei VERBUND wenden wir seit Anfang 2015 ein maßgeschneidertes Technologie-Scouting-Programm an. Damit erfassen wir zukunftsträchtige Technologien, wie etwa im Rahmen des Forschungsprojekts "Solar-Wasserstoff" der Universität Innsbruck, an dem wir mitarbeiten.

Auf europäischer Ebene haben wir gemeinsam mit 41 Partnern vier Jahre lang am EU-Projekt "Green eMotion" mitgewirkt. Dieses schuf die Basis für grenzüberschreitendes Laden von Elektrofahrzeugen. Dieses bisher größte europäische Forschungs- und Entwicklungsprojekt für Elektromobilität wurde im Frühjahr 2015 abgeschlossen.

Auch haben wir vier Jahre lang mit 14 Partnern an dem EU-Projekt "GridTech" mitgearbeitet, welches ebenso im Jahr 2015 beendet wurde. Untersucht wurden Technologien entlang unserer Wertschöpfungskette mit dem Ziel, das Elektrizitätssystem der Zukunft so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten. Unsere Schwerpunkte waren Smart Home und Smart Charging von E-Fahrzeugen.

Seit Beginn 2015 ist VERBUND Partner im europäischen Forschungsprojekt FLEXICIENCY, in dessen Rahmen ein Marktplatz für neue energierelevante Services entwickelt und getestet wird. VERBUND leitet den Demonstrationsbetrieb mit Fokus auf Smart Home Services in Österreich.

E-Mobility in Zentraleuropa auf Kurs

In unserer operativen Innovationsarbeit dynamisieren wir in und rund um Österreich die Ökologisierung des Verkehrssektors.

So betreibt unsere im Herbst 2012 gemeinsam mit Siemens gegründete Firma SMATRICS heute ein Hochleistungsladenetz für E-Autos. Dieses umfasste Ende 2015 bereits mehr als 200 Ladepunkte in ganz Österreich. Die Stationen befinden sich in allen Bundesländern an Topstandorten in einer Distanz von jeweils maximal 60 Kilometern.

Das von uns koordinierte und von der Europäischen Union geförderte Projekt "Central European Green Corridors" hat völlig neue Möglichkeiten für Elektromobilität in Zentraleuropa geschaffen. Bis Ende 2015 wurden 115 Schnellladepunkte in Mitteleuropa errichtet, davon 61 allein in Österreich, die weiteren in Süddeutschland, in der Slowakei, in Slowenien und in Kroatien.

Ebenfalls grenzüberschreitend arbeiten wir im Projekt "Crossing-Borders" daran, die vier E-Mobilitätsregionen Bratislava, Wien, Salzburg und München zu verbinden. Gefördert vom Klima- und Energiefonds und geleitet von VERBUND wird noch bis Sommer 2016 die Ost-West-Achse elektrifiziert.

Einmaliges Projekt zur Speicherung von Wind- und Sonnenstrom

Seit zwei Jahren sind wir an einem in Europa einmaligen Forschungsprojekt in Österreich namens "underground-sun-storage" beteiligt. Dabei wird die Speicherung von Wind- und Sonnenstrom in Form von Wasserstoff als Beimengung zu Methan in einer ehemaligen natürlichen Erdgaslagerstätte untersucht. Im Herbst 2015 wurde die Untertage-Speicheranlage in Oberösterreich eröffnet. Das Projekt läuft noch bis Ende 2016.

Wasserkraft

Für eine optimale Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie erforschen wir einerseits die Auswirkungen von Schwall und Sunk bei Speicherkraftwerken, andererseits führen wir Machbarkeitsstudien zur Sicherung bzw. Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustands an unterschiedlichen Flusssystemen durch – etwa durch Fischaufstiegshilfen.

Beim steirischen Sulm-Kraftwerk Retznei haben wir im vergangenen Jahr eine 17 Tonnen schwere Doppelschnecke montiert, die als stromerzeugende Fischwanderhilfe fungiert. Während sie in ihrem Inneren die Fische nach oben transportiert, produziert die äußere Schnecke so viel Strom, wie 22 Privathaushalte im Jahr verbrauchen.

Auch beim Monitoring der Fischwanderung gibt es eine Weiterentwicklung: An der Donau und der Drau führen wir die Fischzählung zum Teil schon per Videokamera durch, anstatt die Fische mittels Reusen zu fangen. Damit bleibt den Tieren unnötiger Stress erspart.

Die Energiewende und die daraus resultierenden Veränderungen am Strommarkt stellen neue Anforderungen an hydraulische Maschinen. Um schnellstmöglich Strom ins elektrische Netz einspeisen zu können, werden Turbinen und Pumpturbinen auch bei längeren Pausen im Stand-by-Modus oder bei niedriger Teillast betrieben.

Bis 2017 untersucht VERBUND die Auswirkungen dieses Betriebs auf die Lebensdauer des Laufrads. Konkret wird dafür die Francis-Turbine des Kraftwerks Häusling simuliert. Dabei analysieren wir unterschiedliche Leistungsgrade und evaluieren ein Referenzmodell. So können wir letztlich anhand zweier Methoden die Lebensdauer berechnen.

Windkraft

Unsere Windkraftwerke können bereits mehr als 280.000 Haushalte mit Strom versorgen. Um diese umweltfreundliche Energie langfristig zu sichern, haben wir 2015 mit Partnern eine Softwarelösung zur Betriebsdatenanalyse unserer Windturbinen entwickelt: Ausgeklügelte Algorithmen erkennen Schäden bereits in einem sehr frühen Stadium – lange bevor die Turbine ausfällt. Damit optimieren wir die Stromerzeugung besonders in jenen Anlagen, für welche wir 2015 die Instandhaltung übernommen haben.

Angehende Akademiker widmeten sich in den vergangenen Jahren in 25 von VERBUND betreuten Diplom- und Masterarbeiten dem Thema Innovation in den Bereichen Wind- und Solarenergie. Damit trägt unsere Forschung nicht nur zu einer Steigerung der umweltschonenden Energieerzeugung bei, sondern fördert auch die Ausbildung junger Menschen in diesem Bereich.

Stromhandel

Die zunehmend volatilen Preise am Strommarkt erfordern eine permanente Anpassung der Handelsstrategien. VERBUND entwickelt seine Optimierungs- und Prognoseinstrumente ständig weiter und verbessert die Modellierung der Strompreisprozesse.

2015 lag das Hauptaugenmerk auf der Weiterentwicklung der Zuflussprognose: Räumlich hochaufgelöste Vorhersagewerte erlauben heute eine optimierte vorausschauende Bewirtschaftung der Speicherseen. Zudem ist VERBUND im Falle stärkerer Hochwässer besser gerüstet.

Darüber hinaus treiben wir die Entwicklung neuer Produkte permanent voran – insbesondere im Bereich neuer erneuerbarer Energien, bei Zertifikaten sowie der Vermarktung von virtuellen Pumpspeichern und Flexibilitäten der Stromerzeugung.

Stromnetz

In der von VERBUND unabhängigen Stromnetz-Tochter APG arbeiten wir mit innovativen Mitteln kontinuierlich an der Optimierung des Betriebs. 2015 war das Unternehmen in 24 Forschungsprojekten engagiert, mit dem vorrangigen Ziel, technische Innovationen zu fördern und diese dem Praxistest zu unterziehen.

Unter anderem erarbeiten und erproben wir zusammen mit österreichischen Universitäten neue Stromleitungssysteme und -konfigurationen.

Einen Schwerpunkt bildet die Entwicklung energiewirtschaftlicher Szenarien. Sie sind die Grundlage für einen gezielten Netzausbau. Ein weiterer Fokus liegt auf der Netzüberwachung und Systemführung.

Künftig werden verstärkt hochdynamische Monitoring-Systeme angewendet. In diesem Zusammenhang haben wir uns am Projekt "Umbrella" beteiligt, das von der EU-Kommission gefördert und 2015 abgeschlossen wurde. Kernthema war die Entwicklung einer Toolbox zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von kritischen Netzzuständen. Mit probabilistischen Ansätzen kann die Ungenauigkeit von Prognosen z.B. für die Windstromerzeugung, berücksichtigt werden.

Beschaffung

VERBUND verpflichtet sich im Unternehmensleitbild zu nachhaltigem Wirtschaften und legt im Verhaltenskodex fest, dass auch von Lieferanten und Geschäftspartnern die Einhaltung der Qualitätsstandards und Nachhaltigkeitsprinzipien verlangt wird.

Als Sektorenauftraggeber unterliegt VERBUND in vielen Bereichen den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes, das eine strenge Bietergleichbehandlung (Fairness) bzw. Transparenz der Vergabeverfahren fordert. Mit dem Akzeptieren unserer Bestellbedingungen verpflichten sich Lieferanten, sich an die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und darüber hinaus an interne Regelungen betreffend Arbeitsschutz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Compliance zu halten.

Seit 2004 ist es im Rahmen der öffentlichen Beschaffung in der EU dezidiert möglich, auch Nachhaltigkeitskriterien in die Bestbieterermittlung eines Vergabeverfahrens miteinzubeziehen. Dies geschieht bei VERBUND im Bedarfsfall je durchgeführtem Vergabeverfahren aufgrund unterschiedlicher, auf den Leistungsinhalt abgestimmter Kriterien. Zur Feststellung der Eignung haben Lieferanten im Zuge von Ausschreibungen Zertifikate bzw. Eigenerklärungen vorzulegen. In Einzelfällen werden Lieferanten in Bezug auf Auswirkungen auf die Gesellschaft überprüft.

Seit 2012 werden Ausschreibungen über eine elektronische Ausschreibungsplattform abgewickelt. Im Zuge der Registrierung auf der Plattform hat jeder potenzielle Lieferant einen Fragebogen zu Aspekten von Nachhaltigkeit, Compliance, Umweltschutz und Arbeitssicherheit auszufüllen. Es werden beispielsweise die Anzahl der Arbeitsunfälle, Ziele und Maßnahmen zu Umwelt- und Klimapolitik, Audit-Zertifikate, Verstöße gegen Umweltgesetze in den letzten fünf Jahren oder Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter abgefragt. Diese Angaben sind Voraussetzung, um an einem Ausschreibungsverfahren teilnehmen zu können.

Die Antworten der Top-150-Lieferanten werden in regelmäßigen Intervallen analysiert. Unternehmen, die Nachhaltigkeitsaspekte im Fragebogen nicht ausreichend beantwortet haben, werden aufgefordert, ein VERBUND-Werte-Agreement zu unterzeichnen. Darin sind unsere Grundsätze zu Umwelt, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, Compliance und Antikorruption zusammengefasst.

Lieferkette

Weitere Informationen zur Lieferkette finden sich im DMA Die Betriebsführungs- und Erhaltungsmaßnahmen für bestehende Objekte und technische Anlagen prägen die Lieferkette von VERBUND. Die Hauptleistungen betreffen dabei – abhängig von den jeweils geplanten Investitions- bzw. Instandhaltungsprogrammen – das Bau- und Baunebengewerbe sowie die elektromaschinelle Anlagentechnik. Zusätzlich werden Leistungen unter anderem in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik, Dienstleistungen, Kommunikation & Marketing und sonstige Leistungen für Wartungen zugekauft. Die Beschaffung von Primärenergie (Kohle, Gas) für die thermische Erzeugung stellt einen weiteren Punkt innerhalb der Lieferkette dar. Aufgrund der strategischen Ausrichtung von VERBUND auf CO2-freie Erzeugung verliert diese Produktkategorie allerdings an Bedeutung.

Beschaffungsstatistik

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015 wurden Ausschreibungen/Vergabeverfahren mit einem Schätzwert von 180 Mio. € über das elektronische Ausschreibungsportal abgewickelt. Dies entspricht einer Quote von rund 65% bezogen auf das gesamte Beschaffungsvolumen. Die Anzahl der von VERBUND beauftragten Lieferanten belief sich 2015 auf rund 4.700. VERBUND hat – berechnet auf Basis der Bestellumsätze – 91% seiner Bestellungen auf den Kernmärkten Österreich und Deutschland beauftragt (83% bei österreichischen und 8% bei deutschen Lieferanten). 9% wurden aus anderen Ländern bezogen, vor allem im EU-Raum.

Wir beschreiten mit unseren Lieferanten gemeinsam den Weg in Richtung Energiezukunft.

Insgesamt wurden 2015 Aufträge in Höhe von rund 280 Mio. € an Lieferanten in den folgenden 31 Ländern erteilt: Österreich, Deutschland, Tschechische Republik, Polen, Schweiz, Frankreich, USA, Slowenien, Großbritannien, Albanien, Italien, Bulgarien, Kroatien, Niederlande, Irland, Dänemark, Finnland, Spanien, Ungarn, Belgien, Schweden, Liechtenstein, Luxemburg, Kanada, Rumänien, Norwegen, Serbien, Griechenland, Brasilien, Israel und Mazedonien.

Organisatorische Aufteilung der Beschaffungstätigkeit

Für kaufmännische Belange sind wertabhängig an den verschiedenen Kraftwerksstandorten die Mitarbeiter des Betriebskaufmännischen Dienstes für Kleinbedarf und für die übrigen Bedarfe die Mitarbeiter der Beschaffung interne Anlaufstelle für die Bedarfsdeckung bzw. sind sie die beauftragenden Stellen nach außen zu den Lieferanten.

Auf die Thematik der Geschäftspartner-Compliance wird im "Corporate Governance Bericht" eingegangen. Kontaktpunkte mit unseren Geschäftspartnern/Lieferanten werden im Kapitel "Stakeholder Relations" beschrieben.

Ausblick

Die Lage der europäischen Wirtschaft dürfte sich 2016 laut Wirtschaftsexperten nur geringfügig besser entwickeln als im Vorjahr. Abwärtsrisiken für den Euroraum bestehen aufgrund einer weiteren Abschwächung des Wachstums in den Entwicklungs- und Schwellenländern und der damit verbundenen Nachfragerückgänge. Zudem halten geopolitische Spannungen (Ukraine, Syrien, Irak) die Unsicherheit im Euroraum hoch. Positive Wirtschaftsimpulse sollten jedoch von den niedrigen Rohölpreisen, dem schwächeren Euro-Dollar-Wechselkurs sowie der expansiven Geldpolitik der EZB ausgehen.

Gemäß der Prognose des IWF vom Jänner 2016 dürfte die Wirtschaft des Euroraums 2016 um 1,7% wachsen. Für Deutschland wird ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 1,7% vorhergesagt. Auch die österreichische Wirtschaft sollte 2016 an Kraft gewinnen und wieder so schnell wie jene des Euroraums expandieren (+1,7% laut WIFO-Prognose vom Dezember 2015).

Im Jahr 2016 dürften die von der wirtschaftlichen Entwicklung geprägten Primärenergiepreise auf niedrigem Niveau und die Stromnachfrage konjunkturbedingt schwach bleiben. Der Ausbau der geförderten Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energieträgern wird sich im aktuellen Geschäftsjahr fortsetzen. Dies und der nach wie vor nicht funktionierende CO2-Markt sind die Hauptgründe dafür, dass sich in den Terminmarktnotierungen die Erwartungen weiter fallender Strompreise widerspiegeln.

So notierten die Grundlastpreise für Stromlieferungen im Jahr 2016 im Durchschnitt des Jahres 2015 mit 31,0 €/MWh um 11,8% unter jenen des Vorjahres. Das Peak-Load-Produkt 2016 verbilligte sich 2015 gegenüber 2014 um 12,0% auf 39,0 €/MWh.

Unsere Prognosen für das Gesamtjahr 2016 berücksichtigen die nach wie vor angespannten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die starke Wasserkraftbasis unseres Unternehmens stellt jedoch in diesem schwierigen Marktumfeld einen absoluten Wettbewerbsvorteil in der Strombranche dar.

Investitionsplan 2016 bis 2018

Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2016 bis 2018 sieht 1.059 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 632 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 427 Mio. € auf Instandhaltungen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 383 Mio. €). Zudem investieren wir vor allem in die Fertigstellung von Wasserkraftwerken sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftswerksanlagen. Zu nennen sind hier insbesondere das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Österreich und das Laufwasserkraftwerk Töging in Deutschland. Die Investitionen betreffen unsere Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2016 planen wir insgesamt rund 290 Mio. € zu investieren – davon rund 144 Mio. € in Wachstum und rund 147 Mio. € in Instandhaltungen.

Dividendenpolitik

Für das Geschäftsjahr 2015 planen wir entsprechend unserer Dividendenpolitik eine Dividende von 0,35 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt 2015 somit 45,2%. Auch für das Geschäftsjahr 2016 planen wir bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis eine Ausschüttungsquote von rund 50%.

16E 17E 18E

Investitionsplan in Mio. €

Ergebnisausblick 2016

Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasserkraft und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31.12.2015 haben wir entsprechend unserer Hedgingstrategie bereits rund 69% der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2016 kontrahiert. Der erzielte Preis liegt rund 3 €/MWh unter dem im Jahr 2015 erzielten Absatzpreis. Für die noch nicht abgesicherten Mengen planen wir mit den aktuellen Marktpreisen. Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft erwarten wir für das Geschäftsjahr 2016 ein EBITDA von rund 750 Mio. € und ein Konzernergebnis von rund 230 Mio. €.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Bilanzstichtag am 31.12.2015 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 11.2.2016 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Wien, am 11.2.2016

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands

Konzernabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

von VERBUND

in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 20141 2015
Umsatzerlöse 2.871.081 2.969.650
Stromerlöse 1 2.418.110 2.336.428
Netzerlöse 2 351.384 439.621
Sonstige Erlöse 3 101.587 193.601
Sonstige betriebliche Erträge 4 55.667 70.535
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 5 – 1.328.383 – 1.415.801
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 6 – 137.809 – 138.652
Personalaufwand 7 – 359.322 – 332.943
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen
8 – 392.935 – 360.026
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 – 240.425 – 264.135
Operatives Ergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen 467.874 528.626
Wertminderungen2 10 – 181.055 – 118.019
Wertaufholungen2 10 125.127 0
Operatives Ergebnis 411.947 410.606
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 11 33.029 27.252
Sonstiges Beteiligungsergebnis 12 – 2.910 6.909
Zinsertrag 13 37.374 31.670
Zinsaufwand 14 – 196.824 – 184.220
Übriges Finanzergebnis 15 – 15.536 – 1.697
Finanzergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen – 144.866 – 120.086
Wertminderungen 16 – 13.264 0
Wertaufholungen 16 0 13.305
Finanzergebnis – 158.130 – 106.780
Ergebnis vor Ertragsteuern 253.817 303.826
Ertragsteuern 17 – 98.334 – 53.499
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 155.483 250.327
Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden
Aktivitäten3
18 25.062 0
Periodenergebnis 180.545 250.327
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen
(Konzernergebnis)
126.125 207.741
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 54.419 42.586
Ergebnis je Aktie in €4 19 0,36 0,60

Die Vergleichsinformationen wurden gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst. // 2 Die Wertminderungen bzw. Wertaufholungen wurden um die Veränderung von dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträgen und Zuschüssen der öffentlichen Hand gekürzt. // 3 Das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten entspricht dem Ergebnis nach Ertragsteuern, das den als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften französischen Beteiligungen Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. bis zur Entkonsolidierung am 13.10.2014 zuzurechnen war. // 4 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander.

Gesamtergebnisrechnung

von VERBUND

in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 2014 2015
Periodenergebnis 180.545 250.327
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Verpflichtungen
38 – 130.998 16.646
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
– 3.837 – 8.320
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
– 134.835 8.326
Differenzen aus der Währungsumrechnung 20 1.121 329
Bewertungen von zur Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten
20 26.169 1.036
Bewertungen von Cashflow Hedges 20 31.039 66.979
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
20 12.978 24
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
71.306 68.368
Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern – 63.529 76.693
Ertragsteuern auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn
und Verlustrechnung umgegliedert werden
21 33.368 – 4.115
Ertragsteuern auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
21 – 13.237 – 16.985
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern – 43.398 55.593
Gesamtperiodenergebnis 137.147 305.921
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen
(Konzernergebnis)
91.660 262.461
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 45.487 43.459

Bilanz

von VERBUND

in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 31.12.2014 31.12.2015
Langfristiges Vermögen 11.166.616 11.084.999
Immaterielle Vermögenswerte 22 796.393 804.729
Sachanlagen 23 9.436.551 9.201.878
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 24 260.356 267.810
Sonstige Beteiligungen 25, 37 102.343 115.580
Finanzanlagen und sonstige Forderungen 26, 28, 37 570.972 695.002
Kurzfristiges Vermögen 1.070.730 677.994
Vorräte 27 56.522 19.075
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen
28, 37 972.525 630.032
Liquide Mittel 29, 37 41.683 28.888
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 30 9.950 0
Aktiva 12.247.296 11.762.993
in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 31.12.2014 31.12.2015
Eigenkapital 5.280.451 5.433.316
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen 31–34 4.689.054 4.859.617
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 35 591.398 573.699
Langfristige Schulden 5.394.163 5.349.787
Finanzverbindlichkeiten 36, 37 2.900.494 2.744.116
Rückstellungen 38 844.713 868.132
Latente Steuerschulden 39 486.320 549.510
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 40 739.986 748.089
Abgrenzungen – Cross Border Leasing 41 50.408 48.812
Sonstige Verbindlichkeiten 37, 42 372.243 391.127
Kurzfristige Schulden 1.572.520 979.890
Finanzverbindlichkeiten 36, 37 806.357 385.387
Rückstellungen 38 193.216 126.939
Laufende Steuerschulden 43 55.611 29.973
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten
37, 44 517.337 437.592
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten
30 162 0
Passiva 12.247.296 11.762.993

Entwicklung des Eigenkapitals

von VERBUND

Nach IFRS Grundkapital Kapital
rücklagen
Ange
sammelte
Ergebnisse
Neu
bewertungen
der Netto
schuld aus
leistungs
orientierten
Verpflich
tungen
Anhang 31 32 33 38
Stand per 1.1.2014 347.416 954.327 3.873.296 – 158.811
Periodenergebnis 126.125
Sonstiges Ergebnis – 92.107
Gesamtperiodenergebnis 126.125 – 92.107
Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen 95 – 3.322
Dividende – 347.416
Übrige Eigenkapitalveränderungen 142 0
Stand per 31.12.2014 347.416 954.327 3.652.242 – 254.241
Stand per 1.1.2015 347.416 954.327 3.652.242 – 254.241
Periodenergebnis 207.741
Sonstiges Ergebnis 2.747
Gesamtperiodenergebnis 207.741 2.747
Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen 8.074 – 171
Dividende – 100.751
Übrige Eigenkapitalveränderungen 9.043 – 7.468
Stand per 31.12.2015 347.416 954.327 3.776.349 – 259.133
in Tsd. €
Gesamt
summe
Eigenkapital
Den nicht
beherrschen
den Anteilen
zuzurech
nendes
Eigenkapital
Den
Aktionären
der
VERBUND AG
zuzurech
nendes
Eigenkapital
Übrige
Bestandteile
des sonstigen
Ergebnisses
Bewertungen
von
Cashflow
Hedges
Bewertungen
von zur
Veräußerung
verfügbaren
Finanz
instrumenten
Differenzen
aus der
Währungs
umrechnung
35 20 20, 25, 26 34
5.552.894 605.622 4.947.272 9.600 – 78.270 3.201 – 3.487
180.545 54.419 126.125
– 43.398
137.147
– 8.932
45.487
– 34.466
91.660
– 12.923
– 12.923
48.825
48.825
21.041
21.041
699
699
8.011 11.238 – 3.228 0 0 0 0
– 418.333 – 70.917 – 347.416
733 – 32 765 623 0 0 0
5.280.451 591.398 4.689.054 – 2.700 – 29.445 24.242 – 2.788
5.280.451 591.398 4.689.054 – 2.700 – 29.445 24.242 – 2.788
250.327 42.586 207.741
55.593 873 54.720 370 50.373 1.023 207
305.921 43.459 262.461 370 50.373 1.023 207
4.579 – 3.330 7.908 0 0 6 0
– 158.625 – 57.875 – 100.751
990 46 944 1.480 – 493 – 1.435 – 184
5.433.316 573.699 4.859.617 – 850 20.436 23.836 – 2.764

Geldflussrechnung

von VERBUND

in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 2014 2015
Periodenergebnis 180.545 250.327
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu)
immaterielle(n) Vermögenswerte(n) und Sachanlagen
424.344 481.119
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu)
Finanzanlagen
13.582 – 11.450
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen (gekürzt um erhaltene Dividenden)
– 18.848 – 13.085
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen – 7.567 122
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten
Steuerschulden
– 110.044 82.156
Veränderung der Baukostenbeiträge und Zuschüsse 54.881 8.103
Erträge aus der Auflösung der Abgrenzungen aus Cross-Border
Leasing-Transaktionen
– 1.595 – 1.595
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge – 29.725 – 26.814
Zwischensumme 505.572 768.883
Veränderung der Vorräte 28.354 37.448
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie der sonstigen Forderungen
143.396 – 34.763
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten
113.243 – 5.674
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und der laufenden
Steuerschulden
– 72.968 – 91.914
Cashflow aus operativer Tätigkeit1 717.597 673.979

Im Cashflow aus operativer Tätigkeit sind 24,4 Mio. € gezahlte Ertragsteuern (Vorjahr: 46,3 Mio. €), 145,9 Mio. € gezahlte Zinsen (Vorjahr: 212,8 Mio. €), 17,3 Mio. € erhaltene Zinsen (Vorjahr: 29,3 Mio. €) und 25,0 Mio. € erhaltene Dividenden (Vorjahr: 24,9 Mio. €) enthalten.

in Tsd. €
Nach IFRS Anhang 2014 2015
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen – 460.388 – 288.118
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
28.561 10.148
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen – 21.237 – 67.548
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 592.176 3.296
Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode
bilanzierte und sonstige Beteiligungen
– 1.613 – 21.024
Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter
Tochterunternehmen sowie nach der Equity-Methode
bilanzierter und sonstiger Beteiligungen 45 558 176.372
Einzahlungen (Vorjahr: Auszahlungen) aus Abgängen von
(Vorjahr: Investitionen in) kurzfristige(n) Finanzanlagen
– 119.823 265.578
Cashflow aus Investitionstätigkeit 18.233 78.704
Einzahlungen aus Verschiebungen zwischen
Gesellschafterstämmen 5.501 4.900
Einzahlungen aus Geldmarktgeschäften 25.194 281.459
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
590.051 0
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
– 979.255 – 893.211
Gezahlte Dividenden 46 – 418.333 – 158.625
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 776.843 – 765.478
Veränderung der liquiden Mittel – 41.013 – 12.795
Liquide Mittel zum 1.1. 83.343 41.683
Veränderung der liquiden Mittel – 41.013 – 12.795
Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" – 648 0
Liquide Mittel zum 31.12. 41.683 28.888

Anhang von VERBUND

Die VERBUND AG mit Sitz Am Hof 6a, 1010 Wien, ist das Mutterunternehmen des national wie international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen.

VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt Strom an Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Darüber hinaus handelt und vertreibt VERBUND Gas an Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler sowie Haushaltskunden und erbringt energienahe Dienstleistungen. Weiters betreibt VERBUND durch die Austrian Power Grid AG das österreichische Übertragungsnetz und hält Beteiligungen an in- und ausländischen Energieversorgungsunternehmen.

Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen

Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des §245a (1) UGB erfüllt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31.12.2015.

Der Konzernabschluss von VERBUND besteht aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals, Geldflussrechnung und Anhang. Mit Ausnahme des Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €) – ist der Konzernabschluss von VERBUND in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Beherrschung ist gegeben, wenn die VERBUND AG schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall.

Die erstmalige Einbeziehung eines Tochterunternehmens erfolgt im Erwerbsfall mithilfe der Erwerbsmethode. Es kommt dabei zu einer Erfassung und Bewertung der zum erworbenen Unternehmen gehörigen, identifizierbaren materiellen und immateriellen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie der nicht beherrschenden Anteile. Positive Unterschiedsbeträge zwischen der übertragenen Gegenleistung zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und, im Fall sukzessiver Unternehmenserwerbe, zuzüglich einer bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung und des beizulegenden Zeitwerts des Nettovermögens werden als Firmenwerte bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem Partnerunternehmen geführt werden und bei denen VERBUND Rechte am Nettovermögen des Unternehmens hat (Gemeinschaftsunternehmen), sowie Beteiligungsunternehmen, auf welche die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Equity-Methode ist eine Konsolidierungs- bzw. Bewertungsmethode, bei der die Beteiligung zunächst mit ihren Anschaffungskosten angesetzt wird. In der Folge wird der Beteiligungsansatz um Veränderungen des Anteils von VERBUND am Reinvermögen des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine "Einzeilenkonsolidierung". Ein maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der VERBUND AG direkt oder indirekt ein Stimmrechtsanteil von mindestens 20%, aber weniger als 50% zusteht. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRS-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Treten bei einem nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen bedeutende Ereignisse oder Geschäftsfälle zwischen diesem Stichtag und dem Bilanzstichtag von VERBUND ein, so werden entsprechende Anpassungen berücksichtigt.

Konzerninterne Geschäfte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert. Bei konzerninternen Unternehmenserwerben und Zusammenführungen von Gemeinschaftsunternehmen, sogenannten Transaktionen unter gemeinschaftlicher Beherrschung, werden die Buchwerte des übertragenen Unternehmens fortgeführt.

Wenn VERBUND bei Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem anderen gemeinschaftlich Tätigen geführt werden, Rechte an den dem Beteiligungsunternehmen zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für dessen Schulden hat (gemeinschaftliche Tätigkeit), bilanziert VERBUND seinen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen.

Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist im Kapitel "Konzernunternehmen" dargestellt. Der Kreis der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2015 wie folgt entwickelt:

Konsolidierungskreis

Voll
konsolidierung
Bilanzierung als
gemeinschaft
liche Tätigkeit
Bilanzierung
nach der
Equity-Methode
Stand per 31.12.2014 38 1 6
Zugänge durch Neugründungen 1 0 1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 1
Abgänge aus Veräußerungen – 1 0 0
Abgänge durch Verschmelzungen – 1 0 0
Stand per 31.12.2015 37 1 8
davon inländische Unternehmen 13 1 7
davon ausländische Unternehmen 24 0 1

Die Zugänge aus Neugründungen betreffen zum einen die mit Wirkung vom 12.6.2015 erfolgte Neugründung der VERBUND Sales Deutschland GmbH (100%ige Tochtergesellschaft der VERBUND Sales GmbH), die in der Folge vollkonsolidiert wurde. Zum anderen wurde mit Wirkung vom 5.1.2015 die VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH als 50:50-Joint-Venture zwischen der VERBUND Solutions GmbH und der GETEC heat & power AG gegründet und nach der Equity-Methode in den Konzernab-

Konsolidierungskreis

schluss einbezogen. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND erfolgt die Fortführung des anteiligen Eigenkapitals zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein.

Die Zugänge aus Unternehmenserwerben betreffen die mit Wirkung vom 18.8.2015 erworbenen 50% der Anteile an der SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH. Die 50%ige Beteiligung wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND erfolgt die Fortführung des anteiligen Eigenkapitals zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein.

Die Abgänge aus Veräußerungen betreffen den mit Wirkung vom 6.3.2015 erfolgten Verkauf der 100%igen Beteiligung an der Haos Invest EAD.

Die Abgänge durch Verschmelzungen betreffen die mit Wirkung vom 15.12.2015 umgesetzte Verschmelzung der VERBUND Renewable Power GmbH mit der VERBUND AG.

Zugänge aus Unternehmenserwerben

Mit Wirkung vom 18.8.2015 wurden 50% der Anteile an der SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH erworben. Die SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH ist ein auf Beratung, Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen spezialisiertes Unternehmen und betreibt derzeit die größte Photovoltaik-Freiflächenanlage Ostösterreichs. Der Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung betrug 1,9 Mio. €. Davon betrafen 1,6 Mio. € eine Barzahlung und 0,3 Mio. € eine bedingte Gegenleistung, die vom Erreichen wirtschaftlicher Meilensteine in den Jahren 2015 bis 2017 abhängt. Die 50%ige Beteiligung wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND erfolgt die Fortführung des anteiligen Eigenkapitals zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein.

Abgänge aus Veräußerungen

Mit Wirkung vom 6.3.2015 wurde der Verkauf der 100%igen Beteiligung an der Haos Invest EAD an die Inwind SpLtd. bzw. die Inovent Holding AD abgeschlossen (Closing). Da zu diesem Zeitpunkt die Beherrschung durch VERBUND verloren gegangen ist, wurden die zum 31.12.2014 als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften Vermögenswerte und Schulden der Haos Invest EAD zum 6.3.2015 entkonsolidiert:

Veräußerungsgewinn in Mio. €
Liquide Mittel 8,1
Sonstige Forderungen1 4,9
Beizulegender Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung 13,0
Buchwert der entkonsolidierten zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte2 9,8
Buchwert der entkonsolidierten Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten – 0,3
Buchwert des entkonsolidierten Reinvermögens 9,6
Veräußerungsgewinn3 3,4

davon 3,8 Mio. € aus einer bedingten Kaufpreisforderung, die am 11.5.2015 fällig geworden ist // 2 davon 0,4 Mio. € liquide Mittel // 3 Der Veräußerungsgewinn wurde als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die funktionale Währung der VERBUND AG sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Mit Ausnahme der rumänischen Tochterunternehmen (Alpha Wind S.R.L., CAS Regenerabile S.R.L., Ventus Renew Romania S.R.L. und VERBUND Trading Romania S.R.L.) ist die funktionale Währung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ebenfalls der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND werden die Jahresabschlüsse dieser ausländischen Tochterunternehmen nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet.

Die funktionale Währung aller nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen ist der Euro.

Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monatsdurchschnittskursen. Stichtagsumrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen.

Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt:

Land Währungs
einheit
31.12.2014
Devisen
referenzkurs
der EZB
31.12.2015
Devisen
referenzkurs
der EZB
2014
Durchschnitts
kurs
2015
Durchschnitts
kurs
Rumänien 1 € = RON 4,4828 4,5240 4,4410 4,4440

Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle zum 31.12.2015 verpflichtend anzuwendenden International Accounting Standards (IAS), International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie all jene Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), die in den Rechtsbestand der Europäischen Union übernommen worden sind, beachtet.

In der Berichtsperiode 2015 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden bzw. wurden von VERBUND frühzeitig angewendet:

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht
durch
das IASB
(übernommen
von der EU)
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Wesentliche Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IFRIC 21 Abgaben 20.5.2013
(13.6.2014)
1.1.2015 Keine
Diverse Jährliche Verbesserungen
an den IFRS
Zyklus 2010–2012
12.12.2013
(17.12.2014)
1.1.2015 Keine
Diverse Jährliche Verbesserungen
an den IFRS
Zyklus 2011–2013
12.12.2013
(18.12.2014)
1.1.2015 Keine

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln Das IASB hat weiters Standards verabschiedet, die von VERBUND in der Berichtsperiode 2015 noch nicht angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht
durch
das IASB
(übernommen
von der EU)1
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IAS 1 Änderungen:
Angabeninitiative
18.12.2014
(18.12.2015)
1.1.2016 Stärkerer Fokus des Anhangs
auf wesentliche Sachverhalte
IAS 7 Änderungen:
Angabeninitiative
29.1.2016
(für Q4/2016
geplant)
1.1.2017 Zusätzliche Angaben zu den
Änderungen der
Finanzverbindlichkeiten
IAS 12 Änderungen: Ansatz von
aktiven latenten Steuern
bei nicht realisierten
Verlusten
19.1.2016
(für Q4/2016
erwartet)
1.1.2017 Keine
IAS 16
IAS 41
Änderungen:
Fruchttragende Gewächse
30.6.2014
(23.11.2015)
1.1.2016 Keine
IAS 16
IAS 38
Änderungen: Klarstellung
akzeptabler
Abschreibungsmethoden
12.5.2014
(2.12.2015)
1.1.2016 Keine

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht
durch
das IASB
(übernommen
von der EU)1
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IAS 19 Änderungen:
Leistungsorientierte Pläne:
Arbeitnehmerbeiträge
21.11.2013
(17.12.2014)
1.1.2016 Keine
IAS 27 Änderungen: Equity
Methode in
Einzelabschlüssen
12.8.2014
(18.12.2015)
1.1.2016 Keine
IFRS 9 Finanzinstrumente 24.7.2014
(1. Halbjahr
2016)
1.1.2018 Siehe unten
IFRS 10
IAS 28
Änderungen: Veräußerung
von Vermögens
gegenständen eines
Investors an bzw.
Einbringung in sein
assoziiertes Unternehmen
oder Gemeinschafts
unternehmen
11.9.2014
(zurückgestellt)
Auf unbestimmte
Zeit verschoben
Künftig ist der gesamte Gewinn
oder Verlust zu erfassen, wenn
es sich bei veräußerten bzw.
eingebrachten Vermögens
gegenständen um einen
Geschäftsbetrieb i.S.v. IFRS 3
handelt; Auswirkungen können
sich daher ergeben, wenn
zukünftig entsprechende
Transaktionen stattfinden
IFRS 10
IFRS 12
IAS 28
Änderungen:
Investmentgesellschaften:
Anwendung der
Konsolidierungsausnahme
18.12.2014
(für Q2/2016
erwartet)
Voraussichtlich
1.1.2017
Keine
IFRS 11 Änderungen: Erwerb
von Anteilen an einer
gemeinschaftlichen
Tätigkeit
6.5.2014
(24.11.2015)
1.1.2016 Wenn Anteile an einer
gemeinschaftlichen Tätigkeit,
die einen Geschäftsbetrieb
i.S.v. IFRS 3 darstellt, erworben
werden, ist die Bilanzierung des
Erwerbs gemäß den Grund
sätzen von IFRS 3 durchzu
führen; Auswirkungen können
sich daher ergeben, wenn
zukünftig entsprechende
Transaktionen stattfinden
IFRS 14 Regulatorische
Abgrenzungsposten
30.1.2014
(keine
Übernahme
geplant)
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit
Kunden
28.5.2014 und
11.9.2015
(für Q2/2016
erwartet)
1.1.2018 Siehe unten
IFRS 16 Leasing 13.1.2016
(wird noch
festgelegt)
1.1.2019 Siehe unten
Diverse Jährliche Verbesserungen
an den IFRS
Zyklus 2012 – 2014
25.9.2014
(15.12.2015)
1.1.2016 Keine

Grundlage: EU Endorsement Status Report vom 29.1.2016

Am 24.7.2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 9. Dieser Standard ersetzt zukünftig IAS 39. Durch IFRS 9 wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten neu geregelt. Die neuen Kategorien sehen in Abhängigkeit von der Art des Finanzinstruments bzw. dem Geschäftsmodell eine Bilanzierung zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert (entweder über das Periodenergebnis oder das sonstige Ergebnis) vor. Ebenso neu geregelt wurde die Erfassung von Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten. Nach IFRS 9 sind Wertminderungen zukünftig nach einem Expected-Credit-Losses-Modell zu erfassen. Im Vergleich zu den Regeln des IAS 39 (Incurred-Credit-Losses-Modell) sind Vorsorgen dadurch zukünftig früher zu bilden. Im Bereich des Hedge Accounting wurden viele Einschränkungen des IAS 39 aufgehoben und der wirtschaftliche Aspekt der Sicherungsbeziehung stärker betont. Erste Einschätzungen zeigen, dass die neuen Regeln zur Klassifikation und Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung von verbund haben werden, weil Erst- und Folgebewertung bei der überwiegenden Anzahl von Finanzinstrumenten nach mit bisherigen Bilanzierungsmethoden vergleichbaren Prinzipien erfolgen werden. Aufgrund der Erfassung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte nach dem Expected-Credit-Losses-Modell wird tendenziell jedoch mit höheren Risikovorsorgen gerechnet. Die neuen Regeln zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden nach derzeitigem Stand eher geringe Auswirkungen auf den Konzernabschluss von verbund haben. Da sich die Analyse der Auswirkungen des neuen Standards noch in einer sehr frühen Phase befindet, können derzeit noch keine quantitativen Aussagen hinsichtlich der Auswirkungen der Umstellung auf IFRS 9 getroffen werden.

Am 28.5.2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 15. Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt wurde mit der Veröffentlichung vom 11.9.2015 auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen, verschoben. IFRS 15 ersetzt zukünftig IAS 11, IAS 18, IFRIC 13, IFRIC 15, IFRIC 18 und SIC-31. Der neue Standard sieht ein fünfstufiges Modell zur Erfassung von Erlösen vor. Zuerst sind der Vertrag/die Verträge mit einem Kunden und anschließend die eigenständigen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Danach muss der Transaktionspreis bestimmt und auf die Leistungsverpflichtungen des Vertrags verteilt werden. Die Erlöserfassung erfolgt im fünften Schritt bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch das Unternehmen. Bei VERBUND fällt eine große Anzahl der abgeschlossenen Verträge mit Kunden in den Anwendungsbereich von IAS 39 bzw. zukünftig IFRS 9, weil es sich um keine sogenannte Eigenverbrauchsverträge (Own-use-Geschäfte) handelt. Diese Verträge sind explizit vom Anwendungsbereich von IFRS 15 ausgenommen. Die Auswirkungen von IFRS 15 auf die Erlösrealisierung bei Eigenverbrauchsverträgen mit Kunden (im Wesentlichen Strom-/Gaslieferungen sowie Netzdienstleistungen) und erhaltenen Baukostenbeiträgen werden gegenwärtig analysiert. Angesichts des derzeitigen Stands der Analyse und der auch noch nicht abgeschlossenen Diskussionen (Joint Transition Resource Group for Revenue Recognition (TRG)) betreffend der Auslegung von IFRS 15 kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage hinsichtlich der Auswirkungen der Umstellung auf IFRS 15 bei diesen Verträgen mit Kunden getroffen werden.

Am 13.1.2016 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 16. Dieser Standard ersetzt zukünftig IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27. Der neue Standard sieht vor, dass zukünftig alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Die bisherige unterschiedliche Behandlung von Operating- und Finance-Leasingverhältnissen entfällt damit. Der Leasingnehmer aktiviert zukünftig ein Nutzungsrecht an dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswert und erfasst gleichzeitig eine Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der Leasingzahlungen. Das Nutzungsrecht ist in der Folge planmäßig zu amortisieren und die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortzuschreiben. Erleichterungen gibt es für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände von geringem Wert. Angesichts der Zeitnähe der Veröffentlichung des Standards zur Aufstellung des Konzernabschlusses können noch keine verlässlichen Aussagen hinsichtlich der Auswirkungen des neuen Standards getroffen werden. Tendenziell werden jedoch eine Verlängerung der Bilanz und geringfügig höhere Aufwendungen zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erwartet.

Um die Darstellung der Ertragslage zu verbessern, werden Aufwendungen in Zusammenhang mit Regelenergiedienstleistungen nicht mehr saldiert mit Erträgen in Zusammenhang mit Regelenergiedienstleistungen in den Netzerlösen dargestellt. Stattdessen werden die Aufwendungen in Zusammenhang mit Regelenergiedienstleistungen im Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Berichts- und Vergleichsperiode wurde daher entsprechend angepasst:

Korrekturbeträge für die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
2014 2015
Umsatzerlöse 45,6 36,5
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 45,6 – 36,5

Bei der Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses ist die übertragene Gegenleistung (zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und einer etwaigen bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung) dem beizulegenden Zeitwert des übernommenen Reinvermögens gegenüberzustellen, um einen allfälligen Unterschiedsbetrag aus dem Unternehmenszusammenschluss zu ermitteln. Ist dieser positiv, so handelt es sich um einen Firmenwert; ist dieser negativ, so ist die Ermittlung der Wertansätze der Einflussgrößen auf den Unterschiedsbetrag zu überprüfen. Sofern auch nach der Überprüfung ein negativer Unterschiedsbetrag verbleibt, ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.

Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck sind sie auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu verteilen, die erwartungsgemäß von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management von VERBUND den Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht. Wenn Firmenwerte nicht ohne Willkür einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugewiesen werden können, kann diese unterste Ebene auch mehrere zahlungsmittelgenerierende Einheiten, auf die sich die Firmenwerte zwar beziehen, denen sie jedoch nicht zugeordnet werden können, umfassen. Die Werthaltigkeitsprüfung eines Firmenwerts erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, so ist zunächst der Firmenwert abzuschreiben; gegebenenfalls verbleibende Wertminderungen reduzieren pro rata die Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Firmenwertabschreibungen dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt bei VERBUND grundsätzlich aufbauend auf der Mittelfristplanung im Quartal 4 der jeweiligen Berichtsperiode. Zusätzlich zur jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Konzernzwischenabschlusses (und gegebenenfalls auch Geänderter Ausweis

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte

zum Ende der Berichtsperiode) eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Werden dabei Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt, erfolgt eine (zusätzliche) Werthaltigkeitsprüfung.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre; Software wird über vier Jahre abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sind aber für den Konzernabschluss von VERBUND unwesentlich.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2015 insgesamt 4,2 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €). Forschungskosten werden in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst; Entwicklungskosten sind hingegen gemäß IAS 38 unter bestimmten Voraussetzungen als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und in der Folge über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben. Im Konzernabschluss von VERBUND werden Entwicklungskosten mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien bzw. mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist deren Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.

Sachanlagen

Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Gemäß den Bilanzierungsregeln von VERBUND entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt. Insoweit eine spezifische Fremdfinanzierung des qualifizierten Vermögenswerts vorliegt, werden die tatsächlichen Fremdkapitalkosten (abzüglich der Veranlagungserträge aus etwaigen Zwischenveranlagungen) aktiviert. Erfolgt hingegen eine allgemeine Konzernfinanzierung, so werden die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten aktiviert. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2015 rund 3,7% (Vorjahr: rund 4,1%).

Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:

Nutzungsdauer in Jahren
Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten 20 – 50
Wasserbauten 75 – 100
Maschinelle Anlagen 6 – 75
Elektrische Anlagen 5 – 50
Leitungen 50
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 – 10

Die erwartete Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken wird unabhängig von den Laufzeiten wasserrechtlicher Bewilligungen bestimmt, weil davon auszugehen ist, dass diese Bewilligungen nach Ablauf wieder erteilt werden. Dies gilt aufgrund von Erfahrungswerten auch für jene bayerischen Laufwasserkraftwerke, bei denen ein Heimfallsrecht zugunsten des Freistaats Bayern besteht. Auch die erwartete Nutzungsdauer des Donaukraftwerks Jochenstein wurde unabhängig von der bestehenden Rückgabeverpflichtung von 50% der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG im Jahr 2050 (siehe: sonstige Verbindlichkeiten) bestimmt. Es wird nämlich erwartet, dass VERBUND auch über das Jahr 2050 hinaus Eigentümer und Betreiber des Donaukraftwerks Jochenstein sein wird.

Trägt VERBUND bei einem geleasten Vermögenswert alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem, wird der Vermögenswert zum Barwert der Mindestleasingzahlungen (oder gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert) im langfristigen Vermögen angesetzt. In gleicher Höhe wird eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird über die erwartete Nutzungsdauer oder gegebenenfalls über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode fortgeführt.

Alle übrigen Mietverträge, bei denen VERBUND als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Ertrag bzw. Aufwand erfasst.

Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden. Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen – unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt oder nicht (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte). Ein Vermögenswert bzw. eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist dann wertgemindert, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Beizulegende Zeitwerte sind primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können, der Bewertungshierarchie in IFRS 13 entsprechend, beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung. Gesetzt den Fall, dass kapitalwertorientierte Verfahren angewendet werden, kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben werden dabei in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen. Als Preisgerüst werden Preisnotierungen für Energiefutures herangezogen, solange ein liquider Markt existiert. Danach werden die letzten Preisnotierungen durch lineare Interpolation auf die durchschnittlichen Preisprognosen zweier renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft herangeführt. Nach dem Studienende erfolgt eine Extrapolation der durchschnittlichen Preisprognosen bis zum Ende des Planungshorizonts. Dabei wird von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0% (Vorjahr: 2,0%) ausgegangen. Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren bestimmt. Hierbei kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Das Preisgerüst wird durch das VERBUND-EnergyGeleaste Vermögenswerte

Werthaltigkeit von nicht finanziellen Vermögenswerten

Market-Model (VEMM) determiniert. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strom- und Erdgaspreisszenarien für Energiemärkte. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. In Einklang mit IAS 36 wird sichergestellt, dass künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben (ohne bestehende Verpflichtung) nicht in die Nutzungswertermittlung einbezogen werden. Der Diskontierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) widerspiegelt; die Ermittlung des entsprechenden Vor-Steuer-Zinssatzes erfolgt iterativ. Gesetzt den Fall, dass eine Wertminderung in einer Folgeperiode nicht mehr gegeben ist, ist eine ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen. Sowohl Wertminderungen als auch Wertaufholungen werden ergebniswirksam erfasst, in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung als Wertminderungen bzw. Wertaufholungen ausgewiesen und im Anhang erläutert. Betreffen Wertminderungen bzw. Wertaufholungen nicht fortzuführende Aktivitäten, werden diese im Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten ausgewiesen und im Anhang erläutert.

Beteiligungen

Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.

Jene Beteiligungen, für die der beizulegende Zeitwert nicht aus vergleichbaren zeitnahen Transaktionen in der Berichtsperiode abgeleitet werden kann bzw. für die eine Zeitwertbewertung mittels Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cashflows zu unterlassen ist, werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert.

Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß IAS 28 entsprechend der Beteiligungsquote von VERBUND spiegelbildlich zu den Reinvermögensänderungen beim Beteiligungsunternehmen fortgeführt. Diese Fortführung des anteiligen Eigenkapitals erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Die Beteiligungsbuchwerte werden dabei um die VERBUND zustehenden Anteile am Periodenergebnis und am sonstigen Ergebnis sowie um Dividenden, Eliminierungen wesentlicher Zwischenergebnisse und die Fortführung von Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, erhöht oder vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte) und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Wenn der Anteil von VERBUND an Verlusten einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung dem Buchwert der Beteiligung entspricht bzw. diesen übersteigt, werden weitere Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen oder Zahlungen für die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung geleistet wurden. Der Buchwert der Beteiligung umfasst dabei den nach der Equity-Methode ermittelten Anteil zuzüglich sämtlicher langfristiger Anteile, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition in die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung zuzuordnen sind.

Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sowie für sonstige Beteiligungen überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung im Sinne von IAS 39 vorliegen (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte). Wenn solche vorliegen, ist für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen.

Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt anhand des erzielbaren Betrags, welcher den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert darstellt. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung werden in erster Linie marktpreisorientierte Verfahren und alternativ kapitalwertorientierte Verfahren verwendet. Sofern Letztgenannte angewendet werden, werden seitens VERBUND der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts die besten verfügbaren Informationen zugrunde gelegt, die ein hypothetischer Erwerber in einer Transaktion zu Marktbedingungen heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird in der Regel der auf VERBUND entfallende anteilige Barwert der geschätzten, zukünftig vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen erzielbaren Cashflows herangezogen.

Die Finanzanlagen und langfristigen sonstigen Forderungen umfassen im Wesentlichen Schuldtitel und Investmentfondsanteile sowie Veranlagungen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen, deren B-Loans jedoch fortgeführt wurden. Mithilfe der Effektivzinssatzmethode ermittelte Zinserträge werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.

Die Schuldtitel und Investmentfondsanteile werden als "zur Veräußerung verfügbar" (Available for Sale) klassifiziert. In diese Kategorie fallen Finanzinstrumente grundsätzlich dann, wenn sie weder "Kredite und Forderungen" darstellen noch "bis zur Endfälligkeit gehalten" noch "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewertet werden. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz in der Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel auf Basis von Börsenkursen ermittelt wird. Es handelt sich somit um Stufe-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 13. Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) bestimmt werden (Stufe-2-Bewertungen). Marktinduzierte Wertänderungen werden gemäß IAS 39 bis zur Veräußerung oder bis zu allfälligen Wertminderungen ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Etwaige Wertminderungen werden hingegen ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte).

Die verzinslichen Ausleihungen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode bewertet. Im Fall von Wertminderungen erfolgt die Bewertung mit dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten Rückzahlungen. Die ehemals in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen erworbenen Medium Term Notes werden ebenfalls als "Kredite und Forderungen" klassifiziert.

Die Wertpapiere und Ausleihungen, die mit vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehen, deren B-Loans jedoch fortgeführt wurden, werden zusammen mit den dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten im Konzernabschluss von VERBUND als bilanziell geschlossene Positionen bezeichnet (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen).

Werthaltigkeit von Beteiligungen

Finanzanlagen und Ausleihungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile bilanziert. Im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung werden die Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Letztere werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert. Die in den kurzfristigen sonstigen Forderungen enthaltenen sonstigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen kurzfristigen Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe: Emissionszertifikate).

Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert werden, dahingehend untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise im Sinne von IAS 39 auf eine Wertminderung hindeuten. Solche Anhaltspunkte wären z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Emittenten, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner oder Emittenten, der Wegfall eines aktiven Marktes für den finanziellen Vermögenswert oder eine bedeutende nachteilige Veränderung des technologischen, ökonomischen oder rechtlichen Umfelds bzw. des Marktumfelds des Schuldners oder Emittenten.

Im Fall von Eigenkapitalinstrumenten, die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert werden, ist insbesondere ein signifikanter (mehr als 20%iger) oder länger (mehr als neun Monate) anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Liegt eine Wertminderung vor, so wird diese ergebniswirksam erfasst.

Emissionszertifikate

Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zum Verbrauch in Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß thermischer Kraftwerke hält, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 38, IAS 20 und IAS 37.

Die Emissionszertifikate werden am Tag der Zuteilung bzw. Anschaffung zum beizulegenden Zeitwert (im Fall von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten) oder zu den Anschaffungskosten (im Fall von entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts (Stufe 1) – hierfür ist grundsätzlich der Börsenkurs an der European Energy Exchange (EEX) maßgeblich – ein Passivposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Der CO2-Ausstoß führt zu einem "Verbrauch" von Emissionszertifikaten, der nach dem gewogenen Durchschnittspreisverfahren bewertet und ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz erfasst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird durch eine sonstige Verbindlichkeit in korrespondierender Höhe berücksichtigt. Bei einer Unterdeckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der fehlenden Emissionszertifikate.

Die Bewertung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Die Bewertung der Vorräte an den Primärenergieträgern Erdgas, Kohle und Heizöl sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Letzterer ergibt sich aus den geplanten Stromerlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die Bewertung von Vorräten an Erdgas, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert (Stufe 1) abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Börsenpreis für Frontmonat-Gasforwards am Central European Gas Hub (CEGH) bzw. an der NetConnect Germany (NCG).

Die Bilanzierung von gewährten Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten, die von VERBUND zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 2 und IAS 20. Die Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate werden bei Erwerb des Rechtsanspruchs (in der Regel Produktion von Strom in zertifizierten Kraftwerken) als Vorrat erfasst. Der Ertrag aus der Zuteilung der Zertifikate wird saldiert mit der Bestandsveränderung aus dem Abgang von Zertifikaten in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt gegebenenfalls zum niedrigeren Nettoveräußerungspreis. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweis- oder Grünstromzertifikaten werden in den sonstigen Umsatzerlösen erfasst.

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung bzw. nicht fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Unmittelbar vor der Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" werden die Vermögenswerte oder Bestandteile einer Veräußerungsgruppe gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns neu bewertet. Danach werden die Vermögenswerte bzw. die Veräußerungsgruppen zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

Als nicht fortzuführende Aktivitäten werden Geschäftsbereiche von VERBUND bezeichnet, die (inklusive ihrer Cashflows) vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und die einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellen, Teil eines einzelnen abgestimmten Plans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs sind oder ein Tochterunternehmen darstellen, das ausschließlich mit der Absicht einer Weiterveräußerung erworben wurde. Eine Einstufung als nicht fortzuführende Aktivität erfolgt bei Veräußerung oder sobald der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" erfüllt, wenn dies früher der Fall ist. Wenn ein Geschäftsbereich als nicht fortzuführende Aktivitäten eingestuft wird, werden die Vergleichsinformationen in der Gewinn- und Vorräte

Herkunftsnachweisbzw. Grünstromzertifikate

"Zur Veräußerung gehaltene" Vermögenswerte und nicht fortzuführende Aktivitäten

Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung so angepasst, als ob der Geschäftsbereich von Beginn der Vergleichsperiode an als nicht fortzuführende Aktivität eingestuft worden wäre.

