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VERBUND AG — Annual Report 2011
Apr 3, 2012
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Annual Report
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ef|fi|ci|entia
Wirksamkeit, die darauf beruht, durch Schonung von Ressourcen bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
| Teil 1 – Konzern | 6 |
|---|---|
| Konzernlagebericht | 16 |
| Konzernabschluss | 93 |
| Teil 2 – Mutterunternehmen 232 | |
| Lagebericht 240 | |
| Jahresabschluss 270 | |
VERBUND Jahresfinanzbericht 2011 Teil 1
Fünf-Jahres-Vergleich
VERBUND-Konzern 2011, IFRS
| Einheit | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 3.865,4 | 3.307,9 | 3.483,1 | 3.744,7 | 3.038,3 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | Mio. € | 1.001,6 | 828,5 | 1.042,3 | 1.138,6 | 916,1 |
| EBITDA | Mio. € | 1.041,1 | 1.059,2 | 1.251,5 | 1.321,8 | 1.099,1 |
| Konzernergebnis | Mio. € | 352,6 | 400,8 | 644,4 | 686,6 | 579,2 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 11.859,3 | 11.291,0 | 10.345,2 | 8.293,8 | 7.339,8 |
| Eigenkapital | Mio. € | 4.929,4 | 4.372,4 | 3.409,7 | 3.128,1 | 2.674,6 |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | Mio. € | 4.035,7 | 4.233,9 | 4.788,9 | 2.753,2 | 2.119,5 |
| Zugänge zu Sachanlagevermögen | Mio. € | 581,4 | 635,7 | 471,9 | 440,3 | 249,4 |
| Cashflow aus operativer Tätigkeit | Mio. € | 829,9 | 778,2 | 968,0 | 934,2 | 807,6 |
| Free Cashflow | Mio. € | 43,6 | – 355,8 | – 1.075,7 | – 187,5 | 161,1 |
| EBITDA-Marge | % | 26,9 | 32,0 | 35,9 | 35,3 | 36,2 |
| Umsatzrentabilität (ROS; EBIT-Marge) | % | 25,9 | 25,0 | 29,9 | 30,4 | 30,2 |
| Return-on-Capital-Employed (ROCE) | % | 7,1 | 8,2 | 12,9 | 16,7 | 15,9 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | % | 9,9 | 12,9 | 22,4 | 27,3 | 26,8 |
| Eigenkapitalquote (bereinigt) | % | 43,0 | 39,9 | 34,3 | 41,3 | 39,6 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | % | 81,9 | 96,8 | 140,4 | 88,0 | 79,2 |
| Gross-Debt-Coverage (FFO) | % | 18,9 | 17,6 | 20,2 | 36,3 | 30,3 |
| Gross-Interest-Cover (FFO) 1 | X | 3,7 | 3,6 | 4,8 | 7,1 | 8,1 |
| Höchstkurs | € | 32,47 | 32,12 | 38,13 | 59,30 | 49,95 |
| Tiefstkurs | € | 17,91 | 24,24 | 23,73 | 29,74 | 31,21 |
| Letztkurs | € | 20,74 | 27,88 | 29,71 | 32,56 | 47,88 |
| Marktkapitalisierung | Mio. € | 7.203,7 | 9.685,9 | 9.156,6 | 10.035,0 | 14.756,6 |
| Ergebnis je Aktie 2 | € | 1,01 | 1,28 | 2,09 | 2,23 | 1,88 |
| Cashflow je Aktie 2, 3 | € | 2,39 | 2,49 | 3,14 | 3,03 | 2,62 |
| Buchwert je Aktie 3 | € | 12,44 | 11,62 | 10,12 | 9,30 | 7,00 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis (Ultimo) | X | 20,43 | 21,71 | 14,21 | 14,61 | 25,48 |
| Kurs-Cashflow-Verhältnis 2, 3 | X | 8,68 | 11,18 | 9,46 | 10,74 | 18,27 |
| Kurs-Buchwert-Verhältnis 3 | X | 1,67 | 2,40 | 2,94 | 3,50 | 6,84 |
| (Vorgeschlagene) Dividende je Aktie | € | 0,55 | 0,55 | 1,00 | 1,05 | 0,90 |
| Sonderdividende je Aktie | € | – | – | 0,25 | – | – |
| Dividendenrendite | % | 2,65 | 1,97 | 4,21 | 3,22 | 1,88 |
| Payout-Ratio | % | 54,19 | 47,67 | 59,79 | 47,13 | 47,89 |
| Entity-Value/EBITDA | X | 10,76 | 13,14 | 11,14 | 9,67 | 15,35 |
| Betriebswirtschaftlicher Personalstand | 3.045 | 3.015 | 2.820 | 2.541 | 2.441 | |
| Stromabsatz | GWh | 64.396 | 55.729 | 51.289 | 56.057 | 57.038 |
| Erzeugungskoeffizient | 0,89 | 0,99 | 1,06 | 1,01 | 0,97 |
1 Zinsaufwendungen ohne den Kommanditisten zurechenbare Ergebnisanteile // 2 Die durchschnittliche Aktienanzahl wurde zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie und des Cashflows je Aktie taggenau ermittelt. // 3 Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.
Bericht des Vorstands
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das vergangene Jahr hat der europäischen Energiewende eine neue Dynamik gegeben. Unter dem Einfluss von Faktoren wie Klimaschutz, Förderung neuer erneuer barer Energien, begrenzten fossilen Ressourcen und dem schrittweisen Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft hat sich das Umfeld für die gesamte Strombranche grundlegend gewandelt. Der sich daraus ergebende massive Ausbau erneuerbarer Energien in Europa bestätigt uns in unserer Strategie: Mehr als vier Fünftel des verbund-Stroms in Österreich stammen aus Wasserkraft, ergänzt durch Wärme- und Windkraft. Für eine sichere Stromversorgung ist CO2-arme Wärmekraft erforderlich, auch wenn deren Profitabilität derzeit aufgrund des geänderten Marktumfelds europaweit stark eingeschränkt ist. Um verbund in diesem volatilen und von Unsicherheit gekennzeichneten Umfeld optimal für die Zukunft zu rüsten, fokussieren wir weiterhin auf unsere Kernkompetenzen und einen effizienten Einsatz von Ressourcen. Damit schaffen wir eine starke Basis, um in den kommenden Jahren Marktopportunitäten zu nutzen und in unseren Kernmärkten zu wachsen.
Operatives Ergebnis gestiegen, Konzernergebnis gesunken Die Geschäftsentwicklung ist vor dem Hintergrund der schwierigen energiewirtschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zufriedenstellend. Die Umsatzerlöse stiegen um 16,9 % auf 3.865,4 Mio. €. Das operative Ergebnis stieg um 20,9 % auf 1.001,6 Mio. €. Der Erzeugungskoeffizient, die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken, lag 2011 mit einem Wert von 0,89 um 11 % unter dem langjährigen Mittel und um 10 %-Punkte unter dem Vorjahreswert. Die für das Geschäftsjahr 2011 maßgeblichen Strompreise (im Jahr 2010 gehandelte Forwardkontrakte "Year Base 2011") lagen mit durchschnittlich 49,9 €/MWh um 1,4 % über dem Vorjahresniveau. Die Spotmarktpreise (Base) stiegen 2011 durchschnittlich um 14,8 % auf 51,1 €/MWh. Die geänderten energiewirtschaftlichen Rahmen bedingungen hatten im Quartal 3/2011 zu Werthal tigkeitsprüfungen von verbund-Kraftwerken geführt, die sich saldiert mit einer Wertaufholung von 202,2 Mio. € im operativen Ergebnis niederschlugen. Das um die positiven Effekte aus den Werthaltigkeitsprüfungen bereinigte operative Ergebnis fiel trotz der außergewöhnlich schwachen Wasserführung nur geringfügig um 3,6 % auf 799,4 Mio. €. Das Konzernergebnis sank um 12,0 % auf 352,6 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren negative Effekte bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Auslandsbeteiligungen, insbesondere nicht cashwirksame Bewertungen von Fremdwährungsverbindlichkeiten bei den türkischen Gemeinschaftsunternehmen, sowie der erstmals ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzierende Gas-Liefervertrag für das Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre/Frankreich.
Fokus auf Wasserkraft verbund ist mit dem hohen Anteil erneuerbarer Energien gut für die Zukunft positioniert. Im Jahr 2011 setzten wir konsequent den Kurs auf Wasserkraft fort. Seit Oktober 2011 ist das Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II/Salzburg in Vollbetrieb und das Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II/Kärnten befindet sich in Errichtung. Diese beiden Projekte untermauern den Ansatz von verbund, mit seinen Pumpspeichern einen wichtigen Beitrag für den weiteren Ausbau der volatilen Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien zu leisten und damit die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus investieren wir in CO2-arme Wärmekraft sowie in Windkraft: Das hocheffiziente Gas-Kombikraftwerk Mellach/Steiermark steht kurz vor der kommerziellen Inbetriebnahme. Der erste Teil des rumänischen Windparks Casimcea wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 ans Netz gehen und in Österreich haben wir 2011 positive UVP-Bescheide für die niederösterreichischen Windparks Petronell II und Hollern II erhalten.
Konzentration auf Kernmärkte und Kernkompetenzen Das Geschäftsjahr 2011 war gekennzeichnet durch eine stärkere Fokussierung auf unsere Kernmärkte und Kernkompetenzen. Der Wachstumsmarkt Türkei entwickelt sich weiterhin gut und zeigt sich im Vergleich zu den europäischen Energiemärkten robust. Im Jahr 2011 gingen das Wasserkraftwerk Hacinoglu und der Windpark Canakkale in Betrieb. Bis 2015 sollen in der Türkei insgesamt rund 5.000 MW an Kraftwerkskapazitäten installiert sein. In Italien wird mit der für das Quartal 1/2012 planmäßig erwarteten Inbetriebnahme des Gas-Kombikraftwerks Aprilia das Ziel von rund 5.000 MW installierter Leistung und der Belieferung von mehr als einer halben Million Endkunden mit Gas und Strom nahezu erreicht. Die weitere Entwicklung der Beteiligung ist ein wichtiges strategisches Thema für 2012. In Frankreich, wo wir derzeit 100 % der Anteile an einem Gas-Kombikraftwerk in Betrieb und einem in Bau halten, wird die Restrukturierung fortgesetzt.
Position im Stromhandel und -vertrieb gestärkt Im Handel konnte verbund 2011 trotz des schwie rigen Marktumfelds durch den optimierten Kraftwerkseinsatz den Wert der Eigenerzeugung stabil halten. Zudem konnte verbund im Jahr 2011 die führende Rolle in der Vermarktung von umweltfreundlicher Stromerzeugung weiter ausbauen. Unter anderem erzielten wir große Vermarktungserfolge durch den Verkauf von Grünstrom, vor allem am deutschen Markt. Im Vertrieb ist es uns gelungen, rund ein Drittel der Eigenerzeugung an Endkunden abzusetzen und unsere Position als größter erneuerbarer Energie lieferant in Österreich zu festigen. Im Business- und Industriekundensegment ist verbund in Österreich und Deutschland seit Jahren innovativ und serviceorientiert positioniert, in Österreich beträgt der Marktanteil mittlerweile rund 24 %.
Führende Rolle als Netzbetreiber Die Netztochter Austrian Power Grid AG (APG) ist seit Anfang 2012 auch Regelzonenführer für Vorarlberg und damit für ganz Österreich. In dieser Funktion ist die APG für den physikalischen Ausgleich zwischen Stromaufbringung und Strombedarf in ganz Österreich verantwortlich. Durch die laufende Modernisierung und den Ausbau des österreichischen Hochspannungsnetzes, liefert die APG nicht nur die solide Infrastrukturbasis für die heimische Versorgungssicherheit, sondern ermöglicht auch die Realisierung der Energiewende sowie das Funktionieren eines integrierten europäischen Strommarktes.
Wegweisende Investitionen für die Zukunft Das profitable Wachstum und das starke Rating sind wesentliche Eckpfeiler unserer Geschäftspolitik. Im Jahr 2011 haben wir zahlreiche Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kapitalstruktur gesetzt. Bis 2016 wird verbund 2,4 Mrd. € in Projekte im Inund Ausland investieren, Schwerpunkte sind die Erweiterung der Wasserkraft sowie die Erhöhung der Sicherheit der österreichischen Stromversorgung. International liegt unser Fokus auf dem Ausbau der starken Marktstellung in der Türkei.
Dividende und Ausblick für 2012 In der Hauptversammlung am 12.4.2012 werden wir eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsrate für 2011 beträgt damit 54,19 %. Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten des makroökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfelds sowie der daraus resultierenden schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ist derzeit ein seriöser Ergebnisausblick für das Jahr 2012 nicht möglich. Die Dividendenpolitik orientiert sich an einer Auschüttungsquote von ca. 50 % des Konzernergebnisses.
Dipl-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dr. Günther Rabensteiner
Bericht des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2011 war verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Trotz der angespannten Marktverhältnisse und einer extrem schlechten Wasserführung gelang es verbund jedoch, durch Strukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen und seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums weiterzuverfolgen.
Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in 6 Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt mehr als 92 %. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten und in Fällen von Abwesenheit einzelner Mitglieder deren Meinung eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.
Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, über die Lage und die Strategie des Unternehmens einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat aufgrund der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.
Bestellung von zwei Vorstandsmitgliedern Zu den wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr gehörte die Bestellung von zwei Mitgliedern des Vorstands nach Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung. Nach dem Ausscheiden von Mag. Christian Kern im Jahr 2010 hat der Aufsichtsrat Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner mit Wirkung vom 1.4.2011 zum Mitglied des Vorstands der VERBUND AG bestellt. Weiters wurde die Bestellung von Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer verlängert. Gleichzeitig wurde vom Aufsichtsrat die Geschäftsverteilung für den Vorstand neu geregelt. Dr. Rabensteiner, der seit vielen Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen für den Konzern, zuletzt in der VERBUND Trading AG, tätig war, ist im Vorstand zuständig für Internationales, Wärmekraft und Neue Erneuerbare Energien/Windkraft.
Sonstige wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats sind neben der Genehmigung des Konzernbudgets insbesondere die Weiterentwicklung der Auslandsbeteiligungen, vor allem die Restrukturierung bei POWEO in Frankreich und das Investi tionsprogramm in der Türkei, und die Zustimmung zum Windprojekt in Casimcea/Rumänien hervorzuheben. Weitere wichtige Themen waren der Verkauf von Anteilen an der VERBUND Innkraftwerke GmbH, ein Effizienz-Steigerungsprogramm für Wasserkraftwerke und die Genehmigung von Kapitalaufnahmen bzw. Garantieübernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren.
Änderungen im Aufsichtsrat und seinem Präsidium In der ordentlichen Hauptversammlung am 13.4.2011 fand die Wahl von zwei neuen Aufsichtsratsmit gliedern statt, nachdem zwei bisherige Mitglieder ihre Funktion zurückgelegt hatten. Anstelle von Dr. Maximilian Eiselsberg und Dr. Burkhard Hofer wurden Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr und Dr. Gabriele Payr in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Belegschaftsvertretern gab es keine Änderung. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat.
Bei der Konstituierung des Aufsichtsrats wurde Dr. Gilbert Frizberg wieder zum Vorsitzenden gewählt, Dkfm. Peter Püspök wurde zu seinem ersten Stellvertreter und Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher zum zweiten Stellvertreter gewählt. In der Folge ergaben sich Änderungen in der Zusammensetzung der Ausschüsse.
Corporate-Governance-Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats Als führendes börsennotiertes Unternehmen hat sich verbund schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und hat im Jahr 2010 sein Commitment hinsichtlich der aktuellen Fassung des Kodex ausdrücklich erneuert. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen und begründeten Ab weichung vollständig eingehalten.
Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) führte der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrats, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten und als erfreulich zu bezeichnenden Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert.
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Berichtsjahr 6 Mal (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen und zur Genehmigung wesentlicher Vorhaben in Tochtergesellschaften). Der Prüfungsausschuss hielt ebenfalls 6 Sitzungen ab und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.
Entsprechend dem Corporate-Governance-Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im ab ge laufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet, die ihre in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben wahrnahmen.
Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem Corporate-Governance-Bericht (ab Seite 76) zu entnehmen.
Jahresabschluss, Konzernabschluss Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungs mäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln, und dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2011 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate-Governance-Bericht, der von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft und testiert wurde.
Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2011 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.
Wien, im Februar 2012
Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender des Aufsichsrats
Strategie und Märkte
Werte schaffen für die Zukunft
Wirtschaften bedeutet Werte schaffen. Diesem Grundsatz verpflichtet, reflektiert die VERBUND-Strategie ein klares Bekenntnis zur wertorientierten Unternehmensführung und zu einem stabilen Rating im "A"- Bereich. Unsere Investitions- und Akquisitionstätigkeit erfolgt nach wertorientierten und strategischen Kriterien.
Vier Märkte im Fokus
Den geografischen Schwerpunkt von VERBUND bilden 4 Kernmärkte: Österreich und Deutschland sowie die Türkei und Italien.
Der Heimmarkt Österreich hat für uns die größte Bedeutung. Die natürliche Ressource Wasser ist hier in einzigartigem Umfang vorhanden, was eine klimafreundliche und nachhaltige Form der Energiegewinnung ermöglicht.
Daneben ist Deutschland unser mit großem Abstand wichtigster Stromabsatzmarkt, in dem wir in den vergangenen Jahren eine exzellente Position in Vertrieb und Handel aufgebaut haben. Besonders hervorzuheben ist die Rolle von VERBUND als attraktiver Grünstromanbieter mit der Marke H2Ö im deutschen Markt.
Die Türkei ist ein attraktiver Wachstumsmarkt, in dem auch langfristig ein Anstieg der Stromnachfrage zu erwarten ist und großes energiewirtschaftliches Ausbaupotenzial besteht. Für unser Joint Venture Enerjisa Enerji Üretim A.S. mit der türkischen Sabanci-Gruppe ergeben sich dadurch aussichtsreiche Marktchancen. Zusammen verfolgen wir ambitionierte strategische Entwicklungsziele in den Bereichen Wasserkraft, neue erneuerbare Energien (Wind- und Solarkraft) und moderne Gaskraftwerke. Dafür bringen wir als 50-%-Partner seit 2007 neben unserer Finanzkraft auch unser jahrzehntelanges Strommarkt-Know-how ein.
In Italien hat unsere Beteiligung Sorgenia S.p.A. seit ihrer Gründung ihre Stellung am Markt durch Kraftwerksausbau und erfolgreiche Kundenakquisition kontinuierlich ausgebaut. Diese Aktivitäten werden auch künftig entsprechend den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen optimiert.
Kernkompetenz Wasserkraft
Unser Ziel ist die Positionierung von VERBUND als eines der führenden Wasserkraftunternehmen Europas. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ist eine Kernkompetenz und der entscheidende Teil unseres Erzeugungsportfolios. Deshalb werden wir auch in Zukunft in den weiteren Ausbau dieser umweltfreundlichen Form der Energiegewinnung investieren. Höchste Priorität haben dabei Investitionen in Wasserkraftprojekte in Österreich und Deutschland. Neben der Errichtung von kleinen bis mittelgroßen Laufkraftwerken liegt unser Fokus vor allem auf dem Ausbau von Pumpspeicher-Kraftwerken. Diese ermöglichen die "Speicherung" von Strom und sichern durch ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten die optimale Integration der stark wetterabhängigen neuen erneuerbaren Energien.
Gas- und Windkraft als Ergänzung
Eine Ergänzung bilden Investitionen in hochmoderne und CO2-arme Gas-Kombikraftwerke sowie Windkraftwerke, wodurch wir eine vielfältige, optimale und nachhaltige Erzeugungsstruktur erreichen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Ausgewogenheit des Gesamtportfolios bezogen auf Erzeugungskapazitäten und Zielländer, um ein optimales Verhältnis von Risiko und Ertrag zu erreichen.
Handel und Vertrieb weiter ausbauen
Ein zentrales Element in der Wertschöpfungskette von VERBUND stellt der internationale Stromhandel dar. Als Drehscheibe für die nationalen und internationalen Aktivitäten des Konzerns ist er für die bestmögliche Vermarktung der Eigenerzeugung, die Optimierung des täglichen Kraftwerkseinsatzes und den Zugang zu den Energiemärkten für unsere Kraftwerke und für den Endkundenvertrieb unverzichtbar. In 19 Ländern tätigen wir Börse- und OTC-Geschäfte und pflegen den Kontakt zu Weiterverteilern. In diesem Zusammenhang steigt die Bedeutung des Handels mit Grünstromprodukten rasch an, insbesondere mit Deutschland als wichtigstem Absatzmarkt.
Der Vertrieb ergänzt das Leistungsspektrum von VERBUND im Absatzbereich. Speziell in Krisenzeiten mit volatileren Großhandelspreisen ist der direkte Zugang zu Endkunden unerlässlich, um das Risiko für den Konzern zu streuen. Zudem ermöglicht der Auftritt am Endkundenmarkt die Positionierung von VERBUND als Wettbewerbstreiber und attraktiver Dienstleister.
Stromnetz – das Rückgrat der Stromversorgung
Das Hochspannungsnetz bildet in der Energiewirtschaft das Rückgrat der Stromversorgung. Es ist von entscheidender Bedeutung, um die Versorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit Strom sicherzustellen. Speziell der rapide steigende Anteil wetterabhängiger und damit volatiler erneuerbarer Energien, wie Wind- und Solarkraft, stellt den Netzbetrieb vor besondere Herausforderungen. Das Hochspannungsnetz muss zu jedem Zeitpunkt den Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch sicherstellen. Wesentliche Aspekte unserer Strategie sind daher der zukunftsorientierte Ausbau des österreichischen Hochspannungsnetzes sowie die Positionierung als zuverlässiger Partner bei der Aufrechterhaltung der europäischen Stromversorgung.
Taktgeber für Forschung und Entwicklung
Als führendes Stromunternehmen Österreichs verfolgen wir das ambitionierte Ziel, neue Entwicklungen und Produkte im Energiebereich von Beginn an mitzugestalten. Schwerpunkte bilden dabei besonders die Bereiche Elektro-Mobilität und intelligente Energiemanagement-Lösungen.
Investor Relations
Internationales Börsenumfeld
Das Jahr 2011 war von einer äußerst schwachen Kursentwicklung an nahezu allen internationalen Aktienmärkten geprägt. Die zu Beginn des Jahres noch vorwiegend positive Marktstimmung wurde durch das Erdbeben in Japan, die Sorge vor einer wirtschaftlichen Abkühlung und anhaltende Befürchtungen hinsichtlich einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa überschattet. Die weitere Verschärfung der Schuldenkrise sowie eine Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten für das Jahr 2012 haben Mitte des dritten Quartals zu massiven Kursverlusten an den Börsen geführt. Die Gefahr einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise über Griechenland hinaus bewirkte im November 2011 eine weitere Korrektur an den europäischen Börsen, wogegen die Kursentwicklung in den USA gegen Jahresende relativ freundlich verlief. Somit konnte der US-Börsenindex Dow Jones Industrial 2011 um 5,5% zulegen, der Euro Stoxx 50 stürzte um 17,1% ab, der Nikkei 225 verlor 17,3%.
VERBUND-Aktie
Die VERBUND-Aktie entwickelte sich im ersten Halbjahr 2011 positiv. Der durch die Atomkrise in Japan ausgelöste Beschluss Deutschlands zum Ausstieg aus der Atomenergie führte zu einem deutlichen Anstieg der Großhandelspreise für Strom. Damit einhergehend stieg der VERBUND-Aktienkurs an. Im zweiten Halbjahr 2011 verlor die VERBUND-Aktie, im Einklang mit dem ATX, deutlich an Wert. Grund dafür war – neben der insgesamt negativen Marktstimmung – das für Stromunternehmen schwierige Marktumfeld.
Zum 31.12.2011 schloss die VERBUND-Aktie mit 20,7 € um 25,6% unter dem Kurs vom 31.12.2010. Sie entwickelte sich damit besser als der ATX (–34,9%), aber schlechter als der Branchenindex DJ STOXX Utilities (–16,6%).
Kontakt: Mag. Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement und Investor Relations Tel.: +43(0)50313-52604 [email protected]
5 TIWAG
< 20 Streubesitz
Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse
Im Dezember 2011 hat VERBUND einen Antrag auf Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse eingereicht. Das Delisting wird mit Ablauf des 29.3.2012 wirksam. Der Handel der Aktien an der Wiener Börse ist von dieser Maßnahme nicht betroffen und bleibt unverändert bestehen. Grund für das Delisting an der Frankfurter Wertpapierbörse ist die beabsichtigte Bündelung der Liquidität an einem Handelsplatz, der Wiener Börse.
Aktive Kommunikation mit Investoren und Analysten
Der Bereich Investor Relations hat für VERBUND hohe Priorität. Zentrales Anliegen ist eine laufende offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Analysten, um die bestmögliche Transparenz zu sichern.
Im Jahr 2011 war VERBUND auf Roadshows in Europa und den USA und nahm an zahlreichen Investoren-Konferenzen teil. Der Vorstand und das Investor-Relations-Team trafen Investoren aus aller Welt und informierten bei Conference-Calls über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung von VERBUND.
Bei einem Analystentag in London im September 2011 informierte das Top-Management mehr als 40 anwesende Analysten über das geplante Investitionsprogramm, die Konzernstrategie sowie die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.
Die Website www.verbund.com bietet im Bereich "Investor Relations" umfangreiche Informationen wie Download-Versionen von Geschäfts- und Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen sowie Materialien zu Hauptversammlungen.
Die Beobachtung durch 21 renommierte heimische und internationale Investmentbanken sichert die Bekanntheit der VERBUND-Aktie am Finanzmarkt. Im vergangenen Jahr haben folgende Investmenthäuser VERBUND analysiert:
Barclays Capital (Peter Bisztyga) Berenberg Bank (Ana Gaspar) CA Cheuvreux (Sebastian Kauffmann) Citigroup (Andrew Simms) Commerzbank (Tanja Markloff) Deutsche Bank (James Brand) Erste Group (Christoph Schultes) Exane BNP Paribas (Philip Gottschalk) Execution Noble (Lawson Steele) Goldman Sachs (Deborah Wilkens) HSBC (Adam Dickens)
Kepler Capital Markets (Ingo Becker) Macquarie Research (Matthias Heck) Mainfirst (Andreas Thielen) BofA Merrill Lynch (Christopher Kuplent) Morgan Stanley (Arsalan Obaidullah) Nomura (Martin Young) Raiffeisen Centrobank AG (Teresa Schinwald) Société Générale (John Honoré) The Royal Bank of Scotland (Peter Crampton) UBS (Patrick Hummel)
Nächste Termine: Hauptversammlung: 12.4.2012 Ergebnis Quartal 1/2012: 3.5.2012
Konzernlagebericht
Geschäftsentwicklung
Markt und Branche
Die europäische Energiepolitik war im Jahr 2011 durch die Debatte um die weitere Nutzung der Kernkraft, den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, die Festlegung von Energie-Infrastruktur-Prioritäten sowie die Umsetzung des Energie- und Klimaschutzpakets geprägt. Die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise im Euroraum und deren Folgen für die internationale Wirtschaft sind auch in Österreich spürbar. Dennoch ist die österreichische Wirtschaft 2011 real um 3,2% gewachsen. Der Stromverbrauch in Österreich nahm 2011 (Jänner bis November) aufgrund der noch günstigen Industriekonjunktur, trotz der warmen Witterung leicht um 0,7% zu.
Konjunkturelle Rahmenbedingungen
Konjunktur kühlt ab
Nach einer kräftigen Erholungsphase hat sich das globale Wirtschaftswachstum 2011 abgeschwächt. Der Atomunfall in Japan, die hohe Staatsverschuldung der USA und einiger Eurostaaten, steigende Volatilität an den Finanzmärkten, abnehmendes Vertrauen der Wirtschaftsakteure und ein sinkender wirtschaftspolitischer Spielraum belasteten die Konjunktur.
In den Industrieländern verlangsamte sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) das reale Wirtschaftswachstum 2011 auf 1,6%, nach noch 3,2% im Jahr davor. Zudem führte die Schuldenkrise im Euroraum zu einem gedämpften Wachstum von ebenfalls real 1,6%, nach 1,9% im Jahr 2010. Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Währungsgebiets, war mit einem Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 3,0% weiterhin Wachstumsmotor in Europa. Aber auch die österreichische Wirtschaft wuchs laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) 2011 mit 3,2% noch kräftig. Getragen wurde die Erholung primär von Warenexporten und Investitionen.
Ausblick eingetrübt
Da sich die Wirtschaftsflaute zunehmend auch in den Euro-Kernländern ausbreitet, geht die größte Gefahr für die Konjunktur von der Belastung durch die Staatsschuldenkrise aus. Im Jahr 2012 dürfte die Wirtschaft des Euroraums laut IWF real insgesamt um 0,5% schrumpfen. Auch die österreichische Wirtschaft wird sich der internationalen Abkühlung der Konjunktur nicht gänzlich entziehen können, aber gemäß WIFO-Prognose dürfte sie 2012 real immerhin um 0,4% wachsen.
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
Witterung und Konjunktur beeinflussen Energieverbrauch
Der Energieverbrauch hängt wesentlich von Konjunktur und Witterung sowie von der Entwicklung der Energiepreise ab. Im Jahr 2011 ging der Verbrauch in Österreich trotz gestiegener Wirtschaftsleistung aufgrund der warmen Witterung und der hohen Energiepreise zurück. Nach wie vor basieren etwa 70% der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also Erdöl, Kohle und Erdgas.
Der Erdgasverbrauch sank 2011 (Jänner bis November) um 5%. Üblicherweise werden Heizgradsummen als temperaturabhängiger Indikator für den Einsatz von Heizenergie herangezogen, diese gingen im Jahr 2011 um 12% zurück. Während der Wintermonate hängt der Erdgasverbrauch eng mit der Witterung zusammen. Im Sommer wird dieser stärker durch die Nachfrage der Industrie oder die Fahrweise von Gaskraftwerken bestimmt. Diese setzten 2011 (Jänner bis November) um 16% weniger Erdgas zur Stromerzeugung ein.
Da die österreichische Stahlindustrie die Rohstahl-Produktion im abgelaufenen Jahr um 4% steigerte, wurden mehr Kohle und Koks eingesetzt. Auch ist der Einsatz von Steinkohle in der Stromerzeugung um 14% (Jänner bis November 2011) gestiegen. Der Verbrauch an Mineralölprodukten ging 2011 hingegen zurück. Die geringere Nachfrage nach flüssigen Brennstoffen war durch die milde Witterung geprägt, die Nachfrage nach Treibstoffen durch das hohe Preisniveau gedämpft.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch konnte 2011 nicht weiter gesteigert werden. Dies ist vor allem auf das deutlich schlechtere Wasserdargebot zurückzuführen. Das Winddargebot lag ebenfalls auf niedrigem Niveau. Und die durchgängig höheren Temperaturen sorgten für einen rückläufigen Absatz biogener Brennstoffe am Wärmemarkt.
Terminmarkt-Frontjahr, alle Preise in €/MWh thermisch
Stromnachfrage steigt leicht an, Stromproduktion nimmt ab
Bis 1990 war Österreichs Stromverbrauch mehr als doppelt so rasch wie die Wirtschaftsleistung gewachsen. Seither ist dieser Zusammenhang nicht mehr so ausgeprägt. Von 1990 bis vor der Wirtschaftskrise 2008/2009 stiegen Stromverbrauch und Wirtschaftswachstum mit jeweils durchschnittlich 2% pro Jahr annähernd im Gleichschritt. Nach dem krisenbedingten Einbruch um 3,8% im Jahr 2009 war der Stromverbrauch 2010 mit der guten Wirtschaftsentwicklung um 4,5% gestiegen. Im Jahr 2011 hat sich der Stromverbrauch – bedingt durch das milde Wetter – von der BIP-Entwicklung entkoppelt und nur einen leichten Anstieg um 0,7% (Jänner bis November) verzeichnet.
Die Stromerzeugung nahm in Österreich 2011 um 6,1% (Jänner bis November) ab. Die Stromexporte sanken in diesem Zeitraum um 3,9%, die Importe stiegen um 22,3%. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank in Österreich im Jahr 2011 (Jänner bis November) um 8,5%. Auch der Einsatz der thermischen Kraftwerke sank in diesem Zeitraum aufgrund geänderter Energiepreisrelationen um 4,2%.
Rohölpreise auf hohem Niveau
In der ersten Jahreshälfte 2011 führten die politischen Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten zu einem Förderrückgang. Sie gaben Anlass zur Sorge, dass sich das Ölangebot weiter verknappen könnte. Der Preis für kurzfristige Lieferungen (Frontmonat) der Rohölsorte Brent war schon auf knapp 127 \$/bbl gestiegen; der bisherige Höchststand war im Juli 2008 mit 146 \$/bbl erzielt worden. In der zweiten Jahreshälfte 2011 sanken die Preise jedoch aufgrund der Ängste vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung wieder. Im Jahresdurchschnitt wurde Rohöl der Sorte Brent (Frontmonat) mit knapp 111 \$/bbl gehandelt, das sind +38% (Eurobasis: +31%) gegenüber dem Vorjahr.
Deutliche Verteuerung von Gas, Preise für Kraftwerkskohle gestiegen
Ein Großteil der Erdgas-Einfuhren in die Europäische Union (EU) basiert auf ölpreisindizierten Langfristverträgen. Daher beeinflusst die Entwicklung am Ölmarkt – mit mehrmonatiger Zeitverzögerung – die Gaspreise. Zunehmend prägen auch kurzfristigere Handelsgeschäfte die Lage an den Gasmärkten. Bei solchen Transaktionen hat Öl keinen unmittelbaren Einfluss auf die Preisbildung, weshalb es in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Entkopplung der Gas- von den Ölpreisen kam.
Der Abstand ölpreisindizierter Gas-Lieferverträge zu marktpreisindizierten Gas-Verträgen für das Frontjahr 2012 lag 2011 durchschnittlich bei knapp 8 €/MWh. Die liquidesten Gas-Handelsplätze in Kontinentaleuropa sind der TTF-Hub (Title Transfer Facility) in Holland sowie der NCG-Hub (Net Connect Germany) in Deutschland. Der NCG-Spotmarktpreis für Erdgas war im Jahr 2011 um knapp 31% höher als im Vorjahr. Auch die langfristigen Gaspreise stiegen: Am Terminmarkt war Erdgas im Jahr 2011 um 33% teurer (NCG-Frontjahr). Gaseinfuhren nach Österreich haben sich 2011 (Jänner bis Oktober) um durchschnittlich 18% verteuert. Auch die Preise für Kohlelieferungen in den ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) verteuerten sich im Jahr 2011. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen um 28%, jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 19% über dem Vorjahr (jeweils Eurobasis).
Politische und regulatorische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene
Energiewende
Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat zu einer Energiedebatte in Europa geführt. Deutschland reagierte mit einem stufenweisen Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022. Auch die Schweiz und Belgien entschieden sich für einen Atomausstieg. Die italienische Bevölkerung sprach sich im Juni 2011 erneut gegen die Stromerzeugung aus Kernenergie aus. In Österreich hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, durch den forcierten Ausbau von erneuerbaren Energien unabhängiger von Stromimporten zu werden. Vor diesem Hintergrund werden intensive Diskussionen über die Zukunft der Energiepolitik geführt.
EU setzt Energieschwerpunkte
Die EU hat im Herbst 2011 neue Vorschriften zum Großhandel mit Strom und Gas verabschiedet. Diese sollen Marktmissbrauch, insbesondere Insider-Handel, verhindern. Unternehmen und Verbraucher sollen damit künftig vor zu hohen Energiepreisen, bedingt durch Marktmanipulationen, geschützt werden.
Dem Ausbau der Energie-Infrastruktur, insbesondere der Stromnetze in Europa, kommt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zu. Die 2011 vorgestellten Gesetzesvorschläge zur Umsetzung des EU-Infrastrukturpakets 2010 sehen unter anderem ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für besonders dringliche Energieprojekte vor.
Bereits 2007 hatten die Staats- und Regierungschefs beschlossen, den Primärenergieverbrauch in der EU bis 2020 um 20% zu reduzieren. Nach aktuellen Schätzungen der EU-Kommission wird die EU – sollte sie weitermachen wie bisher – dieses Ziel nur zur Hälfte erreichen. Daher schlägt die Kommission ein neues Maßnahmenpaket vor, das in einer EU-Richtlinie für Energie-Effizienz gebündelt wird. Der Richtlinienentwurf sieht Maßnahmen für eine effiziente Energienutzung in sämtlichen Bereichen der Energiewertschöpfungskette vor – von der Energieumwandlung über die -verteilung bis zum -verbrauch. So sollen beispielsweise Energieunternehmen dazu verpflichtet werden, durch Effizienz-Maßnahmen bei ihren Kunden 1,5% des Endenergieabsatzes einzusparen. Nationale Energie-Effizienz-Pläne sollen die Umsetzung der Maßnahmen sicherstellen.
EU-Binnenmarktpaket, Unbundling-Regelung
Im September 2009 ist das dritte EU-Binnenmarktpaket in Kraft getreten, das verschärfte Maßnahmen zum Unbundling mit sich bringt. VERBUND hat sich entschlossen, einen ITO ("independent transmission operator") umzusetzen, und bleibt damit weiterhin Eigentümer der Austrian Power Grid AG. Durch diesen Schritt wird die operative Unabhängigkeit der Netztochter sichergestellt. Die Umsetzung des ITO muss bis März 2012 durch die nationale Regulierungsbehörde zertifiziert und der Europäischen Kommission zur Stellungnahme vorgelegt werden. Im September 2011 wurden die Zertifizierungsunterlagen beim Regulator eingereicht und bis März 2012 wird mit einer positiven Zertifizierung als ITO gerechnet.
Energiepolitik in Österreich
Stromerzeugung im Inland stärken
Die energiepolitischen Diskussionen in Österreich drehten sich 2011 nach den Ereignissen in Fukushima vor allem um die Erreichung der Unabhängigkeit von Stromimporten. Der derzeit negative Stromaußenhandelssaldo soll insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien und durch geplante Gaskraftwerke wieder positiv werden. Den Ausbau der erneuerbaren Energien soll das Ökostromgesetz (ÖSG 2012) fördern, das 2011 beschlossen wurde. Dieses hebt das Fördervolumen für erneuerbare Energien erheblich an, wovon auch VERBUND in den Bereichen Windenergie und Kleinwasserkraft profitieren kann.
Mehr Transparenz bei der Stromkennzeichnung
Im Jahr 2010 wurde den österreichischen Konsumenten im Durchschnitt ein Mix aus 67,4% bekannten erneuerbaren Energieträgern, 17,6% bekannten fossilen Energieträgern sowie 0,3% bekannten sonstigen Energieträgern und 14,7% Strom unbekannter Herkunft (ENTSO-E) geliefert. Die im September 2011 verlautbarte neue Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control sieht vor, dass künftig neben einer prozentuellen Aufschlüsselung der Primärenergieträger auch die Ursprungsländer der verwendeten Herkunftsnachweise auf Werbe- und Informationsmaterial sowie auf der Rechnung angegeben werden. Strommengen, die nicht durch Herkunftsnachweise belegt werden, müssen als Strom unbekannter Herkunft ausgewiesen werden. Für Strom unbekannter Herkunft ist eine gesonderte Auflistung der Stromzusammensetzung vorzunehmen. Dadurch können Endverbraucher besser als bisher eine bewusste Wahl der Stromqualität treffen.
Neue Systemnutzungsentgelte ab 2012
Aufgrund der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, die Systemnutzungstarife der 3 vergangenen Jahre aufzuheben, hat die Austrian Power Grid AG (APG) Vorsorgen für anhängige Verfahren gebildet. Zusätzlich sind Erhöhungen der Tarife der APG erforderlich. Die Tarifierungsbasis für die Brutto- und Nettotarife der APG steigt im Vergleich zur Systemnutzungstarife-Verordnung (SNT-VO) 2011 um 18,2%. Als wesentlichen Erfolg konnte die APG im laufenden Verfahren die Akontierung der Kapitalkosten für die Investitionen der Jahre 2011 und 2012 auf Basis des ElWOG 2010 erreichen. Dieser Modus ist künftig für alle Investitionen, die im Rahmen des neuen Netzentwicklungsplans genehmigt wurden, vorgesehen.
Einflussfaktoren auf das Ergebnis
Großhandelspreise für Strom über Vorjahresniveau
Die für das Geschäftsjahr 2011 maßgeblichen Strompreise (im Jahr 2010 gehandelte Forwardkontrakte "Year Base/Peak 2011") lagen für Grundlast mit durchschnittlich 49,9 €/MWh um 1,4% über und für Spitzenlast mit durchschnittlich 64,5 €/MWh um 7,6% unter dem Vorjahresniveau. Aufgrund der Absicherungsstrategie hat VERBUND den Großteil der Eigenerzeugung bereits 2010 über den Terminmarkt eingepreist. Die Spotmarktpreise für Grundlast stiegen 2011 um 14,8% auf 51,1 €/MWh (2010: 44,5 €/MWh) und für Spitzenlast um 11,1% auf 61,1 €/MWh (2010: 55,0 €/MWh).
Spot-Base Spot-Peak Quelle: EPEX Spot
Außergewöhnlich schwache Wasserführung
Für die Stromerzeugung aus Wasserkraft war 2011 eines der schlechtesten Jahre in der Geschichte von VERBUND. Der Erzeugungskoeffizient, die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken, lag mit einem Wert von 0,89 um 11% unter dem langjährigen Durchschnitt und um 10%-Punkte unter dem Vorjahreswert. Die schwache Wasserführung hatte einen negativen Effekt auf das operative Ergebnis von rund 124,7 Mio. € im Vergleich zu einer durchschnittlichen Wasserführung.
Der Erzeugungskoeffizient im Quartal 1/2011 lag mit 0,99 noch nahe am langjährigen Durchschnitt. Der regenreiche Jänner 2011 wies eine deutlich überdurchschnittliche Wasserführung auf, Februar und März waren aber bereits sehr trocken. Diese Tendenz setzte sich im Quartal 2/2011 fort: Mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,77 lag die Wasserführung signifikant unter dem Durchschnitt. Im Quartal 3/2011 wurden bis in den September sommerliche Rekordtemperaturen verzeichnet, der Erzeugungskoeffizient von 0,91 war deutlich unterdurchschnittlich. Auch das Quartal 4/2011 zeigte mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,93 ein dem Gesamtjahr entsprechendes, deutlich zu trockenes hydrologisches Verhalten. Das außergewöhnlich schlechte Erzeugungsjahr 2011 lässt allerdings keinen Rückschluss auf eine generelle nachhaltige Verschlechterung der Wasserführung in Österreich zu. Dies wird auch durch Ergebnisse beauftragter Klimastudien gestützt.
Erzeugungskoeffizient
2011 (0,89) 2010 (0,99)
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Infolge der Katastrophe von Fukushima und des deutschen Kernenergie-Ausstiegs haben sich auch für VERBUND die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wesentlich verändert: Zum einen ist ein geändertes Nachfrageverhalten für zertifizierten Strom aus Wasserkraft und, damit verbunden, eine zunehmende Bereitschaft der Stromkunden, Premiumpreise dafür zu bezahlen, zu beobachten. Zum anderen lässt sich ein stärkeres Bekenntnis der Politik zum Wasserkraftausbau und zur Inlandserzeugung erkennen. Das Gefährdungspotenzial eines regulatorischen Eingriffs in Form einer anlagenspezifischen Abgabe ist aus der Sicht von VERBUND aufgrund ihres negativen Investitionsanreizes daher derzeit nicht gegeben. Vor dem Hintergrund dieser Anhaltspunkte für eine Wertaufholung wurden das Donaukraftwerk Freudenau sowie die Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau zum 30.9.2011 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Diese Kraftwerke waren im Zuge der Liberalisierung der europäischen Stromwirtschaft 1998 um 480,9 Mio. € abgewertet worden. Die erzielbaren Beträge wurden den Buchwerten des Donaukraftwerks Freudenau sowie der Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau gegenübergestellt. Die daraus resultierende Wertaufholung betrug 412,3 Mio. €. Die parallele Fortentwicklung der erhaltenen Baukostenbeiträge für das Donaukraftwerk Freudenau kürzte die Wertaufholung um 99,6 Mio. €. Der Nettoergebniseffekt aus der Wertaufholung betrug damit insgesamt 312,6 Mio. €.
Die allgemeine Marktsituation für Gaskraftwerke gestaltet sich hingegen angesichts der anhaltend nachteiligen Entwicklung des Clean-Spark-Spreads als schwierig. Vor dem Hintergrund dieses Anhaltspunkts für eine Wertminderung wurde das in Bau befindliche Gas-Kombikraftwerk Mellach zum 30.9.2011 auf seine Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des in Bau befindlichen Gas-Kombikraftwerks Mellach gegenübergestellt. Die daraus resultierende Wertminderung betrug 113,8 Mio. €. Die Auflösung abgegrenzter Zuschüsse der öffentlichen Hand kürzte die Wertminderung um 3,5 Mio. €. Der Nettoergebniseffekt aus der Wertminderung betrug damit insgesamt 110,3 Mio. €.
Stromerzeugung und Absatz
| Stromaufbringung Konzern | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Wasserkraft 1 | 24.216 | 26.708 | – 9,3% |
| Wind/Sonne | 127 | 112 | 13,5% |
| Wärmekraft 1 | 5.410 | 4.258 | 27,1% |
| Eigenerzeugung | 29.753 | 31.078 | – 4,3% |
| Fremdbezug | 32.155 | 24.652 | 30,4% |
| Fremdbezug APG | 2.489 | 0 | n.a. |
| Stromaufbringung | 64.396 | 55.729 | 15,6 % |
1 inkl. Bezugsrechte
Im Jahr 2011 erhöhte VERBUND die Stromaufbringung um 8.667 GWh. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft verringerte sich um 2.492 GWh oder 9,3%. Der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke lag mit 0,89 um 11% unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 10%-Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke reduzierte sich aufgrund des geringeren Zuflusses und des höheren Speicherstands zum Jahresende um 6,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Erzeugung aus Wärmekraft ist hingegen um 1.152 GWh oder 27,1% gestiegen. Dies ist vor allem auf die Erzeugung des Gas-Kombikraftwerks Mellach in der Inbetriebsetzungsphase (+431 GWh) und auf den höheren Strombezug aus dem französischen Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre (+728 GWh) zurückzuführen. Seit 1.3.2011 bezieht VERBUND 100% der Stromerzeugung vom Kraftwerk Pont-sur-Sambre.
| Stromabsatz nach Kundenbereichen | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Endkunden | 9.510 | 11.451 | – 16,9% |
| Weiterverteiler | 26.644 | 23.390 | 13,9% |
| Händler | 26.198 | 19.211 | 36,4% |
| Eigenbedarf | 2.044 | 1.677 | 21,9% |
| Stromabsatz | 64.396 | 55.729 | 15,6 % |
Der Stromabsatz von VERBUND stieg 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 8.667 GWh oder 15,6%. Hauptgründe sind gestiegene Handelsaktivitäten (+6.987 GWh) sowie ein höherer Absatz an ausländische Weiterverteiler (+1.073 GWh). Größere Volumina konnten insbesondere am deutschen Markt erzielt werden. Auch der Absatz an inländische Weiterverteiler ist gestiegen (+2.182 GWh). Dies geht im Wesentlichen auf den Verkauf von Netzverlustenergiemengen durch die APG zurück. Diese führt seit 1.1.2011 die zentrale Beschaffung der Netzverlustenergiemengen für den Großteil der österreichischen Verteilnetzbetreiber durch. In diesem Rahmen wurden unter anderem 2.093 GWh an inländische Weiterverteiler abgegeben. Die Stromabgabe an Endkunden war insgesamt rückläufig (–1.941 GWh). Die Stromabgabe an Endkunden im Inland stieg geringfügig an (+161 GWh), der Absatz im Ausland war – insbesondere aufgrund des Rückzugs aus dem Endkundenmarkt in Frankreich – deutlich rückläufig (–2.102 GWh).
| Stromabsatz nach Ländern | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Österreich | 27.508 | 25.115 | 9,5% |
| Deutschland | 27.773 | 21.258 | 30,6% |
| Frankreich | 6.144 | 6.915 | – 11,2% |
| Italien | 793 | 839 | – 5,5% |
| Ungarn | 1.462 | 432 | n.a. |
| Sonstige | 716 | 1.169 | – 38,8% |
| Summe | 64.396 | 55.729 | 15,6 % |
Im Jahr 2011 setzte VERBUND 59,2% seiner Strommenge – ohne Berücksichtigung des Eigenbedarfs – auf internationalen Märkten ab. Dies betraf vor allem die Strommärkte Deutschland und Frankreich. Der deutsche Markt bildete mit 75,3% der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der inter-
nationalen Handels- und Vertriebsaktivitäten von VERBUND.
Ertragslage
| Ergebnisse | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Umsatzerlöse | 3.865,4 | 3.307,9 | 16,9% |
| EBITDA | 1.041,1 | 1.059,2 | – 1,7% |
| Operatives Ergebnis | 1.001,6 | 828,5 | 20,9% |
| Konzernergebnis | 352,6 | 400,8 | – 12,0% |
| Ergebnis je Aktie in € | 1,01 | 1,28 | – 21,0% |
Stromerlöse gestiegen
Die Stromerlöse von VERBUND stiegen 2011 gegenüber dem Vorjahr um 19,3% auf 3.516,5 Mio. € an. Der Anstieg ist auf den um 15,6% höheren Stromabsatz – vor allem an Händler und Weiterverteiler im Ausland – zurückzuführen. Auch der Absatz an Weiterverteiler im Inland ist gestiegen. Dies geht im Wesentlichen auf den Verkauf von Netzverlustenergiemengen durch die APG zurück. Der positive Effekt aus den gestiegenen Absatzmengen wurde durch die Realisierung von höheren Strompreisen am Spotmarkt noch verstärkt.
| Stromerlöse nach Kundenbereichen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Endkunden | 719,8 | 749,1 | – 3,9% |
| Weiterverteiler | 1.368,8 | 1.149,8 | 19,0% |
| Händler | 1.427,9 | 1.049,3 | 36,1% |
| Stromerlöse | 3.516,5 | 2.948,2 | 19,3% |
| davon Inland | 1.438,6 | 1.272,1 | 13,1% |
| davon Ausland | 2.077,9 | 1.676,1 | 24,0% |
Höhere Netzerlöse
Trotz rückläufiger Erlöse aus Stromtransiten (Inter-Transmission-System-Operator-Compensation) stiegen die Netzerlöse im Jahr 2011 gegenüber dem Vergleichszeitraum um 4,9% auf 261,9 Mio. €. Der Anstieg ist einerseits auf eine Ausweitung der Netzverrechnung auf die Tiroler Regelzone und andererseits auf gestiegene Netztarife (Bruttokomponente) zurückzuführen. Die Bildung von Rückstellungen infolge der Aufhebung der Systemnutzungstarife-Verordnungen 2009 bis 2011 durch den VfGH wirkte gegenläufig.
Rückgang der sonstigen Erlöse, sonstige betriebliche Erträge gestiegen
Die sonstigen Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um 20,9% auf 87,0 Mio. €. Infolge der Entkonsolidierung der Beteiligung an der albanischen Kraftwerksgesellschaft Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010 sind in den sonstigen Erlösen des Jahres 2011 keine Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession mehr enthalten (2010: 42,2 Mio. €). Die korrespondierenden Errichtungs-
Umsatzerlöse 2011 in Mio. €
87,0 Sonstige aufwendungen waren in der Vergleichsperiode im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Höhere Erlöse aus dem Gashandel sowie aus Emissionszertifikaten (Wholesale) wirkten 2011 gegenläufig (+24,8 Mio. €).
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 56,3% auf 59,1 Mio. €, darin kommt in erster Linie die Aktivierung der Inbetriebsetzungskosten des Gas-Kombikraftwerks Mellach zum Tragen.
| Aufwendungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) |
– 2.205,8 | – 1.611,3 | – 36,9% |
| Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen |
– 139,0 | – 118,3 | – 17,5% |
| Personalaufwand | – 330,8 | – 308,4 | – 7,3% |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
– 241,7 | – 229,9 | – 5,1% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 207,8 | – 248,6 | 16,4% |
Strombezugsaufwand aufgrund von Absatzsteigerungen höher
Der Aufwand für den Strom-, Netz- und Gasbezug sowie den Emissionszertifikatebezug (Handel) stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr um 36,9% auf 2.205,8 Mio. €. Dieser deutliche Anstieg ist auf den höheren Stromabsatz zurückzuführen, der durch einen höheren Fremdstrombezug, unter anderem aufgrund der gesunkenen Eigenerzeugung, rückgedeckt wurde. Darin enthalten ist auch die oben beschriebene Netzverlustenergiebeschaffung der APG (2.489 GWh). Die Aufwendungen für Strombezug stiegen somit im Vergleich zum Vorjahr um 39,0% oder 573,4 Mio. €. Die Aufwendungen für Netzbezüge verringerten sich gegenüber 2010 um 0,5%.
Höherer Brennstoffeinsatz durch Inbetriebsetzung Mellach
Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatzabhängigen Aufwendungen stiegen 2011 um 17,5% auf 139,0 Mio. €. Der Anstieg geht im Wesentlichen auf den erstmaligen Einsatz des zum Bilanzstichtag in der Inbetriebsetzungsphase befindlichen Gas-Kombikraftwerks in Mellach zurück, welches 2011 insgesamt 431 GWh Strom erzeugte. Der durch die Testläufe bedingte Brennstoffeinsatz wurde (gekürzt um die aus dem Stromverkauf resultierenden Erlöse) aktiviert; die entsprechende Gegenposition ist unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Jahr 2011 wurden in den thermischen Anlagen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG 3.670 GWh Strom erzeugt (2010: 3.246 GWh). Aufwandsmindernd wirkten insbesondere die Auflösung der Drohverlustrückstellungen und der etwas geringere Aufwand für den Zukauf der CO2-Emissionszertifikate.
Personalaufwand geringfügig gestiegen
Der Aufwand für Löhne, Gehälter und Nebenkosten erhöhte sich 2011 um 5,4% auf 285,5 Mio. €. Erhöhend wirkten vor allem die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter von 2,65% (KV-Abschluss 2010: 1,45%) und die gesetzlich vorgeschriebenen Biennien, aber auch Einmal-Effekte aus der Umstellung des leistungsorientierten Gehaltssystems. Der durchschnittliche Personalstand stieg geringfügig von 3.015 auf 3.045 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Aufwand für Sozialkapital stieg 2011 um 20,4% auf 45,3 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Einmal-Effekten und auf die Auflösung von Rückstellungen aus dem Jahr 2010 zurückzuführen. 2011 stieg somit der gesamte Personalaufwand um 7,3% auf 330,8 Mio. €.
Abschreibungen höher, sonstige betriebliche Aufwendungen gesunken
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen um 11,8 Mio. € auf 241,7 Mio. €. Gründe dafür waren die Wertaufholung des Donaukraftwerks Freudenau sowie der Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau im Quartal 3/2011 sowie die Inbetriebnahmen des ersten Abschnitts der 380-kV-Salzburgleitung Netzknoten St. Peter – Umspannwerk Salzburg und des Pumpspeicher-Kraftwerks Limberg II.
Der sonstige betriebliche Aufwand war deutlich rückläufig und sank um 40,7 Mio. € auf 207,8 Mio. €. Infolge der Entkonsolidierung der Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010 sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Jahres 2011 keine Errichtungsaufwendungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession mehr enthalten (2010: 42,2 Mio. €). Damit entfielen auch die dazugehörigen sonstigen Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen.
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen werden im Kapitel "Einflussfaktoren auf das Ergebnis" ausführlich beschrieben. In Summe wirkten die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen mit 202,2 Mio. € positiv auf das operative Ergebnis.
Operatives Ergebnis aufgrund von Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen gestiegen
Infolge der erläuterten Entwicklungen stieg das operative Ergebnis um 20,9% auf 1.001,6 Mio. €. Das operative Ergebnis vor Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen sank um 3,6% auf 799,4 Mio. €.
Personalaufwand in Mio. €
285,5 Löhne, Gehälter & Nebenkosten
45,3 Sozialkapital
| Finanzergebnis | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten | |||
| Beteiligungen | – 176,6 | 22,1 | n.a. |
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | 1,5 | 15,5 | – 90,4% |
| Zinsertrag | 36,5 | 30,8 | 18,5% |
| Zinsaufwand | – 198,9 | – 245,2 | 18,9% |
| Übriges Finanzergebnis | – 23,2 | – 18,9 | – 22,7% |
| Finanzergebnis | – 360,7 | – 195,7 | – 84,3% |
Finanzergebnis durch negatives Beteiligungsergebnis belastet
Das Beteiligungsergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 212,8 Mio. € auf –175,1 Mio. €. Die negative Entwicklung resultierte zum überwiegenden Teil aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Auslandsbeteiligungen.
Im Jahr 2011 betrug der Anteil aus Frankreich am Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen –136,8 Mio. € (2010: –105,7 Mio. €). Der bis 2023 laufende Erdgas-Liefervertrag zwischen der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der ENI S.p.A. musste erstmals ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.
Die nach der Equity-Methode bilanzierte 50,01%ige Beteiligung Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde zum 30.9.2011 auf ihre Werthaltigkeit getestet. Die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH hält (indirekt) eine 100%ige Beteiligung an der Energji Ashta Shpk. Die rückläufigen Erwartungen für Energji Ashta Shpk in Bezug auf die Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen ("certified emission reductions", CER) und in Bezug auf die Strompreise lieferten ebenso Anhaltspunkte für eine Wertminderung wie das auf den Diskontierungszinssatz wirkende erhöhte Länderrisiko. Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung gegenübergestellt. Für die Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH ergab sich aus der Werthaltigkeitsprüfung zum 30.9.2011 eine Wertminderung in Höhe von 35,7 Mio. €.
Der Beitrag aus der Türkei zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf –47,3 Mio. € (2010: 36,2 Mio. €). Die Kursentwicklung EUR/TRY führte bei der türkischen Erzeugungsgesellschaft Enerjisa Enerji Üretim A.S. und bei der türkischen Verteilnetzgesellschaft Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. zu bewertungsbedingten Kursverlusten.
Im Jahr 2011 lag der Beitrag der Sorgenia S.p.A. (Group) zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen bei –3,3 Mio. € (2010: 43,0 Mio. €). Die negative Ergebnisentwicklung resultiert aus der europaweit geringeren Profitabilität von Gaskraftwerken. Darüber hinaus beinhaltet das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Jahr 2010 positive Ergebniseffekte aus steuerlichen Investitionsbegünstigungen bei der italienischen Sorgenia S.p.A. (Group), welche 2011 nicht mehr im selben Umfang gegeben waren.
Die Ergebnisse aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Auslandsbeteiligungen fielen daher im Vergleich zum Vorjahr um 195,4 Mio. € auf –219,4 Mio. €. Die Erträge der nach der Equity-Methode bilanzierten Inlandsbeteiligungen fielen geringfügig um 3,3 Mio. € auf 42,8 Mio. €. Im Wesentlichen handelt es sich bei den inländischen at-Equity Beteiligungen um die bei der KELAG und der SSG.
Der Zinsertrag verbesserte sich 2011 gegenüber 2010 vor allem aufgrund höherer Erträge aus Geldmarktgeschäften um 5,7 Mio. € auf 36,5 Mio. €. Der Zinsaufwand sank im Wesentlichen aufgrund der Verrechnung negativer Ergebnisanteile (bedingt durch die Wertminderung des Gas-Kombikraftwerks Mellach) an die Kommanditisten der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG um 46,3 Mio. € auf 198,9 Mio. €.
Das übrige Finanzergebnis sank gegenüber 2010 um 4,3 Mio. € auf –23,2 Mio. €. Anlässlich des Kaufs weiterer 60% der Anteile an der französischen POWEO Production S.A.S. und der Veräußerung der Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) einigten sich VERBUND und Direct Energie S.A. auf eine sequenzielle Kombination aus einer Verkaufs- und einer Kaufoption über 40% der Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. Zum 31.12.2011 betrug der ergebniswirksam erfasste beizulegende Zeitwert der daraus resultierenden gesamthaften Stillhalterposition 13,4 Mio. €. Gegenläufig wirkten der Wegfall des negativen Nettoergebniseffekts aus der vorzeitigen Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen im Jahr 2010 sowie geringere bewertungsbedingte Fremdwährungskursverluste aus einer Yen-Anleihe.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich somit insgesamt um 165,0 Mio. € auf –360,7 Mio. €.
Effektivsteuersatz betrug 27,9%
Hauptursache für den Effektivsteuersatz in Höhe von 27,9% (bei einem Körperschaftsteuersatz von 25%) waren Effekte im Zusammenhang mit den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen.
Konzernergebnis gesunken
Das Konzernergebnis sank um 12,0% auf 352,6 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich um 21,0% auf 1,01 €. Der gewichtete Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl betrug 2011 347.415.686 Stück. In der Berichtsperiode 2010 wurde die durchschnittliche in Umlauf befindliche Aktienstückzahl taggenau ermittelt (312.067.848 Stück).
Die höhere durchschnittliche Aktienstückzahl resultierte aus der mit Wirkung vom 26.11.2010 (erster Handelstag der neuen Aktien) durchgeführten Kapitalerhöhung der VERBUND AG.
Dividende von 0,55 €/Aktie wird vorgeschlagen
Der für die Dividendenausschüttung maßgebliche Einzelabschluss 2011 der börsennotierten VERBUND AG wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensrechts (UGB) erstellt, er weist einen Bilanzgewinn von 191,1 Mio. € aus. In der Hauptversammlung am 12.4.2012 wird eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorgeschlagen. 2010 wurde ebenfalls eine Dividende von 0,55 €/Aktie ausgeschüttet. Die Ausschüttungsquote beträgt 2011 somit 54,2%, nach 47,7% im Vorjahr.
2010 2011
Aktivpositionen in Mio. €
7.210,8/60,8 % Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
2.245,2/18,9 % Beteiligungen
2.403,2/20,3 %
Sonstiges lang- und kurzfristiges Vermögen
Vermögenslage
Langfristiges Vermögen aufgrund von Werthaltigkeitsprüfungen gestiegen
Die Entwicklung des Sachanlagevermögens war 2011 vor allem durch das Investitionsprogramm sowie durch Wertaufholungen und Wertminderungen geprägt und stieg um 620,0 Mio. € auf 6.578,7 Mio. €. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich auf 581,4 Mio. €. Davon entfielen 120,7 Mio. € auf das Gas-Kombikraftwerk Mellach und 121,1 Mio. € auf die Pumpspeicher-Kraftwerke Reißeck II und Limberg II. In die Errichtung von Windkraftanlagen in Rumänien wurden 86,2 Mio. € investiert. Im Netzbereich investierte die APG 22,5 Mio. € in die 380-kV-Salzburgleitung und 30,1 Mio. € in den Umbau und die Erweiterung des Umspannwerks Bisamberg sowie in die Leitung Wien-Südost – Südburgenland. Zum 30.9.2011 wurden im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen das Donaukraftwerk Freudenau und die Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau aufgewertet und das Gas-Kombikraftwerk in Mellach abgewertet. Dadurch stieg das Sachanlagevermögen um 298,5 Mio. €.
Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Erwerbs von Netzzugangsrechten für Kraftwerke um 1,4% auf 632,1 Mio. €. Zum 31.12.2011 betrugen die Firmenwerte 605,7 Mio. € (31.12.2010: 605,7 Mio. €). Sie stammen im Wesentlichen aus dem Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Jahr 2009.
| Konzernbilanz (Kurzfassung) | in Mio. € | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | Anteil | 2010 | Anteil | Veränderung | |
| Aktiva | 11.859,3 | 100 % | 11.291,0 | 100 % | 5,0 % |
| Langfristiges Vermögen | 10.299,7 | 87% | 9.722,2 | 86% | 5,9% |
| Kurzfristiges Vermögen | 1.558,5 | 13% | 1.568,7 | 14% | – 0,6% |
| Zur Veräußerung gehaltene | |||||
| langfristige Vermögenswerte | 1,1 | 0% | 0 | 0 | n.a. |
| Passiva | 11.859,3 | 100 % | 11.291,0 | 100 % | 5,0 % |
| Eigenkapital | 4.929,4 | 42% | 4.372,4 | 39% | 12,7% |
| Langfristige Schulden | 5.886,2 | 50% | 6.041,7 | 54% | – 2,6% |
| Kurzfristige Schulden | 1.043,7 | 9% | 876,8 | 8% | 19,0% |
Buchwert der Equity-Beteiligungen gesunken
Der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sank 2011 um 6,5% auf 2.115,3 Mio. €. Bedeutende Ursachen waren ergebnisneutral zu erfassende Fremdwährungsverluste von 129,7 Mio. € aus der Währungsumrechnung der türkischen Gemeinschaftsunternehmen, der Verkauf der französischen Beteiligungen an der POWEO S.A. (Group) und der POWEO Production S.A.S. sowie negative Ergebnisbeiträge der Auslandsbeteiligungen. Letztere resultierten vor allem aus der Zeitwertbewertung des Erdgasliefervertrages für das französische Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre mit einem negativen Effekt von 75,2 Mio. €. Weiters war eine Wertminderung der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Ausmaß von 35,7 Mio. € vorzunehmen. Erhöhend wirkten insbesondere Kapitalerhöhungen im türkischen Kraftwerks-Joint-Venture Enerjisa Enerji Üretim A.S. in Höhe von 131,9 Mio. €.
Kurzfristiges Vermögen leicht gesunken
Das kurzfristige Vermögen ist im Vergleich zum 31.12.2010 um 10,3 Mio. € auf 1.558,5 Mio. € gesunken. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Forderungen sind um 130,6 Mio. € gestiegen. Grund dafür waren vor allem der Anstieg der Bewertungseffekte gemäß IAS 39 im Energiebereich (+74,7 Mio. €) sowie die gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+27,3 Mio. €). Gegenläufig wirkte der Rückgang der liquiden Mittel um 155,7 Mio. €.
Eigenkapital gestiegen
Das Eigenkapital stieg um 557,0 Mio. € auf 4.929,4 Mio. €. Grund dafür war vor allem die Veräußerung des knapp 26,2-%-Anteils an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH. Diese führte zu einer Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen. Die um aktiv- und passivseitig geschlossene Bilanzpositionen bereinigte Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 43,0% (Vorjahresstichtag: 39,9%).
Langfristige Schulden gesunken, kurzfristige Schulden gestiegen
Die Finanzverbindlichkeiten gingen gegenüber dem 31.12.2010 um 5,8% zurück. Sie beliefen sich zum 31.12.2011 auf insgesamt 4.233,6 Mio. € (langfristig: 3.908,9 Mio. €, –8,4%; kurzfristig: 324,7 Mio. €, +41,9%). Der Rückgang ist vor allem auf planmäßige (67,1 Mio. €) sowie vorzeitige Tilgungen (355,0 Mio. €) zurückzuführen. Die Aufnahmen beliefen sich 2011 auf 127,0 Mio. €.
Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 61,3 Mio. € auf 844,3 Mio. €. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus der Auflösung der Rückstellungen für Drohverluste und Erhaltungsaufwendungen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Verbindlichkeiten sind um 151,0 Mio. € gestiegen. Gründe dafür sind die Zunahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus der Zeitbewertung der im Energiebereich eingesetzten derivativen Finanzinstrumente sowie der Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen. Letztere umfassen vor allem kurzfristige Verbindlichkeiten aus der Cash-Pooling-Vereinbarung zwischen VERBUND und der französischen POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S.
Höhere latente Steuerschulden
Die latenten Steuerschulden erhöhten sich 2011 um 79,0 Mio. € auf 247,3 Mio. €, im Wesentlichen durch die Wertaufholung der Wasserkraftwerke. Die Baukostenbeiträge und Zuschüsse stiegen wegen der hohen Investitionstätigkeit um 144,0 Mio. € auf 574,3 Mio. €.
Passivpositionen in Mio. €
4.929,4/41,6 % Eigenkapital
4.233,6/35,7 % Finanzverbindlichkeiten
1.851,9/15,6 % Sonstige langund kurzfristige Schulden
Finanzlage
Geldflussrechnung (Kurzfassung) in Mio. €
| 2011 | 2010 | Änderung | |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Tätigkeit | 829,9 | 778,2 | 6,6% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | – 786,4 | – 1.134,0 | – 30,7% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | – 199,3 | 718,8 | n.a. |
| Veränderung der liquiden Mittel | – 155,7 | 363,0 | n.a. |
| Liquide Mittel am Ende der Periode | 333,2 | 489,0 | – 31,8% |
Positive Entwicklung des Cashflows aus operativer Tätigkeit
Der Cashflow aus operativer Tätigkeit stieg 2011 um 6,6% auf 829,9 Mio. €. Leicht rückläufige Deckungsbeiträge aus der Erzeugung (–6,7%) konnten durch erhaltene Schwankungsmargen aus Futurekontrakten im Energiebereich (Veränderung der Zahlungsflüsse: +82,2 Mio. €) kompensiert werden. Zudem sanken 2011 die Auszahlungen für Ertragsteuern deutlich. Daraus resultierte ein positiver Effekt auf den Cashflow aus operativer Tätigkeit in Höhe von 36,9 Mio. €. Die Einzahlungen aus erhaltenen Baukostenzuschüssen stiegen aufgrund der gestiegenen Investitionstätigkeit deutlich um 54,1 Mio. €.
Gesunkener Cashflow aus Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich 2011 um +347,7 Mio. €. Dies ergab sich vor allem aus gestiegenen Veranlagungen am Geldmarkt. Dem entgegen wirkten die geringeren Einzahlungen aus dem Abgang von Wertpapieren in Höhe von 87,5 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte machten 83,3% der entsprechenden Auszahlungen 2010 aus. Darüber hinaus sind im Cashflow aus Investitionstätigkeit 2011 Auszahlungen für Kapitalerhöhungen bei und Anteilserwerbe von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in der Höhe von –278,8 Mio. € (Vorjahr: 90,8 Mio. €) enthalten. Der Verkauf der POWEO S.A. und POWEO Production S.A.S. führte 2011 zu Einzahlungen.
Rückgang des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit veränderte sich 2011 um –918,1 Mio. €. Der Rückgang ist insbesondere auf die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen, die zu Einzahlungen in Höhe von 976,8 Mio. € geführt hat. Im Jahr 2011 fanden keine vergleichbaren Einzahlungen statt. Zusätzlich wurden 2011 um 363,0 Mio. € höhere Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten durchgeführt sowie um 73,0 Mio. € weniger Finanzverbindlichkeiten aufgenommen. Geringere Dividendenausschüttungen (+203,6 Mio. €) wirkten gegenläufig. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 2011 sind zudem Einzahlungen aus der Veräußerung von Anteilen an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH enthalten.
Kennzahlen
Die Kennzahlen spiegeln die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen und die Verbesserung der Kapitalstruktur von VERBUND wider. Bei der Berechnung von Kennzahlen eliminiert VERBUND die Effekte von aktiv- und passivseitig geschlossenen Positionen. Die für die Ermittlung der wesentlichen Kennzahlen maßgeblichen Berechnungsmodalitäten sind im Glossar erläutert.
EBIT-Marge weiterhin im europäischen Spitzenfeld
Die Umsatzrentabilität (EBIT-Marge) stieg von 25,0% auf 25,9% und liegt damit weiterhin über dem Durchschnittswert der europäischen Versorger. Der Anstieg ist vor allem durch die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen bedingt.
Nettoverschuldungsgrad deutlich gesunken
Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) sank von 96,8% zum 31.12.2010 auf 81,9% zum 31.12.2011. Dieser Rückgang ist vor allem auf vorzeitige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten sowie den deutlichen Anstieg des Eigenkapitals zurückzuführen. Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich als Quotient aus Nettoverschuldung zu Eigenkapital inklusive Minderheiten.
| Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung) | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.717,1 | 4.033,8 | – 7,9% |
| Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen |
408,5 | 332,8 | 22,7% |
| Kommanditisten zurechenbares Kapital | 108,0 | 129,8 | – 16,8% |
| Sonstige verzinsliche Schulden | 1.161,7 | 1.183,3 | – 1,8% |
| Finanzaktiva – bilanziell geschlossene Positionen | – 408,5 | – 332,8 | n.a. |
| Verzinsliche Bruttoverschuldung | 4.986,7 | 5.346,9 | – 6,7 % |
| Liquide Mittel | – 333,1 | – 488,7 | – 31,8% |
| Wertpapiere und Ausleihungen | – 551,6 | – 581,9 | – 5,2% |
| Sonstige | – 66,3 | – 42,4 | 56,4% |
| Verzinsliche Nettoverschuldung | 4.035,7 | 4.233,9 | – 4,7 % |
| Aktionären der VERBUND AG zurechenbares Eigenkapital | 4.323,5 | 4.036,0 | 7,1% |
| Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares | |||
| Eigenkapital | 605,9 | 336,4 | 80,1% |
| Eigenkapital inklusive Minderheiten | 4.929,4 | 4.372,4 | 12,7 % |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) in % | 81,9 % | 96,8 % | – |
Nettoverschuldungsgrad
EVA® weiterhin positiv
Der EVA® – Economic Value Added – reduzierte sich von 54,2 Mio. € auf 11,8 Mio. €. Diese Kennzahl zeigt die Überrendite, die nach Abzug aller Kostenelemente einschließlich risikoadjustierter Eigen- und Fremdkapitalkosten erwirtschaftet wird. Die Veränderung des EVA® resultiert insbesondere aus der Verringerung des Net-Operating-Profit-After-Tax (NOPAT). Dieser betrug im Geschäftsjahr 2010 677,3 Mio. €, reduzierte sich im Geschäftsjahr 2011 jedoch auf 633,8 Mio. €.
Das durchschnittliche Capital-Employed stieg infolge der umfangreichen Investitionstätigkeit von 8.307,9 Mio. € auf 8.884,6 Mio. € zum 31.12.2011. Der hieraus resultierende Anstieg der Kapitalkosten wurde jedoch durch die Reduktion der Weighted-Average-Cost-of-Capital (WACC) von 7,50% auf 7,00% kompensiert.
Finanzierung
Finanzstrategie
Die internationalen Kapitalmärkte waren 2011 durch die Euro- und Staatsschuldenkrise volatil und sehr belastet. Der Ausblick für 2012 ist, verschärft durch die sich eintrübende Konjunktur, weiterhin negativ und die weitere Entwicklung ist von großen Unsicherheiten gekennzeichnet. Die Finanzstrategie von VERBUND reflektiert die aktuellen Unsicherheiten an den Finanzmärkten und ist auf 5 Säulen aufgebaut:
• Bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften
Die mittel- und langfristige Finanzierung der Geschäftsaktivitäten ist innerhalb des Konzerns gebündelt. Sie erfolgt zentral durch die VERBUND International Finance GmbH bzw. die VERBUND AG. Den kurzfristigen Geldausgleich innerhalb des Konzerns führt die VERBUND Finanzierungsservice GmbH durch. Als interne Finanzierungsdrehscheiben nehmen diese Gesellschaften Fremdkapital extern oder konzernintern aus Gesellschaften mit Überliquidität auf und leiten es bedarfsgerecht auf Basis eines marktorientierten Transferpreissystems an die Konzerntöchter weiter. Dadurch werden die Vorteile einer zentralen Konzernfinanzierung erzielt und gleichzeitig Markt- und Risikoimpulse an die Konzerntöchter weitergegeben.
• Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve
In Zeiten der Finanzkrise hat die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität absolute Priorität. Um diese zu gewährleisten, werden – von unserer Liquiditätsplanung abgeleitet – ausreichend liquide Mittel vorgehalten (Fristigkeiten von < 3 Monaten). Zusätzlich sichert VERBUND die Liquidität durch gesicherte und ungesicherte Bankenlinien ab. Dazu verfügt VERBUND über eine syndizierte Kreditlinie (Volumen: 750,0 Mio. €) mit einer Laufzeit bis 2016 und einer Verlängerungsoption, die auch in schwierigen Marktsituationen jederzeit gezogen werden kann, sowie über nicht kommittierte Linien – vorwiegend bei österreichischen Banken.
• Absicherung einer starken Bonität
Eine wesentliche Säule der VERBUND-Strategie ist der Erhalt einer starken Bonität im Single-"A"-Bereich. Dafür wird die Strategie laufend mit den Rating-Agenturen Moody's Investors Services und Standard & Poor's diskutiert und abgestimmt. Bei den Planungsrechnungen wird auf die strenge Einhaltung der von den Rating-Agenturen vorgegebenen wesentlichen Kennzahlengrenzen Wert gelegt. Zur Steuerung des Ratings orientiert sich VERBUND an den Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Total Debt.
• Erhalt einer weitreichenden finanziellen Flexibilität
Die Absicherung des Ratings im "A"-Bereich ermöglicht einen breiten Zugang zu Finanzierungsquellen. Das unterstützt die Wachstumsstrategie und schafft auch bei angespannten Kapitalmärkten jederzeit Zugang zu frischem Kapital. Das Finanzierungsportfolio von VERBUND umfasst einen ausgewogenen Mix aus Anleihen, Krediten, Privatplatzierungen, Exportförderkrediten sowie Projektfinanzierungen.
• Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limits und Kennzahlen
Die Finanzstrategie von VERBUND bewegt sich innerhalb einer konservativen Risikostrategie mit definiertem Value-at-Risk (VaR) und Limitsystemen, deren Einhaltung das Risikomanagement laufend überprüft. Die Risikosteuerung des Fremdmittelportfolios basiert im Wesentlichen auf den Kennzahlen Duration, Restlaufzeit, Effektivverzinsung, Währungslimits, Zinsvariabilität sowie VaR.
Fremdmittelaufnahmen und Fremdmittelportfolio
Zur Finanzierung des laufenden Investitionsprogramms konnte VERBUND 2011 auf die hohe Innenfinanzierungskraft zurückgreifen. Durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung im Jahr 2010 bzw. Anteilsverkäufe im Jahr 2011 standen ausreichend Mittel für die Umsetzung der Investitionsprojekte mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien zur Verfügung. Der Bedarf für die Aufnahme neuer Fremdmittel war daher stark rückläufig. Es wurde nur ein neuer Kredit bei der Europäischen Investitionsbank für die Refinanzierung des Mittelbedarfs für das Gas-Kombikraftwerk Mellach über 125,0 Mio. € aufgenommen. Aufgrund der guten Liquidität kam es 2011 zusätzlich zu vorzeitigen Tilgungen von Krediten im Ausmaß von 355,0 Mio. €.
Das Fremdmittelportfolio von VERBUND besteht per 31.12.2011 zu 63,8% aus Anleihen, zu 32,9% aus Krediten (von diesen 32,9% entfallen 9,0-%-Punkte auf Exportförderkredite) und zu 3,3% aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten.
Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten, ohne Berücksichtigung der ehemaligen Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und exklusive Kommanditanteile. Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von VERBUND beträgt 3.674,1 Mio. €. Davon sind 96,3% in € finanziert (ohne Berücksichtigung ehemaliger Cross-Border-Leasing-Transaktionen) und 3,7% in Yen. Für alle Finanzverbindlichkeiten beträgt die Duration per 31.12.2011 rund 3,4 Jahre, die durchschnittliche Restlaufzeit beläuft sich auf 5,0 Jahre. Die Effektivverzinsung beträgt 4,4%, per 31.12.2011 sind 90,1% dieser Finanzverbindlichkeiten fix und 9,9% variabel verzinst.
Tilgungsstruktur
Die Tilgungsstruktur zeigt, dass in den Jahren 2012 bis 2013 nur geringe Tilgungen zu leisten sind. Der Refinanzierungsbedarf in diesem Zeitraum beträgt 371,0 Mio. € und kann aus den liquiden Mitteln und den kommittierten Linien gedeckt werden. Tilgungsspitzen bestehen in den Jahren 2014 und 2015 sowie 2019 durch die Fälligkeit von Euroanleihen.