Finanzverbindlichkeiten

Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung mit ihrem beizulegenden Zeitwert (unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt der Emission zuzurechnen sind) erfasst. Dieser entspricht in der Regel dem tatsächlich zugeflossenen Betrag. Etwaige Agien, Disagien oder sonstige Unterschiede zwischen dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen.

Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstanden sind (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen), wurden mithilfe der sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Finanzgarantien

Eine Finanzgarantie im Sinne von IAS 39 ist ein Vertrag, durch den sich der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, falls ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgemäß nachkommt.

Ist VERBUND der Garantiegeber, so wird die Forderung gegenüber dem Schuldner aus den zu leistenden Garantieentgelten zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; gleichzeitig kommt es zur Passivierung einer Garantieverbindlichkeit in derselben Höhe. Die Forderungen aus zu leistenden Garantieentgelten werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und mithilfe der Effektivzinssatzmethode fortgeführt. Die Garantieverbindlichkeiten werden zum höheren Betrag aus dem entsprechend den Bilanzierungsregeln für Rückstellungen gemäß IAS 37 anzusetzenden Wert und dem Zugangswert abzüglich kumulierter, gemäß IAS 18 bereits ergebniswirksam erfasster Amortisationen (zu fortgeführten Anschaffungskosten) bewertet.

Ist VERBUND hingegen der Garantienehmer, so liegen regelmäßig nicht bilanzierungsfähige Eventualforderungen vor.

Regulatorische Vermögenswerte und Schulden

Werden Netztarife durch einen Regulator auf Basis von Kosten- bzw. Erlösschätzungen festgelegt und Minder- oder Mehrkosten bzw. -erlöse aus der Vergangenheit bei der Tariffestsetzung in der Zukunft berücksichtigt, so ist der Netzbetreiber berechtigt, Mehrkosten bzw. Mindererlöse in zukünftigen Jahren von den Netznutzern im Wege höherer Tarife abgegolten zu bekommen, oder verpflichtet, Minderkosten bzw. Mehrerlöse den Netznutzern im Wege niedrigerer Tarife rückzuvergüten. Solche Ansprüche bzw. Verpflichtungen werden als regulatorische Vermögenswerte bzw. Schulden bezeichnet. Regulatorische Vermögenswerte und Schulden sind in den meisten Fällen mangels Erfüllung der allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht bilanzierungsfähig.

VERBUND ist mit seinem Geschäftssegment Netz einem solchen durch die Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) regulierten Tarifregime unterworfen. Im Konzernabschluss von VERBUND werden, so die allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht erfüllt sind, weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regulatorische Schulden passiviert.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen ist VERBUND unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Pensionszahlungen auf Endgehaltsbasis an (ehemalige) Mitarbeiter nach deren Eintreten in den Ruhestand zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes Pensionskassenvermögen der APK Pensionskasse AG (Pensionskasse) gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH, Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH bestehen Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA, Versorgungskasse). Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch die Treuhandlösungen werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen saldiert.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei Neubewertungen der Nettoschuld – dabei handelt es sich um versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bzw. Erträge des Planvermögens unter Ausschluss des erwarteten Zinsertrags – im Entstehungsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst werden.

Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen als Personalaufwand erfasst. Der Nettozinsaufwand wird im Zinsaufwand ausgewiesen.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten; als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes bzw. der entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.

Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31.12.2002 begann, erhalten auf Basis österreichischer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Die Höhe dieser Zahlung ist von der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezugs abhängig. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort im sonstigen Ergebnis erfasst werden.

Für alle nach dem 31.12.2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung gegenüber dem Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Bei diesem Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.

Im Rahmen von Altersteilzeitmodellen wird Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruchs unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich geregelten Pensionsantrittsalter aus dem Unternehmen auszuscheiden. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort ergebniswirksam realisiert werden. Pensionsverpflichtungen, pensionsähnliche Verpflichtungen, gesetzliche Abfertigungen und Altersteilzeitverpflichtungen

Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen.

Zum Zweck der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH und der Innwerk AG bestehen ebenfalls Treuhandlösungen (Contractual Trust Arrangement, CTA). Eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.

Rückstellungen

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der Erfüllungsbetrag stellt die bestmögliche Schätzung jener Ausgabe dar, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von Kraftwerken resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung für Abbruchkosten passiviert; zugleich erhöhen sich grundsätzlich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe: Sachanlagen). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Kraftwerksanlagen abgeschrieben; die Rückstellungen werden jährlich aufgezinst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten belasteten Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit dem "belasteten" Vertrag verbundene Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung von Drohverlustrückstellungen vor.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND werden grundsätzlich sämtliche Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als zwölf Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vor-Steuer-Zinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies gilt auch für die Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) entstanden ist. Diese Sachleistungsverpflichtung wird durch periodische Verzinsung erhöht und fortschreitend in jenem Ausmaß getilgt, in dem VERBUND durch Lieferung bzw. Zeitablauf von der Stromlieferverpflichtung frei wird. Im Zuge des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten erfolgte 2013 eine außerplanmäßige Tilgung von 60% der Verpflichtung (siehe: Unternehmenserwerbe).

Ebenso wird die im Rahmen des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten übernommene Verpflichtung zur unentgeltlichen Rückübertragung von 50% der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an den Freistaat Bayern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der erwartete beizulegende Zeitwert der Anteile zum Rückübertragungszeitpunkt (31.12.2050) wird periodisch ermittelt und unter Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes (dieser entspricht den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zum Erwerbszeitpunkt) diskontiert. Änderungen bezüglich des erwarteten beizulegenden Zeitwerts der Anteile werden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern hinreichend sicher ist, dass VERBUND die Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses erfüllen und der Zuschuss tatsächlich gewährt werden wird. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst.

Aufwands- bzw. Ertragszuschüsse der öffentlichen Hand führen ebenfalls zur Bildung eines Passivpostens, der entsprechend dem zeitlichen Anfall der dazugehörigen Aufwendungen periodengerecht aufgelöst wird.

Baukostenbeiträge, die VERBUND (insbesondere von Landesenergiegesellschaften) z.B. für Kraftwerksprojekte erhält, werden gemäß IFRIC 18 bilanziert. Die im Gegenzug gewährten Strombezugs- und Benützungsrechte führen zur Bildung eines Passivpostens, der entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam aufgelöst wird. Die Auflösungsbeträge werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

In den Berichtsperioden 1999 bis 2001 schloss VERBUND mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen ab. Dabei wurden Kraftwerke an amerikanische Investoren verleast und gleichzeitig wieder mittels eines Finanzierungsleasingvertrags zurückgeleast.

Bei den Transaktionen war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen, sowohl für die Equity-Teile als auch für die Loan-Teile, durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren (Zero Coupons, Medium Term Notes) oder durch Ausleihungen an Finanzinstitute gegeben.

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie aufgrund von Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der anzuerkennenden Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden.

In den Berichtsperioden 2009 und 2010 wurden insgesamt rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion von VERBUND hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur (siehe: Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken). Für den Barwertvorteil aus dieser Transaktion wurde ein Passivposten gebildet, der über die Vertragsdauer ergebniswirksam aufgelöst wird. Der Ausweis der Auflösungsbeträge erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die Auflösung der Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die entsprechenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen wurden in der Folge daher auch weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterZuschüsse der öffentlichen Hand

Baukostenbeiträge

Cross-Border-Leasing-Transaktionen hin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (ausschließlich US-Dollar) bestehenden Salden erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet.

Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten weiterhin gesondert dargestellt; sämtliche Positionen sind bilanziell geschlossen.

Ertragsteuern

Der für die Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Tochterunternehmen aus deren steuerpflichtigen Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechneten laufenden Ertragsteuern sowie die Veränderungen der latenten Steuerschulden und -erstattungsansprüche.

Gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode zur Steuerabgrenzung in IAS 12 werden latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Ebene des Tochterunternehmens gebildet. Latente Steuerschulden und -erstattungsansprüche werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung von zu versteuernden Einkommen zukünftiger Berichtsperioden führen. Wahrscheinlich realisierbare Steuervorteile aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen werden in die Ermittlung der Steuerabgrenzungen miteinbezogen. Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen entstehen, führen zu keinen Steuerabgrenzungen; temporäre Differenzen, die aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folgeperioden entstehen bzw. sich verändern, werden hingegen latenziert. Eine weitere Ausnahme von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden temporäre Unterschiede in Bezug auf die Wertansätze von Beteiligungen, sofern diese nicht aus steuerwirksamen Abschreibungen resultieren.

Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß zu dem Zeitpunkt gelten werden, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich wieder ausgleichen werden. Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25%. Für die vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet:

Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen in %
2014 2015
Österreich 25,0 25,0
Bulgarien 10,0 10,0
Deutschland – Personengesellschaften1 12,25 – 12,95 12,25 – 12,95
Deutschland – Kapitalgesellschaften2 24,23 – 28,08 24,23 – 28,92
Rumänien 16,0 16,0
Spanien 25,0 25,0

Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist. // 2 Der angegebene Körperschaftsteuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer.

Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber mit dem Steuerreformgesetz 2005 eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen; der Gruppenträger ist die VERBUND AG.

In der Steuergruppe werden die Gruppenmitglieder vom Gruppenträger mit den auf sie entfallenden Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet. Im Verlustfall erfolgt bei inländischen Gruppenmitgliedern eine Gutschrift. Die Steuerumlagen werden nur bei wesentlichen Abweichungen im Nachhinein angepasst. Bei Verlustübernahmen von ausländischen Gruppenmitgliedern wird, sofern die Voraussetzungen für eine zukünftige Nachversteuerung voraussichtlich erfüllt werden, in Höhe der erwarteten zukünftigen Steuerzahlung eine Verbindlichkeit aus laufenden Steuerschulden erfasst. Eine Abzinsung der erwarteten zukünftigen Steuerzahlung erfolgt nicht.

Der Steuervorteil aus der Firmenwertabschreibung (§ 9 Abs 7 KStG 1988) wird als temporäre Differenz bei Anteilen an Tochterunternehmen (Outside Basis Difference) behandelt.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) gemäß IAS 39 erfüllt sind. In diesem Fall werden diese speziellen Bilanzierungsregeln angewendet. Die Anforderungen gemäß IAS 39 an die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften umfassen insbesondere die Dokumentation der Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und der Sicherungsstrategie sowie die regelmäßige prospektive und retrospektive Effizienzmessung. Ein Sicherungsgeschäft gilt als effizient, wenn sich die Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments in einer Bandbreite von 80% bis 125% der gegenläufigen Zeitwertänderung des Grundgeschäfts bewegt.

Im Fall der Bilanzierung von sogenannten Fair Value Hedges werden das derivative Sicherungsinstrument und das Grundgeschäft (hinsichtlich des abgesicherten Risikos) ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow Hedges eingesetzt, so werden die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert. Sie werden erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt"), wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Werden hochwahrscheinliche zukünftige Transaktionen abgesichert, und führen diese Transaktionen in späteren Perioden zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so sind gemäß IAS 39 die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge in jener Periode ergebniswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die Transaktion zum Ansatz von nicht finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, werden die im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts bzw. der Verbindlichkeit verrechnet (Basis Adjustment), was im Zugangszeitpunkt zu keinem Ergebniseffekt führt.

Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, solche mit negativem beizulegendem Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.

Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von VERBUND abgeschlossen und in diesem Sinn gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Falls die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung eines solchen Eigenverbrauchsvertrags höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen daraus, ist für diesen Eigenverbrauchsvertrag eine Rückstellung gemäß IAS 37 zu bilden. Kommt es

Derivative Finanzinstrumente

jedoch bei Lieferverträgen, die bis dato Eigenverbrauchsverträge darstellten, zu einem Nettoausgleich im Sinne von IAS 39, so sind die Befreiungsregelungen für Eigenverbrauchsverträge nicht länger anzuwenden, und die Lieferverträge sind als freistehende Derivate zu qualifizieren und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken werden im Finanzbereich einzelne derivative Finanzinstrumente (vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) eingesetzt. Abgesehen von den Derivativgeschäften in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) wurden Zinsswaps (Swaps von variabler auf fixe Verzinsung) abgeschlossen, um das bestehende Zinsniveau oder Wertansätze auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden zum Teil als Cashflow Hedges designiert (siehe: Derivative Finanzinstrumente). Jene Zinsswaps , die auf der Ebene von Tochterunternehmen konzerninterne Finanzierungen absichern, werden im Konzernabschluss von VERBUND als Derivate (Bewertungskategorie: Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand) bilanziert. Sicherungsgeschäfte im Finanzbereich

Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden für die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen. Diese Zinsswaps weisen in puncto Zins- und Währungsrisiko ein Risikoprofil auf, das jenem der dazugehörigen Bilanzposten genau entgegengesetzt ist. Deswegen erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den jeweiligen Kursen (Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Hierbei handelt es sich um Stufe-2- Bewertungen aus der Sicht von IFRS 13.

Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus, Yield-Kurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Stufe-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 13.

Sicherungsgeschäfte im Energiebereich; Strom- und Gaskontrakte im Wholesale-Portfolio

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente im Finanzbereich

Im Rahmen der Bilanzierung von Cashflow Hedges setzt VERBUND derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Preisrisikos aus zukünftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäften ein. Als Sicherungsinstrumente werden Forward- und Future-Kontrakte sowie Optionen als Derivate im Sinne von IAS 39 eingesetzt.

VERBUND überprüft monatlich, ob die kumulierte Wertänderung des Grundgeschäfts im Verhältnis zu der des Sicherungsgeschäfts in der von IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften geforderten Bandbreite von 80% bis 125% liegt. Etwaige in dieser Bandbreite liegende, aber von 100% abweichende ineffektive Teile der Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments werden ergebniswirksam erfasst.

Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom-, Gas- sowie CO2-Derivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet und zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.

Die Zeitwertänderungen von Sicherungsinstrumenten, die im Rahmen von Cashflow Hedges eingesetzt werden, werden bis zur Realisierung des Grundgeschäfts ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit einer Aufrechnungsvereinbarung vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktion für Zwecke der

Bilanzierung saldiert (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement). In der Folge werden die Bewertungseffekte mit dem Ergebnis aus dem gesicherten Grundgeschäft verrechnet; in Summe ist somit kein Ergebniseffekt zu erwarten.

Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Strom- sowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz von VERBUND auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben der wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromvermarktung unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft betrieben. Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich (Future- und Forward-Kontrakte für Strom, Gas und CO2) erfolgt ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung dieser derivativen Energiehandelskontrakte wird saldiert (netto) in den Strom- oder Gaserlösen bzw. in den sonstigen Umsatzerlösen (CO2) ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte der von VERBUND eingesetzten Future- und Forward-Kontrakte können zu jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden, da für Future-Kontrakte entsprechende Börsenkurse an den jeweiligen Börsen (European Energy Exchange (EEX), Intercontinental Exchange (ICE), Central European Gas Hub (CEGH)) vorliegen bzw. die Bewertung von Forward-Kontrakten mit einer von Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preiskurve unter Anwendung einer risikolosen Zinsstrukturkurve und Berücksichtigung des Kreditrisikos der Vertragspartner durchgeführt wird. Die Bewertung der von VERBUND eingesetzten Optionen erfolgt auf Basis der von Brokern (ICAP) bereitgestellten Marktinformationen zum jeweiligen Ultimo. Bei den Bewertungen von Strom-, Gas- und CO2-Future-Kontrakten handelt es sich folglich um Stufe-1-Bewertungen gemäß IFRS 13; bei den Bewertungen von Strom-, Gas- und CO2-Forward-Kontrakten sowie von Optionen handelt es sich grundsätzlich um Stufe-2-Bewertungen. Einzig bei der Bewertung des freistehenden Derivats aus dem langfristigen Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach handelt es sich um eine Stufe-3-Bewertung gemäß IFRS 13.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden bzw. mit Erfüllung der Leistung. Eine Lieferung gilt als erbracht, wenn gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt – dies ist der beizulegende Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung – vertraglich festgelegt und die Erfüllung der Forderung aus Lieferungen und Leistungen wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom bzw. Gas an Industrie- und Haushaltskunden, an Energieversorgungsunternehmen, Händler und Strombörsen sowie aus Netzleistungen. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen an Großkunden werden ebenso wie die Erlöse aus dem Energiehandel und Netzleistungen zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert. Im Kleinkundensegment werden Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Teillieferung erbracht worden ist. Die Umsatzerlöse aus Netzleistungen umfassen Erlöse aus nationalen Netztarifen, die seitens der Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) per Verordnung zur Abdeckung der Kosten des Netzes gewährt werden, Erlöse aus Energiehandelskontrakte

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich

Umsatzrealisierung

Versteigerungen der Kapazitäten an engpassbehafteten Grenzen und Erlöse aus der Inter-TSO-Compensation (ITC) zum Ausgleich der internationalen Stromtransportkosten.

Die Realisierungen von Standard-Terminkontrakten im Trading-Bereich, deren Hauptzweck nicht die finale physische Energielieferung, sondern die Bewirtschaftung einer Trading-Position ist, werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen, wobei die zugrunde liegenden Umsätze und Bezugskosten miteinander verrechnet und netto in den Umsatzerlösen dargestellt werden; dies entspricht dem Erfolg aus dem Handel (Trading) mit derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich.

Umsatzerlöse werden um allfällige Erlösschmälerungen gekürzt und ohne Umsatzsteuer sowie nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen ausgewiesen.

Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses erfordert Ermessensausübungen bei der Beurteilung, ob andere Unternehmen von VERBUND beherrscht bzw. gemeinschaftlich geführt werden oder ob VERBUND maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann bzw. ob ein Unternehmen eine gemeinschaftliche Tätigkeit von VERBUND darstellt.

Weitere Ermessensausübungen betreffen die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.

Nachfolgend werden die wesentlichsten Ermessensausübungen und zukunftsbezogenen Annahmen, die dem vorliegenden IFRS-Konzernabschluss zugrunde liegen, beschrieben:

Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer adäquaten Peergroup abgeleitet.

Die Eigenkapitalverzinsung wird mithilfe des Capital-Asset-Pricing-Modells (CAPM) aus Basiszins, Marktrisikoprämie und Beta-Faktor bestimmt. Der Basiszins entspricht der Rendite einer de facto risikofreien und laufzeitäquivalenten Kapitalanlage und wird anhand der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen der Deutschen Bundesbank bestimmt ("Svensson Methode"). Die Marktrisikoprämie entspricht jener Prämie, die ein Eigenkapitalgeber über den Basiszins hinaus für das Halten des Marktportfolios verlangt. Der Beta-Faktor misst die Beziehung zwischen der Kursentwicklung eines Eigenkapitaltitels und eines Gesamtmarkts; er ist damit ein Maß für dessen systematisches Risiko. Eigenkapitaltitel von Energieversorgungsunternehmen und Übertragungsnetzbetreibern zeigen grundsätzlich unterschiedliche Beta-Faktoren. Jene von Energieversorgungsunternehmen sind grundsätzlich weniger volatil als der Gesamtmarkt; jene von Übertragungsnetzbetreibern sind noch stabiler.

Die Fremdkapitalverzinsung vor Steuern entspricht der Rendite von am Markt gehandelten Schuldtiteln mit äquivalentem Ausfallsrisiko und äquivalenter Laufzeit.

Um das Länderrisiko entsprechend abzubilden, werden auf die Eigen- und Fremdkapitalverzinsung entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Jedes Land zeigt ein mehr oder minder hohes Ausfallsrisiko. Der Kapitalmarkt reflektiert dieses Ausfallsrisiko durch unterschiedliche Renditen für Staatsanleihen.

Vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) kontinuierlich beobachtet.

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfungen wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

Firmenwerte in Mio. €
2014 2015
Geschäftssegment Energie 300,0 300,0
Kraftwerksgruppe Inn 280,4 280,4
Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke 161,1 161,1
Firmenwert von VERBUND 741,5 741,5

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Energie

31.12.2014 31.12.2015
Gruppe von
zahlungsmittel
generierenden
Einheiten
Alle hydraulischen, thermischen,
windenergetischen und fotovoltaischen
Kraftanlagen sowie Absatzaktivitäten von
VERBUND zuzüglich Firmenwert1
Alle hydraulischen, thermischen,
windenergetischen und fotovoltaischen
Kraftanlagen sowie Absatzaktivitäten von
VERBUND zuzüglich Firmenwert1
Basis für erzielbaren
Betrag
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts
Bewertung (DCF-Methode)
Kapitalwertorientierte Sum-of-the-Parts
Bewertung (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)
Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Durchschnittlich erwartete Erzeugung der
jeweiligen Kraftwerke
Durchschnittlich erwartete Erzeugung der
jeweiligen Kraftwerke
Preisgerüst Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)
und kraftwerksspezifische Zu- bzw.
Abschläge (für bspw. den Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten)
Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)
und kraftwerksspezifische Zu- bzw.
Abschläge (für bspw. den Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten)
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch
(bis zu 94 Jahre bei Wasserkraftwerken)
Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: kraftwerksspezifisch
(bis zu 94 Jahre bei Wasserkraftwerken)
Wesentliche
Bewertungsannahmen
Strompreis, Clean Spark Spread,
Diskontierungszinssatz
Strompreis, Clean Spark Spread,
Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz WACC nach Steuern: 5,25 % bis 14,25 % in
Abhängigkeit von Erzeugungstechnologie
und Standort
WACC nach Steuern: 5,00% bis 14,00% in
Abhängigkeit von Erzeugungstechnologie
und Standort
Wertminderung der

Periode2

1 Beim Erwerb der VERBUND Innkraftwerke GmbH am 31.8.2009 entstand ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. €. Davon wurden 300,0 Mio. € dem Geschäftssegment Energie zugeordnet, weil dieser Teil des Firmenwerts auf dieser Ebene durch das Management überwacht (bzw. gesteuert) wird. // 2 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments "Energie" zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn

31.12.2014 31.12.2015
Gruppe von
zahlungsmittel
generierenden
Einheiten
Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks
gruppe Inn,1 die jeweils ebenfalls eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich Firmenwert2
Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks
gruppe Inn,1 die jeweils ebenfalls eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich Firmenwert2
Basis für erzielbaren
Betrag
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Innkraftwerke
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)
Planungen der VERBUND Innkraftwerke
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungs
menge in Höhe von 1.900 GWh
Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungs
menge in Höhe von 1.900 GWh
Preisgerüst Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr
erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts
nachweiszertifikaten abgeleitet aus Preis
notierungen; Berücksichtigung des
Wasserzins auf Basis von Bescheiden;
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche
Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr
erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts
nachweiszertifikaten abgeleitet aus Preis
notierungen; Berücksichtigung des
Wasserzins auf Basis von Bescheiden;
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: 94 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei Wasser
kraftwerken); (theoretisch) mögliche
Ausübung von Heimfallsrechten durch den
Freistaat Bayern wurde auf Basis der
aktuellen Erzeugungswertigkeit der
Stromproduktion berücksichtigt
Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: 94 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei Wasser
kraftwerken); (theoretisch) mögliche
Ausübung von Heimfallsrechten durch den
Freistaat Bayern wurde auf Basis der
aktuellen Erzeugungswertigkeit der
Stromproduktion berücksichtigt
Wesentliche
Bewertungsannahmen
Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz WACC nach Steuern: 5,50 % WACC nach Steuern: 5,00 %
Buchwert der Gruppe 1.020,0 Mio. € 1.024,6 Mio. €
Erzielbarer Betrag über
steigt Buchwert um
309,2 Mio. € 487,6 Mio. €
Wertminderung der

Wertminderung der

Periode

Die Kraftwerksgruppe Inn setzt sich aus folgenden Laufwasserkraftwerken zusammen: Aubach, Feldkirchen, Gars, Jettenbach I, Jettenbach II, Neuötting, Perach, Rosenheim, Stammham, Teufelsbruck, Töging und Wasserburg. // 2 Beim Erwerb der VERBUND Innkraftwerke GmbH entstand am 31.8.2009 ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. €. Davon wurden 280,4 Mio. € der Kraftwerksgruppe Inn zugeordnet, weil dieser Teil des Firmenwerts auf dieser Ebene durch das Management überwacht (bzw. gesteuert) wird.

Sensitivitätsanalyse für die Kraftwerksgruppe Inn 31.12.20151

Wertmäßige Ausprägung
der wesentlichen
Wertmäßige Veränderung,
bei der erzielbarer Betrag
Bewertungsannahme gleich Buchwert wäre
Strompreis2 71,1 € pro MWh – 20,00%
Diskontierungszinssatz 5,00% +1,25 PP

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2025. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Sensitivitätsanalyse für die Kraftwerksgruppe Inn 31.12.20141

Wertmäßige Ausprägung
der wesentlichen
Bewertungsannahme
Wertmäßige Veränderung,
bei der erzielbarer Betrag
gleich Buchwert wäre
Strompreis2 57,7 € pro MWh – 14,00%
Diskontierungszinssatz 5,50% +0,85 PP

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2021. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke

31.12.2014 31.12.2015
Gruppe von
zahlungsmittel
generierenden
Einheiten
Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks
gruppe Grenzkraftwerke,1
die jeweils eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und
beim Erwerb durch die Kaufpreisallokation
entstandener latenter Steuerschulden2
Laufwasserkraftwerke der Kraftwerks
gruppe Grenzkraftwerke,1 die jeweils eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und
beim Erwerb durch die Kaufpreisallokation
entstandener latenter Steuerschulden2
Basis für erzielbaren
Betrag
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)
Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungs
menge in Höhe von 3.900 GWh
Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungs
menge in Höhe von 3.900 GWh
Preisgerüst Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr
erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts
nachweiszertifikaten abgeleitet aus Preis
notierungen; Berücksichtigung des
Wasserzins auf Basis von Bescheiden (D);
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche
Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehr
erlöse aus dem Verkauf von Herkunfts
nachweiszertifikaten abgeleitet aus Preis
notierungen; Berücksichtigung des
Wasserzins auf Basis von Bescheiden (D);
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke

31.12.2014 31.12.2015
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: 94 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei Wasser
kraftwerken)
Detailplanungsphase: 6 Jahre,
Grobplanungsphase: 94 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei Wasser
kraftwerken)
Wesentliche
Bewertungsannahmen
Strompreis, Diskontierungszinssatz Strompreis, Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz Österreich: WACC nach Steuern: 5,75 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 5,50 %
Österreich: WACC nach Steuern: 5,25 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 5,00 %
Wertminderung der
Periode3, 4

Die Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke setzt sich aus folgenden Kraftwerken zusammen: Braunau-Simbach, Eggelfing-Obernberg, Ering-Frauenstein, Jochenstein, Nußdorf, Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus. // 2 Der beim Erwerb entstandene Firmenwert resultiert ausschließlich aus der unterschiedlichen Bewertung des abschreibungsbedingten Steuervorteils im beizulegenden Zeitwert der Laufwasserkraftwerke und den den Laufwasserkraftwerken zuordenbaren latenten Steuerschulden. Während der abschreibungsbedingte Steuervorteil diskontiert zu berücksichtigen ist, sind latente Steuerschulden undiskontiert anzusetzen. Um der Ursache der Entstehung des Firmenwerts Rechnung zu tragen, wurden bei der Gegenüberstellung von erzielbarem Betrag und Buchwert die den Laufwasserkraftwerken zuordenbaren latenten Steuerschulden berücksichtigt. // 3 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt. // 4 Zum 31.12.2014 war auf der zweiten Stufe (Test der Werthaltigkeit des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke) keine Wertminderung zu erfassen. Auf der ersten Stufe (bei der Werthaltigkeitsprüfung der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) war jedoch bei einzelnen Laufwasserkraftwerken in Summe eine Wertaufholung von 83,6 Mio. € zu erfassen.

Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken

Werthaltigkeitsprüfung Gas-Kombikraftwerk Mellach

31.12.2014 31.12.2015 Zahlungsmittelgenerierende Einheit Gas-Kombikraftwerk (installierte Leistung elektrisch: 848 MW) Gas-Kombikraftwerk (installierte Leistung elektrisch: 848 MW) Anhaltspunkte für eine (Verringerung der) Wertminderung Aktualisierte Strom- bzw. Gaspreisprognosen sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz Aktualisierte Strom- bzw. Gaspreisprognosen sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz Basis für erzielbaren Betrag Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich Veräußerungskosten Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Cashflow-Ableitung Planungen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. (beruhen primär auf marktnahen Daten) Planungen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. (beruhen primär auf marktnahen Daten) Mengengerüst Optimierungsmodell mit wesentlichen Inputs: installierte Leistung, Wärmeauskopplung (maximal 400 MW) und Wirkungsgrad Volllast (58,8%) Optimierungsmodell mit wesentlichen Inputs: installierte Leistung, Wärmeauskopplung (maximal 400 MW) und Wirkungsgrad Volllast (58,8%) Preisgerüst Externe Preisprognosen (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden); erwartete Erlöse in Zusammenhang mit der Ausfallsreserve Fernwärme Graz bzw. strategischen Netzreserve, Schätzung von Instandhaltungs- und Stillstandskosten durch Fachverantwortliche Externe Preisprognosen (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden); temporäre erwartete Erlöse aus strategischer Netzreserve, Engpassmanagement, Redispatch, Schätzung von Instandhaltungs- und Stillstandskosten durch Fachverantwortliche

Werthaltigkeitsprüfung Gas-Kombikraftwerk Mellach

31.12.2014 31.12.2015
Planungszeitraum Gesamtkapazität von durchschnittlich rund
100.000 äquivalenten Betriebsstunden (im
Durchschnitt 2040 erreicht)
Gesamtkapazität von durchschnittlich rund
100.000 äquivalenten Betriebsstunden
oder bis zum Jahr 2040 (in Abhängigkeit
vom früheren Eintritt)
Wesentliche
Bewertungsannahmen
Entwicklung Clean Spark Spreads,
Diskontierungszinssatz, Einschätzung
Ausgang des Schiedsverfahrens und
erwartete temporäre Erlöse in
Zusammenhang mit der Ausfallsreserve
Fernwärme Graz
Entwicklung Clean Spark Spreads,
Diskontierungszinssatz, temporär
erwartete Erlöse aus Engpassmanagement
und Redispatch
Diskontierungszinssatz WACC nach Steuern: 5,75 % WACC nach Steuern: 5,25 %
Erzielbarer Betrag 153,2 Mio. € 40,4 Mio. €
Wertminderung bzw.
Wertaufholung der
Periode2
12,2 Mio. € – 115,6 Mio. €

Die Wertminderung bzw. Wertaufholung wurde um die Veränderung von abgegrenzten Zuschüssen der öffentlichen Hand gekürzt. In der Berichtsperiode wurde bereits zum 30.9.2015 eine Wertminderung (Anhaltspunkte dafür: aktualisierte Strom- bzw. Gaspreisprognosen, Zuschlag strategische Netzreserve Deutschland sowie aktualisierter Diskontierungszinssatz) in Höhe von 59,9 Mio. € erfasst. Zum 31.12.2015 erhöhte sich die unterjährig erfasste Wertminderung auf 115,6 Mio. €.

Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20151

Wertmäßige
Ausprägung der
wesentlichen
Bewertungs
annahme
Veränderung der
wesentlichen
Bewertungs
annahme
Auswirkungen
auf die
Buchwerte der
Vermögens
werte
Clean Spark Spread2 42,0 €/MWh ±5% +11,8 Mio. €
– 11,8 Mio. €
Diskontierungszinssatz 5,25% ±0,25 PP – 1,0 Mio. €
+1,0 Mio. €
Temporär erwartete Erlöse aus Engpassmanagement und
Redispatch3
87,8 €/MWh ±10% +11,5 Mio. €
– 11,8 Mio. €

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf das Jahr 2025. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die temporär erwarteten Erlöse aus Engpassmanagement und Redispatch beziehen sich auf die Jahre 2016–2021. Die Sensitivitätsanalyse variiert die Erlöse konstant in diesem Zeitraum.

Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20141

Wertmäßige
Ausprägung der
wesentlichen
Bewertungs
annahme
Veränderung der
wesentlichen
Bewertungs
annahme
Auswirkungen
auf die
Buchwerte der
Vermögens
werte
Clean Spark Spread2 33,4 €/MWh ±5% +26,4 Mio. €
– 26,5 Mio. €
Diskontierungszinssatz 5,75% ±0,25 PP – 7,0 Mio. €
+7,3 Mio. €

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf das Jahr 2021. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Werthaltigkeitsprüfung Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH

Werthaltigkeitsprüfungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

31.12.2014 31.12.2015
Zahlungsmittel
generierende Einheit
Gemeinschaftsunternehmen von
VERBUND und EVN AG, das eine 100%ige
Beteiligung an der Ashta Shpk hält, die
wiederum ein 2-stufiges Hydromatrix
Kraftwerk (installierte Leistung: 53 MW) in
Albanien betreibt
Gemeinschaftsunternehmen von
VERBUND und EVN AG, das eine 100%ige
Beteiligung an der Ashta Shpk hält, die
wiederum ein 2-stufiges Hydromatrix
Kraftwerk (installierte Leistung: 53 MW) in
Albanien betreibt
Anhaltspunkte für eine
(Verringerung der)
Wertminderung
Aktualisierte Strompreisprognosen und
aktualisierter Diskontierungszinssatz
Begleichung aller offenen Forderungen
durch Korporata Elektroenergjetike
Shqiptare (KESH)
Basis für erzielbaren
Betrag
Nutzungswert Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten
Bewertungsverfahren Kapitalwertorientiert (DCF-Methode) Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)
Cashflow-Ableitung Planungen der Energji Ashta Shpk Planungen der Energji Ashta Shpk
Mengengerüst Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge
in Höhe von 242 GWh
Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche
Erzeugungsmenge in Höhe von 242 GWh
Preisgerüst Strompreisprognosen des VERBUND
Energy-Market-Model (VEMM)
2016–2027: Strompreise gemäß
Abnahmevertrag mit KESH
2028–2043: externe Preisprognosen
(siehe: Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden)
Planungszeitraum Detailplanungsphase: 1 Jahr,
Grobplanungsphase: 99 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei
Wasserkraftwerken)
Detailplanungsphase: 1 Jahr,
Grobplanungsphase: 27 Jahre (langfristige
Reinvestitions-, Wartungs- und
Instandhaltungszyklen bei
Wasserkraftwerken)
Wesentliche
Bewertungsannahmen
Strompreisprognosen, Laufzeit der
Wasserkraftwerkskonzession und
Diskontierungszinssatz
Strompreisprognosen und
Diskontierungszinssatz
Diskontierungszinssatz WACC vor Steuern: 15,00%1 WACC nach Steuern (2016–2027): 13,00%
WACC nach Steuern (2028–2043): 14,00%
Erzielbarer Betrag2 – 42,0 Mio. € – 22,2 Mio. €
Wertminderung bzw.
Wertaufholung der
Periode – 9,4 Mio. € 13,3 Mio. €

Der Werthaltigkeitsprüfung vom 31.12.2014 lag ein WACC nach Steuern von 14,25 % zugrunde. Der angegebene Diskontierungszinssatz vor Steuern wurde iterativ ermittelt. // Im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH auf null herabgemindert. Zusätzlich hält VERBUND jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH darstellen.

Bewertung des Erdgasliefervertrags für das Gas-Kombikraftwerk Mellach Zwischen VERBUND und der EconGas GmbH war am 24.6.2008 ein langfristiger Erdgasliefervertrag unterzeichnet worden. Die Fahrweise aus der Einsatzoptimierung des Gas-Kombikraftwerks Mellach führt zum Weiterverkauf wesentlicher Erdgasmengen. Eine solche Bewirtschaftung des Erdgasliefervertrags wird in den IFRS einem Nettoausgleich des Erdgasliefervertrags gleichgestellt; die Befreiungsregelung für Eigenbedarfsverträge in IAS 39 (Own Use Exemption) war folglich nicht mehr anwendbar. Der Erdgasliefervertrag wird daher seit 2012 als freistehendes Derivat qualifiziert und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts lag als Mengengerüst die vertragliche, aber in einem Monatsraster einsatzoptimierte Take-or-pay-Menge über die Vertragslaufzeit (bis 2026) zugrunde. Das Preisgerüst wurde als Differenz zwischen einem prognostizierten Wholesale-Preis für Erdgas und dem prognostizierten (an den Erdölpreis gebundenen) Vertragspreis bestimmt; die Preise wurden anhand der Prognosen zweier renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Darüber hinaus wurde der Unterschied zwischen dem vertraglich vereinbarten und marktüblichen Leistungspreis berücksichtigt.

Am 29.5.2013 wurde ein Antrag auf Abstellung eines kartellrechtswidrigen Verhaltens der EconGas GmbH beim Oberlandesgericht Wien eingebracht. Seit diesem Zeitpunkt werden auch die möglichen Ausgänge des Verfahrens mittels Szenarienmodell bei der Bewertung berücksichtigt.

Sensitivitätsanalyse für bedeutende nicht beobachtbare Inputfaktoren 31.12.20151
in Mio. €
Annahme Änderung der
Annahme
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung
des operativen
Ergebnisses um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung des
operativen
Ergebnisses um
Prognostizierter (an den Erdölpreis
gebundener) Vertragspreis für Erdgas2
33,7 €/MWh ±5% – 11,5 14,5
Prognostizierter Wholesale-Preis
für Erdgas3
30,7 €/MWh ±5% 14,3 – 10,0
Laufzeit4 2026 n.a. n.a. n.a.
Jährliche Take-or-pay-Menge5 3.125 GWh n.a. n.a. n.a.
Marktüblicher Leistungspreis6 n.a. n.a. n.a. n.a.
Szenarien bezüglich des Ausgangs
des kartellrechtlichen Verfahrens6
n.a. n.a. n.a. n.a.
Sensitivitätsanalyse für bedeutende nicht beobachtbare Inputfaktoren 31.12.20141 in Mio. €
Annahme Änderung der
Annahme
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung
des operativen
Ergebnisses um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung des
operativen
Ergebnisses um
Prognostizierter (an den Erdölpreis
gebundener) Vertragspreis für Erdgas2
32,4 €/MWh ±5% – 17,9 16,5
Prognostizierter Wholesale-Preis
für Erdgas3
32,1 €/MWh ±5% 17,4 – 15,3
Laufzeit4 2026 n.a. n.a. n.a.
Jährliche Take-or-pay-Menge5 3.125 GWh n.a. n.a. n.a.
Marktüblicher Leistungspreis6 n.a. n.a. n.a. n.a.
Szenarien bezüglich des Ausgangs
des kartellrechtlichen Verfahrens6
n.a. n.a. n.a. n.a.

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils ein nicht beobachtbarer Inputfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der nicht beobachtbaren Inputfaktoren jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Vertragspreis bezieht sich auf das Jahr 2025 (Vorjahr: 2021). Die Sensitivitätsanalyse variiert den Vertragspreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Der angegebene Wholesale-Preis für Erdgas bezieht sich auf das Jahr 2025 (Vorjahr: 2021). Die Sensitivitätsanalyse variiert den Wholesale-Preis für Erdgas konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 4 Im Erdgasliefervertrag wurde eine 20-jährige Laufzeit bis 2031 vereinbart. Beide Vertragspartner haben jedoch nach 15 Jahren die einmalige Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung. Da davon ausgegangen wird, dass der zu diesem Zeitpunkt durch den Erdgasliefervertrag benachteiligte Vertragspartner von diesem Kündigungsrecht Gebrauch machen wird, wird der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eine 15-jährige Laufzeit zugrunde gelegt. // 5 Im Erdgasliefervertrag wurde eine über die gesamte Vertragslaufzeit fixe jährliche Take-or-pay-Menge vereinbart. Veränderungen der jährlichen Take-or-pay-Menge können sich daher nur aus Vertragsänderungen ergeben. // 6 Die Anhangsangaben zum marktüblichen Leistungspreis und zu den Szenarien bezüglich des Ausgangs des Verfahrens zur Abstellung eines kartellrechtswidrigen Verhaltens der EconGas GmbH sowie zur Sensitivität dieser Inputfaktoren unterbleiben, da damit zu rechnen ist, dass diese Anhangsangaben die Lage von VERBUND im kartellrechtlichen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Bewertung der Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH

Mit Wirkung vom 22.8.2014 veräußerte VERBUND 40% der 50%igen Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH an die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Im Zuge dessen räumte die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG VERBUND eine Put- und eine Call-Option ein: VERBUND kann zwischen 1.6.2018 und 30.6.2018 seine verbliebene 10%ige Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH an die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG veräußern oder seine 10%ige Beteiligung auf 25% durch Erwerb von Anteilen der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG aufstocken. Der Ausübungspreis entspricht bei beiden Optionen den bis dahin angefallenen anteiligen Investitionskosten für das Gemeinschaftskraftwerk Inn zuzüglich einer Verzinsung.

Die bedeutenden nicht beobachtbaren Inputfaktoren, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde lagen, waren die Strompreisprognosen und der Diskontierungszinssatz (für die Ermittlung des Basiswerts) sowie die Volatilität des Basiswerts.

Sensitivitätsanalyse für bedeutende nicht beobachtbare Inputfaktoren 31.12.20151
in Mio. €
Annahme Änderung der
Annahme
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung
des operativen
Ergebnisses um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung des
operativen
Ergebnisses um
Strompreis2 71,1 €/MWh ±5% 4,7 – 4,2
Diskontierungszinssatz 5,25% ±0,25 PP – 4,5 5,8
Volatilität des Basiswerts 11,50% ±1,00 PP 0,4 – 0,1

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils ein nicht beobachtbarer Inputfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der nicht beobachtbaren Inputfaktoren jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2025. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Sensitivitätsanalyse für bedeutende nicht beobachtbare Inputfaktoren 31.12.20141
in Mio. €
Annahme Änderung der
Annahme
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung
des operativen
Ergebnisses um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung des
operativen
Ergebnisses um
Strompreis2 57,7 €/MWh ±5% 4,4 – 3,9
Diskontierungszinssatz 5,75% ±0,25 PP – 4,1 5,2
Volatilität des Basiswerts 9,75% ±1,00 PP 0,5 – 0,4

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils ein nicht beobachtbarer Inputfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität können Änderungen der nicht beobachtbaren Inputfaktoren jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen) Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2021. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont.

Die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert zum 31.12.2015: 727,7 Mio. €; Vorjahr: 762,9 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Abzinsungszinssatz, das geschätzte Pensionsantrittsalter und die geschätzte Lebenserwartung sowie künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen:

Bewertung von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungen

Versicherungsmathematische Annahmen zu Pensionsverpflichtungen

2014 2015
Abzinsungssatz bzw. erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 2,00% 2,00 %
Pensionssteigerungen 2,25% 2,25 %
Gehaltssteigerungen 2,25% 2,25 %
Fluktuation keine keine
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P
Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P

Versicherungsmathematische Annahmen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen

2014 2015
Abzinsungssatz 2,00% 2,25 %
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0%– 4,0% 0,0 % – 4,0 %
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex 4,0%– 6,5% 4,0 % – 6,5 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P
Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P

Versicherungsmathematische Annahmen zu Abfertigungsverpflichtungen

2014 2015
Abzinsungssatz 2,00% 2,00 %
Gehaltssteigerungen 2,25% 2,25 %
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0%– 4,0% 0,0 % – 4,0 %
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P
Pagler & Pagler
AVÖ 2008-P

Die bestehenden Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen Abfertigungsverpflichtungen setzen VERBUND Investitions-, Zinsänderungs-, Lebenserwartungs-, Gehaltsrisiken, Preissteigerungs- und Fluktuationsrisiken aus. Investitionsrisikoreduzierend wirkt die Veranlagungsstrategie, die sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. den entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) orientiert. Dennoch können Veranlagungserträge, die unter der Rendite von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen liegen, zu einer Erhöhung der Verpflichtungen führen. Ein Absinken der Rendite von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen, ein Anstieg der Lebenserwartung, Gehaltssteigerungen und Preissteigerungen im Bereich der medizinischen Versorgung würden ebenfalls in einer Erhöhung der Verpflichtungen resultieren. Weiters ergäbe sich eine höhere Verpflichtung, wenn die zukünftige tatsächliche Fluktuationsrate unter der aktuell angenommenen liegen würde.

In den nachfolgenden Sensitivitätsanalysen für Pensions-, pensionsähnliche und Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Veränderungen der wesentlichen Einflussfaktoren isoliert auftreten. Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgt analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) gemäß IAS 19.

Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2015

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um
Abzinsungssatz ±0,25 – 3,00% 3,15%
Pensionssteigerungen ±0,50 6,44% – 5,86%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 5,05% – 4,08%

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2015

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Abzinsungssatz ±0,25 – 4,30% 4,54%
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des
Spitalskostenindex für Neuverträge
±0,50 9,07% – 8,11%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 5,54% – 5,57%

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2015

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Abzinsungssatz ±0,25 – 1,98% 2,04%
Gehaltssteigerungen ±0,50 4,03% – 3,81%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 0,06% – 0,08%

Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2014

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um
Abzinsungssatz ±0,25 – 3,04% 3,16%
Pensionssteigerungen ±0,50 5,71% – 5,29%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 4,39% – 4,81%

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2014

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Abzinsungssatz ±0,25 – 4,56% 4,90%
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des
Spitalskostenindex für Neuverträge ±0,50 9,27% – 8,10%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 6,09% – 6,21%

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2014

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren
Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung
um
Abzinsungssatz ±0,25 – 2,03% 2,19%
Gehaltssteigerungen ±0,50 4,27% – 3,95%
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel ±1 Jahr 0,07% – 0,08%

Mit den Entscheidungen vom 27.9.2011 hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Systemnutzungstarife-Verordnungen (SNT-VO) für 2009, 2010 und 2011 aufgehoben. Als Konsequenz aus diesen Entscheidungen drohte der Austrian Power Grid AG (APG) die Rückzahlung der auf Basis dieser Verordnungen erhobenen Netznutzungsentgelte für Pumpspeicherkraftwerke, der Netzverlustentgelte sowie der Systemdienstleistungsentgelte in all jenen Verfahren, welche Anlassfälle waren bzw. die von der Ausdehnung der Anlassfallwirkung umfasst waren. Die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-VO) für 2012 wurde von den Erzeugungsunternehmen ebenfalls in Bezug auf diese Entgeltkomponenten angefochten; bezüglich des Netzverlustentgelts und des Netznutzungsentgelts für Pumpspeicherkraftwerke hat der VfGH die SNE-VO aber als gesetzeskonform bestätigt. Hinsichtlich des Systemdienstleistungsentgelts hat der VfGH die angefochtenen Bestimmungen der SNE-VO 2012 aufgehoben. Die drohenden Rückzahlungsverpflichtungen bezüglich der SNE-VO für 2012 betreffen daher nur jene Verfahren zum Systemdienstleistungsentgelt, die (Quasi-)Anlassfälle sind. Zum 31.12.2014 betrugen die in Zusammenhang mit diesen Verfahren gebildeten Vorsorgen 48,5 Mio. €. Im Rahmen von Oesterreichs Energie (Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft) wurden in der Berichtsperiode 2015 zwischen Erzeugungsunternehmen und Netzbetreibern Verhandlungen zum generellen Vergleich aller noch offenen Verfahren in Abstimmung mit dem Regulator geführt. Diesbezüglich wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, die eine teilweise Rückzahlung durch die Netzbetreiber vorsieht. Die in Zusammenhang mit diesen Verfahren gebildeten Rückstellungen für Stromlieferungen und Netzleistungen waren zum 30.6.2015 entsprechend aufzulösen. Die Auflösung in Höhe von 37,1 Mio. € wurde unter den Netzerlösen Energieversorgungsunternehmen Inland erfasst. Zusätzlich waren in diesem Zusammenhang Forderungswertberichtigungen im Ausmaß von 3,3 Mio. € aufzulösen. Zwischen 30.6.2015 und 31.12.2015 wurden fast alle Verfahrensbereinigungen wie erwartet umgesetzt. Bei den vereinzelt noch offenen Verfahren wird mit einer Erledigung im Laufe des Jahres 2016 gerechnet.

Bewertung von Rückstellungen

Die Bewertung der Drohverlustrückstellungen (Buchwert zum 31.12.2015: 24,0 Mio. €, Vorjahr: 49,0 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die Drohverlustrückstellungen wurden für belastete Stromlieferverträge und belastete Fernwärmelieferverpflichtungen gebildet. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Strom- und Primärenergiepreise, die Kosten für Fernwärmeersatzbeschaffungen bei einem Ausfall des Fernwärme liefernden Kraftwerks, Emissionszertifikate und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 2,50% (Vorjahr: 3,25%).

Die Bewertung der Rückstellungen für Abbruch- und Dekontaminationskosten (Buchwert zum 31.12.2015: 24,2 Mio. €; Vorjahr: 22,1 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die erwarteten Abbruchzeitpunkte, etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruch- und Dekontaminationskosten bzw. Schrotterlöse, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 2,50% (Vorjahr: 3,25%).

Eventualverbindlichkeiten

Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch unwahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten erfasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.

Gemeinschaftliche Tätigkeit: Ennskraftwerke Aktiengesellschaft Die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft (Kapitalbeteiligung VERBUND:Energie AG im Verhältnis 50:50) ist aufgrund der Sachverhalte und Umstände, dass die Tätigkeit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft ausschließlich auf die Belieferung der beiden Parteien mit dem produzierten Strom zu Produktionskosten (inkl. einer fixen Gewinnmarge) ausgerichtet ist und deshalb die seitens der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft eingegangenen Schulden im Wesentlichen nur durch die Zahlungsströme beglichen werden können, die ihr aus dem Verkauf des Stroms an die Parteien zufließen, als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen. Dies hat zur Folge, dass die Ennskraftwerke Aktiengesellschaft mit dem VERBUND zuzurechnenden Anteil an Vermögen und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen in den Konzernabschluss aufgenommen wird. Maßgeblich für die Höhe des Anteils ist dabei das Verhältnis der Stromlieferungen an die beiden Parteien. Die Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besitzt und betreibt zwölf Wasserkraftwerke entlang der Enns und Steyr. Das Verhältnis der Stromlieferungen an die beiden Parteien unterscheidet sich von Kraftwerk zu Kraftwerk. Aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten werden die Vermögenswerte und Schulden bzw. Erlöse und Aufwendungen der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft auf Basis des durchschnittlichen Verhältnisses der gesamten Stromlieferungen (VERBUND 62% und Energie AG 38%) in den Konzernabschluss von VERBUND aufgenommen.

Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung von VERBUND sind die Geschäftstätigkeiten den Segmenten Energie, Netz sowie Beteiligungen & Services zugeordnet. Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen der internen Berichtsstruktur an den Gesamtvorstand als Hauptentscheidungsträger.

Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandelsund Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (Management Approach) auszurichten, wodurch sich die folgende Abgrenzung der Geschäftssegmente ergibt:

Energie

Das Geschäftssegment Energie umfasst sämtliche Tochterunternehmen bzw. Profit-Center von VERBUND, die mit dem Bau, dem Betrieb und der Instandhaltung hydraulischer, thermischer und photovoltaischer oder windenergetischer Kraftanlagen befasst sind. Das Geschäftssegment Energie umfasst darüber hinaus den Energiehandel sowie den Vertrieb von Strom und Gas an Endkunden. In der Berichtsperiode 2015 wurde die mit Wirkung vom 12.6.2015 erstmals vollkonsolidierte VERBUND Sales Deutschland GmbH dem Geschäftssegment Energie zugeordnet. Die 100%ige Beteiligung an der Haos Invest EAD war bis zur Entkonsolidierung mit Wirkung vom 6.3.2015 und die 100%ige Beteiligung an der VERBUND Renewable Power GmbH bis zur Verschmelzung mit Wirkung vom 15.12.2015 dem Segment Energie zugeordnet (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).

Netz

Das Geschäftssegment Netz entspricht der Austrian Power Grid AG (APG), die als gesellschaftsrechtlich eigenständiger und unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber und Regelzonenführer (Independent Transmission Operator, ITO) im Netzbereich Österreich das 220/380-kV-Hochspannungsnetz sowie Teile des 110-kV-Netzes betreibt und erhält.

Beteiligungen & Services

Das Geschäftssegment Beteiligungen & Services umfasst insbesondere die Leitungs- und Steuerungsfunktionen in Bezug auf die in- und ausländischen Beteiligungen von VERBUND. Hierzu zählen insbesondere die direkt von der VERBUND AG gehaltenen Beteiligungen an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG sowie die (indirekt) von der VERBUND Hydro Power GmbH gehaltene Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk. Darüber hinaus werden diesem Geschäftssegment Projektgesellschaften von VERBUND bis zum Baubeginn der Produktionskapazitäten zugeordnet; danach erfolgt eine Umgliederung in das Geschäftssegment Energie. Diesem Geschäftssegment sind auch jene Tochterunternehmen bzw. Profit-Center zugeordnet, die Konzernfunktionen wie z.B. Finanzierungsleistungen, Shared-Service-Center-Leistungen und Telekommunikationsdienstleistungen erbringen. In der Berichtsperiode 2015 wurden die mit Wirkung vom 5.1.2015 neu gegründete, nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH ebenso wie die mit Wirkung vom 18.8.2015 erworbene, nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH dem Geschäftssegment Beteiligungen & Services zugeordnet.

Segmentabgrenzung

Erläuterung der Geschäftssegmentdaten Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das operative Ergebnis herangezogen. Das operative Ergebnis je Geschäftssegment entspricht der Summe der operativen Ergebnisse der in das jeweilige Geschäftssegment einbezogenen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen. Die Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet.

Für das Geschäftssegment Beteiligungen & Services ist ferner das Beteiligungsergebnis, welches zur Gänze diesem Geschäftssegment zugerechnet wird, von Bedeutung. Da einige nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen von zu den Geschäftssegmenten Energie und Netz zugehörigen Tochterunternehmen gehalten werden, kommt es zu einer (vernachlässigbaren) asymmetrischen Allokation von Vermögen und Ergebnissen.

Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital Employed. Das Capital Employed entspricht dem Gesamtvermögen eines Geschäftssegments abzüglich jener Vermögenswerte, die bei VERBUND (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen), und abzüglich unverzinslicher Schulden.

Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten, die neben den Abschreibungen auf immaterielles und Sachanlagevermögen in das operative Ergebnis eingehen, umfassen insbesondere Bewertungseffekte aus Derivaten und Sicherungsgeschäften im Energiebereich, Auflösungsbeträge aus dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge, unbare Rückstellungsveränderungen sowie etwaige Abschreibungen auf Primärenergievorräte.

Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen aufgrund etwaiger Unternehmenserwerbe. Die Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen Beteiligungen umfassen Kapitalerhöhungen sowie etwaige Anteilserwerbe. Kapitalerhöhungen bei zur Veräußerung gehaltenen Beteiligungen sind in den Zugängen nicht erfasst (siehe: (30) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden).

Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRS.