Bankenlinien
Die Absicherung der Liquidität hat für VERBUND oberste Priorität. VERBUND verfügt per 31.12.2011 über einen syndizierten Kredit von 750,0 Mio. €, welcher der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Dieser Kredit wurde im Quartal 4/2011 mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Banken abgeschlossen, hat eine Laufzeit bis 2016 (mit Verlängerungsoption) und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt VERBUND per 31.12.2011 über nicht kommittierte Linien von 755,0 Mio. €, vorwiegend bei heimischen Banken.
Rating-Entwicklung
Je besser die Bonität eines Unternehmens, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Der langfristigen Absicherung des VERBUND-Ratings kommt hohe Bedeutung zu, da die Risikoaufschläge für Unternehmen infolge der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise je nach Rating-Kategorie stark differenziert wurden. Standard & Poor's hat im Dezember 2011 das Rating von VERBUND mit A-/stable outlook bestätigt. Das Rating von VERBUND bei Moody's liegt derzeit bei A2/stable outlook. Die Rating-Bewertungen von VERBUND liegen damit in einem von Rating-Herabstufungen gekennzeichneten Branchenumfeld weit besser als der Durchschnitt der europäischen Versorgerwerte.
Stand zum 31.12.2011: S & P: A-/stable outlook Moody's: A2/stable outlook
Finanzkennzahlen
| Einheit | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| x | 3,9 | 4,0 |
| % | 81,9 | 96,8 |
| x | 3,7 | 3,6 |
| % | 18,9 | 17,6 |
1 Zinsaufwendungen ohne die den Kommanditisten zurechenbaren Ergebnisanteile
Geschäftsbereiche
Strom
In Österreich werden jährlich etwa 70.000 GWh Strom erzeugt. Rund 40% davon stammen aus VERBUND-Kraftwerken. Im Jahr 2011 erzeugte VERBUND 81% seines Stroms aus Wasserkraft. Windkraft und Fotovoltaik verstärken das Engagement bei erneuerbaren Energien. Gas-Kombikraftwerke bilden eine effiziente und umweltfreundliche ergänzende Brückentechnologie.
Betriebswirtschaftliche Entwicklung im Segment Strom
Der Außenumsatz im Segment Strom stieg 2011 um 15,1% auf 3.435,8 Mio. €. Der Anstieg ist auf den um 11,1% höheren Stromabsatz – vor allem an Händler und Weiterverteiler im Ausland – zurückzuführen. Der positive Effekt aus den gestiegenen Absatzmengen wurde durch die Realisierung von höheren Strompreisen am Spotmarkt noch verstärkt. 88,9% des Außenumsatzes im Konzern wurden 2011 im Segment Strom erwirtschaftet. Das operative Ergebnis im Segment Strom stieg um 21,6% auf 998,6 Mio. €. Hauptgrund dafür waren die zum 30.9.2011 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen, die einen positiven Effekt von 202,2 Mio. € auf das operative Ergebnis hatten. Das Segment Strom erzielte damit 99,7% des operativen Ergebnisses für den Konzern.
Stromaufbringung
Schwerpunkt: Wasserkraft, ergänzt durch Wärme- und Windkraft
VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammt aus 82 Laufkraftwerken und 21 Speicherkraftwerken. Ergänzt wird die Eigenerzeugung durch Bezugsrechte an der Erzeugung von zusammen 20 Wasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG, Donaukraftwerke Jochenstein AG sowie E.ON Wasserkraft GmbH. Die gesamte Engpassleistung in der Stromerzeugung aus Wasserkraft beträgt 7.365 MW, die durchschnittliche Jahreserzeugung 26.623 GWh (Regelarbeitsvermögen).
Ergänzend erbringen 25 Windräder an 3 Standorten in Niederösterreich 49 MW Leistung, ein weiterer Windpark mit 16 MW liegt in Bulgarien. 2 Fotovoltaik-Kraftwerke in Spanien mit 3 MW runden das erneuerbare Erzeugungsportfolio ab.
Die Stromerzeugung von VERBUND vervollständigen 3 thermische Kraftwerke in kommerziellem Betrieb (gesamt 815 MW). Ein Wärmekraftwerk (57 MW) ist verpachtet, ein weiteres (277 MW) konserviert. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach in der Steiermark (843 MW brutto, 832 MW netto) ist seit August 2011 in der Inbetriebsetzungsphase, die kommerzielle Inbetriebnahme ist für 2012 vorgesehen. Seit März 2011 verfügt VERBUND zudem über 100% des Stroms aus dem französischen Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre.
| Eigenstromerzeugung | |
|---|---|
| Anzahl | Engpass leistung MW |
Regelarbeits vermögen GWh |
2008 GWh | 2009 GWh | 2010 GWh | 2011 GWh | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wasserkraft | 103 | 6.774 | 23.592 | 22.221 | 23.858 | 23.825 | 21.648 |
| Wasserkraft Bezugsrechte |
20 | 591 | 3.031 | 3.087 | 3.241 | 2.883 | 2.569 |
| Wind/Sonne | 6 | 68 | – | 106 | 112 | 127 | |
| Wärmekraft | 6 | 1.992 | 3.352 | 2.351 | 3.246 | 3.670 | |
| Wärmekraft Bezugsrechte |
1 | 412 | – | 363 | 1.012 | 1.740 | |
| Summe | 136 | 9.837 | 26.623 | 28.660 | 29.918 | 31.078 | 29.753 |
Stromaufbringung gestiegen
Im Jahr 2011 brachte VERBUND 61.907 GWh an Eigen- und Fremdstrom auf, das sind um 11,1% mehr als 2010. Durch die Trockenheit 2011 ging die Erzeugung aus Lauf-, Laufschwell- und Tagesspeicherkraftwerken um 9,8% zurück. Der Erzeugungskoeffizient lag mit 0,89 um 11% unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 10%-Punkte unter dem Wert von 2010. Auch die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke reduzierte sich um 6,7%.
Die Erzeugung aus Wärmekraftwerken stieg 2011 um 27,1%. Ausschlaggebend dafür waren vor allem der volle Strombezug aus dem französischen Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre seit März 2011 und die Erzeugung des Gas-Kombikraftwerks Mellach in der Inbetriebsetzungsphase. Eine technische Zeitverfügbarkeit der Anlagen von 98,6% und eine Zuverlässigkeit von 99,4% stellen den thermischen Kraftwerken von VERBUND auch im internationalen Vergleich ein hervorragendes Zeugnis aus.
| Stromaufbringung ohne Verlustenergiemengen | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Wasserkraft 1 | 24.216 | 26.708 | –9,3% |
| Wind/Sonne | 127 | 112 | 13,5% |
| Wärmekraft 1 | 5.410 | 4.258 | 27,1% |
| Eigenerzeugung | 29.753 | 31.078 | –4,3% |
| Fremdbezug | 32.155 | 24.652 | 30,4% |
| Konzernaufbringung | 61.907 | 55.729 | 11,1% |
1 inkl. Bezugsrechte
Stromabsatz
Mehr Strom verkauft
Im Jahr 2011 setzte VERBUND 61.907 GWh Strom ab, das sind um 11,1% mehr als im Vorjahr. Den Zuwachs trugen vor allem der Handel sowie der höhere Absatz an Weiterverteiler bei. Die Stromabgabe an Endkunden nahm durch den Rückzug aus dem Endkundenmarkt in Frankreich ab.
Das Geschäft mit Weiterverteilern und Endkunden entwickelte sich vor dem Hintergrund der makroökonomischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus zufriedenstellend. Die Stromnachfrage ist jedoch bei manchen Kunden bereits rückläufig.
Die Stromliefermengen auf den Auslandsmärkten stiegen um 20,5%, sie betrugen 60% der VERBUND-Gesamtstrommenge im Jahr 2011. Mit 75% entfiel der größte Teil der im Ausland abgesetzten Mengen auf den wichtigsten Auslandsmarkt Deutschland – dort wurde um 30,6% mehr Strom geliefert. Der Absatz an Weiterverteiler und die Handelsaktivitäten stiegen um jeweils ein Drittel, die Abgabe an Endkunden stieg um 6%. Mit der Premiummarke H2Ö – hochwertigem Ökostrom aus TÜV-SÜD-zertifizierten Wasserkraftwerken – konnte VERBUND weitere Großkunden gewinnen und seine Marktposition als führender Grünstromlieferant ausbauen.
In Frankreich, dem zweitwichtigsten Auslandsmarkt, trat per Juli 2011 das Gesetz zur Neuorganisation des französischen Strommarkts (Loi NOME) in Kraft. Lieferanten können damit zwischen 65% und 90% des Bedarfs ihrer Endkunden durch regulierten Zugriff auf günstige Atomenergie (Accès Régulé à l'Électricité Nucléaire Historique, ARENH) decken. VERBUND traf vor diesem Hintergrund die strategische Entscheidung, auf den Bezug von ARENH zu verzichten und aus dem französischen Endkundenmarkt auszusteigen. Obwohl der Absatz von Strom aus Eigenerzeugung in Frankreich über Händler und Weiterverteiler stieg, ging der Gesamtabsatz daher um 11,2% zurück.
Im Heimmarkt Österreich wurden 25.019 GWh Strom abgesetzt. VERBUND baute den heimischen Endkundenmarkt um 2,4% aus, die Belieferung von Weiterverteilern stieg um 0,6%. Die Lieferungen aus Bezugsrechten waren aufgrund der geringen Wasserführung deutlich rückläufig, wurden aber durch Abschlüsse von neuen langfristigen Strom-Lieferverträgen in Vorperioden mit Landesgesellschaften ausgeglichen.
| Absatz nach Kundenbereichen ohne Verlustenergiemengen | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Änderung | |
| Endkunden | 9.510 | 11.451 | –16,9% |
| Weiterverteiler | 24.551 | 23.390 | 5,0% |
| Händler | 26.020 | 19.211 | 35,4% |
| Eigenbedarf | 1.825 | 1.677 | 8,8% |
| Stromabsatz | 61.907 | 55.729 | 11,1% |
Stromvertrieb
Neue Produkte, innovativ positioniert
VERBUND ist der größte Anbieter von Strom aus erneuerbarer Energie in Österreich. Ende 2011 verfügte das Unternehmen über rund 255.000 Kunden im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe. Im September 2011 ergänzte VERBUND das Angebot durch neue Stromprodukte. Alle H2Ö-Produkte bieten Strom aus 100% Wasserkraft, die Palette reicht vom günstigen Online-Produkt H2Ö-direkt bis zu Produkten mit Zusatzservices wie kostenloser Energieberatung oder Versicherungsleistungen.
Im Business- und Industriekundensegment ist VERBUND in Österreich und Deutschland innovativ und serviceorientiert positioniert, in Österreich beträgt der Marktanteil rund 24%. In Deutschland wurden die Absatzmengen wieder deutlich ausgebaut. Das 2010 eröffnete Vertriebsbüro in Düsseldorf verstärkte die Sales-Aktivitäten und bedient vor allem auch das steigende Interesse der Industriekunden an Grünstrom aus zertifizierten Wasserkraftwerken.
Die Entwicklung neuer Geschäftsfelder ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung des Wachstumskurses. Das VERBUND-Solar-Strom-Paket fördert den bewussten Umgang von Endkunden mit Energie. VERBUND ist führendes Mitglied von Austrian Mobile Power, der Elektro-Mobilitätsplattform österreichischer Leitbetriebe. Unternehmen aus der Energiewirtschaft, der Industrie und der Forschung haben es sich zum Ziel gesetzt, Österreich in ein neues Zeitalter der Mobilität zu führen. Auch die Energiepartnerschaft mit der EU-Leaderregion Almenland in der Steiermark wurde 2011 ausgebaut. Das Almenland ist VERBUND-Testregion für E-Mobilität. Unter dem Motto "CO2-frei durchstarten" wurde außerdem eine Aktion zur "Gratis-Probefahrt mit dem VERBUND-Elektroauto" beworben.
Das Thema Energie-Effizienz stellte 2011 einen weiteren Schwerpunkt dar. Dazu passt der Trend, dass Konsumenten stärker in den Kreislauf der Energie-Erzeugung und in die Verbrauchssteuerung eingebunden werden wollen. Mit dem Pilotprojekt "VERBUND-Smarthome" bekommt der Kunde dank der Visualisierung des Stromverbrauchs die Möglichkeit, vom passiven Konsumenten zum aktiven Teilnehmer zu werden. Das Projekt erforscht das Verbrauchsverhalten und prüft, inwieweit durch Anreize Energie gespart werden kann bzw. ob Lastverlagerungen, etwa von Tages- in die Nachtstunden, möglich sind. Die E-Control geht jedenfalls davon aus, dass durch Smart Home & Smart Metering allein in österreichischen Haushalten zumindest 2.000 GWh jährlich eingespart werden können.
Stromhandel
Wandel im Handel
Die Energiemärkte Europas rücken stärker zusammen, die Liquidität der Märkte wächst. Immer transparentere Märkte führen zwangsläufig zu geringeren Preisdifferenzen. Entsprechend dieser Ausgangslage und basierend auf den erforderlichen Aktivitäten für die Bewirtschaftung eigener Assets werden neben den Standardprodukten zunehmend strukturierte Produkte gehandelt.
Schwerpunkt von VERBUND im Handel ist die optimale Vermarktung der konzerneigenen Assets. Dazu ergänzen wir unsere Handelsaktivitäten unter strengen Risikorichtlinien durch das Proprietary Trading. Das dabei gewonnene Know-how stärkt die Marktstellung von VERBUND und lässt uns auf Marktveränderungen unmittelbar reagieren. Durch die Aktivitäten des Trading Floors im Bereich von Strom-, Gas- und Zertifikatehandel wird ein stabiler Marktzugang für die Vermarktung und Absicherung der Eigenerzeugung und die Rückdeckung von Wholesale-Geschäften sichergestellt. VERBUND hat durch die Tradingfunktion eine für das Kerngeschäft Erzeugung notwendige starke Marktpräsenz auf den wichtigsten OTC-Märkten und Börsenplätzen Europas.
Der Regelenergiemarkt gewinnt durch den starken Ausbau erneuerbarer Energien zusehends an Bedeutung. VERBUND hat diesen Trend bereits frühzeitig erkannt einen Schwerpunkt auf die Vermarktung von Regelenergie gelegt. Investitionen in Pumpspeicher-Kraftwerke unterstreichen die strategische Rolle, die VERBUND diesem Markt zuschreibt.
Strompreise
VERBUND vermarktet den Großteil seiner Erzeugung auf Termin, um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken kleinzuhalten. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt 2011 hat nur untergeordneten Einfluss auf die Erlöse im Berichtsjahr. Sie wirkt sich vor allem auf die Ergebnisse der Folgeperioden aus.
Höhere Strompreise an den Großhandelsmärkten
Am Spotmarkt der Pariser Strombörse EPEX Spot lagen die Preise für Bandenergie (Base) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich im Jahresdurchschnitt 2011 mit 51,1 €/MWh um 15% über jenen des Vorjahres. Die Preise für Spitzenenergie (Peak) lagen mit 61,1 €/MWh um 11% über jenen von 2010. Im ersten Halbjahr 2011 wirkten höhere Brennstoffpreise und die noch gute Konjunktur preistreibend. Im zweiten Halbjahr 2011 gaben die Strompreise infolge der schwächeren konjunkturellen Entwicklung wieder nach. Aus Sicht der Pumpspeicher-Kraftwerke weniger erfreulich ist die Abnahme der stündlichen Preisvolatilität und der Preisunterschiede zwischen Grund- und Spitzenlast. Die Differenz zwischen Peak und Base ging weiter von 10,5 €/MWh im Durchschnitt des Jahres 2010 auf 10,0 €/MWh im Jahresdurchschnitt 2011 zurück, nachdem 2009 noch ein Preisabstand von durchschnittlich 12,3 €/MWh gegeben war.
Spothandel für das Marktgebiet Deutschland/Österreich entsprechend den Notierungen an der EPEX Spot; Monatsdurchschnittspreise
Am Terminmarkt der Leipziger Strombörse EEX wurde 2011 für das Marktgebiet Deutschland/Österreich Grundlast für 2012 (Front-Year-Base) im Durchschnitt mit 56,0 €/MWh gehandelt, Spitzenenergie (Front-Year-Peak) mit 69,0 €/MWh. Im Jahr 2010 waren für Front-Year-Base-Kontrakte durchschnittlich 49,9 €/MWh, für Front-Year-Peak 64,5 €/MWh zu zahlen gewesen. Preistreibend wirkten im Jahr 2011 höhere Preise für Primärenergieträger sowie die verringerte Kraftwerkskapazität durch die dauerhafte Stilllegung deutscher Kernkraftwerke. Gegen Ende 2011 verloren die Terminmarktpreise wegen der Abkühlung der globalen Wirtschaft wieder an Terrain.
Strompreisentwicklung am Terminmarkt in €/MWh
Notierungen Front Year für das Marktgebiet Deutschland/Österreich entsprechend dem Futurehandel an der EEX; tägliche Preise. Achsenbezeichnung bezieht sich auf den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauf folgenden Jahr.
Konjunkturängste drücken Preise für CO2-Emissionsrechte
Der europäische Handel mit CO2-Emissionsrechten (European Union Allowance, EUA) erlebte 2011 deutliche Preisausschläge. Die Preise für EUA mit Lieferung im Dezember 2011 (EUA-11), zu Jahresbeginn noch mit knapp über 14 € je t CO2 gehandelt, standen im Frühjahr zeitweise über 17 €. Gründe dafür waren die Folgen der Ereignisse in Japan im März 2011 und der Beschluss der deutschen Bundesregierung über den Ausstieg aus der Kernkraft. Mit der Zuspitzung der Eurokrise gab es ab Juni 2011 einen Abwärtstrend. Darüber hinaus brachten die Veröffentlichung des Entwurfs einer EU-Richtlinie zur Steigerung der Energie-Effizienz sowie die ergebnislose UN-Klimakonferenz in Durban die Preise unter Druck.
Im Durchschnitt des Jahres 2011 wurden EUA-11 mit 13,4 €/t um 7% günstiger gehandelt als 2010. Certified-Emission-Reductions (CER, Gutschriften aus emissionsmindernden Maßnahmen in Entwicklungsund Schwellenländern) kosteten im Durchschnitt 10,0 €/t, das sind knapp –20% gegenüber dem Jahr 2010.
Ausbau der Stromerzeugung
Wasserkraft trägt zur Erreichung der österreichischen Klimaziele bei
Österreich hat sich in der EU verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 34% zu erhöhen. Wasserkraft ist derzeit die einzige wettbewerbsfähige erneuerbare Energiequelle zur Stromerzeugung. In der nationalen Energiestrategie ist ein Ausbau der Wasserkraft um 3,5 TWh bis 2015 festgelegt. VERBUND leistet in den kommenden Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der europäischen und nationalen Ziele: Geplant sind Kraftwerksprojekte mit etwa 1.100 GWh Regelarbeitsvermögen und einer Engpassleistung von etwa 1.500 MW, die teilweise in Kooperation mit regionalen Partnern umgesetzt werden sollen.
Das Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg II in Salzburg konnte früher als geplant bereits im Oktober 2011 eröffnet werden. Es erhöht mit 480 MW die Turbinenleistung der Kraftwerksanlage Kaprun auf insgesamt 833 MW.
Anfang 2010 wurde der Antrag zur Umweltverträglichkeitsprüfung für das Pumpspeicher-Kraftwerk Limberg III eingereicht. Die Umsetzung des Projekts hängt – neben der UVP-Genehmigung – maßgeblich von der Fertigstellung der 380-kV-Salzburgleitung bis Kaprun ab. Die Errichtung des Pumpspeicher-Kraftwerks Reißeck II in Kärnten war 2011 geprägt durch die Vornahme der Ausbruchs- und Vortriebsarbeiten. Mit 430 MW wird das neue Kraftwerk die Turbinenleistung der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck ab der geplanten Inbetriebnahme 2014 auf 1.459 MW erhöhen.
Im Jahr 2011 hat VERBUND weiter in mehr Effizienz, höhere Verfügbarkeit und verstärkte Sicherheit von bestehenden Anlagen investiert. So arbeitet der erste neue Maschinensatz im steirischen Murkraftwerk Pernegg seit April 2011, die beiden weiteren werden in den Wintern 2011/12 und 2012/13 umgebaut. Auch die Kraftwerke Mayrhofen und Roßhag im Zillertal/Tirol werden seit Mai 2011 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Durch die Erneuerung wichtiger Turbinen-, Pumpen- und Generatorteile erhöht sich die Turbinenleistung der Werksgruppe Zillertal um 10 MW, die Pumpleistung um 22 MW und die Jahreserzeugung aus natürlichem Zufluss um 12 GWh.
VERBUND baut in Kooperation (VERBUND-Anteil 50%) mit der Energie Steiermark/STEWEAG-STEG GmbH (SSG) seit 2009 die Murkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf. Der Bau obliegt der SSG, VERBUND übernimmt nach der Fertigstellung die Betriebsführung. Die Betriebsführung der Anlage Gössendorf mit einer Gesamtjahres-erzeugung von 88,6 GWh Strom ging Anfang Dezember 2011 an VERBUND. Auch beim Projekt Kalsdorf laufen die Bauarbeiten nach Plan. Das Kraftwerk, das im November 2012 in Betrieb gehen soll, wird jährlich 81,2 GWh Strom erzeugen.
Im Juli 2010 erteilte die Tiroler Landesregierung für das grenzüberschreitende Gemeinschaftskraftwerk Inn (mit 414 GWh Jahreserzeugung) von VERBUND (50%), TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG und Engadiner Kraftwerke AG einen positiven UVP-Bescheid. Aufgrund von Einsprüchen werden die Genehmigungsverfahren in Österreich und der Schweiz in der zweiten Instanz fortgesetzt. Seit Oktober 2011 liegt ein rechtskräftiger Entscheid des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts vor. In Österreich läuft das Verfahren vor dem Umweltsenat in zweiter Instanz.
Erdgas als Ergänzung
Auf dem Weg in die Zukunft setzt VERBUND auf Gas-Kombikraftwerke als umweltfreundliche Brückentechnologie. Sie gleichen wetterbedingte Schwankungen bei erneuerbaren Energiequellen optimal aus, sind flexibel regelbar, effizient und ermöglichen die Auskopplung von Fernwärme. Die Baukosten sind halb so hoch wie jene von Kohlekraftwerken, sodass sie auch deutlich geringere Fixkosten haben. Gleichzeitig stoßen sie nur halb so viel CO2 aus.
Mit dem Gas-Kombikraftwerk Mellach, das kurz vor der kommerziellen Inbetriebnahme steht, wird das Erzeugungsportfolio von VERBUND optimal ergänzt. Die Kraftwerke St. Andrä/Kärnten und Zeltweg/Steiermark wurden endgültig außer Betrieb genommen. Am Standort Mellach wurden wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltsituation im Großraum Graz gesetzt: Mit der Steirischen Gas-Wärme GmbH (STGW) wurde beispielsweise vereinbart, die Kapazität der Fernwärmeübertragung von Mellach nach Graz von 230 MW auf 350 MW zu erhöhen.
Engagement für Windkraft
Die rasante technologische Entwicklung von Windkraftanlagen führte in den letzten Jahren zu einem regelrechten Windenergie-Boom. VERBUND hat die Möglichkeiten dieser Technologie frühzeitig erkannt und setzt heute verstärkt auf Windkraft als Ergänzung zur Wasserkraft. Dabei forciert das Unternehmen neben dem nationalen vor allem den internationalen Ausbau in den Zielmärkten.
VERBUND errichtet gegenwärtig einen Windpark mit einer ersten Ausbauleistung von 200 MW in Rumänien. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig und eine Inbetriebnahme der ersten 100 MW ist Mitte 2012 geplant. Im Zuge dieses Windparks realisiert VERBUND auch ein 400-kV-Umspannwerk (UW), über das in Zukunft mehr als 700 MW Windkraft in das rumänische Übertragungsnetz eingespeist werden.
Neben der Erschließung neuer Märkte steht für VERBUND auch der Ausbau von bestehenden Märkten im Fokus. In Österreich betreibt VERBUND seit dem Jahr 2009 in der Region Bruck an der Leitha 3 Windparks mit einer Kapazität von 49 MW. Aufgrund des guten Winddargebots und der positiven lokalen Verankerung des Unternehmens realisiert VERBUND von 2012 bis 2014 in dieser Region 3 weitere Windparks mit einer Gesamtleistung von 57 MW – das entspricht mehr als einem Viertel des gesamten 2012 geplanten Windenergie-Ausbaus in Niederösterreich.
Ausblick zum Segment Strom
Rahmenbedingungen bleiben auch in Zukunft herausfordernd
Die folgenschweren Ereignisse in Fukushima vom März 2011 haben das energiepolitische Umfeld maßgeblich verändert. Nicht nur die europäische Diskussion um Nutzen und Risiken der Kernenergie, sondern die Energieversorgung generell hat damit große Dynamik bekommen. Die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die Rechtssicherheit bieten und positive Impulse für Produktion und Effizienz-Steigerung zulassen, ist eine entscheidende energiepolitische Herausforderung. Ein verstärkter Ausbau der Netz- und Speicherkapazitäten ist unabdingbar für die forcierte Nutzung von neuen erneuerbaren Energien in Europa. Hier ist eine besonders intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig: Nur gemeinsame Lösungen stärken sowohl die österreichische als auch die europäische Energiewirtschaft und ermöglichen einen ökologisch und ökonomisch effizienten Ausbau. VERBUND setzt bei neuen Anlagen vor allem auf Wasser- und Windkraft und beobachtet die Entwicklungen in anderen Bereichen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aufmerksam. Mit dem Ausbau von Pumpspeicher-Kraftwerken trägt das Unternehmen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Europa maßgeblich bei: Pumpspeicher-Kraftwerke können als "grüne Batterien" die schwankende Erzeugung von Strom aus Sonnen- und Windkraftanlagen optimal ausgleichen.
Die Marktunsicherheiten werden 2012 anhalten. Es ist derzeit keine nachhaltige Erholung der Strom-Großhandelspreise abzusehen. Die schwierigen Rahmenbedingungen haben gezeigt, dass VERBUND mit seiner Strategie als integriertes Stromunternehmen mit Fokus auf definierte Kernmärkte und tiefem Markt-Know-how für die Zukunft sehr gut positioniert ist. Bei der Suche nach dem richtigen Energie-Mix ist zentral, Strom als Schlüssel zu einem nachhaltigen und klimaverträglichen Energiesystem zu verstehen. Erneuerbare Energien werden eine immer wichtigere Rolle für eine nachhaltige Energiewende spielen.
Netz
Das rund 3.500 Trassenkilometer umfassende Übertragungsnetz der Austrian Power Grid AG (APG) bildet das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung. Es ist Teil des gesamteuropäischen Übertragungsnetzes der Regional Group Continental Europe von ENTSO-E. Die Spannungsebenen sind 380, 220 und 110 kV.
Betriebswirtschaftliche Entwicklung und Netzverlustenergiemengen
Außenumsatz im Segment Netz gestiegen
Der Außenumsatz im Segment Netz stieg 2011 um 58,4% auf 404,3 Mio. €. Hauptgrund dafür war der erstmalige österreichweite Stromverkauf für die Abdeckung von Netzverlusten. Gegenläufig wirkten Vorsorgen aufgrund der Aufhebung der Systemnutzungstarife-Verordnung der vergangenen 3 Jahre durch den Verfassungsgerichtshof. 10,5% des Außenumsatzes im Konzern wurden 2011 im Segment Netz erzielt. Ebenso stiegen die Aufwendungen für Strombezug durch die vermehrte Beschaffung von Verlustenergie. Höhere Abschreibungen insbesondere durch die Inbetriebnahme der 380-kV-Salzburgleitung, Abschnitt 1 Netzknoten St. Peter – Umspannwerk Salzburg, reduzierten das operative Ergebnis gegenüber dem vergangenen Jahr auf –7,1 Mio. €.
| Absatz Netzverlustenergiemengen | in GWh | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Weiterverteiler | 2.093 | – |
| Händler | 178 | – |
| Eigenbedarf | 218 | – |
| Gesamt | 2.489 | – |
Neue Systemnutzungsentgelte ab 2012
Die von der Regulierungsbehörde verordnete Tarifierungsbasis für die Brutto- und Nettotarife der APG steigt 2012 um 18,2% im Vergleich zur 2011 gültigen Systemnutzungstarife-Verordnung (SNT-VO). Die gesamte Basis für die Tarife inklusive der Netzebene 3, der Verlusttarife und der Systemdienstleistung steigt um 16,9%. Die Bruttokomponente wird um 13,9% erhöht. Bei den Nettokomponenten kommt es durch die starken Investitionen der APG in Transformatoren zu einer noch stärkeren Spreizung der Tarife der Netzebene 2 zur Netzebene 1: So steigt der Leistungstarif für die Ebene 2 um 22,6%, jener für die Ebene 1 um 12,5%. Der Leistungstarif für Pumpspeicher bleibt unverändert.
Die prognostizierten Beschaffungskosten für die Sekundärregelung sind deutlich gestiegen, die hierfür erforderliche Energiemenge ist ab 2012 erstmals marktorientiert über Ausschreibungen zu beschaffen. Aus diesen Gründen steigen die Tarife für die Stromerzeuger zur Sekundärregelung um 21,6%. Die Abweichungen zu den tatsächlichen Beschaffungskosten werden im Nachhinein aufgerollt und im Rahmen der Tarife ab 2014 abgegolten. Den Stromerzeugern werden weiterhin Netzentgelte für Verlustenergie und Pumpstrom verrechnet.
Im laufenden Verfahren wurde die Akontierung der Kapitalkosten für die Investitionen der Jahre 2011 und 2012 auf Basis des neuen Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) und der bestehenden Langfristplanung der APG erreicht. Dieser Modus ist künftig für alle Investitionen, die im neuen Netzentwicklungsplan genehmigt wurden, vorgesehen und bildet eine wesentliche
Weitere Informationen zum Netz: www.apg.at Grundlage für die Finanzierung der hohen Investitionssummen. Ab 2012 werden Mengenabweichungen durch das Regulierungskonto ausgeglichen. Bisher konnten diese – zumeist Mengensteigerungen – bei den Netzbetreibern ergebniswirksam verbleiben.
Investitionen im Segment Netz weiter auf hohem Niveau
Im Jahr 2011 wurden im Segment Netz rund 121,9 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert. Insbesondere der Lückenschluss der 380-kV-Salzburgleitung durch die Errichtung des ersten Teils, Netzknoten St. Peter – Umspannwerk Salzburg, schlug mit 18,7 Mio. € zu Buche. Weitere wesentliche Investitionen in die Netzerweiterung betrafen Projekte in Niederösterreich – wie den Ausbau und Umbau des Umspannwerks Bisamberg (14,3 Mio. €), den dritten Teilleiter von Wien-Südost nach Südburgenland (13,5 Mio. €) sowie den Neubau der 110-kV-Leitung von Ernsthofen nach Steyr (6,1 Mio. €). Im Rahmen der Betriebsinvestitionen wurden in die Umsetzung des dritten Energiemarkt-Liberalisierungspakets 8,1 Mio. € investiert, ein Transformator im Umspannwerk Lienz ersetzt (5,0 Mio. €) sowie der Anlagenbestand um einen Reservetransformator erweitert (2,6 Mio. €).
Versorgungssicherheit
Transportierte Energiemenge gestiegen
Die 2011 über das 220/380-kV-Netz (Netzebene 1) transportierte Energiemenge (inkl. Transite) betrug 39.830 GWh, sie ist gegenüber dem Vorjahr um 7,0% gestiegen. Die hohe Schwankungsbreite der Energieflüsse zu den benachbarten nationalen und internationalen Netzpartnern hat sich 2011 fortgesetzt. Der Austausch mit den angrenzenden Regelzonen schwankte zwischen einem maximalen Export von 2.893 MW und einem maximalen Import mit einem neuen Spitzenwert von 3.823 MW.
APG ist Regelzonenführer für Österreich
Am 1.1.2011 hat die Austrian Power Grid AG die Regelzone TIWAG-Netz erfolgreich in den Regelzone der APG eingegliedert. Mit 1.1.2012 übernimmt die APG zudem den Regelzonenbetrieb in Vorarlberg und ist damit Regelzonenführer für ganz Österreich.
Umfangreiche betriebliche Maßnahmen für den Netzausbau
Anfang März 2011 wurde die 380-kV-Salzburgleitung Netzknoten St. Peter – Umspannwerk Salzburg als weiteres Teilstück des österreichischen 380-kV-Rings erfolgreich in Betrieb genommen.
Weiters schloss die APG 2011 die Neuerrichtung der 110-kV-Vierfachleitung von Ernsthofen bis zur Abzweigung nach Steyr Nord ab. Mit dieser Leitung wird die Stromversorgung des Großraums Steyr langfristig sichergestellt. Um die Versorgungssicherheit während der Bauzeit zu gewährleisten, errichtete die APG in beiden Fällen aufwendige Provisorien, verlegte Netztrennstellen und führte bei den Kraftwerken gezielt ein Engpassmanagement auf Basis laufender Lastflussanalysen durch.
Sichere Versorgung ohne Unterbrechungen
Die APG setzte 2011 wieder zahlreiche Schritte für eine bestmögliche Versorgungssicherheit. Dies erforderte umfangreiche Maßnahmen im nationalen und internationalen Netzbetrieb, die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung. Bei der Bereitstellung der Regelleistung folgt die APG der gesetzlichen Vorgabe (ElWOG).
Stromtransport im 220/380-kV-Netz in TWh
19,4 Einspeisung Inland
21,0 Einspeisung Ausland
0,5 Verluste
15,2 Abgabe Ausland
24,7 Abgabe Inland
Seit Anfang 2012 beschafft die APG die benötigte Sekundärregel-Reserve für die Regelzone APG in einer wöchentlichen und monatlichen Ausschreibung. Um Engpässe im Übertragungsnetz beherrschen zu können, wurden entsprechende Verträge mit Kraftwerksbetreibern und Netzpartnern abgeschlossen bzw. adaptiert.
Erfolgreiches ENTSO-E-Audit
Im Oktober 2011 durchlief die APG ein umfassendes und strenges Audit des europäischen Netzwerks der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Das erfreuliche Ergebnis: Die APG erhielt die Bestnote. Das APG-Team erzielte bei allen behandelten Detailregeln ("Standards") ein sogenanntes "Fully Compliant". Damit steht fest, dass die APG weiter zu den besten Übertragungsnetzbetreibern Europas zählt. Im Rahmen des Audits wird die Einhaltung jener verpflichtenden Regeln geprüft, die gemeinsam von allen Transmission-System-Operators (TSO) Kontinentaleuropas im "Operation Handbook" festgelegt wurden. Dieses Regelwerk umfasst praktisch alle für den sicheren Netzbetrieb notwendigen Aspekte – thematisch eingeteilt in 8 "Policies", einschließlich Aus- und Weiterbildung des betriebsführenden Personals.
Forschung und Entwicklung weitergeführt
Im Jahr 2011 investierte die APG rund 1 Mio. € in die Forschung. Sie bearbeitete in Kooperation mit zahlreichen Partnern 23 Forschungsprojekte, welche sich teilweise über mehrere Jahre erstrecken. Besondere Forschungsschwerpunkte bildeten die Netzausbauplanung (inkl. energiewirtschaftliche Szenarien), die Netzüberwachung und -sicherheit sowie Wetter, Klima und Umwelt. Im Vordergrund standen spezifische anwendungsorientierte Forschungsfragen, wie beispielsweise das Eiswalzen-Monitoring zur rechtzeitigen Erkennung von Vereisung an Leiterseilen.
Leitungsbauprojekte
Das übergeordnete Ziel der APG für den Leitungsbau ist die Fertigstellung des 380-kV-Rings in Österreich. Als Teil dieses Rings bildet die Salzburgleitung das Rückgrat der Versorgungssicherheit für ganz Österreich, sie ist aufgrund ihrer hohen Bedeutung für Europa ein TEN-E-Projekt (Transeuropäische Netze). Zudem ermöglicht sie den weiteren Ausbau der Stromerzeugung und die Integration der erneuerbaren Energien ins österreichische Stromnetz.
Nach Abweisung des Antrags auf aufschiebende Wirkung und Bestätigung des öffentlichen Interesses durch den Verwaltungsgerichtshof, startete im August 2009 der Bau des ersten Teils der 380-kV-Salzburgleitung, Netzknoten St. Peter – Umspannwerk Salzburg. Nach nur 16 Monaten Bauzeit ist dieser Abschnitt plangemäß seit März 2011 im Vollbetrieb. Das bedeutet einen weiteren Meilenstein für die Errichtung des 380-kV-Österreich-Rings. Das Investitionsvolumen für das 46 km lange Teilstück samt Umspannwerken beträgt rund 119 Mio. €.
Für den zweiten Abschnitt Umspannwerk Salzburg – Netzknoten Tauern entwickelte die APG in einem Expertengremium und im intensiven Dialog mit potenziellen Anrainergemeinden und der Bevölkerung einen Trassenkorridor. Die daraus erarbeitete Grobtrasse wurde im Mai 2011 bei Informationsmessen der Bevölkerung präsentiert. Der Verfassungsgerichtshof hat mit der Erkenntnis vom 2.7.2011 alle Beschwerden gegen die Genehmigung von Vorarbeiten gemäß Starkstromwegegesetz (StWG) abgewiesen und somit die Anwendung des Bundesstarkstromwegerechts zur Genehmigung der Salzburgleitung bestätigt. Die Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung ist Mitte 2012 geplant.
Projektinformationen zur 380-kV-Salzburgleitung: www.apg.at
Regulatorische Neuerungen
Das mit September 2009 in Kraft getretene dritte EU-Binnenmarktpaket, das verschärfte Maßnahmen zum Unbundling mit sich bringt, wurde im Dezember 2010 mit dem ElWOG 2010 in nationales Recht umgesetzt. VERBUND hat sich entschlossen, einen ITO ("independent transmission operator") umzusetzen. Durch diesen Schritt wird die operative Unabhängigkeit der Netztochter sichergestellt. Die Umsetzung des ITO muss bis März 2012 durch die nationale Regulierungsbehörde zertifiziert und der Europäischen Kommission zur Stellungnahme vorgelegt werden. Im September 2011 wurden die Zertifizierungs-unterlagen beim Regulator eingereicht und bis März 2012 wird mit einer positiven Zertifizierung als ITO gerechnet.
Das europäische Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) sowie die Europäische Agentur der Energie-Regulatoren (ACER) haben den gesetzlichen Auftrag, bis 2014 neue Marktregeln für den europäischen Strommarkt zu erstellen. Diese "Network Codes" sind anschließend automatisch rechtlich verbindlich. Einen weiteren Fokus bildet die Harmonisierung des Strommarktmodells (Target Model), das in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, den Regulatoren sowie Vertretern des Strommarkts umgesetzt werden soll.
Ausblick zum Segment Netz
Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber müssen sich weiterhin intensiv auf steigende Herausforderungen vorbereiten. Diese ergeben sich vor allem aus der Umsetzung des einheitlichen europäischen Strommarkts und dem geplanten massiven Ausbau der volatilen erneuerbaren Energien. Die APG wird das Ausbauprogramm entsprechend dem Masterplan Netz 2020 fortsetzen. Die geplanten Projekte umfassen unter anderem die 380-kV-Salzburgleitung, die Integration der Windenergie im Burgenland und in Niederösterreich und die Netzverstärkung nach Deutschland sowie in Kärnten. Der Masterplan wird derzeit aktualisiert und 2012 mit einem Planungshorizont bis 2030 neu aufgelegt werden. Entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben durch das ElWOG wurde 2011 erstmals ein Netzentwicklungsplan unter Einbeziehung aller relevanten Marktteilnehmer bei der E-Control eingereicht. Auch die weiteren vorgesehenen Projektarbeiten sowie Programme für Instandhaltung, Sicherheit und Steigerung der Effizienz werden intensiv verfolgt. Außerdem ist die APG seit 2010 mit 11 anderen Übertragungsnetzbetreibern Eigentümerin der Capacity Allocation Service Company (CASC). Die CASC koordiniert als Serviceprovider die Versteigerungen von Grenzkapazitäten – für die APG jene nach Italien und in die Schweiz. Das gemeinsam mit 7 weiteren Netzbetreibern gegründete Central Allocation Office koordiniert die Grenzversteigerungen nach Tschechien, Ungarn und Slowenien.
Beteiligungen
Auslandsbeteiligungen
Italien: Fertigstellung des thermischen Kraftwerksparks
Informationen zu Sorgenia: www.sorgenia.it Im Jahr 2011 lag der Beitrag der Sorgenia S.p.A. (Group) zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen bei –3,3 Mio. € (2010: 43,0 Mio. €). Die negative Ergebnisentwicklung resultiert aus der europaweit geringeren Profitabilität von Gaskraftwerken. Darüber hinaus beinhaltet das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Jahr 2010 positive Ergebniseffekte aus steuerlichen Investitionsbegünstigungen bei der italienischen Sorgenia S.p.A. (Group), welche 2011 nicht mehr im selben Umfang gegeben waren. Dies wird zum Teil jedoch durch Erträge aus Veräußerungen von Beteiligungen (Sorgenia Solar, Wind France) kompensiert. So wurde Sorgenia Solar (19 MW) im August 2011 an die britische Terra-Firma-Gruppe verkauft. Im September 2011 wurden der Verkauf von 50% von Wind France an den US-Investor KKR und die gleichzeitige Gründung eines Joint Ventures mit diesem neuen Partner abgeschlossen. Im Bereich der thermischen Erzeugung wurde mit der Inbetriebnahme des 800-MW-Gas-Kombikraftwerks Lodi im Quartal 1/2011 ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Erzeugungsportfolios umgesetzt. Auch die Arbeiten zur Fertigstellung des vierten Gas-Kombikraftwerks, Aprilia, verlaufen nach Plan. Dessen Inbetriebnahme – und damit die Fertigstellung des thermischen Kraftwerksparks – wird im Quartal 1/2012 erwartet. Die Sorgenia S.p.A. (Group) belieferte mit Ende 2011 rund 500.000 Strom- und Gaskunden.
Frankreich: Bedeutende strategische Entscheidungen
In Frankreich setzten wir 2011 die Restrukturierung der Geschäftsaktivitäten fort. So erfolgten der Ausstieg aus der POWEO S.A. (Group) und der Verkauf der erneuerbaren Energiesparte. Im Jahr 2011 betrug der Anteil aus Frankreich am Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen –136,8 Mio. € (2010: –105,7 Mio. €).
Die Ausgestaltung und Umsetzung der regulatorischen Rahmenbedingungen zur Liberalisierung des französischen Strommarkts (Loi NOME) waren nicht im erwarteten Ausmaß erfolgt. Aus diesem Grund entschied sich VERBUND für einen Rückzug aus dem französischen Endkundenmarkt. Mit Wirkung vom 30.9.2011 wurde der 46-% -Anteil an der POWEO S.A. an Direct Energie S.A. verkauft.
Im Vorfeld hatte VERBUND bereits im Februar 2011 den restlichen 60-%-Anteil der POWEO S.A. (Group) an der POWEO Production S.A.S. (Holding der thermischen und erneuerbaren Erzeugungsgesellschaften) übernommen. VERBUND und die Direct Energie S.A. einigten sich auf eine sequenzielle Kombination aus einer Verkaufs- und einer Kaufoption über 40% der Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. Damit soll sichergestellt sein, dass spätestens ab 1.7.2013 insbesondere die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und die POWEO Toul Production S.A.S. von VERBUND definitiv beherrscht oder zu 100% inklusive der dazugehörenden Garantien und Finanzierungen abgegeben werden können. Der Verkauf des Renewables-Portfolios, der aufgrund geänderter regulatorischer Rahmenbedingungen erfolgte, wurde am 22.9.2011 abgeschlossen.
Die derzeit europaweit angespannte Marktsituation für den Betrieb von Gaskraftwerken (niedrige Strompreise bei relativ hohen Gasbezugskosten) trifft auch das Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre (412 MW). Aktuell werden alle operativen, kaufmännischen und rechtlichen Möglichkeiten analysiert, um die Verluste im Marktumfeld zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit von Pont-sur-Sambre zu
Informationen zu POWEO: www.poweo.com verbessern. Aufgrund der Erfassung eines Beteiligungsergebnisses von –92,5 Mio. € beträgt der At-Equity-Beteiligungsansatz per 30.9.2011 null.
Das Gas-Kombikraftwerk Toul (413 MW) befindet sich derzeit in der Bauphase. Im Quartal 4/2011 wurde mit der Anlieferung der Gas- und Dampfturbinen sowie des Generators begonnen, sodass 2012 das "First Fire" plangemäß stattfinden kann. Auch das Gaskraftwerk Toul ist vom aktuell schwierigen Marktumfeld betroffen, weshalb der Beteiligungsansatz per 30.9.2011 auf null abgeschrieben wurde.
Türkei: Erfolgreicher Ausbau der Erzeugung
Am 27.12.2011 wurde die Enerjisa Holding Company (HoldCo) implementiert. Diese Gesellschaft hält nun alle operativen türkischen Gesellschaften zu 100%. VERBUND und der türkische Partner Sabanci sind mit jeweils 50% an dieser Holding beteiligt. Ziel der Transaktion war, eine Holding zu implementieren, die alle Elemente der Wertschöpfungskette (operative Gesellschaften) integriert.
Der Beitrag aus der Türkei zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf –47,3 Mio. € (2010: 36,2 Mio. €). Besonders negativ wirkte sich die Abwertung der TRY gegenüber dem EUR aus, sie büßte im Laufe des Jahres 2011 etwa 20% ihres Werts ein.
Die Enerjisa strebt bis 2015 eine installierte Leistung von rund 5.000 MW und einen Anteil von bis zu 10% am türkischen Elektrizitätsmarkt an. Die Umsetzung dieser Strategie schreitet zügig voran: Im Quartal 1/2011 wurden das Wasserkraftwerk Hacininoglu (142 MW) und das Windkraftwerk Canakkale (30 MW) in Betrieb genommen. Weiters wurden Lizenzen für 2 Wasserkraftwerke und 1 Windkraftwerk mit einer Leistung von insgesamt etwa 702 MW erworben.
Gemeinsam mit dem türkischen Partner Sabanci betreibt VERBUND die Verteilnetz-Region Baskent EDAS im weitläufigen Ballungszentrum rund um Ankara. Das Verteilnetz wurde Ende September unter das Dach von Enerjisa eingegliedert und offiziell in "EnerjiSA Baskent" umfirmiert. EnerjiSA Baskent versorgt rund 3,3 Mio. Endkunden.
Albanien: Bau des Kraftwerks Ashta schreitet voran
In Albanien realisiert VERBUND gemeinsam mit der EVN AG das Wasserkraftprojekt Ashta am Fluss Drin. Der VERBUND-Anteil beträgt 50%. Bei diesem Projekt werden 2 Kraftwerksstufen mit jeweils 45 Turbinen/Generator-Einheiten der HYDROMATRIX®-Technologie ausgerüstet. Das Kraftwerk wird voraussichtlich im Quartal 1/2013 mit einem Regelarbeitsvermögen von 244 GWh und einer Engpassleistung von 53 MW in Vollbetrieb gehen; damit können 100.000 Haushalte in Albanien mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden.
Inlandsbeteiligungen
STEWEAG-STEG GmbH: Energieabsatz entwickelt sich positiv
Die STEWEAG-STEG GmbH (SSG) ist der größte Energieversorger in der Steiermark. Sie erzeugt, beschafft, verarbeitet, transportiert und vertreibt Energie und Energieträger und handelt mit Strom. VERBUND ist an der SSG mit 34,57% beteiligt, die restlichen 65,43% hält die Energie Steiermark AG.
Die Entwicklung des Energie-Absatzes verlief bei der SSG 2011 in allen Bereichen sehr positiv. Zum VERBUND-Konzernergebnis trug die SSG ein positives Beteiligungsergebnis von 6,3 Mio. € bei. Die anteilige Dividende für 2010 floss 2011 in Höhe von 6,9 Mio. € an die VERBUND AG.
Informationen zu Enerjisa: www.enerjisa.com
Informationen zu STEWEAG-STEG: www.e-steiermark.com Informationen zu KELAG: www.kelag.at
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft: Steigender Ergebnisbeitrag
Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft ist in den Geschäftsfeldern Strom, Erdgas und Wärme österreichweit tätig. In den Bereichen Wasser- und Windkraft ist die KELAG auch im Ausland aktiv. Die VERBUND AG ist per 31.12.2011 mit 35,17% am Unternehmen beteiligt. 63,85% der Anteile hält die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH, 0,98% der Anteile sind in Streubesitz.
Die KELAG hat sich 2011 insbesondere im Strom- und Erdgashandel erfolgreich weiterentwickelt. Zum VERBUND-Konzernergebnis trug das Unternehmen ein anteiliges positives Beteiligungsergebnis von 33,0 Mio. € bei. Die anteilige Dividende für 2010 floss 2011 in Höhe von 10,5 Mio. € an die VERBUND AG.
Energie Klagenfurt: Entscheidung des Umweltsenats für Gas-Kombikraftwerk Klagenfurt steht aus
Die Energie Klagenfurt GmbH (EKG) ist eine Gesellschaft zur Erzeugung, Übertragung, Verteilung und dem Handel von bzw. mit Strom, Fernwärme und Gas. VERBUND ist mit 49% am Unternehmen beteiligt, die Stadtwerke Klagenfurt AG hält 51%.
Die Umsatzerlöse 2011 stiegen gegenüber dem Vorjahr weiter an. Die EKG trug zum VERBUND-Konzernergebnis ein anteiliges positives Beteiligungsergebnis von 0,9 Mio. € bei. Die anteilige Dividende für 2010 floss 2011 in Höhe von 1,7 Mio. € an die VERBUND AG. Das UVP-Verfahren für das Gas-Kombikraftwerk Klagenfurt befindet sich seit Ende 2010 in zweiter Instanz vor dem Umweltsenat. Im Oktober 2011 fand eine öffentliche mündliche Verhandlung zur Erörterung der Ergänzungsgutachten statt. Der Genehmigungsbescheid zweiter Instanz wird für das Quartal 1/2012 erwartet. Die Investitionsentscheidung steht noch aus und hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
Informationen zu Energie Klagenfurt: www.stw.at
Unternehmen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
VERBUND beschäftigte im Jahr 2011 durchschnittlich 3.045 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Engagement und ihre Leistungen tragen wesentlich zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens bei. Zentrale Aufgabe der Führungskräfte und des Personalmanagements ist, die Beschäftigten bestmöglich für ihre Tätigkeit auszubilden und einzusetzen. Eine leistungsorientierte und marktgerechte Entlohnung ist für uns selbstverständlich. Die Fülle der Aufgaben ist nur mit vorausschauender und kostenbewusster Personalplanung zu bewältigen. VERBUND befindet sich auch im europäischen Vergleich bei der Arbeitsproduktivität, gemessen am Umsatz/Mitarbeiter/-in, im absoluten Spitzenfeld.
Kennzahlen Mitarbeiter/-innen
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Betriebswirtschaftlicher Personalstand | Personen | 3.045 | 3.015 |
| davon Lehrlinge | Personen | 161 | 147 |
| Neuaufnahmen | Personen | 172 | 164 |
| Fluktuationsrate | Prozent | 1,6 | 1,6 |
| Durchschnittsalter der Mitarbeiter/-innen | Jahre | 44,2 | 44,3 |
| Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in | Stunden | 48,2 | 41,6 |
Produktiver und effizienter Einsatz von Personal
Unser Ziel ist, effiziente Prozesse zu gestalten, um interne Personalressourcen noch zielgerichteter einzusetzen. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden Einsparungen vorgenommen – etwa durch die Reduktion von Überstunden, den Abbau der Urlaubsrückstellungen sowie die Streichung oder Verschiebung geplanter Neuaufnahmen. Erforderliche Personalaufnahmen führen wir mit größtem Kostenbewusstsein durch. Auch die Aus- und Weiterbildung erfolgt konsequent und zielgerichtet im Rahmen des verfügbaren Budgets.
Transparenz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte
In unserem Streben nach mehr Effizienz spielt die Standardisierung von Prozessen und Systemen seit Jahren eine wesentliche Rolle. Ein wesentlicher Schritt in der Standardisierung der Gehaltssysteme erfolgte 2009 mit der Einführung eines objektiven, marktorientierten Gesamtentlohnungsmodells für alle Führungskräfte. Im Jahr 2010 folgte ein konzernweit einheitliches leistungsorientiertes Gehaltsmodell für alle Angestellten, welches seit 2011 auch für alle Arbeiterinnen und Arbeiter gilt. Somit werden nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND leistungs- und erfolgsorientiert entlohnt. Mit der Neuformulierung der Führungskräfteverträge 2011 haben wir hinsichtlich Klarheit und Transparenz eine Benchmark in Österreich gesetzt.
Intensive Ausbildung des Nachwuchses
Die Mitarbeitergruppe der Facharbeiter und Meister ist von hoher strategischer Bedeutung für VERBUND, insbesondere zur Sicherung des Kerngeschäfts. Deswegen legen wir in diesem Bereich besonderes Augenmerk auf den Erhalt des Wissens: Wir investieren in hohem Ausmaß in die Ausbildung unserer Lehrlinge sowie in eine strukturierte Nachfolgeplanung. Seit über 60 Jahren hat die Lehrlingsausbildung einen hohen Stellenwert bei VERBUND. In 3 Lehrwerkstätten und an insgesamt 23 Standorten in Österreich und Deutschland werden den jungen Talenten die nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten für die zukünftigen Herausforderungen vermittelt. Jedes Jahr starten etwa 45 junge Frauen und Männer ihre 4-jährige Ausbildung im Doppelberuf Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker, einem gefragten Berufsbild mit ausgezeichneten Zukunftschancen.
Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern
Die Zufriedenheit und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken sich nachweislich stark auf die Produktivität des Unternehmens aus. Sie sind uns daher ein wichtiges Anliegen. Wir schaffen ein offenes, respektvolles und verantwortungsvolles Miteinander, indem wir offene Kommunikation fördern und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Entwicklung unseres Unternehmens einbeziehen. Im September 2011 haben wir die zweite konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Rücklaufquote stieg im Vergleich zur ersten Befragung 2008 um 50%. Das zeigt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Angebot des Dialogs aktiv nutzen. Die Rückmeldungen belegen auch, dass die vielen gesetzten Initiativen und Maßnahmen für ein förderndes Arbeitsumfeld mit positivem Engagement unterstützt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen uns mit ihren Rückmeldungen ein überaus positives Zeugnis aus, das VERBUND auch im externen Vergleich eine hohe Arbeitszufriedenheit bescheinigt.
Erfolg durch Transparenz und Vielfalt
Als eines der ersten Unternehmen in Österreich veröffentlicht VERBUND seit März 2011 die Gehaltsangaben in sämtlichen Stellenausschreibungen. Darüber hinaus haben wir der Arbeitnehmervertretung schon 2011 den Einkommensbericht für den gesamten Konzern – unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zur Verfügung gestellt. Durch diese Maßnahmen schaffen wir übergreifend Transparenz und vermeiden Ungleichheiten.
Nach der 2010 erfolgten Ernennung einer Gleichbehandlungsbeauftragten setzte VERBUND den eingeschlagenen Weg zur Förderung von Gender-Equality und Diversity im Berichtsjahr konsequent fort. Die Vergabe des dritten VERBUND-Frauenstipendiums an drei Studentinnen der TU Wien unterstreicht unser Engagement für die Förderung von Frauen ebenso wie die bereits achte Teilnahme am Töchtertag der Stadt Wien.
Wertorientierte Unternehmensführung
Werte schaffen für die Zukunft
VERBUND hat sich dem Grundsatz der wertorientierten Unternehmensführung bereits vor Jahren verpflichtet. Der EVA® wurde 2003 als Spitzenkennzahl festgelegt, um die Transparenz über die Wertschaffung im Unternehmen zu erhöhen. Die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ist ein wesentliches Kriterium bei strategischen und operativen Entscheidungen. Bei der Planung, bei der Investitionsbeurteilung, im operativen Entscheidungsprozess und bei der Performancemessung handelt VERBUND somit wertorientiert.
Economic Value Added (EVA®)
Ein positiver EVA® zeigt an, dass in der Berichtsperiode mit dem eingesetzten Geschäftsvermögen eine über den Kapitalkosten liegende Rendite erzielt werden konnte. Für die Eigentümer von VERBUND wurde demnach Wert geschaffen. Der EVA® berücksichtigt im Gegensatz zum EBIT bzw. zu am Cashflow oder an Margen orientierten Kennzahlen auch risikoadäquate Opportunitätskosten für das Gesamtkapital und hilft, Fehlallokationen zu vermeiden. Der EVA® wird als Nettogröße aus dem Net-Operating-Profit-After-Tax (NOPAT) nach Abzug der Kapitalkosten des durchschnittlichen Geschäftsvermögens ("capital charge") ermittelt. Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern; im Jahr 2011 betrug der NOPAT 633,8 Mio. € (Vorjahr: 677,3 Mio. €). Das Geschäftsvermögen ("capital employed") entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die noch nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden. Das Capital-Employed betrug 2011 insgesamt 8.884,6 Mio. € (Vorjahr: 8.307,9 Mio. €). Der EVA® sank 2011auf 11,8 Mio. € (Vorjahr: 54,2 Mio. €).
Reduktion der gewichteten Kapitalkosten
Die Kapitalkosten für das Geschäftsvermögen ("capital charge") werden durch Multiplikation des Geschäftsvermögens ("capital employed") mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("weighted average cost of capital", WACC) ermittelt. Die WACC umfassen das gewichtete Mittel der Renditeforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber und werden aus den am Kapitalmarkt beobachtbaren Renditeerwartungen abgeleitet. Mithilfe des Kapitalmarkt-Preisbildungsmodells ("capital asset pricing model", CAPM) werden Eigenkapitalrisikozuschläge ermittelt. Die Fremdkapitalkosten leiten sich auf Basis von Marktdaten ab. Eigen- und Fremdkapitalkosten werden anhand der vom Markt abgeleiteten Kapitalstruktur gewichtet. Die WACC für VERBUND betrugen 2011 7,00% (Vorjahr: 7,50%) und wurden wie folgt ermittelt:
| Marktrisikoprämie | 6,44% | Risikofreier Zinssatz | 3,38% |
|---|---|---|---|
| X Beta-Faktor | 0,92 | + Fremdkapital-Spread | 1,25% |
| = Eigenkapital-Risikoprämie | 5,9% | = Fremdkapital-Kostensatz vor Steuern | 4,6% |
| + Risikofreier Basiszinssatz | 3,38% | – Ertragsteuersatz | 27,9% |
| = Eigenkapital-Kostensatz | 9,3% | = Fremdkapital-Kostensatz nach Steuern | 3,3% |
| Eigenkapitalquote | 60% | + Fremdkapitalquote | 40% |
| WACC 7,00% | |||
Einheitliche Kriterien für alle Projekte
Künftige Investitions- bzw. Akquisitionsprojekte werden nach unternehmensweit einheitlichen Kriterien und Wirtschaftlichkeitsrechnungsmodellen beurteilt. Bei der Bestimmung der Kapitalkosten werden die Risiken der eingesetzten Produktionstechnologie und das Länderrisiko adäquat berücksichtigt. Die endgültige Investitions- bzw. Akquisitionsentscheidung wird auf der Basis von wertorientierten Messgrößen getroffen. Diese Vorgehensweise soll nachhaltig eine über den Kapitalkosten liegende Rendite gewährleisten, den Marktwert von VERBUND steigern und die Basis für entsprechende Unternehmensergebnisse und Dividenden legen.
Für eine optimale Kapitalallokation werden die Projekte mit dem höchsten relativen Kapitalwert realisiert. Der relative Kapitalwert wird als Quotient aus Kapitalwert und Investitionsauszahlung berechnet. Die Integration des EVA® in die Entscheidungsfindung stellt sicher, dass die periodischen Wertbeiträge von realisierten Projekten nach den gleichen Grundsätzen überprüft werden wie künftige Investitionsund Akquisitionsprojekte.
Nachhaltigkeit
Mit dem hohen Anteil an erneuerbarer Energie in der Stromerzeugung ist Nachhaltigkeit Teil unseres Kerngeschäfts. Nachhaltiges Handeln manifestiert sich darüber hinaus in vielen weiteren Unternehmensbereichen.
Nachhaltigkeit: Unsere Leistungen
| Mehr als vier Fünftel des VERBUND-Stroms in Österreich stammen aus | |
|---|---|
| umweltfreundlicher Wasserkraft. Allein im Jahr 2011 haben wir dadurch | |
| Produktion | 20 Mio. t CO2-Emissionen eingespart. |
| Ende 2011 waren 62 % unserer Kraftwerksstandorte in Österreich | |
| Umwelt | und Deutschland nach EMAS bzw. ISO 14001 zertifiziert. |
| Kommunikation mit | Wir binden die Bevölkerung bei der Umsetzung geplanter Vorhaben ein |
| Anspruchsgruppen | und stehen in laufendem Kontakt und Informationsaustausch mit Stakeholdern. |
| Bei der Wahl internationaler Partner gehen wir sorgfältig vor. Es ist | |
| Internationales | unser Ziel, die VERBUND-Standards in Bezug auf Umweltmanagement |
| Engagement | in allen Auslandbeteiligungen vollständig umzusetzen. |
| Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine umfangreiche Aus- und | |
| Mitarbeiter/-innen | Weiterbildung. Gesundheit und Sicherheit haben einen hohen Stellenwert. |
| Wir engagieren uns in vielen Projekten für die Gesellschaft, z.B. um benachteiligte | |
| Menschen zu unterstützen, Energie-Armut zu lindern, Sport und Kultur | |
| Soziales Engagement | zu fördern oder Wissen über Energie und Klimaschutz zu vermitteln. |
Transparenter Einsatz für Nachhaltigkeit
Seit 2002 erstellen wir jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. VERBUND zählt damit zu den österreichischen Unternehmen, die ihre Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit seit vielen Jahren dokumentieren und die Weiterentwicklung mit Maßnahmenkatalogen transparent darstellen. In unseren Nachhaltigkeitsgremien – dem Nachhaltigkeitsrat und dem Nachhaltigkeits-Arbeitsteam – setzen wir uns mit den Leistungen auseinander und arbeiten daran, uns kontinuierlich zu verbessern.
Soziales Engagement vertieft
Im Jahr 2011 haben wir den "VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie" um das Projekt "Freunde bei VERBUND" erweitert:
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können über eine Internetplattform mit körperlich und/oder geistig schwerstbehinderten Menschen in Österreich in Kontakt treten und so deren Kommunikationskreis erweitern. Es geht dabei für beide Seiten darum, die Welt "der anderen" kennenzulernen. Für dieses Volunteeringprojekt erhielt VERBUND 2011 den Sonderpreis "Freiwilligenengagement" im Rahmen des CSR-Preises TRIGOS. Durch den Empowerment Fund unterstützt VERBUND die Klientinnen und Klienten der Diakonie mit modernsten assistierenden Technologien wie Computer-Sprachausgabegeräten oder steuerbaren PC-Mäusen, damit sie mit ihrer Umwelt in Kontakt treten können.
Download der Nachhaltigkeitsberichte: www.verbund.com/cc/ de/verantwortung/ kennzahlen-und-berichte
Europäischer Vorreiter im Umweltbereich
Mehr als vier Fünftel des VERBUND-Stroms stammen aus Wasserkraft. Wind- und Solaranlagen sowie hocheffiziente, CO2-arme Wärmekraftwerke vervollständigen unser Portfolio. Der internationale Vergleich bestätigt erneut unsere hervorragende Umweltperformance: Im Carbon Disclosure Project (CDP), dem weltweit größten Klimarating, stieg VERBUND 2011 erstmalig in den Leadership-Index der 250 größten Unternehmen Deutschlands und Österreichs auf. Der Platz 2 unter den "Utilities" unterstreicht die Vorreiterrolle von VERBUND im Management der Treibhausgasemissionen, der Bewertung und Begegnung möglicher Klimarisiken und -chancen sowie der nichtfinanziellen Berichterstattung. Durch die Inbetriebnahme modernster thermischer Anlagen in den nächsten 3 Jahren werden die spezifischen CO2-Emissionen des thermischen VERBUND-Kraftwerksparks weiter sinken. Aufgrund des Anstiegs der thermischen Erzeugung bezogen auf die Gesamterzeugung werden die spezifischen CO2-Emissionen des VERBUND-Kraftwerksparks sowie die absoluten CO2-Emissionen jedoch steigen.
Umweltmanagementsysteme und -zertifizierungen
Die Zertifizierung aller Erzeugungs- und Netzanlagen nach der internationalen Umweltnorm ISO 14001 ist unser Anspruch. Die Ausweitung auf neue Standorte, insbesondere im Ausland, ist derzeit in Vorbereitung. Das Umweltmanagementsystem von VERBUND wurde 1995 installiert und entspricht den Umweltstandards EMAS bzw. ISO 14001. Ende 2011 waren 27 der 123 Wasserkraftwerke von VERBUND nach EMAS (17% des Regelarbeitsvermögens/RAV) und 89 nach ISO 14001 (74% des RAV) zertifiziert. Der Trend bei Umwelt-Zertifizierungen von VERBUND-Wasserkraftwerken geht in Richtung der internationalen ISO-Norm 14001. Alle VERBUND-Anlagen sollen mittelfristig diesem Standard entsprechen und somit in das Umweltmanagementsystem integriert werden. Auch die 3 in Betrieb befindlichen Wärmekraftwerke sind zertifiziert. Seit 2008 sind alle Netz-Standorte und -Leitungen nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, OHSAS 18001 und EMAS extern begutachtet. Seit 2009 entsprechen alle Wärme- und Wasserkraftwerke auch den TÜV-Kriterien.
Umweltfreundliche Ressourcenschonung
Ökologische Begleitmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Anlagenprojekte. Naturnah gestaltete Fischwanderhilfen, Rekultivierungen von Stauräumen der Wasserkraftwerke und ein nachhaltiges Trassenmanagement schonen natürliche Ressourcen. Bei der Errichtung des Speicherkraftwerks Limberg II/Salzburg wurde die lückenlose Begleitplanung unter minimalen Eingriffen in die Natur des Hochgebirges pionierhaft umgesetzt. Zu den Maßnahmen zählten der begrenzte Bau sowie anschließende Rückbau von Wegen, geländespezifische Renaturierungen und eine spezielle Einsaat.
Ressourcenschonung ist aber auch in unseren Büros gefragt: Automatische Grundeinstellungen bei den Multifunktionsgeräten helfen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zusätzlich zum Papier-Recycling jährlich weitere 4 t Papier einzusparen. Der Einsatz von neuen IT-Geräten nach dem "Green-IT-Standard" optimiert den Energieverbrauch. Die Umstellung auf einen neuen Standard-Client 2011 reduziert den Energieverbrauch darüber hinaus jährlich um rund 300.000 kWh.
Den CDP-Report 2011 finden Sie hier: www.verbund.com/cc/de /verantwortung/ nachhaltigkeit/richtlinienund-standards
Details zum Umweltmanagementsystem enthält der Nachhaltigkeitsbericht 2011. Aktuelle Zertifizierungen: www.verbund.com/cc/de /verantwortung/ kennzahlen-undberichte/zertifizierungen
Kennzahlen Umwelt
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Erzeugung (netto, ohne Eigenverbrauch) | GWh | 29.753 | 31.078 |
| davon Wasser (inkl. Bezugsrechte) | GWh | 24.216 | 26.708 |
| davon Wasser (Bezugsrechte) | GWh | 2.569 | 2.883 |
| davon Wärme (inkl. Bezugsrechte) | GWh | 5.410 | 4.258 |
| davon Wärme (Bezugsrechte) | GWh | 1.740 | 1.012 |
| davon Wind und Solar | GWh | 127 | 112 |
| Anteil erneuerbarer Erzeugung (Wasser, Wind, Solar) | % | 81,8 | 86,3 |
| Brennstoffeinsatz (Wärmekraftwerke, exkl. Bezugsrechte) |
Einheit | 2011 | 2010 |
| Steinkohle | t | 1.079.238 | 1.078.808 |
| Braunkohle | t | – | – |
| Öl (Heizöl schwer) | t | 28.723 | 45.588 |
| Erdgas | 1.000 m³ | 107.001 | 10.007 |
| Biomasse und Ersatzbrennstoffe (Klärschlamm) | t | 15.303 | 14.250 |
| Treibhausgasemissionen (Wärmekraftwerke) | Einheit | 2011 | 2010 |
| CO2 fossil absolut (ETS-Emissionen) | kt CO2 | 3.249 | 3.241 |
| CO2 spezifisch (ETS-Emissionen bez. Gesamterzeugung) | t/GWh | 109 | 104 |
| CO2 spezifisch (ETS-Emissionen bez. thermische Erzeugung) | t/GWh | 601 | 761 |
| Scope 1– 3 (gesamt) | kt CO2e | 4.093 | 3.890 |
| davon Scope 1 (direkte Emissionen gem. GHG-Protocol) | kt CO2e | 3.250 | 3.246 |
| davon Scope 2 (indirekte Emissionen) | kt CO2e | 842 | 643 |
| davon Scope 3 (sonstige indirekte Emissionen) | kt CO2e | 0,7 | 0,7 |
| Scope 1– 3 spezifisch (bez. Gesamterzeugung) | t/GWh | 138 | 125 |
| Emissionsvermeidung durch Wasser-, Windkraft und Fotovoltaik (Vergleichsbasis: KW Dürnrohr) |
Einheit | 2011 | 2010 |
| CO2 | kt | 19.718 | 21.724 |
| Übertragungsnetz | Einheit | 2011 | 2010 |
| Transportierte Strommenge im Netz der APG | GWh | 39.830 | 37.218 |
| Netzverluste | GWh | 518 | 475 |
| Anteil der Netzverluste an der gesamten transportierten Menge | % | 1,3 | 1,3 |
Forschung und Entwicklung
Zukunftstechnologien frühzeitig identifizieren und neue Marktchancen erkennen und bearbeiten: Das zählt zu den Kernaufgaben des "Competence Center Innovation". Auch unternehmensübergreifende Forschungsaktivitäten bei VERBUND werden hier koordiniert. Die einzelnen VERBUND-Gesellschaften betreiben weiterhin dezentral Forschungsprojekte zu ihren Schwerpunkten, beispielsweise in den Bereichen Wasserkraft, Wärmekraft, neue erneuerbare Energien oder Handel und Vertrieb.
Kennzahlen F & E
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Anzahl abgeschlossene Projekte | Anzahl | 22 | 23 |
| Anzahl laufende Projekte | Anzahl | 61 | 50 |
| Projektvolumen gesamt 1 | Mio. € | 74,6 | 74,3 |
| davon EU-Projekte 1 | Mio. € | 18,0 | 24,4 |
| VERBUND-Anteil gesamt 1 | Mio. € | 18,9 | 20,0 |
| Jährliche VERBUND-Aufwendungen 1 | Mio. € | 4,2 | 4,8 |
1 über die gesamte Laufzeit der Projekte
Energie intelligent managen
Mit dem Projekt "Energiemanagement als Energiedienstleistung" zeigt VERBUND, dass die einzelnen dezentralen Marktteilnehmer über eine Kommunikationsinfrastruktur untereinander, aber auch mit den zentralen Strom- und Netzunternehmen, kommunizieren können. Das ermöglicht ein dezentrales Gleichgewicht zwischen der Erzeugung, dem Verbrauch und der Speicherung von Strom (z.B. durch Elektro-Fahrzeuge) sowie dem Netz. VERBUND-Smarthome zeigt, wie Strom für Kunden sichtbar werden kann. In einem Pilotprojekt mit rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden Mess- und Schaltfunktionen, aber auch die Einbindung und Visualisierung von dezentralen Erzeugern getestet und für einen Roll-out vorbereitet.
Strom für den Verkehr der Zukunft
Der Klimawandel erfordert ein neues Energiesystem. Als Österreichs führendes Stromunternehmen mit mehr als vier Fünftel Strom aus erneuerbaren Energien ist VERBUND Teil der Lösung. Studien belegen, dass 100% Strom aus erneuerbaren Energien für E-Autos realistisch sind und dass dies Vorteile für Kunden, Umwelt, Politik und Wirtschaft bringt. Mit einer klaren Regelung im Bereich Elektro-Mobilität können die CO2-Emissionen aus dem Verkehr gesenkt, die Luftqualität verbessert und der Lärm reduziert werden. Auch die Erreichung der Klimaziele wird realistischer. Abhängigkeiten von fossilen Ressourcen werden verringert, was Wachstumsimpulse für den Markt bringt. Die Projekte emporA (E-Mobile Power Austria) und emporA 2 decken die gesamte Wertschöpfungskette der Elektro-Mobilität ab – von der Fahrzeugtechnologie bis zu den Nutzern. VERBUND koordiniert und leitet diese Leuchtturmprojekte, die mit jeweils 14 österreichischen Partnern umgesetzt werden. emporA (Projektvolumen 21 Mio. €) und emporA 2 (5 Mio. €) werden vom Klima- und Energiefonds mit 11 Mio. € Fördermitteln unterstützt.
Das erste grenzübergreifende Elektro-Mobilitäts-Projekt Europas VIBRATe läuft unter der Leitung von VERBUND und wird Wien und Bratislava noch enger verbinden. Ein Konsortium mit Energy Centre Bratislava, EVN, Wien Energie und Zapadoslovenska energetika wird von 2011 bis 2013 mehr als 1,0 Mio. € in die Twin City Region investieren. In der Plattform "Austrian Mobile Power" erarbeitet VERBUND mit 31 Partnern aus Industrie und Forschung ein Gesamtkonzept für Elektro-Mobilität in Österreich. Darüber hinaus machen wir mit einer österreichweit einzigartigen Modellregion im Steirischen Almenland Elektro-Mobilität im Tourismus erlebbar. Ziel ist eine CO2-neutrale Region Almenland. VERBUND hat neben Elektro-Fahrrädern und -scootern auch Elektro-Autos im Fuhrpark. Unter dem Motto "CO2-frei durchstarten" bieten wir seit Herbst 2011 Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Interessierten gratis Probefahrten an.
Wasserkraft: Neue Wege für neue Standorte
Gemeinsam mit einem österreichischen Hersteller von Komponenten für Wasserkraftwerke arbeitet VERBUND an der Entwicklung, Herstellung und Erprobung eines kostengünstigen Turbinenprototyps für geringe Fallhöhen. Dabei sollen innovative Ansätze wie eine ölfreie Maschineneinheit, der Verzicht auf Berührungsdichtungen und die Verwendung von Flusswasser als Schmier- und Kühlmittel die Investitionen sowie den Aufwand für Wartung und Instandhaltung reduzieren. Dieses Projekt könnte an vielen Standorten überhaupt erst eine ökonomische Wasserkraftlösung ermöglichen.
Wärmekraft: Betrieb optimieren
Die Forschung im Bereich Wärmekraft konzentriert sich auf die Untersuchung künftiger Anforderungen im Betrieb. Im Zentrum stehen unter anderem die Untersuchung der Lebensdauer hoch belasteter Bauteile sowie die Optimierung des Kraftwerkseinsatzes und die Erzeugung von Fernwärme.
Stromnetz: Effiziente Übertragung sichern
Im Jahr 2011 bearbeitete die VERBUND-Netztochter APG in zahlreichen Kooperationen 23 Forschungsprojekte. Diese erstreckten sich teilweise über mehrere Jahre. Besondere Schwerpunkte bildeten die Planung, Überwachung und Sicherheit des Netzausbaus sowie Wetter, Klima und Umwelt. Anwendungsorientierte Forschungsfragen standen im Vordergrund. Ein Beispiel ist das Projekt "Eiswalzen-Monitoring". Bei diesem Projekt wurde ein System entwickelt, welches frühzeitig die Aneisung von Leiterseilen erkennt und so die rechtzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen ermöglicht. Das Institut für Elektrische Messtechnik und Messsignalverarbeitung der TU Graz entwickelte in Kooperation mit der APG eine Messeinrichtung. Nach erfolgreichen Tests zur Eiswarnung mit ersten Prototypen werden diese nun zusammen mit einem Industriepartner weiterentwickelt. Die erste Anwendung im Netz der APG erfolgt seit November 2011.
Windenergie: Genaue Prognosen für Europa
Aufgrund des rasanten Ausbaus der Windenergie in Europa nimmt die Bedeutung von Erzeugungsprognosen zu. Diese sichern die Netzstabilität und ermöglichen eine optimale Vermarktung des Stroms aus Windenergie. Darum optimiert VERBUND gemeinsam mit Meteorologen die Windenergieprognosen für 10 europäische Windstandorte. In einer detaillierten Benchmark werden nachweisliche Verbesserungen bei den Windprognosen ermöglicht. In einem weiteren Schwerpunkt testen wir innovative Wind-Messtechnologien in der Praxis. Sie sollen die Planungssicherheit bei Windkraftprojekten in komplexem oder entlegenem Terrain verstärken. So können Messzeiträume verkürzt und die Zuverlässigkeit der Messungen erhöht werden.
Chancen- und Risikomanagement
Seit 2001 verfügt VERBUND über ein konzernweites Risikomanagement. Dieses wurde seither konsequent weiterentwickelt und stellt so die Effektivität und Effizienz auch bei geänderten strategischen Anforderungen sicher.
Effiziente Struktur unterstützt Geschäftsprozesse
Das Chancen- und Risikomanagement ist als Abteilung im Bereich Konzerncontrolling angesiedelt und dem CFO berichtspflichtig. Der darin eingegliederte Chief Information Security Officer (CISO) koordiniert sämtliche Belange zu Informationssicherheit und Datenschutz. Der Leiter des Chancenund Risikomanagements ist jeweils auch Vorsitzender der Risk Management Committees bei VERBUND. Im operativen Risikomanagement haben Finanzmanagement und Trading eigene Ressourcen aufgebaut. Die Netztochter APG wird nach Umsetzung des ITO ("independent transmission operator") im Jahr 2012 über eine von VERBUND unabhängige Risikoorganisation verfügen.
Risikomanagement ist ein wesentlicher Aspekt bei der Abwicklung von Geschäftsprozessen. Die Identifikation, Bewertung und Verfolgung von Chancen und Risiken begleiten die Unternehmensstrategie, das Standardplanungs- und -berichtswesen, die Projektabwicklung und die Investitions- und Akquisitionsentscheidungen. Das Chancen- und Risikomanagement führt die erfassten Daten systemunterstützt zusammen und berichtet quartalsweise an den Konzernvorstand sowie an den Aufsichtsrat. Das Chancen- und Risikomanagement versteht sich als Unterstützungsfunktion der wertorientierten Unternehmensführung von VERBUND. Chancen und Risiken werden in Form überlappender Steuerungskreise entlang der Wertschöpfungskette mit etablierten Risikomanagement-Werkzeugen, -Methoden und -Modellen verfolgt:
| Umfang des Chancen- und Risikomanagements |
Wertschöpfungsstufe (vollkonsolidierte Unternehmen und Joint Ventures) |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| Strom | Netz | Beteiligungen & Services |
|||
| Organisations ebene, Betrachtungs horizont, Themen bereiche |
Strategisch (Politisch, markt- bzw. technologie-orientierte Sichtweise) |
Chancen- und Risikomanagement als Aufgabenbündel | |||
| Mittelfristig (Finanzielle, wertorientierte Sichtweise) |
sämtlicher Mitarbeiter, organisiert als überlappende Steuerungskreisläufe (identifizieren, bewerten, Maßnahmen |
||||
| Kurzfristig (Operationelle Sichtweise (Effektivität, Effizienz, Sicherheit, Krisenresistenz)) |
ableiten und verfolgen, Abweichungen analysieren und reagieren) in je spezifischer Ausprägung für (permanente) Organisationseinheiten und (temporäre) Projekte. |
Chancen und Risiken für 2012
Die Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft haben sich 2011 weiter verschlechtert und zu Ertragseinbrüchen in der Energieversorgungsbranche geführt. Die geänderten makroökonomischen Rahmenbedingungen, rückläufige Großhandelspreise, die hohe Volatilität auf den Energiemärkten sowie die Inbetriebnahme von Kraftwerkskapazitäten erhöhen das Risiko eines Margenrückgangs und damit die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Wertminderungen von Anlagen und Beteiligungen. Die Zukunft wird insbesondere durch folgende Chancen und Risiken beeinflusst:
Angaben zu "Finanzinstrumente und Risikomanagement" sind im Anhang erörtert.