Geschäftssegmentdaten in Mio. €
Energie Netz Beteiligungen
& Services
Eliminierung Summe
Konzern
2015
Außenumsatz 2.229,6 724,7 15,4 0,0 2.969,6
Innenumsatz 212,6 108,6 72,1 – 393,3 0,0
Gesamtumsatz 2.442,2 833,2 87,5 – 393,3 2.969,6
Operatives Ergebnis 277,9 180,1 – 24,4 – 23,1 410,6
Abschreibungen – 278,6 – 72,8 – 9,9 1,3 – 360,0
Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
– 118,0 0,0 0,0 0,0 – 118,0
Andere wesentliche nicht
zahlungswirksame Posten
52,5 64,4 4,7 – 33,4 88,2
Beteiligungsergebnis 47,5 47,5
davon Ergebnis aus nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
27,3 27,3
davon Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
13,3 13,3
Capital Employed 7.019,1 1.097,8 7.131,3 – 6.567,2 8.681,0
davon Buchwert der nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
2,4 1,3 264,1 0,0 267,8
Zugänge zu immateriellem und
Sachanlagevermögen
164,1 114,0 6,4 0,0 284,6
Zugänge zu Beteiligungen 0,0 5,0 10,3 0,0 15,3

Geschäftssegmentdaten

Geschäftssegmentdaten in Mio. €
Energie Netz Beteiligungen
& Services
Eliminierung Summe
Konzern
2014
Außenumsatz 2.366,0 494,5 10,6 0,0 2.871,1
Innenumsatz 143,2 110,6 77,0 – 330,8 0,0
Gesamtumsatz 2.509,3 605,1 87,5 – 330,8 2.871,1
Operatives Ergebnis 428,6 58,0 – 35,4 – 39,3 411,9
Abschreibungen – 314,9 – 69,8 – 9,7 1,5 – 392,9
Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
– 55,5 0,0 – 0,4 0,0 – 55,9
Andere wesentliche nicht
zahlungswirksame Posten
– 73,8 11,1 2,4 – 10,6 – 70,9
Beteiligungsergebnis 0,0 0,0 16,9 0,0 16,9
davon Ergebnis aus nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
0,0 0,0 33,0 0,0 33,0
davon Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
0,0 0,0 – 13,3 0,0 – 13,3
Capital Employed 8.081,0 1.050,0 7.888,6 – 7.783,3 9.236,4
davon Buchwert der nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
2,3 1,4 256,6 0,0 260,4
Zugänge zu immateriellem und
Sachanlagevermögen
291,3 138,5 6,7 0,0 436,4
Zugänge zu Beteiligungen 0,0 0,0 1,6 0,0 1,6

Überleitungsrechnungen

Das operative Ergebnis in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND; die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinnund Verlustrechnung entnommen werden.

Die Überleitungsrechnung vom Gesamtbetrag für das Capital Employed zur Bilanzsumme von VERBUND ist wie folgt:

Überleitungsrechnung vom Capital Employed zur Bilanzsumme in Mio. €
2014 2015
Capital Employed 9.236,4 8.681,0
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes
Vermögen 1.047,1 1.103,8
Unverzinsliche Schulden 1.963,8 1.978,2
Summe der Vermögenswerte von VERBUND 12.247,3 11.763,0

Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich.

Es gibt keinen einzelnen Kunden von VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10% der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.

Geografische Segmentberichterstattung: Umsätze in Mio. €
2014 2015
Stromlieferungen im Inland 1.156,2 1.061,5
Stromlieferungen im Ausland 1.271,2 1.274,9
davon in Deutschland 1.147,5 1.072,9
davon in restlichen EU-Staaten 115,7 197,1
davon in anderen Staaten 8,0 4,8
Stromlieferungen an nicht fortzuführende Aktivitäten 3,1 0,0
Stromlieferungen der nicht fortzuführenden Aktivitäten – 12,4 0,0
Stromerlöse 2.418,1 2.336,4
Netzleistungen im Inland 280,2 355,8
Netzleistungen im Ausland 71,2 83,8
davon in EU-Staaten 70,0 83,8
davon in anderen Staaten 1,2 0,0
Netzerlöse 351,4 439,6
Sonstige Erlöse im Inland 94,8 187,0
Sonstige Erlöse im Ausland 6,7 6,6
Sonstige Erlöse 101,6 193,6
Summe der Umsatzerlöse 2.871,1 2.969,7
Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen in Mio. €
2014 2015
Immaterielles und Sachanlagevermögen 10.232,9 10.006,6
davon in Österreich 6.947,9 6.830,2
davon in Deutschland 3.087,3 2.993,6
davon in restlichen EU-Staaten 197,8 182,8
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 260,4 267,8
davon in Österreich 259,8 266,6
davon in Deutschland 0,6 1,2
davon in anderen Staaten1 0,0 0,0

Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk hält.

Unternehmensweite Angaben

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Stromerlöse

Stromerlöse nach Kundenbereichen in Mio. €
2014
Inland
2015
Inland
2014
Ausland
2015
Ausland
2014
Summe
2015
Summe
Stromlieferungen an
Weiterverteiler
Stromlieferungen an Händler
677,0
40,5
592,4
56,0
151,9
893,2
201,2
880,7
828,8
933,7
793,6
936,7
Stromlieferungen an
Endkunden
438,7 413,1 226,1 193,0 664,9 606,1
Stromerlöse nach
Kundenbereichen
1.156,2 1.061,5 1.271,2 1.274,9 2.427,4 2.336,4
Stromlieferungen an nicht
fortzuführende Aktivitäten
3,1 0,0
Stromlieferungen der nicht
fortzuführenden Aktivitäten
– 12,4 0,0
Stromerlöse1 2.418,1 2.336,4

Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, werden die Energiehandelsumsätze netto ausgewiesen, d.h. Realisierungen und Bewertungen werden jeweils saldiert dargestellt. Ohne diesen Nettoausweis wären die Stromerlöse (und die Strombezugsaufwendungen) der Berichtsperiode 2015 um 2.176,6 Mio. € (Vorjahr: 2.529,7 Mio. €) höher gewesen.

(2) Netzerlöse

Netzerlöse nach Kundenbereichen in Mio. €
2014
Inland
2015
Inland
2014
Ausland
2015
Ausland
Energieversorgungsunternehmen1 199,4 279,3 0,0 3,1
Industriekunden 14,9 17,3 0,0 0,0
Übrige 65,9 59,2 71,2 80,8
Netzerlöse 280,2 355,8 71,2 83,8

Aufgrund von Verfahrensbereinigungen wurden Rückstellungen für Stromlieferungen und Netzleistungen in Höhe von 37,1 Mio. € und Forderungswertberichtigungen in Höhe von 3,3 Mio. € aufgelöst (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen.

Sonstige Erlöse in Mio. €
2014 2015
Umsatzerlöse aus Gaslieferungen bzw. Gashandel1 27,5 110,4
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweis- bzw.
Grünstromzertifikaten
27,4 25,8
Umsatzerlöse aus Fernwärmelieferungen 16,0 18,1
Umsatzerlöse für Consulting- und Projektierungsleistungen sowie für
sonstige Leistungsverrechnungen
12,6 20,1
Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 6,6 6,8
Personalbeistellung 5,5 3,6
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Abfallprodukten 1,0 1,2
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten 0,8 3,7
Übrige 4,0 3,8
Sonstige Erlöse 101,6 193,6

Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, werden die Energiehandelsumsätze saldiert ausgewiesen, d.h. Realisierungen und Bewertungen werden jeweils saldiert dargestellt. Ohne diesen Nettoausweis wären die Umsatzerlöse aus dem Gashandel (und die Gasbezugsaufwendungen) der Berichtsperiode 2015 um 1.067,8 Mio. € (Vorjahr: 684,5 Mio. €) höher gewesen.

(3) Sonstige Erlöse

Sonstige betriebliche Erträge in Mio. €

2014 2015
Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen 28,1 26,2
Erträge aus diversen Lieferungen und Leistungen 8,5 14,4
Zeitanteilige Auflösung von Baukostenbeiträgen 1,8 9,3
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten 8,9 6,1
Versicherungsentschädigungen 2,8 5,6
Erträge aus Materialverkäufen 1,9 3,2
Miet- und Pachterträge 2,9 2,5
Planmäßige Auflösung des Abgrenzungspostens aus Cross Border Leasing 1,6 1,6
Bestandsveränderungen von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten1 – 2,4 0,0
Übrige jeweils < 2,0 Mio. € 1,6 1,6
Sonstige betriebliche Erträge 55,7 70,5

In den Bestandsveränderungen von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten sind im Vorjahr 12,9 Mio. € an Abschreibungen von rumänischen Grünstromzertifikatsvorräten auf den Nettoveräußerungswert enthalten.

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug in Mio. €

2014 2015
Aufwendungen für Strombezug 1.060,1 1.108,7
Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung) 224,0 182,7
Aufwendungen für Gasbezug1 42,7 120,4
Aufwendungen für den Bezug von Herkunftsnachweis- bzw.
Grünstromzertifikaten
1,0 0,4
Emissionszertifikatebezug (Handel) 0,6 3,6
Strom, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug 1.328,4 1.415,8

1 Zwischen VERBUND und der EconGas GmbH besteht ein langfristiger Erdgasliefervertrag, der aufgrund seiner Bewirtschaftung als freistehendes Derivat zu qualifizieren und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren war (siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen). In der Berichtsperiode 2015 betrug der daraus resultierende Aufwand 8,4 Mio. € (Vorjahr: Ertrag 2,1 Mio. €).

Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen in Mio. €
2014 2015
Erdgaseinsatz 27,3 58,4
Kohle- und Heizöleinsatz1 86,9 52,5
Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate 6,3 11,9
Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 17,2 15,8
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 137,8 138,7

Im Kohle- und Heizöleinsatz sind 1,4 Mio. € an Abschreibungen von Kohlevorräten (Vorjahr: 17,8 Mio. €) und 0,0 Mio. € an Abschreibungen von Heizölvorräten (Vorjahr: 1,4 Mio. €) auf den Nettoveräußerungswert enthalten.

(4) Sonstige betriebliche Erträge

(5) Strom-, Netz-, Gasund Zertifikatebezug

(6) Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen

(7) Personalaufwand

Personalaufwand in Mio. €
2014 2015
Löhne und Gehälter 257,9 254,5
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 56,9 56,7
Sonstige Sozialaufwendungen 3,9 3,7
Zwischensumme 318,7 314,9
Aufwendungen für Altersversorgung 32,5 13,5
Aufwendungen für Abfertigungen 8,2 4,5
Personalaufwand 359,3 332,9

Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen in der Berichtsperiode 2015 insgesamt 8,0 Mio. € (Vorjahr: 8,0 Mio. €). Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten insgesamt 1,4 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeitervorsorgekasse.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Mio. €
2014 2015
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 385,6 353,0
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 7,4 7,1
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 392,9 360,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen in Mio. €
2014 2015
Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte 81,9 75,7
Sonstige Leistungen durch Dritte 16,5 19,7
Werbeaufwendungen 17,6 15,9
Aufwand für Aufsicht durch die E-Control 13,0 12,9
Aufwendungen für EDV 10,3 11,8
Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen 18,3 10,2
Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten
2,4 10,1
Reisespesen, Fortbildung 9,5 9,2
Kosten für beigestelltes Personal, Aushilfsarbeiten 10,3 7,7
Materialaufwand für Instandhaltung und Kfz-Betrieb 9,6 7,6
Mieten 17,7 7,2
Entschädigungsleistungen 3,9 5,6
Versicherungen 5,3 5,3
Betriebskosten 4,1 3,8
Gebühren 4,2 3,8
Bezogene Telekommunikationsdienste 3,6 3,7
Mitgliedsbeiträge 3,4 3,2
Konzessionsabgaben 2,7 2,7
Auflösung von Rückstellungen – 6,3 – 0,7
Übrige 12,2 48,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 240,4 264,1

(8) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

(9) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen in Mio. €
2014 2015
Gas-Kombikraftwerk Mellach 12,2 – 115,6
Abgegrenzte Zuschüsse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach – 0,5 3,1
Windparks Rumänien1 – 150,2 – 5,3
Steinkohlekraftwerk Dürnrohr2 – 8,9 0,0
Lärchwand-Schrägaufzug – 7,6 0,0
Windpark Kavarna – 7,1 0,0
Vorprojektkosten für einen Windpark in Rumänien – 5,5 0,0
Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf 10,6 0,0
Abgegrenzte Zuschüsse für die Laufwasserkraftwerke
Gössendorf und Kalsdorf
– 0,7 0,0
Laufwasserkraftwerk Freudenau 26,6 0,0
Abgegrenzte Baukostenbeiträge für das Laufwasserkraftwerk Freudenau – 6,6 0,0
Laufwasserkraftwerke Braunau-Simbach, Jochenstein,
Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus 83,6 0,0
Übrige Wertminderungen – 1,8 – 0,1
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen – 55,9 – 118,0

(10) Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Aufgrund aktualisierter Strompreisprognosen und gestiegener operativer Kosten war eine Wertminderung des rumänischen Windparks Ventus zu erfassen. Die Wertminderungen des Vorjahrs waren aufgrund aktualisierter Strompreisprognosen und geänderter Einschätzungen hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten sowie eines aktualisierten Diskontierungszinsatzes zu erfassen. // 2 Aufgrund des Beschlusses zur Stilllegung des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr war im Vorjahr in Höhe des Restbuchwerts eine Wertminderung zu erfassen.

In der Berichtsperiode 2015 und im Vorjahr resultierte das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Wesentlichen aus dem positiven Ergebnis der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, die in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit, mit dem Schwerpunkt Kärnten, und international tätig ist.

Sonstiges Beteiligungsergebnis in Mio. €
2014 2015
Erträge aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 10,6 10,6
Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
3,1 0,3
Aufwendungen aus Beteiligungen und nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
– 3,7 – 4,0
Aufwendungen aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
– 12,9 0,0
Sonstiges Beteiligungsergebnis – 2,9 6,9

(11) Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

(12) Sonstiges Beteiligungsergebnis

(13) Zinsertrag in Mio. €
Zinsertrag 2014 2015
Zinsen aus Finanzanlagen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen
Positionen
28,2 28,8
Zinsen aus Geldmarktgeschäften 1,2 0,6
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7,9 2,2
Zinsertrag 37,4 31,7
(14) Zinsaufwand in Mio. €
Zinsaufwand 2014 2015
Zinsen für Anleihen 88,6 63,9
Zinsen für Bankkredite 39,9 31,0
Zinsen für Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit bilanziell
geschlossenen Positionen
28,2 28,5
Aufwendungen aus dem Rückkauf von Anleihen1 0,0 23,8
Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferverpflichtungen 17,8 17,5
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen 23,3 15,9
Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen 4,2 1,5
Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile 0,1 0,2
Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten – 17,0 – 13,6
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11,7 15,5
Zinsaufwand 196,8 184,2

Im Zuge des aktiven Bilanzmanagements von VERBUND wurden in der Berichtsperiode 2015 Schuldverschreibungen der Anleihe 2009 –2019 mit einem Nominale von insgesamt 156,5 Mio. € zurückgekauft. Die angekauften Schuldverschreibungen wurden entwertet. Die Differenz zwischen Buchwert der ausgebuchten finanziellen Verbindlichkeit betrug 23,8 Mio. €.

(15) Übriges Finanzergebnis

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Ausschüttung von Investmentfonds, Erträge aus Wertpapierveranlagungen und ergebniswirksame Bewertungsergebnisse aus Finanzinstrumenten. Die Veranlagungen in Investmentfonds wurden ursprünglich insbesondere zur Deckung der Pensionsrückstellungen durchgeführt; mittlerweile enthalten sie aber auch Veranlagungen zur Bildung von Liquiditätsreserven. Im übrigen Finanzergebnis werden ferner Erträge aus Ausleihungen sowie Fremdwährungskursgewinne und -verluste erfasst.

Übriges Finanzergebnis in Mio. €
2014 2015
Erträge aus Finanzinstrumenten 9,1 2,7
Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten im Finanzbereich – 14,2 2,1
Bewertung der Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH 17,1 0,8
Fremdwährungskursgewinne 0,2 0,6
Aufwendungen aus Finanzinstrumenten – 1,5 – 0,3
Fremdwährungskursverluste – 0,5 – 5,4
Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung – 18,6 – 6,0
Übrige – 7,2 3,8
Übriges Finanzergebnis – 15,5 – 1,7

Das Ergebnis aus der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung betrifft die Verpflichtung zur Rückübertragung von 50% der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an die Bundesrepublik Deutschland bzw. an den Freistaat Bayern. Es resultiert aus der (mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz) diskontierten Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile zum 31.12.2050.

Das Ergebnis aus der Bewertung der Inhaberposition Gemeinschaftskraft Inn GmbH betrifft die von der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG eingeräumte Put- bzw. Call-Option über 10% der Anteile (Put-Option) bzw. 15% der Anteile (Call-Option) an der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH (siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen.

in Mio. €
2014 2015
– 9,4 13,3
– 3,9 0,0
– 13,3 13,3
in Mio. €
2014 2015
81,1 11,4
6,0 – 1,4
11,2 43,5
98,3 53,5

Im Aufwand für laufende Ertragsteuern sind aperiodische Erträge in Höhe von 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) enthalten.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und erfasstem Steueraufwand von VERBUND sind wie folgt:

Steuerüberleitungsrechnung in Mio. €
2014 2015
Rechnerischer Ertragsteueraufwand (25,0%) 63,5 76,0
Werthaltigkeitsprüfungen von Sachanlagevermögen 40,7 1,3
Werthaltigkeitsprüfungen von nach der Equity-Methode bilanzierten und
sonstigen Beteiligungen
10,9 – 3,3
Abgang von Beteiligungen 4,5 0,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – 8,3 – 6,8
Steuerfreie Beteiligungserträge – 2,4 – 2,7
Differenzen aus sonstige Posten (jeweils <2 Mio. €) – 0,2 – 2,3
Ertragsteueraufwand der Periode 108,8 62,3
Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) – 10,5 – 8,8
Erfasster Ertragsteueraufwand 98,3 53,5
Effektivsteuersatz 38,7 % 17,6 %

(16) Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

(17) Ertragsteuern

(18) Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten Das Ergebnis aus nicht fortzuführenden Aktivitäten entspricht dem Ergebnis, das den 100%igen Beteiligungen Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. bis zur Entkonsolidierung im Vorjahr zuzurechnen war. Mit Wirkung vom 6.3.2015 wurde der Verkauf der nach der Entkonsolidierung verbliebenen sonstigen Beteiligungen abgeschlossen (siehe: (30) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden).

(19) Ergebnis je Aktie

Ermittlung des Ergebnisses je Aktie in Mio. €
------------------------------------- -- -----------
2014 2015
Periodenergebnis 180,5 250,3
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis – 54,4 – 42,6
Konzernergebnis 126,1 207,7
Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl 347.415.686 347.415.686
Ergebnis je Aktie in €1 0,36 0,60

1 Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. €
2014 2014 2015 2015
Differenzen aus der
Währungsumrechnung
Bewertungsergebnis im Eigenkapital 1,1 0,3
Umgliederungsbetrag in die Gewinn
und Verlustrechnung
0,0 1,1 0,0 0,3
Bewertungen von zur Veräußerung
verfügbaren Finanzinstrumenten
Bewertungsergebnis im Eigenkapital 26,2 3,9
Umgliederungsbetrag in die Gewinn
und Verlustrechnung
0,0 26,2 – 2,9 1,0
Bewertungen von Cashflow Hedges
Bewertungsergebnis im Eigenkapital 51,8 71,7
Umgliederungsbetrag in die Gewinn
und Verlustrechnung
– 20,8 – 4,7
Verrechnung mit dem erstmaligen
Wertansatz von Bilanzposten
0,0 31,0 0,0 67,0
Sonstige Ergebnisse aus nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
Bewertungsergebnis im Eigenkapital 0,1 0,0
Umgliederungsbetrag in die Gewinn
und Verlustrechnung
12,9 0,0
Verrechnung mit dem erstmaligen
Wertansatz von Bilanzposten
0,0 13,0 0,0 0,0
Sonstiges Ergebnis 71,3 68,4

(20) Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung

Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis in Mio. €
2014
Vor
2014 2014
Nach
2015
Vor
2015 2015
Nach
Steuern Steuern Steuern Steuern Steuern Steuern
Neubewertungen der
Nettoschuld aus
leistungsorientierten
Verpflichtungen – 131,0 33,4 – 97,6 16,6 – 4,1 12,5
Sonstige Ergebnisse aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen – 3,8 – 3,8 – 8,3 – 8,3
Summe der Posten, die nicht
nachträglich in die Gewinn
und Verlustrechnung
umgegliedert werden – 134,8 33,4 – 101,5 8,3 – 4,1 4,2
Differenzen aus der
Währungsumrechnung
1,1 1,1 0,3 0,3
Bewertungen von zur
Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten
26,2 – 5,5 20,7 1,0 – 0,2 0,8
Bewertungen von
Cashflow Hedges
31,0 – 7,8 23,3 67,0 – 16,7 50,2
Sonstige Ergebnisse aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen
Summe der Posten, die
nachträglich in die Gewinn
und Verlustrechnung
13,0 13,0 0,0 0,0
umgegliedert werden 71,3 – 13,2 58,1 68,4 – 17,0 51,4
Sonstiges Ergebnis – 63,5 20,1 – 43,4 76,7 – 21,1 55,6

(21) Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis

Erläuterungen zur Bilanz

(22) Immaterielle Vermögenswerte Als immaterielle Vermögenswerte werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Wasserrechte, Software, Nutzungsrechte für Fremdanlagen sowie daraus abgeleitete Lizenzen und Firmenwerte ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen,
Rechte,
Lizenzen
Firmenwerte Summe
2015
Anschaffungskosten zum 1.1. 121,2 766,8 888,0
Zugänge 15,3 0,0 15,3
Abgänge – 1,7 0,0 – 1,7
Umbuchungen 0,7 0,0 0,7
Anschaffungskosten zum 31.12. 135,6 766,8 902,4
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 66,3 25,3 91,6
Abschreibungen 7,1 0,0 7,1
Wertminderungen 0,4 0,0 0,4
Abgänge – 1,5 0,0 – 1,5
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 72,3 25,3 97,6
Nettobuchwert zum 31.12. 63,3 741,5 804,8
Nettobuchwert zum 1.1. 54,9 741,5 796,4
Immaterielle Vermögenswerte Konzessionen,
Rechte,
Lizenzen
Firmenwerte in Mio. €
Summe
2014
Anschaffungskosten zum 1.1. 111,7 766,8 878,5
Zugänge 24,2 0,0 24,2
Abgänge – 15,5 0,0 – 15,5
Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" – 0,2 0,0 – 0,2
Umbuchungen 0,9 0,0 0,9
Anschaffungskosten zum 31.12. 121,2 766,8 888,0
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 53,9 25,3 79,2
Abschreibungen 7,4 0,0 7,4
Wertminderungen 5,7 0,0 5,7
Abgänge – 0,6 0,0 – 0,6
Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" 0,0 0,0 0,0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 66,3 25,3 91,6
Nettobuchwert zum 31.12. 54,9 741,5 796,4
Nettobuchwert zum 1.1. 57,8 741,5 799,3

Als Sachanlagen werden Immobilien, maschinelle und elektrische Anlagen, Leitungen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Anlagen in Bau und Projekte ausgewiesen.

Sachanlagen in Mio. €
Grund
stücke
und
Bauten
Maschi
nelle
Anlagen
Elektri
sche
Anlagen
Leitungen Betriebs
und Ge
schäfts
aus
stattung
Anlagen
in Bau
und
Projekte
Summe
2015
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 1.1.
7.500,1 4.400,0 3.347,1 1.310,7 174,1 623,2 17.354,9
Währungsdifferenzen – 0,6 – 2,4 – 0,1 0,0 0,0 – 0,1 – 3,2
Zugänge 14,2 43,3 52,4 5,4 8,9 145,2 269,3
Abgänge – 12,5 – 12,6 – 30,6 – 0,3 – 5,8 – 0,3 – 62,1
Umbuchungen 29,9 33,9 72,3 0,7 0,2 – 137,7 – 0,7
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 31.12.
7.531,0 4.462,2 3.441,0 1.316,5 177,5 630,2 17.558,1
Kumulierte
Abschreibungen
zum 1.1.
2.874,2 2.238,2 2.011,7 668,2 119,1 7,1 7.918,3
Währungsdifferenzen – 0,1 – 1,7 0,0 0,0 0,0 – 0,1 – 1,9
Abschreibungen 98,4 102,8 114,1 24,9 12,6 0,0 353,0
Wertminderungen 15,5 82,9 17,4 4,0 0,0 0,8 120,7
Abgänge – 1,5 – 5,3 – 21,9 0,0 – 5,2 0,0 – 33,8
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Kumulierte
Abschreibungen
zum 31.12.
2.986,6 2.416,9 2.121,4 697,2 126,5 7,9 8.356,2
Nettobuchwert zum 31.12. 4.544,5 2.045,3 1.319,6 619,3 51,0 622,3 9.201,9

Nettobuchwert zum 1.1. 4.625,9 2.161,8 1.335,3 642,5 55,1 616,0 9.436,6

(23) Sachanlagen

Sachanlagen in Mio. €
Grund
stücke
und
Bauten
Maschi
nelle
Anlagen
Elektri
sche
Anlagen
Leitungen Betriebs
und Ge
schäfts
aus
stattung
Anlagen
in Bau
und
Projekte
Summe
2014
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 1.1.
7.223,4 4.468,3 3.335,2 1.275,0 169,4 569,5 17.040,4
Währungsdifferenzen – 0,2 – 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,9
Zugänge 16,6 71,0 75,4 15,7 10,7 223,0 412,3
Abgänge – 2,9 – 17,2 – 40,2 0,0 – 6,1 – 0,3 – 66,7
Einstufung als "zur
Veräußerung gehalten"
– 0,2 – 28,9 0,0 0,0 – 0,2 0,0 – 29,3
Umbuchungen1 263,5 – 92,6 – 23,4 20,1 0,5 – 169,0 – 0,9
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 31.12.
7.500,1 4.400,0 3.347,1 1.310,7 174,1 623,2 17.354,9
Kumulierte
Abschreibungen
zum 1.1.
2.843,5 2.029,3 1.943,9 644,0 112,0 2,9 7.575,5
Währungsdifferenzen 0,0 – 1,4 0,0 0,0 0,0 0,0 – 1,5
Abschreibungen 107,1 116,4 125,4 24,7 12,1 0,0 385,6
Wertminderungen 5,5 163,9 3,7 0,0 1,0 5,5 179,5
Wertaufholungen – 69,2 – 38,8 – 27,1 – 0,8 0,0 – 1,2 – 137,1
Abgänge – 1,7 – 17,0 – 38,1 0,0 – 5,9 0,0 – 62,8
Einstufung als "zur
Veräußerung gehalten"
0,0 – 20,8 0,0 0,0 0,0 0,0 – 20,9
Umbuchungen1 – 10,8 6,5 4,0 0,3 0,0 0,0 0,0
Kumulierte
Abschreibungen
zum 31.12.
2.874,2 2.238,2 2.011,7 668,2 119,1 7,1 7.918,3
Nettobuchwert zum 31.12. 4.625,9 2.161,8 1.335,3 642,5 55,1 616,0 9.436,6
Nettobuchwert zum 1.1. 4.379,9 2.438,9 1.391,2 631,0 57,4 566,6 9.465,1

Im Jahr 2014 kam es zu einer Überarbeitung der Aufteilung der beizulegenden Zeitwerte der Laufwasserkraftwerke, die in 2013 im Zuge des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten erworben worden waren, auf die Komponenten des Sachanlagevermögens. Dabei wurde ein Nettobuchwert von insgesamt 354,7 Mio. € von den Bauten, maschinellen Anlagen und elektrischen Anlagen zu den Grundstücken umgebucht.

Die Zugänge stellen sich im Detail wie folgt dar:

Zugänge in Mio. €

2014 2015
Kraftwerk Reißeck II 81,7 46,6
Netzraum Kaprun: 380-kV-Ausbau UW Kaprun – NK Tauern 15,6 18,6
Erweiterung der österreichischen Windparks 18,6 17,1
Kraftwerk Ybbs-Persenbeug (Maschinen- u. Leittechnikerneuerung) 9,1 16,2
Optimierungsprogramm Transformatoren 14,1 13,5
Automatisierung Wasserkraftwerke 5,9 11,6
Umspannwerk Schwarzenbach: 380/110-kV-Einbindung KW Tauernmoos 11,5 0,4
Kraftwerk Töging 52,0 0,2
Umspannwerk Sarasdorf: 3.+4. System, 380-kV-Leitung 13,8 0,2
Sonstige Zugänge jeweils <10,0 Mio. € 190,0 144,9
Zugänge zu den Sachanlagen 412,3 269,3

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen in Mio. €

2014 2015
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 304,1 321,2
Zugänge 0,8 3,5
Dividenden – 14,2 – 14,2
Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode1 34,3 26,5
Sonstiges Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode – 3,7 – 8,3
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 321,2 328,7
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 60,8 60,8
Wertminderungen1 0,0 0,0
Wertaufholungen1 0,0 0,0
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 60,8 60,8
Nettobuchwert zum 31.12. 260,4 267,8
Nettobuchwert zum 1.1. 243,2 260,4

Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH darstellen. In der Berichtsperiode 2015 erhöhten die positiven Ergebnisse aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr: negative Ergebnisse von – 1,2 Mio. €) und die Wertaufholung in Höhe von 13,3 Mio. € (Vorjahr: Wertminderung von – 9,4 Mio. €) den (Rest-)Buchwert dieser langfristigen Ausleihungen. Sie wurden in oben stehender Tabelle nicht berücksichtigt.

Die Zugänge bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betreffen in der Berichtsperiode 2015 die Neugründung der VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH, den Erwerb der SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH und Kapitalerhöhungen bei der AQUANTO GmbH.

Eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen ist unter Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND dargestellt.

(24) Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

(25)
Sonstige
Beteiligungen
Sonstige Beteiligungen in Mio. €
Anteile an nicht
konsolidierten
Tochter
unternehmen
Sonstige
Beteiligungen
Summe
2015
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. 1,0 140,2 141,1
Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen 6,9 5,0 11,8
Abgänge – 0,2 – 3,0 – 3,2
Umbuchungen 3,0 – 3,0 0,0
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. 10,7 139,1 149,8
Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. 0,2 38,6 38,8
Wertminderungen 0,0 1,9 1,9
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 – 3,5 – 3,5
Abgänge – 0,2 – 2,8 – 2,9
Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. 0,0 34,2 34,2
Nettobuchwert zum 31.12. 10,7 104,9 115,6
Nettobuchwert zum 1.1. 0,8 101,5 102,3
Sonstige Beteiligungen
in Mio. €
Anteile an nicht
konsolidierten
Tochter
unternehmen
Sonstige
Beteiligungen
Summe
1,2 139,4 140,6
0,0 0,9 0,9
– 0,3 – 0,1 – 0,3
0,0 0,0 0,0
1,0 140,2 141,1
0,0 53,5 53,5
0,2 6,6 6,7
0,0 – 21,4 – 21,4
0,0 0,0 0,0
0,2 38,6 38,8
0,8 101,5 102,3
1,2 85,9 87,1

Die Zugänge der Berichtsperiode 2015 betrafen im Wesentlichen die Kapitalerhöhungen bei der SMATRICS GmbH & Co KG (6,9 Mio. €, Vorjahr: 0,9 Mio. €) und den Erwerb von 5% der Anteile an der französischen H.G.R.T. (4,8 Mio. €).

Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. €
2014 2015
Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen 317,1 358,2
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen 113,8 123,1
Übrige Finanzanlagen und sonstige Forderungen 140,0 213,7
Summe 571,0 695,0
Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen
Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen
Summe
2015
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 57,0 260,1 317,1
Fremdwährungsbewertung 6,2 27,4 33,6
Zugänge 2,4 2,0 4,3
Kapitalisierte Zinsen 0,0 10,3 10,3
Abgänge – 1,4 – 5,8 – 7,2
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 64,2 294,0 358,2
Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen
Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen
Summe
2014
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. 49,7 226,0 275,7
Fremdwährungsbewertung 6,2 27,1 33,3
Zugänge 2,4 1,8 4,2
Kapitalisierte Zinsen 0,0 10,2 10,2
Abgänge – 1,3 – 5,0 – 6,2
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. 57,0 260,1 317,1

Die Wertpapiere bestanden zum 31.12.2015 aus Medium Term Notes mit einem Nominale in Höhe von 67,5 Mio. \$ (Vorjahr: 66,7 Mio. \$) bzw. 64,2 Mio. € (Vorjahr: 57,0 Mio. €).

Wertpapiere in Höhe von 64,2 Mio. € (Vorjahr: 57,0 Mio. €) und Ausleihungen in Höhe von 294,0 Mio. € (Vorjahr: 260,1 Mio. €) sind verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen dienen Banken zur Besicherung von Krediten.

(26) Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen
Ausleihungen
an Beteiligungs
unternehmen
Wertpapiere
(Wertrechte)
Sonstige
Ausleihungen
Summe
2015
Anschaffungskosten zum 1.1. 83,2 111,2 1,4 195,8
Zugänge 0,0 40,8 4,7 45,5
Abgänge 0,0 – 0,1 – 0,1 – 0,1
Umbuchungen – 3,5 – 3,3 – 0,1 – 7,0
Anschaffungskosten zum 31.12. 79,7 148,5 5,9 234,2
Kumulierte Wertanpassungen
zum 1.1.
42,3 18,5 0,0 60,8
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 – 0,4 0,0 – 0,4
Umgliederungen ("Recycling") 0,0 – 2,9 0,0 – 2,9
Ergebnis aus nach der Equity
Methode bilanzierten Beteiligungen1
– 0,8 0,0 0,0 – 0,8
Wertaufholungen von nach der Equity
Methode bilanzierten Beteiligungen1
– 13,3 0,0 0,0 – 13,3
Zuschuss bei nach der Equity
Methode bilanzierten Beteiligungen1
– 6,0 0,0 0,0 – 6,0
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 – 0,4 0,0 – 0,4
Kumulierte Wertanpassungen
zum 31.12.
22,2 14,7 0,0 36,9
Nettobuchwert zum 31.12. 57,5 133,8 5,9 197,3
Nettobuchwert zum 1.1. 40,9 92,7 1,4 134,9
Nettobuchwert der sonstigen lang
fristigen Forderungen zum 31.12.2
139,6
Nettobuchwert der sonstigen lang
fristigen Forderungen zum 1.1.2
118,9
Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 336,9
Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 253,9

Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition. Positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. // 2 inkl. Buchwert der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen in Mio. €
Ausleihungen
an Beteiligungs
unternehmen
Wertpapiere
(Wertrechte)
Sonstige
Ausleihungen
Summe
2014
Anschaffungskosten zum 1.1. 69,6 116,3 1,2 187,2
Zugänge 0,0 0,0 0,4 0,4
Abgänge 0,0 – 5,3 0,0 – 5,3
Umbuchungen 13,6 0,2 – 0,3 13,6
Anschaffungskosten zum 31.12. 83,2 111,2 1,4 195,8
Kumulierte Wertanpassungen
zum 1.1. 31,7 23,7 0,0 55,4
Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis 0,0 – 4,9 0,0 – 4,9
Umgliederungen ("Recycling") 0,0 0,1 0,0 0,1
Ergebnis aus nach der Equity
Methode bilanzierten Beteiligungen1
1,2 1,2
Wertminderungen von nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen1 9,4 9,4
Abgänge 0,0 – 0,7 0,0 – 0,7
Umbuchungen 0,0 0,2 0,0 0,2
Kumulierte Wertanpassungen
zum 31.12.
42,3 18,5 0,0 60,8
Nettobuchwert zum 31.12. 40,9 92,7 1,4 134,9
Nettobuchwert zum 1.1. 37,9 92,6 1,2 131,7
Nettobuchwert der sonstigen lang
fristigen Forderungen zum 31.12.2
118,9
Nettobuchwert der sonstigen lang
fristigen Forderungen zum 1.1.2
89,9
Nettobuchwert gesamt zum 31.12. 253,9
Nettobuchwert gesamt zum 1.1. 221,7

Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition. Positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. // 2 inkl. Buchwert der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

Die Wertpapiere in Höhe von 133,8 Mio. € (Vorjahr: 92,7 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds zur Deckung von Sozialkapitalverpflichtungen und waren als "zur Veräußerung verfügbar" eingestuft.

In den langfristigen sonstigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehen, in Höhe von 123,1 Mio. € (Vorjahr: 113,8 Mio. €) enthalten.

(27)

Vorräte

Vorräte in Mio. €
2014 2015
Heizöl 6,2 0,1
Kohle 64,5 33,8
Erdgas 0,0 1,8
Abzüglich Wertberichtigungen – 39,0 – 30,0
Vorräte an Primärenergieträgern zu Erzeugungszwecken 31,6 5,7
Erdgas zu Handelszwecken 8,2 0,0
Bewertungen von Erdgas zu Handelszwecken 0,6 0,0
Beizulegender Zeitwert von Erdgas zu Handelszwecken 8,8 0,0
Emissionszertifikate zu Handelszwecken 8,3 5,1
Bewertungen von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken 3,0 3,9
Beizulegender Zeitwert von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken 11,3 9,0
Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate 0,2 0,2
Hilfs- und Betriebsstoffe 4,3 4,1
Sonstige 0,3 0,0
Vorräte 56,5 19,1
(28)
Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
und sonstige
Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
2014
Langfristig
2015
Langfristig
2014
Kurzfristig
2015
Kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
0,0 0,0 264,9 302,5
Forderungen gegenüber als "zur
Veräußerung gehalten" eingestuften
Beteiligungen
0,0 0,0 150,4 0,0
Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen
0,0 0,0 65,7 31,7
Sonstige Ausleihungen 0,4 1,0
Ausleihungen an Beteiligungs
unternehmen
3,5 3,5
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
118,9 139,6 487,6 291,3
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Forderungen 118,9 139,6 972,5 630,0

Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr wurden unter den Finanzanlagen und langfristigen sonstigen Forderungen ausgewiesen (siehe: (26) Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen).

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
in Mio. €
2014
Langfristig
2015
Langfristig
2014
Kurzfristig
2015
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 0,0 0,0 125,6 184,0
Geldmarktgeschäfte 0,0 0,0 265,2 0,0
Forderungen aus Verrechnungen von Steuern 0,0 0,0 27,4 19,8
Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn
GmbH
0,0 0,0 17,1 18,0
Sicherstellungen im Stromhandel 0,0 0,0 13,4 8,3
Emissionszertifikate 7,2 12,0
Forderungen aus Zinsabgrenzungen 0,0 0,0 0,5 0,5
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 113,8 123,1 0,0 0,0
Sonstige 5,1 16,5 31,2 48,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 118,9 139,6 487,6 291,3

Die wesentlichen Wertberichtigungen bzw. Zahlungsstörungen (Überfälligkeiten) waren wie folgt:

Wertberichtigungen in Mio. €
Forderung
netto
(Buchwert)
davon: zum
Bilanzstichtag
wertgemindert
Wert
berichtigungen
Forderung
brutto
2015
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
302,5 13,5 3,6 306,1
Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen
31,7 0,0 0,0 31,7
Ausleihungen 4,5 0,0 0,0 4,5
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
291,3 0,0 0,0 291,4
Summe 630,0 13,5 3,6 633,7
2014
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
264,9 11,9 5,7 270,6
Forderungen gegenüber als "zur
Veräußerung gehalten" eingestuften
Beteiligungen
150,4 0,0 0,0 150,4
Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen
65,7 0,0 0,0 65,7
Ausleihungen 3,9 0,0 0,0 3,9
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
487,6 0,0 0,0 487,6
Summe 972,5 11,9 5,7 978,2
Überfälligkeiten 2015 in Mio. €
davon zum
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber
Buchwert
Bilanzstich
in den angegebenen Zeitbändern überfällig
tag weder
wertgemin
dert noch
überfällig
bis 30 Tage 31 bis 120
Tage
121 bis 360
Tage
>360 Tage
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
302,5 281,1 7,2 0,3 0,0 0,4
Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen
31,7 31,5 0,1 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen 4,5 4,5 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
291,3 291,0 0,2 0,0 0,0 0,1
Summe 630,0 608,1 7,5 0,3 0,0 0,5
Überfälligkeiten 2014 Buchwert davon zum
Bilanzstich
tag weder
wertgemin
dert noch
überfällig
bis 30 Tage 31 bis 120
Tage
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber
in den angegebenen Zeitbändern überfällig
121 bis 360
Tage
in Mio. €
>360 Tage
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
264,9 244,5 8,1 0,1 0,1 0,2
Forderungen gegenüber als zur
Veräußerung gehalten
eingestuften Beteiligungen
150,4 150,4 0,0 0,0 0,0 0,0
Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen
65,7 63,0 2,7 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen 3,9 3,9 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
487,6 487,3 0,0 0,0 0,0 0,2
Summe 972,5 949,0 10,9 0,1 0,1 0,5

Die langfristigen sonstigen Forderungen waren in der Berichtsperiode 2015 und im Vorjahr weder überfällig noch wertgemindert.

(29) Liquide Mittel

Liquide Mittel in Mio. €
2014 2015
Guthaben bei Kreditinstituten 41,6 28,8
Kassenbestand 0,1 0,1
Liquide Mittel 41,7 28,9

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar.

Mit Wirkung vom 6.3.2015 wurde der Verkauf der zum 31.12.2014 als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften 100%igen sonstigen Beteiligungen an der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und der Toul Power S.A.S. an KKR Credit Advisors (US) abgeschlossen (Closing). Anlässlich der Veräußerung wurden Forderungsabschreibungen von Forderungen gegenüber der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. in Höhe von 0,5 Mio. € als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst.

Mit Wirkung vom 6.3.2015 wurde der Verkauf der 100%igen vollkonsolidierten Beteiligung an der Haos Invest EAD an die Inwind SpLtd. bzw. die Inovent Holding AD abgeschlossen (Closing). Da zu diesem Zeitpunkt die Beherrschung durch VERBUND verloren gegangen ist, wurden die zum 31.12.2014 als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften Vermögenswerte und Schulden der Haos Invest EAD zum 6.3.2015 entkonsolidiert. Bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns in Höhe von 3,4 Mio. €, der als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst wurde, wurde ein bedingter Kaufpreisbestandteil berücksichtigt, der am 11.5.2015 fällig geworden ist (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).

Mit Wirkung vom 27.3.2015 führten die Gläubigerbanken der zum 31.12.2014 als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften 45,75%igen sonstigen Beteiligung an der Sorgenia S.p.A. (Group) im Rahmen eines italienischen Sanierungsverfahrens ("128 bis Agreement") eine 400-Mio.-€-Kapitalerhöhung (Debt Equity Swaps) bei der Sorgenia S.p.A. (Group) durch. Dabei reduzierte sich die Beteiligung von VERBUND an der Sorgenia S.p.A. (Group) auf unter 1%. Anschließend veräußerte VERBUND, ebenfalls mit Wirkung vom 27.3.2015, die verbliebene Beteiligung an der Sorgenia S.p.A. (Group) an die Nuova Sorgenia Holding S.p.A. (eine neu gegründete Gesellschaft der Gläubigerbanken der Sorgenia S.p.A. (Group)). Die Veräußerung hatte keine Auswirkungen auf das Periodenergebnis.

Sämtliche Beteiligungen, die von VERBUND im Vorjahr als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft wurden, waren dem Segment Beteiligungen & Services zuzuordnen. Die Vermögenswerte und Schulden der veräußerten Haos Invest EAD waren Teil des Segments Energie.

Die Entscheidung zur Veräußerung der Beteiligungen war durch die strategische Fokussierung von VERBUND auf Mehrheitsbeteiligungen mit dem Schwerpunkt auf Stromerzeugung aus Wasserkraft und auf den österreichischen und deutschen Markt bedingt.

Das Grundkapital setzt sich wie auch im Vorjahr aus 170.233.686 Stückaktien in Form von Inhaberaktien (Kategorie A) und 177.182.000 Stückaktien in Form von Namensaktien (Kategorie B) zusammen. Die Kategorie B repräsentiert 51% des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt.

In den Kapitalrücklagen wurde mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 954,3 Mio. €) jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist.

Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne sowie die Effekte auf das den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Eigenkapital aus der Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen. Von den angesammelten Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß den Bilanzierungsregeln des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn zum 31.12.2015 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2015 betrug 121,6 Mio. € (Vorjahr: 100,7 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 0,35 € pro Aktie (Vorjahr: 0,29 € pro Aktie) vorzunehmen.

(30) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden

(31) Grundkapital

(32) Kapitalrücklagen

(33) Angesammelte Ergebnisse

(34) Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung

Nicht beherrschende

(35)

Anteile

Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die Währungsumrechnung der vollkonsolidierten rumänischen Tochterunternehmen Alpha Wind S.R.L., CAS Regenerabile S.R.L und Ventus Romania S.R.L.

Nicht beherrschende Anteile in %

2014 2015
VERBUND Innkraftwerke GmbH 29,73 29,73
VERBUND Tourismus GmbH 19,66 19,54
VERBUND Hydro Power GmbH 19,58 19,46
VERBUND Wind Power Austria GmbH 19,78 19,46
Alpha Wind S.R.L. 10,00 10,00
Ventus Renew Romania S.R.L. 10,00 10,00

Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an zehn Windpark- und zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks wurden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst.

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
in Mio. €
2014
Langfristig
2015
Langfristig
2014
Kurzfristig
2015
Kurzfristig
Anleihen 1.537,7 1.384,2 580,2 21,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
929,3 875,9 226,1 364,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Sonstigen
0,3 0,2 0,0 0,0
Kommanditisten zuzurechnende
Kapitalanteile
2,3 2,5 0,0 0,0
Zwischensumme 2.469,5 2.262,8 806,3 385,4
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell
geschlossene Positionen 431,0 481,3 0,0 0,0
Lang- und kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten
2.900,5 2.744,1 806,3 385,4

(36) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1 in Mio. €
2014 2015
Buchwert zum 1.1. 3.653,8 3.275,8
Aufnahmen 590,1 0,0
Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte 25,1 280,5
Veränderung der den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile 0,1 0,2
Kursgewinne bzw. -verluste – 0,1 3,0
Veränderung der Zinsabgrenzung – 9,5 – 18,1
Außerplanmäßige Tilgungen – 66,0 – 156,5
Abgänge aufgrund des Verlusts der Beherrschung – 328,6 0,0
Planmäßige Tilgungen – 588,9 – 736,7
Buchwert zum 31.12. 3.275,8 2.648,2
davon langfristige Schulden 2.469,5 2.262,8
davon kurzfristige Schulden 806,3 385,4

exklusive Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen

Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen in Mio. €
2014 2015
Buchwert zum 1.1. 360,0 431,0
Kursgewinne bzw. -verluste 29,9 31,6
Kapitalisierung 28,2 28,5
Tilgungen bzw. Abgänge – 16,6 – 19,0
Marktwertveränderungen 29,5 9,3
Buchwert zum 31.12. 431,0 481,3
davon langfristige Schulden 431,0 481,3

In der Berichtsperiode 2015 wurden keine Aufnahmen von langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Vorjahr: 590,1 Mio. €) getätigt. Die planmäßigen Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen) betrugen 736,7 Mio. € (Vorjahr: 588,9 Mio. €). Die außerplanmäßigen Tilgungen der Berichtsperiode 2015 in Höhe von 156,5 Mio. € (Vorjahr 66,0 Mio. €) betreffen den partiellen Rückkauf einer 840 Mio.-€-Anleihe. Darüber hinaus wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (Barvorlagen) in Höhe von 280,5 Mio. € aufgenommen (Vorjahr: Aufnahme von 25,1 Mio. €). Bei den zugrunde liegenden Konditionen der bestehenden Finanzverbindlichkeiten ergaben sich bei den einzelnen Finanzierungen keine Veränderungen der Laufzeiten oder Zinssätze. Bei den Finanzverbindlichkeiten aus den vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden Kapitalisierungen in Höhe von insgesamt 28,5 Mio. € (Vorjahr: 28,2 Mio. €) vorgenommen. Tilgungen bzw. Abgänge erfolgten insgesamt in Höhe von 19,0 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €).

Zum 31.12.2015 und 31.12.2014 bestanden bei VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.

Die Kommanditisten zuzurechnenden Ergebnisanteile betrafen in der Berichtsperiode 2015 und im Vorjahr ausschließlich die Kommanditisten von zehn Windpark- und zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks.

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2015

Längste
Laufzeit
Emissions
volumen
Buchwert
zum 31.12.
Bis
inklusive
1 Jahr
Anleihen
Eurowährung 2024 1.612,7 1.405,3 21,1
Summe Anleihen 1.612,7 1.405,3 21,1
davon fix verzinst 2024 1.612,7 1.405,3 21,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung 2037 1.514,7 1.240,2 364,3
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1.514,7 1.240,2 364,3
davon fix verzinst 2037 828,7 704,0 37,5
davon variabel verzinst 2030 685,9 536,3 326,8
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Eurowährung
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
2021 0,3
0,3
0,2
0,2
0,0
0,0
davon fix verzinst 2021 0,3 0,2 0,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen1
Fremdwährungen (\$) 2030 481,3 0,0
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen
481,3 0,0
davon fix verzinst 2030 481,3 0,0
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 2,5 0,0
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 3.129,5 385,4

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung.

in Mio. €
› 1 bis 2
Jahre
› 2 bis 3
Jahre
› 3 bis 4
Jahre
› 4 bis 5
Jahre
Über 5
Jahre
Gewichteter
Nominal
zinssatz
Gewichteter
effektiver
Zinssatz
Beizulegen
der Zeitwert
zum 31.12.
14,5 0,0 679,7 199,0 491,0 3,61% 4,28 % 1.537,2
14,5 0,0 679,7 199,0 491,0 3,61 % 4,28 % 1.537,2
14,5 0,0 679,7 199,0 491,0 3,61% 4,28 % 1.537,2
283,7 251,7 43,7 42,2 254,5 1,96% 2,76 % 1.276,0
283,7 251,7 43,7 42,2 254,5 1,96 % 2,76 % 1.276,0
262,6 168,6 22,6 27,6 184,9 3,21% 3,32 % 742,7
21,1 83,1 21,1 14,6 69,6 0,32% 1,37 % 533,2
0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 5,44% 4,22 % 0,2
0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 5,44 % 4,22 % 0,2
0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 5,44% 4,22 % 0,2
0,0 0,0 0,0 0,0 481,3 521,0
0,0 0,0 0,0 0,0 481,3 521,0
0,0 0,0 0,0 0,0 481,3 521,0
2,5 0,0 0,0 0,0 0,0
300,8 251,7 723,4 241,2 1.226,9

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2014

Längste
Laufzeit
Emissions
volumen
Buchwert
zum 31.12.
Bis
inklusive
1 Jahr
Anleihen
Eurowährung 2024 2.112,7 2.078,8 541,1
Fremdwährungen (¥) 2015 126,1 39,1 39,1
Summe Anleihen 2.238,7 2.118,0 580,2
davon fix verzinst 2024 2.238,7 2.118,0 580,2
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung 2037 1.384,2 1.155,4 226,1
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1.384,2 1.155,4 226,1
davon fix verzinst 2037 978,7 878,3 179,5
davon variabel verzinst 2030 405,4 277,1 46,6
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Eurowährung 2021 0,3 0,3 0,1
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
davon fix verzinst
2021 0,3
0,3
0,3
0,3
0,1
0,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen1
Fremdwährungen (\$) 2030 431,0 0,0
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen
431,0 0,0
davon fix verzinst 2030 431,0 0,0
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 2,3 0,0
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 3.706,8 806,5

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung.

in Mio. €
› 1 bis 2
Jahre
› 2 bis 3
Jahre
› 3 bis 4
Jahre
› 4 bis 5
Jahre
Über 5
Jahre
Gewichteter
Nominal
zinssatz
Gewichteter
effektiver
Zinssatz
Beizulegen
der Zeitwert
zum 31.12.
0,0 14,5 0,0 834,3 688,9 4,00% 4,27% 2.274,6
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 4,10% 4,13% 39,7
0,0 14,5 0,0 834,3 688,9 4,00 % 4,25 % 2.314,3
0,0 14,5 0,0 834,3 688,9 4,00% 4,25% 2.314,3
53,4 283,7 251,7 43,7 296,8 2,58% 3,04% 1.213,4
53,4 283,7 251,7 43,7 296,8 2,58 % 3,04 % 1.213,4
32,3 262,6 168,6 22,6 212,6 3,20% 3,56% 939,9
21,1 21,1 83,1 21,1 84,2 0,63% 1,58% 273,5
0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 5,58% 4,22% 0,3
0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 5,58 % 4,22 % 0,3
0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 5,58% 4,22% 0,3
0,0 0,0 0,0 0,0 431,0 456,7
0,0 0,0 0,0 0,0 431,0 456,7
0,0 0,0 0,0 0,0 431,0
2,3 0,0 0,0 0,0 0,0
55,7 298,2 251,7 878,0 1.416,7

(37) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2015 in Mio. €
Aktiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRS
Stufe Buchwert
zum 31.12.
Beizu
legender
Zeitwert
zum 31.12.
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FAAC 10,6
Sonstige Beteiligungen FAAFS 2 86,8 86,8
Sonstige Beteiligungen FAAC 18,2
Sonstige Beteiligungen 115,6
Wertpapiere FAAFS 1 130,8 130,8
Wertpapiere FAAC 3,0
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen LAR 2 64,2 57,9
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene
Positionen
LAR 2 294,0 323,7
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen
FAHFT 2 123,1 123,1
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen LAR 2 57,5 59,8
Sonstige Ausleihungen LAR 2 5,9 5,9
Sonstige LAR 9,0 9,0
Sonstige 7,5
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige
Forderungen
695,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LAR 302,5
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 31,7
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen LAR 2 3,5 3,7
Sonstige Ausleihungen LAR 2 1,0 1,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FAHFT 2 184,0 184,0
Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH FAHFT 3 18,0 18,0
Geldmarktgeschäfte LAR 2 0,0 0,0
Emissionszertifikate IAS 38 / IAS 2 12,0
Sonstige LAR 30,3
Sonstige 47,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
kurzfristige sonstige Forderungen
630,0
Liquide Mittel LAR 28,9 28,9
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten FAAC 31,8
Kredite und Forderungen LAR 828,5
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
FAAFS 217,6
Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand FAHFT 325,1
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2015 in Mio. €
Passiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRS
Stufe Buchwert
zum 31.12.
Beizu
legender
Zeitwert
zum 31.12.
Anleihen FLAAC 2 1.405,3 1.537,2
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
Sonstigen
FLAAC 2 1.240,4 1.276,2
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAAC 2 112,8 152,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAFVPL 2 368,5 368,5
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile IAS 32 2,5
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.129,5
Stromlieferverpflichtung 176,1
Anteilsrückgabeverpflichtung FLAAC 3 116,8 176,4
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 3 66,5 66,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 4,1
Sonstige FLAAC 27,6
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 391,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 118,8
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 2 89,6 89,6
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 3 5,3 5,3
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FLHFT 2 33,8 33,8
Sonstige FLAAC 122,1
Sonstige 68,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
437,6
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten
Anschaffungskosten
FLAAC 3.148,0
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
FLAFVPL 368,5
Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT 195,2
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2014
in Mio. €
Aktiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRS
Level Buchwert
zum 31.12.
Beizu
legender
Zeitwert
zum 31.12.
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FAAC 0,8
Sonstige Beteiligungen FAAFS 2 83,2 83,2
Sonstige Beteiligungen FAAC 18,3
Sonstige Beteiligungen 102,3
Wertpapiere FAAFS 1 89,7 89,7
Wertpapiere FAAC 3,0
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen LAR 2 57,0 51,0
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene
Positionen
LAR 2 260,1 286,5
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen
FAHFT 2 113,8 113,8
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen LAR 2 40,9 43,6
Sonstige Ausleihungen LAR 2 1,4 1,4
Sonstige 5,1
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige
Forderungen
571,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LAR 264,9
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 65,7
Forderungen gegenüber als "zur Veräußerung
gehalten" eingestuften Beteiligungen
150,4
Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen LAR 2 3,5 3,9
Sonstige Ausleihungen LAR 2 0,4 0,4
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich LAR 2 125,6 125,6
Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH FAHFT 3 17,1 17,1
Geldmarktgeschäfte LAR 2 265,2 264,2
Emissionszertifikate IAS 38 / IAS 2 7,2
Sonstige LAR 27,9
Sonstige 44,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
kurzfristige sonstige Forderungen
972,5
Liquide Mittel LAR 41,7 41,7
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten FAAC 22,1
Kredite und Forderungen LAR 1.179,1
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
FAAFS 172,9
Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand FAHFT 256,6
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2014 in Mio. €
Passiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRS
Level Buchwert
zum 31.12.
Beizu
legender
Zeitwert
zum 31.12.
Anleihen FLAAC 2 2.118,0 2.314,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
Sonstigen
FLAAC 2 1.155,7 1.213,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAAC 2 99,5 125,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAFVPL 2 331,5 331,5
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile IAS 32 2,3
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.706,9
Stromlieferverpflichtung 180,4
Anteilsrückgabeverpflichtung FLAAC 3 104,2 134,3
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 3 54,2 54,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 2,5
Passivposten für erhaltene Zuschüsse
(Emissionszertifikate) IAS 20 0,0
Sonstige FLAAC 31,0
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 372,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 144,2
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 1 3,2 3,2
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 2 88,5 88,5
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 3 9,1 9,1
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FLHFT 2 47,0 47,0
Sonstige FLAAC 151,5
Sonstige 73,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
517,3
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten
Anschaffungskosten FLAAC 3.806,5
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
FLAFVPL 331,5
Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT 201,9

Für die in obiger Tabelle als FLAFVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) beträgt die Differenz zwischen dem Buchwert zum 31.12.2015 und dem Betrag, den VERBUND bei Fälligkeit zahlen müsste, 63,0 Mio. € (Vorjahr: 68,7 Mio. €). Die Umrechnung des Fälligkeitsbetrags erfolgte dabei zum Kurs (1 € = \$) am Bilanzstichtag in Höhe von 1,0887 (Vorjahr: 1,2141). Die derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich (aus bilanziell geschlossenen Positionen) können im Insolvenzfall mit den als FLAFVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen aufgerechnet werden (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Von den in obiger Tabelle als FAHFT bzw. FLHFT klassifizierten derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 85,2 Mio. € (Vorjahr: 41,6 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 34,3 Mio. € (Vorjahr: 47,1 Mio. €) als Cashflow Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND vorgenommenen Inter Portfolio Netting (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar.