- Entwicklung regulatorischer und energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen
- Wirtschaftliche Entwicklung in den internationalen Kernmärkten Deutschland, Italien und Türkei
- Neue Formen der Energie-Erzeugung sowie geänderte Rollen der Marktteilnehmer
- Nachhaltigkeit im Ressourceneinsatz, neue Dienstleistungsbereiche und Geschäftsmodelle
Das operative Ergebnis von VERBUND wird wesentlich durch das Mengen- und Preisrisiko der Eigenerzeugung beeinflusst. Die Erzeugung der Wasserkraftwerke schwankt in Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren hydrologischen Einflussfaktoren, der Ergebnisbeitrag variiert zusätzlich aufgrund der Entwicklung der Strompreise. Der Ergebnisbeitrag der Wärmekraftwerke wird vor allem durch die Entwicklung von Preisen für Strom, Primärenergie (Erdgas, Steinkohle) sowie CO2-Zertifikate beeinflusst. Anlagen-, Personal-, Betriebs- und Instandhaltungs- sowie vertragliche Risiken werden laufend beobachtet. Schwerpunkte für 2012 sind die Nachverhandlung von Gasbezugsverträgen und die Beobachtung der Entwicklung der Werthaltigkeit der Anlagen. Unter Berücksichtigung der mit Stichtag 31.12.2011 eingepreisten Erzeugungsmengen verändert sich das operative Ergebnis für 2012 – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation folgender Faktoren im Ausmaß von 1,0%:
- Mehr- oder Mindererzeugung aus Wasserkraft: 12,0 Mio. €
- Großhandelspreise Strom (Wasser- und Wärmekraftwerke): 7,0 Mio. €
- Clean-Spark-Spread (Differenz von Gas- und Strompreis unter Berücksichtigung der CO2-Kosten bei Variation der Strompreisannahme): 1,3 Mio. €
Das Finanzergebnis von VERBUND wird zunehmend durch die Ergebnisbeiträge aus den Beteiligungen beeinflusst. Die Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie schlägt sich im Chancen- und Risikoprofil von VERBUND nieder. Die Ergebnisbeiträge spiegeln die Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit, geänderte energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie Bewertungseffekte von Finanzverbindlichkeiten in Fremdwährungen wider. Das Beteiligungsergebnis schwankt aufgrund von Aufwendungen für Restrukturierung, Änderungen von Fremdwährungskursen, der potenziellen Wertminderung von Beteiligungsansätzen sowie des möglichen Schlagendwerdens von gegebenen Haftungen und Garantien. Im Finanzierungsergebnis zeigt sich auch die Volatilität der Yen-Verbindlichkeit von VERBUND. Das Finanzergebnis für 2012 verändert sich – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation folgender Faktoren im Ausmaß von 1,0%:
- Fremdwährungskurs JPY zu EUR (Finanzierungsergebnis): 1,3 Mio. €
- Fremdwährungskurs TRY zu EUR (Beteiligungsergebnis): 3,8 Mio. €
- Strom-Großhandelspreise in internationalen Beteiligungen (Beteiligungsergebnis): 12,0 Mio. €
Ausblick
Nach der kräftigen Erholungsphase im Jahr 2010 war das globale Wirtschaftswachstum 2011 wieder schwächer. Die Atomkatastrophe von Fukushima, die hohe Staatsverschuldung der USA und einiger Staaten im Euroraum, die gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten, das abnehmende Vertrauen der Wirtschaftsakteure und der weitgehend ausgeschöpfte wirtschaftspolitische Spielraum der Regierungen belasteten die Konjunktur. Die größte Gefahr für die Konjunktur im Euroraum geht 2012 von der anhaltenden Belastung durch die Staatschuldenkrise aus, zumal sich die Wirtschaftsflaute nicht nur in den europäischen Peripheriestaaten, sondern zunehmend auch in den Kernländern ausbreitet. Gemäß Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Wirtschaftsleistung im Euroraum 2012 insgesamt real um 0,5% schrumpfen und auch im Jahr 2013 nur um 0,8% wachsen.
Branchenausblick verhalten
Der Ausbau der neuen erneuerbaren Energien (Wind- und Sonnenkraft) in Europa stellt das Energiesystem vor große Herausforderungen. Zum einen erfordert die Integration der volatilen Kapazitäten ins Stromnetz entsprechende Lösungen. Zum anderen gilt es, die Rentabilität der nicht geförderten Kraftwerke zu bewahren, die maßgeblich für die Versorgungssicherheit sind. Insbesondere Gaskraftwerke haben derzeit mit geringen Margen zu kämpfen. Ein Großteil der Erdgas-Einfuhren in die EU basiert auf Langfristverträgen mit Koppelung an den Ölpreis. Daneben prägen zunehmend kurzfristigere Handelsgeschäfte mit frei verfügbaren Mengen die Lage an den Gasmärkten. In den vergangenen Jahren kam es daher zu einer zunehmenden Entkopplung der Gas- von den Ölpreisen. Gaskraftwerke mit "klassischen" ölindizierten Take-or-Pay-Verträgen sind im aktuellen Marktumfeld nicht profitabel zu führen. Aufgrund der geringen Margen gibt es derzeit nur wenig Anreize für Unternehmen, in neue, nicht geförderte Kraftwerksprojekte zu investieren. Die Marktunsicherheiten werden 2012 anhalten. Es ist derzeit keine nachhaltige Erholung der Strom-Großhandelspreise abzusehen.
Wesentlichen Einfluss auf die Großhandelspreise für Strom haben auch die CO2-Emissionsrechte, die im abgelaufenen Jahr aufgrund der sich eintrübenden Konjunktur deutlich an Wert verloren haben. Die weitere Entwicklung wird – zusätzlich zur Industriekonjunktur – insbesondere von den Entscheidungen der EU über die weitere Ausgestaltung der Rahmenbedingungen abhängen.
Unsicheres finanzwirtschaftliches Umfeld
Die europäische Staatsschulden- und Bankenkrise in Zusammenhang mit der sich eintrübenden Konjunktur birgt erhebliche Unsicherheiten für die künftige Entwicklung und Stabilität des finanzwirtschaftlichen Umfelds. Die stetige Verschlechterung der Kreditwürdigkeit vieler europäischer Staaten und Banken gefährdet die Konjunktur und die gesicherte Versorgung der Wirtschaft mit Kapital. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone hätte unüberschaubare Konsequenzen für die künftige Entwicklung Europas.
VERBUND hat die Geschäftsaktivitäten auf ein schwächer werdendes finanzwirtschaftliches Umfeld eingestellt. Wir haben die Verschuldung deutlich reduziert und unsere Kapitalstruktur optimiert. Im Geschäftsjahr 2012 werden wir diesen Weg durch zahlreiche Maßnahmen konsequent weitergehen. Gleichzeitig führen wir unser Investitionsprogramm fort. Dieses ist vorwiegend auf erneuerbare Energien – vor allem Wasserkraft – und den Ausbau der Netzinfrastruktur ausgerichtet. Die weiterhin hohe Innenfinanzierungskraft sichert diese Entwicklung ab. Um diese zu stärken, haben wir 2011 eine syndizierte Kreditlinie von 750 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Dies sichert uns selbst in einem angespannten finanzwirtschaftlichen Umfeld jederzeit den Zugriff auf Kapital.
Die Aufrechterhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings im "A"-Bereich bildet weiterhin die Voraussetzung für die Umsetzung des Investitionsprogramms. Bis 2016 soll das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA den Faktor 4.0x nicht überschreiten und der Verschuldungsgrad unter 100% liegen. Gleichzeitig sollen die Profitabilitätskennzahl ROCE über 8% und das Verhältnis Cashflow (FFO) zu Nettoverschuldung über 20% gehalten werden.
Investitionsplan 2012–2016: Fokus auf Wasserkraft und Netzausbau
VERBUND setzt weiterhin auf den Ausbau von Wasserkraft, Windkraft und CO2-armer Wärmekraft. Zwischen 2012 und 2016 werden wir 2,4 Mrd. € in nationale und internationale Kraftwerks- und Netzausbauprojekte investieren. Davon fließen 65% in den Heimmarkt Österreich/Deutschland mit Fokus auf umweltfreundliche Energien und den Ausbau der erforderlichen Netzinfrastruktur. International liegt der Schwerpunkt mit rund 18% der Investitionen in der Türkei. Hier streben wir bis 2015 ein umweltfreundliches Erzeugungsportfolio von rund 5.000 MW an. Rund 7% der geplanten Mittel investieren wir in einen Windpark in Rumänien.
Ergebnisausblick 2012
Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten des makroökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfelds sowie der daraus resultierenden schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ist derzeit ein seriöser Ergebnisausblick für das Jahr 2012 nicht möglich. Die Dividendenpolitik orientiert sich an einer Ausschüttungsquote von ca. 50% des Konzernergebnisses.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
nach § 243a Abs. 2 UGB
Kontrollumfeld
Unternehmensleitbild
Der VERBUND-Vorstand ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Stakeholdern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst. Die Konzernführung handelt daher nach den im Unternehmensleitbild (Code-of-Conduct) festgelegten Prinzipien.
Controlling
Der VERBUND-Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Gestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems für den gesamten Rechnungslegungsprozess. Als betriebswirtschaftlicher Businesspartner koordiniert und steuert das VERBUND-Konzerncontrolling eine gesetzes- und regelkonforme sowie konzernweit einheitliche Abwicklung der Aufgaben in Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement.
Die Controlling-Abteilungen der VERBUND-Tochterunternehmen werden fachlich vom Konzerncontrolling betreut und greifen in der operativen Umsetzung auf Vorgaben und Konzernhandbücher zu. Die den Rechnungslegungsprozess betreffenden Dienstleistungen Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Personalverrechnung und Informatik erbringen die VERBUND Management Service GmbH und die jeweiligen Finanzbuchhaltungsabteilungen der Nicht-SAP-Gesellschaften.
Erwartungsplan, Budgetierung und Mittelfristplanung
VERBUND wird unter anderem über das Konzernergebnis und daraus abgeleitete Kennzahlen gesteuert. Teil des internen Kontrollsystems (IKS) für das Rechnungswesen sind eine detaillierte Erwartungsplanung und eine Mittelfristplanung sowie die Analyse der Abweichungen zu den Ist-Ergebnissen.
Im monatlichen Erwartungsplan werden die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Potenziale rolliert. Die quartalsweisen Erwartungspläne umfassen eine Gewinn- und Verlustrechnung, eine Bilanz, eine Geldflussrechnung, eine Berichterstattung der Segmente sowie die Berechnung von Plankennzahlen; sie werden im Aufsichtsratsbericht dargestellt. Die Budgetierung des folgenden Geschäftsjahres beginnt jeweils im September mit der Aussendung der Prämissen und endet Ende November. Aufbauend auf das Budget wird parallel die Mittelfristplanung erstellt.
Finanzberichterstattung
VERBUND führt jährlich im Zuge eines Fast-Close-Prozesses die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS und der Einzelabschlüsse nach local GAAP durch. Bei vollkonsolidierten Gesellschaften werden die IFRS-Werte aus den Einzelabschlüssen in das Konsolidierungsmodul SAP EC-CS zur Konsolidierung übernommen. Die Erfassung der at Equity bilanzierten Beteiligungen erfolgt auf der Konzernebene im Konsolidierungsmodul SAP EC-CS.
Risikobeurteilung
Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem von VERBUND werden alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt. Das Chancen- und Risikomanagement koordiniert und überwacht die Prozesse, führt die dezentral erfassten Daten zusammen und berichtet das konzernweite Risiko-Chancen-Portfolio quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Besonderes Augenmerk liegt auf möglichen Abweichungen vom Konzernergebnis. Für alle wesentlichen mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche gibt es eigene Risk Management
Unternehmensleitbild von VERBUND: www.verbund.com/cc/de /ueberuns/unternehmensleitbild Committees (RMCs). Schwerpunkte dieser Committees sind die ständige Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken sowie die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen.
Kontrollmaßnahmen
Prozesshandbuch zur Rechnungslegung
Das interne Kontrollsystem muss regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert und mit Kontrollmaßnahmen überwacht werden. Um dies zu gewährleisten, erhob VERBUND die Ist-Prozesse, schätzte die Risiken ein und identifizierte interne Schlüsselkontrollen. Außerdem wurde die zeitliche Abfolge der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und zusammen mit den Ablaufdiagrammen aus der Prozesslandkarte in einem Prozesshandbuch zusammengefasst. Jährlich erscheint eine aktualisierte Version. Die Revision sichert im Rahmen ihrer Prüfaufträge eine fortlaufende Kontrolle.
Executive Orders, Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen
Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, verfügt VERBUND über ein ausgeprägtes Regelungssystem mit Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Das Team Organisation sorgt mit kontinuierlichen Verbesserungen für die Aktualität sowie einen an den Bedarf angepassten Umfang der Regelungen.
EDV-Systeme
Für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung werden konzernweit SAP-Systeme als Leitsysteme eingesetzt. Die VERBUND Trading AG verwendet zur Verbuchung der Wholesale- und Tradinggeschäfte Vorsysteme in Form der ETRM-Softwarelösung Endur sowie zur Kundenabrechnung die SDK.ProviderSuite. Die Salden werden automatisiert über Schnittstellen in SAP übernommen.
Die Geschäfte der VERBUND Sales GmbH – der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden – werden zunächst ebenso in der SDK.ProviderSuite abgewickelt und in der Folge automatisiert in SAP übernommen. Die Archivierung der Originalbelege erfolgt direkt in SAP, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen werden im Dokumentenmanagementsystem (DMS) abgelegt.
Information und Kommunikation
Internes Berichtswesen
Die Controlling-Abteilungen der VERBUND-Unternehmen senden Monatsberichte an die jeweiligen Vorstände und Geschäftsführer sowie an die Abteilung Konzern-Unternehmensrechnung, welche die Daten konsolidiert und an den VERBUND-Vorstand berichtet. Die Berichte umfassen neben den Planund Ist-Abschlüssen betriebswirtschaftliche Highlights, Abweichungsanalysen und Zielerreichungsdarstellungen. Analog dazu berichtet das Finanzmanagement an den VERBUND-Vorstand über Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.
Die Quartalsberichterstattung umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz, die Geldflussrechnung und die Kennzahlen je Quartal, Year-to-Date sowie auf Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr, weiters die Segmentberichterstattung, Deckungsbeiträge, Ergebnispotenziale und Zielerreichung. Das Finanzmanagement berichtet zusätzlich über Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie das Risikomonitoring im Bereich Finanzierung. Das Chancen- und Risikomanagement gibt einen Überblick über den Risikohorizont des laufenden und des Folgejahres sowie die Ergebnisse aus den Risk Management Comittees.
Berichte an den Aufsichtsrat
Der finanzielle Teil der quartalsweisen Berichterstattung an den Aufsichtsrat entspricht im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um eine erweiterte Segmentberichterstattung.
Weitere Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche VERBUND-Beteiligungsbericht sowie der Bericht des Vorstands über das Konzernbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan sowie Personal- und Investitionsplan.
Legal Unbundling
Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen VERBUND-Unternehmen und der APG gibt es eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung. Damit ist gewährleistet, dass keine Sicht auf sensible Daten der Stromnetzgesellschaft durch VERBUND-Unternehmen und vice versa gegeben ist. Ausgenommen sind ausschließlich Shared Services wie Finanzbuchhaltung oder Informatik bis zur finalen Umsetzung des Legal Unbundling 2012.
Überwachung
Die Revision überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom VERBUND-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach der Beauftragung zur Umsetzung einem halbjährlichen Follow-up unterzogen werden.
Besonderer Schwerpunkt der Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der VERBUND-Unternehmen sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden die Aufgaben- und Funktionstrennung sowie die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips überprüft. Beim Einsatz von Informationstechnologien kontrolliert die Revision, ob entsprechende Berechtigungssysteme vorliegen.
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital
Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB
1. Das Grundkapital setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49% des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51% des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.
-
- Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
-
- Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51% des Grundkapitals der VERBUND AG befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25% des Grundkapitals befinden sich im Eigentum eines von den Landesenergie-Unternehmen Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG gebildeten Syndikats. Mehr als 5% befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 19% des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
-
- Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
-
- Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
Informationen finden Sie im Corporate Governance Bericht 6. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet (siehe dazu im Übrigen den Corporate-Governance-Bericht 2011). Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.
- Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25.3.2009 dem Vorstand gem. § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf lief bis 25.9.2011. Es wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.
In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde ein genehmigtes Kapital beschlossen, womit der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt wurde, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen. Dies hat mit der Maßgabe und unter der Voraussetzung zu erfolgen, dass der Bund im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dadurch der Anteil der Beteiligung des Bundes an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital nicht unter 51% des Grundkapitals an der Gesellschaft fällt.
In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686,00 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung besteht die Ermächtigung des Vorstands, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686,00 € um bis zu 114.884.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neue, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten festzusetzen.
Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstands i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.
-
Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist unseres Erachtens ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes derzeit nicht möglich.
-
Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Wirkung vom 30.1.2012 wurden in der Enerjisa Enerji A.S. die Kapitalerhöhungen für das Jahr 2012 in Höhe von 1.045,4 Mio. TRY beschlossen. Der Anteil von VERBUND an diesen Kapitalerhöhungen beträgt 50%.
Wien, am 31.1.2012 Der Vorstand
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner
Corporate Governance Bericht
Corporate Governance Bericht
gemäß § 243b UGB
Corporate Governance – Rahmen
Die VERBUND AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, aus der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).
Bekenntnis zum Corporate Governance Kodex
Allgemeines
VERBUND bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex in der aktuellen Fassung. Mit der aktiven Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens sichergestellt und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder geschaffen werden.
Auch im Geschäftsjahr 2011 sahen es Vorstand und Aufsichtsrat als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Wie in den Jahren davor hat ein unabhängiger externer Wirtschaftsprüfer Anwendung und Einhaltung des Kodex evaluiert und den vorliegenden Corporate Governance Bericht testiert.
Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar. Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse finden sich unter den Punkten "Vorstand" und "Aufsichtsrat".
Wesentliche Ereignisse 2011
Die wichtigsten Ereignisse im Bereich der Corporate Governance im Geschäftsjahr 2011 waren die Bestellung zweier Vorstandsmitglieder, wobei ein Vorstandsmitglied neu bestellt und eines verlängert wurde, sowie die Wahl zweier neuer Aufsichtsratsmitglieder und ein Wechsel im Präsidium des Aufsichtsrats.
Der Bestellung der Vorstandsmitglieder ging eine öffentliche Ausschreibung voraus. Mit der Neubestellung eines Vorstandsmitglieds mit Wirkung vom 1.4.2011 wurde vom Aufsichtsrat die Geschäftsverteilung für den Vorstand neu geregelt.
Bei der Wahl der neuen Aufsichtsratsmitglieder wurde neben den prozessualen und inhaltlichen Anforderungen des Kodex auch das Kriterium der Diversität (Regel 42) berücksichtigt. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat erhöhte sich damit auf 20%.
Der Wechsel im Präsidium des Aufsichtsrats brachte auch Änderungen in der personellen Zusammensetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats mit sich.
Abweichungen
VERBUND befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der R-Regeln annähernd lückenlos. Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2011, die gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben sind, beziehen sich auf die für das Geschäftsjahr 2011 geltende Fassung des Kodex vom Jänner 2010. Bei 2 C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es teilweise eine etwas abweichende Handhabung, die im Folgenden im Sinne des Grundsatzes "Comply or Explain" erläutert wird:
C-Regel 2:
Das Prinzip "one share – one vote" wird bei der VERBUND-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im "Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden", und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt."
C-Regel 45:
Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit 2 Ausnahmen von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten.
Die gegen Ende des abgelaufenen Jahres beschlossenen Anpassungen des Corporate Governance Kodex werden für das Jahr 2012 wirksam sein. VERBUND wird dem Kodex auch in der Neufassung vom Jänner 2012 voll entsprechen.
Vorstand
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2011 aus drei bzw. nach der Neubestellung eines Vorstandsmitglieds ab 1.4.2011 aus vier Mitgliedern zusammen.
Der Vorstand
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender |
1956 | 1.1.2009 | 31.12.2013 |
| Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig Vorsitzender-Stellvertreter |
1952 | 1.1.1994 | 31.12.2013 |
| Vorstandsdirektorin Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | 1957 | 1.1.2007 | 31.12.2013 |
| Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner |
1953 | 1.4.2011 | 31.12.2013 |
Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern
| Name | Gesellschaft | Funktion | |
|---|---|---|---|
| Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber | Palfinger AG | Mitglied | |
| Dr. Johann Sereinig | Vienna Insurance Group AG | Mitglied | |
| FK Austria Wien AG | Mitglied | ||
| Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | FIMBAG-Finanzmarktbeteiligung AG | Mitglied |
Arbeitsweise und Geschäftsverteilung
In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bzw. durch seinen Arbeitsausschuss bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften.
Aufgrund der Änderung in der Zusammensetzung des Vorstands wurde die Geschäftsverteilung des Vorstands neu gefasst und am 1.4.2011 in Kraft gesetzt. Die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder wurden vom Aufsichtsrat unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands wie folgt festgelegt:
Geschäftsverteilung
| Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber | Strategie, M&A und Corporate Development, Corporate Affairs, Recht, Kommunikation, Innovation, Finanzen, Controlling, Risikomanagement, Revision, Personalausschuss |
|---|---|
| Dr. Johann Sereinig | Geschäftssteuerung und Marketing, Strategisches Personalmanagement, Stromhandel, Stromvertrieb, Telekom Services, Management Services, Revision, Personalausschuss |
| Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | Erzeugung Wasserkraft Übertragungsnetz Tourismus Competence Center Wasserkraft |
| Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner | Internationale Beteiligungen Thermische Erzeugung Erneuerbare Energien Competence Centers Wasserkraft, Wärmekraft und Renewables |
Vergütung für den Vorstand
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2011 insgesamt 2.607.219 € (Vorjahr: 2.859.553 €).
Vergütung für den Vorstand
| Name | Fixe Bezüge in € | Variable Bezüge in € |
|---|---|---|
| Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber | 623.569 | 234.402 |
| Dr. Johann Sereinig | 593.957 | 270.428 |
| Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | 416.390 | 153.049 |
| Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner (ab 1.4.2011) | 315.425 | 0 |
Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder im Jahr 2011 gewährten variablen Bezüge für das Geschäftsjahr 2010.
Da Dr. Rabensteiner erst im Lauf des Jahres 2011 in den Vorstand bestellt wurde, kam an ihn für das Geschäftsjahr 2010 noch kein variabler Bezug zur Auszahlung.
Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für das Geschäftsjahr 2010 betrug dieser Prozentsatz maximal 50% bis 60%. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2010 zu 50% auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50% auf qualitativen, zum Teil mittelfristigen Zielen, beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturell-organisatorischen Bereich.
Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2011 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 132.621 € bezahlt (Vorjahr: 115.714 €). In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung.
Im Jahr 2011 sind 491.166 € (Vorjahr: 707.387 €) für Pensionen und Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt. Bei den Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) ergibt sich aufgrund eines Sondereffekts ein Ertrag von 135.697 € (Vorjahr: Aufwand von 42.891 €). Die Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 597.362 € (Vorjahr: 97.792 €). An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt keine Aktien-Optionen für den Vorstand oder leitende Angestellte.
D&O-Versicherung
Bei VERBUND besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zugunsten der leitenden Organe. Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und die leitenden Angestellten der VERBUND AG sowie alle Mitglieder des Vorstands, Aufsichtsrats, Beirats und der Geschäftsführung sowie die Prokuristen und sonstigen leitenden Angestellten der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen.
Aufsichtsrat
Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet und hat sein Commitment auch hinsichtlich des per Jänner 2010 überarbeiteten Kodex erneuert. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz und Unternehmensgesetzbuch, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats geworden.
Persönliche Angaben, Vorsitz und Organfunktionen
Der Aufsichtsrat besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern –zehn von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und fünf vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern.
In der ordentlichen Hauptversammlung am 13.4.2011 fand die Wahl von zwei neuen Aufsichtsratsmitgliedern statt, nachdem zwei bisherige Mitglieder ihre Funktion zurückgelegt hatten.
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender Alleinvorstand der FI Beteiligungs- und Finanzierungs AG, Geschäftsführer der Hereschwerke GmbH, Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Heresch & Co GmbH; |
1956 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Dr. Maximilian Eiselsberg 1. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 13.4.2011) Rechtsanwalt |
1947 | 23.2.1993 | 13.4.2011 |
| Dkfm. Peter Püspök 1. Vorsitzender-Stellvertreter (ab 13.4.2011) 2. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 13.4.2011) Aufsichtsrat der Semper Constantia Privatbank (Vorsitzender.-Stv.) |
1946 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher 2. Vorsitzender-Stellvertreter (ab 13.4.2011) Aufsichtsrat der KSV 1870 Holding AG (Vorsitzender.-Stv.), der Richter Pharma AG (Vorsitzender.-Stv.), der Bene AG (Vorsitzender-Stv.), der Voglauer Möbelwerk Gschwandtner & Zwilling GesmbH, der UMDASCH AG, der LICON Treuhand und VerwaltungsGesmbh und der LISEC Maschinenbau GesmbH |
1949 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Geschäftsführender Gesellschafter der Heinzel Holding GmbH, Aufsichtsrat der Miba AG, der Allianz Elementar Versicherungs AG, der Zellstoff Pöls AG (Vorsitzender), der Wilfried Heinzel AG (Vorsitzender), der Europapier AG (Vorsitzender), der Biocel Paskov A.S. (Vorsitzender)/Tschechische Republik, und der Estonian Cell A.S./Kunda, Estland |
1947 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Dr. Burkhard Hofer Vorsitzender des Aufsichtsrats der EVN AG, Aufsichtsrat der BEGAS Energie AG, der Burgenland Holding AG, der RAG Beteiligungs AG, der Flughafen Wien AG und der HYPO NOE Gruppe Bank AG |
1944 | 27.5.1999 | 13.4.2011 |
| Mag. Harald Kaszanits Kabinettchef des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend |
1963 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Mag. Herbert Kaufmann Aufsichtsrat der Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH |
1949 | 26.3.2008 | o. HV 2015 |
| Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands der EVN AG, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Burgenland Holding AG, Vorsitzender d. Aufsichtsrats der RAG Rohöl-Aufsuchungs AG und der RAG Beteiligungs AG |
1953 | 13.4.2011 | o. HV 2015 |
| Dr. Gabriele Payr Vorsitzende des Vorstands der Wiener Stadtwerke Holding AG, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Wien Energie GmbH, der Wien Energie Gasnetz GmbH, der Wien Energie Stromnetz GmbH, der Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen, der B&F WIEN – Bestattung und Friedhöfe GmbH, der Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft der Wiener Stadtwerke Gesellschaft m.b.H., der Wiener Stadtwerke Beteiligungsmanagement GmbH, Aufsichtsrat der WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group, Generalrat der Österreichische Nationalbank |
1959 | 13.4.2011 | o. HV 2015 |
| Christa Wagner Geschäftsführende Gesellschafterin der JOSKO Fenster und Türen GmbH |
1960 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Ing. Siegfried Wolf Aufsichtsratsvorsitzender der OJSC Russian Machines, Aufsichtsrat der Österreichische Industrieholding AG, der Siemens AG Österreich, der STRABAG SE, der GAZ Group, der Glavstroy Corporation LLC, der PSK Transstroy LLC, der Banque Baring Brothers Sturdza S.A. und der Continental AG |
1957 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
Arbeitnehmervertreter
| Name | Geburtsjahr | ||
|---|---|---|---|
| Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung der Arbeitnehmer |
1955 | seit 25.10.2006 | von der Arbeitnehmer vertretung entsendet |
| Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Aufsichtsrat der Sparkasse Voitsberg/Köflach Bankaktiengesellschaft |
1964 | seit 8.3.2004 | von der Arbeitnehmer vertretung entsendet |
| Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender |
1952 | 27.9.1991– 9.5.1993 seit 15.12.2000 |
von der Arbeitnehmer vertretung entsendet |
| Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende Aufsichtsrat der BAV Pensionskassen AG |
1951 | seit 29.8.2006 | von der Arbeitnehmer vertretung entsendet |
| Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat |
1956 | seit 25.10.2006 | von der Arbeitnehmer vertretung entsendet |
Unabhängigkeit
Kriterien für die Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat in seiner Sitzung vom 23.2.2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gem. C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:
- "Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
- Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
- Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten 3 Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
- Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
- Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
- Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden."
Nach der Neuwahl des Aufsichtsrats im April 2010 und der Änderung dieser Kodex-Regel (nunmehr muss die Hälfte der Kapitalvertreter unabhängig sein) wurde mit Schreiben des Compliance-Verantwortlichen im Juni 2010 neuerlich die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder erhoben. Dasselbe geschah im Sommer 2011 hinsichtlich der zwei im April 2011 neu gewählten Mitglieder.
Die Beurteilung erfolgte auf Basis des Aufsichtsratsbeschlusses vom 23.2.2010, wonach sich der Aufsichtsrat wiederum dem Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 1.1.2010 unterwarf und die Anwendung der Leitlinien (Anlage zum ÖCGK) für die Unabhängigkeit festlegte. Von allen zehn Kapitalvertretern liegen schriftliche Erklärungen über ihre Unabhängigkeit vor. Acht davon haben sich als unabhängig erklärt, zwei Aufsichtsratsmitglieder (Layr, Payr) haben sich (jeweils hinsichtlich eines Kriteriums) als nicht unabhängig eingestuft. Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als 10%): Frizberg, Püspök, Süßenbacher, Heinzel, Kaufmann, Wagner und Wolf.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Das Plenum des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2011 6 Sitzungen ab. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt rund 92%.
Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil. Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats waren insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen:
- Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2010
- Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung (inkl. Wahl in den Aufsichtsrat)
- Bestellung von zwei Vorstandsmitgliedern
- Neuregelung der Geschäftsverteilung für den Vorstand
- Freigabe für das Windprojekt Casimcea/Rumänien
- Neuwahl des Aufsichtsratspräsidiums und Konstituierung der Ausschüsse
- Restrukturierung POWEO
- Investitionsprogramm Türkei
- Veräußerung von Anteilen an der VERBUND Innkraftwerke GmbH
- Unbundling der Netztochter APG
- Fremdmittelaufnahmen sowie Garantie- und Haftungsübernahmen
- Effizienz-Steigerungsprogramm Werksgruppe Zillertal
- Erteilung einer Prokura
- Genehmigung des Konzernbudgets für 2012
(Siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrats).
Selbstevaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats
Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrates, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert.
Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse
Gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung einen Arbeitsausschuss, der zugleich als Prüfungsausschuss und als Dringlichkeitsausschuss fungiert, einen Präsidial- und Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss.
Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten; in dringenden Fällen berichtet der Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorweg.
Arbeitsausschuss, gleichzeitig Prüfungs- und Dringlichkeitsausschuss
Im Geschäftsjahr 2010 wurde die Anzahl der Mitglieder im Arbeitsausschuss, der zugleich als Prüfungsund Dringlichkeitsausschuss (im Folgenden kurz der Arbeitsausschuss genannt) fungiert, von sechs auf vier gewählte Mitglieder reduziert. Er setzt sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und einem weiteren Mitglied des Aufsichtsrats zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter gilt § 92 Abs. 4 AktG. Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Kodex (Regel 40) geforderten Finanzexperten.
Der Arbeitsausschuss
- hat die Sitzungen des Aufsichtsrats vorzubereiten und den Aufsichtsrat bei der ständigen Überwachung der Geschäftsführung unbeschadet der Rechte des Aufsichtsrats gemäß § 95 AktG zu unterstützen,
- ist als Prüfungsausschuss gemäß § 92 Abs. 4a AktG und
- als Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) tätig.
Dem Arbeitsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig die in Anlage 2 der Geschäftsordnung des Vorstands angeführten zustimmungspflichtigen Angelegenheiten übertragen.
Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Arbeitsausschuss kann bei Bedarf und in einem bestimmten Einzelfall dem Vorsitzenden die Entscheidungsbefugnis übertragen.
Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in all jenen Fällen, wo zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrats erforderlich ist.
Den Vorsitz im Arbeitsausschuss führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats, im Fall seiner Verhinderung die Stellvertreter in der gewählten Reihenfolge.
| Mitglieder des Arbeitsausschusses | |||
|---|---|---|---|
| Name | Funktion | ||
| Dr. Gilbert Frizberg | Vorsitzender | ||
| Dr. Maximilian Eiselsberg (bis 13.4.2011) | 1. stellvertretender Vorsitzender | ||
| Dkfm. Peter Püspök | 1. stellvertretender Vorsitzender (ab 13.4.2011) | ||
| 2. stellvertretender Vorsitzender (bis 13.4.2011) |
Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (ab 13.4.2011) 2. stellvertretender Vorsitzender
Mag. Harald Kaszanits Mitglied Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2011 6 Mal und der Prüfungsausschuss ebenso 6 Mal. Der Dringlichkeitsausschuss wurde im Zirkularverfahren mit dem Verkauf von Teilen der POWEO befasst.
Tätigkeitsschwerpunkte des Arbeitsausschusses waren:
- Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen
- Genehmigung von Garantieübernahmen
- Restrukturierung POWEO
- Gründung einer E-Mobility-Provider-Gesellschaft
- Kapitalerhöhung bei der VERBUND Trading Romania
Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:
- Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2010
- Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
- Halbjahresabschluss 2011
- Überwachung der Rechnungslegungsprozesse
- Internes Kontrollsystem, Revisions- und Risikomanagementsystem
- Abstimmung der Prüfungsschwerpunkte 2011 mit dem Abschlussprüfer
- Prüfprogramm und Prüfungsberichte der Internen Revision
Präsidial- und Vergütungsausschuss
Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Präsidial- und Vergütungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Dem Vergütungsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:
- Abschluss oder Abänderung von Vorstandsverträgen
- Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands
- Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder
Mitglieder des Präsidial- und Vergütungsausschusses
| Name | Funktion |
|---|---|
| Dr. Gilbert Frizberg | Vorsitzender |
| Dr. Maximilian Eiselsberg (bis 13.4.2011) | 1. stellvertretender Vorsitzender |
| Dkfm. Peter Püspök | 1. stellvertretender Vorsitzender (ab 13.4.2011) 2. stellvertretender Vorsitzender (bis 13.4.2011) |
| Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (ab 13.4.2011) | 2. stellvertretender Vorsitzender |
Der Vergütungsausschuss verfügt über den in Regel 43 ÖCGK geforderten Experten. Im Geschäftsjahr 2011 fanden 3 Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand der Sitzungen waren die Zielvereinbarungen und die variable Vergütung des Vorstands sowie der Abschluss von Vorstandsverträgen mit dem neu bestellten und dem verlängerten Vorstandsmitglied. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.
Nominierungsausschuss
Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Bezüglich der Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung gilt § 92 Abs. 4 AktG.
Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist, und er hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten.
| Name | Funktion | ||
|---|---|---|---|
| Dr. Gilbert Frizberg | Vorsitzender | ||
| Dr. Maximilian Eiselsberg (bis 13.4.2011) | 1. stellvertretender Vorsitzender | ||
| Dkfm. Peter Püspök | 1. stellvertretender Vorsitzender (ab 13.4.2011) 2. stellvertretender Vorsitzender (bis 13.4.2011) |
||
| Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher (ab 13.4.2011) | 2. stellvertretender Vorsitzender | ||
| Anton Aichinger | Arbeitnehmervertreter | ||
| Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner | Arbeitnehmervertreterin |
Mitglieder des Nominierungsausschusses
Der Nominierungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2011 3 Mal zusammen, um die Bestellung von zwei Vorstandsmitgliedern und die Nachwahl von zwei Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten.
Zustimmungspflichtige Verträge
Im Geschäftsjahr 2011 hat die Hereschwerke Regeltechnik GmbH im Kraftwerk Peggau für die Konzerngesellschaften VERBUND Hydro Power AG (VHP) und VERBUND Telekom Service GmbH (VTS) Lieferungen und Leistungen im Bereich der Elektro-Installation zu einem Preis von insgesamt 331.569,58 € netto erbracht. Die diesen Beauftragungen durch VHP und VTS zugrunde liegenden Verträge wurden entsprechend dem Aktiengesetz und dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 49) vom Aufsichtsrat der VERBUND AG genehmigt.
Bei der Hereschwerke Regeltechnik GmbH handelt es sich um ein Unternehmen, das im wirtschaftlichen Einflussbereich des Aufsichtsratsmitglieds Dr. Gilbert Frizberg steht.
Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 200.133 € (Vorjahr: 212.779 €). Darin ist auch der Ersatz von verrechneten Spesen (Reisekosten) enthalten.
In der 59. o. Hauptversammlung am 20.3.2006 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, wobei die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festgesetzt wurden. Dieses Vergütungsschema galt auch für das Geschäftsjahr 2011:
| Vergütungsschema | in € |
|---|---|
| Jährliche Aufwandsentschädigung | |
| Vorsitzender | 15.000 |
| Vorsitzender-Stellvertreter | 11.250 |
| Mitglied | 7.500 |
| Sitzungsgeld | 400 |
Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats analog Anwendung. Für das Geschäftsjahr 2011 wurden im Einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrats folgende Vergütungen ausbezahlt:
| Vergütung an die Mitglieder des Aufsichtsrats in € |
||
|---|---|---|
| Name (ohne Titel) | Jährliche Aufwandsentschädigung |
Sitzungsgelder |
| Gilbert Frizberg, Vors. | 30.000 | 4.800 |
| Maximilian Eiselsberg, Vors.-Stv. (bis 13.4.2011) | 6.350 | 1.200 |
| Peter Püspök, Vors.-Stv. | 22.500 | 4.800 |
| Reinhold Süßenbacher, Vors.-Stv. (Vors.-Stv. ab 13.4.2011) | 18.266 | 4.400 |
| Alfred Heinzel | 7.500 | 2.000 |
| Burkhard Hofer (bis 13.4.2011) | 2.116 | 800 |
| Harald Kaszanits | 15.000 | 4.400 |
| Herbert Kaufmann | 7.500 | 2.000 |
| Peter Layr (ab 13.4.2011) | 5.383 | 1.200 |
| Gabriele Payr (ab 13.4.2011) | 5.383 | 1.200 |
| Christa Wagner | 7.500 | 2.400 |
| Siegfried Wolf | 7.500 | 1.200 |
| Arbeitnehmervertreter | ||
| Anton Aichinger | – | 4.800 |
| Kurt Christof | – | 2.400 |
| Harald Novak | – | 2.400 |
| Ingeborg Oberreiner | – | 4.800 |
| Joachim Salamon | – | 2.400 |
An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind in die bei VERBUND bestehende D&O-Versicherung einbezogen (siehe dazu oben auf Seite 80).
Maßnahmen zur Förderung von Frauen
(§ 243b Abs. 2 Z.2 UGB)
Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich VERBUND gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. VERBUND behandelt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten.
Mit Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer wurde per 1.1.2007 erstmals in der Geschichte von VERBUND eine Frau in den Vorstand berufen. VERBUND ist damit eines der ganz wenigen börsennotierten Unternehmen mit einer Frau in verantwortlicher Führungsposition.
Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Aktionäre fällt. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 13.4.2011 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats jedenfalls mit Dr. Gabriele Payr eine weitere Frau in den Aufsichtsrat der VERBUND AG gewählt. Mit Christa Wagner und Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner (als Arbeitnehmervertreterin) gehören dem Aufsichtsrat nunmehr drei Frauen an.
Per 31.12.2011 sind zwölf Frauen konzernweit in leitenden Positionen (inkl. Vorstand, 1. und 2. Führungsebene). Dies bedeutet einen Rückgang des Frauenanteils in leitenden Positionen im Vergleich zum Vorjahr um 14,3%. Der Frauenanteil am gesamten konzernweiten Mitarbeiterstand ist im Vergleich zum Vorjahr mit 18,3% gleich geblieben.
Um das Thema Gleichbehandlung (Diversity Management) für VERBUND zu forcieren, wurden alle bereits vorhandenen Maßnahmen zentral bei der Gleichbehandlungsbeauftragten angesiedelt und werden laufend weiterentwickelt. Als eine Gleichbehandlungsinitiative führt VERBUND seit März 2011 die Informationen zum kollektivvertraglichen Bruttomonatsgrundgehalt bei internen und externen Stellenausschreibungen an. Somit war VERBUND eines der wenigen Unternehmen, das dieser Verpflichtung von Beginn an nachkam. Ziel ist es, Bewerberinnen und Bewerber besser über die Beschäftigungsbedingungen zu informieren und eine höhere Transparenz zu schaffen.
2011 erstellte VERBUND erstmals einen Einkommensbericht, der Aufschluss über die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen gibt. Auf Basis der gesetzlichen Vorgaben wurden die Daten des VERBUND-Konzerns sowie der VERBUND Hydro Power AG als größter Tochtergesellschaft ausgewertet und dem Betriebsrat zur Information übermittelt. Die Ergebnisse des Einkommensberichts zeigen keine unmittelbaren Diskriminierungen von Frauen. Dies ist auf die im Konzern ausgeübte strikte kollektivvertragliche Einstufung sowie die Einführung des Leistungsorientierten Gehaltsmodells (LOG) zurückzuführen. Dennoch sind die gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, geringe Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit von Frauen, in höher bezahlte (Führungs-)Funktionen zu gelangen, auch bei VERBUND spürbar.
VERBUND nimmt die Ergebnisse dieses Einkommensberichts sehr ernst und legt auch zukünftig Wert auf gezielte Maßnahmen zur Frauenförderung. Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen, vor allem auch Technikerinnen, als Mitarbeiterinnen für das Unternehmen zu gewinnen. Daher hat VERBUND im Frühjahr 2011 zum dritten Mal ein Frauenstipendium an drei herausragende Studentinnen der TU Wien vergeben. Von einer Jury wurden eine Studienbeginnerin der Studienrichtung Maschinenbau, eine Masterstudentin der Studienrichtung Elektrotechnik und eine PhD-Studentin der Studienrichtung Technische Mathematik ausgewählt, die mit einem maßgeschneiderten Förderungspaket im Wert von je 5.000 € unterstützt werden.
Zusätzlich nimmt VERBUND jährlich am Töchtertag sowie an den FIT (Frauen in die Technik)- Infotagen teil, um bereits eine sehr junge weibliche Zielgruppe anzusprechen und sie für die spannenden technischen Berufe zu begeistern. Außerdem freut sich das Unternehmen über die steigende Anzahl weiblicher Lehrlinge, die jährlich die Ausbildung zum einzigartigen und chancenreichen Doppelberuf Elektrotechnik und Metalltechnik beginnen.
Im Rahmen der Zertifizierung für das "Audit Beruf und Familie" wurden alle bereits bestehenden Maßnahmen und Angebote im Konzern erhoben, welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, Berufs- und Privatleben gut zu vereinbaren. VERBUND konnte sein bereits hohes Niveau bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter ausbauen. 2012 findet eine Re-Auditierung statt.
Entsprechenserklärung des Vorstands zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
Zur mittlerweile zum neunten Mal durchgeführten Evaluierung erklärt der Vorstand:
"Der Österreichische Corporate Governance Kodex wurde im Geschäftsjahr 2011 in der VERBUND AG angewandt und nach Maßgabe der oben angeführten Erläuterungen eingehalten. Lediglich bei 2 Kodex-Regeln gab es teilweise Abweichungen, die zum Teil aus gesetzlichen Gegebenheiten resultieren und entsprechend erklärt und begründet werden. Auch im Geschäftsjahr 2012 wird VERBUND die Einhaltung des Kodex in seiner geänderten Fassung fortsetzen, wobei weiterhin die möglichst lückenlose Umsetzung sämtlicher Regeln angestrebt wird.
Die Anwendung des Corporate Governance Kodex hat für VERBUND von Beginn an einen sehr hohen Stellenwert und bildet einen wesentlichen Baustein im Hinblick auf die Stärkung des Vertrauens der Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen."
Wien, am 31.1.2012 Der Vorstand
Externe Überprüfung
Wie in den vergangenen Jahren wurde auch für das Geschäftsjahr 2011 eine freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer vorgenommen.
Zusammenfassendes Ergebnis des Berichts über die Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr 2011
Wir haben die Einhaltung der Empfehlungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 (ÖCGK – herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance) im Geschäftsjahr 2011 bei der VERBUND AG evaluiert.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter: Für die Berichterstattung über die Umsetzung und Einhaltung der Corporate Governance-Grundsätze im Unternehmen ("Entsprechenserklärung") ist der Vorstand der Gesellschaft verantwortlich.
Verantwortung des Prüfers: Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Evaluierung festzustellen, ob die Darstellungen in der Entsprechenserklärung zutreffend sind. Wir haben unsere Evaluierung unter Beachtung der österreichischen berufsüblichen Grundsätze zu sonstigen Prüfungen (KFS/PG 13) durchgeführt. Danach haben wir unsere Berufspflichten einschließlich Vorschriften zur Unabhängigkeit einzuhalten und den Auftrag unter Beachtung des Grundsatzes der Wesentlichkeit so zu planen und durchzuführen, dass wir unsere Beurteilung mit einer hinreichenden Sicherheit abgeben können. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Prüfers und umfasste insbesondere folgende Tätigkeiten: Wir haben unsere Evaluierung auf Basis des Fragebogens für die freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance, durchgeführt. Die Evaluierung erfolgte durch Befragung der Organe und der von diesen namhaft gemachten Mitarbeiter der Gesellschaft sowie durch Einsichtnahme in die uns von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Unterlagen. Unsere Evaluierung beinhaltete auch eine stichprobenweise Überprüfung der uns vorgelegten Nachweise und gegebenen Angaben. Gegenstand unseres Auftrags ist weder eine Abschlussprüfung noch eine prüferische Durchsicht von Abschlüssen. Ebenso ist weder die Aufdeckung und Aufklärung strafrechtlicher Tatbestände, wie z.B. von Unterschlagungen oder sonstigen Untreuehandlungen und Ordnungswidrigkeiten, noch die Beurteilung der Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung Gegenstand unseres Auftrags. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil über die Angemessenheit der Entsprechenserklärung zu dienen.
Prüfungsurteil: Aufgrund der bei unserer Evaluierung gewonnenen Erkenntnisse stellt die Entsprechenserklärung des Vorstandes die Umsetzung der Empfehlungen des ÖCGK bei der VERBUND AG im Geschäftsjahr 2011 zutreffend dar.
Wien, am 31.1.2012 Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin
Mag. Helmut Maukner Mag. Elfriede Baumann
Konzernabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND
| in Tsd. € | ||
|---|---|---|
| Anhang | 2011 | 2010 |
| 3.307.891 | ||
| 1 | 3.516.510 | 2.948.242 |
| 261.890 | 249.719 | |
| 2 | 86.972 | 109.929 |
| 3 | 59.120 | 37.801 |
| 4 | – 2.205.825 | – 1.611.299 |
| 5 | – 138.963 | – 118.309 |
| – 308.356 | ||
| – 229.876 | ||
| – 248.557 | ||
| 829.293 | ||
| 9 | 202.185 | – 829 |
| 1.001.594 | 828.464 | |
| 22.089 | ||
| 15.544 | ||
| 30.787 | ||
| – 245.228 | ||
| – 18.878 | ||
| – 360.708 | – 195.686 | |
| 640.886 | 632.778 | |
| 15 | – 178.627 | – 148.396 |
| 462.259 | 484.382 | |
| 400.833 | ||
| 109.635 | 83.549 | |
| 16 | 1,01 | 1,28 |
| 6 7 8 10 11 12 13 14 |
3.865.372 – 330.772 – 241.678 – 207.844 799.409 – 176.629 1.492 36.491 – 198.899 – 23.164 352.624 |
Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen umfassen Wertminderungen und Wertaufholungen von Sachanlagen (gekürzt um Veränderungen der dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträge bzw. Zuschüsse der öffentlichen Hand). // 2 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander.
Gesamtergebnisrechnung von VERBUND
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Nach IFRS | Anhang | 2011 | 2010 |
| Periodenergebnis | 462.259 | 484.382 | |
| Sonstiges Ergebnis aus: | |||
| Währungsdifferenzen | 17 | – 129.259 | 23.919 |
| Zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | 17 | – 7.045 | – 1.161 |
| Cashflow Hedges | 17 | 101.000 | – 126.424 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 17 | 8.464 | – 27.906 |
| Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern | – 26.840 | – 131.573 | |
| Ertragsteuern | 18 | – 23.587 | 31.943 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | – 50.428 | – 99.630 | |
| Gesamtperiodenergebnis | 411.831 | 384.752 | |
| Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) |
302.268 | 300.980 | |
| Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 109.563 | 83.772 |
Bilanz von VERBUND
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Nach IFRS | Anhang | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
| Langfristiges Vermögen | 10.299.720 | 9.722.235 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 19 | 632.141 | 623.624 |
| Sachanlagen | 20 | 6.578.701 | 5.958.695 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 21 | 2.115.338 | 2.261.908 |
| Sonstige Beteiligungen | 22, 34 | 129.911 | 138.866 |
| Finanzanlagen und sonstige Forderungen | 23, 25, 34 | 843.629 | 739.143 |
| Kurzfristiges Vermögen | 1.558.456 | 1.568.745 | |
| Vorräte | 24 | 107.114 | 92.279 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen |
25, 34 | 1.118.100 | 987.484 |
| Liquide Mittel | 26, 34 | 333.243 | 488.982 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 27 | 1.134 | 0 |
| Aktiva | 11.859.310 | 11.290.979 | |
| in Tsd. € | |||
| Nach IFRS | 31.12.2011 | 31.12.2010 | |
| Eigenkapital | 4.929.400 | 4.372.400 | |
| Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen | 28– 31 | 4.323.546 | 4.036.025 |
| Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 32 | 605.854 | 336.375 |
| Langfristige Schulden | 5.886.247 | 6.041.742 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 33, 34 | 3.908.952 | 4.267.425 |
| Rückstellungen | 35 | 618.719 | 631.321 |
| Latente Steuerschulden | 36 | 247.301 | 168.333 |
| Baukostenbeiträge und Zuschüsse | 37 | 574.266 | 430.222 |
| Abgrenzungen – Cross-Border-Leasing | 38 | 55.193 | 56.788 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 34, 39 | 481.816 | 487.653 |
| Kurzfristige Schulden | 1.043.663 | 876.838 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 33, 34 | 324.736 | 228.792 |
| Rückstellungen | 35 | 225.598 | 274.281 |
| Laufende Steuerschulden | 40 | 12.419 | 49.670 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
34, 41 | 480.909 | 324.095 |
| Passiva | 11.859.310 | 11.290.979 |
Entwicklung des Eigenkapitals von VERBUND
| Nach IFRS | Grundkapital | Kapitalrücklagen | Angesammelte Ergebnisse |
Differenzen aus der Währungs umrechnung |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Anhang | 28 | 29 | 30 | 31 | |
| Stand per 1.1.2010 | 308.200 | 10.936 | 2.845.105 | – 59.808 | |
| Kapitalerhöhung | 39.216 | 960.784 | – | – | |
| Transaktionskosten der Kapitalerhöhung |
– | – 17.393 | – | – | |
| Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen |
– | – | 19.772 | – | |
| Gesamtperiodenergebnis | – | – | 400.833 | 24.144 | |
| Dividende | – | – | – 385.250 | – | |
| Stand per 31.12.2010 | 347.416 | 954.327 | 2.880.460 | – 35.664 | |
| Stand per 1.1.2011 | 347.416 | 954.327 | 2.880.460 | – 35.664 | |
| Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen |
– | – | 176.332 | – | |
| Gesamtperiodenergebnis | – | – | 352.624 | – 129.368 | |
| Dividende | – | – | – 191.079 | – | |
| Stand per 31.12.2011 | 347.416 | 954.327 | 3.218.337 | – 165.032 |
| in Tsd. € | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanz instrumenten |
Bewertung von Cashflow Hedges |
Übrige Bestandteile des sonstigen Ergebnisses |
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnendes Eigenkapital |
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital |
Gesamtsumme Eigenkapital |
| 32 | |||||
| 3.619 | 4.658 | 5.205 | 3.117.916 | 291.775 | 3.409.691 |
| – | – | – | 1.000.000 | – | 1.000.000 |
| – | – | – | – 17.393 | – | – 17.393 |
| – | – | – | 19.772 | 30.898 | 50.670 |
| 450 | – 119.025 | – 5.421 | 300.980 | 83.772 | 384.752 |
| – | – | – | – 385.250 | – 70.070 | – 455.320 |
| 4.069 | – 114.367 | – 216 | 4.036.025 | 336.375 | 4.372.400 |
| 4.069 | – 114.367 | – 216 | 4.036.025 | 336.375 | 4.372.400 |
| – | – | – | 176.332 | 220.544 | 396.876 |
| – 6.058 | 85.839 | – 769 | 302.268 | 109.563 | 411.831 |
| – | – | – | – 191.079 | – 60.628 | – 251.707 |
| – 1.988 | – 28.528 | – 984 | 4.323.546 | 605.854 | 4.929.400 |
Geldflussrechnung von VERBUND
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Nach IFRS | Anhang | 2011 | 2010 |
| Periodenergebnis | 462.259 | 484.382 | |
| Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) | |||
| immaterielle(n) Vermögenswerte(n) und Sachanlagen | – 56.622 | 230.602 | |
| Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) Finanzanlagen |
2.772 | 85 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (gekürzt um erhaltene Dividenden) |
214.073 | 4.429 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen | – 6.260 | – 9.367 | |
| Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuerschulden |
42.751 | – 13.466 | |
| Veränderung der Baukostenbeiträge und Zuschüsse | 144.044 | 28.359 | |
| Erträge aus der Auflösung der Abgrenzungen sowie Ergebnis aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen |
– 1.595 | 17.169 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | – 15.100 | 44.507 | |
| Zwischensumme | 786.321 | 786.698 | |
| Veränderung der Vorräte | – 14.835 | 34.801 | |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen |
– 45.397 | 85.052 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten |
184.623 | – 21.576 | |
| Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und der laufenden Steuerschulden |
– 80.793 | – 106.776 | |
| Cashflow aus operativer Tätigkeit | 42 | 829.919 | 778.200 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
– 564.986 | – 678.175 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen |
2.225 | 2.164 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen | – 492.733 | – 76.448 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen | 80.430 | 90.648 | |
| Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen |
– 278.800 | – 90.781 | |
| Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Tochterunternehmen und nach der Equity-Methode bilanzierter Beteiligungen |
43 | 67.503 | 5.005 |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus Abgängen von bzw. Investitionen in kurzfristige(n) Finanzanlagen |
400.000 | – 366.820 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus der Ab- bzw. Zunahme von langfristigen Forderungen |
0 | – 19.605 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | – 786.359 | – 1.134.011 |
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Nach IFRS | Anhang | 2011 | 2010 |
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen | 0 | 976.811 | |
| Einzahlungen aus Verschiebungen zwischen Gesellschafterstämmen |
396.876 | 51.424 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus Geldmarktgeschäften | – 46.370 | 45.456 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) |
127.000 | 200.000 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) |
– 425.049 | – 64.224 | |
| Auszahlungen aus Investitionen im Zusammenhang mit Finanzanlagen aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen |
0 | – 1.055 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus Abgängen und Tilgungen von Finanzanlagen und -verbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing Transaktionen |
0 | – 34.283 | |
| Gezahlte Dividenden | – 251.756 | – 455.320 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 44 | – 199.300 | 718.809 |
| Veränderung der liquiden Mittel | – 155.739 | 362.998 | |
| Liquide Mittel zum 1.1. | 488.982 | 125.984 | |
| Liquide Mittel zum 31.12. | 333.243 | 488.982 |
Anhang von VERBUND
Die VERBUND AG mit Sitz Am Hof 6a, 1010 Wien, ist das Mutterunternehmen des national wie international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen.
VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt elektrische Energie an Abnehmer von Börsen, Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Weiters betreibt VERBUND das österreichische Hochspannungsnetz und hält in- und ausländische Beteiligungen an Energieversorgungsunternehmen. Die ausländischen Beteiligungen von VERBUND konzentrieren sich dabei vor allem auf die Türkei, Italien und Frankreich.
Grundsätze der Rechnungslegung
Grundlagen
Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a Abs. 1 UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31.12.2011.
Der Konzernabschluss von VERBUND besteht aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals, Geldflussrechnung und Anhang. Mit Ausnahme des Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €) – ist der Konzernabschluss von VERBUND in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.
Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Konsolidierungsmethoden
In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Beherrschung ist gegeben, wenn die VERBUND AG direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Tätigkeit einen Nutzen zu ziehen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall.
Die erstmalige Einbeziehung eines Tochterunternehmens erfolgt im Erwerbsfall mithilfe der Erwerbsmethode. Es kommt dabei zu einer Erfassung und Bewertung der zum erworbenen Unternehmen gehörigen, identifizierbaren materiellen und immateriellen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie der nicht beherrschenden (den Minderheiten zuzurechnenden) Anteile. Positive Unterschiedsbeträge zwischen der übertragenen Gegenleistung zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und, im Fall sukzessiver Unternehmenserwerbe, zuzüglich einer bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung und dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens werden als Firmenwerte bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), sowie Unternehmen, auf die die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Equity-Methode ist eine Konsolidierungs- bzw. Bewertungsmethode, bei der die Beteiligung zunächst mit ihren Anschaffungskosten angesetzt wird. In der Folge wird der Beteiligungsansatz um Veränderungen des Anteils von VERBUND am Reinvermögen des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine "Einzeilenkonsolidierung". Ein maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der VERBUND AG direkt oder indirekt ein Stimmrechtsanteil von mindestens 20%, aber weniger als 50% zusteht. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRS-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Treten bei einem nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen bedeutende Ereignisse oder Geschäftsfälle zwischen diesem Stichtag und dem Bilanzstichtag von VERBUND ein, so werden entsprechende Anpassungen berücksichtigt.
Konzerninterne Geschäfte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert. Bei konzerninternen Unternehmenserwerben und Zusammenführungen von Gemeinschaftsunternehmen, sogenannten Transaktionen unter gemeinschaftlicher Beherrschung, werden die Buchwerte des übertragenen Unternehmens fortgeführt.
Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist in der Tabelle "Konzernunternehmen" am Ende des Anhangs dargestellt. Der Kreis der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2011 wie folgt entwickelt:
| Vollkonsolidierung | Bilanzierung nach der Equity-Methode |
|
|---|---|---|
| Stand per 31.12.2010 | 25 | 20 |
| Wechsel der Konsolidierungsmethode | 0 | 1 |
| Zugänge aus Neugründungen | 2 | 1 |
| Zugänge aus Sachdividendenausschüttungen | 0 | 2 |
| Abgänge aus Veräußerungen | 0 | – 2 |
| Abgänge aus Unternehmenszusammenführungen | – 2 | – 5 |
| Stand per 31.12.2011 | 25 | 17 |
| davon inländische Unternehmen | 19 | 10 |
| davon ausländische Unternehmen | 6 | 7 |
Die Zugänge vollkonsolidierter Unternehmen beziehen sich auf die mit Wirkung vom 25.1.2011 erfolgte Neugründung der VERBUND International Frankreich GmbH als 100%iges Tochterunternehmen der VERBUND International GmbH und die mit Wirkung vom 9.6.2011 erfolgte Neugründung der VERBUND International Finance GmbH als 100%iges Tochterunternehmen der VERBUND AG. In Zusammenhang mit Letzterer steht der Abgang der bislang vollkonsolidierten niederländischen VERBUND International Finance B.V. Diese wurde in der Berichtsperiode 2011 auf die neu gegründete VERBUND International Finance GmbH verschmolzen.
Der weitere Abgang eines vollkonsolidierten Tochterunternehmens bezieht sich auf die 94,9%ige Beteiligung an der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG. In der Berichtsperiode 2011 schied die konzernexterne Kommanditistin aus der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG aus. Der Komplementär- und der Kommanditanteil wurden daraufhin in der VERBUND Beteiligungsholding GmbH vereinigt, wodurch es zu einem Übergang des Unternehmensvermögens auf die letzte verbleibende Gesellschafterin (ohne Liquidation) kam.
Konsolidierungskreis
Der Wechsel der Konsolidierungsmethode bezieht sich auf die mit Wirkung vom 1.1.2011 erfolgte erstmalige Bilanzierung nach der Equity-Methode der bislang nicht konsolidierten 50,01%igen Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH. In Zusammenhang damit steht der Abgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an der albanischen Enerji Ashta Shpk. Diese wurde in der Berichtsperiode im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, ein 100%iges Tochterunternehmen der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, eingebracht. Die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und EVN AG. Die Bilanzierung dieser Transaktion erfolgte durch Fortführung der Beteiligungsbuchwerte.
Der Zugang eines nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmens bezieht sich auf die mit Wirkung vom 21.12.2011 erfolgte Neugründung der Enerjisa Enerji A.S. als Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und Sabanci Holding A.S. In Zusammenhang damit steht der Abgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an der Enerjisa Enerji Üretim A.S., der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S., der Enerjisa Elektrik Enerjisi Toptan Satis A.S. und der Enerjisa Dogalgaz Toptan Satis A.S. Diese wurden in der Berichtsperiode 2011 im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage in die neu gegründete Enerjisa Enerji A.S. eingebracht. Die Enerjisa Enerji A.S. ist ein Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und Sabanci Holding A.S. Die Bilanzierung dieser Transaktion erfolgte durch Fortführung der Beteiligungsbuchwerte.
Mit Wirkung von 21.2.2011 erfolgte der Erwerb von 60% der Anteile an der französischen POWEO Production S.A.S. um 120,0 Mio. € von der POWEO S.A. Dadurch wurde die POWEO Production S.A.S. zu einer 100%igen Beteiligung von VERBUND. Der Erlangung von Beherrschung standen jedoch potenzielle Stimmrechte der POWEO S.A. in Form einer bis 30.6.2013 jederzeit ausübbaren Rückkaufoption entgegen. Die POWEO Production S.A.S. blieb daher ein nach der Equity-Methode bilanziertes assoziiertes Unternehmen von VERBUND. Mit Wirkung vom 22.6.2011 wurden die 100%igen Beteiligungen der POWEO Production S.A.S. an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und an der POWEO Toul Production S.A.S. als Sachdividende an VERBUND ausgeschüttet; diese werden, da sie (u.a.) als neue Basiswerte der Rückkaufoption zu sehen sind, weiterhin nach der Equity-Methode bilanziert. Darüber hinaus umfasste die Sachdividendenausschüttung auch die 100%ige Beteiligung an der (mangels Wesentlichkeit nunmehr als sonstige Beteiligung bilanzierten) POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. sowie eine Forderung gegenüber diesem Beteiligungsunternehmen. Die Bilanzierung dieser Transaktion erfolgte durch Fortführung des Buchwerts der Beteiligung an der POWEO Production S.A.S.; dieser wurde nach Vornahme einer Wertminderung im Verhältnis der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten auf die ausgeschütteten Vermögenswerte verteilt.
Die Abgänge aus Veräußerungen beziehen sich auf die 100%ige Beteiligung an der französischen POWEO Production S.A.S. und die 46,01%ige Beteiligung an der französischen POWEO S.A. (Group). Die Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. – diese umfasste nach der Sachdividendenausschüttung vom 22.6.2011 nur mehr deren 100%ige Beteiligung an der POWEO ENR S.A.S. – wurde mit Wirkung vom 22.9.2011 an ein Konsortium aus AXA Infrastructure Holding S.A.R.L., Kallista Energy Investment und Direct Energie Neoen S.A.S. veräußert. Die Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) wurde mit Wirkung vom 30.9.2011 an die Direct Energie SA veräußert. Im Rahmen dieser Veräußerung einigten sich VERBUND und Direct Energie S.A. auf eine sequenzielle Kombination aus einer Verkaufund einer Kaufoption über 40% der Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. Dadurch soll sichergestellt sein, dass spätestens ab 1.7.2013 insbesondere die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und die POWEO Toul Production S.A.S. entweder von VERBUND definitiv beherrscht oder zu 100% (inklusive aller von VERBUND gegenwärtig bereitgestellten Finanzierungen und Garantien) abgegeben werden können.
In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die funktionale Währung der VERBUND AG sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Mit Ausnahme der rumänischen Alpha Wind S.R.L., der rumänischen CAS Regenerabile S.R.L. und der bulgarischen Haos Invest EAD ist die funktionale Währung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ebenfalls der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND werden die Jahresabschlüsse dieser ausländischen Tochterunternehmen nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen wird entsprechend verfahren. Mit Ausnahme des türkischen Gemeinschaftsunternehmens ist die funktionale Währung der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen der Euro.
Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monats- (vollkonsolidierte Tochterunternehmen) bzw. zu Quartalsdurchschnittskursen (nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen). Stichtagsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen.
Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt:
| Land | Währungs einheit |
31.12.2011 Devisen referenzkurs der EZB |
31.12.2010 Devisen referenzkurs der EZB |
2011 Durchschnitts kurs |
2010 Durchschnitts kurs |
|---|---|---|---|---|---|
| Bulgarien1 | 1 € = BGN | 1,9558 | 1,9558 | 1,9558 | 1,9558 |
| Rumänien | 1 € = RON | 4,3233 | 4,2620 | 4,2416 | 4,2184 |
| Türkei | 1 € = TRY | 2,4432 | 2,0694 | 2,3334 | 2,0115 |
Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse
Der bulgarische Lew (BGN) ist fest an den Euro gekoppelt; es gibt daher keine Wechselkursschwankungen.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle zum 31.12.2011 verpflichtend anzuwendenden International Accounting Standards (IAS), International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie all jene Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des IFRS Interpretations Committee (IFRIC), die in den Rechtsbestand der Europäischen Union übernommen worden sind, beachtet.
Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Währungsumrechnung
In der Berichtsperiode 2011 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden:
| Standard bzw. Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB (übernommen von der EU) |
Pflicht zur Anwendung für VERBUND |
Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND |
|
|---|---|---|---|---|
| IAS 24 | Änderungen: Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen |
4.11.2009 (19.7.2010) |
1.1.2011 | Fokussierung der Anhangsangaben auf jene Transaktionen mit der Republik Österreich und mit den von der öffentlichen Hand beherrschten Unternehmen, die zwar insgesamt, aber nicht einzeln für sich wesentlich sind |
| IFRIC 14 | Änderungen: Vorauszahlung auf Mindestdotierungs verpflichtungen |
26.11.2009 (19.7.2010) |
1.1.2011 | keine |
| diverse | Verbesserungen an den IFRS | 6.5.2010 (18.2.2011) |
1.1.2011 | keine |
| Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | ------------------------------------------------------- | -- |
Durch die Änderungen zu IAS 24 wurde die Definition nahestehender Unternehmen oder Personen überarbeitet. Die neue Definition folgt einer symmetrischen Sichtweise der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen und stellt klar, in welchen Fällen angabepflichtige Beziehungen zwischen Personen mit beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss bzw. Managerinnen oder Managern in Schlüsselpositionen und dem berichtenden Unternehmen bestehen. Weiters ermöglichen die Standardänderungen jenen berichtenden Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden, eine Komplexitätsreduktion bei den Anhangsangaben. Bisher mussten der öffentlichen Hand nahestehende Unternehmen wie VERBUND detaillierte Informationen zu allen Transaktionen mit Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht werden, angeben. Seit 2011 können die Anhangsangaben aufgrund einer stärkeren Betonung des Wesentlichkeitsgrundsatzes vereinfachend auf jene Transaktionen beschränkt werden, die zwar insgesamt, aber nicht einzeln für sich wesentlich sind. Aus dieser Standardänderung ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.
Durch die Änderungen zu IFRIC 14 wird es Unternehmen, die im Zusammenhang mit Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen haben, ermöglicht, den Nutzen aus darauf geleisteten Vorauszahlungen als Vermögenswert anzusetzen. Aus dieser Interpretationsänderung ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.
Durch die jährlichen Verbesserungen an den IFRS des Jahres 2010 wurden mehrere einzelne Standards (IAS 1, 28, 31 und 34 sowie IFRS 1, 3 und 7) und eine Interpretation (IFRIC 13) im Detail geändert. Die jährlichen Verbesserungen konkretisieren die Regelungsinhalte und beseitigen unbeabsichtigte Inkonsistenzen innerhalb der IFRS. Aus diesem Sammelstandard ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.
Die übrigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber der Berichtsperiode 2010 unverändert.
Berichtsperiode 2011 (noch) nicht angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:
IASB und IFRIC haben weiters Standards und Interpretationen verabschiedet, die von VERBUND in der
| Standard bzw. Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB (übernommen von der EU)1 |
Pflicht zur Anwendung für VERBUND |
Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND |
|
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Änderungen: Darstellung des sonstigen Ergebnisses |
16.6.2011 (für Q1/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
Trennung der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die gegebenenfalls "recycelt" werden, von solchen, für die dies nicht vorgesehen ist, in der Darstellung der Gesamtergebnisrechnung |
| IAS 12 | Änderungen: Rückgewinnung zugrunde liegender Vermögenswerte |
20.12.2010 (für Q3/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2012 |
keine |
| IAS 19 | Änderungen: Leistungen an Arbeitnehmer |
16.6.2011 (für Q1/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
Änderung der Bilanzierungsmethode von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie von Verpflichtungen aus gesetzlichen Abfertigungen und aus Altersteilzeitmodellen |
| IAS 27 | Einzelabschlüsse | 12.5.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IAS 28 | Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen |
12.5.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IAS 32 | Änderungen: Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten |
16.12.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2014 |
werden derzeit untersucht |
| IFRS 1 | Änderungen: Ausgeprägte Hochinflation und feste Zeitpunkte in der Ausnahme für Ausbuchungen |
20.12.2010 (für Q2/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2012 |
keine |
| IFRS 7 | Änderungen: Übertragung finanzieller Vermögenswerte |
7.10.2010 (22.11.2011) |
1.1.2012 | werden derzeit untersucht |
| IFRS 7 | Änderungen: Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten |
16.12.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
| Standard bzw. Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB (übernommen von der EU)1 |
Pflicht zur Anwendung für VERBUND |
Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND |
|
|---|---|---|---|---|
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 12.11.2009 und 16.12.2011 (zurückgestellt) |
voraussichtlich 1.1.2015 |
werden derzeit untersucht |
| IFRS 10 | Konzernabschlüsse | 12.5.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IFRS 11 | Gemeinschaftliche Vereinbarungen |
12.5.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IFRS 12 | Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen |
12.5.2011 (für Q4/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IFRS 13 | Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts |
12.5.2011 (für Q3/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
werden derzeit untersucht |
| IFRIC 20 | Abraumbeseitigungskosten in der Produktionsphase im Tagebau |
19.10.2011 (für Q3/2012 erwartet) |
voraussichtlich 1.1.2013 |
keine |
Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Grundlage: EU Endorsement Status Report vom 26.1.2012
Durch die Änderungen zu IAS 1 wird die Darstellung der einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses in der Gesamtergebnisrechnung normiert. In Zukunft sind jene Bestandteile, die gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung zu "recyceln" (d.h. umzugliedern) sind, von solchen, für die eine solche Umgliederung nicht vorgesehen ist, in der Darstellung der Gesamtergebnisrechnung zu trennen. Eine Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung ist lediglich für Differenzen aus der Währungsumrechnung von Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, Rücklagen aus der Bewertung von Cashflow-Hedges und Rücklagen aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten vorgesehen. Diese Standardänderung wird im Konzernabschluss von VERBUND zu einer entsprechenden Neugliederung der Gesamtergebnisrechnung führen.
Durch die Änderungen zu IAS 12 wird für als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und für Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte, die nach dem Neubewertungsmodell bewertet werden, die widerlegbare Vermutung eingeführt, dass die Realisierung des Buchwerts eines Vermögenswerts durch Veräußerung erfolgt. Dies ist insofern bedeutsam, als die Bewertung von latenten Steuerschulden bzw. -erstattungsansprüchen gegebenenfalls davon abhängt, ob der Buchwert eines Vermögenswerts annahmengemäß durch Nutzung oder Veräußerung realisiert wird. Aus dieser Standardänderung werden sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND ergeben.
Durch die Änderungen zu IAS 19 werden die Bilanzierungsregeln für Leistungen an Arbeitnehmer in mehrfacher Hinsicht geändert. Im Zentrum der Standardänderungen steht die Streichung der Korridormethode zur (zeitverzögerten) bilanziellen Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste bei Leistungszusagen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Möglichkeit einer ergebniswirksamen Mehrerfassung bis hin zur vollständigen Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste wird ebenfalls abgeschafft. In Zukunft werden sämtliche Wertänderungen der leistungsorientierten Verpflichtung sofort in der jeweiligen Berichtsperiode zu erfassen sein; die Ergebnisse aus der Neubewertung – dabei handelt es sich im Wesentlichen um versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – werden im sonstigen Ergebnis (ohne etwaiges "Recycling" in die Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Darüber hinaus ist die Rendite des Planvermögens nicht mehr auf Basis der Verzinsungserwartung des Vermögensportfolios zu schätzen, sondern (de facto) in Höhe des Diskontierungszinssatzes für die leistungsorientierte Verpflichtung anzusetzen. Weitere Standardänderungen betreffen den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand – ein solcher ist in Zukunft in der Periode der Planänderung ergebniswirksam zu erfassen –, die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristig fälligen Leistungen sowie die erforderlichen Anhangsangaben zu Merkmalen und Risiken der Leistungspläne. Die Standardänderung wird im Konzernabschluss von VERBUND zu einer Änderung der Bilanzierungsmethode von Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie von Verpflichtungen aus gesetzlichen Abfertigungen und aus Altersteilzeitmodellen führen.
Durch die Änderungen zu IAS 32 werden die Voraussetzungen für die Saldierung von Finanzinstrumenten konkretisiert und ergänzt. Eine Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten wird weiterhin nur dann möglich sein, wenn gegenwärtig ein Rechtsanspruch darauf besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, es beabsichtigt ist, die Finanzinstrumente netto zu begleichen oder gleichzeitig mit der Realisierung des finanziellen Vermögenswerts die dazugehörige finanzielle Verbindlichkeit zu begleichen. Die Standardänderungen ergänzen und konkretisieren die Anwendungsleitlinien in puncto Gegenwärtigkeit und Gleichzeitigkeit. Damit in Zusammenhang steht auch die Änderung zu IFRS 7, die in Zukunft zusätzliche Anhangsangaben für saldierte Finanzinstrumente und für Finanzinstrumente, die zwar nicht saldiert wurden, aber einer Globalaufrechnungsoder ähnlichen Vereinbarung unterliegen, vorsieht. Die zukünftigen Auswirkungen aus diesen Standardänderungen auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch die Änderungen zu IFRS 1 werden die Befreiungsregeln für Erstanwender der IFRS dahingehend erweitert, dass sie, sofern ihre funktionale Währung im Übergangszeitpunkt einer ausgeprägten Hochinflation unterliegt, die Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Eröffnungsbilanz zum beizulegenden Zeitwert ansetzen dürfen. Darüber hinaus wird der in IFRS 1 genannte feste Umstellungszeitpunkt auf den Zeitpunkt der Umstellung auf IFRS geändert. Dadurch müssen Erstanwender jene Transaktionen, die vor dem Zeitpunkt der Umstellung auf die IFRS zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten oder zu sogenannten "Tag-1-Bewertungsdifferenzen" geführt hätten, nicht retrospektiv an die Bilanzierungsregeln der IFRS anpassen. Da VERBUND bereits einen IFRS-Konzernabschluss erstellt, werden diese Standardänderungen für VERBUND nicht relevant sein.
Durch die Änderungen zu IFRS 7 wurden die Anhangsangaben bei der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erweitert. Es sind nun zusätzliche Anhangsangaben in Bezug auf übertragene, aber nicht (oder nicht vollständig) ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte und über deren Beziehung zu den dabei neu entstandenen Verbindlichkeiten erforderlich. Sofern die übertragenen finanziellen Vermögenswerte auch vollständig ausgebucht wurden, sind in Zukunft detaillierte qualitative und quantitative Informationen zu etwaigen zurückbehaltenen bzw. im Rahmen der Transaktion übernommenen Rechten und Pflichten anzugeben. Die Anhangsangaben umfassen auch die sich aus der Transaktion selbst und aus der Bewertung der zurückbehaltenen bzw. übernommenen Rechte und Pflichten ergebenden Ergebniseffekte. Die künftigen Auswirkungen aus dieser Standardänderung auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch IFRS 9 wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten neu geregelt. Dieser Standard stellt das Ende des ersten Teils eines dreiphasigen Projekts mit dem Ziel, IAS 39 in seiner derzeitigen Form zu ersetzen, dar. Ursprünglich war eine verpflichtende Erstanwendung zum 1.1.2013 vorgesehen. Mit Wirkung vom 16.12.2011 hat das IASB jedoch den Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung auf den 1.1.2015 verschoben. Darüber hinaus wurden auch die ursprünglich vorgesehenen Befreiungsregeln in puncto Vergleichsinformationen bis zum 1.1.2015 erstreckt; im Gegenzug wurden zusätzliche Anhangsangaben gemäß IFRS 7 normiert. IFRS 9 kennt nur mehr zwei Kategorien finanzieller Vermögenswerte: Schuldinstrumente, die im Rahmen eines Geschäftsmodells zur Erzielung der vertraglichen Cashflows gehalten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, und alle anderen Schuldinstrumente sowie Eigenkapitalinstrumente, die grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Zeitwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, können wahlweise auch ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Für finanzielle Verbindlichkeiten werden die Bilanzierungsregeln gemäß IAS 39 im Wesentlichen beibehalten. Wird eine finanzielle Verbindlichkeit ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, so sieht IFRS 9 allerdings für jenen Teil der Zeitwertänderung, der auf die Veränderung des eigenen Kreditrisikos zurückzuführen ist, eine separate Erfassung im sonstigen Ergebnis vor. Die voraussichtlichen Auswirkungen dieses neuen Standards auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht; eine endgültige Beurteilung kann jedoch erst erfolgen, wenn auch die Phasen 2 und 3 ("Impairment Methodology" und "Hedge Accounting") abgeschlossen sind. Derzeit ist der Zeitpunkt der Finalisierung der Phasen 2 und 3 ungewiss.
Durch IFRS 10 werden die Bilanzierungsregeln für Konzernabschlüsse in IAS 27 und jene für die Konsolidierung von Zweckgesellschaften in SIC 12 ersetzt; IAS 27 regelt in Zukunft nur mehr die Bilanzierung von (Beteiligungen an) Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen in IFRS-Einzelabschlüssen. IFRS 10 definiert den Begriff der Beherrschung inhaltlich neu und einheitlich für alle Unternehmen – inklusive Zweckgesellschaften. Gemäß IFRS 10 beherrscht ein Mutterunternehmen ein Beteiligungsunternehmen dann, wenn es das Recht hat, variable Rückflüsse aus der Investition in die Beteiligung zu erhalten oder diesen ausgesetzt ist, und es die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse zu bestimmen. Ferner enthält IFRS 10 Konkretisierungen zur Würdigung bzw. Beurteilung von potenziellen Stimmrechten, Mitentscheidungs- bzw. Schutzrechten Dritter sowie Konstellationen, die durch delegierte bzw. zurückbehaltene Entscheidungsrechte oder De-facto-Kontrolle charakterisiert sind. Ob Beherrschung gegeben ist, wird in Zukunft verstärkt eine gesamthafte (und damit ermessensabhängigere) Beurteilung der wirtschaftlichen Einflussnahme des Mutter- auf das Beteiligungsunternehmen erfordern; die Beurteilung der Stimmrechtsverhältnisse allein wird unter Umständen nicht (mehr) ausreichend sein. Durch diese Neudefinition des beherrschenden Einflusses ist der Konsolidierungskreis (unter Umständen) neu abzugrenzen. Die zukünftigen Auswirkungen aus diesem neuen Standard auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch IFRS 11 werden die Bilanzierungsregeln für Gemeinschaftsunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten und gemeinschaftlich geführtes Vermögen in IAS 31 und jene für nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen in SIC 13 ersetzt; IAS 28 wird aufgrund dessen umbenannt. IFRS 11 eliminiert das Wahlrecht, Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen quotal zu konsolidieren; diese sind in Zukunft verpflichtend nach der Equity-Methode zu bilanzieren. Darüber hinaus werden Gemeinschaftsunternehmen klarer gegenüber gemeinschaftlichen Tätigkeiten – diese umfassen nunmehr auch gemeinschaftlich geführtes Vermögen – abgegrenzt. Haben die Partnerunternehmen eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens aufgrund der Rechtsform, der vertraglichen Bedingungen oder anderer Fakten und Umstände unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten des gemeinschaftlich geführten Unternehmens bzw. Verpflichtungen aus dessen Schulden, so liegt in Zukunft kein Gemeinschaftsunternehmen, sondern eine gemeinschaftliche Tätigkeit vor. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten sind die Vermögenswerte und Schulden sowie die Erträge und Aufwendungen anteilig im IFRS-Konzernabschluss des Partnerunternehmens zu erfassen. Bis dato wurden bei VERBUND sämtliche Beteiligungen an Unternehmen, deren Führung gemeinschaftlich mit einem oder mehreren Partnerunternehmen ausgeübt wird, nach der Equity-Methode bilanziert. Die Existenz von Stromlieferungsverträgen, welche die Partnerunternehmen des gemeinschaftlich geführten Unternehmens im Wesentlichen pro rata zum Bezug des von diesem erzeugten Stroms berechtigen, liefert allerdings einen Anhaltspunkt dafür, dass eine gemeinschaftliche Tätigkeit (und kein Gemeinschaftsunternehmen) vorliegt. Im Konzernabschluss von VERBUND könnte sich durch IFRS 11 daher für jene Beteiligungen an gemeinschaftlich geführten Unternehmen, mit denen derartige Stromlieferungsverträge bestehen, unter Umständen eine Änderung der Bilanzierungsmethode ergeben. Die zukünftigen Auswirkungen aus diesem neuen Standard auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch IFRS 12 werden die Anhangsangaben zu Beteiligungen an Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sowie zu strukturierten Unternehmen in einem umfassenden Standard zusammengefasst. Die derzeit erforderlichen Anhangsangaben gemäß IAS 27, IAS 28 und IAS 31 werden insbesondere um Anhangsangaben zu den wesentlichen Prämissen und Ermessensentscheidungen bei der Festlegung des Konsolidierungskreises erweitert. Die künftigen Auswirkungen aus diesem neuen Standard auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch IFRS 13 wird der Begriff des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten, Schulden und Eigenkapitalinstrumenten standardübergreifend definiert. Der beizulegende Zeitwert wird als jener Preis, den ein Unternehmen am Bewertungsstichtag bei der Veräußerung eines Vermögenswerts erhalten bzw. bei Übertragung einer Schuld entrichten müsste, normiert. Hierzu wird grundsätzlich eine gewöhnliche Transaktion zwischen beliebigen Marktteilnehmern am liquidesten Markt unterstellt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts hat auf einer hypothetischen Transaktion zu beruhen; das Vorliegen einer tatsächlichen Veräußerungs- bzw. Übertragungsabsicht ist unbeachtlich. IFRS 13 enthält weiters Konkretisierungen der Grundregeln für bestimmte Bewertungssachverhalte, definiert eine Hierarchie der bewertungsrelevanten Inputfaktoren – die sogenannten "Levels" werden dabei de facto aus IFRS 7 übernommen –, beschreibt Bewertungsmethoden und vereinheitlicht bzw. erweitert die erforderlichen Anhangsangaben. Die zukünftigen Auswirkungen aus diesem neuen Standard auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.
Durch IFRIC 20 wird die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten, die bei der Erz- bzw. Mineraliengewinnung im Tagebau anfallen, geregelt. Zum einen kann der beseitigte Abraum in geringer Konzentration Erze bzw. Mineralien enthalten, die als Vorräte anzusehen sind; zum anderen kann durch die Abraumbeseitigung ein verbesserter Zugang zu in Zukunft abbaubaren Vorkommen an Erzen bzw. Mineralien entstehen. Je nachdem liegt ein Vorratsposten oder ein langfristiger Vermögenswert aus Abraumbeseitigung vor, der einem bestehenden immateriellen oder materiellen Vermögenswert hinzuzurechnen ist. Aus dieser neuen Interpretation werden sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND ergeben.
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte Bei der Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses ist die übertragene Gegenleistung (zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und einer etwaigen bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung) dem beizulegenden Zeitwert des übernommenen Nettovermögens gegenüberzustellen, um den Unterschiedsbetrag aus dem Unternehmenszusammenschluss zu ermitteln. Ist dieser positiv, so handelt es sich um einen Firmenwert; ist dieser negativ, so ist die Ermittlung der Wertansätze der Einflussgrößen auf den Unterschiedsbetrag zu überprüfen. Sofern auch nach der Überprüfung ein negativer Unterschiedsbetrag verbleibt, ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.
Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck sind sie auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu verteilen, die erwartungsgemäß von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management von VERBUND den Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht. Die Werthaltigkeitsprüfung eines Firmenwerts erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis (beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) und Nutzungswert. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, so ist zunächst der Firmenwert abzuschreiben; gegebenenfalls verbleibende Wertminderungen reduzieren pro rata die Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Firmenwertabschreibungen dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt bei VERBUND grundsätzlich aufbauend auf der Mittelfristplanung im Quartal 4 der jeweiligen Berichtsperiode. Zusätzlich zur jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Zwischenabschlusses (und gegebenenfalls auch zum Ende der Berichtsperiode) eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Werden dabei Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt, erfolgt eine (zusätzliche) Werthaltigkeitsprüfung.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre; Software wird über 4 Jahre abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sind aber für den Konzernabschluss von VERBUND unwesentlich.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 4,2 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €). Forschungskosten werden in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst; Entwicklungskosten sind hingegen gemäß IAS 38 unter bestimmten Voraussetzungen als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und in der Folge über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben. Im Konzernabschluss von VERBUND werden Entwicklungskosten mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien bzw. mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. In Zusammenhang mit Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen kann es gemäß IFRIC 12 dennoch zur Bilanzierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte kommen (siehe: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen). Die Fremdkapitalkosten, die auf den Zeitraum der Herstellung eines solchen immateriellen Vermögenswerts entfallen, sind, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt (siehe: Sachanlagen), zu aktivieren. Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist deren Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.
Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet.
Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Gemäß den Bilanzierungsregeln von VERBUND entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens 12 Monate beträgt. Insoweit eine spezifische Fremdfinanzierung des qualifizierten Vermögenswerts vorliegt, werden die tatsächlichen Fremdkapitalkosten (abzüglich der Veranlagungserträge aus etwaigen Zwischenveranlagungen) aktiviert. Erfolgt hingegen eine allgemeine Konzernfinanzierung, so werden die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten aktiviert. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2011 rund 4,4% (Vorjahr: zwischen 4,2% und 4,5%).
Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:
| Nutzungsdauer | in Jahren |
|---|---|
| Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten | 20–50 |
| Wasserbauten | 75 |
| Maschinelle Anlagen | 6–75 |
| Elektrische Anlagen | 5–33 |
| Leitungen | 50 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4–10 |
Gehen bei einem von VERBUND vermieteten bzw. verleasten Vermögenswert alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem auf den Leasingnehmer über, so liegt ein Finanzierungsleasingverhältnis vor. Diesfalls bilanziert VERBUND als Leasinggeber nicht den Vermögenswert selbst, sondern eine Forderung in Höhe des Barwerts der zukünftig zu erhaltenden Mindestleasingzahlungen (inklusive etwaiger nicht garantierter Restwerte) und abzüglich erhaltener Anzahlungen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dieser sogenannten Nettoinvestition in das Leasingverhältnis und der Summe der nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen (inklusive eines etwaigen nicht garantierten Restwerts) stellt einen abgegrenzten Zinsertrag dar. Dieser wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses nach Maßgabe des ausstehenden Forderungsbetrags (nach der Effektivzinssatzmethode) vereinnahmt.
Spiegelbildlich wird bei einem gemieteten oder geleasten Vermögenswert, bei dem VERBUND alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem trägt, der Vermögenswert zum Barwert der Mindestleasingzahlungen (oder gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert) im langfristigen Vermögen angesetzt. In gleicher Höhe wird eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird über die erwartete Nutzungsdauer oder gegebenenfalls über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode fortgeführt.
Vermietete und gemietete Vermögenswerte
Sachanlagen
Alle übrigen Mietverträge, bei denen VERBUND als Leasinggeber bzw. als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Ertrag bzw. als Aufwand erfasst.
Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen
Infrastrukturprojekte, die in Form von Partnerschaften zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen und der öffentlichen Hand ("public private partnerships", PPP) durchgeführt werden, werden gemäß IFRIC 12 bilanziert. VERBUND hat in der Berichtsperiode 2008 eine solche Vereinbarung mit dem albanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Energie (METE) abgeschlossen. Diese Wasserkraftwerkskonzession umfasst die Planung, die Errichtung, die Finanzierung, den Betrieb, die Instandhaltung und die Übertragung eines zweistufigen Hydromatrix-Kraftwerks am Drin im Norden Albaniens. Für dieses Infrastrukturprojekt wurde in der Berichtsperiode 2008 die Energji Ashta Shpk als Projektgesellschaft und 100%iges Tochterunternehmen von VERBUND gegründet. In Zusammenhang mit dieser Wasserkraftwerkskonzession wurden der Energji Ashta Shpk das Baugrundstück, bestehende Anlagen sowie Wege und Wasserrechte überlassen. Das Infrastrukturprojekt ist als Betreibermodell ("build own operate transfer", BOOT) ausgestaltet und läuft über 35 Jahre. Danach ist das Kraftwerk samt allen zugehörigen Betriebsmitteln, Rechten und Verträgen an das METE kostenfrei zu übertragen. Ein ordentliches Kündigungsrecht besteht nicht. Für die ersten 15 Jahre ab Inbetriebnahme besteht ein fester Stromabnahmevertrag mit der Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH), dem staatlichen albanischen Stromversorger. Der Stromabnahmevertrag enthält eine Verlängerungsoption; alternativ können die erzeugten Elektrizitätsmengen am freien Markt verkauft werden.
Die in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession erbrachten Errichtungsleistungen wurden, wie in IFRIC 12 vorgesehen, gemäß den in IAS 11 enthaltenen Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Fertigungsaufträge bilanziert. Die Aufwendungen und Erträge wurden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode, POC) zum beizulegenden Zeitwert des Gegenleistungsanspruchs erfasst. Der Leistungsfortschritt wurde nach der Cost-to-cost-Methode ermittelt. Die Erträge aus der (zukünftig) zu erbringenden Betreiberleistung werden gemäß IAS 18 nutzungsabhängig realisiert werden. Die Gegenleistungsansprüche aus der Kraftwerkskonzession wurden, soweit sie aus dem 15-jährigen festen Stromabnahmevertrag mit der KESH resultieren, als finanzieller Vermögenswert bilanziert. Für die einem Nachfragerisiko unterliegenden Gegenleistungsansprüche, die aus dem rund 17-jährigen Zeitraum resultieren, in dem die erzeugten Elektrizitätsmengen voraussichtlich am freien Markt verkauft werden, wurde ein immaterieller Vermögenswert angesetzt.
Durch den Einstieg der EVN AG in die Energji Ashta Shpk wurde die albanische Projektgesellschaft mit Wirkung vom 27.8.2010 zu einem nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND. Die Ergebnisse aus den in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession erbrachten Errichtungsleistungen werden seither im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst. In der Berichtsperiode 2010 wurden bis zur Entkonsolidierung insgesamt Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Höhe von 42,2 Mio. € und ein Periodenergebnis in Höhe von 0,2 Mio. € erfasst. In der Berichtsperiode 2011 wurde die Beteiligung an der Energji Ashta Shpk in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, ein 100%iges Tochterunternehmen der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, eingebracht (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).
Werthaltigkeit von nicht finanziellen Vermögenswerten Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden. Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen – unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt oder nicht (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte). Ein Vermögenswert bzw. eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist dann wertgemindert, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt.
Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis – dies ist der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten – und Nutzungswert. Beizulegende Zeitwerte sind primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können, der Bewertungshierarchie in IAS 36 entsprechend, beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung. Gesetzt den Fall, dass kapitalwertorientierte Verfahren angewendet werden, kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben werden dabei in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen. Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren bestimmt. Hierbei kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. In Einklang mit IAS 36 wird sichergestellt, dass künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben (ohne bestehende Verpflichtung) nicht in die Nutzungswertermittlung einbezogen werden. Der Diskontierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) widerspiegelt; die Ermittlung des entsprechenden Vor-Steuer-Zinssatzes erfolgt iterativ. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung separat ausgewiesen. Gesetzt den Fall, dass eine Wertminderung in einer Folgeperiode nicht mehr gegeben ist, so ist eine ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen.
Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.
Jene Beteiligungen, für die der beizulegende Zeitwert nicht aus vergleichbaren zeitnahen Transaktionen in der Berichtsperiode abgeleitet werden kann bzw. für die eine Zeitwertbewertung mittels Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cashflows zu unterlassen ist, werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert.
Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß IAS 28 entsprechend der Beteiligungsquote von VERBUND spiegelbildlich zu den Reinvermögensänderungen beim Beteiligungsunternehmen fortgeführt. Diese Fortführung des anteiligen Eigenkapitals erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Die Beteiligungsbuchwerte werden dabei um die VERBUND zustehenden Anteile am Periodenergebnis und am sonstigen Ergebnis sowie um Dividenden, Eliminierungen wesentlicher Zwischenergebnisse und die Fortführung von Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, erhöht oder vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle
Beteiligungen
Vermögenswerte) und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet.
Werthaltigkeit von Beteiligungen
Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sowie für sonstige Beteiligungen überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung im Sinne von IAS 39 vorliegen (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte). Wenn solche vorliegen, so ist für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt anhand des erzielbaren Betrags, welcher den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert darstellt. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung werden in erster Linie marktpreisorientierte Verfahren und alternativ kapitalwertorientierte Verfahren verwendet. Sofern letztgenannte angewendet werden, werden seitens VERBUND der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts die besten verfügbaren Informationen zugrunde gelegt, die ein hypothetischer Erwerber in einer Transaktion zu Marktbedingungen heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird in der Regel der auf VERBUND entfallende anteilige Barwert der geschätzten, zukünftig vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen als Ganzem erzielbaren Cashflows herangezogen. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wird grundsätzlich jede nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung für sich betrachtet, es sei denn, das assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen erzeugt keine Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung, die von jenen anderer Vermögenswerte von VERBUND weitgehend unabhängig sind.
Finanzanlagen und Ausleihungen
Die Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen umfassen im Wesentlichen Schuldtitel und Investmentfondsanteile sowie Veranlagungen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen, deren B-Loans jedoch fortgeführt wurden. Mithilfe der Effektivzinssatzmethode ermittelte Zinserträge werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.
Die Schuldtitel und Investmentfondsanteile werden als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. In diese Kategorie fallen Finanzinstrumente grundsätzlich dann, sofern sie weder "Kredite und Forderungen" darstellen noch "bis zur Endfälligkeit gehalten" werden noch "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewertet werden. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz in der Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel auf Basis von Börsenkursen ermittelt wird. Es handelt sich somit um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7. Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) ermittelt werden (Level-2- Bewertung). Marktinduzierte Wertänderungen werden gemäß IAS 39 bis zur Veräußerung oder bis zu allfälligen Wertminderungen ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Etwaige Wertminderungen werden hingegen ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte).
Die verzinslichen Ausleihungen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode bewertet. Im Fall von Wertminderungen erfolgt die Bewertung mit dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten Rückzahlungen. Die ehemals in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen erworbenen Medium-Term-Notes werden ebenfalls als "Kredite und Forderungen" klassifiziert.
Die Wertpapiere und Ausleihungen, die mit vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehen, deren B-Loans jedoch fortgeführt wurden, werden zusammen mit den dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten im Konzernabschluss von VERBUND als bilanziell geschlossene Positionen bezeichnet (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile bilanziert. Im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung werden die Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.
Unter den langfristigen sonstigen Forderungen werden transitorische Posten ausgewiesen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.
Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Letztere werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert. Die in den kurzfristigen sonstigen Forderungen enthaltenen sonstigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen kurzfristigen Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe: Emissionszertifikate).
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert werden, dahingehend untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise im Sinne von IAS 39 auf eine Wertminderung hindeuten. Solche Anhaltspunkte wären z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Emittenten, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner oder Emittenten, der Wegfall eines aktiven Marktes für den finanziellen Vermögenswert oder eine bedeutende nachteilige Veränderung des technologischen, ökonomischen oder rechtlichen Umfelds bzw. des Marktumfelds des Schuldners oder Emittenten.
Im Fall von Eigenkapitalinstrumenten, die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert werden, ist insbesondere ein signifikanter (mehr als 20%iger) oder länger (mehr als 9 Monate) anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Liegt eine Wertminderung vor, so wird diese ergebniswirksam erfasst.
Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zum Verbrauch in Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß thermischer Kraftwerke hält, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 38, IAS 20 und IAS 37.
Die Emissionszertifikate werden am Tag der Zuteilung bzw. Anschaffung zum beizulegenden Zeitwert (im Fall von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten) oder zu den Anschaffungskosten (im Fall von entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts – hierfür ist der Börsenkurs an der European Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte
Emissionszertifikate
Energy Exchange (EEX) maßgeblich – ein Passivposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Der CO2-Ausstoß führt zu einem "Verbrauch" von Emissionszertifikaten, der nach dem gewogenen Durchschnittspreisverfahren bewertet und ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz erfasst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird durch eine Rückstellungsbildung in korrespondierender Höhe berücksichtigt. Im Fall einer Unterdeckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der fehlenden Emissionszertifikate.
Die Bewertung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler ("brokerage exemption") bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.
Die Bewertung der Vorräte an den Primärenergieträgern Erdgas, Kohle und Heizöl sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Letzterer ergibt sich aus den geplanten Stromerlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren. Vorräte
Die Bewertung von Vorräten an Erdgas, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler ("brokerage exemption") bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.
Finanzverbindlichkeiten
Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (zu Anschaffungskosten abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Etwaige Agien, Disagien oder sonstige Unterschiede zwischen dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen.
Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstanden sind (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen), wurden mithilfe der sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).
Finanzgarantien
Eine Finanzgarantie im Sinne von IAS 39 ist ein Vertrag, durch den sich der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, falls ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgemäß nachkommt.
Ist VERBUND der Garantiegeber, so wird die Forderung gegenüber dem Schuldner aus den zu leistenden Garantieentgelten zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; gleichzeitig kommt es zur Passivierung einer Garantieverbindlichkeit in derselben Höhe. Die Forderungen aus zu leistenden Garantieentgelten werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und mithilfe der Effektivzinssatzmethode fortgeführt. Die Garantieverbindlichkeiten werden zum höheren Betrag aus dem entsprechend den Bilanzierungsregeln für Rückstellungen gemäß IAS 37 anzusetzenden Wert und dem Zugangswert abzüglich kumulierter, gemäß IAS 18 bereits ergebniswirksam erfasster Amortisationen (zu fortgeführten Anschaffungskosten) bewertet.
Ist VERBUND hingegen der Garantienehmer, so liegen regelmäßig nicht bilanzierungsfähige Eventualforderungen vor.
Werden Netztarife durch einen Regulator auf Basis von Kosten- bzw. Erlösschätzungen festgelegt und Minder- oder Mehrkosten bzw. -erlöse aus der Vergangenheit bei der Tariffestsetzung in der Zukunft berücksichtigt, so ist der Netzbetreiber berechtigt, Mehrkosten bzw. Mindererlöse in zukünftigen Jahren von den Netznutzern im Wege höherer Tarife abgegolten zu bekommen, oder verpflichtet, Minderkosten bzw. Mehrerlöse den Netznutzern im Wege niedrigerer Tarife rückzuvergüten. Solche Ansprüche bzw. Verpflichtungen werden als regulatorische Vermögenswerte bzw. Schulden bezeichnet. Regulatorische Vermögenswerte und Schulden sind in den meisten Fällen mangels Erfüllung der allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht bilanzierungsfähig.
VERBUND ist mit seinem Geschäftssegment "Netz" einem solchen durch die Energie-Control Austria regulierten Tarifregime unterworfen. Im Konzernabschluss von VERBUND werden, so die allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht erfüllt sind, weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regulatorische Schulden passiviert.
Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen ist VERBUND unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Pensionszahlungen an (ehemalige) Mitarbeiter nach deren Eintreten in den Ruhestand zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG (Pensionskasse) gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der VERBUND-Innkraftwerke GmbH besteht über die Landesbank Hessen-Thüringen eine Treuhandlösung ("contractual trust arrangement", CTA) mit der Helaba Pension Trust e.V. Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch das CTA werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen saldiert.
Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste – dabei handelt es sich um Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichem Pensionsaufwand – werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10% des höheren Betrags aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20% der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, wird der diesen Prozentsatz übersteigende Teil der versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam erfasst. Sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen werden als Personalaufwand erfasst.
Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten für die Stichtage 1.1.2011 und 31.12.2011; als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.
Regulatorische Vermögenswerte und Schulden
Pensionsverpflichtungen, pensionsähnliche Verpflichtungen und gesetzliche Abfertigungen
Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes. Die Veranlagung des Treuhandvermögens durch den Helaba Pension Trust e.V. erfolgt ebenfalls in Form von Investmentfondsanteilen.
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.
Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31.12.2002 begann, erhalten auf Basis österreichischer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Die Höhe dieser Zahlung ist von der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezugs abhängig. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (ohne Anwendung der Korridormethode) realisiert werden. Soweit die Rechnungsannahmen von den für die Pensionsrückstellung angewendeten Annahmen abweichen, werden sie unter den Erläuterungen zur Bilanz an entsprechender Stelle dargestellt.
Für alle nach dem 31.12.2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Bei diesem Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.
Im Rahmen von Altersteilzeitmodellen wird Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruchs unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich geregelten Pensionsantrittsalter aus dem Unternehmen auszuscheiden. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (ohne Anwendung der Korridormethode) realisiert werden. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen.
Zum Zwecke der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der VERBUND-Innkraftwerke GmbH besteht über die Landesbank Hessen-Thüringen ebenfalls ein CTA bei der Helaba Pension Trust e.V. Entsprechend dem erarbeiteten Wertguthaben erfolgt zweimal jährlich eine aliquote Zuführung; eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.
Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der Erfüllungsbetrag stellt die bestmögliche Schätzung jener Ausgabe dar, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt. Rückstellungen
Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von thermischen Kraftwerken und Windkraftanlagen resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung für Abbruchkosten passiviert; zugleich erhöhen sich grundsätzlich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe: Sachanlagen). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Kraftwerksanlagen abgeschrieben; die Rückstellungen werden jährlich aufgezinst.
Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit dem "belasteten" Vertrag verbundene Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung einer Drohverlustrückstellung vor.
Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND werden grundsätzlich sämtliche Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als 12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vor-Steuer-Zinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.
Die sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies gilt auch für die Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH) entstanden ist. Diese Sachleistungsverpflichtung wird durch periodische Verzinsung erhöht und fortschreitend in jenem Ausmaß getilgt, in dem VERBUND durch Lieferung bzw. Zeitablauf von der Stromlieferverpflichtung frei wird.
Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern hinreichend sicher ist, dass VERBUND die Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses erfüllen und der Zuschuss tatsächlich gewährt werden wird. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst.
Aufwands- bzw. Ertragszuschüsse der öffentlichen Hand führen ebenfalls zur Bildung eines Passivpostens, der entsprechend dem zeitlichen Anfall der dazugehörigen Aufwendungen periodengerecht aufgelöst wird.
Baukostenbeiträge, die VERBUND (insbesondere von Landesenergiegesellschaften) z.B. für Kraftwerksprojekte erhält, werden gemäß IFRIC 18 bilanziert. Die im Gegenzug gewährten Strombezugs- und Benützungsrechte führen zur Bildung eines Passivpostens, der entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam aufgelöst wird. Die Auflösungsbeträge werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen.
In den Berichtsperioden 1999 bis 2001 schloss VERBUND mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen ab. Dabei wurden Kraftwerke an amerikanische Investoren verleast und gleichzeitig wieder mittels eines Finanzierungsleasingvertrags zurückgeleast.
Sonstige Verbindlichkeiten
Zuschüsse der öffentlichen Hand
Baukostenbeiträge
Cross-Border-Leasing-Transaktionen
Bei den bis in die Berichtsperiode 2000 abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen, sowohl für die Equity-Teile als auch für die Loan-Teile, durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren (Zero-Coupons, Medium-Term-Notes) oder durch Ausleihungen an Finanzinstitute gegeben. Bei einer in der Berichtsperiode 2001 abgeschlossenen Transaktion wurden vorerst weder entsprechende Wertpapiere angeschafft noch Zahlungen an Finanzinstitute geleistet. Die zugeflossenen Mittel wurden zur Gänze als Finanzierungsmittel verwendet. Um das Fremdwährungsrisiko aus dieser Transaktion zu vermeiden, wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. In der Berichtsperiode 2011 erfolgte bei dieser Transaktion plangemäß die Einzahlung in eine Ausleihung an ein Finanzinstitut, sodass nunmehr sämtliche bilanziellen Positionen als geschlossen zu betrachten sind.
Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie aufgrund von Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der anzuerkennenden Steuervorteile die Bereitschaft dieser Investoren, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden.
In den Berichtsperioden 2009 und 2010 wurden insgesamt rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion von VERBUND hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken). Für den Barwertvorteil aus dieser Transaktion wurde ein Passivposten gebildet, der über die Vertragsdauer ergebniswirksam aufgelöst wird. Der Ausweis der Auflösungsbeträge erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Die Auflösung der Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten aber auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die entsprechenden B-Payment-Undertaking-Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen werden in der Folge daher auch weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (ausschließlich US-Dollar) bestehenden Salden erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet.
Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten weiterhin gesondert dargestellt; sämtliche Positionen sind bilanziell geschlossen.
Der für die Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Tochterunternehmen aus deren steuerpflichtigen Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechneten laufenden Ertragsteuern sowie die Veränderungen der latenten Steuerschulden und -ansprüche. Ertragsteuern
Gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode zur Steuerabgrenzung in IAS 12 werden latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Ebene des Tochterunternehmens gebildet. Latente Steuerschulden und -ansprüche werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung von zu versteuernden Einkommen
zukünftiger Berichtsperioden führen. Wahrscheinlich realisierbare Steuervorteile aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen werden in die Ermittlung der Steuerabgrenzungen miteinbezogen. Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen entstehen, führen zu keinen Steuerabgrenzungen; temporäre Differenzen, die aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folgeperioden entstehen bzw. sich verändern, werden hingegen latenziert. Eine weitere Ausnahme von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden temporäre Unterschiede in Bezug auf die Wertansätze von Beteiligungen, sofern diese nicht aus steuerwirksamen Abschreibungen resultieren.
Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß zu dem Zeitpunkt gelten werden, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich wieder ausgleichen werden. Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25%. Für die vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet:
| Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen | in % | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Österreich | 25,0 | 25,0 |
| Albanien | 10,0 | 10,0 |
| Bulgarien | 10,0 | 10,0 |
| Deutschland1 | 27,3 | 27,3 |
| Italien2 | 27,5 (+4,8176) | 27,5 (+4,8176) |
| Niederlande3 | 20,0 / 25,0 | 20,0 / 25,5 |
| Rumänien | 16,0 | 16,0 |
| Spanien4 | 20,0 / 25,0 / 30,0 | 20,0 / 25,0 / 30,0 |
Dieser Steuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist. // 2 Neben der Körperschaftsteuer existiert zusätzlich die Imposta regionale sulle attività produttive (IRAP) als regionale Steuer. // 3 In den Niederlanden existiert ein gestaffelter Steuersatz. In der Berichtsperiode 2011 erfolgte in den Niederlanden eine Änderung des Steuersatzes von 25,5 % auf 25,0 %. // 4 In den Spanien existiert ein gestaffelter Steuersatz.
Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber mit dem Steuerreformgesetz 2005 eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen; der Gruppenträger ist die VERBUND AG.
In der Steuergruppe werden die Gruppenmitglieder vom Gruppenträger mit den auf sie entfallenden Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet. Im Verlustfall erfolgt auf diesem Wege bei inländischen Gruppenmitgliedern eine Gutschrift. Die Steuerumlagen werden nur bei wesentlichen Abweichungen im Nachhinein angepasst. Bei Verlustübernahmen von ausländischen Gruppenmitgliedern wird, sofern die Voraussetzungen für eine zukünftige Nachversteuerung voraussichtlich erfüllt werden, in Höhe der erwarteten zukünftigen Steuerzahlung eine Verbindlichkeit aus laufenden Steuerschulden erfasst. Eine Abzinsung der erwarteten zukünftigen Steuerzahlung erfolgt nicht.
Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen ("hedge accounting") gemäß IAS 39 erfüllt sind. In diesem Fall werden diese speziellen Bilanzierungsregeln angewendet. Die Anforderungen gemäß IAS 39 an die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften umfassen insbesondere die Dokumentation
Derivative Finanzinstrumente
der Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und der Sicherungsstrategie sowie die regelmäßige retrospektive und prospektive Effizienzmessung. Ein Sicherungsgeschäft gilt als effizient, wenn sich die Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments in einer Bandbreite von 80% bis 125% der gegenläufigen Zeitwertänderung des Grundgeschäfts bewegt.
Im Fall der Bilanzierung von sogenannten Fair-Value-Hedges werden sowohl das derivative Sicherungsinstrument als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsgeschäft im Rahmen eines Cashflow-Hedges eingesetzt, so werden die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsgeschäft zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert. Sie werden erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt"), wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Werden hochwahrscheinliche zukünftige Transaktionen abgesichert, und führen diese Transaktionen in späteren Perioden zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so sind gemäß IAS 39 die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge in jener Periode ergebniswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die Transaktion zum Ansatz von nicht finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, werden die im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts bzw. der Verbindlichkeit verrechnet ("basis adjustment"), was im Zugangszeitpunkt zu keinem Ergebniseffekt führt.
Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, solche mit negativem beizulegendem Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.
Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von VERBUND abgeschlossen und in diesem Sinn gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert ("own-use exemption"). Falls die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung eines solchen Eigenverbrauchsvertrags höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen daraus, ist für diesen Eigenverbrauchsvertrag eine Rückstellung gemäß IAS 37 zu bilden.
Sicherungsgeschäfte im Finanzbereich
Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken werden im Finanzbereich einzelne derivative Finanzinstrumente (vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) eingesetzt. Abgesehen von den Derivativgeschäften in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) wurden Zinsswaps (Swaps von variabler auf fixe Verzinsung) abgeschlossen, um das bestehende Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Cashflow-Hedges designiert (siehe: Derivative Finanzinstrumente). In Zusammenhang mit der Auktion von Grenzkapazitäten wurde eine Reihe von Devisentermingeschäften in ungarischen Forint (HUF) abgeschlossen, um eine wirtschaftliche Absicherung gegen Wechselkursschwankungen des Forint zu erreichen. Diese Termingeschäfte werden als freistehende Derivate behandelt; die Bilanzierungsregeln für Sicherungsgeschäfte werden in diesem Fall nicht angewendet.
Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden zu den entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen. Da die den Zinsswaps zurechenbaren Posten ein im Hinblick auf das Zins- und Währungsrisiko exakt entgegengesetztes Risikoprofil aufweisen, erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten.
Bei einer Finanzverbindlichkeit, die ursprünglich in Zusammenhang mit einer Cross-Border-Leasing-Transaktion entstanden ist, lag bis in die Berichtsperiode 2011 keine bilanzielle Deckung vor; sie wurde daher bislang im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND nicht als bilanziell geschlossene Position ausgewiesen. Um das Fremdwährungsrisiko dieser US-Dollar-Finanzverbindlichkeit auszuschalten, waren seitens VERBUND entsprechende Derivativgeschäfte abgeschlossen worden. Die Zeitwertänderungen dieser Derivativgeschäfte kompensierten die Fremdwährungsbewertung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit. In der Berichtsperiode 2011 wurde diese Finanzverbindlichkeit durch eine Einzahlung in eine Ausleihung an ein Finanzinstitut zu einer bilanziell geschlossenen Position.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den jeweiligen Kursen (Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Hierbei handelt es sich um Level-2- Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.
Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus und Yield-Kurven, berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Level-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.
Im Rahmen der Bilanzierung von Cashflow-Hedges setzt VERBUND derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Preisrisikos aus zukünftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäften ein. Als Sicherungsinstrumente werden Forward- oder Futurekontrakte als Derivate im Sinne von IAS 39 eingesetzt.
VERBUND überprüft monatlich, ob die kumulierte Wertänderung des Grundgeschäfts im Verhältnis zu der des Sicherungsgeschäfts in der von IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften geforderten Bandbreite von 80% bis 125% liegt. Etwaige in dieser Bandbreite liegende, aber von 100% abweichende ineffektive Teile der Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments werden ergebniswirksam erfasst.
Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom-, Gas- sowie CO2-Derivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet und zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.
Die Zeitwertänderungen von Sicherungsinstrumenten, die im Rahmen von Cashflow-Hedges eingesetzt werden, werden bis zur Realisierung des Grundgeschäfts ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit einer Aufrechnungsvereinbarung vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktion für Zwecke der Bilanzierung saldiert (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement). In der Folge werden die Bewertungseffekte mit dem Ergebnis aus dem Grundgeschäft verrechnet; in Summe ist somit kein Ergebniseffekt zu erwarten.
Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Strom- sowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente im Finanzbereich
Sicherungsgeschäfte im Energiebereich; Strom- und Gaskontrakte im Wholesale-Portfolio
Energiehandelskontrakte
Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz von VERBUND auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben der wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromvermarktung unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft betrieben. Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich (Future- und Forwardkontrakte für Strom, Gas und CO2) erfolgt ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung dieser derivativen Energiehandelskontrakte wird saldiert (netto) in den Strom- oder Gaserlösen bzw. in den sonstigen Umsatzerlösen (CO2) ausgewiesen.
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich Die beizulegenden Zeitwerte der von VERBUND eingesetzten Future- und Forwardkontrakte können zu jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden, da für Futurekontrakte entsprechende Börsenkurse an den jeweiligen Börsen (European Energy Exchange (EEX), Intercontinental Exchange (ICE), Italian Derivatives Energy Exchange (IDEX), Central European Gas Hub (CEGH)) vorliegen bzw. die Bewertung von Forwardkontrakten mit einer von Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preiskurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierten Diskontierung erfolgt. Bei den Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten handelt es sich folglich um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7; bei den Strom-, Gasund CO2-Forwardkontrakten sowie bei den Gasswaps handelt es sich um Level-2-Bewertungen.
Umsatzrealisierung
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden bzw. mit Erfüllung der Leistung. Eine Lieferung gilt als erbracht, wenn gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt – dies ist der beizulegende Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung – vertraglich festgelegt und die Erfüllung der Forderung aus Lieferungen und Leistungen wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom an Industrie- und Haushaltskunden, an Energieversorgungsunternehmen, Händler und Strombörsen sowie aus Netzleistungen. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen an Großkunden werden ebenso wie die Erlöse aus dem Energiehandel und Netzleistungen zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert. Im Kleinkundensegment werden Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Teillieferung erbracht worden ist. Die Umsatzerlöse aus Netzleistungen umfassen Erlöse aus nationalen Netztarifen, die seitens der Energie-Control Austria per Verordnung zur Abdeckung der Kosten des Netzes gewährt werden, Erlöse aus Versteigerungen der Kapazitäten an engpassbehafteten Grenzen und Erlöse aus der Inter-TSO-Compensation (ITC) zum Ausgleich der internationalen Stromtransportkosten.
Die Realisierungen von Standard-Terminkontrakten im Trading-Bereich, deren Hauptzweck nicht die finale physische Energielieferung, sondern die Bewirtschaftung einer Trading-Position ist, werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen, wobei die zugrunde liegenden Umsätze und Bezugskosten miteinander verrechnet und netto in den Umsatzerlösen dargestellt werden; dies entspricht dem Erfolg aus dem Handel ("trading") mit derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich.
Umsatzerlöse werden um allfällige Erlösschmälerungen gekürzt und ohne Umsatzsteuer sowie nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen ausgewiesen.
Die sonstigen Erlöse enthalten Erlöse aus Personalbeistellungen und Consulting- sowie Projektierungsleistungen, die auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden erfasst werden. Darüber hinaus umfassen die sonstigen Erlöse noch Erlöse aus Fernwärmelieferungen an Endkunden und, in der Berichtsperiode 2010, Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession (siehe: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen).
Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen
Die Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Insbesondere bei den folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass es in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden kommen kann.
Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("weighted average cost of capital", WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer Peergroup abgeleitet.
Die Eigenkapitalverzinsung wird mithilfe des Capital-Asset-Pricing-Models (CAPM) aus Basiszins, Marktrisikoprämie und Beta-Faktor bestimmt. Der Basiszins entspricht der Rendite einer "risikofreien" und fristadäquaten Kapitalanlage und wird anhand der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen der Deutschen Bundesbank bestimmt. Die Marktrisikoprämie entspricht jener Prämie, die ein Eigenkapitalgeber über den Basiszins hinaus für das Halten des Marktportfolios verlangt; sie entschädigt ihn für das mit dem Marktportfolio verbundene Risiko. Zur Schätzung der Marktrisikoprämie verwendet VERBUND das arithmetische Mittel langfristiger Zeitreihen. Der Beta-Faktor misst die Beziehung zwischen der Kursentwicklung eines Eigenkapitaltitels und eines Gesamtmarkts; er ist damit ein Maß für dessen systematisches Risiko. Eigenkapitaltitel von Stromerzeugern und Übertragungsnetzbetreibern zeigen grundsätzlich unterschiedliche Beta-Faktoren. Jene von Stromerzeugern sind grundsätzlich weniger volatil als der Gesamtmarkt; jene von Übertragungsnetzbetreibern sind noch stabiler.
Die Fremdkapitalverzinsung vor Steuern entspricht der Rendite von am Markt gehandelten Schuldtiteln mit adäquatem Ausfallsrisiko und fristadäquater Laufzeit.
Um das Länderrisiko entsprechend abzubilden, werden auf die Eigen- und Fremdkapitalverzinsung entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Jedes Land zeigt ein mehr oder minder hohes Ausfallsrisiko. Der Kapitalmarkt reflektiert dieses Ausfallsrisiko durch unterschiedliche Renditen für Staatsanleihen und Credit-Default-Swaps.
Vor dem Hintergrund des derzeit volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) laufend beobachtet.
Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten
Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten
Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
| Firmenwerte | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum | 25,3 | 25,3 |
| Kraftwerksgruppe Inn | 280,4 | 280,4 |
| Geschäftssegment "Strom" | 300,0 | 300,0 |
| Firmenwert von VERBUND | 605,7 | 605,7 |
Windparks in Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum
Mit Wirkung vom 1.1.2009 erfolgte der Erwerb von 100% der Anteile an den Windparks in Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zu Anschaffungskosten in Höhe von 55,4 Mio. €. Die installierte Leistung der Windparks beträgt 49 MW. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 25,3 Mio. € erfasst und in vollem Umfang selbigen Windparks zugeordnet.
Der erzielbare Betrag für die Windparks in Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Ein abgeschlossener Kaufvertrag bzw. ein bindendes Kaufangebot lag nicht vor. Da für die Anteile an der VERBUND Wind Power Austria GmbH keine Marktpreise existieren und Analogieverfahren mangels vergleichbarer zeitnaher Transaktionen nicht anwendbar waren, wurde der beizulegende Zeitwert mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz betrug 6,75% (Vorjahr: 6,5%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Wind Power Austria GmbH bzw. der VERBUND Renewable Power GmbH abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Der geplante Ausbau der Windparks um 57 MW installierte Leistung wurde in den Plandaten entsprechend berücksichtigt. Die Baubeschlüsse wurden in der Berichtsperiode 2011 gefällt. Die Inbetriebnahme der neuen Windkraftanlagen in Petronell-Carnuntum ist für Ende 2012 geplant; die neuen Windkraftanlagen in Hollern bzw. Bruck sollen Mitte bzw. Ende 2013 ans Netz gehen. Die Plandaten wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts angepasst, um die Bewertungsperspektive eines typisierten Marktteilnehmers zu simulieren. Der Zeitbewertung der in Betrieb befindlichen Windparks lagen als Mengengerüst durchschnittliche Erzeugungsmengen, die auf mehrjährigen Erfahrungen beruhen, zugrunde. Für die im Zuge des Ausbaus der Windparks neu zu errichtenden Windkraftanlagen waren die erwarteten Erzeugungsmengen maßgeblich. Das Preisgerüst ergab sich bei den in Betrieb befindlichen Windkraftanlagen für die ersten bis zu sechs Jahre (abhängig vom Windpark) und bei den neu zu errichtenden Windkraftanlagen für die ersten 13 Jahre des Planungszeitraums aus festen Einspeisetarifen gemäß Ökostromgesetz (ÖSG); für die Zeit danach wurden die Strompreise anhand der Strompreisprognose eines renommierten Marktforschungsinstituts und Informationsdienstleisters in der Energiewirtschaft ermittelt. Für die Extrapolation der Strompreise (ab dem Jahr 2035) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0% ausgegangen. Die prognostizierten Stromerlöse wurden nach dem Ende fester Einspeisetarife um Ausgleichsenergiekosten in Höhe von 13,0% gekürzt; der Prozentsatz wurde auf Basis der durchschnittlichen Ausgleichsenergiekosten der Ökobilanzgruppe der letzten drei Jahre geschätzt. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% bis 2,7% fortgeschrieben.
Die Planungsphase wurde anhand der Restnutzungsdauer der in Betrieb befindlichen Windkraftanlagen bzw. der Nutzungsdauer der zu errichtenden Windkraftanlagen bestimmt; danach wurde von einer endlichen Reinvestitionskette in dem derzeitigen Stand der Technik entsprechende Windkraftanlagen ausgegangen. Die Wartungs- und Instandhaltungszyklen wurden anhand des abgeschlossenen Wartungsvertrags mit dem Windkraftanlagen-Hersteller bestimmt.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die prognostizierten jährlichen Erzeugungsmengen der in Betrieb befindlichen und der im Zuge des Ausbaus der Windparks zu errichtenden Windkraftanlagen, die spezifischen Investitionskosten der zu errichtenden Windkraftanlagen und der Diskontierungszinssatz.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Windparks in Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zuzüglich des Firmenwerts gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2011 konnte die Werthaltigkeit des den Windparks zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Die derzeitigen Bewertungsannahmen führen dazu, dass der erzielbare Betrag der Windparks den Buchwert zuzüglich Firmenwert um 23,7 Mio. € übersteigt.
Die folgende Tabelle zeigt die Werte der wesentlichen Bewertungsannahmen sowie jene wertmäßigen Veränderungen, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zuzüglich des Firmenwerts wäre:
| in Mio. € | |
|---|---|
| Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme |
Wertmäßige Veränderung, bei der erzielbarer Betrag gleich Buchwert wäre |
| 73,10 € pro MWh | – 14,6% |
| 100,0 GWh | – 21,2 GWh |
| 139,8 GWh | – 24,3 GWh |
| 1,53 Mio. € | +0,21 Mio. € |
| 6,75% | +0,94 Prozentpunkte |
Die Strompreise wurden anhand der Prognosen eines renommierten Marktforschungsinstituts und Informationsdienstleisters in der Energiewirtschaft ermittelt. Der angegebene Base-Preis bezieht sich auf das Jahr 2017. Dies ist das erste volle Jahr nach dem Ende fester Einspeisetarife für die beiden größten in Betrieb befindlichen Windparks Hollern und Petronell-Carnuntum. // 2 Die Erzeugungsmengen der in Betrieb befindlichen Windparks beruhen auf mehrjährigen Erfahrungswerten. // 3 Die prognostizierten Erzeugungsmengen basieren auf den Daten von Windmessungen und darauf aufbauenden Prognosemodellrechnungen. // 4 Die spezifischen Investitionskosten für zu errichtende Windkraftanlagen basieren auf der Preisliste eines führenden Windkraftanlagen-Herstellers (inkl. Installation und Netzanschlussvertrag). // 5 Der Diskontierungszinssatz entspricht den gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten. Die Parameter zur Bestimmung des Diskontierungszinssatzes wurden aus Marktdaten bzw. aus einer Peergroup abgeleitet.
Kraftwerksgruppe Inn
Mit Wirkung vom 31.8.2009 erfolgte der Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH) zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.430,3 Mio. € (für 100% der Anteile; 0,3% davon waren nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen). Die 13 Laufkraftwerke der bayerischen Kraftwerksgruppe Inn verfügen über eine installierte Leistung von 312 MW. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. € erfasst; davon wurden 280,4 Mio. € selbiger Kraftwerksgruppe zugeordnet.
Im Rahmen des sogenannten "Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts" wurden mit Wirkung vom 28.6.2010 bzw. 25.2.2011 insgesamt 3,73% der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH an die als Holding geführte Innkraft Bayern GmbH & Co KG verkauft. Mit Wirkung vom 4.7.2011 wurden von der evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH und der WIEN ENERGIE GmbH jeweils 13,0% der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH erworben. Der durchgerechnete Anteil von VERBUND an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH reduzierte sich dadurch von 99,7% auf 70,27% (siehe: Erläuterungen zur Bilanz). Diese Anteilsveräußerung führte zu einer Verschiebung zwischen den Gesellschafterstämmen, das heißt von dem Anteil, der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen ist, zu jenem, der auf andere Gesellschafter entfällt. Der Firmenwert blieb durch diese Transaktionen unverändert (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Der erzielbare Betrag für die Kraftwerksgruppe Inn wurde in der Berichtsperiode 2011 auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wurde mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 7,25%. In der Berichtsperiode 2010 wurde der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens, der DCF-Methode, ermittelt. Der entsprechende Diskontierungszinssatz für die Berichtsperiode 2010, die gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten, betrug 6,25%.
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND-Innkraftwerke GmbH abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst eine über den Planungszeitraum gleichbleibende Erzeugungsmenge, die dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entspricht, zugrunde. Das Preisgerüst wurde anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für Elektrizitätsmärkte. Im Preisgerüst wurden außerdem gesetzliche Einspeisetarife für jene Kraftwerke, auf die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) anzuwenden ist, berücksichtigt. Für die Extrapolation der Stromerlöse (ab 2051) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0% ausgegangen. Die prognostizierten Stromerlöse wurden um Abschläge für die Erzeugungscharakteristik und das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko gekürzt. Diese aus Erfahrungswerten abgeleiteten Abschläge entsprechen der prozentualen Differenz zum reinen Base-Preis und dienen der Modellierung der Erzeugungswertigkeit. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit Preissteigerungsraten von 2,0% bis 4,0% fortgeschrieben.
Der Planungszeitraum gliederte sich in eine Detail- und eine Grobplanungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Grobplanungsphase hat einen Horizont von 94 Jahren, wodurch den langfristigen Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen von Laufkraftwerken Rechnung getragen wird. Es wird mithin von einer endlichen Reinvestitionskette, die auf Erfahrungswerten beruhende Ersatzinvestitionen berücksichtigt, ausgegangen. Die (theoretisch) mögliche Ausübung von Heimfallsrechten durch den Freistaat Bayern geht in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Kraftwerksgruppe Inn ein und berücksichtigt die aktuelle Erzeugungswertigkeit der Stromproduktion. Der in der Berichtsperiode 2011 mit dem Freistaat Bayern getroffenen Vereinbarung, das bestehende Heimfallsrecht an den Laufkraftwerken Wasserburg, Teufelsbrück und Gars in ein sogenanntes Notheimfallsrecht umzuwandeln (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken), wurde entsprechend Rechnung getragen.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die Preissteigerungsrate der Stromerlöse und der Diskontierungszinssatz.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich des Firmenwerts gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2011 konnte die Werthaltigkeit des der Kraftwerksgruppe zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Die derzeitigen Bewertungsannahmen führen dazu, dass der erzielbare Betrag der Kraftwerksgruppe Inn den Buchwert zuzüglich des (auf 100% hochgerechneten) Firmenwerts um 340,2 Mio. € übersteigt.
Die folgende Tabelle zeigt die Werte der wesentlichen Bewertungsannahmen sowie jene wertmäßigen Veränderungen, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich des Firmenwerts wäre:
| Sensitivitätsanalyse für die Kraftwerksgruppe Inn | in Mio. € | |
|---|---|---|
| Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Bewertungsannahme |
Wertmäßige Veränderung, bei der erzielbarer Betrag gleich Buchwert wäre |
|
| Strompreis1 | 58,70 € pro MWh | – 20,2% |
| Preissteigerungsrate der Stromerlöse ab 2051 | 2,0% | – 11,7 Prozentpunkte |
| Diskontierungszinssatz2 | 7,25% | +1,58 Prozentpunkte |
Die Strompreise wurden anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Der angegebene Base-Preis bezieht sich auf das Jahr 2012. // 2 Der Diskontierungszinssatz entspricht den gewichteten durchschnittlichen Vor-Steuer-Kapitalkosten. Die Parameter zur Bestimmung des Diskontierungszinssatzes wurden aus Marktdaten bzw. aus einer Peergroup abgeleitet.
Geschäftssegment "Strom"
Mit Wirkung vom 31.8.2009 erfolgte der Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH), die 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn betreibt, zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.430,3 Mio. € (für 100% der Anteile; 0,3% davon waren nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen). Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. € erfasst; davon wurden 300,0 Mio. € selbiger Kraftwerksgruppe zugeordnet.
Durch Verschiebungen zwischen den Gesellschafterstämmen in den Berichtsperioden 2010 und 2011 reduzierte sich der durchgerechnete Anteil von VERBUND an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH von 99,7% auf 70,27%. Der Firmenwert blieb durch diese Transaktionen unverändert (siehe: Bilanzierungsund Bewertungsmethoden).
Der erzielbare Betrag für das Geschäftssegment "Strom" wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Das Geschäftssegment "Strom" umfasst neben dem gesamten Erzeugungsportfolio von VERBUND auch den Stromhandel und den Stromvertrieb (siehe: Segmentberichterstattung). Dadurch wurde letztendlich in einem Top-down-Test der gesamte Firmenwert aus dem Erwerb der 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn auf seine Werthaltigkeit geprüft.
Der beizulegende Zeitwert für das Geschäftssegment "Strom" wurde mithilfe eines marktpreisorientierten Verfahrens ermittelt. Den Ausgangspunkt bildete dabei der Börsenkurs von VERBUND. Dieser betrug zum Jahresultimo 20,74 € pro Aktie. Durch das In-Beziehung-Setzen operativer bzw. wertorientierter Performancegrößen zum Gesamtunternehmenswert von VERBUND (Marktkapitalisierung zuzüglich Nettoverschuldung) wurde mithilfe von Analogieverfahren auf den beizulegenden Zeitwert des Geschäftssegments "Strom" geschlossen.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des Geschäftssegments "Strom" zuzüglich des Firmenwerts gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2011 konnte die Werthaltigkeit des dem Geschäftssegment "Strom" zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Nach der Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert des Geschäftssegments "Strom" zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt.
Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken
Infolge der Strommarktliberalisierung wertgeminderte Kraftwerke
In den Berichtsperioden 1998 und 1999 waren aufgrund der Strommarktliberalisierung insgesamt Wertminderungen in Höhe von 732,3 Mio. € und 145,4 Mio. € auf Kraftwerke bzw. Kraftwerksgruppen erfasst und Drohverlustrückstellungen für schwebende Geschäfte in Höhe von 321,1 Mio. € gebildet worden.
Infolge der Katastrophe von Fukushima und des deutschen Kernenergie-Ausstiegs haben sich auch für VERBUND die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Berichtsperiode 2011 wesentlich verändert: Zum einen ist ein geändertes Nachfrageverhalten für zertifizierten Strom aus Wasserkraft und, damit verbunden, eine zunehmende Bereitschaft der Stromkunden, Premiumpreise dafür zu bezahlen, zu beobachten. Zum anderen lassen die energierechtlichen Rahmenbedingungen ein stärkeres Bekenntnis der Politik zum Wasserkraftausbau und dem insbesondere in der Großwasserkraft liegenden Potenzial zu Steigerung des Energieautarkiegrads Österreichs erkennen. Das Gefährdungspotenzial eines regulatorischen Eingriffs in Form einer anlagenspezifischen Abgabe ist aus der Sicht von VERBUND aufgrund ihres negativen Investitionsanreizes daher derzeit nicht gegeben. Vor dem Hintergrund dieser Anhaltspunkte für eine Wertaufholung wurden das Donaukraftwerk Freudenau sowie die Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau zum 30.9.2011 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Die erzielbaren Beträge wurden jeweils auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Die Nutzungswerte wurden mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens bestimmt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 8,3% (Vorjahr: 8,5%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Hydro Power AG abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst eine über den Planungszeitraum gleichbleibende Erzeugungsmenge, die dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entspricht, zugrunde. Das Preisgerüst wurde anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für Elektrizitätsmärkte. Für die Extrapolation der Stromerlöse (ab 2051) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0% ausgegangen. Die prognostizierten Stromerlöse wurden um kraftwerks(gruppen)spezifische Abschläge für die Erzeugungscharakteristik und einen Abschlag für das hydrologische Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko gekürzt. Diese aus Erfahrungswerten abgeleiteten Abschläge entsprechen der prozentualen Differenz zum reinen Base-Preis und dienen der Modellierung der Erzeugungswertigkeit. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit Preissteigerungsraten von 2,0% bis 2,75% fortgeschrieben.
Der Planungszeitraum gliederte sich in eine Detail- und eine Grobplanungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Grobplanungsphase berücksichtigt die kraftwerksspezifischen Konsensdauern, die von 2073 bis 2082 reichen, wodurch den langfristigen Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen von Laufkraftwerken Rechnung getragen wird. Es wird mithin von einer endlichen Reinvestitionskette, die auf Erfahrungswerten beruhende Ersatzinvestitionen berücksichtigt, ausgegangen.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die Preissteigerungsrate der Stromerlöse, der Diskontierungszinssatz und das Gefährdungspotenzial eines regulatorischen Eingriffs in Form einer anlagenspezifischen Abgabe.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des Donaukraftwerks Freudenau sowie der Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau gegenübergestellt. Die daraus resultierende Wertaufholung betrug 412,3 Mio. €. Die parallele Fortentwicklung der erhaltenen Baukostenbeiträge für das Donaukraftwerk Freudenau kürzte die Wertaufholung um 99,6 Mio. €. Der Nettoergebniseffekt aus der Wertaufholung betrug damit insgesamt 312,6 Mio. €.
Für die restlichen in den Berichtsperioden 1998 und 1999 wertgeminderten Kraftwerke bzw. Kraftwerksgruppen (Buchwert abzüglich Baukostenzuschüsse zum 31.12.2011: 641,5 Mio. €; Vorjahr: 654,2 Mio. €) liegen aus der Sicht von VERBUND zum Bilanzstichtag keine Anhaltspunkte für eine Wertaufholung vor.
Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach
Am Kraftwerksstandort in Mellach befindet sich seit der Berichtsperiode 2009 ein Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Bau. Zum 31.12.2011 befanden sich beide Produktionslinien dieses thermischen Kraftwerks in der Inbetriebsetzungsphase. Die endgültige Inbetriebnahme der beiden Produktionslinien ist für das Quartal 1 bzw. 2/2012 geplant.
Die allgemeine Marktsituation für Gaskraftwerke gestaltet sich angesichts der anhaltend nachteiligen Entwicklung des Clean-Spark-Spreads – dieser entspricht der Differenz zwischen dem Strompreis und den Preisen für Gas und CO2 – als schwierig. Vor dem Hintergrund dieses Anhaltspunkts für eine Wertminderung wurde das in Bau befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach zum 30.9.2011 auf seine Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wurde mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 6,6% (Vorjahr: 8,4%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst die installierte Leistung des thermischen Kraftwerks in Höhe von 832 MW (elektrisch) zugrunde; als maximale Wärmeauskopplung wurden 400 MW (thermisch) angenommen. Der angenommene Wirkungsgrad im Volllastbetrieb betrug 58,8%. Der Einsatz des Kraftwerks wurde mithilfe eines Optimierungsmodells bestimmt und betrug bis zu rund 5.700 Volllastbetriebsstunden pro Jahr. In der Planung wurde weiters von einer Wärmeauskopplung von bis zu 450 GWh pro Jahr für den Großraum Graz ausgegangen. Das Preisgerüst wurde anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für Elektrizitätsmärkte. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% bis 3,0% fortgeschrieben.
Der Planungszeitraum gliederte sich in eine Detail- und eine Grobplanungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Grobplanungsphase erstreckt sich bis zum Jahr 2046 und bestimmt sich auf Basis der Gesamtkapazität an äquivalenten Betriebsstunden ("equivalent operating hours", EOH). Die Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen wurden anhand des abgeschlossenen Wartungsvertrags mit der Siemens AG Österreich bestimmt.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Bedingungen des für das Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk abgeschlossenen langfristigen Erdgasliefervertrags (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken), die Entwicklung des Clean-Spark-Spreads, die Gasspeichermöglichkeiten und der Diskontierungszinssatz.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des in Bau befindlichen Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Mellach gegenübergestellt. Die daraus resultierende Wertminderung betrug 113,8 Mio. €. Die Auflösung abgegrenzter Zuschüsse der öffentlichen Hand kürzte die Wertminderung um 3,5 Mio. €. Der Nettoergebniseffekt aus der Wertminderung betrug damit insgesamt 110,3 Mio. €.
Windpark an der bulgarischen Schwarzmeerküste
Die Haos Invest EAD betreibt einen Windpark in Kavarna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Für diesen Windpark besteht ein anhaltender Engpass im vorgelagerten Leitungsnetz. Darüber hinaus traten mit Wirkung vom 3.5.2011 in Bulgarien neue Ökostromregelungen in Kraft, die u.a. zu geänderten Bedingungen beim Zugang zum Leitungsnetz und beim Einspeisetarif geführt haben. Vor dem Hintergrund dieser Anhaltspunkte für eine Wertminderung wurde der Windpark in Kavarna auf seine Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wurde mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 10,5% (Vorjahr: 9,5%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der Haos Invest EAD abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst eine auf der Basis von Windgutachten geschätzte Erzeugungsmenge zugrunde. Die installierte Leistung beträgt 16 MW; aufgrund des anhaltenden Engpasses im vorgelagerten Leitungsnetz wird jedoch bis Ende 2012 nur mit einer durchschnittlich 55%igen Einspeisung gerechnet. Das Preisgerüst ergab sich für die ersten 14 Jahre des Planungszeitraums aus festen Einspeisetarifen gemäß den bulgarischen Ökostromregelungen; für die Zeit danach wurden die Strompreise anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für Elektrizitätsmärkte. Die prognostizierten Stromerlöse wurden nach dem Ende fester Einspeisetarife um Ausgleichsenergiekosten in Höhe von 15,0% gekürzt. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% fortgeschrieben.
Der Planungszeitraum gliederte sich in eine Detail- und eine Grobplanungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Grobplanungsphase erstreckt sich bis zum Ende der Nutzungsdauer im Jahr 2031. Die Wartungs- und Instandhaltungszyklen wurden anhand des abgeschlossenen Wartungsvertrags mit dem Windkraftanlagen-Hersteller bestimmt.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die Kapazität des Zugangs zum Leitungsnetz, die prognostizierten jährlichen Erzeugungsmengen der Windkraftanlagen und der Diskontierungszinssatz.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des Windparks in Kavarna gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2011 konnte die Werthaltigkeit des Windparks bestätigt werden.
Werthaltigkeitsprüfung von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen Die nach der Equity-Methode bilanzierten 100%igen Beteiligungen an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und an der POWEO Toul Production S.A.S. wurden nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung – diese sind insbesondere in der allgemein nachteiligen Entwicklung der Marktbedingungen für Gaskraftwerke in Europa zu sehen – zum 30.9.2011 auf ihre Werthaltigkeit getestet. Der erzielbare Betrag der beiden nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung) wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte wurden mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz betrug 8,25% (Vorjahr: 6,0%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. bzw. POWEO Toul Production S.A.S. abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Der Zeitbewertung lagen als Mengengerüst die installierten Leistungen der Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerke in Pont-sur-Sambre (in Betrieb befindlich) und in Toul (in Bau befindlich) in Höhe von 412 bzw. 413 MW zugrunde. Der Einsatz der Kraftwerke im Planungszeitraum wurde mithilfe eines Optimierungsmodells bestimmt. Das Preisgerüst wurde anhand von Strompreisprognosen eines renommierten Marktforschungsinstituts und Informationsdienstleisters ermittelt. Für die Extrapolation der Strompreise (ab dem Jahr 2035) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0% ausgegangen. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit Preissteigerungsraten von 2,0% fortgeschrieben.
Der Planungszeitraum erstreckte sich bis zum Jahr 2031 (für das Kraftwerk in Pont-sur-Sambre) bzw. bis zum Jahr 2038 (für das Kraftwerk in Toul) und bestimmt sich auf Basis der Gesamtkapazität an äquivalenten Betriebsstunden ("equivalent operating hours", EOH). Die endgültige Inbetriebnahme des Kraftwerks in Toul ist für Ende des Jahres 2012 geplant. Die Reinvestitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen wurden anhand der abgeschlossenen Wartungsverträge bestimmt.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung der erzielbaren Beträge zugrunde lagen, waren die Bedingungen der für die Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerke abgeschlossenen langfristigen Erdgaslieferverträge (u.a. das Ergebnis vertraglich vereinbarter Preisrevisionen des Erdgasliefervertrags für das Kraftwerk in Pont-sur-Sambre), die Neuerteilung der Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk in Toul, die Entwicklung des Clean-Spark-Spreads und der Diskontierungszinssatz.
Die erzielbaren Beträge wurden den Buchwerten der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen gegenübergestellt. Für die Beteiligung an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. ergab sich aus der Werthaltigkeitsprüfung kein Wertminderungsbedarf; der Buchwert zum 30.9.2011 war bereits durch laufend erfasste negative IFRS-Ergebnisse auf null herabgemindert. Der Grund dafür war u.a. der zwischen der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der ENI S.p.A. bestehende und bis 2023 laufende Erdgasliefervertrag. Die Fahrweise aus der Einsatzoptimierung des Kraftwerks in Pontsur-Sambre führte in der Berichtsperiode 2011 zu einem Weiterverkauf wesentlicher Erdgasmengen. Eine solche Bewirtschaftung des Erdgasliefervertrags wird in den IFRS einem Nettoausgleich gleichgestellt; die Befreiungsregelung für Eigenbedarfsverträge in IAS 39 ("own-use exemption") war folglich nicht mehr anwendbar. Der Erdgasliefervertrag war daher ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Der daraus resultierende Effekt auf das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (bzw. auf die außerbücherlich in Evidenz gehaltenen Verluste) von VERBUND betrug in der Berichtsperiode 2011 –79,6 Mio. €.
Für die Beteiligung an der POWEO Toul Production S.A.S. ergab sich aus der Werthaltigkeitsprüfung zum 30.9.2011 eine Wertminderung in Höhe von 4,2 Mio. €. Zum 30.9.2011 wurde der Buchwert dadurch auf null herabgemindert. Für die Baufinanzierung des Kraftwerks in Toul bestehen seitens VERBUND diverse Finanzgarantien (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen). Die bilanzierte Garantieverbindlichkeit wurde vor dem Hintergrund des negativen Ergebnisses aus der Werthaltigkeitsprüfung um 18,1 Mio. € erhöht; dabei wurde die Wahrscheinlichkeit der Optionsausübung durch die POWEO S.A. berücksichtigt.
Die nach der Equity-Methode bilanzierte 50,01%ige Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung zum 30.9.2011 auf ihre Werthaltigkeit getestet. Die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND und EVN AG, hält zum einen (indirekt) eine 100%ige Beteiligung an der Energji Ashta Shpk und beabsichtigt zum anderen, weitere Projekte in der albanischen Region Shkodra zu entwickeln. Energji Ashta Shpk errichtet derzeit im Rahmen einer als Betreibermodell ausgestalteten Wasserkraftwerkskonzession ein zweistufiges Hydromatrix-Kraftwerk am Drin im Norden Albaniens (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Die rückläufigen Erwartungen für Energji Ashta Shpk in Bezug auf die Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen ("certified emission reductions", CER) und in Bezug auf die Strompreise nach Ende des 15-jährigen festen Stromabnahmevertrags mit dem staatlichen albanischen Stromversorger lieferten ebenso Anhaltspunkte für eine Wertminderung wie das auf den Diskontierungszinssatz wirkende erhöhte Länderrisiko. Der Nutzungswert wurde mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 9,7% (Vorjahr: 9,4%).
Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der Energji Ashta Shpk abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst eine über den Planungszeitraum gleichbleibende Erzeugungsmenge, die dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entspricht, zugrunde. Das Preisgerüst ergab sich für die ersten 15 Jahre ab Inbetriebnahme aus dem Stromabnahmevertrag mit der Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH); für die Zeit danach wurden die Strompreise anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Die endgültige Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für Anfang des Jahres 2013 geplant. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden ab 2014 mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% bis 3,0% fortgeschrieben. Die Planungsphase umfasst die 35-jährige Laufzeit der Wasserkraftwerkskonzession.
Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen für die Zeit nach dem Ende des Stromabnahmevertrags, die Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen und der Diskontierungszinssatz.
Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung gegenübergestellt. Für die Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH ergab sich aus der Werthaltigkeitsprüfung zum 30.9.2011 eine Wertminderung in Höhe von 35,7 Mio. €.
Bewertung von Stillhalterpositionen In der Berichtsperiode 2011 erwarb VERBUND weitere 60% der Anteile an der französischen POWEO Production S.A.S. um 120,0 Mio. €. Im Rahmen dieser Transaktion wurde der POWEO S.A. eine bis zum 30.6.2013 jederzeit ausübbare Rückkaufoption auf ebendiesen 60%igen Anteil eingeräumt. Infolge der Sachdividendenausschüttung und der Veräußerung der Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung) bilden nunmehr 60%ige Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. zusammen den Basiswert dieser Rückkaufoption.
Im Rahmen der Veräußerung der Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) einigten sich VERBUND und Direct Energie S.A. außerdem auf eine sequenzielle Kombination aus einer Verkaufs- und einer Kaufoption über 40 % der Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochterbzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. VERBUND hat nur dann die Möglichkeit, diese Verkaufsoption auszuüben, wenn zuvor die POWEO S.A. ihrerseits die Rückkaufoption ausübt. Die Ausübung der Kaufoption durch die Direct Energie S.A. ist zusätzlich noch an den Verzicht von VERBUND, die Verkaufsoption auszuüben, geknüpft. Im Fall einer Ziehung der Verkaufs- oder der Kaufoption über den 40%igen Anteil würden auch sämtliche gegenwärtig von VERBUND bereitgestellten Finanzierungen und Garantien von der Direct Energie S.A. übernommen.
Die aus diesen zeitlich voneinander abhängigen Optionen resultierende gesamthafte Stillhalterposition stellt ein potenzielles Stimmrecht im Sinne von IAS 27 dar. Sie steht damit einer Beherrschung der ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. durch VERBUND entgegen. Zum 31.12.2011 war diese gesamthafte Stillhalterposition aus dem Geld; nichtsdestotrotz hat sie aus der Sicht von VERBUND wirtschaftliche Substanz. Diese gesamthafte Stillhalterposition war als freistehendes Derivat gemäß IAS 39 ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte mithilfe eines Binomialbaumverfahrens. Zum 31.12.2011 betrug der beizulegende Zeitwert der gesamthaften Stillhalterposition 13,4 Mio. €. Der aus dieser Bewertung resultierende Ergebniseffekt wurde als sonstiger Aufwand aus Finanzinstrumenten erfasst.
Mit den Entscheidungen vom 27.9.2011 hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Systemnutzungstarife-Verordnungen für 2009, 2010 und 2011 aufgehoben. Als Konsequenz aus diesen Entscheidungen droht der Austrian Power Grid AG die (vorläufige) Rückzahlung der auf Basis dieser Verordnungen erhobenen Nutzungsentgelte für Pumpspeicherkraftwerke, der Netzverlustentgelte sowie der Systemdienstleistungsentgelte gegenüber allen Parteien, die ein entsprechendes Verfahren beim VfGH angestrengt haben. In der Berichtsperiode 2011 führten diese drohenden Rückzahlungsverpflichtungen im Konzernabschluss von VERBUND zu einer ergebniswirksamen Erhöhung bestehender Drohverlustrückstellungen um 20,0 Mio. €. Die Bewertung dieser Vorsorgen (Buchwert zum 31.12.2011: 39,4 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei das geschätzte Ausmaß des Erlösentfalls, die geschätzten Rechtsanwaltskosten, die gesetzlichen Verzugszinsen, der Rückzahlungszeitraum und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 4,75%.
Die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen, Abfertigungsverpflichtungen sowie Altersteilzeitprogramme (Buchwert zum 31.12.2011: 482,5 Mio. €; Vorjahr: 492,4 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Abzinsungszinssatz, das geschätzte Pensionsantrittsalter und die geschätzte Lebenserwartung sowie künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen.
Die Bewertung der Rückstellungen für Abbruchkosten (Buchwert zum 31.12.2011: 29,0 Mio. €; Vorjahr: 32,1 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die erwarteten Abbruchzeitpunkte (überwiegend im Zeitband 2020–2025), etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruchkosten, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 4,75% (Vorjahr: 5,25%).
Die Bewertung der Drohverlustrückstellungen (Buchwert zum 31.12.2011: 64,8 Mio. €, Vorjahr: 92,7 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die Drohverlustrückstellungen wurden für belastete Mietverträge, belastete Stromlieferverträge und insbesondere in Zusammenhang mit der Verpflichtung, Fernwärme an die Steirische Gas-Wärme GmbH zu liefern, gebildet. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Strom- und Primärenergiepreise sowie die Kosten für Emissionszertifikate und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 4,75% (Vorjahr: 5,25%).
Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch unwahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten erfasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.
Bewertung von Rückstellungen
Eventualverbindlichkeiten
Segmentberichterstattung
In der Segmentberichterstattung von VERBUND sind die Geschäftstätigkeiten den Segmenten "Strom", "Netz" sowie "Beteiligungen & Services" zugeordnet. Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen der internen Berichtsstruktur an den Gesamtvorstand als Hauptentscheidungsträger.
Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandelsund Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung ("management approach") auszurichten, wodurch sich die folgende Abgrenzung der Geschäftssegmente ergibt: Segmentabgrenzung
Strom
Das Geschäftssegment "Strom" umfasst sämtliche Tochterunternehmen bzw. Profit-Center von VERBUND, die mit dem Bau, dem Betrieb und der Instandhaltung hydraulischer, thermischer und solar- oder windenergetischer Kraftanlagen befasst sind. Das Geschäftssegment "Strom" umfasst darüber hinaus den Energiehandel sowie den Vertrieb von Strom an Endkunden (Haushalts-, Gewerbe-, Business- und Industriekunden).
Netz
Das Geschäftssegment "Netz" entspricht der Austrian Power Grid AG, die als gesellschaftsrechtlich eigenständiger und unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber und Regelzonenführer den Netzbereich Österreich, den Großteil des 220/380-kV-Hochspannungsnetzes sowie Teile des 110-kV-Netzes betreibt und erhält.
Beteiligungen & Services
Das Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" umfasst insbesondere die Leitungs- und Steuerungsfunktionen in Bezug auf die in- und ausländischen Beteiligungen von VERBUND. Hierzu zählen insbesondere die direkt von der VERBUND AG gehaltenen Beteiligungen an der STEWEAG-STEG GmbH, der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG, der Energie Klagenfurt GmbH, der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG und der Ennskraftwerke AG sowie die (direkt bzw. indirekt) von der VERBUND International GmbH gehaltenen Beteiligungen in der Türkei, Italien und Frankreich und die (indirekt) von der VERBUND Hydro Power AG gehaltene Beteiligung in Albanien. Darüber hinaus enthält das Geschäftssegment die (ausländischen) Projektgesellschaften von VERBUND bis zum Baubeginn der Produktionskapazitäten; danach erfolgt eine Umgliederung in das Geschäftssegment "Strom". Die VERBUND Renewable Power GmbH – sie ist die Leitgesellschaft für Projektentwicklungen im Bereich erneuerbarer Energien – wird daher ebenfalls im Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" erfasst. In diesem Geschäftssegment sind auch jene Tochterunternehmen bzw. Profit-Center enthalten, die Konzernfunktionen wie z.B. Finanzierungsleistungen, Shared-Service-Center-Leistungen und Telekommunikationsdienstleistungen erbringen.
Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das operative Ergebnis herangezogen. Das operative Ergebnis je Geschäftssegment entspricht der Summe der operativen Ergebnisse der in das jeweilige Geschäftssegment einbezogenen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen. Die Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet.
Für das Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" ist ferner das Beteiligungsergebnis, welches zur Gänze diesem Geschäftssegment zugerechnet wird, von Bedeutung. Da einige nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen von zu den Geschäftssegmenten "Strom" und "Netz" zugehörigen Tochterunternehmen gehalten werden, kommt es zu einer (vernachlässigbaren) asymmetrischen Allokation von Vermögen und Ergebnissen.
Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital-Employed. Das Capital-Employed entspricht dem Gesamtvermögen eines Geschäftssegments abzüglich jener Vermögenswerte, die bei VERBUND (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen), und abzüglich unverzinslicher Schulden.
Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten, die neben den Abschreibungen auf immaterielles und Sachanlagevermögen in das operative Ergebnis eingehen, umfassen insbesondere Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften im Energiebereich, Auflösungsbeträge aus dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge, unbare Rückstellungsveränderungen sowie etwaige Abschreibungen auf Primärenergievorräte.
Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen aufgrund etwaiger Unternehmenserwerbe. Die Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen Beteiligungen umfassen Kapitalerhöhungen sowie etwaige Anteilserwerbe.
Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRS.
Erläuterung der Geschäftssegmentdaten
Geschäftssegmentdaten in Mio. €
segmentdaten
Geschäfts-
| Strom | Netz | Beteiligungen & Services |
Eliminierung | Summe Konzern |
|
|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | |||||
| Außenumsatz | 3.435,8 | 404,3 | 25,3 | – | 3.865,4 |
| Innenumsatz | 121,9 | 8,4 | 86,5 | – 216,7 | 0,0 |
| Gesamtumsatz | 3.557,8 | 412,6 | 111,7 | – 216,7 | 3.865,4 |
| Operatives Ergebnis | 998,6 | – 7,1 | – 35,7 | 45,7 | 1.001,6 |
| Abschreibungen | – 170,9 | – 62,7 | – 9,1 | 1,1 | – 241,7 |
| Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen1 |
202,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 202,2 |
| Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten |
55,8 | – 12,3 | – 2,2 | – 0,5 | 40,7 |
| Beteiligungsergebnis | – | – | – 175,1 | 0,0 | – 175,1 |
| davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
– | – | – 176,6 | 0,0 | – 176,6 |
| Capital-Employed | 5.650,2 | 989,1 | 6.994,3 | – 4.547,0 | 9.086,5 |
| davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
7,6 | 1,3 | 2.106,4 | 0,0 | 2.115,3 |
| Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen |
459,1 | 121,9 | 13,7 | 0,0 | 594,7 |
| Zugänge zu Beteiligungen | 18,2 | 0,0 | 261,0 | 0,0 | 279,3 |
Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen umfassen Wertminderungen und Wertaufholungen von Sachanlagen (gekürzt um Veränderungen der dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträge bzw. Zuschüsse der öffentlichen Hand). Die Bestandteile dieses Ergebniseffekts sind detailliert unter (9) Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen dargestellt.
| Geschäftssegmentdaten | in Mio. € | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Strom | Netz | Beteiligungen & Services |
Eliminierung | Summe Konzern |
|
| 2010 | |||||
| Außenumsatz | 2.986,2 | 255,3 | 66,5 | – | 3.307,9 |
| Innenumsatz | 138,6 | 63,4 | 103,9 | – 306,0 | 0,0 |
| Gesamtumsatz | 3.124,8 | 318,7 | 170,4 | – 306,0 | 3.307,9 |
| Operatives Ergebnis | 821,3 | 44,4 | – 36,5 | – 0,8 | 828,5 |
| Abschreibungen | – 164,7 | – 57,0 | – 9,3 | 1,1 | – 229,9 |
| Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen |
– 0,7 | 0,0 | – 0,1 | 0,0 | – 0,8 |
| Andere wesentliche nicht zahlungswirksame Posten |
– 90,1 | 6,3 | 1,4 | – 0,6 | – 83,1 |
| Beteiligungsergebnis | – | – | 37,6 | 0,0 | 37,6 |
| davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
– | – | 22,1 | 0,0 | 22,1 |
| Capital-Employed | 4.812,7 | 828,8 | 7.112,8 | – 4.071,5 | 8.682,8 |
| davon Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
23,6 | 1,3 | 2.237,0 | 0,0 | 2.261,9 |
| Zugänge zu immateriellem und | |||||
| Sachanlagevermögen | 490,3 | 135,3 | 40,1 | 0,0 | 665,7 |
| Zugänge zu Beteiligungen | 21,1 | 0,3 | 74,9 | 0,0 | 96,3 |
Das operative Ergebnis in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND; die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinnund Verlustrechnung entnommen werden.
Die Überleitungsrechnung vom Gesamtbetrag für das Capital-Employed zur Bilanzsumme von VERBUND ist wie folgt:
| Überleitungsrechnung vom Capital-Employed zur Bilanzsumme | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Capital-Employed | 9.086,5 | 8.682,8 |
| Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes | ||
| Vermögen | 1.277,7 | 1.378,8 |
| Unverzinsliche Schulden | 1.495,1 | 1.229,4 |
| Summe der Vermögenswerte von VERBUND | 11.859,3 | 11.291,0 |
Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich.
Es gibt keinen einzelnen Kunden von VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10% der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.