Stufe-3-Bewertung von Finanzinstrumenten: Erdgasliefervertrag1
2014 2015
Buchwert zum 1.1. 65,4 63,4
Bewertungsergebnis (im Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug erfasst) – 2,1 8,4
Buchwert zum 31.12. 63,4 71,8

1 Der beizulegende Zeitwert des freistehenden Derivats aus dem langfristigen Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach wird auf Basis einer Stufe-3-Bewertung ermittelt (siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Stufe-3-Bewertung von Finanzinstrumenten: Inhaberposition: GKI1 in Mio. €
2014 2015
Buchwert zum 1.1. 17,1
Zugänge 0,0 0,0
Bewertungsergebnis (im übrigen Finanzergebnis erfasst) 17,1 0,8
Buchwert zum 31.12. 17,1 18,0

Der beizulegende Zeitwert der Inhaberposition Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH wird auf Basis einer Stufe-3-Bewertung ermittelt (siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte

Stufe Finanzinstrumente Bewertungsverfahren Inputfaktoren
1 Börsennotierte Wertpapiere Marktwertorientiert Nominalwerte, Börsenpreis
1 Börsennotierte
Energietermingeschäfte
Marktwertorientiert An der Börse festgestellter
Abrechnungspreis
2 Übrige zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Vermögenswerte und
Schulden im Finanzbereich
Kapitalwertorientiert Bereits fixierte oder über Forward-Rates
ermittelte Cashflows, Zinsstrukturkurve,
Kreditrisiko der Vertragspartner
2 Wertpapiere bzw. sonstige
Ausleihungen aus bilanziell
geschlossenen Positionen, langfristige
Ausleihungen, Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten, Anleihen
und sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten
verbundene Zahlungen,
Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der
Vertragspartner (Credit Default Swaps
bzw. Credit-Spread-Kurven)
2 Sonstige Beteiligung an der
Energie AG Oberösterreich
Marktwertorientiert Trading Multiple
2 Nicht börsennotierte
Energietermingeschäfte
Kapitalwertorientiert Von Börsenpreisen abgeleitete Forward
Preiskurve, Zinsstrukturkurve,
Kreditrisiko der Vertragspartner

Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte

3 Nicht börsennotierte
Energietermingeschäfte
(Erdgasliefervertrag für das Gas
Kombikraftwerk Mellach)
Kapitalwertorientiert Preisprognosen für Erdgas und Erdöl,
im Monatsraster einsatzoptimierte
Take-or-pay-Menge, Vertragslaufzeit,
Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der
Vertragspartner, marktüblicher
Leistungspreis, Wahrscheinlichkeit des
Obsiegens im kartellrechtlichen
Verfahren
3 Anteilsrückgabeverpflichtung
(Verpflichtung zur Rückübertragung
von 50% der Anteile an der
Donaukraftwerk Jochenstein AG)
Kapitalwertorientiert Preisprognosen für Strom, gewichtete
durchschnittliche Nach-Steuer
Kapitalkosten
3 Inhaberposition: Gemeinschafts
kraftwerk Inn GmbH (GKI)
Kapitalwertorientiert
Preisprognosen für Strom und
bzw. Black-Scholes
Diskontierungszinssatz für die
Modell
Ermittlung des Basiswerts (gewichtete
durchschnittliche Nach-Steuer
Kapitalkosten), Volatilität des
Basiswerts, Zinsstrukturkurve
– Liquide Mittel, Forderungen und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen, kurzfristige sonstige
Forderungen, sonstige
Geldaufnahmen im Rahmen der
kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie
kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
Buchwerte als realistische Schätzung
des beizulegenden Zeitwerts
– Anteile an nicht konsolidierten
Tochterunternehmen und sonstige
Beteiligungen
mittels Analogieverfahren Verlässliche Ermittlung der zukünftigen
Cashflows größtenteils nicht möglich;
keine vergleichbaren Transaktionen zur
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts
Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2015 in Mio. €
Fälligkeit 2016 2017 2018–2020 ab 2021
Anleihen 50,4 65,0 1.000,2 530,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 367,8 291,7 353,2 278,4
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 0,0 0,1 0,0 0,0
Positionen1 Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene 21,1 21,1 66,8 533,9
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0 2,5 0,0 0,0
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 439,4 380,5 1.420,2 1.342,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 118,8 0,4 3,7 0,2
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 334,7 149,3 46,6 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 14,2 9,9 10,5 2,5
Sonstige 122,1 12,8 3,7 127,9
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten
589,9 172,3 64,6 130,6
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.029,2 552,7 1.484,8 1.472,9

Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // 2 Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2014 in Mio. €
Fälligkeit 2015 2016 2017–2019 ab 2020
Anleihen 621,4 57,9 1.026,7 747,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 238,6 63,3 602,2 332,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 0,1 0,0 0,2 0,0
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene
Positionen1
19,0 18,9 56,8 500,8
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 0,0 2,3 0,0 0,0
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 879,1 142,4 1.685,9 1.580,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 144,2 1,9 0,7 0,3
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 448,0 146,4 18,2 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 14,5 13,6 16,3 5,6
Sonstige 151,5 2,6 1,7 119,9
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten
758,2 164,4 36,9 125,9
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.637,2 306,8 1.722,8 1.706,6

Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // 2 Die Mittelabflüsse von Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
in Mio. €
2014
Netto
ergebnis
2014
davon Wert
minderungen/
Wertauf
holungen
2015
Netto
ergebnis
2015
davon Wert
minderungen/
Wertauf
holungen
Finanzielle Vermögenswerte zu
Anschaffungskosten
– 0,1 – 2,9 – 1,6 – 1,9
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
– 3,8 – 3,9 3,6 0,0
Kredite und Forderungen 31,1 – 3,1 35,8 2,2
Finanzielle Schulden zu fortgeführten
Anschaffungskosten
– 34,8 – 16,7
Finanzielle Schulden ergebniswirksam
zum beizulegenden Zeitwert
– 55,4 – 34,0
Finanzielle Vermögenswerte bzw.
Schulden im Handelsbestand
43,5 1,3
Gesamtzinsaufwendungen – 168,4 – 162,7
Gesamtzinserträge 46,5 34,4
Bewertungen im sonstigen Ergebnis1 26,2 3,9
Umgliederungen aus dem sonstigen
Ergebnis in die Gewinn- und
Verlustrechnung1
0,0 – 2,9

Diese Nettoergebnisse resultieren aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten.

Das Nettoergebnis der Kategorie "finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten" wurde im Beteiligungsergebnis erfasst; Dividendenerträge von finanziellen Vermögenswerten zu Anschaffungskosten bzw. zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden in obiger Tabelle nicht berücksichtigt.

Das Nettoergebnis der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wurde im Wesentlichen im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Das Nettoergebnis der Kategorie "Kredite und Forderungen" wurde, insoweit es Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthielt, im operativen Ergebnis erfasst; Fremdwährungskurseffekte aus Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die Nettoergebnisse der "finanziellen Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten" und der "finanziellen Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" umfassten Fremdwährungskurseffekte in Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten und wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die Nettoergebnisse der "finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand" resultierten zum einen aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente im Energiebereich (Wholesale und Trading); dieser Teil wurde im operativen Ergebnis (Stromerlöse) erfasst. Zum anderen resultierten die Nettoergebnisse aus der Bewertung der (sonstigen) derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich; diese Nettoergebnisse wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die Gesamtzinsaufwendungen wurden im Zinsaufwand erfasst; die Gesamtzinserträge wurden zum Teil im Zinsertrag und zum Teil im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Lang- und kurzfristige Rückstellungen
in Mio. €
2014
Langfristig
2015
Langfristig
2014
Kurzfristig
2015
Kurzfristig
Rückstellungen für Pensionen 431,8 420,2
Rückstellungen für Abfertigungen 165,6 156,5
Rückstellungen für pensionsähnliche
Verpflichtungen
165,4 151,0
Rückstellungen für Altersteilzeit 43,2 29,8 14,4 12,8
Sonstige personalbezogene
Rückstellungen
9,1 15,1 20,4 21,2
Sonstige Rückstellungen 29,5 95,5 158,4 93,0
Lang- und kurzfristige
Rückstellungen
844,7 868,1 193,2 126,9

(38) Lang- und kurzfristige Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung
in Mio. €
2014
Pensions
verpflichtungen
2015
Pensions
verpflichtungen
2014
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
2015
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
Anwartschaftsbarwert der durch
Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
253,5 248,5
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens
– 161,8 – 152,8
Nettowert der durch Fondsvermögen
gedeckten Verpflichtungen
91,7 95,7
Anwartschaftsbarwert der nicht
durch Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
340,1 324,5 165,4 151,0
Buchwert der Rückstellungen
zum 31.12.
431,8 420,2 165,4 151,0
Pensionsaufwand in Mio. €
2014
Pensions
verpflichtungen
2015
Pensions
verpflichtungen
2014
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
2015
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
Dienstzeitaufwand (erworbene
Ansprüche)
2,7 3,6 2,1 2,8
Nettozinsaufwand 11,7 8,3 4,7 3,3
Pensionsaufwand (im
Periodenergebnis erfasst)
14,4 11,9 6,8 6,1
Neubewertungen der Nettoschuld 90,6 0,2 27,1 – 16,6
Pensionsaufwand (im
Gesamtperiodenergebnis erfasst)
105,0 12,1 33,9 – 10,5
Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts
in Mio. €
2014
Pensions
verpflichtungen
2015
Pensions
verpflichtungen
2014
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
2015
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 514,6 593,6 135,2 165,4
Dienstzeitaufwand (erworbene
Ansprüche)
2,7 3,6 2,1 2,8
Pensionszahlungen bzw.
KZV-Zuschusszahlungen
(Leistungszahlungen)
– 35,8 – 34,7 – 3,7 – 3,9
Zinsaufwand 17,4 11,5 4,7 3,3
Neubewertungen aus
erfahrungsbedingten Anpassungen
5,1 – 1,0 – 4,4 – 10,0
Neubewertungen aus Veränderungen
bei finanziellen Annahmen
89,5 0,0 31,5 – 6,6
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 593,6 573,0 165,4 151,0

Zum 31.12.2015 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen 13 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 19 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre).

Entwicklung des Planvermögens in Mio. €
2014
Pensions
verpflichtungen
2015
Pensions
verpflichtungen
2014
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
2015
Pensions
ähnliche
Verpflichtungen
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 1.1. 162,7 161,8
Beitragszahlungen von VERBUND 0,1 0,0
Auszahlungen (Leistungszahlungen) – 10,8 – 11,0
Zinserträge 5,7 3,2
Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) 4,1 – 1,2
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 31.12.
161,8 152,8

Die VERBUND zurechenbare Veranlagungs- und Risikogemeinschaft in der Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2015 einen Gewinn in Höhe von 2,0 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 9,7 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher. Für die Berichtsperiode 2016 werden laufende Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung leistungsorientierter Pläne in Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) erwartet.

Fondsvermögen in %
aktiver
Markt
kein aktiver
Markt
2014
Summe
aktiver
Markt
kein aktiver
Markt
2015
Summe
Aktien 29,8 0,0 29,8 39,6 0,0 39,6
Anleihen 56,1 0,0 56,1 43,0 0,0 43,0
Geldmarkt 9,8 0,0 9,8 9,9 0,0 9,9
Sonstige Investments 4,4 0,0 4,4 7,4 0,0 7,4
Gesamt 100,0 0,0 100,0 100,0 0,0 100,0

VERBUND stimmt die allgemeinen Veranlagungsrichtlinien regelmäßig mit der APK Pensionskasse AG ab. Das Risikomanagement in der APK Pensionskasse AG orientiert sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. an den entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Rückstellungen für Abfertigungen

Zusammensetzung der Rückstellungen für Abfertigungen in Mio. €
2014 2015
Rückstellungen für gesetzliche Abfertigungen 161,0 154,4
Rückstellungen für Abfertigungen aus Sondervereinbarungen gemäß
Sozialplan 4,6 2,1
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 165,6 156,5
Abfertigungsaufwand in Mio. €
2014 2015
Dienstzeitaufwand 1,6 1,7
Nettozinsaufwand 5,0 3,2
Abfertigungsaufwand (im Periodenergebnis erfasst) 6,6 4,9
Neubewertungen der Abfertigungsverpflichtung 13,3 – 0,3
Abfertigungsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst) 19,9 4,6
Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts für gesetzliche Abfertigungen in Mio. €
2014 2015
Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 151,1 161,0
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 1,6 1,7
Zinsaufwand 5,0 3,2
Abfertigungszahlungen (Leistungszahlungen) – 10,0 – 11,2
Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 3,5 – 0,3
Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen 9,8 0,0
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 161,0 154,4

Zum 31.12.2015 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 8 Jahre (Vorjahr: 8 Jahre).

Rückstellungen für Altersteilzeit

Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung in Mio. €
2014 2015
Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen 59,3 43,7
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 1,6 – 1,1
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. 57,7 42,6
Aufwand für Altersteilzeit in Mio. €
2014 2015
Dienstzeitaufwand 0,1 0,3
Nettozinsaufwand 1,1 1,0
Neubewertungen 17,8 – 2,0
Aufwand für Altersteilzeit (im Periodenergebnis erfasst) 19,0 – 0,7
Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts in Mio. €
2014 2015
Anwartschaftsbarwert zum 1.1. 48,9 59,3
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,1 0,3
Nettozinsaufwand 1,1 1,0
Vorruhestandszahlungen – 8,6 – 14,9
Neubewertungen 17,8 – 2,0
Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 59,3 43,7
Entwicklung des Planvermögens in Mio. €
2014 2015
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 2,6 1,6
Abgang (aufgrund von Überdeckung) 0,0 – 0,4
Beitragszahlungen von VERBUND 0,0 0,0
Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–) – 1,0 – 0,1
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 1,6 1,1
Fondsvermögen
2014 in %
2015
Anleihen 100,0 100,0
Gesamt 100,0 100,0

Sonstige personalbezogene Rückstellungen

Zusammensetzung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen
2014
Langfristig
2015
Langfristig
2014
Kurzfristig
2015
Kurzfristig
Rückstellung für Prämien aus dem
leistungsorientierten Gehaltssystem
18,3 20,8
Rückstellung für Jubiläumsgelder 8,2 8,8 0,0 0,0
Übrige 0,9 6,3 2,1 0,4
Sonstige personalbezogene
Rückstellungen
9,1 15,1 20,4 21,2
Entwicklung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen in Mio. €
2014 2015
Buchwert zum 1.1. 31,5 29,5
davon langfristig 7,8 9,1
davon kurzfristig 23,7 20,4
Neubildung 15,9 23,7
Aufzinsung 0,2 0,2
Verwendung – 17,0 – 17,1
Auflösung – 1,1 0,0
Buchwert zum 31.12. 29,5 36,3
davon langfristig 9,1 15,1
davon kurzfristig 20,4 21,2

Sonstige Rückstellungen

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2015
Drohverlust
rückstellungen
Abbruch
und Dekon
tamina
tionskosten
Strom
lieferungen
und Netz
leistungen
Sonstige Summe
Buchwert zum 1.1.2015 49,0 22,1 53,2 63,6 187,9
davon langfristig 1,3 21,0 0,0 7,2 29,5
davon kurzfristig 47,7 1,1 53,2 56,3 158,4
Neubildung 10,4 2,4 0,0 84,8 97,6
Aufzinsung 0,0 1,5 0,3 0,3 2,1
Verwendung – 32,9 0,0 – 15,7 – 8,3 – 56,9
Auflösung – 2,6 – 1,7 – 37,1 – 0,6 – 42,1
Währungsumrechung 0,0 – 0,1 0,0 0,0 – 0,1
Buchwert zum
31.12.2015
24,0 24,2 0,6 139,7 188,5
davon langfristig 22,3 23,0 0,0 50,2 95,5
davon kurzfristig 1,7 1,1 0,6 89,5 93,0
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2014
Drohverlust
rückstellungen
Abbruch
und Dekon
tamina
tionskosten
Strom
lieferungen
und Netz
leistungen
Sonstige Summe
Buchwert zum 1.1.2014 38,4 25,4 51,2 42,5 157,5
davon langfristig 7,8 25,4 0,0 7,0 40,3
davon kurzfristig 30,6 0,0 51,2 35,5 117,2
Zugang bzw. Abgang aus
Unternehmenserwerben
0,0 – 4,4 0,0 – 0,3 – 4,7
Neubildung 24,6 1,5 0,7 39,5 66,3
Aufzinsung 1,1 0,7 1,7 0,5 4,0
Verwendung – 3,6 0,0 0,0 – 17,2 – 20,7
Auflösung – 11,3 – 1,1 – 0,4 – 1,5 – 14,4
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Buchwert zum
31.12.2014
49,0 22,1 53,2 63,6 187,9
davon langfristig 1,3 21,0 0,0 7,2 29,5
davon kurzfristig 47,7 1,1 53,2 56,3 158,4

Die Unterschiede zwischen den Steuerwerten und den Buchwerten in der IFRS-Bilanz wirken sich mit folgenden Steuerlatenzen aus:

Steuerlatenzen in Mio. €
2014 2015
Latente Steuererstattungsansprüche 543,3 466,5
davon aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen 124,7 119,8
davon aus Wertberichtigungen von Forderungen 125,9 82,9
davon aus Beteiligungsabschreibungen 62,5 58,9
davon aus Verlustvorträgen 46,8 67,4
davon aus der Liquidation von Tochterunternehmen 136,0 113,3
davon aus sonstigen Posten 47,5 24,3
Latente Steuerschulden – 1.029,6 – 1.016,0
davon aus Sachanlagen (aus unterschiedlichen Nutzungsdauern,
Zeitwertanpassungen bei Kaufpreisallokationen)
– 842,1 – 831,5
davon aus steuerlichen Sonderabschreibungen – 97,4 – 96,1
davon aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwerten – 31,7 – 44,9
davon aus sonstigen Posten – 58,3 – 43,5
Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert – 486,3 – 549,5

(39) Latente Steuerschulden

Die Nettoposition für latente Steuern hat sich in der Berichtsperiode 2015 und im Vorjahr wie folgt verändert:

Steuerlatenzen in Mio. €
2014 2015
Stand 1.1. – 616,9 – 486,3
Im Periodenergebnis erfasste Veränderungen – 14,9 – 42,1
Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen 20,1 – 21,1
Veränderungen durch Unternehmensveräußerungen 125,9 0,0
Sonstige Veränderungen – 0,5 0,0
Stand 31.12. – 486,3 – 549,5

Die im sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen betrafen im Wesentlichen die Bewertungen von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten, die Bewertungen von Cashflow Hedges und die Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen.

Für folgende steuerliche Verluste und abzugsfähige temporäre Differenzen wurden keine latenten Steuererstattungsansprüche angesetzt, weil es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das VERBUND die latenten Steuererstattungsansprüche verwenden kann:

Zum 31.12.2015 (und im Vorjahr) war davon auszugehen, dass aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen die insbesondere aus einbehaltenen Gewinnen bzw. nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital (Outside Basis Differences) der in den IFRS-Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochterunternehmen in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden.

Zum 31.12.2015 (und im Vorjahr) war ebenfalls davon auszugehen, dass die Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (Outside Basis Differences) in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden.

Zum 31.12.2015 wurde daher eine Steuerschuld von 976,2 Mio. € (Vorjahr: 1.024,3 Mio. €) für temporäre Differenzen von 3.904,8 Mio. € (Vorjahr: 4.018,5 Mio. €) in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen, assoziierten Unternehmen und gemeinsamen Vereinbarungen nicht angesetzt.

Für steuerliche Verluste und abzugsfähige temporäre Differenzen der rumänischen Tochtergesellschaften Alpha Wind S.R.L., CAS Regenerabile S.R.L. und Ventus Renew Romania S.R.L. werden keine latenten Steuererstattungsansprüche angesetzt, weil es aufgrund der Ergebnissituation nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die latenten Steuererstattungsansprüche verwendet werden können.

Dieser Passivposten umfasst abgegrenzte Baukostenzuschüsse, die insbesondere von Landesenergiegesellschaften (z.B. für Kraftwerksprojekte) geleistet wurden, sowie abgegrenzte Zuschüsse der öffentlichen Hand (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Baukostenbeiträge und Zuschüsse in Mio. €
2014 2015
Baukostenbeiträge 704,6 716,7
Zuschüsse der öffentlichen Hand 35,4 31,4
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 740,0 748,1

In diesem Posten wird der abgegrenzte Mittelzufluss in Höhe des Barwertvorteils aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen dargestellt. Zum 31.12.2015 beträgt dieser noch 48,8 Mio. € (Vorjahr: 50,4 Mio. €).

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfassten planmäßigen Auflösungen beliefen sich dabei auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Langfristige sonstige Verbindlichkeiten in Mio. €
2014 2015
Stromlieferverpflichtung1 180,4 176,1
Anteilsrückgabeverpflichtung2 104,2 116,8
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 54,3 66,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2,5 4,1
Sonstige 30,9 27,6
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 372,2 391,1

1 Die Stromlieferverpflichtung entspricht der Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 als Teil der Gegenleistung für den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) eingegangen worden ist. // 2 Die Anteilsrückgabeverpflichtung bezieht sich auf die unentgeltliche Rückübertragung der in der Berichtsperiode 2013 neu erworbenen 50%igen Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an die Bundesrepublik Deutschland bzw. den Freistaat Bayern mit Wirkung vom 31.12.2050.

Laufende Steuerschulden in Mio. €
2014 2015
Ertragsteuern 54,9 29,3
Sonstige Steuern 0,7 0,6
Laufende Steuerschulden 55,6 30,0

Cross Border Leasing

Abgrenzungen –

(41)

(42) Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

(43) Laufende Steuerschulden

(40) Baukostenbeiträge und Zuschüsse

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten in Mio. €

(44) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

2014 2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 144,2 118,8
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 100,8 94,9
Ausstehende Rechnungen für Investitionen 60,1 37,2
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 47,0 33,8
Sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten 34,9 33,3
Sonstige Verbindlichkeiten für Erhaltungsaufwendungen 43,8 31,2
Sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferungen und Netzleistungen 27,4 27,3
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 15,4 12,5
Verbindlichkeiten gegenüber der ECRA 7,2 12,0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 1,6 5,4
Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit (unter anderem
Sozialversicherungsinstitute)
5,0 4,9
Sonstige Verbindlichkeiten für Rechts-, Prüfungs- und
Beratungsaufwendungen
6,7 4,7
Stromlieferverpflichtung 3,9 4,5
Sonstige 19,2 17,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige
sonstige Verbindlichkeiten
517,3 437,6

Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammensetzung des Fonds der liquiden Mittel ist aus den Erläuterungen zur Bilanz ersichtlich (siehe: Erläuterungen zur Bilanz).

In Zusammenhang mit Zugängen zu immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden offene Posten an kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 37,2 Mio. € (Vorjahr: 60,1 Mio. €).

(45) Einzahlungen aus Abgängen von Beteiligungen

zahlungswirksame Transaktionen

Nicht

Die Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Tochterunternehmen sowie nach der Equity-Methode bilanzierter und sonstiger Beteiligungen resultieren im Wesentlichen aus dem Abgang der französischen sonstigen Beteiligungen an der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. sowie der vollkonsolidierten bulgarischen Haos Invest EAD.

Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. €
2014 2015
Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile – 70,9 – 57,9
Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG – 347,4 – 100,8

(46) Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Finanzinstrumente und Risikomanagement

VERBUND nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für Zwecke des Risikomanagements.

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und den damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen.

Im Finanzbereich von VERBUND stellen daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen einen Schwerpunkt dar, was im Eintrittsfall zu einer Gewinnabsicherung bzw. Schadensbegrenzung führen kann.

Für den Finanzbereich wurden eigene Regelungen im Rahmen von Konzernrichtlinien festgelegt, um die finanziellen Risiken auch entsprechend zu überwachen und zu steuern. Dies bedeutet unter anderem die Berechnung und Bewertung marktüblicher Kennzahlen hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten, um bei Bedarf entsprechende Maßnahmen vorschlagen und einleiten zu können. Durch eine in der Regel auf die laufende und die darauffolgende Berichtsperiode ausgerichtete Liquiditätsplanung und daraus resultierende entsprechende Veranlagungen bzw. Aufnahmen wird eine jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt.

Finanzinstrumente

Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den angeführten Bilanzposten erfasst:

Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Forderungen in Mio. €
Referenzwert1 Positive Zeitwerte
31.12.2014
Positive Zeitwerte
31.12.2015
Zinsswaps – bilanziell geschlossene
Positionen (Fixzinsempfänger)
251,2 Mio. \$
(Vorjahr: 248,4 Mio. \$)
113,8 123,1

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Verbindlichkeiten
in Mio. €
Referenzwert1 Negative Zeitwerte
31.12.2015
Zinsswaps – Hedges (Fixzinsempfänger) 384,6 Mio. €
(Vorjahr: 433,2 Mio. €)
34,2 23,8
Zinsswaps Finanzverbindlichkeiten (ohne
designierte Sicherungsbeziehung)
203,9 Mio.€
(Vorjahr: 36,7 Mio. €)
12,7 10,0

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Finanzbereich

Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken.

Die Wertschwankungen der Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) dienen dem Ausgleich der Wertschwankungen der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 384,6 Mio. € (Vorjahr: 433,2 Mio. €) bestehen Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen. Diese Zinsswaps werden als Cashflow Hedges bilanziert. Die durch diese Sicherungsgeschäfte abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden elf Jahren (2016 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Zusätzlich wurden im Rahmen von (konzerninternen) Projektfinanzierungen weitere Zinsswaps (von variabler auf fixe Verzinsung) mit einem zum 31.12.2015 aushaftenden Nominalbetrag in Höhe von 203,9 Mio. € (Vorjahr: 236,7 Mio. €) abgeschlossen. Diese Zinsswaps dienen zwar wirtschaftlich gesehen ebenfalls der Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen, sind aber aus Konzernsicht als freistehende Derivate, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind, zu erfassen.

Liquiditätsrisiko

Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, wurde in der Berichtsperiode 2014 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. € mit zweimaliger jeweils einjähriger Verlängerungsoption abgeschlossen. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen eines internationalen Bankensyndikats über die VERBUND AG. Diese Kreditlinie wurde nicht ausgenützt. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds.

Für die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 siehe: (37) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.

Kreditrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität entweder auf Basis eines externen Investment-Grade-Ratings einer internationalen Ratingagentur (Moody's, Standard & Poor's) oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung, die ein Rating-Äquivalent ermittelt, abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten, die von internationalen Ratingagenturen ermittelt werden, erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstruktur-Portefeuilles. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten Anforderungen – das heißt, es wird kein Investment-Grade-Rating erreicht –, werden Geschäfte grundsätzlich nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (z.B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken minimiert. Eine weitere Risikoreduktion wird durch das Abschließen von Aufrechnungsvereinbarungen erreicht.

In der Regel wird das Kontrahentenrisiko nicht versichert. Zum 31.12.2015 und im Vorjahr bestand daher für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Versicherungsdeckung.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen:

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2015 in Mio. €
Bonitäts
gruppe
Äqui
valent
Moody's
Rating
Wert
papiere
und Aus
leihungen
bilanziell
geschlos
sener Po
sitionen
Wert
papiere
Lang
fristige
und kurz
fristige
sonstige
Forde
rungen1
Forde
rungen
aus Liefe
rungen
und Leis
tungen
Derivate
im
Finanz
bereich
Derivate
im
Energie
bereich
Veran
lagungen
und
liquide
Mittel2
A bis Aa3 19,3 0,0 0,0 2,7 0,0 3,8 0,6
B bis A3 235,2 0,0 11,4 84,2 0,0 67,0 0,9
C bis Baa3 103,6 0,0 0,0 142,7 123,1 77,2 28,0
D unter Baa3 0,0 0,0 0,0 21,0 0,0 36,0 0,0
Ohne Rating 0,0 133,8 138,5 51,9 0,0 0,0 6,3
Summe 358,2 133,8 149,9 302,5 123,1 184,0 35,8

inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen // 2 Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarkgeschäfte zusammengefasst.

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2014 in Mio. €
Bonitäts
gruppe
Äqui
valent
Moody's
Rating
Wert
papiere
und Aus
leihungen
bilanziell
geschlos
sener Po
sitionen
Wert
papiere
Lang
fristige
und kurz
fristige
sonstige
Forde
rungen1
Forde
rungen
aus Liefe
rungen
und Leis
tungen
Derivate
im
Finanz
bereich
Derivate
im
Energie
bereich
Veran
lagungen
und
liquide
Mittel2
A bis Aa3 0,0 0,0 4,2 2,2 0,0 2,8 1,0
B bis A3 235,8 0,0 0,0 86,6 0,0 41,1 0,1
C bis Baa3 81,3 0,0 0,0 91,5 113,8 54,4 305,7
D unter Baa3 0,0 0,0 0,0 1,6 0,0 27,3 0,0
Ohne Rating 0,0 92,7 301,4 83,0 0,0 0,0 1,7
Summe 317,1 92,7 305,6 264,9 113,8 125,6 308,6

inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen und als "zur Veräußerung gehalten" eingestuften sonstigen Beteiligungen // 2 Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen Ausleihungen und die Geldmarktgeschäfte zusammengefasst.

Bei den Wertpapieren und Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen besteht aus Sicht von VERBUND kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Diese Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivate den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Risiko ist somit ein Bonitätsrisiko bzw. Ausfallsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind. Dieses wurde wiederum dadurch minimiert, dass nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde, wobei eine laufende Beobachtung der Bonitätseinstufung und der Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner erfolgt, um bei drohenden Ausfällen rasch, zeitgerecht und vertragsgemäß reagieren zu können (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; Sonstige Verpflichtungen und Risiken).

Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung personalbezogener Rückstellungen angeschafft wurden.

Die im Bereich der langfristigen und kurzfristigen sonstigen Forderungen als "nicht geratet" ausgewiesenen Beträge beinhalten neben diversen Kleinbeträgen im Wesentlichen Ausleihungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen). Angesichts der engen Verflechtungen mit VERBUND erscheinen Bonitätseinstufungen für Beteiligungsunternehmen nicht sinnvoll.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich die als "nicht geratet" ausgewiesenen Beträge einerseits aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, welches zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,1 Mio. €) liegen. Andererseits sind darin auch Forderungen enthalten, für die aufgrund besonderer Umstände keine Bonitätseinstufung erfolgte (z.B. gesetzliche Kontrahierungszwänge).

Zinsänderungsrisiko

Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen. Zum 31.12.2015 beläuft sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 20,3% (Vorjahr: 7,8%). Die Erhöhung ist auf gestiegene Geldmarktgeschäfte (Barvorlagen) zurückzuführen, die aufgrund der geringen Fristigkeit als variabel verzinst betrachtet werden.

Ein Zinsanstieg um 1,0% würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportefeuille inkl. der Geldmarktgeschäfte zu einem um 5,5 Mio. € p.a. (Vorjahr: 2,8 Mio. € p.a.) geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.

Zum 31.12.2015 bestehen Zinsswaps (Nominale 251,2 Mio. \$, Vorjahr 248,4 Mio. \$) in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivate bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten.

Zum 31.12.2015 bestehen weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 384,6 Mio. € (Vorjahr: 433,2 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges gemäß IAS 39 designiert.

Darüber hinaus bestehen Zinsswaps (von variabler auf fixe Verzinsung), welche im Rahmen von Projektfinanzierungen mit einem Nominale von 203,9 Mio. € (Vorjahr 236,7 Mio. €) abgeschlossen wurden und für die aus Konzernsicht keine Sicherungsbeziehung darstellbar war. Für die beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten siehe: (37) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportefeuilles beträgt 4,3 Jahre (Vorjahr: 4,7 Jahre).

Währungsänderungsrisiko

Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazugehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko.

Zum 31.12.2015 stellt sich das Währungsänderungsrisiko der gesamten Finanzverbindlichkeiten (in Yen) wie folgt dar:

Aushaftung in Mio. €
Fremdwährung 31.12.2014 31.12.2015
0,0 Mio. ¥ (Vorjahr: 5.550,0 Mio. ¥) 38,2 0,0

Im Berichtsjahr erfolgte die planmäßige vollständige Tilgung einer JPY-Anleihe. Per 31.12.2015 besteht daher kein entsprechendes Währungsänderungsrisiko mehr.

Risiko aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich für VERBUND das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie durch Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden in puncto anzuerkennender Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden. VERBUND nutzte diese Möglichkeiten und konnte in den Berichtsperioden 2009 und 2010 insgesamt rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen auflösen. Das verbleibende Transaktionsvolumen beträgt insgesamt rund 966,0 Mio. \$ und entspricht rund 15% der gesamten ursprünglichen Transaktionen. Der ursprünglich erzielte Nettobarwertvorteil dieser Transaktion betrug rund 76,0 Mio. €. Diese letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Haftungen, die allenfalls für VERBUND daraus entstehen könnten, sind zum Teil noch durch Rückhaftungen abgesichert (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken).

Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige Auflösungen, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die bestehenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Derivate (Zinsswaps, Fair Value Hedges) wurden bei diesen als partiell aufgelöst bezeichneten Transaktionen weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 251,2 Mio. \$ (Vorjahr: 248,4 Mio. \$).

Bilanziell kommt es (mangels gegenwärtigen Rechtsanspruchs zur Verrechnung der erfassten Beträge) zu keiner Aufrechnung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die die bilanziell geschlossenen Positionen betreffen. Im Insolvenzfall können die Zinsswaps (123,1 Mio. €, Vorjahr: 113,8 Mio. €) und die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (368,5 Mio. €, Vorjahr: 331,5 Mio. €) aufgerechnet werden. Die Nettoverbindlichkeit aus diesen beiden Positionen beträgt zum 31.12.2015 daher 245,4 Mio. € (Vorjahr: 217,7 Mio. €).

Bei der einzig verbliebenen Cross-Border-Leasing-Transaktion ist durch die in der Berichtsperiode 2014 erfolgte Bonitätsherabstufung von VERBUND durch S&P ein sogenannter Head Lease Filing Trigger (grundbücherliche Eintragung des Bestandsrechts aus den Leasingverträgen) gegenüber kreditgewährenden Finanzinstituten schlagend geworden. Als Alternative zur grundbücherlichen Eintragung wurden in der Berichtsperiode 2014 Verhandlungen über eine Risikoabgeltung (Waiver) durch Bezahlung einer einmaligen Gebühr aufgenommen, die in der Berichtsperiode 2015 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Bei einer weiteren Ratingverschlechterung der VERBUND AG würde der Head Lease Filing Trigger auch gegenüber dem Eigenkapitalinvestor wirksam.

Darüber hinaus besteht weiterhin das Risiko, dass bei einer Ratingverschlechterung der Emittenten von Veranlagungen unter einen bestimmten Schwellenwert die Veranlagungen auszutauschen oder zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen sind. Gleiches gilt bei zwei vorzeitig beendeten Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, wenn der Emittent der Veranlagungen oder VERBUND eine bestimmte Verschlechterung im Rating erfährt. Diesfalls wären entsprechende Maßnahmen durchzuführen.

Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND lagen zum 31.12.2015 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungen auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch herabgemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen.

Energiebereich

Im Kerngeschäft ist VERBUND auf internationalen Energiemärkten tätig und dabei Markt-, Kontrahentenund operationalen Risiken ausgesetzt, denen entsprechende Chancen gegenüberstehen. Nachhaltiges wirtschaftliches Tätigsein auf diesen Märkten erfordert angemessene Strukturen und Prozesse sowie strikte konzerninterne Regelungen. Der Umgang mit den Marktrisiken wird durch Regelbücher und darin festgelegte Limits gemanagt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch separate Richtlinien sowohl auf Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen begegnet. Für das Management der operationalen Risiken existiert ein Prozesshandbuch.

Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value-at-Risk, Stress-Limit, Stop-Loss- und Positionslimits) wird ebenso wie die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im Energiebereich tagesaktuell überwacht, gesteuert und berichtet.

Zum 31.12.2015 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Optionen, Gasfutures und Gasforwards sowie das freistehende Derivat aus dem langfristigen Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen:

Cashflow Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2015 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 45,3 25,3 20,0
Forwards 23,1 9,0 14,0
Optionen 16,6 0,0 16,6
Swaps 0,0 0,0 0,0
Summe vor Netting 85,0 34,3 50,7
davon kurzfristig 67,7 31,1 36,6
davon langfristig 17,3 3,2 14,1
davon im sonstigen Ergebnis 50,7
Wholesale zum 31.12.2015 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 27,0 72,1 – 45,1
Forwards 150,1 89,7 60,4
Swaps 0,0 0,0 0,0
Optionen 3,4 0,0 3,4
Erdgasliefervertrag 0,0 71,8 – 71,8
Summe vor Netting 180,6 233,6 – 53,0
davon kurzfristig 151,1 232,0 – 80,9
davon langfristig 29,5 1,7 27,8
Bereits realisierte Futures – 24,2
Summe – 77,2
in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
4,6 4,1 0,5
315,8 315,7 0,0
320,3 319,8 0,5
215,6 215,6 0,0
104,8 104,2 0,5
Gesamt zum 31.12.2015 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 76,9 101,5 – 24,6
Forwards 489,0 414,5 74,5
Swaps 0,0 0,0 0,0
Optionen 20,0 0,0 20,0
Erdgasliefervertrag 0,0 71,8 – 71,8
Summe vor Netting 585,9 587,7 – 1,9
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen – 401,8 – 401,8 0,0
Summe nach Netting 184,1 186,0 – 1,9
EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures 0,0 – 24,6
Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen
Verbindlichkeiten
184,1 161,4 22,6

Zum 31.12.2014 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Optionen, Gasforwards und Gasswaps sowie das freistehende Derivat aus dem langfristigen Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach, CO2-Futures) wie folgt zusammen:

Cashflow Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2014 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 31,1 30,7 0,4
Forwards 10,5 16,4 – 5,9
Swaps 0,0 0,0 0,0
Summe vor Netting 41,6 47,1 – 5,5
davon kurzfristig 41,1 45,1 – 4,0
davon langfristig 0,5 2,0 – 1,5
davon im sonstigen Ergebnis – 5,5
Wholesale zum 31.12.2014 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 35,4 52,5 – 17,1
Forwards 101,3 60,0 41,3
Swaps 0,0 0,0 0,0
Optionen 0,0 3,3 – 3,3
Erdgasliefervertrag 0,0 63,4 – 63,4
Summe vor Netting 136,8 179,2 – 42,4
davon kurzfristig 98,0 150,5 – 52,5
davon langfristig 38,8 28,7 10,1
Bereits realisierte Futures – 29,5
Summe – 71,9
Trading zum 31.12.2014 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 0,4 1,8 – 1,3
Forwards 317,4 315,7 1,6
Summe vor Netting 317,8 317,5 0,3
davon kurzfristig 187,9 187,6 0,4
davon langfristig 129,8 129,9 – 0,1
Gesamt zum 31.12.2014 in Mio. €
Positive
Zeitwerte
Negative
Zeitwerte
Netto
Futures 67,0 85,0 – 18,0
Forwards 429,2 392,1 37,1
Swaps 0,0 0,0 0,0
Optionen 0,0 3,3 – 3,3
Erdgasliefervertrag 0,0 63,4 – 63,4
Summe vor Netting 496,2 543,8 – 47,6
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen – 370,6 – 370,6 0,0
Summe nach Netting 125,6 173,2 – 47,6
EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures 0,0 – 18,1
Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen
Verbindlichkeiten
125,6 155,0 – 29,4

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist.

Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am Strommarkt (–10,0% bis +10,0%) auf das operative Ergebnis (Wholesale-Portfolio, Trading-Portfolio) sowie auf das Eigenkapital (Cashflow Hedges) gemessen (für Auswirkungen in Zusammenhang mit dem freistehenden Derivat aus dem langfristigen Erdgasliefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Mellach siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen). Eine Steigerung des Marktpreises um 10,0% hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von 5,8 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von –74,0 Mio. € (Vorjahr: –43,9 Mio. €). Ein Fallen des Marktpreises um 10,0% hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von –5,8 Mio. € (Vorjahr: –0,2 Mio. €) und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von +74,0 Mio. € (Vorjahr: +43,9 Mio. €). Die durch Cashflow Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier Jahren (2016 bis 2019) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Zum 31.12.2015 ergaben sich keine ergebniswirksam zu erfassenden ineffektiven Teile aus Cashflow Hedges gemäß IAS 39.

In der Berichtsperiode 2015 wurde ein Betrag in Höhe von 56,5 Mio. € (Vorjahr: 68,1 Mio. €) eigenkapitalerhöhend im sonstigen Ergebnis erfasst; 14,2 Mio. € (Vorjahr: 30,8 Mio. €) wurden ergebniswirksam als Ertrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Kapitalmanagement

Ziele des Kapitalmanagements von VERBUND sind eine Absicherung der Liquidität, die Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven, die Optimierung der Kapitalstruktur (bilanzielles Eigenkapital und Fremdkapital) sowie die Absicherung eines langfristigen soliden Ratings. Im Zuge des Kapitalmanagements überwacht der Vorstand regelmäßig die folgenden Kennzahlen: Nettoverschuldung/EBITDA, den Free Cashflow (nach Dividende), die an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttete Dividende sowie den ROCE.

Der Konzern strebt zur Absicherung des Ratings eine Nettoverschuldung/EBITDA von <3,0, einen Free Cashflow nach Dividende von >100 Mio. € und einen ROCE von >7,0% an (bei der Ermittlung der Kennzahlen wird das Ergebnis der nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt).

Nettoverschuldung/EBITDA in Mio. €
2014 2015
Nettoverschuldung 4.059,6 3.685,4
EBITDA 808,8 888,7
Nettoverschuldung/EBITDA 5,0 4,1
Free Cashflow (nach Dividende) in Mio. €
2014 2015
Cashflow aus operativer Tätigkeit 717,6 674,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus
Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen
– 432,9 – 122,6
Dividende – 418,3 – 158,6
Free Cashflow (nach Dividende) – 133,6 392,7
Return on Capital Employed in Mio. €
2014 2015
NOPAT 304,1 348,7
Durchschnittliches Capital Employed 9.499,2 8.958,7

Die langfristig ausgewogene Dividendenpolitik stellt einen weiteren wichtigen Aspekt des Kapitalmanagements von VERBUND dar. Sie orientiert sich an einer Ausschüttungsquote von rund 50% – bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis.

Return on Capital Employed 3,2 % 3,9 %

Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken

Zum 31.12.2015 waren rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Für den nicht getilgten Teil der Leasingverbindlichkeit aus dieser Cross-Border-Leasing-Transaktion besteht zum 31.12.2015 eine subsidiäre Haftung von VERBUND in Höhe von 575,4 Mio. € (Vorjahr: 530,3 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 402,0 Mio. € (Vorjahr: 375,4 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Strombezugsberechtigten und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber hinaus sind 239,1 Mio. € (Vorjahr: 203,8 Mio. €) durch bilanzexterne Veranlagungen in Zero Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt.

Zwischen VERBUND und der EconGas GmbH war am 24.6.2008 ein langfristiger Erdgasliefervertrag unterzeichnet worden. Am 29.5.2013 wurde ein Antrag auf Abstellung eines kartellrechtswidrigen Verhaltens der EconGas GmbH beim Oberlandesgericht Wien als Kartellgericht eingebracht und der Gasbezug von der EconGas GmbH eingestellt (siehe auch: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen). Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen in Zusammenhang mit dem kartellrechtlichen Verfahren unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangsangaben die Lage von VERBUND im Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Am 11.9.2014 wurde VERBUND auf Antrag der Energie Steiermark Wärme GmbH ("Wärme GmbH") eine einstweilige Verfügung des Bezirksgerichts Graz-West (Beschluss vom 5.9.2014), welche in der Folge am 26.11.2014 geändert wurde (Beschluss des Bezirksgerichts Graz-West vom 26.11.2014), und am 24.9.2014 von der Wirtschaftskammer Niederösterreich eine Schiedsklage der Wärme GmbH zugestellt. Gegenstand des Rechtsstreits zwischen VERBUND und der Wärme GmbH waren abweichende Standpunkte hinsichtlich der Ausfallsreservehaltung eines weiteren Kraftwerksblocks in Zusammenhang mit der Fernwärmelieferung des Kraftwerksstandorts Mellach aufgrund des bestehenden Wärmeliefervertrags. Am 8.9.2015 hat das befasste Schiedsgericht mit Schiedsurteil entschieden, dass VERBUND keinerlei Verpflichtung zur Vorhaltung eines weiteren Kraftwerksblocks am Standort Mellach als Ausfallsreserve trifft. Das Schiedsgericht hat damit uneingeschränkt die Rechtsauffassung von VERBUND bestätigt. Die einstweilige Verfügung in der Fassung ihrer Änderung vom 26.11.2014, die VERBUND auf Dauer ihres Bestehens verpflichtete, jeweils im Zeitraum von 15.11. bis 31.3. des Folgejahrs am Standort Mellach eine betriebsbereite Ausfallsreserve zur Lieferung von maximal 200 MW thermisch bereitzuhalten, wurde mit Wirkung vom 1.10.2015 aufgehoben. Aufgrund der nicht gerechtfertigten Bereithaltung einer Ausfallsreserve in der Vergangenheit erwuchs VERBUND ein von Gutachtern bemessener bereicherungsrechtlicher Anspruch in der Höhe von rund 79,1 Mio. € (zzgl. Verzugszinsen), der nun schiedsgerichtlich eingeklagt wurde. Ansprüche in Zusammenhang mit diesem Verfahren werden bilanziell erfasst, sobald ein Zufluss wirtschaftlichen Nutzens so gut wie sicher ist.

Am 19.5.2015 wurde VERBUND eine Klage der EVN AG zugestellt (Einreichung der Klage beim Handelsgericht Wien am 5.5.2015). Gegenstand dieser Klage ist das Feststellungsbegehren der EVN AG, dass die von VERBUND mit Rechtswirksamkeit zum 30.6.2015 im Zusammenhang mit der erfolgten Schließung des Kraftwerksblocks von VERBUND am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr vorgenommene Kündigung der Betriebsführungsbestimmungen des Errichtungs-, Betriebsführungsund Bestandsvertrags aus dem Jahr 1980 unzulässig sei und der EVN AG damit Vorteile aus Synergieeffekten der gemeinsamen Betriebsführung verloren gingen. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbind-

Eventualverbindlichkeiten

Anhängige Verfahren

lichkeiten bzw. Rückstellungen in Zusammenhang mit dieser Klage unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangsangaben die Lage von VERBUND im Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

In der Berichtsperiode 2015 wurden von mehreren Parteien Schadenersatzforderungen in Zusammenhang mit dem Drau-Hochwasser 2012 erhoben. Der beanspruchte Schadenersatz beläuft sich derzeit in Summe auf rund 98,3 Mio. €. Diese Forderungen werden von VERBUND dem Grunde und der Höhe nach bestritten. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen in Zusammenhang mit diesen Schadenersatzansprüchen unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass diese Anhangsangaben die Lage von VERBUND in den Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Nach § 9 Abs 7 KStG i.d.F. StRefG 2005, BGBl I 2004/57, steht einem Gruppenmitglied bzw. Gruppenträger beim Erwerb einer Beteiligung an einer inländischen Gesellschaft, die Mitglied der Gruppe wird, eine Firmenwertabschreibung von bis zu 50 % der Anschaffungskosten der Beteiligung zu, nicht aber beim Erwerb einer Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft. Bezüglich der Gewährung der Firmenwertabschreibung nur im Falle des Erwerbs einer inländischen Gesellschaft hat der Verwaltungsgerichtshof mit Beschluss vom 30.1.2014 zur Geschäftszahl 2013/15/0186 ein Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH gerichtet. Der EuGH hat mit Urteil vom 6.10.2015 (Rechtssache C-66/14) entschieden, dass die Niederlassungsfreiheit einer Regelung entgegensteht, die es im Rahmen der Gruppenbesteuerung erlaubt, beim Erwerb einer inländischen Beteiligung eine Firmenwertabschreibung vorzunehmen, dies aber beim Erwerb einer Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft versagt. Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs zur anhängigen Sache ist bislang noch nicht ergangen. Kann die Firmenwertabschreibung auch für Beteiligungen an ausländischen Gruppenmitgliedern uneingeschränkt analog zu Beteiligungen an inländischen Gruppenmitgliedern in Anspruch genommen werden, bedeutet dies, dass VERBUND bei zwei ausländischen Beteiligungen eine Firmenwertabschreibung in Höhe von insgesamt 580,5 Mio. € (Reduktion zukünftiger Steuerzahlungen daher 145,1 Mio. €) geltend machen kann. Sobald die Möglichkeit zur Geltendmachung hinreichend sicher ist, erfolgt die Erfassung gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND (siehe: Bilanzierungsund Bewertungsmethoden).

Verträge und Bestellobligo 2015 in Mio. €
Gesamtver
pflichtung zum
31.12.2015
Verpflichtung
innerhalb eines
Jahres
Verpflichtung
innerhalb von 5
Jahren
Miet-, Leasing- und Versicherungsverträge k.A.1 29,8 133,1
Bestellobligo für Sachanlagen, immaterielle
Vermögenswerte und sonstige Leistungen
318,5 243,1 301,6
Verträge und Bestellobligo 2014 in Mio. €
Gesamtver
pflichtung zum
31.12.2014
Verpflichtung
innerhalb eines
Jahres
Verpflichtung
innerhalb von 5
Jahren
Miet-, Leasing- und Versicherungsverträge k.A.1 28,6 140,0

Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauern betragsmäßig nicht bestimmbar.

Verträge und Bestellobligo

Bezugsverträge

Die Weglokoks S.A. bietet im Rahmen eines jährlich kündbaren Basisvertrags der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. jährlich mindestens 450.000t Steinkohle zu verhandelbaren Preisen an. Mit der OKD S.A. besteht ebenfalls ein jährlich kündbarer Basisvertrag über eine zu liefernde Menge in Höhe von jährlich mindestens 600.000 Tonnen Steinkohle zu verhandelbaren Preisen. Für die Lieferung in der Berichtsperiode 2016 wurden bisher Bezugsverträge mit Weglokoks S.A. über 150.000 Tonnen sowie mit OKD S.A. über 50.000 Tonnen abgeschlossen.

Zwischen VERBUND und der EconGas GmbH war am 24.6.2008 ein langfristiger Erdgasliefervertrag unterzeichnet worden. Am 29.5.2013 wurde bezüglich dieses langfristigen Erdgasliefervertrags der Antrag auf Abstellung eines kartellrechtswidrigen Verhaltens der EconGas GmbH beim Ober-landesgericht Wien eingebracht. Der Gasbezug und die Zahlungen wurden zum selben Zeitpunkt eingestellt (siehe: Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die vor allem die Lieferung von Strom und Primärenergieträgern, aber auch Sachanlagen und Wartungs- bzw. Instandhaltungsleistungen umfassen.

Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppe Malta haben Landesenergiegesellschaften (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die Landesenergiegesellschaften zu liefern.

In der Berichtsperiode 2011 konnte mit dem Freistaat Bayern eine Vereinbarung getroffen werden, das bestehende Heimfallsrecht an den Laufkraftwerken Wasserburg, Teufelsbrück und Gars in ein sogenanntes Notheimfallsrecht – dieses besteht nur für den Fall, dass VERBUND die Kraftwerke dauerhaft nicht mehr betreibt oder sie endgültig stilllegt – umzuwandeln. Im Gegenzug verpflichtete sich VERBUND dazu, bis 2021 bestimmte wasserwirtschaftliche Maßnahmen sowie Umwelt- und Infrastrukturmaßnahmen am bayerischen Inn vorzunehmen.

Zwischen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. und der Steirischen Gas-Wärme GmbH besteht ein Wärmelieferungs- und Bezugsvertrag für den Fernwärmebedarf des Großraums Graz. Zur Erfüllung der daraus resultierenden Lieferverpflichtung sind das Fernheizkraftwerk Mellach und das Gas-Kombikraftwerk Mellach berechtigt.

Für Kraftwerks- und Leitungsbauten werden – dies ist typisch für die Energiewirtschaft – laufend Entschädigungszahlungen an Grundeigentümer für wirtschaftliche Nachteile geleistet. Der Barwert dieser Verpflichtungen ist für VERBUND insgesamt nicht wesentlich.

Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand

2014 2015 Veränderung
Angestellte 2.997 2.863 – 134
Arbeiter 55 45 – 11
Lehrlinge 193 182 – 11
Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher
Personalstand1 3.245 3.089 – 155

Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

Sonstige Verpflichtungen

Durchschnittlicher Personalstand

Zum Bilanzstichtag hatten 162 (Vorjahr: 190) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Die Voraussetzungen dafür waren eine zumindest 20-jährige Tätigkeit bei VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

Personalbereitstellungen

In der Berichtsperiode 2015 waren durchschnittlich 18 (Vorjahr: 29) Dienstnehmer an die PÖYRY Energy GmbH zur Erfüllung verschiedenster Aufgaben im Bereich Engineering und Consulting abgestellt. VERBUND hält an der PÖYRY Energy GmbH einen Anteil von 25,1% (siehe: Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND). Die Abstellung erfolgt zu standardisierten Verrechnungssätzen, wobei die Abrechnung einerseits von der Qualifikation und andererseits von marktkonformen Stundensätzen abhängt.

Darüber hinaus gab es in der Berichtsperiode 2015 durchschnittlich insgesamt 24 Abstellungen (Vorjahr: 31) an nicht konsolidierte Tochterunternehmen von VERBUND.

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf die vollkonsolidierten Tochterunternehmen von VERBUND, die vom (Netzwerk des) Konzernabschlussprüfer(s) geprüft wurden; die entsprechenden Aufwendungen bei mangels Wesentlichkeit nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind hierin nicht enthalten. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2015 ebenso wie 2014 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers in Tsd. €
Deloitte1
2014
Deloitte1
2015
Netzwerk
2014
Netzwerk
2015
Konzern- und
Jahresabschlussprüfungsleistungen 296,9 295,8 196,4 196,7
Sonstige Bestätigungsleistungen 202,1 28,3 0,0 0,0
Steuerberatungsleistungen 9,6 7,5 0,0 0,0
Sonstige Beratungsleistungen 68,0 52,8 0,0 0,0
Gesamtaufwendungen 576,6 384,4 196,4 196,7

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Bei den Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND sind die folgenden Aufwendungen für Leistungen des (Netzwerks des) Konzernabschlussprüfers angefallen: 15,4 Tsd. € (Vorjahr: 9,0 Tsd. €) an Konzernund Jahresabschlussprüfungsleistungen (davon Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH: 15,4 Tsd. €; Vorjahr: 9,0 Tsd. €) und 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) an sonstigen Bestätigungsleistungen (davon Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH: 0,0 Tsd. €; Vorjahr: 0,0 Tsd. €).

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties) von VERBUND zählen alle Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Darüber hinaus zählen die Vorstände und Aufsichtsräte von VERBUND sowie von ihnen oder ihren nahen Angehörigen beherrschte oder maßgeblich beeinflusste Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Republik Österreich ist aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin eine nahestehende Person. Folglich gelten auch unter beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen als nahestehend. Dazu zählen insbesondere die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG), die Bundesbeschaffungs GmbH (BBG), die OMV und die Telekom Austria sowie die Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control).

Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet. Die Geschäftstransaktionen mit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. €
2014 2015
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 0,0 0,1
Netzerlöse 0,0 0,0
Sonstige Erlöse 0,7 0,7
Sonstige betriebliche Erträge 0,0 0,1
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 0,1 – 0,1
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 0,0 0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,0 0,0
Zinsaufwand 0,0 0,0
Zinsertrag 1,9 1,9
Übriges Finanzergebnis 2,3 2,2

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. €
31.12.2014 31.12.2015
Bilanz
Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen 23,8 40,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige
Forderungen 36,8 12,4
Baukostenbeiträge 1,0 1,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige
Verbindlichkeiten 1,5 2,4

Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31.12.2015 eine in den Finanzanlagen enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 36,4 Mio. € (Vorjahr: 19,8 Mio. €) und eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 12,2 Mio. € (Vorjahr: 36,8 Mio. €). Beide dienten im Wesentlichen der Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession.

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppen Malta und Reißeck hat die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG zu liefern.

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. €
2014 2015
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 49,8 58,8
Netzerlöse 18,9 22,9
Sonstige Erlöse 0,2 0,3
Sonstige betriebliche Erträge 2,3 3,3
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug – 29,8 – 28,3
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 0,0 0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 0,8 – 1,5
Zinsertrag 0,0 0,0
31.12.2014 31.12.2015
Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige
Forderungen
7,3 11,6
Baukostenbeiträge 279,2 285,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige
Verbindlichkeiten
0,1 0,3

Die Stromerlöse wurden im Wesentlichen mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG (38,6 Mio. €; Vorjahr: 38,2 Mio. €) sowie der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (20,2 Mio. €; Vorjahr: 11,6 Mio. €) erzielt. Den Stromerlösen standen Strombezüge von der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG in Höhe von 23,0 Mio. € (Vorjahr: 29,8 Mio. €) sowie der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (5,3 Mio. €; Vorjahr: 0,0 Mio. €) gegenüber. Die Netzerlöse wurden ausschließlich mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG erzielt. Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG leistete in der Berichtsperiode 2015 insgesamt Baukostenbeiträge in Höhe von 15,2 Mio. € (Vorjahr: 31,0 Mio. €).

Zum 31.12.2015 bestanden aus sonstigen Haftungsverhältnissen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 8,2 Mio. € (Vorjahr: 29,9 Mio. €). Dabei handelt es sich um Garantien, die VERBUND für die nicht konsolidierte Verbundplan Birecik Baraji Isletme Ltd. Sti. (VBOC) abgegeben hat. Die VBOC ist im Rahmen eines Betreibermodells (Build Operate Transfer, BOT) für über 15 Jahre mit der Betriebsführung des Wasserkraftwerks Birecik am Euphrat in der Türkei betraut. Die Garantien beziehen sich auf Haftungen der VBOC aus ihrer Betriebsführungstätigkeit für die Birecik Baraj ve Hidroelektrik Santrali Tesis ve Isletme A.S. in der Türkei.

Die offenen Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich umfassen Eigenkapitalzufuhren zu Beteiligungsunternehmen, sofern die entsprechenden Gesellschafterbeschlüsse bereits gefasst sind. Zum 31.12.2015 bestehen im Beteiligungsbereich Einzahlungsverpflichtungen in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €).

Die Stromerlöse mit Unternehmen, die unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehen, betrugen in der Berichtsperiode 2015 insgesamt 28,7 Mio. € (Vorjahr: 56,2 Mio. €). Die Stromabnehmer waren dabei im Wesentlichen die Bundesbeschaffungs GmbH, die Telekom Austria und die ASFINAG. Der Strombezug von unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen betrug in der Berichtsperiode 2015 insgesamt 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Die Stromlieferungen erfolgten im Wesentlichen durch die ÖBB.

In der Berichtsperiode 2015 betrug der Ergebniseffekt aus der Zeitbewertung des als freistehendes Derivat zu qualifizierenden Erdgasliefervertrags –8,4 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €; siehe auch: (37) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7). Das dazugehörige derivative Finanzinstrument im Energiebereich wurde in Höhe von 66,5 Mio. € (31.12.2014: 54,3 Mio. €) in den langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten und in Höhe von 5,3 Mio. € (31.12.2014: 9,1 Mio. €) in den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Angaben zu etwaigen Rückstellungen in Zusammenhang mit dem kartellrechtlichen Verfahren unterbleiben, da damit zu rechnen ist, dass diese Anhangsangaben die Lage von VERBUND im Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.

Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch E-Control betrug in der Berichtsperiode 2015 insgesamt 12,9 Mio. €.

Eventualverbindlichkeiten im Beteiligungsbereich

Sonstige Verpflichtungen im Beteiligungsbereich

Transaktionen mit der Republik Österreich sowie unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen

Angaben zu den Organen

Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate Governance Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge)
in €
Laufender
Bezug
2014
(davon variabler
Anteil)
Laufender
Bezug
2015
(davon variabler
Anteil)
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 1.158.513 (366.601) 1.187.058 (381.175)
Dr. Johann Sereinig 1.057.908 (302.104) 1.135.638 (365.262)
Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 737.720 (175.336) 734.879 (162.887)
Dr. Peter F. Kollmann 750.000 (0) 980.357 (217.125)

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2015 insgesamt 4.143.855 € (Vorjahr: 3.810.420 €), darin enthalten sind 105.924 € (Vorjahr: 106.279 €) an Sachbezügen.

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2015 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2014.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2014 betrug dieser Prozentsatz zwischen 30% und 50%, dieser Prozentsatz gilt auch für die aktuelle Berichtsperiode 2015. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2014 zu 50% auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 15% auf der Erreichung der Zielsetzungen im thermischen Bereich (Ausstieg aus Frankreich und Italien, Schließung von unrentablen thermischen Kraftwerken) und zu 35% auf mittelfristigen (zweijährigen, zum Teil qualitativen) Zielen, beispielsweise der Erreichung spezifischer Kostenziele in Verbindung mit dem Projekt "VERBUND 2015" sowie der Marktoffensive (z.B. die Steigerung des Marktanteils, neue Dienstleistungen und Produkte, die Erweiterung der B2B-Aktivitäten). Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2015 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 213.975 € (Vorjahr: 172.675 €) bezahlt.

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur Anwendung. In der Berichtsperiode 2015 sind 384.644 € (Vorjahr: 525.892 €) für Pensionen und 0 € (Vorjahr: 0 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.

Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 68.313 € (Vorjahr: 83.689 €) erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 100.629 € (Vorjahr: 151.640 €). Darüber hinaus wurden Erträge in Höhe von 1.203.027 € (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 1.036.706 €) im Zusammenhang mit Neubewertungen im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 312.665 € (Vorjahr: 318.543 €). An die Leitungsorgane des Konzerns und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND

Die nachfolgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen in zusammengefasster Form zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Anpassungen:

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €

VERBUND
Hydro Power
GmbH
2014
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
VERBUND
Hydro Power
GmbH
2015
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
Umsatzerlöse 863,9 82,7 733,7 74,3
Ergebnis nach Ertragsteuern aus
fortzuführenden Aktivitäten
322,8 12,6 206,6 1,7
Periodenergebnis 322,8 12,6 206,6 1,7
Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile
19,58% 29,73% 19,46 % 29,73%
Den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes Periodenergebnis
63,2 3,7 40,2 0,5
Sonstiges Ergebnis – 37,7 – 5,7 4,2 0,2
Gesamtperiodenergebnis 285,1 6,9 210,8 1,9
Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile
19,58% 29,73% 19,46 % 29,73%
Den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes
Gesamtperiodenergebnis 55,8 2,0 41,0 0,6
Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Bilanz in Mio. €
VERBUND
Hydro Power
GmbH
31.12.2014
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
VERBUND
Hydro Power
GmbH
31.12.2015
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
Langfristige Vermögenswerte 4.762,3 732,1 4.791,2 700,6
Kurzfristige Vermögenswerte 370,5 22,6 14,1 24,6
Langfristige Schulden – 2.336,4 – 87,4 – 2.399,0 – 86,6
Kurzfristige Schulden – 697,9 – 13,4 – 347,2 – 12,6
Nettovermögen 2.098,5 654,0 2.059,0 625,9
Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile
19,58% 29,73% 19,46 % 29,73%
Den nicht beherrschenden Anteilen

zuzurechnendes Nettovermögen 410,9 194,5 400,8 186,1

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Cashflow in Mio. €
VERBUND
Hydro Power
GmbH
31.12.2014
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
VERBUND
Hydro Power
GmbH
31.12.2015
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH
Cashflow aus operativer Tätigkeit 458,6 51,1 313,1 48,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit – 153,9 – 67,1 – 105,2 – 9,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 304,6 16,0 – 207,9 – 39,2
Veränderung der liquiden Mittel 0,0 0,0 0,0 0,0
An nicht beherrschende Anteile
gezahlte Dividenden
58,9 11,9 48,7 8,9

Bei der VERBUND Innkraftwerke GmbH existiert eine Gesellschaftervereinbarung, die vorsieht, dass außer in folgenden Fällen der gesamte Jahresüberschuss als Bilanzgewinn festzustellen und an die Gesellschafter auszuschütten ist: Die Vollausschüttung verstößt gegen gesetzliche Vorschriften, durch die Vollausschüttung wird eine Eigenkapitalquote zum jeweiligen Bilanzstichtag von 25% unterschritten, es stehen nicht ausreichend liquide Mittel zur Vollausschüttung zur Verfügung, nach der Vollausschüttung stehen nicht genügend liquide Mittel für genehmigte Investitions-, Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen, die aufgrund von höherer Gewalt zu treffen sind, zur Verfügung oder es ist eine Wertaufholungsrücklage zu bilden.

Gemeinschaftsunternehmen

Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND getrennt nach wesentlichen (Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH) und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen. Die Bilanzdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30.9.2015 (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH: Gesamtergebnisrechnung
2014 2015
1,8 0,5
– 0,1 – 0,1
11,9 11,6
– 7,7 – 7,5
– 4,1 – 0,3
– 2,5 1,6
50,01% 50,01 %
– 1,2 0,8
0,0 0,0
– 1,2 0,8
– 2,5 1,6
0,0 0,0
– 2,5 1,6
50,01% 50,01 %
– 1,2 0,8
0,0 0,0
– 1,2 0,8
0,0 0,0

Bei der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH sind Ausschüttungsbeschlüsse einstimmig mit dem Joint-Venture-Partner zu fassen.

Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €
2014 2015
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten – 0,1 – 1,5
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis – 0,1 – 0,8
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen
– 0,1 – 0,8
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten – 0,1 – 1,5
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis – 0,1 – 1,5
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis – 0,1 – 0,8
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen
– 0,1 – 0,8

Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH: Bilanz in Mio. €

31.12.2014 31.12.2015
Langfristige Vermögenswerte 141,4 134,0
Kurzfristige Vermögenswerte1 33,5 12,5
Langfristige Schulden2 – 125,9 – 115,4
Kurzfristige Schulden3 – 46,2 – 26,6
Nettovermögen 2,9 4,5
Beteiligungsquote von VERBUND 50,01% 50,01 %
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 1,4 2,3
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode – 1,4 – 2,3
Buchwert des nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmens 0,0 0,0

Die kurzfristigen Vermögenswerte beinhalten liquide Mittel in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €). // 2 Die langfristigen Schulden beinhalten langfristige finanzielle Schulden (mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen) in Höhe von 118,9 Mio. € (Vorjahr: 125,9 Mio. €). // 3 Die kurzfristigen Schulden beinhalten kurzfristige finanzielle Schulden (mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen) in Höhe von 7,8 Mio. € (Vorjahr: 7,8 Mio. €).

Zwischen VERBUND und der Energji Ashta Shpk (100%iges Tochterunternehmen der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH) besteht bis auf Weiteres ein Cash-Management-Vertrag mit einem Rahmen von 17,0 Mio. € (Vorjahr: 50,0 Mio. €). Zum 31.12.2015 waren 8,3 Mio. € (Vorjahr: 32,8 Mio. €) des Rahmens ausgenützt.

Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz in Mio. €
31.12.2014 31.12.2015
Nettovermögen 8,1 9,6
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 2,9 3,6
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen 2,9 3,7

Assoziierte Unternehmen

Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen von VERBUND getrennt nach wesentlichen (KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft; im Vorjahr zusätzlich: Sorgenia S.p.A. (Group)) und einzeln, für sich genommen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen. Die Bilanzdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30.9.2015 (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €
2014
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktien
gesellschaft
2015
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktien
gesellschaft
Umsatzerlöse 1.447,1 1.442,3
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 96,4 77,5
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 % 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 33,9 27,3
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen
33,9 27,3
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 96,4 77,5
Sonstiges Ergebnis – 10,6 – 23,6
Gesamtperiodenergebnis 85,8 53,9
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 % 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 30,2 19,0
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen
30,2 19,0
Vom assoziierten Unternehmen erhaltene Dividende 14,1 14,1

Bei der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft sind Ausschüttungsbeschlüsse mit einfacher Mehrheit zu fassen. Die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH hält 51% der Anteile an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und bestimmt damit deren Ausschüttungspolitik.

Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung in Mio. €
2014 2015
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 1,8 0,1
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis 0,4 0,0
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen
0,4 0,0
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten 1,8 0,1
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis 1,8 0,1
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis 0,4 0,0
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 0,0
Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen
0,4 0,0
Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz in Mio. €
31.12.2014
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktien
gesellschaft
31.12.2015
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktien
gesellschaft
Langfristige Vermögenswerte 1.515,1 1.619,7
Kurzfristige Vermögenswerte 235,6 197,1
Langfristige Schulden – 771,4 – 825,3
Kurzfristige Schulden – 252,0 – 250,2
Nettovermögen 727,4 741,3
Beteiligungsquote von VERBUND 35,17 % 35,17 %
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 255,8 260,7
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,3 0,3
Buchwert des nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen
256,1 261,0
Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz in Mio. €
31.12.2014 31.12.2015
Nettovermögen 5,7 6,2
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen 1,4 1,7
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 1,5
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen
1,4 3,2

Liste der Konzernunternehmen

Die nachfolgende, gemäß § 245a (1) UGB in Verbindung mit § 265 (2) UGB erstellte Liste der Konzernunternehmen umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. In dieser Liste sind außerdem auch nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen von VERBUND mit einem Anteil ≥ 20% enthalten.

2014 2015
Gesellschaft Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil
der
Oberge
sellschaft
am
Kapital
Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil der
Oberge
sellschaft
am
Kapital
VERBUND AG (VH) Wien VK Wien VK
Austrian Power
Grid AG (APG)
Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
CAS Regenerabile VRP 99,99% VH 99,99 %
S.R.L. Bukarest VK VFS 0,01% Bukarest VK VFS 0,01 %
Donaukraftwerk
Jochenstein
Aktiengesellschaft
Passau VK VH
VHP-IW
50,00%
50,00%
Passau VK VH
VHP-IW
50,00 %
50,00 %
2014 2015
Gesellschaft Sitz Kon Oberge Anteil Sitz Kon Oberge Anteil der
solidie sellschaft der solidie sellschaft Oberge
rungsart Oberge rungsart sellschaft
sellschaft
am
am
Kapital
Kapital
Grenzkraftwerke
Gesellschaft mit
beschränkter VH 50,00% VH 50,00 %
Haftung Simbach VK VHP-IW 50,00% Simbach VK VHP-IW 50,00 %
Innwerk AG Stamm Stamm
(VHP-IW) ham VK VH 100,00% ham VK VH 100,00 %
Österreichisch
Bayerische
Kraftwerke VH 50,00% VH 50,00 %
Aktiengesellschaft Simbach VK VHP-IW 50,00% Simbach VK VHP-IW 50,00 %
VERBUND
Finanzierungs
service GmbH Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
VERBUND
Photovoltaics
Ibérica S.L. Madrid VK VRP 100,00% Madrid VK VH 100,00 %
VERBUND Sales
GmbH (VSA) Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Sales
Deutschland GmbH – München VK VSA 100,00 %
VERBUND Services
GmbH Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
VERBUND
Solutions GmbH
(VSO) Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Thermal
Power GmbH & Co Neudorf Neudorf
KG in Liqu. ob Wildon VK VH 100,00% ob Wildon VK VH 100,00 %
VERBUND Thermal
Power GmbH Neudorf Neudorf
(VTP GmbH) ob Wildon VK VH 100,00% ob Wildon VK VH 100,00 %
VERBUND VHP 99,90% VHP 99,90 %
Tourismus GmbH Wien VK LESTIN 0,10% Wien VK LESTIN 0,10 %
VERBUND Trading
GmbH Wien VK VH 100,00% Wien VK VH 100,00 %
VERBUND Trading VTR 99,00% VTR 99,00 %
Romania S.R.L. Bukarest VK VH 1,00% Bukarest VK VH 1,00 %
VERBUND
Umwelttechnik Klagen Klagen
GmbH furt VK APG 100,00% furt VK APG 100,00 %
VERBUND Wind
Power Austria VHP 99,75%
GmbH (VRP-AT) Wien VK LESTIN 0,25% Wien VK VHP 100,00 %
2014 2015
Gesellschaft Sitz Kon Oberge Anteil Sitz Kon Oberge Anteil der
solidie sellschaft der solidie sellschaft Oberge
rungsart Oberge rungsart sellschaft
sellschaft am
am
Kapital
Kapital
VERBUND Wind
Power Deutschland Wörr Wörr
GmbH (VRP-DE) stadt VK VH 100,00% stadt VK VH 100,00 %
Windpark
Dichtelbach GmbH Wörr Wörr
& Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark
Dörrebach GmbH & Wörr Wörr
Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark Eichberg Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark Ellern Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark Hochfels Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark
Rheinböllen GmbH Wörr Wörr
& Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark
Schönborn GmbH Wörr Wörr
& Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark
Seibersbach GmbH Wörr Wörr
& Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark Stetten I Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Windpark
Utschenwald Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 95,00% stadt VK VH 95,00 %
Alpha Wind S.R.L. Bukarest VK VRP 90,00% Bukarest VK VH 90,00 %
Ventus Renew
Romania S.R.L. Bukarest VK VRP 90,00% Bukarest VK VH 90,00 %
Infrastruktur
Oberheimbach I Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 81,00% stadt VK VH 81,00 %
VERBUND Hydro
Power GmbH Wien VK VH 80,42% Wien VK VH 80,54 %
Infrastrukturgesell
schaft Bischheim Wörr Wörr
GmbH & Co. KG stadt VK VH 76,00% stadt VK VH 61,26 %
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH Töging VK VH 70,27% Töging VK VH 70,27 %
2014 2015
Gesellschaft Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil
der
Oberge
Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil der
Oberge
sellschaft
sellschaft am
am
Kapital
Kapital
Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft Steyr GT VH 50,00% Steyr GT VH 50,00 %
Shkodra Region
Beteiligungsholding
GmbH (VHP-AL-HI)
Wien EQ2 VHP 50,01% Wien EQ2 VHP 50,01 %
Unter Unter
AQUANTO GmbH föhring EQ2 VH 50,00% föhring EQ2 VH 50,00 %
SOLAVOLTA
Energie- und
Umwelttechnik
GmbH
Sankt
Marga
rethen im
Bgld
EQ VSO 50,00 %
VERBUND GETEC
Energiecontracting
GmbH
Wien EQ2 VSO 50,00 %
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktiengesellschaft
Klagen
furt
EQ VH 35,17% Klagen
furt
EQ VH 35,17 %
Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und
Betriebs GmbH &
Co KG
Wien EQ2 VHP 33,33% Wien EQ2 VHP 33,33 %
Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und
Betriebs GmbH
Wien EQ2 VHP 33,33% Wien EQ2 VHP 33,33 %
OeMAG
Abwicklungsstelle
für Ökostrom AG
Wien EQ APG 24,40% Wien EQ APG 24,40 %
VERBUND Trading
& Sales
Deutschland GmbH
München NK VTR 100,00% München NK VTR 100,00 %
VERBUND Trading
Czech Republic
s.r.o. Prag NK VTR 100,00% Prag NK VTR 100,00 %
VERBUND Trading
Serbia d.o.o.
Belgrad NK VTR 100,00% Belgrad NK VTR 100,00 %
Lestin & Co Tauch-,
Bergungs- und
Sprengunterneh
men Gesellschaft
m.b.H. (LESTIN)
Wien NK VHP 100,00% Wien NK VHP 100,00 %
Verbundplan
Birecik Baraji
Isletme Ltd. Sti.
Birecik NK VHP 70,00% Birecik NK VHP 70,00 %
E-Mobility Provider
Austria GmbH
Wien NK2 VSO 50,00% Wien NK VSO 76,78 %
2014 2015
Gesellschaft Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil
der
Oberge
sellschaft
Sitz Kon
solidie
rungsart
Oberge
sellschaft
Anteil der
Oberge
sellschaft
am
am
Kapital
Kapital
SMATRICS GmbH
& Co KG (2014: E
Mobility Provider
Austria GmbH & Co
KG)
Wien NK2 VSO 50,00% Wien NK VSO 76,78 %
smart Energy
Services GmbH Wien NK2 VSA 50,00% Wien NK2 VSA 50,00 %
PÖYRY Energy
GmbH
Wien NK VH 25,10% Wien NK VH 25,10 %
Haos Invest EAD Sofia VK1 VRP 100,00%
Pont-sur-Sambre
Power S.A.S.
Boulogne
Billan
court
NK1 VH 100,00%
VH
SOR
17,22%
Sorgenia S.p.A. Mailand NK GENIA 81,57%
Sorgenia Holding
S.p.A. (SORGENIA)
Mailand NK VH 34,97%
Boulogne
Billan
Toul Power S.A.S. court NK1 VH 100,00%
VERBUND
Renewable Power
GmbH (VRP)
Wien VK VH 100,00%
Blaringhem Power VTR 60,00%
S.A.R.L. Paris NK VH 40,00%
VERBUND
EcoSales GmbH
Wien NK VSA 100,00%
VERBUND Trading
Hungária Kft.
"végelszámolás"
Budapest NK VTR 100,00%

VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen / EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen / GT = Gemeinschaftliche Tätigkeit, anteilsmäßiger Einbezug von Vermögenswerten bzw. Schulden und Erträgen bzw. Aufwendungen / NK = wegen Unwesentlichkeit oder mangels Beherrschung bzw. maßgeblichen Einflusses nicht konsolidiertes Unternehmen

als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft // 2 Gemeinschaftsunternehmen

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Bilanzstichtag am 31.12.2015 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 11.2.2016 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Wien, am 11.2.2016 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig

Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND vermittelt.

Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist.

Wien, am 11.2.2016 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2015, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing (ISAs)). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und die sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2015 sowie der Ertragslage des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Verantwortung des Abschlussprüfers

Prüfungsurteil

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben nach § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 11.2.2016 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer MMag. Dr. Klaus-Bernhard Gröhs

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

GRI-Index

GRI-Index 2015

G4 ALLGEMEINE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?
G4-1 Stellenwert von Nachhaltigkeit im Unternehmen Vorwort des Vorstands, Kapitel "Strategie" und "Strategische Ziele"
G4-2 Wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche
Auswirkungen des Unternehmens sowie Chancen und Risiken
Kapitel "Chancen- und Risikomanagement"
G4-3 bis G4-9 Organisationsprofil G4-9 "VERBUND auf einen Blick"
G4-10 bis G4-11 Mitarbeiterkennzahlen Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung", EDO
G4-12 Lieferkette G4-12 Kapitel "Beschaffung", DMA
G4-13 Veränderungen im Berichtszeitraum Fußnoten und Erläuterungen bei Kennzahlentabellen
EU1 Installierte Kapazitäten nach Energieträgern Kapitel "Energie"
EU2 Stromproduktion netto EU2 Kapitel "Energie"
EU3 Anzahl der Endkunden Kapitel "Energie"
EU4 Länge des Übertragungsnetzes Kapitel "Netz"
EU5 Zuteilung von CO2-Emissionsrechten EU5 Kapitel "Energie"
G4-14 Vorsorgeprinzip Kapitel "Chancen- und Risikomanagement"
G4-15 Unterstützung von externen Initiativen DMA
G4-16 Mitgliedschaften DMA
G4-17 Einbezogene Unternehmenseinheiten Beteiligungsstruktur im Umschlag
G4-18 Festlegung der Berichtsinhalte und Abgrenzung von Aspekten G4-18 EDO
G4-19 Ermittelte wesentliche Aspekte G4-19 EDO
G4-20 bis G4-21 Grenzen der Aspekte EDO
G4-22 bis G4-23 Auswirkungen von Neuformulierungen Fußnoten und Erläuterungen von Kennzahlen
G4-24 bis G4-27 Stakeholder-Einbindung Kapitel "Stakeholder Relations", DMA, EDO
G4-28 bis G4-32 Berichtsprofil und GRI-Index Kapitel "Zum integrierten Bericht"
G4-33 Externe Prüfung des Berichts "Unabhängiger Bestätigungsbericht"
G4-34 bis G4-55 Struktur der Unternehmensführung, Kontrollorgan,
Vergütungen
Kapitel "Corporate Governance Bericht",
DMA
G4-56 bis G4-58 Ethik und Integrität DMA
G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?
WIRTSCHAFTLICH
Wirtschaftliche Leistung
EU-DMA Verfügbarkeit und Verlässlichkeit
(vorm. EU6, jetzt DMA)
DMA
EU-DMA Demand-Side-Management (vorm. EU7, jetzt DMA);
Forschung und Entwicklung (vorm. EU8, jetzt DMA)
Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung"
G4-EC1 Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert EDO
G4-EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels und andere Risiken und
Chancen
Kapitel "Chancen- und Risikomanagement"
G4-EC3 Deckung der Verpflichtungen aus dem leistungsorientierten
Pensionsplan
EDO
G4-EC4 Finanzielle Unterstützung von Seiten der Regierung EDO
EU9 Stilllegung von Atomkraftwerken nicht relevant
EU10 Anteil geplanter Erzeugungskapazität an der langfristig
prognostizierten Entwicklung des Strombedarfs
Kapitel "Energie"
EU11 Durchschnittliche Wirkungsgrade der thermischen
Kraftwerke
Kapitel "Energie"
EU12 Verluste im Übertragungs- und Verteilnetz Kapitel "Netz", EDO
Marktpräsenz
G4-EC5 Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen
Mindestlohn
Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
G4-EC6 Lokale Führungskräfte an Hauptgeschäftsstandorten nicht relevant
Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
G4-EC7 Entwicklung und Auswirkungen von Infrastrukturinvestitionen
und geförderten Dienstleistungen
DMA
G4-EC8 Erhebliche indirekte wirtschaftliche Auswirkungen Kapitel "Energie", EDO sowie Projektdarstellungen auf www.verbund.com
Beschaffung
G4-EC9 Anteil der Ausgaben für lokale Lieferanten an
Hauptgeschäftsstandorten
Kapitel "Beschaffung"
ÖKOLOGISCH
Materialien
G4-EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen Kapitel "Umwelt"
EU-DMA Langfristiger Ausstieg aus PCBs DMA
G4-EN2 Anteil der Sekundärrohstoffe am Gesamtmaterialeinsatz EDO
Energie
G4-EN3
G4-EN4
Energieverbrauch innerhalb der Organisation
Energieverbrauch außerhalb der Organisation
EN 3 Kapitel "Umwelt"
G4-EN5 Energieintensität EDO

Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung"

G4-EN6 Verringerung des Energieverbrauchs Kapitel "Umwelt"

G4-EN7 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen

(>> Vgl EN 27)

G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?

EU-DMA Wassermanagement DMA
G4-EN8 Gesamtwasserentnahme EDO
G4-EN9 Wesentlich betroffene Wasserquellen DMA
G4-EN10 Aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser nicht wesentlich
Biodiversität
G4-EN11 Standorte in Schutzgebieten und Gebieten mit hohem
Biodiversitätswert
EDO
G4-EN12 Auswirkungen auf die Biodiversität in Schutzgebieten und
Gebieten mit hohem Biodiversitätswert
DMA
EU-DMA Auswirkungen auf die Biodiversität entlang von
Leitungstrassen
DMA
G4-EN13 Wiederhergestellte oder renaturierte Lebensräume Kapitel "Energie"
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen DMA
G4-EN14 Gefährdete Arten auf der Roten Liste und auf nationalen Listen In UVP-Verfahren für Projekte erhoben und zur öffentlichen Einsichtnahme
aufgelegt
Emissionen
G4-EN15 bis
G4-EN21
Treibhausgasemissionen EN15
EN16
EN17
Kapitel "Umwelt"
Abwasser und Abfall
EU-DMA Managementstrategie für nuklearen Abfall nicht relevant
G4-EN22 Gesamtwasserabgabe EDO
G4-EN23 Gesamtmasse des Abfalls EDO
EU-DMA Reststoffe aus thermischer Stromerzeugung und PCBs EDO
G4-EN24 Signifikante Verschmutzungen DMA
G4-EN25 Abfallverbringung nicht relevant
G4-EN26 Signifikant von Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss
betroffene Gewässer
DMA
Produkte und Dienstleistungen
G4-EN27 Verringerung der ökologischen Auswirkungen von Produkten
und Dienstleistungen
DMA
G4-EN28 Zurückgenommene Produkte und Verpackung nicht relevant
Compliance
EN29 Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung
von Umweltvorschriften
EDO
Transport
G4-EN30 Ökologische Auswirkungen von Transporten nicht relevant
Insgesamt
G4-EN31 Aufwendungen und Investitionen für Umweltschutz Kapitel "Umwelt"
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN32 Prozentsatz neuer Lieferanten, die nach ökologischen Kriterien
überprüft wurden
DMA, EDO
G4-EN33 Ökologische Auswirkungen in der Lieferkette DMA, EDO
Beschwerdeverfahren hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN34 Formelle Beschwerden über ökologische Auswirkungen DMA
GESELLSCHAFTLICH
Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
EU-DMA Know-how-Erhalt (vorm. EU 14, jetzt DMA)
Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeiterinnen,
Mitarbeitern und Lieferanten (vorm. EU16, jetzt DMA)
DMA

Wasser

G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?
G4-LA1 Neu eingestellte Mitarbeiter/-innen sowie Personalfluktuation LA1 Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung", EDO
Durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit von
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Unternehmen
im Berichtszeitraum verlassen haben
Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung", EDO
G4-LA2 Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt
werden
DMA
G4-LA3 Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und
Verbleibsrate nach der Elternzeit
nicht erhoben, da niedrige Anzahl an Karenzierungen und geringe
Fluktuation
EU15 Anteil der Mitarbeiter/-innen, die in 5 bzw. 10 Jahren in
Pension gehen
EU15 Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
EU17 Arbeitstage von Lieferanten und Sublieferanten nicht erhoben
EU18 Anteil von Lieferanten und Sublieferanten, die
Gesundheits- und Sicherheitstrainings erhalten haben
DMA
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
G4-LA4 Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher
Veränderungen
DMA
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
G4-LA5 Programme zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz LA 5 DMA
G4-LA6 Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Todesfälle nach Region
und Geschlecht
LA 6 Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
Arbeitssicherheitskennzahlen von Lieferanten, deren
Mitarbeiter/-innen an VERBUND-Standorten im Einsatz
sind.
DMA
G4-LA7 Arbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung nicht zutreffend
G4-LA8 Vereinbarungen mit Gewerkschaften zu Gesundheits- und
Sicherheitsthemen
DMA
Aus- und Weiterbildung
G4-LA9 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in LA 9 Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
G4-LA10 Programme für Kompetenzmanagement und lebenslanges
Lernen
DMA
G4-LA11 Regelmäßige Beurteilung von Leistung und Karriereentwicklung LA 11 Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
Vielfalt und Chancengleichheit
G4-LA12 Zusammensetzung von Kontrollorganen und Belegschaft nach
Diversitätsindikatoren
Corporate Governance Bericht
Gleicher Lohn für Frauen und Männer
G4-LA13 Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zu
jenen von Männern
Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche
Verantwortung"
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA14 Neue Lieferanten, die im Hinblick auf Arbeitspraktiken überprüft
wurden
DMA, EDO
G4-LA15 Erhebliche negative Auswirkungen auf Arbeitspraktiken in der
Lieferkette
nicht relevant
Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA16 Formelle Beschwerden über Arbeitspraktiken DMA
G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?
MENSCHENRECHTE
Investitionen
G4-HR1
G4-HR2
Prüfung von Investitionen und Lieferanten bezüglich
Menschenrechten, sowie Mitarbeiterschulung
nicht relevant
Gleichbehandlung
G4-HR3 Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen Kapitel "Corporate Governance Bericht"
Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen DMA
G4-HR4 Vereinigungsfreiheit DMA
G4-HR5 bis
G4-HR12
Menschenrechte, insbesondere Kinder-, Zwangs- und
Pflichtarbeit, insbesondere im Zusammenhang mit Projekten im
Ausland
nicht relevant
GESELLSCHAFT
Lokale Gemeinschaften
EU-DMA Stakeholder-Beteiligung (vorm. EU 19, jetzt DMA)
Management im Fall von Umsiedlungen (vorm. EU 20,
jetzt DMA)
DMA, EDO
G4-SO1 Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften DMA, EDO
G4-SO2 Erhebliche negative Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften DMA
EU-DMA Krisenmanagement (vorm. EU 21, jetzt DMA) Kapitel "Chancen- und Risikomanagement", DMA
EU22 Anzahl der Umsiedelungen keine Umsiedelungen
Korruptionsbekämpfung
G4-SO3 Risikoerhebung hinsichtlich Korruption 100,0 %
G4-SO4 Informationen und Schulungen zur Korruptionsbekämpfung Kapitel "Corporate Governance Bericht"
G4-SO5 Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen keine Vorfälle
Politik
G4-SO6 Politische Spenden 0
Wettbewerbswidriges Verhalten
G4-SO7 Verfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten,
Kartell- und Monopolbildung
keine Verfahren
Compliance
G4-SO8 Signifikante Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen
Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Kapitel "Corporate Governance Bericht"
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
G4-SO9 Neue Lieferanten, die hinsichtlich Auswirkungen auf die
Gesellschaft überprüft wurden
DMA
G4-SO10 Signifikante negative gesellschaftliche Auswirkungen in der
Lieferkette
nicht relevant
Beschwerdeverfahren hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
G4-SO11 Formelle Beschwerden über gesellschaftliche Auswirkungen DMA
PRODUKTVERANTWORTUNG
Kundengesundheit und -sicherheit
EU-DMA Gesundheitsrisiken für die Gemeinschaft DMA
G4-PR1 Produkt- und Dienstleistungskategorien, deren Auswirkungen
auf Gesundheit und Sicherheit geprüft werden
DMA
G4-PR2 Nichteinhaltung von Vorschriften für Produkte und
Dienstleistungen hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit
keine Vorfälle
G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Geprüft Wo wird berichtet?
EU-DMA Zugang zu Elektrizität (vorm. EU 23, jetzt DMA) DMA
EU-DMA Beseitigung von Barrieren für den Zugang zu Elektrizität
(vorm. EU 24, jetzt DMA)
DMA
EU25 Unfälle und Todesfälle von Dritten keine Vorfälle
EU26 Nicht belieferte Bevölkerung in Versorgungsgebieten nicht anwendbar
EU27 Abschaltungen wegen Nichtbezahlung EDO
EU28 Stromausfälle resp. nicht gelieferte Strommenge Kapitel "Netz"
EU29 Dauer der Übertragungsnetzausfälle keine Versorgungsunterbrechung
EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke Kapitel "Energie"
Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
G4-PR3 Kennzeichnungspflicht von Produkten und Dienstleistungen Kapitel "Energie"
G4-PR4 Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln
zur Kennzeichnungspflicht
Kapitel "Corporate Governance Bericht"
G4-PR5 Umfragen zur Kundenzufriedenheit Kapitel "Energie"
Marketing
G4-PR6 Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte nicht relevant
G4-PR7 Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln in
Bezug auf Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring
keine Vorfälle
Schutz der Privatsphäre von Kunden
G4-PR8 Begründete Beschwerden über Verletzung des Datenschutzes keine Beschwerden
Compliance
G4-PR9 Erhebliche Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und
Vorschriften bezüglich Produkten und Dienstleistungen
keine Bußgelder

Unabhängiger Bestätigungsbericht

Unabhängiger Bestätigungsbericht

Unabhängige Bescheinigung zu bestimmten nicht-finanziellen Standardangaben im Integrierten Geschäftsbericht 2015 der VERBUND AG

Einleitung

Wir wurden mit der Durchführung einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit zu bestimmten nicht-finanziellen Standardangaben im Integrierten Geschäftsbericht 2015 (nachfolgend: "Bericht") der VERBUND AG beauftragt.

Der Bericht und die zugrunde liegenden Prozeduren, Systeme und Strukturen, einschließlich der Auftragsinhalte und Kriterien, liegen in der Verantwortung des Managements der VERBUND AG. Unsere Verantwortung besteht darin, ein Urteil auf Basis unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht entsprechend dem International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000 (Revised), Assurance Engagements Other Than Audits or Reviews of Historical Financial Information, sowie dem Fachgutachten des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision über die Durchführung von sonstigen Prüfungen (KFS/PG 13) zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit über die Auftragsinhalte durchgeführt. Der Umfang einer prüferischen Durchsicht zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit ist geringer als jener zur Erlangung einer hinreichenden Prüfsicherheit, sodass ein geringerer Grad an Prüfsicherheit gegeben ist.

Die "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe" in der Fassung vom 21.2.2011 (AAB 2011), herausgegeben von der Österreichischen Kammer der Wirtschafts-treuhänder sind Grundlage dieses Auftrags. Unsere Haftung ist gemäß Kapitel 8 AAB 2011 auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Im Falle grober Fahrlässigkeit beträgt die maximale Haftungssumme EUR 726.730. Dieser Betrag bildet den Haftungshöchstbetrag, der nur einmal bis zu diesem Maximalbetrag ausgenutzt werden kann, dies auch wenn es mehrere Anspruchsberechtigte gibt oder mehrere Ansprüche behauptet werden.

Auftragsinhalte

Prüferische Durchsicht der Prozeduren, Systeme und Strukturen für die Erfassung, Sammlung, Zusammenführung und Validierung folgender, im Bericht veröffentlichten, nicht-finanziellen Standardangaben (Bezeichnung gemäß GRI G4):

  • Allgemeine Standardangaben: G4-9, G4-12, G4-18, G4-19, EU2, EU5
  • Spezifische Standardangaben Ökologische Leistungsindikatoren: G4-EN3, G4-EN15, G4-EN16, G4-EN17
  • Spezifische Standardangaben Gesellschaftliche Leistungsindikatoren: G4-LA1, G4-LA5, G4-LA6, G4-LA9, G4-LA11, EU 15

Kriterien

Auf Basis einer Einschätzung von Wesentlichkeit und Risiko haben wir erhaltene Auskünfte und Nachweise hinsichtlich der Übereinstimmung der Auftragsinhalte mit den von der Global Reporting Initiative ("GRI") herausgegebenen Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Version G4) und G4 Sector Disclosures "Electric Utilities" beurteilt.

Vorgehensweise

Unsere Arbeit umfasste analytische Verfahren sowie Gespräche mit vom Vorstand der VERBUND AG bekannt gegebenen Mitarbeitern der Konzernzentrale in Wien.

Begrenzung der Prüfsicherheit

Unsere prüferische Durchsicht beschränkte sich ausschließlich auf die oben angeführten Auftragsinhalte. Wir haben keine Prüfungshandlungen hinsichtlich anderer Sachverhalte durchgeführt. Wir haben keine Überprüfung von Vergleichsinformationen aus früheren Jahren durchgeführt. Der Umfang unserer prüferischen Durchsicht war auf Stichproben begrenzt. Unsere Arbeiten basierten auf Stichproben entsprechend unserer Einschätzung im Einzelfall, umfassten allerdings keine materiellen Prüfungshandlungen. Daher ist die auf Grund unserer Prüfungshandlungen erreichte Prüfsicherheit begrenzt.

Zusammenfassende Beurteilungen

Auf Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die Prozeduren, Systeme und Strukturen für die Erfassung, Sammlung, Zusammenführung und Validierung folgender, im Bericht veröffentlichten, nichtfinanziellen Standardangaben:

  • Allgemeine Standardangaben: G4-9, G4-12, G4-18, G4-19, EU2, EU5
  • Spezifische Standardangaben Ökologische Leistungsindikatoren: G4-EN3, G4-EN15, G4-EN16, G4-EN17
  • Spezifische Standardangaben Gesellschaftliche Leistungsindikatoren: G4-LA1, G4-LA5, G4-LA6, G4-LA9, G4-LA11, EU 15

nicht angemessen sind.

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass uns von der VERBUND AG mitgeteilt wurde, dass die, die Auslassungen betreffenden Offenlegungen aus Gründen der Lesbarkeit nicht im Bericht selbst, sondern im "EDO – Ergänzungsdokument zum Integrierten Geschäftsbericht 2015" erfolgen.

Wien, 11.02.2016 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Engagement Manager

Mag. Gerhard Marterbauer ppa. Dipl.-Ing. Hannes Senft

Zertifizierte VERBUND-Kraftwerke und APG-Netzanlagen

Zertifizierte VERBUND-Kraftwerke

Glossar

Glossar

Arbeitsrechtlicher Personalstand (APS)

Alle arbeitsrechtlichen Dienstverhältnisse der Gesellschaft. Der APS wird zum Monatsletzten stichtagsbezogen erhoben; Berechnung nach Köpfen inklusive Karenzierungen und exklusive Vorstand, Vorruhestand und Ferialpraktikanten.

Baseload/Grundlast

Base-Bandlieferungen sind Liefermengen mit konstanter Leistung von 00:00 bis 24:00 Uhr.

Bereinigtes EBITDA

Zu den Bereinigungen zählen Auswirkungen aus Restrukturierungsaufwendungen aus einem konzernweiten Einsparungsprogramm sowie sonstigen Aufwendungen und Erträgen mit einmaligem bzw. seltenem Charakter im operativen Ergebnis. Darüber hinaus wird beim bereinigten EBITDA das operative Ergebnis aus nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt. Das EBITDA ist unsere wichtigste interne Ergebniskennzahl und Indikator für die nachhaltige Ertragskraft unserer Geschäfte.

Bereinigtes Konzernergebnis

Zu den Bereinigungen zählen – neben Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen und Effekten aus Unternehmenserwerben – Auswirkungen aus gesellschaftsrechtlichen Restrukturierungen und Restrukturierungsaufwendungen aus einem konzernweiten Einsparungsprogramm sowie sonstigen Aufwendungen und Erträgen mit einmaligem bzw. seltenem Charakter (nach Steuern und Minderheitsanteilen). Darüber hinaus werden beim bereinigten Konzernergebnis außergewöhnliche Steuereffekte nicht berücksichtigt.

Betreibermodell

Betreibermodelle bezeichnen Publicprivate-Partnerships, bei denen Planung, Finanzierung, Bau und eigenständiger Betrieb anlagentechnischer Infrastruktur an eine Betreibergesellschaft vergeben werden.

Bilanziell geschlossene Positionen

Bilanziell geschlossene Positionen umfassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing Transaktionen; vormals wurden Finanzverbindlichkeiten aus Cross Border Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die dazugehörigen Veranlagungen ebenso behandelt.

Bruttoverschuldung

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich geschlossener Positionen.

Capital Employed

Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen) und abzüglich unverzinslicher Schulden.

Carbon Leakage

Verlagerung der Produktion und der damit der verbundenen CO2-Emissionen in Länder, die keinen oder geringeren Klimaschutzauflagen unterliegen.

Cashflow

Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit zusammen.

Clean Dark Spread

Erzeugungsmarge bei Strom aus Kohlekraftwerken, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Kohle) für die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate entspricht.

Clean Spark Spread

Erzeugungsmarge bei Strom aus Gaskraftwerken, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Gas) für die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate entspricht.

Cross Border Leasing

Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber und -nehmer haben ihren Standort in unterschiedlichen Ländern.

DMA (Disclosures of Management Approach)

Die Veröffentlichung von Managementansätzen ist eine Anforderung der Global Reporting Initiative (GRI). DMA erläutern, wie wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die als wesentlich identifizierten Aspekte gehandhabt werden. VERBUND fasst diese Prozesse und Managementsysteme in einem Dokument zusammen und veröffentlicht dieses auf der Website (www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen).

Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand

Berechnung nach tatsächlichen Stichtagen der Ein- und Austritte sowie dem Beschäftigungsausmaß.

Earnings before Interest and Tax (EBIT)

Operatives Ergebnis.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte unter Berücksichtigung von Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen.

EBIT-Marge

Earnings before Interest and Tax (EBIT) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

E-Control (Energie-Control Austria)

2001 wurde die Energie-Control GmbH (E-Control) gegründet. Mit 3.3.2011 wurde die E-Control in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt (§ 2, § 43 Energie-Control-Gesetz). Ihre Aufgabe ist es, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarktes zu überwachen und eventuell regulierend einzuschreiten.

EDO (Ergänzendes Dokument)

Das "Ergänzende Dokument" zum Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht 2015 enthält aktuelle Informationen zu ausgewählten Themen des Berichtsjahres 2015, die aus Platzgründen nicht im Integrierten Geschäftsbericht selbst dargestellt werden konnten.

Eigenkapitalquote (bereinigt)

Eigenkapital im Verhältnis zum um bilanziell geschlossene Positionen bereinigten Gesamtkapital.

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Periodenergebnis (bereinigt um das Ergebnis aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen) im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital.

ElWOG

Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz. Durch das ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt.

Engpassleistung (EPL)

Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann.

Enterprise Value (EV)

Der Enterprise Value entspricht der Marktkapitalisierung zuzüglich der Nettoverschuldung und gibt den Gesamtunternehmenswert zu Marktwerten wieder.

Equity-Methode

Methode zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Bei der Equity-Methode wird der Beteiligungsansatz im Grunde an die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine "Einzeilenkonsolidierung". Die Veränderungen werden entweder in der Gewinnund Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (das heißt direkt im Eigenkapital) erfasst.

Erzeugungskoeffizient

Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines Wasserkraftwerks oder einer Reihe von Wasserkraftwerken in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus historischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses Wasserkraftwerks bzw. dieser Wasserkraftwerke im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet 1,1 eine 10%ige Mehrproduktion.

Fluktuationsrate

Die Fluktuationsrate ist der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der Probezeit verlassen haben. Der Anteil wird im Verhältnis zum Mitarbeiterstand zum Bilanzstichtag berechnet.

Free Cashflow nach Dividende

Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen abzüglich gezahlter Dividenden; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z.B. Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten) sowie Einund Auszahlungen in Finanzanlagen zur Verfügung.

Funds from Operations (FFO)

Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern.

Gearing

Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.

Gross Debt Coverage

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zur Bruttoverschuldung.

Gross Interest Cover

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personalbereich).

Heizgradsummen

Summe der Heizgradtage eines bestimmten Zeitabschnitts.

Inter-TSO-Compensation (ITC)

Inter-TSO-Compensation (ITC) ist die Kompensation für die Kosten für Transitströme in Übertragungsnetzen.

Nettoverschuldung (Net Debt)

Bruttoverschuldung abzüglich liquider Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und Ausleihungen sowie der Wertpapiere im kurzfristigen und langfristigen Vermögen.

Pay-out-Ratio

(Vorgeschlagene) Dividendenzahlung im Verhältnis zum Konzernergebnis.

Peakload/Spitzenlast

Peak bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast), üblicherweise tagsüber an Werktagen. In Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz von 08:00 bis 20:00 Uhr eines jeden Wochentages (Montag bis Freitag).

Performance

Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios, z.B. über ein Jahr, bezogen auf ein bestimmtes Risikomaß.

RCF/Net Debt

Retained Cashflow (RCF): Funds from Operations (FFO) abzüglich gezahlter Dividende.

Regelarbeitsvermögen (RAV)

Durchschnittliche, aus historischen Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks.

Return on Capital Employed (ROCE)

Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen erhöhtes Periodenergebnis (Net Operating Profit after Tax, NOPAT) im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Schwankungsmarge (Variation Margin)

Die Variation Margin stellt bei Futures die täglich bezahlte Gutschrift oder Lastschrift aus der Bewertung dar (d.h. die von der Börse bezahlte Bewertung). Im Gegensatz zur sogenannten Initial Margin hat die Variation Margin nicht den Charakter einer Sicherheitsleistung. Bei der Variation Margin handelt es sich, obwohl die Beträge täglich auf dem Margin-Konto gutgeschrieben bzw. belastet werden, um nicht realisierte Gewinne bzw. Verluste; die Position als solche ist nach wie vor schwebend.

Systemnutzungstarife-Verordnung (SNT-VO)

Die Systemnutzungstarife-Verordnung bestimmte die Grundsätze für die Ermittlung und die Zuordnung der Kosten, die Kriterien für die Tarifbestimmung sowie die Tarife für die zur Netznutzung zu entrichtenden Entgelte. Die Verordnung wurde jährlich von der Energie-Control-Kommission erlassen. Seit 2012 wird die Systemnutzungsentgelte-Verordnung von der Regulierungskommission der E-Control erlassen.

Value-at-Risk (VaR)

Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials, das unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z.B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen.

Teil 2 Mutterunternehmen

Drei-Jahres-Vergleich

2013
2014
Umsatzerlöse
2.726,7
1.618,3
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT)
– 259,7
243,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)
– 672,6
69,1
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
– 546,9
279,2
Bilanzgewinn
347,4
100,8
Bilanzsumme
5.582,6
6.311,4
Anlagevermögen
4.753,8
5.816,5
Investitionen in Sachanlagen
2,8
1,6
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen
1,8
1,8
Eigenkapital
2.336,8
2.268,6
Umsatzrentabilität (ROS)
– 9,5%
15,0%
Eigenkapitalrentabilität (ROE)
– 21,7%
3,0%
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)
– 4,6%
4,4%
Return on Capital Employed (ROCE)
– 3,6%
3,2%
Eigenkapitalquote
41,9%
36,0%
Schuldentilgungsdauer
-
12,8
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit
– 285,3
214,4
2015
407,4
166,2
39,4
143,7
121,6
5.537,0
5.082,2
0,9
1,7
2.311,6
40,8 %
1,7 %
2,6 %
2,3%
41,8 %
26,1
428,2
Gearing
128,8%
164,6%
114,2 %
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)
– 686,4
– 327,2
– 400,2
Nettoverschuldung
3.011,7
3.738,4
2.643,4
Kurzfristige Schulden
1.386,6
1.174,9
585,9
Kurzfristiges Vermögen
700,2
847,7
185,6
Höchstkurs
19,9
16,7
17,3
Tiefstkurs
14,3
13,7
11,6
Letztkurs
15,5
15,3
11,9
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie
1,00
0,29
0,35
Dividenden-Rendite
6,44%
1,90%
2,95 %
Betriebswirtschaftlicher Personalstand
172,8
181,4
152,7
Stromabgabe Konzern (GWh)1
53.589
54.359
55.238

inklusive Systembedarf

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender
1956 1.1.2009 31.12.2018
Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender-Stellvertreter
1952 1.1.1994 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1962 1.1.2014 31.12.2018
Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 1953 1.4.2011 31.12.2018

Aufsichtsrat

Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Dr. Gilbert Frizberg
Vorsitzender
Geschäftsführer der FI Beteiligungs- und Finanzierungs
GmbH; Geschäftsführer der Transfer Industries GmbH;
geschäftsführender Gesellschafter der Franz Heresch &
Co GmbH 1956 16.3.2000 o. HV 2020
Dkfm. Peter Püspök
1. Vorsitzender-Stellvertreter 1946 16.3.2000 22.4.2015
Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Süß
1. Vorsitzender-Stellvertreter
Vorsitzender der Geschäftsführung der
Georgsmarienhütte Holding GmbH; Aufsichtsrat der
Herrenknecht AG (Mitglied) und der Oerlikon AG
(Verwaltungsratspräsident); Renova AG (Manager); Süß
Management Systems und Süß Film (Gesellschafter) 1963 22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher
2. Vorsitzender-Stellvertreter 1949 7.4.2010 22.4.2015
Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß
2. Vorsitzender-Stellvertreterin
CEO der Fronius International 1970 22.4.2015 o. HV 2020
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel
Geschäftsführender Gesellschafter in mehreren
Gesellschaften der Heinzel Gruppe 1947 16.3.2000 22.4.2015
Mag. Harald Kaszanits
Kabinettchef des Vizekanzlers und Bundesministers;
Generalsekretär Bundesministerium für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft 1963 7.4.2010 o. HV 2020
Mag. Herbert Kaufmann
ehem. Vorstandsmitglied der Flughafen Wien AG 1949 26.3.2008 22.4.2015
Name Geburtsjahr Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Mag. Dr. Martin Krajcsir
Generaldirektor der WIENER STADTWERKE Holding AG,
Aufsichtsrat der Wiener Stadtwerke Finanzierungs
Services GmbH (Vorsitzender), der IWS TownTown AG
(Vorsitzender), der B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe
GmbH (Vorsitzender), der Wien Energie GmbH
(Vorsitzender-Stv.) und der Wiener Netze GmbH
1963 9.4.2014 o. HV 2020
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr
Sprecher des Vorstands der EVN AG; Vorsitzender des
Aufsichtsrats der Netz Niederösterreich GmbH, der
Rohöl-Aufsuchungs AG und der RAG Beteiligungs-AG
1953 13.4.2011 o. HV 2020
Mag. Werner Muhm
Direktor der Arbeiterkammer Wien und der
Bundesarbeitskammer; Aufsichtsrat der Wiener
Städtischen Versicherung, der AWH
Beteiligungsges.m.b.H., der Kommunalkredit und der KA
Finanz; Generalrat der OeNB; Vorstand der Leopold
Museum Privatstiftung
1950 22.4.2015 o. HV 2020
Dr. Susanne Riess
Vorsitzende des Vorstands der Bausparkasse Wüstenrot
AG, Aufsichtsrat der Wüstenrot Versicherungs-AG
(Vorsitzende), der Wüstenrot stambena štedionica d.d.,
Kroatien (Vorsitzende), der Wüstenrot životno osiguranje
d.d., Kroatien (Vorsitzende), der Wüstenrot Fundamenta
Lakáskassza Zrt., Ungarn (Stv. Vorsitzende), der
Wüstenrot stavebná sporiteľňa a.s., Slowakei (Stv.
Vorsitzende), der Wüstenrot poisťovňa a.s., Slowakei
(Stv. Vorsitzende) und in der IHAG Privatbank Zürich
(Verwaltungsratsmitglied)
1961 22.4.2015 o. HV 2020
Mag. Jürgen Roth
Geschäftsführer der Roth Heizöle GmbH (bis September
2015); geschäftsführender Gesellschafter der Tank Roth
GmbH (ab September 2015); Aufsichtsrat des ICS
(Internationalisierungscenter Steiermark) (Vorsitzender)
und der ELG (Erdöllagergesellschaft) 1973 22.4.2015 o. HV 2020
Christa Wagner
Gesellschafterin der Josko Fenster und Türen GmbH;
alleinige Gesellschafterin der Josko Immobilien GmbH;
Gesellschafterin der Eurosun AG
1960 7.4.2010 o. HV 2020

Hinsichtlich der (Neben-)Funktionen sind Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Gesellschaften und in anderen wesentlichen Gesellschaften angeführt. Soweit zutreffend, sind hauptberufliche Funktionen angegeben.