Überleitungsrechnungen
Unternehmensweite Angaben
| Geografische Segmentberichterstattung: Umsätze | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Stromlieferungen im Inland | 1.438,6 | 1.272,1 |
| Stromlieferungen im Ausland | 2.077,9 | 1.676,1 |
| davon in Deutschland | 1.542,7 | 1.146,7 |
| davon in Frankreich | 356,1 | 387,7 |
| davon in restlichen EU-Staaten | 169,0 | 125,8 |
| davon in anderen Staaten | 10,2 | 15,8 |
| Stromerlöse | 3.516,5 | 2.948,2 |
| Netzleistungen im Inland | 216,3 | 200,6 |
| Netzleistungen im Ausland | 45,6 | 49,1 |
| davon in EU-Staaten | 43,3 | 27,2 |
| davon in anderen Staaten | 2,3 | 21,9 |
| Netzerlöse | 261,9 | 249,7 |
| Sonstige Erlöse | 87,0 | 109,9 |
| Summe der Umsatzerlöse | 3.865,4 | 3.307,9 |
| davon im Inland | 1.741,4 | 1.540,0 |
| davon im Ausland | 2.124,1 | 1.767,9 |
| Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Immaterielles und Sachanlagevermögen | 7.210,8 | 6.582,3 |
| davon in Österreich | 5.747,8 | 5.176,1 |
davon in anderen Staaten1 5,4 21,4 Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
davon in Deutschland 1.322,2 1.348,6 davon in restlichen EU-Staaten 140,8 57,6 davon in anderen Staaten 0,0 0,0 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 2.115,3 2.261,9 davon in Österreich und Deutschland 652,7 625,3 davon in der Türkei 742,7 793,1 davon in Italien 714,5 708,0 davon in Frankreich 0,0 114,2
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
| Stromerlöse nach Kundenbereichen | in Mio. € | (1) | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 2011 Inland |
2010 Inland |
2011 Ausland |
2010 Ausland |
Stromerlöse | |
| Stromlieferungen an Endkunden | 531,5 | 505,2 | 188,3 | 243,9 | |
| Stromlieferungen an Weiterverteiler | 874,4 | 718,1 | 494,4 | 431,7 | |
| Stromlieferungen an Händler | 32,7 | 48,9 | 1.395,2 | 1.000,5 | |
| Stromerlöse | 1.438,6 | 1.272,1 | 2.077,9 | 1.676,1 | |
| Sonstige Erlöse | in Mio. € | (2) | |||
| 2011 | 2010 | Sonstige Erlöse | |||
| Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten | 21,8 | 7,9 | |||
| Umsatzerlöse aus Fernwärmelieferungen | 15,9 | 14,3 | |||
| Umsatzerlöse für Consulting- und Projektierungsleistungen sowie für sonstige Leistungsverrechnungen |
15,2 | 21,0 | |||
| Personalbeistellung | 10,8 | 12,8 | |||
| Umsatzerlöse aus Gaslieferungen bzw. Gashandel | 10,6 | 0,3 | |||
| Benützungs- und Betriebsführungsentgelte | 5,6 | 5,2 | |||
| Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Abfallprodukten | 2,9 | 2,5 | |||
| Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer | |||||
| Wasserkraftwerkskonzession1 | 0,0 | 42,2 | |||
| Übrige | 4,1 | 3,7 | |||
| Sonstige Erlöse | 87,0 | 109,9 |
Diese Umsatzerlöse entstanden aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession (siehe Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Die korrespondierenden Errichtungsaufwendungen waren und sind im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die Erfassung von Erlösen und Aufwendungen im Konzernabschluss von VERBUND endete durch die Entkonsolidierung von Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010.
| Sonstige betriebliche Erträge | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen1 | 38,3 | 21,3 |
| Erträge aus diversen Lieferungen und Leistungen | 6,0 | 7,5 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten |
3,2 | 1,4 |
| Miet- und Pachterträge | 2,5 | 1,9 |
| Versicherungsentschädigungen | 2,3 | 0,0 |
| Planmäßige Auflösung des Abgrenzungspostens aus Cross-Border-Leasing | 1,6 | 1,6 |
| Erträge aus Book-out-Transaktionen im Energiebereich | 1,4 | 0,0 |
| Zeitanteilige Auflösung von Baukostenbeiträgen | 1,2 | 0,8 |
| Übrige jeweils < 1,0 Mio. € | 2,6 | 3,3 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 59,1 | 37,8 |
In der Berichtsperiode 2011 waren darin insgesamt 13,3 Mio. € an Kosten für Testläufe (gekürzt um Stromerlöse daraus) in der Inbetriebsetzungsphase des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Mellach enthalten.
(3) Sonstige betriebliche Erträge
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Strombezug | 2.042,7 | 1.469,3 |
| Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung) | 135,3 | 136,1 |
| Aufwendungen für Gasbezug1 | 9,9 | – 2,4 |
| Emissionszertifikatebezug (Handel) | 17,9 | 8,3 |
| Strom, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) | 2.205,8 | 1.611,3 |
Die negativen Gasbezugsaufwendungen in der Berichtsperiode 2010 resultieren im Wesentlichen aus der Bewertung freistehender Derivate im Energiebereich.
| Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Brennstoffeinsatz | 124,2 | 100,7 |
| Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate | 8,4 | 11,0 |
| Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen | 6,4 | 6,6 |
| Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen | 139,0 | 118,3 |
| Personalaufwand | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Löhne und Gehälter | 230,5 | 218,1 |
| Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom | ||
| Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | 51,0 | 48,9 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 3,9 | 3,7 |
| Zwischensumme | 285,5 | 270,7 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 36,1 | 32,2 |
| Aufwendungen für Abfertigungen | 9,3 | 5,5 |
| Personalaufwand | 330,8 | 308,4 |
Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 7,4 Mio. € (Vorjahr: 7,3 Mio. €). Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten insgesamt 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeitervorsorgekasse.
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 2011 | in Mio. € 2010 |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 4,2 | 4,3 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen | 237,5 | 225,6 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 241,7 | 229,9 |
Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel)
(6) Personalaufwand
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen
(5)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | ||
| Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte | 65,9 | 62,5 | |
| Werbeaufwendungen | 18,0 | 15,7 | |
| Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen | 16,3 | 15,5 | |
| Sonstige Leistungen durch Dritte | 14,4 | 14,9 | |
| Materialaufwand für Instandhaltung und Kfz-Betrieb | 12,9 | 12,2 | |
| Kosten für beigestelltes Personal, Aushilfsarbeiten | 12,2 | 11,1 | |
| Reisespesen, Fortbildung | 10,7 | 10,2 | |
| Aufwand für Aufsicht durch die Energie-Control Austria | 10,4 | 9,9 | |
| Mieten | 8,6 | 4,3 | |
| Konzessionsabgaben | 8,3 | 7,0 | |
| Aufwendungen für EDV | 7,4 | 7,9 | |
| Entschädigungsleistungen | 5,1 | 7,4 | |
| Versicherungen | 4,3 | 4,1 | |
| Gebühren | 4,0 | 4,7 | |
| Bezogene Telekommunikationsdienste | 3,8 | 3,6 | |
| Betriebskosten | 3,3 | 3,4 | |
| Mitgliedsbeiträge | 2,5 | 2,7 | |
| Leistungen durch Dritte in Zusammenhang mit PPPs1 | 0,0 | 42,2 | |
| Auflösung von Rückstellungen | – 6,9 | 0,0 | |
| Übrige jeweils < 1,0 Mio. € | 6,9 | 9,2 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 207,8 | 248,6 |
(8) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Diese Leistungen durch Dritte standen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession in Albanien. Diesen sonstigen betrieblichen Aufwendungen standen Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen gegenüber (siehe Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Die Erfassung von Erlösen und Aufwendungen im Konzernabschluss von VERBUND endete durch die Entkonsolidierung von Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010.
| Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Wertminderung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Mellach |
– 113,8 | 0,0 |
| Auflösung abgegrenzter Zuschüsse der öffentlichen Hand für das Gas-und Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach |
3,5 | 0,0 |
| Wertaufholung des Donaukraftwerks Freudenau | 352,4 | 0,0 |
| Fortentwicklung erhaltener Baukostenbeiträge für das Donaukraftwerk Freudenau |
– 99,6 | 0,0 |
| Wertaufholung der Laufkraftwerkskette Obere Drau | 43,7 | 0,0 |
| Wertaufholung der Laufkraftwerkskette Mittlere Salzach | 16,2 | 0,0 |
| Übrige | – 0,1 | – 0,8 |
| Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen | 202,2 | – 0,8 |
(9) Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Erträge bzw. Aufwendungen aus nach der Equity-Methode bilanzierten | ||
| Beteiligungen | – 128,0 | 78,2 |
| Wertminderungen1 | – 59,1 | – 56,2 |
| Wertaufholungen | 10,5 | 0,0 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | – 176,6 | 22,1 |
Die Wertminderungen in der Berichtsperiode 2010 betrafen die Beteiligung an der französischen POWEO S.A. (Group).
Die 46,01%ige Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) wurde mit Wirkung vom 31.3.2011 als zur Veräußerung gehalten eingestuft. Gemäß IFRS 5 erfolgte vor dieser Einstufung eine Werthaltigkeitsprüfung. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Den Bewertungsmaßstab bildete der Börsenkurs der POWEO S.A. (Group) zum 31.3.2011 in Höhe von 4,69 € pro Aktie. Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertaufholung betrug 10,5 Mio. €; sie wurde im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst. Mit Wirkung vom 30.9.2011 wurde die Beteiligung veräußert; die Ergebniseffekte daraus wurden im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasst.
Die 100%ige Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. wurde zum 30.6.2011 nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung – diese bestanden in Form von indikativen Kaufangeboten für deren 100%ige Beteiligung an der POWEO ENR S.A.S. – auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde mithilfe einer Sum-of-the-Parts-Betrachtung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten der einzelnen 100%igen Beteiligungen der POWEO Production S.A.S. an deren Produktionsunternehmen ermittelt. Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertminderung betrug 19,2 Mio. €; sie wurde im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst. Mit Wirkung vom 30.6.2011, nach Durchführung der Sachdividendenausschüttung (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung), wurde die Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. – diese umfasste zu diesem Zeitpunkt nur mehr die 100%ige Beteiligung an der POWEO ENR S.A.S. und steuerlich verwertbare Verlustvorträge – als zur Veräußerung gehalten eingestuft. Mit Wirkung vom 22.9.2011 wurde die Beteiligung veräußert; die Ergebniseffekte daraus wurden im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasst.
Die 50,01%ige Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde zum 30.9.2011 nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit geprüft (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen). Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertminderung betrug 35,7 Mio. €; sie wurde im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst.
Die 100%ige Beteiligung an der POWEO Toul Production S.A.S. wurde zum 30.9.2011 nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit geprüft (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen). Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertminderung betrug 4,2 Mio. €; sie wurde im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst.
In der Berichtsperiode 2011 wurden die Buchwerte der Beteiligungen an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und an der POWEO Toul Production S.A.S. durch laufende Verluste bzw. durch Wertminderungen auf null herabgemindert. Die nicht erfassten, sondern außerbücherlich in Evidenz gehaltenen Verluste betrugen 37,4 Mio. € für die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und 48,8 Mio. € für die POWEO Toul Production S.A.S.
(10) Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
Die anteilig erfassten IFRS-Ergebnisse aus Zwischen- bzw. Jahresabschlüssen assoziierter bzw. Gemeinschaftsunternehmen sind insbesondere durch folgende Effekte beeinflusst:
Die Kursentwicklungen EUR/TRY bzw. USD/TRY führten bei der Enerjisa Enerji Üretim A.S. und bei der Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. zu ergebniswirksamen Kursverlusten aus der Bewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten. In der Berichtsperiode 2011 betrug der daraus resultierende Effekt auf das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen von VERBUND insgesamt –85,8 Mio. € (Vorjahr: 24,0 Mio. €).
Zwischen der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der ENI S.p.A. besteht ein bis 2023 laufender Erdgasliefervertrag. Dieser Erdgasliefervertrag war in der Berichtsperiode 2011 erstmals ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen). Der daraus resultierende Effekt auf das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (bzw. auf die außerbücherlich in Evidenz gehaltenen Verluste) von VERBUND betrug insgesamt –79,6 Mio. €.
Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Gewinn- und Verlustrechnungsdaten für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. Sämtliche nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRS-Ergebnis aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der Muttergesellschaft liegt (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Die Gewinn- und Verlustrechnungsdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich demnach auf den Zeitraum 1.10.2010 bis 30.9.2011; sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.
Die Unterschiede zwischen dem anteiligen Periodenergebnis und dem Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind vor allem auf die Fortschreibung von Zeitwertanpassungen, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, Wertminderungen von Beteiligungen, Anpassungen an die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND und Anpassungen aus der Berücksichtigung von Ereignissen und Geschäftsfällen zwischen dem Bilanzstichtag des letzten (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschlusses des Beteiligungsunternehmens und dem Bilanzstichtag von VERBUND zurückzuführen.
| Gemeinschaftsunternehmen 2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Umsatzerlöse | 216,5 | 1.985,6 | 61,6 |
| Periodenergebnis – 100% | 9,2 | – 96,2 | 2,8 |
| Periodenergebnis – Anteil von VERBUND | 4,4 | – 48,1 | 1,4 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity Methode |
– 0,9 | 0,7 | – 35,4 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen |
3,5 | – 47,3 | – 34,0 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
Gemeinschaftsunternehmen 2011: Gewinn- und Verlustrechnungen – Anteil von VERBUND in Mio. €
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
|---|---|---|---|
| Erträge | 112,6 | 1.021,1 | 34,1 |
| Aufwendungen | – 108,1 | – 1.069,2 | – 32,7 |
| Periodenergebnis – Anteil von VERBUND | 4,4 | – 48,1 | 1,4 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
| Gemeinschaftsunternehmen 2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Umsatzerlöse | 211,7 | 1.491,4 | 1,7 |
| Periodenergebnis – 100% | 7,8 | 58,2 | 0,2 |
| Periodenergebnis – Anteil von VERBUND | 3,8 | 29,1 | 0,1 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity Methode |
– 1,0 | 7,1 | 0,2 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen |
2,8 | 36,2 | 0,3 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
Gemeinschaftsunternehmen 2010: Gewinn- und Verlustrechnungen – Anteil von VERBUND in Mio. €
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
|---|---|---|---|
| Erträge | 109,9 | 795,9 | 1,5 |
| Aufwendungen | – 106,1 | – 766,7 | – 1,4 |
| Periodenergebnis – Anteil von VERBUND | 3,8 | 29,1 | 0,1 |
1 Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält. Bis zum 50%igen Einstieg der EVN AG mit Wirkung vom 27.8.2010 war die Energji Ashta Shpk ein vollkonsolidiertes Tochterunternehmen von VERBUND. Die Angaben zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen von VERBUND bzw. zu den dazugehörigen Daten aus der Gewinn- und Verlustrechnung der Energji Ashta Shpk beziehen sich daher nur auf den Zeitraum 27.8.2010 bis 30.9.2010.
| Assoziierte Unternehmen 2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich | Italien1 | Frankreich2 | |
| Umsatzerlöse | 3.209,8 | 2.274,0 | 427,7 |
| Periodenergebnis – 100% | 110,7 | 9,3 | – 224,2 |
| Periodenergebnis – Anteil von VERBUND | 39,2 | 2,9 | – 176,8 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity | |||
| Methode | 2,2 | – 6,2 | 40,0 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode assoziierten | |||
| Unternehmen | 41,3 | – 3,3 | – 136,8 |
In der Berichtsperiode 2011 änderte die Sorgenia S.p.A. (Group) ihre Bilanzierungsmethode in Bezug auf derivative Finanzinstrumente im Energiebereich. Es erfolgt nun eine Saldierung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses von VERBUND lagen die retrospektiv angepassten Werte für 2010 noch nicht vor. // 2 Bei den Beteiligungen an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und an der POWEO Toul Production S.A.S. konnten die Periodenergebnisse nicht vollständig erfasst werden, da die Buchwerte bereits auf null herabgemindert waren. Die nicht erfassten, sondern außerbücherlich in Evidenz gehaltenen Verluste wurden in den Unterschieden aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode berücksichtigt.
Assoziierte Unternehmen 2010 in Mio. €
| Österreich | Italien1 | Frankreich |
|---|---|---|
| 2.761,2 | 2.539,3 | 691,6 |
| 117,4 | 117,5 | – 81,8 |
| 41,3 | 46,3 | – 36,8 |
| – 68,8 | ||
| 45,5 | 43,0 | – 105,7 |
| 4,2 | – 3,3 |
1 In der Berichtsperiode 2011 änderte die Sorgenia S.p.A. (Group) ihre Bilanzierungsmethode in Bezug auf derivative Finanzinstrumente im Energiebereich. Es erfolgt nun eine Saldierung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses von VERBUND lagen die retrospektiv angepassten Werte für 2010 noch nicht vor.
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | ||
| Beteiligungserträge aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 6,2 | 4,8 | |
| Erträge aus sonstigen Beteiligungen | 4,3 | 4,5 | |
| Verluste aus der Entkonsolidierung von vollkonsolidierten | |||
| Tochterunternehmen | 0,0 | – 0,2 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagen bzw. Beteiligungen | – 0,5 | 6,4 | |
| Aufwendungen aus sonstigen Beteiligungen | – 8,8 | 0,0 | |
| Übrige | 0,2 | 0,0 | |
| Sonstiges Beteiligungsergebnis | 1,5 | 15,5 |
Im Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagen bzw. Beteiligungen ist ein Ergebniseffekt in Höhe von insgesamt –1,7 Mio. € (davon "Recycling" von sonstigen Ergebnissen in Höhe von –2,5 Mio. €) aus der Veräußerung der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an der POWEO Production S.A.S. und an der POWEO S.A. (Group) enthalten.
Die POWEO Production S.A.S. umfasste nach der in der Berichtsperiode 2011 erfolgten Sachdividendenausschüttung nur mehr die 100%ige Beteiligung an der POWEO ENR S.A.S. und steuerlich verwertbare Verlustvorträge. Die POWEO ENR S.A.S. ist in der Projektentwicklung und im Betrieb von On- und Offshore-Windparks sowie von Solar- und Biomassekraftwerken tätig. Die Entscheidung zur (11) Sonstiges Beteiligungsergebnis Veräußerung der Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. war insbesondere durch die strategische Fokussierung von VERBUND und das schwierige Umfeld am französischen Markt bedingt.
Die POWEO S.A. (Group) ist ein alternativer Stromanbieter zur Électricité de France S.A. (EDF) am französischen Endkundenmarkt. Die Entscheidung zur Veräußerung der Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) war insbesondere durch das nachteilige Tarifregime des "Loi NOME", eines Gesetzes zur Neuordnung des französischen Strommarkts, bedingt.
In den Aufwendungen aus sonstigen Beteiligungen sind in der Berichtsperiode 2011 im Wesentlichen Aufwendungen für Beteiligungsgarantien der OeKB Oesterreichische Kontrollbank AG, Wertminderungen der Beteiligungen an der POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. und an der C.E.M.P. d.o.o. sowie eine Wertminderung der als zur Veräußerung gehaltenen Beteiligung an der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group) in Höhe von 0,9 Mio. € enthalten.
| (12) | |
|---|---|
(13)
Zinsaufwand
| Zinsertrag | |
|---|---|
| ------------ | -- |
| Zinsertrag | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Zinsen aus Finanzanlagen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen | ||
| Positionen | 25,1 | 26,7 |
| Zinsen aus Geldmarktgeschäften | 5,8 | 1,6 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 5,5 | 2,6 |
| Zinsertrag | 36,5 | 30,8 |
| Zinsaufwand | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Zinsen für Anleihen | 106,7 | 107,3 |
| Zinsen für Bankkredite | 55,2 | 55,7 |
| Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferverpflichtungen | 45,5 | 45,1 |
| Zinsen für Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit bilanziell | ||
| geschlossenen Positionen | 25,1 | 27,0 |
| Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen | 7,2 | 7,7 |
| Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile | – 21,5 | 7,6 |
| Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten | – 29,0 | – 17,0 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 9,6 | 12,0 |
| Zinsaufwand | 198,9 | 245,2 |
(14) Übriges Finanzergebnis Dieser Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Ausschüttung von Investmentfonds, Erträge aus Wertpapierveranlagungen, Ergebnisse aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen (in der Berichtsperiode 2010) sowie ergebniswirksame Bewertungsergebnisse aus Finanzinstrumenten. Die Veranlagungen in Investmentfonds wurden ursprünglich insbesondere zur Deckung der Pensionsrückstellungen durchgeführt; mittlerweile enthalten sie aber auch Veranlagungen zur Bildung von Liquiditätsreserven. Im übrigen Finanzergebnis werden ferner Erträge aus Ausleihungen sowie Fremdwährungskursgewinne und -verluste erfasst.
| in Mio. € | |
|---|---|
| 2011 | 2010 |
| 19,4 | 13,7 |
| 2,1 | 0,4 |
| 0,6 | 8,3 |
| 0,0 | – 0,3 |
| 0,0 | – 33,8 |
| 0,0 | 15,1 |
| – 13,4 | 0,0 |
| – 13,7 | – 22,2 |
| – 18,1 | 0,0 |
| – 23,2 | – 18,9 |
Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen.
In der Berichtsperiode 2010 betrug der Nettoergebniseffekt auf das übrige Finanzergebnis aus der vorzeitigen Beendigung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen –18,8 Mio. €. Dieser Nettoergebniseffekt schloss die Auflösung einer Rückstellung für Zinsdifferenzen aus Finanzanlagen aufgrund der vorzeitigen Beendigung der Cross-Border-Leasing-Transaktion, für die sie gebildet worden war, anteilige Auflösungsbeträge der Abgrenzungen aus Cross-Border-Leasing sowie Fremdwährungsverluste ein.
Im Rahmen des Erwerbs von 60 % der Anteile an der POWEO Production S.A.S. wurde der POWEO S.A. eine bis zum 30.6.2013 jederzeit ausübbare Rückkaufoption auf ebendiesen 60%igen Anteil eingeräumt (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Infolge einer Sachdividendenausschüttung und der Veräußerung der Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. bilden nunmehr die 60%igen Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. den Basiswert der Rückkaufoption. Im Rahmen der Veräußerung der Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) einigten sich VERBUND und Direct Energie S.A. auf eine sequenzielle Kombination aus einer Verkaufs- und einer Kaufoption über 40%ige Anteile an den bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. Die aus diesen zeitlich voneinander abhängigen Optionen resultierende gesamthafte Stillhalterposition war gemäß IAS 39 als freistehendes Derivat ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Bewertung dieser Stillhalterposition erfolgte mithilfe eines Binomialbaumverfahrens.
| (15) | ||
|---|---|---|
(16)
Ergebnis je Aktie
Ertragsteuern
| Ertragsteuern | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Aufwand für laufende Ertragsteuern1 | 111,3 | 120,9 |
| Aufwand für zukünftige Nachversteuerungen von Verlustübernahmen | ||
| ausländischer Gruppenmitglieder | 4,7 | 7,5 |
| Veränderung latenter Ertragsteuern | 62,6 | 20,1 |
| Ertragsteuern | 178,6 | 148,4 |
Im Aufwand für laufende Ertragsteuern sind aperiodische Erträge in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) enthalten.
Die Ertragsteuern der Berichtsperiode 2011 in Höhe von 178,6 Mio. € sind um 18,4 Mio. € höher als der rechnerische Steueraufwand in Höhe von 160,2 Mio. €, der sich durch Multiplikation des Ergebnisses vor Ertragsteuern in Höhe von 640,9 Mio. € mit dem auf die VERBUND AG anzuwendenden Ertragsteuersatz in Höhe von 25% ergeben würde. Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Steueraufwand von VERBUND sind wie folgt:
| Steuerüberleitungsrechnung | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Rechnerischer Ertragsteueraufwand | 160,2 | 158,2 |
| Differenzen aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen | 29,8 | 1,0 |
| Differenzen aus steuerfreien Beteiligungserträgen | – 8,3 | – 8,8 |
| Differenzen aus dem Abgang von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen |
– 7,1 | 0,0 |
| Differenzen aus Firmenwertabschreibungen gem. § 9 Abs. 7 KStG | – 0,9 | – 0,5 |
| Differenzen aus steuerfreien Prämien | – 0,2 | – 0,1 |
| Differenzen aus unterschiedlichen ausländischen Steuersätzen | 0,5 | 0,7 |
| Differenzen aus sonstigen Posten | 0,7 | 0,2 |
| Ertragsteueraufwand der Periode | 174,9 | 150,7 |
| Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) | 3,7 | – 2,3 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | 178,6 | 148,4 |
| Effektivsteuersatz | 27,9 % | 23,5 % |
| Ermittlung des Ergebnisses je Aktie | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Periodenergebnis | 462,3 | 484,4 |
| Abzüglich des nicht beherrschenden Anteilen | ||
| zuzurechnenden Periodenergebnisses | – 109,6 | – 83,5 |
| Konzernergebnis | 352,6 | 400,8 |
| Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl1 | 347.415.686 | 312.067.848 |
| Ergebnis je Aktie | 1,01 | 1,28 |
In der Berichtsperiode 2010 wurde die durchschnittliche in Umlauf befindliche Aktienstückzahl taggenau ermittelt. Die durchschnittliche Aktienstückzahl resultiert aus der mit Wirkung vom 26.11.2010 (erster Handelstag der neuen Aktien) durchgeführten Kapitalerhöhung der VERBUND AG.
Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander.
Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung
| Umgliederungen ("Recycling") in die Gewinn- und Verlustrechnung | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2011 | 2010 | 2010 | |
| Aus Währungsdifferenzen | ||||
| Bewertungsergebnis im Eigenkapital | – 129,3 | 23,9 | ||
| Umgliederungsbetrag in die Gewinn und Verlustrechnung |
0,0 | – 129,3 | 0,0 | 23,9 |
| Aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten |
||||
| Bewertungsergebnis im Eigenkapital | – 6,6 | 3,1 | ||
| Umgliederungsbetrag in die Gewinn und Verlustrechnung |
– 0,4 | – 7,0 | – 4,2 | – 1,2 |
| Aus Cashflow-Hedges | ||||
| Bewertungsergebnis im Eigenkapital | 35,0 | – 81,3 | ||
| Umgliederungsbetrag in die Gewinn und Verlustrechnung |
66,0 | – 45,1 | ||
| Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten |
0,0 | 101,0 | 0,0 | – 126,4 |
| Aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
||||
| Bewertungsergebnis im Eigenkapital | – 7,7 | – 53,1 | ||
| Umgliederungsbetrag in die Gewinn und Verlustrechnung |
8,9 | 20,0 | ||
| Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten |
7,3 | 8,5 | 5,3 | – 27,9 |
| Sonstiges Ergebnis | – 26,8 | – 131,6 | ||
| Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis in Mio. € |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 Vor Steuern |
2011 Steuern |
2011 Nach Steuern |
2010 Vor Steuern |
2010 Steuern |
2010 Nach Steuern |
|
| Aus Währungsdifferenzen | – 129,3 | 0,0 | – 129,3 | 23,9 | 0,0 | 23,9 |
| Aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten |
– 7,0 | 1,7 | – 5,3 | – 1,2 | 0,3 | – 0,9 |
| Aus Cashflow-Hedges | 101,0 | – 25,3 | 75,7 | – 126,4 | 31,7 | – 94,8 |
| Aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
8,5 | – | 8,5 | – 27,9 | – | – 27,9 |
| Sonstiges Ergebnis | – 26,8 | – 23,6 | – 50,4 | – 131,6 | 31,9 | – 99,6 |
(17) Umgliederungen ("Recycling") in die Gewinn- und Verlustrechnung
(18) Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis
Erläuterungen zur Bilanz
(19) Immaterielle Vermögenswerte Als immaterielle Vermögenswerte werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Wasserrechte, Software, Nutzungsrechte für Fremdanlagen sowie daraus abgeleitete Lizenzen und Firmenwerte ausgewiesen.
| Immaterielle Vermögenswerte | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Konzessionen, Rechte, Lizenzen |
Firmenwerte | Summe | |
| 2011 | |||
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 62,7 | 605,7 | 668,4 |
| Zugänge | 13,4 | 0,0 | 13,4 |
| Abgänge | – 3,8 | 0,0 | – 3,8 |
| Anschaffungskosten zum 31.12. | 72,3 | 605,7 | 678,1 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. | 44,8 | 0,0 | 44,8 |
| Abschreibungen | 4,2 | – | 4,2 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge | – 3,1 | 0,0 | – 3,1 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. | 45,9 | 0,0 | 45,9 |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 26,4 | 605,7 | 632,1 |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 17,9 | 605,7 | 623,6 |
| Immaterielle Vermögenswerte | in Mio. € | ||
| Konzessionen, Rechte, Lizenzen |
Firmenwerte | Summe | |
| 2010 | |||
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 71,0 | 605,7 | 676,7 |
| Zugänge | 30,1 | 0,0 | 30,1 |
| Abgänge | – 38,4 | 0,0 | – 38,4 |
Anschaffungskosten zum 31.12. 62,7 605,7 668,4 Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 43,4 0,0 43,4 Abschreibungen 4,3 – 4,3 Wertminderungen 0,1 0,0 0,1 Abgänge – 3,0 0,0 – 3,0 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 44,8 0,0 44,8 Nettobuchwert zum 31.12. 17,9 605,7 623,6 Nettobuchwert zum 1.1. 27,6 605,7 633,3 Als Sachanlagen werden Immobilien, maschinelle und elektrische Anlagen, Leitungen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Anlagen in Bau und Projekte ausgewiesen.
Sachanlagen in Mio. € Grundstücke und Bauten Maschinelle Anlagen Elektrische Anlagen Leitungen Betriebsund Geschäftsausstattung Anlagen in Bau und Projekte Summe 2011 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. 5.458,5 2.547,7 2.237,1 1.124,2 145,6 1.050,4 12.563,4 Währungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 – 0,1 – 0,1 Zugänge 40,1 26,3 58,2 19,5 8,9 428,4 581,4 Abgänge – 10,3 – 39,7 – 37,5 – 12,4 – 3,6 – 0,8 – 104,3 Umbuchungen 207,4 111,7 95,6 76,4 0,1 – 491,1 0,0 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. 5.695,6 2.645,9 2.353,4 1.207,8 151,0 986,7 13.040,4 Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. 2.738,5 1.577,5 1.666,7 521,3 96,1 4,7 6.604,7 Abschreibungen 71,5 56,8 73,5 26,0 9,7 0,0 237,5 Wertminderungen 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 113,8 114,0 Wertaufholungen – 342,0 – 48,1 – 22,2 0,0 0,0 0,0 – 412,3 Abgänge – 8,6 – 38,8 – 28,3 – 2,5 – 3,3 – 0,8 – 82,2 Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. 2.459,4 1.547,4 1.689,9 544,8 102,4 117,8 6.461,7 Nettobuchwert zum 31.12. 3.236,2 1.098,5 663,5 663,0 48,5 869,0 6.578,7 Nettobuchwert
zum 1.1. 2.720,1 970,2 570,4 602,9 49,5 1.045,7 5.958,7
(20) Sachanlagen
| Sachanlagen | in Mio. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund stücke und Bauten |
Maschi nelle Anlagen |
Elektri sche Anlagen |
Leitungen | Betriebs und Ge schäfts aus stattung |
Anlagen in Bau und Projekte |
Summe | |
| 2010 | |||||||
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 1.1. |
5.408,7 | 2.501,5 | 2.167,8 | 1.097,1 | 139,8 | 639,8 | 11.954,7 |
| Zugänge | 32,0 | 19,3 | 41,3 | 15,8 | 9,8 | 517,5 | 635,7 |
| Abgänge | – 4,7 | – 3,9 | – 12,1 | – 1,5 | – 4,7 | 0,0 | – 26,8 |
| Umbuchungen | 22,5 | 30,8 | 40,1 | 12,8 | 0,6 | – 106,9 | 0,0 |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum 31.12. |
5.458,5 | 2.547,7 | 2.237,1 | 1.124,2 | 145,6 | 1.050,4 | 12.563,4 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. |
2.673,5 | 1.527,3 | 1.606,4 | 497,7 | 90,8 | 5,2 | 6.400,9 |
| Abschreibungen | 68,5 | 54,0 | 70,0 | 23,7 | 9,5 | 0,0 | 225,6 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,1 | 0,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,7 |
| Abgänge | – 3,5 | – 3,9 | – 10,8 | – 0,1 | – 4,2 | 0,0 | – 22,4 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 0,0 | – 0,5 | 0,0 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. |
2.738,5 | 1.577,5 | 1.666,7 | 521,3 | 96,1 | 4,7 | 6.604,7 |
| Nettobuchwert zum 31.12. |
2.720,1 | 970,2 | 570,4 | 602,9 | 49,5 | 1.045,7 | 5.958,7 |
| Nettobuchwert zum 1.1. |
2.735,2 | 974,2 | 561,4 | 599,4 | 49,0 | 634,6 | 5.553,8 |
Die Zugänge der Berichtsperiode 2011 stellen sich im Detail wie folgt dar:
| Zugänge | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk Mellach | 120,7 | 249,0 |
| Windparks Casimcea (rumänische Schwarzmeerküste) | 86,2 | 1,0 |
| Kraftwerk Reißeck II | 82,2 | 21,0 |
| Kraftwerk Kaprun Limberg II | 38,9 | 74,7 |
| 380-kV-Leitung Tauern – Pongau – Salzach – St. Peter | 22,5 | 52,0 |
| Kraftwerk Gössendorf | 20,3 | 20,0 |
| 380-kV-Leitung Wien-Südost – Südburgenland (3. Teilleiter) | 15,2 | 0,0 |
| Umspannwerk Bisamberg (Umbau und Erweiterung) | 14,9 | 9,2 |
| Kraftwerk Pernegg (Revitalisierung) | 14,8 | 24,3 |
| Kraftwerk Kalsdorf | 10,4 | 6,1 |
| Automatisierung von Wasserkraftwerken | 7,6 | 11,4 |
| 380-kV-Leitung Wien-Südost – Györ (2. System) | 4,0 | 10,7 |
| Sonstige Zugänge jeweils < 10,0 Mio. € | 143,7 | 156,3 |
| Zugänge zu den Sachanlagen | 581,4 | 635,7 |
In der Berichtsperiode 2002 wurde auf Basis eines Finanzierungsleasingverhältnisses das Kraftwerk Triebenbach übernommen. Dieses ist zum 31.12.2011 mit einem Restbuchwert von 15,0 Mio. € (Vorjahr: 15,9 Mio. €) im Sachanlagevermögen enthalten. Dieser verteilt sich auf die folgenden Gruppen von Vermögenswerten: Grundstücke und Bauten 9,5 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio. €), maschinelle Anlagen 3,1 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) und elektrische Anlagen 2,4 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €).
| Überleitung von den Leasingzahlungen auf deren Barwert 2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2012 | 2013– 2016 | ab 2017 | |
| Leasingzahlungen | 1,6 | 15,7 | – |
| Abzinsungsbeträge | 0,1 | 2,1 | – |
| Barwert der Leasingverbindlichkeit zum 31.12.2011 | 1,5 | 13,6 | – |
| Überleitung von den Leasingzahlungen auf deren Barwert 2010 | in Mio. € | ||
| 2011 | 2012– 2015 | ab 2016 | |
| Leasingzahlungen | 1,7 | 17,6 | – |
| Abzinsungsbeträge | 0,1 | 2,8 | – |
| Barwert der Leasingverbindlichkeit zum 31.12.2010 | 1,6 | 14,8 | – |
In der Berichtsperiode 2011 erfolgte der Erwerb von weiteren 60 % der Anteile an der französischen POWEO Production S.A.S. um 120,0 Mio. €. Trotz 100%igem Anteilsbesitz von VERBUND wurde die Beteiligung nach wie vor nach der Equity-Methode bilanziert (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Um die POWEO Production S.A.S. inklusive ihrer 100%igen Beteiligung an der POWEO ENR S.A.S., aber exklusive ihrer anderen Tochter- bzw. Enkelgesellschaften zu verkaufen, wurden die 100%igen Beteiligungen der POWEO Production S.A.S. an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S., an der POWEO Toul Production S.A.S. und an der POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. an VERBUND aus(21) Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
geschüttet. Im Rahmen der Veräußerung der POWEO Production S.A.S. verblieb darüber hinaus die POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group), ein 50,1%iges Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. bei VERBUND. Die Beteiligungen an der POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. bzw. an der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group) wurden im Konzernabschluss von VERBUND jedoch nicht (mehr) nach der Equity-Methode, sondern als sonstige Beteiligung bzw. als zur Veräußerung gehaltenes langfristiges Vermögen bilanziert.
Die Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. wurde mit Wirkung vom 22.9.2011 veräußert; jene an der POWEO S.A. mit Wirkung vom 30.9.2011 (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).
In der Berichtsperiode 2011 erfolgten Kapitalerhöhungen bei der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. und (in Form eines Urgroßmutterzuschusses) bei der Enerji Ashta Shpk. Der 50%ige Anteil von VERBUND an den Kapitalerhöhungen bei der Enerjisa Enerji Üretim A.S. betrug insgesamt 131,9 Mio. €; der 50,01%ige Anteil von VERBUND an der Kapitalerhöhung bei der Enerji Ashta Shpk betrug 18,0 Mio. €.
Darüber hinaus wurden Anteile an der italienischen Sorgenia S.p.A. (Group) um insgesamt 6,8 Mio. € erworben. Die Anteilserwerbe resultierten aus Kapitalerhöhungen und der Andienung von Aktien, die im Rahmen eines aktienbasierten Vergütungsprogramms an Mitglieder des Managements der Sorgenia S.p.A. (Group) ausgegeben worden waren. Die Beteiligungsquote von VERBUND an der Sorgenia S.p.A. (Group) erhöhte sich dadurch geringfügig auf 44,9 %.
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. | 2.368,1 | 2.224,3 |
| Zugänge | 276,8 | 95,9 |
| Dividenden | – 39,4 | – 26,0 |
| Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode | – 128,0 | 78,2 |
| Sonstiges Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode | 6,0 | – 27,9 |
| Umgliederungen vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung |
2,5 | 0,0 |
| Sonstiges Ergebnis aus Währungsdifferenzen | – 129,7 | 24,1 |
| Abgänge | – 150,8 | – 0,5 |
| Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12. | 2.205,2 | 2.368,1 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. | 106,2 | 50,0 |
| Wertminderungen | 59,1 | 56,2 |
| Wertaufholungen | – 10,5 | 0,0 |
| Abgänge | – 64,9 | 0,0 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. | 89,9 | 106,2 |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 2.115,3 | 2.261,9 |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 2.261,9 | 2.174,3 |
Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Bilanzdaten für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. Die Bilanzdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30.9.2011 (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.
Die Unterschiede zwischen dem anteiligen Eigenkapital und dem Beteiligungsansatz sind vor allem auf fortgeführte Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, Firmenwerte, kumulierte Wertminderungen von Beteiligungen, Anpassungen an die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND und Anpassungen aus der Berücksichtigung von Ereignissen und Geschäftsfällen zwischen dem Bilanzstichtag des letzten (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschlusses des Beteiligungsunternehmens und dem Bilanzstichtag von VERBUND zurückzuführen.
| Gemeinschaftsunternehmen 2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Vermögenswerte | 526,5 | 3.337,0 | 191,5 |
| Schulden | 311,1 | 1.990,0 | 145,4 |
| Eigenkapital – 100% | 215,4 | 1.347,0 | 46,2 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 105,5 | 673,5 | 23,1 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity | |||
| Methode | 19,1 | 69,3 | – 17,7 |
| Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten | |||
| Gemeinschaftsunternehmen zum 31.12.2011 | 124,6 | 742,7 | 5,4 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
| Gemeinschaftsunternehmen 2011: Bilanzen – Anteil von VERBUND in Mio. € |
|||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Langfristiges Vermögen | 202,5 | 1.438,6 | 72,0 |
| Kurzfristiges Vermögen | 56,7 | 229,9 | 23,8 |
| Langfristige Schulden | 124,9 | 623,9 | 26,0 |
| Kurzfristige Schulden | 28,7 | 371,1 | 46,7 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 105,5 | 673,5 | 23,1 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
| Gemeinschaftsunternehmen 2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Vermögenswerte | 538,6 | 3.122,1 | 80,5 |
| Schulden | 323,7 | 1.689,0 | 69,7 |
| Eigenkapital – 100% | 214,9 | 1.433,2 | 10,7 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 105,3 | 716,6 | 5,4 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode | 20,0 | 76,5 | 16,0 |
| Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen zum 31.12.2010 |
125,3 | 793,1 | 21,4 |
1 Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
| Gemeinschaftsunternehmen 2010: Bilanzen – Anteil von VERBUND | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich und Deutschland |
Türkei | Sonstige1 | |
| Langfristiges Vermögen | 213,5 | 1.279,9 | 37,4 |
| Kurzfristiges Vermögen | 51,7 | 281,2 | 2,8 |
| Langfristige Schulden | 114,6 | 513,5 | 0,0 |
| Kurzfristige Schulden | 45,3 | 330,9 | 34,9 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 105,3 | 716,6 | 5,4 |
Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die indirekt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk hält.
| Assoziierte Unternehmen 2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich | Italien1 | Frankreich2 | |
| Vermögenswerte | 2.982,0 | 3.405,4 | 568,2 |
| Schulden | 1.786,0 | 2.299,9 | 623,9 |
| Eigenkapital – 100% | 1.195,9 | 1.105,5 | – 55,7 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 420,6 | 461,1 | – 55,7 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode | 107,5 | 253,4 | 55,7 |
| Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen zum 31.12.2011 |
528,1 | 714,5 | 0,0 |
In der Berichtsperiode 2011 änderte die Sorgenia S.p.A. (Group) ihre Bilanzierungsmethode in Bezug auf derivative Finanzinstrumente im Energiebereich. Es erfolgt nun eine Saldierung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses von VERBUND lagen die retrospektiv angepassten Werte für 2010 noch nicht vor. // 2 Bei den Beteiligungen an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und an der POWEO Toul Production S.A.S. konnten die Periodenergebnisse nicht vollständig erfasst werden, da die Buchwerte bereits auf null herabgemindert waren. Die nicht erfassten, sondern außerbücherlich in Evidenz gehaltenen Verluste wurden in den Unterschieden aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode berücksichtigt.
| Assoziierte Unternehmen 2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Österreich | Italien1 | Frankreich | |
| Vermögenswerte | 3.324,5 | 4.114,6 | 998,1 |
| Schulden | 2.204,5 | 3.019,7 | 782,0 |
| Eigenkapital – 100% | 1.120,0 | 1.094,8 | 216,1 |
| Eigenkapital – Anteil von VERBUND | 392,7 | 451,3 | 145,7 |
| Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity | |||
| Methode | 107,3 | 256,7 | – 31,6 |
| Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten | |||
| assoziierten Unternehmen zum 31.12.2010 | 500,0 | 708,0 | 114,2 |
1 In der Berichtsperiode 2011 änderte die Sorgenia S.p.A. (Group) ihre Bilanzierungsmethode in Bezug auf derivative Finanzinstrumente im Energiebereich. Es erfolgt nun eine Saldierung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses von VERBUND lagen die retrospektiv angepassten Werte für 2010 noch nicht vor.
| Sonstige Beteiligungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Anteile an nicht konsolidierten Tochter unternehmen |
Sonstige Beteiligungen |
Summe | |
| 2011 | |||
| (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. | 2,7 | 138,2 | 140,9 |
| Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen | 0,3 | 2,3 | 2,6 |
| Abgänge | – 1,6 | 0,0 | – 1,6 |
| Umbuchungen | 0,0 | – 3,0 | – 3,0 |
| (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. | 1,4 | 137,5 | 138,8 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. | 0,0 | 2,0 | 2,0 |
| Wertminderungen | 0,0 | 2,8 | 2,8 |
| Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis | 0,0 | 4,6 | 4,6 |
| Abgänge | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Umbuchungen | 0,0 | – 0,5 | – 0,5 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. | 0,0 | 8,9 | 8,9 |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 1,4 | 128,5 | 129,9 |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 2,7 | 136,2 | 138,9 |
| Sonstige Beteiligungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Anteile an nicht konsolidierten Tochter unternehmen |
Sonstige Beteiligungen |
Summe | |
| 2010 | |||
| (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1. | 2,7 | 138,4 | 141,1 |
| Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen | 0,1 | 0,3 | 0,4 |
| Abgänge | – 0,1 | – 0,5 | – 0,6 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| (Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12. | 2,7 | 138,2 | 140,9 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. | 0,0 | 2,5 | 2,5 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge | 0,0 | – 0,5 | – 0,5 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. | 0,0 | 2,0 | 2,0 |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 2,7 | 136,2 | 138,9 |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 2,7 | 135,9 | 138,6 |
Die Zugänge der Berichtsperiode 2011 bei den sonstigen Beteiligungen in Höhe von 2,3 Mio. € betreffen die Beteiligung an der POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. Die Wertminderungen betreffen in Höhe von 2,3 Mio. € die Beteiligung an der POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. und in Höhe von 0,5 Mio. € die Beteiligung an der C.E.M.P. d.o.o. Für die Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich wurde ein Bewertungsergebnis in Höhe von – 4,6 Mio. € im sonstigen Ergebnis erfasst.
(22) Sonstige Beteiligungen
Die Umbuchungen sonstiger Beteiligungen in der Berichtsperiode 2011 beziehen sich auf die Beteiligungen von VERBUND an der CEESEG AG, der European Energy Exchange AG (EEX) und der EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG; diese werden nunmehr unter den Wertrechten ausgewiesen.
Die Zugänge der Berichtsperiode 2011 bei den Anteilen an nicht konsolidierten Unternehmen betreffen im Wesentlichen eine Kapitalerhöhung bei der VERBUND Romania S.R.L.; die Abgänge betreffen die Veräußerung der Anteile an der VERBUND-Austrian Power Trading ENERGA Hellas Electricity Supply and Trade S.A. sowie die Liquidation der APT Power Trading SL d.o.o.
| Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen | 287,4 | 253,5 |
| Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen | 120,2 | 79,3 |
| Übrige Finanzanlagen und sonstige Forderungen | 436,0 | 406,3 |
| Summe | 843,6 | 739,1 |
| Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere (Wertrechte) aus Cross Border Leasing |
Wertpapiere (Wertrechte) aus bilanziell geschlos senen |
Sonstige Aus leihungen aus Cross-Border Leasing |
Sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlos senen |
Summe | ||
| Positionen | Positionen | |||||
| 2011 | ||||||
| Fortgeschriebene | ||||||
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 0,0 | 50,7 | 0,0 | 202,8 | 253,5 | |
| Fremdwährungsbewertung | 0,0 | 1,1 | 0,0 | – 6,1 | – 5,0 | |
| Zugänge | 0,0 | 2,3 | 0,0 | 35,5 | 37,8 | |
| Kapitalisierte Zinsen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 7,8 | 7,8 | |
| Abgänge | 0,0 | – 2,2 | 0,0 | – 3,6 | – 5,8 | |
| Fortgeschriebene Anschaf | ||||||
| fungskosten zum 31.12. | 0,0 | 52,0 | 0,0 | 236,4 | 288,3 | |
| davon langfristiges Vermögen | 0,0 | 52,0 | 0,0 | 235,5 | 287,4 | |
| davon kurzfristiges Vermögen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,9 | 0,9 |
(23) Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen
| Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere (Wertrechte) aus Cross Border-Leasing |
Wertpapiere (Wertrechte) aus bilanziell geschlossenen Positionen |
Sonstige Aus leihungen aus Cross-Border Leasing |
Sonstige Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen |
Summe | |
| 2010 | |||||
| Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1. |
42,6 | 46,3 | 45,5 | 190,7 | 325,1 |
| Fremdwährungsbewertung | 0,0 | 3,3 | 0,0 | 15,6 | 18,9 |
| Zugänge | 0,0 | 1,1 | 0,0 | 0,0 | 1,1 |
| Kapitalisierte Zinsen | 0,4 | 0,0 | 1,4 | 7,0 | 8,8 |
| Abgänge | – 43,0 | 0,0 | – 46,9 | – 10,5 | – 100,4 |
| Fortgeschriebene Anschaf fungskosten zum 31.12. |
0,0 | 50,7 | 0,0 | 202,8 | 253,5 |
| davon langfristiges Vermögen | 0,0 | 50,7 | 0,0 | 202,8 | 253,5 |
| davon kurzfristiges Vermögen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Die Wertpapiere bestanden zum 31.12.2011 aus Medium-Term-Notes mit einem Nominale in Höhe von 64,8 Mio. \$ (Vorjahr: 65,4 Mio. \$) bzw. 51,9 Mio. € (Vorjahr: 50,7 Mio. €).
Wertpapiere sind in Höhe von 51,9 Mio. € (Vorjahr: 50,7 Mio. €) verpfändet; Ausleihungen sind in Höhe von 236,4 Mio. € (Vorjahr: 202,8 Mio. €) verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen dienen Banken zur Besicherung von Krediten.
| Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ausleihungen an Beteiligungs unternehmen |
Wertpapiere (Wertrechte) |
Sonstige Ausleihungen |
Summe | |
| 2011 | ||||
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 30,0 | 155,5 | 214,3 | 399,8 |
| Zugänge | 27,9 | 1,1 | 377,5 | 406,5 |
| Abgänge | – 0,8 | – 2,8 | 0,0 | – 3,6 |
| Umbuchungen | 185,7 | 3,0 | – 573,9 | – 385,2 |
| Anschaffungskosten zum 31.12. | 242,7 | 156,9 | 17,9 | 417,6 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. |
0,0 | 26,6 | 0,0 | 26,6 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Wertaufholungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis | 0,0 | 2,0 | 0,0 | 2,0 |
| Umgliederungen von sonstigem Ergebnis in die Gewinn- und |
||||
| Verlustrechnung | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 0,4 |
| Abgänge | 0,0 | – 0,3 | 0,0 | – 0,3 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 0,5 |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12. |
0,0 | 29,3 | 0,0 | 29,3 |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 242,7 | 127,6 | 17,9 | 388,3 |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 30,0 | 128,9 | 214,3 | 373,2 |
| Nettobuchwert der sonstigen lang fristigen Forderungen zum 31.12. |
168,0 | |||
| Nettobuchwert der sonstigen lang fristigen Forderungen zum 1.1. |
112,4 | |||
| Nettobuchwert gesamt zum 31.12. | 556,2 | |||
| Nettobuchwert gesamt zum 1.1. | 485,6 | |||
162
| Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausleihungen an Beteiligungs unternehmen |
Wertpapiere (Wertrechte) |
Sonstige Ausleihungen |
Summe | ||
| 2010 | |||||
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 39,9 | 267,0 | 183,2 | 490,1 | |
| Zugänge | 25,6 | 2,3 | 50,2 | 78,1 | |
| Abgänge | 0,0 | – 113,8 | 0,0 | – 113,8 | |
| Umbuchungen | – 35,5 | 0,0 | – 19,1 | – 54,6 | |
| Anschaffungskosten zum 31.12. | 30,0 | 155,5 | 214,3 | 399,8 | |
| Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1. |
0,0 | 55,0 | 0,0 | 55,0 | |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Wertaufholungen | 0,0 | – 3,1 | 0,0 | – 3,1 | |
| Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Umgliederungen von sonstigem Ergebnis in die Gewinn- und |
|||||
| Verlustrechnung | 0,0 | 4,2 | 0,0 | 4,2 | |
| Abgänge | 0,0 | – 29,5 | 0,0 | – 29,5 | |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Kumulierte Wertanpassungen | |||||
| zum 31.12. | 0,0 | 26,6 | 0,0 | 26,6 | |
| Nettobuchwert zum 31.12. | 30,0 | 128,9 | 214,3 | 373,2 | |
| Nettobuchwert zum 1.1. | 39,9 | 212,0 | 183,2 | 435,1 | |
| Nettobuchwert der sonstigen lang fristigen Forderungen zum 31.12. |
112,4 | ||||
| Nettobuchwert der sonstigen lang fristigen Forderungen zum 1.1. |
106,8 | ||||
| Nettobuchwert gesamt zum 31.12. | 485,6 | ||||
| Nettobuchwert gesamt zum 1.1. | 542,0 |
Die Wertpapiere in Höhe von 124,6 Mio. € (Vorjahr: 128,9 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds sowie aus Staatsanleihen (Österreich und Frankreich) und waren als "zur Veräußerung verfügbar" eingestuft. Von den Wertpapieren waren 56,2 Mio. € (Vorjahr: 59,2 Mio. €) als Sicherheit vor allem in Zusammenhang mit dem Handel an Strombörsen und der Ausgleichsenergiebewirtschaftung verpfändet.
Die Zugänge an sonstigen Ausleihungen der Berichtsperiode 2011 bezogen sich im Wesentlichen auf Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Die Umbuchungen betrafen in Höhe von 410,0 Mio. € Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften, die aufgrund des Voranschreitens der Laufzeit in die kurzfristigen sonstigen Forderungen umzugliedern waren. Weiters wurde eine (sonstige) Ausleihung gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. in Höhe von 163,9 Mio. € zu den Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen umgegliedert.
In den sonstigen langfristigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehen, in Höhe von 120,2 Mio. € (Vorjahr: 79,3 Mio. €) enthalten.
| (24) | |
|---|---|
| Vorräte | |
|---|---|
| Vorräte | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Heizöl | 7,8 | 14,9 |
| Kohle | 66,4 | 74,4 |
| Erdgas | 23,6 | 0,0 |
| Abzüglich Wertberichtigungen | – 5,9 | – 0,1 |
| Vorräte an Primärenergieträgern zu Erzeugungszwecken | 91,9 | 89,2 |
| Erdgas zu Handelszwecken | 7,4 | 0,0 |
| Emissionszertifikate zu Handelszwecken | 7,3 | 0,0 |
| Abzüglich Wertberichtigungen | – 2,8 | 0,0 |
| Vorräte zu Handelszwecken | 11,8 | 0,0 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 3,5 | 3,1 |
| Vorräte | 107,1 | 92,3 |
(25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Langfristig |
2010 Langfristig |
2011 Kurzfristig |
2010 Kurzfristig |
|
| Forderungen aus Lieferungen und | ||||
| Leistungen | 0,0 | 0,0 | 278,7 | 251,4 |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen |
0,0 | 9,0 | 140,8 | 103,0 |
| Sonstige Ausleihungen | – | – | 411,8 | 10,4 |
| Ausleihungen an Beteiligungs unternehmen |
– | – | 13,2 | 42,1 |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
0,0 | 0,0 | 7,4 | 4,9 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte |
168,0 | 103,4 | 266,3 | 575,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige |
||||
| Forderungen | 168,0 | 112,4 | 1.118,1 | 987,5 |
In den sonstigen Ausleihungen waren zum 31.12.2011 insgesamt 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) aus sonstigen Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen enthalten.
Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr wurden unter den Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen ausgewiesen.
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte in Mio. € |
|||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2011 Langfristig |
2010 Langfristig |
2011 Kurzfristig |
2010 Kurzfristig |
||
| Geldmarktgeschäfte | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 400,5 | |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich | 0,0 | 0,0 | 173,5 | 98,8 | |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | 120,2 | 79,3 | 0,0 | 0,1 | |
| Emissionszertifikate | – | – | 17,0 | 36,4 | |
| Stromkostenvorauszahlung der Österreichisch Bayrische Kraftwerke AG |
22,5 | 24,1 | 1,6 | 1,8 | |
| Forderungen aus Verrechnungen von Steuern | 0,0 | 0,0 | 23,0 | 1,9 | |
| Forderungen aus Zinsabgrenzungen | 0,0 | 0,0 | 9,1 | 2,8 | |
| Sicherstellungen im Stromhandel | 0,0 | 0,0 | 7,8 | 3,5 | |
| Sonstige Forderungen aus der Personalverrechnung |
0,0 | 0,0 | 0,4 | 0,4 | |
| Forderungen aus Schleusenbetrieb und -instandhaltung |
0,0 | 0,0 | 2,3 | 3,7 | |
| Forderungen aus Anlagenverkäufen | 0,0 | 0,0 | 17,1 | 0,0 | |
| Forderungen aus Zuschüssen der EU | 0,0 | 0,0 | 3,7 | 0,0 | |
| Forderungen aus Garantieentgelten | 23,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Sonstige | 2,1 | 0,0 | 10,8 | 25,8 | |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 168,0 | 103,4 | 266,3 | 575,7 |
Die wesentlichen Wertberichtigungen bzw. Zahlungsstörungen (Überfälligkeiten) waren wie folgt:
| Wertberichtigungen | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Forderung netto (Buchwert) |
davon: zum Bilanzstichtag wertgemindert |
Wert berichtigungen |
Forderung brutto |
|
| 2011 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
278,7 | 2,0 | 7,6 | 286,3 |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen |
140,8 | 0,0 | 0,0 | 140,8 |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
7,4 | 0,0 | 0,0 | 7,4 |
| Ausleihungen | 424,9 | 0,0 | 0,0 | 424,9 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte |
266,3 | 1,8 | 0,4 | 266,7 |
| Summe | 1.118,1 | 3,8 | 8,0 | 1.126,1 |
| Wertberichtigungen | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Forderung netto (Buchwert) |
davon: zum Bilanzstichtag wertgemindert |
Wert berichtigungen |
Forderung brutto |
|
| 2010 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
251,4 | 7,6 | 5,9 | 257,3 |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen |
103,0 | 0,0 | 0,0 | 103,0 |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
4,9 | 0,0 | 0,0 | 4,9 |
| Ausleihungen | 52,5 | 0,0 | 0,0 | 52,5 |
| Sonstige Forderungen und | ||||
| Vermögenswerte Summe |
575,7 987,5 |
0,0 7,6 |
0,0 5,9 |
575,7 993,4 |
| Überfälligkeiten 2011 | in Mio. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert | davon zum Bilanzstich |
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber in den angegebenen Zeitbändern überfällig |
|||||
| tag weder wertgemin dert noch überfällig |
bis 30 Tage | 31 bis 120 Tage |
121 bis 360 Tage |
> 360 Tage | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
278,7 | 272,6 | 3,6 | 0,3 | 0,2 | 0,0 | |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen |
140,8 | 139,9 | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten |
|||||||
| Tochterunternehmen | 7,4 | 7,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Ausleihungen | 424,9 | 424,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte |
266,3 | 264,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| Summe | 1.118,1 | 1.109,3 | 4,5 | 0,3 | 0,2 | 0,0 |
| Überfälligkeiten 2010 | in Mio. € | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert | davon zum Bilanzstich |
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber in den angegebenen Zeitbändern überfällig |
||||
| tag weder wertgemin dert noch überfällig |
bis 30 Tage | 31 bis 120 Tage |
121 bis 360 Tage |
> 360 Tage | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
251,4 | 237,6 | 3,9 | 1,3 | 1,0 | 0,0 |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen |
103,0 | 101,9 | 0,7 | 0,1 | 0,3 | 0,0 |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten |
||||||
| Tochterunternehmen | 4,9 | 4,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Ausleihungen | 52,5 | 52,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte |
575,7 | 570,4 | 0,8 | 0,3 | 0,2 | 4,0 |
| Summe | 987,5 | 967,3 | 5,4 | 1,7 | 1,5 | 4,0 |
Von den Wertberichtigungen zu Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen betreffen in den Berichtsperioden 2011 und 2010 keine die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen).
| Liquide Mittel | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 333,2 | 488,9 |
| Kassenbestand | 0,1 | 0,1 |
| Liquide Mittel | 333,2 | 489,0 |
Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar.
(26) Liquide Mittel
(27) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Im Rahmen der Veräußerung der POWEO Production S.A.S. verblieb die POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group), ein 50,1%iges Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S., bei VERBUND. Die Beteiligung wurde als zur Veräußerung gehalten eingestuft und zum 31.12.2011 zum niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Eine daraus resultierende Wertminderung wurde im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasst. Im Konzernabschluss von VERBUND wurde kein sonstiges Ergebnis erfasst, das mit der Beteiligung an der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group) in Zusammenhang steht.
Die Veräußerung der 50,1%igen Beteiligung an der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group) soll möglichst zeitnah durch einen Share Deal erfolgen. Das Unternehmen ist in der Projektentwicklung und im Betrieb von Solarparks und Dachfotovoltaik-Anlagen in den französischen Überseegebieten tätig. Der vorübergehende Verbleib dieser Beteiligung bei VERBUND stellt nur einen Zwischenschritt zur bestmöglichen Verwertung der Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien der POWEO Production S.A.S. dar. Die Entscheidung, die Beteiligung an der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. (Group) zu veräußern, war vor allem durch die strategische Fokussierung von VERBUND bedingt.
Mit Wirkung vom 26.11.2010 – dies war der erste Handelstag der neuen Aktien – führte die VERBUND AG eine Kapitalerhöhung durch. In der Berichtsperiode 2010 wurden 39.215.686 Stück neue Aktien ausgegeben. Das Grundkapital setzt sich seitdem wie folgt zusammen: 170.233.686 (vor der Kapitalerhöhung: 151.018.000) Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A) und 177.182.000 (vor der Kapitalerhöhung: 157.182.000) Stückaktien (Namensaktien Kategorie B). Die Namensaktien Kategorie B repräsentieren 51,0% des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt. (28) Grundkapital
In den Kapitalrücklagen wurde mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 954,3 Mio. €) jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist. (29) Kapitalrücklagen
Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne sowie die Effekte auf das den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Eigenkapital aus der Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen. Von den angesammelten Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß den Bilanzierungsregeln des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn zum 31.12.2011 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 betrug 191,1 Mio. € (Vorjahr: 191,1 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 0,55 € pro Aktie (Vorjahr: 0,55 €) vorzunehmen. (30) Angesammelte Ergebnisse
Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die Währungsumrechnung des nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmens mit der türkischen Sabanci Holding A.S. (31) Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung
Nicht beherrschende Anteile in %
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| VERBUND Hydro Power AG | 19,67 | 19,67 |
| VERBUND Thermal Power GmbH | 40,51 | 40,51 |
| VERBUND Tourismus GmbH | 0,00 | 16,10 |
| Alpha Wind S.R.L. | 10,00 | 49,93 |
| VERBUND-Innkraftwerke GmbH | 29,73 | 3,54 |
(32) Nicht beherrschende Anteile
Die Verschiebungen zwischen den Gesellschafterstämmen in der Berichtsperiode 2011 beziehen sich im Wesentlichen auf die Veräußerung von 26,2% der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH. Ferner wurden infolge einer nicht verhältniswahrenden Kapitalerhöhung bei der Alpha Wind S.R.L., an der sich die Ima Partners S.R.L. als neu eintretende Gesellschafterin beteiligt hat, weitere 39,93% der Anteile an der Alpha Wind S.R.L. erworben.
Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Höhe von 44,35% (Vorjahr: 44,35%) wurden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst. Gleiches galt in der Berichtsperiode 2010 für den 5,1%igen Kommanditanteil an der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG.
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Mio. € 2011 2010 2011 2010 Langfristig Langfristig Kurzfristig Kurzfristig Anleihen 2.227,0 2.214,6 56,9 56,8 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.042,2 1.475,6 220,8 128,5 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 83,0 84,1 44,3 42,3 Garantieverbindlichkeiten 41,1 9,0 1,8 0,7 Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 108,0 129,8 0,0 0,0 Zwischensumme 3.501,3 3.913,1 323,8 228,4 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen 407,6 332,5 0,9 0,3 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – vorzeitig beendete Cross-Border-Leasing-Transaktionen1 0,0 21,9 0,0 0,1 Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen – Cross-Border-Leasing 0,0 0,0 0,0 0,0 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3.908,9 4.267,4 324,7 228,8
(33) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
In der Berichtsperiode 2010 wurden die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierten, aber für die keine bilanzielle Deckung bestand, unter den Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. In der Berichtsperiode 2011 wurde durch eine Ausleihung an ein Finanzinstitut auch für die letzte Transaktion eine bilanzielle Deckung hergestellt. In der Überleitung der Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen vom Stand zum 1.1. auf jenen zum 31.12. ist dieser Zugang als Umbuchung dargestellt.
| Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1 | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Buchwert zum 1.1. | 4.141,5 | 3.914,6 |
| Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte | – 46,4 | 46,3 |
| Veränderung der Zinsabgrenzung | 3,6 | 7,1 |
| Planmäßige Tilgungen | – 67,1 | – 62,0 |
| Außerplanmäßige Tilgungen | – 355,0 | 0,0 |
| Aufnahmen | 127,0 | 200,0 |
| Veränderung der Garantieverbindlichkeiten | 33,3 | 9,7 |
| Veränderung der den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile | – 21,8 | 3,9 |
| Kursgewinne bzw. -verluste | 10,0 | 21,9 |
| Buchwert zum 31.12. | 3.825,1 | 4.141,5 |
| davon langfristige Schulden | 3.501,3 | 3.913,1 |
| davon kurzfristige Schulden | 323,8 | 228,4 |
exklusive Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen bzw. (in der Berichtsperiode 2010) aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen
| Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Buchwert zum 1.1. | 332,8 | 301,6 |
| Zugänge | 0,0 | 0,0 |
| Kursgewinne bzw. -verluste | – 8,3 | 14,8 |
| Kapitalisierung | 27,4 | 24,8 |
| Tilgungen bzw. Abgänge | – 16,5 | – 23,1 |
| Umbuchungen | 21,9 | 0,0 |
| Marktwertveränderungen | 51,2 | 14,7 |
| Buchwert zum 31.12. | 408,5 | 332,8 |
| davon langfristige Schulden | 407,6 | 332,5 |
| davon kurzfristige Schulden | 0,9 | 0,3 |
| Finanzverbindlichkeiten – Cross-Border-Leasing | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Buchwert zum 1.1. | 0,0 | 94,1 |
| Kursgewinne bzw. -verluste | 0,0 | 0,0 |
| Kapitalisierung | 0,0 | 4,5 |
| Tilgungen bzw. Abgänge | 0,0 | – 78,0 |
| Umbuchungen zu Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen |
0,0 | 0,0 |
| Umbuchungen zu Finanzverbindlichkeiten aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen |
0,0 | – 21,9 |
| Marktwertveränderungen | 0,0 | 1,3 |
| Buchwert zum 31.12. | 0,0 | 0,0 |
| davon langfristige Schulden | 0,0 | 0,0 |
| Den Kommanditisten zurechenbare Anteile | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Buchwert zum 1.1. | 129,8 | 125,9 |
| Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile | – 21,5 | 7,6 |
| Ausschüttungen | 0,0 | – 3,9 |
| Abgänge | – 0,2 | 0,0 |
| Sonstige Veränderungen | 0,0 | 0,3 |
| Buchwert zum 31.12. | 108,0 | 129,8 |
Zum 31.12.2011 beziehen sich die den Kommanditisten zurechenbaren Anteile nur mehr auf Kapitalanteile an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG; der Kapitalanteil an der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG ging in der Berichtsperiode 2011 infolge einer konzerninternen Unternehmenszusammenführung ab (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). In der Berichtsperiode 2011 sind in den den Kommanditisten zurechenbaren Anteilen allerdings Ergebnisanteile beider Kommanditgesellschaften enthalten.
In der Berichtsperiode 2011 wurden Aufnahmen von neuen langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 127,0 Mio. € (Vorjahr: 200,0 Mio. €) getätigt. Diese Aufnahmen erfolgten in Höhe von 125,0 Mio. € bei der Europäischen Investitionsbank und sind variabel verzinst; eine bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeit wurde um 2,0 Mio. € aufgestockt.
Es erfolgten planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen) in Höhe von 67,1 Mio. € (Vorjahr: 62,0 Mio. €); außerplanmäßige vorzeitige Tilgungen erfolgten in Höhe von 355,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Es wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (Barvorlagen) in Höhe von 46,4 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) getilgt und in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 46,4 Mio. €) am Geldmarkt neu aufgenommen.
Bei den zugrunde liegenden Konditionen der bestehenden Finanzverbindlichkeiten ergaben sich keine Änderungen hinsichtlich der Zinssätze oder der Laufzeiten.
Bei den Finanzverbindlichkeiten aus den vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden Kapitalisierungen in Höhe von insgesamt 27,4 Mio. € (Vorjahr: 29,3 Mio. €) vorgenommen. Tilgungen bzw. Abgänge erfolgten insgesamt in Höhe von 16,5 Mio. € (Vorjahr: 101,1 Mio. €).
Die aus dem Finanzierungsleasingverhältnis des Kraftwerks Triebenbach resultierende Leasingverbindlichkeit wird innerhalb eines Jahres mit 1,1 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) und in den darauffolgenden drei Jahren mit 14,7 Mio. € getilgt. Die Summe der nicht abgezinsten Leasingraten beträgt (inklusive der Restwertzahlung) 17,3 Mio. € (Vorjahr: 19,3 Mio. €). Das Leasingverhältnis wird am 30.4.2015 enden (siehe: Sachanlagen).
Zum 31.12.2011 bestehen bei VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2011
| Längste Laufzeit |
Emissions volumen |
Aushaftung zum 31.12. |
Bis inklusive 1 Jahr |
||
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | |||||
| Eurowährung | 2020 | 2.112,7 | 2.152,1 | 53,8 | |
| Fremdwährungen (¥) | 2015 | 126,1 | 131,8 | 3,1 | |
| Summe Anleihen | 2.238,8 | 2.283,9 | 56,9 | ||
| davon fix verzinst | 2020 | 2.238,8 | 2,283,9 | 56,9 | |
| davon variabel verzinst | – | – | – | – | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| Eurowährung | 2030 | 1.161,2 | 1.263,0 | 220,8 | |
| Fremdwährungen | – | – | – | – | |
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
1.161,2 | 1.263,0 | 220,8 | ||
| davon fix verzinst | 2026 | 867,7 | 873,3 | 187,6 | |
| davon variabel verzinst | 2030 | 293,5 | 389,7 | 33,2 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | |||||
| Eurowährung | 2021 | 133,3 | 127,3 | 44,3 | |
| Fremdwährungen | – | – | – | – | |
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | 133,3 | 127,3 | 44,3 | ||
| davon fix verzinst | 2021 | 109,4 | 111,4 | 43,1 | |
| davon variabel verzinst | 2015 | 23,9 | 15,9 | 1,2 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen1 |
|||||
| Eurowährung | – | – | – | – | |
| Fremdwährungen (\$) | 2030 | 408,5 | 0,9 | ||
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen |
408,5 | 0,9 | |||
| davon fix verzinst | 2030 | 408,5 | 0,9 | ||
| davon variabel verzinst | – | – | – | ||
| Garantieverbindlichkeiten | 2031 | 350,0 | 42,9 | 1,8 | |
| Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile | – | – | 108,0 | 0,0 | |
| Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten | 4.233,6 | 324,7 | |||
Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung; manche Angaben sind daher nicht aussagekräftig.
| in Mio. € | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Beizulegen der Zeitwert zum 31.12. |
Gewichteter effektiver Zinssatz |
Gewichteter Nominal zinssatz |
Über 5 Jahre |
› 4 bis 5 Jahre |
› 3 bis 4 Jahre |
› 2 bis 3 Jahre |
› 1 bis 2 Jahre |
|
| 2.343,1 | 4,97% | 4,88% | 1.102,4 | 0,0 | 498,0 | 497,9 | 0,0 | |
| 142,8 | 4,51% | 4,10% | 0,0 | 0,0 | 128,7 | 0,0 | 0,0 | |
| 2.485,9 | 4,89 % | 4,83% | 1.102,4 | 0,0 | 626,7 | 497,9 | 0,0 | |
| 2.485,9 | 4,89% | 4,83% | 1.102,4 | 0,0 | 626,7 | 497,9 | 0,0 | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | |
| 1.273,3 | 3,55% | 3,18% | 585,4 | 53,7 | 195,7 | 53,7 | 153,7 | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | |
| 1.273,3 | 3,55 % | 3,18 % | 585,4 | 53,7 | 195,7 | 53,7 | 153,7 | |
| 905,6 | 4,00% | 3,69% | 352,9 | 22,7 | 164,7 | 22,7 | 122,7 | |
| 367,7 | 2,24% | 2,05% | 232,5 | 31,0 | 31,0 | 31,0 | 31,0 | |
| 129,4 | 3,33% | 2,94% | 0,0 | 0,4 | 12,4 | 68,7 | 1,5 | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | |
| 129,4 | 3,67 % | 2,94 % | 0,0 | 0,4 | 12,4 | 68,7 | 1,5 | |
| 113,5 | 3,33% | 2,90% | 0,4 | 0,4 | 67,1 | 0,4 | ||
| 15,9 | 4,60% | 2,19% | 0,0 | 0,0 | 12,0 | 1,5 | 1,2 | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | |
| 442,1 | 407,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |||
| 442,1 | 407,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |||
| 442,1 | 407,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |||
| – | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | 34,1 | 1,8 | 1,8 | 1,8 | 1,7 | |
| – | – | – | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 108,0 | |
| 2.129,5 | 55,9 | 836,6 | 622,1 | 264,9 |
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2010
| Längste Laufzeit |
Emissions volumen |
Aushaftung zum 31.12. |
Bis inklusive 1 Jahr |
||
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | |||||
| Eurowährung | 2020 | 2.112,7 | 2.149,9 | 53,9 | |
| Fremdwährungen (¥) | 2015 | 126,1 | 121,5 | 2,9 | |
| Summe Anleihen | 2.238,8 | 2.271,4 | 56,8 | ||
| davon fix verzinst | 2020 | 2.238,8 | 2.271,4 | 56,8 | |
| davon variabel verzinst | – | – | – | – | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| Eurowährung | 2030 | 1.667,4 | 1.604,1 | 128,6 | |
| Fremdwährungen | – | – | – | – | |
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
1.667,4 | 1.604,1 | 128,6 | ||
| davon fix verzinst | 2026 | 867,7 | 888,0 | 18,0 | |
| davon variabel verzinst | 2030 | 799,7 | 716,1 | 110,3 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – vorzeitig beendete Cross-Border-Leasing-Transaktionen1 |
|||||
| Eurowährung | – | – | – | – | |
| Fremdwährungen (\$) | 2027 | 21,9 | 0,0 | ||
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – vorzeitig beendete Cross-Border Leasing-Transaktionen |
21,9 | 0,0 | |||
| davon fix verzinst | 2027 | 21,9 | 0,4 | ||
| davon variabel verzinst | – | – | |||
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | |||||
| Eurowährung | 2021 | 133,0 | 126,5 | 43,0 | |
| Fremdwährungen | – | – | – | – | |
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | 133,0 | 126,5 | 43,0 | ||
| davon fix verzinst | 2021 | 109,1 | 109,6 | 41,9 | |
| davon variabel verzinst | 2015 | 23,9 | 16,8 | 1,1 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen1 |
|||||
| Eurowährung | – | – | – | – | |
| Fremdwährungen (\$) | 2030 | 332,8 | 0,4 | ||
| Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen |
332,8 | 0,4 | |||
| davon fix verzinst | 2030 | 332,8 | 0,4 | ||
| davon variabel verzinst | – | – | – | – | |
| Garantieverbindlichkeiten | 2026 | 185,0 | 9,7 | 0,7 | |
| Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile | – | – | 129,8 | 0,0 | |
| Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten | 4.496,2 | 228,8 |
1 Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung; manche Angaben sind daher nicht aussagekräftig.
| in Mio. € | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| › 1 bis 2 Jahre |
› 2 bis 3 Jahre |
› 3 bis 4 Jahre |
› 4 bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre |
Gewichteter Nominal zinssatz |
Gewichteter effektiver Zinssatz |
Beizulegen der Zeitwert zum 31.12. |
| 0,0 | 0,0 | 497,2 | 497,6 | 1.101,2 | 4,61% | 4,97% | 2.303,5 |
| 0,0 | 0,0 | 0,0 | 118,6 | 0,0 | 4,10% | 4,22% | 136,6 |
| 0,0 | 0,0 | 497,2 | 616,2 | 1.101,2 | 4,58 % | 4,84 % | 2.440,1 |
| 0,0 | 0,0 | 497,2 | 616,2 | 1.101,2 | 4,58% | 4,84% | 2.440,1 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 239,8 | 177,7 | 77,8 | 219,9 | 760,3 | 2,86% | 3,68% | 1.648,0 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 239,8 | 177,7 | 77,8 | 219,9 | 760,3 | 2,86 % | 3,68 % | 1.648,0 |
| 184,4 | 122,7 | 22,7 | 164,7 | 375,5 | 3,67% | 4,23% | 916,2 |
| 55,4 | 55,2 | 55,2 | 55,2 | 384,8 | 1,86% | 2,92% | 731,9 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,6 | 7,36% | 7,17% | 26,9 |
| 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,6 | 7,36 % | 7,17 % | 26,9 |
| 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,6 | 7,36% | 7,17% | 26,9 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 1,1 | 1,3 | 68,7 | 12,4 | 0,0 | 3,15% | 3,81% | 127,2 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 1,1 | 1,3 | 68,7 | 12,4 | 0,0 | 3,15 % | 3,81 % | 127,2 |
| 0,0 | 0,2 | 67,1 | 0,4 | 0,0 | 2,93% | 3,47% | 110,4 |
| 1,1 | 1,1 | 1,5 | 12,0 | 0,0 | 4,77% | 4,60% | 16,8 |
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 332,4 | 407,8 | ||
| 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 332,4 | 407,8 | ||
| 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 332,4 | 407,8 | ||
| – | – | – | – | – | – | – | – |
| 0,6 | 0,6 | 1,2 | 1,0 | 5,5 | – | – | – |
| 129,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | – | – | – |
| 372,0 | 179,0 | 643,7 | 848,5 | 2.214,5 |
(34) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7
| Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2011 | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Aktiva – Bilanzposten | Bewertungs kategorie nach IAS 39 oder Bewertung nach anderen IFRS |
Level | Buchwert zum 31.12. |
Beizulegender Zeitwert zum 31.12. |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | FAAC | 1,4 | – | |
| Sonstige Beteiligungen | FAAC | 128,5 | – | |
| Sonstige Beteiligungen | 129,9 | |||
| Wertpapiere | FAAFS | 1, 2 | 127,6 | 127,6 |
| Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen | LAR | 52,0 | 37,9 | |
| Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen |
LAR | 235,5 | 211,3 | |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen |
FAHFT | 2 | 120,2 | 120,2 |
| Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen | LAR | 242,7 | 210,9 | |
| Sonstige Ausleihungen | LAR | 17,9 | 17,9 | |
| Forderungen aus Finanzgarantien | LAR | 23,0 | 20,6 | |
| Sonstige | – | 24,7 | – | |
| Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen |
843,6 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LAR | 278,7 | 278,7 | |
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen | LAR | 140,8 | 140,8 | |
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
LAR | 7,4 | 7,4 | |
| Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen | LAR | 13,2 | 12,4 | |
| Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen |
LAR | 0,9 | 0,8 | |
| Sonstige Ausleihungen | LAR | 0,1 | 0,1 | |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich | FAHFT | 1, 2 | 173,5 | 173,5 |
| Sicherstellungen im Stromhandel | LAR | 7,8 | 7,8 | |
| Geldmarktgeschäfte | LAR | 410,7 | 406,7 | |
| Forderungen aus Finanzgarantien | LAR | 1,8 | 1,6 | |
| Emissionszertifikate | IAS 38 / IAS 2 | 17,0 | – | |
| Sonstige | – | 66,2 | – | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen |
1.118,1 | |||
| Liquide Mittel | LAR | 333,2 | 333,2 | |
| Aggregiert nach Bewertungskategorien | ||||
| Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten | FAAC1 | 129,9 | ||
| Kredite und Forderungen | LAR2 | 1.765,7 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | FAAFS3 | 127,6 | ||
| Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand | FAHFT4 | 293,7 |
1 Financial Assets at Cost // 2 Loans and Receivables // 3 Financial Assets Available for Sale // 4 Financial Assets Held for Trading
| Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2011 | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Passiva – Bilanzposten | Bewertungs kategorie nach IAS 39 oder Bewertung nach anderen IFRS |
Level | Buchwert zum 31.12. |
Beizulegender Zeitwert zum 31.12. |
| Anleihen | FLAAC | 2.283,9 | 2.485,9 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstigen |
FLAAC | 1.390,3 | 1.402,7 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen |
FLAAC | 90,0 | 123,6 | |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen |
FLAFVPL | 318,5 | 318,5 | |
| Garantieverbindlichkeiten | IAS 39 / IAS 37 | 42,9 | – | |
| Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile | IAS 32 | 108,0 | – | |
| Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 4.233,7 | |||
| Stromlieferverpflichtung | – | 473,6 | – | |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | FLHFT | 2 | 0,3 | 0,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAAC | 2,9 | 2,9 | |
| Sonstige | FLAAC | 5,0 | 5,0 | |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 481,8 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAAC | 172,6 | 172,6 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | FLAAC | 57,6 | 57,6 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
FLAAC | 1,5 | 1,5 | |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich | FLHFT | 1, 2 | 111,8 | 111,8 |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | FLHFT | 2 | 28,6 | 28,6 |
| Gesamthafte Stillhalterposition gegenüber POWEO S.A. bzw. Direct Energie S.A. |
FLHFT | 3 | 13,4 | 13,4 |
| Sonstige | FLAAC | 1,2 | 1,2 | |
| Sonstige | – | 94,2 | – | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten |
480,9 | |||
| Aggregiert nach Bewertungskategorien | ||||
| Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten |
FLAAC5 | 4.004,9 | ||
| Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
FLAFVPL6 | 318,5 | ||
| Finanzielle Schulden im Handelsbestand | FLHFT7 | 154,2 |
Financial Liabilities at Amortised Cost // 6 Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss // 7 Financial Liabilities Held for Trading
| Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2010 in Mio. € |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva – Bilanzposten | Bewertungs kategorie nach IAS 39 oder Bewertung nach anderen IFRS |
Level | Buchwert zum 31.12. |
Beizulegender Zeitwert zum 31.12. |
||
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | FAAC | 2,7 | – | |||
| Sonstige Beteiligungen | FAAC | 136,2 | – | |||
| Sonstige Beteiligungen | 138,9 | |||||
| Wertpapiere | FAAFS | 1, 2 | 128,9 | 128,9 | ||
| Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen | LAR | 50,7 | 43,9 | |||
| Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen |
LAR | 202,8 | 189,3 | |||
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell geschlossene Positionen |
FAHFT | 2 | 79,3 | 79,3 | ||
| Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen | LAR | 30,0 | 27,8 | |||
| Sonstige Ausleihungen | LAR | 214,3 | 220,8 | |||
| Forderungen aus Finanzgarantien | LAR | 9,0 | 9,0 | |||
| Sonstige | – | 24,1 | – | |||
| Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen |
610,2 | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LAR | 251,4 | 251,4 | |||
| Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen | LAR | 103,0 | 103,0 | |||
| Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
LAR | 4,9 | 4,9 | |||
| Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen | LAR | 42,1 | 43,7 | |||
| Sonstige Ausleihungen | LAR | 10,4 | 10,6 | |||
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich | FAHFT | 1, 2 | 98,7 | 98,7 | ||
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | FAHFT | 2 | 0,1 | 0,1 | ||
| Sicherstellungen im Stromhandel | LAR | 3,5 | 3,5 | |||
| Geldmarktgeschäfte | LAR | 400,5 | 400,5 | |||
| Forderungen aus Finanzgarantien | LAR | 0,7 | 0,7 | |||
| Emissionszertifikate | IAS 38 / IAS 2 | 36,4 | – | |||
| Sonstige | – | 35,8 | – | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen |
987,5 | |||||
| Liquide Mittel | LAR | 489,0 | 489,0 | |||
| Aggregiert nach Bewertungskategorien | ||||||
| Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten | FAAC1 | 138,9 | ||||
| Kredite und Forderungen | LAR2 | 1.812,3 | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | FAAFS3 | 128,9 | ||||
| Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand | FAHFT4 | 178,1 |
Financial Assets at Cost // 2 Loans and Receivables // 3 Financial Assets Available for Sale // 4 Financial Assets Held for Trading
| in Mio. € | |||
|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorie nach IAS 39 oder Bewertung nach anderen IFRS |
Level | Buchwert zum 31.12. |
Beizulegender Zeitwert zum 31.12. |
| FLAAC | 2.271,4 | 2.440,1 | |
| FLAAC | 1.752,5 | 1.801,9 | |
| FLAAC | 63,6 | 85,2 | |
| FLAFVPL | 2 | 269,2 | 269,2 |
| IAS 39 / IAS 37 | 9,7 | – | |
| IAS 32 | 129,8 | – | |
| 4.496,2 | |||
| FLHFT | 2 | 10,2 | 10,2 |
| – | 472,3 | – | |
| FLAAC | 0,8 | 0,8 | |
| FLAAC | 4,4 | 4,4 | |
| 487,7 | |||
| FLAAC | 114,9 | 114,9 | |
| FLAAC | 16,7 | 16,7 | |
| FLAAC | 1,5 | 1,5 | |
| FLHFT | 1, 2 | 91,1 | 91,1 |
| FLHFT | 2 | 12,2 | 12,2 |
| FLAAC | 6,2 | 6,2 | |
| – | 81,5 | – | |
| 324,1 | |||
| FLAAC5 | 4.232,0 | ||
| FLAFVPL6 | 269,2 | ||
| FLHFT7 | 113,5 | ||
| Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2010 |
Financial Liabilities at Amortised Cost // 6 Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss // 7 Financial Liabilities Held for Trading
Die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten oder Schulden entsprechen grundsätzlich den Marktpreisen für gleichartige Vermögenswerte oder Schulden (Level-1-Bewertung). Soweit Finanzinstrumente an einem aktiven Markt notiert sind, stellt die jeweilige Preisnotierung an diesem für VERBUND den beizulegenden Zeitwert dar.
Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) ermittelt werden (Level-2- Bewertung).
Erfolgt eine Zeitwertbewertung von Vermögenswerten anhand von am Markt nicht beobachtbaren Inputparametern, so entspricht dies einer Level-3-Bewertung.
Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Wertpapiere entsprechen den Nominalwerten multipliziert mit den Kursnotierungen zum Bilanzstichtag. Die beizulegenden Zeitwerte beruhen damit auf Level-1-Bewertungen.
Für alle anderen systematisch zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden im Finanzbereich werden Level-2-Bewertungen vorgenommen. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward-Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Somit entspricht der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps jenem Betrag, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste; dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsenniveaus und Yield-Kurven, berücksichtigt.
Die in der obigen Tabelle weiters angeführten beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren bzw. sonstigen Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen, langfristigen Ausleihungen und Forderungen aus Finanzgarantien entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene (Credit-Default-Swaps) Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.
Für Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und für sonstige Beteiligungen wird auf die Angabe von beizulegenden Zeitwerten verzichtet, da größtenteils eine verlässliche Ermittlung der zukünftigen Cashflows nicht möglich war; mangels vergleichbarer Transaktionen konnten beizulegende Zeitwerte auch mithilfe von Analogieverfahren nicht ermittelt werden.
Für liquide Mittel, für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für kurzfristige sonstige Forderungen gelten aufgrund der kurzen Restlaufzeit die Buchwerte als realistische Schätzung ihrer beizulegenden Zeitwerte.
Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der Credit-Spread-Kurve ermittelt. Für die in obiger Tabelle als FLAFVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus bilanziell geschlossenen Positionen) beträgt die Differenz zwischen dem Buchwert zum 31.12.2011 und dem Betrag, den VERBUND bei Fälligkeit zahlen müsste, 89,0 Mio. € (Vorjahr: 142,0 Mio. €). Die Umrechnung des Fälligkeitsbetrags erfolgte dabei zum Kurs (1 € = \$) am Bilanzstichtag in Höhe von 1,2939 (Vorjahr: 1,3362).
Die beizulegenden Zeitwerte von Geldaufnahmen im Rahmen der kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie von kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden angesichts der kurzen Laufzeiten dem Buchwert gleichgesetzt.
Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Energietermingeschäfte entsprechen den börsetäglich festgestellten Abrechnungspreisen zum Bilanzstichtag, die von der jeweiligen Börse veröffentlicht werden. Die beizulegenden Zeitwerte von Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten basieren damit auf Level-1-Bewertungen. Die beizulegenden Zeitwerte von nicht börsenotierten Energietermingeschäften werden mit einer von den Börsenkursen abgeleiteten Forwardpreiskurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierenden Diskontierung ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte von Strom-, Gas- und CO2-Forwardkontrakten sowie der Gasswaps basieren damit auf Level-2-Bewertungen gemäß IFRS 7.
Von den in obiger Tabelle als FAHFT bzw. FLHFT klassifizierten derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 89,2 Mio. € (Vorjahr: 15,3 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 46,4 Mio. € (Vorjahr: 89,7 Mio. €) als Cashflow-Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND vorgenommenen Inter-Portfolio-Netting (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement) sind die Cashflow-Hedges nicht mehr isolierbar.
Der beizulegende Zeitwert der gesamthaften Stillhalterposition in Bezug auf die ehemaligen Tochterbzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. (inklusive der von VERBUND bereitgestellten Finanzierungen und Garantien) gegenüber der POWEO S.A. und der Direct Energie S.A. (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung; Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen) wurde mithilfe eines sequenziellen binomialbaumbasierten Bewertungsmodells für amerikanische Optionen ermittelt. Dabei stellten die Laufzeiten der Optionsverträge, die aus den Optionsverträgen abgeleitete Entwicklung des Ausübungspreises, die (Summe der) beizulegenden Zeitwerte der den Basiswert bildenden Beteiligungen und ein aus historischen Zeitreihen der Preisentwicklung von Strom, Gas und CO2-Zertifikaten (Clean-Spark-Spreads) abgeleiteter Volatilitätsparameter die wesentlichen Bewertungsannahmen dar. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Stillhalterposition im Beteiligungsbereich entspricht damit einer Level-3-Bewertung gemäß IFRS 7.
| Level-3-Bewertungen von Finanzinstrumenten | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | ||
| Buchwert zum 1.1. | – | – | |
| Zugänge | 14,9 | – | |
| Bewertungsergebnis (im übrigen Finanzergebnis erfasst) | – 1,5 | – | |
| Buchwert zum 31.12. | 13,4 | – |
Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Schwankungen der Bewertungsannahmen auf den beizulegenden Zeitwert des freistehenden Derivats aus der gesamthaften Stillhalterposition gegenüber der POWEO S.A. und der Direct Energie S.A. ermittelt. Eine Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts des Basiswerts um 25% hätte derzeit ein Ansteigen des beizulegenden Zeitwerts des freistehenden Derivats um 11,6 Mio. € zur Folge; eine Minderung des beizulegenden Zeitwerts des Basiswerts um 25% würde derzeit zu einem Absinken des beizulegenden Zeitwerts des freistehenden Derivats um 8,0 Mio. € führen. Eine Erhöhung des Volatilitätsparameters um 25 Prozentpunkte hätte derzeit ein Ansteigen des beizulegenden Zeitwerts des freistehenden Derivats um 14,6 Mio. € zur Folge; eine Minderung des Volatilitätsparameters um 25 Prozentpunkte würde derzeit zu einem Absinken des beizulegenden Zeitwerts des freistehenden Derivats um 11,2 Mio. € führen.
Analyse der vereinbarten Mittelabflüsse
Die Darstellung der vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten von VERBUND im Anwendungsbereich von IFRS 7 ist wie folgt:
| Mittelabflüsse zum 31.12.2011 | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 2012 | 2013 | 2014– 2016 | ab 2017 |
| Anleihen | 107,3 | 107,3 | 869,6 | 1.264,7 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 258,0 | 187,3 | 378,2 | 630,0 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | 45,0 | 2,7 | 84,5 | 0,0 |
| Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile | 0,0 | 108,0 | 0,0 | 0,0 |
| Garantieverbindlichkeiten1 | 0,0 | 0,0 | 350,0 | 0,0 |
| Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen |
0,9 | 0,0 | 0,0 | 407,6 |
| Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten | 411,2 | 405,3 | 1.682,3 | 2.302,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 172,6 | 0,6 | 2,1 | 0,2 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | 57,6 | 0,0 | 0,4 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
1,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich2 | 1.061,3 | 284,8 | 104,9 | 0,0 |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 | 5,5 | 0,2 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige | 54,6 | 0,0 | 0,5 | 4,4 |
| Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten |
1.353,0 | 285,6 | 107,9 | 4,5 |
| Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 | 1.764,2 | 690,9 | 1.790,2 | 2.306,8 |
1 Die Finanzgarantien für die Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul wurden gemäß IFRS 7 mit den Haftungshöchstbeträgen angegeben, obwohl VERBUND derzeit keine Leistungsstörung der Finanzverbindlichkeiten erwartet. Die Zuordnung zum Zeitband 2014–2016 bezieht sich auf den Beginn der Tilgungen. // 2 mit und ohne Sicherungsbeziehung
| Mittelabflüsse zum 31.12.2010 | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 2011 | 2012 | 2013– 2015 | ab 2016 |
| Anleihen | 106,9 | 106,5 | 1.414,4 | 1.328,3 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 188,5 | 293,5 | 586,8 | 837,3 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen | 44,1 | 4,3 | 89,5 | 4,9 |
| Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile | 0,0 | 129,8 | 0,0 | 0,0 |
| Garantieverbindlichkeiten1 | 0,0 | 0,0 | 185,0 | 0,0 |
| Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen |
0,4 | 0,1 | 0,0 | 332,3 |
| Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten | 339,9 | 534,2 | 2.275,7 | 2.502,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 114,9 | 0,2 | 0,6 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | 16,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen |
1,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich2 | 742,4 | 262,5 | 52,2 | 0,0 |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2 | 34,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige | 62,5 | 0,1 | 0,0 | 4,1 |
| Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten |
972,5 | 262,8 | 52,8 | 4,1 |
| Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 | 1.312,4 | 797,0 | 2.328,5 | 2.506,9 |
Die Finanzgarantien für die Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul wurden gemäß IFRS 7 mit den Haftungshöchstbeträgen angegeben, obwohl VERBUND derzeit keine Leistungsstörung der Finanzverbindlichkeiten erwartet. Die Zuordnung zum Zeitband 2013–2015 bezieht sich auf den Beginn der Tilgungen. // 2 mit und ohne Sicherungsbeziehung
Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber.
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.
| Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien in Mio. € |
||||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Netto ergebnis |
2011 davon Wert minderungen |
2010 Netto ergebnis |
2010 davon Wert minderungen |
|
| Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten |
– 1,6 | – 2,8 | 6,2 | 0,0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
0,6 | 0,0 | 8,3 | 0,0 |
| Kredite und Forderungen | – 7,5 | – 2,4 | 5,3 | – 0,7 |
| Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten |
– 11,8 | – | – 21,9 | – |
| Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
– 46,0 | – | – 26,2 | – |
| Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand |
47,3 | – | – 2,3 | – |
| Gesamtzinsaufwendungen | – 197,1 | – 202,0 | ||
| Gesamtzinserträge | 55,9 | 44,5 | ||
| Ergebnisneutrale Bewertungen im sonstigen Ergebnis1 |
– 6,6 | 3,1 | ||
| Ergebniswirksame Umgliederungen aus dem sonstigen Ergebnis in die |
||||
| Gewinn- und Verlustrechnung1 | – 0,4 | – 4,2 |
Diese Nettoergebnisse resultieren aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten.
Das Nettoergebnis der Kategorie "finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten" wurde im Beteiligungsergebnis erfasst; Dividendenerträge wurden in die Nettoergebnisse nicht miteinbezogen.
Das Nettoergebnis der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wurde im Wesentlichen im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Das Nettoergebnis der Kategorie "Kredite und Forderungen" wurde, insoweit es Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthielt, im operativen Ergebnis erfasst; Fremdwährungskurseffekte aus Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die Nettoergebnisse der "finanziellen Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten" und der "finanziellen Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" umfassten Fremdwährungskurseffekte in Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten und wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die Nettoergebnisse der "finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand" resultierten zum einen aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente im Energiebereich (Wholesale und Trading); dieser Teil wurde ebenso wie die Bewertung der HUF-Devisentermingeschäfte (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement) im operativen Ergebnis (Stromerlöse) erfasst. Zum anderen resultierten die Nettoergebnisse aus der Bewertung der (sonstigen) derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich und aus der Bewertung der gesamthaften Stillhalterposition gegenüber der POWEO S.A. und der Direct Energie S.A.; diese Nettoergebnisse wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Der aus vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierende Nettoergebniseffekt betrug in der Berichtsperiode 2010 insgesamt –18,8 Mio. € und wurde im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Der Nettoergebniseffekt resultierte aus dem Verkauf von Finanzanlagen und der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten. Darin waren auch Fremdwährungsverluste enthalten. Ferner umfasste der Nettoergebniseffekt auch anteilige Auflösungsbeträge der Abgrenzungen aus Cross-Border-Leasing sowie die Auflösung einer Rückstellung für Zinsdifferenzen. Die beiden letztgenannten Ergebniseffekte sind nicht Bestandteil der Nettoergebnisse gemäß IFRS 7. Um hier den wirtschaftlichen Gehalt der vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen nicht unvollständig abzubilden, wurde auf die Einbeziehung einzelner Bestandteile dieser Auflösungen in die Nettoergebnis-Tabelle verzichtet.
Die Gesamtzinsaufwendungen wurden im Zinsaufwand erfasst; die Gesamtzinserträge wurden zum Teil im Zinsertrag und zum Teil im übrigen Finanzergebnis erfasst.
| Lang- und kurzfristige Rückstellungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 Langfristig |
2010 Langfristig |
2011 Kurzfristig |
2010 Kurzfristig |
| 193,9 | 201,4 | – | – |
| 133,7 | 135,9 | – | – |
| 136,4 | 131,5 | – | – |
| 11,1 | 15,3 | 7,4 | 8,3 |
| 6,7 | 6,6 | 49,7 | 49,6 |
| 136,9 | 140,6 | 168,5 | 216,4 |
| 618,7 | 631,3 | 225,6 | 274,3 |
(35) Lang- und kurzfristige Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
| Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts in Mio. € |
||||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Pensions verpflichtungen |
2010 Pensions verpflichtungen |
2011 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
2010 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
|
| Anwartschaftsbarwert zum 1.1. | 389,4 | 402,3 | 122,5 | 115,7 |
| Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) |
1,0 | 0,9 | 2,2 | 2,0 |
| Zinsaufwand | 17,7 | 19,3 | 5,7 | 5,9 |
| Pensionszahlungen bzw. KZV-Zuschusszahlungen |
– 32,1 | – 32,9 | – 3,0 | – 2,8 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) |
– 3,0 | – 0,2 | – 8,1 | 1,6 |
| Anwartschaftsbarwert zum 31.12. | 373,0 | 389,4 | 119,3 | 122,5 |
| Entwicklung des Planvermögens | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Pensions verpflichtungen |
2010 Pensions verpflichtungen |
2011 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
2010 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
|
| Beizulegender Zeitwert des | ||||
| Planvermögens zum 1.1. | 158,6 | 162,1 | – | – |
| Beitragszahlungen in den Fonds | 1,7 | 0,5 | – | – |
| Auszahlungen aus dem Fonds | – 9,6 | – 9,6 | – | – |
| Erwarteter Ertrag des Planvermögens | 2,9 | 3,0 | – | – |
| Versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) |
– 5,8 | 2,6 | – | – |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. |
147,8 | 158,6 | – | – |
| Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Pensions verpflichtungen |
2010 Pensions verpflichtungen |
2011 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
2010 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
|
| Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen |
171,8 | 174,4 | – | – |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens |
– 147,8 | – 158,6 | – | – |
| Nettowert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen |
24,0 | 15,8 | – | – |
| Anwartschaftsbarwert der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen |
201,2 | 215,0 | 119,3 | 122,5 |
| Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) |
– 31,3 | – 29,4 | 17,1 | 9,1 |
| Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. |
193,9 | 201,4 | 136,4 | 131,5 |
| Pensionsaufwand | in Mio. € | |||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Pensions verpflichtungen |
2010 Pensions verpflichtungen |
2011 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
2010 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
|
| Dienstzeitaufwand (erworbene | ||||
| Ansprüche) | 1,0 | 0,9 | 2,2 | 2,0 |
| Zinsaufwand | 17,7 | 19,3 | 5,7 | 5,9 |
| Erwarteter Veranlagungsgewinn (–) bzw. -verlust (+) |
– 2,9 | – 3,0 | – | – |
| Amortisierte versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) |
0,6 | 0,2 | – 0,1 | 0,0 |
| Pensionsaufwand (im Personal aufwand erfasst) |
16,4 | 17,4 | 7,8 | 7,9 |
Entwicklung der nicht realisierten versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste in Mio. €
| 2011 Pensions verpflichtungen |
2010 Pensions verpflichtungen |
2011 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
2010 Pensions ähnliche Verpflichtungen |
|
|---|---|---|---|---|
| Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) zum 1.1. |
– 29,4 | – 32,3 | 9,1 | 10,7 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) der Berichtsperiode |
3,0 | 0,2 | 8,1 | – 1,6 |
| Veranlagungsgewinne (+) bzw. -verluste (–) der Berichtsperiode |
– 5,8 | 2,1 | – | – |
| Amortisation der Berichtsperiode | 0,9 | 0,6 | – 0,1 | – |
| Kumulierte versicherungs mathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) zum 31.12. |
– 31,3 | – 29,4 | 17,1 | 9,1 |
Versicherungsmathematische Annahmen zu Pensionen
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 4,75 % | 4,75% |
| Pensionssteigerungen | 2,25 % | 2,25% |
| Gehaltssteigerungen | 2,75 % | 2,75% |
| Fluktuation | keine | keine |
| Pensionsalter Frauen | 56,5– 65 | 56,5– 65 |
| Pensionsalter Männer | 61,5– 65 | 61,5– 65 |
| Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens1 | 2,00 % | 2,00% |
Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens wurde auf Basis der Sekundärmarktrendite festverzinslicher österreichischer Bundesanleihen ermittelt.
Versicherungsmathematische Annahmen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen1
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 4,75 % | 4,75% |
| Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) | 0,0 %– 4,0 % | 0,0%– 4,0% |
| Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Neuverträge (mit Selbstbehalt) |
4,5 % | 4,5% |
| Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex für Altverträge (ohne Selbstbehalt) |
7,5 % | 7,5% |
Prämien zur Krankenzusatzversicherung
Die geschätzte Kostensteigerung der medizinischen Versorgung hat einen maßgeblichen Einfluss auf den im Personalaufwand enthaltenen Prämienaufwand für Krankenzusatzversicherungen; eine Veränderung der Kostensteigerung um einen Prozentpunkt plus bzw. minus hätte auf Basis des Anwartschaftsbarwerts zum 31.12.2011 in Höhe von 119,3 Mio. € (Vorjahr: 122,5 Mio. €) die folgenden Effekte:
| Einfluss der Kostensteigerung in der medizinischen Versorgung | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 1-%-Punkt Steigerung |
1-%-Punkt Senkung |
|
| Effekt auf den Dienstzeit- und Zinsaufwand | 1,9 | – 1,5 |
| Effekt auf den Anwartschaftsbarwert | 23,3 | – 18,4 |
Erfahrungsbedingte Anpassungen sind solche versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die durch Abweichungen bei individuellen personenbezogenen Parameterannahmen verursacht sind. Sie unterscheiden sich damit von Anpassungen, die durch Abweichungen bei auf den Gesamtbestand anzuwendenden Parameterannahmen bedingt sind. Dies betrifft unter anderem die Gehaltsentwicklung, die Anzahl der Todesfälle, vorzeitige Pensionierungen sowie Austritte.
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Pensionsverpflichtungen der letzten fünf Jahre
| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert zum 31.12. in Mio. € | 418,3 | 405,7 | 402,3 | 389,4 | 373,0 |
| Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert in Mio. € |
– 151,2 | – 132,6 | – 162,1 | – 158,6 | – 147,8 |
| Unterdeckung (+) bzw. Überschuss (–) in Mio.€ |
267,1 | 273,1 | 240,2 | 230,8 | 225,2 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen Gewinn (+) bzw. Verlust (–) |
|||||
| In % des Anwartschaftsbarwerts zum Ende der Berichtsperiode |
1,16% | 2,16% | – 0,32% | 0,07% | – 0,08 % |
| In % des Planvermögens zum Ende der Berichtsperiode |
– 3,28% | – 13,16% | 4,62% | 1,42% | – 3,98 % |
Erfahrungsbedingte Anpassungen pensionsähnlicher Verpflichtungen der letzten fünf Jahre 2007 2008 2009 2010 2011 Anwartschaftsbarwert zum 31.12. in Mio. € 116,3 114,5 115,7 122,5 119,3
| Berichtsperiode | – 5,26% | – 0,26% | – 3,46% | – 3,91% | – 6,78 % |
|---|---|---|---|---|---|
| des Anwartschaftsbarwerts zum Ende der | |||||
| Gewinn (+) bzw. Verlust (–) in % | |||||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen |
Die Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2011 einen Verlust in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: einen Gewinn in Höhe von 5,2 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher. Für die Berichtsperiode 2012 werden laufende Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung beitragsorientierter Pläne in Höhe von 6,9 Mio. € erwartet.
| Fondsvermögen | in % | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Renten – Euro | 40,5 | 41,1 |
| Renten – Euro Geldmarkt | 24,2 | 6,8 |
| Renten – Euro Corporates | 16,2 | 3,9 |
| Bargeld | 10,0 | 19,8 |
| Alternative Investments | 2,2 | 2,9 |
| Renten – Euro High Yield | 2,1 | 2,8 |
| Aktien – nicht Euro | 1,4 | 5,4 |
| Renten – Euro Emerging Markets | 1,3 | 1,8 |
| Renten – nicht Euro | 1,1 | 0,0 |
| Aktien – Euro | 0,9 | 9,5 |
| Aktien – Emerging Markets | 0,0 | 6,1 |
| Gesamt | 100,0 | 100,0 |
Rückstellungen für Abfertigungen
| in Mio. € | |
|---|---|
| 2011 | 2010 |
| 130,1 | 130,9 |
| 3,6 | 5,0 |
| 133,7 | 135,9 |
| Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Anwartschaftsbarwert zum 1.1. | 130,9 | 136,0 |
| Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) | 1,9 | 2,1 |
| Zinsaufwand | 6,0 | 6,6 |
| Abfertigungszahlungen | – 8,9 | – 9,5 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) | 0,2 | – 4,3 |
| Anwartschaftsbarwert zum 31.12. | 130,1 | 130,9 |
| Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen | 130,1 | 130,9 |
| Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. | 130,1 | 130,9 |
| Abfertigungsaufwand | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Dienstzeitaufwand | 1,9 | 2,1 |
| Zinsaufwand | 6,0 | 6,6 |
| Erfasste versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) | 0,2 | – 4,3 |
| Abfertigungsaufwand (im Personalaufwand erfasst) | 8,1 | 4,4 |
| Versicherungsmathematische Annahmen zu Abfertigungen | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Abzinsungssatz | 4,75 % | 4,75% |
| Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) | 0,0 %– 4,0 % | 0,0%– 4,0% |
Rückstellungen für Altersteilzeit
Mit der Rückstellung für Altersteilzeit wird für Überbrückungszahlungen im Rahmen von Altersteilzeitmodellen in Höhe von Mio. 18,5 € (Vorjahr: 23,6 Mio. €) vorgesorgt. Diese Modelle ermöglichen VERBUND eine sozial verträgliche Personalreduktion.
| Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Anwartschaftsbarwert zum 1.1. | 24,8 | 32,5 |
| Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) | 4,1 | 1,2 |
| Zinsaufwand | 0,6 | 0,9 |
| Vorruhestandszahlungen | – 8,3 | – 8,4 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) | – 0,7 | – 1,4 |
| Anwartschaftsbarwert zum 31.12. | 20,5 | 24,8 |
| Entwicklung des Planvermögens | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. | 1,2 | 1,2 |
| Zahlung an das CTA | 0,7 | 0,0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) | 0,1 | 0,0 |
| Beizulegenden Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. | 2,0 | 1,2 |
| Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen | 20,5 | 24,8 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | – 2,0 | – 1,2 |
| Buchwert der Rückstellungen zum 31.12. | 18,5 | 23,6 |
| Aufwand für Altersteilzeit | in Mio. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Dienstzeitaufwand | 4,1 | 1,2 |
| Zinsaufwand | 0,6 | 0,9 |
| Entlastung aus der Rückstellung für Reorgansiationsaufwendungen1 | – 0,2 | – 0,9 |
| Erfasste versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) | – 0,7 | – 1,4 |
| Aufwand für Altersteilzeit (im Personalaufwand erfasst) | 3,8 | – 0,2 |
Diese Entlastung stammt aus der bestimmungsgemäßen Verwendung der in den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen ausgewiesenen Vorsorge für Reorganisationsaufwendungen.
| Fondsvermögen | in % | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Renten – Euro | 100,0 | 100,0 |
| Gesamt | 100,0 | 100,0 |
Sonstige personalbezogene Rückstellungen
| Zusammensetzung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen in Mio. € |
||||
|---|---|---|---|---|
| 2011 Kurzfristig |
2010 Kurzfristig |
|||
| Rückstellung für Urlaubsansprüche | – | – | 17,3 | 18,3 |
| Rückstellung für Gleitzeitsalden | – | – | 2,9 | 2,7 |
| Rückstellung für Reorganisationsaufwendungen |
– | – | 2,6 | 2,9 |
| Rückstellung für Urlaubszuschüsse | – | – | 8,8 | 8,2 |
| Rückstellung für Prämien aus dem leistungsorientierten Gehaltssystem |
– | – | 16,9 | 16,1 |
| Rückstellung für Jubiläumsgelder | 4,7 | 4,6 | – | – |
| Übrige | 2,0 | 2,0 | 1,2 | 1,4 |
| Sonstige personalbezogene Rückstellungen |
6,7 | 6,6 | 49,7 | 49,6 |
| Entwicklung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Buchwert zum 1.1. | 56,2 | 59,9 |
| davon langfristig | 6,6 | 8,5 |
| davon kurzfristig | 49,6 | 51,4 |
| Neubildung | 51,7 | 48,4 |
| Aufzinsung | 0,3 | 0,4 |
| Verwendung | – 50,5 | – 48,6 |
| Auflösung | – 1,1 | – 2,9 |
| Umbuchungen | – 0,2 | – 1,0 |
| Buchwert zum 31.12. | 56,4 | 56,2 |
| davon langfristig | 6,7 | 6,6 |
| davon kurzfristig | 49,7 | 49,6 |
Sonstige Rückstellungen
| Entwicklung der sonstigen Rückstellungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Drohverlust rückstellungen |
Übrige | Summe | |
| Buchwert zum 1.1.2011 | 92,7 | 264,3 | 357,1 |
| davon langfristig | 91,7 | 48,9 | 140,6 |
| davon kurzfristig | 1,0 | 215,4 | 216,4 |
| Neubildung | 0,7 | 172,7 | 173,4 |
| Aufzinsung | 4,8 | 2,2 | 7,0 |
| Verwendung | – 0,8 | – 178,8 | – 179,6 |
| Auflösung | – 32,7 | – 19,7 | – 52,4 |
| Buchwert zum 31.12.2011 | 64,8 | 240,6 | 305,3 |
| davon langfristig | 63,0 | 73,9 | 136,9 |
| davon kurzfristig | 1,8 | 166,7 | 168,5 |
Durch die Anpassung des Diskontierungssatzes auf 4,75% (Vorjahr: 5,25%) ergaben sich zum 31.12.2011 um rund 4,0 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €) höhere Drohverlustrückstellungen.
| Sonstige Rückstellungen | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Drohverlust rückstellungen |
Übrige | Summe | |
| Buchwert 1.1.2010 | 102,4 | 286,7 | 389,1 |
| davon langfristig | 100,7 | 69,6 | 170,3 |
| davon kurzfristig | 1,7 | 217,1 | 218,8 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0,0 | – 1,0 | – 1,0 |
| Neubildung | 0,6 | 165,8 | 166,4 |
| Aufzinsung | 5,8 | 3,0 | 8,8 |
| Verwendung | – 16,0 | – 178,3 | – 194,3 |
| Auflösung | – 0,1 | – 11,8 | – 11,9 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Buchwert 31.12.2010 | 92,7 | 264,4 | 357,1 |
| davon langfristig | 91,7 | 48,9 | 140,6 |
| davon kurzfristig | 1,0 | 215,4 | 216,4 |
| Entwicklung der übrigen sonstigen Rückstellungen | in Mio. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abbruch kosten |
Aus stehende Rech nungen für Inves titionen |
Erhaltungs aufwen dungen |
Rechts-, Prüfungs und Beratungs aufwen dungen |
Strom lieferungen und Netz leistungen |
Sonstige | Summe | |
| Buchwert zum | |||||||
| 1.1.2011 | 32,1 | 83,0 | 68,6 | 7,0 | 52,6 | 21,0 | 264,3 |
| davon langfristig | 32,1 | 0,0 | 2,4 | 0,0 | 9,6 | 4,8 | 48,9 |
| davon kurzfristig | 0,0 | 83,0 | 66,2 | 7,0 | 43,0 | 16,2 | 215,4 |
| Neubildung | 1,3 | 76,6 | 43,9 | 5,6 | 40,5 | 4,9 | 172,7 |
| Aufzinsung | 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,6 | 0,3 | 2,2 |
| Verwendung | 0,0 | – 78,2 | – 61,2 | – 6,4 | – 29,5 | – 3,6 | – 178,8 |
| Auflösung | – 5,6 | – 3,6 | – 5,5 | – 0,4 | – 4,4 | – 0,2 | – 19,7 |
| Buchwert zum | |||||||
| 31.12.2011 | 29,0 | 77,9 | 45,8 | 5,9 | 59,8 | 22,2 | 240,6 |
| davon langfristig | 29,0 | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 39,4 | 4,9 | 73,9 |
| davon kurzfristig | 0,0 | 77,9 | 45,3 | 5,9 | 20,4 | 17,2 | 166,7 |
| Entwicklung der übrigen sonstigen Rückstellungen | in Mio. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abbruch kosten |
Aus stehende Rech nungen für Inves titionen |
Erhaltungs aufwen dungen |
Rechts-, Prüfungs und Beratungs aufwen dungen |
Strom lieferungen und Netz leistungen |
Sonstige1 | Summe | |
| Buchwert zum | |||||||
| 1.1.2010 | 30,0 | 88,2 | 73,1 | 5,4 | 53,6 | 36,4 | 286,7 |
| davon langfristig | 30,0 | 0,0 | 16,6 | 0,0 | 8,6 | 14,4 | 69,6 |
| davon kurzfristig | 0,0 | 88,2 | 56,5 | 5,4 | 45,0 | 22,0 | 217,1 |
| Änderung | |||||||
| Konsolidierungskreis | 0,0 | – 1,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | – 1,0 |
| Neubildung | 0,8 | 77,2 | 48,9 | 6,8 | 24,6 | 7,5 | 165,8 |
| Aufzinsung | 1,3 | 0,0 | 0,9 | 0,0 | 0,7 | 0,1 | 3,0 |
| Verwendung | 0,0 | – 81,3 | – 49,8 | – 4,8 | – 20,9 | – 21,5 | – 178,3 |
| Auflösung | 0,0 | 0,0 | – 4,5 | – 0,3 | – 5,5 | – 1,5 | – 11,8 |
| Buchwert zum | |||||||
| 31.12.2010 | 32,1 | 83,1 | 68,6 | 7,0 | 52,6 | 21,0 | 264,3 |
| davon langfristig | 32,1 | 0,0 | 2,4 | 0,0 | 9,6 | 4,8 | 48,9 |
| davon kurzfristig | 0,0 | 83,0 | 66,2 | 7,0 | 43,0 | 16,2 | 215,4 |
In dieser Entwicklung ist eine Rückstellung für Zinsdifferenzen mit einem Buchwert zum 1.1.2010 in Höhe von 13,8 Mio. € enthalten. Die Zugänge betrugen 1,3 Mio. €. Die Verwendungen betrugen 15,1 Mio. €. Der Buchwert zum 31.12.2010 betrug 0,0 Mio. €.
(36) Latente Steuerschulden Die Unterschiede zwischen den Steuerwerten und den Buchwerten in der IFRS-Bilanz wirken sich mit folgenden Steuerlatenzen aus:
| Steuerlatenzen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 130,2 | 122,9 |
| davon aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen | 62,3 | 61,3 |
| davon aus Verlustvorträgen | 27,2 | 13,0 |
| davon aus sonstigen Posten | 25,8 | 6,0 |
| davon aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwerten | 7,9 | 20,8 |
| davon aus derivativen Finanzinstrumenten | 7,1 | 21,8 |
| Latente Steuerschulden | – 377,6 | – 291,3 |
| davon aus Sachanlagen (aus unterschiedlichen Nutzungsdauern, | ||
| Zeitwertanpassungen bei Kaufpreisallokationen) | – 239,6 | – 160,5 |
| davon aus steuerlichen Sonderabschreibungen | – 116,1 | – 117,8 |
| davon aus derivativen Finanzinstrumenten | – 11,1 | – 0,5 |
| davon aus sonstigen Posten | – 10,7 | – 12,5 |
| Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert | – 247,3 | – 168,3 |
Die Nettoposition für latente Steuern hat sich in der Berichtsperiode 2011 wie folgt verändert:
Steuerlatenzen
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | – 168,3 | – 174,1 |
| Ergebnisneutrale Veränderung | – 16,3 | 33,3 |
| Ergebniswirksame Veränderung | – 62,6 | – 27,5 |
| Stand 31.12. | – 247,3 | – 168,3 |
Die ergebnisneutrale Veränderung bezieht sich im Wesentlichen auf im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten und aus Cashflow-Hedges.
Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die vor allem aus einbehaltenen Gewinnen und nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen im Wesentlichen steuerfrei bleiben werden; eine Steuerabgrenzung wurde daher nicht vorgenommen. Unterschiede zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen bleiben in der Regel ebenfalls steuerfrei; Steuerabgrenzungen werden nur insoweit vorgenommen, als aus der Sicht von VERBUND mit der Nutzung entsprechender Steuergestaltungsmöglichkeiten gerechnet wird.
Dieser Passivposten umfasst abgegrenzte Baukostenzuschüsse, die insbesondere von Landesenergiegesellschaften (z.B. für Kraftwerksprojekte) geleistet wurden, sowie abgegrenzte Zuschüsse der öffentlichen Hand (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
| Baukostenbeiträge und Zuschüsse | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Baukostenbeiträge1 | 537,1 | 397,6 |
| Zuschüsse der öffentlichen Hand2 | 37,2 | 32,6 |
| Baukostenbeiträge und Zuschüsse | 574,3 | 430,2 |
1 Die erhaltenen Baukostenbeiträge für das Donaukraftwerk Freudenau wurden parallel zur Wertaufholung fortentwickelt. Daraus resultierte in der Berichtsperiode 2011 eine Erhöhung um 99,6 Mio. €. // 2 Die abgegrenzten Zuschüsse der öffentlichen Hand für das Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach wurden parallel zur Wertminderung aufgelöst. Daraus resultierte in der Berichtsperiode 2011 eine Minderung in Höhe von 3,5 Mio. €.
In diesem Posten wird der abgegrenzte Mittelzufluss in Höhe des Barwertvorteils aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen dargestellt. Zum 31.12.2011 beträgt dieser noch 55,2 Mio. € (Vorjahr: 56,8 Mio. €).
Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfassten planmäßigen Auflösungen beliefen sich dabei auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €). In der Berichtsperiode 2010 resultierten weitere Auflösungen in Höhe von 15,7 Mio. € aus vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen und wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.
(37) Baukostenbeiträge und Zuschüsse
(38) Abgrenzungen – Cross-Border-Leasing
(39) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Stromlieferverpflichtung | 473,6 | 472,3 |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | 0,0 | 10,2 |
| Verbindlichkeiten aus Wassernutzungsrechten | 4,4 | 4,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2,9 | 0,8 |
| Sonstige | 1,0 | 0,2 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 481,8 | 487,7 |
Die Stromlieferverpflichtung entspricht der Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 als Teil der Gegenleistung für den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND-Innkraftwerke GmbH) eingegangen worden ist.
(40) Laufende Steuerschulden
(41) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
| Laufende Steuerschulden | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Körperschaftsteuer | 12,4 | 49,7 |
| Sonstige Steuern | 0,0 | 0,0 |
| Laufende Steuerschulden | 12,4 | 49,7 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
| Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 172,6 | 114,9 |
| Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich | 111,8 | 91,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | 57,6 | 16,7 |
| Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt | 32,1 | 24,7 |
| Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich | 28,6 | 12,2 |
| Erhaltene Anzahlungen aus Baukostenbeiträgen | 20,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber der ECRA | 17,0 | 36,4 |
| Verbindlichkeiten aus Garantieentgelten | 13,4 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit (unter anderem | ||
| Sozialversicherungsinstitute) | 4,5 | 4,4 |
| Abgrenzungen von Stromvorauszahlungen | 2,9 | 2,6 |
| Erhaltene Mietvorauszahlungen | 2,1 | 0,1 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 1,5 | 1,5 |
| Erhaltene Anzahlungen aus Auktionen | 1,2 | 6,2 |
| Abgrenzungen von Netzbetreiberentgelten | 1,0 | 1,0 |
| Sonstige | 14,5 | 12,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige | ||
| kurzfristige Verbindlichkeiten | 480,9 | 324,1 |
Erläuterungen zur Geldflussrechnung
Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammensetzung des Fonds der liquiden Mittel ist aus den Erläuterungen zur Bilanz ersichtlich (siehe: Erläuterungen zur Bilanz).
Die wesentlichen nicht zahlungswirksamen Transaktionen der Berichtsperiode 2011 umfassen die Einbringung der Beteiligung an der Enerji Ashta Shpk in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, eine 100%ige Tochter der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die Einbringung der Beteiligungen an den türkischen Gemeinschaftsunternehmen in die neu gegründete Enerjisa Enerji A.S., die Sachdividendenausschüttung der POWEO Production S.A.S. (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung) und die 50%ige Stundung des Verkaufspreises (Buchwert der sonstigen Ausleihung zum 31.12.2011: 17,1 Mio. €) für die Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) bis zum 30.6.2013.
In Zusammenhang mit Zugängen zu immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden langfristige Verbindlichkeiten (aus Haftrücklässen) in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) und offene Posten an kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). In Zusammenhang mit Abgängen von immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden kurzfristige Forderungen in Höhe von 17,4 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
| Ergänzende Informationen zum Cashflow aus operativer Tätigkeit | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Gezahlte (–) bzw. erhaltene (+) Schwankungsmargen (Variation-Margins) aus | ||
| Futurekontrakten im Energiebereich | 34,2 | – 48,0 |
| Gezahlte Ertragsteuern1 | – 181,9 | – 218,8 |
| Erhaltene Zinsen | 14,2 | 16,9 |
| Gezahlte Zinsen | – 161,6 | – 162,5 |
| Erhaltene Dividenden | 48,0 | 35,9 |
1 Die gezahlten Ertragsteuern betreffen im Wesentlichen Cashflows aus operativer Tätigkeit.
Die Einzahlungen aus Abgängen nach der Equity-Methode bilanzierter Beteiligungen in der Berichtsperiode 2011 resultierten aus der Veräußerung der Beteiligungen an der französischen POWEO S.A. und an der französischen POWEO Production S.A.S.
Die Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Unternehmen in der Berichtsperiode 2010 resultierten aus der Veräußerung einer 50%igen Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk an die EVN AG um 5,1 Mio. €. Die Entkonsolidierung führte zu einem Abgang liquider Mittel in Höhe von 0,1 Mio. €. Die albanische Projektgesellschaft wurde dadurch zu einem nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND.
Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. €
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile | – 60,6 | – 70,7 |
| Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG | – 191,1 | – 385,3 |
Nicht zahlungswirksame Transaktionen
(42) Ergänzende Informationen zum Cashflow aus operativer Tätigkeit
(43) Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Tochterunternehmen und nach der Equity-Methode bilanzierter Beteiligungen
(44) Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Finanzinstrumente und Risikomanagement
VERBUND nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für Zwecke des Risikomanagements.
Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND insbesondere auch infolge der Finanzmarktkrise umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen. Finanzbereich
Im Finanzbereich von VERBUND stellt daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen einen Schwerpunkt dar, was im Eintrittsfall zu einer Gewinnabsicherung bzw. Schadensbegrenzung führen kann.
Für den Finanzbereich wurden eigene Regelungen im Rahmen von Konzernrichtlinien entwickelt, um die finanziellen Risiken auch entsprechend managen zu können. Zusätzlich dazu wurden Positionslimits hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten definiert, die regelmäßig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Durch eine in der Regel auf die laufende und die darauffolgende Berichtsperiode ausgerichtete Liquiditätsplanung und daraus resultierende entsprechende Veranlagungen bzw. Aufnahmen wird eine jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt.
Finanzinstrumente
Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den angeführten Bilanzposten erfasst:
| Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Forderungen | |||
|---|---|---|---|
| Referenzwert1 | Positive Zeitwerte 31.12.2011 |
Positive Zeitwerte 31.12.2010 |
|
| Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen (Fixzinsempfänger) |
238,9 Mio. \$ (Vorjahr: 238,1 Mio. \$) |
120,2 | 79,3 |
| Devisentermingeschäfte im Stromhandel | 1.696,6 Mio. HUF (Vorjahr: 1.871,4 Mio. HUF) |
0,0 | 0,1 |
Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.
| Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Verbindlichkeiten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Referenzwert1 | Negative Zeitwerte | Negative Zeitwerte | ||
| 31.12.2010 | ||||
| 0,0 Mio. \$ | ||||
| (Vorjahr: | ||||
| 29,3 Mio. \$) | 0,0 | 10,2 | ||
| 419,6 Mio. € | ||||
| 425,2 Mio. €) | 28,4 | 12,2 | ||
| 0,0 | ||||
| (Vorjahr: 1.696,6 Mio. HUF (Vorjahr: 1.871,4 Mio. HUF) |
31.12.2011 0,3 |
Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.
Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken.
Die Wertschwankungen der Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) dienen dem Ausgleich der Wertschwankungen der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Das in der Berichtsperiode 2010 dargestellte Devisentermingeschäft zu Finanzverbindlichkeiten stand mit einer vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktion in Zusammenhang, für die (damals noch) keine bilanzielle Deckung bestand; es sicherte die dazugehörige Finanzverbindlichkeit gegen das Fremdwährungsrisiko ab (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). In der Berichtsperiode 2011 wurde durch die Einzahlung in eine Ausleihung an ein Finanzinstitut auch für diese Finanzverbindlichkeit eine bilanzielle Deckung hergestellt – so wie auch bei den anderen ursprünglich aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstandenen Finanzverbindlichkeiten; das dazugehörige Devisentermingeschäft wurde beendet.
Zur Absicherung von Stromhandelsgeschäften bzw. für Grenzkapazitäten wurden HUF-Devisentermingeschäfte abgeschlossen; diese werden ergebniswirksam bewertet.
Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 419,6 Mio. € (Vorjahr: 425,2 Mio. €) bestehen Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen. Diese Zinsswaps werden als Cashflow-Hedges bilanziert. Die durch diese Sicherungsgeschäfte abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden 15 Jahren (2012 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.
Liquiditätsrisiko
In der Berichtsperiode 2011 ist VERBUND all seinen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgungen) aus Finanzverbindlichkeiten pünktlich und ordnungsgemäß nachgekommen. Dies gilt auch für alle anderen Verbindlichkeiten, soweit nicht rechtliche oder inhaltliche Einwendungen bestanden haben.
Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, bestand seit der Berichtsperiode 2005 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie mit zweimaliger Verlängerungsoption über 750,0 Mio. €. Die Verlängerungsoptionen wurden in der Vergangenheit ausgenutzt; die Linie wäre im Jahr 2012 ausgelaufen. Aus diesem Grund wurde in der Berichtsperiode 2011 eine neue fünfjährige syndizierte Kreditlinie mit zweimaliger Verlängerungsoption abgeschlossen. Die bis dato bestehende Kreditlinie wurde gekündigt. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen eines internationalen Bankensyndikats über die neu gegründete
VERBUND International Finance GmbH. Die bestehenden Kreditlinien wurden nicht ausgenützt. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 sind unter (34) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten nach IFRS 7 dargestellt.
Kreditrisiko
Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität entweder auf Basis eines externen Investment-Grade-Ratings einer internationalen Rating-Agentur (Moody's, Standard & Poor's) oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung, die ein Rating-Äquivalent ermittelt, abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten, berechnet von internationalen Rating-Agenturen, erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportefeuilles. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten Anforderungen – das heißt, es wird kein Investment-Grade-Rating erreicht –, werden Geschäfte grundsätzlich nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (z.B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken minimiert. Eine weitere Reduktion des Risikos wird durch das Abschließen von Aufrechnungsvereinbarungen erreicht.
In der Vergangenheit wurde das Kontrahentenrisiko in der Regel nicht versichert. In der Berichtsperiode 2009 war im Bereich des Endkundengeschäfts erstmals begonnen worden, eine Kreditversicherung abzuschließen. Aufgrund des Schadensverlaufs – es gab nahezu keine Ausfälle – wurde Anfang der Berichtsperiode 2011 die Entscheidung getroffen, die Kreditversicherung nicht mehr zu verlängern.
Zum 31.12.2011 bestanden daher bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Ausfallsdeckungen durch Kreditversicherungen mehr (Vorjahr: 23,3 Mio. € mit einer Höchstdeckungsquote von 10,0 Mio. € pro Jahr). Bedingt durch die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird für 2012 der neuerliche Abschluss einer Kreditversicherung erwogen.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Posten für Finanzinstrumente mit Kreditrisiko und die zugeordneten Bonitätsgruppen:
| Bonitäts gruppe |
Äqui valent Moody's Rating |
Wert papiere und Aus leihungen bilanziell geschlos sener Po sitionen |
Sonstige Wert papiere und Invest ment fonds |
Sonstige lang fristige Forde rungen |
Derivate im Finanz bereich |
Forde rungen aus Liefe rungen und Leis tungen |
Derivate im Energie bereich |
Geld markt geschäfte und liquide Mittel |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | bis Aa3 | 146,4 | 58,4 | 0,0 | – | 17,7 | 19,8 | 24,7 |
| B | bis A3 | 141,1 | – | 23,3 | 120,2 | 121,5 | 83,4 | 675,0 |
| C | bis Baa3 | – | – | 190,9 | – | 73,0 | 57,5 | 42,9 |
| D | unter Baa3 |
– | – | 0,0 | – | 2,4 | 12,9 | – |
| Ohne Rating | – | 69,2 | 92,0 | – | 64,1 | 0,0 | 1,5 | |
| Summe | 287,5 | 127,6 | 306,2 | 120,2 | 278,7 | 173,5 | 744,1 |
Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen in Mio. €
Bei den Wertpapieren und Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen besteht aus Sicht von VERBUND kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Diese Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivativgeschäfte den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Risiko ist somit ein Bonitätsrisiko bzw. Ausfallsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind. Dieses wurde wiederum dadurch minimiert, dass nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde, wobei eine laufende Beobachtung der Bonitätseinstufung und der Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner erfolgt, um bei drohenden Ausfällen rasch, zeitgerecht und vertragsgemäß reagieren zu können (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Sonstige Verpflichtungen und Risiken).
Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung der Sozialkapitalrückstellung angeschafft wurden.
Die im Bereich der sonstigen langfristigen Forderungen als "nicht geratet" ausgewiesenen Beträge beinhalten neben diversen Kleinbeträgen im Wesentlichen Ausleihungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen); dies gilt nicht für die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und die POWEO Toul Production S.A.S. Angesichts der engen Verflechtungen mit VERBUND erscheinen Bonitätseinstufungen für die (anderen) Beteiligungsunternehmen nicht sinnvoll.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich die nicht bewerteten Werte insbesondere aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, welches zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,1 Mio. €) liegen. Außerdem sind darin auch Unternehmen enthalten, für die zwar keine Bonitätseinstufungen durchgeführt wurden, aber aufgrund besonderer Umstände (z.B. gesetzliche Kontrahierungszwänge oder besondere strategische Zielsetzungen) doch Kreditlimits vergeben wurden.
Zusätzlich besteht ein Kreditrisiko in Höhe von 350,0 Mio. € aus einer Finanzgarantie für die Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen).
Zinsänderungsrisiko
Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen. Die Regeln im Bereich des Risikomanagements sehen vor, dass maximal 40% der Finanzverbindlichkeiten ohne Berücksichtigung von Geldmarktgeschäften variabel verzinst sein dürfen. Zum 31.12.2011 beläuft sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 9,9% (Vorjahr: 16,2%).
Ein Zinsanstieg um 1,0% würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportefeuille zu einem um 4,0 Mio. € p.a. (Vorjahr: 6,9 Mio. € p.a.) geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.
Zum 31.12.2011 bestehen Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivativgeschäfte bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten.
Zum 31.12.2011 bestehen weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 419,6 Mio. € (Vorjahr: 425,2 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow-Hedges gemäß IAS 39 designiert.
Die Finanzverbindlichkeiten sind samt ihrer beizulegenden Zeitwerte unter (34) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten nach IFRS 7 dargestellt. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportefeuilles beträgt 5,0 Jahre (Vorjahr: 5,6 Jahre).
Währungsänderungsrisiko
Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.
Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazugehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko.
Im Bereich der restlichen Finanzverbindlichkeiten sehen die Regeln im Bereich des Risikomanagements von VERBUND für Finanzierungen in Fremdwährungen Höchstwerte für die jeweiligen Währungsanteile vor; es erfolgten in der Berichtsperiode 2011 keine Überschreitungen dieser Grenzen. Zum 31.12.2011 stellt sich das Währungsänderungsrisiko der gesamten Finanzverbindlichkeiten (in Yen) wie folgt dar:
| Aushaftung | in Mio. € | |
|---|---|---|
| Fremdwährung | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
| 12.900,0 Mio. ¥ | 128,7 | 118,7 |
Ein ungesichertes Fremdwährungsänderungsrisiko besteht bei der angeführten Finanzverbindlichkeit in Yen. Bei einem Anstieg des Kurses von Yen zu Euro um 1,0% würde sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um rund 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) verschlechtern.
Risiko aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen
Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich für VERBUND das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie durch Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden in puncto anzuerkennender Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden. VERBUND nutzte diese Möglichkeiten und konnte in den Berichtsperioden 2009 und 2010 insgesamt rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen auflösen. Das verbleibende Transaktionsvolumen beträgt insgesamt rund 966,0 Mio. \$ und entspricht rund 15% der gesamten ursprünglichen Transaktionen. Der ursprünglich erzielte Nettobarwertvorteil dieser Transaktionen betrug rund 76,0 Mio. €. Diese letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Haftungen, die allenfalls für VERBUND daraus entstehen können – dies ist aus heutiger Sicht allerdings sehr unwahrscheinlich –, sind zum Teil noch durch Rückhaftungen abgesichert (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken).
Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige Auflösungen, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten aber auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die bestehenden B-Payment-Undertaking-Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Derivativgeschäfte (Zinsswaps, Fair-Value-Hedges) wurden bei diesen als partiell aufgelöst bezeichneten Transaktionen weitergeführt. Die bisher bestehende bilanzielle Deckung ist somit ebenfalls weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 238,9 Mio. \$ (Vorjahr: 238,1 Mio. \$); der Referenzwert eines in der Berichtsperiode 2011 beendeten Devisentermingeschäfts belief sich zum 31.12.2010 auf 29,3 Mio. \$.
Bei der einzig verbliebenen aufrechten Cross-Border-Leasing-Transaktion besteht weiterhin das Risiko, wenn das Rating von VERBUND unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, dass ein sogenanntes Head-Lease-Filing (Grundbucheintragung) durchzuführen ist. Ebenso besteht weiterhin das Risiko, wenn das Rating eines Veranlagungspartners bzw. eines Veranlagungsinstruments unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, dass entweder das Instrument auszutauschen ist oder zusätzliche Sicherheiten oder Letters-of-Credit bereitzustellen sind. Gleiches gilt bei zwei vorzeitig beendeten Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, wenn der Veranlagungspartner oder VERBUND eine bestimmte Verschlechterung im Rating erfährt. In diesem Fall sind entsprechende Erstmaßnahmen durchzuführen.
Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND liegen zum 31.12.2011 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungsinstrumente auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch herabgemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen.
Energiebereich
Im Kerngeschäft ist VERBUND auf internationalen Energiemärkten tätig und dabei Markt-, Kontrahentenund operationalen Risiken ausgesetzt, denen entsprechende Chancen gegenüberstehen. Nachhaltiges wirtschaftliches Tätigsein auf diesen Märkten erfordert angemessene Strukturen und Prozesse sowie strikte konzerninterne Regelungen. Der Umgang mit den Marktrisiken wird durch Regelbücher und darin festgelegte Limits gemanagt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch separate Richtlinien sowohl auf Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen begegnet. Für das Management der operationalen Risiken besteht ein Prozesshandbuch.
Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value-at-Risk, Stress-Limit, Stop-Loss- und Positionslimits) wird ebenso wie die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im Energiebereich tagesaktuell überwacht, gesteuert und berichtet.
Zum 31.12.2011 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards, Gasforwards, Gasswaps, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen:
| Cashflow-Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 52,3 | 35,4 | 16,9 |
| Forwards | 36,9 | 11,0 | 25,9 |
| Swaps | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Summe vor Netting | 89,2 | 46,4 | 42,8 |
| davon kurzfristig | 88,1 | 44,6 | 43,5 |
| davon langfristig | 1,1 | 1,8 | – 0,7 |
| davon im sonstigen Ergebnis | 42,8 | ||
| Wholesale zum 31.12.2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 19,2 | 42,9 | – 23,6 |
| Forwards | 224,7 | 197,4 | 27,3 |
| Swaps | 7,3 | 0,1 | 7,3 |
| Summe vor Netting | 251,3 | 240,4 | 10,9 |
| davon kurzfristig | 150,3 | 144,5 | 5,8 |
| davon langfristig | 101,0 | 95,9 | 5,1 |
| Bereits realisierte Futures | – 5,4 | ||
| Summe | 5,5 |
| Trading zum 31.12.2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 2,6 | 0,7 | 1,9 |
| Forwards | 625,7 | 621,8 | 3,9 |
| Summe vor Netting | 628,3 | 622,5 | 5,8 |
| davon kurzfristig | 614,1 | 608,1 | 6,0 |
| davon langfristig | 14,2 | 14,4 | – 0,2 |
| Gesamt zum 31.12.2011 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 74,1 | 79,0 | – 4,9 |
| Forwards | 887,4 | 830,1 | 57,3 |
| Swaps | 7,3 | 0,1 | 7,2 |
| Summe vor Netting | 968,8 | 909,2 | 59,6 |
| Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen | – 795,2 | – 795,2 | 0,0 |
| Summe nach Netting | 173,5 | 114,0 | 59,6 |
| EEX/ECX-Abrechnung Variation-Margins zu Futures | 0,0 | – 2,2 | |
| Erfasst in den kurzfristigen sonstigen Forderungen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten |
173,5 | 111,8 | 61,8 |
Zum 31.12.2010 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards, Gasforwards, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen:
| Cashflow-Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 11,0 | 53,7 | – 42,7 |
| Forwards | 4,3 | 36,0 | 31,7 |
| Swaps | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Summe vor Netting | 15,3 | 89,7 | – 74,4 |
| davon kurzfristig | 12,2 | 82,7 | – 70,5 |
| davon langfristig | 3,1 | 7,0 | – 3,9 |
| davon im sonstigen Ergebnis | – 74,4 |
| Wholesale zum 31.12.2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 74,8 | 58,9 | 15,8 |
| Forwards | 200,9 | 164,0 | 36,9 |
| Summe vor Netting | 275,6 | 222,9 | 52,7 |
| davon kurzfristig | 204,6 | 156,7 | 47,9 |
| davon langfristig | 71,0 | 66,2 | 4,8 |
| Bereits realisierte Futures | – 56,0 | ||
| Summe | – 3,3 |
| Trading zum 31.12.2010 | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto | |
| Futures | 0,8 | 0,6 | 0,1 |
| Forwards | 276,6 | 274,1 | 2,5 |
| Summe vor Netting | 277,4 | 274,7 | 2,6 |
| davon kurzfristig | 267,9 | 265,5 | 2,4 |
| davon langfristig | 9,5 | 9,2 | 0,3 |
| in Mio. € | ||
|---|---|---|
| Positive Zeitwerte |
Negative Zeitwerte |
Netto |
| 86,5 | 113,2 | – 26,7 |
| 481,7 | 474,1 | 7,6 |
| 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 568,3 | 587,3 | – 19,1 |
| – 469,6 | – 469,6 | 0,0 |
| 98,7 | 117,7 | – 19,1 |
| 0,0 | – 26,6 | |
| 98,7 | 91,1 | 7,5 |
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel) vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.
Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am Strommarkt (–10,0% bis +10,0%) auf das operative Ergebnis (Wholesale-Portfolio, Trading-Portfolio) sowie auf das Eigenkapital (Cashflow-Hedges) gemessen. Eine Steigerung des Marktpreises um 10,0% hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von –1,2 Mio. € (Vorjahr: –4,4 Mio. €) und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von –67,2 Mio. €. (Vorjahr: –71,3 Mio. €). Ein Fallen des Marktpreises um 10,0% hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von +1,2 Mio. € (Vorjahr: +4,4 Mio. €) und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von +67,2 Mio. € (Vorjahr: +71,3 Mio. €).
Die durch Cashflow-Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier Jahren (2012 bis 2015) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Zum 31.12.2011 ergaben sich keine ergebniswirksam zu erfassenden ineffektiven Teile aus Cashflow-Hedges gemäß IAS 39.
In der Berichtsperiode 2011 wurde ein Betrag in Höhe von 58,2 Mio. € (Vorjahr: –64,1 Mio. €) im sonstigen Ergebnis erfasst; 59,0 Mio. € (Vorjahr: –53,0 Mio. €) wurden ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Eventualverbindlichkeiten Zum 31.12.2011 waren rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Für den nicht getilgten Teil der Leasingverbindlichkeit aus dieser Cross-Border-Leasing-Transaktion besteht zum 31.12.2011 eine subsidiäre Haftung von VERBUND in Höhe von 532,2 Mio. € (Vorjahr: 524,8 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 409,6 Mio. € (Vorjahr: 412,6 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Strombezugsberechtigten und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber hinaus sind 172,9 Mio. € (Vorjahr: 159,1 Mio. €) durch bilanzexterne Veranlagungen in Zero-Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt.
| Verträge und | Verträge und Bestellobligo | in Mio. € | ||
|---|---|---|---|---|
| Bestellobligo | Gesamtver pflichtung zum 31.12.2011 |
Verpflichtung innerhalb eines Jahres |
Verpflichtung innerhalb von fünf Jahren |
|
| Miet-, Leasing- und Versicherungsverträge | k.A.1 | 21,7 | 96,2 | |
| Bestellobligo für Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und sonstige Leistungen |
471,1 | 314,6 | 469,8 |
Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauern betragsmäßig nicht bestimmbar.
Für das Kraftwerk Voitsberg III hat die VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in der Vergangenheit Beihilfen von der Energie-Control GmbH (nunmehr Energie-Control Austria) erhalten. Mit der Änderung von § 69 Abs. 6 ElWOG hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei Entstehen eines Anspruchs auf Rückerstattung von bereits gewährten Betriebsbeihilfen die Republik Österreich oder die Energie-Control Austria berechtigt werden, diese als Begünstigte inklusive Verzinsung zurückzufordern. Für dieses Risiko aus laufenden Verfahren besteht eine Rückstellung. Betriebsbeihilfe
Mit der E.ON Wasserkraft GmbH besteht ein Betriebs- und Stromlieferungsvertrag, gemäß dem VERBUND berechtigt ist, die Hälfte der in den Kraftwerken Ering/Frauenstein und Egglfing/Obernberg erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen zuzüglich eines Gewinnzuschlags abzunehmen. Bezugsverträge
Die Weglokoks S.A. bietet im Rahmen eines am 6.8.2007 geschlossenen jährlich kündbaren Basisvertrags der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG jährlich mindestens 450.000 t Steinkohle zu verhandelbaren Preisen an. Für die Lieferung in der Berichtsperiode 2012 wurden bislang für eine Menge von 70.000 t die Preise vereinbart. Ferner wurde mit der OKD S.A. ein Vertrag über den Bezug von 750.000 t tschechischer Steinkohle in der Berichtsperiode 2012 abgeschlossen.
Mit der EconGas GmbH besteht ein 15 Jahre nach Lieferbeginn kündbarer Erdgasliefervertrag über rund 8,3 TWh Erdgas pro Jahr für das in der Inbetriebsetzungsphase befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach.
Mit der Gasnetz Steiermark GmbH besteht ein für die Belieferung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Mellach notwendiger Kapazitätserweiterungsvertrag über die Zurverfügungstellung von Transportkapazitäten in Höhe von maximal rund 1,7 GWh pro Stunde.
Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die vor allem die Lieferung von Strom und Primärenergieträgern, aber auch Sachanlagen und Wartungs- bzw. Instandhaltungsleistungen umfassen.
Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppe Malta haben Landesenergiegesellschaften (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die Landesenergiegesellschaften zu liefern.
In der Berichtsperiode 2011 konnte mit dem Freistaat Bayern eine Vereinbarung getroffen werden, das bestehende Heimfallsrecht an den Laufkraftwerken Wasserburg, Teufelsbrück und Gars in ein sogenanntes Notheimfallsrecht – dieses besteht nur für den Fall, dass VERBUND die Kraftwerke dauerhaft nicht mehr betreibt oder sie endgültig stilllegt – umzuwandeln. Im Gegenzug verpflichtete sich VERBUND dazu, bis 2021 bestimmte wasserwirtschaftliche Maßnahmen sowie Umwelt- und Infrastrukturmaßnahmen am bayerischen Inn vorzunehmen.
Zwischen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG und der Steirischen Gas-Wärme GmbH besteht ein Wärmelieferungs- und Bezugsvertrag für den Fernwärmebedarf des Großraums Graz. Zur Erfüllung der daraus resultierenden Lieferverpflichtung wurden bisher die Fernheizkraftwerke in Mellach sowie in Neudorf-Werndorf eingesetzt. Das derzeit in der Inbetriebsetzungsphase befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach ist nunmehr ebenfalls zur Fernwärmeaufbringung berechtigt.
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklung auf den Finanzmärkten wird seitens VERBUND mit einer Nachschussverpflichtung in die Pensionskasse zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen in Höhe von 9,7 Mio. € gerechnet. Da die Erfüllung dieser Verpflichtung einen Vermögenstausch zugunsten des Planvermögens darstellen wird, wurde sie in der Berichtsperiode 2011 nicht ergebniswirksam erfasst, sondern wird erst mit endgültiger Vorschreibung durch die BAV Pensionskassen AG erfasst werden.
Für Kraftwerks- und Leitungsbauten werden – dies ist typisch für die Energiewirtschaft – laufend Entschädigungszahlungen an Grundeigentümer für wirtschaftliche Nachteile geleistet. Der Barwert dieser Verpflichtungen ist für VERBUND insgesamt nicht wesentlich.
Durchschnittlicher Personalstand
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Angestellte | 2.806 | 2.782 | 24 |
| Arbeiter | 78 | 86 | – 8 |
| Lehrlinge | 161 | 147 | 14 |
| Durchschnittlicher Personalstand1 | 3.045 | 3.015 | 30 |
Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt.
Zum Bilanzstichtag hatten 347 (Vorjahr: 423) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Die Voraussetzung dafür war eine zumindest 20-jährige Tätigkeit bei VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.
Sonstige Verpflichtungen
Durchschnittlicher Personalstand
| Personal | In der Berichtsperiode 2011 waren durchschnittlich 63 (Vorjahr: 67) Dienstnehmer an die PÖYRY |
|---|---|
| bereitstellungen | Energy GmbH zur Erfüllung verschiedenster Aufgaben im Bereich Engineering und Consulting abgestellt. |
| VERBUND hält an der PÖYRY Energy GmbH einen Anteil von 25,1% (siehe: Konzernunternehmen). Die | |
| Abstellung erfolgt zu standardisierten Verrechnungssätzen, wobei die Abrechnung einerseits von der | |
| Qualifikation und andererseits von marktkonformen Stundensätzen abhängt. | |
| Darüber hinaus gab es in der Berichtsperiode 2011 durchschnittlich insgesamt 6 Abstellungen | |
| (Vorjahr: 1) an nicht konsolidierte Tochterunternehmen von VERBUND. | |
| Aufwendungen für | Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf das Mutter- und die |
| Leistungen des | Tochterunternehmen sowie auf jene Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND, die vom (Netzwerk des) |
| Konzernabschluss | Konzernabschlussprüfer(s) geprüft wurden. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2011 ebenso |
| prüfers | wie 2010 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH. |
| Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Konzern- und Jahresabschlussprüfung(en) sowie sonstige | ||
| Bestätigungsleistungen1 | 1.182,0 | 2.755,2 |
| Sonstige Beratungsleistungen | 159,4 | 185,7 |
| Gesamtaufwendungen | 1.341,4 | 2.940,9 |
In der Berichtsperiode 2010 wurde jener Teil der Aufwendungen für sonstige Bestätigungsleistungen, der zu den Transaktionskosten der Kapitalerhöhung zählt, nicht ergebniswirksam erfasst, sondern kürzte gemäß IAS 32 (gemindert um die zurechenbaren Ertragsteuern) das Eigenkapital.
Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen ("related parties") von VERBUND zählen alle Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Darüber hinaus zählen die Vorstände und Aufsichtsräte von VERBUND sowie von ihnen oder ihren nahen Angehörigen beherrschte oder maßgeblich beeinflusste Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Republik Österreich ist aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin eine nahestehende Person. Folglich gelten auch unter beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen als nahestehend. Dazu zählen insbesondere die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die Bundesbeschaffung GmbH (BBG), die OMV und die Telekom Austria sowie die Energie-Control Austria.
Die Geschäftstransaktionen mit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.
Mit der Ennskraftwerke AG besteht ein Strombereitstellungsvertrag, gemäß dem VERBUND berechtigt ist, die in deren Kraftwerken erzeugte Elektrizität abzüglich des Strombezugs anderer berechtigter Partnerunternehmen gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abzunehmen.
Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG und der Donaukraftwerk Jochenstein AG bestehen Stromlieferungsverträge, gemäß denen VERBUND berechtigt ist, die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abzunehmen.
Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus: Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen
| Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| Stromerlöse | 41,7 | 38,9 |
| Netzerlöse | 4,2 | 5,8 |
| Sonstige Erlöse | 6,6 | 9,2 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 0,4 | 0,4 |
| Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) | – 49,3 | – 48,5 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 1,1 | – 0,7 |
| Zinsaufwand | – 0,2 | – 0,1 |
| Zinsertrag | 1,8 | 0,3 |
| Übriges Finanzergebnis | 1,8 | 0,8 |
| 31.12.2011 | 31.12.2010 | |
| Bilanz | ||
| Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen | 91,1 | 28,4 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige | ||
| Forderungen | 44,4 | 76,4 |
| Langfristige Rückstellungen | 0,4 | 0,0 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 1,4 | 1,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten |
13,4 | 16,5 |
In der Berichtsperiode 2011 bezog VERBUND auf der Basis von Stromlieferverträgen insgesamt Strom von der Ennskraftwerke AG um 19,4 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €), von der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG um 15,3 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €) und von der Donaukraftwerk Jochenstein AG um 7,2 Mio. € (Vorjahr: 9,4 Mio. €).
In der Berichtsperiode 2011 wurde außerdem eine Forderung gegenüber der Ennskraftwerke AG in Höhe von 35,0 Mio. € (Vorjahr: 35,0 Mio. €) von den sonstigen kurzfristigen Forderungen in die Finanzanlagen umgegliedert.
Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31.12.2011 eine in den Finanzanlagen enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 51,9 Mio. € (Vorjahr: 24,0 Mio. €) und eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 32,6 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €). Beide dienen im Wesentlichen der Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession. Zur Sicherstellung der mit den Errichtungsleistungen beauftragten Unternehmen wurden von VERBUND Garantien (zugunsten der ANDRITZ HYDRO GmbH) und Patronatserklärungen (zugunsten der Porr Bau GmbH bzw. der Siemens AG Österreich) beigebracht. Ferner wurden von VERBUND Patronatserklärungen zugunsten der albanischen Energy Regulatory Entity (ERE) und des albanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Energie (METE) abgegeben.
Zur Sicherstellung der Finanzierungen der Tochterunternehmen (Enerjisa Enerji Üretim A.S. und Enerjisa Elektrik Dagitim A.S.) des türkischen Gemeinschaftsunternehmens Enerjisa Enerji A.S. durch internationale Bankenkonsortien wurden von VERBUND Patronatserklärungen und Sponsorenvereinbarungen ("sponsor support agreements") beigebracht.
Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für die Kraftwerksgruppe Malta hat die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG zu liefern.
Mit der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. besteht ein mindestens bis 2025 laufender Stromabnahmevertrag, gemäß dem infolge des Erwerbs 100%iger Beteiligungen an den ehemaligen Tochterunternehmen der POWEO Production S.A.S. (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung) nunmehr 100% (statt 40%) der im Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Pont-sur-Sambre erzeugten Elektrizität von der VERBUND International Frankreich GmbH (60%) und von der VERBUND International GmbH (40%) zu Marktpreisen abzunehmen ist. Im Fall einer Ausübung der Kauf- und Verkaufsoptionen auf die bei VERBUND verbliebenen Beteiligungen an den ehemaligen Tochter- bzw. Enkelunternehmen der POWEO Production S.A.S. würde auch dieser Stromabnahmevertrag (anteilig) auf die POWEO S.A. und die Direct Energie S.A. übergehen.
Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:
| Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen | in Mio. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| Stromerlöse | 457,3 | 427,0 |
| Netzerlöse | 48,1 | 45,4 |
| Sonstige Erlöse | 11,5 | 18,1 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1,4 | 1,0 |
| Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) | – 257,0 | – 192,6 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 2,2 | – 6,8 |
| Zinsaufwand | – 0,4 | 0,0 |
| Zinsertrag | 2,7 | 0,6 |
| Übriges Finanzergebnis | – 19,1 | 7,2 |
| 31.12.2011 | 31.12.2010 | |
| Bilanz | ||
| Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen | 178,3 | 174,1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen |
112,0 | 80,3 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 2,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten |
63,1 | 5,1 |
Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen
Die Stromerlöse resultieren im Wesentlichen aus Stromlieferungen an die STEWEAG-STEG GmbH in Höhe von 308,6 Mio. € (Vorjahr: 284,8 Mio. €) und die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG in Höhe von 61,5 Mio. € (Vorjahr: 75,3 Mio. €). Diesen stehen Strombezüge von der STEWEAG-STEG GmbH in Höhe von 43,8 Mio. € (Vorjahr: 17,5 Mio. €) und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG in Höhe von 51,6 Mio. € (Vorjahr: 66,0 Mio. €) gegenüber. Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG leistete in der Berichtsperiode 2011 insgesamt Baukostenbeiträge in Höhe von 35,5 Mio. € (Vorjahr: 14,9 Mio. €).
In der Berichtsperiode 2011 betrugen die Umsatzerlöse mit der POWEO S.A. (Group) – diese umfasst auch weiterhin all jene Produktionsunternehmen, welche die POWEO S.A. aufgrund potenzieller Stimmrechte beherrscht (siehe: Grundlagen der Rechnungslegung) – insgesamt 68,1 Mio. € (Vorjahr: 54,0 Mio. €). Der Strombezug von der POWEO S.A. (Group) betrug in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 147,4 Mio. € (Vorjahr: 99,1 Mio. €). Die Zinserträge von der POWEO S.A. (Group) beliefen sich insgesamt auf 2,7 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €). Das übrige Finanzergebnis in Höhe von –19,2 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) resultiert einerseits aus der ergebniswirksamen Bewertung der gesamthaften Stillhalterposition gegenüber der POWEO S.A. und der Direct Energie S.A. zum 30.9.2011 in Höhe von –26,4 Mio. € und andererseits aus Zinserträgen aus der Ausleihung gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre S.A.S. in Höhe von 7,3 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €). Bei der Ermittlung dieser Angaben wurde entsprechend berücksichtigt, dass die POWEO S.A. (als Mutterunternehmen des Konzerns) und die POWEO Production S.A.S. nur bis Ende des Quartals 3/2011 nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 waren; die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und die POWEO Toul Production S.A.S. waren und sind nach wie vor nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.
Zum 31.12.2011 bestanden gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der POWEO Toul Production S.A.S. insgesamt Forderungsposten in Höhe von 250,7 Mio. € (Vorjahr: 187,8 Mio. €); davon waren 173,8 Mio. € (Vorjahr: 172,8 Mio. €) langfristig. In diesen Forderungen zum 31.12.2011 war der langfristige Teil einer bis 2023 laufenden Ausleihung an die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. in Höhe von 150,8 Mio. € (Vorjahr: 163,9 Mio. €) enthalten; der kurzfristige Teil dieser Ausleihung in Höhe von 13,1 Mio. € (Vorjahr 13,1 Mio. €) war in den sonstigen Forderungen enthalten. In Zusammenhang mit der Ausleihung besteht eine hypothekarische Sicherstellung in Form des Gasund-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks.
Die Forderungen gegenüber den anderen Unternehmen der POWEO S.A. (Group) betrugen zum 31.12.2010 insgesamt 25,3 Mio. €; diese waren zur Gänze kurzfristig. Zum 31.12.2011 bestanden gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der POWEO Toul Production S.A.S. insgesamt Schuldposten in Höhe von 42,0 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €); diese waren zur Gänze kurzfristig.
Infolge des Erwerbs 100%iger Beteiligungen zunächst an der POWEO Production S.A.S. selbst und dann an ihren (ehemaligen) Tochterunternehmen erhöhte sich auch der Strombezug aus dem bestehenden Stromabnahmevertrag mit der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. um (weitere) 60%. VERBUND wird daher bis zu einer etwaigen Optionsausübung durch die POWEO S.A. 100% des im Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Pont-sur-Sambre erzeugten Stroms abnehmen.
In der Berichtsperiode 2011 hatte die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. eine Bankgarantie zugunsten der französischen Réseau de Transport d'Electricité (RTE) beizubringen. Diese wurde seitens der Société Générale gegen eine Rückgarantie von VERBUND gegeben.
Für die Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul durch ein deutsch-österreichisches Bankenkonsortium und durch die Europäische Investitionsbank (EIB) wurden seitens VERBUND Finanzgarantien mit einem Haftungshöchstbetrag von 350,0 Mio. € (aushaftender Betrag zum 31.12.2011: 232,0 Mio. €) beigebracht. Diese Finanzgarantien wurden in Höhe des Barwerts der seitens der POWEO Toul Production S.A.S. zu leistenden Garantieentgelte in den Forderungsposten bilanziert; ihnen steht eine in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten erfasste Garantieverbindlichkeit gegenüber. Diese wurde in der Berichtsperiode 2011 um 18,1 Mio. € aufgestockt (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen). In Zusammenhang mit der Finanzgarantie besteht eine hypothekarische Sicherstellung in Form des (in Bau befindlichen) Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks.
Um die Fertigstellung der Solarpark- und Dachfotovoltaik-Anlagenprojekte der POWEO Outre-mer Solaire S.A.S. in den französischen Überseegebieten sicherzustellen, wurden seitens VERBUND in der Berichtsperiode 2011 diverse Garantien beigebracht.
Darüber hinaus garantiert VERBUND zugunsten der Agip North Africa BV, dass die Sorgenia S.p.A. ihren Verpflichtungen aus einem Erdgasliefervertrag nachkommt, und zugunsten der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG, dass die STEWEAG-STEG GmbH ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Ökostromabwicklungsstelle erfüllt.
In der Berichtsperiode 2010 wurde VERBUND ein Investitionszuschuss in Höhe von 16,0 Mio. € seitens der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG für die Kraft-Wärme-Kopplung im Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach gewährt. Daraus resultierte zum 31.12.2011 eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 4,8 Mio. € (Vorjahr: 11,2 Mio. €).
Zum 31.12.2011 bestanden aus sonstigen Haftungsverhältnissen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 28,1 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €). Dabei handelt es sich um Garantien, die VERBUND für die nicht konsolidierte Verbundplan Birecik Baraji Isletme Ltd. Sti. (VBOC) abgegeben hat. Die VBOC ist im Rahmen eines Betreibermodells ("build operate transfer", BOT) über 15 Jahre mit der Betriebsführung des Wasserkraftwerks Birecik am Euphrat in der Türkei betraut. Die Garantien beziehen sich auf Haftungen der VBOC aus ihrer Betriebsführungstätigkeit für die Birecik Baraj ve Hidroelektrik Santrali Tesis ve Isletme A.S. in der Türkei.
Infolge des Rücktritts vom Bieterverfahren um das Verteilnetz Ayedas im asiatischen Teil Istanbuls könnte aufgrund eines Rahmenvertrags zwischen VERBUND und der Sabanci Holding A.S. unter Umständen für VERBUND ein Ersatzanspruch in Höhe des verfallenen Vadiums zuzüglich einer pauschalen Konventionalstrafe entstehen.
Die offenen Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich umfassen Eigenkapitalzufuhren zu Beteiligungsunternehmen, sofern die entsprechenden Gesellschafterbeschlüsse bereits gefasst sind. Zum 31.12.2011 bestehen im Beteiligungsbereich keine offenen Einzahlungsverpflichtungen (Vorjahr: 0,0 Mio. €).
In Zukunft können Einzahlungsverpflichtungen aus einem Rahmenvertrag zwischen VERBUND und der Sabanci Holding A.S. zur Schaffung eines Erzeugungsportfolios mit einer installierten Leistung von rund 5.000 MW in der Türkei bis 2015 entstehen. Die entsprechenden Projekte der Enerjisa Enerji Üretim A.S. sind mit Eigenkapitalquoten zwischen 30% und 40% zu finanzieren. Der Anteil von VERBUND daran beträgt 50%.
Die Sorgenia S.p.A. (Group) betreibt ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, bei dem Stock Options an Mitglieder des Managements ausgegeben werden. Für die im Rahmen dieses Vergütungsprogramms erworbenen Aktien an der Sorgenia S.p.A. (Group) bestehen seitens der Mitglieder des Managements Verkaufsoptionen, die es ihnen ermöglichen, die Aktien den Eigentümern der Sorgenia S.p.A. (Group) anteilig anzudienen. Derzeit hält VERBUND 44,9% an der Sorgenia S.p.A. (Group).