Arbeitnehmervertreter

Name Geburtsjahr
Anton Aichinger von der
Vorsitzender der Konzernvertretung der Arbeitnehmer
Arbeitnehmer 1955 seit 25.10.2006 vertretung entsendet
Kurt Christof
Zentralbetriebsratsvorsitzender
Aufsichtsrat der Stadtwerke Voitsberg GmbH von der
(Vorsitzender-Stv.) und der Sparkasse Arbeitnehmer
Voitsberg/Köflach Bankaktiengesellschaft 1964 seit 8.3.2004 vertretung entsendet
von der
Ing. Wolfgang Liebscher Arbeitnehmer
Zentralbetriebsratsvorsitzender 1966 seit 1.11.2013 vertretung entsendet
von der
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmer
Betriebsratsvorsitzende 1951 seit 29.8.2006 vertretung entsendet
von der
Ing. Joachim Salamon Arbeitnehmer
Zentralbetriebsrat 1956 seit 25.10.2006 vertretung entsendet

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

Bericht des Aufsichtsrats

Die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen haben für VERBUND, Österreichs führendes Stromunternehmen, auch das Geschäftsjahr 2015 geprägt. Mit der Umsetzung eines Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogramms und einer fokussierten strategischen Ausrichtung gelang es VERBUND dennoch, die profitable und nachhaltige Entwicklung fortzusetzen. So konnte trotz eines durch Eingriffe in den Strommarkt bedingten negativen Umfelds und der nach wie vor vorherrschenden volatilen wirtschaftlichen Tendenzen sowie einer unterdurchschnittlichen Wasserführung ein relativ gutes Ergebnis erzielt werden. Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt.

Erfüllung der Aufgaben Der Aufsichtsrat hat in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 92%. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten, sodass stets alle Mitglieder involviert waren. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand in wesentlichen zukunftsorientierten Fragen, insbesondere zu Struktur und Strategie des Unternehmens, beraten und entsprechend der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Zudem fanden regelmäßig Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Mitgliedern des Vorstands, insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden, statt.

Unter den wichtigsten Entscheidungen des Aufsichtsrats sind neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des Konzernbudgets vor allem die Zustimmung zu Großinvestitionen wie dem Bau des Wasserkraftwerks Gries und Änderungen beim Kraftwerk Reißeck II hervorzuheben.

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats Nach dem turnusmäßigen Ablauf der Funktionsperiode kam es in der ordentlichen Hauptversammlung am 22.4.2015 zur Neuwahl des gesamten Aufsichtsrats. Dabei wurden fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt, die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder blieb unverändert. Zum Vorsitzenden wurde wiederum Dr. Gilbert Frizberg gewählt, zu seinen Stellvertretern Dr. Michael Süß und Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß.

Den ausgeschiedenen Mitgliedern Dkfm. Peter Püspök, Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher, Dipl.- Betriebswirt Alfred H. Heinzel und Mag. Herbert Kaufmann dankt der Aufsichtsrat für ihr langjähriges, erfolgreiches Wirken im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats Als führendes börsennotiertes Unternehmen hat sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und ist bestrebt, den Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden die Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, fast vollständig eingehalten. Wie im Corporate Governance Kodex vorgesehen, fanden Sitzungen bei Bedarf auch ohne Teilnahme des Vorstands statt. Der Aufsichtsrat hat sich erneut auch eingehend mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt. Dabei hat er keine Konflikte festgestellt, die über einzelne Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hatte im Berichtsjahr drei Sitzungen (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen). Der Prüfungsausschuss, der vom Arbeitsausschuss losgelöst als eigener Ausschuss eingerichtet ist, hielt ebenfalls drei Sitzungen ab: Er befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem und mit den Prüfungen durch die Interne Revision. Mit einer Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats erhöht sich ab 2016 die Anzahl der Mitglieder des Arbeitsausschusses und des Prüfungsausschusses.

Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet, die ihre in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben wahrnahmen. Der Präsidial- und Vergütungsausschuss trat zu vier Sitzungen zusammen, welche die Zielvereinbarungen und die variable Vergütung des Vorstands sowie die Geschäftsverteilung des Vorstands und aktuelle Schwerpunktthemen zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss hielt zwei Sitzungen ab, in denen er sich mit der Vorbereitung der Neuwahl des Aufsichtsrats befasste.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem Corporate Governance Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er bestätigt, dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2015 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht hat der Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie den vom Vorstand vorgelegten Corporate Governance Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2015 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Wien, im März 2016

Lagebericht

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Rahmenbedingungen

Der Geschäftsverlauf von VERBUND wird von zahlreichen externen Faktoren beeinflusst. Von besonderer Bedeutung für die Unternehmensentwicklung sind die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Preisentwicklung an den Märkten für Strom, Brennstoffe und CO2-Zertifikate sowie die politischen und regulatorischen Entscheidungen.

Dabei hat sich im Geschäftsjahr 2015 an den schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen am europäischen Strommarkt wenig verändert. Das Umfeld bleibt herausfordernd. Niedrige Großhandelspreise und Margen, verursacht durch niedrige Preise für Primärenergieträger, insbesondere für Kohle, sowie ein nicht funktionierender CO2-Markt erhöhen den Druck auf die Erträge von Energieunternehmen.

Gleichzeitig steigen die Stromerzeugungskapazitäten weiter an – vor allem durch die nach wie vor stark subventionierte Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik. Zusätzlich wirken Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und eine weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung dämpfend auf die Stromnachfrage.

VERBUND setzte innerhalb dieser Rahmenbedingungen seinen eingeschlagenen Weg hin zu einem CO2-freien, kostengünstigen und innovativen Stromerzeugungsunternehmen im Jahr 2015 konsequent fort.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Konjunkturschwäche hält an

Im Jahr 2015 entwickelte sich die Weltwirtschaft immer noch verhalten. Der globale Handel wies ebenfalls eine geringe Dynamik auf. In den Schwellenländern wie China hat das Wachstum an Schwung verloren. Die Wirtschaft in den Industrieländern entwickelte sich hingegen durchwegs positiver.

Auch hat die Konjunktur im Euroraum Tritt gefasst, wenngleich die Erholung moderat blieb. Positive Impulse gingen dabei von den deutlich niedrigeren Rohstoff- und Primärenergiepreisen, dem schwächeren Euro-Dollar-Wechselkurs sowie der expansiven Geldpolitik aus.

Gemäß der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Jänner 2016 stieg das reale Wirtschaftswachstum in den Industrieländern 2015 um 1,9% nach 1,8% im Vorjahr. Im Euroraum stieg die Wirtschaftsleistung 2015 laut IWF-Experten um 1,5% (2014: +0,9%). Der Wachstumsmotor war weiterhin Deutschland, wenngleich sich hier die Dynamik verlangsamte (2015: +1,5%).

Das Wirtschaftswachstum in Österreich blieb das zweite Jahr in Folge merklich hinter jenem im Euroraum zurück. Die österreichische Wirtschaft büßte aufgrund schwächerer Export- und Investitionstätigkeit erheblich an Schwung ein und expandierte laut WIFO-Konjunkturprognose im Jahr 2015 um 0,8%.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Zuwachs beim Energieverbrauch

Die gegenüber dem außergewöhnlich milden Vorjahr kühlere Witterung sorgte im Jahr 2015 für einen Anstieg beim Energieverbrauch in Österreich. Von der schwachen Konjunktur gingen hingegen kaum verbrauchssteigernde Impulse auf die Energienachfrage aus.

Der Erdgasverbrauch stieg um 7,1%. Hauptursache des Verbrauchsanstiegs war der witterungsbedingt höhere Wärmebedarf. Erhöht haben sich sowohl der Einsatz von Erdgas zur Wärmeerzeugung wie auch der Erdgaseinsatz in Kraft-Wärme-Kopplungsprozessen.

Auch der Mineralölverbrauch verzeichnete 2015 einen Anstieg. Gestiegen sind sowohl die Nachfrage nach Kraftstoffen wie auch die Nachfrage nach Heizöl Extraleicht.

Der Verbrauch von Steinkohle sank. Verantwortlich dafür ist die Konjunkturlage im Bereich Stahl, die sich seit Ende des Sommers 2015 deutlich verschlechtert hat. Der Einsatz von Steinkohle in der Elektrizitätswirtschaft war im Jahr 2015 geringfügig höher als noch ein Jahr zuvor.

Die Erneuerbaren konnten ihren Anteil am Gesamtenergieverbrauch annähernd halten. Zwar gab es bei Wasserkraft dargebotsbedingt einen deutlichen Rückgang, neue erneuerbare Energien (Windkraft, Photovoltaik, Biomasse) konnten jedoch ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Stromverbrauch legte nach vier Jahren der Stagnation 2015 wieder zu

Erstmals seit Langem sind beim Stromverbrauch wieder Zuwächse zu beobachten. Im Jahr 2015 stieg Österreichs Stromverbrauch (gesamte Elektrizitätsversorgung) nach Angaben der E-Control1 um 1,7%. Auch hier machte sich die kühlere Witterung im Vergleich zum sehr milden Vorjahr bemerkbar.

Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Wasserdargebots lieferten Wasserkraftwerke 2015 um 8,9% weniger Strom. Demgegenüber wurde in Wärmekraftwerken um 21,7% mehr Strom erzeugt, die "sonstige Erzeugung" nahm um 4,6% zu. Die "sonstige Erzeugung" umfasst die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse – diese fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen. Insgesamt gesehen stagnierte die Stromproduktion in Österreich 2015 auf Vorjahresniveau.

Die Netto-Stromimporte (Importe minus Exporte) stiegen mit 8,4% kräftig. Damit lag die Auslandsabhängigkeit der österreichischen Stromversorgung im Jahr 2015 bei etwa 13%.

Rasante Talfahrt der Ölpreise

Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2015 durchschnittlich 53,6 \$/bbl, gegenüber 99,4 \$/bbl im Jahr 2014 (– 46,1%).

Zu Jahresanfang 2015 haben die Ölpreise ihre Mitte 2014 begonnene Talfahrt fortgesetzt. Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) fiel im Jänner 2015 unter die 50-\$/bbl-Marke. In Folge verteuerte sich das Rohöl unter starken Schwankungen auf etwa 65 US-\$/bbl Ende Juni 2015. Zum Preisanstieg trugen vor allem Meldungen aus den USA über eine geringere Anzahl von eingesetzten Ölbohranlagen und weltweit rückläufige Investitionen in neue Ölprojekte bei.

Danach brachen die Ölpreise regelrecht ein. Am 22.12.2015 wurde mit nur mehr 36 US-\$/bbl der niedrigste Stand seit 2004 erreicht. Die Erwartung steigender Ölexporte aus dem Iran nach Aufhebung der Sanktionen und eine steigende OPEC-Ölproduktion bei doch weiterhin hohen US-Produktionszahlen lieferten den Nährboden für die Preisrückgänge. Hinzu kamen die Sorgen um die globale Ölnachfrage ausgehend von den Schwellenländern, insbesondere China. Der Preisverfall verstärkte sich nach dem OPEC-Treffen vom 4.12.2015. Dort wurden nicht nur keine Fördersenkungen beschlossen, sondern erstmals seit Langem auch das Thema der Förderobergrenzen gar nicht erörtert. Ende 2015 notierte das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) bei 37,3 \$/bbl.

Weitere Preisrückgänge auch bei Gas und Kohle

Die Preise im europäischen Gashandel gaben 2015 aufgrund des aktuellen Überangebots weiter nach. Vor allem deutlich gestiegene LNG-Lieferungen in die EU sorgten für Preisdruck nach unten. Am europäischen Handelspunkt NCG lagen die Spotnotierungen im Jahresdurchschnitt 2015 bei 20,0 €/MWh und damit um 1,1 €/MWh unter dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden Lieferkontrakte für das 1 Österreichische Gesellschaft für die Regulierung in der Elektrizitätsund Erdgaswirtschaft mit beschränkter Haftung (Energie-Control GmbH)

kommende Jahr (NCG-Frontjahr) mit 20,3 €/MWh abgerechnet. Das sind 4,2 €/MWh weniger, als 2014 für das NCG-Frontjahr bezahlt werden mussten.

Die schwache Nachfrage nach Kohle löste auch hier einen Preisrückgang aus. China, der weltgrößte Kohleverbraucher, drosselte die Kohleimporte deutlich, und die Nachfrage in den Industrieländern schrumpfte. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen 2015 um 9,9% und jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 16,9% unter jenen des Vorjahres (jeweils Eurobasis).

Schwache CO2-Preisentwicklung

Seitdem sich im Mai 2015 Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission auf die Einführung der Marktstabilitätsreserve und eine Überführung der Backloading-Zertifikate in diese Reserve verständigt haben, ist der Preis für CO2-Emissionsrechte (EUA – European Union Allowance) moderat gestiegen.

Ein Standardzertifikat für 2015, das zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde 2015 mit durchschnittlich 7,7 €/Tonne CO2 gehandelt. Der Vergleichswert für 2014 lag bei 6,0 €/Tonne CO2. Das ist jedoch nach Meinung vieler Experten weiterhin zu niedrig, um unternehmerische Entscheidungen über Produktionsweisen und Investitionen von emissionsintensiven Brennstoffen, Technologien oder Verfahren in Richtung emissionsärmerer Produktionsweisen zu lenken.

Strom-Großhandelspreise gaben neuerlich nach

Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX SPOT für Grundlast-Stromlieferungen (Base) im Marktgebiet Deutschland/Österreich lag im Jahr 2015 mit 31,6 €/MWh um 3,5% unter jenem des Vorjahres. Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit 39,1 €/MWh um 4,7% unter dem Mittelwert von 2014.

Wesentliche Faktoren, die weiteren Druck auf Preise ausübten, waren der Preisrückgang bei Steinkohle sowie ein überversorgter Strommarkt. Der fortgesetzte Ausbau subventionierter Windkraft- und Photovoltaikanlagen und ein überdurchschnittliches Windaufkommen trugen zum großen Stromangebot bei.

Lediglich in den Monaten Februar, Juli und Oktober 2015 gingen die Preise am Spotmarkt kurzfristig nach oben. Gründe dafür waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich tieferen Temperaturen im Februar 2015 und die Hitzewelle im Juli 2015. Im Oktober 2015 wiederum sorgte ein sehr geringes Aufkommen von Wind- und Solarstrom für den Preisanstieg.

Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2015 für das Marktgebiet Deutschland/Österreich Grundlast für 2016 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 31,0 €/MWh gehandelt und Spitzenenergie (Frontjahr-Peak) mit 39,0 €/MWh. Im Jahr 2014 waren für Frontjahr-Base-Kontrakte durchschnittlich 35,1 €/MWh und für Frontjahr-Peak 44,4 €/MWh zu zahlen.

Zum einen wurde die leichte Preiserholung bei CO2-Emissionsrechten durch den Rückgang von Kohleund Gaspreisen überkompensiert. Zum anderen spiegeln die sinkenden Preise die Erwartung eines fortgesetzten Zubaus geförderter Wind- und Photovoltaikanlagen in den kommenden Jahren wider.

VERBUND vermarktet den Großteil der Stromerzeugung am Terminmarkt, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2015 hatte nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode. Sie wird sich jedoch vor allem auf die Ergebnisse der Folgeperioden auswirken.

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen

2015 standen auf EU-Ebene Themen der Ausgestaltung des Energie- und Strommarktes und des Klimaschutzes ganz oben auf der politischen Agenda. In Deutschland widmete sich die Politik insbesondere Fragen des künftigen Strommarktdesigns. In Österreich war die energiepolitische Agenda vor allem durch die Aufspaltung der Preiszone Deutschland/Österreich sowie die Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes geprägt.

EU-Energiepolitik

Energieunion- und Klimaschutzstrategie

Die EU-Kommission veröffentlichte am 25.2.2015 ihre Energieunion-Strategie, die darlegt, wie man die fünf Hauptziele (Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung, Energiebinnenmarkt, Nachfragereduzierung und Forschung & Innovation) erreichen will. Eine erste Konkretisierung der Ziele erfolgte mit Veröffentlichung des sogenannten Sommerpakets im Juli 2015, in dem die EU-Kommission einen Legislativvorschlag zur Änderung der Emissionshandelsrichtlinie sowie Mitteilungen zum Marktdesign und zu Endkundenmärkten vorlegte. VERBUND äußerte seine Positionen sowohl zur Energieunion-Strategie als auch zum Vorschlag für eine überarbeitete ETS-Richtlinie sowie im Rahmen der jeweiligen Konsultationen zum künftigen Energiemarktdesign und zur Versorgungssicherheit.

Die Vorschläge der EU-Kommission begrüßte VERBUND und unterstrich die Bedeutung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes (insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Förderungen, einem fairen Wettbewerb für alle Technologien, keiner Notwendigkeit von Kapazitätsmechanismen und einem ambitionierten Emissionshandelssystem).

Emissionshandel

Der EU-Emissionshandel ist aufgrund des enormen Überangebots an CO2-Zertifikaten derzeit nicht in der Lage, seinen Lenkungseffekt in Richtung CO2-arme Technologien zu erfüllen. Um dieses Überangebot zu reduzieren, wurde in einem ersten Schritt mit der Einführung der sogenannten Marktstabilitätsreserve ein Instrument geschaffen, mit dem vorübergehend überschüssige CO2-Zertifikate vom Markt genommen werden können. Parallel dazu legte die EU-Kommission im Sommer 2015 einen Richtlinienvorschlag zur Neuausrichtung des Emissionshandelssystems nach 2020 vor: Primär sollen Maßnahmen wie die Anhebung des jährlichen Reduktionsfaktors (von bisher 1,74% auf 2,2%) zu einer Verringerung des Zertifikateangebots führen. Gleichzeitig soll die energieintensive europäische Industrie durch wirksame Carbon-Leakage-Maßnahmen vor Wettbewerbsnachteilen, die zu Unternehmensabsiedelungen und Investitionsverlagerungen führen könnten, geschützt werden.

VERBUND befürwortet die ETS-Reform. Diese stellt einen wichtigen Schritt hin zur Wiederbelebung des Emissionshandels und zu verlässlicheren Rahmenbedingungen dar.

Deutsch-österreichische Strompreiszone

Die europäische Regulierungsbehörde ACER (Agency for the Cooperation of Energy Regulators) hat am 23.9.2015 eine unverbindliche Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Auftrennung des gemeinsamen Marktgebiets Deutschland/Österreich empfiehlt. Als Grund für diesen Schritt werden "loop flows", also ungeplante Stromflüsse, insbesondere über Polen und Tschechien aufgrund von temporären innerdeutschen Netzengpässen genannt. E-Control und APG (Austrian Power Grid AG), unterstützt durch sämtliche österreichischen Interessenvertretungen und Unternehmen wie die VERBUND AG, haben gegen diese Stellungnahme rechtliche Beschwerde eingebracht. Diese wurde jedoch vom ACER Board of Appeal zurückgewiesen, da es sich lediglich um eine unverbindliche Meinung von ACER handelt.

Gleichzeitig läuft ein europaweiter Review der bestehenden Preiszonen. Im Zuge dieser Analyse steht auch die gemeinsame deutsch-österreichische Preiszone auf dem Prüfstand. Ergebnisse dieser Analyse werden 2017 erwartet.

VERBUND setzt sich jedenfalls mit Vehemenz gegen eine etwaige Trennung der gemeinsamen deutschösterreichischen Preiszone ein, da

  • damit ein großer volkswirtschaftlicher Schaden verbunden wäre,
  • es keinen sachlichen Grund für diese Handelsbeschränkung gibt,
  • gegen Energiebinnenmarktprinzipien verstoßen wird und
  • zudem gelindere Alternativen verfügbar wären (insb. Redispatch-Maßnahmen).

Natura-2000-Leitlinien zu Wasserkraft

Die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission hat im Laufe des Jahres 2015 den Prozess zur Entwicklung von Natura-2000-Leitlinien zu Wasserkraft vorangetrieben. Ziel der Leitlinien ist es aufzuzeigen, dass Projekte in Natura-2000-Gebieten grundsätzlich – wenn auch mit Einschränkungen – möglich sind. VERBUND bringt sich aktiv in den Prozess ein.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland

Energiepolitische Beschlüsse

Mit der Vorlage des deutschen Strommarktgesetzes – das Gesetzgebungsverfahren zum Strommarktgesetz soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen werden – hat das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wichtige Weichenstellungen zur Weiterentwicklung des Strommarkts vorgenommen.

Der Strommarkt soll in Richtung eines Strommarktes 2.0 mit Fokus auf die Sicherung der fairen Preisbildung, die Stärkung der Bilanzkreistreue, den Wettbewerb der Flexibilitätsoptionen, die unbefristete Verlängerung der Netzreserve und die Reduktion der Kosten des Netzausbaus weiterentwickelt werden.

VERBUND hat sich dazu in ausführlichen Stellungnahmen laufend in den Prozess eingebracht. Auch wurden vom BMWi bereits erste Vorarbeiten zur EEG-Novelle 2016 vorgestellt, insbesondere das neue Ausschreibungsdesign für erneuerbare Energien. Eine Entscheidung dazu wird 2016 getroffen werden.

Parallel dazu wurde auch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vom BMWi in den Entscheidungsprozess eingebracht. Damit wird der Rollout-Ansatz für Smart Meter komplettiert und gleichzeitig eingeschränkt, da kein Rollout um jeden Preis erfolgen soll. Ab 2017 erhalten Großverbraucher und Erzeuger ab 7 kW installierter Leistung ein intelligentes Messsystem. Der haushaltsnahe Bereich folgt ab 2020 mit einem verpflichtenden Einbau bei über 6.000 kWh Jahresverbrauch, darunter optional. Darüber hinaus wird geregelt, wer welche Daten erheben und zu welchem Zweck verwenden darf.

Bayerisches Energieprogramm basierend auf den Energiedialog-Ergebnissen

Die bayerische Staatsregierung organisierte zu Jahresbeginn 2015 den Energiedialog Bayern. Dabei wurde in Arbeitsgruppen mit bayerischen Stakeholdern an den zentralen energiepolitischen Fragen und möglichen Antworten gearbeitet. Das im Februar 2015 präsentierte Ergebnis war, dass die für 2023 prognostizierte Lücke bei der gesicherten Leistung 5 GW und bei der Stromproduktion 40 TWh beträgt.

Basierend auf den Ausarbeitungen des Energiedialogs und unter Berücksichtigung der bundespolitischen Entscheidungen hat das bayerische Wirtschaftsministerium (StMWi) das neue bayerische Energieprogramm erstellt, welches im Oktober 2015 vorgelegt wurde.

Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich

Energieeffizienzgesetz

Eine Lieferantenverpflichtung aus dem Energieeffizienzgesetz, die jährliche Energieeinsparmaßnahmen von 0,6 % des Vorjahresabsatzes vorschreibt, ist seit 1.1.2015 in Kraft. Für große Unternehmen sieht das Gesetz zudem die obligatorische Durchführung von Energieaudits vor. Erst Ende 2015 hatte das Wirtschaftsministerium nach langwierigen Verhandlungen eine Richtlinienverordnung für die Tätigkeit der nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle inklusive Methodendokument erlassen, das seit 1.1.2016 anzuwenden ist. Darin werden u.a. mögliche Energieeffizienzmaßnahmen bei Kunden und deren Anrechenbarkeit (z.B. Gerätetauschaktionen, Stromsparpakete, Heizungsoptimierung, LED-Lampen-Aktionen etc.) aufgelistet, was für die betroffenen Stakeholder insbesondere aus Gründen der Rechtssicherheit von enormer Bedeutung war.

Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2015

Am 21.1.2015 wurde der Entwurf des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wissenschaft (BMLFUW) vorgestellt. Spätestens im März 2016 muss der "Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan 2015" an die Generaldirektion Umwelt der EU übermittelt werden. Bis dahin muss auch die Veröffentlichung auf nationaler Ebene erfolgen.

Für die Wasserkraft, und somit auch für VERBUND, bleibt die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ein essenzielles Thema und stellt unter den derzeit und zukünftig sehr schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar. Der NGP 2015 ist eine Fortführung der bisherigen Umsetzungsstrategie Österreichs und stellt einen guten Kompromiss zwischen den ökologischen Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie und der für Österreich unverzichtbaren Gewässernutzung dar. In der Stellungnahme von Österreichs Energie unter Mitwirkung von VERBUND wurde einerseits auf die Bedeutung der Wasserkraft für eine sichere Stromversorgung in Europa hingewiesen, andererseits aber betont, dass die Umsetzung der geforderten Maßnahmen eine große Herausforderung unter schwierigen Rahmenbedingungen darstellt.

Finanzen

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Großhandelspreise für Strom

VERBUND kontrahierte den Großteil der eigenen Erzeugung des Jahres 2015 bereits 2014 am Terminmarkt. Die Strompreise für Grundlast lagen mit durchschnittlich 35,1 €/MWh um 10,2% und jene für Spitzenlast mit durchschnittlich 44,4 €/MWh um 10,6% unter dem Vorjahresniveau. Die schwache Konjunktur, die niedrigen Preise für Kohle und CO2-Zertifikate, Überkapazitäten auf dem europäischen Strommarkt sowie eine höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien durch den Anlagenzubau übten anhaltenden Druck auf den Terminmarkt aus.

Für sofortige Lieferungen (Spotmarkt) lagen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom im Jahr 2015 ebenfalls unter Vorjahresniveau. Die Preise für Grundlast sanken um durchschnittlich 3,5% auf 31,6 €/MWh, jene für Spitzenlast um 4,7% auf 39,1 €/MWh.

Entwicklung der Wasserführung

Die Wasserführung der Flüsse ist für verbund von besonderer Bedeutung, da rund 90 % des Stroms aus Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00 steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2015 lag der Erzeugungskoeffizient der Lauf- und Laufschwellkraftwerke mit 0,93 um 7 % unter dem langjährigen Durchschnitt und um 9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Berichtsjahr lag die Wasserführung lediglich in den Monaten Jänner, April und Mai über dem langjährigen Durchschnitt. In allen anderen Monaten lag die Wasserführung zum Teil deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Die einzelnen Quartale stellten sich wie folgt dar: Quartal 1: 1,03, Quartal 2: 1,03, Quartal 3: 0,80 und Quartal 4: 0,86.

Stromaufbringung und -absatz

Die Eigenerzeugung von VERBUND war mit 31.239 GWh um 2.792 GWh bzw. 8,2% geringer als im Vorjahr. Die Erzeugung aus Wasserkraft verringerte sich um 3.090 GWh bzw. 9,9% im Vergleich zu 2014. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,93 um 7% unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um 9 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke lag trotz stärkerem Einsatz im Wälzbetrieb wegen geringerer Zuflüsse und geringerem Abstau um 7,2% unter dem Wert von 2014.

Die Windkraft- und Photovoltaikanlagen produzierten hingegen trotz des Verkaufs der bulgarischen Erzeugungsanlagen (Erzeugung 2014: 31 GWh) um 71 GWh mehr Strom. Diese Steigerung ist vor allem auf erhöhte Windkraftkapazitäten in Österreich sowie auf das höhere Windaufkommen in Rumänien und Deutschland zurückzuführen.

Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg im Berichtszeitraum um 228 GWh. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach produzierte 2015, bedingt durch den höheren Einsatz für Engpassmanagement, um 663 GWh mehr Strom. Die Erzeugung der weiteren thermischen Kraftwerke von VERBUND in Österreich verringerte sich um 293 GWh. Dies ist im Wesentlichen auf die Stilllegung des Kraftwerks Dürnrohr mit 30.4.2015 zurückzuführen. In Frankreich produzierten die beiden mittlerweile verkauften Wärmekraftwerke 2014 142 GWh Strom.

Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb erhöhte sich um 2.872 GWh. Der Fremdbezug für Verlust- und Regelenergie inklusive Engpassmanagement stieg um 799 GWh.

Stromaufbringung Konzern in GWh
2014 2015 Veränderung
Wasserkraft1 31.188 28.098 – 9,9%
Wind/Sonne 811 882 8,8%
Wärmekraft 2.031 2.259 11,2%
Eigenerzeugung 34.030 31.239 – 8,2 %
Fremdbezug Handel 16.801 19.673 17,1%
Fremdbezug Verlust- und Regelenergie 3.527 4.326 22,7%
Stromaufbringung 54.359 55.238 1,6 %

inkl. Bezugsrechten

Der Stromabsatz stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 552 GWh. Die an Endkunden gelieferten Strommengen reduzierten sich um 539 GWh. Die Absatzmengen waren sowohl im Inland (–370 GWh) als auch im Ausland (–169 GWh) rückläufig. Der gestiegene Absatz an Weiterverteiler (+2.212 GWh) resultierte im Wesentlichen aus der höheren Nachfrage im Inland, insbesondere aufgrund des gestiegenen Engpassmanagements. Letzteres wird auch bei Erbringung für deutsche Netzbetreiber loco Österreich ausgewiesen. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen nahmen um 1.121 GWh ab. Der geringere Absatz über Börsen aufgrund der niedrigeren Erzeugungsmengen im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres war der Hauptgrund dafür. Der Eigenbedarf an Strom erhöhte sich um 158 GWh. Dies ist vor allem auf die höhere Erzeugung aus dem Wälzbetrieb zurückzuführen.

Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern in GWh
2014 2015 Veränderung
Endkunden 9.485 8.946 – 5,7%
Weiterverteiler 22.105 24.317 10,0%
Händler 19.232 18.112 – 5,8%
Stromabsatz 50.823 51.375 1,1 %
Eigenbedarf 2.943 3.100 5,3%
Regelenergie 593 762 28,5%
Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 54.359 55.238 1,6 %

VERBUND setzte 2015 rund 53% des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab. In Frankreich kam es aufgrund der Vermarktung für Dritte und der gestiegenen Abgaben an Weiterverteiler und Händler zu einem deutlichen Absatzanstieg (+136%). Der deutsche Markt bildete mit rund 82% der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten.

Stromabsatz nach Ländern in GWh
2014 2015 Veränderung
Österreich 25.891 27.366 5,7%
Deutschland 22.491 19.628 – 12,7%
Frankreich 1.541 3.641 136,3%
Rumänien 451 473 4,9%
Italien 118 48 – 59,8%
Sonstige 331 219 – 34,0%
Stromabsatz 50.823 51.375 1,1 %

Ertragslage

Umsatz und Ergebnis

Einheit 2014 2015
Umsatzerlöse Tsd. € 1.618.333,0 407.371,5
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) Tsd. € 243.160,8 166.203,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) Tsd. € 69.127,9 39.389,8
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Tsd. € 279.156,9 143.744,4
Bilanzgewinn Tsd. € 100.750,5 121.595,5
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 3,0 1,7
Gesamtkapitalrentabilität (ROI) % 4,4 2,6
Return on Capital Employed (ROCE) % 3,2 2,3
Umsatzrentabilität (ROS) % 15,0 40,8

Umsatzerlöse

Die hohe Abnahme der Umsatzerlöse ist durch die im Vorjahr erfolgte Einbringung des Stromgeschäfts in die VERBUND Trading GmbH bedingt. In den Umsatzerlösen der VERBUND AG befanden sich im Vorjahr für diesen Bereich noch die Umsatzerlöse der Monate Jänner bis August. Dadurch sind die absoluten Werte nicht vergleichbar.

Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte – vor allem Deutschland – entfallenden Stromerlöse lag bei 5,5% (Vorjahr: 41,3%).

Der Stromabsatz erhöhte sich im Konzern gegenüber dem Vorjahr um 552,0 GWh oder 1,1%.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 43.124,8 Tsd. € auf 28.320,2 Tsd. €. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Rückstellungsauflösungen in Höhe von 177,4 Tsd. € (Vorjahr: 6.235,9 Tsd. €), Erträge aus Anlagenabgängen in Höhe von 2,2 Tsd. € (Vorjahr: 6.411,8 Tsd. €), den Wegfall von Erträgen durch die im Vorjahr erfolgte Auflösung eines Gasspeicherbewirtschaftungsvertrages in Höhe von 22.263,2 Tsd. € und geringere Erträge aus der Verrechnung von Dienstleistungen an Konzernunternehmen zurückzuführen.

Aufwand für Strombezug

Der Strombezugsaufwand sank um 84,9% auf 198.179,1 Tsd. €. Der Rückgang im Strombezug ist vorwiegend durch die im Vorjahr erfolgte Einbringung des Stromgeschäfts in die VERBUND Trading GmbH bedingt. In den Strombezügen der VERBUND AG befanden sich im Vorjahr für diesen Bereich noch die Aufwendungen der Monate Jänner bis August. Dadurch sind die absoluten Werte nicht vergleichbar.

Personalaufwand

Der laufende Personalaufwand sank um 1.379,3 Tsd. € auf 26.527,5 Tsd. €. Erhöhend wirkten hier die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter und Nebenkosten um 1,9% bis 2,1% und die kollektivvertraglich vorgeschriebenen Biennien. Dem Rückgang des laufenden Personalaufwands steht ein geringer Anstieg bei den Prämien, Gratifikationen und Remunerationen gegenüber. Die Aufwendungen für das Sozialkapital sanken um 8.861,8 Tsd. €. Da es im Vorjahr eine Zinssatzanpassung von 3,5% auf 2,0% gab und im Geschäftsjahr, bis auf die geringe Zinssatzsteigerung von 2,0% auf 2,25% bei pensionsähnlichen Verpflichtungen, gleichbleibende Berechnungsparameter bestehen, ist der Wegfall des Umstellungseffekts aus dem Vorjahr hierfür hauptverantwortlich. Insgesamt sank der betriebswirtschaftliche Personalstand um 28 auf 153 Mitarbeiter.

Sonstiger betrieblicher Aufwand

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 37.042,7 Tsd. € auf 39.054,3 Tsd. €. Dieser Abbau ist im Wesentlichen durch geringere Beratungsleistungen (5.268,1 Tsd. €), den Wegfall von Aufwendungen für das Betreiben eines fiktiven Gasspeichers (24.847,1 Tsd. €), gesunkenen Werbe- und Repräsentationsaufwendungen (1.846,5 Tsd. €) sowie den Rückgang von konzerninternen Verrechnungen zustande gekommen.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)

Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren – trotz des im Vergleich zum Vorjahr neuerlich deutlich verbesserten Finanzergebnisses in Höhe von 18.987,8 Tsd. € (Vorjahr: –19.716,7 Tsd. €) – sank das EGT von 69.127,9 Tsd. € auf 39.389,8 Tsd. €. Das Finanzergebnis veränderte sich im Wesentlichen aufgrund gesunkener Beteiligungserträge in Höhe von 352.241,6 Tsd. € (Vorjahr: 498.294,8 Tsd. €) und geringerer negativer Ergebnisübernahmen in Höhe von 3.319,0 Tsd. € (Vorjahr: 79.514,6 Tsd. €), denen niedrigere Abschreibungen und Vorsorgen für den Beteiligungsbereich in Höhe von 283.408,6 Tsd. € (Vorjahr: 394.710,5 Tsd. €) gegenüberstanden.

Vermögenslage

Vermögenslage

Einheit 2014 2015
Anlagevermögen Tsd. € 5.816.638,8 5.082.168,2
Umlaufvermögen Tsd. € 128.588,8 99.246,8
Nettoumlaufvermögen (Working Capital) Tsd. € – 327.210,5 – 400.249,4
Nettoverschuldung (Net Debt) Tsd. € 3.738.414,9 2.643.373,8
Eigenkapital Tsd. € 2.268.617,7 2.311.613,9
Kurzfristige Schulden Tsd. € 1.174.924,8 585.879,7
Kurzfristiges Vermögen Tsd. € 847.714,3 185.630,3
Eigenkapitalquote % 36,0 41,8

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen stiegen um 6.232,0 Tsd. €. Die Zugänge betrafen vor allem Strombezugsrechte in Höhe von 7.296,1 Tsd. €, Büroadaptierungen in Höhe von 543,2 Tsd. €, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 385,7 Tsd. € sowie Software in Höhe von 51,4 Tsd. €. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2.012,4 Tsd. €.

Die Position der Finanzanlagen veränderte sich im Beteiligungsbereich (+ 28.804,0 Tsd. €) einerseits durch die Erhöhung der Ansätze an inländischen Beteiligungen (6.510,8 Tsd. €) und den Anstieg aus der Einbringung von ausländischen Beteiligungen der VERBUND Renewable Power GmbH in die VERBUND AG (18.743,4 Tsd. €), anderseits durch die Zuschreibung einer österreichischen Beteiligung (3.549,9 Tsd. €).

Die sonstigen Finanzanlagen sanken in Summe um 769.506,7 Tsd. €. Davon entfielen 45.000,0 Tsd. € auf den Wegfall einer Ausleihung durch die Verschmelzung der VERBUND Renewable GmbH in die VERBUND AG. Den Gewährungen von Ausleihungen im Ausmaß von 11.150,0 Tsd. € standen Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 726.635,1 Tsd. € gegenüber. Die Wertpapiere verringerten sich um 9.287,9 Tsd. €.

Umlaufvermögen

Der Abbau des Umlaufvermögens um 29.344,0 Tsd. € auf 99.246,8 Tsd. € resultierte im Wesentlichen aus dem Abbau der Forderung gegenüber der Toul Power SAS in Höhe von 48.653,7 Tsd. €. Zusätzlich verringerte sich die Forderung gegenüber dem Finanzamt aus zu hohen Körperschaftsteuervorauszahlungen um 9.764,5 Tsd. €. Demgegenüber stiegen die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 22.667,7 Tsd. €.

Eigenkapital

Das Eigenkapital stieg aufgrund des Jahresergebnisses und der diesem gegenüberstehenden Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 um 42.996,2 Tsd. € auf 2.311.613,9 Tsd. €. Die Eigenkapitalquote stieg von 36,0% auf 41,8%.

Verbindlichkeiten

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken um 1.093.598,1 Tsd. € auf 2.704.263,6 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2015 wurden Aufnahmen und Tilgungen bei Kreditinstituten per saldo in Höhe von –898.616,3 Tsd. € getätigt. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es zu einem Abbau von 98.988,4 Tsd. € im Zuge des Cash-Managements. Zusätzlich wurde eine Finanzverbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 55.000,0 Tsd. € getilgt.

Finanzlage

Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von VERBUND setzt in einem volatilen und wenig planbaren energiewirtschaftlichen Umfeld, welches Druck auf die zukünftige Ergebnis- und Cashflow-Entwicklung des Konzerns ausübt, auf drei Säulen: die Absicherung der Liquidität und die Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven, die Absicherung eines langfristig soliden Ratings sowie die Optimierung der Kapitalstruktur.

Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven

Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND in einem schwierigen Marktumfeld oberste Priorität. Per 31.12.2015 verfügte die VERBUND AG über einen syndizierten Kredit in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2021. Er wurde am 15.10.2014 mit zwölf nationalen und internationalen Banken mit guter Bonität abgeschlossen. Die VERBUND AG verfügte Ende 2015 zusätzlich über nicht kommittierte Linien in Höhe von rund 800,0 Mio. €. Davon wurden per 31.12.2015 305,5 Mio. € in Form von kurzfristigen Geldmarkttransaktionen in Anspruch genommen.

Absicherung eines langfristig soliden Ratings

Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet der VERBUND AG unterschiedliche Finanzierungsinstrumente – auch am Kapitalmarkt. Die Kreditwürdigkeit der VERBUND AG wird mit einem Langfristrating von BBB+ mit stabilem Ausblick (Standard & Poor's/S&P) bzw. Baa1 mit negativem Ausblick (Moody's) bewertet. Die Ratingeinstufung bei S&P wurde im Jänner 2016 bestätigt. Moody's hat das Rating im Jahr 2015 unverändert bei Baa1 mit Ausblick negativ belassen.

Obwohl die aktuellen energiewirtschaftlichen Entwicklungen nicht ratingunterstützend sind, strebt die VERBUND AG langfristig ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert die VERBUND AG bei der Konzernsteuerung unter anderem auf die Optimierung des Free Cashflows und auf die zwei wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen: FFO/Net Debt und RCF/Net Debt.

Optimierung der Kapitalstruktur

VERBUND steuert seine Kapitalstruktur durch den Nettoverschuldungsgrad (Gearing): die Nettoverschuldung dividiert durch das Eigenkapital. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus der Bruttoverschuldung abzüglich der liquiden Mittel, der kurzfristiger Veranlagungen sowie der Wertpapiere im kurz- und langfristigen Vermögen. Ziel von VERBUND ist es, das Gearing bis 2020 auf 50 % zu senken. Dahingehend hat VERBUND in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Im Rahmen von Desinvestitionen haben wir uns von nicht strategischen Aktivitäten sowie von nicht mehrheitlichen Beteiligungen getrennt.

Finanzkennzahlen

Einheit 2014 2015
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit Tsd. € 214.446,7 428.226,0
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit Tsd. € – 695.573,9 703.795,2
Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit Tsd. € 475.740,0 – 1.132.013,4
Finanzergebnis Tsd. € – 19.716,7 18.987,8
Gearing (Nettoverschuldungsgrad) % 164,6 114,2
Schuldentilgungsdauer Jahre 12,8 26,1

Das Finanzergebnis verbesserte sich zum Vorjahr um 38.704,5 Tsd. € auf 18.987,8 Tsd. €. Hauptverantwortlich dafür war, dass es im Geschäftsjahr zu keinen Abschreibungen auf Beteiligungen und Finanzanlagen kam (Vorjahr: 216.151,5 Tsd. €). Ein weiterer Faktor waren die um 76.195,6 Tsd. € geringeren Verlustübernahmen. Dem standen um 146.053,2 Tsd. € gesunkene Beteiligungserträge gegenüber. Für drohende Verluste aus dem Beteiligungsbereich wurde mit 281.885,1 Tsd. € (Vorjahr: 178.559,1 Tsd. €) vorgesorgt. Im Bereich der Finanzanlagen gab es zudem eine Zuschreibung in Höhe von 3.549,9 Tsd. € (Vorjahr: 17.538,7 Tsd. €) und Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 5.881,8 Tsd. € (Vorjahr: 8.600,7 Tsd. €). Das Zinsergebnis verbesserte sich um 20.017,2 Tsd. €.

Der Abbau der verzinslichen Nettoverschuldung um 1.095.041,0 Tsd. € und der gleichzeitige Aufbau des bereinigten Eigenkapitals um 42.994,4 Tsd. € führten zu einer Verringerung des Gearings um 50,4 Prozentpunkte auf 114,2%. Durch den prozentuell höheren Rückgang des Mittelzuflusses aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit in Höhe von 60,9% im Vergleich zum Abbau der Schulden um 20,2% stieg die Schuldentilgungsdauer von im Vorjahr 12,8 auf 26,1 Jahre.

Die Zusammensetzung des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten (Fonds der flüssigen Mittel) kann der Anhangerläuterung (5) entnommen werden.

Geldflussrechnung

(1) Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit

Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt und führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von 428.226,0 Tsd. € (Vorjahr: Mittelzufluss 214.446,7 Tsd. €).

Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen ist vor allem dem Abschluss des Verkaufsprozesses der französischen Beteiligungen (€ 49.587,3 Tsd.), dem Abbau der aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 6.400,1 Tsd. € sowie dem Abbau der sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 3.293,7 Tsd. € zu verdanken. Zusätzlich führte der Abbau des Überhangs der Körperschaftsteuervorauszahlungen zu einem Rückgang der sonstigen Forderungen in Höhe von 9.764,5 Tsd. €.

Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten resultierte hauptsächlich aus planmäßigen Tilgungen einer Stromlieferverbindlichkeit.

Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen sowie der Steuerschulden ist vorwiegend durch die Bildung einer Rückstellung im Zusammenhang mit Beteiligungen in Höhe von 281.885,1 Tsd. € bedingt.

(2) Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit

Beim Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insgesamt ein Mittelzufluss in Höhe von 703.795,2 Tsd. € (Vorjahr: Mittelabfluss 695.573,9 Tsd. €), der insbesondere aus der Tilgung von Ausleihungen in Höhe von 726.375,4 € und dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 10.930,1 € resultiert. Dem stehen die Gewährungen von Ausleihungen in Höhe von 11.150,0 Tsd. € und Zugänge von Beteiligungen in Höhe von 8.155,0 Tsd. € gegenüber.

Bei den Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen handelte es sich überwiegend um Investitionen in Rechte in Höhe von 7.296,1 Tsd. €, in Büroadaptierungen in Höhe von 543,2 Tsd. €, in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 385,7 Tsd. € und um Investitionen in Software in Höhe von 51,4 Tsd. €.

Von den Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögengegenstände und Sachanlagen betreffen 11.620,0 Tsd. € die Begleichung offener Rechnungen, die im Zuge der Verschmelzung der VERBUND Renewable Power GmbH auf die VERBUND AG übernommen wurden.

(3) Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der für das Geschäftsjahr 2014 beschlossenen Dividendenausschüttung wurden 100.750,5 Tsd. € an die Aktionäre zur Auszahlung gebracht. Das entsprach einer Dividende von 0,29 € je Aktie.

Im Rahmen des Konzernclearings kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 88.098,7 Tsd. € (Vorjahr: Mittelzufluss 872.367,5 Tsd. €).

Es erfolgten endfällige Kredittilgungen in Höhe von 691.193,5 Tsd. €, Sondertilgungen in Höhe von 156.535,0 Tsd. €, planmäßige Ratentilgungen in Höhe von 45.407,1 Tsd. € und Tilgungen in Höhe von 55.000,0 Tsd. € aus Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Geldflussrechnung in Tsd. €
Erläuterung 2014 2015
Jahresüberschuss 279.156,9 143.744,4
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen
2.586,1 2.012,4
Abschreibungen und Zuschreibungen auf Finanzanlagen 198.612,7 – 3.549,9
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen – 7.043,4 – 4.438,3
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der
latenten Steuerschulden
709,8 – 4.003,1
Erträge aus der Auflösung von Baukostenbeiträgen – 35,1 – 35,1
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 44.310,1 – 52.456,9
Veränderung der Vorräte 14.892,0 – 41,4
Veränderung der Leistungsforderungen sowie der
sonstigen Forderungen
– 160.973,1 72.882,2
Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten sowie der
sonstigen Verbindlichkeiten
– 236.886,1 – 3.438,7
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen 79.116,7 277.550,4
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit (1) 214.446,7 428.226,0
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen
– 18.892,6 – 18.817,5
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
30.499,0 33,1
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen – 979.177,7 – 19.351,9
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 271.997,5 741.931,5
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit (2) – 695.573,9 703.795,2
Ein- bzw. Auszahlungen aus Geldmarktgeschäften 28,6 – 28,6
Aufnahme von langfristigen Krediten 600.000,0 0,0
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
– 649.240,4 – 943.135,6
Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zu- bzw. Abnahme der
Konzernclearingsalden
872.367,5 – 88.098,7
Gezahlte Dividenden und Ergebnisverrechnungen – 347.415,7 – 100.750,5
Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit (3) 475.740,0 – 1.132.013,4
Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel – 5.387,2 7,9
Kassenbestand und liquide Mittel per 1.1. 5.397,9 10,7
Kassenbestand und liquide Mittel per 31.12.1 10,7 18,6

Erläuterung im Anhang Nr. 5

Bericht über Umwelt, Forschung, Entwicklung und Soziales

Umwelt

VERBUND trägt Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Umwelt und arbeitet kontinuierlich an der Verringerung der Umweltauswirkungen aller unternehmerischen Aktivitäten, Anlagen, Produkte und Services. In unserem Umweltleitbild sind die Umweltgrundsätze von VERBUND festgelegt.

Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und darüber hinausgehender unternehmenseigener Standards wird durch die vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten im Umweltmanagement sichergestellt.

Umweltmanagementsysteme

Unser Ziel ist es, in den Erzeugungs- und Netzanlagen unserer vollkonsolidierten Gesellschaften Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 zertifizieren zu lassen.

Die Wasserkraftwerke Malta/Reißeck und unsere thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach und Dürnrohr sind zusätzlich nach der EMAS-III-Verordnung validiert. Für diese Anlagen wurde 2015 jeweils eine eigene Umwelterklärung veröffentlicht, die auf der VERBUND-Website zugänglich ist.

Mittlerweile wurden schon bei 93% der Standorte Umweltmanagementsysteme zertifiziert. Neue Anlagen werden nach Inbetriebnahme möglichst bald in das Umweltmanagementsystem eingebunden und beim folgenden Audit in den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen.

Energieeinsatz und Treibhausgasemissionen

Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien an der Erzeugung in Höhe von 93% gehört VERBUND zu den umweltfreundlichsten Energieunternehmen in Europa. Die Konzentration auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Emissionen. Unser strategisches Ziel ist die Umstellung der Erzeugung auf 100% erneuerbare Energieträger bis zum Ende des Jahres 2020.

Der absolute Ausstoß an THG-Emissionen (Scope 1 bis 3) verringerte sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf rund 2,3 Mio. Tonnen CO2e (2014: 2,5 Mio. t CO2e). Vom Gesamtemissionswert sind 75% (1,7 Mio. t CO2e) den THG-Emissionen in Scope 1, 13% Scope 2 und 12% Scope 3 zuzurechnen. Eine starke Reduktion um 44% ist verglichen mit dem Jahr 2013 (4,2 Mio. t CO2e) zu verzeichnen.

Dieser Vergleich mit dem Jahr 2013 ist entscheidend, da die bei VERBUND für den eigenen Stromverbrauch zu berücksichtigenden indirekten Emissionen in Scope 2 für das Jahr 2014 neu berechnet wurden. Für den Betrieb unserer Pumpspeicher wird seit April 2014 ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100% Wasserkraft eingesetzt, der im Jahr 2014 unberücksichtigt blieb. Der Wert für Scope-2-Emissionen sank von 2013 auf 2014 um 50% (2013: 985 kt CO2e; 2014: 491 kt CO2e) und auf 2015 nochmals um 39% auf 300 kt CO2e.

Die spezifischen direkten und indirekten Treibhausgasemissionen Scope 1 bis 3 blieben 2015 mit 74 Tonnen pro GWh im Vergleich zum Vorjahr (2014: 74) auf gleichem Niveau. Dies war bedingt durch die Neuberechnung von Scope 2 und den höheren Anteil thermischer Erzeugung 2015. Die signifikante Reduktion der spezifischen Gesamtemissionen, nämlich 118 Tonnen pro GWh auf 74 Tonnen pro GWh, ist im Vergleich zum Jahr 2013 zu erkennen. VERBUND setzt sich auf seinem Weg zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung das Ziel, diesen Wert bis zum Jahr 2021 auf weniger als 10 Tonnen pro GWh zu senken.

Berichterstattung an CDP

Unsere Ziele im Klimaschutz und unsere Erfolge bei der Reduktion von Emissionen bei der Stromerzeugung stellen wir transparent und öffentlich im CDP (früher Carbon Disclosure Project) dar.

Beim CDP-Klimarating 2015 konnte VERBUND wieder Spitzenplätze im Ranking erzielen. VERBUND war im Jahr 2015 zweitbestes Unternehmen der Energiebranche in der D-A-CH-Region hinter E.ON SE und vor Solarworld und EnBW. Damit erreichten wir den Status Sector leader Utilities gemeinsam mit den fünf besten Utilities in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Österreich-Vergleich war VERBUND 2015 wieder Sector Leader und Country Leader. Wir zählten damit zu den sechs besten Unternehmen im Jahr 2015 und lagen 15 Punkte über dem österreichischen Durchschnitt.

Die VERBUND AG verdeutlichte ihren Standpunkt zum Klimaschutz zusätzlich mit einem Statement zur Klimakonferenz COP 21 im DACH-350-Report 2015.

Energie-Audits als Verpflichtung aus § 9 des Energieeffizienzgesetzes

Mit Beginn des Jahres wurden alle großen Unternehmen in Österreich nach § 9 des Bundes-Energieeffizienzgesetzes dazu verpflichtet, bis Ende November 2015 ein erstes Energie-Audit durchzuführen. Bei VERBUND sind alle Beteiligungen in Österreich, an denen die VERBUND AG mehr als 50% hält, vom Energie-Audit umfasst. Aufgrund der zertifizierten Umweltmanagementsysteme konnten interne Energie-Auditoren die Energie-Audits durchführen. Die neue gesetzliche Verpflichtung wurde mit einer Gesamtmeldung des Konzerns und einer separaten Meldung der unabhängigen Netztochter APG erfüllt. In Deutschland wurden nach den entsprechenden Gesetzesvorgaben ebenfalls Energie-Audits vorgenommen. Gemäß den europäischen Vorgaben werden die Energie-Audits in vier Jahren wiederholt.

Naturschutz und Biodiversität

Unsere vielfältigen Maßnahmen, die wir im Bereich Naturschutz und Biodiversität setzen, beschreiben wir auf der VERBUND-Website bei unseren Projekt- und Kraftwerksdarstellungen sowie auf den Webseiten der Life-Projekte. Hier geben wir einen Überblick über die Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt, wie beispielsweise den Bau von Fischaufstiegshilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern.

Wassernutzung

Die VERBUND-Standorte führen über den Einsatz von Wasser Aufzeichnungen. Die Wasserentnahme wird nach Quellen, der Nutzungsart und der Wasserabgabe nach Senken berichtet. Die Reduktion unserer Anlagen im Bereich der thermischen Erzeugung ist Hauptgrund für die in den letzten Jahren gesunkenen Mengen an Wasserentnahmen und -abgaben.

Umweltkosten

Die gesamten Umweltkosten bei VERBUND betrugen im letzten Jahr ca. 67 Mio. €. Es wurden im Jahr 2015 keine Umweltstrafen verhängt.

Bezüglich detaillierter Umweltinformationen sowie weiterer Angaben zu Erzeugung, Materialeinsatz, Energieverbrauch, Anlagenflächen in Schutzgebieten, Abfällen etc. verweisen wir auf den integrierten Konzerngeschäftsbericht 2015.

Innovation, Forschung und Entwicklung

Kennzahlen F&E

Einheit 2013 20142 2015
Anzahl der F&E-Projekte Anzahl 82,0 75,0 65,0
Projektvolumen gesamt1 Mio. € 203,2 138,1 144,53
davon EU-Projekte1 Mio. € 125,4 97,5 92,2
VERBUND-Anteil gesamt1 Mio. € 15,8 19,2 16,2
Jährliche VERBUND-Aufwendungen Mio. € 6,1 5,4 4,2

1 über die gesamte Laufzeit der Projekte // 2 ab 2014 inklusive Innovationsprojekten der VERBUND Solutions GmbH // 3 inklusive Beiträgen nicht vollkonsolidierter Gesellschaften, z.B. SMATRICS

Die Transformation des europäischen Energiesystems in Richtung CO2-Neutralität schreitet voran. Unsere Mission für die Energiezukunft sehen wir daher in der entschlossenen Fortsetzung der Umstellung unseres Geschäftsmodells.

Privatpersonen als Stromerzeuger, branchenfremde Stromanbieter, ein Überangebot an Strom in Europa, sinkende Großhandelspreise, ein beginnender Ausstieg aus fossilen Energieträgern, eine schrittweise Etablierung klimafreundlicher Systeme: All diese Aspekte sehen wir als Vorboten einer Energiezukunft, die wir als großer Stromkonzern aktiv mitgestalten.

So entwickeln wir uns kontinuierlich weiter zum innovativen Energiedienstleister und steigen in das Geschäftsfeld der Vermarktung von elektrisch betriebenen Systemen und Energiedienstleistungen ein. Ebenso intensiv arbeiten wir an der Digitalisierung der Elektrizitätswirtschaft sowie der Dekarbonisierung industrieller Prozesse mit. Denn Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern ist die Energieform der Zukunft.