Eventualverbindlichkeiten im Beteiligungsbereich
Sonstige Verpflichtungen im Beteiligungsbereich
Transaktionen mit der Republik Österreich sowie unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen Die Stromlieferungen an die Republik Österreich beliefen sich in der Berichtsperiode 2011 auf 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,03 Mio. €). Die Stromlieferungen an unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen betrugen in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 97,9 Mio. € (Vorjahr: 93,9 Mio. €). Die Stromabnehmer waren dabei im Wesentlichen die ÖBB, die OMV und die Telekom Austria. Der Strombezug von unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen betrug in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 42,4 Mio. € (Vorjahr: 31,6 Mio. €). Der Stromlieferant waren dabei im Wesentlichen die ÖBB.
Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch die Energie-Control Austria betrug in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 10,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €).
Angaben zu den Organen
Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate-Governance-Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.
| Laufende Bezüge des Vorstands | in € | |
|---|---|---|
| Fixe Bezüge | Variable Bezüge | |
| Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber | 623.569 | 234.402 |
| Dr. Johann Sereinig | 593.957 | 270.428 |
| Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | 416.390 | 153.049 |
| Dipl.-Ing. Dr. Günter Rabensteiner (ab 1.4.2011) | 315.425 | 0 |
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2011 insgesamt 2.607.219 € (Vorjahr: 2.859.553 €). Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2011 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2010. Da Dipl.-Ing. Dr. Rabensteiner erst im Laufe der Berichtsperiode 2011 in den Vorstand bestellt wurde, kam für die Berichtsperiode 2010 noch kein variabler Bezug zur Auszahlung.
Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2010 betrug dieser Prozentsatz maximal 50% bis 60%. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für die Berichtsperiode vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte für die Berichtsperiode 2010 zu 50% auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50% auf qualitativen (zum Teil mittelfristigen) Zielen – beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturell-organisatorischen Bereich. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2011 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 132.621 € (Vorjahr: 115.714 €) bezahlt.
In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. In der Berichtsperiode 2011 sind 491.166 € (Vorjahr: 707.387 €) für Pensionen und Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.
Bei den Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) ergibt sich aufgrund eines Sondereffekts ein Ertrag in Höhe von 135.697 € (Vorjahr: ein Aufwand in Höhe von 42.891 €). Die Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 597.362 € (Vorjahr: 97.792 €).
Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen insgesamt 200.133 € (Vorjahr: 212.779 €). An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.
Konzernunternehmen
Die nachfolgende Liste umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. In dieser Liste sind darüber hinaus auch nicht konsolidierte Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen von VERBUND mit einem Anteil ≥ 20% enthalten. Die Aufstellung enthält grundsätzlich die Daten aus dem jeweils letzten verfügbaren Jahresabschluss des Unternehmens nach lokal geltenden Bilanzierungsregeln (für Österreich: nach UGB). Bei Jahresabschlüssen in Fremdwährung erfolgte die Umrechnung der Daten mit dem Kurs zum jeweiligen Bilanzstichtag.
| Konzernunternehmen | in Tsd. € | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft | Sitz | Kon solidie rungsart |
Ober gesell schaft |
Anteil der Oberge sellschaft am Kapital |
Bilanz stichtag |
Eigen kapital |
Jahres über schuss |
Anm. |
| VERBUND AG (VH) | Wien | VK | – | – | 31.12.2011 | 2.889.867 | 274.327 | |
| VERBUND Beteiligungsholding GmbH (VBH) |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 1.204.492 | – 111.911 | |
| VERBUND International GmbH (VIN) |
Wien | VK | VBH | 100,00% | 31.12.2011 | 972.699 | – 112.890 | |
| VERBUND Italia S.p.A. (VIT) |
Mailand | VK | VIN | 100,00% | 31.12.2011 | 646.856 | – 495 | 1 |
| Austrian Power Grid AG (APG) |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 258.076 | 1.005 | |
| VERBUND International Frankreich GmbH (VIN-FR) |
Wien | VK | VIN | 100,00% | 31.12.2011 | 85.121 | – 36.691 | 2 |
| VERBUND Renewable Power GmbH (VRP) |
Wien | VK | VBH | 100,00% | 31.12.2011 | 80.360 | – 842 | |
| CAS REGENERABILE S.R.L. |
Bukarest | VK | VRP VRP AT |
99,90% 0,10% |
31.12.2011 | 26.092 | 584 | 1 |
| VERBUND Tourismus GmbH (VTO) |
Kaprun | VK | VH VBH |
99,90% 0,10% |
31.12.2011 | 22.416 | 495 | |
| Haos Invest EAD | Sofia | VK | VRP | 100,00% | 31.12.2011 | 9.200 | 329 | 1 |
| VERBUND Sales GmbH (VSA) |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 7.352 | 7.839 | |
| VERBUND Photovoltaics Ibérica S.L. |
Madrid | VK | VRP | 100,00% | 31.12.2011 | 5.452 | 558 | 1 |
| VERBUND Wind Power Austria GmbH (VRP-AT) |
Wien | VK | VRP VBH |
99,75% 0,25% |
31.12.2011 | 4.699 | 852 |
| Konzernunternehmen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft | Sitz | Kon solidie rungsart |
Ober gesell schaft |
Anteil der Oberge sellschaft am Kapital |
Bilanz stichtag |
Eigen kapital |
Jahres über schuss |
Anm. | |
| VERBUND Management Service GmbH |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 3.091 | 6.045 | ||
| VERBUND Telekom Service GmbH |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 2.167 | 6.985 | ||
| VERBUND International Finance GmbH |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 2.035 | – 637 | ||
| VERBUND Trading AG |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 1.859 | 1.579 | ||
| VERBUND Umwelttechnik GmbH |
Klagen furt |
VK | VRP | 100,00% | 31.12.2011 | 583 | 150 | ||
| VERBUND Finanzierungsservice GmbH |
Wien | VK | VH | 100,00% | 31.12.2011 | 218 | 2.147 | ||
| VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH |
Wien | VK | VBH | 100,00% | 31.12.2011 | 35 | 3 | ||
| Alpha Wind S.R.L. | Bukarest | VK | VRP | 90,00% | 31.12.2011 | 94.829 | – 1.162 | 1 | |
| VERBUND Hydro Power AG (VHP) |
Wien | VK | VH | 80,33% | 31.12.2011 | 1.197.202 | 321.996 | ||
| VERBUND Innkraftwerke GmbH |
Töging | VK | VH | 70,27% | 31.12.2011 | 431.354 | 29.419 | ||
| VERBUND Thermal Power GmbH |
Graz | VK | VH | 59,49% | 31.12.2011 | 1.535 | 1.131 | ||
| VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG |
Graz | VK | VH | 55,65% | 31.12.2011 | 59.206 | – 44.701 | ||
| POWEO Pont-sur Sambre Production S.A.S. |
Pont-sur Sambre |
EQ | VIN FR VIN |
60,00% 40,00% |
31.12.2010 | 85.601 | 11.575 | ||
| POWEO Toul Production S.A.S. |
Toul | EQ | VIN FR VIN |
60,00% 40,00% |
31.12.2010 | – 1.333 | – 1.335 | ||
| Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH (VHP-AL-HI) |
Wien | EQ | VHP | 50,01% | 31.12.2010 | 30 | – 5 | 3 | |
| Österreichisch Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft |
Simbach | EQ | VH | 50,00% | 31.12.2010 | 51.361 | 3.272 | 3 |
| Konzernunternehmen | in Tsd. € | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft | Sitz | Kon solidie rungsart |
Ober gesell schaft |
Anteil der Oberge sellschaft am Kapital |
Bilanz stichtag |
Eigen kapital |
Jahres über schuss |
Anm. |
| Donaukraftwerk | ||||||||
| Jochenstein | ||||||||
| Aktiengesellschaft | Passau | EQ | VH | 50,00% | 31.12.2010 | 13.981 | 818 | 3 |
| Ennskraftwerke Aktiengesellschaft |
Steyr | EQ | VH | 50,00% | 31.12.2010 | 13.129 | 236 | 3 |
| Grenzkraftwerke Gesellschaft mit |
||||||||
| beschränkter Haftung | Simbach | EQ | VHP | 50,00% | 31.12.2010 | 127 | 77 | 3 |
| Energie Klagenfurt GmbH |
Klagen furt |
EQ | VH | 49,00% | 31.12.2010 | 67.392 | 3.592 | 3 |
| Gletscherbahnen Kaprun |
||||||||
| Aktiengesellschaft | Kaprun | EQ | VTO | 45,00% | 30.09.2010 | 41.117 | 1.269 | |
| Kärntner Restmüllverwertungs |
Arnold | |||||||
| GmbH | stein | EQ | VRP | 42,87% | 31.12.2010 | 11.800 | 1.862 | |
| KELAG-Kärntner Elektrizitäts |
Klagen | |||||||
| Aktiengesellschaft | furt | EQ | VH | 35,17% | 31.12.2010 | 507.421 | 78.667 | |
| Sorgenia Holding S.p.A. (SORGENIA) |
Mailand | EQ | VIT | 34,97% | 31.12.2010 | 703.586 | – 30.577 | |
| STEWEAG-STEG GmbH |
Graz | EQ | VH | 34,57% | 31.12.2010 | 340.503 | 37.532 | |
| Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG |
Wien | EQ | VHP | 33,33% | 31.12.2010 | 6.036 | 488 | 3 |
| Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und |
||||||||
| Betriebs GmbH | Wien | EQ | VHP | 33,33% | 31.12.2010 | 42 | 3 | 3 |
| OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG |
Wien | EQ | APG | 24,40% | 31.12.2010 | 5421 | 375 | |
| Enerjisa Enerji A.S. (VIN-TR-HI) |
Istanbul | EQ | VIN | 50,00% | – | – | – | 2, 3 |
| Sorgenia S.p.A. | VIT SOR |
16,94% | ||||||
| Mailand | NK | GENIA | 79,98% | 31.12.2010 | 703.129 | – 31.033 | 1 | |
| Energji Ashta Shpk | VHP | |||||||
| Tirana | NK | AL-HII | 100,00% | 31.12.2010 | 39.414 | – 1.553 |
| Konzernunternehmen | in Tsd. € | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft | Sitz | Kon solidie rungsart |
Ober gesell schaft |
Anteil der Oberge sellschaft am Kapital |
Bilanz stichtag |
Eigen kapital |
Jahres über schuss |
Anm. |
| Enerjisa Elektrik Enerjisi Toptan Satis A.S. |
Istanbul | NK | VIN TR-HI |
100,00% | 31.12.2010 | 3.570 | 1.836 | 1, 4 |
| Enerjisa Elektrik Dogalgaz Toptan Satis A.S. |
Istanbul | NK | VIN TR-HI |
100,00% | 31.12.2010 | 1.623 | – 39 | 1, 4 |
| Enerjisa Enerji Üretim A.S. |
Istanbul | NK | VIN TR-HI |
100,00% | 31.12.2010 | 962 | 10 | 1, 4 |
| VERBUND Trading Hungária Kft |
Budapest | NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 612 | 78 | |
| Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. |
Istanbul | NK | VIN TR-HI |
100,00% | 31.12.2010 | 576 | 14 | 1, 4 |
| VERBUND Trading Slovakia s.r.o. |
Bratis lava |
NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 467 | 24 | |
| VERBUND Trading Czech Republic s.r.o. |
Prag | NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 453 | 9 | |
| VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH |
Mün chen |
NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 228 | 120 | |
| VERBUND Trading Macedonia DOOEL |
Skopje | NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 149 | 50 | |
| Lestin & Co. Tauch und Bergungs unternehmen Gesellschaft m.b.H. |
Passau | NK | LES TIN |
100,00% | 31.12.2010 | 79 | 0 | |
| VERBUND Trading Croatia d.o.o. |
Zagreb | NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 78 | 14 | |
| POWEO Blaringhem Production S.A.R.L. |
Paris | NK | VIN FR VIN |
60,00% 40,00% |
31.12.2010 | – 71 | – 42 | |
| VERBUND Trading Serbia d.o.o. |
Belgrad | NK | VTR | 100,00% | 31.12.2010 | 62 | – 11 | |
| VERBUND EcoSales GmbH |
Wien | NK | VSA | 100,00% | 31.12.2010 | 35 | – 19 | |
| Ashta Beteiligungs verwaltung GmbH (VHP-AL-HII) |
Wien | NK | VHP AL-HI |
100,00% | 31.12.2010 | 30 | – 5 | |
| VERBUND Trading Romania S.R.L. |
Bukarest | NK | VTR VH |
99,00% 1,00% |
31.12.2010 | – 3 | – 4 | |
| Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H. (LESTIN) |
Wien | NK | VHP | 82,35% | 31.12.2010 | 519 | 38 |
| Konzernunternehmen | in Tsd. € | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft | Sitz | Kon solidie rungsart |
Ober gesell schaft |
Anteil der Oberge sellschaft am Kapital |
Bilanz stichtag |
Eigen kapital |
Jahres über schuss |
Anm. |
| VERBUND Mobile | VH | 75,10% | ||||||
| Power Region GmbH | AL MEN |
|||||||
| Wien | NK | LAND | 24,90% | 31.12.2010 | 16 | – 19 | ||
| RIECADO Regional Energy Capacity Auction Data |
||||||||
| Operator GmbH | Wien | NK | APG | 74,80% | 31.12.2010 | 125 | 55 | |
| Verbundplan Birecik Baraji Isletme Ltd. Sti. |
Birecik | NK | VHP | 70,00% | 31.12.2010 | 5.258 | 4.665 | |
| Energie Austria GmbH |
Wien | NK | VH | 68,75% | 31.12.2010 | 46 | – 4 | |
| POWEO Outre-mer Solaire |
Paris | NK | VIN FR |
50,10% | 31.12.2010 | 4.442 | – 394 | |
| Gemeinschaftskraft werk Inn GmbH |
Landeck | NK | VH | 50,00% | 31.12.2010 | 222 | 3 | |
| C.E.M.P. d.o.o. | Zagreb | NK | VRP | 50,00% | 31.12.2010 | 168 | – 105 | |
| Almenland Energie GmbH |
||||||||
| (ALMENLAND) | Fladnitz | NK | VRP | 50,00% | 31.12.2010 | 28 | 0 | |
| PÖYRY Energy GmbH | Wien | NK | VH | 25,10% | 31.12.2010 | 14.811 | 2.526 |
VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen / EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen / NK = nicht konsolidiertes Unternehmen
Einzelabschluss nach IFRS // 2 Neugründung in der Berichtsperiode 2011 // 3 Gemeinschaftsunternehmen // 4 Einbringung in der Berichtsperiode 2011
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Wirkung vom 30.1.2012 wurden in der Enerjisa Enerji A.S. die Kapitalerhöhungen für das Jahr 2012 in Höhe von 1.045,4 Mio. TRY beschlossen. Der Anteil von VERBUND an diesen Kapitalerhöhungen beträgt 50%.
Wien, am 31.1.2012 Der Vorstand
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND vermittelt.
Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist.
Wien, am 31.1.2012 Der Vorstand
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2011 bis zum 31.12.2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31.12.2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldflussrechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das am 31.12.2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.
Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungsund Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.
Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung
Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1.1.2011 bis zum 31.12.2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Prüfungsurteil
Aussagen zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.
Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.
Wien, am 31.1.2012 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Maximilian Schreyvogl
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Glossar
Glossar
Baseload/Grundlast
Base-Bandlieferungen sind Liefermengen mit konstanter Leistung von 00:00 bis 24:00 Uhr.
Benchmark
Bezeichnung für eine Vergleichsgröße, die einem Fonds oder Portfolio als Orientierungsgröße gegenübergestellt wird.
Betreibermodell
Betreibermodelle bezeichnen Public-Private-Partnerships, bei denen Planung, Finanzierung, Bau und eigenständiger Betrieb anlagentechnischer Infrastruktur an eine Betreibergesellschaft vergeben werden.
Bilanziell geschlossene Positionen
Bilanziell geschlossene Positionen umfassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen; vormals wurden Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die dazugehörigen Veranlagungen ebenso behandelt.
Bruttoverschuldung
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich geschlossener Positionen.
Capital-Employed
Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und -verwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen) und abzüglich unverzinslicher Schulden.
Cashflow
Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit zusammen.
Clean-Dark-Spread
Differenz zwischen Brennstoffpreis (Kohle) inkl. CO2-Preis und Strompreis.
Clean-Spark-Spread
Differenz zwischen Brennstoffpreis (Gas) inkl. CO2-Preis und Strompreis.
Corporate Governance Kodex
Verhaltensregelkodex für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze guter Unternehmensführung festschreibt. Der Inhalt stellt allerdings kein gesatztes Recht dar, sondern ist ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.
Cross-Border-Leasing
Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber und -nehmer haben ihren Standort in unterschiedlichen Ländern.
Discounted-Cashflow-Methode
Ermittlung des Unternehmenswerts durch Diskontierung von zukünftigen Zahlungsmittelüberschüssen, die je nach Verfahren unterschiedlich definiert werden. Bei VERBUND wird das Bruttoverfahren (Entity-Ansatz) angewendet.
EBIT ("earnings before interest and taxes")
Operatives Ergebnis.
EBITDA ("earnings before interest, taxes, depreciation and amortization")
Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte unter Berücksichtigung von Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen.
EBIT-Marge
Umsatzrentabilität.
EVA® (Economic Value Added)
Differenz zwischen dem vom Unternehmen erzielten Ertrag auf das im Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung eingesetzte Vermögen und den (gesamten) Kapitalkosten; EVA® = NOPAT – (Capital-Employed x WACC)
E-Control (Energie-Control Austria)
2001 wurde die Energie-Control GmbH (E-Control) gegründet. Mit 3.3.2011 wurde die E-Control in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt (§ 2, § 43 Energie-Control Gesetz). Ihre Aufgabe ist, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarktes zu überwachen und eventuell regulierend einzuschreiten.
ECRA (Emission Certificate Registry Austria GmbH)
Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Emissionszertifikategesetzes (EZG) als Registerstelle eingerichtet; ihre Aufgabe ist die Vergabe, den Besitz, die Übertragung und die Löschung von Emissionszertifikaten technisch zu administrieren.
Eigenkapitalquote (bereinigt)
Eigenkapital im Verhältnis zum um bilanziell geschlossene Positionen bereinigten Gesamtkapital.
Eigenkapitalrentabilität (ROE)
Periodenergebnis (bereinigt um das Ergebnis aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen) im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital.
ElWOG
Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz. Durch das ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt.
Engpassleistung (EPL)
Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann.
Enterprise-Value (EV)
Der Enterprise-Value entspricht der Marktkapitalisierung zuzüglich der Nettoverschuldung und gibt den Gesamtunternehmenswert zu Marktwerten wieder.
Equity-Methode
Methode zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Bei der Equity-Methode wird der Beteiligungsansatz im Grunde an die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine "Einzeilenkonsolidierung". Die Veränderungen werden entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (das heißt direkt im Eigenkapital) erfasst.
Erzeugungskoeffizient
Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines (oder einer Reihe von) Wasserkraftwerkes(n) in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus historischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses(r) Wasserkraftwerke(s) im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet 1,1 eine 10%ige Mehrproduktion.
Fluktuationsrate
Die Fluktuationsrate ist der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der Probezeit verlassen haben. Der Anteil wird im Verhältnis zum Mitarbeiterstand zum Bilanzstichtag berechnet.
Free Cashflow
Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z.B. Dividendenzahlungen, Tilgungen von Krediten) zur Verfügung.
FFO ("funds from operations")
Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern
Gearing
Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.
Gross-Debt-Coverage
Verhältnis von FFO zur Bruttoverschuldung.
Gross-Interest-Coverage
Verhältnis von FFO zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personalbereich).
Heizgradsummen
Summe der Heizgradtage eines bestimmten Zeitabschnitts.
IFRS
International Financial Reporting Standards: Die Abkürzung IFRS ist der Oberbegriff für alle IAS (International Accounting Standards) und IFRS (International Financial Reporting Standards) sowie alle Interpretationen des SIC (Standing Interpretations Committee) und des IFRIC (International Financial Reporting Standards Interpretations Committee).
Inter-TSO-Compensation (ITC)
Inter-TSO-Compensation ist die Kompensation für die Kosten für Transitströme in Übertragungsnetzen.
(n-1)-Kriterium
Regel, nach der der Ausfall eines einzigen Betriebsmittels, z.B. einer Leitung, die Sicherheit des Netzbetriebs nicht gefährden darf.
Nettoverschuldung
Bruttoverschuldung abzüglich liquider Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und Ausleihungen sowie der Wertpapiere im kurzfristigen und langfristigen Vermögen.
Payout-Ratio
Vorgeschlagene Dividendenzahlung im Verhältnis zum Konzernergebnis.
Peakload/Spitzenlast
Peak bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast), üblicherweise tagsüber an Werktagen. In Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz von 08:00 bis 20:00 Uhr eines jeden Wochentages (Montag bis Freitag).
Performance
Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios z.B. über ein Jahr, bezogen auf ein bestimmtes Risikomaß.
Portfolio
Gesamtbestand an Wertpapieren, die ein Kunde oder Investmentfonds besitzt; dient der Risikostreuung.
Public-Private-Partnership (PPP)
Partnerschaftliches Zusammenwirken von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben (z.B. im Infrastrukturbereich).
Systemnutzungstarife-Verordnung (SNT-VO)
Die Systemnutzungstarife-Verordnung bestimmte die Grundsätze für die Ermittlung und die Zuordnung der Kosten, die Kriterien für die Tarifbestimmung sowie die Tarife für die zur Netznutzung zu entrichtenden Entgelte. Die Verordnung wurde jährlich von der Energie-Control-Kommission erlassen. Seit 2012 wird die Systemnutzungsentgelte-Verordnung von der Regulierungskommission der E-Control erlassen.
Regelarbeitsvermögen (RAV)
Durchschnittliche, aus historischen Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks.
Return-on-Capital-Employed (ROCE)
Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen (inklusive Zinsen im Personalbereich) erhöhtes Periodenergebnis (Net-Operating-Profit-After-Tax, NOPAT) im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital-Employed.
Risikomanagement
Systematische Vorgehensweise, um potenzielle Risiken zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen zur Risikohandhabung auszuwählen und umzusetzen.
Schwankungsmarge (Variation-Margin)
Die Schwankungsmarge stellten bei Futures die täglich bezahlte Gutschrift oder Lastschrift aus der Bewertung dar (d.h. die von der Börse bezahlte Bewertung). Im Gegensatz zur sogenannten Initial-Margin hat die Variation-Margin nicht den Charakter einer Sicherheitsleistung. Bei der
Variation-Margin handelt es sich, obwohl die Beträge täglich auf dem Margin-Konto gutgeschrieben bzw. belastet werden, um nicht realisierte Gewinne bzw. Verluste; die Position als solche ist nach wie vor schwebend.
Umsatzrentabilität
EBIT im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.
Value-at-Risk (VaR)
Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials, das unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z.B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen.
VERBUND Energy Market Model (VEMM)
Ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für Elektrizitätsmärkte.
Volatilität
Intensität der Kursschwankung von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern.
WACC ("weighted average cost of capital")
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten für Eigen- und Fremdkapital.
Teil 2
Drei-Jahres-Vergleich
| in Mio. € | |||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | 2009 | |
| Umsatzerlöse | 3.422,2 | 3.041,0 | 3.181,3 |
| Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) | 462,3 | 540,7 | 648,3 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) | 282,9 | 376,8 | 547,3 |
| Jahresüberschuss | 274,3 | 352,6 | 515,2 |
| Bilanzgewinn | 191,1 | 191,1 | 382,3 |
| Bilanzsumme | 5.596,3 | 5.900,1 | 5.055,5 |
| Anlagevermögen | 4.652,6 | 4.175,5 | 4.282,5 |
| Investitionen in Sachanlagen | 6,2 | 3,5 | 1,6 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen | 1,4 | 2,2 | 2,7 |
| Eigenkapital | 2.889,9 | 2.806,4 | 1.837,8 |
| Umsatzrentabilität (ROS) | 13,5 % | 17,8% | 20,4% |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 10,1 % | 20,5% | 33,2% |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 7,8 % | 10,7% | 18,8% |
| ROCE | 6,2 % | 7,8% | 12,3% |
| Eigenkapitalquote | 51,7 % | 47,6% | 36,4% |
| Schuldentilgungsdauer | 9,7 | 8,1 | 6,2 |
| Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit | 288,2 | 367,8 | 495,1 |
| Gearing | 87,3% | 102,7% | 158,1% |
| Höchstkurs | 32,5 | 32,1 | 38,9 |
| Tiefstkurs | 17,9 | 24,2 | 23,0 |
| Letztkurs | 20,7 | 27,9 | 29,7 |
| (Vorgeschlagene) Dividende je Aktie | 0,55 | 0,55 | 1,00 |
| (Vorgeschlagene) Sonderdividende je Aktie | 0,00 | 0,00 | 0,25 |
| Dividenden-Rendite | 2,65 % | 1,97% | 4,21% |
| Betriebswirtschaftlicher Personalstand | 163 | 178 | 187 |
| Stromabgabe Konzern (GWh)1 | 64.396 | 55.729 | 51.289 |
inklusive Systembedarf
Organe der Gesellschaft
Vorstand
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender |
1956 | 1.1.2009 | 31.12.2013 |
| Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig Vorsitzender-Stellvertreter |
1952 | 1.1.1994 | 31.12.2013 |
| Vorstandsdirektorin Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | 1957 | 1.1.2007 | 31.12.2013 |
| Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner | 1953 | 1.4.2011 | 31.12.2013 |
Aufsichtsrat
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender Alleinvorstand der FI Beteiligungs- und Finanzierungs AG, Geschäftsführer der Hereschwerke GmbH, Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Heresch & Co GmbH |
1956 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Dr. Maximilian Eiselsberg 1. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 13.4.2011) Rechtsanwalt |
1947 | 23.2.1993 | 13.04.2011 |
| Dkfm. Peter Püspök 1. Vorsitzender-Stellvertreter (ab 13.4.2011) 2. Vorsitzender-Stellvertreter (bis 13.4.2011) Aufsichtsrat der Semper Constantia Privatbank (Vorsitzender-Stv.) |
1946 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher 2. Vorsitzender-Stellvertreter (ab 13.4.2011) Aufsichtsrat der KSV 1870 Holding AG (Vorsitzender.-Stv.), der Richter Pharma AG (Vorsitzender.-Stv.), der Bene AG, der Voglauer Möbelwerk Gschwandtner & Zwilling GesmbH, der UMDASCH AG, der LICON Treuhand- und VerwaltungsGesmbH und der LISEC Maschinenbau GesmbH |
1949 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Geschäftsführender Gesellschafter der Heinzel Holding GmbH, Aufsichtsrat der Miba AG, der Allianz Elementar Versicherungs AG, der Zellstoff Pöls AG (Vorsitzender), der Wilfried Heinzel AG (Vorsitzender), der Europapier AG (Vorsitzender), der Biocel Paskov A.S. (Vorsitzender)/ Tschechische Republik, und der Estonian Cell A.S., Kunda/Estland |
1947 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
| Name | Geburtsjahr | Datum der Erstbestellung |
Ende der laufenden Funktionsperiode |
|---|---|---|---|
| Dr. Burkhard Hofer Vorsitzender des Aufsichtsrats der EVN AG, Aufsichtsrat der BEGAS Energie AG, der Burgenland Holding AG, der RAG-Beteiligungs AG, der Flughafen Wien AG und der HYPO NOE Gruppe Bank AG |
1944 | 27.5.1999 | 13.04.2011 |
| Mag. Harald Kaszanits Kabinettchef des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend |
1963 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Mag. Herbert Kaufmann Aufsichtsrat der Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH |
1949 | 26.3.2008 | o. HV 2015 |
| Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands der EVN AG, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Burgenland Holding AG, Vorsitzender d. Aufsichtsrats der RAG Rohöl-Aufsuchungs AG und der RAG Beteiligungs AG |
1953 | 13.4.2011 | o. HV 2015 |
| Dr. Gabriele Payr Vorsitzende des Vorstands der WIENER STADTWERKE Holding AG, Vorsitzende des Aufsichtsrats der WIEN ENERGIE GmbH, der WIEN ENERGIE Gasnetz GmbH, der WIEN ENERGIE Stromnetz GmbH, der Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen, der B&F WIEN – Bestattung und Friedhöfe GmbH, der Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft der Wiener Stadtwerke Gesellschaft m.b.H., der WIENER STADTWERKE Beteiligungsmanagement GmbH, Aufsichtsrat der WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG AG Vienna Insurance Group, Generalrat der Österreichische Nationalbank |
1959 | 13.4.2011 | o. HV 2015 |
| Christa Wagner Geschäftsführende Gesellschafterin der JOSKO Fenster und Türen GmbH |
1960 | 7.4.2010 | o. HV 2015 |
| Ing. Siegfried Wolf Aufsichtsratsvorsitzender der OJSC Russian Machines, Aufsichtsrat der Österreichische Industrieholding AG, der Siemens AG Österreich, der STRABAG SE, der GAZ Group, der Glavstroy Corporation LLC, der PSK Transstroy LLC, der Banque Baring Brothers Sturdza S.A. und der Continental AG |
1957 | 16.3.2000 | o. HV 2015 |
Arbeitnehmervertreter
| Name | Geburtsjahr | ||
|---|---|---|---|
| Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung der Arbeitnehmer |
1955 | seit 25.10.2006 | entsendet von der Arbeitnehmer vertretung |
| Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Aufsichtsrat der Sparkasse Voitsberg/Köflach Bankaktiengesellschaft |
1964 | seit 8.3.2004 | entsendet von der Arbeitnehmer vertretung |
| Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender |
1952 | 27.9.1991– 9.5.1993, seit 15.12.2000 |
entsendet von der Arbeitnehmer vertretung |
| Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende Aufsichtsrat der BAV Pensionskassen AG |
1951 | seit 29.8.2006 | entsendet von der Arbeitnehmer vertretung |
| Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat |
1956 | seit 25.10.2006 | entsendet von der Arbeitnehmer vertretung |
Bericht des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2011 war VERBUND, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Trotz der angespannten Marktverhältnisse und einer extrem schlechten Wasserführung gelang es VERBUND jedoch, durch Strukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen und seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums weiterzuverfolgen.
Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in 6 Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt mehr als 92%. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten und in Fällen von Abwesenheit einzelner Mitglieder deren Meinung eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.
Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, über die Lage und die Strategie des Unternehmens einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat hat aufgrund der umfangreichen Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.
Bestellung von zwei Vorstandsmitgliedern
Zu den wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr gehörte die Bestellung von zwei Mitgliedern des Vorstands nach Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung. Nach dem Ausscheiden von Mag. Christian Kern im Jahr 2010 hat der Aufsichtsrat Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner mit Wirkung vom 1.4.2011 zum Mitglied des Vorstands der VERBUND AG bestellt. Weiters wurde die Bestellung von Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer verlängert. Gleichzeitig wurde vom Aufsichtsrat die Geschäftsverteilung für den Vorstand neu geregelt. Dr. Rabensteiner, der seit vielen Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen für den Konzern, zuletzt in der VERBUND Trading AG, tätig war, ist im Vorstand zuständig für Internationales, Wärmekraft und Neue Erneuerbare Energien/Windkraft.
Sonstige wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats
Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrates sind neben der Genehmigung des Konzernbudgets insbesondere die Weiterentwicklung der Auslandsbeteiligungen, vor allem die Restrukturierung bei POWEO in Frankreich und das Investitionsprogramm in der Türkei, und die Zustimmung zum Windprojekt in Casimcea/Rumänien hervorzuheben. Weitere wichtige Themen waren der Verkauf von Anteilen an der VERBUND Innkraftwerke GmbH, ein Effizienzsteigerungsprogramm für Wasserkraftwerke und die Genehmigung von Kapitalaufnahmen bzw. Garantieübernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren.
Änderungen im Aufsichtsrat und seinem Präsidium
In der ordentlichen Hauptversammlung am 13.4.2011 fand die Wahl von zwei neuen Aufsichtsratsmitgliedern statt, nachdem zwei bisherige Mitglieder ihre Funktion zurückgelegt hatten. Anstelle von Dr. Maximilian Eiselsberg und Dr. Burkhard Hofer wurden Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr und Dr. Gabriele Payr in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Belegschaftsvertretern gab es keine Änderung.
Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat.
Bei der Konstituierung des Aufsichtsrats wurde Dr. Gilbert Frizberg wieder zum Vorsitzenden gewählt, Dkfm. Peter Püspök wurde zu seinem ersten Stellvertreter und Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher zum zweiten Stellvertreter gewählt. In der Folge ergaben sich Änderungen in der Zusammensetzung der Ausschüsse.
Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats
Als führendes börsennotiertes Unternehmen hat sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und hat im Jahr 2010 sein Commitment hinsichtlich der aktuellen Fassung des Kodex ausdrücklich erneuert. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen und begründeten Abweichung vollständig eingehalten.
Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) führte der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Dies geschah anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Effizienz des Aufsichtsrats, seiner Organisation und Arbeitsweise auseinandersetzte. Die vom externen Auditor ausgewerteten und als erfreulich zu bezeichnenden Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat diskutiert.
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Berichtsjahr 6 Mal (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen und zur Genehmigung wesentlicher Vorhaben in Tochtergesellschaften). Der Prüfungsausschuss hielt ebenfalls 6 Sitzungen ab und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.
Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet, die ihre in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben wahrnahmen.
Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem Corporate Governance Bericht zu entnehmen.
Jahresabschluss, Konzernabschluss
Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln, und dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2011 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate Governance Bericht, der von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft und testiert wurde.
Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2011 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.
Wien, im Februar 2012
Dr. Gilbert Frizberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats Lagebericht
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Markt und Branche
Die europäische Energiepolitik war im Jahr 2011 durch die Debatte um die weitere Nutzung der Kernkraft, den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, die Festlegung von Energie-Infrastruktur-Prioritäten sowie die Umsetzung des Energie- und Klimaschutzpaketes geprägt. Die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise im Euroraum und deren Folgen für die internationale Wirtschaft sind auch in Österreich spürbar. Dennoch ist die österreichische Wirtschaft 2011 real um 3,2% gewachsen. Der Stromverbrauch in Österreich nahm trotz warmer Witterung aufgrund der noch günstigen Industriekonjunktur um 0,7% zu.
Konjunkturelle Rahmenbedingungen
Konjunktur kühlt ab
Nach einer kräftigen Erholungsphase hat sich das globale Wirtschaftswachstum 2011 abgeschwächt. Der Atomunfall in Japan, die hohe Staatsverschuldung der USA und einiger Eurostaaten, steigende Volatilität an den Finanzmärkten, abnehmendes Vertrauen der Wirtschaftsakteure und ein sinkender wirtschaftspolitischer Spielraum belasteten die Konjunktur.
In den Industrieländern verlangsamte sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) das reale Wirtschaftswachstum 2011 auf 1,6%, nach noch 3,2% im Jahr davor. Zudem führte die Schuldenkrise im Euroraum zu einem gedämpften Wachstum von ebenfalls real 1,6%, nach 1,9% im Jahr 2010. Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Währungsgebiets, war mit einem Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 3,0% weiterhin Wachstumsmotor in Europa. Aber auch die österreichische Wirtschaft wuchs 2011 mit +3,2% (WIFO1 ) noch kräftig. Getragen wurde die Erholung primär von Warenexporten und Investitionen.
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Ausblick eingetrübt
Da sich die Wirtschaftsflaute zunehmend auch in den Euro-Kernländern ausbreitet, geht die größte Gefahr für die Konjunktur von der Belastung durch die Staatschuldenkrise aus. Im Jahr 2012 dürfte die Wirtschaft des Euroraums laut IWF real insgesamt um 0,5% schrumpfen. Auch die österreichische Wirtschaft wird sich der internationalen Abkühlung der Konjunktur nicht gänzlich entziehen können: Gemäß WIFO-Prognose dürfte sie 2012 real immerhin um 0,4% wachsen.
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
Witterung und Konjunktur beeinflussen Energieverbrauch
Der Energieverbrauch hängt wesentlich von Konjunktur und Witterung sowie von der Entwicklung der Energiepreise ab. Im Jahr 2011 ging der Verbrauch in Österreich trotz gestiegener Wirtschaftsleistung aufgrund der warmen Witterung und der hohen Energiepreise zurück. Nach wie vor basieren etwa 70% der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also Erdöl, Kohle und Erdgas.
Der Erdgasverbrauch sank 2011 (Jänner bis November) um 5%. Üblicherweise werden Heizgradsummen als temperaturabhängiger Indikator für den Einsatz von Heizenergie herangezogen, diese gingen im Jahr 2011 um 12% zurück. Während der Wintermonate hängt der Erdgasverbrauch eng mit der Witterung zusammen. Im Sommer wird dieser stärker durch die Nachfrage der Industrie oder die Fahrweise von Gaskraftwerken bestimmt. Diese setzten 2011 (Jänner bis November) um 16% weniger Erdgas zur Stromerzeugung ein.
Da die österreichische Stahlindustrie die Rohstahl-Produktion im abgelaufenen Jahr um 4% steigerte, wurden wesentlich mehr Kohle und Koks eingesetzt. Auch ist der Einsatz von Steinkohle in der Stromerzeugung um 14% (Jänner bis November) gestiegen. Der Verbrauch an Mineralölprodukten ging 2011 hingegen zurück. Die geringere Nachfrage nach flüssigen Brennstoffen war durch die milde Witterung geprägt, die Nachfrage nach Treibstoffen durch das hohe Preisniveau gedämpft.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch konnte 2011 nicht weiter gesteigert werden. Dies ist vor allem auf das deutlich schlechtere Wasserdargebot zurückzuführen. Das Winddargebot lag ebenfalls auf niedrigem Niveau. Die durchgängig höheren Temperaturen sorgten für einen rückläufigen Absatz biogener Brennstoffe am Wärmemarkt.
Stromnachfrage steigt leicht an, Stromproduktion nimmt ab
Bis 1990 war Österreichs Stromverbrauch mehr als doppelt so rasch wie die Wirtschaftsleistung gewachsen. Seither ist dieser Zusammenhang nicht mehr so ausgeprägt. Von 1990 bis vor der Wirtschaftskrise 2008/2009 stiegen Stromverbrauch und Wirtschaftswachstum mit jeweils durchschnittlich 2% pro Jahr annähernd im Gleichschritt. Nach dem krisenbedingten Einbruch um 3,8% im Jahr 2009 war der Stromverbrauch 2010 mit der guten Wirtschaftsentwicklung um 4,5% gestiegen. Im Jahr 2011 hat sich der Stromverbrauch – bedingt durch das milde Wetter – von der BIP-Entwicklung entkoppelt und nur einen leichten Anstieg um 0,7% verzeichnet.
Die Stromerzeugung nahm in Österreich 2011 um 6,1% (Jänner bis November) ab. Die Stromexporte sanken in diesem Zeitraum um 3,9%, die Importe stiegen um 22,3%. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank in Österreich im Jahr 2011 (Jänner bis November) um 8,5%. Auch der Einsatz der thermischen Kraftwerke sank in diesem Zeitraum aufgrund geänderter Energiepreisrelationen um 4,2%.
Rohölpreise auf hohem Niveau
In der ersten Jahreshälfte 2011 führten die politischen Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten zu einem Förderrückgang. Sie gaben Anlass zur Sorge, dass sich das Ölangebot weiter verknappen könnte. Der Preis für kurzfristige Lieferungen (Frontmonat) der Rohölsorte Brent war schon auf knapp 127 \$/bbl gestiegen – der bisherige Höchststand war im Juli 2008 mit 146 \$/bbl erzielt worden. In der zweiten Jahreshälfte 2011 sanken die Preise jedoch aufgrund der Ängste vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung wieder. Im Jahresdurchschnitt wurde Rohöl der Sorte Brent (Frontmonat) mit knapp 111 \$/bbl gehandelt, das sind +38% (Eurobasis: +31%) gegenüber dem Vorjahr.
Deutliche Verteuerung von Gas, Preise für Kraftwerkskohle gestiegen
Ein Großteil der Erdgas-Einfuhren in die Europäische Union (EU) basiert auf ölpreisindizierten Langfristverträgen. Daher beeinflusst die Entwicklung am Ölmarkt – mit mehrmonatiger Zeitverzögerung – die Gaspreise. Zunehmend prägen aber auch kurzfristigere Handelsgeschäfte die Lage an den Gasmärkten. Bei solchen Transaktionen hat Öl keinen unmittelbaren Einfluss auf die Preisbildung, weshalb es in den vergangenen Jahren zu einer zunehmenden Entkopplung der Gas- von den Ölpreisen kam.
Der Abstand ölpreisindizierter Gaslieferverträge zu marktpreisindizierten Gaslieferverträgen für das Frontjahr 2012 lag 2011 durchschnittlich bei knapp 8 €/MWh Gas. Die liquidesten Gas-Handelsplätze in Kontinentaleuropa sind der TTF-Hub (Title Transfer Facility) in Holland sowie der NCG-Hub (Net Connect Germany) in Deutschland. Der NCG-Spotmarktpreis für Erdgas war im Jahr 2011 um knapp 31% höher als im Vorjahr. Auch die langfristigen Gaspreise stiegen: Am Terminmarkt war Erdgas im Jahr 2011 um 33% teurer (NCG-Frontjahr). Gaseinfuhren nach Österreich haben sich 2011 (Jänner bis Oktober) um durchschnittlich 18% verteuert. Auch die Preise für Kohlelieferungen in den ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) verteuerten sich im Jahr 2011. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen um 28%, jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 19% über dem Vorjahr (jeweils Eurobasis).
Politische und regulatorische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene
Energiewende
Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat zu einer Energiedebatte in Europa geführt. Deutschland reagierte mit einem stufenweisen Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022. Auch die Schweiz und Belgien entschieden sich für einen Atomausstieg. Die italienische Bevölkerung sprach sich im Juni 2011 erneut gegen die Stromerzeugung aus Kernenergie aus. In Österreich hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, durch den forcierten Ausbau von erneuerbaren Energien unabhängiger von Stromimporten zu werden. Vor diesem Hintergrund werden intensive Diskussionen über die Zukunft der Energiepolitik geführt.
EU setzt Energieschwerpunkte
Die EU hat im Herbst 2011 neue Vorschriften zum Großhandel mit Strom und Gas verabschiedet. Diese sollen Marktmissbrauch, insbesondere Insider-Handel, verhindern. Unternehmen und Verbraucher sollen damit künftig vor zu hohen Energiepreisen, bedingt durch Marktmanipulationen, geschützt werden.
Dem Ausbau der Energie-Infrastruktur, insbesondere der Stromnetze in Europa, kommt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zu. Die 2011 vorgestellten Gesetzesvorschläge zur Umsetzung des EU-Infrastrukturpakets 2010 sehen unter anderem ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für besonders dringliche Energieprojekte vor.
Bereits 2007 hatten die Staats- und Regierungschefs beschlossen, den Primärenergieverbrauch in der EU bis 2020 um 20% zu reduzieren. Nach aktuellen Schätzungen der EU-Kommission wird die EU – sollte sie weitermachen wie bisher – dieses Ziel nur zur Hälfte erreichen. Daher schlägt die Kommission ein neues Maßnahmenpaket vor, das in einer EU-Richtlinie für Energie-Effizienz gebündelt wird. Der Richtlinienentwurf sieht Maßnahmen für eine effiziente Energienutzung in sämtlichen Bereichen der Energiewertschöpfungskette vor – von der Energieumwandlung über die -verteilung bis zum -verbrauch. So sollen beispielsweise Energieunternehmen dazu verpflichtet werden, durch Effizienzmaßnahmen bei ihren Kunden 1,5% des Endenergieabsatzes einzusparen. Nationale Energie-Effizienz-Pläne sollen die Umsetzung der Maßnahmen sicherstellen.
EU-Binnenmarktpaket, Unbundling-Regelung
Im September 2009 ist das dritte EU-Binnenmarktpaket in Kraft getreten, das verschärfte Maßnahmen zum Unbundling mit sich bringt. VERBUND hat sich entschlossen, einen ITO ("independent transmission operator") umzusetzen, und bleibt damit weiterhin Eigentümer der Austrian Power Grid AG. Durch diesen Schritt wird die operative Unabhängigkeit der Netztochter sichergestellt. Die Umsetzung des ITO muss bis März 2012 durch die nationale Regulierungsbehörde zertifiziert und der Europäischen Kommission zur Stellungnahme vorgelegt werden. Im September 2011 wurden die Zertifizierungsunterlagen beim Regulator eingereicht und bis März 2012 wird mit einer positiven Zertifizierung als ITO gerechnet.
Energiepolitik in Österreich
Stromerzeugung im Inland stärken
Die energiepolitischen Diskussionen in Österreich drehten sich 2011 nach den Ereignissen in Fukushima vor allem um die Erreichung der Unabhängigkeit der Stromversorgung und von Stromimporten. Der derzeit negative Stromaußenhandelssaldo soll insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien und durch geplante Gaskraftwerke wieder positiv werden. Den Ausbau der erneuerbaren Energien soll das Ökostromgesetz (ÖSG 2012) fördern, das 2011 beschlossen wurde. Dieses hebt das Fördervolumen für erneuerbare Energien erheblich an, wovon auch VERBUND in den Bereichen Windenergie und Kleinwasserkraft profitieren kann.
Mehr Transparenz bei der Stromkennzeichnung
Im Jahr 2010 wurde den österreichischen Konsumenten im Durchschnitt ein Mix aus 67,4% bekannten erneuerbaren Energieträgern, 17,6% bekannten fossilen Energieträgern sowie 0,3% bekannten sonstigen Energieträgern und 14,7% Strom unbekannter Herkunft (ENTSO-E) geliefert. Die im September 2011 verlautbarte neue Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control sieht vor, dass künftig neben einer prozentuellen Aufschlüsselung der Primärenergieträger auch die Ursprungsländer der verwendeten Herkunftsnachweise auf Werbe- und Informationsmaterial sowie auf der Rechnung angegeben werden. Strommengen, die nicht durch Herkunftsnachweise belegt werden, müssen als Strom unbekannter Herkunft ausgewiesen werden. Für Strom unbekannter Herkunft ist eine gesonderte Auflistung der Stromzusammensetzung vorzunehmen. Dadurch können Endverbraucher besser als bisher eine bewusste Wahl der Stromqualität treffen.
Neue Systemnutzungsentgelte ab 2012
Aufgrund der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, die Systemnutzungstarife der 3 vergangenen Jahre aufzuheben, hat Austrian Power Grid AG (APG) Vorsorgen für anhängige Verfahren gebildet. Zusätzlich sind Erhöhungen der Tarife der APG erforderlich. Die Tarifierungsbasis für die Brutto- und Nettotarife der APG steigt im Vergleich zur Systemnutzungstarife-Verordnung (SNT-VO) 2011 um 18,2 %. Als wesentlichen Erfolg konnte APG im laufenden Verfahren die Akontierung der Kapitalkosten für die Investitionen der Jahre 2011 und 2012 auf Basis des ElWOG 2010 erreichen. Dieser Modus ist künftig für alle Investitionen, die im Rahmen des neuen Netzentwicklungsplans genehmigt wurden, vorgesehen.
Durchschnittliche Absatzpreise über Vorjahresniveau
Die für das Geschäftsjahr 2011 maßgeblichen Strompreise (im Jahr 2010 gehandelte Forwardkontrakte "Year Base/Peak 2011") lagen für Grundlast mit durchschnittlich 49,9 €/MWh um 1,4% über und für Spitzenlast mit durchschnittlich 64,5 €/MWh um 7,6% unter dem Vorjahresniveau. Aufgrund der Absicherungsstrategie hat VERBUND den Großteil der Eigenerzeugung bereits 2010 über den Terminmarkt eingepreist. Die Spotmarktpreise für Grundlast stiegen 2011 um 14,8% auf 51,1 €/MWh (2010: 44,5 €/MWh) und für Spitzenlast um 11,1% auf 61,1 €/MWh (2010: 55,0 €/MWh). Insgesamt lagen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise 2011 mit 53,8 €/MWh um 1,7 €/MWh über dem Vorjahresniveau.
Außergewöhnlich schwache Wasserführung
Für die Stromerzeugung aus Wasserkraft war 2011 eines der schlechtesten Jahre in der Geschichte von VERBUND. Der Erzeugungskoeffizient, die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken, lag mit einem Wert von 0,89 um 11% unter dem langjährigen Durchschnitt und um 10%-Punkte unter dem Vorjahreswert.
Der Erzeugungskoeffizient im Quartal 1/2011 lag mit 0,99 noch nahe am langjährigen Durchschnitt. Der regenreiche Jänner 2011 wies eine deutlich überdurchschnittliche Wasserführung auf, Februar und März waren aber bereits sehr trocken. Diese Tendenz setzte sich im Quartal 2/2011 fort: Mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,77 lag die Wasserführung signifikant unter dem Durchschnitt. Im Quartal 3/2011 wurden bis in den September sommerliche Rekordtemperaturen verzeichnet, der Erzeugungskoeffizient von 0,91 war deutlich unterdurchschnittlich. Auch das Quartal 4/2011 zeigte mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,93 ein dem Gesamtjahr entsprechendes, deutlich zu trockenes hydrologisches Verhalten. Das außergewöhnlich schlechte Erzeugungsjahr 2011 lässt allerdings keinen Rückschluss auf eine generelle nachhaltige Verschlechterung der Wasserführung in Österreich zu. Dies wird auch durch Ergebnisse beauftragter Klimastudien gestützt.
Stromerzeugung
| Stromaufbringung Konzern | in GWh | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | Veränderung | |
| Wasserkraft1 | 24.216 | 26.708 | – 9,3% |
| Wind/Sonne | 127 | 112 | 13,4% |
| Wärmekraft1 | 5.410 | 4.258 | 27,1% |
| Eigenerzeugung | 29.753 | 31.078 | – 4,3% |
| Fremdbezug | 32.155 | 24.652 | 30,4% |
| Fremdbezug APG2 | 2.489 | – | – |
| Konzernaufbringung | 64.397 | 55.729 | 15,6 % |
inkl. Bezugsrechte // 2 Austrian Power Grid AG
Im Jahr 2011 erhöhte VERBUND die Stromaufbringung um 8.667 GWh. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft verringerte sich um 2.492 GWh oder 9,3%. Der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke lag mit 0,89 um 11% unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 10%-Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke reduzierte sich aufgrund des geringeren Zuflusses und des höheren Speicherstands zum Jahresende um 6,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Erzeugung aus Wärmekraft ist hingegen um 1.152 GWh oder 27,1% gestiegen. Dies ist vor allem auf die Erzeugung des Gas-Kombikraftwerks Mellach in der Inbetriebsetzungsphase (+431 GWh) und auf den höheren Strombezug aus dem französischen Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre (+728 GWh) zurückzuführen. Seit 1.3.2011 bezieht VERBUND 100% der Stromerzeugung vom Kraftwerk Pont-sur-Sambre.
Ertragslage
Umsatz und Ergebnis
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Tsd. € | 3.422.183,8 | 3.041.009,7 |
| Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) | Tsd. € | 462.349,5 | 540.679,7 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) | Tsd. € | 282.890,9 | 376.758,0 |
| Jahresüberschuss | Tsd. € | 274.326,9 | 352.608,7 |
| Bilanzgewinn | Tsd. € | 191.078,6 | 191.078,6 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | % | 10,1 | 20,5 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | % | 7,8 | 10,7 |
| ROCE | % | 6,2 | 7,8 |
| Umsatzrentabilität (ROS) | % | 13,5 | 17,8 |
Umsatzerlöse gestiegen
Aufgrund der oben genannten Effekte stiegen die Umsatzerlöse der VERBUND AG gegenüber dem Vorjahr um 12,5% auf 3.422.183,8 Tsd. €. Dies ist vor allem auf einen mengenmäßig gestiegenen Absatz – bei moderat erhöhten Preisen – mit ausländischen Händlern und Weiterverteilern zurückzuführen.
Bei den Stromerlösen mit Industrie- und Endkunden verzeichnete die VERBUND AG einen Rückgang um 66.775,6 Tsd. € oder 20,79%. Dies ist vor allem durch den unterjährigen Ausstieg aus dem französischen Endkundenmarkt, der zu einem Umsatzrückgang in Frankreich von 75.739,4 Tsd. € führte, bedingt. Dem steht eine Ausweitung des Haushaltskundensegments in Höhe von 8.492,7 Tsd. € gegenüber.
Die Stromerlöse mit Energieversorgungsunternehmen (EVU) sanken um 2,92% auf 1.730.284,9 Tsd. €. Die Stromerlöse mit Händlern insgesamt stiegen vor allem durch Absatzmengenerhöhungen um 53,59% auf 1.402.646,2 Tsd. €.
Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte – vor allem Deutschland und Frankreich – entfallenden Stromerlöse lag bei 56,9% (Vorjahr: 46,7%).
Der Stromabsatz erhöhte sich im Konzern gegenüber dem Vorjahr um 8.667 GWh oder 15,6%. Die nicht umsatzmäßig erfassten Forwardkontrakte stiegen deutlich, und zwar um 53,8% auf 131.691 GWh.
Sonstige betriebliche Erträge gestiegen
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 3,1% auf 36.608,9 Tsd. €. Dies ist im Wesentlichen auf höhere Erträge aus der Verrechnung von Dienstleistungen an Konzernunternehmen zurückzuführen.
Aufwand für Strombezug gestiegen
Der Strombezugsaufwand stieg um 13,8% auf 3.056.501,8 Tsd. €. Der Strom- und Netzbezug sowie Gas- und Emissionszertifikatebezug (Handel) erhöhte sich um 13,9% auf 3.170.058,9 Tsd. €. Haupteinflussfaktor dafür waren gestiegene Einsatzmengen im Vergleich zum Vorjahr bei annähernd gleichbleibenden Marktpreisen.
Personalaufwand
Der laufende Personalaufwand stieg um 898,2 Tsd. auf € 23.628,3 Tsd. €. Erhöhend wirkten hier die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter und Nebenkosten um 2,65%, und die gesetzlich vorgeschriebenen Biennien, aber auch Einmal-Effekte aus der Umstellung des leistungsorientierten Gehaltssystems. Der Aufwand für Abfertigung und Altersversorgung stieg aufgrund des Wegfalls positiver Effekte des Vorjahres um 34,9% auf 4.299,4 Tsd. €. Durch Personalübertritte in VERBUND sank in der VERBUND AG der betriebswirtschaftliche Personalstand um drei Mitarbeiter. Insgesamt verringerte sich der betriebswirtschaftliche Personalstand um 15 auf 163 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Sonstiger betrieblicher Aufwand
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 24.130,5 Tsd. € auf 65.121,8 Tsd. €. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen durch den Wegfall der nur im Vorjahr angefallenen Kosten für die 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung der VERBUND AG in Höhe von 23.391,7 Tsd. € bedingt.
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)
Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren und Entwicklungen und des gesunkenen Finanzergebnisses (– 112.322,3 Tsd. €) verringerte sich das EGT von 376.758,0 Tsd. € um 24,9 % auf 282.890,9 Tsd. €.
Vermögenslage
Vermögenslage
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | Tsd. € | 4.652.602,4 | 4.175.496,9 |
| Umlaufvermögen | Tsd. € | 844.042,9 | 1.606.322,2 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | Tsd. € | 1.072,6 | 1.373.041,7 |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | Tsd. € | 2.525,3 | 2.886.366,6 |
| Eigenkapital | Tsd. € | 2.889.867,3 | 2.806.366,6 |
| Kurzfristige Schulden | Tsd. € | 402,5 | 286.178,7 |
| Kurzfristiges Vermögen | Tsd. € | 1.475,1 | 1.659.220,4 |
| Eigenkapitalquote | % | 51,7 | 47,6 |
Anlagevermögen
Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen (+4.733,4 Tsd. €) stiegen in Höhe von 7.167,1 Tsd. €, wovon 3.521,0 Tsd. € auf Investitionen zur Betreibung eines Gasspeichers, 1.008,7 Tsd. € auf Büroadaptierungen und 742,2 Tsd. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung entfielen, denen Abschreibungen in Höhe von 2.054,4 Tsd. € gegenüberstanden.
Die Position der Finanzanlagen veränderte sich im Beteiligungsbereich (–193.090,0 Tsd. €) vor allem durch den Verkauf von Anteilen an der VERBUND Innkraftwerke GmbH (–352.050,1 Tsd. €), dem eine Erhöhung des Beteiligungsansatzes an der VERBUND Beteiligungsholding GmbH (+155.797,8 Tsd. €) im Zuge von Kapitalzuführungen gegenüberstand.
Die sonstigen Finanzanlagen erhöhten sich in Summe um 665.462,2 Tsd. €. Der Gewährungen von Ausleihungen im Ausmaß von 710.101,9 Tsd. € standen Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 45.573,9 Tsd. € gegenüber. Die Wertpapiere reduzierten sich in Höhe von 1.554,9 Tsd. €, die Wertrechte des Anlagevermögens erhöhten sich um 2.489,1 Tsd. €.
Umlaufvermögen
Der Abbau beim Umlaufvermögen um 762.279,2 Tsd. € auf 844.042,9 Tsd. € resultiert im Wesentlichen aus der Gewährung von Ausleihungen an die VERBUND Finanzierungsservice GmbH in Höhe von 410.000,0 Tsd. € und an die VERBUND International Finance GmbH in Höhe von 267.500,0 Tsd. €. Die sonstigen Forderungen verringerten sich vor allem durch die Verwendung der Hinterlegung für Gebühren der 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung um 10.017,5 Tsd. €. Die sonstigen Forderungen aus dem Stromhandelsgeschäft, den Strombörsen, dem Emissionszertifikatehandel und Sicherheiten aus dem Stromgeschäft verringerten sich um 66.951,3 Tsd. €.
Eigenkapital
Das Eigenkapital konnte aufgrund des Jahresergebnisses, dem die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 gegenüberstand, um 83.500,7 Tsd. € auf 2.889.867,3 Tsd. € erhöht werden. Die Eigenkapitalquote stieg dadurch von 47,6% auf 51,7%.
Verbindlichkeiten
Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken per Saldo um 335.505,6 Tsd. € auf 2.619.773,4 Tsd. €. Fremdwährungsschwankungen bei den Anleihen erhöhten die Finanzverbindlichkeiten um 10.012,6 Tsd. €. Im Jahr 2011 wurden Aufnahmen/Tilgungen bei Kreditinstituten per Saldo in Höhe von –386.653,7 Tsd. € getätigt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 97.963,3 Tsd. € auf 118.540,9 Tsd. €. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es zu einem geringen Aufbau von 4.965,8 Tsd. € auf 1.429.477,0 Tsd. €.
Finanzlage
Finanzstrategie
Die internationalen Kapitalmärkte waren 2011 durch die Euro- und Staatsschuldenkrise volatil und sehr belastet. Der Ausblick für 2012 ist, verschärft durch die sich eintrübende Konjunktur, weiterhin negativ und die weitere Entwicklung ist von großen Unsicherheiten gekennzeichnet. Die Finanzstrategie von VERBUND reflektiert die aktuellen Unsicherheiten an den Finanzmärkten und ist auf 5 Säulen aufgebaut:
• Bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften
Die mittel- und langfristige Finanzierung der Geschäftsaktivitäten ist innerhalb des Konzerns gebündelt. Sie erfolgt zentral durch die VERBUND International Finance GmbH bzw. die VERBUND AG. Den kurzfristigen Geldausgleich innerhalb des Konzerns führt die VERBUND Finanzierungsservice GmbH durch. Als interne Finanzierungsdrehscheiben nehmen diese Gesellschaften Fremdkapital extern oder konzernintern aus Gesellschaften mit Überliquidität auf und leiten es bedarfsgerecht auf Basis eines marktorientierten Transferpreissystems an die Konzerntöchter weiter. Dadurch werden die Vorteile einer zentralen Konzernfinanzierung erzielt und gleichzeitig Markt- und Risikoimpulse an die Konzerntöchter weitergegeben.
• Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve
In Zeiten der Finanzkrise hat die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität absolute Priorität. Um diese zu gewährleisten, werden – von unserer Liquiditätsplanung abgeleitet – ausreichend liquide Mittel vorgehalten (Fristigkeiten von < 3 Monaten). Zusätzlich sichert VERBUND die Liquidität durch gesicherte und ungesicherte Bankenlinien ab. Dazu verfügt VERBUND über eine syndizierte Kreditlinie (Volumen: 750 Mio. €) mit einer Laufzeit bis 2016 und einer Verlängerungsoption, die auch in schwierigen Marktsituationen jederzeit gezogen werden kann, sowie über nicht kommittierte Linien – vorwiegend bei österreichischen Banken.
• Absicherung einer starken Bonität
Eine wesentliche Säule der VERBUND-Strategie ist der Erhalt einer starken Bonität im Single-"A"- Bereich. Dafür wird die Strategie laufend mit den Rating-Agenturen Moody's Investors Services und Standard & Poor´s diskutiert und abgestimmt. Bei den Planungsrechnungen wird auf die strenge Einhaltung der von den Rating-Agenturen vorgegebenen wesentlichen Kennzahlengrenzen Wert gelegt. Zur Steuerung des Ratings orientiert sich VERBUND an den Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Total Debt.
• Erhalt einer weitreichenden finanziellen Flexibilität
Die Absicherung des Ratings im "A"-Bereich ermöglicht einen breiten Zugang zu Finanzierungsquellen. Das unterstützt die Wachstumsstrategie und schafft auch bei angespannten Kapitalmärkten jederzeit Zugang zu frischem Kapital. Das Finanzierungsportfolio von VERBUND umfasst einen ausgewogenen Mix aus Anleihen, Krediten, Privatplatzierungen, Exportförderkrediten sowie Projektfinanzierungen.
• Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limits und Kennzahlen
Die Finanzstrategie von VERBUND bewegt sich innerhalb einer konservativen Risikostrategie mit definiertem Value-at-Risk (VaR) und Limitsystemen, deren Einhaltung das Risikomanagement laufend überprüft. Die Risikosteuerung des Fremdmittelportfolios basiert im Wesentlichen auf den Kennzahlen Duration, Restlaufzeit, Effektivverzinsung, Währungslimits, Zinsvariabilität sowie VaR.
Bankenlinien
Die Absicherung der Liquidität hat für VERBUND oberste Priorität. VERBUND verfügt per 31.12.2011 über einen syndizierten Kredit von 750 Mio. €, welcher der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Dieser Kredit wurde im Quartal 4/2011 mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Banken abgeschlossen, hat eine Laufzeit bis 2016 (mit Verlängerungsoption) und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt VERBUND per 31.12.2011 über nicht kommittierte Linien in Höhe von 755 Mio. €, vorwiegend bei heimischen Banken.
Rating-Entwicklung
Je besser die Bonität eines Unternehmens, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Der langfristigen Absicherung des VERBUND-Ratings kommt hohe Bedeutung zu, da die Risikoaufschläge für Unternehmen infolge der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise je nach Rating-Kategorie stark differenziert wurden. Standard & Poor's hat im Dezember 2011 das Rating von VERBUND mit A-/stable outlook bestätigt. Das Rating von VERBUND bei Moody's liegt derzeit bei A2/stable outlook. Die Rating-Bewertungen von VERBUND liegen damit in einem von Rating-Herabstufungen gekennzeichneten Branchenumfeld weit besser als der Durchschnitt der europäischen Versorgerwerte.
Finanzkennzahlen
| Einheit | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit | Tsd. € | 288.217,0 | 363.787,8 |
| Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | Tsd. € | – 47.702,8 | 117.563,0 |
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | Tsd. € | – 236.421,5 | – 482.503,9 |
| Finanzergebnis | Tsd. € | 130.236,1 | 242.558,4 |
| Gearing (Nettoverschuldungsgrad) | % | 87,3 | 102,7 |
| Schuldentilgungsdauer | Jahre | 9,7 | 8,1 |
Das Finanzergebnis des Vorjahres verringerte sich um 112.322,3 Tsd. € auf 130.236,1 Tsd. €. Hauptverantwortlich dafür waren die um 46.242,2 Tsd. € rückläufigen Beteiligungserträge und die um 78.994,4 Tsd. € höheren Aufwendungen aus Verlustübernahmen. Zusätzlich stiegen die Zinsaufwendungen um 13.757,9 Tsd. € bei gleichzeitig geringer steigenden Zinserträgen um 10.490,6 Tsd. €. Im Geschäftsjahr kam es zu einem um 12.272,9 Tsd. € niedrigeren Gewinn aus dem Verkauf von Wertpapieren. Durch den sich erhöhenden Stand an Ausleihungen erhöhten sich die Erträge aus Ausleihungen um 11.111,6 Tsd. €. Zusätzlich kam es zu einer Steigerung der Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen um 18.476,0 Tsd. €.
Der Abbau der verzinslichen Nettoverschuldung um 360.747,1 Tsd. € und der Aufbau des bereinigten Eigenkapitals um 83.311,4 Tsd. € führte zu einer Verringerung des Gearing um 15,4%-Punkte auf 87,3%. Durch den Rückgang des Mittelüberschusses aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um 103.385,1 Tsd. € ist trotz Abbau der Schulden um 392.706,2 Tsd. € die Schuldentilgungsdauer von 8,1 auf 9,7 Jahre gestiegen.
Die Geldflüsse des Geschäftsjahres sind nachfolgend in einer separaten Aufstellung dargestellt. Die Geldflussrechnung wurde 2011 einer Überarbeitung unterzogen und die Vorjahreswerte wurden angepasst. Die Zusammensetzung des Kassenbestandes und der Guthaben bei Kreditinstituten (Fonds der flüssigen Mittel) kann der Anhangerläuterung (5) entnommen werden.
Geldflussrechnung
(1) Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit
Der Netto-Geldfluss aus der operativen Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt und beläuft sich auf 288.217,0 Tsd. € (Vorjahr: 363.787,8 Tsd. €).
Die Vorräte erhöhten sich hauptsächlich durch das Anlegen eines Gasvorrats in Höhe von 7.066,2 Tsd. € und eines Lagers für Emissionszertifikate in Höhe von 4.699,2 Tsd. €.
Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen ist vor allem durch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 39.651,0 Tsd. € (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 26.673,9 Tsd. €), den Abbau der sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 9.389,6 Tsd. €, den Rückgang der Sicherheitsleistungen für den Stromderivathandel in Höhe von 66.951,3 Tsd. €, die Verwendung der aktiven Steuerlatenzen von 13.696,3 Tsd. € und die Abnahme der sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 4.852,8 Tsd. € bedingt.
Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen sowie der Steuerschulden wird durch den Abbau der Rückstellungen aus dem Stromgeschäft um 11.001,5 Tsd. €, den Abbau der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 11.994,7 Tsd. € sowie den Abbau der Steuerrückstellungen um 48.984,2 Tsd. €, dem der Aufbau von Drohverlustrückstellungen um 17.911,9 Tsd. € gegenübersteht, bedingt.
Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten resultiert zu 38.454,0 Tsd. € aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus dem Stromgeschäft.
(2) Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Beim Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von 47.702,8 Tsd. € (Vorjahr: Mittelzufluss 117.563,0 Tsd. €), der insbesondere aus dem Zugang von Beteiligungen in Höhe von 159.739,7 Tsd. € (zusätzlich wurden Beteiligungen in Höhe von 1.709,6 Tsd. € unbar eingebracht), Ausleihungen in Höhe von 300.101,9 Tsd. € (wobei zusätzlich Ausleihungen in Höhe von 410.000,0 Tsd. € durch Umwandlung von Konzernclearingsalden gewährt wurden) und Wertpapieren in der Höhe von 386,9 Tsd. € resultiert. Dem stehen die Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 45.573,9 Tsd. €, Abgänge von Wertpapieren in Höhe von 1.941,8 Tsd. € mit einem Abgangsgewinn von 741,3 Tsd. € und der Abgang von Beteiligungen in Höhe von 352.050,1 Tsd. € mit einem Abgangsgewinn von 18.479,4 Tsd. € gegenüber.
Bei den Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen handelte es sich überwiegend um Investitionen zur Betreibung eines Gasspeichers in Höhe von 3.521,0 Tsd. € (Vorjahr: 2.237,9 Tsd. €) sowie um Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 742,2 Tsd. € und Investitionen in Büroadaptierungen in Höhe von 1.008,7 Tsd. €.
(3) Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
Im Rahmen der für 2010 beschlossenen Dividendenausschüttung wurden 191.078,6 Tsd. € an die Aktionäre zur Auszahlung gebracht. Das entsprach einer Dividende von 0,55 € je Aktie.
Im Rahmen des Konzernclearings kam es zu einem Mittelzufluss in Höhe von 340.413,1 Tsd. € (Vorjahr: Mittelabfluss 1.057.399,8 Tsd. €).
Kredittilgungen erfolgten in Höhe von 386.583,3 Tsd. €, Geldmarktaufnahmen in Höhe von 26,5 Tsd. €, Tilgungen am Geldmarkt in Höhe von 96,9 Tsd. €.
| Geldflussrechnung | in Tsd. € | ||
|---|---|---|---|
| Erläuterung | 2011 | 2010 | |
| Jahresüberschuss | 274.326,9 | 352.608,7 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
2.054,4 | 3.187,1 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen | – 19.192,8 | – 14.921,6 | |
| Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuerschulden |
405,9 | – 1.929,4 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | – 2.519,8 | 18.792,2 | |
| Veränderung der Vorräte | – 11.770,7 | 0,0 | |
| Veränderung der Leistungsforderungen sowie der sonstigen Forderungen |
58.596,4 | 104.650,2 | |
| Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten |
40.385,2 | 8.638,5 | |
| Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen | – 54.068,5 | – 107.237,8 | |
| Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit | (1) | 288.217,0 | 363.787,8 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
– 6.612,4 | – 4.932,8 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen |
351,3 | 10.257,6 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen | – 460.228,5 | – 21.857,7 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen | 418.786,6 | 134.095,9 | |
| Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | (2) | – 47.702,8 | 117.563,0 |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen |
0,0 | 1.000.000,0 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus Geldmarktgeschäften | – 70,4 | – 20,8 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Geldmarktgeschäfte) |
– 386.583,3 | – 39.833,3 | |
| Einzahlungen aus erhaltenen Baukostenbeiträgen und Zuschüssen |
865,1 | 0,0 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zu- bzw. Abnahme der Konzernfinanzierungen |
32,7 | 0,0 | |
| Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zu- bzw. Abnahme der Konzernclearingsalden |
340.413,1 | – 1.057.399,8 | |
| Gezahlte Dividenden und Ergebnisverrechnungen | – 191.078,6 | – 385.250,0 | |
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | (3) | – 236.421,5 | – 482.503,9 |
| Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel | 4.092,7 | – 1.153,1 | |
| Kassenbestand und liquide Mittel per 1.1. | 772,3 | 1.925,3 | |
| Kassenbestand und liquide Mittel per 31.12.1 | 4.865,0 | 772,3 | |
Erläuterung im Anhang Nr. 5
Bericht über Forschung, Entwicklung und Umwelt
Forschung und Entwicklung
Zukunftstechnologien frühzeitig identifizieren und neue Marktchancen erkennen und bearbeiten: Das zählt zu den Kernaufgaben des "Competence Center Innovation". Auch unternehmensübergreifende Forschungsaktivitäten bei VERBUND werden hier koordiniert. Die einzelnen VERBUND-Gesellschaften betreiben weiterhin dezentral Forschungsprojekte zu ihren Schwerpunkten, beispielsweise in den Bereichen Wasserkraft, Wärmekraft, neue erneuerbare Energien oder Handel und Vertrieb.
Energie intelligent managen
Mit dem Projekt "Energiemanagement als Energiedienstleistung" zeigt VERBUND, dass die einzelnen dezentralen Marktteilnehmer über eine Kommunikationsinfrastruktur untereinander, aber auch mit den zentralen Strom- und Netzunternehmen kommunizieren können. Das ermöglicht ein dezentrales Gleichgewicht zwischen der Erzeugung, dem Verbrauch und der Speicherung von Strom (z.B. durch Elektro-Fahrzeuge) sowie dem Netz. Das VERBUND-Smarthome zeigt, wie Strom für Kunden sichtbar werden kann. In einem Pilotprojekt mit rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden Messund Schaltfunktionen, aber auch die Einbindung und Visualisierung von dezentralen Erzeugern getestet und für einen Roll-out vorbereitet.
Strom für den Verkehr der Zukunft
Der Klimawandel erfordert ein neues Energiesystem. Als Österreichs führendes Stromunternehmen mit mehr als vier Fünftel Strom aus erneuerbaren Energien ist VERBUND Teil der Lösung. Studien belegen, dass 100% Strom aus erneuerbaren Energien für E-Autos realistisch sind und dass dies Vorteile für Kunden, Umwelt, Politik und Wirtschaft bringt. Mit einer klaren Regelung im Bereich Elektro-Mobilität können die CO2-Emissionen aus dem Verkehr gesenkt, die Luftqualität verbessert und der Lärm reduziert werden. Auch die Erreichung der Klimaziele wird realistischer. Abhängigkeiten von fossilen Ressourcen werden verringert, was Wachstumsimpulse für den Markt bringt. Die Projekte emporA (E-Mobile Power Austria) und emporA 2 decken die gesamte Wertschöpfungskette der Elektro-Mobilität ab – von der Fahrzeugtechnologie bis zu den Nutzern. Die VERBUND AG koordiniert und leitet diese Leuchtturmprojekte, die mit jeweils 14 österreichischen Partnern umgesetzt werden. emporA (Projektvolumen 21 Mio. €) und emporA 2 (5 Mio. €) werden vom Klima- und Energiefonds mit 11 Mio. € Fördermitteln unterstützt.
Das erste grenzübergreifende Elektro-Mobilitäts-Projekt Europas VIBRATe wird Wien und Bratislava noch enger verbinden und läuft unter der Leitung der VERBUND AG. Ein Konsortium mit Energy Centre Bratislava, EVN AG, WIEN ENERGIE GmbH und Zapadoslovenska energetika a.s. wird von 2011–2013 mehr als 1 Mio. € in die Twin City Region investieren. In der Plattform "Austrian Mobile Power" erarbeitet VERBUND mit 31 Partnern aus Industrie und Forschung ein Gesamtkonzept für Elektro-Mobilität in Österreich. Darüber hinaus machen wir mit einer österreichweit einzigartigen Modellregion im Steirischen Almenland Elektro-Mobilität im Tourismus erlebbar. Ziel ist eine CO2-neutrale Region Almenland. VERBUND hat neben Elektro-Fahrrädern und -scootern auch Elektro-Autos im Fuhrpark. Unter dem Motto "CO2-frei durchstarten" bieten wir seit Herbst 2011 Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Interessierten gratis Probefahrten an.
Nachhaltigkeit
Mit dem hohen Anteil an erneuerbarer Energie in der Stromerzeugung ist Nachhaltigkeit Teil unseres Kerngeschäfts. Nachhaltiges Handeln manifestiert sich darüber hinaus in vielen weiteren Unternehmensbereichen.
Transparenter Einsatz für Nachhaltigkeit
Seit 2002 erstellen wir jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. VERBUND AG zählt damit zu den österreichischen Unternehmen, die ihre Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit seit vielen Jahren dokumentieren und die Weiterentwicklung mit Maßnahmenkatalogen transparent darstellen. In unseren Nachhaltigkeitsgremien – dem Nachhaltigkeitsrat und dem Nachhaltigkeits-Arbeitsteam – setzen wir uns mit den Leistungen auseinander und arbeiten daran, uns kontinuierlich zu verbessern.
Soziales Engagement vertieft
Im Jahr 2011 haben wir den "VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie" um das Projekt "Freunde bei VERBUND" erweitert:
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können über eine Internetplattform mit körperlich und/oder geistig schwerstbehinderten Menschen in Österreich in Kontakt treten und so deren Kommunikationskreis erweitern. Es geht dabei für beide Seiten darum, die Welt "der anderen" kennenzulernen. Für dieses Volunteeringprojekt erhielt die VERBUND AG 2011 den Sonderpreis "Freiwilligenengagement" im Rahmen des CSR-Preises TRIGOS. Durch den Empowerment Fund unterstützt die VERBUND AG die Klientinnen und Klienten der Diakonie mit modernsten assistierenden Technologien wie Computer-Sprachausgabegeräten oder steuerbaren PC-Mäusen, damit sie mit ihrer Umwelt in Kontakt treten können.
Europäischer Vorreiter im Umweltbereich
Mehr als vier Fünftel des VERBUND-Stroms in Österreich stammen aus Wasserkraft. Wind- und Solaranlagen sowie hocheffiziente, CO2-arme Wärmekraftwerke vervollständigen unser Portfolio. Der internationale Vergleich bestätigt erneut unsere hervorragende Umweltperformance: Im Carbon Disclosure Project (CDP), dem weltweit größten Klimarating, stieg VERBUND 2011 erstmalig in den Leadership-Index der 250 größten Unternehmen Deutschlands und Österreichs auf. Der Platz 2 unter den "Utilities" unterstreicht die Vorreiterrolle von VERBUND im Management der Treibhausgasemissionen, der Bewertung und Begegnung möglicher Klimarisiken und -chancen sowie der nichtfinanziellen Berichterstattung. Durch die Inbetriebnahme modernster thermischer Anlagen in den nächsten 3 Jahren werden die spezifischen CO2-Emissionen des thermischen VERBUND-Kraftwerksparks weiter sinken. Aufgrund des Anstiegs der thermischen Erzeugung bezogen auf die Gesamterzeugung werden die spezifischen CO2-Emissionen des VERBUND-Kraftwerkparks sowie die absoluten CO2-Emissionen jedoch steigen.
Umweltmanagementsysteme und -zertifizierungen
Die Zertifizierung aller Erzeugungs- und Netzanlagen nach der internationalen Umweltnorm ISO 14001 ist unser Anspruch. Die Ausweitung auf neue Standorte, insbesondere im Ausland, ist derzeit in Vorbereitung. Das Umweltmanagementsystem von VERBUND wurde 1995 installiert und entspricht den Umweltstandards EMAS bzw. ISO 14001. Ende 2011 waren 27 der 123 Wasserkraftwerke von VERBUND nach EMAS (17% des Regelarbeitsvermögens/RAV) und 89 nach ISO 14001 (74% des RAV) zertifiziert. Der Trend bei Umwelt-Zertifizierungen von VERBUND-Wasserkraftwerken geht in Richtung der internationalen ISO-Norm 14001. Alle VERBUND-Anlagen sollen mittelfristig diesem Standard entsprechen und somit in das Umweltmanagementsystem integriert werden. Auch die 3 in Betrieb befindlichen Wärmekraftwerke sind zertifiziert. Seit 2008 sind alle Netz-Standorte und -Leitungen nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, OHSAS 18001 und EMAS extern begutachtet. Seit 2009 entsprechen alle Wärme- und Wasserkraftwerke auch den TÜV-Kriterien.
Umweltfreundliche Ressourcenschonung
Ökologische Begleitmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Anlagenprojekte. Naturnah gestaltete Fischwanderhilfen, Rekultivierungen von Stauräumen der Wasserkraftwerke und ein nachhaltiges Trassenmanagement schonen natürliche Ressourcen. Bei der Errichtung des Speicherkraftwerks Limberg II/Salzburg wurde die lückenlose Begleitplanung unter minimalen Eingriffen in die Natur des Hochgebirges pionierhaft umgesetzt. Zu den Maßnahmen zählten der begrenzte Bau sowie der anschließende Rückbau von Wegen, geländespezifische Renaturierungen und eine spezielle Einsaat.
Ressourcenschonung ist aber auch in unseren Büros gefragt: Automatische Grundeinstellungen bei den Multifunktionsgeräten helfen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zusätzlich zum Papier-Recycling jährlich weitere 4 t Papier einzusparen. Der Einsatz von neuen IT-Geräten nach dem "Green-IT-Standard" optimiert den Energieverbrauch. Die Umstellung auf einen neuen Standard-Client 2011 reduziert den Energieverbrauch darüber hinaus jährlich um rund 300.000 kWh.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
VERBUND beschäftigte im Jahr 2011 durchschnittlich 3.045 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Engagement und ihre Leistungen tragen wesentlich zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens bei. Zentrale Aufgabe der Führungskräfte und des Personalmanagements ist, die Beschäftigten bestmöglich für ihre Tätigkeit auszubilden und einzusetzen. Eine leistungsorientierte und marktgerechte Entlohnung ist für uns selbstverständlich. Die Fülle der Aufgaben ist nur mit vorausschauender und kostenbewusster Personalplanung zu bewältigen. VERBUND befindet sich auch im europäischen Vergleich bei der Arbeitsproduktivität, gemessen am Umsatz/Mitarbeiter, im absoluten Spitzenfeld.