Beteiligung an Europas Forschung

In unserer strategischen Innovationsarbeit verfolgen wir die Entwicklung von Technologien und beteiligen uns an europäischen und österreichischen Forschungsprojekten, welche sich mit der Zukunft der elektrischen Energie befassen und zu konkreten Energiesystemen und -produkten führen sollen.

Bei VERBUND wenden wir seit Anfang 2015 ein maßgeschneidertes Technologie-Scouting-Programm an. Damit erfassen wir zukunftsträchtige Technologien, wie etwa im Rahmen des Forschungsprojekts "Solar-Wasserstoff" der Universität Innsbruck, an dem wir mitarbeiten.

Auf europäischer Ebene haben wir gemeinsam mit 41 Partnern vier Jahre lang am EU-Projekt "Green eMotion" mitgewirkt. Dieses schuf die Basis für grenzüberschreitendes Laden von Elektrofahrzeugen. Dieses bisher größte europäische Forschungs- und Entwicklungsprojekt für Elektromobilität wurde im Frühjahr 2015 abgeschlossen.

Auch haben wir vier Jahre lang mit 14 Partnern an dem EU-Projekt "GridTech" mitgearbeitet, welches ebenso im Jahr 2015 beendet wurde. Untersucht wurden Technologien entlang unserer Wertschöpfungskette mit dem Ziel, das Elektrizitätssystem der Zukunft so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten. Unsere Schwerpunkte waren Smart Home und Smart Charging von E-Fahrzeugen.

Seit Beginn 2015 ist VERBUND Partner im europäischen Forschungsprojekt FLEXICIENCY, in dessen Rahmen ein Marktplatz für neue energierelevante Services entwickelt und getestet wird. VERBUND leitet den Demonstrationsbetrieb mit Fokus auf Smart Home-Services in Österreich.

E-Mobility in Zentraleuropa auf Kurs

In unserer operativen Innovationsarbeit dynamisieren wir in und rund um Österreich die Ökologisierung des Verkehrssektors.

So betreibt unsere im Herbst 2012 gemeinsam mit Siemens gegründete Firma SMATRICS GmbH & Co KG heute ein Hochleistungsladenetz für E-Autos. Dieses umfasste Ende 2015 bereits mehr als 200 Ladepunkte in ganz Österreich. Die Stationen befinden sich in allen Bundesländern an Topstandorten in einer Distanz von jeweils maximal 60 Kilometern.

Das von uns koordinierte und von der Europäischen Union geförderte Projekt "Central European Green Corridors" hat völlig neue Möglichkeiten für Elektromobilität in Zentraleuropa geschaffen. Bis Ende 2015 wurden 115 Schnellladepunkte in Mitteleuropa errichtet, davon 61 allein in Österreich, die weiteren in Süddeutschland, in der Slowakei, in Slowenien und in Kroatien.

Ebenfalls grenzüberschreitend arbeiten wir im Projekt "Crossing Borders" daran, die vier E-Mobilitätsregionen Bratislava, Wien, Salzburg und München zu verbinden. Gefördert vom Klima- und Energiefonds und geleitet von VERBUND wird noch bis Sommer 2016 die Ost-West-Achse elektrifiziert.

Einmaliges Projekt zur Speicherung von Wind- und Sonnenstrom

Seit zwei Jahren sind wir an einem in Europa einmaligen Forschungsprojekt in Österreich namens "underground-sun-storage" beteiligt. Dabei wird die Speicherung von Wind- und Sonnenstrom in Form von Wasserstoff als Beimengung zu Methan in einer ehemaligen natürlichen Erdgaslagerstätte untersucht. Im Herbst 2015 wurde die Untertage-Speicheranlage in Oberösterreich eröffnet. Das Projekt läuft noch bis Ende 2016.

Wasserkraft

Für eine optimale Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie erforschen wir einerseits die Auswirkungen von Schwall und Sunk bei Speicherkraftwerken, andererseits führen wir Machbarkeitsstudien zur Sicherung bzw. Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustands an unterschiedlichen Flusssystemen durch – etwa durch Fischaufstiegshilfen.

Beim steirischen Sulm-Kraftwerk Retznei haben wir im vergangenen Jahr eine 17 Tonnen schwere Doppelschnecke montiert, die als stromerzeugende Fischwanderhilfe fungiert. Während sie in ihrem Inneren die Fische nach oben transportiert, produziert die äußere Schnecke so viel Strom, wie 22 Privathaushalte im Jahr verbrauchen.

Auch beim Monitoring der Fischwanderung gibt es eine Weiterentwicklung: An der Donau und der Drau führen wir die Fischzählung zum Teil schon per Videokamera durch, anstatt die Fische mittels Reusen zu fangen. Damit bleibt den Tieren unnötiger Stress erspart.

Die Energiewende und die daraus resultierenden Veränderungen am Strommarkt stellen neue Anforderungen an hydraulische Maschinen. Um schnellstmöglich Strom ins elektrische Netz einspeisen zu können, werden Turbinen und Pumpturbinen auch bei längeren Pausen im Stand-by-Modus oder bei niedriger Teillast betrieben.

Bis 2017 untersucht VERBUND die Auswirkungen dieses Betriebs auf die Lebensdauer des Laufrads. Konkret wird dafür die Francis-Turbine des Kraftwerks Häusling simuliert. Dabei analysieren wir unterschiedliche Leistungsgrade und evaluieren ein Referenzmodell. So können wir letztlich anhand zweier Methoden die Lebensdauer berechnen.

Windkraft

Unsere Windkraftwerke können bereits mehr als 280.000 Haushalte mit Strom versorgen. Um diese umweltfreundliche Energie langfristig zu sichern, haben wir 2015 mit Partnern eine Softwarelösung zur Betriebsdatenanalyse unserer Windturbinen entwickelt: Ausgeklügelte Algorithmen erkennen Schäden bereits in einem sehr frühen Stadium – lange bevor die Turbine ausfällt. Damit optimieren wir die Stromerzeugung besonders in jenen Anlagen, für welche wir 2015 die Instandhaltung übernommen haben.

Angehende Akademiker widmeten sich in den vergangenen Jahren in 25 von VERBUND betreuten Diplom- und Masterarbeiten dem Thema Innovation in den Bereichen Wind- und Solarenergie. Damit trägt unsere Forschung nicht nur zu einer Steigerung der umweltschonenden Energieerzeugung bei, sondern fördert auch die Ausbildung junger Menschen in diesem Bereich.

Stromhandel

Die zunehmend volatilen Preise am Strommarkt erfordern eine permanente Anpassung der Handelsstrategien. VERBUND entwickelt seine Optimierungs- und Prognoseinstrumente ständig weiter und verbessert die Modellierung der Strompreisprozesse.

2015 lag das Hauptaugenmerk auf der Weiterentwicklung der Zuflussprognose: Räumlich hochaufgelöste Vorhersagewerte erlauben heute eine optimierte vorausschauende Bewirtschaftung der Speicherseen. Zudem ist VERBUND im Falle stärkerer Hochwässer besser gerüstet.

Darüber hinaus treiben wir die Entwicklung neuer Produkte permanent voran – insbesondere im Bereich neuer erneuerbarer Energien, bei Zertifikaten sowie der Vermarktung von virtuellen Pumpspeichern und Flexibilitäten der Stromerzeugung.

Stromnetz

In der von VERBUND unabhängigen Stromnetz-Tochter APG arbeiten wir mit innovativen Mitteln kontinuierlich an der Optimierung des Betriebs. 2015 war das Unternehmen in 24 Forschungsprojekten engagiert, mit dem vorrangigen Ziel, technische Innovationen zu fördern und diese dem Praxistest zu unterziehen.

Unter anderem erarbeiten und erproben wir zusammen mit österreichischen Universitäten neue Stromleitungssysteme und -konfigurationen.

Einen Schwerpunkt bildet die Entwicklung energiewirtschaftlicher Szenarien. Sie sind die Grundlage für einen gezielten Netzausbau. Ein weiterer Fokus liegt auf der Netzüberwachung und Systemführung.

Künftig werden verstärkt hochdynamische Monitoring-Systeme angewendet. In diesem Zusammenhang haben wir uns am Projekt "Umbrella" beteiligt, das von der EU-Kommission gefördert und 2015 abgeschlossen wurde. Kernthema war die Entwicklung einer Toolbox zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von kritischen Netzzuständen. Mit probabilistischen Ansätzen kann die Ungenauigkeit von Prognosen z.B. für die Windstromerzeugung berücksichtigt werden.

Bezüglich weiterer Informationen sowie weiterer Angaben zu Innovation, Forschung und Entwicklung verweisen wir auf den integrierten Konzerngeschäftsbericht 2015.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung

Zielsetzungen

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Lage auf den europäischen Energiemärkten und den damit verbundenen veränderten Rahmenbedingungen steht für die kommenden Jahre die konsequente Fortsetzung des Restrukturierungs- und Kostenmanagementkurses klar im Vordergrund. Dabei wird nicht nur die Reduktion der Personalstände sozial verträglich umgesetzt, sondern auch das Vorhaben verfolgt, die Entlohnungsstrukturen auf betrieblicher und kollektivvertraglicher Ebene mit den Sozialpartnern zu modernisieren.

In den kommenden zehn Jahren werden rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Regelpensionsalter erreichen. Dieses Faktum macht Demografiemanagement unerlässlich und bestätigt unsere langjährige Schwerpunktsetzung im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Der Erhalt des Wissens unserer hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Weiterführung der Lehrlingsoffensive in unseren Lehrwerkstätten sind zwei wichtige Stellschrauben im Rahmen unserer diesbezüglichen Bemühungen.

Die rasante Entwicklung unserer Kerngeschäftsbereiche erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Themen Führungskultur und Vielfalt im Unternehmen.

Seit Jahrzehnten sind der Arbeitnehmerschutz und die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns unverändert äußerst wichtige Anliegen. So haben wir bei VERBUND das Ziel, die Unfallrate stabil auf niedrigem Niveau von unter zwölf Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitnehmer zu halten bzw. diese zu verbessern.

Konsequente Kostenreduktion und nachhaltiges Kostenmanagement

Um das Unternehmen für die Zukunft zu stärken, wurde der 2013 begonnene Kurs der Kostenreduktion im Geschäftsjahr 2015 konsequent fortgesetzt. Die wesentlichen personalwirtschaftlichen Maßnahmen der Effizienzsteigerungsprogramme der vergangenen Jahre konnten 2015 großteils abgeschlossen werden. Die Reduktion der Organisationseinheiten konzernweit um 40% sowie die Verflachung der Hierarchieebenen in der Holding wurden umgesetzt. Restrukturierungen bzw. Desinvestitionen im thermischen Kraftwerksbereich im ln- und Ausland wurden ebenso durchgeführt wie die beschlossene Zusammenführung von Gesellschaften und die Anpassung der Organisationsformen. Die Anzahl der Leasingkapazitäten konnte zudem deutlich reduziert werden: Ende 2015 beschäftigte VERBUND noch rund 66 Dauerleasingkräfte, die überwiegend für befristete Karenzvertretungen und als Ausgleich für Kapazitätsspitzen eingesetzt werden.

Die personalwirtschaftlichen Maßnahmen zeigen deutlich Wirkung: Gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 sank der arbeitsrechtliche Personalstand um 167 auf 3.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch für das Jahr 2016 wird sich dieser Trend fortsetzen. Die festgelegten Stellenreduktionen werden planmäßig bis Ende 2020 unter Berücksichtigung der Regelungen des Sozialplans durchgeführt. Der Sozialplan sieht neben den gesetzlich festgelegten Modellen zur Altersteilzeit auch weiterführende Maßnahmen wie Aussteigerregelungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Weitere interne Um- und Weiterbildungsangebote – teilweise unter Nutzung der gesetzlichen Bildungskarenz – ermöglichen über den internen Arbeitsmarkt eine Weiterbeschäftigung in neuen Funktionen. Zusätzlich werden in einer eigens eingerichteten Kapazitätenbörse die freien Personalressourcen aktiv gemanagt und für kurz- und mittelfristige Aufgaben eingesetzt.

VERBUND ist praktisch ausschließlich in Mitteleuropa mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards tätig. Die Beschäftigung von hoch und höchst qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mit entsprechend hohen Personalkosten verbunden. Neben den oben angeführten Effizienzsteigerungsprogrammen ist es daher für VERBUND unerlässlich, dass die bestehenden Entlohnungsstrukturen auf Betriebs- und Branchenebene modernisiert und an die Marktgegebenheiten angepasst werden. Zusätzlich zu einer Adaptierung der internen Richtlinien zur Gehaltsfindung beteiligt sich der Konzern auf Branchenebene federführend an der Neugestaltung des Kollektivvertrags für Elektrizitätsunternehmen in Österreich. Ziel ist es, einen fairen und gleichzeitig dem modernen Arbeitsleben angepassten Kollektivvertrag zu gestalten.

Demografische Herausforderung

Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung fort. Rund 7,3% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in den nächsten fünf Jahren in Pension, in den nächsten zehn Jahren werden es 28,2% sein. Teilweise werden diese Abgänge im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme nicht nachbesetzt. Ein erheblicher Teil betrifft aber betriebsnotwendige Stellen, welche nachbesetzt werden müssen.

Für die kommenden Jahre bleibt deshalb die Stärkung der Wettbewerbsposition von VERBUND auf dem Arbeitsmarkt weiterhin eine wesentliche Aufgabe, um für unser Unternehmen die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten ansprechen und gewinnen zu können.

Mittels zielgerichteter Personalentwicklung sollen gleichzeitig die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehalten und motiviert werden. Den demografischen Wandel begleiten wir mit strukturiertem Wissenstransfer, und wir sichern die Nachfolge unter anderem durch die Fortsetzung unserer Lehrlingsinitiative.

Stärkung der Position auf dem Arbeitsmarkt – Employer Branding

Um die bereits bestehende attraktive Arbeitgebermarke von VERBUND weiterhin zu erhalten, investierte VERBUND auch 2015– angepasst an die aktuellen Effizienzsteigerungsprogramme – in ausgewählte Employer-Branding-Maßnahmen. VERBUND zeigte mit sparsamem Mitteleinsatz weiterhin klare Präsenz auf dem Arbeitsmarkt – konkret beispielsweise auf Messen sowie in Print- und Onlinemedien. 2015 lagen die strategischen Schwerpunkte auf Frauenförderungsmaßnahmen wie der jährlichen Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums an der TU Wien sowie auf gezielten Kommunikationsmaßnahmen für die Zielgruppe der Lehrlinge. Damit bleibt VERBUND für interne und externe Schlüsselkräfte auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber.

Recruiting

Die starke Employer Brand von VERBUND und eine weiterhin starke Wettbewerbsposition zeigen sich auch bei der Besetzung von qualitativ hochwertigen Ersatzpositionen. 93 betriebsnotwendige Positionen wurden 2015 nachbesetzt, mehr als 40% davon sind Lehrlingspositionen.

Um den Anforderungen des demografischen Wandels sowie den technologischen Entwicklungen und Erfordernissen in der Personalbeschaffung gerecht zu werden, wurden 2015 Maßnahmen zur Optimierung des Recruiting-Prozesses eingeleitet. Das bestehende E-Recruiting Tool wurde den aktuellen Erfordernissen angepasst und mobil adaptiert. Die Employer Brand wurde in Image- und Stelleninserate verstärkt integriert. Im Rahmen des geplanten Webseiten-Relaunchs 2016 wird der Karriereauftritt von VERBUND optimal eingebunden.

Personalentwicklung

Sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst bei VERBUND beschäftigt, so ist uns ihre fachliche und persönliche Weiterentwicklung ein Anliegen. 2015 nahm jede Mitarbeiterin bzw. jeder Mitarbeiter durchschnittlich 4,2 Tage an Bildungsmaßnahmen teil. Schwerpunkte der Personalentwicklung bildeten die technische und sicherheitstechnische Qualifizierung sowie SAP- und IT-Schulungen.

Im Rahmen des internen Effizienzsteigerungsprogramms ist die Weiterbildung für die sozial verträgliche Umsetzung der Maßnahmen wesentlich. Unter anderem schaffen gezielte Umschulungen Perspektiven und neue Aufgabenfelder für die von der Restrukturierung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wissenstransfer

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, der Resultate der Effizienzsteigerungsprogramme und dem demografischen Wandel kommt es darauf an, nicht nur das Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln, sondern dieses bei Ausscheiden von Beschäftigten für das Unternehmen zu erhalten. Besonders kritisch ist der Verlust an personenspezifischem Wissen und wertvollen Erfahrungen. Dieses Wissen im Unternehmen zu bewahren, ist eine essenzielle Aufgabe. Die strategische Personalentwicklung unterstützt die Führungskräfte deshalb bei allen Prozessen des Wissenstransfers. Neben der persönlichen Beratung stehen auch einfach anwendbare Werkzeuge wie z.B. Checklisten und strukturierte Fragebögen zur Verfügung.

Lehrlingsausbildung

Gerade im gewerblichen Bereich ist es wesentlich, den reibungslosen Betrieb langfristig zu sichern. Unser Fokus liegt auf der Weiterführung der Lehrlingsoffensive in unseren Lehrwerkstätten. VERBUND bietet bereits seit 1983 als eines der ersten Unternehmen in Österreich eine vierjährige Doppellehre für Elektro- und Metalltechnik an. Derzeit können Lehrlinge bei VERBUND eine Lehre zum Elektro- und Metalltechniker bzw. zum Elektronik- und Elektrotechniker absolvieren. Dabei handelt es sich um gefragte Doppelberufe mit ausgezeichneten Zukunftschancen. Im Jahr 2015 wurden in Österreich und Deutschland 40 Lehrlinge aufgenommen. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigte sich nicht nur bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der Lehrabschlussprüfungen. Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zeichnete VERBUND als staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb aus.

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur

Mitarbeiterbefragung – wir beziehen die Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein

Um ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu schaffen, wollen wir die vorhandenen Belastungen und das Potenzial für Verbesserungen kennen. 2015 haben wir die dritte unternehmensweite Mitarbeiterbefragung unter dem Titel "Wie geht's Ihnen bei VERBUND?" durchgeführt. Etwa 50% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an der Befragung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zufriedenheit mit innerbetrieblichen Karriereaussichten und die Einschätzung der Arbeitsmarktchancen leicht zurückgegangen sind. Diese Ergebnisse führt VERBUND auf die vergangenen Effizienzsteigerungsprogramme bzw. auf die aktuelle Wirtschaftslage zurück. Trotz aller Veränderungen im Konzern wurden das Arbeitsklima und die Motivation weiterhin hoch bewertet. Auch die Loyalität zur Führung und die Bindung an das Unternehmen sind weiterhin hoch. Im Vergleich mit anderen Unternehmen schnitt VERBUND aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Arbeitsplatzsicherheit, Bezahlung, Arbeitsklima und Arbeitsbedingungen weiterhin mit Abstand besser ab. 2016 werden in Abstimmung mit dem Vorstand und den Geschäftsführungen der Gesellschaften und unter Einbeziehung der Ergebnisse der Befragung zur psychischen Belastung konkrete Maßnahmen festgelegt.

Führungsfeedback

Ein wesentlicher Bestandteil der Kulturentwicklung ist die laufende Entwicklung der Führungskultur. Der Pilotversuch "VERBUND-Führungsfeedback" war erfolgreich. Seit Juni 2015 wird das VERBUND-Führungsfeedback nun nach und nach in allen Gesellschaften für alle Führungskräfte der ersten und zweiten Managementebene durchgeführt. 2015 waren es zwei VERBUND-Gesellschaften, 2016 folgen die restlichen VERBUND-Gesellschaften. Durch das Führungsfeedback erhält jede Führungskraft eine ganzheitliche und strukturierte Rückmeldung zur eigenen Person und den eigenen Kompetenzen aus unterschiedlichen Perspektiven. Befragt wird das direkte Arbeitsumfeld: direkte Vorgesetzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kolleginnen und Kollegen. Ziel ist es, durch Abweichungen im Selbst- und Fremdbild Stärken und Handlungsfelder der einzelnen Führungskräfte aufzuzeigen. Daraus werden individuelle, an die Bedürfnisse angepasste Entwicklungsmaßnahmen abgeleitet. Die entsprechenden Folgemaßnahmen im Rahmen der Führungskräfteentwicklung dienen der weiteren Steigerung der Führungsqualität und somit der Sicherstellung des Unternehmenserfolgs. Nach dieser ersten Nullmessung wird eine Wiederholung der Befragung etwa alle zwei Jahre angestrebt, um einen Entwicklungserfolg messen zu können.

Work-Life-Balance

2015 erhielt VERBUND bereits zum dritten Mal das Zertifikat für das Audit "berufundfamilie" des Bundesministeriums für Familien und Jugend. Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat bei VERBUND Tradition. Viele Maßnahmen sind umgesetzt und haben lange Praxis: die Möglichkeit eines dritten Karenzjahrs, eine Betriebsvereinbarung zur Telearbeit, unterschiedliche Zeitmodelle, Pensionsvorsorge, Kinderzulage und mehr. Seit 2009 ermöglicht uns das Audit "berufundfamilie" eine bessere Strukturierung der Maßnahmen, sodass wir bedarfsorientiert weitere Möglichkeiten schaffen können, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. In den letzten Jahren haben wir beispielweise eine kostenlose Beratungshotline für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in schwierigen Situationen, Kinderbetreuungsmöglichkeiten in den Ferien und Familienzimmer in Wien bereitgestellt. Seit 2015 nehmen wir an der Initiative "Unternehmen für Familien" des Bundesministeriums für Familien und Jugend teil und unterstützen so weiter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die aktuelle Mitarbeiterbefragung bestätigt: Seit 2008 steigt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie laufend.

Diversity-Management

Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt 2012 zeigt VERBUND, dass Vielfalt ein wesentliches Thema für das Unternehmen darstellt. Zunächst liegt der Fokus auf Diversitätsdimensionen, die traditionell im betrieblichen VERBUND-Alltag im Vordergrund stehen: Geschlecht, Behinderung und Alter. Mittel- und langfristig werden schrittweise weitere Dimensionen einbezogen. VERBUND übernimmt auch hier durch Kooperationen mit überbetrieblichen Initiativen wie dem Integrationsfonds, dem AMS, der Wirtschaftskammer Österreich sowie diversen Bundesministerien gesellschaftspolitische Verantwortung. Seit 2011 gibt es bei VERBUND eine Gleichbehandlungsbeauftragte, 2014 wurde ein Diversity- und Inclusion-Management eingeführt. In diesem Bereich werden alle Aktivitäten im Konzern gebündelt und die Entwicklung, Implementierung und Umsetzung der Gleichstellungsziele und -maßnahmen wahrgenommen und dokumentiert.

Schwerpunkt Menschen mit Behinderungen

VERBUND übererfüllt die in Österreich und Deutschland vorgegebenen Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen. In Österreich beträgt die Pflichtzahl 113, und es werden 154 begünstigt Behinderte gemäß Behinderteneinstellungsgesetz beschäftigt. In Deutschland beträgt die Pflichtzahl 18, und es werden 26 Menschen mit Behinderung beschäftigt. In Abstimmung mit dem Diversity- und Inclusion-Management wirkt das 2014 eingeführte Access-Management: Es erhebt die Zugänglichkeit unserer Standorte und unserer Unternehmensinformationen und schlägt Verbesserungen vor.

Schwerpunkt Frauenförderung

Der Anteil von Frauen ist in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditionell eher gering. Deshalb setzen wir Maßnahmen, um den aktuellen Anteil von 17,8% bis zum Jahr 2020 auf 20% zu erhöhen.

2015 lag der Frauenanteil an den Neuaufnahmen mit 12,9% unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, da aufgrund der restriktiven Aufnahmepolitik überwiegend Positionen im gewerblichen und technischen Bereich extern besetzt wurden und in diesem Arbeitsmarktsegment traditionell nur wenige Frauen tätig sind. Dazu kommt die Verflachung der Unternehmensstruktur im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme, die vor allem die Anzahl kaufmännischer und administrativer Führungsfunktionen reduziert hat. Dies hat den Frauenanteil bei Führungskräften reduziert.

Im Bereich der Lehrlinge jedoch greifen die Frauenförderungsmaßnahmen bereits: Hier erhöhte sich der Anteil der weiblichen Lehrlinge seit 2010 von 5,0% auf 9,7%. Das bereits 2012 gegründete VERBUND-Frauennetzwerk setzt sich für die Förderung von Frauen ein. In einem vom Frauennetzwerk organisierten Workshop haben rund 70 Frauen intensiv diskutiert und Vorschläge zur Verbesserung der Frauenförderung eingebracht.

VERBUND hat auch 2015 wieder einen Einkommensbericht erstellt, welcher Aufschluss über die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen gibt. Die Ergebnisse des Einkommensberichts zeigen keine unmittelbaren Diskriminierungen von Frauen. Das belegt auch das Verhältnis der Grundgehälter von Frauen und Männern von 1:1,08. Dies ist auf die strikte kollektivvertragliche Einstufung sowie die Einführung des leistungsorientierten Gehaltsmodells zurückzuführen. Dennoch sind gesellschaftspolitische und kulturelle Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, geringe Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit von Frauen, in höher bezahlte (Führungs-)Funktionen zu gelangen, auch bei VERBUND erkennbar.

VERBUND ist es ein Anliegen, Frauen für technische Berufe zu begeistern. Daher beteiligt sich VERBUND seit zwölf Jahren am Wiener Töchtertag. Diese Aktion der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien und des Wiener Stadtschulrats will das Interesse von Mädchen für Technikberufe wecken. 2015 nahmen insgesamt 21 Mädchen an unterschiedlichen Workshops teil und lernten im Rahmen einer Führung das Kraftwerk Freudenau kennen. VERBUND wurde 2015 zudem vom Verein Sprungbrett mit der amaZone-Urkunde in der Kategorie "Öffentliche und Öffentlichkeitsnahe Unternehmen" ausgezeichnet. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, die junge Frauen in handwerklichen und technischen Berufen ausbilden.

Seit 2009 fördern wir durch die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums vielseitig engagierte Studentinnen bei ihrer technischen Ausbildung. Ein zusätzliches Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen – darunter vor allem Technikerinnen – für das Unternehmen zu begeistern und im Idealfall als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. 2015 wurde das VERBUND-Frauenstipendium zum siebenten Mal vergeben. Die Gewinnerinnen erhielten ein Stipendium im Wert von jeweils 5.000 € für ein Studienjahr, um sich eine zusätzliche persönliche und fachliche Weiterbildung über den Uni-Alltag hinaus finanzieren zu können.

Gesundheit & Sicherheit

Weitere äußerst wichtige Anliegen von VERBUND sind der Arbeitnehmerschutz und die Sicherheit. So haben wir das Ziel, die Unfallrate stabil auf niedrigem Niveau von unter zwölf Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitnehmer zu halten.

Unfallgeschehen 2015

Nachdem mit 1.1.2014 die Grenzkraftwerke GmbH und die Innkraftwerk AG in die konsolidierte Unfallstatistik des Konzerns aufgenommen wurden, sind seit 1.1.2015 nun auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ennskraftwerke und der Alpha Wind S.R.L in Rumänien erfasst. Der arbeitsrechtliche Personalstand 2015 beträgt damit 3.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erfreulicherweise reduzierte sich die Anzahl der Unfälle trotzdem um fünf Ereignisse, und die Ausfallstage sanken um 258.

Das Unfallgeschehen bei VERBUND liegt damit 2015 nach wie vor stabil auf niedrigem Niveau. Die Unfallkennwerte im Konzern entsprechen in etwa dem Mittelwert der Kennwerte der österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen.

Unfallprävention

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Den Schwerpunkt der jährlichen Schulungen bildete 2015 das Thema "mechanische Gefährdungen". Bei diesen Unterweisungen wurde mittels Vorträgen und praktischen Übungen der Umgang mit gefährlichen Betriebsmitteln, Werkzeugen und persönlicher Schutzausrüstung trainiert.

Um der Gefahrenquelle "Wasser" speziell in unseren Wasserkraftanlagen Rechnung zu tragen, wurde eine Auffrischung zum Thema "Gefährdungen an und über Wasser" durchgeführt. Eine umfassende Schulung hatte zum Ziel, die Kolleginnen und Kollegen durch praktisches Üben zu sensibilisieren. An sieben Standorten wurden insgesamt 411 Kolleginnen und Kollegen geschult. Der Teilnehmerkreis bestand aus Personal aus den Werksgruppen und aus den Fachgruppen Hydrologie und Vermessung sowie den Bootsführern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VERBUND Services GmbH.

An den Bürostandorten ist die jährliche Sicherheitsunterweisung von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über E-Learning zu absolvieren. Bei positiver Absolvierung der Fragenbeantwortung im Intranet wird ein Zertifikat über die Unterweisung ausgestellt. Diese Unterweisung wird jedes Jahr von nahezu 100% der Belegschaft erfolgreich absolviert.

Gesundheitsförderung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Die Initiative "Fit & Gesund" bei VERBUND fördert einen gesunden Lebensstil. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden motiviert, auf freiwilliger Basis etwas für ihre Gesundheit zu tun. Mit Seminaren zum Thema "Mentale Fitness" rückte die psychosoziale Gesundheit 2015 weiter in den Vordergrund.

Darüber hinaus waren Ernährung und Bewegung, Stressmanagement und aktives Muskelcoaching wichtige Schwerpunkte im Gesundheitsmanagement. Der direkte Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit in einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld wird dabei ins Bewusstsein gerufen.

Psychische Belastungen

Nach der schriftlichen Befragung im Jahr 2014 ist die "Evaluierung psychischer Belastungen" nun in der Umsetzungsphase. Im Berichtsjahr wurden konzernweit in 34 Workshops mehr als 160 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Die Vorschläge wurden teils direkt in den Gesellschaften umgesetzt, teils wurden schon konkrete Arbeitsgruppen gebildet. Nicht befürwortete Maßnahmenvorschläge werden mit Begründung dokumentiert.

2016 werden in Abstimmung mit den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung weitere Maßnahmen konkretisiert und durchgeführt.

Soziales Engagement

VERBUND übernimmt Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft, die sauber erzeugten, verlässlich verfügbaren Strom auch als Faktor von Lebensqualität wahrnimmt.

In unserer gesellschaftlichen Mitverantwortung unterstützen wir mehrere karitative Organisationen und geben unser Wissen in Schulen und an Universitäten weiter.

Caritas und Diakonie

Energiearmut und ihre negativen Folgeerscheinungen treten dort am ehesten auf, wo Einkommen sehr niedrig und Wohnverhältnisse schlecht sind. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas hilft rasch, unbürokratisch und vor allem dauerhaft durch finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, professionelle Energieberatung vor Ort und gratis Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte.

Seit Beginn des Projekts hat der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mio. € unterstützt. In unserer Verantwortung für die Gesellschaft setzen wir unser Engagement zur Bekämpfung von Energiearmut in Österreich mit rund 350 Beratungsgesprächen pro Jahr und Unterstützung für rund 500 Haushalte pro Jahr auch in Zukunft fort.

In Österreich leben mehr als 60.000 Personen mit Beeinträchtigungen beim Sprechen. Mithilfe des VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie wurde in den vergangenen fünf Jahren rund 9.000 Menschen durch Einsatz modernster Technologien geholfen, ein deutlich selbstbestimmteres Leben zu führen.

Insgesamt konnten in den Jahren 2009 bis 2015 Hilfsmittel und assistierende Technologien im Wert von 1,5 Mio. € für mehr als 2.000 Menschen angeschafft werden. Auch diese Kooperation mit der Diakonie werden wir in den nächsten Jahren im selben Umfang fortführen.

VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern

Die VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern fördert das Bewusstsein für Klima und Klimaschutz, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Im Jahr 2015 konnten 3.120 Kinder (2014: 3.482) der Schulstufen vier bis zehn in den Nationalpark-Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol vom kostenlosen Projektunterricht profitieren. Zum Fest der VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern kamen 1.100 Schülerinnen und Schüler aus 24 Schulen nach St. Johann/Defreggen. In Summe wurden seit 2010 rund 13.000 Schülerinnen und Schüler so zu Botschaftern für den Klimaschutz.

Die VERBUND-Stromschule macht Lust auf Technik

Mit aktuellsten Lernunterlagen, einem state-of-the-art Game und Angeboten rund um das Thema erneuerbare Energien ermöglichen wir einen spannenden und interaktiven Physikunterricht für die nächste Generation.

Mehr als 600 Schulklassen nutzten die Angebote zur aktiven Unterrichtsgestaltung. Im Rahmen der VERBUND-Stromschule besuchten 2015 mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Das Angebot ist für Schulen kostenlos. Im Bereich der Speicherkraftwerke nutzten 2.500 Schülerinnen und Schüler das Angebot.

Volunteering

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen zunehmend soziale Verantwortung mit höchstem persönlichen Engagement. 2015 fanden bereits drei Teamseminare mit sozialem Hintergrund statt.

  • Die Abteilung "Strategische Personalentwicklung/Aus- und Weiterbildung" leistete für den Verein e.motion wichtige Arbeiten am Lichtblickhof.
  • Der Bereich "IT-Anforderungsmanagement/IT-Demand-Management" der VERBUND Sales GmbH beschäftigte sich im ZIS – Zentrum für Inklusion und Sonderpädagogik mit der Schulhofgestaltung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
  • Der Bereich "Portfolio-Management" der VERBUND Trading GmbH (VTR) gestaltete für den Therapiehof Regenbogental den Erlebnispädagogischen Weg neu.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VTR kochten in der "Gruft" Essen für Obdachlose und sozial Schwache.

Unter Anleitung von Profis wurden in allen Fällen dringend benötigte Arbeiten erledigt. Insgesamt waren diese Tage für alle Beteiligten der Teams ein unvergessliches Erlebnis und eine große Bereicherung.

Flüchtlingshilfe

VERBUND hat 2015 dem Innenministerium Grundstücke für Flüchtlingscontainer angeboten sowie den Partnern Caritas und Diakonie Wohnräumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Am Standort Westbahnhof nutzen derzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Hilfsorganisationen kostenlos Büroräume als Rückzugsmöglichkeit und um freiwillige Helferinnen und Helfer zu schulen. Für die Ausbildung von jungen anerkannten Flüchtlingen wurden mehrere Lehrstellen im Konzern angeboten. Die Unterstützung im Rahmen der VERBUND-Flüchtlingshilfe wird auch 2016 fortgesetzt.

Bezüglich weiterer Informationen sowie weiterer Angaben zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftlicher Verantwortung verweisen wir auf den integrierten Konzerngeschäftsbericht 2015.

Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten

Chancen- und Risikomanagement

Seit dem Geschäftsjahr 2000 ist das Chancen- und Risikomanagement integraler Bestandteil des umfassenden Steuerungskonzepts von VERBUND. Heute werden sämtliche wesentlichen Managemententscheidungen auch aus einer "Risk-Return-Sicht" diskutiert und getroffen. Damit durchdringt dieser Ansatz das strategische Management, das Projektmanagement sowie die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit. Der Wirtschaftsprüfer vergleicht die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements von VERBUND regelmäßig mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000:2009 ohne Beanstandungen.

Zweck des Chancen- und Risikomanagements

Mit dem Chancen- und Risikomanagement wollen wir das langfristige Bestehen von VERBUND absichern. Dazu werden folgende Aktivitäten gesetzt:

  • Berichterstattung über steuerungsrelevante Chancen- und Risikoinformationen
  • Analyse, Modellierung und Bewertung von externen und internen Entwicklungen
  • Bereitstellung von Foren zur Diskussion von bzw. Entscheidung über Chancen und Risiken

Organe des Chancen- und Risikomanagements

Das Chancen- und Risikomanagement bildet die Klammer über folgende, dem Risikomanagement nahestehende Funktionen von VERBUND: Internes Kontrollsystem, Compliance-Management, interne Revision, Informationssicherheit und Datenschutz sowie gesonderte Risikoorganisationen in den Bereichen Netz, Handel und Finanzen. Im Lagebericht ist zwingend eine Beschreibung des internen Kontrollsystems zu geben (siehe dazu Kapitel "Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem"). Die Beschreibung der sonstigen angesprochenen Bereiche findet sich im Corporate Governance Bericht. Die VERBUND-Tochter APG wurde 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber zertifiziert und verfügt seither über eine eigenständige Risikoorganisation.

Der Chief Risk Officer (CRO) steuert das Chancen- und Risikomanagement von VERBUND.Er ist im Bereich Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement im Konzern angesiedelt und mit fachlicher Weisungsbefugnis ausgestattet. Ebenso steuern Chief Officer die Themen Compliance (Chief Compliance Officer, CCO) sowie interne Revision (Chief Audit Officer, CAO). Die Bereiche Handel und Finanzierung verfügen über eigene, operative Risikomanagementeinheiten. Die Risiken des laufenden Geschäfts werden durch Risk Management Committees (RMCs) gemanagt. Risiken aus dem Bereich Informationssicherheit und Datenschutz werden zusätzlich durch einen Chief Information Security Officer (CISO) überwacht. Die RMCs beschäftigen sich unter der Leitung des CRO mit den inhaltlichen Schwerpunkten Energie-, Betriebs- und Finanzwirtschaft, regulatorische Rahmenbedingungen sowie Informationssicherheit und Datenschutz. Quartalsweise bzw. im Anlassfall werden risikospezifische Fragen mit operativ betroffenen Einheiten erörtert und Entscheidungen getroffen.

Zur Bewältigung außerordentlicher Ereignisse hat VERBUND ein Konzern-Krisenmanagement etabliert. Dieses orientiert sich an den Strukturen des staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements. Dies erleichtert im Krisenfall die Zusammenarbeit mit Bundes- bzw. Blaulichtorganisationen.

Die geschulten Krisenstäbe von VERBUND üben die Bewältigung konkreter Bedrohungsszenarien periodisch.

Das Management von Chancen und Risiken

Wir verstehen unter Chancen- und Risikomanagement die Steuerung der folgenden in regelmäßiger Abfolge durchlaufenen Prozesse: Risikoidentifikation, Analyse, Bewertung, Erhebung möglicher Ursachen für Abweichungen, Ableitung von Bewertungsvorschriften sowie die Beauftragung und Überwachung von Gegenmaßnahmen. Dieser Ablauf ist sowohl in die periodischen Planungs- und Berichtsprozesse als auch in die Entscheidungsprozesse betreffend Investitionen und Desinvestitionen integriert.

Das Chancen- und Risikomanagement von VERBUND orientiert sich an übergeordneten Zielen wie Wertsteigerung, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Für das laufende Geschäft fügt es sich nahtlos in das kennzahlenorientierte Steuerungskonzept auf IFRS-Basis ein. Grundsätzlich werden Risiken entweder aus dem Blickwinkel der Ursache oder der Auswirkung betrachtet. Die Kenntnis von Ursachen beim Identifizieren, Klassifizieren und Modellieren von Risiken steht im Vordergrund. Die Erhebung von Auswirkungen bzw. die Bewertung von Risiken erfolgt in einem nächsten Schritt, die Ableitung von Gegenmaßnahmen in einem übernächsten.

Die Risikoidentifikation stellt die systematische Suche nach "unbekannten Einflussfaktoren" auf das Geschäftsmodell dar. Ursachen für Risiken stammen aus nachfolgenden Gebieten der energiewirtschaftlichen Risikolandschaft. Die Gebiete werden durch einen strategischen Überbegriff repräsentiert und in Klammern durch eine maßgebende Ausprägung für die laufende Geschäftstätigkeit dargestellt:

    1. Umweltfaktoren: Regulierung (Gesetz, Verordnung), Klima (Wetter) und Sonstiges (Anschläge)
    1. Marktfaktoren: Marktteilnehmer (Kunden, Lieferanten), Bedarfsentwicklung, Technologie
    1. Interne Faktoren: Personalstrategie (Fluktuation), Anlagenstrategie (Verfügbarkeit),Strukturen und Prozesse (Compliance) sowie Vertragsmanagement (rechtlich & kommerziell)

Die Wirksamkeit der Risikoidentifikation von VERBUND betreffend Ansprüche seitens der Mitarbeiter, der Gesellschaft, der Umwelt oder der Geschäftspartner (Wettbewerb, Korruption) beruht im Wesentlichen auf einer transparenten Aufgabenzuordnung, einem strikten Terminkalender, einer sachgerechten Dokumentation möglicher Abweichungen sowie einer konsequenten Nachverfolgung der Themen.

Die Bewertung der Risikolage liefert als Ergebnis mögliche Abweichungen von Zielwerten. Wir bezeichnen negative Abweichungen als "Risiko im engeren Sinne", positive Abweichungen als "Chance". Statistische Bewertungsverfahren werden dort angewendet, wo eine Modellierung der Wirkungszusammenhänge praktisch unmöglich ist und aussagekräftige Zeitreihen vorliegen (z.B. im Bereich der Umweltrisiken mit der Entwicklung des Wasser- und Winddargebots; im Bereich der Marktrisiken mit der Entwicklung von Zinsen und Großhandelspreisen). In Bereichen, in denen dies nicht zutrifft, erfolgt die Bewertung mittels Expertenschätzung (z.B. beim Hochwasser, dem Ausgang laufender Rechtsverfahren, den ungeplanten Reparaturen). Bewertungsmodelle sind, soweit möglich, in den IFRS-Controlling-Prozess eingebunden (Stichwort Planungsunsicherheit). Darüber hinaus werden auch Einflussfaktoren, welche aufgrund geringer Eintrittswahrscheinlichkeit nicht im Geschäftsplan enthalten sind, berücksichtigt (Ereignisrisiken wie z.B. Hochwasser, strittige Rechtsverfahren usw.).

Das Risikoausmaß dient als wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Begründung von Gegenmaßnahmen. Existenzgefährdende Risiken sind zu vermeiden, bedrohliche Risiken zu überwälzen (Versicherung) und geschäftsspezifische Risiken zu tragen (managen). Das Risikoausmaß erklärt sich durch die Wahl der Bezugskennzahl (EBITDA, Konzernergebnis, Free Cashflow, Eigenkapital) sowie das betrachtete Konfidenzniveau. Betreffend die Bezugskennzahlen vermitteln im VERBUND-KonzernGeschäftsbericht-Anhang dargestellte Berichtstabellen ein Bild über realisierte absolute Ausmaße und Abweichungen. Betreffend Konfidenzniveau zeigt die Erfahrung, dass die Bandbreite einer mit hoher Sicherheit gegebenen Zusage regelmäßig um ein Vielfaches größer ist als eine Zusage mit geringer Sicherheit. Ein hohes Sicherheitsniveau berücksichtigt auch "niedrig-wahrscheinliche Ereignisse" (Jahrhundertereignisse) und umgekehrt.

Chancen und Risiken des VERBUND-Geschäftsmodells

Die Geschäftstätigkeit von VERBUND ist langfristig ausgelegt und bindet hohe Finanzmittel. Sie erfordert den Einsatz und die Verfügbarkeit technisch komplexer Anlagen und Betriebsabläufe. Zudem ist sie Thema der gesellschaftspolitischen Diskussion. Die VERBUND-Anlagen genügen höchsten umwelttechnischen Anforderungen. Ihrer Errichtung gehen regelmäßig lange Genehmigungsverfahren voraus. Die erfolgreiche Umsetzung von VERBUND-Projekten baut auf eine frühzeitige Einbindung der Anspruchsgruppen, die Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie ein effektives Projektmanagement. Der Betrieb und die Erhaltung dieser über lange Jahre genutzten Vermögenswerte erfordern hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für kapitalintensive Unternehmen ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Der mehrheitliche Eigentümer, die Republik Österreich, sowie das integrierte Geschäftsmodell von VERBUND (Erzeugung, Netz, Handel, Vertrieb, energienahe Lösungen) werden auch von Ratingagenturen als wesentliches stabilisierendes Element gewertet und sichern derart die gegenwärtige Bonitätseinstufung (Investmentgrade) ab.

Der Umbau des europäischen Energiesystems führt zur Verschlechterung der externen – also nicht direkt beeinflussbaren – Risikofaktoren aus den Bereichen Politik, Volkswirtschaft, Energiewirtschaft und Soziales. Der Verlust der Planungssicherheit zwingt Energieversorgungsunternehmen zur Anpassung der Geschäftsmodelle, verzögert bzw. verhindert Investitionsentscheidungen und verursacht hohe Wertanpassungen (d.h. sprunghafte Veränderungen bilanzierter Vermögenswerte bzw. Schulden). Wirtschaftskrise und fehlgeleitete Regulierung haben marktwirtschaftliche Regeln der Preisbildung außer Kraft gesetzt. Der Vorrang für Wind und Photovoltaik zur Netzeinspeisung hat die ehemalige Reihung nach variablen Produktionskosten außer Kraft gesetzt. Dies gilt gleichermaßen für die Unterscheidung zwischen Grundlast (Base) und Spitzenlast (Peak). Mit der Erweiterung des Geschäftsmodells um energienahe Dienstleistungen betritt VERBUND neue Risikogebiete. Diese unterliegen insbesondere auch informationstechnischen Schutzbestimmungen für Endkunden.

Als führender Stromerzeuger aus regenerativen Quellen ist VERBUND stark von der nicht beeinflussbaren Entwicklung des Wetters abhängig (Wasser und Wind). Die VERBUND-Speicherkraftwerke und teilweise auch Höchstspannungsleitungen befinden sich im hochalpinen Gebiet. Der Klimawandel kann langfristig sowohl das saisonale als auch das jährliche Wasser-/Winddargebot beeinflussen. Zusätzlich können sich geologische Rahmenbedingungen verändern (Permafrost). Naturereignisse wie Hochwasser, Sturm oder Lawinen können einen ungeplanten Ausfall von Anlagen zur Stromerzeugung oder -übertragung verursachen sowie Folgeschäden nach sich ziehen. Die Erzeugung aus Laufkraftwerken kann in nur sehr geringem Ausmaß gesteuert werden (Schwellbetrieb). Demgegenüber werden Speicherkraftwerke mit spezifischen Rückhaltezeiten pro Tag, Monat oder Jahr eingesetzt. Die Wirtschaftlichkeit der Pumpspeicher von VERBUND begründet sich durch die Flexibilität des über Jahrzehnte aufgebauten Gesamtsystems. Ertragschancen ergeben sich aus zusätzlichen Einsatzstunden zur Abdeckung kurzfristiger Bedarfe aufgrund der volatilen Erzeugung aus Wind und Photovoltaik: D.h. Energiemengen müssen zusätzlich erzeugt bzw. in Pumpspeichern "zwischengelagert" und Netze durch flexible Kraftwerksleistung stabilisiert werden. Diese flexiblen Ergebnisbeiträge hängen wesentlich von der Häufigkeit und dem absoluten Ausmaß kurzfristiger Preisschwankungen auf den Strommärkten ab, können den Verfall der Stromgroßhandelspreise jedoch nicht annähernd kompensieren.

Informations- und Kommunikationssysteme bilden das Rückgrat der Geschäftstätigkeit von VERBUND. Den steigenden Risiken aus dem Cyberbereich begegnet VERBUND mit vorbeugenden Informationssicherheitsstrategien, -prozessen und internen Richtlinien. Neben der internen Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen engagieren wir uns in gegenständlichen nationalen und internationalen Gremien (z.B. energy-CERT). Hohes Augenmerk legt VERBUND auf die Sicherheit der leittechnischen Systeme. Diese werden aus Sicherheitsgründen weitgehend unabhängig von administrativen Netzwerken betrieben. Der Schutz unserer Verwaltungsgebäude und der dezentralen Werke erfolgt durch bauliche Maßnahmen und elektronische Überwachungssysteme.

Leistungs- und Zahlungsausfälle unserer Geschäftspartner (Kontrahentenrisiko) minimieren wir durch effektives Finanzmanagement. Unter Wahrung des Vieraugenprinzips werden Kontrahentenlimits zentral gesteuert (Vergabe, Überwachung) und im Zuge der Geschäftsprozessabwicklung umgesetzt. Stabile Geldflüsse aus dem operativen Geschäft gewährleisten eine gesicherte Bedienung des Fremdkapitals. Darüber hinaus verfügt VERBUND über ausreichende Kreditlinien, mit denen sich liquide Mittel kurzfristig bereitstellen lassen.

Zur Abwicklung des Geschäfts hat VERBUND langfristige Verträge mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie Miteigentümern bzw. Mitbenutzern einzelner Kraftwerke abgeschlossen. Geänderte Rahmenbedingungen haben die Wirtschaftlichkeit einiger dieser Vereinbarungen beeinflusst. Die Anpassung von Verträgen erhöht das Risiko möglicher Gegenmaßnahmen seitens der Gegenparteien. In einem laufenden Projekt zur Effizienzsteigerung passt VERBUND seine Struktur an. Dies erfordert u.a. die Schließung von Standorten, die Kündigung von Abnahme- bzw. Lieferverträgen sowie auch die Umsetzung sozial verträglicher Personalprogramme. VERBUND bildet in Übereinstimmung mit den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) Rückstellungen für vertraglich vereinbarte Aufwendungen aus laufenden Reorganisationsprogrammen, für Pensionen und Abfertigungen sowie für den Zeitraum nach der Stilllegung von Erzeugungsanlagen (z.B. Kosten für den Abbruch). Weicht die aktuelle Situation von den Annahmen für die Bildung dieser Vorsorgen ab, kann dies zu Ergebnisschwankungen führen. Dem möglichen Schlagendwerden gegebener Sicherheiten wird laufend gegengesteuert. Dazu zählen auch mögliche Auswirkungen einer weiteren Änderung des Ratings der VERBUND AG auf die außerbücherlich geführte Cross-Border-Leasing-Transaktion.

Ausblick: Chancen und Risiken für 2016

Das geplante operative Ergebnis für 2016 kann durch Wertberichtigungen, das Mengen- und Preisrisiko der Eigenerzeugung sowie Ausfallsrisiken schwanken.

Das Finanzergebnis der VERBUND AG wird durch die Beiträge aus den Beteiligungen beeinflusst. Im Beteiligungsergebnis spiegeln sich folgende Faktoren wider: die operative Geschäftstätigkeit der Beteiligungen, geänderte energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen, Aufwendungen für Restrukturierung, die mögliche Wertminderung von Beteiligungsansätzen sowie das mögliche Schlagendwerden gegebener Haftungen und Garantien.

Das Finanzierungsergebnis schwankt aufgrund der Änderungen von Marktpreisen und Zinsniveaus.

Finanzinstrumente

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzbereich

Derivativgeschäfte dienen grundsätzlich ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.

Für das Jahr 2016 sind per 11.2.2016 keine Risiken zu erkennen, die für die VERBUND AG einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten.

Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

nach § 243a Abs. 2 UGB

Nach § 243a Abs. 2 UGB sind die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das Interne Kontrollsystem (IKS) von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Das Risikomanagementsystem wird im Kapitel "Chancen- und Risikomanagement" ausführlich erläutert.

Organisatorischer Rahmen

VERBUND trägt Verantwortung gegenüber zahlreichen Anspruchsgruppen und der Umwelt. Die Konzernführung handelt nach jenen im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzipien. Der Vorstand ist für die Einrichtung und Gestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems verantwortlich, dessen Wirksamkeit vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht wird.

Grundlagen des Internen Kontrollsystems

Der Rechnungslegungsprozess von VERBUND ist durch konzernweite Richtlinien und Vorgaben geregelt. In der praktischen Umsetzung sind die Durchführung, Kontrolle und Überwachung der Geschäftsvorgänge strukturell voneinander getrennt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass kein einzelner Mitarbeiter alle Prozessschritte eines Geschäftsfalles vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann.

Die Prüfung von Berechtigungen ist in die systemtechnische Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und Wirksamkeit dieser Kontrollen wird periodisch überprüft. Ausgehend von der Prozesslandkarte von VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert. Die Dokumentation der zeitlichen Abfolge der Kontrollen, der Ablaufdiagramme und der Prozesslandkarte erfolgt im regelmäßig aktualisierten Prozesshandbuch. Die Organisation von VERBUND passt sich fortlaufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an.

Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen

Die VERBUND-Quartals- und Jahresberichte vereinen Informationen aus Controlling, Finanz- und Risikomanagement. Alle Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstellungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung (Unbundling) des Netzbetriebs von Erzeugung, Handel und Vertrieb von vormals integrierten Energieversorgungsunternehmen. Die VERBUND-Tochter APG tritt seit 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber am Markt auf. Ein externer Gleichbehandlungsbeauftragter überwacht die Einhaltung der vertraglich fixierten Unbundling-Bestimmungen.

Periodische Überwachung

Die Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom VERBUND-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm ergänzt durch Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Im Jahr 2015 wurden, von den derzeit 28 seitens der Revision prüfbaren Gesellschaften, rund 50 % einem Audit unterzogen. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verfügt die APG seit März 2012 über eine eigene Revision.

Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49% des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51% des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von der unter Punkt 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte und Pflichten.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51% des Grundkapitals befinden sich verfassungsrechtlich verankert im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25% des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der Landes-Energieunternehmen WIENER STADTWERKE Holding AG und EVN AG. Mehr als 5% befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20% des Grundkapitals sind im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet. Die Regeln des ÖCGK betreffend Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden eingehalten (siehe dazu den VERBUND Corporate Governance Bericht 2015). Darüber hinaus bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung.
    1. Genehmigtes Kapital: Die außerordentliche Hauptversammlung vom 24.9.2010 ermächtigte den Vorstand gemäß § 169 AktG, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Ausgabebetrag, Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung sind mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen. Voraussetzung ist,

dass die Republik Österreich im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dass dadurch ihr Anteil aus der Beteiligung an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer solchen Kapitalerhöhung nicht unter 51% des Grundkapitals fällt. In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686,00 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung bestand die Ermächtigung des Vorstands, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686,00 € um bis zu 114.884.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde nicht Gebrauch gemacht.

Aktienrückerwerb: Die 66. ordentliche Hauptversammlung der VERBUND AG vom 17.4.2013 hat den Vorstand gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab 17.4.2013 sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben. Der Gegenwert darf dabei nicht mehr als 15% unter bzw. über dem durchschnittlichen Börsenkurs der letzten fünf Börsentage vor Erwerb der Aktien liegen. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen oder auf Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Von dieser Ermächtigung wurde nicht Gebrauch gemacht.

Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine andere Art der Veräußerung eigener Aktien als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufsrechts (umgekehrtes Bezugsrecht) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Schließlich wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen.

Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstands i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

    1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich.
    1. Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.

Der Corporate Governance Bericht ist auf unserer Website unter www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen abrufbar.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Ausblick

Die Lage der europäischen Wirtschaft dürfte sich 2016 laut Wirtschaftsexperten nur geringfügig besser entwickeln als im Vorjahr. Abwärtsrisiken für den Euroraum bestehen aufgrund einer weiteren Abschwächung des Wachstums in den Entwicklungs- und Schwellenländern und der damit verbundenen Nachfragerückgänge. Zudem halten geopolitische Spannungen (Ukraine, Syrien, Irak) die Unsicherheit im Euroraum hoch. Positive Wirtschaftsimpulse sollten jedoch von den niedrigen Rohölpreisen, dem schwächeren Euro-Dollar-Wechselkurs sowie der expansiven Geldpolitik der EZB ausgehen.

Gemäß der Prognose des IWF vom Jänner 2016 dürfte die Wirtschaft des Euroraums 2016 um 1,7% wachsen. Für Deutschland wird ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 1,7% vorhergesagt. Auch die österreichische Wirtschaft sollte 2016 an Kraft gewinnen und wieder so schnell wie jene des Euroraums expandieren (+1,7% laut WIFO-Prognose vom Dezember 2015).

Im Jahr 2016 dürften die von der wirtschaftlichen Entwicklung geprägten Primärenergiepreise auf niedrigem Niveau und die Stromnachfrage konjunkturbedingt schwach bleiben. Der Ausbau der geförderten Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energieträgern wird sich im aktuellen Geschäftsjahr fortsetzen. Dies und der nach wie vor nicht funktionierende CO2-Markt sind die Hauptgründe dafür, dass sich in den Terminmarktnotierungen die Erwartungen weiter fallender Strompreise widerspiegeln.