Produktiver und effizienter Einsatz von Personal
Unser Ziel ist, effiziente Prozesse zu gestalten, um interne Personalressourcen noch zielgerichteter einzusetzen. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden Einsparungen vorgenommen – etwa durch die Reduktion von Überstunden, den Abbau der Urlaubsrückstellungen sowie die Streichung oder Verschiebung geplanter Neuaufnahmen. Erforderliche Personalaufnahmen führen wir mit größtem Kostenbewusstsein durch. Auch die Aus- und Weiterbildung erfolgt konsequent und zielgerichtet im Rahmen des verfügbaren Budgets.
Transparenz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte
In unserem Streben nach mehr Effizienz spielt die Standardisierung von Prozessen und Systemen seit Jahren eine bedeutende Rolle. Ein wesentlicher Schritt in der Standardisierung der Gehaltssysteme erfolgte 2009 mit der Einführung eines objektiven, marktorientierten Gesamtentlohnungsmodells für alle Führungskräfte. Im Jahr 2010 folgte ein konzernweit einheitliches, leistungsorientiertes Gehaltsmodell für alle Angestellten, welches seit 2011 auch für alle Arbeiterinnen und Arbeiter gilt. Somit werden nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VERBUND leistungs- und erfolgsorientiert entlohnt. Mit der Neuformulierung der Führungskräfteverträge 2011 haben wir hinsichtlich Klarheit und Transparenz eine Benchmark in Österreich gesetzt.
Intensive Ausbildung des Nachwuchses
Die Mitarbeitergruppe der Facharbeiter und Meister ist von hoher strategischer Bedeutung für VERBUND, insbesondere zur Sicherung des Kerngeschäfts. Deswegen legen wir in diesem Bereich besonderes Augenmerk auf den Erhalt des Wissens: Wir investieren in hohem Ausmaß in die Ausbildung unserer Lehrlinge sowie in eine strukturierte Nachfolgeplanung. Seit über 60 Jahren hat die Lehrlingsausbildung einen hohen Stellenwert bei VERBUND. In 3 Lehrwerkstätten und an insgesamt 23 Standorten in Österreich und Deutschland werden den jungen Talenten die nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten für die zukünftigen Herausforderungen vermittelt. Jedes Jahr starten etwa 45 junge Frauen und Männer ihre 4-jährige Ausbildung im Doppelberuf Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker, einem gefragten Berufsbild mit ausgezeichneten Zukunftschancen.
Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern
Die Zufriedenheit und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken sich nachweislich stark auf die Produktivität des Unternehmens aus. Sie sind uns daher ein wichtiges Anliegen. Wir schaffen ein offenes, respektvolles und verantwortungsvolles Miteinander, indem wir offene Kommunikation fördern und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Entwicklung unseres Unternehmens einbeziehen. Im September 2011 haben wir die zweite konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Rücklaufquote stieg im Vergleich zur ersten Befragung 2008 um 50%. Das zeigt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Angebot des Dialogs aktiv nutzen. Die Rückmeldungen belegen auch, dass die vielen gesetzten Initiativen und Maßnahmen für ein förderndes Arbeitsumfeld mit positivem Engagement unterstützt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen uns mit ihren Rückmeldungen ein überaus positives Zeugnis aus, das VERBUND auch im externen Vergleich eine hohe Arbeitszufriedenheit bescheinigt.
Erfolg durch Transparenz und Vielfalt
Als eines der ersten Unternehmen in Österreich veröffentlicht VERBUND seit März 2011 die Gehaltsangaben in sämtlichen Stellenausschreibungen. Darüber hinaus haben wir der Arbeitnehmervertretung schon 2011 den Einkommensbericht für den gesamten Konzern -- unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter -- zur Verfügung gestellt. Durch diese Maßnahmen schaffen wir übergreifend Transparenz und vermeiden Ungleichheiten.
Nach der 2010 erfolgten Ernennung einer Gleichbehandlungsbeauftragten setzte VERBUND den eingeschlagenen Weg zur Förderung von Gender und Diversity im Berichtsjahr konsequent fort. Die Vergabe des dritten VERBUND-Frauenstipendiums an 3 Studentinnen der TU Wien unterstreicht unser Engagement für die Förderung von Frauen ebenso wie die bereits achte Teilnahme am Töchtertag der Stadt Wien.
Bericht über Zweigniederlassungen
Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen.
Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Chancen- und Risikomanagement
Seit 2001 verfügt VERBUND über ein konzernweites Risikomanagement. Dieses wurde seither konsequent weiterentwickelt und stellt so die Effektivität und Effizienz auch bei geänderten strategischen Anforderungen sicher.
Effiziente Struktur unterstützt Geschäftsprozesse
Das Chancen- und Risikomanagement ist als Abteilung im Bereich Konzerncontrolling angesiedelt und dem CFO berichtspflichtig. Der darin eingegliederte Chief Information Security Officer (CISO) koordiniert sämtliche Belange zu Informationssicherheit und Datenschutz. Der Leiter des Chancen- und Risikomanagements ist jeweils auch Vorsitzender der Risk Management Committees bei VERBUND. Im operativen Risikomanagement haben Finanzmanagement und Trading eigene Ressourcen aufgebaut. Die Netztochter APG wird nach Umsetzung des ITO ("independent transmission operator") im Jahr 2012 über eine von VERBUND unabhängige Risikoorganisation verfügen.
Risikomanagement ist ein wesentlicher Aspekt bei der Abwicklung von Geschäftsprozessen. Die Identifikation, Bewertung und Verfolgung von Chancen und Risiken begleiten die Unternehmensstrategie, das Standardplanungs- und -berichtswesen, die Projektabwicklung und die Investitions- und Akquisitionsentscheidungen. Das Chancen- und Risikomanagement führt die erfassten Daten systemunterstützt zusammen und berichtet quartalsweise an den Konzernvorstand sowie an den Aufsichtsrat. Das Chancen- und Risikomanagement versteht sich als Unterstützungsfunktion der wertorientierten Unternehmensführung von VERBUND. Chancen und Risiken werden in Form überlappender Steuerungskreise entlang der Wertschöpfungskette mit etablierten Risikomanagement-Werkzeugen, -Methoden und -Modellen verfolgt.
Chancen und Risiken für 2012
Die Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft haben sich 2011 weiter verschlechtert und zu Ertragseinbrüchen in der Energieversorgungsbranche geführt. Die geänderten makroökonomischen Rahmenbedingungen, rückläufige Großhandelspreise, die hohe Volatilität auf den Energiemärkten sowie die Inbetriebnahme von Kraftwerkskapazitäten erhöhen das Risiko eines Margenrückgangs und damit die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Wertminderungen von Anlagen und Beteiligungen. Die Zukunft wird insbesondere durch folgende Chancen und Risiken beeinflusst:
- Entwicklung regulatorischer und energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen
- Wirtschaftliche Entwicklung in den internationalen Kernmärkten Deutschland, Italien und Türkei
- Neue Formen der Energie-Erzeugung sowie geänderte Rollen der Marktteilnehmer
- Nachhaltigkeit im Ressourceneinsatz, neue Dienstleistungsbereiche und Geschäftsmodelle
Das operative Ergebnis der VERBUND AG wird wesentlich durch das Mengen- und Preisrisiko der Eigenerzeugung von VERBUND beeinflusst. Die Erzeugung der Wasserkraftwerke schwankt in Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren hydrologischen Einflussfaktoren, der Ergebnisbeitrag variiert zusätzlich aufgrund der Entwicklung der Strompreise. Der Ergebnisbeitrag der Wärmekraftwerke wird vor allem durch die Entwicklung von Preisen für Strom, Primärenergie (Erdgas, Steinkohle) sowie CO2-Zertifikate beeinflusst. Anlagen-, Personal-, Betriebs- und Instandhaltungs- sowie vertragliche Risiken werden laufend beobachtet. Schwerpunkte für 2012 sind die Nachverhandlung von Gasbezugsverträgen und die Beobachtung der Entwicklung der Werthaltigkeit der Anlagen.
Finanzinstrumente
Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Finanzbereich
Derivativgeschäfte dienen grundsätzlich ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.
Strombereich
Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Stromgeschäft umfassen Stromfutures, Stromforwards und Swaps. Zweck der derivativen Sicherungsgeschäfte im Strombereich ist die Schließung von Stromgeschäften, die physikalisch nicht rückgedeckt sind.
Positive und negative Zeitwerte werden getrennt dargestellt. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.
Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von potenziellen Marktpreisschwankungen (–10% bis +10%) auf das Gesamtportfolio oder getrennt nach Forwards und Futures im Trading gemessen.
Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.
Für das Jahr 2012 sind per 31.1.2012 keine Risiken zu erkennen, die für die VERBUND AG einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
nach § 243a Abs. 2 UGB
Kontrollumfeld
Unternehmensleitbild
Der VERBUND-Vorstand ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Stakeholdern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst. Die Konzernführung handelt daher nach den im Unternehmensleitbild (Code-of-Conduct) festgelegten Prinzipien.
Controlling
Der VERBUND-Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Gestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems für den gesamten Rechnungslegungsprozess. Als betriebswirtschaftlicher Businesspartner koordiniert und steuert das VERBUND-Konzerncontrolling eine gesetzes- und regelkonforme sowie konzernweit einheitliche Abwicklung der Aufgaben in Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement.
Die Controlling-Abteilungen der VERBUND-Tochterunternehmen werden fachlich vom Konzerncontrolling betreut und greifen in der operativen Umsetzung auf Vorgaben und Konzernhandbücher zu. Die den Rechnungslegungsprozess betreffenden Dienstleistungen Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Personalverrechnung und Informatik erbringen die VERBUND Management Service GmbH und die jeweiligen Finanzbuchhaltungsabteilungen der nicht SAP-Gesellschaften.
Erwartungsplan, Budgetierung und Mittelfristplanung
VERBUND wird unter anderem über das Konzernergebnis und daraus abgeleitete Kennzahlen gesteuert. Teil des internen Kontrollsystems (IKS) für das Rechnungswesen sind eine detaillierte Erwartungsplanung und eine Mittelfristplanung sowie die Analyse der Abweichungen zu den Ist-Ergebnissen.
Im monatlichen Erwartungsplan werden die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Potenziale rolliert. Die Erwartungspläne im Quartal umfassen eine Gewinn- und Verlustrechnung, eine Bilanz, eine Geldflussrechnung eine Berichterstattung der Segmente sowie die Berechnung von Plankennzahlen und werden im Aufsichtsratsbericht dargestellt. Die Budgetierung des folgenden Geschäftsjahres beginnt jeweils im September mit der Aussendung der Prämissen und endet Ende November. Aufbauend auf das Budget wird parallel die Mittelfristplanung erstellt.
Finanzberichterstattung
VERBUND führt jährlich im Zuge eines Fast-Close-Prozesses die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRSs und der Einzelabschlüsse nach local GAAP durch. Bei vollkonsolidierten Gesellschaften werden die IFRS-Werte aus den Einzelabschlüssen in das Konsolidierungsmodul SAP EC-CS zur Konsolidierung übernommen. Die Erfassung der at Equity bilanzierten Beteiligungen erfolgt auf der Konzernebene im Konsolidierungsmodul SAP EC-CS.
Risikobeurteilung
Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem von VERBUND werden alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt. Das Chancenund Risikomanagement koordiniert und überwacht die Prozesse, führt die dezentral erfassten Daten zusammen und berichtet das konzernweite Risiko-Chancen-Portfolio quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Besonderes Augenmerk liegt auf möglichen Abweichungen vom Konzernergebnis. Für alle wesentlichen mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche gibt es eigene Risk Management Committees (RMCs). Schwerpunkte dieser Committees sind die ständige Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken sowie die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen.
Kontrollmaßnahmen
Prozesshandbuch zur Rechnungslegung
Das interne Kontrollsystem muss regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert und mit Kontrollmaßnahmen überwacht werden. Um dies zu gewährleisten, erhob VERBUND die Ist-Prozesse, schätzte die Risiken ein und identifizierte interne Schlüsselkontrollen. Außerdem wurde die zeitliche Abfolge der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und zusammen mit den Ablaufdiagrammen aus der Prozesslandkarte in einem Prozesshandbuch zusammengefasst. Jährlich erscheint eine aktualisierte Version. Die Revision sichert im Rahmen ihrer Prüfaufträge eine fortlaufende Kontrolle.
Executive Orders, Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen
Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, verfügt VERBUND über ein ausgeprägtes Regelungssystem mit Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Das Team Organisation sorgt mit kontinuierlichen Verbesserungen für die Aktualität sowie einen an den Bedarf angepassten Umfang der Regelungen.
EDV-Systeme
Für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung werden konzernweit SAP-Systeme als Leitsysteme eingesetzt. Die VERBUND Trading AG verwendet zur Verbuchung der Wholesale- und Tradinggeschäfte Vorsysteme in Form der ETRM-Softwarelösung Endur sowie zur Kundenabrechnung die SDK.ProviderSuite. Die Salden werden automatisiert über Schnittstellen in SAP übernommen.
Die Geschäfte der VERBUND Sales GmbH – der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden – werden zunächst ebenso in der SDK.ProviderSuite abgewickelt und in der Folge automatisiert in SAP übernommen. Die Archivierung der Originalbelege erfolgt direkt in SAP, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen werden im Dokumentenmanagementsystem (DMS) abgelegt.
Information und Kommunikation
Internes Berichtswesen
Die Controlling-Abteilungen der VERBUND-Unternehmen senden Monatsberichte an die jeweiligen Vorstände und Geschäftsführer sowie an die Abteilung Konzern-Unternehmensrechnung, welche die Daten konsolidiert und an den VERBUND-Vorstand berichtet. Die Berichte umfassen neben den Planund Ist- Abschlüssen betriebswirtschaftliche Highlights, Abweichungsanalysen und Zielerreichungsdarstellungen. Analog dazu berichtet das Finanzmanagement an den VERBUND-Vorstand über Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.
Die Quartalsberichterstattung umfasst die GuV, die Bilanz, die Geldflussrechnung und Kennzahlen je Quartal, Year-to-Date sowie auf Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr, die Segmentberichterstattung, Deckungsbeiträge, die Darstellung der Ergebnispotenziale und die Zielerreichung. Das Finanzmanagement berichtet zusätzlich über Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie das Risikomonitoring im Bereich Finanzierung. Das Chancen- und Risikomanagement gibt einen Überblick über den Risikohorizont des laufenden und des Folgejahres sowie die Ergebnisse aus den Risk Management Comittees.
Berichte an den Aufsichtsrat
Der finanzielle Teil der quartalsweisen Berichterstattung an den Aufsichtsrat entspricht im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um eine erweiterte Segmentberichterstattung.
Weitere Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche VERBUND-Beteiligungsbericht sowie der Bericht des Vorstands über das Konzernbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan sowie Personal- und Investitionsplan.
Legal Unbundling
Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen VERBUND-Unternehmen und der APG gibt es eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung. Damit ist gewährleistet, dass keine Sicht auf sensible Daten der Stromnetzgesellschaft durch VERBUND-Unternehmen und vice versa gegeben ist. Ausgenommen sind ausschließlich Shared Services wie Finanzbuchhaltung oder Informatik bis zur finalen Umsetzung des Legal Unbundling im Jahr 2012.
Überwachung
Die Revision überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom VERBUND-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach der Beauftragung zur Umsetzung einem halbjährlichen Follow-up unterzogen werden.
Besonderer Schwerpunkt der Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der VERBUND-Unternehmen sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden die Aufgaben- und Funktionstrennung sowie die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips überprüft. Beim Einsatz von Informationstechnologien kontrolliert die Revision, ob entsprechende Berechtigungssysteme vorliegen.
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital
Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB
1. Das Grundkapital setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49% des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51% des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.
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- Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51% beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5% des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
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- Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51% des Grundkapitals der VERBUND AG befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25% des Grundkapitals befinden sich im Eigentum eines von den Landesenergie-Unternehmen Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG gebildeten Syndikats. Mehr als 5% befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 19% des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
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- Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
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- Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
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- Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmals vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet (siehe dazu im Übrigen den Corporate-Governance-Bericht 2011). Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.
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- Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25.3.2009 dem Vorstand gem. § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf lief bis 25.9.2011. Es wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.
In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde ein genehmigtes Kapital beschlossen, womit der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt wurde, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neue, auf Inhaber oder Namen lautende Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen. Dies hat mit der Maßgabe und unter der Voraussetzung zu erfolgen, dass der Bund im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dadurch der Anteil der Beteiligung des Bundes an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital nicht unter 51% des Grundkapitals an der Gesellschaft fällt.
In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686,00 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung besteht die Ermächtigung des Vorstands, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686,00 € um bis zu 114.884.314,00 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neue, auf Inhaber oder Namen lautende Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten festzusetzen.
Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstands i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.
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- Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist unseres Erachtens ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes derzeit nicht möglich.
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- Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Nach der kräftigen Erholungsphase im Vorjahr war das globale Wirtschaftswachstum 2011 wieder schwächer. Die Atomkatastrophe von Fukushima, die hohe Staatsverschuldung der USA und einiger Staaten im Euroraum, die gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten, das abnehmende Vertrauen der Wirtschaftsakteure und der weitgehend ausgeschöpfte wirtschaftspolitische Spielraum der Regierungen belasteten die Konjunktur. Die größte Gefahr für die Konjunktur im Euroraum geht 2012 von der anhaltenden Belastung durch die Staatschuldenkrise aus, zumal sich die Wirtschaftsflaute nicht nur in den europäischen Peripheriestaaten, sondern zunehmend auch in den Kernländern ausbreitet. Gemäß Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Wirtschaftsleistung im Euroraum 2012 insgesamt real um 0,5% schrumpfen und auch im Jahr 2013 nur um 0,8% wachsen.
Branchenausblick verhalten
Der Ausbau der neuen erneuerbaren Energien (Wind- und Sonnenkraft) in Europa stellt das Energiesystem vor große Herausforderungen. Zum einen erfordert die Integration der volatilen Kapazitäten ins Stromnetz entsprechende Lösungen. Zum anderen gilt es, die Rentabilität der nicht geförderten Kraftwerke zu bewahren, die maßgeblich für die Versorgungssicherheit sind. Insbesondere Gaskraftwerke haben derzeit mit geringen Margen zu kämpfen. Ein Großteil der Erdgas-Einfuhren in die EU basiert auf Langfristverträgen mit Koppelung an den Ölpreis. Daneben prägen zunehmend kurzfristigere Handelsgeschäfte mit frei verfügbaren Mengen die Lage an den Gasmärkten. In den vergangenen Jahren kam es daher zu einer zunehmenden Entkopplung der Gas- von den Ölpreisen. Gaskraftwerke mit "klassischen" ölindizierten Take-or-Pay-Verträgen sind im aktuellen Marktumfeld nicht profitabel zu führen. Aufgrund der geringen Margen gibt es derzeit nur wenig Anreize für Unternehmen, in neue, nicht geförderte Kraftwerksprojekte zu investieren. Die Marktunsicherheiten werden 2012 anhalten. Es ist derzeit keine nachhaltige Erholung der Strom-Großhandelspreise abzusehen.
Wesentlichen Einfluss auf die Großhandelspreise für Strom haben auch die CO2-Emissionsrechte, die im abgelaufenen Jahr aufgrund der sich eintrübenden Konjunktur deutlich an Wert verloren haben. Die weitere Entwicklung wird – zusätzlich zur Industriekonjunktur – insbesondere von den Entscheidungen der EU über die weitere Ausgestaltung der Rahmenbedingungen abhängen.
Unsicheres finanzwirtschaftliches Umfeld
Die europäische Staatsschulden- und Bankenkrise in Zusammenhang mit der sich eintrübenden Konjunktur birgt erhebliche Unsicherheiten für die künftige Entwicklung und Stabilität des finanzwirtschaftlichen Umfelds. Die stetige Verschlechterung der Kreditwürdigkeit vieler europäischer Staaten und Banken gefährdet die Konjunktur und die gesicherte Versorgung der Wirtschaft mit Kapital. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone hätte unüberschaubare Konsequenzen für die künftige Entwicklung Europas.
Die VERBUND AG hat die Geschäftsaktivitäten auf ein schwächer werdendes finanzwirtschaftliches Umfeld eingestellt. Wir haben die Verschuldung deutlich reduziert und unsere Kapitalstruktur optimiert. Im Geschäftsjahr 2012 werden wir diesen Weg durch zahlreiche Maßnahmen konsequent weitergehen. Gleichzeitig führen wir unser Investitionsprogramm fort. Dieses ist vorwiegend auf erneuerbare Energien – vor allem Wasserkraft – und den Ausbau der Netzinfrastruktur ausgerichtet. Die weiterhin hohe Innenfinanzierungskraft sichert diese Entwicklung ab. Um diese zu stärken, haben wir 2011 eine syndizierte Kreditlinie von 750 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Dies sichert uns, selbst in einem angespannten finanzwirtschaftlichen Umfeld, jederzeit den Zugriff auf Kapital.
Die Aufrechterhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings im "A"-Bereich bildet weiterhin die Voraussetzung für die Umsetzung des Investitionsprogramms.
Ergebnisausblick 2012
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Unsicherheiten des makroökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfelds sowie der daraus resultierenden schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen geben wir keinen Ergebnisausblick für 2012. Die Dividendenpolitik orientiert sich an einer Ausschüttungsquote zwischen 45% und 50% des Konzernergebnisses.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es gibt keine Vorkommnisse, über die gesondert zu berichten wäre.
Wien, am 31.1.2012
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner
Jahresabschluss
Bilanz
| AKTIVA | in Tsd. € | ||
|---|---|---|---|
| Erläuterung im Anhang |
2011 | 2010 | |
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | (1) | 3.791,3 | 3.837,2 |
| II. Sachanlagen | 25.675,5 | 20.896,2 | |
| III. Finanzanlagen | (2) | 4.623.135,7 | 4.150.763,5 |
| 4.652.602,4 | 4.175.496,9 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Vorräte | (3) | 11.842,7 | 72,0 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
(4) | 827.335,3 | 1.605.477,9 |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | (5) | 4.865,0 | 772,3 |
| 844.042,9 | 1.606.322,2 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | (6) | 99.634,5 | 118.234,4 |
| 5.596.279,8 | 5.900.053,5 | ||
| Rückgriffsrechte | (7) | 4.441.071,9 | 3.884.274,7 |
| ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing | – 461.034,6 | – 461.410,1 | |
| 3.980.037,2 | 3.422.864,6 | ||
| PASSIVA | |||
| Erläuterung im Anhang |
2011 | in Tsd. € 2010 |
|
| A. Eigenkapital | |||
| I. Grundkapital | (8) | 347.415,7 | 347.415,7 |
| II. Kapitalrücklagen | 971.720,3 | 971.720,3 | |
| III. Gewinnrücklagen | (9) | 1.379.652,7 | 1.296.152,0 |
| IV. Bilanzgewinn (davon Gewinnvortrag 0,0 Tsd. €, Vorjahr 0,0 Tsd. €) |
(10) | 191.078,6 | 191.078,6 |
| 2.889.867,3 | 2.806.366,6 | ||
| B. Unversteuerte Rücklagen | (11) | 3.322,9 | 3.575,3 |
| C. Rückstellungen | (12) | 74.101,8 | 127.209,7 |
| D. Verbindlichkeiten | (13) | 2.619.773,4 | 2.955.279,0 |
| E. Rechnungsabgrenzungsposten | (14) | 9.214,5 | 7.622,9 |
| 5.596.279,8 | 5.900.053,5 | ||
| Eventualverbindlichkeiten | (15) | 4.441.071,9 | 3.884.274,7 |
| ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing | – 461.034,6 | – 461.410,1 | |
| 3.980.037,2 | 3.422.864,6 |
Gewinn- und Verlustrechnung
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Erläuterung im Anhang |
2011 | 2010 | |
| 1. Umsatzerlöse | (16) | 3.422.183,8 | 3.041.009,7 |
| 2. Veränderung des Bestands an noch abrechenbaren Leistungen |
50,0 | – 87,5 | |
| 3. Sonstige betriebliche Erträge | (17) | 36.608,9 | 35.519,4 |
| 4. Betriebsleistung (Zwischensumme aus Z. 1 bis 3) |
3.458.842,7 | 3.076.441,6 | |
| 5. Aufwendungen für Strom-/Gas-/Netz-/ Emissionszertifikatebezug und sonstige bezogene Herstellungs- und Dienstleistungen |
– 3.210.829,7 | – 2.823.643,9 | |
| 6. Personalaufwand | (18) | – 28.181,9 | – 26.158,7 |
| 7. Abschreibungen | (19) | – 2.054,4 | – 3.187,1 |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | (20) | – 65.121,8 | – 89.252,3 |
| 9. Betriebserfolg (Zwischensumme aus Z. 4 bis 8) | 152.654,8 | 134.199,6 | |
| 10. Erträge aus Beteiligungen | 333.139,7 | 379.381,9 | |
| 11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens |
36.360,8 | 26.388,0 | |
| 12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 28.595,2 | 18.104,7 | |
| 13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen |
19.220,8 | 13.017,6 | |
| 14. Aufwendungen aus Finanzanlagen | – 111.911,3 | – 32.922,5 | |
| 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 175.169,1 | – 161.411,3 | |
| 16. Finanzergebnis (Zwischensumme aus Z. 10 bis 15) |
(21) | 130.236,1 | 242.558,4 |
| 17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 282.890,9 | 376.758,0 | |
| 18. Steuern vom Einkommen | (22) | – 8.564,0 | – 24.149,3 |
| 19. Jahresüberschuss | 274.326,9 | 352.608,7 | |
| 20. Auflösung unversteuerter Rücklagen | 252,4 | 1.300,9 | |
| 21. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen | 0,0 | – 132,6 | |
| 22. Zuweisung zu Gewinnrücklagen | – 83.500,7 | – 162.698,4 | |
| 23. Bilanzgewinn | 191.078,6 | 191.078,6 |
Entwicklung des Anlagevermögens
| Stand 1.1.2011 |
Zugänge | Abgänge | ||
|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Benützungsentgelte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen |
327.793,8 | 957,3 | 957,0 | |
| 327.793,8 | 957,3 | 957,0 | ||
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund |
||||
| a. mit Wohngebäuden | 77,6 | 0,0 | 0,0 | |
| b. mit Betriebsgebäuden und anderen Baulichkeiten | 24.025,7 | 392,3 | 0,0 | |
| c. unbebaute Grundstücke | 2.237,9 | 3.521,1 | 0,0 | |
| 2. Elektrische Anlagen | 20.286,1 | 104,3 | 12,7 | |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 14.821,7 | 742,2 | 210,5 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 768,6 | 1.449,8 | 768,6 | |
| 62.217,5 | 6.209,8 | 991,8 | ||
| Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände |
390.011,4 | 7.167,1 | 1.948,8 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 2.844.820,6 | 159.964,7 | 352.050,1 | |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 381.000,0 | 710.000,0 | 45.566,7 | |
| 3. Beteiligungen | 729.286,5 | 1.484,6 | 0,0 | |
| 4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 72.641,5 | 386,9 | 2.378,9 | |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 176.967,2 | 101,9 | 7,2 | |
| 4.204.715,7 | 871.938,1 | 400.002,9 | ||
| Anlagevermögen | 4.594.727,0 | 879.105,1 | 401.951,7 |
Der Grundwert der Grundstücke beträgt zum 31.12.2011 9.099,7 Tsd. € (Vorjahr: 5.578,6 Tsd. €).
| in Tsd. € | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Umbuchungen | Stand 31.12.2011 |
Kumulierte Abschreibungen |
Restbuchwert 31.12.2011 |
Restbuchwert 31.12.2010 |
Planmäßige Abschreibungen 2011 |
| 0,0 | 327.794,1 | 324.002,8 | 3.791,3 | 3.837,2 | 677,0 |
| 0,0 | 327.794,1 | 324.002,8 | 3.791,3 | 3.837,2 | 677,0 |
| 0,0 | 77,6 | 74,4 | 3,2 | 3,8 | 0,6 |
| 0,0 | 24.418,0 | 16.364,9 | 8.053,1 | 8.032,6 | 371,8 |
| 0,0 | 5.759,0 | 0,0 | 5.759,0 | 2.237,9 | 0,0 |
| 0,0 | 20.377,7 | 19.653,0 | 724,7 | 788,2 | 163,4 |
| 0,0 | 15.353,5 | 5.667,9 | 9.685,6 | 9.833,6 | 841,6 |
| 0,0 | 1.449,8 | 0,0 | 1.449,8 | 0,0 | 0,0 |
| 0,0 | 67.435,6 | 41.760,1 | 25.675,5 | 20.896,2 | 1.377,4 |
| 0,0 | 395.229,7 | 365.762,9 | 29.466,8 | 24.733,4 | 2.054,4 |
| 0,0 | 2.652.735,1 | 20,0 | 2.652.715,1 | 2.844.800,6 | 0,0 |
| 176.933,3 | 1.222.366,7 | 0,0 | 1.222.366,7 | 381.000,0 | 0,0 |
| – 2.489,2 | 728.281,8 | 50.000,0 | 678.281,8 | 679.286,5 | 0,0 |
| 2.489,2 | 73.138,6 | 3.495,2 | 69.643,5 | 68.709,3 | 0,0 |
| – 176.933,3 | 128,5 | 0,0 | 128,5 | 176.967,2 | 0,0 |
| 0,0 | 4.676.650,8 | 53.515,2 | 4.623.135,7 | 4.150.763,5 | 0,0 |
| 0,0 | 5.071.880,5 | 419.278,1 | 4.652.602,4 | 4.175.496,9 | 2.054,4 |
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen
| in Tsd. € | ||||
|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2011 |
Zuführung Umbuchung |
Auflösung Abgang |
Stand 31.12.2011 |
|
| Bewertungsreserve aufgrund von Sonderabschreibungen |
||||
| 1. Vorzeitige Abschreibung gem. § 7a EStG 1988 |
||||
| 1.1. Elektrische Anlagen | 124,1 | 0,0 | 0,9 | 123,1 |
| 1.2. Betriebs- und Geschäftsausstattung |
119,0 243,1 |
0,0 0,0 |
0,7 1,6 |
118,3 241,5 |
| 2. Übertragung stiller Reserven gem. § 12 EStG |
||||
| 2.1. Elektrische Anlagen | 9,6 | 0,0 | 3,6 | 6,0 |
| 2.2. Betriebs- und Geschäftsausstattung |
1.479,1 | 0,0 | 247,2 | 1.231,9 |
| 2.3. Anteile an verbundenen Unternehmen |
1.811,1 | 0,0 | 0,0 | 1.811,1 |
| 2.4. Wertpapiere | 32,4 | 0,0 | 0,0 | 32,4 |
| 3.332,2 | 0,0 | 250,8 | 3.081,4 | |
| Unversteuerte Rücklagen | 3.575,3 | 0,0 | 252,4 | 3.322,9 |
Fristigkeitenspiegel 2011
| in Tsd. € | ||||
|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit zum 31.12.2011 | ||||
| bis zu 1 Jahr | mehr als 1 Jahr | mehr als 5 Jahre | Summe | |
| Ausleihungen | ||||
| 1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
625.316,7 | 182.266,7 | 414.783,4 | 1.222.366,7 |
| 2. Sonstige Ausleihungen | 8,2 | 104,2 | 16,2 | 128,5 |
| 625.324,9 | 182.370,8 | 414.799,5 | 1.222.495,2 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
183.093,5 | 0,0 | 0,0 | 183.093,5 |
| 2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen |
605.164,2 | 0,0 | 0,0 | 605.164,2 |
| 3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
18.455,1 | 0,0 | 0,0 | 18.455,1 |
| 4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände |
20.622,6 | 0,0 | 0,0 | 20.622,6 |
| 827.335,3 | 0,0 | 0,0 | 827.335,3 | |
| Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Anleihen | 3.152,4 | 128.742,5 | 127.823,0 | 259.717,9 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
177.109,8 | 53.333,3 | 59.333,3 | 289.776,5 |
| 3. Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen |
1.188,2 | 27.500,0 | 0,0 | 28.688,2 |
| 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
118.539,4 | 1,5 | 0,0 | 118.540,9 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
39.477,0 | 550.000,0 | 840.000,0 | 1.429.477,0 |
| 6. Sonstige Verbindlichkeiten | 19.963,7 | 0,0 | 473.609,0 | 493.572,8 |
| 359.430,6 | 759.577,4 | 1.500.765,3 | 2.619.773,4 |
Fristigkeitenspiegel 2010
| in Tsd. € | ||||
|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | mehr als 1 Jahr | mehr als 5 Jahre | Restlaufzeit zum 31.12.2010 Summe |
|
| Ausleihungen | ||||
| 1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
32.500,0 | 299.750,0 | 48.750,0 | 381.000,0 |
| 2. Sonstige Ausleihungen | 13.069,8 | 52.285,3 | 111.612,1 | 176.967,2 |
| 45.569,8 | 352.035,3 | 160.362,1 | 557.967,2 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
170.116,5 | 0,0 | 0,0 | 170.116,5 |
| 2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen |
1.316.932,7 | 0,0 | 0,0 | 1.316.932,7 |
| 3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
19.542,7 | 0,0 | 0,0 | 19.542,7 |
| 4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände |
98.886,0 | 0,0 | 0,0 | 98.886,0 |
| 1.605.477,9 | 0,0 | 0,0 | 1.605.477,9 | |
| Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Anleihen | 2.907,2 | 118.729,9 | 127.823,0 | 249.460,1 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
47.930,2 | 345.083,3 | 283.416,7 | 676.430,2 |
| 3. Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen |
1.188,2 | 27.500,0 | 0,0 | 28.688,2 |
| 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
80.487,9 | 89,7 | 0,0 | 80.577,6 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
34.511,3 | 550.000,0 | 840.000,0 | 1.424.511,3 |
| 6. Sonstige Verbindlichkeiten | 23.294,8 | 0,0 | 472.316,8 | 495.611,6 |
| 190.319,6 | 1.041.402,9 | 1.723.556,5 | 2.955.279,0 |
Anhang zum Jahresabschluss
Anhang – Erläuterungen
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Rundungshinweis
Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Der Katalog über die einheitlichen Abschreibungssätze in VERBUND sieht im Wesentlichen folgende Abschreibungssätze vor: Anlagevermögen
| Abschreibungssatz in % | Nutzungsdauer in Jahren | |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Rechte an Telekomanlagen | 10 | 10 |
| Rechte an Softwareprodukten | 25 | 4 |
| Sonstige Rechte | 5 | 20 |
| Bauten | ||
| Wohn- und Geschäftsgebäude | 2 bzw. 3 | 33,3 bzw. 50 |
| Betriebsgebäude | 3 | 33,3 |
| Technische Anlagen und Maschinen | ||
| Maschinelle Anlagen | 4 bzw. 5 | 20 bzw. 25 |
| Elektrische Anlagen | 5 | 20 |
| Telekomanlagen | 10 | 10 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 10– 25 | 4– 10 |
Bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen, die im Wirtschaftsjahr länger als 6 Monate genutzt werden, erfolgt die Abschreibung mit einer vollen Jahresrate, bei solchen, die kürzer als 6 Monate genutzt werden, mit einer halben Jahresrate.
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und – soweit abnutzbar – entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.
In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten aktiviert. Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechts hinsichtlich Einbeziehung der sozialen Aufwendungen, Abfertigungen und betrieblichen Altersversorgung im Sinne des § 203 Abs. 3 UGB sowie die Aktivierung der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 4 UGB) wird verzichtet. Die geringwertigen Vermögensgegenstände gemäß § 226 Abs. 3 UGB werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt; bei nur vorübergehender Wertminderung sind die Wertpapiere des Anlagevermögens mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nennwert bilanziert. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden als Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.
Umlaufvermögen
Noch nicht abrechenbaren Leistungen sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Auf das Bewertungswahlrecht hinsichtlich der Einbeziehung der sozialen Aufwendungen sowie der Fremdkapitalzinsen (§ 203 Abs. 3 und 4 UGB) wird verzichtet.
Die Bewertung der nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren erfassten Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Falle erkennbarer Einzelrisiken ein niedrigerer Wert anzusetzen ist. Forderungen in Fremdwährungen sind mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. zum niedrigeren Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) des Bilanzstichtages (sofern nicht anderweitig kursgesichert) bewertet.
Auf Fremdwährung lautende Guthaben bei Kreditinstituten sind ebenso mit dem Devisenreferenzkurs der EZB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.
Soweit in Folgejahren Steuerentlastungen zu erwarten sind, wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, einen Abgrenzungsposten für latente Steuern auf der Aktivseite der Bilanz zu bilden, wobei die auf die Gruppenmitglieder entfallenden Steuerlatenzen entsprechend den Steuerumlagen beim laufenden Ergebnis in deren Bilanz ausgewiesen sind.
Dieser Abgrenzungsposten resultiert aus Unterschieden zwischen der Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, die einem bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, und umfassen jene Beträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig waren.
Die Rückstellungen für Abfertigungen sind unter Zugrundelegung der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode im vollen versicherungsmathematischen Ausmaß dotiert. Der Ansparzeitraum bei den Abfertigungsrückstellungen beträgt 25 Jahre. Für alle nach dem 31.12.2002 beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Entgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende Bestimmungen des EVU-Kollektivvertrags werden in den Rückstellungen für Abfertigungen berücksichtigt.
Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG gegenüber. Die gemäß der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected-Unit-Credit-Methode ermittelte Rückstellung wird mit dem Pensionskassenvermögen saldiert ausgewiesen. Soweit diese leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers.
Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, das sind Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende Rechnungsabgrenzungsposten
Rückstellungen
der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichen Pensionsaufwand, werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) im Aufwand erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10% des höheren Betrags aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20% der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, werden diese sofort ergebniswirksam erfasst.
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellung. Aufgrund einer Reorganisation des KZV-Systems in den Vorjahren werden Neuverträge derzeit nur mehr mit Selbstbehalt abgeschlossen. Für Inhaber von Altverträgen mit Ausschluss eines Selbstbehalts besteht laufend die Möglichkeit zum Übertritt ins neue System.
Als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.
Den Berechnungen zum 31.12.2011 und 2010 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:
| in % | ||
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Zinssatz: | ||
| Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen | 4,75 | 4,75 |
| Abfertigungen | 4,75 | 4,75 |
| Trend: | ||
| Pensionssteigerungen | 2,25 | 2,25 |
| Gehaltssteigerungen | 2,75 | 2,75 |
| Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Altverträge | 7,50 | 7,50 |
| Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen – Neuverträge | 4,50 | 4,50 |
| Fluktuation | 0,00– 4,00 | 0,00– 4,00 |
| Pensionsalter Frauen | 56,5– 65 J. | 56,5– 65 J. |
| Pensionsalter Männer | 61,5– 65 J. | 61,5– 65 J. |
| Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens | 2,00 | 2,00 |
Die Abzinsungssätze werden sowohl entsprechend den Restlaufzeiten der Verpflichtungen als auch äquivalent zu dem darin enthaltenen Bestand (Aktive und Pensionisten) differenziert.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zum Devisenreferenzkurs der EZB des Bilanzstichtages – sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt – bewertet.
Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsanleihen und -krediten wurden zu dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der EZB bewertet, sofern dieser über dem Entstehungskurs lag. Das Ergebnis dieser Bewertung wird unter den entsprechenden Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geldbeschaffungskosten und Disagios wurden bis 1983 und in den Geschäftsjahren 1994 bis 1997 gemäß § 198 Abs. 7 UGB aktiviert und planmäßig getilgt.
Salesgeschäfte
Vermarktung der Eigenerzeugung. Die VERBUND AG führt für die Erzeugungstöchter und für die Bezugsrechte die Absicherung der geplanten Erzeugung durch. Hierbei kauft die VERBUND AG von der jeweiligen Erzeugungstochter zu Marktpreisen bzw. von den Bezugsrechten zu Kostenersatz plus Eigenkapitalverzinsung gemäß entsprechendem Stromliefervertrag Stromforwards ein und verkauft diese spiegelbildlich am Markt über Stromforwards bzw. Stromfutures weiter. Eine etwaige Marge zwischen Einkaufs- bzw. Verkaufspreis verbleibt in der VERBUND AG.
Die Geschäfte zwischen der VERBUND AG und den Erzeugungstöchtern/Bezugsrechten sind entweder als Derivate (soweit Optimierungen stattfinden) oder als Own-Use-Beziehung (wenn Lieferung ausschließlich vom Erzeuger/Bezugsrecht an VERBUND AG erfolgt) zu klassifizieren. Die Geschäfte von der VERBUND AG an die externen Partner stellen Derivate dar.
Zwischen den Geschäften mit den Erzeugungstöchtern/Bezugsrechten (Grundgeschäft) bzw. den Geschäften mit externen Partnern (Derivat) bestehen Sicherungsbeziehungen. Für diese Sicherungsbeziehungen werden Bewertungseinheiten unterstellt.
Durch diese Sicherungsbeziehungen wird das Marktpreisrisiko abgesichert.
Sonstige Sales-Geschäfte. Darüber hinaus führt die VERBUND AG im Sales-Bereich OTC-Transaktionen mit externen Counterparts durch. Die erwirtschaftete Marge aus diesen Geschäften verbleibt bei der VERBUND AG. Droht aus einem OTC-Geschäft ein Verlust – d.h. falls der eingeloggte Verkaufspreis unter den Kosten für die Rückdeckung liegen sollte – wird eine Drohverlustrückstellung gebildet.
Die Ein- und Verkaufsgeschäfte zwischen VERBUND AG und externen Counterparts (Forwards und Futures) stellen Derivate dar. Die mengenmäßig immer geschlossenen Ein- und Verkaufstransaktionen werden im Abschlusszeitpunkt als Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gewidmet, und es werden jeweils Bewertungseinheiten unterstellt.
Effektivitätsmessung. Im Sales-Bereich treten keine materiellen Ineffektivitäten auf, da sich die Marktwertschwankungen der Derivate bei mengenmäßig nahezu geschlossenen Einkaufs- und Verkaufspositionen regelmäßig aufheben. Die Realisierungen der derivativen Sicherungsgeschäfte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Trading-Bereich
Im Trading-Bereich wird eine Portfoliobewertung auf Jahresbasis durchgeführt. Innerhalb der Jahresportfolios gleichen sich die gegenläufigen Wertänderungen der Geschäfte aus. Es werden gemäß UGB nur Jahresportfolios, die insgesamt negativ sind, durch Einstellung einer Drohverlustrückstellung angesetzt. Positive Jahresportfolios dürfen gemäß UGB nicht angesetzt werden. Das Ergebnis aus Trading wird saldiert im Stromerlös dargestellt.
Die VERBUND AG ist Gruppenträger im Sinne des § 9 Abs. 8 KStG 1988.
Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträge mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine Kürzung bzw. Erhöhung des Steueraufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers.
Bei nachträglichen Abweichungen werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern nur bei Wesentlichkeit angepasst.
Derivative Finanzinstrumente
Steuern vom Einkommen
II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
Allgemeines
zu Aktiva
Im Interesse einer klaren Darstellung werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Der Ausweis der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Form und Inhalt entsprechend den konzerneinheitlichen Erfordernissen von VERBUND vorgenommen.
Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag aufwiesen, wurden gemäß § 223 Abs. 7 UGB nicht angeführt. Die Postenbezeichnungen wurden gemäß § 223 Abs. 4 UGB auf die tatsächlichen Inhalte verkürzt bzw. erweitert, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses zweckmäßig erschien.
Werden im Vergleich zum Vorjahr Änderungen im Ausweis vorgenommen, so werden grundsätzlich die Vorjahresbeträge gemäß § 223 Abs. 2 UGB angepasst.
A. Anlagevermögen Erläuterungen
Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung des Anlagevermögens".
(1) I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Der Restbuchwert der von verbundenen Unternehmen erworbenen Benützungsrechte an Anlagen beträgt 2.291,6 Tsd. € (Vorjahr: 2.578,0 Tsd. €).
(2) III. Finanzanlagen
Die Angaben gemäß § 238 Z. 2 UGB sind in einer gesonderten Aufstellung "Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z. 2 UGB" dargestellt.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen: Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel". Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens: Diese bestehen überwiegend aus österreichischen Investmentfondsanteilen und Anleihen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind in Höhe von 53.281,0 Tsd. € (Vorjahr: 55.331,3 Tsd. €) zur Sicherheit für den Stromhandel verpfändet. Die unterlassenen Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 3 UGB betragen 867,5 Tsd. € (Vorjahr: 1.369,1 Tsd. €).
B. Umlaufvermögen
| (3) I. Vorräte | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Handelswaren | 11.792,7 | 0,0 |
| Noch nicht abrechenbare Leistungen | 50,0 | 72,0 |
(4) II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".
In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 30.588,2 Tsd. € (Vorjahr: 3.914,2 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
| in Tsd. € | ||
|---|---|---|
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 2011 | 2010 |
| Stromhandelsgeschäfte | 11.320,7 | 82.552,1 |
| Kautionen Stromgeschäft | 7.787,9 | 3.507,8 |
| Zinsabgrenzungen und Provisionen aus Anleihen und Darlehen | 1.134,4 | 2.355,8 |
| Finanzämter | 45,5 | 39,3 |
| Personalverrechnung | 11,1 | 29,5 |
| Geleistete Anzahlungen | 2,2 | 10.009,6 |
| Emissionzertifikatehandel | 0,0 | 9,9 |
| Sonstige | 320,7 | 381,9 |
| 20.622,6 | 98.886,0 | |
| Kassenbestand Guthaben bei Kreditinstituten |
2011 4,3 4.860,7 4.865,0 |
2010 2,4 769,9 772,3 |
| (6) C. Rechnungsabgrenzungsposten | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Strombezugsakontierungen | 25.355,0 | 28.394,5 |
| Aktive Steuerlatenz | 19.191,6 | 32.887,9 |
| Disagio, Begebungskosten und Kursdifferenzen bei Anleihen und langfristigen Krediten |
971,9 | 1.022,8 |
| Grenzkapazitätsauktionen | 9,8 | 1.034,1 |
| Sonstige | 54.106,2 | 54.895,2 |
| 99.634,5 | 118.234,4 | |
Die Aktive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerlichen Ergebnissen bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 25% zugrunde gelegt.
(7) Rückgriffsrechte
Die Rückgriffsrechte betragen insgesamt 4.441.071,9 Tsd. € (Vorjahr: 3.884.274,7 Tsd. €). Neben den Rückgriffsrechten gegenüber Konzernunternehmen bestehen vorwiegend Rückgriffsrechte gegenüber Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften aus den bei der VERBUND Hydro Power AG abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von 461.034,6 Tsd. € (Vorjahr: 461.410,1 Tsd. €).
Siehe auch Erläuterungen (16), Eventualverbindlichkeiten.
Erläuterungen
Eigenkapital
zu Passiva
(8) I. Grundkapital
Zum Bilanzstichtag befinden sich 347.415.686 Aktien im Umlauf.
| Zusammensetzung | Stück | Anteil |
|---|---|---|
| Inhaberaktien Kategorie A | 170.233.686 | 49% |
| Namensaktien Kategorie B | 177.182.000 | 51% |
| beurkundet durch Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich (hinterlegt beim Bundesministerium für Finanzen) |
||
| 347.415.686 | 100 % | |
| (9) III. Gewinnrücklagen | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Gesetzliche Rücklage | 19.884,0 | 19.884,0 |
| Freie Rücklagen | 1.359.768,7 | 1.276.268,0 |
| 1.379.652,7 | 1.296.152,0 |
Die gebundenen Kapitalrücklagen und die gesetzliche Gewinnrücklage ergeben in Summe 991.604,3 Tsd. €, das sind mehr als 10% des Grundkapitals.
| (10) IV. Bilanzgewinn | in Tsd. € |
|---|---|
| Zum 31.12.2010 | 191.078,6 |
| Ausschüttung | – 191.078,6 |
| Gewinnvortrag | 0,0 |
| Jahresüberschuss | 274.326,9 |
| Rücklagenveränderungen | – 83.248,3 |
| Zum 31.12.2011 | 191.078,6 |
(11) B. Unversteuerte Rücklagen
Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung der unversteuerten Rücklagen".
Die Veränderung unversteuerter Rücklagen in der Unternehmensgruppe (i.S.d. § 9 Abs. 8 KStG) führte zu einer Steuerbelastung in Höhe von 1.738,8 Tsd. € (Vorjahr: Steuerentlastung 15.839,4 Tsd. €).
(12) C. Rückstellungen
| 1. Rückstellungen für Abfertigungen | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Deckungskapital aufgrund versicherungsmathematischer Berechnung | 7.464,3 | 6.985,2 |
| Versteuerter Teil der Rückstellungen | 7.464,3 | 6.985,2 |
Im Jahr 2002 wurde die Rückstellung gemäß § 14 EStG auf eine als versteuert geltende Rücklage steuerfrei übertragen (§ 124 b Z. 68 EStG).
| 2. Rückstellungen für Pensionen | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Pensionsrückstellung | 26.861,0 | 27.551,6 |
| davon pensionsähnliche Verpflichtungen | 5.227,0 | 4.988,2 |
Die nicht realisierten versicherungsmathematischen Verluste aus der Anwendung der Korridormethode betragen zum Bilanzstichtag 2.098,3 Tsd. € (Vorjahr: Verlust 3.526,3 Tsd. €).
| 3. Steuerrückstellungen | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Körperschaftsteuer (inklusive Vorperioden) | 264,6 | 49.248,8 |
| 4. Sonstige Rückstellungen | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Drohverluste Stromgeschäfte | 23.158,4 | 5.166,5 |
| Noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen | 5.474,8 | 17.218,9 |
| Strom-/Netzbezug | 3.512,1 | 14.513,6 |
| 32.145,3 | 36.899,0 |
In den Rückstellungen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verbundene Unternehmen.
| in Tsd. € | |
|---|---|
| 2011 | 2010 |
| 3.212,1 | 2.978,9 |
| 2.268,7 | 2.401,6 |
| 911,9 | 198,4 |
| 664,0 | 644,9 |
| 210,9 | 218,4 |
| 98,9 | 82,7 |
| 7.366,6 | 6.525,0 |
(13) D. Verbindlichkeiten
Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 1.424.150,7 Tsd. € (Vorjahr: 1.424.311,5 Tsd. €) Finanzverbindlichkeiten sowie 5.326,3 Tsd. € (Vorjahr: 199,8 Tsd. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
| in Tsd. € | ||
|---|---|---|
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2011 | 2010 |
| Langfristige Stromlieferverpflichtung | 473.609,0 | 472.316,8 |
| aus Steuern | 14.013,7 | 21.195,1 |
| Erhaltene Zahlungen aus dem bewerteten Stromgeschäft | 2.506,4 | 113,1 |
| Personalverrechnung | 665,9 | 523,9 |
| im Rahmen der sozialen Sicherheit | 272,2 | 270,7 |
| Sonstige | 2.505,6 | 1.192,1 |
| 493.572,8 | 495.611,6 |
| (14) E. Rechnungsabgrenzungsposten | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Garantieentgelte verbundener Unternehmen | 7.492,6 | 7.396,5 |
| Baukostenbeiträge | 865,1 | 0,0 |
| aus dem Stromgeschäft | 521,3 | 151,3 |
| Sonstige Garantieentgelte | 335,5 | 75,1 |
| 9.214,5 | 7.622,9 |
(15) Eventualverbindlichkeiten
Bei den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um Bürgschaften für sonstige Anleihen und Kredite einschließlich der erforderlichen Zinsenabgrenzungen sowie um sonstige Haftungsübernahmen exklusive der Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von insgesamt 3.620.548,4 Tsd. € (Vorjahr: 3.084.013,9 Tsd. €), von denen 2.846.148,3 Tsd. € (Vorjahr: 2.491.663,1 Tsd. €) verbundene Unternehmen und 3.245,3 Tsd. € (Vorjahr: 2.793,0 Tsd. €) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen. Diesen Eventualverbindlichkeiten stehen Rückgriffsrechte in gleicher Höhe gegenüber.
Die Tochtergesellschaft VERBUND Hydro Power AG hat in den Geschäftsjahren 1999 bis 2001 mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Die in der Bilanz der VERBUND Hydro Power AG ausgewiesenen Werte notieren zur Gänze in USD. Mit Ausnahme einer Transaktion war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren oder durch Ausleihungen an Finanzinstitutionen gegeben. Für eine in 2001 abgeschlossene Transaktion wurde vorerst keine Deckung herbeigeführt, die zugeflossenen Mittel wurden zur Gänze als Finanzierungsmittel verwendet. Um das Fremdwährungsrisiko aus dieser Transaktion zu vermeiden, wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Im Berichtsjahr erfolgte bei dieser Transaktion plangemäß die Einzahlung in eine Ausleihung an ein Finanzinstitut bzw. die entsprechende Beendigung des Sicherungsgeschäftes, sodass nur mehr geschlossene Positionen vorliegen.
Beginnend im Jahr 2009 und in der Berichtsperiode 2010 wurden, auch im Zuge der Finanzmarktkrise, rund 85% des ursprünglichen Volumens der Transaktionen wieder aufgelöst. Die letzte noch verbleibende Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Die Auflösung der Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten getilgt. Zum Teil erfolgten auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans sowie die entsprechenden Veranlagungen aber von VERBUND Hydro Power AG fortgeführt werden.
Die VERBUND AG hat im Zusammenhang mit diesen Cross-Border-Leasing-Transaktionen Garantieerklärungen für VERBUND Hydro Power AG abgegeben, welche im Wesentlichen für die nicht aufgelöste Transaktion sowie für die an VERBUND Hydro Power AG übertragenen Verbindlichkeiten weiterhin in Höhe von insgesamt 820.523,4 Tsd. € (Vorjahr: 800.260,9 Tsd. €) bestehen. Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 461.034,6 Tsd. € (Vorjahr: 461.410,1 Tsd. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftung) gesichert. Diese Rückhaftungen sind unter den gesamten Rückgriffsrechten (siehe Erläuterung 7) ausgewiesen. Als Eventualverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen nach Abzug dieser Rückhaftungen verbleiben somit insgesamt 359.488,8 Tsd. € (Vorjahr: 338.850,8 Tsd. €).
Im Zuge der Umstrukturierungen des Telekombereichs in VERBUND wurden Haftungen gegenüber der tele.ring Telekom Service GmbH und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft übernommen.
| (16) 1. Umsatzerlöse | in Tsd. € | ||
|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | ||
| Erlöse aus Stromlieferungen | |||
| Inland1 | Energieversorgungsunternehmen | 1.245.202,2 | 1.361.433,4 |
| Industrie- und Endkunden | 209.803,9 | 199.058,2 | |
| Sonstige Kunden | 19.801,9 | 48.284,9 | |
| 1.474.808,0 | 1.608.776,5 | ||
| EU | Energieversorgungsunternehmen | 485.056,9 | 420.901,0 |
| Industrie- und Endkunden | 44.560,5 | 122.081,8 | |
| Sonstige Kunden | 1.372.506,7 | 849.178,8 | |
| 1.902.124,1 | 1.392.161,6 | ||
| Drittländer | Energieversorgungsunternehmen | 25,8 | 58,3 |
| Sonstige Kunden | 10.337,5 | 15.779,8 | |
| 10.363,3 | 15.838,1 | ||
| 3.387.295,4 | 3.016.776,1 | ||
| Netztarifverrechnung; Benützungs- und Betriebsführungsentgelte | 2.708,3 | 2.780,2 | |
| Sonstige Erlöse (inkl. Emissionszertifikate und Gashandel) | 32.180,1 | 21.453,4 | |
| 3.422.183,8 | 3.041.009,7 |
1 Davon aus weiterverrechneten Netzgebühren 77.817,3 Tsd. € (Vorjahr: 78.225,7 Tsd. €).
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
| (17) 3. Sonstige betriebliche Erträge | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen | ||
| mit Ausnahme der Finanzanlagen | 17,1 | 1.953,6 |
| b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 1.214,8 | 1.035,9 |
| c) Übrige | 35.377,0 | 32.529,9 |
| 36.608,9 | 35.519,4 | |
| (18) 6. Personalaufwand | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| a) Gehälter | 19.932,9 | 19.058,6 |
| b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen |
||
| Abfertigungszahlungen | 298,5 | 235,7 |
| Beitragszahlungen Mitarbeitervorsorgekasse | 131,8 | 356,5 |
| Veränderung der Abfertigungsrückstellung | 479,0 | – 744,5 |
| Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern | – 271,3 | 557,3 |
| 638,0 | 405,1 | |
| c) Aufwendungen für Altersversorgung | ||
| Vorpensionen und Pensionszahlungen | 2.824,3 | 2.907,2 |
| Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen |
– 690,7 | – 1.028,2 |
| Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern | – 18,4 | 284,8 |
| Veränderung der Rückstellungen für Vorpensionen | 713,5 | – 355,2 |
| Pensionskassenbeiträge (einschließlich Nachschussverpflichtung) | 832,7 | 972,5 |
| 3.661,4 | 2.781,1 | |
| d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom | ||
| Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | 3.695,4 | 3.671,5 |
| e) Sonstige Sozialaufwendungen | 254,2 | 242,5 |
| 28.181,9 | 26.158,7 |
Die Zinsen im Personalaufwand für langfristige Personalrückstellungen betragen 2.231,1 Tsd. € (Vorjahr: 2.506,7 Tsd. €).
| (19) 7. Abschreibungen | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| a) Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
||
| Planmäßige Abschreibungen | 1.983,3 | 3.007,7 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 0,0 | 137,1 |
| Sofortabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG |
71,2 | 42,3 |
| 2.054,4 | 3.187,1 | |
| (20) 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen | 250,2 | 11.868,0 |
| b) Übrige | ||
| Übriger Verwaltungsaufwand für Administration | 15.848,5 | 15.447,5 |
| Werbungs- und Markterschließungskosten | 14.822,9 | 13.622,1 |
| Betriebskosten für Baulichkeiten, Mieten und Leasing | 6.808,5 | 2.544,8 |
| Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen | 5.163,3 | 19.832,5 |
| Kostenerstattung für Dienstleistungen | 4.599,4 | 4.097,9 |
| IT-Support, EDV | 3.575,8 | 3.521,6 |
| Mitgliedsbeiträge | 1.201,8 | 1.360,7 |
| Telekomleistungen, Datendienste | 1.089,6 | 1.123,1 |
| Aushilfsarbeiten und Personalabstellungen | 652,3 | 1.252,2 |
| Aus- und Weiterbildung | 640,4 | 736,4 |
| Sonstige Aufwendungen | 10.469,2 | 13.845,7 |
| 64.871,6 | 77.384,4 | |
| 65.121,8 | 89.252,3 |
| (21) 16. Finanzergebnis | in Tsd. € | |
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Erträge aus Beteiligungen | ||
| aus verbundenen Unternehmen | 308.211,7 | 355.777,3 |
| davon aus Gewinngemeinschaften | 32.881,9 | 42.903,0 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens |
||
| aus verbundenen Unternehmen | 34.187,5 | 15.876,7 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | ||
| aus verbundenen Unternehmen | 28.494,2 | 17.646,6 |
| Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen | ||
| Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen | 18.479,4 | 3,4 |
| Aufwendungen aus Finanzanlagen | ||
| aus verbundenen Unternehmen | 121.677,6 | 32.921,8 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| aus verbundenen Unternehmen | 71.445,5 | 69.480,7 |
| (22) 18. Steuern vom Einkommen | in Tsd. € | |
| 2011 | 2010 | |
| Steuern vom Einkommen der Unternehmensgruppe | 104.085,6 | 116.478,5 |
| davon an Gruppenmitglieder weiterbelastet | – 113.497,5 | – 135.238,8 |
III. Sonstige Angaben
1. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Wesentliche Posten: | Gesamtverpflichtung | 2012 | 2012– 2016 |
| Miet- und Leasingverträge, | |||
| Versicherungen | 1 | 7.845,6 | 36.189,1 |
| Bestellobligo | 10.049,4 | 9.633,6 | 9.966,0 |
| davon gegenüber verbundenen | |||
| Unternehmen | 1 | 10,0 | 49,8 |
Nachträge/Gutschriften aus Vorperioden 4.279,6 – 1.121,3 Latente Steuern 13.696,3 44.030,8 8.564,0 24.149,2
Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht ermittelbar.
Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, wonach die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.
Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferverträge, wonach die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugte Energie an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.
Gemäß einem Stromliefervertrag ist die E.ON Wasserkraft GmbH verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der VERBUND AG zu den um den vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern.
Mit der VERBUND Management Service GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen in den Bereichen Informatik, Versicherung, Beschaffung, Finanzbuchhaltung, Personalverrechnung sowie administrative Services.
Mit der VERBUND Finanzierungsservice GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen bezüglich Zahlungsverkehrsabwicklung und Cash Management.
Im Bereich Stromvertrieb und -handel bestehen Auftragsverträge mit der VERBUND Trading AG und der VERBUND Sales GmbH.
Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Soweit diese Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung vonseiten des Arbeitgebers. Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der BAV Pensionskassen AG zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 597,4 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) gemeldet.
Zum Bilanzstichtag hatten sieben Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür waren eine 20-jährige Tätigkeit in VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.
Es bestehen keine offenen Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich (Vorjahr: 0,0 Tsd. €).
Finanzbereich
Im Zusammenhang mit Strom-Transitgeschäften bzw. der Versteigerung von Grenzkapazitäten wurden zur Absicherung des Wechselkursänderungsrisikos aus dem ungarischen Forint-Bereich mehrere Devisentermingeschäfte über insgesamt 1.696.608,2 Tsd. HUF (Vorjahr: 1.871.354,1 Tsd. HUF) abgeschlossen. Die Stichtagsbewertung dieser Geschäfte ergab zum 31.12.2011 einen negativen Marktwert in Höhe von insgesamt 289,1 Tsd. € (Vorjahr: positiver Marktwert 96,4 Tsd. €). Für die Bewertung wurde im Geschäftsjahr mit einer Rückstellung vorgesorgt (Vorjahr: nach dem imparitätischen Realisationsprinzip nicht erfolgswirksam verbucht).
2. Angaben zu Finanzinstrumenten
Stromgeschäft
Die derivativen Finanzinstrumente (Strom-/Gas-/Co2-Futures und -Forwards) aus dem Stromgeschäft setzen sich wie folgt zusammen:
| in Tsd. € | ||
|---|---|---|
| Gesamt– positive |
Gesamt– negative |
Gesamt– netto |
| 71.546,4 | 76.581,0 | – 5.034,5 |
| 259.108,8 | 208.436,8 | 50.672,0 |
| 330.655,2 | 285.017,8 | 45.637,5 |
| 100.873,4 | 97.680,1 | 3.193,3 |
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Sales | Zeitwerte– positive |
Zeitwerte– negative |
Zeitwerte– netto |
| Futures | 2.591,3 | 684,8 | 1.906,5 |
| Forwards1 | 625.705,6 | 621.809,5 | 3.896,2 |
| Total vor Netting | 628.297,0 | 622.494,3 | 5.802,7 |
| davon langfristig | 14.173,9 | 14.418,6 | – 244,7 |
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Gesamt | Zeitwerte– positive |
Zeitwerte– negative |
Zeitwerte2– netto |
| Futures | 74.137,8 | 77.265,8 | – 3.128,1 |
| Forwards | 884.814,4 | 830.246,3 | 54.568,2 |
| Total vor Netting | 958.952,2 | 907.512,1 | 51.440,1 |
| davon langfristig | 115.047,2 | 112.098,6 | 2.948,6 |
| Berücksichtigung der Nettingverträge3 | – 795.220,8 | – 795.220,8 | 0,0 |
| 163.731,4 | 112.291,3 | 51.440,1 |
In den Zeitwerten der positiven Forwards betreffen 6.494,3 Tsd. € und in den Zeitwerten der negativen Forwards 718,4 Tsd. € verbundene Unternehmen. // 2 Der positive Zeitwert in Höhe von 6.238,6 Tsd. € für die Jahresportfolien 2012 bis 2014 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz. Dem positiven Zeitwert in Höhe von 45.423,3 Tsd. € stehen negativ bewertete Grundgeschäfte in selber Höhe gegenüber, mit denen eine Bewertungseinheit gebildet wurde. Für negative Jahresportfolien in Höhe von 221,7 Tsd. € wurde mit Drohverlustrückstellungen vorgesorgt. // 3 Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.
Die derivativen Finanzinstrumente (Strom-/Gas-/Co2-Futures und -Forwards) aus dem Stromgeschäft setzten sich im Vorjahr wie folgt zusammen:
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Trading | Zeitwerte– positive |
Zeitwerte– negative |
Zeitwerte– netto |
| Futures | 751,8 | 623,8 | 128,0 |
| Forwards | 276.602,2 | 274.105,6 | 2.496,6 |
| Total vor Netting | 277.354,0 | 274.729,5 | 2.624,6 |
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Sales | Zeitwerte– positive |
Zeitwerte– negative |
Zeitwerte– netto |
| Futures | 85.795,2 | 112.616,2 | – 26.821,0 |
| Forwards1 | 197.566,2 | 197.344,3 | 221,8 |
| Total vor Netting | 283.361,4 | 309.960,6 | – 26.599,2 |
| in Tsd. € | |||
|---|---|---|---|
| Gesamt | Zeitwerte– positive |
Zeitwerte– negative |
Zeitwerte2– netto |
| Futures | 86.547,1 | 113.240,1 | – 26.693,0 |
| Forwards | 474.168,3 | 471.450,0 | 2.718,4 |
| Total vor Netting | 560.715,4 | 584.690,0 | – 23.974,6 |
| Berücksichtigung der Nettingverträge3 | – 469.610,5 | – 469.610,5 | 0,0 |
| 91.104,9 | 115.079,5 | – 23.974,6 | |
In den Zeitwerten der positiven Forwards betreffen 718,4 Tsd. € und in denen der negativen Forwards 0,0 Tsd. € verbundene Unternehmen. // 2 Der positive Zeitwert in Höhe von 2.624,6 Tsd. € für die Jahresportfolien 2011 bis 2013 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz. Dem negativen Zeitwert in Höhe von 26.599,2 Tsd. € stehen positiv bewertete Grundgeschäfte in selber Höhe gegenüber, mit denen eine Bewertungseinheit gebildet wurde. // 3 Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.
| Durchschnitt | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Angestellte | 163 | 178 |
| in Tsd. € | ||
| 2011 | 2010 | |
| Vorstandsmitglieder, ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||
| und deren Hinterbliebene | 733,1 | 140,7 |
| Andere Arbeitnehmer | 3.566,4 | 3.045,5 |
| 4.299,4 | 3.186,2 |
Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2011 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 132.621 € bezahlt (Vorjahr: 115.714 €).
In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Im Jahr 2011 sind 491.166 € (Vorjahr: 707.387 €) für Abfertigungen und Pensionen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.
Bei den Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütung nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) ergibt sich aufgrund eines Sondereffekts ein Ertrag von 135.697 € (Vorjahr: Aufwand von 42.891 €). Die Aufwendungen für Altersversorgung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 597.362 € (Vorjahr: 97.792 €).
3. Personalstand
4. Aufwand für Abfertigungen und Pensionen
5. Organe der Gesellschaft
Die Angaben über die Organe der Gesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind vor dem Lagebericht angeführt.
| Vergütung für den Vorstand | ||||
|---|---|---|---|---|
| Name | Fixe Bezüge | Variable Bezüge | Gesamt | |
| Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber | 623.569 | 234.402 | 857.970 | |
| Dr. Johann Sereinig | 593.957 | 270.428 | 864.385 | |
| Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer | 416.390 | 153.049 | 569.440 | |
| Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner | ||||
| (ab 1.4.2011) | 315.425 | 0 | 315.425 |
1 Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahres, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an alle Vorstandsmitglieder im Jahr 2011 ausbezahlten variablen Bezüge des Geschäftsjahres 2010. Da Dr. Rabensteiner erst im Lauf des Jahres 2011 in den Vorstand bestellt
wurde, kam für das Jahr 2010 für ihn noch kein variabler Bezug zur Auszahlung.
Die Bezüge der vier Mitglieder des Vorstands betrugen im Jahr 2011 insgesamt 2.607.219 € (Vorjahr: 2.859.555 €).
Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2010 betrug dieser Prozentsatz maximal 50% und 60%. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2010 zu 50% auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50% auf qualitativen (zum Teil mittelfristigen) Zielen (beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturell-organisatorischen Bereich). Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.
An Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.
Es gibt keine Optionen für den Vorstand oder leitende Angestellte.
Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen insgesamt 200.133 € (Vorjahr: 212.779 €). Vergütungsschema für Aufsichtsratsmitglieder (gemäß Regel 51 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):
| in € | ||
|---|---|---|
| 2011 | 2010 | |
| Vorsitzender | 15.000 | 15.000 |
| Vorsitzender-Stellvertreter (zwei) | 11.250 | 11.250 |
| Mitglieder | 7.500 | 7.500 |
| Sitzungsgeld | 400 | 400 |
Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats analog Anwendung.
Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahe stehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):
Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine nicht fremdüblichen Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats nahe stehen, abgeschlossen. Es wurden Leistungen für verschiedene Konzerngesellschaften in VERBUND erbracht, diese Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt.
Die VERBUND AG ist das konsolidierungspflichtige Mutterunternehmen von VERBUND.
Mit der Austrian Power Grid AG, der VERBUND Beteiligungsholding GmbH, der VERBUND Finanzierungsservice GmbH, der VERBUND International Finance GmbH, der VERBUND Management Service GmbH, der VERBUND Sales GmbH, der VERBUND Telekom Service GmbH und der VERBUND Trading AG bestehen Ergebnisabführungsverträge.
VERBUND hat die bereits bestehende Aufteilung in Geschäftsfelder (formales Unbundling) im Geschäftsjahr 1999 durch ein rechtliches Unbundling ergänzt, d.h. durch die weitere Errichtung von gesellschaftsrechtlich eigenständigen Unternehmen mit getrennten Geschäftsleitungen und Rechnungswesen.
Geschäfte im Sinne des § 8 Abs. 3 ElWOG werden insbesondere mit folgenden Gesellschaften getätigt:
Stromlieferungen VERBUND Hydro Power AG, VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG, VERBUND-Innkraftwerke GmbH, VERBUND International GmbH, VERBUND International Frankreich GmbH, Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft, Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft, KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, STEWEAG-STEG GmbH, Austrian Power Grid AG, Energie Klagenfurt GmbH, POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. Stromhandel/-vertrieb VERBUND Trading AG, VERBUND Sales GmbH, VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH, VERBUND Trading Hungária Kft, VERBUND Trading Czech Republic s.r.o., VERBUND Trading Slovakia s.r.o., VERBUND International GmbH Netzdienstleistungen Austrian Power Grid AG Telekommunikation VERBUND Telekom Service GmbH Dienstleistungen VERBUND Management Service GmbH, Austrian Power Grid AG Finanzierung VERBUND Finanzierungsservice GmbH, VERBUND International Finance GmbH
Personalabstellungen VERBUND Trading AG, VERBUND International GmbH
6. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
7. Konzernbeziehungen
8. Unbundling
| 9. Angaben gem. | |||
|---|---|---|---|
| § 78 Elektrizitätswirt | |||
| schafts- und -organi | |||
| sationsgesetz |
| Ergebnis der Stromkennzeichnung | Anteil | 2011 kWh |
|---|---|---|
| Wasserkraft | 100,0% | 1.081.849.000 |
| Summe der in Österreich an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge |
100,0% | 1.081.849.000 |
| 100% der für die Stromkennzeichnung verwendeten Herkunftsnachweise stammen aus Österreich |
||
| Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge |
2011 | |
| Radioaktiver Abfall mg/kWh | 0,0 |
CO2-Emissionen g/kWh 0,0
Wien, am 31.1.2012
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender des Vorstands
Dr. Johann Sereinig Stv. Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mitglied des Vorstands
Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Mitglied des Vorstands
Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z. 2 UGB
| in Tsd. € | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitz Kapitalanteil in % per 31.12.2011 |
letzter Jahres abschluss |
(+) (–) |
Jahresüber schuss / -fehlbetrag |
Eigenkapital1 | ||
| Verbundene Unternehmen konsolidiert2 |
||||||
| Austrian Power Grid AG | Wien | 100,00 | 2011 | + | 1.004,7 | 258.075,5 |
| VERBUND Beteiligungsholding GmbH |
Wien | 100,00 | 2011 | – | 111.911,3 | 1.204.491,6 |
| VERBUND Finanzierungsservice GmbH |
Wien | 100,00 | 2011 | + | 2.147,2 | 218,1 |
| VERBUND International Finance GmbH |
Wien | 100,00 | 2011 | + | 1.765,1 | 2.035,0 |
| VERBUND Management Service GmbH |
Wien | 100,00 | 2011 | + | 6.045,2 | 3.090,7 |
| VERBUND Sales GmbH | Wien | 100,00 | 2011 | + | 7.838,9 | 7.351,9 |
| VERBUND Telekom Service GmbH |
Wien | 100,00 | 2011 | + | 6.985,1 | 2.166,8 |
| VERBUND Trading AG | Wien | 100,00 | 2011 | + | 1.579,4 | 1.859,0 |
| VERBUND Tourismus GmbH | Kaprun | 99,90 | 2011 | + | 495,0 | 22.416,1 |
| VERBUND Hydro Power AG | Wien | 80,33 | 2011 | + | 321.996,2 | 1.197.201,5 |
| VERBUND Innkraftwerke GmbH | Töging | 70,27 | 2011 | + | 29.419,3 | 431.353,7 |
| VERBUND Thermal Power GmbH |
Graz | 59,49 | 2011 | + | 1.131,0 | 1.535,0 |
| VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG |
Graz | 55,65 | 2011 | – | 44.700,8 | 59.206,1 |
| Verbundene Unternehmen nicht konsolidiert |
||||||
| Energie Austria GmbH | Wien | 68,75 | 2010 | – | 3,7 | 45,7 |
| Assoziierte Unternehmen | ||||||
| Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft3 |
Simbach | 50,00 | 2010 | + | 3.272,0 | 51.361,0 |
| Ennskraftwerke Aktiengesellschaft3 |
Steyr | 50,00 | 2010 | + | 235,9 | 13.129,2 |
| Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft3 |
Passau | 50,00 | 2010 | + | 818,0 | 13.981,0 |
| Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH |
Landeck | 50,00 | 2010 | + | 3,3 | 221,8 |
| Energie Klagenfurt GmbH3 | Klagenfurt | 49,00 | 2010 | + | 3.591,7 | 67.392,0 |
| KELAG-Kärntner Elektrizitäts Aktiengesellschaft3 |
Klagenfurt | 35,17 | 2010 | + | 78.666,6 | 507.420,6 |
| STEWEAG-STEG GmbH3 | Graz | 34,57 | 2010 | + | 37.532,2 | 340.503,2 |
| PÖYRY Energy GmbH | Wien | 25,10 | 2010 | + | 2.525,7 | 14.810,6 |
Eigenkapitalbegriff entsprechend § 224 Abs. 3 lit. a UGB oder lokalem Recht // 2 Vollkonsolidierung gemäß § 253–261 UGB // 3 Konsolidierung "at equity" gemäß § 263–264 UGB
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der VERBUND AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2011 bis zum 31.12.2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31.12.2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31.12.2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungsund Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.
Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
Prüfungsurteil
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der VERBUND AG zum 31.12.2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1.1.2011 bis zum 31.12.2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.
Aussagen zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.
Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.
Wien, am 31.1.2012 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Maximilian Schreyvogl
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Gewinnverwendungsvorschlag
Der Vorstand stellt den Antrag (gemäß § 96 Abs. 1 AktG), zulasten des verteilungsfähigen Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2011 auf die 347.415.686 Stückaktien eine Dividende von 0,55 € pro Aktie, das sind in Summe 191.078.627,30 €, auszuschütten.
Stromkennzeichnungsdokumentation
Dokumentation gem. § 78 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz
| Ergebnis der Stromkennzeichnung | Anteil | 2011 kWh |
|---|---|---|
| Wasserkraft | 100,0% | 1.081.849.000 |
| Summe der in Österreich an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge |
100,0% | 1.081.849.000 |
| 100% der für die Stromkennzeichnung verwendeten Herkunftsnachweise stammen aus Österreich |
||
| Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden für deren eigene Verwendung abgegebene Strommenge |
2011 | |
| Radioaktiver Abfall mg/kWh | 0,0 | |
| CO2-Emissionen g/kWh | 0,0 |
Prüfungsvermerk
Infolge kommen wir unserer Prüfungspflicht gemäß § 79 Abs. 6 ElWOG nach und haben die von der VERBUND AG, Wien, erstellte Dokumentation gem. § 78 ElWOG für das Geschäftsjahr 2011 geprüft.
Die für die Stromkennzeichnung verwendeten gesetzlichen Nachweise wurden von der VERBUND AG erbracht. Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind wir nicht auf Tatsachen gestoßen, die uns zu der Annahme veranlassen würden, dass die vorgelegte Dokumentation im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.
Wien, am 31.1.2012 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Maximilian Schreyvogl
Glossar
Glossar
EBIT ("earnings before interest and taxes")
Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogene Zinsen) und Steuern.
Eigenkapitalquote
Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse im Verhältnis zum Gesamtkapital.
Fiktive Schuldentilgungsdauer
Verhältnis der Schulden zum Mittelüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.1
Gearing
Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse.
Netto-Geldfluss
Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; wird üblicherweise gegliedert in Netto-Geldflüsse aus der operativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.1
Nettoumlaufvermögen
Kurzfristiges Vermögen (inkl. kurzfristige Ausleihungen und kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten) abzüglich kurzfristiger Schulden (inkl. kurzfristige Rechnungsabgrenzungen).
Nettoverschuldung
Zinsbelastetes Fremdkapital abzüglich flüssige Mittel (inkl. Wertpapiere und Anteile des Umlaufvermögens), bereinigt um aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen (z.B. bei Cross-Border-Leasing-Geschäften).
ROE ("return on equity")
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse am Beginn des Geschäftsjahres.
ROI ("return on investment")
Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis zum Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres.
ROCE ("return on capital employed")
Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogene Zinsen) abzüglich darauf entfallender Steuern im Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital.
ROS ("return on sales")
Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inkl. personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.
1 Die Kennzahlen wurden einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.
Teil 3 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
gemäß § 82 (4) Z 3 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, im März 2012 Der Vorstand
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Vorsitzender des Vorstands Stv. Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner
IMPRESSUM
Herausgeber: VERBUND AG Am Hof 6a, 1010 Wien
Projektteam: Mag. Andreas Wollein, Mag. Winnie Matzenauer, Mag. Martin Weikl, Mag. Ines Schurin, Vera Sokulskyj
Konzernlagebericht, Corporate Governance
Bericht, Konzernabschluss und Glossar: inhouse produziert mit FIRE.sys Kreativkonzept und Design: Brainds Konzept und Beratung: Grayling VERBUND Viewer: ZONE Media und Grayling Übersetzung und Sprachberatung: Austria Sprachendienst International Illustrationen: Maik Perfahl (mostlikely) Papier: Impact, 150/100g Druck: Lindenau Productions Gedruckt auf CO2-neutralem Recyclingpapier. Gedruckt mit mineralölfreien Druckfarben.
Kontakt: VERBUND AG Am Hof 6a, 1010 Wien
Telefon: +43(0)50313-0 Fax: +43(0)50313-54191 E-Mail: [email protected] Homepage: www.verbund.com
Investor Relations:
Mag. Andreas Wollein Telefon: +43(0)50313-52604 E-Mail: [email protected]
Konzernkommunikation:
Mag. Beate McGinn Telefon: +43(0)50313-53702 E-Mail: [email protected]
UW 790 – gedruckt nach der Richtlinie Druckerzeugnisse des Österreichischen Umweltzeichens