So notierten die Grundlastpreise für Stromlieferungen im Jahr 2016 im Durchschnitt des Jahres 2015 mit 31,0 €/MWh um 11,8% unter jenen des Vorjahres. Das Peak-Load-Produkt 2016 verbilligte sich 2015 gegenüber 2014 um 12,0% auf 39,0 €/MWh.

Unsere Prognosen für das Gesamtjahr 2016 berücksichtigen die nach wie vor angespannten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die starke Wasserkraftbasis unseres Unternehmens stellt jedoch in diesem schwierigen Marktumfeld einen absoluten Wettbewerbsvorteil in der Strombranche dar.

Investitionsplan 2016 bis 2018

Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2016 bis 2018 sieht 1.059 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 632 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 427 Mio. € auf Instandhaltungen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 383 Mio. €). Zudem investieren wir vor allem in die Fertigstellung von Wasserkraftwerken sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerksanlagen. Zu nennen sind hier insbesondere das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Österreich und das Laufwasserkraftwerk Töging in Deutschland. Die Investitionen betreffen unsere Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2016 planen wir insgesamt rund 290 Mio. € zu investieren – davon rund 144 Mio. € in Wachstum und rund 147 Mio. € in Instandhaltungen.

Dividendenpolitik

Für das Geschäftsjahr 2015 planen wir entsprechend unserer Dividendenpolitik eine Dividende von 0,35 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt 2015 somit 45,2 %. Auch für das Geschäftsjahr 2016 planen wir bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis eine Ausschüttungsquote von rund 50 %.

Ergebnisausblick 2016

Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasserkraft und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31.12.2015 haben wir entsprechend unserer Hedgingstrategie bereits rund 69% der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2016 kontrahiert. Der erzielte Preis liegt rund 3 €/MWh unter dem im Jahr 2015 erzielten Absatzpreis. Für die noch nicht abgesicherten Mengen planen wir mit den aktuellen Marktpreisen. Auf Basis der Vorschau zu Jahresbeginn erwartet die VERBUND AG für das Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von rund 222 Mio. €.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Bilanzstichtag am 31.12.2015 und der Freigabe zur Veröffentlichung am 11.2.2016 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Wien, am 11.2.2016 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig

Vorsitzender des Vorstands Vorsitzender-Stv. des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Jahresabschluss

Bilanz

Erläuterung
2014
2015
im Anhang
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
6.388,1
13.380,8
(1)
II. Sachanlagen
24.509,3
23.748,6
III. Finanzanlagen
(2)
5.785.741,5
5.045.038,8
5.816.638,8
5.082.168,2
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
112,8
154,2
(3)
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
128.465,3
99.074,0
(4)
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
(5)
10,7
18,6
128.588,8
99.246,8
C. Rechnungsabgrenzungsposten
(6)
366.162,3
355.542,0
6.311.390,0
5.536.956,9
Rückgriffsrechte
949.258,7
1.230.842,2
(7)
ab Rückhaftungen Cross Border Leasing
– 433.386,0
– 468.113,1
515.872,7
762.729,2
PASSIVA
in Tsd. €
Erläuterung
2014
2015
im Anhang
A. Eigenkapital
I. Grundkapital
347.415,7
347.415,7
(8)
II. Kapitalrücklagen
971.720,3
971.720,3
III. Gewinnrücklagen
(9)
848.731,1
870.882,4
IV. Bilanzgewinn (davon Gewinnvortrag
0,0 Tsd. €, Vorjahr 0,0 Tsd. €)
(10)
100.750,5
121.595,5
2.268.617,7
2.311.613,9
B. Unversteuerte Rücklagen
2.939,7
2.937,3
(11)
C. Rückstellungen
240.954,6
517.269,9
(12)
D. Verbindlichkeiten
3.797.861,7
2.704.263,6
(13)
E. Rechnungsabgrenzungsposten
1.016,4
872,2
(14)
6.311.390,0
5.536.956,9
Eventualverbindlichkeiten
949.258,7
1.230.842,2
(15)
ab Rückhaftungen Cross Border Leasing
– 433.386,0
– 468.113,1
515.872,7
762.729,2
AKTIVA in Tsd. €

Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €
Erläuterung
im Anhang
2014 2015
1. Umsatzerlöse (16) 1.618.333,0 407.371,5
2. Veränderung des Bestands an noch nicht
abrechenbaren Leistungen – 61,4 0,0
3. Sonstige betriebliche Erträge (17) 71.444,9 28.320,2
4. Betriebsleistung
(Zwischensumme aus Z. 1 bis 3)
1.689.716,5 435.691,7
5. Aufwendungen für Strom-/Gas-/Netz-/
Emissionszertifikatebezug und sonstige bezogene
Herstellungs- und Dienstleistungen
– 1.485.264,3 – 347.567,2
6. Personalaufwand (18) – 36.924,5 – 26.655,7
7. Abschreibungen (19) – 2.586,1 – 2.012,4
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (20) – 76.097,0 – 39.054,3
9. Betriebserfolg
(Zwischensumme aus Z. 4 bis 8)
88.844,6 20.402,0
10. Erträge aus Beteiligungen 498.294,8 352.241,6
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und
Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
74.625,9 65.962,6
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.161,4 10.065,6
13. Erträge aus dem Abgang von und der
Zuschreibung zu Finanzanlagen
26.139,4 9.431,6
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen – 481.905,4 – 291.900,1
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 174.032,8 – 126.813,4
16. Finanzergebnis
(Zwischensumme aus Z. 10 bis 15)
(21) – 19.716,7 18.987,8
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 69.127,9 39.389,8
18. Verschmelzungsdifferenzen 73.894,3 21.850,0
19. Steuern vom Einkommen (22) 182.766,4 82.504,6
20. Veränderung Reinvermögen aufgrund
Abspaltung – 46.631,7 0,0
21. Jahresüberschuss 279.156,9 143.744,4
22. Auflösung unversteuerter Rücklagen 32,6 2,4
23. Zuweisung zu Gewinnrücklagen – 178.439,0 – 22.151,3
24. Bilanzgewinn 100.750,5 121.595,5

Entwicklung des Anlagevermögens

Stand
1.1.2015
Verschmelzungs
zu-/abgang
Zugänge Abgänge Umbuchungen
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Gewerbliche Schutzrechte,
Strombezugsrechte,
Benützungsentgelte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
326.250,8
326.250,8
0,0
0,0
7.347,4
7.347,4
321,2
321,2
0,0
0,0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich
der Bauten auf fremdem Grund
a. mit Wohngebäuden 77,6 0,0 0,0 0,0 0,0
b. mit Betriebsgebäuden und
anderen Baulichkeiten
26.925,9 0,0 146,0 0,0 0,0
2. Elektrische Anlagen 5.311,9 0,0 74,8 109,5 0,0
3. Betriebs- und
Geschäftsausstattung
19.611,3 0,0 385,7 278,4 0,0
4. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
0,0
51.926,7
0,0
0,0
322,4
928,9
0,0
388,0
0,0
0,0
Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände
378.177,5 0,0 8.276,4 709,1 0,0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
3.322.895,5 61.057,4 6.880,0 2.746,2 0,0
2. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
2.450.951,5 – 45.000,0 10.000,0 699.878,4 0,0
3. Beteiligungen 353.737,5 0,0 1.275,0 68.840,0 0,0
4. Ausleihungen an Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht
220.666,7 0,0 0,0 175.666,7 0,0
5. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 20.175,9 5,4 46,9 11.356,1 0,0
6. Sonstige Ausleihungen 65.903,1
6.434.330,3
0,0
16.062,8
1.150,0
19.351,9
3.852,5
962.339,9
0,0
0,0
Anlagevermögen 6.812.507,8 16.062,8 27.628,3 963.049,0 0,0

Der Grundwert der Grundstücke beträgt zum 31.12.2015 3.340,7 Tsd. € (Vorjahr: 3.340,7 Tsd. €).

in Tsd. €
Planmäßige
Abschreibungen
2015
Zuschreibungen
2015
Restbuchwert
31.12.2014
Restbuchwert
31.12.2015
Kumulierte
Abschreibungen
Stand
31.12.2015
354,7 0,0 6.388,1 13.380,8 319.896,3 333.277,1
354,7 0,0 6.388,1 13.380,8 319.896,3 333.277,1
0,6 0,0 1,4 0,8 76,8 77,6
579,5 0,0 9.701,0 9.267,6 17.804,4 27.071,9
347,1 0,0 2.669,0 2.396,2 2.881,0 5.277,2
730,4 0,0 12.137,9 11.761,6 7.957,0 19.718,6
0,0 0,0 0,0 322,4 0,0 322,4
1.657,7 0,0 24.509,3 23.748,6 28.719,1 52.467,6
2.012,4 0,0 30.897,3 37.129,3 348.615,4 385.744,7
0,0 0,0 2.936.070,3 2.960.049,5 428.037,2 3.388.086,7
0,0 0,0 2.450.951,5 1.716.073,1 0,0 1.716.073,1
0,0 3.549,9 248.120,0 252.944,8 33.227,7 286.172,5
0,0 0,0 67.637,8 45.000,0 0,0 45.000,0
0,0 0,0 17.058,7 7.770,8 1.101,4 8.872,1
0,0 0,0 65.903,1 63.200,7 0,0 63.200,7
0,0 3.549,9 5.785.741,5 5.045.038,8 462.366,3 5.507.405,2
2.012,4 3.549,9 5.816.638,8 5.082.168,2 810.981,7 5.893.149,9

Entwicklung der unversteuerten Rücklagen

in Tsd. €
Stand
1.1.2015
Zuführung
Umbuchung
Auflösung
Abgang
Stand
31.12.2015
Bewertungsreserve aufgrund von
Sonderabschreibungen
1. Vorzeitige Abschreibung
gem. § 7a EStG 1988
1.1. Elektrische Anlagen 108,7 0,0 2,4 106,3
1.2. Betriebs- und
Geschäftsausstattung
82,6
191,3
0,0
0,0
0,0
2,4
82,6
188,9
2. Übertragung stiller Reserven
gem. § 12 EStG
2.1. Betriebs- und
Geschäftsausstattung
904,9 0,0 0,0 904,9
2.2. Anteile an verbundenen
Unternehmen
1.811,1 0,0 0,0 1.811,1
2.3. Wertpapiere 32,4 0,0 0,0 32,4
2.748,4 0,0 0,0 2.748,4
Unversteuerte Rücklagen 2.939,7 0,0 2,4 2.937,3

Fristigkeitenspiegel 2015

in Tsd. €
bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Restlaufzeit zum 31.12.2015
Summe
Ausleihungen
1. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen 76.871,9 859.567,9 779.633,3 1.716.073,1
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 0,0 45.000,0 0,0 45.000,0
3. Sonstige Ausleihungen 4.182,2 14.392,0 44.626,5 63.200,7
81.054,1 918.959,9 824.259,8 1.824.273,8
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 11.430,2 0,0 0,0 11.430,2
2. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
61.743,0 0,0 0,0 61.743,0
3. Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 9.316,1 0,0 0,0 9.316,1
4. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
16.584,7 0,0 0,0 16.584,7
99.074,0 0,0 0,0 99.074,0
Verbindlichkeiten
1. Anleihen 26.357,7 913.106,4 627.823,0 1.567.287,1
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
58.268,2 620.626,6 254.158,3 933.053,1
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 13.879,1 15,7 0,0 13.894,8
4. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 2.174,9 0,0 0,0 2.174,9
5. Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.255,1 0,0 0,0 2.255,1
6. Sonstige Verbindlichkeiten 9.473,3 28.332,1 147.793,2 185.598,6
112.408,4 1.562.080,8 1.029.774,5 2.704.263,6

Fristigkeitenspiegel 2014

in Tsd. €
bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Restlaufzeit zum 31.12.2014
Summe
Ausleihungen
1. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
688.908,4 890.899,6 871.143,5 2.450.951,5
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 0,0 45.000,0 0,0 45.000,0
3. Sonstige Ausleihungen 3.563,6 14.212,9 48.126,7 65.903,1
692.472,0 950.112,5 919.270,1 2.561.854,7
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
14.326,5 0,0 0,0 14.326,5
2. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
39.075,2 0,0 0,0 39.075,2
3. Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
52.037,1 0,0 0,0 52.037,1
4. Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
23.026,4 0,0 0,0 23.026,4
128.465,3 0,0 0,0 128.465,3
Verbindlichkeiten
1. Anleihen 597.609,5 878.010,8 828.273,8 2.303.894,1
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
203.825,5 631.433,6 296.263,5 1.131.522,7
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
13.975,3 0,0 0,0 13.975,3
4. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 150.262,2 0,0 0,0 150.262,2
5. Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 25,2 0,0 0,0 25,2
6. Sonstige Verbindlichkeiten 15.859,0 26.779,5 155.543,7 198.182,2
981.556,8 1.536.223,9 1.280.081,0 3.797.861,7

Anhang zum Jahresabschluss

Anhang – Erläuterungen

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Rundungshinweis

Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Der Katalog über die einheitlichen Abschreibungssätze bei VERBUND sieht im Wesentlichen folgende Abschreibungssätze vor: Anlagevermögen

Abschreibungssatz in % Nutzungsdauer in Jahren
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte an Telekomanlagen 10 10
Rechte an Softwareprodukten 25 4
Sonstige Rechte 5 20
Bauten
Wohn- und Geschäftsgebäude 2 bzw. 3 33,3 bzw. 50
Betriebsgebäude 3 33,3
Technische Anlagen und Maschinen
Maschinelle Anlagen 4 bzw. 5 20 bzw. 25
Elektrische Anlagen 5 20
Telekomanlagen 10 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 – 25 4 – 10

Bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen, die im Wirtschaftsjahr länger als sechs Monate genutzt werden, erfolgt die Abschreibung mit einer vollen Jahresrate, bei solchen, die kürzer als sechs Monate genutzt werden, mit einer halben Jahresrate.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und – soweit abnutzbar – entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten aktiviert. Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechts hinsichtlich Einbeziehung der sozialen Aufwendungen, Abfertigungen und betrieblichen Altersversorgung im Sinne des § 203 Abs. 3 UGB sowie die Aktivierung der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) wird verzichtet. Die geringwertigen Vermögensgegenstände gemäß § 226 Abs. 3 UGB werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Zeitwerten bewertet; Zuschreibungen werden nicht vorgenommen. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nennwert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen; Zuschreibungen werden nicht vorgenommen. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden als Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Auf das Bewertungswahlrecht hinsichtlich der Einbeziehung der sozialen Aufwendungen sowie der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 3 und 4 UGB) wird verzichtet.

Die Bewertung der nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren erfassten Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Falle erkennbarer Einzelrisiken ein niedrigerer Wert anzusetzen ist. Forderungen in Fremdwährungen sind mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. zum niedrigeren Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) des Bilanzstichtages (sofern nicht anderweitig kursgesichert) bewertet.

Auf Fremdwährung lautende Guthaben bei Kreditinstituten sind ebenso mit dem Devisenreferenzkurs der EZB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Soweit in Folgejahren Steuerentlastungen zu erwarten sind, wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, einen Abgrenzungsposten für latente Steuern auf der Aktivseite der Bilanz zu bilden, wobei die auf die Gruppenmitglieder entfallenden Steuerlatenzen entsprechend den Steuerumlagen beim laufenden Ergebnis in deren Bilanz ausgewiesen sind.

Dieser Abgrenzungsposten resultiert aus Unterschieden zwischen der Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, die einem bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, und umfassen jene Beträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig waren.

Die Rückstellungen für Abfertigungen sind unter Zugrundelegung der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode im vollen versicherungsmathematischen Ausmaß dotiert. Der Ansparzeitraum bei den Abfertigungsrückstellungen beträgt 25 Jahre. Für alle nach dem 31.12.2002 beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Entgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende Bestimmungen des EVU-Kollektivvertrags werden in den Rückstellungen für Abfertigungen berücksichtigt.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der APK Pensionskasse AG gegenüber. Die gemäß der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode ermittelte Rückstellung wird mit dem Pensionskassenvermögen saldiert ausgewiesen. Soweit diese leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch die APK Pensionskasse AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt.

Der Zinsaufwand wird, wie international üblich, im Finanzergebnis ausgewiesen.

Rechnungsabgrenzungsposten

Rückstellungen

Als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Den Berechnungen zum 31.12.2015 und 2014 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

in %
2014 2015
Zinssatz:
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 2,00 2,00 bzw. 2,25
Abfertigungen 2,00 2,00
Trend:
Pensionssteigerungen 2,25 2,25
Gehaltssteigerungen 2,25 2,25
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Altverträge 6,50 6,50
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Neuverträge 4,00 4,00
Fluktuation 0,00 – 4,00 0,00 – 4,00
Pensionsalter Frauen 56,5 – 65 J. 56,5 – 65 J.
Pensionsalter Männer 61,5 – 65 J. 61,5 – 65 J.
Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 2,00 2,00

Für die erwartete Rendite des Planvermögens wird derselbe Zinssatz herangezogen, der für die Berechnung der dazugehörigen Rückstellung verwendet wird. Die Abzinsungssätze werden sowohl entsprechend den Restlaufzeiten der Verpflichtungen als auch äquivalent zu dem darin enthaltenen Bestand (Aktive und Pensionisten) differenziert.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zum Devisenreferenzkurs der EZB des Bilanzstichtages – sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt – bewertet. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsanleihen und -krediten wurden zu dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der EZB bewertet, sofern dieser über dem Entstehungskurs lag. Das Ergebnis dieser Bewertung wird unter den entsprechenden Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geldbeschaffungskosten und Disagios wurden bis 1983 und in den Geschäftsjahren 1994 bis 1997 gemäß § 198 Abs. 7 UGB aktiviert und planmäßig getilgt.

Derivative Bei einzelnen externen Finanzierungen wurden zur Absicherung des Zahlungsstromes Zinsswaps
Finanzinstrumente (variabel auf fix) abgeschlossen. Für konzerninterne Absicherungen von Zahlungsströmen und Wert
ansätzen wurden ebenfalls einzelne Zinsswaps vereinbart (variabel auf fix).

Steuern vom Einkommen

Die VERBUND AG ist Gruppenträger im Sinne des § 9 Abs. 8 KStG 1988.

Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträge mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine Kürzung bzw. Erhöhung des Steueraufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers.

Bei nachträglichen Abweichungen werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern nur bei Wesentlichkeit angepasst.

II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

VERBUND Renewable Power GmbH Mit Verschmelzungsvertrag vom 24.11.2015 wurde die VERBUND Renewable Power GmbH auf die Muttergesellschaft VERBUND AG gemäß § 96 GmbH-Gesetz (GmbHG) in Verbindung mit § 220 ff AktG und gemäß Artikel I Umgründungssteuergesetz (UmgrStG) unter Inanspruchnahme der abgabenrechtlichen Begünstigungen des UmgrStG zum 30.9.2015 verschmolzen. Die übernehmende Gesellschaft VERBUND AG optierte dabei zur Buchwertfortführung gemäß § 202 Abs. 2 UGB. Die Buchwerte zum 30.9.2015 setzten sich wie folgt zusammen:

Reinvermögen in Tsd. €
30.9.2015
Anlagevermögen 18.755,4
Umlaufvermögen 61.678,4
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 79,3
Rückstellungen – 13.253,9
Verbindlichkeiten – 45.409,1
21.850,0

Von den angegebenen Buchwerten betrafen folgende Buchwerte die aufnehmende Gesellschaft:

Umlaufvermögen 33,6 Tsd. € und Verbindlichkeiten 45.119,4 Tsd. €. Dem standen Ausleihungen samt Zinsabgrenzungen und Verbindlichkeiten in selber Höhe bei der aufnehmenden Gesellschaft gegenüber. Der Beteiligungsansatz der VERBUND Renewable Power GmbH in der VERBUND AG betrug 0,0 €. Aus der Übernahme des Reinvermögens der VERBUND Renewable Power GmbH ergab sich somit ein Verschmelzungsgewinn von 21.850,0 Tsd. €.

Im Interesse einer klaren Darstellung werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Der Ausweis der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Form und Inhalt entsprechend den konzerneinheitlichen Erfordernissen von VERBUND vorgenommen.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag aufwiesen, wurden gemäß § 223 Abs. 7 UGB nicht angeführt. Die Postenbezeichnungen wurden gemäß § 223 Abs. 4 UGB auf die tatsächlichen Inhalte verkürzt bzw. erweitert, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses zweckmäßig erschien.

Werden im Vergleich zum Vorjahr Änderungen im Ausweis vorgenommen, so werden die Vorjahresbeträge gemäß § 223 Abs. 2 UGB angepasst oder in der entsprechenden Position gesondert erläutert.

Allgemeines

Gesellschaftsrechtliches

A. Anlagevermögen Erläuterungen

zu Aktiva

Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung des Anlagevermögens".

(1) I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Der Restbuchwert der von verbundenen Unternehmen erworbenen Benützungsrechte an Anlagen beträgt 1.145,8 Tsd. € (Vorjahr: 1.432,2 Tsd. €).

(2) III. Finanzanlagen

Die Angaben gemäß § 238 Z. 2 UGB sind in einer gesonderten Aufstellung "Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z. 2 UGB" dargestellt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens Diese bestehen überwiegend aus österreichischen Investmentfondsanteilen und Anleihen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind in Höhe von 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verpfändet. Die unterlassenen Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 3 UGB betragen 571,2 Tsd. € (Vorjahr: 2.029,6 Tsd. €).

B. Umlaufvermögen

(3) I. Vorräte in Tsd. €
2014 2015
Handelswaren 112,8 154,2
112,8 154,2

(4) II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 594,1 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 61.743,0 Tsd. € (Vorjahr: 15.342,7 Tsd. €) sonstige Forderungen. In den Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen 9.200,9 Tsd. € (Vorjahr: 2.315,0 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 115,2 Tsd. € (Vorjahr: 44.375,6 Tsd. €) sonstige Forderungen.

in Tsd. €
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 2014 2015
Zinsabgrenzungen und Provisionen aus Anleihen und Darlehen 474,4 469,5
Finanzämter 22.492,5 16.048,1
Personalverrechnung 8,9 4,8
Geleistete Anzahlungen 18,3 2,9
Sonstige
32,3
59,5
23.026,4 16.584,7

(5) III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten in Tsd. €

2014 2015
Kassenbestand 7,1 16,1
Guthaben bei Kreditinstituten 3,7 2,5
10,7 18,6
(6) C. Rechnungsabgrenzungsposten in Tsd. €
2014 2015
Strombezugsakontierungen 27.656,7 25.719,1
Aktive Steuerlatenz 280.579,3 274.179,2
Disagio, Begebungskosten und Kursdifferenzen bei Anleihen und
langfristigen Krediten 9.314,7 8.388,1
Sonstige 48.611,7 47.255,6
366.162,3 355.542,0

Die aktive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerlichen Ergebnissen bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 25% zugrunde gelegt.

(7) Rückgriffsrechte

Die Rückgriffsrechte betragen insgesamt 1.230.842,2 Tsd. € (Vorjahr: 949.258,7 Tsd. €). Neben den Rückgriffsrechten gegenüber Konzernunternehmen bestehen vorwiegend Rückgriffsrechte gegenüber Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften aus den bei der VERBUND Hydro Power GmbH abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von 468.113,1 Tsd. € (Vorjahr: 433.386,0 Tsd. €). Siehe auch Erläuterungen (15), Eventualverbindlichkeiten.

A. Eigenkapital

(8) I. Grundkapital

Zum Bilanzstichtag befinden sich 347.415.686 Aktien im Umlauf.

Zusammensetzung Stück Anteil
Inhaberaktien Kategorie A 170.233.686 49%
Namensaktien Kategorie B 177.182.000 51%

beurkundet durch Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich

(hinterlegt beim Bundesministerium für Finanzen)

347.415.686 100 %

Genehmigtes Kapital: Die außerordentliche Hauptversammlung vom 24.9.2010 ermächtigte den Vorstand gemäß § 169 AktG, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Ausgabebetrag, Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung sind mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen. Voraussetzung ist, dass die Republik Österreich im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dass dadurch

Erläuterungen zu Passiva

ihr Anteil aus der Beteiligung an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer solchen Kapitalerhöhung nicht unter 51% des Grundkapitals fällt. In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686,00 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung bestand die Ermächtigung des Vorstands, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686,00 € um bis zu 114.884.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde nicht Gebrauch gemacht.

(9) III. Gewinnrücklagen in Tsd. €
2014 2015
Gesetzliche Rücklage 19.884,0 19.884,0
Freie Rücklagen 828.847,1 850.998,4
848.731,1 870.882,4

Die gebundenen Kapitalrücklagen und die gesetzliche Gewinnrücklage ergeben in Summe 991.604,3 Tsd. €, das sind mehr als 10% des Grundkapitals.

(10) IV. Bilanzgewinn in Tsd. €
Zum 31.12.2014 100.750,5
Ausschüttung – 100.750,5
Gewinnvortrag 0,0
Jahresüberschuss 143.744,4
Rücklagenveränderungen – 22.148,9
Zum 31.12.2015 121.595,5

(11) B. Unversteuerte Rücklagen

Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung der unversteuerten Rücklagen".

Die Veränderung unversteuerter Rücklagen in der Unternehmensgruppe (i.S.d. § 9 Abs. 8 KStG) führte zu einer Steuerbelastung in Höhe von 1.299,8 Tsd. € (Vorjahr: 1.491,4 Tsd. €).

(12) C. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Abfertigungen in Tsd. €
2014 2015
Deckungskapital aufgrund versicherungsmathematischer Berechnung 10.053,1 9.375,7
Versteuerter Teil der Rückstellungen 10.053,1 9.375,7

Im Jahr 2002 wurde die Rückstellung gemäß § 14 EStG auf eine als versteuert geltende Rücklage steuerfrei übertragen (§ 124b Z. 68 EStG).

2. Rückstellungen für Pensionen in Tsd. €
2014 2015
Pensionsrückstellung 37.110,3 33.423,8
davon pensionsähnliche Verpflichtungen 6.908,6 6.154,4
3. Steuerrückstellungen in Tsd. €
2014 2015
Sonstige Steuerrückstellungen 579,1 573,3
579,1 573,3
4. Sonstige Rückstellungen in Tsd. €
2014 2015
Noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen 3.267,0 4.091,3
Strom-/Netzbezug 1.919,6 0,0
Sonstige 178.559,1 460.444,2
183.745,8 464.535,5

In den Rückstellungen betreffen 460.444,2 Tsd. € (Vorjahr: 178.559,1 Tsd. €) verbundene Unternehmen aufgrund der Ausstattungsverpflichtung der VERBUND AG im Zusammenhang mit der Abwicklung der Liquidation der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu.

in Tsd. €
Sonstige personalbezogene Rückstellungen 2014 2015
Prämien 3.934,9 3.686,6
Nicht konsumierte Urlaube 3.252,3 3.206,8
Urlaubszuschüsse 798,1 746,7
Vorpensionen 965,4 644,7
Sterbegeld 0,0 529,1
Zeitguthaben 167,7 135,9
Sonstige 348,0 411,9
9.466,3 9.361,6

(13) D. Verbindlichkeiten

Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 149.250,1 Tsd. €) Finanzverbindlichkeiten sowie 87,3 Tsd. € (Vorjahr: 7,0 Tsd. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

in Tsd. €
Sonstige Verbindlichkeiten 2014 2015
Langfristige Stromlieferverpflichtung 180.399,7 176.125,3
Im Rahmen der sozialen Sicherheit 323,3 304,3
Personalverrechnung 1.038,0 149,1
Aus Steuern 5.182,7 0,0
Sonstige 11.238,5 9.019,8
198.182,2 185.598,6
(14) E. Rechnungsabgrenzungsposten in Tsd. €
2014 2015
Baukostenbeiträge 771,8 736,7
Aus dem Stromgeschäft 0,0 135,5
Sonstige Garantieentgelte 189,5 0,0
Sonstige 55,0 0,0
1.016,4 872,2

(15) Eventualverbindlichkeiten

Bei den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Patronatserklärungen und Haftungen für Tochtergesellschaften im Rahmen der zentralen Finanzierung durch die VERBUND AG sowie um sonstige Haftungsübernahmen exklusive der Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von insgesamt 297.290,8 Tsd. € (Vorjahr: 101.897,3 Tsd. €). Von diesen betreffen 294.770,8 Tsd. € (Vorjahr: 51.565,1 Tsd. €) verbundene Unternehmen und 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 50.332,2 Tsd. €) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

Die Tochtergesellschaft VERBUND Hydro Power GmbH (vorm. VERBUND Hydro Power AG) hat in den Geschäftsjahren 1999 bis 2001 mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Die in der Bilanz der VERBUND Hydro Power GmbH ausgewiesenen Werte notieren zur Gänze in USD. Mit Ausnahme einer Transaktion war schon ursprünglich eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren oder durch Ausleihungen an Finanzinstitutionen gegeben. Nunmehr liegen nur mehr geschlossene Positionen vor.

Beginnend im Jahr 2009 und in der Berichtsperiode 2010 wurden, auch im Zuge der Finanzmarktkrise, rund 85% des ursprünglichen Volumens der Transaktionen wieder aufgelöst. Die letzte noch verbleibende Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Die Auflösung der Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten getilgt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans sowie die entsprechenden Veranlagungen aber von der VERBUND Hydro Power GmbH fortgeführt werden.

Die VERBUND AG hat im Zusammenhang mit diesen Cross-Border-Leasing-Transaktionen Garantieerklärungen für die VERBUND Hydro Power GmbH abgegeben, welche im Wesentlichen für die nicht aufgelöste Transaktion sowie für die an VERBUND Hydro Power GmbH übertragenen Verbindlichkeiten weiterhin in Höhe von insgesamt 933.551,4 Tsd. € (Vorjahr: 847.361,5 Tsd. €) bestehen. Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 468.113,1 Tsd. € (Vorjahr: 433.386,0 Tsd. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftung) gesichert. Diese Rückhaftungen sind unter den gesamten Rückgriffsrechten (siehe Erläuterung 7) ausgewiesen. Als Eventualverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen nach Abzug dieser Rückhaftungen verbleiben somit insgesamt 465.438,3 Tsd. € (Vorjahr: 413.975,5 Tsd. €).

In den Verträgen mit den Kreditgebern bzw. mit dem Eigenkapitalinvestor sind für den Garanten Mindestratings vorgesehen. Aufgrund der im Jahr 2014 erfolgten Bonitätsherabstufung der VERBUND AG durch S&P ist bei der VERBUND Hydro Power GmbH ein sogenannter Head Lease Filing Trigger (grundbücherliche Eintragung des Bestandsrechtes aus den Leasingverträgen) gegenüber kreditgewährenden Finanzinstituten schlagend geworden. Als Alternative zur grundbücherlichen Eintragung wurden noch im Jahr 2014 Verhandlungen über eine Risikoabgeltung (Waiver) durch Bezahlung einer einmaligen Gebühr aufgenommen, welche in der Berichtsperiode erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Bei einer weiteren Ratingverschlechterung der VERBUND AG wird der Head Lease Filing Trigger auch gegenüber dem Eigenkapitalinvestor wirksam.

Die Ratings der Vertragspartner bzw. das Rating der VERBUND AG lagen zum 31.12.2015 mit Ausnahme des oben beschriebenen Sachverhalts über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für die VERBUND AG bzw. die VERBUND Hydro Power GmbH besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungen auszutauschen.

Im Zuge der Umstrukturierungen des Telekombereichs bei VERBUND wurden Haftungen gegenüber der ehemaligen tele.ring Telekom Service GmbH und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft übernommen.

(16) 1. Umsatzerlöse in Tsd. €
2014 2015
Erlöse aus Stromlieferungen
Inland1 Energieversorgungsunternehmen 729.136,8 52.370,1
Industrie- und Endkunden 194.965,3 207.136,7
Sonstige Kunden 57.450,5 111.121,9
981.552,6 370.628,7
EU Energieversorgungsunternehmen 75.717,5 0,0
Industrie- und Endkunden 2.286,6 0,0
Sonstige Kunden 513.271,1 21.408,4
591.275,2 21.408,4
Drittländer Sonstige Kunden 4.577,3 0,0
4.577,3 0,0
1.577.405,1 392.037,1
Netztarifverrechnung; Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 2.948,2 3.127,9
Sonstige Erlöse (inkl. Emissionszertifikate und Gashandel) 37.979,7 12.206,5
1.618.333,0 407.371,5

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 davon aus weiterverrechneten Netzgebühren 124.498,4 Tsd. € (Vorjahr: 114.188,6 Tsd. €)

(17) 3. Sonstige betriebliche Erträge in Tsd. €
2014 2015
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 6.411,8 2,2
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 8.268,8 177,4
c) Übrige 56.764,3 28.140,5
71.444,9 28.320,2
(18) 6. Personalaufwand in Tsd. €
2014 2015
a) Gehälter 23.461,8 22.705,2
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
Abfertigungszahlungen 724,8 2.127,8
Beitragszahlungen Mitarbeitervorsorgekasse 203,6 183,5
Veränderung der Abfertigungsrückstellung 61,8 – 968,7
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern – 127,4 – 205,7
862,8 1.136,8
c) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorpensionen und Pensionszahlungen 3.032,2 2.519,1
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche
Verpflichtungen
4.560,6 – 4.465,9
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern – 108,6 41,8
Veränderung der Rückstellungen für Vorpensionen – 656,2 – 352,1
Pensionskassenbeiträge (einschließlich Nachschussverpflichtung) 1.059,3 1.008,6
7.887,3 – 1.248,6
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
4.445,0 3.822,3
e) Sonstige Sozialaufwendungen 267,6 240,0
36.924,5 26.655,7
(19) 7. Abschreibungen
2014 in Tsd. €
2015
a) Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 2.512,6 1.962,9
Sofortabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände
gemäß § 13 EStG
73,5 49,5
2.586,1 2.012,4
(20) 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen in Tsd. €
2014 2015
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen 111,4 184,6
b) Übrige
Werbungs- und Markterschließungskosten 13.014,4 11.139,2
Übriger Verwaltungsaufwand für Administration 5.998,1 5.510,5
Betriebskosten für Baulichkeiten, Mieten und Leasing 30.116,4 4.927,3
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 9.106,3 3.838,2
IT-Support, EDV 3.735,7 2.554,2
Mitgliedsbeiträge 1.733,0 1.611,9
Telekomleistungen, Datendienste 1.206,7 592,0
Aus- und Weiterbildung 411,3 431,6
Aushilfsarbeiten und Personalabstellungen 343,8 273,2
Kostenerstattung für Dienstleistungen 2.222,3 116,4
Sonstige 8.097,6 7.875,3
75.985,6 38.869,7
76.097,0 39.054,3
(21) 16. Finanzergebnis 2014 in Tsd. €
2015
Erträge aus Beteiligungen
aus verbundenen Unternehmen 480.292,2 334.383,9
davon aus Gewinngemeinschaften 112.009,0 72.290,2
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
aus verbundenen Unternehmen 70.139,8 62.370,8
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
aus verbundenen Unternehmen 5.650,3 2.293,7
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 8.009,6 4.291,9
Aufwendungen aus Finanzanlagen
aus verbundenen Unternehmen 308.587,0 288.037,6
davon aus Gewinngemeinschaften 79.514,6 3.319,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon Zinsenkomponente für langfristige Personalrückstellungen 1.410,2 917,6
aus verbundenen Unternehmen 400,0 293,7
(22) 19. Steuern vom Einkommen in Tsd. €
2014 2015
Steuern vom Einkommen der Unternehmensgruppe 51.894,2 13,0
davon an Gruppenmitglieder weiterbelastet – 101.755,4 – 88.817,5
Nachträge/Gutschriften aus Vorperioden 3.360,1 – 179,5
Latente Steuern – 136.265,2 6.479,4
– 182.766,4 – 82.504,6

III. Sonstige Angaben

1. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

in Tsd. €
Wesentliche Posten: Gesamtverpflichtung 2016 2016 – 2020
Miet- und Leasingverträge, Versicherungen 1 4.115,7 13.069,2
Bestellobligo 5.632,0 5.171,2 5.632,0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1 9,5 47,5

Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht ermittelbar.

Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, wonach die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferverträge, wonach die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Energie an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Gemäß einem Stromliefervertrag ist die Innwerk AG verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der VERBUND AG zu den um den vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern.

Mit der VERBUND Services GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen in den Bereichen Informatik, Versicherung, Beschaffung, Finanzbuchhaltung, Personalverrechnung, Telekommunikation sowie administrative Services.

Mit der VERBUND Finanzierungsservice GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen bezüglich Zahlungsverkehrsabwicklung und Cash-Management.

Im Bereich Stromvertrieb und -handel bestehen Auftragsverträge mit der VERBUND Trading GmbH und der VERBUND Sales GmbH.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Soweit diese Pensionsverpflichtungen durch die APK Pensionskasse AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers. Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der APK Pensionskasse AG zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 170,9 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) gemeldet.

Zum Bilanzstichtag hatte ein Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür waren eine 20-jährige Tätigkeit bei VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

Es bestehen offene Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich in Höhe von 5.000,0 Tsd. € (Vorjahr: 6.880,0 Tsd. €).

Finanzbereich

Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten mit einem zum 31.12.2015 aushaftenden Nominalbetrag in Höhe von 384.562,5 Tsd. € (Vorjahr: 433.187,5 Tsd. €) bestehen Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen. Diese Zinssicherungsgeschäfte bilden eine Bewertungseinheit mit den zugrunde liegenden Krediten. Da eine dokumentierte Sicherungsstrategie und eine ausführliche Hedgedokumentation vorliegen sowie laufend Effektivitätsmessungen vorgenommen werden, kann eine gesonderte Bilanzierung einer Drohverlustrückstellung für negative Zeitwerte in Höhe von 23.756,0 Tsd. € (Vorjahr: 34.618,3 Tsd. €) unterbleiben. Die durch diese Sicherungsgeschäfte abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden elf Jahren (2016 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Zur Vermeidung von Schwankungen der künftigen Zins-Cashflows von an Konzernunternehmen gewährten Ausleihungen mit variabler Zinsvereinbarung in Höhe von insgesamt nominale 203.925,0 Tsd. € (Vorjahr: 236.660,0 Tsd. €) wurden Ende 2012 und im ersten Halbjahr 2013 mit Kreditinstituten Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Gleichzeitig wurden die aushaftenden Kreditverträge mit den an diesem Absicherungsgeschäft beteiligten Konzernunternehmen auf die mit dem jeweiligen Kreditinstitut vertraglich fixierte Fixzinskondition umgestellt. Da auch hier eine dokumentierte Sicherungsstrategie und eine ausführliche Hedgedokumentation vorliegen sowie laufend Effektivitätsmessungen vorgenommen werden, darf auf eine gesonderte Bilanzierung einer Drohverlustrückstellung für negative Zeitwerte verzichtet werden. Die Stichtagsbewertung dieser Geschäfte ergab zum 31.12.2015 einen negativen Zeitwert in Höhe von 10.035,2 Tsd. € (Vorjahr: 12.346,9 Tsd. €).

Durchschnitt 2014 2015
Angestellte 181 153
in Tsd. €
2014 2015
Vorstandsmitglieder, ausgeschiedene Vorstandsmitglieder und deren
Hinterbliebene 1.272,0 1.034,1
Andere Arbeitnehmer 7.478,0 – 1.145,9
8.750,1 – 111,8

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2015 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 213.975 € bezahlt (Vorjahr: 172.675 €).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur

2. Angaben zu Finanzinstrumenten

3. Personalstand

4. Aufwand für Abfertigungen und Pensionen

Anwendung. Im Geschäftsjahr 2015 sind 384.644 € (Vorjahr: 525.892 €) für Abfertigungen und Pensionen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütung nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen 107.826 € (Vorjahr: 362.082 €). Die Aufwendungen für Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen –1.141.911 € (Vorjahr: 909.953 €).

Die Angaben über die Organe der Gesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind vor dem Lagebericht angeführt. 5. Organe der Gesellschaft

Vergütung für den Vorstand in €
Name Fixe Bezüge Variable Bezüge1 Gesamt
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 805.882 381.175 1.187.057
Dr. Johann Sereinig 770.376 365.262 1.135.638
Dr. Peter F. Kollmann 763.232 217.125 980.357
Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner 571.992 162.887 734.879

1 Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahres, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an alle Vorstandsmitglieder im Jahr 2015 ausbezahlten variablen Bezüge des Geschäftsjahres 2014.

Die Bezüge der vier Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2015 insgesamt 4.143.855 € (Vorjahr: 3.810.420 €), darin enthalten 105.924 € (Vorjahr: 106.279 €) an Sachbezügen.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2014 betrug dieser Prozentsatz zwischen 30% und 50%. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte im Geschäftsjahr 2014 zu 50% auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 15% auf der Erreichung der Zielsetzungen im thermischen Bereich (Ausstieg aus Frankreich und Italien, Schließung von unrentablen thermischen Kraftwerken) und zu 35% auf mittelfristigen (zweijährigen, zum Teil qualitativen) Zielen, beispielsweise der Erreichung spezifischer Kostenziele in Verbindung mit dem Projekt "VERBUND 2015" sowie der Marktoffensive (z.B. die Steigerung des Marktanteils, neue Dienstleistungen und Produkte, die Erweiterung der B2B-Aktivitäten). Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

An die Leitungsorgane des Konzerns und deren Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats (inklusive Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 312.665 € (Vorjahr: 318.543 €).

Vergütungsschema für Aufsichtsratsmitglieder (gemäß Regel 51 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

in €
2014 2015
Vorsitzender 25.000 25.000
Vorsitzender-Stellvertreter (zwei) 15.000 15.000
Mitglieder 10.000 10.000
Sitzungsgeld 500 500

Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats analog Anwendung.

Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahestehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

Im Geschäftsjahr 2015 wurden keine nicht fremdüblichen Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahestehen, abgeschlossen. Es wurden Leistungen für verschiedene Konzerngesellschaften von VERBUND erbracht, diese Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt.

Die VERBUND AG ist das konsolidierungspflichtige Mutterunternehmen von VERBUND. Gemäß § 237 Z. 14 UGB nimmt die Gesellschaft die Befreiung der Angaben zu den Aufwendungen für den Abschlussprüfer in Anspruch.

Mit der VERBUND Finanzierungsservice GmbH, der VERBUND Services GmbH, der VERBUND Sales GmbH, der VERBUND Solutions GmbH und der VERBUND Trading GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge.

VERBUND hat die bereits bestehende Aufteilung in Geschäftsfelder (formales Unbundling) im Geschäftsjahr 1999 durch ein rechtliches Unbundling ergänzt, d.h. durch die weitere Errichtung von gesellschaftsrechtlich eigenständigen Unternehmen mit getrennten Geschäftsleitungen und Rechnungswesen. Geschäfte im Sinne des § 8 Abs. 3 ElWOG werden insbesondere mit folgenden Gesellschaften getätigt:

Stromlieferungen VERBUND Hydro Power GmbH, Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, Innwerk AG, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft, Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft, KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Stromhandel/-vertrieb VERBUND Trading GmbH, VERBUND Sales GmbH, VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH Telekommunikation VERBUND Services GmbH Dienstleistungen VERBUND Services GmbH Finanzierung VERBUND Finanzierungsservice GmbH

Personalabstellungen VERBUND Hydro Power GmbH, VERBUND Trading GmbH, VERBUND Services GmbH, VERBUND Sales GmbH

6. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

7. Konzernbeziehungen

8. Unbundling

9. Angaben gem. § 78 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

Ergebnis der Stromkennzeichnung Anteil 2015
kWh
Wasserkraft 100,0% 1.360.687.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren eigene Verwendung
abgegebenen Strommenge 100,0% 1.360.687.000

100% der für die Stromkennzeichnung verwendeten Herkunftsnachweise stammen aus Österreich.

Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge

eigene Verwendung abgegebene Strommenge 2015
Radioaktiver Abfall mg/kWh 0,0
CO2-Emissionen g/kWh 0,0

Wien, am 11.2.2016 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands

Dr. Johann Sereinig Vorsitzender-Stv. des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Mitglied des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands

Angaben zu den Beteiligungen

gemäß § 238 Z. 2 UGB

in Tsd. €
Sitz Kapitalanteil
in % per
31.12.2015
Letzter
Jahres
abschluss
(+)
(–)
Jahresüber
schuss/
-fehlbetrag
Eigenkapital1
Verbundene Unternehmen
konsolidiert2
Austrian Power Grid AG Wien 100,00 2015 + 41.626,7 368.015,2
Innwerk AG Landshut 100,00 2015 + 25.195,1 152.855,2
VERBUND Finanzierungsservice
GmbH
Wien 100,00 2015 + 49,6 218,1
VERBUND Photovoltaics
Ibérica, S.L.3
Madrid 100,00 2015 + 581,2 5.731,9
VERBUND Sales GmbH Wien 100,00 2015 + 5.377,9 10.351,9
VERBUND Services GmbH Wien 100,00 2015 + 7.826,9 5.659,7
VERBUND Solutions GmbH Wien 100,00 2015 3.319,0 9.915,0
VERBUND Thermal Power Neudorf ob
GmbH Wildon 100,00 2015 + 850,7 4.298,5
VERBUND Trading GmbH
VERBUND Wind Power
Wien 100,00 2015 + 59.047,2 100.000,0
Deutschland GmbH Wörrstadt 100,00 2015 + 0,0 25,0
VERBUND Thermal Power
GmbH & Co KG in Liqu.
Neudorf ob
Wildon
99,99 2015 281.885,1 – 460.444,2
CAS Regenerabile S.R.L.3, 4 Bukarest 99,90 2015 4.014,0 16.147,3
Alpha Wind S.R.L.3, 4 Bukarest 90,00 2015 15.012,6 13.233,2
Ventus Renew Romania SRL3, 4 Bukarest 90,00 2015 958,9 9.611,9
Windpark Dichtelbach GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 128,3 3.145,5
Windpark Dörrebach GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 37,0 3.200,0
Windpark Eichberg GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 93,3 4.582,2
Windpark Ellern GmbH & Co.
KG
Wörrstadt 95,00 2015 144,1 6.099,4
Windpark Hochfels GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 26,5 3.313,5
Windpark Rheinböllen GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 103,1 4.593,3
Windpark Schönborn GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 213,9 4.721,7
Windpark Seibersbach GmbH &
Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 + 82,2 4.783,9
Windpark Stetten I GmbH & Co.
KG
Wörrstadt 95,00 2015 63,5 4.314,6
Windpark Utschenwald GmbH
& Co. KG
Wörrstadt 95,00 2015 26,9 1.595,6
Infrastruktur Oberheimbach I
GmbH & Co. KG
Wörrstadt 81,00 2015 + 0,1 69,6
VERBUND Hydro Power GmbH Wien 80,54 2015 + 193.128,4 1.310.712,4
in Tsd. €
Sitz Kapitalanteil
in % per
31.12.2015
Letzter
Jahres
abschluss
(+)
(–)
Jahresüber
schuss/
-fehlbetrag
Eigenkapital1
VERBUND Innkraftwerke GmbH Töging 70,27 2015 + 13.149,9 306.232,1
Infrastrukturgesellschaft
Bischheim GmbH & Co. KG
Wörrstadt 61,26 2015 + 0,0 43,4
Donaukraftwerk Jochenstein
Aktiengesellschaft
Passau 50,00 2015 + 986,4 15.568,7
Grenzkraftwerke Gesellschaft
mit beschränkter Haftung
Simbach 50,00 2015 + 2.409,0 7.085,4
Österreichisch-Bayerische
Kraftwerke Aktiengesellschaft
Simbach 50,00 2015 + 3.220,3 58.159,3
Assoziierte Unternehmen
AQUANTO GmbH5 Unterföhring 50,00 2014 1.028,3 471,7
Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft6
Steyr 50,00 2015 + 407,7 14.644,8
KELAG-Kärntner Elektrizitäts
Aktiengesellschaft5
Klagenfurt 35,17 2014 + 75.436,6 705.264,3
PÖYRY Energy GmbH Wien 25,10 2014 494,4 11.499,3

Eigenkapitalbegriff entsprechend § 224 Abs. 3 lit. a UGB oder lokalem Recht // 2 Vollkonsolidierung gemäß §§ 253–261 UGB // 3 Jahresabschluss nach lokalem Recht // 4 Werte wurden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. // 5 Konsolidierung "at equity" gemäß §§ 263–264 UGB // 6 anteilsmäßige Konsolidierung gemäß §§ 250–258, 260 und 261 UGB

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der VERBUND AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2015 bis zum 31.12.2015 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31.12.2015, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31.12.2015 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der VERBUND AG zum 31.12.2015 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1.1.2015 bis zum 31.12.2015 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 11.2.2016 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer MMag. Dr. Klaus Bernhard Gröhs

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und

vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB

zu beachten.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand stellt den Antrag (gemäß § 96 Abs. 1 AktG), zulasten des verteilungsfähigen Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2015 auf die 347.415.686 Stückaktien eine Dividende von 0,35 € pro Aktie das sind in Summe 121.595.490,10 €, auszuschütten.

Stromkennzeichnungsdokumentation

Dokumentation gem. § 78 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

Ergebnis der Stromkennzeichnung Anteil 2015
kWh
Wasserkraft 100,0% 1.360.687.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren eigene Verwendung
abgegebenen Strommenge 100,0% 1.360.687.000

100% der für die Stromkennzeichnung verwendeten Herkunftsnachweise stammen aus Österreich.

2015
0,0
0,0

Prüfungsvermerk

Infolge kommen wir unserer Prüfungspflicht gemäß § 79 Abs. 6 ElWOG nach und haben die von der VERBUND AG, Wien, erstellte Dokumentation gem. § 78 ElWOG für das Geschäftsjahr 2015 geprüft.

Die für die Stromkennzeichnung verwendeten gesetzlichen Nachweise wurden von der VERBUND AG erbracht. Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind wir nicht auf Tatsachen gestoßen, die uns zu der Annahme veranlassen würden, dass die vorgelegte Dokumentation im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Wien, am 11.2.2016 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer MMag. Dr. Klaus Bernhard Gröhs

Glossar

Glossar

EBIT (Earnings before Interest and Tax)

Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse im Verhältnis zum Gesamtkapital.

FFO (Funds from Operations)

Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern.

Fiktive Schuldentilgungsdauer

Verhältnis der Schulden zum Mittelüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Gearing

Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse.

Nettogeldfluss

Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; wird üblicherweise gegliedert in Nettogeldflüsse aus der operativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.

Nettoumlaufvermögen

Kurzfristiges Vermögen (inkl. kurzfristiger Ausleihungen und kurzfristiger Rechnungs-abgrenzungsposten) abzüglich kurzfristiger Schulden (inkl. kurzfristiger Rechnungsabgrenzungen).

Nettoverschuldung

Zinsbelastetes Fremdkapital abzüglich liquider Mittel (inkl. Pos. Wertpapiere und Anteile des Umlaufvermögens), bereinigt um aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen (z.B. bei Cross-Border-Leasing-Geschäften).

RCF (Retained Cashflow)

Funds from Operations (FFO) abzüglich gezahlter Dividende.

ROCE (Return on Capital Employed)

Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) abzüglich darauf entfallender Steuern im Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital.

ROE (Return on Equity)

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse am Beginn des Geschäftsjahres.

ROI (Return on Investment)

Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern im Verhältnis zum Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres.

ROS (Return on Sales)

Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogener Zinsen) und Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

Teil 3 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

gemäß § 82 (4) Z 3 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, im März 2016 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Dr. Peter F. Kollmann Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

VERBUND-Konzernstruktur

per 31.12.2015

* ) in Liquidation

**) die Gesellschaft hat gegenüber ihren Gesellschafter(n) eine anteilige Verlustabdeckungsvereinbarung

100,00% Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH **) 100,00% Energji Ashta Shpk

100,00%

Lestin & Co. Tauch- und Bergungsunternehmen Gesellschaft m.b.H

Ergebnisabfuhrvertrag

100,00% VERBUND Wind Power Deutschland GmbH
61,26% Infrastrukturgesellschaft
Bischheim GmbH & Co KG
81,00% Infrastruktur Oberheimbach I
GmbH & Co KG
95,00% Windpark Dörrebach GmbH & Co KG
95,00% Windpark Utschenwald GmbH & Co KG
95,00% Windpark Seibersbach GmbH & Co KG
95,00% Windpark Stetten I GmbH & Co KG
95,00% Windpark Schönborn GmbH & Co KG
95,00% Windpark Rheinböllen GmbH & Co KG
95,00% Windpark Hochfels GmbH & Co KG
95,00% Windpark Dichtelbach GmbH & Co KG
95,00% Windpark Eichberg GmbH & Co KG
95,00% Windpark Ellern GmbH & Co KG

IMPRESSUM & OFFENLEGUNG

Herausgeber: VERBUND AG Am Hof 6a, 1010 Wien

Dieser Integrierte Geschäftsbericht wurde inhouse mit FIRE.sys produziert. Diagramm- und Tabellenkonzept: Roman Griesfelder, aspektum gmbh Kreativkonzept und Design: Brainds Konzept und Beratung: Grayling Übersetzung und Sprachendienst: ASI GmbH – Austria Sprachendienst International Produktion: Lindenau Productions GmbH

Kontakt: VERBUND AG

Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich Telefon: +43(0)50313-0 Fax: +43(0)50313-54191 E-Mail: [email protected] Homepage: www.verbund.com Firmenbuchnummer: FN 76023z Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien UID-Nr.: ATU14703908 DVR-Nr.: 0040771 Unternehmenssitz: Wien, Österreich

Investor Relations:

Andreas Wollein Telefon: +43(0)50313-52604 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation:

Beate McGinn Telefon: +43(0)50313-53702 E-Mail: [email protected]

Aktionärsstruktur:

– Republik Österreich (51,0 %) – Syndikat (> 25,0 %) bestehend aus EVN AG (deren Aktionäre sind: Niederösterreichische Landes-Beteiligungsholding GmbH, 51 %, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, 32,5 %) und Wiener Stadtwerke (deren Alleinaktionärin die Stadt Wien ist) – TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (> 5,0 %, deren Alleinaktionär das Land Tirol ist) – Streubesitz (< 20,0 %): Zu den Eigentümern der Aktien, die sich im Streubesitz befinden, sind uns keine näheren Daten bekannt.

Hinweis zu gesetzlichen bzw. satzungsmäßigen Stimmrechtsbeschränkungen:

Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.

Aufsichtsbehörde/Berufsverband:

E-Control GmbH/E-Control Kommission Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Wirtschaftskammer Österreich Oesterreichs Energie

Unternehmensgegenstand:

Der Unternehmensgegenstand liegt schwerpunktmäßig in Erzeugung, Transport, Handel und Vertrieb von elektrischer Energie und sonstiger Energieträger sowie im Anbieten und Durchführen von Energiedienstleistungen.

Vorstand:

Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender), Johann Sereinig (stv. Vorsitzender), Peter F. Kollmann, Günther Rabensteiner

Aufsichtsrat:

Gilbert Frizberg (Vorsitzender), Michael Süß (1. stv. Vorsitzender), Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (2. stv. Vorsitzende), Harald Kaszanits, Martin Krajcsir, Peter Layr, Werner Muhm, Susanne Riess, Jürgen Roth, Christa Wagner, Anton Aichinger, Ingeborg Oberreiner, Kurt Christof, Wolfgang Liebscher, Joachim Salamon

Besondere gesetzliche Grundlagen:

Österreichisches Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz mit den dazugehörigen Verordnungen und Ausführungsgesetzen. Die angeführten gesetzlichen Grundlagen können über das Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes unter www.ris.bka.gv.at abgerufen werden.

Gedruckt nach der Richtlinie "Druckerzeugnisse" des Österreichischen Umweltzeichens, Druckerei Hans Jentzsch & Co GmbH, UW-Nr. 790